Nachrichten aus aller Welt

30..03.2020

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

SOS-Kinderdörfer weltweit

Afrika vor Corona-Pandemie: "Die Virustoten werden unsere kleinste Sorge sein"

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit

 

 

(Addis Abeba/ots) -Mangelernährung, marode Gesundheitssysteme, schwache Wirtschaften - nur wenige afrikanische Länder sind ausreichend auf das Coronavirus vorbereitet, die meisten brauchen dringend Unterstützung. Die Angst vor einem unkontrollierten Ausbruch von Covid-19 ist deshalb groß. Derzeit gibt es nur vergleichsweise wenige bestätigte Fälle des Coronavirus in Afrika. Doch täglich kommen Neuinfektionen hinzu: "Eine Pandemie könnte in afrikanischen Ländern zum Tod von Millionen Menschen führen. Und dabei dürften die Virustoten noch unsere kleinste Sorge sein", warnt Senait Bayessa, Regionalleiterin der SOS-Kinderdörfer in Süd- und Ostafrika.

 

- Hungersnot

 

"Kommt es zu weiteren Lieferengpässen, sind Hungersnöte auf unserem Kontinent die größte Bedrohung", sagt Bayessa. Denn ohne Importe würde es schnell zu Versorgungsausfällen kommen. Und dann hätten arme Familien keine Möglichkeit, sich mit Nahrungsmitteln und Lebenswichtigem zu versorgen. Aufstände und Chaos könnten folgen.

 

- Zusammenbruch des Gesundheitssystems

 

Hinzu käme laut Bayessa, dass die medizinischen Gegebenheiten und die Gesundheitssysteme vieler afrikanischer Länder nicht zu vergleichen seien mit denen in Europa und bereits jetzt nicht ausreichten, um die Menschen zu versorgen.

 

"Afrika wird die Pandemie extrem schwer treffen", warnt Bayessa. Denn selbst besser entwickelte afrikanische Staaten hätten kein ausreichendes Auffangnetz für die humanitären Konsequenzen des Coronavirus. So habe beispielsweise Südafrika zwar eines der besten Gesundheitssysteme Afrikas, aber dennoch lediglich 1.000 Betten auf Intensivstationen für 56 Millionen Einwohner. In Malawi seien es sogar nur 25 Betten für 17 Millionen Menschen - und einige afrikanische Staaten verfügen über keinerlei Intensivstationen.

 

SOS-Ärzte schlagen Alarm: "Es fehlt die medizinische Minimalausstattung, um zusätzliche Patienten zu behandeln, und es mangelt an Isolier- und Intensivstationen sowie an Spezialisten wie Intensivärzten", sagt Deqa Dimbil, Ärztin in der Mutter-Kind-Klinik der SOS-Kinderdörfer in Mogadischu, Somalia.

 

- Mangelernährung und Krankheit

 

In armen Staaten wie Somalia seien laut Dr. Dimbil die Immunsysteme der Menschen durch Mangelernährung sowie Krankheiten wie HIV, Cholera oder Malaria ohnehin schon geschwächt. "Die Risikogruppe könnte hier demnach viel größer sein als in anderen Ländern. Wir müssen uns wohl darauf vorbereiten, dass Kinder Elternteile verlieren - und Eltern ihre Kinder", befürchtet Dimbil. Denn unterernährte Kinder seien besonders anfällig für Viruserkrankungen und daher nicht vor den Symptomen von Covid-19 sicher.

 

Weitere Gründe, warum Afrika so anfällig für Covid-19 ist:

 

- Die schlechten sanitären und hygienischen Bedingungen sowie teilweise wenig vorhandenes Wasser begünstigen die Ausbreitung des Virus.

 

- Die meisten afrikanischen Regierungen haben nicht die nötigen Mittel, um ausreichende Präventionsmaßnahmen wie Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen. Corona-Tests werden auch nicht in großem Umfang möglich sein.

 

- Eine weitere Sorge: Zahlreiche Kinder, die bei ihren Großeltern aufwachsen, weil ihre Eltern an AIDS starben, könnten auch diese verlieren, da Covid-19 vor allem für ältere Menschen eine lebensbedrohliche Gefahr darstellt.

 

- Millionen Menschen sind bereits jetzt - ohne Corona-Pandemie - auf humanitäre Hilfe angewiesen. Einige der Staaten aber, die sonst Afrika finanziell unterstützen, stoppen Gelder, weil sie Personen im eigenen Land durch die Corona-Krise helfen müssen. "Arme Familien, die morgens nicht wissen, ob sie tagsüber genug zu essen haben, haben dann gar keine Chance mehr. Sie haben weder Geld, noch Kenntnisse, um sich zu schützen, noch Zugang zu medizinischer Versorgung", erklärt Bayessa.

 

Die SOS-Kinderdörfer sind seit Jahrzehnten in Afrika aktiv. In 47 Ländern unterstützt die Hilfsorganisation Kindern und Familien in Not. In den insgesamt 147 afrikanischen SOS-Kinderdörfern wurden bereits eine Reihe von Präventionsmaßnahmen umgesetzt: Räume für eine gegebenenfalls notwendige soziale Isolation wurden eingerichtet, Kinder und SOS-Mitarbeiter lernten richtiges Händewaschen und alle SOS-Kinderdorf-Bewohner bleiben vorsorglich zu Hause, um eine Verbreitung des Virus zu stoppen. Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhe wurden zudem in den SOS-Programmen verteilt.

 

Spendenkonto:

 

SOS-Kinderdörfer weltweit

 

IBAN: DE81 4306 0967 2222 2000 05

 

Stichwort: "Coronahilfe weltweit"

 


FIDES-NACHRICHTEN - 30.03.2020

AFRIKA/RUANDA - Covid-19: "Ein großes Problem ist die mangelnde Versorgung mit sauberem Wasser"

 

Kigali (Fides) - "In etwas mehr als einer Woche stieg die Zahl der Coronainfektionen bis gestern Abend in Ruanda auf insgesamt 40", sagt Omar Fiordalisio, Vertreter der Ngo „World Hunger Fighting Movement (MLFM)” mit Sitz in Ruanda, gegenüber Fides. "Das Hauptproblem hier ist das Händewaschen. Oft haben wir kein Wasser, besonders in ländlichen Gebieten, wo das Virus glücklicherweise noch nicht angekommen ist, aber auch in Kigali."
„In der Hauptstadt”, fährt Omar fort “wurden die meisten Infektionen bei Menschen diagnostiziert, die aus dem Ausland eingereist waren. Wir stehen in Kontakt mit der Regierung, den als Ngo ergreifen wir keine Initiativen, die nicht mit den geltenden Richtlinien abgestimmt wurden. Man darf von einem Verwaltungsdistrikt in einen anderen Distrikt reisen. Die Menschen sollen von zu Hause aus arbeiten, die Krankenhäuser sind aktiv und verfügen über eine Task Force, die bereit ist, im Bedarfsfall einzugreifen. Wir als Hilfsorganisation mussten den den Bau eines Aquädukts stoppen."
"Die Aquädukte”, fährt er fort “versorgen vielen Familie mit sauberem Wasser und noch nie zuvor wurde so deutlich wie wichtig Wasser für unsere persönliche Hygiene ist, um Krankheiten zu vermeiden. Im Moment scheint alles unter Kontrolle zu sein. Alle bleiben zu Hause, die Baustellen wurden gestoppt, viele Unternehmen geschlossen und es gibt viele Kontrollen auf der Straße. Doch wenn sich die Situation verschlechtert, wäre dies aufgrund der völligen Unzulänglichkeit der lokalen Gesundheitssysteme eine Katastrophe.”
Das Hilfswerk MLFM hat seinen Hauptsitz in Lodi, einem der am stärksten vom Virus betroffenen Orte in Italien und widmet sich seit über 30 Jahren in Ruanda dem Bau von Aquädukten.
 

 

AFRIKA - Boko Haram verübt Anschläge in Nigeria und im Tschad und bedroht den Norden Kameruns

 

Abuja (Agenzia Fides) - Inmitten der Corona-Pandemei, die inzwischen auch Westafrika erreicht hat, sehen sich die Länder der Region auch mit dem Wiedererstarken der Boko Haram- Bewegung konfrontiert, die in den vergangenen Tagen eine Reihe von Anschlägen verübte, bei denen in Nigeria und dem Tschad mindestens 150 Soldaten getötet wurden.
Der schwerste Anschlag wurde am vegangenen 24. März verübt, als mindestens 92 tschadische Soldaten bei dem bislang tödlichsten Angriff von Terroristen der Boko Haram auf der Halbinsel Boma in der an Niger und Nigeria an grenzenden Provinz Lac getötet wurden.
Berichten zufolge wurden 24 Armeefahrzeuge zerstört, darunter auch gepanzerte Fahrzeuge, und den Kämpfern dere Boko Haram soll es auch gelungen sich der Waffen der Armee zu bemächtigen.
Am Vortag, dem 23. März, hatten die Dschihadisten mindestens 50 nigerianische Soldaten in einem Hinterhalt in der Nähe des Dorfes Goneri im nördlichen Bundesstaat Yobe getötet.
Auch im Norden Kameruns an der Grenze zu Nigeria mussten in den letzten Monaten Hunderte von Familien aufgrund der erneuten Gewalt von Boko Haram aus ihren Häusern fliehen. Betroffen sind Menschen in Hidoua, Gochi, Mandaka, Tourou, Kolofata und die Liste der seit Dezember 2019 angegriffenen Dörfer wächst weiter. Aus den meisten Dörfern wurden Brände, Plünderungen, Entführungen und Morde durch Dschihadisten gemeldet.
 

 

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Comboni Missionar: “Wir müssen das Kilima der Demokratie und des Friedens stärken”

 

Awasa (Fides) - "Äthiopien macht große Fortschritte, hat aber immer noch viele wirtschaftliche und soziale Schwierigkeiten", so der mexikanische Comboni Missionar, Pater Pedro Pablo Hernandez, der seit zwanzig Jahren im Apostolischen Vikariat von Awasa lebt und arbeitet. In den letzten zwei Jahren hat das afrikanische Land im politischen Bereich nach der Wahl von Premierminister Abyi Ahmed im Jahr 2018 einen großen Wendepunkt erreicht. „Der Premierminister”, erkläft Pater Pedro, “begeisterte die Bevölkerung mit seiner freundlichen und offene Art. Es war nicht leicht für ihn, seine Pläne umzusetzen, trotz der großen objektiven Schwierigkeiten und der starken internen Opposition. Und die Situation hat sich erheblich verbessert, insbesondere im Bereich der Menschenrechte, der Pressefreiheit und der Demokratie. Das Land gewinnt langsam seine eigene Identität zurück", beobachtet der Ordensmann.
Trotz der erzielten Fortschritte bestehen viele Schwierigkeiten weiter. "Es herrscht immer noch eine Atmosphäre der allgemeinen Unsicherheit und der sozialen Instabilität", erklärt Pater Pedro Hernandez. Darüber hinaus haben sich im Laufe der Zeit Spannungen ethnischer Natur durch Uneinigkeiten zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften entwickelt. "Als katholische Kirche”, bemerkt der Comboni Missionar, „versuchen wir, einen interreligiösen Dialog mit anderen Konfessionen zu führen, um einen wahren und dauerhaften Frieden aufzubauen." Im Südosten Äthiopiens sind die Comboni seit 35 Jahren in den Bergregionen unter den Guyi präsent, einer Gruppe des Oromo-Volkes, der die meisten Menschen im Südosten Äthiopiens angehören. "Hier befindet sich die kleine Mission Killenso “ so der Missionar “und von hier aus entsanden zwei weitere Missionen, Soddu Abala und Haroo Waato, die ständig wachsen." Es wurden seit 2008 insgesamt 16 neuen christlichen Gemeinden gegründet. Der Bau einer Kirche im Jahr 2016 ist der materielle Ausdruck der Missions- und Entwicklungsarbeit.
Auch im wirtschaftlichen Bereich gibt es weiterhin große Probleme: Dürre und Inflation plagen das Land. Die Nahrungsmittelknappheit ist ernst, und obwohl ermutigende Anzeichen für eine Entwicklung erkennbar sind, nimmt die Kluft zwischen Arm und Reich weiter zu, insbesondere in ländlichen Gebieten: Etwa 30% der Äthiopier leben in extremer Armut. "Im gesamten Vikariat”, so der Comboni Missionar, “mangelt es an Schulen, Krankenhäusern und Kliniken. Die Bevölkerung ist immer noch auf humanitäre Hilfe angewiesen. Alle katholischen Diözesen leisten wertvolle Arbeit, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden".
Im August 2020 sollen in Äthiopien Parlamentswahlen werden stattfinden: „Wir müssen ein Klima der Demokratie und des Friedens weiter aufbauen und stärken”, so Pater Hernandez, “und die Menschen unterstützen, damit sie immer mehr zu Protagonisten der eigenen Zukunft werden".
Laut der jüngsten Volkszählung machen Christen in Äthiopien 62,8% der Gesamtbevölkerung aus, wobei die größte Gruppe die äthiopisch-orthodoxe Kirche ist (43,5%), gefolgt von Protestanten (18,6%) und schließlich von Katholiken mit nur 0,7%. Die restlichen Einwohner sind sind Muslime (33,9%).
(ES) (Fides 28/3/2020)

 

LINK
Interview mit Pedro Hernandez bei Youtube -> https://www.youtube.com/watch?v=QKCKrHtz2HI

 

 

 

ASIEN/AFGHANISTAN - Corona-Pandemie: Einzige katholische Kirche des Landes bleibt geschlossen

 

Kabul (Fides) - Die katholische Kapelle der italienischen Botschaft in Kabul ist die einzige katholische Kirche in Afghanistan: Nun musste sie im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu geschlossen werden. Der Obere der Missio sui iuris, Pater Giovanni Scalese von den Barnabiten berechtet: "Ende Februar hatte ich eine Verlautbarung über die Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung der Covid-19-Krankheit veröffentlicht. Leider hat sich das Virus weiter verbreitet. Obwohl Gott sei Dank die Zahl der Ansteckungen in Afghanistan bisher nicht das Niveau von China oder Italien erreicht hat, deutet die Erfahrung dieser Länder darauf hin, dass die Gefahr des Virus nicht unterschätzt werden sollte. Die Verbreitung der ersten Fälle in Kabul veranlasste die Botschaft, das Gelände zu schließen. Also habe ich am Montag, den 23. März die letzte Messe mit den Ordensschwestern gefeiert. Die Teilnahme an der Sonntagsmesse war jedoch in den letzten Wochen bereits erheblich zurückgegangen, ein Zeichen dafür, dass viele bereits in ihr Heimatand zurückgekehrt sind."
 Der Ordensmann feiert weiterhin persönlich die Eucharistie in der Kirche auf dem Geläde der Botschaft: „Ich weiß nicht, ob es mir möglich sein wird, die Riten der Karwoche zu zelebrieren, weil sie die Teilnahme der Gläubigen oder zumindest mehrerer Priester erfordern, aber auf jeden Fall werde ich jedes Mal, wenn es die Möglichkeit gibt, eine heilige Messe zu feiern, dies tun. "
Pater Scalese bittet auch um das persönliche Gebets: „Ich ermutige jeden, seinen eigenen Glaubensweg zu gehen und die in den Medien verbreiteten Gottesdienste und Gebetsmomente zu nutzen. Ich fordere alle auf, diese Zeit der Prüfung im Geiste der Buße und Versöhnung zu leben. Ich lade dazu ein, jeden Tag den Rosenkranz der Barmherzigkeit Gottes und für uns selbst, für unsere Lieben, für die Opfer des Coronavirus, für Gesundheitspersonal und für Zivilbehörden zu beten."
 Bis zum gestrigen 27. März wurden in Afghanistan 80 Coronavirus-Infektionen registriert, darunter zwei Diplomaten und vier italienische Soldaten.
 

 

NEWS ANALYSIS/OMNIS TERRA - Corona-Pandemie erfordert neue Wege für eine “digitale Kirche“ in Asien

 

Manila (Fides) - Von der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) sind mehr Länder betroffen als von den Weltkriegen. Die Epidemie hatte Auswirkungen auf alle Aspekte des Lebens: Familie, Gesellschaft, Wirtschaft, Regierungsführung, Bildung, Wirtschaft, Religion. Während des Ausnahmezustands beschränken Regierungen auf der ganzen Welt die Fortbewegung der Bürger, um die Infektion einzudämmen, indem sie Maßnahmen im Zeichen der "soziale Distanz" auf den Weg bringen. Infolgedessen wurden Versammlungen, Konferenzen, Versammlungen abgesagt, was auch unter religiösen Gesichtspunkten erhebliche Konsequenzen mit sich bringt. In dieser einzigartigen Phase der Geschichte hat die katholische Kirche in vielen Ländern Asiens wie den Philippinen, Indien, Japan, Indonesien, Myanmar, Malaysia, Vietnam, Südkorea, Sri Lanka und Bangladesch die Gläubigen eingeladen, "zu Hause zu bleiben" und versucht mit dem Einsatz von Technologie zur Aufrechterhaltung des Kontakts, einer gemeinschaftlichen Beziehungen und der Glaubenspraxis in diesem beispiellosen Moment der Krise beizutragen.
In der Krisenzeit wurde der Weg für eine "digitale Kirche" oder "virtuelle Gemeinschaft" in vielen Ländern geebnet, in denen Quarantänemaßnahmen durchgeführt werden und alle öffentlichen Gottesdienste und andere liturgische Feiern in Kirchen ausgesetzt sind. "Dies ist eine Zeit, in der wir als Gemeinschaft der Getauften vereint bleiben, uns dem Gebet widmen und niederknien, um füreinander zu beten": dazu empfehlen die asiatischen Kirchen den Gläubigen, online über Livestreams an Gottesdiensten teilzunehmen oder über lokale Fernseh- und Radiosendern. Zu diesem Zweck wurden alle digitalen Kanäle wie soziale Medien erweitert, um möglichst viele Gläubige zu erreichen und mit ihnen interagieren zu können. (...)

 

LINK
mehr bei Omnis Terra -> http://omnisterra.fides.org/articles/view/136

 

 

 

AMERIKA/BRASILIEN - “Alianza Interreligiosa por la Agenda 2030” bittet um gemeinsames Verantwortungsbewusstsein und Solidarität

 

Sao Paulo (Fides) – "Wir fordern alle Regierungen Lateinamerikas und der Karibik auf, wie dies einige bereits sehr effektiv getan haben, verantwortungsbewusst und entschlossen die notwendigen Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um das Leben aller Menschen, insbesondere der am stärksten gefährdeten Menschen, zu schützen und die maximalen Anstrengungen zu unternehmen, um diese Pandemie zu bekämpfen, die sich auf die globale öffentliche Gesundheit auswirkt", heißt es in einem von der Nachrichteagentur Prensa veröffentlichten Appell der interreligiösen „Alianza por la Agenda 2030", die dem Rat der Lateinamerikanischen Bischofskonferenzen (CELAM) angeschlossen ist.
Der Text würdigt "die bemerkenswerten Gesten der Solidarität zwischen den Regierungen der Region" und ermutigt alle, "regionale Organisationen zu stärken, um den Herausforderungen dieser Pandemie bestmöglich und entschlossen zu begegnen", in der Hoffnung, "dass die wissenschaftliche Gemeinschaft bald die notwendigen Medikamente gegen das Virus findet." Das Bündnis fordert daher multilateralen Initiativen der Vereinten Nationen zu verstärken, "um dieser Krise mit globaler Solidarität zu begegnen und der Versuchung nationalistischer Isolation zu widerstehen."
Die “Alianza Interreligiosa por la Agenda 2030” wurde 2014 mit dem Ziel ins Leben gerufen, das Engagement von Ordensgemeinschaften und religiösen Organisationen in Lateinamerika und der Karibik zu koordinieren, umThemen wie Gerechtigkeit, Frieden, Integrität der Schöpfung und Diskriminierung Ausgrenzung, Armut mit Blich auf die Erreichung der von den Vereinten Nationen festgelegten Ziele für nachhaltige Entwicklung gemeinsam anzugehen .
In der Botschaft dankte das Bündnis angesicht der aktuellen Pandemie für die beträchtlichen Anstrengungen des medizinischen und paramedizinischen Personals, der Polizei, der freiwilligen Helfer und der Hilfsorganisationen, "die sich insbesondere um die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen kümmern", darunter “Familien in extremer Armut, ältere Menschen, Ureinwohner und Migranten". Sie fordern daher "die Regierungen der Region auf, die Ernährung und die wirtschaftliche Sicherheit dieser Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten und die sozialen Rechte, insbesondere die Arbeitsrechte, zu wahren", damit die durch die Pandemie verschärfte Wirtschaftskrise keine weiteren schwerwiegenden Auswirkungen auf die Menschen hat, die bereits unter den Bedingungen extremer Armut leiden.
"Es besteht kein Zweifel, dass dies der Moment ist, in dem wir die Werte der Verantwortung, Brüderlichkeit und Solidarität in die Praxis umsetzen müssen", heißt es in dem Appell abschließend, und „in diesem Geist müssen wir uns darauf vorbereiten, vor dem Hintergrund der Pandemie sicherzustellen, dass der Lebensunterhalt der am stärksten gefährdeten und ärmsten Bevölkerungsgruppen gewährleistet bleibt“.
Schließlich wünscht sich das Bündnis einen Tag des gemeinsamen Gebets in den verschiedenen Glaubensgemeinschaften, um den allmächtigen Gott zu bitten, diesem Übel ein Ende zu setzen und uns zu stärken, "den Kampf dagegen weiterhin mit Solidarität und Engagement anzutreten, damit die Menschheit das Leben in Fülle in diesem gemeinsamen Haus hat".
 

 

ASIEN/INDONESIEN - Erzbischof von Merauke zurückgetreten

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den von Erzbischof Nicolaus Adi Seputra, M.S.C. von Merauke (Indonesien) eingereichten Rücktritt angenommen.


FIDES-NACHRICHTEN - 28.03.2020

AFRIKA/TOGO - Kampf gegen das Coronavirus: Bischöfe appellieren an Verantwortungsbewusstsein „zum Wohle aller“

 

Lomè (Fides) – Die togolesische Regierung als vorbeugende Maßnahmen zur Verbreitung von Covid-19 Schulen, ganze Städte, deie Grenzen und alle Flughäfen geschlossen. Der erste Infektionsfall wurde Anfang März 2020 bestätigt. Die Bischöfe des Landes reagierten ebenfalls und gaben ihren Gläubigen präzise Anweisungen. In einer gemeinsamen Botschaft fordern die Bischöfe die gesamte Bevölkerung auf, "die Anweisungen der Gesundheitsbehörden und die Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung des Coronavirus genau zu befolgen" und appellieren dabei an "das zivile Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen zum Wohle aller".
Katholische Schulen und Universitäten haben gemäß den Empfehlungen der Regierung alle Aktivitäten eingestellt und bleiben geschlossen. Priesterseminare sind ebenfalls bis auf Weiteres geschlossen. Alle heiligen Messen werden ausgesetzt, während die Karwoche folgende Initiativen vorgesehen sind: Die Chrisam-Messe wird von den katholischen Sendern in jeder Diözese live im Radio übertragen, wobei eine Delegation von 40 Priestern aus den Diakonaten wird mit dem Bischof konzelebrieren wird. Die Sakramentenspende, wird vorübergehend ausgesetzt, mit Ausnahme der Beichte, bei dee der Abstand von einem Meter zum Priester eingehalten werden soll. Der Kreuzweg am Freitag der Fastenzeit soll in Familien oder in kleinen Gruppen von Christen stattfinden, wobei benfalls die Empfehlungen der Regierung respektiert werden sollen.
 

