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Nachrichten aus aller Welt

28.01.2022

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle


FIDES-NACHRICHTEN - 28.01.2022

AFRIKA/BURKINA FASO - Keine Gegendemonstrationen: Bevölkerung unterstützt Putschisten

Ouagadougou (Fides) - "Die Lage in Ouagadougou ist ruhig. Die Menschen bewegen sich frei und ohne Probleme. Nach dem Staatsstreich sind mehrere Gruppen junger Menschen auf die Straße gegangen, um ihre Unterstützung für die Militärs zu zeigen, und es scheint keine Gegendemonstrationen zu geben", berichten lokale Quellen aus Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso gegenüber Fides. In dem afrikanischen Land hat in den vergangenen Tagen eine Militärjunta die Macht übernommen.
Der Präsident, Roch Marc Christian Kaboré, sei „körperlich gesund", bestätigt eine Quelle in seiner Partei. Der Staatschef befindet unter Hausarrest in seiner Präsidentenvilla.
Internationale Medienbilder von Demonstrationen der Bevölkerung zur Unterstützung der Putschisten zeigen einige junge Menschen, die die Flagge der Russischen Föderation schwenken. Burkina Faso ist eines der Länder, die an der G5-Sahel-Initiative teilnehmen, die unter anderem von Frankreich und der Europäischen Union unterstützt wird, um einen Sicherheitsrahmen in den fünf Ländern der Sahelzone zu schaffen, die sich dieser Initiative angeschlossen haben (Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger und Tschad).
In einer Erklärung betont die Initiative „G5 Sahel“, man sei "sehr besorgt über den Verlauf der Ereignisse in Burkina Faso, die die demokratischen Errungenschaften in diesem Mitgliedsland der Organisation zu untergraben drohen. Die G5 Sahel, die den Idealen von Frieden, Sicherheit und Demokratie verpflichtet ist, verurteilt diesen Versuch, die verfassungsmäßige Ordnung zu stören, aufs Schärfste. Sie fordert die Achtung der körperlichen Unversehrtheit des Präsidenten von Burkina Faso und aller inhaftierten Behörden. Die G5-Sahel ruft alle Parteien dazu auf, den Dialog zu fördern und alle Widersprüche ruhig und friedlich zu lösen".
Unterdessen gab es damit in drei der an der Initiative beteiligten Länder einen Militärputsch: angefangen bei Mali im August 2020 und im Tschad nach der Ermordung des Präsidenten im April 2021. Die Bemühungen zur Bekämpfung der in der Sahelzone wütenden dschihadistischen Gruppen könnten dadurch geschwächt werden.
Seit 2015 wurden allein in Burkina Faso aufgrund der grassierenden Unsicherheit in mehreren Regionen des Landes rund 1,5 Millionen Menschen zur Flucht im eigenen Land gezwungen.

ASIEN/SÜDKOREA - Katholische Kirche und Regierung bekräftigen gemeinsamen Willen zur Friedensarbeit

Seoul (Fides) - Die katholische Kirche und die koreanische Regierung wollen sich gemeinsam für den Frieden, die Versöhnung und die Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel einsetzen: Dies bekräftigten der Erzbischof Peter Chung Soon-taick von Seoul und der koreanische Minister für Wiedervereinigung, Lee In-young, bei einem kürzlichen Treffen im Büro des Erzbischofs, das an die Myeongdong-Kathedrale in Seoul angeschlossen ist. "Als Apostolischer Administrator von Pjöngjang möchte ich Präsident Moon Jae-in dafür danken, dass er den Heiligen Vater bei seinem Besuch im Vatikan gebeten hat, für den Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu beten“, bekräftigte Erzbischof Chung bei dem Treffen am vergangenen 19. Januar.
Der Prälat lobte auch eine vom Ministerium für Wiedervereinigung der Republik Korea organisierte Ausstellung zur Geschichte der Friedensarbeit die im vergangenen Herbst anlässlich des Besuchs von Präsident Moon Jae-in in Rom eröffnet wurde und bei den Südkoreanern großen Anklang fand.
Minister Lee erwiderte die Glückwünsche an Erzbischof Chung und stellte fest, dass der Papst "allen Koreanern Trost und Hilfe schenkt". Der Minister würdigte die Bemühungen der Erzdiözese Seoul, die über verschiedene Kanäle humanitäre Hilfe für Nordkorea leistet und unter anderem nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea hilft. Lee erinnerte daran, dass die koreanische Kirche auch zahlreiche Initiativen zur Förderung des Friedens und des kulturellen Bewusstseins durchgeführt hat, wie z.B. die "Friedenswallfahrt", bei der junge Menschen aus der ganzen Welt die entmilitarisierte Zone besuchten, oder die jährliche internationale Konferenz "Korean Peninsula Peace-sharing Forum", bei der über Themen wie Versöhnung und Frieden nachgedacht wurde. Die koreanische Regierung rief die koreanische katholische Kirche dazu auf, "weiterhin eine wichtige Rolle bei der Erreichung des Friedens zwischen den beiden Koreas zu spielen".
Am Ende des Treffens stellte Erzbischof Chung das Sonderprogramm mit dem Titel "Die koreanische Halbinsel und der synodale Weg zum Frieden im Jahr 2022: Gedenken, Kommunikation, Gemeinschaft" sowie weitere humanitäre Hilfsinitiativen für Nordkorea vor und bat die Regierung um Zusammenarbeit.
Das Ministerium für Wiedervereinigung wurde am 1. März 1969 in Südkorea als Regierungsorgan der Republik Korea gegründet und ist für alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit den innerkoreanischen Beziehungen und der Wiedervereinigung zuständig. Die koreanische Halbinsel ist seit 1953, dem Ende des Koreakriegs, der mit einem technisch noch gültigen Waffenstillstand endete, offiziell in zwei Teile geteilt.

ASIEN/HEILIGES LAND - Synodaler Weg: Katholische Bischöfe wollen andere christliche Kirchen und Gemeinschaften “hören”

Jerusalem (Fides) – Da man auf dem gerade erst begonnenen Synodalen Weg als katholischem Kirche des Heiligen Landes auf die Weisheit und Erfahrung der anderen christlichen Kirchen im Lande Jesu „hören“ wolle, ermutigen die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes ihre eigenen Priester, "mit den Priestern und Pfarrern aller christlichen Gemeinschaften in ihrem Gebiet in Kontakt zu treten". Es handelt sich um eine Art "ökumenisches SOS", das von den katholischen Bischöfen des Heiligen Landes mit der ausdrücklichen Absicht lanciert wurde, ihre Brüder und Schwestern der anderen Kirchen und der örtlichen kirchlichen Gemeinschaften über den komplexen synodalen Weg zu informieren und möglicherweise einzubeziehen. Damit sollen sich auch die Katholiken auch in dieser Region im Hinblick auf die XVI. ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode vorbereiten, die für Oktober 2023 im Vatikan geplant ist und dem Thema "Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung" gewidmet ist.
Das Dokument wurde nicht zufällig im Rahmen der kürzlich beendeten Gebetswoche für die Einheit der Christen veröffentlicht und wenden sich die Bischöfe der katholischen Kirchen und an die Oberhäupter der anderen im Heiligen Land anwesenden Kirchen und informieren sie vor allem über die missionarischen Absichten, die den synodalen Prozess beseelen, der auch im Land Jesu eingeleitet wurde, wie es in jeder katholischen Diözese weltweit auf Wunsch von Papst Franziskus geschehen soll.
"Es geht darum", erklären die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes, "sich gemeinsam auf den Weg zu machen, einander zuzuhören, um in der Gemeinschaft zu wachsen, die Beteiligung aller zu stärken und sich mit größerem Enthusiasmus für die Mission der Kirche einzusetzen. Das Ziel, das es anzustreben gilt", fügt das Dokument hinzu, "ist die Erneuerung der Kirche in einer Zeit, in der wir aufgerufen sind, uns so vielen Krisen in allen Bereichen zu stellen". Auch im Heiligen Land habe "die Pandemie ihre tragischen Auswirkungen auf das Leben der Kirche gehabt", während "die politische Situation weiterhin zahlreiche Hindernisse für unsere Sendung und das Leben unserer Gläubigen schafft", die oft müde und hoffnungslos erscheinen, "weil sie wenig oder keine Zukunft für die Christen in unserer Region sehen". In einer solchen Situation - so die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes weiter - "müssen wir alle unsere Kräfte bündeln, uns auf den Glauben besinnen und glauben, dass der Weg mit Christus uns zu einem Horizont der Hoffnung führt".
Die lokale Phase des synodalen Weges soll bis Anfang September 2022 dauern. In dieser Zeit werden Pfarreien, Institutionen, Kongregationen und katholische Bewegungen, die im Heiligen Land präsent sind, gemeinsam ihren synodalen Weg gehen, auch um "einen umfassenden Bericht über den Zustand der Kirche zu erstellen". „Und in diesem Prozess", erklären die katholischen Bischöfe, die sich an die Oberhäupter der anderen Kirchen und Gemeinschaften wenden, "würden wir gerne mit Ihnen teilen, was wir lernen und was wir von Ihnen lernen, indem wir auf Ihre Weisheit und Erfahrung hören“. Der Appell scheint sich insbesondere auch an die Brüder der orthodoxen Kirchen und der alten Ostkirchen zu richten, die nicht in voller Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom stehen: "Papst Franziskus", so erinnern die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes, "hat wiederholt gesagt und geschrieben, dass die Katholiken bei der Ausübung der Synodalität viel von den Orthodoxen lernen können. Während wir uns auf den Beginn dieser Reise vorbereiten, ist uns mehr denn je bewusst, dass wir alle zusammen als Jünger Christi in diesem Land, das seine Heimat ist, dazu berufen sind, seine Zeugen zu sein. Denken wir daran, dass es sein größter Wunsch ist, dass wir eins sind (vgl. Joh 17)".
„Auf dem synodalen Weg“ - so heißt es in dem von den katholischen Bischöfen des Heiligen Landes veröffentlichten Text weiter - "sind wir eingeladen, mehr zuzuhören als zu sprechen. Wir hören auf die Stimme des Herrn, wenn wir ihm auf dem Weg begegnen, auf die Stimme des Heiligen Geistes, die uns durch die Heilige Schrift und in der Begegnung mit unserem Nächsten erreicht. Indem wir das Zuhören in den Mittelpunkt des synodalen Prozesses stellen, möchten wir allen diesen Weg nahe bringen, sondern auch auf das hören, was man uns sagen möchte. Wir ermutigen unsere Priester, mit den Priestern und Seelsorgern aller christlichen Gemeinschaften in ihrer Umgebung in Kontakt zu treten".
Die Versammlung der ordentlichen katholischen Bischöfe des Heiligen Landes hatte bereits Anfang November "Ökumenische pastorale Richtlinien" für die katholischen Kirchen erlassen. Nach diesen Richtlinien kann ein Priester, der einer der im Heiligen Land anwesenden katholischen Gemeinschaften angehört, die Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung auch Christen spenden, die nichtkatholischen orthodoxen und östlichen Kirchen angehören, „wenn diese spontan und aus eigener Initiative darum bitten und entsprechend vorbereitet sind".

AMERIKA/HAITI - Jüngste Erdstöße halten Wiederaufbauprogramme der Kamillianer nicht auf

Jeremie (Fides) - Wenige Tage nach dem Jahrestag des Erdbebens, das Haiti im Jahr 2010 erschütterte und über 250.000 Todesopfer und anderthalb Millionen Obdachlose forderte, kam es am 24. Januar 2022 zu einer eine Serie von Erdbeben im Südwesten der Insel. Neben Dutzenden von Verletzten und beschädigten Gebäuden gibt es auch Todesopfer.
"Trotz der vielen Schwierigkeiten hat unser Engagement, den armen Menschen in Haiti, die wieder einmal schwer betroffen sind, konkrete Antworten zu geben, nie nachgelassen", so Pater Antonio Menegon, ein Kamillianermissionar (MI), gegeüber Fides.
"Auf der Insel", so der Geistliche weiter, der auch Präsident der gemeinnützigen Organisation „Midian Orizzonti“ des Kamillianerordens ist, "wird demnächst mit dem Bau der zweiten Schule und der Fertigstellung der ersten zehn Häuser begonnen."
In den durch ein Erdbeben im vergangenen August zerstörten Gebieten (vgl. Fides 25/8/2021) sind die Wiederaufbauarbeiten in vollem Gange. Das starke Erdbeben hatte mehr als 2 200 Menschen getötet und mehr als 130 000 Häuser zerstört oder schwer beschädigt, während das Land, sich noch immer von dem verheerenden Erdbeben von 2010 erholt.
"Die erste wieder aufgebaute Schule“, so Pater Menegon, „war die von Camp Perrin (vgl. Fides 28/10/2021). Insgesamt fünf Häuser wurden fertiggestellt und sind bis heute bewohnt. Weitere fünf befinden sich in einem fortgeschrittenen Bauzustand, und die Familien, für die sie bestimmt sind, warten schon sehnsüchtig auf den bis Ende Januar vorgesehenen Einzug“.
Der Priester erklärt auch, dass in der ersten Februarwoche mit dem Bau einer neuen kleinen Schule in Vieux Bourg d'Aquin begonnen wird, "einem kleinen Dorf, das etwa 40 Kilometer von Aquin entfernt liegt, im Zentrum des vom Erdbeben stark betroffenen Landstrichs im Süden Haitis. Der Pfarrer dieses kleinen Dorfes sprach von etwa 200 Kindern, die keine Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen, obwohl wir glauben, dass die Zahl sicher höher ist. Wir hoffen, dass wir vier weitere Klassenzimmer bauen können, die mit den bereits erhaltenen Tischen, Tafeln, Schreibtischen und Stühlen sowie mit angemessenen sanitären Anlagen ausgestattet sind."

AMERIKA/BRASILIEN - Initiative zur Förderung der Impfung für Kinder und Jugendliche: “Recht auf Leben und Gesundheit”

Brasilia (Fides) - Die Unterzeichner des "Paktes für das Leben und für Brasilien" bekräftigen in einer jüngsten Verlautbarung die Notwendigkeit einer Impfkampagne für Kinder und Jugendliche, wie sie in mehreren Ländern bereits durchgeführt wird. Dies sei ein Zeichen der Verantwortung und eines tiefen ethischen Bewusstseins gegenüber den Millionen brasilianischer Kinder und Jugendlicher. Frühere Impfkampagnen in Brasilien seien sehr erfolgreich gewesen und hätten Krankheiten wie Masern und Kinderlähmung unter Kontrolle gebracht.
„Heute dürfen wir die Sabotagekampagne rund um die Kinderimpfung nicht mehr akzeptieren", heißt es in einer Mitteilung zur Initiative, „während einer Pandemie, die noch weit davon entfernt ist, unter Kontrolle gebracht zu werden, das Recht auf Leben und Gesundheit einer Altersgruppe ignoriert, zu der etwa 69 Millionen Brasilianer gehören, unter eklatanter Missachtung der Verfassung und des Statuts des Kindes und Jugendlichen (ECA)". In dem Vermerk wird darauf hingewiesen, dass Brasilien zu einem der Länder mit den meisten Todesfällen durch Covid 19 in der Welt gehört, mit bisher etwa 622.000 Todesfällen, von denen die meisten vermeidbar gewesen wären.
Die Unterzeichner des Dokuments beklagen das „unaufhörlichen Bombardement unbegründeter Behauptungen", die das Vertrauen der Eltern in die Impfung ihrer Kinder untergraben, sowie die irreführenden Erklärungen von Regierungsbeamten. Sie appellieren daher an die Gouverneure und Bürgermeister, "keine Mühen zu scheuen, um sicherzustellen, dass die pädiatrische Immunisierung im Lande fortgesetzt wird und alle Kinder erreicht werden, auch diejenigen, die in einer prekären Situation leben". Eltern und Lehrer werden aufgefordert, vom brasilianischen Staat zu verlangen, "was zu diesem Zeitpunkt notwendig ist, um nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Zukunft der Jüngsten zu sichern". Schließlich werden die Bürger des Landes aufgefordert, angesichts der Pandemie „einen klaren Kopf zu bewahren“. "Als freie und demokratische Gesellschaft, die auf den Säulen der Ethik, des gesunden Menschenverstandes und des Gemeinwohls aufgebaut ist, werden wir gestärkt daraus hervorgehen", heißt es abschließend.
Der "Pakt für das Leben und für Brasilien" wurde bereits am Weltgesundheitstag, dem 7. April 2020, von der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) gemeinsam mit der brasilianischen Anwaltskammer (OAB), der Arns-Kommission, der brasilianischen Akademie der Wissenschaften, dem brasilianischen Presseverband und der brasilianischen Gesellschaft für die Förderung der Wissenschaft ins Leben gerufen.

AMERIKA/PARAGUAY - Bischöfe nach Waldbränden: Christen sollen “Hüter der Umwelt” sein

Asuncion (Fides) - "Wir bitten unsere christlichen Brüder und Schwestern, Hüter der Umwelt zu sein, wir bitten um Solidarität und Mitgefühl mit den Behörden und freiwilligen Feuerwehrleuten, die gegen die Ungeheuerlichkeit von Feuer und Dürre kämpfen, und vor allem bitten wir sie um Verantwortung, damit dieses Übel nicht weiterhin unsere Gesundheit und unsere Umwelt schädigt“, so der Appell, den die paraguayische Bischofskonferenz angesichts der täglich zunehmenden Waldbrände veröffentlicht hat. "Diese Situation beunruhigt und alarmiert uns, weil die Umwelt ein kollektives Gut ist und ihr Schutz in der Verantwortung aller liegt", erklären die Bischöfe in der gemeinsamen Erklärung.
Um das Ausmaß des Problems zu verringern, fordern sie die Bevölkerung allgemein auf, das Verbrennen von Abfällen und das Verursachen von Waldbränden zu vermeiden. „Es liegt in unserer Verantwortung“, so die Bischöfe weiter, „den Umweltschutz und gute Praktiken zugunsten unseres "gemeinsamen Hauses" und die rationelle Nutzung der Land- und Wasserressourcen zu fördern“. Die Bischöfe sind beklagen in diesem Zusammenhang über die Dürre, die durch den ausbleibenden Regen die Familien der Landwirte schädigt, und den Verlust großer Plantagen. Sie fordern daher die nationalen Behörden auf, sich für ein Gesetz zum Schutz derjenigen einzusetzen, die am stärksten von den ausbleibenden Regenfällen und der Dürre im Lande betroffen sind.
Nach Angaben des paraguayischen Zivilschutzes waren am 24. Januar noch 409 Ausbrüche im ganzen Land zu verzeichnen, in den 24 Stunden zuvor waren es 3.559, während es nach Schätzungen der Feuerwehr allein seit Jahresbeginn etwa insgesamt 16.000 Brände gegeben hat. Präsident Benitez kündigte eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung der am stärksten betroffenen Sektoren an.
Paraguay hat eine Fläche von 406.752 km² und rund 7.353.000 Einwohner. Das Binnenland ist im Wesentlichen flach. Landwirtschaft und Wasserkraft bilden die Grundlage der Wirtschaft.

OZEANIEN/TONGA - Nach Vulkanausbruch und Tsunami: Katholische Gemeinden in Australien und Neuseeland helfen Tonga

Sydney (Fides) - Die Kirchen des asiatisch-pazifischen Raums, insbesondere die katholischen Gemeinden in Australien und Neuseeland, helfen der Bevölkerung von Tonga nach dem Ausbruch des Unterwasservulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai am vergangenen 15. Januar. Die katholische Kirche in Australien brachte eine Spendenaktion für die Bevölkerung von Tonga auf den Weg, während das katholische Hilfswerk Caritas versucht die Kommunikation mit der Insel wiederherzustellen, um sich ein Bild von den dringendsten Bedürfnissen zu machen.
In einer Mitteilung der Caritas Australien heißt es dazu: "Die Vulkanasche und die von den Wellen des Tsunami verursachten Salzwasserfluten haben die Wasserreserven verseucht, so dass viele Gemeinden bald ohne Trinkwasser sein werden. Tonga hat bereits jetzt Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung, da das Land auf Regen und unterirdische Reservoirs angewiesen ist, so dass die örtlichen Gemeinden vor einer sehr schwierigen Situation stehen könnten. Aus den wenigen Meldungen, die uns erreicht haben, wissen wir, dass die Verwüstungen für die Küstengemeinden, deren Häuser von den Tsunamiwellen beschädigt wurden, sowie für Brücken und Straßen beträchtlich sind“. Damaris Pfendt, Gebietskoordinatorin für den pazifischen Raum bei Caritas Australien, sagt: "Glücklicherweise verfügt Caritas Tonga bereits über Notvorräte in der Hauptstadt und auf den Ha'apai-Inseln, so dass sie in der Lage sein werden, schnell auf die unmittelbaren Bedürfnisse zu reagieren. Es ist jedoch unerlässlich, die Hilfe zu intensivieren“. Die Spendenaktion von Caritas Australien, die auf der Website der Organisation gestartet wurde, soll genau auf solche Notfälle reagieren.
Die neuseeländische Caritas hat ebenfalls ein spezifisches Hilfsprogramm aufgelegt und steht in direkter Verbindung mit den Caritas-Partnern in Tonga. Unter anderem sollen Stromgeneratoren zur Verfügung gestellt werden, um alle Aktivitäten, für die Energie benötigt wird, zu ermöglichen.
Die tonganische Regierung schätzt, dass 84 % der Bevölkerung von den Folgen des Ausbruchs und des Tsunamis betroffen sind: Die Insel ist noch immer von einer dicken Aschedecke bedeckt, und man befürchtet gesundheitliche Folgen für die Einwohner.
Tonga besteht aus 169 Inseln und ist einer von 14 kleinen Inselstaaten im Pazifik. Die Region gehört zu den katastrophenanfälligsten der Welt und hat bereits eine Reihe von Naturereignissen wie Wirbelstürme, Dürreperioden und Vulkanausbrüche erlebt. Tonga, Vanuatu, die Salomon-Inseln und Fidschi gehören zu den 15 Ländern, die weltweit am stärksten von extremen Naturkatastrophen bedroht sind, und sind nach Angaben von Experten besonders anfällig für Klimakrisen und den Klimawandel.


FIDES-NACHRICHTEN - 26.01.2022

AFRIKA/BENIN - Die Geschichte der katholischen Kirche in Afrika dokumentieren: „Katechisten als Vermittler“

Cotonou (Fides) - "Wir werden nie aufhören, die Arbeit der Katechisten in Afrika zu loben", schreibt der aus Nigeria stammende Pater Basil Soyoye von der Gesellschaft für Afrikamissionen (SMA) über das Projekt "Memory of Catholic Africa", das er 2021 in Benin ins Leben gerufen hat. "Wenn wir die verschiedenen Jubiläen der Evangelisierung Afrikas feiern", so der Missionar weiter, "dürfen wir nicht vergessen, dass die ersten Missionare unsere Landessprachen nicht sprachen und dass es die Katechisten waren, die als Vermittler zwischen ihnen und der lokalen Bevölkerung auftraten. Wenn es in Westafrika eine erfolgreiche Evangelisierung gegeben hat, dann deshalb, weil es dort engagierte Katechisten gab. Sie wurden von den Anhängern der einheimischen Religionen nicht immer akzeptiert. Einige von ihnen mussten deshalb ihr Leben lassen".
Pater Soyoye war als Missionar in Ägypten, Benin, Nigeria und dann in Lyon, Frankreich tätig, wo er zusammen mit seinen Mitbrüdern den "Treffpunkt afrikanischer Kulturen" gründete und das Afrikamuseum seines Ordens leitete. Wie er uns aus dem Generalat in Cotonou berichtet, wurde ihm in Lyon klar, dass in Afrika die Aufgabe, die Erinnerungen an das Leben der afrikanischen Kirche zu dokumentieren und zu bewahren, nicht ernst genug genommen wird, wie es die Missionare in ihren Archiven während der Kolonialzeit taten. "Die Archive werden jedoch in Europa aufbewahrt", unterstreicht er. „Ohne dieses Instrument können afrikanische Forscher kaum eine gut dokumentierte historische und theologische Arbeit leisten. Ich habe an Konferenzen und Kolloquien teilgenommen und die Armut einiger Arbeiten afrikanischer Forscher gesehen, die keinen Zugang zu Archiven hatten“.
Nach seiner Rückkehr nach Benin im Jahr 2021 startete er daher das Projekt, das ein hauptsächlich digitales Archiv vorsieht, das sich auf die postkoloniale Zeit konzentriert und darin besteht, "mittels Videointerviews die Berichte über den afrikanischen Glauben, schriftliche oder mündliche Informationen über Denkmäler, religiöse Einrichtungen und wichtige Ereignisse der katholischen Kirche in Afrika zu sammeln".
Pater Soyoye hat sich bereits daran gemacht, Lebensgeschichten von Bischöfen, Priestern, Ordensmännern und -frauen, Katecheten und Laien zu dokumentieren, die die afrikanische Kirche in den letzten 40 bis 50 Jahren aufblühen sahen und deren Generation nun zu verschwinden beginnt. Ein Team von Journalisten, Historikern und Soziologen wird ihn bei dieser Aufgabe unterstützen.

AFRIKA/BURKINA FASO - Militärjunta stellt sich vor: UNO, ECOWAS und EU verurteilen den Putsch

Ouagadougou (Fides) - Die Soldaten, die die Regierung in Burkina Faso gestürzt haben, waren am gestrigen 24. Januar, im nationalen Fernsehen zu sehen, wie sie zuvor angekündigt hatten.
Der Sprecher der Putschisten, Sidsoré Kader Ouedraogo, bestätigte, flankiert von etwa 13 Militäroffizieren, dass Präsident Roch Marc Christian Kaboré gestürzt worden sei. Ouedraogo kündigte außerdem an, dass die Verfassung von Burkina Faso außer Kraft gesetzt, die Regierung aufgelöst und die Grenzen des Landes geschlossen wurden und dass Präsident Kaboré und andere Politiker an einem sicheren Ort festgehalten werden, und "ihre Würde respektiert" werde.
„Mouvement Patriotique pour la Sauvegarde et la Restauration“ (MPSR) nennt sich Militärjunta unter der Führung von Oberstleutnant Paul-Henri Sandaogo Damiba, dem Befehlshaber der dritten Militärregion im Osten des Landes. Er ist Absolvent der Pariser Militärschule und verfügt über einen Master-Abschluss in Kriminalwissenschaften des „Conservatoire National des Arts et Métiers“ (CNAM) in Paris sowie über ein Zertifikat als Verteidigungsexperte für Management, Führung und Strategie.
Der Offizier ist ein ehemaliges Mitglied der Prätorianergarde von Blaise Compaoré, dem ehemaligen starken Mann in Burkina Faso, der am 31. Oktober 2014 nach viertägigen Protesten der Bevölkerung gestürzt wurde. Der Oberstleutnant ist Autor eines 2021 in Frankreich veröffentlichten Buches über die Reaktion der westafrikanischen Armeen auf den dschihadistischen Terrorismus, der die Länder der Region bedroht. Die Unsicherheit und das Fehlen geeigneter Mittel zur Bewältigung dieser islamistischen Gewalt waren nun auch die Ursache für den Aufstand der Soldaten, die dann den Staatsstreich durchführten. Die Bevölkerung, die durch die Wirtschaftskrise und die von den Dschihadisten verursachte Unsicherheit belastet ist, scheint den Staatsstreich mit Vorsicht aufgenommen zu haben. Derzeit gibt es keine Berichte über Gewalt oder Proteste. Im Gegenteil, es wurde eine Demonstration zugunsten der Militärjunta angekündigt.
Die Vereinten Nationen, die Westafrikanische Wirtschafts- und Entwicklungsgemeinschaft (ECOWAS/ECOWS) und Frankreich haben den Staatsstreich verurteilt und die sofortige Freilassung von Präsident Kaboré und anderen vom Militär festgehaltenen Persönlichkeiten gefordert.

ASIEN/PHILIPPINEN - Christliche Religionsvertreter zur Wahl: “Dem Licht Christi folgen”

Manila (Fides) - "Unsere gemeinsame besondere Bindung an Christus vereint uns bei der Frage, wer das Land führen soll. Wir müssen alle den Mut haben, zusammenzuarbeiten und das Leben und die Schöpfung zu ehren. Unter den Kandidaten müssen wir Führungspersönlichkeiten wählen, die dem Leben und dem Land dienen", so die Katholische Bischofskonferenz der Philippinen (CBCP) und der Rat der protestantischen Kirchen auf den Philippinen (NCCP) in einer gemeinsamen Botschaft anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen (18.-25. Januar). Im Hinblick auf die Parlamentswahlen im Mai 2022 rufen die führenden Vertreter der christlichen Kirchen des Landes die Wähler dazu auf, "dem Licht Christi zu folgen" (so der Titel der Botschaft) und "sich vor den Mächten der Finsternis zu hüten", die "Gottes Plan für das philippinische Volk untergraben“.
Das Dokument verurteilt die weit verbreiteten Morden im so genannten "Krieg gegen die Drogen", der in den letzten Jahren von der Regierung von Rodrigo Duterte begonnen wurde, und stellt fest, dass "die Würde des Lebens verletzt wurde, da viele Menschen außergerichtlich getötet wurden". Durch die Verbreitung von Unwahrheiten habe die scheidende Regierung "nicht nur den demokratischen Raum eingeschränkt, sondern auch zu Korruption, Skandalen und schwerwiegenden Mängeln im Sozial- und Gesundheitswesen sowie bei anderen Dienstleistungen beigetragen", heißt es in der gemeinsamen Erklärung weiter.
In der Erklärung, die vom Generalsekretär des Kirchenrates, Bischof Reuel Norman Marigza von der United Church of Christ, und dem katholischen Erzbischof Angelito Lampon von Cotabato unterzeichnet wurde, heißt es: "Als eine Gemeinschaft, die durch aktive Teilnahme am demokratischen Prozess evangelisiert, können wir ein Beispiel geben, indem wir die Liebe Christi widerspiegeln und uns gemeinsam auf den Weg in eine Zukunft begeben, in der Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und Frieden Wurzeln schlagen und der Schalom Gottes unter uns erblühen wird".
Die christlichen Religionsvertreter erinnerten an die Not der vom Taifun Rai und Covid-19 betroffenen Menschen und riefen die Gläubigen auf, sich "in Solidarität mit den Schwächsten zu vereinen", großzügig Hilfe zu leisten und "sich in den Dienst der Armen und Ausgegrenzten zu stellen und nach einer wohlhabenderen und friedlicheren Zukunft zu streben".

ASIEN/INDIEN - Auf dem Gelände einer katholischen Kathedrale Tamil Nadu: Statue des heiligen Sebastian verwüstet

Coimbatore (Fides) - Auf dem Gelände der katholischen Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit in Ramanathapuram im Bezirk Coimbatore im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu verwüsteten zwei unbekannte Männer eine Statue des Heiligen Sebastian. Der Vorfall am Abend des 23. Januar. Die beiden Männer kamen mit Motorrädern zur Kirche. Wie Pfarrer Bastin Joseph, der stellvertretende Pfarrer der Kirche, berichtet, brach einer von ihnen das Tor auf, schlug ein Fenster ein, stieg in die Kirche ein, schlug auf die Statue ein und verwüstete sie, um dann die Flucht zu ergreifen. Erst in den vergangenen Tagen hatte die örtliche Gemeinde das Fest des Heiligen (20. Januar) öffentlich gefeiert.
Pfarrer Joseph erstattete Anzeige bei der Polizei in Ramanathapuram, die die Angelegenheit unter anderem mit Hilfe von Überwachungskameras untersucht. Die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit gehört zur Eparchie Ramanathapuram, die rechtlich zur syro-malabarischen katholischen Kirche des südindischen Staates Kerala gehört.
Nach Angaben des "United Christian Forum", wurden allein zwischen dem 1. und 12. Januar 2022 in neun indischen Bundesstaaten (darunter fünf im Bundesstaat Chhattisgarh und vier in Jharkhand) mindestens 19 Fälle von Gewalt gegen Christen registriert. "Im Jahr 2021 wurden in Indien fast 500 Fälle von antichristlicher Gewalt gemeldet", so der Katholik A.C. Michael, Koordinator der UCF, gegenüber Fides. Laut Michael ist dies nur die Spitze des Eisbergs, denn "viele Fälle von Aggression gegen Christen werden nicht gemeldet und sind nicht dokumentiert".
Der katholische Bischof von Jaipur im indischen Bundesstaat Rajasthan, Oswald Lewis, kommentierte das Klima der Gewalt und Einschüchterung mit den Worten: "Indien ist seit jeher ein Land, in dem jede Religion respektiert wird und die Anhänger verschiedener Religionen seit Jahrhunderten in Frieden und Harmonie zusammenleben. In den letzten Jahren wurden jedoch auch religiöse Minderheiten ins Visier genommen, insbesondere Christen und Muslime. Die Gewalttäter wollen die Einheit des Landes destabilisieren“. Er fügte hinzu: "Es ist traurig zu sehen, dass die christliche Gemeinschaft, die dem Land vor allem dadurch dient, dass sie sich für die Armen und Ausgegrenzten einsetzt, zur Zielscheibe von Gewalt geworden ist. Außerdem ermutigt die Untätigkeit der Regierung die Verfolger, die ungestraft bleiben. Die Regierung muss wirksame Maßnahmen ergreifen, um die Einheit und die Demokratie des Landes zu bewahren".

ASIEN/IRAK - Nach Kritik aus der Diaspora: Chaldäisches Patriarchat verteidigt arabische Übersetzung des Messbuchs

Bagdad (Fides) - Der Gebrauch der arabischen Sprache in den liturgischen Feiern der chaldäischen Kirche sei kein „Verrat“ an der Tradition sondern entspreche der missionarischen Berufung, den Menschen der Gegenwart das Heil Christi zu verkünden. Dies betont der chaldäische Patriarchat im Hinblick auf die in Kreisen der chaldäischen Diaspora laut gewordene Kritik an der von Patriarch Louis Raphael Sako und den chaldäischen Bischöfen initiierten Aktualisierung der Liturgie, die auch zur Veröffentlichung einer arabischen Übersetzungen des Messbuchs geführt hat.
In einer über die Medien verbreiteten Mitteilung weist das chaldäische Patriarchat darauf hin, dass die ständige Anpassung der Liturgie an die Erfordernisse der Zeit seit jeher den Weg der katholischen Kirche kennzeichnet und auch von den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils verbindlich vorgeschlagen wurde. Aber einige "Superchaldäer", heißt es in der Verlautbarung des Patriarchats, "sind sich wohl noch nicht bewusst, dass sich die Welt verändert hat, dass viele Chaldäer selbst weder Syrisch noch Chaldäisch können" und dass auch viele Nichtchristen (einschließlich einer wachsenden Zahl von Muslimen) Interesse an den Liturgien der chaldäischen Kirche zeigen "und das Recht haben zu verstehen, was sie hören".
Die kirchliche Autorität - so das chaldäische Patriarchat weiter – „weiß zwischen den ursprünglichen wesentlichen Daten der chaldäischen Liturgie und den künstlichen Elementen, die im Laufe der Geschichte hinzugefügt wurden, zu unterscheiden“. Das Kriterium sei dabei immer, den Menschen den Reichtum des liturgischen Erbes in einer Sprache zu vermitteln, die sie verstehen können. „Diejenigen, die sich gegen eine Aktualisierung der liturgischen Formen aussprechen, sind manchmal nicht wirklich mit dem Ursprung der Riten, der Theologie, die sie ausdrücken, und dem reichen Schatz, den sie für die Heiligung und das Heil der Seelen darstellen, vertraut“, betont das Patriarchat.
Patriarch Sako hatte bereits in der jüngsten Vergangenheit die Gründe dargelegt, die ihn und die chaldäischen Bischöfe dazu veranlassten, den Prozess der Aktualisierung der Liturgie einzuleiten, Die Liturgie - so hatte der irakische Kardinal in seiner Begründung betont – sei keine „Show", sondern "der stärkste Ausdruck des lebendigen Glaubens der Kirche", das Werk Christi selbst, der alle dazu "aufruft, uns in sein Ostergeheimnis einzufügen". „Gerade der intime Charakter des liturgischen Handelns", betonte der Patriarch, "legt die elementaren Kriterien für eine authentische Erneuerung der liturgischen Praxis nahe“. Eine "Aktualisierung", die nur erreicht werden könne, wenn man im Rahmen der Tradition bleibt, die niemals "Nostalgie für die Vergangenheit" sein dürfe, sondern die Kirche auf ihrem Weg durch die Geschichte "weiterführt".
Wie der große Theologe Jean Corbon, ein leidenschaftlicher Kenner des östlichen Christentums und der arabischen Kirchen, feststellte, wird bei jeder authentischen liturgischen Erneuerung im Sinne der Tradition "das Geheimnis der Quelle gefunden und wiederholt: Sie ist immer dieselbe, aber das lebendige Wasser, das aus ihr fließt, ist immer neu".

