Nachrichten aus aller Welt

19.01.2019

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

FMNR als “Best Practice“ ausgezeichnet

Preis des World Future Council für Wiederaufforstungsmethode

 

 

 

(Friedrichsdorf/Hamburg/wv) – Die Hamburger Stiftung World Future Council hat den World-Vision-Mitarbeiter Tony Rinaudo mit dem Preis für „outstanding practice“ im Bereich ökologische Landwirtschaft ausgezeichnet. Damit erhält der Träger des alternativen Nobelpreises eine weitere wichtige Auszeichnung für seine Wiederaufforstungsmethode FMNR.

 

„Ich bin sehr glücklich über diese Auszeichnung, erklärte Tony Rinaudo. „Denn damit hat der World Future Council die FMNR-Methode als ein weltweit einsetzbares und gut funktionierendes Instrument zur Wiederaufforstung anerkannt. Ich hoffe, dass FMNR sich jetzt noch breiter durchsetzt.“

 

 

 

FMNR (Farmer Managed Natural Regeneration) ist eine Methode zur Renaturierung verödeter Landschaften, bei der unter der Erde verborgene Wurzeln ehemals gerodeter Bäume genutzt werden, um neuen Bewuchs zu fördern. Die Bäume sorgen so für den Erhalt von Böden und bessere Bedingungen für Land- und Forstwirtschaft.

 

 

 

Der Preis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben und soll künftig jährlich verliehen werden. Gründer des World Future Council ist Jakob von Uexküll, der auch den Right Livelihood Award („Alternativer Nobelpreis“) ins Leben gerufen hat.

 

 

 

Weitere Informationen zu FMNR: https://www.worldvision.de/aktuell/2018/09/20/fmnr

 

Weitere Informationen zum WFC: https://www.worldfuturecouncil.org/de/

 

 

 


Saudi-Arabien setzt sudanesische Kinder ein

Kindersoldaten im Jemen: Kanonenfutter für die Front

 

(München/sos) - Die saudi-arabische Armee setzt nach Angaben der SOS-Kinderdörfer weltweit Jungen und Mädchen aus dem Sudan im Jemen als Kindersoldaten ein. "Sie werden als Soldaten an die Front in einem fremden Land geschickt, viele sind bereits gestorben", sagt Abdelrahman Mubarak, Leiter der Hilfsorganisation im Sudan.

 

 

 

Laut der SOS-Kinderdörfer werden die Kinder erst von der sudanesischen paramilitärischen Gruppe RSF (Rapid Sudanese Forces) im Auftrag der Regierung rekrutiert und dann von Saudi-Arabien im Bürgerkrieg im Jemen eingesetzt. "Die Familien der Kinder kommen alle aus der Darfur-Region und leben in bitterer Armut, da sind die Eltern leicht zu ködern", sagt Mubarak. "Ihnen wird viel Geld versprochen, damit sie ihre Kinder als Soldaten verkaufen." Etliche Kinder und Jugendliche seien zudem von der der RSF gekidnappt worden und hätten bereits im sudanesischen Bürgerkrieg gekämpft.

 

Im Jemen erwarte die sudanesischen Kinder und Jugendlichen eine grausame Realität. "Es ist kein Geheimnis, dass vor allem die sudanesischen Soldaten an vorderster Front eingesetzt werden", sagt Mubarak. Von den Kämpfern aus Saudi-Arabien würden sie beschimpft und oft nicht einmal bezahlt.

 

Nach Angaben der Hilfsorganisation starben seit 2014 in dem Bürgerkrieg mehr als 2000 sudanesische Kämpfer, darunter viele Kinder. Damit stürben in dem Konflikt bis zu viermal so viele

 

sudanesische Söldner als Soldaten aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die auch Teil der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition im Jemen sind.

 

 

 

Die SOS-Kinderdörfer erinnern daran, dass das Völkerrecht die Rekrutierung von Kindern in bewaffneten Konflikten strikt verbietet. Die Anwerbung von Kindern sei nicht nur moralisch verwerflich, sondern sogar ein Kriegsverbrechen.

 

 

 

Die Hilfsorganisation ist seit Mitte der 70er-Jahre im Sudan aktiv und unterstützt Kinder und Familien in Not immer wieder unter schwierigsten Bedingungen.

 

 

 


Landesbischof Ulrich: „Menschen kämpfen für eine Zukunftsperspektive“

Nordkirche unterstützt den Nordirak mit 80.000 Euro Winternothilfe

(Hamburg/Schwerin/ce) - Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) will mit rund 80.000 Euro Winternothilfe Binnenflüchtlinge im Nordirak mit Kerosinheizungen, Solarlampen und Bodenbelägen unterstützen. Auch die Schulen der Region sollen mit Heizmaterial versorgt werden, damit bis Ende März der Unterricht für mehrere tausend Flüchtlingskinder bei Temperaturen von bis zu minus 12 Grad Celsius aufrechterhalten werden kann. Die meisten Wohnhäuser der vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in die Ninive-Ebene  geflohenen Menschen seien noch immer weitgehend zerstört, berichtet Hanna Lehming, Mittelostreferentin im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche. Im vergangenen Sommer bereiste sie die Region und konnte sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung machen. „Viele Flüchtlinge leben noch immer in Lagern, Blechhütten und sogar Zelten. Selbst Familien, die in feste Rohbauten zurückkehren konnten, müssen ohne Heizung, Bodenbeläge oder Licht auskommen“, so Lehming. 

 

Die von der Nordkirche zur Verfügung gestellte Winternothilfe soll rund 500 Familien, überwiegend Christen, aber auch Eziden (Jesiden), Turkmenen und Angehörigen anderer Minderheiten zugutekommen. Weiterhin werden 140 Schulen und Gemeindezentren beliefert, in denen Flüchtlingskinder unterrichtet und fortgebildet werden.

 

Gerhard Ulrich, Landesbischof der Nordkirche: „Die Situation der Flüchtlinge im Nordirak ist nach wie vor äußerst bedrückend. Die Menschen kämpfen um ihr Überleben und für eine Zukunftsperspektive in ihrer zerstörten Heimat. Sie sind dringend auf unsere Unterstützung angewiesen.“

 

Insgesamt leben im Nordirak etwa 450.000 Binnenflüchtlinge. Die meisten von ihnen flohen im Sommer 2014, als der IS begann, systematisch Christen, Eziden und andere Minderheiten zu vertreiben. Die Nordkirche wird im Nordirak die lokale Hilfsorganisation CAPNI (Christian Aid Program Northern Iraq) unterstützen, mit der auch der Lutherische Weltbund zusammenarbeitet. Die Organisation ist in Irakisch-Kurdistan sehr bekannt, geschätzt und gut vernetzt. Sie arbeitet hochprofessionell und gleichzeitig konkret an den Menschen orientiert“, erläutert Hanna Lehming. Die Nothilfe wird aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes der Nordkirche zur Verfügung gestellt.

 

Weitere Spenden werden dringend erbeten:

 

 

 

Spendenkonto des Zentrums für Mission und Ökumene
Evangelische Bank
IBAN: DE77 5206 0410 0000 1113 33
Stichwort: Flüchtlingshilfe Nordirak
Projektnummer: 4500

 

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 19.01.2019


AFRIKA/SIMBABWE - Proteste gegen Benzinpreisanstieg: Bischöfe warnen vor Hassbotschaften im Internet

 

Harare (Fides) - Bei Zusammenstößen mit der Polizei am Rande von Protestkundgebungen starben letzten Tage in Harare und in anderen Städten Simbabwes drei Menschen, rund 200 wurden verletzt, mehr als 600 wurden festgenommen. Die Demonstranten protestierten insbesondere gegen den Anstieg der Treibstoffpreise. Unter den Festgenommenen befindet sich auch der Baptistenpastor Evan Mawarire, ein führender Vertreter der Protestbewegung gegen den ehemaligen Präsidenten Robert Mugabe, der im November 2017 zum Rücktritt gezwungen.
Seitdem wird das Land von Emmerson Mnangagwa regiert, der nach dem Rücktritt von Mugabe das Amt des Übergangspräsidenten übernommen hatte, bevor er bei den Ende Juli abgehaltenen Wahlen schließlich in das Amt gewählt wurde.
Mnangagwa hat es jedoch bislang nicht geschafft, die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes wieder zu beleben, so dass der Anstieg der Treibstoffpreise nun zu gewalttätigen Protesten geführt hat.
Die Bischofskonferenz von Simbabwe äußert unterdessen ihre Besorgnis über "die Verbreitung von Hassbotschaften in den sozialen Medien, in denen die Bürger im Internet dazu aufgerufen werden, die Kontrolle auf den Straßen zu übernehmen und gegen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu protestieren".
"Die wirtschaftliche Situation ist für die Bürger nicht gut", erkennt die Bischofskonferenz an, die jedoch an Bürgerinnen und Bürger appelliert, „moderat zu handeln“ und „um den Dialog mit allen beteiligten Parteien" zu ermöglichen.
Die Bischöfe warnen "vor den Aufrufen sozialer Medien, die von gesichtslosen Menschen initiiert wurden, die zu Massenversammlungen und Gewalt einladen, aber keine Verantwortung für den daraus entstehenden Schaden übernehmen".
 

 

AFRIKA/D.R. KONGO - Fast 900 Menschen sterben bei Ausschreitungen zwischen Banunu e Batendé

 

Kinshasa (Fides) - Zwischen dem 16. und 18. Dezember wurden im Westen der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) in vier Dörfern fast 900 Menschen getötet. Dies teilt das Menschenrechtshochkommissariat der Vereinten Nationen mit.
Die Massaker fanden in der Nähe von Yumbi in der Provinz Mai-Ndombe etwa 300 km nördlich der Hauptstadt Kinshasa statt und sollen nicht in Verbindung mit den Spannungen im Zusammenhang mit der Wahl am 30. Dezember stehen, Vielmehr handelt es sich um Konflikte zwischen den Stämmen der Banunu und Batendé.
Neben den Opfern gibt es schwere Sachschäden: 465 Häuser und öffentliche Gebäude wurden in Brand gesetzt oder geplündert. Dazu gehören zwei Schulen, ein Ärztezentrum, eine Klinik, ein Markt und ein Büro der Unabhängigen Nationalen Wahlkommission (CENI). Über 16.000 Menschen haben in der benachbarten Republik Kongo (Kongo Brazzaville) Zuflucht gesucht.
Nach dem Massaker beschlossen die Behörden von Kinshasa, die Wahl in der betroffenen Region zu verschieben.

 

 

 

ASIEN/SÜDKOREA - Weltjungendtag 2019: Koreanische Jugendliche engagieren sich für Frieden

 

Cartago (Fides) - Junge Koreaner wollen ihre Leidenschaft und ihren Einsatz für den Frieden beim Weltjugendtag in Panama einbringen: Insgesamt 41 koreanische Jugendliche aus der Erzdiözese Seoul sind Begleitung des Weihbischofs von Seoul, Peter Chung Soon-taek, bereits in Costa Rica angekommen, wo sie in der Diözese Cartago an den Tagen in den Diözesen vor den eigentlichen Weltjugendtag in Panama teilnehmen.
Nach Angaben des Kommunikationsbüros der Erzdiözese Seoul, haben die koreanischen Jugendlichen in der Gastdiözese bereits an einem feierlichen Begrüßungsgottesdienst teilgenommen: zwischen den Jugendlichen der Gastdiözese und den koreanischen Gästen entstand bereits eine Atmosphäre der Einheit: alle sind jung und haben denselben Glauben haben.
Vom 17. bis 20. Januar werden die Jugendlichen an verschiedenen Programmen und Initiativen teilnehmen, darunter ehrenamtliche Tätigkeit, Versammlungen und Wallfahrten zu Heiligtümern. Am 20. Januar werden sie mit dem Bus von Costa Rica nach Panama reisen.
Vor ihrer Abreise nahmen die jugendlichen Pilger am 14. Januar an einem gemeinsamen Gottesdienst teil: "Lasst uns unser Herz öffnen und die Gnade Gottes empfangen, so dass die Zeit in Panama Früchte tragen wird und ein Segen für jedermanns Leben sein kann: eine Zeit der Begegnung mit der Liebe Gottes und den Mitmenschen". Die "Mobilität" und "Konnektivität" der jungen Menschen von heute, betonte er, "machen es möglich, dass Jugendliche, die am WJT teilnehmen, ihren Glauben und ihre wertvollsten Erfahrungen auch mit denen teilen können, die nicht persönlich teilnehmen können".
Am WJT in Panama 2019 (22. bis 27. Januar) werden etwa 370 Pilger aus 12 südkoreanischen Diözesen teilnehmen. Auch Kardinal Andrew Yeom Soo-jung, Erzbischof von Seoul, wird anwesend sein.

 

 

 

ASIEN/SINGAPUR - Erzbischof Goh: "Religionen sollen gemeinsam geistliche Werte verkünden“

 

Singapur (Fides) - „Es ist wichtig, dass alle Religionen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass es Zeichen der Nähe und des Austausches gibt, insbesondere bei den verschiedenen religiösen Festen, Feiern und anderen Gelegenheiten. Dies ist vor allem angesichts des Phänomens der Säkularisierung wichtig, das alle Gesellschaften betrifft und eine Herausforderung für alle Religionen darstellt, da es grundlegende spirituelle Werte relativiert oder marginalisiert", so der Erzbischof von Singapur, William Goh zum Bemühen um guten Beziehungen zu anderen Religionen und den Beitrag zum Leben der Gesellschaft.
Vor diesem Hintergrund veranstaltet die katholische Kirche von Singapur am 26. Dezember eine interreligiöse Veranstaltung. Anwesend waren Mitglieder der buddhistischen, muslimischen, taoistischen, jüdischen und hinduistischen Glaubensgemeinschaften. Die Veranstaltung verstand sich als eine Gelegenheit, um neue Freundschaften zu knüpfen und zu bestehenden Freundschaften zu festigen.
Wir müssen "für die Menschen arbeiten, damit sie die Werte jeder Religion würdigen", so der Erzbischof, der in diesem Zusammenhang daran erinnerte, dass die Christen an Weihnachten "die Menschwerdung Gottes feiert" und damit „Jesus Christus, der sich jedem Menschen schenkt".
Die Religionen, so der Erzbischof, "müssen über den bloßen gegenseitigen Respekt hinausgehen und sind aufgerufen, die nächste Stufe zu erreichen, das heißt, die Werte zu schätzen, die jede Religion vertritt und damit die Gläubigen jedes Glaubens voneinander lernen können" und sich um Frieden, Güte, Licht und Liebe in der Gesellschaft bemühen.
Der Pfarrer der gastgebenden Kirchengemeinde, Timothy Yeo, zeigte und erläuterte ein Video, das die Anfänge der katholischen Kirche in Singapur erzählt und wünschte sich das Voranschreiten auf einem Pfad des Dialogs, der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Engagements für die Gläubigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften in der Stadt.
Singapur ist ein multireligiöses und multikulturelles Land. Von insgesamt rund 5,6 Millionen Einwohnern sind 383.000 Katholiken (9%).

