Nachrichten aus aller Welt

23.01.2020

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Schuften statt Schule: Jedes 6. Kind in den Slums von Dhaka arbeitet Vollzeit / Zum Welttag der Bildung am 24.1.

(München/sos) -  Fast jedes sechste Kind in den Slums von Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, kann nicht zur Schule gehen, weil es Vollzeit arbeiten muss. Darauf weist die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit zum Internationalen Tag der Bildung (24.1.) hin. "Die Kinder haben keine Chance auf Bildung und sind massiv benachteilig. So haben sie später kaum Möglichkeiten, den Slum zu verlassen", sagt Ghulam Ishaque, Leiter der Hilfsorganisation in Bangladesch. Dhaka ist eine der größten und am dichtesten besiedelten Städte weltweit. In ihren Slums leben geschätzte drei Millionen Menschen, fast die Hälfte davon sind Kinder.

 

 Viele Familien in den Slums könnten sich das Schulgeld nicht leisten und seien zudem auf den zusätzlichen Verdienst der Kinder angewiesen, erklärt Ishaque: "Die Kinder sammeln Müll, arbeiten in Haushalten, in Aluminiumfabriken, aber vor allem in der Kleidungsindustrie." Dabei übersteige ihre Arbeitszeit teilweise sogar die gesetzliche Grenze für Erwachsene von 42 Wochenarbeitsstunden. "Bei den Jungen und Mädchen aus den Slums sind es nicht selten mehr als 60 Stunden."

 

Trotz aller Fortschritte, die das Land gemacht hat, verrichten in ganz Bangladesch insgesamt 3,45 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren Kinderarbeit, rund 1,25 Millionen von ihnen sogar unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen.

 


Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe unterstützt damit 379 Priester und Diakone in Mittel-, Ost- und Nordeuropa

Katholische Priester in Deutschland spenden 5 Millionen Euro

Die Mitglieder des Vergabeausschusses des Diaspora-Kommissariats. Von links: Generalvikar Alfons Hardt (Erzbistum Paderborn), Monsignore Klaus Hoheisel (Bistum Passau), Pfarrer Alfred Manthey (Bistum Münster), Pfarrer Dr. Christian Hartl (Renovabis/Erzbistum München-Freising), Monsignore Georg Austen (Bonifatiuswerk und Diaspora-Kommissariat), Dechant Carsten Menges (Bistum Hildesheim) und Generalvikar Theo Paul (Bistum Osnabrück). Foto: Patrick Kleibold

 

 

(Paderborn/bfw) - Zur Unterstützung der 379 Priester und Diakone in Mittel-, Ost- und Nordeuropa spenden die katholischen Priester in Deutschland monatlich ein Prozent ihres Gehaltes. Auf das gesamte Jahr gesehen, beläuft sich diese Summe derzeit auf 5,0175 Millionen Euro. Das „Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe - Diasporahilfe der Priester“ stellt diese Fördergelder finanziell schwach gestellten Diaspora-Diözesen in den oben genannten Regionen zur Verfügung. Eingesetzt werden die Mittel für Gehaltsunterstützungen sowie für Verkehrs- und Bauhilfen.

 

Der Generalsekretär des Diaspora-Kommissariats, Monsignore Georg Austen, sieht in der priesterlichen Hilfe ein starkes und verbindendes Zeichen der Solidarität von Priestern für Priester: „Unser christlicher Glaube verpflichtet uns zur Solidarität mit unseren Mitbrüdern in Mittel-, Ost- und Nordeuropa, die sich unter oftmals sehr schwierigen und finanziell belastenden Bedingungen als Seelsorger für die Menschen und das Gemeinwesen engagieren.“ Die Priester und die Seelsorge in Nordeuropa werden mit 4,25 Millionen Euro und in Mittel- und Osteuropa mit 637.500 Euro unterstützt

 

Der Großteil der Fördermittel, rund 2,65 Millionen Euro, wird für Gehaltsunterstützungen der 379 Priester und Diakone im aktiven Dienst in Nordeuropa (Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark und Island) und in Mittel- Osteuropa benötigt. Für den Erwerb von dringend benötigten Fahrzeugen sind 300.000 Euro vorgesehen und für den Bau und die Instandhaltung von Priesterwohnungen 1,3 Millionen Euro. Der Paderborner Generalvikar und zugleich Vorsitzende des Vergabeausschusses, Alfons Hardt, dankte allen Priestern in Deutschland „für ihre tatkräftige finanzielle Unterstützung des Glaubenslebens in der Diaspora“.

 

Die Hilfen des Diaspora-Kommissariats werden zweckgebunden über das Bonifatiuswerk in Paderborn weitergeleitet. Geschäftsführung und Verwaltung sind dem Bonifatiuswerk angegliedert, so dass so eine laufende Projektbegleitung gewährleistet ist. Die Mittel werden durch den Vergabeausschuss verteilt. Dieser setzt sich zusammen aus Vertretern der Bischöfe aus Paderborn, Fulda und Osnabrück, der Arbeitsgemeinschaft der Priesterräte und des Bonifatiuswerkes.


10 Jahre nach dem Erdbeben: Gemischte Bilanz des Helfens in Haiti

(Bonn/db) – Wenn sich Mitte Januar das verheerende Erdbeben in Haiti zum zehnten Mal jährt, dann fällt die Bilanz der Hilfe sehr gemischt aus. Während die Infrastruktur in weiten Teilen der betroffenen Gebiete wiederaufgebaut wurde, blieben die gesellschaftspolitischen Chancen des Landes ungenutzt: Weder die Bildungschancen für Arme, die wirtschaftliche Situation für die breite Bevölkerung noch die Gesundheitssituation haben sich wesentlich verbessert. Armut, Gewalt und Korruption bestimmen den Alltag vor allem in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince, die vom Erdbeben besonders hart getroffen wurde.

 

Die Katastrophe am 12. Januar 2010 kostete über 300.000 Haitianer das Leben, verletzte 350.000 und machte 1,85 Millionen Menschen obdachlos. Jeder Dritte Bewohner war von der Naturkatastrophe betroffen. Auch zahlreiche Schulen, Straßenkinderheime und Ausbildungsstätten der Don Bosco Familie in Haiti wurden zerstört. Die katholische Ordensgemeinschaft unterstützt seit knapp 80 Jahren Kinder, Jugendliche und bedürftige Familien in dem Karibikstaat.

 

Bonner Organisationen unterstützen in der Nothilfe und beim Wiederaufbau
Bereits unmittelbar nach dem Erdbeben starteten Don Bosco Mission Bonn und Don Bosco Mondo e.V. ihre Hilfsaktionen für die Betroffenen. Insgesamt vier Millionen Euro Spendengelder flossen in Nothilfeprojekte, wurden für Übergangshilfen genutzt oder in den Wiederaufbau gesteckt. Obwohl selbst betroffen, starteten die Salesianer Don Boscos in Haiti gemeinsam mit ihrem internationalen Netzwerk sofort erste Hilfsmaßnahmen. Die Versorgung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie der Aufbau von Logistik, die Rekrutierung von medizinischem Personal und Freiwilligen waren wichtige erste Maßnahmen. Alleine am Standort Thorland versorgten sie sechs Monate lang Haitianer in Aufnahmezentren, die beim Erdbeben ihr Zuhause verloren, mit Lebensmitteln. Provisorische Schulen wurden in Port-au-Prince und Gressier unmittelbar nach der Katastrophe errichtet, später neue Schulen in Gressier oder Cap Haitien erdbebensicher gebaut. Aber auch mit „kleinen“ Maßnahmen unterstützten die Bonner Organisationen den Wiederaufbau. So erhalten die Absolventen einer Berufsbildungseinrichtung für Straßenkinder nach erfolgreicher Ausbildung ihre eigenen Werkzeugkoffer, können so selbst eigene Aufträge annehmen und einen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes leisten.

 

Salesianer setzen auf Netzwerkausbau und Qualitätssicherung
„Die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern haben in den vergangenen zehn Jahren einiges verändert. Sie legen heute ein deutlich stärkeres Gewicht auf den Ausbau ihrer Netzwerke und stärken die Qualität der Schul- und Berufsbildung ihrer Einrichtungen. Denn sie erleben, wie wichtig der ganzheitliche Ansatz der Don Bosco Pädagogik für das instabile Land ist. Investitionen in die Bildung und Ausbildung von jungen Menschen wirken nachhaltig friedenssichernd, verändern die Gesellschaft und stärken die wirtschaftliche Entwicklung“, erklärt Claudia Ebinger, Projektreferentin Haiti, die in den vergangenen Jahren das Land mehrfach besuchte. Doch gerade die marode wirtschaftliche Situation des Landes sowie das Missmanagement und die Korruption der Regierung verhindern bislang eine Verbesserung der Situation für die arme Bevölkerung. Verschärfend wirkt, dass gut ausgebildete Fachkräfte keinen adäquaten Arbeitsplatz finden und auswandern.

 

Weiterentwicklung der Humanitären Hilfe bei Don Bosco Bonn
Don Bosco Mondo und Don Bosco Mission Bonn evaluierten ihre Hilfsmaßnahmen und zogen Konsequenzen für die weitere Hilfe in Not- und Krisensituationen. Die wohl weitreichendste ist die Einrichtung einer eigenen Stelle für Humanitäre Hilfe, die im Katastrophenfall die Hilfsmaßnahmen für beide Bonner Organisationen koordiniert. Gemeinsam mit Don Bosco Network, dem globalen Bündnis von Don Bosco Nichtregierungsorganisationen, wurde ein Handbuch für den humanitären Krisenfall entwickelt. Es vereinigt neben Hintergrundinformationen und Standards auch praktische Hilfen für den Notfall. Insbesondere legt es einen Schwerpunkt auf die Katastrophenprävention. Regelmäßige Schulungen und Trainings finden nun vor allem in Regionen statt, die häufig von Naturkatastrophen betroffen sind. Ziel ist, im humanitären Krisenfall schneller und effektiver zu helfen. Das Konzept hat sich in den vergangenen Jahren bereits mehrfach bewährt, zum Beispiel bei der Flut im indischen Kerala.

 


FIDES-NACHRICHTEN - 23.01.2020

AFRIKA/NIGERIA - Einer der vier entführten Seminaristen freigelassen

 

Abuja (Fides) - „Wir freuen uns über die Nachricht, dass einer der entführten Seminaristen entlang der Autobahn Kaduna-Abuja freigelassen wurde. Wir beten, dass Gott die Herzen der Entführer berührt und sie verbleibenden drei freigeben", so ein Priester der Erzdiözese Kaduna am Ende eines Gebetstreffens für die vier Seminaristen am Abend des 8. Januar aus dem Großen Seminar "Guter Hirte“ in Kakau entlang der Autobahn Kaduna-Abuja entführten Seminaristen zur Freilassung eines der Entführungsopfer.
Die Unsicherheit im Bundesstaat Kaduna hat ein derartiges Ausmaß erreicht, dass Bischof Matthew Manoso Ndagoso von Kaduna in Nigeria, eine regelrechte "Belagerung“ anprangerte und daran erinnerte, dass es sich bei dem Fall der Seminaristen um die dritte Entführung von kirchlichem Personal in seiner Diözese handelt.
Allein in der vergangenen Woche wurden zehn Dörfer und Gemeinden in den Regierungsbezirken Chikun und Brinin Gwari von Banditen überfallen, wobei mindestens 35 Menschen getöteten und 58 weitere zur Erpressung entführt wurden.
 

 

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Bischöfe: “Wahl im Oktober muss transparent, glaubwürdig und friedlich sein”

 

Korhogo (Fides) - „Angesichts der aktuellen Situation muss die erste Bedingung für die Vorbereitung der Wahlen die Versöhnung sein. Die zweite Voraussetzung ist die Abstimmung und der Konsens, die Forderungen der gesellschaftspolitischen Akteure und der internationalen Gemeinschaft Rechnung tragen. Die dritte Voraussetzung ist die Errichtung und Konsolidierung eines Rechtsstaates", so die Bischöfe der Elfenbeinküste in der Erklärung, die am Ende der 114. Vollversammlung (13. bis 19. Januar, Spiritualitätszentrum Notre Dame du Rosaire de Latha, Korhogo) veröffentlicht wurde.
Die Bischöfe äußerten sich besorgt über die gesellschaftspolitische Situation, in der die Elfenbeinküste einige Monate vor den Präsidentschaftswahlen im Oktober dieses Jahres und appellierten eindringlich an die politische Klasse, dem Interesse der Nation zu handeln.
„Am Ende der Krise nach den Wahlen 2010 hatten die staatlichen Behörden die Prioritäten für die Aussöhnung festgelegt und sich verpflichtet, das zerrissene soziale Gefüge zu flicken. Dieses großartige Projekt hatte mit der anschließenden Einrichtung von zwei damit beauftragten Institutionen große Hoffnungen geweckt: die Kommission für Dialog und Versöhnung (CDVR) und die Kommission für Versöhnung und Entschädigung der Opfer (CONARIV). Leider wurden die Ergebnisse ihrer Arbeit nie umgesetzt", stellten die Bischöfe fest.
Laut der Bischofskonferenz muss die tatsächliche Aussöhnung noch vor der Wahl im Oktober stattfinden: "Wir müssen uns einig sein, dass die bevorstehenden Wahlen transparent, glaubwürdig und friedlich sein müssen, damit jeder die Ergebnisse akzeptiert, die als Ausdruck des Willens der Mehrheit der Ivorer aus der Wahl hervorgehen werden", betonen die Prälaten.
"Die Frage der Unabhängigkeit der Institutionen, die für die Organisation der Wahl zuständig sind, darunter die Unabhängige Wahlkommission, verursachen hingegen immer noch Spannungen", so die Bischöfe, die hoffen, dass die völlige Unabhängigkeit dieses Organs, das für die Durchführung der Wahl von grundlegender Bedeutung ist, gewährleistet werden kann.
Abschließend kündigen die Bischöfe in Kürze die Veröffentlichung eines Hirtenbriefes mit dem Titel "Die Kirche in der Elfenbeinküste im Dienste von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden" an.
 

 

 

 

AFRIKA/TOGO - Gefälschte Medikamente: Reform der Gesundheitssysteme notwendig

 

 Lomè (Fides) - Während des Gipfels zur Bekämpfung des Handels mit gefälschten Arzneimitteln stellte sich die Notwendigkeit einer ernsthaften Reform des Gesundheitssystems heraus. Deshalb hat der kürzlich in Lomé abgeschlossene Gipfel zwei Prioritäten festgelegt: die Schaffung angemessener Strukturen und die Verabschiedung von Gesetzen zur Eindämmung des Phänomens. Eine solche Vereinbarung zwischen den interessierten Parteien war dringend erforderlich, um einen Rechtsrahmen zu definieren und strafrechtliche Sanktionen verhängen zu können.
„Das Recht auf Gesundheit ist für alle von grundlegender Bedeutung“, so Pater Donald Zagore, Theologe der Gesellschaft für die Afrikamissionen. „Auf unserem Kontinent ist der Handel mit gefälschten Drogen eine echte Tragödie, eine kriminelle Geißel, die wir anprangern und gegen die wir vorgehen müssen". „Gefälschte Medikamente töten viele Afrikaner und vor allem die Ärmsten. Um dieses Phänomen ernsthaft zu überwinden“, so der Missionar, „müssen sich unsere politischen Entscheidungsträger dessen bewusst werden und Gesundheitssysteme schaffen, die effektiv den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen. Der Handel mit gefälschten Arzneimitteln ist nur die verborgene Seite eines größeren Problems, nämlich der Unsicherheit des afrikanischen Gesundheitssystems."
„In Afrika ist es für die Armen schwierig, eine angemessene Gesundheitsversorgung zu erhalten, da Systeme scheitern“, so Pater Zagore abschließend. „Die Reichen greifen auf europäische Krankenhäuser zurück, die Armen werden auf der Straße behandelt. Und leider blüht auf der Straße der Verkehr mit falschen Medikamenten. Wir können viele Konferenzen zu diesem Thema organisieren, aber wenn wir nicht auf das Wesentliche des Problems eingehen, bleiben sie immer unproduktiv".

 

ASIEN/TADSCHIKISTAN - Die “kleine Herde” blickt hoffnungsvoll in das neue Jahr 2020

 

Dushambe (Fides) - Gegenwärtig setzt sich die katholische Glaubensgemeinschaft aus rund einhundert Gläubigen zusammen, die auf die beiden Pfarreien Duschambe und Qurǧonteppa verteilt sind, davon "etwa 70 in der Hauptstadt und 30 in der anderen Stadt". Dies berichtet ein Priester des Instituts des fleischgewordenen Wortes (IVE) Pedro Ramiro López, der seit 2013 die Missio sui iuris in Tadschikistan verantwortlich leitet. Der Missionar, der seit 2004 in dem zentralasiatischen Staat lebt und arbeitet, beschreibt ein ermutigendes Bild, trotz der zahlenmäßig geringen Präsenz einer katholischen Gemeinschaft im Sinne einer "kleinen Herde".
In der Tat beachten bestätigt Pfarrer Ramiro López, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher zunimmt, wie es auch während der jüngsten Weihnachtsfeierlichkeiten geschah: „Die kleine Gemeinde der Getauften in Tadschikistan feierte Weihnachten und die Feierlichkeiten der folgenden Tage, wie das Fest der Gottesmutter und der Dreikönigstag, mit vielen besonderen Gottesdiensten: Am 24. Dezember fand in Duschambe die Christmette in russischer Sprache statt, während wir am nächsten Tag in Qurpponteppa den Weihnachtsgottesdienst in englischer Sprache feierten. Außerdem lebt eine große Gruppe italienischer Arbeitskräfte in unserer Gegend, weshalb wir auch Messen in ihrer Landessprache gefeiert haben."
Die katholische Gemeinde kümmert sich auch um die Vorbereitung von 25 Kindern im Religionsunterricht: „Die Kleinen haben die Adventszeit mit großer Begeisterung erlebt und ihre guten Absichten und Wünsche niedergeschrieben und sie dann vor die Krippe gelegt. Am Ende der Unterrichtseinheit veranstalteten sie am 5. Januar ein Weihnachtskonzert, das dem Jesuskind gewidmet war."
Einer der Arbeitsbereiche der katholischen Gemeinde, ist die karitative Tätigkeit. „Die Projekte“, so der Missionar, „werden über die Caritas verwirklicht, die kürzlich kleines Projekt und vierzig Kindern mit Behinderung auf den Weg brachte und sie auf dem Weg der Entwicklung begleitet und zwar mit ehrenamtlichen Helfern, die ihnen Zeit, ein Lächeln, Akzeptanz und kleine Geschenke widmen.“ All dies, so der Missionar abschließend schenke "neue Hoffnung für das Jahr 2020, das wir den weisen Händen des Herrn anvertrauen".
Die Missio sui iuris in Tadschikistan wurde 1997 von Johannes Paul II. nach dem Ende der Sowjetherrschaft errichtet. Gegenwärtig werden die Katholiken in Tadschikistan von drei argentinischen Priestern des Instituts des fleischgewordenen Wortes, vier Missionsschwestern von der Nächstenliebe und drei Schwestern vom Institut der Dienerinnen des Herrn und der Jungfrau von Matara betreut.
 