AMERIKA/HONDURAS - Bischöf bitten um Achtung rechtsstaatlicher Prinzipien

Tegucigalpa (Fides) - "Gewalt jeglicher Art, ob physisch oder verbal, muss aus der honduranischen Kultur verbannt werden, denn sie führt nur zu Hass und Schmerz. Wir sind alle Kinder desselben Gottes, des Vaters, und deshalb sind wir Brüder und Schwestern", so der Aufruf der Bischofskonferenz von Honduras (CEH) an die Regierung und die Bürger des Landes zur Achtung der rechtsstaatlichen Prinzipien.
Bei den Wahlen am vergangenen 28. November 2021 wurde Iris Xiomara Castro zur Präsidentin von Honduras gewählt. Die Sozialdemokratin ist die erste Frau in diesem Amt und die Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Manuel Zelaya, der 2009 durch einen Staatsstreich abgesetzt. Seither wird Honduras von der konservativen Nationalistischen Partei regiert. Bei der jüngsten Wahl wurden auch die Abgeordneten des Nationalkongresses und des Zentralamerikanischen Parlaments sowie die Bürgermeister gewählt.
In ihrer Botschaft kurz nach den Wahlen beglückwünschten die Bischöfe, die zuvor wiederholt ihre große Besorgnis über die soziale, wirtschaftliche und politische Lage des Landes zum Ausdruck gebracht hatten, die Bürger und die Gewählten und hofften auf den Wiederaufbau von Honduras im Zeichen von „Entwicklung, Frieden, Achtung des Lebens und der Würde der Person".
In der aktuellen Stellungnahme, die das Datum des 23. Januar 2022 trägt, erinnert die Bischofskonferenz daran, dass nach den Wahlen vom 28. November "ein Klima des Friedens und der Geschwisterlichkeit entstanden ist, das allen Hoffnung auf eine bessere Zukunft gab“. Unterdessen wurden den letzten Tagen zwei parallele Sitzungen des Nationalkongresses von den gewählten Abgeordneten abgehalten, um die Behörden dieser Staatsmacht zu wählen. Die Bischöfe, die Experten für nationales und internationales Recht konsultiert haben, weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Sitzungen nichtig sind und "einen Prozess gefährden, der sich in Frieden und unter Achtung des Rechts entwickelt hat".
"Wir rufen dazu auf, so bald wie möglich einen aufrichtigen und offenen Dialog zwischen dem gewählten Präsidenten und den Vertretern der beiden Gruppen, die den Vorsitz im Kongress anstreben, zu führen", fordern die Bischöfe, "um sich auf eine Lösung zu einigen, die das Recht respektiert und Gelassenheit und Frieden wiederherstellt“.
Der Dialog - so betonen sie – „sollte die Suche und Verwirklichung des größtmöglichen und gerechten Wohls aller Honduraner zum Ziel haben und nicht die Interessen von Einzelpersonen, Gruppen oder Parteien". Abschließend forderten die Bischöfe die Menschen auf, intensiv zur Jungfrau von Suyapa, der Schutzpatronin von Honduras, zu beten und sie im Glauben zu bitten, dass diese Krise so bald wie möglich überwunden werden kann.

AMERIKA/COSTA RICA - Legalisierung von Cannabis: Bischöfe fordern Abwägung von Nutzen und Schaden

San José (Agenzia Fides) - Die Bischöfe von Costa Rica äußern sich zur Legalisierung von Cannabis „für medizinische und therapeutische Zwecke und Hanf für Lebensmittel und industrielle Zwecke". Mit einem neuen Gesetz wolle man zwar angeblich die Gesundheit der Bevölkerung und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des ländlichen Raums fördern, so die Bischöfe, doch der Text enthalte auch Bestimmungen, „die die öffentliche Gesundheit und Sicherheit gefährdeten“ sowie einige „Ungereimtheiten“.
In der Erklärung der Bischofskonferenz von Costa Rica wird zunächst hervorgehoben, dass "es keine Garantien dafür gibt, dass diese Kulturen zur Förderung der Verteilung des Wohlstands in den ländlichen Gebieten beitragen können", da „keine Maßnahmen vorgesehen sind, durch die die Kleinbauern ausreichende Vorteile erhalten, um die Art des Anbaus zu ändern“. Darüber hinaus sind "Monokulturen an der Umweltzerstörung beteiligt", und es wird auch "äußerst schwierig sein, illegale Cannabisplantagen zu kontrollieren", da sie Hanfplantagen ähneln und somit kriminellen Gruppen Vorschub leisten, wie es in anderen Ländern geschehen ist. Der unkontrollierte Cannabisanbau, der in Costa Rica leicht möglich ist, würde also "der öffentlichen Gesundheit, insbesondere der jugendlichen Bevölkerung, schweren Schaden zufügen". Nach Angaben des „Institute on Alcoholism and Drug Dependence“ (IAFA) ist das durchschnittliche Einstiegsalter für den Marihuanakonsum seit 2012 stetig gesunken und lag im letzten Jahr bei 13,4 Jahren.
Deshalb so die Bischöfe, verdiene die Empfehlung der Universität von Costa Rica, den Gesetzesentwurf nicht zu unterstützen, die sich auf die Beobachtungen von akademischen Experten der Fakultäten für Medizin, Pharmazie und Biologie sowie des Instituts für pharmazeutische Forschung (Inifar) stützt, „besondere Beachtung“.
Schließlich sei zu prüfen, ob die für den Anbau und den Eigenverbrauch erteilten Genehmigungen mit den Bestimmungen der von Costa Rica unterzeichneten internationalen Übereinkommen zu diesem Thema unvereinbar sind. „Diese und andere Beobachtungen", so die Schlussfolgerung, "veranlassen uns, die Behörden aufzufordern, über Nutzen und Schaden dieses Gesetzes, das in der Gesetzgebungsphase angenommen wurde, zum Wohle der gesamten nationalen Bevölkerung nachzudenken“.

OZEANIEN/AUSTRALIEN - Catholic Mission plant für 2022 neue digitale Angebote: “Ein Blick hinter die Kulissen der Mission”

 

Sydney (Fides) - Am Vorabend bedeutender Jubiläen und Ereignisse mit Blick auf die Geschichte der Päpstlichen Missionswerk, die im gerade begonnenen Jahr bevorstehen, will die Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke in Australien ("Catholic Mission") die digitale Kommunikation ausbauen. Anlässlich des 200jährigen Jubiläums des Werks für die Glaubensverbreitung und die Seligsprechung seiner Gründerin, der ehrwürdigen Pauline Jaricot, am 22. Mai dieses Jahres, soll die Geschichte der Missionen in verschiedenen Teilen der Welt erzählt werden, wobei die sowohl die bereits aktiven Spender und Wohltäter der Missionswerke, aber auch diejenigen angesprochen werden sollen, die die Welt der Missionen nicht kennen.
"Für uns ist das Jahr 2022 ein besonderes Jahr, weil wir uns an wichtige Jubiläen erinnern, wir erinnern uns an unsere Wurzeln“, so Pfarrer Brian Lucas, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Australien. „Die Seligsprechung von Pauline Jaricot ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Anerkennung der Heiligkeit der Gründerin des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung. Wir lassen uns weiterhin von der großen Liebe der ehrwürdigen Jaricot zum Gebet und zur Nächstenliebe bei all unseren missionarischen Initiativen leiten und betrachten gleichzeitig das Werk der Glaubensverbreitung als einen Meilenstein für unser Engagement, da es chronologisch gesehen das erste Missionswerk ist".
Zu den neuen digitalen Initiativen von „Catholic Mission“ gehört die Einführung eines neuen monatlichen Newsletters mit dem Titel "Mission Today Digital", der das Missionsbewusstsein fördern soll, indem er Geschichten erzählt, die ein konkretes Verständnis für das Engagement vermitteln, mit dem das Leben der Menschen verbessert wird. „Es ist ein Fenster, das wir jeden Monat für die Mission öffnen wollen", erklärt Pfarrer Lucas, "Wir laden die Leser ein, mit uns auf diese missionarische Reise zu gehen. Jeden Monat werden wir sie 'hinter die Kulissen' der Katholischen Mission führen, und während wir über unsere Arbeit in der ganzen Welt berichten, werden wir einige der Menschen treffen, die diese Arbeit leisten."
Zudem hat Catholic Mission für das Jahr 2022 einen Aufruf zur Unterstützung der Ausbildung von Novizen für die Mission gestartet: in diesem Rahmen berichtet unter anderem die junge Saren Teresa, eine Novizin der Salesianer von Don Bosco, über ihre Erfahrungen in der entsprechenden Rubrik auf der Website von Catholic Mission.
LINK
Catholic Mission Jubiläen -> https://www.catholicmission.org.au/paulinejaricot
Catholic Mission Hintergründe -> https://www.catholicmission.org.au/faith


FIDES-NACHRICHTEN - 25.01.2022

AFRIKA/TOGO - Missionar berichtet über neue Aufgaben

Lomé (Fides) - "Nachdem ich Kolowaré am 30. Dezember letzten Jahres verlassen habe, befinde ich mich nun in Lomé im Seminar für Propädeutik, dem Vorbereitungsjahr für den Eintritt in die Gesellschaft der Afrikamissionen, bevor man den dreijährigen philosophischen Zyklus beginnt", so Pater Silvanno Galli, der seit über 10 Jahren als Missionar in Togo lebt und arbeitet, zu seinen neuen Aufgaben in der Hauptstadt.
„Hier im Süden bin ich in ein städtisches Umfeld mit vielen Möglichkeiten eingetaucht, die es in der ländlichen Welt von Kolowaré nicht gab", betont er. „Wir sind zu Gast im alten Regionalhaus, das aus zwei großen Gebäuden besteht, die komplett renoviert wurden, um junge Menschen unterzubringen. Der Obere des Seminars ist Pater Walter, der einen Abschluss in Psychologie hat, während die jungen Leute alle einen Universitätsabschluss haben. Ich begleite sie“.
Der Missionar berichtet auch über Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, "im Gegensatz zu Kolowaré gibt es hier im Süden viele Möglichkeiten. Neben unserem Haus gibt es einen Fußballplatz, auf dem unsere Schüler zweimal pro Woche spielen. Kürzlich haben wir im Goethe-Institut in Lomé zwei togoische Schriftsteller und Sammler von Geschichten und Erzählungen getroffen“. „Außerdem, und das ist sehr wichtig, haben wir vor ein paar Tagen in einer unserer Apotheken die dritte Dosis des Covid-19-Impfstoffs erhalten", bekräftigt der Missionar.
Bis zum 30. Dezember 2021 haben nach Angaben der Wochenzeitung Jeune Afrique mehr als tausend Togolesen die Auffrischungsdosis erhalten. Die Impfkampagne, die am 10. März begann, hat sich in dem Land sehr schnell Fuß gefasst, so dass für das Betreten öffentlicher Gebäude und Gotteshäuser ein Impfnachweis erforderlich ist. Diese Maßnahme, die von Organisationen der Zivilgesellschaft, religiösen Führern und Politikern gefordert wurde, ist nach wie vor in Kraft und sollte angesichts der jüngsten Zunahme der Fälle während der Weihnachtsfeiertage auf andere öffentliche Orte ausgedehnt werden. Bis zum 4. Januar 2022 gab es 376 Infizierte, womit die Gesamtzahl bei über 32.000 liegt, während 251 im Zusammenhang mit Covid-19 starben.

AFRIKA/BURKINA FASO - Aufständische Soldaten geben angebliche Festnahme des Staatsoberhauptes bekannt

Ouagadougou (Fides) - "Die Militärs haben angekündigt, dass sie in Kürze im nationalen Fernsehen sprechen werden, und vielleicht werden wir dann besser verstehen, was vor sich geht", so lokale Quellen aus Ouagadougou gegenüber Fides. In der Hauptstadt von Burkina Faso hatten aufständische Soldaten behauptet, Präsident Roch Marc Christian Kaboré und andere hohe Staatsbeamte verhaftet zu haben.
"Im Moment haben wir nur die Erklärung der aufständischen Soldaten", berichtet der Beobachter, der aus Sicherheitsgründen um Anonymität bittet. "Am gestrigen Sonntag, den 23. Januar, kam es zu Aufständen in einigen Kasernen, bei denen die Soldaten die Ablösung der Armeeführung und angemessene Mittel zur Bekämpfung der Dschihadisten forderten. In der Nacht wurde in der Nähe einiger Kasernen geschossen, und heute Morgen gaben die Aufständischen die Verhaftung des Staatschefs bekannt“.
"Die Regierung hatte gestern Abend eine Ausgangssperre verhängt. Seit Sonntag funktionieren die Internetverbindungen nicht mehr. Heute sind Militär und Polizei auf den Straßen zu sehen, aber im Moment scheint die Lage ruhig zu sein. Die Bevölkerung wartet ab, wie sich die Aufstände entwickeln", so er Beobachte abschließend zur aktuellen Entwicklung.
Präsident Kaboré, der seit 2015 an der Macht ist und fünf Jahre später mit dem Versprechen wiedergewählt wurde, den Kampf gegen islamistische Milizen zu seiner Priorität zu machen, wurde in jüngster Zeit zunehmend auch von einer Bevölkerung kritisiert, die über die weit verbreitete islmistische Gewalt und ihre Unfähigkeit des Staates, ihr zu begegnen, verärgert ist.

ASIEN/VIETNAM - Der buddistische Mönch Thich Nhat Hanh ist tot: Er suchte den „spirituellen Dialog“ zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen

Huè (Agenzia Fides) – Im Alter von 95 Jahren starb am vergangenen 22. Januar in der Pagode von Tu Hieu in der Provinz Thua Thien Hue in Zentralvietnam der buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh. Der war für seine Verdienste als unermüdlichen Förderer des Friedens und der Versöhnung bekannt. Der Mönch Thich Nhat Tu von der „Giac Ngo“-Pagode sagte in seiner Eigenschaft als Mitglied des Exekutivrates der Buddhistischen Verwaltung Vietnams: "Lasst uns einen Moment innehalten und eine Schweigeminute einlegen, um unserem verehrten, mitfühlenden und weisen Mönch zu gedenken und ihm für seine Verdienste und großen Beiträge zu danken." Der Beerdigungsritus in Form einer Einkehr in stiller Meditation dauert sieben Tage: Er begann am 23. Januar und dauert bis zur Einäscherungszeremonie am 29. Januar 2022.
Der Mönch schrieb in seinem Testament: "Ich möchte nicht, dass ihr nach meinem Tod einen Turm in irgendeiner Pagode über meinem Grab errichtet. Der Bau eines solchen Turms ist sinnlos, wenn ihr, meine Schüler, nicht befolgt, was ich gelehrt habe. Mir gefällt der Gedanke nicht, einen Haufen Asche von meinem Körper zu nehmen, sie in ein Gefäß zu geben und dann in den Turm zu stellen. Ich bin nicht diese kleine Asche. Es gibt keinen Grund für mich, nur eine Handvoll Asche zu sein. Ich bin eine dynamische, lebendige, allgegenwärtige Realität. Ich bin unter den Mönchen und Nonnen und unter den Buddhisten, die mich gekannt haben, präsent… Verschwendet keine Zeit mit der Suche nach einem Grundstück, um mir einen Turm zu bauen. Nehmt die Asche und streue sie aus, um die Pflanzen zu nähren und das Gras wachsen zu lassen."
Der Zen-Meister Thich Nhat Hanh, Generalsekretär der Buddhistischen Verwaltung von Vietnam, wurde 1926 in der Provinz Thua Thien-Hue geboren. Im Alter von 16 Jahren wurde er Mönch in der Tu-Hieu-Pagode und studierte bei dem Ehrwürdigen Thanh Quy. Er ist bei vietnamesischen Buddhisten bekannt für seine vielen Verdienste um die Verbreitung des Dharma. Als führender Vertreter der vietnamesischen Buddhisten in der Welt sowie Mann der Kultur, Schriftsteller, Dichter, Gelehrter und Kalligraph war er bekannt für seine öffentlichen Vorträge, die von Zehntausenden von Menschen in der ganzen Welt besucht wurden. Im Laufe seines Lebens gründete er Klöster in Frankreich und Thailand und verfasste mehr als 120 Bücher auf Vietnamesisch, Englisch und Französisch. Im Jahr 2018 war er aus Thailand zurückgekehrt und wollte fortan in Vietnam leben.
Vietnamesische Christen erinnern sich an Thich Nhat Hanh als einen weisen Mann, der sich bemühte, die scheinbar unterschiedlichen Lehren des Christentums und des Buddhismus miteinander zu versöhnen. In seinem Buch "Lebendiger Buddha, lebendiger Christus" bestätigte der Mönch ohne zu zögern die "Heiligkeit" von christlichen Persönlichkeiten wie dem Trappistenmystiker Thomas Merton und dem Reverend Martin Luther King. Thich Nhat Hanh verwies auf Christus und Buddha als "Modelle der spirituellen Vollkommenheit". Und er fragte die Gläubigen der beiden Religionen: "Machen wir die Gegenwart Jesu heute in den Kirchen real? Machen wir die Gegenwart Buddhas in unserer Sangha wahr?" und fordert Buddhisten und Christen damit heraus, die Lehren Christi und Buddhas zu würdigen und in der Praxis zu leben. Im Laufe seines Lebens und seiner Lehren hat sich der Mönch stets für Frieden, Versöhnung, interreligiöses Verständnis und vor allem für den "spirituellen Dialog" zwischen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen eingesetzt.

ASIEN/MALAYSIA - Katholische Gemeinden helfen Flutopfern

Kuala Lumpur (Fides) - Die katholischen Gemeinden Malaysias haben Hilfsmittel für die von den Überschwemmungen im vergangenen Dezember betroffenen Menschen auf den Weg gebracht, um die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. In acht Bundesstaaten der Föderation Malaysia wurden massive Schäden verzeichnet, und seit etwa einem Monat sind über 125.000 Menschen vertrieben worden, es gibt insgesamt 54 Tote und zwei Vermisste. Tausenden von Familien leiden unter den Auswirkungen. Viele haben alles verloren, andere haben Mühe, sich von dem Trauma zu erholen und haben derzeit keine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Der Bundesstaat Selangor, der reichste des Landes, ist am stärksten von den Überschwemmungen betroffen, insbesondere die Stadt Shah Alam, wo Häuser und Fahrzeuge überflutet wurden und die Infrastruktur sowie öffentliches und privates Eigentum stark beschädigt sind.
Nach den Überschwemmungen haben die Katholische Bischofskonferenz von Malaysia (CBCM) und Caritas Malaysia einen nationalen Hilfsfonds eingerichtet. Die örtlichen Kirchengemeinden und Ordensgemeinschaften sammeln weiterhin Spenden, um den von den Überschwemmungen Betroffenen zu helfen, und die Bischöfe veröffentlichten einen beherzten Spendenaufruf.
"Das Katastrophenhilfsteam der Caritas sammelt Informationen, um die Bedürfnisse und Prioritäten aufzuzeigen, und steht dabei in engem Kontakt mit Pfarreien, Gemeinden und katholischen Einrichtungen, die großzügig helfen“, erklärt Bernard Paul, Bischof von Malakka-Johore und Präsident der Caritas Malaysia, gegenüber Fides. "Die gesammelten Spenden werden für den Kauf von lebensnotwendigen Gütern für die betroffenen Menschen und für die in verschiedenen Gemeinden untergebrachten Vertriebenen verwendet", berichtet er.
Tausende von Familien - so berichtet die Caritas - brauchen Hilfe, um ihr Leben und die Grundversorgung in ihren Häusern wieder aufzubauen, z. B. Strom, Kücheneinrichtungen und -geräte und andere Haushaltsinfrastruktur. Caritas Malaysia hat internationale Unterstützung vom Caritas Asien Netzwerk erhalten, insbesondere von Caritas Hongkong, Caritas Philippinen und anderen Caritas Organisationen in der Region. „Es ist besonders beachtlich", so Bischof Paul, "dass die Hilfe auch von den Philippinen kommt, die durch den jüngsten Taifun Odette (Rai) verwüstet wurden. Dies zeigt den wahren Geist der christlichen Nächstenliebe".

ASIEN/LIBANON - Patriarch warnt vor Folgen von Steuererhöhungen: “Familien würden weiter verarmen“

Beirut (Fides) – Eine Steuererhöhung sei in Phasen des Aufschwungs und des Wirtschaftswachstums zwar verständlich aber sie würde derzeit zu einem weiteren Faktor der Ungerechtigkeit für die Menschen im Libanon werden, die bereits mit einer verheerenden Krise kämpften, während die die Mehrheit der Bevölkerung unter die Armutsgrenze lebe. Dies betont der maronitische Patriarch Béchara Boutros Raï mit Blick auf die von der Regierung geplanten Maßnahmen, die Gegenstand der Debatte über die Haushaltsplanung für das laufende Jahr ist. Ein entsprechender Entwurf wurde von Finanzminister Youssef Khalil ausgearbeitet, der dem schiitischen Parlamentspräsidenten Nabih Berri nahesteht.
Am heutigen Montag, den 24. Januar, trat der libanesische Ministerrat unter dem Vorsitz von Premierminister Naguib Mikati im Präsidentenpalast in Baabda erstmals seit der dreimonatigen Unterbrechung der Regierungssitzungen wieder zusammen.
Zu einer möglichen Steuererhöhung äußerte sich der libanesische Kardinal Rai in seiner Predigt beim Sonntagsgottesdienst am gestrigen Sonntag, 23. Januar. In seiner Predigt wies der Patriarch darauf hin, dass in der sehr ernsten Lage, in der sich das Land befindet, eine Steuererhöhung nur dazu führen würde, dass der wirtschaftliche Zusammenbruch des Libanon unumkehrbar wird, die Familien weiter verarmen und die produktiven Tätigkeiten beeinträchtigt werden. "Seit der Gründung des libanesischen Staates", so der Patriarch, "war der wirtschaftliche Liberalismus das Geheimnis des Wohlstands, des Wachstums und des Fortschritts im Libanon, indem er das Wachstum von Arbeitsplätzen und Finanzinvestitionen in allen Sektoren förderte, Beschäftigungsmöglichkeiten schuf und Verbindungen zwischen der libanesischen Wirtschaft und der Weltwirtschaft vor dem Aufkommen der Globalisierung herstellte." Der wirtschaftliche Zusammenbruch des Libanon", fügte er hinzu, "begann mit der Schwächung des libanesischen Liberalismus in seiner wirtschaftlichen und sozialen Dimension“.
Analysten weisen unterdessen darauf hin, dass sich die Situation durch die schwindende wirtschaftliche Unterstützung der arabischen Golfstaaten verschärft hat, die ihre Unterstützung für die libanesischen Regierungen, die durch die wachsende Rolle der schiitischen, mit dem Iran verbundenen Hisbollah-Partei gekennzeichnet sind, zurückgefahren haben. Dass die Libanesen diesen strengen Winter überleben konnten, ist vor allem den Überweisungen von Millionen von Libanesen im Ausland zu verdanken, die jeden Monat Hilfsgüter an Freunde und Verwandte in der Heimat schicken.

AMERIKA/EL SALVADOR - Neue Selige: “Ihr Beispiel möge den Wunsch wecken, sich für Brüderlichkeit und Frieden einzusetzen”

San Salvador (Fides) - "Gestern wurden in San Salvador der Jesuitenpater Rutilio Grande García und zwei Gefährten im Laienstand zusammen mit dem Franziskanerpater Cosme Spessotto als Märtyrer für den Glauben seliggesprochen. Sie standen an der Seite der Armen und legten Zeugnis ab für das Evangelium, die Wahrheit und die Gerechtigkeit, bis hin zum Vergießen ihres Blutes. Möge ihr heldenhaftes Beispiel in allen Menschen den Wunsch wecken, sich mutige für Brüderlichkeit und des Frieden einzusetzen. Lasst uns den neuen Seligen applaudieren!", so Papst Franziskus am Sonntag, 23. Januar, nach dem Angelusgebet mit Blick auf die Seligsprechung, die am Nachmittag des 22. Januar in El Salvador stattgefunden hatte).
Die feierliche Seligsprechung wurde im Namen des Heiligen Vaters von Kardinal Gregorio Rosa Chavez, Weihbischof von San Salvador, geleitet. An der Veranstaltung nahmen Bischöfe aus mehreren mittelamerikanischen Ländern, Regierungsvertreter und in El Salvador akkreditierte Diplomaten teil. Rund 6.000 Gläubige nahmen unter Einhaltung der für die Pandemie festgelegten Sicherheitsmaßnahmen auf der „Plaza Divino Salvador del Mundo“ in der Hauptstadt des Landes, an diesem historischen kirchlichen Ereignis teil.
"In unserer Versammlung gibt es bescheidene Bauern, die sich darüber freuen, dass die Kirche die Heiligkeit derer anerkennt, die ihr Leben in den Dienst der Kirche gestellt haben. Es sind auch Vertreter der Gemeinschaften anwesend, die von Bruder Cosme und Pater Rutilio geleitet wurden", betonte Kardinal Rosa Chavez in seiner Predigt. „Mit Manuel Solórzano und dem jungen Nelson Rutilio haben wir Vertreter jener riesigen Menge, die niemand zählen kann, nämlich die unzähligen anonymen Märtyrer", sagte er und erinnerte an die symbolische Zahl von 75.000 Toten "während des Bruderkriegs, der uns zwölf Jahre lang ausbluten ließ und mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags durch die Konfliktparteien ein glückliches Ende fand“.
Pater Rutilio Grande, so der Kardinal weiter, "kehrte, nachdem er den IPLA-Kurs in Ecuador absolviert und die Erfahrung der Arbeit mit den Bauern und Indigenen in der Diözese Riobamba zur Zeit von Bischof Leonidas Proaño gemacht hatte, mit einer klaren und eindeutigen Option für die Armen in unser Land zurück. Er stand an der Spitze der Liste unserer Märtyrer, gefolgt von zwanzig amerikanischen Priestern, drei Ordensleuten und einem Missionar sowie Hunderten von anonymen Märtyrern". Zu den bekanntesten Märtyrern des Landes gehören Erzbischof Romero und ein weiterer Bischof, Roberto Joaquín Ramos, der im Juni 1993 ermordet wurde.
"Die Anwesenheit von zwei Laien, Manuel Solórzano und Nelson Rutilio Lemus, ist wie ein Fenster, durch das man auf die Realität einer riesigen Menschenmenge blickt, die niemand zählen konnte", fügte der Kardinal hinzu und hoffte, dass unsere Märtyrer uns helfen werden, "die Erinnerung und damit die Hoffnung wiederzuerlangen, um den Traum von einem versöhnten und friedlichen Land nicht aufzugeben, einem Land, wie unser Gott es will: gerecht, brüderlich und solidarisch".
In seinem Apostolischen Schreiben, mit dem er die Seligsprechung genehmigte, sagte Papst Franziskus, die vier Märtyrer seien "heldenhafte Zeugen für das Reich Gottes, das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens, sogar bis zum Vergießen von Blut. Von nun an werden sie als Selige bezeichnet und jedes Jahr am 12. März bzw. am 10. Juni an den gesetzlich festgelegten Orten gefeiert".

AMERIKA/COSTA RICA - Bischöfe zur Wahl: “Wir müssen uns um das Gemeinwohl bemühen”

San José (Fides) - Wenige Tage vor den Wahlen am 6. Februar lädt die Bischofskonferenz von Costa Rica dazu ein, "über den entscheidenden Moment nachzudenken, den unser Land erlebt" und "zur Wahl zu gehen und die Verantwortung zu übernehmen, die wir alle als Bürger haben, denn es ist wichtig, unsere Demokratie zu stärken“.
In ihrem gemeinsamen Kommuniqué, erinnern die Bischöfe an die Aussagen des Kompendiums der Soziallehre der Kirche (Nr. 190) über die Teilnahme am Gemeinschaftsleben, die "nicht nur eine der größten Sehnsüchte des Bürgers" ist, sondern auch "eine der Säulen aller demokratischen Ordnungen". Daher betonen sie, dass es im Rahmen der verschiedenen Programme, die während des Wahlkampfs vorgelegt wurden, "wichtig ist, dass wir alle das Wohl unserer Nation verstehen und anstreben, jenseits von parteipolitischen Kämpfen... Letztendlich werden die gewählten Regierenden die Interessen eines ganzen Landes vertreten".
Die Bischofskonferenz appelliert daher an das Gewissen aller Protagonisten der Demokratie: "Spaltet nicht das Land und verursacht keine tiefen Wunden in der Verfolgung von Wahlzielen. Es müssen die unterschiedlichen Ideen und Visionen der politischen Gruppierungen respektiert werden, denn allein die Wähler werden mit ihrer Mehrheit über die Wahl des Präsidenten und des Vizepräsidenten sowie über die Zusammensetzung der gesetzgebenden Versammlung entscheiden".
Die Medien fordern sie auf, "ihre Informations- und Bildungsfunktion beizubehalten und nicht Informationen zu manipulieren oder politische Formeln zu begünstigen... Für unsere Demokratie ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Bürger unparteiische Informationen erhalten und in der Lage sind, diejenigen, die um ihre Stimme werben, bestmöglich zu kennen".
Am 6. Februar sind 3,5 Millionen costaricanische Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, den Präsidenten, zwei Vizepräsidenten und 57 Kongressabgeordnete zu wählen, die für eine vierjährige Amtszeit gewählt werden. Eine Wiederwahl zum Präsidenten ist in Costa Rica zulässig, jedoch nicht für aufeinanderfolgende Amtszeiten. Um im ersten Wahlgang zu gewinnen, müssen mindestens 40 % der gültigen Stimmen erreicht werden. Ein zweiter Wahlgang wird mit ziemlicher Sicherheit notwendig sein, da sich mehr als 20 Präsidentschaftskandidaten mit ähnlichen Programmen um das Amt bewerben. Umfragen deuten auf einen hohen Prozentsatz unentschlossener Wähler hin.
Bereits ihrer letzten Botschaft vom 27. September 2021 haben die Bischöfe über die Lage des Landes analysiert und eine Schwächung des Rechtsstaates erkannt. Außerdem beklagten sie schlechte Ergebnisse des Dialogs zur Lösung der nationalen Krise im Gesundheits-, Bildungs-, Sozial- und Wirtschaftsbereich sowie allgemeines Misstrauen in die Institutionen aufgrund der Zunahme von Korruption, Gewalt, Drogenhandel, organisiertem Verbrechen. Sorge bereiten ihnen die Pandemie, der Anstieg der Arbeitslosigkeit, der Lebenshaltungskosten und der Grundprodukte sowie die Auslandsverschuldung. Sie riefen daher dazu auf, Personen zu wählen, die in der Lage sind, "die Grundlagen der Nation wieder aufzubauen und zu festigen, um das Gemeinwohl und die ganzheitliche Entwicklung des Volkes zu fördern".


FIDES-NACHRICHTEN - 22.01.2022

AFRIKA/SÜDAFRIKA - SACBC-Bischöfe tagen erstmals wieder in Präsenz

Johannesburg (Fides) - "Wie schön, nach so langer Zeit wieder hier zu sein", sagte Bischof João Rodrigues, Bischof von Tzaneen, zu Beginn seiner Predigt bei der Eröffnungsmesse der Vollversammlung der Katholischen Bischofskonferenz des Südlichen Afrika (SACBC), in der sich die Bischöfe von Botswana, Südafrika und Swatini zusammenschließen. Die Vollversammlung findet im „St. John Vianney Seminar“ in Pretoria zum ersten Mal seit Januar 2020 statt.
Mit Blick auf die sozialen Folgen der Pandemie erinnerte Bischof Rodrigues an die Massenplünderungen in Südafrika im Juli 2021 und betont: "Ich konnte nicht glauben, dass so etwas in unserem Land so schnell passiert". Spaltung und Unordnung rühre jedoch nicht nur von den Unterschieden zwischen den Menschen her, sondern davon, wie diese Unterschiede instrumentalisiert werden, um Spaltung zu verursachen. "Die Gemeinschaft Gottes, die uns verbindet, ist stärker als die Unterschiede, die uns zu Spaltung und Unordnung verleiten", bekräftigte er.
Der Präsident der SACBC, Bischof Sithembele Sipuka von Umtata, berichtete, dass die üblichen pastoralen Programme der Pfarreien allmählich wieder aufgenommen werden und die Gläubigen wieder an der Sonntagsmesse teilnehmen dürfen.
Bischof Sipuka dankte Bischof Jose Louis zusammen mit seinen Priestern, Ordensleuten und Laien für ihr bescheidenes, aber prägnantes Zeugnis über die schmerzliche Situation nach den politischen Unruhen in ihrem Land, Eswatini.
Abschließend würdigte Bischof Sipuka zwei kürzlich verstorbene Protagonisten des Endes der Apartheid, den ehemaligen Präsidenten De Klerk und Erzbischof Tutu und erwähnte Erfolge und Misserfolge der südafrikanischen Verfassung, die Maßnahmen der Regierung im Umgang mit der Situation von Covid-19 und die wichtige Rolle der Medien bei der Aufdeckung der Korruption im Land.

