Nachrichten aus aller Welt

20.07.2018

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Nach der Zerschlagung des IS

Christen befürchten neue Konflikte im Irak

 

(Göttingen/gfbv) - Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) denkt kaum ein christlicher Flüchtling an eine Rückkehr in den Irak. „Der „Islamische Staat“ (IS) ist dort zwar zerschlagen, doch viele Christen halten ihr Heimatland wegen der anhaltenden konfessionellen und ethnischen Konflikte unter Schiiten, Sunniten und Kurden für „gescheitert“ und glauben nicht mehr an eine sichere Zukunft“, berichtete der GfbV-Nahostreferent Kamal Sido am Freitag in Göttingen. So würden viele christliche Irak-Flüchtlinge, die Jordanien aufgenommen hat, nach Europa, Amerika oder Asien streben, weil sie lieber in christlich geprägten Gesellschaften leben wollten als in instabilen von Bürgerkriegen und radikalislamistischen Gruppen bedrohten Staaten wie Irak, Syrien oder die Türkei.

 

 Unter Christen sei auch die Auffassung weit verbreitet, sie seien im Irak nicht mehr willkommen, kritisierte Sido. Die Behörden würden nicht aktiv gegensteuern und positive Zeichen setzen- etwa bei der Vergabe von Posten im öffentlichen Dienst. „So hat das Ministerium für Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung gerade eine Chance verpasst, Christen zu einer Rückkehr zu ermutigen: In der vergangenen Woche wurde der muslimische Wissenschaftler Aqeel Yahya Hashim al-Araji aus dem Süden des Irak zum Präsidenten der Universität in Al-Hamdaniya bei Mossul ernannt“, berichtete Sido. Der christliche Gegenkandidat Anis Behnam Noam Haddad, der die Universität 2014 mitgegründet hatte, war nicht weniger qualifiziert und viele Hochschulkollegen sowie die christlichen Kirchen in der Region hatten sich für ihn ausgesprochen. Die Entscheidung für den Moslem sei besonders bedauerlich, weil es aktuell unter den Präsidenten der 35 öffentlichen Universitäten im Irak keinen einzigen Christen gebe. Jahrhundertelang waren Christen in der Ninive-Ebene rund um Mossul in der Mehrheit. Noch bis zum Einmarsch des IS 2014 stellten sie dort eine „große Minderheit“. Heute sind es nur noch wenige.

 

 Auch in dem mehrheitlich muslimischen Königreich Jordanien fühlen sich die christlichen Flüchtlinge aus dem Irak benachteiligt. Medienberichte und Äußerungen in sozialen Medien bestätigen diese Tendenz. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR vom Juni 2018 sind mindestens 10.000 der rund 66.823 Irak-Flüchtlinge in Jordanien Christen. Sie gehören hauptsächlich der chaldäischen und assyrischen Kirche an und sprechen verschiedene Dialekte des Aramäischen, der Sprache Jesu. Gerne würden sie ihre Muttersprache bewahren. Doch als Nicht-Araber haben sie in Jordanien keine Möglichkeit, ihre Sprache an staatlichen Schulen zu lernen. Das ist für sie ein Grund mehr, das arabische Königreich zu verlassen. Jordanien hat laut UNHCR insgesamt 751.275 Flüchtlinge aufgenommen, 666.294 von ihnen kamen aus Syrien.  

 


Monsun in Bangladesch: 100.000 Kinder in Lebensgefahr

(München/sos) - Rohingya-Kindern in Bangladesch steht die nächste Katastrophe bevor, warnen die SOS-Kinderdörfer weltweit. Mehr als 100.000 Kinder befänden sich wegen des Monsuns in Lebensgefahr. Die schweren Regenfälle haben bereits erste Todesopfer gefordert: Nach Angaben der Hilfsorganisation seien bereits drei Menschen durch Erdrutsche und eingestürzte Gebäude gestorben, unter ihnen ein Kleinkind. Es sei zu befürchten, dass die Situation in den nächsten Tagen und Wochen noch deutlich eskaliere, da Monsun und Wirbelstürme im Juli und August am stärksten seien.

 

Fast eine Million Rohingya leben in Flüchtlingslagern im Distrikt Cox's Bazar in improvisierten Hütten an lehmigen, unbefestigten Hängen. "200.000 von ihnen befinden sich in akuter Lebensgefahr, über die Hälfte davon Kinder", sagt Nusrat Jahan Nusrat, Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Bangladesch. "Ihnen drohen Verletzungen, Trennungen von Angehörigen oder gar der Tod durch Erdrutsche und Überschwemmungen. Auch Krankheiten und der fehlende Zugang zu medizinischer Versorgung, sanitären Anlagen oder sauberem Wasser bringt sie ihn Gefahr", sagt Nusrat. Die größte Angst vieler Eltern sei, dass ihre Kinder in einer Katastrophensituation in Gefahr geraten oder verloren gehen.

 

"In den letzten Monaten hat man wenig vom Leid der Rohingyas gehört - jetzt ist es höchste Zeit, wieder hinzuschauen und eine weitere Katastrophe für Tausende Kinder zu verhindern", sagt Nusrat. Der Regen, der bereits im Juni einsetzte, habe bereits schwere Schäden angerichtet. "140 Lernzentren, zahlreiche Wasserstellen und sanitäre Anlagen, drei Essensausgaben und 1048 Behausungen sind komplett zerstört worden, 12 medizinische Einrichtungen wurden schwer beschädigt und mussten für einige Tage den Betrieb aussetzen", berichtet Nusrat.

 

Zwar habe die Regierung damit begonnen, Menschen umzusiedeln sowie mit zusätzlichen Baumaterialien auszustatten, aber die Größe des Lagers mache es nahezu unmöglich, allen zu helfen. Hilfsorganisationen haben zudem immer wieder mit bürokratischen Hürden zu kämpfen.

 

Die SOS-Kinderdörfer haben eine Betreuungsstelle eingerichtet, in der verlorene Kinder Zuflucht finden und von ihren Eltern wieder gefunden werden können. Die Menschen im Lager sind informiert. Insgesamt betreibt SOS fünf Nothilfe-Kitas, in denen Jungen und Mädchen spielen und lernen können, psychologisch betreut und medizinisch versorgt werden. Weitere Kinderschutzzentren sollen folgen.


missio-Präsident Prälat Krämer: „Hoffentlich verbessert sich jetzt Lage der Flüchtlinge an der Grenze zwischen beiden Ländern“ – Äthiopische Kirche im Herbst Gast in Deutschland

missio Aachen begrüßt Friedensschluss zwischen Äthiopien und Eritrea

 

(Aachen/missio) - „Das ist für Äthiopien und Eritrea ein wichtiger Schritt in eine bessere Zukunft und stabilisiert die gesamte ostafrikanische Region.“ So begrüßt Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen, das aktuelle Friedensabkommen der beiden lange Jahre verfeindeten Länder. Der über 20-jährige Kriegszustand ist damit beendet. missio Aachen ist Projektpartner der katholischen Kirche in beiden Ländern. In diesem Jahr wird auf Einladung von missio eine Delegation der katholischen Kirche Äthiopiens Deutschland zur Kampagne des Monats der Weltmission und zum Weltmissionssonntag im Herbst besuchen.

 

Prälat Krämer hofft, „dass sich durch das Friedensabkommen auch die Lage der Flüchtlinge an der äthiopisch-eritreischen Grenze verbessert“. Äthiopien ist nach Uganda das zweitgrößte Aufnahmeland für Flüchtlinge in Afrika. Rund 900.000 Menschen, vor allem aus dem Südsudan, Somalia und Eritrea, fanden bisher hier Zuflucht. Kirchliche Mitarbeiter betreuen die Flüchtlinge.

 

„Die Kirche in Äthiopien und Eritrea hat das Friedensabkommen positiv begleitet“, sagte Prälat Krämer weiter. Denn trotz der politischen Konflikte und unter schwierigen Bedingungen haben sich Vertreter der katholischen Kirche von Äthiopien und Eritrea in den vergangenen Jahrzehnten weiter getroffen. „Die Kirchen in den beiden Länder haben den Gesprächsfaden nie abreißen lassen“, so Krämer.

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Agenda 2030: Zugang zu Wasser und Energieversorgung sicherstellen, Engagement des Privatsektors kritisch begleiten

Brot für die Welt beim High Level Political Forum in New York

 

UN * SDG * Entwicklungsziele * Privatsektor * Wasser * Energieversorgung * HLPF

 

(Berlin/bfw) - Das Forum der Vereinten Nationen, das die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) begleitet, tagt vom 9. bis 18. Juli in New York. Brot für die Welt wird die Diskussionen vor Ort gemeinsam mit Partnerorganisationen verfolgen und zudem drei Veranstaltungen zu den Themen Wasser, erneuerbare Energien sowie zur Rolle des Privatsektors bei der Umsetzung der „Agenda 2030“ ausrichten.

 

Die Frage, welche Energieversorgung dazu beitragen kann, die nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen, soll anhand einer Studie von Brot für die Welt, dem Climate Action Network und dem World Future Council diskutiert werden. Die Studie stellt die Frage, wie 100 Prozent erneuerbare Energien in Tansania realisiert werden können.

 

Bereits ein Fünftel der Weltbevölkerung lebt in Regionen, in denen mehr Wasser entnommen wird als natürlich regeneriert werden kann. Wie kann diesem sogenannten Wasserstress entgegen gewirkt, wie eine nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen weltweit gesichert werden? Um diese Fragen geht es in einer gemeinsamen Veranstaltung von Brot für die Welt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

 

Dem Privatsektor wird eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der SDGs zugeschrieben. In einer neuen Studie setzen sich Brot für die Welt und das Forum Umwelt und Entwicklung kritisch mit den bisherigen Aktivitäten des Privatsektors zu den SDGs auseinander.

 

Das High Level Political Forum (HLPF) findet jährlich im Sommer im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York statt. In jedem Jahr sind ausgewählte nachhaltige Entwicklungsziele  Schwerpunkt der Konferenz, ebenso wie eine Auswahl von Länderberichten. Das diesjährige HLPF steht unter dem Motto  “Transformation towards sustainable and resilient societies“ und befasst sich schwerpunktmäßig mit den SDGs 6, 7, 11, 12 und 15.


World Vision warnt vor Gesundheitskrise

Massenflucht nach ethnischen Konflikten in Äthiopien

(Friedrichsdorf/wv)  – Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Gruppen sind im Süden Äthiopiens etwa eine Million Menschen auf der Flucht. Wegen mangelnder Versorgungsmöglichkeiten droht in der Region jetzt eine Gesundheits- und Ernährungskrise, berichtet die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision.

 

Die Kämpfe gehen auf Streitigkeiten zwischen den Oromo und den benachbarten Somali im Süden Äthiopiens zurück.  Überlebende berichten den World-Vision-Mitarbeitern, dass ihre Häuser geplündert und niedergebrannt wurden. Besonders betroffen sind die Regionen West Guji und Gedeo. Viele der Geflüchteten kommen bei Verwandten in umliegenden Dörfern unter, diese haben jedoch selbst kaum zu Essen.

 

Edward Brown, Direktor von World Vision Äthiopien: „Besonders betroffen sind die Kinder. Es gibt nicht genügend Trinkwasser, deshalb werden die Kinder schnell Opfer von tödlichen Krankheiten.“

 

Die wenigen Kliniken in der Region sind überlastet und haben kaum Medikamente. "Wir arbeiten eng mit anderen humanitären Organisationen und der Regierung zusammen, um auf die Bedürfnisse zu reagieren. Aber unsere Mittel sind sehr begrenzt", sagte Brown. Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht nur zusehen:  "Das Leben der Kinder ist gefährdet, wir müssen dringend handeln."

 

Nach Angaben der UN sind etwa 100 Millionen Euro für die Soforthilfe und Versorgung der Geflüchteten nötig. World Vision rechnet mit Kosten von etwa 15 Millionen Euro für die eigenen Hilfsprogramme. Bislang konnten etwa 250.000 Euro bereitgestellt werden.

 

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FIDES-NACHRICHTEN 20.07.2018

AFRIKA/ZAMBIA - Bischof Lungo: „Korruption ist ein Virus und blutet das Land aus“

 

Lusaka (Fides) – Nachdem bereits die Afrikanischen Union und die Bischöfe Kenias in offiziellen Erklärungen Kritik geübt hatten, betonte nun auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Sambia (ZCCB), Bischof George Lungu von Chipata, dass das Leben der Bürger des Landes weiterin von Korruption geprägt wird.
Bei einem gemeinsamen Gottesdienst der ZCCB in Lusaka bezeichnete Bischof Lungu Korruption als ein Virus, das Sambia ausblutet. Um geheilt zu werden, müssten die Sambier ihren Glauben an Gott festigen, so der Bischof.
"Korruption ist ein Virus, das allen das Leben schwer mach“, so der Bischof wörtlich, „es laugt das Leben unschuldiger Bürger aus“. Das Land sei "gerate durch die Korruption an den Abgrund: Patienten sterben, die durch unmoralisch handelnde Ärzte; Gebäude stürzen durch die Arbeit skurpelloser Ingenieure ein; Geld geht durch inkompetente Ökonomen und Buchhalter verloren".

 

AFRIKA/ETIOPIA - “Religiöser Extremismus beeinträchtigt Entwicklung“

 

Addis Abeba (Fides) - "Wir müssen uns vor der Politisierung der Religion der ‚religiösen Instrumentalisierung’ der Politik achten“, so Pater Patrick Devine (SMA), Gründer und Präsident des Shalom Centers in Nairobi (Kenia) in seiner Rede vor der der 19. Vollversammlung der Vereinigung Bischofskonferenzen in Ostafrika (AMECEA), die zur Zeit in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba tagt.
"Terrorismus ist ein Instrument des gewalttätigen Extremismus“, so der Missionar“, mit dem die Toleranz aus der Gesellschaft ausgerottet werden soll, damit die eigene Weltanschaung und der eigene Glauben durchgezusetzt werden können. Um diesem negativen Prozess entgegenzuwirken, bedarf es paradoxerweise einer Intoleranz gegenüber der Intoleranz".
Religiöser Extremismus habe aber auch direkte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Lebensperspektiven ganzer Bevölkerungen, so Pater Devine "denn in einem Land, in dem Menschen getötet, verstümmelt und ständig zur Flucht gezwungen werden, können lokale Gemeinschaften aufgrund der Zerstörung von Schulen, Krankenhäusern und Heimen keine nachhaltige Entwicklung genießen".
P. Devine schlug zur Verhinderung einer solchen Entwicklung vor, dass Regierungen die Bildung und die Zusammenarbeit zwischen neuen und traditionellen Medien stärken und verbessern sollen. Es sei auch notwendig, die Bemühungen der regionalen und internationalen Partner zu konsolidieren, wenn es um die Lösung von Konflikten in der Region und den Schutz der Menschenrechte sowie den Aufbau einer friedlichen, integrativen und gerechten Gesellschaften gehe.
Schließlich sei es auf kirchlicher Ebene "dringend notwendig, dass religiöse Führer und Seminaristen ihre Kompetenzen in Fragen wie Frieden, Entwicklung, vergleichende Religionswissenschaften und internationale Beziehungen erweitern. Heute ist das alles sehr wichtig", so Pater Devine abschließend.
 

 

 

 

 

 

ASIEN/IRAK - Sohn des syrisch-orthodoxen Märtyrers Boulos Iskander zum Priester geweiht

 

Erbil (Fides) – Der junge syrisch-orthodoxe Priester Fadi Iskander, wurde am vergangenen Sonntag in Ankawa, ein Vorort von Erbil, vom selben Bischofs geweiht, der vor vielen Jahren seinen eigenen Vater geweiht hatte, der 2006 hingerichtet und heute von den irakischen Christen als Märtyrer verehrt wird, vor vielen Jahren geweiht hatte. Fadi ist der Sohn von Boulos Iskander Behnam, Priester syrisch-orthodoxen Kirche, der nach grausamer Folter im Jahr 2006 in Mosul getötet wurde. Die Bischofsweihe von Pfarrer Fadi wurde in der syrisch-orthodoxen Marien-Kirche von Bischof Gregorios Shaliba Chamoun geweiht, der im April 1989 seinem Vater Boulos in der syrisch-orthodoxen St. Ephrems-Kathedrale in Mosul geweiht hat. An der Weihemesse nahmen mehreren syrisch-orthodoxen Bischöfen zusammen mit den Priestern und Ordensleuten verschiedener christlicher Konfessionen sowie unzählige Gläubige teil. Pfarrer Fadi Iskander wird seinen priesterlichen Dienst in der Eparchie der syrisch-orthodoxen Byblos im Libanon ausüben.
Boulos Iskander war Professor und leidenschaftlicher Förderer der Einheit der Christen und war dafür in den christlichen Gemeinschaften Mosuls bekannt, die in den Jahren nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein Opfer von Gewalt und gezielten Angriffen terroristischer Gruppen wurden, die vermutlich in Verbindung mit Al-Qaida standen. Pfarrer Boulos wurde im Anfang Oktober 2006 in Mosul im Industriegebiet von Karama entführt. Versuche, die Entführer zu kontaktieren, um ihre Freilassung durch Zahlung eines Lösegelds zu erreichen, scheiterten. Am 11. Oktober 2006 wurde die zerstückelte Leiche des Geistlichen gefunden.
Heute, 12 Jahre später, trägt der Märtyrertod die Frucht der Priesterweihe seines Sohnes Fadi.

