Corona-Nothilfe weltweit– jetzt spenden!
Spendenkonto IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30
Online spenden:  www.Aktion-Deutschland-Hilft.de


Nachrichten aus aller Welt

24.06.2022

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle


World Vision zum Auftakt des G7-Gipfels: Exklusiver Klimaclub der G7 ist falscher Weg

Ärmere Länder müssen beim Kampf gegen Klimawandel auf Augenhöhe eingebunden werden

(Friedrichsdorf/Elmau/wv) – Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision fordert von den G7-Staaten bei ihrem Gipfeltreffen in Elmau, insbesondere ärmere Länder bei ihrem Kampf gegen die Folgen des Klimawandels stärker zu unterstützen. Vor allem der Ausbau erneuerbarer Energien in Afrika und Asien müsse von den Staats- und Regierungschefs mit größerem Tempo vorangetrieben werden. Die Förderung fossiler Energieträger sei hingegen der falsche Weg.

Der Vorstoß der Bundesregierung, ein Bündnis von Regierungen zu bilden, um den Klimawandel aktiv zu bekämpfen, sei begrüßenswert, so World Vision. Allerdings dürfe dieser „Klimaclub“ nicht auf die G7-Staaten begrenzt werden. Ekkehard Forberg, Klimaexperte bei World Vision: „Nicht alle G7 Mitglieder werden die ambitionierten Pläne mittragen. Deshalb besteht die große Gefahr, dass es ein Ergebnis des kleinsten gemeinsamen Nenners gibt. Stattdessen müssen Länder des Globalen Südens, die die Hauptlast des Klimawandels tragen, von Beginn an mit am Tisch sitzen und auch Rahmenbedingungen mitbestimmen können.“

Dass so eine internationale Zusammenarbeit möglich ist, habe sich beim Kampf gegen die Covid19-Pandemie gezeigt. Ekkehard Forberg: „Es ist doch ein Witz, dass dies bei der weltweiten Bedrohung durch den Klimawandel nicht möglich sein soll. Ein globaler Klimaclub kann ein effizientes Mittel sein, wenn alle Beteiligten auf Augenhöhe miteinander sprechen.“

Der G7 Gipfel müsse bedeutende Fortschritte bei der Eindämmung des Klimawandels ermöglichen, um das 1,5 Grad Ziel noch zu erreichen. Dazu gehöre der Ausbau erneuerbarer Energien in Afrika und Asien. „Stattdessen aber setzen Industrieländer auf den Ausbau von Gasförderung in Afrika – der komplett falsche Weg“, erklärt Forberg. „Wollen die Industrieländer wirklich noch die Klimaziele erreichen, müssen sie ärmere Länder beim Ausbau regenerativer Energien finanziell unterstützen.“

 

 


90-minütiger Dokumentarfilm über nigerianische Netzwerke, die Frauen in Zwangsprostitution treiben / Milliardengeschäft mit dem Schicksal nigerianischer Frauen

"Verhängnisvolle Versprechen" am 27.7. um 22:50 Uhr im Ersten

Foto: ARD-foto.de
Foto: ARD-foto.de

 

(Mainz/pm) - Sie schleusen Frauen nach Europa, verdienen an Zwangsprostitution und Drogenhandel: Nigerianische Netzwerke. Der Dokumentarfilm "Verhängnisvolle Versprechen" von Chiara Sambuchi, der beim Dokumentarfilm-Festival CPH:Dox in Kopenhagen Weltpremiere hatte, deckt auf, wie die Menschenhändler vorgehen und begleitet eine engagierte italienische Staatsanwältin, einen deutschen Ermittler sowie betroffene Frauen, die den Ausstieg geschafft haben. Der Film wird am 27.7. um 22:50 Uhr im Ersten gezeigt und steht danach für ein Jahr in der ARD Mediathek (Erstausstrahlung ARTE war im Februar 2022).

 

Es ist ein Milliardengeschäft: Kriminelle Netzwerke aus Nigeria verdienen mit Drogen- und Menschenhandel. In ihrem Heimatland locken sie junge Frauen an mit der Aussicht auf eine sichere Zukunft in Europa - ein verhängnisvolles Versprechen. Denn es führt in die Zwangsprostitution. Die Frauen zahlen tausende von Euro für die oft illegale Reise. Sobald die Frauen in Europa ankommen, fordern die Menschenhändler das Geld zurück und zwingen sie zur Prostitution. Psychisch unter Druck gesetzt werden sie durch ein archaisches "Juju"-Ritual, das sie davon abhalten soll, zu fliehen und ihren Peinigern zu entkommen. Der Film von Chiara Sambuchi zeigt die Ausmaße und Folgen der sexualisierten Gewalt. Produziert wurde "Verhängnisvolle Versprechen" von Grimme-Preisträgerin Antje Boehmert, die u.a. auch für den Erfolg von "Charité Intensiv: Station 43" (rbb) mitverantwortlich zeichnete.

 

Ohne Nachfrage kein Geschäft

"Ohne Nachfrage gäbe es das Geschäft nicht", stellt die Sozialarbeiterin Princess Inyang Okokon fest. Sie war selbst in die Hände von Menschenhändlern geraten, schaffte aber den Ausstieg und hilft inzwischen anderen Frauen, aus der Zwangsprostitution auszubrechen. "Verhängnisvolle Versprechen" deckt auf, wie die Menschenhändler vorgehen. Der Dokumentarfilm begleitet die engagierte italienische Staatsanwältin Lina Trovato und den deutschen Ermittler Colin Nierenz aus Duisburg bei ihrer Arbeit und erzählt vom Schicksal junger nigerianischer Frauen, die den Ausstieg aus der Zwangsprostitution geschafft haben.

 

Produktion

"Verhängnisvolle Versprechen" ist eine Koproduktion von DOCDAYS mit dem SWR in Zusammenarbeit mit ARTE und ist nach der Fernsehausstrahlung ein Jahr lang in der ARD Mediathek verfügbar.

 

Informationen: http://swr.li/dokumentarfilm-verhaengnisvolle-versprechen-im-ersten

 

 


ILO-Konvention 169 zum Schutz der Rechte Indigener Völker tritt für Deutschland in Kraft - Bündnis fordert konkrete Maßnahmen

Besserer Schutz für Indigene Völker

ILO 169 * Indigene * Brasilien * Kolumbien * Kohle

 

(Berlin/sos) - Rund 6.000 Indigene Völker existieren weltweit, und ihre verbrieften Rechte werden vielerorts verletzt. Zum Schutz der Rechte der Indigenen Völker besteht nur ein einziges völkerrechtlich verbindliches internationales Abkommen, die ILO-Konvention 169. In Brasilien droht der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro mit dem Austritt seines Landes aus der ILO-Konvention 169 und schwächt somit die Bedeutung des Instruments. In Deutschland hingegen tritt die Ratifizierung am 23. Juni 2022 in Kraft, ein Jahr nach der Hinterlegung der Ratifizierungsurkunde bei der ILO. Mit dem Beitritt sendet Deutschland ein wichtiges Signal. Doch dem Beitritt mit großem Symbolgehalt müssen nun auch konkrete Taten folgen.

 

Der ILO169-Koordinationskreis appelliert an die deutsche Bundesregierung, noch in dieser Legislaturperiode eine ressortübergreifende Strategie zum Schutz der Rechte Indigener Völker zu erarbeiten und konsequent umzusetzen. Eine solche Strategie muss alle betroffenen Ministerien einbinden. „Alle deutschen Projekte und Investitionen müssen den Schutz der Biodiversität und der Rechte der Indigenen Völker grundlegend garantieren. Wir sind Inhaber von Rechten, keine Objekte politischer Narrative”, sagt Harol Rincón Ipuchima vom Dachverband der Indigenen Völker Amazoniens.

 

Global erleben wir eine beispiellose Eskalation geopolitischer, menschenrechtlicher sowie umwelt- und klimabedingter Konflikte und Krisen. Es tritt offen zutage, dass ein friedliches Miteinander direkt mit unserem Umgang mit natürlichen Ressourcen in Verbindung steht. „Vor diesem Hintergrund sind die Territorien Indigener Völker und ihr traditionelles Wissen mehr denn je von herausragender Bedeutung für den Erhalt der biologischen und kulturellen Vielfalt und für das zukünftige Leben der Menschheit weltweit“, sagt Vicky Tauli-Corpuz von Tebtebba (Indigenous Peoples’ International Centre for Policy Research and Education, Philippinen).

 

Indigene Menschenrechts- und Umweltverteidiger:innen stehen im Zentrum der zunehmenden Konflikte um die weltweite Ausbeutung von Rohstoffen. Obwohl indigene Gemeinschaften nur 5 % der Weltbevölkerung ausmachen, trafen laut der NGO Global Witness zwischen 2015 und 2019 mehr als ein Drittel aller tödlichen Angriffe auf Umwelt- und Menschenrechtsverteidiger:innen Angehörige Indigener Völker. Das Inkrafttreten der ILO-Konvention 169 erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die deutsche und die kolumbianische Regierung über eine Erhöhung von kolumbianischen Kohleimporten nach Deutschland verhandeln. Die zunehmende Kohleförderung stellt eine große Bedrohung für die Indigenen Gemeinschaften der Wayuú dar, deren Menschenrechte seit Jahrzehnten durch die Mine El Cerrejón verletzt werden.

 

Die Bundesregierung muss jetzt nach dem Beitritt zur ILO-Konvention 169 ihre Verantwortung wahrnehmen und genau darauf achten, unter welchen Bedingungen importierte Rohstoffe abgebaut werden und sich für die konsequente Anwendung der ILO Konvention 169 zum Schutz der vertraglich zugesicherten Rechte Indigener Völker einsetzen. Dazu gehören etwa das Recht auf Erhalt der kulturellen Identität, das Recht auf Beteiligung an staatlichen Entscheidungen sowie das Recht auf Land und Ressourcen. „Es braucht mehr als internationale Solidarität, um indigene Völker und ihre Gemeinschaften weltweit zu unterstützen. Wir erwarten von Deutschland, dass es nach der Ratifizierung der ILO-Konvention 169 die Rechte Indigener Völker voll respektiert und seiner Verantwortung nachkommt”, sagt Hindou Oumarou Ibrahim von der Vereinigung indigener Frauen und Völker im Tschad (AFPAT).

 

Hintergrund

 

Der Koordinationskreis ILO 169 in Deutschland ist ein Zusammenschluss von deutschen zivilgesellschaftlichen Organisationen, Netzwerken und Expert:innen, die sich für die Stärkung der Rechte Indigener Völker, der Menschenrechte sowie den Schutz der Regenwälder und den Klimaschutz einsetzen. 2019 gehörten weltweit 476 Millionen Indigene insgesamt 6.000 Völkern an. Sie bewahren 80 % der globalen Biodiversität. 5 % der Menschen weltweit sind Indigene. Gleichzeitig machen sie 15 % der von Armut betroffenen Bevölkerung aus und sind überproportional vulnerabel durch extraktivistische Tätigkeiten internationaler Konzerne. Durch nicht-nachhaltige Entwicklungspolitiken werden ihre Lebensräume zerstört. Ihre vielfältigen Kosmovisionen und ihr Wissen sind Teil des immateriellen Weltkulturerbes.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 22.06.2022

VATIKAN - Papst empfängt Comboni-Missionare in Audienz und erinnert an die Worte Jesu: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“

Rom (Agenzia Fides) - Die Mission der Kirche hänge in ihrem Ursprung, ihrer Dynamik und ihren Früchten ganz und gar "von der Vereinigung mit Christus und der Kraft des Heiligen Geistes" ab. Dies bekräftigte Papst Franziskus am Samstag, den 18. Juni, in seiner Ansprache an die Teilnehmer des 19. Generalkapitels der Comboni-Missionare, die er im Vatikan in Audienz empfing. Jesus selbst - so der Papst weiter - "hat es denen, die er zu Aposteln erwählt hat, deutlich gesagt: 'Ohne mich könnt ihr nichts tun'. Er hat nicht gesagt: 'Ihr könnt wenig tun', nein, er hat gesagt: 'Ihr könnt nichts tun'... Wir können viele Dinge tun: Initiativen, Programme, Kampagnen... viele Dinge; aber wenn wir nicht in Ihm sind und wenn Sein Geist uns nicht durchdringt, ist alles, was wir tun, nichts in Seinen Augen, das heißt, es ist nichts wert für das Reich Gottes“.
Der Paps griff auch das zentrale Thema des Kapitels der Comboni-Missionare auf: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Gemeinsam mit Comboni in Christus verwurzelt". "Wenn wir wie Reben sind, die gut am Weinstock hängen", so der Papst weiter, "geht der Saft des Geistes von Christus in uns über, und alles, was wir tun, bringt Frucht, denn es ist nicht unser Werk, sondern die Liebe Christi, die durch uns wirkt. Dies ist das Geheimnis des christlichen Lebens und insbesondere der Mission, überall, in Europa wie in Afrika und auf den anderen Kontinenten. Der Missionar ist der Jünger, der so sehr mit seinem Meister und Herrn verbunden ist, dass seine Hände, sein Geist, sein Herz Kanäle der Liebe Christi sind. Der Missionar ist derjenige, der nicht missioniert".
"Der Schub des Heiligen Geistes", fuhr der Papst fort, "ist derjenige, der uns aus uns selbst herauskommen lässt, aus unseren Verschlossenheiten, aus unserer Selbstbezogenheit. Und es ist merkwürdig", bemerkte der Papst, "dass die hässlichste Versuchung, der wir Ordensleute im Leben ausgesetzt sind, die Selbstbezogenheit ist, eine Art "Spiritualität des Spiegels", die zur selbstgefälligen Selbstbetrachtung wird, so dass wir aufhören, darüber hinauszugehen und immer wieder zu unserem kranken Herzen zurückkehren. Wir alle haben ein krankes Herz, und Gottes Gnade rettet uns, aber ohne Gottes Gnade geht nichts!"
„Der Wesenszug des Herzens Christi", so Papst Franziskus weiter, "ist die Barmherzigkeit, das Mitleid, die Zärtlichkeit. Das sollte nicht vergessen werden: Gottes Stil, schon im Alten Testament, ist dieser. Nähe, Mitgefühl und Zärtlichkeit. Es ist nicht die Organisation, nein es sind Nähe, Mitgefühl, Zärtlichkeit". „Es ist merkwürdig“, so der Papst zum gemeinschaftlichen Zusammenleben in Ordensgemeinschaften, „diese religiösen Gemeinschaften haben Regeln, sie haben ein System des Lebens..., aber es fehlt oft die Liebe. Es gibt so viel Neid, Eifersucht, Machtkämpfe, und sie verlieren das Beste, nämlich das Zeugnis der Liebe, das die Menschen anzieht: die Liebe zwischen uns".
Auch wenn Gemeinschaften und kirchliche Zusammenschlüsse sich mit institutionellen Fragen befassen müssen - wozu auch das Generalkapitel der Comboni-Missionare aufgerufen sei – betonte der Papst abschließend, dass "alles in Fügsamkeit gegenüber dem Geist geschehen soll, damit die notwendigen Planungen, Projekte, Initiativen, alles den Anforderungen der Evangelisierung entspricht, und ich meine auch den Stil der Evangelisierung: der fröhlich, sanftmütig, mutig, geduldig, barmherzig, hungrig und durstig nach Gerechtigkeit, friedlich ist, kurz: der Stil der Seligpreisungen. Das zählt. Auch die Lebensordnung, die Ausbildung, die Ämter, die Verwaltung der Güter müssen auf der Grundlage dieses grundlegenden Kriteriums eingerichtet werden".
Das 19. Generalkapitel der Comboni-Missionare findet noch bis zum 30. Juni im Generalhaus des Instituts in Rom statt. Es nehmen 69 Kapitularen und vier Beobachtern besucht. Zum Abschluss seiner Ansprache an die am Generalkapitel teilnehmenden Comboni Missionare wollte zietierte Papst Franziskus den Paragraphen 24 des Apostolischen Schreibens „Evangelii Gaudium“: „Die evangelisierende Gemeinde spürt, dass der Herr die Initiative ergriffen hat, ihr in der Liebe zuvorgekommen ist (…) Die evangelisierende Gemeinde stellt sich durch Werke und Gesten in das Alltagsleben der anderen, verkürzt die Distanzen, erniedrigt sich nötigenfalls bis zur Demütigung und nimmt das menschliche Leben an, indem sie im Volk mit dem leidenden Leib Christi in Berührung kommt. So haben die Evangelisierenden den „Geruch der Schafe“, und diese hören auf ihre Stimme. Die evangelisierende Gemeinde stellt sich also darauf ein, zu „begleiten“. Sie begleitet die Menschheit in all ihren Vorgängen, so hart und langwierig sie auch sein mögen. Sie kennt das lange Warten und die apostolische Ausdauer. Die Evangelisierung hat viel Geduld (…) Der Jünger weiß sein ganzes Leben hinzugeben und es als Zeugnis für Jesus Christus aufs Spiel zu setzen bis hin zum Martyrium, doch sein Traum ist nicht, Feinde gegen sich anzusammeln, sondern vielmehr, dass das Wort Gottes aufgenommen werde und seine befreiende und erneuernde Kraft offenbare. Und schließlich versteht die fröhliche evangelisierende Gemeinde immer zu „feiern“. Jeden kleinen Sieg, jeden Schritt vorwärts in der Evangelisierung.

EUROPA/MALTA - „HOPE#MissioFest“: Missio Malta veranstaltet zum siebten Mal einen TV-Spedenmarathon

Valletta (Fides) – Zum siebten Mal findet der von "Missio Malta" konzipierter und durchgeführte Fernsehmarathon statt. „HOPE#MissioFest“, so der Name des maltesischen TV-Marathons, wurde in Anwesenheit von Bischof Anton Teuma von Gozo und Prälat Valent Borg, Nationaldirektor von Missio Malta, offizielle eröffnet. Hauptziel ist die Sammlung von Spenden für die Missionen und Ortskirchen, in denen besondere pastorale Bedürfnisse bestehen.
Das „HOPE#MissioFest“ ist Teil eines umfassenderen Medienprojekts, zu dem auch die Fernsehsendung "Ara Min mar" gehört, in der bekannte Persönlichkeiten und einfache Menschen über ihre Erfahrungen in der Mission berichten, für die sie sich über einen kürzeren oder längeren Zeitraum entschieden haben. Weitere Fernsehsendungen sind ebenfalls in Planung, darunter eine neue Produktion, in der die Zuschauer die von Missio Malta unterstützten Projekte in den verschiedenen Kontinenten im Mittelpunkt stehen, wobei die Fortschritte und Veränderungen, die mit Spenden für die Missionen erzielt werden konnten.
In diesem Jahr wurde im Rahmen des „HOPE #MissioFest“ auch das 90-jährige Bestehen der Päpstlichen Missionswerke auf Malta gefeiert. Während des TV-Marathons präsentierte Missio die Projekte des vergangenen Jahres und Projekte, die in naher Zukunft geplant sind. Darüber hinaus wurden zahlreiche Skype-Verbindungen mit Missionaren im Ausland hergestellt, um den Zuschauern die Möglichkeit zu geben, sich mit den täglichen Herausforderungen von Missionaren vertraut zu machen. Anlässlich des 90-jährigen Jubiläums wurde auch ein Video produziert, das die Arbeit von Missio Malta seit der Gründung beleuchtet.
Der TV-Marathon, der während der 12-stündigen Live-Übertragung mehr als 430.000 Euro einbrachte, wurde von lokalen kirchlichen und politischen Organisationen und Persönlichkeiten unterstützt. Zum ersten Mal nahmen drei afrikanische Nationaldirektoren aus Sambia, Malawi und Simbabwe an der gesamten Veranstaltung teil.
LINK
Video zur Geschichte von Missio Malta -> https://youtu.be/_xv_Z6he7eA

 

EUROPA/ITALIEN - Bevorstehende Heiligsprechung des seligen Scalabrini: “Er versteht es, die Hoffnung von Migranten und Flüchtligen aufercht zu erhalten“

Rom (Fides) - Am 20. Juni begehen die Vereinten Nationen den Weltflüchtlingstag. Nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) wird die Zahl der Flüchtlinge in diesem Jahr die höchste seit 50 Jahren sein: rund 100 Millionen weltweit. Kriege, andauernde Konflikte in den verschiedenen Kontinenten, Umweltkatastrophen, Hunger, Menschenhandel und Ausbeutung zwingen immer mehr Menschen und ganze Familien dazu, ihre Heimat zu verlassen und anderswo Schutz und Asyl zu suchen.
Angesichts dieses epochalen Phänomens hat staatliche Flüchtlingspolitik oft nicht denselben Weitblick wie der selige Giovanni Battista Scalabrini (1839-1905), Bischof von Piacenza, Gründer der Missionare und Missionarinnen des heiligen Karl Borromäus sowie Inspirator des Scalabrini-Säkularinstituts, die sich alle für die eine spezifische Mission der Migrantenpastoral einsetzen. Bischof Scalabrini wurde wegen seines Engagements für diejenigen, die Italien auf der Suche nach Glück und einem besseren Leben in Richtung Amerika verließen, als "Apostel und Vater der Migranten" bezeichnet. Seine geistigen Kinder setzen diese Mission heute in allen Breitengraden fort. "Scalabrini war ein Vorbild für die Welt und ist es auch heute noch, in einer globalen Welt, die durch unverständliche Mauern getrennt ist.
"Die Ankündigung, dass Papst Franziskus Bischof Scalabrini zum Heiligen ernennen wird, hat uns mit Freude erfüllt", so Pater Leonir Chiarello CS, Generaloberer der Scalabrini Missionare im Interview mit Fides zur vorstehenden Heiligsprechung des Ordensgründers: "Für uns, seine Missionare, ist der Gründer immer ein Heiliger gewesen. Wir lernten ihn schon in jungen Jahren kennen, als wir seine Biografie lasen. Während unseres Noviziats hatten wir mehr Zeit, uns mit seinen Gedanken und Schriften zu beschäftigen. Vor allem aber lernten wir ihn als Missionare durch die Arbeit vor Ort kennen, indem wir versuchten, seine Einsichten, seine Grundprinzipien für die Begleitung von Migranten in die Praxis umzusetzen. Aus diesem Grund ist Bischof Scalabrini unserer Erfahrung nach immer ein Heiliger gewesen".
Welche Bedeutung messen Sie der Entscheidung des Papstes bei der Heiligsprechung zuzustimmen?
"Mit dieser Anerkennung weist der Heilige Vater die Kirche auf die Gestalt eines Bischofs hin, der nicht nur in der Lage war, sich ganz seinem Dienst in der Diözese zu widmen, sondern auch über diese hinauszuschauen, auf die Bedürfnisse derer, die aus ihrer Heimat gerissen wurden, um anderswo Hoffnung zu finden. Die Kirche hat sich bereits mit Pius X. Scalabrinis Sorge um die Migranten zu eigen gemacht, aber mit dieser Heiligsprechung will der Heilige Vater die Relevanz dieses pastoralen Anliegens, über das er sich mehrfach geäußert hat, noch stärker hervorheben".
Was können die Menschen mit Migrationshintergrund von dieser Heiligsprechung erwarten?
"Wir hoffen, dass die Heiligsprechung des seligen Scalabrini etwas für Migranten und Flüchtlinge bewirken wird. Sie befinden sich auf den Weg des Exodus, der manchmal aus Mangel an Alternativen gewählt wird, oft aber auch durch Gewalt erzwungen wird, wie wir in diesen Tagen auf dramatische Weise erleben, wenn wir vor allem an die Flüchtlinge aus der Ukraine denken, und sie brauchen jede Hilfe, die sie bekommen können. Und wenn man verzweifelt ist, kann das Bild eines Heiligen, der zu verstehen und zu helfen wusste, die Hoffnung am Leben erhalten. Indem der Papst den seligen Scalabrini zum Heiligen erklärt, sagt er den Migranten, dass sie sich an ihn wenden und auf seine Fürsprache vertrauen sollen, weil er sie zu verstehen weiß und ihnen nahe steht, so wie er die Italiener, die im 19. Jahrhundert ausgewandert sind, verstanden hat und ihnen nahe stand.“
Was sollte diese Heiligsprechung den Staats- und Regierungschefs sagen?
"Der Papst sendet auch eine Botschaft an die Staaten und die zivilen und politischen Gemeinschaften, vor allem an die Länder, die wirtschaftlich weiter entwickelt sind, aber vielleicht verarmt und unfähig sind, den anderen aufzunehmen, der eher als Bedrohung denn als Ressource gesehen wird. Mit der Ernennung Scalabrinis zum Heiligen, der schon vor vielen Jahren voraussah, dass die Migration eine Hauptkraft bei der Umgestaltung der Welt sein würde und die Welt zur Heimat für alle machen könnte, möchte der Papst die Migranten, die keine Last, sondern eine Hilfe beim Aufbau der Zukunft sein wollen, stärker willkommen heißen".
Und was bedeutet sie für seine geistigen Kinder?
"Die Heiligsprechung ist auch für uns Scalabini-Missionare von Bedeutung, denn sie macht uns verantwortungsbewusster, wenn wir versuchen, seiner Vision zu folgen und vor allem auf sein Herz zu hören, wenn wir versuchen, uns wie er ganz unserer Mission zu widmen und zu Begleitern derer zu werden, die anderswo oder auf der Flucht sind".

AFRIKA/NIGERIA - Weiterer Anschlag: Gläubige in Nigeria während eines Gottesdienstes getötet

Abuja (Fides) – Bei einem Anschlag auf die katholische Kirche St. Moses in Robuh (Ungwan Aku) im Regierungsbezirk Kajuru im Bundesstaat Kaduna, der sich gestern, am Sonntag, den 19. Juni, ereignete, gab es mindestens drei Tote. Etwa 40 Personen wurden entführt. Das aus mehreren bewaffneten Männern bestehende Kommando griff die Gläubigen während der Morgenmesse an und schoss wahllos um sich.
Bei der Schießerei wurden drei Menschen getötet, weitere erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Etwa 40 Menschen werden vermisst und sollen von den Angreifern entführt worden sein.
Ersten offiziellen Angaben zufolge stürmte ein Kommando auf Motorrädern und stürmte mehrere Dörfer, angefangen bei Ungwan Fada. In dem Dorf Robuh griff das Kommando die Gläubigen in der Baptistenkirche Maranatha und der katholischen St. Moses-Kirche an.
Das Dorf Robuh war bereits am 5. Januar dieses Jahres und erneut am 27. April 2020 angegriffen worden. Aus diesem Grund hatten sowohl die Gläubigen der katholischen als auch der methodistischen Kirche beschlossen, ihre Sonntagsgottesdienste um 7 Uhr morgens abzuhalten, damit die Teilnehmer so schnell wie möglich nach Hause gehen konnten. Doch dieses Mal griffen die Angreifer kurz nach 7 Uhr morgens ein und schlugen während beider Gottesdienste zu. Die Angehörigen der Entführten erwarten nun Lösegeldforderungen.
Zuletzt waren am Sonntag, den 5. Juni (vgl. Fides 6/6/2022), etwa vierzig Gläubige bei einem Angriff auf die katholische Kirche in Owo, Ondo State (Südwest-Nigeria) ums Leben.

ASIEN/INDONESIEN - Kamillianer bewältigen Auswirkungen der Pandemie: “Wir bauen Brücken der Liebe“

Maumere (Fides) - "Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind auch auf den 17 Tausend Inseln Indonesiens auf unterschiedliche Weise spürbar. Die touristischen Gebiete sind sicherlich am stärksten betroffen, da die Häfen und Flughäfen fast vollständig geschlossen wurden, wodurch das Leben in den Hotels und Touristenzentren gestört wurde. All dies hat dazu beigetragen, dass viele Familien in eine schwierige Lage geraten sind und mit ernsten Problemen und Armut konfrontiert werden“, so Pater Luigi Galvani, der als Kamillianer-Missionar auf der Insel Flores tätig ist.
"Angesichts einer solch harten und unerwartete soziale Situation", so Pater Galvani an Fides, "sind die sozialen Wohltätigkeitsinitiativen der Kamillianer eine maßgebend an der Seite von Hunderten und Aberhunderten von bedürftigen Familien und bei der Unterstützung von psychisch Kranken tätig und fördern die schulische Unterstützung vor allem für besonders verdienstvolle Schüler".
Das Sozialzentrum „St. Camillus“ in Maumere auf der Insel Flores war der Mittelpunkt der verschiedenen Wohltätigkeitsinitiativen. „Jeden Monat erhielten dort etwa 200 Familien ein großes Lebensmittelpaket erhalten, wodurch ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten, wenn auch nur teilweise, gelindert wurden. Die Freude, das Lächeln und die Dankesbekundungen waren für die Missionare wie eine Aufladung mit neuer Begeisterung und sozialem Engagement", berichtet der Missionar.
Eine bahnbrechende Initiative bei der Behandlung von psychisch Kranken, die von den Familien der Kranken und den örtlichen Behörden sehr geschätzt wird soll Menschen mit psychischen Problemen helfen. "Zu sehen, wie viele kranke Menschen, auch dank der medizinischen Versorgung und der Verfügbarkeit spezieller Medikamente, wieder gesund werden und sich wieder in das Familien- und Gemeinschaftsleben integrieren können, war sehr bedeutsam und wichtig", betont der Missionar.
"Außerdem", so Pater Galvani weiter, "fehlte es nicht an schulischer Unterstützung für mehrere Dutzend Schüler, die ihre Schulkosten decken und von einer sicheren und besseren Zukunft für sich, ihre Familien und ihr großes Land träumen konnten."
"Bei all diesen karitativen Initiativen", so schließt er, "haben die Missionare, inspiriert von ihrem Gründer, dem heiligen Kamillus, immer großes Vertrauen in die Vorsehung gehabt und konnten wunderbare 'Brücken der Liebe' zu großzügigen, weit entfernten Freunden bauen, die oft fast stolz darauf waren, zu ihrem indonesischen Kamillianermissionsteam zu gehören. Jetzt wird es schön sein, davon zu träumen, dass wir mit ihnen in den kommenden Jahren weitere kleine Wunder des Guten vollbringen können“.

AMERIKA/VENEZUELA - Diözesane Phase des synodalen Wegs geht zu Ende: Rund 4.000 Beiträge aus sen Diözesen liegen vor

Caracas (Fides) - Vom 13. bis 17. Juni traf sich die Kommission zur Vorbereitung der Bischofssynode zum Thema Synodalität am Sitz der venezolanischen Bischofskonferenz, um die Beiträge aus den Diözesen zu erörtern. Wie die Bischofskonferenz mitteilt gab es im ganzen Land etwa 4.000 Treffen zur Vorbereitung der Synodenversammlungen in der diözesanen Phase statt, an denen 56.000 Menschen teilnahmen, die ihre Gedanken und Vorschläge zum Ausdruck brachten.
Die Kommission besteht aus einem multidisziplinären Team, dem vier Laien (zwei Frauen und zwei Männer), zwei Ordensfrauen und zwei Priester angehören. Während dieser fünf Tage vertiefte die Kommission die Ergebnisse der Diözesanversammlungen, die seit Oktober 2021, als Papst Franziskus den Aufruf zum Beginn eines synodalen Weges auf den Weg brachte, in den Ortskirchen Venezuelas stattfanden. Inzwischen befindet sich die diözesane Phase mit der Ausarbeitung der Synthese in ihrer Endphase.
Schwester Gleudy Lara, Mitglied der Kommission, erklärt dazu: "Wir wollten als Team eine Gemeinschaft bilden, die nach dem Wort Gottes reflektiert und einer Kirche begegnet, die, wenn sie den Weg der Synodalität gehen will, sich mit vielen Herausforderungen konfrontieren muss, aber auch viele Hoffnungen hat". Ein weiteres Mitglied der Kommission, Pfarrer José Antonio Da Conceicao, teilte mit, dass die Synthese am Ende der diözesanen Phase der Bischofsversammlung vorgelegt werden wird, die im Juli stattfindet, wo die Bischöfe dann gemeinsam die Beschlüsse prüfen werden. Danach werden die Bischöfe die Beiträge in ihre Entscheidungen einbeziehen. Sobald diese Phase abgeschlossen ist, wird das Material bis zum 15. August an das Generalsekretariat der Bischofssynode in Rom geschickt.

AFRIKA/NAMIBIA - Rektor des Großen Seminars “St. Charles Lwanga” in Windhoek ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker hat am 7. April 2022 P. Taiju Thaliath (CMI) von den Karmelitern von der Unbefleckten Gottesmutter Maria zum Rektor des Großen Seminars “St. Charles Lwanga” in der Erzdiözese Windhoek ernannt.
Der neue Rektor wurde am 13. Mai 1974 in Kerala (Indien) geboren. Er hat einen Doktortitel in Missionswissenschaft von der Päpstlichen Universität Urbania. Nach mehreren Jahren des priesterlichen Dienstes in Indien war er seit 2017 am St. Charles Lwanga Major Seminar als Ausbilder, Professor und Studiendirektor tätig. Er ist außerdem Kaplan des Gefängnisses von Windhoek und Präfekt seiner Ordensgemeinschaft in Namibia.

ASIEN/MALAYSIA,SINGAPUR,BRUNEI - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke im Amt bestätigt

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker hat am 7. Aprile 2022 Pfarrer Victor Louis Gnanaprakasam aus dem Klerus der Diözese Penang für weitere fünf Jahre (2022-2027) im Amt, als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Malaysia, Singapur und Brunei bestätigt.


Gegen Hunger- und Klimakrise müssen die Staats- und Regierungschefs der G7 endlich wirklich aktiv werden und konsequent handeln

 

(Berlin/pm) - „Die Folgen der Klimakrise für den globalen Süden sind bereits jetzt verheerend. Besonders betroffen sind davon viele Länder Afrikas, wie die aktuellen langanhaltenden, extremen Dürren und Überschwemmungen erschreckend zeigen. Das ist nicht gerecht, denn diese Länder haben am wenigsten zur aktuellen Klima-Notlage beigetragen.“ erklärt Susanne Anger, Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Deshalb fordert das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA die Staats- und Regierungschefs auf, endlich ausreichende Maßnahmen zum Klimaschutz und nachhaltigerem Wirtschaften umzusetzen. Nur mit sofortigem und konsequentem Handeln könne die Klimakrise eingedämmt, soziale Ungleichheit gemindert und weitere Hungerkatastrophen in vielen Ländern des globalen Südens verhindert werden. 

Aktuell leiden 280 Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent unter Hunger, über 45 Millionen in Ostafrika sogar unter extremen Hunger (WFP). Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der weltweite Hunger einen neuen Höchststand erreicht. Neben dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine und unlauteren Nahrungsmittelspekulationen, sind zunehmende Wetterextreme eine der drei entscheidendsten Ursachen für Hungerkrisen.  

 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA warnt vor weiteren Hungerkatastrophen in Afrika 

Die Nahrungsmittelsituation ist in einigen Regionen am Horn von Afrika, vor allem in Äthiopien, Somalia und Kenia, sowie in Mali, Tschad, Niger und Burkina Faso in Zentral- und Westafrika schon seit Längerem angespannt, im Südsudan wurden die Ernten zudem durch schwere Überschwemmungen vernichtet. Der Angriffskrieg auf die Ukraine, der damit verbundene Ausfall der Ernten in den Kornkammern Europas sowie Nahrungsmittelspekulationen treiben die Lebensmittelpreise weltweit nach oben und verschärfen die Situation zusätzlich. Einige afrikanische Länder importieren fast 90 Prozent des Getreides aus der Ukraine und Russland.  

In mehreren Regionen fehlt es bereits jetzt an Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Unzählige Tiere sind in den letzten Monaten verendet, bis zu fünf Millionen Menschen sind allein in Ostafrika auf der Flucht (UN). Die Menschen brauchen dringend Unterstützung, um die kommenden Wochen und Monate zu überleben. Darum müssen von den G7-Staaten umgehend ausreichend Gelder für die Nothilfe bereitgestellt werden und auch die Entwicklungszusammenarbeit muss weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig fordert GEMEINSAM FÜR AFRIKA eine stärkere Regulierung der Nahrungsmittel-Finanztransaktionen. Zudem müssen die Gesetze zur Bekämpfung exzessiver Spekulationen endlich um- und durchgesetzt werden. Der Profit von Finanzakteur*innen dürfe nicht vor das Menschenrecht auf Nahrung gestellt werden.

Die Klimakrise schreitet schneller voran als angenommen, möglicherweise wird die 1,5 Grad-Grenze bereits 2026 überschritten (Weltwetterorganisation WMO). Die G7-Staaten haben mehr als ein Drittel der globalen CO2-Emissionen seit 1850 produziert, stellen aber nur 10 Prozent der Weltbevölkerung. Deshalb fordert das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA von den Staats- und Regierungschefs der G7, jetzt ernsthaft Verantwortung zu übernehmen, um eine Klimakatastrophe mit unabsehbaren Folgen zu verhindern – bevor sich das noch verbleibende Zeitfenster endgültig schließt. 

 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 14 deutschen Hilfsorganisationen unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, das sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika für mehr Klimagerechtigkeit einsetzt. Angesichts der drohenden Hungerkatastrophe verstärken die Bündnisorganisationen ihre Nothilfe vor Ort. Sie leisten Soforthilfe durch die Bereitstellung von Lebensmitteln, Saatgut, Trinkwasser und medizinischer Versorgung. In langfristig angelegten Projekten beraten sie über nachhaltige und dürreresistente Anbaumethoden sowie Möglichkeiten der Wassergewinnung, um dem Hunger in Zukunft vorzubeugen und die Folgen der Klimakrise einzudämmen. 
Weitere Infos unter: www.gemeinsam-fuer-afrika.de 

 

 


Diakonie Katastrophenhilfe startet großes Hilfsprojekt in Polen

Ukraine-Krieg: Bargeldhilfe für Geflüchtete

Ukraine * Bargeldhilfe * Geflüchtete * Nothilfe * Polen

 

(Berlin/dw) - Die Diakonie Katastrophenhilfe baut ihre Hilfe in Osteuropa weiter aus und unterstützt aus der Ukraine geflohene Menschen im Nachbarland Polen mit Bargeldhilfen. Im Fokus stehen dabei Schwangere, Mütter mit Kleinkindern oder Menschen mit Behinderungen. „Nach einer Phase notwendiger Überlebenshilfe brauchen die Geflüchteten nun weitere Unterstützung, um selbstbestimmt ihre Grundbedürfnisse zu decken. Die Bargeldhilfen ermöglichen ihnen, für sich und ihre Kinder genau die Dinge zu kaufen, die sie wirklich brauchen“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für ein würdevolles Leben auf der Flucht.“

 

Seit Kriegsbeginn hat Polen mehr als drei Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine registriert, 90 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. Die Diakonie Katastrophenhilfe konzentriert sich mit ihren Bargeldhilfen auf Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, ältere Menschen oder auch alleinerziehende Mütter, für die ein Leben auf der Flucht besonders schwierig ist. Insgesamt werden mit dem Hilfsprojekt mehr als 8.000 Familien unterstützt.

 

Bargeldhilfen sind eine sehr effektive Form der Nothilfe. Geldkarten auszugeben ist meistens günstiger als Hilfsgüter einzukaufen und zu verteilen und dabei auch deutlich flexibler. „Mit den Bargeldhilfen können die Geflüchteten selbst entscheiden, was sie am dringendsten benötigen“, weiß Michael Frischmuth, Leiter Programme von der Diakonie Katastrophenhilfe. „Wir sind sehr froh, dass wir in Polen diese effektive und zielgerichtete Art der Hilfe starten können. Da jedoch nicht überall die Bedingungen für Bargeldhilfen gegeben sind, werden wir Hilfsgüter auch weiterhin direkt an die Betroffenen des Krieges verteilen.“

 

Seit Kriegsbeginn in der Ukraine unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Geflüchtete in der Ukraine und den Nachbarstaaten. Neben der Verteilung von Hilfsgütern wie Hygiene-Artikeln und Lebensmitteln versorgt das Hilfswerk über seine Partner die Menschen auch medizinisch und psychosozial und stellt Wohnraum zur Verfügung.

 

 

 

Weitere Informationen zu Bargeldtransfers in der Humanitären Hilfe finden Sie unter https://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/themen/geldtransfer


Russisches Curriculum an Schulen in der Ostukraine

Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit - Fotograf: SOS-Kinderdörfer Ukraine
Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit - Fotograf: SOS-Kinderdörfer Ukraine

 

(Wien/ots) - In der Ostukraine ist an einigen Schulen bereits das russische Curriculum eingeführt worden. Das geben die SOS-Kinderdörfer bekannt. "Mehrere unserer Mitarbeiter und Familien, die wir unterstützen, bestätigen dies", sagt Irma Hajro, Nothilfe-Koordinatorin der Hilfsorganisation für die Ukraine. Ebenso seien schon ukrainische Ortsschilder durch russische ersetzt worden.

Familien, die aus der Ostukraine geflohen sind, sei bewusst, dass es aktuell keinen Weg dorthin zurück gebe. Irma Hajro sagt: "Ihre Geschichten sind verstörend. Meist sind es Frauen und Kinder, die mit nichts als einem Rucksack gekommen sind. Sie mussten ihre Männer zurücklassen und alles, was sie in ihrem Leben aufgebaut haben. Sie wissen, dass ein Wunder geschehen müsste, damit sie wieder nach Hause können."

Aktuell sei nicht einschätzbar, wann und wo in der Ostukraine Häuser wieder aufgebaut werden könnten, deshalb müsse sich die Hilfe jetzt darauf konzentrieren, Familien in anderen Regionen unterzubringen. "Viele der Familien sind aktuell in Gemeinden registriert, die langfristig nicht genug Kapazitäten haben. Um den Kinderschutz zu garantieren und den Kindern wieder Stabilität zu geben, ist es wichtig, neue Unterkünfte in sicheren Städten zur Verfügung zu stellen."

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in der Ukraine sowie den Nachbarländern vielfältig: Betroffene erhalten unter anderem Nothilfe, medizinische Hilfe, psychologische Hilfe und Unterkunft.


SOS-Kinderdorf zur Lage der geflüchteten Kinder aus der Ukraine:

„In den Köpfen der geflüchteten Kinder geht der Krieg weiter“

SOS-Kinderdorf-Vorsitzende Prof. Dr. Sabina Schutter: "Der Krieg geht in den Köpfen der Kinder weiter." Credit: SOS-Kinderdorf / André Kirsch
SOS-Kinderdorf-Vorsitzende Prof. Dr. Sabina Schutter: "Der Krieg geht in den Köpfen der Kinder weiter." Credit: SOS-Kinderdorf / André Kirsch

(München/sos) -  Allein in Deutschland leben knapp drei Monate nach Beginn des Krieges hunderttausende geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine. SOS-Kinderdorf betreut in seinen Einrichtungen ukrainische Kinder und ihre Mütter und beobachtet, dass die meisten Kinder nach ihrer Ankunft neue Traumata durchleben müssen: „Viele geflüchtete Kinder stehen täglich im Austausch mit ihren Vätern oder Lehrern, die noch in der Ukraine sind. Dies hilft ihnen, wichtige Beziehungen aufrecht zu erhalten. Allerdings stellt es auch eine andauernde Retraumatisierung für sie dar. Täglich sehen sie, was der Krieg in ihrer Heimat anrichtet und wie er das Leben ihrer engsten Bezugspersonen in Gefahr bringt. In den Köpfen der geflüchteten Kinder geht der Krieg weiter. Wir müssen ihnen helfen, damit sie unter diesem Druck nicht zusammenzubrechen oder gar Schuldgefühle entwickeln, weil sie in Sicherheit sind, während andere in Lebensgefahr schweben“, erklärt Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdorf e.V.

 

 Ihre Kollegin Ina Franzkewitz, Einrichtungsleiterin  des SOS-Kinderdorfs Frankfurt, weiß aus der täglichen Arbeit mit den Geflüchteten: „Vier Dinge brauchen die geflüchteten Menschen jetzt am dringendsten: eine sichere Grundversorgung, Ansprechpersonen, die für sie da sind, eine sinnvolle Alltagsgestaltung und eine Zukunftsperspektive.“ Für von Krieg und Konflikt traumatisierte Kinder sind vor allem das Erleben von Sicherheit und verlässliche zwischenmenschliche Beziehungen hilfreich, um perspektivisch wieder eine unbeschwerte Kindheit erfahren zu können.

 

 Geflüchtete Kinder mit Beeinträchtigungen besonders in den Blick nehmen
Die besonderen Bedürfnisse der Kinder, die Krieg und Flucht erlebt haben, müssen ernst genommen werden. Dies ist vor allem für Kinder mit Beeinträchtigungen von höchster Wichtigkeit. Sie brauchen ganz besondere professionelle und kindgerechte Angebote, um ihre Erfahrungen zu verarbeiten. „Die UN-Kinderrechtskonvention erkennt das Recht auf Förderung und besondere Betreuung von Kindern mit Behinderung explizit an. Sie brauchen hier bei uns schnellstmöglich passgenaue Bildungsangebote, eine sichere Versorgung mit kind- und behindertengerechtem Wohnraum, Nahrung, Kleidung und natürlich Zugang zu medizinischen und psychosozialen Dienstleistungen“, verweist Schutter auf diese besonders vulnerable Gruppe von geflüchteten Kindern. 

 

 

 Flüchtlinge aus anderen Weltregionen nicht vergessen
Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni fordert SOS-Kinderdorf, auch das Schicksal anderer Geflüchteter nicht zu vergessen: „Junge Menschen aus Afghanistan oder Syrien fliehen ebenfalls vor Gewalt und Tod. Ihre Aufnahme in Europa ist jedoch um ein vielfaches komplizierter: egal ob es um ihren Aufenthaltsstatus, um Arbeitsmöglichkeiten oder Zugang zu Bildung geht, Geflüchtete aus Asien, Afrika oder dem Nahen Osten werden strukturell benachteiligt“, so die Vorstandsvorsitzende.


FIDES-NACHRICHTEN - 14.06.2022

AFRIKA/SOMALIA - Nach Amtsantritt des neuen Präsidenten: “Somalier sind optimistisch”

Mogadischu (Fides) - "Im Allgemeinen sind die Somalier heute sehr optimistisch. Schließlich waren diese Wahlen nicht frei von Schwierigkeiten", so Prof. Ali Abdullahi Warsame, der ehemaligen Gesundheits- und Umweltminister des somalischen Staates Puntland, zur Einsetzung der neuen Regierung im Land.
Die Amtseinführung des neuen Präsidenten Hassan Sheikh Mohamud statt, der am 15. Mai 2022 gewählt wurde war ein historischer Tag für Somalia. In den kommenden Wochen wird er einen Premierminister ernennen, der mit der Regierungsbildung beauftragt ist.
„In den vergangenen zwei Jahren hat das Land einen Übergangsprozess durchlaufen. Die Wahlen haben sich verzögert", fährt Warsame fort, der auch Präsident des Vorstands an der Addoun-Universität ist. „Es hat etwa zwei Jahre gedauert, bis wir an diesem Punkt angelangt waren. Es waren jedoch Wahlen, die sehr friedlich verliefen, so dass auch ein reibungsloser Übergang stattfand. Mohamud ist die einzige Person, die zweimal zum Präsidenten von Somalia gewählt wurde. Er ist eine sehr erfahrene, hochqualifizierte Person und wir glauben, dass er das Land zu Stabilität, Frieden und Entwicklung führen kann“.
„Zu den zahlreichen Herausforderungen, denen sich die neue Regierung stellen muss, gehört die schwere Dürre, von der das ganze Land betroffen ist. Die Regenzeit ist seit zwei Jahren ausgeblieben, und auch in diesem Jahr hat es wieder nicht geregnet. Das Leben der Menschen, die so sehr von der Viehzucht und dem Viehbestand abhängen, ist in Gefahr. Die Viehzucht ist das wirtschaftliche Rückgrat unseres Landes und macht mehr als 70 Prozent unseres Einkommens aus", betont Prof. Warsame.
Aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels ist das Land von schwerer und schwerwiegender Unterernährung betroffen, vor allem bei Kindern, stillenden Frauen und den am stärksten marginalisierten Bevölkerungsgruppen, einschließlich der Hirtenvölker und der Binnenvertriebenen im ganzen Land.
"Eine weitere große Herausforderung“, so der Universitätsprofessor, „für die somalische Regierung ist die Frage der Sicherheit. Die Al-Schabab-Milizen kontrollieren immer noch einen großen Teil des Landes, insbesondere im Süden. Die Frage von Somaliland, das seit dem Ausbruch des somalischen Bürgerkriegs im Jahr 1991 seine Unabhängigkeit erklärt hat, ist ein weiteres Hindernis, das es zu überwinden gilt. Die Somalier glauben, dass es Teil von Somalia ist. Daher sind friedliche Verhandlungen zwischen Somalia und Somaliland dringend erforderlich".
"Da wir Teil der größeren Region am Horn von Afrika sind, haben wir mit allen Problemen zu kämpfen, mit denen der Rest der Region konfrontiert ist, vor allem mit der Instabilität in Äthiopien und der Dürre im Osten Kenias“, erklärt er. „Äthiopien ist zum Beispiel für uns ein sehr wichtiges Land. Es ist ein Nachbarland. Einer seiner Regionalstaaten ist ethnisch gesehen ein somalischer Staat. Der im vergangenen Jahr ausgebrochene Konflikt hat in der gesamten Region zu großer Unsicherheit geführt, und wir alle hoffen auf eine friedliche Lösung des Problems, in der Hoffnung, dass es bald zu friedlichen Verhandlungen zwischen der Provinz Tigray und der äthiopischen Bundesregierung kommt. In Kenia hingegen werden bald Wahlen stattfinden, und auch dort hoffen wir auf einen reibungslosen Machtwechsel und friedliche Wahlen. Alles, was in der Region geschieht, wirkt sich auf unsere wirtschaftliche Sicherheit und unseren Wohlstand aus“.
Im Hinblick auf die Ukraine-Krise unterstreicht Prof. Warsame, dass auch Somalia davon betroffen ist: "Wir sind sehr besorgt über diese Situation, die uns in wirtschaftlicher Hinsicht bereits schwer getroffen hat. Wie viele andere Länder Afrikas und des Nahen Ostens importiert Somalia 80 Prozent seines heimischen Getreidebedarfs aus der Ukraine und Russland. Davon 50% aus der Ukraine. Infolgedessen ist der Preis für Weizen stark gestiegen. Wir teilen auch das Leid der unschuldigen Menschen dort. Wir haben Erinnerungen an den Krieg und verstehen gut, was es bedeutet, aus dem eigenen Land zu fliehen und in anderen Ländern der Welt ein Flüchtling zu sein".
Zum Thema Kultur unterstreicht der Universitätsdozent die besondere Bedeutung der Kultur im Leben der Somalier. "Kultur verbindet die Menschen“, betont er in diesem Zusammenhang, „durch Kultur können wir Frieden und Stabilität schaffen, weil Kultur die Kluft zwischen den Köpfen und den verschiedenen Denkweisen der Menschen verringert. Sie kann die Wahrnehmungen einander annähern und dazu beitragen, den Gedanken an eine friedliche und bessere Welt zu verwirklichen. Ich denke, das ist ein vernachlässigter Bereich, selbst im akademischen Umfeld. Unsere Universität konzentriert sich auf dieses Thema und ist daran interessiert, Kanäle und Verbindungen mit anderen internationalen Institutionen zu diesem Thema zu schaffen, seien es Universitäten, Forschungsinstitute oder andere Organisationen. Was wir heute in der Welt sehen, ist ein großer Konflikt der Kulturen. Wenn eine Kultur zusammenbricht, gibt es Konflikte. Wenn man also von nachhaltigem Frieden und Stabilität spricht und darauf hinarbeitet, muss man im Wesentlichen über Kultur und gegenseitigen Respekt zwischen den Kulturen sprechen".

AFRIKA/NIGERIA - Bischof von Ondo zu Äußerungen des irischen Präsidenten: “Massaker in Owo hat nichts mit Klimawandel zu tun”

Abuja (Fides) - "Eine Verbindung zwischen den Opfern des Terrors und den Folgen des Klimawandels zu suggerieren oder herzustellen, ist nicht nur irreführend, sondern bedeutet, Salz in die Wunden der Opfer des Terrorismus in Nigeria zu streuen", betont Bischof Jude Ayodeji Arogundade von Ondo, der Diözese, zu der die katholsche Kirche in Owo gehört, auf die am Sonntag, den 5. Juni ein Anschlag verübt wurde.
Bischof Arogundade bezieht sich damit die Stellungnahme des irischen Präsidenten, Michael D. Higgins, der in seiner Beileidsbekundung zu dem Massaker vor "jedem Versuch gewarnt hatte, die (Fulani-)Hirten zum Sündenbock zu machen, da sie zu den ersten Opfern der Folgen des Klimawandels gehören“.
Banden von Fulani-Nomaden, die auf der Suche nach Weideland und Wasser für ihre Herden das Land durchqueren, werden immer wieder für bewaffnete Überfälle in Nigeria verantwortlich gemacht, die sich hauptsächlich gegen sesshafte Bauerngemeinden richten. Zunächst wurde auch das Massaker in der Kirche von Owo einem Kommando der Fulani-Nomaden zugeschrieben, doch inzwischen beschuldigen die Behörden im Zusammenhang mit dem Massaker die aus einem Flügel der Boko Haram hervorgegangene „Provinz Islamischer Staat Westafrika (ISWAP)“.
In seiner Erklärung bezeichnete Bischof Arogundade es als "falsch und weit hergeholt", den Folgen des Klimawandel eine Rolle bei dem Massaker in Owo zuzuschreiben, und dass "die Anspielung auf irgendeine Form von Klimawandelpolitik in unserer Situation völlig unangebracht ist".
In ganz Nigeria herrsche "starke Angst in allen Teilen des Landes, und eine solche Situation hat nichts mit Ideologie zu tun", so der Bischof von Ondo weiter, der an "diejenigen, die dieses schreckliche Ereignis nutzen wollen, um irgendeine Form von ideologischer Agenda voranzutreiben, appelliert, von solchem Opportunismus abzusehen".
Unter Hinweis auf die besondere historische Verbindung zwischen der Republik Irland und der Diözese Ondo hält Bischof Arogundade die Äußerungen des irischen Staatspräsidenten für wichtig. "Die ersten beiden Bischöfe der Diözese Ondo waren Iren, das Kirchengebäude, in dem der Anschlag stattfand, wurde von irischen Missionaren erbaut", und einige der Getöteten hatten die Sakramente von "verehrten irischen Missionaren empfangen. Irische Männer und Frauen haben die Grundlagen des Glaubens für uns in diesem Teil der Welt gelegt", so der Bischof.
"Kommentare, die Banditentum, Entführungen und grausame Angriffe auf unschuldige Bürger mit Fragen des Klimawandels in Verbindung bringen, weichen jedoch von der Wahrheit ab", schloss der Bischof und führte die Verschlechterung der Sicherheitslage im Land auf die interne Politik der Regierung zurück.

ASIEN/INDIEN - Antichristliche Gewalt nimmt zu: United Christian Forum appelliert an Behörden

Neu-Delhi (Fides) - Das ökumenische United Christian Forum (UCF), in dem sich verschiedene christliche Konfessionen in Indien zusammenschließen, appelliert an die Politiker des Landes mit der Bitte um rasches Eingreifen zur Bekämpfung der Zunahme von Gewalt gegen die christliche Glaubensgemeinschaft in Indien.
Nach Angaben des UCF gab es im Jahr 2022 bisher durchschnittlich mehr als einen Vorfall pro Tag l. Im Januar wurden 40 Zwischenfälle dokumentiert, im Februar waren es 35, im März 33, im April 40 und im Mai fast doppelt so viele mit 57 Episoden in 31 Tagen, also im Durchschnitt fast zwei Unfälle pro Tag. Insgesamt 48 Vorfälle wurden in Uttar Pradesh registriert, 44 in Chhattisgarh, 23 in Jharkhand und 14 in Madhya Pradesh. Aufgrund der neuen Anti-Konversionsverordnung in Karnataka wurden sechs Fälle aus dem Bundesstaat gemeldet.
„Die Verfolgung ist in Bundesstaaten wie Uttar Pradesh, Madhya Pradesh, Chhattisgarh und Karnataka am akutesten", stellt UCF fest und beruft sich dabei auf Daten, die von ihrer "National Helpline", einer gebührenfreien Nummer zur Überwachung von Gewalt, gesammelt wurden. "Obwohl das Jahr 2022 noch nicht einmal zur Hälfte vorbei ist, hat es bereits 207 Fälle von Gewalt gegeben. Allein im Mai dieses Jahres verzeichneten wir 57 Fälle. Im Jahr 2021 hat die UCF 505 Fälle dokumentiert, wobei es an Weihnachten 16 Gewalttaten gab, darunter die Schändung und Beschädigung von Christusstatuen in einer historischen Kirche im Bundesstaat Haryana", so A. C. Michael, Koordinator des UCF. "Diese Zahl", stellt Michael fest, "steht im Widerspruch zu den Aussagen von Beamten in der Bundesregierung und in den verschiedenen Bundesländern, wonach es keine Verfolgung gibt und es sich nur um einige vereinzelte Vorfälle von Randgruppen handelt".
Zu den Vorfällen gehören neben körperlichen Übergriffen auch Gewalt gegen Frauen, Vandalismus, erzwungene Schließung von Kirchen, Unterbrechung der Sonntagsgebete und soziale Ächtung, die in kleinen Städten und Dörfern besonders deutlich zu spüren ist.
„Muslime und Christen in Indien stehen im ganzen Land im Fadenkreuz militanter Hindu-Nationalisten. Die Polizei ist mitschuldig", beklagt John Dayal, katholischer Laie, Journalist und Menschenrechtsaktivist, gegenüber der Agentur Fides.
Bereits im Januar 2015 wurde deshalb die UCF-Hotline deshalb mit dem Ziel eingerichtet, die Grundfreiheit zu verteidigen und die Werte Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Indien zu fördern und Menschen in Not zu begleiten.