 

 

 

ASIEN/SYRIEN - Kopie der Ikone „Das geheimnisvolle Abendmahl“ ziert den Altar des Heiligtums in Maalula

 

Maalula (Fides) - Eine Kopie des Bildes „Das geheimnisvolle Abendmahl“, dessen Originals, das 2014 bei der Besetzung syrische Dorf durch al-Nusra-Dschihadisten aus dem Schrein des Hl. Sergius und Bacchus in Maalula gestohlen wurde, steht seit kurzem auf dem Altar des Heiligtums. Die Initiative, eine Kopie der Ikone malen zu lassen und nach Maalula zu bringen, wurde durch die Zusammenarbeit zwischen der NGO Perigeo, dem Zaccaria-Institut der Barnabiten in Mailand und dem Universitätszentrum für Internationale Zusammenarbeit (CESI) und der Katholischen Universität des Heiligen Herzens möglich. Die Rückkehr der Ikone soll „die syrische christliche Gemeinschaft wieder vereinen und beweisen, dass die Gewalt des Terrorismus die Identität derjenigen nur stärken kann die, die an ein friedliches Zusammenleben glauben."
Das Original der Ikone „Das geheimnisvolle Abendmahl“ (ein Werk der syro-palästinensischen Ikonen-Handwerkskunst) sowie die Reproduktion zeigen eine gemeinsame Darstellung der Kreuzigung und des Abendmahls: Im oberen Teil ist der gekreuzigten Christus mit der Heiligen Jungfrau und dem Apostel Johannes zu sehen, während die untere Hälfte eine besonders detaillierte Darstellung des letzten Abendmahls zeigt. Dabei steht Jesus nicht im Zentrum der Szene, sondern auf der linken Seite des Tisches, in der Position dessen „der dient“. Jesus und die Apostel sind im Halbkreis um einen Tisch dargestellt, der der Form des zentralen Altars der Kirche ähnelt (bei dem es sich um einen alten heidnischen Altar handelt, der später und dem Kult der christlichen Mysterien in den ersten Jahrhunderten darstellt, die unmittelbar auf die Geburt, den Tod und die Auferstehung Christi folgten gewidment wurde).
 

 

AMERIKA/BRASILIEN - Weltjugendtag 2019: Jugendliche aus indigenen Völkern kommen mit Erwartungen und Hoffnungen

 

Manaus (Fides) - Der Weltjugendtag 2019 bringt vom 22. bis 27. Januar Jugendliche aus aller Welt in Panama zusammen. Darunter sind auch acht junge brasilianische Ureinwohner als Vertreter verschiedener Völker und Regionen. Sie stammen aus dem Volk der Tupinambá in Bahia, der Tukanos und der Barés in Amazonas, der Guarani-Kaiowa in Mato Grosso do Sul, der Karipuna in Rondonia oder der Guarajaras in Maranhão. Diese jungen Leute bekräftigen, dass sie von ihren verschiedenen Völkern von ihren Familien zu Papst Franziskus gesandt werden, der wiederholt seine Nähe zu den indigenen Völkern zum Ausdruck gebracht und dazu auffordert ihnen zuzuhören und sie anzuerkennen.
In den Tagen vor dem Weltjugendtag, an den so genannten Tagen in den Diözesen, wird die brasilianische Delegation vom 17. bis 21. Januar an einem Welttreffen der indigenen Jugend teilnehmen, das in Soloy in der Diözese David, stattfinden wird, wo Hunderte von jugendlichen Teilnehmern aus verschiedenen indigenen Völkern der Welt erwartet werden, die dort ihren Glauben an Christus auf der Grundlage des Reichtums ihrer tausendjährigen Kulturen reflektieren wollen.
Die jungen Brasilianer werden von Schwester Laura Vicuña Pereira Manso vom Indigenen-Missionsrat (CIMI) begleitet, einem Gremium der brasilianischen Bischofskonferenz, das aktiv für die brasilianischen indigenen Völker eintritt und deren Rechte schützt. Auch die Jugendlichen aus den indigenen Völkern berichten von alltäglichen Schwierigkeiten in ihren Gemeinden, von denen dieser Völker heute betroffen sind. Dabei wiederholen sich aus ihrer Sicht Situationen, die sich bereits in den letzten fünfhundert Jahren gegeben hat.
Vor ihrer Reise versammelten sich die jungen Ureinwohner im Hauptquartier des Indigenen-Missionsrats in Manaus, wo sie sich nicht nur gegenseitig kennen lernen konnten, sondern auch darüber informierten wurden, wie sie sich an dem bei den vorstehenden Treffen geplanten Austausche beteiligen können.
Ein besonderes Anliegen der Jugendlichen ist, dass man ihre Rechte respektiert "entsprechend der Kultur eines jeden Volkes dieses Landes …weil jedes Volk seine eigene Kultur und seinen Glauben seine Bräuche, seine Traditionen hat“ und sie bekräftigten in diesem Zusammenhang, dass" in jedem Volk der Wunsch besteht, zu leben, frei zu sein, das eigen Territorium ohne Angst und Anspannung“ zu genießen.
 

 

AFRIKA/BURUNDI - Pfarrer Salvator Ngendabanyikwa im Amt als Nationaldirektor bestätigt

 

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Fernando Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, hat am 28. Oktober 2018 Pfarrer Salvator Ngendabanyikwa aus dem Klerus der Diözese Ruyigi für weitere fünf Jahre (2018-2023) im Amt als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Burundi bestätigt.
 

 

AFRIKA/NIGERIA - Bischof von Ijebu-Ode zurückgetreten und Nachfolger ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den von Bischof Albert Ayinde Fasina Ijebu-Ode (Nigeria) eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Rektor des Seminars Francis Saints Peter and Paul ad Ibadan Obafemi Adesina aus dem Klerus von Osogbo zu seinem Nachfolger ernannt.
Francis Obafemi Adesina wurde am 28. Januar 1964 in Wenchi (Ghana) geboren und besitzt die nigerianische Staatsbürgerschaft. Er studierte Philosophie und Theologie am Seminary of Saints Peter and Paul in Ibadan. Danach erwarb er eine Lizenz im Fach Bibeltheologie am Pontificio Istituto Biblico in Rom und promovierte ebenfalls in Rom an der Università Urbaniana. Am 14. Oktober 1989 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Oyo. Seit ihrer Errichtung gehört er zum Klerus der neuen Diözese Osogbo.
Nach seiner Priesterweihe hatte er folgende Ämter inne: Mitarbeiter der St. Benedict-Kathedrale der Diözese Oyo (1989-1990); Mitarbeiter der Pfarrei St. Mary in Ilesa (1990-1992); Pfarrer der Gemeinde St. Augustine in Ipetumodu (1992-1994); Kaplan der Geistlichen Erneuerung (1992-1996); Leiter des Pastoralzentrums der Diözese Oyo (1993-1995); Koordinator des Pastoralplans der Diözese (1993-1996); Kaplan des Federal Polytecnic in Ede (1994-1996); Sekretär der Diözese Oyo (1994-1996); Studium für die Lizenz am Pontificio Istituto Biblico in Rom (1996-2000) Pfarrer der St. Mary-Kathedrale (2000-2002); Ausbilder am Seminar Saints Peter and Paul in Ibadan (2001-2009); Direktor von Art & Culture (2002-2005); Studium für die Promotion an der Urbaniana in Rom (2005-2009); Dekan am Seminar Saints Peter and Paul in Ibadan (2010-2013); seit 2013 Rektor des Seminars Saints Peter and Paul in Ibadan.
 

 

ASIENINDIEN - Bischof von Tuticorin zurückgetreten und Nachfolger ernannt

 

 

Vatikanstadt (Fides) - Papst Franziskus hat den von Bischof Yvon Ambroise von Tuticorin (Indien) eingereichter Rücktritt angenommen und den bisherigen Direktor des Diocesan Retreat Centre und Dozenten des St. Paul’s Seminary in Tiruchirapalli, Pfarrer Stephen Antony Pillai aus dem Klerus der Diözese Vellore zu seinem Nachfolger ernannt.
Pfarrer Stephen Antony Pillai wurde am 22. Juni 1952 a Keezha Manakudy (Diözese Kottar) geboren. Er studierte Philosophie am Santhome Minor Seminary in Chennai und am Arul Anandar College in Madurai sowie Theologie am St. Paul’s Seminary in Tiruchirapalli. Danach erwarb er ein Masters Degree im Fach Theologie am St. Peter’s Pontifical Seminary in Bangalore und promovierte im Fach Bibeltheologie an der Pontificia Università Urbaniana in Rom.
Am 7. Mai 1979 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Vellore inkardiniert und war Vikar des Heiligtums Our Lady of Lourdes in Chetpet (1979-1980); Vikar der Sacred Heart Church in Polur (1980-1981); Studium für das Masters Degree am St. Peter’s Pontifical Seminary in Bangalore (1981-1983); Pfarrer der Our Lady of Fatima Church in Thachambadi (1983-1986); Promotion in Roma (1986-1989); Missionar in Guadaloupe (1990-1996); Direktor des Catholic Pastoral Centre in Vellore (1996-1999); Professor am St. Paul’s Seminary in Tiruchirapalli (1999-2001); Pfarrer der Kathedrale in Vellore (2001-2002); Generalvikar und Pfarrer der Kathedrale (2002-2005;) Stellvertretender Rektor und Dozent am St. Paul’s Seminary in Tiruchirapalli (2006-2010); Pfarrer des Our Lady of Lourdes Shrine in Chetpet, Gerichtsvikar und Mitglied des Bischofsrates der Diözese Vellore (2010-2016); Gastdozent am Don Bosco Major Seminary in Chennai und am Pallottine Major Seminary in Mysore (2016-2017).
Seit 2017 ist er Direktor des Diocesan Retreat Centre und Gastdozent des St. Paul’s Seminary a Tiruchirapalli.


Muslimische Gelehrte sollen islamistisches Gedankengut bekämpfen

Irak: Hassprediger zur Rechenschaft ziehen!

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) unterstützt die wiederholten, eindringlichen Appelle des chaldäischen Patriarchen Kardinal Louis Sako an die irakische Zentralregierung und die anderen Regierungen der islamisch geprägten Länder im Nahen Osten, „ihr Image zu korrigieren, indem sie die Verantwortlichen für Hasspredigten zur Rechenschaft ziehen“. Der GfbV-Irak-Experte Kamal Sido forderte am Dienstag in Göttingen: „Religiöse Führer, die Gewalt, extremistische Ideologie und Spaltung der Gesellschaft fördern, sollten aus ihren Ämtern entfernt werden.“ Die Appelle des Oberhaupts der chaldäischen Kirche stehen im Zusammenhang mit den Hasspredigten des aus dem Irak stammenden arabisch-sunnitischen Großmuftis Sheikh Abdul Mahdi Al Sumaidaie, der kurz nach Weinachten gefordert hatte, Muslime sollten nicht an christlichen Weihnachts- und Neujahrsfeiern teilnehmen.

 

„Während Bombenattentate, Entführungen und Einschüchterungen von Angehörigen nichtmuslimischer Glaubensgemeinschaften andauern, melden sich auch immer wieder muslimische religiöse Führer mit neuen Fatwas, die die Ideologie des radikalen-politischen Islams fördern“, berichtete Sido. In den vergangenen 15 Jahren, sollen im Irak 1.300 Christen Opfer von Bombenanschlägen geworden sein. 61 Kirchen und tausende Häuser von Christen wurden zerstört.

 

„Islamgelehrte und islamische Zentren müssen alles dafür tun, dass radikale Prediger nicht die Oberhand gewinnen. Nicht nur Christen und Yeziden, sondern auch Muslime wurden Opfer der Gewalt radikaler Gruppen wie des „Islamischen Staats“ (IS)“, sagte der Menschenrechtler. „Nach der weitgehenden militärischen Zerschlagung des IS ist es jetzt vordringliche Aufgabe der muslimischen Geistlichen, auch das radikal-islamistische Gedankengut zu bekämpfen und die Botschaft der Toleranz, Brüderlichkeit und Zusammengehörigkeit zu fördern. Die alten positiven Erfahrungen im friedlichen Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Schon jetzt fliehen immer mehr Christen aus dem Nahen Osten.“

 

Auch in der Türkei werde es für Christen immer enger, warnte Sido. Dort würden Christen zunehmend angefeindet, besonders zum Christentum konvertierte Gläubige. Christliche Priester sähen sich immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, Spionage zu betreiben. Nachdem der US-Priester Andrew Brunson fast zwei Jahre in türkischer Haft verbringen musste, wurde der kanadische Kleriker David Bell aufgefordert, die Türkei zu verlassen. Er lebt dort seit beinahe zwei Jahrzehnten. „Obwohl die türkische Verfassung die Glaubensfreiheit weitgehend garantiert, bekommen es Christen unter der Regierung von Recep Tayyip Erdogan zu spüren, dass sie offenbar nicht erwünscht sind“, sagte Sido. Christen stellen in der Türkei 0,2 Prozent der 80 Millionen Einwohner.

