Nachrichten aus aller Welt

15.04.2021

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle


FIDES-NACHRICHTEN - 15.04.2021

VATIKAN - Kardinale Tagle tauft zwei philippinische Kinder in Rom: “Die Taufe ist der Beginn eines Glaubenswegs”

Rom (Fides) - "Die Taufe ist der Beginn eines Glaubenswegs". Eltern, seien bei der Erziehung ihrer Kinder neben deren Ernährung und Bildung auch aufgerufen, das Geschenk des Glaubens zu kultivieren "und sie am Gebet und Leben der christlichen Gemeinschaft teilhaben zu lassen", so der aus den Philippinen stammende Kardinal Luis Antonio Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker bei einem Gottesdienst, in dessen Rahmen er am gestrigen 12. April in der römischen Basilika „Santa Maria Maggiore“ zwei philippinische Kinder taufte - einen Jungen und ein Mädchen.
Der Präfekt von Propaganda Fide erinnerte die Eltern an die tiefgreifende Bedeutung des Sakraments der Taufe, "manchmal wird es auf ein Brauchtum reduziert" oder sogar als zweitrangig gegenüber dem Fest mit den Verwandten und Freunden angesehen, wobei man Gefahr laufe die tiefgreifende spirituelle Bedeutung der Taufe aus den Augen zu verlieren. Kardinal Tagle sprach auch auch die Paten und Patinnen der Getauften an: "Mehr als nur durch Geldgeschenke für die Patenkinder“, sagte er, „wird man ein guter Pate oder Patin mit der Bereitschaft, Eltern zu helfen, ihre Kinder im Glauben zu erziehen." .
Aufgrund der in Italien geltenden Anti-Covid-Gesundheitsprotokolle konnte nur eine begrenzte Anzahl von Personen an der Feier teilnehmen, die vom Kaplan der Philippinischen Auslandsgemeinde in Rom organisiert worden war. Um trotzdem auch viele andere Gläubige zu erreichen, wurde die Messe auf Facebook gestreamt und eine Live-Übertragung auf einer großen Leinwand in der Basilika Santa Pudenziana, der Nationalkirche der philippinischen Gemeinde in Rom, angeboten. In Italien leben über 150.000 Filipinos, die meisten davon als Gastarbeiter, hauptsächlich in den Städten Rom und Mailand.
Die von Kardinal Tagle gefeierte heilige Messe fand im Rahmen der Feiern statt, die das Seelsorgezentrum der philippinische Gemeinde in Rom anlässlich des 500. Jahrestages der Ankunft des Christentums auf den Philippinen (1521-2021) organisiert.
Die "Sentro Pilipino Chaplaincy" (das philippinischen Seelsorgezentrum) begleitet philippinischen Migranten und ihren Familien mit sozialer und pastoraler Unterstützung. Es ist Bezugspunkt für die 63 philippinisch-katholischen Gemeinden der Diözese Rom (mit etwa 47.000 Mitgliedern) und befindet sich seit 1991 in der Basilika Santa Pudenziana im römischen Stadtteil Monti. Zu den Zielen des Zentrums gehören: spirituelle Bildungsangebote, Einladung zur Teilnahme an den Aktivitäten der örtlichen Gemeinden; Initiativen zur Stärkung der philippinischen Werte und des kulturellen Erbes sowie die Förderung gemeinsamer sportlicher und soziokultureller Aktivitäten.

AFRIKA/KAMERUN - Erzbischof von Bamenda: "Die Kirche engagiert sich für Frieden und Gerechtigkeit“

Bamenda (Fides) - „Die Kirche von Christus, dem Friedensfürsten, gegründete Kirche kann sich ihrer Mission nicht entziehen, in den Gesellschaften, in denen sie lebt, Harmonie zu fördern. Vor einem Jahr begannen in Yaoundé die Gespräche, die zu Waffenstillstand und Versöhnung hätten führen sollen. Seitdem hat sich aber nicht viel geändert, doch wir beten weiter, hoffen und sind Bezugspunkt für alle auf der Suche nach Frieden“, so Erzbischof Andrew Nkea Fuanya von Bamenda gegenüber Fides über die aktuelle Situation in Kamerun, insbesondere im englischsprachigen Raum, der sich seit Jahren in einer Schwebe zwischen Unabhängigkeit und Unionismus befindet, die von Konflikten und Gewalt beherrscht ist, was zur Verbreitung von Armut und Terror führt. Fünf Jahre lang herrschten Konflikte zwischen der Zentralregierung und den separatistischen Kämpfern, die in den westlichen Gebieten des Landes an der Grenze zu Nigeria einen eigenen Staat, die Republik Ambazonia, errichten wollen. Die Konflikte haben bisher Tausende von Toten gefordert und 800.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Kinder können keine Schule besuchen und ein ressourcenreiches Gebiet mit drei Millionen Einwohnern befindet sich in einer humanitären Krise.
Im Jahr 2020 wurden neue Hoffnungen geweckt, als Sisiku Julius AyukTabe, Vorsitzender einer der separatistischen Fraktionen, aus das Zentralgefängnis in Yaoundé verlassen durfte, um sich im wenige Kilometer entfernten Sitz der Bischofskonferenz mit Mitgliedern der Regierung zu treffen gemeinsam die Möglichkeit eines Waffenstillstands zu prüfen.
"Es ist nicht viel passiert“, fährt der Erzbischof fort, „seit die ersten Gespräche vor genau einem Jahr begonnen haben. Die inhaftierten Separatisten haben bestimmte Bedingungen festgelegt: Sie wollen, dass das Militär in die Kasernen zurückkehrt, dass alle politischen Gefangenen freigelassen werden und dass die Regierung das Ende des Krieges erklärt. Diese Schritte sind nicht einfach zu gewähren, daher geht es sehr langsam. Aber die Spaltungen zwischen den Separatisten untereinander machen alles noch schwieriger. Es ist schwierig, einen echten Dialog aufzubauen, da immer wieder widersprüchliche Botschaften der Sezessionisten vorliegen. In dieser Situation beten wir weiter, in der Hoffnung, mit den so genannten 'Boys' (wie die Mitglieder der verschiedenen separatistischen Gruppen bezeichnet werden, Anm. d. R.) sprechen zu können, damit sie eine einheitliche Front bilden und mit der Regierung in einen gemeinsamen Dialog treten können. Am meisten leidet ist zweifellos die Bevölkerung. Die Menschen wollen wieder normal leben, aber alles ist kompliziert und der Alltag wird schwierig. Am 9. April kehrte ich aus Mamfa zurück, wo ich sieben neue Priester geweiht hatte, und auf der Höhe von Bali stießen wir auf ein Feuergefecht, das die Weiterreise unmöglich machte. Es gab eine lange Reihe von Autos, die stundenlang feststeckten, während wir um unsere Sicherheit fürchteten. Die Bevölkerung braucht dringend Freiheit und Frieden“.
Die Kirche, so der Erzbischof, begleite den Dialog- und Verhandlungsprozess zwischen den Konfliktparteien und zeige dabei ihre umfassende Verfügbarkeit in Bezug auf Vermittlungstätigkeit und konkrete Unterstützung für den Friedensprozess. "Die Kirche in Kamerun“, bestätigt der Erzbischof, „war immer indirekt an der Förderung von Friedensgesprächen beteiligt. Die Mission der Kirche ist die ihres Gründers, den wir den "Friedensfürsten" nennen. Aus diesem Grund dürfen wir nie aufhören, über Frieden zu sprechen. Aber wie von den Propheten und in den Psalmen vorhergesagt, gibt es keinen Frieden ohne Gerechtigkeit, und deshalb sprechen wir auch über Gerechtigkeit. Gerechtigkeit ist für die Gemeinschaft dringend notwendig: Nur so kann Frieden entstehen".

AFRIKA/MOSAMBIK - Dschihadistische Übergriffe: Verbigt sich dahinter ein gößeres Netzwerk?

Maputo (Fides) - In der Stadt Palma im Norden Mosambiks, wurden mindestens 12 enthauptete Leichen gefunden, die am 24. März bei dem Angriff einer Gruppe von Dschihadisten getötet wurden, die sich als Anhänger des Islamischen Staates bezeichnen. Eines der Opfer stammt aus Simbabwe.
Die Stadt wurde inzwischen von der mosambikanischen Armee zurückerobert, doch die genaue Zahl der zivilne Todesopfer ist noch nicht bekannt. Ungefähr 180 Menschen verschiedener Nationalitäten, die im Hotel Amarula Zuflucht gesucht hatten, waren dort mehr als 48 Stunden lang gefangen. Nach erfolglosen Evakuierungsversuchen mit dem Hubschrauber aufgrund eines schweren Rebellenbeschusses wurde am 26. März versucht, die Flucht auf dem Landweg mit einem Konvoi von Autos zu organisieren, der jedoch noch am Ausgang des Hotels überfallen wurde. Nur sieben von 17 Pickup-Lastwagen konnten die Kampfzone verlassen. Mindestens sieben Menschen wurden dabei getötet, mehr als sechzig wurden noch vermisst. Die Stadt war mindestens 19 Tage lang isoliert, nachdem die Terroristen das Telefonnetz zerstörten und den Radiosender von Palma verwüstet hatten. Die ersten Reporter, die vor Ort ankamen, berichteten, dass aus mindestens drei Bankfilialen ein Betrag von etwa 1 Million Dollar gestohlen worden war, während mindestens sechs Tonnen Lebensmittel aus den Läden mitgenommen wurden.
Dies lässt vermuten, dass die Dschihadisten ihre Lebensgrundlagen aus der Plünderung des Territoriums beziehen und dass es sich bei der bewaffneten Gruppe um ein lokales Phänomen handelt, das sich aus der weit verbreiteten Unzufriedenheit der Bevölkerung entwickelt, die mit ansehen muss, dass der Beginn der Förderung von Gas und Öl in der Region, für die Einwohner voraussichtlich keine Gewinne mit sich bringen wird. Eine kürzlich durchgeführte britische Studie kommt jedoch zu dem Schluss, dass es Kontakte zwischen mosambikanischen Extremisten und der Führung des Islamischen Staates gibt. "Es gibt eine Art versteckte formale Kommunikation zwischen diesem speziellen Netzwerk in Mosambik und ISIS als globaler Bewegung", so Dr. Winter vom Internationalen Zentrum für Radikalisierungsstudien am King's College London, der darauf hinweist, dass "beide Seiten davon profitieren gegenseitige Propaganda zu machen".
Eine andere Studie, die auf den Aussagen von 23 entführten Frauen basiert, die aus Rebellenbasen in Nordmosambik geflohen sind, dokumentiert die Existenz einer organisierte Gruppe, die Kindersoldaten rekrutiert und anscheinend am Handel mit Mädchen im Ausland beteiligt ist. „Die Gruppe wird in den Medien als eine Gruppe von Vandalen und Banditen dargestellt, aber sie sind viel besser vorbereitet als wir denken. Wir haben diese Gruppe seit vielen Jahren unterschätzt. Sie haben Zugang zu Technologie, Informationen und beruflichen Spezialisierungen", unterstreicht der Autor des Berichts João Feijó, Forscher der lokalen NGO „Observatório do Mundo Rural (OMR)“.
Am Ostersonntag appellierte Erzbischof Francisco Chimoio von Maputo, an "alle Mosambikaner“, mit der Bitte, „Solidarität mit den vertriebenen Brüdern in der Provinz Cabo Delgado zu zeigen". Erzbischof Chimoio appellierte auch an die "NachbarnLänder“, „damit wir gemeinsam wahren Frieden schaffen können, eine Bedingung, die es wirklich jedem ermöglicht, in Frieden zu leben. "

ASIEN/PHILIPPINEN - Diözese Kalookan richtet zur Bewältigung der Pandemie Gesundheitszentren in Pfarrgemeinden ein

Manila (Fides) - Eine Diözese auf den Philippinen hat beschlossen, in jeder Gemeinde Gesundheitszentren einzurichten, um den Bedürfnissen der Bevölkerung in Zeiten der Pandemie gerecht zu werden. Wie Bischof Pablo Virgilio David von Kalookan in der Region Metro Manila bekräftigt will sich die Diözese „um das geistige und körperliche Wohlergehen der Menschen kümmern". Der Bischof erklärte, dass die Initiative sich als eine konkrete Antwort der Ortskirche auf das Covid-19-Szenario verstehe, und betonte, er habe alle Gemeinden gebeten, ein medizinisches Gesundheitszentrum oder eine Klinik einzurichten und Priester und Laien eingeladen, freiwillige Helfer, Ärzte und medizinisches Personal zu sensibilisieren, um Menschen zu helfen Menschen, die mit Covid infiziert sind oder an anderen Krankheiten leiden. Dabei soll ein Netzwerk entstehen, mit dem die Diözese allen Patienten Medikamente und Gesundheitsversorgung zur Verfügung stellt. "Wir möchten, dass alle das Gefühl haben, dass wir uns nicht nur geistig, sondern auch physisch, psychisch und emotional um sie kümmern", betont der Bischof.
Die Diözese Kalookan hat 31 Pfarreien und 15 Missionsstationen in den Städten Navotas, Malabon und Caloocan. In den letzten Wochen war das Land in und um Metro Manila und vier benachbarten Provinzen einer neuen Welle von Covid-19-Infektionen ausgesetzt. Angesichts dieser Situation verhängte das Land strengere Lockdownmaßnahmen, die sich auch auf religiöse Versammlungen und kirchliche Aktivitäten auswirkten. Die Regierung hat alle öffentlichen Gottesdienste in Kirchen in der Hauptstadtregion Manila und in den Provinzen Rizal, Cavite, Laguna und Bulacan verboten. In Metro Manila und den benachbarten Provinzen gibt es seit letztem Monat eine Ausgangssperre, da Krankenhäuser in der Hauptstadt Schwierigkeiten haben, die Zunahme der Krankenhausaufenthalte zur Behandlung von Covid-19 zu bewältigen. Mehr als 11.000 Krankenhäuser im ganzen Land sind an der Grenze ihrer Kapazitäten, weshalb private Einrichtungen, darunter auch solche in kirchlicher Trägerschaft, erste Schritte unternommen haben, um einen Beitrag im Bereich der Gesundheitsversorgung zu leisten.

BANGLADESCH - Katholische Kirche erkärt sich solidarisch mit Menschen in Myanmar

Dhaka (Fides) - "Mit Schmerz und Trauer haben wir die jüngsten Episoden der Machtergreifung durch das Militär und die unmenschlichen Gräueltaten bei friedlichen Demonstrationen, bei denen Bürger Demokratie fordern, verfolgt. Als katholische Kirche in Bangladesch stehen wir der Kirche in Myanmar nahe und drücken unsere Unterstützung und Solidarität mit den Menschen und der Kirche in diesem Land aus. Auch wir teilen den Schmerz und das Leid der friedliebenden Menschen in Myanmar, die nur die Rückkehr der Demokratie wollen", so die Bischöfen von Bangladesch in eine vom Präsident der Justitia-et-Pax-Kommission, Bischof Gervas Rozario, unterzeichneten Erklärung.
"Wir Bischöfe von Bangladesch knien im Namen unserer Gläubigen mit Schwester Ann Nu Thawng nieder, die am 28. Februar vor dem Militär kniete und bat, keine unschuldigen Menschen mehr zu erschießen und stattessen ihr das Leben zu nehmen“, heißt es in der Erklärung weiter, „Auch wir leiden, während die Menschen in Myanmar leiden. Auch wir spüren den Schmerz in unseren Herzen, den die Entbehrung und Unterdrückung der Menschen in Myanmar verursacht. Wir bitten die Militärjunta von Myanmar, gesunden Menschenverstand walten zu lassen und sich an einen Tisch mit den Menschen zu setzen, für den Dialog, der diese politische Krise im Land lösen kann, anstatt auf die eigenen Mitbürger zu schießen. Wir schließen uns der Kirche in Myanmar in Gebeten und Anbetungen auf der Suche nach Frieden, Liebe und Barmherzigkeit Gottes für das Volk und die Nation Myanmar an“.
Die Bischöfe von Bangladesch erinnern daran, dass seit dem Staatsstreich am 1. Februar 2021 und der Feststellung, dass "das Militär auf der Seite des Volkes steht und eine echte und disziplinierte Demokratie schaffen will", in Wirklichkeit „täglich in den Massenmedien berichtet wurde, dass das Militär auf Menschen schießt, deren einziger Fehler der Wunsch nach Demokratie und Frieden ist. Bisher haben sie mehr als 600 unbewaffnete Menschen bei friedlichen Protesten getötet", heißt es dazu in der Erklärung.
Die Proteste gegen den Putsch sind die größten in Myanmar seit der sogenannten "Safranrevolution" im Jahr 2007. "Zu den Demonstranten zählen Lehrer, Studenten, Anwälte, Bankbeamte und Regierungsangestellte“, so die Bischofskonferenz von Bangladesch, „Christen aller Konfessionen gingen zusammen mit ihren Mitbürgern auf die Straße. Das Militär versuchte es um die Menschen zu terrorisieren, die bereit waren, auf der Straße zu sterben“. Die katholische Kirche stehe auch auf der Seite der Menschen auf den Straßen von Myanmar und erkläre ihre Solidarität. „Kardinal Charles Maung Bo, Vorsitzender der Bischofskonferenz von Myanmar, forderte zu Ruhe in allen Teilen der Bevölkerung auf. Er forderte das Militär auf, den inhaftierten Präsidenten, die Minister, die Parlamentarier und vor allem Aung San Su Kyi und zu entlassen, die Einleitung eines Dialogs zur Lösung der nationalen Krise zu gewährleisten. Die Kirche in Myanmar ist besorgt über die Zukunft der Gläubigen und ethnischen Gemeinschaften wie Kachin, Karen, Shan und es besteht die Befürchtung, dass das Militär den Kirchen unangemessene Beschränkungen auferlegen könnte", bekräftigen die Bischöfe.
Angesichts der aktuellen Situation drückt die gesamte katholische Glaubensgemeinschaft in Bangladesch Solidarität und Nähe zur Kirche und zu den Menschen in Myanmar aus und versichert sie der geistige Nähe und des Gebets.

AMERIKA/BRASILIEN - Das Wort Gottes steht im Mittelpunkt der Vollversammlung der brasilianischen Bischofskonferenz

Brasilia (Fides) – Mit einem Gottesdienst unter Vorsitz des Generalsekretärs der brasilianischen und Weihbischofs von Rio de Janeiro, Joel Portella Amado, der in der Kapelle beim Hauptsitz der Bischofskonferenz gefeiert und von brasilianischen katholischen Fernsehsendern und Social Media Media Kanälen ausgestrahlt wurde, wurde am gestrigen 12. April die 58. Generalversammlung der Bischofskonferenz von Brasilien eröffnet, die bis zum 16. April im digitalen Format tagen wird.
Das zentrale Thema der Arbeit ist das Wort Gottes womit die Bischöfe den Allgemeinen Richtlinien für die Evangelisierungsinitiative der Kirche in Brasilien (DGAE 2019-2023) folgen. Darüber hinaus werden die Bischöfe in zahlreichen weiteren Tagesordnungspunkten das Leben der Kirche und der Evangelisierung in Brasilien erörtern.
Der Vorsitzende der brasilianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Walmor Oliveira de Azevedo von Belo Horizonte, begrüßte zu Beginn der Arbeiten die Teilnehmer und insbesondere die in den letzten zwei Jahren ernannten Bischöfe, und erinnerte mit einem Moment der Stille an die Opfer der Pandemie. In seiner Eröffnungsansprache unterstrich er die Bedeutung der Technologie "im Dienst der mutigen Verkündigung des Wortes Gottes". In der ersten gemeinsamen Sitzung wurden der Zweijahresbericht 2019-2020, der Wirtschaftsbericht und das zentrale Thema vorgestellt.
Erzbischof José Antonio Peruzzo von Curitiba betonte in seinem Beitrag, dass "in der biblischen Tradition das Wort auch eine Person ist", und es sich um ein Thema handle, das niemals erschöpft sein werde. Das Wort schaffe eine Nähe zwischen demjenigen, der es geschrieben hat, und dem, der es liest, was die Bedeutung des Wortes Gottes hervorhebe, nämlich die Quelle des Lebens weiterzugeben. Bischof Paulo Jackson Nóbrega de Souza erinnerte an die aus der Dogmatischen Konstitution Dei Verbum hervorgegangene "wunderbare Volksbewegung des Bibellesens in Brasilien und Lateinamerika" und hob dabei auch die Bedeutung des Zentrums für Bibelstudien (CEBI) hervor. Das Engagement müsse darauf abzielen, sicherzustellen, dass "das gesamte Leben von Missionspersonen und kirchlichen Gemeinschaften wie Seelsorge und Missionsarbeit vollständig von der Kraft des Wortes Gottes belebt wird". Der Bischof von Garanhuns sprach über die Herausforderungen der Weitergabe des Wortes Gottes und betonte die Notwendigkeit, die Bibel als Quelle des Strukturwandels neu zu entdecken.
Das zu erreichende Ziel für Bischof Armando Bucciol von Livramento de Nossa Senhora ist dabei, dass "die Menschen ein größeres Verlangen nach dem Wort Gottes haben“. In diesem Zusammenhang sprach er über die verschiedenen Bereiche, in denen das Wort Gottes verkündet werden soll: in der Liturgie und insbesondere in der Predigt, im missionarischen Handeln, bei der christlichen Initiation, in der Katechese, in der Volksfrömmigkeit, in der Familie, bei jungen Menschen, unter anderem im ökumenischen und interreligiösen Dialog, in den Medien und nicht zuletzt in Bildungsprozessen.

AFRIKA/TUNESIEN - Erzbischof Ilario Antoniazzi zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfkt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker hat am 1. Januar 2021 Erzbischof Ilario Antoniazzi von Tunis für fünf Jahre (1.1.2021-31.12.2025) zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionsswerke in Tunesien ernannt.
Erzbischof Antoniazzi wurde am 23. April 1948 in Rai (Diözese Vittorio Veneto, Provinz Treviso, Italien) geboren. Nachdem er zunächst die Grundschule in seiner Heimatstadt besucht hatte, trat er in das Missionsinstitut des hl. Pius X. in Oderzo ein und besuchte dort di Mittelstufe.
Im Jahr 1962 trat er in das kleine Seminar der Diözese des Patriarchats von Jerusalem in Beit Jala ein und seit 1965 studierte er am Großen Seminar. Am 24. Juni 1972 wurde er in Jerusalem zum Priester geweiht und in der Diözese des lateinischen Patriarchats von Jerusalem inkardiniert.
Zwanzig Jahre lang war er an verschiedenen Orten in Jordanien in der Seelsorge tätig: von 1972 bis 1975 als Pfarrvikar der Pfarrei des heiligen Pius in Zerqa; von 1975 bis 1976 als Pfarrer "in solidum" der Pfarrei Fuheis; von 1976 bis 1980 als Pfarrvikar in Marqa und von 1980 bis 1992 war er Pfarrer der Gemeinde Smakieh. 1992 wurde er nach Rom geschickt, um dort am Instituto Teresiano zu studieren. 1995 erhielt er ein Lizenziat für Spirituelle Theologie. Nach seiner Rückkehr in das Patriarchat Jerusalem war er von 1995 bis 2005 Pfarrer der Gemeinde Rameh (Galiläa-Israel); von 2005 bis 2007 Pfarrer der Gemeinde Reneh. Seit 2007 war er erneut Pfarrer der Gemeinde Rameh. Am 21. Februar 2013 ernannte ihn Papst Franziskus zum Erzbischof von Tunis.


FIDES-NACHRICHTEN - 13.04.2021

AFRIKA/GHANA - Bischofskonferenz: “Ritualmorde gefährden die nationale Sicherheit”

Accra (Agenzia Fides) - „Wir müssen unsere jungen Leute vor bestimmten Dingen schützen. Ein Teil dessen, was die Medien veröffentlichen, sollte für junge Menschen zensiert werden, insbesondere bestimmte angebliche Praktiken, um sich angeblich schnell "leichtes Geld" zu beschaffen“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Ghana, Erzbischof Philip Naameh Tamale mit Bezug auf die Anstiftung zu rituellen Morden, nachdem die Polizei zwei junge Männer im Alter von 16 und 18 Jahren wegen des brutalen Mordes an Ishmael Mensah Abdallah, einem 10-jährigen Jungen, festgenommen hatte. Die die Körperteile des ermordeten Jungen sollten für Rituale verwendet werden. „Dieser grausame Vorfall, der sich in einem Vorort von Kasoa ereignete, fordert uns als Volk und als Nation heraus und erfordert dringend Maßnahmen, um weitere Ereignisse dieser Art in der Zukunft zu verhindern", so Erzbischof Naameh. „Das schreckliche Verhalten dieser jungen Männer sollte als Weckruf dienen, um uns zu zeigen, dass wir als Individuen, Menschen und Nation vielleicht unseren moralischen Kompass verloren haben".
Erzbischof Naameh nannte diese pseudomagischen Praktiken "eine Bedrohung für die nationale Sicherheit". In seiner Erklärung beschuldigt der Vorsitzende der Bischof die lokalen Medien, Sendungen ausgestrahlt zu haben, in denen angebliche "Zauberer" magische Praktiken lehren, mit dem Versprechen, die Menschen in kurzer Zeit reich zu machen. "Dies bedeutet, dass wir nicht genügend Vorkehrungen getroffen haben, um zu beurteilen, was wir in den Köpfen unserer jungen Menschen verursachen, bis zu dem Punkt, dass sie der Meinung sind, dass die Möglichkeit, jemanden für den eigenen Wohlstand zu töten, nicht falsch ist."
Erzbischof Naameh bittet im Namen aller Bischöfe Ghanas "alle Hauptinteressierten, insbesondere die Regulierungsbehörden unseres Medienrats, die Aktivitäten dieser Betrüger zu unterdrücken, die durch ihren audiovisuellen Inhalt über Fernsehsender und Social-Media-Plattformen weiterhin das Böse und die Illusion des leichten Geldverdienens verbreiten."
Die Bischofskonferenz fordere die Ghanaer auf, "einen neuen Weg zu echten Werten wie ehrlicher Arbeit und Aufrichtigkeit einzuschlagen“. "Wir vertrauen die Seele des jungen Ishmael Mensah Abdallah der Barmherzigkeit Gottes an und beten um Trost für die Eltern und für die ganze Familie und dafür, dass der Herr die Jugendlichen in unserer modernen Welt führen möge", schließt der Erzbischof.

AFRIKA/NIGERIA - Weiterer Priester entführt

Abuja (Fides) - Wie lokale Quellen berichten wurde der am gestrigen 11. April entführte Pfarrer Marcel Izu Onyeocha nach kurzer Geiselhaft von seinen Entführern wieder freigelassen. Es handelt sich um die x-te Entführung eines Priesters in Nigeria. Die Polizei des Bundesstaates Imo im Süden Nigerias gab bestätigt, dass Pfrrer Marcel Izu Onyeocha, ein Missionar der Claretiner und Mitarbeiter der Einrichtung Mother Theresa of Golgatha, am gestrigen Sonntag, den 11. April, wurde auf der der Verbindungsstraße zwischen Enugu und Owerri entführt wurde. Gegen 19.45 Uhr musste das Fahrzeug, in dem sich der Geistliche befand, in Ihube, Okigwe, infolge eines Schadens anhalten. Während Pater Onyeocha und sein Begleiter ausstiegen, um den Schaden zu überprüfen, näherte sich eine Gruppe von Männern, bei denen es sich angeblich um Fulani-Nomaden handeln soll aus dem Busch und entführte den Geistlichen, nachdem der Fahrer zuletzt zurückgelassen wurde.
 

ASIEN/PHILIPPINEN - Netzwerk fordert Beendigung willkürlicher Hinrichtungen und Bestrafung von "red tagging"

Manila (Fides) - "Die katholischen Gemeinden sind wirklich entsetzt und bedauern die unzähligen Menschenrechtsverletzungen und willkürlichen Hinrichtungen durch Regierungssodaten und stigmatisieren die in unserem Land vorherrschende Kultur der Straflosigkeit", so Pater Aris Miranda, ein philippinischer Priester des Kamillianrordens, bei einer Online-Konferenz, an der Vertreter verschiedenen Verbänden zum Schutz vor Rechtsverletzungen auf den Philippinen, die sich in einer internationalen Koalition zusammenschließen, und fortgesetzte Morde an Vertretern der indigenen Völker, Anwälten und Aktivisten durch die Polizei anprangert und für diese Menschen ihre Stimme erhebt. Viele Opfer werden als angebliche "kommunistische Rebellen" eliminiert.
In den vergangenen Tagen hatte auch Bischof Gerardo Alminaza von San Carlos öffentlich die Beendigung der Kultur der Straflosigkeit gefordert und die Verabschiedung eines von einigen Parlamentariern ausgearbeiteten Sondergesetzes begrüßt, das das so genannte "Red-Tagging", d.h. die Praxis der Kennzeichnung als "Terroristen" oder "Kommunisten" von Einzelpersonen oder Organisationen, die die Regierung von Duterte kritisieren, bestraft. Das "Gesetz zur Definition und Bestrafung von Red-Tagging", sieht für das so genannte "Red-Tagging" Haftstrafen von bis zu 10 Jahren vor. Die Gesetzgebung, so der Bischof, sollte die Redefreiheit garantieren und jene vor Verfolgung und Ermordung schützen, die Dutertes Regierung kritisieren.
Pater Miranda, der Mitglied der "Promotion of Church People's Response" (PCPR), und des Netzwerks von Verbänden, zu denen unter anderem die Internationale Menschenrechtskommission auf den Philippinen (ICHRP) und die Ökumenische Bewegung für Gerechtigkeit und Frieden, gehören, erinnern an den Mord von neun philippinischen Aktivisten, die am 7. März zeitgleich bei Razzien der Polizei getötet wurden, nur zwei Tage nachdem Präsident Rodrigo Duterte einen weiteren Aufruf zur Beseitigung der "kommunistischen Kämpfer auf den Philippinen" veröffentlicht hatte. Die Razzien fand in den südlichen Provinzen Luzon (Laguna, Batangas, Cavite und Rizal) statt.
„Die Getöteten und Verhafteten wurden als Sympathisanten oder Rekrutierer für die New People's Army, den bewaffneten Flügel der Kommunistischen Partei der Philippinen, bezeichnet“, so der Kamillianerpater, „doch sie sind keine Mitglieder dieser kommunistischen Gruppe. Lokale und internationale Menschenrechtsorganisationen, einschließlich der Vereinten Nationen, betonen seit langem, dass dies alles eine Anstiftung zur Gewalt ist. “
„Wir fordern“, so Pater Miranda, „dass alle Verhafteten freigelassen werden und dass der Kongress und die Kommission für Menschenrechte (CHR) eine unabhängige und glaubwürdige Untersuchung der gleichzeitigen Razzien durchführen, um die Verantwortlichen zu identifizieren. Wir möchten auch, dass der Oberste Gerichtshof unverzüglich Maßnahmen ergreift, um weitere Durchsuchungsbefehle oder andere gerichtliche Instrumente zu verhindern, mit denen Aktivisten, politische Dissidenten und Regierungskritiker zum Schweigen gebracht werden. Wir fordern daher den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen und den Internationalen Strafgerichtshof auf, sich mit diesen Fällen zu befassen, während die zur Beendigung des bewaffneten Konflikts eingesetzte Task Force abgeschafft und das von Duterte gewünschte Terrorismusgesetz abgeschafft werden muss. “
Am 7. März wurden insgesamt neun Aktivisten getötet und weitere sechs verhaftet, bekräftigt auch Luciano Seller, Sprecher der „Italian Philippine Friendship Association“, einer der europäischen Organisationen, die an die an der Online-Konferenz teilgenommen haben. Mit Blick auf den gerechten Frieden auf den Philippinen werde auch das italienische Parlament aufgefordert, “Maßnahmen der Europäischen Union zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen der philippinischen Regierung und der National Democratic Front of Philippines zu fördern, die von der Duterte-Regierung abgebrochen wurden“.

ASIEN/PAKISTAN - Amtseinführung des neuen Erzbischofs von Karatschi: “Ich möchte ein Hirte mit dem Geruch der Schafe sein"

Karachi (Fides) - „Ich danke Gott, dass er mich zum Erzbischof von Karachi gewählt hat, und ich danke Papst Franziskus, dass er mich als würdig erachtet hat, die Erzdiözese zu leiten. Die Demut und Liebe des Heiligen Vaters für diejenigen, die in den Peripherien leben, und insbesondere die Erinnerung daran, dass wir als Hirten, mit dem Geruch der Schafe leben sollen, wird immer das Leitprinzip meines bischöflichen Dienstes sein“, so Erzbischof Benny Mario Travas bei seiner Amtseinführung in der St. Patrick's Cathedral in Karatschi am gestrigen 11. April 2021. Er ist der sechste Bischof der Erzdiözese Karatschi.
„Die Erzdiözese Karatschi hat eine große Anzahl junger Priester und Ordensleute und ich versichere Ihnen, dass ich mich verpflichtet habe, ein guter Hirte zu sein. Unter dem Banner meines bischöflichen Mottos ‚Communio‘“, fuhr der Prälat fort, „wird es meine Mission sein, jede Spaltung zu überwinden. Durch Teamarbeit, gemeinsames Beten und gute Werke für alle können wir die Wunden der Erzdiözese Karatschi heilen.“
"Wir müssen daran arbeiten, zusammen mit dem neuen Erzbischof den Geist der Demut, Liebe, Fürsorge und des gegenseitigen Verständnisses in zu fördern", so der Apostolische Nuntius in Pakistan, Erzbischof Christophe Zakhia El-Kassis. "So erbauen und stärken wir die Kirche und so leitet uns der Heilige Geist von Anfang an."
Die Zahl der Teilnehmer an der Feier war aufgrund Bestimmunen zur Eindämmung von Covid-19 im Land begrenzt. Unter Berücksichtigung der geltenden Vorschriften nahmen etwa 300 Gläubige aus allen katholischen Diözesen Pakistans teil, darunter auch viele Priester und Ordensleute. Zusammen mit dem neuen Erzbischof konzelebrierten der Apostolische Nuntius, Erzzbischof Christophe Zakhia El-Kassis, dessen Vorgänger im Amt des Ezbischofs von Karatschi, Kardinal Joseph Coutts, Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad-Rawalpindi, Erzbischof Sebastian Francis Shaw OFM von Lahore, Bischof Indrias Rehmat von Faisalabad, Bischof Khalid Rehmat OFM Cap von Quetta und Evarist Pinto, in seiner Eigenschaft als emeritierter Erzbischof von Karatschi.
Bischof Benny Mario Travas wurde am 21. November 1966 in Karachi geboren. Nach seinem Studium am Priesterseminar von Karatschi wurde er am 7. Dezember 1990 zum Priester der Erzdiözese Karatschi geweiht. Nach sieben Jahren pastoraler Tätigkeit wurde er nach Rom geschickt, um ein Lizenziat für Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Urbaniana zu erwerben (1997). Nach der Rückkehr in die Heimat hatte er das Amt des Generalvikars von Karatschi und gleichzeitig des Rektors des Kleinen Seminars St. Pius X. der Erzdiözese sowie des Dozenten der am Institut für Theologie in Karatschi inne. Er war auch Richter am Kirchengericht von Karatschi und Mitglied des Konsultoren- und Priesterrates. Nachdem er neun Monate lang das Amt des Apostolischen Verwalters der Diözese Multan innehatte, wurde er am 29. Mai 2015 zum Bischof von Multan ernannt. Am 11. Februar 2021 ernannte ihn Papst Franziskus zum Erzbischof von Karatschi.

ASIEN/IRAK - Grußwort des chaldäsichen Patriarchen zum Beginn des Ramadan: “Wir wünschen uns die Bezeichnung der Christen als Volk des Buches“

Bagdad (Fides) - "Anlässlich des heiligen Monats Ramadan gratuliere ich unseren muslimischen Brüdern und Schwestern aufrichtig. Ich segne sie und bitte den allmächtigen Gott, ihr Fasten zu segnen, damit und sie Gesundheit und Sicherheit genießen und sie und die ganzen Menschheit vor den Gefahren der Covid-19-Pandemie verschont bleibt“, so der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako in kurzen und intensiven Grußwort an seine Mitbürger des islamischen Glaubens zu Beginn des heiligen Fastzmonats Ramadan, der besonderen Zeit, die islamische Gemeinden auf der ganzen Welt zu Fasten, Beten und Almosen aufgerufen sind. In seiner Botschaft hofft der Patriarch, dass diese besondere Zeit für Muslime "eine Gelegenheit sein wird, Gott und den Menschen durch Fasten, Gebet, Werke der Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Vergebung und Versöhnung näher zu kommen und die Bande der Geschwisterlichkeit, der Freundschaft und des Respekts zu vertiefen, an die Papst Franziskus während seines Besuchs in unserem Land vom 5. bis 8. März erinnert". Der Primas der chaldäischen Kirche hofft, dass der Ramadan auch eine Gelegenheit ist, "die Prinzipien des Friedens, der Stabilität und des Zusammenhalts zu fördern, um ein neues und positive Kapitel im Leben der Iraker aufzuschlagen, damit jeder Freude und Glück genießen kann, nach den vielen Übeln, unter denen sie gelitten haben". Die Botschaft beschränkt sich dabei nicht nur auf allgemeine Überlegungen im Hinblick auf das Zusammenleben der verschiedenen Komponenten der irakischen Gesellschaft, sondern endet mit einer sehr konkreten Bitte: "Bei dieser Gelegenheit", schreibt Patriarch Sako abschließend "bitte ich um die Anerkennung der Christen als "Volk des Buches“, und die entspechende Bezeichnung in Lehrbüchern, die an staatlichen Schulen verwendet werden, um andere falsche und inakzeptable Definitionen zu ersetzen“. In einigen Schulbüchern werden Christen auch im Irak immer noch, wie in muslimischen Texten üblich, als "Ungläubige" oder "Polytheisten" (Takfir, Kafir) bezeichnet. Die Definition, die der Patriarch nun vorschlägt, um Christen in Schulbüchern zu benennen, ist islamischen Ursprungs und geht auf den Koran zurück.

AMERIKA/PARAGUAY - Erzbischof von Asunción feiert Chrisammesse: "In dieser Zeit der Pandemie erkennen wir den Wert des Lebens“

Asunción (Fides) - Am Samstag, den 10. April, wurde in der Kathedrale in Asunción die Chrisammesse gefeiert, die normalerweise während der Karwoche stattfindet. Aufgrund der Pandemie und der in Paraguay geltenden Beschränkungen musste der Gottesdienst, bei dem die heiligen Öle geweiht werden, verschoben werden. Erzbischof Edmundo Valenzuela von Asuncion leitete die von den Medien des Landes in ganz Paraguay ausgetrahlte Feier, an der nur 20 Priester des Bistums teilnahmen.
Der Erzbischof sprach in seiner Predigt über die schwierige Situation des Landes. Einerseits spüre jeder den Wert des Lebens, der durch das Virus in Gefahr gerät geht, andererseits sei dabei nicht klar, wie Abtreibung und Sterbehilfe als Lösung oder gar als Bürgerrechte angesehen werden könnten. "Wie fühlt sich der Wert des Lebens in dieser Zeit der Pandemie an?", fragt er in seiner Predigt und fuhr fort: "Wir werden das Leben weiterhin schützen, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod!". In diesem Zusammenhang appellierte der Erzbischof an die Behörden, rasche Lösungen für den Mangel an Medikamenten für Kranke und die Beschaffung von Impfstoffen zu finden.
Paraguay erlebt diese zweite Welle von Infektionen und Todesfällen aufgrund von Covid-19 dramatischer als die erste Welle im Jahr 2020. In den ersten Märztagen protestierten Demonstranten auf den Straßen des Landes gegen das Missmanagement der Gesundheitskrise und den Mangel an Impfstoffen.
Der paraguayische Gesundheitsminister Julio Borba gab unterdessen laut dem Nachrichtenportal „Ultima Hora“ gestern bekannt, dass die 100.000 Dosen des indischen Covaxin-Impfstoffs zur Verabreichung bereit seien, nachdem das Medikament von der Bundeskommission für den Schutz vor Gesundheitsrisiken (Cofepris) in Mexiko, weltweit erstmals zugelassen wurde. Die von Indien gespendeten Dosen waren Ende März von den paraguayischen Gesundheitsbehörden in Empfang genommen worden und wurden zurückgehalten bis ihre Sicherheit gewährleistet war, nachdem die brasilianische National Health Surveillance Agency (Anvisa) die Genehmigung verweigert hatte. Nach der Genehmigung durch Mexiko wurde der Impfstoff von den paraguayischen Behörden freigegeben und soll in den verschiedenen Regionen des Landes verimpft werden.

