Nachrichten aus aller Welt

10.05.2019

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle


FIDES-NEWS - 10.05.2019

AFRIKA/KENIA - Erzbischof Muheria beklagt “grausame” Gewalt

 

Nairobi (Fides) - „Morde, Korruption, Abtreibungen. Sie gehören zu den Nachrichten, über die die lokalen Medien regelmäßig berichten. Das sind grausame Werke des Bösen", so Erzbischof Anthony Muheria von Nyeri in Kenia, in seiner Osterbotschaft. "Insbesondere in den letzten Tagen hat die Nachricht grausamen Morden zwischen Paaren, Brüdern und sogar Freunden große Trauer verursacht. Wir können die grausamsten Taten als bestialisch bezeichnen, wen der Mensch seine Menschlichkeit verloren hat und schlimmer geworden ist als ein Tier."
Gewalt gegen Frauen ist in Kenia ist zu einem so ernsten Problem geworden, dass eine Gruppe von Aktivistinnen im Februar eine Petition an Präsident Uhuru Kenyatta überreichte, in der dieser aufgefordert wurde, sie als "nationale Katastrophe" zu bezeichnen. Einer der grausamsten Morde, die das Land in jüngster Vergangenheit erschütterten, ist der an einer Medizinstudentin im sechsten Jahr des Moi Teachging and Referral Hospital in Eldoret, die am vergangenen 9. April in der Nähe des Krankenhauses von einem 28-jähriger Mann mit einer Axt getötet wurde.
Eine weitere soziale Plage, die der Erzbischof anprangert, ist die Verbreitung von Glücksspielen. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2017 gibt es in Kenia die meisten jungen Menschen in Afrika südlich der Sahara im Alter zwischen 17 und 35 Jahren, die regelmäßig spielen.
Abschließend forderte Erzbischof Muheria die Christen auf, „mutig den auferstandenen Herrn zu verkünden und zu zeigen, dass sie jeden Aspekt ihres Glaubens im Zeichen von guten Taten und Umkehr leben können“ und wünscht, dass Kriminelle Hilfe bei der Korrektur der eigenen Fehler erhalten.

 

 

 

ASIEN/MALAYSIA - “Christen leisten einen Beitrag zum Gemeinwohl”

 

Kuala Lumpur (Fides) - "Die Kirche in Malaysia leistet einen Beitrag zum Gemeinwohl der Nation", so Erzbischof Julian Leow von Kuala Lumpur, der kurzem für weitere zwei Jahren von 2019 bis 2021 im Amt des Vorsitzenden der ökumenischen Föderation der Christen in Malaysia (CFM) bestätigt wurde.
"Während der letzten 61 Jahre die Regierung von derselben Partei geleitet wurde“, so der Erzbischof, „befinden wir uns nun in einer neuen Ära mit einer neuen Regierung. Den Wechsel einer Regierung, die seit der Unabhängigkeit an der Macht war, hatten viele Menschen nicht erwartet und es ist wie ein Hauch frischer Luft für das Land und der Beginn einer neuen Hoffnung". Der Erzbischof erklärt: "Auch wir als Christen haben eine unterstützende Rolle beim Aufbau der Nation und sind aufgerufen, unsere Zukunftsvision mitzuteilen."
"Wir müssen die Stimme des Gewissens sein“, fordert Erzbischof Leow, „eine Stimme, die die Regierung ständig an das Versprechen erinnert, die Religionsfreiheit zu fördern, einen ständigen Dialog mit allen Religionsvertretern zu führen und das Interesse der christlichen Schulen zu wahren, die wichtig für die Bildung der neuen Generationen und für den Aufbau der Nation sind. Wir müssen die neue Regierung an die Aufgabe erinnern, für alle Komponenten multiethnischen, multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft in Malaysia zu arbeiten und zu gegenseitigem Respekt beizutragen“.
Der Erzbischof weist darauf hin, dass "christliche Führer die Türen für den Dialog und das Engagement mit Muslimen öffnen können, indem sie die Mauern, die uns trennen, niederreißen und als Brückenbauer und Friedensarbeiter fungieren". Man werde, so der Erzbischof, auch mit unter Vertretern des Buddhismus, Hinduismus, Sikhismus und Taoismus zusammenarbeiten, um mit Unterstützung der Behörden einem inklusiven Geist unter Achtung der Verfassung und auf der Grundlage der Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit zu fördern.
Malaysia ist ein Land mit muslimischer Mehrheit, das auf säkularen Prinzipien beruht. Trotzdem kam es in den vergangenen 55 Jahren seit der Unabhängigkeit zu einem schrittweisen Islamisierungsprozess. Christen leben in Malaysia in der Minderheit und machen rund 9,2% der Bevölkerung aus (Volkszählung 2010). Zwei Drittel der 2,6 Millionen Christen leben im Osten Malaysias in den Provinzen Sabah und Sarawak (auf der Insel Borneo), wo sie 30% der Bevölkerung ausmachen.
 

 

ASIEN/LIBANON - Präsident Aoun empfängt Delegierte und Partner des Rates der Kirchen im Nahen Osten

 

Beirut (Libano) – Der Libanon habe eine besondere Berufung, wenn es darum geht, den Dialog zwischen den Kulturen und deren Begegnung zu fördern, da die Geschichte das Land zu mehr als nur zu einem Scheideweg zwischen Okzident und Orient gemacht habe. Dies bekräftigte der libanesische Präsident Michel Aoun, der heute im Präsidentenpalast eine große Gruppe von Delegierten und Partnern des Rates der Kirchen im Nahen Osten (Middle East Council of Churches, MECC) zum Abschluss ihres Treffens (7. bis 9. Mai im Evangelischen Zentrum Dhour Chweir-Ain El Qassis in Beirut) empfing.
In diesem Jahr befassten die Teilnehmer des Treffens sich mit der Notwendigkeit, politische Prozesse zu unterstützen, die auf die Anerkennung, den Schutz und die Förderung der Menschenwürde abzielen. "Heute mehr denn je", schrieb der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako in einer Botschaft an die Delegierten, "müssen die Kirchen im Osten ihre Vision vereinheitlichen".
Während der vom Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke und maronitischen Priester Rouphael Zgheib moderierten Arbeitssitzung betonte der Präsident der Evangelischen Union, Reverend Habib Badr, das Christen sind aufgerufen sin, "in die Hölle des menschlichen Leidens, des Krieges, der Armut und der Krankheit hinabzusteigen, um die Würde jedes Menschen auch in diesen Kontexten zu erkennen und zu bekräftigen“. Während Ziad El Sayegh, der beim MECC für Politik und Kommunikation zuständig ist, bekräftigte, dass die christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten aufgerufen seien, die irreführenden Dialektik zwischen "Minderheiten" und "Mehrheiten" zu überwinden.
Derzeit ist die libanesische Professorin Souraya Bechealany, eine maronitische Christin, Generalsekretärin des Rates der Kirchen des Nahen Ostens. Sie erinnerte in ihrem Beitrag auch den Umstrukturierungsprozess in den Abteilungen des MECC mit der Schaffung und Einführung der theologisch-ökumenischen Abteilung und der Abteilung für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Frau Professor Souraya Bechealany lehrt Theologie an der Université Saint-Joseph in Beirut.
Der 1974 in Nikosia gegründete Rat der Kirchen des Nahen Ostens mit Sitz in Beirut soll die Konvergenz der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten zu Themen von gemeinsamem Interesse fördern und die Überwindung konfessioneller Kontraste fördern.
 

 

AMERIKA/BOLIVIEN - Botschaft der Bischöfe zur Lage des Landes: „Auferstehung möge ein neues Licht auf unsere Realität werfen“

 

Cochabamba (Fides) – "Indem er ihnen erscheint ermutigt der Herr Jesus Christus Jünger, wie uns der Evangelist Johannes berichtet, ihre Netze trotz der Sinnlosigkeit ihrer Arbeit wieder zu auswerfen. Der Auferstandene lädt uns heute ein, die Netze trotz unserer Müdigkeit wieder auszuwerfen", mit diesem Vergleich beginnt die Botschaft an das Volk Gottes, die bolivischen Bischöfe am Ende ihrer Vollversammlung veröffentlichen.
In ihrer Botschaft erinnern die Bischöfe zunächst an die Missstände im Land und stellen einen gewissen „Leidensdruck und Frustration“ im Hinblick auf folgende Themen fest: Korruption in all ihren Erscheinungsformen, Drogenhandel und die Drogensucht, Gewalt, Kindesmisshandlungen, Feminizide, Ungerechtigkeit, Wirtschaftskrise, Armut und Marginalisierung.
Mit Bezug auf die Eröffnungsansprache des Vorsitzenden der Bischofskonferenz wird in der Schlussbotschaft unterstrichen, dass "die Fürsorge für das gemeinsame Haus" eine der Herausforderungen für den heutigen Menschen ist, „weshalb es nicht an pastoralen Engagement fehlen darf". Papst Franziskus rufe mit der Einberufung einer Amazonas-Synode zu „ökologischer Bekehrung und Umweltgerechtigkeit“ auf, so die Bischöfe. "Kleine Gesten der Fürsorge für die Natur werden dazu beitragen, ein größeres Bewusstsein dafür zu schaffen, dass unser Leben eng mit der Umwelt verbunden ist, die uns umgibt und mit dem gemeinsamen Haus das Gott uns geschenkt hat, und dass wir eine Politik fördern müssen, die Fürsorge und Umweltschutz zum Wohle aller und der künftiger Generationen begünstigt“.
Den sexuellen Missbrauch an Minderjährigen bezeichnen die Bischöfe als „eine offene Wunde" und bekräftigen das eigene Engagement "für den Schutz des Lebens in allen seinen Phasen und für den Schutz der Schwächsten" und insbesondere "für den Schutz von Minderjährigen“. Mit Blick auf die Wahlen sei es notwendig, dass "die Bürger die von den Kandidaten vorgeschlagenen politischen Programme kennen". Die Bischöfe fordern in diesem Zusammenhang einen friedlichen Wahlkampf mit gleichen Chancen für alle Kandidaten. "Die Kontrolle oder Manipulation von Stimmen“ sei inakzeptabel und „nur echte Freiheit ohne Druck kann die tatsächliche Ausübung der Menschenrechte gewährleisten. Und nur eine echte Demokratie legitimiert die Regierung, wenn diese aus einem transparenten Wahlprozess und der unantastbaren Achtung der Entscheidung des souveränen Volkes hervorgeht".
Abschließend wenden sich die Bischöfe an die Jugendlichen: "Kämpft für das Gemeinwohl, seid Diener der Armen, Protagonisten einer Revolution der Nächstenliebe … damit ihre den Krankheiten des Konsums und des oberflächlichen Individualismus widersteht und euch nicht von gefährlichen Ideologien und von der Kultur der Verschwendung infizieren lasst“, so die Bischöfe.
Die Botschaft schließt mit der Hoffnung, dass "die Auferstehung des Herrn, die ein neues Licht auf diese Realitäten wirft und es uns ermöglicht, Leben und Gnade anzunehmen, uns für die Hoffnung zu öffnen und uns Kraft gibt, um Situationen des Leidens und des Todes zu begegnen “.
 

 

AMERIKA/PERU - Caritasprojekte fördern Wiederaufbau und Nachhaltigkeit

 

Lima (Fides) - Zwei Jahre nach der durch das Umweltphänomen "El Niño" verursachten Katastrophe mit Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen, die Tausende von Opfern forderten, gibt es für die Bauern in Callahuanca und Barbablanca in Huarochiri (nördlich von Lima) erste Früchte des Wiederaufbaus ernten. Rund 50 Kleinbauern, die Teil des von der Caritas von Peru geförderten Projekts "DAR Callahuanca" sind, veranstalten am 27. und 28. April in Callahuanca das "Chirimoya Fest".
Der Chirimoya ist ein Obstbaum aus der Familie der Annonengewäschse, die ursprünglich aus dem peruanischen Andenhochland stammt und auch in Ecuador, Kolumbien, Bolivien, Chile, Kalifornien, Florida, Südafrika und einigen Mittelmeerländern wächst.
"Wir arbeiten intensiv an der Verbesserung der Qualität des Produkts und wollen ein neues Produkt, den Chirimoya-Nektar, auf den Markt bringen", so Santiago Pardo, Leiter des DAR Callahuanca-Projekts. "Das Ziel, das wir zu erreichen versuchen, ist die Nachhaltigkeit, so dass die Produzenten beginnen, direkt mit den Kunden zu verhandeln. Als nächstes bringen wir den Chirimoya-Nektar auf den regionalen und nationalen Markt", fügt er hinzu.
"Dank des Projekts haben wir bessere Früchte und damit Nektar. Diese Zusammenarbeit ermöglicht uns die Caritas. Ich mag diese Initiative sehr, weil sie uns lehrt, bessere Chirimoya-Qualität zu produzieren", so Jessica Villanueva Fuentes, eine Mitarbeiterin des Projekts.
Doch dies ist nicht das einzige Projekt dieser Art, das die Caritas in Peru fördert. In Cusco nahmen mehr als 500 indigene Familien an dem Projekt "Entwicklung der Landwirtschaft und der Umwelt zur Verbesserung der Ernährungssicherheit" teil, die den Auswirkungen des Klimawandels in der Fremdenverkehrs-Region entgegenwirken soll und seit 2016 von der spanischen Caritas unterstützt wird: Dieses Projekt verbessert auch die Lebensqualität der in extremer Armut lebenden Einwohner des Bezirks Ccatcca in der Provinz Quispicanchi durch "Aussaat und Ernte mit einer neuen Methode zur Wassernutzung, Wiederaufforstung und landwirtschaftliche Entwicklung mit dem Ziel der Ernährungssicherheit".
 

 

OZEANIEN/AUSTRALIEN - „Mission: ein Herz, viele Stimmen“: Konferenz zur Sendung der Getauften in der heutigen Welt

 Sydney (Fides) - Rund 500 Delegierte aus ganz Australien werden bei der Konferenz "Mission: Ein Herz, viele Stimmen" erwartet, die vom 13. bis 15. Mai im Vorfeld des Außerordentlichen Monat der Weltmission Oktober 2019 in Sydney stattfindet und "Catholic Mission Australia“ in Zusammenarbeit mit "Catholic Religious Australia" organisiert wird.
"Es werden drei aufregende Tage voller Freude und Überraschungen sein", schreibt Peter Gates, stellvertretender Direktor von „Catholic Mission“, in einer Mitteilung zu der Initiative. "Von Erfahrungsberichten erichten über Workshops bis hin zu Meisterkursen und Gesprächen sollen die Anwesenden zum Thema der Sendung der Kirche in der heutigen Welt herausgefordert und inspiriert werden. Es wird eine ganz besondere Erfahrung für alle sein". Die erwarteten Delegierten vertreten Diözesen, Organisationen, Institute und Einrichtungen in allen Bereichen der Seelsorge wie Bildung, Gesundheit, Altenpflege, Dienstleistungen, Jugend und Ordensleute.
"Das abwechslungsreiche Programm wird allen Teilnehmern die praktische Möglichkeit bieten, die Freude am Evangelium in ihrem eigenen Kontext zu erleben ", so Gates und der darauf hinweist, dass die Konferenz zu einem für die gesamte katholische Gemeinschaft in Australien entscheidenden Zeitpunkt stattfindet: "Wie Christen, wir müssen vertiefen, wie jeder als getaufte Person bei der Arbeit, in der Gesellschaft und im Privatleben, die eigene Mission leben kann."
Auf der Rednerliste stehen: Schwester Carol Zinn, in ihrer Eigenschaft als Geschäftsführerin der Konferenz; Bischof Paul Tighe, Sekretär des Päpstlichen Rates für Kultur; Ravina Waldren, stellvertretend für katholische Indigene aus der Erzdiözese Brisbane, und Robert Fitzgerald, stellvertretend für die australischen Regierung.
Die Konferenz soll auch auf die Plenarversammlung 2020 sein, das Treffen der australischen Ortskirchen seit 1937 und versteht sich als Moment der Reflexion über die Zukunft der katholischen Kirche in Australien.


