Nachrichten aus aller Welt

23.08.2017

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Diakonie Katastrophenhilfe stellt 2016 weltweit 59,7 Mio. Euro bereit

Humanitäre Krisen fordern schnelleres Handeln

Haiti nach dem Hurrikan Matthew. Copyright: Thomas Lohnes/Diakonie Katastrophenhilfe
Haiti nach dem Hurrikan Matthew. Copyright: Thomas Lohnes/Diakonie Katastrophenhilfe

 

Ein Mädchen steht in den Trümmern ihres zersörten Hauses in einem kleinen Dorf nahe Les Cayes am 14.10.16. Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt rund 300.000 Euro für Soforthilfe zur Verfügung. Mitarbeiter und Partner vor Ort verteilen Hygiene-Pakete, Tabletten zur Trinkwasser-Aufbereitung, sowie Decken und Planen an die betroffenen Menschen.

 

Pressekonferenz * Jahresbilanz * Ostafrika * Somalia * Humanitäre Hilfe

(Berlin/dw) - Die internationalen Mittel für humanitäre Hilfe sind in den vergangenen Jahren  in der Summe gestiegen. Dieser Anstieg hält jedoch nicht Schritt mit dem deutlich gestiegenen Bedarf. Weltweit waren 2016 den Vereinten Nationen (UN) zufolge etwa 130 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Diakonie Katastrophenhilfe verzeichnet für 2016 mit 59,4 Mio. Euro einen leichten Rückgang der Einnahmen um 5,8 Prozent gegenüber 2015. „Unsere Mittel sind stark abhängig davon, ob und wie eine Krise von den Medien, der internationalen Politik und den Spenderinnen und Spendern auf die Agenda geholt wird. 2016 hatte Hurrikan Matthew in Haiti eine große Spendenbereitschaft hervorgerufen, andere - gerade langanhaltende Krisen haben es schwer, auf die Agenda zu kommen oder bleiben. Dazu gehören die Hungerkrise in Ostafrika ebenso wie der Konflikt im Norden Nigerias“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, die erst vor wenigen Tagen aus Nigeria zurückgekehrt ist, auf der Bilanz-Pressekonferenz in Berlin.

Zuletzt konnten nur durch massiven Einsatz von Nichtregierungsorganisationen, Medien und einzelnen Regierungen die Hilfen für 20 Millionen Hungernde in Ostafrika erhöht werden. Damit wurde bislang verhindert, dass - wie zuletzt 2011 - Hunderttausende verhungert sind. Jedoch ist die Zahl der Menschen, die von humanitärer Hilfe abhängig sind, allein in Somalia deutlich gestiegen. Dort sind es laut UN mittlerweile knapp sieben Millionen. Das ist fast die Hälfte der Bevölkerung. Die Zahl der intern Vertriebenen ist in Somalia mittlerweile auf über 1,8 Millionen gestiegen. „Die Situation der Menschen ist bedrohlich. Sie mussten aufgrund der Dürre ihre Felder verlassen und sind mittellos in die Hauptstadt geflohen, wo sie sich eine bessere Versorgungslage erhoffen“, sagt Martin Keßler. Der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe war Anfang August vor Ort. Somalia ist aktuell ein Schwerpunkt der Diakonie Katastrophenhilfe und wird es auch in den kommenden Monaten bleiben. „Die internationale Hilfe konnte für den Moment die Spitze des Eisbergs kappen und eine Hungersnot verhindern. Wenn die Regenfälle im Herbst wieder ausbleiben, besteht die Gefahr einer Hungersnot Ende des Jahres. Somalia ist noch lange nicht über den Berg.“

Noch nicht einmal jetzt ist der Finanzbedarf für humanitäre Hilfe in der Region ansatzweise gedeckt. „Während Ablösesummen für Fußballer immer weiter steigen, werden Hilfsappelle der Vereinten Nationen in ähnlicher Größenordnung nur äußerst schleppend von der internationalen Gemeinschaft finanziert. Und das, obwohl es hier darum geht, hunderttausende Menschenleben zu retten“, sagt Füllkrug-Weitzel. Um die Situation für Millionen Menschen nachhaltig zu verbessern, müssten die internationalen Geber und die Bundesregierung dringend ihre Finanzpolitik ändern und die humanitäre Hilfe auf breitere, lokalere Füße stellen. „Nur wenn wir die Hilfssysteme in den Krisenregionen nachhaltig stärken, können sie bei künftigen Krisen frühzeitig und effektiv helfen“, so Füllkrug-Weitzel.

Diakonie Katastrophenhilfe Bilanz 2016

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat im vergangenen Jahr in mehr als 40 Ländern Hilfe geleistet und dafür 59,7 Millionen Euro bereitgestellt (Vorjahr 53,3 Mio. Euro). Dazu gehören Einsätze in Somalia, dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo, dem Irak, Libanon, in Haiti, Kolumbien und in der Türkei. Insgesamt 140 Projekte wurden neu bewilligt. Die Spendeneinnahmen der Diakonie Katastrophenhilfe waren im Jahr 2016 mit 21,1 Mio. Euro knapp ein Drittel niedriger als im Vorjahr (31,2 Mio. Euro). 2015 war die Spendenbereitschaft aufgrund der verheerenden Erdbeben in Nepal und der Flüchtlingssituation in Europa sehr hoch. 2016 gingen die meisten Spenden nach dem schweren Hurrikan Matthew auf Haiti im Oktober des Jahres ein. Die Einnahmen aus öffentlichen Zuwendungen von der Bundesregierung, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen waren mit rund 30 Mio. Euro 28 Prozent höher als im Vorjahr. Die Gesamteinnahmen lagen damit  bei 59,4 Mio. Euro (Vorjahr: 63 Mio. Euro). Der Anteil der Verwaltungs- und Werbungskosten lag bei nur 5,9 Prozent (Vorjahr 6,6 Prozent) und wird vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) als niedrig eingestuft.

Die Diakonie Katastrophenhilfe gehört zu den wichtigsten Nothilfeorganisationen Deutschlands und arbeitet aktuell in über 40 Ländern weltweit.

 


FIDES NEWSLETTER - 23.08.2017

 

AFRIKA/SIERRA LEONE - Bischöfe: “Wir beten für die Verstorbenen und wünschen uns eine ökologisches Umdenken”

 

Freetown (Fides) - “Unsere Herzen und unsere Gebete sind den Familien der Verstorbenen zugewandt und allen, die ihr Haus verloren haben und die von dieser Katastrophe in grausame Armut gestürzt wurden”, so die Bischöfe von Sierra Leone in ihrem Beileidsschreiben nach dem tragischen Erdrutsch am Mount Sugar Leaf in der Nacht vom 13. auf den 14. August, das Dorf Regent verwüstete.

In ihrer Botschaft erinnern die Bischöfe an die Verantwortlichkeit des Menschen bei der Vorbeugung gegen solche Katastrophen, die oft durch Nachlässigkeit, Waldrodung und illegale Bebauung verursacht werden: “Die Enzyklika von Papst Franziskus „Laudato Sì“ appelliert an unser kollektives Gewissen, wenn es um das wahres ökologisches Umdenken und um ein Leben in Frieden mit der Natur geht. Die Bürger von Sierra Leone tragen Verantwortung für das ‘gemeinsame Haus’”.
“Die katholische Kirche wird in Zusammenarbeit mit der Caritas und den katholischen Entwicklungshilfeorganisationen die Regierung unterstützen, wenn es darum geht, das Leid der Mitbürger zu lindern”, heißt es in der Botschaft weiter, in der die Bischöfe dazu aufordern “für die Seelen aller Opfer zu beten”.
Die Zahl der Toten und Vermissten stieg nach dem Unglück auf bisher 600, von denen rund 450 geborgen wurden.

