Nachrichten aus aller Welt

10.11.2018

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

SOS-Kinderdörfer nehmen unbegleitete Minderjährige auf

Migrantenkinder in Mittelamerika: Ausgebeutet, vergewaltigt, versklavt

 

Quelle https://www.youtube.com/watch?v=k3VkIaJkasI

 

(München/sos) - Auf dem Weg in die USA sind unbegleitete Minderjährige aus Mittelamerika oft sexueller Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. "Auf sich alleine gestellt, werden sie leicht Opfer von skrupellosen Menschenhändlern und Schleusern, die sie vergewaltigen, wie Sklaven verkaufen oder zur Prostitution zwingen", sagt Nicolas Alfaro, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Honduras. "Manche von ihnen verschwinden."

 

Allein in den letzten drei Wochen wurden laut Alfaro über 2.100 Kinder an der Grenze zwischen Honduras und Guatemala aufgegriffen und zurückgeschickt. Mindestens zehn Prozent wurden dabei von ihren Familienangehörigen getrennt. "Kinder und Jugendliche auf der Flucht und in der Migration haben ein Recht auf besonderen Schutz und Hilfe", sagt Alfaro. "Doch tatsächlich werden diese Rechte immer wieder ignoriert." Deshalb betreibt die Hilfsorganisation seit Kurzem Notunterkünfte in Mexiko, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua. "Unbegleitete Minderjährige finden dort eine sichere Bleibe und wir versuchen, ihre Eltern ausfindig zu machen und die Familien zusammenzuführen", so Alfaro weiter.

 

Die Gründe für die Flucht aus ihren Heimatländern sind vielfältig: Bewaffnete Gewalt, Bandenkriminalität, aber auch Armut und Perspektivlosigkeit zwingen die Kinder auf die gefährliche Reise. "Ich bin geflohen, weil meine Familie in El Salvador bedroht wurde. Ein Bandenmitglied wollte meine 15-jährige Tochter heiraten - gegen ihren Willen. Wir hatten große Angst, weil diese Person zuvor einen Mitschüler von ihr ermordet hatte", erklärt die alleinerziehende Mutter von drei Kindern den Grund für ihre Flucht aus El Salvador. Oder ein 17-jährige Junge aus Honduras in einer Notunterkunft in Mexiko: "Die Maras haben gedroht, mich umzubringen, wenn ich mich ihnen nicht anschließe. Da bin ich zusammen mit meinem Bruder von zu Hause weggelaufen, um in den USA ein neues Leben zu beginnen."

 

Diese beiden Geschichten sind nur zwei von vielen ähnlich traumatischen Erfahrungen, welche die SOS-Kinderdörfer dokumentieren. Über 7.000 Migranten befinden sich aktuell gemeinsam auf dem Marsch in Richtung der Vereinigten Staaten. "Gemeinsam fühlen sie sich sicherer, aber der Schein trügt, überall lauern Gefahren", sagt Alfaro. "Krankheiten und Wassermangel bei der großen Hitze schwächen die verzweifelten Menschen zusätzlich." Zudem hat US-Präsident DonaldTrump im vergangenen Monat rund 17.000 Migranten an der Grenze zu Mexiko festnehmen lassen - das entspricht einem Anstieg von über 30 Prozent im Vergleich zum Vormonat. "Das erhoffte Asyl bleibt den meisten verwehrt und so bleiben sie im wahrsten Sinne auf der Strecke- ohne Geld, Aufenthaltsgenehmigung, Hoffnung. Zurück können sie nicht, denn in ihrer Heimat ist die Zivilgesellschaft zusammengebrochen", so Alfaro weiter. "Wenn sich die Situation in denHeimatländern nicht ändert, werden die Jugendlichen erneut versuchen,in die USA zu gelangen."

 

Deshalb müssten auch die Ursachen für die Flucht bekämpft werden. DieSOS-Kinderdörfer nehmen auf regionaler und nationaler Ebene Einfluss auf Politik und Öffentlichkeit, um mehr Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, und wirken beim Aufbau von Kapazitäten staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen mit. Die Maßnahmen umfassen psychotherapeutische Hilfe, Einkommensförderung sowie Selbsthilfeinitiativen, um die Rechte und den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Familien zu gewährleisten. Das Projekt wird in fünf Ländern der Region umgesetzt und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.


„WIR STEHEN IN DER VERANTWORTUNG“: LANDESBISCHOF CORNELIUS-BUNDSCHUH ZUR ESKALATION IN KAMERUN

„GEWALT ERZEUGT GEWALT“

 

(Karlsruhe/Buea/ekiba) - Mit der Schließung ihrer Schulen hat die Presbyterian Church in Cameroon (PCC) auf die Entführung von Schülerinnen und Schülern in Bamenda reagiert. „Damit ist auch der letzte Versuch gescheitert, Kindern und Jugendlichen in den anglofonen Krisengebieten Kameruns zumindest ein wenig Normalität und Perspektive im Bürgerkrieg zu bieten“, sagt der Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. Mit der PCC verbinden die Evangelische Landeskirche in Baden langjährige Partnerschaften. „Wir stehen in der Verantwortung“, betont Cornelius-Bundschuh. Mittlerweile sind laut Vereinten Nationen 250.000 Menschen obdachlos und auf der Flucht.

 

 

 

Der Kirchenpräsident der PCC, Pfarrer Samuel Fonki Forba, hatte Landesbischof Cornelius-Bundschuh im Frühjahr 2018 besucht und die badische Kirche um ihr Engagement dafür gebeten, dass sich europäische Regierungen für eine friedliche Konfliktlösung und einen breiten gesellschaftlichen Dialog in Kamerun einsetzen: „Wenn Deutschland und Frankreich jetzt politisch handeln, können sie vielleicht schlimmeres Blutvergießen verhindern“, war Fonkis Botschaft im Mai. Dementsprechend hatten sich Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und der Präsident der Protestantischen Kirchen in Elsass-Lothringen UEPAL, Christian Albecker, nach dem Besuch von Moderator Fonki an die Bundesregierung und den französischen Präsidenten gewandt, damit diese auf die Konfliktparteien einwirken.

 

 

 

Dagegen hatte die Süddeutsche Zeitung im Oktober von deutscher Militärhilfe an die Regierung Kameruns berichtet. „Gewalt erzeugt Gewalt, wer will, dass die Menschen in Kamerun in Frieden leben können, muss den Dialog fördern“, so der badische Landesbischof. Am Sonntag, 11. November, sei nicht nur der Tag „unserer deutsch-französischen Friedenserklärung der Religionen“, sondern auch der Tag „einer starken Friedenserklärung“ der Presbyterian Church in Cameroon. Mitten im Bürgerkrieg, angesichts vertriebener und getöteter Pfarrer und Gemeindemitglieder rufe Moderator Fonki darin seine Kirche zur Nachfolge Jesu aufrufen, „der uns Feindesliebe gelehrt hat“, berichtet Landesbischof Cornelius-Bundschuh. „Das ist auch unsere Überzeugung hier in Europa. Doch wieviel einfacher ist es, dies zu vertreten in Zeiten des Friedens“, betont der Landesbischof. Kamerun brauche „unser Gebet und unsere Unterstützung“.

 

 

 

Während noch im vergangenen Jahr ein Pfarrer der PCC als ökumenischer Mitarbeiter in der badischen Landeskirche tätig war, seien Partnerschaftsbesuche mittlerweile durch den eskalierenden Bürgerkrieg unmöglich, erläutert der südbadische Ökumenebeauftragte der Landeskirche, Pfarrer Eberhard Deusch aus Umkirch, und ergänzt: „Dörfer von Partnergemeinden wurden von Regierungstruppen niedergebrannt“. Glücklicherweise seien die meisten Kinder, in dieser Woche aus einer Schule entführt wurden, inzwischen wieder frei. Der Schulleiter und zwei Lehrer seien allerdings weiter in der Gewalt der Entführer. Die badische Landeskirche ruft ihre Gemeinden deshalb für kommenden Sonntag, 11. November, zu einer Fürbitte für die Entführten und für den Frieden in Kamerun auf.

 

 

 

Im Namen der Kirchenleitung der PCC verurteilt Moderator Fonki in seiner Rede (online abrufbar über ekiba.de) zum 11. November als Tag der Presbyterian Church in Cameroon die Einschüchterungen und Morde durch die Separatisten und das Militär in Kamerun gleichermaßen. Er verurteilt die Gewalt gegen Unbewaffnete in den Krisenregionen, die Angriffe auf Bildungseinrichtungen und dass Kinder gehindert daran werden zur Schule zu gehen. Er ruft die Zentralregierung auf, einen Friedensplan auszuarbeiten, der die Konflikte lösen kann und auch die wahren Ursachen mit berücksichtigt. Die Diaspora, also Kameruner in Amerika und Europa, ruft er dazu auf, nicht mit „hate speech“ die Gewalt noch weiter anzufachen. Die Christen der PCC ruft er auf zu beten und genauso bürgerschaftliche Verantwortung zu übernehmen und jegliche Gewalt abzulehnen.

 

 

 

Spenden im Rahmen des Nothilfe- und Wiederaufbauprojektes für Kamerun von Mission 21 sind willkommen:

 

Evangelische Bank eG, IBAN: DE91 5206 0410 0000 0011 80, BIC: GENODEF1EK1

 

Online-Spenden sind möglich unter altruja.de/bmdz-spenden/spende

 

 

 

Weitere Informationen zur Lage in Kamerun finden Sie unter brennpunktkamerun.org

 

 

 


World Vision fordert besonders den Schutz von Kindern ein

Sicherheit und Rechte von Rohingya-Flüchtlingen bei geplanter Rückführung aus Bangladesch nach Myanmar nicht gewährleistet

(Cox's Bazar/Friedrichsdorf/wv) – Der für nächste Woche geplante Beginn der Rückführung von Rohingya-Flüchtlingen aus Bangladesch nach Myanmar könnte Kinder und ihre Familien in große Gefahr bringen, warnt die Kinderhilfsorganisation World Vision. Ihr Schutz sei durch die bisher bekannten Pläne nicht gewährleistet und ihre Rechte müssten geachtet werden, heißt es in einer heute von World Vision mitunterzeichneten Erklärung von mehr als 40 NGO’s.

 

 

 

Die Regierungen von Myanmar und Bangladesch hatten Ende Oktober gemeinsame Pläne zur Rückführung von mehr als 2.200 Rohingya-Flüchtlingen am 15. November angekündigt. Viele Fragen zu Einzelheiten der Umsetzung dieser Pläne blieben bisher allerdings offen. Fast 1 Million Flüchtlinge leben in Lagern in der Nähe von Cox's Bazar, Bangladesch, nachdem sie im August 2017 vor extremer Gewalt in Myanmar geflohen waren.

 

 

 

Die unfreiwillige Rückkehr von Flüchtlingen aus Bangladesch nach Myanmar, wo ihr Leben und ihre Sicherheit weiterhin ernsthaft gefährdet sind, verstößt gegen grundlegende Prinzipien des Flüchtlingsschutzes, betont die gemeinsame Stellungnahme der humanitären und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die in beiden Ländern tätig sind.

 

 

 

World Vision und andere Hilfsorganisationen berichten, dass Flüchtlinge sehr verängstigt auf die Pläne reagierten. Sie verlangen stärkere Garantien dafür, dass die extremen Menschenrechtsverletzungen, unter denen die Rohingya in ihren Heimatregionen zu leiden hatten, gestoppt würden und dass die für die Gewalt Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

 

 

 

"Flüchtlingskinder hören Gespräche über die Rückführung und haben große Angst", berichtet Fred Witteveen, Landesdirektor von World Vision Bangladesch. "Die meisten Kinder hier haben auf der Flucht aus Myanmar schreckliche Gewalt erlitten oder erlebt, und ihre Erinnerungen sind noch schmerzhaft frisch. Sie stellen unseren Mitarbeitern Fragen über ihre Zukunft, und wir haben keine Antworten für sie. Wir fordern die Regierungen von Bangladesch und Myanmar auf, dafür zu sorgen, dass Kinder geschützt werden und dass jede Rückführung auf sichere, freiwillige und würdige Weise erfolgt."