 

AMERIKA/BRASILIEN - Kirche will Beitrag zur demokratischen Bildung leisten

 

Brasilia (Agenzia Fides) - Auf die soziopolitische Realität des Landes bedacht, möchte die katholische Kirche in Brasilien während des Wahlkampfs für die allgemeinen Wahlen im Oktober wie gewohnt einen Beitrag zur demokratischen Bildung leisten und veröffentlicht eine Orientierungshilfe und audiovisuelles Material unter anderem auch in den neuen digitalen Medien. "Wir wollen die brasilianische Realität mit dem Herzen der Hirten betrachten, der sich darum kümmern, das Leben und die Würde der Person, besonders der Armen und Ausgeschlossenen ganzheitlich zu schützen", schrieben die Bischöfe in ihrer Botschaft mit dem Titel "Auftrag und Hoffnung", die am Rande der Brasilianischen Bischofskonferenz im vergangenen April veröffentlicht wurde.
Nach Ansicht der Bischöfe erfordert der schwierige Moment, den Brasilien erlebt, die Einsicht und das Engagement aller Bürger und Institutionen sowie der Organisationen, die für die Gerechtigkeit und das Gemeinwohl verantwortlich sind. Im Oktober werden die Brasilianer neben dem Präsidenten und Vizepräsidenten der Republik auch Bundes- und Landesgouverneure und Parlamentarier wählen. In diesem Zusammenhang hat die Regionale Bischofskonferenz des Bundesstaates Paraná eine Broschüre vorbereitet, in der neben aktuellen Herausforderungen (ethische Krise, Korruption, Bedrohung der Demokratie, Vertiefung der Polarisierung ...) auch der Wahlmechanismus, die Aufgaben der Kandidaten und die Mitverantwortung der Wähler in "öffentlichen Angelegenheiten" und bei der Kontrolle vor, während und nach der Wahl erläutertet werden. Die Politik wird dabei mit einem hoffnungsvollen Blick betrachtet, wobei ausdrücklich auch positive Entwicklungen hervorgehoben werden.
Das Papier versteht sich als Orientierungshilfe für Wähler und Kandidaten, die sich unter anderem auch an die Medien wendet und mit der Unterstützung des Vorstands der Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit dem Beraters des Büros für politische Fragen, Pfarrer Paulo Renato de Campos, vorbereitet wurde. Die Broschüre, die leicht zu lesen ist, versteht sich auch als Beitrag der Kirche bei der Ausarbeitung und Verabschiedung der Gesetze "Gegen Wahlbestechung" und "Politisches Führungszeugnis", das vorsieht, dass nur Personen ohne Vorstrafen bei den Wahlen kandidieren können. Die Bischöfe laden die katholischen Laien ein, eine größere Präsenz und mehr Engagement im öffentlichen Leben zu zeigen und erinnern in diesem Zusammenhang an entsprechende Äußerungen von Papst Franziskus.
Der Erzbischof Geremias Steinmetz von Londrina erklärt, dass die Broschüre der Bischofskonferenz bereits Tradition habe und man in diesem Jahr gebeten worden sie im ganzen Land zu verteilen. "Ziel ist es, zur Gewissenbildung beim Wähler beizutragen und in diesem schwierigen Moment eine Orientierungshilfe zu geben, unparteiisch und ausgehend vom christlichen Glauben".
Auch im Bundesstaat Minas Gerais ließen Vertreter der Kirchenprovinzen Belo Horizonte, Mariana und Diamantina audiovisuelle Materialien zur Wahl produzieren die auf der Website der Erzdiözese Belo Horizonte zum Download zur Verfügung gestellt werden und für die Verbreitung über soziale Netzwerke zur Verfügung gestellt werden. Bischof José Carlos de Souza Campos von Divinópolis erinnert an die darin behandelten Themen: Demokratie, Wahlen, Kandidaten, Fake News, Kirchliche Soziallehre und Papstzitate. "Wir wissen, dass viele Diözesen ähnliche Materialien produzieren werden, und das ist gut und wichtig. Wir müssen gemeinsam Anstrengungen unternehmen, damit die Politik zum Ausdruck der Nächstenliebe wird und die Bedürfnisse der Ärmsten und die geographischen und existenziellen Peripherien an die erste Stelle stellt“, so der Bischof bei der Präsentation der Materialien.

 

 

 

 

 

AMERIKA/NICARAGUA - Schwester Xiskya Valladares appelliert an die Staaten: “Helft uns, bevor sie uns alle umbringen”

 

Managua (Fides) – "Ich bin nur eine katholische Ordensfrau. Niemand hat mich gebeten, dir zu schreiben. Aber (...) Ich kann nicht zusehen, wie ein Diktator sein Volk massakriert, während die Welt dazu schweigt“, schreibt Schwester Xiskya Valladares, eine in Spanien lebende Ordensschwester aus Nicaragua am Sonntag auf ihrem Blog in einem Appell an die Staats- und Regierungschefs. "Wir sind ein Land mit nur 6 Millionen Einwohnern, das keine Ölvorkommen hat und für niemanden von Interesse ist", so die Ordensschwester, „es geht um Menschen und ihre Werte, mutige Menschen, an einem strategischen Ort in Mittelamerika. Diese Menschen verdienen Hilfe ".
Die Ordensfrau erinnert an Grausamkeiten des Regimes unter Daniel Ortega, über die sie "durch persönliche Kontakte und Quellen“ informiert werde, „die ich aus Sicherheitsgründen nicht offen legen kann“. Diejenigen, die Kommentare oder Nachrichten gegen die Regierung veröffentlichten, seien von Entführungen bedroht, wie auch andere Quellen bestätigen.
"Es wurden ganze Familien mit Kindern bei lebendigem Leib verbrannt, bei Bürgern, auf Bürger, die friedlich auf den Straßen marschierten wurde geschossen, darunter auch Kinder, Kirchen wurden geschändet, ein Bischof verletzt, viele Menschen ohne richterliche Anordnung verhaftet, Beamte betreten Häuser mit einer Liste in der Hand, um Sympathisanten der Opposition mitzunehmen. Ältere Menschen, Frauen, Kinder, Männer: Niemand ist heute in Nicaragua sicher. Geht um Menschenrechtsverbrechen. Wann wollen wir reagieren?".
Ordensfrau bittet die Regierenden, "zumindest für einmal" die "politischen und wirtschaftlichen Interessen" beiseite zu lassen und Menschlichkeit zu zeigen. "Es ist keine Frage von Ideologie, Religion oder Politik. Es ist eine Frage der Menschlichkeit", so Schwester Xiskya, "die Menschen die Nicaragua brauchen jetzt Hilfe. Helft, bevor sie uns alle umbringen."

 

AMERIKA/KOLUMBIEN - Pfarrer Javier Alexis Gil Henao zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt

 

 Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Fernando Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker hat am 17. Mai 2018 Pfarrer Javier Alexis Gil Henao aus dem Klerus der Diözese Garzόn für die kommenden fünf Jahre (2018-2023) zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Kolumbien ernannt.
Der neue Nationaldirektor wurde am 24. Juni 1978 geboren und am 21. Dezember 2002 zum Priester geweiht. Er erwarb eine Lizenz im Fach Missionswissenschaft an der Päpstlichen Universität Urbaniana (2005-2008) und war Vikar und Pfarrer in verschiedenen Pfarreien; Sekretär des Päpstlichen Apostel-Petrus-Werks und der Päpstlichen Missionsvereinigung der Priester (2011-2017); Leiter des Büros für missionarische Öffentlichkeitsarbeit der Kolumbianischen Bischofskonferenz (seit 2017).

 


Die Gewalt in Nicaragua ist bis in die SOS-Kinderdörfer vorgedrungen.

Gewalt in Nicaragua: SOS-Kinderdorf evakuiert

 

(München/sos) - Nach schweren Ausschreitungen in unmittelbarer Umgebung eines SOS-Kinderdorfes in der 71.320-Einwohner-Stadt Juigalpa hat die Hilfsorganisation alle 38 Kinder und alle Mitarbeiter evakuiert. Sie seien in eine sichere Unterkunft gebracht worden, teilte Benito Rivas, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Nicaragua, mit. Die Gewalt habe die Kinder verstört, einige müssten psychologisch betreut werden.

 

"Was in unserem Land passiert, ist eine Tragödie!", so Rivas weiter.

 

 

 

Seit Mitte April wird Nicaragua von schweren Massenprotesten erschüttert. Dabei wurden bereits mehr als 220 Menschen getötet. Erst am Wochenende gab es wieder Tote und Verletzte.

 

 

 

Laut Rivas haben die SOS-Kinderdörfer an allen Projektstandorten im Land Vorsichtsmaßnehmen ergriffen. Zudem habe man im Zusammenschluss mit anderen Hilfsorganisationen einen dringenden Appell unter anderem an den Ombudsmann für Menschenrechte sowie an Kirchenvertreter in Nicaragua geschickt und gefordert, einen Report zur Situation der Kinder zu erstellen und eine Versammlung einzuberufen, um sich gemeinsam für einen besseren Schutz der Kinder einzusetzen.

 

 

 


Christen im Nahen Osten befürchten eine weitere Islamisierungswelle

Islamistisches Gedankengut in Schulfächern in „islamischen“ Ländern

 

 

(Göttingen/gfbv) - Irakische Christen werfen dem Ministerium für Erziehung ihres Landes vor, in den Schulen auch im Fach arabische Sprache islamistisches Gedankengut zu verbreiten. „In den sozialen Medien kursieren Prüfungsblätter für Arabisch, aus denen hervorgeht, dass auch christliche, yezidische und mandäische Schülerinnen und Schüler mit Aufgaben konfrontiert werden, die leicht missverstanden werden und Gewalt gegen Andersgläubige rechtfertigen. So mussten Schüler, die in der vergangenen Woche ihre Prüfungen abgelegt haben, neben vielen Versen aus dem Koran auch einen poetischen Vers grammatikalisch deuten, in dem faktisch die Gewaltideologie des „Islamischen Staates“ (IS) propagiert wird “, berichtete der Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) Kamal Sido am Montag in Göttingen. Der poetische Vers heißt wörtlich: „Lasst sie töten außer die kleinen Kinder und die Alten!“ Auch in den Fächern Geschichte oder Sozialkunde ist islamistisches Gedankengut im Unterrichtsstoff zu finden.

 

„Die gegenwärtige Schulpolitik des Irak, aber auch anderer Länder des Nahen Ostens legt Grundlagen für die fortgesetzte Islamisierung der Bevölkerung. Wenn verhindert wird, dass die Schülerinnen und Schüler kritisch über historische Zusammenhänge, andere Kulturen und Religionen aufgeklärt werden, entwickeln sie auch kaum Toleranz gegenüber Nicht-Muslimen“, kritisierte Sido und forderte: „Themen wie der Völkermord an den christlichen Armeniern, Assyrern/Chaldäern/Aramäern im Osmanischen Reich 1915 oder der Holocaust dürfen auch in den Ländern des Nahen Ostens nicht tabu bleiben.“ Der Massenmord an den europäischen Juden im Dritten Reich werde in islamischen Ländern entweder geleugnet oder sogar gutgeheißen. „Dies hinterlässt auch Spuren bei Migrantinnen und Migranten aus türkischen, arabischen, persischen und selbst kurdischen Gesellschaften, die nach Deutschland und Europa kommen und erst hier mit diesen Themen konfrontiert werden“, warnte Sido.

 

Viele Christen, Yeziden und Angehörige anderer Minderheiten im Nahen Osten würden sich angesichts der Islamisierungstendenzen bereits auf eine Flucht oder Auswanderung vorbereiten, sagte Sido. Nach dem Erstarken des IS 2014 bis Ende 2017 sollen mindestens 15.000 christliche Familien aus dem Irak und Syrien nach Europa, Australien, USA und Kanada ausgewandert sein. Viele Christen sehen für sich keine Zukunft mehr im Nahen Osten, solange der Einfluss des radikalen Islam nicht spürbar begrenzt ist. „Auch wenn der radikale sunnitische Islam, dem die IS-Mitglieder angehören, augenblicklich die größte Gefahr für die religiösen Minderheiten darstellt, ist der schiitische Islam nicht weniger gefährlich für die ethnische und religiöse Vielfalt, wenn er sich radikalisiert und die Oberhand gewinnt“, sagte der Menschenrechtler. Diese Gefahr bestünde vor allem im Irak.

 


Beko Technologies unterstützt Don Bosco in Indien

Foto: Don Bosco Mondo e.V.
Foto: Don Bosco Mondo e.V.


 

(Bonn/Neuss/db) – Seit Herbst 2017 kooperiert die Beko Technologies GmbH mit der Jugendhilfsorganisation Don Bosco Mondo e.V. und deren lokalem Partner in Indien. Mit einer Spende von knapp 18.000 Euro wurde das Don Bosco Navajeevan Rehabilitation Center in Ramanthapur, einem Stadtviertel in Hyderabad, mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Im Rehabilitation Center in der Hauptstadt des südindischen Bundesstaates Telangana erhalten sozial benachteiligte und obdachlose Kinder und Jugendliche neben Unterkunft und Verpflegung eine Schul- oder Berufsausbildung.

 

 

Erfolgsprojekt sichert Energieversorgung und bringt Einsparpotentiale
Von der Energieversorgung durch die Solaranlage profitieren jährlich etwa 120 junge Menschen und 40 Mitarbeitende. Durch die Selbstversorgung mit klimafreundlicher Solarenergie wird die zuverlässige Stromversorgung im Rehabilitation Center gesichert. Gleichzeitig werden die Energiekosten der Einrichtung mindestens halbiert. Der eingesparte Betrag von ca. 6.000 Euro im Jahr fließt in die Bildung und Unterbringung der Kinder und Jugendlichen. Nach Fertigstellung der  Solaranlage haben Norbert Strack und Manfred Lehner, Geschäftsführer der Beko Technologies GmbH, das Rehabilitation Center in Hyderabad besucht.

 

 

Nachhaltigkeit im Fokus
„Das Projekt von Don Bosco Navajeevan hat uns von Anfang an überzeugt, da es mit dem sozialen Engagement und dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen wesentliche Werte von Beko Technologies miteinander vereint. Ein ausschlaggebendes Argument war für uns auch der nachhaltige Ansatz von Don Bosco Mondo und dem lokalen Partner. Die Kinder erhalten nicht nur punktuelle Hilfe, sondern durch die ganzheitliche Ausbildung eine langfristige Perspektive“, sagt Lehner. „Auch die räumliche Nähe zu unserer Niederlassung in Hyderabad sorgte für einen direkten und persönlichen Bezug, der durch unseren Besuch und den Austausch mit den Projektbeteiligten noch einmal intensiviert wurde“, fügt Strack hinzu.

 

 

Professionelles Projektmanagement
Die Realisierung des Projektes durch Don Bosco Mondo und Don Bosco Navajeevan erfolgte nach der Spende von Beko Technologies in weniger als sechs Monaten. Die Geschäftsführung von Beko Technologies war von der schnellen und professionellen Abwicklung durch Don Bosco beeindruckt: „Zu jedem Zeitpunkt des Projektes war für uns volle Transparenz gegeben“, so Strack. Der soziale Grundgedanke ist bei Beko Technologies seit Gründung verankert und fester Bestandteil der Unternehmenskultur und -werte. Mit Don Bosco Mondo soll deshalb eine langfristige und strategische Partnerschaft für die Jugendlichen im Don Bosco Navajeevan Rehabilitation Center aufgebaut werden.

 


UN-Bericht enthält neue Liste der Schande

Mehr getötete und verletzte Kinder in Konflikten

World Vision: Schwere Kinderrechtsverletzungen müssen geahndet werden

 

 

 

(Berlin/wv) - Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision ist sehr alarmiert über den Anstieg massiver Gewalt gegen Kinder in Konflikten und Kriegen. Laut dem Bericht der Vereinten Nationen zu Kindern in bewaffneten Konflikten sind im Vergleich zu 2016 deutlich mehr Kinder getötet oder verstümmelt worden. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mindestens 6000 schwere Kinderrechtsverstöße seitens Regierungstruppen und mehr als 15.000 von anderen bewaffneten Gruppen und Milizen dokumentiert.  