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AFRIKA/NIGERIA - Bischöfe rufen zur Einheit und konstruktiver Kommunikation auf

 

Abuja (Fides) - “Wir dürfen nicht länger die Kriegstrommel rühren”, lautet der Titel einer vom Vorsitzenden und vom Sekretär der Bischofskonferenz, Bischof Ignatius Ayau Kaigama von Jos und Bischof William Amove Avenya von Gboko im Namen aller Bischöfe unterzeichneten Botschaft, in der sie ihre Sorge über die Situation in Nigeria zum Ausdruck bringen, wo es 50 Jahre nach dem Biafra-Krieg (1967-1970)zu ethnischen, sezessionistischen und sozialen Konflikten kommt.

Mit Bezug auf den Krieg warnen die Bischöfe: “Wir müssen von der tragischen Erfahrung des Bürgerkriegs lernen, der viele Menschenleben und Eigentum zerstört hat und dessen Auswirkungen noch heute zu spüren sind”, um zu verhindern, dass die aktuellen Spannungen erneut zu einer nationalen Tragödie werden.
“Zweifelsohne”, so die Bischöfe, “haben in den vergangenen zwei Jahren in ganz Nigeria ethnische und regionale Konflikte zugenommen, die zu bereits existierenden politischen, religiösen und sozialen Spannungen hinzukommen”. Diese Spannungen “lassen das Bild einer unruhigen Nation entstehen, in der sich viele Komponenten der Bevölkerung ausgeschlossen oder ausgegrenzt fühlen”.
Zu den Ausgeschlossenen gehört vor allem die Jugend des Landes. „Es ist kein Geheimnis, dass die Situation in Nigeria nicht sehr viel versprechend für die jungen Generationen aussieht”, so die Bischöfe in ihrer Erklärung, “Grund dafür ist die enorme Gier und die weit verbreitete Korruption unter den älteren Politikern, die unter den Jugendlichen Wut und Abscheu hervorrufen. Die Demokratie wird stärke, wenn Politiker und Führungskräfte weitgehende Zustimmung erhalten, die das Land zusammenhält und ein Zugehörigkeitsgefühl bei allen hervorruft”.
“Alle, die sich ausgegrenzt oder unterdrückt fühlen, sollten die Ausdrucksfreiheit jedoch nicht dahingehend ausnutzen, dass sie aufhetzende Erklärungen von sich geben und die Einheit und das Überleben des Landes bedrohen”, so die Bischöfe.
“Wir dürfen nicht länger die Kriegstrommel rühren. Der Krieg ist ein schlechter Wind und bringt nichts Gutes. Wir müssen uns um eine konstruktive Kommunikation und den Dialog im demokratischen Rahmen bemühen und dabei Vorurteile, Intoleranz und Überlegenheitsdenken vermeiden”, so die Bischöfe abschließend.

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AFRIKA/D. R. KONGO - Staat des südlichen Afrika: “Wahlen im Kongo bis Endes 2017 nicht möglich ”

 

Kinshasa (Fides)- Die Organisation von Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo ist bis Ende 2017 nicht möglich. Dies teilt die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) am Rande eines Gipfeltreffens mit, das am vergangenen 20. August in Pretoria in Südafrika zu Ende ging.

Die Regierungschefs der 15 Mitgliedsstaaten der SADC (Angola, Botswana, Demokratische Republik Kongo, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Seychellen, Südafrika, Swaziland, Tansania, Sambia, Simbabwe) stellen fest, dass es Probleme gibt, die eine Wahl bis Dezember nicht möglich machen, wobei sie diese Probleme jedoch nicht genauer ausführen. Deshalb soll ein Sondergesandter der SADC in die Demokratische Republik Kongo entsandt werden, der “den Wahlprozess mit verfolgt”.
Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma bat die Unabhängige Wahlkommission unterdessen einen aktuellen Wahlkalender zu veröffentlichen.
Die Erklärung der SADC stimmt damit den Erklärungen der CENI überein, widerspricht aber der Position der Vereinigten Staaten, des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und der Europäischen Union, die sich Wahlen noch vor Ende des Jahres in Übereinstimmung mit den Ende Dezember 2016 unterzeichneten Vereinbarungen wünschen. Unterdessen gehört die Opposition der Regierung der Nationalen Einheit nicht an und ruft zu Protestkundgebungen auf, bei denen der Rücktritt von Präsident Kabila bis zum 31. Dezember gefordert werden soll.

 

 

 


World Vision zur Aufnahme von mehr als einer Million Flüchtlingen aus Südsudan in Uganda:

Gutes Bleiberecht - unsichere Existenz bei 9 von 10 Flüchtlingen

 

- Humanitäre Hilfe stößt bei andauernder Krise an Grenzen

 

- Kinderhilfsorganisation World Vision will Berufschancen für junge Flüchtlinge und nachhaltige Entwicklung der Region fördern

 

 (Arua/Friedrichsdorf/wv) - Während sich der Krieg im Südsudan eher ausbreitet als abschwächt, hält das Nachbarland Uganda seine Grenzen offen und gewährt inzwischen mehr als einer Million Flüchtlingen ein dauerhaftes Bleiberecht, inklusive Zugang zu einer Grundversorgung durch Hilfsprogramme. Laut einer aktuellen Studie von World Vision, die in Kooperation mit UNHCR und Caritas durchgeführt wurde, muss die humanitäre Hilfe allerdings dringend mehr unterstützt und durch Entwicklungsprogramme ergänzt werden, um der Gefahr neuer Krisen und Konflikte entgegen zu wirken.  Auch für den Schutz und die Integration junger Menschen sollte mehr getan werden.

  

Für die Studie wurden 1.135 Personen aus Flüchtlings- und Gastgeberfamilien im Bezirk Arua im Norden Ugandas befragt. 89 Prozent der befragten Flüchtlinge berichteten von sehr eingeschränkten Verdienstmöglichkeiten. Bezahlte Arbeit beschränkt sich bei den meisten auf zwei Tage in der Woche und erzielt weniger als 3 Euro Einkommen. 58 Prozent gaben an, ganz von Nahrungsmittelhilfe abhängig zu sein. Viele Menschen sind sehr besorgt, dass sie bald nicht mehr genug Nahrungsmittel für sich und ihre Familien bekommen. Lokale Einwohner klagen unter anderem über steigende Lebensmittelpreise auf den Märkten.

  

Die Mehrheit jugendlicher Flüchtlinge ist arbeitslos und hat nur einen Grundschulabschluss. Sie leiden besonders unter der vertieften Armut, Hunger und Krankheiten sowie den psychischen Belastungen ihrer Gewalt-und Fluchterfahrungen und mangelnden Perspektiven. „In dieser Situation müssen wir sicherstellen, dass geflüchtete Kinder besonders geschützt werden und sich, wenn sie hier ankommen, schnell in die Gesellschaft integrieren können“, erläutert Enid Kabasinguzi Ocaya, zuständig für Katastrophenhilfe und -vorsorge bei World Vision Uganda. Sie befürchte, dass die Kinder und Jugendlichen ansonsten nach Südsudan zurückkehrten und dort in den Konflikt verwickelt werden.