ASIEN/PHILIPPINEN - Taifun Odette: Menschen brauchen immer noch Hilfe

Bohol (Fides) - Am 16. Dezember 2021 verwüstete der Taifun Rai, der auf den Philippenen auch als Taifun „Odette“ bekannt ist, die Inseln und Küstengemeinden im Osten der Philippinen und überschwemmte Dörfer und Städte im ganzen Land.
„Millionen von Menschen, die bereits von den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 betroffen waren, sahen sich mit dem Tropensturm konfrontiert", heißt es in einer Mitteilung des „Camillian Disaster Service International“ (CADIS). „Aufgrund des schwierigen Zugangs zu den betroffenen Gemeinden, des Fehlens von Strom- und Internetverbindungen konnten die lokalen Behörden und die zuständigen humanitären Organisationen das Ausmaß der Schäden nicht unmittelbar beurteilen. Fast einen Monat später hat das CADIS zusammen mit zwei lokalen Partnerorganisationen die „Society of ex-Camillian Seminarians Inc. (SeCSI Bohol)“ und da „ExCamillian CTF Unit Team“ von Negros Hilfsmaßnahmen in den Provinzen Bohol und Negros Occidental auf den Weg gebracht, die zu den am stärksten betroffenen Provinzen in der Region Visayas gehören", heißt es in der Mitteilung weiter.
Die meisten Überlebenden waren isoliert und obdachlos. "Der Super-Taifun verursachte erhebliche Schäden an Menschenleben, Häusern, öffentlicher Infrastruktur sowie Strom- und Telekommunikationsdiensten. Landesweit waren schätzungsweise 7,3 Millionen Menschen betroffen, von denen schätzungsweise 2,4 Millionen dringend Nahrungsmittel, medizinische Versorgung, Unterkünfte und Hilfe benötigten", berichten die Helfer.
Zu den Gebieten, die CADIS weiterhin überwacht, gehören die Insel- und Küstengemeinden Ubay, Calape und Tubigon (Bohol) sowie die Küstengemeinden der Diözese Kabankalan. Ursprünglich war das Ziel, über 5.000 Familien zu versorgen. "Das Bohol-Team verteilte Hilfspakete an 680 Familien in den Gemeinden Ubay (Tapon und Calangaman), Calape (Inseln Panganganan und Matabao) und Tubigon. Jedes Familienpaket enthielt 3 kg Reis, 3 Dosen Sardinen, 7 Packungen Nudeln und Hygienesets, genug für mindestens eine Woche. Auch wenn sie im Vergleich zu ihrem aktuellen Bedarf unbedeutend sind, werden sie den betroffenen Familien helfen, sich auf die Wiederherstellung ihres beschädigten Eigentums und ihrer Lebensgrundlage zu konzentrieren“, so die Hilfsorganisationen.
"In Ubay hilft die ‚CTF Operation Kabalaka‘ den Fischern, die die Weihnachtsfeiertage obdachlos und ohne Vorräte verbracht haben. 230 Familien wurden bereits versorgt, aber es wird angestrebt, weiteren 1.350 Familien in den Barangays Tapon und Calangaman zu helfen", heißte es in dem Bericht.
Das Team der „CTF Negros“ arbeitet in einer der am stärksten betroffenen Gemeinden von Cauayan Negros Occidental, genauer gesagt im Barangay Elihan. Die Gruppe wurde eigens für den Umgang mit Odette gegründet. "Die Katastrophe brachte sie zusammen, um eine koordinierte und organisierte Reaktion zu planen. Unter den Teammitgliedern befindet sich ein Italiener, ein ehemaliger Kamillianer, der seit mehr als zehn Jahren auf der Insel Negros lebt…. Doch ein kamillianisches Herz schlägt immer dann, wenn es Leiden gibt".
„Odette“ hat gezeigt, dass der Klimawandel sehr zerstörerisch sein kann, auch wenn er vorhersehbar ist. Die geografische Region der Philippinen ist dafür prädestiniert, im Laufe des Jahres von mehreren Taifunen heimgesucht zu werden. Was sich in den letzten Jahren jedoch dramatisch verändert hat, ist die Intensität, mit der diese Phänomene verschiedene Regionen der Welt betreffen.

ASIEN/PAKISTAN - Erzdiözese Lahore hilft ehemaligen Häftlingen

Lahore (Fides) - "Gott ist barmherzig, er ist unser Schöpfer und Versorger und kümmert sich um unsere Bedürfnisse. Wir sammeln Spenden, um unsere Brüder zu unterstützen, die fünf Jahre lang im Gefängnis gekämpft haben. Nach ihrer Entlassung war es für sie eine Herausforderung, Arbeit zu finden, und so dachten wir, wir könnten ihnen helfen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Letztes Jahr zu Weihnachten haben wir einige von ihnen unterstützt, dieses Jahr helfen wir weiteren 20 Menschen, ein Unternehmen zu gründen, um ihre Familien zu unterstützen", so Erzbischof Sebastian Francis Shaw von Lahore gegenüber Fides.
"In Zeiten des Leids danken wir Gott für die Freilassung unserer inhaftierten Brüder“, so der Erzbischof weiter, der berichtet: "Mit den Spenden haben wir einige mit einer Rikscha ausgestattet, andere mit Baumaterial oder Artikeln für einen Lebensmittelladen. Neben dieser materiellen Unterstützung sind wir auch unseren Priestern, Katecheten und Gläubigen dankbar, die diesen ehemaligen Häftlingen und ihren Familien in ihrer Not beigestanden haben“.
"Wir preisen Gott, dass die Menschen, die an Weihnachten 2020 unterstützt wurden, jetzt gesund sind; wir beten für Sie, dass Gott Ihre Bemühungen segnen möge", schloss der Erzbischof.
Die 42 christlichen Gefangenen, die nun nach fünf Jahren aus der Haft entlassen wurden wegen des Mordes an zwei muslimische Männer verurteilt, die verdächtigt wurden, mit Selbstmordattentätern in Verbindung zu stehen, die am 15. März 2015 in Youhanabad, einem Stadtteil von Lahore, Kirchen angegriffen hatten. Sie wurden im Januar 2020 freigelassen, nachdem sie die Familien der beiden Muslime entschädigt hatten.
Am 15. März 2015 verübten zwei Selbstmordattentäter einen Anschlag auf die Christ Church (protestantisch) und die St. John Catholic Church in Youhanabad, dem größten christlichen Stadtviertel in Lahore, in der mehr als 100 000 Christen leben.

 

ASIEN/SYRIEN - Franziskanerbrüder und Zwillinge komponieren arabische Hymnen nach den Schriften des heiligen Franz von Assisi

Aleppo (Fides) - Johnny und George Jallouf sind Zwillingsbrüder und machen gemeinsam ihre Ausbildung in der Franziskaner-Kustodie des Heiligen Landes. Sie wurden vor 25 Jahren in Aleppo geboren, und in dieser in den Kriegsjahren gemarterten syrischen Metropole, erlebten sie gemeinsam den Beginn ihrer Berufung zum Ordensleben, die sie beide dazu brachte, in die Fußstapfen des Heiligen Franz von Assisi zu treten. Ihre Leidenschaft für den Heiligen und die Gestaltung von liturgischen Feiern haben sie nun zu einem neuen gemeinsamen Abenteuer geführt: sie wollen aus den Schriften des Heiligen Franziskus Hymnen in arabischer Sprache zu komponieren, die für die Liturgie und das persönliche Gebet zur Verfügung gestellt werden soll. So entstand Sammlung "Rabi wa Elahi" ("Mein Herr und mein Gott") mit arabischen Texten und Musik, die kostenlos auf digitalen arabischen Musikplattformen wie Anghami erhältlich ist.
Pater George sagte, dass die Idee, liturgische Gesänge in arabischer Sprache zu schaffen, die von den Schriften des Heiligen Franziskus inspiriert sind, während seiner frühen Jahre der franziskanischen Ausbildung entstand, als er und sein Bruder in Italien waren und zusammen mit ihren Mitbrüdern franziskanische Hymnen in italienischer Sprache sangen. Die beiden Brüder sind auch Musiker: George studiert klassische Gitarre und Gesang, Johnny studiert Flöte und Gesang. Ihr Projekt zielte darauf ab, franziskanische Hymnen zu entwickeln, deren Komposition den aus Nazareth stammenden Louai Zaher und Rabab Zaitoun anvertraut wurde. „Das Ziel der Verbreitung dieser Lieder", so Bruder Johnny gegenüber dem Online-Magazin custodia.org, "ist es, den Geist der franziskanischen Schriften in der arabischen Welt zu verbreiten, vor allem unter jungen Menschen". Der arabische Titel der Sammlung "Mein Herr und mein Gott", ist inspiriert von dem Satz "Mein Gott und mein Alles", den der heilige Franziskus auf dem Berg „La Verna“ nach dem Empfang der Stigmata ausgesprochen hat.
Johnny und George wuchsen als Söhne einer christlichen Familie aus Aleppo in der Franziskanergemeinde in der syrischen Metropole auf und blieben dort, als die gesamte Bevölkerung unter dem Trauma des Krieges litt. In diesen unruhigen Zeiten erblühte ihre Berufung. Die Fragen und die Sehnsucht nach Glück, die in ihnen wuchsen, während die Stadt in unvorstellbarer Gewalt zu versinken schien, veranlassten sie, ihre früheren Pläne (einer wollte Arzt werden, der andere träumte davon, Filmregisseur zu werden) beiseite zu legen und demjenigen zu folgen, der ihre Herzen in diesen unruhigen Jahren am stärksten anzog.

AMERIKA/DOMINIKANISCHE REPUBLIK - Bischöfe: “Der heilige Joseph ist Vorbild für die heutige Zeit”

Santo Domingo (Fides) – Vor dem Hintergrund der Feierlichkeiten zum hundertsten Jahrestag der Krönung der Jungfrau von Altagracia (vgl. Fides 19/1/2022) und mit Blick auf das gerade zu Ende gegangenen Jahr des Heiligen Josef haben die Bischöfe der Dominikanischen Republik einen Hirtenbrief mit dem Titel "Der Heilige Josef, Beschützer des Erlösers und Vorbild des Gläubigen" veröffentlicht, in dem sie dazu einladen, den Bräutigam der Jungfrau Maria als "Vorbild des gehorsamen und dem Plan Gottes treuen Menschen" zu betrachten. „In dieser besonderen Zeit, in der wir leben", schreiben sie, "gibt uns der Blick auf den heiligen Josef Mut und Trost".
Die Menschheit im dritten Jahrtausend stehe vor einem noch nie dagewesenen epochalen Wandel, schreiben die Bischöfe und beschreiben die allgemeine Situation: "Die letzten Jahre waren von einer furchtbaren Pandemie geprägt, wie es sie in der jüngeren Geschichte noch nie gegeben hat". "Das wahre Drama unseres Jahrhunderts ist der Mangel an Gott in den Seelen so vieler Menschen, und die wahre Pandemie, die uns heimsucht, ist die geistliche Anämie", betonen sie.
Mit Blick auf diese Situation im Lichte des Glaubens erinnern die Bischöfe daran, „dass die Frohe Botschaft des Evangeliums darin besteht, zu zeigen, wie Gott trotz der Arroganz und der Gewalt der irdischen Machthaber immer einen Weg zur Erfüllung seines Heilsplans findet". Der heilige Josef lehre uns, „ein Problem in eine Chance zu verwandeln, indem wir immer zuerst auf die Vorsehung vertrauen".
Der Hirtenbrief geht ausführlich auf die Gestalt des heiligen Josef in der Heiligen Schrift ein: "In ihm finden wir den Ansporn, der uns antreibt und uns in unseren täglichen Kämpfen stärkt, denn niemand war wie er in der Lage, schwierige Momente zu überstehen". Der heilige Josef sei "ein Vorbild für die Achtung vor seiner Braut", und wir können ihn "in den Tugenden des Glaubens, des Vertrauens, der Liebe, der Hingabe, des Opfers, der Zärtlichkeit und der Fügsamkeit" nachahmen. Schließlich erinnern die Bischöfe daran, dass "der heilige Josef der Mann für unsere Zeit ist, ein Modell des erwachsenen Glaubens für die ganze Kirche“. „Seine Anwesenheit und sein Zeugnis sind heute notwendiger denn je, um die christliche Zivilisation zu retten, die durch die Kultur des Todes ernsthaft bedroht ist", so die Bischöfe abschließend.

AMERIKA/BOLIVIEN - “Hombres Nuevos” feiert 30jähriges Jubiläum

Santa Cruz (Fides) – Der emeritierte Bischof von Palencia (Spanien), Nicolás Castellanos Franco, kam im Januar 1992 als Missionar nach Bolivien, nachdem er als Bischof von Palencia zurückgetreten war. Dort lebte er im Stadtviertel Plan Tres Mil in Santa Cruz de la Sierra, wo 60% der Bevölkerung arm waren und 40% in extremer Armut lebten. Angesichts dieser Realität gründete er die kirchliche Bruderschaft "Hombres Nuevos", die sich aus Priestern, Ordensleuten, Laien und Freiwilligen zusammensetzt. Durch die Förderung von Projekten im Bereich Bildung und Entwicklung wurde die Gemeinschaft schnell zu einer Institution, die über ein enormes Potenzial verfügt, um auf die zahlreichen Bedürfnisse der Menschen einzugehen.
Wie die bolivianische Bischofskonferenz mitteilt feiert die Bewegung das 30jährige Jubiläum und blickit auf wichtige Ergebnissen in den Bereichen Bildung und Kultur: rund 100 Schulen und Häuser entstanden im Hochland, damit die Schüler nicht 4/6 Stunden zu Fuß zur Schule gehen müssen; 85 Merzweckeinrichtungen, eine Fakultät für Theaterwissenschaften in Zusammenarbeit mit der Katholischen Universität Bolivien, ein Orchester und Sportschulen etc... Das Projekt förderte auch die umfassende Aus- und Weiterbildung von Fachkräften durch Universitätsstipendien, von denen über 5.000 Hochschulabsolventen und höhere Techniker profitierten. Auch viele Kleinstunternehmen erhielten Unterstützung.
Dabei ging es stets auch um Evangelisierung durch die ganzheitliche Förderung des ganzen Menschen, durch Gruppen zur Vertiefung des Glaubens: Jugendgruppen, Kindergruppen, Menschenrechtsgruppen, Caritas und Kirchengemeinden. Im Jahr 1992 starben noch viele Kinder an Unterernährung. Das Kinderzentrum "Palencia", das einen Monat nach der Gründung von "Hombres Nuevos" seine Arbeit aufnahm, konnte das Leben von mehr als 5.000 bolivianischen Kindern retten. Auch im Bereich des sozialen Wohnungsbaus wurde dank der Mitarbeit von mehr als 5.000 Freiwilligen und der großzügigen Unterstützung von Institutionen, Unternehmen und Einzelpersonen viel wertvolle Arbeit geleistet.
Mit einer neuen ganzheitlichen „Roadmap“ will „Hombres Nuevos“ heute das Selbstwertgefühl der Bolivianer durch das Instrument der Bildung zu steigern, damit sie in Würde leben und zu Protagonisten ihrer eigenen Geschichte werden. Sie sollen nicht länger ein passives Subjekt sein, sondern zu freien, verantwortungsbewussten, solidarischen und zufriedenen Bürgern werden.


FIDES-NACHRICHTEN - 21.01.2022

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Bischöfe: “Ausbeutung der Ressourcen zerstört Ökosystem”

Bangui (Fides) - "Die Ausbeutung und Zerstörung unseres Ökosystems sind entsetzlich", beklagen die Bischöfe der Zentralafrikanischen Republik in der Botschaft zum Abschluss ihrer ersten Vollversammlung in diesem Jahr.
Die Bischöfe prangern in diesem Zusammenhang vor allem die natürlichen Ressourcen ihres Landes durch "ausländische Unternehmen mit der Komplizenschaft unserer eigenen Landsleute" an. Deshalb fordern sie nachdrücklich „Transparenz bei den Vereinbarungen zwischen der Zentralafrikanischen Republik und ausländischen Partnern und Ländern".
Die unkontrollierte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der Zentralafrikanischen Republik (vgl. Fides 2/5/2019) werde auch durch die Krise der moralischen Werte begünstigt, wie die Botschaft in Erinnerung ruft: "Korruption, illegale Bereicherung, Missmanagement, Inkompetenz und fehlende Berufsethik in einigen staatlichen Diensten, Amtsmissbrauch und Ungerechtigkeit sind alles Symptome, die die Krise der moralischen Werte verdeutlichen“, schreiben die Bischöfe.
Eine moralische Krise, die, wie die Bischöfe beklagen, auch Kinder betreffe, die von „Erwachsenen ausgebeutet werden, die Naivität der Kinder ausnutzen und sie auch sexuellen missbrauchen und so ihre Jugend und ihre Zukunft aufs Spiel setzen".
Im September ordneten die Vereinten Nationen den Abzug von rund 450 gabunischen Friedenssoldaten aus ihrer Friedenstruppe in der Zentralafrikanischen Republik an, nachdem die Regierung in Libreville Vorwürfe von sexueller Ausbeutung und Missbrauch in ihren Reihen untersucht hatte. Neben Gold, Diamanten und Holz, den am meisten ausgebeuteten Ressourcen, ist die Zentralafrikanische Republik reich an Kassiterit, Eisen, Mangan, Kupfer oder den so genannten seltenen Erden, die für die digitale und "grüne" Wirtschaft unverzichtbar sind.

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Humanitäre Lage verschlechtert sich von Tag zu Tag

Adigrat (Fides) - Die humanitäre Lage in Tigray verschlechtert sich von Tag zu Tag. Millionen von Kindern leiden an schwerer Unterernährung. Von der Lebensmittelknappheit sind vor allem auch Binnenvertriebene betroffen. Krankheit und Tod sind allgegenwärtig, vor allem bei Kindern, älteren Menschen, Menschen mit hohem Risiko aufgrund chronischer Krankheiten und COVID-19. Das katholische Diözesansekretariat von Adigrat (ADCS) berichtet von einer Verschärfung der humanitären Krise in der äthiopischen Konfliktregion.
Von Anfang November 2020 bis Mitte Juni 2021 hat das ADCS und die Ordensgemeinschaften der Eparchie dazu beigetragen, vom Krieg betroffene Menschen zu helfen. Aufgrund zahlreicher Beschränkungen, wie z. B. der Einschränkung der Bewegungsfreiheit und des Behinderung des Zugangs aus Sicherheitsgründen, der Beschränkung des Bargeldabzugs und des Mangels an Grundversorgungsgütern auf dem Markt, beschränkte sich die humanitäre Hilfe auf die Städte und die Gebiete um die Hauptverbindungswege. Die Situation wurde durch die Blockade des Land- und Luftverkehrs weiter verschärft. "Wie andere humanitäre Organisationen waren auch wir nicht in der Lage, weiterhin den Menschen in Not zu helfen und die vom Krieg betroffenen Menschen zu erreichen und ihr Leid zu lindern", schreibt der Diözesandirektor Pfarrer Abba Abraha Hagos. Dies ist eine beispiellose humanitäre Krise, bei der mit jedem Tag, mit jeder Stunde, die vergeht, Tausende von unschuldigen Opfern ihr Leben verlieren.
Seit Beginn der Auseinandersetzungen in Tigray und insbesondere seit dem 28. Juni 2021 bis heute hat der andauernde Krieg, der von wahllosen Luftangriffen mit Kampfjets, Hubschraubern und Drohnen begleitet wird, eine noch nie dagewesene Krise verursacht. Ethnisch motivierte Angriffe und Massaker an der Zivilbevölkerung, die Zerstörung von Häusern und die Vertreibung von Millionen von Menschen, die grassierende geschlechtsspezifische Gewalt, die Familien und das Leben von Frauen und Mädchen zerstört hat, die Zerstörung der Wirtschaft, der Institutionen und der sozialen Infrastruktur sowie die Zerstörung des kulturellen und religiösen Erbes. Millionen von Menschen leben in Angst und Schrecken.
"Die gesamte Bevölkerung wurde aller Grundrechte eines jeden Menschen beraubt: das Recht auf ein Leben in Würde, das Recht auf Sicherheit, Bildung, Nahrung, Wasser, humanitäre Hilfe usw.", heißt es in dem Bericht. Die tägliche Realität in diesem Land sei geprägt von Leid, Tod und dem Mangel an Medikamenten für vermeidbare Krankheiten und weitere Verzögerung von Hilfen werde zu einer irreparablen Katastrophe für das Leben und das soziale Gefüge einer ganzen Generation führen.
Das ADCS weist darauf hin, dass sich gesamte Gebiet der katholischen Diözese Adigrat, die sich über ganz Tigray erstreckt, in einer äußerst alarmierenden Krise befindet, weshalb die Unterstützung von Partnern, anderen humanitären Organisationen und der internationalen Gemeinschaft dringend erforderlich ist. "Wir möchten alle unsere Partner und andere humanitäre Hilfsorganisationen dazu aufrufen, die internationalen Gemeinschaften, die Vereinten Nationen, die Menschenrechtsorganisationen, die internationalen Regierungsstellen und die internationale Diplomatie weiterhin zu drängen und zu beeinflussen, um auf einen politischen Dialog für den Frieden und den uneingeschränkten Zugang zu humanitärer Hilfe, Dienstleistungen und Grundversorgung zu drängen, die ein natürliches Recht der Menschen sind“.

ASIEN/KASACHSTAN - Lage erneut angespannt: Viele brauchen zusätzliche Hilfe

Almaty (Fides) - In Kasachstan ist die Lage erneut angespannt. Etwa zehn Tage nach Beginn des Rückzugs der russischen Streitkräfte, die den Aufstand vom 5. Januar niedergeschlagen hatten, befindet sich die Stadt Almaty heute und morgen, am 19. und 20. Januar, wieder in Alarmbereitschaft. Dies berichtete der italienische Missionar Pater Guido Trezzani, Direktor der Caritas Kasachstan mit Sitz in der Finanzhauptstadt des Landes, gegenüber Fides: "Es kursieren Nachrichten, dass jemand versucht, die Bevölkerung zu Versammlungen in Almaty und anderen Städten aufzurufen. Die Armee ist wieder auf der Straße. In Elterngesprächen bitten einige Schulleiter darum, die Kinder nicht allein, sondern in Begleitung zur Schule zu schicken. Diejenigen, die in Almaty arbeiten, wurden aufgefordert, heute und morgen nicht ins Büro zu gehen oder ihren Arbeitsplatz bis zum Mittag zu verlassen. Wir hatten befürchtet, dass noch nicht alles vorbei ist, und in diesen Stunden kommt die Bestätigung".
Gemeldet werden zudem Probleme mit der Internetverbindung, die auch in den ersten Tagen der Demonstrationen unterbrochen worden war, um die Demonstranten an einer schnellen Kommunikation zu hindern.
In der Zwischenzeit, so der Missionar, wenden sich seit dem Aufstand, viele Menschen an die Caritas Kasachstan und bitten um Hilfe: "Auf uns kommt eine enorme Menge an Arbeit zu: es kommen verschiedene Organisationen und Einzelpersonen zu uns mit der Bitte um Unterstützung. Dazu gehört eine Frauenvereinigung, die ehemaligen Häftlingen hilft, die an AIDS leiden oder Opfer von Gewalt geworden sind. Erst gestern haben wir in einer Sitzung beschlossen, eine Person einzustellen, die sich ausschließlich um diesen Notfall kümmert, damit wir auf die Anfragen reagieren, aber auch die bereits begonnenen Projekte weiterführen können", erklärt Pater Trezzani.
Unterdessen wurden der Caritas auch verschiedene Formen der Hilfe angeboten: "Ein italienischer Verband hat, nachdem er von den Ereignissen in Almaty erfahren hatte, angeboten, eine Spendenkampagne für die Caritas zu starten, und das Rote Kreuz hat sich bereit erklärt, uns zu unterstützen. Wir stehen in ständigem Kontakt mit allen Beteiligten, um die Situation zu verfolgen und so gut wie möglich zu helfen", so der Caritasdirektor abschließend.

ASIEN/LAOS - Neue katholische Kirche nach dem ersten laotischen Märtyrer aus dem Volk der Hmong benannt

Vientiane (Fides) - Die kleine katholische Gemeinde in Laos freut sich über die Eröffnung einer neuen Kirche, die dem ersten laotischen Märtyrer der Volksgruppe der Hmong gewidmet ist. Am 11. Januar fand im Dorf Ban Nam Gnam im Bezirk Thulakhom (Vientiane) die Einweihung der ersten Kirche statt, die dem seligen Paul Thoj Xyooj gewidmet ist, einem jungen Katechisten, der 1960 zusammen mit Pater Mario Borzaga OMI getötet wurde. Beide wurden am 11. Dezember 2016 in Vientiane zusammen mit 15 anderen Märtyrern seliggesprochen. Wie Pater Angelo Pelis, Missionar der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria, der jahrelang als Missionar in dem kleinen südostasiatischen Land tätig war, berichtet, wurde der Ritus der Einweihung und Weihe der neuen Kirche von Kardinal Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun, Apostolischer Vikar in Vientiane, geleitet. An der Feier nahmen zahlreiche Priester und Mitglieder der kleinen katholischen Gemeinde in Laos teil.
Das neue Gotteshaus ist ein weiterer Schritt nach vorn für die kleine laotische Kirche in einem kommunistischen Umfeld. Zuletzt freute sich begrüßte die katholische Gemeinde am 29. April 2018 über vier neue Priester die im Rahmen in einer feierlichen Eucharistiefeier in der Kathedrale St. Louis in Takhek in Zentrallaos willkommen geheißen wurden.
Ein weiteres wichtiges Ereignis im Leben der lokalen Kirche war die Feier am 11. Dezember 2016, als der philippinische Kardinal Orlando Quevedo, der Sondergesandte von Papst Franziskus in Vientiane, die Seligsprechung von 17 neuen Märtyrern verkündete, darunter laotische Missionare und Laien. Das Martyrium war 2015 von Papst Franziskus offiziell anerkannt worden: ein erstes Seligsprechungsverfahren untersuchte zuvor das Martyrium des italienischen Missionars Mario Borzaga und des Katechisten Paolo Thoj Xyooj, nach dem die neue Kirche benannt ist; ein zweites betraf, den ersten laotischen Priester ThaoTien und 14 Gefährten.
Das Christentum ist in Laos, einer überwiegend buddhistischen Nation, eine Minderheitenreligion. Drei christliche Kirchen sind in dem Land anerkannt: die laotische evangelische Kirche, die adventistische Kirche und die römisch-katholische Kirche. Es gibt etwa 60.000 Katholiken (1 % der 6 Millionen Einwohner), von denen viele um Mitglieder vietnamesischer Volksstämme handelt, die vorwiegend in den großen städtischen Zentren und den umliegenden Gebieten entlang des Mekong-Flusses in den zentralen und südlichen Regionen des Landes leben; einige gehören zu den lokalen ethnischen Minderheiten.

ASIEN/LIBANON - Einheit der Christen: Texte für die Gebetswoche stammen von Theologen aus dem Nahen Osten

Beirut (Fides) – Im Mittelpunkt der Broschüre mit Texten, die den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in aller Welt zur Gestaltung der Gebetswoche für die Einheit der Christen im Jahr 2022 (18./25. Januar) stehen in diesem Jahr Lesungen und Gebete, die sich auf das Dreikönigsfest und die Reise der Heiligen Drei Könige, die aus dem Osten nach Bethlehem kamen, um das Jesuskind anzubeten, beziehen. Sie wurden auf Ersuchen des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen von einer Gruppe von Theologen aus verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften des Nahen Ostens unter der Koordination des Rates der Kirchen des Nahen Ostens (MECC) mit Sitz in Beirut vorbereitet.
Auch der libanesische griechisch-melkitische Priester und Theologe Gabriel Hachem, Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission, war Mitglied des Teams, das die Texte für die soeben begonnene Gebetswoche für die Einheit der Christen vorbereitet hat. Mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige und dann mit der Taufe Jesu im Jordan - so Pater Gaby im Gespräch mit Fides - beginnt die Theophanie, "die Offenbarung des göttlichen Geheimnisses vor den Menschen, die Offenbarung des Geheimnisses der Dreifaltigkeit. Das ist also der Beginn der Verkündigung des Evangeliums Gottes, das wiederum die frohe Botschaft vom Reich Gottes verkündet. Es ist der historische Moment, in dem die "Oiconomia", die göttliche Verheißung und der göttliche Heilsplan, offenbar wird und sich zu erfüllen beginnt. Das Licht Gottes fängt an, sich in allen Christen und Christinnen "einzuverleiben", sobald sie getauft sind: Und das Licht Christi kommt aus dem Osten: Christus ist unser Osten, unser Licht, unsere Sonne".
„Die Botschaft, die wir mit den für die Gebetswoche vorbereiteten Texten an die Welt und vor allem an die Christen des Nahen Ostens senden wollen", fährt der libanesische Theologe fort, "ist eine Botschaft der Hoffnung: Das Licht Christi leuchtet immer noch in der Welt, auch im Nahen Osten, selbst in diesen schwierigen Zeiten. Und die Berufung der Christen im Nahen Osten besteht nicht darin, sich über diese Situation zu beklagen. Es geht darum, die Welt und vor allem die Christen des Nahen Ostens daran zu erinnern, dass sie Träger der heiligen Tradition, der apostolischen Tradition sind. Während dieser langen Zeit von zweitausend Jahren sind wir heute immer noch hier, und wir sind auch heute aufgerufen, diese apostolische Tradition mit Leib und Seele weiterzutragen und das Evangelium zu verkünden. Wir sind nicht nur unglückliche Menschen, die gerettet und unterstützt werden müssen. Wir sind nicht nur Menschen in Not. Wir haben einen Auftrag“.
„Während im Westen die christlichen Gemeinschaften Weihnachten mit großer Feierlichkeit begehen", heißt es in der Einleitung zu den Texten für die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2022, "ist für viele Christen im Osten das älteste und immer noch wichtigste Fest die Epiphanie, als Gottes Heil den Völkern von Bethlehem und dem Jordan aus offenbart wurde. Diese Betonung der Theophanie, d.h. der Offenbarung, ist in gewissem Sinne der Schatz, den die Christen des Nahen Ostens an ihre Brüdern und Schwestern in der ganzen Welt weitergeben können".

AMERIKA/DOMINIKANISCHE REPUBLIK - Jubiläumsjahr der Madonna von Altagracia: Zentraler Gottesdienst im Marienheiligtum in Higuei

Higuei (Fides) - Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr der Madonna von Altagracia, das von der dominikanischen Bischofskonferenz für den Zeitraum vom 15. August 2021 bis zum 15. August 2022 ausgerufen wurde, um den hundertsten Jahrestag der kanonischen Krönung des Bildes der Jungfrau von Altagracia zu begehen, werden die Katholiken der Dominikanischen Republik am 21. Januar, dem Hochfest der Königin und Beschützerin des Landes, wie jedes Jahr in der ihr geweihten Basilika an dem Ort versammeln, an dem sie einst erschienen sein soll.
Die Basilika befindet sich im Zentrum der Stadt Higuei und ist der wichtigste Marienwallfahrtsort des Landes, der von Einheimischen und Touristen, die vor allem zu den Festtagen in großer Zahl dorthin pilgern, besucht wird. Das Bildnis Unserer Lieben Frau von Altagracia wurde sowohl von Papst Pius XI. als auch von Papst Johannes Paul II. feierlich gekrönt: Die erste Krönung fand am 15. August 1922 statt, die zweite am 12. Oktober 1992, während des zweiten Besuchs von Johannes Paul II. im Land.
"Wir laden die verschiedenen Pfarreien der Diözese Unserer Lieben Frau von Altagracia und das ganze christliche Volk ein, mit der Freude teilzunehmen, die die Glaubenden kennzeichnet, der ein Pilger in dieser Welt ist, im Vertrauen und in der Hoffnung auf die Verheißungen unseres Gottes, unseres himmlischen Vaters", schreibt der Bischof der Diözese Unserer Lieben Frau von Altagracia, Jesus Castro Marte, in einem Brief an die Gläubigen, der auch von Pater Evaristo Areché Freijomil, Rektor der Basilika, unterzeichnet ist. "Im Bewusstsein der gesundheitlichen Situation, die das Land aufgrund der durch Covid-19 und seine Varianten verursachten Ansteckungswelle erlebt“, so der Bischof weiter, „wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen, um einen räumlichen Abstand zu gewährleisten und somit Menschenansammlungen zu vermeiden; zusätzlich zur gewissenhaften Einhaltung der vom Ministerium für öffentliche Gesundheit und Sozialhilfe festgelegten Gesundheitsprotokolle, um ein sicheres Umfeld für die Pilger zu schaffen."
Abschließend bittet der Bischof um die Mitarbeit aller, die an den Feierlichkeiten teilnehmen, sich gewissenhaft an diese Protokolle zu halten, "denn als Christen müssen wir vorbildliche Bürger sein", und schloss mit den Worten: "Bringen wir die Nöte des dominikanischen Volkes zu den Füßen unserer Mutter von Altagracia, damit sie weiterhin für uns eintritt und uns in diesen schwierigen Zeiten, die unser Land und die Welt erleben, begleitet".

AMERIKA/PERU - “Auf dem Weg zum laikalen Amt des Katecheten”

Lima (Fides) - Die bischöfliche Kommission für Katechese und Bibelpastoral der peruanischen Bischofskonferenz veranstaltet vom 7. bis 11. Februar die "Fortbildungswoche für Katechisten 2022". Diese neue Ausgabe wird angesichts der Pandemie im digitalen Format unter dem Motto "Auf dem Weg zum Laienamt des Katecheten" stattfinden.
Die Katechese-Woche versteht sich als Raum der Weiterbildung für Katecheten und pastorale Mitarbeiter, Gemeindeleiter, Leiter von biblischen und liturgischen Initiativen, Mitglieder apostolischer Bewegungen und Bruderschaften, und will Denkanstöße zur Reflexion über das Laienamt des Katecheten bieten, damit das laikale Amt in der Kirche in Peru bewusst übernommen werden kann. In diesem Jahr wurden zur Teilnahme an der Veranstaltung von internationalen Referenten eingealden.
Dem Programm zufolge beginnt die Woche am Montag, dem 7. Februar, mit einer Einführung, einem Gebet und dem "Forum: Kirche heute". Im Anschluss daran steht die Gruppenarbeit auf dem Programm. Das gleiche Schema wird sich an den folgenden Tagen wiederholen, mit Beiträgen über "Laienämter und den Laiendienst des Katecheten"; "Identität und Berufung des Katecheten"; "Katechet sein in der Bruderschaft"; "Das Amt des Katecheten: ein missionarischer Jünger für eine Kirche im Aufbruch". Die Woche wird mit einem Wortgottesdienst und der feierlichen Aussendung am Freitag, dem 11. Februar, enden.

ASIEN/OSTTIMOR - Pfarrer Bento Barros Pereira zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker hat am 13. Dezember 2021 Pfarrer Bento Barros Pereira aus dem Klerus der Erzidiözese di Dili für fünf Jahre (2021-2026) zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Osttimor ernannt.
Der neue Nationaldirektor ist 42 Jahre alt und seit 13 Jahren Priester. Vor dem Eintritt in das Priesterseminar, arbeitete er als Übersetzer bei der UN-Mission in Timor. Nach seiner Priesterweihe war er Pfarrvikar und erwarb einen Master-Abschluss in Sozialer Kommunikation. Zudem war er als Ausbilder am Hauptseminar und Mitglied des Priesterrates tätig. Derzeit unterrichtet er an zwei Universitäten und ist Direktor der Abteilung für Kommunikation und Rundfunk der Erzdiözese, die mit den Rundfunk- und Fernsehsendern Timors zusammenarbeitet. Er ist auch Mitglied der Bischofssynode und der „Comissao Instaladora da Universidade Catolica Timorense“ und wirkt an der Dokumentation zum 80-jährigen Bestehen der Erzdiözese mit.