 

 

 

„Wir fordern dringend, dass alle schweren Kinderrechtsverletzungen geahndet werden“, so Ekkehard Forberg, Friedensexperte bei World Vision Deutschland. „Täter müssen benannt, gelistet und zur Rechenschaft gezogen werden. Dabei darf prinzipiell nicht zwischen Regierungstruppen und Milizen oder Rebellenorganisationen unterschieden werden. Gewalt gegen Kinder betrifft alle. Einem Kind ist es egal, von wem es verletzt wird. Sein Leiden ist in jedem Fall unermesslich.“

 

 

 

World Vision begrüßt die aktuelle Veröffentlichung der Länder, in denen schwere Kinderrechtsverstöße festgestellt wurden. Gleichzeitig ermahnt die Organisation die Mitglieder der Vereinten Nationen, sich nicht instrumentalisieren zu lassen. Eine Bewertung von Verstößen muss unparteiisch und auf Basis von Beobachtungen und Beweisen erfolgen. „Es sollte keine politisch motivierte Unterscheidung zwischen den Akteuren geben“, so Forberg. „Die Überwachung und Berichterstattung von Kinderrechtsverletzungen in Konflikten und deren Ahndung muss zudem viel effektiver werden.“

 

 

 

Gewalt gegen Kinder zeigt sich in vielfältiger Weise – besonders in bewaffneten Konflikten. So wurden im Jahr 2017 deutlich mehr Kinder als Kindersoldaten rekrutiert. In der Zentralafrikanischen Republik vervierfachte sich die Zahl dieser schweren Kinderrechtsverletzungen, in der DR Kongo verdoppelte sie sich. In Ländern, in denen Kinder als Soldaten missbraucht werden, wie in Afghanistan, Syrien und Jemen, ist die Gefahr, dass sie getötet und verstümmelt werden, besonders groß. Auch Überfälle auf Schulen und Krankenhäuser halten weiter an. So wurden in der Kasai-Region in der Demokratischen Republik Kongo 515 Angriffe im Jahr 2017 dokumentiert. In vielen Fällen wurde der Zugang zu humanitärer Hilfe nicht gewährt. Mehr als 900 Fälle von Vergewaltigungen wurden von den Vereinten Nationen registriert. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.         

 

 

 

„Es ist jedoch zu beobachten, dass dort, wo bewusst versucht wird, Kinder zu schützen, dies auch gelingen kann“, so Forberg. Beispielsweise hat die sudanesische Regierung eng mit den Vereinten Nationen kooperiert. Ein Aktionsplan wurde entwickelt und implementiert, um Kinder vor der Rekrutierung als Kindersoldaten zu schützen. Darauf basierend soll nun ein Nationaler Plan entworfen werden.

 

 

 

„Kinder müssen vor jeglicher Gewalt geschützt werden“, erläutert Forberg. „Vereinbarungen in Aktionsplänen können dabei helfen und sollten in vielen Ländern angestrebt werden. Es ist erfreulich, dass im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Kindersoldaten demobilisiert wurden. Eine weiterführende Betreuung ist jedoch dringend geboten, um Kindern zu helfen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.“ Bildung und Ausbildung sind ebenfalls wichtig. Entsprechende Programme müssen ausreichend finanziert werden. World Vision fordert daher die Regierungen auf, mehr Mittel für den Schutz von Kindern in Krisen- und Kriegssituationen zur Verfügung zu stellen. 

 

 

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“ (englisch: „It takes a world to end violence against children“), kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht, sorgt für ihre Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie zur Ruhe kommen und zur Schule gehen können und versorgt sie medizinisch und mit Nahrungsmitteln. Mehr Informationen finden Sie unter: www.worldvision.de/jede-kindheit-zaehlt

 


Große Not im Südsudan: action medeor und Don Bosco Mondo leisten Hilfe


 

(Bonn/Tönisvorst/pm) - Nach Jahren des Krieges ist die Situation der Bevölkerung im Südsudan katastrophal: 1,7 Millionen Menschen sind innerhalb ihres Landes auf der Flucht, mussten ihre Häuser und Felder zurücklassen. Hunger und Krankheit sind allgegenwärtig.

 

Um die Versorgung der notleidenden Bevölkerung zu unterstützen, bringt action medeor gemeinsam mit Don Bosco Mondo e.V. aus Bonn eine große Hilfssendung mit einem Wert von über 100.000 Euro an Gesundheitseinrichtungen von Don Bosco auf den Weg. „Die Sendung beinhaltet dringend benötigte Medikamente wie Schmerzmittel und Antibiotika, aber auch Malariamedikamente, Verbandsmaterial und Vitamintabletten“, berichtet Bernd Pastors, Vorstandssprecher von action medeor.

 

Die Lage im Südsudan ist seit Jahren dramatisch – und für Hilfsorganisationen gefährlich. „Viele internationale Hilfsorganisationen haben ihre Mitarbeiter evakuiert, die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern aber sind geblieben. Sie betreiben landesweit vier Gesundheitszentren und Krankenhäuser mit Notaufnahmen und spezieller Versorgung für mangelernährte Kinder, Schwangere, Mütter und Babys“, erläutert Martin J. Wilde, Geschäftsführer von Don Bosco Mondo.

 

Die medizinischen Hilfsgüter werden per Luftfracht in den Südsudan transportiert und dort an die Gesundheitseinrichtungen von Don Bosco in Wau, Gumbo, Maridi und Tonj verteilt, um möglichst viele Menschen mit der Hilfe erreichen zu können. Der Koordinator Humanitäre Hilfe von Don Bosco, Matthias-Sönke Witt, macht sich aktuell in Gumbo und Wau ein Bild von der Lage. „Der Einsatz der Don Bosco Schwestern für die Menschen der Region ist enorm. Aber die medizinischen Vorräte sind fast aufgebraucht, sie stehen vor leeren Regalen. Vor Ort sind die Medikamente entweder überhaupt nicht zu bekommen oder extrem teuer. Die Lieferung aus Deutschland kann also gar nicht schnell genug ankommen.“

 

Don Bosco Mondo und action medeor arbeiten bereits seit Jahrzehnten zusammen, seit 2012 lieferte action medeor aus dem Medikamentenlager in Tönisvorst Hilfsgüter im Wert von 230.000 Euro an Einrichtungen von Don Bosco im Südsudan. Beide Organisationen verbindet eine langjährige und enge Kooperation im Bereich der Not-und Katastrophenhilfe. action medeor richtete zum Beispiel nach dem Erdbeben in Nepal 2015 ein temporäres Medikamentenlager in Räumlichkeiten von Don Bosco in Kathmandu ein, um medizinische Teams und Gesundheitseinrichtungen im Katastrophengebiet zu versorgen. Bei einer stetig zunehmenden Zahl an Not- und Katastrophenfällen ist diese Kooperation eine wichtige Maßnahme, um effizient Hilfe leisten zu können. Bernd Pastors: „action medeor und Don Bosco Mondo ergänzen sich optimal. action medeor hat die Nothilfeerfahrung und Don Bosco vertrauensvolle Partner vor Ort.“

 

 

Über action medeor
Als größtes Medikamentenhilfswerk Europas setzt sich action medeor seit über 50 Jahren für eine nachhaltige und bessere Gesundheitsversorgung der Menschen insbesondere in Entwicklungsländern ein. Hauptsitz des gemeinnützigen Vereins ist das niederrheinische Tönisvorst. Von hier aus wurden bisher rund 10.000 Gesundheitsstationen in 140 Ländern in Afrika, Lateinamerika und Asien mit medizinischer Hilfe versorgt.
Im Not- und Katastrophenfall ist action medeor durch die ständige Bevorratung von Notfallpaketen, sogenannten Emergency Health Kits, sowie 220 verschiedenen Medikamenten und einem umfangreichen Sortiment an medizinischen Materialien und Geräten in der Lage, Hilfssendungen in wenigen Stunden in ein Katastrophengebiet zu schicken. Gemeinsam mit Partnerorganisationen vor Ort sorgt das Medikamenten-Hilfswerk für die bedarfsgerechte Verteilung der Medikamente und die akute medizinische Versorgung der Notleidenden.

 


Brot für die Welt: Wahlen bieten Chance auf Ende der Straflosigkeit

Mexiko braucht Rechtsstaatlichkeit

 

Mexiko * Wahlen * Straflosigkeit * Menschenrechte

 

 

 

(Berlin/bfw) - Am 1. Juli wählt Mexiko einen neuen Präsidenten. Parallel dazu finden Wahlen zum Bundesparlament sowie Bürgermeister- und Gouverneurswahlen statt. Überschattet wird das Superwahljahr von ausufernder Gewalt gegen die Zivilbevölkerung und gegen Wahlkandidaten – 116 Bewerber um öffentliche Ämter sind seit Beginn des Wahlkampfes getötet worden. Über 90 Prozent aller Straftaten bleiben ungesühnt. Konkurrierende Kartelle des organisierten Verbrechens sind tief verquickt mit amtierenden Politikern und Funktionären auf allen Ebenen und haben die staatlichen Institutionen unterwandert. Gewalt, Straflosigkeit und Korruption haben darum das Land fest im Griff. Die Präsidentin von Brot für die Welt hofft, dass die neue Regierung die Strukturen der Unterwanderung zerschlägt und sieht eine Chance, dass sie entschlossen gegen die Straflosigkeit vorgeht. Cornelia Füllkrug-Weitzel hat sich vor kurzem in Mexiko mit Vertreterinnen und Vertretern von Anwalts- und Menschenrechtsorganisationen getroffen und sagt: „Mexiko hat auf dem Papier eine vorbildliche Gesetzgebung, auch beim Schutz von Menschenrechten. Doch leider wird bestehendes Recht nicht angewandt. Die internationale Gemeinschaft fordert seit langem die Einsetzung eines internationalen Begleitmechanismus zur Aufklärung der Straflosigkeit. Wir appellieren an die deutsche Bundesregierung, diese Forderung mit Nachdruck zu unterstützen.“ Mexiko brauche jetzt Reformen hin zu einer unabhängigen Generalsstaatsanwaltschaft.

 

 

 

37.000 Menschen sind in Mexiko als verschwunden registriert, die Dunkelziffer könnte zehnmal so hoch liegen. Die Familien erhalten nicht nur keine Hilfe bei der Suche nach ihren Angehörigen, oft werden sie sogar gewaltsam daran gehindert. International bekannt wurde der Fall der 43 Studenten aus Ayotzinapa im Bundesstaat Guerrero. Ein nationales Gericht hat sich vor kurzem den Vereinten Nationen und dem Interamerikanischen Menschenrechtssystem angeschlossen und die Arbeit der Generalstaatsanwaltschaft zur Aufklärung dieses Falls als ineffektiv und befangen bewertet. In den Ermittlungen wurden Geständnisse unter Folter erzwungen. Füllkrug-Weitzel: „Wir appellieren an die Bundesregierung, ihren Einfluss auch bei den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Mexiko geltend zu machen und auf tiefgreifende rechtsstaatliche Reformen hinzuwirken. Bundesregierung und EU sollten sich mit der Simulation von Rechtsstaatlichkeit nicht zufrieden geben, sondern durch substantielle menschenrechtliche Prüfauflagen ihre Wirtschaftsmacht nutzen, um den Opfern willkürlicher Gewalt in Mexiko beizustehen oder solche Gewalt zu verhindern helfen.“

 

 

 

Allein im Jahr 2017 kamen in Mexiko offiziell knapp 27.000 Menschen durch Gewalt ums Leben, mehr als 200.000 waren es offiziell in den vergangenen 12 Jahren. Die meisten waren Zivilpersonen. Damit weist das nordamerikanische Land eine der höchsten Mordraten der Welt auf. Hinter den Morden stehen organisierte Kartelle, mit ihnen aber auch staatliche Sicherheitskräfte als Komplizen der Gewalt. Nur in seltenen Fällen wird gegen sie ermittelt.

 

 

 

Brot für die Welt fördert in Mexiko mehr als 30 Projektpartner, darunter viele Menschenrechtsorganisationen.

 


Leitungswechsel in christlicher Schmidt-Schule und Paulus-Haus in Jerusalem

Congregatio Jesu verabschiedet sich aus Jerusalem

(Jerusalem/pm) - Nach fast 30 Jahren Engagement im Heiligen Land verabschiedet sich die Congregatio Jesu aus Jerusalem. Dort waren Schwestern aus verschiedenen Ländern an der Schmidt-Schule und im Paulus-Haus tätig. Statt ihrer wird Monsignore Stephan Wahl aus Trier die Leitung des Paulus-Hauses übernehmen.

 

„Die Schwestern der Congregatio Jesu haben über viele Jahrzehnte den Charakter der Schmidt-Schule und des Paulus-Hauses entscheidend gestaltet und geprägt“, sagt DVHL- Generalsekretär Heinz Thiel. „Wir bedauern ihren Fortgang sehr und bedanken uns für all ihr Engagement. Gleichzeitig sind wir froh, dass wir ihr Werk in erfahrene Hände übergeben können.“

 

Monsignore Stephan Wahl aus dem Bistum Trier wird neuer Direktor des Paulus-Hauses. Wahl hat das Land schon früh durch Schüleraustausch und Studium (Ökumenisches Studienjahr) kennengelernt. Bekannt wurde er durch seine Medienarbeit in Rundfunk und Fernsehen, nicht zuletzt als langjähriger Sprecher der Sendung „Das Wort zum Sonntag“ im Ersten. 

 

Die Schmidt-Schule wurde 1886, das Paulus-Haus 1908 vom Deutschen Verein vom Heiligen Lande gegründet. Seit 1989 hatte die Congregatio Jesu die Leitung der beiden Einrichtungen inne. Die Schwestern engagierten sich dabei nicht nur als Lehrerinnen in der Schule sondern auch in vielfältigen Diensten, zum Beispiel als Gastgeberinnen für Pilgergruppen.

 

„Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir als Congregatio Jesu einen Beitrag leisten konnten für die Bildung der palästinensischen Schülerinnen sowie für die vielen Gäste im Paulushaus“, sagt Sr. Elisabeth Kampe CJ, die für Jerusalem zuständige Generalassistentin des Ordens in Rom. Besonders freut sie sich darüber, dass beide Einrichtungen auch in Zukunft in diesem Geist der Friedens, der Versöhnung und der Gerechtigkeit weitergeführt werden.

 

„Auch wenn wir uns nun als Ordensgemeinschaft aus dem Heiligen Land zurückziehen, sind wir doch davon überzeugt, dass die wichtige Arbeit für die Bildung der Mädchen und die Betreuung der Pilger gut weitergeführt wird“, so Sr. Elisabeth Kampe CJ. „Wir werden Schule und Paulus-Haus mit unserem Gebet weiter begleiten.“

 

Monsignore Stephan Wahl freut sehr sich auf die neue Aufgabe, dir vor ihm liegt, besonders auf die Zusammenarbeit mit dem Team des Paulus-Hauses. „Die Tradition und die Lage des Hauses eröffnen viele Perspektiven für eine spannende Zukunft in dieser so facettenreichen, multinationalen Stadt der großen Religionen. Das Paulushaus als eine wichtige christliche Adresse zu bewahren und weiterzuentwickeln ist für mich eine schöne und spannende Herausforderung.“

 

Am 28. Juni, dem Vorabend des Festes Peter und Paul, werden die Schwestern im Paulus-Haus feierlich verabschiedet und Monsignore Wahl herzlich willkommen geheißen.

 

 

Hintergrund:

 

Die Congregatio Jesu wurde 1610 von Mary Ward gegründet. Weltweit gehören dem Orden mehr als 1.500 Schwestern an. Die Mitteleuropäische Provinz der Congregatio Jesu umfasst den deutschsprachigen Raum zwischen Hannover, Meran und Wien sowie Ungarn.

 

 

 

1886 wurde die Schmidt-Schule gegründet. 1890 übernahm der deutsche Lazaristenpater Friedrich Wilhelm Schmidt, nach dem die Schule noch heute benannt ist, die administrative Leitung. Seit 2008 gehört die Schmidt-Schule zum Kreis der weltweit 140 deutschen Auslandsschulen, seit 2015 sogar ausgezeichnet mit dem Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“.

 

 

 

Das im Jahr 1908 eröffnete Pilgerhospiz erhielt 1979 den offiziellen Namen „Paulus-Haus“. Nach einer wechselvollen Geschichte dient es dem DVHL heute wieder als Gästehaus und christlicher Begegnungsstätte. Seine zentrale Lage gegenüber dem Damaskustor und der Altstadt macht das Paulus-Haus zum idealen Aufenthaltsort in Jerusalem.