  

„Mit umsichtiger Unterstützung wird die Welt sehen, dass die Flüchtlinge aus dem Südsudan und die Gastgemeinden friedlich zusammen leben und zur wirtschaftlichen Entwicklung in Uganda beitragen  können“, ist Gilbert Kamanga, World Vision Direktor in Uganda, überzeugt. Es gebe in der Region funktionierende Märkte, doch seien die bisherigen wirtschaftlichen Aktivitäten weit unter ihrem Potential entwickelt. Ausbildungsangebote und Zugänge zu Startkapital könnten die Situation deutlich verbessern. Ein aktuell durch „Aktion Deutschland Hilft“ gefördertes Projekt zeigt etwa eine starke Nachfrage nach Handwerks- und Handelslehrgängen.

  

„Die Ursache der Krise, nämlich der Konflikt im Südsudan, darf natürlich nicht aus dem Auge verloren werden“, betont Ekkehard Forberg, Experte für Friedensförderung bei World Vision Deutschland. „Es muss auf allen Ebenen inklusiv für Frieden geworben und um Teilhabe verhandelt statt mit Waffen gekämpft werden.“ Infolge des Bürgerkrieges sind inzwischen mehr als 3 Millionen Menschen auf der Flucht und rund die Hälfte aller Schulen zerstört worden.

 


ora Kinderhilfe hilft Hungernden - fernab der offiziellen Hilfsgebiete

Äthiopien: Endlich Regen - leider zu spät und zu heftig

 

(Berlin/ora) - Zwanzig Grad und Regen. Verzweifelt haben die Menschen in der Region um Adama/ Nazareth auf das kühle Nass gewartet. Nachdem im Mai die Regenzeit ausgeblieben war, haben sich die Bewohner nach Regen gesehnt. Nun ist er da. Aber er macht alles nur noch schlimmer. Die Wucht der heftigen Niederschläge zerstört die provisorischen Behausungen der Bauern, spült Felssteine auf die Felder und überzieht die Äcker mit einer Lehmschicht. Wieder eine zerstörte Ernte. Zum zweiten Mal in diesem Jahr.  

Bereits seit über drei Jahren haben die Bauern der Region keine erfolgreiche Ernte mehr gehabt
. Die Böden sind am Ende. Dies liegt hauptsächlich an der Bodenerosion um Adama/ Nazareth. Weil auf den umliegenden Bergen fast aller Wald gerodet wurde, gibt es nicht mehr genügend Bäume, deren Wurzeln den Boden festhalten können. Wenn es regnet, werden Steine und Geröll aus den Bergen auf die Felder gespült. Das kühle Nass perlt an den Äckern ab wie an einer Regenjacke. Der Boden kann das Wasser nicht aufnehmen, die fruchtbare oberste Schicht wird abgetragen und übrig bleibt Sand.  

Jede Ernte wird so zum Desaster. Trotz Regen hungern die Menschen. Die Nahrungsmittelverteilung der UN konzentriert sich mehrheitlich auf die Grenze zu Somalia und den Südsudan. In den Dörfern rund um Adama/ Nazareth kommt nur wenig an. 

An dieser Stelle hilft das Kinderhilfswerk „ora Kinderhilfe“. Bereits in der nächsten Woche – vom 22. bis 29. August 2017 – ist wieder ein Team vor Ort, um die Verteilung der Hilfsgüter zu kontrollieren und zu optimieren. „Wir können nicht tatenlos zusehen, wie Kinder hungern“, erklärt Matthias Floreck, Leiter der internationalen Projektarbeit und Vorstand der ora Kinderhilfe. „Deshalb reisen wir erneut nach Äthiopien und prüfen, wie unsere bisherige Hilfe ankommt. Außerdem wollen wir diese ausbauen und optimieren.“ Für Floreck geht es darum, möglichst viele Kinderleben zu retten. Bereits seit Anfang des Jahres ist die gemeinnützige Organisation im Kampf gegen den Hunger in Äthiopien im Einsatz und wird es bis auf weiteres auch bleiben.  

„Als mittleres Hilfswerk arbeiten wir schnell, unkompliziert und pragmatisch“, erläutert Floreck. „Wir können durch flache Hierarchien und einer schmalen Struktur auch dort helfen, wo die größeren Hilfswerke keinen Zugang haben. So wie in der Region um Adama.“ 


ora Kinderhilfe ist seit 1981 weltweit für Menschen in Not im Einsatz. Derzeit betreuen die lokalen Mitarbeiter und Partner Kinder und Familien in zehn Ländern auf vier Kontinenten. Das Berliner Hilfswerk hat drei Arbeitsschwerpunkte: Patenschaften für Kinder, Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe. Um helfen zu können, ist ora auf Spenden angewiesen.

 

 


Nigeria: Seit Juli 2017 mehr als 320 Zivilisten getötet - Boko Haram nicht unterschätzen!

Trotz Siegesmeldungen der nigerianischen Armee hält Terror auf hohem Niveau an

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt davor, die radikal-islamistische Gruppe Boko Haram in Nigeria zu unterschätzen und vorschnell ihre Zerschlagung zu verkünden. „Der Terror der islamistischen Kämpfer hält auf hohem Niveau noch immer an. So wurden seit Juli 2017 mindestens 327 Menschen im Nordosten Nigerias im Boko-Haram-Konflikt getötet. Obwohl sich die Organisation in zwei Flügel gespalten hat, nimmt die Gewalt der Terrorbewegung sogar noch zu“, berichtete der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. „Zwar ist Gruppe geschwächt, doch mit ihrem baldigen Verschwinden ist nicht zu rechnen.“

 

Der Generalmajor und Armee-Sprecher John Enenche hat in dieser Woche erklärt, Boko Haram sei zwar militärisch besiegt, nur der totale Friede sei noch nicht erreicht. Den gebe es aber nirgendwo in der Welt. Nach GfbV-Angaben starben im Jahr 2017 ingesamt bereits mehr als 2.000 Menschen durch den Boko-Haram-Konflikt. Seit Beginn der Anschläge der islamistischen Terrorbewegung im Jahr 2009 kamen mehr als 23.000 Menschen gewaltsam zu Tode.

 

Nach Selbstmordanschlägen von drei Frauen in der Stadt Mandarari (Bundesstaat Borno) am gestrigen Dienstag hat die nigerianische Regierung den Aufbau einer 2.000 Kämpfer umfassenden Spezialeinheit beschlossen, die gegen Boko Haram vorgehen soll. Bei den Anschlägen auf einen lokalen Markt und ein Flüchtlingslager wurden 30 Menschen getötet und 83 verletzt. Rund 70 Prozent der 340 Selbstmordanschläge Boko Harams seit 2011 wurden von Frauen verübt. Mehr als die Hälfte der Attentäterinnen waren Jugendliche oder Kinder. Die Terrorbewegung setzt für Anschläge verstärkt Frauen und Kinder ein, weil sie sich unverdächtiger als Männer Märkten und anderen Zielen nähern können. Im Jahr 2017 kamen mindestens 83 Attentäterinnen bei Selbstmordanschlägen zu Tode.

 

Trotz dieser erschreckenden Zahlen gibt sich die nigerianische Armee siegesgewiss und vermittelt in der Öffentlichkeit, Boko Haram sei zerschlagen und das Verschwinden der Gruppe stünde unmittelbar bevor. „Mehrfach hat die Armee den Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau zwar für tot erklärt, doch er führt weiter einen Flügel der Terrorbewegung an“, berichtete Delius. Ein anderer Teil der Kämpfer habe sich um Abu Musab al-Barnawi geschart hat. Dieser stünde dem Islamischen Staat nahe.

 


Die Lage ist angespannt, aber die Arbeit geht weiter – TWR sendet, informiert und macht weiterhin Mut.