ASIEN/MYANMAR - Bischöfe erinnern an Binnenflüchtlinge und Perspektiven der Hoffnung und des Glaubens

Yangon (Fides) - Tausende von Zivilisten fliehen aus ihren Heimatländern und Millionen von ihnen sterben an Hunger. Die Gewalt trifft somit vor allem unschuldige Menschen, vor allem ältere Menschen, Behinderte, Kinder, Frauen und Kranke, die auf der Flucht oft beeinträchtigt sind. Die Katholische Bischofskonferenz von Myanmar äußert sich am Rande ihrer Vollversammlung, die vom 7. bis 10. Juni in Yangon stattfand zu dieser ernsten internen Lage. An der Vollversammlung nahm auch Kardinal Charles Maung Bo, Erzbischof von Yangon und Vorsitzender der Bischofskonferenz, teil, der die Bischöfe der 16 Diözesen des Landes angehören.
"Die Bischöfe sind den Priestern, Diakonen, Ordensleuten, Katecheten und Freiwilligen sehr dankbar, die sich bemühen, Gläubige und Zivilisten, die in sicherere Gebiete fliehen, zu unterstützen und ihnen beizustehen", heißt es in der am Ende des Bischofstreffens veröffentlichten Mitteilung. Gleichsam ermutigen die Bischöfe die Gläubigen, den Flüchtlingen weiterhin humanitäre Hilfe zukommen zu lassen, unabhängig von ihrem Glauben, ihrer Herkunft, ihrem Wohnort, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Kultur oder ihrer politischen Zugehörigkeit.
Der Soziallehre der Kirche folgend werde die katholische Bischofskonferenz weiterhin Beziehungen zu den verschiedenen katholischen Gemeinschaften in der ganzen Welt und zu Vereinigungen knüpfen, „die bereit sind, der Zivilbevölkerung Myanmars zu helfen, die sich infolge des gegenwärtigen politischen und sozialen Konflikts mit immenser Not konfrontiert sieht", heißt es in der Botschaft.
Unter Berufung auf gemeinsame Werte und Ziele wie Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung appellieren die birmanischen Bischöfe an alle Verantwortlichen sowie an die politischen und militärischen Führer, grundlegende humanitäre Hilfe für Flüchtlinge und Migranten zu organisieren und zu leisten.
"Die Menschenwürde und das Recht auf Leben können nicht verhandelbar sein", heißt es in der Erklärung, die dazu auffordert, "jedes menschliche Leben zu respektieren und wertzuschätzen sowie heilige Orte und religiöse Gebäude, Krankenhäuser und Schulen zu respektieren und zu erhalten". Die Erklärung der Bischöfe erinnert trotz der seit über einem Jahr andauernden Schwierigkeiten auch an Perspektive des Glaubens und der Hoffnung: "Wir glauben, dass bei Gott alles möglich ist. Deshalb ermutigen wir die kirchlichen Gemeinschaften auf jede erdenkliche Weise, Frieden zu schaffen, und bitten sie insbesondere, ständig für den Frieden zu beten, indem sie an jedem ersten Tag des Monats eine heilige Messe für den Frieden feiern und jeden Abend den Rosenkranz für den Frieden in Myanmar beten".
Auch ein im März veröffentlichter UN-Bericht zur Lage in Myanmar seit dem Staatsstreich im Februar 2021 beklagt, dass das Militär in Myanmar "systematische Menschenrechtsverletzungen, viele davon Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit" begangen hat.
Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen wurden bis Februar 2021 nach Angaben des UNHCR mehr als 1.929 Zivilisten getötet, 11.000 festgenommen und mehr als 800.000 Binnenflüchtlinge vertrieben.

AMERIKA/COSTA RICA - Fangverbote des Instituts für Fischerei: Tausende Fischerfamilien ohne Unterhalt

San José (Fides) - Die Bischöfe von Costa Rica sind zutiefst besorgt über die Schwierigkeiten, mit denen sich die Fischereigemeinden der Provinzen Puntarenas und Guanacaste am Golf von Nicoya, infolge des totalen Verbots jeglicher kommerzieller Fischereitätigkeit in diesem Gebiet des Landes konfrontiert sehen. Ein entsprechendes Verbot wurde vor kurzem nach den technischen Kriterien des costaricanischen Instituts für Fischerei und Aquakultur (INCOPESCA) erlassen.
„Wir fordern die neue Regierung auf", schreiben die Bischöfe in ihrer Stellungnahme, "ein umfassendes Konzept für unsere Fischereigemeinschaften umzusetzen, das vor allem ihre kulturelle Identität respektiert und Initiativen zur Förderung der Menschen entwickelt, die die Zuschüssen des Wohlfahrtsstaates unnötig machen, die zwar einer unmittelbaren Notwendigkeit entsprechen, aber keine nachhaltige Lösung sind. Darüber hinaus muss die Wirksamkeit technischer Bestimmungen wie des Totalverbots und der sehr hohen Prekarität unter den Tausenden von Fischern, die ihre Tätigkeit irregulär, ohne Erlaubnis oder Fanglizenz ausüben, überprüft werden".
In dem vom Vorstand der Bischofskonferenz von Costa Rica unterzeichneten Text, in dem insbesondere der Bischof Fernández Guillén der Diözese PuntarenasÓscar und der für das Meeresapostolat in Costa Rica zuständige Bischof Daniel Francisco Blanco Méndez, erwähnt werden, wird betont, dass "die Arbeit der Menschen am Meer anstrengend ist und nicht immer die Belohnung für die unternommenen Anstrengungen erhält".
Die Bischöfe sind sich "der Notwendigkeit bewusst, Maßnahmen zur Erhaltung von Meeresarten zu ergreifen, die von kommerziellem Interesse sind" und würdigen die Tatsache, dass der Staat 1.430 Fischer drei Monate lang finanziell unterstützt. Sie erinnern an das Engagement des Apostolats des Meeres (Stella Maris) in Costa Rica, die Seelsorge für die Menschen am Meer der Diözese Puntarenas und den Pastoralrat der Pfarrei St. Jude Tadeo in Chomes, die gemeinsam die sozioökonomische Verwundbarkeit der Küstenbevölkerung und die Auswirkungen dieser Art von Maßnahmen anprangern: „Viele Familien sind ohne wirtschaftliche Unterstützung, da ihr Lebensunterhalt von der Fischerei oder der Muschelgewinnung abhängt und nur ein sehr geringer Prozentsatz der Familien erhält staatliche Subventionen, und vor allem fehlt es an alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten zur Fischereitätigkeit“, so die Bischöfe.
Zum Abschluss ihrer Botschaft appellieren die Bischöfe an den guten Willen der Costaricaner, insbesondere der karitativen und wirtschaftlichen Organisationen, ihre Solidarität auch durch die Sammlung von Lebensmittelspenden zu zeigen, die an die betroffene Bevölkerung verteilt werden sollen.

AMERIKA - Ordensleute beklagen Verfall der Demokratie und des sozialen Gefüges in Lateinamerika und der Karibik

Bogota (Agenzia Fides) - Die Föderation der Ordensleute Lateinamerikas und der Karibik (CLAR) beklagt "mit tiefer Besorgnis den Verfall der Demokratie, des sozialen Gefüges und die wachsende politische Instabilität in vielen unserer Länder, wo die Grundfreiheiten zum Teil gefährdet sind". In der Botschaft erinnern die Ordensleute an die jüngste 21. ordentliche Generalversammlung der CLAR, zu der Vertreter von 22 nationalen Ordenskonferenzen vom 1. bis 4. Juni in Kolumbien zusammengekommen waren.
Die Ordensleute appellierten nachdrücklich an die Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, die insbesondere auch durch die Covid 19-Pandemie entstandenen Risse in den Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystemen zu überwinden. "Es ist nicht hinnehmbar", heißt es weiter, "dass die Bedrohung der Demokratie, der Klimawandel und der fehlende gleichberechtigte Zugang zu wirtschaftlichen, sozialen und politischen Chancen weiterhin das Leben der schwächsten und systematisch ausgeschlossenen Menschen in jedem unserer Länder unverhältnismäßig stark beeinträchtigen“.
In der Botschaft bekräftigen die Ordensleute ihre Solidarität mit den Armen und bringen ihre Verbundenheit und Zuneigung mit ihren Ordensschwestern und -brüdern, insbesondere in Kuba, Haiti, Nicaragua und Venezuela, in diesen Zeiten extremer Not und Unsicherheit zum Ausdruck. "Die Situation ihrer Glaubens- und Lebensgemeinschaften und insbesondere die der Personen und Gemeinschaften, die sie begleiten, fordert uns heraus und lädt uns ein, füreinander zu sorgen, in der Gewissheit, dass wir einen Schatz in tönernen Gefäßen und in einem Zustand der Zerbrechlichkeit tragen", heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
Die Ordensleute sollen sich den Ausgegrenzten der Geschichte und der Erde solidarisieren und dabei Mut, innere Gelassenheit und volles Vertrauen in Gottes Handeln zeigen. "Als Ordensleute wachen wir über die Schwächsten, achten auf sie und unterstützen sie durch Gebet, Kommunikation und politischen und sozialen Einfluss. Ein engagiertes und beharrliches Zeugnis stärkt uns, und diese Stärke weckt Solidarität und Hoffnung", heißte es dazu abschließend.

AFRIKA/D. R. KONGO - Bischof von Tshumbe zurückgetreten und Nachfolger ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 11. Juni 2022 den von Bischof Diocesi Nicolas Djomo Lola von Tshumbe (D.R. Kongo) eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Weihbischof der Erzdiözese Kinshasa und Titularbischof von Esco, Vincent Tshomba Shamba Kotsho, zu seinem Nachfolger ernannt.

AFRIKA/D. R. KONGO - Bischof von Kisantu ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 11. Juni 2022 den bisherigen Weihbischof der Erzdiözese Kinshasa und Titularbischof von Dragonara, Jean-Crispin Kimbeni Ki Kanda, zum Bischof von Kisantu (Repubblica Democratica del Congo) ernannt. 


FIDES-NACHRICHTEN - 11.06.2022

AFRIKA/SOMALIA - Amtsantritt der neuen Regierung: Dürre und Unsicherheit sind die größten Herausforderungen

Mogadischu (Fides) - Die humanitäre Krise, von der Somalia aufgrund der dramatischen Dürre betroffen ist, spitzt sich zu. Fast 7 Millionen Menschen sind davon betroffen, etwa 50 % der Bevölkerung. Die neu gewählte Regierung unter der Leitung von Präsident Hassan Sheich Mohamud nimmt unterdessen am heutigen 9. Juni ihre Arbeit auf, und zahlreiche internationale Politiker sind im Lande. Die Vereinten Nationen rufen gemeinsam mit der neuen somalischen Regierung dazu auf, die äußerst ernste Lage am Horn von Afrika und insbesondere in Somalia im Blick zu behalten, wo die schlimmste Dürre seit 40 Jahren herrscht.
Im Gespräch mit Fides erläutert Prof. Sonkor Geyre, Präsident des Instituts für Föderalismus und Sicherheitsanalyse (IFSA) und führender Experten in Somalia auf dem Gebiet der Friedenssicherung, über die aktuelle Lage.
Wie wird diese Tragödie in der Hauptstadt Mogadischu wahrgenommen?
Auch hier in Mogadischu macht sich die Dürre deutlich bemerkbar, da viele Familien aus den Agrar- und Weidegebieten in die städtischen Gebiete ziehen. Dies gilt nicht nur für Mogadischu, sondern auch für allen anderen Großstädten, in Baidoa, in Chisimaio usw., wo diese Binnenvertriebenen auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern und in den Stadtvierteln unterkommen. Viele Menschen, viele Familien betteln auf der Straße.
Inwiefern trägt diese Dürre zur Gewalt und Instabilität in der Region bei, die bereits von Terrorismus und der schweren Krise des Krieges in Tigray betroffen ist?
Neben der Dürre, die das Leben vieler Familien, die in der Landwirtschaft tätig sind, verschlechtert, trägt auch die unter der Al Shabaab-Miliz entstandene Unsicherheit zu dem massiven Zustrom von Menschen bei, was wiederum die Unsicherheit in den Städten erhöht. Die jungen Leute, die hierher kommen, werden nie eine Arbeit finden und sich leider meist der "Unterwelt", der Welt der Gangster, anschließen. Leider hat in Städten wie Mogadischu die Kriminalität auf den Straßen zugenommen, so dass man sich nicht mehr sicher bewegen kann. Es gibt Jugendlich, die alles stehlen, was sie den Passanten abnehmen können.
Kann man sagen, dass die Unsicherheit, die aufgrund dieser Situation in den Städten zugenommen hat, auch eine große Herausforderung für die neue Regierung ist?
Um dieses Problem zu lösen, ernannte der Präsident einen Sonderbeauftragten für Dürrefragen, in der Person von Abdirahman Abdishakur Warsame.
Herr Professor, am heutigen 9. Juni 2022, beginnt eine neue große Herausforderung für Somalia. Was wünschen Sie dem neuen Präsidenten und was ist Ihre Botschaft an die Welt?
Es ist zu wünschen, dass der Präsident und die neue Regierung in der Lage sein werden, ein Umfeld zu schaffen, in dem alle Somalier die Chance haben, zusammenzuarbeiten und die Probleme des Landes in der Vergangenheit zu lösen. Darüber hinaus hoffen wir, dass Mohamud eine Nationalkonferenz einberufen wird, die der Nation die Chance gibt, sich in einer neuen somalischen Regierungsvision zu vereinen und die internen Kämpfe hinter sich zu lassen, die alle Bestrebungen und alle Entwicklungs- und Sicherheitsaktivitäten der letzten Jahre zum Erliegen gebracht haben.

ASIEN/SINGAPUR - Erzdiözese bietet wieder Gottesdienste in der Mittagspause an

Singapur (Fides) – Die Erzdiözese Singapur bietet auf Wunsch vieler katholischer Arbeitnehmer, in Büros, Anwaltskanzleien, Handelsunternehmen, Schifffahrtsgesellschaften und anderen Wirtschaftszweigen, in denen es christliche Arbeitnehmer gibt, wieder heilige Messen in der Mittagspause an.
Die Initiative wurde von der „Catholic Prayer Society (CPS)“ auf den Weg gebracht, die Katholiken, die im Stadtstaat arbeiten, die Möglichkeit bietet möchte, während der Mittagspause zwischen 30 und 45 Minuten an einer Eucharistiefeier teilzunehmen. Die Idee wurde bereits sehr gut aufgenommen: viele Unternehmen und Einrichtungen, darunter das Raffles Centre, das Suntec Convention Centre, das Hyatt Hotel, das Medical Alumni Association Building auf dem SGH Outram Campus und der Changi Business Park möchten Gläubigen, aber auch anderen am katholischen Glauben Interessierten solche Gottesdienste anbieten.
Auch Erzbischof William Goh, der kürzlich von Papst Franziskus zum Kardinal ernannt wurde, begrüßte die Initiative und ermutigte die Katholiken, die heiligen messen zu besuchen. Er dankte den Katholiken für ihre Rückkehr in die Kirchen und lud alle dazu ein, vermehrt sowohl zum sakramentalen Empfang der Eucharistie als auch zum Zusammenkommen als Gemeinschaft und zur Erfahrung der Gegenwart Jesu in der Gemeinschaft zurückzukehren.
Während der Pandemie mussten auch Eucharistiefeier in der Mittagspause ausgesetzt werden, und erst nach der Lockerung der Maßnahmen wurden die regelmäßigen Feiern wieder aufgenommen. Pfarrer Terence Pereira, geistlicher Begleiter der Initiative sagt, dass "für die Gläubigen Müdigkeit oder Angst kein Hindernis für die tägliche Eucharistiefeier sein sollte, da diese eine Quelle der Gnade und der geistigen Kraft ist“. „Die Feier der Eucharistie ist ein Trost für Menschen, die durch die Mühen der Arbeit belastet sind", so der der Priester gegenüber Fides, "und wenn sie in einer Atmosphäre des Gebets und der Gelassenheit erlebt wird, es ist wie in einer Oase, in einer Zeit weit weg von der Hektik des Alltags".
In Singapur leben rudn 360.000 Katholiken bei einer Gesamtbevölkerung von 5,45 Millionen Einwohnern.

AMERIKA/BRASILIEN - Katholische Kirche veranstaltet “Woche der Migranten“: Das Thema Zuhören steht im Mittelpunkt

Brasilia (Fides) – Die katholische Kirche in Brasilien wird vom 12. bis 19. Juni die 37. „Woche der Migranten“ begehen. Der Bischof der Diözese Pesqueira und Präsident des Pastoralen Dienstes für Migranten (SPM) und betonte, dass das Thema der diesjährigen Aktionswoche die Bedeutung des Zuhörens als pastorale Methode bekräftigt, wie dies bereits bei der alljährlichen Kampagne der Brüderlichkeit der brasilianischen Bischofskonferenz der Fall war.
Zu den Arbeitsmaterialien für die Vorbereitung und Feier der Aktionswoche gehör ein Grundlagentext, der sich mit dem Thema des Zuhörens als Weg des befreienden pastoralen Handelns befasst und betont, dass aus dem Zuhören Weisheit erwächst und dass die Macht der Worte nur dann legitim ist, wenn sie von praktischem Handeln begleitet wird. "Lebensgeschichten, Träume und ihre Kämpfe der Menschen helfen uns zu erkennen, dass das Phänomen der Migration auch auf die soziale Ausgrenzung, die Perspektivlosigkeit und das Elend der Vielen zurückzuführen ist, das durch die Anhäufung und den Reichtum der Wenigen verursacht wird", heißt es in dem Text.
Auf dem Programm, das die Organisatoren der Aktionswoche anbieten, stehen zwei Treffen zum Erfahrungsaustausch über die Themen der Woche und eine ökumenische Feier, die sich an den Zielsetzungen der Woche orientiert, den Wissensaustausch, die Interaktion und die Begegnung der Kulturen für eine gemeinsame Erfahrung des Gemeinwohls zu stärken.


FIDES-NACHRICHTEN - 10.06.2022

EUROPA/ITALIEN - Diözese Rom erinnert an 65 Jahre “Fidei donum”: Zeitzeugen berichten von ihren Erfahrungen

Rom (Fides) - Anlässlich des 65. Jahrestages der Missionsenzyklika "Fidei donum" von Papst Pius XII. hat das Missionszentrum der Diözese Rom in Zusammenarbeit mit Caritas Roma und dem Büro Migrantes eine Konferenz zur Feier des Jahrestages organisiert, um "die Herausforderungen der Mission neu zu interpretieren und die Schönheit des Gesendetseins hervorzuheben". Wie Schwester Elisa Kidane, Comboni-Missionarin und Leiterin des Missionszentrums der Diözese Roma, erklärt, "werden wir bei der Konferenz die lebendigen Zeugnisse derjenigen hören, die den Geist der Enzyklika konkret gelebt haben, die wegen des darin enthaltenen evangelischen Mutes als Magna Charta der Mission gilt".
Die Enzyklika, die am 21. April 1957 veröffentlicht wurde, rief alle Menschen dazu auf, die große Aufgabe zu übernehmen, der Welt das Kommen des Reiches Gottes zu verkünden, und ermutigte insbesondere die Diözesanpriester, sich auf den Weg zu machen. "Dieser Text hat bei Priestern und Laien große Begeisterung ausgelöst", bemerkt Schwester Elisa, "die in dadircj die Möglichkeit sahen, 'hinauszugehen' und nicht ad vitam, sondern für einen mit ihren kirchlichen Verantwortlichen vereinbarten Zeitraum die Freude zu erleben, ihren Glauben mit anderen Völkern und anderen Kirchen zu teilen".
Heute, 65 Jahre danach und mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, das den missionarischen Geist ebenfalss gestärkt, sowie mit den verschiedenen Missionsenzykliken, die den Mut, aus dem eigenen Land hinauszugehen, immer wieder neu belebt haben, und der begeisterten Antwort so vieler Diözesen, die über die Grenzen der Erde verstreut sind, "spüren wir die Notwendigkeit, die Leidenschaft, das Staunen, die Großzügigkeit des Kerygmas wiederzuerwecken und neu zu beleben", betont die Ordensfrau. "Gestärkt durch dieses wunderbare Erbe hielten wir es für wichtig, die einmalige Gelegenheit zu nutzen, diese Enzyklika noch einmal neu zu lesen, sie neu zu drucken und sie den heutigen und künftigen Generationen erneut zu übermitteln", so Schwester Kidane abschließend.

EUROPA/POLEN - Jubiläumsjahr der Päpstlichen Missionswerke: Ausstellung zeigt Gesichter der Mission

Warschau (Fides)- Es sind die Geschichten von Missionaren und Missionarinnen in aller Welt, die im Mittelpunkt der Ausstellung "Gesichter der Mission" stehen, die von den Päpstlichen Missionswerken in Polen anlässlich des Jubiläumsjahres organisiert werden. Die Ausstellung wurde am vergangenen Sonntag in Anwesenheit des Präsidenten der Päpstlichen Missionswerke, Erzbischof Dal Toso, eröffnet wurde.
Sechzehn Schaubilder erzählen sechzehn Geschichten von Männern und Frauen, die die Mission zu ihrer Lebensentscheidung gemacht haben. Es sind Lächeln und Tränen, Momente der Entmutigung und der Freude zu sehen mit denen die Ausstellung, dazu einladen will, die Schönheit und den Reichtum der missionarischen Kirche zu entdecken.
Auf wirkungsvolle Weise wird auf jeder Tafel eine Geschichte erzählt, die auch von konkreten Daten begleitet wird, die das Ausmaß der Unterstützung und Hilfe durch die katholische Kirche verdeutlichen. Von Waisenhäusern, Kindergärten und Schulen in kirchlicher Trägerschaft bis hin zu den zahlreichen Projekten polnischer Missionare zu den Themen Frieden, Gerechtigkeit, ganzheitliche Entwicklung, Gesundheit, Bildung, Bewahrung der Schöpfung und Kinderschutz.
Durch Scannen des QR-Codes auf den einzelnen Tafeln kann zudem ein Film aufgerufen werden, der das ausgewählte Projekt vorstellt. Auf der Website oder auf dem YouTube-Kanal kann man mehr über die Geschichte der teilnehmenden Orden und ihre missionarischen Initiativen erfahren.
Als roter Faden dienen die Worte von Papst Franziskus, die speziell für jede Geschichte ausgewählt und auf jeder Tafel zitiert werden.

AFRIKA/NIGER - Vergessene Krisen: “Die Zeit der afrikanischen Märtyrer ist noch nicht vorbei“

Niamey (Fides) - Wenige Tage vor dem Massaker an katholischen Gläubigen in der nigerianischen Kleinstadt Owo veröffentlichte der Norwegische Flüchtlingsrat (NCR) seine jährliche Liste der zehn vergessenen Krisen der Welt. Zum ersten Mal seit der Veröffentlichung des Berichts befinden sich die zehn Krisen alle in Afrika. Die Demokratische Republik Kongo liegt an der Spitze, gefolgt von Burkina Faso, Kamerun, Südsudan, Tschad, Mali, Sudan, Nigeria, Burundi und Äthiopien.
Pater Mauro Armanino, Priester der Gesellschaft für Afrikamissionen, erklärt in einem Kommentar zu dem Bericht: "Die Gläubigen hatten gerade das Pfingstfest gefeiert und hörten den Abschnitt, in dem das Herabkommen des Geistes in Form von Feuerzungen auf die Anwesenden beschrieben wird. Der Schritt vom Feuer des Geistes zum Feuer der Waffen war kurz, dramatisch kurz. Das eine Feuer und die anderen Feuer, das eine des Lebens und das andere des Todes. Dutzende von Menschen fielen den Bränden zum Opfer, nicht die ersten und auch nicht die letzten in Nigeria, das seit Jahren in den Abgrund der bewaffneten Gewalt, der Korruption und der mutmaßlichen und möglichen Komplizenschaft einiger Politiker schlittert".
Der in Niamey (Niger) tätige Missionar weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass "eine Auflistung der bewaffneten Angriffe in Nigeria pedantisch wäre und die Liste der Toten, die leider täglich aktualisiert werden muss, unendlich lang ist. Bereits im Jahr 2020 hatte eine lokale NRO eine Liste der in den ersten sechs Monaten des Jahres getöteten Christen erstellt: 1202, die von Peuls (traditionellen Hirten) und Boko Haram/Iswap-Aktivisten (Islamischer Staat in der Provinz Westafrika) getötet wurden. Diese Angriffe fanden hauptsächlich im Süden von Kaduna statt. Die betreffende NRO stellt fest, dass diese Angriffe mit der Komplizenschaft der nigerianischen Regierung wiederholt werden".
Pater Armanino erklärt, dass die Christen zwar nicht die einzigen Opfer dieses Krieges sind, aber einen beträchtlichen Teil davon ausmachen. "Im vergangenen Monat wurden beispielsweise im Norden des Landes Häuser niedergebrannt und Geschäfte geplündert, weil man sie der Blasphemie beschuldigte. Im Bundesstaat Benue starben Dutzende von Gemeindemitgliedern, die die Kirche verließen, und wir erinnern uns an die Steinigung eines Schulmädchens in Sokoto wegen Blasphemie. Später wurde die Kirche in Sokoto niedergebrannt und der Bischof in den folgenden Tagen mit dem Tod bedroht".
„Um die Fakten zu verstehen, muss man sie in den historischen, wirtschaftlichen und politischen Kontext des Landes einordnen", betont Pater Armanino. „Die geschaffene und reale Spaltung zwischen dem Norden und dem Süden, die Wahl des islamischen Rechts (Scharia), die verschiedenen Staaten im Norden zugestanden wird, und vor allem die große Korruption der Militärs, die sich, von den Politikern gesteuert, in den Dienst derer stellen, die sie bezahlen. Es herrscht Straflosigkeit, und die Worte der Verurteilung von Präsident M. Buharis letztem 'Feuer' klingen vorhersehbar und letztlich hohl."
"Vom Pfingstfeuer", so schließt er, "bis zu den Feuern der Waffen waren es nur wenige Meter, aber dazwischen liegt ein Abgrund, den nur das Kreuz der Auferstehung überwinden helfen kann. Die Zeit der afrikanischen Märtyrer ist noch nicht vorbei".

AFRIKA/NIGERIA - “Attentäter waren gut organisiert und ausgebildet”

Abuja (Fides) - "Die Attentäter, die das Massaker am 5. Juni in der Kirche „St. Francis Xavier“ in Owo verübten, waren gut organisiert und gut ausgebildet", so kirchliche Quellen in Nigeria, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollen.
"Die Angreifer kamen am Ende des Pfingstgottesdienstes und mischten sich unter die Gläubigen, die den Ort des Gottesdienstes verließen. Sie teilten sich in kleine Gruppen auf, die anfingen, Sprengsätze zu zünden und auf die Gläubigen innerhalb und außerhalb der Kirche zu schießen, was auf die Beherrschung Guerillataktiken hindeutet", erklären die Quellen d Fides. "Die offizielle Zahl der Todesopfer, die von den Behörden mit 22 angegeben wird, muss nach oben korrigiert werden", heißt es weiter. "Wahrscheinlich wurden etwa 50 Menschen an Ort und Stelle getötet, zu denen noch diejenigen hinzukommen, die später an ihren Verletzungen starben". Die Dramatik der Lage und die Zahl der Verletzten werde auch durch die verschiedenen Blutspendeaufrufe bestätigt, die die Gesundheitsbehörden unmittelbar nach dem Massaker veröffentlichten.
"Wir sind wirklich besorgt, weil das Massaker in einem Bundesstaat wie Ondo im Südwesten begangen wurde, der bisher von der Gewalt in anderen Regionen Nigerias verschont geblieben ist", betonen die einheimischen Beobachter.
"Die christlichen Gemeinschaften und insbesondere die Katholiken fühlen sich bedroht. Inzwischen vergeht keine Woche, in der nicht ein katholischer Priester entführt wird. Sogar am Vorabend des Massakers vom 5. Juni kam es einem benachbarten Staat zu einer solchen Entführung", heißt es weiter. Gemeint ist Pfarrer Christopher Itopa Onotu, von der Gemeinde Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe, am Samstag, den 4. Juni, in Obangede, im lokalen Regierungsbezirk Okehi im Staat Kogi, der an den Staat Ondo grenzt (vgl. Fides 7/6/2022). "Was die nigerianische Bevölkerung in Verzweiflung stürzt, ist, dass die meisten Mörder und Entführer nicht vor Gericht gestellt wurden. Dies führt zu Misstrauen gegenüber dem Staat und der Versuchung, sich selbst zu schützen", so die Schlussfolgerung.
Unterdessen hat in Nigeria der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen im Februar 2023 begonnen.

ASIEN/PHILIPPINEN - Kardinal Advincula appelliert an junge Menchen: Wahrheitssuche nach dem Vorbild des heiligen Tito Brandsma

Manila (Fides) – Der Erzbischof von Manila, Kardinal Jose Advincula, appelliert an die jungen Menschen mit der Bitte um Mithilfe bei der Bekämpfung von Desinformation und der Suche nach der Wahrheit angesichts einer auf den Philippinen herrschenden "Wahrheitskrise". Der Kardinal fordert die Katholiken auf, die sozialen Medien "als Kanzel zu nutzen, um zu evangelisieren und die Wahrheit zu schützen". "Da es Kräfte gibt, die die sozialen Medien nutzen, um Menschen zu täuschen und Lügen zu verbreiten, sollten wir sie bekämpfen, indem wir sie mit der Wahrheit des Wortes Gottes überfluten", so der Erzbischof in den letzten Tagen bei einer Dankesmesse in der Kathedrale von Cubao, Quezon City, zum Gedenken an die Heiligsprechung des heiligen Titus Brandsma.
"Wenn die Wahrheit auf dem Spiel steht, ist es eine Sünde, apathisch zu bleiben und zu schweigen“, so der Erzbischof weiter. Mit Blick auf den Journalisten und Märtyrer Titus Brandsma, den Papst Franziskus am 15. Mai heiliggesprochen hatte, forderte Kardinal Advincula die Gläubigen auf, sich von ihm in ihrer "unermüdlichen Suche nach der Wahrheit" inspirieren zu lassen: "Lasst uns den heiligen Titus nachahmen in seinem unerschütterlichen Mut, die Wahrheit zu verkünden, die niemals geändert werden kann", sagte er.
Philippinische Bischöfe, Wissenschaftler und Medienexperten haben wiederholt darauf hingewiesen, dass "Desinformation einen negativen Einfluss auf die Demokratie hat", insbesondere während der jüngsten Parlamentswahlen am 9. Mai. Vor diesem Hintergrund verweist die philippinische Kirche auf das Leben und die Geschichte des neuen Heiligen, der zum "Patron" des Karmeliterordens auf den Philippinen ernannt wurde.
Der 1881 geborene niederländische Karmeliterpater, Theologe, Journalist und Schriftsteller wandte sich gegen die antijüdischen Gesetze und die Propaganda des Naziregimes. Im Januar 1942 wurde er verhaftet, nachdem er versucht hatte, niederländische katholische Zeitungen davon zu überzeugen, keine Nazi-Propaganda zu drucken. Als Brandsma sich weigerte, wurde er im Februar 1942 in das Konzentrationslager Dachau überführt, wo er im Juli desselben Jahres im Alter von 61 Jahren durch eine tödliche Injektion starb.

ASIEN/BANGLADESCH - Gewalt gegen Christen: Zusammenarbeit zwischen christlichen und muslimischen Bürgern trägt zur Überwindung bei

Rajshahi (Fides) – Konstruktive Zusammenarbeit und freundschaftliche Beziehungen unter den Gläubigen verschiedener Religionen können dazu beitragen Gewalt gegen Christen, die als kleine Minderheit in Bangladesch leben, zu überwinden, wie zuletzt geschehen, als ein junger Muslim, Jannatun Ferdous, in die katholische Kapelle von Hatshika in der Diözese Rajshahi im Norden Bangladeschs eingedrungen war und dort ein Kruzifix, eine Marienstatue und eine Statue von Mutter Teresas geschändet, die Bibel zerrissen und anderes liturgisches Mobiliar beschädigt hatte. Die Gläubigen bedauerten den Vorfall, doch es waren die Dorfbewohner, von denen viele Muslime sind, die den jungen Mann identifizierten und ihn der Polizei zu übergeben.
Dazu sagt der Ortsbischof Gervas Rozario, der katholischen Diözese Rajshahi leitet gegenüber Fides: "Wir verurteilen die Gewalt und bekräftigen das Recht, unseren religiösen Glauben in diesem Land gemäß der Verfassung auszuüben. Den Christen sage ich: Habt keine Angst, lasst uns ohne Furcht voranschreiten, im Glauben an Gott, der unsere Rettung ist".
Nach Angaben der örtlichen Polizei ist der junge Mann psychisch krank, während es in der Bevölkerung keine Feindseligkeit gegenüber Christen gibt. Subash Murmu, einer der einheimischen Katholiken, erklärt dazu gegenüber Fides: "Es tut uns leid, aber wir werden unsere Kapelle reparieren. Es scheint sich um einen Einzelfall zu handeln, der von einer geistesgestörten Person verübt wurde".
Von den 165 Millionen Einwohnern Bangladeschs sind 90 % Muslime, während die Zahl der Christen bei etwa 800.000 liegt. Die Hälfte von ihnen ist katholisch, der Rest protestantisch.

ASIEN/LIBANON - Maronitische Kirche eröffnet Bischofssynode: Kardinal Raï erinnert an Krisen und Konflikte

Bkerké (Fides) - Die jährliche Bischofssynode der maronitischen Kirche im Patriarchat von Bkerké, wurde heut mit dreitägigen geistlichen Exerzitien eröffnet. "Wir tragen in unseren Herzen", so Patriarch Béchara Boutros Raï, der den Tag mit einer kurzen Einführungsrede begann, "unser Volk und alle Völker, die unter Kriegen, Blockaden, Aggressionen, Vertreibung und Einwanderung" in der Ukraine und vielen anderen Ländern leiden. "Wir bitten Gott, den Gott des Friedens", fügte der Patriarch hinzu, "mit seiner unaussprechlichen Macht zu wirken, um den Frieden in diese Länder zu bringen und diejenigen zu trösten, die leiden."
In seinen einleitenden Worten erinnerte der libanesische Kardinal auch an die im vergangenen Jahr verstorbenen maronitischen Bischöfe und betete für Stabilität im Libanon, damit das Land die politische, wirtschaftliche, finanzielle und Nahrungsmittelkrise, in der es sich befindet, überwinden kann. „Wir beten", fügte der Patriarch hinzu, "dass so schnell wie möglich eine neue Regierung gebildet werden kann, damit diese bald ihre Aufgaben wahrnehmen kann“. Der Primas der maronitischen Kirche bat auch um die Fürsprache der Jungfrau Maria, "Unsere Liebe Frau vom Libanon", damit das Land "in seiner Pluralität als ein Land der Heiligkeit, der Liebe und der Brüderlichkeit vereint bleiben möge".
Die Exerzitien für die maronitischen Bischöfe werden von Pater Nadim El-Helou von der Kongregation der libanesischen Missionare, dem ehemaligen Rektor der Schule der Heiligen Apostel in Jounieh, gehalten. Nach den Exerzitien beginnt am Montag, den 13. Juni, die Arbeit der jährlichen Synodenversammlung der maronitischen Bischöfe, die die ganze Woche andauern wird.
Nach den libanesischen Parlamentswahlen vom Sonntag, 15. Mai, gab es bisher keine entscheidenden Schritte zur Bildung einer neuen Regierung. Der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke im Libanon, Pfarrer Rouphael Zgheib, hatte gegenüber Fides betont (vgl. Fides 18/5/2022): „Der Weg aus der Krise ist der eines politischen und auch geopolitischen Kompromisses, der den Ernst der Lage zur Kenntnis nimmt und die Interessen und Forderungen der einzelnen Kräfte zum Wohle des Gemeinwohls zusammenführt".

AMERIKA/BRASILIEN - Seit 50 Jahren begleitet das Treffen von Santarém den Weg der Kirche in der Amazonasregion

Santarem (Fides) - "Seid mutig und kühn, indem ihr euch vertrauensvoll dem Wirken Gottes öffnet, der alles erschaffen hat, sich uns in Jesus Christus geschenkt hat und uns durch den Heiligen Geist dazu inspiriert, das Evangelium mit neuem Engagement zu verkünden und die Schönheit der Schöpfung zu betrachten, die in diesem Amazonasgebiet, wo man die leuchtende Gegenwart des Auferstandenen erlebt, noch überschwänglicher ist", so Papst Franziskus an die Teilnehmer des Treffens von Santarém (IV Encontro da Igreja Católica na Amazônia Legal), das vom 6. bis 9. Juni an dem Ort stattfindet, an dem bereits 1972 die Vertreter der Kirchen des Amazonasgebiets zusammen gekommen waren. Die Veranstaltung erinnert nicht nur an die damals vereinbarten pastoralen Leitlinien, sondern befasst sich auch mit der Umsetzung der Beschlüsse der Amazonassynode.
"Dieses historische Treffen in Santarém schlug Evangelisierungslinien vor, die das missionarische Handeln der amazonischen Gemeinschaften prägten und zur Bildung eines soliden kirchlichen Gewissens beitrugen", schreibt der Papst. Die Erkenntnisse dieses Treffens dienten auch dazu, die Überlegungen der Synodenväter in der jüngsten Synode für die Amazonasegion zu erhellen... In der Tat findet man in den bekannten "Prioritätslinien", die aus diesem Treffen hervorgegangen sind, die Träume für Amazonien skizziert, die in der letzten Synode bekräftigt worden sind. Ich freue mich auch über das Engagement der Teilkirchen des brasilianischen Amazonasgebiets, die durch ihre Gemeinschaften die Hinweise der letzten Synodenversammlung weiterführen und gleichzeitig durch die bereits tief verwurzelte und schöne Tradition der Treffen der Ortskirchen die Erfahrung der Synodalität - als Ausdruck der Gemeinschaft, der Teilhabe und der Sendung - bezeugen, zu der die ganze Kirche berufen ist".
Das nunmehr vierte Treffen der katholischen Kirche im Amazonasgebiet findet im Priesterseminar „St. Pius X.“ in Santarém statt und bringt etwa hundert Delegierte zusammen, darunter Kardinäle, Bischöfe, Priester, Ordensleute, Laien, Vertreter indigener Völker und traditioneller Gemeinschaften. Wie der Erzbischofs von Cuiabá und zweiten Vizepräsidenten der katholischen Bischofskonferenz Brasiliens (CNBB), Mário Antônio da Silva, betont "will sich die katholische Kirche mit dieser Feier verpflichten, gemeinsam zu gehen, eine aufgeschlossene Kirche zu sein und auf die heutigen Herausforderungen zu antworten, als Hirten, die der Herde nahe sind und von den existentiellen und geografischen Randgebieten herausgefordert werden".
Die Teilnehmer wurden vom örtlichen Erzbischof Irineu Roman und dem Präsidenten der Region Nord2 der CNBB, Erzbischof Bernardo Bahlmann, begrüßt, der die Bedeutung des ersten Treffens vor 50 Jahren und des erarbeiteten Dokuments hervorhob: "ein großes Licht für den Weg in Amazonien". Schwester Maria Inês Vieira Ribeiro, Präsidentin der brasilianischen Ordensleute rief dazu auf, den Prozess einer Kirche fortzusetzen, die sich mehr und mehr nach dem Vorbild Jesu präsentiert.

AMERIKA - Vorbereitung auf die Bischofssynode: “Gemeinsame Unterscheidung und Entscheidungsfindung in der Kirche”

Bogota (Fides) – Das Organisationsteam des CELAM für die Bischofssynode zur Synodalität lädt zu einen kostenlosen Online-Kurs "Gemeinsame Unterscheidung und Entscheidungsfindung in der Kirche" ein, der "die Ausbildung von mehr als 100.000 Menschen in der Theologie und Praxis der Synodalität begleiten soll".
Der venezolanische Theologe Rafael Luciani, Mitglied des Veranstaltungsausschusses, die diese Fortbildung organisiert, betonte, dass die Synode zum Thema Synodalität "eine neue Etappe im Leben der Kirche darstellt, die uns einlädt, Prozesse der Umkehr und der Reform in Gang zu setzen, um eine synodale Kirche in diesem dritten Jahrtausend aufzubauen". Aus diesem Grund "sind alle Kurse kostenlos und werden in verschiedenen Sprachen angeboten: Spanisch, Englisch, Portugiesisch, Französisch und Italienisch. An ihnen werden Redner aus allen Kontinenten teilnehmen, die uns eine globale und interkulturelle Vision der Kirche vermitteln werden". Der erste Kurs wird im Juli 2022 stattfinden. Über einen Zeitraum von drei Wochen werden verschiedene Themen zur gemeinschaftlichen Unterscheidung und Entscheidungsfindung in der Kirche angeboten.
Zu den Organisatoren gehören: Der Rat der Lateinamerikanischen Bischofskonferenzen (CELAM), das Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae (CCEE), die Föderation der asiatischen Bischofskonferenzen (FABC), die Internationale Union der Generaloberen (UISG), die Union der Generaloberen (USG), die Lateinamerikanische Konföderation der Ordensleute (CLAR), die Union des Conférences Européennes de Supérieurs/es Majeurs/es (UCESM) sowie die Konferenz der Jesuitenprovinziale in Lateinamerika und der Karibik (CPAL).


Angebot der SOS-Kinderdörfer zusammen mit dem Start-up "krisenchat"

Psychosoziale Hilfe für ukrainische Kinder und Jugendliche per Handy

Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Katerina Ilievska, Luhansk 2018
Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Katerina Ilievska, Luhansk 2018

(München/ots) - Schnelle psychosoziale Hilfe für ukrainische Kinder und Jugendliche über das Smartphone - das bieten die SOS-Kinderdörfer zusammen mit dem gemeinnützigen Berliner Start-up "krisenchat" an. Der "SOS-krisenchat Ukraine" ist digital erreichbar. Rund um die Uhr können sich junge Geflüchtete Unterstützung holen. Ukrainisch- und russischsprachige Krisenberater:innen helfen ihnen niedrigschwellig - in Echtzeit, ohne Registrierung, kostenlos und vertraulich.

Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer, sagt: "Das ist ein ganz wichtiges Angebot. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen hat traumatische Erlebnisse gemacht. Sie sind Zeuge oder selbst Opfer von Gewalt geworden, haben alles zurücklassen müssen, vielfach sind ihre Väter, Brüder oder Freunde noch im Krieg. Der "SOS-krisenchat Ukraine" leistet ihnen Beistand und hilft ihnen, das Erlebte zu verarbeiten. Die Botschaft: Ihr müsst damit nicht alleine klarkommen!" Die SOS-Kinderdörfer unterstützen das Projekt finanziell, um das Beratungsteam personell zu verstärken.

In Deutschland sind über 700 000 Geflüchtete aus der Ukraine registriert, 40 Prozent davon Kinder und Jugendliche. Der SOS-krisenchat ist aber auch aus anderen Ländern erreichbar, wie zum Beispiel Polen oder der Ukraine selbst. Um möglichst breit auf das Angebot aufmerksam zu machen, werde es auch über soziale Medien wie TikTok und Instagram oder Push-Nachrichten auf Ukrainisch über SIM-Karten (Telekom und Vodafone) gestreut. "Wir hoffen sehr, dass möglichst viele junge Ukrainer und Ukrainerinnen davon Gebrauch machen", sagt Breyer.

Der "SOS-krisenchat Ukraine" ist Teil umfangreicher Hilfsmaßnahmen der SOS-Kinderdörfer für ukrainische Kinder und Familien in zahlreichen Ländern. Auch in der Ukraine ist die Hilfsorganisation weiterhin aktiv und unterstützt die Menschen vielfach.

Weitere Informationen: www.sos-kinderdoerfer.de/krisenchat-ukraine

So ist der "SOS-krisenchat Ukraine" erreichbar:

 

  • per SMS, WhatsApp unter der Nummer +49-1573-5993126 und dem Messenger-Dienst Telegram
  • über die Website: krisenchat.de/ukraine

FIDES-NACHRICHTEN - 8.06.2022

AFRIKA/NIGERIA - Anschlag auf katholische Kirche: Diözese Ondo dementiert angebliche Entführung von Priestern

Abuja (Fides) – Wie die Diözese Ondo mitteilt kam am gestrigen Sonntag, bei dem Angriff auf die Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Owo im Bundesstaat Ondo zu kein Priester zu Schaden, während Presseberichten zufolge mindestens 50 Menschen von den Kommandos getötet wurden, die auf Menschen außerhalb und innerhalb des Kirchengebäudes schossen und dabei Gottesdienstbesucher töteten und verletzten.
"Am Pfingstsonntag, an dem eigentlich alle Katholiken in der Kirche sein sollten, um dieses Fest zu feiern, griffen nicht identifizierte bewaffnete Männer die Kirche des heiligen Franz von Assisi Owo an", heißt es in der Erklärung der Diözese. "Dabei gab es zahlreiche Tote und Verletzte. Die Identität der Angreifer ist nach wie vor unbekannt, während das Massaker die gesamte Gemeinde erschüttert hat".
"Alle Priester und der Bischof sind in Sicherheit und keiner von ihnen wurde entführt, wie fälschlicher Weise in einigen sozialen Medien berichtet wird", so die Diözese Ondo. "An diesem Punkt in der Geschichte unseres geliebten Landes, Nigeria, brauchen wir Gottes Intervention, um Frieden und Ruhe wiederherzustellen", heißt es in der Erklärung weiter. "Der Bischof bittet alle, Ruhe zu bewahren, die Gesetze zu respektieren und für den Frieden und die Rückkehr zur Normalität in unserer Gemeinde, unserem Staat und unserem Land zu beten", heißt es abschließend.

AFRIKA/NIGERIA - Katholiken und Muslime verurteilen den Anschlag auf Kirche: Täter weiterhin unbekannt

Abuja (Fides) – Nach Angaben von Quellen aus Kreisen der Ortskirche gibt immer noch keine Informationen darüber, wer am gestrigen Sonntag das Massaker in der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Owo im Bundesstaat Ondo (im Südwesten Nigerias) verübt hat. Demnach "ist noch nicht bekannt, ob es sich bei den Tätern um Kämpfer der Boko Haram, bewaffnete Fulani-Hirten oder einfache Banditen handelt. Was wir wissen, ist, dass es vor dem Beschuss der Gläubigen mit Schusswaffen innerhalb und außerhalb des Gottesdienstgebäudes eine Explosion in der Nähe der Kirche gab".
Unseren Quellen zufolge ist es „nach wie vor schwierig, die Zahl der Toten und Verletzten zu ermitteln". Örtliche Gesundheitseinrichtungen haben unterdessen Aufrufe zur Blutspende gestartet.
Nach Aussage der islamischen Organisation „Muslim Rights Concern“ (MURIC) ist der Angriff auf die katholische Kirche St. Francis ein eindeutiger Beweis für die Anwesenheit von Kämpfern der Boko Haram im Südwesten, nachdem diese bereits in die Bundesstaaten Niger und Kogi eingedrungen sind. Es handle sich um die typische Vorgehensweise der Boko Haram ist. „Wir vermuten, dass Moscheen und andere Kirchen die nächsten Ziele sein könnten, denn so haben die Anschläge im Norden begonnen. Wir fordern daher Schutz für alle Kirchen und Moscheen in der Region", heißt es in einer Erklärung der islamischen Vereinigung, die sich für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Glaubensrichtungen in Nigeria einsetzt. Die Organisation "verurteilt diesen völlig grundlosen Akt der Aggression aufs Schärfste", bezeichnet ihn als "unmenschlich, abscheulich und entsetzlich" und fordert die "sofortige Verhaftung und strafrechtliche Verfolgung der Angreifer".
In einer am Sonntag, dem 5. Juni, veröffentlichten Erklärung hat erklärt der Vorsitzende der nigerianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Lucius Ugorji von Owerri, er habe „die Nachricht von dem blutigen Angriff auf unschuldige Gläubige mit großer Bestürzung und Trauer aufgenommen". "In unserem Land scheint kein Ort mehr sicher zu sein, nicht einmal die heiligen Stätten einer Kirche. Wir verurteilen auf das Schärfste, dass im Haus Gottes unschuldiges Blut vergossen wird", beklagt Erzbischof Ugorji.
"Die Verbrecher, die für einen solchen frevelhaften und barbarischen Akt verantwortlich sind, zeigen, dass es ihnen an Sinn für das Heilige und an Gottesfurcht mangelt", so der Vorsitzende der Bischofskonferenz weiter, der die nigerianischen Behörden auffordert, die Bevölkerung zu schützen: "Wir fordern die Regierung auf, sie strafrechtlich zu verfolgen und vor Gericht zu stellen. Wenn die Regierung in einer so ernsten Angelegenheit nicht entschlossen handelt, wird sie unser Land in die Anarchie stürzen".

AFRIKA/NIGER - Katholiken in Dosso feiern 40jähriges Bestehen der Gemeinde des heiligen Charles Lwanga

Dosso (Fides) - "Wir freuen uns über das 40-jährige Bestehen unserer Pfarrei. In diesen vergangenen 40 Jahren haben wir viel erlebt, wir haben freudige Ereignisse gefeiert, aber wir haben auch dunkle Momente durchlebt. Dafür danken wir Gott, denn trotz allem haben wir es geschafft, diese zu überwinden, und heute können wir mit Freude und in Frieden auf diese Zeit zurückblicken und feiern" so Alexandre, ein Mitglied der katholischen Gemeinde Dosso, in Bezug auf die jüngsten Jubiläumsfeierlichkeiten in der Pfarrei St. Charles Lwanga.
"Gott hat in unserer Pfarrei Wunder gewirkt", heißt es in dem Schreiben zum Jubiläum, "wir merken, dass der Heilige Charles über uns wacht, denn trotz all unserer Unzulänglichkeiten gibt es Leben, gibt es Gemeinschaft und Geist. Heute danken wir Gott für alles, was er uns schenkt, und wir danken den Verantwortlichen der Diözese, insbesondere unserem Erzbischof Laurent Lompo. Wir erinnern uns mit Dankbarkeit an die Missionare, die uns im Laufe der Jahre viele wichtige Einrichtungen wie das Pfarrhaus und diese herrliche Kirche hinterlassen haben, in der wir unseren Glauben feiern, sowie an alle, die hier vorbeigekommen sind und einen Teil ihres Lebens gegeben haben. Es ist lange her, dass wir einen ständigen Priester hatten, und heute sind wir dankbar, dass wieder ein Priester mit uns lebt, unser Leben teilt und uns begleitet. Heute feiern wir an jedem Tag des Jahres eine heilige Messe und können mit ihm Initiativen, Ideen, Projekte und Aufmerksamkeit für die Ärmsten und Kleinsten teilen." Bei dem neuen Gemeindepfarrer handelt es sich um Pater Rafael Casamayor, Priester der Gesellschaft für Arikamissionen Missionen, der vor einigen Monaten nach Dosso gekommen ist.
"Wir danken Pater Rafael“, schreibt Alexandre, „denn er hat sich bereit erklärt, mit uns zu leben, unser Leben und unseren Glauben zu teilen. Vom ersten Moment an, als er alle Familien besuchte, versucht er, unsere Gemeinde neu zu beleben und begleitet uns wie ein Vater“.

ASIEN/PAKISTAN - Christ wegen Blasphemie angeklagt und gegen Kaution freigelassen: Gutachten attestiert bipolare Störung

Karatschi (Fides) - "Die Gewährung einer Freilassung auf Kaution für Stephen Masih, einen psychisch Kranken, der der Blasphemie beschuldigt wird, ist ein positiver Schritt: Man kann eine psychisch instabile Person nicht wegen irgendetwas anklagen, weil die Person nicht das volle Wissen darüber hat, was sie tut. Das Verfahren ist bereits seit drei Jahren anhängig, ich möchte, dass es endgültig eingestellt wird. Es tut mir leid, sagen zu müssen, dass der Missbrauch des Blasphemiegesetzes immer noch Schaden anrichtet und Menschen die Gesetzgebung für ihren persönlichen Groll und ihre Rachegelüste nutzen. So geschehen im Fall von Stephen Masih, 40 Jahre alt, der wegen eines Streits mit seiner Familie und seinen Nachbarn der Blasphemie beschuldigt wurde", so Pfarrer Mario Rodrigues, ein Priester der Erzdiözese Karatschi, gegenüber Fides. "Wir begrüßen die Entscheidung des Gerichts, eine Kaution zu gewähren, sind aber gleichzeitig um die Sicherheit des Mannes besorgt. Sobald eine Person in Pakistan der Blasphemie beschuldigt wird, ist ihr Leben immer in Gefahr", so der katholische Geistliche.
Der Vorsitzende der Nichtregierungsorganisation "Voice for Justice", Joseph Jansen, der den Fall verfolgt hat, erklärt gegenüber Fides: "Die Polizei hatte Stephens Haus gestürmt und ihn ohne Ermittlungen verhaftet und sogar seine Mutter geschlagen, so dass sie einen Bein- und Armbruch erlitt. Ohne die Echtheit der Anschuldigungen zu überprüfen, griff ein Mob unschuldige Menschen an und folterte sie. Dieser Fall ist ein klares Beispiel für den Missbrauch des Blasphemiegesetzes für persönliche Rache". "Wir fordern, dass all diejenigen, die im Namen der Religion zu Gewalt auf der Grundlage von Blasphemievorwürfen aufstacheln oder Gewalt ausüben, sowie diejenigen, die andere fälschlicherweise der Blasphemie beschuldigen, vor Gericht gestellt und ordnungsgemäß bestraft werden", so Joseph Jansen weiter
Rechtsanwalt Abdul Hameed Rana erklärte: "Dieser Gerichtsbeschluss ist ein Sieg für Wahrheit und Gerechtigkeit, da Stephen für eine Straftat inhaftiert war, die er nie begangen hat. Es gab falsche Zeugenaussagen. Nach seiner Freilassung auf Kaution werden wir unsere Bemühungen fortsetzen, um seine Unschuld und seinen endgültigen Freispruch zu erreichen".
Stephen Masih wurde am 11. März 2019 festgenommen, als ein wütender Mob sein Haus überfiel und ihn und Mitglieder seiner Familie misshandelte. Die Polizei rettete Stephen zunächst vor dem wütenden Mob und klagte schließlich ihn gemäß Artikel 295 C des pakistanischen Strafgesetzbuchs wegen Schändung des Namens des Propheten Mohammed an, worauf die unter anderem die Todesstrafe oder lebenslange Haft steht.
Nach Angaben von Familienmitgliedern stritt Stephen Masih, der an einer "bipolaren Störung" leidet, mit seiner Mutter, seiner Schwester, seinem Schwager und seinen Nachbarn und benutzte Schimpfwörter, die in keiner Weise mit religiösen Themen oder religiösen Figuren zu tun hatten. Er beschimpfte eine dabei auch eine benachbarte muslimische Frau, deren Ehemann, der muslimische Geistliche Hafiz Muhammad Mudassar, Stephen, der Gotteslästerung beschuldigte und Gerüchte verbreitete, Stephen habe sich blasphemisch über den Propheten Mohammed geäußert. Nach der Anhörung am 3. Juni 2019 wurde Stephen wegen Blasphemie angeklagt und inhaftiert.
Im März 2020 kam das Punjab Institute of Mental Health am 30. Juli 2021 zu dem Schluss, dass Stephen Masih an einer "bipolaren affektiven Störung" leidet, und erklärte ihn aufgrund seiner psychischen Probleme für "verhandlungsunfähig". Das Gericht hat dies nun zur Kenntnis genommen und eine Kaution gewährt.

ASIEN/CHINA - Bischof Peter Wu Junwei ist tot: Wähernd der Pandemie hatte er sich für offene Kirchen eingesetzt

Xinjiang (Fides) – Am vergangenen 10. Mai 2022 erlag Bischof Peter Wu Junwei von der Apostolischen Präfektur Xinjiang/Yuncheng in der chinesischen Region Shanxi im Alter von 59 Jahren einem Herzinfarkt.
Der Prälat wurde am 27. Juni 1963 als Sohn einer katholischen Familie im Dorf Xiliulin in Taiyuan geboren. Er war das älteste von sechs Kindern. Einer seiner Brüder ist ebenfalls Priester, während zwei Schwestern Nonnen wurde. Im Jahr 1985 trat er in das große Priesterseminar in Shanxi ein und wurde am 9. Dezember 1990 zum Priester geweiht. Von 1991 bis 1996 war Erzbischof Wu Pfarrer in Shagou und betreute auch die Gemeinden Loufan und Gujiao; von 1996 bis 2001 war er Diözesandirektor für kirchliche Angelegenheiten und Leiter des Propädeutischen Seminars der Erzdiözese Taiyuan sowie Vizepfarrer der Kathedrale und Diözesanverwalter; von 2001 bis 2009 war er Rektor des Priesterseminars von Shanxi; seit 2009 ist er Leiter der Diözese Xinjiang/Yuncheng. Am 21. September 2010 wurde er zum Bischof geweiht und zum Apostolischen Präfekten von Xinjiang/Yuncheng ernannt. Seit Beginn seiner Amtszeit widmet er sich der Evangelisierung, der Förderung der Glaubensbildung, dem Bau neuer Kirchen und der Entwicklung der Apostolischen Präfektur entsprechend den spezifischen Bedürfnissen. In letzter Zeit, während der Pandemie, hat er sich dafür eingesetzt, dass die Kirchen geöffnet bleiben und verschiedene Gemeindeaktivitäten fortgesetzt werden.
Am 10. Mai wurde der Leichnam des Bischofs den Gläubigen in der Kathedrale von Xinjiang vorgestellt, wo am 16. Mai seine Beerdigung stattfand, gefolgt von einem Begräbnis auf dem Diözesanfriedhof in Duanjiazhuang. Bischof Wu ist den katholischen Gläubigen als einfacher, bescheidener Pfarrer in Erinnerung, der dem Herrn und der Kirche treu war und sich ganz seinem bischöflichen Amt und dem ihm anvertrauten Volk widmete.
Derzeit gibt es in der Apostolischen Präfektur 28 Priester und 15.000 Gläubige, eine Diözesankongregation mit etwa 40 Ordensschwestern, 18 Kirchen, 11 Gebetshäuser und mehrere soziale Einrichtungen.