 

 

 

 

 

ASIEN/SYRIEN - Entführte Erzbischöfe von Aleppo: Patriarchen können jüngste Veröffentlichungen nicht bestätigen

 

 Aleppo (Fides) - In den letzten Monaten wurden zahlreiche Untersuchungen und "missverständliche Aussagen" über das Schicksal der beiden Erzbischöfe von Aleppo - der griechisch-orthodoxen Boulos Yazigi und der syrische´-orthodoxen Mar Gregorios Yohanna Ibrahim - veröffentlicht, die am 22. April 2013 in der Region zwischen Aleppo und der Grenze zwischen Syrien und der Türkei spurlos verschwunden sind. Die Oberhäupter der Kirchen, denen die beiden verschwundenen Erzbischöfe angehören, sind jedoch derzeit nicht in der Lage, diese Untersuchungen und Aussagen zu bestätigen oder zu dementieren. Dies wurde in einer gemeinsamen Erklärung des griechisch-orthodoxen Patriarchats und des syrisch-orthodoxen Patriarchats, die am 20. Januar in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, bestätigt. In der Pressemitteilung erklären die beiden Patriarchate, dass sie die in den sozialen Medien verbreiteten Untersuchungen sorgfältig geprüft haben, und unterstreichen aber gleichzeitig, dass es sich dabei um spontane Initiativen handelt, „die völlig unabhängig von den Anstrengungen sind, die wir bei der Suche nach unseren beiden verschwundene Erzbischöfen unternehmen“.
Die Oberhäupter der beiden Patriarchate – Patriarch Yohanna X Yazigi, für die griechisch-orthodoxe Gemeinde und Patriarch Ignatios Aphrem II. an der Spitze der syrisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft - bekräftigen die gemeinsame Entschlossenheit, "nichts unversucht zu lassen", um das Schicksal der Entführten aufzuklären. "Während wir allen Personen und Einrichtungen, die sich um das Schicksal unserer Erzbischöfe sorgen, und insbesondere denen, die Initiativen ergreifen, um Licht in ihr Schicksal zu bringen, aufrichtigen Dank aussprechen, bitten wir alle, für die beiden Erzbischöfe zu beten und bitten alle, die unsere Bemühungen unterstützen können, diesen humanitären Fall aufzuklären, über die zu diesem Zweck eingerichteten offiziellen Kanäle mit unseren Kirchen in Kontakt zu treten", heißt es in der Erklärung.
Die gemeinsame Erklärung der beiden Patriarchen wird auch als Distanzierung zu den jüngsten journalistischen Untersuchungen verstanden, die von einem in den USA ansässigen syrischen Forscherteam unter der Leitung von Mansur Salib durchgeführt und über die digitale Plattform medium.com verbreitet wurde. Nach diesen Ermittlungen sollen die beiden Erzbischöfe angeblich als Märtyrer bereits im Dezember 2016 von einer Gruppe von Milizionären getötet worden sein, nachdem diese sie mehrere Jahre lang als Geiseln gehalten hatten. Mitglieder der Nour al-Din al-Zenki-Gruppe die von Saudi-Arabien und den USA finanziert wurde, sollen demnach die beiden Erzbischöfe ermordet haben (vgl. Fides 15/01/2020). Die Untersuchung enthält bereits bekannte Nachrichten sowie Annahmen, die ohne objektive Erkenntnisse angestellt wurden.

 

AMERIKA/BRASILIEN - Universitätslehrgang für Missionswissenschaft: Kirche soll Missionsbewusstsein entwickeln

Brasilia (Fides) – Der erste vom „Missionário Cultural Center (CCM“) der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) veranstaltete Universitätslehrgang für Missionswissenschaft wurde hat am gestrigen 20. Januar, an der Theologischen Fakultät der Erzdiözese Brasilia begonnen. Das Bildungsangebot wird von den Päpstlichen Missionswerke (PMS), der Konferenz der Ordensleute Brasiliens (CRB) und dem Pan-amazonischen Kirchennetzwerk REPAM unterstützt.
Pater Antônio Niemiec, Nationalsekretär der Päpstlichen Missionsvereinigung der Kleriker, Koordinator des Kurses, erklärt, dass die Initiative im Rahmen des Missionsprogramms und der Allgemeinen kirchlichen Leitlinien für die Evangelisierung in Brasilien (DGAE 2019-2023) stattfindet und während des Außerordentlichen Monats der Weltmission Oktober 2019 auf den Weg gebracht wurde.
Ziel ist es, den Teilnehmern die Grundlagen zu bieten und durch Studium, Forschung und Reflexion das Bewusstsein für die eigene Mission zu fördern, im Wissen, dass "missionarisches Handeln das Paradigma jeder Arbeit der Kirche ist" (EG 15). Der Kurs umfasst 360 Vorlesungsstunden und ist in drei Module von Januar 2020 bis März 2021 aufgeteilt. Dabei ist sowohl der Besuch der Vorlesungen als auch das virtuelle Studium vorgesehen.
Nach Angaben der Bischofskonferenz, stammen die rund 50 eingeschriebenen Teilnehmer aus den 18 Regionen der CNBB und sind Priester, Ordensleute und Laien. Auf einen gemeinsamen Eröffnungsgottesdienst folgte die erste Lektion, die von dem nigerianischen Priester Godwin Nnaemeka Uchego, gehalten wurde, der das Thema Missionswissenschaft als Grundlage aller theologischen Wissenschaften erläuterte.
Der stellvertretende Generalsekretär der CNBB, Pfarrer Dirceu de Oliveira Medeiros, betonte bei dem Eröffnungsgottesdienst, der Kurs sei eine Antwort auf Papst Franziskus eindringlichen Appell an die Kirche im Aufbruch … auf die existenziellen Randgruppen einzugehen: „Wir hoffen, dass die Kursteilnehmer zu Multiplikatoren in den Regionen der CNBB werden und dazu beitragen, andere Menschen weiterzubilden, damit die Kirche zunehmend ein missionarisches Bewusstsein entwickelt".


VATIKAN - Im Jahr 2019 ermordete Missionare

 

(Vatikanstadt/Fides) – Im Anschluss an den Außerordentlichen Monat der Weltmission Oktober 2019, der von katholischen Gemeinden in aller Welt begangen wurde, und der auch Anlass war viele Zeugen des Glaubens in den Ortskirchen neu zu entdecken, die in unterschiedlichen Kontexten und Situationen ihr Leben für das Evangelium hingegeben haben, veröffentlicht der Fidesdienst auch dieses Jahr eine Statistik über die im Laufe des vergangenen Jahres ermordeten Missionare. Wir verwenden den Begriff "Missionar" für alle Getauften, in dem Bewusstsein, dass " Kraft der empfangenen Taufe jedes Mitglied des Gottesvolkes ein missionarischer Jünger geworden ist. Jeder Getaufte ist, unabhängig von seiner Funktion in der Kirche und dem Bildungsniveau seines Glaubens, aktiver Träger der Evangelisierung, und es wäre unangemessen, an einen Evangelisierungsplan zu denken, der von qualifizierten Mitarbeitern umgesetzt würde, wobei der Rest des gläubigen Volkes nur Empfänger ihres Handelns wäre“ (EG 120). Darüber hinaus berücksichtigt vom Fidesdienst jedes Jahr veröffentlichte Statistik seit einiger Zeit nicht nur mit Missionaren ad gentes im engeren Sinne, sondern versucht, alle getauften Christen in die Statistik aufzunehmen, die im Dienst der Kirche gewaltsam ums Leben kamen, manchmal auch nicht ausdrücklich "aus Hass auf den Glauben". Aus diesem Grund ziehen wir es vor, den Begriff "Märtyrer" nur in seiner etymologischen Bedeutung als "Zeugen" zu verwenden, um nicht in ein Urteil vorweg zu nehmen, das die Kirche aussprechen wird, wenn sie nach sorgfältiger Prüfung im Rahmen eines Selig- und Heiligsprechungsverfahrens aussprechen wird.
Wie aus den Statistiken des Fidesdienstes hervorgeht, wurden im Jahr 2019 weltweit insgesamt 29 Missionare ermordet, darunter 18 Priester, 1 Ständiger Diakon, 2 Laienbrüder, 2 Ordensfrauen und 6 Gläubige im Laienstand. Nach acht aufeinanderfolgenden Jahren, in denen die meisten Missionare in Amerika ermordet worden waren, steht Afrika seit 2018 an der Spitze dieser tragischen Rangliste. In Afrika wurden 2019 insgesamt 12 Priester, ein Ordensmann, eine Ordensfrau und eine Laiengläubige ermordet (insgesamt 15). In Amerika wurden 6 Priester, ein Ständiger Diakon, ein Ordensmann und 4 Laien ermordet (insgesamt 12). In Asien wurde eine Gläubige im Laienstand getötet. In Europa wurde eine Ordensfrau ermordet.
Im Allgemeinen lässt sich eine Art "Globalisierung der Gewalt" feststellen: Während Missionare in der Vergangenheit hauptsächlich in einem Land oder einem geografischen Gebiet ermordet wurden, scheint das Phänomen 2019 allgemeiner und weiter verbreitet zu sein. Insgesamt wurde in 10 afrikanischen und 8 amerikanischen Ländern und jeweils in einem asiatischen und einem europäischen Land das Blut von Missionaren vergossen.

 


Adveniat zur Lage Haitis zehn Jahre nach dem verheerenden Erdbeben

„Die Menschen wollen eine neue Führungsriege“

 

(Essen/ad) - „Die Menschen wollen ein Ende der Korruption und eine neue Führungsriege.“ Das beobachtet die Haiti-Referentin des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat Margit Wichelmann. Zehn Jahre nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010 stellt sie eine neue Einigkeit in der Bevölkerung fest: „Die Menschen wollen einen grundlegenden Wandel. Sie sind nicht länger bereit, die himmelschreienden Ungerechtigkeiten einer Zwei-Klassen-Gesellschaft als Gott gegeben hinzunehmen.“ Während eine schmale superreiche Elite zum Shoppen nach Miami jettet, leben bis heute mehr als zwei Drittel der Menschen unterhalb der Armutsgrenze.

 

Die seit Monaten anhaltenden Proteste infolge des Skandals um die veruntreuten Milliarden des Petro-Caribe-Fonds haben das öffentliche Leben in Haiti praktisch zum Erliegen gebracht. Das Geld aus verbilligten Ankäufen von Erdöl aus Venezuela war für den Aufbau der Infrastruktur und Hilfsprojekte gedacht. Gelandet ist es jedoch in den Taschen von Politikern und Unternehmern, wie der Rechnungshof öffentlich gemacht hat. Darin verwickelt ist wohl auch Präsident Jovenel Moïse, der nur noch von den korrupten Eliten des Landes und dem Ausland gestützt wird. „Aufgedeckt wurde nur die Spitze des gigantischen Eisbergs Korruption“, ist Adveniat-Referentin Wichelmann überzeugt. Große Teile der milliardenschweren Hilfe, die nach dem Erdbeben medienwirksam anlief, seien ebenfalls der seit Jahrzehnten systemischen Korruption in Haiti zum Opfer gefallen. „Die Hilfe kam unkoordiniert von außen und war leider viel zu oft mit wirtschaftlichen Eigeninteressen der Geber verquickt. Keine der haitianischen Regierungen der vergangenen Jahre war in der Lage, den Wiederaufbau gezielt zu steuern. Das meiste Geld ist in den Taschen der reichen Elite gelandet“, fasst Haiti-Expertin Margit Wichelmann zusammen.

 

„Wer verhindern will, dass die Hilfe zur Beute der korrupten Eliten wird, muss die vertrauenswürdigen Partner an der Basis fördern“, erklärt Wichelmann. Genau dafür nutzt das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die kirchlichen Strukturen. Dies reichen bis in die entlegensten Armenviertel des Landes zum Beispiel zu Schwester Helena Margarida Schroeder nach Corail im äußersten Norden der Hauptstadt Port-au-Prince. Gemeinsam mit anderen Ordensschwestern aus Brasilien hat sie ein Sozialzentrum in dem Stadtteil aufgebaut, der aus einem provisorischen Lager für Erdbebenflüchtlinge entstanden ist. Bis heute herrschen unter den 400.000 Bewohnern Armut, Hunger und Durst. Bei den Schwestern werden unternährte Kleinkinder mit einer selbst hergestellten Spezialnahrung aufgepäppelt, Schulkinder werden bei ihren Hausaufgaben betreut und Jugendliche können ihre Freizeit mit Musik und Sportangeboten gestalten. In der Bäckerei, der Besenbinderei und der Werkstatt für Kunsthandwerk stellen Frauen und Jugendliche Produkte her, die in Haiti, aber dank der Kontakte der brasilianischen Schwestern auch im Ausland verkauft werden. „Von dem Geld können sie ihre Familie ernähren oder die Schulgebühren bezahlen“, erläutert Schwester Helena.

 

„Die jungen Haitianer, die bei unseren Projektpartnern die Vision einer anderen Welt erleben und ihre Rechte kennenlernen, wollen ihr Leben und Haiti verändern“, beobachtete Wichelmann. „Haitis Hoffnung sind diese jungen Menschen, die ihr Leben, ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen.“

 

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von Hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 2.000 Projekte gefördert werden, die mit mehr als 36 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

 


Klimawandel in Afrika: Neue Dimension der Bedrohung / SOS-Kinderdörfer warnen vor Folgen für Kinder

(Kigali/München/ots/sos) - Der Klimawandel wird nach Angaben der SOS-Kinderdörfer in den nächsten Jahrzehnten das Leben von Millionen von Kindern in Afrika bedrohen - obwohl der Kontinent lediglich 4 Prozent der weltweiten Emission verursacht. Extremwetterphänomene wie Überschwemmungen, Stürme oder Trockenheit hätten ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Seit 1970 sei Afrika von über 2000 Naturkatastrophen heimgesucht worden, der Klimawandel habe entscheidenden Anteil daran. "Wir haben so etwas noch nie erlebt!", sagt Ayele Sebaro, SOS-Nothilfekoordinator aus Äthiopien. Allein sieben der zehn am meisten bedrohten Länder lägen in Afrika.

 

Massiv verstärkt werde der negative Effekt des Klimawandels durch das hohe Bevölkerungswachstum: Nach Prognosen verdopple sich die Einwohnerzahl Afrikas bis zum Jahr 2050. "Wenn sich die Situation so zuspitzt, wie es momentan aussieht, verlieren unzählige Kinder und Familien nicht nur ihre Lebensgrundlage: Sie verlieren ihr Leben", sagt Liberal Seburikoko, Leiter der Hilfsorganisation in Ruanda.

 

Was auf die Menschen in Afrika zukommt:

 

   - Der Zugang zu Wasser wird immer knapper. Nach Angaben der Vereinten Nationen wird dies in Afrika die Hauptursache für Konflikte und Kriege in den nächsten 25 Jahren werden.

 

   - Krankheiten wie Malaria, die besonders für Kinder gefährlich sind, werden sich weiter ausbreiten. Man rechnet damit, dass die Malaria-Mücke in Zukunft auch in Höhen von über 2000 Metern überlebensfähig sein wird.

 

   - Durch die zunehmenden Überschwemmungen wird es außerdem vermehrt zu Cholera und lebensbedrohlichen Durchfallerkrankungen kommen. "Cholera kann Kinder innerhalb weniger Stunden töten", sagt Simiao Mahumana, Leiter der Hilfsorganisation in Mosambik, der mit seinem Team im März 2019 intensiv Nothilfe geleistet hat, nachdem der Zyklon Idai das Land verwüstet hatte. Dabei starben 783 Menschen und mindestens 600 000 verloren ihr Zuhause.

 

   - Am meisten vom Klimawandel bedroht sind aufgrund ihrer hohen Abhängigkeit von wasserintensiver Landwirtschaft und der großen Armut die Länder südlich der Sahara. In Sambia, Simbabwe und Angola rechnen die SOS-Kinderdörfer mit den höchsten Ernteausfällen. Im schlimmsten Fall könnten die Einnahmen bis 2100 um 90 Prozent zurückgehen. Hoch bedrohlich ist die Situation schon jetzt: In Simbabwe leiden aktuell 3,5 Millionen Menschen aufgrund von Ernteausfällen in Folge von Dürre an Lebensmittelknappheit, darunter 1,4 Millionen Jungen und Mädchen. "Ohne intensive humanitäre Unterstützung sind vor allem die Kinder vom Hungertod bedroht", sagt Addmore Makunura, Leiter der Organisation in Simbabwe.