ERF Medien Partner TWR sendet Hoffnung aus Guam

 

(Wetzlar/erf) - Ausgerechnet eine kleine Insel im Pazifik wird zum Zankapfel zweier Staaten, die über ein Arsenal an Atomwaffen verfügen: Guam. Die USA haben dort etwa 6.000 US-Soldaten stationiert und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat sich genau diese Insel ausgesucht, um dort gegebenenfalls einen atomaren Anschlag gegen die USA zu führen. Wie es den Inselbewohnern in dieser Situation geht, erklärt Grant Hodgins, der zuständige Leiter der Station von TWR in Guam, in einem Telefongespräch mit den Kollegen von ERF Medien in Wetzlar.


„Auf den Notfall sind wir vorbereitet. Ansonsten machen wir weiter Radio“, erklärt Grant Hodgins die Lage. Mit ihren Familienangehörigen sind derzeit 27 Menschen unterschiedlicher Herkunft für die Sendestation tätig. Im gesamten Pazifik, in China, Südostasien, Indochina bis hin nach Russland sind seit mehr als 40 Jahren Nachrichten und das Evangelium von der Insel Guam aus zu hören. Immer wieder kommen dankbare Rückmeldungen von Christen, auch aus Nordkorea, die den Sender heimlich empfangen.  

TWR produziert ermutigende Programme in 230 Sprachen, die von über hundert Sendestationen in 190 Länder der Welt ausgestrahlt werden. „ERF Medien in Wetzlar unterstützt die Arbeit seines internationalen Medienpartners nicht nur finanziell und personell“, erklärt Claudia Schmidt, Vorstandsreferentin International von ERF Medien. „Wir halten engen Kontakt zu unseren Kollegen in der Welt. In Zeiten wie diesen brauchen sie unsere Gebete und freuen sich über die Verbundenheit. Und wir erhalten wertvolle Einblicke in ihre Lage. Ich bin tief bewegt über die Rückmeldungen mutiger Christen aus Nordkorea. Trotz Verfolgung und Unterdrückung schreiben sie uns, dass die täglichen Radiobotschaften sie im Glauben stärken und ihnen helfen, den Drangsalen zu widerstehen und an der Hoffnung festzuhalten.“ In verschiedenen Sendungen berichtet ERF Medien derzeit über die Lage im Pazifik und ruft zu Gebeten für die Region auf.

„Gebete brauchen alle im Pazifik, nicht nur Guam“, bittet Grant Hodgins und erklärt weiter. „Über Guam spricht man in den Nachrichten, aber da sind so viel mehr Menschen, die von der Bedrohung betroffen sind. Betet für die Länder und ihre Führer und betet für die Menschen dieser Insel, dass sie friedlich hier weiterleben und auf Gott schauen können, dass sie wissen, dass er sich um die Belange kümmert. Betet auch für die Menschen in Asien. Es ist nicht nur dieser Teil hier, der betroffen ist, es ist ein großer Teil der Welt: China, Indien, Japan, Nord und Südkorea. Da sind eine Menge Menschen einbezogen – und wenn es nur Gespräche sind, betet für sie“, so der Appell aus Guam.

So viele Länder sind um friedvolle Verhandlungen bemüht. Die Lage wird weiterhin angespannt bleiben. TWR will weiterhin seine Mission erfüllen und die Menschen mit notwendigen, aber auch Mut machenden Informationen versorgen. 

 


Hilfe für Hungernde in Äthiopien - fernab der offiziellen Hilfsgebiete. Ein Team der ora Kinderhilfe reist nach Afrika, um Hilfsgüter in der vergessenen Region um Adama zu verteilen.

Äthiopien: Endlich Regen – leider zu spät und zu heftig

 

(Berlin/ora) - Zwanzig Grad und Regen. Verzweifelt haben die Menschen in der Region um Adama/ Nazareth auf das kühle Nass gewartet. Nachdem im Mai die Regenzeit ausgeblieben war, haben sie sich nach Regen gesehnt. Nun ist er da. Aber er macht alles nur noch schlimmer. Die Wucht der heftigen Niederschläge zerstört die provisorischen Behausungen der Bauern, spült Felssteine auf die Felder und überzieht die Äcker mit einer Lehmschicht. Wieder eine zerstörte Ernte. Zum zweiten Mal in diesem Jahr.


Bereits seit über drei Jahren haben die Bauern der Region keine erfolgreiche Ernte mehr gehabt
. Die Böden sind am Ende. Dies liegt hauptsächlich an der Bodenerosion um Adama/ Nazareth. Weil auf den umliegenden Bergen fast aller Wald gerodet wurde, gibt es nicht mehr genügend Bäume, deren Wurzeln den Boden festhalten können. Wenn es regnet, werden Steine und Geröll aus den Bergen auf die Felder gespült. Das kühle Nass perlt an den Äckern ab wie an einer Regenjacke. Der Boden kann das Wasser nicht aufnehmen, die fruchtbare oberste Schicht wird abgetragen und übrig bleibt Sand.

Jede Ernte wird so zum Desaster. Trotz Regen hungern die Menschen. Die Nahrungsmittelverteilung der UN konzentriert sich mehrheitlich auf die Grenze zu Somalia und den Südsudan. In den Dörfern rund um Adama/ Nazareth kommt nur wenig an.

An dieser Stelle hilft das Kinderhilfswerk „ora Kinderhilfe“. Bereits in der nächsten Woche – vom 22. bis 29. August 2017 – ist wieder ein Team vor Ort
, um die Verteilung der Hilfsgüter zu kontrollieren und zu optimieren. „Wir können nicht tatenlos zusehen, wie Kinder hungern“, erklärt Matthias Floreck, Leiter der internationalen Projektarbeit und Vorstand der ora Kinderhilfe. „Deshalb reisen wir erneut nach Äthiopien und prüfen, wie unsere bisherige Hilfe ankommt. Außerdem wollen wir diese ausbauen und optimieren.“ Für Floreck geht es darum, möglichst viele Kinderleben zu retten. Bereits seit Anfang des Jahres ist die gemeinnützige Organisation im Kampf gegen den Hunger in Äthiopien im Einsatz und wird es bis auf weiteres auch bleiben.

„Als mittleres Hilfswerk arbeiten wir schnell, unkompliziert und pragmatisch“, erläutert Floreck. „Wir können durch flache Hierarchien und einer schmalen Struktur auch dort helfen, wo die größeren Hilfswerke keinen Zugang haben. So wie in der Region um Adama.“

 

 

 

ora Kinderhilfe international e.V. ist seit 1981 weltweit für Menschen in Not im Einsatz. Derzeit betreut das christliche Kinderhilfswerk Kinder und Familien in zehn Ländern auf vier Kontinenten. Es hat drei Arbeitsschwerpunkte: Patenschaften für Kinder, Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe. Um helfen zu können, ist ora Kinderhilfe auf Spenden angewiesen.


Aachen trauert um Opfer des Terroranschlags in Burkina Faso

missio-Präsident Prälat Krämer: Terror versucht das traditionell gute Verhältnis von Christen und Muslimen zu stören

 

(Aachen/missio) -  Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen trauert um die mindestens 17 Toten und zahlreichen Verletzten des Terroranschlags in Burkina Faso, den mutmaßlich islamistische Terroristen verübt haben. „Mit Entsetzen haben wir heute Morgen von dem Anschlag gehört, unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern und ihren Angehörigen“, sagte Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen. „In Burkina Faso leben Christen und Muslime traditionell friedlich miteinander. Dieser Anschlag versucht, diesen Frieden im wahrsten Sinne des Wortes zu sprengen, dagegen arbeitet die katholische Kirche in Burkina Faso“, sagte Prälat Krämer weiter. In Burkina Faso seien viele Familien multireligiös geprägt, im Land selbst gebe es kaum islamistische Gruppen. Es sei zu vermuten, dass von außerhalb versucht wird, den Terror nach Burkina Faso zu exportieren. Burkina Faso steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der missio-Hauptkampagne „Sonntag der Weltmission“. Im Oktober werden rund ein Dutzend Vertreter der katholischen Kirche aus Burkina Faso in Deutschland über ihr Land und ihre Arbeit berichten.