ASIEN/IRAK - Patriach Sako: Christen sind irakische Staatsbürger und sollten nicht als “Minderheit” bezeichnet werden

Bagdad (Fides) - Irakische Christen hätten lange vor der Entstehung des Islams in Mesopotamien gelebt und mit ihrem Engagement und ihrer Kreativität entscheidend zu der ursprünglichen Zivilisation der Region beigetragen, weshalb es ist eine Beleidigung für die Menschheit sei, sie als "Ungläubige" und "Polytheisten" abzustempeln, wie dies oft in Texten und digitalen Plattformen des irakischen Bildungssystems geschehe. Darauf hat der irakische Kardinal Louis Raphael Sako in einer umfassenden Analyse hingewiesen, die sich mit den Problemen und Gegensätzen befasst, die das tägliche Leben der irakischen christlichen Gemeinschaften in der gegenwärtigen historischen Phase kennzeichnen. Dies betont Patriarchen in seinem Beitrag zur Debatte von Vertretern der anderen lokalen kirchlichen Strukturen, im Hinblick auf eine mögliche Konferenz, über die möglichen Gefahren, die das Leben der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten belasten und ihre tausendjährige Präsenz in dieser Region der Welt beeinträchtigen.
In seinem Beitrag weist der Patriarch unter anderem darauf hin, dass "seit dem Sturz des vorherigen Regimes im April 2003 ein normales politisches Leben im Irak noch existiert, da die Regierungen immer wieder versagt haben, wenn es darum geht die Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfüllen". Der Primas der chaldäischen Kirche kritisiert auch, dass die Verfassung nur den Islam als Quelle der Gesetzgebung nenne und damit die Rechtsgrundlage für politische und soziale Praktiken liefere, die unweigerlich zur Diskriminierung von Christen und Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften als "Bürger zweiter Klasse" führten. „Die Mentalität, die darauf abzielt, den Gewissen eine Religion aufzuzwingen", so Kardinal Sako, "fördert nicht den Respekt, die Koexistenz und die Toleranz".
Der Patriarch fügt hinzu, „dass heute jeder Diskurs, der zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Hass zwischen Bürgern aus Gründen des religiösen Sektierertums anstiftet, rechtlich verurteilt werden sollte". In diesem Zusammenhang kritisiert der Patriarch auch das Konzept, das die verschiedenen Glaubensgemeinschaften als getrennte "Komponenten" der irakischen Gesellschaft identifiziert, ein Konzept, das "Stammesdenken und sektiererische Identitäten nährt und nicht dazu beiträgt, einen modernen Nationalstaat aufzubauen", der auf den Grundsätzen der Staatsbürgerschaft und der Gleichberechtigung beruht. "Die Christen", so Patriarch Sako, "sind gebürtige Iraker und keine Gemeinschaft aus einem anderen Land. Sie sind das Volk dieses Landes, daher ist es nicht akzeptabel, sie als 'Minderheit' zu bezeichnen".
Kritik übt der Patriarch an den so genannten "christlichen Parteien" die von einzelnen ins Leben gerufen wurden. "Diese Parteien", schreibt Kardinal Sako, "dienen nur dazu, Nationalismen zu schüren. Infolgedessen ist es ihnen weder im Zentrum des Landes noch in den verschiedenen Regionen gelungen, eine wirkliche Rolle als Instrumente zur Förderung des Zusammenhalts zwischen den verschiedenen christlichen Gruppen zu spielen und einen gemeinsamen Namen zu finden, unter dem sie als Bündnis im Dienste des Wohls der Christen und des gesamten Landes auftreten können".

AMERIKA/KOLUMBIEN - Die Bischöfe der Region Chocó appellieren an Papst Franziskus

Vatikanstadt (Fides) - Am Samstag, den 4. Juni, berichtete Bischof Juan Carlos Barreto von Quibdó bei einem Treffen mit Papst Franziskus im Vatikan dem Papst über die humanitäre Krise und die Menschenrechtssituation in seinem Bistum und bat ihn um sein Eingreifen. Der Bischof begegnet dem Papst am Rande Audienz für die Mitgliedern des Vereins „Casa hogar Deutschland e.V.“, der sich für Mädchen und Frauen in den Konfliktregionen der Region Chocó im Westen Kolumbiens einsetzt und eine Reihe von humanitären Projekten in der Region unterstützt.
In einem Brief an den Papst, der von Bischof Barreto verlesen und gemeinsam mit ihm von den Bischöfen Mario de Jesús Álvarez Gómez, Istmina-Tadó, und Hugo Alberto Torres Marín, Apartadó, verfasst wurde wurde, heben die Bischöfe die besondere "Schönheit und den Reichtum" dieser Gebiete hervor und nennen in diesem Zusammenhang die weltweit anerkannte biologische Vielfalt, den Wald, der einen großen Teil des Gebietes bedeckt und eine "Wasser- und Sauerstoffreserve für die Menschheit" darstellt.
Die Bevölkerung der Region besteht zu 80 % aus Afroamerikanern, 14 % aus Indigenen und 6 % aus Mestizen. Die Spiritualität ist stark von der Figur des Heiligen Franziskus geprägt, dem die Kathedrale und mehrere andere Kirchen gewidmet sind, was auch ein weiterer Grund für die besondere Verbundenheit mit Papst Franziskus ist, der bei seiner Wahl den Namen des Heiligen aus Assisi als zu wählen. Quibdò, die Hauptstadt der Region Chocó, war von der Bischofskonferenz als mögliche Station der Kolumbienreise des Papstes im Jahr 2017 genannt worden.
"Inmitten so vieler Werte erlebt die Bevölkerung von Chocó eine dramatische humanitäre und menschenrechtliche Krise", heißt es in dem Schreiben der Bischöfe. „Rund 64 % der Einwohner leben in Armut, die auf die Vernachlässigung durch den Staat, die gewaltsamen Aktionen bewaffneter Gruppen, die unzureichende Umsetzung des Friedensabkommens und die Interessen verschiedener Wirtschaftsgruppen zurückzuführen sei“. „Der kolumbianische Pazifik ist, wie auch andere Regionen des Landes, zu einem Schauplatz von Krieg und Gesetzlosigkeit geworden, der das Leben von Menschen und Gemeinschaften zerstört", beklagen die Bischöfe.
"Die Menschen in der Region Chocó braucht menschenwürdige Lebensbedingungen und wir bittet um Ihr apostolisches Eingreifen", appellieren die Bischöfe an Papst Franziskus, "um zwei grundlegende Ziele zu erreichen: ein humanitäres Abkommen und eine Verhandlungslösung für den bewaffneten Konflikt. Andernfalls wird das Leid der Menschen zunehmen und viele weitere Opfer fordern. Heiliger Vater, das Departement Chocó liebt Sie und sehnt sich nach Ihrer Stimme der Hoffnung und einem Segen, der Balsam und Kraft ist, um den schwierigen Weg fortzusetzen".

EUROPA/POLEN - Jubiläumsjahr der Päpstlichen Missionswerke: Polnische Post präsentiert Briefmarken-Sonderausgabe

Tschenstochau (Fides) - Anlässlich des Jubiläums der Päpstlichen Missionswerke gab die polnische Post eine Briefmarkenserie mit den Portraits der Gründerfiguren Charles de Forbin-Janson, Jeanne Bigard und der seligen Paulina Jaricot heraus, die seit dem gestrigen Freitag, dem 3. Juni, erhältlich sind. Die drei von Agnieszka Sancewicz entworfenen Briefmarken zeigen den Gründer der Kindermissionswerke, Bischof de Forbin-Janson, die Gründerin des Apostel-Petrus-Werkes, Jeanne Bigard, und schließlich die Gründerin des Päpstlichen Werks der Glaubensverbreitung, die selige Pauline Marie Jaricot. Zusammen mit der Sonderausgabe mit rund 100.000 Briefmarken wird ergänzt durch einen Umschlag mit dem Wappen der Päpstlichen Missionswerke (POM) und einen Umschlag mit einer historischen Weltkarte.
Die Briefmarken wurden am 4. Juni in Tschenstochau im Rahmen der traditionellen Wallfahrt des Lebendigen Rosenkranzes vorgestellt. Sie sind eine Hommage an das Jubiläumsjahr der Päpstlichen Missionswerke, und insbesondere an die kürzliche Seligsprechung von Pauline Jaricot, der Gründerin des Päpstlichen Werkes für die Verbreitung des Glaubens und des Lebendigen Rosenkranzes.
"Wir hoffen, dass unsere Briefmarken die Menschen dazu anregen, die Ziele und Werte der Päpstlichen Missionswerke besser zu verstehen", sagt Vizepräsident der polnischen Post Wiesław Włodek. „und ich hoffe, dass die Ausgabe dieser Jubiläumsbriefmarken in Polen noch besser zur Föderung von Werten beiträgt, die jüngere Generationen ermutigen".
Der Präsident der Päpstlichen Missionswerke, Erzbischof Dal Toso, dankte der polnischen Post und dem Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Polen, Pfarrer Maciej Będziński, für die Unterstützung des Projekts und schloss die Präsentation der Sonderausgabe mit den Worten: "Dies ist ein Zeichen für die Aufmerksamkeit Polens gegenüber der ganzen Welt und den Missionen. Wir sind sehr dankbar für den wertwollen Beitrag, den Polen im Laufe der Jahre zur Mission geleistet hat. Dieser Beitrag ist nicht nur materieller Art, sondern es ist vor allem ein lebendiger Beitrag, mit vielen Missionaren, die heute hier sind und denjenigen, die immer noch in aller Welt tätig sind".


FIDES-NACHRICHTEN - 4.06.2022

EUROPA/ITALIEN - 150jähriges Gründungsjubiläum: Comboni-Missionsschwestern und Don-Bosco-Schwestern feiern gemeinsam

Rom (Fides) - Im Jahr 2022 feierten die Comboni-Missionsschwestern und die Don Bosco Schwestern das 150-jährige Gründungsjubiläum ihrer Kongregationen.
Ein kurzer Bericht, den die Agentur Fides von den Generalmissionen der Töchter Marias, der Helferin der Christen (FMA), erhalten hat, bringt die beiden Kongregationen zusammen, die von demselben missionarischen Charisma beseelt sind.
"Die Comboni-Missionsschwestern, die 1872 von Daniele Comboni gegründet wurden, sind ein ausschließlich missionarisches Institut für Frauen, die sich der Mission ad gentes widmen und damit der prophetischen Intuition von Comboni entsprechen, der die Notwendigkeit erkannte, Ordensschwestern in die Evangelisierungstätigkeit der Kirche zu integrieren", heißt es in einer Mitteilung zum Jubiläum. "Die Schwestern sind in Afrika, Europa, Amerika und Asien zu finden. Sie stammen aus 33 Nationen, sind in 30 Ländern auf vier Kontinenten tätig und zählen mehr als 1.200 Mitglieder".
"Das Institut der Don Bosco Schwestern", heißt es weiter, "wurde am 5. August 1872 gegründet und die Schwestern sind sind geweihte Frauen, die in Gemeinschaft leben und unter den Menschen sind und ihre radikale Liebe zu Christus in ihrem erzieherischen Dienst an den jungen Menschen, insbesondere an den Bedürftigsten, zum Ausdruck bringen. Das Institut war von Anfang an von missionarischer Leidenschaft geprägt. Nur fünf Jahre nach ihrer Gründung brach die erste Missionsexpedition nach Uruguay auf. Sie sind derzeit auf allen fünf Kontinenten vertreten".
"Was diese beiden Kongregationen gemeinsam haben, ist ihre missionarische Leidenschaft", heißt es in dem Bericht weiter. Ihre Gründer, Daniele Comboni und Don Bosco, trafen sich seit 1864 mehrmals und teilten ihre Leidenschaft für Gott und die Menschen, indem sie bis ans Ende der Welt gingen".
Während des Jubiläumsgottesdienstes, der am heute, 3. Juni, in der Lateranbasilika in Rom stattfinden wird soll auch allen anderen Kongregationen gedacht werden, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiern.

AFRIKA/NIGER - Wüstenn-Mission Dosso: "Unsere Gemeinde ist klein aber sesshaft"

Dosso (Fides) - "Ein Hauch von frischer Luft in dieser Zeit, in der sengenden Hitze und die Monotonie der Wüste unseren Horizont verzerren", so Pater Rafael Casamayor zum Besuch einer Gruppe von Seminaristen aus ganz Niger in der Mission Dosso, in der der Missionar der Gesellschaft für Afrikamissionen tätig ist.
"Sie kommen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen, einige sind Söhne von Auswanderern aus Togo oder Benin, andere stammen aus muslimischen Familien, die den Weg Jesu durch ihre Gefährten in der Nachbarschaft entdeckt haben, und alle kommen aus sehr bescheidenen Familien, die ihre Berufung begrüßen und unterstützt haben. Mit ihrem einfachen und brüderlichen Zeugnis haben sie unserer Gemeinschaft viel Freude bereitet", fügte Pater Rafael hinzu.
"Wir gingen mit ihnen auf den Markt, in das Handwerkszentrum und in die katholische Schule mit dem Schwesternhaus. Am Abend gab es dann ein Treffen mit den Jugendlichen der Gemeinde mit einer Gebetswache und einem geselligen Beisammensein, bei dem die jungen Leute von ihrer Berufung, den Gründen, Bildern oder Träumen erzählten, die sie ins Priesterseminar geführt haben."
Viele von ihnen erzählten sehr einfache und anschauliche Dinge. "Schwester Anunciata erzählte uns zunächst von ihrer Berufung in Burundi, dem Leben der Nonnen, denen sie in jungen Jahren begegnete, und der Anziehungskraft, die sie auf sie ausübten", so der Missionar. "Meine Klassenkameraden nannten mich 'die Nonne'", so die Ordensschwester weiter, „und das gefiel mir anfangs überhaupt nicht, aber schließlich ging ich mit ihnen". "Ich war beeindruckt von der Gelassenheit, mit der der Pfarrer unserer Gemeinde zu uns sprach", fasste ein Seminarist später seine Berufung zusammen, "er wurde nicht müde und empfing die Jungen, die ihn aufsuchten, mit großer Zuneigung".
"Nach dem Schlussgebet", erklärt Pater Rafael, "begannen die Tänze und die Rhythmen der Trommeln und Maracas, was, wie ich bereits gelernt habe, die beste und spontanste Art ist, Gott zu loben und zu danken, und einen besonderen Duft neuer Horizonte hinterlässt, der auf dieser flachen Erde noch immer spürbar ist und dazu neigt, in den Himmel aufzusteigen."
"Niger ist ein weitgehend menschenleeres muslimisches Land, in dem die Kirche nur 1 % der Bevölkerung ausmacht", so der Missionar von der Gesellschaft für die Afrikamissionen, "eine kleine, aber trotz aller Schwierigkeiten lebendige Gemeinschaft, die von diesen jungen Menschen sehr gut repräsentiert wird, auch wenn sie sich dessen nicht bewusst sind. Dosso ist eine Mission in der Hauptstadt einer Provinz, die von Mitgliedern des Volkes der Djerma-Songhay bewohnt wird, Erben eines großen Reiches und einer soliden und antiken Kultur; die Gemeinde ist klein und von unterschiedlicher Herkunft, aber bereits sesshaft und feiert nun ihr vierzigjähriges Bestehen."

AFRIKA/UGANDA - Tag der ugandischen Märtyrer: Pilger feiern erstmals wieder vor Ort

Kampala (Fides) - "Wir sind nicht allein. Der Herr ist mit uns. Er war bei den Märtyrern und hat sie in ihrer Bedrängnis unterstützt", so Bischof Robert Kisaija Muhiirwa von Fort Portal, während der Messe zum Gedenken an die ugandischen Märtyrer, die heute, am heutigen 3. Juni, im Heiligtum von Namugongo gefeiert wurde.
Bischof Muhiirwa wies auf die Herausforderungen und Schwierigkeiten hin, mit denen die Menschen in Uganda in ihrem täglichen Leben konfrontiert sind und ermutigte die Gläubigen, ihren Glauben zu vertiefen, indem er sie daran erinnerte, dass "unser Leben hier auf der Erde nur von kurzer Dauer ist. Sie ist vergänglich. Wir müssen unsere Liebe und unseren Glauben an den Herrn vertiefen", damit "wir die Herausforderungen mit seiner Hilfe überwinden können".
Anhand des Beispiels der ugandischen Märtyrer ermutigte der Bischof von Fort Portal die Gläubigen, der Lehre des Evangeliums treu zu bleiben und alle Formen der Hexerei abzulehnen. "Lasst uns von den Märtyrern lernen. Wenden wir uns von allen Formen der Hexerei ab", betonte er.
Bischof Muhiirwa leitet eine Delegation von mehr als 2.000 Pilgern aus seiner Diözese, in der dieses Jahr die Hauptfeiern der Feierlichkeiten für die ugandischen Märtyrer stattfinden. Unter den Pilgern, die dieses Jahr wieder vor Ort feiern konnten, war die Delegation der Diözese Fort Portal zusammen Tausenden von Pilgern aus ganz Uganda und anderen afrikanischen Ländern (Sudan, Demokratische Republik Kongo, Tansania).
 

ASIEN/SÜDKOREA -Erzbischof von Seoul kündigt "Signis"-Weltkongress an: „Medienarbeit ist eine Mission"

Seoul (Fides) – Medienarbeit sei eine Mission und die Verkündigung des Evangeliums eine Form der Kommunikation, die im heutigen kulturellen Kontext auch über die Massenmedien und die sozialen Medien erfolgen müsse. Dies erklärte Erzbischof Peter Chung Soon-taick von Seoul bei einem Gottesdienst, in dessen Rahmen er den "SIGNIS-Weltkongress 2022" angekündigte, der vom 15. bis 19. August in Seoul stattfinden soll.
"Die Medien sind ein kostbares Geschenk Gottes", so der Erzbischof weiter, „und ich glaube, dass alle Medienschaffenden Menschen sind, die von Gott für besondere Zwecke berufen wurden... Ich hoffe, dass alle Ihr Bestes geben werden, damit die Medien unsere Gesellschaft in Richtung „evangelische Werte" führen können".
Der Erzbischof erinnerte an die besondere Aufmerksamkeit der Erzdiözese Seoul für die Medienarbeit mit der Einrichtung des Kommunikationsausschusses im Oktober 2017. Die Initiative wurde von Kardinal Andrew Yeom Soo-jung, dem emeritierten Erzbischof von Seoul, ins Leben gerufen, der das Evangelium durch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kommunikationskanälen innerhalb der Erzdiözese koordinieren und ausbauen wollte.
Unterdessen haben sich die Medienverbände "The Catholic Journalists Council of Korea", "Korea Catholic Journalists and Publishers Association" und "Signis Korea" zu einer neuen Organisation namens "Korea Catholic Communicators Association - SIGNIS Korea" zusammengeschlossen.
Der alle vier Jahre stattfindende SIGNIS-Weltkongress wird vom 15. bis 19. August 2022 an der Sogang-Universität in Seoul unter dem Thema "Frieden in der digitalen Welt" stattfinden. Auf dem Programm stehen Sonderveranstaltungen: das "Weltjournalistenforum" und das "Internationale Jugendforum". Das Treffen findet vor Ort mit Anwesenheit der Delegierten statt, wird aber weltweit live über YouTube und gleichzeitig im Cyberspace auf der Metaverso-Plattform übertragen.
SIGNIS ist eine vom Heiligen Stuhl anerkannte Organisation katholischer Journalisten und Publizisten aus der ganzen Welt, der weltweit über 100 Organisationen angehören.

ASIEN/LIBANON - Seligsprechung: Die Kapuzinerpatres Leonard Melki und Thomas Saleh starben als Märtyrer

Beirut (Fides) - Der Termin findet am morgigen Samstag, den 4. Juni findet im Kloster der Franziskanerinnen vom Kreuz in Jal el-Dib die Seligsprechung der beiden libanesischen Märtyrer Leonard Melki und Thomas Saleh statt. Es handelt sich um zwei Priester des Kapuzinerordens, die aus Hass auf den Glauben in der Türkei, während der Zeit der systematische Ausrottung der Armenier und anderer Christen ab 1915 auf der anatolischen Halbinsel getötet wurden.
Der Feier zur Seligsprechung der beiden Märtyrer, der Kardinal Marcello Semeraro, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, vorstehen wird, ging eine Woche mit Begegnungen, Gebetswachen, Prozessionen und Konzerten voraus, die im ganzen Land organisiert wurden, um mit dem gesamten libanesischen Volk in dieser schwierigen Phase seiner Geschichte die aufrichtige Dankbarkeit der lokalen christlichen Gemeinschaften für den Schatz des Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe zu teilen.
„Ihr Märtyrertod", so der katholische Apostolischer Vikar von Beirut, Bischof César Essayan in einem Interview mit Noursat TV, "liegt mehr als hundert Jahre zurück... Vielleicht könnte jemand sagen: Was hat das mit uns zu tun? Aber wir interessieren uns auch für ihre Taten der Nächstenliebe... Auch heute sind wir aufgerufen, das Wirken des Heiligen Geistes in diesen Taten der Nächstenliebe zu erkennen... Die Nächstenliebe zeigt sich darin, sich für andere aufzuopfern, und das ist kein menschlicher Dienst, sondern kommt vom Heiligen Geist. Heute feiern wir nicht zwei tote Brüder, sondern zwei in Christus auferstandene Brüder, die uns den Weg zur Heiligkeit zeigen".
Der Diener Gottes Leonard (Geburtsnahme: Youssef Houais) Melki wurde 1881 in dem libanesischen Dorf Baabdath (Region Metn) als siebtes von elf Kindern geboren. Vom das Zeugnis der Kapuzinerbrüder fasziniert, trat er in ihren Orden ein und stellte sich für Mission außerhalb seines Heimatlandes zur Verfügung. Er schloss seine philosophischen und theologischen Studien im Kloster von Bugià bei Izmir ab, legte am 2. Juli 1903 die feierlichen Gelübde ab und wurde am 4. Dezember 1904 zum Priester geweiht. Pater Leonard übte sein missionarisches in den Städten Mardin, Mamuret-ul-Aziz und Urfa aus. Im Dezember 1914 begannen Gewaltakte und Ausweisungsbefehle gegen die Missionare in Mardin. Um seinen über achtzig Jahre alten Mitbruder nicht allein zu lassen, beschloss Pater Leonard, das Kloster nicht zu verlassen, und wurde am 5. Juni 1915 verhaftet. Nach tagelanger Folter wurde er zusammen mit 416 anderen Männern, darunter der bereits selig gesprochene armenisch-katholische Erzbischof Ignace Maloyan von Mardin, in Richtung Diyarbakir deportiert. Die Deportierten wurden unterwegs ermordet, ihre Leichen wurden in Brunnen und Höhlen geworfen.
Der Diener Gottes Thomas (geb. Géries) Saleh wurde ebenfalls im Mai 1879 in dem libanesischen Dorf Baabdat als fünftes von sechs Kindern geboren. Thomas teilte den gleichen beruflichen und missionarischen Weg wie sein Mitbruder Leonard Melki. Die Priesterweihe erhielt er 1904. Sein missionarisches Leben auf der anatolischen Halbinsel spielte sich hauptsächlich in den Städten Mardin, Kharput und Diyarbakir ab. Im Dezember 1914 wurde er zusammen mit einem seiner Mitbrüder und einigen Schwestern aus dem Kloster Diyarbakir vertrieben und suchte Zuflucht im Kloster Urfa. Anfang 1917 wurde er zusammen mit seinen Mitbrüdern unter dem Vorwurf verhaftet, einen armenischen Priester im Kloster versteckt zu haben und eine Waffe zu besitzen. Er wurde von einem Ort zum anderen deportiert, erkrankte an Typhus und starb an den Strapazen und Misshandlungen in Marasch, wahrscheinlich am 18. Januar 1917.
Am 27. Oktober 2020 bestätigte Papst Franziskus das Dekret über "das Martyrium der Diener Gottes Leonard Melki und Thomas Saleh, Priester des Ordens der Minderbrüder der Kapuziner, die 1915 und 1917 in der Türkei aus Hass gegen den Glauben getötet wurden".

AMERIKA/CHILE - Pfingstbotschaft an junge Katholiken: "Die heutige Welt braucht euch"

Santiago (Fides) - Die bischöfliche Kommission für Jugendarbeit veröffentlicht zu Pfingsten eine Botschaft an die chilenische Jugend, die sich landesweit alljährlich am Vorabend des Feiertags zu einer die Vigil versammelt, um den Heiligen Geist anzurufen.
"Diese Zeit, in der wir leben, braucht euch und die Gaben, die Gott in euch angelegt hat", heißt es in der Botschaft, die dazu einlädt, die Hoffnung und Liebe des auferstandenen Christus zu teilen. "Euer Land braucht es ... eure Altersgenossen brauchen es ... und schließlich braucht es eure Kirche, indem sie den synodalen Prozessen zuhört und auch die Ermutigung und Wachsamkeit hat, sie in konkrete Innovationen umzusetzen."
Die Botschaft erinnert an das Pfingstereignis, als die im Abendmahlssaal versammelten Apostel erfüllt mit dem Heiligen Geistes auszogen, um den Völkern das Evangelium zu verkünden, und lädt die Jugendlichen ein, sich zu fragen, wie sie das Evangelium in der heutigen Zeit leben können, indem sie sich nicht nur auf sich selbst konzentrieren.
Die Botschaft räumt ein, dass es für junge Menschen nicht einfach sei, den Glauben zu teilen, und dass viel dafür heute kritisiert werden, wenn sie sich zu ihrem katholischen Glauben bekennen. Doch "Pfingsten bedeutet, zusammenzukommen, um die gute Nachricht im Kontext, in den Sprachen und unter den Umständen der anderen zu verkünden. Verschiedene Sprachen können heute nicht nur Redewendungen sein, sondern eine Geste der Freundschaft, ein Lächeln, eine Umarmung, eine Ermutigung und vieles mehr".
Pfingsten ist auch eine Zeit, in der man sich darauf vorbereiten, Gottes Gegenwart zu empfangen und ihn in der Welt, im eigenen Land, in der Natur und in den persönlichen und gemeinschaftlichen Prozessen zu betrachten. "Als große chilenische kirchliche Gemeinschaft, mit unseren Unzulänglichkeiten, unserem Schmerz und unserem Mut zur Wiedergutmachung, wollen wir ein Zeichen der Liebe, der Fürsorge und der Hingabe sein und bitten den Heiligen Geist, in unseren Unterscheidungsprozessen, in unserem Zuhören und in unserem Dialog gegenwärtig zu sein und ihn so in der Synodalität zu praktizieren".

AMERIKA/COSTA RICA - Aktionswoche zum Weltfamilientreffen: Bischöfe laden zur "Woche der Familien" ein

San Jose (Fides) - Die Bischofskonferenz von Costa Rica lädt in Abstimmung mit der bischöflichen Kommission für Familienpastoral vom 19. bis 26. Juni zur "Woche der Familien" ein. Im Rahmen der Aktionswoche sollen auf nationaler, diözesaner und gemeindlicher Ebene Aktivitäten statfinden, die sich an den Leitlinien des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben orientieren.
Wie die Bischöfe in ihrer Botschaft an Priester, Ordensleute und Laien in Costa Rica in Erinnerung rufen, wird das 10. Welttreffen der Familien vom 22. bis 26. Juni in Rom stattfinden. "Aufgrund der außergewöhnlichen Umstände, die durch die Pandemie verursacht wurden", heißt es weiter, "hat Paspst Franziskus darum gebeten, dass das Treffen in Kirchenprovinzen oder Diözese in aller Welt abgehalten wird, um die größtmögliche Anzahl von Familien auf der ganzen Welt einzubeziehen".
Dem Aufruf von Papst Franziskus folgend, haben die Bischöfe ein Programm für die Aktionswoche ausgearbeitet, die in allen Pfarrei am Sonntag, 19. Juni, dem Hochfest des Leibes und Blutes des Herrn, eröffnet wird. Die Priester des Landes sind eingeladen, die Verbindung zwischen Eucharistie, Ehe und Familie zu verdeutlichen und für den Erfolg des Welttreffens zu beten. "Wenn möglich, werden bei der Fronleichnamsprozession die Altäre, die traditionell auf dem Weg aufgestellt werden, auch genutzt, um für die verschiedenen Anliegen der Familien in der heutigen Zeit zu beten. In den folgenden Tagen finden drei Veranstaltungen auf nationaler Ebene über die Plattform Zoom und zwei weitere Feiern in den Pfarreien statt (Rosenkranz der Ehegatten, Anbetungsstunde für Familien). Am Samstag, den 25. Mai, organisiert jede Diözese ein Treffen und Initiativen, an dem so viele Familien wie möglich teilnehmen sollen, wie z. B. eine Wanderung, ein geselliges Beisammensein, ein Konzert für Familien usw. Am Sonntag, dem 26. Juni, wird die Woche mit einem Schlussgottesdienst und der Aussendung der Familien durch den Bischof der jeweiligen Diözese in seiner Kathedrale enden.

AFRIKA/GHANA - Bischof von Yendi zurückgetreten und Nachfolger ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den von Bischof Vincent Sowah Boi-Nai, S.V.D., von Yendi (Ghana), eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Generalvikar der Erzdiözese Tamale, Matthew Yitiereh, zu seinem Nachfolger ernannt.
Bischof Matthew Yitiereh wurde am 1. Januar 1961 in der Upper West Region in der Diözese Wa geboren. Er besuchte das „St. Francis Xavier Minor Seminary" in Wa und das „St. Hubert Seminary Senior High" in Kumasi und sowie das „St. Victor's Major Seminary" in Tamale. Am 22. Juli 1995 wurde er zum Priester geweiht und in die Erzdiözese Tamale inkardiniert.
Danach hatte er die folgenden Ämter inne: Pfarrer der Holy Spirit-Gemeinde in Chamba (1995-1997) und der Saints Peter and Paul-Gemeinde (1998-2003); Jugendbeauftragter der Erzdiözese (1998-2003); Studium für den Master of Theology mit Spezialisierung in Pastoralliturgie in Irland (2002-2004); Studium für den Master of Diocesan Celebrations und Vorsitzender des Verwaltungsrats des „Tamale Institute of Cross-Cultural Studies" (2004); Administrator der Kathedrale der Verkündigung in Tamale (2004-2015); seit 2015 Präsident der Priestervereinigung der Erzdiözese Tamale und seit 2016 Generalvikar der Erzdiözese Pfarrer der Blessed Sacrament Church.


Türkische Aggression in Nordsyrien: Ankara droht, die Nato schweigt

 

  • Bundesregierung muss türkische Kriegsdrohungen gegen Minderheiten in Nordsyrien verurteilen
  • Nato-Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands darf nicht von Unterstützung für Erdogans Krieg gegen das kurdische Volk abhängen 
  • Angriffe auf 17 nordsyrische Dörfer allein im Mai, mit mehr als 500 Raketen und Artilleriegeschossen

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert die deutsche Bundesregierung auf, türkische Kriegsdrohungen gegen die kurdischen, aber auch christlichen und yezidischen Volksgruppen in Nordsyrien unmissverständlich zu verurteilen. „Präsident Erdogan muss seinen Bündnisverpflichtungen in der Nato nachkommen, ohne dafür mit schweigender Zustimmung zu militärischen Abenteuern belohnt zu werden. Das tun Deutschland und die Nato seit 1952“, erinnert Dr. Kamal Sido, Nahostexperte der GfbV. „Nun muss sich die Türkei klar gegen Putins Aggression in der Ukraine positionieren, ohne dafür wie auf einem Basar Gegenleistungen zu verlangen. Die Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands in der Nato darf nicht von weiterer Unterstützung für Erdogans Krieg gegen das kurdische Volk abhängen.“ Werte wie Freiheit, Menschen- und Minderheiten- sowie Frauenrechte seien ein nicht verhandelbarer Bestandteil der europäischen Friedens- und Sicherheitsordnung. Autokraten wie Putin oder Erdogan dürften Sicherheit nicht gegen Freiheit und Menschenrechte ausspielen. 

„Menschenleben zählen – in der Ukraine, in Syrien, Kurdistan und überall auf der Welt. Das Entsetzen über Putins Krieg gegen die benachbarte Ukraine ist groß. Doch auch die todbringenden Angriffe der türkischen Armee auf wehrlose Zivilisten in kurdischen Gebieten Syriens und des Irak müssen unzweideutig verurteilt werden“, fordert Sido. „Auch dort sterben ständig Menschen, herrschen Unsicherheit und Angst: Türkische Kampfdrohnen bombardieren Autos, Dörfer, Bushaltestellen. Es kann jeden treffen – Kinder auf dem Weg zur Schule, Bauern auf ihren Feldern, eine Hochzeitsgesellschaft oder eine Trauergemeinschaft.“ Fast täglich erreichen die GfbV neue Schreckensmeldungen. Ethnische und religiöse Minderheiten werden nicht nur vom sogenannten „Islamischen Staat“ bedroht, sie müssen tagtäglich Angriffe der türkischen Luftwaffe fürchten. Dagegen müsse es Widerspruch geben: „Die Türkei macht als Nato-Mitglied keinen Hehl aus ihren Plänen, einen breiten Streifen des Nachbarlandes kurdenfrei zu machen und zu annektieren. Das darf nicht sein! Das Völkerrecht muss auch für die kurdische und andere Volksgruppen gelten“, so Sido. 

 

Seit Tagen werden die einst nur von assyrischen Christen bewohnten Dörfer in Tall Tamer im Nordosten Syriens von der türkischen Armee und ihren syrischen islamistischen Söldnern angegriffen. Im vergangen Mai wurden dort insgesamt 17 Dörfer Ziel türkischer Angriffe. Mindestens 500 Raketen und Artilleriegeschosse schlugen ein. Ein normales Leben dort ist nicht mehr möglich. Sowohl christliche Kirchen als auch muslimische Moscheen greift die Türkei in Nordsyrien an. Die türkische Armee und ihre Söldner attackieren täglich auch Dörfer im Norden von Aleppo, wo kurdische, christliche, alevitische und yezidische Vertriebene aus Afrin Zuflucht gefunden haben. Der türkische Präsident hatte vor laufender Kamera angekündigt, entlang der etwa 900 Kilometer langen türkisch-syrischen Grenze eine 30 Kilometer tiefe „Sicherheitszone“ einzurichten. Große Teile dieses Gebietes hält die Türkei bereits besetzt. Die Minderheiten, die dort ursprünglich lebten, wurden vertrieben.


FIDES-NACHRICHTEN - 1.06.2022

EUROPA/RUSSLAND - Beten für den Frieden: Katholiken schließen sich dem Rosenkranzgebet mit Papst Franziskus an

Moskau (Fides) - "Wenn Gott in unserer Mitte ist, dann können wir auf verschiedene Schwierigkeiten und widrige Umstände stoßen, aber wir verlieren nicht das, was am wichtigsten ist. Und was am meisten zählt, ist die Beziehung zu Gott: jene Bindungen zu Gott, die bereits auf dieser Erde beginnen und im Himmel ihre Erfüllung finden", so Erzbischof Paolo Pezzi von der Diözese der Mutter Gottes in Moskau, in der Predigt am Fest Mariä Heimsuchung. "Es wird die Zeit kommen", fuhr der Erzbischof fort, "in der wir keine Prüfungen mehr zu bestehen haben; aber noch wichtiger als das Lösen von Problemen ist im Laufe unseres irdischen Lebens die Wahrnehmung der Gemeinschaft, der Nähe des Herrgotts, der Nähe Jesu. Wäre Gott Mensch geworden, für unser Heil gestorben, auferstanden, in den Himmel aufgefahren, aber nicht mehr in unserer Nähe geblieben, wäre das ein Ärgernis gewesen, weil in uns eine enttäuschte Hoffnung entstanden wäre. Und wie erfüllt Jesus sein Versprechen? Indem er uns den Heiligen Geist schenkt, der eben der Begleiter Jesu ist, sein Führer. Deshalb ist das Magnifikat der Jungfrau Maria die Verherrlichung unseres Menschseins: Es bedeutet, dass unser Leben auf der Erde dazu bestimmt ist, den Anfang der Herrlichkeit darzustellen, an der wir in der Ewigkeit teilhaben werden".
Am Ende des Gottesdienste lud der Erzbischof die Gläubigen ein, in Stille und Besinnung auf den Beginn der Live-Schaltung zum Rosenkranzgebet mit Papst Franziskus zu warten und schließlich den Rosenkranz zu beten und um das Geschenk des Friedens in der Ukraine und in allen Teilen der Welt, in denen es Konflikte gibt, zu bitten. Zur Übertragung des Rosenkrangebets aus Rom war in der Kathedrale eine riesige Leinwand aufgestellt, auf der die versammelten Gläubigen die von Vatican News ausgestrahlten Bilder verfolgen konnten, wobei der Rosenkranz simultan ins Russische übersetzt wurde. Mehr als hundert Katholiken, darunter Jugendliche, ältere Menschen und Familien, verfolgten die Live-Übertragung und beteten in einer Atmosphäre tiefer Andacht und Besinnung.
Die Erzdiözese der Mutter Gottes, die seit 2007 von Bischof Pezzi geleitet wird, erstreckt sich über ein Gebiet von 2.629.000 Quadratkilometern und umfasst rund einhundert Pfarrgemeinden. Die Kirchenprovinz der katholischen Kirche in Russland besteht neben der Erzdiözese aus drei weiteren Suffragan-Bistümern: der Diözese St. Clemens in Saratow, der Diözese St. Josef in Irkutsk und der Diözese der Verklärung in Nowosibirsk. Da die Katholiken in der Russischen Föderation weniger als 1 % der Gesamtbevölkerung ausmachen, handelt es sich zumeist um kleine oder sehr kleine Gemeinden, in denen die Anwesenheit eines Priesters im Laufe des Jahres manchmal selten ist. Aus der Hauptstadt gibt es keine genauen Angaben über die Zahl der Katholiken, da der Begriff "Pfarrei" nicht nur territorial ist, sondern auch mit den verschiedenen Gemeinschaften (religiöse Institute, kirchliche Bewegungen, Gruppen, die sich nach Nationalität zusammenfinden usw.) zusammenhängt, bei deren Mitgliedern es sich oft um Ausländer handelt, die für eine mehr oder weniger kurze Zeit in Russland bleiben. Darüber hinaus ist aufgrund der Schwierigkeiten, die durch den jüngsten Konflikt entstanden sind, in letzter Zeit ein nicht unerheblicher Rückgang der Präsenz von Katholiken ohne russische Staatsangehörigkeit zu verzeichnen. Nach Angaben der Pfarrei der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria, deren Pfarrkirche auch katholische Kathedrale von Moskau ist, haben in diesem Jahr etwa fünfzig russische Staatsbürger beantragt, der katholischen Kirche beizutreten.

EUROPA/POLEN - Flüchtlingshilfe: Kirchliche Einrichtungen arbeiten oft im Stillen

Warschau (Fides) - In Polen und der Ukraine gibt es viele religiöse Einrichtungen, die Hilfe und Trost spenden. Viele von ihnen leisten im Verborgenen und im Stillen eine Arbeit, die in dieser schwierigen Zeit extrem wichtig ist.
"In meiner Eigenschaft als Leiter der Päpstlichen Missionswerke habe ich die Hilfsmittel der US-amerikanischen Päpstlichen Missionswerke hier vor Ort koordiniert“, so Pfarrer Maciej Będziński, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Polen gegenüber Fides, „Im vergangenen April hatte der US-amerikanische Nationaldirektor, Prälat Harrington, Polen und die Ukraine besucht. Ich habe versucht, Einrichtungen und Gemeinschaften zu bevorzugen, die im Geiste der evangelischen Stille arbeiten".
Im Rahmen der Hilfsprogramme wurde ein humanitärer Transport von Hilfsmitteln in die ukrainische Stadt Rowne organisiert, wo die Schwestern um Nahrungsmittel und medizinische Hilfe sowie um ein Auto gebeten hatten, um in den kleinsten und entlegensten Orten Hilfe leisten zu können. Auch das Klausurkloster der Karmelitinnen-Klausur in Częstochowa, nahm Flüchtlinge aus den Gemeinschaften in der Ukraine auf und bot ihnen Unterkunft und das Nötige zum Leben. Diese geflüchteten Ordensfrauen des kontemplativen Ordens setzen heute ihre Gebete in Polen fort.
Die Benediktinerinnen des Klosters Staniątki, die 75 Menschen in ihrem Kloster aufgenommen haben, darunter vor allem Mütter mit ihren Kindern auf und viele andere Ordensgemeinschaften nahmen von Anfang an der Grenze Geflüchtete auf oder bieten Ordensleuten, die flüchten mussten Unterkunft in ihren Häusern an. Nicht zuletzt das Priesterseminar der Diözese in Radom, in dem sich heute neben 36 Seminaristen auch 52 Flüchtlinge aufhalten.
"Nach einem Telefongespräch mit dem ukrainischen Bischof Radosław Zmitrowicz beschlossen wir, dass ein Großteil unserer Hilfe dorthin fließen sollte", sagt Pater Będziński weiter, "Der Bischof beschrieb uns eine Situation der Verzweiflung, des Todes und der ständigen Ungewissheit und erklärte uns, dass die Kirche in diesem Zusammenhang versucht, die Wunden des Krieges zu heilen, die materiellen, physischen und emotionalen, die psychischen und natürlich auch die tieferen, die geistigen. Es gibt auch Pläne für den Bau eines Zentrums, das nach dem Heiligen Johannes Paul II. benannt ist und in dem ein Teil der Räumlichkeiten von einem Rehabilitationszentrum genutzt werden soll, das sich der Heilung von Nachkriegsverletzungen widmet".

EUROPA/UNGARN - Salesianer Don Boscos: Flüchtlingshilfe ist wesentlicher Bestandteil der alltäglichen Arbeit

Kazincbarcika (Fides) – In der Stadt Kazincbarcika in Nordungarn befinden sich eine Pfarrei, ein Salesianerhaus, zwei Schulen, ein Wohnheim in Trägerschaft der Salesianer Don Boscos, die dort auch verschiedene andere apostolische Initiativen betreiben, mit denen sie sich vor allem um Jugendlichen aus armen Verhältnissen und eine nomadische Minderheit kümmern. Dieser Einrichtungen der der Salesianer Don Boscos befinden sich in der Nähe der Grenze zur Ukraine, weshalb dort seit Ende Februar Kriegsflüchtlinge ankommen. Inzwischen ist die Aufnahme von Flüchtlingen ein fester Bestandteil des täglichen Lebens im Haus der Salesianer von Don Bosco in Kazincbarcika und im Internat der "Don Bosco"-Schule geworden.
„Als die ukrainischen Flüchtlinge in großer Zahl in Ungarn einzutreffen begannen", berichtet die Nachrichtenagentur der Salesianer Don Boscos (ANS), "schlug Pater Béla Ábrahám, der Leiter des Hauses Kazincbarcika, vor, die Arbeit der Salesianer Don Boscos als ein von den zuständigen Behörden offiziell anerkanntes Schutz- und Aufnahmezentrum zu registrieren. So begannen die Salesianer Don Boscos, Vorräte und andere Materialien wie Haushaltsgeräte zu sammeln, um die Unterkünfte für die Flüchtlinge vorzubereiten, die in der ersten Aprilhälfte ankamen“.
"Von Anfang an hat die Pfarrei die Aufgabe übernommen, sie jeden Tag mit warmen Mahlzeiten zu versorgen", so Pater Geza Nadudvari, Sekretär der Ordensprovinz Ungarn. „Zumächst kamen fünf Familien - bestehend aus Frauen und Kindern - nach Ungarn, um zu ihren Ehemännern zu ziehen, die etwa ein Jahr vor Ausbruch des Krieges in das Land ausgewandert waren. Zwei Wochen später folgte die zweite Flüchtlingswelle: Drei ukrainische Mütter mit je zwei Kindern konnten im Internat der Don-Bosco-Schule untergebracht werden: Derzeit sind die untergebrachten Schüler im ersten Stock untergebracht, während der zweite und dritte Stock für die Flüchtlinge vorbehalten ist“.
„Glücklicherweise haben sich viele Menschen und Organisationen guten Willens zusammengetan, um diesen Flüchtlingen zu helfen: Einige stellen Lebensmittel, Süßigkeiten, Kleidung oder Spielzeug zur Verfügung, andere bieten ihre Zeit und ihr Fachwissen an, helfen bei bürokratischen Verfahren oder leisten medizinische oder psychologische Hilfe“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Die meisten der von den Salesianern Don Boscos aufgenommenen Flüchtlinge freuen sich darauf, in die Ukraine zurückkehren zu können, um ihr Leben wieder aufzunehmen, aber diejenigen, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können - denn es gibt fast nirgendwo einen Ort, an den sie zurückkehren können -, müssen in Ungarn ein neues Leben beginnen“. "Die Salesianische Familie in Ungarn wird weiterhin jede erdenkliche Unterstützung anbieten, um ihnen bei der Integration in unsere Gesellschaft zu helfen und ihnen ein neues, gastfreundliches Zuhause zu bieten", fügt Pater Nadudvari hinzu.

AFRIKA/D.R. KONGO - Im Vorfeld des Papstbesuchs fordern die Bischöfe ein Ende der Konflikte

Kinshasa (Fides) - "Der Alptraum des Krieges hat zu lange gedauert. Wir bitten die Kriegsparteien, zur Vernunft zurückzukehren", fordern die Bischöfe der kongolesischen Bischofskonferenz in einer gemeinsamen Erklärung, in der sie ihre Besorgnis über "die Verschlechterung der Sicherheitsbedingungen in der Provinz Nord-Kivu (im Osten der Demokratischen Republik Kongo)" zum Ausdruck bringen. Insbesondere erinnern sie an anhaltende Konflikte in den Gebieten von Rutshuru und Nyiragongo, als Folge der verstärkten Kämpfe zwischen der FARDC (kongolesische Streitkräfte) und denRebellen der M23-Bewegung, die auf beiden Seiten viele Menschenleben fordern.
Die M23-Bewegung ist eine Rebellengruppe, die 2021 die Kampfhandlungen wieder aufgenommen hat, nachdem sie im Dezember 2013 die Waffen niedergelegt hatte. Die erneute Offensive der M23-Kämpfer führt zu Spannungen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda, da die Regierung in Kinshasa, dem Nachbarland vorwirft, die kongolesischen Rebellen zu unterstützen. Kigali wiederum beschuldigt die DRK, die Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas (FDLRDLR), eine ruandische Rebellengruppe in Nord-Kivu, zu unterstützen. Die Spannungen zwischen den beiden Ländern nahmen zu, als die ruandische Regierung die Entführung von zwei Soldaten durch die FDLR anprangerte und Kinshasa beschuldigte, an der Entführung beteiligt zu sein. Dank der Vermittlung Angolas wurden die beiden Soldaten, die offenbar von der regulären kongolesischen Armee gefangen genommen worden waren, freigelassen.
In der Mitteilung hebt die Bischofskonferenz hervor wie die Instabilität in Nord-Kivu die regionalen Spannungen verschärft, und erklärt, sie sei "erstaunt, dass die Kämpfe nur wenige Wochen nach den Treffen in Nairobi stattfinden, bei denen sich die Staatschefs der Region der Großen Seen und die bewaffneten Gruppen verpflichtet haben, ihre Bemühungen um die Schaffung von Frieden im Osten der Demokratischen Republik Kongo zu vereinen".
"Die Menschen in der Region der Großen Seen streben nach einem dauerhaften Frieden durch eine verbesserte Zusammenarbeit, von der auch künftige Generationen profitieren können", so die Bischöfe. "Umso mehr", fügen sie hinzu, "als sich das kongolesische Volk darauf vorbereitet im kommenden Juli den Heiligen Vater, Papst Franziskus, zu begrüßen, der als Architekt des Friedens und als Apostel der Versöhnung kommt. Es ist weder richtig noch ehrenhaft, diesem Volk diesen Moment des Glücks zu verwehren, der ein Segen für die gesamte Demokratische Republik Kongo sein wird", schließen sie.

AFRIKA/SOMALIA - Bischof Bertin zur Wahl des neuen Präsidenten: „Neue Regierung verdient eine Chance“

Mogadischu (Fides) - Die Wahl von Hassan Sceikh Mahamud, ehemaliger Präsident und Gründer einer Privatuniversität, wurde von internationalen und regionalen Führungskräften begrüßt und hat bereits für erste Veränderungen und neue Hoffnung am Horn von Afrika gesorgt (vgl. Fides 20/5/2022).
Über den möglichen neuen Kurs in Somalia sprach Fides mit Bischof Giorgio Bertin von Dschibuti, der auch Apostolischer Administrator von Mogadischu ist.
Herr Bischof, ist mit der Wahl von Hassan Sceikh Mahamud bereits von einem neuen Kurs in Somalia die Rede?
Es ist schwierig, von einem neuen Kurs in Somalia zu sprechen: Ich habe in diesem Land schon verschiedene "neue Kurse" gesehen. Mit der Wahl eines neuen Präsidenten keimt immer wieder die Hoffnung auf, die ich dann im Laufe der Jahre auch wieder schwinden sah, und das war auch bei der Wahl von Mohamed Abdullahi Mohamed Farmajo der Fall. Wir hatten viel Hoffnung, die dann aber leider schwand. Ich betrachte die Ergebnisse dieser Wahlen mit großer Vorsicht und stelle mich und meine Gläubigen auf die Seite derer, die hoffen, und nicht derer, die verzweifeln und die Hoffnung aufgeben: Wir müssen der neuen Regierung, die im Entstehen begriffen ist, immer eine Chance geben, aber unter Berücksichtigung der Hindernisse wie Clan-Strukturen, internationale Akteure, die Einfluss nehmen.
Wie erleben Sie aktuelle Zeit der großen Trockenheit?
In Dschibuti ist die Dürre in gewissem Maße endemisch, während die Situation in Somalia auch deshalb dramatisch ist, weil es keine staatlichen Institutionen gibt, die das gesamte Gebiet verwalten können. Außerdem sind die al-Shabāb, die keine Normalisierung in Somalia wollen, in ländlichen Gebieten aktiv. Doch in diesem Land gibt es nicht nur eine Naturkatastrophe, sondern auch eine institutionelle Katastrophe. Auch Äthiopien befindet sich hier auf einem sehr gefährlichen Weg.
Caritas Somalia hat im somalischen Puntland 2012 das Dryland-Projekt finanziert, das 2015 mit dem Bau von 103 Brunnen abgeschlossen werden konnte, von denen derzeit 18.000 Menschen profitieren. Wie sieht nun Ihr Engagement für diesen neun Notfall aus?
Es gibt Möglichkeiten zu helfen, wir haben es in der Vergangenheit getan und wir tun es immer noch. Wir reagieren aktuell auf diese schreckliche Notlage mit Soforthilfe für die Vertriebenen und Engagement für die Entwicklung. Wir haben gesehen, dass es möglich ist, Projekte zu realisieren. Es besteht immer die Möglichkeit, in Somalia zu arbeiten (vgl. Fides 23/5/2022)

AFRIKA/ÄGYPTEN - Koptische Christen feiern den Einzug der Heiligen Familie in Ägypten

Sakhā (Fides) – Der koptische Patriarch, Papst Tawadros II. hat am gestrigen Dienstag, den 31. Mai, am Vorabend des Tages, an dem die koptische Kirche den Einzug der Heiligen Familie in Ägypten feiert, über Schwierigkeiten gesprochen, mit denen sich die Familien heute konfrontiert sehen und die die Einheit und den Zusammenhalt zwischen Eheleuten und zwischen Eltern und Kindern beeinträchtigen können.
Menschen, die Jesus nachfolgen, weihten ihre Familie dem Herrn, so der Patriarch, damit er sie vor den Fallstricken der heutigen Zeit bewahre und ihr den Weg der Liebe, des Teilens und der Freiheit zeige. So wies der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. darauf hin, dass die Hingabe an Christus und die Jungfrau Maria die bevorzugte Art und Weise sei, den Alltag des Familienlebens zu leben, der für alle von großen und kleinen Prüfungen geprägt sei.
Der Patriarch verbrachte den Vorabend des Festtages im Kloster der Märtyrerin Demiana im Gouvernement Sacre l Sheikh im Sil-Delta des Nils, zusammen mit Bischöfen, Priestern, Diakonen, Laien und den Nonnen des Klosters. Am heutigen Mittwoch, dem 1. Juni, steht der Patriarch den Feierlichkeiten zum Fest des Einzugs der Heiligen Familie in Ägypten in der Kirche der Heiligen Jungfrau Maria in Sakhā vor.
Im Jahr 2021 hatte der koptisch-orthodoxe Patriarch anlässlich des gleichen Festtages daran erinnert, dass die Reise und der Aufenthalt der Heiligen Familie in Ägypten für immer "ein Segen" und ein Grund zum Stolz für Ägypten und das ägyptische Volk sei. Aus diesem Grund hat Papst Tawadros äußerte er den Wunsch, dass der Tag, an dem die ägyptischen Kirchen dieses in den Evangelien beschriebenen Ereignisses gedenken, als nationaler Feiertag für alle Ägypter anerkannt wird,
Die ägyptischen Behörden fördern unterdessen seit Jahren den so genannten "Weg der Heiligen Familie“, ein groß angelegter Pilgerweg, der die Orte miteinander verbindet, die Maria, Josef und das Jesuskind nach jahrtausendealter Überlieferung auf der Flucht vor Herodes während ihres Aufenthalts in Ägypten durchquerten.
Der "Weg der Heiligen Familie" vereint 25 Orte und führt auf einer Strecke von 3500 Kilometern durch nicht weniger als 11 Gouvernements, vom Nildelta bis nach Oberägypten.
Am 4. Oktober 2017 hatte Papst Franziskus im Rahmen der Generalaudienz eine große ägyptische Delegation begrüßt, die nach Rom gekommen war, um in Zusammenarbeit mit der „Opera Romana Pellegrinaggi“, die im Auftrag des Vikariats Rom Pilgerreisen veranstaltet und als Organ des Heiligen Stuhls Kardinal Angelo De Donati, unterstellt ist, für Pilgerreisen auf dem "Weg der Heiligen Familie" zu werben.

ASIEN/OSTTIMOR - Nach Amtsantritt des neuen Präsidenten: “Die Kirche wird weiterhin ihren Beitrag leisten“

 Dili (Fides) - "Wir haben eine Periode der politischen Stabilität eingeleitet“, beton der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Osttimor Pfarrer, Bento Barros aus Dili gegenüber Fides. „Das verheißt Gutes. In dieser Phase wird die katholische Kirche, wie in der Vergangenheit, ihren wertvollen Beitrag zum geistigen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Wachstum der Nation leisten. Die katholische Kirche ist untrennbar mit der Geschichte unseres kleinen Landes verbunden, in dem bei einer Bevölkerung von 1,3 Millionen 98 % Katholiken leben. Wir können sagen, dass das Evangelium jenes geistige und ideelle Erbe ist, das unser nationales Leben durchdrungen hat und im kollektiven Bewusstsein sehr präsent ist",
In dem kleinen katholischen Land in Asien trat der neue Präsident Jose Ramos-Horta seine Amtszeit am 20. Mai, dem Unabhängigkeitstag Osttimors, an. Der neue Präsident, Träger des Nobelpreises von 1996, erhielt bei den Wahlen im April 62,1 % der Stimmen und wurde von der Partei „Congresso Nacional de Reconstrucao de Timor" (CNRT) unterstützt. Präsident Horta erklärte bei seinem Amtsantritt, er werde "die Verfassung respektieren und die Meinungs- und Religionsfreiheit garantieren", und versprach, für Osttimor die Aufnahme in der Vereinigung Südostasiatischer Nationen (ASEAN) zu beantragen, um das Wachstum des Landes zu fördern.
Einige indonesische Missionsschwestern, die in Dili und Baucau leben, berichten im Gespräch mit Fides über die Erwartungen an den neuen Präsidenten: "Ich bin seit 2016 hier auf Mission, um im Gesundheitssektor zu dienen", sagt Schwester Elfina, die ursprünglich aus Semarang in Zentraljava stammt. "Es ist wirklich dringend notwendig, dass sich das Gesundheitswesen in Osttimor entwickelt, und wir leisten einen Beitrag, indem wir uns um die Leidenden kümmern und Krankenhäuser und Ambulanzen betreiben". In Baucau ist Schwester Tina für den Erziehungsdienst in den Einrichtungen des Ursulinenordens zuständig. Die Ordensfrau hofft sehr, dass "immer mehr Sekundarschulen und Gymnasien in ländlichen Gebieten eingerichtet werden, um den dringenden Bedarf an Bildung in diesen Gebieten zu decken".
Ein weiteres Problem, mit dem sich Borromäerinnen in Manulete konfrontiert sehen, die seit Anfang Februar 2022 zu einer Evangelisierungsmission in diese unzugängliche Bergregion von Osttimor entsandt wurden, ist der Mangel an Transportmitteln und Kommunikationsinfrastrukturen. Schwester Imelda, die zusammen mit einer Mitschwester in Manulete (70 km südlich der Hauptstadt Dili) tätig ist, hofft deshalb, dass die neue Regierung Mittel zur Verfügung stellt, um die Arbeit der Ordensfrauen für eine ganzheitliche menschliche Entwicklung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, zu unterstützen.