 


Tschadsee-Region: 500.000 Kindern droht Hungertod

SOS-Kinderdörfer fordern, die Ursachen der Krise langfristig zu bekämpfen

 

(München/sos) - In der Tschadsee-Region bahnt sich erneut eine Hungerkatastrophe an:

 

In den angrenzenden Ländern Nigeria, Niger, Tschad und Kamerun sind rund 500.000 Kinder vom Hungertod bedroht. "Wenn sie nicht rechtzeitig Hilfe erhalten, werden unzählige Kinder verhungern – doch die Weltöffentlichkeit schenkt der Krise kaum Beachtung und eine langfristige Lösung ist nicht in Sicht", sagt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.

 

Nach einem Jahrzehnt des Terrors durch die Boko-Haram-Miliz sind in den Ländern der Tschadsee-Region 2,4 Millionen Menschen auf der Flucht, so die UN, und die Zahl der Hungernden steigt jetzt auf fünf Millionen Menschen. "Der Hunger wird sich in den kommenden Monaten aufgrund der Trockenzeit verschärfen, doch die Krise ist menschengemacht", betont Yassin.

 

"Boko Haram ist längst nicht besiegt: Die Sicherheitslage in der Tschadsee-Region ist weiter prekär. Lebensrettende humanitäre Hilfe für die Menschen ist gefährlich und die Flüchtlinge können nicht in ihre Heimat zurückkehren", sagt SOS-Pressesprecher Yassin.

 

Die SOS-Kinderdörfer weltweit rufen die Regierungen der betroffenen Länder und die Weltgemeinschaft dazu auf, die Ursachen der Flüchtlingskrise durch langfristige Entwicklungsprojekte zu bekämpfen. Drei Viertel der Menschen im Nordosten Nigerias leben unter der Armutsgrenze. "Die Armut und die Benachteiligung der Region sind der Nährboden für Boko Haram."

 

Die SOS-Kinderdörfer leisten in der Grenzregion von Diffa im Niger seit 2015 Nothilfe: SOS-Helfer behandeln mangelernährte Kinder und versorgen Flüchtlingsfamilien mit Lebensmitteln, hinzukommen psychosoziale Betreuung und Unterricht. Das Auswärtige Amt unterstützt das Projekt.

 


Weltflüchtlingstag: 36 Millionen Kinder auf der Flucht

 

(Berlin/sos) - Noch nie in der Nachkriegszeit waren so viele Kinder auf der Flucht.Jeder zweite Flüchtling weltweit ist ein Kind, insgesamt sind das 36 Millionen. Sie ertrinken, sterben an Hunger und Durst, werden Opfer von Menschenhandel, Kidnapping, Vergewaltigung oder Mord: Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni fordern die SOS-Kinderdörfer weltweit deshalb die Regierungen auf, Kinder und Jugendliche auf der Flucht und in der Migration besser zu schützen. "Wir brauchen dringend internationale Vereinbarungen und Maßnahmen, um diese Kinder und Jugendlichen vor Ausbeutung, Missbrauch und Tod zu bewahren", sagt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.

 

53 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder, darunter viele unbegleitet oder von ihren Familien getrennt. "Die leiden am meisten! Sie haben ihre Heimat auf der Suche nach einem besseren, sichereren Leben verlassen, stattdessen sind sie auf der Flucht großen Risiken ausgesetzt", sagt Yassin.

 

Laut UNHCR, dem Hohen Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen, waren Ende des vergangenen Jahres 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Das sind fast drei Millionen mehr als im Jahr zuvor. 53 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder, darunter viele unbegleitet oder von ihren Familien getrennt.

 

Kinder auf der Flucht, vier Beispiele:

 

Griechenland: Die Situation der Flüchtlingskinder in Griechenland ist miserabel: Laut SOS-Kinderdörfer weltweit befinden sich aktuell 22.500 Flüchtlingskinder in Griechenland, das sind 97 Prozent mehr als im Vorjahr. Unter ihnen 3150 unbegleitete Minderjährige. "Viele müssen sich prostituieren, um zu überleben", sagt der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Griechenland, George Protopapas. Die meisten wollen weiter nach Großbritannien oder Deutschland. Da es aber kaum legale Wege gibt, um Landesgrenzen zu überqueren, sind sie auf skrupellose Schleuser und Menschenhändlern angewiesen, die ihnen über die Grenze helfen, nur um sie dann  in die Prostitution zu zwingen.

 

"Es ist unfassbar, dass wir Kinder nicht besser vor diesen Kriminellen schützen!", sagt Protopapas.

 

Kolumbien: Flüchtlingsfamilien aus Venezuela, die vor der Krise in ihrer Heimat ins benachbarte Kolumbien geflohen sind, sind oft lebensbedrohenden Gefahren ausgesetzt. Vor allem Mädchen und Frauen werden häufig Opfer von sexuellen Übergriffen, denen sie ohne Unterkunft schutzlos ausgeliefert sind. "Die Zahl der Missbrauchsfälle steigt rapide an. Zudem sind immer mehr junge Frauen zur Prostitution gezwungen", erklärt die Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien, Angela Maria Rosales.

 

USA: Sie werden deportiert, in Heime gebracht, oder ins Gefängnis

 

gesteckt: "An der Grenze zwischen Mexiko und den USA werden Kinder illegaler Einwanderer gezielt und gewaltsam von ihren Eltern getrennt", sagt Dirk Glas, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Mexiko.

 

"Das ist systematischer Kindsraub! Diese schändliche Praxis kann nicht toleriert werden." Die Hilfsorganisation berichtet, dass Eltern in Gefängnisse gesteckt würden, Kinder kämen in Heime, Pflegefamilien, Migrationszentren, manchmal sogar in Privatgefängnisse, oft hunderte Kilometer von ihren Eltern entfernt.

 

Allein zwischen dem 6. und dem 19. Mai 2018 wurden laut offiziellen Angaben des Ministeriums für Innere Sicherheit 658 Kinder von ihren Eltern getrennt, das sind etwa 50 Kinder pro Tag, darunter auch Babys und Kleinkinder.

 

Bosnien-Herzegowina: Immer mehr Flüchtlinge versuchen, über Bosnien-Herzegowina in die EU einzureisen. Seit Beginn des Jahres wurden 5100 Flüchtlinge in Bosnien-Herzegowina registriert, das sind siebenmal so viele wie im gesamten letzten Jahr. "Wir sind völlig unvorbereitet", sagt Amir Omanovic, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Bosnien-Herzegowina.  "Die Situation ist ein Desaster! Die Camps sind nicht offiziell, niemand fühlt sich verantwortlich, es fehlt an Essen, Unterkünften, sanitären Anlagen und Gesundheitsversorgung. Die Menschen prügeln sich für um Wasser", sagt Amir. Besonders dramatisch sei die Situation für Familien und unbegleitete Kinder. "Sie sind permanentem Stress ausgesetzt. Manche von ihnen sind bereits seit zwei, drei oder vier Jahren auf der Flucht."

 


Diakonie Katastrophenhilfe zum Weltflüchtlingstag

Sichere Rückkehr nach Syrien unmöglich

Syrien * Weltflüchtlingstag (20.6.) * Humanitäre Hilfe * Afghanistan

 

 

(Berlin/dw) - Die Diakonie Katastrophenhilfe warnt vor Diskussionen über eine Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien. „Allein 2017 wurden fast drei Millionen Menschen in Syrien durch die Gewalt neu vertrieben“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni. „Noch immer verlassen täglich Tausende ihre Heimat und kein nationaler oder internationaler Kriegsakteur weiß, wie und wann dieser Krieg überhaupt beendet werden kann. Jetzt darüber zu diskutieren, ob Menschen freiwillig nach Syrien zurückkehren könnten, ist mehr als zynisch.“

 

Immer noch kämen Waffen ins Land, und das Blutvergießen gehe weiter. Das gelte ähnlich für Afghanistan, wo allein seit Jahresbeginn 120.000 Menschen wegen Kämpfen und Anschlägen ihre Heimat verlassen mussten. „Hier werden verfehlte oder fehlende sicherheitspolitische Konzepte der letzten Jahre und Jahrzehnte auf dem Rücken traumatisierter Menschen kompensiert, weil Wahlkampf ist. Das ist dramatisch.“ Sicherheit und würdevolle Lebensumstände seien Grundvoraussetzungen dafür, dass Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückkehren können. Beides sei weder in Syrien noch in Afghanistan gegeben, so Füllkrug-Weitzel.

 

Die Lebensumstände in Syrien sind nach wie vor katastrophal – nicht nur in den noch umkämpften Zonen, wohin kaum humanitäre Hilfe vordringen kann. Sieben von zehn Menschen im Land gelten als extrem arm. Krieg und - in seiner Folge - Inflation haben die Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung sowie die Bildungschancen im ganzen Land massiv eingeschränkt, die Wirtschaft liegt am Boden und Häuser sind vielerorts nur noch Ruinen. 5,3 Millionen Menschen leben in Zelten, anderen Notunterkünften oder auf sehr engem Raum bei Verwandten. „Der Blick muss auf die elendigen alltäglichen Lebensumstände und die Schutzlosigkeit der Menschen in Syrien gerichtet werden und nicht darauf, wer welche Zone besetzt oder ‚befreit‘“, so Füllkrug-Weitzel weiter.

 

„Einfache medizinische Behandlungen und Medikamente sind für viele Menschen inzwischen unerschwinglich. So wird jede Schwangerschaft und jede Blinddarmentzündung zum Risiko. Da ist es lächerlich, Sicherheit für Leib und Leben allein an offenen Kampfhandlungen und Terrorausübung zu bemessen.“ Laut Genfer Flüchtlingskonvention haben Flüchtlinge ein Recht auf Schutz und dürfen nicht in Länder zurück geschickt werden, in denen ihnen Gefahr für Leib und Leben droht. „Diesen verbrieften humanitären Schutz und damit unsere Grundwerte Humanität, Solidarität und Barmherzigkeit für ein Linsengericht im Wahlkampf zu verscherbeln, ist ein irreversibler Fehler und Rückschritt in den zivilisatorischen Errungenschaften, die den Blutströmen zweier Weltkriege folgten“, kritisiert Füllkrug-Weitzel.

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat ihr Hilfsprogramm in Syrien in den vergangenen Monaten deutlich aufgestockt. „Große Sorge bereiten uns indes die etwa 2,3 Millionen Menschen in Gebieten, die gar nicht oder kaum zugänglich sind“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Das Dilemma, dort nicht helfen zu können, wo Menschen die Hilfe am meisten brauchen, erleben wir nicht nur in Syrien, sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt, weil der humanitäre Schutzgedanke von aller Welt untergraben wird.“

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet derzeit in über 40 Ländern weltweit. In mehr als der Hälfte dieser Länder führt sie Hilfsprojekte für Flüchtlinge und Vertriebene durch.

 

 

Spenden:

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

 

Evangelische Bank

 

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

 

BIC: GENODEF1EK1

 

Stichwort: Nothilfe Syrien

 

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

 

 

Caritas international, Freiburg,

 

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe

 

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

 

BIC: BFSWDE33KRL

 

Stichwort: Nothilfe Syrien

 

Online unter: www.caritas-international.de

 


World Vision überreicht Petition mit über 18.000 Unterschriften an Auswärtiges Amt

Mehr Bildung für Kinder auf der Flucht gefordert

Foto: World Vision
Foto: World Vision

 

(Berlin/wv)  – Eine Petition mit über 18.000 Unterschriften hat die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision an den Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen, vor dem Reichstag in Berlin überreicht. Die Unterzeichner fordern, dass die Bundesregierung deutlich mehr für die Bildung von Kindern auf der Flucht tut.

 

Allein vor dem Krieg in Syrien sind über 2,5 Millionen Kinder geflüchtet. Davon sind 740.000 im Schulalter – aber sie können keine Schule besuchen. Diese Situation führt dazu, dass eine „verlorene Generation“ heranwächst, die mangels Qualifikation auch kaum Möglichkeiten hat, Syrien nach dem Krieg wiederaufzubauen. Bildung wirkt zudem psychisch stabilisierend und schützt Kinder in Krisensituationen vor Übergriffen und Missbrauch.

 

Investitionen in die Bildung dieser Kinder sind deshalb auch Investitionen in Nothilfe und Wiederaufbau“, erklärte der Vorsitzende von World Vision Deutschland, Christoph Waffenschmidt. Und weiter: „Zusammen mit über 18.000 Unterzeichnern der Petition fordern wir deshalb, dass zum Beispiel in den Flüchtlingslagern rund um Syrien viel mehr und bessere Bildungsangebote finanziert werden. Das kann und muss auch die Bundesregierung unterstützen.“

 

World Vision hatte im März mit einem Mahnmal aus 740 Teddybären auf dem Berliner Gendarmenmarkt auf die Situation geflüchteter Kinder aufmerksam gemacht. Mit der Petition unter dem Motto „jede Kindheit zählt“ werden die Forderungen von World Vision jetzt auch an die Politik herangetragen.

 

Christoph Waffenschmidt: „Wir werden nicht aufhören, Druck auf die Politik auszuüben. Die Bundesregierung muss innerhalb der humanitären Hilfe deutlich mehr Geld für Bildung ausgeben und erkennen, dass Bildung eine absolut notwendige Maßnahme ist!“

 

World Vision fordert deshalb, dass die Bundesregierung den weltweiten Fonds „Education Cannot Wait“ mit jährlich 50 Millionen Euro unterstützt. Der Wert lag 2017 bei einmalig 17 Millionen Euro. Außerdem soll in den Budgets für humanitäre Hilfe ein Zielwert von 8 Prozent für Bildung festgelegt werden. Bislang gibt es keinen Zielwert.

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“ (englisch: „It takes a world to end violence against children“), kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht. Die Programme unterstützen Bildung, Beteiligung und Kinderschutzmaßnahmen sowie Rehabilitationshilfen und eine Betreuung in Kinderzentren, in denen Mädchen und Jungen während einer Krise zur Ruhe kommen und lernen können. Mehr Informationen finden Sie unter: www.worldvision.de/jede-kindheit-zaehlt

 


Internationales Generalkapitel der Steyler Missionare in Nemi

 

(Sankt Augustin/sm) - Am Samstag, den 17. Juni 2018, beginnt in Nemi bei Rom das vierwöchige Generalkapitel der Steyler Missionare. 151 Teilnehmer aus 46 Ländern, delegierte Ordensmänner aus allen Erdteilen beraten auf diesem Generalkapitel über die Zukunft der Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare, die weltweit mehr als 6000 Mitglieder zählt. Am 22. Juni werden sie von Papst Franziskus empfangen, am 4. Juli wählen sie nach langer Tradition ihren Weltoberen, den Generalsuperior.

 

 

 

Die Gesellschaft des Göttlichen Wortes ist eine Kongregation von Priestern und Brüdern, die im Jahr 1875 vom Hl. Arnold Janssen im niederländischen Steyl, nicht weit von Venlo, gegründet wurde. Sie sind auch allgemein als Steyler Missionare bekannt. Die Mitglieder der Kongregation sind in allen Kontinenten der Welt anwesend und arbeiteten in internationalen Gemeinschaften. Hauptsächlich sind sie in der Seelsorge, der Erziehung, dem Bibelapostolat, der Kommunikation, der Gerechtigkeit, dem Frieden und der Bewahrung der Schöpfung und anderen sozialen Diensten tätig.

 

 

 

Wenn sich die Steyler Missionare zu einer Versammlung treffen, dann kommt die ganze Welt zusammen. Auch an Diversität fehlt es dann nicht, wenn sie von 17. Juni bis 14. Juli 2018 nach Nemi in die Albaner Bergen, nicht weit von Rom und noch näher zum traditionellen Urlaubsort der Päpste, Castel Gandolfo, kommen. 118 Ordensmänner sind stimmberechtigte Vertreter aus mehr als 80 Ländern der Erde, in denen Steyler Missionare leben und wirken. Weitere 14 Ordensmänner nehmen als Beobachter am Kapitel teil, 2 Steyler Missionsschwestern sind ebenso dabei wie zwei Frauen und zwei Männer aus den Laienorganisationen der Steyler Missionare, darunter SVD-Partner aus Deutschland.

 

 

 

Pläne der Erneuerung konsequent umsetzen

 

Aus der deutschen Provinz werden Pater Martin Üffing als Provinzial, Bruder Bernd Ruffing und Pater Peter Claver Narh als gewählter Delegierter am Generalkapitel in Nemi teilnehmen. Neben den intensiven Diskussionen, in denen die Richtung der Ordensarbeit für die nächsten sechs Jahre ausgelotet wird, sind es vor allem die Begegnungen mit Steyler Missionaren aus anderen Ländern und Kontinenten, die das Generalkapitel zu einer Inspirationsquelle für die Teilnehmenden und die Interessierten machen. „Wir spüren das Bedürfnis nach Erneuerung!“, erklärt der gebürtige Indonesier P. Paulus Budi Kleden, der als Generalrat in Rom an der Vorbereitung des Generalkapitels intensiv mitwirkte. Da er beinahe 13 Jahre seines Lebens in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbrachte, spricht er neben mehreren anderen Sprachen ausgezeichnet Deutsch und kennt die Situation in Europa und weltweit. „Wir wollen unsere Träume fokussieren und konkrete Pläne schmieden, die wir dann konsequent umsetzen“, sieht er als großes Ziel der internationalen Versammlung in Nemi. Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung sind Schwerpunktziele des Ordenswirkens. „Wir wollen uns nicht verzetteln,“ erklärt P. Kleden, der viel im Orden und in der Welt unterwegs ist. „Näher bei den Menschen zu sein und eine tiefere Gemeinschaft mit Gott zu leben, hängt zusammen.“ Daher sieht er das bevorstehende Generalkapitel als Frage nach dem spirituellen Fundament des Ordens.