 

 

 

-Gemeinsame Erklärung:  https://bit.ly/2PSBZgw

 

-Zwei Videoclips von Rohingya-Flüchtlingen, die ihre Ansichten zur Repatriierung teilen:

 

https://bit.ly/2RK8HO3

 

- Factsheet und Bilder zur Arbeit von World Vision in den Flüchtlingscamps in Bangladesch: https://bit.ly/2yYFgBb

 

 

 

 

 

WEITERE FAKTEN

 

- Mehr als die Hälfte der 900.000 Flüchtlinge, die im Cox's Bazar leben, sind Kinder.

 

- World Vision betreibt 12 kinderfreundliche Räume in den Lagern, in denen Kinder von psychosozialer Betreuung und Unterstützung in einer sicheren Umgebung profitieren.

 

- World Vision arbeitet seit September 2017 in den Flüchtlingslagern und leistet lebensrettende Hilfe durch Programme in den Bereichen Kinderschutz, Ernährung und Ernährungssicherheit sowie Wasser und Hygiene. Mehr als 260.000 Menschen haben bisher davon profitiert.

 

 

 


Über 5.000 Kindergärten beteiligen sich an Laternenaktion von World Vision

(Friedrichsdorf/wv) - An der diesjährigen „Lichterkinder“-Aktion der Hilfsorganisation World Vision werden sich über 5.000 Kindergärten beteiligen. Zehntausende Kinder sammeln bei der Aktion für Hilfsprojekt in Indien. Die bundesweite Aktion findet rund um den St. Martinstag statt.

 

Die Aktion „Lichterkinder“ startete 2010 und stellt den Gedanken des Teilens und Helfens in den Mittelpunkt. Angemeldete Kindergärten haben von World Vision Aktionshefte und Infoplakate zur Spendenaktion bekommen. Dieses Mal gibt es auch eine Fotowettbewerb. Bis zum 21.12.2018 kann man Fotos von selbstgebastelten Laternen an info@lichterkinder.de schicken. Ende Januar wird der Gewinner gekürt. Zu gewinnen gibt es Gutscheine der Sponsoren Dusyma und Grafik-Werkstatt im Gesamtwert von 1.700 Euro.

 

Ziel der diesjährigen Aktion ist es, die Renovierung von baufälligen Kleinkindzentren in den indischen Bundesstaaten Gujarat und Rajasthan zu finanzieren. Dort werden medizinische Untersuchungen, Impfungen sowie Beratung für Eltern in Gesundheits- und Ernährungsfragen angeboten. Auch die Vorschulbildung wird dort in einem geschützten und kindgerechten Raum mit viel Spielmaterial gefördert.

 

 

INFOS IM INTERNET

 

World Vision finden Sie auch auf Facebook, Twitter, Xing und Youtube

 

https://www.worldvision.de
https://www.worldvision.de/mitmachen/lichterkinder

 

 

HINTERGRUND

 

World Vision Deutschland e.V. ist ein überkonfessionelles, christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2017 wurden 322 Projekte in 50 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit weiteren World Vision-Werken in fast 100 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen zusammen (UNHCR).


ICT: Chinas autoritäres Modell darf sich international nicht durchsetzen

UN-Menschenrechtsrat: China leugnet Menschenrechtverletzungen in Xinjiang und Tibet

 

(Berlin/ict) - Bei dem in Genf stattfindenden Länderprüfverfahren (UPR - „Universal Periodic Review“) für die Volksrepublik hat die chinesische Regierung heute in aggressiver Weise die gegen sie vorgebrachten Vorwürfe geleugnet. Mehrere Staatenvertreter, unter ihnen die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Deutschland und Frankreich, hatten im UN-Menschenrechtsrat Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang, Tibet und weiteren Orten der Volksrepublik China angeprangert. Insbesondere äußerten sie ihre Sorge über die Lage in der Uigurenregion Xinjiang (Ost-Turkestan), wo die Behörden vermutlich mehr als eine Million Menschen in sogenannten Umerziehungslagern festhalten, sowie in Tibet, wo die Staatenvertreter mangelnde Religionsfreiheit beklagten. Weiterhin forderten sie unter anderem ungehinderten Zugang nach Tibet und die Freilassung des tibetischen Menschenrechtsverteidigers Tashi Wangchuk.

 

Die chinesische Delegation wies alle Vorwürfe rundweg zurück und sprach ihnen jegliche Faktengrundlage ab. Stattdessen kämen darin Vorurteile zum Ausdruck, die Anschuldigungen seien „politisch motiviert”.

Dazu sagte Kai Müller, Geschäftsführer von ICT Deutschland und verantwortlich für die UN-Arbeit der Menschenrechtsorganisation: „Es sollte völlig klar sein, dass es heute in Genf nicht nur um die Menschenrechte von Uiguren, Tibetern oder chinesischen Menschenrechtsverteidigern ging. Vielmehr wurde heute ganz offen für das chinesische Modell als Vorbild für ein grundsätzlich anderes Menschenrechtsverständnis geworben. Ein Modell, das Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit grundsätzlich verwerfen möchte“, so Müller weiter.

Aus Sicht der International Campaign for Tibet besonders bedenklich war der von den Vertreter Pekings vorgebrachte Anspruch auf einen eigenen Entwicklungsweg, der als Konzept verstanden werden kann, das im Widerspruch zur Universalität der Menschenrechte steht.

 

Beunruhigend sei überdies, dass der offen autoritäre Narrativ Pekings von Teilen der Weltgemeinschaft nicht nur nicht hinterfragt, sondern von einigen Staaten sogar unterstützt wurde. So lobte etwa ein Vertreter Südafrikas die chinesische Regierung als weltweit führend im Bereich einer angeblich „an der Bevölkerung orientierten Entwicklung”, ungeachtet der Tatsache, dass hunderttausende tibetische Hirten und Nomaden in den vergangenen Jahren von den chinesischen Behörden diskriminiert, zwangsweise umgesiedelt und von ihren angestammten Weidegründen vertrieben wurden.

 

ICT-Geschäftsführer Kai Müller: „Die International Campaign for Tibet fordert die internationale Gemeinschaft auf, Chinas erschreckende Menschenrechtsverletzungen zum Thema zu machen und dafür zu sorgen, dass diese nicht als normal akzeptiert werden. Jeder, der heute die Überprüfung Chinas im Rahmen des Universal Periodic Review in Genf miterlebt hat, sollte verstehen, was jetzt auf dem Spiel steht“, so Müller abschließend.

 


FIDES-NACHRICHTEN - 9.11.2018

AFRIKA/D.R. KONGO - Präsidentschaftswahlen: Wahlberater der SADC würdigen positiven Beitrag der Bischöfe

 

 

 

Kinshasa (Fides) - Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in der Demokratischen Republik Kongo am kommenden 23. Dezember werden zahlreiche Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene auf den Weg gebracht, die sicherzustellen sollen, dass die Wahl regulär verläuft.
Auch die Kongolesische Bischofskonferenz, die bereits 2016 beauftragt wurde, zwischen den Parteien zu vermitteln, um einen Ausweg aus der politischen und institutionellen Krise zu finden, was zur Unterzeichnung von Vereinbarungen am 31. Dezember 2016 führte, soll diesen Prozess begleiteten.
Die Rolle, die CENCO bei der Erreichung dieses Abkommens, würdigte Leshele Abel Thoahiane, Leiter der Delegation der Wahlberater der SADC (Southern African Development Community) am vergangenen 6. November in Kinshasa bei einem Treffen mit dem Generalsekretär der CENCO Pfarrer Donatien Nshole.
"Die CENCO ist ein wichtiger Akteur. Es ist immer schön, Sie zu treffen, vor allem jetzt, da wir die Bestimmungen zur Organisation der Wahlen umsetzten", betonte er. "Wir ermutigen die CENCO, die noch offenen Fragen zu beobachten, weil wir sicher sein wollen, dass die Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo glaubwürdig sind."
Zu den noch strittigen Punkten gehören der Einsatz elektronischer Wahlmaschinen und die Befürchtungen der Opposition im Hinblick auf eine mögliche Manipulierung und die Vervollständigung der Wahllisten.
Nach Angaben von Pfarrer Nshole, werden sich die Bischöfe bei der außerordentlichen CENCO-Vollversammlung vom 20. bis 22. November zur bevorstehenden Wahl äußern.

 

 

 

ASIEN/CHINA - Senioren sind eine wertvolle Ressource für katholische Gemeinden

 

Peking (Fides) – Ältere Menschen lehren den Glauben und sind dank ihrer Lebenserfahrung auch Lehrer der Evangelisierung: im Zeichen Dankbarkeit für den Beitrag der Senioren zum Leben der Kirche und der Gesellschaft haben die katholischen Gemeinden in Festlandchina im Monat Oktober zahlreiche Veranstaltungen und Initiativen auf den Weg gebracht, bei denen die Senioren im Mittelpunkt standen.
Auf dem Programm standen besondere Gottesdienste und Hausbesuche, bei denen auf Wunsch auch das Sakrament der Krankensalbung gespendet wurde oder man sich ganz einfach unterhalten und ein gemeinsames Essen genießen konnte.
In den katholischen Pfarrgemeinden in Peking wurden die Ältesten nach der Morgenmesse zu einem besonderen Treffen eingeladen. Dabei standen Lieder und Gedichte aber auch die neuesten Nachrichten aus der Weltkirche, darunter auch die Jugendssynode im Vatikan im Mittelpunkt.
In der Kathedrale der Diözese Shi Jia Zhuang wurden über 500 Senioren zu einem Gottesdienst eingeladen bei dem junge Seminaristen die Bedeutung des Sakraments der Krankensalbung erläuterten und dabei menschliche Wärme und spirituellen Beistand anboten.
Ehrenamtliche Helfer aus der katholischen Gemeinde Hu Zhuang in der Diözese Ji Nan (Provinz Shan Dong) besuchten die Ältesten in einem abgelegenen Dorf, richteten Grüße von den Priestern aus und verschenkten an alle, auch an nichtkatholische Älteste, Rosenkränze.
Die rund 101 Gäste des Pflegeheims Heng Shui in der Provinz Hebei wurden wie jedes Jahr von christlichen und muslimischen Ehrenamtlichen besucht, die kommen um mit den älteren Menschen zu feiern. "Diese Geste der Solidarität hat keine Grenzen des Glaubens. Ich bewundere die Schwestern, die sich um die Senioren kümmern, denn sie tun es, weil sie ihren Glauben haben", so Shi Jun Jie vom Verein der Muslime in Xing Tai. Das Zeugnis der Schwestern hat nicht nur die Gäste, sondern auch ihre Angehörigen berührt: Einige von ihnen sind selbst ehrenamtlich im Pflegeheim tätig und haben sich entschlossen, den christlichen Glauben anzunehmen.
Der Ursprung des Fests der Senioren geht in China auf eine Zeit vor über zweitausend Jahren zurück. Das Datum des Fests wird nach dem Mondkalender festgelegt. In der traditionellen chinesischen Kultur gelten Senioren als Reichtum, was auch Papst Franziskus immer wieder betont. In den chinesische katholische Gemeinschaft wird dieser Geist seit jeher gepflegt.
 