FIDES-NACHRICHTEN - 20.01.2022

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - “Wir brauchen Lebensmittel und Medikamente für die Menschen! Es müssen humanitäre Korridore geöffnet werden!“

Adigrat (Fides) - "Es ist tragisch aber es ist alles wahr, kommt und ihr seht es mit eigenen Augen", so ein Vertreter der Ortskirche aus dem äthiopischen Tigray, der aus Sicherheitsgründen um Anonymität bittet, im Gespräch mit Fides. Die Tragödie, auf die er sich bezieht, ist der seit fast zwei Jahren wütende Konflikt in Tigray.
"Es kommt zu Massakern an Unschuldigen, die nur aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit brutal ermordet werden, und eine Vielzahl von Menschen drohen buchstäblich zu verhungern: Die humanitären Korridore müssen sofort geöffnet werden, um denen zu helfen, die am Ende ihrer Kräfte sind“.
Seit dem Beginn des Krieges im November 2020 ist Tigray von der übrigen Welt abgeschnitten. Humanitäre Hilfe kam nur spärlich, und die Telefon- und Internetverbindung wurde unterbrochen. Es ist daher schwierig, Informationen über die Geschehnisse in der Region zu erhalten. Sicher ist, dass die humanitäre Hilfe die Bevölkerung nicht erreicht, der es an allem mangelt, vor allem den Bedürftigsten, den Kranken, Alten, Frauen und Kindern. Es mangelt an allem, was das Existenzminimum sichern könnte: Lebensmittel, Wasser, Medikamente. Mehr als 90 % der Krankenhäuser sind zerstört, die Schulen sind seit zwei Jahren geschlossen, die Banken haben kein Geld.
"Die Machthaber wollen nicht, dass die Menschen über die Gräueltaten, die sie erleiden, sprechen und berichten“, so der Kirchenvertreter. „Es herrscht ein Klima des Schreckens, das in den letzten Monaten durch tödliche Drohnenangriffe weiter angeheizt wurde. So etwas haben wir in Afrika südlich der Sahara noch nie gesehen. Und in der internationalen Gemeinschaft ergreift niemand angemessene Initiativen, um dem Ganzen ein Ende zu setzen. Alle geopolitischen Akteure betrachten das, was hier geschieht, nur aus der Perspektive ihrer eigenen strategischen Interessen".
Wie der Beobachter mitteilt wurde Premierminister Abiy anfangs von der Bevölkerung unterstützt. Doch dann habe sich alles geändert. Bestimmte Aktionen ließen sich nur noch mit dem rücksichtslosen Machterhalt um jeden Preis erklären. Heute werde behauptet, dass die ethnische Gruppe der Amara die Macht des Premierministers sichere, aber in Wirklichkeit traue niemand mehr dem anderen, und das Szenario wird zu einem Krieg aller gegen alle. Überall sei die Wirtschaft des Landes zerstört. Es gebe keine Investitionen mehr. Alles sei zerstört worden. „Zerstörte Fabriken, zerstörte historische Stätten, zerstörte Häuser, Kirchen, Missionen - alles wurde zerstört“, berichtet er, „Bislang hat niemand etwas dazu gesagt. Nur Papst Franziskus hat sich mehrfach zu Wort gemeldet und die Menschen aufgefordert, für Äthiopien zu beten. Aber jetzt sind wir wirklich an dem Punkt angelangt, an dem jemand sagen muss: Es reicht! Keine Menschen dürfen mehr getötet werden oder verhungern, humanitäre Korridore müssen offen bleiben. Der Mangel an Nahrungsmitteln ist zur Kriegswaffe geworden, mit der man Menschen zum Sterben zwingt und sie nicht ernährt. Generationen von jungen Menschen sind völlig zerstört worden. Wir sprechen von 6/7 Millionen Menschen, die unter dieser Situation beispielloser Gewalt leiden".
"Wir haben keine Nachricht von unseren Verwandten, unseren Freunden“, beklagt er, „Einige sind in Addis Abeba im Gefängnis, nur weil sie aus der Region Tigray kommen. Die Menschen sterben, sie haben keine Arbeit, sie haben nichts zu essen. Und jeden Tag, der ohne Hilfe vergeht, sterben Tausende von Menschen".
Die tragische Situation in Äthiopien spiegelt sich auch in den besorgten Worten einer weiteren maßgeblichen Quelle der Kirche wider. "Äthiopien befindet sich in einer äußerst schwierigen Situation. Es scheint, dass uns alles in Richtung Abgrund drängt. Der Terror nimmt zu, das Misstrauen zwischen den Gruppen wächst. Wir beten zu Gott, dass er dieser Spirale der Gewalt ein Ende setzt: denn erst dann können wir Wege finden, die Wunden zu heilen: aber jetzt ist es vor allem an der Zeit, das Leben all der unschuldigen Menschen zu retten, die der Gefahr ausgesetzt sind, in einem zerrissenen Land zu sterben, in dem bis vor kurzem noch alles eine bessere Zukunft zu versprechen schien".
In den letzten Tagen bezeichnete der aus Äthiopien stammende Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom, die Blockade, die verhindert, dass Medikamente und andere lebenswichtige Güter in die äthiopische Region Tigray gelangen, "eine Beleidigung für unsere Menschlichkeit". „Die Lage ist verzweifelt. Ich komme aus dieser Region", sagte Tedros Adhanom.
Sieben Millionen Menschen sind seit mehr als einem Jahr ohne Lebensmittel, Medikamente, Strom und Telekommunikation. Die WHO ist befugt, Medikamente und Arzneimittel in andere Regionen Äthiopiens zu schicken, aber seit Juli letzten Jahres nicht mehr nach Tigray. Nach Angaben von Helfern werden täglich mehr als hundert Lastwagen mit Hilfsgütern für die Region Tigray benötigt.

 

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Nach der Freilassung der Ordensschwester: “Wir verlangen Antworten”

Addis Abeba (Fides) - "Ich habe persönlich mit ihr gesprochen und fand sie sehr gelassen und insgesamt in einem guten Zustand. Sie weiß immer noch nicht, aus welchen Gründen sie verhaftet und aus welchen Gründen sie freigelassen wurde. Nach so viel Angst und Sorge ist jetzt die Zeit des Glücks gekommen, es wird eine Zeit kommen, um zu verstehen, was passiert ist und warum unsere Schwester inhaftiert wurde", so Mutter Raffaella Pedrini, Generaloberin der Ursulinen von Gandino, gegenüber der Fides nach der Freilassung von Schwester Abrehet Teserma am vergangenen Sonntag, den 16. Januar. Die Ordensfrau wurde am 30. November letzten Jahres in Addisa Abeba zusammen mit fünf Schwestern der Töchter der Nächstenliebe vom Heiligen Vinzenz von Paul (die ebenfalls freigelassen wurden) und zwei Diakonen von Polizeibeamten verhaftet.
"Nachdem ich sie direkt gehört habe, kann ich mit Sicherheit sagen, dass es ihr gut geht und sie in einem guten Allgemeinzustand ist. Daraus können wir schließen, dass die Schwester und die Menschen, die mit ihr in Gefangenschaft waren, gut behandelt wurden“, so Schwester Mutter Pedrini gegenüber Fides, „Schwester Abrehet wurde zunächst in einem Innenhof eines Polizeigebäudes festgehalten und später in einen großen Raum verlegt, wo sie mit etwa hundert anderen Personen, allesamt Frauen, inhaftiert war, die zur gleichen Zeit festgenommen wurden. Unsere Schwester war die einzige Ordensfrau, die anderen waren sehr junge Mädchen".
In dem Land, das seit 14 Monaten von einem schrecklichen Krieg heimgesucht wird, der in der Region Tigray begann und auf andere Gebiete übergegriffen hat gibt es seit der Vorweihnachtszeit zaghafte Anzeichen für eine teilweise Einstellung der Feindseligkeiten. Die Rebellen der Tigray People's Liberation Front (TPLF) erklärten Ende 2021 einen einseitigen Waffenstillstand und den bedingungslosen Rückzug aus den Regionen Amhara und Afar. In der Zwischenzeit hat das Nobelpreiskomitee, das Premierminister Abyi, im Jahr 2019 den Friedensnobelpreis verliehen hatte, diesen unmissverständlich aufgefordert, "auf die Beendigung des Konflikts hinzuarbeiten, auch in Anbetracht der besonderen Verantwortung, die ein Nobelpreisträger innehat".
„Nach Momenten der Angst und des Leidens", fügte die Oberin der Ursulinen von Gandino hinzu, "konnten wir schließlich dem Herrn für die Befreiung unserer Schwester und der anderen Ordensleute danken. In den Gesprächen, die ich mit unserer Gemeinschaft in Äthiopien geführt habe, haben wir immer die Hoffnung und gleichzeitig die Überzeugung gespürt, Teil eines Volkes zu sein und dessen Leiden zu teilen und in Solidarität mit so vielen Brüdern und Schwestern zu leben. In den kommenden Tagen werde ich versuchen, von unserer Delegierten, Schwester Abrehet Cahasai, mehr Informationen zu erhalten. Wir können nicht akzeptieren, dass alles ohne eine Erklärung der Gründe passieren soll. Nach dem, was unsere Ordensschwestern uns sagen, wird es schwierig sein, Informationen zu erhalten, aber wir werden darauf bestehen, weil diese Angelegenheit nicht aufgeschoben werden kann: Wir verlangen Antworten“.

AFRIKA/NIGER - Islamisch-christlicher Dialog: “Hoffnung für die Zukunft”

Dosso (Fides) - "Es ist nur ein Anfang, aber wir werden alles tun, um ihn zu verwirklichen", schreibt Pater Rafael Marco Casamayor aus der Mission in Dosso (Niger) in einem Bericht an Fides. "Meiner Meinung nach ist der Dialog zwischen Christen und Muslimen hier in Dosso ein kleines Signal, das uns mit Hoffnung für unsere Zukunft erfüllen sollte", so der Missionar der Gesellschaft für Afrikamissionen (SMA) nach einem kürzlich in der Mission abgehaltenen Treffen einer Gruppe junger Muslime und Christen.
Rund hundert junge Menschen aus Niamey, nahmen auf Initiative der Caritas der Diözese an der Veranstaltung teil. Viele von ihnen waren Universitätsstudenten", erklärt Pater Rafael, "aber es kamen auch Arbeiter und Gymnasiasten: einige aus evangelischen, andere aus katholischen und wieder andere aus muslimischen Kirchen, die sofort eine entspannte und fröhliche, jugendliche Atmosphäre schufen. Einer der Redner, ein Philosophielehrer, ein Muslim, sprach von der Notwendigkeit, sich zu treffen, um einander besser kennenzulernen und so die Werte und die Spiritualität des anderen zu respektieren und zu schätzen. Dies ist ein unschätzbarer Reichtum, den wir teilen können", betonte Pater Rafael. „Denn die Wahrheit ist, dass wir uns nicht kennen und uns in der Regel auf ererbte oder erlernte Stereotypen beziehen, ohne dass wir sie unterscheiden können. Wir leben zusammen, arbeiten und studieren oft zusammen, aber wir kennen und vertrauen einander nicht".
Das Treffen in Dosso wurde von der Bewegung "Ephesia" organisiert wurde, die vor einigen Jahren in Frankreich mit dem Ziel gegründet wurde, den interreligiösen Dialog zu fördern und eine Welt des Friedens durch Dialog zu schaffen.
P. Rafael berichtet, dass er die Initiative auch bei einem Treffen mit Seelsorgern aus Gaya, Dogon Dutchi und Dosso, Priestern und Ordensfrauen aus dem östlichen Teil der Diözese Niamey erwähnte: "Ich habe ihnen von unserem Dialog- und Studienprojekt erzählt, das eine unschätzbare Hilfe für unsere jungen Christen wäre, die wegen ihres Glaubens oft von ihren Mitschülern, Lehrern und der muslimischen Gesellschaft unter Druck gesetzt werden. Das sind Breitseiten", erklärt der Missionar, "was Unbehagen und sogar Angst verursacht".

AFRIKA/KAMERUN - Katholischer Priester von Entführern freigelassen

Yaoundé (Fides) – Der katholische Priester Bekong Tobias, der am 12. Januar von bewaffneten Männern in Militäruniform in der Nähe der Pfarrei Saint Charles Lwanga, Checkpoint-Molyko, Buea, in der englischsprachigen Region im Südosten Kameruns gefangen genommen wurde, ist frei.
Wie Fides erfahren hat, wurde der Priester noch am Tag seiner Festnahme von seinen Entführern, deren Identität nicht bekannt gegeben wurde, freigelassen. "Pater Bekong Tobias wurde gegen ein Uhr in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar wohlbehalten freigelassen", bestätigten Beobachter aus kirchlichen Kreisen im Gespräch mit Fides.

ASIEN/MYANMAR - Birmanische Armee verübt Luftangriff auf christliche Flüchtlinge: Drei Tote und sieben Verletzte

Loikaw (Fides) – Bei einem Luftangriff der burmesische Armee auf die Flüchtlingslager in den Wäldern nahe Loikaw, der Hauptstadt des burmesischen Bundesstaates Kayah, im Osten des Landes, gab es in den frühen Morgenstunden des 17. Januar drei Tote und sieben Verletzte, alle Katholiken. Wie Fides aus Kreisen der örtlichen katholischen Kirche erfuhr, waren die Flüchtlinge aus ihren Dörfern und aus dem verlassenen Loikaw geflohen, als es dort zu Zusammenstößen zwischen der Armee und den so genannten Volksverteidigungskräften, die sich nach dem Staatsstreich vom 1. Februar 2021 im ganzen Land gebildet hatten, gekommen war.
Unter den Binnenvertriebenen befinden sich viele Katholiken, die ihre Häuser und Pfarreien verlassen haben und in den Wäldern Zuflucht suchen. In diesen bewaldeten Gebieten, in denen etwa 600 unschuldige Zivilisten - ältere Menschen, Frauen und Kinder - leben, führte die birmanische Armee den jüngsten Luftangriff durch, bei denen drei Menschen getötet wurden: zwei Schwestern, die 18jährige Natalia und die kleine siebenjährige Rosetta sowie ein 50jähriger Mann namens Felice. Sie waren aus dem nahegelegenen Dorf Moso geflohen, wo am 24. Dezember die verkohlten Leichen von mindestens 35 Zivilisten, allesamt Katholiken, gefunden wurden, die von burmesischen Soldaten bei dem so genannten "Weihnachtsmassaker" getötet worden waren.
Die katholische Gemeinde versammelte sich unterdessen am heutigen 18. Januar zu einem Trauergottesdienst, bei dem der katholische Priester Jacob Khun kurze Worte des Gedenkens an die Opfer sprach und zu Hoffnung und Gebet aufrief.
Im Osten Myanmars gehen die Kämpfe sowie die Bombardierungen aus der Luft und mit Artillerie weiter. In den letzten Tagen wurde auch die Herz-Jesu-Kirche in Doukhu angegriffen, da Kirchen oft in Aufnahmezentren für Flüchtlinge umgewandelt werden. Auch buddhistische Tempel wurden bedroht, weshalb die Mönche fliehen mussten. Die sechs katholischen Pfarreien in der Stadt Loikaw sind verwaist, und die Gläubigen, die Hunger, Kälte, Armut und Gewalt ausgesetzt sind, brauchen materielle Hilfe und geistlichen Beistand. Die vertriebenen Katholiken, so Gabriel, einer der Katholiken in Moso, gegenüber Fides, "leben in der Verfolgung, vertrauen aber auf Gott, den Retter und Beschützer, in der Gewissheit, dass er uns nicht verlässt. Wir haben nichts, wir brauchen alles, aber der Herr wird für uns sorgen".

ASIA/SIRIA - Katholische Ordensleute treffen sich in Damaskus

Damaskus (Fides) - Mehr als 70 katholische Ordensleute haben sich in den letzten Tagen in Damaskus versammelt, um gemeinsam die Gegenwart und die Zukunft des eigenen Ordenslebens in Syrien zu erörtern, wo sie sich durch den Krieg in das Kreuzrfeuer von Konflikten und Spannungen zwischen den regionalen und globalen Mächten geraten sind, die um die Kontrolle über den Nahen Osten ringen.
Das Treffen, das vom 17. bis 19. Januar am Sitz des Griechisch-Melchitischen Katholischen Patriarchats in Damaskus stattfand, war die erste Gelegenheit für eine Bilanz der Mission der katholischen Ordensmänner und -frauen in Syrien, die dazu berufen sind, in einem Umfeld Zeugnis für Christus abzulegen und zu arbeiten, das noch immer von den Bedrohungen und Auswirkungen des Krieges beeinträchtigt und von den Wirtschaftssanktionen des Westens gegen den Regierungsapparat von Bashar Assad geprägt ist.
An der Eröffnung des Treffens nahm auch der Apostolischer Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, teil der den Ordensleuten im Namen des Papstes eine Botschaft der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens überbrachte. Anwesend war auch der und der Franziskanerpater Georges Abou Khazen in seiner Eigenschaft als Apostolischer Vikar von Aleppo für die Katholiken des lateinischen Ritus und Vorsitzender des Bischöflichen Komitees für das geweihte Leben in Syrien. Schwester Annie Leon Demiregian, Mitglied der Kongregation der Schwestern Jesu und Mariens, wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass alle gottgeweihten Männer und Frauen, die ihrer Berufung folgen, auch dazu aufgerufen sind, gemäß der Lehre Christi die "Zeichen der Zeit" zu erkennen.
„In einer Zeit, in der wir unter dem Einfluss so vieler Notsituationen leben, die den Alltag in Syrien prägen", so die Ordensfrau in ihrer Rede, die auch auf der arabischen Website abouna.org veröffentlicht wurde, "kann es in gewisser Weise einfacher sein, wahrzunehmen, was wirklich nötig ist, um das verwundete Leben so vieler Menschen zu begleiten und zu heilen, indem wir gemeinsam in Taten die von Jesus versprochene Befreiung und den Trost für jeden Menschen bezeugen“.
Mehrere Redner, darunter auch Kardinal Zenari und Bischof Georges Abou Khazen, bezeichneten das Treffen der in Damaskus versammelten Ordensleute als ein beredtes Zeichen für die Teilnahme der Mitglieder der katholischen Kirche in Syrien an dem synodalen Weg, der im Hinblick auf die nächste Generalversammlung der Bischofssynode im Jahr 2023 begonnen wurde.
In den schwersten Jahren des Syrienkonflikts gaben geweihte Männer und Frauen der katholischen Kirche Zeugnis für Christus, indem sie mit dem syrischen Volk Leiden, Nöte und Bedrängnisse teilten, manche sogar bis zum Blutvergießen.

AMERIKA/KOLUMBIEN - Bischof von Arauca: “Wir müssen den Strudel der Gewalt stoppen”

Arauca (Fides) - "Wir möchten noch einmal unsere Nähe und Solidarität mit der gesamten betroffenen Bevölkerung bekräftigen und sie auffordern, nicht die Zuversicht zu verlieren, sondern im Gegenteil in der Hoffnung zu wachsen, dass mit dem Herrn alles besser werden kann", so Bischof Jaime Cristóbal Abril González von Arauca, in einem Hirtenbrief zur komplexen Situation des kolumbianischen Departements, das sich im Nordosten des Landes an der Grenze zu Venezuela befindet.
In seinem Schreiben, weist der Bischof auf die Wiederaufnahme des bewaffneten Konflikts zwischen den Rebellengruppen hin, der vor allem unter der Zivilbevölkerung Opfer und Leid verursacht hat, was zu einer Verschärfung der humanitären und sozialen Krise geführt hat. Es kommt zur gezielten Tötungen von jungen Menschen, Zwangsumsiedlungen ganzer Familien vor allem in ländlichen Gebieten und Einschüchterungsversuchen in Form von Sprengstoffanschlägen oder der erbrennung von Fahrzeugen und anderem mehr.
Der Bischof erinnerte an die Worte von Papst Franziskus beim Gebetstreffen für die nationale Versöhnung in Villavicencio 2017 und betonte, dass "in Situationen wie der, die wir gerade erleben, die Wahrheit als erstes geopfert wird". In diesem Zusammenhang warnt er vor Veröffentlichungen, Videos, Aussagen, deren Authentizität nicht überprüft wird, die über die sozialen Medien verbreitet werden und für Unsicherheit, Verwirrung und Angst sorgen.
"Wir halten es für grundlegend, daran zu erinnern, dass das Leben heilig ist, dass es ein kostbares Geschenk Gottes ist und dass es niemandem erlaubt ist, es einem anderen zu entreißen", so Bischof Abril González, "Die Würde eines jeden Menschen muss geachtet werden, die Zivilbevölkerung muss aus den Zusammenstößen und Feindseligkeiten herausgehalten werden. Wir fordern die Anwendung des humanitären Völkerrechts".
Der Bischof von Arauca wandte sich dann an die direkten Protagonisten des Konflikts und forderte sie auf, "von den gegenseitigen Beschuldigungen ... zu einer angemessenen Reflexion, zu einer vernünftigen Analyse der Ereignisse überzugehen, sich der Wahrheit zu stellen und die Fakten zu klären, den zunehmenden Strudel von Morden, Gewalttaten und Drohungen zu stoppen und das Wohl der Zivilbevölkerung, die sie zu vertreten und zu verteidigen vorgeben, an die erste Stelle zu setzen".
Die zivilen Behörden fordert der Bischof auf, "das Leben und die Unversehrtheit der am stärksten betroffenen Bevölkerung zu schützen" und Pläne für Soforthilfe und humanitäre Hilfe umzusetzen. Die internationale Gemeinschaft soll die Zivilbevölkerung und die Organisationsstrukturen begleiten und unterstützen. Die Vertreter der Institutionen, die Verantwortlichen der Gesellschaft und alle Menschen im Allgemeinen werden gebeten, auf unbedachte Äußerungen, Anschuldigungen zu verzichten, die das Leben einer Person gefährden könnten.
Der Bischof schließt mit den Worten: "Als katholische Kirche von Arauca erneuern wir in Treue zu unserer Sendung unser Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und das Wohl aller; wir bekunden unsere Bereitschaft, in dem Maße, wie es uns entspricht, zur Überwindung der Situation beizutragen, die wir erleben. Wir bitten weiterhin alle, im Gebet nicht nachzulassen und vor allem die Gabe des Friedens zu erbitten“.
Nach offiziellen Angaben wurden im Jahr 2021 in Kolumbien mindestens 145 Sozialarbeiter und Menschenrechtsaktivisten ermordet. Unter ihnen sind 32 Vertreter indigener Völker, 16 Bauernvertreter und 7 Gewerkschafter. Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens mit der Guerilla der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) im Jahr 2016 haben die Morde nicht aufgehört. Abtrünnige dere Farc, Kämpfer der Nationalen Befreiungsarmee (Eln), Drogenhändler und paramilitärische Gruppen, die um Gebiete kämpfen, werden für die anhaltende Gewalt im Land verantwortlich gemacht. Kolumbien ist der weltweit größte Produzent von Kokain.

AMERIKA/BRASILIEN - Nach Überschwemmungen bittet Bischof von Marabà um weitere Spenden und Hilfsbereitschaft

 

Marabá (Fides) – In der Stadt Marabá im Bundesstaat Pará verursachten die Überschwemmungen der Flüsse Itacaiúnas und Tocantins große Schäden. Die Behörden und lokalen Einrichtungen (Regierung, Katastrophenschutz, Armee usw.) bemühen sich deshalb gemeinsam mit der Kirche um den Bau von Unterkünften, die Umsiedlung von Obdachlosen, die Bereitstellung von Nahrungsmitteln, Matratzen, Kleidung und anderen Hilfsgütern für die von den Überschwemmungen Betroffenen. Die Diözese Marabá kümmert sich mit ihren Gemeinden, Priestern, Ordensleuten und pastoralen Mitarbeitern um die von den Überschwemmungen betroffenen Familien und sammelt und verteilt Hilfe für die Bedürftigsten.
"Wir sind mit den leidenden Menschen und mit all den Menschen, den Organisationen und den Behörden, die den notleidenden Menschen helfen, vereint. Solidarität ist von grundlegender Bedeutung in der Nachfolge Jesu Christi, der den Bedürftigen beigestanden hat. Die Liebe zu Gott, zu den anderen wie zu sich selbst, ist das Wort Jesu, das es zu befolgen und zu leben gilt", so der Bischof Vital Corbellini von Marabá, der in seinem Spendenaufruf daran erinnert, dass die Spenden von den Pfarrsekretariaten gesammelt werden.
Am Sonntag, den 15. Januar, hatte auch Papst Franziskus nach dem Angelusgebet an die jüngsten Überschwemmungen in Brasilien erinnert: "Ich drücke meine Nähe zu den Menschen aus, die in den letzten Wochen von schweren Regenfällen und Überschwemmungen in verschiedenen Regionen Brasiliens betroffen waren. Ich bete vor allem für die Opfer und ihre Familien sowie für diejenigen, die ihre Häuser verloren haben. Möge Gott die Bemühungen derjenigen unterstützen, die Hilfe leisten".
Sintflutartigen Regenfälle, die den Nordosten Brasiliens seit Dezember heimgesucht haben, insbesondere in den Bundesstaaten Bahia, Minas Gerais, Espirito Santo und Goias, haben zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Erdrutschen geführt, die Häuser, Schulen und Arbeitsplätze zerstörten.


FIDES-NACHRICHTEN - 19.01.2022

VATIKAN - Nach dem Vorbild der heiligen drei Könige: Auf der Suche nach dem Licht, das die Dunkelheit dieser schwierigen Zeit überwindet

Vatikanstadt (Fides) - Papst Franziskus hat mit Blick auf die Gebetswoche für die Einheit der Christen (18.-25. Januar 2022) zum Einsatz für die Einheit der Christen aufgerufen. Nach dem Mittagsgebet lenkte er an diesem Sonntag den Blick auf die kommende Gebetswoche, die in diesem Jahr von der Erfahrung der Heiligen drei Könige ausgeht. Wie die Sterndeuter sollten sich die Christen gemeinsam auf die Suche nach dem Herrn machen, so Franziskus beim Angelus: „Auch wir Christen sind in der Verschiedenheit unserer Traditionen Pilger auf dem Weg zur vollen Einheit. Und wir kommen dem Ziel umso näher, je mehr wir den Blick auf Christus, unseren Herrn richten. Wollen wir uns während dieser Gebetswoche für die Einheit der Christen einsetzen!“
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2022 findet zum Thema „Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten“ (Mt 2,2) statt und wurde vom Rat der Kirchen im Nahen Osten vorbereitet. "Niemals zuvor wie in diesen schwierigen Zeiten spüren wir das Bedürfnis nach einem Licht, das die Dunkelheit überwindet, und dieses Licht hat sich, wie Christen verkünden, in Jesus Christus offenbart", betont der Ökumenische Rat der Kirchen bei der Vorstellung des Themas. Einige geplante Veranstaltungen wurden aufgrund der Pandemie geändert oder abgesagt. Am Dienstag, den 25. Januar, um 17.30 Uhr wird Papst Franziskus in der römischen Basilika St. Paul vor den Mauern die zweite Vesper zum Fest der Bekehrung des Apostels Paulus am Ende der Gebetswoche für die Einheit der Christen zelebrieren, an der Vertreter der verschiedenen christlichen Gemeinschaften teilnehmen werden.

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Inhaftierte Ordensfrauen wurden freigelassen und sind bei guter Gesundheit

Addis Abeba (Fides) – Die am 30. November von der äthiopischen Polizei in Addis Abeba festgenommenen Schwestern von der Kongregation der Töchter der Nächstenliebe vom heiligen Vizent von Paul sind freigelassen worden. Es handelt sich um Schwester Letemaryam Sibhat, Schwester Tiblets Teum, Schwester Abeba Tesfay, Schwester Zaid Moss, Schwester Abeba Hagos und Schwester Abeba Fitwi,
Am frühen Nachmittag des Samstags, 15. Januar, wurde auch Schwester Abrehet Teserma von den Ursulinen von Gandino befreit, wie der Mitarbeiter Matteo Palamidesse bestätigte. Schwester Teserma ist in ihre Gemeinschaft in Shola zurückgekehrt.
Andere Quellen vor Ort bestätigen gegenüber Fides, dass die Schwestern alle bei guter Gesundheit sind.
Noch immer gibt es keine Nachricht von zwei Diakonen und zwei Ordensfrauen aus Kobo, die zusammen mit Tausenden anderen Äthiopiern aus der Region Tigray, die an nicht näher bezeichneten Orten festgehalten werden.

AFRIKA/BENIN - Jubiläen der Päpstlichen Missionswerke mit zentralem Gottesdienst feierlich eröffnet  

Porto Novo (Fides) - "Alle katholischen Christen Benins sollen die vier Jubiläen der Päpstlichen Missionswerke im Jahr 2022 aktiv miterleben", so Pfarrer Cosme Tayéwo Adjomale, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Benin, bei der offiziellen Eröffnung der vier Jubiläen am Samstag, den 15. Januar, in der Pfarrei St. Joseph in Grand-Popo. Die Pfarrgemeinde gilt als Symbol für die Ankunft der ersten Missionare in dem afrikanischen Land.
Vertreter der zehn Diözesen Benins, begleitet von den Diözesandirektoren der Päpstlichen Missionswerke und Kaplänen, nahmen an dem zentralen Eröffnungsgottesdienst teil, dem der Apostolische Nuntius in Benin und Togo, Erzbischof Mark Miles im Beisein von Bischofe Aristide Gonzallo von Porto-Novo, in seiner Eigenschaft als Präsident der bischöflichen Kommission für die Missionen und die Päpstlichen Missionswerke, und Bischof Victor Agbanou von Lokossa, der Vorsitzende der Bischofskonferenz Benins, zelebrierte. Anwesend waren auch Priester, Ordensleute, Vertreter politischer Behörden, Sicherheitsbeamte und Polizeikräfte waren anwesend, um diesen unvergesslichen Tag zu mitzuerleben.
In ihren Ansprachen forderten die Bischöfe alle Christen von Benin auf, die Mission in vollem Umfang zu leben und in ihrem Leben die Fürsprache der Gründer der vier Werke anzurufen.
Am Ende des Gottesdienstes brachte auch Pfarrer Cosme Tayéwo Adjomale in einer kurzen Ansprache seine Freude im Hinblick auf die bevorstehenden Jubiläen zum Ausdruck und richtete Worte des Dankes an alle. Nach einem Rückblick auf die Geschichte der vier Päpstlichen Missionswerke, bezeichnete er die Jubiläen für Benin als Momente der Gnade, damit sich alle Getauften von Benin ihrer missionarischen Identität bewusst werden.
Im Jahr 2022 werden das 400jährige Jubiläum der Gründung der heiligen Kongregation der Propaganda Fide (1622-2022), der heutigen Kongregation für die Evangelisierung der Völker, das 200jährige Jubiläum der Gründung des Werks der Glaubensverbreitung durch Pauline Jaricot (1822-2022), der 150. Geburtstag von Pater Paolo Manna, dem Gründer der Päpstlichen Missionsunion (1872-2022) und das 100jährige Jubiläum der Anerkennung der drei Werke (POPF, POSI und POSPA) als „Päpstliche“ Werke am 3. Mai 1922 durch Papst XI. gefeiert.

ASIEN/PAKISTAN - Fortschritte beim Schutz von religiösen Minderheiten und Frauen im neuen Jahr  

Islamabad (Fides) - "Im neuen Jahr gibt es erste positive Ergebnisse in der sehr heiklen Frage der Zwangskonvertierungen und –heiraten“, so Pater James Channan OP, Dominikanerpater und Direktor des "Centre for Peace" in Lahore, gegenüber Fides, „Wir hoffen, dass die Beschwerden ernst genommen werden und dass ein Gesetz erlassen wird, das Zwangskonvertierungen und Zwangsehen verbietet. Wir werden unseren Kampf gegen diese grobe Verletzung der Menschenrechte und der Rechte der Kinder fortsetzen. Wir schätzen in diesem Zusammenhang die Rolle der islamischen Geistlichen, insbesondere von Hafiz Tahir Mehmood Ashrafi, dem Vorsitzenden des Ulema-Rates von Pakistan und Sonderbeauftragten von Premierminister Imran Khan für den Nahen Osten und die interreligiöse Harmonie: sie haben sich für den Schutz religiöser Minderheiten eingesetzt, insbesondere für Frauen, die zum Islam konvertiert sind und mit einem muslimischen Mann zwangsverheiratet wurden".
Der katholische Priester und Ordensmann traf kürzlich mit dem islamischen Geistlichen Hafiz Tahir Mehmood Ashrafi zusammen und sprach mit ihm über das Thema der interreligiösen Harmonie. Zu dieser Begegnung merkt Pater Channan an: "Ich hoffe, dass sich die Dinge in Zukunft verbessern werden; eine große Hoffnung ist, dass zumindest Regierungsbeamte und islamische Geistliche für das Problem der Konversion und der Zwangsehe sensibilisiert werden. Bei meinem jüngsten Treffen mit Hafiz Tahir Mehmood Ashrafi und anderen islamischen Geistlichen forderte ich sie deshalb ausdrücklich auf, eine aktivere und wirksamere Rolle zu spielen und mehr für den Schutz religiöser Minderheiten und insbesondere für Frauen aus Minderheiten zu tun“.
Hafiz Tahir Mehmood Ashrafi erklärte, man bereits 130 Beschwerden bei der Anfang 2021 eingerichteten Sonderstelle erhalten. Er forderte alle Nichtregierungs- und Menschenrechtsorganisationen auf, ihre Beschwerden einzureichen, und versprach, sich um die gemeldeten Fälle zu kümmern. Zum Thema Konvertierung und Zwangsehe sagte er: "Im Islam gibt es kein Konzept der Zwangskonvertierung und Zwangsehe; unsere Position ist in dieser Hinsicht sehr klar. Um das Problem der Konvertierungen und Zwangsehen anzugehen, haben wir ein Ad-hoc-Team aus 20 islamischen Geistlichen gebildet".
Hafiz Ashrafi erinnerte daran, das spezielle Büro des Ulema-Rates die Aufgabe habe, Probleme zu lösen, mit denen "unsere religiösen Minderheiten aufgrund von Diskriminierung, religiöser Intoleranz, Blasphemie oder anderen Problemen konfrontiert sind". "Wir sind hier, um sie zu unterstützen", sagte er abschließend "Der Islam ist eine Religion des Friedens und lehrt uns, alle Religionen zu respektieren,

 

AMERIKA/PANAMA - Bischöfe: “Glaube ermöglicht Vergebung, Versöhnung und Hoffnung”

Panama City (Fides) - "Zu Beginn dieses Jahres 2022 kennen wir die Situationen der Spaltung, der Polarisierung, der Intrigen und der Fehlinformationen, die in verschiedenen Umgebungen existieren. Und wir wissen, dass viele Ungerechtigkeiten, die Korruption, der Drogenhandel, die Uneinigkeit in den Familien und viele andere Dinge tiefe Wunden hinterlassen haben. In solchen Situationen ermöglicht der Glaube Vergebung, Versöhnung und Hoffnung", heißt es in der Botschaft der Bischöfe Panamas am Ende ihrer ersten Vollversammlung im neuen Jahr (10. bis 14. Januar) bei der sie die Realität der Kirche und der Gesellschaft erörterten.
Zum Leben der Kirche erinnern die Bischöfe in ihrer Erklärung an den weltweiten synodalen Weg mit seinen besonderen Merkmalen und die jüngste, ebenfalls synodale Erfahrung der Ersten Kontinentalen Kirchenversammlung, die im November stattfand. „Synodalität ist nicht nur religiös, sondern auch sozial", betonen sie, "denn Gottes Plan ist die universale Brüderlichkeit in Gemeinschaft mit ihm. Daher endet dieser synodale Prozess nicht mit einem Dokument oder einem Ereignis im Jahr 2023, sondern er ist ein ständiger Stil des Kircheseins, in dem jeder Getaufte im Bewusstsein seiner christlichen Verpflichtung seine Rolle beim Aufbau einer menschlicheren, solidarischeren, brüderlicheren und friedlicheren Welt übernimmt".
Die Kirche von Panama hat auch mit den Vorbereitungen für den nächsten Weltjugendtag begonnen, der 2023 in Lissabon stattfinden wird und als "eine günstige Gelegenheit für die Jugendlichen wahrgenommen wird, ihre Rolle als Protagonisten der großen Veränderungen, die die Kirche und die Gesellschaft erfordern, neu zu entdecken".
Der größte Teil der Botschaft ist jedoch der sozialen Wirklichkeit gewidmet. "Wir kennen alle Probleme und Schwächen auf dem Weg, Panama zu dem Land zu machen, das wir verdienen, in dem Gleichheit, Gerechtigkeit und Entwicklung alle erreichen, ohne Unterschied", so die Bischöfe und fordern alle auf, "die großen Stärken zu nutzen, die wir haben, um ein nationales Projekt zu ermöglichen" und dabei "weniger zu reden und mehr zu handeln". Die Institutionen müssten das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen, indem sie den Menschen und das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellen. Das betreffe alle: Regierung, politische Parteien, Nichtregierungsorganisationen, Kirchen, Unternehmen, Medien, Bürger im Allgemeinen. Ein Erneuerungsprozess in Panama erfordere „angemessene und integrative Lösungen … für eine neue kulturelle, wirtschaftliche, politische und soziale Mentalität, um ein neues Panama zu schaffen".
In den letzten Jahren sei die Unsicherheit der Bürger "auf ein sehr besorgniserregendes Niveau" gestiegen, und der Drogenhandel habe inzwischen viele Bereiche der Gesellschaft durchdrungen und bringe Tod und Zerstörung über die panamaischen Familien. "Auch der Kampf gegen den Drogenhandel und die Gewalt erfordert die Anstrengungen aller", so die Bischöfe. Dabei müsse man die Ursachen zu beseitigen, wie zum Beispiel "die Verarmung großer Teile der panamaischen Bevölkerung, vor allem der jungen Menschen, die der Hoffnung beraubt wurden, der Möglichkeit, sich zu bilden, ihre Freizeit zu gestalten und in Würde zu arbeiten". Dies mache sie verwundbar, bekräftigen die Bischöfe.
In diesem Zusammenhang begrüßen die Bischöfe das neue Gesetz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Dies ermögliche der Gesellschaft in diesem Bereich Fortschritte zu machen und erkenne das Recht der Eltern an, die Hauptverantwortung für ihre Kinder zu tragen.
Schließlich die Aufforderung, angesichts der zunehmenden Verbreitung von Covid-19 nicht die Hoffnung zu verlieren: "Wir dürfen nicht verzweifeln. Unser wichtigster und wirksamster Schutz ist die Impfung, nicht um die Infektion zu verhindern, sondern um sicherzustellen, dass ihre Auswirkungen nicht tödlich sind... Wir sollten uns weiterhin streng an die Schutzmaßnahmen halten, um die Pandemie zu kontrollieren. Nur wenn wir unsere individuellen, familiären und gemeinschaftlichen Anstrengungen bündeln, können wir die Ansteckung stoppen“.