 


Gesellschaft für bedrohte Völker verurteilt Aufruf von Großmufti Sheikh Abdul Mahdi Al Sumaidaie

„Gute Tradition des friedlichen Miteinanders von Muslimen und Christen darf nicht zerstört werden“

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) verurteilt den Aufruf des aus dem Irak stammenden arabisch-sunnitischen Großmuftis Sheikh Abdul Mahdi Al Sumaidaie, Muslime dürften an christlichen Weihnachts- und Neujahrsfeiern keinen Anteil nehmen. „Die gute Tradition des friedlichen Miteinanders von Muslimen und Christen darf von radikalen muslimischen Predigern nicht zerschlagen werden“, erklärte der GfbV-Irak-Experte Kamal Sido am Donnerstag in Göttingen. „Auch wenn es immer wieder zu Übergriffen fanatischer Muslime auf Christen kam, haben Muslime seit Jahrhunderten im Irak und in vielen anderen islamisch geprägten Ländern an christlichen Feierlichkeiten teilgenommen.“

 

„Religiöse Würdenträger sollten Toleranz, Gleichberechtigung und ein friedliches Miteinander fördern und nicht Hass und Intoleranz predigen“, forderte Sido. Wenige Tage nach der Entscheidung der irakischen Regierung, den 25. Dezember wie in Irakisch-Kurdistan zu einem offiziellen Feiertag im ganzen Land zu machen, hatte Al-Sumaidai in Bagdad gesagt, es sei Muslimen nicht erlaubt, das neue Jahr zu feiern oder Glückwünsche auszutauschen, denn dies seien christliche Feste. Wenn Muslime Christen bei ihren Feierlichkeiten begleiteten, würde dies bedeuten, dass Muslime an ihre Lehre glaubten. Mit dieser Aussage hatte Al Sumaidaie im Irak eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Viele Iraker forderten seine Entlassung als Großmufti, denn er verstärke islamistisches Gedankengut und unterstütze so die zerstörerische Ideologie des „Islamischen Staates“ (IS).

 

Im Irak ist die Zahl der Christen seit dem Jahr 2015 von 275.000 auf nur noch etwa 150.000 zurückgegangen. Die meisten dieser Christen leben heute in Irakisch-Kurdistan im Norden des Landes. Wie in vielen Staaten des Nahen Ostens leiden die christlichen Assyrer/Aramäer/Chaldäer auch im Irak unter dem weltweiten Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten und leben in ständiger Furcht vor Übergriffen radikaler sunnitischer Islamisten.

 


Menschenrechtler prangern unfaires Gerichtsverfahren an

Prominentem Menschenrechtsanwalt wird in China der Prozess gemacht

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat China vorgeworfen, systematisch die Ruhe der Weihnachtstage zu missbrauchen, um ohne große internationale Proteste prominente Menschenrechtler für Jahre wegzusperren. Die Menschenrechtsorganisation verurteilte den heute beginnenden Prozess gegen den Menschenrechtsanwalt Wang Quanzhang als unfaires Gerichtsverfahren zur Einschüchterung mutiger Rechtsanwälte, die für die Schwachen und Verfolgten in China eintreten. Die GfbV forderte die sofortige Freilassung des Juristen, dem wegen vermeintlicher Gefährdung der Staatssicherheit eine langjährige Haftstrafe droht. „Chinas Missbrauch des Weihnachtsfestes, um sich seiner schärfsten Kritiker zu entledigen, ist skandalös und zynisch“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen.

 

Die GfbV erinnerte daran, das Weihnachten 2017 der prominente Menschenrechtler Wu Gan zu acht Jahren Haft verurteilt wurde. Auch der inzwischen verstorbene Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo war am Weihnachtstag 2009 inhaftiert worden. „Chinas durchsichtiges Spiel darf sich nicht auszahlen. Wer glaubt, die Ruhe der Festtage missbrauchen zu können, um angesehene Menschenrechtler mundtot zu machen, dem muss gezeigt werden, dass grobe Menschenrechtsverletzungen international nicht unbemerkt bleiben“,forderte Delius.

 

Wang Quanzhang ist seit Juli 2015 inhaftiert. Es sei absolut willkürlich, wenn ihm nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu Weihnachten der Prozess gemacht werde, erklärte die GfbV. Seit zwei Jahren sei sein Verfahren schon bei Gericht anhängig. Seinem Rechtsanwalt und seiner Ehefrau Li Wenzu wurde jedoch jede Einsicht in die Prozessakten verwehrt. „Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit sehen anders aus. Das Gerichtsverfahren ist unfair, weil es allen internationalen Standards fairer Gerichtsbarkeit widerspricht“, sagte Delius.

 

Wang hatte sich als Rechtsanwalt engagiert für Gerechtigkeit für verfolgte Christen und Anhänger der Meditationsbewegung Falun Gong eingesetzt. Er gilt als eines der prominentesten Opfer der im Sommer 2015 von Chinas Staatssicherheit begonnenen Kampagne gegen unabhängige Rechtsanwälte und Menschenrechtler. Rund 300 Rechtsanwälte, Mitarbeiter von Rechtsberatungen, Anwaltskanzleien und Menschenrechtler wurden seither festgenommen. Viele von ihnen wurden in unfairen Gerichtsverfahren zu Haftstrafen verurteilt oder verloren ihre Zulassung als Rechtsanwälte.

 


Tsunami in Indonesien

Der Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau in der Meerenge zwischen Sumatra und Java hat in der Nacht zum Sonntag eine tödliche Tsunamiwelle ausgelöst. Aktion Deutschland Hilft - das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen - bittet die deutsche Bevölkerung um Spenden.

 

(Bonn/pm) - Der Schrecken nach dem Erdbeben und Tsunami Ende September 2018 sitzt noch tief. Schon folgt die nächste Katastrophe für die Menschen in Indonesien: Der Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau in der Meerenge zwischen Sumatra und Java hat in der Nacht zum Sonntag eine tödliche Tsunamiwelle ausgelöst. Hunderte Menschen sind verletzt, mindestens 220 starben. Viele gelten als vermisst.

Aktion Deutschland hilft, das Bündnis 23 renommierter Hilfsorganisationen, leistet Nothilfe. Zur Finanzierung unserer Hilfsprojekte sind wir auf Spenden angewiesen. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie unsere Nothilfe durch die Veröffentlichung unseres Spendenkontos unterstützen würden.
 
Spendeninformation:
Aktion Deutschland Hilft
Stichwort: Indonesien
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de


Christen im Irak brauchen mehr Wiederaufbau-Hilfe:

Verdrängung der Assyrer/Chaldäer/Aramäer aus der Ninive-Ebene verhindern!

 

(Göttingen/gfbv) - Wenige Tage vor Weihnachten hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mehr Hilfe für christliche Assyrer/Chaldäer/Aramäer und andere Minderheiten im Nordirak gefordert. „Seit mehr als einem Jahr ist der „Islamische Staat“ (IS) aus der nordirakischen Metropole Mossul und der benachbarten Ninive-Ebene vertrieben worden. Dennoch können die meisten Christen nicht zurückkehren, weil Ihnen die Mittel für den Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser fehlen“, berichtete der GfbV-Irakexperte Kamal Sido am Donnerstag in Göttingen. „Trotz vieler Versprechungen der Behörden im Irak, kommt der Wiederaufbau bei den Christen zu langsam voran. Doch ihre Rückkehr ist dringend geboten, denn es besteht die Gefahr, dass Angehörige anderer Volksgruppen leerstehende Gebäude und Grundstücke in Besitz nehmen und die christlichen ehemaligen Besitzer so für immer aus der Region verdrängen.“

 

Nach Angaben irakischer Christen müssen in der Ninive-Ebene insgesamt 13.904 Häuser wiederaufgebaut oder neu errichtet werden. Bisher soll erst die Hälfte dieser Häuser fertiggestellt worden sein. Erst 9.060 christliche Familien sollen bis November 2018 aus Irakisch-Kurdistan in die Niniveebene zurückgekehrt sein. Dies entspricht etwas mehr als 45 Prozent aller Christen, die im Sommer 2014 vor dem IS aus der Region fliehen mussten. Vertreter der christlichen Kirchen vor Ort berichten, dass weitere 2.000 Familien gern in die Ninive-Ebene zurückkehren würden, aber dringend mehr Hilfsmaßnahmen und Sicherheitsgarantien benötigen.

 

„Wenn den christlichen Assyrern/Chaldäern/Aramäern, aber auch anderen Minderheitenangehörigen keine Perspektive in ihrem Land geboten wird, werden sie sich auf den Weg nach Europa machen“, warnte Sido. Dringend müssten sie an Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen für die Zukunft des Irak beteiligt werden. Auch mehr finanzielle Unterstützung zur Förderung von Sprache, Kultur und Traditionen der Christen im gesamten Land sei notwendig. Eine Art politischer Selbstverwaltung für Christen und andere Minderheiten in der Ninive-Ebene könnte ein wichtiges Zeichen sein, dass die Assyrer/Chaldäer/Aramäer in ihrer Herkunftsregion willkommen seien und sich nicht wie Menschen zweiter Klasse behandelt fühlten. 

 

Im Irak ist die Zahl der Christen nach Einschätzung lokaler Beobachter seit dem Jahr 2015 von 275.000 auf 150.000 Gläubige zurückgegangen. Die meisten dieser Christen leben heute in Irakisch-Kurdistan im Norden des Landes. Wie in vielen Staaten des Nahen Ostens leiden Christen auch im Irak unter dem weltweiten Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten. Die Christen im Irak wie auch im benachbarten Syrien befürchten vor allem Übergriffe radikaler Islamisten.

 


Shelter Now startete Verteilaktion an Familien im Nord-Irak

Frische Früchte für jesidische Flüchtlingskinder – nicht nur zu Weihnachten

 

(Braunschweig/sn) - Von Weihnachten bis zum Sommer erhalten jesidische Flüchtlingskinder im Nord-Irak frisches Obst durch das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now. Über 250 Kinder bekommen in dieser Zeit regelmäßig Orangen, Äpfel, Mandarinen und Bananen zu essen. Mitarbeiter des Hilfswerks hatten festgestellt, dass die Kinder der Jesiden-Familien nicht ausreichend mit Vitaminen versorgt sind.

 

 

 

Die frischen Früchte werden auf dem Hauptbasar der Stadt Suleymaniya gekauft, erläuterte der deutsche Shelter Now-Direktor Udo Stolte. In und um diese Stadt leben die vor vier Jahren vor der Terrormiliz IS geflüchteten jesidischen Kurden in inoffiziellen kleinen Camps. Die Familien holen sich das kurzzeitig zwischengelagerte Obst teilweise zu Fuß ab, in weiter entfernte Lager wird es mit einem Bulli transportiert. Eine erste Verteilung von Früchten hat laut Stolte in dieser Woche stattgefunden. Um die Aktion bis in den nächsten Sommer hinein fortsetzen zu können, benötige das Hilfswerk rund 20.000 Euro an Spenden.

 

 

 

Shelter Now unterstützt seit 2015 rund 100 in die Autonome Region Kurdistan geflüchtete Jesiden-Familien. Sie erhielten zunächst Kleidung, Brennstoff und Lebensmittel für den Winter, später auch Trinkwasserrationen und Wasserfilter-Kanister. Seit einigen Monaten verbessern lebende Hühner und Gänse die Ernährung der Menschen, der spätere Verkauf von Jungtieren soll zusätzlich Geld einbringen. Bereits im zweiten Jahr finanziert das Hilfswerk den Transport von Flüchtlingskindern zur Schule sowie Lernmaterial. Insgesamt hat Shelter Now binnen vier Jahren für Projekte zugunsten geflüchteter Jesiden, Christen und Muslime in Kurdistan und Nord-Syrien über 400.000 Euro zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Zahlreiche vor dem IS geflüchtete Jesiden im Nord-Irak erhalten laut Stolte keine Hilfe von der UNO, weil sie – aus Angst vor Übergriffen von Extremisten - nicht in den großen Camps leben. In ihre Wohnorte im Sindschar-Gebirge könnten sie wegen andauernder Spannungen zwischen Milizen und Sicherheitskräften noch nicht zurückkehren. Seit Jahrhunderten werden Jesiden von Teilen der Bevölkerung in ihrer Heimat als „Ungläubige“ diskriminiert.

 

 

 

 

 

Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Von 1983 bis 2016 war es in Pakistan tätig. 1988 begann die Arbeit in Afghanistan, 2014 in der Autonomen Region Kurdistan (Nord-Irak). Der Name der Organisation in Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“. Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.

 


Partner des katholischen Hilfswerks berichten von angespannter Stimmung – Materieller Überlebenskampf prägt Weihnachten im Nahen und Mittleren Osten

missio Aachen: Christen in Pakistan, Indien und Nigeria zu Weihnachten besonders gefährdet

 

(Aachen/missio) - „Wir sind mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest in großer Sorge um die persönliche Sicherheit vieler Christen vor allem in Pakistan, Indien und Nigeria“, warnte Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen, am Dienstag in Aachen.

 

Nachdem Ende Oktober in Pakistan das Todesurteil gegen die Christin Asia Bibi durch den Obersten Gerichtshof aufgehoben wurde, inszenierten islamistische Extremisten Straßenschlachten. Bis heute ist deswegen die Stimmung vor allem in der Provinz Punjab angespannt. „Unsere Partner rechnen damit, dass fanatische Islamisten an Weihnachten Anschläge auf Kirchen planen. Die Christen in Pakistan müssen in diesem Jahr sehr vorsichtig Weihnachten vorbereiten. Es sollen aber alle Gottesdienste wie geplant stattfinden“, so Prälat Krämer weiter. „In Pakistan sind die Christen in diesem Jahr wesentlich stärker als in den Vorjahren darauf angewiesen, dass die staatlichen Sicherheitskräfte für Sicherheit sorgen“, ergänzte der missio-Präsident.

 

In Indien stehen im kommenden Jahr Parlamentswahlen an, die jetzt schon die politische Stimmung anheizen. Die regierende Bharatiya Janata Party (BJP) und mit ihr verbundene Hindu-Nationalisten steigern ihre Rhetorik gegenüber Minderheiten wie Christen oder Muslimen. Erst am vergangenen Wochenende wurde in Nordindien im Bundesstaat Assam die Inneneinrichtung einer Kirche zerstört. „Unsere Partner berichten, dass fanatische Hindu-Nationalisten Christen zu Weihnachten mit Demonstrationen, Straßenblockaden, Vandalismus und Gewalt drohen. Die Fanatiker wollen verhindern, dass an öffentlichen Plätzen und Straßen weihnachtliche Symbole an das Fest erinnern, um so die Christen einzuschüchtern“, sagte Prälat Krämer.