Amnestie für Reuters-Reporter in Burma:

Freilassung bedeutet weder Gerechtigkeit, noch Pressefreiheit

 

(Göttingen/gfbv) - Im Rahmen einer präsidialen Amnestie sind heute Morgen die beiden Reuters-Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo aus der Haft entlassen worden. Sie sollten wegen ihrer Recherchen zu einem Massaker an Rohingya für sieben Jahre ins Gefängnis. Um die Pressefreiheit in Burma steht es indes schlecht: Kritische Berichterstattung macht Journalisten weiter zur Zielscheibe. Angesichts des wachsenden Drucks von Militärs, einflussreichen Unternehmen und Politikern greift Selbstzensur um sich.

 

Im Rahmen einer präsidialen Amnestie für über 6.000 Gefangene sind heute Morgen die beiden Reuters-Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo aus der Haft entlassen worden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die Freilassung der Reporter, die wegen ihrer Recherchen zu einem Massaker an Rohingya zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden waren.

 

„In die Freude über ihre Freilassung mischt sich allerdings die Sorge um Zustand der Pressefreiheit in Burma. Die beiden Journalisten haben nämlich keine wirkliche Gerechtigkeit erfahren: Kritische Berichterstattung über die Verfolgung muslimischer Rohingya oder das einflussreiche Militär macht Journalisten weiter zur Zielscheibe“, erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen.

 

Die GfbV hatte seinerzeit kritisiert, dass Wa Lone und Kyaw Soe Oo auf Grundlage eines alten Kolonialgesetzes gegen Geheimnisverrat verurteilt wurden. Auch das Berufungsverfahren hätte keine Gerechtigkeit gebracht. Friedens­nobel­preis­trägerin und Staatsrätin Aung San Suu Kyi hatte das skandalöse Urteil sogar öffentlich gerechtfertigt.

 

 „Journalisten in Burma beklagen schon länger mangelnden Zugang zu Krisenregionen wie dem Nördlichen Rakhine-Staat oder dem Kachin-Staat“, ergänzt Delius. „Militärs oder buddhistische Nationalisten erstatten regelmäßig Anzeigen gegen kritische Journalisten, um sie einzuschüchtern. Es kommt auch zu tätlichen Angriffen.“ So wurden im Februar 2019 zwei Reporter des Myitkyina News Journal im Kachin-Staat von Mitarbeitern eines Bergbau-Unternehmens tätlich angegriffen und festgesetzt, weil sich die Firma über deren kritische Berichterstattung geärgert hatte. Angesichts des wachsenden Drucks von Militärs, einflussreichen Unternehmen und Politikern greife Selbstzensur um sich.

 

Die beiden befreiten Journalisten waren erst kürzlich für ihre Recherchen von der Weltkulturorganisation UNESCO mit einem Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet worden. Den Pulitzer-Preis hatten sie im April erhalten.

 


World Vision nach Zyklon Fani im Einsatz

Sicherheitsvorkehrungen in Indien haben funktioniert

 

(Friedrichsdorf/Odisha/wv) – Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision unterstützt nach dem Zyklon Fani 20.000 Familien in Indien mit Hilfsgütern. Der tropische Sturm hatte im Bundesstaat Odisha schwere Schäden verursacht. Bis zu drei Millionen Menschen sind von den Auswirkungen des Sturms betroffen.

 

Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf 42 gestiegen. Dass nicht viel mehr Menschen ums Leben gekommen sind, führt die Organisation auf erfolgreiche Evakuierungs- und Notfalltrainings zurück, die World Vision in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Bevölkerung auf die Beine gestellt hat.

 

„Bei dem Super-Zyklon 1999 kamen über 10.000 Menschen in Odisha ums Leben. Danach haben wir verstärkt in der jetzt auch von Zyklon Fani betroffenen Gegend gearbeitet“, erklärte der Landeschef von World Vision in Indien, Cherian Thomas. In den vergangenen Jahren hatte World Vision mit der Bevölkerung in der Gegend Sicherheitspläne entworfen und unter anderem Kommunikationsketten für den Notfall entwickelt. „Dabei arbeiten wir eng mit der Regierung zusammen“, so Thomas.

 

Etwa 1,2 Millionen Menschen waren evakuiert worden, bevor Zyklon Fani auf Land traf. Die Menschen wurden in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden untergebracht.

 

Dennoch hat Fani für schwere Verwüstungen gesorgt. Häuser wurden zerstört, Infrastruktur beschädigt und Ackerflächen weggespült. Auch wurden viele Nutztiere getötet. World Vision wird deshalb in den kommenden drei Monaten Hilfsgüter wie Materialien zum Bau von Unterkünften und Nahrungsmittel verteilen.

 

Auf seinem Weg durch Indien nach Bangladesch hatte sich Fani deutlich abgeschwächt. Die Windgeschwindigkeiten sanken von über 200 km/h auf unter 100 km/h. Die befürchteten Zerstörungen sind nach ersten Informationen aus Bangladesch auch deshalb ausgeblieben. In Cox`s Bazar, dem größten Flüchtlingslager der Welt mit 900.000 geflüchteten Menschen aus Myanmar, hatte World Vision ebenfalls umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Unter anderem errichteten Helfer und Geflüchtete gemeinsam 10 Schutzhäuser für Wirbelstürme. Kinderschutzzentren wurden mit Erste-Hilfe-Sets ausgestattet und Schutztrainings für Familien organisiert.


Situation für Kinder katastrophal / SOS-Kinderdörfer weiten Hilfe aus

Burkina Faso im Strudel der Gewalt

 

(München/sos) - Jungen werden von bewaffneten Milizen als Kindersoldaten rekrutiert, Mädchen Opfer von sexueller Gewalt - "die Situation der Kinder in Burkina Faso ist verzweifelt", berichtet Madougou Mamoudou, Nothilfekoordinator der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer in West- und Zentralafrika aus der Region.

 

Kaum beachtet von der internationalen Öffentlichkeit ist eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt vor ein paar Monaten in den Strudel der Gewalt hineingezogen worden, der die ganze Sahel-Zone schon seit Langem erfasst: In Folge von terroristischen Attacken sowie Konflikten zwischen Bauern und Viehhütern sind 135.000 Menschen im Norden und Osten des westafrikanischen Staats auf der Flucht, über eine Million Menschen auf Hilfe angewiesen - "und jeden Tag kommen Hunderte weitere hinzu", sagt Mamoudou.Vor allem die Lage der Kinder habe sich dramatisch verschlechtert. Die Folgen der Gewalt bedrohten sie in allen Lebensbereichen: "An über 1.000 Schulen wird nicht mehr unterrichtet, Krankenstationen wurden geschlossen, Familien auf der Flucht vor der Gewalt auseinandergerissen", sagt Mamoudou. "Die Kinder sind mannigfachen Bedrohungen ausgesetzt. Mädchen werden zum Beispiel vergewaltigt oder zwangsverheiratet, Jungen häufig als Kindersoldaten rekrutiert. Und wenn die Kinder keine Schule mehr besuchen, wird dieses Land niemals eine Chance haben, sich aus der Armut und Krise zu befreien."

 

Erschwerend für die Arbeit der SOS-Kinderdörfer sei die angespannte Sicherheitssituation. "Es gibt bereits heute große Gebiete, in die sich keine Sicherheitskräfte mehr trauen, und deshalb können auch wir Hilfsorganisationen viele Betroffene nur unter Lebensgefahr erreichen", sagt Mamoudou.

 

Trotz der großen Herausforderungen und gefährlichen Bedingungen für Helfer weiten die SOS-Kinderdörfer ihre Hilfe im Krisenstaat aus. Die Hilfsorganisation errichtet Nothilfe-Kitas für die Flüchtlingskinder und stellt Nahrung und psychosoziale Betreuung zur Verfügung. Darüber hinaus richtet SOS temporäre Notschulen ein, stellt Lernmaterial zur Verfügung und kümmert sich um die Betreuung.

 

"Wir wollen in den nächsten Monaten 1.200 Kinder unterstützen. Aber das kann nur der Anfang sein", sagt Mamoudou. "Doch von dieser Krise bekommt leider die internationale Öffentlichkeit viel zu wenig mit und es gibt viel zu wenig finanzielle Unterstützung. Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren wir eine ganze Generation an Krankheit, Armut und Gewalt."

 


missio Aachen hilft Opfern des Indien-Zyklons mit 20.000 Euro

Krisenhelfer der Kirche vor Ort unterstützt

(Aachen/missio) - „Dieser Zyklon ist für die Menschen in Indien eine furchtbare Heimsuchung, jetzt müssen alle verfügbaren Kräfte in dem Land mobilisiert und gestärkt werden, um den Betroffenen helfen zu können“, so Prälat Klaus Krämer, Präsident des katholischen Hilfswerkes missio Aachen, in seinem Spendenaufruf für die Krisenhelfer der katholischen Kirche in Indien. „Mit ihren lokalen Netzwerk vor Ort können die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sofort den Opfern helfen und sie psychologisch begleiten“, sagte Prälat Krämer. „Aber auch die kirchliche Infrastruktur selbst wurde vom Zyklon in Mitleidenschaft gezogen: Kirchen, Gemeindezentren und Schulen wurden beschädigt, so dass unsere Partner vor Ort unsere Unterstützung brauchen, um ihre Arbeit fortsetzen zu können“, so Prälat Krämer. missio stellt seinen Partnern in Indien für diese Akuthilfe 20.000 Euro zur Verfügung, damit die pastorale Arbeit fortgesetzt werden kann.

 

Die katholische Kirche in der Region Odisha setzt einen ihrer Schwerpunkte – unterstützt von missio Aachen - seit Jahren auf ihr sozial-pastorales Engagement vor allem an der Seite der Armen und gesellschaftlich Benachteiligten, die jetzt besonders von dieser Katastrophe betroffen sind.

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2017 stellt missio Aachen rund 46,2 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.161 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Schlagabtausch bei der UN über chinesische Umerziehungslager:

Westliche Vertreter trotzen chinesischer Verleumdungskampagne

Die chinesische Regierung verleumdet Menschenrechtler, die die Umerziehungslager in Xinjiang anprangern. Am gestrigen Mittwoch berichtete Dolkun Isa für die GfbV bei den Vereinten Nationen in New York über das Schicksal von über 1,5 Millionen Uiguren, Kasachen und Kirgisen, die von der chinesischen Regierung willkürlich in Umerziehungslager verschleppt und dort einer systematischen Gehirnwäsche unterzogen werden. Als er seine Rede beendet hatte, stand ein Vertreter der chinesischen Regierung auf und beschimpfte ihn als Terroristen. Vertreter Deutschlands und der USA widersprachen.

 

(Göttingen/gfbv) - Die chinesische Regierung nutzt jede Gelegenheit, um Menschenrechtler zu verleumden, die über die Umerziehungslager in der Region Xinjiang berichten. Das war zuletzt am gestrigen Mittwoch bei den Vereinten Nationen (UN) in New York zu beobachten: „Ein Vertreter Chinas beschimpfte unser langjähriges Mitglied Dolkun Isa öffentlich als Terroristen“, erklärte Hanno Schedler, Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) für Genozidprävention und Schutzverantwortung, am Donnerstag in Göttingen. „Vertreter der deutschen und der US-amerikanischen Regierung widersprachen unmittelbar und verteidigten die Arbeit des uigurischen Menschenrechtlers.“

 

Dolkun Isa, Präsident des Weltkongresses der Uiguren, nahm für die GfbV am Permanenten Forum für Indigene Angelegenheiten (UNPFII) in New York teil. Er informierte in seiner Rede über das Schicksal von über 1,5 Millionen Uiguren, Kasachen und Kirgisen, die von der chinesischen Regierung willkürlich in Umerziehungslager verschleppt und dort einer systematischen Gehirnwäsche unterzogen werden. „Alle Aspekte der uigurischen Identität werden von der chinesischen Regierung bedroht: unsere Sprache, Geschichte, Kultur und die muslimische Religion der Uiguren. Unsere Identität droht vollständig zu verschwinden“, erklärte Isa gestern in New York.

 

Im Mai 2018 erfuhr Dolkun Isa, dass seine eigene Mutter Ayhan Memet in einem der inzwischen 1.300 Lager verstorben war. „Über zwei Jahre hatte ich ihre Stimme nicht hören können, über 20 Jahre konnte ich sie nicht treffen“, berichtete Isa. Als er seine Rede beendet hatte, stand ein Vertreter der chinesischen Regierung auf und beschimpfte Isa als Terroristen. Vertreter Deutschlands und der USA widersprachen. „Es ist sehr wichtig, dass sich die Regierungen Deutschlands und der USA auch in New York dafür einsetzen, dass die Situation in den chinesischen Lagern bei den Vereinten Nationen thematisiert wird. Ohne den Einsatz der internationalen Gemeinschaft wird die chinesische Regierung ihren kulturellen Völkermord vollenden und weiter behaupten, bei den Lagern handele es sich um Zentren zur beruflichen Weiterbildung“, warnt GfbV-Referent Schedler.

 

Die Umerziehungslager waren auch Gegenstand einer Veranstaltung beim UN-Menschenrechtsrat in Genf im März dieses Jahres. Deutschland hatte gemeinsam mit den USA, Kanada, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich einen Side Event dazu veranstaltet. Vertreter Pekings denunzierten die Veranstaltung als anti-chinesisch und versuchten, andere Staaten über diplomatischen Druck von der Teilnahme abzuhalten.

 


Rund zehn Millionen Menschen in Küstenregionen gefährdet

Neuer Zyklon Fani bedroht Nordosten Indiens und Bangladesch

 

(Neu-Delhi / Dhaka/wv) - Ein neuer Zyklon mit Namen Fani (gesprochen Foni) bedroht Gebiete im Nordosten Indiens und in Bangladesch. "Der Zyklon Fani ist der stärkste Zyklon, der seit vielen Jahren in diesem Teil der Welt registriert wurde“ sagt Fred Witteeven, Direktor von World Vision Bangladesch. „Etwa 10 Millionen Menschen leben in Küstenregionen, die voraussichtlich betroffen sein werden. Wir sorgen uns ganz besonders um die Familien und Kinder, die in tief gelegenen Gebieten leben. Dort könnten Sturzfluten und Erdrutsche große Zerstörungen anrichten und Menschenleben gefährden.“

 

Die großen Küstenstädte und -gemeinden in Bangladesch und Indien liegen auf dem Weg des Sturms, der voraussichtlich morgen im Nordosten Indiens auf Land treffen wird. Auch das Meteorologische Institut Indiens (IMD) betont, Fani sei der schwerste Sturm, der sich seit April 1976 zu dieser Jahreszeit in der Region gebildet hätte. Damals waren mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen.

