Schottische Highlands, Intrigen und Leidenschaft im 15. Jahrhundert: Auftakt der neuen historischen Saga über die MacKay-Schwestern

Die Serie Outlander, die raue Schönheit Schottlands und die Faszination für alles Keltische inspirierten Kristin MacIver zu ihrem ersten historischen Liebesroman über die Töchter des MacKay-Clans. Mit "Der Traum der Lady Flower" veröffentlicht sie eine Geschichte über die älteste Tochter des Clans MacKay auf der Suche nach ihrem Glück. Zwischen elterlicher Fürsorge, gesellschaftlichen Erwartungen und zwei Männern, lernt sie, für ihre Träume und die wahre Liebe zu kämpfen. Der Auftaktband der Celtic Dreams - Saga erscheint am 1. März. 2024 bei Knaur.

Schottland, 1485:

Lady Flower träumt davon, bei einer Tierheilerin im entfernten Dorf Portskerra das Heilen zu lernen, um die Hochlandrinder ihres Clans zu versorgen. Ihre Eltern haben jedoch andere Pläne für die fürsorgliche Tochter: Sie soll einen Lord heiraten. Ausgerechnet Flowers heimliche Jugendliebe Cailan Sinclair, ein Frauenheld mit unentrinnbarer Vergangenheit, soll einen Ehemann für sie finden. Obwohl es zwischen Flower und Cailan knistert und funkt, weicht Flowers Traum von Cailans Pflichten als Clanerbe so weit ab, dass eine gemeinsame Zukunft für sie undenkbar ist. Bis ein verheißungsvoller Kuss alles verändert und sich die junge Frau fragen muss: Wie viel ist sie bereit, für die wahre Liebe aufzugeben?

„Der knisternde Auftakt voller Leidenschaft und Humor – prickelnd, sinnlich und unterhaltsam bis zur letzten Seite. Ein großartiger Lesegenuss in den Highlands – was will man mehr? Kristin MacIver ist es gelungen, eine hinreißende Liebesgeschichte voller sinnlicher und zugleich witziger Momente vor der traumhaft malerischen Kulisse Schottlands zu schreiben. Ich bin so gespannt, wie die Saga um die MacKay-Töchter weitergeht.“
- Hannah Conrad

 

Interview

 

1.     Liebe Frau MacIver, „Der Traum der Lady Flower“ ist ihr Debütroman. Was hat Sie dazu inspiriert, die Geschichte von Lady Flower und ihre Reise zu  erzählen?

Ich liebe „Outlander“ und ich liebe „Bridgerton“ „Outlander“ wegen des Settings in den rauen schottischen  Highlands und der starken Charaktere, und „Bridgerton“ wegen der Verbindung von Familie und Romantik. Also wollte ich einen Roman schreiben, der diese diese Vorlieben vereint. Zudem faszinieren mich Gefühle und zwischenmenschliche  Beziehungen. Beim Schreiben kann ich diese erkunden,  selbst wenn ich mich diesen in meinem eigenen Leben  (momentan) nicht gegenübersehe. Es fühlt sich an wie ein  Spielplatz, auf dem alles möglich ist. In Flowers Fall hat mich  die Frage beschäftigt: „Kann man Nein sagen, auch wenn  man andere damit verletzt?“

 

 2. „Der Traum der Lady Flower“ ist ein historischer Liebesroman. Was fasziniert sie am 15.  Jahrhundert?

Das faszinierende am historischen Kontext ist für mich, dass viele Beziehungen unmittelbar und direkt waren, da es kaum  Möglichkeiten der asynchronen Kommunikation gab. Anstatt darüber nachdenken zu können, was man auf eine Nachricht antwortet, musste man oft sofort reagieren. Auch konnte man sich schlechter über Personen  informieren, weshalb es viel mehr Raum für Gerüchte und  Erzählungen gab. Außerdem hatten Entscheidungen damals  eine höhere Tragweite, denn oft traf man sie für ein ganzes  Leben bzw. ging es tatsächlich um Leben oder Tod. Durch diese gesteigerte Fallhöhe gibt es viele Möglichkeiten für Dramatik, was mir viel Freude bereitet.