 

 

 

Das Fundament im Blick behalten

 

Alle sechs Jahre halten die Steyler Missionare, nach ihrem lateinischen Ordensnamen „Societas Verbi Divini“ auch SVD genannt, ein Generalkapitel ab. Im Jahr 2000 sei der prophetische Dialog als Mission nach außen im Mittelpunkt gestanden, blickt P. Kleden zurück. Im Jahr 2006 konzentrierte man sich auf die Vision als Dialog nach innen. Beim letzten Generalkapitel 2012 sei man in Form eines Aktionsplans der Frage nachgegangen, wie man Mission und Vision in der Praxis zusammenbringt. Nun stehe es an, nach dem spirituellen Fundament zu fragen. Daher lautet das Thema des Kapitels: „Die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5, 14): Verwurzelt im Wort, seiner Mission verpflichtet.

 

 

 

Wahl des Weltoberen

 

Die inhaltliche Ausrichtung ist ein Aspekt, die Organisation des Ordens ein weiterer Aspekt des Generalkapitels. Am 4. Juli 2018 werden die 118 stimmberechtigen Teilnehmer am Generalkapitel den weltweiten Ordensoberen wählen. Der auf den Philippinen wirkende deutsche Pater Heinz Kulüke leitete in den letzten sechs Jahren den siebtgrößten Männerorden weltweit. Da er seine Arbeit mit unterprivilegierten Menschen auf den Philippinen oder anderswo fortsetzen möchte, wird er sich voraussichtlich nicht der Wiederwahl zum Generalsuperior stellen. Aus welchem Kontinent der neue Generalsuperior kommen wird, bleibt offen. Die Auswahl ist groß, und sie wird durch das Generalkapitel sorgfältig getroffen werden.

 


Krise in Nicaragua: "Panzer in den Straßen, 138 Tote" / SOS-Jugendlicher in den Kopf geschossen

 (München/sos) - Die Gewalt bei den Protesten in Nicaragua eskaliert: Bei den Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Demonstranten, die seit April das Land erschüttern, kam es zu blutigen Zusammenstößen, bereits jetzt sind 138 Menschen gestorben. Ein junger Mann, der in einem SOS-Kinderdorf aufgewachsen ist, wurde durch einen Schuss in den Kopf schwer verletzt und schwebt in Lebensgefahr. Das teilte der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Nicaragua, Benito Rivas, mit.

 

"In den letzten Tagen hat sich die Situation noch zugespitzt. Nahezu täglich kommen neue Opfer hinzu", sagt Rivas. Seinen Angaben zufolge kommt es im ganzen Land immer wieder zu gewalttätigen

 

Auseinandersetzungen, vor allem nachts. "In vielen Straßen stehen Panzer, die die wichtigsten Verkehrsverbindungen blockieren. Viele unserer Mitarbeiter arbeiten von Zuhause aus, weil der Weg in die Arbeit zu gefährlich ist." Seit die Friedensgespräche zwischen den Parteien abgebrochen wurden, befänden sich die Menschen in Angst und Unsicherheit, "sie sind in Schockstarre", sagt Rivas.

 

Auslöser der Krise war die Ankündigung Präsident Daniel Ortegas im April, die Sozialversicherungsbeiträge zu erhöhen und die Renten zu senken. Spontan kam es zu Demonstrationen, die sich in kurzer Zeit zu landesweiten Protesten ausweiteten. Die unzufriedenen Bürger kritisieren die Politik des Präsidenten und fordern Neuwahlen, die Regierung antwortete mit Gewalt.

 

Laut Rivas bereiten sich die SOS-Kinderdörfer auf den nationalen Notfall vor. "Jede Kinderdorf-Familie wurde mit Lebensmittelreserven sowie Trinkwasservorräten für einen Monat versorgt sowie mit wieder aufladbaren Lampen. In allen SOS-Programmen wurden Stromgeneratoren aufgestellt", sagt Rivas. Zudem habe man im Zusammenschluss mit anderen Hilfsorganisationen einen dringenden Appell unter anderem an den Ombudsmann für Menschenrechte sowie an Kirchenvertreter in Nicaragua geschickt und gefordert, einen Report zur Situation der Kinder zu erstellen und eine Versammlung einzuberufen, um sich gemeinsam für einen besseren Schutz der Kinder einzusetzen.

 

Den kommenden Monaten schaut Rivas mit großer Sorge entgegen. Er sagt: "Die Aussichten sind niederschmetternd!"


Menschenverachtende Migrationspolitik: Flüchtlingskinder werden gewaltsam von ihren Eltern getrennt

"Das ist Kindsraub!"

(München/sos) - Sie werden deportiert, in Heime gebracht, oder ins Gefängnis gesteckt: "An der Grenze zwischen Mexiko und den USA werden Kinder illegaler Einwanderer gezielt und gewaltsam von ihren Eltern getrennt", sagt Dirk Glaser, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Mexiko. "Das ist systematischer Kindsraub! Diese schändliche Praxis können wir nicht tolerieren."

 

 Die Hilfsorganisation berichtet, dass Eltern in Gefängnisse gesteckt würden, Kinder kämen in Heime, Pflegefamilien, Migrationszentren, manchmal sogar in Privatgefängnisse, oft hunderte Kilometer von ihren Eltern entfernt. Allein zwischen dem 6. und dem 19. Mai 2018 wurden laut offiziellen Angaben des Ministeriums für Innere Sicherheit 658 Kinder von ihren Eltern getrennt, das sind etwa 50 Kinder pro Tag, darunter auch Babys und Kleinkinder. "Diese Praxis wird ungehindert fortgeführt", sagt Glas. Sie verstoße eindeutig gegen das Amerikanische Einwanderungsgesetz, das besage, dass minderjährige Einwanderer zu keinem Zeitpunkt verhaftet oder in Migrationszentren festgehalten werden dürfen, unabhängig davon, ob sie allein unterwegs sind oder in Begleitung ihrer Eltern reisen.

 

Die aktuelle Entwicklung ist eine Zuspitzung einer Situation, die von den SOS-Kinderdörfern seit Jahren mit Sorge beobachtet wird. Besonders gefährdet seien unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die versuchen in die USA einzureisen. Sie seien nicht nur auf der Flucht besonderer Gefahr ausgesetzt, sondern würden zu großen Zahlen an der US-Grenze festgenommen. Jährlich würden zwischen 13.000 und 14.000 mexikanische Kinder und Jugendliche festgesetzt. "Das muss aufhören!", sagt Glas.

 

Die SOS-Kinderdörfer haben deshalb Ende 2017 ein länderübergreifendes Projekt zum Schutz von Kindern, die sich auf der Flucht befinden, gestartet. Beteiligt sind die SOS-Vereine in Mexiko, Honduras, Nicaragua, El Salvador und Guatemala sowie die NGO IMUMI (Instituto para las Mujeres en la Migración). Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mitfinanziert. Ziel ist es, die Bevölkerung sowie die Behörden verstärkt für die Rechte der minderjährigen Migranten zu sensibilisieren, sowie die Situation der Kinder in den Migrationszentren zu verbessern.

 


Geflügel verbessert Ernährung und sichert Einkommen für kurdische Flüchtlinge Nord-Irak:

Shelter Now errichtet eigenes Büro in Autonomer Region Kurdistan

 

(Minden/sn) - Bessere Versorgung und ein Stück Unabhängigkeit für jesidische Flüchtlingsfamilien im Nord-Irak bringt ein neues Projekt des internationalen christlichen Hilfswerks Shelter Now: 100 Familien freuen sich über die gespendeten Hühner und Gänse – je ein männliches und fünf weibliche Tiere. Eier und Fleisch verbessern die Ernährung der vor der IS-Terrormiliz geflüchteten Menschen; der spätere Verkauf von Jungtieren soll zusätzlich Geld einbringen.

 

 

 

Die jesidischen Kurden, die in inoffiziellen kleinen Camps in und um Suleymaniya leben, unterstützt Shelter Now seit 2015 – zunächst mit Kleidung und Brennstoff für den Winter, später mit Trinkwasserrationen sowie Transporten zur Schule und Lernmaterial. „Ein erster Schritt zur Unabhängigkeit von Nothilfe war dann die Bereitstellung von Wasserfilter-Kanistern“, erinnert sich der deutsche Shelter Now-Direktor Udo Stolte. Die Beschaffung von Geflügel sei ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Flüchtlinge in die Selbständigkeit.

 

 

 

„Wenn die Menschen einst in ihre Heimat zurückkehren, können sie ihre Tiere als Grundstock für einen Neuanfang mitnehmen“, sagt Stolte. Die aus dem ländlich geprägten Sindschar-Gebirge stammenden Jesiden verfügten traditionell über Erfahrungen mit der Viehhaltung. Shelter Now denke darüber nach, den Familien künftig auch Schafe zu übergeben.

 

 

 

Zahlreiche vor dem IS in die Autonome Region Kurdistan im Nord-Irak geflüchtete Jesiden erhalten laut Stolte keine Hilfe von der UNO, weil sie – aus Angst vor Übergriffen von Extremisten - nicht in den großen Camps leben. Seit Jahrhunderten werden sie von Teilen der Bevölkerung in ihrer Heimat als „Ungläubige“ diskriminiert.

 

 

 

Seit 2014 hat Shelter Now nach eigenen Angaben für Projekte zugunsten geflüchteter Jesiden, Christen und Muslime in Kurdistan sowie Nord-Syrien rund 370.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Mittel wurden außer in Suleymaniya unter anderem in Raniya und der Hauptstadt der Autonomen Region, Erbil, eingesetzt. Dort errichtet das Hilfswerk gerade ein eigenes Büro, will aber auch die Zusammenarbeit mit Projektpartnern vor Ort fortsetzen.

 

 

 

Braunschweig, den 13. Juni 2018

 

 

 

Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Von 1983 bis 2016 war es in Pakistan tätig. 1988 begann die Arbeit in Afghanistan, 2014 in der Autonomen Region Kurdistan (Nord-Irak). Der Name der Organisation in Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“. Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.

 

 

 


750 missio-Unterstützerinnen und Unterstützter wandten sich an Vietnams Premierminister

Aachen erleichtert über Freilassung von Nguyen Van Dai

 

(Aachen/missio) - „Wir sind erleichtert, aber die Lage der Menschenrechte in Vietnam bleibt weiterhin kritisch.“ So kommentierte Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen, die Freilassung des zu 15 Jahre Haft verurteilten vietnamesischen Menschenrechtlers Nguyen Van Dai, der heute nach Deutschland ausgeflogen wurde. 750 Unterstützerinnen und Unterstützer von missio hatten sich in den vergangenen Monaten an den Premierminister von Vietnam mit der Bitte um Freilassung des Rechtsanwalts gewandt. missio arbeitete dabei eng mit der Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött und der Organisation Veto! zusammen.

 

„In Vietnam werden vor allem die Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit eingeschränkt. Die Freilassung von Nguyen Van Dai zeigt, dass sich unser Einsatz für die Betroffenen dieser Menschenrechtsverletzungen lohnt. Wir hoffen, dass Politik, Kirche, Gesellschaft und nicht zuletzt die Wirtschaft ihre Verantwortung erkennen, in Gesprächen mit der vietnamesischen Regierung weiter auf eine Verbesserung der Menschenrechtslage in dem asiatischen Land zu drängen“, so Prälat Krämer weiter.

 

Nguyen Van Dai saß seit dem 16. Dezember 2015 in Untersuchungshaft. Vor einigen Wochen wurde er zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er war angeklagt wegen Paragraph 88 des vietnamesischen Strafgesetzbuches „Propaganda gegen den Staat“. Dieser Vorwurf traf auf Nguyen Van Dai nicht zu. Er saß allein wegen seines friedlichen Engagements für Menschenrechte in Haft. Ngyuen Van Dai hatte auch Christen verteidigt.

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.




Gemeinsame Mitteilung von Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe

Rohingya dürfen nicht vergessen werden

 

Rohingya * Monsun * Flüchtlinge * Bangladesch * Myanmar

 

(Berlin/Freiburg/dw) - Fast ein Jahr nach Beginn der brutalen Vertreibung der muslimischen Minderheit nach Bangladesch muss die Not der vertriebenen Rohingya endlich wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Das fordern Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe anlässlich ihrer gemeinsamen Aktion "Die größte Katastrophe ist das Vergessen".

 

„Dass wir aktuell seltener dramatische Bilder aus Bangladesch sehen, bedeutet nicht, dass auch die Not der Menschen verschwunden ist“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Ganz im Gegenteil: Wir befürchten, dass sich die Lage der Rohingya während der Regenzeit über die Sommermonate weiter zuspitzen wird und die provisorischen Hütten der Menschen vielerorts einfach weggespült werden.“

 

„Die Menschen müssen in stabilere und sichere Unterkünfte kommen“, fordert Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes. „Vor allem, weil niemand weiß, wie die Zukunft der Rohingya aussieht und wie lange sie noch in dem Flüchtlingscamp ausharren müssen.“ Die Rohingya gelten als Staatenlose, die sich auch in Bangladesch nicht dauerhaft niederlassen sollen. „Ihr unklarer rechtlicher Status darf aber nicht dazu führen, dass sie zum Spielball zwischen Bangladesch und Myanmar werden“, kritisiert Cornelia Füllkrug-Weitzel. Ein Abkommen zur Rückkehr der Rohingya zwischen den Staaten wurde zwar vereinbart, zur Umsetzung ist es bislang jedoch nicht gekommen. Die Flüchtlinge selbst haben Angst und verlangen Garantien sowie Bürgerrechte, bevor sie den Schritt zurück nach Myanmar wagen. „Die Weltgemeinschaft muss ihre diplomatischen Bemühungen deutlich intensivieren, damit den Menschen nachhaltig geholfen werden kann“, fordern Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe.

 

Ende August des vergangenen Jahres begann die massenhafte Vertreibung der Rohingya aus Myanmar. Ganze Dörfer wurden niedergebrannt. Viele Rohingya erzählen von brutalen Massentötungen und Vergewaltigungen. Etwa 700.000 Menschen der ethnischen Minderheit sind in kürzester Zeit nach Bangladesch geflohen. Dort leben die meisten von ihnen im Flüchtlingscamp Kutupalong nahe der Stadt Cox’s Bazar. Hilfe benötigt auch Bangladesch, eines der ärmsten Länder der Welt. Auch die Bewohner und Bewohnerinnen der Umgebung des riesigen Flüchtlingscamps stehen durch Preissteigerungen und die völlig überlastete Infrastruktur vor riesigen Problemen.

 

Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe sind mit ihren lokalen Partnerorganisationen in dem Flüchtlingscamp in Bangladesch aktiv und unterstützen die Menschen unter anderem mit Lebensmitteln, Brennstoff und Kochgeschirr. Um die hygienische Situation und die Versorgung mit sauberem Wasser in dem Camp zu verbessern, bauen die Hilfsorganisationen Latrinen mit Abwassertanks und bohren Tiefbrunnen. Caritas Bangladesch hat gemäß Regierungsvorgaben und in Kooperation mit dem UN Flüchtlingshilfswerk bereits 2.260 Übergangsunterkünfte gebaut, weitere 2.300 sind geplant. Bisher konnten 400.000 Menschen mit den verschiedenen Hilfen der beiden kirchlichen Werke erreicht werden.

 

Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe weisen mit der Aktion "Die größte Katastrophe ist das Vergessen" jedes Jahr auf humanitäre Katastrophen hin, die von der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen werden.

 

 

Weitere Informationen:

 

http://www.caritas-international.de/vergessene-katastrophen

 

www.diakonie-katastrophenhilfe.de/vergessene-katastrophen

 

  

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

 

Evangelische Bank

 

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

 

BIC: GENODEF1EK1

 

Stichwort: Rohingya

 

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

 

Caritas international, Freiburg

 

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe

 

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

 

BIC: BFSWDE33KRL

 

Stichwort: Vergessene Krisen: Rohingya

 

Online unter: www.caritas-international.de

 


(SL) (Fides 28/05/2018).