 

AFRIKA/NIGERIA - Coronavirus-Epidemie: Leere Straßen und Gottesdienste im Fernsehen

 

Lagos (Fides) - "Die Behörden des Staates Lagos sowie anderer nigerianischer Staaten, in denen die Ausbreitung des Coronavirus besonders bedrohlich ist, hben die Schließung von Schulen und Märkten angeordnet und alle Bürger aufgefordert, zu Hause bleiben und strenge Hygienevorschriften befolgen. Die Situation in Nigeria ist jedoch von Staat zu Staat unterschiedlich. Hier sind Versammlungen von mehr als 20 Personen verboten und folglich werden auch Gottesdienste nicht stattfinden. Wir senden regelmäßig Messen aus der Kathedrale über das Fernsehen und sind in den sozialen Medien aktiv", so Erzbischof Alfred Adewale Martins von Lagos zur aktuellen Lage in Nigeria.
 "Die Zentralregierung reagiert langsam und schrittweise, „so der Erzbischof weiter, „Der erste Schritt bestand darin, die Grenzen zu schließen, und wir glauben, dass dies eine angemessene Maßnahme war. Dann wurden öffentliche Desinsektionen durchgeführt. Wir glauben, dass es wichtig ist, die Kapazitäten zur Durchführung von Tests zu verbessern und bessere logistische Lösungen für diejenigen zu finden, die sich in Quarantäne befinden“. „Gute Nachrichten kommen aus dem privaten Sektor“, betont er, „der den Staat sowohl bei Tests als auch bei der Bereitstellung von Betten für die Unterbringung von Infizierten unterstützt. Bis zum 26. März gab es jedoch in keinem Bundesland eine vollständige Sperrung. Doch Menschen scheinen sich von Stunde zu Stunde der Risiken bewusster zu werden. Hier sind zum Beispiel die Straßen seit Tagen verlassen. Dies gibt uns Hoffnung, dass die Verbreitung des Virus eingedämmt werden kann.“
In der Zwischenzeit überwachen Polizisten die Einhaltung der Anweisungen und die in einigen Fällen wurden auch Gebetsstätten kontrolliert. „Glücklicherweise” der Erzbischof weiter, “gab es dabei bisher keine einschüchternden Vorgehensweisen. Wir hoffen, dass dies auch in Zukunft so sein wird, damit die Rechte der Menschen nicht beeinträchtigt werden, die von der Situation bereits sehr gestresst sind". “Wir sind jedoch bereits sehr vorsichtig”, so der Erzbischof von Lagos abschlieüend zur Lage in seinem Bistum, aus dem zurzeit die meisten Infizierten des Landes gemeldet werden, “und befolgen alle von den Behörden angeordneten Vorsichtsmaßnahmen und Empfehlungen sehr genau."
Nigeria ist mit 155 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas und beobachtet mit großer Sorge die Ausbreitung des Coronavirus auf dem Kontinent. Die Zahl der Infizierten in Afrika steigt weiter: Das bisher am stärksten betroffene Land ist Südafrika, während die Länder in denen es noch keine Ansteckungen gibt, immer weniger werden. In Nigeria gibt es etwas mehr als 50 Fälle, 30 davon allein im Bundesstaat Lagos.
 

 

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Der Apsotolische Vikar von Gambella, Bischof Angelo Moreschi, stirbt im norditalienischen Brescia an Covid-19

 

Brescia (Agenzia Fides) - Der Apostolische Vikar von Gambella (Äthiopien), Bischof Angelo Moreschi, SDB, starb in der Nacht vom 24. auf den 25. März in Brescia (Italien) an der Infektion mit dem Coronavirus. Bereits seit einiger Zeit war er Gast im Haus der Salesianer Don Boscos in seiner Heimatstadt Nave. Gesundheitliche Probleme hatten in gezwungen hatten, die frikanischen Missionen zu verlassen, zu denen er jedoch hoffte, zurückkehren zu können. Aber seine Gesunheitszustannd hatte sich in den letzten Tagen aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus verschleichtert und sein Krankenhausaufenthalt notwendigwendig gemacht, wo er nun starb.
„Seine Liebe und sein Dienst für die Armen und für soziale Gerechtigkeit sind ein bleibendes Erbe und eine Inspiration für uns alle", so Pfarrer Joseph Mullugeta, ein Priester des Apostolischen Vikariats von Gambella gegenüber Fides. Seine Missionstätigkeit in Äthiopien begann 1983 in Dilla, wo die Salesianer die 1973 von den Comboni-Missionaren gegründete Mission übernahmen. Viele neue Initiativen wurden von ihm auf den Weg gebraht: eine Sekundarschule, eine Berufsschule, ein Waisenhaus. Darüber hinaus entwickelte Angelo Moreschi ein umfassendes landwirtschaftliches Projekt. "Sein größtes Engagement galt jedoch der seelsorgerischen Tätigkeit als Pfarrer", betont der Priester und erinnert daran, dass er vor überall in der Umgebung und in den Bergen zahlreiche Kapellen errichtete, wodurch auch die Zahl der Katechumenen und Gläubigen zunahm”.
Im Jahr 2000 wurde er zum ersten Apostolischen Präfekten von Gambella und neun Jahre später zum Apostolischen Vikar ernannt. „Seit seiner Ankunft in Gambella widmete er seine ganze Zeit und seine ganze Energie dem Dienst an der Bevölkerung von Gambella, unabhängig von Rasse, Religion, Kultur und Alter. Er widmete sein ganzes Leben der Mission. Dies ermöglichte es, dass eine große Anzahl von katholischen Pfarreien und Kapellen in der Region errichtet werden konnten. Er gleichzeitig intensiv an pastoralen und sozialen Entwicklungsprogrammen gearbeitet", erinnert sich Pfarrer Joseph Mullugeta, der den damaligen Apostolischen Nuntius in Äthiopien, Erhbischof Silvano Maria Tomasi zitiert: "Die Ankunft von Pater Moreschi führte zu einem Wandel der katholischen Kirche in Gambella nach einer präzisen Methodik: er setzte Impulse für Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion, förderte die Dorfentwicklung und widmete sich der Erstevangelisierung". Eine Priorität war auch die Entwicklung von Projekten zur Wasserversorgung der Bevölkerung. "Wir danken ihm”, schließt der äthiopische Priester “für seinen Dienst am heiligen Volk Gottes und für seine Treue zu unserem Herrn Jesus Christus, er ruhe in Frieden!"
 Angelo Moreschi wurde am 13. Juni 1952 in Nave (Brescia) geboren. Am 1. September 1974 legte er bei den Salesianern Don Bosco seine zeitlichen Gelübde ab, am 15. August 1980 folgten in Cremisan (Israel) die ewigen Gelübde. Am 2. Oktober 1982 wurde er in Brescia zum Priester geweiht. Nach seiner Entsendung in die Mission in Äthiopen im Jahr 1983 war er Pfarrer und Leiter der Mission in Dilla und Provinzrat der damaligen salesianischen afrikanischen Vizeprovinz, Äthiopien-Eritrea. Am 16. November 2000 wurde er zum ersten Apostolischen Präfekten von Gambella ernannt. Am 5. Dezember 2009 wurde die Präfektur zum Vikariat erhoben und er wurde zum ersten Apostolischen Vikar von Gambella ernannt. Am 31. Januar 2010 empfing er die Bischofsweihe.
 

 

ASIEN/BANGLADESCH - Kardinal D’Rozario: "In schwierigen Momenten sollten wir vor allem auch Kinder Gottes sein“

 

Dhaka (Fides) - Der Erzbischof von Dhaka und Vorsitzende der Bischofskonferenz von Bangladesch, Kardinal Patrick D'Rozario, wandte sich in einer Videobotschaft an die katholischen Gläubigen des Landes und betont: "Geliebte Gläubige, wir sind alle mit dem Ausbruch des Coronavirus konfrontiert. Lasst uns zu Hause bleiben und an andere denken. Es ist für uns alle eine schwierigere Zeit und in dieser Situation werden sich viele die Frage stellen: Warum diese Coronavirus-Pandemie?". „Doch wir sind nicht nur Menschen, sondern wir glauben an Christus”, so der Kardinal weiter, „In den schwierigsten Momenten sollten wir versuchen, vor allem Kinder Gottes zu sein“. “Die Regierung gibt uns Richtlinien zur Bewältigung dieser ernsten Coronavirus-Pandemie“, betont er, „Ich bitte alle Gläubigen demütig: Befolgen wir die Richtlinien, die uns die Regierung und die Kirche geben".
Unterdessen veröffentlichte die Bischofskonnferenz von Bangladesch (CBCB) eine offzielle Verlautbarung in der katholischen Wochenzeitung "Pratibeshi", in der es die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen nennt und darüber informierte, dass die liturgischen Feiern in der Karwoche in diesem Jahr voraussichtlich online stattfinden werden. Einige Gemeinden bieten bereits Gottesdienste im Livestreaming auf Facebook an.
Premierminister Sheikh Hasina sagte in einer Ansprache an die Nation, dass die Regierung angesichts der globalen Coronavirus-Pandemie bereit sei, der "schwierigen Situation" zu stellen, und forderte alle Bürger auf, bei der Bekämpfung des Coronavirus mitzuhelfen, indem sie die Anweisungen des Regierung befolgt und "zu Hause bleiben". Dabei appellierte er an das "persönliches Verantwortungsbewusstsein zum Schutz ihrer Familie und der Mitmenschen". Die Verhinderung der Ausbreitung der Infektion sei nun "oberste Priorität", erklärte er abschließend.
In Bangladesch starben bisher fünf Menschen an Covid-19 und 44 Menschen wurden mit dem Coronavirus infiziert. Die Regierung forderte die Bevölkerung auf, bis zum 4. April zu Hause zu bleiben.

 

ASIEN/IRAK - Vier Mitarbeiter der Organisation “SOS Chrétiens d’Orient” freigelassen: Sie waren am 20. Januar in Bagdad entführt worden

 

Bagdad (Fides) – Die vier Mitarbeiter der Nichtregierungsorganisation “SOS Chrétiens d'Orient” (drei Franzosen und ein Iraker), die am 20. Januar in Bagdad entführt wurden, wurden freigelassen. Dies teilte die französische Regierung am Abend des gestrigen 26. März mit. Der französische Emmanuel Macron, begrüße die Freilasung „unserer drei Landsleute Antoine Brochon, Julien Dittmar, Alexandre Goodarzy und des irakischen Tariq Mattoka, alle Mitarbeiter der NGO SOS Chrétiens d 'Orient'“ ist in dem vom Elysée-Palast veröffentlichten Text zu lesen. In der offiziellen Erklärung wird betont, dass "Frankreich alle Anstrengungen unternommen hat, um dieses Ergebnis zu erzielen". Der Dank des französischen Präsidenten gelte auch den irakischen Behörden "für ihre Zusammenarbeit".
 Auch die Organisation „SOS Chrétiens d'Orient Association” dankte bei der Bekanntgabe der Freilassung den französischen und irakischen Behörden und allen Gläubigen, "für die unglaubliche Initiativen der Gebete und der Solidarität".
Die offiziellen Erklärungen des Elysée und der Organisation selbst enthalten weder Angaben zu den Entführern noch zum Hergang der Tat und zu der Art und Weise der Freilassung.
Die vier Mitarbeiter des Hilfswerks hatten sich in Bagdad aufgehalten, um ihre persönlichen Visa zu erneuern und um einige bürokratische Formalitäten bezüglich der Registrierung ihrer Organisation und ihrer Aktivitäten bei den zuständigen irakischen Ämtern abzuwickeln. Die Namen der vier Entführten wurden aus Sicherheitsgründen damals nicht bekannt gegeben. Wie „SOS Chrétiens d'Orient“ am 24. Januar in den sozialen Medien mitteilte, soll der Kontakt mit den eigenen Mitarbeitern, seit dem vorherigen Dienstag abgebrochen sein. Man habe das Verschwinden bei den zuständigen französischen und irakischen Behörden gemeldet. Die französische NGO betonte, dass die vier vermissten Angestellten erfahrene Menschen und bei guter Gesundheit seien und über gute Kenntnisse über die Krisenbereiche, in denen sie tätig warren seien, wo sie stets unter Einhaltung der Sicherheitsstandards aktiv gewesen seien.
Der Verein „SOS Chrétiens d’Orient“ hat seinen Hauptsitz in Paris und will nach eigenen Angaben Gemeinden der christlichen Ostkirchen unter anderem durch die Finanzierung von Sozial- und Bildungsprojekten unterstützen. Gegenwärtig ist die Organisation mit "ständigen Missionen" in Syrien, im Irak, im Libanon und in Ägypten präsent. Gegründet wurde der Verein 2013 Charles de Meyer (ehemaliger Assistent des französischen Abgeordneten Jacques Bompard) und Benjamin Blanchard, ehemals Mitarbeiter der Europaabgeordneten der Front National, Marie-Christine Arnautu. Der Leiter der Projekte der Organisation, François-Xavier Gicquel, war ebenfalls langjähriges Mitglied der Front National. Nach Angaben der Tageszeitung „Le Figaro étudiant“ aus dem Jahr 2019 hat der Verband seit Beginn seiner Tätigkeit rund 1500 Mitarbeiter und Freiwillige entsandt, um ihre Projekte im Nahen Osten durchzuführen und wird vom französischen Verteidigungsministerium als „Partnerorganisation“ anerkannt.
Die französische Regierung hatte am Mittwoch, dem 25. März, den Abzug ihrer Soldaten aus dem Irak angekündigt, wo mehrere hundert französische Soldaten an der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte im Rahmen der Operationen der von den USA geführten internationalen anti-dschihadistischen Koalition beteiligt waren. Die französischen Behörden hatten den Abzug französischer Soldaten aus dem Irak mit der Notwendigkeit motiviert, derzeit alle Ressourcen und Energien auf die die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie zu konzentrieren.
 

 

AMERIKA/CHILE - Ständiger Rat der Bischöfe: “Vereint mit dem Papst im Gebet für die Menschheit“

 

Santiago (Agenzia Fides) - Der Ständige Rat der Bischofskonferenz von Chile folgt der Einladung an von Papst Franziskus die "unsere Stimmen gemeinsam zum Himmel zu erheben" und uns angesichts der Coronaepidemie an Gott zu wenden. "Wir laden alle ein, sich dem Papst anzuschließen”, schreiben die chilenischen Bischöfe ihrer Botschaft, über die Live-Übertragung über www.iglesia.cl „auch an dem Gebet teilzunehmen, das er am Freitag, den 27. um 14:00 Uhr (Ortszeit in Chile, 18:00 Uhr mitteleuropäische Zeit) beten wird“, um “zusammen mit unserem universellen Hirten von zu Hause aus über Computer, Handys, Radio- und Fernsehsender in unseren Diözesen zu beten”. “In besonderer Weise laden wir Priester, Diakone, Ordensleute und Laien ein, dieses Gebet in ihren Kontaktnetzwerken mit den Mitgliedern ihrer Gemeinden zu teilen. Mit dem Papst im Gebet für die Menschheit vereint!", heißt es in der Botschaft weiter.
 Auch die Caritasstelle der Diözese Santa Maria de Los Angeles und das Büro für menschliche Mobilität schließen sich der Initiative an. „In diesem Zusammenhang”, heißt es in einer Verlautbarung, „schließen wir uns dem universellen Gebet an, das die Kirche heute an den himmlischen Vater richtet, und bitten um Gnade und Kraft, um diese schwierige Situation zu bewältigen. Wir sind uns bewusst, dass dieses Szenario uns alle betrifft, vor allem aber die aufgrund der wirtschaftlichen, gesundheitlichen und unsicheren Folgen einer ungewissen Zukunft am stärksten Gefährdeten. "
Die Caritas und das Büro für menschliche Mobilität bringen dabei auch die Solidarität "mit all unseren ausländischen Brüdern und Schwestern, die in unserer Stadt leben und der Entfernung von ihrer Heimat, ihrer Familie und ihren Freunden leiden. Wir wissen, dass ihre Bedürfnisse, Sorgen und Schmerzen auch unsere sind und wir arbeiten daran, ihnen etwas Erleichterung zu verschaffen." Angesichts der Corona-Epidemie laden sie alle Christen und Menschen guten Willens ein, „diesen schwierigen Moment zu nutzen, um in Brüderlichkeit und Solidarität zu wachsen, sich umeinander zu kümmern und die von den Behörden angeordneten vorbeugenden Maßnahmen zu respektieren”.
 

 

AMERIKA/HAITI - Corona-Pandemie: Der Generalobere der Redemptoristen befürchtet "Katastrophe"

 

Port au Prince (Fides) – "Es reicht zu sehen, was auf der Straße passiert, um sich auszumalen, wie katastrophal es sein wird, dort wo die Bevölkerung von Tag zu Tag lebt und nicht einmal über die grundlegenden Instrumente verfügt, um diesem Virus zu begegnen", so der in Haiti lebende Regionalobere der Redemptoristen, Pater Renold Antoine CSsR, zur Lage in einem der ärmsten Länder der Welt.
"Das Böse, das niemand wollte, ist ins Land gekommen (Covid-19). Der Staat hat bisher bereits acht Personen positiv getestet. Seit dem 19. März hat der Präsident landesweit einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Gleichzeitig mussten auch wir einige Entscheidungen treffen, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Eine davon ist die Schließung der Kirchen bis auf Weiteres. Priester feiern den Gottesdienst ohne Gläubige und übertragen Gottesdienste live über soziale Netzwerke", so Pater Renold weiter in seinem Bericht, in dem er die bereits dramatische Realität des Landes vor den ersten Ansteckungen mit dem Coronavirus beschreibt.
"Man muss sich nur bewusst machen, wie das Leben der Bevölkerung jeden Tag auf der Straße verläuft. Es gibt nirgendwo sauberes Wasser, um die Hände nach Bedarf zu waschen, es gibt keinen Strom in den Häusern und es gibt nicht einmal Krankenhäuser. Viele Menschen leben auf der Straße und können ganz einfach nich zuhause bleiben. Als Redemptoristen bieten wir nicht nur spirituelle, sondern auch materiell Hilfe an, indem wir an einigen Stellen Wassertanks aufstellen, damit die Menschen zumindest ihre Hände waschen können. Wir teilen auch Essen mit den Ärmsten", fährt Pater Renold fort.
Abschließend bittet der Missionar um das Gebet für die Missionare und für die Schwächsten: "Möge der Herr dem Land und seinen Menschen gnädig sein, weil wir keine Gesundheitsinfrastruktur haben, um eine solche Krise zu begegnen bewältigen!"
 

 

AFRIKA/MALI - Bischof von Mopti ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskis hat den bisherigen Bichof von Sikasso, Jean-Baptiste Tiama, zum neuen Bischof von Mopti (Mali) ernannt.


Corona-Pandemie: Kindermissionswerk richtet Nothilfefonds in Höhe von einer Million Euro ein

„Kinder sind der Krise nahezu schutzlos ausgeliefert“

(Aachen/kmw) - Als Reaktion auf die weltweite Corona-Krise hat das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ einen Nothilfefonds in Höhe von einer Million Euro eingerichtet. Mit den bereitgestellten Mitteln reagiert das Hilfswerk der Sternsinger auf Anfragen seiner lokalen Partner im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Dabei geht es neben der medizinischen Versorgung auch um die Bereitstellung von Nahrungsmitteln. „Diese Pandemie stellt uns alle vor enorme Herausforderungen, hier in Deutschland und weltweit“, sagt Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger’. „Wir sind Dank des Einsatzes so vieler Kinder und Jugendlicher, die sich bei der Sternsingeraktion engagieren, jetzt in der Lage, großzügig zu helfen. Es ist mir wichtig, dass die Sternsingerinnen und Sternsinger wissen: ihr Einsatz hilft in dieser Krise enorm!“, so Bingener. „Wenn ich sehe, wie sehr europäische Länder mit der Pandemie zu kämpfen haben, dann habe ich große Sorge mit Blick auf die Situation in Ländern der Einen Welt. Diesen Ländern, in denen es kein gut funktionierendes Gesundheitssystem gibt, in denen medizinisches Personal, Intensivbetten und Beatmungsgeräte fehlen, und in denen Hygienemaßnahmen kaum einzuhalten sind, droht eine Katastrophe.“

Das Kindermissionswerk sorgt sich im Zuge der Pandemie vor allem um die Kinder. Für sie kann die Ausbreitung des Virus verheerende Folgen haben. „Mädchen und Jungen, die ohnehin wenig zum Leben haben, deren Eltern die Lebensgrundlage durch die Maßnahmen gegen das Virus entzogen wird, weil Arbeit und Einnahmen wegbrechen, sind der Krise nahezu schutzlos ausgeliefert. Es geht jetzt darum, unsere Partner in die Lage zu versetzen, die Ausbreitung des Virus effektiv zu bekämpfen, Familien zu stärken und dabei vor allem das Kindeswohl im Blick zu haben“, so Bingener. 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger
Mehr als 1.800 Projekte für benachteiligte Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 78,4 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2018 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 111 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben. 

Die Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden: 
Pax-Bank eG
Stichwort: Nothilfe 
IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31
BIC: GENODED1PAX



SOS-Kinderdörfer sehen Ernährung sowie Bildungswege zahlreicher Schüler in Gefahr

Schulschließung in Afrika: Kinder verlieren einzige Mahlzeit

Über 87 Prozent aller Schulen und Universitäten weltweit sind inzwischen wegen COVID-19 geschlossen, betroffen sind mehr als 1,5 Milliarden Schüler und Studenten in 165 Ländern. Breitet sich das Virus weiter aus, dürfte diese Zahl noch weiter steigen. Laut der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit hat der Schulausfall vor allem in Afrika für Kinder aus notleidenden Familien lebensbedrohliche Folgen: Für die allermeisten Schüler aus armen Familien ist die Schulspeisung die einzige Mahlzeit am Tag. : Foto: "obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Luise Aedtner"

 

(Johannesburg/ots) - Über 87 Prozent aller Schulen und Universitäten weltweit sind inzwischen wegen COVID-19 geschlossen, betroffen sind mehr als 1,5 Milliarden Schüler und Studenten in 165 Ländern.* Breitet sich das Virus weiter aus, dürfte diese Zahl noch weiter steigen. Laut der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit hat der Schulausfall vor allem in Afrika für Kinder aus notleidenden Familien lebensbedrohliche Folgen. "Für die allermeisten Schüler aus armen Familien ist die Schulspeisung die einzige Mahlzeit des Tages", sagt Loretta Mkhonta, Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Eswatini.

 

Im benachbarten Südafrika, wo mehr als die Hälfte aller Menschen unterhalb der Armutsgrenze lebt, ist die Situation ähnlich bedrohlich: "Viele Familien verdienen ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs und kamen schon vor der Corona-Krise kaum über die Runden. Kein Unterricht bedeutet hier für viele Eltern, dass ihre Kinder hungern", sagt Patrick Kulati, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Südafrika.

 

Die Schulschließungen hätten auch langfristig gravierende Auswirkungen: "Wir befürchten, dass gerade ärmere Familien die wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 nicht auffangen können und viele Kinder ihren Bildungsweg für immer abbrechen müssen", sagt Kulati. Zwar sei der Schulbesuch in Südafrika kostenlos, aber zahlreiche Eltern könnten sich Schulmaterialien und -Uniformen jetzt schon kaum leisten.

 

In anderen Ländern wie Simbabwe, wo hohe Schulgebühren erhoben werden, ist die Situation laut den SOS-Kinderdörfern noch dramatischer. Auch der Unterricht von zu Hause sei für Kinder aus armen Familien kaum möglich. Es fehle ihnen an Ausrüstung und Unterstützungsmöglichkeiten, es gebe nur selten einen Computer, oft nicht einmal einen ruhigen Platz zum Lernen.

 

"Wir sind in großer Sorge, dass in Folge des Virus die Biographien zahlreicher junger Menschen eine dramatische Wende ins Negative nehmen", sagt Kulati. Klar sei schon jetzt, dass ein Großteil der armen Familien über lange Zeit auf Hilfe angewiesen sein wird.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in Afrika seit Jahrzehnten und sind in der Corona-Krise verstärkt für sie da.

 

* Quelle: UNESCO


World Vision fordert: jetzt Gesundheitssysteme stärken - Spendenaufruf für internationale Corona-Hilfe

Corona: Infektionszahlen in armen Ländern steigen deutlich

 

(Friedrichsdorf/wv) – Angesichts deutlich steigender Zahlen von mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Afrika und Teilen Südamerikas fordert die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision, umgehend die schwachen Gesundheitssysteme in diesen Ländern zu stärken. Dazu gehöre auch, einen freien Zugang zu Medikamenten sicherzustellen.

 

Ebola, Malaria, Tuberkulose – Gesundheitssysteme in armen Ländern müssen bereits mit vielen Belastungen zurechtkommen. Die Corona-Epidemie ist eine zusätzliche Herausforderung für diese schwachen Gesundheitssysteme, mit der sie nach Ansicht der Kinderhilfsorganisation nicht allein gelassen werden dürfen. Zwar haben sich laut World Vision die Systeme zur Erfassung und Bekämpfung von infektiösen Krankheiten zum Beispiel in einigen Ländern Afrikas, aus Erfahrungen mit der Ebola Krise, mittlerweile verbessert. Doch die steigenden Zahlen von Corona-Infizierten, unter anderem in Ägypten, DR Kongo und Kamerun, zeigten deutlich auf, dass sich gerade in afrikanischen Ländern eine Katastrophe anbahnt.