 

 3. Warum haben Sie sich dazu entschieden, Ihren  Roman in den schottischen Highlands  zu verorten?

Mein Herz schlägt schon lang für alles Keltische. So habe ich  zwei Jahre lang in Irland studiert. Am meisten liebe ich an  Schottland die Landschaft: die heidekrautbedeckten  Weiden, das klare Wasser, die bunten Wälder im Herbst, die  rauen Berge. Die Unberührtheit und Gewaltigkeit der Natur,  die zur Ruhe bringt und entschleunigt und dadurch Raum  schafft, dass Gefühle in den Vordergrund treten können. Auch die schottische Geschichte ist faszinierend. Schottland  war schon immer ein Land, das für seine Unabhängigkeit und  Freiheit gekämpft hat, ebenso wie meine Protagonist*innen es tun. Zudem finde ich das Clansystem bemerkenswert. Ein  Verbund an Menschen, der sich gegenseitig schützt und  füreinander sorgt – im Angesicht von Herausforderungen  durch die kargen Böden und die raue Natur, aber auch gegen  andere Clans. Das bietet eine ideale Grundlage für Drama und  Konflikt.

 

 4. Was können Sie uns über Ihre Recherchearbeiten für das Buch erzählen?

Zu Beginn meiner Recherche habe ich mir bewusst gemacht,  was ich über diese Zeit erfahren möchte. Hier gab es  verschiedene Ebenen. Einmal die Makroebene mit Fragen wie: Was war die politische Situation in Schottland 1485? Welche Einstellung hatten die  Menschen zur Religion? Gab es größere Ereignisse wie die Pest  oder die Reformation? Dann die Mesoebene: Wie sah der Alltag aus? Welche Kleidung trugen die Menschen? Und dann die Mikroebene: Wann wächst welches Heilkraut wo? Was waren konkrete Ansätze, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden? Besonders hieran hatte ich großen Spaß, da es dabei die  größten Überraschungen für mich gab. Wie beispielsweise, dass für ungewollte Schwangerschaften die Dämpfe von Eselsmist und der Zahn eines Achtjährigen  empfohlen wurden.

 

 5. Flower ist eine eigenständige Frau, die ihre Träume  verfolgt, obwohl sie gegen die gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit verstoßen. Fühlen Sie eine Verbindung zu  ihrem Lebensweg?

Erst einmal finde ich es wichtig, dass man die Figuren von der Autorin trennt. Denn das tolle am Schreiben ist ja, dass man einen Charakter erkunden kann, der außerhalb der eigenen Persönlichkeit liegt. Trotzdem erkenne ich Aspekte von meinen Figuren in mir wieder. So haben Flower und ich gemeinsam, dass wir beide für unsere eigenen Träume einstehen – sie als Tierheilerin, ich als Autorin. Nach meinem Management-Studium hat das schon bei einigen für Überraschung gesorgt, dass ich jetzt lieber Liebesromane schreibe, anstatt bei einer Unternehmensberatung anzufangen. Anders als bei Flower hat meine Familie diese Entscheidung aber von der ersten Minute an unterstützt.

 

6. Cailan Sinclair wird als “Frauenheld mit unentrinnbarer Vergangenheit” beschrieben. Wie haben Sie es geschafft, seine Entwicklung im Buch zu balancieren?

 Cailan ist eine spannende Figur. Er hat während eines Sturms etwas sehr Tragisches erlebt, das bei ihm zu einer Furcht vor Entscheidungen führte. Nach außen gibt er sich weiter als Frauenheld. Eine Rolle, die ihm auch Halt gibt, weil es ihn an die Eigenschaften erinnert, die er einst sehr an sich mochte: seine Unbeschwertheit, seine Selbstsicherheit und seinen Charme. Innerlich ist er aber gebrochen und wird immer wieder von seiner Vergangenheit eingeholt, die es ihm schwer macht, den an ihn gestellten Erwartungen als Erbe eines Clans gerecht zu werden. Er hat also auch eine schwache Seite, die mir sehr wichtig zu zeigen war. Auf dem Weg, sich seiner Vergangenheit zu stellen, ist Flower eine wichtige Person für Cailan. Sie ermutigt ihn, sich zu öffnen und seine Gefühle zuzulassen. Was für Cailan jedoch nicht unbedingt leicht ist, vor allem, als mit seinem Cousin Finley ein zweiter Mann in Flowers Leben tritt, der anders als er genau weiß, was er will …

 

7. Flower empfindet eine tiefe Bindung zu den Hochlandrindern ihres Clans. Was ist Ihre Beziehung

 zu diesen Tieren?