 

 Infos unter www.missio-hilft.de/wms

 

  

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.


Zehntausende Menschen versuchen das Land vor den Wahlen am Sonntag zu verlassen

Adveniat: Humanitäre KatastRophe an Venezuelas Grenzen

 

 

 

(Essen/adv) - Angesichts zehntausender Menschen, die derzeit versuchen, Venezuela zu verlassen, spricht das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat von einer dramatischen Situation: „Täglich verlassen, ja fliehen mehr als 50.000 Venezolaner das Land über die offiziellen Grenzübergänge nach Kolumbien, um sich dort mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen“, beschreibt Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz die Lage. Dazu müsse man die Menschen rechnen, die über die „Grüne Grenze“ in die Nachbarländer fliehen. Hauptgrund für diesen Exodus seien die extrem schlechte Versorgungslage in Venezuela und die anstehenden Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung: „Die Menschen rechnen mit Unruhen und Grenzschließungen“, beschreibt der Adveniat-Hauptgeschäftsführer die Situation. Heinz war in der letzten Woche von einer Reise Kolumbien zurückgekehrt.

 

Der Bischof der kolumbianischen Diözese Cucutá an der Grenze zu Venezuela, Victor Manuel Ochoa, spricht von einer „humanitären Katastrophe“ an der Grenze: „Die Lage ist sehr schwierig. Die Menschen reisen zum Teil aus der 15 Wegstunden entfernten venezolanischen Hauptstadt Caracas an, um sich hier mit Medikamenten zu versorgen, weil es in Venezuela nichts mehr gibt.“ Das Bistum habe in der Pfarrei San Pedro in Cucutá eine Notanlaufstelle eingerichtet, in der täglich 1.500 Mahlzeiten ausgegeben würden. „Die Menschen kommen mit Bündeln venezolanischen Geldes, das hier nichts wert ist“, erklärt Bischof Victor Manuel, der auch Adveniat-Projektpartner ist. Seine Diözese hat bereits Hilfslieferungen mit Medikamenten in die Nachbardiözese San Cristobal nach Venezuela gebracht. „Viele der Flüchtlinge ziehen weiter“, weiß der Bischof von Cucutá: „Wer Geld für ein Flugticket hat, stellt sich in den Schlangen vor den Reisebüros an.“

 

„Die Kolumbianer helfen den Flüchtlingen nach Kräften“, betont auch Monika Lauer Perez, Kolumbien-Referentin bei Adveniat. Im Bistum Cucutá an der Grenze zu Venezuela, wo täglich mehrere Tausend Flüchtlinge ankommen, verteilt die Kirche Lebensmittel und Medikamente. „Die Bilder aus Cucutá erinnern an Szenen aus dem europäischen Flüchtlingssommer 2015. Zu Tausenden stehen die Venezolaner an den Grenzen und hoffen, das Land verlassen zu können.“

 

Die Krise in Venezuela und die dramatische Situation der Flüchtlinge dürfe jetzt nicht zu einer Beeinträchtigung des Friedensprozesses in Kolumbien führen, fordert Lauer Perez. „Es gibt Politiker aus dem rechten Spektrum, die nur darauf warten, der Regierung eine Unterstützung der chavistischen Diktatur in Venezuela vorwerfen zu können.“ Zudem sei die Grenzregion als Rückzugsgebiet der ELN, aber auch durch den Drogenhandel und den illegalen Abbau von Bodenschätzen besonders destabilisiert. „Die Notsituation der Flüchtlinge darf nicht politisch instrumentalisiert werden.“ Die kolumbianische Polizei und Armee seien angesichts der Menschenströme an den Grenzen zwar in erhöhter Bereitschaft, es gebe jedoch die klare Aussage von Regierungsseite, dass es keine massiven Abschiebungen aus dem Land geben werde.

 

In Venezuela gefährde die Regierung durch ihren harten Kurs gegen die Opposition und die Misswirtschaft das Leben und die Gesundheit der Menschen, betont Adveniat-Hauptgeschäftsführer Michael Heinz. Es müsse endlich möglich sein, humanitäre Hilfe, vor allem Medikamente, nach Venezuela zu bringen.

 

Die politische Krise verschärft sich kurz vor der Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung weiter. Der Generalstreik, der am 26. Juli fortgesetzt wurde, lähmt das Land zusätzlich.

 

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von Hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 2.500 Projekte gefördert werden, die mit 40 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

 

 

 


Katholisches Hilfswerk missio Aachen und Projektpartner warnen: Lage der Unberührbaren weiterhin prekär

„Wahl des neuen indischen Präsidenten kein Fortschritt für Religionsfreiheit“

 

(Aachen/missio) - „Die Wahl von Ram Nath Kovind aus der am meisten benachteiligten Gesellschaftsschicht der Unberührbaren zum Präsidenten von Indien ist kein Fortschritt für die Lage der Religionsfreiheit und Menschenrechte im Land.“ Darauf weist Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen katholischen Missionswerkes missio in Aachen hin. Dies bekräftigen auch missio-Projektpartner.

 

 

 

„Das ist Symbolpolitik für das Ausland“

 

Die indische Regierung und lokale Behörden tolerieren weiterhin Diskriminierung und lokale Gewaltattacken gegenüber den Unberührbaren, den sogenannten Dalits. „Die Zahl der Ausschreitungen steigt sogar an. Mit dieser Wahl versucht die Regierung, die Gemeinschaft der Dalits ruhig zu stellen und Symbolpolitik für das Ausland zu machen, aber in Wirklichkeit verändert sich nichts“, so ein missio-Projektpartner, der namentlich nicht genannt werden will. Der neue Präsident, der von der Regierungspartei BJP von Ministerpräsident Narendra Modi nominiert wurde, sei zwar ein Dalit, vertrete aber die sogenannte Hindutva-Ideologie, dass ein indischer Bürger nur sein könne, wer Hindu ist. Wegen dieser Haltung sei er überhaupt erst Präsidentschaftskandidat der BJP geworden. „Durch seine Wahl wird sich die Lage der diskriminierten religiösen Minderheiten wie den Christen oder Muslimen, zumal wenn sie Dalits sind, nicht verbessern“, warnte der missio-Partner. „Ram Nath Kovind hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass Christen und Muslime nicht zu Indien gehören“, so der missio-Partner weiter. Er toleriere zudem Initiativen, die zum Teil gewaltsam Christen, Muslime und Angehörige anderer Minderheiten zur Konversion zum Hinduismus zwingen wollen.

 

missio-Kampagne für Religionsfreiheit in Indien unterstützen

 

missio Aachen und seine Projektpartner bitten die Politik und die Öffentlichkeit in Deutschland, auch nach der Wahl des neuen Präsidenten die indische Regierung auf massive Verletzungen des Menschenrechts auf Religionsfreiheit hinzuweisen. Die Möglichkeit dazu gibt die missio-Kampagne #freeourhusbands unter www.missio-hilft.de/freeourhusbands, die die Freilassung zu Unrecht inhaftierter Christen fordert.