 

LINK
Ansprache von Erzbischof Dal Toso im Wortlaut (Italienisch) -> http://www.fides.org/it/attachments/view/file/Il_vero_senso_della_missione.docx

 


China belegt tibetische Mönche nach Studium in Indien mit Lehrverbot / Schulkindern wird religiöse Betätigung untersagt

 

(Berlin/tb) - Einem Bericht offizieller chinesischer Medien zufolge verbieten die Behörden der osttibetischen Region Lithang Mönchen, die sich zu Buddhismusstudien in Indien aufgehalten haben, die Lehrtätigkeit. Mönche, die dort „falsch ausgebildet“ worden seien, dürften nicht unterrichten. Das auf Englisch erscheinende KP-Propagandablatt „Global Times“ zitiert den einflussreichen Funktionär Zhu Weiqun mit den Worten, dass es notwendig sei, die Kontrolle zu verschärfen, da Mönche, die ihre Ausbildung von der sogenannten „Dalai Lama Clique“ erhalten hätten, „separatistische Aktivitäten“ entfalten könnten. Nur Mönche, die einen „chinesischen“ Geshe-Abschluss – den höchsten buddhistischen Ausbildungsgrad – erworben hätten, dürften eine Lehrtätigkeit ausüben. Weiqun ist Vorsitzender des „Komitees für ethnische und Religionsangelegenheiten“ der „Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes“ und seit Jahren maßgeblich an der Formulierung von Pekings Politik gegenüber Tibet und dem tibetischen Buddhismus beteiligt.

 

Einem Bericht von „Radio Free Asia“ zufolge mussten bislang mindestens zwei in Indien ausgebildete Geshe-Mönche des Klosters Lithang verlassen. Tibetischen Quellen zufolge beschränkt sich die Ausgrenzung von Mönchen, die in Indien studiert haben, jedoch nicht auf die Region Lithang. Auch in den bedeutenden Klöstern Labrang, Sera, Drepung und Ganden verfolgten die chinesischen Behörden eine ähnliche Politik. Dies ungeachtet der Tatsache, dass diese Mönche wegen ihrer für wertvoll erachteten Ausbildung in Indien innerhalb des tibetischen Buddhismus besondere Wertschätzung genießen.

 

Unterdessen wurde bekannt, dass die chinesischen Behörden in der sogenannten Autonomen Region Tibet (TAR) Schulkindern während des für Buddhisten heiligen Monats Saga Dawa, der am 16. Mai begonnen hat, jegliche religiöse Betätigung untersagt haben. Im zentraltibetischen Chamdo zirkuliert eine entsprechende Anweisung, die von der International Campaign for Tibet (ICT) ins Englische übertragen wurde. Dieser zufolge sollten Kinder nicht in Klöster oder zu religiösen Veranstaltungen mitgenommen werden. Auch die Eltern sollten solche Besuche meiden. Versehen ist das Ganze mit dem Hinweis, dass die Behörden ein genaues Auge darauf haben würden. Eine Anweisung mit ähnlichem Inhalt war im vergangenen Jahr in der Jebumgang Mittelschule in Lhasa ausgegeben worden.

 

Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet sind die beiden Vorgänge beispielhaft für die systematische Unterminierung der Institutionen des tibetischen Buddhismus und der Religionsfreiheit tibetischer Buddhisten insgesamt. ICT-Geschäftsführer Kai Müller äußerte die Befürchtung, dass dieser Missbrauch der Religion durch die Politik noch ausgeweitet werden könnte und verwies in diesem Zusammenhang auf das im vergangenen Monat veröffentlichte Weißbuch mit dem nur als zynisch zu bezeichnenden Titel „Chinas Politik und Praxis der Verteidigung der Religionsfreiheit“.

Weitere Einzelheiten – einschließlich der englischen Übersetzung der behördlichen Anweisung – entnehmen Sie bitte dem Bericht „Monks who studied in India banned from teaching in Tibet: new ruling bans schoolchildren from religious activity“


Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ hilft Kindern im Südsudan mit 70.300 Euro

Lebensmittel für 5.600 Mädchen und Jungen

(Aachen/kmw) - Mit einem Nothilfepaket in Höhe von 70.300 Euro unterstützt das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ über 5.600 Mädchen und Jungen und ihre Familien im Südsudan. In der Region Agok und Twic County, im zentralen Norden des Südsudans, verschärft sich aktuell die ohnehin schon prekäre Ernährungssituation weiter. Für rund 1.000 Haushalte sollen Nahrungsmittel für zwei Monate bereitgestellt und die Schulspeisung von 620 Mädchen und Jungen für sechs Monate gesichert werden.

 

Die Mehrheit der Bevölkerung in der Region kann sich wegen ausbleibender Ernten und aufgebrauchter Vorräte nicht mehr ausreichend ernähren. Neben der schlechten Verfügbarkeit der Nahrungsmittel treibt die hohe Inflationsrate die Preise auf den Märkten in die Höhe. Während das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen aktuell die Schulspeisung für Kinder in den Grundschulen noch anbietet, können die Sekundarschüler nicht mehr versorgt werden. Genau hier setzt die Hilfe des Kindermissonswerks an. Insgesamt 39.900 kg Sorghum, 8.350 kg Bohnen, 1.240 Liter Öl und 400 kg Salz sollen von der Nothilfe aus Deutschland besorgt werden. Die Trägerschaft übernimmt die „Bischof Gassis-Stiftung“, ein langjähriger Projektpartner mit Sitz in Nairobi, den Mitteleinsatz vor Ort betreuen der Entwicklungskoordinator im Verband mit der Schulbeauftragten der Kirche.

 

Schon 2017 unterstützte das Hilfswerk an der Seite der Sternsinger die Arbeit der Stiftung mit über 483.000 Euro.

 

Eskalation der Gewalt seit 2013

 

Der Südsudan als jüngster Staat der Erde erlangte am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit. Bereits kurz zuvor waren in der wegen ihrer Erdölvorkommen umstrittenen Grenzregion schwere Kämpfe zwischen Streitkräften der Regierung in Khartoum und der südsudanesischen Befreiungsarmee (SPLA) ausgebrochen, in deren Folge es zu massiven Flüchtlingsbewegungen kam. Hinzu kommen die Kämpfe um das Gebiet der Nuba Mountains, zwischen Anhängern der sudanesischen Volksbefreiungsarmee Nord (SPLAM-N) und der Regierung des Nordens.

 

Seit 2013 erleben auch die Menschen in beinah allen Teilen des Südsudans wieder eine Eskalation der Gewalt, begründet durch innenpolitische Machtkämpfe. Felder konnten aufgrund der prekären Sicherheitslage nicht mehr bestellt werden, mehr als ein Drittel der Bevölkerung, wurde aus ihren Häusern vertrieben. Die Lebensmittelpreise sind seit Beginn der Unruhen dramatisch angestiegen. Laut Angaben der Vereinten Nationen im Januar 2018 litten 5,3 Mio. Menschen (48% der Bevölkerung), unter Nahrungsmittelknappheit, 40% mehr als letztes Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Für Juli 2018 werden es knapp 7 Mio. Menschen (über 63% der Bevölkerung) sein.

 

 

 

Die Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden:

 

Pax-Bank eG

 

Stichwort: Südsudan

 

IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31

 

BIC: GENODED1PAX

 

Zum Tag der Familie ruft ora Kinderhilfe zur Stärkung von Familien auf

Foto: ora kinderhilfe international e. V.
Foto: ora kinderhilfe international e. V.

 

 

(Berlin/ora) - Heute ist der Internationale Tag der Familie. Der 1993 von der UN ins Leben gerufene Tag folgt damit in diesem Jahr unmittelbar auf den Muttertag. Der Internationale Tag der Familie verfolgt das Ziel, die Bedeutung der familiären Gemeinschaft politisch und gesellschaftlich zu bekräftigen.

 

Dem schließt sich die christliche Entwicklungshilfeorganisation „ora Kinderhilfe international e.V.“ an und ruft dazu auf, den Schutzraum Familie zu stärken. „Wie immer sich eine Familie zusammensetzt, sie vermittelt Kindern wichtige Grundbausteine des sozialen Miteinanders“, macht Jochen Hackstein, Vorstand der ora Kinderhilfe deutlich. Werte und Normen werden durch eine Familie an die nachkommende Generation weitergegeben. Darüber hinaus werden Kinder im Schutzraum Familie auch emotional dafür ausgestattet, das Leben zu meistern und Herausforderungen angemessen zu begegnen. „Das ist durch nichts zu ersetzen“, betont Hackstein.

ora Kinderhilfe fordert anlässlich des Internationalen Tages der Familie, die Politik dazu auf, sich für den Schutzraum Familie stark zu machen. Das Hilfswerk, das in zehn Ländern auf der Welt tätig ist, arbeitet an Orten, an denen familiäre Gemeinschaften bedroht sind. „Jeden Tag sehen wir durch unsere Arbeit, welche negativen Auswirkungen es hat, wenn Familien nicht unter einem besonderen Schutz stehen, so wie das in Deutschland der Fall ist“, erklärt Hackstein. Mangelnde Ressourcen, unzureichende Infrastruktur, Hunger und Krankheiten sind Faktoren, die Familien bedrohen und das gesunde Aufwachsen von Kindern behindern. Anstatt Familie als Keimzelle für ein sicheres und geborgenes Großwerden zu erfahren, erleben Kinder bereits in diesem frühen Stadium ihres Lebens, dass das Vorhandene nicht zum Auskommen reicht. An dieser Stelle, so die Aufforderung von ora Kinderhilfe, ist die Politik gefragt. Die Infrastruktur im ländlichen Raum zu optimieren, die Ernährungssituation besonders in Ostafrika zu verbessern sowie Bildungsangebote für Jungen und Mädchen gleichermaßen zur Verfügung zu stellen, sind die Anliegen des Hilfswerks. „All das wird besser möglich, wenn die jeweiligen Regierungen auch ihren Beitrag dazu leisten und dem Schutz der Familie eine besondere Bedeutung innerhalb der Gesellschaft zukommt“, ist ora Kinderhilfe überzeugt.
 

 

ora Kinderhilfe international e.V. ist seit 1981 weltweit für Menschen in Not im Einsatz. Derzeit betreut das christliche Kinderhilfswerk Kinder und Familien in zehn Ländern auf vier Kontinenten. Es hat drei Arbeitsschwerpunkte: Patenschaften für Kinder, Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe. Um helfen zu können, ist ora Kinderhilfe auf Spenden angewiesen.

 


Deutschland braucht ein Rüstungsexportgesetz

Mexiko braucht keine Waffen, sondern funktionierende Rechtsstaatlichkeit

 

Mexiko * Verschwindenlassen * Waffenexporte * Handelsabkommen * Expertengespräch

 

 

 

(Berlin/bfw) - Anlässlich der morgen in Stuttgart beginnenden Strafverfahren gegen Mitarbeitende des schwäbischen Rüstungskonzerns Heckler & Koch weist Brot für die Welt auf die verheerende Menschenrechtssituation in Mexiko hin. „Gerade der Fall der 43 verschwundenen Studenten von Ayotzinapa zeigt symptomatisch die Verwicklung der Bundes-, Landespolizei und des Militärs in das gegenwärtig massenhafte gewaltsame Verschwindenlassen und die Ermordung von über 200.000 Menschen in Mexiko“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. Es sei daher völlig unverständlich, wie Exportgenehmigungen für G36 Gewehre durch die Bundesregierung für Mexiko erteilt werden konnten. „Wie realitätsfern und selbstbetrügerisch es ist, die Ausfuhrgenehmigung auf bestimmte, vermeintlich ruhigere Bundesstaaten Mexikos zu begrenzen, zeigt sich hier exemplarisch: die Waffen wurden mutmaßlich gegen friedliche Studenten in einem der unruhigsten Bundesstaaten eingesetzt, für den weder eine Ausfuhrgenehmigung beantragt, noch erteilt wurde. Wenn es der Bundesregierung und dem Bundestag ernst damit ist, keine Waffen in Krisengebiete und Gebiete mit gravierenden Menschenrechts-verletzungen zu exportieren, dann muss sie dringend ein Rüstungsexportgesetz auf den Weg bringen.“

 

 

 

Eine hochrangige Delegation von Brot für die Welt, die Füllkrug-Weitzel leitete, hat die letzten zehn Tage Mexiko besucht, um die Menschenrechtssituation zu bewerten. Die Delegation bereiste die Bundestaaten Guererro und Veracruz und sprach mit Angehörigen der 43 verschwundenen und zwei ermordeten Studenten in Ayotzinapa, gegen die die G36 Sturmgewehre von Heckler & Koch zum Einsatz gekommen sind. Die Menschenrechtssituation ist seit Jahren zunehmend verheerend: Der enormen Zahl an Fällen gewaltsamen Verschwindenlassens stehen Untätigkeit und Unwille der Behörden gegenüber, die Opfer wirklich zu suchen oder gegen Täter zu ermitteln. Das gilt auch für den Fall Ayotzinapa, über den die Behörden ständig neue und einander widersprechende Theorien verbreiten, während die Aussagen und Empfehlungen neutraler internationaler Ermittler verworfen und die Ermittler des Landes verwiesen werden.

 

 

 

Die Massengräber in Veracruz wurden nur dank des Einsatzes von Familienkomitees gefunden – gegen das offizielle Abstreiten der Behörden. Die Gewalt in Guerrero hat in den letzten Jahren weiter zugenommen, trotz einer massiven Militarisierung des Bundesstaates. Bergbaukonzerne haben Schürfrechte in Gebieten, die von der Mafia kontrolliert werden. Nach offiziellen Zahlen gibt es ca. 35.000 registrierte Verschwundene. Man geht aufgrund der Knochenfunde aber davon aus, dass dies nur ca. 10 bis 25 Prozent sind. Viele Angehörige melden das Verschwinden aus Angst vor weiteren Übergriffen und Stigmatisierung nicht. „Wer das Verschwindenlassen seiner Angehörigen öffentlich macht, riskiert, dass weitere Angehörige verschwinden oder ermordet werden. Speziell das Verschwinden junger Frauen wird auch deshalb häufig nicht angezeigt, weil viele Angehörige Angst haben, ihre Töchter könnten in einem negativen Licht erscheinen“, sagt Füllkrug-Weitzel.

 

 

 

Gleichzeitig sind laut offiziellen Regierungsstatistiken allein im letzten Jahr 26.000 Menschen ermordet worden. 200.000 waren es in den letzten zwölf Jahren. Unter den Opfern sind männliche und weibliche politische Aktivisten, Menschenrechtsverteidiger, Journalisten, Kommunalpolitiker, Studierende, Migranten und Priester. Trotz existierender Gesetze gegen das Verschwindenlassen und zum Schutz der Opfer, sind die mexikanischen Institutionen nicht in der Lage oder nicht willens, die Gesetze umzusetzen. Immer wieder wurde der Delegation vor Ort von einem Zusammenspiel zwischen den Sicherheitsbehörden, der Armee und dem organisierten Verbrechen berichtet. „Mexiko braucht keine Waffenlieferungen, sondern Rechtsstaatlichkeit und funktionierende Institutionen, die Gesetze nachhalten und wirksame Mechanismen, um Menschenrechtsschutz zu gewährleisten“, sagt die Präsidentin von Brot für die Welt heute in Berlin. „Daran muss auch der Bundesregierung und der EU gelegen sein, die noch in diesem Jahr das EU-Handelsabkommen mit Mexiko zum Abschluss bringen möchte.“

 

 

 

Angesichts der bevorstehenden Wahl Anfang Juli in Mexiko besteht die Gefahr, dass die mexikanische Regierung den Fall in Ayotzinapa um jeden Preis abschließen möchte, ohne dass die Wahrheit ans Licht kommt und den Opfern Gerechtigkeit widerfährt. Besorgniserregend ist in diesem Zusammenhang auch, dass kritische Stimmen, wie die des Vertreters des UN Hochkomissariats für Menschenrechte Jan Jarab, von der mexikanischen Regierung deutlich angegangen werden. Eine internationale Unterstützung bei der Aufklärung von Verbrechen und Korruption ist dringend nötig.

 

 

 

Den Beitrag zu diesem Thema von Cornelia Füllkrug-Weitzel finden Sie hier:

 

https://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/trauriger-muttertag-mexiko

 


Nach den Terroranschlägen gegen Christen: Indonesien soll sich zu seinen religiösen Minderheiten bekennen

 

(Göttingen/gfbv) - Nach den Terroranschlägen auf Kirchen in Indonesien hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ein klareres Bekenntnis des größten muslimischen Staates zu seinen religiösen Minderheiten gefordert. „Wer Christen wirksam vor neuer Gewalt schützen will, muss ganz deutlich zeigen, dass sie ihren Glauben frei ausüben dürfen - genauso wie auch Ahmadiyyah, Bahai'i und Hindu“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Montag in Göttingen. „Indonesien muss stärker betonen, ein säkularer Staat zu sein, in dem alle Gläubigen ihre Religion ohne Anfeindung praktizieren können.“

 

Der Menschenrechtler kritisierte, dass sich der Islam in dem früher wegen seiner religiösen Toleranz gerühmten Land immer mehr radikalisiere. „Zwar gehen die Sicherheitskräfte gegen islamistische Gewalttäter vor, doch zugleich schreitet die Islamisierung des öffentlichen Lebens weiter fort und der Spielraum religiöser Minderheiten nimmt immer mehr ab", berichtete Delius. So werden Kirchen willkürlich auf Anordnung lokaler Behörden geschlossen und Christen müssen in öffentlichen Ämtern mit Anfeindung und Ausgrenzung rechnen.

 

Die von radikalen Islamisten betriebene Inszenierung der Verurteilung des ehemaligen christlichen Gouverneurs Ahok habe deutlich gemacht, wie groß ihr Einfluss in Indonesien geworden sei, sagte Delius. Ahok war nach einem spektakulären mehrmonatigen Gerichtsprozess, den radikale Islamisten initiiert hatten, im Mai 2017 zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen Blasphemie verurteilt worden. Die Haftstrafe wurde jüngst in der Berufungsinstanz vom Gericht bestätigt.  

 

„Es genügt nicht, nur den Schutz vor christlichen Einrichtungen zu verstärken", sagte Delius. „Indonesien braucht eine breite öffentliche Diskussion über die Rolle und die Rechte von Minderheiten, um eine weitere Verstärkung des Einflusses radikaler Muslime bei den im Jahr 2019 anstehenden Parlamentswahlen zu verhindern."

 


Neues Sicherheitskonzept entwickeln! UN-Friedensmission ist überfordert

Zentralafrikanischen Republik: Gewalt eskaliert Mindestens 16 Tote bei Angriffen auf Kirche und Moschee

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat einen wirksameren Schutz der Zivilbevölkerung vor der erneut eskalierenden Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik gefordert. „Die UN-Friedensmission Minusca scheint selbst in der Hauptstadt Bangui mit der Sicherung des Friedens überfordert zu sein. Dringend muss ein neues Sicherheitskonzept entwickelt werden, um ein Abgleiten des Landes in einen neuen Bürgerkrieg zu verhindern“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen.

 

Am 1. Mai starben mindestens 16 Menschen und 99 Personen wurden verletzt, als nach Schusswechseln zwischen Bereitschaftspolizisten und einer Miliz Kämpfer dieser Rebellengruppe die katholische Kirche Notre-Dame von Fatima in Bangui angriffen. In der vollbesetzten Kirche hielten sich mehrere hundert Gläubige auf, um in einer Messe des heiligen Sankt Josephs zu gedenken. Bei dem Überfall wurden zahlreiche Gläubige und der katholische Priester Albert Tonugoumalé-Baba getötet. Aufgebrachte Gläubige zogen daraufhin mit dem Leichnam des Geistlichen zum Palast des Staatspräsidenten. Auf dem Weg dorthin zündeten sie eine Moschee nieder, in der zwei Muslime bei lebendigem Leib verbrannten. Der Demonstrationszug wurde später von Sicherheitskräften aufgelöst.

 

„Wieder einmal eskaliert die Gewalt zwischen Christen und Muslimen in der Zentralafrikanischen Republik, obwohl dem Konflikt nicht primär religiöse Spannungen zugrunde liegen. Doch Milizen mobilisieren entlang der Konfessionen, um sich als christliche oder muslimische Kämpfer auszugeben. So wird im Kampf um die Macht und den Zugang zu lukrativen Diamanten-Minen Religion von allen Seiten missbraucht“, kritisierte Delius.

 

Führende katholische Geistliche und muslimische Imame setzen sich seit Jahren gemeinsam für Frieden und Verständigung zwischen den Religionsgemeinschaften ein und wehren sich gegen den Eindruck, dass der seit dem Jahr 2013 eskalierenden Gewalt ein Glaubenskrieg zugrunde liegt. Der am Montag getötete christliche Geistliche hatte sich sehr für ein besseres Zusammenleben mit Muslimen eingesetzt. Der Pfarrer hatte sich für einen Nicht-Angriffspakt engagiert, der Muslimen im Nachbarviertel Ruhe und Frieden garantierte, solange sie ihre Toten bestatteten.  

 


Diakonie Katastrophenhilfe hilft weiterhin in Kolumbien

Kolumbien: Gewalt statt Frieden

 

Kolumbien * Humanitäre Hilfe * Friedensvertrag * Vertreibungen * EU

 

(Berlin/dw) - Trotz der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen der FARC und der kolumbianischen Regierung vor etwa eineinhalb Jahren bleibt die humanitäre Situation in vielen Teilen des Landes angespannt. Vor allem in der Pazifikregion im Westen kommt es weiterhin zu Gewalt und Vertreibungen. „Fast jeden Tag müssen Menschen in Kolumbien vor Gewalt fliehen und ihre Heimat verlassen“, sagt Martin Keßler. Der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe ergänzt mit Blick auf die Menschen, die während des Bürgerkriegs vertrieben wurden: „Viele Menschen trauen sich noch nicht, in ihre Heimat zurückkehren und leben weiterhin ohne sicheren Zugang zu sauberem Wasser oder Nahrung.“ Daher sei es unverzichtbar, dass humanitäre Organisationen im Land bleiben, um die Menschen jetzt nicht alleine zu lassen.

 

 

 

Die Zahl der von Gewalt betroffenen Menschen ist trotz des Friedensschlusses wieder deutlich gestiegen. Bewaffnete nicht-staatliche Akteure versuchen, ein von der FARC hinterlassenes soziales und politisches Vakuum zu füllen. Diese Akteure kämpfen gegen staatliche Sicherheitskräfte oder bekämpfen sich untereinander. Dabei geht es vor allem um die Kontrolle der legalen und illegalen Wirtschaft wie den Drogenschmuggel. Diese neu aufflammenden Kämpfe und gezielte Tötungen zwingen die Menschen immer wieder dazu, ihren gesamten Besitz zurückzulassen und zu fliehen. Allein zwischen 2015 und 2017 sind eine halbe Million Menschen vertrieben worden.

 

 

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat im Sommer vergangenen Jahres ein Hilfsprojekt gestartet, um flexibel auf neue humanitäre Notlagen und Vertreibungen reagieren zu können. Dazu sind landesweit mobile Teams im Einsatz, um den Menschen in ihrer Not schnell zur Seite zu stehen. Mitarbeiter der lokalen Partnerorganisation verteilen beispielsweise Nahrungsmittel, Wasserfilter und Hygieneartikel an vertriebene Familien. „In Kolumbien ist es sehr schwer abzusehen, wo die Gewalt hochkocht und Menschen in die Flucht gezwungen werden“, erklärt Keßler die Hilfe über mobile Einsatzteams.

 

 

 

Eine weitere wichtige Aufgabe ist psychologische Unterstützung für die teilweise schwer traumatisierten Menschen. „Unsere Partner helfen den Menschen dabei, ihre schweren seelischen Verletzungen aufzuarbeiten, die sie auf der Flucht oder aufgrund sexueller Gewalt erlitten haben“, sagt Keßler. Das Projekt wird in Kooperation mit der Norwegischen Flüchtlingshilfe (Norwegian Refugee Council - NRC) und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union (ECHO) umgesetzt.

 

 

 

Trotz der wachsenden humanitären Herausforderungen ziehen sich immer mehr Geldgeber aus Kolumbien zurück. Auch das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) reduziert sein Personal: „In Zukunft wird es schwieriger, verlässliche Daten zu intern Vertriebenen, Toten und Verletzten zu bekommen. Diese Zahlen sind jedoch wichtig, um zielgerichtet humanitäre Hilfe leisten zu können“, sagt Keßler. Eine weitere Herausforderung für das Land sei die Versorgung hunderttausender Flüchtlinge aus Venezuela, die aufgrund der Wirtschafts- und Versorgungskrise in ihrem Land nach Kolumbien fliehen.

 

 

 

Der Bürgerkrieg in Kolumbien dauerte 50 Jahre und kostete über 220.000 Menschen das Leben. Mehr als sieben Millionen Menschen wurden im eigenen Land vertrieben. Im Herbst 2016 unterzeichnete die kolumbianische Regierung ein Friedensabkommen mit der FARC-Guerilla.

 

 

 


Fish Dependence Day 2018 am 4. Mai

Ende der Überfischung der Meere nicht in Sicht

 

Fisch * Überfischung * Hunger * Mangelernährung * Kleinfischer * EU

 

 

 

(Berlin/bfw) - Noch immer gehen wir nicht verantwortungsvoll mit dem Leben in den Meeren sowie mit denen, die von ihnen leben, um. Durch Überfischung sind auch 2018 noch viele unserer europäischen Fischbestände nicht so ergiebig, wie sie sein könnten. Zu viele Fische landen als unerwünschter Beifang im Netz und gehen ungenutzt – und tot – wieder über Bord. Bis zum 4. Mai sind deutsche Fischereierzeugnisse aus Nord- und Ostsee sowie aus Aquakultur für dieses Jahr aufgebraucht. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Fish Dependence Day fünf Tage später. Von einer Trendwende kann jedoch keine Rede sein. Slow Food Deutschland, Brot für die Welt, die Deutsche Umwelthilfe und Fair Oceans rufen am Fish Dependence Day Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, die Überfischung zu stoppen und der Verschwendung von Fischressourcen einen Riegel vorzuschieben.

 

 

 

Jeder Bissen Fisch, der ab dem 4. Mai 2018 in Deutschland verzehrt wird, wird rechnerisch nur noch von Importen ermöglicht. Ermittelt wird dieser Stichtag jährlich von der britischen New Economics Foundation. „Am Fish Dependence Day rufen wir zur Schonung der überfischten Bestände auf“, sagt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. „Dazu müssen die EU-Fischereiminister ihrer Verpflichtung nachkommen, der Überfischung bis 2020 ein Ende zu setzen.  Um das 2020-Ziel zu erreichen, braucht es entschlossenere Anstrengungen, da für etwa ein Drittel der Bestände die Gesamtfangmengen noch immer oberhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen liegen. Wir fordern die zuständigen EU-Entscheidungsträger und Bundesagrarministerin Julia Klöckner auf, dieser Verantwortung nachzukommen. Nur mit gesunden Beständen bleiben traditionelle Fischereien und damit auch Fischereitraditionen und -kulturen erhalten.“

 

 

 

Francisco Marí, Referent für Agrarhandel und Fischerei bei Brot für die Welt, berät seit vielen Jahren westafrikanische Kleinfischer. Er sagt: „Fangschiffe aus der EU müssen auch in internationalen Gewässern und den Fanggebieten von Drittländern nachhaltig fischen. Die EU- Regelungen dazu gibt es längst, nur lässt sich ihre Einhaltung in armen Ländern schwer überwachen. Die Folgen der Überfischung vor den Küsten Afrikas und Asiens sind Hunger und Mangelernährung in Entwicklungsländern, denn für die Menschen dort ist Fisch oft der einzige  Lieferant von tierischem Eiweiß.“

 

 

 

Der Projektkoordinator von Fair Oceans, Kai Kaschinski, sieht es darüber hinaus als notwendig an soziale und ökologische Ansätze im Meeresschutz stärker als bisher aufeinander abzustimmen. „Gerade in der Fischereipolitik wird aus entwicklungspolitischer Perspektive deutlich, dass eine Beschränkung der Fangmengen allein nicht ausreicht, um eine nachhaltige Fischerei zu gewährleisten. Die Zerstörung der Küstenökosysteme, die Verschmutzung der Meere oder auch der Ausbau der Offshore-Industrie tragen zum schlechten Zustand der Fischbestände bei und gefährden somit weltweit die Existenzgrundlagen der Kleinfischerei“, führt Kai Kaschinski aus.

 

 

 

„Die konsequente Beendigung der Überfischung in der EU dient auch dem Schutz der Ökosysteme in Ostsee, Nordsee und Atlantik“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.  „Zugleich muss zur Schonung marinen Lebens die Verschwendung von Fischressourcen durch Rückwürfe unerwünschter Beifänge beendet werden. Die DUH setzt sich im Rahmen der Our Fish-Kampagne insbesondere dafür ein, dass die Einhaltung der EU-rechtlichen Pflicht zur Anlandung aller Fänge in Deutschland künftig besser kontrolliert wird.“

 

 

 


Einreise von 350 Ditib-Imamen kritisiert: Visa an Imame aus der Türkei zurückhaltender vergeben! Kriegspropaganda, Antisemitismus und Ausgrenzung von Minderheiten dürfen nicht geduldet werden!

Visa an türkische Imame zurückhaltender vergeben!

 

(Göttingen/gfbv) -- Die Bundesregierung soll dafür sorgen, dass Visa an Imame des Dachverbands der türkischen Moscheegemeinden Ditib viel zurückhaltender vergeben werden als bisher. Das fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). „Solange Ditib-Imame türkische Kriegspropaganda gegen Kurden verbreiten, Juden, Christen, Aleviten und Yeziden anfeinden, sollte Deutschland restriktiv mit Einreisevisa für diese Geistlichen umgehen. Denn diese Hass-Botschaften sind weder von Meinungs- noch Religionsfreiheit abgedeckt“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. Zuvor hatte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage erklärt, dass 350 Ditib-Imamen im Jahr 2017 die Einreise nach Deutschland gestattet worden war.

 

„Wir verfolgen mit großer Sorge, dass in den vergangenen Wochen in zahlreichen Moscheen der völkerrechtswidrige Einmarsch türkischer Truppen nach Afrin in Syrisch-Kurdistan als gerechter und heiliger Krieg gefeiert wurde“, sagte Delius. „Eine solche Kriegspropaganda trägt nicht zu einem besseren Zusammenleben von Türken und Kurden in Deutschland bei, sondern gefährdet die öffentliche Ordnung. Unter den Gläubigen schürt sie Vorurteile und die Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen.“

 

Nachdrücklich forderte die Menschenrechtsorganisation, dass im Rahmen der Visa-Erteilung überprüft wird, ob die Antragsteller für Toleranz gegenüber Minderheiten und für Religionsfreiheit eintreten. „Wir fordern von Ditib ein klares Bekenntnis zur Religionsfreiheit und zur Respektierung anderer Glaubensgemeinschaften. Dies könnte ein Beitrag sein, den wachsenden Antisemitismus sowie die Anfeindung von Christen, Kurden, Yeziden und Aleviten zu stoppen“, sagte Delius.

 

Die Imame der Ditib haben großen Einfluss auf die Meinungsbildung junger Muslime. Doch viele Eltern, die ihre Kinder in die Moschee schicken, sind sich nicht bewusst, dass dort manchmal massiv Vorurteile geschürt werden. Dies wiederum führt immer häufiger zu Anfeindungen von Jugendlichen mit kurdischen Namen auf Schulhöfen oder zu antisemitischen Übergriffen.

 

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) ist der größte islamische Verband in Deutschland. Sie vertritt rund 900 Mitgliedsvereinen und wird vom türkischen Religionsministerium gesteuert.

 


Autoritär regierte Staaten Bedrohung für Religionsfreiheit / Kontrolle und Überwachung des tibetischen Buddhismus

 

(Berlin/pm) - Vor der morgigen Bundestagsdebatte über den Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit weist die International Campaign for Tibet (ICT) auf die Bedrohung der Religionsfreiheit durch autoritär regierte Staaten wie die Volksrepublik China hin. „Die chinesische Regierung erhebt den Anspruch totaler Kontrolle über alle Religionsgemeinschaften, gleich, ob es sich dabei um tibetische Buddhisten, Christen oder uigurische Muslime handelt und verstößt damit systematisch und massiv gegen internationale Menschenrechtsstandards. Religion habe im Dienst der von der Kommunistischen Partei vertretenen Ideologie zu stehen, die im Falle Tibets beispielsweise die so genannte ‚patriotische Erziehung‘ von buddhistischen Geistlichen, die lückenlose Überwachung durch die Behörden und weitreichende Einmischung in die Selbstorganisation des tibetischen Buddhismus vorsieht“, so Kai Müller, Geschäftsführer der International Campaign for Tibet. Müller verweist in diesem Zusammenhang auf die über 150 Fälle von Selbstanzündungen von Tibetern (siehe ICT-Factsheet zu den Selbstanzündungen von Tibetern), bei deren überwiegender Mehrheit es sich um buddhistische Mönche und Nonnen handelte.

 

„Der Deutsche Bundestag und die Bundesregierung sollten die Politik der chinesischen Regierung gegenüber den Religionsgemeinschaften genau verfolgen und auf bilateraler wie internationaler Ebene mit Nachdruck auf die chinesische Regierung einwirken, anerkannte Menschenrechtsstandards insbesondere im Bereich der Religionsfreiheit einzuhalten. Der Bericht zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit und auch die Einsetzung eines Beauftragten für Religionsfreiheit sind vor diesem Hintergrund zu begrüßen,“ so Müller abschließend.