AMERIKA/KOLUMBIEN - Stichwahl: Bischof Gaviria nennt “drei Kriterien”

 

Bogotà (Fides) - Bei der für den 19. Juni anberaumten Stichwahl um das Präsidentenamt in Kolumbien wird der linke Politiker Gustavo Petro gegen den unabhängigen Außenseiter Rodolfo Hernández antreten. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen, die am vergangenen Sonntag, den 29. Mai stattfand, erhielt Petro 40,33 % der Stimmen, Hernández 28,14 %.
Die katholischen Bischöfe Kolumbiens haben bei mehreren Gelegenheiten alle Kolumbianer aufgerufen, sich aktiv und bewusst an den Wahlen zu beteiligen, um das demokratische System zu stärken und zum Aufbau eines besseren Landes beizutragen (vgl. Fides 19/2/2022; 11/5/2022; 21/5/2022). Mit Blick auf die nun bevorstehende Stichwahl am 19. Juni veröffentlichte Bischof Héctor Fabio Henao Gaviria, der bei der kolumbianischen Bischofskonferenz (KEK) für die Beziehungen zwischen Kirche und Staat zuständig ist, eine Videobotschaft, in der er "drei Kriterien“ für die Wahl des neuen kolumbianischen Präsidenten nennt.
An erster Stelle betont Bischof Henao Gaviria, dass sich alles auf die Stärkung der Demokratie ausgerichtet sein muss, damit diese "lebendiger, partizipativer und inklusiver wird und wirklich die Werte der Zivilgesellschaft und der Bürgerschaft zum Ausdruck bringt". Das zweite Kriterium, das es zu beachten gelte, sei das Bemühen um das Gemeinwohl, d.h. "im Sinne des Wohls der Nation zu denken", weshalb man das Regierungsprogramm der Kandidaten und deren Ziele kennen sollte.
Schließlich warnt Erzbischof Henao Gaviria vor Reden, die zu "Hass, Diskriminierung, Stigmatisierung oder Gewalt" aufrufen, da dies "der Stärkung der Demokratie zuwiderläuft und unserer Nation langfristig schadet".
In seiner Videobotschaft begrüßte Bischof Héctor Fabio Henao Gaviria, dass der erste Wahlgang am 29. Mai "in Frieden stattfand, mit einer massiven Beteiligung von Jugendlichen, Frauen und allen sozialen Sektoren, die ihr ganzes Vertrauen in die verschiedenen Vorschläge setzten, die im Dienste des Landes stehen".


Erzwungene Eheschließungen betreffen Millionen Kinder – schwere körperliche und seelische Risiken sind die Folge

World Vision: Zwangsverheiratung von Minderjährigen ist eine massive Verletzung der Kinderrechte

(Berlin/wv) -  Im Rahmen ihrer weltweiten Kampagne „Hände weg von meiner Kindheit“ macht die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision heute (Do, 2. Juni) am Brandenburger Tor in Berlin auf das Problem der Zwangsverheiratung von Minderjährigen aufmerksam. Etwa 650 Millionen Mädchen und 115 Millionen Jungen wurden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet - so die Schätzung von Unicef. 

Armut, Flucht sowie Kriege und Konflikte sind die häufigsten Ursachen für die Zwangsverheiratung von Kindern. Auf der Flucht sind unverheiratete Mädchen einer größeren Gefährdung von sexualisierter Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt, weshalb viele Familien ihre Töchter mit einem Mann verheiraten, der ihnen Schutz bieten soll. 

Auch die Corona-Pandemie sorgt für einen Anstieg von erzwungenen Eheschließungen: Viele Eltern haben keine Möglichkeit, ihre Kinder zu versorgen und entscheiden deshalb, sie früh zu verheiraten. 

Manche Kinder werden bereits bei ihrer Geburt von ihren Eltern einer anderen Familie versprochen, um familiäre Bande aufrecht zu erhalten oder damit Grundbesitz in der Familie bleibt.

Jungen sind in geringerem Maß betroffen; dennoch werden Millionen von ihnen ungewollt in Ehen mit einem Mädchen oder einer Frau gezwungen, beispielsweise um das traditionelle Bild nach außen zu wahren, wenn ihnen eine homosexuelle Neigung zugeschrieben wird. In vielen Ländern steht Homosexualität nach wie vor unter Strafe oder ist gesellschaftlich geächtet. 

Eine Zwangsverheiratung bedeutet das abrupte Ende der Kindheit und hat verheerende Auswirkungen auf die betroffenen Kinder: In den meisten Fällen geht sie einher mit einem Schulabbruch: Mädchen gehen nicht mehr zur Schule, da sie sich von nun an um den Haushalt kümmern müssen. Von den Jungen wird erwartet, dass sie arbeiten, um ihre Familie zu versorgen. Eine weitere Auswirkung ist meist eine frühe Schwangerschaft. In den am wenigsten entwickelten Ländern bekommen etwa 12 Millionen junge Frauen ihr erstes Kind vor dem 18. Geburtstag. Eine erzwungene Ehe kann auch Gewalt mit sich bringen: Viele zwangsverheiratete Kinder geben an, dass sie physischer und sexueller Gewalt in der neuen Familie ausgesetzt sind.

Gudrun Schattschneider, Leiterin Politik und Fachlichkeit bei World Vision: „Zwangsverheiratung ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Jeder Fall ist ein Fall zu viel. Darum ist es eine globale Aufgabe, weltweit Lebensbedingungen zu schaffen, die ein Aufwachsen in Frieden und Freiheit ermöglichen. Jedes Mädchen und jeder Junge auf dieser Welt haben ein Recht auf Gesundheit, Bildung, Gewaltfreiheit und Selbstbestimmung.“

Das Kindeswohl und das Mitspracherecht eines Kindes haben laut Kinderrechtskonvention höchste Priorität (Artikel 3 und 12). Eine Zwangsverheiratung verletzt somit konkret nicht nur das Mitsprache- und Selbstbestimmungsrecht eines Kindes, sondern auch sein Recht auf Gesundheit, sein Recht auf Bildung, sein Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung und nicht zuletzt sein Recht auf Erholung, Spiel und Freizeit.

196 Staaten haben die Kinderrechtskonvention unterzeichnet und sich dem Kinderschutz verpflichtet - so auch Deutschland. Daher fordert World Vision Deutschland e.V. die deutschen Politikerinnen und Politiker dazu auf, eine stärkere Führungsrolle bei der Beendigung von erzwungener Frühverheiratung zu übernehmen: Erstens soll die Bundesregierung ihren diplomatischen Einfluss nutzen, um ein Bewusstsein für das erhöhte Risiko von Zwangsverheiratung im Fluchtkontext und in der Covid 19-Pandemie zu schaffen und mehr Ressourcen in der humanitären Hilfe bereitstellen. Zweitens sollte Armut nachhaltig bekämpft werden, da diese eine der Hauptursachen von Zwangsverheiratung darstellt. Hierfür soll die deutsche Politik soziale Systeme stärken und Ernährung sichern, insbesondere in Ländern, die am schwersten von der Covid 19-Pandemie betroffen sind. Drittens sollte Deutschland in den Ausbau lokaler Bildungssysteme investieren, weil Bildung der Schlüssel aus der Armut und damit auch zur Unabhängigkeit ist. Auch für Schwangere, minderjährige Mütter sowie für verheiratete Jungen sollten Möglichkeiten geschaffen werden, damit diese ihre Ausbildung fortsetzen können. Viertens sollte Deutschland mehr Projekte finanzieren, die Kinder über ihre Rechte aufklären, Kinderpartizipation fördern und Präventionsarbeit ermöglichen. 

 

In Projekten sowie in Kinderschutz-Kampagnen sensibilisiert World Vision Eltern und Kinder über die Risiken einer Zwangsverheiratung von Minderjährigen. Jugendclubs werden darin unterstützt, sich mit Kinderrechten auseinander zu setzen und sich für sie einzusetzen. World Vision klärt Mädchen und Jungen über sexuelle und reproduktive Gesundheit auf. Unsere Organisation arbeitet darüber hinaus mit religiösen Führungspersonen zusammen, die ihre Gemeinden vor Kinderrechtsverletzungen warnen und oft dazu beitragen, die Zwangsverheiratung eines Kindes zu verhindern. In der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit bekämpft World Vision Armut und Fluchtursachen und fördert Bildungsmaßnahmen.


FIDES-NACHRICHTEN - 1.06.2022

EUROPA/RUSSLAND - Ehemaliger Apostolischer Vikar für Zentralasien hält Pakt zur Beendigung des Krieges für möglich

Mailand (Fides) - "Auf der Suche nach einer Lösung bei schwierigen Verhandlung muss es Vorschläge geben, die eine Ausgangsplattform darstellen. Ein solcher Vorschlag könnte ein neuer Vertrag nach dem Vorbild der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Collective Security Treaty Organisation, CSTO) sein, der zwischen Russland und einigen Ländern der ehemaligen UdSSR geschlossen wurde", so Pater Edoardo Canetta, ehemaliger Apostolischer Vikar für Zentralasien und ehemaliger Professor am Institut für Diplomatie der Republik Kasachstan, gegenüber Fides. Pater Canetta war zwanzig Jahre lang Missionar in Kasachstan (davon fünf Jahre als Generalvikar für Zentralasien), wo er an der Universität von Karaganda und anschließend an der Eurasischen Nationalen Universität Gumylyov in Astana lehrte.
Pfarrer Canetta, derzeit Pfarrer in Mailand und Dozent an der „Accademia Ambrosiana“ in Mailand, setzt sich für die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge ein und schließt sich heute mit seiner Gemeinde dem Rosenkranzgebet für den Frieden an, zu dem Papst Franziskus aufgerufen hatte.
"Ein neuer Pakt zur Beendigung des Krieges in Europa müsste Russland, die Ukraine und vier Garantieländer (wie die Türkei, Indien, Frankreich, Israel oder andere) einbeziehen und könnte die Entmilitarisierung der Krim und des Donbass mit der Präsenz von Streitkräften aus den oben genannten Garantieländern vorsehen“, so Canetta gegenüber Fides, „Diese Länder würden für eine bestimmte Anzahl von Jahren eine Art "Protektorat" bilden, das später durch ein Volksreferendum aufgelöst würde, bei dem die Bevölkerung entscheiden könnte, ob sie zur Ukraine oder zur Russischen Föderation gehören will. Selbstverständlich würden die Aufgaben der Verwaltung und der lokalen Polizei in den Händen der Behörden des Gebiets verbleiben".
"Diese Lösung birgt, wie jede andere auch, ihre Schwierigkeiten, aber vielleicht kann man zumindest versuchen, sie auf den Tisch zu legen und einen Verhandlungsprozess in Gang zu setzen, um einen Ausweg zu finden, der auf Gewalt und Krieg, die Verursacher von Zerstörung und Tod, verzichtet“, so der katholische Geistliche weiter.
Die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) wurde 2002 als institutionelle Weiterentwicklung des Vertrags über kollektive Sicherheit, eines 1992 zwischen Russland und einer Reihe von Ländern der ehemaligen Sowjetunion (Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan) geschlossenen militärischen Verteidigungsbündnisses, gegründet. Der Vertrag enthält die Verpflichtung seiner Mitglieder, bei der Beilegung von Streitigkeiten zwischen ihnen auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt zu verzichten, und führt eine Solidaritätsklausel für mögliche äußere Aggressionshandlungen ein.

EUROPA/ITALIEN - Comboni-Missionare eröffnen Generalkapitel

Rom (Fides) – Unter dem Motto "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben" (Joh 15,5) wird vom 1. bis 30. Juni im Generalhaus des Instituts in Rom das 19. Generalkapitel der Comboni-Missionare stattfinden. Es werden neunundsechzig Kapitelteilnehmer und vier Beobachter erwartet. Die ersten vier Tage sind der Vorbereitung gewidmet. Mit der feierlichen Eucharistie am Pfingstsonntag, dem 5. Juni, wird das Kapitel dann offiziell eröffnet.
Wie aus einer von den Comboni-Missionaren veröffentlichten Mitteilung hervorgeht, kommen neben den 5 Mitgliedern des Generalrats (7 % der Teilnehmer) die anderen Kapitulanten aus dem anglophonen Afrika plus Mosambik mit 21 Delegierten (30 % der Gesamtteilnehmer), Amerika-Asien mit 18 Delegierten (27 %), Europa mit 16 Delegierten (23 %) und dem frankophonen Afrika mit 9 Delegierten (13 %). Was die Nationalitäten betrifft, so gehören die zum Kapitel geladenen Comboni-Missionare insgesamt 24 verschiedenen Nationalitäten an, davon 30 Afrikaner, 28 Europäer und 11 Amerikaner. Die Herkunftsländer mit den meisten Kapitelmitgliedern sind: Italien (13), Uganda (7), DR Kongo (6), Mexiko, Spanien und Portugal mit jeweils 5 Delegierten. Die 4 Beobachter sind die Generalsekretäre des Instituts, d.h. für die Bereiche Mission, Ausbildung, Wirtschaft und der Generalsekretär.
Das Kapitel sollte bereits im September 2021 stattfinden, wurde aber wegen der Covid-19-Pandemie verschoben. Während dieser Zeit wurde ein synodaler Reflexionsprozess auf persönlicher, gemeinschaftlicher, regionaler und kontinentaler Ebene in Gang gesetzt.
Das Generalkapitel gliedert sich in drei grundlegende Phasen. Die erste ist die Vorbereitungsphase, die ein gegenseitiges Kennenlernen, die Wahl der verschiedenen Dienstbeauftragten, die bei der Arbeit helfen werden, eine Gebetseinkehr und eine kurze Ausbildung über die missionarische, synodale und brüderliche Kirche im Einklang mit dem Lehramt von Papst Franziskus umfasst. Danach folgt eine Phase des Hörens der verschiedenen Berichte aus den verschiedenen Bereichen. Die letzte Phase ist die der Entscheidung über die grundlegenden Elemente, an denen gearbeitet werden soll, mit der Wahl der Prioritäten und Wege, die von den Ordensleuten in den kommenden Jahren beschritten werden sollen. Schließlich steht die Wahl des nächsten Generaloberen und seines Generalrates auf dem Programm. Die Abschlusserklärung des Kapitels ist für den 29. Juni vorgesehen und der Schlussgottesdienst findet am darauffolgenden Tag, dem 30. Juni, statt.

AFRIKA/KENIA - Baringo: Kamillianer tragen zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels bei

Baringo (Fides) - Die Armutsbekämpfung und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften durch die Verbesserung der Ernährungssicherheit und Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels im Bezirk Baringo sind das Ziel eines Post-Covid-19-Projekts, das im Mai 2021 vom „Camillian Disaster Service International“ (Cadis) auf den Weg gebracht wurde. "Die lokale Bevölkerung ist in hohem Maße von der Viehzucht und der Subsistenzlandwirtschaft abhängig, die empfindlich auf Klimaschwankungen reagieren", heißt es einer Mitteilung der Kamillianer zu der Initative. „Die Region leidet unter chronischer Ernährungsunsicherheit und Wasserknappheit aufgrund von verschiedenen Faktoren, darunter Konflikte um natürliche Ressourcen, Armut, unzureichende menschliche Entwicklung und ungünstige klimatische und meteorologischen Bedingungen wie Dürren und andauernden Überschwemmungen".
"Es ist von entscheidender Bedeutung, diese Probleme anzugehen, um die Armut zu überwinden und die Widerstandsfähigkeit der lokalen Bevölkerung zu stärken, die unter anderem von den Überschwemmungen des Baringo-Sees betroffen ist, durch die mehr als 3.000 Familien vertrieben wurden. Die Schulen wurden weitgehend zerstört und befinden sich derzeit im Wiederaufbau. Darüber hinaus haben die Auswirkungen von COVID-19 und die Stammeskonflikte im Bezirk zu der extremen Armut in diesem Gebiet beigetragen“, heißt es in der Mitteilung. „Die Gemeinschaft", so Cadis weiter, "hat sich in Form einer von der Regierung als Salabani Farmers' CBO registrierten Bauerngruppe organisiert, der jeweils 15 Mitglieder aus sieben Dörfern angehören. Die 105 Mitglieder sind Frauen, Männer und Jugendliche, die alle im Rahmen des Projekts ausgebildet wurden, um die Lebensqualität der Einwohner von Salabani zu verbessern. Außerdem wurde eine Absichtserklärung zwischen der Bezirksregierung von Baringo und CADIS Kenia geschlossen."
Dank des Projekts verfügen die Anwohner über Wasser für den Hausgebrauch, die Viehzucht und die Bewässerung. Es wurden Maßnahmen zum Aufbau von Kapazitäten zur Anpassung an den Klimawandel und Maßnahmen für den Klimaschutz sowie zur Förderung von Boden-, Wasser-, Pflanzen- und Viehwirtschaft durchgeführt. Damit sollen der Landwirte in die Lage sein, ihre Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Es handelt sich dabei um ein Modellprojekt, das auch auf anderen Gemeinden in der in der Region angewandt werden kann.

AFRIKA/ÄGYPTEN - Feierlichkeiten im Marienheiligtum Jabal al Tayr: Rund eine Million Pilger erwartet

Samalut (Fides) – Zu den Feierlichkeiten zu Ehren Geburt der heiligen Jungfrau Maria werden diese Jahr mehr als eine Million ägyptische Pilger, sowohl koptische Christen als auch Muslime, im Marienkloster von Jabal al Tayr in der Nähe der Stadt Samalut in der ägyptischen Provinz Minya erwartet,
Nach Jahren, in denen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie galten, haben sich in diesem Jahr die Bereiche rund um das Heiligtum wieder mit Ständen gefüllt, die sich auf vielfältige Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit gegenüber der Jungfrau Maria beziehen. Darüber hinaus sorgen nationalen und lokalen Behörden für die Gewährleistung der für den reibungslosen Ablauf der Feierlichkeiten und stellen im Rahmen der erforderlichen öffentlichen Dienstleistungen besondere Aufmerksamkeit und Ressourcen zur Verfügung, angefangen bei der raschen Müllabfuhr und der Koordinierung der Maßnahmen zum Schutz der Sicherheit und der öffentlichen Ordnung.
Die Feierlichkeiten, die jedes Jahr im Heiligtum zu Ehren von Marias Geburt stattfinden, beginnen Ende Mai und dauern eine Woche. Das Marienheiligtum ist auch eine der wichtigsten Stationen auf dem "Weg der Heiligen Familie", der nach Jahrtausende alten Überlieferungen die Orte verbindet, die Maria, Josef und das Jesuskind während ihres Aufenthalts in Ägypten auf der Flucht vor Herodes durchquerten.
Die Kirche der Jungfrau Maria auf dem Jabal al- Tayr ("Hügel der Vögel") wurde der Überlieferung nach um 328 n. Chr. auf Geheiß von Königin Helena, der Mutter des Kaisers Konstantin, gebaut und ist eines der beliebtesten und meistbesuchten Heiligtümer der koptischen Christen. Das ursprüngliche, in den Fels gehauene Gotteshaus wird nur dreimal im Jahr zu drei Festen des koptischen liturgischen Kalenders für Gottesdienste geöffnet.
Nach Überlieferungen überquerte die Heilige Familie nach ihrer Ankunft in der Nähe der Stadt Samalut den Nil in Richtung Osten, genau dort, wo sich heute das Kloster befindet, und ließ sich in der Höhle nieder, die in die alte Kirche integriert ist. Der Hügel, auf dem sich das Kloster befindet, ist auch als "Palmenhügel" bekannt, weil nach einer örtlichen Überlieferung, als das Jesuskind mit Maria und Josef in der Nähe des Hügels stand, ein großer Felsbrocken vom Hügel abbrach und sie wegzufegen drohte. Da soll Jesus seine Hand ausgestreckt und den rollenden Felsen angehalten haben. Dabei prägte sich die Handfläche in den Felsen ein.
Im Kloster Jabal al Tayr kann man das ganze Jahr über die Verehrung der Mutter Jesu erleben, die auch unter den muslimischen Gläubigen weit verbreitet ist, die zum Heiligtum pilgern, um zu beten und Gnaden zu erflehen.

ASIEN/PAKISTAN - Provinz Punjab: Stellen bei der Müllabfuhr und Kanalreinigung künftig nicht mehr “nur Christen vorbehalten”

Lahore (Fides) - "Wir begrüßen den jüngsten Beschluss der Provinzregierung von Punjab, die bei der Ausschreibung von Stellen nicht mehr die Religionszugehörigkeit oder den spezifischen Wunsch nach Christen für die Stellen bei der Müllabfuhr oder Straßenreinig anzugeben. Nach mehr als 30 Jahren Engagement in diesem Sinne haben wir endlich ein Ergebnis erzielt. Diese Praxis stellt einen eklatanten Verstoß gegen die grundlegenden Menschenrechte der in Pakistan lebenden religiösen Minderheiten dar: In den von den staatlichen Institutionen herausgegebenen Stellenausschreibungen wurde bisher im Hinblick auf eher niedere Aufgaben und Tätigkeiten wie Straßen- oder Kanalreinigung die gezielte Suche nach Arbeitskräften christlichen Glaubens oder anderer nicht-muslimischer religiöser Minderheiten angegeben", so der katholische Menschrechtsaktivist Peter Jacob gegenüber Fides.
Peter Jacob, Präsident der Nichtregierungsorganisation "Center for Social Justice“ sagt: "Wir fordern die Regierung auf, klare Sanktionen für diejenigen vorzusehen, die Stellenanzeigen veröffentlichen, die Nicht-Muslimen vorbehalten sind. Als Christen erheben wir unsere Stimme für die gesamte Bürgerschaft, nicht nur für die Christen: Deshalb muss die Regierungsmitteilung nicht nur die Christen, sondern auch die Rechte anderer religiöser Minderheiten erwähnen. Ein Hinweis auf das Glaubensbekenntnis sollte keine Voraussetzung für die Stellenbewerbung sein".
Die Christin Aqsa Kanwal, die sich ebenfalls für den Schutz der Menschenrechte und der Minderheiten in Pakistan einsetzt, erklärt gegenüber Fides: "Es war eine Wunde und eine schwere Diskriminierung, Stellenausschreibungen von öffentlichen Einrichtungen zu lesen, in denen erniedrigende Stellen für Angehörige religiöser Minderheiten ausgeschrieben waren. Wir begrüßen diesen Beschluss und hoffen, dass alle diskriminierenden staatlichen Praktiken beseitigt werden".
Der katholische Pfarrer Bonnie Mendes stellt fest: "Dieser Beschluss ist ein positiver Schritt, aber es sollte auch strenge Sanktionen geben, wenn Regierungsbeamte sie nicht respektieren".
In den großen Provinzen Pakistans wie Punjab und Sindh setzen sich zivilgesellschaftliche und christliche Organisationen seit einiger Zeit für die Abschaffung der öffentlichen Stellenausschreibungen mit dem Zusatz "für Nicht-Muslime vorbehalten" ein. Im Rahmen dieser Kampagne werden seit langem Maßnahmen gefordert, um solche diskriminierenden Anzeigen dauerhaft zu unterbinden, da sei "Angehörige religiöser Minderheiten entwürdigen und eine Kultur der Verachtung gegenüber Nicht-Muslimen vermitteln".
In Pakistan gehören etwa 95 Prozent der Arbeiter, die Straßen, Krankenhäuser, Schulen und öffentliche Einrichtungen sowie Abwasserkanäle reinigen, religiösen Minderheiten an. Die Tatsache, dass diese Arbeiten von Arbeitskräften religiösen Minderheiten verrichtet werden, hängt mit dem alten Kastensystem zusammen, das in den Gesellschaften des indischen Subkontinents noch immer präsent ist und das den niedrigsten Kasten die niedrigsten Tätigkeiten vorbehält. "Hier wird mit zweierlei Maß gemessen", schrieb die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der katholischen Bischöfe Pakistans in der Vergangenheit und beklagte "die diskriminierende Behandlung von religiösen Minderheiten".

AMERIKA/COSTA RICA - Katholische Medienarbeit: “Keine leichte Aufgabe”

San José (Fides) - Im Rahmen der Initiativen zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, der am Hochfest Christi Himmelfahrt begangen wird, brachte die katholische Bischofskonferenz von Costarica in Zusammenarbeit mit der Katholischen Universität Costa Rica einen Diplomstudiengang in katholischer Kommunikation und Medienarbeit auf den Weg. Der Kurs findet online statt und beginnt am 4. Juli und endet am 3. September 2022. Einschreibungen sollen im Laufe des Monats Juni möglich sein.
Nach Angaben der Bischofskonferenz, die Fides vorliegen, soll die katholische Medienarbeit in der Ortskirche professionalisiert werden. Der Weihbischof der Erzdiözese San José und Vorsitzende der bischöflichen Kommission für Kommunikation, Daniel Francisco Blanco Méndez, bedankte sich bei der Präsentation des neuen Studiengangs für diese Initiative. Sie diene dem Wohl der Kirche und werde "reiche Früchte zum Nutzen unserer Kirche tragen". Der Vizerektor der Katholischen Universität, Alexis Rodríguez, verwies auf die Botschaft von Papst Franziskus zum 56. Tag der sozialen Kommunikationsmittel, in der er vor allem die Bedeutung des Hörens „mit den Ohren des Herzens" betont.
Bei der Vorstellung der Initiative berichteten zwei katholische Journalisten über ihre Erfahrungen. Martín Rodríguez, Direktor der Wochenzeitung der Bischofskonferenz, bezeichnete den konfessionellen Journalismus als "keine leichte Aufgabe", auf die man sich vorbereiten und die man mit einer soliden Berufung erfüllen müsse. Jeison Granados, Direktor von Radio Fides und San José TV, sprach über die Bedeutung von Kreativität und Teamarbeit. Diese seien notwendig, um die Medienarbeit in der Kirche zu verbessern. Wichtig sei im Bereich der katholischen Medienarbeit auch die Evangelisierung der sozialen Netzwerke.
Die Geschäftsführerin der bischöflichen Kommunikationskommission, Lisandra Chaves, dankte den Bischöfen, der Katholischen Universität und den Verantwortlichen für Kommunikation in den einzelnen Diözesen für deren Unterstützung mit aktuellen Informationen aus den Ortskirchen.

AMERIKA/MEXIKO - “Die katholische Schule hat eine Zukunft”

Mexiko-Stadt (Fides) - "Die katholische Schule hat eine Zukunft!": Mit dieser Überzeugung endete der 27. Interamerikanische Kongress für das katholische Bildungswesen, der am 27. und 28. Mai in Mexiko-Stadt stattfand und an dem rund 1.200 Mitarbeiter des katholischen Bildungswesens des Kontinents teilnahmen. Die Konferenz wurde vom Interamerikanischen Verband für das katholische Bildungswesen (CIEC) organisiert.
In den Beschlüssen des Kongresses weisen die Delegierten auf die anhaltende Krise infolge der Covid-19-Pandemie und auf die "vielfältigen Pandemien, unter denen unsere Völker im sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich leiden“ hin. Zu den Herausforderungen gehöre auch „der Zugang zu einer hochwertigen Bildung" hingewiesen. Dabei wurde auch an die Worte von Papst Franziskus erinnert, der 2020 an die Staats- und Regierungschefs der Welt appellierte die zur Generalversammlung der Vereinten Nationen zusammengekommen waren: "aus einer Krise geht man nicht genauso hervor, wie man vorher war: Entweder wir gehen besser oder schlechter daraus hervor. Daher ist es in diesem kritischen Augenblick unsere Pflicht, die Zukunft unseres gemeinsamen Hauses und unseres gemeinsamen Projekts zu überdenken“.
Die katholischen Schulen Amerikas habe diesen Aufruf des Bischofs von Rom ernst genommen, denn sie "hat sich aufgemacht, um 'gemeinsam' zu gehen, Erzieher und Erzieherinnen, synodal, in Allianz und Gemeinschaft mit anderen Organisationen auf dem Kontinent, kirchlichen und nichtkirchlichen, um die 'Zukunft' aufzubauen, die diese neuen Zeiten von uns verlangen". Angesichts der globalen Krise stelle dieser Raum der Begegnung und der tiefgreifenden Reflexion über die "Zukunft der Bildung" unter dem Blickwinkel des Wandels und der Innovation einen neuen Schritt dar, „um Identität und Auftrag zu überdenken und in Synergie mit dem Globalen Pakt für Bildung zu lernen, sich zu verändern".
Um der Notwendigkeit, einer ökologisch nachhaltigen Bildung Vorrang einzuräumen und der Sorge um das gemeinsame Haus zu begegnen, "hat dieser Kongress neue und relevante Beiträge geliefert". Die Aufgabe, die auf die katholische Schule wartet, sei nicht einfach. "Sie impliziert eine Verpflichtung zu kreativer Führung, zu neuen Formen der Bildungssteuerung, zum Management von Innovation und Qualität, zur vorrangigen Berücksichtigung der Schwächsten und der vom Bildungssystem Ausgeschlossenen, einschließlich der Überwindung der digitalen Kluft“. In den Schlussfolgerungen wird abschließend auch hervorgehoben, dass es "angesichts der neuen Bürger des 21. Jahrhunderts unerlässlich ist, digitale, emotionale, kommunikative und kritische Denkfähigkeiten, kollaboratives Arbeiten, Interdisziplinarität und Problemlösung zu schulen".
Die Delegierten des katholischen Bildungswesens wollen DNA der katholischen Schule stärken und "evangelisieren durch erziehen und erziehen durch evangelisieren, in der Perspektive eines solidarischen Humanismus und unter Nutzung der besten Werkzeuge, Kenntnisse und Technologien, die uns zur Verfügung stehen, um immer bedeutsamer zu werden und den Bildungspakt angesichts der gegenwärtigen Bildungsnotlage neu zu beleben".

ASIEN/LAOS - Apostolischer Vikar von Paksé ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Apostolischen Administrator von Paksé, Pfarrer Andrew Souksavath Nouane Asa, zum Apostolischen Vikar von Paksé (Laos) ernannt.
Andrew Souksavath Nouane Asa wurde am 5. August 1972 in Paksé geboren, wo er von 1988 bis 1991 das Kleine Seminar besuchte. Von 1992 bis 1996 absolvierte er ein Postgraduiertenstudium an der Pädagogischen Universität Vientiane und erwarb eine Lizenz als Englischlehrer. Von 1998 bis 2002 studierte er Philosophie am Priesterseminar „Christ the King“ in British Columbia, Kanada, und von 2002 bis 2005 Theologie am „St. Joseph Seminary“ in Edmonton, Alberta, wo er das Baccalaureat in Theologie erwarb. Am 30. Dezember 2006 wurde er zum Priester für das Apostolische Vikariat Paksé geweiht.
Nach seiner Priesterweihe hatte er folgende Ämter inne: Verantwortlicher Pfarrer für 10 Missionsstationen (2007-2009); Jugendbeauftragter des Apostolischen Vikariats von Paksé (2007-2012); Studium der Dogmatischen Theologie an der „St. Vincent School of Theology“ (Adamson University) in Manila, Philippinen (2008-2010); Verantwortlicher Pfarrer für 12 Missionsstationen (2010-2017) und seit 2012 Gastprofessor für Philosophie am „St. Jean-Marie Vianney Major Seminary“ in Savannakhet. Seit 2017 ist er verantwortlicher Pfarrer für 10 Missionsstationen (Region Bolivene) und bis zu seiner Ernennung Apostolischer Administrator sede vacante et ad nutum Sanctae Sedis des Apostolischen Vikariats Paksé. Seit 2019 ist er Generalsekretär der Bischofskonferenz von Laos und Kambodscha (CELAC).


FIDES-NACHRICHTEN - 28.05.2022

EUROPA/POLEN - Kamillianer helfen Flüchtlingen in Polen und Binnenflüchtlingen in der Ukraine

Ursus (Fides) - Hauptziel des Besuchs der Missionare des „Camillian Disaster Service International“ (Cadis), die sich vom 26. bis 29. Mai in Polen aufhalten ist die Prüfung der wichtigsten Bedürfnisse der ukrainischen Flüchtlinge und eine erste Bewertung der Hilfprojekte, an denen sie beteiligt sind. Im Rahmen ihres Besuchs werden die beiden Ordensleute auch die von polnischen Kamillianern zur Verfügung gestellten Zentren in Ursus und Łomianki-Buraków besuchen, in denen vor allem ukrainische Frauen und Kinder untergebracht sind, zur Zeit insgesamt 51 Personen.
Beim ersten Vor-Ort-Besuch werden die Mitarbeiter des Cadis unter Leitung von Pater Aris Miranda (MI) auch die Helfer in den beiden Zentren und am Hauptbahnhof in Warschau-West kennenlernen. "Der Besuch des Warschauer Westbahnhofs, wo Freiwillige ukrainische Flüchtlinge mit Hilfe und Unterstützung willkommen heißen, wird ein Moment sein, um Gefühle und Eindrücke im Zusammenhang mit der ersten Annäherung von Menschen, die vor dem Krieg fliehen, in Polen auszutauschen", betont Pater Miranda. "Obwohl sich der Zustrom von Migranten im Vergleich zu den ersten Wochen des Krieges verlangsamt hat, ist er immer noch beträchtlich. Außerdem gibt es seit einigen Wochen einen Strom von Menschen, die den umgekehrten Weg wählen, um in die Ukraine zurückzukehren und zu versuchen, zur Normalität zurückzukehren“.
Im Rahmen des aktuellen Hilfsprojekts werden rund 70 Frauen und Kinder in den beiden Zentren untergebracht und in spielerische und psychosoziale Aktivitäten eingebunden. Unterstützt werden sollen auch Binnenvertriebenen in den ukrainischen Städten Lwiw und Charkiv.

EUROPA/SCHWEIZ - Auf der Suche nach «Pauline heute»

Freiburg (Fides) - Anlässlich ihres 200-jährigen Bestehens des Päpstlichen Werks für die Glaubensverbreitung und der Seligsprechung seiner Gründerin, Pauline Jaricot, (vg. Fides 23/05/2022) lädt Missio die Kirche in der Schweiz ein, sich auf die Suche nach der «Pauline heute» zu machen. „«Pauline heute» sind Frauen und Männer jeglichen Alters, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen und dabei eine globale Sichtweise haben, in dem Sinne, dass dieses Engagement über die Grenzen der Schweiz hinausgeht. Die Beziehung zu Jesus Christus motiviert «Pauline heute» in ihrem Engagement“, heißt es dazu in einer Mitteilung zur Initiative die Missio Schweiz auch mit Blick auf den Sonntag der Weltmission im Oktober auf den Weg bringt.
In der ganzen Schweiz soll im Oktober die Suche nach der «Pauline heute» starten. „Die erste Gemeinde, die ihre Pauline gefunden hat, wird das Staffelholz an eine zweite Gemeinde weitergeben und sie einladen, ihrerseits nach der «Pauline heute» zu suchen. So entstehen Ketten, die zeigen, wie vielfältig und kreativ «Pauline heute» tätig ist und wirkt“.
Zur Kreativität von Pauline Jaricot in der Weltkirche stellt Missio Schweiz auch kurze Videoclips mit dem Titel „Mein Kloster ist die Welt“ zur Verfügung.

LINK
Video -> https://www.youtube.com/watch?v=h9k7TVRjJHs
Arbeitshilfen zur Figur von Pauline Jaricot -> https://www.missio.ch/it/chiesa-universale/pauline-jaricot/materiali-di-animazione

 

AFRIKA/NIGERIA - Nach Drohungen gegen den Ortsbischof: Katholische Priester in der Diözese Sokoto entführt

Abuja (Fides) - Im Norden Nigerias sind zwei Priester entführt worden. Dies berichtete der Sprecher der Diözese Sokoto Pfarrer Christopher Omotosho. "Um Mitternacht, am heutigen 25. Mai 2022, brachen bewaffnete Männer in das Pfarrhaus der katholischen „St. Patrick's“-Kirche in Gidan Maikambo im Bundesstaat Katsina ein", so Pfarrer Omotosho in einer offiziellen Erklärung. "Pater P. Stephen Ojapa, von der Missionsgesellschaft des heiligen Paulus (MSP) und sein Mitarbeiter Pater Oliver Okpara sowie zwei weitere Mitarbeiter aus dem Haus wurden entführt. Wir haben keine Informationen über ihren Aufenthaltsort. Ich bitte Sie, für ihre Sicherheit und Freilassung zu beten".
Berichten zufolge kamen die bewaffneten Entführer in großer Zahl und waren diesmal nicht auf Motorrädern unterwegs, wie es bei Entführungsüberfällen in Nigeria sonst üblich ist.
Pater Oliver Okpara war im September vergangenen Jahres von Bischof Mathew Hassan Kukah von Sokoto zum Priester geweiht worden, der in den vergangenen Tagen persönlich bedroht wurde. Der Bischof hatte die Ermordung von Deborah Samuel Yakubu, einer christlichen Studentin, die am 12. Mai wegen "angeblicher Blasphemie" gelyncht wurde, scharf verurteilt.
Die von Bischof Kukah geleitete Diözese Sokoto umfasst die gesamten Bundesstaaten Sokoto und Katsina sowie Teilgebiete der Bundesstaaten Zamfara und Kebbi.

AFRIKA/SAMBIA - Bischof von Ndola: „Ortskrichen brauchen einheitliche Vision“

Ndola (Agenzia Fides) - "Es ist wichtig, ein einheitliches Ziel und eine einheitliche Vision zu teilen, damit die die lokalen Kirche eine gemeinsamen Motivation haben", so Bischof Benjamin Phiri von Ndola. Der Prälat betonte in diesem Zusammenhang, dass die Verwirklichung von Wachstum und Entwicklung in den Ortskirchen die Zusammenarbeit die Einheit aller Akteure in der Diözese erfordere. "In den Ortskirchen können keine großen Fortschritte erzielt werden, wenn jede einzelne pastorale Dringlichkeit herausgegriffen wird. Wir sind gemeinsam durch Covid-19 gegangen und haben die Notwendigkeit erkannt, dass wir auf der gleichen Linie der Einheit und Solidarität weiterzugehen müssen, auch im Hinblick auf eine gute Vorbereitung der nächsten Bischofssynode".
Bischof Phiri verwies auch auf Wahl seines bischöflichen Wappens mit Blick auf das Bemühen um Einheit: "Damit wir durch das Kreuz eins sind" lautet sein Bischofsspruch. „Denn das Kreuz ist der verbindende Faktor für alle Gläubigen", betont er.
"Der Geist, der uns zur Zusammenarbeit antreibt, wächst unter den Pastoralreferenten, und wir hoffen, dass wir dank dieser Zusammenarbeit immer mehr erreichen können", so der Bischof mit Blick auf die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit.
"Auch Ordensleute kommen nicht in eine Diözese, um sich ausschließlich um ihre eigenen Aktivitäten zu kümmern, sondern sie treten in die Diözese ein, um die Bemühungen der Ortskirche zu unterstützen und das zu verwirklichen, was mit der Evangelisierung in Einklang steht. Deshalb müssen auch sie in ihrem Apostolat zusammenarbeiten, um Christus zu bezeugen und für das Heil der Seelen zu evangelisieren. Wir müssen also zielgerichtet vorgehen, uns gegenseitig ergänzen und integrieren, damit wir alle unser gemeinsames Ziel erreichen können“, so der Bischof abschließend.

ASIEN/INDIEN - Katholische Laien fordern Maßnahmen zur Eindämmung von Hass und Gewalt

Neu-Delhi (Fides) – Umgehende Maßnahmen zur Eindämmung von um den gezieltem Hass und die Gewalt gegen religiöse Minderheiten, insbesondere gegen Christen und Muslime, in Indien fordert die "All India Catholic Union" (AICU) vom indischen Premierminister. Man sei "zutiefst beunruhigt über den Hass gegen religiöse Minderheiten, der in den letzten Monaten wie ein Vulkan im Meer der religiösen Harmonie in Indien ausgebrochen ist". Die AICU wendet sich deshalb in einem Schreiben an die Bundesregierung und die Regierungen der einzelnen Bundesstaaten.
In der gemeinsamen Erklärung der vor 100 Jahren gegründeten indischen katholischen Laienorganisation deren Vorsitzender Lancy D'Cunha: "Wenn der Hass jetzt nicht eingedämmt wird, könnte er dem nationalen Frieden unabsehbaren Schaden zufügen. Man ist weit über die Polarisierung durch die so genannten 'Religionsfreiheitsgesetze' hinausgegangen, die interreligiöse Ehen unter dem Vorwand kriminalisieren, gewaltsame oder betrügerische Konversionen zu unterbinden", so D'Cunha.
Die AICU erinnert in diesem Zusammenhang konkret an die jüngsten Gewalttaten in den Bundesstaaten Uttar Pradesh, Karnataka und Haryana, wo Schläger, Militante und lokale politische Führer religiöse Minderheiten (Christen und Muslime), Geistliche und Institutionen in Angst und Schrecken versetzen.
"Im Laufe der Jahrhunderte haben alte Zivilisationen wie Indien Epochen der Gewalt überwunden und sind zu Vorreitern des Friedens und der Entwicklung geworden", so der AICU. "Wir müssen aus den Fehlern anderer Nationen lernen, die ihre Wirtschaft und ihr soziales Gefüge ruiniert und dies Länder an den Rand des Abgrunds gebracht haben", sagte D'Cunha.
"Politische und religiöse Führungskräfte müssen gemeinsam handeln, um Frieden und Freundschaft zu stärken. Sie können sich ihrer Verantwortung nicht entziehen. Die Katholische Union setzt sich für den Frieden, die Harmonie zwischen den religiösen und sozialen Gruppen sowie für die Integrität und den Fortschritt unseres Landes ein", fügte er hinzu.
Die AICU hat zusammen mit anderen christlichen Gruppen bereits vor dem Obersten Gerichtshof diskriminierende Gesetze angefochten, die christlichen Dalits den Schutz verfassungsrechtlicher Bestimmungen verweigern, die stattdessen bekennenden Hindus, Sikhs und Buddhisten gewährt werden. Man werde zusammen mit anderen religiösen Gruppen und zivilgesellschaftlichen Bewegungen rechtliche Schritte gegen die Anti-Konversionsgesetze einleiten, so die Laienorganisation.
Die AICU wurde vor 103 Jahren als ein Gremium katholischer Laien gegründet. Seither sah sich das Land mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, wie der Teilung zwischen Pakistan und Indien im Jahr 1947, der Gewalt gegen Sikhs im Jahr 1984, dem Blutvergießen und den Zusammenstößen zwischen Hindus und Muslimen nach dem Abriss der Babri-Moschee im Jahr 1992. Bei all diesen Gelegenheiten hatte sich das Gremium sich Gehör verschafft, indem für die Werte des Evangeliums wie Dialog, Toleranz, Frieden, Gerechtigkeit, religiöse und soziale Harmonie und den Schutz des Gemeinwohls eintrat.

ASIEN/JORDANIEN - 76 Jahre Unabhängigkeit: Kirchen bekräftigen Verbundenheit mit Königshaus

Amman (Fides) – Am heutigen 25. Mai beginnen in Jordanien die Feierlichkeiten zum 76. Jahrestag der Unabhängigkeit. Die dreitätigen Feierlichkeiten sind in diesem Jahr besonders umfangreich: In allen Gouvernements des Königreichs werden militärische Paraden, künstlerische Veranstaltungen und Feuerwerke stattfinden. In den vergangenen beiden Jahren waren die Veranstaltungen pandemiebedingt ausgefallen.
Auch Oberhäupter und Vertreter aller Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften bringen aus diesem Anlass ihre Verbundenheit mit der haschemitischen Königsfamilie zum Ausdruck gebracht und deren Rolle als Hüterin der christlichen und muslimischen Heiligen Stätten in Jerusalem gewürdigt, die heute König Abdullah II. bin Al-Hussein innehat. Wie die Internetseiten „abouna.org“ berichten betonten die Kirchenvertreter dass das Land, "trotz begrenzter natürlicher Ressourcen und der Unüberschaubarkeit des Territoriums in der Lage war, die Grenzen der Geographie, die Dilemmata der Kriege, Katastrophen und Rückschläge zu überwinden" und im Laufe der Zeit "den Niederlagen des Arabismus Schutz geboten und seine Siege geteilt hat, indem sie eine gemeinsame Heimat für Christen und Muslime wurde".
Unter anderem bat der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Theophilos III., in seiner Botschaft um Gottes Schutz "über Jordanien, seine Regierung und sein Volk", während Erzbischof Yasser Ayyash, melkitischer Patriarchalvikar von Jerusalem, im Namen seiner Kirche Loyalität, Treue und Zuneigung zu unserem „haschemitischen Königshaus" bekräftigte. Man bete dafür dass die jordanische Regierung stets "vor den Krisen und allen Verschwörungen, denen sie ständig ausgesetzt ist", bewahrt werde. Erzbischof William Shomali, Patriarchalvikar Lateinischen Patriarchats von Jerusalem für die Heilige Stadt des, bekräftigte seinerseits seine Wertschätzung "für die Bemühungen der Haschemiten um die Verteidigung der islamischen und christlichen Heiligen Stätten in Jerusalem“. „Wir, die Palästinenser, die Muslime und die Christen", fügte Erzbischof William hinzu, "beten zu Gott, dass er Seine Majestät und die Haschemitische Familie beschützt, damit Jordanien ein leuchtendes Leuchtfeuer und ein sicherer Hafen für sein Volk und für alle, die sich ihm nähern, bleibt“.
Im Vorfeld der Feiern zur jordanische Unabhängigkeit wurden unterdessen auch die Spannungen und Gegensätze innerhalb der königlichen Familie deutlich: Am 21. Mai erließ König Abdullah II. ein königliches Dekret, das die Bewegungsfreiheit von Hamzah bin al-Hussein, dem Halbbruder des Monarchen, stark einschränkte. Zwei Tage zuvor hatte der König in einem Brief, der in jordanischen Zeitungen veröffentlicht wurde, die Gründe für das strenge Dekret gegen seinen Halbbruder erläutert.
Abdullah und Hamzah sind beide Söhne von König Hussein von Jordanien. Der 1999 verstorbenen Herrscher hatte Jordanien fast 50 Jahre lang regiert. Bereits im vergangenen Jahr König Abdullah seinen Bruder Hamzah wegen seiner angeblichen Beteiligung an einem Putschversuch verhaften lassen.

AMERIKA/CHILE - Bolivien, Peru, Chile: Mitarbeiter der Kommissionen für Mobilitätspastoral tauschen sich aus

San Marcos de Arica (Fides) - In den Räumlichkeiten des Exerzitienhauses Emmaus in der Diözese San Marcos de Arica findet vom 23. bis 26. Mai das 8. Internationale Treffen der Mitarbeiter der Kommissionen für Mobilitätspastoral statt, an dem auch Bischöfe und Pastoralreferenten aus den Nachbarländern Bolivien, Peru und Chile teilnehmen, um sich über ihren humanitären Dienst und die Erfahrungen in den jeweiligen Ländern auszutauschen.
In jüngster Zeit und insbesondere angesichts der aktuellen gesundheitlichen Notsituation sei niemand gleichgültig gegenüber der Realität der Flüchtlingshilfe, betonte der Scalabrini Missionar und Vizepräsident des Chilenisches Katholisches Institut für Migration (INCAMI), Pater Lauro Bocchi. „So viele Männer und Frauen haben ihr Land auf der Suche nach neuen Möglichkeiten jenseits der Grenzen verlassen. Mit der Schließung der Grenzen befinden sie sich oft in einer irregulären Situation. Die katholische Kirche hat jede Art von Hilfe und Unterstützung geleistet, um einer Realität zu begegnen, die nicht nur auf chilenischem Boden liegt, sondern länderübergreifend geworden ist“.
Wie die der Diözese San Marcos mitteilt betonte Bischof Moisés Atisha Contreras von San Marcos de Arica in seiner Ansprache an die Teilnehmer des Treffens: "Seit 15 Jahren findet das Treffen der Grenzbischöfe statt und dies ist das achte. Die Grenzsituation, die Mobilität der Menschen und der Menschenhandel sind seit jeher ein Thema, das angegangen werden muss. Diese letzten zwei, drei Treffen sind im Wesentlichen von der erzwungenen Migration aus Venezuela, aber auch von der Situation in Haiti geprägt".
„Wir teilen nicht nur unsere Arbeit, unsere Erfahrungen, den Schmerz der Migranten, das Leid der Familien, die Wünsche und Träume von besseren Lebensbedingungen, sondern wir versuchen auch, als Kirche an diesen Orten gemeinsame Arbeit zu leisten, indem wir Brücken zwischen uns bauen, um auf vielfältige Weise zu arbeiten. Auf diese Weise werden wir auch in der Lage sein, die Migranten, die unsere Grenzen überqueren, die heute leiden und bessere Lebensbedingungen suchen, willkommen zu heißen, zu ermutigen und ihnen zu helfen. Unsere Nächstenliebe verpflichtet uns, immer ein offenes Ohr für sie zu haben und zu sehen, wie wir Kontakte zu Behörden und Regierungen herstellen und den Migranten bessere Alternativen bieten können".
Bischof Ricardo Morales Galindo von Copiapó (Chile) sagte, begrüßte den Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Ländern im Bereich der Seelsorge unter Migranten, "vor allem um von dem zu lernen, was andere Brüder und Schwestern aus Peru und Bolivien heute für unsere Brüder und Schwestern mit Migrationshintergrund tun. Es ist immer eine bereichernde Erfahrung, denn die Herausforderungen werden immer größer, die Realität der Einwanderung stellt uns in Frage, und als Brudervölker müssen wir wissen, wie wir diejenigen aufnehmen können, die an unseren Grenzen ankommen, um das barmherzige Gesicht zu zeigen, das die Kirche heute als Zeugnis ihrer Nachfolge und Treue zu Jesus Christus geben muss".
„Jeder von uns leistet einen ganz anderen Dienst", so der Weihbischof von La Paz Basilio Mamani Quispe aus Bolivien, "deshalb sind wir bei diesen Treffen, um uns gegenseitig zu informieren und vor allem, um diesen Dienst, den die Kirche an den Grenzen leistet, gemeinsam zu leisten“. Der Austausch diene auch dazu, "unseren Brüdern und Schwestern mit Migrationshintergrund einen zunehmend besseren Dienst zu erweisen, damit sie sich als Geschwister fühlen, die von uns unterstützt werden".


FIDES-NACHRICHTEN - 18.05.2022

EUROPA/FRANKREICH - Seligsprechung von Pauline Jaricot in Lyon: Initiativen und Veranstaltungen vor Ort

Lyon (Fides) – In Lyon ist man bereit für die Feierlichkeiten zur Seligsprechung der Gründerin des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverebreitung, Pauline Jaricot, am kommenden Sonntag.
Katholische Medien veröffentlichen im Laufe dieser Woche eingehenden Analysen und Hintergrundinformationen nicht zuletzt auch über Konferenzen und Debatten bis zu einer digitalen Plattform und einer Gebetsnovene für die neue Selige, die alle, das Leben, das Werk und das Charisma von Pauline Jaricot vertiefen sollen.
Die Büros der Päpstlichen Missionswerke in Frankreich, die sich seit einiger Zeit auf dieses große Ereignis vorbereiten, veranstalten dieses Jahr auch die Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke, die diese Woche in Lyon stattfindet, und zeichnen verantwortlich für die Medienarbeit, damit die Feierlichkeiten von möglichst vielen Menschen miterlebt werden können.
Die katholischen Medien, insbesondere RCF (Radio chrétienne francophone), bieten täglich eine ausführliche Berichterstattungen über Pauline Jaricot an. Gast der Sendungen ist unter anderem der Direktor der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionwerke, Bischof Georges Colomb. Der Gottesdienst zur Seligsprechung wird vom katholischen Fernsehsender KTOTV Télévision Catholique übertragen werden.
Der Gebetsnovene für Pauline Jaricot können sich Gläubige auch auf Tag auf der Website der Päpstlichen Missionswerke in Frankreich anschließen, die dazu eine Gebetsvorlagen zu einem Thema aus dem Leben oder dem Charisma der neuen Seligen anbieten.
Am 20. Mai wird im Fourvière-Museum eine Ausstellung eröffnet (bis zum 20. August für Besucher zugänglich sein wird), die den Besucher auf den Spuren von Pauline Jaricot begleitet und ihre Figur in den Kontext der damaligen Kirche und der Geschichte ihrer Stadt stellt.
Am Samstagmorgen findet im Kongresszentrum Valpré in Lyon von 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr ein Symposium zum Thema "Die Fruchtbarkeit eines Charismas: Pauline Jaricot, die Missionsarbeit der Kirche und die Kongregation für die Evangelisierung der Völker" statt, an dem Historiker, Theologen und Missionare teilnehmen werden. Der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke wird die Teilnehmer begrüßen, wonach Vorträge von Pierre Diarra, Experte für Theologie, Religionsgeschichte und religiöse Anthropologie und der Historikerin Catherine Masson, die eine ausführliche Biografie über Pauline Jaricot verfasst hat, sowie Bernadette Truchet, die auch das Dokumentationszentrum der Päpstlichen Missionswerke in Frankreich leitet und der Historiker Claude Prudhomme und schließlich Pater Dinh Anh Nhue Nguyen, Generalsekretär der Päpstlichen Missionsunion folgen. Eine anschließende Diskussionsrunde unter der Moderation von Pater Vincente Sénéchal, Generaloberer der MEP (Missions Étrangères de Paris), mit Beiträgen von Missionaren und Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke aus verschiedenen Teilen der Welt befasst sich ebenfalls mit der Figur von Pauline Jaricot und zum Abschluss spricht Kardinal Luis Antonio Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, zu den Teilnehmern.
(LINK)
Link zur Gebetsnovene -> https://hozana.org/communaute/10970-neuvaine-a-pauline-jaricot?utm_source=sendinblue&utm_medium=email&utm_content=&utm_campaign=22M5P5
Link zur Übertragung des Gottesdienstes bei KTOTV -> https://www.ktotv.com/article/beatification-de-pauline-jaricot?utm_source=sendinblue&utm_campaign=22M5P5&utm_medium=email

 

ASIEN/INDONESIEN - Insel mit den meisten Berufungen: Kamillianer auf Flores zur Wahl der neuen Ordensleitung

Maumere (Fides) - "Im Moment scheint unser Leben hier in einem normalen Rhythmus zu verlaufen, und unsere zahlreichen Seminaristen bereiten sich intensiv auf ihre Prüfungen am Jahresende vor. In den kommenden Monaten werden verschiedene Priesterweihen und Ordensprofessen der verschiedenen Institute folgen. Auch bei uns Kamillianern wird es eine neuen Priester, zwei Diakonen und zehn Ordensprofessen geben", so der italienische Missionar und Kamillianer Pater Luigi Galvani (MI), der auf der indonesischen Insel Flores lebt und arbeitet.
Der Missionar, der gerade von einem Besuch in der Gemeinschaft von Kupang auf der Insel Timor zurückgekehrt ist, hebt hervor, dass die Insel Flores der fruchtbarste Ort für Berufungen in Indonesien ist, "deren Bedeutung auch Papst Franziskus in seiner Botschaft an die Kamillianer-Missionare erwähnte, die er am gestrigen 16. Mai 2022 anlässlich des Generalkapitels mit der Wahl des neuen Generaloberen in Audienz empfing. Wir hoffen, dass dies noch lange so bleiben wird", fügt Pater Galvani hinzu, der sich freut, dass es nach den Einschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie nun wieder mehr Bewegungsfreiheit gibt, „vor allem um unsere Gemeinden und Orte der Berufungsförderung zu besuchen".
Der Missionar schließt mit Freude und Dankbarkeit für die neu gewählten Ordensoberen: "Wir freuen uns über die Wahl unserer neuen Ordensleitung, die derzeit noch im Rahmen des 59. Generalkapitels tagt“.

ASIEN/VIETNAM - Vesak-Fest: Buddhisten und Christen gemeinsam für eine bessere Welt

Hanoi (Fides) - Das Vesak-Fest, an dem Buddhisten in aller Welt an die Geburt Buddhas erinnern, berührt die meisten Vietnamesen zutiefst. Es ist für viele Bürger des Landes Gelegenheit, sich auf das eigene Innere zu besinnen und die Bedeutung eines aufwärtsgerichteten Lebens zu erfahren, das den Geist mit Reinheit und Frieden nährt. Wie der buddhistische Mönch Thich Giac Hien beont, „ stehen bei den Feiern des Geburtstags von Buddha auch, das Mitgefühl und die Weisheit im Mittelpunkt, die Gedanken in Taten verwandeln". Während der einwöchigen Feierlichkeiten (8.-15. Mai) organisierten Buddhisten in allen Provinzen und Städten des Landes Aktivitäten und Initiativen, darunter Umzüge mit Blumendekorationen und buddhistische Musikaufführungen auf öffentlichen Plätzen.
Anlässlich des 2566. Geburtstags von Buddha besuchte Bischof Alfonso Nguyen Huu Long von Vinh den Vorstand der buddhistischen Gemeinschaft (Sangha) in der Provinz Nghe An und wünschte allen Mönchen Freude und Glück im buddhistischen Geist. Der Bischof äußerte auch den Wunsch, dass alle Religionen in der Provinz ihre Solidarität verstärken und kontinuierlich zum Aufbau einer stärkeren Einheit beitragen. Er erinnerte an die Botschaft des Patriarchen der buddhistischen Gemeinschaft Vietnams, Thich Tri Quang, und betonte den Aufruf, "dem spirituellen Weg zu folgen, der der gesamten Menschheit Frieden und Glück bringt". "Jede Person oder Organisation hat die Verantwortung, sich für das Glück und den Frieden der Menschheit einzusetzen", sagte er während des interreligiösen Treffens und erinnerte daran, dass das "Vesak“-Fest heute zu einem religiösen Fest für den Frieden auf der ganzen Welt geworden ist, das eine eine Botschaft gegen den Krieg und für Liebe, Mitgefühl und Dienst an allen Lebewesen veremitteln soll. "Indem wir uns anderen gegenüber im Geiste des Mitgefühls und der Harmonie verhalten, erneuern wir unser gemeinsames Engagement für den Aufbau einer besseren Welt", so die Teilnehmer zum Abschluss des interreligiösen Treffens.