 

Ein grundsätzliches Problem bei Epidemien in Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen ist die Versorgung mit entsprechenden Medikamenten. In vielen afrikanischen Ländern gibt es keine Krankenversicherungen. Die Patientinnen und Patienten müssen Medikamente und Impfstoffe, so es sie denn gibt, aus eigener Tasche bezahlen. Fiona Uellendahl, Gesundheitsexpertin bei World Vision: „Die internationale Gemeinschaft darf die armen Länder nicht außer Acht lassen und muss nun alles dafür tun, dass die Gesundheitssysteme in diesen Ländern gestärkt und der Zugang zu Medikamenten und Impfstoffen sichergestellt wird. Ein Weg dahin wäre eine ausreichende Finanzierung der Weltimpfallianz Gavi. Auch Deutschland sollte hierzu einen Beitrag leisten und seine bisherigen Mittel für Gavi weiter aufstocken.“

 

Auch in der DR Kongo gibt es immer mehr bestätigte Corona-Infektionen. Um die Ausbreitung zu stoppen, setzt World Vision auf die Erfahrungen im Kampf gegen frühere und aktuelle Epidemien wie Masern und Ebola. Die Bereiche Aufklärung und Prävention stehen dabei im Fokus der Arbeit. Die Verteilung von Seifen und der Aufbau von Handwaschstationen sind weitere Bausteine. World Vision setzt zudem auf die Zusammenarbeit mit religiösen und kommunalen Autoritätspersonen. Anne-Marie Connor ist Landesdirektorin von World Vision in der DR Kongo: „Schon beim Kampf gegen Ebola ging es darum, gegen Desinformation und Mythenbildung vorzugehen. Religiöse und kommunale Autoritätspersonen genießen ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung und haben, fachlich durch World Vision trainiert und begleitet, zuverlässige Informationen vermittelt. Auch bei der Information über Corona, seine Ausbreitung und Auswirkungen, können diese Personen wertvollen Einfluss ausüben.“

 

World Vision hat umfangreiche Hilfsmaßnahmen gestartet und bittet um Spenden unter:

 

Stichwort „Coronahilfe

 

IBAN: DE89 5019 0000 0000 0020 20 (Frankfurter Volksbank)

 

Online spenden unter: www.worldvision.de/corona

 


FIDES-NACHRICHTEN - 27.03.2020

EUROPA/ITALIEN - Xaverianer Missionare: Innerhalb eines Monats sterben in Norditalien 14 Ordensmitglieder

 

Parma (Fides) - Sie verbrachten viele Jahre ihres Lebens in der Mission und verkündeten das Evangelium Jesu Christi auf vier Kontinenten: elf Priester und die drei Ordensbrüder der Xaverianer Missionare starbe in weniger als einem Monat. Zwölf von ihnen hielten sich im Mutterhaus des Ordens im besonders von der Coronaepidemie betroffenen norditalienischen Parma auf, und waren dort, um sich medizinisch behandeln zu lassen oder im wohlverdienten Ruhestand, nachdem ab einem gewissen Alter das größtenteils zwischen den Entbehrungen und Schwierigkeiten der Missionen verbrachte Lebenn seine Spuren hinterlassen hat.
Es handelt sich um:
Pater Piergiorgio Bettati, 83 Jahre, von 1973 bis 1983Missionar im Kongo, verstorben am 23. März im Mutterhaus.
Pater Gerardo Caglioni, 73 Jahre, Missionar in Mexiko (1980-1983) und Sierra Leone (1984 - 1993 und 2002 – 2006), gestorben am 22. März im Mutterhaus.
Pater Stefano Coronose, 88 Jahre, seit Ende der 60er und bis Mitte der 80er Jahre Missionar in Indonesien, gestorben am 21. März im Mutterhaus.
Pater Pilade Giuseppe Rossini, 84 Jahre, Missionar in Sierra Leone seit den 60er Jahren bis 1998, gestorben im Krankenhaus in Seriate am 19. März.
Bruder Giuseppe Scintu, 85 Jahre, Missionar im Kongo von 1968 bis 1975, gestorben im Mutterhaus am 19. März.
Bruder Luigi Isaia Masseroni, 90 Jahre, Missionar in Brasilien von 1956 bis 1967, gestorben im Mutterhaus am 18. März.
Bruder Guglielmo Saderi, 88 Jahre, Missionar im Kongo von 1961 bis 2010, gestorben im Mutterhaus am18. März.
Pater Giuseppe Rizzi, 77 Jahre, Missionario in Burundi und im Kongo von 1977 bis 2010, gestorben im Mutterhaus am 15, März.
Pater Piermario Tassi, 90 Jahre, Missionar im Congo von 1962 bis 1996, gestorben am 15. Märu im Mutterhaus.
Pater Vittorio Ferrari, 88 Jahre, Missionar in Japan von 1961 bis 1974, gestorben im Mutterhaus am 14. März.
Pater Nicola Adriano Masi, 92 Jahre, Missionar in Brasilien von 1976 bis 2010, gestorben am 12. März im Mutterhaus .
Pater Enrico di Nicolò, 80 Jahre, verstorben am 11. März während eines Besuchs bei seinen Angehörigen.
Pater Corrado Stradiotto, 86 Jahre, Missionar in Indonesia von 1967 bis 1975, verstorben am 7. März im Mutterhaus.
Pater Pietro Zoni, 85 Jahre, von 1970 bis 2013, Missionar in Burundi, USA und Kamerun, verstorben am 29. Februar im Mutterhaus.
Die Xaverianer Missionare widmen sich seit ihrer Gründung der Erstverkündigung. Heute leben insgesamt 819 Missionare (Stand 2015) in über 150 Ordensgemeinschaften in Europa, Afrika, Asien und Amerika.
LINK
Videobotschaft des Generaloberen der Xaverianer Missionare, P. Fernando Garcia -> https://www.youtube.com/watch?time_continue=49&v=4tm052pcclw&feature=emb_title

 

AFRIKA/D.R. KONGO- Weiße Väter befürchten Hungersnot durch Corona-Pandemie

 

Bukavu (Fides) - "Die Ausbreitung des Coronavirus ist bisher noch nicht dramatisch, aber wir dürfen es nicht unterschätzen. Wir müssen alle möglichen Vorkehrungen treffen, um eine Verbreitung der Infektion zu vermeiden und der Bevölkerung zu helfen", so Pater Alberto Rovelli, von der gesellschaft der Afrikamissionen (Weiße Väter) in Bukavu, der Hauptstadt von Süd-Kivu, zur derzeitigen Situation der Epidemie in der DR Kongo. "Im Moment”, fährt er fort, “scheinen es noch wenige Infizierte zu geben. Die Behörden sprechen von hundert Fällen in Kinshasa. Hier in Bukavu sollten es nicht mehr als vierzig Menschen sein, die vom Virus betroffen sind und bisher gibt es keine Todesopfer. Es ist jedoch schwer zu sagen, wie viele andere Fälle es im Rest des Landes gibt, der sehr groß ist und in dem es kein weit verbreitetes Gesundheitsweseb gibt. "
 Der Präsident der DR Kongo, Félix Tshisekedi, verkündete während einer am Dienstag gehaltenen Fernsehansprache den "Ausnahmezustand" und kündigte die Isolation der Hauptstadt Kinshasa (mit etwa 18 Millionen Einwohnern) an. Während der Fernsehansprache verkündete er auch das Verbot an, in die Provinzen der Hauptstadt einzureisen oder aus ihnen auszureisen. Ziel sei es, "Kinshasa zu isolieren, das sich als Krisenregion für den Ausbruch der Pandemie herausgestellt hat".
In Bukavu betreiben die Weißen Väter ein philosophisches Bildungszentrum mit zahlreichen Studenten. Vorsichtshalber wurde dort der Unterricht ausgesetzt. Die Studierenden sollen das Kolleg jedoch nich verlassen. "Unser Haus”, erklärt Pater Alberto, “ist etwas isoliert von der Stadt und aus diesem Grund vielleicht etwas besser vor der Infektion geschützt. Die jungen Studierenden würden sicherlich mehr riskieren, wenn sie zu ihren Familien zurückkehren würden. Um sie zu beschäftigen, haben wir Englischkurse organisiert und sie in handwerkliche Tätigkeiten eingebunden. Wir haben sie gebeten, keine Freunde und Verwandten zu besuchen und keine Besuche hier in der Gemeinschaft zu empfangen".
 Die Missionare selbst verlassen die Gemeinschaft nur, um Lebensmittel zu kaufen. Die pastorale Tätigkeit hat sich ebenfalls verlangsamt. “Wir sind den Anweisungen unserer Bischöfe gefolgt”. So Pater Alberto weiter, “Sonntagsgottesdienste und Beerdigung wurden ausgesetzt. geplante Eheschließungen werden zwar noch gefeiert, aber es dürfen nicht mehr als zehn Personen anwesend sein. Noch nicht geplante werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. "
Pater Alberto und seine Mitbrüder befürchten die Ausbreitung des Virus, vor allem aber eine mögliche Hungersnot im Land: “Die Angst richtet bereits ernsthaften Schaden an. Die Lebensmittelpreise sind deutlich gestiegen. Ein paar Lastwagen Mehl kommen noch aus Ruanda, aber wo werden die Vorräte landen, werden die Familien Essen bekommen? Das Risiko besteht darin, dass das Virus eine Hungersnot mit sich bringt, die sich als noch tödlicher erweisen könnte als das Virus selbst“.
 

 

AFRIKA/SÜDSUDAN - Bischof zur Corona-Pandemie: “Krise mit Mut und Großherzigkeit bewältigen“

 

Tombura (Fides) - “Die Gesundheitsbehörden des Landes fordern uns auf, alle Aktivitäten einzustellen und unsere Institutionen, Kultstätten und Schulen zu schließen. Als gläubige Menschen sind wir aufgerufen, uns die Angst vor der Coronavirus-Epidemie mit Mut zu bewältigen und uns der damit verbundenen Krise mit großzügigem Herzen zu stellen", so Bischof Barani Eduardo Hiiboro Kussala von Tombura-Yambio, in einem Schreiben an die Priester und Gläubigen der Diözese. Im Südsudan wurden noch keine Fälle von Coronavirus-Infektionenb gemeldet, doch es wurden bereits vorbeugende Maßnahmen auf den Weg gebracht. Auf Initiative des Gesundheitsministeriums wurde die Schließung aller Flughäfen des Landes angekündigt und das Verbot internationaler Flüge und die Schließung der Grenzen angeordnet. Die Einreise ist nur für kommerzielle Busse, Lebensmitteltransporte und Tanklastwagen für die Zulieferung von Kraftstoff zugelassen.
 "Die Kirchen”, so der Bischof in seinem Schreiben „werden im Zeichen des Friedens und der Hoffnung offen bleiben, Kinder und ältere Menschen müssen zu Hause bleiben, liturgische Feiern mit vielen Teilnehmern werden ausgesetzt, Erwachsene, die die Kirche betreten wollen um dort zu beten müssen sich am Eingang die Hände waschen und einen Abstand von einem Meter zu den anderen einhalten”. Der Bischof bittet alle, die Anweisungen und Empfehlungen genau zu befolgen. "Alle lokalen Radiosender in der Diözese übertragen tägliche Gottesdienst", versichert er.
Bischof Hiiboro fordert die Mitarbeiter der Kirche auf, eng mit den lokalen Behörden zusammenzuarbeiten, um die Präventionsmaßnahmen gegen die Verbreitung von COVID-19 zu verstärken und damit dem Gemeinwohl zu dienen, wobei besonders gefährdeten Diözesen Vorrang haben sollen.
Angesichts der prekären Lage des Landes weist die Kirche jedoch darauf hin, dass die Regierung sicherstellen sollte, dass die Einreiseverbote die humanitäre Hilfe nicht beeinträchtigen, so dass humanitäre Organisationen weiterhin uneingeschränkten Zugang zu bedürftige Bevölkerungsgruppen haben.
 

 

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Coronavirus: Nach Gottesdienstverbot fährt ein Pfarrer mit Monstranz durch die Straßen seiner Gemeinde

 

Abidjan (Fides) - "In diesen dunklen Zeiten der Isolation dachte ich, dass man Jesus Christus nicht wegsperren darf. Ich entschied deshalb, dass ich als euer Pfarrer mit dem Allerheiligsten Sakrament durch die Straßen der Gemeind gehen werde", so Pfarrer Eric Norbert Abekan aus der Pfarrei der Heiligen Familie von Riviera 2 in der Erzdiözese Abidjan.
Nachdem bereits am Sonntag, 22. März in den meisten Pfarreien der Elfenbeinküste keine Messen mehr stattfanden, machte sich Pfarrer Abekan in einer beispiellose eucharistische Prozession mit dem Allerheiligsten Sakrament auf den Weg durch die Straßen und Gassen seiner Gemeinde.
In einem Fahrzeug mit offenem Dach stehend hielt er das Allerheiligste in der Hand und fuhr durch die Straßen, um den Gläubigen nahe zu sein, die wegen der Verbreitung des Coronavirus zu Hause bleiben mussten.
Begleitet von seinen Pfarrern, die einen angemessenen Abstand einhielten, versucht Pfarrer Abekan Hoffnung zu schenken und Trostes zu spenden: "Habt keine Angst! Haltet euch an die Anweisungen der Regierung".
Der Initiative, schlossen sich die Einwohnern der Gemeinde gerne an: vor vielen Häusern knieten die Menschen in den Eingängen beim Vorbeifahren des Gemeindepfarrers mit der Monstranz in Zeichen der Verehrung nieder.
Wie Pfarrer Abekan, ergriffen auch viele andere Priester die Initiativen, und übetragen heilige Messen online über die Internetseiten ihrer Pfarreien und soziale Netzwerke.
 

 

ASIEN/INDIEN - Corona-Pandemie: Caritas hilft im Zeichen von Mitgefühl und Solidarität

 

New Delhi (Fides) – Mit ihren aktuellen Programmen möchte Caritas Indien im Hinblick auf die aktuelle Corona-Pandemie vor allem den Schwächsten dabei helfen, die Angst zu überwinden und Vertrauen aufbauen. Deis betont Pfarrer Paul Moonjely, Geschäftsführer der Caritas India, der betont, dass die katholische Hilfsorganisation in dieser kritischen Phase "bereit ist, gemäß ihrer Mission vor allem auch im Zeichen von Mitgefühl und Solidarität zu handeln".
Caritas India hat dazu eine Notfall-Task Force eingerichtet. Angesichts der von der indschen Regierung verhängte Ausgangssperre, "besteht ein starkes Bedürfnis, Vertrauen zu fördern und aufzubauen und Friedensarbeit zu leisten, um die Angst zu überwinden", stellt der Caritas-Geschäftsführer fest und erläutert die Richtlinien, die dem Handeln der freiwilligen Helfer der Caritas zugrunde leiben: sie sollen vor allem informiert, gut vorbereitet und vorsichtig sein, und im Zeichen der Verbundenheit und des Mitgefühls aktiv werden.
Caritas fördert und unterstützte die Schaffung einer "virtuellen Plattform zur Sensibilisierung für COVID-19". Außerdem werden spezifische Schulungen auf den Weg gebracht, um "die Helfer mit den Kenntnissen und Fähigkeiten auszustatten, die für die Präventions- und Schutzmaßnahmen von COVID-19 erforderlich sind".
Man versuche, "mit bedürftigen Gemeinschaften in Kontakt zu bleiben und mit anderen religiösen und zivilen Organisationen zusammenzuarbeiten". Schließlich wolle man im Zeichen des Mitgefühls "mit der leidenden Menschheit solidarisch zu sein und Frieden und Harmonie fördern, um Gewalt zu verhindern, die sich oft auch aus Diskriminierung ergibt".
 "In Notfällen”, so Moonjely, „sind Migranten und Arme am anfälligsten. COVID-19 hat Tausende von Wanderarbeitnehmern gezwungen, mit ungewisser Zukunft in ihre Heimat zurückzukehren, was sie zusätzlich gefährdet". Die Caritas will deshalb vor allem auch “Migranten und Arme schützen, die häufig von Gemeinschaften diskriminiert oder ausgegrenzt werden".
 

 

ASIEN/HEILIGES LAND - COVID-19: Grabeskirche in Jerusalem bleibt vorübergehend geschlossen

 

Jerusalem (Fides) – Im Rahmen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus ordneten die israelischen Behörden am gestrigen Mittwoch, dem 25. März, die Schließung der Grabesbasilika in Jerusalem an. Die Entscheidung, die christliche Kultstätte zu schließen, die nach aktuellem Stand mindestens für eine Woche für Besucher geschlossen werden soll, wurde während eines Treffens zwischen Vertretern der israelischen Polizei und Vertretern der Kirchen getroffen, die gemeinsam für die Verwaltung des Heiligen Grabes ständig sind. Auch während der Schließung werden die Gemeinschaften, die traditionell in der Basilika wohnen und auch nachts dort bleiben, weiterhin die Liturgie feiern und sicherstellen, dass "die Gebete in der Basilika" intensiv fortgesetzt werden. "Wir beten zum himmlischen Vater um ein Ende der Pandemie, um die Heilung der Kranken, um den Schutz der Mitarbeiter des Gesundheitswesens, um Weisheit für Pastoren und Verantwortungsträger um Erlösung für diejenigen, die ihr Leben verloren haben", heißt es in einer am heutigen Donnerstag, dem 26. März, veröffentlichten Erklärung die Kustos des Heiligen Landes, Pater Francesco Patton, und der beiden Patriarchen von Jerusalem, der griechisch-orthodoxe Theofilos III. und der armenische Apostol Nourhan Manougian, stellevertretend für die von ihnen geleiteten Glaubensgemeinschaften, die auf der Grundlage des so genannten "Status Quo" für die gemeinsame Verwaltung des Heiligen Grabes verantwortlich sind. In der Pressemitteilung bekräftigen sie, dass die liturgischen Feiern in der Basilika "regelmäßig fortgesetzt werden". Um jedoch das Risiko einer Ausbreitung der Infektion zu vermeiden, werde die Anzahl der Teilnehmer "auf wenige Personen begrenzt", die nur während der Liturgien die Basilika betreten dürfen .
In Israel gibt es mehr als zweitausend Infizierte und einige Todesfälle aufgrund des Coronavirus, während Tausende in häuslicher Quarantäne leben.
 

 

AMERIKA - REPAM veröffentlicht Karte von der Amazonasregion mit aktuellen Daten zur Verbreitung von Covid 19

 

Bogotà (Agenzia Fides) – “An der Entwicklung einer Karte dern Amazonasregion arbeitet dan Panamazonische Kirchenneztwerk (Pan-Amazonian Ecclesial Network, REPAM) seit Jahren: man möchte, die Komplexität der amazonischen Realität, ihre große Vielfalt und die Situationen, die der Region am meisten schaden und sie beinträchtigen, verständlich machen" so Pater Mauricio López, Exekutivsekretär des kirchlichen Netzwerks. Für diese Arbeit stellt REPAM ein aktualisiertes Informationssystem mit der größten Datenbank über die Realität des Amazonas aus kirchlicher Sicht zur Verfügung.
"Bei der Entwicklung der Karten, untersuchen wir Berichte aus sehr spezifischer Gebiete und analysieren die Informationen, die zu uns kommen. Seit der Amazonas-Synode stellen wir fest, dass die Ergebnisse und auch die Art der Informationen sich verändert haben“. Dies habe sich auch auf das Endergebnis ausgewirkt heißt es in der Mitteilung des Netzwerks zur Präsentation der Karten. "In diesem Dokument findet man unterschiedliche Instrumente, um die die Realität zu verstehen, wobei der Kontext ein potenziell unverzichtbares Werkzeug für jede Art von pastoraler Planung ist, um Projekte zu erstellen, aber vor allem um auf Situationen wirksam zu reagieren“.
Wie Pater Mauricio López erwähnt, bestätigt sich im Hinblick auf den globalen Gesundheitsnotstand leider auch, dass der Amazonas auch von Covid-19 betroffen ist, und die Karte liefert dazuz täglich auch aktuelle Daten aus dem Amazonasgebiet. "Niemand ist von der Möglichkeit einer Ansteckung ausgenommen, aber wir haben strukturelle Situationen von tiefgreifender Vielfalt, Armut und Ungleichheit, die es praktisch unmöglich machen, die am stärksten gefährdeten Menschen und Gemeinschaften angemessen zu schützen. Diese amazonischen Völker”- so der REPAM-Sekretär, “können einerseits nicht auf ihre tägliche Arbeit verzichten, weil sie darauf angewiesen sind, angesichts der Armut in der sie leben, und andererseits gibt es keine angemessenen Gesundheitsinfrastrukturen. Seit Jahrzehnten sind diese Völker von der Bevölkerung ausgeschlossen und haben nicht die Möglichkeit einer angemessenen Entwicklung und dies machte es angesichst der gegenwärtigen Pandemie unmöglich, die Situation zu bewältigen."

 

LINK
REPAM-Karte zur Amazonasregion -> https://issuu.com/redrepam/docs/atlas_panamaz_nico

 


Appell: Covid-19-Prävention und Schutz für geflüchtete Rohingya

 

 

  • 1,1 Millionen Rohingya wären einer Infektionswelle in Flüchtlingslagern schutzlos ausgeliefert
  • Sie leben dicht gedrängt unter schwierigen hygienischen Verhältnissen und mit ungenügender medizinischer Versorgung 
  • GfbV und der European Rohingya Council fordern dringend vorbeugende Maßnahmen

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und der European Rohingya Council (ERC) fordern dringend vorbeugende Maßnahmen, um geflüchtete Rohingya in Bangladesch vor dem Coronavirus zu schützen. Die beiden Menschenrechtsorganisationen haben dazu heute einen Appell an die Präsidentin der Europäischen Kommission, den Hohen Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, die Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission sowie an die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe gerichtet. Darin fordern GfbV und ERC, durch Präventionsmaßnahmen das Risiko einer Infektionswelle in den Flüchtlingslagern zu verringern. Dazu müsse ein Sonderfonds eingerichtet und begleitende Maßnahmen ergriffen werden. 

 

„In den 34 Flüchtlingslagern in Cox`s Bazar sind derzeit rund 1,1 Millionen Rohingya untergebracht, die vor der Gewalt im benachbarten Myanmar geflüchtet sind“, erinnert Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung. Allein in Kutupalong, dem größten Flüchtlingslager der Welt, lebten zurzeit über 630.000 Menschen, zumeist Frauen und Kinder. „Sie leben dort dicht gedrängt unter schwierigen hygienischen Verhältnissen und mit ungenügender medizinischer Versorgung“, ergänzt Dr. Anita Schug, Neurochirurgin und Sprecherin des ERC. „Viele sind durch Mangelernährung geschwächt. Präventive Maßnahmen wie Abstandhalten und Händewaschen sind schlicht unmöglich.“ Um der Verbreitung des Virus durch Information entgegenzuwirken, hat Dr. Schug mit der Organisation „Rohingya Medics“ ein Aufklärungs-Video in Rohingya-Sprache veröffentlicht, das unten verlinkt ist. Die Internetverbindung in den Lagern ist allerdings seit einigen Monaten gekappt. GfbV und ERC fordern in ihrem Appell, die Leitungen unverzüglich wieder zu öffnen. 

 

Für Tests gebe es in den Lagern weder das medizinische Personal, noch die nötigen Laborkapazitäten. Schwere Verläufe könnten kaum behandelt werden. Ein Ausbruch des neuen Coronavirus würde unter diesen Umständen sofort zu einer Katastrophe führen. „Darum müssen alle Geflüchteten, die unter Verdacht stehen, an Covid-19 erkrankt zu sein, uneingeschränkten Zugang zu den staatlichen Gesundheitsdiensten in Cox`s Bazar bekommen“, fordert Causevic. „Sie müssen die Lager unter der Aufsicht der verantwortlichen Behörde verlassen dürfen, um eine adäquate Untersuchung und Behandlung zu bekommen.“ Die Dienstleistungen des Institute of Epidemiology Disease Control and Research (IEDCR) müssten auch den Geflüchteten zugänglich sein. Die Lager müssten schnellstmöglich mit Test-Kits versorgt werden. Ohne schnelles, entschlossenes Handeln würden viele Menschen sterben. Die umstrittenen Pläne, Geflüchtete auf die Insel Bhashan Char umzusiedeln, sollten ausgesetzt werden.  

 


FIDES-NACHRICHTEN - 26.03.2020

EUROPA/ITALIEN - Fest des heiligen Oscar Arnulfo Romero: Gedenken an alle im Namen Christi ermordeten Missionare

 

Rom (Fides) – Am Tag des Festes des von Papst Franziskus am 14. Oktober 2018 heiliggesprochenen Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero der, vor 40 Jahren ermordet wurde, während er die heilige Messe zelebrierte laden die Päpstlichen Missionswerke in Italien ein, der vielen Missionare zu gedenken, die in aller Welt getötet, weil sie Jesus Christus verkündeten.
 Doch angesichts einer Art von verlängertem Karsamstag, den Christen aufgrund des Coronavirus in aller der Welt erleben, wo keine Gottesdienste gefeiert werden dürfen und Kirchen leer und still, kann das Zeugnis dieser Brüder und Schwestern, die getötet wurden, weil sie das Evangelium Jesu Christi von bezeugt haben, der für unser Heil gestorben und auferstanden ist, dabei helfen, zuversichtlich auf den Beginn des neuen Tages, das Osterfest der Auferstehung, zu warten, das sie bereits in Fülle leben.
Der Fidesdienst veröffentlicht jedes Jahr ein Aufstellung über Missionare, die im Laufe des Jahres getötet wurden, wobei der Begriff "Missionar" für alle Getauften verwendet wird, die zur Verkündigung des Evangeliums berufen sind. Bei enigen von ihnen wird die katholische Kirche, nach sorgfältiger Prüfung das "Martyrium" offziel anerkennen, was den Weg für die Seligsprechung und Heiligsprechung ebnet.
Wie aus der von Fides veröffentlichten Statistik hervorgeht, wurden im Jahr 2019 weltweit insgesamt 29 Missionare getötet, hauptsächlich Priester: 18 Priester, 1 ständiger Diakon, 2 Ordensbrüder, 2 Ordensschwestern und 6 Laien. Nach acht aufeinanderfolgenden Jahren, in denen die meisten Missionare in Amerika ermordet wurden, steht Afrika seit 2018 an der Spitze dieser traurigen Rangliste. In Afrika wurden 2019 insgesamt 12 Priester, 1 Ordensmann, 1 Ordensschwester und ein Laie ermordet(15). In Amerika wurden 6 Priester, 1 ständiger Diakon, 1 Ordensmann und 4 Laien (12) getötet. In Asien kam ein Laie gewaltsam ums Leben und in Europa wurde 1 Ordensschwester ermordet.
In den Jahren von 1980 bis 1989 kamen insgesamt 115 Missionare gewaltsam ums Leben. Diese Zahl ist jedoch zweifelsohne unvoständig, da sie sich nur auf die Fälle bezieht, die bekannt wurden. Die Statistiken der Jahre 1990-2000 weisen insgesamt 604 getötete Missionare auf, wobei berücksichtigt werden muss, dass der Völkermord in Ruanda (1994) allein mindestens 248 Opfer unter den kirchlichen Mitarbeitern verursacht hat. In den Jahren 2001-2019 wurden insgesamt 485 Pastoralarbeiter ermordet.
 