AMERIKA/HAITI - Fünf Priester, zwei Ordensfrauen und drei Laien entführt

Port au Prince (Fides) - Während die Universalkirche am zweiten Ostersonntag, das Fest der Barmherzigkeit feiert, beklagten die katholische Kirche von Haiti, die Entführung von fünf Priestern, zwei Ordensfrauen und drei Angehörigen von Pfarrer Jean Arnel Joseph. Zu den Entführung kam es am gesterigen, Sonntag, 11. April, in der Stadt Croix-des-Bouquets in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince. Pfarrer Stevenson Montinard, von der Societé des Pretres des Saint Jacques, bestätigte gegenüber Fides die Nachricht von der Entführung und bittet um Gebete für die Freilassung der entführten Mitglieder der Missionsgesellschaft Michel Briand (französischer Staatsangehörigkeit), Jean Nicaisse Milien, Joël Thomas, Evens Joseph und Jean-Hugues Baptiste (Priester der Erzdiözese Kap Haitian, Medizinstudent) und die französische Schwester Agnès Bordeau von der Kongregation der Vorsehung von Pommeraye sowie Schwester Anne Marie Dorcelus von der Kongregation der kleinen Schwestern des Jesuskindes.
Die Opfer wurden auf dem Weg in die Pfarrei Galette Chambon entführt, wo sie an der Amtseinführung von Pfarrer Jean Arnel Joseph teilnehmen wollten. Laut Pfarrer Stevenson Montinard fordern die Entführer Lösegeld für die Freilassung der Entführten.
In Haiti sind Entführungen an der Tagesordnung und das Land ist seit Jahren einer wachsenden Welle der Unsicherheit ausgesetzt. "Dieser neue Fall spiegelt den Zusammenbruch des Sicherheitssystems des Staates und des Landes wider. Niemand scheint mehr in Sicherheit zu sein", so P. Renold Antoine, C.Ss.R., gegenüber der Fides. "Bewaffnete Gruppen säen weiterhin Angst und Schrecken in die Herzen der Bevölkerung", so Pater Renold.
Die Polizei vermutet, dass eine in der Region aktive bewaffnete Bande namens "400 Mawozo" hinter der Entführung steckt und bezieht sich auf eine lokale Quelle. Die Konferenz der haitianischen Ordensleute (CHR) teilte unterdessen in einer Erklärung mit, dass auch drei Angehörige von Pfarrer Jean Arnel Joseph entführt wurden: "Die Konferenz der Ordensleute drückt ihre tiefe Trauer aus, aber auch ihre Wut über die unmenschliche Situation, die wir seit mehr als einem Jahrzehnt erleben", heißt es in der Erklärung.
Gegen Bandengewalt und politische Instabilität im Land protestierten Teilnehmer verschiedener Demonstrationen auf den Straßen der Hauptstadt (vgl. Fides 10/03/2021). Haiti, das ärmste Land des amerikanischen Kontinents, befindet seit langem in eine tiefgreifende politischen Krise. Präsident Jovenel Moïse vertritt die Überzeugung, dass seine Amtszeit am 7. Februar 2022 abläuft, während sie nach Ansicht der Opposition und einen Teil der Zivilgesellschaft bereits am 7. Februar 2021 endete. Diese Meinungsverschiedenheit ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass Moise zunächst in einer wegen Betrugs annullierten Wahl gewählt und dann ein Jahr später wiedergewählt wurde.

AMERIKA/ECUADOR - Appell der Bischöfe zur Präsidentschaftswahl: “Der Wahlkampf ist zu Ende. Es ist die Stunde Ecuadors”

Quito (Fides) – Am gestrigen Sonntag, den 11. April, fand in Ecuador die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen statt. Nach Auszählung von 97,7% der Stimmen erhielt der Geschäftsmann Guillermo Lasso nach offiziellen Angaben des Wahlrates (Cne) insgesamt 52,48% der Stimmen, während sein Widersacher Andrés Arauz mit 47,52% der Stimmen unterlag.
In einer am gestrigen 11. April veröffentlichten Erklärung fordern die Bischöfe der katholischen Kirche "als Brüder und Diener aller" die Wahlbehörden auf, die Transparenz und Gültigkeit der Ergebnisse zu gewährleisten“ und die Kandidaten und Bürger sollen „die Ergebnisse mit Würde und Patriotismus akzeptieren". "Die Wahlkampagne ist nun vorbei ist. Es ist die Stunde Ecuadors!", so die katholischen Bischöfe.
Die Bischöfe erinnern den Wahlsieger an seine Verpflichtung, "das Beste zu geben, damit die Bestrebungen unseres Volkes erfüllt werden, wie es im Wahlkampf versprochen wurde". Sie fordern auch "die Überwindung des ideologischen Fanatismus und extremistischer Positionen" und wünschen, dass der künftige Präsident "weise regieren, faire Gesetze erlassen und mit Transparenz kontrollieren" wird. Darüber hinaus sei es notwendig, diejenigen zu respektieren, die anders denken, und sich bewusst zu werden, dass Dialog in einem demokratischen System "wesentlich" ist, um die Glaubwürdigkeit der Behörden zu gewährleisten und das Vertrauen der Bürger zu erlangen.
"Wir rufen dazu auf, immer in der Nähe der Bevölkerung zu sein und ihre Bedürfnisse, insbesondere der am stärksten gefährdeten Menschen, zu erkennen und ihnen zuzuhören, um gemeinsam die besten Lösungen zu finden", so die Prälaten, die deshalb die Notwendigkeit einer "Kultur des Zuhörens" bekräftigen, in der niemand das Recht für sich in Anspruch nimmt, allein für andere zu denken und zu entscheiden.
In ihrem Appell fordern die Bischöfe abschließend den Wahlsieger auf, "Macht als Dienst an der Gemeinschaft zu verstehen" und "nicht als Instrument der Herrschaft, des sozialen Prestiges oder persönlicher, familiärer und parteipolitischer Privilegien". Die Armen seien kein Objekt oder Mittel, „um die zu Macht erlangen oder zu behalten". Schließlich bekräftigen die Bischöfe ihre Forderung nach Achtung der grundlegenden Menschenrechte, beginnend mit dem Recht auf Leben in all seinen Ausdrucksformen, der individuellen, sozialen, politischen und religiösen Freiheit, dem Recht auf ganzheitliche Bildung, auf menschenwürdige und angemessene Arbeit, dem Recht auf Gesundheit und schließlich die Rechte der Frauen und die Rechte der Natur: "Wir selbst beanspruchen das Recht, unsere prophetische Stimme zu erheben, um die Vernachlässigung der Schwachen anzuprangern."


40 Jahre ora Kinderhilfe international e. V.

Foto: ora
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Mehr als 100.000 Menschen wurde in vier Jahrzehnten geholfen. In zehn Ländern der Welt ist das Hilfswerk tätig. Seine Arbeit ist noch genau so nötig wie zu seiner Gründung. 

 

(Berlin/ora) - Gegründet unter dem Namen „Deutscher Hilfsfonds“ schaut ora Kinderhilfe in diesen Tagen auf sein 40-jähriges Bestehen zurück. Mehr als 20.000 Patenkindern und mehr als 100.000 Familien wurde in diesen Jahren geholfen. „Seit vier Jahrzehnten setzen sich Mitarbeiter*innen und Spender*innen für das Leben und die Würde von Kindern in vielen Ländern dieser Welt ein“, resümiert Klaus Schönberg, Vorstand von ora Kinderhilfe international e. V. „Durch die nachhaltige Arbeit zeigt das Kinderhilfswerk immer wieder, dass es ein Wort Jesu aufgenommen und umgesetzt hat: ‚Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf‘ (Mt 18,5).“ 

Geleitet von dem christlichen Menschenbild setzt sich ora Kinderhilfe derzeit in zehn Ländern an mehr als 30 Projektstandorten dafür ein, dass Menschen nicht länger in Armut leben müssen. Dies ist nicht weniger nötig als vor 40 Jahren. Im Jahr 1981 waren weltweit 550 Millionen Menschen unterernährt. Heute liegt die Zahl laut UN und WHO bei rund 690 Millionen – Tendenz steigend. ora Kinderhilfe setzt sich durch Bildung, Ernährung und medizinische Versorgung dafür ein, dass Kindern und Familien in Afrika und Osteuropa ermöglicht wird, in Würde für sich selbst zu sorgen. Besonders wichtig ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dabei, zusammen mit den jeweiligen Communitys Lösungen zu entwickeln, die vor Ort tatsächlich gebraucht werden. „Unser Tun zeichnet sich dadurch aus, dass wir in überschaubaren Kontexten eng mit den Menschen vor Ort zusammenarbeiten“, erklärt Carmen Schöngraf, Geschäftsführerin von ora Kinderhilfe. „Wir hören zu, entwickeln in Dörfern und vergessenen Regionen basale Infrastruktur und binden vom ersten Tag an die Bewohnerinnen und Bewohner mit ein. Wir arbeiten ausschließlich mit lokalen Partnern zusammen und helfen armen Kindern und Familien, die in erster Linie Chancen statt Hilfe brauchen, ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken.“ 

„Das wollen wir auch in Zukunft weiter tun und junge Menschen so voranbringen, dass sie selbst ihr Potential und ihre Möglichkeiten entdecken und entfalten können“, sagt Thomas Maier, ebenfalls Mitglied des Vorstandes von ora Kinderhilfe international e. V. Der Aufsichtsratsvorsitzende Kristian Furch ergänzt: „Es ist einfach großartig, was in den 40 Jahren gewachsen ist – aufgrund des großen Einsatzes vieler toller Menschen. Für die Leidenschaft und Professionalität, mit der sich das Team für die Menschen einsetzt, bin ich unendlich dankbar.“ 

 

Ohne Tausende von Unterstützerinnen und Unterstützer wäre das nicht möglich. Daher gilt der Dank in diesen Tagen auch den treuen ora-Patinnen und ora-Paten, die sich verbindlich über einen längeren Zeitraum dazu bereit erklären, ein Kind zu fördern und zu unterstützen. Besonders, weil nicht nur dem Kind, sondern durch eine ora-Patenschaft immer auch der ganzen Familie geholfen wird. „Wir sagen ‚Danke‘ für die unzählige Unterstützung in der Vergangenheit und auch für das Mitgestalten in der Zukunft“, sagt Thomas Maier und spricht damit für alle, die im Hintergrund täglich daran arbeiten, dass die Welt ein wenig besser wird. 


Mindestens sechs Kinder unter den Todesopfern durch Zyklon Seroja in Indonesien

SOS-Kinderdörfer leisten Nothilfe

Foto SOS-Kinderdörfer weltweit / Fotograf:Akbar Saputra
Foto SOS-Kinderdörfer weltweit / Fotograf:Akbar Saputra



(Bandung/ots) - Die Zahl der Menschen, die in Folge des Zyklons Seroja seit dem 4. April in Indonesien und Osttimor ums Leben gekommen sind, ist auf 157 gestiegen, darunter mindestens sechs Kinder. Das berichten die SOS-Kinderdörfer weltweit. Während Starkwind und Regen weiterhin anhalten, hat die Hilfsorganisation damit begonnen, Nothilfe zu leisten. Der Zyklon hat Erdrutsche und bis zu sechs Meter hohe Flutwellen ausgelöst, Bäume entwurzelt und Häuser überschwemmt. Zahlreiche Familien haben ihr Zuhause verloren, in der gesamten Region sind nach aktuellen Schätzungen insgesamt 15.000 Menschen betroffen. Etliche werden noch vermisst.

"Unsere Sorge gilt vor allem den Kindern. Sie sind jetzt besonders gefährdet", sagt Gregor Nitihardjo, Nationaler Leiter der Hilfsorganisation in Indonesien. Die Nothilfe der SOS-Kinderdörfer unterstützt betroffene Kinder und Familien auf der Insel Flores mit Nahrungsmitteln und Kleidung. Das SOS-Kinderdorf Flores steht laut Nitihardjo auch bereit, Kinder, die durch die Flutkatastrophe ihre Eltern verloren haben, aufzunehmen.

Glücklicherweise ist das SOS-Kinderdorf selbst unversehrt geblieben. "Allen 149 Kinder geht es gut. Auch die 1.274 Kinder aus dem SOS-Familienstärkungsprogramm, ihre Familien und Gemeinden sind in Sicherheit", sagt Nitihardjo. Derzeit bemühen sich die SOS-Mitarbeiter noch, Kontakt zu den ehemaligen Kinderdorfkindern aufzunehmen.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in Indonesien seit Jahrzehnten.


Weltgesundheitstag: 7 Mio. Menschen in 6 Ländern Ostafrikas von Hunger bedroht

 

(Friedrichsdorf/wv) - Im Vorfeld des Weltgesundheitstages macht die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision darauf aufmerksam, dass mehr als sieben Millionen Menschen in sechs Ländern Ostafrikas akut von Hunger bedroht sind. Während diese Länder die Pandemie weiterhin mit geringen Ressourcen bekämpfen müssen, haben Armut und Nahrungsmittelknappheit dramatisch zugenommen. Wenn die internationale Gemeinschaft jetzt nicht handele, könnten hunderttausende  Kinder unter langfristigen gesundheitlichen Folgen leiden oder sterben, warnt World Vision.

Allein im Südsudan hat der Nahrungsmangel bei etwa 100.000 Menschen bereits ein katastrophales Stadium erreicht, das akute Unterernährung und täglich auch den Tod hungernder Menschen zur Folge hat. Zusätzlich sind fast 7 Millionen Menschen in Ostafrika nur einen kleinen Schritt von einer solchen Hungersnot entfernt. Bis zu 26 Millionen weitere Frauen, Männer und Kinder könnten bald in die gleiche Situation kommen, wenn sie nicht schnell Hilfen erhalten.

World Vision hat einen länderübergreifenden Nothilfeeinsatz für Äthiopien, Somalia, Südsudan, Sudan, Kenia und Uganda ausgerufen. Die Organisation will damit etwa 2,4 Millionen Menschen unterstützen, darunter 490.000 Kinder. Mit Entwicklungsprogrammen arbeitet World Vision in Ostafrika bereits daran, Lebensgrundlagen der ärmsten Bevölkerungsgruppen krisenfester zu machen und Landwirtschaft den Folgen des Klimawandels anzupassen. In der aktuellen Krise sind jedoch lebensrettende Behandlungen für unterernährte Kinder, lokale Gesundheits- und Ernährungsberatung sowie Nahrungsmittel-Hilfen dringend notwendig.

„Wir bündeln unsere Ressourcen und unterstützen Menschen in besonders betroffenen Regionen in ganz Ostafrika, um die katastrophalen Auswirkungen von Hunger und verlorenen Lebensgrundlagen, insbesondere für Kinder, abzufangen", sagt Joseph Kamara, Regionaldirektor für Humanitäre Hilfe bei World Vision Ostafrika. „Es ist noch nicht zu spät, die Eskalation der Krise abzuwenden. Aber wir müssen schnell und entschlossen handeln.“

Heuschrecken, Kämpfe und Nahrungsmittelunsicherheiten

Ostafrika leidet seit Ende 2019 unter einer massiven Wüstenheuschrecken-Plage, die Weideland und Ernten vernichtet hat. In der zweiten Jahreshälfte 2020 zerstörten zudem großflächige Überschwemmungen die Ernten von mehr als vier Millionen Menschen in der Region. Die Auswirkungen der Naturkatastrophen mischen sich mit den Folgen langwierigen Krisen und instabiler politischer Situationen in mehreren Ländern der Region. Neben dem Südsudan ist Äthiopien besonders betroffen. Der aktuelle Konflikt in der Region Tigray hat beispielsweise mehr als eine Million Menschen zu Binnenflüchtlingen gemacht und die Ernährungslage im Land weiter verschlechtert.

Frauen und Mädchen sind in dieser Lage einem größeren Risiko ausgesetzt, Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt, sexueller Ausbeutung und Missbrauch zu werden. Und auch die indirekten Auswirkungen von COVID-19 sind für die Kinder und ihre Familien in der Region spürbar: Rückgang der Einkommensmöglichkeiten, verminderte Kaufkraft und eingeschränkter Zugang zu Grundnahrungsmitteln und Dienstleistungen. Soziale Sicherheitsnetze wie in Europa gibt es dort kaum.

 

„Die Nothilfe für all diese Katastrophen ist schlichtweg unterfinanziert“, erklärt Kamara. Dies sei erklärlich, denn „die ganze Welt befindet sich derzeit in einem Ausnahmezustand und es herrschen multiple Krisen weltweit.“  Auch mit Blick auf die langfristigen Folgen, dürfe die Welt die Hungerkrise in Ostafrika dennoch nicht ignorieren. 


„Anschlag auf Kirche in Indonesien kommt nicht überraschend“

 

 

Katholisches Hilfswerk missio Aachen drückt den Opfern Anteilnahme aus – Islamistische Radikalisierung bedroht traditionelle interreligiöse Toleranz

 

(Aachen/missio) - „Wir drücken den Verletzten und ihren Angehörigen unsere Anteilnahmen aus und wünschen baldige Genesung“, erklärte Johannes Seibel, Sprecher des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen, nach dem heutigen mutmaßlichen islamistischen Selbstmord-Attentat auf den Palmsonntagsgottesdienst in der Kathedrale der Stadt Makkasar in der indonesischen Provinz Südsulawesi. Berichte sprechen von 14 Verletzten. Noch größerer Schaden konnte verhindert werden, weil lokale Sicherheitskräfte verhinderten, dass die Attentäter in die Kirche vordrangen.

 

„Für die katholische Kirche und die Christinnen und Christen in Indonesien kommt dieser Anschlag nicht überraschend. Denn der Einfluss radikaler islamistischer Gruppen, die durch Aufenthalte in Saudi-Arabien ideologisiert worden sind, oder an Kämpfen des sogenannten Islamischen Staates in Syrien und dem Irak teilgenommen hatten, steigt seit Jahren“, so Seibel. Dies zeige auch der Länderbericht Religionsfreiheit Indonesien von missio Aachen, der erst vergangene Woche veröffentlicht wurde.

 

„Gleichzeitig ist in Indonesien die Solidarität der Mehrzahl der Muslime mit der christlichen Minderheit im Alltag und auf lokaler Ebene immer noch spürbar ausgeprägt“, meinte Seibel weiter. Das sei etwa zum zurückliegenden Jahreswechsel in besonderer Weise sichtbar geworden: Sowohl der indonesische Staat als auch zivilgesellschaftliche Organisationen im Land ergriffen während des Weihnachts- und Neujahrsfestes besondere Sicherheitsmaßnahmen, um die Besucherinnen und Besucher christlicher Kirchen zu schützen. In einigen Regionen unterstützte eine große Anzahl muslimischer Jugendlicher zum wiederholten Male die örtlichen Sicherheitskräfte bei der Bewachung christlicher Gotteshäuser. „Deshalb hoffen wir, dass der aktuelle Anschlag in Makkasar nicht sein Ziel erreicht, einen Keil zwischen die muslimische Mehrheitsgesellschaft und die religiösen Minderheiten zu treiben. Er darf die in Indonesien traditionell pflegte interreligiöse Toleranz nicht untergraben“, sagte Seibel.

 

Allerdings werde diese traditionelle interreligiöse Toleranz seit einigen Jahren auch durch einen vermehrten Missbrauch der indonesischen Blasphemiegesetze für die Unterdrückung der Religions- und Meinungsfreiheit von Angehörigen religiöser Minderheiten missbraucht, wie der neue Länderbericht Religionsfreiheit Indonesien zeige. „Das macht uns Sorgen. Hier muss die indonesische Regierung stärker an ihre Verantwortung erinnert werden“, forderte Seibel.

 

Rund 87 Prozent der Einwohner Indonesiens sind Muslime. Rund 10,7 Prozent sind Christen.

 

Der aktuell erschienene Länderbericht Religionsfreiheit Indonesien ist abrufbar unter:
https://www.missio-hilft.de/missio/informieren/wofuer-wir-uns-einsetzen/religionsfreiheit-menschenrechte/laenderberichte-religionsfreiheit/laenderbericht-052-indonesien.pdf

 

 Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


FIDES-NACHRICHTEN - 26.03.2021

 

EUROPA/ITALIEN - Heiliger Alfonso Maria de’ Liguori seit 150 Jahren Kirchenlehrer: Vorbild für eine missionarische Kirche im Aufbruch

 

Rom (Fides) “Anlässlich des 150. Jahrestages der Proklamation des heiligen Afonso Maria de Liguori zum Kirchenlehrer, hat Papst Franziskus uns eine Botschaft geschickt, in der er den heiligen Alfonso als Vorbild für die ganze “Kirche im missionarischen Aufbruch“ vorschlägt. Der Heilige Vater lädt uns ein nach dem Vorbild des Heiligen als Brüder und Schwestern zu den zerbrechlichsten Mitgliedern unserer Gesellschaft hinaus zu gehen. Dies beinhaltet die Entwicklung einer moralisch-theologischen Reflexion und eines pastoralen Handelns, das sich dem Gemeinwohl verplichtet und in der Verkündigung des Kerygmas wurzelt und sich entschieden für den Schutz des Lebens die Schöpfung und die Geschwisterlichkeit einsetzt“, so der Generaloberen des Redemptoristenordens Pater Michael Brehl, C.Ss. R. in einem Brief an die Ordensmitglieder mit Verweis auf die Botschaft von Papst Franzikus zum Jahrestag der feierlichen Erhebung des Ordensgründers zum Kirchenlehrer.
Die feierliche Proklamation, mit der der italienische Adelige vor 150 Jahren zum Kirchenlehrer befördert wurde, hebe dessen moralische und spirituelle Festigkeit hervor, betont Franziskus. Auch heute stelle er ein wichtiges Vorbild für die gesamte Kirche dar und zeige, wie man die Menschen zu Gott hinführen könne. Als „Anwalt der Geringsten, der Zerbrechlichen und der von der Gesellschaft seiner Zeit Ausgesonderten“ habe er das „Recht“ aller verteidigt, insbesondere der Verlassensten und der Armen. Es gelte, die Menschen an den „Peripherien” abzuholen und ihnen pastorale Begleitung von ihren Problemen ausgehend anzubieten. „Das ist eine Priorität“, unterstreicht der Papst, „denn das reine Wissen um die theoretischen Prinzipien reicht, wie uns der heilige Alfonso erinnert, nicht aus, um die Gewissen bei der Unterscheidung des Guten, das es zu tun gilt, zu begleiten und zu unterstützen.“ 
Angesichts der aktuellen Herausforderungen dürfe man nicht den Fehler begehen, „den Schrei der Armen“ vom „Schrei der Erde“ zu trennen, so Franziskus weiter: „Die Moraltheologie darf keine Angst davor haben, den Schrei der Geringsten der Erde aufzunehmen und sich zu eigen zu machen“. Die „Würde der Verletzlichen“ sei eine moralische Pflicht, der man nicht ausweichen könne. „Ich lade euch ein, so wie es der heilige Alfonso getan hat, den verletzlichen Brüdern und Schwestern unserer Gesellschaft entgegen zu gehen“, so Franziskus abschließend an die Moraltheologen, Missionare und Beichtväter, denen sein Schreiben in besonderer Weise gilt. 

 

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Welttag der sozialen Kommunikationsmittel: Katholische Medienschaffende befassen sich mit den Inhalten der Papstbotschaft

 

Abidjan (Fides) - "Komm und sieh: Kommunizieren, indem man Menschen, begegnet wo und wie sie sind" lautet das Thema der Botschaft von Papst Franziskus zum 55. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, der am Samstag, den 20. März begangen wurde. Aus diesem Anlass waren katholischer Journalisten und Medienschaffende in die Pfarrei Johannes des Täufers von Sassako-Bégnini in der Diözese Yopougon eingeladen.
Auf der Grundlage der Botschaft des Papstes lud der Leiter der Medienabteilung der Diözese Yopougon, Pfarrer Patrick Ossein, katholische Journalisten ein sich der Wahrheit zu verpflichten und diese zu bezeugen.
"Mit diesem Thema ruft uns der Papst dazu auf, unsere Gewohnheiten als Schreibtischjournalisten aufzugeben und Informationen zu überprüfen, in dem wir an die Quelle gehen, so Ossein in seinem Grußwort an die rund 60 anwesenden katholischen Journalisten und Medienschaffenden.
Pfarrer Lambert Lath, bat im Namen des Präsidenten der bischöflichen Kommission für soziale Kommunikation, Bischof Raymond Ahoua von Grand-Bassam, katholische Journalisten und Medienschaffende, Werte zu respektieren und dem Heiligen Geist bei der Ausübung ihrer Funktion Gehör zu schenken. „Heute schwinden die Werte in unserem Land und auch in unserer Kirche. Es gibt keine Zukunft für ein Unterfangen, das die von ihm selbst gesetzten Werte nicht respektiert. Und deshalb lädt unser Bischof die Journalisten ein, die gemeinsamen Werte zu respektieren, um friedlich zusammenleben zu können, und als Journalisten danach zu streben, von dem zu berichten, was gut, was schön und was richtig ist“, sagte er .
Die Zusammenkunft wurde von dem im Jahr 2013 gegründeten ivorische Verein der katholischen Journalisten und Medienschaffenden AIJCCa organisiert, der auch Niederlassung der Union der Afrikanischen Katholischen Presse (Ucap) in der Elfenbeinküste ist.

 

ASIEN - Asiatische Kardinäle erklären sich solidarisch mit Menschen in Myanmar und rufen zu Frieden und Demokratie auf

 

Manila (Fides) – In einem offenen Brief bringen 12 Kardinäle der Föderation der Asiatschen Bischofskonferenzen ihre Solidarität mit den Religionsvertretern Myanmars zum Ausdruck. Mit ihrem Aufruf wolllen sie einen Weg zu Frieden und zur Wiederherstellung der Demokratie in Myanmar einleiten. Der Appell wendet sich ausdrücklich an den "lieben Bruder, Kardinal Bo", dessen Schmerz und Angst die Unterzeichner des Aufrufs teilen, der umfassende Unterstützung für die birmanischen Religionsvertreter zum Ausdruck bringt.
Unterzeichnet ist der Brief von den Kardinälen Malcolm Ranjith (Sri Lanka), Oswald Gracias (Indien), Thomas Aquino Manyo Maeda (Japan), Francis Xavier Kriengsak Kovithavanij (Thailand), Cornelius Sim (Brunei), Ignatius Suharyo (Indonesien), Orlando Quevedo (Philippinen), John Tong Hon (Hongkong), George Alencherry (Syrische Malabar-Kirche, Indien), Baselios Cleemis Thottunkal (Syro-Malankara-Kirche, Indien), Patrick D'Rozario (Bangladesch), Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun (Laos).
Die Kardinäle betonen: „Gewalt ist niemals eine Lösung... Sie verursacht nur mehr Schmerz und Leiden, mehr Gewalt und Zerstörung. Wir bitten alle Religionsvertreter in Myanmar aufrichtig, sich uns bei unserem Gebet für den Frieden, bei diesem Aufruf zum Frieden und bei den Bemühungen um Frieden anzuschließen."
In einem Appell an die Anführer des Militärputsches heißt es: "Es gibt zu viel Wut, zu viel Gewalt, zu viel Blutvergießen, zu viel Leid und Schmerz, die einer friedliebenden Bevölkerung zugefügt werden, die nur Einheit, Harmonie und die Möglichkeit zum Fortschritt in Freiheit sucht".
„Bitte beginnen Sie einen Dialog”, so die Kardinäle weiter, “um eine Lösung zu finden, einen Weg, um vorwärts zu kommen. Das Bild einer Nonne, die auf den Straßen von Yangon kniet und um das Ablegen von Waffen fleht, hat sich in die Köpfe der Welt eingraviert". Die Kardinäle bekräftigen das volle Vertrauen in die Gewaltfreiheit der Menschen in Myanmar und sagen:" Wir kennen diese Menschen Sie lieben den Frieden und suchen nur nach einer Möglichkeit für Fortschritt. Sie haben sich an die Gesetze gehalten und mit den Behörden zusammengearbeitet. Im Moment wollen sie nur Harmonie und ein Ende der Gewalt. "
Abschlieüßend erinnern die Kardinäle an die Friedensappelle von Organismen und führenden Persönlichkeiten der Welt wie dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, Papst Franziskus und der Vereinigung Südostasiatischer Nationen (ASEAN): „Wir Kardinäle Asiens vereinen uns, und appellieren an alle Beteiligten: das Militär, Politiker, Demonstranten, alle Religionsvertreter und die Kirche: Frieden, Frieden, Frieden. Frieden ist möglich. Frieden ist notwendig. ""
„Asien ist ein Kontinent des Friedens und der Hoffnung, der herzlichen familiären Bindungen. Wir sind eine Familie. Wir alle möchten Ihnen helfen. Aber Sie müssen anfangen, es in Ihrem eigenen Haus zu tun. Frieden ist möglich!”, schließt der Brief.
Nach einem Staatsstreich am 1. Februar und dem darauf folgenden Beginn friedlicher Demonstrationen für die Demokratie, die zum Teil gewaltsam unterdrückt wurden, schätzt die unabhängige Vereinigung zur Unterstützung politischer Gefangener (AAPP), die Zahl der Opfer in Myanmar auf mindestens 275.

 

ASIEN/MYANMAR - Kardinal Bo bestärkt Jugendliche auf dem Weg der Gewaltfreiheit

 

Yangon (Fides) – "Beschreitet den gewaltfreien Weg gegen gewalttätige Mittel", lautet die Botschaft mit der sich der Erzbischof von Yangon, Kardinal Charles Maung Bo, in einer am 23. März veröffentlichten Erklärung an die die jungen Demonstranaten wendet, deren „wunderbaren historischen Beitrag" er anerkennt, wobei er das Opfer der jungen Menschen in Myanmar für den Fortschritt und die Verbesserung des Landes würdigt. Kardinal Bo betont, dass der friedliche Kampf der Jugendbewegung für demokratische Werte, Gerechtigkeit und Einheit in Myanmar dank ihrer "Spontaneität, Kreativität, massiven Organisation und gewaltfreien Herangehensweise" auf weltweiten Respekt und Anerkennung gestoßen ist. Das gewaltfreie Vorgehen, so der Kardinal, "wird sich gegen gewalttätige Unterdrückung durchsetzen und die Zahl der Todesfälle unter den Demonstranten wird sinken".
Die Botschaft erinnert an die Herausforderungen, denen sich die Jugend von Myanmar heute gegenübersieht: sie versuchten in ernsthaften Schwierigkeiten zu überleben, sich brutaler Gewalt zu widerstehen, die Schmerz, Wut, Frustration und Angst hervorruft. Gleichzeitig erneuert der Kardinal den Aufruf, "nur friedliche Mittel einzusetzen" und in der gewaltfreien Reaktion stark und diszipliniert zu bleiben, um weiteres Blutvergießen und mehr Opfer zu vermeiden.
"Alle religiösen Traditionen halten an Gewaltlosigkeit fest, weil Gewalt an sich böse ist. Wir verurteilen bedingungslos die Gewalt gegen unbewaffnete Zivilisten", so der Kardinal, der seine volle Unterstützung für die jungen Menschen versichert und daran erinnert, dass sie durch eine Entscheidung für Gewalt die internationale Sympathie und Unterstützung verlieren würden und diese kontraproduktiv für ihren Protest wäre. In der Botschaft verspricht der Präsident der Bischofskonferenz von Myanmar, weiterhin auf allen Ebenen für die Bekämpfung von Gewalt und den Schutz des menschlichen Lebens zu arbeiten.

 

ASIEN/SYRIEN - “Menschen suchen Lebensmittel im Müll“: Caritas Internationalis fordert Aufhebung der Sanktionen

 

Damaskus (Fides) - Die gegen Syrien verhängten Wirtschaftssanktionen, die im "Caesar Act" der Trump-Regierung ihren Höhepunkt fanden, betreffen die am stärksten gefährdeten syrischen Bürger "im Herzen ihres täglichen Lebens", so sehr dass "die Müllcontainer auf den Straßen zu einer Nahrungsquelle für die Ärmsten geworden sind“. Dies bekräftigt Riad Sargi, Exekutivdirektor von Caritas Syrien, mit Blick auf das alltägöocje Leid der schwächsten Teilen eines Volkes, das durch zehn Jahre Krieg und Gewalt erschöpft ist, nicht zuletzt auch aufgrund der internationalen Maßnahmen. Die sich über Syrien abzeichnende humanitäre Katastrophe wird in dem gestern, Dienstag, 23. März, von der Caritas Internationalis herausgegebenen Appell mit Bitte um die Aufhebung der Sanktionen in Erinnerung gerufen, die ursprünglich mit der erklärten Absicht angeordnet wurden, die Regierung von Damaskus zu treffen, aber tatsächlich auf den Schultern der schwächsten Teilen der Bevölkerung lasten.
Der Appell von Caritas Internationalis, der im Hinblick auf die fünfte pro-syrische Geberkonferenz der Europäischen Union, die für Ende März in Brüssel geplant ist, auf den Weg gebracht wurde, wurde am Ende der Online-Konferenz "Kirche und Caritas: 10 Jahre humanitäre Hilfe in Syrien ", an der unter anderem Kardinal Mario Zenari, apostolischer Nuntius in Damaskus, teilnahm veröffentlicht. I
In seinem Beitrag zur Konferenz erklärte der Generalsekretär der Caritas Internationalis, Aloysius John, dass die katholische Organisation sich der Bitte der in Syrien anwesenden Kirchen anschließt, um "die seit Kriegsbeginn eingeführten einseitigen Sanktionen aufzuheben; Verbesserung des Zugangs zu Dienstleistungen und Gesundheitsversorgung, einschließlich Covid-19-Impfstoffen für die leidenden Menschen in Syrien zu gewährleisten und die Unterstützung von NGOs, insbesondere von konfessionellen Organisationen zu sichern; und einen Frieden
auszuhandeln, um die ständige Pattsituation zu überwinden, die vor allem für unschuldige Zivilisten zu unaussprechlichem Leid führt”.
Rund 90 Prozent der syrischen Bevölkerung - heißt es in der Erklärung der Caritas Internationalis – leben aufgrund von zehn Jahren Krieg und internationalen Sanktionen in Armut. Hinzu kommen die
Coronavirus-Pandemie und eine Wirtschaftskrise. Ein Drittel der Bevölkerung ist aus dem Land geflohen, und 12,4 Millionen Menschen haben keinen garantierten Zugang zu überlebensnotwendigen Gütern und Nahrungsmitteln. «Es ist wahr», so Kardinal Zenari in seiner Ansprache, «dass seit einigen Monaten keine Bomben und Raketen mehr auf verschiedene Regionen Syriens gefallen sind. Doch es ist die verheerende "Bombe" der Armut explodiert». Der Apostolische Nuntius machte auch darauf aufmerksam, dass die von internationalen Organisationen garantierte humanitäre Unterstützung nicht "für immer andauern" kann.
In der Erklärung betont Caritas Internationalis auch auf ihre Absicht, ihre künftigen Initiativen in Syrien auf die Wiederaufnahme der Schul- und Bildungsaktivitäten zugunsten syrischer Kinder zu konzentrieren. Die Jahre des Konflikts haben das syrische Bildungssystem beeinträchtigt und mindestens 2,4 Millionen Mädchen und Jungen dem Risiko eines Schulabbruchs ausgesetzt.
Hochrangige Vertreter der Kirchen im Nahen Osten hatten in bereits einem gemeinsamen Appell an den neuen US-Präsident Joe Biden, kurz nach dessen Amtsantritt (vgl. Fides 22/1/2021) um eine baldige Aufhebung der Sanktionen gebeten. Zu den Unterzeichnern des Briefes an Biden gehörten der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Aphrem II., der syrisch-katholische Patriarch Ignace Yussif III. Younan, der melkitisch-griechisch-katholische Patriarch Youssef Absi und der Generalsekretär des Rates der Kirchen des Nahen Ostens (Middle East Council of Churches, MECC), Michel Abs.

 

AMERIKA/ARGENTINA - Bischof und Priester bitten um mehr Sicherheit: viele Pfarrgemeinden von der Zunahme der Gewalt betroffen

 

 Buenos Aires (Fides) - Bischof Eduardo Horacio García von San Justo (Gran Buenos Aires) und seine Priester bitten in einem Brief an den Bürgermeister von La Matanza, Fernando Espinoza, und an den Polizeischeff von La Matanza, Hauptkommissar Walter Fernández Mamani, um mehr Sicherheit.
In ihrem Brief beklagen Bischof und die Priester von Matanzas, dass sich das Problem der Unsicherheit "in den letzten Monaten verschärft hat" und dass es fast täglich zu Raubüberfällen, Vergewaltigungen und Todesfällen durch Verbrechen in diesem Viertel am Stadtrand von Buenos Aires kommt.
"Für all dies bitten wir, die notwendigen Mittel für eine echte Kontrolle des Verbrechens bereitzustellen, während wir gleichzeitig darum beten, dass der Herrn Sie bei Ihrer edlen Aufgabe zu schützen möge, Kindern, Frauen, Männern Sicherheit und Ruhe ältere Menschen, Familien und Pfarreien in unserer Nachbarschaft zu geben", heißt es in dem Brief.
Der Brief listet auch die Pfarrgemeinden auf, in denen Diebstähle und Gewalt verzeichnet wurdeb: San Pío X, Stella Maris, Catedral, Maria Auxiliadora, San Alberto, San Roque IC, San Pantaleón und andere sind betroffen. Einige Gemeindeeinrichtungen müssten deshalb zu bestimmten Zeiten vollständig geschlossen bleiben.
Am meisten betroffen von der allgemeinen Zunahme der Gewalt sind Frauen: nach Angaben des "Lucia Perez Observatory" gab es allein in den ersten Monaten des Jahres 2021 bis zum 21. Februar 59 Femizide.

 

AMERIKA/GUATEMALA - Märtyrer von Quiché: Am 23. April werden drei Missionare und sieben Laien seliggesprochen

Guatemala City (Fides) - Am 23. April 2021 finden in Santa Cruz del Quiché die Feiern zur Seligsprechung von zehn Märtyrern der guatemaltekischen Diözese Quiché statt. Die Bischöfe von Guatemala haben aus diesem Anlasses eine Botschaft veröffentlicht, in der sie die vom Blut der Märtyrer getränkte Geschichte dieses Landes nachzeichnen, die sie als "treue Zeugen Gottes" und seines Evangeliums bezeichenen, die sich dafür einsetzen, dass die Gesellschaft “nach den Werten des Himmelreichs” aufgebaut wurde.
Am 23. Januar 2020 hatte Papst Franziskus das Martyriums von drei Priestern und sieben Laien, darunter ein 12-jähriger Junge, besätigt, die zwischen 1980 und 1991 aus Hass auf den Glauben getötet wurden. Sie hatten sich im Namen Gottes den ärmsten Brüdern und Schwestern in einer Zeit der Verfolgung der Kirche und der Gewalt gegen die gesamte Bevölkerung gewidmet. Ihnen waren Hunderten anderer bekannter und unbekannter Zeugen vorausgegangen, die dieses Land mit ihrem Blut befruchtet haben.
Die drei Priester waren Missionare des Heiligen Herzens Jesu und stammten alle aus Spanien. Pater José María Gran Cirera wurde 1975 als Missionar nach Guatemala geschickt, wo er sich um Arme und Indigene kümmerte. Er wurde am 4. Juni 1980 zusammen mit dem Sakristan und Katechisten Domingo del Barrio Batz, der auch zu den neuen Seligen gehört, ermordet, als sie von einem Besuch in einigen Dörfern zurückkehrten. Pater Faustino Villanueva Villanueva wurde 1959 als Missionar nach Guatemala geschickt, wo er in verschiedenen Pfarreien der Diözese Quiché pastorale Aufgaben übernahm. Er wurde am 10. Juli 1980 ermordet. Pater Juan Alonso Fernández wurde 1960, im Jahr seiner Weihe, nach Guatemala geschickt. Von 1963 bis 1965 war er Missionar in Indonesien. Zurück in Guatemala gründete er die Gemeinde S. Maria Regina in Lancetillo. Er wurde am 15. Februar 1981 gefoltert und ermordet.
Zusammen mit ihnen werden sieben Laien selig gesprochen, neben Domingo del Barrio Batz, der zusammen mit Pater Cirera ermordet wurde handelt es sich um den 12jährigen Juan Barrera Méndez, Mitglied der Katholischen Aktion; Tomás Ramírez Caba, verheiratet, Sakristan; Nicolás Castro, Katechet und Kommunionhelfer; Reyes Us Hernández, verheiratet und Mitarbeiter der Kirche; Rosalío Benito, Katechet und Pastoralarbeiter; Miguel Tiu Imul, verheiratet, Direktor der Katholischen Aktion und Katechet.
In ihrer Botschaft vom 21. März erinnern die Bischöfe von Guatemala daran, dass „im Laufe der Geschichte der Kirche zu verschiedenen Zeiten und unter verschiedenen Umständen Männer und Frauen, treue Jünger des Herrn, ihr Blut vergossen haben. Mit dem Opfer ihres eigenen Lebens besiegelten sie die tiefsten Überzeugungen, die ihr Leben beseelten: sie wollten wie Jesus ihre Existenz für andere geben und an ihrem Schicksal teilzunehmen und dieses Schicksal der Verfolgung und des Todes zu teilen."
In der jüngsten Geschichte Guatemalas seien auch im Jahr 2017 vier weitere Märtyrer selig gesprochen, bekräftgen die Bischöfe, die "in den Jahren des internen bewaffneten Konflikts ihr Blut vergossen haben, weil sie davon überzeugt waren, dass es keine größere Liebe gibt, als das Leben für andere zu geben, und als Katholiken darauf bestanden, die vom Herrn Jesus verkündeten Werte des Himmelreichs zu bewahren: die Verteidigung der Menschenwürde, die Achtung des Lebens, die soziale Gerechtigkeit und der Schutz der Schwächsten und Verletzlichsten.“
"Heute”, so die Bischöfe zu den bevorstehenden Feierlichkeiten, “bietet uns der Herr erneut die Gelegenheit, ihn zu preisen und ihm zu danken, denn am 23. April dürfen wir Zeugen der Seligsprechung der Märtyrer der Diözese Quiché sein."