 

ASIEN/PAKISTAN - Asia Bibi hat das Gefängnis verlassen und befindet sich an einem sicheren Ort

 

Islamabad (Fides) - Die wegen Blasphemie zum Tode verurteilte und am 31. Oktober vor dem Obersten Gerichtshof von Pakistan freigesprochen pakistanische Christin Asia Bibi wurde aus dem Gefängnis entlassen und befindet sich an einem sicheren Ort. Die Gefängnisbehörden entließen sie am Abend des 7. November. Unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen wurde die Frau auf dem Luftweg aus dem Gefängnis von Multan gebracht, wo sie sich bis dahin aufhielt, in die Hauptstadt Islamabad gebracht und dann an einen geheimen und sicheren Ort gebracht. Zawar Hussain Warraich, Direktor der Gefängnissen in der Provinz Punjab, bestätigte: "Normalerweise erhalten wir den Befehl, zwei Tage nach dem Gerichtsurteil Gefangene freizulassen. Im Falle von Asia Bibi ging eine entsprechende Anweisung erst am 7. November in der Strafvollzugsanstalt ein."
Der Freispruch für Asia Bibi durch das Oberste Gericht hatte in Pakistan zu Protesten geführt, bei denen sich Tausende radikaler islamischer Gruppierungen auf den Straße versammelten und das Land drei Tage lang blockierten. Der Anwalt von Asia Bibi, Saiful Malook, ging nach dem Erhalt von Drohungen aus Sicherheitsgründen nach Holland. Malook sagte, man bereite auch die Ausreise von Asia und ihrer Familie. Das pakistanische Außenministerium dementierte Nachrichten, die zunächst verbreitet worden waren, wonach Asia Bibi das Land bereits verlassen hätte, und bestätigte stattdessen, dass die Frau aus dem Gefängnis entlassen wurde, sich aber immer noch in Pakistan aufhalte. Mohamed Faisal, Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, berichtete, Asia Bibi sei "ein freier Bürgerin", werde aber das Land verlassen können, wenn der Oberste Gerichtshof den Antrag auf Revision des Freispruchs ablehne.
 

 

ASIEN/SYRIEN - Syrisch-orthodoxer Patriarch eröffnet “Antiochia Syrian University”

 

Damaskus (Fides) –Die „Antiochia Syrian University (ASU)“ wurde auf Initiative der syrisch-orthodoxen Kirche und ihres Patriarchen Mor Ignatius Aphrem II. im Dorf Maarat Saidnaya (27 km nördlich von Damaskus) eröffnet. Die Einweihungszeremonie des neuen Universitätsinstituts fand am Dienstag, 6. November, in Anwesenheit des syrischen Hochschulministers Atef Al-Naddaf, und des Apostolischen Nuntius in Syrien, Kardinal Mario Zenari und sowie zahlreicher anderer statt Vertreter lokaler Kirchen und syrischer islamischer Gemeinschaften und Vertretern der syrischen Politischen statt.
In seiner Ansprache betonte Patriarch Mor Ignatius Aphrem II., dass die Bildungsarbeit und der Beitrag zur Entwicklung einer qualitativ hochwertigen Kultur stets Teil der pastoralen Arbeit der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten war. "Jedes Kloster" so Mor Ignatius Aphrem "wurde zu einem Zentrum des Wissens", und in vielen alten syrischen Städten wurden Hochschulzentren eingerichtet, darunter die Universitäten von Nisibis, Edessa, Qinnasrin und Antiochia. Mit der Gründung der neuen syrischen Universität von Antiochia, so der syrisch-orthodoxe Patriarch "folgen wir also den Spuren unserer Kirchenväter" und versuchen, "die Flamme der Hochschulbildung" neu zu entfachen.
Mor Ignatius Aphrem erinnerte daran, dass die Idee zur Errichtung einer von der Syrisch-Orthodoxen Kirche gesponserten Universität 2007 auf Drängen seines Vorgängers, Patriarch Mor Ignatius Zakka I, Gestalt angenommen hatte, und dankte dem syrischen Präsidenten Bashar Assad für die Unterstützung des Realisierung der Arbeit. Rakan Razouk, Präsident der neuen Universität, hat die Exzellenzstandards der neuen Einrichtung hervorgehoben, während Atef Al-Naddaf, syrischer Minister für Hochschulbildung, betonte, dass die Eröffnung neuer Universitäten die effektivste Antwort für einen Neustart Syriens und die Bemühungen um die Überwindung des langwierigen Konflikts sei.

 

 

 

AMERIKA/KOLUMBIEN - Welttag der Armen: Ziel ist ein Wandel der Gesellschaft

 

Bogotà (Fides) - Eine Kultur der Begegnung als Reaktion auf eine Wegwerf- und Konsumgesellschaft und die Stärkung christlicher Gemeinden als konkretes Zeichen der Liebe Christi für die Kleinsten und Bedürftigsten stehen im Mittelpunkt zweiten "Welttages der Armen", der am Sonntag, 18. November, auch in den katholischen Gemeinden in Kolumbien unter dem Motto „Da rief ein Armer und der Herr erhörte ihn (Ps 34,7)” vom Sekretariat für Soziales - Caritas Kolumbien veranstaltet wird.
Aus diesem Anlass wurden Arbeitshilfen vorbereitet, die biblische und lehramtliche Zitate über die Armen, Überlegungen zum zweiten Welttag der Armen und Anregungen für Initiativen in verschiedenen sozialen Kontexten enthalten.
Unter den Vorschlägen für die Feier dieses Tag steht auch die aktive Teilnahme von armen Menschen an den heiligen Messen, wo sie nicht als Zuschauer eingeladen sind, sondern an der Gestaltung durch die Lesungen, die Fürbitten, die Opfergabe und andere Initiativen mitwirken sollen. Außerdem sollen die Gläubige arme Menschen aus ihrem Lebensumfeld zum sonntäglichen Mittagessen einladen.
Ein weiteres Ziel der Initiativen ist die Fortbildung von Laien zu Themen der Kirchlichen Soziallehre mit dem Ziel eines neuen Wirtschaftssystems, in dessen Mittelpunkt der Mensch steht. Die Einladung besteht nicht darin, den Welttag der Armen nur auf das Ziel des "Wohlstands" auszurichten, sondern vielmehr auf die Förderung einer neuen Zivilisation der Liebe.

 

ASIEN/TÜRKEI - Pater Adrian Loza zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Fernando Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker hat am 6. September 2018 Pater Adrian Loza (ofm) für die kommenden fünf Jahre (2018-2023) zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in der Türkei ernannt.
Der neue Nationaldirektor (48) legte vor 22 Jahren die Gelübde ab und ist seit 16 Jahren Priester. Er wurde in Rio Quarto (Argentinien) geboren. Er ist im Besitz eines Professorentitels im Fach Philosophie an der katholischen Universität Cuyo und stellte Studien im Fach Bildungs- und Schulwesen an. Er war Sekretär der Ordensprovinz der Franziskaner (2004-2007) und Mitglied der Provinzkommission für das Bildungswesen und arbeitete in der Verwaltung des Schulwesens (2000-2013). Als Missionar lebt er in der Türkei in Istanbul als Mitglied der internationalen Bruderschaft für ökumenischen und interreligiösen Dialog. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Italien kehrte er 2017 in die Türkei zurück. Gegenwärtig lebt er in Samsun, wo er christliche Flüchtlingsfamilien betreut.


ICT: Internationale Gemeinschaft muss deutliche Worte finden

UN-Menschenrechtsrat: Chinas erschreckende Menschenrechtsbilanz auf dem Prüfstand

 

(Berlin/itv) - Vor dem in dieser Woche in Genf stattfindenden Länderprüfverfahren (UPR, „Universal Periodic Review“) für die Volksrepublik China fordert die International Campaign for Tibet (ICT) die internationale Gemeinschaft auf, deutliche Worte für Pekings erschreckende Menschenrechtsbilanz zu finden. Die Welt dürfe nicht akzeptieren, dass die chinesische Regierung im eigenen Land systematisch grundlegende Menschenrechtsstandards verletze und versuche, diese Rechte auch im internationalen Diskurs zu schwächen, so Kai Müller, Geschäftsführer von ICT Deutschland und verantwortlich für die UN-Arbeit der Menschenrechtsorganisation.

 

„China untergräbt die Arbeit internationaler Rechteinstanzen und verweigert den freien Zugang etwa nach Tibet und Xinjiang. Peking versucht überdies, weltweit die Zivilgesellschaft zu schwächen und exportiert sein autoritäres Modell in Länder, die für solche Tendenzen anfällig sind“, so Müller, der die internationale Gemeinschaft in der Pflicht sieht: „Was Tibeter, Uiguren, Mongolen und andere unter der Herrschaft Pekings erleiden, sollte für den Rest der Welt ein Warnzeichen sein. Die internationale Gemeinschaft muss hier gegenhalten und sich für diejenigen einsetzen, die unter Chinas Politik leiden. Das UPR-Verfahren beim Menschenrechtsrat in Genf in dieser Woche ist eine gute Gelegenheit dazu.“

 

Da die Religionsfreiheit in Tibet praktisch nicht existiere und das tibetische Kulturerbe unter Druck stehe, müssten friedliche Proteste der Tibeter nach Einschätzung der ICT unmissverständlich unterstützt werden. Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht auf den Narrativ Pekings hereinfallen, der versucht, sein von oben verordnetes und autoritäres Vorgehen im Bereich der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik als den Interessen der Bevölkerung dienend zu verkaufen, betont ICT-Experte Kai Müller: „Tibetische Hirten und Nomaden, von denen Hunderttausende diskriminiert, unter Zwang angesiedelt und umgesiedelt wurden, leiden unter dieser Politik.“ In Tibet würden massive Eingriffe in das Leben der Menschen unter dem Deckmantel des Umweltschutzes fortgesetzt, während Tibets Mineral- und Wasserressourcen rücksichtslos ausgebeutet würden.

 

Der ICT-Geschäftsführer weiter: „Die chinesische Regierung muss ihren Kurs ändern, um in Tibet echte Stabilität zu schaffen. Dies kann nur erreicht werden, indem auf die Anliegen und Forderungen der Tibeter eingegangen und ein umfassender Dialog mit dem Dalai Lama und seinen Vertretern geführt wird.“

Vom 6. November an wird China vom UN-Menschenrechtsrat in Genf hinsichtlich der Menschenrechtslage und die Einhaltung von menschenrechtlichen Verpflichtungen geprüft. Maßstab für den „Universal Periodic Review“, in der sich die Mitglieder der Vereinten Nation gegenseitig überprüfen sind die UN-Charta und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Gemeinsam mit dem Menschenrechtsdachverband FIDH hat ICT dem Menschenrechtsrat einen Bericht vorgelegt, der die dramatische Verschlechterung der Menschenrechtslage in Tibet dokumentiert. Der Bericht enthält auch eine Reihe konkreter Handlungsempfehlungen an die UN-Mitgliedstaaten während des UPR-Verfahrens für die Volksrepublik China. Den vollständigen Bericht können Sie hier einsehen: http://www.savetibet.org/wp-content/uploads/2018/03/FIDH_ICT_Joint_Submission_UPR_China1.pdf


Pakistans Rechtssystem muss religiöse Minderheiten und ihre Rechtsvertreter wirksamer schützen

Öffentliche Debatte über Recht und Religionsfreiheit gefordert

 

(Göttingen/gfbv) - Mit Bestürzung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die Flucht des Rechtsanwalts der in Pakistan von einem Todesurteil freigesprochenen Christin Asia Bibi aus seinem Heimatland reagiert. Nach massiven Todesdrohungen radikaler Islamisten verließ Rechtsanwalt Saif Malook gestern Pakistan mit einem Flugzeug in Richtung Rom und Amsterdam. Die GfbV hat die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Michelle Bachelet gebeten, sich für einen wirksameren Schutz religiöser Minderheiten und ihrer Rechtsvertreter in Pakistan einzusetzen. „Es darf nicht hingenommen werden, dass Pakistans Rechtssystem keinen wirksamen Schutz für Rechtsvertreter verfolgter religiöser Minderheiten vorsieht. Es ist skandalös, dass der Rechtsanwalt Asia Bibis glaubt, nur durch eine Flucht ins Ausland seine Ermordung durch Extremisten abwenden zu können“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Sonntag in Göttingen.  

 

Auch die Richter des Obersten Gerichts in Pakistan, das Asia Bibi am letzten Mittwoch freisprach, müssen um ihr Leben fürchten, weil sie Morddrohungen radikaler Islamisten erhielten. Mehrere Richter untergeordneter Gerichte, die es wagten, wegen Blasphemie Angeklagte freizusprechen, wurden bereits in den letzten Jahren von Extremisten in Pakistan ermordet. In Pakistan sei eine öffentliche Debatte über den Stand und die Priorisierung von Recht und Religion überfällig, erklärte die Menschenrechtsorganisation.   