 

Die Mitarbeiter der internationale Kinderhilfsorganisation World Vision in Indien und Bangladesch haben sich auf die Ankunft des Zyklons vorbereitet, um schnell Hilfe leisten zu können. Aktuell werden Tausende Menschen aus den Küstengebieten evakuiert.

 

Heftige Regenfälle werden auch im größten Flüchtlingslager der Welt, Cox’s Bazar erwartet. Mehr als 900.000 Rohingya leben in dem Lager. „Wir haben Hilfsgüter in den Lagern bereitgestellt und mit Unterstützung der Flüchtlinge wurden auch Straßen und Kanäle gebaut“, betont Meimei Leung, Leiter der Notfallhilfe bei World Vision. „Aber es leben noch viele Menschen in Häusern aus Bambus und an steilen Hängen.“

 

Die Mitarbeiter von World Vision in Bangladesch und Indien arbeiten eng mit anderen internationalen Organisationen und Regierungsbehörden zusammen und können im Notfall schnelle Hilfe leisten. "Wir sind gut gerüstet, um sofort auf die Bedürfnisse der Gemeinden zu reagieren, wenn der Zyklon Fani auf Land trifft. Notfallpläne sind erarbeitet, damit die Menschen schnell mit Hilfsgütern und dem Nötigsten versorgt werden können“, erklärt Franklin Jones, bei World Vision Indien zuständig für Katastrophenhilfe und -vorsorge. „Alle Kollegen, die in den betroffenen Projektgebieten arbeiten, sind alarmiert und die Katastrophenschutzpläne der Gemeinden wurden aktiviert.“

 

In der Region Asien-Pazifik werden die Gemeindemitglieder seit Jahren auf Katastrophen dieser Art vorbereitet, da es in dem Gebiet immer wieder zu heftigen Wetterkatastrophen kommt.


Bahai‘i im Jemen droht Hinrichtung:

Menschenrechtler fordern Freiheit für Hamed bin Haydara

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor der Hinrichtung von Hamed bin Haydara im Jemen. Ein Berufungsgericht der Huthi entscheidet heute über das Todesurteil gegen den Bahai’i, das aus religiösen Gründen ausgesprochen wurde. Weiteren 25 Mitgliedern dieser religiösen Minderheit droht im Jemen derzeit das gleiche Schicksal.

 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor der Hinrichtung eines führenden Bahai’i im Jemen. Ein Berufungsgericht der Huthi wird heute darüber entscheiden, ob das im Januar 2018 verhängte Todesurteil gegen Hamed bin Haydara aufrechterhalten wird. Der Angehörige der im Jemen verfolgten religiösen Minderheit war wegen Apostasie und angeblicher Spionage verurteilt worden. „Hamed bin Haydara wird nur aus religiösen Gründen verfolgt“, erklärt Kamal Sido, GfbV-Referent für ethnische, religiöse und nationale Minderheiten. „Die Unterdrückung der Bahai’i schürt die Gewalt im Jemen und wird eine Versöhnung langfristig erschweren.“

 

Das Urteil gilt als richtungsweisend für das Schicksal von weiteren 25 Bahai’i im Jemen, gegen die die Behörden vergleichbare Strafverfahren eingeleitet haben. Ihnen wird vorgeworfen, einer „teuflischen Sekte“ anzugehören, die dem Islam feindlich gegenüberstehe und die Sicherheit des Landes gefährde.

 

Huthi im Jemen verfolgen die Bahai’i in ihrem Herrschaftsbereich systematisch – ähnlich wie der Iran, der wichtigste Bündnispartner der Huthis. Willkürliche Verhaftungen, entwürdigende Verhöre und Folter bestimmen den Lebensalltag dieser religiösen Minderheit. Auch Hamed bin Haydara erlebte diese Verfolgung, nachdem er am 3. Dezember 2013 an seinem Arbeitsplatz festgenommen wurde. Im Kofferraum eines Autos wurde er mit verbundenen Augen und in Handschellen an einen unbekannten Ort gebracht, wo er mehrere Monate festgehalten, gefoltert und verhört wurde. Erst ein Jahr später, kurz vor seinem Gerichtsverfahren, wurde er in ein reguläres Gefängnis gebracht. Das Todesurteil eines Sondergerichtes vom 2. Januar 2018 beruht ausschließlich auf religiösen Gründen.  

 

Die Glaubensgemeinschaft der Bahai’i hat weltweit rund sieben Millionen Angehörige, davon einige tausend im Jemen. Ihre monotheistische Religion wurde im 19. Jahrhundert von Baha’ullah gegründet. Bahai’i leben vor allen in Indien, Afrika, Nord- und Südamerika und dem Iran. Obwohl sie von sich aus ein gutes Verhältnis zu anderen Religionsgemeinschaften haben, sind sie im Iran und einigen weiteren islamisch geprägten Ländern Opfer von Diskriminierung und Verfolgung.

 


Sternsinger unterstützen Neubau einer inklusiven Schule in Tansania mit 80.000 Euro

Ein Schritt raus aus der Isolation

(Aachen/kmw) - Die Sternsinger haben in der Diözese Moshi in Tansania den Neubau einer inklusiven Sekundarschule mit insgesamt 80.000 Euro unterstützt. Mit dem Geld konnten behindertengerechte Klassenräume und Sanitäranlagen errichtet werden. 450 Kinder mit und ohne Behinderung im Alter zwischen 14 und 18 Jahren können ab sofort in der Schule gemeinsam lernen. 

„Kinder mit Behinderung haben es in vielen Ländern Afrikas sehr schwer. Die Menschen glauben, dass diese Kinder eine Strafe Gottes sind oder sogar der Teufel in ihnen steckt. Deshalb verstecken die Eltern sie häufig und ketten sie sogar an, damit keiner sie zu Gesicht bekommt“, sagt Stefanie Frels, Tansania-Länderreferentin im Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘. „Eine neue inklusive Schule ist eine große Chance für die Kinder und ihre Familien, einen Schritt raus aus der Isolation zu machen und wieder Teil der Gesellschaft zu sein. Viele Eltern begreifen dann erst: Gott hat uns nicht bestraft, mein Kind ist genauso viel Wert wie jedes andere auch“, so Frels. 

Die Kinder haben vor allem körperliche Beeinträchtigungen wie verkürzte Gliedmaßen oder Gehörlosigkeit. Aufgrund ihrer Behinderung werden sie in dem ostafrikanischen Land diskriminiert und ausgegrenzt. Auch Kinder, die mit Albinismus geboren wurden, besuchen die inklusive Schule in der Diözese Moshi. Ihr Leben ist in Tansania besonders gefährdet, da man ihren Körperteilen magische Kräfte nachsagt und sie dafür ermordet oder verstümmelt werden. 

In der neuen Schule unterrichten speziell geschulte Lehrer die Mädchen und Jungen. Die Lehrkräfte beherrschen beispielsweise die Gebärdensprache, um bestmöglich auf die Kinder eingehen zu können. Neben dem Unterricht wird in der Schule Aufklärungsarbeit für die Eltern geleistet. Sie sollen verstehen, dass Kinder mit Behinderung keine Schande sind und Begabungen und Fähigkeiten besitzen wie jedes andere Kind. 

An der Seite von Kindern mit Behinderung
Das Schicksal von Kindern mit Behinderung stand auch im Mittelpunkt der vergangenen Aktion Dreikönigssingen 2019. Unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“ stellten sich die Träger der Aktion – das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – an die Seite von Kindern mit Behinderung. Peru war das Beispielland der 61. Aktion Dreikönigssingen. 

Für Kinder in mehr als 100 Ländern
In mehr als 100 Ländern setzt sich das Kindermissionswerk gemeinsam mit seinen Partnern für die Rechte von Kindern ein. Zentrale Forderungen dabei sind: Jedes Kind hat ein Recht auf einen Namen, auf eine gute Gesundheit, auf Bildung, auf Schutz vor Gewalt, auf Spiel und Freizeit, auf eine gesunde Ernährung, auf ein sicheres Zuhause, auf Schutz vor Ausbeutung und auf eine besondere Förderung bei einer Behinderung. Rund 2.200 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt.

Hintergrund: Tansania - eines der ärmsten Länder der Welt
Die Vereinigte Republik Tansania ist ein Küstenstaat in Ostafrika, Hauptstadt ist Dodoma. Mit einer Gesamtfläche von rund 947.300 Quadratkilometern ist das Land am Indischen Ozean gut zweieinhalbmal so groß wie Deutschland. Tansania zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, die Lebenserwartung der Menschen liegt bei 61,5 Jahren. Von den rund 57 Millionen Einwohnern ist knapp die Hälfte jünger als 15 Jahre. 

Die Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden: 
Pax-Bank eG
Stichwort: Kinder in Not
IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31
BIC: GENODED1PAX

 


Syrische Christen erwarten mehr Einsatz von Kirchen in Deutschland ist

Kein Lebenszeichen von verschleppten Bischöfen

(Göttingen/gfbv) - Zu Ostern erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker an das Schicksal zweier Bischöfe, die am 22. April 2013 im Norden Syriens verschleppt wurden. Nach sechs Jahren bangen Wartens fehlt noch immer jedes Lebenszeichen vom Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche, Mor Gregorius Yohanna Ibrahim, und dem Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Boulos Yazigi. Die großen Kirchen und die Bundesregierung müssen Druck auf lokale Kräfte ausüben, den Verbleib der beiden Bischöfe aufzuklären. Auch sollten sie sich mehr für die zunehmend bedrängten christlichen Gemeinschaften in Syrien, im Irak und in der Türkei einsetzen.

 

Zu Ostern erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an das Schiksal zweier Bischöfe, die am 22. April 2013 im Norden Syriens verschleppt wurden. „Nach sechs Jahren bangen Wartens gibt es noch immer kein Lebenszeichen vom Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche, Mor Gregorius Yohanna Ibrahim, und dem Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Boulos Yazigi“, berichtete GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. „Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, die hohen Würdenträger lebend wiederzusehen. Ihr Schicksal spiegelt die ungewisse Zukunft der Christen im Nahen Osten deutlich wider.“ Die Bischöfe wollten im Frühjahr 2013 über die Freilassung eines entführten Priesters verhandeln. Auf dem Weg zu einem angeblichen Treffen wurde ihr Wagen im Westen von Aleppo unweit der türkischen Grenze gestoppt. Ihr Fahrer, ein Diakon, wurde bei dem Überfall erschossen, die Bischöfe verschleppt. Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt.

 

„Christen in Syrien und im Irak bitten immer wieder um mehr Unterstützung aus Deutschland. Die großen Kirchen und die Bundesregierung müssen Druck auf lokale Kräfte ausüben, den Verbleib der beiden Bischöfe aufzuklären“, so Delius. Auch sollten sie sich mehr für die zunehmend bedrängten christlichen Gemeinschaften in Syrien, im Irak und in der Türkei einsetzen. Der GfbV-Nahostexperte Kamal Sido befindet sich derzeit in der Region, unter anderem um Gespräche mit Vertretern der christlichen Minderheit zu führen.

 

Die GfbV setzt sich unvermindert für die Christen im Nahen Ostenein, insbesondere für Assyrer, Chaldäer und Aramäer. „Wir fordern großen Kirchen Deutschlands eindringlich auf, mehr für ihre bedrängten Schwestern und Brüder im Nahen Osten zu tun“, sagt der Menschenrechtler. Im Irak und Syrien wären ein Ende der Gewalt sowie mehr Hilfe für den Wiederaufbau dringend notwendig. Nach der militärischen Zerschlagung des „Islamischen Staates“ nähme der Einfluss des politischen Islams zu. Die Radikalislamisten gefährdeten ein friedliches Miteinander nahezu in allen nahöstlichen Ländern.

 

Die beiden entführten Bischöfe wurden 2014 auf Vorschlag der GfbV mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet, der ihren Einsatz als Vermittler, Botschafter und Kämpfer für die Menschenrechte im anhaltenden Bürgerkrieg würdigte. In Syrien wird die Zahl der christlichen Bevölkerung im Jahre 2019 auf etwa 500.000 bis 700.000 geschätzt – etwa halb so viele, wie 2010. Auch im Irak ist die Zahl der Christen zurückgegangen von 275.000 im Jahr 2015 sind nur noch etwa 150.000 übrig.

 


SOS-Pilotprojekt in Peru kümmert sich um Kinder inhaftierter Eltern

Papa im Knast

Papa im Knast: Wenn Väter oder Mütter ins Gefängnis müssen, leiden auch die Kinder. Ein Elternteil jedes vierten Kindes im SOS-Kinderdorf Ayacucho in Peru befindet sich im Gefängnis. "Bei zehn Prozent unserer Kinder sind es sogar beide Eltern", sagt Dunia Quintanilla, Leiterin des SOS-Kinderdorfs. Rund 40 Prozent der Insassen im Gefängnis von Ayacucho sitzen wegen Drogendelikten Haftstrafen ab, die meisten von ihnen sind männlich. Wie viele von ihnen Kinder haben, ist nicht bekannt. 2010 startete die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer ein einzigartiges Projekt, das sich um die betroffenen Kinder und ihre Familien kümmert. SOS-Sozialarbeiter helfen den Betroffenen, den Inhaftierungsschock zu mildern, die lange Trennung zu überbrücken und die Rückkehr des Inhaftierten in die Familie und ins Leben zu erleichtern. Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Alejandra Kaiser

 

(Lima/ots) - Unschuldig bestraft: Wenn Väter oder Mütter ins Gefängnis müssen, leiden auch die Kinder. Ein Elternteil jedes vierten Kindes im SOS-Kinderdorf Ayacucho in Peru befindet sich im Gefängnis. "Bei zehn Prozent unserer Kinder sind es sogar beide Eltern", sagt Dunia Quintanilla, Leiterin des SOS-Kinderdorfs. Rund 40 Prozent der Insassen im Gefängnis von Ayacucho sitzen wegen Drogendelikten Haftstrafen ab, die meisten von ihnen sind männlich. Wie viele von ihnen Kinder haben, ist nicht bekannt.

 

2010 startete die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer ein einzigartiges Projekt, das sich um die betroffenen Kinder und ihre Familien kümmert. SOS-Sozialarbeiter helfen den Betroffenen, den Inhaftierungsschock zu mildern, die lange Trennung zu überbrücken und die Rückkehr des Inhaftierten in die Familie und ins Leben zu erleichtern.

 

 

Drogenkriminalität ist oft der einzige Weg, die Familie zu ernähren

 

Peru zählt zu den größten Kokainproduzenten der Welt: Im Südosten des Andenstaats werden 15 Prozent des weltweiten Kokains hergestellt. Rund 22 Prozent der Bevölkerung (knapp sieben Millionen Peruaner) leben in bitterer Armut. In ländlichen Gebieten liegt die Armutsrate sogar bei 46 Prozent.

 

Die Konsequenz: Für die notleidenden Menschen ist Drogenhandel und -Schmuggel oft der einzige Weg, Geld zu verdienen und ihre Familien ernähren zu können. "Und plötzlich stehen die Kinder ganz alleine da. Oft verstehen sie nicht, was mit ihren Eltern geschieht, warum sie auf einmal festgenommen werden", sagt Quintanilla. Deshalb sei es so wichtig, dass sie Hilfe erhalten - nicht nur in Form von Fürsorge und einer Unterkunft. Die Kinder und die Eltern benötigten auch psychosoziale Unterstützung. "Sonst drohen emotionale Traumata. Denn die Kinder verlieren nicht nur ihre wichtigste Bezugsperson, sondern sind auch sozialen Stigmata ausgesetzt, weil ihre Eltern Kriminelle sind," sagt Quintanilla.