 

   - Laut den SOS-Kinderdörfern ist zu befürchten, dass ganz Afrika, wenn die Klimaerwärmung fortschreitet, den Getreideanbau  einstellen muss.

 

   - In Äthiopien ist der Kaffeeanbau bedroht, der das wirtschaftliche Rückgrat des Landes bildet. Bis zum Jahr 2100 könnten 60 Prozent der Anbaugebiete durch die Klimaveränderung wegfallen - mit Auswirkungen für 15 Millionen Landwirte.

 

   - Auch zahlreiche Küstenstädte werden durch den ansteigenden Meeresspiegel verschwinden. So könnten laut den SOS-Kinderdörfern große Teile der Stadt Lagos in Nigeria bis 2050 im Meer versinken. Hier leben 24 Millionen Einwohner.

 

Liberal Seburikoko, Leiter SOS Ruanda, sagt: "Wenn man mit eigenen Augen sieht, welche Auswirkungen der Klimawandel hat, ist es wirklichfurchterregend, dass das weltweite Interesse, hier mit allen Maßnahmen gegenzusteuern, so gering ist."

 

Quellen: UN, Weltklimarat IPCC, WHO

 


Eine Zwischenbilanz der SOS-Kinderdörfer

UN-Entwicklungsziele: Klimawandel, Konflikte und mangelnder politischer Wille machen Fortschritte zunichte

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Philipp Hedemann
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Philipp Hedemann

 

(München/ots/sos) - Vor fünf Jahren haben sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen auf neue Entwicklungsziele für das Jahr 2030 geeinigt.

 

Demnach soll es in 15 Jahren unter anderem keine Armut und keinen Hunger mehr geben, jedes Kind eine Schulbildung erhalten, die Gesundheitsversorgung verbessert werden und Männer und Frauen gleichberechtigt zusammenleben. Bereits bis 2020 soll die Jugendarbeitslosigkeit deutlich eingedämmt werden.

 

 Fünf Jahre nach Verabschiedung des Aktionsplans hat die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer Bilanz gezogen. Demnach wird es immer unwahrscheinlicher, dass die "Ziele zur nachhaltigen Entwicklung" erreicht werden. "Wir hinken allen Zielen massiv hinterher. Der Klimawandel, zunehmende Konflikte und mangelnder politischer Wille verhindern den Fortschritt und haben viele Erfolge vergangener Jahre sogar wieder zunichtegemacht. Und angesichts des hohen Bevölkerungswachstums, mit dem wir in den nächsten Jahrzehnten rechnen, werden die Herausforderung enorm wachsen", sagt Louay Yassin, Sprecher der SOS-Kinderdörfer in München. Vor allem Kinder seien die Leidtragenden.

 

 Die wichtigsten Punkte für Kinder - eine Zwischenbilanz:

 

   - Beseitigung der extremen Armut

 

 Seit 1990 ist die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, weltweit von 36 Prozent auf 10 Prozent gesunken. Aber die Fortschritte sind zu gering, um das Ziel, die Armut bis 2030 zu beseitigen, zu erreichen. Nach Schätzungen der UN werden es 2030 immer noch 6 Prozent sein. Kinder sind überproportional betroffen:

 

Aktuell lebt jedes fünfte Kind in extremer Armut.

 

   - Den Hunger beenden

 

 Trotz weltweiter Anstrengungen, den Hunger zu beseitigen, ist die Zahl der Menschen, die hungern, im dritten Jahr in Folge gestiegen.

 

2018 litten immer noch 822 Millionen Menschen an Hunger. Besonders dramatisch ist die Situation in Afrika, wo der Hunger in allen Ländern zunimmt. In Ostafrika ist ein Drittel der Menschen betroffen.

 

"Gerade für Kinder sind die Auswirkungen massiv. Hunger und Unterentwicklung sind für viele Jungen und Mädchen ein Todesurteil", sagt Louay Yassin.

 

   - Kinder- und Müttersterblichkeit reduzieren

 

 Die Kinder- und Müttersterblichkeit konnte weltweit reduziert werden. Aktuell sterben täglich 17000 Kinder weniger als 1990.

 

Allerdings sind immer noch jährlich über fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren betroffen. "Und auch das ist eine Tatsache: In armen Familien sterben doppelt so viele Kinder wie in wohlhabenden! Ihr Tod könnte bei entsprechender Versorgung in vielen Fällen verhindert werden", sagt SOS-Sprecher Yassin. Die höchste Kindersterblichkeit liegt in Afrika südlich der Sahara sowie in Südasien vor: Vier von fünf Kindern, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben, kommen aus diesen Regionen.

 

   - Gleiche Rechte für Jungen und Mädchen

 

 Für Mädchen hat sich Einiges verbessert: Die Zahl der Mädchen unter 18, die verheiratet sind, ist auf 650 Millionen gesunken. Allein in Asien wurde die Zahl der verheirateten Mädchen um ein Viertel verringert. Auch bei der weiblichen Genitalverstümmelung gibt es

 

Fortschritte: Wurde in den 30 am meisten betroffenen Ländern im Jahr

 

2000 noch jedes zweite Mädchen beschnitten, ist es derzeit etwa jedes dritte. "Dennoch sind wir von Gleichberechtigung meilenweit entfernt.

 

Mädchen und Frauen erleiden weiterhin Diskriminierung und Gewalt und werden häufig auch durch die Gesetze benachteiligt", sagt Yassin. So gäbe es in 49 Ländern keine gesetzlichen Regelungen, die Frauen vor häuslicher Gewalt schützten.

 

   - Schulbildung für alle

 

 Gingen noch im 2000 15 Prozent der Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule, waren es 2008 nur noch 9 Prozent. Seitdem stagniert die Zahl jedoch. Besonders in Konflikt- und Kriegsgebieten haben viele Jungen und Mädchen keine Chance auf Bildung. Nur jedes zweite Kind in diesen Regionen besucht die Schule. "Besonders beunruhigt uns auch die mangelhafte Qualität der Bildung. Nicht einmal die Hälfte aller weltweiten Grundschulkinder verfügt über Basiskenntnisse in Lesen und Rechen", sagt Yassin.

 

   - Jugendarbeitslosigkeit soll signifikant verringert werden

 

 Als eines von wenigen Zielen soll die deutliche Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit bereits bis 2020 erreicht werden. "Auch davon sind wir weit entfernt", sagt Yassin. Zwar konnte sich der globale Arbeitsmarkt von der Weltwirtschaftskrise inzwischen erholen - im Vergleich zu 6,6 Prozent Arbeitslosen 2009 waren es 2018 fünf Prozent-, aber für die Jugendlichen sieht die Situation weiterhin düster aus. Sie waren mehr als doppelt so häufig betroffen. Mit 11,8 Prozent liegt die Zahl 2018 zwar unter den 12,6 Prozent von 2013, aber von einer signifikanten Verbesserung kann keine Rede sein. "Wenn Jugendliche keine Chance haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und sich in ihre Gesellschaften einzubringen, hat das gravierende Auswirkungen. Es ist ein Hemmnis für den Fortschritt und gefährdet den Frieden", sagt Yassin.

 

   - Ende jeglicher Kinderarbeit bis 2025

 

 Die Beseitigung jeglicher Kinderarbeit soll bereits 2025 erreicht werden. "Wir müssen unsere Anstrengungen auch hier deutlich intensivieren, um dieses wichtige Ziel zu erreichen", sagt Yassin.

 

Denn aktuell müssten immer noch weltweit 152 Jungen und Mädchen arbeiten, 73 Millionen davon gehen gefährlicher Kinderarbeit nach. Im Jahr 2012 waren es 168 Millionen Jungen und Mädchen, von denen 85 Millionen besonders gefährliche Arbeiten verrichten mussten. "Der Fortschritt ist viel zu gering", sagt Yassin.


35 Tote in der Zentralafrikanischen Republik

 

  • Streit zwischen muslimischen Händlern und Milizen eskaliert
  • Händler wehren sich gegen Schutzgeldforderungen
  • Bezirk PK5 in der Hauptstadt Bangui ist Zufluchtsort für Muslime im Land

 

Nach dem gewaltsamen Tod von 35 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen Milizen und Händlern in der Zentralafrikanischen Republik kritisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) den Machtmissbrauch von Warlords in dem Bürgerkriegsland. „Seit über fünf Jahre sind die Truppen der MINUSCA-Friedensmission der Vereinten Nationen im Land stationiert. Seitdem ist es ihnen nicht einmal gelungen, in der Hauptstadt Bangui Respekt vor der staatlichen Ordnung zu garantieren“, erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. Schutzgeldforderungen krimineller Warlords hätten nun 23 muslimische Händler das Leben gekostet. Die Händler in dem vor allem von Muslimen bewohnten Bezirk PK5 in Bangui kamen zu Tode, als sie sich um Weihnachten gegen Erpressung durch Milizionäre wehrten. 

 

Auch zwölf Angehörige der muslimischen Milizen wurden bei den Auseinandersetzungen am Mittwoch und Donnerstag getötet. Bei den Kämpfen wurden rund 50 Geschäfte niedergebrannt und fünf Wohnhäuser zerstört. Auch ein Teil des Marktes wurde verwüstet. Zahlreiche Geschäfte wurden geplündert, nachdem sich Händler mit Waffengewalt gegen die Schutzgelderpressung durch Milizen gewehrt hatten. „Die jüngsten Zusammenstöße zeigen auf dramatische Weise, wie sehr der Staatsverfall in der Zentralafrikanischen Republik fortgeschritten ist, auch wenn das Bürgerkriegsland international kaum mehr Schlagzeilen macht“, erklärte Delius. 

 

Die Milizen kontrollieren das Stadtviertel seit dem Jahr 2013, als Muslime aus allen Landesteilen dort Zuflucht vor Übergriffen suchten. Weite Teile der Zentralafrikanischen Republik werden heute von rivalisierenden Milizen kontrolliert, die die sich den Zugang zu begehrten Rohstoffen wie Diamanten sichern. Ein Großteil der bedrängten muslimischen Minderheit, die rund zehn Prozent der Bevölkerung des Landes stellt, hat im Stadtviertel PK5 Zuflucht gesucht.

 

Vergeblich hatte die MINUSCA-Friedensmission der Vereinten Nationen im April 2018 versucht, die Kontrolle über das Stadtviertel zu gewinnen und die Milizen zu entwaffnen. Die UN-Blauhelmsoldaten intervenierten damals auf Bitten der Vereinigung der Händler in PK5, die nicht mehr wussten wie sie sich vor Übergriffen und Schutzgelderpressungen von Milizen schützen sollten. 

 


Verhaftungen und Strafanzeigen schüren Klima der Gewalt und Einschüchterung

Anhaltende Demonstrationen gegen umstrittenes Einbürgerungsgesetz

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Indiens Behörden vorgeworfen, mit der Kriminalisierung von Demonstrierenden Grundrechte zu missachten und ein Klima von Gewalt und Einschüchterung zu schaffen. Die Menschenrechtsorganisation warf den Behörden ein seltsames Demokratie-Verständnis vor und kritisierte, daß einseitig Demonstrierende für die Eskalation der Gewalt bei Protesten gegen das umstrittene Einbürgerungsgesetz verantwortlich gemacht würden, exzessive Polizeigewalt jedoch nicht untersucht oder bestraft werde. 

 

Die GfbV forderte die Freilassung von 56 festgenommenen Bürgerrechtlerinnen und Menschenrechtlern, die nach einem friedlichen Protest in Varanasi am 19. Dezember 2019 inhaftiert wurden. Gegen sie wird wegen vermeintlicher Gewaltanwendung strafrechtlich ermittelt. Insgesamt wurden mehr als 700 Demonstrierende alleine im Bundesstaat Uttar Pradesh in der letzten Woche festgenommen. "Friedlich Demonstrierende dürfen nicht kriminalisiert werden, wenn sie nur von ihrem in der Verfassung Indiens zugesicherten Grundrecht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit Gebrauch machen", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen. 

 

Insgesamt waren bei dem friedlichen Protest in Varanasi 69 Personen festgenommen worden. Viele Festgenommene engagieren sich seit Jahren für Bürgerrechte in der Stadt oder sind Studierende der dortigen Universität. Die meisten der nur rund 100 in Varanasi Demonstrierenden wussten nicht, dass die Behörden des Bundesstaates am gleichen Tag ein Versammlungsverbot für die gesamte Region verhängt hatten, das von der Polizei mit beispielloser Härte und unter unangemessener Gewaltanwendung durchgesetzt wurde. Die gewaltlos Demonstrierenden waren von der Polizei eingekesselt und festgenommen worden, berichteten Augenzeuginnen und Passanten. Doch statt wie gewohnt nach wenigen Stunden freigelassen zu werden, drohen den Inhaftierten nun empfindliche Haftstrafen.

 

Repressalien gegen Demonstrierende wurden auch in anderen Städten registriert, So wurde in Lucknow ein Universitätsdozent vom Dienst suspendiert, weil er angeblich zu Protesten gegen das umstrittene Gesetz aufgerufen haben soll. Ein Geschichtsstudent einer staatlichen Universität in Lucknow wurde exmatrikuliert, weil er auf Facebook zur Teilnahme an Protesten aufgerufen hatte. Auch private Universitäten gingen gegen Studierende vor, die an Protesten teilnahmen. Ein deutscher Austauschstudent aus Dresden, der Physik an der Universität Chennai studierte, musste auf Anordnung der Behörden das Land verlassen,weil er an einer Demonstration gegen das Gesetz teilgenommen hatte.     

 


24 Tote und mehr als 7.000 Festnahmen - Hindu-Nationalisten ruinieren Indiens laizistische Verfassung

Ausgrenzung von 200 Millionen Muslimen schürt Gewalt und Konflikte

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der Regierung Indiens vorgeworfen, mit ihrem neuen Staatsbürgerschaftsgesetz systematisch Konflikte, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen zu schüren. Die Menschenrechtsorganisation warnte vor einer weiteren Eskalation der Auseinandersetzungen, nachdem am gestrigen Samstag mindestens 12 Menschen bei Protesten gegen das umstrittene Gesetz starben. "Wer 200 Millionen Muslime ausgrenzt und die laizistischen Prinzipien der Verfassung ignoriert, spielt in dem Viel-Religionen- und Viel-Völker-Staat Indien mit dem Feuer", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Sonntag in Göttingen. Seit Ausbruch der Proteste vor 11 Tagen wurden 24 Menschen getötet, mehr als 7.000 Personen festgenommen und in weiten Landesteilen von den Behörden das Mobilfunknetz lahmgelegt. 

 

Die Einschränkungen der Demonstrations- und Meinungsfreiheit seien ein schwerer Schlag für Asiens größte Demokratie und schürten in der Bevölkerung das Mißtrauen gegen eine Hindu-nationalistische Regierung, deren Hauptanliegen die Errichtung eines Hindu-Gottesstaates zu sein scheine, warnten die Menschenrechtler. Es sei verlogen, wenn sich die Regierung bei dem neuen Staatsbürgerschaftsgesetz auf den Schutz von Minderheiten berufe, da zugleich bei den Protesten führende Vertreterrinnen und Vertreter von Minderheiten festgenommen würden. So wurde am Samstag in New Delhi ein prominenter Dalit-Repräsentant bei einer Protestveranstaltung in Gewahrsam genommen.

 

DIe GfbV begrüßte, dass mehrere indische Bundesstaaten ankündigten, das Gesetz nicht anzuwenden, weil seine Verfassungsmäßigkeit fragwürdig sei. Indiens Hindu-Nationalisten müßten beim Missbrauch von Religion bei der Ausgrenzung von Minderheiten endlich Grenzen aufgezeigt bekommen, um die eskalierende Gewalt einzudämmen und die Beziehungen zwischen den verschiedenen ethnischen und religiösen Gemeinschaften zu verbessern, forderte die Menschenrechtsorganisation.

 


Älteste Spendenaktion der katholischen Kirche unter Schirmherrschaft von Gundula Gause – Kollekte zwischen 1. und 19. Januar

Afrikatag 2020: missio sammelt für die wichtige Arbeit von Ordensschwestern

(Aachen/missio) - „Die wachsende Kirche in Afrika braucht Ordensleute und Priester, die als Seelsorger und Sozialarbeiter den Menschen ganz konkret und professionell im Alltag helfen können“, ruft Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen, zu Spenden für den Afrikatag 2020 auf. Sie sind für die Ausbildung und Arbeit dieser Ordensleute und Priester an den Orten gedacht, wo die Not am größten ist. Die Kollekte wird zwischen dem 1. und 19. Januar in katholischen Gottesdiensten gesammelt. „Damit sie das Leben haben”, lautet das Leitwort dieser ältesten gesamtkirchlichen Kollekte der Welt. Sie erbrachte 2019 knapp 1,1 Millionen Euro.

 

Im Blickpunkt des Afrikatages 2020 steht die Kirche in Ghana. In Aiyinasi-Awiaso im Südwesten des Landes engagiert sich Schwester Irene Ama Serwah Nkromah als Schulleiterin, Lehrerin und Sozialarbeiterin. Für ihre Schützlinge hat sie immer ein offenes Ohr und sie weiß, wie wichtig Bildung für das Vorankommen der Kinder im Leben ist. Deshalb hilft sie, wo sie kann, um Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, unterrichtet selbst Mathematik, Religion und Moral, und fährt jeden Morgen mit dem Schulbus mit, um die Kinder von zu Hause abzuholen. Sie ist eines der Lichter der Hoffnung, die unsere Unterstützung brauchen.