ASIEN/HEILIGES LAND - Kirchenvertreter nach Eingreifen der israelischen Polizei gegen Trauerzug: “Verstoß gegen internationale Normen"

Jerusalem (Fides) - Der Angriff der israelischen Polizei auf den Leichenzug der palästinensischen Journalistin Shireen Abu Aqleh, die am Mittwoch, den 11. Mai bei einer Razzia der israelischen Armee in einem Flüchtlingscamp getötet wurde, missachte das Empfinden der Kirche und das Andenken des Opfers und stellt eine "schwere Verletzung der internationalen Normen und Vorschriften" dar. Mit diesen Worten bedauern die Patriarchen, Bischöfe und Gläubigen der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften im Heiligen Land das gewaltsame Vorgehen von Polizeikräften und die Störung der Beisetzung der Journalistin am Freitag, den 13. Mai. Polizisten griffen ein, während der Sarg auf ihren Schultern vom St. Josephs Krankenhaus zur griechisch-melkitischen Kathedralkirche in der Altstadt von Jerusalem getragen wurde. Die israelische Polizei", heißt es in der Erklärung der Kirchenoberhäupter in Jerusalem, die den Vorfall bedauern, "ist in eine christliche Gesundheitseinrichtung eingedrungen, hat das Empfinden der Kirche, die Gesundheitseinrichtung und das Andenken des Verstorbenen missachtet und die Träger des Sarges fast gezwungen, diesen fallen zu lassen". Die israelische Polizei "griff die Trauernden an, schlug sie mit Schlagstöcken, setzte Rauchgranaten ein, feuerte Gummigeschosse ab und erschreckte die Krankenhauspatienten", heißt es dazu. Das polizeiliche Vorgehen, so heißt es in dem Text, der auch im Namen von Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem, und dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem, Theophilos III., veröffentlicht wurde, "ist ein schwerer Verstoß gegen internationale Normen und Vorschriften, einschließlich des grundlegenden Menschenrechts der Religionsfreiheit, das auch in einem öffentlichen Raum beachtet werden muss". In der Erklärung der Jerusalemer Kirchen wurde auch daran erinnert, dass das St. Josephs-Krankenhaus, das Schauplatz der Polizeirazzia war, "immer stolz darauf war, ein Ort der Begegnung und der Heilung für alle zu sein, unabhängig von ihrer religiösen oder kulturellen Zugehörigkeit, und dies auch weiterhin sein wird“. „Was am vergangenen Freitag geschah“, bedauern sie, „hat nicht nur die christliche Gemeinschaft, die Schwestern vom hl. Josef von der Erscheinung, denen das Krankenhaus gehört, und das gesamte Krankenhauspersonal zutiefst verletzt, sondern auch alle Menschen, die dort Frieden und Gastfreundschaft gefunden haben und immer noch finden". „Die Schwestern und das Personal des St. Josephs-Krankenhauses", so die im Namen der Kirchen von Jerusalem veröffentlichten Erklärung, "haben immer dafür gesorgt, dass ihr Institut ein Ort der Pflege und Heilung ist, und der bedauerliche Vorfall vom vergangenen Freitag macht dieses Engagement noch stärker als je zuvor".
Bereits am Tag nach der Ermordung äußerte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem die eigene "Bestürzung" über den Mord an der Journalistin (vgl. Fides 12/5/2022), und betonte, dass der Tod von Shireen "die Notwendigkeit einer gerechten Lösung des Palästina-Konflikts, der trotz der Tatsache, dass 74 Jahre seit der Nakba (dem Exodus von 700.000 Palästinensern, die 1948 aus den von Israel besetzten Gebieten flohen, Anm. d. Red.)“. In der Erklärung des Patriarchen wurde versichert, dass "für die Ruhe der Seele von Shireen gebetet wird, die ein Beispiel für Hingabe und eine starke Stimme für ihr Volk war“. „Wir beten", so die Stellungnahme des Lateinischen Patriarchats weiter, "dass das palästinensische Volk seinen Weg zu Freiheit und Frieden findet“.

AMERIKA/PARAGUAY - Bischöfe zum Nationalfeiertag: “Unabhängigkeit ist weder vollständig noch möglich ohne Nächstenliebe”

Asunción (Fides) - "Die Unabhängigkeit des Vaterlandes ist weder vollständig noch möglich ohne die Liebe zwischen den paraguayischen Brüdern und Schwestern zueinander nach dem Beispiel Jesu", schreibt der Vorsitzende der Paraguayischen Bischofskonferenz, Erzbischof Adalberto Martínez Flores von Asucnion in einer Botschaft, die anlässlich des 211. Jahrestages der Unabhängigkeit von Spanien am 15. Mai 1811..
Der Erzbischof erinnert in seiner Botschaft daran, dass sich rund 90 Prozent der Bevölkerung zum Christentum bekennen, und betont, dass "die soziale und politische Realität Paraguays uns als Christen herausfordert", da das Land von vielfältigen Formen der Gewalt, Emigration, Armut, Korruption und Straflosigkeit geprägt ist. "Die demokratischen Institutionen sind schwach, der Drogenhandel und das organisierte Verbrechen sind auf dem Vormarsch", bedauert er und betont, dass "ein Paraguay, das so ist, sehr leidet und vielen Ketten unterworfen ist, die es gefangen halten“. „Das Land der Träume wird so zu einem Albtraum werden, der neue patriotische Helden braucht, um die Heldentat der Unabhängigkeit, an die wir uns heute erinnern, zu erhalten und zu vertiefen", bekräftigt Erzbischof Martínez Flores. Er fordert daher "alle Bürger und alle Bewohner des Staates, unabhängig von ihrer Nationalität" auf, sich nicht die Hoffnung rauben zu lassen und die Herausforderungen anzunehmen, damit ein neues Paraguay entstehen kann.
Erzbischof Adalberto Martínez Flores fordert in diesem Zusammenhang "Horizonte, die unseren gemeinsamen Weg in der Synodalität in Richtung eines neuen, wirklich unabhängigen Landes zum Glück unseres Volkes leiten". Nur durch Dialog und Konsens könne ein nationales Projekt, eines Paraguay entwickelt werden, „das wir wollen und brauchen".
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz betont, dass das Nachdenken über eine andere Zukunft eine tiefgreifende Umkehr erfordere. Strukturelle Veränderungen "beginnen mit der Veränderung von Mentalitäten, Einstellungen und kulturellen Praktiken, die die Verwirklichung des Gemeinwohls behindern". Er spricht in diesem Zusammenhang eine Reihe von konkreten Herausforderungen an und nennt die wirtschaftlichen und politischen Machtspiele auf der Weltbühne, „die das Land zutiefst beeinträchtigen“ und die Korruption, „sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich, die unser Vertrauen beschädigt und Ressourcen vergeudet, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, insbesondere der schwachen Sektoren, der Landwirte und der indigenen Völker, bestimmt sind“. Schließlich müsse die Demokratie gestärkt werden und „die Behörden müssen ehrliche Diener des Gemeinwohls sein und nach den Grundrechten regieren“ und es sei notwendig, den anderen als Bruder oder Schwester zu sehen, „auch wenn er anders denkt als wir“, denn „die Gesellschaft zeichnet sich durch Vielfalt in allen Bereichen aus: Vielfalt bereichert, Homogenität verarmt“.
In Paraguay würdigt die Arbeit von Institutionen des öffentlichen Lebens die für den Schutz von Leben und Familie eintrete: „Das ist sehr gut, aber unzureichend", betont der Erzbischof und fordert dazu auf, "diese Absichtserklärung in konsequente Gesten umzusetzen" und sich konkret um die Familie, Kinder, Jugendlichen und verletzlichen Menschen zu kümmern und sie vor Missbrauch zu schützen. "Bildung und Kultur sind der Schlüssel für die Entwicklung der Menschen und der Gesellschaft", fuhr er fort und prangerte schließlich die Armut und die Lebensmittelknappheit bei großen Teilen der Bevölkerung an, „obwohl das Land genug Nahrungsmittel für alle produziert“.
"Besonders Besorgniserregend ist die Entwicklung des organisierten Verbrechens, des Drogenhandels und der radikalen Gruppen", fährt Erzbischof Martínez Flores fort und erinnert an die brutale Ermordung des Staatsanwalts Marcelo Daniel Pecci Albertini: "Dieses abscheuliche Verbrechen darf nicht als Einzelfall betrachtet werden, es ist eine tödliche Wunde im Herzen aller Paraguayer...“.
In seinem Schlusswort betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz: "Die Republik, die Nation und das Vaterland können nicht ohne ehrliche Bürger aufgebaut werden". Das neue Paraguay, das Land der Träume, "muss sich auf ein nationales Projekt stützen, das auf der Würde des Menschen und dem Gemeinwohl beruht, mit einer nationalen Politik der Solidarität und Brüderlichkeit, jenseits von Ideologien und Interessen von Parteien und Machtgruppen".


FIDES-NACHRICHTEN - 17.05.2022

EUROPA/RUSSLAND - “Free-market” als Ort der Begegnung: Katholische Pfarrgemeinde veranstaltet Tauschbazar

Moskau (Fides) - "Unser ‚free market‘ ist nicht nur ein Bazar zum Tausch von Gegenständen und Kleidung, sondern auch ein Ort, an dem sich die Menschen in einer guten Atmosphäre begegnen und gegenseitig helfen", so Nataliya Zykova von der Moskauer katholischen Gemeinde von der „Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria“ über die Initiative, die in diesen Tagen zum neunten Mal stattfand. Die Idee entstand 2016, als sie mit ihrem Mann Dmitry durch Moskau spazierte und "einen seltsamen Raum mit fröhlichen Menschen, Kleidung, Büchern, Limonade und Keksen" sah, erzählt Nataliya: "Wir fragten, was es damit auf sich hatte, und uns wurde gesagt, dass es sich um Stände handelte, an denen Menschen kostenlos Gegenstände tauschten. Zu Hause dachten wir daran, eine ähnliche Initiative in der Gemeinde vorzuschlagen".
So organisierte eine Gruppe von sieben Moskauer Katholiken im Dezember 2017 die erste Ausgabe des „free market“, eines Second-Hand-Markts auf dem Gelände der katholischen Kathedrale, dem Bischofssitz der Erzdiözese der Mutter Gottes. Die an den Ständen ausgestellten Gegenstände sind sehr unterschiedlich (hauptsächlich Kleidung, Taschen und Schuhe) und alle in gutem Zustand. Wer kommt, um sich umzuschauen und sich für eines zu entscheiden, lässt im Gegenzug etwas zurück, das er loswerden möchte, um es zusammen mit den anderen angebotenen Stücken auszustellen: die Initiative versteht sich auch als eine Möglichkeit, die Menschen für den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen des Planeten zu sensibilisieren, ein Thema, das in dieser Region oft vernachlässigt wird.
Der Austausch findet kostenlos statt, und wer möchte, kann ein freiwillige Spende für die Organisationskosten hinterlassen. So können diejenigen, die es sich nicht leisten können, Kleidung zu kaufen, zum Beispiel einen Pullover oder ein Paar Schuhe im Tausch gegen eine Tasse erhalten; und jeder kann, unabhängig von seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten, seine eigenen Gegenstände recyceln und so zur Bewahrung der Schöpfung beitragen.
Nataliya und Dmitry freuen sich, dass sich im Laufe der Jahre so viele andere Freiwillige an der Initiative beteiligt haben und dass sie nun auch ohne ihre direkte Beteiligung weitergeführt werden kann. Nataliya hebt die Besonderheit einer Initiative hervor, die auch auf der Ebene der zwischenmenschlichen Beziehungen Früchte getragen hat: "Im Laufe der Jahre hat der Freimarkt vielen Menschen die Möglichkeit geboten, sich zu treffen und ihre Bedürfnisse auszutauschen, auch im Hinblick auf eine brüderliche Unterstützung: Oft entstehen nach einem ersten Kontakt dauerhafte Bindungen und sinnvolle Freundschaften. Sie ist eine der Möglichkeiten, die Worte des Paulus an die Galater in die Praxis umzusetzen: "Einer trage des anderen Last" (vgl. Gal 6,2): Deshalb ist der ‚free market‘ entstanden“.

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Missionsschwester zur Heiligsprechung von Charles de Foucauld: „Zeugnis als Werkzeug der Mission“

Gode (Fides) - "Wenn ich auf den heiligen Charles de Foucauld blicke, werde ich trotz meines gefühlten Mangels an menschlicher Leistungsfähigkeit getröstet und ermutigt. Er steht für das gewöhnlichen, alltäglichen Leben mit Jesus unter dem Blick des Vaters, und er ließ sein Lebenszeugnis zu einem Werkzeug der Mission werden, um die Nächstenliebe Jesu zu vergegenwärtigen", so Schwester Joaquin Brown, die als Missionarin in Gode in der somalischen Region Äthiopiens lebt und arbeitet, gegenüber Fides zur Heiligsprechung von Charles de Foucauld am gestrigen Sonntag, den 15. Mai 2022 in Rom (vgl. Fides 14/5/2022).
"Ich stehe oft hier mit meiner ganzen menschlichen Armut, ohne ausreichende menschliche Ressourcen, vor einem Meer von Not. Die Lektüre und das Hören von Geschichten über den Heiligen und seine Spiritualität sowie seine Biografie waren eine Gelegenheit, sein Leben noch einmal zu betrachten und zu entdecken, zu welchem Leben der Herr uns, in dieser Ecke der Welt einladen kann, die 50.000 Quadratkilometer groß ist und eine halbe Million Einwohner hat", so die Missionsschwester.
"Charles' Überzeugung, dass er dazu berufen war, das Leben Jesu von Nazareth zu leben, in all der Alltäglichkeit und Monotonie, die dies oft mit sich bringt, ist für mich ein großer Leuchtturm hier, wo es nicht viel gibt, was wir tun können, außer dem Zeugnis vom Leben Jesu zu erlauben, sich auszubreiten. Das Leid und die Armut der Menschen um uns herum, vor allem der Frauen und ihrer Kinder, würden zur Verzweiflung führen, wenn glaubten, dass die Mission alles ändern könnte", erklärt Schwester Joaquin.
"Die kleinen Zeichen der Liebe“, so die Ordensfrau, die seit acht Jahren in dieser Gegend lebt „die wir in unserer Mission, hundert Meter von der Grenze der Apostolischen Präfektur Robe entfernt, zu setzen versuchen, ändern nicht viel im täglichen Leben derer, denen wir zu dienen versuchen, außer auf oberflächliche Weise. Schließlich sind aber die zarten Bande der Freundschaft, die wir versuchen, mit den Menschen zu knüpfen, mit denen wir in Kontakt kommen, das Einzige, was wirklich Bestand hat“.
"Ich habe diesen Tag mit großer Vorfreude erwartet“, so Schwester Joaquin weiter, „Vor dem Bild des heiligen Charles, das ich am Tag seiner Heiligsprechung auf den Altar gestellt hatte, dachte ich darüber nach, wie sehr diese Aufgabe hier in Gode für Frauen geeignet ist, andere in ihrer Schwäche und Not aufzunehmen und ihnen mit den mir zur Verfügung stehenden geringen Mitteln zu dienen, weil ich weiß, dass jenseits der physischen Not ein Abgrund liegt, den nur die göttliche Liebe stillen kann“. „Ich dachte oft an sein Bedürfnis, unter den Armen zu leben, weil sie ihm halfen, so wie er ihnen half, und ihm erlaubten, etwas von der Gegenwart Jesu in ihnen zu berühren; daran, wie Mutter Teresa mir geholfen hatte, diese gleiche Gegenwart in den Armen zu sehen; und an die tiefe Einheit der verschiedenen Leben der Heiligen, die in der Einfachheit des Evangeliums versammelt sind."
"Am Abend, in einer kurzen Zeit der eucharistischen Anbetung, dankte ich Gott für das Geschenk dieses neuen Heiligen und für die Art und Weise, wie er in seiner Hingabe an den Vater so eng mit dem Sohn identifiziert leben wollte, indem er jeden Augenblick seines Lebens dazu nutzte, die Liebe Jesu zu verbreiten", betont sie.
´Diese Heiligsprechung sei für sie "eine Einladung des Heiligen Geistes ist, vom heiligen Charles zu lernen, sich immer wieder dem Herrn hinzugeben, damit er sein Volk zu sich zieht, mit welchen Mitteln auch immer er will, auch durch die 'Alltäglichkeit' des Alltags".

AFRIKA/ÄGYPTEN - Erstmals in Kairo: Zwöfte Versammlung des Rates der Kirchen des Nahen Ostens eröffnet

Kairo (Fides) - "Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!". Die beruhigenden Worte, die Jesus im Matthäus-Evangelium an die Apostel auf dem See von Tiberias richtet, ist das Motto für die XII. Generalversammlung des Rates der Kirchen im Nahen Osten (Middle East Council of Churches, MECC), die am heutigen Montag, den 16. Mai, in Kairo eröffnet wurde. Vertreterinnen und Vertreter von 21 Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, die in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas vertreten sind, nehmen an den Arbeiten der Versammlung teil, die noch bis Freitag, den 20. Mai, andauert. Die Delegierten werden sich über die gegenwärtige und zukünftige Lage der Christen im Nahen Osten beraten.
Die Versammlung des ökumenischen Gremiums findet dieses Jahr auf Einladung des koptischen Patriarchen zum ersten Mal in Ägypten statt. Mindestens 17 Patriarchen und Oberhäupter von Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften nehmen an der Versammlung teil, darunter der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako, der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Aphrem II. und der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien Yohanna X, der Katholikos von Kilikien der Armenier Aram I., der griechisch-melkitische katholische Patriarch Youssef I. Absi, der syrisch-katholische Patriarch Youssef III. Younan und der lateinische Patriarch von Jerusalem Pierbattista Pizzaballa. Die Arbeiten werden von Dr. Michel Abs, Generalsekretär des MECC, geleitet. Auf dem Programm der Versammlung, die mit der Veröffentlichung eines Schlussdokuments enden wird, stehen verschiedene Referaten und Beratungen in Arbeitsgruppen zu weitreichenden Themen wie Diakonie und gemeinsamer sozialer Dienst, der ökumenische Weg als Instrument des gemeinsamen christlichen Zeugnisses und der Beitrag der Christen im Nahen Osten zu den Prozessen der Versöhnung und des friedlichen Zusammenlebens in den Gesellschaften des Nahen Ostens und Nordafrikas. Während der Versammlung werden auch die vier Ko-Präsidenten des Gremiums und die Mitglieder des Vorstands, die für die nächsten vier Jahre die kollegiale Leitung des MECC übernehmen sollen, gewählt.
Die Generalversammlung des MECC tritt alle vier Jahre zu einer regulären Sitzung zusammen, um Fragen im Zusammenhang mit der christlichen Präsenz im Nahen Osten zu erörtern. Durch die Covid-19-Pandemie hat sich die Einberufung der 12. Vollversammlung, die eigentlich im Jahr 2020 stattfinden sollte, um zwei Jahre verzögert.
Der 1974 in Nikosia gegründete Rat der Kirchen des Nahen Ostens, der derzeit seinen Sitz in Beirut hat, soll die Annäherung der christlichen Gemeinschaften des Nahen Ostens in Fragen von gemeinsamem Interesse erleichtern und zur Überwindung konfessioneller Unterschiede beitragen. Etwa dreißig katholische, orthodoxe, östlich-orthodoxe und evangelische Kirchen und kirchliche Gemeinschaften sind Mitglieder des MECC. Nach dem Rotationskriterium gehört der derzeitige Generalsekretär Michel Abs der griechisch-orthodoxen Kirche von Antiochien an, deren Patriarch, Yohanna X., in Damaskus residiert. Der Wirtschaftswissenschaftler und Soziologe mit langjähriger Erfahrung in der Management- und Unternehmensberatung hat auch Studien und Forschungsarbeiten über die Präsenz christlicher Gemeinschaften im Nahen Osten und über Fragen des interreligiösen Dialogs durchgeführt. Vor ihm hatte zum ersten Mal eine Frau das Amt der MECC-Generalsekretärin inne, die maronitische Christin Souraya Bechealany, die als Theologieprofessorin an der „Université Saint-Joseph de Beyrouth“ lehrt.

AFRIKA/UGANDA - Blühende Ortskirche: Päpstliche Missionswerke als “helfende Hände” des Papstes

Kampala (Fides) - "Die Päpstlichen Missionswerke können als die helfenden Hände des Heiligen Vaters bei der Ausführung der Mission der Kirche, die Jesus Christus auf Erden begonnen hat, bezeichnet werden", so Pfarrer Pontian Kaweesa, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Uganda gegenüber am Vorabend der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke, die heute in Lyon (Frankreich) beginnt.
"Die lokale Kirche in Uganda ist seit über 144 Jahren, seit der Ankunft der Missionare der Gesellschaft für die Afrikamissionen, Pater Simeon Lourdel und Bruder Delmas Amans, enorm gewachsen und sie ist heute in der Lage, ihre Arbeit zu tun. Der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung Ugandas, die etwa 44 Millionen beträgt, macht etwa 40 Prozent aus; es gibt heute insgesamt 19 katholische Diözesen, die vier Kirchenprovinzen oder Erzdiözesen unterstellt sind", erklärt Pfarrer Kaweesa, „Die meisten Bischöfe sind einheimisch und in den meisten Diözesen gibt es zahlreiche Berufungen zum Priestertum und zum Ordensleben. Die Pfarrkirchen sind an Sonntagen und anderen Tagen, an denen sich die Gläubigen zum Gebet und zur Feier der Eucharistie versammeln, immer noch gut gefüllt. Es ist eine großartige Sache, ein praktizierender Katholik in Uganda zu sein“.
Es sind nicht nur die Zahlen, die von einer wachsenden Kirche zeugen, sondern vom Zeugnis eines gemeinsamen und überzeugten Glaubens, der auf dem Beispiel der Missionare beruht, die hier tätig waren und sind. "Die ersten katholischen Missionare in Uganda müssen auch von der bald seligen Pauline Marie Jaricot und ihrem Charisma für die Mission der Kirche inspiriert und ermutigt worden sein", so der ugandische Nationaldirektor weiter, "es ist kein Zufall, dass die ersten katholischen Missionare, die nach Uganda kamen, aus Frankreich kamen. Später schlossen sich ihnen weitere Missionare aus anderen Ländern an, wie Mill Hill Missionare aus England, die Jesuiten und die Comboni Missionare aus Italien, usw."
Pater Kaweesa erzählt, wie wichtig für seine Berufung zum Priestertum die besonders enge und persönliche Beziehung seiner Familie zu dem verstorbenen französischen Missionar Pater Gabriel Besseteaux war, der in seiner Gemeinde Pfarrer war, und bei der Familie wohnte, als er gerade mal 12 Jahre alt war.
„Als Kinder empfanden wir es als etwas Besonderes, einen Missionspriester zu haben, der bei uns zu Hause wohnte", erzählt Pater Kaweesa, "in den Ferien ging ich mit ihm spazieren, wenn er zum Predigen ging, und ich half ihm immer das Messdiener. Es waren die Nähe und das Zeugnis dieses Missionspriesters, die in mir den Wunsch nach dem priesterlichen Leben weckten“.
"Bei meinen Besuchen in den Priesterseminaren habe ich erfahren, wie viele Menschen durch den Päpstlichen Missionswerke die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten unterstützen", schließt Pater Kaweesa, "und ich weiß heute, wie viele Kirchen gebaut wurden, wie viele Schulen, Krankenhäuser und Pflegeheime, die alle durch das Gebet und die Unterstützung der Päpstlichen Missionwrke gebaut und erhalten wurden“.

ASIEN/PAKISTAN - Nach Mord an zwei Sikhs auf dem Bazar in Peschawar: „Religiöse Minderheiten werden verfolgt“

Peschawar (Fides) - "Religiöse Minderheiten in Pakistan werden ständig verfolgt“, so der Menschenrechtsaktivist Ashiknaz Khokhar gegenüber Fides über den jüngsten Vorfall, der die pakistanische Gesellschaft erschüttert, “Wir sind besorgt um unseren Schutz und unsere Zukunft in Pakistan. Angehörige aller religiösen Minderheiten werden angegriffen und getötet. Die Ermordung der beiden pakistanischen Sikhs ist eine Schande für unser Land. Wir verurteilen diesen Angriff aufs Schärfste und fordern den Präsidenten, den Premierminister und den Generalstabschef der Armee sowie den Premierminister der Provinz Khyber Pakhtun Khwa (KPK) auf, sich für den Schutz der in Pakistan lebenden religiösen Minderheiten einzusetzen". Ashiknaz Khokhar, der sich für den Schutz religiöser Minderheiten einsetzt, sagt in diesem Zusammenhang auch: "Die pakistanische Regierung hat noch viel zu tun, um Harmonie und Frieden in Pakistan zu gewährleisten".
Am 15. Mai töteten zwei noch nicht identifizierte Männer zwei Sikh-Geschäftsleute auf dem „Bata Tal Bazar“ in Peschawar, während die beiden damit beschäftigt waren, einen Verkaufsstand einzurichten. Es handelt sich bei den Opfern um Saljeet Singh (42) und Ranjeet Singh (38). Beide waren auf der Stelle tot. In einer ersten Stellungnahme der Polizei heißt es: "Es handelt sich offenbar um gezielte Tötungen, mit dem Ziel Angst unter religiösen Minderheiten zu verbreiten“. Auf die Sikhs soll mehrmals geschossen worden sei, bevor die die Mörder vom Tatort flohen.
Auch Waseem Ghouri, Vorsitzender der „National Minorities Alliance“, verurteilte den Terrorakt aufs Schärfste: "Es ist sehr traurig, dass unschuldige Menschen aufgrund von Hass und Diskriminierung getötet werden. Wir stehen an der Seite unserer Sikh-Gemeinschaft in Pakistan und fordern Gerechtigkeit". Während Joseph Johnson von der Nichtregierungsorganisation "Voice for Justice" sagte "Dieser Angriff zeigt, wie unsicher religiöse Minderheiten in Pakistan sind. Die pakistanische Regierung muss Maßnahmen zum Schutz religiöser Minderheiten ergreifen, die unter ständiger Bedrohung und Angst leben". Dies sei ein Image-Schaden für das Land.
Unterdessen wurde am vergangenen 13. Mai wurden die beiden pakistanische Christen Rajish Bhatti und Naqash Bhatti, von muslimischen Männern in Taxila bei einem geringfügigen Streit getötet, wonach es zu einer Kundgebung kam, bei der die Anwohner Schilder mit der Aufschrift "Christians lives matter" hochhielten. Anfang dieses Jahres, am 30. Januar 2022, hatte sich ein ähnlicher Vorfall in Peschawar ereignet, wo zwei christliche Pastoren von zwei Männern auf der Straße in der Nähe des Madina-Marktes angegriffen wurden. Bei diesem Anschlag starb einer der beiden Pastoren.

AMERIKA/KANADA - Bischöfe zum bevorstehenden Papstbesuch: “Wir werden weiter den Weg der Heilung und Versöhnung beschreiten“

Ottawa (Fides) - "Wir sind dem Heiligen Vater unendlich dankbar, dass er unsere Einladung angenommen hat, den Weg der Heilung und Versöhnung mit den indigenen Völkern dieses Landes fortzusetzen. Ende Juli wird Papst Franziskus die Gelegenheit haben, die indigenen Völker hier in ihrer Heimat zu besuchen, wie er es bei seinem jüngsten Treffen in Rom versprochen hatte. Wir wollen für die Gesundheit des Heiligen Vaters beten, während wir mit der intensiven Planung dieses historischen Besuchs beginnen“, so der Vorsitzender der Kanadischen Katholischen Bischofskonferenz (CCCB), Bischof Raymond Poisson von Saint-Jérome im Namen der katholischen Bischöfe Kanadas zur offizielle Bestätigung der Reise von Papst Franziskus nach Kanada. Am 13. Mai gab das Presseamt des Heiligen Stuhls dazu folgendes Kommuniqué heraus: "Auf Einladung der zivilen und kirchlichen Behörden und der indigenen Gemeinschaften wird der Heilige Vater, Papst Franziskus, vom 24. bis 30. Juli eine Apostolische Reise nach Kanada unternehmen und die Städte Edmonton, Quebec und Iqaluit besuchen“. Das Programm und weitere Einzelheiten zu dieser Reise werden sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Die Bischöfe erinnern in diesem Zusammenhang an das Zusammentreffen von Franziskus mit indigenen Delegierten, die in Begleitung einiger kanadischer Bischöfe vom 28. März bis 1. April in den Vatikan gekommen waren und "die Geschichten derjenigen, die unter Vertretern der katholischen Kirche gelitten haben“ berichteten und „ auf Mitgefühl, Reue und einem echten Wunsch nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Heilung" stießen. Am Ende des Treffens hatte der Papst zugesagt, die indigenen Völker auf kanadischem Boden zu besuchen.
In Anbetracht der begrenzten Zeit, die für den Besuch zur Verfügung steht, so die Bischofskonferenz, werde Papst Franziskus während seines Besuchs in Kanada nur drei Gemeinden besuchen: Edmonton, Quebec City und Iqaluit. Edmonton ist die kanadische Stadt mit dem zweitgrößten Anteil indigener Einwohner, während es in Alberta mit 25 Internatsschulen, die meisten katholischen „residential schools“ gab“. In Iqaluit leben bei rund 8.000 Einwohnern die meisten Inuit (3.900). Papst Franziskus wurde von den Inuit-Delegierten persönlich auch den Norden Kanadas zu besuchen.
Von Québec City aus sollen Vertreter der indigenen Völker aus dem Osten des Landes gemeinsam zu Veranstaltungen mit Papst Franziskus reisen können. In der Region befindet sich auch die Basilika Sainte Anne-de-Beaupré, eine der ältesten und beliebtesten Pilgerstätten Nordamerikas, zu der jedes Jahr indigene und andere Völker aus ganz Kanada und anderen Teilen der Welt strömen.
Der genaue Zeitplan für die Begegnungen und Veranstaltungen mit Papst Franziskus in Kanada wird in den kommenden Wochen zusammen mit Vertretern der indigenen Völker auf lokaler und nationaler Ebene festgelegt. Im Auftrag der Bischofskonferenz ist Erzbischof Richard Smith für die Organisation des Papstbesuchs verantwortlich. Erzbischof Smith von Edmonton begleitete Ende März auch die indigene Delegation in den Vatikan und unterhält seit langem Beziehungen zu führenden Vertretern der indigenen Gemeinschaften. Erzbischof Smith sagte zu seiner Ernennung: "Ich fühle mich geehrt, als Generalkoordinator für diesen historischen Besuch von Papst Franziskus zu fungieren. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den indigenen Völkern in diesem Land sowie mit Partnern auf lokaler, provinzieller und föderaler Ebene. Während wir uns auf den Empfang des Heiligen Vaters vorbereiten, sollten wir uns weiterhin gemeinsam auf diesen wichtigen Weg der Heilung und Versöhnung begeben".

AMERIKA/KOLUMBIEN - Legalisierung von ärztlich begleiteter Stebehilfe: Bischöfe äußern “tiefes Bedauern”

Bogotà (Fides) - Das kolumbianische Verfassungsgericht hat die Legalisierung der ärztlich assistierten Sterbehilfe beschlossen. Diese ermögliche den Menschen, die dies wünschen, einen würdigen Tod zu sterben, heißt es in der Begründung. Die ärztlich assistierte Sterbehilfe ist aber nur dann zulässig, wenn bei dem Patienten eine körperliche Verletzung oder eine schwere und unheilbare Krankheit diagnostiziert wurde, oder wenn der Patient unter starken körperlichen oder seelischen Schmerzen leidet, die mit dem Konzept eines würdigen Lebens unvereinbar sind. Bisher galt in Kolumbien eine Gefängnisstrafe von 16 bis 36 Monaten für Ärzte, die Sterbehilfe leisteten.
"Im Einklang mit der immerwährenden Lehre der Kirche und ihrer grundlegenden Option, dem Menschen ganzheitlich zu dienen“ äußert die Bischofskonferenz „tiefes Bedauern“ über die Entscheidung des Verfassungsgerichts. In der Stellungnahme mit dem Titel "Wir sind verantwortlich für das Leben" bekräftigen die kolumbianischen Bischöfe ihre Nähe zu allen Menschen und fordern dazu auf, "die Liebe Christi in konkrete Gesten des Gebets, der Zuneigung, des Dienstes und der Begleitung im Angesicht des Schmerzes umzusetzen", wie es der barmherzige Samariter getan hat.
Daher appellieren sie im Namen der katholische Kirche an die Behörden des Landes, "den unverletzlichen Wert des menschlichen Lebens, der in der kolumbianischen Verfassung (Artikel 11) verankert ist, zu achten" und bei den getroffenen Entscheidungen "den Schutz, die Verteidigung und die Pflege des Menschen“ und nicht seine Tod zum Ziel zu haben. Die Leidtragenden, ihre Familien und alle Menschen werden aufgefordert, "der Versuchung zu widerstehen, die manchmal durch Gesetzesänderungen hervorgerufen wird, den Tod durch Medizin herbeizuführen". Schließlich bekräftigen sie, dass "kein Mitarbeiter des Gesundheitswesens gezwungen werden kann, am Tod anderer mitzuwirken", weshalb das Grundrecht auf persönliche Verweigerung aus Gewissensgründen garantiert werden müsse, "ebenso wie die Grundsätze des Auftrags und der Vision der Institutionen, die sie ihrem Wesen nach zugunsten des Lebens ausweisen, geschützt werden müssen".

VATIKAN - Zur Heiligsprechung von Charles de Foucauld: Christus in den Wüsten der Welt bezeugen

Vatikanstadt (Fides) - In der Reihe der ständig wachsenden Zahl der Heiliggesprochenen scheint er zur Kategorie der extremen Heiligen zu gehören, derjenigen, die für die Grenzbereiche des christlichen Lebens und Arbeitens in der Welt stehen. Doch seine unwiederholbare Geschichte lässt trotzdem aufatmen. Sein Leben berichtet davon, wie es gelingen kann, nicht nur in der algerischen Wüste, sondern auch in den Wüsten der Großstädte, die in der heutigen Zeit überall auf der Welt wachsen, Zeugnis für Christus abzulegen (…)
Mehr bei Omis Terra (Italienisch) unter http://omnisterra.fides.org/articles/view/185


FIDES-NACHRICHTEN - 13.05.2022

AFRIKA/NIGERIA - Seit Anfang März in Geiselhaft: Katholischer Priester in den Händen seiner Entführer gestorben

Abuja (Fides) - "Mit gebrochenem Herzen fügen wir uns dem Willen Gottes und geben den Tod von Pater Joseph Aketeh Bako bekannt, der zwischen dem 18. und 20. April 2022 in den Händen seiner Entführer starb", so der Kanzler der Erzdiözese Kaduna, Pfarrer Christian Okewu Emmanuel, zum Tod des am 8. März entführten Pfarrers der katholischen Gemeinde „St. John's“ in Kudenda im Bezirk Kaduna South im Bundesstaat Kaduna.
Pfarrer Bako (48) war von bewaffneten Männern entführt worden, die in der Nacht zum 8. März um 1.30 Uhr in das Pfarrhaus eindrangen Zusammen mit ihm wurde auch sein Bruder, der zu Besuch war, entführt. "Sein Bruder wurde vor seinen Augen getötet, woraufhin sich sein Zustand (er war schon seit einiger Zeit krank) verschlechterte und er schließlich starb", so der Kanzler der Erzdiözese Kaduna. "Wir konnten die Leiche noch nicht bergen, aber wir haben eine sichere Bestätigung des Todes. Die Menschen, die mit ihm entführt wurden, haben ihn sterben sehen."
Bereits in den Wochen nach der Entführung hatten sich Gerüchte über den Tod von Pater Bako verbreitet, der angeblich von seinen Entführern gefoltert wurde. Der Kanzler der Erzdiözese Kaduna erklärte, dass "die Umstände, die zum Tod von Pater Bako geführt haben, und das Datum seines Todes inzwischen sorgfältig überprüft werden konnten, weshalb wir sie heute auch mit Sicherheit mitteilen können".

AFRIKA/ESWATINI - Bischof beauftragt Katholischen Frauenrat: "Wir wollen nachhaltige Flüchtlingshilfe gewährleisten"

 Manzini (Fides) - "Wir wollen Büros für Migranten und Flüchtlinge einrichten, die Seelsorge leisten und Migranten und Flüchtlinge in unsere verschiedenen Gemeinden nachhaltig integrieren", so die Präsidentin des Katholischen Frauenrates von Eswatini (ECCW), Doris Makhubu, während eines dreitägigen Studienseminars über den geplanten Aufbau von Kapazitäten für die Migranten- und Flüchtlingsseelsorge unter Leitung des ECCW.
Ziel des Treffens mit dem Titel "Migranten und Flüchtlinge: Eine nachhaltige Antwort" war es, den anwesenden Delegierten aus den Gemeinden die notwendigen Instrumente an die Hand zu geben, um Migranten durch die Einrichtung von Büros auf Diözesan- und Gemeindeebene zu unterstützen.
Bischof Jose Ponce de Leon von Manzini, hatte dazu aufgefordert, das Phänomen der menschlichen Mobilität im Land besser zu verstehen und die Seelsorge für Migranten und Flüchtlinge auf Diözesan- und Pfarrebene zu entsprechend zu organisieren, damit ein koordiniertes Netzwerks auf diözesaner, nationaler und internationaler Ebene entsteht, das die Beschlüsse der Vollversammlung der Südafrikanischen Bischofskonferenz (SACBC) 2019 zum Thema Migration umsetzt.
"Die Idee kam vom Bischof und er bat uns katholische Frauen und Menschen, die mit dem Flüchtlingslager in Malindza zusammenarbeiten, ihm bei der Einrichtung eines Büros für Migranten und Flüchtlinge in der Diözese zu helfen", so die EVZ-Präsidentin. "Wir haben bereits 2016 mit der Arbeit mit Flüchtlingen begonnen und selbst während der COVID-Pandemie gelang es uns, Hilfsmittel in das Flüchtlingslager Malindza zu bringen. Einmal im Jahr verteilen wir dort Lebensmittel, Kleidung, Bettwäsche und Tampons mit, denn es sind vor allem auch viele Mädchen und junge Frauen im Lager".
In dem Flüchtlingscamp sind Menschen aus Ruanda, Südsudan, Somalia, Simbabwe, Tansania und der Demokratischen Republik Kongo untergebracht. "Das Seminar war sehr lehrreich", fügte Frau Makhubu hinzu, "wir katholischen Frauen wurden so gestärkt, dass wir, wenn wir in unsere Pfarreien zurückkehren, in der Lage sein werden, die erforderliche Arbeit zu leisten. Zunächst einmal müssen wir die Migranten und Flüchtlinge identifizieren, denn wir wissen jetzt, dass es neben den Flüchtlingen im Camp Malindza auch Geflüchtete in den verschiedenen Städten gibt. Als Kirche wollen wir eine Willkommenskultur verbreiten und wir müssen dabei auch wissen, dass wir selbst Migranten in unserem eigenen Land sein können".
Die Präsidentin der EBCA bedankte sich abschließend bei Bischof Ponce de Leon dafür, dass er den katholischen Frauen die Leitung dieses wichtigen und verantwortungsvollen Projekts anvertraut hat. Im Königreich Eswatini suchen zahlreiche Flüchtlingen aus Ländern bis zum Horn von Afrika, aus Zentralafrika und aus Ländern im Südosten der Region Zuflucht.

ASIEN/SÜDKOREA - Erzdiözese Seoul würdigt den Unabhängigkeitskämpfer Thomas Ahn Jung-geun

Seoul (Fides) – Die Erzdiözese Seoul würdigt den festen Glauben, das Martyrium und den missionarischen Geist von Persönlichkeiten und katholischen Laien aus der modernen und zeitgenössischen Geschichte der Kirche in Korea und lädt dabei die Katholiken ein in deren Fußstapfen zu treten. So zelebrierte zum Beispiel der Erzbischof von Seoul und Apostolischer Administrator von Pjöngjang, Peter Chung Soon-taick (OCD), zelebrierte jüngst einen Gottesdienst im Gedenken an den 112. Todestag von Thomas Ahn Jung-geun, der für die koreanische Unabhängigkeit kämpfte und im Gefängnis von Lushun (China) starb.
„Ahn Jung-geun", so der Erzbischof "war ein Märtyrer und ein Patriot, der als einer der angesehensten Unabhängigkeitshelden Koreas gefeiert wird. Wir können in ihm Jesus sehen, der das Kreuz trägt. Durch Ahns Opfer wurde die Unabhängigkeit unseres Landes von Japan und ein dauerhafter Frieden in Asien erreicht". "Ahn lehrt uns als Märtyrer und Patriot, dass wir alle zu Aposteln werden sollten, um Gerechtigkeit und Frieden in die Welt zu bringen, in der gegenwärtig Kriege stattfinden, und insbesondere auf die koreanische Halbinsel, wo es eine schmerzhafte Trennung gibt“, fügte Erzbischof Peter Chung hinzu.
In der katholischen Kirche Koreas gedachte zuerst, der verstorbene Erzbischof Paul Ro Ki-nam, der erste einheimische Erzbischof von Seoul, des bekannten Unabhängigkeitskämpfers. Während der ersten Gedenkmesse, die 1993 gefeiert wurde, würdigte auch Südkoreas erster Kardinal Stephen Kim Sou-hwan dessen Taten „zum Schutz des Landes".
Thomas Ahn Jung-geun wurde am 2. September 1879 in einer buddhistischen Familie in Haeju in der Provinz Hwanghae (im heutigen Nordkorea) geboren und war der älteste Sohn von Ahn Tae-hun und Kim A-ryeo. Sein Vater Ahn Tae-hun hatte nach Ausschreitungen zwischen dem Militär und den Bauern in Donghak in der katholischen Kirche in Jonghyeon (Myeongdong) Zuflucht gesucht und war dann nach Cheonggye-dong zurückgekehrt, wo seine Familie 1897 von Pater J. Wilhelm (auf Koreanisch: Hong Seok-gu) getauft wurde. Ahn erhielt den Taufnamen "Thomas", heiratete und bekam drei Kinder (zwei Jungen und ein Mädchen). Nach seiner Bekehrung zum Christentum arbeitete Ahn mit katholischen Missionaren zusammen, die im Lande tätig waren. Von diesen erhielt er auch die Mittel für die Gründung zweier katholischer Schulen, an denen er selbst als Schulleiter tätig war. Schließlich schloss er sich der nationalistischen Bewegung zur Befreiung Koreas von der japanischen Besatzung an. Im Kampf um die Unabhängigkeit erschoss Ahn am 26. Oktober 1909 in Harbin (Nordostchina) Hirobumi Ito, den vierfachen Premierminister Japans und ersten Generalgouverneur Koreas. Dafür wurde Ahn verhaftet, gefoltert und am 26. März 1910 von japanischen Truppen hingerichtet.

ASIEN/PALÄSTINA - Lateinisches Patriarchat in Jerusalem trauert um getötete TV-Journalistin: „Palästinakonflikt darf nicht in Vergessenheit geraten“

Jenin (Fides) - Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem "drückt seine Bestürzung über den Tod der palästinensischen Reporterin Shireen Abu Aqleh aus, die Augenzeugen zufolge von der israelischen Armee getötet wurde, als sie am Mittwochmorgen, den 11. Mai 2022, die Razzia der israelischen Armee im Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland dokumentierte". In der Erklärung fordert das Patriarchat auch "eine gründliche und dringende Untersuchung aller Umstände ihrer Ermordung und die Überführung der Verantwortlichen vor Gericht“. „Der tragische Tod von Shireen", heißt es in der offiziellen Stellungnahme, "führt uns allen die Notwendigkeit vor Augen, eine gerechte Lösung für den Palästina-Konflikt zu finden, der auch 74 Jahre nach der Nakba (dem Exodus von 700.000 Palästinensern, die 1948 aus den von Israel besetzten Gebieten flohen) nicht in Vergessenheit geraten darf“. Das Patriarchat würdigt die Journalistin als „Beispiel für Hingabe und eine starke Stimme für ihr Volk". „Der liebe Gott wird möge ihrem Bruder und ihren Angehörigen den Trost des Glaubens zu schenken", heißt es weiter und „wir beten auch dafür, dass das palästinensische Volk seinen Weg zu Freiheit und Frieden finden möge“.
Shireen Abu Aqleh (51), die auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, wurde in Jerusalem geboren. Sie hatte an der Yarmouk-Universität in Jordanien Journalismus studiert und kehrte nach ihrem Abschluss in die Palästinensischen Gebiete zurück, wo sie zunächst für eine Reihe lokaler Medien arbeitete, darunter „Radio Voice of Palestine“ und der Satellitenfernsehsender „Aman“. 1997 begann sie ihre Karriere bei „Al-Jazeera“, dem bekanntesten arabischsprachigen Satellitensender, für den sie aus Ost-Jerusalem über politische Ereignisse Ereignisse in Israel und in den palästinensischen Gebieten, wie die Zweite Intifada, berichtet hatte.
Unterdessen bezeichnete der palästinensische Botschafter in Italien, Abeer Odeh, Shireen in einer nach dem tragischen Tod der Journalistin veröffentlichten Erklärung als "eine liebe Freundin, eine aufrichtige Person und eine sehr gute Journalistin", die "von den israelischen Besatzungstruppen getötet wurde, die weiterhin die palästinensische Bevölkerung massakrieren, während die internationale Gemeinschaft gleichgültig bleibt". „Mehr als 100 palästinensische Journalisten“, so der Botschafter, "wurden von Israel während der längsten Besatzung der Welt, die 1967 begann, getötet".

ASIEN/PHILIPPINEN - Bischof von Kalookan: "Christen sind Kinder des Lichts und der Wahrheit, auch in den sozialen Medien”

Manila (Fides) - "Wir müssen lernen, nicht vor Menschen zu kapitulieren, die von der Finsternis verführt wurden. Die Getauften sind Kinder des Lichts, die sich der Finsternis entgegenstellen. Die größte Arena in diesem Kampf zwischen Christus und Satan scheinen im Zeitalter der digitalen Technologie die sozialen Medien zu sein", so der der Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen (CBCP), Bischof Pablo Virgilio David von Kalookan, in einer Mitteilung zu den Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen und dem - wenn auch noch nicht offiziellen – triumphalen Wahlsieg von Ferdinand Marcos Jr. (vgl. Fides 10/5/2022 und 11/5/2022 )
Der Bischof schreibt, er beziehe sich auf "den Kampf zwischen Wahrheit und Lüge oder zwischen Information und Desinformation" und weist darauf hin, dass es "nicht einfach ist, den Menschen die Wahrheit zu vermitteln". "Die eigentliche Herausforderung für den Erlöser besteht darin, die Menschen dazu zu bringen, das Licht zu sehen und die Wahrheit zu erkennen", erklärt er. "Dabei reicht es nicht aus", fährt er fort, "einer Person zu sagen: 'Du hast Unrecht'. Denn dies drängt sie in die defensive oder sie kann sogar offensiv werden, weil sie sich angegriffen fühlt".
Deshalb erinnert David die Gläubigen daran, sich "vom Leben Jesu inspirieren zu lassen": "Schauen wir uns an, was Christus getan hat", fordert er, "als sie ihn ans Kreuz hängten, betete er und sagte: 'Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun'. Er hat seine radikale Liebe bewiesen, indem er in die Hölle hinabgestiegen ist, die das Leben eines jeden Menschen werden kann, der von der Sünde verführt wird. Christus lehrt uns, dem Bösen entgegenzutreten und dem Herrn der Finsternis einen Schlag zu versetzen, um seinen Bann zu brechen und seine Gefangenen wieder ans Licht zu führen".
"Jesus verurteilt nicht diejenigen, die in der Finsternis sind, aber er sagt auch, dass diejenigen, die freiwillig die Wahrheit ablehnen und sich für die Lüge entscheiden, bereits ihre eigene Verurteilung gewählt haben", schließt er.

AMERIKA/URUGUAY - Geboren in Italien: Mutter Franicsca Rbatto ist die erste Heilige Uruguays

Montevideo (Fides) - "‘Die Kirche grüßt Schwester María Francisca de Jesús, Gründerin der Kapuzinerinnen von Loano... die erste Selige Uruguays‘. Mit diesen Worten überraschte der heilige Johannes Paul II. am 10. Oktober 1993 viele der uruguayischen Katholiken, die an der Seligsprechungsfeier dieser in Italien geborenen Ordensfrau teilnahmen, die aber unter uns leben wollte, um das Evangelium zu verkünden und in unserem Land begraben zu werden. Heute schließen wir uns mit großer Freude den Feierlichkeiten zu ihrer Heiligsprechung in Rom teil, wo Papst Franziskus sie am 15. Mai zur Heiligen erklären wird", heißt es in einem Schreiben der Bischöfe von Uruguay in ihrer Botschaft zur bevorstehenden Heiligsprechung der italienischen Ordensschwester.
"Der heilige Franz von Assisi hat uns ein Zeugnis der evangelischen Nächstenliebe im Dienste der Kranken und der Ärmsten hinterlassen, während sie mit Sanftmut und Nähe das Evangelium Jesu verkündet hat", so die Bischöfe weiter. „Die Kongregation der Kapuzinerinnen, die sie gegründet hat, ist noch immer unter uns und bewahrt die leuchtende Erinnerung an ihr Engagement. Als Kirche in Uruguay vertrauen wir uns der Fürsprache dieser zukünftigen Heiligen an und laden Sie ein, an der Eucharistiefeier am Sonntag, dem 29. Mai, um 16 Uhr in der Kathedrale von Montevideo und an den anderen Feierlichkeiten anlässlich ihrer Heiligsprechung in unserem Land teilzunehmen".
Die sterblichen Überreste von Mutter Rubatto ruhen ihrem eigenen Wunsch entsprechend im Heiligtum im Stadtteil Belvedere in Montevideo in Uruguay, wo sie Ende des 19. Jahrhunderts als Missionarin ankam. Das Wunder, das ihrer Fürsprache zugeschrieben wird, bezieht sich auf einen jungen Uruguayer, der im Jahr 2000 einen Motorradunfall hatte, bei dem er eine Kopfverletzung mit Blutungen und ein daraus resultierendes Koma erlitt. Die Anrufung von Mutter Francisca führte zur völligen Genesung des jungen Mannes, der keine anhaltenden Folgen des Unfalls erlitt.
Anna Maria Rubatto wurde am 14. Februar 1844 in Carmagnola (Piemont, Italien) geboren. Schon in jungen Jahren widmete sie sich karitativen Aufgaben, unterrichtete Kinder im Katechismus, besuchte die Kranken im Cottolengo-Hospiz und beteiligte sich an der Arbeit des Oratoriums der Salesianer Don Bosco in Turin. Am 23. Januar 1885 gründete sie in Loano die Kongregation der Kapuzinerinnen, die sich den Kranken und vor allem den verlassenen Kindern und Jugendlichen widmet. 1892 reiste sie mit vier Schwestern ihrer Kongregation nach Lateinamerika, um dort in Uruguay, Argentinien und dann im Nordosten Brasiliens tätig zu werden.
Sie kam mit drei Schwestern nach Uruguay und ließ sich im Stadtteil Belvedere nieder, wo sie eine Nähwerkstatt einrichteten, aus der später das "Colegio San José de la Providencia" hervorging. Als Missionarin ging sie Argentinien und Brasilien, wo sechs ihrer Mitschwestern ihr Leben ließen. Sie selbst starb 1904 in Montevideo. Ihre sterblichen Überreste wurden auf dem Friedhof von La Teja beigesetzt, entsprechend ihrem testamentarischen Wunsch. Anschließend wurden sie in die von ihr errichtete Kapelle gebracht, die im Jahr 2000 zum "Heiligtum der seligen María Francisca Rubatto" im Stadtteil Belvedere von Montevideo wurde. Heute ist das Heiligtum ein Ort der Begegnung, der Besinnung und des Gebets. Papst Johannes Paul II. sprach sie am 10. Oktober 1993 in Rom selig.
Derzeit ist die Kongregation neben Italien, wo sich das Mutterhaus befindet, in neun Ländern Lateinamerikas und Afrikas vertreten: Argentinien, Brasilien, Peru, Uruguay, Kamerun, Äthiopien, Kenia, Malawi und Eritrea. In Uruguay begleiten die Kapuzinerinnen von Mutter Rubatto das menschliche und geistige Wachstum von Kindern und Jugendlichen in den von ihnen geleiteten Schulen in Montevideo und Maldonado. Sie widmen sich der Evangelisierung, besuchen Kranke in ihren Häusern und Altenheimen sowie Familien in Not. Darüber hinaus finden im „Haus Alvernia“ in Montevideo Begegnungen und spirituelle Exerzitien für verschiedene Gruppen statt, und in der Wallfahrtskirche erhalten im Rahmen karitativer Programme zahlreiche arme und obdachlose Menschen Hilfe.

AMERIKA/PARAGUAY - Bischöfe nach Mord an Staatsanwalt: “Unser Land braucht mutige Männer”

Asunción (Fides) - "Die neue Episode tödlicher Gewalt, die das Leben von Marcelo Daniel Pecci Albertini beendet hat, verletzt uns zutiefst, und als Kirche bringen wir unsere geistliche Nähe und Solidarität mit seiner Frau, Claudia Aguilera, Journalistin und Mutter eines ungeborenen Kindes, sowie mit anderen Verwandten, Kollegen und Angehörigen zum Ausdruck. Wir lehnen den Anschlag auf das Leben des jungen Staatsanwalts und auf jedes menschliche Leben entschieden ab", heißt es in einer Erklärung der Bischofskonferenz von Paraguay zur Ermordung des für Drogendelikte zuständigen Staatsanwalts am gestrigen 11. Mai.
Nach Angaben der paraguayischen und kolumbianischen Behörden folgten seine Mörder dem Staatsanwalt nach Barú, einer kolumbianischen Ferieninsel, wo er sich mit seiner Frau, der paraguayischen Journalistin Claudia Aguilera, auf Hochzeitsreise befand. Die beiden hatten angekündigt, dass sie Eltern werden würden. Wie Claudia Aguilera den Medien berichtete, näherten sich die Mörder den beiden, als sie sich am Privatstrand des Hotels aufhielten. Bei dem Anschlag wurden weitere Strandbesucher verletzt. Aguilera wies darauf hin, dass ihr Mann zuvor keine Drohungen erhalten habe. Der 45jährige Pecci war bekannt für seine Beteiligung an Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit Geldwäsche und Drogenhandel. In Paraguay bekleidete er das Amt des Staatsanwalts für organisierte Kriminalität, Drogenhandel, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
"Dieses tragische Ereignis darf nicht als Einzelfall betrachtet werden", so die Bischöfe in der Botschaft, die Fides vorliegt, "es ist eine tödliche Wunde im Herzen aller Paraguayer, die sich ein sicheres, glückliches Leben in Gerechtigkeit und sozialem Frieden wünschen. Das vergossene Blut schreit zu Gott von der Erde (vgl. Gen 4,10)". Die Bischofskonferenz fordert die Ergreifung aller rechtlichen Maßnahmen durch die öffentlichen Stellen zur raschen und vollständigen Aufklärung der Straftat, „damit die Verantwortlichen identifiziert und mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden".
Abschließend betonen die Bischöfe: "Unser Land braucht mutige Männer und Frauen, Patrioten und mit einem so ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, wie es Staatsanwalt Pecci war, und wir fordern die Behörden des Landes auf, sein Vermächtnis in Ehren zu halten, um mit mehr Mut und Intelligenz die Mafia zu bekämpfen, die in unserem Land grassiert". Die Bischöfe bitten alle Paraguayer, mit der Justiz zusammenzuarbeiten und "für Frieden und Sicherheit zu beten".


FIDES-NACHRICHTEN - 12.05.2022

Der Countdown zum Jugendkirchentag 2022 läuft

Gernsheim erwartet vom 16. bis 19. Juni 4000 junge Gäste

 

EUROPA/RUSSLAND - Ignatius-Jahr: St.Thomas-Institut der Jesuiten in Moskau veranstaltet Vortragsreihe zur Geschichte des Ordens

Moskau (Fides) - "Mit dieser Vortragsreihe wollen wir unser Beitrag zu den Initiativen des Ignatius-Jahres leisten", so Pater Stephan Lipke, Leiter des St.-Thomas-Instituts der Jesuiten in Moskau (https://sfoma.ru) über insgesamt drei Lektionen über die Gesellschaft Jesu, die das Institut im Mai veranstalten wird. Anhand eines historischen Ansatzes soll Wissen über den Orden vermittelt werden, das wiederum ein in der russischen Kultur vorherrschendes Stereotyp entkräften soll, das die Jesuiten als Menschen sieht, die mit politischen Interessen verbunden sind, weshalb man ihnen besser misstrauen sollte.
Die Vorlesungen hält der Historiker Vitalij Leonidovič Zadvornyj der drei Bände über die Geschichte der Päpste von St. Peter bis Sylvester II. geschrieben hat und Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Artikel ist. Die ersten beiden Vorlesungen (12. und 19. Mai) stellen den Reichtum und die kulturelle Vielfalt der Mitglieder der Gesellschaft Jesu hervor und stellen verschiedene Persönlichkeiten in den Reihen der Jesuiten durch eine umfassende Charakterisierung vor: Wissenschaftler, Dichter, Literaten und Künstler, die zur Entwicklung der Kultur in verschiedenen Teilen der Welt beigetragen haben.
Die dritte Lektion (26. Mai) befasst sich mit dem Einfluss der Jesuiten auf das soziokulturelle Panorama Russlands in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der Zeit der Reformen Peters des Großen. Es wird an die besonderen geschichtliche Ereignisse im Zusammenhang mit dem Orden in Russland erinnert: zum Beispiel an die Nichtannahme des päpstlichen Dekrets zur Aufhebung der Gesellschaft Jesu durch die orthodoxe Herrscherin Katharina II. im Jahr 1773.
Die Geschichte der Jesuiten in der Welt ist der russischen und allgemein der russischsprachigen Öffentlichkeit nach wie vor weitgehend unbekannt und wird oft mit falschen Mythen in Verbindung gebracht. Mit diesem Kurs bietet das St.-Thomas-Institut die Möglichkeit, sich einerseits mit der Geschichte des Ordens auseinanderzusetzen und dabei Raum für Fragen zu lassen, die die Realität der Gesellschaft Jesu im heutigen Russland betreffen.
Die Vorlesungen, die allen offen stehen, werden für das interessierte Publikum vor Ort im Moskauer Institut abgehalten, können aber über Zoom online mitverfolgt werden.