 

Die GfbV forderte nachdrücklich, den dramatischen Verfall der Religionsfreiheit in Pakistan auch international stärker zu einem Thema zu machen. Als Mitgliedsstaat des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen habe Pakistan eine besondere moralische Verpflichtung, die Rechte religiöser Minderheiten und ihrer Rechtsvertreter zu achten und zu schützen.

 

Rechtsanwalt Saif Malook gilt unter sunnitischen Extremisten als besonders verhasst, da er auch als Vertreter der Anklage im Prozess gegen den Mörder des Gouverneurs des Bundesstaates Punjab gearbeitet hat. Gouverneur Salman Taseer war im Januar 2011 von einem religiösen Fanatiker ermordet worden, nachdem er sich kritisch zu den Blasphemie-Gesetzen geäußert und eine Freilassung Asia Bibis gefordert hatte. Sein Mörder Muntaz Quadri wurde zum Tode verurteilt und später hingerichtet. Vielen sunnitischen Extremisten gilt er heute als Märtyrer.   

 


Indonesien: 2.700 Schulen zerstört, Lehrer vermisst oder getötet

 

(München/sos) - Nach Erdbeben und Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi leben nach Angaben der SOS-Kinderdörfer immer noch 25.000 Jungen und Mädchen in Nothilfecamps. Es mangele ihnen nicht nur an Lebensmitteln und sauberem Wasser, auch hätten sie keine Beschäftigung und keinen Zugang zu Bildung, denn 2.700 Schulen seien bei der Katastrophe am 28.September beschädigt oder zerstört worden.

 

"Die Kinder brauchen weiterhin dringend Hilfe wie Wasser, Nahrung, ausreichende Notunterkünfte - aber auch Schulen, selbst wenn es Notschulen in einem Zelt sind, sind jetzt extrem wichtig", meldet Anis Widhiani, SOS-Erzieherin, aus dem Katastrophengebiet.

 

Notschulen verhinderten, dass die Bildung zu lange unterbrochen würde und seien ein wichtiger Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch. "Durch den Unterricht gewinnen die Kinder außerdem ein Stück Alltagsroutine zurück. Das kann ihnen helfen, mit ihren Erlebnissen zurechtzukommen", so Widhiani weiter. "Viele haben durch die Katastrophe ihre Angehörigen verloren oder wurden in dem Chaos von der Familie getrennt."

 

Während sämtliche Grundschulen nach wie vor geschlossen seien, habe der Staat die ersten weiterführenden Schulen wiedereröffnet, aber es gehe nur langsam voran: Zufahrtsstraßen seien zerstört worden, traumatisierte Schüler hätten Angst, die Gebäude zu betreten, auch mangele es an Lehrern. "Viele sind bei dem Tsunami ums Leben gekommen oder werden noch vermisst. Die Regierung versucht aktuell, Lehrer aus anderen Teilen Indonesiens nach Sulawesi zu holen", sagt Widhiani.

 

Die SOS-Kinderdörfer arbeiten daran, dass die Kinder so schnell wie möglich wieder Unterricht bekommen. Unter anderem hat die Hilfsorganisation vier Kinderschutzzentren errichtet, dort können die Jungen und Mädchen spielen, können zumindest an einfachen Schulstunden teilnehmen und werden psychologisch betreut. Bis zu sieben weitere Zentren für insgesamt 1000 Jungen und Mädchen sollen folgen.


Im Tönisvorster Medikamentenlager wird weiter gepackt

Jemen: Alle zehn Minuten stirbt ein Kind

action medeor sendet therapeutische Nahrung und Medikamente mit einem Gewicht von über 10 Tonnen in den Jemen. Christoph Bonsmann, Vorstand von action medeor, überprüft die Sendungen. (© action medeor)

 

Die Mitarbeiter von action medeor haben in diesem Jahr schon 43 Tonnen mit therapeutischer Nahrung und Medikamenten an ihre Partner in den Jemen geschickt. Heute werden drei weitere große Hilfssendungen in Tönisvorst abgeholt – und es wird weiter gepackt.

 

(Tönisvorst/pm) - Die Bilder aus dem Jemen sind kaum zu ertragen. Millionen Kinder sind unterernährt, oft nur noch Haut und Knochen. Über fünf Millionen Kinder sind akut vom Hunger bedroht, laut den Vereinten Nationen könnten bald 14 Millionen Menschen von der Hungersnot betroffen sein, fast die Hälfte der Bevölkerung. „Wir bringen unsere Hilfe dank unserer Partner zu den Menschen, die am schwersten betroffen sind“, sagt Christoph Bonsmann, Vorstand von action medeor.

 

Im Jemen funktionieren nur noch die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen. Schon vor dem Krieg reichten sie in dem ärmsten Land auf der arabischen Halbinsel nicht aus, um die Menschen angemessen medizinisch zu versorgen. Wird der Hafen in Hudaida aufgrund der aktuellen Kämpfe weiter zerstört, wird sich die Lage im Land noch verschärfen. Erschwert werden die Hilfslieferungen durch eine Luft-, See- und Landblockade der saudisch geführten Koalition. Die Logistik ist für action medeor eine Herausforderung, zumal der Hafen in Hudaida aufgrund der Kämpfe immer wieder mal geschlossen wird. „Wir arbeiten mit drei verschiedenen Partnerorganisationen im Jemen zusammen, mit denen wir unsere Hilfslieferungen abstimmen und koordinieren“, so Bonsmann. Ein Großteil der Medikamente geht an die Partnerorganisation ADRA. Wie action medeor ist sie Mitglied im Bündnis Aktion Deutschland Hilft. „Unsere Partner informieren uns abhängig von der aktuellen Lage über Transportwege. Nur so können wir sicher sein, dass unsere Hilfe auch ankommt“, erklärt Bonsmann.

 

Nach drei Jahren Krieg im Jemen sind nach UN-Angaben insgesamt 22 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Alle zehn Minuten stirbt ein Kind unter fünf Jahren. Bonsmann: „Dieser menschengemachte Konflikt verursacht unendliches Leid für die jemenitische Bevölkerung.  Wir alle sind hier gefordert, Anteil zu nehmen und den Menschen zu helfen.“

 

Für die Hilfe im Jemen ist action medeor dringend auf Spenden angewiesen: BIC: SPKRDE33; IBAN: DE78320500000000009993 Stichwort: „Nothilfe Jemen“
Oder per Online-Spende unter www.medeor.de/spenden

 

Deutsches Medikamenten-Hilfswerk action medeor, St. Töniser Str. 21, D-47918 Tönisvorst, www.medeor.org


missio Aachen begrüßt Freispruch für Christin durch Obersten Gerichtshof – Dank an alle Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition von missio Aachen mit 18.425 Unterschriften

Ein großer Tag für Asia Bibi und Religionsfreiheit in Pakistan

 

 

(Aachen/missio) - „Das ist ein großer Tag für Asia Bibi und ihre Familie, für die Religionsfreiheit und auch für das ganze Land Pakistan.“ So kommentierte Prälat Klaus Krämer, Präsident des katholischen Hilfswerkes missio Aachen, die Aufhebung des Todesurteils für die pakistanische Christin Asia Bibi durch den Obersten Gerichtshof in Pakistan. Die fünffache Mutter war 2010 wegen angeblicher Blasphemie verurteilt worden. missio Aachen hatte 2014 für ihre Freilassung 18.425 Unterschriften gesammelt und an die damalige Bundesregierung übergeben, die die Petition an die verantwortlichen Politiker in Pakistan weiterleitete. „Ich hoffe, Asia Bibi und ihre Familien können sich langsam erholen und wieder gut in den Alltag zurückfinden“, so Prälat Krämer.

 

Die Aufhebung des Todesurteils und Freilassung von Asia Bibi zeige, dass es sich lohne, öffentlich und international für das unteilbare Menschenrecht auf Religionsfreiheit einzutreten. „Deshalb möchte ich auch allen Unterstützern und Unterstützerinnen der missio-Petition für Asia Bibi danken, die auch mit zur Freilassung der pakistanischen Christin beigetragen haben“, so Prälat Krämer.

 

„Ich möchte mich ausdrücklich auch bei der pakistanischen Justiz bedanken, die in einer schwierigen Situation die richtige Entscheidung getroffen hat“, sagte Prälat Krämer. Angesichts des öffentlichen Druckes islamistischer Fundamentalisten und der Androhung von Gewalt sei dies auch ein Zeichen dafür, „dass der Rechtsstaat in Pakistan funktioniert“.

 

„Aber auch für die Zivilgesellschaft und das ganze Land Pakistan besitzt diese Entscheidung Signalwirkung, dass ein friedliches Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Religionen in der islamischen Republik möglich und gewünscht ist“, so Prälat Krämer. Für die neue Regierung in Pakistan biete sich jetzt die Möglichkeit, das Blasphemiegesetz so zu reformieren, damit künftig jeder Missbrauch des Gesetzes wie im Fall Asia Bibi ausgeschlossen ist, erklärte Krämer.

 

 

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2017 stellt missio Aachen rund 46,2 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.161 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Brot für die Welt in Sorge um Demokratie und Menschenrechte in Brasilien

 

Brasilien * Präsident * Bolsonaro * Menschenrechte

 

(Berlin/bfw) - Nach dem Sieg des ultrarechten Kandidaten Jair Bolsonaro bei den gestrigen Präsidentschaftswahlen in Brasilien sorgt sich Brot für die Welt mit seinen brasilianischen Partnern um die Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte im größten Land Lateinamerikas. Der neu gewählte Präsident hat die brasilianische Militärdiktatur (1964-1985) im Wahlkampf verherrlicht und sich immer wieder abfällig über Arme, dunkelhäutige Brasilianer und Homosexuelle geäußert.  Als eine seiner ersten Maßnahmen hat Bolsonaro angekündigt, die Gesetze für Waffenbesitz zu lockern. Er plant unter anderem eine Erweiterung der wirtschaftlichen Erschließung der Amazonas-Region ungeachtet der Folgen für die dort lebende indigene und traditionelle Bevölkerung und der enormen Auswirkungen auf den Klimawandel.

 

Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt, sagt: „Die Ankündigungen des neuen Präsidenten geben Anlass zur Sorge. Brasilien hat zu Anfang des Jahrhunderts große Erfolge bei der Hungerbekämpfung und der Eindämmung der Tropenwaldabholzung erzielt. Diese Fortschritte stehen jetzt auf dem Spiel, denn der künftige Präsident hat schon im Wahlkampf offen erklärt, dass er die Interessen der Großgrundbesitzer und Holzunternehmen vertritt.  Umweltaktivisten, soziale Bewegungen und indigene Völker werden bereits bedroht.“ Füllkrug-Weitzel erklärt, dass Brot für die Welt die Partnerorganisationen in Brasilien in dieser schwierigen Situation weiterhin unterstützen werde.

 

Darci Frigo, prominenter Menschenrechtler, Vize-Präsident des Nationalen Menschenrechtrates und Direktor von Terra de Direitos, einer brasilianischen Partnerorganisation von Brot für die Welt, sagt: „Bolsonaro hat im Wahlkampf versprochen, soziale Bewegungen in Brasilien zu eliminieren.  Das ist eine Kampfansage an die Organisationen der Zivilgesellschaft, die in einem so ungleichen Land in den letzten Jahrzehnten durch ihre Arbeit so viel zur  Verbesserung der Lebensbedingungen und zur Entstehung einer Kultur der Diversität, des Respekts und der Toleranz in der brasilianischen Gesellschaft beigetragen haben.“

 

Brasilien ist mit 47 Partnerorganisationen eines der Schwerpunktländer von Brot für die Welt.