Indien will Rohingya deportieren

 

 

 

  • Hunderte Rohingya in Jammu und Kaschmir in Abschiebehaft
  • Schwangere und Kinder unter den Verhafteten 
  • Deportation nach Myanmar wäre ein Verstoß gegen die Prinzipien der Genfer Flüchtlingskonvention

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) verurteilt die Massenverhaftungen geflüchteter Rohingya in Indien als eklatanten Verstoß gegen die Prinzipien der Genfer Flüchtlingskonvention. „Angehörige dieser muslimischen Volksgruppe mussten vor der fruchtbaren Gewalt aus ihrer Heimat Myanmar flüchten, die auch buddhistische Nationalisten immer wieder geschürt haben“, berichtet Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung. „Diejenigen, die in Indien Zuflucht fanden, müssen nun vor dem Hass der Hindu-Nationalisten fliehen. Aber wohin?“ In ihrer Heimat sei es nach wie vor nicht sicher – nicht zuletzt wegen des Militärputsches und der damit einhergehenden Gewalt. Auch Bangladesch, Indonesien und Malaysia, die zusammen fast eine Million Rohingya beherbergen, wollten keine weiteren Geflüchteten aufnehmen. „Die Lage dieser Menschen scheint ausweglos. Wohin sie auch flüchten: Sie werden als Illegale und Eindringlinge gebrandmarkt und vertrieben“, so Causevic.

 

Übereinstimmenden Berichten lokaler Medien zufolge hat die Polizei in dem indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir in den letzten zwei Wochen hunderte Rohingya verhaftet und in Auffanglager gebracht, um sie von dort aus nach Myanmar abzuschieben. Auch Schwangere und Kinder sind unter den Verhafteten. „Das wäre auch ohne Militärputsch eine schwere Menschenrechtsverletzung. Denn sowohl die Militärjunta als auch die demokratisch gewählte Regierung vor ihr betrachten die Rohingya als eingewanderte ‚Bengalen‘“, erinnert Causevic. „Nach ihrer Deportation erwartet sie also nur noch mehr Gewalt und eine erneute Vertreibung.“ Die einzige Lösung liege in einer Wiederherstellung der Staatsbürgerschaft, die die myanmarische Militärregierung dieser Volkgruppe 1982 pauschal entzogen habe. „Bis dahin sind alle Staaten der Region, auch Indien, in der humanitären Pflicht, den Geflüchteten Schutz vor der Gewalt zu gewähren. Die religiöse Zugehörigkeit der Schutzbedürftigen darf dabei auch für die hindu-nationalistische Regierung Indiens keine Rolle spielen“, erklärt Causevic.

 

Die GfbV appelliert dringend an die indische Botschaft in Berlin, die Regierung in Neu-Delhi und die Behörden in Jammu und Kaschmir, mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zusammenzuarbeiten, um die drohenden Abschiebungen zu verhindern.

 


Deutsch-französischer Menschenrechtspreis für Angehörige von Verschwundenen

Würdigung des Einsatzes gegen gewaltsames Verschwindenlassen in Mexiko

 

 

Menschenrechtspreis * Mexiko * Verschwundene * Gilberto Bosques

 

 

 

(Berlin/bfw) -  Die Bewegung für unsere Verschwundenen in Mexiko (Movimiento por Nuestros Desaparecidos en México, MNDM) erhält den deutsch-französischen Menschenrechtspreis Gilberto Bosques. Die Mitglieder der Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko, darunter Brot für die Welt, begrüßen die Auszeichnung als Anerkennung für die mexikanische Zivilgesellschaft, vor allem für die Familien der Opfer. Ihrem beharrlichen Drängen ist es zu verdanken, dass dieses Verbrechen internationale Aufmerksamkeit gefunden hat und nicht mehr vertuscht werden kann. „Die Aufklärung des Schicksals der Verschwundenen ist ein wichtiger Beitrag dazu, Frieden und Gerechtigkeit zu schaffen“, sagt Grace Fernández von der Bewegung für unsere Verschwundenen in Mexiko. „Der Preis zeigt, dass die internationale Gemeinschaft die gravierende Problematik in Mexiko anerkennt und die Anstrengungen der Familienangehörigen würdigt.“

 

 

 

Laut offiziellen Angaben gelten in Mexiko etwa 80.000 Personen als verschwunden. Die allermeisten – 98 Prozent – verschwanden nach 2006. In dem Jahr erklärte der damalige Präsident Felipe Calderón den Drogenkartellen den Krieg. Die Identifikation der gefundenen menschlichen Überreste aus etwa 4.000 Massengräbern geht nur langsam voran. Juristische Fortschritte sind vor allem dem Wirken zivilgesellschaftlicher Organisationen wie den diesjährigen Preisträger:innen zu verdanken. Auf Druck der Zivilgesellschaft verabschiedete der mexikanische Kongress 2017 etwa ein Gesetz gegen das Verschwindenlassen, mit dem eine Nationale Suchkommission geschaffen wurde. Derzeit wird ein „Außerordentlicher Mechanismus zur forensischen Identifizierung“ gegründet. Dieser soll mit internationaler, auch deutscher, Unterstützung zur Klärung der Identität der Toten beitragen.

 

 

 

„Erst auf Druck der Familienangehörigen hat die mexikanische Regierung dieses Verbrechen in den Blick genommen. Ohne die Bewegung für unsere Verschwundenen in Mexiko wäre dies nicht geschehen“, betont Melanie Bleil von Brot für die Welt. Der seit Ende 2018 amtierende Präsident Andrés Manuel López Obrador ist auf die Angehörigen Verschwundener zugegangen und hat ihnen seine Unterstützung versprochen. Doch bis heute verschwinden täglich im Schnitt zehn Personen in Mexiko. „Angesichts Tausender Verschwundener in Mexiko fordert die Bewegung zurecht internationale Unterstützung bei der Aufklärung dieses Verbrechens“, so Bleil weiter.

 

 

 

Den undotierten Menschenrechtspreis verleihen die Botschaften Deutschlands und Frankreichs seit 2013 an mexikanische Organisationen oder Persönlichkeiten, die sich in dem lateinamerikanischen Land für Menschenrechte, Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen. Benannt ist der Preis nach dem mexikanischen Diplomaten Gilberto Bosques, der während des Zweiten Weltkriegs tausenden Verfolgten des Nazi- und des spanischen Franco-Regimes den Aufenthalt in Mexiko ermöglichte. Besondere Erwähnungen erhielten in diesem Jahr zudem der emeritierte Bischof von Saltillo, Monseñor Raúl Vera für sein Lebenswerk und Yésica Sánchez Maya von der Menschenrechtsorganisation Konsortium für parlamentarischen Dialog und soziale Gleichheit Oaxaca (Consorcio para el Diálogo Parlamentario y la Equidad Oaxaca) für ihren Einsatz für Frauenrechte.

 

 

 

Die Bewegung für unsere Verschwundenen in Mexiko besteht aus 72 Familienkollektiven und Organisationen, die sie begleiten. Auf eigene Faust suchen vor allem Frauen nach Hinweisen zu ihren Angehörigen. Sie setzen sich für eine effektive  Prävention, lückenlose Aufklärung und konsequente Strafverfolgung ein.

 

 

 

 

 

Die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko ist ein Netzwerk von:

 

 

 

Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, Amnesty International Deutschland e.V., Brot für die Welt, CAREA e.V., Initiative Mexiko, Mexiko-Initiative Köln/Bonn, México vía Berlin, Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR, Missionsprokur der deutschen Jesuiten, Missionszentrale der Franziskaner, Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V., Pacta Servanda e.V., Partner Südmexikos, e.V., pax christi Kommission Solidarität Eine Welt, Promovio e.V. und Zapapres e.V.

 


FIDES-NACHRICHTEN - 25.03.2021

EUROPA/SPAGNA - Legalisierung der Sterbehilfe: “Missionare bezeugen den Wert des Lebens bis zu seinem natürlichen Ende“

Madrid (Fides) - Der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Spanien, Pfarrer José María Calderón, äußert sich in einer offiziellen Erklärung zur Legalisierung der Sterbehilfe, nachdem ein entsprechendes Gesetzes in Spanien am 18. März verabschiedet worden war.
„Die Kirche bemüht sich mit ihren Missionaren so oft auf heldenhafte Weise um so viele Menschen, die unter schrecklichen, unheilbaren und tödlichen Krankheiten leiden. Sie kümmert sich liebevoll um kranke Menschen, damit sie spüren, dass sie geliebt und aus diesem Grund geschätzt werden und dieser Zuneigung würdig sind. Diese Missionare lehren uns, dass das Leben an Wert gewinnt, wenn es den Dienst, die Fürsorge und Hingabe für andere in den Mittelpunkt stellt, insbesondere für die Bedürftigsten und Benachteiligten“, so Pfarrer Calderón.
„Es ist schade, dass in unserer fortschrittlichen Welt mit vielen materiellen und hygienischen Mitteln das Leben eines Menschen es nicht verdient, bis zum Ende gepflegt zu werden, und darüber entschieden wird - als ob wir den Schlüssel zu Leben und Tod hätten - wann das Leben eines Kranken keinen Wert oder Sinn mehr hat“, betont er. „Angesichts des enormen Wertes, der in vielen Kulturen, in denen unsere Missionare ihre Arbeit verrichten, dem Schutz des Lebens zukommt, ist das Gesetz, das der spanische Kongress letzte Woche über Sterbehilfe und assistierten Selbstmord verabschiedet hat, ein weiterer Beweis dafür, dass der Mensch für unsere Gesellschaft nur Wert hat, wenn er nützlich ist, damit man demjenigen, der leidet, anstatt Begleitung und Hilfe zu erfahren und diese Momente in Frieden zu leben dürfen und ihm das Gefühl vermittelt wird, geliebt zu werden, sein Leben genommen werden kann."
Pfarrer José María Calderón Castro endet mit folgenden Worten: "Wir danken der Kirche und den Missionaren in diesen fernen Ländern, dass sie uns eine solche Lektion in Bezug auf Menschlichkeit und Nächstenliebe gegenüber diejenigen erteilt haben, denen wir nur mit Liebe begegnen können. Es ist oft das einzige, aber es ist das, was wir alle am meisten brauchen".

AFRIKA/SAMBIA- Bischof von Solwezi fordert Jugendliche zur verantwortungsvollen Nutzung von sozialen Medien auf

Lusaka (Fides) - „Soziale Medien sollten verwendet werden, um Bekanntschaften zu schließen und mit anderen in Kontakt zu treten. Sie sollten produktiv genutzt werden und nicht um anderen zu schaden!“, so Bischof Charles Joseph Sampa Kasonde von Solwezi, der junge Menschen auffordert, verantwortungsbewusst mit neuen Medien umzugehen und sich vor Kriminalität im Netz in Acht zu nehmen.
Im Rahmen einer Jugendmesse sprach er junge Menschen direkt an und forderte sie auf, verantwortungsbewusst zu handeln und sich nicht vom Strom von Informationen überwältigen zu lassen, die in den sozialen Medien oft ungenau, wenn nicht sogar falsch sind. Letztendlich können man sie stattdessen verwendet werden, um Vorschläge und Anregungen zu finden, um den eigenen Glauben zu stärken und sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.
Bischof Kasonde forderte die Jugendlich auch auf, ihren Bildungsweg zu absolvieren: „Bemüht euch um Bildung, denn sie öffnet euch die Welt und viele Möglichkeiten.“
Der Jugendbeauftragte der katholischen Diözese Solwezi, Prosper Meleki, forderte die Jugendlichen auf, sich nicht als Werkzeuge der Gewalt von Politikern einsetzen zu lassen, die damit nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Stattdessen sollten junge Menschen ein vorbildliches Leben als Christen und Katholiken anstreben. "In unserem Land werden 2021 Parlamentswahlen abgehalten. Ich möchte euch an dieser Stelle dringend bitten, vor, während und nach den Wahlen nicht an politischen Grabenkämpfen teilzunehmen oder von selbstsüchtigen Politikern als Mittel zum Zweck missbraucht zu werden", sagte Meleki diesbezüglich.

AFRIKA/MALAWI - Weltgebetstag für geistliche Berufungen: “Das Gebet hilft auf dem Weg der Unterscheidung”

Lilongwe (Fides) - „Junge Menschen in der Kirche und auf dem Land sollten sich für ein Gebetsleben entscheiden. Nur durch Gebet können sie hören, wohin Gott sie ruft, und trotz der vielen nicht übereinstimmenden Stimmen können sie mit Bedacht wählen, was sie für den Rest ihres Lebens leben wollen ", so Bischof John Chithonje von Dedza, bei der offiziellen Eröffnung der Zeit der Vorbereitung auf den Weltgebetstag für geistliche Berufungen.
„Ich ermutige auch alle verheirateten Menschen zu erkennen, dass die Ehe die Grundlage aller Berufungen ist. Daher sollten Ehen dem Beispiel der Heiligen Familie von Joseph, Maria und Jesus folgen und ihre Kinder dabei unterstützten, gute Christen und verantwortungsbewusste Bürger des Landes zu werden“, fügte er hinzu.
In Absprache mit Msgr. Chithonje, dem Nationaldirektor des PMS, Pater Dr. Vincent Mwakhwawa bat alle Katholiken im Land, für Berufungen in der Kirche zu beten: „Der Berufungssonntag ist von entscheidender Bedeutung, da sich die ganze Kirche auf das Gebet konzentriert, damit junge Menschen gute Entscheidungen über ihre Zukunft treffen können. Deshalb ermutigt die Kirche auch alle katholischen Gläubigen, jungen Menschen zu helfen, durch Gebet, Lehre und Geldspenden konkrete Entscheidungen zu treffen, um die Lücken in der Kirche und in der Gesellschaft zu schließen. “
Ruth Kundiwa, eine junge Frau aus der Gemeinde Mtendere, sagte, die Kirche werde ihr durch die Einladung zum Gebet für die Berufung helfen, ein verantwortungsbewusstes Leben zu führen. "Dies wird mir helfen, mein Gebetsleben zu vertiefen und andere junge Menschen zu ermutigen, sich verschiedenen Gruppen in der Kirche anzuschließen, die sie leiten und helfen als künftige engagierte Gläubige Entscheidungen zu treffen“.
Der junge Mike Banda aus derselben Gemeinde, sagte, dass ihm durch den Tag der Berufung klar wurde, wie wichtig er als junger Mann in der Kirche und in der Gesellschaft ist. "Ich dachte immer, als ich jung war, ich bin nicht so wichtig in der Kirche und in der Gesellschaft, aber dieser Tag und die gesamte Berufungszeit machen mir klar, dass es die Entscheidungen sind, die ich jetzt treffe, die bestimmen, wie wichtig ich künftig in Kirche und die Gesellschaft sein werden, die sich auf mich verlassen. Deshalb fordere ich meine jungen Altersgenossen auf, kluge Entscheidungen im Hinblick auf ihr Leben zu treffen. “
Der diesjährige Weltgebetsag um geistliche Berufungen findet am 25. April 2021, dem vierten Sonntag der Osterzeit statt.

ASIEN/PHILIPPINEN - Einschränkungen an Ostern: Kirchen bleiben während der Karwoche und bis zum Ostersonntag geschlossen

Manila (Fides) - Aufgrund der Gesundheitskrise können katholische Gläubige auch in diesem Jahr auf den Philippinen die Riten der Karwoche und Ostern nicht in Präsenz feiern. Insbesondere in Manila und den benachbarten Provinzen nehmen die Corona-Infektionen weiter zu. Die philippinische Regierung verhängte am 21. März ein Verbot für alle Versammlungen in der Hauptstadt und in den Provinzen Bulacan, Cavite, Laguna und Rizal. Das Verbot trat am gestrigen 22. März in Kraft und endet am Ostersonntag, den 4. April.
Der Sprecher des philippinischen Präsidenten, Harry Roque, sagte, alle Arten von Versammlungen, einschließlich öffentlicher Gottesdienste, seien von dem Verbot betroffen. Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen dürfen mit maximal 10 Personen gefeiert werden.
Noch vor der Ankündigung der Regierung hatten die drei Diözesen Novaliches, Cubao und Pasig zwei Wochen lang freiwillig öffentliche Gottesdienste suspendiert und die Menschen aufgefordert zu Hause zu bleiben und auf unnötige Reisen zu verzichten. Die Entscheidung begründeten Bischof Roberto Gaa von Novaliches und Bischof Honesto Ongtioco von Cubao jeweils in Briefen an alle katholischen Gemeinden.
"Ich weiß, wie schwierig es für viele Katholiken ist, diese Entscheidung zu akzeptieren“, schreibt Bischof Gaa. „Unsere Kirchen sind Orte, an denen unser Volk besonders zu dieser Jahreszeit Zuflucht sucht… Wenn wir keine drastischen Maßnahmen ergreifen und die Dinge so bleiben, wie sie jetzt sind, könnte sich die Situation auch an anderen Orten verschlechtern". Deshalb ordnete Bischof Gaa auch eine Halbierung der Mitarbeiterzahl in den Pfarrämtern und mit Beschränkung der Bewegungsfreiheit auf die die Kirchengebäude an.
"Es ist herzzerreißend, unsere Kultstätten genau im wichtigsten Moment des Kirchenjahres schließen zu müssen", schreibt Bischof Ongtioco, „aber wir müssen die Situation unter Kontrolle halten, denn sie gefährdet viele unserer Gläubigen“. „Dies ist die Zeit der Nächstenieibe. Unsere Nachbarn jetzt zu lieben bedeutet, dass wir sie schützen“.
Die betroffenen Diözesen ermutigten die Gläubigen die Gesundheitsprotokolle zu befolgen und insbesondere während der Karwoche über soziale Medien an Gottesdiensten im digitalen Format teilzunehmen.

ASIEN/INDONESIEN - Tag des Gedenkens an ermordete Missionare: Der junge Katechet Rufinus Tigau wurde ohne offensichtlichen Grund ermordet

Timika ( Fides) – Mit Blick auf den 29. "Tag des Gebets und des Fastens zum Gedenken an die ermordeten Missionare", den die Päpstlichen Missionswerke in Italien am 24. März begehen erinnert Fides auch an die unzähligen Laienkatechisten, die vor allem in Missionsländern wo regelmäßige die Anwesenheit eines Priesters nicht immer gewährleistet ist, den Glauben der Gemeinden am Leben, sie sorgen für Katechese und die Gestaltung liturgischer Feierlichkeiten. Zu ihnen gehörte auch Rufinus Tigau, Katechist und engagierter Laie, der am 26. Oktober 2020 in der Provinz Papua von den indonesischen Sicherheitskräften offensichtlich grundlos getötet wurde (vgl. Fides 11/11/2020; 17/11/2020)
Rufinus Tigau war Mitglied der Gemeinde Bilogai (Dekenat Moni-Puncak, Diözese Timika). Laut Zeugenaussagen im Dorf Jalae im Distrikt Sugapa wurde Rufinus von Mitgliedern der TNI (Tentara Nasional Indonesia, indonesische Armee) im Dorf Jalae erschossen, nachdem sie ihn verhört hatten. „Die Beamten des Sicherheitsapparats fragten vor Rufinus vor seinem Haus, wer sich im Haus aufhalte. Nachdem er geantwortet hatte, dass seine Frau, sein Sohn und seine Mutter im Haus waren, wurde Rufinus, der unbewaffnet war und mit erhobenen Händen vor den Beamten stand, von Soldaten mit mehreren Schüssen getroffen", heißt es in einem am 1. November 2020 veröffentlichten Kommuniqué der Diözese Timika zu den Todesumständen.
Rufinus wurde verdächtigt, Mitglied der sogenannten kriminellen Separatistenbewegung „KKSB“ zu sein. Der Begriff „KKSB“ wird üblicherweise von Sicherheitskräften für die West Papuan National Liberation Army (TPNPB) verwendet. Als angebliches Mitglied der KKSB-Gruppe war er an diesem Morgen bei der Kontrolle im Dorf Jalae zur "Zielscheibe" der Sicherheitsbeamten.
Die Einwohner von Jalae dementierten den Verdacht; für sie war Rufinus Tigau nur ein Mitglied der Kirchengemeinde, ein engagierter Katechist. Er wurde also ohne guten Grund von mehreren Kugeln getötet nachdem er den Soldateb geantwortet und seine Identität offengelegt hatte. Seine Leiche wurde in der Nähe seines Hauses begraben.
Auch der Diözesanverwalter der Diözese Timika, Pfarrer Marthen Ekowaibi Kuayo, bestätigte, dass Rufinus Tigau ein unbescholtener Katechist nicht an den Aktivitäten des TPNPB beteiligt war. Auch Sebby Sambon, ein Sprecher der TPNPB, bestritt dessen Mitgliedschaft in der der TPNPB.
Rufinus stammte aus einer katholischen Familie und setzte nach Abschluss der High School sein Studium in Jakarta an der staatlichen Technischen Hochschule für Finanzwissenschaft fort, nachdem er als Schüler mit besonderen Verdiensten dafür ausgewählt worden war. Während seiner Ausbildung war er als ruhiger und sehr fleißiger Student bekannt.
Rufinus engagierte sich nicht nur auf dem Campus, sondern auch in verschiedenen außerschulischen kirchlichen Aktivitäten. Als Mitglied Katholische Jugendbewegung und der Katholischen Studentenvereinigung der Hochschule nahm er auch am „Weg des lebendigen Kreuzes" in der Matthäusgemeinde in Bintaro teil.
Nach dem College entschied er sich 2014 für eine Rückkehr in die Heimat. Auch In seinem Dorf war der junge Mann als katholischer Laie immer engagiert und wurde 2015 vom Pfarrer der Gemeinde St. Michael in Bilogai, Pfarrer Yustinus Rahangiar, zum Katechisten ernannt, um dem verstorbenen Katechisten Frans Wandagau in diesem Amt nachzufolgen.
Als Katechet unterstützte Rufinus dem Pfarrer in der Missionsstation von Jalae bei der pastoralen Tätigkeit, da der Pfarrer und die anderen Priester der Pfarrei der Sprache der Einheimischen und anderen Aspekte im Zusammenhang mit dem kulturellen Kontext oft nicht mächtig waren. Rufinus war auch damit beauftragt in der Pfarrkirche von Bilogai an Weihnachten und Ostern die Predigten in die Sprache der Einheimischen (Migani) zu übersetzen. Salomina Gobay, eine ehemalige Studienkameradin, erinnert daran, dass Rufinus auch den Armen in seinem Dorf half. Rufino sei eine sehr intelligente Person gewesen und habe sein Heimatdorf begeistert unterstützt, "eine sehr bescheidene Person mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Ein Mann des Glaubens und der Nächstenliebe“.

ASIEN/SÜDKOREA - Kardinale Yeom ermutigt junge Studierende aus Myanmar

Seoul (Fides) - "Wir werden an der Seite der Menschen in Myanmar stehen, bis sie die volle Demokratie wieder erreichen", so der Erzbischof von Seoul, Kardinal Andrew Yeom Soo-jung, bei einer Begegnung Studenten und Arbeitskräften aus Myanmar, die in Korea leben. Wie das Kommunikationsbüro der Erzdiözese Seoul mitteilte, versicherte Kardinal Yeom bei dem Treffen in dieser schwierigen Phase konkrete Hilfe und echte Solidarität der koreanischen Gesellschaft gegenüber dem birmanischen Volk.
Einer der birmanischen Studenten, mit dem koreanische Namen Han Soo-min, beschrieb anschaulich die aktuelle Situation in Myanmar und sagte, dass "es tatsächlich viel schlimmer ist als in den Medien berichtet". Die Militärjunta in Myanmar hat die Internetverbindung für Mobiltelefone unterbrochen und zusätzliche Truppen im ganzen Land eingesetzt, um die Proteste zu bekämpfen. „Seit die Junta in Hlaing Tharyar und anderen Bezirken von Yangon ein umfassendes Kriegsrecht erlassen hat, hat das Militär begonnen, Menschen ohne Vorwarnung zu erschießen. Trotz der Eskalation militärischer Gewalt betrachten wir, die Menschen in Myanmar, die Bewegung für Demokratie als die letzte Chance für uns, die Verwirklichung der Demokratie für unserer Generation zu erreichen", schloss Han.
„Ich glaube, dass die aktuelle Situation in Myanmar nicht nur ein internes, sondern ein globales Problem ist“ fügte ein anderer Student hinzu, „das sofortige Aufmerksamkeit und Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft verdient. Deshalb bin ich heute als Bürger von Myanmar hier, um auf das Thema aufmerksam zu machen und um Unterstützung für den friedlichen Widerstand in Myanmar zu bitten".
Kardinal Yeom zeigte brachte tiefes Mitgefühl gegenüber allen in Myanmar lebenden Menschen zum Ausdruck und bekräftigte, dass Südkorea in der Vergangenheit vor ähnlichen Herausforderungen und Problemen stand. Der Kardinal ermutigte die jungen Menschen abschließend mit einem Zitat aus der Rede von Papst Franziskus vor den Religionsvertretern in der irakischen Ebene von Ur am vergangenen 6. März 2021: "Frieden erfordert keine Gewinner oder Verlierer, sondern Brüder und Schwestern, die sich Trotz aller Missverständnisse und Wunden der Vergangenheit, auf den Weg vom Konflikt zur Einheit begeben".

AMERIKA/KANADA - “Univers”: Magazin der Päpstlichen Missionswerke erscheint erstmals online

Toronto (Fides) - Die Päpstlichen Missionswerke des französischsprachigen Kanada haben die erste Ausgabe des Magazins „Univers“ des Jahres 2021 veröffentlicht, das über die Tätigkeit der Päpstlichen Missionswerke in Kanada und in aller Welt berichtet. Unter anderem enthält die aktuelle Ausgabe einen Beitrag zum Thema "Pauline Jaricot, Vorbild für die Kirche des 21. Jahrhunderts" über das missionarische Engagement der jungen Französin als Inspiration für die heutige Zeit. Darüber hinaus kommentiert der Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker die Botschaft des Papstes zum Weltmissionstag.
Das Magazin der Päpstlichen Missionswerke in Kanada erscheint erstmals auch online, ist aber weiterhin auch in gedruckter Form erhältlich und das Abonnement ist kostenlos.
"Das Charisma der Päpstlichen Missionswerke“, heißt es auf der Homepage der Päpstlichen Missionswerke in Kanada, „das die ursprüngliche Idee ihrer Gründerin Pauline Jaricot weiterentwickelt, kann wie folgt zusammengefasst werden: wir wollen das ganze Volk Gottes in einen Zustand der ständige Mission versetzen, das heißt, wir machen auf die Berufung zu kirchlicher Solidarität und Nächstenliebe bei der Evangelisierung aufmerksam, ohne zu vergessen, dass die Kirche von ihren Ursprüngen an und durch den Impuls des Geistes missionarisch ist und daher missionarisch bleiben muss“ .
Das Magazin der Päpstlichen Missionswerke in Kanada ist zugänglich unter: https://missionfoi.ca/

AMERIKA/BRASILIEN - Kollekte zur Kampagne der Brüderlichkeit: Spendenaufruf für von den Auswirkungen der Pandemie betroffene Familien

Brasilia (Fides) – Am Palmsonntag, den 28. März, findet die Fastenkollekte zur Ökumenischen Kampagne der Brüderlichkeit 2021 (CFE 2021) statt. Die von der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) unterstützte Spendensammlung wird in ganz Brasilien durchgeführt. Um die Gläubigen zu einer konkreten Geste der Nächstenliebe anzuregen hat die Medienstelle der CNBB in Zusammenarbeit mit Catholic Radio Network (RCR) Arbeitsmaterialien für soziale Netzwerke kirchlich inspirierte Fernsehsender erstellt.
Laut dem Exekutivsekretär der Kampagne der CNBB, Pfarrer Patriky Samuel Batista, geht es vor allem um die Umkehr des Herzens, so dass es durch die Praktiken der Fastenzeit eine Haltung angestrebt wird, die der von Jesus ähnlich ist. Die besondere Bekehrung in der Fastenzeit sei eine Bedingung für den Beginn einer neuen Zeit, die von Liebe und Wertschätzung des Lebens geprägt ist. "Die Spendensammlung ist eine konkrete Geste der Brüderlichkeit, des Teilens und der Solidarität, die auf nationaler Ebene in allen christlichen Gemeinschaften, Pfarreien und Diözesen durchgeführt wird. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der vom brasilianischen Episkopat unterstützten Kampagne der Brüderlichkeit", erklärt Pfarrer Batista, der unterstreicht, dass in diesem Jahr der Aufruf zu Spenden für wohltätige Zwecke noch stärker ist, "in einer Zeit wie dieser, in der viele Familien und ihr Leben von den Auswirkungen der Pandemie mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und Ernährungsnot betroffen sind".
Die Spenden können am 28. März während der Gottesdienste in Gemeinden und Pfarreien abgegeben werden, bei denen die Anwesenheit der Gläubigen von den Gesundheitsbehörden entsprechend der Bedingungen zur Bekämpfung der genehmigt wird. Wer keine Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch hat, kann sich per E-Mail an Financeiro@cnbb.org.br wenden.
Die im Rahmen der Kollekte gesammelten Spenden werden von jeder Diözese zu 40% an den von der CNBB verwalteten Nationalen Solidaritätsfonds (FNS) überwiesen. Der andere Teil (60%) verbleibt in den Diözesen, um lokale Projekte über die jeweiligen Diözesansolidaritätsfonds (SDS) zu fördern. Im Jahr 2019 verteilte der Spendenfonds der Bischöfe einen Betrag von 3.814.139,81 R $ und unterstützte damit mehr als 238 Projekte. Im Jahr 2020 gab es aufgrund der Pandemie keine Kollekte. Ab dem 10. Februar 2021 veröffentlicht das CNBB-Portal eine Reihe von Artikeln zu jedem der 2019 unterstützten Projekte: www.fns.cnbb.org.br.


Wir werden den Mut nicht verlieren: An der Seite der Christinnen und Christen im Heiligen Land

(Köln/dvhl) - „Tragen Sie Hoffnung ins Heilige Land – Gemeinsam für die Menschen in schwierigen Zeiten“ – so lautet der Leitgedanke zur Palmsonntagskollekte 2021, mit deren Erlös wir die Menschen im Heiligen Land in diesen Zeiten der besonders großen Not unterstützen werden.

 

Hoffnung spenden ist dringend notwendig, denn die Corona-Pandemie hat die Menschen im Heiligen Land besonders hart getroffen. Neben den gesundheitlichen Risiken und Einschränkungen im Alltag machen sich vor allem die wirtschaftlichen Konsequenzen bemerkbar. Ein großer Teil der Christinnen und Christen in Israel und im Westjordanland arbeitet im Tourismus. Seit Beginn der Krise bleiben die Gäste aus. Damit fehlt vielen Familien das Einkommen. Sie brauchen internationale Solidarität, um eine Perspektive in ihrer Heimat zu haben, dem Ursprungsland unseres Glaubens. Sonst – so ist zu befürchten – wird sich ihre Auswanderung weiter fortsetzen, ja sogar noch beschleunigen.

„Mit einer Spende zu Palmsonntag, aber auch mit einem Gebet, tragen die Gläubigen in Deutschland dazu bei, den Menschen im Heiligen Land Hoffnung zu geben, und sie machen unsere Arbeit erst möglich. Denn wir, der Deutsche Verein vom Heiligen Lande (DVHL), unterhalten oder unterstützen christliche Kindergärten und Schulen, kirchliche Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen, Begegnungsstätten und Anlaufstellen für Migrantinnen und Migranten“, erklärt Dr. Matthias Vogt, Generalsekretär des DVHL.

Auch die deutschen Bischöfe bitten in ihrem Aufruf zur Palmsonntagsaktion 2021 um Unterstützung der Christinnen und Christen im Nahen Osten durch Gebet und materielle Hilfe. Sie weisen deutlich darauf hin, dass es das gemeinsame Ziel aller Gläubigen sein muss, durch konkrete Hilfe christliches Leben im Heiligen Land zu sichern. Sie haben auch die Hoffnung, dass Pilgerreisen, die ebenfalls ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit den Christen im Heiligen Land sind, bald wieder möglich sein werden.

Wer den Menschen im Heiligen Land, die enorm unter der Corona-Pandemie leiden, helfen möchte, kann dies unter www.palmsonntagsaktion.de tun. Daneben freut sich der DVHL über neue Mitglieder. Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 24 Euro sichert uns die freien Mittel, die wir für Nothilfeanträge so dringend brauchen.

 

Unter https://www.youtube.com/watch?v=bTHogQCvwzU finden Sie auch einen Hinweis unserer Freiwilligen aus dem letzten Jahr, den Sie gerne veröffentlichen können.

 

Unsere Kontoverbindung lautet:

 

Deutscher Verein vom Heiligen Lande

Pax-Bank

IBAN: DE81 3706 0193 0021 9900 19

 

www.dvhl.de

 

Hintergrund zum DVHL

 

 

Seit mehr als 160 Jahren engagiert sich der Deutsche Verein vom Heiligen Lande (DVHL) für die Menschen im Nahen Osten – immer vor dem Hintergrund des interreligiösen Dialogs und friedenspolitischen Engagements. Mit Erfahrung und Kompetenz sind wir auf einzigartige Weise im Nahen Osten präsent. Wir engagieren uns dort, wo Menschen konkrete Hilfe brauchen, und treten mit ihnen für eine bessere Zukunft ein. Im Spannungsfeld von Judentum, Christentum und Islam stehen wir für Verständigung, Versöhnung und Frieden.


FIDES-NACHRICHTEN - 24.03.2021

EUROPA/SPANIEN - Missionswissenschaftliche Studientagung an der Universität San Damaso: "Jesus, Erlöser der Menschen und Völker“

Madrid (Fides) - Die Universität „San Damaso“ organisiert in Zusammenarbeit mit den Päpstlichen Missionswerken in Spanien am kommenden Mittwoch, den 24. März, eine missionswissenschaftliche Studientagung unter dem Motto "Jesus Christus, Erlöser der Menschen und Völker", der über den YouTube-Kanal der spanischen Universität online mitverfolgt werden kann. Der Tag "zielt darauf ab, eine grundlegende Feststellung des Glaubens an Jesus Christus zu vertiefen: Er ist der einzige und universelle Erlöser". Auf der anderen Seite "ist diese Feststellung die Quelle und der Inhalt der Sendung der Kirche", erklären ihre Organisatoren.
Die Veranstaltung wird von Agustín Giménez González, Direktor des Höheren Instituts für Religionswissenschaften, und Juan Carlos Carvajal Blanco, Koordinator des Lehrstuhls für Missionswissenschaft der theologischen Fakultät der Universität „San Damaso“, eröffnet. Anschließend wird Ángel Cordovilla Pérez, Professor an der Theologischen Fakultät der Universidad Pontificia Comillas, sich in seinem Vortrag mit dem Thema „Jesus Christus, Geheimnis der Erlösung des Menschen“ befassen. Der Tag endet mit dem Grußwort des Nationaldirektors der Päpstlichen Missionswerke und Inhaber eines Lehrstuhls für Missionswissenschaft, Pfarrer José María Calderón Castro.
Weitere Informationen zu der vom Lehrstuhl für Missionswissenschaft in Zusammenarbeit mit der Universität San Dámaso und den Päpstlichen Missionswerken in Spanien sowie dem Höheren Institut für Religionswissenschaften, die am 24. März um 19.30 Uhr stattfindet, sind zugänglich auf den Internetseiten der Päpstlichen Missionswerke in Spanien (www.omp.es).

AFRIKA/NIGER - Missionar aus Bamoanga: “Ländliche Bevölkerung lebt in Angst und Schrecken”

Niamey (Fides) - Im Gebiet um Bomoanga an der Grenze zwischen Niger und Burkina Faso, wo in der Nacht vom 17. auf den 18. September 2018 der italienische Missionar Pierluigi Maccalli von der Gesellschaft der Afrikamissionen von dschihadistischen Miliz entführt und der schließlich am 8. Oktober 2020 freigelassen wurde sehen sich heute Zivilisten mit psychologischer Manipulation konfrontiert.
Wie Pater Mauro Armanino der Bruder von Pater Maccalli berichtet fühlen sich viele Menschen betrogen und belogen: „Die Dschihadisten sagten zu den Studenten, sie sollten in ihre Heimatdörfer zurückkehren, um ihre Familie zu besuchen und um Unterstützung für das weitere Studium zu bitten und nun ist das Gebiet, das ihre jeweiligen Dörfer verbindet, für Lastwagen, Autos, Motorräder und Fußgänger gesperrt. Das Gebiet wurde vermint, um den Handel, den Markt und die Kontakte zwischen den Menschen zu unterbrechen. Doch vielleicht ist es auch nur eine Provokation, eine Lüge, um die Bauern weiterhin in Angst und Schrecken zu versetzen", kommentiert der Missionar. "Oder aber es ist die Wahrheit, weil das Sprengstoffmaterial, das auch für die Goldminen der Region verwendet wird, weit verbreitet ist, ebenso wie Waffen und andere Sprengstoffe, die in diesem Teil der Grenze zwischen Niger und Burkina Faso seit langem im Umlauf sind."
„Es ist“, fährt Pater Mauro fort „ein Schritt weiter in der Krise, denn seit der Entführung von Pater Pierluigi ist die gesamte Region terroristischen bewaffneten Gruppen ausgeliefert, die Tausende von Bauern praktisch als Geiseln halten". „Schüler und Studenten mussten an einen anderen Ort ziehen, um die Schule fortzusetzen. Dasselbe haben auch Dutzende Familien getan, die verängstigt sind und nicht mehr in der Lage, das Land in Frieden zu bewirtschaften oder Vieh zu züchten. "
"Die Bedrohungen, ob wahr oder nicht, haben das soziale Gefüge dieses Savannengebiets an der Grenze zu Burkina Faso, die nicht mehr als hundert Kilometer von der Hauptstadt Niamey entfernt ist, untergraben", unterstreicht der Missionar. „Die Vertrauensbeziehungen zwischen ethnischen Gruppen, Religionen, als Grundlage von Wachstumsprojekten und sozialer Entwicklung wurden von jenen untergraben, die ein Interesse daran haben, einen neuen Zustand zu schaffen, der auch Diktatur genannt werden kann. Die Tatsache, dass es mit einem religiösen Anstrich bedeckt ist, der sich eine "salafistische" Lesart des Islam bezieht, ändert nichts am Ergebnis. Das Leben der armen Bauern zu untergraben, ihre Quelle der Würde und Hoffnung, die auch durch das religiöse Bekenntnis geprägt ist, ist ein Verbrechen, das leider immer noch nicht bestraft wird. Pater Pierluigi stellte die Befreiung von Gewalt und Elend in den Mittelpunkt seiner Mission. Seine ‚Minenräumungsprojekt‘ hat er uns als Erbe hinterlassen ", schließt Pater Mauro seinen Bericht.

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Delegation der Bischofskonferenz besucht Eparchie Bahir Dar-Dessie: Ausdruck der Verbundenheit mit den Menschen

Hosanna (Fides) - Eine Delegation der äthiopischen Bischofskonferenz besuchte Binnenvertriebene in der Eparchie Bahir Dar-Dessie, einer der 13 Kirchsprengeln der katholischen Ortskirche. Ziel der Bischöfe war es, den Menschen, die von den wiederkehrenden Konflikten in der Region Metekel, in Chagni Woreda und in der Umgebung betroffen sind, Solidarität, Ermutigung und Unterstützung zum Ausdruck zu bringen.
"Die Kirche wird die vom Konflikt betroffenen Menschen weiterhin unterstützen und ihnen helfen und mit der Eparchie zusammenarbeiten, um die Vertriebenen zu rehabilitieren", so Bischof Franso Syioum von Eminentiana in seinem Grußwort an die Anwesenden. Im Rahmen des Besuchs dankten Regierungsbeamte ihrerseits der katholischen Kirche für ihre Unterstützung in Vergangenheit und Gegenwart und forderten die Kirchenvertreter auf, auch in der aktuellen Krise weiterhin zu helfen und angemessen zu antworten.
Während des Besuchs trafen sich die Delegationsmitglieder mit dem örtlichen Klerus, den Ordensleuten und den Gläubigen in Bahir Dar, Metekel, Chagni und Gilgel Beles, die von ihren persönliche Erfahrungen und die durch Konflikte verursachten Herausforderungen berichteten. Begleitet wurde die Delegation von Vertretern der lokalen Behörden.
Die Delegation unter der Leitung des Apostolischen Vikars von Hosanna, Bischof Abune Lisane-Christos Matheos Semahun, wurde auch vom Apostolischen Nuntius, Erzbischof Antoine Camilleri und dem Sekretär der äthiopischen Bischofskonferenz, Teshome Fikre, sowie Vertretern und Mitarbeitern des Generalsekretariats Bischofskonferenz, der Konferenz der Ordensoberen und des Nationalrat der katholischen Laien begleitet. Bischof Lisanuchristos von Bahir Dar-Dessie und dessen Generalvikar Sintayehu Gelaw hießen die Delegation herzlich willkommen und begleiteten die Delegierten während des gesamten Besuchs in der Eparchie.