 

Der indische Präsident hat keine Machtbefugnisse, sondern allein repräsentative Aufgaben. Er wird von einem Wahlkollegium von rund 5.000 Abgeordneten aller indischen Parlamente, und nicht direkt vom Volk, gewählt. 

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. Im vergangenen Jahr wurden rund 1.100 Projekte seiner Partner mit etwa 47 Millionen Euro finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Kontinenten. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein die Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Ein Jahr Zerstörung und Vertreibung in Larung Gar / ICT: „Tiefe Eingriffe in Recht auf freie Religionsausübung“

Tibet: Trauriger Jahrestag

(Berlin/pm) - Heute jährt sich zum ersten Mal der Beginn der Zerstörungen und Vertreibungen im buddhistischen Studienzentrum Larung Gar im Osten von Tibet. Die International Campaign for Tibet (ICT) erinnert heute an die damit verbundenen anhaltenden tiefen Eingriffe in das Recht auf freie Religionsausübung in dem weltweit bekannten buddhistischen Institut.

 

Am 20. Juli 2016 begannen die chinesischen Behörden mit der Zerstörung von Unterkünften in Larung Gar. In der im osttibetischen Landkreis Serthar (chin.: Serta) in der Provinz Sichuan gelegenen Einrichtung lebten zu diesem Zeitpunkt mindestens 10.000 Mönche, Nonnen und am tibetischen Buddhismus interessierte Laien. Manche Schätzungen gingen gar davon aus, dass sich deutlich mehr Menschen in Larung Gar aufhalten sollten, neben Tibetern auch zahlreiche chinesische Buddhisten. Larung Gar wurde im Jahr 1980 gegründet. Aus bescheidenen Anfängen wuchs es zu einem der wichtigsten Zentren des tibetischen Buddhismus heran. Die Abrissarbeiten waren in einer Anordnung der Kreisverwaltung vom Juni 2016 angekündigt worden. Darin wird das erklärte Ziel ausgegeben, bis Ende September 2017 die Anzahl der Bewohner von Larung Gar auf 5.000 zu begrenzen. Allem Anschein nach waren die religiösen Institutionen von Larung Gar nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen.

 

In der Zwischenzeit haben die chinesischen Behörden Fakten geschaffen. Auch wenn die Informationslage aufgrund der Zugangsbeschränkungen für unabhängige Journalisten schwierig ist, gehen sowohl die Anzahl der zerstörten Unterkünfte als auch die der zwangsweise aus Larung Gar vertriebenen Mönche und Nonnen in die Tausende. Einem Bericht von „Radio Free Asia“ (RFA) aus dem vergangenen zufolge sollen bis dahin 4.725 Behausungen abgerissen worden sein. Mehr als 4.800 Mönche und Nonnen seien vertrieben worden, heißt es darin unter Berufung auf einen hochrangigen Abt des Studienzentrums. In vielen Fällen wurden die zwangsweise Vertriebenen von den Behörden massiv in ihren Grundrechten beschnitten. Wie "Human Rights Watch“ (HRW) berichtete, wurden sie teilweise gezwungen, sich sogenannten „politischen Umerziehungsmaßnahmen“ zu unterziehen und öffentlich demütigen zu lassen.

 

Ein Bericht der ICT (PDF) vom März 2017 belegt die Strategie der chinesischen Regierung, zeitgleich mit den groß angelegten Abrissaktionen massiv in den Ausbau der touristischen Infrastruktur in Larung Gar zu investieren. So wurde im Tal unterhalb des Zugangs zu dem Studienzentrum ein völlig neues Touristendorf errichtet. ICT wertet dies als Beleg für den Versuch der chinesischen Behörden, den Tourismus als Mittel einzusetzen, um das wachsende Interesse an der Wiederbelebung der tibetischen Religion und Kultur einzudämmen. Ein vor kurzem erschienener Artikel der Nachrichtenagentur AFP scheint dies zu untermauern. Auf den begleitenden Fotos sind Gruppen von Touristen zu sehen, die in Larung Gar für Selfie-Aufnahmen posieren. Im Hintergrund erkennt man das buddhistische Studienzentrum, in das die Bulldozer Schneisen der Verwüstung geschlagen haben.

 

Die chinesischen Behörden ließen sich in ihrem Vorgehen auch nicht von massiver internationaler Kritik abhalten. Sowohl auf Ebene der Vereinten Nationen als auch im Europaparlament und von zahlreichen Regierungen wurden die Zerstörungen und Vertreibungen in Larung Gar deutlich verurteilt. Beispielsweise bezeichneten sechs UN-Menschenrechtsexperten im Februar das Vorgehen der chinesischen Behörden als Verletzungen der Menschenrechte, die offenbar „gezielte Angriffe auf das materielle und immaterielle kulturelle Erbe“ seien und „schwere Verletzungen der kulturellen Rechte der heutigen wie künftiger Generationen“ darstellten.

 

ICT-Geschäftsführer Kai Müller begrüßte die Kritik der UN-Experten wie auch ähnliche Äußerungen von Seiten der deutschen Bundesregierung, Mitgliedern des deutschen Bundestages sowie weiterer Parlamente und Regierungen: „Heute ist ein trauriger Jahrestag. Die Zerstörungen und Vertreibungen in Larung Gar stellen eine gravierende Verletzung des Rechts auf freie Religionsausübung dar. Sie bringen Leid über tausende Menschen und ihre Angehörigen und sind absolut inakzeptabel“, so Müller. Der ICT-Geschäftsführer weiter: „ Es ist eine Schande, wenn nun auf den Trümmern eines lebendigen religiösen Zentrums eine touristische Scheinwelt errichtet werden soll. Damit trifft die chinesische Regierung nicht nur die Tibeter, sondern auch die zahlreichen Chinesen, die sich in den vergangenen Jahren in steigender Zahl dem tibetischen Buddhismus zugewandt haben.“

 

www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.


Vorintegration durch JMD-Onlineberatung, jetzt auch auf Russisch, in Kooperation mit Goethe-Institut

Nach wie vor enormer Beratungsbedarf

 

Die Onlineberatung der Jugendmigrationsdienste (JMD) wächst: Neben der Beratung auf Deutsch und Türkisch können sich ab sofort auch junge Menschen aus russischsprachigen Ländern noch vor ihrer Einreise über das Leben in Deutschland informieren.

 

(Bonn /jmd) - Viele Fragen stellen sich, wenn man sein Heimatland verlassen und nach Deutschland einreisen möchte. Was muss ich bei der Einreise beachten? Worauf sollte ich mich vorbereiten? An wen kann ich mich wenden? Diese Fragen und viele mehr beantwortet die Onlineberatung der Jugendmigrationsdienste (JMD4YOU). Das Besondere: Als erstes und einziges Beratungsangebot im Netz bietet sie schon VOR der Einreise Antworten für junge Menschen, die nach Deutschland migrieren möchten. Das erfolgreiche Vorintegrationsprojekt auf Türkisch,  www.almanyayolu.org, hat gezeigt, wie hilfreich die Vorab-Beratung im Heimatland ist. Jetzt gibt es sie auch auf Russisch. Unter http://putjwgermaniju.org (übersetzt: "Der Weg nach Deutschland") beantworten Online-Beraterinnen und Berater aus den Jugendmigrationsdiensten Fragen zum Leben in Deutschland.  