 

Vor allem im indischen Bundesstaat Odisha, in dem vor zehn Jahren Pogrome gegen Christen rund 100 Tote und mehrere zehntausend Vertriebene forderten, ist die Lage prekär. „Unsere Partner rechnen dort mit gewalttätigen Übergriffen und sind in großer Sorge, dass Polizei und Behörden nicht genügend Schutz bieten“, so Krämer. „Wir dürfen das Schicksal der verfolgten Christen in Indien nicht vergessen, nur weil das Land eine aufstrebende Wirtschaftsmacht ist. Politik und Wirtschaft in Deutschland sind offensichtlich an guten Handelsbeziehungen interessiert. Sie erinnern die indische Regierung dabei aber zu wenig an deren Verantwortung, Christen nicht weiter zu diskriminieren und als Bürger zweiter Klasse zu behandeln“, kritisierte Prälat Krämer.

 

Nigeria wählt im kommenden Februar ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten. Zudem durchlebt das Land eine Wirtschaftskrise. Insbesondere im Norden Nigerias können diese politischen Spannungen jederzeit in Gewalt umschlagen. „Unsere Partner bereiten sich vor Weihnachten auf Anschläge der Terrorgruppe Boko Haram vor. Aufgrund des Wahlkampfes können sie dabei nicht richtig einschätzen, ob und wie effektiv sie durch Polizei und Armee geschützt werden. Die Politiker stehen in Nigeria vor der Versuchung, durch das Manipulieren religiöser Gefühle Konflikte zu schüren, aus denen sie politisches Kapital schlagen wollen“, erklärt Prälat Krämer. „Darunter leiden dann vor allem Christen.“

 

„Für viele Christinnen und Christen weltweit wird es 2018 ein trauriges Weihnachten geben. Die Zahl der Länder, in denen die Religionsfreiheit in hohem Maß verletzt wird, nimmt stetig zu. Auch in ehemals kommunistischen Ländern nimmt die ideologische Überwachung und Bedrängnis der Gläubigen wieder zu. Dies beobachten wir insbesondere in Vietnam und China“, führte Prälat Krämer weiter aus.

 

Für die Christen im Nahen und Mittleren Osten prägen der materielle Überlebenskampf, die politische Instabilität und die Frage der Versöhnung nach Jahren der Gewalt Weihnachten. „Im Norden des Iraks zum Beispiel können die Christen in der Niniveh-Ebene nach ihrer Rückkehr zum zweiten Mal Weihnachten feiern. Das ist ein Erfolg. Aber es herrschen immer noch Angst vor einer Rückkehr des sogenannten Islamischen Staates, vor neuen bürgerkriegsartigen Kämpfen und großem Misstrauen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Religionen und Ethnien“, berichtete missio-Präsident Prälat Krämer. „Für die Kirche im Irak ist die Frage, wie die verschiedenen verfeindeten Gruppen künftig wieder friedlich zusammenleben können, eine große Herausforderung.“ Zudem berichten die missio-Partner, dass neben Sicherheit und Frieden „ihr größter Weihnachtswunsch Arbeitsplätze sind, damit sie in der Ursprungsregion des Christentums auch weiterhin leben können“, so Prälat Krämer.

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2017 stellt missio Aachen rund 46,2 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.161 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Menschenrechtler fordern nach neuen Todesurteilen Abschaffung der Blasphemie-Paragraphen

Lage von Christen in Pakistan dramatisch

 

(Göttingen/gfbv) - Alarmiert von zwei neuen Todesurteilen gegen Christen in Pakistan hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Abschaffung der Blasphemie-Paragraphen im Strafgesetzbuch des Landes gefordert. In einem Fax an Premierminister Imran Khan warf die Menschenrechtsorganisation Pakistan vor, mit den umstrittenen Paragraphen Gewalt gegen religiöse Minderheiten zu schüren, statt für die Respektierung ihrer Religionsfreiheit einzutreten.

 

„Pakistan macht sich als Mitgliedsstaat des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen unglaubwürdig, wenn Gewalt religiöser Extremisten und willkürliche Verletzungen grundlegender Menschenrechte gefördert werden“, kritisierte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Montag in Göttingen. „Jeder Schuldspruch wegen Blasphemie schädigt international das Ansehen Pakistans. Die Regierung muss diese Gewaltspirale endlich durchbrechen, um deutlich zu machen, dass sie sich ihre Politik nicht von religiösen Extremisten vorschreiben lässt.“

 

Die Todesurteile gegen die beiden Brüder Amoon und Qasir Ayub ergingen am vergangenen Donnerstag. Sie waren 2011 verdächtigt worden, mit Einträgen auf ihrer bereits seit 2009 nicht mehr zugänglichen Webseite das Ansehen Mohameds beeinträchtigt zu haben. Nach drei Jahren auf der Flucht waren die beiden Christen festgenommen worden. Das Verfahren fand aus Sicherheitsgründen in einem Gefängnis statt. Noch mindestens zehn weiteren Christen droht in Pakistan das Todesurteil oder die Vollstreckung der Todesstrafe wegen angeblicher Blasphemie.     

 

Die GfbV erinnerte auch an das Schicksal der zum Tode verurteilten Katholikin Asia Bibi. „Obwohl sie nach jahrelanger Haft freigesprochen wurde, wird sie Weihnachten zwar mit ihrem Ehemann feiern können, aber nicht als freier Mensch“, kritisierte Delius. Asia Bibi wird von der Polizei an einem geheimen Ort festgehalten, bis im Januar 2019 das Oberste Gericht über den Einspruch religiöser Extremisten gegen ihren Freispruch entscheidet. Ohne Polizeischutz drohe ihr die Ermordung durch religiöse Fanatiker, vor deren wachsender Macht die Regierung Pakistans kapituliere.

 


Die Zukunft unserer Kinder braucht ambitionierte Aktionen

World Vision: „Der Abgrund ist nah – eine Umkehr noch möglich!“

 

„Wälder sind entscheidend fürs Klima und unser Überleben“ sagt Tony Rinaudo (Alternativer Nobelpreisträger)

 

(Kattowitz / Friedrichsdorf/wv) - Die Vertreterin der internationalen Kinderhilfsorganisation World Vision, Silvia Holten, verlässt die Klimakonferenz COP24 mit gemischten Gefühlen. „Polen hat hier in Kattowitz sehr deutlich gemacht, wo seine Prioritäten liegen, auch wenn es vereinzelt positive Signale gibt. Die COP24 ist kein Kohlemarktplatz“, so Holten mit Blick auf den Messestand des Gastgebers, der aus Kohle gestaltet war. „Und die Kuh ist noch nicht vom Eis.“

In Polen soll ein Regelwerk verabschiedet werden, das festlegt, wie die Klimaziele, die in Paris vereinbart wurden, von den Ländern eingehalten werden und das es ermöglicht, eine Vergleichbarkeit herzustellen. „Die Festlegung von Zielen beinhaltet keine konkreten Aktionen“, so Holten „Doch dahin müssen wir kommen. Damit künftige Generationen weiter eine Zukunft haben, müssen die Klimaziele schnell in ambitionierte Handlungen umgesetzt werden. Der Abgrund ist nah – eine Umkehr noch möglich.“

 

Um mit dem Klimawandel fertig zu werden, müssen die Emissionen schnellstmöglich sinken. Im jüngsten Klimareport wurde angemahnt, dass die Erderwärmung nicht höher als 1,5 Grad sein darf. Deutschland hat bisher seine Ziele zur Reduktion der Emissionen verfehlt und muss dringend nachbessern. Zu begrüßen ist der finanzielle Beitrag der Bundesregierung. Deutschland gibt mit 1,5 Milliarden Euro doppelt so viel Geld in den Grünen Klimafonds wie beim letzten Mal - und zusätzlich noch einmal 70 Millionen Euro für den Anpassungsfonds. Die Fonds sollen den ärmsten Ländern helfen, widerstandsfähiger gegen zunehmende Wetterkatastrophen zu werden. Deutschland gehört zu den größten Einzahlern dieser Fonds. Andere Industrieländer sollten dem Beispiel folgen.

 

Entscheidend sind auch der Schutz und die Wiederaufforstung von Wäldern, möglichst nach der FMNR-Methode. Mit Hilfe von „Farmer Managed Natural Regeneration“ ist es möglich, viele Millionen Hektar Wald schnell und preisgünstig wieder aufzuforsten, da die Methode auf dem Vorhandensein von Wurzelwerk im Boden basiert. Vorteil hierbei ist, dass die ursprünglich an das jeweilige Klima angepassten Bäume zurückkommen. Wälder sind nicht nur für den Klimaschutz wichtig, sondern auch für die Verbesserung der Lebensumstände besonders in den ärmsten Ländern der Welt. Tony Rinaudo, diesjähriger Gewinner des Alternativen Nobelpreises und World Vision Experte für Wiederaufforstung betont: „Wälder sind wie Supermärkte. Sie liefern alles, was zum Leben notwendig ist: Nahrung, Medizin, Tierfutter, Brenn- und Bauholz. Sie versorgen die Böden mit Nährstoffen und kühlen das Mikroklima. Im weiteren Sinne führen sie dazu, dass Kinder gesünder sind und zur Schule gehen können und Familien ihre Einnahmen durch den Verkauf von Waldprodukten verbessern können.“ Tony Rinaudo hat sich zum Ziel gesetzt, in 100 Ländern Wälder wieder aufzuforsten. Laut Wissenschaftlern müssen neben dem Schutz von Wäldern etwa 500 Millionen Hektar neu aufgeforstet werden, um einen positiven Effekt auf das Klima zu erzielen.


Bündnisorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“ leisten humanitäre Hilfe

Sterben im Jemen: „Wir müssen unsere Stimme weiter erheben.“

 

(BONN/adh) – „Würden wir für jedes Kind, das im Jemen durch den Krieg sein Leben verloren hat, eine Gedenkminute einlegen, wäre es bis März still. Doch wir müssen unsere Stimmen erheben und dafür Sorge tragen, dass nicht noch mehr Mädchen und Jungen ihr Leben verlieren“, so Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von „Aktion Deutschland Hilft“. Roßbach betont, dass eine Waffenruhe für die Zivilbevölkerung dringend notwendig sei, damit den Menschen im Land geholfen werden kann.

 

Im Jemen sind inzwischen mindestens 100.000 Mädchen und Jungen an Folgen des Krieges gestorben: Durch Bomben, an Hunger, Cholera oder andere Krankheiten.

 

„Weit entfernt von einer Lösung des Konflikts. Doch zum Warten bleibt keine Zeit“

 

Zum ersten Mal finden in diesen Tagen Gespräche der Konfliktparteien statt. Seit vier Jahren dauert der Bürgerkrieg im Jemen inzwischen an. „Die Gespräche sind ein erster Schritt, das unermessliche Leid zu beenden. Eine Lösung des Konfliktes scheint allerdings noch weit entfernt“, befürchtet Roßbach. „Doch zum Warten bleibt keine Zeit. Die Situation im Jemen ist katastrophal.“

 

Das Hungern ist außer Kontrolle: Nach Angaben der Vereinten Nationen könnten bald 14 Millionen Menschen betroffen sein. Schon jetzt wissen drei von vier Einwohnern des Landes nicht, wo sie ihre nächste Mahlzeit oder sauberes Trinkwasser herbekommen. Und auch die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria oder Cholera ist nur mit großem Aufwand durch Hilfsorganisationen in den Griff zu bekommen: Allein an Cholera starben bereits jetzt schon tausende Kinder. Die hochansteckende Krankheit breitet sich rasend schnell aus. Aktuell infizieren sich bis zu 10.000 Menschen pro Woche mit der Krankheit, die für viele der geschwächten Menschen tödlich enden könnte.

 

Mehr als 22 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. Die Hälfte sind Kinder.

 

Mehr als 22 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe und Schutz. Die Hälfte von ihnen sind Kinder. Die Bündnisorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“ helfen, indem sie Medikamente gegen Cholera und Hygiene-Sets verteilen, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet. Sie versorgen Kinder, Frauen und Männer mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und unterstützen bei der Bewältigung von Traumata. 

 

„Aktion Deutschland Hilft“ nimmt Spenden für die Not leidende Bevölkerung im Jemen auf:

 

Aktion Deutschland Hilft
Stichwort "Hunger im Jemen"
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

Einen Überblick über die Hilfe des Bündnisses im Jemen erhalten Sie hier: adh.ngo/Nothilfe-Jemen

 

Kurzprofil Aktion Deutschland Hilft e.V.

 

„Aktion Deutschland Hilft“ ist das 2001 gegründete Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Die beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Hilfe zusammen, um so die bisherige erfolgreiche Arbeit weiter zu optimieren. Unter einem gemeinsamen Spendenkonto bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln ruft das vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) geprüfte und vom Deutschen Spendenrat zertifizierte Bündnis zu solidarischem Handeln und Helfen im Katastrophenfall auf www.aktion-deutschland-hilft.de

 


Ukraine: Die Menschen in der Ostukraine leiden unter Gewalt, Armut, Hunger und Hoffnungslosigkeit. Und jetzt kommt auch noch der Winter

 

(München/sos) - In der Ukraine setzt der Winter ein und damit bekommen 200.000 Menschen im Konfliktgebiet Ostukraine zu Krieg und Armut einen weiteren Gegner hinzu: die Kälte.

 

Während die Weltgemeinschaft sich mit der Frage beschäftigt, ob es zu einem neuen Krieg zwischen der Ukraine und Russland kommt, geht es für viele Menschen in der Ostukraine ums nackte Überleben. "Fast die Hälfte der Menschen auf dem Land und ein Drittel der Stadtbevölkerung sind nicht ausreichend für den Winter vorbereitet", sagt Andrij Chuprikov, Leiter der SOS-Kinderdörfer in der Ukraine. "Vor allem für die Kinder ist das eine Katastrophe! Tausende Jungen und Mädchen im Konfliktgebiet leben mit ihren Familien derzeit in desolaten Häusern, in denen sie kaum vor Nässe und Kälte geschützt sind", so Chuprikov weiter. 40.000 Häuser in der Ostukraine seien durch die Kampfhandlungen beschädigt worden, täglich würden es mehr. "Es zieht durch Fenster und Türen. Um bei Temperaturen bis zu 15 Grad minus nicht zu erfrieren, investieren die Familien ihr ganzes Geld für Holz, Kohle oder Gas, da bleibt nichts mehr für Lebensmittel oder Kleidung übrig - schon jetzt müssen viele Menschen hungern!"