ASIEN/INDIEN - Pater Stan Swamy: Gericht in Mumbai lehnt Antrag auf Freilassung gegen Kaution ab

 Mumbai (Fides) - "Wir bedauern, dass wir heute mitteilen müssen, dass der Richter des erstinstanzlichen Gerichts in Mumbai am heutigen 22. März die Freilassung von Pater Stan Swamy (SJ) gegen Kaution verweigert hat. Wir beten weiter und hoffen, dass Gerechtigkeit siegt und Pater Stan bald freigelassen und nach einem fairen Verfahren freigesprochen wird. Wir haben volles Vertrauen in die Verfassung Indiens und in das Justizsystem“, so Pater Jerome Stanislaus D'Souza, Oberer der Jesuiten in Indien, zum negetiven Ausgang des Antrags auf Berufung der von den von der Gesellschaft Jesu beauftragten Anwälte eingereicht hatten, die den Prozess vor dem erstinstanzlichen Gericht in Mumbai verfolgten.
In dem Antrag wurde um Freilassung gegen Kaution gebeten, wobei die Unschuld von Pater Swamy begründet und auf seinen prekären Gesundheitszustand hingewiesen wurden, der nach Angaben der Anwälte zumindest einen Hausarrest erforderlich macht. "Wir beten zu Gott, dass er uns die Kraft und den Mut gibt, dieses schmerzhafte Urteil zu ertragen", so der Ordensobere, der den Anwälten für ihre Bemühungen dankt und allen, die die indischen Jesuiten in diesem Kampf für Gerechtigkeit unterstützen, den tiefen Dank des Ordens zum Ausdruck bringt. Die Jesuiten bitten alle, "ihre Bemühungen und Gebete fortzusetzen".
Der 83-jährige indische Jesuitenpater Stan Swamy ist seit dem 8. Oktober wegen Volksverhetzung im Gefängnis. der Jesuit trotz des hohen Alters und einer schweren Form von Parkinson, an der er leidet, im Gefängnis in Mumbai festgehalten, wo er sich mit 15 weiteren Aktivisten und NGO-Mitgliedern aufhält, denen nach dem "Gesetz zur Vorbeugung gegen illegale Aktivitäten" Terrorismus und Komplizenschaft mit den maoistischen Rebellen vorgeworfen werden. Sie alle hatten sich für die Rechte der Adivasi (Stammesvölker) im indischen Jhakarland eingesetzt, wo die Ureinwohner von Großgrundbesitzern oder multinationalen Unternehmen ausgebeutet und ihrer sozialen und kulturellen Rechte beraubt werden.
Die Gesellschaft Jesu hat einen internationalen Aufruf zur sofortigen Freilassung auf den Weg gebracht, in dem sie seine volle Unschuld bekräftigt und an seinen prekären Gesundheitszustand erinnert. Doch alle Appelle an die indischen Behörden, darunter auch der von drei indischen Kardinälen, die sich zu Gesprächen mit Premierminister Narendra Modi getroffen hatten, zeigten bisher keine Wirkung.

ASIEN/IRAK - Vertreter der Minderheiten blockieren Berufung von ausschließlich muslimischen Beratern an das Verfassungsgericht

 Bagdad (Fides) – Irakische Abgeordnete, die im Parlament ethnischer und religiöser Minderheiten vertreten, konnten mit einem Boykott, eine Gesetzesänderung blockieren, die darauf abzielte, ausschließlich islamische Experten als Berater des Verfassungsgerichtshofs zu berufen. Dies berichten die irakischen Medien, die dabei auch Kommentare von politischen Vertretern von Minderheiten zitieren, die mit dem erzielten Ergebnis zufrieden sind.
In den Tagen unmittelbar nach dem Besuch von Papst Franziskus im Irak (5.-8. März) hatte sich die politische Kontroverse um eine der Änderungen der Gesetze zur Funktionsweise des Obersten Gerichtshofs, die dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden sollten, zunehmend zugespitzt. Die Änderung sah vor, dass vier Experten der islamischen Rechtsprechung - zwei Schiiten und zwei Sunniten - in den Gerichtshof berufen werden sollten, die für die Bewertung von Anfragen im Zusammenhang mit der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen zuständig sein sollten, die dem islamischen Recht widersprechen. Die Parlamentarier der für Minderheiten, darunter auch chaldäische, syrische und assyrische Christen, vorbehaltenen Sitze hatten von Anfang an ihre Ablehnung diesbezüglich zum Ausdruck gebracht, da nur die Aufnahme islamischer Experten in das Organigramm des Obersten Gerichtshofs vorgesehen war. Bei der Abstimmung über diesen kontroversen Punkt enthielten sich die Abgeordneten der Minderheiten und die der Demokratischen Partei Kurdistans der Teilnahme an der Abstimmung. Die Parteien islamischer Prägung wurden gebeten, nachdem sie nicht die erforderliche Mehrheit erhalten hatten, der Aufnahme von Beratern aller Komponenten, einschließlich der Minderheiten, in den Obersten Gerichtshof zuzustimmen. Nach dieser Änderung wurde der Antrag am Donnerstag, dem 18. März, mit Unterstützung von 204 von 329 Abgeordneten angenommen.
In einer Pressemitteilung forderten die Abgeordneten der Minderheiten, die Anwendung der neuen Bestimmungen über die Zusammensetzung des Gerichtshofs bis zu den nächsten politischen Wahlen auszusetzen, die Anfang nächsten Oktober stattfinden sollten.
Die Abhaltung vorgezogener nationaler Wahlen war schon immer eine der wichtigsten Forderungen der Proteste, die das Land seit Ende 2019 erschüttert haben.
Neben der Ratifizierung der Wahlergebnisse hat der Bundesgerichtshof die Aufgabe, die Verfassung auszulegen und Verfassungsstreitigkeiten zu beurteilen.
Im derzeitigen Parlament sind fünf Sitze für christlichen Abgeordneten vorbehalten, jeweils ein Sitz ist für die Jesiden, Mandäer-Sabäer und Shabak vorgesehen.

AMERIKA/BRASILIEN - Tag des Gedenkens an ermordete Missionare: „Die Früchte der Arbeit von Pfarrer Nazareno Lanciotti sind noch heute sichtbar“

Jauru (Fides) – Mit Blick auf den bevorstehenden 29. "Tag des Gebets und des Fastens zum Gedenken an die ermordeten Missionare" den die Päpstlichen Missionswerke in Italien am 24. März (vgl. Fides 16.3.2021) begehen erinnert Fides an den italienischen Missionar Pater Nazareno Lanciotti, der vor zwanzig Jahren im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso getötet wurde, wo er dreißig Jahre als Missionar tätig war, und sein Leben der Verkündigung des Evangeliums und der Förderung der Entwicklung der Menschen gewidmet hatte. Dies berichtet Pater Enzo Gabrieli, Postulator im Seligsprechungsverfahren, der die Orte, an denen Pater Lanciotti lebte und arbeitete persönlich besuchte.
"Es war der 22. Februar 2001, als Pater Nazareno im Krankenhaus von San Paolo starb und seinen Mördern vergab, nachdem sie ihn am 11. Februar in seinem Pfarrhaus überfallen hatten“, bekräftigt Pfarrer Gabrieli. „Nach den Jahren der Ausbildung in Subiaco und den ersten pastoralen Erfahrungen in einigen römischen ging er 1972 als junger Mann und Priester nach Mato Grosso. Dann die Wahl, wo er sich zusammen mit anderen jungen Italienern der Mission im Dienste der jungen Diözese Caceres widmetee. Er bat um einen Auftrag zur Missions und erhielt ihn vom örtlichen Bischof. Er war verantwortlich für die Gemeinde Jauru, die sich aus vielen im Wald verstreuten Siedlungen zusammensetzte. Doch er verlor nicht den Mut und kam auf dem Rücken eines Maultiers in der Gemeinde der Madonna del Pilar an, die sich dank seiner Leidenschaft und seinem Glauben um die Pfarrkirche in einen blühenden Ort verwandeln sollte.
Pfarrer Nazareno kam nachts an und stellte fest, dass seine Kirche zusammengebrochen und eingestürzt war; doch er ließ sich nieder und wurde sofort getröstet, wie er selbst sagte, durch die Anwesenheit der Madonna, von der er sich im Innersten mit dem Satz aufgenommen fühlte: "Ich habe auf dich gewartet". Und es war seine tiefe Liebe zu Maria, die zentrale Rolle der Eucharistie bei seiner Missionsarbeit, die Treue zum Papst, die den Erfolg der Mission von Jauru vorantrieb, die zu einem "Vorbild" in der Diözese wurde“ , heißt es in dem Bericht zum Leben des ermordeten Missionars. Pfarrer Nazareno ist heute zu Füßen des Tabernakels in seiner Pfarrkirche beigesetzt. Das Seligsprechungs verfahren wurde vor einigen Jahren eröffnet.
„Die Pfarrgemeinde Jauru ist bis heute für die Diözese Caceres und für die katholische Kirche in ganz Brasilien ein Bezugspunkt und ein Symbol der Spiritualität. Einige der Arbeiten, die in diesen dreißig Jahren begonnen wurden, werden dank der dort verbliebenen engagierten Laien fortgeführt, die von dem Missionar ausgebildet wurden und sorgen dafür, dass diese kleine Gemeinde im Wald weiterhin lebendig ist und eine Flammen der Hoffnung neu entzündet. Im Krankenhaus und im Altersheim, aber auch in der Gemeinde selbst sind genau diese Samen des Guten, jene Samen des Glaubens, die jetzt gewachsen sind und zum Heer von Katecheten und Erwachsenen geworden sind und gestärkt vom Zeugnis von Pater Nazareno, weiterhin ihre Projekte durchführen, die den Duft Gottes haben“, so der Postulator abschließend.

AMERIKA/MEXIKO - Bischöfe von Chiapas äußern besorgt über aktuelle gesellschaftspolitische Lage

Chiapas (Fides) - Die katholischen Bischöfe der mexikanischen Kirchenprovinz Chiapas haben im Vorfeld der Wahlen ihre Besorgnis über die aktuelle gesellschaftspolitische Situation in der Region und die Zunahme der Gewalt in dem mexikanischen Bundesstaat zum Ausdruck gebracht. Insbesondere beklagen sie das Streben der Politiker nach der Verwirklichung ihrer persönlichen Interessen und die Infiltration von mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung stehenden Gruppen in die Politik.
Mit Blick auf die Wahlen am kommenden 6. Juni, bei denen insgesamt 163 Volksvertreter gewählt werden, äußern sich die Kirchenvertreter in einem gemeinsamen Appell, der von den Bischöfe Jaime Calderón Calderón de Tapachula; Rodrigo Aguilar Martínez von San Cristóbal und Fabio Martínez Castilla von Tuxtle Gutiérrez, Chiapas unterzeichnet ist.
In ihrem Dokument erinnern die Bischöfe daran, dass es bereits im Vorfeld früherer Wahlen zu sozialer Spaltung und Verhärtung der Fronten gekommen ist, was zum Teil auch zu gewaltsamen Zusammenstößen geführt habe, weshalb sie an die politischer Vertreter appellieren, Frieden und Einheit zu fördern. Jeder Bürger sei aufgerufen die eigene Stimme verantwortungsbewusst, informiert und kritisch abzugeben und dabei stets an das Gemeinwohl der Gesellschaft in Chiapas zu denken.
Unterdessen hört die Gewalt in dem mexikanischen Bundesstaat nicht auf. In der Region Veracruz sorgte der gewaltsame Tod einer Kandidatin der Partei Accion Nacional (PAN) für das Bürgermeisteramt, die im Bundesstaat Oaxaca ermordet wurde, für Aufsehen. Ivonne Gallegos wurde nach Angaben der Polizei von Ocotlán de Morelos, einer Stadt 30 km südlich der Hauptstadt Oaxaca, von einer Gruppe bisher nicht identifizierter Männer getötet, während ihr Begleiter bei dem Anschlag verletzt wurde.


Vergessene Krise Burkina Faso: Corona-Pandemie verstärkt die am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise der Welt

    SOS-Kinderdörfer weltweit Fotograf:     Weinert Brothers 2014
SOS-Kinderdörfer weltweit Fotograf: Weinert Brothers 2014

 

 

 

(Ouagadougou/ots) - In Burkina Faso wächst die Zahl der Geflüchteten nach Angaben der SOS-Kinderdörfer schneller als in irgendeinem anderen Land der Welt. Inzwischen leben dort über eine Million Binnengeflüchtete - bei 20 Millionen Einwohnern. Im Vergleich dazu waren es noch im Januar 2019 weniger als 50.000 Vertriebene im eigenen Land. "Besonders besorgniserregend ist, dass 60 Prozent der Betroffenen Kinder sind. Ihre Situation ist höchst alarmierend: Viele sind unterernährt und von Hunger bedroht. Es fehlt ihnen an medizinischer Versorgung und Schutz. Sie sind in permanenter Gefahr, Opfer von psychischer und physischer Gewalt und sexuellem Missbrauch zu werden oder als Arbeitskräfte ausgebeutet zu werden", sagt Maurice Some, Leiter der Hilfsorganisation in Burkina Faso.

 

Hauptursache für Not und Flucht seien die zunehmenden Terrorattacken durch Dschihadisten und andere Gruppierungen, die immer wieder Dörfer, Marktplätze oder sogar Schulen brutal überfallen. "2500 Schulen im Land mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Zahlreichen Kindern wird dadurch der Zugang zu Bildung verwehrt", sagt Some. Außerdem sei das Land besonders hart vom Klimawandel betroffen. Zunehmende Trockenheit führe zu einer Ausbreitung der Wüste in der Sahelzone, was Lebensmittelknappheit und Konflikte zwischen Ackerbau betreibenden Farmern und Viehbesitzern nach sich ziehe. Fast drei Millionen Menschen sind akut von Lebensmittelunsicherheit bedroht. Die Corona-Pandemie habe die wirtschaftliche Krise zusätzlich verschlimmert, Preise seien in die Höhe gegangen, auch werde es durch die Isolierung immer schwieriger, die notleidenden Kinder zu erreichen.

 

Maurice Some sagt: "Die Kinder brauchen dringend Unterstützung: Sie müssen Zugang zu Nahrung, Medizin, psychologischer Hilfe und Bildung bekommen. Sie brauchen Schutz gegen Gewalt und Ausbeutung."

 

Die SOS-Kinderdörfer haben ein Nothilfeprogramm in der besonders betroffenen Region Centre-Nord gestartet und unterstützen dort 646 Kinder und ihre Familien.

 

Von der Weltbevölkerung vergessen, aber nicht vom Virus: In zahlreichen Staaten kämpfen Kinder und Familien seit Jahren ums Überleben - im Schatten der Öffentlichkeit und zum großen Teil abgeschnitten von wirkungsvoller Hilfe. Die SOS-Kinderdörfer berichten in dieser Serie über die aktuelle Situation in Konfliktländern, in denen die Corona-Pandemie die ohnehin katastrophale Lage dramatisch zuspitzt. Über "Vergessene Krisen" in der Ukraine, Mexiko, Venezuela, Zentralafrika, Madagaskar, Syrien, dem Jemen, Niger, Burkina Faso und Bangladesch.

 

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 19.03.2021

 

EUROPA/ALBANIEN - Gedenken an ermordete Missionare: Pater Ettore Cunial

 

Rom (Fides) – Mit Blick auf den 29. Gedenktag der Päpstlichen Missionswerke in Italien für die ermordeten Missionare am kommenden 24. März veröffentlicht Fides Zeugnisse von Missionaren, die in verschiedenen Ländern und Kontinenten bei der Verkündigung des Evangeliums gewaltsam ums Leben kamen. Für einige von ihnen wurde ein Verfahren zur Seligsprechung begonnen, wie zum Beispiel im Fall von Pater Ettore Cunial von der Kongregation des heiligen Jesoeph, (Congregazione die San Giuseppe del Murialdo), der im Oktober 2001 in Durazzo getötet wurde. Der Missionar wurde am 13. August 1933 in Possagno (Treviso) geboren war Priester seit 1962. Er wahr Lehrer, Gemeindepfarrer und Ordensoberer in seiner Heimat bis er im Alter von 67 Jahren als Missionar nach Albanien geschickt wurde. In wenigen Monaten hatte er es dort geschafft im Alltag einen engen Kontakt zu der lokalen Bevölkerung herzustellen, wie der Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Pater Giuseppe Rainone, gegenüber Fides berichtet.
"Am 8. Oktober 2020 eröffnete Erzbischof George Frendo im Einvernehmen mit der Kongregation vom heiligen Joseph mit einem feierlichen Gottesdiensst in der Kathedrale von Tirana offiziell den Seligsprechungsprozess von Pater Ettore Cunial... 19 Jahre sind seit seinem tragischen Tod vergangen, seit dem Abend des 8. Oktober 2001, als er in Durres in der "Casa Nazareth" ermordet wurde.
Pater Ettore kam am 19. November 2000 in die Gemeinde Fier und lebte seit dem 21. März 2001 in Durazzo. ...Wir erinnern uns an seine Entschlossenheit, sich an die Arbeit zu machen, die albanische Sprache zu lernen und nach einem Ort zu suchen, an dem eine neue Präsenz für Förderung der Berufungspastoral entstehen sollte. Wir stellen ihn uns in der Casa Nazareth auf dem Hügel Moses in Durres vor, in der Obhut des Hauses, in die Einsamkeit des Gebets, wo er alle willkommen hieß, die ihn dort aufsuchten suchen, zu Hause oder am Telefon, aus nah und fern. Von dort zog er zu Fuß durch die Stadt und stellte sich in den Dienst der Gemeinde und der Ordensgemeinschaften, der jungen Menschen und der Familien. Stets sanftmütig und lächelnd, stark und unermüdlich, schuf er überall Frieden und ließe eine Gemeinschaft mit allen entstehen.
Nach wenigen Monaten waren die Menschen beeindruckt von seiner Nähe zu allen Menschen, von seiner pastoralen Hatlung, die von Nächstenliebe und Mitgefühl geprägt war und auf geistige und moralische Leiden achtete. Vor allem die Priester und Ordensleute sahen in ihm den guten geistlichen Vaters, den Ordensmannes, der Gott und den Nächsten liebte; viele nutzten sein Angebot der spirituellen Leitung, für das Predigen von Exerzitien, das Sakrament der Buße.
Am Abend des 8. Oktober wartete ein 17-jähriger Jugendlicher, der von einem erwachsenen Nachbarn angestiftet worden war, auf ihn, um ihn mit 17 Messersstichen zu töten. Der nachfolgende Prozess hob die moralische und spirituelle Figur des Geistlichen hervor, der in so kurzer Zeit die Herzen so vieler Menschen erobert hatte“.
Erzbischof Frendo von Tirana, erklärte in einem Interview zu Beginn des Seligsprechungsprozesses: "Wenn ich Pater Ettore, wie ich ihn kannte, in nur zwei Worten beschreiben müsste, könnte ich sagen, dass er ein 'authentischer Missionar' ist. Wir haben die Initiative ergriffen, um den Prozess der Seligsprechung einzuleiten, weil wir von seiner Heiligkeit überzeugt sind: seiner Demut, ohne die man nicht heilig werden kann; sein Gebetsleben, das sich auch in seinem Gesicht widerspiegelte; sein apostolischer Eifer, der keine Grenzen kannte“.
“Wir sind uns bewusst, dass wir manchmal nicht mit genügend Aufmerksamkeit auf die Wege der Heiligen blicken und sie vielleicht eher als Belastung denn als als Geschenk betrachten. Wir wollen uns jedoch nicht darauf beschränken, dass unser Mitbruder nur unserer Ordensgemeinschaft gehört; er gehört der ganzen Kirche und für die ganze Kirche kann als Beispiel dafür dienen, dass ein Weg der Heiligkeit für alle möglich ist, wie auch Papst Franziskus sagt (vgl. GS 34)", so Pater Rainone abschließend.

 

AFRIKA - Bischöfe: “Impfung gegen Covid-19 ist eine Geste der Nächstenliebe“

 

Nairobi (Fides) - Afrikanische Bischofskonferenzen begrüßen den Beginn der Impfkampagnen gegen Covid-19 in ihren jeweiligen Ländern.
"In Ermangelung anderer Mittel, um die Covid-19-Pandemie zu stoppen, erfordert das Bemühen um Gemeinwohl eine rasche Impfung, hauptsächlich um die Schwächsten zu schützen", so die Bischöfe von Kenia in einer Erklärung. "Es ist rechtmäßig und ethisch vertretbar, dass alle Covid-19-Impfstoffe, die das Gesundheitsministerium als klinisch sicher und wirksam anerkennt zu verimpfen", so die Bischöfe.
"Die Annahme der verfügbaren Impfstoffe sollte als Akt der Nächstenliebe gegenüber anderen Mitgliedern der Gemeinschaft verstanden und als Akt der Liebe zu unserem Nachbarn und als Teil unserer moralischen Verantwortung für das Gemeinwohl angesehen werden", bekräftigen die Bischöfe, die jedoch eine allgemeine Impfpflicht ablehnen und betonen, das die Impfung „nur auf freiwilliger Basis und nach Ermessen eines Einzelnen und dessen Einverständniserklärung” stattfinden soll. Die katholische Kirche in Kenia hat auch angeboten, ihre Gesundheitseinrichtungen als Impfzentren für die nationale Impfkampagne zur Verfügung zu stellen.
Auch die Bischöfe von Malawi haben den Covid-19-Impfstoff als "einen Akt der Liebe zu unserem Mitmenschen" beschrieben und "alle Katholiken und Menschen guten Willens nachdrücklich ermutigt, sich impfen zu lassen".
Die malawischen Bischöfe fordern die staatlichen Behörden auf, "alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs zu gewährleisten" und "eine massive Aufklärungskampagne zu starten, da die meisten Ängste und Befürchtungen im Hinblick auf Impfstoffe unter Menschen weit verbreitet sind” Dies gelte vor allem in ländlichen Gebieten manels korrekter Informationen.
Die Bischöfe von Ghana ermutigen "Priester, Ordensleute und alle Christusgläubigen sowie alle Ghanaer", sich impfen zu lassen. Damit „schützt man nicht nur sich selbst vor der Krankheit, sondern auch andere, indem die Verbreitung gestoppt wird." Im Senegal haben einzelne Bischöfe die Gläubigen um Teilnahme an der Impfungkampagne gebeten, auch wenn sich die lokale Bischofskonferenz diesbezüglich nicht explizit geäußert hat.
Die katholische Organisation für Internationale Entwicklungszusammenarbeit (CIDSE), in der sich 17 kirchliche Hilfswerke zusammenschließen, hat unterdessen einen universellen Zugang zu Covid-19-Impfstoffen gefordert. Die Organisation „schließt sich dem Appell der anderen Nichtregierungsorganisationen und dem Vatikan für einen gleichberechtigten weltweiten Zugang zu Impfstoffen an", heißt es in einer Notiz, in der betont wird, dass die derzeitige Verzögerung und der Mangel an Impfstoffen für die Länder des Südens der Welt und ihre ärmsten Bevölkerungsgruppen bestehen ein “internationaler Skandal” sei , der “die Überwindung der Pandemie letztendlich verzögern wird.“

 

AFRIKA/MALAWI - Kirche engagiert sich im Kampf gegen Diskriminierung von HIV-positiven Menschen

 

Liwonde (Agenzia Fides) - "Wir sind alle gleich, wir müssen uns gegenseitig unterstützen und ermutigen, damit auch Menschen mit HIV an den Aktivitäten der Kirche und an der Entwicklung des Landes teilnehmen können" so die Gesundheitsbeauftragte der Bischofskonferenz von Malawi (ECM), Bertha Magomero. Während eines kürzlich im Distrikt Machinga, Liwonde, abgehaltene Treffens mit HIV-positiven Helfern, die die Initiativen der Bischofskonferenz unterstützten, und im Rahmen des Projekts der “Faith and Community Initiative” (FCI) arbeiten, betonte Magomero, dass das Land nur ohne Diskriminierung ein besserer Ort zum Leben sein werde.
"Es ist traurig zu feststellen zu müssen, dass sogar Verwandte die ersten sind, die Menschen mit HIV und AIDS diskriminieren. Diese Menschen leben gesünder als Menschen, die sich einem HIV-Test nicht unterziehen wollen”, so Magomero, die beklagte, dass diese Einstellungen dazu führen, dass viele HIV-positive Menschen die Testergebnisse nicht akzeptieren und die Behandlung mit antiretrovirale Medikamente (ARVs) vermeiden, und damit die Ausbreitung des Virus verschlimmern .
Um zu vermeiden, dass viele ihre Infektionverbergen oder eine Behandlung ablehnen, um nicht von Freunden und Verwandten diskriminiert oder abgelehnt zu werden, hat die Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern und Medienstellen im Rahmen des FCI-Projekts zur Beteiligung an HIV- und AIDS-Tests und der Behandlung im Kampf gegen die HIV-Pandemie in den Distrikten Machinga und Mangochi eingeladen.
Im Rahmen des jüngsten Treffens berichtete eine HIV-positiver Patient, der sich einer Behandlung unterzogen hat, er sei 1983 positiv getestet worden und habe und im selben Jahr mit der Behandlung begonnen. „Es war schwer zu akzeptieren, dass ich die Medikamente für den Rest meines Lebens nehmen würde, und ich habe es erst spät akzeptierte, aber aufgrund des Stigmas in der Familie hörte ich damit wieder auf, weil ich überzeugt war, dass es besser ist zu sterben als mit HIV/AIDS zu leben. Nach mehreren Treffen mit den Freiwilligen hier war ich überzeugt, dass ich weiterhin glücklich mit HIV leben wollte, und ich beschloss, wieder mit der Einnahme der Medikamente zu beginnen, eine Entscheidung, die ich nie bereuen werde".

 

ASIEN/PALÄSTINA - Kirchliche Einrichtungen sind drittgrößter Arbeitgeber

 

Jerusalem (Agenzia Fides) - Eine Studie, die die “Päpstliche Mission” in Jerusalem in Zusammenarbeit mit dem Dar Al Kalima University College of Arts and Culture (ein von dem evangelischen Pastor und Theologen Mitri Raheb in Bethlehem gegründes Forschungszentrum) erstellte, bestätigt, dass christlichen Institutionen in Palästina den drittgrößten "Arbeitgeber" für die lokale Bevölkerung darstellen, unmittelbar nach der Palästinensischen Autonomiebehörde und Unrwa, der UN-Agentur, die für die Hilfe für palästinensischer Flüchtlinge im Nahen Osten zuständig ist. Die Forschungsdaten wurden am Dienstag, den 16. März, im Rahmen einer Online-Pressekonferenz veröffentlicht und von dem jordanischen Nachrichtenportal abouna.org zitiert.
Die Untersuchung, die darauf abzielt, die Rolle von Institutionen, die mit christlichen Kirchen und Gemeinschaften in Palästina verbunden sind, und ihre Auswirkungen auf die palästinensische Gesellschaft zu dokumentieren, wurde über fünf Monaten unter der Leitung des Forschers George Akroush entwickelt und ist eine Art "aktuelle Übersicht" über die kirchlichen Institutionen, die im palästinensischen Kontext tätig sind (Westjordanland, Ostjerusalem und Gazastreifen). Die Ergebnisse der Forschung bestätigen die signifikante Arbeit christlicher Institutionen in der palästinensischen Gemeinschaft, trotz der Migrationsprozesse, bei denen in den letzten Jahrzehnten der Anteil der Christen in der Bevölkerung der palästinensischen Gebiete stetig zurückgegangen ist.
Die Studie nennt 296 christliche Institutionen, die in Jerusalem, im Westjordanland und im Gazastreifen zur Entwicklung des palästinensischen Sozialgefüges beitragen: 93 Schulen, Universitäten und Berufszentren, 19 Gesundheitseinrichtungen, 47 Sozialfürsorgeinstitutionen, 77 Kulturzentren und Einrichtungen zur Förderung des regionalen Fremdenverkehrs, 38 Jugend- und Pfadfinderzentren, ein Zentrum für Umweltschutz und 21 lokale und internationale Hilfswerke. Die Studie bestätigte, dass christliche soziale und wohltätige Werke ihren Dienst zum Nutzen von Hunderttausenden Palästinensern leisten, unabhängig von ihrer politischen und religiösen Zugehörigkeit. Das Netzwerk von Werken und Institutionen, die sich in Trägerschaft von Kirchen und christlichen Gemeinschaften in Palästina befinden beschäftigt derzeit mehr als 9.000 Arbeitnehnmer, von denen 5017 Christen und 4081 Muslime sind. Damit übertreffen sie die Zahl der von einzelnen Firmen und Privatunternehmen beschäftigten Personen bei weitem und stehen an dritter Stelle, was die Arbeitgeber betrifft, die der lokalen Bevölkerung Beschäftigung und Löhne garantieren, nach dem öffentlichen Apparat der Palästinensischen Autonomiebehörde und der von den Vereinten Nationen ad hoc eingerichteten Agentur zur Unterstützung palästinensischer Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt..
Die Umfrage dokumentiert auch die wirtschaftlichen Ressourcen, die jedes Jahr von kirchlichen Institutionen und Werken in lebenswichtigen Sektoren wie Gesundheitswesen, Bildung, soziale Dienste und Berufsausbildung investiert werden, und beziffert sie auf 416 Millionen Dollar. Investitionen, die auf die eine oder andere Weise mindestens 37% der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland, im Gazastreifen und in Ostjerusalem zugute kommen und die indirekt auch positive Auswirkungen auf das soziale Leben aller Menschen in Palästina haben.
Beispielsweise zeigt die Untersuchung, dass von vier der insgesamt sechs in Ostjerusalem tätigen spezialisierten Krankenhäuser von kirchliche Einrichtungen und Gemeinden getragen werden, und und jedes Jahr mehr als 330.000 Patienten mit Spezialbehandlungen in den verschiedenen Bereichen (Onkologie, Kinderheilkunde, Augenheilkunde usw.) versorgen.
Während der Präsentation unterstrichen sowohl Pastor Mitri Raheb als auch Dr. Joseph Hazboun, Regionaldirektor der Päpstlichen Mission, die bedeutende Rolle, die christliche Institutionen seit Jahrzehnten im Dienste des gesamten palästinensischen Volkes spielen.
Im Juni 2019 feierte die "Pontifical Mission" im Heiligen Land ihr 70-jähriges Bestehen (vgl. Fides 21/6/2019). Die Organisation, die 1949 auf Betreiben von Papst Pius XII. Gegründet wurde, um palästinensischen Flüchtlingen nach der Gründung des Staates Israel zu helfen, versteht sich heute als Instrument, um "Bedürftige im Heiligen Land, also Palästinensern und Israelis, zu unterstützen, unabhängig von Alter und Glauben". Dies berichtet das Lateinische Patriarchat von Jerusalem anlässlich der Jubiläumsfeier, die am vergangenen Dienstag, den 18. Juni im „Notre Dame Center“ in Jerusalem stattfand.
Es war der dramatische Zustand der palästinensischen Bevölkerung nach der Proklamation des Staates Israel, der bei Papst Pius XII. den Wunsch weckte, ein spezifisches kirchliches Gremium zu schaffen, das diesen Menschen helfen sollte. Aus diesem Grund wurde die „Catholic Near East Wellfare Association (Cnewa)“ gegründet, die unter der Zuständigkeit der Kongregation für die Ostkirchen, damit beauftragt wurde, Kindern, Familien, Kranken, Alten und Exilanten Unterstützung zu bietet. Hunderttausende Palästinenser waren gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Am 18. Juni 1949 veröffentlichte Kardinal Eugène Tisserant, Sekretär der Kongregation für die Ostkirchen, das Dokument, das Grundlage für die Gründung der „Päpstlichen Mission“ war.
Die „Päpstliche Mission“ befasste sich zu Beginn mit der Unterstützung von Vertriebenen und Flüchtlingen. Später unterstützte sie das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten bei der Verbesserung der Lebensbedingungen der Palästinenser in Flüchtlingslagern.

 

ASIEN/MYANMAR - Schwester Ann Nu Twang zum Papstappell für Myanmar: "Er ist unserem notleidenden Volk nahe"

 

Yangon (Fides) - "Die Worte von Papst Franziskus trösten uns in diesen Momenten, in denen unsere Herzen durch so viel Gewalt und so viel Leid unschuldiger Menschen gebrochen werden. Wir fühlen uns angesichts des anhaltenden Bösen hilflos und schutzlos. Wir vertrauen auf Gott und wir bitten um die Hilfe der internationalen Gemeinschaft", so ein katholischer Priester aus der Diözese Yangon gegenüber Fides, der aus Sicherheitsgründen die Anonymität bewahren will, in einem Kommentar nach dem erneuten Appell für Myanmar von Papst Franziskus am Ende der Generalaudienz am heutigen 17. März: "Noch einmal und mit großer Trauer empfinde ich die Dringlichkeit, an die dramatische Situation in Myanmar zu erinnern, in der viele Menschen, insbesondere junge Menschen, ihr Leben verlieren, um ihrem Land Hoffnung zu geben“, so der Papst, "Auch ich knie auf den Straßen von Myanmar und sage: Stoppen Sie die Gewalt! Auch ich strecke meine Arme aus und sage: Möge der Dialog siegen! Blut löst nichts. Der Dialog soll siegen“, bekräftigte er mit Bezug auf die Friedensgesten, die unter anderem katholische Ordensfrauen öffentlich gesetzt hatten, indem sie auf Knien vor Angehörigen der Streitkräfte um Frieden gebeten hatten.
Gegenüber Fides erklärt Schwester Ann Nu Tawng von der Gemeinschaft des heiligen Franz Xaver, die zu einer Ikone der Anwesenheit der katholischen Gläubigen in Myanmar geworden ist: "Wir sind dem Papst zutiefst dankbar, weil er sich an uns erinnert. Er kennt Myanmar, er war 2017 bei uns. Es schenkt uns Trost und ermutigt uns, dass der Papst mit uns das Ende aller Gewalt fordert. Ich überrascht, dass seine Worte, wie man mir sagt, möglicherweise von meiner Geste inspiriert wurden, als ich niederkniete und meine Hände zum Himmel streckte. Ich habe es aus tiefstem Herzen getan. Es sind die Gesten eines jeden Christen, der sich um die Menschlichkeit sorgt".
"Wir leiden mit unserem Volk”, so Schwester Ann weiter, „Die Gewalt hört nicht auf und die Verletzten nehmen von Tag zu Tag zu. Die Privatkliniken hier im Bundesstaat Kachin (Nord-Myanmar) sind aus Angst vor dem Militär geschlossen. Auch unsere kleine Klinik gehört zu den wenigen Einrichtungen, die noch offen sind. Doch wir können nur weniger schwer Verletzten behandeln, im bei Schwereverletzteb sind wir in ernsthaften Schwierigkeiten. Einige schaffen es nicht. Doch in dieser Trübsal, gab es heute abgesehen von den Worten des Papstes ein weiteres Zeichen der Hoffnung: Zwei schwangere, leicht verletzte Frauen, die in unsere Klinik eingeliefert wurden, haben heute ihre Kinder geboren, einen Jungen und ein Mädchen. Jedes Leben ist kostbar. Das Leben wird weiterhin durch die Gnade Gottes geboren. Einige sagen uns, unser Leben sei in Gefahr, und auch wir könnten getroffen, aber wir werden nicht schließen, wir geben unsere Mission, die Verwundeten zu heilen, die Betroffenen zu trösten und alles menschliche Leben zu schützen, nicht auf. Der Papst ist uns nahe, er ist unserem notleidenden Volk nahe".

 

ASIEN/SÜDKOREA - Kardinal Yeom bekräftigt Bereitschaft seiner Erzdiözese zur Unterstützung der Bevölkerung in Myanmar

 

Seoul (Fides) - Tiefe Besorgnis über die Repression in Myanmar und uneingeschränkte Bereitschaft zur Unterstützung und Zusammenarbeit mit den Menschen in Myanmar äußert der Erzbischof von Seoul, Kardinal Andrew Yeom Soo-jung, in einem Brief an Kardinal Charles Maung Bo, den Erzbischof von Yangon und Präsidenten der Föderation der asiatischen Bischofskonferenzen (FABC). Kardinal Yeom verurteilt das brutale Vorgehen der birmanischen Militärjunta gegen friedliche Proteste und betonte seine Unterstützung gegenüber „den Burmesen und ihrem Streben nach aus Demokratie". "Alle Geistlichen, Ordensleute und Gläubigen der Erzdiözese Seoul beten intensiv für die Wiederherstellung der wahren Demokratie im Land. Wir bitten um die Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria für alle Menschen in Myanmar", heißt es in dem Brief.
Der Kardinal hat Hilfe in Höhe von 50.000 USD bereitgestellt, die Kardinal Bo über Erzbischof Paul Tschang In-Nam, Apostolischer Delegierter für Myanmar, zur Verfügung gestellt wird.
Die beiden Kardinäle Yeom und Bo haben eine starke Bindung: Im Jahr 2018 war Kardinal Bo auf dem "Korean Peninsula Peace Forum" im Theologischen Seminar der Katholischen Universität von Korea eingeladen, die Erfahrungen Myanmars und den Weg des Friedens als Beispiel für die koreanische Halbinsel zu erläutern. Auf dem Forum betonte Kardinal Bo: „Frieden kommt vom Konzept der Menschenwürde. Frieden kann nie dort sein, wo die Menschenwürde nicht respektiert wird ".
Kardinal Yeom hingegen besuchte Myanmar im November 2018, um sich ein Bild von der Situation in Myanmar zu machen und lud koreanische Katholiken zu sozialer Fürsorge ein. "Die koreanisch-katholische Kirche hat Verfolgung und Krieg erlebt, daher ist es für uns selbstverständlich, Solidarität mit notleidenden Christen zu zeigen", so Kardinal Yeom.
Die Erzdiözese Seoul unterstützt jedes Jahr eine Spendenaktion für Myanmar und stellte im Jahr 2020 besondere Nothilfen für dieÜberwindung der Covid-19-Pandemie für die katholische Kirche von Myanmar zur Verfügung.

 

AMERIKA/PERU - Bischöfe zu den Wahlen: „Die Krise überwinden wir entweder gemeinsam oder gar nicht“

Lima (Fides) - In einem Dokument mit dem Titel "Die Politik, die wir brauchen" äußerj sich die Bischöfe von Peru zu den bevorstehenden Wahlen im April dieses Jahres. In der auf 15. März datierten Botschaft unterstreichen die Prälaten, dass sich die Peruaner im Jahr des zweihundertjährigen Jubiläums der Staatsgründung den Wahlen inmitten einer der schlimmsten Krisen der Republik nähern. "Vielleicht ist es besonders schlimm, weil es sich um eine dimensionenübergreifende Krise handelt: Gesundheit, Wirtschaft, Moral, Bildung und Politik, die unsere Gegenwart ernsthaft beeinträchtigt und unsere Zukunft als Nation nachhaltig prägen kann", sagen sie.
Die Kandidaten müssten sich deshalb ihrer besonderen Verantwortung bewusst sein, weil sie das Schicksal des Landes leiten und bei der Wiederbelebung der Politik und der Stärkung der Gesellschaft eine Zusammenarbeit erforderlich sei, denn das Ausmaß der politischen Krise sei so groß, dass kein Kandidat oder keine Partei das Land allein herausholen könne. "Die gemeinsame Arbeit und Anstrengung aller Peruaner ist notwendig, weil wir aus dieser mehrdimensionalen Krise entweder gemeinsam oder gar nicht herausgehen können", betonen die Bischöfe.
In dem Dokument beschreiben die Bischöfe auch das idealen Profil guter Politiker und unterstreichen, dass Kandidaten ehrliche und verantwortungsbewusste Menschen sein müssen, die einen Geist des Dienstes besitzen und in der Lage sind, Dialoge zu führen und Brücken zugunsten des Gemeinwohls zu bauen.
Schließlich laden sie die Bürger ein, verantwortungsbewusst am politischen Leben teilzunehmen und erinnern an die Wahlpflicht: "Wir sind davon überzeugt, dass es in unserem Land möglich ist, dass Politik zur höchsten Form der Wohltätigkeit wird", schließen sie.


FIDES-NACHRICHTEN - 18.03.2021

VATIKAN - Webinar der Päpstlichen Missionswerke: Vom „fund-raising“ zum „faith-raising“

 Vatikanstadt (Fides) - Im Rahmen der Bildungsangebote der Päpstlichen Missionswerke veranstalteten die Päpstliche Missionsunion und das Internationale Zentrum für missionarische Bildungsarbeit (CIAM) Online-Kurse zum Thema Kommunikation und Fundraising für drei veerschiedene Sprachgruppen (Spanisch, Französisch, Englisch). Die Initiative richtete sich hauptsächlich an die Mitarbeiter der Nationaldirektionen der Päpstlichen Missionswerke. An dem Webinar für den spanischen Sprachraum zum Thema "La misión de la Iglesia: Die Caridad Misionera y El Fundraising", das in Zusammenarbeit mit Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke in Spanien im Februar veranstaltet wurde, nahmen insgesamt 97 Personen aus 18 Ländern teil. Das Webinar für französischsprachige Teilnehmer "Missione de l'Église: Communications, Charité et Collectes de Fonds" wurde im März in Zusammenarbeit mit der französischsprachigen Nationaldirektion in Kanada für insgesamt 67 Teilnehmer aus 26 Ländern organisiert. Zur Veranstaltung „Church's Mission: Media Communication, Charity and Fundraising”, die vom 8. bis 12. März 2021 in Zusammenarbeit mit der Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke in Australien durchgeführt wurde, hatten sich 224 Teilnehmer aus 40 Ländern angemeldet.
Der Präsident der Päpstlichen Missionswerke, Erzbischof Giampietro Dal Toso, wies in seinem Grußwort an die Kursteilnehmer auf die Bedeutung der besonderen Identität der Päpstlichen Missionswerke als Voraussetzung für eine korrekte Kommunikation und eine korrekte Vision der Spendenkollekte hin. In diesem Zusammenhang erläuterte Erzbischof Dal Toso das Wesen und die Mission der Päpstlichen Missionswerke und fasste deren besonderes Charisma in drei Schlüsselwörtern zusammen: Glaube, Mission und Universalität durch Gebet, Spenden und Bildung.
Als Hauptredner aller drei Kurse wünschte sich Pfarrer Cristian Mendoza, Dozent der Päpstlichen Universität Santa Croce, in der katholischen Welt den konzeptionellen Sprung von "fund-raising" zum "faith-raising" und erläuterte den Teilnehmern einen neuen Ansatz zum Sammeln von Spenden, wobei der Schwerpunkt vom "Bitten" zum "Geben“ verlagert werden soll. Ein gemeinsames Element der drei Kurse war auch der Beitrag zum Thema "Kontextualisierung der Mission der Kirche: missionarische Kommunikation und karitative Werke", der für die verschiedenen Kurse von den Nationaldirektionen in Kolumbien, der Elfenbeinküste und Indien entwickelt wurde.
Im Hinblick auf das Thema Kommunikation war der Beitrag des Dikasteriums für Kommunikation des Heiligen Stuhls von besonderer Bedeutung, um die Möglichkeiten von Synergien zu veranschaulichen, die zwischen den Nationaldirektionen und dem vatikanischen Kommunikationsdikasterium entwickelt werden können, das dafür seine Kommunikationsplattform zur Verfügung stellt. Der Beitrag von "Radio Maria" erläuterte Stil und Mission des Radiosenders und dessen Spendenmarathon "Mariathon“. Informationen erhielten die Teilnehmer auch über das Nachrichtengebot des Fidesdienstes als Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke.
Abschließend sprach Pater Fabrizio Meroni, Generalsekretär der Päpstlichen Missionunion, über eine notwendige Rückkehr zum ursprünglichen Charisma der Päpstlichen Missionswerke.