 

AFRIKA - Corona-Pandemie: "Nach dem Modell der Basisgemeinschaften werden Familien zu Hauskirchen“

 

Kara (Fides) – "Zu Zeiten der Corona-Krise verwandelt sich die Familie zum heiligen Ort schlechthin, wo das Geheimnis Gottes gepflegt und gelebt werden kann. Christus wurde in einer Familie geboren und machte die Heilige Familie zur ersten Hauskirche", so der ivorischen Theologen, Pater Donald Zagore, von der Gesellschaft für Afrikamissionen, dargelegt, in einem Kommentar zu den Prüfungen, mit denen sich das Christentum aufgrund der Corona-Epidemie auf dem afrikanischen Kontinent konfrontiert sieht.
"Das afrikanische Pastoralmodell”, so der Missionar, “ist heute das der kirchlichen Basisgemeinschaften, die in Lateinamerikaaus dem Umstand heraus enstanden sind, dass Christen während der Verfolgung durch politische Mächte nicht die Möglichkeit hatten sich in traditionellen Strukturen für den Gottesdienst (Pfarreien, Kathedralen, Basiliken) zu versammeln. Das traditionelle Christentum mit seinen Strukturen hatte sich dort zu einer Art Christentum ohne Kirchen entwickelt."
Zur derzeitigen Lage betont Pater Zagore: "Mit der Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Menschen, die zuhause bleiben müssen, ist eine Rückkehr zum ekklesiologischen Modell der Familie als 'Hauskirche' mehr als notwendig. Waren die Kirchen, Kathedralen und Basiliken in Europa bereits mit der Glaubenskrise leer, so müssen sie heute geschlossen bleiben. Dieses ekklesiologische Modell, das von den Kirchenvätern wie Johannes Chrysostomus entwickelt und vom Zweiten Vatikanischen Konzil und insbesondere von Papst Johannes Paul II. und Papst Franziskus mit Nachdruck aufgegriffen wurde, hat seine Wurzeln im Geheimnis der Menschwerdung selbst. "
„Die die Krisensituation infolge Verbreitung von Covid-19 muss uns einander näher bringen. Die Menschheit wird diesen Kampf nur gewinnen, wenn sie sich in eine starke Dynamik der Solidarität zwischen wissenschaftlicher Forschung und materieller und spiritueller Unterstützung entwickelt", fährt Pater Zagore fort. „Die von den Regierungen festgelegten Isolationsmaßnahmen, zu denen unter anderem das Schließen von Grenzen gehört, müssen rein vorbeugende medizinische Maßnahmen bleiben”, unterstreicht der Missionar, “und dürfen nicht den Weg für Ausgrenzung und Stigmatisierung ebnen. Die Covid-19-Pandemie darf nicht dazu führen, dass das Zusammenleben die Aufgabe der eigenen Identität, soziale Brüche und wachsenden Nationalismus begünstigt.
 “Heute müssen wir uns auf das Wesentliche des Problems konzentrieren, das vor allem darin besteht, für eine Lösung zu arbeiten und zu beten, die unsere Menschheit vor dieser Tragödie retten kann. Im Namen unseres Glaubens hat das Böse nicht das letzte Wort im Leben der Menschen. Gott ist stärker", betont der Missionar. Abschließend wiederholt der Theologe: „Das ekklesiologische Modell der Familie als Hauskirche bleibt für ein Christentum ohne Kirchen von grundlegender Bedeutung. Eine auf Fels gebaute Familie, die auf Christus gründet ist ein kostbares Geschenk für die Weltkirche und für die ganze Menschheit. Alles muss wieder nach dem der Familie eigenen Prinzip aufgebaut werden".
 

 

AFRIKA/MAURITIUS - Coronavirus: Kardinal Piat ruft zur Einahltung der behördlichen Präventionsmaßnahmen und zum Gebet auf

 

Port- Louis (Fides) - "Ich bin mit allen verbunden, angesichts der Isolation, in der wir heute leben (...) Obwohl die Isolation für uns alle schwierig ist, bitte ich um strikte Einhaltung der Anweisungen der Behörden. Damit tun wir etwas für unsere Brüder und Schwestern", so Kardinal Maurice Piat, Bischof von Port-Louis, in einer Botschaft, in der er die Bevölkerung auffordert, die Anweisungen der Behörden genau zu befolgen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.
Der Kardinal hatte bereits am 19. März veranlasst, dass Kirchen bis auf weiteres geschlossen bleiben und nur 20 Personen zur Teilnahme an den Trauerfeiern berechtigt sind. "Im Moment können die Kirchen die Gläubigen leider nicht mehr willkommen heißen", kündigte Kardinal Piat an. "Doch wir sind eingeladen, unsere Herzen für andere zu öffnen und für sie zu beten. Lassen Sie uns insbesondere für die älteren und kranken Menschen beten, die besonders gefährdet sind. Lassen Sie uns beten für Ärzte und Beschäftigte im Gesundheitswesen, die auf die Probe gestellt werden; wir beten für diejenigen, deren wirtschaftliche Situation bereits von der Epidemie hart war; wir beten für diejenigen, die unter schwierigen Bedingungen der Armut oder der Einsamkeit leben. "
Alle Religionsvertreter der Insel arbeiten mit den Behörden zusammen, um die notwendigen Präventionsmaßnahmen umzusetzen. Ach der Leiter der Jummah-Moschee, Nissar Ramtoolah, betont dass "Empfehlungen zu vorbeiugenden Vorsichtsmaßnahmen in den Moscheen bereits umgesetzt werden".
In Mauritius wurden seit dem 18. März ingesamt 28 Coronavirus-Fälle diagnostinziert und 2 Patienten sind gestorben.
Die Insel hat ihren Flughafen und ihre Häfen geschlossen und seit dem 23. März bis 2. April eine Ausgangssperre verhängt. Der Premierminister teilt mit, dass während der Ausgangssperre nur Personen mit einer vom Polizeikommissariat ausgestellten Sondergenehmigung unterwegs sein dürfen. Zuwiderhandlung ist strafbar.
 

 

ASIEN/PHILIPPINEN - Duterte lädt zur "Woche des Gebets“ ein: Bischöfe bitten um „soziale Solidarität“

 

Manila (Fides) - Zum Gebet für die Ärzte, die "an vorderster Front" stehen, um gegen das Coronavirus zu kämpfen, bitten die philippinischen Bischöfe und Zivilbehörden. Präsident Rodrigo Duterte erklärte die vierte Märzwoche zur "Gebetswoche": um Bürger aller Glaubensrichtungen und Religionen sollen sich angesichts der Bedrohung durch das Coronavirus geistlich vereinen.
"Wir beten für die Stärke und Ausdauer unserer hervorragenden medizinischen Fachkräfte und Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die an vorderster Front kämpfen und für Militär- und Strafverfolgungsbeamte, Regierungsbeamte und Mitarbeiter, die sich mit der aktuellen Bedrohung durch das Virus befassen, und für alle Bürger der Philippinen unermüdlich daran arbeiten, unsere Gemeinschaften zu schützen, indem sie ihr Leben in Dienst des Landes stellen", so das philippinische STaatsoberhaupt.
Auch die philippinische Kirche glaubt fest an die Kraft des Gebets: Bischof Ruperto Santos von Balanga forderte deshalb alle Priester und Ordensleute auf, Messen für Ärzte, Gesundheitspersonal und alle, die "an vorderster Front" stehen, um die Ausbreitung von Coronavirus zu verhindern, zu feiern. "Wir flehen dabeí unseren Herrn auf Fürsprache des Heiligen Josef, des Schutzpatrons der Arbeiter, an, diese Menschen zu beschützen und sie vor Schaden zu bewahren", so Bischof Santos. „Mögen sie stark, gesund und sicher bleiben. Der Herr wird ihre Dienste und Opfer belohnen", bekräftigte er.
Der stellvertretende Vorsitzende der Philippinischen Bischofskonferenz, Bischof Pablo Virgilio David von Caloocan, bat um besondere Gebete nach dem Tod eines weiteren philippinischen Arztes, der selbst erkrankt war und lud die Gläubigen ein, "Krieger des Gebets" zu werden und inständig für die „front-liner “ zu beten. Mit seiner Einladung zum „geistlichen Kampf“ wandte sich der Bischof an Gläubige aller Religionen: “Es spielt keine Rolle, ob wir Muslime, Buddhisten, Katholiken oder Protestanten sind. Bitte beten Sie inbrünstig, dass Gott diejenigen beschützt, die ihr Leben in Gefahr bringen, um uns vor dieser verheerenden Pest zu schützen", soder Bischof.
Die Bischöfe des Landes forderten außerdem alle Bürger auf, "soziale Solidarität" zu zeigen und für einander zu sorgen und dabei besonders auf die Ärmsten und am schwersten Betroffenen zu achten. Unterdessen verhängte die Regierung bis zum 14. April die totale Ausgangssperre für die gesamte Insel Luzon, der bevölkerungsreichsten Insel der der Philippinen, auf der sich auch die Hauptstadt Metro Manila befindet.
 

 

AMERIKA/BRASILIEN - Corona-Krise trifft Fremdenverkehr besonders hart: „Heute führt die Reise zu uns selbst“

 

Brasilia (Fides) – „Die Beschäftigten im Fremndenverkehrssektor sind und bleiben eine der am stärksten von der Pandemie betroffenen Gruppen. Heute helfen sie an vorderster Front denjenigen, die in aller Welt noch unterwegs sind und am Ende werden sie unter den wirtschaftlichen Folgen leiden, die dieser Moment für die Weltwirtschaft mit sich bringen wird", so der Koordinator für die Seelsorge im Tourismus der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB), Pfarrer Manoel Oliveira Filho, in der einer der CNBB veröffentlichten Mitteilung.
In Anbetracht der sozialen Distanz, die Regierungen auf der ganzen Welt zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus mit der Schließung von Grenzen und der Annullierung von Reisen eingeführt haben, möchte die Tourismusseelsorge seine Verbundenheit mit den im Fremdenverkehr Tätigen zu Ausdruck bringen, die sich infolge der Corona-Pandemie mit schwerwiegenden Folgen für ihr persönliches, familiäres und berufliches Leben konfrontiert sehen.
 Der bischöfliche Beauftragte bietet den Beschäftigten im Fremdenverkehrssektor einen Impuls für das Gebet und die Reflexion während der Corona-Krise an und betont "Die Evangelisierung beginnt in uns!". Pfarrer Manoel bittet darum, dass alle im Gebet vereint bleiben, damit diese Pandemie überwunden werden kann und ihre Folgen durch weltweite Solidarität minimiert werden. "In diesen Tagen führt uns die Reise zu uns selbst und wir finden bei uns den, der uns hilft, mit den tiefsten und wahrsten Dingen in unserem Inneren in Kontakt zu treten", betont der Priester.
 

 

AMERIKA/VENEZUELA - Bischöfe erinnern an „historischen“ Bildungsauftrag der Medien: "Wir brauchen ein Narrativ der Menschlichkeit“

 

Caracas (Fides) – In einer am Montag, dem 23. März, veröffentlichten Erklärung würdigt die Venezolanische Bischofskonferenz (CEV) die unermüdliche Arbeit von Medienschaffenden und Journalisten und ihren wichtigen Beitrag zur Informantion und Bildung in der Gesellschaft und erinnern daran, dass in Zeiten der "Fake News", nur die auf Wahrheit basierenden Information die Finsternis erleuchten könne. Dabei erinnern sie an die Worte von Papst Franziskus der die Wahrheit als "das wirksamste Gegenmittel gegen das Virus der Lügen” bezeichnet.
“In diesen Momenten, in denen unser Land und die ganze Welt Ihre wichtige Arbeit brauchen, bitten wir Sie: Entmutigt die Menschen nicht! Denn inmitten der Verwirrung vieler Stimmen und Botschaften, brauchen wir ein Narrativ der Menschlichkeit," Wie Papst Franziskus sagt, der in seiner Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikation 2020 daran erinnert, dass man auch „die Dynamik des Guten inmitten des Bösen erkennen und Platz dafür schaffen kann".
"Medien und Journalisten haben bei der Meinungsbildung heute eine historische Verantwortung", bekräftigten die Bischöfe. "Nur eine gut informierte Öffentlichkeit denkt intelligent, lautet eine alte journalistische Weisheit, die uns zwingt, über die immense Verantwortung von Journalisten und Medien nachzudenken", so die Bischöfe, die abschließend daran erinnern, dass gute Information insbesonder angesichts der aktuellen Lage in Veneuela von besonderer Bedeutung ist.
 

 

OZEANIEN/AUSTRALIEN - Corona-Krise: Bischofskonferenz bietet virtuelle geistliche Begleitung an

Sydney (Fides) – Die Australische Bischofskeonferenz will die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums des Landes mit Blick auf die Verbreitung des Coronaviurs umsetzen. Deshalb haben mehrere Bischöfe bereits beschlossen, öffentliche heiligen Messen auszusetzten. Andere haben besondere Richtlinien entwickelt, die es ihnen ermöglichen sollen, die Gottesdienste zu feiner, sofen die Regierung auferlegten zwingenden Maßnahmen umzusetzen. Dies bekräftigt die Bischofskonferenz in einer Verlautbarung über Sicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.
In den Diözesen, in denen die Gottesdienste ausgesetzt sind, bietet die Website der Bischofskonferenz virtuelle spirituelle Unterstützung an, "um das Gebets zu unterstützen und den Sonntag weiterhin aktiv im Zeichen der Begegnung mit Christus zu leben". Die Initiative wird von vielen katholischen Organisationen mit kostenlosem Zugang zu Online-Material untersützt.
In Australien gibt es inzwischen mehr als tausend Corona-Infektionen: In einer ersten Phase, konnte im vergangenen Februar, der erste Infektionsherd mit einer Zwangsquarantäne auf der Christmas Island für alle, die aus China zurückkehren, eingedämmt worden. Die Zunahme der Fälle in den letzten Tagen hat die Regierung veranlasst, die Grenzen des Landes für Nichtansässige und Nichtstaatsangehörige zu schließen. Die Entscheidung war laut Premierminister Morrison notwendig, weil "etwa 80% der australischen Fälle entweder von Personen stammen, die sich im Ausland mit dem Virus infiziert haben, oder von Personen, die direkten Kontakt zu solchen Personen hatten".


FIDES-NACHRICHTEN - 25.03.2020

VATIKAN - Papst Franziskus: „Wir wollen alle gemeinsam unsere Stimme zum Himmel erheben“

 

Vatikanstadt (Fides) – Beim aus der Privatbibliothek im Apostolschen Palast übertragenen Angelusgebet am gestrigen Sonntag, den 22. März lud Papst Franziskus angesichts der Corona-Epidemie zum gemeinsamen Gebet ein. „In diesen Tagen der Prüfung, während die Menschheit vor der Bedrohung durch die Pandemie zittert, möchte ich allen Christen vorschlagen, gemeinsam ihre Stimme zum Himmel zu erheben“, so Franziskus. „Ich lade alle Oberhäupter der Kirchen und die Führer aller christlichen Gemeinschaften sowie alle Christen der verschiedenen Konfessionen ein, den Allerhöchsten, den allmächtigen Gott anzurufen und gleichzeitig das Gebet zu sprechen, das Jesus, unser Herr, uns gelehrt hat.“
Darum lade er alle ein, am Mittwoch, dem 25. März, mittags das Vaterunser zu beten. „An dem Tag, an dem viele Christen der Verkündigung der Geburt Jesu an die Jungfrau Maria gedenken, möge der Herr das einmütige Gebet aller seiner Jünger hören…“
Außerdem kündigte Papst Franziskus eine weitere Initiative an. Mit derselben Absicht wolle er am kommenden Freitag um 18 Uhr ein Gebet auf dem menschenleeren Vorplatz des Petersdoms leiten, fuhr der Papst fort. „Hiermit lade ich alle ein, sich über die Medien geistlich daran zu beteiligen. Wir werden auf das Wort Gottes hören, wir werden unsere Bittgebete erheben. Und wir werden das Allerheiligste Sakrament anbeten, mit dem ich am Ende den Segen Urbi et Orbi erteile, der mit der Möglichkeit verbunden ist, einen vollkommenen Ablass zu empfangen.“
„Wir wollen auf die Pandemie des Virus mit der Universalität des Gebets, des Mitgefühls und der Zärtlichkeit antworten! Lasst uns vereint bleiben. Lassen wir die einsamsten Menschen und diejenigen, die besonders hart geprüft werden, unsere Nähe spüren!“, so der Papst abschließend, der in dieses Gebet auch ausdrücklich Ärzte und Pflegepersonal in den Krankenhäusern und freiwillige Helfer einschloss, … und Behörden, die zum Wohl der Bürger strenge Maßnahmen ergreifen müssten, und dabei auch Polizisten und Soldaten erwähnte.
 

 

EUROPA/ITALIEN - “Missio Giovani“ sagt öffentliche Feiern zum Gedenktag an die als Märtyrer verstorbenen Missionare ab

 

Rom (Fides) – Der 24. März, der Tag, an dem im Jahr 1980 der 2015 selig- und am 14. Oktober von Papst Franziskus heiliggesprochene Erzbischof Oscar Arnulfo Romero von San Salvador, ermordet wurde, wird seit 28 Jahren von der Missionsjugendbewegung der Päpstlichen Missionswerke in Italien als Gedenktag der als Märtyrer gestorbenen Missionare gefeiert. Die Initiative versteht sich als "Tag des Gebets und des Fastens".
 Die Bischofskonferenz von El Salvador hatte anlässlich des 40. Jahrestages des Martyrium ein "Jubiläumsjahr der Märtyrer"  ausgerufen, um die Märtyrer des Landes zu feiern, darunter Pfarrer Rutilio Grande, Erzbischof Oscar Arnulfo Romero und Pfarrer Cosme Spessotto. Die Corona-Pandemie hat die Bischöfe jedoch gezwungen, alle öffentlichen Feierlichkeiten und Versammlungen auszusetzen und auch zum Gedenktag der italienischen Jungendmissionsbewegung I(„Missio Giovani“) dürfen keine öffentlichen Initiativen stattfinden.
Auf der Website von „Missio Italia” stehen verschiedene Arbeitshilfen für Initiativen des Gebets und der Solidarität zur Verfügung. Infolge der von der italienischen Regierung verabschiedeten Beestimmjungen hat “Missio Giovani” die geplanten öffentlichen Veranstaltungen abgesagt und bietet über seine sozialen Kanäle - Facebook und Instagram – verschiedene Inhalte an, um diesen Tag auch in Zeiten der Corona-Epidemie gemeinsam erleben zu können.
LINK
Missio Italia ->
https://www.missioitalia.it

 

 

 

AFRIKA/GABUN - Einheimische Ordensschwester stirbt in Libreville bei Raubüberfall

 

Libreville (Fides) – In der Nacht vom 19. auf den 20. März wurde Schwester Lydie Oyanem Nzoughe, die ihr ganzes Leben in den Dienst der Pflege von armen und alleinstehenden älteren Menschen gestellt hatte, in ihrem Zimmer in dem von ihr geleiteten Pflegeheim “Centre d'accueil Fraternité Saint Jean” in Libreville überfallen und ermordet. Einige persönliche Gegenstände und das Auto der Ordensfrau soll der Angreifer zunächst mitgenommen haben, der sich in der Zwischenzeit gestellt hat: es handelt sich um einen Mitarbeiter der Einrichtung der, kleinere Arbeiten für das Haus verrichtet.
Der emeritierte Erzbischof von Libreville, Basile Mvé Engone, bittet um das Gebet, "für die Seele unserer Schwester Lydie Oyane, bis die Polizei die Ergebnisse der Ermittlungen bekannt gibt". Das Datum der Beerdigung wurden noch nicht bekannt gegeben, da auch in Gabun alle Kirchen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidem geschlossen sind Beerdigungen auf die Bestattung begrenzt.
Wie die Ortskirche berichtet, befindet sich die von Schwester Lydie geleitete Pflegeeinrichtung Saint Jean in der Valleé Sainte Marie in Libreville in der Nähe der Kathedrale Unserer Lieben Frau von der Himmelfahrt und wird ohne öffentliche Mittel betrieben. Die kirchliche Einrichtung nimmt pflegebedürftige und alleinstehende ältere Menschen auf und begleitet sie am Ende ihres Lebens mit liebevoller Hingabe. Schwester Lydie war Mitglied des einheimischen Ordens der „ Religieuses de Sainte Marie” und Gründerin der eucharistischen Jugendbewegung „Mouvement eucharistique des Jeunes (MEJ Gabun)”.
 

 

AFRIKA/D.R. KONGO - Covid-19: Besonders gefährdet sind Insassen der kongolesischen Gefängnisse

 

Kinshasa (Fides) – Der Ausnahmezustand infolge der Corona-Epidemie dürfe nicht ausgenutzt werden um willkürlichen Missbrauch an der Bevölkerung zu begehen. Dies fordert die kongolesische Menschenrechtesorganisation “Nouvelle Dynamique de la Societé Civile und RD Congo (NDSCI)”.
In einer Erklärung fordert die Organisation die Behörden des Landes auf, "rechtliche und administrative Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um willkürlichen Menschenrechtsverletzungen, insbesondere durch Sicherheitsdienste, zu verhindern".
In diesem Zusammenhang wird auch daran erinnert, dass bereits einige Regierungsmitglieder von Covid-19 betroffen sind, weshalb NDSCI , die Politiker auffordert, verantwortlich zu handeln und die vorgeschriebene Quarantäne einzuhalten. Dies gelte möglicherweise auch für das Staatsoberhaupt. Außerdem solle man die Namen derer veröffentlichen die positiv getestet wurdeen. Besonders besorgniserregend sei die derzeitige Situation in den überfüllten kongolesischen Gefängnisse, die als "aufgrund von Hungersnot und mangelnder medizinischer Behandlung” als „Orte des täglichen Sterbens" bezeichnet werden, wo Gefangene überleben nur dank freiwilliger Hwelfer und der Nahrungsmittelversorgung durch ihre Familien überleben können. Angesichts der Tatsache, dass aufgrund von Covid-19 Besuche in Gefängnissen nicht mehr gestattet sind, befürchtet NDSCI in naher Zukunft ein “Massaker unter den Gefangenen des Landes".
 Das Parlament wird aufgefordert, dringend einen "speziellen Covid-19" -Nationalfonds einzurichten, um den durch die Pandemie in der Demokratischen Republik Kongo mit einer die Bevölkerung, die größtenteils unterhalb der Armutsgrenze lebt, verursachten wirtschaftlichen Schaden zu kompensieren. Dieser Fonds müsse aber so verwaltet werden, dass eine Veruntreuung duch korrupte Beamte vermieden wird. Abschließend fordert der NDSCI die kongolesischen Politiker auf, "Prämien und Gehälter zu halbieren, um einen Beitrag zum nationalen Sonderfonds Covid-19 zu leisten".
 

 

 

 

 

 

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Mehrere Diözesen setzen Gottesdienste aus

 

Abidjan (Fides) – „Ich bitte unsere Gemeindemitglieder, sich nicht entmutigen zu lassen, keine Angst zu haben und an diesem “Laetare“-Sonntag in der Fastenzeit, die Hoffnung zu bewahren. Ich bitte sie gleichsam, immer wachsam zu bleiben und sich dem Gebet zu widmen", so Pfarrer Alain Lézou, Pfarrer von der Gemeinde “Notre Dame des Douleurs” in Yopougon Niangon Lokoa (Elfenbeinküste), wo in einigen Diözesen die gemeinschaftliche Feier der heiligenMesse für mindestens zwei Wochen ausgesetzt wurde.
"Ein Sonntag ohne Messe ist geweiss eine schwierige Situation für die Gläubigen", bekräftigt ein Gemeindemitglied, "Es ist schwer zu ertragen, weil die heilige Messe der Höhepunkt des Lebens eines Katholiken ist. Wenn es keine Gottesdienste gibt, müssen wir uns auf das Familiengebet beschränken, wie wir es zurzeit tun."
 Die Diözesen, in denen die heiligen Messen bereits suspendiert wurden, sind die Yopougon, Agboville, Katiola und Abidjan.
In einem an die in der Seelsorge abeitenden Priester, Ordensleute und Laien der jeweiligen Diözesen gerichteten Brief empfehlen die Bischöfe den Gläubigen, weiterhin um Messstipendien zu bitten, die von den Priestern in privater Form gefeiert werden. Die Bischöfe dieser Diözesen vereingarten auch, das Allerheiligste Sakrament jeden Tag zur ewigen Anbetung ausgestellt werden soll.