 

Aufgrund des bereits viereinhalb Jahre andauernden Konfliktes liege die Wirtschaft in der Region nahezu brach, mit Einbruch des Winters würden zusätzlich viele Beschäftigte in der Landwirtschaft ohne Arbeit und Einkommen dastehen. Zudem lasse die krisenbedingte Inflation die Kaufkraft Löhne schwinden, "viele Familien fristen heute ein erbärmliches Leben", sagt Chuprikov. Und: "Es war auch in den letzten Jahren hart, aber damals hatten viele Menschen noch das Vertrauen, dass der Konflikt ein baldiges Ende nimmt. Jetzt haben die meisten Menschen die Hoffnung verloren."

 

Erschwerend käme hinzu, dass vor allem die Siedlungen auf dem Land teilweise weit abgelegen und im Winter von jeglicher Versorgung oder Unterstützung abgeschnitten seien. Die Situation der Kinder ist tragisch. "Nach vier Jahren nicht endender Gewalt, unzureichender Versorgung und ständigem Stress sind sie körperlich wie psychisch stark angeschlagen", sagt Chuprikov.

 

Die SOS-Kinderdörfer haben seit Ausbruch der Konflikte gemeinsam mit anderen Organisationen zahlreiche Häuser in der Krisenregion renoviert und betroffene Familien mit Decken, Kleidung oder Heizkörpern versorgt. Die Hilfsorganisation stellt außerdem sicher, dass Kinder und Familien in abgelegenen Gebieten in Notsituationen Unterstützung bekommen.


Kampagne von World Vision zeigt erschreckende Ergebnisse zu Gewalt an Rohingya-Kindern

"Es sollte nicht weh tun, ein Kind zu sein."

(Cox's Bazar/Friedrichsdorf/wv)  – Tausende Kinder aus den Flüchtlingslagern der Rohingya in Bangladesch berichten von häufigen Misshandlungen durch Eltern, Fremde und ältere Kinder. Rund 2.700 Kinder hatten an einer Aufklärungskampagne der Hilfsorganisation World Vision teilgenommen. In Gruppendiskussionen beschrieben sowohl Kinder als auch Eltern die Häufigkeit von Schlägen, Schreien, Beschimpfungen, Gewalt unter Gleichaltrigen, Belästigung, Zwangsarbeit und Kinderehe als üblich in den Lagern.

 

Rohingya-Kinder, die im größten Flüchtlingslager der Welt leben, fordern zum Tag der Menschenrechte ein Ende der routinemäßigen Gewalt und Ausbeutung, der sie ausgesetzt sind - auch zu Hause. Da ihnen in Bangladesch der offizielle Flüchtlingsstatus fehlt, sind sie besonders anfällig für Missbrauch, Menschenhandel und Kinderehe. Die Kinder drängen darauf, dass ihre Rechte auf Sicherheit und Schutz anerkannt und geschützt werden.

 

Die jungen Kampagnenteilnehmer fordern Eltern und Führungskräfte auf, sie vor körperlichen Übergriffen und ihr Recht auf Sicherheit zu schützen. Aber die Änderung mancher Einstellungen und Praktiken braucht Zeit, zumal viele Eltern von Rohingya glauben, Disziplin müsse mit harter Hand durchgesetzt werden.

 

"Eltern geben zu, dass sie ihre Kinder wegen ihrer Not und Unsicherheit über die Zukunft emotional und körperlich misshandeln", sagt James Kamira, Kinderschutzbeauftragter von World Vision in Cox’s Bazar. "Sie sind offen für Veränderungen. Aber wenn wir wirklich entschlossen sind, die Gewalt gegen Kinder zu beenden, müssen die Kinder selbst, ihre Familien und ihre Gemeinschaften von Anfang an voll in die Lösungen einbezogen werden."

 

Mehr als die Hälfte der fast 1 Million Rohingya-Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Schreckliche Erlebnisse von Gewalt während und vor ihrer Flucht aus Myanmar wirken bei den meisten Kindern immer noch nach. Viele trauern noch immer um verlorene Familienmitglieder. Zudem können sie mangels fehlender Integrationsmöglichkeiten in ihrer aktuellen Situation kein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit außerhalb des engsten Umfeldes entwickeln.

 

"Ich habe Angst, weit weg von meinem Zuhause im Lager zu sein", beschreibt die zehnjährige Shoshida, eine Teilnehmerin der Kampagne, ihre Empfindungen. "Ein Elefant oder Tiger kann mich angreifen. Ich kann nicht einmal nachts draußen auf die Toilette gehen. Ich fürchte, dass mich jemand angreifen wird."

 

„Wie alle Kinder haben auch die Rohingya-Kinder das Recht auf Schutz vor allen Formen von Gewalt, Vernachlässigung und Misshandlung“, sagt Rachel Wolff, Leiterin der Flüchtlingskrisenhilfe von World Vision in Bangladesch. „Am Tag der Menschenrechte rufen wir Eltern und Führungspersonen in den Lagern sowie Regierungen, Spender und Bürger weltweit auf, dazu beizutragen, dass die Rechte dieser Flüchtlingskinder verwirklicht und geschützt werden.“

 

Während der Kampagne sprachen die Kinder mutig über die Formen der Gewalt, denen sie begegnen, über sichere und unsichere Orte in den Lagern sowie darüber, wen sie um Schutz bitten. Als besonders gefährliche Orte nannten sie Wälder, in die sie gehen müssen, um Brennholz zu sammeln, Warteschlangen für Lebensmittel-Verteilungen und überfüllte Märkte. Madrasas (religiöse Schulen) und Kinderbetreuungszentren, wie sie World Vision betreibt, standen ganz oben auf der Liste der sicheren Orte, während das Wohnumfeld mit einigem Abstand an dritter Stelle genannt wurde.

 

"Im Kinderzentrum kann ich spielen und lernen", sagt Jobair, 10. "Da gibt es niemanden, vor dem ich Angst haben muss, und deshalb gefällt es mir."

 

Kinder und Eltern, die an der Kampagne teilnehmen, identifizierten auch Maßnahmen gegen die Verheiratung von Kindern als ein dringendes Anliegen. Rohingya-Mädchen heiraten in der Regel im Alter von 12 bis 16 Jahren. Laut einem aktuellen Bericht* wird die Kinderehe als Überlebensmechanismus angesehen und in den Rohingya-Lagern mittlerweile als normal angesehen.

 

World Vision führte die Aufklärungskampagne mit mehr als 5.300 Eltern und Führungspersönlichkeiten durch - darunter 75 Imame, die sich bereit erklärten, in ihren Moscheen über die Risiken der Kinderehe zu sprechen.

 

Sowohl Eltern als auch Kinder waren sich auch einig, dass der Zugang zu Bildung notwendig ist, um emotionale Misshandlungen und andere Formen von Gewalt zu reduzieren. Derzeit haben Flüchtlingskinder keinen Zugang zu einer formalen Schulbildung in den Lagern, und einige Rohingya-Eltern sehen keinen Wert darin, Kinder über die dritte Klasse hinaus in der Schule zu halten. 

 

"In meiner Gemeinschaft wird ein Mädchen nach dem 10. Lebensjahr nicht mehr zur Schule geschickt", erzählt Nur Hasima, eine einflussreiche Frau. "Das Gleiche passiert oft mit Jungen. Deshalb wissen wir viele Dinge nicht und darunter leiden auch die Kinder. "

 

Die an der Kampagne teilnehmenden Kinder und Jugendlichen entwickelten eigene öffentlichen Botschaften an die Erwachsenen. Darin nahmen sie kein Blatt vor den Mund. Auf bunten Postern ist jetzt zum Beispiel zu lesen: „Es sollte nicht weh tun, ein Kind zu sein!“ oder „Hände sind nicht dazu da, Kinder zu schlagen“ oder „Wir wollen Bildung, nicht Ehe.“

 

Durch die Kampagne sind sich diese Rohingya-Kinder nun ihres Rechts auf Sicherheit bewusst und können sich und einander besser schützen.

 

Hintergrundfakten:

 

- Mehr als die Hälfte der 900.000 Flüchtlinge, die im Cox's Bazar leben, sind Kinder.

 

- World Vision betreibt 12 kinderfreundliche Räume in den Lagern, in denen die Kinder von psychosozialer Betreuung und Unterstützung in einer sicheren Umgebung profitieren.

 

- World Vision hat seit September 2017 mehr als 265.000 Flüchtlingen geholfen und durch Programme in den Bereichen Kinderschutz, Ernährung und Ernährungssicherheit sowie Wasser, Hygiene und Hygiene lebensrettende Hilfe geleistet.

 


Kardinal wirbt für Dialog - Vermittler unter Druck – Gewalt eskaliert im Bürgerkrieg

Kamerun: Schwierige Suche nach Frieden

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor einem Scheitern der Friedensbemühungen in Kamerun. „Den Vermittlern läuft die Zeit davon. Denn die Regierung behindert die Friedensbemühungen, während die Gewalt im Bürgerkrieg täglich zunimmt“, kritisierte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. So gebe es ständig neue Entführungen von Zivilisten durch Kämpfer der Unabhängigkeitsbewegungen für die anglophonen Regionen. Erst am Donnerstag wurden 30 Fischer entführt. Am gleichen Tag wurden jedoch auch zwei andere Verschleppte von ihren Entführern freigelassen. 

 

„Wenn zehn inhaftierten Anführern der Unabhängigkeitsaktivisten am 6. Dezember 2018 der Prozess gemacht wird, wird der Bürgerkrieg weiter eskalieren“, sagte Delius. Seit Monaten fordern die Kirchen die Freilassung der Inhaftierten, um mehr Vertrauen zwischen den Konfliktparteien zu schaffen. Doch alle Appelle blieben ungehört. Die zehn Aktivisten befürworten die staatliche Unabhängigkeit der englischsprachigen Regionen Kameruns und sind aus politischen Gründen inhaftiert.

 

Besonders hat sich der Kardinal und emeritierte frühere Erzbischof von Douala, Christian Tumi, für einen glaubwürdigen Dialog zwischen den streitenden Parteien eingesetzt. Unermüdlich wirbt der 88-Jährige für ein Umdenken bei der Regierung, die sich bislang jeder politischen Lösung des Konflikts verschließt und nur auf militärische Gewalt setzt. Der Kardinal hat die Vision einer Generalkonferenz der anglophonen Regionen, um auch der bislang kaum gehörten Zivilgesellschaft eine Stimme zu geben. Die Konferenz wurde bereits zweimal geplant. Zuletzt sollte sie am 21. und 22. November 2018 in der Stadt Buea stattfinden, doch die Regierung verweigerte die Genehmigung. Die Kirchen halten aber an ihrem Vorschlag fest, möglichst bald eine solche Generalkonferenz zu organisieren. 

 

Auch zwei Emissären von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron gelang es nicht, den starrsinnigen Präsidenten des Kamerun, Paul Biya, umzustimmen und für einen Dialog zu gewinnen, um die Krise zu lösen. Frankreich fürchtet um den Verlust seines Einflusses in Kamerun, sollte Biya sich den Realitäten weiter verschließen und den eskalierenden Konflikt schönreden. Der seit 26 Jahren amtierende Präsident setzt auch nach seiner Neuwahl im Oktober 2018 auf eine Politik der Stärke und Kompromisslosigkeit gegenüber den Befürwortern der Unabhängigkeit.   

 


Die Zukunft unserer Kinder braucht eine umweltfreundliche „Grüne Revolution“

Alternativer Nobelpreisträger Tony Rinaudo will in 100 Ländern Wälder wieder aufforsten

 

(Friedrichsdorf/wv) -Im Vorfeld der Klimakonferenz im polnischen Kattowitz fordert die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision die Vertreter der teilnehmenden Regierungen auf, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen für kommende Generationen besonders in den ärmsten Ländern der Welt stärker in den Blick zu nehmen. „Wenn wir weiter machen wie bisher, wird dies dramatische Konsequenzen besonders für die Ärmsten der Armen und die Kinder haben“, betont Tony Rinaudo, bekannt als „der Waldmacher“, Träger des diesjährigen „Alternativen Nobelpreises“ und World Vision Experte für Natürliche Ressourcen und Ernährungssicherheit. „Schon heute ist in vielen Regionen der Erde, die von wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen betroffen sind, das Überleben ein harter Kampf. Auch in den Industrieländern sind die Folgen des Klimawandels zu spüren.“ Allein im Jahr 2017 haben wetterbedingte Katastrophen 320 Milliarden USD an wirtschaftlichen Schäden verursacht.

 

 

 

Rinaudo ist jedoch hoffnungsvoll, falls sofort effektive Maßnahmen ergriffen werden, dass noch eine kurze Zeitspanne bleibt, um den Klimawandel positiv zu beeinflussen. So plädiert er dafür, vorhandene Wälder vor Abholzung zu schützen und verödete Landstriche wieder zu begrünen,  möglichst nach der regenerativen Methode FMNR (farmer managed natural regeneration). Rinaudo plant, in 100 Ländern großflächig Wälder wieder aufzuforsten. Experten gehen davon aus, dass etwa 500 Millionen Hektar degradierte Böden wieder neu begrünt werden müssen, um das Klima nachhaltig und positiv zu beeinflussen. Auch auf Ackerflächen können Bäume stehen bleiben. Diese spenden Schatten, versorgen den Boden mit Nährstoffen und halten ihn feucht und dadurch können Bauern ihre Äcker weiter bewirtschaften. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass durch Agroforstwirtschaft bis zu 300 % höhere Ernteerträge erwirtschaftet werden können.

 

 

 

Etwa ein Viertel der von Menschen verursachten und hergestellten schädlichen CO2 Emissionen können von Wäldern absorbiert werden. Außerdem kann ein einziger Baum pro Tag hunderte Liter Wasser verdunsten. Dies hat zudem eine Kühlwirkung, die der täglichen Kühlleistung von zwei Klimaanlagen entspricht. Bäume produzieren riesige Wolkenmassen, deren Wasser oft in von Dürren bedrohten Regionen abregnen. Auf lokaler Ebene erzeugen Bäume ein Mikroklima, das die Luft feuchter und kühler werden lässt. 