ICT: Kommunistische Partei verschärft direkte Kontrolle des bekannten Studienzentrums Larung Gar

Tibet: Behörden verbieten buddhistisches Gebetsfest

 

(Berlin/ict) - Die chinesischen Behörden verbieten im bekannten buddhistischen Studienzentrum Larung Gar das Abhalten des Gebetsfests Dechen Shedrub. Damit wird das Fest, das einst tausende Gläubige nach Larung Gar zog, zum dritten Mal in Folge verboten. Einer offiziellen Bekanntmachung zufolge, die der International Campaign for Tibet (ICT) im Original vorliegt, sollen in dem buddhistischen Studienzentrum generell keine großen religiösen Zusammenkünfte mehr erlaubt werden. Lediglich den dort lebenden Mönchen werde gestattet, während des Festes religiöse Schriften zu rezitieren. Personen von außerhalb sei nicht gestattet, nach Larung Gar zu kommen, dies gelte für Mönche ebenso wie für religiöse Laien. Offenbar soll Larung Gar zukünftig nur noch als buddhistische Bildungsstätte dienen, die „religiösen Massen“ scheinen dort nicht länger erwünscht. Das Gebetsfest Dechen Shendrub beginnt am 30. Oktober und dauert in der Regel acht Tage.

 

Das im Osten Tibets gelegene Larung Gar galt bis vor zweieinhalb Jahren als weltweit größte Institution des tibetischen Buddhismus. Im Juni 2016 kündigten die chinesischen Behörden an, das Studienzentrum massiv verkleinern zu wollen. Im darauffolgenden Monat begann eine Abrissaktion, der tausende Unterkünfte von Mönchen und Nonnen zum Opfer fielen, tausende Bewohner wurden vertrieben. Den Plänen der chinesischen Behörden zufolge sollte die Anzahl der ständigen Bewohner Larung Gars auf 5.000 begrenzt werden. Schätzungen zufolge hatten in Larung Gar zuvor mindestens 10.000 Menschen gelebt, zu Spitzenzeiten soll ihre Zahl auch deutlich darüber gelegen haben. Im vergangenen Jahr wurde die Leitung Larung Gars schließlich direkt von KP-Funktionären übernommen. Die Behörden der Präfektur Kardze (chin.: Ganzi) ernannten eine Reihe von Parteikadern, die seither der buddhistischen Akademie Larung Gar und dem „Klosterverwaltungskomitee“ von Larung Gar vorstehen.

 

Dazu sagte ICT-Geschäftsführer Kai Müller: „Die von der KP-kontrollierten Leitung Larung Gars und den Behörden des Kreises Serthar gemeinsam unterzeichnete Bekanntmachung belegt, wie massiv die Führung der Volksrepublik China in die inneren Angelegenheiten der Religionsgemeinschaften eingreift. Dass dem Atheismus verpflichtete Parteikader eine religiöse Institution leiten und den Gläubigen vorschreiben, wie sie ihre Religion leben dürfen, spottet im Grunde jeder Beschreibung“, so der ICT-Geschäftsführer. „Zugleich macht es deutlich, dass die Kommunistische Partei Religionsausübung mit allen Mitteln überwachen und kontrollieren will“, so Müller weiter.

 

Weitere Informationen können Sie unserem Bericht „Prayer festival cancelled amid tightening control at famous Tibetan buddhist institute“ entnehmen. Darin finden Sie auch die englische Übersetzung der Verbots-Bekanntmachung.

 

www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 


Kanzlerin Merkel soll Rückzug der türkischen Truppen aus Nordsyrien fordern

Menschenrechte müssen beim Gipfeltreffen Thema sein

 

(Göttingen/gfbv) - Vor dem Istanbuler Syrien-Gipfel hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gefordert, auch die anhaltenden schweren Menschenrechtsverletzungen in dem von türkischen Truppen besetzten Afrin bei der Konferenz anzusprechen. „Es kann keine dauerhafte Waffenruhe in Idlib geben, ohne einen Rückzug der türkischen Truppen aus Nordsyrien. Denn die türkische Besatzungsmacht hat mit ihren Kriegsverbrechen in Afrin die Sicherheitslage deutlich verschlechtert und die humanitäre Katastrophe der Zivilbevölkerung verschärft“, erklärte der GfbV-Syrien-Experte Kamal Sido am Donnerstag in Göttingen. Wer Idlib stabilisieren wolle, dürfe das benachbarte Afrin nicht ignorieren. „Die Bundeskanzlerin darf sich nicht darauf einlassen, dass der türkische Präsident Erdogan und der russische Präsident Putin die katastrophale Lage in Afrin ausblenden. Deutschland und Europa dürfen die Kurden nicht im Stich lassen, die seit Jahren den „Islamischen Staat“ (IS) bekämpfen“, forderte Sido.  

 

Seit der völkerrechtswidrigen Besetzung Afrins durch türkische Truppen und verbündete syrische Jihadisten im März 2018 wurden nach GfbV-Informationen mindestens 3000 Kurden aus der von Kurden, Yeziden, Aleviten und Christen bewohnten Region in Nordsyrien verschleppt. Ein Landstreifen, 200-500 Meter tief und etwa 150 km lang, entlang der syrisch-türkischen Grenze in Afrin wurde entvölkert und alle landwirtschaftlichen Anbauflächen wurden zerstört. Zehn der 32 Hektar umfassenden Jahrzehnte alten Kiefernwälder Afrins wurden von den neuen Machthabern in der Region gezielt niedergebrannt.

 

Die Repression der Besatzungsmacht und der mit ihr verbündeten Islamisten hat vor allem die traditionell dort lebenden Minderheiten schwer getroffen. So ist die kleine kurdisch-christliche Gemeinde mit etwa 1000 Personen wahrscheinlich für immer verschwunden. Alle Christen mussten Hals über Kopf fliehen. Ob in Afrin jemals wieder ein christliches Leben entstehen kann, ist zu bezweifeln.

 

Den Yeziden aus Afrin geht es nicht besser. Von den einst 20.000 bis 30.000 Yeziden, die in der Region lebten, sind nur noch wenige geblieben. Nahezu täglich kommt es zu Entführungen durch pro-türkische syrische Islamisten, die so versuchen Lösegeld zu erpressen. Die wenigen in Afrin erhaltenen Heiligtümer der Yeziden wurden zerstört.

 

Das gleiche Schicksal erlitt die etwa 5000-köpfige alevitische Gemeinschaft in der Stadt. Auch sie musste vor den Angriffen fliehen, da die türkische Armee und die von ihr unterstützten syrischen Islamisten im einst toleranten Afrin faktisch das islamische Scharia-Recht eingeführt haben.

 


SOS-Kinderdörfer eröffnen Schule für 1800 Kinder in Aleppo

 

(München/sos) - Rund 70 Prozent der Kindergärten und Schulen in Aleppo sind im syrischen Bürgerkrieg beschädigt oder zerstört worden, zahlreiche Kinder kennen nur Krieg und haben nie eine Schule besucht. Ziel der SOS-Kinderdörfer weltweit ist es deshalb, ihnen möglichst schnell wieder Zugang zu Bildung zu eröffnen. Jetzt hat die Hilfsorganisation im Osten der Stadt eine Schule wiedereröffnet, die im Krieg stark zerstört worden war. Nachdem die Gefechte in Aleppo 2017 zum großen Teil zum Erliegen gekommen waren, war es möglich, die Schule zu renovieren. Nach einem Jahr können dort ab sofort 1800 Kinder unterrichtet werden. Der Schulbetrieb findet in zwei Schichten statt, vor- und nachmittags.

"Für die Kinder bedeutet Schule unglaublich viel: Sie gibt ihnen Hoffnung auf eine Zukunft und ein Stück Normalität in einem Leben, das bisher vor allem aus Gewalt und Zerstörung bestand", sagt Lur Katt, Sprecherin der SOS-Kinderdörfer in Syrien. In der schlimmsten Phase des Krieges hätten lediglich 17 Prozent der Kinder in Aleppo eine Grundschule und 26 Prozent eine weiterführende Schule besucht.

 

Die Wiedereröffnung der Schule sei auch ein Signal für viele Familien, zurück in ihre Heimatstadt zu ziehen.


missio Aachen ruft mit Solidaritätskissen-Aktion zum Gebet für zum Tod verurteilte Christin Asia Bibi in Gottesdiensten auf

Bitte um guten Ausgang der Berufungsverhandlung vor Obersten Gerichtshof in Pakistan gegen Todesurteil – Erzbischof Giovanni Pietro Dal Toso, Präsident aller Päpstlichen Missionswerke weltweit, unterstützt Aktion

 

(Aachen/missio) -  Das katholische Hilfswerk missio Aachen ruft die Christen in Deutschland auf, in ihren Gottesdiensten für die pakistanische Christin Asia Bibi und einen guten Ausgang der Berufungsverhandlung gegen ihr Todesurteil zu beten. Dazu bietet missio Aachen ein eigens gestaltetes Solidaritätskissen an, mit dem im Gottesdienst ein Platz für die wegen angeblicher Blasphemie verurteilte Christin freigehalten werden kann. Der Oberste Gerichtshof in Pakistan hat angekündigt, noch im Oktober seine Entscheidung der Berufungsverhandlung zu verkünden, ob das Urteil gegen Asia Bibi aufgehoben, die Strafe gemildert oder die Todesstrafe bestätigt wird.

 

 

 

Asia Bibi symbolisch in die Mitte der Menschen in Deutschland holen

 

„Mit unserer Gebetsaktion wollen wir Asia Bibi symbolisch in unsere Mitte holen, für ihre Freiheit und ein gutes Urteil beten. Durch unsere Solidarität im Gebet können alle, die mitmachen, Asia Bibi, ihrer Familie und den Christen in Pakistan den Rücken stärken“, sagte Prälat Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen.

 

Unterstützt wird der Gebetsaufruf auch von Erzbischof Giovanni Pietro Dal Toso, Präsident aller rund 150 Päpstlichen Missionswerke weltweit, zu denen auch missio Aachen und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ gehören. Erzbischof Dal Toso besucht zurzeit beide Werke in Aachen.

 

missio Aachen hatte 2014 für die Freilassung von Asia Bibi 18.425 Unterschriften gesammelt.

 

 

 

Info:

 

Das Solidaritätskissen für Asia Bibi kann kostenlos bestellt werden unter bestellungen@missio-onlineshop.de, oder unter Telefon 0241/7507-350.

 

Eine Anleitung, wie das Solidaritätskissen für das Gebet für Asia Bibi im Gottesdienst genutzt werden kann, finden Sie unter www.missio-hilft.de/sitzkissen.

 

Eine Anleitung zur Aktion gibt es auf YouTube auch unter https://youtu.be/1kaEPiyAyoI

 

 

 

 

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2017 stellt missio Aachen rund 46,2 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.161 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Menschenrechtler werfen sozialem Netzwerk Versagen vor

Burmas MIlitär nutzt Facebook für Genozid

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat scharfe Kritik am Umgang von Facebook mit Hass-Botschaften gegen die Rohingya-Minderheit in Burma geübt. „Wir werfen Facebook vor, drei Jahre lang nicht angemessen auf Warnungen vor Hasstiraden gegen Rohingya reagiert zu haben. Jetzt endlich Besserung zu geloben, wenn der Großteil der Rohingya vertrieben ist, kommt reichlich spät. Wenn ein soziales Netzwerk, das weltweit Freundschaften fördern will, für einen Genozid missbraucht wird, dann ist dies ein Super-Gau. Facebook muss sich endlich seiner Verantwortung stellen und wirksamer Hass-Tiraden in seinem Netz bekämpfen“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen.

 

Die New York Times hatte Facebook gestern vorgeworfen, systematisch von Burmas Militär für eine Hass-Kampagne gegen Rohingya missbraucht worden zu sein. In einer gezielten Kampagne habe die Armee bis zu 700 Personen eingesetzt, um unter den 18 Millionen Nutzern von Facebook in dem Land planmäßig Vorurteile und Hass gegen die Minderheit zu verbreiten, erklärte die Zeitung nach umfassenden Recherchen. Auch habe man systematisch Angst unter der Bevölkerung vor einer angeblichen Überfremdung durch Muslime geschürt. Hunderte falsche Konten seien von Militärs angelegt worden, um mit Hass-Botschaften die Ausgrenzung der Rohingya voranzutreiben und tätliche Übergriffe zu schüren.