 

Gundula Gause: Es ist wichtig, dass das Engagement von missio für die Ausbildung einheimischer Ordensschwestern unterstützt wird

 

Von dem Engagement afrikanischer Ordensschwestern zeigt sich Gundula Gause beeindruckt. „Ich habe kürzlich in meinem Sender die Ordensfrau Angelina Gerharz gesehen, die in der ZDF-Spendengala Ein Herz für Kinder ein missio-Hilfsprojekt auf einer Elektro-Schrotthalde in Ghana vorgestellt hat“, so die Schirmherrin des Afrikatags. „Diese Missionarin arbeitet in einem guten Team, aber sie ist bereits 76 Jahre alt. Daher ist es wichtig, dass das Engagement von missio für die Ausbildung einheimischer Ordensschwestern unterstützt wird. Nur so können afrikanischen Ordensfrauen einmal in die Fußstapfen von Schwester Angelina treten“.

 

Das Plakatbild zum Afrikatag 2020 ist auf dem Markt in Aiyinasi-Awiaso aufgenommen worden und zeigt Schwester Irene Ama Serwah Nkromah zusammen mit Kindern im dichten Marktgeschehen.

 

Pressematerial unter www.missio-hilft.de/pressemappe

 

Weitere Informationen zum Afrikatag unter www.afrikatag.de

 

Kollektentermine Afrikatag 2020

 

Die Kollekten zum Afrikatag 2020 werden in den jeweiligen Bistümern an folgenden Sonn- und Feiertagen gehalten:

 

 

 

Mittwoch, 1. Januar 2020, Hochfest der Gottesmutter Maria / Neujahr

 

  • Bistum Dresden-Meißen
  • Bistum Erfurt
  • Bistum Essen
  • Bistum Fulda
  • Bistum Osnabrück
  • Bistum Rottenburg-Stuttgart

 

Sonntag, 5. Januar 2020, 1. Sonntag im Jahreskreis

 

  • Bistum Aachen
  • Erzbistum Berlin
  • Bistum Görlitz
  • Bistum Hildesheim
  • Erzbistum Paderborn

 

Montag, 6. Januar 2020, Erscheinung des Herrn / Hl. Drei Könige

 

  • Erzbistum Freiburg
  • Erzbistum Köln

 

Sonntag, 12. Januar 2020, 2. Sonntag im Jahreskreis

 

  • Erzbistum Hamburg
  • Bistum Limburg
  • Bistum Magdeburg
  • Bistum Mainz
  • Bistum Trier

 

Sonntag, 19. Januar 2020, 3. Sonntag im Jahreskreis

 

  • Bistum Münster

 

 

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2018 stellt missio Aachen rund 46,5 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.192 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 

 

 


In Nigeria ist das Geschäft mit Neugeborenen eine wachsende Branche

Kinderhandel: "1000 Euro für einen Jungen"

 

(München/sos) -  Der Handel mit Babys aus Nigeria boomt. Laut der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer entstehen in dem westafrikanischen Land immer mehr sogenannte "Babyfabriken". "Junge Frauen, unter ihnen viele minderjährige Mädchen, werden in getarnten Gebäuden festgehalten, vergewaltigt und geschwängert, um die Babys dann zu verkaufen. Menschenhändler vermitteln die Säuglinge nach der Geburt an kinderlose Paare aus der ganzen Welt", erläutert Erhumwunse Eghosa, Leiter der Hilfsorganisation in Nigeria. Die Käufer kämen auch aus Europa.

 

 Stets machten sich die Händler die Armut und Unwissenheit der betroffenen Frauen zu nutze. Sie versprächen ihnen zum Beispiel eine gut bezahlte Arbeitsstelle, doch stattdessen würden die Frauen inhaftiert und zu "Gebärmaschinen" degradiert. Manche würden zum Sex gezwungen, andere seien bereits schwanger. Letztere seien "meist unverheiratete Mädchen, die sich aus Scham über die Schwangerschaft dazu überreden lassen, ihre Babys hier zur Welt zu bringen und sie dann abzugeben", so Eghosa.

 

 Probleme, Käufer zu finden, gäbe es nicht. Die meisten Babys würden zwar zum Zweck illegaler Adoption gehandelt, aber auch Kindersklaverei, sexueller Missbrauch und Organhandel spielten bei dem "schmutzigen Geschäft" eine Rolle. Jungs werden laut den SOS-Kinderdörfern für rund 1000 Euro verkauft, Mädchen sind noch günstiger zu haben.

 

Neben dem Kampf gegen die Armut, die als ursächlich für das Geschäftemachen mit den Babys gilt, fordern die SOS-Kinderdörfer eine schärfere strafrechtliche Verfolgung der Händler und der Käufer.

 

 

 

Baby-Handel in Afrika:

 

Die meisten der bisher entdeckten Babyfabriken befinden sich in Südnigeria. Seit 2006 wurden allein hier beinahe 300 Frauen befreit. Allerdings ist der Handel mit Babys nicht allein auf Nigeria beschränkt, auch aus dem Tschad, Ägypten, Äthiopien, Ghana, Kenia, Liberia, Sierra Leone, Südafrika und Uganda wurden Fälle gemeldet.

 

 Die SOS-Kinderdörfer setzen sich seit Jahrzehnten in zahlreichen Ländern gegen Kinderhandel ein, präventiv durch politische Arbeit und Aufklärungskampagnen, praktisch durch SOS-Familienhilfe: indem diese  Form der Entwicklungshilfe Armut bekämpft, beugt sie Kinderhandel vor.

 

 

 


Haiti – 10 Jahre nach dem verheerenden Erdbeben

„Viele Hilfsaktionen sind grandios gescheitert“

Dr. Wilfried Vyslozil, Vorstandsvorsitzender der SOS-Kinderdörfer weltweit. Foto: Robert Haas
Dr. Wilfried Vyslozil, Vorstandsvorsitzender der SOS-Kinderdörfer weltweit. Foto: Robert Haas

 

(München/sos) - Über 300.000 Tote, Hunderttausende Verletzte, fast zwei Millionen Obdachlose – das war die traurige Bilanz des schweren Erdbebens am 12. Januar 2010. Aber auch Hilfe in Rekordhöhe: Rund 13 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern wurden nach dem Erdbeben versprochen. Ein Gespräch mit Wilfried Vyslozil, Vorstandsvorsitzender der SOS-Kinderdörfer weltweit, über nachhaltige Hilfe in einem gescheiterten Staat.

 

Gemessen an den Hilfsgeldern in Milliardenhöhe müsste Haiti doch auf dem besten Weg ist, die bittere Armut zu überwinden?

 

Vyslozil: Leider ist das Gegenteil der Fall. Den Haitianern geht es heute mehrheitlich schlechter als vor dem Erdbeben. Seit Monaten wird das Land von Unruhen erschüttert. Die Menschen gehen zu Zehntausenden protestierend auf die Straßen, Barrikaden werden gebaut, täglich kommt es zu Schießereien zwischen bewaffneten Banden und Sicherheitskräften. Schulen und Universitäten sind geschlossen, das Wirtschaftsleben steht still. Es gibt kaum Trinkwasser und Benzin, nur wenig Lebensmittel und selten Elektrizität. 

 

Man muss allerdings wissen, dass von den versprochenen staatlichen Milliarden-Hilfen nicht einmal die Hälfte ausgezahlt wurde. Und von dem Geld, das ankam, verschwand einiges in dunklen Kanälen. Korruption ist in Haiti weit verbreitet. Auch das war ein Auslöser für die momentanen Unruhen.

 

 Was ist schiefgelaufen? 

 

Es war im Grunde alles da: Geld, technische Mittel, Personal, der politische Wille, Dringlichkeit. Über 10.000 verschiedene Hilfsorganisationen waren nach dem Erdbeben in Haiti. Von winzig kleinen bis zu den großen. Manche verteilten Bibeln mit einem 10-Dollar-Schein darin. Andere bauten Hühnerställe. Vor allem die vielen kleinen Organisationen agierten völlig unkoordiniert. Und oftmals völlig am Bedarf vorbei. So sind viele Hilfsaktionen grandios gescheitert. Immerhin haben die großen Organisationen im Rahmen der Nothilfe erstmals gut koordiniert über UN OCHA, das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, im Cluster gearbeitet. 

 

Leider hat man die Haitianer viel zu selten einbezogen. So wurde aus der ersten Nothilfe kein nachhaltiger Aufbau. Anstatt mit den Betroffenen Hilfe zu planen, beispielsweise mit Starthilfen zur Selbstversorgung, wurden Hilfsprojekte ohne die Haitianer gemacht und gingen dadurch an Land und Leuten vorbei. 

 

 Woran machen Sie das fest? 

 

Es gab teilweise bizarre Fehlplanungen. Mit mehreren hundert Millionen Dollar wurde beispielsweise im Norden des Landes ein Industriepark gebaut, ein koreanischer Konzern hatte versprochen, dort 20.000 Arbeitsplätze für Näherinnen zu schaffen. Es waren nie mehr als ein Viertel dieser Zahl und auch davon wurde schon wieder ein Teil abgezogen, weil es sich anderswo noch billiger produzieren lässt. 

 

Ein anderes Beispiel: Für die Obdachlosen wurden Unterkünfte aus Sperrholzplatten und Wellblech weit außerhalb von Port-au-Prince errichtet. Doch dort gibt es weit und breit keine Erwerbsmöglichkeit. Die Siedlung zählt heute 200.000 Einwohner und ist aufgrund der Armut und der Ausweglosigkeit zu einem der gefährlichsten Slums Haitis heruntergekommen. Und überall in Port-au-Prince stehen seit dem Erdbeben Bauzäune, hinter denen sich bis heute nichts getan hat.

 

 Auch die SOS-Kinderdörfer haben nach der Katastrophe versucht, die Not zu lindern und beim Wiederaufbau zu helfen – ebenfalls ohne Erfolg?

 

Wir haben unmittelbar nach der Katastrophe in den zerstörten Wohngegenden rund um unser Kinderdorf 117 Lebensmittelverteilstellen eingerichtet und darüber fast 24.000 Kinder und Erwachsene ein halbes Jahr lang versorgt. Nach der Ersthilfe muss aber langfristige Hilfe zur Selbsthilfe entstehen: Viele dieser Verteilstellen wurden inzwischen in dauerhafte Gemeindezentren für Kinder und arme Familien umgewandelt. Dort werden vor allem alleinerziehende Frauen und extrem arme Familien befähigt, selbst ein kleines Geschäft aufzuziehen und so für Einkommen zu sorgen. Außerdem haben wir sieben Schulen gebaut oder wiederaufgebaut, um Kindern Bildung zu ermöglichen. 

 

 Was unterschied die Hilfe der SOS-Kinderdörfer in Haiti von der Arbeit anderer Organisationen?

 

Unsere Organisationsform: für die SOS-Kinderdörfer in Haiti arbeiten fast ausschließlich Haitianer. Und wir waren bereits vor dem Erdbeben vor Ort. Die Kollegen kennen sich mit den Gegebenheiten aus und wissen besser als wir aus Europa, wie man ihre Landsleute unterstützt. Hilfsprogramme werden so nicht übergestülpt, sondern gemeinsam entwickelt. Zugegeben: Dieser Weg dauert länger, ist aber der einzige, der langfristig funktioniert. 

 


World Vision: Wird der UN-Flüchtlingspakt Kinder vor Dauer-Trauma und Missbrauch schützen?

 

- Internationale Kinderhilfsorganisation stockt Programme zur frühkindlichen Förderung und Bildung geflüchteter Kinder in 12 instabilen Ländern auf

 

- Eltern dürfen nicht von Familien getrennt werden

 

- Flüchtlinge müssen an Entscheidungsprozessen beteiligt sein, die sie betreffen

 

(Berlin / Genf/wv) - Das heute in Genf eröffnete Globale Forum für Flüchtlinge sollte nach Ansicht der Kinderhilfsorganisation World Vision mit Priorität den Schutz geflüchteter Kinder stärken und gemeinsame Antworten auf zerstörte Lebensgrundlagen vertriebener Familien auf den Weg bringen. Das Forum, das mit rund 2000 Teilnehmern über die Umsetzung des vor einem Jahr beschlossenen UN-Flüchtlingspaktes berät, bietet hierfür eine Chance, die nicht vertan werden darf.


Andrew Morley, Präsident des internationalen Netzwerks von World Vision, wirbt in Genf für starke Allianzen staatlicher und gesellschaftlicher Akteure. "Mehr Kinder als je zuvor sind auf der Flucht. Jetzt suchen sie ihren Platz in einer chaotischen Welt der Unsicherheit. Ich traf kürzlich den achtjährigen Mehair aus Syrien und war schockiert, als ich ihn mit Verbänden bedeckt sah, weil er beim Betteln auf der Straße geschlagen worden war. Auf der anderen Seite der Welt, an der Grenze zu Kolumbien und Venezuela, traf ich Kinder, die Vergewaltigungen erlitten hatten und nun mit den Narben schrecklichen Missbrauchs leben. Jetzt können Kooperationen und Aktionen beschlossen werden, um dieses Leiden zu beenden. Das globale Forum sollte das Bestreben dazu erkennen lassen. Kinder werden letztendlich beurteilen, wie wir handeln und welche Verpflichtungen wir eingehen."

 

82 Prozent aller Flüchtlinge leben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks in Ländern mit mittlerem oder niedrigem Einkommen, etwa ein Drittel in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Mehrfachkrisen erschweren es Ländern wie Niger, Somalia oder auch Kolumbien, geflüchteten Familien eine gesicherte Basis für ein Leben in Würde zu bieten. UNHCR hat im Vorfeld des Forums auch betont, dass dringend mehr Hilfen zur Versorgung von Binnenflüchtlingen in instabilen Staaten nötig seien, beispielsweise in Afghanistan.

 

Im kommenden Jahr wird für Millionen Kinder, die durch Konflikte, Gewalt, Klimaveränderungen und Katastrophen vertrieben wurden, eine substanzielle Erhöhung der humanitären Hilfe nötig sein, um ihr Überleben und eine Grundversorgung zu sichern. Programme zum effektiven Schutz der Kinder vor Gewalt und zur Förderung der mentalen Gesundheit sind außerdem unterrepräsentiert in der internationalen Hilfe und für World Vision ein großes Anliegen.

 

„Kinder, die früh im Leben Schwierigkeiten haben, haben ein erhöhtes Risiko für spätere psychische und physische Gesundheitsprobleme“, sagt Marco Grazia, leitender Koordinator der Kinderschutz- und Bildungsprogramme von World Vision in humanitären Krisen.  Die Erfahrung habe gezeigt, dass frühkindliche Förderung ein Dauer-Trauma verhindern kann. Grazia: "Wir wissen auch, wie entscheidend Familien für die Pflege und den Schutz von Kleinkindern sind. Deshalb ist es wichtig, dass alles getan wird, um sicherzustellen, dass Familien zusammenbleiben und Kinder nicht von ihren Eltern getrennt werden."


World Vision wird in vier der sechs diskutierten Arbeitsbereiche des Forums Zusagen für eigene Beiträge zu Lösungen machen. Schwerpunkte sind neben inklusiver Bildung und Förderung frühkindlicher Entwicklung in mindestens 12 Ländern

 

-        Programme zum Kinderschutz und zur Förderung der mentalen Gesundheit von Kindern und Erziehenden, auch in Zusammenarbeit mit Glaubensgemeinschaften

 

-        Maßnahmen zur wirtschaftlichen Existenzsicherung und sozialen Integration für mindestens 85.000 Flüchtlinge in 22 Ländern, im Rahmen der „Poverty Reduction Coalition“ sowie

 

-        die Bereitstellung bürgernaher Geldzahlungen und Dienstleistungen, die Gesundheit, Bildung und Arbeitsmöglichkeiten venezolanischer Migranten und die Aufnahmefähigkeit kolumbianischer Gemeinden fördern.

 

Die Kinderhilfsorganisation ist in 100 Ländern aktiv und hat im vergangenen Jahr rund 14 Millionen Menschen in Krisen durch humanitäre Hilfe unterstützt.


Zum Internationalen Tag der Migranten betont DBU Potenzial des Natur- und Umweltschutzes

Sprachbarrieren überwinden durch gemeinsames ‚Tun‘

Das gemeinsame ‚Tun‘ in einer festen Gruppe wie beim Umweltprojekt „Alpen.Leben.Menschen“ des Malteser Hilfsdiensts und des Deutschen Alpenvereins sowie die Stabilität in der Gruppe haben sich als wertvoll erwiesen für die Integration von Geflüchteten. © Leonhard Geißler/A.L.M.

 

 

(Osnabrück/pm) - Anlässlich des Internationalen Tages der Migranten am Mittwoch weist die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) darauf hin, dass Umweltaktivitäten ein großes Potenzial für die Integration von Geflüchteten bieten. Das DBU-Sonderprogramm „Umwelt und Flüchtlinge“ habe erfolgreiche Ansätze geliefert, wie Umweltbildung und Integration von geflohenen Menschen in Gesellschaft, Kultur und Arbeitsmarkt verknüpft werden und gelingen könne. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „In Zeiten des Fachkräftemangels müssen wir die vorhandenen Kompetenzen der Geflüchteten mehr in den Blick nehmen.“ Aber auch das soziale Umfeld sei wichtig. „Gerade praktisches ‚Anpacken‘ im Natur- und Umweltschutz bringt Menschen trotz Sprachbarrieren zusammen und fördert das Gemeinschaftsgefühl.“

 

Umweltengagement dient nachhaltiger Entwicklung und Integration

 

Mit über 2,5 Millionen Euro wurden seit Herbst 2015 bundesweit 55 Projekte innerhalb des jetzt abgeschlossenen Sonderprogramms gefördert. Das Fazit: Gemeinsames Umweltengagement könne einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Gast- oder Heimatland und gleichzeitig zur Integration geflüchteter Menschen in Deutschland leisten. DBU-Fachreferentin Verena Exner: „Das gemeinsame ‚Tun‘ in einer festen Gruppe sowie deren Stabilität haben sich dabei als wertvoll erwiesen.“ Ein gutes Beispiel für praktische Beteiligung sei ein Vorhaben vom Nationalparkzentrum Sächsische Schweiz (Bad Schandau). Eingebettet in ein Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung fanden verschiedene Tätigkeiten wie Pflanzaktivitäten auf Streuobstwiesen, Reparaturarbeiten oder eine Schrottsammelaktion an der Elbe statt. Hier verbinden sich beispielhaft Integration und Umweltengagement, wovon sowohl die Gemeinden vor Ort als auch die Geflüchteten profitieren.