 

ASIEN/SÜDKOREA - Corona-Epidemie: „ Gott lässt Katastrophen und Leid zu, aber er gibt uns auch die Kraft, sie zu überwinden“

 

Seoul (Fides) - “Gott lässt Katastrophen und Leid zu, aber er gibt uns auch die Kraft, sie zu überwinden. In der Fastenzeit, die der Buße und Bekehrung gewidmet ist, bewältigen wir diese Opfer und Leiden im Zeichen der Freude und indem wir auf das Kreuz Jesu schauen und indem wir uns gegenseitig helfen und gefestigt im Glauben und in der Hoffnung leben", so die koreanischen Bischöfe in einer Botschaft an die Gläubigen am Ende ihrer Frühjahrsversammlung(16.-19. März). In der Botschaft danken die Bischöfe dem Gesundheitspersonal, den ehrenamtlichen Helfern und den Behörden, die sich dafür einsetzen, die Ausbreitung des Corona-Virus auf der koreanischen Halbinsel einzudämmen.
 Gegenüber Fides betont der in Seoul lebende Ökonum und ehemalige Botschafter Koreas beim Heiligen Stuhl, Thomas Hong-Soon Han: "Während der Corona-Krise, können koreanische Gläubige über Online-Medien an der heiligen Messe teilnehmen oder sie verfolgen sie über den Fernsehsebder der Erzdiözese Seoul, der seine Sendungen landesweit ausgestrahlt. Sie beten zu Hause den Rosenkranz und viele engagieren sich als Freiwillige, um anderen Gutes zu tun." Han, der Präsident des Rates für das Apostolat der katholischen Laien ist und als erste Laie Präsident der Jesuitenuniversität Sogang wurde, merkt an, dass "die Kirche in Korea zur Bekämpfung der Pandemie beiträgt, indem sie die von den Behörden erlassenen Präventionsregeln strikt einhält". Alle 16 Diözesen haben öffentliche Messen, Versammlungen und kirchliche Veranstaltungen ausgesetzt. Die Erzdiözese Daegu, die am meisten betroffen ist, hat bereits am 20. Februar begonnen, solche Maßnahmen auf den Weg zu bringen, deren Territorium am stärksten betroffen ist.
"In Bezug auf das Datum, an dem die öffentlichen Massen wieder aufgenommen werden können”, so Han fest, “haben die versammelten Bischöfe beschlossen, dies je nach den örtlichen Gegebenheiten dem Ermessen jedes ordentlichen Bischofs zu überlassen, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Regierung die Schließung von Kindergärten, Grund-, Mittel- und Oberschulen bis auf den 6. April verlängert hat".
Kardinal Andrea Yeom, der die Erzdiözese Seoul leitet, wo 26% der koreanisch-katholischen Bevölkerung leben und die insgesamt etwa 6 Millionen Gläubige hat betonte unterdessen: "Wenn nichts Besonderes passiert und die von der Gesundheitsbehörde ergriffenen Präventionsmaßnahmen strikt eingehalten werden, werden wir ab dem 2. April erneut öffentliche Gottesdienste zulassen". Der Kardinal lud alle Gläubigen ein, ab dem 25. März eine Novene zu beten, um "den Herrn, unseren Erlöser, zu bitten, denjenigen, die an Covid 19 leiden, Kraft und Mut und Heilung zu gewähren und um die Fürbitte der Muttergottes zu bitten". An geutigen 23. März, betete der Kardinal den Rosenkranz vor der Statue Unserer Lieben Frau von Fatima in der Provat-Kapelle der Diözesankurie, um gemeinsam mit den vier Weihbischöfen, Priestern und Mitarbeitern den Rosenkranz. In den letzten Tagen hat Kardinal Andrea Yeom auch darum gebeten, diese aktuelle Situationen nicht politisch zu instrumentalisieren.
 

 

ASIEN/TÜRKEI - Im Januar entführte Mutter eines chaldäischen Priesters tot aufgefunden

 

Istanbul (Fides) - Die Leiche von Şimoni Diril, der Mutter des chaldäischen Priesters Remzi Diril, wurde siebzig Tage nach der Entführung der Frau und ihres Mannes Hormuz in einem Bach im türkischen Dorf Kovankaya gefunden. Das christliche Ehepaar war am vergangenen 11. Januar Kovankaya einem Dorf in der südosttürkischen Provinz Şirnak entführt worden.
Das Verschwinden des chaldäischen Ehepaares hatte in den örtlichen christlichen Gemeinden, die derzeit hauptsächlich aus Geflüchteten aus dem Irak und Syrien besteht, große Besorgnis ausgelöst. Nun Befürchten die Christen in der Region, das dem Ehemann Hormuz dasselbe Schicksal widerfahren sein könnte.
 Ihr Sohn, der chaldäische Priester Remzi Diril, in der Gemeinde auch als Pfarrer Adday bekannt, ist derzeit in Istanbul für die Seelsorge unter Tausenden in der Türkei lebenden chaldäischen Christen verantwortlich, die dort oft auf ein Visum für die Auswanderung in europäische Länder oder nach Amerika oder Ozeanien warten.
Wie Augenzeugen berichten sollen unbekannte Männer Hormuz und Şimoni aus ihrem Dorf verschleppt haben, von denen in journalistischen Kreisen behauptet wird, es handle sich um Milizionäre der kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Pfarrer Adday, der seine Eltern am Tag nach der Entführung besuchen wollte, hatte deren Zuhause leer vorgefunden.
 In den darauffolgenden Tagen hatten türkische Spezialeinheiten, unterstützt von Hundeeinheiten und auch mithilfe von Drohnen, intensive rund um den Berg Kato nach dem vermissten Ehepaar gesucht, ohne Spuren der beiden zu finden.
Das historisch von assyrischen und chaldäischen Christen bewohnte Dorf Kovankaya war 1994 während des Konflikts zwischen der türkischen Armee und den PKK-Milizionären in Brand gesteckt und gewaltsam evakuiert worden. Die Familie von Hormuz und Şimoni war infolge der Gewalt aus Südostanatolien geflohen und nach Istanbul gezogen. Die Bestimmungen zum Verbot des Aufenthalts im Dorf waren 2010 aufgehoben worden. 2015 wollte das ältere Ehepaar dauerhaft in sein Heimatdorf zurückkehren, obwohl viele andere christliche Familien, die aus Kovankaya evakuiert worden waren, nicht mehr in die Heimat zurückkehren wollten.
 

 

AMERIKA/HAITI - Bischof Dumas zur Corona-Pandemie: "Gott verlässt sein Volk nicht“

Nippes (Agenzia Fides) – Bischof Pierre-André Dumas von Anse-à-Veau und Miragoâne in Haiti, erinnert mit Blick auf die Corona-Pandemie an die besondere Bedeutung der Fastenzeit, "um unser inneres Leben zu stärken, denn nur so können wir Gott begegnen und Solidarität mit anderen neu entdecken".
"Angesichts der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie in Haiti und in der Welt stehen wir vor dem Risiko, unser soziales und kirchliches Leben, das eine zweitausendjährige Tradition aufweist, ändern zu müssen”, so der Bischof, „Bitte berücksichtigen Sie daher die Maßnahmen unserer Regierung und die Richtlinien der Bischofskonferenz von Haiti. Ich lade alle ein, zu Hause zu bleiben und jedes Wohnung zu einer Hauskirche zu machen, um im Gebet und in der Solidarität mit den Ärmsten und Kranken zu leben. "
 Der Bischof bittet die Priester um eine stärkere pastorale Präsenz in der Nächstenliebe, "und dem Volk Gottes und den Covid-19-Kranken und den Gesundheitspersonal die Absolution zu erteilen, die Eucharistie mit einer Gruppe von nicht mehr als 10 Personen zu feiern sowie pastorale und religiöse Aktivitäten mit Pfarrgruppen auszusetzen, darauf zu achten, dass die Gemeinde nicht in Panik gerät, und um zu verkündn, dass Gott sein Volk niemals verlässt".
Haiti gehört zu den ärmsten Ländern in Amerika und hat kaum Ressourden zur Bekämpfung der Corona-Epidenmie. In Haiti in herrscht ein "permanenter" Gesundheitsnotstand. weil es de facto kein staatliches Gesundheitssystem gibt. Die Kliniken befinden sich in Trägerschaft von NGOs und der Kirche.


Die doppelte Krise: Das Coronavirus ist in Syrien angekommen

 

(München/sos) - Der Syrienkrieg geht ins zehnte Jahr. Und jetzt kommt auch noch das Coronavirus. Am Montag hat die syrische Regierung die erste Infektion gemeldet. "Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, bisher wurden kaum Tests durchgeführt", sagt Louay Yassin, Pressesprecher der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit. "Das syrische Gesundheitssystem ist kaputt, es wird einer Pandemie niemals standhalten können." Vor allem der Norden sei bedroht, dort wo sich die letzten Aufständischen halten.

 

"Millionen Flüchtlinge leben dort auf engstem Raum und unter extrem unhygienischen Bedingungen. Schon heute sterben täglich Kinder an den Folgen. Breitet sich das Virus dort aus, kommt zu einer humanitären Katastrophe eine medizinische hinzu", so Yassin weiter. "Auch, wenn die westliche Welt es heute ebenfalls mit einer gewaltigen Krise zu tun hat, darf das nicht heißen, dass wir andere Krisen vergessen."

 


Zehntausende fliehen vor Virus aus dem Iran

Coronavirus gefährdet Friedensprozess

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat wegen des Coronavirus vor einer humanitären Katastrophe in Afghanistan gewarnt. Allein in der letzten Woche seien 53.000 afghanische Geflüchtete überstürzt aus dem Iran in ihre Heimat zurückgekehrt, weil sie eine Ansteckung durch COVID-19 befürchteten, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Sonntag in Göttingen. "Afghanistans Gesundheitssystem ist auf die Rückkehr so vieler Menschen nicht vorbereitet, die potenziell infiziert sein können. Dringend braucht das Land mehr Hilfe bei der Unterstützung der Geflüchteten", forderte GfbV-Direktor Ulrich Delius. Denn die Ängste der Geflüchteten seien berechtigt. Mit 20.600 Infizierten und 1.556 zu Tode gekommenen Pandemie-Opfern gelte der Iran als einer der am meisten von dem Virus betroffenen Staaten. Im Iran leben rund drei Millionen Geflüchtete aus Afghanistan. Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 138.000 von ihnen in ihre Heimat zurückgekehrt.

 

Die Menschenrechtsorganisation warnte vor einer Gefährdung des Friedensprozesses in Afghanistan durch eine Ausbreitung des Coronavirus in dem Land. Denn ausländische Truppen könnten überstürzt aus Sorge um die Gesundheit ihrer Armeeangehörigen abgezogen werden. So hatten die US-Truppen nach Berichten über eine Ausweitung der COVID-19-Krise am letzten Donnerstag die Verlegung von 1.500 Armeeangehörigen nach Afghanistan gestoppt. "Die Taliban könnten in den nächsten Monaten auf die Coronavirus-Krise setzen, um einen möglichst schnellen Abzug ausländischer Truppen zu erreichen und um die Kontrolle im Land zu übernehmen. Dies wäre ein Horror-Szenario für Afghanistans Frauen und ethnische Minderheiten, wie die verfolgten schiitischen Hazara", warnte Delius. 

 

Nachdrücklich kritisierte die GfbV, dass diese besonders unter Menschenrechtsverletzungen leidenden Gruppen und die gesamte Zivilgesellschaft nicht an den Friedensverhandlungen mit den Taliban beteiligt werden. "Denn diese Gruppen haben am meisten zu befürchten, dass eine Machtübernahme der Taliban für sie zu einer Schreckensherrschaft würde", erklärte Delius.  

 


Partnerkirchen des GAW berichten über Corona-Krise

Die Corona-Krise betrifft uns alle weltweit

 

 (Leipzig/gaw) - In den letzten Tagen haben uns im Gustav-Adolf-Werk (GAW) zahlreiche Nachrichten aus unseren Partnerkirchen zur Situation angesichts der Corona-Pandemie erreicht. Unsere Partner versuchen, so gut es geht, die kirchliche Arbeit weiterzuführen, erleben jedoch zum Teil schlimmere Notstände als wir in Deutschland. Im Folgenden haben wir einigen dieser Meldungen (aus Brasilien, Chile, Italien, Kolumbien, Syrien, Venezuela) zusammengefasst. Sie können die Berichte bei Interesse gern verwenden.

 

Italien

 

Mit bewegenden Worten schildert Pfarrerin Dorothee Mack von der Waldensergemeinde in Mailand die Lage in der Lombardei in Italien: „Den letzten Gottesdienst in unserer Kirche feierten wir am Sonntag, den 23. Februar. Dann kam es Schlag auf Schlag. Zuerst die Schulen zu, dann durfte keinerlei Großveranstaltung mehr sein. Da in den allermeisten protestantischen Gemeinden in Mailand jeden Sonntag mehr als 100 Menschen zusammen kommen, war uns schnell klar, dass wir nicht garantieren konnten, die Gottesdienste ohne Ansteckungsgefahr zu feiern ...

 

Hier in der Lombardei ist die Lage in den Krankenhäusern sehr kritisch. Auch wenn diese Region eigentlich medizinisch top ist. Es gibt einfach zu viele Patienten, die aufgrund der Lungenentzündung intubiert und intensiv behandelt werden müssen.

 

Bergamo ist die am schlimmsten betroffene Stadt. Fast 400 Tote in sieben Tagen. Selbst die Bestatter schaffen kaum mehr ihre Arbeit. Die Särge werden in Kirchen untergebracht, weil in den Leichenhäusern kein Platz mehr ist. 8 Priester sind dort inzwischen gestorben. Dem protestantischen Kollegen geht es Gott sei Dank noch gut. 4 Menschen seiner Gemeinde (ca. 250 Gemeindeglieder) sind am letzten Wochenende gestorben. Eine Beerdigung war nicht erlaubt, bei manchen war es möglich, dass der Pfarrer in den Tagen vor dem Tod am Telefon gebetet hat. Wenn eine Person stirbt, dann ist zumeist die ganze Familie in Quarantäne. Alle leiden unter Einsamkeit!

 

Brescia und Cremona sind auch in einer sehr kritischen Lage; in Mailand selbst gibt es bisher noch nicht ganz so viele Fälle. Obwohl die Hausärzte viele Menschen am Telefon betreuen, die über Fieber und Kopfweh klagen, dann aber doch nicht auf den Virus getestet werden, solange sie kein Krankenhaus brauchen." Und sie endet ihren bewegenden Brief: „Ich hoffe, dass es in Deutschland nicht zu "italienischen" Verhältnissen kommen wird, und dass Deutschland und die anderen europäischen Länder von Italien lernen, und dass gerade die Kirchen einen Beitrag zur europäischen Solidarität leisten können, indem wir füreinander beten und unsere Beziehungen trotz der Wüstenzeit verstärken." Die Lage in Italien ist besonders dramatisch.

 

 

 

Syrien

 

Aus Aleppo in Syrien erreicht uns eine sehr besorgte Mail des Pfarrers Ibrahim Nseir von der arabisch-evangelische Gemeinde der NESSL. Auch hier sind alle Schulen – auch die evangelischen - geschlossen worden. Wie bei den armenischen Schulen wird versucht über digitale Wege die Schüler*innen zu unterrichten. „Ich bin nicht überzeugt, dass die Gesundheitsversorgung dieser Krise standhalten kann," schreibt Pfarrer Nseir. „Ich mache mir große Sorgen um unsere Gemeindemitglieder! Wahrscheinlich wird man nur in Damaskus gesundheitlich adäquat versorgt werden können. Aber in dem krisen- und kriegsgeschüttelten Land wird das flächendeckend nicht funktionieren. Viele haben große Angst." Er beschreibt die verheerende Situation in Aleppo hinsichtlich der Lebensmittelversorgung. „Das schwächt das Immunsystem der Menschen zusätzlich!" Und dann bittet er konkret um Hilfe.

 

 

 

Mit einem Hilferuf wendet sich auch Pfarrer Haroutune Selimian an das GAW, um die Poliklinik an der evangelischen Bethelkirche zu unterstützen. Insbesondere bittet er um Hygieneartikel und entsprechende Unterstützung für die Ausstattung.

 

 

 

Brasilien

 

Mit einem Wort aus Römer 5 beginnt ein Brief der Ev. Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) an die Gemeinden angesichts der Verschärfung der Corona-Pandemie: „Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist." Die Gemeinden der IECLB und ihre Mitglieder sollen ermutigt werden für die kommenden Wochen und Monate, denn keiner weiß, wie sich die Corona-Pandemie entwickeln wird. Angeführt von Kirchenpräsidentin Silvia Genz schreibt die Kirchenleitung: „Fürsorge für das Leben und diakonisches Handeln gehören zum Wesen der Kirche. Im Laufe der Geschichte hat die Kirche Jesu Christi ihre Treue zum Evangelium bewiesen, indem sie in Zeiten des Leidens solidarisch gehandelt hat. Wieder einmal ruft Gott uns auf, einer schwierigen Situation mit Glauben, Dienstbereitschaft, Mut und Hoffnung zu begegnen."
In diesem Zusammenhang werden weitergehende Maßnahmen beschrieben, die das gemeindliche Leben weiter einschränken – wie insgesamt weltweit: unbefristete Aussetzung aller gemeindlicher Aktivitäten. Das bedeutet nicht, dass das Gemeindeleben ruht: Gebete, häusliche Andachten, Videoandachten, Seelsorge. Bei Beerdigungen gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Sie sollen kürzer, möglichst im Freien und mit Sicherheitsabständen stattfinden – immer in Absprache mit den Gesundheitsbehörden. Zu prüfen sei die Öffnung der Kirchen. Dann sollten aber Hygieneartikel ausgelegt werden.

 

 

 

Venezuela

 

In Venezuela gibt es eine große Unsicherheit. Die Regierung hat auf nationaler Ebene 46 Krankenhäusern erlaubt, offen zu bleiben. Nur Notfälle dürfen aufgenommen werden. Keine anderen Fälle. Die Bewegungsfreiheit ist landesweit sehr eingeschränkt. In unmittelbarer Nähe des Ökumenischen Sozial-Diakonischen Zentrums Acción Ecumenica in Caracas gibt es derzeit noch keinen Corona-Verdachtsfall. Sorgen bereitet die Frage der Versorgung mit Lebensmitteln, die ohnehin schon extrem schlecht. Die Menschen hungern und sie haben nichts, was sie kaufen können. Die Regierung hat keine Mittel, um dieser Krise zu begegnen. Der Versuch Geld vom IWF zu erhalten, die die derzeitige Regierung nicht anerkennt, ist ein Ausdruck dafür. Letztlich weiß niemand, wie viele Menschen sich in Venezuela schon angesteckt haben.

 

 

 

Kolumbien

 

In Kolumbien wurde die Kirchenzentrale geschlossen und Homeoffice verordnet. Alle Kirchenveranstaltungen wurden vorerst suspendiert. Die Synode der lutherischen Kirche (IELCO) wurde abgesagt. Die Pfarrer*innen der Kirche wurden aufgefordert, kreative Wege zu finden, um die Gemeinde trotz verordneter Distanz zusammenzuhalten. „Wir sind dankbar in dieser Krisenzeit, dass wir die Unterstützung durch das Gebet haben aller Glaubensgeschwister weltweit. Und wir danken auch besonders dem GAW für alle Unterstützung. Wir werden für euch alle dort beten!", schreibt Bischof Atahualpa Hernández.

 

 

 

Chile

 

Aus Chile erreicht uns von Pfarrerin Nicole Oehler ein Brief über die Situation gerade an der lutherischen Schule Belén Villa O´Higgins: „Hier wurden die Schulen geschlossen - zunächst für 14 Tage. Aber es wird sich deutlich länger hinziehen... Und leider müssen unsere Freiwilligen auf Anweisung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) noch diese Woche das Land verlassen, um nach Deutschland zurückzukehren. Darüber sind wir alle sehr traurig! ... Chile rutschte sozusagen von einem Ausnahmezustand in den nächsten - was es für das Land wirklich nicht einfacher macht. Die Volksabstimmung über eine neue Verfassung soll verschoben werden - darüber sind sich alle einig, aber nicht auf wann. Die sozialen Probleme werden durch Corona noch verschärft und es bleibt abzuwarten, wie sich alles weiterentwickelt."

 

 

 

Der Rückruf der Freiwilligen betrifft alle Länder. Das GAW Württemberg musste die Rückkehr der GAW-Freiwilligen organisieren. Ein wichtiges Jahr im Leben der jungen Engagierten musste abgebrochen werden. Und unklar ist, wie es mit dem neuen Jahrgang ab Sommer weitergehen wird. Auch für die Empfängerkirchen – wie z.B. die Ev. Kirche am La Plata (IERP) – hat der Abzug der Freiwilligen erhebliche Auswirkungen. Die jungen Menschen werden fehlen!

 

 

 

 

 

Das wir alle in Hoffnung verbunden bleiben, dass EINER da ist, der tröstet, stärkt und Mut macht – in diesem Glauben bleiben wir weltweit verbunden und tragen insbesondere im Gebet die Sorgen und Nöte unserer Partner mit!

 

 

 

Enno Haaks, Generalsekretär des GAW

 

 

 

Gustav-Adolf-Werk e.V. ist das Diasporawerk der EKD und nimmt gemäß Artikel 16 der Grundordnung der EKD vom 13.07.1948  im Zusammenwirken mit der EKD, ihren Gliedkirchen und Gemeinden die besondere Verantwortung für den Dienst in der Diaspora wahr. Die Arbeit wird von bundesweit 21 Hauptgruppen und 19 Frauengruppen getragen. Das GAW hilft seinen Partnerkirchen beim Gemeindeaufbau, bei der Renovierung, beim Kauf und beim Neubau von Kirchen und Gemeinderäumen, bei sozialdiakonischen und missionarischen Aufgaben, bei der Aus- und Weiterbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern u. a. Jährlich werden verschiedene Projekte mit mehr als zwei Millionen Euro unterstützt.

 


Nur solidarisches Handeln hilft gegen globale Ausbreitung

World Vision unterstützt mit globalem Einsatz 17 Länder im Kampf gegen Corona-Pandemie

Situation in Afrika, Teilen Asiens und Lateinamerika könnte sich drastisch verschlimmern

 

(Friedrichsdorf/wv) – Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision verstärkt ihren Einsatz gegen die Coronavirus-Pandemie (COVID-19) zunächst in 17 besonders gefährdeten Ländern. Zu diesen Ländern zählen unter anderem krisengeschüttelte Staaten wie Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo, Syrien und Haiti.  Die Schwerpunkte der Maßnahmen liegen in den Bereichen Prävention (Hygiene, Aufklärung), Unterstützung der Gesundheitssysteme und Kinderschutz.

 

Um der Ausbreitung des Virus effektiv entgegen zu wirken, nutzt World Vision neben der internationalen Logistik des Netzwerks seine gut etablierten Kooperationen mit Gesundheitsdiensten, Gemeinden und auch mit lokalen Autoritäten, die Vertrauen in der Bevölkerung genießen.  Zu den ersten Maßnahmen zählt die Einrichtung öffentlicher Waschstationen, Ausrüstung und Ausbildung von Gesundheitsmitarbeitern und -mitarbeiterinnen, Bargeldausgabe und die Verteilung von Lebensmitteln an Menschen in Quarantäne.

 

World Vision befürchtet, dass sich das Virus vor allem in Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen und in Gebieten, die von Krisen betroffen sind, rasant ausbreiten könnte. Grund dafür sind eine mangelnde Grundversorgung von Millionen Menschen und krankheitsfördernde Lebensumstände in Teilen Afrikas,  Asiens und Lateinamerikas. Besonders im Fokus der Hilfsorganisation sind große Flüchtlingssiedlungen in Asien und Migranten-Ströme in Lateinamerika, aber auch die Lager mit geflüchteten Menschen im Nahen Osten und in Afrika sowie viele Slums am Rand großer Städte. Dort leben Menschen dicht gedrängt und unter schwierigsten Bedingungen. Ein zweiter Schwerpunkt des Einsatzes sind allgemein ärmere Länder mit bereits höheren oder potentiell höheren Fallzahlen.

 

Die Gesundheitsexpertin von World Vision Deutschland, Juliane Chiroiu, weist auf die besonders große Gefährdung von Menschen in Flüchtlingslagern hin. Chiroiu: „Wir müssen in den Lagern  unbedingt den Ausbruch von Corona verhindern. Gelingt das nicht, wird es katastrophal, denn es gibt bei weitem nicht so gute Behandlungsmöglichkeiten wie in normalen Städten, erst recht nicht wie in den westlichen Industrieländern. Die Kliniken dort haben wenige oder keine Beatmungsgeräte zum Beispiel.“ Zudem sind in Krisengebieten viele Menschen bereits geschwächt durch Mangelernährung und andere Krankheiten. Das gilt auch für Geflüchtete in afrikanischen Ländern wie zum Beispiel in Kenia oder dem Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, der gerade erst müsam eine 19 monatige Ebola-Epidemie überwunden hat, die von Masern, Cholera, Hunger und anhaltenden Kämpfen verkompliziert wurde.