 

Schon in den Jahren 2014/2015 hatten Wissenschaftler, IT-Experten und Menschenrechtler Facebook nachdrücklich auf den weit verbreiteten Missbrauch seines Netzwerkes zur Verbreitung von Hass-Botschaften gegen Rohingya hingewiesen. Doch das Unternehmen habe nur zögerlich und vollkommen unzureichend gehandelt und das wahre Ausmaß seines Missbrauchs ignoriert. „Offensichtlich hatte Facebook andere Prioritäten und konzentrierte sich auf den Ausbau seines Marktes und Netzes in Burma, statt die Warnungen ernst zu nehmen“, sagte Delius. Obwohl Facebook inzwischen die Nutzung seines Netzes durch Sub-Unternehmen in Malaysia stärker auf Hass-Botschaften kontrollieren lässt, finden sich noch immer hunderte polemischer Tiraden gegen Rohingya bei Facebook. So werden Rohingya als „Maden, Hunde, Schweine oder Vergewaltiger verleumdet, die ausgelöscht werden müssten“.

 

Die systematisch betriebene Hass-Kampagne sei aber auch ein klares Indiz dafür, dass an den Rohingya gezielt und mit Vorsatz Völkermord verübt wurde. Bei den schweren Menschenrechtsverletzungen handele es sich nicht um versehentlich begangene Übergriffe, sondern um eine gezielte Verfolgung, die auch die Vernichtung zumindest von Teilen der Rohingya-Gemeinschaft angestrebt habe.     

 


4,5 Millionen Kinder in Kriegsgebieten lebensbedrohlich unterernährt

 

(München/sos) - Kriege und Konflikte sind der weitaus größte Verursacher des weltweiten Hungers. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Welternährungstages am 16.Oktober hin. Allein in den zehn schlimmsten Kriegsregionen seien aktuell 4,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren lebensbedrohlich unterernährt und dringend auf Hilfe angewiesen.

 

 

 

"Das Leid dieser Kinder ist hausgemacht! Die Kriege zerstören Felder, Straßen und Märkte. Menschen fliehen und lassen ihre Äcker brach liegen, Kindern und Familien in Not wird der Zugang zu Nahrung verwehrt. Immer häufiger wird Hunger gezielt als Waffe eingesetzt!", sagt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.

 

 

 

Insgesamt seien 60 Prozent des akuten Hungers im letzten Jahr auf Kriege und Konflikte zurückzuführen. In 18 Ländern seien 78 Millionen Menschen betroffen, die Hälfte davon Kinder. Besonders schlimm sei die Situation im Yemen, wo 2017 17 Millionen Menschen unter Hunger litten, gefolgt von Nigeria (8,9 Millionen), der Demokratischen Republik Kongo (7,7 Millionen), Afghanistan (7,6 Millionen), Syrien

 

(6,5 Millionen) und Südsudan (6,1 Millionen). "Die Zahlen werden weiter nach oben gehen! Dem weltweiten Ziel, den Hunger bis 2030 zu besiegen, entfernen wir uns damit immer mehr", so Yassin weiter.

 

 

 

Die Welt werde den Hunger nur besiegen können, wenn es gelänge, die Konflikte dauerhaft zu beenden. "Ernährung, Sicherheit und Frieden gehören untrennbar zusammen!",sagt Yassin.

 

 

 

Die SOS-Kinderdörfer weltweit unterstützen Kinder in Not in 135 Ländern. Sie tragen zur Entwicklung ihrer Gemeinden bei, sorgen für langfristige Stabilität und führen ihre Arbeit auch in Kriegs- und Krisensituationen fort.

 


missio-Kunstkalender Äthiopien 2019

(Aachen/missio) - Die äthiopische Künstlerin Alem Getachew Worku hat den Kunstkalender Äthiopien 2019 des Internationalen Katholischen Missionswerks missio Aachen gestaltet.

 

Mit dem Bilderzyklus, den sie für den missio-Kunstkalender anlegte, orientiert sie sich an der Farb- und Formensprache der äthiopisch-christlichen Maltradition. Eingängig und farbstark geben die Bilder Einblicke in die uralte christliche Botschaft ihrer Heimat und vermitteln, was auch der Künstlerin selbst am Herzen liegt: mit ihrer Kunst den Geist der Einheit, des Austauschs und des Teilens weiterzugeben.

 

„Ich möchte den Menschen in Deutschland die äthiopische Kultur, den Geist der Einheit, des Austauschs und des Teilens vermitteln. Meine Bilder spiegeln das Christentum wider, das in Äthiopien viele Jahrhunderte durchlebt hat“, erklärt die 35-jährige Künstlerin, die aufgrund einer Querschnittslähmung seit 20 Jahren im Rollstuhl sitzt.

 

Alem Getachew Worku arbeitet seit 18 Jahren als Künstlerin und unterhält eine kleine Galerie in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba, in der sie auch unterrichtet. Besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereitet ihr dabei viel Freude.

 

Der missio-Kunstkalender Äthiopien 2019 ist im missio-Onlineshop erhältlich.

 

 

 

Nachfolgend das Interview:

 

 

 

Interview mit der äthiopischen Künstlerin Alem Getachew Worku

 

 

 

Seibel: Hallo Frau Alem. Wie fühlen Sie sich heute an dem Feiertag Tikmat?

 

Alem: Ich freue mich über den Anlass der Taufe Christi. Dies ist ein Tag voller Freude. Dies ist ein Fest, das ich sehr mag und ich freue mich darüber

 

Seibel: Sie sagten, dass Sie glücklich sind. Was macht Sie glücklich?

 

Alem: Für mich hat Freude etwas damit zu tun, realistisch zu sein und anzunehmen, was Gott uns gegeben hat. Mit Einfachheit zu begrüßen, was wir im Leben haben.

 

Seibel: Sie sagten, dass Sie annehmen möchten, was Gott Ihnen gibt. Aber die Menschen haben für gewöhnlich viele Wünsche. Was ist Ihr größter Wunsch?

 

Alem: Mein größter Wunsch ist es, mit anderen zu teilen, der Grund und die Quelle ihrer Freude sein. Das ist es, wonach ich mich sehne.

 

Seibel: Gibt es etwas, das Sie fürchten?

 

Alem: Ich fürchte mich davor, nicht in Harmonie und Übereinstimmung mit dem zu leben, was Gott uns gibt. Mir seiner Gaben nicht bewusst zu sein und diese Freude nicht zu teilen. Das ist das Einzige, vor dem ich mich fürchte: keine Antwort auf die Gaben Gottes zu geben.

 

Seibel: Drückt sich die Angst davor, keine Antwort auf die Gaben Gottes zu geben, auch in Ihrer Kunst aus?

 

Alem: Es gibt Situationen, wo dies zum Ausdruck kommt. Durch meine Malerei möchte ich meine Freude teilen, aber auch Momente der Traurigkeit, die Sie angesprochen haben. Es handelt sich also nicht nur um einen Typ von Gemälden.

 

Seibel: Könnten Sie unseren Lesern beschreiben, wie bei Ihnen ein typischer Tagesablauf aussieht? Wann stehen Sie auf, was tun Sie während des Tages und wann gehen Sie zu Bett?

 

Alem: Morgens nach dem Aufstehen nehme ich mir Zeit für mein persönliches Gebet und Reflexion und dann frühstücke ich zusammen mit meiner Familie. Anschließend komme ich hierher, um zu arbeiten und Leute zu treffen. Ich esse in der Galerie zu Mittag und arbeite am Nachmittag weiter und kontaktiere Leute. Um 18 Uhr ca. gehe ich nach Hause, um zu Abend zu essen und Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

 

Seibel: Warum ist es so wichtig und wertvoll für Sie, als Künstlerin zu arbeiten?

 

Alem: Am Wichtigsten für mich ist die Möglichkeit, durch meine Kunst auszudrücken, dass ich den Menschen das Beste wünsche. Meine Werte zu teilen. Die Kunst ermöglicht es mir, dies auszudrücken und den Menschen etwas zu geben. Aber auch die Interaktion mit den Menschen und selbst etwas von ihnen zu bekommen. All die guten Dinge, die ich den Menschen wünsche, bringe ich durch meine Kunst zum Ausdruck. 

 

Seibel: Was bekommen Sie von den Menschen zurück?

 

Alem: Von manchen Leuten bekomme ich gute Dinge, die mich wachsen lassen. Aber nicht alles, das von Menschen kommt, ist gut. Manche Menschen bringen eher Probleme, aber ich sehe das als Chance, anderen zu helfen. Ich begrüße nicht nur die guten, sondern auch die schlechten Dinge von Menschen. Ich versuche alles zu akzeptieren und die Situation derjenigen zu verbessern, die traurig sind oder denen es nicht gut geht.

 

Seibel: Vielen Künstlern stellt sich die Frage, ob sie von ihrer Arbeit leben können…

 

Alem: Für mich ist es möglich, es ist okay. Ich weiß, dass andere Kollegen, sagen, dass es zu wenig zum Leben ist. Es trifft natürlich auch auf mich zu, dass ich kein tägliches Einkommen habe, aber wenn man bescheiden ist, dann ist es möglich von der Kunst zu leben. Was mich betrifft, sehe ich eine Verbesserung der Situation in unserem Land. Die Menschen haben ein höheres Bewusstsein für Kunst entwickelt. Ich mag es nicht, allein zu arbeiten, sondern liebe die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Mir geht es gut; ich bin zufrieden mit dem, was ich tue.

 

Seibel: Mögen Sie das Leben in Addis Abeba?

 

Alem: Ich bin froh, in Addis, die Hauptstadt von Äthiopien, zu leben. Im Vergleich zu ländlichen Regionen haben behinderte Menschen in Addis ein deutlich besseres Leben. Es gibt hier viel mehr Möglichkeiten. 

 

Seibel: Wenn Sie Addis Abeba in drei Worten beschreiben müssten, welche würden Ihnen einfallen? Oder vielleicht haben Sie als Künstlerin keinen Bezug zu Worten, sondern können mir eher Bilder nennen?

 

Alem:  Ich denke zuerst an die Etymologie und das Bild der Blume. Bei Worten denke ich vor allem an Diversität- die Menschen kommen von ganz verschiedenen Kulturen, Sprachen, Gruppen und doch haben wir alle den Geist der Einheit, des Austauschs und des Teilens. Das ist es, was mir in den Sinn kommt.

 

Seibel: Wir haben über das Leben gesprochen; ich würde nun gerne noch auf den Tod zu sprechen kommen. Was denken Sie wird nach unserem Tod passieren?

 

Alem: Im Licht meines Glaubens und dem Wort Gottes, sehe ich das Leben nach dem Tod als ein Leben der Freude und der ewigen Ruhe. Aber diese Freude wird uns durch das diesseitige Leben garantiert. Wir beginnen diese Freude und dieses Leben durch unsere enge Beziehung zu Gott während wir noch hier auf der Erde sind.

 

Seibel: Sie malen den Kalender für die Menschen in Deutschland. Welche Botschaft wollen Sie den Menschen in Deutschland vermitteln?

 

Alem: Ich möchte den Menschen in Deutschland eine Botschaft vermitteln, die die äthiopische Kultur, spirituellen Werte, die Einheit und das Christentum, das viele Jahrhunderte durchlebt hat, widerspiegelt. Ich möchte die äthiopische Kultur, die Lebensart und besonders den Glauben darstellen.

 

Seibel: Auf welche Art stellen Sie Gott in Ihren Gemälden dar? Sind es die Farben oder die Komposition?

 

Alem: Es stimmt, ich stelle das Göttliche anhand vieler Instrumente dar und eines davon sind die Farben. Helle Farben stehen für Hoffnung, aber auch dunkle Farben sind eine Art, um Intimität mit Gott auszudrücken. Dies sind indirekte Mittel, um das Göttliche darzustellen

 

Seibel: Vielen Dank!