 

Mit der fachlichen Kompetenz der Geflüchteten Perspektiven schaffen

 

Verschiedene Projekte des Sonderprogramms konnten darüber hinaus wichtige Erfolge beim Vermitteln von Praktikums- und Ausbildungsplätzen oder gar Arbeitsverhältnissen erzielen. „Wenn wir die fachliche Kompetenz der Geflüchteten kennen, können wir Perspektiven schaffen“, so Exner. Maßgeblich hierfür waren die langjährigen Erfahrungen der Projektanbieter am Arbeitsmarkt und die Kooperation mit Unternehmen. Einerseits bestehe die Möglichkeit, gezielt Fachkräfte auszubilden, andererseits könne das erlernte Wissen bei einer Rückkehr ins Heimatland dort zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Exner: „Ein positiver Effekt besteht in der Übertragbarkeit der Projekte. Die Verantwortlichen entwickelten zum Beispiel Leitfäden und Internetseiten, die modellhaft über Herangehensweisen zur Flüchtlingsintegration durch Umweltschutz informieren.“ Auf diesen Wegen seien die Erfahrungen auch nach Abschluss des DBU-Sonderprogramms der Öffentlichkeit zugänglich.

 

Geflüchtete Hochschulabsolventen fit für berufliche Weiterentwicklung

 

Einmalig vergeben wurden von der DBU in 2016 darüber hinaus 14 Stipendien an Geflüchtete aus Syrien. Die drei Frauen und elf Männer zwischen 25 und 35 Jahren waren vorwiegend Bauingenieure, Agrarwissenschaftler oder Hochschulabsolventen naturwissenschaftlicher Fachrichtungen, manche davon mit Berufserfahrung. Fast alle Stipendiaten waren während der DBU-Förderung in laufende Forschungsaktivitäten an ihrer Gastgebereinrichtung integriert. Sie erlebten ihre Tätigkeit in Zusammenarbeit mit Kollegen nach ihrer Flucht als sinnstiftend und als positiven Ausgangspunkt für eine berufliche Weiterentwicklung. Nach der Förderung von je zwölf Monaten gelang den meisten Stipendiaten der berufliche Einstieg bei Unternehmen. Drei Stipendiaten haben ein Promotionsvorhaben an einer deutschen Forschungseinrichtung, zwei weitere machen noch einen zusätzlichen Masterabschluss an einer deutschen Universität.

 


Kritik sitzt chinesischer Propaganda auf

Menschenrechtler nehmen Fußballer nach Instagram-Post in Schutz

(Göttingen/gfbv) - Als "haltlos und ignorant" bezeichnete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Kritik an Mesut Özils Instagram-Post zum Schweigen islamischer Staaten zur Verfolgung der Uiguren in China. "Wer Özil wegen seines Statements mit terroristischen Aktivitäten in China in Verbindung bringt, weiß wenig über die Geschichte der Uiguren und lässt sich von Chinas Staatspropaganda in die Irre führen. Denn Uiguren nennen ihre Heimat seit Jahrzehnten Ostturkestan, lange bevor 1988 die "Ostturkestanische Islamische Bewegung (ETIM)" gegründet wurde, die von China als terroristisch angesehen wird", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Sonntag in Göttingen. Özil wurde in Medien mit der ETIM in Verbindung gebracht, weil er nicht den offiziellen Terminus "Xinjiang", sondern den uigurischen Namen "Ostturkestan" in seinem Statement für die im Nordwesten der Volksrepublik gelegene Region benutzte. 

 

Die Menschenrechtsorganisation unterstützt die Kritik Özils am Schweigen der islamischen Staaten zu den schweren Menschenrechtsverletzungen an Uiguren. "Es ist skandalös, dass die Regierungen islamischer Staaten aus wirtschaftlichen Gründen zum kulturellen Völkermord an den Uiguren schweigen", erklärte Delius. Alle wollten von der Seidenstraßen-Strategie Chinas profitieren und ignorierten daher die größte Verfolgung von Muslimen im 21.Jahrhundert. "Arsenals schnelle Distanzierung von dem Instagram-Post ist kläglich und opportunistisch, so wie das Verhalten der islamischen Staaten", sagte Delius. Özils enge Beziehungen zum türkischen Präsidenten Recip Erdogan müsse man nicht gutheißen. Doch wo der Fußballer Recht habe, müsse er für sein mutiges Statement auch Unterstützung aus der Öffentlichkeit bekommen.

 

Die GfbV erinnerte daran, dass der im Jahr 1933 in China ausgerufene unabhängige Uiguren-Staat "Ostturkestanische Republik" hieß. Bis heute gebe es auch in Deutschland zahlreiche anerkannte Nichtregierungsorganisationen der Uiguren, die sich in ihrem Namen auf Ostturkestan beziehen würden. Uiguren bezeichnen ihre Heimat überwiegend als Ostturkestan, in Abgrenzung zu Westturkestan, das uigurische Siedlungsgebiete in Kasachstan, Kirgisien und anderen zentralasiatischen Staaten umfasst. Der Begriff wurde in Russland zu Zeiten der Sowjetunion geprägt. Die Uiguren sind ein Turk-Volk, so dass vor allem in der türkischen Bevölkerung ihr Schicksal intensiv verfolgt wird.

 

Offiziell bezeichnet China die Heimat der Uiguren als "Autonome Region Xinjiang".Dass diese Bezeichnung auch heute noch trotz staatlicher Indoktrinierung von vielen Uiguren abgelehnt wird, ist auch auf die Geringschätzung zurückzuführen, die in dem Namen deutlich wird. Denn Xinjiang bedeutet übersetzt "Neue Grenze", "Neues Grenzland", ein Name, der der reichen Jahrtausende alten Kultur der muslimischen Nationalität nicht gerecht wird. Von offizieller chinesischer Seite wird der Begriff Ostturkestan tabuisiert und seine Verwendung kriminalisiert, um die Sinisierung der Region voranzutreiben, um Spuren uigurischer Geschichte und Kultur auszulöschen und Unabhängigkeitsbestrebungen zu bekämpfen. 

 

 

 


Weihnachten mal anders: So feiern Kinder in aller Welt

 

 

 

(München/sos) - Weihnachten läuft in vielen deutschen Familien ähnlich ab: Wir schmücken den Tannenbaum, essen Plätzchen und trinken Punsch. Die Geschenke für die Kinder bringt der Weihnachtsmann oder das Christkind und alle hoffen auf Schnee. Doch nicht überall auf der Welt wird Weihnachten so gefeiert. Wir haben Kinder in SOS-Kinderdörfern auf der ganzen Welt gefragt, wie sie den Tag erleben.

 

Der 14-jährige Bayo lebt im SOS-Kinderdorf Natitingou im westafrikanischen Land Benin. Dort herrschen an Weihnachten Temperaturen von über 30 Grad und es gibt keine Nadelbäume - also auch keinen Tannenbaum. Dafür sind in Benin die Straßen schön geschmückt, sie hängen voller Girlanden. Manche stellen auch zwei Bananenstämme links und rechts vor die Haustür und schmücken diese.

 

Bayo freut sich vor allem auf das Essen: "Meine SOS-Mama kocht mein Lieblingsessen und es gibt Limonade. Dann gehen wir nach draußen und machen für die Menschen im Dorf Musik. Wir tanzen und sind alle sehr glücklich an dem Tag. Mein größter Wunsch: Dass alle Kinder auf der Welt so gesund und glücklich sind wie ich." Einen Weihnachtsmann gibt es in Benin übrigens auch: Er hat wie in Deutschland einen weißen Bart und helle Haut - den haben nämlich die Franzosen eingeführt.

 

Ganz andere Temperaturen ist der 10-jährige Taavi aus dem SOS-Kinderdorf Kella in Estland gewöhnt. Dort ist es an Weihnachten meist deutlich unter null Grad und es gibt häufig Schnee. Außerdem sind die Kinder in Estland für etwas ganz Besonderes zuständig: Alle Besen müssen zur Weihnachtszeit blitzblank sein. Denn in dieser Zeit sind verstärkt Hexen unterwegs. Zumindest erzählen das die Omas und Opas in Estland gern. Und damit die Hexen auf den Besen keinen Unsinn anstellen und Geschenke stibitzen, müssen die Besen sauber sein. Denn Estlands Hexen fliegen nur auf schmutzigen Besen. Tannenbäume gibt es dort natürlich auch. Und die Familien singen gern "O Tannenbaum" - aber natürlich auf Estnisch.

 

Nirgendwo anders feiert man so lange und ausgiebig Weihnachten wie auf den Philippinen. Schon im September beginnen die Kinder Weihnachtslieder zu üben, im November schmückt man die Häuser mit Girlanden und immergrünen Laub und im Dezember gehen alle jeden Sonntag in ihren besten Kleidern in die Kirche. Die 11-jährige Salita lebt im SOS-Kinderdorf in Tacloban - sie liebt Weihnachten sehr. "An Weihnachten kocht meine SOS-Mutter Judith mein Lieblingsessen: Adobo

 

- würziges Fleisch - mit Ananasstücken. Besonders liebe ich es, wenn wir uns um den Weihnachtsbaum versammeln und uns Glück für das nächste Jahr wünschen." Der Weihnachtsbaum ist auf den Philippinen natürlich aus Plastik. Und Schnee natürlich auch nicht. Denn auch dort hat es an Weihnachten um die 30 Grad.

 

Sofia (13) aus dem SOS-Kinderdorf Idjevan in Armenien feiert Weihnachten ein bisschen so wie wir in Deutschland: "Ich liebe Weihnachten und vor allem den Schnee. Wir bauen am Weihnachtstag meistens einen Schneemann und singen Weihnachtslieder unter dem geschmückten Baum. Mein liebstes Lied: 'Shnorhavor Amanor yev Surb Tznund' - das ist die armenische Version von 'Last Christmas' von Wham."

 

In Bolivien gibt es eine ganz besondere Hauptperson an Weihnachten:

das Christuskind in der Krippe. Wenn möglich kleiden die Peruaner ihr Jesuskind jedes Jahr neu ein - das soll Glück bringen. Für den 12-jährigen Dylan aus dem SOS-Kinderdorf Potosí war es deshalb auch eine besondere Ehre, als er sich um die Figur kümmern durfte: "Ich wurde von allen Kindern in meiner SOS-Familie ausgewählt, das Jesuskind in die Krippe zu legen. Später haben wir den kleinen Jesus dann noch in die Kirche getragen. Er wird dort jedes Weihnachten vom Pfarrer gesegnet." In Potosí ist der Dezember sogar der wärmste Monat im Jahr. Es wird aber meist nur um die 18 Grad. Das ist so, weil Potosí hoch auf den peruanischen Bergen liegt. Auf rund 4000 Metern Höhe.

 

Ziemlich lange auf die Bescherung müssen die Kinder in Peru warten - dort packt man erst um Mitternacht die Geschenke aus. Deshalb sind an Heiligabend auch noch spätabends viele Menschen auf der Straße, denn die Geschäfte haben lange auf - viele kaufen ihre Geschenke erst dann ein. Das kennt auch die 12-jährige Tamia, die in einem peruanischen SOS-Kinderdorf in Cusco wohnt. "Bis zur Bescherung vertreiben wir uns die Wartezeit mit Essen. Typisch ist Truthahn mit Reis und Apfelmus, und viele Desserts, wie ganz heißer Milchreis und Paneton, eine Art Christstollen. Er ist ganz groß und von außen mit Schokolade glasiert." Und noch etwas ist anders in Peru: Oft gibt es hier schon am Weihnachtsabend ein großes Feuerwerk - nicht erst an Sylvester wie in Deutschland.

 


GfbV zu Aung San Suu Kyi beim Internationalen Gerichtshof:

 

  • Gräueltaten des Militärs sind unbestreitbar und unentschuldbar
  • San Suu Kyi kann sich jetzt nicht mehr glaubhaft von den Verbrechen distanzieren 
  • Sie verspielt den letzten Rest Respekt vor ihren früheren Leistungen

 

(Göttingen/gfbv) - Die Außenministerin und Staatsrätin von Myanmar Aung San Suu Kyi wird heute als Verteidigerin vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag auftreten. Gambia hatte dort wegen schwerster Menschenrechtsverletzungen Klage erhoben. „Die Gräueltaten des myanmarischen Militärs gegen die muslimischen Rohingya sind unbestreitbar und unentschuldbar", erklärt Ulrich Delius, Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). „Dass die ehemals hochangesehene San Suu Kyi sie persönlich vor Gericht rechtfertigen möchte, wird auch den letzten Rest Respekt vor ihren früheren Leistungen zunichtemachen."

 

Es sei unüblich, dass die Außenministerin eines Landes in so einem Fall als Verteidigerin auftritt. In der Regel seien Generalanwälte oder Justizminister dafür zuständig. „Frau San Suu Kyi ist es offenbar innenpolitisch wichtig, die Verbrechen ihres Militärs medienwirksam zu verteidigen", so Delius. „Auf dem internationalen Parkett kann sie sich jetzt nicht mehr glaubhaft von den Vergewaltigungen, den Morden und der Massenvertreibung distanzieren." 

 

Mehrere Institutionen der Vereinten Nationen, darunter der Hohe Kommissar für Menschenrechte, die Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Myanmar und die unabhängige internationale Ermittlungsmission bezeichnen das Vorgehen des myanmarischen Militärs als klassischen Fall ethnischer Säuberung beziehungsweise als Völkermord.

 


missio-Petition mit 6.000 Unterschriften erfolgreich – „Wunderbare Nachricht am Tag der Menschenrechte“ – missio fordert weitere juristische Aufarbeitung der Pogrome von Odisha mit

Oberster Gerichtshof Indien: Freispruch für fünf unschuldig verurteilte Christen

 

(Aachen/missio) - „Das ist ein großer Erfolg für die Religionsfreiheit, die Zivilgesellschaft und den Rechtsstaat in Indien. Das ist eine wunderbare Nachricht am Tag der Menschenrechte.“ So reagierte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des katholischen Hilfswerkes missio Aachen, auf die Aufhebung des Urteils für fünf aus politischen Gründen zu lebenslanger Haft verurteilter Christen durch den Obersten Gerichtshof in Indien. missio-Partner bestätigten heute, dass die fünf Christen tatsächlich in Freiheit sind. Zwei weitere Verurteilte waren schon vor mehreren Monaten entlassen worden. „Ich freue mich besonders für die Familien, die jetzt wieder vereint sind“, sagte Pfarrer Bingener.

 

6.000 Unterschriften für missio-Petition #freeourhusbands

 

Rund 6.000 Unterstützerinnen und Unterstützer hatten auch eine missio-Petition #freeourhusbands für die Freigekommenen unterschrieben. „Ich danke allen, die mit ihrer Unterschrift diesen Männern und ihren Familien eine Stimme gegeben haben. Sie wurde gehört. Wir sind im Engagement für die Menschenrechte weltweit nicht ohnmächtig, das ist die Botschaft heute“, so Pfarrer Bingener weiter.

 

Den sieben Christen war vorgeworfen worden, im August 2008 in der Region Kandhamal im Bundesstaat Odisha einen Geistlichen der Hindu ermordet zu haben. Sie gehören der indigenen Bevölkerung der Adivasi und den sozial ausgegrenzten sogenannten Dalits an. Obwohl die Anschuldigungen fingiert waren und maoistische Rebellen die Verantwortung für die Tat übernommen hatten, wurden die Christen dennoch verurteilt.  

 

Pogrome von Odisha endlich umfassend juristisch aufarbeiten

 

Der Mord an dem Hindu-Geistlichen war 2008 der Auslöser für mehrere Pogrome vor elf Jahren gegen die christliche Bevölkerung der Region Kandhamal. Diesen hindu-nationalistischen Gewaltausbrüchen fielen etwa 100 Menschen zum Opfer, rund 400 Dörfer wurden zerstört und 56.000 Christen vertrieben, 395 Kirchen niedergebrannt. Bis heute wird die juristische Aufarbeitung der Pogrome von den Behörden verschleppt. „Hier werden wir weiter darauf drängen, dass die Verbrechen gegen die Christen in Odisha endlich umfassend aufgearbeitet, alle Betroffenen entschädigt und die Täter verurteilt werden“, kündigte Bingener an.

 

Betroffene Familien sagen missio Danke für die jahrelange Unterstützung

 

missio hat mit seinen Projektpartnern in den vergangenen Jahren den Familien durch juristische Beratung, einkommensschaffende Maßnahmen und der Unterstützung der Kinder in der Schule geholfen. Die kirchlichen Betreuer der betroffenen Familien berichteten gegenüber missio, dass das Leben der inhaftierten Christen in Gefahr gewesen sei. „Wir danken missio und unseren Freunden in Deutschland für die unermüdliche Unterstützung der unschuldig Verurteilten, das ist wahre Solidarität“, schreiben die Betreuer.