 

Gesundheitsexperte Marwin Meier von World Vision: „Besonders gefährlich ist, dass die Menschen in Flüchtlingslagern keine ausreichenden Möglichkeiten zur Hygiene haben. Wir müssen schnell die Strukturen schaffen, um zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen zu ermöglichen.“ World Vision stellt zudem in einigen Ländern Notfallkits mit Reinigungsmitteln zusammen und baut Latrinen.

 

World Vision appelliert an die internationale Gemeinschaft, ein abgestimmtes Konzept zur Eindämmung der globalen Krise zu erarbeiten und umzusetzen. Dazu zählen ausreichend finanzierte Hilfsmaßnahmen. Letztlich dient das auch der Sicherheit der reicheren Länder, da sich das Virus nicht an Ländergrenzen hält und erneute Ausbrüche auch dort immer wieder drohen werden.

 


Corona-Pandemie: Katholisches Hilfswerk missio Aachen weiter für seine Partner in Afrika, Asien und Ozeanien tätig

 

missio-Präsident Pfarrer Bingener appelliert: Weltweit solidarisch bleiben – Projektpartner schicken Solidaritätsadressen nach Deutschland – Weltkirchliches Portal www.missio-betet.de für internationale Gebetssolidarität geschaltet

 

(Aachen/missio) - Das katholische Hilfswerk missio Aachen ist unter den veränderten Bedingungen der weltweiten Corona-Pandemie weiter für seine Projektpartner in Afrika, Asien und Ozeanien tätig. Gleichzeitig bleibt das Hilfswerk für seine Unterstützerinnen und Unterstützer in Deutschland Ansprechpartner. Dafür arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überwiegend mobil von zu Hause aus. Dies teilte das Hilfswerk am Mittwoch mit.

 

„Wir haben von Partnern eine ganze Reihe von Solidaritätsadressen mit dem Wunsch erhalten, dass die Menschen in Deutschland von größeren Schäden verschont bleiben. Sie haben uns versichert, dass sie für die Menschen in Deutschland beten und an sie denken. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, am Dienstag. „Ich möchte umgekehrt auch an die Menschen in Deutschland appellieren, weiterhin in Solidarität mit den Menschen und der Kirche in Afrika, Ozeanien und Asien verbunden zu bleiben“, sagte er weiter. „Diese weltkirchliche Verbundenheit ist für uns alle in dieser Zeit Ermutigung, gemeinsam in Ruhe und mit Augenmaß diese globale Herausforderung zu bestehen“, so Pfarrer Bingener weiter. missio stellt dafür das Portal www.missio-betet.de zur Verfügung.

 

„Wir bei missio sind in Gedanken auch bei allen hier in Deutschland, die unsere Arbeit in nicht selten jahrzehntelanger Treue ermöglichen. Als Christinnen und Christen sind wir im Gebet mit ihnen verbunden. Der gemeinsame Glaube ist uns eine Stütze, um füreinander da zu sein. Und ich bin fest überzeugt, dass wir in dieser Verbundenheit uns untereinander stärken können und diese Krise meistern“, glaubt Pfarrer Bingener. 

 

 

Wer ist missio?

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2018 stellt missio Aachen rund 46,5 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.192 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


#Schaunichtweg: 220 Millionen Kinder müssen ohne Eltern aufwachsen

(München/ots/sos) - Sie werden geschlagen, missbraucht, vernachlässigt und vertrieben - 220 Millionen Kinder weltweit wachsen ohne ausreichende elterliche Fürsorge auf. Das ist jedes zehnte Kind. "Theoretisch haben diese Kinder Rechte, aber niemand kümmert sich um sie", sagt Wilfried Vyslozil, Vorstandsvorsitzender der SOS-Kinderdörfer weltweit. "Jungen und Mädchen, die keine Familie haben oder Gefahr laufen, diese aufgrund von extremer Armut, Krieg, Katastrophen und Flucht zu verlieren, zählen zu den am stärksten bedrohten Bevölkerungsgruppen überhaupt. Ohne Schutz werden diese Kinder ausgebeutet und misshandelt und haben keine Chance auf Geborgenheit oder Bildung."

Die von den SOS-Kinderdörfern veröffentlichten Zahlen offenbaren Dramatisches:

Misshandelt:
Eine Milliarde Kinder weltweit im Alter zwischen zwei und 17 Jahren sind physischer, sexueller und emotionaler Gewalt ausgesetzt. Rund 250 Millionen werden körperlich bestraft, viele davon schwer. "Gewalt gegen Kinder ist ein globales Problem, das bei den betroffenen Jungen und Mädchen immense Schäden hinterlässt", sagt Vyslozil. "Kinder, die Gewalt erleben, leiden ein Leben lang darunter."

Ausgebeutet:
Kinderarbeit zerstört Kinderleben. Dennoch werden immer noch 152 Millionen Kinder weltweit gezwungen zu arbeiten. "Diese Jungen und Mädchen müssen tagtäglich unter Bedingungen arbeiten, die sie ihrer grundlegenden Rechte und Entwicklungschancen berauben", sagt Vyslozil. 73 Millionen von ihnen müssen gar Arbeiten verrichten, die extrem gefährlich oder ausbeuterisch sind: zum Beispiel in Goldminen, als Textil- oder Feldarbeiter. Etwa die Hälfte der Kinderarbeiter ist jünger als 12 Jahre. Die meisten Kinderarbeiter leben in Afrika (72 Millionen), gefolgt von Asien (62 Millionen). Eine besonders schwere Verletzung der Kinderrechte stellt die Zwangsrekrutierung von Kindern durch Streitkräfte oder bewaffnete Gruppen dar. Betroffen sind aktuell 250.000 Kinder weltweit.

Vernachlässigt:
Rund 385 Millionen Kinder weltweit wachsen in extremer Armut auf. Das heißt, sie leben in einem Haushalt, der im Schnitt nicht mehr als 1,90 US-Dollar pro Person und Tag zur Verfügung hat. Erwachsene in Entwicklungsländern sind nur halb so oft von extremer Armut betroffen. "Es sind die Schwächsten, die Armut am härtesten trifft", sagt Vyslozil. Das bezieht sich auch auf die Bereiche Ernährung, Gesundheit und Bildung: Rund 200 Millionen Kinder weltweit leiden
unter Mangelernährung, 5,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich an zumeist vermeidbaren Krankheiten und 263 Millionen Kinder haben keinen Zugang zu einer adäquaten Bildung. "Die Diskrepanz zwischen den Ansprüchen der UN-Kinderrechtskonvention und deren Verwirklichung ist erschreckend", sagt Vyslozil. "Das ist ein Armutszeugnis für unsere Welt!"
Vertrieben:
Fast 50 Millionen Kinder weltweit sind auf der Flucht - mehr als 30.000 von ihnen vor Krieg und Gewalt. "Unterwegs werden ihre Rechte mit Füßen getreten", sagt Vyslozil. Flüchtlingskinder liefen nicht nur Gefahr, auf See zu ertrinken, an Hunger und Durst zu sterben, häufig würden sie auch Opfer von Menschenhandel, Entführung, sexueller Gewalt oder würden unrechtmäßig inhaftiert.

 

Vergessen:
520 Millionen Kinder weltweit werden nicht einmal von offiziellen Statistiken erfasst. "Hilfe und Unterstützung kann aber nur dann erfolgen, wenn Missstände bekannt sind", sagt Vyslozil. "Besonderes Augenmerk muss der Situation derjenigen Kinder gelten, die oft ausgeschlossen werden und gesellschaftlich diskriminiert sind. Dazu gehören Kinder ohne elterliche Betreuung, Kinder mit Behinderungen und geflüchtete Kinder."
Um auf das millionenfache Leid von Kindern aufmerksam zu machen und aktiv zur Verbesserung beizutragen, hat die Hilfsorganisation jetzt eine Kampagne gestartet: #schaunichtweg! "Wir wollen auf diese leider viel zu wenig bekannten Missstände aufmerksam machen. Zudem verteidigen wir mit der Kampagne die Rechte dieser Kinder und schaffen weltweit Abhilfe", sagt Vyslozil. Prominente Unterstützung bekommen die SOS-Kinderdörfer von den Schauspielern und Moderatoren Oliver Mommsen, Jochen Schropp und Verena Wriedt.
Mehr Infos zur Kampagne unter:
https://www.sos-kinderdoerfer.de/schaunichtweg

 


Coronavirus: SOS-Kinderdörfer müssen Arbeit mit Geflüchteten auf Lesbos aussetzen

(München/sos) - Aufgrund der von der griechischen Regierung angeordneten Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 muss die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit ihre Arbeit mit geflüchteten Kindern und Familien auf der Insel Lesbos aussetzen. "Die Menschen, und ganz besonders Kinder und Jugendliche, sind ohnehin in einer sehr
schwierigen psychischen Verfassung. Verzweiflung, Depressionen und Angst sind weit verbreitet. Wenn unsere Mitarbeiter nun nicht mehr täglich kommen, bedeutet das eine zusätzliche Verunsicherung", sagt SOS-Nothilfekoordinatorin Popi Gkliva.
SOS ist im Camp Cara Tepe auf Lesbos die einzige Organisation, die kontinuierlich seit mehr als drei Jahren aktiv ist. Die Mitarbeiter unterstützen 200 Mädchen und Jungen unter anderem mit Schulbildung und psychologischer Hilfe.
Obwohl es Gkliva für wahrscheinlich hält, dass sich das Virus  angesichts der hohen Zahl an Menschen auch in den Flüchtlingscamps ausbreitet, ruft sie zu Ruhe und Besonnenheit auf. Sie sagt: "Wir dürfen die Kinder nicht auch noch mit aufgeheizten Spekulationen und Panik belasten." Erste Gerüchte, dass es bereits zwei Infizierte in einem der Camps gebe, hätten sich nicht bestätigt.
Aktuell leben 42.000 Geflüchtete auf den griechischen Inseln, zum Großteil unter menschenunwürdigen Bedingungen in überfüllten Lagern. Es mangelt an Sicherheit, Hygiene, sauberem Trinkwasser. Ein Drittel der Flüchtlinge sind Kinder - über die Hälfte von ihnen jünger als zwölf Jahre. 14 Prozent aller Kinder sind unbegleitet.
Gkliva hofft, dass die SOS-Mitarbeiter ihre Arbeit im Camp Cara Tepe möglichst bald wiederaufnehmen können: "Unsere Mitarbeiter sind bereit!"

 


Massenproteste contra Gesundheit? - Coronavirus tötet Menschen und Ideen

Protestbewegungen in Algerien und Indien droht im Anti-Virus-Kampf das Aus

 

(Göttingen/gfbv) - Das Coronavrirus droht Bürgerrechtsbewegungen in aller Welt zu ersticken, warnte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Sonntag in Göttingen. "Was repressiven Regierungen in Algerien und Indien mit monatelanger Einschüchterung und Verfolgung nicht gelungen ist, scheint nun das Virus zu schaffen. Bürgerrechtsbewegungen in beiden Ländern droht das Aus, weil Menschen aus Angst vor Ansteckung nicht mehr an Massenprotesten teilnehmen", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius. "Das Coronavirus tötet Menschen und Ideen. Menschenrechte und Demokratisierung kommen durch den Anti-Virus-Kampf massiv unter Druck", warnte die Menschenrechtsorganisation. Die Bürgerrechtsbewegungen könnten ihre Anliegen wirksam nur weiter vertreten, wenn sie sich neuer Protestformen bedienen würden. Doch Proteste in sozialen Medien seien öffentlich weniger sichtbar und von Regierungen nicht so gefürchtet wie alltägliche Proteste in den Straßen.   

 

In Algerien steht die Protestbewegung Hirak vor dem Aus. Seit dem 22. Februar 2019 protestieren jeden Freitag Zehntausende gegen Vetternwirtschaft, Korruption, Willkür und den großen Einflus der Armee auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Protestbewegung erzwang den Rücktritt des Staatspräsidenten Abdelaziz Bouteflika und die Einleitung von Strafverfahren gegen korrupte Politiker und Generäle. Doch immer mehr Menschen meiden die Proteste aus Angst sich anzustecken. Bislang starben in Algerien drei Personen am Virus, 37 Menschen gelten als infiziert.

 

Auch in Indien wird es für Muslime immer schwieriger, zu Protesten gegen ihre Ausgrenzung aus der Gesellschaft zu mobilisieren. Seit Dezember 2019 nahmen Millionen Menschen an Massenprotesten gegen die Diskriminierung von Minderheiten durch die Hindu-nationalistische Regierung teil. Nach Pogrom-ähnlichen Übergriffen gegen Muslime, bei denen Ende Februar 2020 in New Delhi 52 Menschen starben, und nach extremer Gewalt von Sicherheitskräften gegen Protestierende hatte die Protestbewegung in den letzten Wochen großen Zulauf. Doch seit in Indien die Angst vor einer Ausbreitung des Virus zunimmt, droht auch dieser Protestbewegung das Ende. Zwar hat sich das Virus in Indien im weltweiten Maßstab bislang nur begrenzt ausgebreitet, doch angesichts der großen Bevölkerungdichte besteht große Angst vor einer massiven Zunahme der Zahl der Infizierten. Bislang sind in Indien drei Menschen an dem Virus gestorben und 84 Personen gelten als infiziert. Mit einer rigorosen Einreisesperre für Ausländer versuchen Indiens Behörden die Ausbreitung des Virus einzudämmen.  

 


FIDES-NACHRICHTEN - 19.03.2020

EUROPA/ITALIEN - Bischöfe laden am 19. März zum gemeinsamen Rosenkranzgebet ein

 

Rom (Fides) – Die italienische Bischofskonferenz (CEI) lädt Familien, Gläubigen und Ordensgemeinschaften des Landes ein, am Donnerstag, den 19. März, dem Fest des heiligen Josef, Schutzpatron der Familien, um 21 Uhr, gemeinsam den Rosenkranz zu beten. Die chaldäisch-katholische Kirche wird sich nach dem ausdrücklichen Willen des chaldäischen Patriarchen, Kardinal Louis Raphaël I. Sako, der geistlichen Initiative der italienischen Bischöfe anschließen und will damit ein Zeichen der Solidarität setzen. Gleichsam bringen auch viele andere Bischofskonferenzen in aller Welt, angefangen bei den osteuropäischen Kirchen, die ihre Verbundenheit mit Italien zum Ausdruck.
 Während des Rosenkranzgebets soll an den Fenstern der Häuser ein kleines weißes Tuch oder eine brennende Kerze als Symbole der Hoffnung und des Lichts des Glaubens ausgestellt werden. "Von zu Hause aus", so der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, wird sich das Flehen der Kinder zum Vater erheben, damit der Herr, gut und barmherzig, Ärzten und Gesundheitspersonal die Kraft seines Geistes geben und Forscher erleuchten möge, Regierende leite und älteren Menschen und Kindern köperliche Kraft schenke und uns helfe die Angst zu besiegen und allen, insbesondere den Kranken, den Trost seines Sohnes Jesus zu schenken".
 

 

AFRIKA - Corona-Notstand: Afrikanische Gesundheitssysteme „extrem anfällig" und die Risiken groß

 

Nyal (Fides) – "Es gibt nur eine Menschheit", so Pfarrer Dante Carraro, Direktor des Vereins "Medici con l'Africa CUAMM", der nach seiner Rückkehr aus dem Südsudan in Italien auf verlassene Städte und durch die Corona-Epidemie überlastete Kranenhäusr stieß.
Der Vorsitzende des wohltätigen Vereins war in den vergangenen Tagen in den Südsudan gereist, um dort die Region Nyal mit rund 40.000 Einwohnern zu besuchen, die zu den entlegendsten und vergessensten Genden des Landes im Bundesstaat Unity gehört, um den ersten Operationssaal zu eröffnen, der an das bescheidene Krankenhaus des Dorfes angeschlossen ist. „Die Einheimischen waren alle da und begrüßten uns bei unsere Ankunft", so der Geistliche. "Es war die ganze Gemeinde versammelt, um den ersten Operationssaal überhaupt zu feiern. Jetzt können Mütter endlich gebären, ohne Angst zu haben, bei der Geburt ihr Leben zu verlieren. Der Gemeindevorsteher dankte uns und bat uns, die Menschen dort nicht allein zu lassen. Ich antwortete, dass das "mit Afrika" in unserem Namen für uns wie ein Blutband ist und dass für unsere Arbeit das Motto „Wenn we start, we stay" (Wenn wir einmal anfangen, bleiben wir auch) gilt, und sah ihm dabei in die Augen und emfpfand gleichzeitig dabei ein starkes die Verantwortungsgefühl".
 In Bezug auf die Pandemie, von der die ganze Welt betroffen ist, sagte der italienische Priester, der auch Arzt ist: „In Afrika sind noch wenige Fälle von Covid-19 bekannt, aber sie werden bestimmt auch dort zunehmen und wir müssen vorbereitet sein. Es muss alles getan werden, um das Personal zu schützen und die Epidemie einzudämmen. Das Risiko ist, wenn wir dies nicht tun, ist sehr hoch, da die Gesundheitssysteme extrem anfällig sind und es nicht möglich ist, den betroffenen Patienten eine Intensivpflege zu garantieren. Es gibt keine ausreichend ausgestatteten Stationen in den Krankenhäusern! Aus diesem Grund verteilen wir Schutzmaterial in den 23 Krankenhäusern, in denen wir tätig sind (Handschuhe, Alkoholgel, Schutzmasken, Schutzkleidung, Laken), erstellen Eindämmungspläne, schulen die vielen Mitrbeiter des Gesundheitswesens, auch in den Gemeinden, im Hinblick auf Hygiene- und Schutzstandards, und arbeiten mit den afrikanischen Regierungen bei der Ausarbeitung von Leitlinien und Verfahren zur Eindämmung der Epidemie zusammen."
Abschließendd bekräftigt er, dass das vorrangige Interesse von CUAMM, „sich zwar seit 70 Jahren in auf Afrika konzentriert und das auch zukünftig tun wird, doch heute auch auf unser Land gerichtet ist, angesichs der schwierigen Lage, mit der sich Italien konfrontiert sieht. In Italien wollen wir vor allem älteren Menschen nahe sein, die um ihre Gesundheit fürchten und sich noch einsamer fühlen, wenn sie sich einem harten Alltag der Isolation stellen müssen. Aus diesem Grund wollen wir Maßnahmen auf diesem Gebiet in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk unserer Freiwilligen und Gruppen auf den Weg bringen. Wir unterstützen weiterhin die vielen zurückgekehrten Ärzte, die jetzt in den Krankenhäusern unseres Landes gebraucht werden, mit der gleichen Leidenschaft und dem gleichen Fachwissen wie wir dies in Afrika tun. Wir fühlen uns verpflichtet, konkrete Hilfe zu leisten, eine besonders bedürftige Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen."
 

 

AFRIKA/COTE D'IVOIRE - Coronavirus: Katholische Kirche ergreift Maßnahmen

 

Abidjan (Fides) - Die Bischöfe von Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) haben eine Reihe von Maßnahmen verabschiedet, die für kirchlichen Versammlungen (Messen, Via Crucis, Gebetswachen, Wallfahrten, Katechese ...) gelten, und zur Umsetzung der Bestimmungen der Regierung zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus beitragen sollen. Die ivorische Regierung hat am 16. März insgesamt 13 Maßnahmen ergriffen: unter anderem ein zweiwöchiges Einreiseverbot ab dem 16. März, das eventuell verlängert werden kann, und für alle nicht-ivorischen Reisenden aus Ländern mit über 100 bestätigten Fällen von Coronavirus-Infektionen. Und die Schließung aller Schulen, vom Kindergarten bis zum Gymnasium für einen Zeitraum von 30 Tagen und das Verbot von Versammlungen von über 50 Personen.
 Zur Umsetzug dieser Regierungsmaßnahmen laden die ivorischen Bischöfe in einer von Gaspard Bebi Gnéba unterzeichnetebn Erklärung ein, „sie zu respektieren".
Insbesondere sehen die von der katholischen Kirche des Landes erlassenen pastoralen und religiösen Bestimmungen auch vor, dass katholische Schulen und Seminare ab dem 17. März für einen Zeitraum von 30 Tagen geschlossen bleiben und alle Seminaristen nach Hause zurückkehren.
Die Bischöfe fordern die Katholiken nachdrücklich auf, "die Bestimmungen, die Versammlungen von über 50 Personen und Begrüßungen mit körperlichem Kontakt untersagen, strikt einzuhalten und den empfohlenen Abstand von einem Meter zwischen den Menschen zu berücksichtigen". "Auch der Friedensgruß bei liturgischen Feiern, soll durch das Heben der Hand signalisiert werden", so die Bischöfe. In Bezug auf die Gottesdienste teilt die Bischofskonferenz der Elfenbeinküste mit, dass sie weiterhin stattfinden werden, vorausgesetzt, sie sind so organisiert, dass "die von der Regierung verabschiedeten Normen verantwortungsbewusst eingehalten werden".
Die Beicchte unter Berücksichtigung des vorgeschriebenen Abstands durchgeführt werden. Hochzeiten und Trauerfeiern sind mit maximal 50 Teilnehmern gestattet. Katecheseveranstaltungen, Andachten und Aktivitäten von katholischen Bewegungen und Vereinen sind ausgesetzt. Alle Bestimmungen "bleiben auch für die Karwoche und die Osterfeiern gültig und werden bei Bedarf aktualisiert", heißt es in der Erklärung abschließend.
 

 

ASIEN/PAKISTAN - Corona-Pandemie: Bischof von Islamabad lädt am 20. März zum Fasten und Beten ein

 

Islamabad (Fides) - „In diesem Moment des Schmerzes und der Not lade ich alle Gläubigen der Diözese Islamabad-Rawalpindi ein, am Freitag, den 20. März 2020, einen Tag des Gebets und des Fastens einzulegen, um der Bedrohung durch COVID-19 entgegenzuwirken", so Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad-Rawalpindi in einem Hirtenbrief an die Gläubigen seiner Diözese . Erzbischof Joseph Arshad betont: „Wir werden insbesondere für diejenigen beten, die infiziert sind, für da Gelingen der Bemühungen der Behörden, für diejenigen, die im medizinischen und wissenschaftlichen Bereich arbeiten und versuchen, das Virus zu bekämpfen, und für alle, die sich verängstigt fühlen, damit der allmächtige und barmherzig Gott allen Kraft, Trost und Heilung spendet."
"Während die Welt heute mit dem gefährlichen Virus konfrontiert ist, von dem verschiedene Länder betroffen sind", so der Erzbischof weiter, möchte ich denjenigen, die an am Coronavirus erkrankt sind, und den Gesundheitspersonal, die sich um sie kümmern, meine Verbundenheit zum Ausdruck bringen." Und er fügt hinzu: "Die Geschichte zeugt davon, dass die Kirche jedes Mal, wenn die Menschheit durch eine Naturkatastrophe oder eine von Menschen verursachte Katastrophe herausgefordert wurde, den bedürftigen Menschheit zu Seite stand." Das Leiden der Menschheit, betont er, "ist die eigentliche christliche Berufung. Besonders in der Fastenzeit sorgen wir uns noch mehr um die Menschen, und in der gegenwärtigen Situation ermutige ich alle, zu beten und im Dienst der Menschen zu stehen, die unter der Krankheit leiden". Erzbischof Arshad forderte die Gläubigen abschließend auf, mit der pakistanischen Regierung zusammenzuarbeiten und die ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen ernst zu nehmen.
 Unterdessen gab Kardinal Joseph Coutts, Erzbischof von Karatschi, die Aussetzung der heiligen Messen in Karatschi und aller Fastenfeiern und Gebetstreffen für die kommendeen drei Wochen bekannt. In einer Videobotschaft bat er alle pakistanischen Bürger, die vom Gesundheitsministerium festgelegten Richtlinien für den Schutz aller zu befolgen. Der Kardinal sagte: "Ich lade Menschen aller Glaubensbekenntnisse ein, gemeinsam zum allmächtigen Gott zu beten, um die Menschheit und die Welt vor der Covid 19-Pandemie zu schützen."