 

Das Interview führte Johannes Seibel.

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2017 stellt missio Aachen rund 46,2 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.161 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Kinder müssen bei Katastrophenbekämpfung im Fokus stehen

Tausende Schulen in Sulawesi zerstört – Hunderttausende Schüler betroffen

 (Friedrichsdorf/Palu/wv) – Nach Angaben der internationalen Kinderhilfsorganisation World Vision sind nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien mehr als 2.700 Schulen zerstört worden. Die Organisation beruft sich dabei auf Zahlen des Humanitarian Country Teams (HTC). Die Folgen dieser Zerstörung seien auch langfristig erheblich, da Kinder nach Katastrophen zu den besonders gefährdeten Opfern zählen.

 

„Schulen sind wichtige Einrichtungen im Leben von Kindern, gerade nach traumatischen Ereignissen wie in Indonesien“, erklärt Dirk Bathe, Medienreferent bei World Vision. „Wenn diese Schulen zerstört sind, haben die Kinder keinen Fixpunkt mehr, keine Anlaufstelle, in der sie miteinander reden und ein bisschen Normalität erfahren können.“

 

Nach Schätzungen der Koordinierungsstelle der Hilfsorganisationen in Indonesien sind etwa 186.000 Schüler und Schülerinnen von den Zerstörungen ihrer Schulen betroffen. Da häufig auch die Wohnhäuser der Kinder und Jugendlichen beschädigt oder zerstört wurden, sind einige Tausend von ihnen obdachlos.

 

Als ein Mittel, um den Betroffenen zu helfen, hat World Vision bislang 10 Kinderschutzzentren aufgebaut. In diesen Zentren werden jeweils etwa 90 Kinder psychosozial betreut. Sie können spielen, lernen und so etwas zur Ruhe kommen und ihre Erlebnisse verarbeiten.

 

Nach Angaben von World Vision macht die Wiederherstellung der Infrastruktur wie Straßen und Brücken langsam Fortschritte. Deshalb erreichen Helfer der Organisation immer mehr abgelegene Gebiete. „Unsere Kollegen berichten, dass viele Trinkbrunnen in entfernteren Dörfern zerstört sind. Aber auch in Städten wie Palu und Donggala ist die Trinkwasserversorgung noch immer ein Problem“, sagt Bathe. World Vision hat damit begonnen, Wasser und Nahrung zu verteilen, ebenso wie Zeltplanen und Hygiene-Artikel. Zusätzlich zu den Kinderschutzzentren will die Organisation jetzt auch Zentren für junge Mütter und Kleinkinder aufbauen.

 

World Vision Deutschland und das Katastrophenhilfe-Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ rufen zu Spenden für die Betroffenen in Indonesien auf:

 

 

World Vision
Stichwort: „ Tsunami Sulawesi“
IBAN: DE89 5019 0000 0000 00 2020 (Volksbank Frankfurt, Konto 20 20)
Online spenden unter:
www.worldvision.de

 

Aktion Deutschland Hilft
Stichwort „Erdbeben Tsunami Indonesien“

 

IBAN: DE62 3702 0500 0000 10 20 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)

 

Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden

 

(10€ zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft 9,83 €)

 

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“ (englisch: „It takes a world to end violence against children“), kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht, sorgt für ihre Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie zur Ruhe kommen und zur Schule gehen können und versorgt sie medizinisch und mit Nahrungsmitteln. Mehr Informationen finden Sie unter: www.worldvision.de/jede-kindheit-zaehlt

 


Mega-Projekt wird Hilfe für Flüchtlinge erschweren

Zwangsumsiedlung verletzt Menschenrechte und schürt Konflikte

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die Pläne Bangladeschs scharf kritisiert, 100.000 geflüchtete Rohingya zwangsweise auf eine unbewohnte Insel umzusiedeln. „Die geplante Zwangsumsiedlung ist zynisch und unmenschlich und wird das Leid der schwer traumatisierten Frauen und Kinder nur weiter verstärken“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius. Nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“, dürften die Geflüchteten nicht buchstäblich ins Meer gekippt werden, um von ihrem dramatischen Schicksal abzulenken. „Wenn sie erst einmal auf der abgesperrten Insel leben, dürfte es noch schwerer werden, internationale Unterstützung für ihre humanitäre Versorgung und für eine politische Lösung der Rohingya-Krise zu mobilisieren“, sagte Delius. Schon heute seien nur 39 Prozent des akuten Bedarfs an humanitärer Hilfe für die Rohingya durch Zusagen internationaler Geberländer gedeckt.    

 

Bangladeschs Regierung will im November 2018 die ersten 25.000 Flüchtlinge auf die Insel Bhasan Char im Golf von Bengalen umsiedeln. Ursprünglich wollte Premierministerin Sheikh Hasina am 4. Oktober 2018 das neue Mega-Lager für Flüchtlinge einweihen. Offiziell wurden Termingründe vorgeschoben, um die Verschiebung der Einweihung zu begründen. Doch hinter den Kulissen gibt es massive Auseinandersetzungen über das umstrittene Projekt, das Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen seit Jahren kritisieren.   

 

Die nur 7,7 Quadratkilometer große Insel ist rund 30 Kilometer vom Festland entfernt. Für 278 Millionen US-Dollars hat die Marine Bangladeschs die Insel hergerichtet und Massen-Unterkünfte für die Geflüchteten errichtet. Ausländische Geberländer waren nicht bereit, das umstrittene Projekt finanziell zu unterstützen. Die großen Hallen zur Unterbringung der Geflüchteten befinden sich auf einer Fläche von rund 1,5 Quadratkilometern. „Es ist absurd und unmenschlich, was die Planer konzipiert haben. Während in New York City 11.000 Menschen pro Quadratkilometer leben, sollen auf Bhasan Char zukünftig rund 67.000 Geflüchtete pro Quadratkilometer untergebracht werden. So sind Konflikte vorprogrammiert“, warnte Delius.

 

Da die Insel regelmäßig bei Wirbelstürmen vom Meer überflutet wird, erbaute die Marine einen drei Meter hohen Schutzwall um das Eiland. Das 2013 zum Naturschutzgebiet erklärte Eiland ist laut einem Untersuchungsbericht der Naturschutzbehörde nicht zur Besiedlung geeignet. Rund 52 Prozent der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch sind Kinder und Jugendliche. „Dieses wahnwitzige Projekt wird nur Hoffnungslosigkeit und Radikalisierung unter den jungen Flüchtlingen fördern“, erklärte Delius.   

 


Katholische Menschenrechtsorganisation legt erschreckende Zahlen vor

Düstere Perspektiven für indigene Völker unter einem möglichen Präsidenten Bolsonaro

 

(Göttingen/gfbv) - Für die indigenen Völker in Brasilien ist der Kolumbustag, an dem in ganz Amerika an jedem 12. Oktober die Landung des Seefahrers Christoph Kolumbus an den Küsten des Kontinents gefeiert wird, ein Tag der Trauer. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt aus diesem Anlass vor einer dramatischen Verschlechterung der Situation der 305 indigenen Völker in Brasilien unter einem möglichen Präsidenten Jair Bolsonaro. „Bolsonaros rassistische Angriffe auf Minderheiten schüren die Ausgrenzung der armen und indigenen Bevölkerung“, kritisiert GfbV-Referentin Yvonne Bangert.

 

Landrechte der indigenen Gemeinschaften geraten zusehends in Gefahr. Der Staat geht kaum gegen illegale Rohstoffförderung und Holzeinschlag in indigenen Gebieten vor. Der Prozess der Anerkennung indigener Schutzgebiete ist ins Stocken geraten. Unter der Regierung des noch amtierenden Präsident Michel Temer wurde kein einziges Anerkennungsverfahren zum Abschluss gebracht.

 

„Die Agrarlobby, die sich für die Interessen der Großgrundbesitzer und der industriellen Landwirtschaft einsetzt, gewinnt zusehends an Einfluss“, beklagt Bangert. „Leidtragende sind vor allem die indigenen Gemeinschaften, deren Rückzugsgebiete für die wirtschaftliche Nutzung geöffnet werden sollen. Unter einem Präsidenten Bolsonaro, der diese Lobby unterstützt, wird sich dieser Prozess deutlich beschleunigen.“

 

"Die Daten des gerade erschienenen Jahresberichts 2017 der brasilianischen Menschenrechtsorganisation CIMI sind alarmierend“, erklärt Bangert. Demnach wurden 128 Fälle von Suizid verzeichnet. 110 Indigene wurden ermordet. Zudem wurden 27 Mordversuche und 14 Morddrohungen registriert. Aufgrund der mangelhaften medizinischen Versorgung sind 702 Kleinkinder unter fünf Jahren gestorben.

 

Der rechtpopulistische Bolsonaro, Kandidat der PSL (Social Liberal Party), hat als Sieger des ersten Wahlgangs beste Chancen auf die Präsidentschaft. Er ist ein Befürworter der Waffenlobby und äußert sich positiv über die Militärdiktatur, die 1962 bis 1985 in Brasilien herrschte. Bolsonaro tritt für ein autoritäres Brasilien ein, hat einen Ex-General als Vizepräsident nominiert und will weitere Militärs in wichtige Ämter bringen. Seine Wähler sind mehrheitlich gutverdienende, gutgebildete weiße Männer der oberen Mittelschicht. Vor allem ultrakonservative Mitglieder der evangelikalen Gemeinden und Pfingstkirchen, die etwa 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen, unterstützen ihn. Bolsonaros rassistische, homophobe und sexistische Äußerungen sind für sie kein Widerspruch zur Botschaft der Toleranz des Christentums. Vielmehr werden soziale Benachteiligungen als Strafe Gottes aufgefasst, die durch einen entsprechend tugendhaften Lebenswandel abzubüßen sei.

 


Religion darf nicht für Wahlkampf instrumentalisiert werden

Massenabschiebung würde Völkerrecht verletzen

 

(Göttingen/gfbv) -   Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Indien vor einer Massenabschiebung von 40.000 geflüchteten Rohingya nach Burma gewarnt. „Eine Massenabschiebung von Menschen, die vor Verbrechen gegen die Menschlichkeit geflohen sind, würde den völkerrechtlichen Grundsatz der Nichtzurückweisung verletzen“, erklärte der GfbV -Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. Nachdrücklich erinnerte die GfbV in einem Schreiben an Indiens Premierminister Narendra Modi an die völkerrechtlichen Verpflichtungen des Landes, Opfer schwerster Menschenrechtsverletzungen nicht in den Verfolgerstaat Burma abzuschieben. „Unter den Geflüchteten in Indien geht die Angst um, seit das Bundesinnenministerium Indiens vor wenigen Tagen anordnete, die biometrischen Daten aller geflüchteten Rohingya zu erfassen, um ihre Abschiebung vorzubereiten“, sagte Delius. Am letzten Donnerstag waren sieben Rohingya-Flüchtlinge aus dem Bundesstaat Assam nach Burma abgeschoben worden.

 

Die Menschenrechtsorganisation warnte vor einer Instrumentalisierung der Rohingya-Frage im bevorstehenden Wahlkampf für die Parlamentswahlen in Indien im Jahr 2019. „Es ist unverantwortlich, eine gesamte ethnische Gruppe zu verleumden und zu kriminalisieren“, erklärte Delius. Der Präsident der einflussreichen Hindu-nationalistischen Regierungspartei BJP Amit Shah hatte zuvor behauptet, die „illegalen Immigranten sind wie Termiten, die die nationale Sicherheit aushöhlen“. „Es ist skandalös und durch keine Fakten gerechtfertigt, Rohingya nur aufgrund ihres muslimischen Glaubens als Unterstützer des internationalen Terrorismus zu brandmarken“, sagte Delius. Die Menschenrechtler warfen dem indischen Politiker vor, die Rohingya-Frage zu instrumentalisieren, um Wählerstimmen zu mobilisieren. Doch es sei absurd, vermeintliche Verbindungen zwischen pakistanischen Terrorgruppen und Rohingya-Frauen und Kindern zu konstruieren, die vor schwersten Menschenrechtsverletzungen seien und Schutz bräuchten.