 

 

SOS-Projekt hilft den Familien, die Bindung zu erhalten und später neu anzufangen

 

Die SOS-Kinderdörfer ermöglichen es den Kindern unter anderem, dass sie ihre Eltern alle zwei Wochen im Gefängnis besuchen dürfen, um die Bindung aufrechtzuerhalten. "Der regelmäßige Kontakt hilft den Kindern, emotional stabil und hoffnungsvoll zu bleiben. Und auch die Eltern profitieren von den Besuchen. Sie haben ein Ziel vor Augen, für das es sich zu kämpfen lohnt", sagt Quintanilla. "Wir lassen sie auch nach der Haft nicht im Stich." In Workshops lernen die Eltern den richtigen Umgang mit ihren Kindern sowie Hilfe zur Selbsthilfe, damit die Reintegration nach Absitzen der Gefängnisstrafe optimal gelingen kann. Eine inhaftierte Mutter berichtet: "Dank den SOS-Workshops weiß ich, was ich zu tun habe, damit meine Kinder eine selbstbestimmte Zukunft haben und nicht dieselben Fehler wie ich machen!"

 

 

Wenn Eltern hinter Gitter kommen

 

In Peru ist es laut Gesetz erlaubt, dass Mütter ihre Kinder bis zu einem Alter von maximal drei Jahren mit ins Gefängnis nehmen dürfen und diese dort von Sozialarbeitern betreut werden. Kinder über drei Jahre werden einem Erziehungsberechtigten zugeteilt. Gibt es keinen, kommen sie in die Obhut des Staates.

 

Zum Vergleich: In Kolumbien leben Kinder von inhaftierten Müttern bis zu drei, in Argentinien bis maximal vier, in Bolivien sogar bis zu sechs Jahren im Gefängnis. In Ecuador wurde 2007 ein Gesetz verabschiedet, dass kein Kind im Gefängnis aufwachsen darf.

 

Seit dem Start des Pilotprojekts 2010 hat SOS 65 Kinder inhaftierter Eltern im Kinderdorf Ayacucho betreut. Momentan befinden sich 31 in SOS-Obhut. Zudem wurden bereits 32 Familien psychosozial unterstützt. Derzeit hilft SOS 13 Familien.

 

Je nach Haftdauer, Umständen, Familienstruktur und Situation des Kindes, hilft SOS kurz- oder langfristig. Einige Eltern haben Haftstrafen von über zehn Jahren, in denen SOS-Mitarbeiter für das Wohl der Kinder sorgen und die Eltern begleiten.

 

 

 


Blasphemie-Regeln werden zur Unterdrückung von Minderheiten missbraucht

Oberstes Gericht Indonesiens bestätigt umstrittenes Urteil

Das oberste Gericht Indonesiens hat eine 18-monatige Haftstrafe wegen Blasphemie bestätigt. Eine junge Buddhistin chinesischer Abstammung hatte sich über die Lautstärke eines Muezzin-Rufers beschwert. Daraufhin wurde das falsche Gerücht verbreitet, sie fordere ein Verbot aller Muezzin-Rufe.

 

(Göttingen/gfbv) - Das oberste Gericht Indonesiens hat ein umstrittenes Urteil gegen eine Buddhistin wegen Blasphemie bestätigt. Die junge Frau chinesischer Abstammung war 2018 zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, weil sie sich über den Lärm eines Muezzin-Rufers in der Stadt Tanjungbalai im Norden Sumatras beschwert hatte. Muslime hatten daraufhin das falsche Gerücht verbreitet, sie fordere ein Verbot aller Muezzin-Rufe. Dabei hatte sie nur um eine Verringerung der Lautstärke der Rufe gebeten.

 

„Das Urteil ist skandalös, weil es die gezielte Diskriminierung religiöser und ethnischer Minderheiten in Indonesien bekräftigt“, erklärte Ulrich Delius, Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch in Göttingen. „Die junge Frau wäre niemals der Blasphemie beschuldigt worden, wäre sie nicht Buddhistin und chinesischer Abstammung.“ Das Urteil zeige, wie willkürlich die Blasphemie-Vorschriften missbraucht würden, so der Menschenrechtler. Indonesien müsse diese Praxis endlich stoppen und die umstrittenen Blasphemie-Regeln abschaffen. Die chinesische Minderheit war in den letzten Jahrzehnten immer wieder Ziel von Übergriffen der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit.

 


SOS-Kinderdörfer legen zum Jubiläum (25.4.) Wirksamkeitsbericht vor

In 70 Jahren vier Millionen Kindern eine Zukunft gegeben

Bauarbeiten im ersten SOS-Kinderdorf in Imst 1950. Foto: SOS-Archiv
Bauarbeiten im ersten SOS-Kinderdorf in Imst 1950. Foto: SOS-Archiv

 

(München/sos) - In 70 Jahren haben die SOS-Kinderdörfer das Leben von vier Millionen Kindern nachhaltig verbessert. Das geht aus einem Wirkungsbericht hervor, den die Hilfsorganisation zu ihrem Jubiläum (25.4.) vorlegt. Demnach durchliefen in den sieben Jahrzehnten ihres Bestehens 255.000 Jungen und Mädchen SOS-Kinderdörfer und rund 3,7 Millionen Kindern erhielten Unterstützung in ihrer Herkunftsfamilie. Über 90 Prozent der ehemaligen Programmteilnehmer leben heute ein selbstbestimmtes Leben ohne Armut.

 

Angefangen hat alles am 25. April 1949: Eine Gruppe engagierter Frauen und Männer rund um den Vorarlberger Medizinstudenten Hermann Gmeiner gründete in Innsbruck die "Societas Socialis" - kurz SOS. Mit ihrer für die damalige Zeit revolutionären Idee riefen sie nicht nur die SOS-Kinderdörfer ins Leben, sondern leisteten auch einen wichtigen Impuls für die Kinder- und Jugendfürsorge: Statt Waisen und Sozialwaisen in anonymen Heimen und Erziehungsanstalten zu verwahren, sollten sie im Schutz und in der Geborgenheit einer neuen Familie aufwachsen. Gründer Hermann Gmeiner, der am 23. Juni 2019 100 Jahre alt geworden wäre, glaubte fest an die Verbreitung dieser Idee: "Das Kinderdorf muss leuchten und hinausstrahlen in die Welt."

 

Und das tat es: Heute sind die SOS-Kinderdörfer in 135 Ländern der Welt tätig und unterstützen mehr als 1,5 Millionen Kinder und Erwachsene mit den verschiedensten Projekten: 70 Jahre nach ihrer Gründung ist die Organisation angewachsen auf 572 Kinderdörfer und über 2100 weitere Projekte wie Kindergärten, Jugendeinrichtungen, Schulen, Ausbildungs-, Sozial- und medizinische Zentren auf vier Kontinenten. Darüber hinaus leistet die Hilfsorganisation Nothilfe in Kriegs- und Katastrophenregionen.

 

Diese Projekte kommen nicht nur einzelnen Kindern und Familien zu Gute, sondern verändern ganze Gesellschaften. In der jetzt vorgelegten unabhängigen Untersuchung zur Wirksamkeit konnte nachgewiesen werden, dass weltweit jeder investierte Spenden-Euro einen Mehrwert von fünf Euro in der jeweiligen Gesellschaft erwirtschaftet. In Afrika liegt diese Kosten-Nutzen-Rechnung der SOS-Programme sogar bei 1:14. "Wir konnten eine nachhaltige positive Veränderung des Lebens der Unterstützten bis in die nächste Generation feststellen", sagt Wilfried Vyslozil, Vorstandsvorsitzender der SOS-Kinderdörfer weltweit in München.

 

Trotz der Erfolge ist die Mission der SOS-Kinderdörfer bis heute genauso dringlich wie zur Zeit ihrer Gründung, als Hermann Gmeiner das Schicksal der vielen Kriegswaisen ändern wollte. Mehr als 220 Millionen Kinder wachsen weltweit ohne ausreichende elterliche Fürsorge auf. Diesen Notstand wollen die SOS-Kinderdörfer mit ihrer Jubiläumskampagne "GiveKidsAVoice" ändern. Die erste Petition von Kindern für Kinder soll so viel Aufmerksamkeit und Unterstützung für diese Jungen und Mädchen erwirken, dass bis 2030 kein Kind mehr ohne Eltern oder elternnahe Betreuung aufwachsen muss.

 

Die Wirksamkeitsberichte finden Sie hier: http://ots.de/PxiKSf

 

Mehr zur Kampagne "GiveKidsAVoice" und allen Aktionen unter http://givekidsavoice.de


SOS-Kinderdörfer warnen vor Bildungskatastrophe

Sahelzone: 400.000 Kinder können nicht in die Schule

Foto:     SOS-Kinderdörfer weltweit / Fotograf:     Sune Kitshoff
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit / Fotograf: Sune Kitshoff

 

(München /sos) - In der afrikanischen Sahelzone bahnt sich ein Bildungsdrama an. In der Region schließen nach Angaben der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit immer mehr Schulen. Allein in den am schlimmsten betroffenen Ländern Mali, Burkina Faso und Niger hätten seit 2017 fast 2000 Schulen den Betrieb eingestellt, über 400.000 Kindern würde der Zugang zu Bildung vorenthalten, ihnen würde somit ein "elementares Menschenrecht verwehrt", sagt Bruno Honvo, Projektleiter der SOS-Kinderdörfer in Westafrika.

 

Grund sei, dass terroristische Anschläge sowie Konflikte zwischen den Ethnien massiv zugenommen hätten. "Die Menschen haben Angst, ihre Kinder in die Schule zu schicken, denn die Terroristen schrecken nicht davor zurück, Schulgebäude in Brand zu setzen, viele Lehrer sind geflohen", sagt Bruno Honvo. Die Organisation schätzt, dass über 10.000 Lehrerposten in den drei Ländern nicht besetzt sind.

 

Besonders schlimm sei die Situation in Burkina Faso. In dem westafrikanischen Krisenstaat haben Terroristen seit 2016 bereits 200 Anschläge verübt. 65.000 Schüler seien hier von Schulschließungen betroffen, im Norden des Landes hätten gar keine Schulen mehr geöffnet. Auch in der Region Mopti in Mali sei die Situation dramatisch. Dort waren noch vor wenigen Wochen bei einem Massaker in einem Dorf 150 Menschen getötet worden. Zwei Drittel aller Schulen seien hier geschlossen. "Auch die vorhandenen Schulen sind oft spärlich besucht, Eltern lassen ihre Schüler aus Sicherheitsgründen zuhause", sagt Honvo. Mit verheerenden Folgen für die Kinder.

 

"Mädchen, die nicht zur Schule gehen, werden oft zwangsverheiratet, Jungen häufig als Kindersoldaten rekrutiert", sagt Honvo. Die Sahelzone, eine ohnehin bitterarme Region, drohe weiter ins Abseits zu geraten. "Der Bildungsnotstand wird die Krisen noch verschärfen", sagt Honvo. Wenn ganze Generationen ohne Bildung aufwüchsen, hätten die Länder keine Chance, sich aus der Armut und der daraus resultierenden Abhängigkeit von der Entwicklungshilfe zu befreien. Schon jetzt lebten die meisten Analphabeten weltweit in dieser Region.

 

Die SOS-Kinderdörfer sind seit den 70er Jahren in der Sahelzone aktiv und setzen sich mit vielen Programmen gezielt für Bildung ein. In den drei Ländern Burkina Faso, Mali und Niger betreibt SOS insgesamt acht Schulen, die bislang alle ihren Betrieb fortführen und von 5000 Kindern und Jugendlichen besucht werden.


Studie von World Vision deckt Ursachen auf und bietet Lösungsvorschläge

Wenn Kinder freiwillig zu Soldaten werden

 

(Friedrichsdorf/wv) – Extreme Armut, mangelnde Perspektiven und kaputte Familienverhältnisse gehören zu den häufigsten Ursachen, warum sich Kinder in Krisengebieten freiwillig bewaffneten Gruppen anschließen. Das hat eine Studie der Kinderhilfsorganisation World Vision ergeben. Die Organisation hatte befreite Kindersoldaten in fünf Ländern befragt.

 

„Es ist meist die absolute Not, die Kinder in die Arme bewaffneter Gruppen treibt“, sagt Ekkehard Forberg, Friedensexperte bei World Vision. „Die Hoffnung, wenigstens etwas zu Essen zu bekommen, macht sie gefügig. Zudem wissen viele Kinder gar nicht, was sie dort wirklich erwartet.“

 

In fünf Ländern hat World Vision Kinder zu den Gründen befragt, warum sie sich Milizen, aber auch Regierungstruppen, angeschlossen haben. Zu den Ländern gehören die Demokratische Republik Kongo, der Irak, Kolumbien, der Südsudan und die Zentralafrikanische Republik. In allen Ländern war extreme Armut eine der Hauptmotivationen. Dazu kommen Perspektivlosigkeit aufgrund mangelnder Bildungsmöglichkeiten, kaputte Familienverhältnisse und die Hoffnung „endlich irgendwo dazu zu gehören“.

 

Ekkehard Forberg: „Unter diesen Gesichtspunkten kann man natürlich nur schwer von „Freiwilligkeit“ sprechen. Die Kinder haben oftmals gar keine andere Wahl!“

 

Die Zahlen von World Vision zeigen außerdem, dass etwa ein Drittel der Kindersoldaten Mädchen sind. Sie werden zum einen als Sexsklavinnen missbraucht, kommen aber auch als Spioninnen oder als Herstellerinnen von Fetischfiguren für die Soldaten zum Einsatz. Vor allem im Südsudan sind sie aber auch Kämpferinnen.

 

„In unseren Reintegrationsprogrammen für ehemalige Kindersoldaten zeigen alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen einen enormen Willen, dieses Leben hinter sich zu lassen“, berichtet Forberg. „Immer haben sie traumatische Erfahrungen hinter sich. Bekommen sie eine Chance, dann ergreifen sie diese auch.“

 

World Vision reintegriert in zwei Projekten in Südsudan und DR Kongo ehemalige Kindersoldaten beiderlei Geschlechts in ein ziviles Leben. Sie werden psychosozial betreut, schulisch und beruflich gebildet. Die Studie von World Vision bietet auch auf diesen Erfahrungen basierende Lösungsvorschläge für Regierungen und gesellschaftliche Gruppen. So müsste weltweit die Rekrutierung  von unter 18-jährigen als Soldaten verboten werden. Vor Ort könne breitangelegte Aufklärungsarbeit Kinder davon abhalten, sich bewaffneten Gruppen anzuschließen. Und zudem müsse der Aufbau eines Netzes von Reintegrationsprogrammen gefördert werden. Auch braucht es eine langfristige Finanzierung solcher Reintegrationsprogramme, u.a. für die pscho-soziale Betreuung ehemaliger Kindersoldaten.

 

Die Studie „No Choice“ (in englischer Sprache) kann unter: No Choice Studie abgerufen werden.