AFRIKA/ÄQUATORIALGUINEA - Explosionen in Bata: Afrikanische Bischöfe bringen Beileid zum Ausdruck und bitten um Hilfe

 Malabo (Fides) - „Wir katholischen Bischöfe Afrikas sprechen den Familien aller, die ihre Angehörigen verloren haben, unser tiefstes Beileid aus. Allen Verletzten und in irgendeiner Weise von den Explosionen betroffenen Personen möchten wir unsere geistige Nähe und unsere Verbundenheit zum Ausdruck bringen", heißt es in einer Mitteilung des Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) nach der Explosionsserie, zu der es am Sonntag, den 7. März in Bata, der bevölkerungsreichsten Stadt und Wirtschaftshauptstadt Äquatorialguineas gekommen war.
SECAM-Mitglieder sagen, sie seien "zutiefst traurig" über "die tragische und bedauerliche Situation", die durch „die Tragödie im Kontext der aktuellen Coronavirus-Pandemie" verursacht wurde.
Wie aus den neuesten Berichten hervorgeht, waren bei einer Reihe von Explosionen in einer Kaserne in Bata insgesamt 105 Menschen ums Leben gekommen und 615 weitere wurden verletzt, von denen 482 inzwischen wieder aus den Krankenhäusern der Stadt mit knapp über 250.000 Einwohnern entlassen werden konnten.
"Momente wie diese lassen auch Zweifel an der Allmacht und Allgegenwart Gottes aufkommen, insbesondere für diejenigen, die unter Trauer und Schmerz leiden", heißt es in der SECAM-Botschaft. "Aber wie wir in Psalm 34:18 lesen: " Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen und dem zerschlagenen Geist bringt er Hilfe".
„Wir bitten die Kirche, zivile Organisationen und alle Menschen guten Willens in Afrika und anderen Teilen der Welt ein, unseren Brüdern und Schwestern in Äquatorialguinea zu Hilfe zu kommen “, so die afrikanischen Bischöfe. „Liebe Brüder und Schwestern von Äquatorialguinea, seien Sie versichert, dass die Kirche als Familie Gottes in Afrika Ihnen nahe steht und Sie in ihre täglichen Gebete einbezieht… Möge die Jungfrau Maria, Königin von Afrika, mütterlichen Schutz für ihre Kinder gewährleisten!", heißt es in der Nachricht abschließend.
Mehrere Länder haben bereits Rettungsteams und Helfer nach Bata geschickt, darunter Spanien, Venezuela, Israel und Frankreich. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Rettungsdienste weitere Opfer der Explosionen finden, bei denen das in der Kaserne gelagerte Dynamit in die Luft gesprengt und mehr als 100 Häuser zerstört wurden.

ASIEN/MYANMAR - Missionsschwestern versorgen Demonstranten mit materieller und geistlicher Hilfe

Yangon (Fides) - Die Missionschwestern des hl. Josef von der Erscheinung begleiten die jungen Demonstranten, die in Myanmar bereits als "Helden der Demokratie" bezeichnet werden, bei ihrem friedlichen Protest, der seit über einem Monat andauert. Die Ordensfrauen des Klosters in Yangon wollen materielle, moralische und spirituelle Unterstützung anbieten und versorgen die Demonstranten, die sich in der Nähe ihres Klosters im Stadtteil Sanchuang aufhalten, täglich mit kalten Getränke, Wasser, Snacks, Säfte und Obst. Dabei ermutigen sie die jungen Menschen bei ihrem Engagement im Zeichen der Gewaltlosigkeit erinnern sie an die Werten der Barmherzigkeit, des Mitgefühls und der Nächstenliebe. Sie pflegen die Verwundeten und beten für die junge Menschen, die auf die Straße gehen "um nicht zusehen zu müssen, wie ihre Träume und ihre Zukunft zunichte gemacht werden".
Die Schwestern des Klosters in Mandalay in verteilten unterdessen Geldspenden, Kleidung und Lebensmittel an bedürftige Menschen in Myanmar, insbesondere für Familien, deren Angehörige verletzt oder getötet wurden und versuchen den Familien, die mit ansehen mussten, wie ihre Söhne und Töchter getötet wurden, um diese zu trösten und gemeinsam zu beten.
Bei ihrer Arbeit inspirieren sich die Ordensfrauen an den Worten von Papst Franziskus in der Enzyklika "Evangelii gaudium": "Wir ziehen eine Kirche, die verbeult, verwundet und schmutzig ist, weil sie auf der Straße war, einer ungesunden Kirche vor, die sich auf sich selbst bezieht beschränkt und an den eigenen Sicherheiten festhält", sagen sie.
In den vergangenen Tagen besuchten die Schwestern das orthopädische Krankenhaus im Standtteil Kyimyindine und das Eisenbahnerviertel Theinphyu, um dort 145 arme Familien mit Hilfsmitteln zu versorgen. Sie dankten den Wohltätern, die " mit ihren großzügigen Spenden dazu beitragen, unseren Brüdern und Schwestern in Schwierigkeiten zu helfen".
Die Kongregation der Schwestern des heiligen Josef von der Erscheinung wurde in Frankreich von der heiligen Emilie de Vialar (1797-1856) gegründet gegründet. Das Apostolat der Schwestern umfasst missionarische Arbeit, Gemeindearbeit, Jugenderziehung und die Pflege alten und kranker Menschen Die Schwestern haben heute Häuser in vielen Ländern in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika. In Asien sind sie in Myanmar, Burma, den Philippinen, Indien und Thailand präsent.

ASIEN/MYANMAR - Eskalation der Gewalt: Buddhistische Mönche bereit zum Protest, Hilfsorganisationen müssen Konten offenlegen

 Yangon (Agenzia Fides) - "Wir erleben eine Eskalation militärischer Gewalt. Erst gestern gab es allein in Yangon und Umgebung 189 Tote, wie das Informationsnetzwerk ‚Myanmar Now‘ berichtet, in dem sich das viele Aktivisten Zusammenschließen. Die Zahl der Toten könnte noch höher sein. Die Unterdrückung wird härter und die Bevölkerung leidet furchtbar, aber sie geben nicht auf", so ein Beobachter aus der katholischen Gemeinde in Yangon zur aktuellen Lage. Trotz der Spannungen in dem Land, lassen die Demonstrationen nach dem Putsch vom 1. Februar und der friedliche Protest junger Menschen nicht nach, obwohl die Reaktion der Armee zunehmend heftiger wird.
Vor diesem Hintergrund berichtet die Kommission buddhistischer Mönche von Mandalay, sich dem spontan entstandenen "Protestnetzwerk buddhistischer Mönche" anschließt von der Belagerung buddistischer Tempel und Klöster durch das Militär und fordert ein sofortiges Ende der Gewalt und der Belagerung. Sollte die Armee die Gewalt fortsetzen, so die Mönche, sei man bereit, im ganzen Land stille Protestmärsche zu organisieren.
In der Zwischenzeit übt das Militärregime von Myanmar über Finanzinstrumente und -kanäle Druck gegen internationale und lokale NGOs aus: Die Zentralbank von Myanmar hat Privatbanken im ganzen Land angewiesen, bis zum heutigen 16. März 2021, die Bankkonten aller NGOs offenzulegen.
Organisationen der Zivilgesellschaft sollen so eingeschüchtert werden, da man sie verdächtigt, die Bewegung für zivilen Ungehorsam finanziell zu unterstützen oder Parteien wie der "Nationalen Liga für Demokratie" oder sozialen Organisationen der Opposition politische und wirtschaftliche Unterstützung zu gewähren. Das Regime hat bereits die Kontrolle über die Bankkonten der "Open Society Foundation" (OSF) von George Soros übernommen und angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Stiftung einzuleiten, die beschuldigt wird, gegen im Land geltende Vorschriften verstoßen zu haben. Kontrolliert werden auch Oxfam und die "Karuna Mission Social Solidarity", die burmesische Caritas, die alle Finanztransaktionen mit dem Ausland melden müssen.
Die „Karuna“-Büros in den Diözesen Hakha und Loikaw wurden bereits von Armeeoffizieren besucht, die auch Kontrollen in allen anderen Diözesanstellen der burmesischen Caritas angeordnet haben. Militärbeamte befragten Caritas-Mitarbeitet, welche Art Hilfsprogrammen sie während der Wahlen im November 2020 unterstützt hatten. Die Mitarbeiter der "Karuna" bekräftigten den gemeinnützigen, humanitären und sozialen Charakter der eigenen Initiativen, die keine politische Partei unterstützen.
 

ASIEN/TÜRKEI - Staatliche Werbeagentur garantiert Werbeanteile für Zeitungen der Minderheiten

 Ankara (Fides) - Die türkische Agentur, die die Verteilung von Werbeanteilen unter den türkischen Medien koordiniert, wird den Zeitungen der Minderheiten in der Türkei in Zukunft wieder einen Anteil am Werbemarkt garantieren. Dies geht aus einer offizielle Erklärung der Agentur hervor, nachdem einige dieser Zeitungen in den letzten Tagen den möglichen Ausschlusses von der Teilnahme an wirtschaftlichen Einnahmen im Zusammenhang mit dem nationalen Werbemarkt befürchtet hatten. Wie Agos, eine in Istanbul ansässigen und auf Armenisch und Türkisch erscheinenden Zeitung, nach der letzten Generalversammlung der Agentur am 17. Februar, berichtet hatte, sollen die Zeitungen der Minderheitengruppen einen Werbemarktanteil von mindestens 350.000 Türkische Lira (etwa 40 Tausend Euro) erhalten. Die Kriterien für die Zuweisung dieser Summe an die Presseorgane der im Land lebenden Minderheiten beziehen sich nach wie vor auf die Bestimmungen zum Schutz ethnischer und religiöser Minderheiten auf türkischem Gebiet, die im 1923 von der Türkei und den siegreich aus dem Ersten Weltkrieg hervorgegangenen Mächten (Großbritannien, Frankreich und Russland ) unterzeichneten Friedensvertrag von Lausanne festgelegt wurden. Im vergangenen Jahr (2020) hatte die türkische staatliche Werbeagentur nicht über einen Werbemarktanteil für Zeitungen der Minderheiten entschieden.

AMERIKA/BOLIVIEN - Bischöfe warnen vor politischer Verfolgung

La Paz (Fides) - Erzbischof Sergio Gualberti von Santa Cruz bedauert die Maßnahmen der Regierung nach einem angeblichen "Staatsstreich" und fordert Wahrheit. "Man bezeichnet die Menschen und ihre Vertreter, die Demokratie im Namen der Bürger verteidigten, als Verschwörer und Urheber eines Staatsstreichs, während man die eigentlichen Betrüger als Opfer dargestellt. Demokratie erfordert die Achtung der Menschenrechte", so der Erzbischof in seiner Predigt am vergangenen Sonntag. In diesem Zusammenhang forderte er die Behörden auf, "die demokratischen Institutionen zu stärken und die Würde und die Rechte jedes Einzelnen zu respektieren, die Gesundheit und das Leben der Bürger zu bewahren und ein versöhntes, geeintes und friedliches Land auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Gemeinwohl aufzubauen".
Am Freitag, den 12. März, war spät in der Nacht die frühere bolivianische Präsidentin Boliviens, Jeanine Áñez, verhaftet nachdem die bolivianischen Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen sie und mehrere ihrer Minister wegen angeblicher Volksverhetzung und Terrorismus im Zusammenhang mit einem angeblichen Putschversuch gegen den ehemaligen Präsidenten Evo Morales erlassen hatte. Zwei ehemalige Minister waren bereits festgenommen worden.
Die frühere Übergangspräsidentin schrieb wenige Minuten nach Bekanntgabe der Gefangennahme auf ihrem Twitter-Account, dass Regierung der MAS „vor den Augen Boliviens und der Welt mit einem Akt des Missbrauchs und der politischen Verfolgung diese Verhaftung angeordnet" habe. "Man beschuldigt mich, an einem Putsch teilgenommen zu haben, der nie stattgefunden hat. Meine Gebete gelten Bolivien und allen Bolivianern", so Jeanine Áñez.
Die Bolivianische Bischofskonferenz hat die Regierung unterdessen aufgefordert, im Hinblick auf diese Verhaftungen, die im Rahmen der Untersuchung der Gewaltakte stattfanden die zum Rücktritt von Präsident Evo Morales im Jahr 2019 geführt hatten, von einer "völligen Machtkontrolle, Rache und Verfolgung" abzusehen.
Erzbischof Centellas forderte in seiner Eigenschaft als Voristzender der Bischofskonferenz die sofortige Freilassung der Inhaftierten und ein ordnungsgemäßen Verfahren, das auf der Grundlage von international anerkannten Grundrechten stattfindet. "Wir dürfen angesichts der wachsenden politischen Verfolgung nicht schweigen, in Erinnerung an traurige Momente in der Geschichte, die nicht bei allen Bolivianern Vertrauen, Frieden und Versöhnung hinterlassen", sagte er.
In der Zwischenzeit wird in sozialen Medien zu Demonstrationen in den wichtigsten Städten des Landes aufgerufen: La Paz, Cochabamba, Santa Cruz und Sucre.

OZEANIEN/PAPUA NEUGUINEA - "Life Matters Program" will Engagement für Lebensschutz bei Jugendlichen fördern

Boroko (Fides) –Zu Momenten des Gebets und des Austausches waren junge Menschen aus den verschiedenen Schulen und Pfarreien Stadt Boroko im Rahmen des "Life Matters Program" zur Förderung des Schutzes der Würde des Lebens eingeladen. Die Veranstaltung, die von der katholischen Bischofskonferenz mit Unterstützung der Caritas PNG und verschiedenen bischöflichen Kommissionen koordiniert wurde, befasste sich mit dem Respekt vor dem Leben zum Zeitpunkt der Empfängnis und fand am vergangenen 13. März im Marienheiligtum der Erzdiözese Boroko statt.
"Es ist wichtig, dass ihr euch darüber austauscht, was ihr in Ihren Schulen und Gemeinden gelernt habt“, so Pater Ambrose Pereira (sdb), Koordinatorin des Programms, in seinem Grußwort an die jungen Teilnehmer. Junge Menschen gehören zu den Hauptnutzern der Medien, und das Programm soll ihnen auch eine Plattform bieten, auf der sie sich über ihren Glauben austauschen und ihr spirituelles Wachstum fördern können.
Die Initiative wird auch vom Erzbischof von Port Moresby, Kardinal John Ribat, begrüßt, der die Entwicklung von geistlichen und sakramentalen Angeboten für junge Menschen im Marienheiligtum als besonders wichtig erachtet.
Schwester Alice Fulgencio, FMA, erklärte den jugendlichen Teilnehmern in ihrem Beitrag den Unterschied zwischen "Pro-Life" und "Pro-Choice": dazu wurde auch das Video einer Lebensschutz-Aktivistin gezeigt, das jungen Menschen dabei helfen sollte, in ihrem Leben aktiv Entscheidungen zu treffen, die auf ethischen und moralischen Werten gemäß den Lehren der katholischen Kirche beruhen. Die Organisatoren musste die Anzahl der Teilnehmer begrenzen, um die Gewährleistung der Abstandsregeln zu ermöglichen.


ora Kinderhilfe international e. V.

Mitreden statt schweigen

Foto: ora Kinderhilfe international e. V.
Foto: ora Kinderhilfe international e. V.

Ruanda gilt als Vorzeigeland für Frauenrechte in Afrika. Sie reden mit und engagieren sich auf allen Ebenen der Gesellschaft. Gut ist damit jedoch nicht alles. 

 

(Berlin/ora) - Der Genozid an den Tutsi und gemäßigten Hutu hat im April 1994 das ruandische Volk traumatisiert. In 100 Tagen verloren über eine Million Menschen ihr Leben, als die Hutu versuchten, die Tutsi und gemäßigten Hutu auszulöschen. Auch nach 27 Jahren sind die Folgen im Land spürbar; es fehlt nahezu eine komplette Generation an Männern um die 50 bis 60. Zurückgeblieben sind vor allem Frauen, die ihr eigenes Land aufbauen mussten, um zu überleben. Frauenrechte und Gleichberechtigung waren bis dato kaum ein Thema in Ruanda. Doch durch den Völkermord und den anschließenden Wiederaufbau haben sich Tausende Frauen nicht mehr mit Schweigen zufriedengegeben. Sie spielen seitdem eine aktivere Rolle, sowohl in der Familie als auch im Staat.

In Sachen Frauenpolitik geht Ruanda mit gutem Beispiel voran. Bereits 2005 wurde ein Quotensystem eingeführt, damit mehr Frauen in Führungspositionen aufsteigen können“, erklärt Carmen Schöngraf, Geschäftsführerin von ora Kinderhilfe. „30 Prozent aller Stellen im öffentlichen Dienst sind in Ruanda für Frauen reserviert. Im Parlament liegt der Frauenanteil sogar bei 60 Prozent. Die Verfassung schreibt vor, dass der Frauenanteil in Parlament und Regierung 30 Prozent betragen muss. Die ruandische Regierung hat damit der Gleichberechtigung seit dem Völkermord einen hohen Stellenwert eingeräumt.“ Die Geschichte der Frauenbewegung in Ruanda ist nicht zu erklären ohne den grausamen Völkermord von 1994, dem mehr als eine Million Menschen zum Opfer fielen. „Übrig blieben vor allem Frauen, viele brutal vergewaltigt und verstümmelt. Männer hatten ihnen dies in den meisten der Fälle angetan. Nie wieder wollten sie solches Leid erfahren müssen und haben sich das Zepter der Verantwortung seither nicht mehr aus der Hand nehmen lassen“, berichtet Schöngraf.

Seit 1994 organisieren sich immer mehr Frauen in Ruanda und fordern ihre Rechte ein. Die Töchter lernen von ihren Müttern. „Trotz der vielen Fortschritte haben es Frauen in der ruandischen Gesellschaft immer noch schwer, ganz gleich, was in den Gesetzespapieren steht. Es klafft eine große Lücke zwischen Theorie und Praxis. Zum einen bringen Witwen nach ruandischem Glauben Pech und zum anderen sind häusliche Gewalt, Vergewaltigung und Missbrauch besonders im ländlichen Raum weitverbreitet. Fehlende Schulbildung und Armut machen die Frauen abhängig. Die Frauenquote an sich ist gut, doch sie macht nicht die Frauen satt und viele wissen gar nichts von ihr. „Das Leben auf dem Land hat mit dem Leben in der Stadt fast nichts zu tun“, erklärt Schöngraf. Ohne Hilfe von außen gibt es oft kein Entrinnen. Und keine Hoffnung. Immer noch tragen die weiblichen Überlebenden des Genozids das größte Armutsrisiko. Ebenso ihre Kinder, denen der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung aus mangelnden finanziellen Mitteln oft verwehrt bleibt. „Die Armut tradiert sich“, berichtet Schöngraf. „Die Frauen, die kaum wissen, wie sie über die Runden kommen, erziehen Kinder, die ebenfalls nicht wissen, wie sie einmal ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen.“ Laut UNICEF sind über eine Million Kinder in Ruanda existenziell gefährdet. 

 

ora Kinderhilfe fördert mit dem Projektpartner Solace Ministries gezielt acht Communitys mit weit über 2.000 Menschen. Das sind Gruppen aus Witwen und Waisen, die sich als Ersatzfamilien verstehen und gegenseitig unterstützen. Das Kinderhilfswerk fördert die tägliche Versorgung durch Kinderpatenschaften und hilft den Müttern mit Einkommen schaffenden Maßnahmen. Die Vergabe von Mikrokrediten ermöglicht es Frauen, ihr eigenes Business aufzubauen. Zusätzlich übernimmt ora Kinderhilfe die Kosten für Ausbildungs- und Studiengebühren. 


FIDES-NACHRICHTEN - 17.03.2021

VATIKAN - 500 Jahre Christentum: Papst Franziskus feiert Gottesdienst mit philippinischen Zuwanderern in Rom

Roma (Fides) - „Oft habe ich gesagt, dass hier in Rom philippinische Frauen "Schmugglerinnen" des Glaubens sind! Denn wo sie zur Arbeit hingehen, arbeiten sie, aber sie säen auch den Glauben“, so Papst Franziskus gegen Ende der Predigt zum Gottesdienst, den er am Sonntag, dem 15. März, im Petersdom zelebriert, um den 500. Jahrestag der Ankunft des Christentums auf den Philippinen zu feiern. Der Papst lud alle Filipinos ein, das zu bewahren, was er als "genetische Krankheit" des philippinischen Volkes bezeichnete, die "gesegnete Krankheit", "den Glauben weiterzugeben, diese Verkündigung, die vor 500 Jahren begann und die jetzt noch in euch tragt". Bei dem Gottesdienst konzelebierte der philippinischen Kardinal Luis Antonio G. Tagle, ehemaligen Erzbischof von Manila und heute Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, und Kardinal Angelo De Donatis, Vikar Seiner Heiligkeit für die Diözese Rom. Hunderte von philippinischen Einwanderern, die in Rom arbeiten, nahmen an der liturgischen Feier teil, die nach den Bestimmungen zur Eindämmung der gefeiert wurde. Während der Eingangsprozession wurden auch das sogenannte "Magellan-Kreuz", das 1521 während der ersten in Limasawa gefeierten Ostermesse verwendet wurde, und die Statue des Santo Niño, die auf dem gesamten philippinischen Archipel verehrt wird, zum Altar gebracht.
Ausgehend von den Lesungen des Tages erläuterte Papst Franziskus in seiner Predigt die grundlegende Dynamik, mit der die Gabe des Glaubens weitergegeben wird und machte sie an der Geschichte des philippinischen Volkes fest. „Jesus ist der Grund unserer Freude“, so der Papst, „es ist nicht eine schöne theoretische Anleitung darüber, wie man glücklich wird, sondern die Erfahrung, auf dem Weg des Lebens begleitet und geliebt zu werden“.Die vorhersehende Liebe Gottes offenbare sich „in seinem fleischgewordenen Sohn in unsere Mitte gekommen. In ihm ist er gekommen, um uns an den Orten zu suchen, an denen wir uns verirrt haben; in ihm ist er gekommen, um uns nach unseren Stürzen wieder aufzurichten; in ihm hat er unsere Tränen geweint und unsere Wunden geheilt; in ihm hat er unser Leben für immer gesegnet“, so Papst Franziskus Und nur wer diese Liebe erfahren habe, könne andere damit “anstecken”: Gerade weil er uns so sehr liebt, gibt Gott sich selbst hin, bietet uns sein Leben an. Wer liebt, der geht immer aus sich heraus. Das ist die Dynamik der Liebe: sich zum Geschenk machen, sich hingeben. Die Liebe bietet sich immer an; sie gibt sich hin, sie verausgabt sich. Die Stärke der Liebe liegt darin, dass sie die Schale des Egoismus zertrümmert, die Dämme der nur allzu kalkulierten menschlichen Sicherheiten durchbricht, Mauern einreißt und Ängste überwindet, um sich selbst zum Geschenk zu machen“. Dies. So der Papst „ist die Quelle der Freude! Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen Sohn hingegeben hat“. Der Petrusnachfolger erwähnte in diesem Zusammenhang seinen jüngsten Besuch im Irak „ein gemartertes Volk, das vor Freude gejubelt hat – dank Gott und seiner Barmherzigkeit“. Diese Dynamik brachte der Papst auch in Verbindung mit der Geschichte des Christentums auf den Philippinen: „500 Jahre sind vergangen, seit die christliche Verkündigung erstmals die Philippinen erreicht hat“, so der Papst „Ihr habt die Freude des Evangeliums empfangen: dass Gott uns so sehr geliebt hat, dass er seinen Sohn für uns hingegeben hat. Und diese Freude kann man eurem Volk ansehen; man sieht sie in euren Augen, in euren Gesichtern, in euren Liedern und Gebeten. Die Freude, mit der ihr euren Glauben in andere Länder tragt“ (…) Ich möchte euch Dank sagen für die Freude, die ihr der ganzen Welt und den christlichen Gemeinschaften bringt. Ich denke wie gesagt an so viele schöne Erlebnisse in römischen Familien – und das gilt überall auf der Welt –, wo eure diskrete und fleißige Anwesenheit auch zu einem Zeugnis des Glaubens geworden ist. Ganz im Stil Marias und Josefs: Gott liebt es, die Freude des Glaubens durch einen demütigen und verborgenen, mutigen und ausdauernden Dienst zu bringen“. Der Papst erinnerte in diesem Zusammenhang, dass ein auf dieser Dynamik gründendes Evangelisierungswerk „kein Proselytismus ist“. „Das ist eine andere Sache“, betonte er. „Die christliche Verkündigung, die ihr empfangen habt, muss immer weitergetragen werden. Das Evangelium von der Nähe Gottes will in der Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern zum Ausdruck kommen. Der Wunsch Gottes, dass niemand verloren geht, fordert die Kirche auf, sich um jene zu kümmern, die verwundet und ausgegrenzt sind. Wenn Gott so sehr liebt, dass er sich uns schenkt, dann hat auch die Kirche diesen Auftrag: Sie ist nicht gesandt, um zu richten, sondern um aufzunehmen; nicht um sich aufzudrängen, sondern um zu säen. Die Kirche ist nicht gerufen, zu verurteilen, sondern Christus zu bringen, der das Heil ist“. Abschließend forderte der Papst die philippinischen Katholiken auf: Lasst euch niemals entmutigen, diesen Weg zu gehen. Habt keine Angst, das Evangelium zu verkünden, zu dienen und zu lieben. Und mit eurer Freude werdet ihr bewirken, dass auch von der Kirche gesagt wird: „Sie hat die Welt so sehr geliebt!“. Eine Kirche, die die Welt liebt, ohne sie zu verurteilen, die sich für die Welt hingibt, ist schön und anziehend. Liebe Brüder und Schwestern: ich hoffe, dass es so sein wird, auf den Philippinen und überall auf der Welt.“
Am Ende der Messe dankte Kardinal Luis Antonio Tagle dem Papst im Namen der philippinischen Migranten in Rom. "Es gibt weltweit mehr als zehn Millionen philippinische Migranten", so der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, "die in fast hundert Ländern auf der ganzen Welt leben. Einige davon sind heute Morgen zu uns gekommen. Wir schätzen Ihre Fürsorge gegenüber allen Migranten in Rom, die Ihr Vikar für die Diözese Rom, Kardinal Angelo de Donatis und der Direktor des Büros für Migranten der Diözese, Prälat Pierpaolo Felicolo und der Kaplan des philippinischen Gemeindezentrums, Pater Ricky Gente ständig zum Ausdruck bringen”. Der Kardinal bezeichnete die Ankunft des christlichen Glaubens auf den Philippinen als "Geschenk Gottes" und schrieb die Beharrlichkeit im Glauben des philippinischen Volkes "nur der Liebe, Barmherzigkeit und Treue Gottes zu, nicht einem unseren eigenen Verdiensten". Der Kardinal dankte Gott "für die Überbringer der Gabe dieser 500 Jahre: Pioniere und Missionare, Ordensgemeinschaften, Geistliche, Großmütter und Großeltern, Mütter und Väter, Lehrer, Katecheten, Pfarreien, Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser, Bauern, Arbeiter, Künstler und die Armen, deren Reichtum Jesus ist“. Durch die Gnade Gottes, fügte der Präfekt des Missionsklosters hinzu", haben die philippinischen Christen weiterhin Glauben empfangen, eine der Quellen der Hoffnung bei der Bekämpfung von Armut, wirtschaftlicher Ungleichheit, politischen Umwälzungen, Taifunen und Vulkanausbrüchen , Erdbeben und sogar die aktuelle Pandemie“. Nach dem mysteriösen Plan Gottes – so Kardinal Tagle, der beschreibt, wie das Evangelium das Leben vieler Männer und Frauen erleuchtet, die ihre Heimat auf der Suche nach Arbeit verlassen haben, "wird das Geschenk des Glaubens, das wir erhalten haben, jetzt von Millionen christlicher philippinischer Migranten in verschiedene Teile der Welt getragen. Wir haben unsere Familien verlassen, nicht um sie zu verlassen, sondern um uns um sie und ihre Zukunft zu kümmern. Um ihretwillen ertragen wir den Schmerz der Trennung. Wenn Momente der Einsamkeit kommen, finden philippinische Migranten Kraft in Jesus, der mit uns reist und das Kreuz für uns trägt “. „Wir sind uns der Umarmung unserer Mutter Maria und des Schutzes der Heiligen sicher“, so der Kardinal weiter. „Wenn wir unsere Familien vermissen, wenden wir uns an die Gemeinde, unser zweites Zuhause. Wenn es niemanden gibt, mit dem wir sprechen können, schütten wir Jesus im Allerheiligsten Sakrament unser Herz aus und denken über sein Wort nach. Wir kümmern uns um die Kinder, die uns anvertraut sind, als wären sie unsere eigenen Kinder, und um die älteren Menschen, als wären sie unsere eigenen Eltern. Wir singen, lächeln, lachen, weinen und essen mit ihnen. Lasst uns beten, dass durch unsere philippinischen Migranten der Name Jesu, die Schönheit der Kirche und die Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Freude Gottes alle Enden der Erde erreichen. “

AFRIKA/ZAMBIA - “Radio Yangeni”: “Wir erreichen mit unseren Programmen auch Nichtkahtoliken”

Mansa (Fides) - „Ohne das Radio wäre es für uns sehr schwierig, die Gläubigen zu erreichen, insbesondere in dieser Zeit der Covid-Pandemie. Das Radio ist hier ein sehr wichtiges Instrument, da in dieser Gegend 90% der Menschen in den Dörfern leben und sehr arm sind. Nur sehr wenige können auf andere Kommunikationsmittel zugreifen. Über das Radio haben auch Menschen, die keine Katholiken sind, die Möglichkeit, uns zuzuhören. Wir senden Programme, die verschiedene Themen behandeln: Rechte der Frauen, Bildung, Menschenwürde. Das Radio wird in diese Gegend von fast 500.000 Menschen gehört ": berichtet Pfarrer Costantino Mulenga, Direktor des katholischen Radiosenders "Radio Yangeni" der Diözese Mansa gegenüber Fides. Die Büros des Radiosenders befinden sich im Zentrum der Stadt Mansa.
Pfarrer Mulenga berichtet über seinen Werdegang auf dem Gebiet der kirchlichen Kommunikation: "Zwischen 2017 und 2020 war ich zur Ausbildung in Rom und während meines Aufenthalts dort besuchte ich den Multimedia-Kurs 'Kommunikation ist Mission' der Päpstlichen Missionsunion und der Päpstlichen Universität „Santa Croce“. Als ich im September 2020 nach Sambia zurückkehrte, ernannten mich der Bischof Patric Zanga von Mansa zum Direktor des Kommunikationsbüros seiner Diözese und beauftragten mich mit der Leitung des katholischen Gemeinschaftsradios. Durch die Arbeit in diesem Büro, insbesondere im Radio, wurde mir klar, wie wichtig Multimedia-Kommunikation für die pastorale Arbeit ist. Der Kurs „Kommunikation ist Mission“ erwies sich dabei als äußerst nützlich und bereitete mich besonders auf diese Tätigkeit vor. Wenn ich diesen Kurs nicht belegt hätte, wäre es für mich schwierig gewesen, in diesem Büro so effektiv zu arbeiten. Die Welt hat sich verändert, weshalb die multimediale Kommunikation für die Sendung der Kirche unverzichtbar geworden ist. Sie ersetzt zwar nicht die zwischenmenschliche Beziehung, aber sie hilft, eine menschliche und spirituelle Bindung zu den Gläubigen aufrechtzuerhalten. “

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Interview mit Pfarrer Mulenga im Video -> https://youtu.be/MY8fvBwDYiA

 

AFRIKA/D.R. KONGO - Bischöfe: “Unsicherheit auf den Straßen verursacht Verschlechterung der Wirtschaftslage”

Kinshasa (Fides) - "Die durch Straßenüberfälle verursachte Unsicherheit und der zunehmende Verfall des Straßennetzes in der gesamten Provinz erschweren die Fortbewegung von Menschen und Gütern, was die Verschlechterung des Wirtschaftslage verstärkt", beklagen die Bischöfe der Provinz Kisangani in einer gemeinsamen Erklärung, die am Ende ihrer Versammlung veröffentlicht wurde.
Kisangani ist die Hauptstadt der Provinz Tshopo im zentralen nördlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo, wobei die Versammlung der Bischöfe der Kirchenprovinz insgesamt neun Bistümer umfasst (Bondo, Bunia, Buta, Dungu-Doruma, Isangi, Isiro-Niangara, Kisangani, Mahagi-Nioka und Wamba) die zum Teil zu drei benachbarten Verwaltungsprovinzen gehören. In der Botschaft äußern die Bischöfe ihre Besorgnis über die Verschlechterung "der sozioökonomischen Lage der Bevölkerung der vier Verwaltungsprovinzen von Tag zu Tag“, und machen dafür die Defizit einer Verwaltung verantwortlich, „die sich wenig um die Lebensbedingungen der Bevölkerung kümmert".
Die Botschaft prangert auch "die mangelnde Kontrolle über Migrationsbewegungen (intern und extern) in unseren Territorien sowie das Fehlen einer Aufnahme- und Integrationspolitik für Zentralafrikaner, Südsudanesen und andere Flüchtlinge“ an, die häufig die zum Teil auch „Ursache für die Not der lokalen Bevölkerung sind, weil diese Gruppen von den Behörden keinen Schutz erhalten“.
"Die Mängel bei der Gewährleistung wesentlicher Dienstleistungen verschärfen einige Konflikte zwischen der Bevölkerung, insbesondere Landrechtskonflikte, die zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen in unseren Verwaltungsprovinzen immer häufiger auftreten“, so die Bischöfe weiter. Auch dies sei ein Zeichen für „die Impotenz und Schwäche des Staates ".
Deshalb appellieren die Bischöfe an die Behörden, "sich zu verpflichten, dem Phänomen der Verbreitung bewaffneter Gruppen ein Ende zu setzen und die Sicherheit der Menschen und ihres Eigentums zu gewährleisten", "daran zu arbeiten, die sozioökonomische Situation der Bevölkerung zu verbessern" und „die Instandhaltung der Straßen und der Flussschifffahrt zum Wohl unserer Bevölkerung zu gewährleisten".
Die Bischöfe ermutigen die Seelsorger der Region, „Zeugen der Barmherzigkeit und Versöhnung zu sein und sich bei ihrer Mission der Evangelisierung trotz der Schwierigkeiten und Prüfungen, mit denen sie in einigen Regionen konfrontiert sind, nicht entmutigen zu lassen“, damit sie „die Hoffnung der Gläubigen in diesem Moment der Krise neu entfachen und sie dazu ermutigen, denen, die Hass predigen nicht zuzuhören".

ASIEN/MYANMAR - Bischöfe veröffentlichen Friedensbotschaft des Heiligen Stuhls und fordern Beendigung der der Gewalt

 Yangon (Fides) - "Gestärkt durch den Auftrag und die Ermutigung des Heiligen Stuhls verpflichten wir uns als katholische Kirche zusammen mit allen Menschen guten Willens, zum Engagement für die Wiederauferstehung dieser Nation in gegenseitigem Verständnis und Frieden“, so die katholische Bischofskonferenz von Myanmar, in einer Botschaft, die am gestrigen 14. März an alle Diözesen politische Verantwoertliche, Kirchenvertreter und Vertreter der Zivilgesellschaft geschickt wurde. Das Dokument enthält einen beherzten Aufruf zur Beendigung jeglicher Gewalt und den Text einer Botschaft des Heiligen Stuhls mit der Bitte um die Rückkehr auf den Weg des Friedens.
In dem von Kardinal Charlea Maung Bo, Erzbischof von Yangon und Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz von Myanmar sowie Präsident der Föderation der Katholischen Bischofskonferenzen Asiens (FABC), unterzeichneten Schreiben heißt es: "Als führender Vertreter der Katholiken Kirche von Myanmar, wir wünschen Ihnen allen Frieden. Wir fordern alle Parteien in Myanmar auf, sich um Frieden zu bemühen. In den letzten Wochen standen wir als Nation vor großen Herausforderungen. Diese Krise wird nicht durch Blutvergießen gelöst. Suchen Sie Frieden. Die Morde müssen sofort aufhören. Es gibt so viele Tote. Das vergossene Blut ist nicht das Blut von Feinden. Es ist das Blut unserer Schwestern und Brüder, unserer Bürger. Wir sind eine Nation, die einen Traum gehegt hat. Unsere jungen Leute hatten Hoffnung. Wir dürfen nicht zu einem Land der sinnlosen Enttäuschung werden. Hört auf zu töten. Beendet die Gewalt. Verlasst den Weg der Gräueltaten. Lasst alle Unschuldigen frei. Es sind unsere Leute".
Der Text der Bischöfe enthält auch die Botschaft, mit der der Staatssekretär des Vatikans, Kardinal Pietro Parolin, an die an Myanmar gerichteten Botschaften des Papstes erinnert und im Namen des Heiligen Stuhls "die Kirche ermutigt, sich am Friedensprozess zu beteiligen". Der Text "bekräftigt die brüderliche Verbundenheit des Papstes mit allen Menschen in Myanmar" und drückt "in seinem Namen" die „Gefühle der Solidarität mit den Menschen in Myanmar" aus.
In der Botschaft von Kardinal Parolin wird an die jüngsten Äußerungen von Papst Franziskus erinnert (beim Angeus am Sonntag, den 7. Februar, und in der Ansprache an das im Vatikan akkreditierte diplomatische Korps am 8. Februar), in denen der Papst hofft, dass man "dem Gemeinwohl durch Förderung der sozialen Gerechtigkeit und der nationalen Stabilität für ein harmonisches demokratisches Zusammenleben" dienen möge und dazu auffordert, dass" die Bestrebungen der Menschen in Myanmar nicht durch Gewalt unterdrückt werden".
In seinem Brief, der in der Botschaft der birmanischen Bischöfe enthalten ist, erinnerte Kardinal Parolin daran, dass der Papst bei seinem Besuch in Myanmar im Jahr 2017 alle interessierten Parteien zu Gesprächen getroffen habe. Der Papst betrachte das Land mit großer Zuneigung. In Anbetracht der vom Papst zum Ausdruck gebrachten Gefühle ermutigt Kardinal Parolin die Verantwortlichen der Kirche in Myanmar, sich mit Generaloberst Min Aung Hlaing, dem Anführer Daw Aung San Suu Kyi, und anderen führenden Vertretern der Zivilgesellschaft und der Religionen zu treffen, um einen Weg zum Frieden zu suchen.
"Der Kardinal bittet die Kirche von Myanmar, den Menschen die Sorge und Liebe des Papstes für diese Nation zu übermitteln. Der Staatssekretär bittet auch darum, dass diese Botschaft allen oben genannten Akteuren übermittelt wird, und fordert uns auf, uns zusammenzuschließen, um vor allem das größte Gut für alle wieder zu erlangen um die Hoffnungen zu erfüllen und die Würde unserer jungen Generationen zu garantieren", so die birmanischen Bischöfe.
"Frieden ist möglich, Frieden ist der einzige Weg. Der Staatssekretär des Vatikans, Kardinal Pietro Parolin, fordert die gesamte katholische Glaubensgemeinschaft in Myanmar auf, keine Anstrengungen in diese Richtung zu unterlassen", heißt es in der Botschaft abschließend.

ASIEN/INDIEN - Fest des heiligen Joseph: Katholische Orden und Gemeinden inspirieren sich am päpstlichen Dokument "Patris corde"

 Chennai (Fides) - Alle religiösen Gemeinden, die vom heiligen Josef und zahlreichen indisch-katholischen Gemeinden inspiriert laden im Rahmen einer online-Initiative zum gemeinsamen Gebet des Abendgebetes, das dem heiligen Josef gewidmet ist. Die weltweite Initiative wurde im Hinblick auf das Fest des Heiligen (19. März) anlässlich des von Papst Franziskus angekündigten Jahres des Heiligen Josef ins Leben gerufen und organisiert.
"Alle Gläubigen sind eingeladen, neun Tage lang um die Fürsprache des heiligen Josef zu bitten... Es ist ein wahrhaft globales Ereignis", so Pater Nithya Sagayam OFM Cap, Organisator der Veranstaltung. Das "Thalir" -Netzwerk der Kapuzinerbrüder brachte die Initiative "unter Bezugnahme auf den Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus 'Patris Corde' Mit dem Herzen eines Vaters '“, auf dem Weg. „Eine Botschaft, die jede Woche vertieft werden muss ", so Pater Sagayam.
Darüber hinaus werden sich für den Rest des besonderen Jahres, das dem heiligen Josef gewidmet ist, insgesamt elf indische Ordensgemeinschaften zusammenschließen, um gemeinsam über die Erneuerung ihres Apostolats im Zeichen des Charisma des heiligen Joseph nachzudenken. "Auf diese Weise möchten wir durch die Refelexion eine neue Begeisterung in ihrem Leben und ihrer Mission anstoßen", so Pater Sagayam.