AMERIKA/EL SALVADOR - Seligsprechung von vier Märtyrern am 22. Januar: Zeugen einer Kirche im Aufbruch

 

San Salvador (Fides) - Am kommenden Samstag, 22. Januar, werden Pater Rutilio Grande, Jesuit, Manuel Solórzano und Nelson Rutilio Lemus Chávez, Laien, und der italienische Franziskanerpater Fray Cosme Spessotto OFM, die am 12. März 1977 ermordet wurden (vgl. Fides vom 09/01/2021), seliggesprochen. Die feierliche Seligsprechung findet auf dem Vorplatz der Kathedrale von San Salvador statt. Den Vorsitz führt Kardinal Gregorio Rosa Chavez, Weihbischof von San Salvador als Vertreter von Papst Franziskus. Fünfundzwanzig Bischöfe und 600 Priester werden zur Konzelebration erwartet, und rund 5.000 Personen aus allen Pfarreien werden unter Einhaltung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie teilnehmen. Der Ritus wird live im katholischen Fernsehen TVCa übertragen, und in jeder Pfarrei wird es Großbildschirme geben.
Wenige Tage vor der Seligsprechung der vier Märtyrer präsentierte Erzbischof José Luis Escobar Alas von San Salvador das Buch "Chronik der Selig- und Heiligsprechung von Bischof Romero“, das vom Erzbistum San Salvador herausgegeben wird. Die Seligsprechung von Bischof Romero fand am Samstag, den 23. Mai 2015 statt, seine Heiligsprechung folgte am Sonntag, den 14. Oktober 2018. Das Buch erinnert detailliert anhand von zahlreichen Dokumenten an die 35 Jahre von der Ermordung Bischof Romeros bis zum Tag seiner Seligsprechung sowie an die wichtigsten Ereignisse in den letzten vier Jahren des Heiligsprechungsprozesses.
Anlässlich der Seligsprechung am 22. Januar organisierte der Masterkurs in lateinamerikanischer Theologie an der Zentralamerikanischen Universität „José Simeon Cañas“ (UCA) ein Konzert mit dem Titel "Rutilio lebt": eine Hommage an das Leben des Jesuiten und seiner Mitstreiter, das am 15. Januar über Facebook und den Youtube-Kanal der UCA übertragen wurde. Ebenfalls zur bevorstehenden Seligsprechung fertigte der Künstlers Edgardo Trejo ein Gemälde an. "Das Werk von Rutilio Grande und insbesondere sein Martyrium mit Manuel Solórzano und Nelson Rutilio Lemus löste eine wahre Explosion der Kreativität aus: Musik, Poesie und Malerei", betonte Martha Zechmeister, Leiterin des Masterstudiengangs für lateinamerikanische Theologie an der UCA.
Unterdessen stellte die Bischofskonferenz von El Salvador (CEDES) Arbeitsmaterialien zur geistlichen Vorbereitung auf die Seligsprechung bereit (vgl. Fides 12/10/2021). Darin wird betont: "Unsere Märtyrer sind glaubwürdige Zeugen einer Kirche im Aufbruch, einer mitfühlenden und barmherzigen Kirche, einer Kirche, die das Reich Gottes in Wort und Tat verkündet", so dass alle Getauften aufgefordert sind, "Märtyrer" zu sein, d.h. "Zeugen" Jesu Christi in den verschiedenen Lebenssituationen und Baumeister des Reiches Gottes, wie es die seligen Märtyrer waren“.


Mangroven spenden gegen den Klimawandel

Foto: Team Malizia
Foto: Team Malizia

Mit jedem verkauften  Exemplar des  neuen Buches von Boris Herrmann „Allein Zwischen Himmel und Meer‘ ist auch eine Mangroven-Spende ver-bunden. Bisher ermöglicht der Buchverkauf eine Pflanzung von fast 80.00 neue Mangroven. Damit hat das Malizia Mangrove Park Projekt die Marke von 500.000 Mangroven überschritten. Das geplante Ziel, eine Millio-nen Mangroven zu pflanzen, ist zur Hälfte erreicht.

 

Mati/Philippinen, Hamburg/Deutschland, 17.01.2022

 

Vor fünf Monaten veröffentlichte Boris Herrmann zusammen mit dem Journalisten Andreas Wolfers das Buch "Allein Zwischen Himmel und Meer", das von den Abenteuern während des Vendée Globe Round-The-World Race, den durchlebten Höhen und Tiefen und der wissen-schaftlichen Mission des Teams Malizia während des Rennens erzählt.

 

Seit seiner Veröffentlichung wurden mehr als 78.000 Bücher verkauft. Mit jedem verkauften Buch wird eine Mangrove gespendet. In dieser Woche hat das Team Malizia die Zahlen der Verkäufe zusammen¬gezählt und das Geld für mehr als 78.000 zusätzliche Mangroven an das Malizia Mangroven¬ Park Projekt ausgezahlt. Damit wird das Projekt die Marke von 500.000 neuen Mangroven überschreiten! Ziel dieses Projekts ist es, eine Million Mangroven im Gebiet des  Malizia Mangrove Parks zu pflanzen, der sich im Süden von Mindanao, der südlichsten Insel der Philippinen, befindet - 50 % des Ziels sind jetzt erreicht.

Foto: Team Malizia
Foto: Team Malizia

 

 

Hintergrundinformationen:

 

Aufforstung als Mittel des Klimaschutzes

In der zweiten Jahreshälfte 2020 hat Boris Herrmann gemeinsam mit der deutsch-philippinischen Umweltorganisation Mama Earth Foundation ein Aufforstungsprojekt für Mangroven auf den Philippinen gestartet. Unter dem Namen seines Rennteams "Malizia" wird ein Mangrovenwald im Malizia Mangrove Park an der Südküste von Mindanao auf den Philip-pinen    wieder aufgeforstet. Mangrovenwälder wachsen entlang tropischer und subtropischer Küsten und gehören neben den tropischen Regenwäldern zu den artenreichsten und anpas-sungs¬fähigsten Ökosystemen der Erde. Doch ihre Existenz ist gefährdet. In den letzten 40 Jah-ren wurde etwa ein Drittel der weltweiten Mangrovenbestände vernichtet.

Warum gerade Mangroven? Mangroven sind von enormer Bedeutung für die Reduzierung von CO2 in der Atmosphäre. Mangrovenwälder absorbieren pro Flächeneinheit mindestens so viel CO2 wie tropische Regenwälder - einige Studien sprechen sogar von einem Vielfachen der Menge eines gleich großen Waldes an Land. Darüber hinaus bilden Mangroven, die in Süß- oder Salzwasser wachsen können, eine starke natürliche Barriere gegen Erosion und bieten Nahrung und Einkommen für mehr als 120 Millionen Küstenbewohner weltweit. Erst in den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass dieses Ökosystem von enormer Bedeu-tung und schützenswert ist. Inzwischen hat man ihre Wichtigkeit als Mittel gegen den Klima-wandel erkannt und sie werden immer häufiger unter Naturschutz gestellt.

 

Über den Malizia Mangrovenpark

Boris Herrmann, der bekannteste Segler Deutschlands, hat zusammen mit seinem Team Malizia und der Mama Earth Foundation den Malizia Mangrove Park auf den Philippinen geschaffen. Das Projekt startete kurz vor der Vendée Globe 2020, der härtesten Einhandregatta der Welt, die am 8. November 2020 begann. Es sollen Spenden für eine Million neu gepflanzter Mangroven gesammelt werden, um einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung dieses Ökosystems zu leisten und eine große Menge CO2 zu binden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website unter https://www.maliziamangrovepark.de.

 

Über die Mama Earth Foundation

Basierend auf den Erfahrungen mit 1,45 Millionen gepflanzten Mangroven forsten wir für das Team von Boris Herrmann eine weitere Million Mangroven auf, die mit den bestehenden Mangroven zum Malizia Mangrove Park in Mati, Mindanao, Philippinen, zusammenwachsen werden. Wir arbeiten mit den lokalen Gemeinden an der Küste, den örtlichen Schulen und der Universität in Mati zusammen. Mangroven absorbieren viel CO2, entwickeln sich zu einem Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und sind daher sehr wichtig für die Erhaltung der Artenvielfalt. Mangrovenwälder sind reich an Meereslebewesen und helfen daher den Fischern und ihren Familien, die sich von den Meeresfrüchten ernähren und damit auch ihre Einkommen erzielen. Diese Wälder schützen auch die Küstenlinie vor Tsunamis und bewahren die Riffe entlang der Küste vor dem Sand, der ansonsten von den Küsten weggespült würde. Das Sam-meln des Saatguts, die Aufzucht der Setzlinge und die Anpflanzung werden von den Menschen an der Küste durchgeführt und verschaffen ihnen ein zusätzliches Einkommen.

Die Bemühungen zur Aufforstung und zum Schutz der Mangroven werden von der philippini-schen Umweltschutzbehörde unterstützt, da die Bedeutung der Mangroven inzwischen aner-kannt ist.

Als gemeinnützige und anerkannte Stiftung stehen wir für Transparenz und Offenheit im Sinne der Vorschriften. Alle unsere Kosten werden einer jährlichen Prüfung unterzogen. Wir werden von der philippinischen Umweltschutzbehörde (DENR) unterstützt. 

Weitere Informationen finden Sie unter: https://mama-earth.de.

 

 

Organisationen:

www.mama-earth.de

 

www.borisherrmannracing.com


Konflikt im Sudan: Tränengas-Attacken auf Krankenhäuser

(München/sos) - Tausende Kinder und Jugendliche im Sudan sind nach Angaben der SOS-Kinderdörfer in Lebensgefahr. Am 25.Oktober 2021 hatte das Militär durch einen Putsch die Macht übernommen, seitdem gehen Millionen Menschen auf die Straße, um zu protestieren. "Jugendliche machen den Großteil der Demonstranten aus. Sie sind Gummigeschossen, Tränengas und Kugeln ausgesetzt. Die Sicherheitskräfte haben sogar gezielt Tränengas in Krankenhäuser und Wohnhäuser gefeuert", sagt Abdelrahman Mubarak, Nationaler Leiter der SOS-Kinderdörfer im Sudan. Für Januar seien weitere Demonstrationen geplant.

 

Der aktuelle Konflikt trifft viele Menschen in einer ohnehin dramatischen Situation.

 

"Kinder leiden an Mangelernährung. Armut und Hunger bestimmen das Leben von Millionen Familien", sagt Mubarak. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden 2022 etwa 14,3 Millionen Menschen im Sudan auf humanitäre Hilfe angewiesen sein, fast ein Drittel der Bevölkerung, darunter 8 Millionen Kinder. Neben den immer wieder aufflammenden politischen Konflikten sind Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Dürren der Grund für die Not. Der Mangel an sanitären Einrichtungen führt regelmäßig zu Epidemien wie Cholera-Ausbrüchen. Außerdem beherbergt der Sudan über eine Million Geflüchtete aus angrenzenden Ländern wie Äthiopien oder dem Südsudan.

 

"Die aktuelle Lage ist sehr besorgniserregend. Die Weltbevölkerung darf den Sudan jetzt nicht alleine lassen", sagt Mubarak.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützten Kinder und Familien im Sudan seit Jahrzehnten und werden weiterhin an der Seite der Kinder und Familien bleiben. Für die Kinder, Mütter und Mitarbeiter in den SOS-Kinderdörfern des Landes besteht aktuell keine Gefahr.

 

Die schwersten Krisen für Kinder: 2022 wird in zahlreichen Ländern die Armut steigen und noch mehr Kinder werden ums Überleben kämpfen - meist im Schatten der Weltöffentlichkeit und abgeschnitten von wirkungsvoller Hilfe. Die SOS-Kinderdörfer berichten in einer Artikel-Serie über Krisenländer, in denen der Klimawandel, die Corona-Pandemie, Dürren und politische Konflikte die Not der Kinder weiter zuspitzen - und die wir nicht vergessen dürfen.

 

 


Tibet: Behörden zerstören Buddha-Statuen – Tibeter festgenommen

 

(Berlin/ict) - Die International Campaign for Tibet (ICT) ist in großer Sorge angesichts der Zerstörung von zwei bedeutenden Buddha-Statuen durch die chinesischen Behörden in der osttibetischen Präfektur Kardze (chin. Ganzi, Provinz Sichuan). Berichten zufolge wurden ab dem 12. Dezember 2021 im Kreis Drango eine 30 Meter hohe Buddha-Statue und in den folgenden Tagen eine weitere große Statue sowie 45 buddhistische Gebetsmühlen abgerissen. Als Begründung für ihr rigoroses Vorgehen gaben die Behörden an, dass gegen Bauvorschriften verstoßen worden sei. Die chinesischen Behörden nahmen außerdem mindestens sechs tibetische Mönche fest, weil sie die Außenwelt über den Abriss informiert haben sollen. Verantwortlich für den Abriss ist offenbar der neue Parteisekretär in der Region, der bereits den Abriss einer Klosterschule verfügt hatte.

Überlebensgroße Buddha-Statuen sind wichtiger Bestandteil des religiösen Lebens in Tibet. In der Vergangenheit sind sie immer wieder Ziel massiver Zerstörung durch den chinesischen Staat geworden, insbesondere während der so genannten „Kulturrevolution“, wo Tausende religiöser Stätten Tibets dem Erdboden gleichgemacht wurden.

„Die Zerstörungen sind ein direkter Angriff auf die Religionsfreiheit der tibetischen Buddhisten und auf ihre Kultur. Sie widersprechen den Behauptungen der KP Chinas, das kulturelle und religiöse Erbe Tibets zu schützen. Wir fordern die chinesische Regierung auf, die Religionsfreiheit und die kulturellen Rechte der Tibeter zu respektieren und die Festgenommenen umgehend freizulassen, da sie nichts weiter getan haben, als über den Vorfall zu berichten“, so ICT-Geschäftsführer Kai Müller.

Der Landkreis Drango befindet sich in einer erdbebengefährdeten Region. Deshalb hatten Tibeter vor Ort im Oktober 2015 mit Wissen der Behörden Geld für die Errichtung der Buddha-Statuen gesammelt, um mit den Statuen Schutz vor Naturkatastrophen zu erbitten.

 

Quellen berichten, dass Wang Dongsheng, Sekretär der Kommunistischen Partei des Landkreises Drango, für den Abriss der Statuen verantwortlich sei. Er ist seit Oktober 2021 im Amt und hatte innerhalb eines Monats den Abriss einer Klosterschule im Landkreis verfügt, bevor er Mitte Dezember 2021 den Abriss der Buddha-Statuen anordnete. 2016 war Wang als stellvertretender Parteisekretär des Kreises Serthar (Seda) tätig, als dort Tausende von Klosterwohnungen abgerissen und Mönche, Nonnen und weitere Tibeter aus dem buddhistischen Institut Serthar Larung Gar vertrieben wurden. Vor Serthar war Wang im Auftrag der Partei in Lithang und Tawu (Daofu) tätig, wo die die Behörden ebenfalls hart gegen die tibetische Bevölkerung durchgriffen.


World Vision: Zeitfenster für wirksame Hilfen wird sich bald schließen

Eine Mutter in Afghanistan: „Es ist die Hölle hier“

Krise in Afghanistan entwickelt sich zur schlimmsten humanitären Krise weltweit

 

(Kabul / Berlin/wv) - Die Vereinten Nationen stellen heute zusammen mit Hilfsorganisationen ihre Hilfspläne für Afghanistan vor. Asuntha Charles, Landesdirektorin von World Vision Afghanistan, bestätigt nach Besuchen in mehreren Provinzen, dass sich die humanitäre Lage im Land gerade bedrohlich verschlechtert, und zwar sehr schnell. „Mütter und Väter verkaufen alles, sogar ihre Organe, damit die Kinder überleben. Trotzdem müssen sich kleine Kinder schon die Krankenhausbetten teilen und sterben an Unterernährung. Die Bedingungen, denen die Menschen tagtäglich ausgesetzt sind, müssten die Welt erschüttern, und die internationale Gemeinschaft hat in Afghanistan eine Verantwortung, die grundlegendsten Menschenrechte zu schützen.“

24,4 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – werden nach UN-Angaben in diesem Jahr humanitäre Hilfe benötigen, rund 30 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. In allen 34 Provinzen des Landes ist die Ernährungslage kritisch, in einigen Provinzen bereits katastrophal. Hierzu beigetragen hat neben den lang andauernden Konflikten und dem Wegfall internationaler Hilfen seit der Machtübernahme der Taliban auch die schlimmste Dürre der letzten 27 Jahre.

"Es ist hier wie in der Hölle", sagte eine Frau zu Asuntha Charles über den Zustand des staatlichen Krankenhauses, das sie aufsuchte, um Hilfe für ihren ausgezehrten kleinen Jungen zu bekommen. Das Baby war zu schwach, um die Augen zu öffnen oder auch nur zu schreien; es lag auf mangels freiem Bett auf dem Boden und kämpfte darum, Luft in seine kleine Lunge zu bekommen. Wenn die derzeitige Situation anhält, werden laut UN-OCHA 1,1 Millionen akut unterernährte Kinder unter fünf Jahren keinen Zugang zu Behandlungsdiensten haben und bis zu 131.000 Kinder könnten im Jahr 2022 sterben.

Zur Finanzierung der dringendsten Hilfen muss die internationale Gemeinschaft 4,44 Mrd. US-Dollar aufbringen. Abgesehen von Finanzzusagen benötigen vor Ort arbeitende Organisationen allerdings auch internationale diplomatische Unterstützung, um Hindernisse für Hilfen zu beseitigen. Asuntha Charles erklärt dazu: "Unsere Arbeit wird zwar von Regierungen gefördert, aber gleichzeitig durch die Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung, insbesondere durch Sanktionen, und damit auch den Zugang zu Finanzmitteln, stark eingeschränkt. Die zugesagten Finanzmittel müssen vor Ort zur Verfügung stehen.“

Die Bundesregierung und andere Geber sollten zudem ihre Verhandlungsmöglichkeiten nutzen, um langfristige Verbesserungen zu erreichen und einem weiteren Kollaps der gesamten Grundversorgung entgegen zu arbeiten, fordert World Vision. „Das Zeitfenster dafür wird nicht ewig offen sein“, warnt Ekkehard Forberg, Themenmanager Friedensförderung und Humanitäre Hilfe von World Vision Deutschland e.V. “Diejenigen, die bereits leiden, müssen nun mehrere eisige, manchmal brutale Wintermonate überstehen, ohne ausreichend Nahrung und ohne Möglichkeit, sich warm zu halten. Die humanitäre Gemeinschaft muss ihre Aktivitäten ausweiten und dafür sorgen, dass jetzt ungehindert mehr Hilfe ins Land kommt. Die Kinder in Afghanistan können nicht warten. Sie brauchen Unterstützung, und zwar heute.“

Unterstützen Sie die Arbeit von World Vision vor Ort, unter anderem Nothilfepakete und Behandlungen für akut unterernährte Kinder.

 

Spendenmöglichkeiten:

Online: https://www.worldvision.de/spenden/kindheitsretter/afghanistan

 

Oder per Überweisung unter dem Stichwort „Afghanistan“ auf das Konto:
IBAN DE72370601934010500007 (PAX-Bank eG) 


SOS-Kinderdörfer: Viele Schüler werden nicht zurückkommen

Nach 83 Wochen eröffnen am 10.Januar in Uganda wieder die Schulen

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: SOS-Archiv 2018
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: SOS-Archiv 2018

(Kampala/ots)  - 83 Wochen - so lange waren die Schulen in Uganda aufgrund der Corona-Pandemie nach Angaben der SOS-Kinderdörfer ganz oder teilweise geschlossen. Damit ist das ostafrikanische Land weltweit trauriger Spitzenreiter. An diesem Montag, 10.Januar, soll der Unterricht nun endlich wieder fortgeführt werden. "Die Situation ist dramatisch: Die meisten Schüler waren insgesamt zwei Jahre nicht in der Schule. Besonders Kinder unter acht Jahren und Schüler in entlegenen Regionen hatten kaum Zugang zu Bildung!", sagt Lilian Ssengooba, Verantwortliche für Programmentwicklung der SOS-Kinderdörfer in Uganda.

Ssengooba befürchtet, dass landesweit zahlreiche Schüler ihre Bildung nie wieder aufnehmen werden. "Viele junge Mädchen sind inzwischen von ihren Familien verheiratet worden oder sie sind schwanger, andere Schüler waren gezwungen arbeiten zu gehen, um ihre Familien zu unterstützen", sagt Ssengooba. Die Kinder würden in Steinbrüchen Gold schürfen oder auf der Straße Waren verkaufen. Manche seien auch als Hausangestellte im benachbarten Kenia tätig. Für Uganda und jeden einzelnen der jungen Menschen sei das eine Katastrophe.

Das Wichtigste sei jetzt, die Rückkehr in die Schule aktiv zu unterstützen, auch mit staatlichen Förderprogrammen. Ssengooba sagt: "Bildung ist ein Menschenrecht! Wir müssen sicherstellen, dass sie den jungen Menschen auch wirklich zur Verfügung steht."

 

Die SOS-Kinderdörfer wollen mit Kampagnen für die Wiederaufnahme der Bildung werben. Außerdem bieten sie in Kooperation mit den Gemeinden schulbegleitende Maßnahmen an. Bereits in den letzten beiden Jahren hatte die Hilfsorganisation im Schulterschluss mit Lehrern und Eltern alternative Bildungssysteme und Initiativen von Schülern für Schüler aufgebaut, um den Bildungsnotstand zu überbrücken.


Friedens-Appell vor dem Afrika-Cup

Afrika-Cup * Kamerun * Menschenrechte

 

(Aachen/Berlin/bfw) - In wenigen Tagen (9. Januar) beginnt der Afrika-Cup 2022 in Kamerun, bei dem die afrikanischen Fußballnationalverbände ihren kontinentalen Meister ermitteln. Mit Blick auf das internationale Sportereignis machen die kirchlichen Werke für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR und Brot für die Welt gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen aus der kamerunischen Zivilgesellschaft auf die schweren Menschenrechtsverletzungen aufmerksam, die in den vergangenen Jahren und Monaten sowohl von bewaffneten Gruppen als auch von staatlichen Sicherheitskräften in Kamerun begangen wurden.

 

„Wir denken dabei insbesondere an die Regionen Nordwest und Südwest, die seit mehr als vier Jahren von Gewalt erschüttert werden“, sagt Vincent Hendrickx, Länderreferent bei MISEREOR. So sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 3.000 Menschen ums Leben gekommen, etwa 750.000 Menschen befinden sich auf der Flucht, und mehr als 700.000 Kinder konnten seit 2016 wegen des gewaltsamen Konflikts keine Schule besuchen.

 

Katastrophale humanitäre Lage

 

„In diesem Kontext erscheint uns die Organisation eines großen Sportereignisses fraglich, und wir wünschen uns mehr öffentliche Aufmerksamkeit für die katastrophale humanitäre Lage, in der tausende Kamerunerinnen und Kameruner leben, denen definitiv nicht nach Feiern zumute ist“, betont Cyr-Nestor Itoua-Ayessa, Länderreferent von Brot für die Welt.

 

Beide Organisationen appellieren an den afrikanischen Fußballverband CAF und den Weltfußballverband FIFA, ihren Einfluss geltend zu machen, um einen sofortigen Waffenstillstand zwischen den Kriegsparteien zu erreichen. Sie fordern die kamerunische Regierung und die bewaffneten Gruppen auf, diese Gelegenheit zu nutzen, um ein Friedensabkommen - im Geiste und in der Tradition des olympischen Friedens – zu schließen und einen inklusiven Dialog zu organisieren, der einen echten Ausweg aus der Krise ermöglicht.

 

 


Ordensfrau war fast fünf Jahre in der Gewalt von Islamisten

„Den Glauben mit dem Zeugnis des Lebens verteidigen“: Schwester Gloria berichtet über ihre Geiselhaft in Mali

Schwester Gloria Cecilia Narváez in ihrem Heimatkloster in Kolumbien. © Kirche in Not
Schwester Gloria Cecilia Narváez in ihrem Heimatkloster in Kolumbien. © Kirche in Not

(München/kin) - „Sei immer gelassen, Gloria, sei immer gelassen.“ Vier Jahre und acht Monate lang habe dieser Rat ihrer Mutter ihr Kraft gegeben, betont Schwester Gloria Cecilia Narváez im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Als die Mutter vor einem Jahr starb, konnte sie nicht von ihr Abschied nehmen. Damals war Schwester Gloria noch eine Geisel. Islamistische Terroristen hatten sie im Februar 2017 in Karangasso im Südosten von Mali verschleppt. Vier Jahre und acht Monate des Martyriums begannen.

Die Folgen von Hunger und Misshandlung sind der 59-Jährigen noch immer anzusehen, als Mitarbeiter von „Kirche in Not“ sie in ihrer Heimat Pasto in Kolumbien besuchen. Am 9. Oktober 2021 war Schwester Gloria, Mitglied der Franziskanerinnen von der Unbefleckten Jungfrau Maria, überraschend freigelassen worden; Medienberichten zufolge waren mehrere Geheimdienste darin involviert. Bilder zeigen die ausgemergelte, aber lächelnde Ordensfrau, wie sie nur einen Tag später in Rom von Papst Franziskus empfangen wird.

 

„Geiselhaft war eine Gelegenheit, die Gott mir gab“

Auf die lange Zeit ihrer Entführung blickt Schwester Gloria mit erstaunlicher Gelassenheit zurück. Sie habe viel über ihre Berufung nachgedacht: „Es war eine Gelegenheit, die Gott mir gab, um mein Leben zu sehen und ihm Antwort zu geben. Wie könnte ich Dich nicht loben, mein Gott, weil Du mich angesichts von Beleidigungen und Misshandlungen mit Frieden erfüllt hast?“

Oft sei sie grundlos geschlagen worden, berichtet Schwester Gloria. Auch wenn ihre Wächter sie beten sahen, seien sie auf sie losgegangen. Aber auch dann habe sie gedacht: „Mein Gott, es ist hart, angekettet zu sein und geschlagen zu werden. Aber ich lebe diesen Augenblick so, wie Du in mir schenkst. Und trotz allem möchte ich nicht, dass einer der Entführer zu Schaden kommt.“

Ihre Entführer identifizierte Schwester Gloria als Angehörige der „Dschamāʿat Nusrat al-Islām wa-l-Muslimīn“, einer militanten islamistischen Gruppe in Westafrika und im Maghreb. Das ging aus einer handschriftlichen Notiz der Ordensfrau im Juli 2021 hervor, die über das Rote Kreuz ihren Bruder in Kolumbien erreichte – eines der Lebenszeichen während ihrer fast fünfjährigen Geiselhaft.

 

Im Tausch mit Mitschwester als Geisel angeboten

Schon deren Beginn spricht vom Mut der Ordensfrau: Schwester Gloria hatte sich den Entführern freiwillig als Geisel angeboten – im Tausch mit einer jüngeren Mitschwester. An jenem 7. Februar 2017 hatten bewaffnete Männer die Niederlassung der Ordensfrauen überfallen. Schwester Gloria hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über zwölf Jahre in Mali gearbeitet, vorwiegend im Norden des Landes. Ihre Gemeinschaft betreibt dort ein Waisenhaus, erteilt Unterricht für über 700 Frauen und kümmert sich um Mütter mit ihren Kindern. Die Mehrheit von ihnen sind Musliminnen; Christen in Mali sind eine Minderheit von höchstens 2,5 Prozent der Bevölkerung.

Schwester Gloria spricht mit Hochachtung von ihren muslimischen Nachbarn: „Es gab keine verschlossenen Türen, keine Mauern.“ An den Veranstaltungen des Klosters hätten auch immer wieder muslimische Dorfvorsteher teilgenommen. Am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan seien die Ordensfrauen oft zu Festen eingeladen worden, man habe sich immer sehr nahegestanden. Der Terror, der von islamistischen Splittergruppen ausgeht und mittlerweile zahlreiche Länder der Sahelzone erfasst hat, trifft die gesamte Bevölkerung; Christen oft mit besonderer Härte, da sie den Extremisten als „westlich“ gelten und deshalb besonders verhasst sind.

 

Mutig Beleidigungen und Misshandlungen entgegengetreten

Schwester Gloria wurde zusammen mit einer muslimischen und einer protestantischen Frau gefangen gehalten. „Die Entführer verlangten von mir, dass ich Sätze aus muslimischen Gebeten nachspreche. Aber ich habe immer wieder betont, dass ich im katholischen Glauben geboren und aufgewachsen bin, und dass ich um keinen Preis tauschen würde, selbst wenn es mich das Leben kostet.“ Mehrmals sei sie dem Tod nah gewesen.

Dennoch hat ihre mutige Haltung einzelnen Entführern augenscheinlich Respekt abgenötigt. Mit gebrochener Stimme erzählt Schwester Gloria: „Einmal schlug und beschimpfte mich ein Wächter: ,Mal sehen, ob dein Gott dich hier rausholt’. Er sagte viele hässliche Dinge zu mir.“ Seine Gesinnungsgenossen hätten lachend zugesehen. Doch Schwester Gloria habe ihren Misshandler angesprochen: „Haben Sie bitte mehr Respekt vor unserem Gott; er ist unser Schöpfer, und es tut mir wirklich weh, dass Sie so über ihn reden.“ Daraufhin hätten sich die Männer nur still angestarrt. Schließlich habe einer von ihnen gesagt: „Sie hat recht, rede nicht so über ihren Gott.“

 

Kein Zweifel an Rückkehr in die Mission

Mehrfach habe sie während ihrer Haft göttliche Wunder erlebt, ist Schwester Gloria überzeugt: So zum Beispiel habe sie eine giftige Schlange mehrfach umkreist, sei aber nicht nähergekommen. Als einer ihrer Entführer ihr die Pulsadern aufschlitzen wollte, habe sich plötzlich ein anderer vor sie gestellt.

Kürzlich habe ihr ein malischer Priester erzählt, dass der Glaube seiner Gemeinde durch das Vorbild von Schwester Gloria gestärkt worden sei. So habe ihre lange Haftzeit doch einen tiefen Sinn gehabt, ist sich die Ordensfrau im Gespräch mit „Kirche in Not“ sicher: „Wir müssen den Glauben mit dem Zeugnis des Lebens verteidigen.“ Dass ihr Zeugnis und ihr Einsatz sie so bald wie möglich wieder in den Missionseinsatz führen soll, daran zweifelt Schwester Gloria keinen Augenblick. Mit einem Wort ihrer Ordensgründerin betont sie ihre Berufung, „unsere Gemeinden zu einem Stückchen Himmel zu machen“ – trotz oder gerade durch das erfahrene Leid in Geiselhaft.

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Mali im Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von „Kirche in Not“: https://acninternational.org/religiousfreedomreport/de/reports/ml/

 

Unterstützen Sie die notleidende Bevölkerung in Mali und den Einsatz der katholischen Kirche mit Ihrer Spende – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT

LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02

BIC: GENODEF1M05

 

Verwendungszweck: Mali


Überschwemmungen in Brasilien: SOS-Kinderdörfer leisten Nothilfe

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweitFotograf:Bahia State Government
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweitFotograf:Bahia State Government

 

(São Paulo / München/ots) - Nach den schweren Überschwemmungen in Brasilien leisten die SOS-Kinderdörfer Nothilfe. Laut der Hilfsorganisation sind insgesamt 629.000 Menschen im Bundesstaat Bahia im Nordosten des Landes von der Katastrophe betroffen. 27.000 haben ihr Zuhause verloren, 24 kamen ums Leben. "Die allermeisten Gemeinden, die zerstört wurden, sind sehr arm", sagt Pressesprecher Boris Breyer. "Kinder und Familien sind Hunger, Krankheiten und Gewalt ausgesetzt und brauchen dringend Unterstützung!"