EUROPA/ITALIEN - Don-Bosco-Schwestern stellen Leitlinien für die Koordinierung der Missio ad gentes vor

Rom (Fides) – Gott fordere dazu auf, „eine Kirche im Aufbruch zu sein, so wie es uns diese österliche Zeit lehrt, sind wir Frauen, die den auferstandenen Herrn gehört haben, ihm begegnet sind und verkündet ihn haben", dies betont Schwester Ruth del Pilar Mora, von der Missionsabteilung des Generalats der Don-Bosco-Schwestern , bei einer online-Konferenz mit den Beauftragten der Mission Ad Gentes in Asien und Ozeanien, Afrika, Amerika und Europa.
Die Ordensfrau betonte in diesem Zusammenhang gegenüber den etwa 50 zugeschalteten Mitschwestern, dass sie als Frauen an vorderster Front, „inmitten der Trümmer Wege finden, um Neues aufzubauen und mit Widerstandsfähigkeit, Offenheit und missionarischem Mut voranzukommen".
Im Mittelpunkt des Treffens stand die das Profil der Koordinierung der Mission Ad Gentes in den Ordensprovinzen. "Wir haben die wesentlichen Punkte des Vademecums des Profils der Koordinierung der Missio ad gentes vorgestellt", heißt es in einer Mittteilung zur Konferenz, "und darauf hingewiesen, wie die Anwesenheit einer Koordinatorin, sei es eine Ordensfrau der Don-Bosco-Schwestern, oder eines Laien, der in der Provinz mitarbeitet, dazu beiträgt, in allen Bereichen die missionarische Dimension des Instituts hervorzuheben und den missionarischen Geist in unseren Bildungseinrichtungen wiederzubeleben."
"Die Koordinatorin der Missio Ad Gentes", so fährt Schwester Ruth fort, "hat ein missionarisches Herz mit einem besonderen Fokus auf die großen Herausforderungen der heutigen Zeit in Bezug auf die Mobilität der Menschen, das Phänomen der Migration, den interreligiösen und ökumenischen Dialog, die Interkulturalität, die Bildung für die Welt, die integrale Ökologie und den missionarischen Freiwilligendienst für Jugendliche."
Schwester Ruth und die Don-Bosco-Schwestern forderten die anwesenden Koordinatorinnen auf, sich mit allen missionarischen Organisationen zu vernetzen, einschließlich der Päpstlichen Missionswerke, der Organisation Migrantes und den Beauftragten interreligiösen und ökumenischen Dialog und die missionarische Zusammenarbeit usw., die in den Diözesen, in den Ländern und auf den verschiedenen Kontinenten präsent sind, und sich mit ihnen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

AFRIKA/ÄTIHOPIEN - Konfliktregionen: Behörden, Kirche und zivile Organisationen koordinieren Hilfe

Addis Abeba (Fides) - "Nach der Vereinbarung zwischen den beiden Konfliktparteien, die Feindseligkeiten einzustellen und die Konflikte in der Region Tigray zu beenden, haben sich die katholische Kirche, verschiedene Orden, das Katholische Hilfswerk Catholic Relief Services (CRS) und die Vereinten Nationen (UN) über das Welternährungsprogramm (WFP) zusammengetan, um den betroffenen Menschen in der Region Nahrungsmittel und finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen", so der Generalsekretär der Äthiopischen Bischofskonferenz (CBCE), Pfarrer Teshome Fikre Woldetensae, über den von der äthiopischen Regierung am 24. März in Abiy ausgerufenen humanitären Waffenstillstand und erste humanitäre Hilfsprogramme.
"Die Bischöfe koordinieren in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung die Unterstützung der Vertriebenen, wo immer sie sich befinden", so der Geistliche, der betont, man appelliere gleichzeitig an die internationalen Partner, auch den Vertriebenen in den Regionen Amhara, Afar zu helfen, die ebenfalls von den Zusammenstößen betroffen sind.
"Mehr als 15 Ordensgemeinschaften in Tigray arbeiten vor Ort und helfen den Vertriebenen, den Kindern, den Hungernden und vielen anderen Bedürftigen", so der Generalsekretär der äthiopischen Bischöfe.
"Das Leben der Menschen spiegelt sich im Leben der Kirche wider und das Leben der Kirche spiegelt sich im Leben der Menschen wider", betont Pfarrer Fikre in diesem Zusammenhang. Der Generalsekretär ruft abschließend dazu auf, weiterhin für Äthiopien zu beten, in der Hoffnung, dass von den betroffenen Parteien ein endgültiges Friedensabkommen erreicht werden kann.

ASIEN/PHILIPPINEN - Bischöfe: “Ergebnis demokratischer Wahlen muss respektiert werden”

Manila (Fides) - Die katholischen Bischöfe der Philippinen fordern die Bürger auf, die Ergebnisse der Wahl vom gestrigen 9. Mai zu akzeptieren. Der ehemalige Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen (CBCP), Erzbischof Romulo Valles von Davao sagte, dass "jeder das Ergebnis des demokratischen Wahlprozesses respektieren und akzeptieren muss“, weshalb alle „unvoreingenommen für das Gemeinwohl zusammenarbeiten" sollen.
Ersten Auszählungen und Hochrechnungen zufolge ist Ferdinand Marcos Jr., der Sohn des ehemaligen Diktators Ferdinand Marcos, auf dem besten Weg, die Präsidentschaftswahlen zu gewinnen. Die Teilauszählung der Stimmen am Morgen des heutigen 10. Mai entspricht 95 % aller Stimmen (53,6 Millionen von insgesamt 67,4 Millionen abgegebenen Stimmen). Laut dem "Comelec Transparency Media Server" der staatlichen Wahlkommission, führt Ferdinand "Bongbong" Marcos Jr. die Teilauszählung mit über 30 Millionen Stimmen an, während Leni Robredo, die wichtigste Gegenkandidatin, mit 14 Millionen Stimmen an zweiter Stelle folgt; Senator Manny Pacquiao liegt mit 3,4 Millionen Präferenzen an dritter Stelle, während Manilas Bürgermeisterin Isko Moreno auf 1,8 Millionen Stimmen kommt. Das Tandem aus Ferdinand Marcos Jr. und Sara Duterte, als Vizepräsidentschaftskandidatin, liegt in der Auszählung damit klar vorn.
Erzbischof Martin Jumoad von Ozamiz im Süden der Philippinen erklärt mit Blick auf die sich abzeichnende Präsidentschaft von Marcos Jr. gegenüber Fides, dass "die Menschen das Ergebnis der Wahl mit Demut zum Wohle des Landes akzeptieren müssen".
"Der Wahlsieger muss sich für das Land einsetzen und eine Führungsqualitäten unter Beweis stellen", so Bischof Jose Colin Bagaforo von Kidapawan, Direktor der Caritas Philippinen. "Der gewählte Präsident ist nicht mehr nur der Anführer eines Teils des Volkes oder einer Partei, sondern wird zum Anführer der ganzen Nation", sagt er. "Die Aufgabe des Präsidenten und aller gewählten Parlamentarier ist es, dem Volk zu dienen, wie sie es versprochen haben", fügt er hinzu. "Sie müssen alles tun, um das Land zu vereinen, damit wir alle gemeinsam auf dem Weg zum Wohlstand voranschreiten können", bekräftigt er.
Jing Rey Henderson, Medienbeauftragter der Caritas Philippinen, bedauert hingegen mit Blick auf den voraussichtlichen Ausgang der Wahl: "Die Wahlergebnisse zeigen uns, dass wir als Lehrer von Demokratie, Moral und Gerechtigkeit versagt haben“.
Im Allgemeinen verliefen die Wahlen jedoch friedlich und fair, abgesehen von vereinzelten Vorfällen von Stimmendiebstahl in einigen Teilen der südlichen Philippinen. Darüber hinaus wurden bei der Wahlkommission während der Auszählung am 9. Mai mehr als 1.800 Fälle von Fehlfunktionen der Wahlmaschinen gemeldet. Diese Probleme hätten jedoch keinen Einfluss auf die allgemeine Ordnungsmäßigkeit der Abstimmung und die veröffentlichten Ergebnisse gehabt, heißt es dazu.

ASIEN/CHINA - Weltgebetstag für geistliche Berufe: “Der Herr möge Arbeiter für die Ernte aussenden”

Peking (Fides) - Das Zusammentreffen des 59. Weltgebetstages für geistliche Berufe am Sonntag des Guten Hirten, den 8. Mai, mit dem "Muttertag" stellte die katholischen Gemeinden Jiujiang in der Provinz Jiangxi in den Mittelpunkt, deren Gläubige zur himmlischen Mutter für alle Mütter beteten, insbesondere für diejenigen, die ihre Kinder dem Herrn geschenkt haben. In seiner Predigt erläuterte Pfarrer Pang Rui hingegen die Bedeutung der mit dem Guten Hirten verbundenen Verben - "hören, erkennen und folgen" - und lud alle ein, in Gemeinschaft mit der Weltkirche für neue Berufungen in allen Bereichen zu beten: für Priester- und Ordensberufungen, aber auch für die christliche Berufung jedes Getauften.
Die Diözese Shantou beging den Weltgebetstag unter dem Motto "Berufen, die Menschheitsfamilie aufzubauen". Die Diözese lud nicht nur zum Gebet ein, sondern gab auch die Bilanz der im vergangenen Jahr gesammelten Spenden für Berufungen bekannt: Die Diözese erhielt aus verschiedenen Pfarreien Spenden in Höhe von insgesamt 266.418 Yen (umgerechnet 38.059 Euro). In diesem Sinne wurden die Gläubigen aufgerufen, sich weiterhin großzügig für die Förderung von Berufungen einzusetzen und mehr junge Menschen zu ermutigen, dieser Erfahrung des Lebens in Brüderlichkeit, Zeugnis, Mission, Gebet und ständiger Unterscheidung zu folgen.
"Die Ernte ist reichlich, aber es gibt nur wenige Arbeiter! Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussendet" (Lk 10,2). Die Erzdiözese Peking blickt auf eine lange Geschichte der aufmerksamen Begleitung von Gläubigen bei der Suche nach Berufungen zurück und ist dabei von großen pastoralen und missionarischen Herausforderungen motiviert. Die "Messe für Berufungen", der "Berufungschor" sind nur einige Beispiele für Aktivitäten, die von der Gemeinde der Kathedrale, die dem Heiligsten Erlöser geweiht ist, zur Förderung von Berufungen auf den Weg gebracht wurden. Diese beiden Initiativen junger Priester und Ordensfrauen haben in Zusammenarbeit mit den Laien viele junge Menschen dazu bewegt, den Reiz des Glaubens und die Schönheit der Arbeit im Weinberg des Herrn zu entdecken. Die Pfarrei lädt deshalb alle ein, auch in Zukunft jungen Menschen die Kirche und die Entdeckung ihrer Berufung durch das Zeugnis des christlichen Lebens näher zu bringen. 


FIDES-NACHRICHTEN - 6.05.2022

AFRIKA/MOSAMBIK - Bischof von Pemba zur Lage in Cabo Delgado: „Vertriebene brauchen humanitäre Hilfe“

Maputo (Fides) - "Es herrscht weiterhin große Unsicherheit und es gibt deshalb immer noch viele Binnenflüchtlinge. Persönlich bitte ich alle um das Gebet. Beten Sie für mich und beten Sie für den Frieden“, so Bischof António Juliasse Ferreira Sandramo von Pemba, der Hauptstadt der mosambikanischen Provinz Cabo Delgado, die seit 2017 von der Gewalt dschihadistischer Gruppen heimgesucht wird.
Im Laufe des letzten Jahres hat die mosambikanische Armee mit Hilfe ausländischer Militärkontingente, insbesondere aus Ruanda, einen Großteil des Gebiets, das in die Hände der Dschihadisten gefallen war, zurückerobert. Die Unsicherheit bleibt jedoch bestehen, ebenso wie die Tragödie der mehr als 850.000 Vertriebenen. Bischof Sandramo betont in diesem Zusammenhang, dass die vertriebene Bevölkerung weiterhin humanitäre Hilfe benötigt.
"Terroristische Anschläge finden weiterhin statt", sagte der Bischof, "insbesondere in der Region Nangade wurden in den letzten drei Monaten viele Dörfer angegriffen. Als Kirche können wir denjenigen, die gezwungen sind, von einem Ort zum anderen zu ziehen, nur unter menschlichen Gesichtspunkten helfen. Die Frage der Sicherheit liegt in den Händen der Regierung und der internationalen Partner", unterstreicht er.
Neben den vielen Opfern, die oft auf grausame Weise getötet wurden, zerstörten die Terroristen auch die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur, darunter Kirchen und Wohnhäuser der katholischen Kirche. Der Bischof von Pemba beklagt, dass es derzeit noch keine Pläne für einen Wiederaufbau gibt. "Am schlimmsten ist die Situation in Muidumbe, wo die Kirche und das Priesterhaus, in dem wir ein Gemeinschaftsradio hatten, zerstört wurden. Hier werden wir also sicherlich viel investieren müssen, um die Gemeindetätigkeit wieder aufzubauen. Und auch die Kirche in Mocímboa da Praia ist zerstört", berichtet er abschließend zur derzeitigen Lage in der Provinz Cabo Delgado.

ASIEN/SÜDKOREA - Erzdiözese Seoul entsendet Priester in die Mission Seoul (Fides) - Die katholische Erzdiözese Seoul entsendet regelmäßig Priester, die ihren pastoralen Dienst im Zeichen der Verkündigung des Evangeliums „ad gentes“ in fremden Ländern in den Dienst der Weltkirche stellen werden. Wie die Erzdiözese Seoul mitteilt, werden dieses Jahr zwei Diözesanpriester, Taegon Andrew Kyung-mo Yang, der in der Erzdiözese Monterrey, Mexiko, dienen wird, und Peter Kyoung-jin Kim, der für den Dienst in der Diözese Hsinchu in Taiwan bereit ist.
Am 4. Mai 2022 fand in der Myeongdong-Kathedrale die feierliche "Aussendungsmesse" statt, die vom Erzbischof Peter Chung Soon-taick von Seoul geleitet wurde, in Anwesenheit von rund 400 katholischen Gläubigen, darunter auch Familienangehörige der entsandten Priester.
In seiner Predigt hob Erzbischof Chung die bedeutende Rolle hervor, die die Erzdiözese Seoul bei der Evangelisierung seit jeher gespielt hat, indem sie die Aussendung von Priestern, Ordens und Laien ad gentes fördert. Der Prälat forderte die Priester auf, immer zu Gott zu beten, besonders in schwierigen Zeiten, und in der Gegenwart des Herrn Trost und Gnade zu suchen. Gleichsam empfahl der den Priestern, die verschiedenen Kulturen und Menschen, denen sie in ihrem Dienst begegnen, zu respektieren und die Begegnung mit Gott zu suchen, der in ihnen lebt. Er fügte hinzu: "Wenn Sie nach Korea zurückkehren, werden Sie aufgerufen sein, die Liebe weiterzugeben, die Ihnen durch diese wertvolle missionarische Erfahrung zuteil wird“.
Derzeit sind 21 Missionspriester der Erzdiözese Seoul in 11 Ländern der Welt tätig, wo sie das Evangelium verkünden und den Ortskirchen dienen.

ASIEN/LIBANON - Parlamentswahl: Maronitische Bischöfe fordern Voraussetzungen für friedlichen Verlauf

Bkerké (Fides) - Die Verantwortlichen der libanesischen Institutionen und politischen Parteien seien dazu aufgerufen für einen friedlichen Verlauf der Parlamentswahl am kommenden 15. Mai zu sorgen, damit die Wähler ihr verfassungsmäßiges Recht ausüben können, so die Bischöfe der maronitischen Kirche, die am Mittwoch, den 4. Mai, im Patriarchat von Bkerké zu ihrer monatlichen Sitzung unter dem Vorsitz von Patriarch Béchara Boutros Raï zusammen gekommen waren. „Die Bischöfe der maronitischen Kirche", heißt es in der Sechs-Punkte-Erklärung, die am Ende des Treffens veröffentlicht wurde, "hoffen, dass jedes potenzielle Hindernis für den ordnungsgemäßen Ablauf des Wahlprozesses aus dem Weg geräumt wird, in dem Bewusstsein, dass nur ein Ausdruck des Volkswillens, der frei von jeglicher Konditionierung und Einschüchterung ist, es dem Land ermöglichen wird, seinen Kurs zu ändern und den nationalen Zusammenbruch zu verhindern, der sich über dem Land der Zedern abzuzeichnen scheint“.
Zuvor hatte Kardinal Béchara Boutros Raï in seiner Predigt am vergangenen Sonntag, dem 1. Mai, im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Harissa um aktive Wahlbeteiligung gebeten, „wenn sie wirklich ihr Recht auf Selbstbestimmung schützen und die Zukunft des Landes vor Gruppen bewahren wollen, die den Zusammenbruch des Libanon und die Auslöschung seiner historischen Identität anstreben“.
In dem Kommuniqué beklagten die maronitischen Bischöfe auch, dass notwendige Reformen nicht durchgeführt wurden, die eine Zusammenarbeit zwischen dem Libanon und dem Internationalen Währungsfonds fördern, die nach Ansicht der Bischöfe erforderlich sind, um den wirtschaftlichen Sanierungsplan umzusetzen und das Land vor dem wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch zu bewahren.
Die maronitischen Bischöfe erinnern auch daran, dass die Kirche jedes Jahr den Monat Mai der Jungfrau Maria widmet, und laden alle Getauften ein, "diesen Monat mit Gebet, Nüchternheit und Taten der Nächstenliebe zu beleben und Gott auf ihre Fürsprache hin zu bitten, der Menschheit Barmherzigkeit, Freude und Frieden als Früchte der Erlösung zu schenken".
Das von den maronitischen Bischöfen herausgegebene Kommuniqué enthält unterdessen dieses Mal keinen Hinweis auf die Möglichkeit eines Besuchs von Papst Franziskus, der Anfang April von mehreren Seiten als unmittelbar bevorstehend in Aussicht gestellt worden war worden war. Das erste Gerücht über einen bevorstehenden Besuch von Papst Franziskus auf libanesischem Boden wurde am Dienstag, den 5. April, vom Büro des libanesischen Präsidenten Michel Aoun über Twitter verbreitet. „Die Libanesen", so betonte das Staatsoberhaupt in einer vom Präsidentenpalast veröffentlichten Erklärung, "haben lange auf diesen Besuch gewartet, um ihre Dankbarkeit für die Aufmerksamkeit Seiner Heiligkeit für den Libanon, für die Initiativen, die er für das Land ergriffen hat, und für die Gebete, die er für dessen Frieden und Stabilität gesprochen hat, zum Ausdruck zu bringen". Am Dienstagabend, den 5. April, antwortete der Direktor des vatikanischen Pressebüros, Matteo Bruni, auf die Frage einiger Journalisten nach einer möglichen bevorstehenden Reise des Papstes in den Libanon, dass eine solche Möglichkeit "eine Hypothese ist, die untersucht wird".
Die maronitischen Bischöfe hatten am Ende ihres monatlichen Treffens, das am 6. April im Patriarchat von Bkerké stattfand, in ihrem üblichen Abschlusskommuniqué "ihre Freude über die Nachricht von einem geplanten Besuch von Papst Franziskus im Libanon, der für den kommenden Juni geplant ist", zum Ausdruck gebracht. In Erwartung der Einzelheiten des offiziellen Programms des Papstbesuches bitten die Bischöfe der maronitischen Kirche - wie sie in ihrem Kommuniqué vom 6. April schreiben - "Gott um seinen Segen und um die Verwirklichung aller Wünsche von Papst Franziskus zum Wohle des Libanon und aller Libanesen".

AMERIKA/MEXIKO - Berufungspastoral: “Die Stimme des Hirten erkennen”

Mexiko-Stadt (Fides) – Zum Weltgebetstag für Berufungen am kommenden Sonntag, dem 8. Mai, dem vierten Sonntag in der Osterzeit rufen die mexikanischen Bischöfe in einer Botschaft an die in der Berufungspastoral Tätigen dazu auf, an diesem Tag gemeinsam mit den Katholiken in aller Welt im Gebet vereint, "den Herrn um die Arbeiter zu bitten, die seine Ernte braucht“.
Mit Blick auf Jesus, den Guten Hirten, wie er im Evangelium dieses Sonntags dargestellt wird, "der sich um uns kümmert und unsere Arbeit zur Förderung der Berufung ermutigt", stellen die Bischöfe drei Elemente in den Mittelpunkt der Spiritualität und Kultur der Berufung: "die Stimme, das Leben und der Weg".
„Ein grundlegendes Element ist die Stimme des Hirten", schreiben sie in ihrer Botschaft, die Fides vorliegt, "als Schafe müssen wir die Stimme des Hirten erkennen, der sich ständig zu Wort meldet, weil er uns liebt, und als Zeichen seiner Liebe führt er uns durch sein Sprechen, bewahrt uns vor Gefahren und zeigt uns den Weg, dem wir folgen müssen, um das wahre Leben zu haben". Aus diesem Grund laden die Bischöfe die Berufungspromotoren ein, "auf die Stimme des wahren Hirten zu hören, um seinen Willen zu verstehen".
"Die Stimme verkörpert sich im Leben", fahren die Bischöfe fort, die dazu auffordern, "das Leben als ein Geschenk Gottes zu erkennen", damit die Herde, die Gegenwart des Guten Hirten erkennt, der uns inmitten "all der anderen Geräusche, die uns ablenken, verwirren und in den Tod führen", ruft. Man müsse also das Leben als Ort der Begegnung annehmen und "gleichzeitig das Leben all derer wertschätzen, die wir begleiten sollen, um ihnen zu helfen, das Leben zu verstehen, das der wahre Hirte uns schenkt".
Jesus bezeichnee sich selbst als den Weg. Für die Berufungsförderung sei der Weg jener Weg, den man gehe, wenn man auf die Stimme des Hirten höre. "Es ist notwendig, dass wir zu Schafen werden, die die Stimme mitten im Leben erkennen können, um den Weg zu entdecken, damit wir als Hirten, wenn wir die Schafe begleiten, die der Hirte ruft, ihnen helfen, die Stimme, das Leben und den Weg zu erkennen", so die Bischöfe weiter.
Abschließend laden die Bischöfe die Gläubigen zum Gebet ein, „damit der Gute Hirte die Berufungen schenkt, die die Kirche braucht“, und schließen ihre Botschaft mit den Worten: "Wir sind nicht allein, wir sind die Schafe, die gleichzeitig die Haltung der Hirten einnehmen, denn wir müssen uns führen lassen, um führen zu können, wir müssen das Leben annehmen, um Leben zu wecken, und wir müssen einen Weg gehen, um einen Weg vorzuschlagen".

AMERIKA - Kirchenversammlung und Bischofssynode: CELAM veranstaltet außerordentliche Versammlung

Bogota (Fides) – Die Evaluation des pastoralen Weg der Kirche Lateinamerikas und der Karibik im Lichte der Kirchlichen Versammlung vom November 2021 steht im Mittelpunkt einer außerordentlichen Versammlung die der Rat der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen (CELAM) vom 12. bis 14. Juli 2022 in Bogota (Kolumbien) veranstaltet.
Der CELAM-Präsident, Erzbischof Miguel Cabrejos Vidarte von Trujillo, und der CELAM-Generalsekretär, Erzbischof Jorge Eduardo Lozano von San Juan de Cuyo, erläutern an die Vorsitzenden und Delegierten der 22 Bischofskonferenzen Lateinamerikas und der Karibik des CELAM gewandt, die Prioritäten der außerordentlichen Versammlung. Neben der Reflexion über die von der Kirchenversammlung im November formulierten Herausforderungen wird es einen Ausblick auf den das 500jährige Jubiläum der Erscheinung der Jungfrau von Guadalupe im Jahr 2031 und das 2000jährige Jubiläum der Erlösung im Jahr 2033 geben. Das Treffen soll auch eine Gelegenheit sein, den von Papst Franziskus ausgerufenen synodalen Weg und die kontinentale Phase der Synode zu bewerten.
Die außerordentliche Versammlung wird am neuen Sitz des Bischofsrates im Norden der kolumbianischen Hauptstadt stattfinden. Die Teilnehmer der Vollversammlung werden an der Segnungszeremonie und der Einweihung der neuen Einrichtungen teilnehmen. Die letzte ordentliche Generalversammlung des CELAM fand vom 18. bis 21. Mai 2021 und wurde während der Covid-19-Pandemie stattfand, vorwiegend online abgehalten, während sich nur eine Gruppe von Vertretern aus dem Präsidium und dem Generalsekretariat in Trujillo (Peru) trafen.


FIDES-NACHRICHTEN - 5.05.2022

EUROPA/ITALIEN - Ukrainische Flüchtlinge: Kamillianer helfen gemeinsam mit der buddhistischen “Tzu Chi“- Charity Foundation

Rom (Fides) - "Die Barmherzigkeit Buddhas und die Liebe Gottes existieren, um Menschen zu retten, die leiden, und unsere Grundwerte sind dieselben", betont Bruder Jose Ignacio Santaolalla Saez, Präsident des internationalen Hilfswerks „Camillian Disaster Service International“ (CADIS) der Kamillianer, in Bezug auf das kürzlich unterzeichnete Abkommen zwischen der buddhistischen „Tzu Chi“- Charity Foundation und den Kamillianern zur Unterstützung der ukrainischen Flüchtlinge. „Der russisch-ukrainische Krieg ist eine beispiellose, von Menschen verursachte Katastrophe", betonte Bruder Ignacio in diesem Zusammenhang. „Die unschuldigsten Menschen sind diejenigen, die leiden. Wir müssen uns dem stellen und zum Wohle der ukrainischen Bevölkerung in Schwierigkeiten zusammenarbeiten. Wir haben eine große Verantwortung und eine Mission, und wir werden den ukrainischen Flüchtlingen mit Dankbarkeit und Liebe Respekt und Hilfe zukommen lassen."
Die Hilfe umfasst die Bereitstellung von lebensnotwendigen Gütern, Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung, vorübergehender Unterbringung und psychologischer Beratung, mit dem Ziel, mehr als 40.000 Menschen über einen Zeitraum von etwa fünf Monaten zu helfen.
CADIS und die Tzu-Chi-Stiftung haben bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet, zuletzt um den von der COVID-19-Pandemie schwer betroffenen Ländern zu helfen. Im Rahmen der jetzigen Zusammenarbeit werden Flüchtlinge in vier Stadtteilen Warschaus gemeinsam betreut, darunter der größte Bahnhof im Westen der polnischen Hauptstadt mit Servicestationen, Unterkünften für die Neuansiedlung und wirtschaftlicher Hilfe. In Lemberg und Charkow (Ukraine) werden im Rahmen des Hilfsprogramms Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel und medizinische Kits verteilt.
"Wenn Menschen verletzt werden, fühle ich Schmerz, und wenn Menschen leiden, fühle ich Mitgefühl", sagte der Jing Si Jingshe De Yuan von der buddhistischen Stiftung und erinnerte damit an die Philosophie des Gründers Cheng Yen. Yan Bowen, Geschäftsführer der Tzu Chi Charity Foundation, betonte den gemeinsamen Auftrag, der Menschheit zu dienen, und die Bedeutung der interreligiösen Zusammenarbeit, die den Flüchtlingen in allen Bereichen Hilfe bringen wird. Die Hoffnung ist, dass der Krieg zu Ende geht, dass die Vertriebenen so bald wie möglich in ihre Heimat zurückkehren und ihr Leben in Frieden und Sicherheit wieder aufnehmen können.
Nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) gab es am 29. April mehr als 5,46 Millionen Flüchtlinge, die aus der Ukraine geflohen waren, davon mehr als 3 Millionen im benachbarten Polen.

AFRIKA/NIGERIA - Bischöfe Westafrikas zur Lage in der Region: “Unsere Aufgabe ist die Gewissensbildung”

Abuja (Fides) - "Jugendarbeitslosigkeit, religiöse und ethnische Krisen, Klimawandel, Landraub sind Krankheiten, die noch tödlicher sind als die Pandemie. Geld wird für Waffen ausgegeben, anstatt es zur Beseitigung der lähmenden Wirkung des Hungers und zur Förderung der Entwicklung einzusetzen und es häufen sich Terroranschläge, Entführungen, Korruption“, so laut Erzbischof Ignatius Ayau Kaigama von Abuja zu den Problemen, mit denen sich die Länder Westafrikas konfrontiert sehen, in seiner Eröffnungsansprache bei der vierten Vollversammlung der Vereinigung der Bischofskonferenzen Westafrikas (RECOWA), die in der nigerianischen Bundeshauptstadt stattfindet und deren Vorsitzender Erzbischof Kaigama ist.
Die Probleme, auf die Erzbischof Kaigama hinwies, seien zumindest teilweise auf eine "politische Führung zurückzuführen, die in vielen Fällen nicht auf Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Wahrheit und Transparenz beruht".
"Wir geben nicht vor, Lösungen für Probleme mit vielfältigen politischen, sicherheitspolitischen und sozialen Dimensionen zu haben", betonte der Erzbischof, der daran erinnerte, dass "die Kirche nur eine Rolle bei der Gewissensbildung von Christen, Nichtchristen und Menschen guten Willens in unserer Gesellschaft spielen kann".
"Die führenden Politiker in der Region müssen daher ihre politische Macht nutzen, um eine gute Regierungsführung zu erreichen, anstatt nach persönlichem Vorteil zu streben oder zuzulassen, dass religiöse, ethnische, wirtschaftliche oder politische Interessen das Gemeinwohl unterdrücken. Die Staats- und Regierungschefs müssen das Verdienst in den Vordergrund stellen, die Ressourcen gerecht verteilen und das Virus der Korruption und des Egoismus ausrotten", betont er
Der Vorsitzende der nigerianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Lucius Iwejuru Ugorji von Owerri, betonte in seinen Ausführungen dass die internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten müsse, um neue Strategien zur Lösung globaler Probleme zu entwickeln: "Globale Probleme erfordern eine globale Antwort und ein globales Handeln im Geiste der Mitverantwortung, Kooperation und Zusammenarbeit".
Mehr als 150 Bischöfe aus 16 Ländern der westafrikanischen Region nehmen an der Vollversammlung teil.

ASIEN/CHINA - Priesterseminar eröffnet Marienmonat Mai: “Die Gnade, die wir empfangen haben, weitergeben”

Peking (Agenzia Fides) - "Lasst uns in dieser schwierigen Zeit von der seligen Jungfrau Maria stille Meditation, Gehorsam und Freude lernen.... und wie Maria darauf vertrauen, dass der Heilige Geist uns angesichts dessen, was uns unbegreiflich ist, leitet. Geben wir wie Maria die Gnade und die Freude, die wir empfangen haben, an alle weiter, damit auch die anderen Freude und Frieden im Herrn finden", so eröffnete Pfarrer Joseph Chen Julong vom Priesterseminar in Peking am 30. April den Marienmonat mit einer feierlichen Andacht vor der Statue der Gottesmutter. Dem Gebet gingen geistliche Exerzitien zum Thema "Lectio Divina" voraus, die die Seminaristen darauf vorbereiten sollten, das Wort Gottes unter der Führung des Heiligen Geistes in ihr tägliches Leben zu integrieren.
Während der Marienandacht wurde der Rosenkranz gebetet und über das Ostergeheimnis Jesu meditiert. Pfarrer Joseph Chen lud sodann alle Priester und Seminaristen ein, sich der Weltkirche anzuschließen und die Fürsprache Marias für das Ende der Pandemie und des Krieges, aller Kriege und Konflikte in der Welt zu erbitten, und besonders für die Menschen zu beten, die unter der Pandemie und dem Krieg leiden, denn die Welt müsse mit dem Blick des Glaubens sehen und deuten, was vor sich geht.
Im Anschluss an die Exerzitien fanden nach einer Zeit der intensiven Spiritualität die jährlichen Sportspiele am 1. und 2. Mai abgehalten. Laut dem Rektor des Seminars, Pfarrer Shi Huimin, lernen die Studenten durch die Sportwettkämpfe, "als Team zu arbeiten und das gegenseitige Vertrauen zu stärken. Wir sind uns nicht nur der Bedeutung der körperlichen Gesundheit bewusst, sondern wissen vor allem, dass Einheit und Gemeinschaft wichtig sind".

ASIEN/MALAYSIA - Synode der Diözese Melaka-Johor will junge Menschen in Evangelisierung einbeziehen

Melaka (Fides) - Die Diözesansynode der Kirche von Melaka-Johor will insbesondere junge Menschen verstärkt in die Evangelisierungsarbeit der Kirche miteinbeziehen. An der Diözesanversammlung, die am 3. Mai in der Kirche Unserer Lieben Frau von der Unbefleckten Empfängnis in Johor Bahru endete, nahmen auch 40 Jugendliche aus den Gemeinden St. Francis Xavier und der Gemeinde St. Anne in Alor Gajah, der Gemeinde St. James in Merlimau und der Gemeinde des Heiligen Geistes in Jasin teil.
Das Treffen begann mit einer eucharistischen Anbetung unter der Leitung von Pfarrer Cyril Manayagam. Nach dem Gebet sprach Pfarrer Moses Rayappan, Leiter des Synodalteams der Diözese Melaka-Johor, den Jugendlichen seine Anerkennung und seinen Dank für ihre Anwesenheit bei der Versammlung aus. Insbesondere würdigte er ihre Bereitschaft, zuzuhören und darüber nachzudenken, wie sie sich besser in die Evangelisierung einbringen können.
Pfarrer Moses betonte in diesem Zusammenhang, es gehe nicht nur darum, auf den liturgischen Aspekt zu achten, sondern auch um das eigene Wissen und Glaubenszeugnis im alltäglichen Leben, und darum zu prüfen, "ob sie als echte Jünger Jesu leben".
"Die jungen Menschen sind die Zukunft der Kirche“, so Pfarrer Cyrill, „sie müssen angeleitet werden, um treue Verkünder des Evangeliums zu sein". Das gemeinsame pastorale Ziel darin bestehe deshalb derin, die jungen Menschen immer mehr zu Protagonisten der Verkündigung der Frohen Botschaft in einer verwundeten Gesellschaft zu machen, insbesondere unter den Ausgegrenzten und Verzweifelten, damit sie auch zu Missionaren unter Gleichaltrigen, im eigenen Umfeld, in der Familie und am Arbeitsplatz werden.
Die Diözese Melaka-Johor ist Teil der Kirchenprovinz von Kuala Lumpur. Sie liegt in der südlichen Region der Halbinsel Malaysia und umfasst das Gebiet der Bundesstaaten Melaka und Johor. Bei einer Bevölkerung von über 6 Millionen Menschen gibt es in der Diözese 44.000 Katholiken in 21 Pfarreien.

ASIEN/HEILIGES LAND - Traditionelle Marienprozession in Haifa erstmals wieder ohne Einschränkungen

Haifa (Fides) - Tausende von Christen haben am Sonntagnachmittag, 1. Mai, in Haifa an der traditionellen Marienprozession zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel teilgenommen, die im Volksmund „Taalat al-Adra“, der "Aufstieg der Jungfrau", genannt wird. Auf dem zweieinhalb Kilometer langen Weg von der Pfarrei St. Joseph zum Karmeliterkloster „Stella Maris“ auf dem Berg Karmel, dem Pfadfindergruppen aus dem ganzen Land vorausgingen, gingen Gläubige aller Riten. In diesem Jahr fand die traditionelle Prozession erstmals wieder ohne die pandemiebedingten Einschränkungen statt. „Letztes Jahr", heißt es in einem auf der Website des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem veröffentlichten Bericht, "wurde die Prozession wegen der Covid-Pandemie in einen Autokonvoi umgewandelt, der auf den Gipfel des Berg Karmel fuhr“.
Die Marienprozession ist eine Tradition der Volksfrömmigkeit, der im Leben der Christen des Heiligen Landes tief verwurzelt ist. "Zur Zeit des Ersten Weltkriegs - so der Karmeliterpater Mikhael Abdo OCD, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke im Heiligen Land, gegenüber Fides, „hatten die Türken den Karmelitern drei Stunden Zeit gegeben, das Kloster auf dem Berg Karmel zu verlassen. Sie nahmen nur einige Archivdokumente und die Statue der Muttergottes mit. Nach dem Krieg, im Jahr 1919, fand die erste Prozession statt, um die Marienstatue zurück ins Kloster zu bringen, was auch als ein Akt der Danksagung empfunden wurde".
"Heute sind wir wieder gelaufen. Heute freuen wir uns. Aber irgendwann müssen wir wieder nach unten gehen, zu unseren alltäglichen Sorgen und Problemen", so der lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, am Ende der Prozession. "Wo immer wir hingehen, müssen wir die Freude dieses Abends mitnehmen. Wir müssen den Trost des Blicks unserer Mutter, den wir heute empfangen haben, in unser tägliches Leben tragen".

AMERIKA/CHILE - Migration: Dokumentarfilm zeigt Schicksale und kirchliche Hilfsprogramme

Santiago (Fides) - Nach jüngsten Schätzungen des chilenischen Migrationsdienstes (SNM) lebten im Jahr 2020 insgesamt 448.138 Venezolaner in Chile, bei einer Gesamtzahl von 1.462.103 Zuwanderern. In Bezug auf die irreguläre Situation der Einwanderer betont der Migrationsdienst Chiles (SJM), dass es "von Natur aus unmöglich ist, dies mit Sicherheit zu dokumentieren". Der Dokumentarfilm "Esperanza Sin Fronteras", der am 18. Mai ausgestrahlt wird, zeigt schockierende und bewegende Geschichten von Menschen, die vor Diktatur, wirtschaftlicher und politischer Gewalt, Hunger und Kriminalität in ihrem Land fliehen. Unterwegs werden sie überfallen, ausgeraubt, sind Schleppern ausgeliefert, die von ihrer Verzweiflung profitieren... Es handelt sich um Familien mit kleinen Kindern und dehydrierten älteren Menschen, die trotz allem ihr Leben riskieren und ihr Land verlassen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben für sie und ihre Familien gibt.
Presseberichten zufolge sind zwischen Januar und März dieses Jahres bereits sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Zeugenaussagen des Dokumentarfilms gehen jedoch davon aus, dass es in den letzten Jahren Hunderte von Toten gegeben haben könnte, von denen viele unbekannt sind und deren Leichen in verschiedenen Wüsten- und Sumpfgebieten zurückgelassen wurden, die die Migranten von Venezuela aus durchqueren, um Chile zu erreichen.
Der Dokumentarfilm "Esperanza Sin Fronteras" zeigt die humanitäre Arbeit der katholischen Kirche in Colchane, einer Stadt mit fast 1.700 Einwohnern, die ihre bescheidene Kapelle "Nuestra Señora de Los Dolores" in ein vorübergehendes Aufnahmezentrum umgewandelt hat, in dem Migranten, die sonst bei Minusgraden auf der Straße schlafen und sich von abgelaufenen Lebensmitteln ernähren, die sie im Müll finden, Gastfreundschaft und Essen angeboten wird. Er zeigt auch die Arbeit des Bistums Iquique, der Franziskaner-Missionsschwestern von Maria und der Missionskongregation Maria Immaculata-Katherina von Siena, die zusammen mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Caritas des Erzbistums Santiago Lebensmittelpakete an Migranten und Flüchtlinge verteilen.
Der Dokumentarfilm, der auch Archivaufnahmen von Demonstrationen und Gewalt gegen Migranten enthält, soll das Bewusstsein für die humanitäre Krise von Migranten und Flüchtlingen schärfen, die ohne Genehmigung nach Chile gekommen sind, und nationale und internationale Organisationen aus der Zivilgesellschaft, dem Staat und der Wirtschaft zusammenbringen, um eine sektorübergreifende Arbeitsgruppe zu bilden, die nach konkreten Lösungen sucht.

AMERIKA/VENEZUELA - Workshops: Erzdiözese Coro fördert Digitalisierung der Pastoralarbeit in den Gemeinden

Coro (Fides) - Am 29. und 30. April hatte die Erzdiözese Coro zu einer Reihe von Workshops eingeladen, die das Bewusstsein für die Bedeutung der digitalen Evangelisierung schärfen und die Bildung eines Netzwerks der digitalen Pastoral in den Pfarreien fördern sollte, so die Mitteilung der Erzdiözese zur Initiative, die Fides vorliegt.
In Anwesenheit zahlreicher Mitarbeiter der Pfarrgemeinden leitete Libertad Sierra, die Medienbeauftragte der Erzdiözese zusammen mit Rigoberto Daal und dessen Mitarbeitern die Workshops zur digitalen Evangelisierung, in denen die grundlegenden Aspekte, die bei der Erstellung im Hinblick auf die graphische und strukturelle Gestaltung erläutert und sowie die Leitlinien für die Erstellung einer Kommunikationspastoral vorgestellt wurden.
In den kommenden Monaten soll die zweite Phase des Fortbildungsprojekts zu spezifischen Bereichen der Medienarbeit durchgeführt werden, mit der Absicht die apostolische Arbeit in diesem Bereich weiter zu stärken.


FIDES-NACHRICHTEN - 4.05.2022

VATIKAN - Päpstliche Missionswerke feiern zwei wichtige Jubiläen und haben dabei die Zukunft im Blick

Vatikanstadt (Fides) – Am heutigen 3. Mai 2022 werden bei den Päpstlichen Missionswerken gleich mehrere wichtige Jubiläen begangen: das 200-jährige Gründungsjubiläum des Werks der Glaubensverbreitung, das auf die junge Französin Pauline Jaricot (1799-1862) zurückgeht, und das 100-jährige Jubiläum der Veröffentlichung des Motu proprio "Romanorum Pontificum" von Papst Pius XI., mit dem der Heilige Vater drei der vier Missionswerke in den Rang "päpstlicher Werke" erhob: das Päpstliche Werk für die Glaubensverbreitung, das Päpstliche Kindermissionswerk und das Apostel-Petrus-Werk, das die Ausbildung des einheimischen Klerus in den Missionsgebieten unterstützt.
Diese Jubiläen finden in einem besonderen Kontext statt: Am 22. Mai wird die ehrwürdige Dienerin Gottes Pauline Jaricot in ihrer Geburtsstadt Lyon im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes unter Leitung des Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Luis Antonio Tagle, seliggesprochen. Der Präsident der Päpstlichen Missionswerke, Erzbischof Giampietro Dal Toso, Präsident des POM, erklärt dazu: "Die Zweihundertjahrfeier des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung, die mit der Seligsprechung von Pauline Jaricot einhergeht ist, ist in erster Linie eine Bestätigung unseres Charismas und der Tatsache, dass dieses Jubiläum nicht der Vergangenheit angehört, sondern auch eine Perspektive für die Zukunft mit sich bringt. Dies lässt uns auf all das blicken, was wir dank Pauline Jaricot erfahren haben, und es weitertragen. Sie selbst sagte, dass dieser Baum viele Früchte tragen würde, und er trägt auch 200 Jahre später noch Früchte, wenn man bedenkt, dass die Päpstlichen Missionswerke über die ganze Welt verteilt sind: Es gibt heute insgesamt mehr als 120 Nationaldirektionen".
Paulines Leben war reich an geistlichen Früchten: Im Alter von 17 Jahren legte sie in der Kapelle von Notre Dame de Fourvière privat ihr persönliches Gelübde der Weihe an Gott ab. Im folgenden Jahr gründete sie unter dem Namen "Reparations" eine Vereinigung, die der erste Ausdruck einer großen geistlichen und weltlichen Bewegung war, die die Verehrung des Allerheiligsten Sakraments, die Herz-Jesu-Verehrung und die Praxis des Lebendigen Rosenkranzes pflegen sollte.
Im Jahr 1818 begann sie im Alter von erst 19 Jahren mit der Sammlung von Spenden für die Mission unter den Fabrikarbeitern und-arbeiterinnen ihres Vaters, und brachte damit ein regelrechtes Netzwerk auf den Weg, das in "Zehnergruppen" organisiert war, mit zunächst Hunderten und später Tausenden von Gruppen, in denen sich die Teilnehmer trafen, um gemeinsam zu beten und "einen Pfennig" für die Missionen zu spenden, wodurch wiederum andere Gruppen entstanden. Das System verbreitete sich bald in ganz Frankreich und Europa und wurde schließlich mit der Gründung der Gesellschaft für die Verbreitung des Glaubens institutionalisiert.
1826 hatte Pauline eine weitere Eingebung, mit dem sie den Glauben ihrer Zeitgenossen fördern wollte: den "Lebendigen Rosenkranz". Die 27jährige junge Frau ließ ihre Mitglieder alle vierzehn Tage zusammenkommen, wobei sich jeder verpflichtete, jeden Tag ein Dutzend Rosenkränze zu beten. Bei Paulines Tod wird es allein in Frankreich mehr als 2.250.000 Mitglieder des Lebendigen Rosenkranzes geben, die Anhänger aus dem Ausland nicht mitgerechnet. Dieses Werk ist heute noch in mehreren Ländern aktiv.
1833 ließ sie sich mit den "Töchtern Mariens", einer Gemeinschaft frommer Mädchen, die sie gegründet hatte, in Fourvière, dem Hügel über Lyon, in einem Haus nieder, dem sie in Erinnerung an das Haus der Heiligen Familie den Namen „Lorette“ gab. Zwei Jahre später reiste sie, bereits krank, nach Rom, wo sie Papst Gregor XVI. traf, der sie in ihrem Einsatz für die Evangelisierung und das Gebet ermutigte.
"Ihr eigentliches Anliegen war es, die Botschaft des Evangeliums in ein Frankreich zurückzubringen, das nach der Französischen Revolution eine Welle der Säkularisierung erlebt hatte. Und mit dieser Sorge um die Evangelisierung entwickelte sie gleich mehrere sehr interessante Ideen, die bis heute fortbestehen, wie zum Beispiel die Gesellschaft für die Verbreitung des Glaubens und später den Lebendigen Rosenkranz. Das Werk der Glaubensverbreitung, dessen Anliegen es war, den Missionaren in der Ferne zu helfen und dabei die Menschen in der Nähe mit einzubeziehen, also die Franzosen in dieses Werk der Evangelisierung in den Missionsländern durch das Gebet und das Opfer des eigenen Leidens einzubeziehen. Es scheint mir, dass wir dieses besondere Merkmal gut verstehen, wenn sie sagt, dass sie nicht ins Kloster gehen wollte oder sich nicht zum Kloster berufen fühlte, weil ihr Kloster die Welt war. Die Welt als Ort, an dem man seinen christlichen Glauben leben kann, und in diesem Sinne auch als Ort der Evangelisierung und Gestaltung".
Heute verwalten die Päpstlichen Missionswerke den Universellen Solidaritätsfonds, der – mit dem Erlös aus der Kollekte am Weltmissionssonntag am vorletzten Sonntag im Oktober - jedes Jahr Tausenden von kleinen Diözesen in den ärmsten Ländern unterstützt, und dabei deren pastorale und spirituelle Anliegen berücksichtigt und zu ihrer Evangelisierungsarbeit beiträgt, z. B. durch den Bau einer Kapelle, die Unterstützung eines Nonnenklosters oder Zuschüssen zum Betrieb eines Radios und die Unterstützung der Ausbildung von Kindern sowie der Arbeit der Katecheten: Jede Ortskirche legt die eigenen pastoralen Anliegen dar und verwaltet dann in völliger Autonomie die Zuschüsse für Projekte der Verkündigung des Evangeliums, der Missionsarbeit und der Entwicklungszusammenarbeit. Geist und Charisma der Päpstlichen Missionswerke lassen sich in dem Satz des seligen Paul Manna, dem Gründer der Päpstlichen Missionsunion, zusammenfassen: "Die ganze Kirche für die ganze Welt".
LINK
mehr bei Omnis Terra -> http://omnisterra.fides.org/articles/view/182

 

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Missionar über den Bau eines neuen Klosters: “Wir danken allen und hoffen auf die Vorsehung”

Bangui (Fides) - "Am 16. Juli 2021 durfte unsere Gemeinschaft, den Grundstein für den Bau eines neuen Klosters und einer neuen Kirche segnen und legen. Zehn Monate sind seither vergangen und das neue Kloster nimmt langsam Gestalt an", berichtet der italienischen Karmelitanerpater Pater Federico Trinchero, der als Missionar in Bangui tätig ist über die Fortschritte beim Bau des neuen Klosters in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik.
"Nachdem die Fundamente gelegt wurden, wurden die Wände der Räume im Erdgeschoss hochgezogen (Speisesaal, Küche, Konferenzraum, Bibliothek, Kapitel- und Aufenthaltsräume, Sprecherzimmer, Gästezimmer...) und in diesen Tagen sind wir endlich im ersten Stock angekommen, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf den Oubangui-Fluss und die Hügel des Kongo hat", so der Missionar weiter.
P. Federico verschweigt nicht, dass "es während der Bauzeit Schwierigkeiten, Diskussionen, unvorhergesehene Ereignisse und, wie üblich, einige kleine Änderungen am Projekt gegeben hat". "Leider waren wir gerade in den letzten Tagen gezwungen, das Arbeitstempo zu drosseln“, bedauert er, „weil die Preise für Rohstoffe wie Zement und Eisen plötzlich gestiegen waren. In Zentralafrika, einem Land mit sehr wenigen Industrien und keinem Zugang zum Meer, werden diese Materialien leider alle importiert, so dass die Preise häufig schwanken. In Bangui zum Beispiel kann ein Sack Zement drei- oder viermal so viel kosten wie in anderen afrikanischen Hauptstädten“.
Doch dank des internationalen Solidaritätsnetzes, das die Mission unterstützt, habe man die Arbeit wieder aufnehmen können. „Ich möchte all jenen danken", sagt Pater Federico, "die unserem Aufruf gefolgt sind und uns großzügig helfen wollten oder dies in Aussicht gestellt haben. Vielen Dank, wirklich vielen Dank! Mit Ihrer Unterstützung wird der Traum nun endlich Wirklichkeit. Möge der Herr Sie segnen und Sie belohnen! Ohne Sie wäre die Verwirklichung dieses Projekts schlicht undenkbar“.
"Dank auch an unser internationales Team von italienischen und ruandisch-kongolesischen Architekten und Ingenieuren, die mit Geduld und Kompetenz die Arbeiten ständig begleiten“, so der Missionar abschließend, „Und nicht zu vergessen Sylvie aus dem Tschad, die strenge Direktorin des Unternehmens, und vor allem die fünfzig unermüdlichen zentralafrikanischen Arbeiter, die jeden Tag von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr, unter der Sonne und im Regen, Stein für Stein unser großes neues Haus bauen. Und dann ein großes Dankeschön an meine Mitbrüder Pater Anastasio, Pater Davide und vor allem Pater Aurelio für die Leidenschaft, die Arbeit und die Zeit, die sie diesem großartigen Werk gewidmet haben".
"Wir haben fast die Hälfte geschafft“, freut sich der Missionar und ist sich sicher: „Vor uns liegt zwar noch eine bergauf führende Strecke, die nicht ohne Hindernisse ist. Aber im Vertrauen auf die Vorsehung und auf Ihre Hilfe lassen wir uns nicht entmutigen und machen weiter".

ASIEN/VIETNAM - Bischöfe wollen Seligsprechung der ersten Missionare auf den Weg bringen

Thai Binh (Fides) – Die vietnamesischen Bischöfe brachten im Rahmen ihrer jüngsten Vollversammlung in Thai Binh, den Wunsch der Eröffnung eines Seligsprechungsprozesses für die beiden Bischöfe François Pallu MEP (1626-1684) und Pierre Lambert de La Motte MEP (1624 - 1679) zum Ausdruck, die zu den ersten französischen Missionaren gehören, die in den Fernen Osten entsandt wurden und insbesondere in den Diözesen Dang Trong und Dang Ngoai tätig waren. In diesem Zusammenhang erinnerten die Prälaten daran, dass die beiden Missionsbischöfe, Mitbegründer der Pariser Gesellschaft für Auslandsmissionen, den Weg für die Evangelisierung und das Wachstum der Kirchen in Ostasien ebneten.
An dem Treffen in Thai Binh nahmen alle Bischöfe der 27 Diözesen Vietnams sowie Erzbischof Marek Zalewski, Apostolischer Nuntius in Singapur und nicht residierender päpstlicher Vertreter in Vietnam, und eine vatikanische Delegation unter der Leitung von Prälat Miroslaw Stanislaw Wachowski, vatikanischer Untersekretär für die Beziehungen zu den Staaten, teil.
Zum Abschluss der Versammlung, am Morgen des 29. April, konzelebrierten die Bischöfe eine feierliche Messe zum 85-jährigen Bestehen der Diözese Thai Binh und zur Einweihung des "Herz-Jesu"-Priesterseminars in Thai Binh. Die Feier sollte eigentlich im März 2021, dem genauen Gründungsdatum der Diözese, stattfinden, wurde aber wegen der Pandemie verschoben. Der Vorsitzende der vietnamesischen Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Nguyen Chi Linh, sagte in seiner Predigt: "Die Entwicklung der Diözese Thai Binh war von Herausforderungen und Schwierigkeiten geprägt. Im Laufe der Zeit wurden jedoch hervorragende Hirten in die Diözese Thai Binh entsandt, und Gottes göttliche Vorsehung hat dazu beigetragen, all diese Hindernisse zu überwinden. Insbesondere der derzeitige Diözesanbischof Peter Nguyen Van De hat sich mit Leib und Seele der Diözese gewidmet, wie sein bischöflicher Wahlspruch "Gib mir Seelen" zeigt. Dabei hat er sich auch stets für den Aufbau der notwendigen Infrastruktur für das pastorale Leben eingesetzt“.
Ein Priester aus dem Klerus der Diözese erinnerte an deren Geschichte und las den Anwesenden aus der Festschrift vor: "Am 85. Jahrestag der Gründung der Diözese erinnern wir uns an einen segensreichen Weg mit 31 Märtyrern, von denen neunzehn einheimische Gläubige waren und weitere zwölf Missionare in die Diözese gesandt wurden". Der Rektor des Herz-Jesu-Seminars, Dominic Dang Van Cau, bedankte sich anschließend bei den Gläubigen der Diözese, „die mit ihrer täglichen Arbeit zum Bau des Seminars beigetragen haben, auch mit Unterstützung von Nichtchristen".
Auch die ärmsten Menschen hätten ihren Teil dazu beigetragen so der Rektor, eine angemessene Struktur für das Studium und die Unterbringung der Seminaristen zu schaffen, und sagte: "Diese Tat ist kostbar, wie das Geld, das die im Lukasevangelium (Lk 21,1-4) erwähnte Witwe gab, über die Jesus sagte: "Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen".
Die Diözese Thai Binh wurde am 9. März 1936 von Papst Pius XI. errichtet und umfasst die beiden Verwaltungsprovinzen Thai Binh und Hung Yen im Norden Vietnams. Heute betreuen insgesamt 132 Priester rund 135.000 Katholiken bei 2,9 Millionen Einwohnern (4,6 % der Bevölkerung).

ASIEN/NAHER OSTEN - Christliche Gemeinden feiern wieder Erstkommunion: Ein Zeichen der Hoffnung

Qamischli (Fides) - "Das Land, das vor einigen Jahren von Kämpfern des Islamischen Staates angegriffen wurde, die die damals die Christen auslöschen wollten, jubelt heute mit lauter Stimme. Unser Glaube und unser Kreuz haben gesiegt", so Karam Shamasha, ein chaldäischer Priester aus Msosul, zu den jüngsten Erstkommunionfeiern in den Städten der Ninive-Ebene. Das Zeichen des Wunders, das seine Ergriffenheit auslöst, ist nicht die massenhafte Rückkehr der Christen, die in den letzten Jahren aus der Region ins Ausland geflohen sind, oder das politische Bekenntnis einer kleinen christlichen Partei, sondern die Fotos der 126 Jungen und Mädchen aus den Städten Alqosh und Telskuf, die Ende April ihre Erstkommunion empfangen haben.
Mit dem Einzug des Frühlings und der Osterzeit werden die Feiern zur Erstkommunion der Kinder überall als Zeichen dafür gefeiert, wie die Gnade den Glauben in den christlichen Gemeinschaften vor Ort bewahrt hat, auch in den Jahren der Konflikte und Erschütterungen, die das tägliche Leben vieler Menschen im Irak und in Syrien beeinträchtigt haben, und nach den Einschränkungen, die den liturgischen Feiern danach durch das Auftreten der Pandemie auferlegt wurden.
Die Feiern zur Erstkommunion stehen für Gesten, die in der Alltäglichkeit des kirchlichen Lebens gelebt werden, Gefühle der Dankbarkeit und des Vertrauens in die Zukunft frei, die alle Kirchen des Ostens in dem gemeinsamen Zeugnis der durch die Sakramente wirkenden Gnade Christi vereinen und setzen damit ein wichtiges Zeichen.
Am 29. April spendete der chaldäischen Patriarch, Kardinal Louis Raphael Sako, in Bagdad 16 Jungen und Mädchen in der St. Elias-Kirche die Erstkommunion. „Die Gabe der Sakramente und die Möglichkeit, an den göttlichen Geheimnissen teilzunehmen", so der Patriarch bei dieser Gelegenheit, "stellen die Quelle des christlichen Lebens dar: Die Taufe schenkt die neue Geburt in Christus, und die Eucharistie ist die Nahrung für die Herzen für das ewige Leben“.
Am Sonntag, dem 1. Mai, empfingen 45 sehr junge syrisch-orthodoxe Christen in der der Marienkirche von Qamishli zum ersten Mal wieder die Erstkommunion. Der Gottesdienst wurde von Mor Maurice Amsih, dem syrisch-orthodoxen Bischof von Jazirah und Euphrat, zelebriert: "Diese Jungen und Mädchen sind für uns die Hoffnung der Zukunft, sie sind das neue Lebenselixier der Kirche", sagte Bischof Maurice gegenüber dem lokalen christlichen Sender „Suroyo TV“.