AMERIKA/EL SALVADOR - Pater Rutilio Grande: Gedenken an den Todestag in der Hoffnung auf eine baldige Seligsprechung

 El Paisnal (Fides) - Viele Pfarreien und Gemeinden des Landes erinnerten am gestrigen Sonntag, den 14. März, an den 44. Todestag von Pater Rutilio Grande in der Hoffnung auf seine baldige Seligsprechung. Bereits am Freitag, dem 12. März, dem Tag seines Todes, pilgerten Gläubige nach El Paisnal, dem Geburtsort des Geistlichen und bei den Sonntagsgottesdiensten versammelten sich Gläubige zum Gedenken an den ermordeten der von der Armee wenige Jahre vor Ausbruch des Bürgerkriegs (1980-1992) getötet wurde.
Im Februar letzten Jahres bestätigte Papst Franziskus das Martyrium des Jesuitenpaters Rutilio Grande, der 1977 von den Todesschwadronen ermordet wurde und ebnete damit den Weg zur Seligsprechung. Leider war es aufgrund der durch die Covid-19-Pandemie verursachten Einschränkungen noch nicht möglich, Datum und Ort für die Feier der Seligsprechung festzulegen.
In der Hoffnung auf eine baldige Seligsprechung pilgerten die Katholiken des Landes auch zu dem als Las Tres Cruces bekannten Ort in der Gemeinde El Paisnal (im Norden des Landes) wo, Pater Grande ermordet wurde und ebenfalls eine Feier zum Gedenken an den Priester stattfand.
Während der Zeremonie erinnerten sich die Dorfbewohner und diejenigen, die den Ort als Pilger besuchten, an das Erbe von Pater Grande und seinen unermüdlichen Kampf gegen die Ungleichheiten, die das zentralamerikanische Land später zu einem Bürgerkrieg führten, bei dem 8.000 Menschen vermisst und 75.000 Menschen getötet wurden.
Der Priester Rutilio Grande wurde am 5. Juli 1928 in El Paisnal geboren und 1977 von den Todesschwadronen der salvadorianischen Armee ermordet. Der als "Pater Tilo" bekannte Jesuit war Pfarrer in der Stadt Aguilares, 32 Kilometer nördlich von San Salvador, und ein Freund des heiligen Oscar Arnulfo Romero, der 1980 ebenfalls ermordet wurde, als er die heilige Messe feierte. Romero wurde im Februar 1977, drei Wochen nach der Ermordung von Pater Grande, zum Erzbischof von San Salvador geweiht.

AMERIKA/BRASILIEN - Menschenhandel: Pandemie begünstig das Phänomen

Brasilia (Fides) - Angesichts der Zuspitzung des Phänomens des Menschenhandels infolge der Covid-19-Pandemie hat die Kommission zur Bekämpfung des Menschenhandels der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) zusammen mit den anderen Mitglieder des „Eweiterten Forums“ eine Botschaft, in der sie an die Gesellschaft appelliert.
"Menschenhandel“, heißt es darin, „ist eine Realität, die hauptsächlich die am stärksten gefährdeten Menschen in der Gesellschaft betrifft: Frauen, junge Menschen, Arbeitnehmer, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, d.h. die wirtschaftlich am stärksten benachteiligten und insbesondere Kinder und Jugendliche, die laut einer Umfrage der Vereinten Nationen und der Vereinten Nationen 30% aller Menschen ausmachen, die Opfer von Menschenhandel sind. Die Covid-19-Pandemie setzt Brasilien und die ganze Welt unter enormen Druck. Sie führte zur Zuspitzung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten, die zu den Hauptursachen des Menschenhandels gehören, und brachte sie ans Licht".
Im Kontext der sozialen Isolation, heißt es in dem Schreiben weiter, „haben Menschenhändler neue Rekrutierungsmodelle geschaffen, insbesondere durch moderne Kommunikationstechnologien“. „Die Menschen sind daher sehr anfällig für Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Sklavenarbeit“, beklagt die Kommission. Darüber hinaus hätten die aufgrund der Pandemie geschlossenen Grenzen die Konflikte zwischen Polizei und Einwanderern verschärft und die Situation der Einwanderer, die kürzlich an der Grenze zwischen dem Bundesstaat Acre und Peru festsaßen, sei nach wie vor besorgniserregend. Daher unterstreichen die Unterzeichner der Botschaft, „wie wichtig es ist, die in Brasilien ankommenden Einwanderer weiterhin mit Respekt zu behandeln und Voraussetzungen zu schaffen, die Aufnahme, Unterstützung und Integration begünstigen. Das gleiche Prinzip gilt für Brasilianer in Situationen interner Migration auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen. “
Die Unterzeichner des Schreibens fordern daher die brasilianischen Verantwortlichen im politischen und kirchlichen Bereich auf, Mechanismen für die Arbeit von Regierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft zu schaffen, um geeignete rechtliche Instrumente zur Verhinderung des Menschenhandels zu stärken und zu verbessern, der während der Pandemie oft ungestraft stattfindet. Sie fordern auch, dass die verschiedenen kirchlichen Realitäten der Bekämpfung dieser Verbrechen gegen das menschliche Leben Vorrang einräumen und sich zur Aufklärung über das Phänomen verpflichten. Schließlich fordert der Brief eine gemeinsame Verpflichtung zur Verringerung der sozialen Ungleichheiten, die für die Förderung des Menschenhandels verantwortlich sind, und die Bereitstellung des Impfstoffs gegen Covid-19 für alle Brasilianer.


 

 


Zum World Down Syndrome Day am 21. März 2021

SOS-Kinderdorf-Expertin zum World Down Syndrome Day: "Kinder wollen Gemeinsamkeit"

Wie Inklusion von Anfang an gelingen kann, erläutert Christa Jansen, Integrationshelferin und Erzieherin in einer inklusiven Kita von SOS-Kinderdorf e.V. 

(München/sos) - Am 21. März ist World Down Syndrome Day. Der SOS-Kinderdorf e.V. nimmt dies zum Anlass, für mehr gelebte Vielfalt zu werben – und dafür, das Miteinander aller Menschen unabhängig von Kultur, Herkunft oder besonderen Bedürfnissen als gesellschaftliche Bereicherung wertzuschätzen. Genau dieser Gedanke trägt und prägt die Arbeit des SOS-Kinderdorfvereins mit Kindern und Menschen mit Behinderungen in den inklusiven SOS-Kitas sowie in den SOS-Dorfgemeinschaften, wo erwachsene Menschen mit Behinderungen gemeinsam leben und arbeiten. Im Expertinnen-Interview erläutert Christa Jansen, Erzieherin in der inklusiven „SOS-InKita“ des SOS-Kinderdorfs Niederrhein in Kleve, was es aus ihrer Sicht braucht, damit Inklusion schon bei den ganz Kleinen gelingen kann und was wir im Umgang mit Andersartigkeit von den Kindern lernen können.

Frau Jansen, Sie betreuen Kinder mit und ohne Behinderung in gemischten Gruppen und waren auch schon als Integrationshelferin für Kinder mit besonderen Bedürfnissen in 1:1-Betreuung tätig. Was sind aus Ihrer Sicht grundlegende Voraussetzungen, um den Inklusionsgedanken wirklich leben zu können? Ich denke gerade in einer Kita, in der auch Kinder mit Beeinträchtigungen betreut werden, ist der größte Faktor die Zeit. Speziell bei Kindern mit besonderen Bedarfen braucht es immer Raum, Entwicklungen intensiv zu begleiten. Es geht darum, etwas detailliert und den Bedürfnissen gerecht zu erklären, vorzumachen, mitzumachen, mitzuspielen... und dabei immer sehr nah dran zu sein an dem jeweiligen Kind. Und natürlich muss es auch viel Raum geben für das Miteinander: das Miteinander im Anderssein, das „Voneinander-Lernen“ ist hier bei uns grundlegend – und ein Kerngedanken in einer inklusiven Kita. Diese Prozesse brauchen natürlich viel Zeit, kosten manchmal viel Kraft, aber es lohnt sich! Denn nur so erreichen wir unser Ziel: wir wollen, dass die Kinder hier bei uns zu Hauptpersonen ihrer eigenen Bildungsprozesse werden können; wir wollen, dass sich alle Kinder hier bei uns individuell entfalten und entwickeln – egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung.

Wie setzen Sie diesen Ansatz ganz konkret in der SOS-InKita um?
 
Ich glaube, es ist eine Frage der Haltung; ein Grundgedanke, der sich einfach wie selbstverständlich durch unsere Arbeit zieht: die Wertschätzung und Akzeptanz der Vielfalt und des Miteinanders aller Menschen unabhängig von Kultur und Herkunft oder besonderen Bedürfnissen. Wir wollen hier jedes Kind auf seinem Entwicklungsstand abholen und ihm den Zugang zu Bildung ermöglichen! Wir haben dazu zwei inklusive Gruppen. Dort werden nur jeweils 17 Kinder, davon fünf mit besonderen Bedürfnissen, aufgenommen. Wir haben also die Möglichkeit, uns etwas intensiver um die Kinder zu kümmern. Außerdem arbeiten wir eng mit der Frühförderstelle zusammen, die zur Therapie der Kinder in die Einrichtung kommt. In regelmäßigen Abständen wird ein Fördergespräch angesetzt, zu dem alle Beteiligten - Eltern, Kinder, Fachdienst, pädagogisches Personal - eingeladen werden. Dabei gibt es immer wieder Einblicke und Anregungen, die im Alltag mit den Kindern hilfreich sind. Und was uns auch sehr wichtig ist: wir sind ein Ort der Begegnung und des Austausches, für die Kinder mit all ihren Facetten, aber auch für ihre Familien.

Welche besonderen Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem Erzieherinnen-Alltag in der inklusiven Kindertagesstätte – und wie gehen Sie mit diesen um?
 Während der Eingewöhnung – wo die Kinder noch von ihren Eltern begleitet werden – erfahren wir, was die Kinder für Vorlieben und Abneigungen haben und was sie brauchen. So können wir die Kinder dort abholen, wo sie stehen. Das heißt, wir setzen im Alltag auf Bewährtes und bauen dann - nach und nach - kleine neue Aspekte ein, bspw. eine neue Variante eines Spiels, eine Erweiterung, eine Veränderung. Außerdem müssen die Kinder mit besonderen Bedarfen in die Spielgruppen integriert werden. Hier muss die jeweils andersartige Situation des Kindes auch schon mal den anderen Kindern erklärt werden oder für Rücksicht geworben werden. Aber in der Regel funktioniert das sehr gut, wenn wir uns eben die nötige Zeit und Ruhe für alle Beteiligten nehmen, wenn wir alle Kinder – ob mit oder ohne Beeinträchtigung – mit ihren jeweiligen Bedürfnissen als kleine Persönlichkeiten ernst nehmen und ihnen auf Augenhöhe begegnen.
 Es kommt allerdings auch vor, dass diese Schritte zunächst eine Überforderung für die Kinder bedeuten. Dann überlegen wir mit den Eltern zusammen, ob nicht Integrationshilfe beantragt werden kann, um das Kind 1:1 zu begleiten. 

 

Auch die SOS-InKita musste Lockdown-bedingt immer wieder schließen oder auf Notbetreuung ausweichen. Wie erleben gerade Kinder mit besonderen Bedürfnissen die kitafreien Zeiten?
 
Grundsätzlich erleben Kinder mit besonderen Bedarfen einen Situationswechsel immer intensiver, weil ihnen Struktur viel Sicherheit vermittelt. Außerdem bekommen sie in der Kita viele Reize, die es zu Hause nicht gibt. Wenn sie also längere Phasen zu Hause verbracht haben, brauchen sie hinterher eine Weile bis sie alles wieder einordnen können und sich wieder an den Kita-Alltag gewöhnt haben. Um die Kinder, die zur Notbetreuung in die Kita kamen, konnten wir uns intensiver kümmern und zum Teil auch andere oder erweiterte Angebote machen, da es ja insgesamt ruhiger war. Viele konnten dann besser Schritt halten. Andererseits mussten wir Gruppen zusammenlegen oder den Spielplatz aufteilen. Das hat viele Kinder verwirrt, das war für sie schwer zu verstehen.

Gab es in Ihrer Zeit in der SOS-InKita besondere Erfolgsmomente, die Ihren Glauben an den Inklusionsgedanken gestärkt haben?
 
Während meiner Zeit als Integrationshelferin habe ich ein Kind betreut, das anfangs nur auf einer Matte liegen konnte. Durch die intensive Betreuung und die enge Zusammenarbeit mit dem Therapeuten-Team war es später in der Lage, am Alltag teilzunehmen und manchmal sogar mit anderen Kindern zu spielen, zum Beispiel mit einem Ball. Das hat es geliebt und es hat das Kind so sehr in seiner Entwicklung gestärkt. Da habe ich gemerkt, dass sich die intensive Arbeit mit diesen Kindern auszahlt, dass es sich lohnt, sie mit anderen Kindern zusammenzubringen, sie gemeinsam aufwachsen zu lassen  – denn Kinder wollen ja miteinander spielen, sie wollen teilnehmen, sie wollen Gemeinsamkeit. Ihnen ist es in der Regel egal, wie das andere Kind aussieht oder welche Einschränkungen es hat. Ich glaube, diesen Gedanken sollten wir als Gesellschaft viel stärker aufnehmen und auch in unseren „erwachsenen“ Alltag und in unseren Umgang mit Andersartigkeit tragen.


Kindersoldaten bei einem Angriff des kolumbianischen Militärs mutmaßlich getötet

"Kinder sind keine Kriegsmaschinen!"

SOS-Kinderdörfer weltweitFotograf:Camilo Zapata
SOS-Kinderdörfer weltweitFotograf:Camilo Zapata

(Bogotá/ots) - Bei einem Angriff des kolumbianischen Militärs auf ein Rebellenlager in der Stadt Calamar sind am 2.März nach Angaben der SOS-Kinderdörfer mutmaßlich mehrere Kindersoldaten getötet worden. "Wir sind traurig und empört", sagt Angela Rosales, Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien. Das jüngste Opfer soll ein neunjähriges Mädchen gewesen seien. Der Vorfall sei erst jetzt durch die Medien bekannt geworden. Schockierend sei die Reaktion des Verteidigungsministers Diego Molano, der nicht über den Vorfall informiert habe und stattdessen versucht habe, den Angriff zu rechtfertigen. Molano nannte die jungen Soldaten in einem Radiointerview "Kriegsmaschinen".

"Kinder sind keine Kriegsmaschinen!", sagt Rosales. "Sie werden vielfach Opfer von Zwangsrekrutierung oder schließen sich in ihrer Verzweiflung militanten Gruppen an, um dem Hunger zu entkommen." Dies sei ein komplexer Sachverhalt, den der Minister kennen müsse. Kinder hätten ein Recht auf Schutz. Sie anzugreifen oder gar zu töten, widerspreche dem Völkerrecht.

"Der Aufbau des Friedens in Kolumbien muss mit dem Frieden für Kinder beginnen", sagt Rosales. Die SOS-Kinderdörfer seien zutiefst besorgt über die Auswirkungen, die Gewalt und Krieg auf das Leben von Kindern und Jugendlichen in Kolumbien hätten. Das Land hat Jahrzehnte des Bürgerkriegs hinter sich. Ein Friedensabkommen von 2016 brachte Hoffnung auf Frieden, aber seit 2019 ist die Gewalt erneut entflammt. Nach offiziellen Zahlen sind im letzten Jahr in Kolumbien 12.481 Kinder zwangsrekrutiert worden. "Wir gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt", sagt Rosales.

 

Als Mitglied des Nationalen Friedensrats Kolumbiens haben die SOS-Kinderdörfer eine gemeinsame Erklärung mitunterzeichnet, die den Angriff scharf verurteilt. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder in Kolumbien seit Jahrzehnten, helfen Familien, die Armut hinter sich zu lassen und setzen sich für Frieden ein.


FIDES-NACHRICHTEN - 13.03.2021

AFRIKA/SÜSUDAN - Ehemalige Kindersoldaten: Diözese Tombura-Yambio unterstützt Rückführung

Yambio (Fides) - Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern in Konflikten sind nach wie vor die häufigste Art von Verstößen gegen Minderjährige in Konflikten im Südsudan. In der Region Western Equatoria soind fast hunderttausend Kinder und Jugendliche Opfer von schwerem Missbrauch, darunger auch die Kindersoldaten. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Frauen und Familie konnte die katholische Diözese Tombura-Yambio am vergangenen 24. Februar offiziell einen einen ehemaligen Kindersoldaten an die Kommission für Abrüstung, Demobilisierung und Wiedereingliederung (DDRC) übergeben. Der ehemalige Kindersoldat hatte bei der Kirche Zuflucht und Schutz gesucht.
Wie ein Sprecher der Diözese mitteilt, folge man mit dem Engagement für ehemalige Kindersoldaten auch einem Appell der Vereinten Nationen, die gefordert hatten, dass alle Kinder und Jugendlichen, die zwischen 2015 und 2018 von ehemaligen Rebellen im Kampf gegen die Regierung von Präsident Salva Kiir rekrutiert worden waren, zu ihren Familien zurückgeführt werden.
"Es liegt in unserer Verantwortung, diese jungen Menschen zu verantwortungsbewussten Bürgern auszubilden, ihnen zu helfen, sich von der gewalttätigen Mentalität zu befreien und ihnen die Möglichkeit zu bieten, kreative Mitglieder in der Gesellschaft zu werden", sagte auch Ngbanisa David Ariyo, stellvertretender Direktor der Katholischen Organisation für Entwicklung und Frieden [CODEP].
Die meisten dieser jungen Opfer wurden verschleppt und zu Gewalt und Skrupellosigkeit gezwungen. Es müsse viel getan werden „um sicherzustellen, dass Kinder nie wieder rekrutiert werden", so Abraham Agit, ein Soldat der Südsudanesischen Volksverteidigungskräfte (SSPDF), das Engagement der Diözese Tombura-Yambio und ihre Zusammenarbeit mit der DDRC würdigte.
"Es liegt in der Verantwortung der Kommission, dafür zu sorgen, dass keine Kinder mehr in den Händen der Streitkräfte gelangen", so auch Abel Likambo Ungarani von der Kommission für Abrüstung, Demobilisierung und Wiedereingliderung, der für die Region Western Equatoria zuständig ist. Und er fügte hinzu, dass die Jungendlichen zunächst in einem Transitzentrum für Kinder und Jugendliche des Jugendamtes untergebracht werden. Die Kommission führt auch Kinder, die in Nachbarländern rekrutiert wurden, darunter Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik in ihre Familien und gemeinden zurück. Die meisten dieser ehemaligen Kindersoldaten waren von der Lord Resistance Army (LRA) rekrutiert worden.

AFRIKA/D. R. KONGO - USA setzt die Rebellenbewegung ADF/MTM auf die Liste der mit dem IS verbündeten „terroristischen“ Organisationen

Kinshasa (Agenzia Fides) - "Wir haben mit großem Interesse von der Entscheidung des US-Außenministeriums erfahren, dass die ADF/MTM-Bewegungen der Demokratischen Republik Kongo und Ansar-Al Sunna von Mosambik offiziell auf die Liste der weltweit aktiven "terroristische Gruppen" setzen will, die mit dem so ganannte Isalmischen Staat verbündet sind", so die lokale Menschenrechtsorganisation CEPADHO mit Sitz in Goma, der Hauptstadt von Nord-Kivu, die seit Jahren über die Gewalt gegen Zivilisten die von den verschiedenen bewaffneten Gruppen im Osten der Demokratischen Republik Kongo begangen wird. berichtet und diese immer wieder anprangert.
Am vergangenen 10. März setzte das US-Außenministerium den “Islamischen Staat Irak und Syrien - Demokratische Republik Kongo (ISIS-DRC)” und den “Islamischen Staat Irak und Syrien - Mosambik (ISIS-Mosambik)” auf die Liste derausländischen Terrororganisationen. Dies beinhaltet das Einfrieren des Vermögens beteiligter Personen in den USA und amerikanische Sanktionen gegen ausländische Finanzinstitute, die wissentlich bedeutende Transaktionen im Namen dieser Gruppen oder Einzelpersonen durchführen oder begünstigen.
Laut CEPADHO “krönt” die Entscheidung der USA, die Rebellen der ADF/MTM zu sanktionieren, "die Bemühungen unserer NGO, die täglich vor den terroristischen Aktionen warnt, denen die Demokratische Republik Kongo in Beni ausgesetzt ist".
"Unsere Organisation begrüßt auch die Sanktionen, die gegen die oben genannten Bewegungen sowie gegen ihre Anführer verhängt wurden, nämlich Seka Musa Baluk von der ADF/MTM und Abu Yasir Hassan von Ansar-Al Sunna", heißt es in der Erklärung weiter.
Darüber hinaus fordert CEPADHO die kongolesische Reierung auf, die Bemühungen der USA zu unterstützen. Der Präsidenten soll den Belagerungszustand für die von den Rebellen besetzten Gebiete erklären, "damit strikte, an die Bedrohung angepasste Maßnahmen gewährleistet sind".
CEPADHO berichtete zuvor, dass in den letzten zwei Wochen 55 Zivilisten bei Angriffen getötet wurden, die ADF / MTM zugeschrieben wurden.
Auch Beobachter aus missionarischen Kreisen betonten gegenüber Fides, die Bedrohung durch die ADF/MTM sei zwar real, doch die Situation im Osten der Demokratischen Republik Kongo bleibe sehr komplex und es sei nicht immer einfach ist, die Täter der Massaker mit hinreichender Sicherheit zu identifizieren.

ASIEN/MYANMAR - Kardinal Bo: "Das Land braucht Frieden und Freiheit: die Rolle des Militärs ist es, das Volk zu schützen und nicht, es anzugreifen“

Yangon (Fides) - "In dieser Fastenzeit geben wir die Hoffnung nicht auf, dass Myanmar wieder auferstehen wird. Der Weg, der mit Glauben, Liebe und Dialog beschritten werden muss, ist ein Weg der Wahrheit und Gerechtigkeit, der zu Freiheit, Frieden und Demokratie führt. Um das zu erreichen, brauchen wir das Gebet aller unserer Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt”, so bringt der Erzbischof von Yangon und Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von Myanmar, Kardinal Charles Bo, das Empfinden der katholischen Gemeinschaft in Myanmar inmitten der aktuellen Spannungen zum Ausdruck. Der Kardinal der auch Präsident der Föderation der asiatischen Bischofskonferenzen und Co-Präsident der Organisation "Religions for Peace International" ist, beschreibt "mit tiefem Kummer" die Situation in dem Land nach dem Putsch vom vergangenen 1. Februar, nach der „plötzlichen Rückkehr zum Albtraum von militärischer Unterdrückung, Brutalität, Gewalt und Diktatur".
Auf der anderen Seite würdigt der Kardinal "den unglaublichen Mut, das Engagement und die Kreativität unseres Volkes", das friedlich demonstriert und damit "ein Zeichen der Reife" gibt: "Junge Menschen und alle Bürger stellen Hartnäckigkeit und Widerstandsfähigkeit unter Beweis: Sie sind entschlossen, nicht zuzulassen, dass Demokratie, Freiheit und Frieden, die mit Schwierigkeiten erobert wurden, plötzlich ausgelöscht werden. Junge Menschen akzeptieren nicht, dass ihre Hoffnung zunichte gemacht wird. Ihre geistige Stärke ist eine große Inspiration für uns alle", bemerkt der Kardinal gegenüber Fides, der vor allem auf die "gegenseitige Solidarität zwischen Menschen verschiedener ethnischer Gruppen und Religionen”, hinweist, „die Seite an Seite für dieselbe Sache und das Wohl für die Menschen eintreten".
"Die Nation “, so der Kardinal, „erlebt einen Moment großer Prüfungen und Leiden, der von Blutvergießen, Schmerz und Trauer geprägt ist", da "viele unschuldige Menschen verletzt, getötet oder verhaftet werden", während "in den von ethnischen Minderheiten bewohnten Bundesstaaten Myanmars das Militär die Angriffe auf Zivilisten wieder aufgenommen und Tausende von Binnenvertriebenen geschaffen hat". Kardinal Bo hofft auf "ein Myanmar, in dem das Militär seine Waffen senkt, die Macht verlässt und das tut, was eine Armee tun sollte: das Volk schützen und schon gar nicht angreifen".
In diesem Kontext der Gewalt betont er: "Der Herr ruft die Kirche dazu auf, ein Instrument der Gerechtigkeit, des Friedens und der Versöhnung zu sein" und “die Betroffenen zu trösten, auf Hass mit Liebe zu erwidern und Menschenleben zu retten". "Aus dem Gebet und aus dem Wort Gottes schöpfen wir eine Botschaft der Hoffnung, die das Zentrum unseres Glaubens ist. Wir, die Kirche in Myanmar, bewahren diese Botschaft in unseren Herzen. Wir werden beten und für ein neues Myanmar arbeiten, um aus dieser Tragödie wiedergeboren zu werden, als Nation, in der jeder Mensch wirklich die Grundrechte und -freiheiten und wahren Frieden genießt", so der Kardinal abschließend.

ASIEN/LIBANON - Griechisch-melkitische Bischöfe unterstützen Forderungen nach „Neutralität“ des Libanon

Raboué (Fides) - Die Bischöfe der griechisch-melkitisch-katholischen Kirche bitten in einem Appell darum, den Libanon von regionalen Konflikten fernzuhalten Damit untrstützen sie die Forderungen des maronitischen Patriarchen Bechara Boutros Rai, der seit langem die Notwendigkeit, der „Neutralität“ des Libanon in Bezug auf regionalen Konflikten hervorhebt und in den letzten Wochen auch auf der Möglichkeit, eine internationale Konferenz unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen im Hinblick auf die libanesische Frage in Betracht gezogen hatte.
Am Ende ihres letzten Treffens, das am Mittwoch, dem 10. März, in Raboué im libanesischen Patriarchal unter der Leitung von Patriarch Youssef Absi (Foto) stattfand, veröffentlichten die melkitischen Bischöfe ein Dokument, in dem die Notwendigkeit einer Beschleunigung der Bildung einer neuen Regierung betont wird, nach sieben Monaten des institutionellen Stillstand und einer sozioökonomischen Krise, die das Land zunehmend an den Rand des Zusammenbruchs führt. In dem gemeinsamen Dokument stellen die Bischöfe das Handeln derjenigen, die für das Chaos verantwortlich sind, in Frage, ohne dabei Namen zu nennen. Man „befeuere“ die die institutionelle Krise aus "konfessionellen Gründen” und sei dabei „weit entfernt von jeglichem nationalen Interesse". Angesichts der Rekordabwertung der libanesischen Währung, fordern die Bischöfe insbesondere dringende Maßnahmen, um dem "Anstieg des Dollarwerts auf dem Schwarzmarkt" ein Ende zu setzen und die Verantwortlichen dieser Geschäfte zu bestrafen.
Die letzte im Amt befindliche libanesische Regierung unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Hassan Diab trat nach den Protesten nach den Explosionen im Hafen von Beirut am 4. August 2020 zurück. Der sunnitische Politiker Saad Hariri, Vorsitzender der “Zukunftspartei“, wurde am 22. Oktober 2020,mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Seitdem ist es ihm jedoch noch nicht gelungen, das neue Kabinett einzurichten, auch aufgrund der Spannungen, die zwischen dem delegierten Ministerpräsidenten und dem amtierenden Präsident Aoun in Bezug auf die Liste der Minister, die das Regierungsteam bilden sollten, entstanden sind.

AMERIKA/PERU - Amazonischer Regenwald: Jugendliche Blogger befassen sich mit Themen der Mission

Iquitos (Fides) – Während der Pandemie brachten jugendliche Blogger in den sozialen Netzwerken eine Initiative zur Unterstützung der Missionen im Amazonasgebiet auf den Weg: Auf dem neuen Blog findet man dementsprechend unter anderen Beiträge zu den Themen "Anthropologie der Mission", "Jüngste Geschichte der Mission im Regenwald", "Kuriositäten über die Missionen", "Einführung in den Fischfang".
Die jungen Blogger werden von den Missionaren des Dominikanerordens begeleitet, die seit vielen Jahren im peruanischen Wald tätig sind. Im Vikariat Santa Rosa (Peru) gündeten Dominikaner breits 1966 einen missionarischen Verein für Laien und Jugendliche. Angesichts der Covid-19-Pandemie wollten junge Menschen die, soziale Medien und das Internet zu nutzen, um interessierte Leser in der Bevölkerung innerhalb und außerhalb des peruanischen Regenwaldes zu erreichen.
Der Blog informiert unter der Adresse "jovenes.selvasamazonicas.org" mit Veröffentlichungen und Berichten über verschiedene Treffen der Missionare in der Region und die alltägliche Arbeit der Missionare. Das Ziel ist es auch, Spenden für die Missionen zu sammeln und deren Arbeit zu unterstützen und dabei die Missionsarbeit unter spanischsprachigen Lesern bekannt zu machen.
 
 

AMERKIA/KOLUMBIEN - Nach Entweihung am 8. März: Erzbischof feiert Sühneritus in der Kathedrale von Ibagué

Ibagué (Fides) – Am heutigen, Freitag, den 12. März, um 11.30 Uhr Ortszeit findet in der Kathedrale von Ibagué Vorsitz von Erzbischof Orlando Roa Barbosa eine Sühneliturgie statt, nachdem das Gotteshaus in den vergangenen Tagen durch vandalistische Aktionen entweiht worden war. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März drang eine Gruppe feministischer Aktivistinnen in die Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis ein, während sich Gemeindemitglieder in der Kirche aufhielten und besprühten die Wände der Kirche mit Schriften und Graffitis.
Nach dem Vorfall erinnerte der Erzbischof in einer öffentlichen Erklärung daran, dass die Kirhe "das weibliche Genie" und die Rolle der Frau beim Aufbau der Kirche und der Gesellschaft wertschätze und fördere. Er verurteilte die vandalistischen Handlungen und versichert, dass die Kirche auch künftig nach dem Vorbild Jesu "für die Würde der Frauen eintreten und ihre wichtige Rolle im kirchlichen Leben anzuerkennen wird ... um alles anzuprangern, was gegen Integrität, Wesen und Würde der Frauen verstößt".
"Die Kirche von Ibagué bedauert den Vandalismus gegen ihre Kathedrale”, so der Erzbischof -, “gegen einen heiligen Ort, der für eine Begegnung mit Gott bestimmt ist". Der Erzbischof erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass jeder Angriff auf einen heiligen Ort nach kanonischem Recht als Entweihung betrachtet wird. Daher müsse dies mit einer besonderen liturgischen Feier zur Sühne wiedergutgemacht werden.


FIDES-NACHRICHTEN - 12.03.2021

VATIKAN - Rückblick auf Reise in den Irak: “Musulime laden ihre christlichen Mitbürger zur Rückkehr ein, um gemeinsam Kirchen und Moscheen wieder aufzubauen“

Rom (Agenzia Fides) – Die muslimischen Einwohner von Mossul laden ihre christlichen Mitbürger zur Rückkehr ein, "um gemeinsam Kirchen und Moscheen wiederaufzubauen". Dies ist das Bild, das Papst Franziskus als Keim der Wiedergeburt dieser gemarterten Stadt und des gesamten Irak nach Jahren der Kriege, Invasionen und des Terrors betrachtet. Bei der Generalaudienz am heutigen 10. März, sagte er im Rückblick auf seine Irak-Reise: "In den letzten Tagen hat der Herr mir erlaubt, den Irak zu besuchen und den Plan von Johannes Paul II. zu verwirklichen", so der Papst „Nie zuvor war ein Papst im Land Abrahams gewesen; Die Vorsehung wollte, dass dies jetzt geschieht, als Zeichen der Hoffnung nach Jahren des Krieges und des Terrorismus und während einer harten Pandemie“. Papst Franziskus erinnerte an das "unvergessliche" Treffen mit dem Großayatollah Ali al Sistani, der ihn in seiner Residenz in Nadschaf empfing, und erinnerte daran, dass die "Buße", das eigentliche Merkmal der gesamten Pilgerreise in den Irak war: "Ich konnte mich diesem gefolterten Volk und dieser gemarterten Kirche nicht nähern“, erklärte der Petrusachfolger, “ohne im Namen der katholischen Kirche das Kreuz auf mich zu nehmen, das sie seit Jahren tragen: ein großes Kreuz, wie das am Eingang zu Karakosch. Ich spürte auf besondere Weise, als ich die noch offenen Wunden der Zerstörung sah, und noch mehr, als ich den Zeugen begegnete und ihnen zuhörte, die die Gewalt, die Verfolgung, das Exil überlebten ...”. Und gleichzeitig, fügte der Papst hinzu, “sah um mich herum die Freude, den Gesandten Christi willkommen zu heißen; Ich sah die Hoffnung, sich einem Horizont des Friedens und der Brüderlichkeit zu öffnen, zusammengefasst in den Worten Jesu, die das Motto des Besuchs waren: "Denn ihr seid alle Brüder". Diese Hoffnung, so der Papst, habe er auch „bei den vielen Grußworten und Zeugnissen, in den Liedern und Gesten des Volkes” erlebt. “Ich sah sie in den hellen Gesichtern junger Menschen und in den lebhaften Augen älterer Menschen. Menschen, die fünf Stunden auf den Papst gewartet hatten und sogar Frauen mit Babys in den Armen ... Sie haben gewartet und es war Hoffnung in ihren Augen ".
Der Bischof von Rom erinnerte an die Begegnung in der syrisch-katholischen Kathedrale von Bagdad, in der 2010 bei einem Terroranschlag während der heiligen Messe die versammelten Gläubigen ums Leben kamen "Die Kirche im Irak", betonte der Papst, "ist eine Märtyrerkirche, und in diesem Tempel, der die Erinnerung an die Märtyrerin Stein gemeißelt trägt, war die Freude über die Begegnung groß: Mein Erstaunen darüber, unter ihnen sein zu dürfen, ist mit ihrer Freude verschmolzen, den Papst bei sich zu haben“. Im Zusammenhang mit den Besuchen in Mosul und Quaraqosh, die immer noch von der Verwüstung nach dem Einmarsch der Milizen des Islamischen Staates gezeichnet sind, erinnerte sich der Papst an "die Flucht von Tausenden und Abertausenden von Einwohnern, darunter viele Christen verschiedener Konfessionen und andere verfolgte Minderheiten, insbesondere die Jesiden verursacht durch die dschihadistische Besetzung”. "Die Identität dieser Städte wurde ruiniert”, fügte der Papst hinzu,"und heute bemüht man sich sehr um den Wiederaufbau; Muslime laden Christen zur Rückkehr ein und wollen gemeinsam Kirchen und Moscheen wieder aufbauen. Die Geschwisterlichkeit es ida. Und lassen Sie uns bitte weiter für unsere Brüder und Schwestern beten, damit sie die Kraft haben, von vorne zu beginnen.“
Mit Bezug auf die jüngere Vergangenheit im Irak erinnerte Papst Franziskus daran, dass "Mesopotamien die Wiege der Zivilisation ist" und "Bagdad eine Stadt von vorrangiger Bedeutung in der Geschichte war, in der seit Jahrhunderten die größte Bibliothek der Welt untergebracht war. Und wodurch wurde sie zerstört? Durch den Krieg!” Krieg so der Papst, "ist das Monster, das sich mit dem Wechsel der Epochen verwandelt und die Menschheit weiterhin verschlingt. Aber die Antwort auf den Krieg ist kein weiterer Krieg. Die Reaktion auf Waffen sind keine anderen Waffen. Und ich fragte mich: Wer verkaufte Waffen an Terroristen? Wer verkauft heute Waffen an Terroristen, die in anderen Teilen der Welt Massaker verüben, denken wir zum Beispiel an Afrika? Ich wünschte mir, dass diese Frage von jemandem beantwortet wird. Die Antwort ist nicht Krieg, sondern Geschwisterlichkeit“. Der Papst sprach auch über das interreligiöse Treffen in Ur wo der Prophet Abraham "vor etwa viertausend Jahren Gottes Ruf hörte". Abraham, fuhr Papst Franziskus fort,„ ist ein Vater im Glauben, weil er auf die Stimme Gottes hörte, die ihm einen Nachkommen versprach, worauf er alles verließ und ging. Gott ist seinen Verheißungen treu und leitet noch heute unsere Schritte des Friedens, die Schritte derer, die auf der Erde wandeln und ihren Blick zum Himmel richten. Und in Ur, das unter diesem leuchtenden Himmel stand, dem gleichen Himmel, in dem unser Vater Abraham uns, seine Nachkommen, sah, schien dieser Satz wieder in unseren Herzen zu erklingen: Denn ihr seid alle Brüder. “

EUROPA/ITALIEN - Menschenhandel: “Die Pandemie darf nicht dazu führen, dass wir die Augen vor anderen Problemen verschließen“

Rom (Fides) - „Die Covid-Pandemie darf nicht dazu führen, dass wir die Augen vor einer beispiellosen wirtschaftlichen und sozialen Krise und vor Menschenhandel verschließen, die weiterhin vor allem die ärmsten Länder der Welt betreffen Mehr als die Häfte deer Migrantinnen ist Opfer von psychischen und physischen Misshandlungen, fast vier von zehn wurden gefoltert. Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig es ist, Frauen zu helfen, die sich in Situationen befinden, die sie hier in Italien aber auch im Rest der Welt besonders verwundbar machen. Auch während dieser Pandemie!“, so Schwester Neusa de Fatima Mariano, Generaloberin der Scalabrini Missionsschwestern, mit Bezug auf eine Studie der “Ismu Foundation / The Tree of Life” zu den Zahlen von 2019.
"Diese Zahlen bezeugen, dass es auf der Tagesordnung der Politiker nicht nur die Bewältigung der Coronakrise geben darf, auch wenn dies vorrangig und wichtig ist", fügt Schwester Neusa hinzu. Frauen spielen eine grundlegende Rolle in der Familie, bei der Erziehung von Kindern, im Wunsch nach Heilung und Wachstum, die diesen historischen Moment auszeichnen müssen. Dank der Unterstützung des Heiligen Vaters konnten wir Unterkünfte einrichten, wie sie zum Beispiel in Rom im Rahmen des Projekts „Chaire Gynai“ eröffnet wurden, in denen wir Frauen in Not die Möglichkeit geben, ein neues Leben zu beginnen und sich zu integrieren".
"Wenn soziale Netzwerk einerseits willkommen heißen, integrieren, schützen und fördern, müssen auf der anderen Seite auch Staaten auf der ganzen Welt eine klare Linie im Kampf gegen Menschenhandel und Gewalt gegen Frauen auf den Weg bringen. Sie zu schützen bedeutet immer, das Leben zu schützen, denn eine Welt ohne Frauen wäre steril, weil sie wissen, wie man alles mit mütterlichen Augen betrachtet, die in der Lage sind, aus dem Drama der Auswanderung heraus universelle Solidarität und Geschwisterlichkeit hervorzubringen. mit Blick auf einen neuen Himmel und eine neue Erde!", so die Ordensfrau abschließend.

AFRIKA/SENEGAL - Ausschreitungen bei Demonstrationen: Bischöfe rufen zum Dialog auf

 Dakar (Fides) - „Solange wir noch Zeit haben, müssen wir unser Bestes tun, um den Schaden zu begrenzen und ihn möglicherweise zu stoppen. Stoppen wir den Kreislauf der Gewalt!", fordert Erzbischof Benjamin Ndiaye von Dakar in einer Erklärung im Namen der Bischofskonferenzert.
Die Botschaft lädt dazu ein, den Weg des Dialogs zu verfolgen, um ein Klima des Friedens und des Zusammenhalts zu schaffen. "Wir können und müssen, nicht nur unsere Rechte schützen, sondern auch unsere Pflichten übernehmen und die damit grundlegenden Bedingungen für ein besseres Zusammenleben schaffen", so der Erzbischof.
Zu der Gewalt kam es nach der Verhaftung des 46jährigen Oppositionspolitikers Ousmane Sonko, dem Hauptwidersacher von Präsident Macky Sall, am 3. März. Der Voristzend der Pastef-Partei, Dritter bei den Präsidentschaftswahlen 2019, wurde Anfang Februar wegen "Vergewaltigungs- und Morddrohungen" gegen eine Mitarbieterin eines Schönheitssalon in Dakar angeklagt. Sonko bestritt die Anschuldigungen und antwortete, er sei Opfer einer "Verschwörung" und eines "Versuchs der politischen Eliminierung" geworden. Man wolle ihn daran hindern, sich für die Präsidentschaftswahlen von 2024 zu bewerben.
Auch seine Anhänger betrachten diese Anschuldigungen als ein politisches Manöver, ähnlich dem, das in den letzten Jahren dazu geführt hat, dass zwei weitere große Rivalen des Präsidenten, Karim Wade, Sohn des ehemaligen Präsidenten Abdoulaye Wade, und Khalifa Sall, Bürgermeister von Dakar, ausgeschaltet wurden .
Bei den Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Dakar und in anderen wichtigen Städten des Landes starben ein Dutzend Menschen. Viele weitere wurden verletzt und rund 500 Demonstranten wurden festgenommen. Am Rande der Demonstrationen wurden mehrere Supermärkte und verschiedene Unternehmen geplündert und verwüstet.
"Menschenleben wurden ausgelöscht, öffentliche und private Güter, die Früchte eines durch Arbeit erworbenen Eigentums, wurden ohne moralische oder ethische Überlegungen geplündert und verwüstet. Dies stellt die Gerechtigkeit in Frage und macht die Situation vieler Arbeiter und ihrer Familien noch prekärer“, bedauert Erzbischof Ndiaye.
Um das Klima zu besänftigen, kündigte Präsident Macky Sall unterdessen eine Lockerung der Ausgangssperre an, die eingeführt wurde, um die Verbreitung von Covid-19 in den Regionen Dakar und Thiès einzudämmen. Die Maßnahmen hatte vor allem die so genannte informellen Wirtschaft getroffen. Zudem versprach er finanzielle Mittel für junge Menschen zur Verfügung zu stellen.
Momentan hat sich im Senegal die Lage zwar etwas beruhigt, aber die von Anhänger von Ousmane Sonko die sich im "Mouvement de défense de la démocratie" (M2D) zusammengeschlossen haben, rufen für am Samstag, dem 13. März zu weiteren Demonstrationen auf .
 

AFRIKA/SUDAN - COVAX-Initiative der Vereinten Nationen: Der Sudan erhält als erstes Land des Mittleren Ostens und Afrikas Impfdosen

Kartoum (Fides) - Der Sudan hat mit der Impfung von Mitarbeitern des Gesundheitswesens begonnen, die im Kampf gegen das Coronavirus an vorderster stehen. Eine erste Charge von 828.000 Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs stehen für 414.000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens bereit. Dies bestätigt ein Mitarbeiter des Jabra-Krankenhauses in der Hauptstadt Khartum: "Wir haben damit begonnen, Gesundheitspersonal und das Personal der Quarantäneeinrichtungen zu impfen", heißt es in der Mitteilung.
Gesundheitsminister Omar al-Naguib betonte, dass der Impfstoff "kostenlos zur Verfügung gestellt wird" bei der Impfung ältere Menschen und Menschen über 45 mit chronischen Krankheiten Vorrang haben werden.
"Impfstoffe sind unerlässlich, um die Ausbreitung des Virus im Sudan zu kontrollieren und wieder zur Normalität zurückzukehren", so Gesundheitsminister El Najeeb, der die gesamte Bevölkerung auffordert, sich zur Impfung registrieren zu lassen.
Dalia Idris, Ärztin und Mitglied des Experten-Komitees zur Bekämpfung der COVID-Pandemie, erklärte, dass während dieser ersten Phase, 20 Prozent der Bevölerkung geimpft werden soll. "Unsere große Hoffnung, sich von der Pandemie etwas zu erholen, sind Impfstoffe", so Abdallah Fadil, Vertreter es Kinderhilfswerks UNICEF im Sudan. "Impfstoffe haben die Gefahr vieler Infektionskrankheiten reduziert, Millionen von Menschenleben gerettet und viele lebensbedrohliche Krankheiten effektiv ausgerottet."
Im Rahmen des COVAX-Programms, eine gemeinsame Initiative der Vereinten Nationen zur Unterstützung der ärmsten Länder, wird der Sudan insgesamt 3,4 Millionen Dosen des Impfstoffs erhalten, die bis Ende September 2021 chargenweise im Land eintreffen sollen.
Der Sudan war das erste Land im Nahen Osten und in Nordafrika (MENA), das Impfstoffe erhielt. Nach offiziellen Angaben des Gesundheitsministeriums gab es in dem afrikanischen Land bisher mehr als 28.500 Infizierte und nach offiziellen Angaben über 1.900 Tote.

ASIEN/MYANMAR - Kardinale Bo lässt falschen Twitter-Account löschen

Yangon (Fides) - Der Erzbischof von Yangon, Kardinal Charles Maung Bo, forderte das soziale Netzwerk "Twitter" auf, einen ihm fälschlicherweise zugeschrieben Account mit seinem Namen zu löschen. Dies bestätigt Sekretariat des Kardinals bestätigt, das bereits am 10. Februar auf der Facebook-Seite der katholischen Bischofskonferenz von Myanmar und der Erzdiözese Yangon öffentlich mitgeteilt hatte, dass “der Kardinal weder einen Facebook- noch einen Twitter-Account besitzt.
Bisher war es allderdings nicht möglich zu ermitteln, wer im Namen des Kardinals bei Twitter tätig war, dessen angebliche Posts von den Medien auf der ganzen Welt im Zusammenhang mit dere Berichterstattung aus Myanmar zitiert wurden.
Der Twitter-Account des Kardinals wurde nicht, wie einige Pressequellen berichteten, von der Militärjunta verdunkelt sondern der Kardinal selbst, bat um die Löschung des Accounts, was die Betreiber der Plattform inzwischen getan haben.
Kardinal Bo, ser sich zur Zeit in Yangon aufhält, gibt in dieser heiklen Phase der politischen Krise nach dem Putsch keine weiteren öffentlichen Erklärungen ab und beschränkt sich auf die Ansprachen an die Gläubigen in den Predigten an den Sonntagen der Fastenzeit.
In der letzten an die Gläubigen gerichteten Botschaft sagte der Kardinal: "Ein neues Myanmar ist möglich, eine Nation ohne Konflikte ist möglich, damit diese Nation die Herrlichkeit erfährt, die sie verdient. Machen wir Frieden zu unserem Schicksal,..Waffen sind nutzlos. Wir müssen uns mit Versöhnung und Dialog rüsten". Der Kardinal bekräftigte: "Frieden ist der einzige Weg; Frieden ist möglich. Papst Franziskus hat um die Lösung aller Konflikte durch Dialog gebeten. Wer Konflikte will, wünscht dieser Nation nicht alles Gute."
Die katholischen Bischofskonferenz empfiehlt kirchlichen Mitarbeiter nicht direkt an Straßenprotesten teilzunehmen. Zahlreiche Priester und Ordensleute hatten versucht als Vermittler auf den Straßen einzutreten und die Gewalt zu stoppen, um das Leben junger Menschen zu retten, die friedlich protestierten.

AMERIKA/HAITI - Ordensleute schreiben Brief an Präsident Moïse. „Sie haben die Pflicht auf die Bitten der Bevölkerung zu antworten“

Port au Prince (Fides) - "Als Ordensleute, die versuchen in allen Bereiche des Lebens des haitianischen Volkes und an den entlegensten und schwierigsten Orten des Landes Hilfe zu leisten... werden wir Zeugen des Elends unseres Volkes. Leider hat es den Anschein es, dass der Staat dieses Elend ignoriert. Gestärkt durch unsere Erfahrungen und unsere prophetische Mission wollen wir am 38. Jahrestag des Besuchs von Papst Johannes Paul II. an die berühmten an die Kirche in Haiti gewandten Worte in seiner Predigt erinnern: „Hier muss sich etwas ändern! Die Armen müssen wieder Hoffnung schöpfen!”, so die Konferenz der haitianischen Ordensleute (CHR) in einem Brief an den Präsidenten von Haiti, Jovenel Moïse, anlässlich des 38. Jahrestages des Besuchs von Papst Johannes Paul II. auf der Insel (9. März 1983).
"Achtunddreißig lange Jahre nach dem Besuch dieses Papstes” heißt es in dem Brief weiter, “scheit sich nun der Samen des Todes gegen den Samen des Lebens durchgesetzt zu haben. Das Land stirbt, die Unsicherheit ist weit verbreitet, die Ärmsten können dies nicht länger ertragen, die Bevölkerung ist am Rande der Verzweiflung, das Land ist ohne Regierung. Wir sind alle Zeugen und Opfer von zu vielen Verbrechen, zu vielen Ungerechtigkeiten und zu vielen Ungleichheiten. "
Die Ordensleute erinnern an die Klagen der Bischöfe im vergangenen Februar: "Das Land steht kurz vor dem Abgrund! Das tägliche Leben des haitianischen Volkes ist auf Tod, Mord, Straflosigkeit und Unsicherheit reduziert. Unzufriedenheit herrscht überall!" (vgl. Fides 03/02/2021). Sie erinnern auch an die Ernährungsunsicherheit (vgl. Fides 27/02/2021), als grundlegendes Recht eines Volkes.
„Man fragt sich: Was bringt es, an der Macht festzuhalten, wenn mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter Bedingungen chronischer Ernährungsunsicherheit lebt? Warum um jeden Preis einen Anschein eines Mandats erhalten ohne die Sicherheit von Leben und Eigentum, den freien Personenverkehr gewährleisten zu können? Was nützt ein Präsident oder eine Regierung, die nicht in der Lage ist, den Trauerzug anzuhalten, der tägliche Schmerzu unter der Bevölkerung verursacht? ", so die haitianischen Ordensleute.
Der Brief endet mit einer direkten Botschaft an den Präsidenten: "Angesichts dieses Sachverhalts können Sie angesichts des ständigen Prozesses der Entmenschlichung eines ganzen Volkes nicht weiter Zuschauer bleiben... Sie haben die Pflicht, schnell und konkret auf die Bitten des Volkes zu antworten, von denen der erste die Achtung der Gesetze dieses schönen Landes ist."

ASIEN/INDIEN - Regens des Priesterseminars “St. Paul” in Tiruchirapalli ernannt

Vatikanstadt (Fides) - Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evanelisierung der Völker hat am 9. Dezember 2020 Pfarrer Andrew De Rose aus dem Klerus der Diözese Tuticorin zum neuen Regens des interdiözesanen Seminars “St. Paul” in der Diözese Tiruchirapalli (Indien) ernannt.
Der neue Regens wurde am 30. November 1961 geboren. Nach der Grund- und weiterführenden Schule besuchte er das Little Flower Seminary von Tuticorin und danach das Päpstliche St. Peter-Seminar in Madurai, wo er Philosophie und Theologie studierte. Er wurde am 22. April 1987 in der Kathedrale von Tuticorin zum Priester geweiht.
Nach seiner Priesterweihe war er Seelsorger in verschiedenen Pfarreien. Anschließend promovierte er im kanonischen Recht an der Päpstlichen Urbaniana-Universität (1991-1995). Nach seiner Rückkerhr in die Heimat war er stellvertretender Pfarrer, Pfarrer, Kanzler und Diözesanrichter, Generalvikar und Dozent für kanonisches Recht.
 

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Bischof von Mbaïki zurückgetreten und Nachfolger ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den von Bischof Guerrino Perin, M.C.C.J. von Mbaïki (Zentralafrikanische Republik) eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Weihbischof der Diözese Bangassou und Titularbischof von Are di Mauritania, Jesús Ruiz Molina, M.C.C.J., zu seinem Nachfolger ernannt. 


Vergessene Krise in Mexiko

Geschlossene Flüchtlingslager aufgrund von Corona bedeuten Lebensgefahr für Kinder

    SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf:  Alea Horst, Tijuana
SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Alea Horst, Tijuana

(Tijuana/ots)- Zahlreiche Flüchtlingsunterkünfte in Mexiko wurden aufgrund der Corona-Pandemie entweder geschlossen oder haben ihre Kapazitäten stark eingeschränkt - und machen die Situation besonders für unbegleitete Kinder lebensgefährlich. Das geben die SOS-Kinderdörfer bekannt. "Die Kinder müssen auf der Straße übernachten, ohne Schutz vor Gewalt", sagt Carolina Farrera, Leiterin des SOS-Kinderdorfs in Tijuana in Mexiko und Expertin für Migration. Sie würden verstärkt Opfer von Menschenhandel, Kidnapping oder sexueller Ausbeutung.

 

Der Weg durch Mexiko in die USA gilt als der größte Flüchtlingskorridor der Welt. Seit Jahrzehnten und verstärkt seit 2018 sind hier Menschen aus Ländern wie Honduras, Nicaragua oder Guatemala unterwegs. Eine vergessene Krise, die ihren Ursprung in den Herkunftsländern hat. Carolina Farrera sagt: "Die Menschen fliehen vor Bandenkriminalität, Armut und Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat. Durch die Corona-Pandemie sind all diese Probleme massiv angestiegen. Zusätzlich führt die häusliche Enge durch den Lockdown zu mehr körperlicher und psychischer Gewalt gegen Kinder." Gleichzeitig habe der Machtwechsel in den USA weitere Menschen zur Flucht animiert, die sich Hoffnung auf Asyl in denVereinigten Staaten machten.

 

Carolina Farrera sagt: "Es bräuchte viel mehr Schutzräume entlang der Route speziell für Kinder und Familien. Die SOS-Kinderdörfer sind eine von wenigen Organisationen, die solche Hilfe bereitstellen." Um das Problem langfristig zu lösen, gebe es nur einen Weg: "Wir müssen die Situation in den Herkunftsländern verbessern und dafür sorgen, dass die Menschen dort ein Auskommen haben und in Frieden leben können", sagt Carolina Farrera. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in den betroffenen Ländern seit Jahrzehnten.

 

Von der Weltbevölkerung vergessen, aber nicht vom Virus: In zahlreichen Staaten kämpfen Kinder und Familien seit Jahren ums Überleben - im Schatten der Öffentlichkeit und zum großen Teil abgeschnitten von wirkungsvoller Hilfe. Die SOS-Kinderdörfer berichten in dieser Serie über die aktuelle Situation in Konfliktländern, in denen die Corona-Pandemie die ohnehin katastrophale Lage dramatisch zuspitzt. Über "Vergessene Krisen" in der Ukraine, Mexiko, Venezuela, Zentralafrika, Madagaskar, dem Jemen, Niger, Burkina Faso und Bangladesch.

 


Hösbacher Hilfsorganisation beginnt Förderprojekt in Denpasar

Kleinunternehmer Dewa verkauft Mineralwasser und Kochgas Foto: GMI
Kleinunternehmer Dewa verkauft Mineralwasser und Kochgas Foto: GMI

(Hösbach/Bali/gmi) - Bereits als Anfang 2019 die Zusammenarbeit zwischen der Hösbacher Hilfsorganisation Global Micro Initiative e.V. (GMI) und der Indonesischen WKP Foundation auf Bali endete, suchte GMI Initiator Tobias Schüßler nach Wegen, die bisherige Arbeit in der Hauptstadt Denpasar fortzusetzen. Sein Ziel dabei war, Menschen in Armut ein besseres und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Mit bprSIWI hat GMI nun einen neuen Partner gefunden und ist sogar in der Lage, noch umfassender zu helfen als zuvor.

"Die Freundschaft, die zwischen mir und Sanna, dem damaligen Projektleiter bei WKP, entstanden war, lebte auch nach Ende unserer Kooperation weiter”, erklärt Schüßler. Durch den regen Austausch der beiden entstand schließlich die Idee einer erneuten Zusammenarbeit, um etwas gegen die immer größer werdende Armut der Menschen zu unternehmen. “Inzwischen ist Sanna CEO von bprSIWI, einer kleinen Bank auf Bali. Mit unserer neuen Zusammenarbeit kombinieren wir das, worin wir besonders gut sind”, so Schüßler.

Stärken vereinen und ein gemeinsames Ziel verfolgen

In der Zusammenarbeit mit bprSIWI nutzt GMI die Kompetenzen und Infrastruktur einer kleinen Bank, das Einfühlungsvermögen und die langjährige Expertise des CEO in der Arbeit mit Hilfsorganisationen, sowie eigene Erfahrungen aus der bisherigen Arbeit in Südostasien. “Im Vordergrund steht die langfristige geschäftliche Entwicklung der Kleinunternehmer”, erklärt Schüßler. “Auf diese Weise helfen wir Menschen, denen keine Bank Kredite oder gar ein Bankkonto ermöglichen würde, weil sie keinerlei Sicherheiten besitzen und schlicht zu arm sind.”

Eine der Aufgaben von bprSIWI ist die individuelle Begleitung der Mikrokreditnehmer. Bei wöchentlichen Besuchen beraten die Mitarbeiter die Teilnehmenden in ihrem persönlichen Umfeld und helfen, Möglichkeiten zu finden, ihr Kleinunternehmen auszubauen. Dabei zeigen sie auch Wege auf, wie die Teilnehmenden schon kleine Beträge sparen und so Weichen für eine bessere Zukunft stellen können. In Workshops, die GMI mit Spendengeldern finanziert, lernen die Projektteilnehmer betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse und Marketingstrategien kennen. Durch angebotene Seminare lernen sich die Kleinunternehmer außerdem gegenseitig kennen, können Erfahrungen austauschen, sich vernetzen und langfristig als Unternehmer wachsen.

8 Mikrokredite wurden bereits vergeben und erste Schulungen durchgeführt. An Menschen, die wie die Projektteilnehmer keinerlei Sicherheiten haben, darf eine Bank keine Kredite vergeben - auch nicht zum Aufbau eines kleinen Unternehmens. Ihnen bleibt nur der Weg, Kredite zu Wucherzinsen bei dubiosen Geldgebern aufzunehmen. Aufgrund der Zusammenarbeit von GMI und bprSIWI können jetzt aber gerade auch an Kleinunternehmer in Armut durch GMI finanzierte Mikrokredite vergeben werden. 

Neue Perspektive bieten

“Mit der neuen Kooperation können wir noch mehr in Armut lebenden Menschen helfen”, erklärt Schüßler begeistert. “Eine große Herausforderung in der Vergangenheit war es oft, dass Kleinunternehmer, denen wir mehrere Mikrokredite ermöglicht hatten, irgendwann zu erfolgreich für unser Mikrokreditprogramm wurden. Wir hatten Schwierigkeiten, sie mit ganz normalen Banken in Verbindung zu bringen. Banken haben lieber Kunden mit Sicherheiten als aufstrebende, in Armut lebende Kleinunternehmer. Mit der neuen Zusammenarbeit haben wir jedoch eine Bank gleich an unserer Seite. Jetzt können wir den Kleinunternehmern nicht nur Grundlagen wie Buchhaltung, Sparen und Marketing vermitteln. Wenn ihr Geschäft sich gut entwickelt und langfristig erfolgreich ist, haben sie mit unserem neuen Partner auch die Möglichkeit, ein Geschäftskonto zu eröffnen, wenn sie dies möchten.”

Besonders freut sich GMI darüber, dass inzwischen beide indonesischen Partner, bprSIWI auf Bali und Gema Alam auf Lombok, Kontakt zueinander aufgenommen haben, um sich auszutauschen und um Erfahrungen und Wissen zu teilen.

Text: Silvia Schüßler, GMI Presse-Team

 

Spendenkonto:

Global Micro Initiative e.V.
Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg e. G.


Ebola-Ausbruch in Westafrika: Im Gegensatz zur Corona-Infektion ist die Krankheit vor allem für Kinder tödlich

SOS-Kinderdörfer weltweit . Fotograf:Daniel van Moll, 2014
SOS-Kinderdörfer weltweit . Fotograf:Daniel van Moll, 2014

(Kinshasa / Conakry/ots) - Der erneute Ebola-Ausbruch in Westafrika könnte nach Angaben der SOS-Kinderdörfer vor allem für kleine Kinder zu einer großen Gefahr werden. "Im Gegensatz zur Corona-Infektion, die für Kinder fast immer milde verläuft, endet Ebola besonders für Kinder unter fünf Jahren sehr oft tödlich", sagt Aboubacar Moutari, Leiter der Hilfsorganisation in der Demokratischen Republik Kongo. So sind bei der Ebola-Epidemie in der Region von 2014 bis 2016 laut UN 77 Prozent der erkrankten Kinder unter fünf Jahren gestorben, während die Sterblichkeitsrate im Durchschnitt bei 67 Prozent der Infizierten lag.

Sowohl in der Demokratischen Republik Kongo als auch in Guinea waren seit Ende Januar unabhängig voneinander erneut Ebola-Fällen bekannt geworden. Der Ausbruch in Guinea sei keine 50 Kilometer von einem der SOS-Kinderdörfer entfernt. "Glücklicherweise geht es allen Kindern und Jugendlichen gut", sagt Richard Watchinou, Leiter der Hilfsorganisation in Guinea. Soziale Isolation und Hygienemaßnahmen seien jetzt noch wichtiger, damit sich die Epidemie nicht ausbreite.

Aboubacar Moutari fordert, dass der Schutz der Kinder bei allen Maßnahmen, die getroffen werden, im Mittelpunkt stehen müsse. Kinder seien auch deshalb besonders gefährdet, weil sie durch die Ebola-Infektion zu Waisen werden können. Bei dem Ausbruch von 2014 hätten geschätzt 22.000 Kinder mindestens ein Elternteil verloren. Viele seien auf der Straße gelandet, andere hätten anhaltende gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten. Häufig seien die Kinder stigmatisiert worden. Noch heute seien die Nachwirkungen der Epidemie vielfach spürbar.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in Westafrika vielfältig und waren auch während der Ebola-Epidemie ununterbrochen für sie da. Kinder, die ihre Eltern verloren haben, haben wieder ein neues Zuhause bekommen. Die SOS-Kliniken haben medizinische und psychologische Hilfe geleistet.


SOS-Kinderdörfer: Rechte der Mädchen stärken

Regierung von Nepal will Mädchen und Frauen das Reisen verbieten

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweitFotograf:Matthias Ziegler 2017
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweitFotograf:Matthias Ziegler 2017

 (Bhaktapur/ots) - Die Regierung von Nepal will ein neues Gesetz erlassen, das Frauen unter 40 Jahren Reisen in den Mittleren Osten oder nach Afrika verbietet, sofern sie nicht die Genehmigung ihrer Familie und der lokalen Regierung haben. Das geben die SOS-Kinderdörfer bekannt. "Ziel des geplanten Gesetzes soll es sein, junge Mädchen und Frauen vor Menschenhandel zu schützen, aber das ist nicht der richtige Weg. Im ganzen Land gibt es Proteste: Die Demonstranten fordern die Rücknahme des Gesetzes und protestieren gegen Diskriminierung", sagt Ishwori Sharma, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Nepal.

Menschenhandel sei in Nepal ein großes Problem. Allein im Jahr 2018 seien dem 35.000 Personen zum Opfer gefallen, darunter 20.000 Mädchen und Frauen. In den allermeisten Fällen würden sie mit falschen Versprechungen ins Ausland gelockt und dort ausgebeutet oder zur Prostitution gezwungen. Ishwori Sharma sagt: "Wir müssen an die Wurzel gehen, wenn wir das ändern wollen: Alle Kinder müssen eine gute Bildung und Entwicklungschancen bekommen, sodass sie erst gar nicht in die Notsituation geraten, die viele in die Arme der Kriminellen treibt. Sie müssen über die Gefahren aufgeklärt werden. Menschenhändler müssen härter bestraft werden."

Genauso wichtig sei es, die Rechte der Mädchen zu fördern anstatt sie zu bescheiden. Zwar habe Nepal in Bezug auf die Gleichberechtigung große Fortschritte gemacht, das Land wird von einer Präsidentin regiert und ein Drittel der Sitze im Parlament ist für Frauen reserviert, aber immer noch würden Mädchen und Frauen vielfach benachteiligt. Ishwori Sharma sagt: "Vor allem auf dem Land sind die patriarchalen Strukturen immer noch vorherrschend. Da kann eine Frau noch so gebildet sein und hat trotzdem nur in der Küche etwas zu sagen." Hier müsse ein grundlegendes Umdenken stattfinden.

 

In den SOS-Kinderdörfern werden Mädchen aktiv gefördert und wachsen gleichberechtigt mit den Jungen auf. In Gemeinden setzt sich die Hilfsorganisation gegen Diskriminierung ein und schafft ein Bewusstsein für die Rechte von Mädchen und Frauen.


Zwischen Anspannung und Verzweiflung – Menschen im Heiligen Land fehlt es an allem

(Köln/th) - Der Deutsche Verein vom Heiligen Lande (DVHL) sieht mit Sorge ins Heilige Land: Wie soll die immer größer werdende Not der Menschen im Heiligen Land, um ein Vielfaches verstärkt durch die Corona-Pandemie, gemildert werden, wenn die Mittel schrumpfen? Veronika Staudacher, Leiterin des Jerusalem-Büros des DVHL, berichtet über Menschen zwischen Anspannung und Verzweiflung.

 

In vier Wochen denken wir anlässlich der Palmsonntagskollekte besonders intensiv an die Menschen im Heiligen Land, wo sich die Situation weiter verschärft. „Fast ein Jahr nach Beginn der Pandemie ist COVID-19 für fast jeden eine harte Realität geworden, besonders aber für die Statuslosen in der israelischen Gesellschaft. 10 Monate ohne ein stabiles (oder überhaupt ein) Einkommen lassen Familien verzweifelt und in großer Not zurück“, schreibt uns eine Projektpartnerin und schildert eindrücklich, wie aus anfänglichen Nothilfen mittlerweile Alltag geworden ist.

 

Selbst für unsere Angestellten ist die Lage schwierig geworden angesichts der fehlenden Gäste in den Pilgerhäusern, der fehlenden Besucher in den Kirchen sowie der hohen Infektionszahlen in Israel und erst recht in den palästinensischen Gebieten. Vor allem in den Dörfern rund um unser Alten- und Pflegeheim in Emmaus-Qubeibeh breitet sich der Virus rasant aus. Und das bei einem völlig überlasteten Gesundheitssystem und fehlenden Testmöglichkeiten.

 

Auch ich selbst war schon mehrfach in Quarantäne oder isoliert in strengen Lockdowns und weiß, wie es sich anfühlt, wenn man dauerhaft zuhause ‚eingesperrt‘ ist. Dennoch bin ich in einer privilegierten Situation: Ich bin gesund und krankenversichert, habe einen Job und muss davon keine Familie unterhalten, habe ein Dach über dem Kopf und Strom im Haus, habe keine schulpflichtigen Kinder, die ich neben meiner Arbeit zuhause betreuen muss, und konnte als deutsche Staatsbürgerin zwischenzeitlich sogar nach Deutschland reisen.

 

Während auf der einen Seite schon knapp ein Drittel der Menschen in Israel voll geimpft sind, kämpft das Land auf der anderen Seite weiterhin mit sehr hohen Infektionszahlen.

 

Auch die Projektpartner, die wir als DVHL unterstützen, melden bedrückende Neuigkeiten: Spendenzahlen sind eingebrochen, viele Programme sind auf das Minimum reduziert und Mitarbeiter in unbezahltem Urlaub. Gleichzeitig verschlechtert sich die Situation der Menschen in prekären Lebenssituationen nicht nur finanziell. Grade in der psychosozialen Arbeit, im Umgang mit Traumata oder Entwicklungsstörungen, können auf Distanz, wenn überhaupt, nur wenige Fortschritte gemacht werden.

 

Hinzu kommt, dass der durch die Coronakrise ausgelöste volkswirtschaftliche Schaden enorm ist und dass vor allem die Christen noch deutlich mehr als bisher auf unsere Hilfe und Solidarität angewiesen sind. Coronabedingte Nothilfen haben wir als DVHL vom ersten Tag an geleistet. Doch die Anträge nehmen – ähnlich wie die Krise – anscheinend kein Ende.“ 

 

Gerne steht Ihnen Veronika Staudacher für ein Interview zur Verfügung. Live-Schalten über Zoom oder Microsoft-Teams sind möglich. Sie können sie kontaktieren unter

v.staudacher@dvhl.de oder telefonisch unter +972 58 576 5053.

 

Bitte machen Sie auf unsere Seite www.palmsonntagsaktion.de aufmerksam. Auf diesen rufen wir zu Spenden für die Menschen im Heiligen Land auf. Neben Spenden freuen wir uns über neue Mitglieder. Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 24 Euro sichert uns die freien Mittel, die wir für Nothilfeanträge so dringend brauchen.

 

Kontoverbindung:

 

Deutscher Verein vom Heiligen Lande

Pax-Bank

IBAN: DE81 3706 0193 0021 9900 19

 


Nur Verzicht kann eine globale Gerechtigkeit schaffen

Foto: ora
Foto: ora

 

Zu seinem 40-jährigen Jubiläum fordert das Berliner Kinderhilfswerk ora Kinderhilfe e. V. dazu auf, während dieser Fastenzeit nicht für sich, sondern für andere zu fasten.

 

(Berlin/ora) -  Im Rahmen seiner Jubiläumskampagne zum Thema Gerechtigkeit fordert ora Kinderhilfe e. V. dazu auf, in der diesjährigen Fastenzeit nicht einfach zu verzichten, sondern den eigenen Überfluss mit Menschen in Not zu teilen.

 

Das Hilfswerk weist darauf hin, dass die derzeitige Form der Globalisierung zwangsläufig zu einer Verteilungsungerechtigkeit führt. Während die einen im Überfluss leben, haben die anderen kaum genug, um sich täglich satt zu essen. Während die einen hungern, werfen die anderen Lebensmittel in den Müll. Während täglich rund 24.000 Menschen verhungern, werden allein in den USA täglich Milliardengelder für Diäten ausgegeben.

 

„Wir sind nicht die Einzigen, die diese Ungerechtigkeit sehen“, sagt Carmen Schöngraf, Geschäftsführerin von ora Kinderhilfe und weist darauf hin, dass sich die gegenwärtige Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag ausdrücklich zu einer „Entwicklungspolitik für eine gerechte Globalisierung“ (Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode, XII, 8) bekennt.

 

„Uns als christlichem Hilfswerk ist es ebenfalls ein Anliegen, dass wir ganz bewusst in der Fastenzeit etwas vorantreiben. Denn Fasten heißt, die Dinge durch Verzicht zu verändern“, erläutert Schöngraf und weist auf den Propheten Jesaja hin, der bereits in der Bibel den engen Zusammenhang zwischen Fasten, Teilen und Gerechtigkeit betonte (Jesaja 58,6-8).

 

„Die Erfahrung, die wir als ora Kinderhilfe machen, ist ganz klar und einfach. Wenn jemand auf 30 Euro im Monat verzichtet und sie teilt, indem er eine Patenschaft übernimmt, dann verändert er damit das Leben eines Kindes ganz entscheidend. Wir haben ja Kontakt zu ehemaligen Patenkindern und staunen immer wieder, was aus ihnen geworden ist: vom Rockstar bis zur liebenden Mutter, bis zur Professorin. Kindern die Chance zu geben, etwas aus sich und ihren Träumen machen zu können, egal ob sie in Burundi oder Berlin geboren sind, das bedeutet Gerechtigkeit.“

 

Zu seinem 40. Geburtstag wünscht sich das Kinderhilfswerk ora Kinderhilfe e. V. deshalb auch, neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter auf diesem Weg hin zu einer globalen Gerechtigkeit zu finden. „40 Jahre und mindestens 40 neue Patinnen und Paten, das wäre schön“, erklärt Carmen Schöngraf.


Bereits über 10 000 Menschen auf unbewohnte Insel umgesiedelt

Vergessene Krise in Bangladesch: Situation der Rohingya immer auswegloser

(München/sos) - Die Situation der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch wird nach Angaben der SOS-Kinderdörfer immer auswegloser: Um der Überfüllung des Lagers in der Stadt Cox's Bazar entgegenzuwirken, hat die Regierung in dieser Woche wiederholt mehrere tausend Menschen auf eine unbewohnte Insel umgesiedelt, darunter zahlreiche Kinder. "Ihre Lage wird dadurch nur noch schlimmer", sagt Shubha Murthi, Leiterin der Hilfsorganisation in Asien. Die Gefahr sei groß, dass die Insel Bhasan Char bei Unwetter überflutet würde. Es mehrten sich außerdem die Anzeichen, dass die Menschen gegen ihren Willen dorthin gebracht würden. Insgesamt sind bereits über 10.000 Rohingya auf der Insel, nach Plänen der Regierung sollen es bis zu 100.000 werden.

 

Doch auch in dem Lager in Cox's Bazar seien die Verhältnisse desaströs. 1,1 Millionen Angehörige der muslimischen Minderheit Rohingya leben hier. Sie sind 2017 vor dem Genozid in ihrer Heimat Myanmar geflohen. Das Lager gilt als eines der größten der Welt - mit ebenso großen Problemen. Shubha Murthi sagt: "Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal und machen es dem Corona-Virus und anderen Infektionskrankheiten leicht, sich zu verbreiten. Gewalt, Drogen und Menschenhandel nehmen ebenso zu wie Kinderarbeit und Kinderehen. Aufgrund der hohen Anspannung und der Enge kommt es außerdem immer öfter zu Fällen von häuslicher Gewalt." Vor allem für Kinder und Frauen sei die Situation hochgefährlich.

 

Shubha Murthi sagt: "Es fehlt an Kinderschutz, es fehlt an Bildungseinrichtungen, es fehlt an allem! Organisationen wie die SOS-Kinderdörfer, die die Menschen hier seit Jahren unterstützen, stehen vor einer kaum zu bewältigenden Aufgabe!" Oberstes Gebot müsse es sein, eine menschenwürdige Lösung zu finden.

 

Von der Weltbevölkerung vergessen, aber nicht vom Virus : In zahlreichen Staaten kämpfen Kinder und Familien seit Jahren ums Überleben - im Schatten der Öffentlichkeit und zum großen Teil abgeschnitten von wirkungsvoller Hilfe. Die SOS-Kinderdörfer berichten in dieser Serie über die aktuelle Situation in Konfliktländern, in denen die Corona-Pandemie die ohnehin katastrophale Lage dramatisch zuspitzt. Über "Vergessene Krisen" in der Ukraine, Madagaskar, Kolumbien, Bangladesch , Mexiko, Zentralafrika, Syrien, Niger und Burkina Faso.


Kindermissionswerk stellt 57.500 Euro für Nothilfe im Norden Äthiopiens bereit

„Die humanitäre Lage in Tigray ist dramatisch“

(Aachen/kmw) - Das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ stellt 57.500 Euro für Nothilfe im Norden Äthiopiens bereit. „Die humanitäre Lage der Menschen in der Region Tigray ist dramatisch. Schnelle Hilfe ist jetzt dringend nötig, sonst droht eine Hungersnot“, sagt Claudia Rauh, Äthiopien-Länderreferentin im Kindermissionswerk. Seit November vergangenen Jahres herrscht in der nordäthiopischen Region Tigray Krieg zwischen der äthiopischen Armee und der Volksbefreiungsfront von Tigray. Die Folgen: Zerstörte Ernten, Hunger und Plünderungen. „Zahlreiche Menschen sind auf der Flucht, es fehlt an Nahrung, Wasser und Medizin. Die Situation wird dadurch verschärft, dass die Region schon vor Kriegsausbruch unter einer Heuschreckenplage litt“, so Rauh.

 

Koordiniert wird die Hilfe von Caritas international, deren Partner vor Ort mit konkreten Maßnahmen die betroffenen Menschen unterstützen. Dazu zählen Nahrungsmittelhilfe, medizinische Hilfe, Wasser- und Sanitärversorgung sowie das Bereitstellen von Kochgeschirr, Matratzen und Bettwäsche. Da Banken größtenteils geschlossen sind und die Menschen aktuell nur wenig oder kein Bargeld besitzen, sind Bargeldverteilungen für das Notwendigste ebenfalls Teil der umfangreichen Hilfe. Dadurch sollen der Handel wiederbelebt und die Märkte stabilisiert werden. Die Hilfsmaßnahmen richten sich vor allem an die Menschen in der Region Tigray und in den dortigen Flüchtlingscamps. Man sei in der Lage, knapp 186.800 Menschen zu erreichen, rund die Hälfte davon sind Kinder, so Caritas Äthiopien, die gemeinsam mit weiteren kirchlichen Partnern die Maßnahmen vor Ort umsetzen. „Viele Mädchen und Jungen sind stark unterernährt“, sagt Länderreferentin Claudia Rauh. „Daher müssen jetzt insbesondere Nahrungsmittel schnell bereitgestellt werden.“

 

Die Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden: 

Pax-Bank eG

Stichwort „Nothilfe Ostafrika“

IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31

BIC: GENODED1PAX

 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger

Mehr als 1.600 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 79 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2019 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 108 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.  

 


World Vision bietet Mädchen und Frauen spezielle Rehabilitierungsprogramme an - Wolfgang Niedecken: „Erschütternde Geschichten“

Kindersoldatinnen vielfältig stigmatisiert: zum Töten gezwungen, vergewaltigt, als Sexsklavinnen missbraucht

(Friedrichsdorf/wv) - Weltweit werden noch immer rund 250.000 Kinder zum Kampf mit der Waffe gezwungen. Darunter sind auch viele weibliche Kindersoldaten. Ihre Reintegration in ein ziviles Leben gestaltet sich als besondere Herausforderung, da sie oft doppelt stigmatisiert sind. Darauf macht die internationale Hilfsorganisation World Vision zum Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten aufmerksam.

Die Kinderhilfsorganisation bietet ehemaligen Kindersoldaten und -Soldatinnen in der DR Kongo und im Südsudan Programme unter dem Namen „Rebound“ an, die ihnen den Start in ein ziviles Leben ermöglichen. Das Projekt im Südsudan begann Anfang 2019, im Kongo läuft „Rebound“ seit 10 Jahren. „Rebound“ hat World Vision zusammen mit Wolfgang Niedecken, dem Sänger der Band BAP, gegründet. Niedecken: "Gerade das besondere Schicksal von Kindersoldatinnen wird oft vergessen. Ich bin selbst Vater von zwei Töchtern und habe bei meinen Besuchen der Rebound Projekte immer wieder festgestellt, wie sehr mich die Geschichten der Mädchen und Frauen erschüttern. Ihnen muss in besonderer Weise geholfen werden."

Ekkehard Forberg, Friedensexperte bei World Vision erklärt: „Im Kongo haben wir die Erfahrung gemacht, dass Kindersoldatinnen vor besonderen Herausforderungen stehen, wenn sie zurück in ein Leben ohne Krieg und Gewalt wollen.“ Und weiter: „Fast alle der rekrutierten Mädchen und jungen Frauen wurden in ihrer Zeit bei den Milizen vergewaltigt und mussten als Sexsklavinnen dienen. Das stigmatisiert sie in den Augen der Bevölkerung doppelt, als Kämpferinnen und als missbrauchte Frauen.“

In den „Rebound“-Projekten wird in der psychologischen Betreuung deshalb besonders auf Schuldkomplexe und Schamgefühle der Frauen und Mädchen eingegangen. Jede Dritte von Ihnen benötigt zudem medizinische Betreuung, da sie während ihrer Zeit bei den Milizen oder als Zwangsprostituierte in den Bordellen des Ostkongo schwanger geworden sind. Damit sie auch als junge Mütter die „Rebound-Programme durchlaufen können, bietet World Vision tagsüber eine Kinderbetreuung an. Die Betreuerinnen – erfahrene Mütter aus der Region – geben den Teilnehmerinnen zudem Ratschläge für die Kindererziehung und Pflege.

Ein weiterer Baustein für die Reintegration von Kindersoldatinnen ist die Unterbringung in Gastfamilien. Viele der ehemaligen Kämpferinnen wurden von ihren Familien verstoßen oder haben ihre Eltern in Kämpfen verloren. Auch die damals 16jährige Adija hatte keinen Kontakt mehr zu Verwandten, als sie, schwanger und krank, in das „Rebound“-Zentrum im Osten des Kongos flüchtete. „Hier habe ich tatsächlich eine neue Heimat gefunden“, sagt Adija. „Und ich kann bei „Rebound“ eine Ausbildung zur Schneiderin machen.“

Neben der psychologischen Hilfe sind schulische und berufliche Ausbildungen Schwerpunkte des „Rebound“-Projektes. Bislang konnten rund 2.000 Kinder und Jugendliche in den Projekten ausgebildet werden, in Berufen, die in der Region gefragt und mit wenig finanziellen Mitteln umsetzbar sind. Ekkehard Forberg: „Als berufstätige Mitglieder der Gemeinschaft erfahren die Absolventinnen dann auch Anerkennung und Respekt in ihrem Umfeld. Das hilft, Stigmatisierungen abzubauen und es verändert auch das traditionelle Rollenverständnis in der Region.“

 

So ergreifen immer mehr der Absolventen und Absolventinnen für sie untypische Berufe. Unter den Teilnehmenden des aktuellen Jahrgangs befinden sich zum Beispiel kommende Motorradmechanikerinnen und sieben Friseure. 


Angriffe auf Hilfsorganisationen nehmen zu

Zentralafrika: Immer mehr Kinder und Frauen fliehen ins SOS-Kinderdorf vor Gewalt

(München/sos) - Erneut sind Kinder und Frauen vor der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik ins SOS-Kinderdorf Bouar geflohen.

Mittlerweile ist die Zahl der Schutzbedürftigen dort auf 1300 gestiegen. "Wir tun unser Bestes, um sie mit Nahrung, Unterkunft, Medizin und psychologischer Unterstützung zu versorgen", sagt Anatole Ngassenemo, verantwortlich für die familiennahe Betreuung der Hilfsorganisation im Land. Seit den Regierungswahlen im Dezember 2020 ist die Gewalt in dem bürgerkriegsgebeutelten Land erneut eskaliert. Über 100 000 Menschen sind ins Ausland geflohen, fast ebenso viele im eigenen Land auf der Flucht.

 

Auch für humanitäre Helfer werde die Situation immer gefährlicher.

Seit Dezember habe es 59 Übergriffe auf Hilfsorganisationen gegeben, Büros seien geplündert und Autos gestohlen worden, mehrere Helfer seien verletzt, einer getötet worden. Auch ein Transport der SOS-Kinderdörfer, der dringend benötigte Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel aus der Hauptstadt bringen sollte, konnte aktuell nur unter größter Anstrengung ins Kinderdorf Bouar gelangen. "Unsere Wagen steckten über mehrere Tage in der Hauptstadt Bangui fest und wurden schließlich von den Vereinten Nationen hierher eskortiert", sagt Ngassenemo. Die Ernährungssituation bleibe gleichwohl auch im Kinderdorf angespannt.

Es sei davon auszugehen, dass die schutzsuchenden Menschen in den kommenden Wochen bleiben und versorgt werden müssten. "Wir tun, was in unserer Macht steht, aber die Herausforderung ist groß", sagt Ngassenemo.

 

Seit 2013 ist die Zentralafrikanische Republik von Gewalt geprägt, Rebellen kontrollieren zwei Drittel des Landes. Nach den Regierungswahlen im Dezember 2020 ist es auch in nächster Nähe des SOS-Kinderdorfs Bouar zu Angriffen gekommen. Unbeirrt der Konflikte unterstützen die SOS-Kinderdörfer die Menschen in der Zentralafrikanischen Republik seit Jahrzehnten. Verlassene Kinder bekommen wieder ein Zuhause, Familien werden vor dem Zusammenbrechen bewahrt, Bürgerkriegsflüchtlinge erhalten Nothilfe.

 

 


Vergessene Krise Kolumbien: Immer mehr Kinder aus Venezuela kommen alleine über die illegale Grenze

Corona-Pandemie trifft Geflüchtete besonders hart

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit/ Fotograf:Alejandra Kaiser 2019
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit/ Fotograf:Alejandra Kaiser 2019

(Santander/ots) - Die anhaltende Krise in Venezuela führt - verschärft durch die Corona-Pandemie - nach Angaben der SOS-Kinderdörfer zu verzweifelten Fluchtbewegungen: Täglich fliehen weiter zwischen 500 und 700 Menschen aus Venezuela nach Kolumbien, unter ihnen immer öfter Frauen und unbegleitete Kinder. Gleichzeitig kehren notleidende Flüchtlinge aus Kolumbien in ihre Heimat zurück.

"Die Menschen wissen nicht mehr weiter", sagt Miguel Piza, der die SOS-Geflüchtetenhilfe in Kolumbien organisiert. Angefeuert durch die Pandemie wüchsen Inflation und Armut in Venezuela kontinuierlich. Da die Landesgrenzen zur Eindämmung des Virus größtenteils geschlossen sind, würden die Menschen über inoffizielle Wege kommen, was zusätzliche Gefahr bedeute und Gewalt und Menschenhandel nach sich ziehe. Die Ankömmlinge seien häufig unterernährt und am Rande ihrer Kräfte.

Seit 2015 sind insgesamt 5,4 Millionen Menschen vor wirtschaftlicher Not und Elend in Venezuela geflohen, allein 1.8 Millionen nach Kolumbien. Doch auch hier treffe sie die Corona-Pandemie besonders hart. "Die allermeisten haben ihren Job verloren. All die Gelegenheitsjobs, von denen sie sich finanzierten, fielen plötzlich weg. Die Menschen haben weder Zugang zur Gesundheits-, noch zur Sozialversorgung, wissen nicht, wie sie Essen und Miete zahlen sollen." In ihrer Ausweglosigkeit hätten sich bis November 2020 nach Schätzungen der kolumbianischen Regierung 122 000 Menschen auf den Rückweg in ihre Heimat Venezuela gemacht, wo sie hofften, mit Hilfe ihrer familiären Netzwerke irgendwie überleben zu können - und häufig noch schlimmere Lebensverhältnisse vorfänden.

"Die Weltöffentlichkeit darf nicht wegschauen. Kinder und Familien aus Venezuela brauchen gerade jetzt dringend unserer Hilfe!", sagt PizaDie SOS-Kinderdörfer helfen Geflüchteten aus Venezuela vielfältig und unterstützen Kinder und Familien sowohl in Venezuela als auch in Kolumbien seit Jahrzehnten.

 

Von der Weltbevölkerung vergessen, aber nicht vom Virus: In zahlreichen Staaten kämpfen Kinder und Familien seit Jahren ums Überleben - im Schatten der Öffentlichkeit und zum großen Teil abgeschnitten von wirkungsvoller Hilfe. Die SOS-Kinderdörfer berichten in dieser Serie über die aktuelle Situation in Konfliktländern, in denen die Corona-Pandemie die ohnehin katastrophale Lage dramatisch zuspitzt. Über "Vergessene Krisen" in der Ukraine, Madagaskar, Kolumbien, Mexiko, Zentralafrika, Syrien, Niger, Burkina Faso und Bangladesch.


Hilfe für evangelische Christen in Syrien und im Libanon

+ Die Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk (GAW) erhöht das Spendenziel

 

+ Neuwahl des Vorstands der GAW-Frauenarbeit

 

Am 5. Februar 2021 fand die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk (GAW) statt – erstmalig digital. Vertreten waren 15 der aktuell insgesamt 19 GAW-Frauenarbeiten in den Landeskirchen bundesweit.

 

(Berlin/gaw) - Digital fanden auch die Neuwahlen des Vorstands statt. Als Leiterin der Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im GAW wurde Inge RÜHL aus Hanau (Kurhessen-Waldeck) für eine zweite sechsjährige Amtszeit wiedergewählt. Weitere Vorstandmitglieder wurden Pfarrerin Christina Hörnig (Württemberg, stellvertretende Leiterin), Marion Kunz (Sachsen, Schatzmeisterin), Petra Herfel-Stürtz (Hessen-Nassau, Schriftführerin) und Pfarrerin Anke Zimmermann (Anhalt, Beisitzerin).

 

Feierlich eröffnet wurde das Jahresprojekt 2021, das evangelischen Christen in Syrien und im Libanon gewidmet ist.

Najla KASSAB, Pfarrerin der Evangelischen Kirche im Libanon und Präsidentin der Weltgemeinschaft der Reformierten Kirchen, grüßte die Leiterinnen in einer Videobotschaft aus Beirut:

„Eure Partnerschaft gibt uns Hoffnung. Wir hoffen, dass die Kampagne eine Quelle des Segens für uns alle wird. Wir geben nicht auf, sondern machen weiter und vertrauen, dass Gott uns benutzen wird, um ein besseres Morgen zu schaffen.“

 

Insgesamt ist das Ziel der GAW-Frauenarbeit, 105.000 Euro zu sammeln. Das Spendenziel wurde im Vergleich zu den früheren Jahren um 10 000 Euro erhöht – ein mutiger und hoffnungsvoller Schritt, an dem trotz Corona-Einschränkungen festgehalten werden soll. Mit ihrem Jahresprojekt 2021 „Meine Hoffnung und meine Freude“ sammelt die Frauenarbeit im GAW Spenden für Fortbildungen für Frauen, für die Arbeit mit vom Krieg traumatisierten Jugendlichen, für die Gesundheitsversorgung für ältere Menschen, für ökologische Energieversorgung in einem Altenheim und für weitere kleinere Projekte.

 

Link: Projekte der GAW-Frauenarbeit 2021

 

 


Krankenhäuser und Beerdigungsunternehmen laut Gesundheitsbehörden kollabiert

World Vision versorgt Krankenhäuser in Amazonas mit Sauerstoffflaschen

(Manaus / Friedrichsdorf/wv) - Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision hat im brasilianischen Bundesstaat Amazonas mit Unterstützung von kirchlichen Organisationen 1000 Sauerstoffflaschen an verschiedene Krankenhäuser in der Region verteilt. Zuvor hatten die Verantwortlichen im Gesundheitswesen von dramatischen Zuständen berichtet und dringend darum gebeten, Sauerstoff zu liefern, da die Vorräte erschöpft seien.

Brasilien ist in Südamerika das Land mit den meisten Corona-Infektionen und -Toten; erfasst sind aktuell fast 9 Millionen Infizierte und mehr als 200.000 Gestorbene. Am 14. Januar stieg die Zahl der Todesfälle auf 1.841 Menschen in 24 Stunden, die höchste Zahl bisher. Die durchschnittliche Zahl der neuen Patienten markierte einen neuen Rekord und kletterte auf 56.453 - ein Anstieg von 52% in den letzten zwei Wochen. Zusätzlich hat das Land immer noch mit vielen Tuberkulose-Erkrankungen zu tun. Das Gesundheitssystem befindet sich in einer schweren Krise, nachdem in den letzten Wochen so viele Kranke wie nie zuvor eingewiesen werden mussten. Besonders schwer von Covid-19 getroffen ist das Amazonas- Gebiet. Die Gesundheitsbehörden verzeichnen einen steilen Anstieg der Erkrankungen und haben den Kollaps des Systems erklärt. Im Dezember vergangenen Jahres war in Brasilien eine neue Mutation des Virus entdeckt worden. Sie konnte inzwischen in 42% der Krankheitsfälle nachgewiesen werden.

Nach der Ankunft in Manaus, der Hauptstadt von Amazonas lieferte World Vision gemeinsam mit den Partnern die Sauerstoffflaschen zusammen mit Hygiene- und Reinigungsmaterialien an Krankenhäuser und Gesundheitsstationen in 10 Gemeinden, einschließlich der Hauptstadt, aus.

World Vision Brasilien leistet seit März 2020 Corona-Hilfen und arbeitet diesbezüglich mit lokalen Partnern zusammen, um insbesondere die Bedürftigsten und Kinder mit Aufklärungs- und Hilfsmaßnahmen zu erreichen. Die Kinderhilfsorganisation setzt unter anderem ein Krankenhausschiff ein, mit dem verstreut lebende, besonders schutzbedürftige Menschen und Kinder entlang der Amazonas-Flüsse mit Informationen und medizinischen Notfallbehandlungen versorgt werden können.

"Seit 10 Monaten sehen wir, wie die Auswirkungen von COVID-19 immer mehr gefährdete Familien und Kinder treffen. Das Virus breitet sich trotz aller Anstrengungen immer weiter aus, aber das Mitleid schwindet. Kinder sind traumatisiert, weil sie isoliert sind und enge Bezugspersonen verloren haben“, erklärt die Direktorin von World Vision Brasilien, Martha Yaneth Rodriguez. „Der Bundesstaat Amazonas befindet sich zum zweiten Mal in einer Extremsituation. Die Gesundheits- und Bestattungssysteme brechen erneut zusammen. Die Teams von World Vision arbeiten unermüdlich im gesamten Staatsgebiet und schenken dem Amazonas gerade jetzt besondere Aufmerksamkeit". World Vision wurde vor 70 Jahren gegründet, um auf humanitäre Notsituationen zu reagieren. Die Mitarbeiter vor Ort sind Experten darin, in Zeiten großer Krisen schnell und effizient zu reagieren. „Unsere Teams im Amazonasgebiet sind entschlossen, ihre Arbeit fortzusetzen, und wir müssen Mittel garantieren, damit diese Arbeit nicht unterbrochen wird", ergänzt Rodriguez.

Mit der Unterstützung von strategischen Partnern wie Regierungen, Kirchen, humanitären Organisationen, großen Unternehmen und der Zivilgesellschaft hat World Vision bisher etwa 3,5 Millionen Menschen durch direkte und indirekte Maßnahmen erreicht.

Die Hilfsmaßnahmen von World Vision können Sie unterstützen über folgende Bankverbindung:

IBAN DE72370601934010500007 (PAX-Bank eG)

Stichwort „Coronahilfe“

 

Online spenden unter: www.worldvision.de/corona


Impfstoff-Nationalismus reicher Länder untergräbt schnelle und gerechte Impfstoffverteilung in ärmeren Ländern

World Vision: Corona-Pandemie kann nur global erfolgreich bekämpft werden

(Friedrichsdorf/wv) - Die Hilfsorganisation World Vision fordert eine schnelle und gerechte Verteilung von Covid19-Impfstoffen an arme Länder. Nach Angaben der Organisation kommen kaum Covid-19 Impfstoffe in Entwicklungsländern an, obwohl sie dort dringend gebraucht werden.

Während sich reiche Länder den Löwenanteil an verfügbaren und künftigen Impfstoffen gesichert haben, gehen ärmere Länder leer aus. Auch COVAX, ein von der WHO initiierter Verteilungsmechanismus für Impfstoffe für ärmere Länder, greift nach Angaben von World Vision bislang nicht. Über COVAX sollten bis Ende dieses Jahres 1,3 Milliarden Impfdosen an Länder mit niedrigem Einkommen gehen, um 20% der Bevölkerung impfen zu können.

Es stehe bislang jedoch nicht genügend Impfstoff zur Verfügung, der über COVAX verteilt werden könnte, auch wenn COVAX über Verträge Impfstoffkontingente gesichert hat, so World Vision. Reiche Länder kämen hier zuerst zum Zug durch bilaterale Vorabverträge mit den Herstellern, die zum Teil sogar eine Überversorgung der eigenen Bevölkerung ermöglichen. Das eigentlich gut gemeinte Anliegen der COVAX Initiative werde durch die „Ich zuerst-Haltung“ der reichen Industrieländer untergraben.

So gut wie kein afrikanisches Land habe bisher auch nur annähernd genügend Impfdosen erhalten, während in vielen reichen Ländern im Vergleich bereits umfassende Impfkampagnen angelaufen seien. Völlig unklar bleibt laut World Vision, wann und wieviel Covid-19 Impfdosen in den ärmeren Ländern eintreffen werden. Bis zumindest 20% der Bevölkerung geimpft sind, könne es noch Jahre dauern.

Angesichts der Bevölkerungszahlen in ärmeren Ländern und der mangelnden staatlichen Möglichkeiten dort, sei die bisherige Bereitstellung von Impfdosen ein Skandal , so die Gesundheitsexpertin der Kinderhilfsorganisation World Vision, Fiona Uellendahl: „Allein in den zehn ärmsten Ländern der Welt leben etwa 330 Millionen Menschen. Die Menschen sind auf eine schnelle und breit angelegte Impfstoffversorgung angewiesen – doch die können sich die Regierungen dort gar nicht leisten. Deshalb ist globale Hilfe unbedingt nötig. Sonst wird das Covid19-Virus nicht besiegt werden können.“

Zudem müssten Pharmakonzerne Technologien und Forschungsergebnisse offenlegen und auch ärmeren Ländern zugänglich machen, damit die Produktion von Impfstoffen und Medikamenten auch in armen Ländern möglich wird und schneller ausgeweitet werden kann. In einem jüngst veröffentlichen Positionspapier fordern mehrere NGOs, darunter auch World Vision, mehr Transparenz bei der Herstellung von Impfstoffen sowie eine global gerechte Verteilung und ein Ende des Impfstoff-Nationalismus.

„Deutschland kann dabei eine wichtige Position einnehmen“, so Uellendahl. „Die Bundesregierung sollte sich dafür einsetzen, dass auch in ärmeren Ländern die Produktion von Impfstoffen und Medikamenten angekurbelt werden kann, beispielsweise indem sie den Vorschlag von Indien und Südafrika zur Aussetzung von bestimmten Patenten für die Dauer der Pandemie unterstützt, und einen offenen Zugang zu Forschungsdaten fördert.  Das wäre ein großer Schritt in Richtung Zugangsgerechtigkeit.“

 

Das Positionspapier des NGO Bündnisses finden Sie unter:
https://www.aids-kampagne.de/sites/default/files/210117_update_covid19_access_policy_briefing_2020.pdf


718.000 Kinder werden durch dreijähriges Projekt unter Leitung von Plan International gefördert

Corona-Hilfe in Afrika: Kinderrechtsbündnis erhält 10 Millionen Euro für den Schutz von Kindern vor Gewalt

(Hamburg/Berlin/wv) – Gemeinsamer Einsatz für Kinderrechte in der Corona-Pandemie: Joining Forces, der Zusammenschluss der sechs größten Kinderhilfsorganisationen der Welt, erhält zehn Millionen Euro von der Europäischen Union, um Mädchen und Jungen in fünf afrikanischen Ländern vor Gewalt und Ausbeutung zu schützen.

 

„Unter den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden die Kinder am stärksten. Sie sind die verborgenen Opfer dieser Krise“ sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Durch die Ausgangsbeschränkungen sind Mädchen und Jungen einem hohen Risiko von häuslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt. Im Bündnis haben wir ein leistungsfähiges und weitreichendes Projekt geschaffen, welches mit der finanziellen Unterstützung der Europäischen Union das Leben von Hundertausenden Mädchen und Jungen verbessern kann.“ Das Projekt „Joining Forces for Africa - Schutz von Kindern vor Gewalt während der COVID-19 Krise und darüber hinaus“ (JOFA) steht unter der Leitung von Plan International Deutschland. In Deutschland zählt außerdem World Vision zu den Projekt-Trägern.

 

Rund 718.000 Kinder sollen in den kommenden drei Jahren vom „Joining Forces for Africa“-Projekt profitieren. Es wird in Äthiopien, Kenia, Mali, Senegal und Uganda durchgeführt. Diese Länder sind aufgrund eines hohen Risikos negativer Auswirkungen durch die Pandemie und des daraus resultierenden Bedarfs an Kinderschutz vor Ort ausgewählt worden. Kinder, die an dem Projekt teilnehmen, leben in Flüchtlingslagern, städtischen Elendsvierteln, Konfliktregionen oder Grenzgebieten. „Diese gefährdeten Kinder benötigen in der aktuellen Krise besondere Aufmerksamkeit und eine starke Lobby, damit ihre Bedürfnisse nicht übergangen werden“, betont Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. „Unsere Analysen vor Ort zeigen, dass sich Lücken im Kinderschutz und mangelnde Unterstützung jetzt dramatisch auswirken“, so Waffenschmidt weiter.

 

Danach stieg die Gewalt an Kindern durch Eltern, ebenso nahmen sexueller Missbrauch und Vergewaltigungen an Mädchen sowie Kinderschwangerschaften zu. Es gibt Berichte, dass Familien sexuelle Gewalttaten an ihren Kindern nicht melden, weil sie fürchten, sich auf Polizeistationen oder in Gesundheitseinrichtungen mit dem Coronavirus zu infizieren. Durch die eingestellten Schulspeisungen erhalten arme Kinder und Jugendliche keinen regelmäßigen Zugang mehr zu Mahlzeiten. Es fehlen Lernmaterialien und Anleitungen für den Unterricht zu Hause, trotz vieler Anstrengungen von NGO’s und Regierungen, Bildung weiterhin zu ermöglichen. Weil die Familien als Folge der Pandemie ihre Lebensgrundlagen verloren haben, werden Kinder zur Arbeit, etwa im Bergbau, gezwungen, sie werden von kriminellen Banden rekrutiert und als Drogenkuriere eingesetzt.

 

„Wir wissen, dass gerade junge notleidende Mütter ihre Kinder aussetzten“, so Maike Röttger weiter. „Das sind unhaltbare Zustände. Dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist das Ziel des JOFA-Projektes. Wir werden deshalb die bestehenden Kinderschutzsysteme in den Ländern stärken und gleichzeitig mit Familien, Gemeinden und Institutionen zusammenarbeiten, um gefährdeten Kindern rechtzeitig und effektiv helfen zu können“

 

Sehr wichtig sei allen Partnern die Beteiligung der Betroffen bei der Ausgestaltung des Projektes, denn „Kinder und Jugendliche kennen ihre Probleme und Bedürfnisse am besten.“ „Wir werden auch darauf achten, dass sie in politischen Gremien und in den Medien gehört werden, damit das Bewusstsein für ihre Schutzrechte wächst“, ergänzt Christoph Waffenschmidt.

 

Neben Plan International und World Vision sind auch ChildFund International, Save the Children, Terre des Hommes und SOS-Children’s Villages International an der Durchführung des Projekts beteiligt.

 

Zu den konkreten Maßnahmen zählen unter anderem:

 

  • Stärkung und Aufbau von Kindernotrufnummern, um es Mädchen und Jungen zu ermöglichen, Vorfälle sexueller Gewalt vertraulich zu melden.
  • Training in Kinder- und Jugendclubs: Mädchen und Jungen werden über ihre Rechte aufgeklärt, damit sie diese in ihren Familien und Gemeinden einfordern und vertreten können.
  • Unterstützung der Eltern bei der Stressbewältigung, beim Aufbau von Fähigkeiten für eine positive Elternschaft und bei der gegenseitigen Unterstützung in schwierigen Zeiten
  • Kooperation mit Medien und Verteilung von Informationsmaterial für Familien und Kinder zum Kinderschutz, um das Bewusstsein dafür in den Gemeinden zu erhöhen.
  • Trainings für lokale Kinderschutz-Komitees, z.B. in psychologischer erster Hilfe, und Förderung einer effektiven Zusammenarbeit mit spezialisierten Diensten
  • Politik-Beratung zur Integration von Kinderschutzmaßnahmen in COVID-19-Programme

 

Neben den 718.000 Kindern, die von dem JOFA-Projekt profitieren werden, sind rund 3.000 Mitarbeitende der lokalen Kinderschutz-Institutionen sowie 23.000 Eltern und Betreuerinnen und Betreuer an der Umsetzung beteiligt.

 

Über Joining Forces

 

Joining Forces ist eine Allianz der sechs größten internationalen Kinderrechtsorganisationen. Ihr gehören an: Plan International, World Vision International, ChildFund Alliance, Save the Children International, Terre des Hommes International Federation und SOS-Children’s Villages International. Das Bündnis entstand 2017 und konzentriert sich derzeit auf zwei Initiativen: Förderung von Kinderrechten und Beendigung der Gewalt gegen Kinder. Es vermittelt diese Werte im direkten Austausch mit den Regierungen vor Ort. „Joining Forces for Africa“ (JOFA) ist das erste gemeinsame Hilfsprojekt der Allianz.

 

Über Plan International Deutschland

 

Plan International ist eine unabhängige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe. Mädchen und Jungen sollen weltweit die gleichen Rechte und Chancen haben und ihre Zukunft aktiv gestalten. Um das zu erreichen, setzen wir in unseren Partnerländern effizient und transparent Projekte zur nachhaltigen Gemeindeentwicklung um und reagieren schnell auf Notlagen und Katastrophen, die das Leben von Kindern bedrohen. In 75 Ländern arbeiten wir Hand in Hand mit Kindern, Jugendlichen, Unterstützenden und Partnern jeden Geschlechts, um unser globales Ziel zu erreichen: 100 Millionen Mädchen sollen lernen, leiten, entscheiden und ihr volles Potenzial entfalten. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bestärken uns in unserem Engagement.

 

Über World Vision Deutschland e.V.

 

World Vision ist eine unabhängige christliche Kinderhilfsorganisation mit über 70 Jahren Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Nothilfe. Unser Fokus liegt darauf, den am stärksten gefährdeten Kindern Chancen zu bieten, ein erfülltes Leben zu führen.  In rund 100 Ländern arbeiten wir mit Spenderinnen und Spendern, Kindern und Jugendlichen, Dorfgemeinschaften, Regierungen und vielen Partnern transparent zusammen, um nachhaltig Armut und Ungerechtigkeiten zu überwinden. World Vision Deutschland e.V. führt derzeit 280 Projekte in 48 Ländern durch und erreicht damit rund 16 Millionen Menschen. Mit der internationalen Kampagne „It Takes a World to end Violence against Children“ setzt sich World Vision dafür ein, Gewalt gegen Kinder in jeder Form zu beenden.

 


Afrin drei Jahre nach der Invasion: Zahlreiche Opfer und massive Schäden

  • Auch 2020 wieder zahlreiche Opfer und wirtschaftliche Schäden
  • Kurdische Orte und Plätze haben plötzlich türkische oder arabische Namen
  • Türkische Flaggen auf Schuluniformen, Syrer brauchen türkische Ausweise

(Göttingen/gfbv) - Auch drei Jahre nach Beginn der völkerrechtswidrigen Invasion der nordsyrischen kurdischen Region Afrin durch türkische Truppen am 20. Januar 2018 gibt es zahlreiche Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und kurdischer Menschenrechtsgruppen in Nordsyrien wurden im vergangenen Jahr mindestens 58 Zivilisten durch türkische Besatzungstruppen und die von ihnen unterstützten syrischen Söldner ermordet. 987 Menschen sollen entführt worden sein, 92 davon waren Frauen. Auch die Natur und die Geschichte Afrins werden immer stärker in Mitleidenschaft gezogen. „Allein 2020 wurden 50 historische Stätten beschädigt, 72.000 Olivenbäume gefällt, 250 Häuser von islamistischen Milizen beschlagnahmt“, beklagt Dr. Kamal Sido, Nahostexperte der GfbV. „Auch die Raubzüge und Kämpfe zwischen den islamistischen Milizen dauern an. Bei 39 Explosionen in Afrin kamen 170 Menschen zu Schaden, viele von ihnen wurden getötet.“ 

 

„Dazu kommen zahllose Angriffe auf die kurdische Kultur und Sprache: Ortschaften tragen plötzlich türkische oder arabische Namen. Der frühere Freiheitsplatz in Afrin heißt jetzt Atatürk-Platz. Der Platz mit dem kurdischen Namen Kawa wurde zu Ehren der völkerrechtswidrigen Offensive in Olivenzweig umbenannt“, berichtet Sido. Die kurdische Sprache werde bedrängt und den Menschen die türkische aufgezwungen. Auf Schuluniformen seien türkische Flaggen angebracht und syrische Staatsangehörige seien gezwungen, türkische Ausweise mit sich zu führen. „Die türkische Besatzung hat Afrin christenfrei gemacht. Bis Januar 2018 lebten dort etwa 1.200 kurdisch-christliche Gläubigen. Der Anteil der kurdischen Bevölkerung, einschließlich der yezidischen, alevitischen und christlichen Teile, sank von 96 auf unter 35 Prozent. Yezidische und alevitische Heiligtümer sowie kurdisch-muslimische Friedhöfe werden zerstört oder geplündert“, so Sido.  

 

Im Rahmen der Operation „Olivenzweig“ seien in der Region Afrin rund 314.400 Olivenbäume vernichtet worden. „Die Oliven- und Olivenölproduktion ist einer der Hauptwirtschaftszweige der Region. Offenbar will das türkische Militär den Menschen die wirtschaftliche Lebensgrundlage entziehen“, erklärt der Nahostexperte. 

 

Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen in Nordsyrien seien seit Januar 2018 mindestens 300.000 Angehörige der kurdischen Volksgruppe durch das Besatzungsregime vertrieben worden. Aus der Zivilbevölkerung wurden 674 Menschen ermordet und 7.343 entführt. Unter Foltern sollen 82 Menschen ihr Leben verloren haben. Verletzt wurden rund 696 Zivilpersonen, darunter 303 Kinder und 213 Frauen. Durch Minenexplosionen wurden in Afrin 2.017 Menschen verletzt. In 68 Fällen wird von gezielter Gewalt gegen Frauen berichtet. In islamisch-konservativen Gesellschaften wird der Begriff „Vergewaltigung“ oft vermieden. 

 


Von der Welt vergessen: In der Ukraine leiden immer mehr Kinder unter psychischen Problemen

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Katerina Ilievska, Luhansk 2014
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Katerina Ilievska, Luhansk 2014

 

 

(Luhansk/ots) - Sieben Jahre Krieg mit Russland und dazu das Corona-Virus: Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer nehmen die psychischen Probleme von Kindern und Familien in der Ostukraine derzeit massiv zu. "Der Gesamtzustand der Menschen ist seit Jahren höchst fragil. Jetzt beobachten wir, wie sich sämtliche Probleme aufgrund der Pandemie weiter verschärfen!", sagt Oleksii Gelyukh, Psychologe der Hilfsorganisation vor Ort.

 

Das Leiden in der Ostukraine finde weitgehend ungeachtet der Weltöffentlichkeit statt. Seit 2014 sind mehr als 13.000 Menschen gestorben, 800.000 wurden aus ihrer Heimat vertrieben, Millionen Menschen in den Oblasten Donezk und Luhansk leiden laut Gelyukh aktuell unter Gefechten und Belagerung, ein Großteil der Kinder brauche dringend psychologische Hilfe. Oleksii Gelyukh sagt: "Die Kinder leben seit Jahren unter Dauerstress und verbringen die meiste Zeit abgetrennt von ihren Freunden. Die Corona-Maßnahmen verstärken die Isolation und bringen das Fass häufig zum Überlaufen!" Angststörungen und Depressionen nähmen zu, ebenso Entwicklungsverzögerungen, Sprachprobleme und Aggressionen. Angesichts der desolaten Lebensbedingungen sei Homeschooling für die allermeisten völlig ausgeschlossen. Immer mehr Kinder würden ihren Bildungsweg abbrechen.

 

Bei den Eltern führe der Verlust des Arbeitsplatzes und der Mangel an medizinischer Versorgung in der Pandemie zu Hoffnungslosigkeit und Existenzängsten. In Folge nähme die häusliche Gewalt zu, Kinder würden vernachlässigt, Familien zerbrächen. "Es braucht flächendeckende psychologische Unterstützung, damit die Menschen halbwegs zur Ruhe kommen. Und ich spreche noch lange nicht von Heilung", sagt Gelyukh.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Eltern in der Luhansk-Region bei der Verarbeitung ihrer Traumata. Mobile psychologische Teams besuchen die Familien in abgelegenen Orten.

 

Von der Weltbevölkerung vergessen, aber nicht vom Virus: In zahlreichen Staaten kämpfen Kinder und Familien seit Jahren ums Überleben - im Schatten der Öffentlichkeit und zum großen Teil abgeschnitten von wirkungsvoller Hilfe. Die SOS-Kinderdörfer berichten in dieser Serie über die aktuelle Situation in Konfliktländern, in denen die Corona-Pandemie die ohnehin katastrophale Lage dramatisch zuspitzt. Über "Vergessene Krisen" in der Ukraine, Mexiko, Kolumbien, Zentralafrika, Madagaskar, Syrien, Niger, Burkina Faso und Bangladesch.

 


Terrorgruppe Islamischer Staat verfolgt Schiiten

Mehr Schutz für Hazara-Minderheit gefordert

 

 

(Göttingen/gfbv) - Nach der Ermordung von zehn schiitischen Hazara in Pakistan hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen besseren Schutz der Minderheit gefordert. Die Terrorgruppe Islamischer Staat hat die Verantwortung für die Bluttat an den Bergarbeitern übernommen, die gestern in der Provinz Belutschistan verübt wurde. Ursprünglich waren die Behörden von elf Getöteten ausgegangen, hatten ihre Angaben heute jedoch korrigiert. Sowohl in Pakistan als auch im benachbarten Afghanistan verüben islamistische Terroristen immer wieder Anschläge auf die schiitische Minderheit, um Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten zu schüren. "Schiitische Hazara müssen endlich besser vor dem Terror sunnitischer Extremisten geschützt werden", verlangte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Montag in Göttingen.

 

Die Bergarbeiter einer Kohlemine in der Stadt Mach waren am Sonntag von IS-Kämpfern entführt worden und später einzeln exekutiert worden. Rund 2.500 Menschen protestierten am Montag mit einer Straßenblockade in Mach gegen die zunehmende Zahl von Übergriffen auf die schiitische Minderheit. Viele Demonstrierende kamen aus der Provinzhautstadt Quetta, in der mehr als 500.000 Angehörige der Minderheit leben. Pakistan zählt rund 950.000 Hazara. Die meisten Angehörigen dieser Minderheit stammen aus Afghanistan. Sie flohen aus dem Land zumeist aufgrund des Terrors sunnitischer Extremisten. "Weder in Pakistan, noch in Afghanistan können Hazara in Frieden leben, sondern müssen den Terror sunnitischer Extremisten fürchten. Es ist zynisch und unmenschlich,eine Minderheit zu instrumentalisieren, um religiöse Spannungen zu schüren", erklärte Delius.

 


In Sierra Leone fallen die Wünsche der Bevölkerung für 2021 bescheiden aus

Nahrung, Auskommen und Sicherheit

Foto: ora Kinderhilfe international e. V.
Foto: ora Kinderhilfe international e. V.

(Berlin/ora) - Nach den Monaten, in denen die ganze Welt mit der anhaltenden Corona-Pandemie leben musste, verstärkt sich in Sierra Leone das Bedürfnis nach Sicherheit. Darauf weist das Berliner Kinderhilfswerk ora Kinderhilfe hin.

 

Geschäftsführerin Carmen Schöngraf war bis Anfang Dezember im westafrikanischen Sierra Leone und hat mit den Menschen gesprochen. Sie konstatiert: „Der sechsmonatige Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus hat der sierra-leonischen Bevölkerung enorm zugesetzt. Ohne soziale Sicherungssysteme mussten über 50 Prozent der Bevölkerung schauen, wie sie von Tag zu Tag überleben. Diese quälende Erfahrung hat das Bedürfnis nach einem planbaren Auskommen enorm verstärkt." 

 

Konnten sich drei von sechs Millionen Einwohnern ein bis zwei Mahlzeiten am Tag leisten, liegt die Quote nunmehr noch bei null bis einer Mahlzeit am Tag. Darauf weist eine Studie des World Food Programme (WFP) hin. Die Situation hat sich besonders im ländlichen Raum verschlechtert. In den Dörfern im Landesinneren, fernab der am Atlantik gelegenen Hauptstadt Freetown, leben die Menschen mehr denn je von der Hand in den Mund. Dass sie ihrem täglichen Handel von April bis Oktober nicht mehr nachgehen konnten, dass die Felder nicht bestellt werden durften, hat fatale Auswirkungen. „Normalerweise wird im Zeitraum von November bis Dezember die letzte Ernte des Jahres eingebracht. Doch weil im Sommer nichts angepflanzt werden konnte, fehlt diese nun vielerorts", berichtet die Geschäftsführerin des Kinderhilfswerk. 

 

Die Kindersterblichkeit nimmt wieder zu, die Mangel- und Unterernährung ebenfalls. Die Anfälligkeit für Krankheiten steigt wieder, ebenso wie die Verzweiflung. Mehr denn je wünschen sich die Menschen in Westafrika Sicherheit. Ein Großteil der Gespräche, die Schöngraf führte, drehten sich um das Thema Ernährungssicherheit. „Das Bedürfnis der Menschen heute schon zu wissen, was sie ihrer Familie morgen kochen können, ist größer als vor Corona. Ebenso das Bedürfnis nach Planbarkeit." Die Menschen fürchten weniger das Coronavirus als mehr einen zweiten Lockdown. Die Restriktionen gefährden ihre Lebensgrundlage in existenzieller Weise. 

 

ora Kinderhilfe setzt sich an drei Orten in Sierra Leone für Ernährungssicherheit ein. Durch eine Bäckerei und zwei Landwirtschaftsprojekte erwirtschaften die Projektteilnehmer normalerweise ihr Einkommen. Während des sechsmonatigen Lockdowns hat das Kinderhilfswerk Nothilfe geleistet. Nahrungsmittel, Hygieneprodukte und Bargeldspenden wurden an mehr als 1.000 Haushalte verteilt. Sie haben das Überleben der Kinder und Familien gesichert. Dafür waren die Betreffenden sehr dankbar. Für das nächste Jahr wünschen sie sich dennoch, nicht mehr von Nothilfe abhängig sein zu müssen. „Selbst wieder das Auskommen erarbeiten zu können, Planbarkeit und Sicherheit ein Stück weit zurückzuerhalten, sind die größten Wünsche der Menschen, mit denen ich gesprochen habe", berichtet Schöngraf. 

 


World Vision unterstützt Aufklärungsarbeit auf internationaler Ebene

Mutation des Coronavirus zeigt: Pandemie kann nur global erfolgreich bekämpft werden

 

 

(Friedrichsdorf/wv) – Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision fordert konkrete Maßnahmen und globale Solidarität, um ärmeren Ländern den Zugang zu Impfstoffen gegen Covid-19 sicherzustellen. Das Auftreten einer mutierten Form des Covid-19 Virus habe gezeigt, dass die Pandemie nicht allein auf nationaler Ebene erfolgreich bekämpft werden könne, und nur dann wirklich vorbei ist, wenn sie überall vorbei ist, so die Organisation. Auch Deutschland müsse sich an der Finanzierung weltweiter Impfprogramme beteiligen und sich dafür einsetzen, dass Menschen überall auf der Welt gleichermaßen Zugang zu Medikamenten und Impfstoffen haben.

 

Ein wichtiger Teil solcher weltweiten Programme sei Aufklärungsarbeit, erklärt Fiona Uellendahl, Gesundheitsexpertin bei World Vision. Uellendahl: „Nur allein Impfstoffe zu verteilen ist wenig sinnvoll, wenn die Menschen nicht bereit sind sich impfen zu lassen oder nicht verstehen, warum impfen wichtig und sinnvoll ist. Daher dürfen wir nicht unterschätzen, wie wichtig Aufklärung ist und wie viel Arbeit nötig ist, um ein Bewusstsein für die Bedeutung einer Impfung gegen Covid-19 zu schaffen."

 

Das globale Netzwerk von World Vision habe bereits in der Vergangenheit wichtige Aufklärungsarbeit bei Impfkampagnen geleistet, so Uellendahl. „Wir haben Erfahrungen beim Kampf gegen Ebola, Zika oder HIV gesammelt. Durch unser Netzwerk mit religiösen Respektpersonen, Gesundheitshelferinnen und Lokalpolitikern können wir Millionen Menschen aufklären und vor Fehlinformationen bewahren."

 

Wie wichtig der Kampf gegen Fake-News und Desinformationen im Bereich Gesundheit ist, zeigten die Erfahrungen, die in der Ebola-Bekämpfung gesammelt wurden. Bewusste Falschinformationen und überkommene Traditionen hätten zunächst zur Ablehnung von Impfmaßnahmen geführt. Erst massive Aufklärung konnte die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, deutlich steigern.

 

„Um geimpft werden zu können, müssen die Menschen in ärmeren Ländern aber auch den Zugang zu Impfstoffen haben. Das heißt, Impfstoffe müssen auch für die Ärmsten ausreichend vorhanden und bezahlbar sein", erklärt Fiona Uellendahl. Und weiter: „Um Zugangsbarrieren abzubauen, haben Indien und Südafrika bei der Welthandelsorganisation einen Vorschlag für eine Ausnahmeregelung für den Patentschutz von Impfstoffen eingebracht. Demnach sollte für die Dauer der Covid-19 Pandemie der Patentschutz für alle Produkte und Technologien, die zur Vorbeugung, Eindämmung und Behandlung von Covid-19 notwendig sind, ausgesetzt werden. Deutschland sollte diesen Vorschlag unterstützen, ebenso wie die gesamte internationale Gemeinschaft. Denn wenn die Pandemie nicht überall erfolgreich eingedämmt wird, gibt es keine Sicherheit vor dem Virus. Nirgendwo."

 

Für die schnelle Eindämmung von Covid-19 wurde im Juni von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der sog. Solidarity Call to Action" ins Leben gerufen. Damit sollen freiwillig wissenschaftliche Forschungsergebnisse, geistiges Eigentum und Daten und Technologien zu Covid-19 in einen gemeinsamen Technologie-Pool („Technology Access Pool / C-TAP") eingespeist werden. So könnten eine schnelle Entwicklung und weltweite Herstellung von Arzneimitteln sowie die Förderung von Technologietransfer vorangetrieben werden. Bislang lehnen aber vor allem reiche Industrieländer das Vorhaben hab. Deutschland sollte sich – auch im Rahmen der EU - für den C-TAP aussprechen und sich dafür einsetzen, dass auch andere reiche Länder den Technologie-Pool unterstützen. 

 

World Vision hat bereits im März einen globalen Aktionsplan gegen Covid-19 gestartet und bislang 58 Millionen Menschen mit Hilfsmaßnahmen erreicht. Dazu gehören Aufklärungskampagnen, Unterstützung bei der Existenzsicherung und medizinische Hilfe.

 

Weitere Informationen über die World Vision Corona Maßnahmen finden Sie unter:

 

www.wvi.org/emergencies/coronavirus-health-crisis/our-impact

 

Unterstützen Sie die Hilfen von World Vision mit Spenden:

 

Stichwort „Coronahilfe"

 

IBAN: DE89 5019 0000 0000 0020 20 (Frankfurter Volksbank)

 

Online spenden unter: www.worldvision.de/corona

 


Menschenrechtsorganisation warnt vor einem weiteren Exodus religiöser Minderheit

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat vor einem weiteren Exodus von Menschen christlichen Glaubens aus dem Nahen Osten gewarnt. „Die Wiege der Christenheit wird bald frei von Christinnen und Christen sein, wenn die fatale Verdrängung der religiösen Minderheit aus der Region nicht gestoppt wird", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. Die Zahlen aus Syrien, dem Irak und anderen Ländern der Region seien erschreckend. Sei die einheimische christliche Bevölkerung im Nahen Osten früher massenhaft zur Konversion zum Islam gedrängt worden, so werde sie heute zur Auswanderung gezwungen. „Dringend muss sich die Europäische Union in ihrer Kooperation mit Ländern des Nahen Ostens mehr für eine Anerkennung der religiösen Minderheit als gleichberechtigte Bevölkerungsgruppe und für mehr Religionsfreiheit einsetzen, um den dramatischen Trend zu stoppen", forderte Delius.

 

So sei die Zahl der Angehörigen der christlichen Minderheit in Syrien seit dem Jahr 2010 um 50 Prozent auf nur noch rund 600.000 Menschen zurückgegangen, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Im Irak sei sie in knapp 30 Jahren von 5 Prozent der Gesamtbevölkerung auf nur noch 0,4 Prozent zurückgefallen. „Das sind beschämende Zahlen, die deutlich machen, wie schlecht es um die Sicherheit und Glaubensfreiheit von Angehörigen der Minderheit im Nahen Osten heute steht", sagte Delius. Es reiche nicht aus, diesen katastrophalen Trend nur stetig zu beklagen, sondern die EU müsse nun endlich handeln.   

 

Schwierig sei auch die Lage der Minderheit in der Türkei und in von dem Land besetzten Gebieten in Nordsyrien. So würden Christinnen und Christen ausgegrenzt und im kurdisch-syrischen Afrin Ruinen alter Kirchen in Moscheen umgewandelt. So würden Spuren christlichen Lebens vernichtet.

 

Auch die von der Türkei unterstützte palästinensische HAMAS-Bewegung gehe immer aggressiver gegen christliche Feste vor. So würden Behörden im von Hamas kontrollierten Gaza-Streifen Maßnahmen empfehlen, um die „Interaktion" von Muslimen bei Weihnachtsfeiern zu verringern.  

 

Selbst im Libanon, dem einzigen arabischen Land, in dem die christlichen Gemeinschaften noch eine führende Rolle spielen, müssten christliche Gruppen um ihre Existenz fürchten. Die schiitische Hisbollah wolle einen Wahlkreis im ganzen Land etablieren. Dies könnte die sogenannte konfessionelle Konkordanzdemokratie, die allen Religionsgemeinschaften Teilhabe am politischen Leben garantiert, gefährden, warnte die GfbV. Im Libanon tobt ein Machtkampf zwischen christlichen Parteien und Muslimen, Schiiten und Sunniten.