 

Rund 40.000 Rohingya-Flüchtlinge leben in Indien. Nur 16.500 dieser Geflüchteten sind offiziell vom UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge registriert. Doch auch diese Registrierungen und provisorischen Ausweisdokumente werden von Indiens Behörden nicht anerkannt. Erschwert wird die Lage der Rohingya durch die Entscheidung von Indiens Behörden, rund 7.000 dieser Geflüchteten im Bundesstaat Jammu & Kaschmir an der zwischen Indien und Pakistan umstrittenen Staatsgrenze anzusiedeln. „So werden die Rohingya von Hindu-Nationalisten als vermeintliche Agenten des verfeindeten Nachbarlandes Pakistan diffamiert, nur weil sie Muslime sind“, sagte Delius.       

 


missio Aachen: „Hoffentlich wird das Verfahren Asia Bibi jetzt tatsächlich entschieden“

 

missio-Präsident Prälat Klaus Krämer sieht „gute Zeichen“ nach Anhörung – 18.425 Unterschriften für Freilassung der pakistanischen Christin 2014 gesammelt

 

 

 

(Aachen/missio) - „In den Fall Asia Bibi ist jetzt Bewegung gekommen, aber es ist noch nicht absehbar, ob und wann das Todesurteil wegen angeblicher Blasphemie gegen die pakistanische Christin tatsächlich aufgehoben wird.“ So kommentiert Prälat Klaus Krämer, Präsident des katholischen Hilfswerkes missio Aachen, die Anhörung in der Berufungsverhandlung Asia Bibis vor dem Obersten Gerichtshof Pakistans am gestrigen Montag in Islamabad. „Dass der Oberste Richter am Gerichtshof und zwei weitere hochrangige Richter selbst die Anhörung geleitet haben, ist ein gutes Zeichen, denn bisher war seit 2015 noch kein Richter aus Angst vor islamistischer Gewalt für eine Verhandlung gefunden worden“, so Prälat Krämer weiter. Die Richter kündigten eine endgültige Entscheidung noch in diesem Monat an. „Solche Ankündigungen gibt es seit 2015 schon mehrfach, trotzdem wurde das Verfahren immer wieder verschleppt. Hoffen wir, dass dieses Mal die Berufung tatsächlich entschieden wird und Asia Bibi freikommt“,  so Prälat Krämer.

 

Nach pakistanischen Medienberichten Nachrichtensperre

 

Nach pakistanischen Medienberichten verhängte der Oberste Gerichtshof eine Nachrichtsperre zu dem Fall. Islamistische Extremisten fordern eine sofortige Vollstreckung des Todesurteils und kündigten im Falle der Freisprechung von Asia Bibi oder ihrer Abschiebung in ein anderes Land gewaltsame Aktionen an.

 

Die pakistanische Christin Asia Bibi wurde 2009 wegen des Vorwurfs der Blasphemie festgenommen und 2010 zum Tod verurteilt. Seitdem sitzt sie in Multan im Gefängnis. Nachdem Berufungsverfahren in unteren Instanzen scheiterten, liegt der Fall seit 2015 vor dem Obersten Gerichtshof in Pakistan. 2014 sammelte missio Aachen 18.425 Unterschriften für ihre Freilassung.

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2017 stellt missio Aachen rund 46,2 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.161 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Christen werfen Regierung Untätigkeit vor

Fulani-Konflikt schürt Gewalt in Nigeria

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat einen besseren Schutz christlicher Bauern vor Überfällen bewaffneter Viehhirten in Nigeria gefordert. Seit Dienstag sind bei zwei Angriffen von Fulani-Hirten auf Bauerndörfer im Bundesstaat Plateau im Zentrum des Landes mindestens 32 Menschen getötet worden, berichtete die Menschenrechtsorganisation. „Nigerias Sicherheitskräfte versagen beim Schutz von Bauerndörfern vor Überfällen bewaffneter Banden. Dringend muss Nigerias Bundesregierung mehr glaubwürdige politische Initiativen entwickeln, um den eskalierenden Fulani-Konflikt zu entschärfen“, forderte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. Seit Januar 2018 sind nach GfbV-Angaben mindestens 1.554 Menschen bei Übergriffen von Fulani zu Tode gekommen. Die meisten Opfer der Gewalt waren Christen.

 

So waren Mittwochnacht bei einem Angriff bewaffneter Fulani auf das Dorf Ariri 19 Menschen ermordet worden. Bei einem nächtlichen Überfall auf die Siedlung Jol waren am Dienstag 13 Dorfbewohner im Schlaf getötet worden. Jede Woche kommt es zu neuen Angriffen auf Bauerndörfer. Hintergrund sind seit Jahrzehnten anhaltende Auseinandersetzungen um die Nutzung von Weidegründen und Land. Der Klimawandel, die immer schwierigeren klimatischen Bedingungen im Norden des Landes und die zunehmende Konkurrenz in der Landnutzung schüren die Konflikte.

 

Viele christliche Dorfbewohner empfinden die Übergriffe muslimischer Fulani aber auch als einen gezielten Angriff auf christliches Leben. Sie werfen den Behörden und der nigerianischen Bundesregierung unter Führung des Staatspräsidenten Muhammadu Buhari vor, zu nachsichtig gegenüber der Gewalt zu sein. Buhari, der selbst Fulani ist, beschuldigen sie, nicht entschlossen genug gegen die Gewalttäter vorzugehen und die Dorfbewohner nicht ausreichend zu beschützen.   

 

Die Fulani-Krise ist nicht neu, aber sie eskaliert immer mehr, da die Regierung weitestgehend untätig geblieben ist. Statt lokal und regional den Dialog zwischen Nomaden und überwiegend christlichen Bauern zu fördern, hat man den sich zuspitzenden Konflikt lange schöngeredet. Die mangelnde Entwicklung im Norden Nigerias und wachsende Viehherden schüren die Spannungen zwischen Nomaden und Bauern. Denn immer mehr Nomaden drängen aus dem immer trockener werdenden Norden in den Süden, wo die meisten Landflächen von Bauern bewirtschaftet werden. „Es ist ein Armutszeugnis, wenn Nigerias Regierung keine andere Lösung einfällt, als die Nomaden unter Zwang anzusiedeln und zu assimilieren. Statt auf Rechtsstaatlichkeit und Dialog, setzt man auf Gewalt und Ausgrenzung. So sind neue Konflikte vorprogrammiert“, sagte Delius.

 


World Vision hat mit dem Aufbau von Kinderschutzzentren begonnen

Alleinstehende Kinder besonders gefährdet - Kinderschutz muss im Fokus stehen

 

 

(Palu/Friedrichsdorf/wv) – Angesichts erheblicher Spannungen in der durch Erdbeben und Tsunami schwer verwüsteten Region auf der indonesischen Insel Sulawesi macht die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision darauf aufmerksam, dass nach solchen Katastrophen besonders obdachlose und alleinstehende Kinder sehr gefährdet sind. Bestehende Kinderschutzmechanismen brechen in derartigen Notsituationen oft zusammen. Daher unterstützt World Vision eine gute Betreuung und sichere Unterbringung, aktuell im Distrikt Palu.

 

„In unserem ersten Kinderzentrum werden 91 Kinder betreut“, erzählt Lisa Hernawati, World Vision Mitarbeiterin in Palu. „Viele der Kinder sind sehr verängstigt, weil sie gesehen haben, was passiert ist. Sie erlebten das Erdbeben und sahen die Welle auf sich zukommen.“  Nach einer Weile im Betreuungszentrum seien sie entspannter. „Sie spielten und lernten für die Schule und konnten über das Erlebte mit geschulten Erwachsenen sprechen. Auch die Eltern sind froh, dass ihre Kinder bei uns gut untergebracht sind. Sie hoffen, dass wir die Zentren noch einige Zeit weiter betreiben können.“ Die Kinder äußerten auch den Wunsch schon bald zurück zur Schule gehen zu können.

 

Kinderschutzzonen und Registrierungsmaßnahmen

 

„Kinderschutz ist ein integraler Bestandteil aller humanitären Maßnahmen von World Vision“, sagt Silvia Holten, Pressesprecherin von World Vision Deutschland. „Unsere Erfahrungen aus ähnlichen Krisen zeigen, dass die vielen Risiken für Kinder oft zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. In Katastrophensituationen sind sie z.B. besonders unfall-gefährdet, können in die Hände von Händlern geraten, ausgebeutet und sexuell missbraucht werden oder infolge von Not zwangsweise verheiratet oder illegal für Adoptionen vermittelt werden. “Trotz der immensen Wichtigkeit von Kinderschutz, gehört der Sektor nach wie vor zu den am wenigsten finanzierten.

 

World Vision setzt sich dafür ein, dass Kinderschutz ein zentraler Schwerpunkt des Nothilfeeinsatzes in Indonesien ist. „Es muss sichergestellt werden, dass alle unbegleiteten und von ihren Familien getrennten Kinder registriert werden und dass Mechanismen geschaffen werden, um die Familienzusammenführungen zu erleichtern“, so Holten.

 

Die Situation vor Ort ist nach wie vor sehr angespannt. Viele Regionen haben noch immer keinen Strom und es herrscht weiterhin ein Engpass an Treibstoff, auch die Gesundheitsversorgung ist ein großes Problem.

 

World Vision Deutschland und das Katastrophenhilfe-Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ rufen zu Spenden für die Betroffenen in Indonesien auf:

 

World Vision
Stichwort: „ Tsunami Sulawesi“
IBAN: DE89 5019 0000 0000 00 2020 (Volksbank Frankfurt, Konto 20 20)
Online spenden unter: www.worldvision.de

 

Aktion Deutschland Hilft
Stichwort „Erdbeben Tsunami Indonesien“

 

IBAN: DE62 3702 0500 0000 10 20 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)

 

Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden

 

(10€ zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft 9,83 €)

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de


Persönliche Kontakte ins Katastrophengebiet auf Sulawesi

Soforthilfe und Spendenbitte für Tsunami-Opfer

 

(Darmstadt/ekhn) - Als erste Soforthilfe für die Opfer der Erdbeben- und Tsunami-Katstrophe in Sulawsi stellt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) 20.000 Euro bereit und bittet um weitere Spenden. Die EKHN hat direkt personelle Kontakte in das Katastrophengebiet. Viele Menschen in der Evangelischen Indonesischen Kristusgemeinde Rhein-Main, die zur EKHN gehört, stammen aus dem Gebiet, unter ihnen auch die Pfarrerin der Gemeinde Yunita Rondonowu-Lasut. Sie machen sich große Sorgen um Freunde und Angehörige. In der besonders betroffenen Stadt Palu befindet sich der Sitz der Protestantisch-Indonesischen Kirche in Donggala (GPID). Die GPID ist eine der Mitgliedskirchen der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) zu der auch die EKHN gehört. Die EKHN unterhält zudem eine Partnerschaft mit der evangelischen Kirche auf Sulawesi, deren Gebiet nördlich des Katstrophengebiets liegt. Auch dort bangen viele um ihre Angehörigen in dem betroffenen Gebiet.

 

„Erschütternde Berichte haben mich in den letzten Tagen über Gemeindeglieder der Evangelischen Indonesischen Kristusgemeinde hier in Frankfurt erreicht“, sagt Detlev Knoche, Leiter des Zentrums Ökumene in der EKHN. „Es ist ein Akt der Solidarität den Menschen in dieser ausweglosen und katastrophalen Lage zu helfen und ihnen zu zeigen: ihr seid nicht allein!“ Gemeinsam mit der Diakonie Katastrophenhilfe, der Evangelischen Mission in Solidarität und der Evangelischen Indonesischen Kristusgemeinde Rhein-Main ruft die EKHN zu Spenden auf unter

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Stichwort: Erdbeben Indonesien, