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Nachrichten aus aller Welt

26.10.2021

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle


FIDES-NACHRICHTEN - 26.10.2021

VATIKAN - Weltmissionssonntag: Papst Franziskus dankt Zeugen des Evangeliums in fernen Ländern

Rom (Fides) - Ein "Dankeschön" und die Bitte um einen "großen Applaus" für "die vielen Missionare und Missionarinnen - Priester, Ordensleute und engagierte Laien -, die an vorderster Front ihr Leben und ihre Kraft in den Dienst der Kirche stellen und in erster Person, manchmal zu einem hohen Preis, ihr Zeugnis geben“. Anlässlich des Weltmissionstages, der von der katholischen Kirche weltweit am vorletzten Sonntag im Oktober begangen wird, dankte Papst Franziskus allen Getauften, die an der "missio ad gentes" beteiligt sind und erinnerte daran, dass dies nicht dazu diene um, "Proselytismus zu betreiben“, sondern dazu, „das Evangelium in ihrem Leben in Ländern zu bezeugen, die Jesus nicht kennen".
Diese Worte des Dankes an die in den Missionen Tätigen sprach Papst Franziskus im Anschluss an das Mittagsgebet mit den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen am Sonntag, 24. Oktober. In seiner Ansprache vom Fenster des Apostolischen Palastes aus, wies der Papst auch auf die enge Verbindung dem Zeugnis der Missionare und dem der von der Kirche heiliggesprochenen Dienerinnen und Dienern Gottes hin. Unter Hinweis auf die Persönlichkeiten von Schwester Lucia dell'Immacolata von Barmherzigen Schwestern, die am Samstag, 23. Oktober, in Brescia seliggesprochen wurde und der Medizinstudenti Sandra Sabattini, eine geistlichen Tochter von Don Oreste Benzi, die am Sonntag, 24. Oktober, in Rimini seliggesprochen wurde schlug der Papst vor, am Weltmissionssonntag "auf diese beiden neuen Seligen als Zeugen zu schauen, die das Evangelium mit ihrem Leben verkündet haben".
 

VATIKAN - Generalsekretariat der Kindermissionswerke veröffentlicht neue Ausgabe des Bulletins

Vatikanstadt (Fides) – Das Generalsekretariat der Kindermissionswerke in Rom veröffentlichte in den vergangenen Tagen die Oktober-Ausgabe des Bulletins. Der Monat Oktober beginnt mit dem Fest der heiligen Theresia von Lisieux und wird in den katholischen Diözesen in aller Welt als Monat der Weltmission gefeiert, dessen Höhepunkt der Sonntag der Weltmission am 24. Oktober ist der dieses Jahr unter den Motto "Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben" (Apg 4,20).
Die Generalsekretärin des Kindermissionswerks, Schwester Roberta Tremarelli, "Das diesjährige Motto des Weltmissionssonntags, entspricht der Denkweise der Kinder“. „Wer könnte uns besser lehren, das Evangelium zu verkünden und zu missionieren als ein Kind oder ein junger Mensch?“, betont sie. „Das Kind denkt nicht nach und sieht keinen Widerstand voraus, es geht einfach vertrauensvoll voran". Schwester Tremarelli erinnert daran, dass dieser Geist bereits in Pauline Marie Jaricot, der Gründerin des ersten Missionswerkes, der Glaubensverbreitung, im Mai 1822 vorgezeichnet war, deren Seligsprechung unmittelbar bevorsteht: "Das Datum ihrer Seligsprechung wurde in diesen Tagen bekannt gegeben: 22. Mai 2022 in Lyon. Wir freuen uns mit der ganzen Kirche über diese neue Selige, eine gläubige junge Frau, die mit ihrer Sensibilität und Einfachheit ein Werk ins Leben gerufen hat, das seit 200 Jahren die Missionare und die Sendung der Weltkirche unterstützt“.
Mit Beiträgen aus den Nationaldirektionen der Päpstlichen Missionswerke in Uruguay, Spanien, Sri Lanka, Pakistan, Malawi, Kolumbien, den Philippinen und aus verschiedenen Diöesen in Bolivia, Nicaragua, Nigeria, India, Liberia, Guinea Bissau, Peru berichten das Bulletin über die missionarische Arbeit mit Kindern in aller Welt.
LINK
Bulletin des Generalsekretariats der Kindermissionswerk -> https://www.ppoomm.va/it/documentazioni/documenti-posi/posi-bollettini.html

 

AFRIKA/SÜDSUDAN - “Schüler für Frieden”: Diözese Tombura Yambio feiert Tag der katholischen Schulen

Tombura Yambio (Fides) – Trotz der politischen Unruhen und einer ernsten humanitäre Krise im Land, feiern Schülerinnen und Schüler in der Diözese Tombura Yambio den „Tag der katholischen Schulen“ unter dem Motto „Schüler für Frieden“ mit dem Ziel, Hoffnung und Selbstvertrauen im Staat Western Equatoria zu verbreiten.
Die Feier, die jedes Jahr stattfindet, ist Teil des Programms der Diözese. In der Regel kommen alle katholischen Bildungseinrichtungen der Diözese zusammen. Dazu gehören die Katholische Universität, Gymnasien, Sekundarschulen, Grundschulen und Vorschulen.
Der amtierende Generalvikar der Diözese, Pfarrer Tombe Charles, feierte einen gemeinsamen Gottesdienst Hunderte von Schülerinnen und Schüler in der Pfarrei „St. Mary Mother of God“ in Yambio. Pfarrer Tombe erinnerte an den heiligen Daniel Comboni, den Diözesanpatron die Bildung als ersten Samen des Glaubens in den damaligen Sudan brachte: "Der heilige Daniel Comboni lädt uns ein, das Leben jeden Tag neu zu beginnen, um Jesus Christus näher zu sein und durch Bildung etwas Neues zu erreichen, das es vorher nicht gab".
"Trotz der Herausforderungen ist es wichtig, sich auf das zu konzentrieren, was wir sein wollen", fügte der Generalvikar hinzu. „Wir alle können nur dann erfüllt sein, wenn wir für den Frieden arbeiten, der von Gott kommt, was bedeutet, dass wir ihn vollständig annehmen“.
"Wir glauben, dass wir, um den Auftrag des katholischen Bildungswesens in der katholischen Diözese Tombura-Yambio zu erfüllen, unsere Fähigkeit entwickeln müssen, als Gemeinschaft in ständigem Lernen zu handeln", so der Bischof Eduardo Hiiboro Kussala von Tombe, in der Botschaft, die der Vikar während des Gottesdienstes verlas. Der Bischof betonte, an die Schüler und Lehrer und alle im Bildungsbereich der Diözese Tätigen gewandt, dass das Ziel aller katholischen Schulen darin bestehe, eine katholische Erziehung zu bieten, die alle Schüler zum Lernen und zur akademischen Entwicklung in einer sicheren und einladenden Umgebung auf der Grundlage der Werte des Evangeliums anrege. Das Charisma der katholischen Schulen der Diözese bestehe darin, Gott und der Gemeinschaft mit Mut und Integrität zu dienen und in jedem Kind ein strahlendes Licht zu sehen.
„Schuler für den Frieden" war das Thema der diesjährigen Feierlichkeiten, die mit der Versammlung aller Schulen auf dem Freiheitsplatz von Yambio am frühen Morgen begann und mit einem Marsch durch die Stadt zur Pfarrei „St. Mary Mother of God“ in Yambio fortgesetzt wurden.
In Trägerschaft der Diözese Tombura-Yambio befinden sich derzeit über fünf höhere Bildungseinrichtungen, acht weiterführende Schulen in acht verschiedenen Pfarreien, 28 Grundschulen und 24 Kindergärten.

ASIEN/BANGLADESCH - Kardinal D'Rozario besucht Rohingya im Flüchtlingscamp Cox‘s Bazar

Cox's Bazar (Fides) - "Wir öffnen unsere Herzen für die Menschen, die unsere Unterstützung brauchen, um ihre Existenz in dieser Welt zu sichern", so Kardinal Patrick D'Rozario nach einem Besuch im Flüchtlingscamp in Cox's Bazar, wo 1,1 Millionen Rohingya leben. In einer Video schilderte der Kardinal seine Erfahrungen: "Wir wollen diesen Menschen nahe sein. Wir bitten um die Solidarität von Menschen aus anderen Ländern. Als ich zum ersten Mal hier ankam, waren alle traurig. Sie näherten nicht einmal, wenn man sie namentlich anspreche. Jetzt sehe ich gut organisierte Camps, und die Menschen leben auf humane Weise“.
"Den Rohingya gelingt es heute, einige grundlegende Lebensbedürfnisse zu befriedigen und angemessene Unterkünfte zu finden“, so der Kardinal weiter. „Dies ist ein Schritt nach vorn. Ich habe über die Rolle der Caritas gesprochen. Das Engagement, die Unterstützung und die gute Planung der Hilfe haben dem Camp und seiner Umgebung wirklich ein menschliches Gesicht gegeben".
Natürlich hoffe man, dass die Rohingya in ihre Heimat Myanmar zurückkehren können: "Aber dies ist nicht einfach eine bilaterale Entscheidung zwischen Myanmar und Bangladesch“, betont der Kardinal. „Die internationale Gemeinschaft setzt sich dafür ein und engagiert sich. Wenn die Flüchtlinge sich ihrer Menschenrechte, ihrer Staatsbürgerschaft und ihrer Sicherheit nicht sicher sind, werden sie nicht bereit sein zu gehen. Wir können sie nicht mit Gewalt vertreiben, auch das ist unmenschlich. Diese Menschen sollten in ihrer Heimat gut aufgenommen werden, sie sollten geschützt werden, sie sollten in ihrer Entwicklung und menschlichen Förderung begleitet werden. Die Lage ist weiterhin sehr schwierig“.
Der Kardinal erinnerte auch an die Fürsorge von Papst Franziskus gegenüber den Rohingya: "Der Heilige Vater spricht über die Rohingya, erinnert an die Rohingya und betet für sie und behält immer gute Erinnerungen in seinem Herzen", sagte er mit Blick auf die Begegnung von Papst Franziskus 2017 mit Rohingya-Flüchtlingen in Dhaka.
Zum Besuch des Kardinals in Cox‘s Bazar erklärte Immanual Chayan Biswas, Leiter des Nothilfeprogramms der Caritas Bangladesch, gegenüber Fides: "In den drei Jahren unserer Flüchtlingsarbeit haben wir an einem Aufnahmeprogramm gearbeitet, durch das die Flüchtlinge von provisorischen Unterkünften in stabilere Unterkünfte umziehen konnten. Damit versuchen wir, konkrete Solidarität zu leisten und Hoffnung zu geben. Im Jahr 2017 kamen die meisten Rohingya – vor allem Frauen und Kinder - mit einem psychologischen Trauma hierher. Dank unseres psychologischen und sozialen Unterstützungsprogramms haben viele Frauen und Kinder in den letzten drei Jahren begonnen, in ein normales Leben zurückzukehren“.
Caritas Bangladesch arbeitet in Cox's Bazar mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen und stellt ein Gemeindezentrum und 175 Unterkünfte für die Bewohner des Camps zur Verfügung. Von Caritas Bangladesch geförderte Sozialhilfeprogramme helfen den Rohingya-Flüchtlingen bei ihrer menschlichen Entwicklung, um menschenwürdige Lebensbedingungen zu schaffen.

ASIEN/LIBANON - Maronitischer Patriarch nach Ausschreitungen in Tayyouneh: “Es ist Aufgabe des Staates sein Volk zu schützen“

Beirut (Fides) - Der Staat habe die Aufgabe, "sein Volk zu schützen". Und wenn dies nicht geschehe, dürfe man diejenigen, die "ihre Würde und die Sicherheit ihrer Umgebung" verteidigen nicht zum "Sündenbock" machen, so Patriarch der maronitischen Kirche, Kardinal Béchara Boutros Raï, über die aktuelle Lage im Libanon, wo sieben schiitische Demonstranten am Donnerstag, den 14. Oktober, in Beirut von Scharfschützen auf den Dächern des "christlichen" Viertels Tayyouneh getötet worden waren.
Der Inhalt seiner Predigt beim Gottesdienst im Patriarchat Bkerké am Sonntag, den 24. Oktober, wurde von Beobachtern als Unterstützung des libanesischen Kardinals für die Positionen derjenigen ausgelegt, die die blutigen Ereignisse in Tayyouneh als einen tödlichen Unfall betrachten, der auf den Versuch der „Selbstverteidigung“ der Bewohner des christlichen Viertels angesichts der Übergriffe radikaler Schiitischen zurückzuführen ist. "Wir, die wir an die Gerechtigkeit glauben", sagte der Patriarch, "akzeptieren nicht, dass diejenigen, die ihre Würde und die Sicherheit ihrer Umgebung verteidigt haben, zum Sündenbock gemacht werden. Diese Menschen haben zusammen mit anderen den Libanon verteidigt und Tausende von Märtyrern für seine Einheit und Souveränität geopfert".
Nach den Ausschreitungen im Stadtviertel Tayyouneh-Ain al-Remmaneh wurden sechsundzwanzig Personen festgenommen, die meisten von ihnen gehörten den libanesischen Streitkräften an. Im Hinblick auf diese gerichtlichen Maßnahmen forderte der Patriarch in seiner Predigt, dass die Ermittlungen ohne "Einschüchterung" und ohne die Kriminalisierung "einer einzelnen Partei“ geführt werden, die man behandle „als ob sie allein für die Vorfälle verantwortlich wären".

AMERIKA/CHILE - Mit Blick auf die Wahl: Bischöfe beklagen angespanntes Klima und Polarisierung

Santiago (Fides) - "Besorgt über das derzeitige angespannte gesellschaftliche Klima und die Polarisierung im politischen Leben, insbesondere im Präsidentschaftswahlkampf, der eigentlich Gelegenheit sein sollte, um über Ideen, Projekte und Programme über die Gegenwart und Zukunft der Landes zu sprechen“, veröffentlichten die chilenischen Bischöfe einen Monat vor den Präsidentschafts-, Parlaments- und Regionalwahlen am 21. November einen gemeinsamen Hirtenbrief zu den Wahlen.
Der Ständige Ausschuss der Bischöfe stellt darin fest: "Leider nehmen die Gewalttätigkeiten unter uns zu. Polarisierung und Aggression kommen auf vielen Ebenen unseres Zusammenlebens zum Ausdruck, auch in unseren täglichen Beziehungen zu anderen. Auch Morde und andere Straftaten haben in letzter Zeit zugenommen. Drogenhandel und Kriminalität nehmen in unseren Städten große Bereiche und Räume ein. Legitimer politischer Protest wird durch die Aktionen bestimmter Gruppen oft zu einer Zerstörung von öffentlichem und privatem Eigentum und Räumen".
Deshalb fordern die Bischöfe die Chilenen auf, "unser Zusammenleben ernsthaft zu überdenken", "der Gewalt Einhalt zu gebieten" und "zu lernen, als Brüder miteinander zu sprechen, die alle das gleiche Land und das gleiche Haus bewohnen". Ein weiterer Grund zur Besorgnis sei das wirtschaftliche Szenario mit seinen negativen Folgen, die vor allem die armen und gefährdeten Familien treffen, sowie die Pandemie, die Probleme verursacht habe, „die noch lange anhalten werden“. "Es ist widersprüchlich", fahren sie fort, "dass wir zwar ein höheres Maß an Wohlstand und Gerechtigkeit anstreben und uns danach sehnen, aber keine stabileren Szenarien durch politisches Handeln aufbauen, die es uns wirklich ermöglichen, die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen. Wir müssen noch mehr für das Wohl des Landes einsetzen, jenseits von Wahlversprechen".
Die Bischöfe fordern daher alle auf, "verantwortungsbewusst zu handeln", und betonen, dass "für denjenigen, der das Land in der nächsten Zeit regieren wird, die Aufgabe schwierig und komplex sein wird, aufgrund des wirtschaftlichen und politischen Kontextes, den wir erleben, nicht zu vergessen die Gesundheitskrise". Es sei daher notwendig, „keine Polarisierung zu erzeugen, die unsere Gegenwart noch undurchsichtiger macht". Schließlich fordern die Bischöfe die katholischen Gläubigen auf, "für unser Heimatland zu beten, für seine Regierenden und Verantwortlichen, für seine Institutionen und für die laufenden politischen und sozialen Prozesse, für jeden seiner Bewohner", und sie vertrauen der Jungfrau vom Berg Karmel "diese Zeit der Herausforderungen für unser Heimatland" an. 


FIDES-NACHRICHTEN - 25.10.2021

EUROPA/SPANIEN - Weltmissionssonntag: Junge Katholiken bezeugen Erfahrung in der Mission

Madrid (Fides) - "Wenn wir weitergeben wollen, was wir gesehen und gehört haben, wer könnte uns dabei besser helfen als junge Menschen? Viele von ihnen, die das das Glück hatten, einige Zeit lang mit Missionaren zusammenzuarbeiten, möchten über ihre Erfahrungen sprechen“, so Pfarrer José María Calderón, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke (POM) in Spanien, im Interview mit Fides über die Initiativen der Kampagne zum Weltmissionssonntag 2021.
"Um den Gläubigen die Mission näher zu bringen, haben wir ein Video vorbereitet, in dem fünf junge Menschen erzählen, was sie gesehen und von den Missionaren gehört haben, als sie die Gelegenheit hatten, deren Arbeit kennenzulernen“, so der Nationaldirektor. In diesem Jahr", fährt er fort, "haben wir auch eine neue Version der Seite ‚www.domund.es‘ und wir haben zum zweiten Mal den "Virtuellen Solidaritäts-Marathon" des Weltmissionssonntags, der in Spanien als „Domund“ bekannt ist, auf den Weg gebracht“.
Auf der iberischen Halbinsel gibt es viele Initiativen, die von den Päpstlichen Missionswerken im Rahmen der Kampagne zum Monat der Weltmission organisiert wurden, darunter missionarische Rosenkranzgebete und Gebeten für die Missionen. "Auf nationaler Ebene", so der Nationaldirektor, "organisieren wir seit einigen Jahren besondere Initiativen, die darauf abzielt, das missionarische Leben der Kirche ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. In diesem Jahr", so fährt er fort, "haben wir die Kirchenprovinz Toledo dafür ausgewählt, in der wir mehrere Aktivitäten durchgeführt haben: eine Missionsausstellung, ein Jugendtreffen, eine Gebetswache für das Ordensleben und ein Konzert“.
Höhepunkt der Aktivitäten ist am Sonntag, dem 24. Oktober, die Feier des Weltmissionstags: Es wird erwartet, dass sich viele Gläubige an der Kollekte für die Unterstützung von Missionaren und Missionarinnen beteiligen und dass alle Katecheten, Gruppen, Verbände und Bewegungen der katholischen Aktion auf Mission entsandt werden. "Das Zeugnis der Missionare ist sehr wichtig", sagt Pfarrer Calderon, "sie sind Zeugen des Wirkens Gottes an den Orten, an denen sie arbeiten und evangelisieren. In Spanien", so schließt er, "haben wir viele Missionare, die in den Missionsgebieten Zeugen Christi sind, und hier, in unserem Land, sind sie Zeugen dessen, was der Herr unter den Menschen tut".

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Interview mit Pfarrer Calderon im Video -> https://youtu.be/YMg32qeNysw

AFRIKA/MOSAMBIK - Scalabrini Missionsschwestern: Sonntag der Weltmission im Zeichen der Flüchtlingshilfe

Pemba (Fides) - 125 Jahre sind seit der Gründung der Kongregation der Scalabrini-Missionsschwestern vergangen. Am kommenden 9. November wird das „Scalabrini-Jahr“ der eröffnet, am 25. Jahrestag der Seligsprechung des Gründers Giovanni Battista Scalabrini.
"Für uns hat der Monat der Weltmission einen hohen Stellenwert und führt uns zu unseren Gemeinschaften in der ganzen Welt und insbesondere zu unserer neuen Mission in der Diözese Pemba, in Cabo Delgado, Mosambik. Hier wollen wir, viele unserer Ressourcen bündeln, um all jenen Migranten zu helfen, die Opfer von Gewalt geworden sind", so Schwester Marines Biasibetti, eine der Schwestern, die als Missionarinnen, vor Ort tägig sind, gegenüber Fides.
"Getragen vom Charisma der Scalabrini-Ordensfamilie und motiviert durch das Beispiel unseres Gründers Giovanni Battista Scalabrini und der Mitbegründer, des ehrwürdigen Pfarrer Giuseppe Marchetti und der seligen Mutter Assunta, haben wir die Einladung der Kirche und die Bitte der Migranten angenommen, diese neue missionarische Präsenz zu eröffnen. Es ist für uns ein Zeichen der Dankbarkeit und es ist sehr bedeutsam, dass diese Mission im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten zum 125-jährigen Bestehen unserer Kongregation verwirklicht wird".
"Die Bedürfnisse in Cabo Delgado sind vielfältig. Die Menschen leben in absoluter Armut und es müssen zuerst ihre Grundbedürfnisse müssen befriedigt werden: Nahrung, Wasser, Gesundheit. Eines unserer Teams ist in Chiure, 155 km von der regionalen Hauptstadt Pemba entfernt. Die Pfarrei St. Isabella ist unser Zuhause. Es ist ein sehr armes Viertel mit vielen Bedürfnissen. Wir wollen Initiativen auf den Weg bringen, die den Migranten helfen, sich selbst zu versorgen. Doch sie bitten uns vor allem, auf ihre Grundbedürfnisse einzugehen und wollen in ihre Herkunftsgebiete zurückzukehren".
Den Sonntag der Weltmission feiern die Scalabrini Missionsschwestern im Zeichen der Flüchtlingshilfe.

AFRIKA/LIBERIA - Brand im Sekretariat der Bischofskonferenz: Generalsekretär bittet um Gebete

Monrovia (Fides) - Am Dienstag, den 19. Oktober, brach gegen 10.30 Uhr ein Feuer im katholischen Sekretariat der Bischofskonferenz von Liberia aus. Dies teilte Pfarrer Dennis Cephas Nimene, der Generalsekretär der Bischöfe mit.
"Das Feuer wurde an der Decke meines Zimmers entdeckt, während wir glücklicherweise alle in unseren Büros arbeiteten", so Pfarrer Dennis. „Die Mitarbeiter des Büros versuchten mehrfach, die Flammen zu löschen, denn wir mussten eine Stunde auf das Eintreffen der Feuerwehr warten", so der Priester, der auch Nationaler Direktor der Päpstlichen Missionswerke (POM) in Liberia ist.
In dem abgebrannten Gebäude befindet sich auch der Sitz der Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke. „Leider konnten wir nichts bergen", beklagt Pfarrer Dennis. „Viele Dokumente (Akten, Berichte usw.) wurden bei dem Brand zerstört, ebenso wie alle meine persönlichen Gegenstände, Bücher, Kleidung usw. Wir warten nun auf die von der Feuerwehr eingeleitete Untersuchung, um die Brandursache zu ermitteln“.
Der Generalsekretär wohnt derzeit bei den Brüdern des Heiligen Johannes von Gott, in deren Trägerschaft sich das katholische Krankenhaus befinden ist und arbeitet in den Büroräumen von Caritas Liberia.
"Erzbischof Dagoberto Campos Salas, der Apostolische Nuntius in Liberia, und der emeritierte Erzbischof Lewis Zeigler und der Diözesanadministrator Gabriel Blamoh Jubwe kamen zum Ort des Geschehens, um sich ein Bild von der Ursache des Schadens zu machen und den Mitarbeitern des Sekretariats ihr Mitgefühl zu bekunden“, so der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke abschließend zu der Reaktion auf den Brand. „Wir haben viele Solidaritätsanrufe erhalten, unter anderem vom Bischof Anthony Fallah Borwah von Gbarnga und von Bischof Andrew Jagaye Karnley von Cape Palmas". Abschließend bittet der Generalsekretär der Bischofskonferenz um das Gebet.

AFRIKA/SUDAN - Möglicher Staatsstreich: Bischof von El Obeid beklagt “ungewissen Zukunft“

El Obeid (Fides) - "Das Leben im Sudan ist im Moment sehr hart, wir überleben wie durch ein Wunder. Alles ist sehr teuer, Transport, Lebensmittel und die Menschen haben kein Brot. Diese Situation ist für die Bevölkerung untragbar, und die Hilfe der internationalen Gemeinschaft erreicht nur einige wenige, während viele ohne Hilfe bleiben“, so Bischof Yunan Tombe Trille, Bischof von El Obeid und Vorsitzender der Bischofskonferenz des Sudan und des Südsudan in einem Kommentar zur Lage in dem afrikan ischen Land Land das nach einer Zeit großer Hoffnungen mit dem Ende der Diktatur von Omar Hasan Ahmad al-Bashīr im April 2019 und dem Beginn eines demokratischen Übergangs begonnen hat.
"Die Menschen sind gespalten zwischen denen, die wollen, dass die Übergangsregierung mit zivilen Ministern weitergeführt wird und die Prinzipien der Demonstrationen von vor mehr als zwei Jahren nicht verrät“, so der Bischof, „und denen, die stattdessen die totale Machtergreifung durch das Militär befürworten, das ihrer Meinung nach als einziges die tiefe politische Krise lösen und für Brot sorgen kann“. „Seit einiger Zeit gibt es keine Treffen mehr zwischen Zivilisten und Militärs in der Regierung, und wir können sagen, dass die Exekutive derzeit nicht funktionsfähig ist. In der Zwischenzeit haben die Verbrechen ein in der Geschichte noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht, was vielleicht auf den Hunger zurückzuführen ist, unter dem so viele Menschen leiden“, berichtet der Bischof. „Natürlich stehen hinter den Teilen der Bevölkerung, die einen Staatsstreich und die vollständige Rückkehr der Macht in die Hände des Militärs fordern, Interessengruppen, die mit Armeekreisen verbunden sind".
"Es ist sehr schwer vorherzusagen, was in naher Zukunft passieren wird, und ich möchte nicht wiederholen, was ich schon oft gesagt habe: Ich glaube nicht an ihre Versprechen“, fährt Bischof Yunan Tombe Trille fort. „Es ist sehr schwer vorherzusagen, was in nächster Zukunft passieren wird, und ich möchte nicht wiederholen, was ich schon oft gesagt habe: Ich glaube nicht an ihre Versprechen“. „Es ist möglich, dass es einen neuen Staatsstreich des Militärs geben wird. Ich habe den Versprechungen derjenigen, die uns in den letzten 60 Jahren regiert haben, nie Glauben geschenkt, denn wenn wir zurückblicken, sehen wir, dass sie nur so viele Probleme geschaffen haben", bedauert er.
Die Kirche, die lange Zeit gezwungen war, inmitten von Schwierigkeiten in einem diktatorischen Regime mit ausgeprägter islamischer Prägung zu leben, habe jetzt weniger Probleme, befürchte aber eine ungewisse Zukunft.
"Es ist für alle eine sehr schwierige Zeit“, so der Bischof abschließend „Ich kann sagen, dass wir für die Kirche eine Zeit der relativen Ruhe erleben, ein Gefühl der Erholung nach Jahren der Aktivitäten, die sich entschieden gegen uns richteten: Kirchen wurden geschlossen, Gebäude konfisziert, und es wurde uns nicht erlaubt, zu arbeiten. Meiner Meinung nach hat sich die Haltung gegenüber der Kirche nicht sehr verändert, außer in den Worten: Die Worte sind milder geworden, aber ich möchte sagen, dass man trotz der größeren Ruhe nicht von einem wirklichen Wandel sprechen kann“.

AMERIKA/BOLIVIEN - Altenpflege: Ordensfrauen sterben nach Ansteckung im Dienst an Covid-19

Oruro (Fides) - Drei Ordensfrauen der Kongregation der „Hermanitas de los Ancianos Desamparados“ starben Ende September in Bolivien an den Folgen einer Covid-19-Infektion, nachdem sie sich bei den von ihnen betreuten Senioren des Hauses "La Sagrada Familia" infiziert hatten.
"Mutter Maria Hilda Ateaga Flores (62), Schwester Asuncion Bravo Rivas (74) und Schwester Carmen Agip Sanchez (69), wurden alle drei während ihrer Arbeit in der Altenpflege angesteckt und gaben ihr Leben für diese Menschen hin“, so die die Generalsekretärin der Kongregation, Schwester Carmen Atán, „ihr Anliegen war es, dass man sich um die Senioren kümmert, besonders das derMutter Oberin. Obwohl man ihr sagte, sie müsse zur medizinischen Behandlung ins Krankenhaus, gab sie den Senioren den Vorrang. Als sie am Ende ihrer Kräfte war, kam sie mit einer hohen Viruslast in die Notaufnahme, und man konnte nichts mehr für sie tun."
In den letzten zwei Jahren hat die Kongregation bereits vier weitere Ordensfrauen an Covid-19 verloren, die sich in der Altenpflege infiziert hatten, um die Mission der Nähe zu denjenigen nicht zu vernachlässigen, die von der Gesellschaft oft als "Abfall" betrachtet werden, wie es Papst Franziskus ausdrückt.
Schwester Tomasa Flores Machado (69), die in Callao (Peru) lebte und Arbeitete, bemühte sich immer um Spenden, um ältere Menschen zu unterstützen, da sie keine anderen Mittel hatte. Sie hatte eine besondere Gabe für diese Aufgabe, sie bat Reichen und Arme um Unterstütztung, und niemand konnte ihrer Bitte widerstehen. Schwester Nubia Largo Chaparro (56), lebte in Penipe (Ecuador) zeichnete sich dadurch aus, dass sie es verstand, alle Ereignisse ihres Lebens, wie zuletzt auch die Corona-Infektion, die ihr irdisches Leben in einem noch jungen Alter beenden sollte, jederzeit die göttlichen Vorsehung anzunehmen und dies bei vollem Bewusstsein zu geben.
Schwester Elsa Bazan Medina (76), lebte und arbeitete in Gonzalez Catan (Argentinien) und widmete sich stets mit großer Aufmerksamkeit, Aufopferung und Liebe der Pflege alter Menschen. Und auch Schwester Maria Carmen Prada Jaimes (76), die in Naguanagua-Valencia (Venezuela) lebte, hatte ein besonderes Einfühlungsvermögen gegenüber älteren Menschen und setzte sich für die Menschen ein, die Gott ihrer Fürsoge anvertraut hatte. Ihre Vorgesetzte berichtet, dass sie nachts aufstand, um nach den Schwerstkranken zu sehen, und sich bis zu ihrem letzten Tag um sie kümmerte.
"Unsere Mission hat sich während der Covid-19-Pandemie“, so Schwester Carmen gegenüber Fides „mit großer Hilfsbereitschaft, Hingabe und Aufopferung und in vielen Fällen mit Heldentum weiterentwickelt, indem wir uns immer mit großer Sorgfalt Notfällen gewidmet haben, was viele Leben gerettet hat".
"Die Kleinen Schwestern haben zu keiner Zeit die alten Menschen aus den Augen verloren, ob sie nun erkrankt waren oder nicht, sie boten ihnen Begleitung, Ermutigung und religiösen Beistand an", fährt sie fort, "sie haben nie aufgehört, sie gut geschützten, im Falle von Covid-Infektionen zu versorgen und in allen Heimen präsent zu sein auch mit Unterstützung von Miterbeitern des Gesundheitsdienstes“.
Schwester Carmen Atán drückt ihre große Dankbarkeit gegenüber dem Gesundheitspersonal aus "und gegenüber unserem lieben Gott und der Heiligen Jungfrau, die uns Kraft gegeben haben. Das spürten wir besonders dann, wenn es keine medizinische Versorgung gab und die Mitarbeiter im Urlaub waren. In diesen Fällen, musste unser Aufwand verdoppelt werden".


missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener: „Alle Religionen eint der Wille zum friedlichen Zusammenleben“

Bei der Internationalen Digitalen Konferenz zum Dialog der Religionen diskutierten auf Einladung des katholischen Hilfswerks missio Aachen rund 100 Expertinnen und Experten über die Rolle von Religion in Konflikten. Eines der Ergebnisse: Für die Jugendarbeit wird der interreligiöse Dialog immer wichtiger.

(Aachen/missio) - „Alle Religionen eint der Wille zum friedlichen Zusammenleben“, betonte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, zum Auftakt der zweitägigen Internationalen Konferenz zum Dialog der Religionen. Von Aachen aus schaltete das katholische Hilfswerk missio – gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern - rund 100 Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt virtuell zusammen.

Erzbischof Ludwig Schick hob dabei die Rolle der Religionen für den weltweiten Frieden hervor. „Dazu müssen die Religionen den interreligiösen Dialog fördern“, betonte Schick, der bis Ende September Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gewesen war, in einem Statement in Bamberg. „Religionen können Brandherde von Konflikten sein, diese aber auch löschen“, ergänzte Markus Grübel (CDU), der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit.

Fortschritte in der Jugendarbeit: Interreligiöser Dialog wächst 

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Tagung war, dass Bildung der Schlüssel für die Überwindung von religiösen Konflikten oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wie dem Antisemitismus ist. Das gelte nicht allein für die Schule, sondern auch für die Jugendarbeit, wie beispielsweise Anja Baukmann von der Katholischen Jugendagentur Düsseldorf berichtete. „Interreligiöse Angebote werden von jungen Menschen in Deutschland gut angenommen. Es sind aber noch viele kleine Schritte notwendig, um ein stärkeres Bewusstsein für andere Religionen zu schaffen“, verdeutlichte sie. „Dazu gehören Angebote zur Sensibilisierung sowie eine stärkere Förderung von Angeboten und Personal.“

„Wir begrüßen solche Fortschritte beim interreligiösen Dialog in der Jugendarbeit, sehen aber noch weiteren Handlungsbedarf“, verdeutlichte missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener. Daher hat das katholische Hilfswerk in diesem Jahr Aktion #strongbymissio gestartet. Dabei steht aktuell die Förderung des Dialogs zwischen jungen Menschen in Nigeria und Deutschland im Mittelpunkt. 

Im Rahmen des bis zum 24. Oktober 2021 stattfindenden Monats der Weltmission, der in diesem Jahr im Fokus des interreligiösen Dialogs steht – beleuchteten bei der zweitätigen Digitalkonferenz Expertinnen und Experten aus Kirche, Politik, Wissenschaft in Podiumsdiskussionen und Workshops die Frage, welche Herausforderungen und Möglichkeiten die Religionen in den Konflikten weltweit haben.

Die Förderung des Interreligiösen Dialogs ist für missio Aachen seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen. Zuletzt förderte missio Aachen knapp 60 solcher Projekte, mit denen in Afrika, Asien und Ozeanien rund 1,93 Millionen Menschen erreicht wurden. 

Die Konferenz zum Dialog der Religionen stand am 20./21. Oktober 2021 unter dem Motto „Zwischen Vision und Wirklichkeit“ und wurde durchgeführt von:

  • Katholische Hilfswerk missio in Aachen,
  • Agiamondo in Köln,
  • dem Abrahamischen Forum in Darmstadt,
  • der christlich-islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz, kurz CIBEDO, in Frankfurt am Main
  • den Katholischen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen
  • der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule Aachen,

mit dem Institut für katholische Theologie

  • dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK9 und seinem Gesprächskreis Christen und Muslime
  • dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales 
    des Landes Nordrhein-Westfalen

 

sowie Engagement Global.


FIDES-NACHRICHTEN - 23.10.2021

VATIKAN - STATISTIKEN DER KATHOLISCHEN KIRCHE 2021

Vatikanstadt (Fides) – Zum 95. Sonntag der Weltmission, der dieses Jahr weltweit am 24. Oktober gefeiert wird veröffentlicht der Fidesdienst auch in diesem Jahr ausgewählte Statistiken zur missionarischen Tätigkeit der Kirche in aller Welt.
Die Tabellen sind dem letzten „Statistischen Jahrbuch der Kirche“ entnommen (mit Daten zum 31. Dezember 2019) und geben Auskunft über die Mitglieder der Kirche, seelsorgerische Strukturen, Tätigkeit im Gesundheits- und Bildungswesen. In Klammern sind jeweils Veränderungen, Anstieg (+) oder Rückgang (-), im Vergleich zum Vorjahr angegeben, wie sie aus der Gegenüberstellung des Fidesdienstes hervorgehen. Außerdem enthalten die Statistiken eine Übersicht über die von der Kongregation für die Evangelisierung der Völker in aller Welt verwalteten Kirchsprengel.
(SL) (21/10/2021)

LINK
Statistiken der katholischen Kirche 2021 (Englisch) -> http://www.fides.org/de/attachments/view/file/WORLD_MISSION_DAY_-_CATHOLIC_CHURCH_STATISTICS_2021.docx
Statistiken als Video-Grafik (Englisch) -> https://www.youtube.com/watch?v=bQmYmKAKETI

 

VATIKAN - Kardinale Tagle: Der Missionar erzählt eine “Liebesgeschichte”

Vatikanstadt (Fides) - "Die Erfahrung der Begegnung mit Gott, der unsere Herzen berührt und wunderbare Taten vollbracht hat, können wir unmöglich für uns behalten. Lasst uns wie die Apostel die Liebe teilen, die wir erfahren haben. Was wir von Gott erhalten haben, ist ein Geschenk für andere. Und je mehr wir es weitergeben, desto mehr wächst unser Glaube. Wenn wir es für uns behalten, wird der Glaube mit der Zeit schwächer. Wenn wir uns auf eine kleine Gruppe beschränken, wird sie zur Angelegenheit einer Elite. Missionare werden von Gott dazu inspiriert, aus sich selbst herauszugehen, ihre Ängste zu überwinden und zu allen Völker zu gehen, geografisch und existentiell. Und sie tun dies aus einem wesentlichen Grund: Dankbarkeit. Sie sind dankbare Menschen", so Kardinal Luis Antonio Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, bei der Pressekonferenz Weltmissionstages 2021 am heutigenj 21. Oktober.
Kardinal Tagle bezog sich auf die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionstag 2021 mit dem Titel "Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben" (Apg 4,20). Er sagte in diesem Zusammenhang: "Wenn wir die Erfahrungen der Apostel Petrus und Johannes betrachten, die in der Apostelgeschichte erzählt werden, werden wir uns fragen: Was ist das Geheimnis des missionarischen Eifers der Apostel? Es ist die Erfahrung der Liebe Gottes in Christus. Sie erlebten die Freundschaft mit Jesus, sahen, wie Jesus lebte und teilten mit ihm sein alltägliches Leben. Die tiefe Erfahrung Jesu führt zu einem "Zustand der Mission", in dem die Mission ein Ausdruck der Dankbarkeit ist und nicht eine Last oder gar eine rein funktionale oder pragmatische Handlung. Es ist ein Ausdruck der Freude und Dankbarkeit gegenüber Gott für die wunderbaren Dinge, die er für uns getan hat. Nachdem sie all dies gesehen und erfahren haben, sind die Apostel zu Missionaren des Mitgefühls und der Hoffnung geworden".
Der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker betonte auch, dass "Spiritualität und die Begegnung mit Gott die Quelle des Missionars sind, der immer in Christus verwurzelt ist. Er erzählt eine 'Liebesgeschichte', die er mit Jesus erlebt hat, und trägt das Mitgefühl Christi in die Welt". In Bezug auf die missionarischen Herausforderungen in der heutigen Welt und Gesellschaft sagte der Kardinal: "Wie der Heilige Vater sagt, erzeugt die Begegnung mit Christus und seinem Evangelium Offenheit und Gemeinschaft mit dem Nächsten: Die Erfahrung Christi lässt keine Mauern aufbauen, die uns von den anderen trennen, sondern drängt uns mit Freude dazu, den anderen entgegenzugehen, nicht als Eroberer in einem triumphalistischen Sinne, sondern im Sinne der Weitergabe der Güte dessen, was wir gesehen, gehört und erfahren haben. Wir müssen diesen Aspekt zurückgewinnen: Die Mission ist im Herzen von uns allen, jeder Getaufte ist ein Missionar des Reiches Gottes, die Mission ist ein Aufruf an alle Getauften".
Der Kardinal erinnerte an die Arbeit der Evangelisierung in verschiedenen Regionen der Welt, wie z.B. in seiner Heimat in Asien, wo Christen eine kleine Minderheit sind, und betonte, wie wertvoll in einem solchen Kontext "die persönliche Beziehung, die Verkündigung und die Weitergabe des Glaubens von Mensch zu Mensch" sei. Abschließend sagte der Kardinal in Bezug auf die Evangelisierung auch in Kontexten mit langer christlicher Tradition, wie z.B. in Europa, die in einer Zeit der "Entchristlichung" leben: "Zuallererst müssen wir beten, denn der Glaube ist ein Geschenk des Heiligen Geistes. Das Evangelium lehrt uns zu lieben, auch in kleinen täglichen Gesten und in kleinen Dingen. Kleine Gesten der Liebe sollten nicht kleingeredet werden, eine einfache Geste der Liebe evangelisiert".

VATIKAN - Erzbischof Dal Toso über Pauline Jaricot: "Das missionarische Engagement dieser jungen Frau inspiriert uns noch heute"

Vatikanstadt (Fides) – Über die Gründerin des Werkes für die Glaubensverbreitung Pauline Jaricot und deren bevorstehende Seligsprechung im Jubiläums-Jahr 2022 sprach der Präsident der Päpstlichen Missionswerke und beigeordnete Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Erzbischof Giampietro Dal Toso, bei der Pressekonferenz zum Sonntag der Weltmission 2021 im Presseamt des Heiligen Stuhls. Im kommenden Jahr feiern die Kongregation für Evangelisierung der Völker und die Päpstlichen Missionswerke gleich mehrere Jubiläen: das 400jährige Jubiläum der Kongregation für die Evangelisierung der Völker (ehemals "Propaganda Fide"), das 200jährige Jubiläum der Gründung des ersten Missionswerks, des Werks für die Verbreitung des Glaubens, und das 100jährige Jubiläum der Erhebung von drei der vier Missionswerke in den Rang eines „Päpstlichen Werkes“.
Erzbischof Dal Toso erinnerte daran, dass Pauline Jaricot am 22. Mai 2021 in Lyon seliggesprochen wird und hob in diesem Zusammenhang drei Aspekte ihres besonderen Charismas hervor. Bemerkenswert sei, dass sie erst 23 Jahre alt war, als sie das spätere Päpstliche Werk für die Glaubensverbreitung gründete: "Dies ist eines jener Beispiele, die zeigen, wie echte Inspiration in der Kirche ihren Platz findet, vielleicht gerade weil sie von einer Frau ausgeht. Vergessen wir nicht, dass es im 19. Jahrhundert eine enorme Blüte der weiblichen Institute und Orden gab, die sich Schulen und Waisenhäusern, der Katechese, den Missionen und Krankenhäusern widmeten. Und im Fall von Pauline Jaricot haben wir es mit einer Frau zu tun, die nie in ein Kloster eingetreten ist“.
„Der zweite Aspekt", so der Präsident der Päpstlichen Missionswerke, "ist, dass man, um Pauline Jaricot ganz zu verstehen, von ihrer ‚Sorge um die Mission‘ ausgehen und dabei die Gründungen der Gebetszirkel für die Mission, der Bewegung des Lebendigen Rosenkranzes, des Werks für die Glaubensverbreitung, und ihre Bemühungen um eine ‚idealen Fabrik‘ vor Augen haben muss, die sich auch der geistigen Bedürfnisse und der Würde der Arbeiter und Arbeiterinnen in der damaligen Zeit annehmen sollte“. "Sie tat dies alles, zunächst um ihr französisches Umfeld zu evangelisieren und die katholische Mission in einer Zeit der starken Entchristlichung nach der Französischen Revolution zu unterstützen. Kurzum, ich denke, man kann sagen, dass sie alle in die Mission in fernen Ländern miteinbeziehen wollte, um die Evangelisierung in der Nähe voranzutreiben“.
Und nicht zuletzt sei Pauline Jaricot "ein Samen, aus dem ein großer Baum entstanden ist", so Erzbischof Dal Toso: "Sie ist nicht nur wegen der Heiligkeit ihres Lebens, sondern auch wegen der Größe der Früchte ihrer Arbeit eine bemerkenswerte Frau. Sie hat mit dem Werk der Glaubensverbreitung eine wahre geistliche Missionsbewegung in Gang gesetzt, die sich rasch und engmaschig ausbreitete, auch weil sie auf einem einfachen, aber genialen System beruhte: Gruppen von zunächst zehn Personen, aus denen erst hundert und später zu tausend werden sollten, mit einem direkten Verantwortlichen auf jeder Ebene".
Das von Pauline Jaricot gegründete Werk wurde schon bald von Papst Pius VII. offiziell anerkannt und 1825 stellte auch der französische König das Werk mit einer Schenkung in Höhe von 4.000 Francs unter seinen Schutz. Zu Beginn im Jahr 1822 wurden Spenden im Umfang von 22.915 Francs entgegengenommen, im Jahr 1838 waren es bereits 1.343.000 und zwei Jahre später 2,5 Millionen, von denen 45 % außerhalb Frankreichs gesammelt wurden, während das von dem Werk veröffentlichte Bulletin („Annales de la Propagation de la Foi“) seine Auflage in nur fünf Jahren vervierfachte und im Jahr 1830 insgesamt 40.000 Exemplare herausgab, die Übersetzungen nicht mitgerechnet. Erzbischof Dal Toso bekräftigt deshalb: "Ich kann ohne zu zögern sagen, dass die Kollekte der Päpstlichen Missionswerke, die aus dieser Intuition entstanden ist, für die Geschichte der Missionen im 19. und 20. von ausschlaggebender Bedeutung war, da sie die Gläubigen an der Basis mit einbezieht und unter ihnen das Missionsbewusstsein fördert“.
Der Erzbischof nannte in Zusammenhang auch aktuelle Zahlen und wies darauf hin, dass das Päpstliche Werk für die Glaubensverbreitung im Jahr 2021 insgesamt 893 Kirchsprengel in Missionsgebieten mit einem Zuschuss für die laufenden Kosten unterstützt und mehr als 10 Millionen Dollar in die Ausbildung von Katechisten investierte, während das Päpstliche Apostel-Petrus-Werk die Ausbildung von insgesamt 76.541 Seminaristen in 746 Seminaren unterstützte. Das Charisma von Pauline Jaricot, fügte er hinzu, trage auch heute noch Früchte: So sei im Jahr 2000 in der süditalienischen Diözese Caserta eine neuer katholischer Verein des öffentlichen Rechts entstanden sei, der sich an ihr inspiriert.
Abschließend erinnerte Erzbischof Dal Toso daran, dass all dies auch dank der Unterstützung der Päpste möglich war, die immer wieder das besondere Charisma der Päpstlichen Missionswerke hervorhoben und zitierte hierzu aus den Botschaften von Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag 2021 und erinnerte an die Botschaft des Papstes zum 90. Weltmissionssonntag im Jahr 2016, in der Papst Franziskus betonte: „Ich halte es deshalb für angebracht, an die klugen Weisungen meiner Vorgänger zu erinnern, die veranlassten, dass diesem Werk die Spenden zukommen sollten, die alle Diözesen, Pfarreien, Ordensgemeinschaften, kirchlichen Vereine und Bewegungen in allen Teilen der Welt sammeln können, um die hilfsbedürftigen christlichen Gemeinden zu unterstützen und der Verkündigung des Evangeliums bis an die Grenzen der Erde Kraft zu verleihen. Auch heute dürfen wir uns dieser Geste missionarischer kirchlicher Gemeinschaft nicht entziehen“.


FIDES-NACHRICHTEN - 22.10.2021

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Politik ohne Gewalt: Ein neues Verständnis von Demokratie

Abidjan (Fides) - "Die Gründung der Partei der Afrikanischen Völker - Côte d'Ivoire (Ppa-ci), die vom ehemaligen Präsidenten von Côte d'Ivoire, Laurent Gbagbo, vorangetrieben wurde, kann sowohl als eine meisterhafte Lektion in Politik als auch als Wegbereitung für eine Erneuerung derselben für eine bessere Zukunft betrachtet werden“, so Pater Donald Zagore, ivorischer Theologe der Gesellschaft für Afrikamissionen, gegenüber Fides über die jüngste Gründung der Ppa-CI, zu deren esten Vorsitzenden der ehemalige ivorische Präsident Gbagbo ernannt wurde.
"Es ist vielleicht die Art von Demokratie, von der das afrikanische Volk träumt. Eine Politik mit einer gewissen Eleganz, aber auch mit vielen Herausforderungen", fügt Pater Zagore hinzu. „Als ob er sagen wollte, dass noch viel Arbeit nötig ist, aber auch dass Politik kein Krieg ist. Es ist ein politischer Impuls, der voll und ganz mit denjenigen übereinstimmt, die sagen, dass es in der Politik möglich ist, sich zu treffen, ohne unbedingt einer Meinung zu sein, zu diskutieren, ohne zu beleidigen, sich zu widersetzen, ohne im Gefängnis zu landen, diese Ideale zu zelebrieren, ohne an Blutvergießen zu grenzen, kurz gesagt Politik ohne Gewalt".
Nach Ansicht des Missionars ist dieses Politikverständnis die Grundlage einer echten Demokratie. "Sie ist der Sauerteig für einen politischen Neuanfang nicht nur für Côte d'Ivoire, sondern für ganz Afrika. Es wird mit Sicherheit künftig eine andere Geschichte der ivorischen Politik geschrieben werden, die sich von derjenigen, die wir seit Jahren kennen, stark unterscheidet".
Mit der Gründung der Ppa-CI schlägt Gbagbo ein neues Kapitel auf nachdem er 1982 die Front Populaire Ivoirien (Fpi) gegründet hatte, die durch einen Bürgerkrieg in den Jahren von 2010-2011 mit 3.000 Toten in zwei Fraktionen gespalten wurde. Gbagbo wurde im April 2011 verhaftet und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an den Internationalen Strafgerichtshof überstellt. Im März letzten Jahres wurde er schließlich freigesprochen und kehrte am 17. Juni 2021 nach Côte d'Ivoire zurück.

ASIEN/INDIEN - Arme leiden Hunger: Jesuit warnt vor wachsender Lebensmittelkrise  

Neu-Delhi (Agenzia Fides) - Es sei ungerecht, dass viele Arme in Indien Hunger leiden, obwohl es im Land reichlich Nahrungsmittel gebe, so der indische Jesuit Irudhaya Jothi, der für das Recht auf Nahrung eintritt zur Situation der Ernährungssicherheit im Land auch mit Blick auf die Bauernproteste.
"Indien steht im Welthunger-Index 2021 auf Platz 101 von 116 Ländern“, beklagt der Ordensmann, „Dennoch ist es ein Land des Überflusses. Was die Nahrungsmittelreserven betrifft, so haben wir viel mehr, als wir brauchen, um den Hunger aller zu stillen, und alle Menschen im Land könnten satt werden". Er stellt jedoch auch fest, dass "die Lebensmittel in Indien nicht proportional verteilt sind. Das Paradoxe daran ist, dass die Regierung plant, Getreide zur Herstellung von Ethanol (einer organischen chemischen Verbindung) zu verwenden, weil es zu viel Getreide gibt. Aber die Regierung sollte sich vorrangig um die Menschen kümmern, die nicht genug zu essen haben und hungern müssen", so Pater Jothi, der auch als Sozialarbeiter tätig ist.
"Indien befindet sich in einem bedauernswerten Zustand, was die Verteilung von Nahrungsmitteln angeht, weil die Politik falsch ist“, stellt er fest, „Das Land befindet sich in den Händen großer multinationaler Unternehmen. Und die von der Regierung verfolgte Politik ist nicht armutsorientiert. Das ist eine schockierende und besorgniserregende Situation".
Die Regierung dürfe keine Kompromisse eingehen, wenn es um die Bekämpfung des Hungers gehe. "Wir stellen uns als eines der glänzendsten und fortschrittlichsten Länder der Welt dar, während Millionen von Menschen nicht genug zu essen haben", beklagt der Priester.
Wie jüngste Daten und Studien gezeigt haben, hat die Covid-19-Pandemie den Hunger in Indien und anderen Teilen der Entwicklungsländer verschlimmert. "Das Right to Food Movement hat eine Umfrage zur Ernährungslage in vielen Bundesstaaten Indiens durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden der Regierung vorgelegt, aber die Regierung schenkt ihnen keine Beachtung", berichtet Pater Jothi und erzählt von Familien, die er persönlich kennt und die unter Hunger leiden.
"Der Hunger der Menschen in Indien ist ein ernsthaftes Problem. Dies bestätigt auch der Welthunger-Index 2021. Wir müssen Druck auf die Regierung ausüben, damit sie ihre Agenda zur Unterstützung großer Unternehmen korrigiert und sich mehr für die Armen einsetzt. Wir fordern, dass die Regierung unverzüglich Nahrungsmittel an die Armen verteilt. Es ist ein dringender Aufruf", sagt er.
Unterdessen kommt es in Indien zu den längsten Bauernprotest in der Geschichte Indiens. Die ersten Kundgebungen begannen am 26. November 2020 in Neu-Delhi und die Proteste dauern immer noch an. Nachdem erste Verhandlungen gescheitert waren, weigerte sich die indische Regierung, auf die Forderungen der Bauern einzugehen.
"Bauernfeindliche Gesetze müssen aufgehoben werden, um die indische Landwirtschaft und Millionen von armen Landwirten vor einer vollständigen Übernahme durch große Unternehmen zu schützen", so Rakesh Tikait, Vorsitzender der „Bharatiya Kisan Union“, einer der wichtigsten Gewerkschaften des Sektors.
Im September 2020 verabschiedete das indische Parlament eine umfassende Agrarreform in Form von drei separaten Gesetzesentwürfen, mit denen der Sektor praktisch in die Hände großer internationaler Agrarkonzerne übergeben wurde. Nach Ansicht von Beobachtern birgt die Reform ein großes Risiko, da es mit der Einführung des Systems zu einer weiteren Verarmung (und damit zu einer Nahrungsmittelkrise) der Landwirte könnte.

ASIEN/MONGOLEI - Apostolischer Präfekt: Mission in einer Dimension „größerer Tiefe“

Ulaanbaatar (Fides) – Wir müssen von dem Prinzip der "Geschwindigkeit" in eine Dimension „größerer Tiefe" wechseln. Dies sei die Priorität in der nahen Zukunft für die Kirche in der Mongolei, so Bischof Giorgio Marengo, Apostolischer Präfekt von Ulaanbaatar, in seinem Redebeitrag zum kürzlich von der Päpstlichen Missionsunion veranstalteten Webinar zum Thema Mission und Evangelisierung in Zentralasien,
Wenn man die ersten dreißig Jahre der offiziellen Präsenz der katholischen Kirche in der Mongolei Revue passieren lasse, habe man das Gefühl, dass es einer günstigen Konstellation der Vorsehung zu verdanken war, die dazu führte, dass sich eines der verschlossensten Länder der Welt plötzlich für die Mission öffnete. Wie Pater Jeroom Heyndrickx, einer der ersten Missionare, die 1991 hier ankamen, sagte, "schien es aus irgendeinem Grund so, als ob alles in Eile getan werden müsste und alles schnell ging". Nach diesem schnellen Start sei die Zahl der Einrichtungen, die von den ersten Missionaren gegründet wurden, ebenso beeindruckend. „Wenn die Schnelligkeit der Anfänge auch ihre unbestreitbaren Vorteile hatte, so ist es jetzt vielleicht an der Zeit, tiefer zu gehen und vor allem an das Leben des Glaubens zu denken, das von Inhalten genährt werden muss, die der Realität angemessen sind, und von einer Praxis, die sie widerspiegelt und weiter inspiriert", so der Bischof.
„Tiefe", so Bischof Marengo, "bedeutet in diesem Fall für uns einen langen Zeitraum für eine angemessene Integration, ein langsames Bemühen, die Landessprache zu erlernen und vor allem mit dem pulsierenden Herzen dieser Kultur in Einklang zu kommen, das in den einzelnen Personen verkörpert ist, denen man begegnet“. Es bedeute auch, „den Weg eines jeden Bruders und einer jeden Schwester zu begleiten, die, von der Gnade berührt, beginnen, ihre persönliche und kollektive Geschichte im Licht des Evangeliums neu zu lesen". Nach Ansicht des Prälaten kann dieser neue "Rhythmus" eine wirksame Antwort auf die neuen Bedürfnisse der mongolischen Gesellschaft darstellen, die ebenso wie die Kirche in diesem Gebiet eine äußerst rasante Entwicklung erfahren hat: "Das rasche Wirtschaftswachstum geht mit einer entsprechend höheren Komplexität der Gesellschaft einher“, erklärt er dazu. „Wenn es schon zu Zeiten des Sozialismus zwei Mongoleien gab, die städtische in Ulaanbaatar und den Rest des Landes, der noch von den alten Rhythmen des Nomadentums geprägt war, so ist der Unterschied heute zum Teil noch deutlicher, aber auch komplexer, weil sich die Lebensstile vermischen und wir mit den Trends der globalisierten Welt konfrontiert sind".
Vorrangig, so Bischof Marengo, sei eine Verkündigung und Seelsorge, die auf die Besonderheiten des mongolischen Volkes und seine unzähligen Nuancen eingehen: "Die heutige Mongolei 'braucht' die katholische Kirche wahrscheinlich nicht, um die Mängel ihres Sozialsystems auszugleichen, und rümpft sogar die Nase über unsere Initiativen. Das Engagement für die Förderung des Menschen wird immer fortbestehen, weil es zum Wesen der Mission gehört, aber es darf nicht dazu führen, dass wir die echte Spannung in der Ausbildung des christlichen Lebens und seine ethisch-liturgische Dimension aus den Augen verlieren. Die Gefahr besteht darin, angesichts der vielen Projekten die Frische des Glaubenszeugnisses zu verlieren".
Nach Ansicht des Bischofs sollte die Verkündigung des Evangeliums in der Mongolei "im Flüsterton" stattfinden: "Dies ist ein Ausdruck des emeritierten Erzbischofs Thomas Menamparampi, SDB, von Guwahati, der es über den asiatischen Kontinent im Allgemeinen sagte. Man müsse der Seele Asiens das Evangelium zuflüstern. Dies war für ihn eine prägnante Art und Weise, die Schönheit der immerwährenden christlichen Verkündigung in der Zartheit ihrer Verkörperung in den asiatischen Ländern aufzuzeigen. Eine so verstandene Mission spiegelt ihre zutiefst relationale und spirituelle Dimension gut wider und bleibt gleichzeitig im Konkreten jeder einzelnen Kultur verankert", schloss Bischof Marengo.

ASIEN/SYRIEN - Patriarch Absi: “Verkündigung findet durch eine Kraft statt, die nicht die unsere ist”

Latakia (Fides) - In der heutigen Zeit, in der der Glaube "in vielen Regionen der Welt schwindet", könne man nicht durch menschliche Strategien Christ werden und bleiben. Man k´önne im Glauben nur gedeihen, wenn man "eine Kraft am Werk sieht, die nicht die unsere ist, sondern die des Heiligen Geistes, der in uns wirkt". Dies betont der griechisch-melkitische Patriarch Youssef Absi zur Verkündigung des Evangeliums, die Christus selbst seinen Jüngern anvertraut hat. Die elementare Dynamik, mit der sich das von Christus verheißene Heil in der Welt ausbreitet, erläuterte der Patriach beim Weihegottesdienst für Georges Khawam, einem Priester der Gesellschaft des heiligen Paulus aus Aleppo, der am 17. August von der Bischofssynode der griechisch melkitischen Kirche zum Erzbischof von Lattaquié (Latakia) in Syrien ernannt wurde.
In seiner Predigt bezog sich der Patriarch auf den zweiten Brief des Apostels Paulus an seinen geliebten Jünger Timotheus berief und zog Parallelen zwischen der heutigen Zeit und der Zeit der ersten apostolischen Verkündigung, die für die missionarische Tätigkeit stets ein Vorbild sei. "Zwischen dem ersten und dem zweiten Brief des Paulus an Timotheus", erinnerte der Patriarch, "hatte die christliche Gemeinschaft begonnen, sich abzukühlen in Bezug auf den Glauben und das christliche Leben", was in gewisser Weise den Prozessen ähnelte, die heute "in so vielen Regionen der Welt stattfinden, wo der Glaube ausstirbt und sich zurückzieht, bis hin zum Verschwinden“. In diesem Kontext könne sogar der Auftrag, das Evangelium zu verkünden, von "Müdigkeit, Schmerz, Traurigkeit und Verzweiflung" geprägt sein, bis hin zu "Scham und Scheu", den Glauben an Christus zu bekennen. Hier müsse man sich auf Ereignisse der ersten apostolischen Verkündigung zurückbesinnen, die in den Briefen und der Apostelgeschichte aufgezeichnet sind.
Die Verkündigung des Evangeliums durch den heiligen Paulus und auch durch seinen Schüler Timotheus sei freudig und hoffnungsvoll gewesen trotz der Schwierigkeiten, "die es damals schon gab". Wenn "die anderen uns im Stich lassen“, so der Patriarch weiter, könne es passieren, dass "die Liebe abkühlt und die Angst sich in uns einschleicht". Aber gerade unter solchen Umständen", so der Primas der melkitischen Kirche, "wird es etwas leichter zu erkennen, dass wir in der Nachfolge Jesu und bei der Verkündigung seines Evangeliums jederzeit" das "Geschenk seiner Gnade" brauchen. Den neu geweihten Bischof erinnerte er daran, dass er durch die Weihe "heute einen Geist der Kraft“ empfange. Und dieser Geist sei der Heilige Geist. „Du erhältst die Kraft vom Heiligen Geist nicht, sondern du empfängst den Heiligen Geist, und er ist es, der stark ist. Und nun bist du stark, weil der Heilige Geist, der stark ist, in dir wohnt und wirkt." "In unserem Leben als Hirten", so Patriarch Youssef weiter, "können wir in die Versuchung geraten, Stärke und Autoritarismus, Stärke und Arroganz zu verwechseln. Unsere Herde muss eine Kraft sehen, die nicht unsere ist, sondern die des Heiligen Geistes, der in uns wohnt. Sie müssen den starken Heiligen Geist sehen, der in uns wohnt. Dann haben sie keine Angst. Wenn sie aber diesen mächtigen Heiligen Geist, der in uns wohnt, nicht sehen, weil wir in ihren Augen nichts anderes sind als Herrscher, arrogante, verächtliche Menschen, die in allem stark sind, außer in Christus, also schwach, dann werden sie sich von uns abwenden".

AMERIKA - “Synodale Kirche, missionarische Kirche”: Bistümer des Kontinents eröffnen die Phase der diözesanen Konsultationen

Rom (Fides) - Am 16. und 17. Oktober wurde in den Diözesen und Pfarreien der meisten amerikanischen Staaten die diözesanen Phase der Bischofssynode zum Thema "Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Partizipation und Mission" eröffnet, die Papst Franziskus für Oktober 2023 einberufen hat.
Der Vorstand der venezolanischen Bischofskonferenz veröffentlichte aus diesem Anlass eine Botschaft, in der die Freude über die Einberufung durch Papst Franziskus zum Ausdruck gebracht wurde und "die Mitglieder des Volkes Gottes und die Menschen guten Willens in den Diözesen und Gemeinschaften“ eingeladen werden, „ihren Geist und ihre Herzen zu öffnen, um sich aktiv an diesem synodalen Prozess zu beteiligen". Die Bischöfe wiesen darauf hin, dass die Synode "besonders in unserem Land, das so sehr von der Krise betroffen ist, die die Hoffnung so vieler Brüder und Schwestern untergraben hat, ein konkretes Zeichen der göttlichen Gnade ist, um weiterhin das Evangelium zu verkünden und das Reich Gottes im Zeichen von Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Liebe in Venezuela aufzubauen".
Am Sonntag, den 17. Oktober, fanden auch in den Diözesen Nicaraguas feierliche Gottesdienste statt, um die diözesane Phase der Synode in Gemeinschaft mit Papst Franziskus zu eröffnen. In der Kathedrale von Managua stand der Generalvikar Carlos Avilés stellvertretend für Kardinal Leopoldo José Brenes, der sich noch von seiner Covid-19-Erkrankung erholt, dem Eröffnungsgottesdienst vor. Die Erzdiözese bete weiterhin intensiv für die gesamte Kirche, für den gemeinsamen Weg der Synode 2021-2023, für den Monat der Weltmission und für alle Covid-19-Patienten, für das Gesundheitspersonal und für diejenigen, die an den Folgen dieser Pandemie gestorben sind.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Kolumbien, Erzbischof Luis José Rueda Aparicio von Bogotá, lud die Priester im ganzen Land ein, dieses kirchliche Ereignis, vereint mit dem ganzen Volk Gottes, als eine Zeit der Gnade und des Segens zu erleben. Der Erzbischof wies darauf hin, dass die Kirche in ganz Kolumbien sich als "ein Netzwerk von Dienern Jesu Christi“ darstellt, die „gesandt sind, um zu evangelisieren", so dass "wir jetzt den Kairos der Synode erleben, mit dem uns der Heilige Geist durch Papst Franziskus einlädt, uns auf den Weg zu machen, um unser priesterliches Leben zu erneuern".
In Bolivien wurde der Beginn des Weges der Bischofssynode der Ortskirche in der Kathedrale in Sucre unter dem Vorsitz von Erzbischof Ricardo Centellas gefeiert, der die Anwesenden daran erinnerte, dass "wir alle Teil der Kirche von Sucre sind und alle an ihrer missionarischen Aufgabe beteiligt sind". In seiner Predigt lud der Erzbischof dazu ein, auf diesem synodalen Weg den Heiligen Geist anzurufen: "Wir bringen nicht mit, was wir denken, sondern wir geben weiter, was der Heilige Geist uns inspiriert, um so zu entdecken, wie die Kirche in dieser heutigen Zeit sein soll".
Alle Bistümer und Pfarreien in Chile feierten den Beginn der Synode in den Diözesen am Samstag, den 16. Oktober in der Kathedrale der Diözese San José de Melipilla, wo Bischof Cristián Contreras Villarroel dem Eröffnungsgottesdienst vorstand. Er wandte sich an die verschiedenen Vertreter der kirchlichen Gemeinschaft und betonte: "Jünger einer Kirche im Aufbruch zu sein, bringt uns dazu, über unseren Weg nachzudenken und unsere Schritte zu beschleunigen. Dies ist auch die Einladung des Papstes. Wir sprechen von einer synodalen Kirche, ein Ausdruck, der "gemeinsam gehen" bedeutet. Wir sind das Volk Gottes mit einer Vielzahl von Charismen, Diensten und Ämtern, die in derselben Berufung und einem einzigen Auftrag verwurzelt sind: zu evangelisieren".
Mit einem unter dem Vorsitz Álvaro Beyra Luarca wurde der synodalen Prozess in der kubanischen Diözese Bayamo-Manzanillo eröffnet. Der Bischof lud dazu ein, die Herzen für den Geist zu öffnen und zu lernen, gemeinsam als Volk Gottes zu gehen, „indem wir zuhören und mitwirken und die Menschen unserer Zeit mit der Freude und der Hoffnung anstecken, die aus dem Evangelium erwachsen“. "Der Herr Jesus", so sagte er in seiner Predigt, "hat versprochen, dass er seinen Geist, den Tröster, senden wird, um uns zu sagen, was wir zu allen Zeiten tun sollen. Und an dieser Präsenz hat es in der Geschichte der Kirche nicht gefehlt. Sie war schon immer da. Und wenn wir uns nicht richtig verhalten haben, dann geschah das deshalb, weil wir nicht auf seine Stimme gehört haben".

AMERIKA/VENEZUELA - Jusitita-et-Pax-Kommission verlangt Respekt für die Arbeit von Menschenrechtsverteidigern

Caracas (Fides) - Die Justitia-et-Pax-Kommission "Gerechtigkeit und Frieden" venezolanischen Bischofskonferenz hat in einer von ihrem Vorsitzenden, Bischof Roberto Lückert Leon, unterzeichneten Erklärung, die willkürliche Inhaftierung von drei Menschenrechtsaktivisten angeprangert: Es handelt sich um Javier Tarazona, José Rafael Tarazona und Omar De Dios García. Seit Juli werden sie vom bolivarischen Geheimdienstes (SEBIN) festgehalten.
"Sie wurden entführt, als sie sich als Aktivisten für den Schutz von Menschenrechten in besonders sensiblen Bereichen einsetzten", heißt es in der Erklärung, "Die Verhaftung fand statt, als Javier Tarazona die Verfolgung und Einschüchterung durch die staatliche Sicherheitsbehörde anprangerte, die dann die Verhaftungen vornahm."
Der Bischof äußert seine Besorgnis über die Inhaftierung der drei Aktivisten, und weist darauf hin, dass die Festnahme ohne richterlichen Beschluss erfolgte, während sie sich in der Einrichtung befanden, die eigentlich die Achtung ihrer Menschenrechte garantieren sollte. Den Berichten der Angehörigen zufolge werden die Aktivisten "unter unangemessenen Haftbedingungen" festgehalten und nach einer Ansteckung mit Covid-19 in eine Gesundheitseinrichtung gebracht, die den Angehörigen nicht genau bekannt ist. Weitere Informationen über ihren Gesundheitszustand vorenthalten.
Aus diesen Gründen "fordert die Kommission Respekt für die Arbeit von Menschenrechtsverteidigern auf nationalem Territorium; verlässliche und angemessene Informationen über den Gesundheitszustand und die Rechtslage von Menschenrechtsverteidigern, die ihrer Freiheit beraubt sind“ und sie drängt darauf, „die Gewährung von humanitären Maßnahmen aus gesundheitlichen Gründen in Erwägung zu ziehen."


FIDES-NACHRICHTEN - 21.10.2021

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Erste Erfahrungen in der Mission: “Die Menschen bieten mir ihre Hilfe an”

Bangui (Fides) - "Es ist noch etwas früh, um Einschätzungen und Eindrücke zu äußern, denn in Wirklichkeit habe ich mich, seit ich hier bin, nur wenig von unserem Haus der Gesellschaft für Afrikamissionen (SMA) in Bangui entfernt", so Pater Davide Camorani, der seit kurzem als Missionar in der Zentralafrikanischen Republik tätig ist.
Pater Davide Camorani wurde am 24. Juli zum Priester geweiht und kam am 21. September in der Zentralafrikanischen Republik an, um zusammen mit seinem Mitbruder Pater Michele Farina die erste SMA-Mission im Land zu betreuen (vgl. Fides 3/8/2021. Nun berichtet Pater Davide über die ersten Wochen in dem afrikanischen Land
Der italienische Missionar berichtet von seiner Begeisterung für die Evangelisierung. „Ich habe gemerkt, dass es hier zählt, Priester zu sein, dass die Menschen einen mit Respekt empfangen und einem ihre Hilfe anbieten", so der Ordensmann, der von seiner Ankunft am Flughafen in Bangui erzählt: "Als ich aus dem Flugzeug stieg, fragte mich die Polizistin, die für den ersten Kontrollpunkt zuständig war, ob ich einen Rosenkranz für sie hätte, da sie auch katholisch sei. Ich hatte einen und gab ihn ihr, danach ging alles glatt, sie half mir und brachte mich zur Registrierung meines Visums, wechselte mein Geld und übergab mich an einen Angestellten, der mir half, mein Gepäck problemlos zu holen."
"Schon in dieser kurzen Zeit konnte ich mich davon überzeugen, dass die Menschen hier miteinander kommunizieren, dass das tägliche Leben aus einfachen Dingen besteht und dass jede noch so kleine Neuheit Beachtung findet und besprochen wird“, fährt er fort, „Nach der Messe in der Kapelle des Ordenshauses, die auch von den Bewohnern des Viertels besucht wird, ging ich also hinaus und stellte fest, dass sie mich alle schon kannten und mich mit 'Père David' begrüßten. Und wenn man bedenkt, dass wir hier in der Stadt sind, wie ist es dann erst in den Dörfern!"
Pater Camorani erinnert sich auch an den Besuch der Sonntagsmesse in der Pfarrei Saint Pierre im Herzen von Bangui. "Die Messe wurde in Sango, der Landessprache der Zentralafrikanischen Republik, zelebriert, und da ich die Sprache nicht verstand, habe ich nur ein wenig mitgeholfen. Was ich sehr wohl verstanden habe, war die Musik", betont er. „Als ich zuhörte, dachte ich, dass Musik wirklich eine außergewöhnliche, universelle Sprache ist und dass die Verkündigung des Evangeliums auf eine so einnehmende und funkelnde Weise niemanden gleichgültig lassen kann."
„Ich habe einen Sprachkurs in Sango begonnen, um mich auf meinen Einsatz in Monassao vorzubereiten, das einige hundert Kilometer von Bangui entfernt liegt, wo kaum Französisch gesprochen wird und die Kenntnis der lokalen Sprache unerlässlich ist“, bekräftigt er. „Im Moment", schließt der Missionar, "kann ich die Messe nur auf Französisch feiern, auch die Predigt. Der Tag, an dem ich in Sango feiern kann, bedeutet, dass ich bereit bin, zu gehen und an Ort und Stelle weiter zu lernen, denn wie wir wissen, lernt man Sprachen durch Sprechen".

AFRIKA/SWASILAND- Delegation der SACBC besucht das Land und ruft zu Dialogbereitschaft auf

 Manzini (Fides) - "Wir machen diesen Vorschlag für einen Dialog, der von allen als sinnvoll angesehen wird, auf der Grundlage der Worte von Papst Franziskus, der alle Komponenten der Gesellschaft um gemeinsamen Anstrengung für den Dialog, die Versöhnung und die friedliche Beilegung der unterschiedlichen Positionen bittet“. Ein echter sozialer Dialog setze nach Ansicht des Papstes die Fähigkeit voraus, „ den Standpunkt des anderen zu respektieren und zu akzeptieren, dass er möglicherweise gerechtfertigte Überzeugungen oder Interessen enthält(vgl. Fratelli Tutti, 203)", so die Bischöfe der Katholischen Bischofskonferenz des Südlichen Afrika (SACBC) nach einem Pastoralbesuch in Swasiland. In einer Erklärung, die im Anschluss an den Besuch veröffentlicht wurde, stellt der Präsident der SACBC, Bischof Sithembele Sipuka von Mthatha, fest, dass die sich die Bischöfe "in aller Bescheidenheit“ zu Aspekten äußern „die Friedenskonsolidierung beitragen könnten“.
"Das Königreich Swasiland ist als ein friedliches Land mit einer Kultur der Höflichkeit, Menschlichkeit und Gastfreundschaft bekannt“, betonen die Bischöfe, „Wir erinnern uns an seine Gastfreundschaft und Solidarität, als es südafrikanische Flüchtlinge und Exilanten aufnahm, die vor der Unterdrückung durch den Apartheidstaat in Südafrika flohen. Wir erinnern uns auch an die Gastfreundschaft, mit der die Menschen in Swasiland in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren Flüchtlinge aus Mosambik aufnahmen, die wegen des Bürgerkriegs in diesem Land gekommen waren. Beide Länder sind der Bevölkerung von Swasiland noch heute zu großem Dank verpflichtet. Die Exilanten profitierten von der überragenden Qualität der Bildung im Königreich und kehrten gut gerüstet zurück, um ihren Ländern zu dienen".
"Wie viele andere Länder steht auch Swasiland vor zahlreichen Herausforderungen“, heißte es in dem Dokument weiter „Unter anderem ist es eines der am stärksten von der HIV-Pandemie betroffenen Länder. Das durch HIV verursachte Leid wurde durch andere soziale, politische und wirtschaftliche Herausforderungen und in jüngster Zeit durch Covid-19 noch verstärkt, was viele Menschen in bittere Armut zwang. Im Laufe der Jahre haben die Menschen in Swasliland, getreu ihrem friedliebenden Wesen, auch diese schwierigen Zeiten friedlich überstanden. Die jüngsten Wellen beispielloser Gewalt, die Mitte dieses Jahres über das Land hinwegfegten und zu Todesopfern, Verletzten und großflächiger Zerstörung von Eigentum führten, scheinen auf einen Mangel an Geduld hinzudeuten, der überwunden werden muss, wenn dieses schöne Land nicht in einen Bürgerkrieg und das damit verbundene Leid stürzen soll".
Die Bischöfe begründeten den Besuch wie folgt: "Angesichts dieses Leids und in der Befürchtung, dass noch Schlimmeres geschehen könnte, haben wir als Bischofskonferenz des südlichen Afrika (zu der auch Swasiland gehört) beschlossen, einen Solidaritäts- und Pastoralbesuch in Swasiland zu machen“ und „Wir sind der Regierung dankbar, dass sie uns willkommen geheißen und mit uns über die Lage im Land gesprochen hat. Wir sind den Katholiken von Swasiland, den Ordensfrauen, den Priestern, dem Kirchenrat von Swasiland und den vielen zivilgesellschaftlichen Gruppen sowie Einzelpersonen dankbar, die ihre Ansichten über die Situation im Land mitgeteilt haben".
Zum Inhalt der Gespräche betonen die Bischöfe: "Wir sind ermutigt, dass alle, mit denen wir gesprochen haben, einschließlich der Regierung, ihre Bereitschaft zum Dialog und zu Verhandlungen bekundet haben. Wir sind jedoch besorgt darüber, dass es unterschiedliche Auffassungen über die Art und Form des Dialogs und der Verhandlungen gibt; angesichts dieser Differenzen scheint ein solcher Dialog nicht stattfinden zu können oder zumindest nicht die erhoffte Wirkung zu haben, wenn er nicht vereinbart wird“. „Obwohl Swwasiland für seine traditionelle Dialogbereitschaft bekannt ist, äußerten sich alle Gesprächspartner, mit Ausnahme der Regierung, unterschiedlich zu den Dialogmöglichkeiten. Angesichts dieses eindeutigen Wunsches, der leider von Gewalt begleitet wird, scheint es uns, dass zunächst der 'Dialog über den Dialog' ein konstruktiver Ansatzpunkt sein könnte".
Die Prälaten stellen "ein starkes Gefühl der Entfremdung im Volk und den Wunsch fest“. Doch „alle sind vom Ernst der Lage und der Dringlichkeit von Maßnahmen überzeugt, die zum Aufbau einer gerechten und friedlichen Gesellschaft beitragen. Das ist es, was uns die Gegenwart und vor allem die Würde der menschlichen Person als Ebenbild Gottes, des Schöpfers, gebietet". Abschließend versichern die Bischöfe die Regierung von Swasiland und seine Bürger ihrer Gebete und hoffen auf die traditionelle Mentalität, „die das Land eint und zu Gerechtigkeit, Frieden und Entwicklung für alle führt".

ASIEN/INDIEN - Erzbischof von Bangalore lehnt Erhebung von Daten zur Tätigkeit christlicher Missionare ab

Bangalore (Fides) - Die christlichen Kirchen üben Kritik dem Vorhaben der Regierung des indischen Bundesstaates Karnataka, künftig besondere Untersuchung und Erhebung von Daten zur Tätigkeit von Missionaren und Mitarbeitern christlicher Kirchen durchzuführen. Dies bekräftigt auch Erzbischof Peter Machado von Bangalore, der Hauptstadt des riesigen südindischen Staates, gegenüber Fides. Am 13. Oktober ordnete die Regierungsbehörde "Backward Classes and Minorities Welfare", die sich mit der Förderung und Entwicklung von benachteiligten Bevölkerungsgruppen befasst, eine Umfrage über das Personal der in Karnataka tätigen christlichen Kirchen an. Christen betonen, dafür gebe es keinen Grund und befürchten Hintergedanken.
"Warum ist die Regierung nur im Falle von christlichen Gemeinden an einer Erhebung über das religiöse Personal und die Gotteshäuser interessiert", fragt sich Erzbischof Machado. "Wir halten dieses Vorgehen für sinnlos, unnötig und gefährlich", sagte er. "Es wird nichts Gutes dabei herauskommen. Vor dem Hintergrund des Schreckgespenstes der angeblichen Zwangskonvertierung und der zunehmenden antireligiösen Stimmung ist es in der Tat gefährlich, solche Umfragen durchzuführen. Zu den Aktivitäten in den Gotteshäusern unserer Gemeinde sowie die Tätigkeit von Pfarrer, Seelsorger und Ordensfrauen wird ermittelt und sie könnten damit leicht zur Zielscheibe werden. Wir haben bereits von sporadischen Zwischenfällen im Norden und in Karnataka gehört", so der Erzbischof.
"Die Missionare arbeiten für das Wohl aller Menschen in diesem Land“, so der Prälat weiter. „Die Regierung und alle anderen sind sich dessen wohl bewusst. Keiner lebt oder arbeitet im Verborgenen. Die Arbeiten sind zu sehen. Wir verstehen den Zweck einer solchen religiösen Profilierung allein von Christen und ihren Einrichtungen nicht". "Die Regierung sollte die von christlichen Missionaren betriebenen Bildungseinrichtungen und Gesundheitszentren zählen. Dies würde eine faire Vorstellung von dem Dienst geben, den die christliche Gemeinschaft für die Gesellschaft leistet", fügt er hinzu.
Die Erhebung über die Missionare wird als Teil eines Plans gesehen, der von der regierenden pro-hinduistischen Bharatiya Janata Party (BJP) gefördert wird, um eine pro-hinduistische politische Agenda umzusetzen, die Christen und Muslime, religiöse Minderheiten in Indien, ins Visier nimmt und ausgrenzt.
Christliche Kirchenvertreter erinnern daran, dass die Gläubigen in Karnataka gezielter Gewalt und Verfolgung ausgesetzt sind. In einigen Fällen wird von gewaltsamen Unterbrechungen von Gebetsgottesdiensten und der Zerstörung von christlichen Gebäuden berichtet. Solche Angriffe werden oft von radikalen Hindu-Gruppen verübt, die mit Unterstützung der Regierung und der Polizeikräfte meist straffrei bleiben.
Zuvor hatte die Regierung des Bundesstaates bekannt gegeben, dass sie die Verabschiedung eines Gesetzentwurfs im Parlament des Bundesstaates erwägt, der religiöse Konversion verbieten soll. Die katholischen Bischöfe von Karnataka trafen sich daraufhin zu Gesprächen mit Premierminister Basavaraj Bommai und brachten ihre Bedenken in dieser Angelegenheit zum Ausdruck (vgl. Fides 24.9.2021) und forderten die Exekutive auf, "dem Druck fundamentalistischer Gruppen, die den Frieden, die Harmonie und das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft stören wollen, nicht nachzugeben".
Acht indische Bundesstaaten haben bereits solche Gesetze zum Verbot religiöser Konversionen erlassen. Diese Gesetze, so stellen die Kirchen fest, widersprechen dem Geist der Verfassung, die die Freiheit der Verkündigung, der Ausübung und des Bekenntnisses der eigenen Religion garantiert.
In Karnataka sind 84 % der 61 Millionen Einwohner Hindus, während Muslime 13 % und Christen 2 % dr Gesamtbevölkerung ausmachen.

ASIEN/MYANAMR - Bischofssynode zur Synodalität: Für eine Kirche im Aufbruch im Zeichen der Mission

Mandalay (Fides) - Die katholische Kirche in Myanmar betrachte die Synode als „fruchtbare Gelegenheit, ihren Charakter als Kirche im Aufbruch, die wirklich missionarisch ist, neu zu überdenken“: Dies bekräftigen die katholischen Diözesen in Myanmar anlässlich einer feierlich die Eröffnungszeremonie des Weges der Bischofssynode zum Thema Synodalität, der am 11. Oktober 2021 beginnt und bis zum 31. Oktober 2023 dauern wird.
In Mandalay hob Erzbischof Marco Tin Win die „zutiefst missionarische Dimension“ dieses synodalen Prozesses hervor und verteilte im Anschluss an den Gottesdienst brennende Kerzen an die Teilnehmer, als Zeichen der "Aussendung auf eine Mission". Dabei forderte er alle auf, "Missionare des Lichts Christi in Familien, Städten und in der Gesellschaft" zu sein.
Pfarrer Robert Kyaw Thu, ein burmesischer katholischer Priester der Erzdiözese Yangon, betont, dass "die Synode der beste Weg ist, um nach innen zu schauen, in unsere Realität einzudringen und die Tür für die Beteiligung und den Ausdruck aller Mitglieder der Kirche zu öffnen, um eine wirklich missionarische Gemeinschaft aufzubauen und zu entwickeln“.
Laiengläubige stellen in diesem Zusammenhang vor allem fest, dass "nach unserem Verständnis Mission und Evangelisierung in der katholischen Kirche in Myanmar bisher nicht gut entwickelt sind". Paul Mung Jang bekräftigt, dass "die Kirche manchmal als bürokratisches Gebilde gesehen wird, weit weg von der Situation und dem Leben der Menschen in den vielen Dörfern". Joseph Win Hlaing Oo begrüßt "die Bischofssynode zur Synodalität" und stellt fest, dass sie "für uns eine außerordentliche Gelegenheit ist, das Bild und das Leben der katholischen Kirche neu zu gestalten und das Zugehörigkeitsgefühl aller Getauften, die zur Mission berufen sind, zu stärken". Ein anderer Katholik, Joseph Myat Soe Latt, bemerkte, dass "in Myanmar, obwohl die Laien von der Mission begeistert sind, der Klerus und die Verantwortlichen sich oft damit begnügen, Gottesdienste zu feiern und eine konservatives Verständnis von Pastoral: Es besteht ein echtes Bedürfnis, gemeinsam zu gehen, auf die Straßen der Welt zu gehen, um die Frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden". Eine Synode zu feiern und zu leben, sei damit eine Gelegenheit, die Beteiligung der Laien am Leben der Kirche zu stärken und alle Getauften in die Evangelisierung einzubeziehen, so die Vertreter der birmanische Kirche.
In Myanmar gibt es etwa 700.000 Katholiken in 16 Diözesen, die von etwa 1.000 Priestern (sowohl Diözesan- als auch Ordenspriester) und über 2.000 Ordensleuten betreut werden. Es gibt viele Berufungen zum Priestertum und zum gottgeweihten Leben. Die Kirche engagiert sich vor allem für die Armen des Landes.
Myanmar ist ein überwiegend buddhistisches Land mit einer geschätzten Bevölkerung von 55 Millionen Menschen und 135 verschiedenen ethnischen Gruppen. 88 % der Bevölkerung sind Buddhisten, mehr als 6 % Christen (darunter 700.000 Katholiken) und etwa 4,2 % Muslime (einschließlich der Rohingya) sowie hinduistische und animistische Minderheiten.

AMERIKA/KOLUMBIEN - Indigene Völker des Amazonasgebiets fordern Schutz des Lebens und Erhalt des “gemeinsamen Hauses”

Timbo de Betania (Fides) - "Die indigenen Völker des Amazonas setzen angesichts der sich nähernden Bedrohung für den Erhalt, die Bewahrung und den Schutz des Territoriums, unseres 'gemeinsamen Hauses', unseres kolumbianischen Amazonasgebiets ein. Für die Regierung sind wir vielleicht keine Region, die Geld erwirtschaftet, und wir produzieren nichts Wirtschaftliches, aber wir garantieren den lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden das Wichtigste und Wertvollste: das 'Leben', den Schutz und die Ruhe für das ganze Land, die Welt und die zukünftigen Generationen", heißt es in der gemeinsamen Verlautbarung zum Abschluss des Treffens der Vertreter der indigenen Völker der Departements Vichada, Guaviare, Vaupés und Amazonas, das vom 3. bis 8. Oktober in Timbo de Betania (Vaupés) stattfand. Im Rahmen der Veranstaltung die vom regionalen Büro für Sozialpastoral im Südosten Kolumbiens einberufen wurde, befassten sich die Teilnehmer mit der Lage des "gemeinsamen Hauses" des kolumbianischen Amazonasgebiets.
"Die gemeinsame Heimat der indigenen Völker wird als Ganzes verstanden, sie ist 'die Welt', sie ist die Art und Weise, sie zu verstehen und mit der Natur und der biologischen Vielfalt im Allgemeinen in Beziehung zu treten und das Gleichgewicht mit Mutter Erde zu bewahren", heißt es in dem Abschlussdokument, das auch darauf hinweist, dass das Eindringen öffentlicher oder privater Akteure und Bergbauunternehmen schwerwiegende Umweltschäden verursacht, die zu einem Ungleichgewicht und zum Verlust von Menschenleben führen, nicht nur bei indigenen Völkern, sondern im gesamten Ökosystem. "Wir indigenen Völker des kolumbianischen Amazonasgebietes, bringen daher als Schützer und Bewahrer des Lebens, unsere große Besorgnis zum Ausdruck und fordern Räume für Konsultationen, um Dialoge zu führen, die dazu führen, unser gemeinsames Haus zu verstehen, zu bewahren und zu erhalten."
Die Vertreter der indigenen Völker erinnerten an die Notwendigkeit, "das Leben zu schützen, das Überleben der indigenen Völker und ganz allgemein des Amazonas-Bioms zu sichern", das durch Abholzung, Bergbau und die von Kapitalinteressen verursachte Verschmutzung bedroht ist und wollen mit Unterstützung des Staates "Das Leben schützen" und formulieren in diesem Zusammenhang fünf Handlungsrichtlinien: der Staat muss die indigenen Völker schützen und ihnen ein würdiges Leben garantieren, die Gebiete der indigenen Völker des Amazonas müssen respektiert und Autonomie der indigenen Völker anerkannt werden, der Lebensraum im Amazonasgebiet uns geschützt und die Kontinuität kulturellen Traditionen für jedes im kolumbianischen Amazonasgebiet lebende indigene Volk gewährleistet werden.
Mit ihrem Ersuchen richten sich die indigenen Völker an alle institutionellen Behörden, vom Präsidenten bis zu den betroffenen Ministerien, die Gouverneure und Bürgermeister der betroffenen Gebiete, das Verfassungsgericht und den Obersten Gerichtshof... Schließlich bitten die Vertreter der indigenen Völker alle kirchlichen Realitäten, die Menschenrechtsorganisationen und nationale und internationale Hilfswerke, "weiterhin um Unterstützung bei der Verteidigung der indigenen Völker und bei der Pflege und dem Schutz des gemeinsamen Hauses".

AMERIKA/MEXIKO - Monat der Weltmission im Zeichen der Pandemie: Digitale Messe informiert über Tätigkeit der Missionsinstitute

Mexiko-Stadt (Agenzia Fides) - Am 23. und 24. Oktober findet anlässlich des Weltmissionssonntages zum dritten die virtuelle Missions- und Berufsausmesse statt, die von der Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke in Mexiko organisiert wird. Es handelt sich um eine besondere Begegnung mit den Gläubigen, eine Gelegenheit zur Bildung und Information, bei der sich jedes Missionsinstitut virtuell vorstellen kann, um das enorme Potenzial der sozialen Netzwerke und des Internets im Bereich der missionarischen Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit zu nutzen.
Die Aktivitäten der verschiedenen Missionsinstitute werden von den Päpstlichen Missionswerken in Mexiko koordiniert, die zudem mehrere digitalen Initiativen für den Monat der Weltmission im Oktober ins Leben gerufen hat: Eucharistiefeiern im Zeichen des Gebets für die fünf Kontinente werden über die sozialen Medien übertragen; die sozialen Medien informieren in Zusammenarbeit mit Fernsehen und Zeitungen über die verschiedenen Aktivitäten; außerdem wurden Broschüren (digital und in Papierform) erstellt, die über den Monat der Weltmission informieren, wobei auch Sonderhefte der Zeitschriften "Sembradores" und "Ad gentes" zum Thema der Missionen herausgegeben wurden.
"Wir erleben die Vorbereitung auf den Weltmissionssonntag 2021 in einem ganz anderen Kontext als in den vergangenen Jahren: Wir befinden uns immer noch in einer sehr komplexen gesundheitlichen Lage. Inmitten von so viel Ungewissheit entdecken wir, dass wir Gott, seine Liebe und seine Barmherzigkeit noch mehr brauchen", so Pfarrer Antonio de Jesús Mascorro Tristán, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Mexiko. „Die Dringlichkeit, Gott im Leben eines jeden von uns zu entdecken oder wiederzuentdecken, verdeutlicht die Notwendigkeit, das Evangelium zu verkünden, um heute so viele Menschen zu erreichen, die die Nachricht von der wahren Hoffnung hören möchten“. "Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben" lautet deshalb auch das Thema des diesjährigen Weltmissionssonntages so der Nationaldirektor abschließend: „Wir können es nicht erwarten, die Freude zu verkünden, die die Frohe Botschaft in das Leben eines jeden von uns bringt".


FIDES-NACHRICHTEN - 20.10.2021

VATIKAN - Fortbildungskurs “Kommunikation und Mission” beginnt: „Christus war der perfekte Kommunikator“

Vatikanstadt (Fides) – Zu Beginn des multimediale Fortbildungskurs "Kommunikation ist Mission", der von der Fakultät für institutionelle soziale Kommunikation der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz (Pontificia Università Santa Croce, PUSC) in Zusammenarbeit mit der Päpstlichen Missionsunion und Fides veranstaltet wird, wurden die 20 Kursteilnehmer (darunter Studierende der Päpstlichen Hochschulen, Ordensschwestern aus verschiedenen Ordensinstituten und eine Laie) am Samstag, den 16. Oktober in der Aula Benedikt XVI. der Universität vom Präsidenten der Päpstlichen Missionswerke, Erzbischof Giovanni Pietro Dal Toso begrüßt, der erläuterte, "warum eine missionarische Kirche sich für Kommunikation interessiert". Ebenfalls anwesend waren Professor Daniel Arasa, Dekan der Fakultät für institutionelle soziale Kommunikation an der PUSC, mehrere Dozenten des Kurses und Pater Dinh Anh Nhue Nguyen, Generalsekretär der Päpstlichen Missionsunion, der das Thema "Biblisch-theologische Grundlagen der Kommunikation" erläuterte.
"Während seines irdischen Daseins erwies sich Christus als der perfekte Kommunikator“, so Pater Dinh Anh Nhue Nguyen, „Er sprach vor dem Hintergrund der realen Lebensumstände seines Volkes und verkündete allen unterschiedslos die göttliche Heilsbotschaft mit Kraft und Ausdauer, indem er sich ihrer Sprechweise und Mentalität anpasste“. „Kommunikation geht weit über die bloße Äußerung der Gedanken des Verstandes oder den Ausdruck der Gefühle des Herzens hinaus“, betonte er. „Zur ganzheitlichen Kommunikation gehört die wahre Selbsthingabe unter dem Impuls der Liebe; die Kommunikation Christi umfasst wirklich Geist und Leben".
Bei den Kursteilnehmern handelt es sich vor allem Studierende der Einrichtungen, die der Kongregation für die Evangelisierung der Völker unterstehen: das Collegio San Pietro, das Collegio San Paulo, das Collegio Urbano und das Colleggio Mater Ecclesiae.
Der Kurs für das Studienjahr 2021-2022, der dieses Jahr bereits zum dritten Mal veranstaltet wird ein gesamtes akademisches Jahr lang und bietet Priestern, Ordensleuten und Laien Fortbildung auf dem Gebiet der multimedialen Kommunikation an. Konkret geht es darum, bei den in den Mitarbeitern der Pastoral in Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien ein Bewusstsein für die Bedeutung der Massenmedien als Mittel zur Verbreitung des Evangeliums entstehen zu lassen.
Der Kurs, der von der Fakultät für institutionelle soziale Kommunikation der PUSC durchgeführt wird, nutzt methodische, theoretische und praktische Instrumente der multimedialen Kommunikation (Video, Radio, Fotografie, Web, Text, soziale Medien), und soll vermitteln, wie man Geschichten, Nachrichten, Ereignisse und Erfahrungen aufbereitet, die von der Mission der Kirche in der heutigen Welt berichten.
Der Kurs entstand aus einem Impuls der Botschaft des Papstes zum XLVIII. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel im Jahr 2014, in der Papst Franziskus der betonte:" Die Kommunikation trägt dazu bei, der missionarischen Berufung der ganzen Kirche Gestalt zu geben".
 

 

AFRIKA/KAMERUN - Spirale der Gewalt in Bamenda: "Das Menschenleben hat keinen Wert mehr“

Bamenda (Fides) - "Mit tiefer Bestürzung und großer Trauer haben wir als Bischöfe der Kirchenprovinz Bamenda, die erschreckende Nachricht von der brutalen Ermordung von Enondiale Tehuengia Carolaise, einem kleinen Mädchen, das die erste Klasse der Schule von Molyko (Buea) besuchte, erhalten, die von einem Polizisten direkt vor der Kathedrale in Molyko erschossen wurde, während sie von ihrer Mutter zur Schule gebracht wurde“, heißt es in einer offiziellen Erklärung der Bischöfe der englischsprachigen Regionen Kameruns, die von Erzbischof Andrew Nkea Fuanya von Bamenda im Namen der Bischöfe der Kirchenprovinzu (Bamenda Provincial Episcopal Conference, BAPEC) wurde.
Nach diesen weiteren dramatischen Vorfall, bei dem Zivilisten ums Leben kommen - in diesem Fall ein erst 5 Jahre altes Mädchen, das in einem Taxi in Begleitung seiner Mutter zur Schule fuhr -, schlägt die örtliche Kirche verzweifelt Alarm. "Wir verurteilen diese Morde und bekräftigen die Würde des Menschen und das grundlegende und unveräußerliche Recht auf Leben, das unter allen Umständen geachtet werden muss", heißt es darin.
Die ersten Rekonstruktionen des Vorfalls bestätigen die totale Instabilität in diesen Regionen Kameruns. Nach Angaben von Blaise Chamango, Koordinator der lokalen Menschenrechtsorganisation "Human Is Right", die sich für die Bürgerrechte in der Region einsetzt, wurde das Taxi, das das Mädchen zur Schule bringen sollte, von der Polizei an einem Kontrollpunkt angehalten. Der Polizeibeamte soll Geld verlangt haben, damit das Fahrzeug weiterfahren kann. Der Fahrer setzte seine Fahrt fort und entfernte sich vom Kontrollpunkt. In diesem Moment "eröffnete einer der Beamten", so Chamango, "das Feuer und das Mädchen wurde getroffen und tödlich verletzt“.
„Leider", heißt es in dem Dokument der Bischöfe weiter, "zieht Gewalt weitere Gewalt nach sich: Eine wütende Menge lynchte den Beamten. Wir beobachten mit großer Bestürzung die wachsende Spirale der Gewalt, die durch den unverantwortlichen Gebrauch von Waffen durch Beamte, die die Sicherheit gewährleisten sollten, und durch bewaffnete Gruppen verursacht wird, und fordern alle auf, die Gewalt einzuschränken und eine angemessenes Verhalten der Polizei und der Ordnung sowie ein größeres Verantwortungsbewusstsein der Bürger zu fördern".
Der Erzbischof von Bamenda äußert sich im Gespräch mit Fides detailliert zu der Lage in den anglophonen Regionen Kameruns: "Der Bischof von Buea hatte uns über dem Vorfall informiert, so dass wir sofort die Dringlichkeit verspürten, eine gemeinsame offizielle Erklärung zu veröffentlichen. Abgesehen davon, was der Taxifahrer getan haben mag, ist es inakzeptabel, dass Beamte mit solcher Leichtigkeit schießen. Gleichzeitig zeigt die Reaktion der Bevölkerung, die den Polizisten zu Tode gelyncht hat, dass das Leben in unserem Land gering geschätzt wird, und das ist es, was wir hervorheben und verurteilen wollen: Jeder fühlt sich hier berechtigt, das Leben anderer zu verletzen. Die Polizei und die Armee müssen aufhören, auf Zivilisten zu schießen. Sie sind dazu da, Zivilisten zu schützen, nicht um sie zu töten oder zu verletzen. Einige Tage lang gab es große Spannungen, aber nach den letzten Informationen, die wir haben, beruhigt sich die Lage inzwischen wieder. Das Problem ist, dass es immer wieder zu neuen Zusammenstößen kommt und vor allem die Bevölkerung die Nase voll hat. Es ist an der Zeit, diese Spirale zu stoppen“.

ASIEN/INDONESIEN - Kirchenvertreter unterstützen Kampagne gegen Todesstrafe

Jakarta (Fides) - Eine von der Zivilgesellschaft ins Leben gerufene Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe wird von den Kirchen und christlichen Organisationen unterstützt. Mehrere Organisationen der indonesischen Zivilgesellschaft haben die Regierung aufgefordert, die Todesstrafe in Indonesien abzuschaffen, da es Beweise dafür gibt, dass diese Form der Strafe, „Menschen nicht davon abhalten kann, Verbrechen zu begehen". Außerdem besteht laut Menschenrechtsgruppen ein hohes Risiko einer fälschlichen Verurteilung, die sogar dazu führen kann, dass ein Unschuldiger sein Leben verliert. Trotz der Pandemie verhängt die indonesische Justiz weiterhin die Todesstrafen (hauptsächlich in Fällen von Drogenhandel), wobei die Beweise per "Telekonferenz" bewertet werden. Dies sei ein System, das die faire und gerechte Durchführung des Prozesses untergrabe, so die Organisationen. Nach Angaben der indonesischen Menschenrechtsorganisation "Imparsial" wurden zwischen März 2020 und September 2021 insgesamt 129 Gefangene zur Todesstrafe verurteilt. Derzeit befinden sich in Indonesien mehr als 350 Häftlinge in der Todeszelle, von denen etwa 60 Prozent verurteilte Drogendealer sind.
Die Zahl der von indonesischen Gerichten verhängten Todesurteile ist nach Angaben von Amnesty International Indonesien im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 46 % gestiegen. Tatsächlich wurden im Jahr 2020 insgesamt 117 Todesurteile verhängt, im Vergleich zu 80 im Jahr 2019. Dies dokumentiert der am 21. April von Amnesty Internationale veröffentlichten jüngsten Bericht zur Todesstrafe. Danach wurden 101 der 117 Todesurteile in Zusammenhang mit Drogendelikten verhängt, während die anderen 16 wegen Mordes erlassen wurden.
Zu dem Thema äußern auch Vertreter der christlichen Kirchen in Indonesien: Pfarrer Aegidius Eko Aldianto, Exekutivsekretär der Kommission für "Gerechtigkeit und Frieden" der indonesischen Bischofskonferenz, unterstreicht, dass "die katholische Kirche ihr Bedauern über die Zunahme der Verurteilungen zum Ausdruck bringt". Die indonesische katholische Kirche "hat immer auf die Achtung der Menschenwürde hingewiesen", bestätigt auch der Jesuitenpater Ignatius Ismartono SJ, Direktor "Sahabat Insan", einer indonesischen Jesuitenorganisation, die Wanderarbeitern und Opfern von Menschenhandel begleitet. "Ich habe gerade an einem Webinar zu diesem Thema teilgenommen, in dem die offizielle Lehre der Kirche zur Todesstrafe, die auf der absoluten Heiligkeit und Unantastbarkeit des menschlichen Lebens beruht, im Mittelpunkt stand. Für uns ist insbesondere der Fall der zum Tode verurteilten Wanderarbeitnehmer daher von größter Bedeutung".
Die Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe läuft schon seit Monaten. Bereits im Juni letzten Jahres ging aus einer Umfrage der Universität Oxford hervor, dass die Mehrheit der indonesischen Bevölkerung zwar die Todesstrafe befürwortet, die Zahl der Befürworter jedoch abnimmt, je mehr man darüber erfahre, was genau unter "Mord im Auftrag des Staates" zu verstehen ist.
Die Untersuchung der Universität Oxford, die 2019-20 in Zusammenarbeit mit der indonesischen "Universitas Indonesia" und der Anwaltskanzlei "LBH Masyarakat" durchgeführt wurde zeigt, dass die indonesische Bevölkerung im Allgemeinen nicht über die Todesstrafe informiert ist. Von den mehr als 1.500 Befragten sprachen sich zunächst 69 Prozent für die Beibehaltung der Todesstrafe aus; nur 2 Prozent hielten sich für "sehr gut informiert" und nur 4 Prozent gaben an, im Hinblick auf diese Frage "sehr besorgt" zu sein. Wie Frau Prof. Carolyn Hoyle von der Forschungsstelle für die Todesstrafe an der Universität Oxford erklärte, ist die Rolle der Kirchenvertreter von entscheidender Bedeutung: Fast 40 Prozent der Befürworter der Todesstrafe würden ihre Meinung ändern, wenn sich die führenden Vertreter der Kirche für die Abschaffung einsetzen würden.
Die letzten Hinrichtungen in Indonesien fanden im Juli 2016 statt, als vier verurteilte Drogenhändler, darunter auch ausländische Staatsangehörige, erschossen wurden. Das indonesische Strafgesetzbuch sieht die Todesstrafe für eine Reihe von Straftaten vor, darunter Mord, Terrorismus, illegaler Waffen- und Drogenhandel, Korruption, schwerer Raub, Verrat, Spionage und eine Reihe von militärischen Straftaten.

ASIEN/TURKMENISTAN - Oberer der Missio sui iuris: “Wir bemühen uns um kreative Formen der Mission”

Aschgabat (Fides) - Die katholischen Kirche in Turkmenistan "ist eine kleine und sehr bescheidene Herde in einem Land mit einer islamischen Mehrheit, und aus diesem Grund muss sie sich zurückhalten, aber dies tut der Verkündigung der Frohen Botschaft vom Reich Gottes keinen Abbruch“, so Pater Andrzej Madej von den Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria (OMI), Oberer der „Missio sui iuris“ in Turkmenistan, gegenüber Fides. In seinem beitrag zu der kürzlich von der Päpstlichen Missionsunion veranstalteten Webinar zur Evangelisierung in Zentralasien wies Pater Madej darauf hin, dass die Feier der Gottesdienste in verschiedenen Sprachen der erste und wichtigste Aspekt der Evangelisierung ist: "Jeden Sonntag feiern wir in unserer Kapelle in Aschgabat die Eucharistie für Diplomaten und Arbeiter aus anderen Ländern auf Russisch und Englisch, aber wir lesen das Evangelium auch auf Turkmenisch, weil wir festgestellt haben, dass die russische Sprache heute immer weniger gesprochen wird. Wir bieten auch einen kirchlichen Glaubensunterricht in Form eines Katechumenats an, das manchmal drei oder vier Jahre lang dauert, denn wenn wir feststellen, dass die Menschen noch nicht bereit sind, warten wir lieber, bevor wir die Taufe spenden. Wir organisieren oft Treffen in den Häusern katholischer Familien, wir fördern Treffen für Kinder, wir besuchen Menschen in Krankenhäusern und Altenheimen. Wir fahren auch in andere Städte und Dörfer, manchmal nur, um neue Freundschaften zu schließen“.
Neben den traditionelleren Formen der Evangelisierung mangelt es nicht an neuen Initiativen, die an die "missionarische Kreativität" erinnern, auf die Papst Franziskus in "Evangelii Gaudium" verweist: "Es mag seltsam erscheinen, aber eines der Mittel, das uns erlaubt, mit den Menschen in Turkmenistan von Gott zu sprechen, ist das Auto: Die Menschen bitten uns oft um eine so genannte "Mitfahrgelegenheit", und das ist eine wunderbare Gelegenheit, mit ihnen über Gott zu sprechen. Wir lassen keine Gelegenheit aus, das Evangelium zu verkünden: Wir nutzen jede Gelegenheit, zum Beispiel bei diplomatischen Empfängen, an denen ich als "Attaché" des Vatikans teilnehme, oder bei Fernsehinterviews, die wir geben, oder bei Hochzeiten und Beerdigungen, wenn die Anwesenden das Wort erhalten, um den Brautleuten alles Gute zu wünschen oder der Verstorbenen zu gedenken. Die Menschen hören interessiert zu: Jeder möchte über Glauben, Gewissen oder Religion sprechen. Was katholische Priester zu sagen haben, stößt auf großes Interesse“.
"In unserem Hof, ganz in der Nähe der Straße, haben wir eine Grotte gebaut, die der Unbefleckten Maria gewidmet ist, und wir haben mit großer Freude festgestellt, dass sogar Muslime dort anhalten, um zu beten“, berichtet der Obere der Missio sui iuris aus Aschgabat. „Außerdem haben wir einen Parcours eingerichtet, auf dem die Kinder und Jugendlichen ihre Fahrräder sicher fahren können und wir bieten die Möglichkeit zur Aufbewahrung der Räder, wie in einem richtigen Parkhaus. Auf diese Weise haben auch Nichtkatholiken die Möglichkeit, uns kennen zu lernen", schließt der Obere.
Die turkmenische katholische Gemeinde besteht aus etwa 250 Gläubigen, die sich in der Kapelle der Verklärung des Herrn in der Hauptstadt Aschgabat treffen. Diese kleine Gruppe wird von zwei Priestern der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria geleitet. Die katholische Kirche vor Ort wurde 1997 neu gegründet als Johannes Paul II. die Missio sui iuris von Turkmenistan errichtete. Dreizehn Jahre lang durften die Oblaten nur als "Vertreter der Botschaft des Vatikans" anwesend sein. Zunächst trafen sie sich in Privatwohnungen, und die Messe wurde im diplomatischen Bereich der Apostolischen Nuntiatur in Aschgabat gefeiert. Erst im Jahr 2010 hat die turkmenische Regierung die katholische Kirche offiziell anerkannt.

AMERIKA - Kirchliche Amazonaskonferenz erhält Rechtspersönlichkeit: CELAm bringt “Freude und Hoffnung” zum Ausdruck

Bogota (Fides) - "Mit Freude und Hoffnung haben wir eine großartige Nachricht erhalten: Papst Franziskus hat die kirchliche Amazonaskonferenz (Conferencia Eclesial Amazonica, CEAMA) kirchenrechtlich als öffentliche kirchliche Rechtspersönlickeit anerkannt", so der Vorstand des Rates der Lateinamerikanischen Bischöfe (CELAM), "Die Entscheidung des Heiligen Vaters erfüllt uns mit Freude in einer Zeit, in der die lateinamerikanische und karibische Kirche auf der Grundlage des Lehramtes von Papst Franziskus ihre Option für Synodalität, Kollegialität, integrale Umkehr mit prophetischer Stimme verkündet, Netzwerke auf den Weg bringt und integriert, die Dezentralisierung fördert."
In der Verlautbarung vom gestrigen 17. Oktober, wird daran erinnert, dass die CEAMA Teil des Prozesses der Erneuerung und Umstrukturierung des CELAM ist und dass die Überarbeitung und Genehmigung der Statuten des neuen Organs in den zuständigen Gremien fortgesetzt wird. Schon jetzt dankt der CELAM Papst Franziskus "für seine Führung, seine Nähe und seine Begleitung bei der Eröffnung neuer Wege für die Kirche und für eine integrale Ökologie im Amazonasgebiet, die Frucht des Prozesses ist, der von der Amazonas-Synode unter maßgeblicher Beteiligung des heiligen Gottesvolkes dieser Region in Gang gesetzt wurde", wie es auch im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Querida Amazonia“ heißt.
Abschließend bekräftigt der CELAM seinen Wunsch, "die Initiativen unserer Brüder und Schwestern in der Amazonasregion zu unterstützen" und den eigenen Willen, "weiterhin gemeinsam als missionarische Jünger unterwegs zu sein, damit unsere Völker das Leben in Jesus Christus haben".

AMERIKA/BOLIVIEN - Erzbischof Centellas warnt vor Polarisierung: “Wir brauchen Gesetze, die Arbeitsplätze schaffen und das Wohl der Bedürftigen im Blick haben”

Sucre (Fides) – In ihrer Eigenschaft als Staatssekretärin der bolivianischen Regierung, gab María Nela Prada, bekannt, dass die Regierung beschlossen hat, den Gesetzesentwurf gegen die Legitimierung illegaler Gewinne zurückzuziehen. Damit wolle man Zusammenstöße und eine Destabilisierung des Landes vermeiden.
Der Vorsitzende der bolivianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Ricardo Centellas von Sucre, begrüßte die Entscheidung der Regierung und rief gleichzeitig zu verstärkten Anstrengungen auf dem Weg zum Frieden unter den Bolivianern und zur Lösung der dringenden Probleme auf. „Jedes Gesetz, das nicht einvernehmlich ist, neigt dazu, Ablehnung zu erzeugen und Unbehagen in der Bevölkerung hervorzurufen", so der Erzbischof, "deshalb ist es wichtig, an Gesetzen zu arbeiten, die der Beschaffung von Arbeitsplätzen den Vorrang zu geben und sich um das Wohl der Bedürftigsten bemühen.“ In diesem Zusammenhang warnt der Erzbischof vor Spaltung und Polarisierung: „Wir müssen jetzt daran arbeiten, die Sektoren zu vereinen und uns für den Frieden in einem Land einzusetzen, in dem die kleinste Situation eine Spirale von Konflikten und Gewalt auslösen kann".
Bei der offiziellen Eröffnung der diözesanen Phase des Synodenprozesses am gestrigen Sonntag, dem 17. Oktober, betonte Erzbischof Ricardo Centellas, wie wichtig es sei, „gemeinsam zu gehen, wie es der Papst von uns verlangt, um darüber nachzudenken und sich darüber auszutauschen, wie wir in Gemeinschaft innerhalb und außerhalb unserer Kirche leben“. "Die Arbeit, die von uns verlangt wird, besteht darin, unsere Erfahrung der Gemeinschaft zu teilen, den Weg als Kirche zu gehen, so zu leben, wie der Herr es uns aufgetragen hat, die Erfahrung, die Sendung zu leben, die jeder in seiner Gruppe hat", betont er in seiner Predigt zum Eröffnungsgottesdienst.
"Niemand darf schweigen, denn es ist eine besondere Zeit für jeden von uns, sich vom Heiligen Geist mitreißen zu lassen“, so der Bischof, der alle zur Teilnahme einlädt, „Aber lassen Sie uns auch einen Blick auf die dringendsten Herausforderungen werfen, vor denen die Kirche gegenwärtig steht. Wir leben in einer Pandemie, die viele persönliche und globale Kriterien erschüttert hat, und als Kirche müssen wir auf das reagieren, was die Menschen heute brauchen, ohne zu vergessen, was Jesus uns sagt, nämlich auf die Bedürftigsten, die Armen, zuzugehen".


Stiftungsjubiläum pro missio im Rautenstrauch-Joest-Museum mit Symbolkraft

missio-Gäste aus Nigeria freuen sich auf Rückgabe der Benin-Bronzen

Die Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museums, Nanette Jacomijn Snoep (links), führte den Emir von Wase, Mohammed Sambo Haruna (Mitte) und den Erzbischof von Abuja, Ignatius Kaigama (rechts) durch die Benin-Bronzen-Ausstellung. Foto: missio

(Aachen/Köln, den 12. Oktober 2021)

„Ich bin sehr froh, dass die Benin-Bronzen an Nigeria zurückgegeben werden“, erklärte der katholische Erzbischof von Abuja, Ignatius Kaigama. Gleichzeitig äußerte der 63-Jährige die Sorge, die Artefakte könnten in Nigeria nach einer Rückgabe gefährdet sein: „Ich möchte nicht, dass diese wertvollen Artefakte verloren gehen. Die Gefahr besteht, wenn die Rückgabe übereilt geschieht. Wir müssen uns ernsthaft darum bemühen, dass diese Artefakte sicher aufbewahrt und für die Öffentlichkeit gut erhalten werden. Damit sie für die nächsten Jahrhunderte unsere Geschichte erzählen können.“

Zusammen mit dem muslimischen Emir von Wase, Mohammed Sambo Haruna, besuchte der Erzbischof von Abuja anlässlich des zwanzigjährigen Stiftungsjubiläum pro missio das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln. Coronabedingt war die Jubiläumsfeier der Stiftung pro missio um ein Jahr verschoben worden. Die Direktorin des Museums, Nanette Jacomijn Snoep, führte die beiden religiösen Führer durch die Ausstellung der Benin-Bronzen. Sie erklärte, dass zurzeit Gespräche über eine Rückführung im nächsten Jahr mit zuständigen Vertretern in Nigeria geführt würden, und erläuterte die grundsätzliche Bereitschaft des Museums zur Rückführung der Artefakte nach Nigeria.

Im Anschluss an die Führung trafen, die beiden Religionsführer mit missio-Spendern zusammen und berichteten ihnen von ihrer gemeinsamen Friedensarbeit in Nigeria. Der Emir und der Erzbischof zeigten sich von dem Museum als einem Ort der Begegnung mit anderen Kulturen sichtlich beeindruckt. „Dieser Ort ist ziemlich bemerkenswert. Bei missio geht es darum, auf Menschen zuzugehen, es geht um eine Begegnung mit anderen. Das ist die Mission“, sagte Kaigama. „In diesem Museum sind die Kunstwerke vieler Kulturen vertreten. Ein Treffen an diesem Ort mit Menschen, die die Arbeit von missio sehr unterstützen, ist sehr symbolisch. Und durch die Möglichkeit, die Benin-Bronzen hier an diesem Ort in Augenschein zu nehmen, hat die Museumsleitung und missio die Herzen der Nigerianer, unsere Herzen, berührt.“

Erzbischof Ignatius Kaigama und der Emir von Wase, Mohammed Sambo Haruna, sind im Rahmen der missio-Aktion zum Weltmissionssonntag in Deutschland unterwegs und berichten über ihre gemeinsame Friedens- und Versöhnungsarbeit in Nigeria. Der Weltmissionssonntag steht unter dem biblischen Leitwort „Werdet nicht müde, das Gute zu tun“ und endet am 24. Oktober mit dem Weltmissionssonntag. Dann sammelt die katholische Kirche in Gottesdiensten in über 100 Ländern eine Kollekte für die Arbeit der Kirche in den ärmsten Regionen der Welt. In Deutschland wurden dafür 2020 rund 3,4 Millionen Euro gespendet, weltweit knapp 53 Millionen.

 

Wie arbeitet missio Aachen?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. missio Aachen verfügte 2020 über ein gesamtes Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 45,42 Millionen Euro. missio Aachen förderte in 68 Ländern 981 Projekte der Kirche des globalen Südens in der Ausbildung, Seelsorge, kirchlichen Sozialarbeit, im interreligiösen Dialog, für den Unterhalt und für Akuthilfen. Gleichzeitig fördert missio Aachen durch Kampagnen, Lobbyarbeit und Gebetssolidarität das weltkirchliche Bewusstsein in Deutschland, um den Anliegen der Menschen und der Kirche im globalen Süden Gehör zu verschaffen. Insgesamt verfügte missio Aachen 2020 bei den Ein- und Ausgaben über einen Haushalt von rund 51,2 Millionen Euro.

 

 


World-Vision-Bericht zeigt Zusammenhang von Covid19-Pandemie und Frühverheiratung

Weltmädchentag: 3,3 Millionen Kinder sind von Kinderheirat bedroht

(Friedrichsdorf/wv) - Millionen von Kindern werden durch die Folgen der COVID19-Pandemie zu einer frühen Verheiratung gezwungen werden. Das geht aus einem Bericht der Kinderhilfsorganisation World Vision zum Weltmädchentag hervor. Die Gründe dafür sind zunehmende Armut, wachsender Hunger und der eingeschränkte Zugang zu Bildung.

Der World Vision-Bericht zeigt, dass der Anstieg der Kinderheiratsraten bereits deutlich zu spüren ist. Im Jahr 2020 gab es den stärksten Anstieg der Kinderheiratsraten seit 25 Jahren. Nach Angaben von World Vision hat sich die Zahl der Kinderheiraten zwischen März und Dezember 2020 in vielen Gemeinden im Vergleich zu 2019 mehr als verdoppelt.

Für den Bericht hat World Vision 15.000 Kinder und Jugendliche in vier Ländern - Äthiopien, Ghana, Simbabwe und Indien - befragt.

 

Dana Buzducea, Kinderrechtsexpertin bei World Vision: "Trotz des Versprechens der Weltgemeinschaft, die Kinderheirat bis 2030 zu beenden, gibt es nur langsame Fortschritte. Da die Pandemie die Armut und den Hunger verschärft und den Zugang zu Bildung verschlechtert hat, steigt auch das Risiko, dass Mädchen zu Kinderbräuten werden. Wieder einmal tragen Mädchen die Hauptlast der Krise. Viele werden ihrer Bildung beraubt und gezwungen, Männer zu heiraten, die teilweise doppelt so alt sind wie sie.“

 

 Der World Vision-Bericht zeigt, dass der Anstieg der Kinderheiratsraten bereits deutlich zu spüren ist. Im Jahr 2020 gab es den stärksten Anstieg der Kinderheiratsraten seit 25 Jahren.

Deutlich werden auch die Auswirkungen von Schulschließungen auf den Anstieg der Kinderheiratsraten. So zeigt der Bericht, dass Kinder, die derzeit nicht zur Schule gehen, mit 3,4-mal höherer Wahrscheinlichkeit verheiratet wurden als ihre Altersgenossen, die noch zur Schule gehen können. 

 

 

Dana Buzducea: "Weltweit verpassen fünf Millionen Mädchen im Grund- und Sekundarschulalter aufgrund von COVID-19 möglicherweise eine Ausbildung. Diese Mädchen sind einem hohen Risiko der Kinderheirat ausgesetzt. Die Regierungen auf der ganzen Welt, die sich auf die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 konzentrieren, müssen auch dem Schutz der weltweit am stärksten gefährdeten Kinder Vorrang einräumen, die von den Nachwehen der Pandemie bedroht sind. Wir können nicht zulassen, dass Millionen von Kindern zur Kinderheirat gezwungen werden. Wir müssen jetzt handeln, um dies zu verhindern.“


Zwei Jahre nach der türkischen Invasion (9.10.): Die ethnische und religiöse Vielfalt der Region ist zerstört

  • Ethnische und religiöse Vielfalt der Region zerstört
  • Über 1.000 nicht-muslimische Familien vertrieben
  • Weitere Angriffe und Vertreibungen zu befürchten

(Göttingen/gfbv) - Nahezu alle Angehörigen ethnischer und religiöser Minderheiten haben die nordsyrische Stadt Serekaniye (arabisch: Ras al Ain) und die umliegenden Dörfer verlassen. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die Türkei dieses Ziel zwei Jahre nach ihrem völkerrechtswidrigen Angriff auf die Region am 9. Oktober 2019 inzwischen erreicht. Sämtliche yezidischen und christlich-orthodoxen Familien mussten vor der Gewalt der türkischen Armee und ihrer islamistischen Verbündeten fliehen, Frauen ohne Kopftuch sind im öffentlichen Leben nicht mehr sichtbar. „Der türkische Präsident Erdogan hat in Nordsyrien Fakten geschaffen, die mit jedem weiteren Tag der Besatzung schwerer umzukehren sind“, berichtet GfbV-Nahostexperte Dr. Kamal Sido. „Die ethnische und religiöse Vielfalt der Region ist bis auf Weiteres zerstört. Es ist fraglich, ob sie jemals zurückkehren wird.“ Daten der GfbV zufolge lebten bis zur Invasion vor zwei Jahren 1.000 yezidische, 60 syrisch-orthodoxe, 20 armenisch-katholische und fünf armenisch-orthodoxe Familien in Serekaniye und den umliegenden Dörfern.

Weil die Türkei für ihre zynisch benannte „Operation Friedensquell“ fast keinen internationalen Gegenwind gespürt habe, fühle sie sich in ihrem aggressiven Gebaren bestärkt. Erdogan habe während dieser Operation gelernt, dass er sich international alles erlauben kann. „Die Hoffnung, dass der neue US-Präsident Biden auf die Weltbühne zurückkehren und ihren Nato-Verbündeten zur Ordnung rufen wird, hat sich nicht erfüllt“, erklärt Sido. „Die neue Führung in Washington hat andere außenpolitische Prioritäten. Auch aus Europa muss Erdogan keine Kritik fürchten, solange er die EU mit syrischen Geflüchteten erpressen kann.“ 

Während hunderttausende kurdische, arabische, assyrisch/aramäische, armenische, christliche und yezidische Vertriebene immer noch in Zelten in der Provinz Al Hasakeh im Nordosten Syriens leben oder das Land Richtung Europe bereits verlassen haben, festigt die Türkei ihre Position in den besetzten Gebieten, indem sie dort radikale sunnitische Muslime ansiedelt. Nun nehme die Türkei den Rest der Provinz Al Hasakeh in den Blick. „Die Türkei möchte auch diesen letzten multiethnischen und multireligiösen Teil Syriens erobern und wieder hunderttausende Menschen vertreiben“, so Sido. „Das Trinkwasser, dessen Quellen im heute besetzten Serekaniye liegen, setzt er bereits als Waffe ein, indem er es gezielt zurückhält: Über 200.000 Menschen müssen in der Provinz ohne sauberes Trinkwasser auskommen.“ Nach inoffiziellen Statistiken lebten in der Provinz Al Hasakeh bis zu Beginn des syrischen Bürgerkrieges etwa 120.000 Menschen christlichen Glaubens. 

Vertriebene aus Serekaniye starten am 8. Oktober die Social Media-Kampagne #2YearsSereKaniyeStopErdogan.

 

Am 9. Oktober finden an verschiedenen Orten Mahnwachen statt, unter anderem um 12 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin.


Diakonie Katastrophenhilfe zur Hilfskonferenz für Afghanistan

„Wir sind bereit zu helfen“

 

Afghanistan * Hilfskonferenz * humanitäre Hilfe

 

(Berlin/dw) - In Afghanistan sind mindestens 14 Millionen Menschen angesichts einer sich drastisch verschärfenden Hungerkrise auf internationale Hilfe angewiesen.

 

Zur Hilfskonferenz der Vereinten Nationen für Afghanistan, die heute in Genf stattfindet, erklärt die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Dagmar Pruin:

 

„Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, die Augen vor der Not der Menschen in Afghanistan nicht zu verschließen. Der weitaus größte Teil der Bevölkerung hat keine Möglichkeit, das Land zu verlassen. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist bereit zu helfen. Dafür brauchen wir als Hilfsorganisation jedoch Sicherheiten und Handlungsfreiheit. Humanitäre Hilfsprogramme dürfen nicht an Bedingungen geknüpft werden, ausschlaggebend ist allein die Bedürftigkeit der Menschen.

 

Wir erwarten von den neuen Machthabern Sicherheitsgarantien, die den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleisten. Zudem muss garantiert werden, dass ins Land gelangende Finanzmittel nur für die geplanten humanitären Zwecke eingesetzt werden. Da aktuell keine Überweisungen nach Afghanistan möglich sind, müssen dringend sichere Finanzkanäle geöffnet werden. Angesichts vieler Unwägbarkeiten im Land muss finanzielle Förderung für Hilfsorganisationen von staatlicher Seite mit größtmöglicher Flexibilität gewährt werden.“

 

 

Hintergrund:

 

In großen Teilen Afghanistans herrscht eine anhaltende Dürre, die bereits zu massivem Hunger geführt hat. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass fast die Hälfte der 38 Millionen Menschen in Afghanistan auf humanitäre Hilfe angewiesen ist. Die Handelswege sind eingeschränkt, Grenzen geschlossen. Die Landeswährung hat stark an Wert verloren. Die Preise für Grundnahrungsmittel steigen. Schätzungen zufolge wurden durch Dürre und Konflikt allein im Jahr 2021 mehr als 600.000 Menschen innerhalb des Landes vertrieben.


Christliche Gemeinschaften im Irak: Bangen um die ungewisse Zukunft

 

Christliche Gemeinschaften im Irak:

  • Minderheiten sehen ihre wenigen verbleibenden Rechte bedroht
  • Staatliche Sicherheitskräfte haben über weite Teile des Landes keine Kontrolle
  • Islamistische Milizen bereichern sich am Eigentum christlicher Familien

(Göttingen/gfbv) - Während in Deutschland und anderen NATO-Ländern über die Folgen der afghanischen Katastrophe und über ein Erstarken des radikalen Islam diskutiert wird, bangen die christlichen Gemeinschaften und andere religiöse Minderheiten im Nahen Osten um ihre Zukunft. Auch die symbolisch wichtigen Besuche des Papstes und des französischen Präsidenten hätten die existenziellen Sorgen der christlichen Gemeinschaften in der nordirakischen Metropole Mossul kaum lindern können, wie der Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Dr. Kamal Sido, heute in Göttingen berichtet:  „Christliche und andere ethnische und religiöse Minderheiten wären mit dem Status einer Minderheit in heute mehrheitlich muslimischen Gesellschaften zufrieden, wenn ihre Rechte gesichert wären. Die Minderheiten sowie Frauen aller Ethnien werden aber bereits benachteiligt und sehen ihre wenigen verbliebenen Rechte gefährdet.“ 

Sowohl radikal-sunnitische als auch radikal-schiitische Milizen bedrohten das Überleben christlicher, yezidischer und anderer Minderheiten im Irak. „In einigen Gegenden von Mossul haben nur die Milizen das Sagen. Die staatlichen Sicherheitskräfte sind nicht Willens oder nicht in der Lage, diese Menschen zu schützen“, so Sido. „Ohne das Gefühl, in ihrer Heimat sicher zu sein, werden die wenigen noch dort lebenden christlichen Gläubigen auf Dauer nicht bleiben.“ In einigen Stadtteilen von Mossul und einigen Regionen der Provinz Ninawa hätten die Milizen die vollständige Kontrolle, auch über Verwaltungsentscheidungen in Bezug auf staatliche und private Grundstücke und Gebäude. Ihre Anführer bereicherten sich am Handel mit staatlichem oder privatem Eigentum, insbesondere den Immobilien, die Angehörigen von Minderheiten gehörten. 

„Im Gewerbegebiet von Bab al-Toub in Mossul werden die Immobilienpreise zum Beispiel von Milizen festgelegt. Häuser werden dann über oder unter dem tatsächlichen Wert gehandelt“, berichtet Sido. „In Bartalla, einer christlichen Ortschaft, wird ein Haus einer christlichen Familie, das etwa 100 Millionen Dinar (58.000 Euro) wert ist, für nur 30 oder 40 Millionen Dinar verkauft.“ Diese Geschäfte seien eine wichtige Finanzierungsquelle für die Milizen. Dadurch würden zudem Menschen von außerhalb angesiedelt, durch die sich die ethnische und religiöse Zusammensetzung der ursprünglich christlichen Regionen erheblich verändere. 

Die Zahl der Christen im Irak ging nach Kriegsbeginn 2003 deutlich um mehr als 50 Prozent zurück. Mindestens 1.200 Christen wurden seitdem getötet, etwa 700 davon aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit. In Mossul hat der sogenannte „Islamische Staat“ zehntausende von Häusern christlicher Familien zerstört. Dort und in der benachbarten Ninive-Ebene wurden zudem 20 der 30 Kirchen abgerissen, von denen einige bereits 1500 Jahre alt waren.

 

 


Bildung der ärmsten Kinder stärker fördern / Corona-Krise verstärkt Anreize zum Schulabbruch

World Vision: Von Fähigkeiten zum Lernen hängt die Zukunft ab

(Friedrichsdorf/wv) - Anlässlich des Internationalen Tags der Alphabetisierung (8. September), ruft die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision dazu auf, Bildung für die ärmsten Kinder deutlich stärker zu fördern. Die Anstrengungen müssten verdoppelt werden, da diese Kinder am stärksten unter den Folgen der COVID-19-Pandemie leiden. "Bildung ist nicht nur die Voraussetzung für persönlichen Erfolg, sondern auch die Grundlage für nachhaltige Entwicklung", sagt Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. "Zukunft gestalten heißt, lernenden jungen Menschen die Fähigkeiten zu geben, die sie brauchen, um ihre Chancen nutzen und Antworten für die Herausforderungen unserer Zeit mit entwickeln zu können."

Bildung für eine ganze Generation von Lernenden in Gefahr
Nach 18 Monaten der weltweiten COVID-19-Pandemie sind in 19 Ländern immer noch Schulen geschlossen, wodurch die Ausbildung von über 156 Millionen Schülerinnen und Schülern gefährdet ist. Zugänge zum Fernunterricht wurde im Laufe der Pandemie zwar verbessert; dennoch ist dieser für mindestens 500 Millionen Schüler unerreichbar, so dass sie mit erheblichen Lernverzögerungen und Benachteiligungen zu kämpfen haben. 

"Angesichts von wachsendem Hunger, Einkommensverlusten und extremer Unsicherheit sind die Anreize, die Schule abzubrechen, umso größer", so Christoph Waffenschmidt. Mehrere Millionen Mädchen und Jungen wurden infolge der Schulschließungen bereits in die Kinderarbeit gedrängt. Für geschätzt 24 Millionen Kinder und Jugendliche besteht akute Gefahr, dass sie nicht zur Schule zurückkehren. Viele von ihnen könnten durch Analphabetismus in allen Lebensbereichen von Teilhabe ausgeschlossen sein. Frühverheiratungen von Mädchen nehmen zu. "Ohne Bildung verliert eine ganze Generation ihre Hoffnung und gerät leicht in einen Teufelskreis aus Armut und Gewalt", warnt Waffenschmidt. 

Inklusive Bildungskonzepte chronisch unterfinanziert 
Mit humanitären Soforthilfen, die auch World Vision in vielen Ländern seit Beginn der Pandemie leistet, kann bereits viel dafür getan werden, den am meisten gefährdeten Kindern den Fortbestand ihrer Bildung zu sichern. So kann beispielsweise Lernmaterial, ein Radio oder ein Internetzugang zur Verfügung gestellt, Aufholunterricht finanziert oder der finanzielle Druck auf Familien reduziert werden. 

Um Ungleichheiten bei Bildungschancen abzubauen, die bereits vor der Pandemie alarmierend waren und sich nun verstärken, muss allerdings auch die Entwicklungszusammenarbeit mit größeren Ressourcen in diesem Bereich ausgestattet werden. Laut World Vision verfolgt die Globale Partnerschaft für Bildung (GPE) gute Konzepte für inklusive Bildung, die aber chronisch unterfinanziert sind. "Wenn unsere Regierung jährlich etwa 110 Millionen Euro zur Partnerschaft beisteuern und größere Kapazitäten zur Förderung im eigenen Haus aufbauen würde, könnten beispielsweise grundlegende Mängel bei der Ausbildung und Zahl des Lehrpersonals und der Ausstattung von Schulen beseitigt werden", erklärt Rosilin Bock, Bildungsreferentin bei World Vision Deutschland. Viele Schulen hätten derzeit zum Beispiel nicht einmal Strom oder eine Wasserversorgung. Auch Zugänge zu Büchern zuhause würden die Erfolgsaussichten vieler Kinder in der Schule erhöhen. Eltern bräuchten zudem oft gezielte Unterstützung und eigene Perspektiven, um den Bildungsweg aller Kinder gleichberechtigt zu fördern. 

 

Die Kinderhilfsorganisation selbst setzt einen Schwerpunkt bei der Zusammenarbeit mit Grundschulen und Eltern. Als verbindendes Element seien Leseclubs ein sehr effektiver Ansatz, um Kindern von klein auf den Erwerb von Lese- und Schreibfähigkeiten und das Lernen selbst zu erleichtern. 


Brutales Massaker an Indigenen in Nicaragua

 

  • GfbV verurteilt Mord an mindestens 13 indigenen Mayangna und Miskito
  • Grausamkeit bewusst inszeniert, jüngstes Opfer ein sechsjähriges Kind
  • Eindringlinge wollen indigene Bewohner vertreiben um Gold zu schürfen, Holz zu fällen oder Land zu rauben

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) verurteilt das brutale Massaker an mindestens 13 indigenen Mayangna und Miskito, die bei einem Überfall durch nicht-indigene Siedler starben. Örtlichen Medien und NGOs zufolge habe das Massaker am 23. August im Biosphärenreservat Bosawas nahe der Grenze zu Honduras sattgefunden. „Die Tat wurde ganz bewusst besonders grausam inszeniert. Die Leichen zeigten Anzeichen von Folter. Mehrere Frauen wurden erst vergewaltigt und dann getötet. Das jüngste Opfer war ein sechsjähriges Kind. Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art in Nicaragua. Solange die Polizei Gewalttaten gegen Indigene nicht konsequent verfolgt, wird es auch nicht der letzte bleiben“, erklärt Regina Sonk, GfbV-Referentin für indigene Völker. „Das weitgehende Desinteresse nicht-indigener Behörden an anti-indigener Gewalt ermutigt weitere Vergehen.“ Dieses Phänomen zeige sich nicht nur in Nicaragua, sondern in weiten Teilen Südamerikas.

Das Massaker ereignete sich zwischen 19 und 21 Uhr auf dem Kiwakumbaih, einem Hügel, der eine heilige Stätte und zugleich traditionelles Jagd- und Fischereigebiet ist". „Unüberhörbar ist das Schweigen der Polizei zu diesem Massaker, das die Hinterbliebenen zusätzlich traumatisiert“, kritisiert Sonk. „Sie bekommen vermittelt, dass ihr Leid keine Rolle spielt. Denn hier geht es nicht nur um das Eindringen in Naturschutzgebiete und indigene Territorien, sondern um mutmaßlich geplante Hinrichtungen. Die Politik muss solche Vergehen endlich mit angemessenen Strafen versehen und das Gesetz unmissverständlich durchzusetzen.“ 

 

Die wahrscheinlichen Gründe für das Eindringen und die Gewalt seien schließlich die gleichen, die auch indigene Gemeinschaften in anderen Teilen des Kontinentes plagen: nämlich Goldsuche, Holzfällerei und Landraub für die Agrar-Industrie.


Seit 1980 hilft Don Bosco Mondo e.V. Kindern und Jugendlichen in Not

Gemeinsam. Zukunft. Machen!

Für Straßenkinder in Sambia baut Don Bosco ein neues Wohnhaus – damit sie der Straße endgültig den Rücken kehren können. Copyright: Don Bosco Mondo e.V. /Jason Mulikita / Fairpicture
Für Straßenkinder in Sambia baut Don Bosco ein neues Wohnhaus – damit sie der Straße endgültig den Rücken kehren können. Copyright: Don Bosco Mondo e.V. /Jason Mulikita / Fairpicture

 

• In 40 Jahren 2.900 Projekte mit 230 Millionen Euro in 113 Ländern gefördert
• weltweite Hilfe für über 13 Millionen Kinder und Jugendliche in Not
• Jubiläumsaktionen unter dem Slogan „Gemeinsam. Zukunft. Machen!“

 

(Bonn/db) – Seit 1980 setzt sich die Bonner Nichtregierungsorganisation Don Bosco Mondo e.V. für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. In Afrika, Asien und Lateinamerika bekommen sie durch ganzheitliche schulische und berufliche Bildung eine neue Chance auf ein eigenständiges Leben in Würde. Im Jubiläumsjahr plus eins wird im Kinderdorf Makululu in Sambia ein neues Wohnhaus für Straßenkinder gebaut. Langjährige Wegbegleiter und Kooperationspartner würdigt der Verein mit der Aktion „40 Jahre – 40 Stimmen“.

 

Kinderdorf Makululu – eine Oase der Hoffnung
Rund 750.000 Kinder und Jugendliche arbeiten, schlafen und leben auf den Straßen der Großstädte Sambias. Auch im Slum Makululu der Stadt Kabwe. Hierhin flüchten junge Menschen vor Gewalt und Armut oder sind auf der Suche nach Arbeit. Sie besuchen keine Schule und haben kaum eine Chance, ihr Leben zu verbessern. In der größten Elendssiedlung Sambias betreiben die Projektpartner des Bonner Vereins, die Salesianer Don Boscos, ein Kinderdorf. Eine Schule, ein Jugendzentrum und zwei Wohnhäuser sind das neue Zuhause für 90 Kinder, die keine Eltern mehr haben. Nun soll hier ein weiteres Wohnhaus als erste Aufnahmestelle für zehn ehemalige Straßenkinder entstehen. Hier bekommen sie die therapeutische Betreuung und eine sichere Basis, die sie brauchen, um ihren Weg zurück ins Leben zu finden. Den Bau dieses Hauses zu finanzieren, ist das Ziel, das sich Don Bosco Mondo im Rahmen seiner Jubiläumskampagne gesetzt hat.


Gemeinsam. Zukunft. Machen!
„Dieses Wohnhaus an diesem Ort ist Sinnbild für unser Tun: Kindern am Rande der Gesellschaft ein Zuhause und damit Zukunft zu geben. Wir sind dankbar und stolz, dass wir dabei seit nun 41 Jahren auf ein stabiles Netzwerk aus Engagierten – Partnern, Gebern, Institutionen und guten Geistern – bauen können.“, skizziert Silvia Cromm, Geschäftsführung Programme & Projekte, den Kern der Jubiläumsaktion. Rund um das Motto Gemeinsam. Zukunft. Machen! werden ab dem 4. September auf der Website des Vereins sowie in den Sozialen Medien Menschen, Geschichten und Geschafftes gewürdigt. Der 4. September 1980 ist das Gründungsdatum des Vereins. Die Feierlichkeiten zum echten „runden“ Geburtstag wurden aufgrund der Corona-Pandemie und ihrer verheerenden Auswirkungen in den Projektländern auf 2021 verlegt.

 

40 Jahre – 40 Stimmen
Langjährige Wegbegleiter, Mitarbeitende und Projektpartner stehen mit ihren Antworten in der Aktion „40 Jahre – 40 Stimmen“ stellvertretend für die große Bandbreite des persönlichen Engagements und der Überzeugungen, die die Förderung der gut 2.900 Projekte in den 40 Jahren erst möglich gemacht haben.

Zu den Machern und herausragenden Persönlichkeiten gehören Jürgen von Danwitz und Manfred Peter. Für ihr langjähriges und vielseitiges Engagement wurde ihnen die Ehrenmitgliedschaft im Verein verliehen. Von Danwitz hat in den 1970er Jahren den Bau der Pfarrgemeinde St. Winfried im Bonner Regierungsviertel vorangetrieben. Er gründete 1980 den Förderverein „Jugend Dritte Welt – Verein der Freunde und Förderer der Missionsprokur der Salesianer Don Boscos in Bonn – Verein der Freunde St. Winfrieds“ mit, der seit 2012 unter dem Namen Don Bosco Mondo e.V. arbeitet. Bis heute ist er aktiver Beisitzer im Vorstand, dessen Vorsitz er lange Jahre innehatte. Manfred Peter begleitet den Verein seit 2003 als Vorstandsmitglied und Schatzmeister.

 

Seit 1980 setzt sich der Bonner Verein zusammen mit den Projektpartnern, den Salesianern Don Boscos und den Don Bosco Schwestern, für Straßenkinder, ehemalige Kindersoldaten, Waisen und Kinderarbeiter ein. Zahlreiche Kooperationspartner und Engagierte in Deutschland unterstützen den Verein und schaffen so die finanziellen Ressourcen, um die Arbeit der Projektpartner vor Ort zu realisieren. Dazu gehören private Spendende, institutionelle Förderer, staatliche Geber, Vereine, Stiftungen, Kammern, Verbände und Unternehmen. So konnten bis heute 2.900 Projekte in 113 Ländern realisiert werden. Mehr als 13 Millionen Kinder und Jugendliche wurden dadurch Chancen für ein neues, selbstbestimmtes Leben eröffnet.

 

 

Über Don Bosco Mondo e.V.: www.don-bosco-mondo.de/


Über die Jubiläumskampagne Gemeinsam. Zukunft. Machen!: https://www.don-bosco-mondo.de/gemeinsam-zukunft-machen


VATIKAN - Papst bittet um Gebet und Fasten für Afghanistan: Italienische Ordensgemeinschaften zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit

(Vatikanstadt/(Fides) - Papst Franziskus erinnerte nach dem traditionellen Mittagsgebet am gestrigen Sonntag, den 29. August, in seiner Ansprache an die auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen an die Menschen in Afghanistan: „Ich verfolge die Lage in Afghanistan mit großer Sorge", so der Papst wörtlich „Und ich teile das Leid derjenigen, die um die Menschen trauern, die bei den Selbstmordattentaten am vergangenen Donnerstag ihr Leben verloren haben, und derjenigen, die Hilfe und Schutz suchen. Ich empfehle die Verstorbenen der Barmherzigkeit des allmächtigen Gottes und danke allen, die sich für die Menschen einsetzen, die so schwer getroffen wurden, insbesondere für die Frauen und Kinder. Ich bitte alle, den Bedürftigen weiterhin zu helfen und dafür zu beten, dass Dialog und Solidarität zu einem friedlichen und geschwisterlichen Zusammenleben führen und Hoffnung für die Zukunft des Landes geben."

„In historischen Momenten wie diesen können wir nicht gleichgültig bleiben, das lehrt uns die Geschichte der Kirche", fuhr der Papst fort. „Als Christen sind wir in dieser Situation in der Pflicht. Deshalb appelliere ich an alle, das Gebet zu intensivieren und zu fasten. Gebet und Fasten, Gebet und Buße: Jetzt ist es an der Zeit, dies zu tun. Ich meine es ernst: Intensivieren Sie das Gebet und üben Sie das Fasten und bitten Sie den Herrn um Gnade und Vergebung."

Pater Matteo Sanavio von der Kongregation der Rogationisten und Generalrat für den Dienst der Nächstenliebe und der Mission, der auch der kongregationenübergreifenden Vereinigung "Pro Bambini di Kabul" (PBK) vorsteht, die seit 2006 in Afghanistan tätig ist, erklärt dazu gegenüber Fides: "Wir schließen uns der Botschaft des Papstes von ganzem Herzen an. Wir fühlen uns zutiefst aufgefordert, für Afghanistan zu beten und unsere Ressourcen und Energie für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Heute nehmen wir mit Trauer und Sorge das große Leid des afghanischen Volkes zur Kenntnis. Das Land braucht Frieden und Barmherzigkeit“.

Sein Verein, so der Priester, betreibe in der afghanischen Hauptstadt das Tageszentrum "Pro Bambini di Kabul", das etwa 50 behinderte Kinder betreut. Das Zentrum wurde von Missionaren verschiedener Kongregationen (die inzwischen das Land verlassen haben) und einer großen Gruppe von Mitarbeitern und einheimischem Personal betrieben, die dank der vom italienischen Außenministerium organisierten Luftbrücke ebenfalls ins Ausland gelangen konnten. Das Zentrum ist jetzt geschlossen. "Die in Italien aus Afghanistan ankommenden Menschen werden von verschiedenen Ordensgemeinschafen in ganz Italien aufgenommen, die ihre Bereitschaft erklärt haben. Hinzu kommen 14 schwerbehinderte Kinder, die von der Missionarinnen der Nächstenliebe in Kabul betreut wurden. Sie sind inzwischen auch in Italien bei den Schwestern, die sie adoptiert haben. Sie sind die Ärmsten der Armen und die Schwächsten, die Ausgestoßenen. Hier werden sie Herzen und Arme finden, die bereit sind, sie aufzunehmen, sich um sie zu kümmern und sie zu lieben".

 


Afghanische Kinder zahlen den Preis – mehr als 8 Millionen sind dringend auf Hilfe angewiesen

Internationale Gemeinschaft darf Menschen nicht im Stich lassen

(Kabul / Friedrichsdorf/wv) - Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision warnt davor, dass in Afghanistan Millionen Kinder in höchstem Maße gefährdet sind. Die humanitäre Lage im Land hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Kinder konnten nicht zur Schule gehen, Lebensmittel sind knapp und die Zahl der Binnenvertriebenen ist steil angestiegen.

Die Zahlen sind erschütternd. Fast die Hälfte der Bevölkerung - 18,4 Millionen Menschen, davon 8,2 Millionen Kinder, benötigte im Jahr 2021 humanitäre Hilfe und Schutz, und die Zahl steigt weiter. Aufgrund einer Dürre haben mehr als 30 % der afghanischen Bevölkerung (12,2 Millionen) nicht genug zu essen. Viele Kinder sind schwer unterernährt. Die zwischenzeitlich suspendierte Hilfe für diese Menschen muss dringend wieder aufgenommen werden. Jüngste Zahlen zeigen, dass der Plan für die humanitäre Hilfe in Afghanistan für 2021 nur zu 39 % finanziert ist.

Die Pandemie verschlimmert sich weiter, und es fehlt an Präventivmaßnahmen. "Kinder sind einem größeren Risiko von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt. Familien, die aufgrund des Konflikts, der verheerenden Dürre und der Auswirkungen von COVID-19 bereits mit dem Elend zu kämpfen haben, greifen nun vermehrt zu verzweifelten Maßnahmen, um ihre Kinder zu schützen, darunter auch Kinderheirat. Die Menschen sind jetzt am verwundbarsten, und wir können sie jetzt nicht im Stich lassen", sagt die nationale Direktorin Asuntha Charles.

Andrew Morley, Präsident und CEO von World Vision International, betont: "Jedes Kind träumt von Frieden, Bildung, einer nahrhaften Mahlzeit und einer Chance, sein Potenzial zu entfalten. Doch die Realität vor Ort ist herzzerreißend, inmitten der Ungewissheit über die Zukunft Afghanistans - insbesondere für junge Mädchen, die Angst vor Gewalt haben. Wir müssen jetzt weiter zusammenarbeiten, um Würde und Schutz zu gewährleisten und jedes Mädchen und jeden Jungen in diesem wunderschönen Land zu stärken." 

Das humanitäre Völkerrecht muss respektiert werden und das Leben der afghanischen Kinder, ihrer Familien und Gemeinden muss Vorrang haben. Die internationale Gemeinschaft muss ihre Präsenz vor Ort aufrechterhalten, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Sie muss sich weiterhin für eine verstärkte und langfristige finanzielle Unterstützung, diplomatisches Engagement, internationale Verantwortung für dauerhafte Lösungen und den Schutz der Kinderrechte einsetzen.

"Wir arbeiten Tag und Nacht, um uns in dieser unglaublich komplexen Situation zurechtzufinden", erläutert Frau Charles. „Es ist keine Option, jahrzehntelange Fortschritte rückgängig zu machen, und unsere Verpflichtung, vor Ort zu bleiben und lebensrettende Hilfe zu leisten, ist stärker denn je. Wir appellieren an die Staats- und Regierungschefs der Welt, die dringend benötigten Mittel dauerhaft und flexibel bereitzustellen, damit die afghanischen Kinder nicht vergessen werden."