 

www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 


Gebetsaufruf für Asia Bibi

 

(Aachen/mission) - Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen bittet die Christen in Deutschland, am kommenden Freitag für die wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilte pakistanische Christin Asia Bibi zu beten und für sie zu fasten. „Wir können mit diesem Gebet ein Zeichen setzen, dass Asia Bibi und mit ihr alle Christinnen und Christen in Pakistan nicht vergessen sind“, sagte missio-Präsident Prälat Klaus Krämer. „Gleichzeitig können wir mit diesem Gebet alle Menschen guten Willens in Pakistan unterstützen, die sich gegen den Missbrauch der Blasphemiegesetze politisch einsetzen“, so Prälat Krämer weiter. missio Aachen unterstützt damit einen weltweiten Gebetsaufruf seines Projektpartners Erzbischof Sebastian Francis Shaw aus Lahore in Pakistan. Für Asia Bibi stellt missio Aachen einen eigenen Gebetszettel zur Verfügung, der unter www.missio-hilft.de/lebenszeichen heruntergeladen werden kann.

 

Gelegenheit, über den Schutz von Minderheiten in Pakistan zu reden, bietet missio Aachen allen Interessierten auch auf dem kommenden Katholikentag in Münster. Dort wird der Botschafter Pakistans in Deutschland, Jauhar Saleem, am 10. Mai (14 Uhr, MCC Münsterlandhalle) auf Einladung des katholischen Hilfswerkes Gast des Großpodiums „Religionsfreiheit – ein weltweit verletztes Menschenrecht“ sein. Er stellt sich den Fragen nach der Blasphemiegesetzgebung und wie der Staat in Pakistan religiöse Minderheiten schützen kann.

 

Im Fall Asia Bibi ist jetzt auch bekannt geworden, dass die Berufungsverhandlung gegen ihr Urteil vor dem Obersten Gerichtshof bald terminiert werden soll. Bisher kam ein solcher Verhandlungstermin nicht zustande, weil sich aus Angst vor dem Druck islamistischer Kräfte kein Richter fand, der das Verfahren übernehmen wollte.

 

  

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Brot für die Welt legt Studie zur Unternehmensverantwortung vor

Menschenrechtsverletzungen beim Platinabbau in Südafrika gehen weiter

 Platin * Unternehmensverantwortung * Wirtschaft * Menschenrechte * Aktionsplan * Marikana * BASF * Südafrika

 

 

(Berlin/bfw) - Deutsche Unternehmen sollen auch entlang ihrer weltweiten Lieferketten auf die Einhaltung der Menschenrechte achten. So schreibt es der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte vor, den die Bundesregierung im Dezember 2016 verabschiedet hat. Die Einhaltung und Dokumentation dieser Vorgaben ist freiwillig. Am Beispiel des deutschen Chemiekonzerns BASF und des Platinbergbaus in Südafrika kommt Brot für die Welt in einer neuen Studie zu dem Ergebnis, dass freiwillige Regelungen nicht ausreichen, um Menschenrechte, Arbeits- und Sozialstandards einzuhalten.

 

„Für die Beschäftigten der Platinmine in Marikana hat sich die Lage durch den Nationalen Aktionsplan bisher kaum verbessert“, sagt Sarah Lincoln, Menschenrechtsreferentin bei Brot für die Welt und Mit-Autorin der Studie. So leben 30.000 Menschen, die in den Minen arbeiten, noch immer ohne Strom, fließendes Wasser und Kanalisation in Wellblechhütten, obwohl sich der Minenbetreiber gegenüber der südafrikanischen Regierung verpflichtet hatte, Häuser zu bauen.

 

Sarah Lincoln: „Als einer der Hauptabnehmer des Edelmetalls hätte BASF die  wirtschaftliche Macht, auf die Einhaltung der sich aus dem Nationalen Aktionsplan ergebenden Pflichten hinzuwirken. Doch obwohl der Betreiber der Marikana-Mine seit Jahren systematisch die gesetzlich verankerten Sozialpflichten verletzt, bezieht der Konzern weiter Platin aus der Mine, ohne im Lieferantenkodex vorgesehene Schritte wie die Beendigung der Geschäftsbeziehung, eine Aussetzung des Vertrags oder Vertragsstrafen einzuleiten.“ Es sei naiv, darauf zu vertrauen, dass sich deutsche Unternehmen in ihren globalen Geschäften freiwillig um die Menschenrechte kümmern, „wir brauchen dringend Gesetze“, sagt Lincoln.

 

Deutsche Unternehmen importieren im großen Stil Platin aus Südafrika, BASF allein für mehr als 600 Millionen Euro pro Jahr. Das Edelmetall wird zur Herstellung von Abgaskatalysatoren verwendet. Kunden sind Autobauer wie Daimler, BMW und VW.

 

 

Weitere Informationen:

 

Brot für die Welt (Hg.), Aisha Bahadur/ Maren Leifker/ Sarah Lincoln (April 2018): Edles Metall – Unwürdiger Abbau. Platin aus Südafrika und die Verantwortung deutscher Unternehmen, Studie, Berlin

 


Keine Kompromisse auf Kosten der Ärmsten

Tauziehen um Entwicklungsfinanzierung

Bundeshaushalt * Entwicklungsfinanzierung * ODA-Quote * 0,7-Prozent-Ziel * Agenda 2030

 

 

(Berlin/bfw) - Am 2. Mai wird das Bundeskabinett die Eckwerte für den Haushalt 2018 und die mittelfristige Finanzplanung beschließen. Im Vorfeld ist ein heftiges Tauziehen um die Entwicklungsfinanzierung zu beobachten. Zu den Haushaltsverhandlungen in der Bundesregierung erklärt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt:

 

Wenn die Bundesregierung die Versprechen des Koalitionsvertrages ernst nimmt, dann muss sie jetzt deutlich mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe zur Verfügung stellen.

 

Kräftige Steigerungen sind notwendig, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 zu erreichen, die auch Deutschland im Rahmen der Vereinten Nationen mit beschlossen hat. Und auch die Vereinbarung  des Koalitionsvertrags, dass die ODA-Quote (Anteil der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe am Bruttonationaleinkommen) nicht sinken soll, lässt sich nur einhalten, wenn es jetzt ODA-Zuwächse von über einer Milliarde Euro gibt. Auch in der mittelfristigen Finanzplanung müsste sich jetzt durch stetige Steigerungen abzeichnen, dass die Bundesregierung tatsächlich gewillt ist, seriös eine ODA-Quote von 0,7 Prozent zu erreichen und zu halten. Geschieht dies nicht, hätten sich die entsprechenden Passagen des Koalitionsvertrags als Lippenbekenntnisse entpuppt.

 

Mehr finanzielle Mittel werden dringend gebraucht, um in vom Krieg zerstörten Ländern wie Irak den Wiederaufbau zu unterstützen. Vor allem aber werden sie gebraucht, um in Syrien, im Jemen und vielen Hungerregionen Afrikas humanitäre Hilfe zu leisten und Flüchtlinge und verfolgte Minderheiten wie die Rohinyas zu unterstützen. Ebenso gilt es in vielen Ländern der Welt zivilgesellschaftliche Initiativen zu fördern, die eine selbsttragende nachhaltige Entwicklung ermöglichen und den Menschenrechten mehr Geltung verschaffen.

 

Mehr Geld allein macht allerdings noch keine gute Entwicklungspolitik aus. Es gilt, das Geld so einzusetzen, dass es nachhaltig und menschenrechtskonform die eigenen Entwicklungsbemühungen der armen und marginalisierten Bevölkerungsgruppen unterstützt und ihnen Zugänge zu Ressourcen und Märkten und mehr Teilhabe und Gerechtigkeit verschafft. Darum ist auch nicht davon auszugehen, dass Investitionen automatisch entwicklungsfördernd sind und öffentliche Entwicklungsmittel ersetzen können, wie häufig argumentiert wird. Entwicklungsgelder sollten nicht zweckentfremdet werden – weder zur Außenwirtschaftsförderung noch zum Beispiel für den Ausbau von Grenzanlagen in Entwicklungsländern, um Flüchtlinge von uns fernzuhalten. Diesbezüglich gibt es besorgniserregende Tendenzen in der EU, denen sich die Bundesregierung mit Nachdruck widersetzen sollte.

 


70 Jahre nach Gründung ist die WHO abhängig von privaten Gebern

 

Weltgesundheitstag (7.4.) * WHO * Primary Health Care * Alma Ata * Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung * Ebola

 

(Berlin/pm) -  Vor siebzig Jahren, am 7. April 1948, trat die Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kraft.  Damals einigte sich die Staatengemeinschaft darauf, allen Völkern zu helfen, den bestmöglichen Gesundheitszustand zu erreichen. Die WHO sollte die globalen Bemühungen koordinieren und weltweit gültige Normen und Standards setzen. Heute fehlt der WHO das Geld, alle Länder dabei zu unterstützen, ihren Bürgerinnen und Bürgern eine Basisgesundheitsversorgung zur Verfügung zu stellen. Da die Beiträge der Mitgliedsstaaten an die WHO nicht ausreichen, ihr Mandat zu erfüllen, ist sie mehr und mehr abhängig von privaten Gebern. Diese wollen mitbestimmen, wofür ihre Mittel eingesetzt werden. Das schränkt den Handlungsspielraum der WHO stark ein. Mareike Haase, Referentin für internationale Gesundheitspolitik bei Brot für die Welt, sagt: „Gesundheit ist ein Menschenrecht. Dass die Weltgesundheitsorganisation derzeit nur ein Fünftel ihres Haushalts frei und für die Finanzierung des Kernmandats einsetzen kann, gefährdet die Gesundheit vieler Menschen gerade in Entwicklungsländern. Wir appellieren deshalb an die Bundesregierung, ihren Einfluss zu nutzen und sich für mehr finanzielle und ungebundene Mittel einzusetzen und mit gutem Beispiel voranzugehen.“

 

Die Lücke im WHO-Haushalt füllen zunehmend private Geber, allen voran die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung. Sie wollen schnelle Erfolge sehen, ohne in die langfristige Verbesserung der zugrundeliegenden Ursachen wie krankmachende Umwelt-, Arbeits- und Lebensbedingungen zu investieren. Wie wichtig es ist, Gesundheitssysteme insgesamt zu stärken, hat zuletzt die Ebola-Epidemie gezeigt. Das Virus hätte weit weniger Tote gefordert, wenn die Gesundheitsdienste in Sierra Leone, Liberia und Guinea besser vorbereitet gewesen wären.

 

Die WHO hat große Erfolge erzielt. Die Ausrottung der Pocken und die tagtägliche Bereitstellung von nachweislich wirksamen („evidenzbasierten“) und global gültigen Behandlungsrichtlinien gehören dazu. Bereits vor vierzig Jahren – 1978 – rief die WHO zudem in Alma Ata „Primary Health Care“ als leitendes Gesundheitskonzept aus. Der Ökumenische Rat der Kirchen hat dieses Prinzip, nach dem Basisgesundheit  sowohl Schutz vor Gesundheitsgefährdungen als auch die Versorgung im Krankheitsfall umfassen  muss, mitentwickelt. Dieser Ansatz  ist heute  wichtiger denn je – hierbei müssen alle Akteure an einem Strang ziehen. Es bedarf einer unabhängigen und gestärkten WHO, um Gesundheit für alle zu erreichen.

 


Hilfen für rund 1.000 Kinder auf dem Weg

Massive Überschwemmungen in Bolivien

 

(Aachen/kmw) - Mit einem Hilfspaket in Höhe von 31.200 Euro unterstützt das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ 355 Familien in Bolivien, unter ihnen 970 Kinder. Aufgrund der starken Regenfälle in weiten Teilen des Landes Anfang Februar wurde der Notstand ausgerufen. Die Flüsse Mamoré und Isiboro im bolivianischen Tiefland sind zum Teil bis zu 25 Kilometer weit über die Ufer getreten. Manche Regionen stehen immer noch unter Wasser. Besonders stark von den Überschwemmungen betroffen ist die Region Beni. Hier leben viele indigene Bevölkerungsgruppen, die aktuell von der Außenwelt abgeschnitten sind. Pflanzungen, Ernten und Vorräte sind völlig zerstört, viele Nutztiere ertrunken. Die Menschen sind aktuell auf Hilfslieferungen von außen angewiesen, viele Dörfer in der Provinz Beni mussten bereits evakuiert werden.

 

 

 

Von den Spenden des Hilfswerks der Sternsinger sollen dringend benötigte Nahrungsmittel und Medikamente für rund 355 Familien besorgt werden. Die Hilfslieferungen versorgen die Menschen für vier Monate. Die katholische Pfarrei La Resurrección in Trinidad koordiniert die Maßnahmen vor Ort.

 

 

 

Jährlich 2.200 Projekte weltweit

 

Rund 2.200 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 76,6 Millionen Euro standen dem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland 2016 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 112 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.

 

 

 

Spendenkonto

 

Stichwort: Bolivien

 

Pax-Bank eG

 

IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31

 

BIC: GENODED1PAX

 


Delegation der Nordkirche reist zu Konsultation nach Südafrika:

Landesbischof Ulrich: „Partnerschaftsbesuch eröffnet neue Sichtweisen“

 

(Hamburg/Schwerin/ce) – Zu einer Konsultation über Perspektiven für die Partnerschaft und die gemeinsamen Herausforderungen ist eine Delegation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) nach Südafrika gereist. Zu der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika und ihrer Kap-Oranje-Diözese gibt es seit mehr als 170 Jahren Beziehungen. Unter der Leitung von Landesbischof Gerhard Ulrich und Bischof Motsamai Manong von der Kap-Oranje Diözese geht es ab Donnerstag (22. März) acht Tage lang darum, Probleme und Veränderungen beider Kirchen wahrzunehmen und gemeinsame Pläne und Projekte zur Vertiefung der Beziehungen zu entwickeln. Mitglieder der Delegation sind unter anderem Heike Spiegelberg, Afrikareferentin im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche, und Jörn Möller, Leiter des Bereiches Ökumenische Beziehungen.

 

 

 

Landesbischof Gerhard Ulrich erklärte im Vorfeld des Besuchs: „Ich freue mich auf die Reise und die Begegnung mit unseren Geschwistern von der Kap-Oranje-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika. Es ist mir ganz besonders wichtig, ihren Blick auf die Welt und ihre Sicht der Dinge wahrzunehmen – schon der letzte Besuch in Südafrika 2016 hat mich tief beeindruckt. Auch der New World Foundation in Kapstadt, in der auch Freiwillige aus dem Bereich der Nordkirche arbeiten, wollen wir unsere Unterstützung durch unseren Besuch ausdrücken – ihre Arbeit, die Jugendlichen Hoffnung angesichts großer Perspektivlosigkeit gibt, kann man nicht hoch genug einschätzen.“

 

 

 

Bis zur Gründung der Nordkirche wurde die Partnerschaft zu lutherischen Gemeinden von der damaligen Pommerschen Kirche gepflegt. 1975 gründete sich aus mehreren regionalen Kirchen die Evangelisch-Lutherische Kirche im Südlichen Afrika mit fünf Diözesen in Südafrika, einer Diözese in Botswana und einer weiteren in Swasiland. Die Kirche hat heute rund 580 000 Mitglieder. Mit der Kap-Oranje-Diözese und ihren rund 40 000 Mitgliedern hat 2001 ein Partnerschaftsvertrag die besondere Beziehung zur pommerschen Kirche bekräftigt. Der erste Bischof dieser Diözese war 1975 der Pommer Adalbert Brunke. Vier Mitglieder aus der Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises Pommern gehören ebenfalls der Delegation an, unter ihnen Ökumenepastor Matthias Tuve.

 

 

 

Eine weitere enge Beziehung gibt es zur New World Foundation in Kapstadt. Das Sozial- und Trainingszentrum in dem Armenviertel Lavender Hill wurde 1980 von zwei Pastoren gegründet und bietet bis heute Jugendlichen Perspektiven durch Sport, Hausaufgabenbetreuung, Musik oder Theater. Dort arbeitet der Ökumenische Mitarbeiter der Nordkirche, Marius Blümel. Das Zentrum für Mission und Ökumene schickt seit vielen Jahren Jugendliche über das Freiwilligenprogramm „Weltwärts“ in die New World Foundation. Durch Spenden und die Finanzierung von Projekten wird die Arbeit der Foundation durch die Nordkirche unterstützt.

 

 

 

In einem öffentlichen Gottesdienst wird Bischof Ulrich am 25.März in der Kirche St. Johannis Belville in Kapstadt predigen, die Liturgie hat der örtliche Pfarrer übernommen, die Abendmahlslitu