Ich gehe sehr gern in der Natur spazieren, und bei mir zuhause auf den Feldern gibt es eine Herde Hochlandrinder, die ich seit mehr zwei Jahren mehrmals wöchentlich besuche. Es ist sehr beruhigend, die Gelassenheit der erwachsenen Tiere zu spüren und sich gleichzeitig von dem Übermut und der Verspieltheit der Kälber anstecken zu lassen. Außerdem konnte ich durch die viele Zeit mit den Rindern einige Details beobachten, zum Beispiel wie sich die Kühe ihre Zunge immer wieder in die Nase stecken oder wie sie ihre Beine beim Liegen nach vorn ausstrecken. Sie werden mich wohl für immer an Flower und ihre Geschichte erinnern.

 

 8. Die Innenklappen ihrer Bücher sind illustriert. Wie ging es Ihnen damit, Ihre Figuren gezeichnet zu sehen?

Ich bin begeistert von den Illustrationen, die Bree Savory angefertigt hat. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, nach den Covern mit den weiblichen Protagonistinnen auch jeweils die Männer zu sehen, die in den Bänden ebenfalls Hauptrollen spielen. Sie sind genauso geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe auch wenn ich gespannt bin, ob die Leser*innen das genauso sehen oder ob der Text andere Vorstellungen bei ihnen erzeugt. Wenn ich jedenfalls die Illustration von Band 1 anschaue, fühle ich mich sofort in den Roman hineinversetzt. Es ist für mich eine eindrückliche Erinnerung an all das, was Flowers Geschichte emotional mit mir gemacht hat.

 

 9. Wenn Sie könnten, was wäre die eine Botschaft, die Sie möchten, dass Ihre Leser*innen aus “Der Traum der Lady Flower” mitnehmen?

Ich glaube nicht daran, dass ein Roman gezielt eine Botschaft vermitteln kann. Daher wünsche ich mir, dass meine Leser*innen genau das aus dem Text mitnehmen, was ihnen gerade guttut. Das kann einfach eine angenehme Auszeit beim Lesen sein, aber natürlich auch eines der Entwicklungsziele, die meine Figuren erreichen.

 In Flowers Fall wäre das Nein zu sagen, wenn ein Nein nötig ist. Etwas, das ich selbst auch manchmal vergesse, wenn man es doch gleichzeitig den anderen recht machen möchte.

 

 10. Das Buch ist der Auftakt einer Trilogie. Können Sie uns einen kleinen Einblick in das geben, was die Leser*innen in den folgenden Bänden erwarten können? 

 

In jedem Band der Celtic Dreams Trilogie, die alle unabhängig voneinander lesbar sind, steht eine andere Schwester des Clans MacKay im Vordergrund. Zudem hat jeder Band einen besonderen Fokus auf ein Naturelement: von den Rinderweiden in Band 1, über das Wasser in Rivers Geschichte in Band 2, hin zum Wald in Leafs Geschichte in Band 3. In Band 2 geht es um River. Sie ist die Romantikerin unter den MacKays und wünscht sich nichts mehr als eine liebevolle Ehe. Doch ihr frisch verwitweter Ehemann Morgan begegnet ihr mit Ablehnung, sodass sie sich zwischen Intrigen und Selbstoptimierungsversuchen fragen muss, wer sie eigentlich sein will und nach wessen Liebe sie sich wirklich sehnt. Leaf in Band 3 ist dagegen sehr eigensinnig, unabhängig und ganz sicher nicht auf der Suche nach einem Mann. Doch nun soll ausgerechnet sie den Frieden ihres Clans sichern, indem sie ihren erklärten Feind heiratet. Dabei hat sie sich geschworen, sich nie mehr verletzlich zu machen. Als dann noch Gefühle für ihren besten Freund dazu kommen, steht Leaf vor der Wahl, was ihr wichtiger ist: die Verantwortung für ihren Clan, ihr Bedürfnis nach Schutz oder doch die wahre Liebe


Autorin: Knaur; zusammengestellt von Gert Holle - 23.02.2024