 

 

 

„Wir brauchen eine weltweite umweltfreundliche ‚Grüne Revolution‘. Wälder kühlen die Luft, verbessern das lokale Klima, verbessern die Bodenqualität, verdunsten Wasser, das wiederum als Regen niederfällt und binden CO2“, so Rinaudo. „Bäume liefern Nahrung, sauberes Trinkwasser, Bauholz, gesundes Tierfutter und steigern die Bodenqualität. Wälder sind Mega-Supermärkte und Klimaschützer zugleich. Der Schutz der Wälder ist daher essentiell für die Versorgung der Menschen mit dem Notwendigsten und für eine gesunde und erfolgreiche Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder.“

 

 

 

World Vision fördert inzwischen in mehr als 25 Ländern die FMNR-Methode. Allein in Niger konnten über 5 Millionen Hektar zuvor verödete Böden wiederbegrünt werden. In Südäthiopien, auf einem 503 Hektar großen und von der Gemeinde verwalteten Waldrestaurierungsprojekt fließen wieder Wasserquellen, die zuvor versiegt waren. Die Gefahr von Überschwemmungen und tödlichen Erdrutschen wurde stark reduziert. Das Mikroklima hat sich verbessert. Die Temperaturen sind

 

 

 

niedriger und die Heftigkeit von Sandstürmen hat sich reduziert. Wo es zuvor immer wieder Hungersnöte gab, produzieren die Bauern heute Überschüsse.

 

 

 


Der Schachbrettfalter ist Schmetterling des Jahres 2019

Foto: E. Dallmeyer
Foto: E. Dallmeyer

 

(Düsseldorf/pm) - Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen den Schachbrettfalter (Melanargia galathea) zum Schmetterling des Jahres 2019 gekürt. „Mit der Auszeichnung möchten wir auf die Bedrohung der Schmetterlingsart durch die intensive Landwirtschaft aufmerksam machen“, sagt Jochen Behrmann von der BUND NRW Naturschutzstiftung. Entscheidend für das Vorkommen der Schmetterlinge sind nährstoffarme blütenreiche Wiesenbereiche, die bis Ende Juli noch nicht gemäht wurden. Denn nur dort lassen die Weibchen ihre Eier einzeln zu Boden fallen, teilweise während des Fluges. Aufgrund von Düngung und einer frühen Mahd sind solche Wiesen heute in vielen Teilen Deutschlands zu selten geworden.

 

Der Schachbrettfalter besitzt ein einzigartiges Muster auf seinen Flügeln, das ihm seinen Namen gegeben hat. Die Flügel des Schmetterlings sind auf der Oberseite schwarz oder dunkelbraun und weiß gefärbt und wirken wie ein Schachbrett. Die Unterseite der Flügel ist weniger kontrastreich und zeigt mehrere schwarzbraune und weiße Augenflecken. Die Schmetterlinge haben eine Spannweite von 40-50 Millimetern und gehören damit zu den mittelgroßen Faltern.

 

Die rosa gefärbten Raupen des Schachbrettfalters, die im Sommer aus den Eiern schlüpfen, überwintern in der Streu am Erdboden, ohne vorher Nahrung aufzunehmen. Erst im März des Folgejahres beginnen sie, an verschiedenen Gräsern zu fressen. Die älteren Raupen sind dicht behaart und entweder graubraun oder grün gefärbt. Zunächst sind die kleinen Raupen tagaktiv, später fressen sie nur noch nachts. Ab Mai verpuppen sich die Tiere in einem Gespinst am Erdboden. Die nach wenigen Wochen ausgewachsenen Schmetterlinge schlüpfen ab Mitte Juni und ernähren sich dann hauptsächlich vom Nektar violetter Blüten wie Flockenblume, Kratzdistel oder Skabiose.

 

Der Schachbrettfalter kommt in Mittel- und Osteuropa sowie Nordafrika vor. Während das Schachbrett in Nordrhein-Westfalen im Weserbergland, der Eifel und im Siebengebirge noch ungefährdet ist, findet man den Schmetterling im Münsterland nur noch sehr selten. In Deutschland ist die Art derzeit noch nicht gefährdet, aber rückläufig.

 

Um dem schönen Schmetterling zu helfen, ruft die BUND NRW Naturschutzstiftung dazu auf, Wiesen mosaikartig zu mähen und Randstreifen von Bahndämmen, Feldwegen oder Gräben auch mal stehen zu lassen. „Im Siedlungsbereich können Gartenbesitzer nährstoffarme und trockenwarme Wiesen für den Falter anlegen“, erklärt der BUND-Naturschutzexperte. „Da Schachbrettfalter schon auf kleinen Flächen in größerer Anzahl leben können, helfen bereits solche kleinen Inseln, die Art zu schützen.“

 

Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen küren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der Arten aufmerksam zu machen. Nur ein Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind noch ungefährdet.


Dieter Nuhr und Torsten Sträter machen sich für Schulbildung in Afrika stark

Foto: SOS-Kinderdörfer
Foto: SOS-Kinderdörfer

 

(Düsseldorf/sos) - Dieter Nuhr und Torsten Sträter haben sich in Düsseldorf für  Schulbildung in Afrika stark gemacht. Am Dienstagabend traten die Kabarettisten, beide Botschafter der SOS-Kinderdörfer weltweit, bei der Spendengala "Nu(h)r für SOS" im Lofthaus in Düsseldorf auf. 50.000 Euro sind am Ende für das SOS Hermann Gmeiner International College in Ghana, zusammengekommen. Das College ist für begabte, aber häufig mittellose afrikanische Jugendliche. Der Abend wurde von der bekannten TV-Moderatorin Verena Wriedt moderiert.

 

In ihrer Funktion als Kabarettisten und Comedians brachten Nuhr und Sträter die Zuschauer zum Lachen - als Botschafter der Hilfsorganisation regten sie zum Nachdenken an: "In Afrika ist Bildung ein Privileg, keine Selbstverständlichkeit wie bei uns in Deutschland, deshalb unterstütze ich SOS", sagte Nuhr. Auch Sträter betonte: "Es ist wichtig, dass wir dauerhaft Hilfe zur Selbsthilfe leisten, um Afrika voranzubringen."

 


Einflussreiche Frauen aus aller Welt

BBC 100 Women 2018: Wer steht auf der Liste?

 

(London/bbc) -.Auf der diesjährigen Liste der „BBC 100 Women“ sind  19 Frauen aus Europa und eine Deutsche vertreten. Mit der Liste werden Vorreiterinnen und inspirierende Frauen aus aller Welt gefeiert, ob bekannter Name oder verborgene Heldin.

 

Es sind Frauen in der Finanzwelt, in der Politik, in der Gesetzgebung, im Sport, in wohltätigen Organisationen, in den Wissenschaften  und in den Künsten. Sie stehen auf dem Zenit ihrer Karriere, oder sind Aktivistinnen, Kampaignerinnen, und Frauen, die es mit außergewöhnlichen Herausforderungen aufgenommen und ihre Welt verändert haben.

 

Die prämierten Frauen sind zwischen15 und 94 Jahre alt und stammen aus über 60 verschiedenen Ländern, erstmals aus Belize, Kuba, der Tschechischen Republik, El Salvador, Laos und Namibia.

 

Aus Europa u.a.:

 

 ·         Jacqueline Straub (28) – Theologin, Journalistin und Autorin aus Deutschland. Sie hofft darauf, katholische Priesterin zu werden und will die gläserne Decke im Vatikan durchbrechen.

 

·          Vicky Phelan (44) – Managerin im Erziehungswesen in Irland. Sie machte einen Skandal im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs öffentlich, nachdem sie herausfand, dass sie persönlich falsche Abstrich-Testergebnisse erhalten hatte.

 

·         Helen Taylor Thompson (94) – ehemalige britische Spionin und Gründern des ersten Erste-Hilfe-Hospizes in Europa. Sie gehörte zur geheimen Armee von Winston Churchill, und übermittelte verschlüsselte Nachrichten während des 2. Weltkriegs. Später gründete sie das erste Erste-Hilfe-Hospiz in Europa. 

 

·          Elena Gorolova (49) Sozialarbeiterin und Roma in der Tschechischen Republik. Sie setzt sich gegen Zwangssterilisation ein und arbeitet dafür, dass Kinder, die ihren Eltern entzogen wurden, wieder zu ihnen zurückkommen.

 

·         Svetlana Alekseeva (18) Model aus Russland. Sie überlebte ein Feuer, der die Hälfte ihres Körpers verbrannte. Nun hilft sie Menschen, die selbst Narben tragen, ein positives Köperbewusstsein zu entwickeln.

 

·         Fabiola Gianotti (58) – Teilchenphysikerin aus Italien. Sie wurde 2016 erste Generaldirektorin des CERN.

 

International bekannte Namen auf der Liste sind Stacey Cunningham, Präsidentin der New Yorker Börse, die chilenische Schriftstellerin Isabel Allende; Amina Mohammed, Stellvertretende Generalsekretärin der UN, sowie die ehemalige Premierministerin von Australien, Julia Gillard. BBC World News und BBC World Service Radio senden ausführliche Interviews mit ihnen innerhalb des BBC -100-Women-Themenschwerpunktes.

 

Weitere ausgezeichnete Frauen:

 

·         Die Staatsanwältin Ana Graciela Sagastume López aus El Salvador (38) – Zunächst wurde sie Chefin einer Abteilung, die sich mit Frauenmorden beschäftigt, stieg dann zu Beginn dieses Jahres zur Frauen- und Frauenmord- Staatsanwältin auf.

 

·         Generalsekretärin der FIFA Fatma Samoura (56) aus dem Senegal – erste Frau und erster afrikanischer Staatsbürger in dieser Position.

 

·         Physikerin Donna Strickland (59) – Professorin für Physik an der Universität Waterloo in Kanada. Sie ist einer der Preisträger des diesjährigen Nobelpreises für Physik.

 

·         Die britische Schauspielerin, Moderatorin, Aktivistin und Schriftstellerin Jameela Jamil (32) – Sie ist aktuell in The Good Place zu sehen. Dieses Jahr startete sie eine Social-Media-Plattform mit dem Titel @i_Weigh. Ihre Follower werden darin aufgerufen, zu posten, worauf sie stolz sind. Es geht ihr dabei darum, Frauen dazu zu ermuntern sich wertvoll zu fühlen, jenseits vom äußerlichen Merkmalen.

 

·         Die namibische Augenärztin Helena Ndume (58) führte bei 35.000 Namibiern Operationen zur Wiederherstellung des Augenlichts kostenlos durch.

 

·         Die Studentin Nujeen Mustafa (19)  floh in ihrem Rollstuhl vor dem Krieg in Syrien, und musste dabei tausende von Kilometern zurücklegen. Nun setzt sie sich selbst für Flüchtlinge mit Behinderungen ein.

 

·         Die indische Bäuerin Rahibi Soma Popere (55) ist Gründerin der  ‘Seed Bank’. Sie ist Pionierin einer Bewegung, die traditionelle Saaten bewahren will, und sie fördert die Agrarwirtschaft in ihrer Gemeinde in Westindien.

 

·         Die Schauspielerin Noma Dumezweni (49 ) wurde in eSwatini, dem ehemaligen Swaziland geboren. Sie ist die erste Frau, die die erwachsene Herminone Granger auf der Bühne unter anderem am Broadway spielt.

 

·         Die Studentin und Schwimmerin Haven Shepherd (15) wurde in Vietnam geboren und lebt nun in den USA. Sie ist eine Hoffnungsträgerin bei den Paralympics und überlebte einen Selbstmordanschlag in ihrer Familie, der beide Eltern tötete.

 

·         Chelsea Clinton (38) – ist Autorin zahlreicher Bücher und Vizepräsidentin der Clinton Foundation. Sie arbeitet an Projekten, die u.a. die Führungsfiguren der nächsten Generation unterstützen sollen.  

 

·         Die chinesische Sängerin und Songwriterin G.E.M. (27) ist eine sehr erfolgreiche Musikerin. Ihren Einfluss setzte sie dafür ein, um wohltätige Zwecke und Organisationen, die Musik und Ausbildung fördern und die Armut bekämpfen, zu unterstützen.

 

·         Helen Taylor Thompson (94) – ehemalige britische Spionin und Gründern des ersten Erste-Hilfe-Hospizes in Europa. Sie gehörte zur geheimen Armee von Winston Churchill, und übermittelte verschlüsselte Nachrichten während des 2. Weltkriegs. Später gründete sie das erste Erste-Hilfe-Hospiz in Europa. 

 

·         Die britische Bloggerin Chidera Eggerue (23) – Bestseller-Autorin und Aktivistin der Social-Media-Bewegung #saggyboobsmatter. Ihr geht es darum, die Debatte über die Wahrnehmung von weiblichen Körpern neu anzustossen.

 

·          Thando Hopa (29) Model, Rechtsanwältin und Aktivistin aus Südafrika. Sie unterstützt Vielfalt und Inklusion.

 

·         Die peruanische Rechtsanwältin Cindy Arlette Contreras Bautista (28). Sie wurde zum Gesicht der NiUnoMenos- Bewegung gegen häusliche Gewalt, da sie ihr eigenes Schicksal öffentlich machte. Sie stellte ein Video online, das zeigt, wie ihr Freund sie verprügelte. Das Video ging viral.

 

 Die gesamte List der BBC 100 Women 2018 finden Sie hier: www.bbc.com/100women

 

Mit der Liste fällt der Startschuss für den BBC- 100- Women- Themenschwerpunkt 2018. Drei Wochen lang stehen die Erfahrungen von Frauen in aller Welt im Mittelpunkt. Programmspecials, Features, ausführliche Interviews und digitale Inhalte werden auf den nationalen und internationalen Programmangeboten der BBC im Fernsehen, Radio und online ausgestrahlt. Hier finden Sie dazu mehr Informationen hier

 


Täglich werden 41.000 Kinder zwangsverheiratet / SOS-Kinderdörfer:

Praxis führt zu zehntausendfachem Tod

 

(München/sos) - Jeden Tag werden weltweit 41.000 Kinder zwangsverheiratet. Jährlich sind dies 15 Millionen Kinder, über 80 Prozent davon Mädchen. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des internationalen Tags der Kinderrechte (20. November) hin. "Die Kinderehe gehört zu den schlimmsten Kinderrechtsverletzungen. Sie verstößt vielfältig gegen die UN-Kinderrechtskonvention - gegen das Recht des Kindes auf Mitbestimmung, das Recht auf Gewaltfreiheit und gegen sexuelle Ausbeutung. Sie hat schwerwiegende Folgen für das ganze Leben der Mädchen", teilt der Sprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, Louay Yassin, in München mit.

 

 

 

Nach Angaben der Organisation werden viele der jungen Ehefrauen Opfer häuslicher Gewalt und sexueller Übergriffe. Häufig werden sie schwanger, noch bevor ihr Körper ausgereift ist, was zu Komplikationen oder sogar dem Tod führt. 70.000 minderjährige Mädchen sterben jährlich während Schwangerschaft und Geburt. In armen Ländern ist das eine der häufigsten Todesursachen in dieser Altersgruppe.

 

Zudem wird den meisten zwangsverheirateten Mädchen das Recht auf Bildung verwehrt: Sie müssen die Schule abbrechen und haben auch später kaum Entwicklungschancen.

 

 

 

Wie die SOS-Kinderdörfer betonen, existiert ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Zahl der Kinderehen und dem Wohlstand eines Landes. "Da, wo Armut und Not groß sind, werden - oft aus Verzweiflung - besonders viele Minderjährige verheiratet", erklärt Yassin.  Entsprechend seien die Zahlen in Afrika südlich der Sahara und in Asien besonders hoch. Am schlimmsten sei die Situation in Niger, wo Dreiviertel aller Mädchen unter 18 verheiratet sind. Es folgen die Zentralafrikanische Republik (68 %), der Tschad (67 %) und Bangladesch (59 %). Die höchste absolute Zahl der zwangsverheirateten Mädchen findet sich in Indien: Obwohl die Quote dort in den letzten zehn Jahren von fast 50  Prozent auf 27 Prozent gesunken ist, sind aktuell über 15 Millionen indischer Mädchen unter 18 verheiratet. Die Kinderhilfsorganisation fordert eine weltweite Ächtung dieser Praxis:

 

"Kinder gehören nicht in eine Ehe, sondern in eine Schule", sagt Yassin.

 

 

 

Die SOS-Kinderdörfer setzen sich seit Jahrzehnten für das Ende von Kinderehen und die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention ein. Indem sie Familien aus der Armut helfen, bekämpfen sie eine der Hauptursachen für Zwangsehen. Sie leisten Aufklärungsarbeit und machen sich stark dafür, dass die Kinderehe gesetzlich verboten wird.

 

 

 


Rund 40 Tote und 26.000 vertriebene Flüchtlinge nach Angriff auf Bischofsgelände in Alindao

missio Aachen trauert um Gewaltopfer in der Zentralafrikanischen Republik

 

(Aachen/missio) - „Wir sind in großer Sorge, dass die Friedensverhandlungen in der Zentralafrikanischen Republik scheitern und der Bürgerkrieg wieder mit voller Wucht ausbricht“, sagte Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen, am Freitag. Grund sind Berichte von missio-Partnern aus dem Land, dass am Donnerstag bei einem Angriff der Seleka-Rebellen in Alindao auf das Gelände rund um die Bischofskirche der Generalvikar, ein Priester und rund weitere 40 Menschen ermordet worden seien. „Wir trauern mit dem Bistum Alindao um diese Menschen, die Opfer sinnloser Gewalt geworden sind“, so Prälat Krämer. Zugleich seien bei dem Angriff auch 26.000 Binnenflüchtlinge vertrieben worden, die auf dem Bischofsgelände in Alindao seit Mai 2017 Aufnahme gefunden hatten. „Das alarmiert uns sehr, da diese Flüchtlinge bisher durch ein Abkommen zwischen den Rebellen und Regierungstruppen geschützt war und dieses Abkommen jetzt gebrochen wurde“, sagte Krämer weiter. 

 

Die politischen Verhältnisse in der Zentralafrikanischen Republik sind fragil. Verschiedene Rebellengruppen und Regierungstruppen liefern sich immer wieder Gefechte. Derzeit laufen Verhandlungen, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen. missio Aachen unterstützt die katholische Kirche in der Zentralafrikanischen Republik in deren Arbeit für gesellschaftlichen Zusammenhalt über religiöse und ethnische Grenzen hinaus.


Christenverfolgung hält auch nach Abkommen zwischen Vatikan und Chinas Regierung weiter an

Entführtem Bischof droht Gehirnwäsche

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die sofortige Freilassung eines von der chinesischen Polizei verschleppten katholischen Bischofs gefordert. Bischof Peter Shao Zhumin aus Wenzhou (Provinz Zhejiang) war Freitag letzter Woche von der Polizei in Gewahrsam genommen worden und wird seither an einem geheimen Ort festgehalten. Die Menschenrechtler gehen davon aus, dass er Verhören und einer Gehirnwäsche unterzogen wird. Es ist bereits die fünfte Festnahme des 55 Jahre alten Bischofs innerhalb der letzten zwei Jahre. „Die Verschleppung des Bischofs zeigt, wie wenig Chinas Behörden sich durch das im September 2018 unterzeichnete Abkommen mit dem Vatikan über Bischofsernennungen gebunden fühlen, Religionsfreiheit zu respektieren. Die Verfolgung von Christen in China und auch von Katholiken nimmt weiter zu“, warnte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen.

 

So ließen die Behörden zwei bedeutende Wallfahrtstätten chinesischer Katholiken im Oktober 2018 zerstören. So wurde der Schrein der Mutter Gottes der sieben Wehen in Dongergou (Provinz Shanxi) mit Baukränen und schwerem Gerät am 25. Oktober 2018 niedergerissen. Nach Angaben der Behörden habe es angeblich zu viele Kreuze und Heiligen-Statuen in der Wallfahrtstätte gegeben.

 

Wenige Tage zuvor war der Schrein der Seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria in Anlong (Provinz Guizhou) gewaltsam von Bauarbeitern im Auftrag der lokalen Behörden niedergerissen worden. Der Abriss wurde mit angeblich fehlenden Baugenehmigungen begründet. Vergeblich hatten Pilger und Gläubige aus der Gemeinde zuvor zu Gebeten zum Schutz der Wallfahrtstätte aufgerufen.

 

In Wenzhou leben rund 130.000 Katholiken, von denen sich rund 80.000 der offiziell von Peking nicht anerkannten Katholischen Untergrundkirche zurechnen. Zuletzt war Bischof Zhumin im Mai 2017 von Sicherheitskräften verschleppt und erst sieben Monate später freigelassen worden. Auch der deutsche Botschafter hatte sich damals für seine Freilassung eingesetzt. In Wenzhou hat die Christenverfolgung so zugenommen, dass selbst staatlich anerkannte katholische Priester nicht Grabstätten von Repräsentanten der Untergrundkirche aufsuchen dürfen, obwohl diese von den Gläubigen verehrt werden.

 

Am 22. September 2018 hatten der Vatikan und die Regierung Chinas ein Abkommen über die Ernennung von Bischöfen unterzeichnet, um einen jahrzehntelangen Streit zu beenden. Zugleich verstärkt China aber seine Kampagne der Sinisierung des Glaubens und der Zerstörung öffentlicher Zeichen des Christentums.

 


SOS-Kinderdörfer nehmen unbegleitete Minderjährige auf

Migrantenkinder in Mittelamerika: Ausgebeutet, vergewaltigt, versklavt

 

Quelle https://www.youtube.com/watch?v=k3VkIaJkasI

 

(München/sos) - Auf dem Weg in die USA sind unbegleitete Minderjährige aus Mittelamerika oft sexueller Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. "Auf sich alleine gestellt, werden sie leicht Opfer von skrupellosen Menschenhändlern und Schleusern, die sie vergewaltigen, wie Sklaven verkaufen oder zur Prostitution zwingen", sagt Nicolas Alfaro, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Honduras. "Manche von ihnen verschwinden."

 

Allein in den letzten drei Wochen wurden laut Alfaro über 2.100 Kinder an der Grenze zwischen Honduras und Guatemala aufgegriffen und zurückgeschickt. Mindestens zehn Prozent wurden dabei von ihren Familienangehörigen getrennt. "Kinder und Jugendliche auf der Flucht und in der Migration haben ein Recht auf besonderen Schutz und Hilfe", sagt Alfaro. "Doch tatsächlich werden diese Rechte immer wieder ignoriert." Deshalb betreibt die Hilfsorganisation seit Kurzem Notunterkünfte in Mexiko, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua. "Unbegleitete Minderjährige finden dort eine sichere Bleibe und wir versuchen, ihre Eltern ausfindig zu machen und die Familien zusammenzuführen", so Alfaro weiter.

 

Die Gründe für die Flucht aus ihren Heimatländern sind vielfältig: Bewaffnete Gewalt, Bandenkriminalität, aber auch Armut und Perspektivlosigkeit zwingen die Kinder auf die gefährliche Reise. "Ich bin geflohen, weil meine Familie in El Salvador bedroht wurde. Ein Bandenmitglied wollte meine 15-jährige Tochter heiraten - gegen ihren Willen. Wir hatten große Angst, weil diese Person zuvor einen Mitschüler von ihr ermordet hatte", erklärt die alleinerziehende Mutter von drei Kindern den Grund für ihre Flucht aus El Salvador. Oder ein 17-jährige Junge aus Honduras in einer Notunterkunft in Mexiko: "Die Maras haben gedroht, mich umzubringen, wenn ich mich ihnen nicht anschließe. Da bin ich zusammen mit meinem Bruder von zu Hause weggelaufen, um in den USA ein neues Leben zu beginnen."

 

Diese beiden Geschichten sind nur zwei von vielen ähnlich traumatischen Erfahrungen, welche die SOS-Kinderdörfer dokumentieren. Über 7.000 Migranten befinden sich aktuell gemeinsam auf dem Marsch in Richtung der Vereinigten Staaten. "Gemeinsam fühlen sie sich sicherer, aber der Schein trügt, überall lauern Gefahren", sagt Alfaro. "Krankheiten und Wassermangel bei der großen Hitze schwächen die verzweifelten Menschen zusätzlich." Zudem hat US-Präsident DonaldTrump im vergangenen Monat rund 17.000 Migranten an der Grenze zu Mexiko festnehmen lassen - das entspricht einem Anstieg von über 30 Prozent im Vergleich zum Vormonat. "Das erhoffte Asyl bleibt den meisten verwehrt und so bleiben sie im wahrsten Sinne auf der Strecke- ohne Geld, Aufenthaltsgenehmigung, Hoffnung. Zurück können sie nicht, denn in ihrer Heimat ist die Zivilgesellschaft zusammengebrochen", so Alfaro weiter. "Wenn sich die Situation in denHeimatländern nicht ändert, werden die Jugendlichen erneut versuchen,in die USA zu gelangen."

 

Deshalb müssten auch die Ursachen für die Flucht bekämpft werden. DieSOS-Kinderdörfer nehmen auf regionaler und nationaler Ebene Einfluss auf Politik und Öffentlichkeit, um mehr Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, und wirken beim Aufbau von Kapazitäten staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen mit. Die Maßnahmen umfassen psychotherapeutische Hilfe, Einkommensförderung sowie Selbsthilfeinitiativen, um die Rechte und den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Familien zu gewährleisten. Das Projekt wird in fünf Ländern der Region umgesetzt und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.


„WIR STEHEN IN DER VERANTWORTUNG“: LANDESBISCHOF CORNELIUS-BUNDSCHUH ZUR ESKALATION IN KAMERUN

„GEWALT ERZEUGT GEWALT“

 

(Karlsruhe/Buea/ekiba) - Mit der Schließung ihrer Schulen hat die Presbyterian Church in Cameroon (PCC) auf die Entführung von Schülerinnen und Schülern in Bamenda reagiert. „Damit ist auch der letzte Versuch gescheitert, Kindern und Jugendlichen in den anglofonen Krisengebieten Kameruns zumindest ein wenig Normalität und Perspektive im Bürgerkrieg zu bieten“, sagt der Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. Mit der PCC verbinden die Evangelische Landeskirche in Baden langjährige Partnerschaften. „Wir stehen in der Verantwortung“, betont Cornelius-Bundschuh. Mittlerweile sind laut Vereinten Nationen 250.000 Menschen obdachlos und auf der Flucht.

 

 

 

Der Kirchenpräsident der PCC, Pfarrer Samuel Fonki Forba, hatte Landesbischof Cornelius-Bundschuh im Frühjahr 2018 besucht und die badische Kirche um ihr Engagement dafür gebeten, dass sich europäische Regierungen für eine friedliche Konfliktlösung und einen breiten gesellschaftlichen Dialog in Kamerun einsetzen: „Wenn Deutschland und Frankreich jetzt politisch handeln, können sie vielleicht schlimmeres Blutvergießen verhindern“, war Fonkis Botschaft im Mai. Dementsprechend hatten sich Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und der Präsident der Protestantischen Kirchen in Elsass-Lothringen UEPAL, Christian Albecker, nach dem Besuch von Moderator Fonki an die Bundesregierung und den französischen Präsidenten gewandt, damit diese auf die Konfliktparteien einwirken.

 

 

 

Dagegen hatte die Süddeutsche Zeitung im Oktober von deutscher Militärhilfe an die Regierung Kameruns berichtet. „Gewalt erzeugt Gewalt, wer will, dass die Menschen in Kamerun in Frieden leben können, muss den Dialog fördern“, so der badische Landesbischof. Am Sonntag, 11. November, sei nicht nur der Tag „unserer deutsch-französischen Friedenserklärung der Religionen“, sondern auch der Tag „einer starken Friedenserklärung“ der Presbyterian Church in Cameroon. Mitten im Bürgerkrieg, angesichts vertriebener und getöteter Pfarrer und Gemeindemitglieder rufe Moderator Fonki darin seine Kirche zur Nachfolge Jesu aufrufen, „der uns Feindesliebe gelehrt hat“, berichtet Landesbischof Cornelius-Bundschuh. „Das ist auch unsere Überzeugung hier in Europa. Doch wieviel einfacher ist es, dies zu vertreten in Zeiten des Friedens“, betont der Landesbischof. Kamerun brauche „unser Gebet und unsere Unterstützung“.