 

Die Hilfsorganisation reagiert mit einer Reihe von Maßnahmen:

- Um die größte Not abzufangen, richten die SOS-Kinderdörfer in der Region ein Hilfszentrum ein. Familien bekommen Nahrungsmittel, Zugang zu lebensnotwendigen Gütern und werden emotional betreut. Mitarbeiter helfen ihnen auch dabei, einen Aktionsplan für die Rückkehr zur Normalität zu erarbeiten.

- In den Notunterkünften sollen Schutzzentren eingerichtet werden, in denen Kinder versorgt und betreut werden. Das gibt Eltern die Möglichkeit, aktiv zu werden und ihr Leben wieder aufzubauen. Die Kinder bekommen Mahlzeiten, Bildungs- und Freizeitangebote. "Der Stress und die emotionalen Probleme, die solche Katastrophen hervorrufen, können so deutlich verringert werden", sagt Breyer.

- Außerdem richtet die Hilfsorganisation Computerräume ein, um Familien die Möglichkeit zu geben, sich zusammenzuschließen und Unterstützer-Netzwerke aufzubauen, verlorengegangene Dokumente neu zu beantragen oder sich für staatliche Hilfsleistungen registrieren zu lassen.

 

Die SOS-Kinderdörfer sind seit über 50 Jahren in Brasilien aktiv und helfen Menschen dort an 23 Standorten. Ihre langjährige Präsenz macht es möglich, auch jetzt schnell zu helfen.


Christliche Minderheiten unter Druck: Glaubensfreiheit weiter auf dem Rückzug

 

  • Glaubensfreiheit in vielen Ländern weiter auf dem Rückzug
  • Schwierige Lage für Christliche Gläubige vor allem im Nahen Osten 
  • Trotz „werteorientierter Außenpolitik“: Kein besonderes Engagement zugunsten bedrängter Christen zu erwarten

(Göttingen/gfbv) - Auch dieses Jahr werden viele Menschen christlichen Glaubens weltweit das Weihnachtsfest unter schwierigsten Bedingungen begehen. „In Ländern ohne wirkliche Glaubensfreiheit, wie Nordkorea, Iran oder China, leiden die Menschen wegen der andauernden staatlichen Willkür und Verfolgung. Millionen werden das urchristliche Fest nur im Untergrund, heimlich, feiern können“, berichtet Dr. Kamal Sido, Referent für ethnische und religiöse Minderheiten bei der Gesellschaft für bedrohte Völker am heutigen Mittwoch in Göttingen. „Im Nahen Osten, in der Wiege der Christenheit, und vielen anderen islamisch geprägten Ländern, genießen Christen weiterhin keinen wirklichen Schutz und kaum Freiheiten.“ Denn der radikale Islam befinde sich immer noch auf dem Vormarsch. Christliche Gemeinden im Nahen Osten stellten heute eine verschwindende Minderheit dar. 

Im Iran sollen etwa 800.000 Christen leben. Vor allem Konvertierte verfolgt das islamistische Regime brutal. Diese Gruppe wird im Gegensatz zu den alteingesessenen christlichen, armenischen oder assyrisch/chaldäisch/aramäischen Minderheiten nicht als religiöse Minderheit anerkannt. Konvertiten stehen unter ständiger Beobachtung der Geheimdienste. Sie können jederzeit verhaftet oder sogar getötet werden. 

Auch im Irak bleibt die Lage der schwindenden christlichen Minderheit gefährlich. Vor einigen Jahren zählte sie noch etwa zwei Millionen, heute nur noch bei ungefähr 150.000. Die allermeisten von ihnen leben in Irakisch-Kurdistan, im Norden des Landes. Die meisten anderen sind vor der Bedrohung durch radikale Islamisten, insbesondere den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) geflüchtet. Auch Perspektivlosigkeit aufgrund von Korruption und der schlechter werdenden wirtschaftlichen Lage führen zu Auswanderung.

Christliche Gläubige in Syrien sind besonders vom dort herrschenden Stellvertreterkrieg betroffen: Sie sind Verfolgung durch den IS und andere islamistischen Milizen ausgesetzt und können daher nur noch in Gebieten leben, die vom Assad-Regime oder von kurdischen Kräften kontrolliert werden. Aus Regionen, die vom NATO-Mitglied Türkei und ihren islamistischen Milizen kontrolliert werden, mussten Angehörige der christlichen, yezidischen und alevitischen Minderheiten fliehen. Währenddessen herrscht in türkisch besetzten Gebieten wie in Afrin eine Art Scharia-Recht. Besonders syrische Frauen leiden unter dieser strengen islamistischen Ordnung. 

Ähnlich steht es um die kleine christliche Gemeinde in der Türkei selbst: Wie die zahlenmäßig große alevitische Minderheit leidet sie unter der islamistischen Regierung Erdogans. 

Das uralte christliche Volk der Armenier ist weiterhin in seiner Existenz bedroht. Infolge der aserbaidschanischen Angriffe 2020, maßgeblich von der Türkei und syrischen Islamisten getragen, flüchteten etwa 90.000 Menschen. Auch nach Ende der Angriffe sind noch 30.000 Menschen auf der Flucht. 

 

„Auch, wenn die neue deutsche Bundesregierung von einer werteorientierten Außenpolitik spricht, erwarte ich keine neue Politik zugunsten bedrängter Christen im Nahen Osten. Der Einsatz für diese Minderheiten ist der deutschen Politik anscheinend einfach nicht wichtig genug“, befürchtet Sido.   


Nobelpreisträger rufen zur Unterstützung von Adveniat und Brot für die Welt auf

    

 

Weihnachtskollekten * Nobelpreisträger * Video

 

(Berlin/Essen/pm) - Die Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos aus Kolumbien und Adolfo Pérez Esquivel aus Argentinien sowie der Träger des Alternativen Nobelpreises Colin Gonsalves aus Indien haben in einem am 21. Dezember veröffentlichten Video zu internationaler Solidarität mit den Armen aufgerufen. Die Corona-Pandemie hat Hunger und Armut in den Ländern des globalen Südens massiv verschärft. Deshalb bitten die Hilfswerke Adveniat und Brot für die Welt unter www.weihnachtskollekten.de mit Hilfe der prominenten Projekt-Partner gemeinsam um Spenden. 

 

„Kolumbien hat es nach 50 Jahren Krieg geschafft, den Friedensvertrag zu unterschreiben. Die Opfer des Krieges erholten sich gerade, als die Pandemie kam. Eine Pandemie, die, wie überall auf der Welt, die Armut und die Ungleichheit steigen ließ“, sagt der ehemalige Präsident Kolumbiens und Friedensnobelpreisträger Santos. „Deshalb ist es so wichtig, die Menschen zu unterstützen, und deswegen sind die Spenden, die aus Deutschland kommen, so wichtig“, betont Adveniat-Partner Santos. „Wanderarbeiter, die während der Lockdowns in ihren Unterkünften eingesperrt waren, konnten nicht nach Hause in ihre Dörfer zurückkehren“, berichtet der indische Anwalt, Menschenrechtsaktivist, Träger des Alternativen Nobelpreises und Partner von Brot für die Welt, Gonsalves. Die Ernährungszentren für schwangere Frauen, stillende Mütter, heranwachsende Mädchen und Babys seien geschlossen worden. „Wir haben vor dem Obersten Gerichtshof Indiens erreicht, dass diese Zentren wieder in Betrieb genommen wurden und Millionen von Menschen im ganzen Land Nahrung erhielten“, sagt Gonsalves. Durch das Virus steigen laut dem argentinischen Bürgerrechtler, Friedensnobelpreisträger und Adveniat-Partner Pérez Esquivel Hunger, Armut, Ausgrenzung und Todesfälle. „Wir sind dankbar für die internationale Solidarität der Hilfswerke, die uns mit ihrer Sensibilität seit vielen Jahren unterstützen“, sagt Pérez Esquivel stellvertretend für die Projektpartnerinnen und Projektpartner von Adveniat und Brot für die Welt. 

 

„Die Pandemie und ihre Folgen haben Hunger und Armut massiv verstärkt. Deshalb sind die Armen dringender denn je auf Hilfe angewiesen“, sagt auch der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Martin Maier. „Weihnachten ist das Fest des Friedens und der Solidarität. Damit wir die Solidarität mit den Menschen in Lateinamerika weiterhin leben können, brauchen wir Ihre Unterstützung“, so der Hilfeaufruf Maiers. Das unterstreicht auch die Präsidentin des Hilfswerks Brot für die Welt, Pfarrerin Dagmar Pruin: „Die Corona-Pandemie hat die Ärmsten der Armen am stärksten getroffen. Dank Ihrer Unterstützung konnten wir wichtige und wirksame Hilfe durch unsere Partnerinnen und Partner vor Ort und weltweit leisten. Dafür danke ich Ihnen und bitte auch um Ihre Unterstützung im kommenden Jahr.“

 

In evangelischen Kirchengemeinden ist die Kollekte an Heiligabend und Weihnachten für Brot für die Welt bestimmt, in katholischen Gemeinden für Adveniat. Traditionell gehört die Kollekte zu den Gaben, die die Menschen in den Gottesdiensten darbringen. Die Kollekte ist zugleich Ausdruck der Nächstenliebe und Solidarität mit den Ärmsten in aller Welt. Damit die Unterstützung auch in Zeiten der Corona-Pandemie unkompliziert möglich ist, haben die beiden Hilfswerke die ökumenische Website www.weihnachtskollekten.de eingerichtet und bitten dort um Spenden. Dort ist auch der Videoaufruf der Nobelpreisträger abrufbar.

 

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten mehr als 2.000 Projekte mit rund 35 Millionen Euro gefördert werden, die genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

 

 

Brot für die Welt ist das Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland und ihrer Diakonie. Brot für die Welt unterstützt gemeinsam mit Partnerorganisationen und kirchlichen Partnern in mehr als 90 Ländern Menschen dabei, aus eigener Kraft ihre von Hunger, Armut, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung geprägte Lebenssituation zu verbessern. Die Hilfe kommt an: Im vergangenen Jahr förderte das evangelische Hilfswerk rund 1.800 Projekte weltweit. Die Kollekten an Heiligabend sind in evangelischen Kirchengemeinden traditionell für Brot für die Welt bestimmt und bilden das Hauptstandbein der Spenden und Kollekten. 


Mit starker Expertise: Neue Kuratoriumsmitglieder bei World Vision

(Friedrichsdorf/wv) – Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision hat zwei renommierte Expertinnen für das Kuratorium des gemeinnützigen Vereins gewinnen können. Dr. Kira Vinke und Dr. Maria Flachsbarth ergänzen nun das insgesamt 20köpfige Gremium. Das Kuratorium besteht aus Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Politik, Kultur, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft, die die Ziele und Anliegen von World Vision Deutschland unterstützen und sich ehrenamtlich in der Öffentlichkeit für die Anliegen von World Vision einsetzen. Die Kuratoriumsmitglieder bringen ihre Erfahrung ein, machen ihren Einfluss geltend und beraten die Organisation in allgemeinen Fragen. Dr. Kira Vinke, geboren 1988, leitet das Zentrum für Klima- und Außenpolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Zudem ist sie Beirätin für zivile Krisenprävention und Friedensförderung der Bundesregierung. Früher war sie beim Potsdam Institut für Klimafolgenforschung tätig und studierte Internationale Beziehungen in Berlin, Honolulu, Madrid und Tokio.

Kira Vinke: “Ich engagiere mich für World Vision, weil Klimafolgen die Zukunft junger Menschen bedrohen und World Vision aktiv nach Lösungen sucht und sie vor Ort nachhaltig implementiert.” 

Dr. Maria Flachsbarth, geboren 1963, war bis September 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Seit 2011 ist sie Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sowie der Synodalversammlung beim Synodalen Weg.

Maria Flachsbarth: "Mädchen und Jungen den Zugang zu Bildung zu verwehren, heißt, ihnen ein elementares Menschenrecht vorzuenthalten. Und noch immer sterben täglich tausende Kinder an Krankheiten, die geheilt werden könnten. Zusätzlich hat die Corona-Pandemie die Situation weiter verschlechtert. Besonders Mädchen sind die Leidtragenden. Ihr Leben durch die Unterstützung von World Vision nachhaltig zu verbessern, ist mir ein Herzensanliegen." 

Der Vorstandsvorsitzende von World Vision Deutschland, Christoph Waffenschmidt: „Zwei Mitglieder mit so ausgeprägtem Fachwissen für unser Kuratorium gewinnen zu können, ist eine weitere Stärkung unserer weltweiten Arbeit für besonders verletzliche Kinder. Gerade sie sind vom Klimawandel und den Auswirkungen der COVID-Pandemie betroffen.

 

Das Kuratorium von World Vision Deutschland arbeitet ehrenamtlich. Alle Mitglieder: https://www.worldvision.de/informieren/ueber-world-vision/organisation/kuratorium


Diözese Rottenburg-Stuttgart und Caritas international ermöglichen Hilfsaktion in der Provinz Kabul / Binnenvertriebene in dramatischer Lage

Afghanistan-Hilfe sichert Tausenden das Überleben

   Das Bild zeigt, unter welchen Umständen Binnenvertriebene aktuell in Kabul leben müssen. Bild: Caritas international
  Das Bild zeigt, unter welchen Umständen Binnenvertriebene aktuell in Kabul leben müssen. Bild: Caritas international

(Rottenburg/drs)  - Die Diözese Rottenburg-Stuttgart stellt im Rahmen einer Nothilfe-Aktion für Afghanistan die Ernährung von rund 16.000 Binnenvertriebenen in der Provinz Kabul sicher. Ermöglicht wird dies durch Caritas international und seine Kooperationspartner vor Ort.

Bischof Dr. Gebhard Fürst verweist darauf, dass es seit dem Machtwechsel in Afghanistan im vergangenen August und den daraus resultierenden Bedingungen vor Ort nicht früher möglich war, eine derartige Hilfe zu leisten. „Umso mehr freut es mich, dass wir trotz aller noch immer bestehenden Hindernisse und dank Caritas international jetzt in der Lage sind, dort Menschen in Not helfen zu können“, sagt er. Laut dem Bischöflichen Flüchtlingsbeauftragten Ludwig Rudloff besteht das Hauptziel der Aktion ab sofort in der Überlebenssicherung vulnerabler Gruppen: „2.250 Familien und damit etwa 15.750 Personen werden finanzielle Hilfen oder Nahrungsmittel erhalten, die die Grundbedürfnisse für einen Haushalt von durchschnittlich sieben Personen für zwei Monate abdecken werden“, sagt er.

Flavia Rizzi, zuständige Regionalreferentin in der diözesanen Hauptabteilung Weltkirche, ergänzt, dass dafür insgesamt 200.000 Euro bereitgestellt werden. Sie betont, dass es aktuell noch immer unglaublich schwer sei, Hilfsaktionen für Afghanistan auf den Weg zu bringen. „Umso bemerkenswerter ist, dass dies dank Caritas international jetzt wieder möglich ist und es zeigt, welche Reputation das weltweit tätige Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes genießt.“

Rudloff beschreibt die dramatische Situation der Flüchtlinge vor Ort: Allein 3,5 Millionen Afghaninnen und Afghanen befänden sich derzeit innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht und dieses Jahr hätten 700.000 Menschen ihre Heimatorte aufgrund der schlechten Sicherheits- oder Versorgungslage verlassen müssen. Bis zu 60 Prozent der Binnenvertriebenen seien Kinder und Jugendliche. Dabei gebe es seit dem Sommer einen eklatanten Mangel an Bargeld im Land, was die humanitären Hilfsleistungen extrem erschwere und Millionen von Menschen den Zugang zu ihrem Einkommen versperre, berichtet der bischöfliche Flüchtlingsbeauftragte. Und zur aktuellen Lage stellt er fest: „Aufgrund des Zusammentreffens von Konflikt, Dürre, Covid-19 und des Zusammenbruchs der wirtschaftlichen Strukturen im Land sind Millionen von Menschen in Afghanistan nicht mehr in der Lage, ihre Grundbedürfnisse an Nahrung, Kleidung und Schutz vor der Kälte im Winter zu decken. Afghanistan steht vor einer Hungersnot.“ Vor diesem Hintergrund werde die Hilfe aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart dringend gebraucht.

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Die Diözese Rottenburg-Stuttgart umfasst mit ihren 1020 Kirchengemeinden und 1,8 Millionen Mitgliedern den württembergischen Landesteil Baden-Württembergs, und ist bundesweit die viertgrößte Diözese. Seit dem Jahr 2000 steht ihr Dr. Gebhard Fürst als Bischof vor. Unter ihrem Dach leisten 24.000 Haupt- und 170.000 Ehrenamtliche ihren Dienst für die Menschen und legen so Zeugnis ab vom lebendigen Gott. Auf dem Gebiet der Diözese stehen rund 890 Kindergärten in katholischer Trägerschaft und bieten rund 46.600 Kindern eine Betreuung; 98 katholische Schulen werden von 25.500 Schülern besucht, und in 980  karitativen Einrichtungen finden rund 495.000 Menschen eine Betreuung. Im Rahmen des weltkirchlichen Engagements gibt es Partnerschaften mit Diözesen in über 80 Ländern weltweit. Aktuelles sowie Hintergründe bietet die Homepage www.drs.de


Postings zu allen Aspekten des vielfältigen kirchlichen Lebens in der Diözese gibt es hier:

www.facebook.com/drs.news
www.youtube.com/user/DRSMedia
www.instagram.com/dioezese_rs/
https://twitter.com/BischofGebhard?lang=de
https://soundcloud.com/rottenburg-stuttgart
spotify.com (Diözese Rottenburg-Stuttgart)

 

 

 


Die BBC widmet die Hälfte ihrer diesjährigen 100 Women-Liste den Frauen in Afghanistan

 

 BBC 100 Women kehrt am Dienstag, den 7. Dezember, mit einer neuen Staffel zurück, und beleuchtet Erfahrungen von Frauen auf der ganzen Welt drei Tage lang mit Interviews, Dokumentationen, Reportagen und digitalen Inhalten auf den nationalen und internationalen TV- und Radiokanälen der BBC, und Online.

 

 (London,/jh) -  Die Hälfte der diesjährigen “BBC 100 Women"-Liste setzt sich aus afghanischen Frauen zusammen. Der gesamte Programmschwerpunkt wird sich sehr stark auf ihre Geschichten und Stimmen konzentrieren. 

 Das Wiedererstarken der Taliban im August 2021 hat das Leben von Millionen afghanischer Frauen verändert: Mädchen durften keine weiterführende Schule besuchen, das Ministerium für Frauenangelegenheiten wurde aufgelöst, und in vielen Fällen wurde den Frauen verboten, wieder zu arbeiten. Die diesjährige Liste würdigt ihre Geschichten, ihren Mut und ihre Erfolge, während sie ihr Leben neu gestalten.

 Darüber hinaus werden in der BBC 100 Women-Liste auch Frauen aus allen Teilen der Welt gewürdigt, die einen “Reset" vollzogen haben - Klimaaktivistinnen und Führungsfiguren in den Gemeinden, internationale CEOs und globale Megastars, die alle ihren Teil dazu beitragen, unsere Gesellschaft, unsere Kultur und unsere Welt neu zu erfinden, nachdem die globale Pandemie so viele von uns gezwungen hat, unsere Lebensweise neu zu überdenken. 

 Claire Williams, Herausgeberin von 100 Women, sagte: “Zum ersten Mal widmen wir die Hälfte der diesjährigen 100-Women-Liste Frauen aus einem einzigen Land - Afghanistan. Wir wollen den Mut und die Stärke der afghanischen Frauen würdigen, die ihr Leben neu gestalten. In ihrem neunten Jahr feiert 100 Women die Errungenschaften von Frauen, die an der Basis aktiv sind, aber auch weltweit bekannte Persönlichkeiten. Die Staffel stärkt diese bemerkenswerten Frauen, die eine mutige, neue Zukunft schaffen."

Valeria Perasso, Hauptproduzentin von 100 Women, fuhr fort: “100 Women nutzt die unglaubliche Reichweite der 42 Sprachdienste der BBC, aus denen sich der World Service zusammensetzt, um die Geschichten von Frauen auf der ganzen Welt zu erzählen. Sie wagen einen Neustart und schaffen nachhaltige Veränderungen. Das Jahr 2021 war ein Jahr, in dem viele Frauen, besonders in Afghanistan, ihr Leben neu orientieren mussten."

 

 

Die Liste der 100 Frauen

Die diesjährige Staffel beginnt mit der Veröffentlichung der BBC 100 Women-Liste, die inspirierende und einflussreiche, oft ungehörte Frauen aus aller Welt würdigt - von bekannten Namen bis hin zu unbesungenen Heldinnen. Die Hälfte der diesjährigen Liste ist den Frauen Afghanistans gewidmet. BBC 100 Women wird sich auf ihre Geschichten, ihren Alltag und ihren Kampf für die Zukunft konzentrieren.

 

 Dringende Briefe aus Afghanistan

BBC 100 Women hat weibliche Führungskräfte aus der ganzen Welt zusammengebracht, um Briefe mit Frauen in Afghanistan auszutauschen, die ihre Leidenschaften teilen. Von Fußball bis Mode, von Aktivismus bis Rechtswesen - diese Frauen versuchen persönlich, ihr Verständnis für die Lebenswirklichkeit der afghanischen Frauen unter den Taliban zu vertiefen und gleichzeitig ihre Plattformen zu nutzen, um die dringenden Botschaften, die diese Frauen der Welt mitteilen wollen, zu verbreiten.

 Zu den Teilnehmern an diesem eindringlichen Briefwechsel gehören die Fußballspielerin Megan Rapinoe und eine junge Frau, die in ihrem Land nicht mehr Fußball spielen darf, Baroness Helena Kennedy QC und eine untergetauchte Staatsanwältin, sowie das ehemalige Supermodel und Geflüchtete Halima Aden und eine aus dem Land geflohene Dozentin. Die Briefe werden über die nationalen und internationalen Fernseh-, Radio- und Online-Plattformen der BBC verbreitet. 

 

 100 Frauen im Gespräch

BBC 100 Women wird drei exklusive, ausführliche Interviews mit einigen der prominenten Namen der diesjährigen 100 Women-Liste ausstrahlen. Die Interviews, die auf BBC World News und World Service English ausgestrahlt werden, geben einen Einblick in die Erfahrungen, Karrieren und Leistungen dieser Frauen in den Bereichen Film, Literatur und Mode.

 Weitere Dokumentarfilme und Programme, die im Laufe der Saison ausgestrahlt werden, sind unter anderem:

 Die Öko-Premierministerin: Frauen an der Front des  Klimanotstands- BBC World Service Gender and Identity Reporterin Megha Mohan begleitet Samoas erste weibliche Regierungschefin Fiamē Naomi Mata'afa und andere weibliche Führungspersönlichkeiten und Aktivistinnen auf den Pazifikinseln exklusiv, um zu fragen, ob weibliche Führungspersönlichkeiten in der klimatisch am stärksten gefährdeten Region der Welt mit der geringsten parlamentarischen Vertretung von Frauen ihr Volk retten können.

 Mothers Reborn - Diese BBC 100 Women-Dokumentation wirft einen Blick auf die missverstandene Welt der hyperrealistischen wiedergeborenen Puppen in Polen, die Frauen bei Unfruchtbarkeit und dem Verlust eines Kindes sowie bei Depressionen und Angstzuständen helfen und das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern, das oft mit der Mutterschaft einhergeht, aufheben.

 

 Die Zukunft der Mode

Halima Aden, das weltweit erste Supermodel, das einen Hidschab trägt, trifft den US-amerikanischen Modedesigner Tommy Hilfiger, um über Vielfalt zu sprechen und darüber, wie man über Alibifunktionalität hinausgehen kann, um echte Veränderungen in der Modeindustrie zu erreichen. Halima und Tommy erzählen ihre eigenen Geschichten, hören sich die Erfahrungen junger, diverser Models an und diskutieren darüber, wie eine wirklich integrative globale Modeindustrie aussehen und sich anfühlen würde.

 BBC 100 Women 2021 startet am Dienstag, 7. Dezember, wenn die Liste der 100 inspirierenden und einflussreichen Frauen auf www.bbc.com/100women vorgestellt wird. BBC 100 Women wird von den 42 Sprachdiensten der BBC unterstützt, koproduziert und inspiriert, wobei die Inhalte über BBC World News, BBC World Service und BBC.com verfügbar sind. 

 

 

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 100 Women wurde 2013 als jährliche Serie ins Leben gerufen, die sich auf eine Liste von 100 inspirierenden und einflussreichen Frauen konzentriert. Die Liste wird durch Reportagen, Recherchen und Interviews ergänzt, die die Arbeit dieser Frauen beleuchten. Im Jahr 2016 erzielte die 100-Frauen-Staffel innerhalb von drei Wochen 30 Millionen Zugriffe und wurde mit dem Gracie Award der Alliance for Women in Media ausgezeichnet. Das Projekt war außerdem Finalist bei den US Peabody Awards 2017 und hat viele weitere Auszeichnungen erhalten.

 Die BBC erreicht mit ihren internationalen Nachrichtendiensten, darunter der BBC World Service, und der Fernsehkanal BBC World News und bbc.com/news, wöchentlich 438 Millionen Zuschauer weltweit.

 

 BBC World Service liefert weltweit Nachrichteninhalte in englischer Sprache und 41 weiteren Sprachen über Radio, Fernsehen und digitale Medien.  BBC World Service erreicht wöchentlich 351 Millionen Zuschauer. BBC News zieht mit seinen internationalen Diensten, einschließlich BBC World Service, dem Fernsehkanal BBC World News und bbc.com/news, wöchentlich 438 Millionen Zuschauer weltweit an.

 

 

 BBC.com ist die globale digitale Nachrichtenplattform der BBC Studios, die monatlich mehr als 139 Millionen Nutzern auf PCs, Tablets und mobilen Geräten aktuelle internationale Nachrichten, ausführliche Analysen und Features wie BBC Worklife, BBC Culture, BBC Future, BBC Travel und BBC Reel bietet. BBC World News ist weltweit in mehr als 200 Ländern und Territorien sowie in über 450 Millionen Haushalten und 3 Millionen Hotelzimmern zu empfangen. Der Sender ist auch auf über 180 Kreuzfahrtschiffen und bei 53 Fluggesellschaften verfügbar, darunter 13, die den Sender live an Bord übertragen.


Religiöse Minderheiten im Iran: Behörden erhöhen Druck auf Christen, Bahai’i und andere

 Religiöse Minderheiten im Iran:

  • Behörden erhöhen Druck auf Christen, Bahai’i und andere Minderheiten
  • Landbesitz vieler Bahai’i-Familien beschlagnahmt, Häuser zerstört
  • Zum Christentum Konvertierte in Haft, Bibelübersetzungen unterbunden

(Göttingen/gfbv) - Zum 100. Todestag von Abdu’l-Bahás, einem der wichtigsten Würdenträger für die Religionsgemeinschaft der Bahá’í, hält die Unterdrückung religiöser Minderheiten in der Islamischen Republik Iran (IRI) an. Insbesondere Angehörige der Bahá’í und Konvertierte leiden darunter, wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) berichtet. „Betroffene Bahá’í und ihre Anwälte berichten, dass die Justiz der IRI das Eigentum von Bahá’í-Gläubigen nicht schützen will. Sie stehen ohne jeglichen Schutz da“, berichtet der Dr. Kamal Sido, GfbV-Referent für ethnische und religiöse Minderheiten, heute in Göttingen. In einem Dorf in der nordiranischen Provinz Mazandaran sei der Landbesitz von 27 Bahá’í illegal beschlagnahmt worden. Im gleichen Dorf wurden in der Vergangenheit die Häuser von etwa 50 Bahá’í-Familien angezündet und zerstört. Die Bewohner waren gezwungen, ihre angestammten Ländereien und Häuser zu verlassen. Auch in der Provinz Semnan wurden im August erneut sechs Grundstücke von Bahá‘í beschlagnahmt. Seit der „islamischen Revolution“ 1979 sollen im Iran mindestens 200 Bahá’í hingerichtet worden sein.

Auch den Druck auf konvertierte Christen haben die iranischen Behörden verstärkt: Viele können ihren Glauben nur noch im Untergrund praktizieren. Anfang November wurden fünf iranische Konvertiten verhaftet, drei von ihnen wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die iranischen Behörden unterbinden zudem Bibelübersetzungen ins Persische, Kurdische und andere Sprachen des Vielvölkerstaates. In den letzten Tagen wird auch vermehrt über die Hinrichtungen von Angehörigen der kurdischen und belutschischen Volksgruppen berichtet. Diese gehören mehrheitlich der sunnitischen Minderheit des schiitisch dominierten Landes an. „Viele Politiker aber auch Medienschaffende in Deutschland und anderen westlichen Staaten schweigen zur Verfolgung der christlichen und anderen nicht-muslimischen Minderheiten im Iran und anderen islamischen Staaten. Sie befürchten, sonst als islamophob denunziert zu werden“, erklärt Sido. 

Abdu’l-Bahá war der älteste Sohn Bahá’u’lláhs, des Stifters der Bahá’í-Religion. Nach dem Hinscheiden seines Vaters im Jahr 1892 war er berufen, die Bahá’í-Weltgemeinde zu führen. Er war über alle Bahá’í- Gemeinden hinweg angesehen und setzte sich für soziale Gerechtigkeit und den internationalen Frieden ein. Auf seinen vielen Reisen besuchte er auch Deutschland und war unter anderem in Stuttgart, Esslingen und Bad Mergentheim zu Gast. Abdu’l-Bahá wurde am 23. Mai 1844 im heutigen Iran geboren. Er starb am 27.11.1921 in Haifa, im heutigen Israel. Zu seiner Beerdigung kamen 10.000 Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft, was sein soziales Wirken verdeutlicht.

 

 


Diakonie Katastrophenhilfe hilft in Kolumbien

Kolumbien: Fünf Jahre nach Friedensvertrag benötigen die Menschen weiterhin Hilfe und Schutz

Kolumbien * Friedensvertrag * FARC * Venezuela * ECHO

 

(Berlin/dw) - Fünf Jahre nach Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen FARC und kolumbianischer Regierung ist die humanitäre Situation in vielen Teilen Kolumbiens spürbar schlechter als zuvor. Die Zahl der von dem Konflikt betroffenen Menschen ist seit 2016 kontinuierlich angestiegen. Bewaffnete nichtstaatliche Akteure versuchen, das von der FARC hinterlassene ökonomische, soziale und politische Vakuum zu füllen. Diese Versuche führen zu Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, zwischen den Gruppen und mit den staatlichen Sicherheitskräften.

 

Diese Situation betrifft vor allem Kleinbauern, Afrokolumbianer und Indigene in ländlichen Gebieten. Diese haben durch die herrschende Unsicherheit große Schwierigkeiten, ihre Felder zu erreichen, oder in größeren Städten wichtige Basisdienstleistungen zu erhalten. Immer wieder kommt es auch zu neuen Vertreibungen (fast 60.000 Menschen 2021) und gezielten Tötungen besonders von lokalen Vertreterinnen und Vertretern des öffentlichen Lebens. Durch die Vertreibungen fehlen den Menschen sichere Unterkünfte, ausreichend Nahrungsmittel und der Zugang zu sauberem Wasser.

 

Die Corona-Pandemie und damit verbundene Ausgangsbeschränkungen verstärken diese Situation für die ärmere Bevölkerung in den Konfliktgebieten zusätzlich. „Wir müssen leider feststellen, dass auch heute Gewalt und Unsicherheit gerade in den ländlichen Regionen die humanitäre Situation der Menschen massiv beeinträchtigen“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Unsere Aufgabe bleibt es, gemeinsam mit unseren Partnern die Menschen vor Ort zu unterstützen und zu ihrem humanitären Schutz beizutragen.“

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe führt ein mit Unterstützung der EU finanziertes humanitäres Hilfsprojekt für Menschen in den Regionen Cauca, Putomayo und Meta/Guaviare durch. Ziel ist es, den von der Gewalt und ihren Auswirkungen betroffenen Menschen Zugang zu Bildung, psychosozialer Unterstützung und Schutz vor lebensgefährlichen Minen zu ermöglichen. Schulräume werden saniert, damit Kinder und Jugendliche Nachhilfe erhalten, um Lernrückstände aufzuholen und sich wieder in die Schule eingliedern zu können. Lehrer, Eltern und Schüler nehmen an Workshops zur Krisenbewältigung teil.

 

Das Projekt beinhaltet außerdem einen Nothilfe-Mechanismus, falls Dörfer im Projektgebiet aufgrund der bewaffneten Konflikte erneut abgeriegelt oder Menschen vertrieben werden. Die Betroffenen erhalten dann kurzfristig Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Bargeldhilfen für die erste Zeit. 

 

Der Bürgerkrieg in Kolumbien dauerte 50 Jahre und kostete über 220.000 Menschen das Leben. Mehr als sieben Millionen Menschen wurden innerhalb Kolumbiens vertrieben. Im Herbst 2016 unterzeichnete die kolumbianische Regierung ein Friedensabkommen mit der FARC-Guerilla. In Kolumbien suchen außerdem etwa 1,7 Millionen Flüchtlinge aus Venezuela Schutz.

 

 


Proteste im Sudan: Jugendliche in Lebensgefahr

(München/sos) - Jugendliche sind nach Angaben der SOS-Kinderdörfer die Hauptorganisatoren der Proteste im Sudan - und damit vielfach in Lebensgefahr. Am 25.Oktober hatte das Militär durch einen Putsch die Macht übernommen, seitdem gehen Millionen Menschen auf die Straße, um zu protestieren. "Wir sind sehr besorgt. Da die Internet- und Telefonverbindungen immer wieder unterbrochen sind, gehen die jungen Leute persönlich in ihre Gemeinden und mobilisieren Teilnehmer für die Demonstrationen!", sagt Abdelrahman Mohamed Mubarak, Leiter der SOS-Kinderdörfer im Sudan.

 

Polizei und Militär gingen mit Gewalt gegen die Protestanten vor. Mehrere Demonstranten seien bereits ums Leben gekommen. "Aus meinem Zimmer im Büro der SOS-Kinderdörfer habe ich die Schüsse gehört und das Tränengas gerochen", sagt Mubarak. Die Situation sei sehr angespannt. "Nichts funktioniert mehr und wir wissen absolut nicht, was passiert!"

 

Für die Kinder, Mütter und Mitarbeiter in den SOS-Kinderdörfern des Landes bestehe aktuell keine Gefahr. "Dort ist es ruhig. Wir haben Lebensmittel- und Treibstoffreserven angelegt, die Wasserversorgung ist gesichert und wir sind in ständigem Austausch mit unseren Mitarbeitern vor Ort", sagt Mubarak.


Eine Talentschmiede für die Theologie des Globalen Südens feiert 50. Geburtstag

Das Missionswissenschaftliche Institut im missio e.V. wurde im November 1971 gegründet – missio-Präsident Pfarrer Bingener: „Eine einmalige Institution für den akademischen Austausch der Weltkirche“ – Ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten gestalten heute die Weltkirche entscheidend mit

 

(Aachen/missio) - Eine Talentschmiede und einflussreiches Netzwerk der Theologie des Globalen Südens verändert das Gesicht der Weltkirche bis heute: Vor fünfzig Jahren wurde das Missionswissenschaftliche Institut im missio e.V. (MWI) in Aachen gegründet. Das MWI feierte das Jubiläum mit einem dreitägigen Kongress, der am heutigen Freitag endete.