 

World Vision fordert in einer Petition die Befreiung und anschließende Reintegration von Kindersoldaten. Infos dazu hier: Petition

 

 

HINTERGRUND

 

Vor 27 Jahren, am 05. April 1992, trat auch in Deutschland die Kinderrechtskonvention in Kraft. Sie sieht unter anderem in Artikel 38 den Schutz von unter-15-jährigen Kindern vor, die nicht in die Streitkräfte der Vertragsstaaten rekrutiert werden dürfen.

 

 

INFOS IM INTERNET

 

http://www.worldvision.de

 

World Vision finden Sie auch auf Facebook, Twitter, Xing und Youtube

 

HINTERGRUND

 

World Vision Deutschland e.V. ist ein überkonfessionelles, christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2017 wurden 322 Projekte in 50 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit weiteren World Vision-Werken in fast 100 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen zusammen (UNHCR).

 


Zwei Wochen nach Zyklon Idai steigt Gefahr von Krankheiten

Mosambik: Zweite Katastrophe droht

 

(Berlin/dw) - Zwei Wochen nachdem der Zyklon Idai in Mosambik schwere Überflutungen verursacht hat, steigt die Zahl der von Seuchen und Krankheiten Betroffenen immer weiter an. Es gibt zu wenig sauberes Wasser, und das stehende Wasser bietet ideale Brutbedingungen für Moskitos. Krankheiten wie Cholera und Malaria sind die Folge. Die Behörden haben 139 Cholera-Fälle bestätigt, fünf Menschen seien bereits an der gefährlichen Infektionskrankheit gestorben. „Den Menschen droht jetzt eine zweite Katastrophe, wenn nicht mit aller Kraft verhindert wird, dass sich tödliche Krankheiten weiter ausbreiten“, warnt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. Sie ergänzt: „Die Bevölkerung muss sehr schnell mit sauberem Wasser, Hygieneartikeln und Moskitonetzen versorgt werden.“

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partnerorganisation werden Hilfspakete an Familien in der stark betroffenen Region Sofala verteilen. Die Pakete sichern ihnen zwei Monate das Überleben. Neben Lebensmitteln wie Mais und Bohnen enthalten sie Moskitonetze, Wasserreinigungssets, Hygieneartikel und Material zum Kochen. „Wir sind froh, die Menschen mit allem versorgen zu können, was sie in den kommenden Wochen brauchen“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. Die Familien werden außerdem darin geschult, wie sie die Ausbreitung von Krankheiten verhindern können. In Malawi konnte die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihrem Partner auch erste Hilfsgüter zu den Betroffenen bringen.

 

Weitere Hilfe - neben Mosambik und Malawi auch in Simbabwe - bereitet das evangelische Hilfswerk aktuell mit Partnern des kirchlichen Netzwerks „ACT Alliance“ vor. „In Mosambik geht es in den nächsten Tagen um reine Überlebenshilfe. Anschließend brauchen die Menschen aber auch Unterstützung, um ihre Lebensgrundlage wiederherzustellen“, sagt Keßler. Ersten Schätzungen zufolge wurden fast 500.000 Hektar Anbauflächen zerstört und überschwemmt. Die in diesem Jahr ohnehin knappen Ernten sind dadurch vielerorts komplett verloren.

 

Die Lage in dem südostafrikanischen Land ist noch immer unübersichtlich, da viele Gebiete weiterhin unter Wasser stehen. Offiziell sind bislang fast 500 Todesopfer in Mosambik bestätigt, es wird allerdings befürchtet, dass diese Zahl noch deutlich steigt, da niemand einen echten Überblick über Vermisste hat. Insgesamt sind in Mosambik nach UN-Angaben etwa 1,85 Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen und auf Hilfe angewiesen. Auch Simbabwe und Malawi wurden schwer getroffen, mindestens 200 Menschen sind in den beiden Nachbarstaaten Mosambiks ums Leben gekommen.

 

„Schon jetzt übersteigt das Ausmaß der Katastrophe unsere Befürchtungen“, sagt Füllkrug-Weitzel. „Erst, wenn in einigen Wochen das Wasser abgeflossen ist, wird klar sein, wie schlimm es die Region getroffen hat. Wir bitten weiterhin dringend um Spenden, damit wir noch mehr für die Millionen Betroffenen tun können.“

 

Mit 84 Euro kann eine fünfköpfige Familie mit Nahrungsmitteln für zwei Monate versorgt werden. Für 110 Euro kann eine Familie mit Moskitonetzen, Hygieneartikeln, Wasserreinigungssets und Kochgeschirr ausgestattet werden.

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,

 

Evangelische Bank,

 

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

 

BIC: GENODEF1EK1

 

Stichwort: Wirbelsturm Idai

 

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

 

 

Caritas international, Freiburg,

 

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe,

 

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

 

BIC: BFSWDE33KRL

 

Stichwort: Wirbelsturm Mosambik

 

Online unter: www.caritas-international.de

 

 

 


Seuchenbekämpfung in Mosambik: Kinder besonders gefährdet

"Cholera tötet Kinder innerhalb weniger Stunden"

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit

(Beira/sos) - Nach Bekanntwerden der ersten Cholerafälle in Mosambik, sind nach Angaben der SOS-Kinderdörfer besonders Kinder in großer Gefahr. "Jungen und Mädchen kann die Krankheit innerhalb weniger Stunden töten", sagt Simiao Mahumana, Leiter der Hilfsorganisation in Mosambik. "Ihre jungen Körper können die innere Austrocknung und den raschen Gewichtsverlust durch den starken Durchfall nicht verkraften."

 

 

 

Zwar sei es in den letzten Tagen gelungen, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser vor allem in Beira zu verbessern, aber die miserable sanitäre Infrastruktur trage weiterhin zu einer Ausbreitungvon Seuchen bei. "Es gibt kaum Latrinen, deshalb müssen die Menschen ihre Notdurft im Freien verrichten, die Fäkalien verunreinigen das Wasser, welches die Menschen dann trinken", so Mahumana weiter. Und auch Malariamücken fänden in den stehenden Gewässern nach den Überschwemmungen ein ideales Brutgebiet. "Wir verzeichnen bereits einen Anstieg der Fälle", sagt Mahumana.

 

 

 

Neben dem schnellen Wiederaufbau der Trink- und Abwasserversorgung müssten jetzt dringend große Mengen an Wasserreinigungstabletten und Zucker-Salz-Lösungen gegen die Austrocknung des Körpers bei Durchfall verteilt werden. Außerdem gelte es, die Bevölkerung über die notwendigen Hygienemaßnahmen aufzuklären, um eine Ausbreitung der Erkrankungen zu verhindern.

 

 

 


Kritik an Rüstungsexporten auch in Frankreich und Großbritannien

Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien: Im Jemen sterben erneut Zivilisten bei Beschuss eines Krankenhauses

 

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert, Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien weiter auszusetzen. Heute wird die deutsche Bundesregierung erneut versuchen, den Koalitionsstreit in dieser Frage beizulegen. Vor allem die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens äußern Kritik am deutschen Exportstopp. Beide Staaten verkaufen selbst Waffen nach Saudi-Arabien, doch auch diese Exporte stehen in der Kritik.

 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert, Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien weiter auszusetzen. Auch mit europäischen Waffen werden im Jemen Kriegsverbrechen begangen und das humanitäre Völkerrecht verletzt. „Seit Beginn des Krieges im Jemen im Jahr 2015 haben wir mehr als 90 Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten Koalition auf Krankenhäuser, Schulen, Märkte und andere zivile Ziele gezählt. Das humanitäre Völkerrecht verbietet solche Attacken.  Deutschland und die Europäische Union dürfen zu diesem Unrecht nicht beitragen“, forderte Ulrich Delius, Direktor der GfbV, am Mittwoch in Göttingen.

 

Erst gestern wurden bei einem Raketenbeschuss auf ein Krankenhaus in Kitaf im Nordwesten des Landes sieben Zivilisten getötet, darunter vier Kinder und eine Krankenpflegerin. Laut einer Auswertung kamen bei den 19.511 Luftangriffen im Jemen seit 2015 bisher 8.338 Zivilisten ums Leben.

 

Heute wird die deutsche Bundesregierung erneut versuchen, den Koalitionsstreit um einen Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien beizulegen. „Im Koalitionsvertrag wurde der Rüstungsexportstopp für am Jemen-Krieg beteiligte Staaten klar festgeschrieben. Jede Aufweichung dieser Maßgabe wird noch mehr Leid für Zivilisten im Jemen bedeuten und das humanitäre Völkerrecht weiter aushöhlen“, so Delius. Vor allem die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens äußern Kritik am deutschen Exportstopp. „Beide Staaten profitieren selbst massiv von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien. Doch auch in diesen Staaten gibt es viel Kritik an ihrer Exportpolitik“, erklärt Ulrich Delius. Saudi-Arabien ist der zweitwichtigste Käufer französischer Rüstungsgüter und hat seit dem Jahr 2008 Waffen im Wert von 11,1 Milliarden Euro in Frankreich bestellt. Großbritannien exportierte im gleichen Zeitraum Waffen im Wert von etwa 10,3 Milliarden Pfund nach Saudi-Arabien.   

 

Eine Stabilisierung der Region ist dabei nicht das Ziel: Oft beliefert Frankreich beide Seiten eines Konfliktes, wie Saudi-Arabien und Katar. Französische Nichtregierungsorganisationen kritisieren diese Waffenverkäufe. Auch in Großbritannien gibt es massive Kritik an den Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien. Kürzlich forderten die fünf bedeutendsten britischen Oppositionsparteien in einem Brief an ihre Regierung einen Exportstopp nach deutschem Vorbild. Großbritannien dürfe den Krieg nicht weiter schüren, erklärten die Parteichefs.

 

Für beide Staaten ist der Nahe Osten ein wichtiger Markt für Waffenlieferungen. Saudi-Arabien ist in der Region der größte Kunde: 13,5 Prozent des Gesamtexportes französischer Rüstungsgüter seit 2008 entfallen auf das Königreich. In Großbritannien liegt der Anteil im gleichen Zeitraum bei fast einem Drittel.

 


Medizinische Versorgung Indigener in Brasilien: „Alle vier Stunden droht ein Mensch zu sterben“

 

 

(Göttingen/gfbv) - Das staatliche Gesundheitssystem für die Versorgung der indigenen Völker Brasiliens steht offenbar vor dem Aus. Menschenrechtler sind wegen der drohenden Katastrophe in größter Sorge. In einigen Gesundheitsbezirken fehlen schon jetzt die Mittel für die medizinische Grundversorgung, für manche Leistungen ist bereits seit Oktober 2018 kein Geld mehr geflossen. Aufgrund der Entfernung zu öffentlichen medizinischen Einrichtungen sind indigene Gemeinschaften besonders auf das bisherige System angewiesen. Nach der FUNAI droht mit der SESAI nun eine zweite wichtige Säule der Indigenenpolitik Brasiliens zerschlagen zu werden.

 

Die Brasilianische Regierung plant drastische Einschnitte in die medizinische Versorgung indigener Völker. Menschenrechtler sind wegen der drohenden Katastrophe in größter Sorge. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Michelle Bachelet auf, sofort bei der Regierung Bolsonaro zu intervenieren.

 

Das staatliche Gesundheitssystem für die Versorgung der indigenen Völker Brasiliens steht offenbar vor dem Aus. Die Menschenrechtsorganisation der Katholischen Bischofskonferenz Brasiliens CIMI (Conselho Indigenista Missionário) schlägt in einer Verlautbarung vom 22. März 2019 Alarm. Indigene Delegierte sowie Vertreter des Sonderbüros für indigene Gesundheit SESAI (Secretaria Especial de Saúde Indígena) berichteten vor wenigen Tagen in Brasilia, dass die Bundesregierung bereits seit Januar keine Gelder mehr an SESAI und andere Gesundheitszentren überweise.

 

Den Berichten zufolge fehlt in einigen der 34 Gesundheitsbezirke schon jetzt das Geld für die medizinische Grundversorgung und Arztbesuche bei indigenen Gemeinschaften. Für manche Leistungen sei laut CIMI bereits seit Oktober 2018 kein Geld mehr geflossen. „Bis Ende 2018 waren im Rahmen des Programmes Mais Médicos mehr als 8.000 kubanische Ärzte im Land tätig. Seit sie abgezogen wurden, fehlt gerade in armen und abgelegenen Gebieten medizinisches Fachpersonal“, kritisiert Yvonne Bangert, GfbV-Referentin für indigene Völker.

 

Der neuernannte Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta ist offener Kritiker indigener Rechte im Land. Ebenfalls am 20. März an kündigte er maßgebliche Änderungen innerhalb des Ministeriums an. Laut CIMI, einer Partnerorganisation der GfbV, sind das deutliche Anzeichen für ein baldiges Ende der SESAI. Das Ministerium bezeichnet die Einschnitte als Umstrukturierung der Gesundheitsleistungen für Indigene. Vorgeblich soll damit sichergestellt werden, dass sie optimierte Leistungen erhalten. Angeblich hätten SESAI und externe Gesundheitsdienstleister zudem Ressourcen missbraucht.

 

CIMI warnt vor unkalkulierbaren Gefahren für die Indigenen. Aufgrund der Entfernung zwischen indigenen Gemeinschaften und öffentlichen medizinischen Einrichtungen sei es unverantwortlich, Mittelflüsse kurzfristig einzustellen. Eine Alternative zum derzeitigen Gesundheitssystem gibt es laut SESAI nicht. Wenn die Arbeit aufgrund der Kürzungen zum Erliegen käme, wären Chaos und Todesfälle unvermeidbar: „Alle vier Stunden droht ein Mensch zu sterben“, heißt es von der SESAI.

 

Nach der FUNAI droht mit der SESAI nun eine zweite wichtige Säule der Indigenenpolitik Brasiliens zerschlagen zu werden. Grundrechten und Versorgungsstrukturen, die Indigene über Jahrzehnte erkämpft haben, entzieht die Regierung ohne Rücksicht auf zivile Opfer die Grundlage. Die GfbV unterstützt ausdrücklich die Apelle indigener Organisationen und ihrer Unterstützer an internationale Akteure, der Lage indigener Völker in Brasilien nicht tatenlos zuzuschauen.

 


World Vision: Große Sorge um Millionen Kinder – besonders alleinstehende Kinder brauchen dringend Hilfe

Mehrere Tausend Menschen mit Hilfsmaßnahmen erreicht

 

(Friedrichsdorf / Beira / Harare / Lilongwe/wv) -  Vor dem Hintergrund des Chaos nach dem Zyklon Idai machen sich die Mitarbeiter der Kinderhilfsorganisation World Vision große Sorgen um die Situation der mehr als eine Million Kinder, die vom Zyklon und den Überschwemmungen betroffen sind. Besonders Kinder, die ihre Eltern verloren haben, brauchen schnell Schutz und eine sichere Unterkunft. "Die Auswirkungen sind verheerend und Kinder erzählen uns schreckliche Geschichten über ihre Erlebnisse. Babys, die im Hauptkrankenhaus in Beira behandelt wurden, starben, als der Strom für ihre Pflege ausging,“ erzählt Claire Rogers, World Vision CEO von Australien aus Beira.

 

„Eine unbekannte Anzahl von Kindern wurden während des Zyklons und des darauffolgenden Chaos von Familienmitgliedern getrennt. Wir müssen jetzt sehr schnell handeln, damit diese Kinder nicht in die Hände von Menschenhändlern fallen oder Opfer von sexueller Gewalt oder Frühverheiratung werden.“ World Vision plant schnellstmöglich die Errichtung von Schutzzentren für alleinstehende Kinder. Dort finden sie Zuflucht, können spielen und mit erfahrenen Erziehern über ihre Erlebnisse sprechen. Derzeit sind viele Kinder in völlig überfüllten Waisenhäusern untergebracht.

 

Die World Vision-Teams haben inzwischen mehr als 3.500 Menschen mit Hilfsmaßnahmen erreicht. Zelte, Planen, Decken, Moskitonetze und andere Ausrüstungen wurden u.a. in der Provinz Zambesia  verteilt. "Wir arbeiten daran, die lokal verfügbaren Vorräte zu nutzen, aber da ganze Gemeinden nur über den Luftweg erreichbar sind, dauern die Dinge länger, als wir es gerne hätten", erklärt Rogers. Ziel sei es, in den kommenden Wochen Zehntausenden Menschen zu helfen. Maßnahmen zur Wasseraufbereitung und zur Verbesserung der katastrophalen Hygienebedingungen werden ebenfalls auf den Weg gebracht. Dringend müssen auch Lebensmittel verteilt werden, da viele Menschen seit Tagen nichts gegessen haben.

 

Noch immer ist das ganze Ausmaß der Katastrohe nicht zu übersehen. In manchen Regionen steigt das Hochwasser wieder an und bringt weitere Menschen in Gefahr.

 

In Simbabwe erschweren große Schäden an der Infrastruktur die Versorgung, auch wenn manche Gebiete wieder auf dem Landweg erreichbar sind. Etwa 120.000 Frauen und 60.000 Kinder benötigen nach ersten Erhebungen dringend Schutzmaßnahmen, mehr als 200.000 Menschen auch Nahrungsmittelhilfe. In Malawi sind mehr als 900.000 Menschen in 14 Distrikten hauptsächlich im Süden des Landes betroffen. Dort regnet es schon seit Anfang März.

 

World Vision ist in allen drei von den Überflutungen betroffenen Ländern Mosambik, Simbabwe und Malawi schon seit vielen Jahren mit langfristiger Entwicklungszusammenarbeit aktiv und daher in der Lage, schnell Hilfe zu leisten.

 

World Vision bittet um Spenden unter folgenden Konto-Nummern:

 

World Vision

 

Postbank

 

IBAN: DE93 5001 0060 0000 0666 01

 

Stichwort „Zyklon Idai“

 

Online spenden unter: www.worldvision.de/zyklon-idai

 

 

 

oder über

 

 

 

Aktion Deutschland Hilft:

 

Stichwort "Zyklon Idai"

 

IBAN: DE62 3702 0500 0000 10 20 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz,

 

Mobilfunk höher)

 

Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden (10EUR zzgl.

 

üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft

 

9,83 EUR)

 

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 

 

 


Abgeordnete kritisieren chinesische Repression in Tibet, fordern Wiederaufnahme von Dialog mit Tibetern

ICT begrüßt Erklärung des Menschenrechtsausschusses zu Tibet

 

(Berlin/ict) - Die International Campaign for Tibet (ICT) begrüßt die heute veröffentlichte Gemeinsame Erklärung des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestags zu Tibet. Anlässlich des 60. Jahrestags des tibetischen Volksaufstands vom 10. März 1959 hat der Ausschuss in einer mit großer Mehrheit angenommenen Erklärung den „gewaltfreien Weg des tibetischen Volkes“ gewürdigt und die chinesische Regierung aufgefordert, „die legitimen Rechte der Tibeter, insbesondere ihre Kultur und Religion, zu respektieren und zu gewährleisten“. Die von den Fraktionen der CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen unterstützte Erklärung wurde nur von der Linken abgelehnt, die AfD enthielt sich.

 

Die Ausschussmitglieder beklagen, dass „Kultur, Sprache, Identität und Religion der Tibeter in ihrer Existenz bedroht“ seien und betonen, dass „der friedliche Widerstand des tibetischen Volkes gegen die Entrechtung durch die chinesischen Behörden schon lange mehr Unterstützung verdient“ habe. Sie erinnern an die Verzweiflung der Menschen in Tibet, die sich unter anderem in „über 150 Selbstverbrennungen in den letzten Jahren“ ausgedrückt habe. „Die Aufschreie der Mönche“ müssten „die internationale Staatengemeinschaft wachrütteln“, so die Erklärung. Die Abgeordneten sehen „den dritten Weg des Dalai Lama mit einer weitgehenden Autonomie Tibets innerhalb Chinas als eine Chance, mögliche Konflikte für die Zukunft zu vermeiden“. Der Ausschuss, so heißt es weiter, „fordert die chinesische Regierung auf, die Repressionen gegen das tibetische Volk unverzüglich einzustellen sowie den Dialog mit den legitimen Vertretern der Tibeter wieder aufzunehmen.“

 

ICT-Geschäftsführer Kai Müller begrüßt die Erklärung des Menschenrechtsausschusses: „Es ist außerordentlich wichtig, dass sich der Menschenrechtsausschuss mit der Situation in Tibet befasst und die systematischen Menschenrechtsverletzungen kritisiert. Tibet ist ein totalitärer Polizeistaat, in dem Dissens unnachgiebig verfolgt und die Bevölkerung massenhaft indoktriniert wird. Die Tibeter verdienen es umso mehr, in ihrem gewaltfreien Protest und ihrer Suche nach einer friedlichen Lösung unterstützt zu werden. Die Gemeinsame Erklärung des Menschenrechtsausschusses setzt ein wichtiges Zeichen dieser Unterstützung.“

 


Shelter Now sucht nach größerem Gebäude für seine „Helping Hands School“

Ein Modell für Afghanistan: Schule in Kabul praktiziert ganzheitliche Lernmethode

 

(Braunschweig/sn) - Sie soll eine Modellschule für das neue Afghanistan werden – die durch das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now betriebene „Helping Hands School“ in Kabul („Schule der Helfenden Hände“). Alle fünf Lehrerinnen haben jetzt ihre Zusatzausbildung in dem pädagogischen Konzept „Aktives Teilhabendes Lernen“ abgeschlossen: Neben Lesen, Schreiben und Rechnen sollen die Kinder auch Selbstverantwortung, Neugier, Sozial- und Entscheidungskompetenz vermittelt bekommen. Dies sei für Afghanistan „eine kleine Revolution“, sagt der deutsche Shelter Now-Direktor Udo Stolte. Bisher gebe es fast ausschließlich Frontalunterricht: Der Lehrer sagt vor und alle Schüler wiederholen.

 

 

 

Am 21. März hat in Afghanistan das neue Schuljahr begonnen und nun kommt die Methode in allen vier Klassen der Grundschule zum Tragen. Ihr erstes Training hatten die Lehrerinnen bereits vor zwei Jahren absolviert und begonnen, die Erst- und Zweitklässler der „Helping Hands School“ nach der neuen Methode zu unterrichten. Während des Schuljahrs erhalten die Pädagoginnen weiter Begleitung durch Mentoren, die in den Unterricht kommen. Das Konzept wurde von einem Beratungs-Institut entwickelt und mit Richtlinien des afghanischen Erziehungsministeriums abgestimmt.

 

 

 

„Das ganzheitliche Lernen macht den Mädchen und Jungen so viel Spaß, dass sich die Beliebtheit der Schule immer mehr herumspricht“, freut sich Stolte. Viele Eltern wollten ihre Kinder unbedingt dort anmelden: Statt der derzeit 100 Schülerinnen und Schüler könnte man auch 200 aufnehmen – wenn der Platz vorhanden wäre, so der Shelter Now-Direktor. Bisher werden die Kinder in zwei Klassenräumen in zwei Schichten unterrichtet: eine Hälfte vormittags, die andere nachmittags.

 

 

 

Noch aus einem weiteren Grund möchte die „Helping Hands School“ umziehen: Für eine konsequente Anwendung des „Aktiven Teilhabenden Lernens“ werden mehr Räume auch für Arbeit in kleinen Gruppen benötigt. Man brauche ein Gebäude, das eigens dafür konstruiert oder umgebaut wird sowie entsprechendes Lehr- und Lernmaterial, sagt Stolte. Im Frühjahr soll die Suche nach einem neuen Zuhause für die Schule beginnen, zu der auch eine „Vorschule“ für Kinder unter sieben Jahren gehört.

 

 

 

Shelter Now hatte die „Helping Hands School” 2009 von einer anderen Organisation übernommen. Auch bei der Erziehung zum Frieden ist die Schule beispielgebend: Kinder aus verschiedensten Volksgruppen wie Paschtunen, Tadschiken, Hazaras oder Usbeken lernen hier gemeinsam.

 

 

 

Braunschweig, den 25. März 2019

 

 

 

Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Von 1983 bis 2016 war es in Pakistan tätig. 1988 begann die Arbeit in Afghanistan, 2014 in der Autonomen Region Kurdistan (Nord-Irak). Der Name der Organisation in Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“. Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.

 

 

 


Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ erhöht seine Soforthilfe nach Wirbelsturm „Idai“ auf 100.000 Euro

„Jetzt droht eine weitere, humanitäre Katastrophe“

 

(Aachen/kmw) - Die Situation in Mosambik, Simbabwe und Malawi nach den schweren Überschwemmungen infolge des Wirbelsturms „Idai“ ist weiterhin dramatisch. Das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ hat seine Soforthilfe für die betroffene Region in Südostafrika um weitere 50.000 Euro auf insgesamt 100.000 Euro erhöht. Für die Hilfe der Menschen vor Ort wurde zudem ein Nothilfe-Fonds eingerichtet.

 

„Nach dieser großen Naturkatastrophe droht den Menschen jetzt eine weitere, humanitäre Katastrophe. Das verunreinigte Wasser begünstigt die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera und Malaria. Und die Gefahr einer Hungersnot wird mit jedem Tag größer, da weite Teile der Ernte zerstört sind und die gelagerten Vorräte den Fluten zum Opfer gefallen sind“, sagt Magnus Brüning, Leiter des Auslandsbereichs im Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’. „Vor allem Kinder, von denen viele von ihren Eltern getrennt wurden, sind diesen Gefahren besonders ausgesetzt. Für sie kann die Situation schnell lebensbedrohlich werden. Daher liegt jetzt unser Fokus darauf, die Betroffenen mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. Erst wenn die Menschen mit dem Nötigsten versorgt sind, kann in einem nächsten Schritt der Wiederaufbau unterstützt werden, der eine sehr lange Zeit dauern wird“, so Brüning.

 

Das Kinderhilfswerk der katholischen Kirche arbeitet mit 13 Projektpartnern in den betroffenen Ländern zusammen. Allein in Mosambik werden in den vom Kindermissionswerk unterstützten Projekten rund 3.200 Kinder betreut. Viele Partner berichten Erschütterndes aus dem Katastrophengebiet, so wie Schwester Ferrera Weinzierl vom Orden der Dominikanerinnen in Simbabwe: „Der heftige Regen verwandelte die Erde zu Schlamm. Viele Straßen und Brücken wurden weggeschwemmt, Soldaten suchen im Schlamm nach Überlebenden und bergen Leichen. Wir beten für die Verstorbenen und auch die Lebenden, die so viel durchmachen müssen.“

 

Der Wirbelsturm „Idai“ war am 15. März auf das Festland von Mosambik getroffen und hatte vor allem die Küstenstadt Beira stark zerstört. Auch in den südostafrikanischen Ländern Simbabwe und Malawi hat er für große Überflutungen mit zahlreichen Toten gesorgt.

 

 

Jährlich 2.000 Projekte weltweit

 

Rund 2.000 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 77,7 Millionen Euro standen dem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland 2017 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 114 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.

 

 

Die Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden:

 

Pax-Bank eG

 

Stichwort: Zyklon Idai

 

IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31

 

BIC: GENODED1PAX

 

 

 


22.500 Euro Soforthilfe und Bitte um weitere Spenden

Evangelische Kirchen unterstützen Betroffene des Zyklons in Mosambik

 

(Darmstadt / Kassel/ekhn) - Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) unterstützen das Soforthilfe-Programm der Diakonie Katastrophenhilfe für Mosambik mit 22.500 Euro. Gleichzeitig bitten die Kirchen um weitere Kollekten aus den Gemeinden und um Spenden aus der Bevölkerung. Die Diakonie Katastrophenhilfe wird damit gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation vor Ort zunächst Nahrungsmittel und Trinkwasser an die Menschen verteilen und sie mit Hygieneartikeln und Decken versorgen.

 

 

 

„Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind rund 600.000 Menschen von Zyklon Idai und den folgenden Überschwemmungen betroffen. Diese Menschen benötigen jetzt unsere Anteilnahme im Gebet und unsere finanzielle Unterstützung“, berichtet Detlev Knoche, Ökumenereferent der EKHN und Leiter des Zentrums Oekumene der beiden Kirchen. „Gerne leisten unsere beiden Kirchen einen Beitrag zur Versorgung der durch die Katastrophe in Not geratenen Menschen“, ergänzt Claudia Brinkmann-Weiß, Oberlandeskirchenrätin für Ökumene und Diakonie der EKKW.

 

 

 

Beide zeigten sich tief bestürzt angesichts des Ausmaßes der Zerstörung durch den Wirbelsturm in der vergangenen Woche und die durch anschließende heftige Regenfälle ausgelösten Überflutungen. Das genaue Ausmaß der Schädigungen ist bislang noch nicht absehbar, da Telefon und Mobilfunk in der betroffenen Region fast komplett zusammengebrochen sind. Der mosambikanische Präsident befürchtet aber mehr als 1000 Tote. Auch wird befürchtet, dass sich die Lage durch weitere schwere Regenfälle noch zuspitzt.

 

 

 

Spendenkonto:

 

Diakonie Katastrophenhilfe

 

Stichwort: Wirbelsturm Idai

 

Evangelische Bank, IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02, BIC: GENODEF1EK1

 

 

 


"Apokalyptisches Chaos" nach Wirbelsturm in Mosambik: Tausende Kinder in massiver Gefahr

 

(München/sos) - Ein Einsatzteam der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer hat gestern am frühen Nachmittag Beira und die SOS-Einrichtungen in der Hafenstadt erreicht. "Das Ausmaß der Katastrophe ist unbeschreiblich, viele Orte stehen meterhoch unter Wasser, Tausende Menschen, darunter Hunderte Familien und Kinder, harren auf Dächern aus, sind auf Inseln gestrandet, klammern sich in Baumkronen fest - ohne etwas zu Essen, ohne medizinische Versorgung, schutzlos Schlangen, Raubtieren und den anhaltenden Regenfällen ausgesetzt", berichtet Simiao Mahumana, Leiter der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer in Mosambik. Insgesamt seien rund 260.000 Kinder in Beira und Umgebung in lebensbedrohlicher Gefahr. Es sei es nur eine Frage von Tagen, bis Krankheiten ausbrächen, denn die sanitäre Infrastruktur sei komplett zerstört, die Menschen tränken verunreinigtes Wasser, um nicht zu verdursten.

 

"Unser größte Sorge gilt den Kindern, die Situation vor Ort gleicht einem apokalyptischen Chaos, viele Jungen und Mädchen sind obdachlos und damit schutzlos Missbrauch, Ausbeutung und Verschleppung ausgesetzt", so Mahumana weiter. "Kinder, deren Eltern getötet wurden oder die im Chaos der Katastrophe von ihren Eltern getrennt wurden, sind jetzt völlig auf sich alleine gestellt." Darüber hinaus gäbe zu wenige Ärzte und kaum Psychologen. "Und die, die da sind, sind voll damit beschäftigt zuallererst die Schwerstverletzten zu versorgen."

 

Die meisten Krankenstationen seien zerstört.

 

"Zwar hat der extreme Regen etwas abgenommen, aber es droht weitere Gefahr. Denn jetzt kommt das Wasser von unten. Die Flüsse sind durch den Dauerregen stark angeschwollen und bringen zusätzliche Überschwemmungen. Die Staudämme im Land sind randvoll. Manche sind schon geborsten, andere müssen geöffnet werden", sagt Mahumana.

 

Die SOS-Kinderdörfer arbeiteten mit der Regierung und anderen Organisationen unter Hochdruck daran, zumindest die dringlichsten Probleme in den Griff zu bekommen. "Wir können jede Unterstützung gebrauchen, es ist anzunehmen, dass in den nächsten Tagen die Zahl der Opfer noch steigt", sagt Mahumana. Noch hätten die Helfer keinen vollständigen Überblick über die Lage, "die Stadt ist nur mit Flugzeugen oder Helikoptern zu erreichen, die Kommunikationsinfrastruktur ist zerstört."

 


Stromversorgung, Internet ausgefallen - Straßen, Infrastruktur massiv zerstört

Rettungs- und Hilfsmaßnahmen nur über den Luftweg oder per Boot möglich

 

(Friedrichsdorf / Beira/wv) - Mitarbeiter der Kinderhilfsorganisation World Vision, die sich aktuell in der vom Zyklon Idai schwer betroffenen Stadt Beira in Mosambik aufhalten, sind schockiert über die massiven Zerstörungen vor Ort. „Rettungs- und Hilfsmaßnahmen sind aktuell nur über den Luftweg oder per Boot möglich“, sagt Joseph Kamara, zuständiger Leiter der Hilfsmaßnahmen, aber es gäbe auch nicht genügend Hubschrauber, um alle Bedürftigen und die betroffenen Gebiete zu erreichen. Die Stromversorgung sei komplett zusammengebrochen und nur noch wenige Generatoren könnten etwas Strom liefern.

 

In der Großstadt Beira ist die Infrastruktur fast vollständig zerstört. Auf manchen Straßen sind alle Brücken zusammengebrochen. Die wichtige Verbindungsstraße von Beira nach Harare ist nicht passierbar. Auch die Straße von Maputo nach Beira ist auf 200 km nicht befahrbar.  

 

Wann die Versorgung wiederhergestellt werden kann, ist unklar. Es könnte sich um Wochen handeln, so Kamara. Auch Internet und das Mobilfunknetz funktionieren nur auf dem Flughafen. Dort wurde auch die Koordinierungsstelle für die humanitäre Hilfe eingerichtet. Hilfsmaßnahmen sind bisher jedoch nur sehr bedingt möglich. Viele der am härtesten betroffenen Gebiete wurden noch nicht erreicht, wie die Provinzen Manica und Sofala, die direkt im Weg des Zyklons lagen. Die Regierung versucht nun, die rund 400.000 Flutopfer in zwei Lagern unterzubringen, um eine bessere Versorgung gewährleisten zu können. Insgesamt sind allein in Mosambik etwa 2,5 Millionen Menschen vom Zyklon betroffen. „Der Hilfsbedarf ist im ganzen Land riesig, aber am wichtigsten ist nun, dass die Wasser- und Hygieneversorgung wiederhergestellt werden, um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern“, so Kamara.

 

Die Situation könnte sich in den kommenden Tagen weiter verschärfen, da neue Regenfälle erwartet werden. Besonders dramatisch ist die Situation für die geschätzt 250.000 Kinder, die von der Katastrophe betroffen sind. World Vision ist sehr besorgt um diejenigen, die ihre Eltern in dem entstandenen Chaos verloren haben.

 

World Vision ist in allen drei von den Überflutungen betroffenen Ländern Mosambik, Simbabwe und Malawi schon seit vielen Jahren mit langfristiger Entwicklungszusammenarbeit aktiv und daher in der Lage, schnell Hilfe zu leisten.

 

In den Gebieten, die erreicht werden können, hat die Kinderhilfsorganisation mit der Verteilung von Hilfsgütern an Tausende Familien begonnen. Dringend benötigt werden aktuell Unterkünfte, Nahrungsmittel und sauberes Trinkwasser.

 

World Vision Deutschland ist Mitglied im Katastrophenhilfe-Bündnis Aktion Deutschland Hilft, das die Bevölkerung um Spenden bittet:

 

Stichwort "Zyklon Idai"

 

IBAN: DE62 3702 0500 0000 10 20 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz,

 

Mobilfunk höher)

 

Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden (10 EUR zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft 9,83 EUR)

 

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 


Urteil im Karadžić-Berufungsverfahren: Ein richtiger Schritt – aber längst nicht genug

(Göttingen/gfbv) - Radovan Karadžić wurde am Mittwoch in Den Haag rechtskräftig wegen Genozid in Srebrenica und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die lebenslange Haftstrafe – ist jedoch enttäuscht, dass der Richterrat die Verbrechen in den Orten Prijedor, Sanski Most, Kljuc, Zvornik, Bratunac, Vlasenica und Foca nicht beim Namen nennt: Auch dort ist Völkermord verübt worden.

 

Der International Residual Mechanism for Criminal Tribunals (IRMCT) hat Radovan Karadžić am heutigen Mittwoch in Den Haag rechtskräftig wegen Genozid in Srebrenica und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Das Nachfolgegericht des International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY) bestätigte dessen Urteil über die Vergehen Karadžićs in Bosnien und Herzegowina zwischen 1992 und 1995 in weiten Teilen und erweiterte die Strafe auf lebenslängliche Haft. Vor zwei Jahren hatte das ICTY noch 40 Jahren Haft festgesetzt.

 

Während das heutige Urteil Karadzics Verantwortung für den Genozid in Srebrenica bestätigt, wurden die Verbrechen in sieben weiteren Gemeinden Bosniens erneut nicht als Völkermord, sondern nur lediglich als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt.

 

„Wir begrüßen lebenslange Haftstrafe gegen Karadžić – sind jedoch enttäuscht, dass der Richterrat die Verbrechen in den Orten Prijedor, Sanski Most, Kljuc, Zvornik, Bratunac, Vlasenica und Foca nicht beim Namen nennt: Auch dort ist Völkermord verübt worden. Die überlebenden Opfer haben heutige Urteilsverkündung daher mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis“, bemerkt Belma Zulcic, Leiterin der Sektion Sarajevo der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).

 

Die Truppen von Radovan Karadžić hatten den souveränen Staat Bosnien und Herzegowina ab 1992 mit Krieg und Völkermord überzogen. Nach den Massenvertreibungen errichteten sie auf der Hälfte seines Territoriums die sogenannte Republika Srpska. Die Großmächte USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland teilten den Staat Bosnien und Herzegowina Ende 1995 mit dem Dayton-Friedensabkommen. Die große Mehrheit der Mittäter Karadžićs lebt dort weiterhin unbehelligt. Ihre Opfer, über eine Million vertriebener Bosniaken und Kroaten konnten bis heute nicht in ihre Häuser und Wohnungen auf dem Gebiet der heutigen Republika Srpska zurückkehren.

 

 „Von der internationalen Gemeinschaft fordern wir, dass nun, nach dem rechtskräftigen Urteil gegen den Gründer und Präsidenten der sogenannten Republika Srpska, Radovan Karadzic, endlich Sanktionen folgen. Kriegsverbrecher werden in der Republika Srpska bis heute von höchster Stelle gelobt, Genozid und Verbrechen geleugnet. Dies darf nicht die internationale Gemeinschaft nicht länger tolerieren“, so Zulcic.

 


Über 8000 gefangene IS-Kämpfer in Nordsyrien

Deutschland und Europa müssen sich ihrer Verantwortung stellen


 

(Göttingen/ gfbv) - Nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte befinden sich derzeit 8360 Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS) in der Hand kurdischer Kräfte im Nordosten Syriens – täglich kommen neue hinzu. Etwa 1.400 von ihnen sollen aus Europa kommen.
Der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdul Rahman, fordert Deutschland und andere EU-Staaten auf, zumindest ihre Staatsbürger, die in den Reihen des IS gekämpft haben, aufzunehmen und vor Gericht zu stellen. Schwerste Menschenrechtsverletzungen dürften nicht ohne Konsequenzen bleiben.

 

Nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte befinden sich derzeit 8360 Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS) in der Hand kurdischer Kräfte im Nordosten Syriens – täglich kommen neue hinzu. Etwa 1.400 von ihnen sollen aus Europa kommen. Sie ergeben sich oder werden von den „Syrischen Demokratischen Kräften“ (SDF) gefangen genommen. „Diese IS-Kämpfer haben schwere Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen an Yeziden, Christen, Kurden und anderen Volksgruppen in Syrien und im Irak begangen. Jetzt stellt sich die Frage, wie die internationale Gemeinschaft mit ihnen umgehen wird. Deutschland und Europa dürfen sich nicht wegducken – sie müssen sich ihrer Verantwortung stellen,“ fordert Kamal Sido, Nahostexperte der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Andernfalls bestünde die Gefahr, dass die Täter straffrei davonkämen.

 

Der in Großbritannien lebende Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdul Rahman, brachte dieses Thema heute auf Einladung der GfbV auf einer Pressekonferenz in Berlin zur Sprache. Er fordert Deutschland und andere EU-Staaten auf, zumindest ihre Staatsbürger, die in den Reihen des IS gekämpft haben, aufzunehmen und vor Gericht zu stellen. Schwerste Menschenrechtsverletzungen dürften nicht ohne Konsequenzen bleiben. Diese IS-Mitglieder wären oft mit deutschen und europäischen Reisedokumenten über die Türkei nach Syrien gekommen. Dort bekämpften sie „Ungläubige“, Yeziden, Christen, Aleviten, Schiiten und Drusen – aber auch Sunniten, Kurden und Araber, die Erdogans islamistisches Projekt ablehnten. „Es wäre höchst unverantwortlich, die autonome Selbstverwaltung in Nordsyrien mit der schwierigen Aufgabe der Identifikation und Gerichtsbarkeit allein zu lassen. Schließlich hat das NATO-Mitglied Türkei, maßgeblich dazu beigetragen, dass sich so viele Deutsche und Europäer dem IS anschließen und Verbrechen begehen konnten“, so Rami Abdul Rahman.

 

Seit 2011 verbreitet die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ („Syrian Observatory for Human Rights“, SOHR) auf Arabisch und Englisch Nachrichten über die aktuelle Entwicklung des Konflikts im multiethnischen und multireligiösen Staat Syrien. Sie informiert über die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen aller Kriegsparteien, über Massaker der Regierungstruppen oder der russischen Luftwaffe, die Assads Truppen gegen meist islamistische Rebellen unterstützt. Auch die Verbrechen des türkischen Militärs in Afrin werden von der SOHR nicht vergessen. Aufgrund seines Engagements erhält Abdul Rahman regelmäßig Morddrohungen von radikalen Islamisten.

 

 

 


6 Kilometer für 6.000 Kinder – Charity-Lauf für sauberes Trinkwasser

Weltwassertag macht dringenden Bedarf deutlich

 

(Friedrichsdorf/wv) – „Niemanden zurücklassen – Wasser und Sanitätsversorgung für alle!“ Unter diesem Motto steht der diesjährige Weltwassertag am kommenden Freitag. Die Kinderhilfsorganisation World Vision bietet mit dem Charity-Lauf Global 6k eine Möglichkeit für jeden, aktiv den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verbessern.

 

Noch immer steht weltweit über 600 Millionen Menschen kein Wasser zur Verfügung, das sie bedenkenlos trinken können. Vor allem in afrikanischen Ländern ist die Versorgung schlecht. Durchschnittlich sechs Kilometer müssen afrikanische Frauen und Kinder laufen, um an Trinkwasser zu gelangen. Und oftmals ist dieses Wasser verschmutzt und mit Krankheitskeimen verseucht. Die Folge: Kinder werden dauerhaft krank. Viele sterben an den Folgen (bis 2030 werden nach Schätzungen der UN 56 Millionen Kinder an den Folgen vermeidbarer Krankheiten sterben) oder sie können dauerhaft die Schule nicht mehr besuchen. Dadurch verschlechtern sich ihre Zukunftsaussichten dramatisch.

 

Die Kinderhilfsorganisation World Vision weist mit dem Charity-Lauf „Global 6k“ auf diese Missstände hin und bietet zugleich die Möglichkeit, tatkräftig gegen den Mangel anzulaufen.

 

Vom 04. Mai bis zum 30. Juni können Teilnehmer ihren eigenen 6K-Lauf organisieren, wann und wo immer sie wollen. Zeitgleich findet der Lauf auch in anderen Ländern statt – die Läufer und Läuferinnen werden so Teil einer weltweiten Bewegung. Im vergangenen Jahr waren 49.000 Menschen in 23 Ländern mit dabei, mehr als beim Marathon in Berlin.

 

Mit der Teilnahme und einer Startspende von 30 Euro unterstützen die Aktiven 6.000 Kinder in Afrika. Diese erhalten Zugang zu sauberem Trinkwasser, bekommen genug zu essen und werden medizinisch versorgt.

 

Ob allein oder in der Gruppe, ob als Gastgeber oder Gast einer Laufgruppe, es gibt viele Möglichkeiten, teilzunehmen. Informationen zum Lauf und zur Registrierung gibt es unter:  Global6k

 

HINTERGRUND
Die Versorgung von Menschen in armen Ländern mit Zugang zu sauberem Trinkwasser und das Vermitteln von Kenntnissen in Hygienepraktiken sind ein essentieller Teil der Arbeit von World Vision. Allein 2017 hat die Organisation 3,2 Millionen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht. 3,9 Millionen Menschen nahmen an Workshops zu Hygienemaßnahmen teil. Dabei arbeitet World Vision eng mit der UN und weiteren Organisationen zusammen.


Hunderte Tote und Verletzte befürchtet – zerstörte Infrastruktur erschwert Hilfe

World Vision: Situation in Mosambik, Simbabwe und Malawi katastrophal und unübersichtlich

 

(Friedrichsdorf / Maputo / Harare / Lilongwe/wv) - Die Wetterlage nach Tropensturm Idai, der am Wochenende das südöstliche Afrika überquerte, richtet weiter Zerstörungen in Mosambik, Simbabwe und Malawi an. Die Auswirkungen sind noch unübersichtlich, aber für viele Menschen katastrophal. Cláudio Jamal, World Vision-Nothilfe-Leiter in Mosambik, erklärt: „Ganze Städte in meinem Land sind zerstört, viele Provinzen betroffen, Elektrizität und Kommunikation zusammengebrochen.“ Daher sei es unmöglich, das ganze Ausmaß der Katastrophe schon jetzt zu überblicken.