 

 

 

Während noch im vergangenen Jahr ein Pfarrer der PCC als ökumenischer Mitarbeiter in der badischen Landeskirche tätig war, seien Partnerschaftsbesuche mittlerweile durch den eskalierenden Bürgerkrieg unmöglich, erläutert der südbadische Ökumenebeauftragte der Landeskirche, Pfarrer Eberhard Deusch aus Umkirch, und ergänzt: „Dörfer von Partnergemeinden wurden von Regierungstruppen niedergebrannt“. Glücklicherweise seien die meisten Kinder, in dieser Woche aus einer Schule entführt wurden, inzwischen wieder frei. Der Schulleiter und zwei Lehrer seien allerdings weiter in der Gewalt der Entführer. Die badische Landeskirche ruft ihre Gemeinden deshalb für kommenden Sonntag, 11. November, zu einer Fürbitte für die Entführten und für den Frieden in Kamerun auf.

 

 

 

Im Namen der Kirchenleitung der PCC verurteilt Moderator Fonki in seiner Rede (online abrufbar über ekiba.de) zum 11. November als Tag der Presbyterian Church in Cameroon die Einschüchterungen und Morde durch die Separatisten und das Militär in Kamerun gleichermaßen. Er verurteilt die Gewalt gegen Unbewaffnete in den Krisenregionen, die Angriffe auf Bildungseinrichtungen und dass Kinder gehindert daran werden zur Schule zu gehen. Er ruft die Zentralregierung auf, einen Friedensplan auszuarbeiten, der die Konflikte lösen kann und auch die wahren Ursachen mit berücksichtigt. Die Diaspora, also Kameruner in Amerika und Europa, ruft er dazu auf, nicht mit „hate speech“ die Gewalt noch weiter anzufachen. Die Christen der PCC ruft er auf zu beten und genauso bürgerschaftliche Verantwortung zu übernehmen und jegliche Gewalt abzulehnen.

 

 

 

Spenden im Rahmen des Nothilfe- und Wiederaufbauprojektes für Kamerun von Mission 21 sind willkommen:

 

Evangelische Bank eG, IBAN: DE91 5206 0410 0000 0011 80, BIC: GENODEF1EK1

 

Online-Spenden sind möglich unter altruja.de/bmdz-spenden/spende

 

 

 

Weitere Informationen zur Lage in Kamerun finden Sie unter brennpunktkamerun.org

 

 

 


World Vision fordert besonders den Schutz von Kindern ein

Sicherheit und Rechte von Rohingya-Flüchtlingen bei geplanter Rückführung aus Bangladesch nach Myanmar nicht gewährleistet

(Cox's Bazar/Friedrichsdorf/wv) – Der für nächste Woche geplante Beginn der Rückführung von Rohingya-Flüchtlingen aus Bangladesch nach Myanmar könnte Kinder und ihre Familien in große Gefahr bringen, warnt die Kinderhilfsorganisation World Vision. Ihr Schutz sei durch die bisher bekannten Pläne nicht gewährleistet und ihre Rechte müssten geachtet werden, heißt es in einer heute von World Vision mitunterzeichneten Erklärung von mehr als 40 NGO’s.

 

 

 

Die Regierungen von Myanmar und Bangladesch hatten Ende Oktober gemeinsame Pläne zur Rückführung von mehr als 2.200 Rohingya-Flüchtlingen am 15. November angekündigt. Viele Fragen zu Einzelheiten der Umsetzung dieser Pläne blieben bisher allerdings offen. Fast 1 Million Flüchtlinge leben in Lagern in der Nähe von Cox's Bazar, Bangladesch, nachdem sie im August 2017 vor extremer Gewalt in Myanmar geflohen waren.

 

 

 

Die unfreiwillige Rückkehr von Flüchtlingen aus Bangladesch nach Myanmar, wo ihr Leben und ihre Sicherheit weiterhin ernsthaft gefährdet sind, verstößt gegen grundlegende Prinzipien des Flüchtlingsschutzes, betont die gemeinsame Stellungnahme der humanitären und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die in beiden Ländern tätig sind.

 

 

 

World Vision und andere Hilfsorganisationen berichten, dass Flüchtlinge sehr verängstigt auf die Pläne reagierten. Sie verlangen stärkere Garantien dafür, dass die extremen Menschenrechtsverletzungen, unter denen die Rohingya in ihren Heimatregionen zu leiden hatten, gestoppt würden und dass die für die Gewalt Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

 

 

 

"Flüchtlingskinder hören Gespräche über die Rückführung und haben große Angst", berichtet Fred Witteveen, Landesdirektor von World Vision Bangladesch. "Die meisten Kinder hier haben auf der Flucht aus Myanmar schreckliche Gewalt erlitten oder erlebt, und ihre Erinnerungen sind noch schmerzhaft frisch. Sie stellen unseren Mitarbeitern Fragen über ihre Zukunft, und wir haben keine Antworten für sie. Wir fordern die Regierungen von Bangladesch und Myanmar auf, dafür zu sorgen, dass Kinder geschützt werden und dass jede Rückführung auf sichere, freiwillige und würdige Weise erfolgt."

 

 

 

-Gemeinsame Erklärung:  https://bit.ly/2PSBZgw

 

-Zwei Videoclips von Rohingya-Flüchtlingen, die ihre Ansichten zur Repatriierung teilen:

 

https://bit.ly/2RK8HO3

 

- Factsheet und Bilder zur Arbeit von World Vision in den Flüchtlingscamps in Bangladesch: https://bit.ly/2yYFgBb

 

 

 

 

 

WEITERE FAKTEN

 

- Mehr als die Hälfte der 900.000 Flüchtlinge, die im Cox's Bazar leben, sind Kinder.

 

- World Vision betreibt 12 kinderfreundliche Räume in den Lagern, in denen Kinder von psychosozialer Betreuung und Unterstützung in einer sicheren Umgebung profitieren.

 

- World Vision arbeitet seit September 2017 in den Flüchtlingslagern und leistet lebensrettende Hilfe durch Programme in den Bereichen Kinderschutz, Ernährung und Ernährungssicherheit sowie Wasser und Hygiene. Mehr als 260.000 Menschen haben bisher davon profitiert.

 

 

 


missio-Kunstkalender Äthiopien 2019

(Aachen/missio) - Die äthiopische Künstlerin Alem Getachew Worku hat den Kunstkalender Äthiopien 2019 des Internationalen Katholischen Missionswerks missio Aachen gestaltet.

 

Mit dem Bilderzyklus, den sie für den missio-Kunstkalender anlegte, orientiert sie sich an der Farb- und Formensprache der äthiopisch-christlichen Maltradition. Eingängig und farbstark geben die Bilder Einblicke in die uralte christliche Botschaft ihrer Heimat und vermitteln, was auch der Künstlerin selbst am Herzen liegt: mit ihrer Kunst den Geist der Einheit, des Austauschs und des Teilens weiterzugeben.

 

„Ich möchte den Menschen in Deutschland die äthiopische Kultur, den Geist der Einheit, des Austauschs und des Teilens vermitteln. Meine Bilder spiegeln das Christentum wider, das in Äthiopien viele Jahrhunderte durchlebt hat“, erklärt die 35-jährige Künstlerin, die aufgrund einer Querschnittslähmung seit 20 Jahren im Rollstuhl sitzt.

 

Alem Getachew Worku arbeitet seit 18 Jahren als Künstlerin und unterhält eine kleine Galerie in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba, in der sie auch unterrichtet. Besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereitet ihr dabei viel Freude.

 

Der missio-Kunstkalender Äthiopien 2019 ist im missio-Onlineshop erhältlich.

 

 

 

Nachfolgend das Interview:

 

 

 

Interview mit der äthiopischen Künstlerin Alem Getachew Worku

 

 

 

Seibel: Hallo Frau Alem. Wie fühlen Sie sich heute an dem Feiertag Tikmat?

 

Alem: Ich freue mich über den Anlass der Taufe Christi. Dies ist ein Tag voller Freude. Dies ist ein Fest, das ich sehr mag und ich freue mich darüber

 

Seibel: Sie sagten, dass Sie glücklich sind. Was macht Sie glücklich?

 

Alem: Für mich hat Freude etwas damit zu tun, realistisch zu sein und anzunehmen, was Gott uns gegeben hat. Mit Einfachheit zu begrüßen, was wir im Leben haben.

 

Seibel: Sie sagten, dass Sie annehmen möchten, was Gott Ihnen gibt. Aber die Menschen haben für gewöhnlich viele Wünsche. Was ist Ihr größter Wunsch?

 

Alem: Mein größter Wunsch ist es, mit anderen zu teilen, der Grund und die Quelle ihrer Freude sein. Das ist es, wonach ich mich sehne.

 

Seibel: Gibt es etwas, das Sie fürchten?

 

Alem: Ich fürchte mich davor, nicht in Harmonie und Übereinstimmung mit dem zu leben, was Gott uns gibt. Mir seiner Gaben nicht bewusst zu sein und diese Freude nicht zu teilen. Das ist das Einzige, vor dem ich mich fürchte: keine Antwort auf die Gaben Gottes zu geben.

 

Seibel: Drückt sich die Angst davor, keine Antwort auf die Gaben Gottes zu geben, auch in Ihrer Kunst aus?

 

Alem: Es gibt Situationen, wo dies zum Ausdruck kommt. Durch meine Malerei möchte ich meine Freude teilen, aber auch Momente der Traurigkeit, die Sie angesprochen haben. Es handelt sich also nicht nur um einen Typ von Gemälden.

 

Seibel: Könnten Sie unseren Lesern beschreiben, wie bei Ihnen ein typischer Tagesablauf aussieht? Wann stehen Sie auf, was tun Sie während des Tages und wann gehen Sie zu Bett?

 

Alem: Morgens nach dem Aufstehen nehme ich mir Zeit für mein persönliches Gebet und Reflexion und dann frühstücke ich zusammen mit meiner Familie. Anschließend komme ich hierher, um zu arbeiten und Leute zu treffen. Ich esse in der Galerie zu Mittag und arbeite am Nachmittag weiter und kontaktiere Leute. Um 18 Uhr ca. gehe ich nach Hause, um zu Abend zu essen und Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

 

Seibel: Warum ist es so wichtig und wertvoll für Sie, als Künstlerin zu arbeiten?

 

Alem: Am Wichtigsten für mich ist die Möglichkeit, durch meine Kunst auszudrücken, dass ich den Menschen das Beste wünsche. Meine Werte zu teilen. Die Kunst ermöglicht es mir, dies auszudrücken und den Menschen etwas zu geben. Aber auch die Interaktion mit den Menschen und selbst etwas von ihnen zu bekommen. All die guten Dinge, die ich den Menschen wünsche, bringe ich durch meine Kunst zum Ausdruck. 

 

Seibel: Was bekommen Sie von den Menschen zurück?

 

Alem: Von manchen Leuten bekomme ich gute Dinge, die mich wachsen lassen. Aber nicht alles, das von Menschen kommt, ist gut. Manche Menschen bringen eher Probleme, aber ich sehe das als Chance, anderen zu helfen. Ich begrüße nicht nur die guten, sondern auch die schlechten Dinge von Menschen. Ich versuche alles zu akzeptieren und die Situation derjenigen zu verbessern, die traurig sind oder denen es nicht gut geht.

 

Seibel: Vielen Künstlern stellt sich die Frage, ob sie von ihrer Arbeit leben können…

 

Alem: Für mich ist es möglich, es ist okay. Ich weiß, dass andere Kollegen, sagen, dass es zu wenig zum Leben ist. Es trifft natürlich auch auf mich zu, dass ich kein tägliches Einkommen habe, aber wenn man bescheiden ist, dann ist es möglich von der Kunst zu leben. Was mich betrifft, sehe ich eine Verbesserung der Situation in unserem Land. Die Menschen haben ein höheres Bewusstsein für Kunst entwickelt. Ich mag es nicht, allein zu arbeiten, sondern liebe die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Mir geht es gut; ich bin zufrieden mit dem, was ich tue.

 

Seibel: Mögen Sie das Leben in Addis Abeba?

 

Alem: Ich bin froh, in Addis, die Hauptstadt von Äthiopien, zu leben. Im Vergleich zu ländlichen Regionen haben behinderte Menschen in Addis ein deutlich besseres Leben. Es gibt hier viel mehr Möglichkeiten. 

 

Seibel: Wenn Sie Addis Abeba in drei Worten beschreiben müssten, welche würden Ihnen einfallen? Oder vielleicht haben Sie als Künstlerin keinen Bezug zu Worten, sondern können mir eher Bilder nennen?

 

Alem:  Ich denke zuerst an die Etymologie und das Bild der Blume. Bei Worten denke ich vor allem an Diversität- die Menschen kommen von ganz verschiedenen Kulturen, Sprachen, Gruppen und doch haben wir alle den Geist der Einheit, des Austauschs und des Teilens. Das ist es, was mir in den Sinn kommt.

 

Seibel: Wir haben über das Leben gesprochen; ich würde nun gerne noch auf den Tod zu sprechen kommen. Was denken Sie wird nach unserem Tod passieren?

 

Alem: Im Licht meines Glaubens und dem Wort Gottes, sehe ich das Leben nach dem Tod als ein Leben der Freude und der ewigen Ruhe. Aber diese Freude wird uns durch das diesseitige Leben garantiert. Wir beginnen diese Freude und dieses Leben durch unsere enge Beziehung zu Gott während wir noch hier auf der Erde sind.

 

Seibel: Sie malen den Kalender für die Menschen in Deutschland. Welche Botschaft wollen Sie den Menschen in Deutschland vermitteln?

 

Alem: Ich möchte den Menschen in Deutschland eine Botschaft vermitteln, die die äthiopische Kultur, spirituellen Werte, die Einheit und das Christentum, das viele Jahrhunderte durchlebt hat, widerspiegelt. Ich möchte die äthiopische Kultur, die Lebensart und besonders den Glauben darstellen.

 

Seibel: Auf welche Art stellen Sie Gott in Ihren Gemälden dar? Sind es die Farben oder die Komposition?

 

Alem: Es stimmt, ich stelle das Göttliche anhand vieler Instrumente dar und eines davon sind die Farben. Helle Farben stehen für Hoffnung, aber auch dunkle Farben sind eine Art, um Intimität mit Gott auszudrücken. Dies sind indirekte Mittel, um das Göttliche darzustellen

 

Seibel: Vielen Dank!

 

Das Interview führte Johannes Seibel.

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2017 stellt missio Aachen rund 46,2 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.161 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.