 

Die Einrichtung des katholischen Hilfswerkes missio Aachen fördert junge Theologinnen und Theologen aus Afrika, Asien und Ozeanien bei der Promotion und Forschungsvorhaben. In diesem Jahr wurden für 78 Stipendien rund 840.000 Euro bewilligt. Sie studieren und forschen damit sowohl in ihren Heimatländern, als auch an Universitäten in Europa. Daneben organisiert das MWI internationale Konferenzen, beteiligt sich an interkulturellen Forschungsprojekten, der Verbesserung der Ausstattung von kirchlichen Universitäten und Bibliotheken oder vergibt Druckkostenzuschüsse. So begleitete das MWI in den vergangenen Jahren die Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien auf dem Weg von einer zunächst durch europäische Missionare geprägten Kirche hin zu einer Kirche, in der das Christentum neu und stärker aus der eigenen Kultur und Tradition begründet wurde.

 

MWI-Stipendiat Kardinal Tagle leitet heute die Kongregation für die Evangelisierung der Völker

Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, würdigt zum 50-jährigen Jubiläum die Arbeit des MWI als eine „besondere, eine einmalige Institution für den akademischen Austausch der Weltkirche, der aber nie nur akademisch ist“. Denn die Stipendiatinnen und Stipendiaten sind junge talentierte Menschen aus dem Globalen Süden, die durch diese Förderung ihrer Ausbildung zukünftig Einfluss auf die kirchliche und gesellschaftliche Entwicklung in ihrer Heimat haben, damit sich das Leben aller Bürgerinnen und Bürger verbessert. „Genau das gehört zum Grundanliegen von missio“, so Bingener.

 

Frauen mit MWI-Förderung drängen in Männerdomänen vor

Der Erfolg dieser Förderung hat prominente Gesichter. Luis Antonio Kardinal Tagle aus den Philippinen zum Beispiel war ein Stipendiat des MWI und leitet heute als Kardinalpräfekt die Kongregation für die Evangelisierung der Völker in Rom. Die MWI-Stipendiatin Souraya Bechealany war in einer von Männern geprägten Welt die erste Generalsekretärin im „Ökumenischen Rat der Kirchen im Nahen und Mittleren Osten“ (MECC). Als erste afrikanische Frau und Ordensschwester wurde die MWI-Partnerin Dr. Josée Ngaula aus dem Kongo kürzlich in die „Internationale Theologische Kommission“ des Vatikans berufen. So soll die Vision des Institutes Schritt für Schritt Wirklichkeit werden: „Die Führungskräfte der Kirche von morgen leben in Afrika und Asien“. Weitere MWI-Stipendiatinnen und Stipendiaten sind heute als Universitätslehrerinnen und Lehrer, Bischöfe oder in anderen leitenden Positionen in Kirche und Gesellschaft tätig.

 

MWI-Direktor Professor Suermann: Kulturelle Vielfalt des Christentums nicht als Gefahr, sondern Chance sehen

„Die Debatten darüber, welches Gesicht die Kirche in einem jeweils anderen kulturellen Kontext auf der Welt haben und wie das Christentum auf ganz vielfältige Art gelebt werden kann, inspirierten und verbanden uns in den vergangenen 50 Jahren. Ich hoffe, dass uns das auch in den nächsten 50 Jahren verbindet und die kulturelle Vielfalt des Christentums nicht als Gefahr, sondern als Chance gesehen wird“, sagte Professor Harald Suermann, Präsident des MWI, zum Jubiläum. „Wenn ich unsere jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten sehe, dann bin ich da aber voller Hoffnung“, so Suermann.

 

MWI-Stipendien für den Kampf gegen den Missbrauch an Minderjährigen in der Kirche

Gegründet wurde das MWI im November 1971 in der Aufbruchstimmung des Zweiten Vatikanischen Konzils. In den 1970er Jahre machte das MWI die theologischen und philosophischen Aufbrüche in Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien in Europa bekannt. In den 1980er Jahren vernetzte das Aachener Institut Theologinnen und Theologen über alle Kontinente hinweg. Seit der Jahrtausendwende widmet sich das MWI verstärkt den Auswirkungen der Globalisierung und thematisiert Fragen wie die des Verhältnisses von Religion und Gewalt, den Folgen von Migration oder dem Einfluss indigener Theologien in einer zunehmend vereinheitlichten Weltgesellschaft. Heute stehen Themen wie die Förderung von Frauen in der Weltkirche oder die Prävention des Missbrauchs von Minderjährigen auf der Agenda. Hier arbeitet das MWI verstärkt mit dem Institut für Anthropologie und interdisziplinäre Studien unter Pater Hans Zollner SJ zusammen. Mit Hilfe von MWI-Stipendien können dort junge Theologinnen und Theologen aus dem Globalen Süden forschen, um beispielsweise im Kirchenrecht und anderen Fächern ein Fachwissen zu erlangen, sodass sie in ihren Ortskirchen den Kampf gegen den Missbrauch vorantreiben können.

 

Seinen 50. Geburtstag feierte das MWI mit einem dreitägigen Kongress, der am heutigen Freitag endete. Moderiert hat den Kongress die frühere ZDF-Journalistin Michaela Pilters. Thema war „Vom Sinn und Zweck der Theologie. Kontexte und Methoden theologischer Vermittlung in Afrika und Asien“.

 

Wie arbeitet missio Aachen?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. missio Aachen verfügte 2020 über ein gesamtes Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 45,42 Millionen Euro. missio Aachen förderte in 68 Ländern 981 Projekte der Kirche des globalen Südens in der Ausbildung, Seelsorge, kirchlichen Sozialarbeit, im interreligiösen Dialog, für den Unterhalt und für Akuthilfen. Gleichzeitig fördert missio Aachen durch Kampagnen, Lobbyarbeit und Gebetssolidarität das weltkirchliche Bewusstsein in Deutschland, um den Anliegen der Menschen und der Kirche im globalen Süden Gehör zu verschaffen. Insgesamt verfügte missio Aachen 2020 bei den Ein- und Ausgaben über einen Haushalt von rund 51,2 Millionen Euro.

 

 


SOS-Kinderdörfer: 12.000 Kinder gehen aus Angst nicht in die Schule

Nigeria: Immer mehr Entführungen von Schulkindern

Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Confidence Obayuwana
Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Confidence Obayuwana

(Abuja/ots) -Getötet, entführt, als Soldaten missbraucht: Terror und Gewalt beeinflussen das Leben der Kinder in Nigeria nach Angaben der SOS-Kinderdörfer massiv. Allein von Januar bis Oktober dieses Jahres seien über 1.400 Schüler und Schülerinnen verschleppt worden.

Besonders im Norden des Landes nehmen die Attacken weiter zu. "Die Kinder leben in einem Klima der Angst!", sagt Eghosa Erhumwunse, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Nigeria. 12.000 Kinder im Schulalter würden aus Furcht nicht zur Schule gehen, erklärte erst im Oktober Nigerias Präsident Muhammadu Buhari.

"Unterbricht ein Kind erst einmal die Schule, hat das meist Auswirkungen auf das ganze Leben. Studien zeigen, dass nur jeder vierte Schüler wieder zurückkehrt", sagt Erhumwunse.

 

Seit 2009 sind nach UN-Angaben über 300.000 Kinder direkt oder indirekt durch die Angriffe der Terrorgruppe Boko Haram ums Leben gekommen. Erhumwunse sagt: "Der weitaus größte Teil der Kinder stirbt an den indirekten Folgen: Die Armut in den betroffenen Gebieten steigt und Familien begeben sich auf die Flucht. Kinder sterben an Unterernährung oder Durchfallerkrankungen, weil sie kein sauberes Trinkwasser haben."

 

Auch die Zahl der Kinder, die von ihren Familien verlassen werden, nimmt nach Angaben der Hilfsorganisation aufgrund von Terrorismus und Vertreibung zu. "Die Straßen in Nigerias Hauptstadt Abuja sind überfüllt mit Kindern, die um Essen betteln", sagt Erhumwunse. Allein gelassen, würden auch diese Kinder immer wieder Opfer von Entführungen. Vielfach würden sie als Soldaten rekrutiert und sogar als Selbstmordattentäter eingesetzt. "Wir dürfen hier nicht weiter zusehen! Die nigerianische Regierung muss rigorose Maßnahmen ergreifen, um die Kinder zu schützen und ihre Rechte zu sichern!", sagt Erhumwunse.

 

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder in Nigeria vielfach. In den SOS-Kinderdörfern des Landes bekommen elternlose Kinder wieder ein Zuhause, Familien werden dabei unterstützt, ihr Leben aus eigener Kraft zu bestreiten.


Beratungen zunehmend über Chat und Video in verschiedenen Sprachen, um möglichst alle Flüchtlinge zu erreichen

Flucht * Corona-Krise * Türkei * Nothilfe * ECHO

 

(Berlin/dw) - Die Corona-Krise hat auch in der Türkei große Auswirkungen auf die Situation geflüchteter Menschen. „Wir unterstützen Geflüchtete in der Türkei schon seit vielen Jahren, doch die Herausforderungen sind seit Beginn der Pandemie deutlich größer geworden“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Die Zahl der Menschen, die sich hilfesuchend an unseren Partner gewandt haben, ist während der Corona-Krise in die Höhe geschnellt. Gleichzeitig mussten die Mitarbeitenden ihre Beratungen vergangenes Jahr von einem Tag auf den anderen auf Chats und Video-Gespräche umstellen.“ Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt sich mit ihrer Partnerorganisation - und unterstützt von der Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe (ECHO) – etwa dafür ein, dass Flüchtlinge in der Türkei registriert werden und sie Zugang zu staatlicher Gesundheitsversorgung und Bildung bekommen.

 

Da die Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge in der Türkei sehr begrenzt sind, müssen viele Menschen im informellen Sektor, etwa in der Landwirtschaft, arbeiten. Tausende dieser Jobs sind während der Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen jedoch weggefallen. Dadurch haben Geflüchtete in einigen Fällen ihre Wohnung oder den Zugang zu medizinischen Behandlungen verloren. „Die Mitarbeitenden unseres Projektpartners vor Ort sind speziell für die Beratung und Unterstützung von Menschen in Notsituationen geschult. Doch wenn gleichzeitig die Not zunimmt und Hilfe angepasst werden muss, ist das auch für sie eine große Herausforderung“, sagt Thomas Molitor, Projektverantwortlicher bei der Diakonie Katastrophenhilfe. „Es ist beeindruckend, wie sie es trotz allem geschafft haben, den Menschen etwa eine neue Wohnung zu verschaffen oder einen Krankenhausbesuch zu organisieren.“ Möglich sei dies durch die gute Vernetzung des Partners mit anderen Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen.

 

Das mit humanitärer Unterstützung der EU finanzierte Projekt erreicht nicht nur syrische Flüchtlinge, sondern auch viele andere Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern durch Angebote in verschiedenen Sprachen. Die Anzahl der Flüchtlinge aus Afghanistan ist bisher in der Türkei nicht signifikant angestiegen. Durch Online-Angebote erreicht das Projekt auch Flüchtlinge außerhalb der eigentlichen Projektstandorte und ermöglicht die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den türkischen Behörden.

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihr lokaler Partner „Support to Life“ (STL) sind außer in Istanbul auch in Diyarbakir und vier weiteren Provinzen im Süden und Südosten der Türkei tätig. Ein wichtiger Teil des Hilfsprojektes ist die Rechtsberatung für Geflüchtete und psychosoziale Unterstützung. Die Teams von STL begleiten sie zu Behörden und helfen ihnen z.B. bei der Übersetzung wichtiger Dokumente. Da viele Flüchtlingsfamilien von Kriegs- und Fluchterlebnissen traumatisiert sind, werden zudem sowohl psychologische Einzelberatung als auch Gruppengespräche angeboten. „Gerade psychologische Unterstützung ist ein hochsensibler Bereich. Diese Gespräche nicht persönlich, sondern online zu führen, setzt ein hohes Maß an Vertrauen voraus. Wir sind froh, dass unser Projektpartner dieses Vertrauen unter den Geflüchteten genießt“, sagt Molitor.

 

 

Laut den Vereinten Nationen leben fast vier Millionen Flüchtlinge in der Türkei, so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Darunter sind 3,6 Millionen Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen sind, sowie ungefähr 330.000 Flüchtlinge aus anderen Ländern. Diese zu erreichen ist eine tägliche Herausforderung, aber auch möglich durch den verstärkten Einsatz von online Angeboten in verschiedenen Sprachen, selbst außerhalb der eigentlichen Projektstandorte in der Türkei.


Shelter Now unterstützt bedürftige Familien mit Lebensmitteln und Schulmaterial

Nord-Irak: Hilfe für geflüchtete Christen bei der Rückkehr in ihre Heimat Ninive

(Minden/sn) - Das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now leistet humanitäre Hilfe für Christen, die in ihre Heimatregion Ninive im Nord-Irak zurückkehren. Vor sieben Jahren hatte die Terrormiliz IS rund 200.000 assyrische Christen vertrieben; nun wollten sich viele in ihren angestammten Gebieten ein neues Leben aufbauen, erklärt der deutsche Shelter Now-Direktor Udo Stolte. Das Hilfswerk unterstützt mehrere hundert Familien mit Lebensmitteln, Schulmaterial und medizinischer Hilfe.

Die Rückkehrer finden ihre Häuser teilweise oder ganz zerstört und ausgeraubt vor und müssen von vorne anfangen, so Stolte. Bereits seit 2019 hilft Shelter Now beim Neustart in den Gebieten rund um die Großstadt Mossul. Kontakt zu den christlichen Familien besteht demnach schon länger – man habe sie kennengelernt, als sie in Kirchengemeinden und Lagern in der Autonomen Region Kurdistan Unterschlupf gesucht hatten. In dieses Gebiet war ein Großteil der Vertriebenen geflüchtet.

Die von Shelter Now unterstützten Familien erhalten Lebensmittel für zwei Monate – darunter zum Beispiel Reis, Bohnen und Zucker, Eier und Hühnerfleisch. Kinder bekommen Schultaschen, Hefte, Schreibgeräte, Geometrie-Sets oder Zeichenblöcke. Für kranke Menschen werden individuelle medizinische Behandlungen ermöglicht. Für die Hilfsprojekte zugunsten vertriebener Christen wurden laut Stolte bisher über 180.000 Euro aufgewendet.

Die Umsetzung der Hilfsmaßnahmen sei teilweise kompliziert, erklärte Shelter Now. So seien Reisen in die Siedlungsgebiete aufgrund von Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie nur eingeschränkt erlaubt gewesen; manche Straßen waren zeitweise gesperrt. Hier hätten sich gute Kontakte zu den regionalen Behörden bewährt. Wegen der Gefahr von Plünderungen durch marodierende Milizen hätten Transporte zudem heimlich durchgeführt werden müssen.

Die besonders hilfsbedürftigen Familien hatte Shelter Now gemeinsam mit örtlichen Kirchengemeinden ausgewählt. „Allen Heimkehrern zu helfen, würde unsere Möglichkeiten weit übersteigen“, sagt der Direktor des Hilfswerks. Die Hilfsgüter seien dann auch in Kirchengebäuden verteilt worden. „Die Menschen haben wieder Mut gefasst“, so Udo Stolte. Der Wiederaufbau in den christlichen Ortschaften schreite stetig voran.

 

Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Von 1983 bis 2016 war es in Pakistan tätig. 1988 begann die Arbeit in Afghanistan, 2014 in der Autonomen Region Kurdistan (Nord-Irak). Der Name der Organisation in Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“. Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.


Hunger, Vertreibung und keine Chance auf Bildung - die Kinder in Äthiopien leiden

Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit; Fotograf :SOS-Kinderdörfer Äthiopien, 2021
Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit; Fotograf :SOS-Kinderdörfer Äthiopien, 2021

(Addis Abeba/ots) - Ein Jahr nach Beginn hat sich der Konflikt in Äthiopien nach Angaben der SOS-Kinderdörfer zu einer schweren humanitären Krise entwickelt. „Selbst, wenn die Kämpfe morgen enden würden, wären die Auswirkungen auf die Familien enorm. Es wird Jahre dauern, bis sie sich erholen“ , sagt Sahlemariam Abebe, Nationaler Leiter der Hilfsorganisation in Äthiopien. Am Dienstag hat die Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen.

Am meisten leiden die Kinder. Nach UN-Angaben sind von den über zwei Millionen Binnenvertriebenen 44 Prozent Kinder. Die Zahl der Kinder, die an Unterernährung leiden, hat massiv zugenommen und nach UN-Schätzungen sind drei Millionen Schüler in den betroffenen Regionen Tigray, Afar und Amhara von jeglicher Bildung ausgeschlossen.

Abebe sagt: "Diese humanitäre Krise ist aufgrund der weit verbreiteten Fehlinformationen und Hassreden in den sozialen Medien noch komplexer. Sie verschärfen den Konflikt zusätzlich. Dazu kommen die Auswirkungen der Pandemie, die die Familien und Gemeinschaften ertragen müssen.“

Aktuell sei völlig unklar, wie sich der Konflikt weiter entwickeln werde. Abebe sagt: "Die Kinder zu unterstützen, ist jetzt am allerwichtigsten. Sie brauchen Schutz, Betreuung und Hilfe bei der Verarbeitung ihrer Traumata. Verlassenen Kindern müssen wir helfen, ihre Familien wiederzufinden." Seine Forderung an die Parteien: "Die Kämpfe müssen aufhören!"

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in der betroffenen Stadt Mekelle und der Umgebung mit Nothilfe-Programmen mit einem Budget von 730.000 Euro. Davon sollen 50.000 Menschen profitieren. Kinder und Frauen bekommen Schutz vor Gewalt, außerdem werden zerstörte Kliniken instandgesetzt und Menschen mit Nahrung versorgt. Ein weiteres Programm mit einem Budget von knapp 500.000 Euro unterstützt Binnenvertriebene in der Region Amhara.

 

Von den sieben SOS-Kinderdörfern in Äthiopien liegt aktuell eines, das SOS-Kinderdorf Mekelle, in der umkämpften Region. Allen Kindern, Müttern und Mitarbeitern dort geht es gut.


Kanzlerin Merkel auf der Libyen-Konferenz (12.11.): Ausländische Truppen und Söldner müssen abziehen

  • Merkel muss Abzug sämtlicher ausländischer Truppen und Söldner fordern
  • Bevölkerung leidet unter Stellvertreterkrieg zwischen Russland und der Türkei
  • Ethnische und religiöse Minderheiten werden von beiden Seiten unterdrückt

(Göttingen/gfbv) - Zum Auftakt der Libyen-Konferenz in Paris am kommenden Freitag, den 12. November, fordert die Gesellschaft für bedroht Völker (GfbV) von der amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich energisch für eine Befriedung des Landes einzusetzen. Das erfordere den sofortigen und vollständigen Auszug aller ausländischen Truppen und Söldner, insbesondere radikal-islamistischer Milizen, die von der türkischen Regierung und sunnitisch-islamistischen Organisationen unterstützt werden. „Das NATO-Mitglied Türkei schickt syrische und andere islamistische Söldner nach Libyen, um dort für einen Scharia-Staat zu kämpfen. Russland und Ägypten schicken Söldner, die in den Reihen der selbsternannten Libyschen Nationalarmee des ostlibyschen Generals Chalifa Haftar kämpfen. Unter diesem Stellvertreter-Krieg leidet die libysche Bevölkerung,“ berichtet GfbV-Nahostexperte Dr. Kamal Sido.   

Die von der Türkei unterstützten Milizen und Söldner verbreiten unter den traditionell konservativen sunnitischen Muslimen des nordafrikanischen Landes einen radikalen Islam, der eine Demokratisierung des Landes unmöglich macht. „Nur ein demokratisches System kann eine rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung der Frauen im Land ermöglichen und Glaubensfreiheit für die wenigen religiösen Minderheiten wie katholische, koptische sowie griechisch-orthodoxe Christen garantieren“, so Sido. „Die Radikalislamisten unterdrücken auch ethnische und sprachliche Minderheiten wie Berber, Tuareg und Tubu, die Tawergha-Minderheit und andere schwarzafrikanische Volksgruppen.“

Die scheidende Bundeskanzlerin reist auf Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach Paris. Sie wird dort den Ko-Vorsitz der Libyen-Konferenz übernehmen, gemeinsam mit Frankreich, Italien, den Vereinten Nationen und Libyen. Im Mittelpunkt des Zusammentreffens steht die Unterstützung Libyens auf seinem Weg zu langfristiger Stabilität, auch im Hinblick auf die anstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sowie den Abzug ausländischer militärischer Kräfte. 

 

„Während ihrer langen Amtszeit hat Frau Merkel die Politik des türkischen Autokraten Erdogan auch in Afrika stets unterstützt. In ihren letzten Tagen im Amt bekommt sie nun noch einmal die Gelegenheit, sich auf die Seite einer säkularen Demokratie zu stellen und den Menschen in Libyen einen letzten Dienst zu erweisen“, erklärt Sido.   


SURVIVAL INTERNATIONAL

Statement zur heutigen Zusage von mehr als 40 Ländern auf der COP26, „aus der Kohle auszusteigen”

Adivasi-Männer blicken auf die riesige PEKB-Kohlemine, die einen Großteil ihres angestammten Landes zerstört hat. Hasdeo-Wald, Chhattisgarh, Indien © Vijay Ramamurthy
Adivasi-Männer blicken auf die riesige PEKB-Kohlemine, die einen Großteil ihres angestammten Landes zerstört hat. Hasdeo-Wald, Chhattisgarh, Indien © Vijay Ramamurthy

 

4. November 2021

 

Statement von Survival International als Reaktion auf die heutige Zusage von mehr als 40 Ländern auf der COP26, „aus der Kohle auszusteigen”:

„Das heutige Versprechen, ‘aus der Kohle auszusteigen’, wird für die 20.000 Adivasi (Angehörige indigener Völker) des indischen Hasdeo-Waldes wie ein schlechter Scherz klingen. Sie wollen den Kohleabbau auf ihrem Land sofort stoppen. Zwei riesige Kohleminen zerstören bereits ihren Wald und eine dritte wurde gerade genehmigt. Und das ist erst der Anfang – Indiens Präsident Narendra Modi hat Pläne angekündigt, den Kohleabbau in Indien massiv auszuweiten. Der gesamte Hasdeo-Wald und seine Bewohner*innen könnten dem Vorhaben zum Opfer fallen. 20.000 Leben würden zerstört und ein unschätzbares Juwel der Artenvielfalt abgebaggert. Und die einzigen, die davon profitieren werden, sind Indiens Bergbaugiganten,” sagte Dr. Jo Woodman, Leiterin der Survival-Kampagne Adivasi gegen Kohle.

Ummeshwar, ein Gond-Adivasi aus der Region Hasdeo, sagte: „Die Botschaft, die ich den Menschen außerhalb Indiens vermitteln möchte, ist, dass heute in Indien und überall auf der Welt das Klima zerstört wird. Wenn Hasdeo zerstört wird, dann werden nicht nur wir davon betroffen sein. Ich möchte den Menschen in diesem Land und auf der ganzen Welt sagen: Wenn ihr die Menschheit retten wollt, dann müsst ihr dafür sorgen, dass Hasdeo geschützt wird.”


Türkische Aggression in Nordsyrien: Weitere Menschenrechtsverletzungen und mehr Truppen

  • Erdogan plant neue Angriffskriege in Nordsyrien 
  • Weitere Truppen ins Kriegsgebiet verlegt
  • Zahlreiche Übergriffe gegen ethnische und religiöse Minderheiten

(Göttingen/gfbv) - Der türkische Machthaber Erdogan versucht, von den USA und Russland grünes Licht für neue Angriffskriege gegen die kurdische und andere Minderheiten in Nordsyrien zu erhalten. Nach Informationen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wurden in den letzten drei Monaten mindestens 150 Personen in von der Türkei besetzten Gebieten wie Afrin festgenommen. 38 Personen sollen in staatlich-türkischer oder syrisch-islamistischer Haft gestorben sein. Es ist zu befürchtet, dass diese Menschen schwer gefoltert wurden. Ferner berichten GfbV-Quellen über 14 geschlechtsspezifische Gewalttaten durch das türkische Militär und die syrischen islamistischen Söldner. In weniger als einer Woche wurden fünf kurdische Frauen in Afrin festgenommen. 

„Nach seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin Ende September in Sotschi kam es am vergangenen Sonntag am Rande des G20-Gipfels in Rom zu einer Unterredung zwischen mit dem US-Präsidenten Biden. Ob Erdogan die Erlaubnis für seine Kriegspläne erhalten hat, bleibt ungewiss. Er wiederholt jedoch seine Drohungen gegen Nordsyrien und lässt immer mehr Truppen und Söldner in das Kriegsgebiet schicken“, berichtet Dr. Kamal Sido, Nahostexperte der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) heute in Göttingen. „Sowohl Russland als auch die NATO lassen Erdogan gewähren. Sie sind daher mitverantwortlich für die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen der Türkei und der syrischen Islamisten an der kurdischen, yezidischen und christlichen Bevölkerung und anderen Minderheiten in Syrien“, erklärt Sido. 

Mit finanzieller Unterstützung durch islamistische Verbände weltweit beschleunigt die Türkei den Bau von neuen Siedlungen für radikale Sunniten in Afrin, Sare Kaniye (Ras al-Ain) und anderen besetzten Gebieten Nordsyriens. Auch der Raub von Olivenernten durch das türkische Militär und syrischen Islamisten wird fortgesetzt. Hinzu kommt die weitere Abholzung der Olivenhaine in Afrin, um Brennholz zu gewinnen. Auch etwa 16.785 Obstbäumen der kurdischen Bevölkerung sowie große Flächen von Nadelwald in Afrin sollen vernichtet worden sein. Mit den Raubeinnahmen finanziert die Türkei ihre syrischen Söldner.  

 

 


SOS-Kinderdörfer zur Weltklimakonferenz

Klimakrise: Kinder haben Zukunftsängste

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Alea Horst, Äthiopien
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Alea Horst, Äthiopien

(München/ots) - Zukunftsängste, Depressionen, steigende Suizidraten: Die Klimakrise hat nach Angaben der SOS-Kinderdörfer bereits jetzt massive Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Anlässlich der Weltklimakonferenz fordert die Hilfsorganisation radikale Maßnahmen für den Klimaschutz.

Laut aktuellen Studien (Sanson et al. (2019), Hickmann & Marks (2021)) haben 60 Prozent der jungen Menschen Zukunftsängste aufgrund der Klimakrise, 48 Prozent zögern sogar, selbst Kinder zu bekommen. "Das ist konkret und dramatisch! Schon jetzt gefährdet die Klimakrise die mentale und physische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt", sagt Boris Breyer, Sprecher der SOS-Kinderdörfer.

Besonders gravierend seien die Reaktionen junger Menschen, die Umweltkatastrophen miterleben mussten: Depressionen, Angststörungen, Lern- und Schlafprobleme nahmen zu und die Suizidraten schnellten nach oben. Auch ihr Aggressions- und Gewaltpotenzial war deutlich höher. Breyer sagt: "Kinder und Jugendliche sind mit Abstand die Hauptbetroffenen des Klimawandels. Laut WHO-Prognosen werden 80 Prozent aller Menschen, die Krankheiten, Verletzungen und Tode aufgrund des Klimawandels erleiden, Kinder oder Jugendliche sein", sagt Breyer. Hitze- und Dürreperioden würden das Leben der Kinder bereits heute massiv gefährden. Es sei abzusehen, dass diese Entwicklung noch deutlich dramatischer werde. Allein das Ansteigen der Temperaturen habe zahlreiche gravierende Nebeneffekte wie die Ausbreitung von Parasiten, Infektionen oder Magen-Darm-Erkrankungen. Für Kinder seien diese schnell tödlich.

"Als Kinderschutzorganisation sehen wir diese Entwicklungen mit größter Sorge. Wir fordern die Teilnehmer der Weltklimakonferenz auf, das Recht der Kinder auf eine intakte Umwelt einzulösen und für die Gesundheit kommender Generationen einzustehen. Wir brauchen endlich einen angemessenen und mutigen Klimaschutz", sagt Breyer.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien weltweit. Dabei spielt auch der Klimaschutz eine wichtige Rolle. So werden Menschen unter anderem beim Anbau klimaresistenter Pflanzen unterstützt, Kinder erhalten Umweltbildung, Gebäude werden klimagerecht ausgestattet.


World Vision forstet in 26 Ländern Wälder wieder auf

Reiche und Mächtige palavern – Arme sterben

 

Folgen der Klimakatastrophe: Menschen hungern, verdursten, ertrinken, müssen fliehen, kämpfen um Ressourcen

(Friedrichsdorf/wv) - Während sich in Glasgow wieder die Mächtigen und Reichen treffen, um über den Klimawandel zu palavern, sterben in den ärmsten Ländern der Welt die Kinder. Allein in den Tagen während der COP26, werden Hundertausende Kinder verhungern. Viele dieser Kinder müssen sterben, weil es auch aufgrund von klimabedingten Katastrophen und Konflikten nichts mehr zu essen gibt. Aktuell hungern rund 811 Millionen Menschen weltweit. Die Weltgemeinschaft hatte sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 den Hunger in der Welt auszumerzen. Bis zum Jahr 2050 könnten zudem mehr als 200 Millionen Menschen gezwungen sein, ihre Heimatdörfer und -städte zu verlassen.

Die internationale Gemeinschaft hatte zugesagt, den ärmsten Ländern der Welt ab dem Jahr 2020 jedes Jahr 100 Milliarden USD für Klimaschutz- und -anpassung zur Verfügung zu stellen. Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. Zudem ist das Geld nicht für klimabedingte Schäden und Verluste vorgesehen. Nicht nur in den Ländern des Südens, sondern auch in den reichen Industrieländern leiden Menschen immer öfter unter klimabedingten Katastrophen. In Bezug auf CO2 Emissionen erreicht kaum ein Land die vereinbarten Ziele. Zudem sind Anrechnungen und Berechnungen von Klimaschutzmaßnahmen häufig geschönt. Zu 70 % sind fragile Länder vom Klimawandel und dessen Folgen betroffen.

Schon jetzt hat sich die Erde im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um rund 1,2 Grad erhitzt. Einem UN-Bericht zufolge ist derzeit eine Erwärmung um 2,7 Grad bis 2100 im Bereich des Möglichen. Das Klimaabkommen von Paris sieht vor, die Erderwärmung möglichst auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die finanziellen Klima-Anstrengungen verdoppelt werden und die gegebenen Finanzversprechen eingehalten werden. Ekkehard Forberg, Themenmanager bei World Vision Deutschland betont: „Das Tempo der Maßnahmen gibt die Natur vor, nicht wir Menschen. Uns bleibt keine andere Wahl, als Schritt zu halten. Ansonsten werden immer mehr Menschen gezwungen sein, zu fliehen, immer mehr Menschen verhungern, verdursten oder ertrinken aufgrund von Dürren und Überflutungen und die Zahl der durch Ressourcenknappheit ausgelösten Konflikte wird steigen“. Aktuell sind etwa 40 – 60% aller innerstaatlichen bewaffneten Konflikte durch Konflikte über Ressourcen entweder ausgelöst worden oder werden darum geführt. Bis zum Jahr 2050 könnten mehr als 200 Millionen Menschen gezwungen sein, ihre Heimatdörfer zu verlassen.

World Vision forstet inzwischen in 26 Ländern Wälder wieder auf. Allein in Niger konnten mit Hilfe der FMNR-Methode (Farmer Managed Natural Regeneration) etwa 5 Millionen Hektar Wald neu wachsen und verbesserten dadurch die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Tony Rinaudo, genannt auch „Der Waldmacher“, entdeckte die Technik in den 80er Jahren in Niger und erhielt 2018 dafür den sogenannten Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award).

Forderungen an die COP26 und die deutsche Bundesregierung:

Die Bundesregierung muss ihre bisherige Klimafinanzierung auf acht Milliarden Euro pro Jahr aus Haushaltsmitteln bis 2025 erhöhen.

Menschen, die durch Klimakatastrophen verursachte Schäden und Verluste erleiden mussten, müssen angemessen entschädigt werden. Zudem muss der Anteil der Mittel für Klimaanpassungsmaßnahmen durch zusätzliche Mittel auf 50% der Gesamtfinanzierung erhöht werden.

Wir fordern die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass die globalen Emissionen bis 2030 halbiert und alle nationalen Klimaschutzpläne (NDCs – nationally determined contribution) sofort aktualisiert und erhöht werden. Dies gilt insbesondere für den europäischen NDC (mindestens 70%), um eine Treibhausgasneutralität bis 2040 anzustreben.

In Bezug auf das Nachhaltigkeits-Ziel 16 der Vereinten Nationen (Schaffung von Frieden, Gerechtigkeit und starken Institutionen) fordert World Vision, dass alles getan wird und entsprechend Vorsorgemaßnahmen getroffen werden, um klimabedingte Konflikte zu vermeiden. Das Thema „Klimawandel“ muss auf die außenpolitische Agenda aller Regierungen gesetzt werden.

Zudem brauchen arme Länder finanzielle und logistische Unterstützung für die Bekämpfung von Hunger und Armut und für die Schaffung resilienter Systeme zur Vorbeugung von Klima -und Gesundheitskatastrophen. Das muss über die üblichen Maßnahmen zur Frühwarnung und vorbeugenden Maßnahmen bei Dürren oder Überschwemmungen hinaus gehen, und sollte auch einhergehen mit Investitionen für die Förderung von agrar-ökologischer Landwirtschaft, regenerativer Wiederaufforstung, sowie für nachhaltige Energieversorgung und mit Investitionen in die Infrastruktur und den Gesundheitssektor.

 

„Die Weltklimakonferenz in Glasgow ist ein wichtiger Meilenstein“, betont Forberg. „Wir müssen aufhören mit dem Palavern und endlich schnell handeln, damit Kinder auch in den kommenden Jahren noch eine lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten haben. Die Weltklimakonferenz in Glasgow ist ein wichtiger Meilenstein, um das Blatt noch zu wenden.“


missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener: „Alle Religionen eint der Wille zum friedlichen Zusammenleben“

Bei der Internationalen Digitalen Konferenz zum Dialog der Religionen diskutierten auf Einladung des katholischen Hilfswerks missio Aachen rund 100 Expertinnen und Experten über die Rolle von Religion in Konflikten. Eines der Ergebnisse: Für die Jugendarbeit wird der interreligiöse Dialog immer wichtiger.

(Aachen/missio) - „Alle Religionen eint der Wille zum friedlichen Zusammenleben“, betonte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, zum Auftakt der zweitägigen Internationalen Konferenz zum Dialog der Religionen. Von Aachen aus schaltete das katholische Hilfswerk missio – gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern - rund 100 Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt virtuell zusammen.

Erzbischof Ludwig Schick hob dabei die Rolle der Religionen für den weltweiten Frieden hervor. „Dazu müssen die Religionen den interreligiösen Dialog fördern“, betonte Schick, der bis Ende September Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gewesen war, in einem Statement in Bamberg. „Religionen können Brandherde von Konflikten sein, diese aber auch löschen“, ergänzte Markus Grübel (CDU), der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit.

Fortschritte in der Jugendarbeit: Interreligiöser Dialog wächst 

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Tagung war, dass Bildung der Schlüssel für die Überwindung von religiösen Konflikten oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wie dem Antisemitismus ist. Das gelte nicht allein für die Schule, sondern auch für die Jugendarbeit, wie beispielsweise Anja Baukmann von der Katholischen Jugendagentur Düsseldorf berichtete. „Interreligiöse Angebote werden von jungen Menschen in Deutschland gut angenommen. Es sind aber noch viele kleine Schritte notwendig, um ein stärkeres Bewusstsein für andere Religionen zu schaffen“, verdeutlichte sie. „Dazu gehören Angebote zur Sensibilisierung sowie eine stärkere Förderung von Angeboten und Personal.“

„Wir begrüßen solche Fortschritte beim interreligiösen Dialog in der Jugendarbeit, sehen aber noch weiteren Handlungsbedarf“, verdeutlichte missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener. Daher hat das katholische Hilfswerk in diesem Jahr Aktion #strongbymissio gestartet. Dabei steht aktuell die Förderung des Dialogs zwischen jungen Menschen in Nigeria und Deutschland im Mittelpunkt. 

Im Rahmen des bis zum 24. Oktober 2021 stattfindenden Monats der Weltmission, der in diesem Jahr im Fokus des interreligiösen Dialogs steht – beleuchteten bei der zweitätigen Digitalkonferenz Expertinnen und Experten aus Kirche, Politik, Wissenschaft in Podiumsdiskussionen und Workshops die Frage, welche Herausforderungen und Möglichkeiten die Religionen in den Konflikten weltweit haben.

Die Förderung des Interreligiösen Dialogs ist für missio Aachen seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen. Zuletzt förderte missio Aachen knapp 60 solcher Projekte, mit denen in Afrika, Asien und Ozeanien rund 1,93 Millionen Menschen erreicht wurden. 

Die Konferenz zum Dialog der Religionen stand am 20./21. Oktober 2021 unter dem Motto „Zwischen Vision und Wirklichkeit“ und wurde durchgeführt von:

  • Katholische Hilfswerk missio in Aachen,
  • Agiamondo in Köln,
  • dem Abrahamischen Forum in Darmstadt,
  • der christlich-islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz, kurz CIBEDO, in Frankfurt am Main
  • den Katholischen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen
  • der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule Aachen,

mit dem Institut für katholische Theologie

  • dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK9 und seinem Gesprächskreis Christen und Muslime
  • dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales 
    des Landes Nordrhein-Westfalen

 

sowie Engagement Global.


Stiftungsjubiläum pro missio im Rautenstrauch-Joest-Museum mit Symbolkraft

missio-Gäste aus Nigeria freuen sich auf Rückgabe der Benin-Bronzen

Die Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museums, Nanette Jacomijn Snoep (links), führte den Emir von Wase, Mohammed Sambo Haruna (Mitte) und den Erzbischof von Abuja, Ignatius Kaigama (rechts) durch die Benin-Bronzen-Ausstellung. Foto: missio

(Aachen/Köln, den 12. Oktober 2021)

„Ich bin sehr froh, dass die Benin-Bronzen an Nigeria zurückgegeben werden“, erklärte der katholische Erzbischof von Abuja, Ignatius Kaigama. Gleichzeitig äußerte der 63-Jährige die Sorge, die Artefakte könnten in Nigeria nach einer Rückgabe gefährdet sein: „Ich möchte nicht, dass diese wertvollen Artefakte verloren gehen. Die Gefahr besteht, wenn die Rückgabe übereilt geschieht. Wir müssen uns ernsthaft darum bemühen, dass diese Artefakte sicher aufbewahrt und für die Öffentlichkeit gut erhalten werden. Damit sie für die nächsten Jahrhunderte unsere Geschichte erzählen können.“

Zusammen mit dem muslimischen Emir von Wase, Mohammed Sambo Haruna, besuchte der Erzbischof von Abuja anlässlich des zwanzigjährigen Stiftungsjubiläum pro missio das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln. Coronabedingt war die Jubiläumsfeier der Stiftung pro missio um ein Jahr verschoben worden. Die Direktorin des Museums, Nanette Jacomijn Snoep, führte die beiden religiösen Führer durch die Ausstellung der Benin-Bronzen. Sie erklärte, dass zurzeit Gespräche über eine Rückführung im nächsten Jahr mit zuständigen Vertretern in Nigeria geführt würden, und erläuterte die grundsätzliche Bereitschaft des Museums zur Rückführung der Artefakte nach Nigeria.

Im Anschluss an die Führung trafen, die beiden Religionsführer mit missio-Spendern zusammen und berichteten ihnen von ihrer gemeinsamen Friedensarbeit in Nigeria. Der Emir und der Erzbischof zeigten sich von dem Museum als einem Ort der Begegnung mit anderen Kulturen sichtlich beeindruckt. „Dieser Ort ist ziemlich bemerkenswert. Bei missio geht es darum, auf Menschen zuzugehen, es geht um eine Begegnung mit anderen. Das ist die Mission“, sagte Kaigama. „In diesem Museum sind die Kunstwerke vieler Kulturen vertreten. Ein Treffen an diesem Ort mit Menschen, die die Arbeit von missio sehr unterstützen, ist sehr symbolisch. Und durch die Möglichkeit, die Benin-Bronzen hier an diesem Ort in Augenschein zu nehmen, hat die Museumsleitung und missio die Herzen der Nigerianer, unsere Herzen, berührt.“

Erzbischof Ignatius Kaigama und der Emir von Wase, Mohammed Sambo Haruna, sind im Rahmen der missio-Aktion zum Weltmissionssonntag in Deutschland unterwegs und berichten über ihre gemeinsame Friedens- und Versöhnungsarbeit in Nigeria. Der Weltmissionssonntag steht unter dem biblischen Leitwort „Werdet nicht müde, das Gute zu tun“ und endet am 24. Oktober mit dem Weltmissionssonntag. Dann sammelt die katholische Kirche in Gottesdiensten in über 100 Ländern eine Kollekte für die Arbeit der Kirche in den ärmsten Regionen der Welt. In Deutschland wurden dafür 2020 rund 3,4 Millionen Euro gespendet, weltweit knapp 53 Millionen.

 

Wie arbeitet missio Aachen?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. missio Aachen verfügte 2020 über ein gesamtes Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 45,42 Millionen Euro. missio Aachen förderte in 68 Ländern 981 Projekte der Kirche des globalen Südens in der Ausbildung, Seelsorge, kirchlichen Sozialarbeit, im interreligiösen Dialog, für den Unterhalt und für Akuthilfen. Gleichzeitig fördert missio Aachen durch Kampagnen, Lobbyarbeit und Gebetssolidarität das weltkirchliche Bewusstsein in Deutschland, um den Anliegen der Menschen und der Kirche im globalen Süden Gehör zu verschaffen. Insgesamt verfügte missio Aachen 2020 bei den Ein- und Ausgaben über einen Haushalt von rund 51,2 Millionen Euro.

 

 


World-Vision-Bericht zeigt Zusammenhang von Covid19-Pandemie und Frühverheiratung

Weltmädchentag: 3,3 Millionen Kinder sind von Kinderheirat bedroht

(Friedrichsdorf/wv) - Millionen von Kindern werden durch die Folgen der COVID19-Pandemie zu einer frühen Verheiratung gezwungen werden. Das geht aus einem Bericht der Kinderhilfsorganisation World Vision zum Weltmädchentag hervor. Die Gründe dafür sind zunehmende Armut, wachsender Hunger und der eingeschränkte Zugang zu Bildung.

Der World Vision-Bericht zeigt, dass der Anstieg der Kinderheiratsraten bereits deutlich zu spüren ist. Im Jahr 2020 gab es den stärksten Anstieg der Kinderheiratsraten seit 25 Jahren. Nach Angaben von World Vision hat sich die Zahl der Kinderheiraten zwischen März und Dezember 2020 in vielen Gemeinden im Vergleich zu 2019 mehr als verdoppelt.

Für den Bericht hat World Vision 15.000 Kinder und Jugendliche in vier Ländern - Äthiopien, Ghana, Simbabwe und Indien - befragt.

 

Dana Buzducea, Kinderrechtsexpertin bei World Vision: "Trotz des Versprechens der Weltgemeinschaft, die Kinderheirat bis 2030 zu beenden, gibt es nur langsame Fortschritte. Da die Pandemie die Armut und den Hunger verschärft und den Zugang zu Bildung verschlechtert hat, steigt auch das Risiko, dass Mädchen zu Kinderbräuten werden. Wieder einmal tragen Mädchen die Hauptlast der Krise. Viele werden ihrer Bildung beraubt und gezwungen, Männer zu heiraten, die teilweise doppelt so alt sind wie sie.“

 

 Der World Vision-Bericht zeigt, dass der Anstieg der Kinderheiratsraten bereits deutlich zu spüren ist. Im Jahr 2020 gab es den stärksten Anstieg der Kinderheiratsraten seit 25 Jahren.

Deutlich werden auch die Auswirkungen von Schulschließungen auf den Anstieg der Kinderheiratsraten. So zeigt der Bericht, dass Kinder, die derzeit nicht zur Schule gehen, mit 3,4-mal höherer Wahrscheinlichkeit verheiratet wurden als ihre Altersgenossen, die noch zur Schule gehen können. 

 

 

Dana Buzducea: "Weltweit verpassen fünf Millionen Mädchen im Grund- und Sekundarschulalter aufgrund von COVID-19 möglicherweise eine Ausbildung. Diese Mädchen sind einem hohen Risiko der Kinderheirat ausgesetzt. Die Regierungen auf der ganzen Welt, die sich auf die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 konzentrieren, müssen auch dem Schutz der weltweit am stärksten gefährdeten Kinder Vorrang einräumen, die von den Nachwehen der Pandemie bedroht sind. Wir können nicht zulassen, dass Millionen von Kindern zur Kinderheirat gezwungen werden. Wir müssen jetzt handeln, um dies zu verhindern.“


Zwei Jahre nach der türkischen Invasion (9.10.): Die ethnische und religiöse Vielfalt der Region ist zerstört

  • Ethnische und religiöse Vielfalt der Region zerstört
  • Über 1.000 nicht-muslimische Familien vertrieben
  • Weitere Angriffe und Vertreibungen zu befürchten

(Göttingen/gfbv) - Nahezu alle Angehörigen ethnischer und religiöser Minderheiten haben die nordsyrische Stadt Serekaniye (arabisch: Ras al Ain) und die umliegenden Dörfer verlassen. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die Türkei dieses Ziel zwei Jahre nach ihrem völkerrechtswidrigen Angriff auf die Region am 9. Oktober 2019 inzwischen erreicht. Sämtliche yezidischen und christlich-orthodoxen Familien mussten vor der Gewalt der türkischen Armee und ihrer islamistischen Verbündeten fliehen, Frauen ohne Kopftuch sind im öffentlichen Leben nicht mehr sichtbar. „Der türkische Präsident Erdogan hat in Nordsyrien Fakten geschaffen, die mit jedem weiteren Tag der Besatzung schwerer umzukehren sind“, berichtet GfbV-Nahostexperte Dr. Kamal Sido. „Die ethnische und religiöse Vielfalt der Region ist bis auf Weiteres zerstört. Es ist fraglich, ob sie jemals zurückkehren wird.“ Daten der GfbV zufolge lebten bis zur Invasion vor zwei Jahren 1.000 yezidische, 60 syrisch-orthodoxe, 20 armenisch-katholische und fünf armenisch-orthodoxe Familien in Serekaniye und den umliegenden Dörfern.

Weil die Türkei für ihre zynisch benannte „Operation Friedensquell“ fast keinen internationalen Gegenwind gespürt habe, fühle sie sich in ihrem aggressiven Gebaren bestärkt. Erdogan habe während dieser Operation gelernt, dass er sich international alles erlauben kann. „Die Hoffnung, dass der neue US-Präsident Biden auf die Weltbühne zurückkehren und ihren Nato-Verbündeten zur Ordnung rufen wird, hat sich nicht erfüllt“, erklärt Sido. „Die neue Führung in Washington hat andere außenpolitische Prioritäten. Auch aus Europa muss Erdogan keine Kritik fürchten, solange er die EU mit syrischen Geflüchteten erpressen kann.“ 

Während hunderttausende kurdische, arabische, assyrisch/aramäische, armenische, christliche und yezidische Vertriebene immer noch in Zelten in der Provinz Al Hasakeh im Nordosten Syriens leben oder das Land Richtung Europe bereits verlassen haben, festigt die Türkei ihre Position in den besetzten Gebieten, indem sie dort radikale sunnitische Muslime ansiedelt. Nun nehme die Türkei den Rest der Provinz Al Hasakeh in den Blick. „Die Türkei möchte auch diesen letzten multiethnischen und multireligiösen Teil Syriens erobern und wieder hunderttausende Menschen vertreiben“, so Sido. „Das Trinkwasser, dessen Quellen im heute besetzten Serekaniye liegen, setzt er bereits als Waffe ein, indem er es gezielt zurückhält: Über 200.000 Menschen müssen in der Provinz ohne sauberes Trinkwasser auskommen.“ Nach inoffiziellen Statistiken lebten in der Provinz Al Hasakeh bis zu Beginn des syrischen Bürgerkrieges etwa 120.000 Menschen christlichen Glaubens. 

Vertriebene aus Serekaniye starten am 8. Oktober die Social Media-Kampagne #2YearsSereKaniyeStopErdogan.

 

Am 9. Oktober finden an verschiedenen Orten Mahnwachen statt, unter anderem um 12 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin.


Diakonie Katastrophenhilfe zur Hilfskonferenz für Afghanistan

„Wir sind bereit zu helfen“

 

Afghanistan * Hilfskonferenz * humanitäre Hilfe

 

(Berlin/dw) - In Afghanistan sind mindestens 14 Millionen Menschen angesichts einer sich drastisch verschärfenden Hungerkrise auf internationale Hilfe angewiesen.

 

Zur Hilfskonferenz der Vereinten Nationen für Afghanistan, die heute in Genf stattfindet, erklärt die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Dagmar Pruin:

 

„Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, die Augen vor der Not der Menschen in Afghanistan nicht zu verschließen. Der weitaus größte Teil der Bevölkerung hat keine Möglichkeit, das Land zu verlassen. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist bereit zu helfen. Dafür brauchen wir als Hilfsorganisation jedoch Sicherheiten und Handlungsfreiheit. Humanitäre Hilfsprogramme dürfen nicht an Bedingungen geknüpft werden, ausschlaggebend ist allein die Bedürftigkeit der Menschen.

 

Wir erwarten von den neuen Machthabern Sicherheitsgarantien, die den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleisten. Zudem muss garantiert werden, dass ins Land gelangende Finanzmittel nur für die geplanten humanitären Zwecke eingesetzt werden. Da aktuell keine Überweisungen nach Afghanistan möglich sind, müssen dringend sichere Finanzkanäle geöffnet werden. Angesichts vieler Unwägbarkeiten im Land muss finanzielle Förderung für Hilfsorganisationen von staatlicher Seite mit größtmöglicher Flexibilität gewährt werden.“

 

 

Hintergrund:

 

In großen Teilen Afghanistans herrscht eine anhaltende Dürre, die bereits zu massivem Hunger geführt hat. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass fast die Hälfte der 38 Millionen Menschen in Afghanistan auf humanitäre Hilfe angewiesen ist. Die Handelswege sind eingeschränkt, Grenzen geschlossen. Die Landeswährung hat stark an Wert verloren. Die Preise für Grundnahrungsmittel steigen. Schätzungen zufolge wurden durch Dürre und Konflikt allein im Jahr 2021 mehr als 600.000 Menschen innerhalb des Landes vertrieben.


Christliche Gemeinschaften im Irak: Bangen um die ungewisse Zukunft

 

Christliche Gemeinschaften im Irak:

  • Minderheiten sehen ihre wenigen verbleibenden Rechte bedroht
  • Staatliche Sicherheitskräfte haben über weite Teile des Landes keine Kontrolle
  • Islamistische Milizen bereichern sich am Eigentum christlicher Familien

(Göttingen/gfbv) - Während in Deutschland und anderen NATO-Ländern über die Folgen der afghanischen Katastrophe und über ein Erstarken des radikalen Islam diskutiert wird, bangen die christlichen Gemeinschaften und andere religiöse Minderheiten im Nahen Osten um ihre Zukunft. Auch die symbolisch wichtigen Besuche des Papstes und des französischen Präsidenten hätten die existenziellen Sorgen der christlichen Gemeinschaften in der nordirakischen Metropole Mossul kaum lindern können, wie der Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Dr. Kamal Sido, heute in Göttingen berichtet:  „Christliche und andere ethnische und religiöse Minderheiten wären mit dem Status einer Minderheit in heute mehrheitlich muslimischen Gesellschaften zufrieden, wenn ihre Rechte gesichert wären. Die Minderheiten sowie Frauen aller Ethnien werden aber bereits benachteiligt und sehen ihre wenigen verbliebenen Rechte gefährdet.“ 

Sowohl radikal-sunnitische als auch radikal-schiitische Milizen bedrohten das Überleben christlicher, yezidischer und anderer Minderheiten im Irak. „In einigen Gegenden von Mossul haben nur die Milizen das Sagen. Die staatlichen Sicherheitskräfte sind nicht Willens oder nicht in der Lage, diese Menschen zu schützen“, so Sido. „Ohne das Gefühl, in ihrer Heimat sicher zu sein, werden die wenigen noch dort lebenden christlichen Gläubigen auf Dauer nicht bleiben.“ In einigen Stadtteilen von Mossul und einigen Regionen der Provinz Ninawa hätten die Milizen die vollständige Kontrolle, auch über Verwaltungsentscheidungen in Bezug auf staatliche und private Grundstücke und Gebäude. Ihre Anführer bereicherten sich am Handel mit staatlichem oder privatem Eigentum, insbesondere den Immobilien, die Angehörigen von Minderheiten gehörten. 

„Im Gewerbegebiet von Bab al-Toub in Mossul werden die Immobilienpreise zum Beispiel von Milizen festgelegt. Häuser werden dann über oder unter dem tatsächlichen Wert gehandelt“, berichtet Sido. „In Bartalla, einer christlichen Ortschaft, wird ein Haus einer christlichen Familie, das etwa 100 Millionen Dinar (58.000 Euro) wert ist, für nur 30 oder 40 Millionen Dinar verkauft.“ Diese Geschäfte seien eine wichtige Finanzierungsquelle für die Milizen. Dadurch würden zudem Menschen von außerhalb angesiedelt, durch die sich die ethnische und religiöse Zusammensetzung der ursprünglich christlichen Regionen erheblich verändere. 

Die Zahl der Christen im Irak ging nach Kriegsbeginn 2003 deutlich um mehr als 50 Prozent zurück. Mindestens 1.200 Christen wurden seitdem getötet, etwa 700 davon aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit. In Mossul hat der sogenannte „Islamische Staat“ zehntausende von Häusern christlicher Familien zerstört. Dort und in der benachbarten Ninive-Ebene wurden zudem 20 der 30 Kirchen abgerissen, von denen einige bereits 1500 Jahre alt waren.

 

 


Bildung der ärmsten Kinder stärker fördern / Corona-Krise verstärkt Anreize zum Schulabbruch

World Vision: Von Fähigkeiten zum Lernen hängt die Zukunft ab

(Friedrichsdorf/wv) - Anlässlich des Internationalen Tags der Alphabetisierung (8. September), ruft die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision dazu auf, Bildung für die ärmsten Kinder deutlich stärker zu fördern. Die Anstrengungen müssten verdoppelt werden, da diese Kinder am stärksten unter den Folgen der COVID-19-Pandemie leiden. "Bildung ist nicht nur die Voraussetzung für persönlichen Erfolg, sondern auch die Grundlage für nachhaltige Entwicklung", sagt Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. "Zukunft gestalten heißt, lernenden jungen Menschen die Fähigkeiten zu geben, die sie brauchen, um ihre Chancen nutzen und Antworten für die Herausforderungen unserer Zeit mit entwickeln zu können."

Bildung für eine ganze Generation von Lernenden in Gefahr
Nach 18 Monaten der weltweiten COVID-19-Pandemie sind in 19 Ländern immer noch Schulen geschlossen, wodurch die Ausbildung von über 156 Millionen Schülerinnen und Schülern gefährdet ist. Zugänge zum Fernunterricht wurde im Laufe der Pandemie zwar verbessert; dennoch ist dieser für mindestens 500 Millionen Schüler unerreichbar, so dass sie mit erheblichen Lernverzögerungen und Benachteiligungen zu kämpfen haben. 

"Angesichts von wachsendem Hunger, Einkommensverlusten und extremer Unsicherheit sind die Anreize, die Schule abzubrechen, umso größer", so Christoph Waffenschmidt. Mehrere Millionen Mädchen und Jungen wurden infolge der Schulschließungen bereits in die Kinderarbeit gedrängt. Für geschätzt 24 Millionen Kinder und Jugendliche besteht akute Gefahr, dass sie nicht zur Schule zurückkehren. Viele von ihnen könnten durch Analphabetismus in allen Lebensbereichen von Teilhabe ausgeschlossen sein. Frühverheiratungen von Mädchen nehmen zu. "Ohne Bildung verliert eine ganze Generation ihre Hoffnung und gerät leicht in einen Teufelskreis aus Armut und Gewalt", warnt Waffenschmidt. 

Inklusive Bildungskonzepte chronisch unterfinanziert 
Mit humanitären Soforthilfen, die auch World Vision in vielen Ländern seit Beginn der Pandemie leistet, kann bereits viel dafür getan werden, den am meisten gefährdeten Kindern den Fortbestand ihrer Bildung zu sichern. So kann beispielsweise Lernmaterial, ein Radio oder ein Internetzugang zur Verfügung gestellt, Aufholunterricht finanziert oder der finanzielle Druck auf Familien reduziert werden. 

Um Ungleichheiten bei Bildungschancen abzubauen, die bereits vor der Pandemie alarmierend waren und sich nun verstärken, muss allerdings auch die Entwicklungszusammenarbeit mit größeren Ressourcen in diesem Bereich ausgestattet werden. Laut World Vision verfolgt die Globale Partnerschaft für Bildung (GPE) gute Konzepte für inklusive Bildung, die aber chronisch unterfinanziert sind. "Wenn unsere Regierung jährlich etwa 110 Millionen Euro zur Partnerschaft beisteuern und größere Kapazitäten zur Förderung im eigenen Haus aufbauen würde, könnten beispielsweise grundlegende Mängel bei der Ausbildung und Zahl des Lehrpersonals und der Ausstattung von Schulen beseitigt werden", erklärt Rosilin Bock, Bildungsreferentin bei World Vision Deutschland. Viele Schulen hätten derzeit zum Beispiel nicht einmal Strom oder eine Wasserversorgung. Auch Zugänge zu Büchern zuhause würden die Erfolgsaussichten vieler Kinder in der Schule erhöhen. Eltern bräuchten zudem oft gezielte Unterstützung und eigene Perspektiven, um den Bildungsweg aller Kinder gleichberechtigt zu fördern. 

 

Die Kinderhilfsorganisation selbst setzt einen Schwerpunkt bei der Zusammenarbeit mit Grundschulen und Eltern. Als verbindendes Element seien Leseclubs ein sehr effektiver Ansatz, um Kindern von klein auf den Erwerb von Lese- und Schreibfähigkeiten und das Lernen selbst zu erleichtern. 


Brutales Massaker an Indigenen in Nicaragua

 

  • GfbV verurteilt Mord an mindestens 13 indigenen Mayangna und Miskito
  • Grausamkeit bewusst inszeniert, jüngstes Opfer ein sechsjähriges Kind
  • Eindringlinge wollen indigene Bewohner vertreiben um Gold zu schürfen, Holz zu fällen oder Land zu rauben

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) verurteilt das brutale Massaker an mindestens 13 indigenen Mayangna und Miskito, die bei einem Überfall durch nicht-indigene Siedler starben. Örtlichen Medien und NGOs zufolge habe das Massaker am 23. August im Biosphärenreservat Bosawas nahe der Grenze zu Honduras sattgefunden. „Die Tat wurde ganz bewusst besonders grausam inszeniert. Die Leichen zeigten Anzeichen von Folter. Mehrere Frauen wurden erst vergewaltigt und dann getötet. Das jüngste Opfer war ein sechsjähriges Kind. Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art in Nicaragua. Solange die Polizei Gewalttaten gegen Indigene nicht konsequent verfolgt, wird es auch nicht der letzte bleiben“, erklärt Regina Sonk, GfbV-Referentin für indigene Völker. „Das weitgehende Desinteresse nicht-indigener Behörden an anti-indigener Gewalt ermutigt weitere Vergehen.“ Dieses Phänomen zeige sich nicht nur in Nicaragua, sondern in weiten Teilen Südamerikas.

Das Massaker ereignete sich zwischen 19 und 21 Uhr auf dem Kiwakumbaih, einem Hügel, der eine heilige Stätte und zugleich traditionelles Jagd- und Fischereigebiet ist". „Unüberhörbar ist das Schweigen der Polizei zu diesem Massaker, das die Hinterbliebenen zusätzlich traumatisiert“, kritisiert Sonk. „Sie bekommen vermittelt, dass ihr Leid keine Rolle spielt. Denn hier geht es nicht nur um das Eindringen in Naturschutzgebiete und indigene Territorien, sondern um mutmaßlich geplante Hinrichtungen. Die Politik muss solche Vergehen endlich mit angemessenen Strafen versehen und das Gesetz unmissverständlich durchzusetzen.“ 

 

Die wahrscheinlichen Gründe für das Eindringen und die Gewalt seien schließlich die gleichen, die auch indigene Gemeinschaften in anderen Teilen des Kontinentes plagen: nämlich Goldsuche, Holzfällerei und Landraub für die Agrar-Industrie.


Seit 1980 hilft Don Bosco Mondo e.V. Kindern und Jugendlichen in Not

Gemeinsam. Zukunft. Machen!

Für Straßenkinder in Sambia baut Don Bosco ein neues Wohnhaus – damit sie der Straße endgültig den Rücken kehren können. Copyright: Don Bosco Mondo e.V. /Jason Mulikita / Fairpicture
Für Straßenkinder in Sambia baut Don Bosco ein neues Wohnhaus – damit sie der Straße endgültig den Rücken kehren können. Copyright: Don Bosco Mondo e.V. /Jason Mulikita / Fairpicture

 

• In 40 Jahren 2.900 Projekte mit 230 Millionen Euro in 113 Ländern gefördert
• weltweite Hilfe für über 13 Millionen Kinder und Jugendliche in Not
• Jubiläumsaktionen unter dem Slogan „Gemeinsam. Zukunft. Machen!“

 

(Bonn/db) – Seit 1980 setzt sich die Bonner Nichtregierungsorganisation Don Bosco Mondo e.V. für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. In Afrika, Asien und Lateinamerika bekommen sie durch ganzheitliche schulische und berufliche Bildung eine neue Chance auf ein eigenständiges Leben in Würde. Im Jubiläumsjahr plus eins wird im Kinderdorf Makululu in Sambia ein neues Wohnhaus für Straßenkinder gebaut. Langjährige Wegbegleiter und Kooperationspartner würdigt der Verein mit der Aktion „40 Jahre – 40 Stimmen“.

 

Kinderdorf Makululu – eine Oase der Hoffnung
Rund 750.000 Kinder und Jugendliche arbeiten, schlafen und leben auf den Straßen der Großstädte Sambias. Auch im Slum Makululu der Stadt Kabwe. Hierhin flüchten junge Menschen vor Gewalt und Armut oder sind auf der Suche nach Arbeit. Sie besuchen keine Schule und haben kaum eine Chance, ihr Leben zu verbessern. In der größten Elendssiedlung Sambias betreiben die Projektpartner des Bonner Vereins, die Salesianer Don Boscos, ein Kinderdorf. Eine Schule, ein Jugendzentrum und zwei Wohnhäuser sind das neue Zuhause für 90 Kinder, die keine Eltern mehr haben. Nun soll hier ein weiteres Wohnhaus als erste Aufnahmestelle für zehn ehemalige Straßenkinder entstehen. Hier bekommen sie die therapeutische Betreuung und eine sichere Basis, die sie brauchen, um ihren Weg zurück ins Leben zu finden. Den Bau dieses Hauses zu finanzieren, ist das Ziel, das sich Don Bosco Mondo im Rahmen seiner Jubiläumskampagne gesetzt hat.


Gemeinsam. Zukunft. Machen!
„Dieses Wohnhaus an diesem Ort ist Sinnbild für unser Tun: Kindern am Rande der Gesellschaft ein Zuhause und damit Zukunft zu geben. Wir sind dankbar und stolz, dass wir dabei seit nun 41 Jahren auf ein stabiles Netzwerk aus Engagierten – Partnern, Gebern, Institutionen und guten Geistern – bauen können.“, skizziert Silvia Cromm, Geschäftsführung Programme & Projekte, den Kern der Jubiläumsaktion. Rund um das Motto Gemeinsam. Zukunft. Machen! werden ab dem 4. September auf der Website des Vereins sowie in den Sozialen Medien Menschen, Geschichten und Geschafftes gewürdigt. Der 4. September 1980 ist das Gründungsdatum des Vereins. Die Feierlichkeiten zum echten „runden“ Geburtstag wurden aufgrund der Corona-Pandemie und ihrer verheerenden Auswirkungen in den Projektländern auf 2021 verlegt.

 

40 Jahre – 40 Stimmen
Langjährige Wegbegleiter, Mitarbeitende und Projektpartner stehen mit ihren Antworten in der Aktion „40 Jahre – 40 Stimmen“ stellvertretend für die große Bandbreite des persönlichen Engagements und der Überzeugungen, die die Förderung der gut 2.900 Projekte in den 40 Jahren erst möglich gemacht haben.

Zu den Machern und herausragenden Persönlichkeiten gehören Jürgen von Danwitz und Manfred Peter. Für ihr langjähriges und vielseitiges Engagement wurde ihnen die Ehrenmitgliedschaft im Verein verliehen. Von Danwitz hat in den 1970er Jahren den Bau der Pfarrgemeinde St. Winfried im Bonner Regierungsviertel vorangetrieben. Er gründete 1980 den Förderverein „Jugend Dritte Welt – Verein der Freunde und Förderer der Missionsprokur der Salesianer Don Boscos in Bonn – Verein der Freunde St. Winfrieds“ mit, der seit 2012 unter dem Namen Don Bosco Mondo e.V. arbeitet. Bis heute ist er aktiver Beisitzer im Vorstand, dessen Vorsitz er lange Jahre innehatte. Manfred Peter begleitet den Verein seit 2003 als Vorstandsmitglied und Schatzmeister.

 

Seit 1980 setzt sich der Bonner Verein zusammen mit den Projektpartnern, den Salesianern Don Boscos und den Don Bosco Schwestern, für Straßenkinder, ehemalige Kindersoldaten, Waisen und Kinderarbeiter ein. Zahlreiche Kooperationspartner und Engagierte in Deutschland unterstützen den Verein und schaffen so die finanziellen Ressourcen, um die Arbeit der Projektpartner vor Ort zu realisieren. Dazu gehören private Spendende, institutionelle Förderer, staatliche Geber, Vereine, Stiftungen, Kammern, Verbände und Unternehmen. So konnten bis heute 2.900 Projekte in 113 Ländern realisiert werden. Mehr als 13 Millionen Kinder und Jugendliche wurden dadurch Chancen für ein neues, selbstbestimmtes Leben eröffnet.

 

 

Über Don Bosco Mondo e.V.: www.don-bosco-mondo.de/


Über die Jubiläumskampagne Gemeinsam. Zukunft. Machen!: https://www.don-bosco-mondo.de/gemeinsam-zukunft-machen


VATIKAN - Papst bittet um Gebet und Fasten für Afghanistan: Italienische Ordensgemeinschaften zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit

(Vatikanstadt/(Fides) - Papst Franziskus erinnerte nach dem traditionellen Mittagsgebet am gestrigen Sonntag, den 29. August, in seiner Ansprache an die auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen an die Menschen in Afghanistan: „Ich verfolge die Lage in Afghanistan mit großer Sorge", so der Papst wörtlich „Und ich teile das Leid derjenigen, die um die Menschen trauern, die bei den Selbstmordattentaten am vergangenen Donnerstag ihr Leben verloren haben, und derjenigen, die Hilfe und Schutz suchen. Ich empfehle die Verstorbenen der Barmherzigkeit des allmächtigen Gottes und danke allen, die sich für die Menschen einsetzen, die so schwer getroffen wurden, insbesondere für die Frauen und Kinder. Ich bitte alle, den Bedürftigen weiterhin zu helfen und dafür zu beten, dass Dialog und Solidarität zu einem friedlichen und geschwisterlichen Zusammenleben führen und Hoffnung für die Zukunft des Landes geben."

„In historischen Momenten wie diesen können wir nicht gleichgültig bleiben, das lehrt uns die Geschichte der Kirche", fuhr der Papst fort. „Als Christen sind wir in dieser Situation in der Pflicht. Deshalb appelliere ich an alle, das Gebet zu intensivieren und zu fasten. Gebet und Fasten, Gebet und Buße: Jetzt ist es an der Zeit, dies zu tun. Ich meine es ernst: Intensivieren Sie das Gebet und üben Sie das Fasten und bitten Sie den Herrn um Gnade und Vergebung."

Pater Matteo Sanavio von der Kongregation der Rogationisten und Generalrat für den Dienst der Nächstenliebe und der Mission, der auch der kongregationenübergreifenden Vereinigung "Pro Bambini di Kabul" (PBK) vorsteht, die seit 2006 in Afghanistan tätig ist, erklärt dazu gegenüber Fides: "Wir schließen uns der Botschaft des Papstes von ganzem Herzen an. Wir fühlen uns zutiefst aufgefordert, für Afghanistan zu beten und unsere Ressourcen und Energie für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Heute nehmen wir mit Trauer und Sorge das große Leid des afghanischen Volkes zur Kenntnis. Das Land braucht Frieden und Barmherzigkeit“.

Sein Verein, so der Priester, betreibe in der afghanischen Hauptstadt das Tageszentrum "Pro Bambini di Kabul", das etwa 50 behinderte Kinder betreut. Das Zentrum wurde von Missionaren verschiedener Kongregationen (die inzwischen das Land verlassen haben) und einer großen Gruppe von Mitarbeitern und einheimischem Personal betrieben, die dank der vom italienischen Außenministerium organisierten Luftbrücke ebenfalls ins Ausland gelangen konnten. Das Zentrum ist jetzt geschlossen. "Die in Italien aus Afghanistan ankommenden Menschen werden von verschiedenen Ordensgemeinschafen in ganz Italien aufgenommen, die ihre Bereitschaft erklärt haben. Hinzu kommen 14 schwerbehinderte Kinder, die von der Missionarinnen der Nächstenliebe in Kabul betreut wurden. Sie sind inzwischen auch in Italien bei den Schwestern, die sie adoptiert haben. Sie sind die Ärmsten der Armen und die Schwächsten, die Ausgestoßenen. Hier werden sie Herzen und Arme finden, die bereit sind, sie aufzunehmen, sich um sie zu kümmern und sie zu lieben".