 

Seit 20 Jahren unterstützt World Vision Kindern, Familien und Gemeinden in Afghanistan mit ganzheitlichen Projekten in der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit.


Don Bosco Mondo e.V.

Jahresbericht 2020: Herausforderndes Jahr dank Solidarität und Einsatzbereitschaft gemeistert

Dank des Fishermen Community Development Project in Kerala / Indien, kann Sonia das Schicksal ihrer Familie zum Guten wenden. Copyright: Don Bosco Mondo e.V. / Nishant Ratnakar / ichtv
Dank des Fishermen Community Development Project in Kerala / Indien, kann Sonia das Schicksal ihrer Familie zum Guten wenden. Copyright: Don Bosco Mondo e.V. / Nishant Ratnakar / ichtv

 

• Bonner Nichtregierungsorganisation förderte 214 Projekte in 45 Ländern
• weltweite Hilfe für 892.205 Kinder und Jugendliche in Not
• Gemeinsam. Zukunft. Machen! – Don Bosco Mondo e.V. feiert 2020 40-Jähriges Bestehen

 

(Bonn/db) – Die Bonner Nichtregierungsorganisation Don Bosco Mondo e.V. veröffentlicht ihren Geschäftsbericht 2020. Im vergangenen Jahr bestimmten vor allem die Folgen der Corona-Pandemie die Arbeit des Vereins. Dank großer Solidarität von Spenderinnen und Spendern sowie Kooperationspartnern konnten trotz dieser Herausforderung weltweit 214 Projekte umgesetzt und 892.205 Kinder und Jugendliche unterstützt werden.

Seit 1980 Jahren setzt sich der Verein für benachteiligte junge Menschen in aller Welt ein und feierte im vergangenen Jahr sein 40-Jähriges Bestehen.
„Wir blicken auf ein Jahr mit enormen Herausforderungen zurück und danken für das Vertrauen und die Unterstützung, die uns entgegengebracht wurden. Auch unser Team in Bonn hat eine hohe Flexibilität und Einsatzbereitschaft gezeigt. Gemeinsam haben wir so benachteiligten Kindern und Jugendlichen weltweit in dieser schwierigen Zeit eine Perspektive gegeben“, resümiert Silvia Cromm, Geschäftsführung Programme & Projekte, das Jahr 2020.

Rund 1,1 Millionen Euro flossen allein in die Corona-Nothilfe; weitere 13,1 Millionen Euro in die laufende Projektarbeit. Zum Beispiel in zwei innovative Projekte in Indien. Hier lernen Fischerfrauen das Fahren einer E-Rikscha, um das Überleben der Familien zu sichern. Anderenorts werden Auszubildende per E-Learning zu gesuchten Fachkräften. In Afrika stellt sich der Verein der Aufgabe, ein Kontinent umspannendes Netzwerk aus knapp 100 Don Bosco Berufsschulen und Bildungszentren aufzubauen. Damit soll die Qualität der Ausbildung in 34 Ländern Subsahara-Afrikas verbessert werden, damit junge Menschen besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Im Jahr 2020 hat Don Bosco Mondo in insgesamt 45 Ländern 214 Projekte für Bildung und Ausbildung gefördert, obdachlosen Kindern ein Dach über dem Kopf und geflüchteten Frauen mit ihren Kindern Schutz geboten. Für die Projektarbeit standen der Organisation 14,25 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei erhielt Afrika mit 5,69 Millionen Euro die höchste regionale Förderung, 4,68 Millionen Euro flossen in die Projektförderung nach Asien und 3,63 Millionen Euro nach Lateinamerika. Die öffentlichen Geber stellten rund 7,78 Millionen Euro für die Projektarbeit bereit, die Spendeneinnahmen lagen bei 3,95 Millionen Euro. Insgesamt wurde 892.205 jungen Menschen geholfen.

Gemeinsam. Zukunft. Machen!
„2020 hat uns auch gezeigt, auf welch stabilem Fundament der Verein gebaut ist. Auf dieses Netzwerk von Engagierten – Partnern, Gebern, Institutionen und guten Geistern – sind wir sehr stolz. Zu unserem Jubiläum ist es daher an der Zeit, Geschafftes, Menschen und Geschichten öffentlich zu würdigen“, freut sich Cromm auf die im September anlaufende Jubiläumskampagne „Gemeinsam. Zukunft. Machen!“.

 

Alle Informationen dazu können auf der Website unter https://www.don-bosco-mondo.de/gemeinsam-zukunft-machen abgerufen werden.
Der komplette Jahresbericht mit vielen Geschichten, Beispielen, Daten und Fakten ist online als E-Paper unter https://www.don-bosco-mondo.de/wer-wir-sind/transparenz-und-wirkung abrufbar. Druckexemplare können telefonisch unter 0228 53965-45 oder unter info@don-bosco-mondo.de angefordert werden.


Jahrestag des Genozids an den Rohingya (25.8.)

Unglaubliche Not in den Lagern, keine Hoffnung auf Besserung

 

  • Große Not in den Lagern durch schlechte Hygiene und Mangelernährung
  • Zahlreiche Selbstmorde wegen unbehandelter Traumata und Stigmatisierung
  • Keine Hoffnung auf Besserung nach Militärputsch

(Göttingen/gfbv) - Am 25. August jährt sich der Genozid an den Rohingya in Myanmar zum vierten Mal. Noch immer leben bis zu eine Million Geflüchtete unter katastrophalen Bedingungen in riesigen Lagern – ohne Hoffnung auf Besserung, wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert. Nach dem Putsch des myanmarischen Militärs Anfang des Jahres stünden die Chancen auf substanzielle Fortschritte äußerst schlecht.

Dr. Ambia Perveen, Ärztin und Leiterin der Organisation ‚Rohingya Medics‘, verdeutlicht die dramatische Situation in den Flüchtlingslagern: „Die Not im Lager Kutupalong in Bangladesch, aber auch in anderen Camps in benachbarten Ländern, ist nicht zu begreifen, bis man es mit eigenen Augen sieht. Häuser werden aus dünnem Plastik gebaut und es gibt kein funktionierendes Abwassersystem. Durch die schlechte Hygiene sind Hautausschläge weit verbreitet. Kinder haben durch Mangelernährung aufgeblähte Bäuche, denn es gibt fast nur Reis zu essen.“ Zugleich leide die psychische Gesundheit, vor allem die der zahlreichen Opfer von Vergewaltigung. „Die Traumata können nicht verarbeitet werden – es gibt viele Fälle von Selbstmord in den Lagern. Junge Mädchen und Frauen werden verstoßen und geächtet, wenn sie vergewaltigt wurden. Oft zwingt sie das in die Prostitution. Einige werden als Sklavinnen verkauft“, berichtet Dr. Perveen.

Die Regierung Bangladeschs versucht unterdessen, bis zu 100.000 geflüchtete Rohingya auf die Insel Bashan Char umzusiedeln, um die überfüllten Lager zu entlasten. Diese Insel ist aber aus guten Gründen unbewohnt, denn vor allem im Monsun wird sie regelmäßig überschwemmt. Die verzweifelten Menschen auf dem Festland würden mit falschen Versprechungen zur Umsiedlung bewegt, wie Dr. Perveen erklärt. „Wenn sie die Insel aufgrund der unhaltbaren Zustände wieder verlassen wollen, werden sie mit Gewalt zum Bleiben gezwungen.“ Zugleich greife es zu kurz, wegen der katastrophalen Lage der Rohingya nur Bangladesch Vorwürfe zu machen. Die internationale Gemeinschaft müsse dieses bitterarme Land viel stärker bei der Versorgung der Notleidenden unterstützen.

In ihrer Heimat Myanmar werden die Rohingya seit Jahrzenten verfolgt und unterdrückt. Vor etwa 30 Jahren wurde sämtlichen Angehörigen dieser Ethnie pauschal die Staatsbürgerschaft entzogen. Seitdem haben sie praktisch keine Rechte. Am 25. August 2017 begann eine ‚Säuberungsaktion gegenüber militanten Rohingyas‘, wie das myanmarische Militär seine Genozid-Kampagne nannte. Die Regierungstruppen vertrieben die Menschen aus ihren Häusern, brannten Dörfer nieder und vergewaltigten zahlreiche Mädchen und Frauen. Hunderte wurden getötet und in Massengräbern verscharrt. Mindestens 6.700 Rohingya kamen zu Tode, darunter 730 Kinder unter fünf Jahren. Weit über eine Million Menschen flüchtete in die Nachbarländer, vor allem nach Bangladesch. 

 

Gambia hat vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Anklage gegen Myanmar wegen Genozids erhoben. Eine unabhängige Untersuchungsmission hat bereits bestätigt, dass die Geschehnisse in Myanmar als Genozid einzustufen sind.  


#strongbymissio: Studierende in Nigeria bei Unruhen zu Tode gekommen

Auch katholische junge Erwachsene unter Opfern - Ausgangssperre in Jos in Zentralnigeria – Katholisches Hilfswerk missio Aachen bittet um Gebetssolidarität

 

(Aachen/missio) - In der Stadt Jos in Zentralnigeria sind vergangene Woche Ausgangssperren verhängt worden. Nach Unruhen waren mehrere Menschen zu Tode gekommen. Dies berichteten katholische Studentinnen und Studenten gegenüber der Aktion #strongbymissio des katholischen Hilfswerkes missio Aachen. #strongbymissio bietet derzeit mit der nigerianischen katholischen Bildungsagentur SELL in Jos jungen Erwachsenen aus Deutschland und Nigeria eine Plattform, um über Fragen des Glaubens, der Politik oder der Zukunftsgestaltung in ihren Ländern zu diskutieren. Die jungen Erwachsenen aus Nigeria bitten um das Gebet der Menschen in Deutschland für ihre Lage.

 

Nach Auskunft der nigerianischen Partnerinnen und Partner waren die Unruhen nach Überfällen auf Dörfer rund um Jos ausgebrochen. Zudem seien Studentinnen und Studenten an der Universität in Jos überfallen und ermordet worden, darunter auch katholische Studierende. Danach seien in der Hauptstadt des Bundesstaates Plateau State Demonstrationen vor allem junger Menschen gegen die Regierung organisiert worden, die von den staatlichen Stellen einen stärkeren Einsatz für öffentliche Sicherheit forderten. Die Demonstrationen seien allerdings von der nigerianischen Armee aufgelöst worden, wobei es ebenfalls zu Zusammenstößen gekommen sei. Als Folge verhängten die Behörden eine Ausgangssperre.

 

Derzeit seien an der Universität Jos alle Prüfungen abgesagt und das Semester ausgesetzt worden. Es herrsche große Unsicherheit, wie sich die Lage entwickelt, so die Partnerinnen und Partner gegenüber #strongbymissio.

 

Nigeria ist das diesjährige Partnerland von missio zum Weltmissionssonntag. Im Oktober ist eine Delegation der katholischen Kirche aus Nigeria nach Deutschland eingeladen, um über ihre Arbeit auf rund 300 Veranstaltungen zu berichten. Eröffnet wird die Aktion am 3. Oktober in Essen.

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.


Libanesischer Menschenrechtler Fadio Daou und katholisches Hilfswerk missio Aachen warnen

Afghanistan-Desaster hat schwerwiegende Folgen für den Nahen Osten

(Aachen/missio) - Der libanesische Priester und Menschenrechtler Professor Fadi Daou und das katholische Hilfswerk missio Aachen warnen vor schwerwiegenden Folgen des Afghanistan-Desasters für den Nahen Osten. „Das Vertrauen in die USA, Europa und den politischen Westen ist nach den dramatischen Ereignissen in Afghanistan sehr stark geschwunden, das ist auch für die Christinnen und Christen im Nahen Osten gefährlich“, sagte Professor Daou, der die christlich-muslimische Adyan-Stiftung im Libanon leitet, bei einer missio-Veranstaltung. „Unsere Partnerinnen und Partner der christlichen Kirchen im Nahen Osten, die sich für Menschenrechte, den interreligiösen Dialog und eine funktionierende Zivilgesellschaft einsetzen, haben Angst, dass radikale islamistische Kräfte Afghanistan als Blaupause für eigene neue Gewaltinitiativen nutzen“, sagte missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg.

 

Professor Daou beobachtet besonders unter jungen Menschen im Nahen Osten, die sich für eine demokratische Entwicklung in ihren Heimatländern engagieren, eine „große Enttäuschung“ angesichts der Ereignisse in Afghanistan. „Die Meinung ist: Der politische Westen kann und will noch nicht einmal selbst die Werte der Demokratie verteidigen, wie sollen sie dann uns helfen“, berichtete Daou. So sei etwa von den USA am 9. und 10. Dezember ein weltweiter „Gipfel für Demokratie“ geplant und dazu auch sehr viele Organisationen aus dem Nahen Osten eingeladen. Die Vorbereitungen dazu laufen. „Wie ernst aber können wir dann einen solchen Gipfel noch nehmen, wenn wir jetzt sehen, was in Afghanistan passiert“, gab Daou die Fragen vieler junger Menschen wieder.

 

Auch innerhalb eines Teils der christlichen Hierarchien im Nahen Osten sei die Angst „extrem groß“, weil diese Hierarchien immer noch von den Erfahrungen des 19. Jahrhunderts geprägt seien und die früheren europäischen Kolonialmächte wie England oder Frankreich – und damit der politische Westen – weiterhin als „Schutzmächte“ angesehen würden, die jetzt ausfielen und auf die man sich nicht mehr verlassen könne, erklärte Daou. Die radikalen islamistischen Kräfte im Nahen Osten feierten dagegen Afghanistan unabhängig von ihrer Ausrichtung oder Konkurrenz „als großen Sieg und das ist extrem gefährlich“, so Daou weiter. „Sie verbreiten auf allen Kanälen die Nachricht, dass sie jetzt auch überall im Nahen Osten endlich islamische Emirate etablieren könnten“, sagte Daou.

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.


Erdbeben in Haiti: Tausende Kinder obdachlos

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit

(Les Cayes/München/ots) - Laut den SOS-Kinderdörfern haben viele Kinder durch das verheerende Beben ihre Familienangehörigen verloren oder sind zu Waisen geworden, tausende seien nun obdachlos und irrten auf den Straßen umher. "Diese Katastrophe trifft in besonderem Ausmaß die Kinder. Sie brauchen nun dringend Hilfe", sagt Faimy Loiseau, die Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Haiti.

In der am heftigsten betroffenen Region im Südwesten des Karibikstaats fehlte es ihnen am Nötigsten, an Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und Notunterkünften. "Darüber hinaus brauchen die Kinder, die ihr Zuhause und ihre Eltern verloren haben, dringend psychosoziale Unterstützung. Wir müssen ihnen helfen, damit sie sich von den traumatischen Erlebnissen erholen können", so Faimy Loiseau weiter.

Doch viele Überlebende des Bebens sind für die Hilfskräfte noch immer schwer zu erreichen, einige der durch die SOS-Kinderdörfer unterstützten Familien sind weiterhin nicht auffindbar. Die Versorgungslage hat sich durch den Durchzug des Tropensturms "Grace" in der Nacht zum Dienstag weiter zugespitzt, die SOS-Helfer:innen befürchten einen Choleraausbruch.

Auch die medizinische Versorgung sei katastrophal. Haitis ohnehin marodes Gesundheitssystem sei schon vor dem Beben aufgrund der Corona-Pandemie überlastet gewesen, nun drohe der Kollaps. Die Krankenhäuser im Erdbebengebiet seien überlastet, durch das Beben beschädigt, einige sogar völlig zerstört worden. Der Bedarf an medizinischem Personal, Medizin, Ausrüstung und Patiententransporten könne bei Weitem nicht gedeckt werden. "Nicht auszudenken, wenn jetzt auch noch Cholera ausbricht, denn die Menschen trinken verunreinigtes Wasser, Krankheitserreger breiten sich aus", sagt Loiseau. Zusätzlich spitze sich die ohnehin schon schwierige Sicherheitslage in Haiti seit dem Beben weiter zu: Kriminelle Gangs blockieren die Zufahrtsstraßen und plündern Hilfsgüter-Transporter.

 

Die SOS-Kinderdörfer sind vor Ort im Einsatz und haben mit der Verteilung von Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Medikamenten und Kleidung begonnen. "Aber wir müssen und werden unsere Hilfe weiter verstärken, um so viele Kinder wie möglich zu erreichen", sagt Faimy Loiseau. So sollen Kinder in Kinderschutzzentren einen sicheren Ort finden und psychologisch betreut werden, um Traumatisierungen entgegenzuwirken. Mittelfristig wird in diesen Nothilfe-Tagesstätten auch provisorischer Unterricht stattfinden können. 


„Politik muss interreligiösen Dialog weltweit stärker fördern, um Menschenleben zu retten“

Internationaler Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalt aufgrund von Religion oder Glauben – Katholisches Hilfswerk missio Aachen fördert im globalen Süden rund 60 Projekte

(Aachen/missio) - Das katholische Hilfswerk missio Aachen mahnt zu stärkeren Anstrengungen im weltweiten interreligiösen Dialog. „Wenn von Gewalt im Namen der Religionen die Rede ist, stehen dahinter meistens politische oder wirtschaftliche Interessen. Religion wird missbraucht. Wer stattdessen in solchen Konflikten das Gespräch, den Ausgleich und die Versöhnung zwischen den Religionen sucht, rettet Menschenleben“, sagte Dr. Gregor von Fürstenberg, Vize-Präsident von missio Aachen, aus Anlass des „Internationalen Tages zum Gedenken an die Opfer von Gewalt aufgrund von Religion oder Glauben“ der Vereinten Nationen.

„Der interreligiöse Dialog des Lebens ist keine akademische Angelegenheit, sondern findet konkret mitten im Alltag der Menschen statt“, so von Fürstenberg weiter. Das Hilfswerk missio Aachen unterstützt in Afrika, dem Nahen Osten und Asien mit rund 2,5 Millionen Euro knapp 60 Dialogprojekte seiner kirchlichen Partnerinnen und Partner. Rund 290.000 Multiplikatorinnen erreichen etwa 1,9 Millionen Menschen. „Der interreligiöse Dialog schützt auch bedrängte Christinnen und Christen“, sagte von Fürstenberg.

Für den Erfolg des interreligiösen Dialogs gibt es vier Erfolgsgaranten. In Konflikten müssen die Autoritäten der verschiedenen Religionen kooperieren. Vor allem junge Frauen und Männer im globalen Süden brauchen eine gute Ausbildung, um in ihren Dörfern und Stadtvierten in Konflikten deeskalieren zu können. Dann braucht der Dialog eine verlässliche Infrastruktur und eine gute internationale Vernetzung. „Hier arbeitet die Kirche im globalen Süden schon gut mit Hilfswerken und den Kirchen in Deutschland und Europa zusammen. Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit sollte den interreligiösen Dialog aber noch wesentlich stärker fördern“, sagte von Fürstenberg. „Auch in der internationalen politischen Diplomatie werden die Vertreterinnen und Vertreter der Religionen noch zu wenig in Vermittlungs- und Versöhnungsinitiativen eingebunden“, meint von Fürstenberg.

„Für die Bedeutung des interreligiösen Dialoges ist die Arbeit der Kirche in Nigeria ein gutes Beispiel“, erläuterte von Fürstenberg weiter. Der islamistische Terror von Boko Haram, Entführungskriminalität, ethnische Konflikte oder der Kampf um schrumpfende Land- und Wasserressourcen aufgrund des Klimawandels führen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. „Die politischen und wirtschaftlichen Profiteure dieser Konflikte hetzen Muslime und Christen gegeneinander auf. Unsere Partnerinnen und Partner kämpfen gemeinsam mit muslimischen Würdenträgern und christlich-muslimischen Basisbewegungen zum Beispiel betroffener Mütter oder Jugendlicher genau gegen diese Instrumentalisierung“, so von Fürstenberg.

Im Oktober erwartet missio Aachen zum Monat der Weltmission eine Delegation der Kirche aus Nigeria, die über diese Arbeit in rund 300 Veranstaltungen bundesweit berichten wird.

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.


ora Kinderhilfe

Das Grießmehl aus Maniok erfreut sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit und hilft Menschen in Liberia zu überleben

Foto: ora Kinderhilfe
Foto: ora Kinderhilfe

 

(Berlin/ora) - Von Natur aus vegan, gluten- und zuckerfrei. Gari, auch genannt Maniokmehl, erfreut sich auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Längst ist es nicht mehr nur den afrikanischen Communitys bekannt, auch bei Kaufland und anderen Discountern ist der Grieß inzwischen käuflich erwerbbar. Als Pizzateig, Fufu (eine Art Kloß) sowie süßer oder herzhafter Brei wird das Mehl hierzulande gerne verwendet.

Ursprünglich stammt es aus Südamerika. Die Portugiesen haben es während des Sklavenhandels vor etwa 400 Jahren nach Afrika gebracht. Besonders beliebt ist es in Westafrika und gilt dort als eine Art Fast Food. Es wird insbesondere von der ärmeren Bevölkerung jeden Tag gegessen und kann lange gelagert werden. Allein in Nigeria und Liberia werden jährlich zwischen 50 und 70 Millionen Tonnen produziert. Vielerorts, so auch im kleinen Dorf Sappimah in Liberia, geschieht das noch per Handarbeit. In einem aufwendigen Verfahren werden die Wurzeln des Manioks, dort genannt Cassava, geerntet, geschält und fermentiert. Auf diese Art entweichen die Giftstoffe aus den Knollen. Frische Maniokwurzeln müssen verarbeitet werden, da sie sonst giftige Blausäure freisetzen können. Im zweiten Schritt werden die weich gewordenen Wurzeln mit der Hand zerkleinert, auf dem Boden zum Trocknen ausgebreitet und danach mühsam per Hand geraspelt und gemörsert. Durch Pressen wird die entstandene Masse entwässert und über Feuerstellen geröstet. Nach und nach entsteht so das feinkörnige Grießmehl. 

 

Die etwa 300 Frauen aus dem Dorf Sappimah gehen dieser Arbeit jeden Tag nach. Tag für Tag, Stunde um Stunde hacken, raspeln, pressen und rösten sie das Weiße der Wurzeln. Leider gibt es für ihr hochwertiges Gari nicht genügend Käufer. Nicht selten müssen die Frauen ihren Kindern am Ende des Tages die nicht verkaufte Ware zum Essen anbieten. Das ist besser als nichts, reicht für eine vollwertige Ernährung allerdings nicht aus. Jedes zweite Kind aus dem Dorf mit den etwa 1.000 Einwohnern ist mangel- und unterernährt. Ihre Mütter, die die Gariherstellung von ihren Müttern gelernt haben, können nichts anderes. Ohne lesen und schreiben zu können, haben sie kaum je eine Chance, eine andere Arbeit zu finden. Viele von ihnen wollen das auch nicht. Die Gariproduktion ist ihr Leben, darin sind sie Expertinnen. 

 

ora Kinderhilfe, ein christliches Kinderhilfswerk aus Berlin, berücksichtigt das in seiner Entwicklungszusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. „Die Frauen und Männer in dem zu bestärken, was sie an Kompetenzen und Erfahrungen schon mitbringen, ist unsere oberste Prämisse in aller Projektarbeit“, erklärt Geschäftsführerin Carmen Schöngraf. „Wir müssen den Menschen nicht erklären, wie sie ihr Leben zu führen haben, sondern wir müssen die Lebensumstände optimieren, damit sie darin ein besseres Leben und ein Auskommen finden können.“ Konkret geschieht das derzeit in Sappimah durch die Bereitstellung einer Grundversorgung. Alle Kinder und Erwachsenen erhalten Lebensmittelbeihilfen, den Jungen und Mädchen werden außerdem Schulmaterialien bereitgestellt und die medizinische Versorgung gewährleistet. „Im zweiten Schritt verbessern wir die Vertriebswege für das Gari“, berichtet Schöngraf. „Das Maniokmehl aus Sappimah ist weit über seine Grenzen hinaus für seine hervorragende Qualität bekannt, allein es mangelt den Menschen im Dorf an Vertriebswegen.“ Diese zu generieren und den Zugang zu mehr Märkten, allen voran zum Markt in der Hauptstadt Monrovia zu schaffen, begreift das christliche Hilfswerk als seine Aufgabe. „Formulierungsvorschlag: „Unter moderner Entwicklungszusammenarbeit verstehen wir die Begleitung und Ermutigung der Menschen in dem, was sie können auf der einen Seite und der Kreierung der Möglichkeiten, sich selbst zu versorgen auf der anderen Seite“, erklärt Schöngraf. „Damit es den Frauen, Männern und Kindern bald besser geht und sie in Würde für sich selbst sorgen können.“

 

Wenn Sie weitere Informationen zum Thema wünschen oder Interesse an einem Interview mit der ora-Geschäftsführerin Carmen Schöngraf haben, die das Land im März 2021 bereist hat, wenden Sie sich bitte an unsere Pressereferentin Melanie Weigel. Die Bilder sind Eigentum von ora Kinderhilfe, dürfen aber gerne für Print- und Onlineveröffentlichungen genutzt werden. Sehen Sie sich unseren Film zum Thema Gari an! Folgen Sie uns bei FacebookInstagram und Vimeo, um mehr über uns zu erfahren.