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2018 stellt missio Aachen rund 46,5 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.192 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Millionen Menschen ohne Nahrung, Schulen geschlossen, blutige Proteste halten an

Haiti kurz vor dem Kollaps

 

(München/sos) - Die Lage in Haiti spitzt sich weiter zu und belastet Millionen Menschen: Zum einen gefährden anhaltende, gewaltsame Proteste gegen die Regierung die Sicherheit der Bevölkerung. Zum anderen hat diese mit Hunger zu kämpfen. "Ein Drittel der Einwohner Haitis hat nicht genügend oder nichts mehr zu essen. Schulen sind seit Monaten geschlossen, sodass die Kinder keinen Unterricht erhalten. Es gibt kaum noch Treibstoff, Geschäfte sind geschlossen und die Inflationsrate ist auf 20 Prozent gestiegen" beschreibt Celigny Darius, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Haiti, die dramatische Lage. "Auf den Straßen brennen die Barrikaden bei blutigen Protesten. Es gab Tote und Verletzte. Haiti steht kurz vor dem kompletten Kollaps!"

 

Auch die Vereinten Nationen warnten vor einer humanitären Katastrophe im Karibikstaat: Vier Millionen Menschen seien bereits vom Hunger betroffen und bräuchten dringend Hilfe - Tendenz steigend. Gründe für die drohende Hungersnot seien unter anderem: Eine seit 2018 anhaltende Dürre, die schwere Folgen für die Landwirtschaft hat. Viele Felder und Flächen sind abgeholzt, entwaldet und vertrocknet. Der Klimawandel habe zudem zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt, welche die Existenzgrundlagen der Bevölkerung regelmäßig vernichten. "Von den Folgen des schweren Erdbebens 2010 und Hurrikan 'Matthew' 2016 konnte sich der kleine Staat nie erholen" erklärt Darius.

 

Zudem erschweren Korruption, steigende Rohstoffpreise und die momentanen Ausschreitungen das Leben in Haiti. "Wir hoffen sehr, dass sich die politischen Akteure schnell auf eine friedliche Lösung einigen können. Zudem besteht dringender Handlungsbedarf inklusiver konkreter Pläne, um die Lebenssituation der leidenden Bevölkerung zu verbessern," so Darius.

 

Seit dem Ausbruch der momentanen Krise in Haiti hat SOS verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit von Kindern, Jugendlichen und Familien zu gewährleisten. Auch für den Schutz der SOS-Mitarbeiter werde laut Darius gesorgt, damit diese selbst unter den erschwerten humanitären Bedingungen bestmöglich ihre Arbeit vor Ort fortsetzen können.

 

Haiti gehört zu den ärmsten Ländern der westlichen Hemisphäre. Fast sechzig Prozent der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze, über 40 Prozent sind ohne Arbeit. Immer wieder wird das Land von Naturkatastrophen heimgesucht, sodass es kaum Fortschritte macht. Besonders die Kinder leiden, viele sind unterernährt. Oft sind sie gezwungen zu arbeiten, um ihre Familie mit zu ernähren, und haben keine Chance, die Schule zu besuchen. Momentan gibt es drei SOS-Kinderdörfer und rund 5.000 Bildungsprogramme vor Ort. In fast 13.000 Familien finden elternlose und notleidende Kinder ein Zuhause.


Sternsinger unterstützen betroffene Kinder und deren Familien mit 90.000 Euro

Verheerende Überschwemmungen im Südsudan

(Aachen/kmw) - Starke Regenfälle haben seit Oktober zu verheerenden Überschwemmungen in weiten Teilen des Südsudans geführt. Ganze Landstriche stehen in dem ostafrikanischen Land unter Wasser. Häuser, Schulen und Krankenhäuser sind zerstört, bestellte Felder und ganze Viehherden wurden vernichtet. Mit einer Nothilfe in Höhe von 90.000 Euro unterstützen die Sternsinger betroffene Kinder und deren Familien in der Diözese Malakal. 1.500 große Schutzplanen zum Bau von Hütten sowie 3.000 Moskitonetze zum Schutz vor Malaria werden den Menschen vor Ort bereitgestellt. 

Stefanie Frels, Länderreferentin im Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’, die gerade von ihrer Reise aus dem Südsudan zurückgekehrt ist, zeigt sich besorgt. „Das Leid der Menschen ist kaum zu beschreiben. Lokale Konflikte, Gewalt und Armut bestimmen den Alltag. Die schweren Überflutungen verschärfen die dramatische humanitäre Lage jetzt zusätzlich. Familien fliehen vor dem Hochwasser und haben kein Dach über dem Kopf, die Gefahr von Krankheiten durch verunreinigtes Wasser steigt, und die Menschen haben zu wenig zu essen“, so Frels. Von den Folgen der Überschwemmungen sind mehr als 900.000 Menschen betroffen, 200.000 Kinder mussten mit ihren Familien vor den Wassermassen fliehen.

Die Sternsinger unterstützen mit der Nothilfe die Menschen in den von Hochwasser betroffenen Gebieten Pibor und Mayom in der Diözese Malakal. Stephen Nyodho Ador, Bischof der Diözese, schildert die aktuelle Situation: „Nach dem Bürgerkrieg von 2013 bis 2018 sind noch längst nicht alle Landminen geborgen, Schulen und Gesundheitseinrichtungen sind noch nicht wieder instand gesetzt, da nimmt uns die nächste Katastrophe alle Hoffnung. Wir brauchen jetzt direkte und sofortige Hilfe und sind dringend auf Decken, Planen, Moskitonetze, Nahrungsmittel und Trinkwasser angewiesen. Ich danke den Sternsingern für die sofortige Hilfsbereitschaft.“

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger
Mehr als 1.800 Projekte für benachteiligte Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 78,4 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2018 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 111 Ländern. Den größten Beitrag leistet jährlich rund um das Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar die gemeinsam mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) getragene Aktion Dreikönigssingen. Die kommende Sternsingeraktion steht unter dem Motto „Frieden! Im Libanon und weltweit“.

 


Drohende Katastrophe in Simbabwe:

Drohende Katastrophe in Simbabwe: Zum Beginn der Klimakonferenz in Madrid (02.12) warnen SOS-Kinderdörfer vor nie dagewesener Hungersnot

(München/sos) - Zum Beginn der Klimakonferenz in Spanien haben die SOS-Kinderdörfer mit eindringlichen Worten ein entschlosseneres Handeln der internationalen Staatengemeinschaft gefordert. Die "verheerenden Folgen" der Erderwärmung seien vor allem für die Menschen in Afrika schon heute eine "Frage von Leben und Tod."

 

Als aktuelles Beispiel führt die Hilfsorganisation Simbabwe an. Der afrikanische Krisenstaat stehe vor einer nie da gewesenen Hungersnot. Ursache sei eine der schlimmsten Dürren der vergangenen Jahre. "Bereits jetzt leiden 3,5 Millionen Menschen an Lebensmittelknappheit. Etliche sind bereits unterernährt. Zwischen Januar und März dürften sich die Zahlen noch weiter erhöhen: Die Hälfte aller Einwohner Simbabwes, 5,5 Millionen Menschen, werden dann zu wenig zu essen haben, darunter 2,6 Millionen Kinder. Eine so fürchterliche Dürre haben wir hier noch nie erlebt", sagt Addmore Makunura, Leiter der Organisation in Simbabwe. Ohne intensive humanitäre Unterstützung seien zahlreiche Menschen vom Hungertod bedroht. "Kinder sind besonders gefährdet, weil sie kaum Reserven haben, um eine solche Mangelsituation zu überstehen", sagt Makunura.

 

Die Trockenheit habe dazu geführt, dass weniger Lebensmittel produziert werden konnten, der Grundwasserspiegel sei viel zu niedrig, was zu empfindlichen Ernteeinbußen führe. Entsprechend gingen die Lebensmittelpreise Monat zu Monat rapide in die Höhe. "Zehn Kilo Maismehl haben noch im Februar 8,5 Simbabwe Dollar gekostet, im August schon 28. Das kann sich keiner mehr leisten", sagt Makunura. Die Trockenheit bedrohe nicht nur die Menschen, sondern auch das Vieh, unzählige Tiere seien bereits verendet.

 

Dass sich seit einigen Jahren die extremen Wetterphänomene in seinem Land mehren, führt Makunura auf den Klimawandel zurück. Auch Nachbarländer wie Malawi und Mosambik seien von Dürre betroffen und am Horn von Afrika hätten Äthiopien, Somalia und Kenia mit Lebensmittelknappheit aufgrund von Trockenheit zu kämpfen. Nötig sei nun ein "entschiedenes Handeln", kurzfristig um die Menschen vor dem Hungertod zu bewahren, langfristig, um die Folgen des Klimawandels abzumildern.

 

"Oberstes Gebot ist es jetzt, den akut gefährdeten Menschen schnell und unbürokratisch zu helfen." Langfristig sei es wichtig, die Bauern dabei zu unterstützen, alternative Bewässerungssysteme aufzubauen, sich auf die veränderte Lage einzustellen und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen Schwankungen zu stärken.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen notleidende Kinder in Simbabwe seit Jahrzehnten und helfen Familien dabei, dauerhaft eine eigenständige Existenz aufzubauen. Dazu gehört auch die Entwicklung und der Einsatz von nachhaltigen und klimaresistenten Formen der Landwirtschaft.

 


World Vision stoppt vorrübergehend Hilfsmaßnahmen

Unruhen behindern Kampf gegen Ebola im Kongo

 

(Friedrichsdorf/Beni/wv) – Die internationale Hilfsorganisation World Vision hat ihre Maßnahmen gegen die Ebola-Seuche im Osten der DR Kongo vorübergehend ausgesetzt. Grund dafür sind heftige Unruhen und Gewaltausbrüche in der Region, teilt die Kinderhilfsorganisation mit. Am Wochenende hatten Einwohner der Stadt Beni Gebäude der UN angegriffen und das Rathaus der Stadt niederbegrannt. Zuvor hatten bewaffnete Gruppen Massaker unter Zivilisten verübt.

 

Die Demonstranten werfen den im Osten des Landes stationierten UN-Truppen vor, untätig den Massakern zu zusehen und nichts für den Schutz der Zivilbevölkerung zu unternehmen. Hintergrund ist, dass die UN-Truppen nur an Kämpfen der Regierungstruppen gegen Milizen teilnehmen dürfen, wenn sie dazu von der kongolesischen Regierung aufgefordert werden. Das ist bislang nach Aussagen der UN nicht geschehen.

 

Helen Barclay-Hollands, Leiterin von World Vision für den Ostkongo, sagte, die Maßnahmen ihrer Organisation in Beni seien vollständig eingestellt worden. Dadurch sei die Bekämpfung von Ebola ernsthaft gefährdet. Kinder würden als direkte Folge der Unsicherheit an Krankheiten wie Ebola und Masern sterben, wenn die Arbeit nicht schnell wieder aufgenommen werden könne.

 

Barclay-Hollands: „Dieser Ausbruch von Gewalt kommt zu einem schlimmen Zeitpunkt. Wir waren gerade dabei, die Ebola-Epidemie in den Griff zu bekommen, und die Hilfsorganisationen verstärkten ihre Bemühungen, auch die Masern einzudämmen, bei denen bisher etwas mehr als 4.000 Menschen im Land getötet wurden. Das ist jetzt alles in Gefahr.“

 

Zudem führen Kämpfe an anderen Orten im Osten auch zu plötzlichen Evakuierungen und zur Massenflucht von Menschen, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung von Ebola und Masern sehr viel größer werde.

 

Wann World Vision und auch weitere Hilfsorganisationen ihre Arbeit wieder aufnehmen, hängt von Ausmaß und Dauer der Gewalt ab.

 

World Vision ist seit 1984 in der DR Kongo aktiv. Seitdem konzentriert sich die Arbeit der Hilfsorganisation dort auf Katastrophenhilfe, die Reintegration von Kindersoldaten und Zwangsprostituierten sowie die Hilfe für Kinder, die zum Dienst in Minen gezwungen sind. Außerdem engagiert sich World Vision in der Eindämmung von Ebola. Seit dem Ausbruch von Ebola im August 2018 sind fast 2.200 Menschen ums Leben gekommen. Das Engagement umfasst eine Reihe von Gesundheits- und Kinderschutzprogrammen.


Die Bundesregierung sollte konkrete Fortschritte einfordern

Kolumbiens Regierung torpediert zunehmend die Umsetzung des Friedensvertrags mit der Guerilla-Gruppe FARC

 

(Aachen/Berlin/Essen/adv) - Die Bundesregierung sollte mit mehr Nachdruck auf die Regierung Kolumbiens einwirken, damit diese den Friedensvertrag mit den FARC umsetzt, appellieren deutsche Hilfswerke und Menschenrechtsorganisationen zum dritten Jahrestag der Unterzeichnung des Abkommens am 24. November 2019. „Präsident Iván Duque spricht mit zwei Zungen: Im Ausland versichert er, den Vertrag umzusetzen. In Kolumbien legt seine Regierung der Umsetzung massiv Steine in den Weg“, sagt Margaret Buslay, Sprecherin der Kommission Solidarität Eine Welt von pax christi Deutschland.

 

Viele Kernvereinbarungen des Friedensvertrages sind bis heute kaum umgesetzt. Die Landreform, die die Ungleichverteilung von Land aufbrechen und marginalisierte Gemeinden stärken soll, wurde in weiten Teilen nicht begonnen. Die Sonderjustiz, die Sucheinheit für Verschwundene und die Wahrheitskommission leiden unter starken Budgetkürzungen und werden selbst von Regierungsmitgliedern immer wieder angegriffen. Eine Kommission unter Vorsitz des Präsidenten, die gegen paramilitärische Gruppen vorgehen soll, hat seit dem Amtsantritt von Iván Duque vor 15 Monaten nur zwei Mal getagt.

 

„Die Regierung Duque lässt den Friedensprozess im wahrsten Wortsinn ausbluten. Notwendige Mittel zur Umsetzung des Friedensvertrages werden nicht genehmigt, bereits zugesagte Gelder zurückgehalten. Es wird versucht, Verpflichtungen aus dem Abkommen per Gesetz aufzuweichen. Wichtige Vorhaben wie die Landreform werden endlos aufgeschoben, während die Gewalt weiter zunimmt“, kritisiert Monika Lauer Pérez, Kolumbien-Referentin beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. Lediglich die Wiedereingliederung der rund 13.000 früheren FARC-Kämpfer_innen habe leichte Fortschritte gemacht. „Wenn der Präsident sagt, der Friedensvertrag werde umgesetzt, dann meint er das Reintegrationsprogramm der Regierung. Der Vertrag ist aber viel mehr als das. Er muss vollständig umgesetzt werden, soll er wirklich zu Veränderungen führen“, so Lauer Pérez.

 

Ländliche Gebiete, in denen bewaffnete Konflikte aufflammen – insbesondere Catatumbo, Nord-Cauca und Caquetá – lässt Präsident Duque wieder massiv militarisieren. Das Militär soll hier künftig staatliches Handeln kontrollieren. „Mit ihrer aggressiven Sicherheitspolitik bringt die Regierung die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen weiter in Gefahr, anstatt sie zu schützen“, erklärt Stefan Tuschen, Kolumbien-Referent bei Misereor. „Viel wirksamer als noch mehr kugelsichere Westen, Bodyguards oder gepanzerte Fahrzeuge wäre, die allgegenwärtige Straflosigkeit zu beenden und präventive und kollektive Schutzprogramme zu fördern, wie es unsere Partner und Gemeinden seit Jahren fordern.“

 

2018 wurden – erstmals seit Abschluss der Friedensgespräche – wieder mehr Menschen getötet (rund 12.800) und vertrieben (rund 156.000) als im Vorjahr. Im Nord-Cauca explodiert aktuell die Gewalt: Über 50 Indigene wurden hier 2019 ermordet, allein 15 seit September. Von Januar bis Juni 2019 fielen kolumbienweit 59 Menschenrechtsverteidiger_innen Morden zum Opfer. Im Vorfeld der Regionalwahlen Ende Oktober wurden acht Politiker_innen diverser Parteien ermordet.

 

„Die Ende August verkündete Wiederbewaffnung von Teilen der FARC sollte ein Weckruf sein, den Friedensvertrag viel nachdrücklicher umzusetzen“, mahnt Matthias Schreiber, Koordinator bei kolko e. V. „Die Bundesregierung hat der Regierung Kolumbiens im November 2018 über eine halbe Milliarde Euro an Unterstützung zugesagt. Sie sollte gegenüber Präsident Duque auf konkrete Fortschritte bei der Vertragsumsetzung und eine detaillierte Rechenschaftslegung für die Mittelverwendung drängen, wie es viele zivilgesellschaftliche Gruppen in Kolumbien fordern.“

 

Die Presseerklärung tragen: Action pro Colombia, Adveniat, Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, kolko – Menschenrechte für Kolumbien, Kolumbiengruppe Nürtingen, Misereor, pax christi – Deutsche Sektion e. V.

 


SOS-Kinderdörfer fordern Aufbruch für Kinderrechte

30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention: Millionen Jungen und Mädchen weltweit leiden

 

(München/sos) - Vor 30 Jahren hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet. Seither hat sich vieles für Kinder verbessert: Zum Beispiel ist die Kindersterblichkeit deutlich gesunken, und mehr Kinder denn je gehen zur Schule. Doch trotz der Erfolge sind Millionen Kinder weltweit immer noch in Gefahr. 

 

Anlässlich des 30. Jahrestags der UN-Kinderrechte (20.November) fordert die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer deshalb die nationalen Regierungen weltweit dringlich dazu auf, sich dem Schicksal der Kinder mit der notwendigen Entschlossenheit zuzuwenden. "Die Diskrepanz zwischen den Ansprüchen der UN-Kinderrechtskonvention und deren Verwirklichung ist erschreckend und ein Armutszeugnis für unsere Welt. Wir fordern einen neuen, globalen Aufbruch für die Rechte von Kindern", sagt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer in München. Auch Deutschland müsse mehr Verantwortung übernehmen. Die Zeit sei reif, die Kinderrechte auch imGrundgesetz zu verankern.

 

30 Jahre Kinderrechte - eine Bestandsaufnahme:

 

Flucht: Über 30 Millionen Kinder befinden sich aufgrund von Kriegen, Katastrophen und Not auf der Flucht. Das sind mehr Betroffene, als jezuvor.

 

Traumata: 24 Millionen Jungen und Mädchen in Kriegsländern brauchen dringend psychosoziale Unterstützung. Gleichzeitig herrscht ein eklatanter Mangel an Psychologen und ausgebildeten Fachleuten.

 

Familie: 220 Millionen Kinder wachsen ohne Eltern auf oder sind aufgrund ihrer prekären Lage gefährdet, diese zu verlieren. Das ist jedes zehnte Kind.

 

Hunger: Weltweit sind immer noch 149 Millionen Kinder unterernährt. Das ist jedes fünfte Kind.

 

Bildung: Inzwischen besuchen 91 Prozent aller Kinder weltweit die Grundschule, 84 Prozent eine weiterführende Schule. Doch die Qualitätder Bildung ist oft unzureichend. Vor allem Kinder auf der Flucht haben schlechte Chancen: Von ihnen besuchen gerade mal 63 Prozent dieGrundschule, nur 24 Prozent eine weiterführende Schule.

 

Kinderehe: 1990 waren noch 31 Prozent aller jungen Frauen zwischen 20 und 24 Jahren bereits mit 18 verheiratet, aktuell gilt das nur noch für 21 Prozent. Mit insgesamt 650 Millionen Betroffenen bleibt die Zahl dennoch hoch.

 

Weibliche Genitalverstümmelung: Viele Länder haben Gesetze gegen weibliche Genitalverstümmelung erlassen, trotzdem sind immer noch bis zu 140 Millionen Mädchen und Frauen von der schändlichen Praxis betroffen.

 

Kinderarbeit: Die Zahl von Jungen und Mädchen, die Kinderarbeit verrichten müssen, ist von weltweit 246 Millionen im Jahr 2000, auf aktuell 152 Millionen gesunken. Besonders kritisch ist die Lage immer noch in Afrika, wo jedes fünfte Kind unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten muss.


Dramatischer Appell: Chefin der SOS-Kinderdörfer in Chile prangert Kinderechtsverletzungen an

 

(München/sos) - Angesichts der eskalierenden sozialen Krise in Chile, hat sich Alejandra Riveros, Leiterin der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer in dem lateinamerikanischen Land, mit einem dramatischen Appell an die staatlichen Institutionen gewandt: "Wir haben in den letzten Wochen hunderte Fälle von massiven Menschenrechtsverletzungen an Minderjährigen registriert, sie wurden geschlagen, entführt, vergewaltigt und ermordet." Mindestens 274 Kinder und Jugendliche befänden sich in Haft. Dort seien sie höchstwahrscheinlich physischer und psychischer Folter als auch sexueller Gewalt ausgesetzt.

 

"Wir fordern den chilenischen Staat und seine Ordnungs- und Sicherheitskräfte auf, alle Jungen und Mädchen umgehend freizulassen und den Beschuss von Demonstranten mit Tränengas oder Gasbomben sofort zu stoppen. Es ist die Pflicht des chilenischen Staates, für die Sicherheit seiner Kinder zu sorgen", sagte Riveros.

 

Chile erlebt seit Wochen schwere soziale Ausschreitungen. Die Regierung reagiert auf Massendemonstrationen mit mehreren Hunderttausend Teilnehmern mit Gewalt. Die Demonstranten wenden sich gegen die soziale Ungerechtigkeit im Land.


Katholischer Bischof zieht Priester aus Unruheregion zurück – Drohungen von Separatisten

missio Aachen: Kameruns zivile Friedenskräfte brauchen internationale Unterstützung

 

(Aachen/missio) - Das katholische Hilfswerk missio Aachen fordert die Bundesregierung auf, sich im Rahmen ihrer Afrikapolitik stärker für die Stabilisierung Kameruns einzusetzen und schon bestehende Kontakte zu intensivieren. „Im Südwesten des Landes schwelt einer der schlimmsten vergessenen Konflikte Afrikas, in dem die katholische Kirche als Vermittler und Friedensstifter zusehends in Bedrängnis gerät“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen. „Aufgrund der ungelösten politischen Probleme droht sich nach Berichten unserer Partner mittlerweile auch die christliche Gemeinschaft zu spalten. Kameruns zivile Friedenskräfte brauchen internationale Unterstützung“, so Bingener weiter.

 

Seit Jahren kämpfen im englischsprachigen Südwesten des ansonsten französischsprachigen Landes Rebellen für einen unabhängigen Staat. Das Militär Kameruns unterdrückt diesen Konflikt mit Gewalt. Mehrere Dörfer in der Region sind zerstört, 530.000 Menschen sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen innerhalb Kameruns auf der Flucht, rund 36.000 Menschen sind ins Nachbarland Nigeria geflohen. Knapp 2.000 Todesopfer forderten die Kämpfe bereits. Die katholische Kirche vermittelt in diesem Konflikt und kritisiert sowohl die Gewalt der Rebellen als auch die der Polizei und des Militärs.

 

Bischof: Priester mit Wissen der Gemeinde entführt und ermordet

 

Gegenüber missio berichtete nun der Bischof der Diözese Mamfe, Andrew Nkea, dass er seine Priester aus den am meisten gefährdeten Dörfern zurückgezogen habe. Das Bistum liegt im Herzen der Unruheregion. Anlass seien zwei Entführungen und zwei versuchte Entführungen von Priestern Ende Oktober und Anfang November gewesen. Zudem sei dort vor einem Jahr schon ein Priester getötet worden. Auch er selbst, so der Bischof weiter, werde bedroht.

 

Die Angreifer seien junge Männer aus diesen Dörfern, die politisch aufgewiegelt worden seien, und sich als Separatisten bezeichneten. Sie werfen Bischof Nkea dessen Teilnahme an nationalen Einigungs- und Friedensgesprächen in der Hauptstadt Kameruns vor. Für ihn sei es besonders schmerzlich, dass Mitglieder der christlichen Gemeinden von den Entführungsplänen gewusst hätten, und die Priester nicht warnten. Deshalb sehe er sich gezwungen, die Priester solange aus den Gemeinden zurückziehen, bis die jungen Separatisten ihre Waffen niederlegten und die Gemeinden sich wieder gewaltlos und konstruktiv für eine Lösung des Konflikts einsetzten, so Bischof Nkea.

 

„Dass sich Bischof Nkea zu diesem Schritt gezwungen sieht, zeigt die Dringlichkeit, mit der dieser vergessene Konflikt auf die internationale politische Agenda muss“, sagte Pfarrer Bingener. missio Aachen unterstützt in der Diözese Mamfe die Betreuung von Flüchtlingen.

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2018 stellt missio Aachen rund 46,5 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.192 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Millionen Kinder in Gefahr, weil Regierungen ihre Rechte nicht konkret umsetzen

30 Jahre Kinderrechte – Slow Motion fehl am Platz

Kinderrechts-Organisationen prangern Untätigkeit an, während die Vereinten Nationen den 30..Geburtstag der Kinderrechtskonvention feiern

 

(London, Berlin/wv) - Das Leben von Millionen Kindern ist in Gefahr, da die meisten Nationen der Welt ihr Engagement für die Kinderrechte nicht ernsthaft verfolgen. Darauf machen sechs große internationale Organisationen aufmerksam, die sich besonders für Kinder und Jugendliche einsetzen.

 

Nur wenige Regierungen nähmen den 30. Geburtstag des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes am 20. November zum Anlass, konkrete politische Zusagen zur Einlösung der gegebenen Versprechen zu machen, kritisiert das Bündnis “Joining Forces”, in dem ChildFund Alliance, Plan International, Save the Children International, SOS Kinderdörfer International, Terre des Hommes International Federation und World Vision International zusammen arbeiten.

 

Weniger als die Hälfte aller Länder haben bisher auf Einladung von UNICEF und der Vereinten Nationen die internationale Zusicherung „For every child, every right“ (Allen Kindern alle Rechte) gegeben. Diese stellt die Verwirklichung der Kinderrechte in einen Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung, die auch die Lebenschancen zukünftiger Generationen sichert.

 

Noch schlimmer: Weniger als 50 Länder haben nationale Zusicherungen gegeben. Auffällig ist hierbei eine große Zurückhaltung von Ländern mit der höchsten Kinderarmutsrate und der größten Existenznot.

 

„Millionen Kinder wurden im Stich gelassen“, sagt Meg Gardinier, Generalsekretärin der ChildFund Alliance und Vorsitzende von Joining Forces. „Trotz allem, was wir seit 1989 erreicht haben, werden täglich die Versprechen gebrochen, die Kindern vor 30 Jahren gegeben wurden. Es ist zwingend erforderlich, dass Staaten mit neuem politischen Willen und Dringlichkeit daran arbeiten, die Rechte für alle Kinder konkret zu verwirklichen.“

 

Das UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes ist das am weitesten anerkannte Menschenrechtsabkommen der Geschichte. Es fordert erhebliche Investitionen in die Gesundheit, Bildung und Sicherheit von Kindern sowie die Verabschiedung von Gesetzen und Bestimmungen, in denen die Rechte von Kindern anerkannt werden, vor allem in solchen Bereichen, wo sie selbst wehrlos sind, wie Kinderarbeit, körperliche Bestrafung, alternative Unterbringung oder Zwangsverheiratung.

 

Auf dieser Grundlage verbesserte sich der rechtliche Status aller Kinder in den letzten Jahren bedeutend. Bei den Beteiligungsmöglichkeiten und sozialen Lebensbedingungen wurden unterschiedlich große Fortschritte in reichen wie armen Ländern erzielt.

 

Andrew Morley, Präsident von World Vision International, hat an vielen Orten gesehen, wie sich uneingelöste Versprechen auswirken: „Eine schockierende Anzahl von Kindern stirbt immer noch aus vermeidbaren Gründen, Millionen weitere besuchen keine Schule oder müssen schreckliche Misshandlungen über sich ergehen lassen. Jedes Jahr werden etwa 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet. Vor Kurzem habe ich in Ostafrika ein achtjähriges Mädchen kennen gelernt, das beschnitten und zur Ehe gezwungen wurde. Man hat ihr die Kindheit gestohlen und die Zukunft ruiniert. Wir können nicht tatenlos zulassen, dass solche Abscheulichkeiten weiterhin geschehen.“

 

Die im Bündnis vertretenen Organisationen fordern in ihrem Bericht “A Second Revolution. Thirty Years of Child Righs and the Unfinished Agenda” von Regierungen unter anderem größere Investitionen in dringend notwendige Dienste. Die meisten Länder gäben beispielsweise weniger als 5 % bis 6 % ihres Bruttoinlandsprodukts für eine allgemeine Gesundheitsversorgung aus. Auch Hilfen aus dem Ausland, auf die ärmere Länder angewiesen sind, müssten in Bereichen wie Gesundheit und Bildung aufgestockt werden. Um die Bedürfnisse besonders benachteiligter Kinder zu erfassen und ihnen gezielt zu helfen, dürften sich Regierungen auch nicht mit nationalen Durchschnittswerten zufrieden geben. Eine umfassende Erhebung differenzierter Daten gewinnt nach Ansicht der Organisationen immer mehr an Bedeutung, da sich Rechtsverstöße unproportional auf benachteiligte Kinder auswirken.

 

Bestehende Statistiken zeigen, dass Armut bei der Entwicklung eines Kindes noch immer das mit Abstand größte Hindernis darstellt. Bei Kindern aus den ärmsten 20 % der Haushalte ist die Wahrscheinlichkeit, vor dem fünften Geburtstag zu sterben, 40 % höher als der Durchschnitt. Bei kleinen Kindern in den ärmsten Familien sowie in ländlichen und abgelegenen Gebieten treten Wachstumsstörungen mit zwei- bis dreimal höherer Wahrscheinlichkeit auf. Und bei Kindern auf der ganzen Welt ist die Wahrscheinlichkeit extremer Armut doppelt so hoch wie bei Erwachsenen.

 

Joining Forces ist ein Zusammenschluss von sechs führenden internationalen gemeinnützigen Organisationen, die mit und für Kinder unter 18 Jahren arbeiten, um deren Rechte zu sichern und die gegen sie gerichtete Gewalt zu beenden.

 

Das Bündnis besteht aus ChildFund Alliance, Plan International, Save the Children International, SOS Kinderdörfer International, Terre des Hommes International Federation und World Vision International.

 

Eine Zusammenfassung des Berichts „A Second Revolution“ finden Sie hier. Um besser verstehen zu können, welche Auswirkungen die Nichterfüllung von Rechten für Außenseiterkinder hat, lesen Sie das Kurzdossier „Delivering Progress for the Most Excluded Children“ (Fortschritte für die am meisten benachteiligten Kinder erzielen). Es beschreibt, welche Schritte notwendig sind, um die Rechte dieser Kinder zu realisieren. Dieses erste aus einer Reihe von Kurzdossiers finden Sie unter www.child-rights-now.org/most-excluded-children.


Folgen der Überschwemmungen in Somalia: Erst die Flut, jetzt die Not

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/SOS-Archiv
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/SOS-Archiv

 

(Mogadishu/ München/sos) - Überschwemmungen infolge heftiger Regenfälle haben in Somalia Schulen und Wohnhäuser zerstört, Ernten vernichtet, mehr als 270.000 Menschen haben ihre Häuser verloren und befinden sich auf der Flucht vor den Wassermassen. Die Katastrophe sei noch lange nicht überstanden, warnt die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer - der Region drohe ein humanitärer Notstand.

 

"Die Lage der Flutopfer ist verzweifelt. Sie haben nicht nur ihr Hab und Gut verloren, sondern auch kein Dach mehr über dem Kopf", sagt Abdikadir Dakane, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Somalia. "Viele Familien und Kinder sind von jeglicher Versorgung abgeschnitten, denn Brücken und Straßen wurden von den Unwettern zerstört." Sie hätten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, sanitären Einrichtungen und sauberem Wasser. Schon jetzt breiteten sich Krankheiten aus.

 

"Die Uhr tickt für diese Menschen. Noch haben sie sich nicht von der vorangegangenen monatelangen Dürre- und Hungerphase erholt, schon hat sie die nächste Krise ereilt. Wir bitten die internationale Staatengemeinschaft um schnelle und unbürokratische Hilfe, sonst droht den ohnehin schon krisengebeutelten Menschen in Somalia eine weitere Katastrophe", sagt Dakane.


Adveniat zum Rücktritt des bolivianischen Präsidenten Evo Morales

„Bolivien braucht einen friedlichen und aufrichtigen Dialog“

Pater Michael Heinz SVD, Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Foto: Achim Pohl/Adveniat
Pater Michael Heinz SVD, Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Foto: Achim Pohl/Adveniat

 

(Essen/adv) - „Bolivien braucht jetzt einen friedlichen und aufrichtigen Dialog.“ Der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Michael Heinz SVD, hat sich nach dem Rücktritt des bolivianischen Präsidenten am Sonntag, 10. Dezember 2019, ausdrücklich dem Aufruf der bolivianischen Bischöfe angeschlossen. „Wir rufen alle Bolivianer zum Frieden auf, und keine Akte der Gewalt zu begehen“, erklärten die bolivianischen Bischöfe. „Wir sind alle verpflichtet, das Leben aller Bolivianer zu verteidigen.“

 

Für den Adveniat-Hauptgeschäftsführer ist Evo Morales ist ein weiteres Beispiel für die mit der Zeit von der Macht korrumpierten Präsidenten Lateinamerikas. „Seit seinem Amtsantritt 2006 hat das Leben sehr vieler Armer in Bolivien entscheidend verbessert. Insbesondere der indigenen Bevölkerungsmehrheit hat der ehemalige Gewerkschaftsführer aus dem Volk der Aymara ein bis dahin nicht gekanntes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl gegeben.“ Umso tragischer sei es, dass er – anstatt wie von der Verfassung vorgesehen – es versäumt habe nach zwei Amtszeiten auf das Amt zu verzichten und eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger in seiner Partei dem ‚Movimiento al Socialismo‘ (MAS) aufzubauen. „Er hat an der Macht geklebt. Auch er ist am Ende zu einem Caudillo geworden, wie die autoritären Populisten in Lateinamerika genannt werden“, erläuterte Adveniat-Chef Pater Heinz. Diese Entwicklung sei in verschiedenen Ländern Lateinamerikas zu beobachten.

 

Von der deutschen Bundesregierung erwartet der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat mehr als die üblichen Durchhalteparolen und Aufrufe zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. „Deutschland und Europa müssen sich ernsthaft für die Länder Lateinamerikas interessieren, anstatt sie nur als Rohstofflager auszuplündern. Auch im Falle Boliviens fehlt es an einer strategischen Außenpolitik, die darauf aus ist, das Leben der vielen Armen nachhaltig zu verbessern. Hilfswerke wie Adveniat werden mit ihren Partnern vor Ort damit alleingelassen. Die Bundesregierung unterstützt vor allem Wirtschaftsunternehmen dabei, mit den Reichen der lateinamerikanischen Länder lukrative Verträge über die Ausbeutung von Bodenschätzen abzuschließen“, kritisiert Pater Heinz.

 

Mit großer Sorge erfüllt den Adveniat-Chef, der selbst zehn Jahre als Priester in Bolivien tätig war, der Blick in die Zukunft: „Es ist vollkommen unklar, wie es nun weitergeht. Das polarisierte Land darf nicht im Chaos versinken. Denn die Verlierer werden einmal mehr die Armen und die indigenen Völker sein.“ Dem Rücktritt Morales‘ waren bereits drei Wochen gewalttätiger Proteste vorausgegangen. Es ist aktuell nicht zu erkennen, dass sich die Lage durch den Rücktritt schnell beruhigen wird. „Das ständige Gerede von links und rechts und die Beschimpfung des politischen Gegenübers als ‚Kommunist‘ oder ‚Kapitalist‘ vergiften die politische Debatte und spalten die Gesellschaft. Diese einfachen Kategorien funktionieren längst nicht mehr. Die Politik muss danach bewertet werden, ob sie den sozialen Frieden im Land fördert, Ressourcen und Gewinne gerecht verteilt, Zukunfts- und Arbeitsperspektiven für die Menschen schafft und sich eines nachhaltigen Umgangs mit der Umwelt verpflichtet“, so Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Heinz.

 

Die Menschen in Bolivien sehnen sich wie in ganz Lateinamerika nach Frieden. Deshalb hat das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die diesjährige bundesweite Weihnachtsaktion der katholischen Kirche unter das Motto gestellt: „Friede! Mit Dir!“ Bildungsprojekte, die junge Menschen von Armut befreien, Friedensprojekte, die Konfliktparteien wieder an einen Tisch bringen, Menschenrechtsarbeit zugunsten indigener Völker und Landwirtschaft im Einklang mit Mensch und Natur – das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt zahlreiche Initiativen, die der Bevölkerung ein Leben in Frieden untereinander und mit der Umwelt ermöglichen. Grundvoraussetzung dafür sind weltweite Solidarität und verantwortliches Handeln im Alltag auch hierzulande.

 

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von Hunderttausenden Spenderinnen und Spendern. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 2.000 Projekte gefördert werden, die mit mehr als 36 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen. Die Eröffnung der bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion findet am 1. Advent, dem 1. Dezember 2019, im Erzbistum Freiburg statt. Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Spendenkonto bei der Bank im Bistum Essen, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45.


Die Vereinten Nationen haben den 31. Oktober zum Weltstädtetag („World Cities Day“) erklärt

 

Weltstädtetag * Hunger * Verstädterung

 

(Berlin/bfw) - Schon heute lebt weltweit mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Bis 2050 werden es bis zu 70 Prozent sein, das sind etwa sechs Milliarden Menschen. Am schnellsten wachsen die Städte in Asien und Afrika. Wie kann es gelingen, die städtische Bevölkerung mit genügend und gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen?

 

Luise Steinwachs, Leiterin des Referats Grunddienste und Ernährung bei Brot für die Welt, sagt:

„Damit die Menschen in den wachsenden Städten sich gesund und ausgewogen ernähren können, braucht es zum einen  Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft, denn sie erzeugt die Nahrungsmittel.  Zum anderen müssen  städtische Versorgungssysteme gestärkt werden. Dazu gehören lokale Märkte und eine öffentlich zugängliche Lagerhaltung für kleine Händler. Wer Nahrungsmittel produziert oder verkauft, muss Zugang zu Mikrokrediten, aber auch zu sauberem Wasser, Kühlung und zu angepasster Verpackung sowie sicheren Transportmitteln und Transportwegen bekommen. Wesentlich ist, dass die Erzeugung von Nahrungsmitteln für die Bevölkerung Vorrang hat vor anderen Landnutzungen. Sonst besteht die Gefahr, dass Hunger und Mangelernährung weiter zunehmen und die Armut wächst. Stadtplanung sollte das städtische Umland mit einbeziehen.“


Traumatisierte Kinder im Nord-Irak erfahren Gemeinschaft, Achtung und Ermutigung

Kleines Paradies im Lager: Shelter Now fördert Zentrum für jesidische Waisen

 

(Braunschweig/sn) - Es ist ein kleines buntes Paradies mitten im staubigen Flüchtlingslager bei Baadre im Nord-Irak: Im Kinderzentrum spielen und lernen rund 90 Mädchen und Jungen. Sie alle sind Jesiden und haben durch den Terror der IS-Milizen ihre Eltern verloren. Das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now unterstützt den Betrieb des von Mitarbeiterinnen einer Kirchengemeinde getragenen Zentrums ab sofort mit monatlich 2.500 Euro und übernimmt damit die Hälfte der Kosten.

 

Rund 8.000 Flüchtlinge, die sich 2014 vor dem Terror gegen die Jesiden in der Region Sindschar gerettet hatten, leben in dem Camp bei der Kleinstadt Baadre. „Man mag sich nicht vorstellen, was diese Menschen erlebt haben“, sagt der deutsche Shelter Now-Direktor Udo Stolte. Die in dem „Child Center“ betreuten Kinder zwischen fünf und 15 Jahren seien schwer traumatisiert. Ihre Eltern starben bei den Kämpfen oder wurden durch den IS hingerichtet.

 

Seit 18 Monaten betreibt das Zentrum im Flüchtlingslager Baadre. Helen, die Leiterin, sieht bei den Jungen und Mädchen bereits erhebliche Veränderungen: „Sie haben ein Strahlen in ihren Augen, das sie durch die fürchterlichen Erfahrungen mit den IS-Schergen verloren hatten.“ Werte wie gegenseitige Achtung, Hilfe in Schwierigkeiten, Trost und Ermutigung, wollen Helen und ihre Mitarbeiterinnen vermitteln.

 

Acht jesidische Lehrerinnen, die selbst im Flüchtlings-Camp leben, arbeiten mit den Kindern in Anlehnung an die Grundsätze der Montessori-Pädagogik. Das Zentrum verfügt über gutes pädagogisches Material, mit dem sich die Kleinen einzeln, paarweise oder in Gruppen beschäftigen. Bereits vor dem Einstieg in die regelmäßige Förderung des „Child Centers“ hatte Shelter Now den Lehrerinnen eine Fortbildung in Traumabewältigung ermöglicht und Geräte für den Spielplatz gekauft.

 

Shelter Now-Direktor Stolte kündigte an, dass in Baadre demnächst auch das geplante Zentrum zur Traumabewältigung für ehemalige IS-Sklavinnen starten kann. Die offizielle Genehmigung liege jetzt vor. „Damit bauen wir die bisher nur ambulant betriebene Traumaarbeit wesentlich aus“, erläuterte Stolte. In einer geschützten Umgebung könnten die Mädchen und Frauen Gemeinschaft erfahren, handwerkliche Fertigkeiten erlernen und an Musik- und Sportkursen teilnehmen. Shelter Now rechnet damit, dass in den nächsten zwei Jahren etwa 400 Frauen an den Angeboten teilnehmen.Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Von 1983 bis 2016 war es in Pakistan tätig. 1988 begann die Arbeit in Afghanistan, 2014 in der Autonomen Region Kurdistan (Nord-Irak). Der Name der Organisation in Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“. Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.

 


Dramatischer Appell: Nahost-Chef der SOS-Kinderdörfer warnt vor Katastrophe für syrische Kinder

 

(München/sos) - Nachdem die Kämpfe im Nordosten von Syrien eskaliert sind, hat sich Elhadi Abdalla, Leiter der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer im Nahen Osten, mit einem dramatischen Appell an die Konfliktparteien gewandt: "200.000 Menschen befinden sich in Folge der Kämpfe auf der Flucht, darunter mindestens 70.000 Kinder. Sie werden beschossen, sind sexueller Gewalt, Hunger, Durst und Krankheiten schutzlos ausgeliefert. Wir fordern alle Konfliktparteien dazu auf, Kinder gemäß ihrer Rechte zu schützen, jegliches militärische Vorgehen gegen Infrastruktureinrichtungen und Zivilisten einzustellen und die  sichere Lieferung von Hilfsgütern in die Region zu garantieren." Alle Protagonisten seien dazu aufgefordert, eine Lösung zu erarbeiten, um die Gewalt umgehend zu beenden und sicherzustellen, dass alle Kinder in Syrien Hilfe erhalten. Andernfalls drohe eine humanitäre Katastrophe beispiellosen Ausmaßes.

 


Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf

Nordsyrien: Gewalt verschärft Not der Menschen

 

Syrien * Spenden * Nothilfe * Flüchtlinge

 

(Berlin/dw) -Angesichts der sich ausweitenden Gewalt in Nordsyrien ruft die Diakonie Katastrophenhilfe zu Spenden für die dringend benötigte Nothilfe auf. „Seit fast neun Jahren wird Syriens Bevölkerung vom Krieg gegeißelt. Die Gewalt zieht immer weitere Spiralen. Internationale Akteure nutzen die politisch scheinbar nicht mehr steuerbare Lage, um ihre eigenen politischen und geostrategischen Ziele mit militärischer Gewalt zu verfolgen“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.

 

„Keiner der beteiligten Akteure scheint dabei Rücksicht auf eine erschöpfte, traumatisierte und durch den Krieg bitterarm gemachte Zivilbevölkerung zu nehmen. Ebenso wenig halten sie sich an internationales humanitäres Völkerrecht. Die Kampfhandlungen in Nordsyrien verursachen zusätzliches Leid, Tod, Vertreibung und Flucht“, sagt Füllkrug-Weitzel. „Wir haben erfahrene Partnerorganisationen in der Region und wollen gemeinsam mit ihnen unsere Nothilfemaßnahmen ausweiten und die betroffenen Menschen unterstützen. Dafür sind wir dringend auf Spenden angewiesen.“

 

Laut Vereinten Nationen wurden seit Beginn der aktuellen Kampfhandlungen bereits 200.000 Menschen vertrieben. In den Konfliktgebieten sind etwa 400.000 Menschen auf Hilfe angewiesen. Viele Menschen, die vor der aktuellen Gewalt fliehen, sind in den vergangenen Jahren schon mindestens einmal vertrieben worden. „Wir befürchten, dass sich die Zahl der Menschen, die ins Landesinnere Syriens fliehen, in den kommenden Tagen weiter erhöht“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. Falls die Menschen in den kommenden Wochen Richtung Nordirak fliehen, wird die Diakonie Katastrophenhilfe mit lokalen Partnern auch dort die Menschen unterstützen.

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,

Evangelische Bank,

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Humanitäre Hilfe Syrien/Irak

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

 

Caritas international, Freiburg,

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe,

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

BIC: BFSWDE33KRL

Stichwort: Nothilfe Syrien

Online unter: www.caritas-international.de


Brot für die Welt und FIAN legen Bericht zum Recht auf Nahrung vor

Diskriminierung von Frauen bremst Überwindung des Hungers

 

Recht auf Nahrung * Jahrbuch * Welternährungstag * Hunger

 

(Berlin/Köln/bfw) - Die Zahl der Menschen, die unter Hunger und „mittlerer oder schwerer Ernährungsunsicherheit“ leiden, ist zwischen 2014 und 2018 um 300 Millionen auf über zwei Milliarden angestiegen. Weltweit lebt nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO beinahe jeder vierte Mensch in der Ungewissheit, ob es am nächsten Tag ausreichend und qualitativ gute Nahrung gibt. Frauen und Mädchen sind stärker betroffen als Männer. Verantwortlich dafür sind vor allem ihre fehlende rechtliche Gleichstellung und Diskriminierung beim Zugang zu Land, heißt es in der neuen Ausgabe des Jahrbuchs zum Recht auf Nahrung. Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN sind Mitherausgeber des Jahrbuchs, das zum Welternährungstag (16. Oktober) veröffentlicht wird. 

 

Frauen kommt eine Schlüsselrolle bei der Überwindung von Hunger und Ernährungssicherheit zu, denn sie übernehmen beim Anbau, der Ernte und der Zubereitung von Nahrungsmitteln zentrale Aufgaben. Trotzdem sind immer noch die Mehrheit der Menschen, die Hunger leiden, Frauen und Mädchen. Bernhard Walter, Ernährungsexperte von Brot für die Welt, sagt: „Wegen mangelnder politischer Teilhabe, fehlender rechtlicher Gleichstellung und Diskriminierung beim Zugang zu Land und anderen Ressourcen sind Frauen viel stärker von Ernährungsunsicherheit betroffen als Männer. Doch Frauen organisieren sich in vielen Ländern gegen alle Widerstände.“

 

Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland ergänzt: „Frauen werden in vielen Ländern in Bezug auf Bildung, Landrechte, Einkommen oder politische Teilhabe diskriminiert. Ihre tragende Rolle in den Ernährungssystemen bleibt in der Regel im Hintergrund. Zudem sind Frauen oftmals systemischer Gewalt ausgesetzt – insbesondere wenn sie Unternehmensinteressen oder autoritären Regierungen in die Quere kommen. Die Fallbeispiele im neuen Jahrbuch zeigen jedoch eindrücklich die politische Handlungsfähigkeit von Frauen – selbst gegenüber repressiven oder neoliberalen Regierungen.“

 

Das Recht auf Nahrung ist als Menschenrecht verankert in Artikel 11 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, dem UN-Sozialpakt. Es ist eines der am häufigsten verletzten Menschenrechte. In den Nachhaltigen Entwicklungszielen haben sich die Vereinten Nationen verpflichtet, bis 2030 das Recht auf Nahrung für alle Menschen zu verwirklichen.

 

Das diesjährige Jahrbuch zum Recht auf Nahrung – der Right to Food and Nutrition Watch –  erscheint in englischer, spanischer, französischer und portugiesischer Sprache und wird am 16. Oktober im UN-Committee on World Food Security (CFS) in Rom vorgestellt. Die Autorinnen und Autoren sind Teil des Global Network for the Right to Food and Nutrition.


Thanda Safari freut sich über Unterstützung für sein Nashorn-Artenschutzprogramm

Die fliegende Zulu Prinzessin

(KwaZulu Natal/München/pm) - Um mehr Aufmerksamkeit auf den Schutz gefährdeter Nashörner in ihrem Heimatland Südafrika zu lenken, greift Thanda Safari Botschafterin Prinzessin Nandi Zulu, Tochter von Seiner Majestät König Zwelithini kaBhekuzulu, zu außergewöhnlichen Mitteln. Ende August sprang sie, zusammen mit Truman Ndlovu, Reservatsmanager von Thanda Safari und Leiter der Anti-Wilderei-Einheit, mit einem Fallschirm aus einem Kleinflugzeug in 10.000 Fuß (3.048 Meter) Höhe. Damit wollte sie ein Zeichen gegen Nashornwilderei setzen und gleichzeitig Spenden für das Artenschutzprogramm Project Rhino KZN sammeln.

 

Prinzessin Nandi ist das erste Mitglied der königlichen Zulu Familie, das zugunsten des Nashornschutzes einen Fallschirmsprung wagte, um das Artenschutzprogramm Project Rhine KZN zu unterstützen. Project Rhino KZN, welches von der Thanda Group mitgegründet wurde, fördert die intensive Zusammenarbeit zwischen führenden Naturschutzbehörden von KwaZulu Natal, lokalen Wildreservaten und Regierungsbehörden, sowie privaten Wildreservaten und Anti-Wilderei-Sicherheitsspezialisten. Ziel des Programms ist es, einen geschützten Lebensraum für das Spitzmaulnashorn in KwaZulu Natal zu schaffen, in dem die Tiere keine Gefahr laufen, Wilderern zum Opfer zu fallen.

 

 

Thanda Safari: Luxus- und Schutzreservat in Einem

 

Thanda Safari ist ein Safari-Reservat im südafrikanischen KwaZulu Nationalpark, das Gästen mit seiner Thanda Safari Lodge, dem Thanda Tented Camp oder der exklusiven Privatunterkunft Villa iZulu unvergessliche Safari-Erlebnisse bietet. Zur Philosophie des preisgekrönten Big-Five-Wildreservats gehört die besonders enge Bindung zum einheimischen Volk der Zulu sowie der Einsatz für den Erhalt ihrer Kultur. Ein Teil des Reservats (das Mduna Royal Reserve) gehört dem Zulu König Zwelithini Goodwill kaBhekuzulu. Thanda Safari bietet Gästen außerdem die einmalige Gelegenheit, das Nashorn-Monitoring-Team bei ihrer täglichen Arbeit zu begleiten. Reisende erhalten einen halben Tag Einblick in die Tätigkeiten der Tierschützer, die sich dem Erhalt dieser großartigen Spezies und ihrem Schutz vor Wilderern verschrieben haben.

 
Schutz weißer und schwarzer Nashörner 

Ein wichtiger Aspekt der Mission von Thanda Safari und dessen Nashorn Monitoring Team ist es, die Bestände des weißen und schwarzen Nashorns zu dokumentieren und die relevanten Daten täglich auszuwerten. Die Mitglieder dieses Teams sind aber nicht nur Artenschützer, sondern tragen maßgeblich zur ökologischen Bilanz von Thanda Safari bei. Auch Gäste können sich aktiv beteiligen, indem sie beispielsweise an abenteuerlichen Rhino Trackings teilnehmen. Individuell abgestimmte Touren ermöglichen es Gästen, unvergessliche Momente in der Wildnis zu erleben und darüber hinaus etwas über den Artenschutz der Nashörner zu lernen. 

 

Einnahmen ausschließlich für Artenerhalt

 

Die Kosten für eine drei- bis vierstündige Nashorn-Spurensuche belaufen sich auf R1500 (ca. €114) pro Person. Diese „not-for-profit“-Gebühr wird zur Kostendeckung aufgeteilt und fließt direkt in den Artenerhalt der Nashörner zurück. Während für die Verpflegung, ein geeignetes Fahrzeug sowie für den Lohn des Guides 500R (ca. €38) aufgewendet werden, teilen sich die verbleibenden R1000 (ca. €76) u.a. auf die Kosten für Tierärzte, Kameras, Anti-Wilderei-Einheit und Gehälter auf.

 


Internationaler Workshop zu Perspektiven der Chinawissenschaften in Siegburg

China liegt im Auge des Betrachters