 

World Vision Mitarbeiter stimmen aktuell mit den Regierungen und UN-Clustern Hilfsmaßnahmen ab. Sie berichten, dass die Not sehr groß sei, aber viele Gebiete aktuell noch gar nicht mit Hilfen erreicht werden können, da auch Straßen und Brücken zerstört sind. Heftige Regenfälle erhöhen die Gefahr weiterer Erdrutsche und Überschwemmungen. Dennoch versuchen Helfer überflutete Gebiete in Zentral-Mosambik zu erreichen. Voraussichtlich sind Hundertausende Menschen allein in Mosambik von der Katastrophe betroffen, Hunderte wurden getötet und verletzt. Mehr als 80.000 Hektar Ackerland seien überschwemmt und die Ernten vernichtet worden. Der Wirbelsturm zerstörte auf seinem Weg Tausende Häuser und Schulen, sowie Gesundheitszentren. 

 

Im Nachbarland Simbabwe richtete Idai ebenfalls große Zerstörungen an. Fast 500.000 Menschen sind durch die Fluten betroffen. Auch hier dürfte die Zahl der aktuell 82 Toten und mehr als 100 Verletzten weiter steigen, da noch viele Menschen vermisst werden. Ganze Ernten sind vernichtet worden, Haustiere ertranken in den Wassermassen. Viele Regionen sind nicht erreichbar, da Straßen zerstört sind und Dämme überflutet wurden.  

 

Auch in Malawi ist die Situation weiter kritisch. Anfang März verursachten in dem Land heftige Regenfälle schwere Überschwemmungen in der Mitte und im Süden des Landes. Durch die Gesamt-Wetterlage hat sich die Situation weiter verschärft. Die Zahl von Todesopfern und Verletzten kann weiter steigen. Zerstörte Infrastruktur erschwert hier ebenfalls die Hilfsmaßnahmen. Tausende Häuser sind unbewohnbar, mehr als 80.000 Menschen auf der Flucht in weniger betroffene Landesteile.

 

In den Gebieten, die erreicht werden können, hat die Kinderhilfsorganisation mit der Verteilung von Hilfsgütern an Tausende Familien begonnen. „Dringend benötigt werden aktuell Unterkünfte, Nahrungsmittel und sauberes Trinkwasser. Die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten ist in solchen Situationen besonders groß“, betont Jamal.

 

World Vision ist in allen 3 Ländern schon seit vielen Jahren mit langfristiger Entwicklungszusammenarbeit aktiv, hält Hilfsgüter für Notlagen vorrätig und ist daher in der Lage, schnelle Hilfe zu leisten.

 

World Vision Deutschland ist Mitglied im Katastrophenhilfe-Bündnis Aktion Deutschland Hilft, das die Bevölkerung um Spenden bittet:

 

Stichwort "Zyklon Idai"

 

IBAN: DE62 3702 0500 0000 10 20 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)

 

Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden (10EUR zzgl.

 

üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft 9,83 EUR)

 

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 

 

 


Gerichtsanhörung in Astana – Zivilgesellschaft bangt um ihre Unabhängigkeit

China-kritische Menschenrechtler in Kasachstan unter Druck

 

 

Ein Gericht in Astana entscheidet heute über die Aufrechterhaltung der Vorwürfe pro-chinesischer Kreise gegen Serikzhan Bilash, den Gründer der Menschenrechtsorganisation Atajurt. Er wurde am 9. März 2019 festgenommen, weil seine Kritik an Chinas Umerziehungslagern in Xinjiang die Freundschaft mit China beeinträchtige. Nach internationalen Protesten wurde er am 11. März 2019 aus der Haft entlassen und unter Hausarrest gestellt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. „Chinas langer Arm darf nicht die Kronzeugen der Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Xinjiang zum Schweigen bringen“, fordert Ulrich Delius, Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker.

 

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor einer Kriminalisierung und Gleichschaltung der Zivilgesellschaft in Kasachstan. China versucht derzeit, Kritiker in seinem Nachbarland mundtot zu machen. „Kasachstan steht an einem Scheideweg zwischen Demokratisierung und Rückfall in finstere Zeiten der Diktatur“, erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. Ein Gericht in Astana entscheidet heute in einer Anhörung, ob Vorwürfe pro-chinesischer Kreise gegen einen führenden kasachischen Menschenrechtler aufrechterhalten werden.  Der am 9. März 2019 festgenommene Serikzhan Bilash wird beschuldigt, mit seiner Kritik an Chinas Umerziehungslagern in Xinjiang die Freundschaft mit China beeinträchtigt zu haben.

 

„Sollte Kasachstans unabhängige Zivilgesellschaft von den Behörden mundtot gemacht werden, muss die Europäische Union reagieren und gezielte Reise- und Finanz-Sanktionen gegen Kasachstans Staatsführung und den Geheimdienst verhängen. Europa darf nicht tatenlos zusehen, wie Methoden aus Zeiten der Sowjetherrschaft in Kasachstan wieder Alltag werden“, so Delius. Der Schutz der Zivilgesellschaft müsse auch Thema sein, wenn die Deutsch-Kasachische Regierungskommission am 20. Mai 2019 in Astana tagt.

 

Serikzhan Bilash, Gründer der Menschenrechtsorganisation Atajurt war nach internationalen Protesten am 11. März 2019 aus der Haft entlassen und für zwei Monate unter Hausarrest gestellt worden. Bei einer Verurteilung drohen ihm gemäß Artikel 174 des kasachischen Strafgesetzbuches bis zu zehn Jahre Haft. Das Büro der Menschenrechtsorganisation wurde nach seiner Festnahme von den Behörden geschlossen und alle Computer und Unterlagen beschlagnahmt. „Das Büro von Atajurt muss sofort wiedereröffnet und alle beschlagnahmten Gegenstände zurückgegeben werden“, fordert die GfbV. Die Vorwürfe gegen Atajurt seien willkürlich. Die Menschenrechtsorganisation habe nur Opfern der Umerziehungslager in China eine Stimme gegeben und sich für ihren Schutz eingesetzt.

 

Lanciert wurden die Vorwürfe von der pro-chinesischen Gruppe Jebeu, einem Zusammenschluss von rund 20 Kasachen mit engen Beziehungen zu China. Jebeu hat im Januar 2019 in einem offenen Brief an die Regierung Kasachstans ein Verbot Atajurts gefordert. „Chinas langer Arm darf nicht die Kronzeugen der Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Xinjiang zum Schweigen bringen“, mahnt Delius. Mindestens 1,1 Millionen muslimische Uiguren, Kasachen und Kirgisen werden seit April 2017 gegen ihren Willen in Umerziehungslagern in Xinjiang festgehalten. Atajurt hat maßgeblich zur Aufklärung über die schweren Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang beigetragen und engagiert sich für den Schutz der wenigen freigelassenen Lagerinsassen.

 

Während des Hausarrests wurde Bilash am Mittwoch letzter Woche von Mitarbeitern des Geheimdienstes gezwungen, sich in einem Video von seiner Rechtsanwältin Aiman Umarova zu distanzieren. Die bekannte Menschenrechtsanwältin ist für ihr Engagement mit vielen internationalen Preisen gewürdigt worden.  

 


Häusliche Gewalt: Jeden Tag sterben in Lateinamerika 220 Kinder durch Gewalt in der Erziehung

(München/sos) - Während in den westlichen Industriestaaten Gewalt in der Erziehung gesellschaftlich immer weniger akzeptiert ist, sterben in Lateinamerika jeden Tag 220 Kinder an den Folgen. Das vermelden die SOS-Kinderdörfer und ziehen eine traurige Bilanz: Jedes zweite minderjährige Todesopfer häuslicher Gewalt weltweit stirbt in Lateinamerika. "Das sind alarmierende Zahlen, die in Deutschland die Nachrichtenseiten füllen würden, in Lateinamerika sind sie trauriger Alltag", sagt Teresa Ngigi, Psychologin und Trauma-Expertin bei der Hilfsorganisation.

 

Hinter den schweren Gewalttaten stecke eine patriarchalische Mentalität. Kinder müssten demnach mit Härte und Schlägen erzogen werden. "Das hat schwerwiegende Folgen für die Kinder. Für ihren Körper, ihre Psyche, ihre Zukunft, aber auch die Gesellschaft", sagt Ngigi. Denn die Gewalt werde von Generation zu Generation weitergegeben. Und sie habe verheerende Folgen für die Kinder.

 

"Die große Mehrheit der Opfer leidet unter Depressionen, Angst, Aggression und Konzentrationsstörungen", sagt Ngigi. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gewalt später zu Abhängigkeiten führt und dass diese Kinder später selbst Gewalt anwenden oder straffällig werden, ist extrem hoch."

 

In Deutschland gibt es seit November 2000 ein Gesetz, dass "körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen" verbietet. In Lateinamerika werde über die Misshandlungen meist hinweggesehen: "Wir gehen davon aus, dass in Mexiko sechs von zehn Kindern regelmäßig häusliche Gewalt erleben, in El Salvador und Chile sogar sieben von zehn", sagt Ngigi. In Paraguay hielten mehr als die Hälfte aller Jungen und Mädchen Prügel gar für notwendig für ihre Entwicklung, und die Hälfte aller Mädchen in der Region erkläre, dass häusliche Gewalt für sie normal sei. Was diese Kinder noch nicht wissen könnten: "Die Gewalt, die sie erfahren, wird lebenslange Narben hinterlassen", sagt Ngigi.

 

Um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, brauche es vielfältige Maßnahmen: "Als Kinderhilfswerk nehmen wir zum Beispiel Einfluss auf die Regierungen, damit sie entsprechende Gesetze erlassen. Außerdem betreiben wir Anlaufstellen für betroffene Kinder, klären Eltern über die Folgen von Gewalt in der Erziehung auf und stehen ihnen beratend zur Seite", sagt Ngigi.

 

Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt und auf eine beschützende Familie. Die SOS-Kinderdörfer rufen mit ihrer Aktion #GiveKidsAVoice alle Kinder dazu auf, ihre Stimme für ihre Rechte zu erheben.

 

Erfahren Sie hier, was hinter dieser Aufforderung steckt:

 

https://www.givekidsavoice.de/


missio Aachen: Malawi braucht nach Überschwemmungskatastrophe Hilfe

(Aachen/missio) - Die malawische Bischofskonferenz hat sich heute mit einem dringenden Hilfsappell an das katholische Hilfswerk missio Aachen gewandt, das einen Spendenfonds eingerichtet hat. Der Großteil des Südens Malawis ist von katastrophalen Überschwemmungen betroffen. Seit Ende Januar hatte es in dem ostafrikanischen Land heftig und langandauernd geregnet. Bislang sind 56 Menschen ums Leben gekommen. Die Rettungs- und Sucharbeiten dauern laut der malawischen Regierung noch an.

 

Unter den immensen Überschwemmungen leiden in der Region mittlerweile fast eine halbe Million Menschen, mehr als 30.000 haben ihr Zuhause verloren. Betroffen, so schreibt Erzbischof Thomas Msusa, Vorsitzender der Bischofskonferenz von Malawi, sei vor allem die ärmere Bevölkerung, die ohnehin täglich ums Überleben kämpfen muss. Wenige Wochen vor der Erntezeit, die meist Anfang April beginnt, sind die Felder der Menschen zerstört.

 

Die betroffenen Menschen haben Zuflucht in Aufnahmezentren gefunden, die die Regierung eingerichtet hat. Dort fehlt es jedoch an Lebensmitteln, Zelten, Planen und sauberem Wasser.

 

In den kommenden Tagen drohen Meteorologen zufolge weitere schwere Regenfälle. Der Zyklon „Idai“ soll mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h vom Indischen Ozean kommend auf das Nachbarland Mosambik treffen. Auch im Landesinneren von Malawi drohen dann wieder extreme Regenfälle.

 

Weitere Informationen unter www.missio-hilft.de

 

 

 

 

 


Afrin unter türkischer Besatzung: Menschenrechtler ziehen eine verheerende humanitäre und wirtschaftliche Bilanz

 

 

(Göttingen/gfbv) - Ein Jahr nach dem völkerrechtswidrigen Angriff auf Afrin halten türkische Truppen die kurdische Region in Nordsyrien weiter besetzt. Die humanitären und wirtschaftlichen Auswirkungen der Besatzung sind erschütternd: Hunderte Zivilisten wurden getötet, tausende verhaftet und hunderttausende vertrieben. Zugleich wurden zehntausende Olivenbäume verbrannt und Ölpressen zerstört oder abtransportiert. Der wichtigste Wirtschaftszweig liegt damit am Boden. Die Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlagen wird den Geflüchteten die Rückkehr in ihre Heimat zusätzlich erschweren.

 

Ein Jahr nach dem völkerrechtswidrigen Angriff auf Afrin halten türkische Truppen die kurdische Region in Nordsyrien weiter besetzt. Kamal Sido, Nahostexperte der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist schockiert über die humanitären und wirtschaftlichen Auswirkungen der Besatzung: „Das türkische Militär und von der Türkei unterstützte Islamisten haben eine Spur der Verwüstung durch die Region gezogen“, so Sido heute in Göttingen. „Die Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen sind nur durch die Unterstützung des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Duldung der NATO-Staaten möglich.“

 

Übereinstimmenden Berichten von „Afrinpost“ und Menschenrechtlern zufolge sind die humanitären Auswirkungen erschütternd: Seit Beginn der Besatzung am 18. März 2018 sollen mindestens 225 Zivilsten getötet und 17 weitere zu Tode gefoltert worden sein. 467 Zivilisten wurden verletzt, weitere 2500 verhaftet. „Mindestens 300.000 Kurden aus Afrin befinden sich auf der Flucht, viele in den Flüchtlingslagern in Schahba im Norden von Aleppo. Diese sind von der Außenwelt nahezu vollständig abgeschnitten“, berichtet Sido, der in ständigem Kontakt mit Informanten in Nordsyrien steht.

 

Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region und ihre Bewohner sind verheerend: Seit der Besatzung sollen etwa 120.000 Olivenbäume abgeholzt und von türkischen Offizieren und syrisch-islamistischen „Warlords“ als Brennholz verkauft worden sein. Weitere 20.000 Olivenbäume wurden verbrannt. Rund ein Drittel der ursprünglich 325 Olivenpressen und 18 von 26 Olivenverarbeitungsfabriken wurden zerstört oder entfernt. Die Erlöse aus diesem besonders wichtigen Wirtschaftszweig sanken im Vergleich zum Vorjahr 2017 um etwa 109 Millionen Dollar. Von den 32 Hektar Waldfläche in Afrin wurden etwa zehn Hektar von den Besatzern verbrannt. Von 1.100 Fabriken und Manufakturen wurden 770 zerstört, geplündert oder zum Weiterverkauf abgebaut, über 70 Prozent der Lederverarbeitungsfabriken wurden zerstört oder geplündert. Zehntausende Schafe, Ziegen und Kühe wurden geschlachtet oder abtransportiert. Geflügelarms wurden zerstört oder geplündert. Die Verluste in diesem Wirtschaftssektor werden auf 25 Millionen Dollar geschätzt.

 

Flucht und Vertreibung zeigten sich auch deutlich in der Bevölkerung Afrins: „Ein Jahr nach Beginn der Besatzung sind alle Armenier und die etwa 1200 kurdischen Christen geflohen. Der Anteil der Kurden an der Bevölkerung sank von 96 auf unter 35 Prozent“, erklärt Sido. Auch Heiligtümer der Yeziden und der Aleviten sowie historische Ruinen wurden zerstört oder geplündert. Von 325 Schulen in der Region wurden 70 zerstört oder in Kasernen und Gefängnisse umwandelt. „Die Türkei beabsichtigt eine Assimilierung und Zwangsislamisierung Afrins. Die Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlagen wird den Geflüchteten die Rückkehr in ihre