 

"Orientierung zu geben, junge Menschen nahtlos zu  begleiten und die Integration zu erleichtern, sind Ziele unserer Onlineberatung", erklärt Projektleiter Özcan Ülger. Nahtlos, weil der Informationsbedarf nach Ankunft nicht endet, sondern von den 456 Jugendmigrationsdiensten vor Ort aufgefangen wird. Hier können sich die jungen Menschen hinwenden, wenn sie z.B. Unterstützung bei der Suche nach Sprach- und Integrationskursen benötigen. Die umfangreiche und kostenfreie Beratung ist für die Neuzuwandernden ein wichtiger Beitrag, um möglichst vorbereitet und realistisch in Deutschland anzukommen. "Falsche Hoffnungen und Vorstellungen führen oft zu Krisen und erschweren die Integration", erzählt Ülger.

 

Dank der Kooperation mit dem Goethe-Institut findet die russischsprachige Onlineberatung zur Vorintegration großen Zulauf. Hier werden die jungen Menschen in Sprachkursen über das Online-Projekt informiert. "Online zu recherchieren, Fragen zu stellen und sich zu informieren, gehört zum Alltag junger Menschen. Wir haben mit der Onlineberatung eine Möglichkeit geschaffen, sich im geschützten Rahmen und im persönlichen Kontakt zu russischsprachigen Online-Beraterinnen und Beratern  über ein Leben in Deutschland auszutauschen", erklärt Ülger.  

Die virtuelle Beratungsstelle 
http://putjwgermaniju.org wird gefördert vom europäischen Asyl-, Migrations-und Integrationsfonds (AMIF) und dem Bundesministerium für Familie,Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

 

Zum Hintergrund:

 

Deutschlandweit stehen die Mitarbeitenden der über 450 Jugendmigrationsdienste (JMD) vor Ort für alle Fragen rund um das Thema Integration bereit. Die JMD begleiten junge Menschen mit Migrationshintergrund bei ihrem Integrationsprozess in Deutschland. Individuelle Unterstützung, Gruppen- und Bildungsangebote sowie eine intensive Vernetzung in Schule, Ausbildungsbetriebe und
Freizeiteinrichtungen zählen zu den wesentlichen Aufgaben der Jugendmigrationsdienste.  

Das Programm Jugendmigrationsdienste wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

 

Links:

 

JMD:  www.jugendmigrationsdienste.de
JMD4YOU: www.jmd-onlineberatung.de

 


Erfolgreiche Familienplanung schützt Frauen und verbessert Zukunftsaussichten der Kinder

World Vision: Zusammenarbeit mit Kirchen wirkt Anstieg der Bevölkerung in Ostafrika entgegen

 

 (Friedrichsdorf/wv) - Für die junge Bevölkerung unseres afrikanischen Nachbarkontinents sind neben Investitionen in Bildung und Arbeitsmöglichkeiten auch gute Beratungs-und Hilfsangebote zur Familienplanung zukunftsentscheidend. Wo diese früh genug zugänglich sind und dank konsistenter Botschaften aus dem Umfeld auch angenommen werden, verbessern sich die Entwicklungschancen auf vielen Gebieten. Teenager-Schwangerschaften und Schulabbrüche bei Mädchen werden seltener. Ehepaare können größere Abstände zwischen Geburten einhalten, zugunsten der Gesundheit von Müttern und Kindern, wie auch der Erziehungs-und Versorgungsmöglichkeiten. Darauf weist die Kinderhilfsorganisation World Vision anlässlich des Weltbevölkerungstages hin.

 

Auf die gesellschaftliche Akzeptanz von Familienplanung haben in Afrika unter anderem die Kirchen und religiösen Autoritäten einen großen Einfluss. Daher befürwortet World Vision eine konstruktive Zusammenarbeit mit ihnen in lokalen und regionalen Netzwerken, um vor allem sozio-kulturelle Barrieren abzubauen. Das Thema ist mit vielen Tabus belegt und besonders Frauen wird das Recht auf eigene Entscheidungen oder Mitbestimmung häufig verwehrt.

 

 Im ostafrikanischen Burundi sind auf Initiative von World Vision kirchliche Aktionsteams entstanden, die nach Schulung mit dem „Channels of Hope“-Ansatz in vier Provinzen Aufklärungsarbeit zu sexueller Gesundheit, Familienplanung und den Rechten der Frauen leisten. Rund 21 Prozent der kirchlichen Amtsträger verschiedener Konfessionen beteiligen sich daran. Darüber hinaus hat das von der Europäischen Union geförderte Projekt in den letzten drei Jahren zahlreiche aufgeschlossene Ehepaare für den Dialog mit anderen Ehepaaren mobilisiert, die Mobilität von Gesundheitsberatern verbessert und den Austausch von Jugendlichen mit Gleichaltrigen gefördert. Das weitere politische und gesellschaftliche Umfeld wurde durch öffentliche Veranstaltungen, die Unterstützung regionaler Netzwerke und durch Publikationen einbezogen.

Teenager-Schwangerschaften gehen drastisch zurück

„Man kann nach drei Jahren natürlich noch nicht einen Rückgang des Bevölkerungswachstums messen, aber wir haben vor Ort viele Aussagen über positive Veränderungen dokumentiert“, erklärt Stefan Sengstmann, Fachreferent für Gesundheit und Leiter der Abteilung Qualitätssicherung bei World Vision Deutschland. „Schulen verzeichnen weniger oder keine Teenager-Schwangerschaften, örtliche Gesundheitsberater dagegen eine erheblich gestiegene Nachfrage nach Dienstleistungen zur Familienplanung, einschließlich vorher kaum genutzter moderner Verhütungsmethoden wie Implantaten für Frauen. Rund 70 Prozent der Frauen lassen sich beraten.“

 

Burundi zählt nicht nur zu den ärmsten Ländern, sondern hat auch eine der höchsten Geburtenraten in Afrika und eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten der Welt. Jede Frau bekommt im Durchschnitt 6 Kinder in geringen Abständen, und mehr als jedes zweite Kind ist chronisch unterernährt. Zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2016 ist die Bevölkerung nach Weltbank-Berechnungen um mehr als 4 Millionen Menschen gewachsen. Deutschland ist mehr als 12 mal so groß wie Burundi.

 

 INFOS IM INTERNET

 

http://www.worldvision.de

 

World Vision finden Sie auch auf Facebook, Twitter, Xing und Youtube

 


HINTERGRUND

 

World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2016 wurden 327 Projekte in 52 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit World Vision Büros in weiteren 97 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de

 


„Niemand flieht freiwillig!“

 

Die meisten Syrer sind in den Libanon geflohen. Kein anderes Land hat mehr Flüchtlinge aufgenommen. Bleiben wollen die meisten nicht.

(Berlin/ora) - „Wenn ich könnte, würde ich sofort nach Hause zurückkehren“, sagt Khalid. Der Gemüsehändler aus der Nähe von Homs lebt seit anderthalb Jahren in einem Flüchtlingslager im Libanon. Lange haben er und seine Familie versucht, dem Krieg in Syrien zu trotzen. Sie wollten nicht fliehen. Aber als sie im Sommer 2016 zwischen die Fronten gerieten, hatten sie keine Wahl mehr. „Auf der einen Seite des Dorfes kämpften die Rebellen und auf der anderen die Soldaten des Assad-Regimes“, berichtet Khalid. „Erst sind wir gerannt und später dann mit einem Bus über die Grenze in den Libanon gekommen.“

 

So wie Khalid und seiner Familie geht es den meisten syrischen Flüchtlingen. „Sie leiden unter den Folgen des Krieges, genauso wie unter dem Verlust ihrer Heimat“, erklärt Jochen Hackstein, Vorstand der ora Kinderhilfe international. „Niemand verlässt freiwillig sein Zuhause“, stellt er klar.