 

 

ora Kinderhilfe international e. V. ist seit 1981 weltweit für Menschen in Not im Einsatz. Derzeit betreut das christliche Kinderhilfswerk Kinder und Familien in zehn Ländern auf vier Kontinenten. Es hat drei Arbeitsschwerpunkte: Patenschaften für Kinder, Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe.


Kindermissionswerk stellt 50.000 Euro Soforthilfe bereit

Schweres Erdbeben in Haiti

(Aachen/kmw). Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti am vergangenen Samstag stellt das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ 50.000 Euro Soforthilfe bereit. „Wir sind schockiert über die hohe und immer weiter steigende Zahl an Todesopfern und die schweren Zerstörungen vieler Gebäude“, sagt Monika Stockheim, Länderreferentin für Haiti und Teamleiterin Lateinamerika und Karibik im Kindermissionswerk. „Das ganze Ausmaß dieser Naturkatastrophe ist noch nicht absehbar. Die Lage vor Ort ist sehr unübersichtlich und chaotisch. Wir sind sehr besorgt über die Situation der Kinder in den betroffenen Gebieten.“

 

Das Erdbeben hat besonders den Süden des Karibikstaates erschüttert, vor allem die Regionen Nippes, Sud und Grand-Anse, und die darin gelegenen Städte Les Cayes und Jérémie. Das Kindermissionswerk steht in engem Kontakt mit seinen Partnern in Haiti, um möglichst schnell und effektiv Hilfe leisten zu können. Diese berichten von zahlreichen eingestürzten Häusern und Geschäften, von Menschen, die aus Trümmern geborgen werden, von Toten und Verletzten. So schildert beispielsweise Bischof Joseph Gontrand Decoste, SJ, dass in seiner Diözese Jérémie einige Schulen, Kirchen und die Kathedrale von dem Beben der Stärke 7,2 völlig zerstört wurden. Erst 2016 hatte in der Region der Wirbelsturm Matthew schwere Verwüstungen hinterlassen.

 

„Die große Not der Menschen in Haiti könnte durch Nachbeben und einen herannahenden Tropensturm  weiter verschärft werden“, sagt Monika Stockheim. Ohnehin befinde sich das Land in einem erschreckenden Gesamtzustand. „Haiti ist eines der ärmsten Länder der Erde und derzeit in einer schweren humanitären und politischen Krise. Korruption, Gewalt, Unruhen und Bandenkriminalität sind leider an der Tagesordnung.“

 

Neben der jetzt bereitgestellten Nothilfe ist eine langfristige Unterstützung für den Wiederaufbau von Schulen und weiterer Infrastruktur vorgesehen, damit Kindern und Jugendlichen wieder ein geregelter Schulalltag ermöglicht wird.

 

Sternsinger unterstützen Kinder in Haiti

Haiti ist ein leidgeprüftes Land und wird immer wieder von schweren Naturkatastrophen heimgesucht. 2016 verursachte Wirbelsturm Matthew im Südwesten des Landes große Schäden. Mit einer Nothilfe in Höhe von 150.000 Euro unterstützten die Sternsinger damals die betroffenen Kinder in Haiti. Und auch nach dem heftigen Erdbeben 2010 unterstützte das Kindermissionswerk die Partner vor Ort, vor allem beim Wiederaufbau von Schulen in und um Port-au-Prince. Darüber hinaus war die Traumabewältigung vieler Mädchen und Jungen ein Förderschwerpunkt. Aktuell unterstützt das Hilfswerk der Sternsinger in Haiti jährlich mehr als 30 Projekte mit einer Fördersumme von etwa 2,5 Millionen Euro. Dabei stehen Bildungsprogramme zum Kinderschutz und zur Umsetzung von Kinderrechten im Mittelpunkt der Förderung. 

 

Die Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden: 

Pax-Bank eG

Stichwort „Haiti“

IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31

BIC: GENODED1PAX

 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger

 

Mehr als 1.600 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 79 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2019 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 108 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.  


SOS-Kinderdörfer zum Tag der humanitären Hilfe am 19. August: Nationale Mitarbeiter besonders betroffen

Wenn Helfen zur tödlichen Gefahr wird

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: SOS Somalia 2017
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: SOS Somalia 2017

 

(München/ots) - Wer Menschen in Not hilft, begibt sich nach Angaben der SOS-Kinderdörfer häufig selbst in Lebensgefahr. Im Jahr 2020 sind 475 Attacken auf humanitäre Helfer registriert worden, 108 Menschen sind dabei gestorben, 242 verwundet und 125 entführt worden. "Die Zahl ist damit unvermindert hoch und dies, obwohl aufgrund der Corona-Pandemie Hilfseinsätze zeitweise eingeschränkt wurden", sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer anlässlich des Welttages der humanitären Hilfe am 19. August. Für Breyer ist das ein alarmierendes Signal. Er sagt: "Wenn humanitäre Nothelfer, Ärzte, Sozialarbeiter, Lehrer oder Psychologen an ihrer Arbeit gehindert und sogar gezielt getötet werden, ist das zutiefst menschenverachtend und besorgniserregend."

Die meisten Angriffe hat es im letzten Jahr im Südsudan, in Syrien und in der Demokratischen Republik Kongo gegeben, gefolgt von Mali, Zentralafrika und Somalia. Neu hinzugekommen auf die Liste der 10 gefährlichsten Länder ist Äthiopien mit dem Konflikt in der Tigray-Region. Besonders in instabilen Staaten seien Terror und Kriminalität tief in den Alltag der Menschen vorgedrungen. Im Corona-Jahr 2020 sei aufgrund der erschwerten Reisebedingungen für internationale Helfer vor allem die Zahl der nationalen Mitarbeiter unter den Opfern besonders hoch gewesen. Sie waren von 95 Prozent der Angriffe betroffen. Breyer sagt: "Das sind Menschen, die hochengagiert sind, sich für ihr Land einsetzen und an Veränderung glauben - und die mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben zahlen." In der Weltöffentlichkeit blieben ihre Schicksale häufig unbeachtet.

Breyer betont, wie wichtig die Arbeit der humanitären Helfer ist. "Nie zuvor waren so viele Menschen in Not. Millionen Kinder leiden unter Krieg, Armut und Hunger und sind dringend auf Hilfe angewiesen!"

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien weltweit seit Jahrzehnten und sind in Krisenregionen aktiv. Die allermeisten Mitarbeiter der Hilfsorganisation stammen aus den jeweiligen Ländern.


Ratgeber der SOS-Kinderdörfer

Tag der Jugend am 12. August: Wie helfe ich meinem Kind bei psychischen Problemen?

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Danielle Pereira, Brasilien 2014
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Danielle Pereira, Brasilien 2014

(München/ots) - Ängste, Schlafstörungen, Selbstverletzung - in der Corona-Zeit steigen psychische Probleme von Jugendlichen. Zum Tag der Jugend am 12. August geben die SOS-Kinderdörfer Tipps, wie Eltern ihr Kind unterstützen können.

Viele Jugendliche erleben die aktuelle Zeit vor allem aufgrund der Corona-Pandemie als sehr belastend. Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hatten vor der Pandemie 10 Prozent aller Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren depressive Symptome, nach dem ersten Lockdown waren es 25 Prozent. Bei der österreichischen Hotline "Rat auf Draht" der SOS-Kinderdörfer fanden um ein Drittel mehr Beratungen statt. Besorgniserregend viele drehten sich um ernste psychische Probleme. "Klassische Teenager-Sorgen wie die erste Liebe oder Taschengeld rücken in den Hintergrund. Viele Kinder und Jugendliche melden sich zu Themen wie Schlafstörungen, selbstverletzendem Verhalten oder Suizidgedanken", sagt Birgit Satke, Leiterin von Rat auf Draht. Die Folgen der herausfordernden Zeit werden noch lange zu spüren sein. "Es ist wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern Probleme thematisieren und der Nachwuchs weiß, dass er Unterstützung hat", sagt Satke.

Diese Tipps helfen in schwierigen Situationen:

#1 Negative Gedanken

Wenn sich Jugendliche viele Sorgen machen und mit Ängsten kämpfen, kreisen die Gedanken oft unaufhörlich darum. Diese Spirale im Kopf kann man mit Entspannungsübungen durchbrechen. Online gibt es viele Beispiele für Atem- oder Achtsamkeitsübungen, die beruhigend wirken. Außerdem hilft es Jugendlichen, über ihre Sorgen zu reden. Bieten Sie sich als Gesprächspartner an, aber bedrängen Sie Ihr Kind nicht.

#2 Schlaf gut

Ein gesunder Schlaf ist wichtig, in schwierigen Zeiten jedoch oft schwer zu finden. Eine ruhige und dunkle Schlafumgebung unterstützt die Nachtruhe. Hilfreich ist es auch, immer zur gleichen Zeit zu Bett zu gehen und Abendrituale einzuführen. Alkohol und koffeinhaltige Getränke sollten vermieden werden. Eine Tasse Tee trinken und mit einem Buch ins Bett gehen hilft besser beim Runterkommen, als vor dem Einschlafen im Bett am Laptop oder Handy einen Thriller zu schauen.

#3 Autoaggression

Gefühle wie Wut, Angst oder Einsamkeit können Jugendliche dazu führen, sich selbst zu verletzen. Etwa durch Ritzen, Schneiden oder Verbrennen von Hautstellen oder extremes Nägelkauen. Auch exzessiver Sport oder Essensverweigerung kann selbstverletzend sein. Meist sind diese Handlungen der Versuch, eine innere Anspannung abzubauen und schmerzvolle Gefühle durch körperlichen Schmerz zu überdecken. Wenn Sie bei Ihrem Kind Anzeichen von Autoaggression bemerken, bringen Sie das in einem ruhigen Moment zur Sprache. Verurteilen Sie das Verhalten nicht, sondern drücken Sie aus, dass Sie sich Sorgen machen. Fragen Sie behutsam nach dem Grund und bieten Sie Ihre Hilfe an - etwa gemeinsam eine Beratungsstelle aufzusuchen.

# 4 Stress abbauen

Im Zusammenhang mit den Corona-Regeln erleben viele junge Menschen Stress und Überforderung: Sie müssen ihre persönlichen Kontakte einschränken oder sind überfordert durch die sich ständig verändernde Schulsituation. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, einen Ausgleich zu finden und Dinge zu unternehmen, die ihm guttun. Das kann Sport sein, ein Tapetenwechsel, Bewegung an der frischen Luft und alles, was zu ausgelassenem Lachen führt.

#5 Lassen Sie sich helfen.

Wenn Ihr Kind anhaltende Probleme hat, versuchen Sie nicht, selbst zum Therapeuten zu werden. Holen Sie sich frühzeitig Unterstützung bei Fachleuten für Ihr Kind, aber auch für sich selbst.

 

 


Abschluss der ersten Staffel mit Lena Gorelik

Beweggründe – der neue Podcast der UNO-Flüchtlingshilfe

(Berlin/pm) - Seit heute ist die letzte Folge der ersten Staffel des Podcasts „Beweggründe“ der UNO-Flüchtlingshilfe online. Zum Abschluss der Interview-Reihe ist die Autorin und Essayistin Lena Gorelik zu Gast. Bis zu ihrem 12. Lebensjahr lebte Lena Gorelik im heutigen St. Petersburg, ehe sie 1992 mit ihrer russisch-jüdischen Familie als „Kontingentflüchtling“ nach Deutschland floh.  Wie sie die Zeit in der Flüchtlingsunterkunft wahrgenommen hat, welche Bedeutung Lichterketten und auch Humor für Gorelik haben und warum sie die Demokratie feiert, erzählt sie in einem sehr persönlichen Gespräch. 

Der Podcast „Beweggründe“ macht das Thema Flucht mit all seinen Aspekten greifbarer. In sehr persönlichen und bewegenden Gesprächen erzählen bekannte Menschen aus Deutschland über ihre Fluchterfahrung. Marina Weisband, Yared Dibaba, Enissa Amani, Sawsan Chebli, Ilija Trojanow, Lena Gorelik und Rauand Taleb erzählen davon, wie es sich anfühlt, kurz bevor man das eigene Zuhause verlassen muss, was auf der Flucht passiert und wie solche Erlebnisse prägen. Jede Folge beschäftigt sich aber auch mit der Frage, wie wir alle helfen können und wie die deutsche Zivilgesellschaft Geflüchteten das Ankommen erleichtern kann. 

Staffel 1 – Ankommen

Wie ist es, als geflüchtete Person neu in einem Land anzukommen, das Schutz und Sicherheit verspricht? Sich in einer Gesellschaft einzuleben und sein Leben neu aufzubauen? Wie beeinflusst der Fluchthintergrund die eigene Identität, wie wirken Erfahrungen der Flucht nach und was ist „Heimat“? Das sind nur einige der Fragen, über die die UNO-Flüchtlingshilfe zum Auftakt mit bekannten Persönlichkeiten aus Deutschland spricht.  

Beweggründe – der Podcast der UNO-Flüchtlingshilfe

Svenja von Reuss, Social-Media-Redakteurin der UNO-Flüchtlingshilfe, führt gemeinsam mit Peter Ruhenstroth-Bauer, dem Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, durch die Folgen auf:

https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/podcast

sowie auf den gängigen Podcast-Portalen erscheinen.  

 

 


Hunderte Häuser wurden repariert, doch tausende Familien kämpfen heute ums Überleben

Ein Jahr nach der Explosion in Beirut: "Kinder im Libanon hungern und erleben Chaos"

Foto: World Vision
Foto: World Vision

(Friedrichsdorf//wv) - Seit der Explosion in Beirut vor einem Jahr hat sich die Zahl der in Armut lebenden Menschen im Libanon deutlich erhöht. Kinder leiden besonders unter den sich gegenseitig verstärkenden Krisen im Land, denn die Mehrheit der Familien kann sie nicht mehr ausreichend ernähren oder muss Lebensmittel auf Kredit kaufen. Immer mehr Kinder werden auch aus der Schule genommen. Die Kinderhilfsorganisation World Vision setzt daher ihre Unterstützung für betroffene Familien fort und stockt Nothilfemaßnahmen auf.

Bei der massiven Explosion in einem Lagerhaus im Beiruter Hafen kamen am 4. August 2020 mehr als 200 Menschen ums Leben und rund 300.000 Menschen wurden obdachlos. In den Monaten nach der Katastrophe arbeitete World Vision mit lokalen Partnern zusammen, um 607 Häuser und zehn Schulen wieder instand zu setzen. 4.700 Kinder und ihre Eltern oder Betreuer erhielten psychosoziale Unterstützung, auch dank vieler Spenden aus Deutschland.

"Die Menschen im Libanon haben in der Notsituation unglaubliche Widerstandskraft und gemeinschaftliches Engagement bewiesen, und dabei auch uns geholfen, die Bedürfnisse von 150.000 Menschen zu erfüllen - fast die Hälfte aller von der Explosion Betroffenen", sagt Hans Bederski, Landesdirektor von World Vision Libanon.  "Zusätzlich zu den Reparaturen an Häusern und Schulen haben unsere Teams hart daran gearbeitet, Gemeinschaftsräume wiederherzustellen, Dutzende von Kleinstunternehmen zu unterstützen, 1.200 Familien mit Bargeld zu versorgen und Tausende von Lebensmittelpaketen und Hygienesets zu verteilen."

Das Unglück beschleunigte jedoch die wirtschaftliche Depression und verstärkte die politischen und sozialen Probleme. Der Libanon taumelt nun unter der Last des wirtschaftlichen Zusammenbruchs, von Straßenprotesten und den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die Unternehmen zerstört und zu einer Abwanderung von Fachkräften aus dem Land geführt hat. Im ganzen Land benötigen immer mehr libanesische Familien Unterstützung; arbeitslose Wanderarbeiter und Flüchtlinge kämpfen um ihr Überleben. "Sie erleben sozusagen jeden Tag als Katastrophe, denn es mangelt an Lebensmitteln, an Treibstoff und Strom sowie an medizinischer Versorgung."

"Die humanitäre Krise im Libanon ist extrem besorgniserregend und verschlimmert sich weiter", so Hans Bederski. "Familien verlieren ihre Arbeitsplätze, ihre Geschäfte und ihre Lebensgrundlagen. Ihre Ersparnisse sind durch die Hyperinflation wertlos geworden, und es ist zu befürchten, dass in dieser angespannten Atmosphäre Konflikte zunehmen werden."

Bederski: "Ich mache mir große Sorgen um die Kinder im Libanon, die jetzt hungern, Chaos erleben und wiederholt unter Schulschließungen gelitten haben." Etwa eine Million der 2,1 Millionen libanesischen Kinder gelten als bedürftig. Der Libanon beherbergt mit über einer Million syrischer Flüchtlinge und mehr als 270 000 Palästina-Flüchtlingen auch die höchste Zahl von Geflüchteten pro Kopf der Bevölkerung in der Welt.

World Vision bekämpft die Armut vor allem mit Entwicklungsprogrammen, die in allen Regionen des Landes Arbeitsplätze schaffen bzw. Lebensgrundlagen sichern. Hinzu kommen Bildungs- und Schutzmaßnahmen für Kinder. Mehr als 890.000 Menschen, darunter 490.561 Kinder, werden derzeit gefördert.

 

 


SOS-Kinderdörfer befürchten neue Gewaltausbrüche

Tickende Bombe Eswatini

Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf:Max Bastard, Eswatini 2016
Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf:Max Bastard, Eswatini 2016

(Mbabane/ots) - Der Konflikt in Eswatini steht nach Befürchtungen der SOS-Kinderdörfer kurz vor einer weiteren Eskalation. "Wir sitzen auf einer tickenden Bombe", sagt Loretta Mkhonta, Leiterin der Hilfsorganisation in dem kleinen Land im Süden Afrikas. Zwar sei die Lage momentan ruhig, aber in den Menschen schwele der Ärger. Die Festnahme zweier pro-demokratischer Parlamentsmitglieder am Wochenende habe die Wut erneut angefeuert. "Wir sind höchst beunruhigt", sagt Mkhonta.

Seit Ende Juni war es in Eswatini zu gewalttätigen Protesten gekommen. Die Demonstranten forderten Reformen in dem Land, das als letzte absolute Monarchie Afrikas gilt. Läden sind geplündert und zerstört, Lebensmittel- und Benzintransporte in Brand gesetzt worden. Militär und Polizei reagierten massiv. Bei den Auseinandersetzungen seien über 60 Menschen ums Leben gekommen. "Auf den Straßen werden Menschen geschlagen und getötet, weil sie ihre Meinung äußern", sagt Mahlalela Buyaphi, Programmleiterin der SOS-Kinderdörfer.

"Die Leidtragenden sind die Allerärmsten, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen. Die Menschen stehen in langen Schlangen vor den Läden, es sind kaum noch Lebensmittel zu bekommen und die Preise sind deutlich gestiegen. Eltern wissen nicht mehr, wie sie ihre Kinder ernähren sollen", sagt Buyaphi. Sie sorge sich auch um die Kinder, deren Eltern getötet oder inhaftiert wurden. Für ihren Schutz müsse dringend gesorgt werden.

Eswatini gehört zu den Ländern mit einer extrem ungleichen Wohlstandsverteilung. Fast die Hälfte aller Einwohner gilt als arm, die AIDS-Rate ist die höchste der Welt, über 50 Prozent aller Kinder sind Waisen oder Halbwaisen.

Es müsse unter allen Umständen vermieden werden, dass sich diese prekäre Situation weiter verschlechtere, sagt Loretta Mkhonto. Die nationale Leiterin der SOS-Kinderdörfer fordert ein sofortiges Ende der Gewalt.

 

Die SOS-Kinderdörfer helfen Kindern und Familien in Eswatini seit Jahrzehnten. Elternlose Kinder bekommen wieder ein Zuhause, Familien werden auf dem Weg in ein unabhängiges Leben unterstützt.


Hilfswerk missio Aachen appelliert mit Projektpartnern aus 25 Ländern in Afrika, Asien und Ozeanien für globale Impfgerechtigkeit

Impfgerechtigkeit

 

Industriestaaten müssen ihren wachsenden Überschuss an Impfdosen teilen – Eigene Produktionsstätten in Afrika, Asien und Ozeanien aufbauen

 

(Aachen/missio) - „Wir fordern gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern der Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien globale Impfgerechtigkeit im weltweiten Kampf gegen das Corona-Virus“, appelliert Pfarrer Dirk Bingener, Präsident das katholischen Hilfswerks missio Aachen, an die Solidarität der reichen Industrienationen. Dieser Appell ist das Ergebnis einer Umfrage, an der sich missio-Partner aus rund 25 Ländern beteiligten. „Die Industrienationen sollen ihren wachsenden Überschuss an Impfdosen schneller und stärker mit den Ländern des globalen Südens teilen. Gleichzeitig brauchen vor allem Afrika und Asien dringend mehr eigene Produktionsstätten für die Herstellung von Impfstoffen. Das sind die zwei wichtigsten Forderungen unserer Partner“, fasst Pfarrer Bingener die missio-Umfrage zusammen.

 

Bingener begrüßte die jüngste Ankündigung der Bundesregierung, 30 Millionen nicht mehr nachgefragter Impfdosen aus Deutschland über das globale Verteilungsprogramm Covax an Länder im globalen Süden zu geben. Dies ist eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation WHO und anderer Organisationen. „Für unsere weltkirchlichen Partner ist dabei wichtig, dass die Impfdosen-Lieferungen aus dem Westen, China oder Russland politisch nicht instrumentalisiert werden und zu Abhängigkeiten führen“, sagte Pfarrer Bingener. Die missio-Partner kritisierten beispielsweise den hohen Preisunterschied zwischen billigeren chinesischen oder russischen und teureren Impfstoffen aus dem Westen, die aber höhere Akzeptanz in der Bevölkerung genießen. „Faire Preise für alle Impfstoffe, gleichgültig woher sie stammen, sind für unsere Partner sehr wichtig“, so Bingener. Gleichzeitig müssten die Geberländer den Eindruck vermeiden, dass sie Impfstoffe zweiter Klasse oder nicht gebrauchte „Reste“ lieferten. missio-Partner berichten, dass solche Befürchtungen in ihren Ländern weit verbreitet seien und Verschwörungstheorien oder Impfskepsis befeuerten.

 

Zusammenarbeit beim Impfen darf nicht zu neuen Abhängigkeiten führen

„Das alles kann aber nur ein erster Schritt hin zu weltweiter Impfgerechtigkeit sein. Wichtiger für unsere Partner ist, dass in Afrika, Asien oder Ozeanien ein dichtes Netz an eigenen Produktionsstätten für Impfstoffe gegen Covid 19 und andere Krankheiten entsteht“, sagte Pfarrer Bingener. Für die missio-Partner, die in armen Ländern oft die wichtigsten Akteure im Gesundheitswesen sind, seien dafür freiwillige und faire Lizenzvereinbarungen zwischen den Inhabern der Patentrechte in der globalen Forschung und pharmazeutischen Industrie aus dem Westen, Chinas oder Russlands mit interessierten Produzenten aus dem globalen Süden Voraussetzung. „Eine Lösung muss im Rahmen fairer, multilateraler Welthandelsbeziehungen gefunden werden, damit der globale Süden bei dem Aufbau eigener Standorte für die Impfproduktion nicht wiederum in einseitige politische Abhängigkeiten gerät“, unterstreicht Pfarrer Bingener den Hinweis der Partner des Hilfswerkes.

 

So berichteten beispielsweise Kirchenvertreter aus Bangladesch und Nepal gegenüber missio Aachen, dass ihre Regierungen schon früh Lieferverträge mit indischen Firmen und einem europäischen Impfstoffhersteller, der in Thailand produziert, getroffen hätten, dann aber die Lieferungen nicht erfolgt oder mit kaum erfüllbaren Forderungen versehen worden seien. „Diese Abhängigkeiten müssen abgebaut werden“, so Pfarrer Bingener. missio-Partner in Bangladesch verwiesen weiter darauf, dass es in ihrem Land eine hohe Zahl an pharmazeutischen Firmen gäbe, die für ärmere Länder Medizin zu erschwinglichen Preisen produzierten. Sie könnten auch Impfstoffe gegen das Corona-Virus herstellen, wenn das politisch gewollt sei.

 

Globaler Gesundheitsschutz ist neben Klimaschutz die neue Herausforderung„Die entscheidende Frage der globalen Impfgerechtigkeit ist zunehmend nicht mehr eine Frage der Verfügbarkeit des Impfstoffes, sondern der Verteilungsgerechtigkeit. Hier stehen die reichen Industrienationen in globaler Verantwortung“, fasst Bingener die Erwartungen der missio-Partner zusammen. „Letzten Endes geht es hier auch nicht mehr allein um Impfgerechtigkeit. Die reichen Industriestaaten haben den globalen Gesundheitsschutz vernachlässigt, der eine ähnlich große Herausforderung wie der Klimaschutz ist. Die Folgen spüren wir alle, ob in Deutschland, Nigeria oder Bangladesch. Wir brauchen für diesen globalen Gesundheitsschutz neue internationale Allianzen“, sagte Pfarrer Bingener.

 

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.