 

ASIEN/PHILIPPINEN - Duterte erklärt Insel Luzon zum „Sperrgebiet": „Corona-Krise wird für die Armen zu einem sehr harten Test"

 

Manila (Fides) - Die "totale Sperre" zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie, die für einen Monat auf der Insel Luzon, wo sich die philippinische Hauptstadt Manila befindet, verhängt wurde, werde sich besonders stark auf die Ärmsten und Schwächsten auswirken, so der aus südkorea stammende Missionar Pfarrer Andreas Chang, der das „St. Joseph Medical Center" in Malabon am Stadtrand von Manila leitet. Am 16. März verfügte der philippinische Präsident Rodrigo Duterte die "gemeinschaftliche Quarantäne" bis zum 15. April auf der Insel Luzon, auf der mindestens 57 Millionen Menschen leben. Die angeordneten Bestimmungen umfassen die Schließung von Schulen, Büros, Transportmitteln sowie aller wirtschaftlichen und kommerziellen Aktivitäten mit Ausnahme von Apotheken und Lebensmittelgeschäften. Die strengen Maßnahmen betreffen mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Die Regierung lädt die Menschen ein, zuhause zu bleiben und nur wesentliche Dienstleistungen sollen garantiert bleiben. Hunderte von Kontrollpunkten sind auf der Insel Luzon stationiert, um die Bewegungen der Menschen zu kontrollieren und damit die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen.
 Das St. Joseph Health Center in Manila bietet im allgemeinen kostenlose medizinische Versorgung und Mahlzeiten für Bedürftige, insbesondere für Frauen und Kinder, an. "Wir können derzeit den Armen aufgrund der von der Bundesregierung verhängten Quarantäne nicht helfen", bedauert Pfarrer Chang. Angesichts der staatlichen Maßnahmen "machen wir uns große Sorgen um die Armen", fährt er fort. "Tausende von Menschen, die dank kleiner täglicher Arbeiten wie 'Pedicab-Fahrer' (die kleine Transporte mit dem Fahrrad durchführen) und viele andere Arten von kleineren Tätigkeiten überleben, haben derzeit keinen Job und viele Familien werden um ihr Überleben kämpfen", erklärt der Priester. „Diese Menschen müssen sich jetzt Sorgen um die Verorgung mit Essen und ihr Überleben machen. Die Corona-Krise wird für die Armen zu einem sehr harten Test. Wenn eine Naturkatastrophe oder eine Krise wie die derzeitige eintritt, sind die am stärksten betroffenen Menschen meist arm und damit am stärksten gefährdet, weil sie keine Alternativen oder keine Erparnisse haben", bemerkt Pfarrer Chang. Im Moment bleibt das St. Joseph Health Center bis zum 14. April geschlossen. "Aber jetzt ist es die Zeit, sich trotz der aktuellen Situation irgendwie umeinander zu kümmern", betont er.
Frederick Trigs aus Manila, Vater von drei Kindern im Teenageralter, betont: „Zunächst müssen wir genug zu essen für unsere Familie haben. Die derzeitige Situation erlaubt uns nicht, draußen zu arbeiten und wir sind arm. Es herrscht große Verwirrung und Orientierungslosigkeit". In dieser kritischen Phase versucht die philippinische Kirche außergewöhnliche Maßnahmen zu entwicklen, um auch den Bedürfnissen der Ärmsten gerecht werden zu können.
Auf den Philippinen haben sich derzeit 220 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, insgesamt sieben Menschen starben.
 

 

ASIEN/LIBANON - Coronavirus: Christliche Gemeinden stellen Unterkünfte für Quarantänepatienten zur Verfügung

 

Beirut (Fides) – Zuerst stellte die maronitische Diözese Byblos unter Leitung von Bischof Michel Aoun den zur Isolation gezwungenen Corona-Patienten eine Sommerresidenz der Eparchie für die Unterbringung zur Verfügung. Gestern Abend kündigte dann auch Pater Fadi Tabet vom Orden der libanesischen "Kreimisten Missionare", der seit kurzem für das Heiligtum Unserer Lieben Frau vom Libanon in Harissa verantwortlich ist, an, dass man die Pilgerunterkunft "Betania Harissa Hotel" den libanesischen Gesundheitsbehörden für die Unterbringung von mit Coronavirus infizierte Personen zur Verfügung stellen werden, damit diese unter Quarantäne gestellt werden können.
Die Coronavirus-Epidemie trifft das Land inmitten einer wirtschaftlichen und politischen Krise. Auch aus diesem Grund sind die spontanen Gesten der Großzügigkeit und Solidarität, die in der gesamten libanesischen Gesellschaft zu sehen sind, umso wichtiger.
Christlichen Gemeinden im Libanon erleben dies als eine Zeit der Prüfung auf ihrem Glaubensweg. Der Jesuitenorden meldete 11 Mitglieder, di positiv auf Covid-19 getestet wurden. Deshalb leben alle Mitglieder der Gemeinschaft isoliert in ihren Zimmern im Haus der Jesuitenhaus in Monot und haben eine Zeit der spirituellen Einkehr begonnen, die es jeden Abend neue Impulse für das Gebet und die biblische Reflexion gibt, die auch allen zur Verfügung stehen, die sich auch außerhalb der Ordengemeinschaft bei sich zuhause an dieser besondere Form der spirituellen Exerzitien teilnehmen möchten.
 

 

AMERIKA/ARGENTINIEN- Feiern zum 500jährigen Gedenken an erste heilige Messe abgesagt

 

 Santa Cruz (Fides) – Infolge der jüngsten Bestimmungen der Behörden der argentinischen Provinz Santa Cruz und des argentinischen Gesundheitsministeriums sind die Feierlichkeiten zum Gedenken an die erste in Argentinien gefeierte heilige Messe, die vom 31. März bis 2. April stattfinden sollten abgesagt. Dies bestätigt Bischof Jorge Garcia Cuerva von Santa Cruz in einger offiziellen Verlautbarung, in der er auch allen, die an der Vorbereitung der Veranstaltungen mitgewirkt haben, für die aufgewandte Zeit und das Engagement dankt..
"Lassen wir uns von dieser Zeit gelebter Gemeinschaft inspirieren, damit die 500 Jahre seit der ersten Messe ein Zeichen der Einheit sind, das uns ermutigt, weiterhin für eine Kirche einzutreten, zu deren Tisch sich alle eingeladen fühlen, insbesondere die Ärmsten und Ausgeschlossensten", so Bischof Garcia Cuerva.
Schließlich bittet der Bischof, der "auf die stets fürsorgende Hilfe der Jungfrau Maria" vertraut, alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um die Gesundheit aller zu schützen, ohne sich von Ängsten überwältigen zu lassen, umsichtig und vorsichtig zu sein und auf die Bedürfnisse Schwächsten zu achten, "denn wir gehen nicht alleine, Jesus ist weiter bei uns".
 

 

ASIEN/JAPAN- Bischof von Sendai zurückgetreten

 

Vatikanstadt (Fides) - Papst Franziskus hat den von Bishof Martin Tetsuo Hiraga von Sendai (Japan) eingereichten Rücktritt angenommen.

 


Ein Jahr nach Zyklon Idai in Mosambik

(Berlin/pm) -■ Ein Jahr nach dem verheerenden Zyklon Idai hat sich die Situation in Mosambik nur zum Teil entspannt. Trotz guter Ernteprognosen sind mehr als eine Million Menschen weiter von Nahrungsmittelhilfen abhängig. „Wir leben auf gut Glück“, sagt Luisa Juga, eine 78-jährige Bäuerin aus der kleinen Siedlung Ingomai in der Provinz Manica im Westen des Landes. Denn Extremwetterlagen gefährden die Selbstversorgung der Menschen. 
So kam es erst im Februar zu schweren Überschwemmungen durch Starkregen im Zentrum Mosambiks. Im Süden des Landes herrscht hingegen eine enorme Trockenheit. Die Folge sind erhöhte Nahrungsmittelpreise, was besonders arme Familien trifft.
„Es besteht Übereinstimmung darüber, dass nur eine außerordentlich gute Ernte eine drohende Hungerkrise verhindern kann“, sagt David Prieto, Johanniter-Landesbüroleiter in Mosambik. „Dafür gibt es aber nur wenig Hoffnung. Deshalb brauchen die Menschen weiter unsere Unterstützung.“
Die Johanniter, die bereits seit dem vergangenen Jahr nach Zyklon Idai in Mosambik tätig sind, unterstützen seit Jahresbeginn 27.000 Familien mit 28 Tonnen Saatgut wie Mais und Bohnen, sowie Werkzeug zur Bestellung der Felder und Trainings durch lokale Partnerorganisationen. Das Ziel sind angepasste Anbaumethoden, um die Widerstandskraft gegenüber zukünftigen Krisen zu erhöhen. Zudem wurden in der Stadt Beira 250 Latrinen gebaut und die medizinische Versorgung im Bezirk Buzi verbessert. Insgesamt haben bereits 62.000 Menschen Hilfe von den Johannitern erhalten.

Hintergrund
Zyklon Idai war Mitte März mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometer über Mosambik gezogen und hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Hunderte Menschen starben, Tausende wurden obdachlos, ganze Landstriche komplett überflutet. Die Johanniter waren direkt nach dem Zyklon mit insgesamt 23 ehrenamtliche Soforthelfern, darunter Ärzte, Sanitäter und Logistiker, vor Ort. Sie übernahmen die medizinische Grundversorgung für rund 17.000 Einwohner im abgelegenen Bezirk Búzi. Nach der Soforthilfe haben die Johanniter Projekte zur Unterstützung des Wiederaufbaus in der Region gestartet.
Die Johanniter-Auslandshilfe
Die humanitäre Hilfe im Ausland ist eine satzungsgemäße Aufgabe der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.  In 12 Länderbüros und in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin arbeiten mehr als 250 internationale und lokale Mitarbeitende. Weitere Informationen über die Auslandshilfe: www.johanniter-auslandshilfe.de
Die Johanniter benötigen Spenden für ihre Arbeit in Mosambik 
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. 
IBAN: DE94 3702 0500 0433 0433 00 (Bank für Sozialwirtschaft)
Stichwort: „Mosambik“


Volksaufstand in Tibet vor 61 Jahren (10.3.)

 

  • Buddhistische Nonnen und Mönche systematisch verfolgt 
  • Tausende in Umerziehungs- und Arbeitslagern 
  • Berichte von Folter und Vergewaltigungen

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wirft China vor, buddhistische Nonnen und Mönche systematisch zu verfolgen und zwangsweise zu assimilieren. Damit solle Tibet unter die totale Kontrolle der Volksrepublik kommen. „61 Jahre nach der blutigen Niederschlagung des Volksaufstands wird in Tibet noch immer Widerstand gegen Chinas Herrschaft geleistet. Buddhistische Nonnen und Mönche gelten den Sicherheitsbehörden als besonders verdächtig. Systematisch versucht man ihren Willen zu brechen und schreckt dabei auch nicht vor Folter und Vergewaltigungen zurück“, erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Montag in Göttingen. Die Menschenrechtsorganisation forderte die sofortige Auflösung der Umerziehungslager, in die Nonnen und Mönche eingewiesen wurden. Zuvor hatte die Behörden sie gezwungen, ihre religiöse Ausbildung in buddhistischen Lehrinstituten aufzugeben. 

 

Die GfbV verurteilt die zwangsweise Internierung von Nonnen und Mönchen als unmenschlich und als Verletzung grundlegender Menschenrechte. Im August 2019 mussten rund 7.000 Nonnen und Mönche das buddhistische Studienzentrum Yachen Gar in der Provinz Sichuan auf Anordnung der Behörden verlassen. Mehrere tausend Menschen wurden daraufhin in Umerziehungs- und Arbeitslager eingewiesen. Ähnliches war bereits in den Jahren 2017 und 2018 im Studienzentrum Larung Gar geschehen, wo mehr als 4.800 Nonnen und Mönche vertrieben wurden. Aus dem Gewahrsam Freigekommene berichten über regelmäßige Übergriffe in den Umerziehungslagern durch das Wachpersonal. So würden Menschen gefoltert, Opfer sexueller Nötigungen oder sogar von Vergewaltigungen, um ihren Willen und ihre Persönlichkeit zu brechen.    

 

Menschen aus Tibet gedenken jedes Jahr am 10. März der Opfer des Volksaufstandes gegen die völkerrechtswidrige Besetzung ihres Landes durch China. Rund 87.000 Menschen starben im ersten Jahr nach dem Beginn des Aufstands am 10. März 1959. Weitere 1,1 Millionen Menschen fielen Chinas Repression in Tibet in den folgenden Jahrzehnten zum Opfer.

 


SOS-Kinderdörfer: "Flüchtlingskinder aus der Gefahrenzone holen"

 

(München/sos) - Angesichts der schockierenden Lage der Flüchtlinge an der türkisch-griechischen Grenze rufen die SOS-Kinderdörfer dringend dazu auf, dem Schutz von Kindern und Familien auf der Flucht oberste Priorität zu geben.

 

 "Verantwortliche vor Ort wie auch in der gesamten EU müssen sofort dafür sorgen, dass Flüchtlingskinder vor Gewalt geschützt sind und eine adäquate Versorgung erhalten", sagt Louay Yassin, Sprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit in München. Vor allem auf den griechischen Inseln eskaliere die Situation mehr und mehr. Dort leben aktuell

 

42.000 Asylbewerber unter menschenunwürdigen Bedingungen in überfüllten Lagern. Ein Drittel davon sind Kinder - über die Hälfte von ihnen jünger als 12 Jahre. 14 Prozent aller Kinder sind unbegleitet. "Die Sicherheit der Kinder ist nicht verhandelbar", sagt Yassin. "Wir müssen sie jetzt aus der Gefahrenzone holen! Ein Flüchtlingscamp ist kein passender Ort für ein Kind."

 

 

 

 Die Kinderhilfsorganisation fordert:

 

- Die EU-Staaten müssen Kinder und Familien aufnehmen und menschenwürdig unterbringen.

 

- Kinder und Familien müssen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Schulen und psychosozialer Unterstützung erhalten.

 

- Unter keinen Umständen dürfen Kinder von ihren Familien getrennt werden.

 

- Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge brauchen besonderen Schutz.

 

Es muss alles dafür getan werden, Familien wieder zusammenzuführen.

 

 

 

 Die SOS-Kinderdörfer unterstützen geflohene Kinder und Familien in Griechenland vielfältig, unter anderem im Camp Kara Tepe auf der Insel Lesbos, wo Jungen und Mädchen Schulunterricht und psychosoziale Unterstützung bekommen. Aufgrund der Sicherheitslage mussten SOS-Mitarbeiter ihre Arbeit auf der Insel kurzzeitig aussetzen, sind aber inzwischen wieder im Einsatz für die Kinder.

 


9 Jahre nach Beginn des Syrien-Krieges

Syrien: Eine Million Menschen akut bedroht

Syrien * Türkei * Griechenland * Idlib * Flüchtlinge
(Berlin/dw) -. Im Norden Syriens spitzt sich die Situation für etwa eine Million Menschen weiter zu. Sie sind seit Dezember 2019 aus oder innerhalb der Provinz Idlib geflohen und sitzen zwischen Kämpfen auf der einen und der geschlossenen Grenze auf der anderen Seite fest. „Das Leben von einer Million Menschen ist akut bedroht“, mahnt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Es muss alles dafür getan werden, dass diese von neun Jahren Krieg massiv geschwächten und traumatisierten Menschen geschützt und humanitär versorgt werden.“ Sorgen bereitet dem evangelischen Hilfswerk auch die Lage in Griechenland und an der türkisch-griechischen Grenze.

Im Norden Syriens nimmt auch die Gewalt gegen Hilfsorganisationen weiter zu. Helfer müssen zum Teil selbst vor den Kämpfen fliehen und ihre Arbeit einstellen. Dadurch ist die Versorgung der eingeschlossenen Bevölkerung kaum noch möglich. Märkte, Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen werden von den Konfliktparteien immer wieder angegriffen - ein eklatanter Verstoß gegen humanitäres Völkerrecht. „Der systematische Bruch des humanitären Völkerrechts und die völlige Missachtung der Menschlichkeit sind traurige Konstanten in neun Jahren Krieg“, sagt Keßler.

„Alle Konfliktparteien müssen sofort ihre Waffen ruhen lassen. Nur so kann in dieser unübersichtlichen Situation überlebenswichtige Hilfe geleistet werden. Und nur so können weitere Tote und Verletzte verhindert werden“, so Keßler weiter. Von der Bundesregierung und der EU erwartet die Diakonie Katastrophenhilfe, dass alle diplomatischen Schritte ausgeschöpft werden, um den Druck auf die Akteure zu erhöhen, die Kämpfe einzustellen, und sie dazu zu bewegen, an einen Verhandlungstisch zurückzukehren.

Parallel zu den dramatischen Entwicklungen in Idlib bleibt die Situation auf den griechischen Inseln und an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland angespannt. Flüchtlinge an der EU-Außengrenze sind unverhältnismäßiger Gewalt ausgesetzt. Die Geflüchteten auf den griechischen Inseln, die unter katastrophalen Bedingungen seit Jahren dort festgehalten werden, werden aktuell Opfer von ungehinderter kollektiver Aggression. „Flüchtlinge müssen überall geschützt werden und dürfen nicht als politische Verhandlungsmasse missbraucht werden“, fordert Martin Keßler.  

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt seit vielen Jahren Vertriebene innerhalb Syriens und Flüchtlinge, die in den Nachbarstaaten Schutz suchen. Als erste Reaktion auf die akute Not hat das evangelische Hilfswerk gemeinsam mit seiner türkischen Partnerorganisation ein Projekt gestartet, um die Menschen an der griechisch-türkischen Grenze kurzfristig mit Hilfsgütern – etwa Baby-Decken, Hygienesets und einfachen Regenmänteln - zu versorgen. Insgesamt hat die Diakonie Katastrophenhilfe seit 2012 mehr als 70 Millionen Euro für die Hilfe in der Region bereitgestellt. Bislang konnte so mehr als 1,1 Millionen Menschen geholfen werden.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:
Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,
Evangelische Bank,
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02,
BIC: GENODEF1EK1,
Stichwort: Flüchtlingshilfe Syrien
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Caritas international, Freiburg,
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe,
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02,
BIC: BFSWDE33KRL
Online unter: www.caritas-international.de
Sie können das Memo über den Button unten herunterladen.

 


Internationaler Frauentag – Vergessene Opfer schützen

 

  • Zeugung von Kindern bei Vergewaltigung im Krieg wird kaum thematisiert
  • Kinder und Mütter oft massiver Diskriminierung ausgesetzt 
  • Neues GfbV-Memo: Forderungen und Lösungsansätze

 

(Göttingen/gfbv) - Zum Internationalen Frauentag macht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf einen vergessenen Aspekt von Gewalt an Frauen aufmerksam: Die Zeugung von Kindern bei Vergewaltigungen und die Folgen für die betroffenen Frauen – und Kinder. 

 

„Vergewaltigung als Kriegswaffe wird seit den Konflikten in Ruanda und im ehemaligen Jugoslawien thematisiert“, erklärt Lina Stotz, GfbV-Referentin für ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten. „Aber die Zeugung und Geburt von Kindern infolge dieser Vergewaltigungen erhält noch immer kaum Aufmerksamkeit. Dabei sind diese Kinder und ihre Mütter oft massiver Diskriminierung ausgesetzt.“ Das gelte besonders, wenn die Opfer Minderheiten angehörten, wie etwa beim Genozid des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS) an der yezidischen Gemeinschaft im Nordirak, der am 3. August 2014 begann. 

 

„Hier braucht es dringend Lösungen, denn Mütter und Kinder werden derzeit gegen ihren Willen getrennt – oft ohne Chance, sich später je wiederzufinden“, so Stotz. Darum hat die GfbV zusammen mit der yezidischen Diaspora in Deutschland Forderungen für die Zukunft dieser Kinder erarbeitet. Sie werden heute im Memorandum „Die Zukunft der Kinder des ‚IS‘ – Sieben Forderungen von und für die yezidische Gemeinde“ veröffentlicht. Auch Deutschland, als Heimat der größten yezidischen Diaspora, wird dabei in die Pflicht genommen.

 

Yezidische Frauen wurden seit 2014 systematisch versklavt und vergewaltigt. Viele von ihnen bekamen daraufhin Kinder, deren Väter „IS“-Kämpfer waren. Laut eines Erlasses des Yezidischen Hohen Rats, der geistlichen Führung der yezidischen Gemeinschaft, dürfen die Mütter in die Gemeinde zurückkehren, wenn sie sich aus „IS“-Gefangenschaft befreien können. Die Kinder, die in Gefangenschaft gezeugt wurden, dürften das jedoch nicht. Dies ist in yezidischen Traditionen begründet. „Zudem werden die Kinder von vielen als Symbol des Leids der ganzen Gemeinschaft und als muslimisch wahrgenommen“, erläutert Stotz. „Manche Mütter trennen sich freiwillig von ihren Kindern, etwa, weil ihr Trauma zu groß ist. Die anderen Mütter sind durch die Entscheidung des Hohen Rats gezwungen, zwischen ihrer Gemeinschaft und ihren Kindern zu wählen.“ Schätzungen zufolge seien hunderte Kinder betroffen.

 


„Ich hatte keine Todesangst“

(Aachen/kmw) - Zweimal wurde Bruder Bernhard fast totgeprügelt, weil er Menschen im Südsudan hilft. Der Ordensbruder arbeitet in dem ostafrikanischen Land für einen Partner des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger’. Dies ist seine Geschichte.

Von Robert Baumann


Der Knall der platzenden Autoscheibe ist ohrenbetäubend und kommt ohne Vorwarnung. Der Stein trifft Bruder Bernhard direkt am Kopf. Benommen sackt er hinter dem Lenkrad zusammen. Noch ehe er begreift, was passiert, reißen die Männer die Fahrertür auf und zerren ihn aus dem Wagen. Dann schlagen und treten sie mit 20 Leuten wie von Sinnen auf ihn ein. „Todesangst hatte ich keine“, sagt Bernhard. „In dem Moment war ich innerlich ganz ruhig.“ Erst als er sich nicht mehr bewegt, hören sie auf und lassen ihn blutüberströmt auf der einsamen Straße liegen. Weil sie sich sicher sind: Bernhard ist tot. Doch er überlebt wie durch ein Wunder. Mehrfach muss er in Deutschland operiert werden, bis seine Verletzungen einigermaßen ausgeheilt sind. Auf einem Ohr hört er heute kaum noch etwas. Neben den körperlichen Schäden sind es aber vor allem die seelischen, die nachwirken. Dass er nach dieser Attacke ein zweites Mal angegriffen und fast totgeprügelt wurde, als er Zeuge eines Mordes wurde, erzählt er nur noch beiläufig. Ebenso von den unzähligen Morddrohungen gegen ihn, von Leuten, die nicht wollen, dass er seiner Arbeit weiter nachgeht.

Bruder Bernhard engagiert sich seit vielen Jahren im Südsudan. Seine Ordensgemeinschaft ist Partner des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger’. Im Südsudan ist er verantwortlich für den Bau von Gebäuden und bringt Lebensmittel und Medikamente zu den Menschen, vor allem in schwer erreichbare Busch- und Sumpfgebiete, zu denen nur wenige Hilfsorganisationen vordringen. Er tut dies aus Überzeugung. Er will den Menschen in dem ostafrikanischen Land helfen, die unter den Folgen des Bürgerkrieges, unter Gewalt, Hunger und extremen Wetterbedingungen wie Dürren und Überschwemmungen leiden. Seine Motivation hat in all den Jahren trotz Anfeindungen und Angriffen gegen ihn nie nachgelassen. „Wenn ich das Leid, vor allem der Kinder und älteren Menschen sehe, sie persönlich kennenlerne und in ihre Augen blicke, dann gibt mir das die nötige Kraft, um weiterzumachen“, sagt Bruder Bernhard und erzählt von einer 75-jährigen Oma, deren beiden Söhne ermordet wurden und die sich jetzt alleine um die sieben Enkelkinder kümmern muss. „Sie hat weder ein Dach über dem Kopf, noch hat sie irgendetwas zu essen. Menschen wie sie brauchen unsere Hilfe.“ Motivation für seine belastende Arbeit zieht Bernhard auch aus seinem Glauben. „Jede Nacht ringe ich mit Gott und bete. Das gibt mir Kraft für den nächsten Tag.“ 

An einen dauerhaften Frieden im Südsudan glaubt Bruder Bernhard trotz der momentan geltenden Waffenruhe nicht. „Ich bin wahrlich kein Pessimist, ganz im Gegenteil“, sagt er. „Aber ich sehe momentan keinen Weg, der friedlich enden könnte. Ich wünsche mir und bete dafür, dass es anders kommt.“ In der aktuellen Situation ließen die Mächtigen das Land und die Menschen ausbluten. Bodenschätze würden zusammen mit internationalen Geschäftsleuten in großem Stil abgebaut, wovon nur sehr wenige profitierten, erzählt Bernhard. Solange diese Geschäfte gut laufen und alle ihre Anteile bekommen, „besteht kein wirkliches Interesse, dass sich daran etwas ändert. Denn wenn Frieden ist, gibt es Strukturen und Kontrollen. Und dann können sie nicht mehr das Land aussaugen wie bisher.“ 

Dass die Menschen im Südsudan gegen das System aufbegehren, öffentlich zu Protesten aufrufen und auf die Straße gehen, hält Bernhard für ausgeschlossen. „Es hat diese Versuche von Jugendlichen gegeben. Plötzlich waren Sicherheitskräfte an jeder Straßenecke. Polizisten, Soldaten, Pickups mit montierten Maschinengewehren und Panzer standen überall an strategischen Orten. Dazu gab es die klare Ansage: Wer sich auf der Straße sehen lässt, wird erschossen“, erzählt er. „Die Menschen haben überhaupt keine Chance, ihren Unmut öffentlich zu äußern.“ Ein weiteres Problem sieht Bernhard bei der Kirche. „Es gibt Uneinigkeiten unter den Bischöfen. Ein Land wie der Südsudan braucht eine starke Bischofskonferenz und eine starke Einheit der Kirche – beides ist nicht gegeben.“

Trotz der schwierigen Situation im Südsudan, will Bruder Bernhard den Menschen dort weiterhin helfen. Oder gerade deswegen. Und er hofft weiter auf die Hilfe von außen. „Ich bin dankbar für jede Unterstützung, nicht nur für die finanzielle. Genauso wichtig ist es, dass Menschen mit uns verbunden sind und in ihren Gebeten an uns denken“, sagt er. „In schweren Stunden, in denen ich nicht wusste, ob ich den nächsten Tag erlebe, gab mir diese Gewissheit Kraft!“

Hintergrund: 
Das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ unterstützt aktuell 18 Projekte im Südsudan, vorwiegend im Bereich Bildung und Gesundheit. Zudem stellt das Hilfswerk der Sternsinger immer wieder Geld für Nothilfen bereit. Denn Millionen Menschen leiden in dem ostafrikanischen Land unter den Folgen des Bürgerkrieges, Hunger und Naturkatastrophen. Zuletzt hat das Kindermissionswerk im Januar dieses Jahres 133.000 Euro für Nothilfemaßnahmen seiner Partner vor Ort zur Verfügung gestellt. Mit dem Geld konnten  4.200 Kinder und deren Familien in der Diözese Wau im Nordwesten des Landes mit Lebensmitteln versorgt, sowie Schulunterricht für Geflüchtete in abgelegenen Dörfern ermöglicht werden.   
Der Südsudan ist das jüngste Land der Welt und hatte im Sommer 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt. Zwei Jahre später, im Dezember 2013, begann in dem Land ein Bürgerkrieg. Ein im September 2018 unterzeichnetes Friedensabkommen hatte zu einer Abschwächung der Kämpfe geführt, allerdings waren an der Vereinbarung nicht alle südsudanesischen Rebellen beteiligt gewesen. Mit dem Mitte Januar dieses Jahres geschlossenen Abkommen hat sich erstmals die Regierung mit allen Oppositionsgruppen auf eine Waffenruhe verständigt. Eine neue Einheitsregierung soll nun für Stabilität sorgen. 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger
Mehr als 1.800 Projekte für benachteiligte Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 78,4 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2018 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 111 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.