AMERIKA/KOLUMBIEN - Bischöfe zum “Tag der Versöhnung”: “Wir sollten weitere Schritte auf diesem Weg machen”

Bogota (Fides) - Zum fünften "Nationalen Tag der Versöhnung", der am heutigen 3. Mai begangen wird, wenden sich die kolumbianischen Bischöfe in einer Botschaft an die Bürger des Landes, in der sie an die Schritte erinnern, „die wir als kolumbianische Gesellschaft beim Aufbau von Versöhnung und Frieden unternommen haben" und feststellen, dass jeder einzelnen daran glauben sollte, „dass wir einen weiteren Schritt auf diesem Weg machen können“, der dazu führe, die befreiende und zentrale Bedeutung der Wahrheit zu erkennen.
Die Bischöfe erinnern an den Besuch von Papst Franziskus in Villavicencio am 8. September 2017, in dessen Rahmen er die Kolumbianer aufforderte, "keine Angst zu haben, um Vergebung zu bitten und sie anzubieten", um "Feindschaften zu überwinden, Wunden zu heilen, Brücken zu bauen, Differenzen auszugleichen, Hass zu entschärfen und auf Rache zu verzichten". Sie laden daher das kolumbianische Volk ein, "diesen Weg weiterzugehen und dabei den Blick auf den Herrn Jesus zu richten, der am Kreuz gestorben ist und uns lehrt, den Schmerz in Leben zu verwandeln" und betonen: „Die Kolumbianer verdienen die Versöhnung".
Die Idee zur Feier eines „Tages der Versöhnung“ entstand im Rahmen der außerordentlichen Vollversammlung im Anschluss an den Papstbesuch (6.-11. September) im November 2017. Daraufhin wurde ein solcher "Tag der Versöhnung" einstimmig beschlossen, der jedes Jahr am 3. Mai, dem Fest der Erhöhung des Heiligen Kreuzes, begangen werden sollte. Dieser Tag erinnert an die "Gebetsbegegnung zur Nationalen Versöhnung", die am 8. September 2017 unter Leitung von Papst Franziskus im Las-Malocas-Park in Villavicencio stattfand. Im Mittelpunkt der Gestaltung des Aktionstags stehen die Erinnerung an die Notwendigkeit der Versöhnung; das Gebet für die Versöhnung; das Engagement für die Versöhnung und die Umsetzung und Förderung der grundlegenden Werte der Versöhnung.
Die Abteilung für Liturgie des Ständigen Sekretariats der Bischofskonferenz veröffentlicht einen Leitfaden für den Gottesdienst an diesem Tag mit Vorschlägen für das Gebet der Gläubigen und ein Gebet für den Frieden in Kolumbien.

 

AMERIKA/ARGENTIEN - Sechs argentinische Missionare gehen in das peruanische Amazonasgebiet

Buenos Aires (Fides) - Sechs argentinische Missionare werden künftig in der peruanischen Amazonasregion tätig sein auf: sie wurden im Rahmen eines feierlichen Entsendungsgottesdienstes unter Leitung des Vorsitzenden der argentinischen Bischofskonferenz, Bischof Oscar Ojea von San Isidro in der Kathedrale von Buenos Aires verabschiedet. Zusammen mit zwei anderen bereits entsandten Missionaren werden die Argentinier im Rahmen des von den Päpstlichen Missionswerken in Argentinien mit Unterstützung der Bischofskonferenz auf den Weg gebrachten Projekts "Argentinische Kirche, das Amazasgebiet ist deine Mission" im Vikariat Puerto Maldonado tätig sein.
Bei dem Gottesdienst konzelebrierten Erzbischof Andrés Stanovnik von Corrientes, Bischof Jorge Torres Carbonell de Laferrere von Gregorio; Bischof Hugo Salaberry von Azul, der Weihbischof von Buenos Aires, Alejandro Giorgi; sowie Pfarrer Alejandro Giorgi und Pater Jerzy Marian Faliszek SVD, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Argentinien.
In seiner Predigt brachte Bischof Ojea die große Freude der argentinischen Kirche über diese Aussendung zum Ausdruck, die damit die Vielfalt der Charismen der Kirche zum Ausdruck bringt. Der Prälat erinnerte in diesem Zusammenhang an die Merkmale der "missionarischen Jünger", die Papst Franziskus in der Enzyklika "Evangelii gaudium" aufzählt. Er hoffe, dass sie diese leben und umsetzen können, wo immer sie tätog werden.
Im Rahmen des Projekts "Argentinische Kirche, die Amazonasregion ist deine Mission", dessen Projekt-Logo an die vier Träume, die Papst Franziskus in "Querida Amazonía" erinnert werden insgesamt acht argentinische Missionare in das Vikariat Puerto Maldonado im peruanischen Amazonasgebiet entsandt.

 

LINK
Päpstliche Missionswerk in Argentinien -> www.ompargentina.org.ar


FIDES-NACHRICHTEN - 3.05.2022

EUROPA/ITALIEN - Don-Bosco-Schwestern aus fünf Kontinenten tauschen sich über dei Missio ad gentes aus

Rom (Fides) – Am morgigen Dienstag, den 3. Mai und Mittwoch, den 4. Mai, kommen die Provinzkoordinatorinnen der Missionen ad gentes des Instituts der Töchter Mariens, Hilfe der Christen (FMA) (auch bekannt als Don-Bosco-Schwestern) online zusammen, um eine Bestandsaufnahme der Präsenz des Ordensinstituts auf den fünf Kontinenten zu machen. Schwester Anna Maria Geuna, Mitarbeiterin des Allgemeinen Sektors der Missionen der Don-Bosco-Schwestern, erklärte gegenüber Fides: "Das Treffen findet nach Kontinenten gegliedert statt. Am Morgen des 3. Mai werden die Koordinatorinnen der Region Asien und Südpazifik teilnehmen, am Nachmittag die Schwestern des afrikanischen Kontinents. Am Nachmittag des 4. Mai folgen die Vertreterinnen für Europa und am Abend für Amerika.
„Diesem Austausch ", so Schwester Geuna, " war ein anderer vorausgegangen, der in den letzten Monaten, ebenfalls online, unter etwa 250 Missionsschwestern in der Mission ad gentes stattfand“. "Bei dieser Gelegenheit hatten wir die Gelegenheit, uns gegenseitig kennenzulernen, Schwester Ruth del Pilar Mora zu begrüßen, die während des XXIV. Generalkapitels zur Generalrätin für die Missionen des Instituts gewählt wurde, und synodale Synergien zu schaffen, um die Mission ad gentes mit neuer Leidenschaft zu leben“.
Die missionarische Leidenschaft und die evangelisierende Fürsorge von Don Bosco und Mutter Mazzarello sind auch heute noch grundlegende Dimensionen des Charismas des Instituts, das 1872 gegründet wurde und dieses Jahr sein 150jähriges Gründungsjubiläum feiert.

AFRIKA/MOSAMBIK - Bischöfe erklären sich solidarisch mit Flutopfern

Maputo (Fides) – Am Rande ihrer Vollversammlung bekunden die Bischöfe von Mosambik ihre Solidarität mit den Opfern der heftigen Überschwemmungen, die im vergangenen Monat einige Länder im südlichen Afrika heimgesucht haben.
"Während der jüngsten Regenzeit haben Überschwemmungen und starke Winde erneut das Leben von Tausenden von Menschen in weiten Teilen des zentralen Nordens des Landes zerstört", so die Bischöfe in ihrer Botschaft zum Abschluss der Vollversammlung der Bischofskonferenz von Mosambik (CEM), die vom 26. bis 29. April 2022 im Priesterseminar von Santo Agostinho da Matola tagte.
"Mehrere Dutzend Menschen verloren ihr Leben, Hunderte von Familien wurden obdachlos, verloren ihr Eigentum und ihre Felder. Kommunikationswege, Schulen, Gesundheitszentren und viele andere soziale Strukturen, darunter auch die der katholischen Kirche, wurden beschädigt", heißt es in der Verlautbarung der Bischöfe, die Fides vorliegt.
Nach offiziellen Schätzungen sind etwa 3.000 Menschen direkt von den Überschwemmungen betroffen. Die katholische Kirche, so betonen die Bischöfe, mobilisierte sofort "durch karitative Maßnahmen auf Gemeinde-, Diözesan-, nationaler und internationaler Ebene, um das Leid derjenigen zu lindern, die am meisten unter diesen Katastrophen leiden. Den Hinterbliebenen sprechen wir unser aufrichtiges Beileid und unseren christlichen Trost aus und beten für die Seelen der Opfer des Unwetters".
Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen belegt es Platz 181 von 189 Ländern, und der Großteil der Bevölkerung lebt von weniger als 1 Dollar pro Tag. Das Land wurde von zahlreichen Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Dürreperioden und tropischen Unruhen heimgesucht.
Ein weiteres Land, das von den jüngsten Überschwemmungen stark betroffen ist, ist Südafrika, wo die schweren Regenfälle 443 Menschen getötet haben. Besonders betroffen war die Stadt Durban, wo Häuser und öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser beschädigt wurden.

ASIEN/CHINA - Schwestern vom heiligen Joseph feiern 150jähriges Gründungsjubiläum

Peking (Fides) – Anlässlich der Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der Gründung des Ordens wollen sich die Schwestern des Heiligen Josef der Erzdiözese Peking auf die Geschichte zurückbesinnen und das Gründungscharisma vertiefen und neu Umsetzen, indem sie sich auf den synodalen Weg begeben. In den Fußstapfen ihres Gründers und damaligen Erzbischofs von Peking, Louis-Gabriel Delaplace (CM), haben die Schwestern seit 1872 ihr pastorales und missionarisches Engagement fortgesetzt und ein gemeinschaftliches Leben gelebt, trotz der Pandemie und ihrer Folgen für das Leben der Kirche. Tatsächlich erneuerten die Schwestern ihre Ordensgelübde unter virtueller Beteiligung von Freunden und Verwandten.
Die Laien standen seit jeher im Mittelpunkt des Apostolats der Schwestern, weshalb sie regelmäßig einen "Tag der offenen Tür " veranstalten, an dem sie Laien und auch Nicht-Christen willkommen heißen. Dabei stehen folgende Punkte auf dem Programm: Präsentation der Geschichte und des Lebens der Ordensgemeinschaft; geführte Besichtigung; Studienseminare oder einfaches Austauschgespräch; Gebet in der Kapelle. Jedes Mal nehmen mehr als hundert Menschen an der Initiative teil, nicht nur Christen.
Nach 30-jähriger Schließung infolge der Kulturrevolution wurde die dem heiligen Josef geweihte Kongregation der Diözese Peking 1986 mit sechs jungen Ordensfrauen aus den Außenbezirken Pekings wiedereröffnet. Heute feiert die Kongregation ihr 150-jähriges Bestehen mit großen Erfolgen im Bereich der Seelsorge und Evangelisierung. Derzeit sind insgesamt 49 Ordensfrauen in Diözesen, Pfarreien, Schulen, Kliniken und in einem Altenheim tätig.
Neue Ordenskandidatinnen werden auf ihre religiösen, kulturellen, psychologischen und moralischen Fähigkeiten überprüft, die erforderlich sind, um die anspruchsvollen Regeln des Gemeinschaftslebens einzuhalten. Zu ihrer Ausbildung gehören Kurse in Bibelwissenschaft, Katechismus, Kirchengeschichte, Fundamentaltheologie, Kirchenrecht, Liturgie, Spiritualität, Philosophie und Kirchenmusik. Außerdem gibt es Kurse in Physik, chinesischer Literatur, chinesischer Moraltradition, Sozialwissenschaften und Fremdsprachen.
Die Kongregation wurde 1872 von Erzbischof Louis-Gabriel Delaplace von Peking, gegründet. Historischen Quellen zufolge wurde Bischof Delaplace während einer Zeit der Meditation und des Gebets vom heiligen Joseph inspiriert, eine chinesische Ordensgemeinschaft zu gründen. Der Vorschlag wurde auf dem Vatikanischen Konzil von 1870 diskutiert. Nach einer zweijährigen Vorbereitungszeit wurde mit Hilfe der Canossa-Schwestern 1872 in Peking die Kongregation des Heiligen Josef gegründet, deren Mitglieder ausschließlich aus Peking und Umgebung stammten. Heute gibt es Schwestern aus verschiedenen chinesischen Provinzen. Nach den Worten des Gründers ist der Hauptzweck der Kongregation der Dienst (kirchlich und sozial) und die Mission. Im Jahr 1941 reformierte die Kongregation ihre Struktur, änderte ihre Statuten und ihre Ordenstracht und fügte das Gelübde der Armut hinzu (zuvor legten die Schwestern nur die Gelübde des Gehorsams und der Keuschheit ab). Das Datum der Ordensprofess ist seit jeher mit dem Fest des Heiligen Josef verbunden. Die Schwestern sind vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung tätig, stehen aber auch jederzeit für die Anliegen und Bedürfnisse der Diözese zur Verfügung.

ASIEN/INDONESIEN - Ende des Fastenmonats Ramadan: Christen solidarisch mit Muslimen

Jakarta (Fides) – Im Zeichen der Solidarität mit den muslimischen Gläubigen stellen christliche Gemeinden in Indonesien am heutigen 2. Mai zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan die eigenen Parkplätze und Freiflächen für die Feiern des Eid-al Fitr-Festes zur Verfügung bei denen sich muslimische Gläubige zum Ende des Fastenmonats Ramadan zum Morgengebet in der Moschee versammeln. Dies geschah zum Beispiel auf dem Gelände der Kathedrale von Jakarta, die sich direkt gegenüber der großen Moschee befindet, während in der Herz-Jesu-Gemeinde von Malang im östlichen Java, wo die Christen den muslimischen Gläubigen in der Großen Jami-Moschee gute Wünsche übermittelten.
In Malang versammelten sich die muslimischen Pilger auf dem Gelände der katholischen Herz-Jesu-Kirche, etwa 300 Meter von der Moschee entfernt, wo sie Hilfe von jungen Katholiken erhielten, die unter anderem auch kostenlose Gebetsteppiche verteilten. Dies teilt der stellvertretender Pfarrer der Herz-Jesu-Gemeinde, Pater Yoris, mit. "Jedes Jahr heißen wir unsere muslimischen Brüder und Schwestern willkommen: Das ist eine Möglichkeit, Toleranz konkret zu leben und religiöse Harmonie zu schaffen", erklärt er. "Diese Haltung der Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit zeigt deutlich die große Toleranz der indonesischen Katholiken gegenüber den muslimischen Gläubigen, die als Brüder und Weggefährten betrachtet werden", so der Katholik Purwanto gegenüber Fides.
An vielen anderen Orten in Indonesien, wie zum Beispiel in der Nurul-Iman-Moschee in Manggarai in der Provinz Ost-Nusa Tenggara, trugen auch Katholiken, vor allem junge Menschen, zum Sicherheitsdienst während des muslimischen Festtagsgebets bei.
Auch die protestantische Kirche der jungen Molukken (AMGPM) in Ternate (Nord-Maluku) und Schüler der örtlichen katholischen Sekundarschule Broschüren für das muslimische Gebet und Publikationen an die muslimische Gemeinde.
"Diese Initiativen sind Teil unseres alltäglichen Lebens, das wir Seite an Seite mit einer multireligiösen Gesellschaft zu leben, und werden zu einer Tradition für jedes Eid al-Fitr-Fest aber auch an christlichen Feiertagen wie Weihnachten oder anderen religiösen Festen. Ziel ist es, Freundschaft aufzubauen und ein Gefühl der Toleranz und Brüderlichkeit unter den religiösen Gläubigen in Indonesien zu fördern", so die lokalen Gläubigen.
Nach Angaben der indonesischen Behörden sind mindestens 85 Millionen Gläubige zu den Feierlichkeiten am Ende des Fastenmonats Ramandan, die nach zwei Jahren Pandemie erstmals wieder öffentlich stattfinden in ihre Heimatstädte zurückgekehrt. Der indonesische Präsident Joko Widodo nahm am Eid-Gebet im Staatspalast "Gedung Agung" in Yogyakarta teil und begrüßte die Bürger mit dem traditionellen "Eid Mubarak".
Von den sind 270 Millionen Einwohnern sind etwa 10 % Christen. Die Zahl der Katholiken beträgt etwa acht Millionen.

ASIEN/LIBANON - Patriarch Raï ruft zur Wahlbeteiligung auf

Harissa (Fides) - Wenn en Libanesen daran liege, ihr Recht auf Selbstbestimmung zu schützen und den Libanon vor Versuchen zu bewahren, die historische Identität des Landes auszulöschen, sei eine massive Teilnahme an den Parlamentswahlen am 16. Mai erforderlich. Dies betont der maronitische Patriarch und libanesischen Kardinal Béchara Boutros Raï, der in seiner Predigt beim Gottesdienst im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Harissa am gestrigen Sonntag, den 1. Mai.
Die Mehrheit der Libanesen, die der Patriarch in seiner Predigt, wolle in einem "freien, demokratischen und neutralen Libanon" leben, wie es die Verfassung und die historische Identität des Landes vorsehen. Aus diesem Grund seien alle Libanesen aufgerufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, auch um "der Welt zu sagen, welchen Libanon sie wollen", und den globalen und regionalen Mächten deutlich zu machen, dass das libanesische Volk geopolitischen Pläne ablehne, die darauf abzielten, die Unabhängigkeit des Libanon zu untergraben.
In diesem Zusammenhang erinnerte der Patriarch auch an die Dringlichkeit, einen geordneten und friedlichen Verlauf der letzten Wochen des Wahlkampfes zu gewährleisten, nachdem es jüngst im Land immer wieder zu Protesten gekommen war. "Wir erleben eine Zeit voller Zwischenfälle im Libanon, in der Region und auf internationaler Ebene", sagte der Patriarch und verwies auf den Krieg in der Ukraine, die Zusammenstöße auf dem Tempelberg in Jerusalem, die israelischen Übergriffe in Syrien und das Wiederaufflammen der Spannungen an der libanesisch-israelischen Grenze. "Es ist notwendig, dass sich diese Front beruhigt", sagte der libanesische Kardinal, "damit der Libanon unter internationaler Schirmherrschaft die Verhandlungen über die Demarkation der Seegrenze mit Israel wieder aufnehmen kann, damit Öl und Gas in einem friedlichen Rahmen gefördert werden können."

AMERIKA/MEXIKO - Bischöfe: “Voller Hoffnung wollen wir gemeinschaftliche, teilhabende und missionarische Kirche sein"

Cuautitlán Izcalli (Fides) - "Jetzt ist es an uns allen, dem Volk Gottes (Hirten und Herde), die Sendung des auferstandenen Herrn fortzusetzen, auf die Stimme des Geistes zu hören, zu erkennen, was Gott uns durch die Zeichen der Zeit zeigt und von uns verlangt, um gemeinsam die Wege zu finden, die es uns ermöglichen, 'die Hoffnung, die nicht enttäuscht' zu erfahren. Hoffnung, die uns angesichts dessen, was die Menschenwürde und die Werte der Familie, des Lebens, der Meinungsfreiheit, der Demokratie, der Bildung und der solidarischen Gastfreundschaft bedroht, inmitten der herrschenden Gewalt, der Ungerechtigkeit und der Straflosigkeit, die vor allem die Armen, die Migranten, die Frauen und die Schwächsten treffen, anspornt, weiter für Frieden, Gerechtigkeit, Toleranz, Solidarität und Dialog zu kämpfen", heißt es in einer Botschaft der mexikanischen Bischofskonferenz am Ende der Vollversammlung, die am 29. April endete.
"Die Gegenwart des gekreuzigten und auferstandenen Christus flößt immer Zuversicht und Hoffnung ein", betonten sie und laden dazu ein, "die Hoffnung jenseits der Merkmale unserer Zeit des Wandels zu entdecken“, denn, "mit dem Blick auf den auferstandenen Herrn, dass weder die Kultur des Todes noch die der Gewalt noch die der Lüge noch die des Bösen das letzte Wort haben werden".
Diese Hoffnung "entspringt den tiefen kulturellen und religiösen Wurzeln, die das mexikanische Volk kennzeichnen" und ist Frucht des beständigen Zeugnisses so vieler missionarischer Jünger in fünfhundert Jahren Evangelisierung und der Gegenwart Marias von Guadalupe, betonten die Bischöfe und dankten all jenen, die "als Familie Gottes" inmitten der Pandemie und ihrer Folgen Grund zur Hoffnung gaben, indem sie im Vertrauen auf Gott und in brüderlicher Solidarität leben.
Während der Vollversammlung erneuerten die Bischöfe Mexikos ihr Engagement für ein "neues missionarisches Pfingsten" gemäß der Leitlinien der lateinamerikanischen Kirchenversammlung und mit Blich auf der von Papst Franziskus einberufenen Bischofssynode. "Auf diese Weise bereiten wir uns, Laien, geweihtes Leben und Hirten, auf die Feier der 2000 Jahre der Erlösung und der 500 Jahre des Ereignisses von Guadalupe vor, wobei wir uns vom globalen Pastoralplan leiten lassen, um uns weiterhin als eine brüderlichere, solidarischere, gemeinschaftliche, teilhabende und missionarische Kirche zu gestalten."
Im Schlussteil der Botschaft ruft die Bischofskonferenz dazu auf, "einseitige Lesarten der Zeit, in der wir leben, zu vermeiden, die zur Polarisierung beitragen" und empfiehlt: "Angesichts der schwierigen Zeiten ist von den Gläubigen ein neuer Mut und eine neue Klarheit gefordert, wobei sie ihren Blick auf den Friedensfürsten richten“. Heute sei das Engagement der "Seligen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen" notwendiger denn je.
Abschließend bekräftigten die Bischöfe ihr evangelisches Engagement "für den bevorzugten Dienst an den Schwächsten der Gesellschaft, den wir heute in den Gesichtern der Migranten, der Frauen, der Kinder, der Jugendlichen und der älteren Menschen, die leiden, sowie in den Gesichtern der Angehörigen der Verschwundenen erkennen" und betonen: "Angesichts dieser Realitäten, die uns so sehr schmerzen, verpflichten wir uns, eine synodalere und solidarischere Kirche zu sein, die die Menschenwürde verkündet und verteidigt und am Wiederaufbau des sozialen Gefüges aus der Begegnung mit dem gekreuzigten und auferstandenen Christus mitwirkt".

ASIEN/ARABISCHE EMIRATE - Apostolischer Vikar zurückgetreten und Nachfolger ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 1. Mai 2022 den vom Apostolischen Vikar von Südarabien (Arabische Halbinsel), Bischof Paul Hinder (O.F.M. Cap.) eingereichtern Rücktritt angenommen und den bisherigen Weihbischof von Mailand, Paolo Martinelli (O.F.M. Cap.) zu seinem Nachfolger ernannt und ihm den Titularsitz Musti di Numidia verliehen.


FIDES-NACHRICHTEN - 2.05.2022

EUROPA/POLEN- Flüchtlingshilfe: Ordensleute und Laien arbeiten zusammen

Genua (Fides) - "Mitzuerleben, was der Krieg in der Ukraine anrichtet, bricht einem wirklich das Herz und bringt uns zum Weinen. So viele Menschen, die bis gestern ein normales Leben geführt haben, finden sich jetzt auf einem Feldbett in einem großen Gebäude wieder, Seite an Seite mit 3.000 anderen unbekannten Menschen, Frauen und Kindern jeden Alters, älteren Menschen in Rollstühlen", so Stefania die als freiwillige Helferin im Haus der Gesellschaft der Afrikamissionen in Genua tätig ist nach einem Besuch in Polen, wo sie eine Woche lang in Birzencin, 14 km von Warschau entfernt, mitarbeitete und ukrainischen Müttern half.
"Zusammen mit den Ordensleuten und anderen Freiwilligen besuchten wir eines der von der Stadt Warschau organisierten Aufnahmezentren für ukrainische Flüchtlinge, das auf einem Messegelände eingerichtet wurde. Dort warteten viele Frauen nur auf den Moment, ein Videogespräch mit ihren Männern zu führen, und die Kinder warten auf ihre Väter, die sich freuten, ihre Kleinen die ersten Schritte machen zu sehen", so Stefania. "So ist ihr Leben jetzt, und sie bleiben dort in Polen, aber mit der großen Hoffnung, bald nach Hause zurückkehren zu können“. Dies mache einem klar, was der Krieg verursacht. „Persönlich vor Ort dabei zu sein, war wirklich hart“, beton sie.
Grzegorz Kucharski, Provinzial der polnischen SMA, fügt Zahlen hinzu: "Seit Beginn des Krieges bis heute haben wir hier in Polen 2,3 Millionen Kriegsflüchtlinge aufgenommen. Sie werden in Privatwohnungen, aber auch in Einrichtungen und Häusern unseres Ordens am Stadtrand von Warschau und in der Nähe von Krakau aufgenommen".
 

 

AFRIKA/ÄGYPTEN - Großmufti Shawki Allam: Gemeinsames Fastenbrechen von Christen und Muslimen nicht vom Koran verboten

Kairo (Fides) - Im Koran und in der Sunna gebe es keine Vorschriften, die es muslimen verbieten mit christlichen Freunden Bekannten die Abendmahlzeit des "Fastenbrechens“ (Al-Fitr) während des muslimischen Fastenmonats Ramadan zu teilen. Dies betont Scheich Shawki Ibrahim Abdel-Karim Allam, dem derzeitigen Großmufti von Ägypten kurz vor dem Ende des Ramadan und dem Eid al Fitr-Fest. „Von seinen christlichen Mitbürgern Essen anzunehmen und mit ihnen zu essen, nachdem man von morgens bis abends gefastet hat", so der Großmufti in einem Interview, das auf dem Satellitensender Sada Elbalad in der Sendung des Journalisten Hamdi Rizk ausgestrahlt wurde, "ist keineswegs eine Übertretung des islamischen Rechts, sondern vielmehr Ausdruck des Respekts und der barmherzigen Güte gegenüber dem Nächsten, die der Koran empfiehlt“. „Dieses Wohlwollen und dieser Respekt", so Scheich Shawki Allam, "sind nicht ausschließlich den Mitgliedern der islamischen Umma vorbehalten, sondern prägen die Haltung, mit der der gläubige Muslim allen Menschen, denen er im Leben begegnet, begegnen soll, wenn er im Einklang mit dem Koran handeln will“.
In den letzten Jahrzehnten haben sich in mehreren arabischen Ländern immer wieder Kampagnen regelmäßig gegen den Austausch von Glückwünschen und Grüße zwischen Christen und Muslimen anlässlich von religiösen Festen gewandt, die von ihren jeweiligen Glaubensgemeinschaften gefeiert werden.
Im Januar 2016 hatte der Imam einer Moschee in der ägyptischen Stadt Damietta eine Fatwa erlassen, die ein Verbot enthält, anlässlich des Weihnachtsfestes Grüße und Glückwünsche an Christen zu richten. Später ermittelt das Ministerium für religiöse Stiftungen, das auch die Aktivitäten in Moscheen überwacht, gegen den Imam. Im Dezember 2020 das Ministeriums für religiöse Angelegenheiten in dem von der palästinensischen islamistischen Hamas regierten Gazastreifen, Muslimen anordnete, ihre "Interaktion" mit christlichen Weihnachtsfeiern einzuschränken.
In den letzten Tagen hat unterdessen der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. in Ägypten sowohl dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al Sisi als auch dem Großimam der Al Azhar, Scheich Ahmed al Tayyeb, gute Wünsche für das bevorstehende Eid al Fitr übermittelt.

AFRIKA/NIGERIA - Zunahme von Gewalt: "Wer sind wir Nigerianer?"

Lagos (Fides) - Nigeria verzeichnet einen besorgniserregenden Anstieg der ethnisch-religiösen Gewalt. Nigeria, der "afrikanische Riese", das bevölkerungsreichste Land Afrikas, die Heimat des Afrobeat und von Nollywood – einer der florierendsten Filmindustrien der Welt, gemessen an der Zahl der jährlichen Produktionen - ist die führende Wirtschaft des Kontinents: Sein Bruttoinlandsprodukt macht 25 % der gesamten afrikanischen Wirtschaft aus.
Nigeria ist damit ein Land im Spannungsfeld zwischen Wachstum und Armut: Laut der World Poverty Clock leben 41 % der Bevölkerung von weniger als 2 Euro pro Tag (…)

LINK
Mehr bei Omnis Terra (italienisch) -> http://omnisterra.fides.org/articles/view/181

 

ASIEN/KAMBODSCHA - Prozess gegen die Roten Khmer soll im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden

Phnom Penh (Fides) - Nach der brutalen Herrschaft der Roten Khmer, die tiefe Wunden im Land hinterlassen hat, setzt Kambodscha seinen Weg der Heilung und Versöhnung fort. Wie Schwester Denise Coghlan von den Sisters of Mercy, die 1988 von ihrer Heimatstadt Brisbane an die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha zog und seit 1990 in Kambodscha lebt, feststellte. Die australische Missionarin sagt: "Um Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit zu fördern, mussten wir auf beiden Seiten der Grenze sein und uns mit Kambodschanern aller Kriegsparteien Freundschaft schließen", so die Ordensfrau über die Initiativen des Mercy Refugee Service in Zusammenarbeit mit Flüchtlingshilfswerk (JRS).
Teil des Prozesses der Heilung und der nationalen Versöhnung, an dem viele Ordensgemeinschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen mitwirken ist ein Weg der Gerechtigkeit, zu dem der Gerichtsprozess gegen die Anführer der Roten Khmer beiträgt. Der Prozess wird von einer 2003 eingerichteten Außerordentlichen Kammer vor den Gerichten Kambodschas (ECCC) geführt, die sich aus lokalen Richtern und Rechtsexperten der Vereinten Nationen zusammensetzt. Berichten zufolge soll der Gerichtshof seine Arbeit noch im Verlauf des Jahres 2022 abschließen. An dem Tag, an dem der Termin für die letzte Anhörung festgelegt wird, dürfte die lange Reise des 2001 durch ein kambodschanisches Gesetz eingerichteten Sondertribunals für die Roten Khmer endgültig zu Ende sein. Das Gericht, das für seine Langsamkeit kritisiert wurde und wegen seiner Versäumnisse bei der Gewährleistung von Gerechtigkeit gegenüber den vielen Kambodschanern, die durch die Hand von Mittelsmännern getötet und gefoltert wurden, konnte nur fünf Mitglieder der damaligen Führung verurteilen, von denen viele vor der Urteilsverkündung starben.
Nur Khieu Samphan, ein hochrangiger Führer der Roten Khmer und kambodschanischer Staatschef von 1976 bis 1979, befindet sich heute noch im Gefängnis. Auch sein Fall ist noch nicht abgeschlossen: Am 7. August 2014 wurde Khieu Samphan zunächst wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt, wobei das Urteil in der Berufung bestätigt wurde. In einem zweiten Verfahren gegen ihn wurde er 2018 auch des Verbrechens des Völkermords am vietnamesischen Volk für schuldig befunden. Im August letzten Jahres versuchte der 90-jährige Anführer, der als einziger überlebt hatte, bei seiner letzten Anhörung die Richter zu überzeugen, das Urteil zu ändern. Ein letztes Urteil des Gerichts wird in den kommenden Monaten erwartet.
Das Regime der Roten Khmer ergriff am 17. April 1975 die Macht und wurde am 7. Januar 1979 gestürzt. Schätzungen zufolge starben in diesem Zeitraum von drei Jahren, acht Monaten und 20 Tagen bis zu drei Millionen Menschen. Es folgten ein Bürgerkrieg und eine Invasion Vietnams im Jahr 1978, die das Regime in die Schranken wies und sich zehn Jahre später zurückzog.
1997 bat die Regierung in Phnom Penh die Vereinten Nationen um Unterstützung bei der Durchführung eines Prozesses zur Verfolgung hochrangiger Führer der Roten Khmer. Im Jahr 2001 verabschiedete die kambodschanische Nationalversammlung ein Gesetz zur Einrichtung eines Tribunals zur Verfolgung schwerer Verbrechen, die während des Regimes der Roten Khmer begangen wurden. Mit dem Ende des Prozesses wird im Laufe dieses Jahres und eine dunkle Seite der kambodschanischen Geschichte geschlossen werden.

ASIEN/PAKISTAN - Bericht zur Religionsfreiheit 2022: Zivilgesellschaft fordert wirksame Maßnahmen der Regierung gegen Verstöße

Lahore (Fides) - "Die Lage der Religionsfreiheit in Pakistan ist besorgniserregend“ und „Gewalt im Namen der Religion nimmt zu, weil die Regierung nicht in der Lage ist, die Radikalisierung und den religiösen Extremismus zu stoppen“, beklagt Joseph Jansen, Präsident von "Voice for Justice" (VFJ), einer pakistanischen Organisation, die sich für Menschenrechte und Religionsfreiheit einsetzt. Neben "Voice for Justice" haben sich mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen zu Wort gemeldet, nachdem die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) in ihrem jüngsten Bericht 2022 festgestellt hatte, dass Pakistan "keine wirksamen Maßnahmen ergriffen hat, um gegen Verstöße gegen die Religionsfreiheit vorzugehen, einschließlich Gewalt durch den Mob und willkürliche Morde im Namen der Religion".
Jansen sagt: "Wir haben festgestellt, dass ein frühzeitiges Eingreifen der Strafverfolgungsbehörden in Fällen von Blasphemievorwürfen dazu beitragen kann, Gewalt durch den Mob zu verhindern und Leben zu retten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Polizei ihrer Pflicht nachkommt, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten und die Angeklagten vor außergerichtlichen Tötungen zu schützen". Deshalb werden weitere entsprechende Maßnahmen gefordert.
Carol Nadeem, ebenfalls Mitglied der VFJ, begrüßt das jüngste Urteil des Antiterrorismusgerichts im Lynchmordfall Priyantha Kumara, das sechs Täter zur Todesstrafe, neun zu lebenslanger Haft und 73 zu Haftstrafen von zwei bis fünf Jahren verurteilt hat. "Die Verurteilung der 88 Angeklagten in diesem Fall wird einen Präzedenzfall dafür schaffen, dass niemand über dem Gesetz steht und dass es niemandem erlaubt ist, Hass zu verbreiten und das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen, indem er die Religion als Vorwand benutzt".
Die katholische Ashiknaz Khokhar, Koordinatorin von Voice for Justice, schließt deshalb mit den Worten: "Die Regierung muss radikale Maßnahmen ergreifen, um den Missbrauch der Blasphemiegesetze zu stoppen, die Opfer vor massiver Gewalt zu schützen und die bestehenden Bestimmungen durchzusetzen, um all diejenigen zu bestrafen, die falsche Anschuldigungen erheben und Gewalt anwenden".

AMERIKA/BRASILIEN - Bischöfe fordern dringenden Kurswechsel: “Die Lage ist sehr ernst”

Brasilia (Fides) - Die durch die Covid-19-Pandemie verursachte schwere Gesundheitskrise, "hat unser Land in auch in eine komplexe und systemische ethische, wirtschaftliche, soziale und politische Krise gestürzt, die uns schon lange vor der Pandemie abzeichnete. Es wurden strukturellen Ungleichheiten zum Vorschein gebracht, die in der brasilianischen Gesellschaft verwurzelt sind", so die brasilianischen Bischöfe in ihrer Botschaft am Ende der ersten Sitzungsrunde (25. bis 29. April) der 59. Vollversammlung der Bischofskonferenz, die vom in virtueller Form stattfindet.
"Die aktuelle Lage ist sehr ernst. Brasilien geht es nicht gut", prangern die Bischöfe an und erinnern an den Hunger und die Ernährungsunsicherheit in dem Land, das der "zweitgrößten Lebensmittelexporteur der Welt" ist, die hohe Arbeitslosigkeit und die informelle Arbeit, die Ausbeutung und Zerstörung des Gemeinwesens, die mangelnde Achtung der Rechte der indigenen Völker, die Verfolgung und Kriminalisierung von Umweltschützern und "die Schwäche der Maßnahmen zur Bekämpfung von Umweltverbrechen", so wie die Zerstörung des „gemeinsamen Hauses“.
All dies führt zu einer "latenten, expliziten und wachsenden Gewalt in unserer Gesellschaft", zu einem Klima "der Spannung und Gewalt, in dem wir leben, auf dem Land und in den Städten". "Die Liberalisierung und Förderung des Bergbaus in indigenen und anderen Gebieten, die Flexibilität des Waffenbesitzes und des Tragens von Waffen, die Legalisierung des Glücksspiels, die Zunahme der Frauenmorde und die Ausgrenzung der Armen tragen nicht zur Zivilisation der Liebe bei und verletzen die universelle Brüderlichkeit".
Die Bischöfe hoffen daher, dass die Regierenden angesichts dieses Szenarios "große und dringende Veränderungen vorantreiben… im Einklang Prinzipien und Werte der Verfassung von 1988". Sie fordern, dass "der Verlust der Rechte der Arbeiter und der Armen, die die Mehrheit des brasilianischen Volkes bilden, nicht zugelassen werden darf" und warnen vor einer Logik der Konfrontation, "die den demokratischen Rechtsstaat und seine Institutionen bedroht und Gegner zu Feinden macht".
In diesem Kontext "der Ungewissheit und des Radikalismus" werden wir in diesem Jahr zur Wahl gehen, heißt es in der Botschaft, die betont, dass die Wahl "das nationale Projekt, das wir wollen, bestimmen wird", und dazu aufruft, "die Staatsbürgerschaft auszuüben, mit einer bewussten politischen Beteiligung, die in der Lage ist, eine "gute Politik" zu fördern, wie Papst Franziskus uns sagt".
Angesichts der "Versuche, die institutionelle Ordnung zu brechen, die heute offen propagiert werden", warnen die Bischöfe, dass "die Störung des politischen Prozesses, das Schüren von Chaos und die Ermutigung zu autoritären Handlungen absolut nicht im Interesse des brasilianischen Volkes sind", und sie warnen vor dabei auch vor zwei besonderen Gefahren: religiöse Manipulation, die sowohl von einigen Politikern als auch von einigen Ordensleuten betrieben wird, und die Verbreitung von Fake News durch die brasilianische Demokratie gefährden.
Die Bischöfe laden daher die gesamte brasilianische Gesellschaft ein, "an den Wahlen teilzunehmen und mit Gewissen und Verantwortung zu wählen", indem sie Kandidaten wählen, die sich „für den ganzheitlichen Schutz des Lebens in all seinen Phasen einsetzen, ohne dabei die menschlichen und sozialen Rechte und unser gemeinsames Haus zu vergessen“. "Alle Christen sind aufgerufen, sich durch den Dialog und die Kultur der Begegnung im Kampf für Gerechtigkeit und Frieden für den Aufbau einer besseren Welt einzusetzen", betonen sie.
Die Bischöfe würdigen abschließend die zahlreichen Gesten der Solidarität der verschiedenen brasilianischen Gemeinschaften anlässlich der Pandemie und der Naturkatastrophen und riefen dazu auf, diesen Weg fortzusetzen, im gemeinsamen Einsatz für das Leben, das Land, die Heimat und die Arbeit, "sich von der Hoffnung und dem Wunsch nach einer gerechten und brüderlichen Gesellschaft leiten zu lassen".

ASIEN/INDIEN - Bischof von Krishnagar ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen stellvertrtenden Rektor des Noviziats der Salaesianer Don Boscos in Darjeeling il Pater Nirmol Vincent Gomes (S.D.B.) zum Bischof der Diözses Krishnagar (Indien) ernannt.
Bischof Nirmol Vincent Gomes, S.D.B., wurde am 8. Februar 1959 in Ranaghat (Diözese Krishnagar) geboren. Nachdem er als Aspirant in das Kleine Seminar der Salesianer Don Boscos eingetreten war, absolvierte er sein Noviziat in Sunnyside (Shillong). Er studierte Philosophie in Sonada, Darjeeling, und Theologie an der Päpstlichen Universität der Salesianer in Rom, wo er einen Doktortitel in Erziehungswissenschaften erwarb. Am 24. Mai 1979 legte er die ewigen Gelübde bei den Salesianern Don Boscos ab. Am 22. Juli 1989 wurde er zum Priester geweiht.
Danach setzte er sein Studium in Rom fort und hatte folgende Ämter inne: Lizenziat in Pädagogik an der Päpstlichen Universität der Salesianer Don Boscos, UPS, (1988-1991); Studiendekan (1991-1997) und Rektor (2000-2006) der Kollegs der Salesianer Don Boscos in Sonada; Doktor der pädagogischen Wissenschaften an der UPS (1997-2000); Beichtvater (2006-2007) und Rektor (2007-2009) an der Don-Bosco-Schule in Krishnagar; Pfarrkoadjutor in Bongaon (2009-2010); Vizerektor (2010-2013) und Rektor (2013-2014) an der Don-Bosco-Schule in Siliguri; Provinzial der Salesianer Don Boscos in Kalkutta (2014-2020) und von 2020 bis jetzt Vizedirektor des Noviziats der Salesianer Don Boscos in Darjeeling.


FIDES-NACHRICHTEN . 29.04.2022

AFRIKA/NIGER - Ostern in der Mission Dosso: “Wir tragen unser Kreuz”

Dosso (Fides) - "Wir, die Christen von Dosso, bilden eine kleine, sehr kleine Minderheitengemeinschaft in einer überwiegend islamisierten Gesellschaft. Wir sind glücklich, aber auch zerbrechlich angesichts der Vielfalt und Vielzahl der Farben unserer Mitmenschen“, so Pater Rafael Marco Casamayor, von der Gesellschaft der Afrikamissionen (SMA), der Agentur Fides am Ende der Osterfeierlichkeiten in der Mission Dosso.
"Einen guten Teil der Fastenzeit haben wir Christen zusammen mit dem muslimischen Fastenmonat Ramadan gelebt", erklärt der Missionar. „Es sind Dinge, die uns verbinden, die uns helfen, über unsere Existenz hinauszugehen und Gott näher zu kommen, auch wenn die Projektion sehr unterschiedlich ist."
"Wir feierten den Kreuzweg am Freitag der Fastenzeit bei Sonnenuntergang, wenn die Menschen ihre Arbeit beendet haben. Wir versammelten uns in dem großen Raum der Mission und folgten dem Weg der Passion Jesu. Es ist das Kreuz, das auch mein Volk trägt, das unter Hunger, Medikamentenmangel, Gewalt und Unsicherheit leidet", so Pater Rafael weiter. „Ich denke auch an die blinden Kinder von Gaya, die wir auf dem Arm tragen, und in Dosso, die wir an der Hand halten, und an die Straßenkinder in Niamey. Sie sind es, die unseren Weg erhellen, denn mit ihnen nehmen wir das Kreuz auf uns, das zur Liebe wird".
Am Ende des Kreuzweges sammelten die Gläubigen Spenden für die Bedürftigen, und mit dem Erlös der Kollekte wurden Lebensmittel und Hygieneartikel gekauft, die an die Patienten des Krankenhauses "La Madre y el Niño" in Dosso verteilt werden.

AFRIKA/ALGERIEN - Heiligsprechung von Charles de Foucauld: Erzbischof von Algier über den besonderen spirituellen Weg

Algier (Fides) - Charles de Foucauld sei nicht nur eine Ikone. Denn wenn seine Geschichte weiterhin die Herzen einer Vielzahl von Menschen in allen Teilen der Welt berühre, so geschehe dies nicht aufgrund des romantischen Bildes eines "im Wüstensand verlorenen Einsiedlers". Was überwiege, sei vielmehr das dankbare Staunen über die vielen "Bekehrungen", die ein Leben in der Nachfolge des Herrn geprägt haben, bis hin zu dem Geschenk, sich als "universeller Bruder" zu erkennen, eingebunden in eine Erfahrung der Brüderlichkeit, "die allen angeboten wird, ohne Rücksicht auf religiöse, ethnische oder nationale Zugehörigkeit". Mit diesen Worten würdigte Erzbischof Jean-Paul Vesco von Algier, das Zeugnis des französischen Mönchs, der einen großen Teil seines unvergleichlichen spirituellen Abenteuers in Algerien erlebt hat, mit Blick auf seine bevorstehende Heiligsprechung am kommenden 15. Mai in Rom.
„Charles de Foucauld wurde am 1. Dezember 1916 in Tamanrasset, im Zentrum des Ahaggar-Massivs, im tiefen Süden Algeriens, von einer Banditen getötet betont der Erzbischof von Algier in seinem Beitrag, der auf der Website der katholischen Kirche Algeriens veröffentlicht wurde, "Sein Tod, hat dazu beigetragen, die Ikone eines 'im Wüstensand verlorenen Einsiedlers' zu entstehen zu lassen. Ein Bild, das der Wahrheit seines einzigartigen und universellen Schicksals nicht gerecht wird“. Im Laufe der Zeit habe sich, wie Erzbischof Vesco feststellt, ein "schöneres und menschlicheres Bild der Persönlichkeit von Charles de Foucauld" herausgebildet, das den statischen Charakter einer "Ikone" übertreffe.
De Foucaulds Zeugnis sei ein Weg, der durch "aufeinanderfolgende Bekehrungen", durch eine Abfolge von Neuanfängen gekennzeichnet ist, die das Leben des zukünftigen Heiligen prägten, der im Alter von fünf Jahren zum Waisenkind wurde, das bald die Gebeten, die er in seiner Kindheit gelernt hatte, "vergessen" hatte. Dieses Zeugnis - unterstreicht der Erzbischof, „spricht noch immer vielen Menschen aus dem Herzen. Es ist Teil des christlichen Weges von Charles de Foucauld, dass er am 9. Juni 1901 in der Kapelle des Priesterseminars von Viviers seine Einwilligung zur Priesterweihe gab. Eine Wahl, in deren Rhmen man seinen missionarischen Eifer und sein Anliegen, die von der Verkündigung des Evangeliums am weitesten Entfernten zu erreichen, bis an die Grenzen der damaligen französischen Sahara, ohne Marokko zu evangelisieren, auf außergewöhnliche Weise erforscht", und schließlich erkennen kann. Auf dem Höhepunkt seiner existenziellen und spirituellen Reise, in seinem einzigartigen Glaubenszeugnis unter den Völkern der Region - so der Erzbischof von Algier weiter - "entdeckte Charles Männer und Frauen, die den guten Franzosen seiner Zeit sicherlich unbekannt waren, die aber in einer Tradition, einer Religion und einer Kultur verwurzelt waren, für die er so leidenschaftlich begeistert war, dass er Stunden und Stunden im Gebet verbrachte", und mit denen ihn die Freundschaft einer Beziehung des Andersseins und der Gegenseitigkeit verband. „Damals, und erst dann", so Jean-Paul Vesco, "wurde Charles zu dem universellen Bruder, der er sein wollte". Und seine „brüderliche Verbundenheit, die er allen anbot, ohne Rücksicht auf religiöse, ethnische oder nationale Zugehörigkeit, ist das Kennzeichen der Brüderlichkeit der Jünger Christi".
Im letzten Teil seiner Rede stellte Erzbischof Vesco die Geschichte von Charles de Foucauld in eine Reihe mit anderen Glaubenszeugen, die in jüngerer Zeit in Algerien und Frankreich ermordet wurden: "Wie bei anderen großen Zeugen, wie den Mönchen von Tibhirine oder Bischof Pierre Claverie, hatte sich Charles de Foucauld den Tod nicht ausgesucht. Und er ist als solches auch nicht von besonderem Wert. Er zeigt nur die Vollendung eines Lebens, dessen unermessliche Fruchtbarkeit Charles, der universelle Bruder, nicht zu erahnen vermochte. Auch der Tod von Pater Jacques Hamel sagt an sich nichts aus, außer, dass seine Mörder geblendet wurden. Vielmehr hebt sie die Schönheit und Treue eines Lebens hervor, das ein demütiger Priester in der Nachfolge seines Herrn bis zum Ende geführt hat".

ASIEN/PAKISTAN - Mord wegen angeblicher Blasphemie: Urteile und Festnahmen

Lahore (Fides) - Ein so genanntes Anti-Terrorismus-Gericht (ATC) in Lahore hat ein Urteil im Fall des Mordes an dem srilankischen Staatsbürger Priyantha Kumara gefällt, die im Dezember 2021 in Sialkot von einer aufgebrachten Menschenmasse unter dem Vorwurf der Blasphemie getötet wurde. Das Gericht verurteilte insgesamt sechs Personen zum Tode und neun weitere zu lebenslanger Haft, während 72 Angeklagte zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurden. 600.000 pakistanische Rupien (etwa 3.000 Euro) wurden der Familie des Opfers als Entschädigung zugesprochen.
Hunderte von Demonstranten töteten Priyantha Kumara, einen srilankischen Staatsbürger und Mitarbeiter des Unternehmens „Rajco Industries“ in Sialkot, und verbrannten anschließend seine Leiche. Der Mann wurde am 3. Dezember 2021 brutal zu Tode gefoltert, weil er sich angeblich der Blasphemie schuldig gemacht hatte: Er hatte einen Aufkleber mit einem islamischen Gebet von der Produktionsmaschine des Unternehmens entfernt. Priyantha Kumara, der den Inhalt des islamischen Textes auf dem Aufkleber nicht verstand, überwachte den Reinigungsprozess im Vorfeld des Besuchs einer internationalen Delegation in der Produktionsstätte des Sportartikelherstellers.
Gegen insgesamt 900 Beschäftigte von Rajco Industries wurde Anzeige (First Information Report) erstattet, und es kam zu mehreren Festnahmen. Am 12. März erhob das Anti-Terrorismus-Gericht in Lahore Anklage gegen 89 Personen, 80 Erwachsene und 9 Minderjährige. Die Untersuchung umfasste Videos aus sozialen Netzwerken und Handys von 55 Beschuldigten sowie Posts in digitalen Medien, DNA-Beweise, Augenzeugen und forensische Beweise.
Der katholische Menschenrechtsaktivist Ashiknaz Khokhar aus der pakistanischen Provinz Punjab, begrüßte die Entscheidung des Anti-Terrorismus-Gerichts: "Der Vorfall von Priyantha Kumara hat Schande über das Land gebracht und den Ruf Pakistans geschädigt. Viele Menschen betrachten diese Gerichtsentscheidung als einen frischen Wind im Hinblick auf die Strafverfolgung im Falle von gewalttätigen Angriffen und hoffen, dass dies eine Warnung an diejenigen ist, die im Namen der Religion die Justiz in die eigenen Hände nehmen".
Khokhar fügt hinzu: "Es besteht jedoch noch die Möglichkeit, dass dieses Urteil vor dem Obersten Gerichtshof angefochten wird. Aber Gewalt in der Menge allein aufgrund eines Verdachts darf in einem Rechtsstaat nicht toleriert oder zugelassen werden, und dieser Fall muss ein Beispiel für die Zukunft sein." "Der Staat muss sich vor innergesellschaftlicher Gewalt und interreligiösem Hass hüten. Man sollte ein wachsames Auge auf die Fundamentalisten haben, die für diese Art von Fällen verantwortlich sind", so Ashiknaz Khokhar abschließend.
In einem anderen Fall von Blasphemie, der sich ertst vor einigen Wochen ereignete, wurden drei junge muslimische Frauen, Aisha Nomani (17), Razia Hanfi (21) und Umra Aman (24) die am islamischen Seminar „Jamia Islamia Falahul Binaat“ arbeiten, Woche verhaftet, weil sie die 21-jährige Muslimin Safoora Bibi, ihre ehemalige Kollegin, getötet hatten, nachdem sie sie der Blasphemie beschuldigt hatten.
Das Opfer wurde vor dem islamischen Seminar ermordet, nachdem eine 13-jährige Schülerin, die mit den drei Täterinnen verwandt ist, angeblich gesagt hatte, sie habe im Traum gesehen, wie die Frau Gotteslästerung begangen habe, und sie sei dann im Traum aufgefordert worden, sie zu töten. Die für ihre islamischen Studien bekannte Wissenschaftlerin wurde also aufgrund eines Traums getötet.
Der katholische Menschenrechtsaktivist Sabir Michael aus Karachi erklärt dazu gegenüber Fides: "Dies ist ein sehr trauriger, absurder und tragischer Vorfall, der zeigt, wie Hass und Intoleranz in unserer Gesellschaft zunehmen“. „Die Lage ist verzweifelt, und die Rechtsstaatlichkeit wird nicht geachtet“, beklagt er, „Menschen töten sogar wegen eines Traums“. „Es muss aber auch gesagt werden“, fährt er fort, „dass diese Anschuldigungen im Allgemeinen unbegründet sind: In Pakistan respektieren die Bürger die Religion und begehen keine Verunglimpfung der Propheten irgendeiner Religion. Wir verurteilen den Mord an einer unschuldigen Muslimin aufs Schärfste und wenden uns ausdrücklich gegen den Missbrauch des Blasphemiegesetzes“. "Es liegt in der Verantwortung der Regierung", so Michael weiter, "wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um ein Klima der Toleranz und des Respekts zu schaffen, insbesondere in religiösen Angelegenheiten, um diejenigen zu schützen, die der Blasphemie beschuldigt werden. Niemand sollte vor einer fairen Untersuchung und einem Gerichtsverfahren bestraft werden".

ASIEN - Asien ist der Kontinent mit den meisten Naturkatastrophen und der ärmsten Bevölkerung

Bangkok (Fides) - Bis zum Jahr 2030 wird die Welt mit etwa 560 Naturkatastrophen pro Jahr konfrontiert sein, und die meisten dieser Ereignisse werden Asien betreffen. Dies geht aus dem „UN Global Assessment Report 2022“ hervor, der vom UN-Büro für Katastrophenprävention (UNDRR) veröffentlicht wurde. Der Organisation zufolge ist die rasche Zunahme der Häufigkeit solcher Katastrophen auf den Klimawandel und ein unzureichendes Risikomanagement zurückzuführen. Die meisten asiatischen Länder mit einem hohen Katastrophenrisiko gehören auch zu den Ländern mit dem höchsten Bevölkerungsanteil, der unterhalb der nationalen Armutsgrenze lebt: die Philippinen, Bangladesch, Myanmar, Indien, Indonesien, Pakistan und Vietnam im asiatisch-pazifischen Raum.
Dies bestätigt auch ein weiteres aktuelles Dossier der Vereinten Nationen verstärkt, demzufolge die durchschnittlichen jährlichen Treibhausgasemissionen in den Jahren 2010 bis 2019 den höchsten Stand in der Geschichte der Menschheit erreicht haben, während sich die Wachstumsrate verlangsamt hat. In ihrem Bericht "Climate Change 2022“ warnt der Ausschuss für Klimawandel (Intergovernmental Panel on Climate Change), dass eine Begrenzung des Anstiegs der globalen Erwärmung auf 1,5°C ohne sofortige und tiefgreifende Emissionssenkungen in allen Sektoren unerreichbar bleibt. Der Bericht zeigt aber auch, dass insbesondere Asien eine Region ist, die stark vom Klimawandel betroffen und gleichzeitig für hohe Emissionsraten verantwortlich ist.
Das Risiko wird auch von der Internationalen Föderation des Roten Kreuzes und des Rogen Halbmonds bekräftigt, die schätzt, dass allein im Jahr 2021 mehr als 57 Millionen Menschen in Asien von Klimakatastrophen betroffen waren, und dass im schlimmsten Fall – wie ein Bericht des McKinsey Global Institute bereits im Jahr 2020 vorhergesagt hatte - im Jahr 2050 eine beträchtliche Mehrheit der Menschen, die in Gebieten mit der Wahrscheinlichkeit tödlicher Katastrophen leben, in Asien wohnen.
Asien ist somit die Region, die am stärksten dem Klimarisiko und der Zunahme von Naturkatastrophen (zu denen der Mensch einen großen Beitrag leistet) ausgesetzt ist und ist gleichzeitig die am dichtesten besiedelte Region der Erde. Die beiden größten Emittenten Asiens sind China und Indien, die auf dem UN-Klimagipfel COP26 im vergangenen Jahr den baldigen Ausstieg aus der Kohle zugesagt haben. Einem Bericht des Forschungs- und Beratungsunternehmens „Rhodium Group“ zufolge sollen die Treibhausgasemissionen Chinas 2019 zum ersten Mal die der gesamten entwickelten Welt überstiegen haben, obwohl angeblich Peking seine Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels verstärkt und sich verpflichtet hat, den Bau von Kohlekraftwerken außerhalb seiner Grenzen zu stoppen und andere Länder bei der Entwicklung erneuerbarer Energiesysteme zu unterstützen.
Obwohl sich Indien für 2070 das Ziel gesetzt hat, keine Emissionen mehr zu verursachen, könnte der asiatische Riese in den nächsten 20 Jahren einen Anstieg des weltweiten Energiebedarfs erleben, ohne dass die städtischen Gebiete die Luftqualitätsrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation erfüllen, warnt ein Bericht des Schweizer Luftqualitätstechnologieunternehmens „IQAir“.
Viele Beobachter sind sich jedoch einig, dass die Schwierigkeiten der asiatischen Länder durch das Zögern der weiter entwickelten Länder noch verschärft werden: Die von den reichen Ländern zugesagten Mittel stehen noch weitgehend auf dem Papier, während die noch verfügbare Zeit jedes Jahr kürzer wird.