 

ora Kinderhilfe international leistet in vier Flüchtlingslagern in der Beeka-Ebene Nothilfe. Das christliche Kinderhilfswerk baut mit seinem Partner vor Ort Zelte, verteilt Öfen, Heizdiesel, Lebensmittel, Kleidung und Medikamente. Das Elend scheint dem gegenüber grenzenlos. In langen Schlangen reihen sich Zelte und Behausungen aneinander. Überall in den Lagern liegt Müll. Es stinkt, die Kinder sehen verwahrlost aus und die Eltern sind verzweifelt. So wie Khalid und seine Frau. Sie haben drei Kinder und wünschen sich nichts mehr, als dass es ihren Kindern einmal besser geht. „Ich bin dankbar, dass ora für mich und meine Familie eine Unterkunft gebaut hat“, sagt Khalid, „aber ein Zuhause ist es nicht.“

 

„Ihr Zuhause können wir nicht ersetzen, aber helfen können wir“, sagt Hackstein. „Auch wenn das aussieht, wie ein Tropfen auf dem heißen Stein, dürfen wir damit nicht nachlassen“, warnt er. ora Kinderhilfe international versorgt mehr als 1.000 Familien monatlich mit dem Nötigsten. Solange Krieg der Krieg in Syrien nicht beendet ist, wird das Kinderhilfswerk die Hilfe fortsetzen.

 

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 ora Kinderhilfe ist seit 1981 weltweit für Menschen in Not im Einsatz. Derzeit betreuen die Mitarbeiter und Partner vor Ort hauptsächlich Kinder in zehn Ländern auf vier Kontinenten. Das Berliner Hilfswerk hat drei Arbeitsschwerpunkte: Patenschaften für Kinder, Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe. Seit Ausbruch der Kämpfe in Syrien und im Irak unterstützt ora Kinderhilfe die unschuldigen Opfer der Auseinandersetzungen. Um helfen zu können, ist ora auf Spenden angewiesen.

 

Jochen Hackstein verteilt Bälle. Foto: ora
Jochen Hackstein verteilt Bälle. Foto: ora

Hungersnot in Ostafrika

Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf

 

Hungersnot * Ostafrika * Somalia * Südsudan * Dürre * Spendenaufruf

(Berlin/dw) - In Teilen Ostafrikas droht eine Hungersnot. Allein im Südsudan sind nach Angaben der Vereinten Nationen fünf Millionen Menschen auf die Unterstützung mit Lebensmitteln angewiesen. Eine Hungersnot wurde offiziell für einen Teil des Landes ausgerufen. In Somalia ist die Zahl der Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind,  aufgrund der Dürre auf über sechs Millionen angestiegen. „Wir müssen die Situation sehr ernst nehmen, denn wir riskieren nicht nur das Leben von hunderttausenden Menschen im Osten Afrikas, sondern auch die sehr fragile politische Situation weiter zu destabilisieren und die Fortschritte der letzten Monate, gerade in Somalia, wieder zu zerstören“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Neben der Dürre sind immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen gerade im Südsudan eine Ursache für den Hunger. Deshalb ist es jetzt insbesondere wichtig, dass die Konfliktparteien den Zugang zur Hilfe nicht weiter behindern und weitere Mittel bereitgestellt werden.“

Die nun schon seit mehreren Jahren anhaltende Dürreperiode führt auch in anderen Regionen Ostafrikas zu einer Verschärfung der Situation. Betroffen sind insbesondere der Nordosten Kenias, der Südosten Äthiopiens und Somalia – insgesamt ein Gebiet mit 15 Millionen Einwohnern. Laut Vereinten Nationen ist die Zahl der Menschen in Somalia, die auf Humanitäre Hilfe angewiesen sind, inzwischen bereits auf 6,2 Millionen angestiegen – das ist mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung des Landes. Mehr als eine Million Kinder im Südsudan werden als akut unterernährt geschätzt. Die Prognosen für die nächste Regenzeit, die eigentlich im März beginnen sollte, sind schlecht. „Es besteht die Gefahr, dass sich die Situation im Frühsommer weiter dramatisch verschärft“, sagt Martin Keßler. „Deshalb ist es so wichtig, dass jetzt Mittel bereitgestellt werden und die Hilfe zügig und gut koordiniert vorankommt.“

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist mit ihren lokalen Partnerorganisationen in Südsudan, Somalia, Kenia und Äthiopien vor Ort und versorgt die Menschen mit Lebensmitteln, Saatgut und Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zudem werden neben der Nothilfe die Menschen in der Vorsorge unterstützt. Dabei geht es insbesondere darum, Wissen zu vermitteln, wie Landwirtschaft trotz der schwierigen klimatischen Bedingungen möglich ist.

„Mehr denn je sind die Menschen in Ostafrika auf unsere Unterstützung angewiesen. Wir müssen jetzt handeln, um eine noch größere Hungersnot zu verhindern. Deshalb rufen wir zu Spenden auf“, sagt Keßler.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden
Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Evangelische Bank
IBAN: DE6852 0604 1000 0050 2502
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Afrika Hungerhilfe
Online unter:
www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Caritas international, Freiburg,
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
IBAN: DE8866 0205 0002 0202 0202,
BIC: BFSWDE33KRL
Stichwort: Hungerkrise Ostafrika
Online unter:
www.caritas-international.de

 


Aktion Deutschland Hilft

Hungerkatastrophe in Ostafrika

Hunger in Ostafrika. Copyright Help/Simaitis
Hunger in Ostafrika. Copyright Help/Simaitis

 

(Berlin/pm) - In Ostafrika sind mindestens 12 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Besonders schlimm ist die Lage in Kenia, Äthiopien, Somalia und im Südsudan. Die Hilfsorganisationen des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft sind in der betroffenen Region seit Jahren tätig und leisten den Menschen Nothilfe. Einen Überblick über die Hilfe unseres Bündnisses erhalten Sie hier:
https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/spenden-ostafrika/

 

 Gemeinsam Leben retten: Für unsere abgestimmten Hilfsmaßnahmen sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Daher wären wir sehr dankbar, wenn Sie unsere Nothilfe durch die Veröffentlichung unseres Spendenkontos unterstützen könnten.

  

Spendeninformation
Aktion Deutschland Hilft
Stichwort
„Hilfe für Ostafrika“
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

 

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)
Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 81190 senden (10 € zzgl. üblicher SMS-Gebühr, 9,83 € davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft)

 

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 


Spendenkonto "Hunger im Jemen" und "Syrien"

Hunger im Jemen, © ADRA/Jahn Fischer
Hunger im Jemen, © ADRA/Jahn Fischer

 

(Berlin/pm) - Fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit hat sich die dramatische Ernährungslage im Jemen deutlich verschärft. 14 Millionen Menschen hungern – darunter zwei Millionen akut unterernährte Kinder. Das Bündnis Aktion Deutschland Hilft leistet Nothilfe – mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und hochkalorischer Zusatznahrung. Mehr zur Nothilfe im Jemen: http://bit.ly/2hVBm0L

Und auch in Syrien bangen die Menschen täglich um ihr Leben. Trotz der prekären Sicherheitslage versorgen Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft kranke und verletzte Menschen Syrien und den Nachbarländern und leisten Winterhilfe. Weitere Infos zur Winterhilfe: http://bit.ly/2h8012t

Für unsere abgestimmten Hilfsmaßnahmen sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Daher wären wir sehr dankbar, wenn Sie unsere Nothilfe durch die Veröffentlichung unseres Spendenkontos unterstützen könnten.

Spendeninformation
Aktion Deutschland Hilft
Stichwort „Hunger Jemen“ bzw. „Syrien“
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de