Nordkirche unterstützt Diakonie Katastrophenhilfe im syrischen Idlib mit 15.000 Euro

Landesbischöfin: „Mehr internationale Solidarität für leidende Zivilbevölkerung“

(Schwerin/Hamburg/nk) - Angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Provinz Idlib und hunderttausender Geflüchteter im Nordwesten Syriens bittet die Diakonie Katastrophenhilfe um Spenden. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat kurzfristig 15.000 Euro für die Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

 

Neben ihrer Spende fordert die Nordkirche, dass die Kriegsparteien die Flucht der Zivilbevölkerung nicht behindern dürfen und den Zugang humanitärer Organisationen ermöglichen müssen. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Vorsitzende der Kirchenleitung der Nordkirche, zur Situation in Idlib: „Aus der Region Idlib sind innerhalb weniger Wochen rund eine Millionen Menschen vor Luftangriffen, Artilleriebeschuss und Granateneinschlägen geflohen. Die meisten von ihnen sind Kinder. Die Hilfsorganisationen dort kämpfen gegen eine humanitäre Katastrophe. Die Lage in Idlib ist unerträglich. Ohnmächtig muss sie uns aber nicht machen. Jetzt ist ein unverzüglicher Waffenstillstand nötig und mehr internationale Solidarität für die leidende Zivilbevölkerung.“

 

Zurzeit engagiert sich die Diakonie Katastrophenhilfe mit zwei Maßnahmen im Nordwesten Syriens: Es wird sicherer Wohnraum geschaffen, da es durch die Zerstörung von Häusern und Infrastruktur zu wenig intakten Wohnraum gibt. Außerdem versorgt das Hilfswerk die Menschen vor Ort mit dem Nötigsten, um sie vor dem Winter und der Kälte zu schützen. Der Syrienkrieg dauert seit 2011. Rund 12 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, die Hälfte davon Kinder. In der kalten Jahreszeit spitzt sich die Notlage der Menschen besonders zu: Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt und die Menschen kommen in Bauruinen und Zelten unter.

 

 

Spendenkonto:

Evangelische Bank (EB)

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Verwendungszweck: Humanitäre Hilfe Syrien

 

Online-Spenden sind hier möglich:
https://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/projekte/syrien-winterhilfe#

 

 

 


Türkei kappt Wasserversorgung für Orte in Nordsyrien

  • Türkische Soldaten und islamistische Milizen in Aufbereitungsanlage eingedrungen
  • Hundertausende in der Region Ras Al Ain ohne sauberes Trinkwasser
  • „Der Türkei ist jedes Mittel recht, um ihre Macht in Nordsyrien zu festigen"

 

(Göttingen/pm) - Die türkische Besatzungsmacht in Nord-Syrien hat die Wasserversorgung der Stadt Al Hasaka und anderer Ortschaften in Nordosten Syriens komplett eingestellt. Das berichten der unabhängige lokale Radiosender arta.fm und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien sowie lokale Gewährsleute der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) übereinstimmend. Den Berichten zufolge seien türkische Soldaten und mit ihnen verbündete syrisch-islamistische Milizen in die Wasserkläranlage in der Region Ras Al Ain (Kurdisch: Sare Kaniye) eingedrungen und hätten das Personal vertrieben. Daraufhin sei die Versorgung der Bevölkerung in den betroffenen Regionen mit Trinkwasser unterbrochen worden. 

 

Allein in der Stadt Al Hasakeh sind über 200.000 Menschen kurdischer, arabischer, assyrisch/aramäischer, und armenischer Abstammung und muslimischen, christlichen und yezidischen Glaubens zu Hause. „Sie alle müssen jetzt ohne sauberes Trinkwasser auskommen", erklärt Dr. Kamal Sido, Nahostexperte der GfbV. „Das Vorgehen der Türkei zeigt erneut, dass ihr jedes Mittel recht ist, um ihre Macht in Nordsyrien zu festigen und die autonome Selbstverwaltung der dort lebenden Zivilbevölkerung zu bekämpfen." Die Menschen zu schützen, wie die Regierung in Ankara behauptet und wie die NATO und auch die deutsche Bundesregierung fordern, sei gar nicht das Ziel der türkischen Besatzungsmacht. „Ein Staat, der sich tatsächlich für das Schicksal der Zivilbevölkerung interessiert, würde nicht hunderttausenden das Trinkwasser abdrehen, um politische Ziele oder geopolitische Interessen durchzusetzen", so Sido. „Mit dieser Politik tritt die Türkei das humanitäre Völkerrecht mit Füßen."

 

Die deutsche Bundesregierung verurteile zurecht jeden Angriff von Assad und Putin auf die von islamistisch kontrollierte Provinz Idlib, wo die syrische Zivilbevölkerung unfassbar leide. „Doch Erdogans Politik nimmt Berlin immer noch in Schutz – trotz massiver Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen des NATO-Staates an den Minderheiten in Nordsyrien", kritisiert der Nahostexperte. Die deutsche Bundesregierung müsse sich den Vorwurf gefallen lassen, sie betreibe Erdogan und seinen radikal-islamistischen Verbündeten gegenüber keine werteorientierte Politik. „Diese Politik ist nicht im Sinne und Interesse Deutschlands und der Menschen hier", erklärt Sido. „Eine große Mehrheit der Deutschen betrachtet Erdogan nicht als zuverlässigen politischen Partner."    

 


40 Jahre UNO-Flüchtlingshilfe – 100 Künstler*innen starten gemeinsame Aktion mit der UNO-Flüchtlingshilfe: „HEART - 100 artists. 1 mission.“

 

(Bonn/pm) - Der UNO-Flüchtlingshilfe, nationaler Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), steht 2020 ein besonderes Jahr bevor. Seit ihrer Gründung im August 1980 in Bonn setzt sich die Organisation für die finanzielle Unterstützung der weltweiten, lebensrettenden Einsätze des UNHCR und für Projekte und Initiativen Geflüchteter in Deutschland ein. Gemeinsam mit über 100 Künstler*innen will die UNO-Flüchtlingshilfe ein starkes Zeichen der Humanität und der Solidarität für die über 70 Millionen Menschen auf der Flucht setzen. Mit einer bundesweiten, staatlich genehmigten Kunstlotterie, in dieser Form eine Premiere in Deutschland, soll der Erlös von 25.000 Losen an den UNHCR gehen. Die mittlerweile über 100 Künstler*innen haben spontan zugesagt, dieses gemeinsame, wichtige Zeichen mit einem Werk zu unterstützen. 

 

Das Magazin „art- das Kunstmagazin“ begleitet die Lotterie als Medienpartner und berichtet ausführlich in der Ausgabe 3/2020 des Magazins. Chefredakteur Tim Sommer sagt zur UNO-Flüchtlingshilfe Kunstlotterie: „Wer ein Los erwirbt, hat die große Chance ein Kunstwerk zu gewinnen und gleichzeitig Gutes zu tun. Mit dieser Aktion wird ein wichtiges Zeichen der Humanität durch die Kunst gesetzt – deshalb ist „art-das Kunstmagazin“ gerne dabei.“

 

Möglich wird die Lotterie durch 100 Maler*innen, Fotograf*innen, Video- Installations- und Konzeptkünstler*innen, die der UNO-Flüchtlingshilfe ihre Kunst – im DIN A5-Format - zur Verfügung gestellt haben. Zu den Künstler*innen der Lotterie HEART - 100 artists. 1 mission. zählen u.a. Norbert Bisky, Olafur Eliasson, Douglas Gordon, Tue Greenfort, Katharina Grosse, Candida Höfer, Jenny Holzer, Anselm Kiefer, Herlinde Koelbl, Joseph Kosuth, Markus Lüpertz, Thomas Ruff, Pascale Marthine Tayou, Jorinde Voigt, Paloma Varga Weisz und He Xiangyu. Vor der Verlosung werden die 100 Werke im Herbst 2020 jeweils zwei Wochen lang in enger Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn, der Hamburger Kunsthalle und der Berlinischen Galerie - Museum für moderne Kunst ausgestellt.

 

Für Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, steht das gemeinsame Zeichen für Menschlichkeit und eine offene Zivilgesellschaft im Mittelpunkt der Aktion: „Wir könnten nicht dankbarer und stolzer sein auf den Einsatz und das starke Engagement dieser Künstlerinnen und Künstler für unsere Arbeit, für Millionen von Flüchtlingen und eine offene Zivilgesellschaft in Deutschland!“

 

Ablauf der Kunstlotterie

 

Der Erwerb der Lose ist einfach: Durch eine Überweisung von 40 Euro pro Los und zusätzlichen Angaben zum Erwerber auf das Kunstlotterie-Sonderkonto der UNO-Flüchtlingshilfe:
IBAN: DE 81 3702 0500 0008 2900 40; BIC: BFSWDE33XXX

 

Teilnehmen an der Lotterie dürfen nur volljährige Erwerber.  

 


Diakonie Katastrophenhilfe zur Lage in Syrien

Idlib: Humanitäre Katastrophe bei Eiseskälte

 

Idlib * Syrien * Kälte * Flucht

 

(Berlin/dw) - Angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Provinz Idlib und hunderttausender Flüchtlinge im Nordwesten Syriens sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe:

 

„Eine so große Fluchtbewegung innerhalb kürzester Zeit ist selbst in neun Jahren Syrien-Krieg beispiellos. Jetzt tritt ein, wovor humanitäre Helfer seit Monaten warnen: Das humanitäre Völkerrecht wird völlig missachtet, hunderttausende Menschen müssen aus Todesangst fliehen. Wegen der anhaltenden Kämpfe können sie sich kaum in Sicherheit bringen oder Unterstützung bekommen. Es droht eine riesige humanitäre Katastrophe.

 

Im Laufe des Krieges haben schon hunderttausende Menschen in der Provinz Idlib Schutz gesucht. Selbst in Bauruinen finden sie kaum mehr Platz. So haben die Flüchtlinge keine andere Chance, als im Freien zu übernachten und das bei klirrender Kälte.

 

Um die Zivilbevölkerung nicht weiter unter den Kämpfen leiden zu lassen, dürfen die Kriegsparteien die Flucht nicht behindern. Und sie müssen humanitären Organisationen den Zugang zu den Menschen in der Region ermöglichen.“


Neue Geheimdokumente zu Verbrechen in Xinjiang

 

 

  • Europäische Politik muss handeln, anstatt nur zu kritisieren
  • GfbV fordert Reisesanktionen für Verantwortliche
  • Westliche Unternehmen müssen ihre Aktivitäten prüfen
  • Annäherungskurs des Vatikan ist riskant

 

Nach dem Bekanntwerden neuer Geheimdokumente zur systematischen Verfolgung muslimischer Nationalitäten in China fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) von der europäischen Politik, auf verbale Kritik nun endlich konkrete Taten folgen zu lassen. „Deutschland und die Europäische Union dürfen nicht akzeptieren, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit ihres strategischen Partners China bei Gipfeltreffen verschwiegen oder als Randnotizen abgetan werden“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. „Verantwortliche für die Verbrechen müssen mit Reise-Sanktionen an der Einreise in die EU gehindert werden. Deutsche Firmen müssen ihre Aktivitäten in Xinjiang überprüfen.“ Spätestens beim EU-China-Gipfel in Leipzig im September 2020 unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft müsse Europa deutlich Farbe bekennen und zu seinen Werten stehen.  

 

Die nun bekannt gewordenen Dokumente belegen die zynische Akribie, mit der chinesische Behörden jedes Symbol der Religiosität uigurischer oder kasachischer Muslime erfassen und deuten. Bärte, Kopftücher, Moschee-Besuche und das Fasten während des Ramadan, alles werde systematisch erfasst. Je gläubiger die Menschen nach diesen Kriterien eingeschätzt würden, desto länger müssten sie gegen ihren Willen in den Lagern verbleiben. „Dies ist nicht nur ein Verstoß gegen internationale Menschenrechtskonventionen, sondern auch gegen Chinas Verfassung, die die Religionsfreiheit garantiert“, so Delius. 

 

Die systematische Verletzung der Religionsfreiheit in Xinjiang müsse aber auch dem Vatikan bei seiner Annäherung an Chinas Regierung zu denken geben. Denn heute seien die Opfer der Verbrechen muslimische Gläubige, schon morgen könnten es Angehörige der christlichen Minderheit sein, warnt die GfbV. Chinas Regierung misstraue jeder Religion, die sie nicht total kontrolliere. Jeder Deal mit Chinas Führung schüre die Repression gegen Andersdenkende und Gläubige. Erst letzten Freitag waren die außenpolitischen Führungen Chinas und des Vatikans bei der Münchener Sicherheitskonferenz zu einem viel beachteten Treffen zusammengekommen.

 


Tibet: China reagiert mit Verhaftungen und verschärfter Repression auf Coronavirus-Krise

 

(Berlin/ict) - Die International Campaign for Tibet (ICT) kritisiert die Reaktion der chinesischen Behörden auf die auch in Tibet steigende Zahl von mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten. Generell im Visier der Behörden sind aktuell Menschen, die Informationen über die potenziell tödliche Krankheit teilen. So wurde beispielsweise ein Mann verhaftet, weil er seine Kontakte in den sozialen Medien aufgefordert hatte, gegen die weitere Ausbreitung des Virus Gebete zu sprechen. Stattdessen hat die chinesische Führung ihre Kader aktiviert, um Propaganda über die Aufrechterhaltung von „Stabilität“ zu verbreiten, ein in der Volksrepublik China häufig genutzter Euphemismus für die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung und die erzwungene Übereinstimmung mit der Linie der herrschenden Kommunistischen Partei. Offiziellen Angaben zufolge waren in Tibet am 13. Februar insgesamt 63 Menschen infiziert. Unter ihnen befanden sich auch Tibeter, jedoch ist deren genaue Zahl unbekannt.

 

Die chinesischen Behörden haben wegen der Coronavirus-Krise alle großen Feiern zum tibetischen Neujahrsfest Losar untersagt. Dieses beginnt am 24. Februar und wird normalerweise mit religiösen Feierlichkeiten und öffentlichen Gebetszeremonien begangen, zu denen die Tibeter zu Tausenden zusammenkommen. Zusätzlich wurden die meisten religiösen Stätten in Tibet aufgefordert, alle größeren Zusammenkünfte abzusagen. In den tibetischen Gebieten, die von Peking verwaltungsmäßig der chinesischen Provinz Qinghai zugeschlagen worden sind, verlangen die Behörden von den Religionsgemeinschaften, „Gerüchten keinen Glauben zu schenken und keine Gerüchte zu verbreiten“.

 

So nachvollziehbar die Maßnahmen der Behörden im Grundsatz erscheinen mögen, so groß ist unter Tibetern zugleich die Sorge, dass deren Ausmaß von politischen Erwägungen überlagert wird. Denn seit vielen Jahren bereits versucht die chinesische Regierung, die Menschen in Tibet davon abzuhalten, ihre traditionellen religiösen und kulturellen Feste zu feiern. Zudem naht mit dem 10. März der politisch sensible Jahrestag des tibetischen Volksaufstands von 1959 und der Massenproteste des Jahres 2008. Inzwischen bleibt die sogenannte „Autonome Region Tibet“ (TAR) mit der Hauptstadt Lhasa in den Monaten Februar und März regelmäßig für ausländische Touristen gesperrt, weil die Behörden keine Augenzeugen für eventuelle Proteste im Land haben wollen. Am 1. Februar meldeten sich in den chinesischen Staatsmedien „Experten“ zu Wort, die unter Verweis auf die in der Höhenluft Tibets angeblich höhere Mortalitätsrate Reisewillige aufforderten, erst dann wieder nach Tibet zu kommen, wenn die Epidemie „unter völliger Kontrolle“ sei.

 

In deutlichem Kontrast zu den chinesischen Behörden reagieren die Tibeter mit einer Welle des Mitgefühls auf die Coronavirus-Krise. So stellten Klöster Mittel zu Ankauf von Gesichtsmasken und Schutzbrillen zur Verfügung, das bedeutende Kloster Kumbum etwa spendete 1 Million Yuan (ca. 132.000 Euro) für die am stärksten betroffene Stadt Wuhan. Und in den sozialen Netzwerken posteten viele Tibeter Bilder von Butterlampen zu Ehren des mittlerweile an der Krankheit gestorbenen chinesischen Arztes Li Wenliang, der als Erster über das neuartige Virus berichtet hatte und daraufhin von den Behörden zum Schweigen gebracht worden war.

 

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem englischsprachigen Bericht „Coronavirus response in Tibet: arrests, crackdown, religious repression“.

 


Heuschreckenplage in Ostafrika: Millionen von Hungersnot bedroht

 

(München/sos) - Eine Heuschreckenplage biblischen Ausmaßes richtet in Ostafrika gewaltige Zerstörung an. Und es kommt jeden Tag schlimmer: Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer fressen die Schwärme täglich weitere Gebiete kahl, Millionen Menschen sind von einer Hungersnot bedroht.

 

"Der Ausbruch trifft die Region in einer ohnehin kritischen Situation. In den aktuell am meisten betroffenen Ländern Äthiopien, Kenia und Somalia leiden schon jetzt 12 Millionen Menschen an Hunger.

 

Mehrere Dürren haben ihre Ernte vernichtet. Durch die Heuschrecken droht die Situation massiv zu eskalieren", sagt Ayele Sebaro, Nothilfe-Koordinator der Hilfsorganisation in Ost- und Südafrika.

 

 

 

 Allein in Äthiopien hätten die Insekten bereits eine Fläche von 2350 Quadratkilometern zerstört: Getreidefelder, Weideflächen und Wälder.

 

85 Prozent der Menschen lebten dort von der Landwirtschaft, ein Großteil sei betroffen. "Die Menschen haben Angst, ihre Kinder nicht mehr ernähren zu können. Sie versuchen, die Insekten mit Lärm oder Rauch zu vertreiben, aber das ist sehr ineffektiv. Die Bemühungen der Regierung, Chemikalien zu sprühen, bleiben bislang ergebnislos, es fehlt an Pestiziden, Flugzeugen, finanziellen Mitteln", sagt Sebaro.

 

Auch das Leben der Weidetiere sei in Gefahr, die Insekten fräßen sämtliche Grasflächen leer. "Die Auswirkungen sind gravierend. In der Somali-Region Äthiopiens zum Beispiel ist die Milch der Tiere das wichtigste Nahrungsmittel der Kinder", sagt Sebaro. Für die Jungen und Mädchen bedeuteten die großen Schwärme zusätzlich psychischen Stress. "Viele Kinder trauen sich nicht mehr aus dem Haus, weil die Heuschrecken überall sind. Sie bedecken den Boden und verdunkeln den Himmel", sagt Sebaro.

 

 

 

 Ayele Sebaro ist sich sicher, dass die Situation in eine Katastrophe münden wird, sollte eine rasche Bekämpfung der Insekten nicht gelingen. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Heuschrecken bis Juni aufgrund der idealen Brutbedingungen um ein 500faches steigen wird. 30 Länder könnten dann betroffen sein, darunter Staaten wie der Sudan, in dem aufgrund des Bürgerkriegs bereits jetzt 5,8 Millionen Menschen an Hunger leiden. In einigen Regionen würden die Schwärme exakt zur Erntezeit eintreffen.

 

 

 

 Die SOS-Kinderdörfer haben in Äthiopien ein gezieltes Nothilfeprogramm für Betroffene der Heuschreckenplage aufgestellt.

 

Familien sollen unter anderem mit Lebensmittelhilfen und Saatgut unterstützt werden. In allen betroffenen Ländern hilft die SOS-Familienstärkung Kindern und Eltern vielfältig dabei, Wege aus Krisensituationen zu finden.

 

 

 

 Quellen: IPC (Integrated Food Security Phase Classification), United Nations

 


Internationaler Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am 12. Februar

Statement von Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘:

(Aachen/kmw) - „Mädchen und Jungen in bewaffneten Konflikten als Soldaten einzusetzen, ist ein schweres Verbrechen an diesen Kindern und darf niemals toleriert werden. Kinder, die von Guerillas, Paramilitärs und Armeen rekrutiert werden, lernen mit Waffen zu schießen, Minen zu legen, werden zum Kämpfen gezwungen und häufig sexuell ausgebeutet. Diese Erlebnisse hinterlassen tiefe Narben in den Seelen der Kinder, sie sind oftmals traumatisiert und finden nur schwer zurück in einen angstfreien Alltag. Dieser Missbrauch von Kindern muss gestoppt werden. Kinder haben in Kriegen und bewaffneten Konflikten nichts verloren! 

Das perfide ist, dass Kinder viel einfacher zu manipulieren sind als Erwachsene und dass genau das auf brutalste Weise ausgenutzt wird. Häufig werden die Kinder auch unter Androhung von Gewalt zu Soldaten gemacht. Oder sie haben aus anderen Gründen keine Wahl: Wenn Nahrungsmittel fehlen, die Familie kein Dach über dem Kopf hat oder Eltern ihre Kinder nicht mehr beschützen können, dann sehen die Kinder oft keinen anderen Ausweg und werden zu Soldaten.

Viele der schwer traumatisierten Kindersoldaten brauchen dringend Unterstützung, da sie alleine oftmals keine Chance auf eine Rückkehr in die Gesellschaft haben. Ihnen fehlt eine Ausbildung, sie können ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten und brauchen psychologische Hilfe. Das Kindermissionswerk hilft diesen Kindern mit spezifischen Kindesschutz- und Reintegrationsprogrammen. In Projekten des Kindermissionswerks werden die Jungen und Mädchen in einem geschützten Umfeld psychologisch und medizinisch betreut und erhalten die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu machen. So wird den Kindern geholfen, ihr Trauma zu verarbeiten und einen Weg zurück in die Gesellschaft zu finden.“

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger
Mehr als 1.800 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 78,4 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2018 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 111 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben. 

 


Sudans Führung steht vor Zerreißprobe

Wichtiger Meilenstein im Kampf gegen Straflosigkeit

 

(Göttingen/gfbv) - Als "wichtigen Meilenstein im weltweiten Kampf gegen Straflosigkeit" hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die angekündigte Überstellung des früheren sudanesischen Diktators Omar Hassan al Bashir an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) bezeichnet. "Der Mann ist ein Massenmörder, der Millionen Menschenleben auf dem Gewissen hat und zahllose Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verantworten hat", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. Sein Sturz im April 2019 sei im Sudan als Befreiung empfunden worden. Doch es sei der Makel geblieben, dass er von der sudanesischen Justiz bislang nur wegen Korruption und dem gewaltsamen Tod einiger Demonstrierender belangt wurde. Nun könne es endlich Gerechtigkeit für Millionen Opfer von Gewalt, Krieg und Flucht geben. 

 

Sudans Machthaber kündigten heute an, Bashir an den IStGH überstellen zu wo