AMERIKA - Der heilige Toribio de Mogrovejo: Vorreiter einer “Kirche im Aufbruch”

Bogotà (Fides) - "Der heilige Toribio hat den Weg der 'Kirche im Aufbruch' auf unserem Kontinent vorweggenommen. Insgesamt 17 seiner 25 Jahre als Erzbischof von Lima verbrachte er damit, rund 40.000 Kilometer zu reisen, um in den ausgedehnten Gebieten pastorale Besuche zu machen, und das in Zeiten, in denen die geografischen und existenziellen Randgebiete nosch schwieriger zu erreichen waren als in unseren Tagen. Dabei standen stets die Evangelisierung der indigenen Bevölkerung und der Schutz ihrer Rechte im Mittelpunkt", so der Vorsitzende der peruanischen Bischofskonferenz und Präsident des Rates der Lateinamerkanischen Bischofskonferenzen (CELAM), Erzbischof Miguel Cabrejos Vidarte von Trujillo, in einer Botschaft an alle Bischöfe des Kontinents anlässlich des Festes des heiligen Toribio de Mogrovejo am gestrigen 27. April, den er bei dieser Gelegenheit als "Zeugen einer synodalen Kirche im Aufbruch" bezeichnete.
Am Tag des Schutzpatrons der lateinamerikanischen Bischöfe "wende ich mich an jeden einzelnen von Ihnen, um alle mit demselben brüderlichen und kirchlichen Geist zu grüßen, der das Leben dieses Heiligen, eines großen Evangelisators unserer Länder, geprägt hat", so Erzbischof Cabrejos, der dazu einlud "unsere Augen und Herzen auf das Zeugnis dieses Pfarrers zu richten", der sich leidenschaftlich für die Evangelisierung der Kultur einsetzte. "Der heilige Toribio glaubte an die befreiende Kraft des Evangeliums, das in der Lage ist, die Herzen und die sozialen Strukturen zu verändern, und so widmete er sein Leben der Verkündigung des Evangeliums“.
In dieser Zeit, in der sich die Weltkirche auf die Bischofssynode über die Synodalität vorbereitet, spüren Lateinamerika und die Karibik "die Kraft des Zeugnisses eines Bischofs, der in seiner Zeit (16. Jahrhundert) diese synodale Aufgabe in vollem Umfang umgesetzt hat. Der heilige Toribio de Mogrovejo lebte im Alltag seines Dienstes diesen 'gemeinsamen Weg', die Ekklesiologie der Gemeinschaft und der Teilhabe, und beschränkte sich dabei nicht auf schöne Worte oder abstrakte Theorie", so Erzbischof Cabrejos, der das Gebet für alle seine Mitbrüder im Bischofsamt zusicherte und den Herrn bat, auf die Fürsprache des heiligen Toribio "den großzügigen Dienst zu segnen, den jeder von Ihnen zum Wohl des heiligen Gottesvolkes leistet".
Der heilige Toribio de Mogrovejo (Mayorga, 16. November 1538 - Zaña, 23. März 1606) war der zweite Erzbischof von Lima, der als "Beschützer der Eingeborenen" und großer Organisator der Kirche in Südamerika gilt. Er wurde am 2. Juli 1679 von Papst Innozenz XI. seliggesprochen, am 10. Dezember 1726 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen und am 9. März 1983 von Papst Johannes Paul II. zum Schutzpatron der lateinamerikanischen Bischöfe erklärt.

AMERIKA/BRASILIEN - Missionarisches Jubeljahr: “Eine Zeit des Bewusstseins für die Missio ad gentes”

 

Brasilia (Fides) - "Unser Ziel ist es, die Erinnerung an den missionarischen Weg wachzuhalten, aber vor allem, die missionarische Aktion als Paradigma für die gesamte Arbeit der Kirche zu betrachten. Das Jubeljahr bringt uns in diese wunderbare Dynamik aller Kräfte der Kirche in Brasilien, die diesem Reichtum und dieser Vielfalt an entwickelten Projekten eine gewisse Einheit verleiht", so Bischof Odelir José Magri von Chapecó in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Bischöflichen Kommission für missionarische Aktion und interkirchliche Zusammenarbeit der Bischofskonferenz Brasiliens (CNBB).
Im Rahmen einer Pressekonferenz am Rande der Vollversammlung der CNBB, erinnerte der Bischof daran, dass die Kirche in Brasilien seit November 2021 das missionarische Jubeljahr begeht, das mit Bezug auf das Dokument von Aparecida das zentrale Thema "Die Kirche in ständiger Mission" und das Motto "Ihr werdet meine Zeugen sein" (Apg 1,8) hat (vgl. Fides 17/11/2021 und 28/1/2022).
Auf nationaler Ebene erinnert das Jubeljahr an den 50. Jahrestag der Gründung des Nationalen Missionsrates (COMINA), den 50. Jahrestag der ersten Missionskampagne, 50 Jahre des Projekts der Schwesterkirchen, 50 Jahre des Indigenen Missionsrates (CIMI), 50 Jahre des Santarém-Dokuments, 60 Jahre Missionarisches Kulturzentrums (CCM) und 70 Jahre seit der Gründung der Bischofskonferenz.
Auf internationaler Ebene wird gleichzeitig das 400jährige Jubiläum der Gründung der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, das 200jährige Jubiläum der Gründung des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung (POPF), der 150. Geburtstag von Pater Paolo Manna, dem Gründer der Päpstlichen Missionsunion, und der 100. Jahrestag des Motu Proprio von Papst Pius XI gefeiert.
Dieses Jubeljahr ist "eine Zeit des Bewusstseins für die Mission ad gentes", betonte Erzbischof Magri, der darauf hinwies, dass der Evangelisierungsauftrag "ein Projekt der Liebe" ist, das auf viele Herausforderungen stößt, von denen eine darin besteht, die Kräfte zu vereinen. "Wir stehen vor der Herausforderung des Wiederaufbaus, der Organisation und vor allem spüren wir bei den Missionsprojekten die Notwendigkeit, einer Bündelung der Kräfte im Sinne von finanziellen und personellen Ressourcen im Kontakt mit den konkreten Realitäten. Die Pandemie hat größere Realitäten aufgezeigt. In diesem missionarischen Geist ist es uns ein großes Bedürfnis, uns nicht mit unseren eigenen Bedürfnissen zu verschließen. Der missionarische Ruf ist immer im Sinne der Kirche im Aufbruch. Es ist ein Aufruf zu missionarischer Offenheit“.


FIDES-NACHRICHTEN - 28.04.2022

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Ärzte improvisieren: Gesundheitssystem in der Provinz Tigray zusammengebrochen

Addis Abeba (Fides) – Nach mehr als einem Monat nach der von der äthiopischen Regierung unter Premierminister Abiy am 24. März ausgerufenen humanitären Waffenruhe, die bei der betroffenen Bevölkerung große Hoffnung geweckt hatte, konnten erst fünf Konvois mit etwa 150 Lastwagen in die Region Tigray fahren.
Nach einer Einschätzung der Vereinten Nationen werden jedoch täglich mindestens 100 Lastwagen mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern benötigt, um den Bedarf von sechs Millionen Menschen in der Konfliktregion zu decken.
"Ein Konvoi alle vierzehn Tage hilft niemandem", sagte ein an dem humanitären Hilfsprogrammen beteiligter Beamter. „Es sollte gezeigt werden, dass Container mit Hilfsgüter die betroffenen Gebiete erreichen können, aber in Wirklichkeit nutzt die Regierung die Hilfe als Teil des politischen Prozesses".
Offiziellen Quellen zufolge hat die Regierung ihrerseits diese Aussage zurückgewiesen und zuvor die Tigray People's Liberation Front (TPLF) beschuldigt, Lastwagen zu plündern und die Route für humanitäre Konvois in der benachbarten Region Afar zu blockieren.
Aus dem Vermerk, der Fides vorliegt, geht hervor, dass durch die von der Weltgesundheitsorganisation und dem Roten Kreuz mit Flügen nach Mekelle transportierten medizinischen Hilfsgüter und Lebensmittel nur ein Minimum an Hilfe geleistet werden konnte. Die mit dem Flugzeug transportierten Medikamente machen nur vier Prozent der benötigten Menge aus, und der Mangel an Treibstoff vor Ort führt dazu, dass viele der Medikamente verfallen, bevor sie zu den Gesundheitszentren transportiert werden können. "Es kommt vor, dass Patienten, wenn sie Glück haben, am Ende zumindest abgelaufene Medikamente erhalten", sagte ein hoher Beamter des regionalen Gesundheitsamts von Tigray. "Die anderen leiden und sterben ohne jede Behandlung."
“Wir haben versucht zu improvisieren", sagte ein Mitarbeiter der Entbindungsstation des Krankenhauses in Ayder. "Wir sagen den Frauen, dass sie ihre Kleidung mit ins Krankenhaus bringen sollen, um sie bei Operationen und Geburten als Mull und Kompressen zu verwenden. Die langen Fahrten, die schwangere Frauen aufgrund fehlender Transportmöglichkeiten unter dramatischen Bedingungen auf sich nehmen müssen, sind nur die Spitze des Eisbergs", betont er. "Eine 20-jährige Frau verlor eines der Zwillinge, die sie in sich trug, und entwickelte schwere Komplikationen, nachdem sie 18 Stunden lang auf einer Holzbahre getragen wurde. Eine andere Frau im Alter von 31 Jahren starb nach starken Blutungen während der Wehen, weil kein Blut für eine Transfusion vorhanden war. Eine dritte, 28 Jahre alt, starb an einer leicht behandelbaren Infektion". Der Arzt fügt weitere Details hinzu: "Die meisten von ihnen sterben zu Hause, weil sie keinen Zugang zu den Gesundheitseinrichtungen haben und diese nicht funktionieren. All das könnte leicht verhindert werden“.
"Hinzu kommen die ständigen Stromausfälle, die die Sauerstoffversorgung in unserem Kranknehaus in Ayder blockieren. Die Sauerstoffanlage der Gesundheitseinrichtungen ist im letzten Monat zudem bereits zweimal in Brand geraten, weil das Personal sie wegen fehlender Ersatzteile nicht warten kann. Die Beatmungsgeräte des Krankenhauses werden von einem Generator unterstützt, aber bei mehreren Gelegenheiten mussten die Krankenschwestern - und manchmal sogar die Angehörigen der Patienten - das Beatmungsgerät wegen des Stromausfalls mit ihren eigenen Händen bedienen. Wenn dies geschieht, sterben die Patienten in den meisten Fällen. Das ist alles sehr traumatisch", schließt der Arzt.

AFRIKA/ÄGYPTEN - Insgesamt 4.000 koptische Christen pilgern an Ostern nach Jerusalem

Kairo (Fides) - Mehr als 4.000 ägyptische koptische Christen sind in diesem Jahr an Ostern nach Jerusalem und ins Heilige Land gepilgert, um an Orten, die mit dem Leiden, dem Tod und der Auferstehung Jesu verbunden sind, zu feiern. Diese Zahl, die vom Netzwerk der 27 Reiseveranstalter, die Pilgerreisen ins Heilige Land anbieten, vorgelegt wurde, ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass in den letzten zwei Jahren aufgrund der Pandemie Pilgerfahrten und Reisen nicht stattfinden konnten, während es in der Vergangenheit Verbote für ägyptische koptische Christen gab, die als eine Nebenwirkung des arabisch-israelischen Konflikts jahrzehntelang koptische Gläubige daran gehindert haben, die Heilige Stadt zu besuchen.
Die ägyptischen Reiseveranstalter sind dazu übergegangen, christliche Pilgerreisen nach genauen Vorschriften zu organisieren, die von den ägyptischen Behörden in der Absicht erlassen wurden, ein hohes Maß an Wachsamkeit gegenüber Maßnahmen zur Einschränkung Covid-19-Pandemie walten zu lassen. Reisen nach Jerusalem und anderen Orten im Heiligen Land - einschließlich der Städte Nazareth und Bethlehem - wurden von den ägyptischen Behörden nur für Pilger ab 40 Jahren genehmigt, die mindestens zwei Dosen des Corona-Impfstoffs erhalten hatten. Diese von den Gesundheitsbehörden auferlegten Beschränkungen und vor allem die allgemeine Wirtschaftskrise haben - nach Angaben von Copts United - verhindert, dass noch mehr koptischen Pilger in diesem Jahr in größerer Zahl ins Heilige Land reisen.
Bereits 2016 wurde deutlich, dass die früheren Verbote koptischer Pilgerreisen ins Heilige Land nicht mehr gerechtfertigt waren und von den Kopten nicht mehr als verbindlich empfunden wurden. In jenem Jahr stieg die Zahl der ägyptisch-koptischen Pilger, die nach Jerusalem kamen, um die Riten der Karwoche zu feiern, exponentiell an. Dieser spontane Zustrom koptischer Pilger in die Heilige Stadt stellte das Besuchsverbot infrage, das der damalige Patriarch Schenuda III. im Jahr 1979 über die Gläubigen verhängt hatte. In den Jahren, in denen sich der arabisch-israelische Konflikt zuspitzte, hatte der koptische Patriarch Schenuda III. (1923-2012) den Gläubigen seiner Kirche Pilgerfahrten in den jüdischen Staat untersagt und seine Haltung auch nach der Normalisierung der Beziehungen zwischen Ägypten und Israel nicht geändert. Dieses Verbot wurde zwar nie formell aufgehoben, aber bereits 2014 hatte die Reise von etwa 90 koptischen Christen ins Heilige Land während der Karwoche mehrere Beobachter dazur veranlasst auf die Überholtheit der disziplinarischen Bestimmung gegen Pilgerreisen im Kontext der bestehenden Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten zu unterstreichen.
Dass die in der Vergangenheit von koptischen Bischöfen erlassenen Vorschriften, die im historischen Kontext des arabisch-israelischen Konflikts ihren Gläubigen die Weisung erteilt hatten, die Heilige Stadt nicht zu besuchen, heute hinfällig und von der Geschichte überholt seien hatte Patriarch Tawadros II. auch in einem am 7. Januar anlässlich des koptischen Weihnachtsfestes ausgestrahlten Fernsehinterview, betont mit der klaren Absicht, Zweifel zu beseitigen, die viele koptische Christen nach wie vor von einer Pilgerreise nach Jerusalem abhalten. Der koptische Patriarch erinnerte auch die wiederholten Einladungen nach Jerusalem, die der palästinensische Präsident Abu Mazen bei seinen offiziellen Besuchen in Ägypten an Ägypter ausgesprochen hat.

ASIEN/PHILIPPINEN - Feierlicher Abschluss der 500-Jahr-Feiern: Neue Impulse für die Evangelisierung

Cebu (Fides) – Von der Abschluss der Feierlichkeiten zum 500-jährigen Jubiläum der Ankunft des Christentums auf den Philippinen am 24. April in Cebu gehen für die philippinische Kirche neue Impulse für den Evangelisierungsauftrag: "Während wir den Abschluss des Zweiten Nationalen Missionskongresses und die Feier der 500-Jahr-Feiern begehen, erinnern wir uns daran, dass wir nur mit einer Gabe ausgestattet wurden, damit wir sie weitergeben können; wir wurden nur gesegnet, um unsererseits ein Segen für die Gesellschaft und die Welt zu sein. Wie das eucharistische Brot sind wir genommen, gesegnet und gebrochen worden, damit wir eine hungrige Welt nähren", so der Vorsitzende der Philippinischen Bischofskonferenz, Bischof Pablo Virgilio David von Kalookan.
Nach Ansicht des Bischofs ist "Sendung nicht ein Auftrag an einzelne Gläubige, sondern an die ganze Kirche. Wir können als Kirche nicht in der Mission wachsen, ohne gleichzeitig in der Gemeinschaft und in der Teilhabe zu wachsen. Mission ist nicht das Werk einzelner Missionare oder Missionsorden, sondern ein Auftrag der ganzen Kirche. Eine Kirche, die nicht in der Mission tätig ist, ist keine Kirche. Dies ist eine der wichtigen Erkenntnisse, die wir alle aus diesem Kongress und diesen Feierlichkeiten gewinnen können".
Der Bischof teilte bei diesem Anlass den Gläubigen mit, dass der Heilige Stuhl den Philippinen erlaubt hat, die Gewährung des vollkommenen Ablasses für Pilger, die die Jubiläumskirchen besuchen, bis Ende Dezember 2022 zu verlängern.
Im Namen von Papst Franziskus wandte sich auch der Apostolische Nuntius auf den Philippinen, Erzbischof Charles John Brown, an die Anwesenden: "Am Ende dieser Liturgie empfinden wir Gefühle der Dankbarkeit, der Danksagung und der tiefen Wertschätzung für das Geschenk dieses Jahres, in dem wir die Ankunft Evangeliums Christi hier auf den Philippinen vor 500 Jahren feiern", sagte der Erzbischof. Die 500 Jahre des Glaubens seien jedoch noch nicht zu Ende. "Wir bereiten uns auf ein Leben vor, das niemals enden wird, das übernatürliche Leben, das wir die Gnade Gottes nennen, die die philippinische Gesellschaft durchdringt und deren Kultur mit dem Reichtum erfüllt, den wir in so vielen verschiedenen Aspekten sehen, vor allem in der großen Liebe des philippinischen Volkes zum Heiligen Niño, dem Jesuskind", so der päpstliche Vertreter weiter. "Lasst uns nicht vergessen, an unserem Glauben festzuhalten, lasst uns nicht vergessen, dass es die Aufgabe der Kirche ist, den Glauben, das Licht Christi und das Leben Gottes zu anderen Orten und Menschen in der ganzen Welt zu bringen", fügte er hinzu. "Dieses Leben", fuhr er fort, "beginnt in unseren Familien. Es gibt keine wichtigeren Missionare als Väter und Mütter, denn sie geben ihren Kindern nicht nur das biologische Leben, sondern auch das Licht und das Leben des Glaubens."
Spanische Missionare brachten den christlichen Glauben vor 500 Jahren auf die Philippinen. Heute hat das Land die größte katholische Bevölkerung Asiens (80 % der 110 Millionen Einwohner sind Katholiken) mit 86 katholischen Diözesen.

ASIEN/SRI LANKA - Gedenkfeiern erinnern an Osterattentate: Katholische Kirche fordert erneut Wahrheit und Gerechtigkeit

Colombo (Fides) - "Seit drei Jahren fordern wir von der Regierung nach den Ostermassakern 2019 Wahrheit und Gerechtigkeit. Drei Jahre lang haben wir den Opfern und ihren Familien zur Seite gestanden. Da unser Schrei und der eines ganzen Volkes nicht erhört wird, richten wir unseren Appell an die internationale Gemeinschaft und haben ihn persönlich auch Papst Franziskus überbracht, um ihn um Unterstützung zu bitten, der uns herzlich empfangen hat", so der Erzbischof von Colombo, Kardinal Malcolm Ranjith, bei den Gedenkfeiern zum dritten Jahrestag der Osteranschläge, bei denen am 21. April 2019 insgesamt 279 Menschen getötet und 500 verletzt wurden und mehrere Kirchen und Hotels getroffen wurden, gegenüber Fides.
Der Kardinal begleitete Kirchenvertreter und Familien aus Sri Lanka zu dem Treffen mit Papst Franziskus. "Die Menschen im Land wollen und müssen wissen, ob die derzeitige Regierung den ehemaligen Präsidenten schützt, der möglicherweise in den Osteranschlag verwickelt war", so Kardinal Ranjith bei der Gedenkfeier am 21. April. Damit stellte das Verantwortungsbewusstsein der Geheimdienste und der Polizei in Frage, die es versäumt hätten, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Vertreter der Kirchen und Beobachter wiesen darauf hin, dass die Untersuchungskommission zu den Massakern disziplinarische Untersuchungen angeregt hatte, die jedoch nie durchgeführt wurden, um festzustellen, ob die Institutionen selbst in die blutigen Anschläge verwickelt waren.
Am 21. April wurde in Sri Lanka, das derzeit eine schwere wirtschaftliche und soziale Krise durchlebt, der Jahrestag der Massaker in Stille und im Gebet begangen, wobei in den Städten Kerzen angezündet wurden und eine lange Prozession auf der Straße zwischen Colombo und Negombo, einem der Schauplätze der Massaker, veranstaltet wurde. Wie Pfarrer Basil Fernando, Priester aus Colombo und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Sri Lanka, gegenüber Fides berichtete, fand seit dem Morgen in allen Kirchen des Landes eine Zeremonie zum Gedenken an die Massaker statt. Zwei Minuten lang stand die Nation still, und die Gläubigen hielten gemeinsam mit Gläubigen anderer Religionen wie Buddhisten, Muslimen und Hindus im Rahmen der Schweigeminuten inne. "Wir wollen damit zum Ausdruck bringen, dass Gerechtigkeit und Wahrheit die besten Mittel sind, um eine prosperierende und friedliche Zukunft aufzubauen. Wir bekräftigen unseren Appelle an die Regierung, die die berechtigten Fragen der Opfer und ihrer Familien bisher ignoriert hat: Die Menschen wollen Wahrheit und Transparenz", so Pfarrer Fernando. Der Priester erinnert daran, dass "die Kirche an der Seite der Leidenden steht und weiterhin ihre Stimme erheben wird, um von der Regierung transparente und ehrliche Erklärungen zu den Anschlägen zu fordern, damit die wahren Täter vor Gericht gestellt werden". "Die Bevölkerung hat das Vertrauen in die politische Klasse und ihre Führer verloren und sieht, dass so viel Korruption das Land in den Ruin führt. Die katholische Kirche steht auf der Seite der Armen, der Bedürftigen, der Letzten, derjenigen, die heute ums Überleben kämpfen", betont er
Am Abend des 21. April versammelten sich die Gläubigen zu einem Schweigemarsch über 5 km von Colombo nach Negombo, alle in Schwarz gekleidet, "um die tiefe Trauer des Tages zu zeigen, die den Opfern und ihren Familien gewidmet ist, und um die Trauer darüber auszudrücken, dass wir noch keine Gerechtigkeit erfahren haben", berichtet der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke.
Der jüngste Besuch der Delegation aus Sri Lanka im Vatikan sei eine wichtige Gelegenheit gewesen, einen Appell an die internationale Gemeinschaft und den Heiligen Stuhl zu richten, so der katholische Geistliche, mit der Bitte "uns nicht im Stich zu lassen und uns in unserem Kampf für Gerechtigkeit zu unterstützen. Die internationale Gemeinschaft muss das wissen. Wir bitten alle Gläubigen, für uns und mit uns zu beten. Wir sind im Namen Gottes als Gläubige auf der Suche nach der Wahrheit versammelt".

AMERIKA/PARAGUAY - Tag des Journalisten: Erzbischof Matinez Flores fodert zur Wahrheitssuche auf

Asunción (Fides) - "Aufgabe des Journalisten ist es, die Wahrheit zu suchen und zu vermitteln, sei es durch Fakten und investigative Berichte, durch die Interpretation von Ereignissen oder durch seine Kommentare. Die Suche nach der Wahrheit und deren Vermittlung leitet dabei die tägliche Arbeit", so Erzbischof Adalberto Martinez Flores von Asunción in seiner Botschaft zum Tag der Journalisten, der in Paraguay am 26. April begangen wird.
In dem Text, der Fides vorliegt, erinnert der Erzbischof daran, dass "der edle Beruf des Journalisten für die Kirche einen besonderen im Hinblick auf Mission und Apostolat hat und zwar gemäß der Lehre des Meisters: 'Die Wahrheit wird euch frei machen' (vgl. Joh 8,32). Bei seiner Informationsarbeit habe der Journalist "die zwingende Aufgabe, sich daran zu erinnern, dass im Mittelpunkt der Nachricht nicht die Schnelligkeit der Übermittlung und die Wirkung auf die öffentliche Meinung stehen, sondern die Menschen". "Informieren heißt bilden, heißt am Leben der Menschen teilhaben", bekräftigt Erzbischof Martinez Flores und fährt fort: "Die Überprüfung der Quellen und die Wahrung der Kommunikation sind echte Prozesse der Entwicklung des Guten, die Vertrauen schaffen und Wege der Gemeinschaft und des Friedens eröffnen".
Die Meinungsfreiheit und die Pressefreiheit seien zwei wesentliche Faktoren für diese soziale Funktion des Berufs: "Die Suche nach der Wahrheit setzt die Meinungsfreiheit der Journalisten voraus, die nach ethischen Kriterien und in sozialer Verantwortung ausgeübt wird, sowie die Freiheit der Presse als Stütze und Träger der Information, der Untersuchung und der Interpretation von Fakten, die die Gesellschaft betreffen", betont der Erzbischof.
Erzbischof Martinez Flores lädt alle Journalisten, ob gläubig oder nicht, dazu ein, "ihre Berufung im Dienst der Wahrheit weiter zu stärken, trotz aller Hindernisse und Beschränkungen, auf die sie bei der Erfüllung ihrer täglichen Aufgabe stoßen, die nicht immer in ihrer eigentlichen Dimension anerkannt, entlohnt und gewürdigt wird", und drückte seine "Ermutigung und Wertschätzung" gegenüber den Journalisten aus.
Abschließend zitiert er Papst Franziskus, der den Journalisten empfiehlt, "der Wahrheit, dem Guten und dem Schönen" besondere Aufmerksamkeit zu schenken, und unterstreicht schließlich die gemeinsame Herausforderung, die sie mit der Kirche verbindet, indem er sie auffordert, sich gegenseitig zu unterstützen, um "unserem Volk Hoffnung und Leben zu vermitteln".

AMERIKA/ARGENTIEN - Bischof von Moron warnt vor missverständlichen Informationen zum Drogenkonsum

Moron (Fides) - "Als Bischof von Moron möchte ich mich an unsere gesamte Gemeinde wenden und öffentlich meine tiefe Besorgnis über Äußerungen zum Ausdruck bringen, die eine missverständliche Botschaft an junge Menschen über die von der Wissenschaft hinreichend bewiesenen ernsten Folgen und irreparablen Schäden des Konsums von Drogen für die körperliche und geistige Gesundheit vermitteln“, so Bischof Jorge Vázquez von Moron in seiner Eigenschaft als Präsident der bischöflichen Kommission für Leben, Laien und Familie (CEVILAF).
Die Jugendabteilung der Gemeinde Moron am westlichen Stadtrand von Buenos Aires verteilte am vergangenen Wochenende während eines Musikfestivals Flugblätter an Jugendliche, in denen ihnen geraten wurde, Drogen "langsam und in Ruhe" zu konsumieren, "um zu sehen, wie der Körper reagiert". Der Vorfall löste landesweit eine heftige Kontroverse aus. Die Gemeinde Moron wies darauf hin, dass die Initiative Teil einer lokalen Kampagne "zur Verringerung der Risiken und Schäden im Zusammenhang mit dem Konsum legaler und illegaler psychoaktiver Substanzen" sei, die im vergangenen Jahr einstimmig auf den Weg gebracht wurde. Dies solle die Gesundheit junger Drogenkonsumenten schützen, indem man ihnen nützliche Informationen liefert.
"Ich glaube nicht, dass eine Kampagne zur Suchtprävention - ohne diese zu beurteilen - durchgeführt werden kann, ohne mit absoluter Klarheit die verheerenden Auswirkungen zu betonen, die der Konsum dieser Substanzen auf junge Menschen und ihre Familien hat", so der Bischof von Moron, der hinzufügte: "Wie schon bei mehreren Gelegenheiten bekräftige ich meine Unterstützung und Nähe zu so vielen Menschen und Einrichtungen, die sich mutig und selbstlos für die Genesung von Menschen einsetzen, die mit der Überwindung ihrer Suchtprobleme kämpfen". Schließlich drückt Bischof Jorge Vázquez seine Zuneigung und besondere Nähe "zu so vielen Müttern und Vätern aus, die mit den schrecklichen Folgen der Sucht und deren Auswirkungen auf das Leben ihrer Kinder konfrontiert sind".
Die katholische Kirche in Argentinien und die anderen christlichen Konfessionen beklagen seit geraumer die enorme Verbreitung von Drogen und weisen darauf hin, dass "Drogen töten". Vor diesem Hintergrund setzen ihre Arbeit zur Unterstützung derjenigen fort, die der Drogensucht zum Opfer fallen. Denjenigen, die in der Legalisierung von Drogen die Lösung sehen, halten die Bischöfe entgegen, dass "die Entkriminalisierung des Konsums, die Legalisierung von Substanzen, nur zu mehr Konsum und Ausgrenzung führen wird", weshalb vielmehr ein Notstandsgesetz zur Suchtbekämpfung notwendig sei.
Die „Beobachtungsstelle für soziales Ungleichgewicht“ der Katholischen Universität Argentiniens (UCA) hat herausgefunden, dass Ende 2021 von einer Stichprobe von insgesamt 5 680 Familien rund 23 % die Anwesenheit von Drogendealern in ihrem Wohnviertel bestätigten. In den Gebieten am Rande der Hauptstadt steigt diese Zahl auf 30 %. Die Daten der UCA zeigen, dass Drogenhandel und -schmuggel in den am stärksten gefährdeten sozioökonomischen Bereichen stärker vertreten sind. Die Beobachtungsstelle prangerte auch das Fehlen angemessener Maßnahmen der staatlichen Stellen in Bezug auf Bekämpfung und Prävention an. Infolgedessen "kommen die fast einzigen Antworten auf das Problem von Nichtregierungsorganisationen, Kirchen, den Medien oder privaten Einrichtungen, aber sie sind eindeutig unzureichend, um ein so komplexes Problem zu lösen", heißt es in dem Bericht.

AFRIKA/D.R. KONGO - Bischof von Matadi ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 23. Aprile 2022 den bisherigen Apostolischen Administrator der Diözese, Pfarrer André Giraud Pindi Mwanza, aus dem Klerus von Matadi, zum neuen Bischof von Matadi (Demokratische Republik Kongo) ernannt.
Bischof André Giraud Pindi Mwanza wurde am 24. Juli 1964 in Kindomingielo in der Diözese Matadi geboren. 1976-1984 besuchte er in das Kleine Seminar von Kibula ein und studierte im Anschluss Philosophie am Großen Seminar von Mayidi (1984-1988) und in Theologie am Großen Seminar Saint Jean XXIII in Kinshasa (1988-1993). Am 18. September 1994 wurde er zum Priester geweiht.
Nach der Priesterweihe hatte er folgenden Ämter inne: Lizenziat in Kirchenrecht an der Katholischen Universität Kongo in Kinshasa (1994-1997); Pfarrvikar der Gemeinde „Notre Dame de la Sagesse“ in Kinshasa; Dozent für Recht am Interdiözesanen Priesterseminar in Mayidi (1997-2002); Doktorat in „Utroque Iure“ an der Päpstlichen Lateranuniversität (2002-2006); Fidei donum-Priester und Pfarrer in solidum in der Seelsorgeeinheit „Notre Dame de Compassion“ (2006-2013) und Ehebandverteitiger am Kirchengericht in Lausanne, Genf und Freiburg (2006-2019); Moderator und Dekan der Seelsorgeeinheit „Nyon-Terre Sainte“ in der Diözese Lausanne (2013-2019); Generalvikar der Diözese Matadi (2019-2021) und ab 2021 Apostolischer Administrator sede vacante et ad nutum Sanctae Sedis derselben Diözese.


Brot für die Welt beim 16. Weltsozialforum in Mexiko-Stadt

Zivilgesellschaft und Globale Bewegungen melden sich zurück

Weltsozialforum * Mexiko-Stadt * Zivilgesellschaft * Menschenrechte * Migration * Ernährungskrise * Covid-19-Pandemie

 

(Berlin/bfw) - Das Weltsozialforum, ein Treffen sozialer Bewegungen, findet nach pandemiebedingter Pause erstmals wieder in Präsenz, aber auch online statt. In Mexiko-Stadt kommen vom 1. bis 6. Mai 2022 Aktivistinnen und Aktivisten aus der ganzen Welt zusammen. Sie wollen die teils massiven Einschränkungen sozialer Bewegungen und der Zivilgesellschaft während der Covid-19-Pandemie auswerten und solidarische und ökologische Alternativen zum derzeitigen Wirtschaftssystem entwickeln. Im Mittelpunkt dieses Weltsozialforums steht das Anliegen, dass die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie nicht auf Kosten der sozial Schwächsten gehen darf.

 

Die russische Aggression gegen die Ukraine stellt für die sozialen Bewegungen eine neue friedenspolitische Herausforderung dar. Folgen des Krieges, wie die sich abzeichnende weltweite Ernährungskrise, bedürfen neuer Ideen, wie auch die Stimmen des Globalen Südens bei der Suche nach Lösungen Gehör finden. Veranstaltungen in der mexikanischen Hauptstadt werden die Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung deutlich zeigen.

 

Brot für die Welt wird in Mexiko-Stadt die Themen Menschenrechte, Migration, zivilgesellschaftliche Beteiligung und die globale Ernährungskrise in den Vordergrund stellen. Mexikanische Partnerorganisationen werden ihre Erfahrungen mit Menschenrechtsverletzungen, gewaltsamem Verschwindenlassen und Angriffen auf Aktivistinnen und Aktivisten sowie Medienschaffende in den Austausch einbringen. In den Abschlussversammlungen sollen Aktivitäten gegen Krieg und Klimazerstörung, für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit und zur Überwindung der unterschiedlichen Krisen vereinbart werden.

 

Das Weltsozialforum wurde 2001 als Gegenveranstaltung zu den Gipfeln der Welthandelsorganisation, dem Weltwirtschaftsforum in Davos und den Weltwirtschaftsgipfeln der G8-Staaten ins Leben gerufen. Das evangelische Entwicklungswerk Brot für die Welt ist Gründungsmitglied des Weltsozialforums.




Überschwemmungen in Südafrika: 270.000 Schüler nach Angaben der SOS-Kinderdörfer betroffen

(München/sos) - Die schweren Überschwemmungen an der Ostküste Südafrikas haben nach Angaben der SOS-Kinderdörfer verheerende Auswirkungen auf die Schüler der Region. "Wir reden von 270.000 Schülern: Manche Kinder haben Angehörige verloren oder sind jetzt obdachlos, viele können nicht zur Schule gehen, weil die Gebäude nicht sicher sind", sagt Lebo Phaweni, Sprecherin der SOS-Kinderdörfer in Südafrika. 600 Schulen seien beschädigt worden, 16 davon könnten nicht erreicht werden, weil Brücken und Zufahrtswege weggespült wurden. Insgesamt liegt der Schaden in vielfacher Millionenhöhe. Präsident Cyril Ramaphosa hat den nationalen Notstand ausgerufen.

 

Die SOS-Kinderdörfer befürchten, dass die aktuelle. Naturkatastrophe die ohnehin schwierige Bildungssituation in Südafrika weiter verschlimmern wird, denn zahlreiche Schüler hätten schon aufgrund der Corona-Pandemie nur noch stark eingeschränkt Unterricht erhalten. Phaweni sagt: "Unser Bildungssystem erholt sich gerade erst von den langen Schulschließungen und Unterbrechungen seit 2020."

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in Südafrika seit Jahrzehnten und fördern die Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vielfältig.

 


World Vision warnt davor, dass das Schlimmste noch bevorstehen könnte

Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine erreicht 5-Millionen-Marke

(Friedrichsdorf/wv) - Weniger als zwei Monate nach Beginn des Krieges erreicht die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine die 5-Millionen-Marke. Innerhalb der Ukraine haben mehr als 7 Millionen Menschen ihre Heimatregionen verlassen. Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision warnt davor, dass der eskalierende Konflikt und die willkürliche Gewalt im Osten und Süden der Ukraine die Zahl der Flüchtlinge in den kommenden Wochen weiter ansteigen lassen könnte.

World Vision erfährt aus vielen Orten, besonders in der Ukraine, dass mehr direkte Unterstützung für geflüchtete Familien dringend nötig ist. So würden Fachpersonal und Experten, wie z.B. Psychologen und Sozialarbeiter fehlen, die direkt bei Problemen helfen könnten. Menschen, die aus Angst vor Tod und Gewalt ihre Städte und Dörfer verlassen hätten, benötigten weiterhin zunächst Nahrungsmittel und Unterkünfte. Auch die Versorgung mit Hygieneartikeln oder die Installation von Waschmöglichkeiten, Toiletten und die Bereitstellung von Waschmaschinen oder der Zugang zum Internet seien wichtig. 

Die internationale Gemeinschaft muss nach Ansicht der Organisation noch mehr tun, um gezielt den Schutz von Kindern zu gewährleisten. Viele Kinder seien Zeugen entsetzlicher Zerstörungen und Gräueltaten geworden und benötigten dringend psychosoziale Hilfe. World Vision unterstützt Hilfsmaßnahmen in der Ukraine selbst, sowie in Rumänien und Moldawien, und wird die humanitäre Hilfe durch Zusammenarbeit mit Partnern in mehreren ukrainischen Regionen weiter aufstocken. Verletzte und traumatisierte Kinder stehen bei allen Maßnahmen im Fokus. Die Errichtung von Kinderschutzzentren oder -räumen wird daher bei den Planungen immer mitgedacht. 

Mit fünf Millionen Flüchtlingen und mehr als sieben Millionen Binnenvertriebenen in  weniger als zwei Monaten Kampfhandlungen stellt diese Krise weiterhin eine der größten Flüchtlingsbewegungen seit dem Zweiten Weltkrieg dar. Verena Bloch, Kinderschutzexpertin für humanitäre Krisen berichtet aktuell aus Lwiw: „Unter all diesen Zahlen ist jedoch die Tatsache am erschütterndsten, dass mehr als zwei Drittel aller Kinder aus der Ukraine ihr Zuhause verlassen mussten. Das ist eine ganze Generation von Kindern mit Erfahrungen, die ihr ganzes Leben belasten können. Diese Kinder wurden aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen und mussten ihre FreundInnen und Schulen verlassen.“

Die Geschwindigkeit und das Ausmaß dieser Krise seien nach wie vor unfassbar, sagt Nothilfe-Koordinatorin Isabel Gomes und sie befürchtet, dass das Schlimmste noch bevorstehen könnte. „Frühere Schätzungen gingen davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge bis Juli 4 Millionen erreichen würde. Doch schon jetzt waren mehr als 5 Millionen Menschen gezwungen, ihr Heimatland zu verlassen.“ 

World Vision ist zutiefst besorgt über ein neues Ausmaß an Zerstörungswut, mutwilliger Gewalt und Berichten von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Hilfsorganisation World Vision hat seit der ersten Woche über ihr Büro in Rumänien auf die Krise reagiert und weitet derzeit ihre Hilfe insbesondere in der Ukraine weiter aus. Auch in Rumänien und Moldawien werden weiterhin Familien unterstützt. In allen drei Ländern nutzt World Vision Lager mit Hilfsgütern, um schnell auf die sich immer wieder ändernden Flüchtlingsbewegungen reagieren zu können. Etwa 50% der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen kommen bei Verwandten unter, aber 30% der Menschen wissen nicht, wo sie Hilfe bekommen können. Es ist deshalb auch wichtig, Gastgeberfamilien und Aufnahmegemeinden zu unterstützen sowie geflüchteten Menschen finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, damit sie sich selbst mit den Dingen versorgen können, die sie benötigen. 

Zur Unterstützung der Hilfsprogramme bitten wir um Spenden:

World Vision
Spenden-Stichwort: 7336 Ukraine 
IBAN DE89 5019 0000 0000 0020 20
Hier können Sie online spenden

 

Aktion Deutschland Hilft 
Spenden-Stichwort: Nothilfe Ukraine
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)


Geflüchtete aus der Ukraine brauchen flexible Hilfen

Bargeld-Programme bewahren Würde der Bedürftigen

(Friedrichsdorf/wv) – Vor der internationalen Geberkonferenz an diesem Samstag fordert die Kinderhilfsorganisation World Vision schnelle und flexible Hilfen für Vertriebene aus der Ukraine. Dazu gehörten auch Bargeld-Programme, mit denen Geflüchtete direkt unterstützt werden. Der Einsatz von Bargeld bewahre zudem die Würde der Empfänger, da sie eigene Entscheidungen über die Verwendung treffen können, erklärt World Vision.

An diesem Samstag treffen sich Vertreter der EU-Staaten und Kanadas in Warschau. Ziel der Konferenz ist es, Geld für die Unterstützung der mittlerweile mehr als 4 Millionen Menschen zu sammeln, die in Folge des Krieges die Ukraine verlassen mussten. Innerhalb des Landes haben weitere 6,5 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen müssen.

Melanie Assauer, Disaster Management Referentin bei World Vision: „Diese Menschen erreichen die Nachbarländer häufig nur mit dem, was sie gerade noch retten konnten. Sie mit Hilfsgütern und Lebensmitteln zu unterstützen, ist gut und nötig. Darüber hinaus brauchen die Geflüchteten aber auch andere Formen der Hilfe. Zum Beispiel direkte Bargeldzahlungen. So können sie selbst entscheiden und besorgen, was sie dringend brauchen. Das ist effektive Hilfe, die zudem die Würde der Menschen bewahrt."

Die Märkte innerhalb der Ukraine und in den Nachbarländern funktionierten noch und böten ausreichend Güter, um die Geflüchteten zu versorgen. Mittels Bargeld können diese Güter von den Geflüchteten direkt und gezielt auf ihre Bedürfnisse hin gekauft werden. Die Formen der Auszahlungen könnten entsprechend angepasst werden. Melanie Assauer: „Von direkten Auszahlungen über Gutscheine bis hin zu Banktransfers– mit all diesen Möglichkeiten haben wir bereits in anderen Krisensituationen gute Erfahrungen gemacht."

World Vision hat seine Einsätze innerhalb der Ukraine und in den Nachbarregionen in Rumänien und Moldau ausgeweitet. Ziel der Organisation ist es, in den kommenden Wochen 300.000 Menschen mit Hilfsgütern, Bargeldzahlungen und weiteren Maßnahmen wie psychosoziale Unterstützung von Kindern zu unterstützen.

 

Wenn Sie Kindern und Familien auf der Flucht helfen wollen, können Sie hier spenden:

World Vision
Spenden-Stichwort: Ukraine
IBAN DE89 5019 0000 0000 0020 20
https://www.worldvision.de/spenden/katastrophenhilfe/ukraine

 

World Vision Deutschland ist Mitglied im Nothilfe-Bündnis Aktion Deutschland Hilft


Spenden-Stichwort: Nothilfe Ukraine
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)


In Afrika hungern die Menschen,  weil in der Ukraine Krieg ist

Foto: ora
Foto: ora

 

Zum Start seiner Awareness-Kampagne zum Thema Hunger weist das Berliner Hilfswerk ora Kinderhilfe auf die dramatischen Folgen des Ukraine-Kriegs für die Ernährungssituation der Menschen in Afrika und anderen Ländern des globalen Südens hin. 

(Berlin/ora) - Die Ukraine und Russland sind die Kornkammern der Welt. Durch den menschenverachtenden Krieg, den Wladimir Putin im Februar 2022 gegen die Ukraine begonnen hat, sind nicht nur die Energiepreise weltweit gestiegen. Auch Getreide wird knapp, die Preise schießen in die Höhe. 2020 lag der Preis für die Tonne Weizen unter 200 Euro. Heute liegt er um die 400-Euro-Marke.

„Wir alle spüren diesen Preisanstieg“, sagt ora-Geschäftsführerin Carmen Schöngraf, „aber während bei uns nur der Brotpreis steigt und die Leute Mehl hamstern, hungern die Menschen in Afrika, weil sie sich Mehl und Brot nicht mehr leisten können.“

Russland und die Ukraine produzieren fast ein Drittel des weltweit gehandelten Weizens. Russland hat den Weizenexport gestoppt. Die Lieferungen aus der Ukraine könnten ganz ausfallen. Die ukrainischen Bauern kämpfen im Krieg und es ist fraglich, ob die nächste Ernte und die nächste Aussaat stattfinden können. Dazu behindert der Krieg zahlreiche Transportwege. Im Land sind die Straßen zerbombt oder liegen unter Feuer. Der Schiffsverkehr im Schwarzen Meer, über den die Hälfte des Weizens der Ukraine exportiert wird, ist eingestellt worden. Schließlich sind auch die Düngemittel knapp geworden, denn das teuer gewordene Gas ist ein unverzichtbarer Rohstoff bei der Düngemittelproduktion.

All das treibt die Inflation in die Höhe und die Lebensmittelpreise steigen. „Wir in Deutschland und Europa verkraften das“, so Carmen Schöngraf, „denn bei uns geben die meisten Haushalte nur 14 oder 15 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus. In Afrika allerdings liegt diese Quote bei 80 Prozent. Jede Verteuerung führt zu einer existenziellen Bedrohung.“ Diese Bedrohung wird umso größer, je höher der Anteil des importierten Weizens ist, erläutert die ora-Geschäftsführerin: „ora Kinderhilfe arbeitet zum Beispiel in Kenia. Dort werden 80 Prozent des Weizens importiert. Die Preise für Brot explodieren regelrecht und die Menschen haben nur eine Möglichkeit, darauf zu reagieren: weniger essen.“

 

Dabei ist die Situation auf dem Lebensmittelmarkt bereits extrem angespannt. Die Corona-Pandemie, gestörte Lieferketten und Ernteausfälle in Folge der Klimakrise haben dazu geführt, dass die Zahl der Hungernden weltweit auf 811 Millionen Menschen gestiegen ist. Durch den Ukraine-Krieg wird sie weiter steigen. „Dagegen müssen wir etwas tun“, fordert Schöngraf. „ora Kinderhilfe unterstützt die Ukraine, indem sie Flüchtlingshilfe leistet. In Afrika investieren wir in die ländliche Entwicklung und in verbesserte Landwirtschaft. Aber wir brauchen auch schnelle Hilfe zum Beispiel durch Importe aus Ländern wie Australien oder Argentinien. Und schließlich können wir alle helfen, indem wir zum Beispiel weniger Fleisch essen. In Deutschland werden jedes Jahr 43 Millionen Tonnen Getreide geerntet, aber nur 8,6 Millionen Tonnen davon essen wir. Der weitaus größte Teil wird für die Fleischproduktion verfüttert.“


Krieg in der Ukraine bedroht das Leben von Kindern weltweit

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Joost Bastmeijer, Äthiopien 2021
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: Joost Bastmeijer, Äthiopien 2021

 

(München/ots) - Der Krieg in der Ukraine könnte nach Angaben der SOS-Kinderdörfer existenzielle Folgen für zahlreiche Kinder weltweit haben: Die Ukraine gilt als Kornkammer Europas und beliefert zahlreiche Länder der Welt mit Weizen, Mais oder Sonnenblumenöl. Zusammen mit Russland ist sie für 30 Prozent der weltweiten Weizenlieferungen zuständig. "Wenn ich höre, dass diese Lieferketten nun unterbrochen sind, dass Getreide in der Ukraine verbrannt wird, dass Bauern an der Front stehen und ihre Felder nicht bestellen können, muss ich sofort an alle unsere Standorte in Afrika und dem Nahen Osten denken, die zu hohem Maße von den Lieferungen abhängig sind", sagt Lanna Idriss, Vorständin der SOS-Kinderdörfer.

In Ländern wie Ägypten, Sudan oder dem Libanon frage man sich jetzt schon, ob man zukünftig noch genügend Getreide auf dem Weltmarkt einkaufen kann, um die eigene Bevölkerung zu ernähren. Idriss sagt: "In vielen Ländern ist die Preissteigerung schon spürbar. Sie trifft die armen Familien in voller Härte. Das sind Kinder und Erwachsene, die ohnehin massiv unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie und dem Klimawandel leiden und am Rande der Existenz stehen. Wenn wir nicht radikal dagegen steuern, wird der weltweite Hunger erneut zunehmen und es werden noch mehr Kinder an Unterernährung sterben."

Explodierende Lebensmittelpreise und wirtschaftliche Not könnten in vielen Ländern zudem zu Protesten, Plünderungen und Gewalt führen, wie dies etwa in den Jahren 2008 und 2009 der Fall war. Damals hatten die gestiegenen Preise zu Unruhen unter anderem in Haiti, Südamerika und Südasien geführt. "Es besteht jetzt eine globale Verantwortung, die existenziellen Rechte der Betroffenen zu schützen", sagt Idriss.

Sie befürchtet, dass die Folgen des Kriegs in der Ukraine noch jahrelang global spürbar sein werden. Sie sagt: "Als Weltbevölkerung ist unsere Solidarität jetzt und in den kommenden Jahren in der Ukraine und weit über ihre Grenzen hinaus gefragt."

 

Die SOS-Kinderdörfer helfen im Ukraine-Krieg vielfältig: In den umkämpften Gebieten werden Menschen mit Nothilfe und bei der Evakuierung unterstützt, in den Nachbarländern bekommen geflüchtete Kinder und Familien Unterkunft, Versorgung und psychologische Betreuung, weltweit unterstützt die Hilfsorganisation die Menschen im Kampf gegen den Hunger mit Soforthilfe und Familienstärkung.


Geberkonferenz muss Fokus auf Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan legen

Bildung ist Schlüssel für die künftige wirtschaftliche Entwicklung des Landes

(Berlin/wv) – Bei der auch von Deutschland mitausgerichteten Geberkonferenz für Afghanistan am kommenden Donnerstag muss die Situation von Frauen und Mädchen im Mittelpunkt stehen. Das fordert die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision. Gerade erst wurde der Zugang zu weiterführenden Schulen für Mädchen in Afghanistan eingeschränkt. Nach 20 Jahren Afghanistan-Einsatz habe Deutschland eine Mitverantwortung für die weitere Entwicklung im Land und müsse sich viel stärker als bisher politisch und humanitär engagieren.

Gerade der Bereich Bildung ist für die Zukunft Afghanistans von existentieller Bedeutung.  Das Taliban-Regime schließt Frauen und Mädchen aber langfristig von der Entwicklung der Gesellschaft aus, so World Vision. Die Bundesregierung müsse sich deshalb gerade für Entwicklungsprojekte im Bereich Bildung und Gesundheit einsetzen. Durch den Stopp der finanziellen Mittel für langfristige Projekte ist die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen in Afghanistan gefährdet.

Ekkehard Forberg, Friedensexperte bei World Vision: „Die ökonomische Lage im Land ist katastrophal, viele Menschen – aber auch wirtschaftliche Akteure und lokale Hilfsorganisationen – sind vom Geldfluss abgeschnitten. Deshalb können sie ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen, ihre Arbeit liegt brach. Alles, was die afghanische Zivilgesellschaft in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, ist gefährdet. Das schadet vor allem Frauen und Mädchen. Und das müssen wir ändern!“

Einen Weg, die Arbeit für Frauen und Mädchen zu stärken, sieht Forberg darin, dass das Bankensystem in Afghanistan die eingefrorenen Auslandsvermögen Afghanistans zurückerhält. Nur so könnte die Versorgung mit Bargeld von wirtschaftlichen Akteuren gesichert und eine Hungerkatastrophe abgewendet werden. Aktuell sind mehr als 24 Millionen Menschen in Afghanistan auf humanitäre Hilfe angewiesen.  

Außerdem setzt Forberg auf einen Wechsel in der Haltung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit: „Das Ministerium kann durchaus die vorhandene Nothilfe um Elemente der längerfristigen Zusammenarbeit ergänzen. So könnte Deutschland Lehrerinnen und Lehrer in Afghanistan bezahlen, wenn Mädchen wieder die Schule besuchen dürfen.“
Die Taliban hatten am ersten Tag des neuen Schuljahres in Afghanistan Mädchen den Besuch von weiterführenden Schulen verboten, da noch keine abschließende Kleiderordnung für Mädchen bestimmt worden sei. Mangelnde Schul- und berufliche Ausbildung von Mädchen gefährdet aber nicht nur die Zukunft dieser jungen Frauen, sondern auch des gesamten Landes. Neben der Bereitstellung finanzieller Mittel ist es daher wichtig, dass die Geberkonferenz auch langfristige Perspektiven aufzeigt und Länder wie Deutschland vor Ort diplomatisch präsent sind und lokale Hilfsorganisationen stärken.

Hier können Sie spenden:
World Vision

Frankfurter Volksbank
IBAN DE89 5019 0000 0000 0020 20, BIC: FFVBDEFF
Verwendungszweck: „Afghanistan“ 
worldvision.de/afghanistan


Ein Tierheim in der ukrainischen Stadt Gostomel braucht dringend Hilfe

Tierheim in der Ukraine: Rund 700 Tiere seit Tagen ohne Wasser und Futter

  • 700 Tiere im Shelter von Gostomel sind seit Tagen ohne Wasser und Futter und drohen zu verdursten
  • Der Tierschutzverein Animal Eden e.V. fordert einen grünen Korridor, damit die Tiere überleben

 

(Gostomel/pm) - Seit mehr als einem Monat herrscht Krieg in der Ukraine, Millionen von Menschen sind seither aus dem Land geflohen. Die Flucht mit dem eigenen Haustier gestaltet sich oftmals schwierig. Auch die ukrainischen Tierheime sind dringend auf Hilfe angewiesen, um ihre Schützlinge in Sicherheit zu bringen. Ein Shelter in der Stadt Gostomel liegt eingekesselt mitten im Kriegsgebiet nahe Kiev. Doch bisher verweigert die Regierung einen grünen Korridor, um die Tiere versorgen zu können.

 

Tierheim liegt mitten im Kriegsgebiet

Gostomel liegt sieben Kilometer von Kiev entfernt. Seit dem ersten Kriegstag wird in der kleinen Stadt gekämpft: Häuser und Zivilist:innen werden ständig beschossen, es gibt keinen Strom, Wasser, Nahrung oder Medikamente. Seit ein paar Tagen werden für die Bewohner:innen grüne Korridore organisiert, das Tierheim bleibt jedoch ohne Hilfe. Rund 700 Hunde und Katzen haben nichts mehr zu essen und das Heim ist seit 16 Tagen ohne Strom. Es wurde bereits mehrmals beschossen, wobei auch Tiere getötet wurden. Die Hilferufe des Tierheimes nach einem grünen Korridor blieben bis jetzt vom Roten Kreuz unbeantwortet.

Wenn nicht dringend Wasser und Essen bereitgestellt werden, verhungern und verdursten die Tiere von Gostomel.

Petition auf change.org hat bereits rund 95.000 Unterstützer:innen

 

Auf change.org wurde eine Petition an die ukrainische Ministerin Irina Vereshchuk und das Rote Kreuz erstellt, die innerhalb kürzester Zeit knapp 95.000 Menschen unterzeichnet haben. Der internationale Tierschutzverein Animal Eden e.V. setzt sich mit vielen anderen Vereinen und Tierschützer:innen für die Tiere von Gostomel ein und bittet um Berichterstattung.

„Bitte unterstützen Sie die Tiere und lassen Sie uns gemeinsam den Druck auf Politiker:innen, Behörden und NGOs zu erhöhen, um grüne Korridore auch für die Tierversorgung zu öffnen. Wir sind verantwortlich für diejenigen unter uns, die sich nicht selber schützen können. Lassen wir ihre Hilferufe nicht ungehört!”, so Margot Fischer, Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins Animal Eden e.V.

 

Mehr Informationen zum Tierheim Gostomel finden Sie auf der Facebookseite des Shelters.

 

Über Animal Eden e.V.

Initiiert von ANIMAL EDEN e.V. einem Internationalen Tierschutzverein mit Sitz in Deutschland der seit Jahren durch Awareness Aktionen, Kastrationsprogramme in Krisengebieten und durch die Forderung eines wirksamen Tierschutzgesetzes im Grundgesetz auf sich aufmerksam macht.

Kontakt

Margot Fischer: margot@animaleden.de

www.animaleden.de

@AnimalEdeneV

#animaledenev


Vertriebe Christen von Idlib: Gestohlenes Eigentum finanziert Islamisten

 

Von Vertriebenen gestohlenes Eigentum in Idlib:

  • Islamistische Milizen vermieten gestohlene Immobilien
  • Syrischer Al-Kaida-Ableger ‚Hay'at Tahrir al-Sham‘ finanziert sich darüber
  • Bundesregierung soll Druck ausüben, um christliches Eigentum zu schützen und Minderheiten die Rückkehr zu ermöglichen

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert die Bundesregierung auf, ihre Kontakte in der nordwestlichen syrischen Provinz Idlib zu nutzen, um das Eigentum der vertriebenen christlichen Minderheit zu schützen. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) zufolge haben sich islamistische Milizen, die von der Türkei kontrolliert werden, die Immobilien der Vertriebenen angeeignet. „Syrische Familien, die in diese Häuser und Wohnungen eingezogen sind, müssen hohe Mieten für sechs Monate im Voraus an die Terrormiliz ‚Hay'at Tahrir al-Sham‘ entrichten. Das ist der syrische Ableger des islamistischen Netzwerks Al-Kaida“, berichtet der GfbV-Nahostreferent Dr. Kamal Sido heute in Göttingen. „Die Terrormiliz finanziert ihre Aktivitäten nun also durch Mieteinnahmen und den Handel mit Immobilien der vertriebenen oder geflüchteten Christen aus den Ortschaften Al-Quniyah, Al-Ghassaniyah, Al-Yaqoubia und Al-Jadida in der Provinz Idlib.“ 

Die deutsche Bundesregierung pflegt gute Kontakte zu islamistischen Gruppen in Idlib sowie den Machthabern in der Türkei und Katar. Beide Länder unterstützen „Hay'at Tahrir al-Sham“ und andere islamistische Milizen politisch, diplomatisch, finanziell und mit Waffen. Deutschland solle seine Kontakte also nutzen, damit vertriebene oder geflüchtete christliche Familien in ihre Dörfer zurückzukehren können. Auch Eigentum der schiitischen sowie der drusischen Minderheit in Idlib hatten die Milizen seit Ende 2013 beschlagnahmt. 

Die Provinz Idlib hatte 2011 zu Beginn der syrischen Revolte etwa 1,85 Millionen Einwohner, vor allem Sunniten und Angehörige kleinerer Minderheiten. Christen, Schiiten, Drusen und andere Minderheiten sind aus Idlib nahezu vollständig geflohen. Hier war der bewaffnete Widerstand gegen das Assad-Regime besonders stark. Die syrische Luftwaffe griff deshalb nicht nur Stellungen der Islamisten, sondern auch friedliche Ortschaften an – unter anderem mit Fassbomben. 

Während das NATO-Mitglied Türkei seine Landesgrenze für Waffen, Geld und islamistische Kämpfer aus der ganzen Welt öffnete, übernahm das Golfemirat Katar die Finanzierung und mediale Unterstützung der Islamisten. Immer wieder begleitete der katarische TV-Sender Al Jazeera die Eroberungsfeldzüge von „Hay'at Tahrir al-Sham“ sowie des sogenannten „Islamischen Staates“. Nicht selten wurden Anführer der Islamisten ausgiebig und kritiklos interviewt. Katar unterstützt auch andere islamistische Gruppen wie die Taliban und die Hamas.  

 

„Wer zu Menschenrechtsverletzungen von heute schweigt, nimmt Genozide in der Zukunft in Kauf“, warnt Sido. „Daher ist es gefährlich, wenn der deutsche Ex-Außenminister Sigmar Gabriel die Regime in der Türkei und Katar in Schutz nimmt und zu Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen schweigt.“ In einem Tweet behauptete Gabriel kürzlich, dass Katar die Taliban und die Hamas „auf Wunsch“ der USA beherbergten. Ob auch Erdogan die Islamisten in Syrien „auf Wunsch“ der USA unterstützt, sagt Gabriel nicht.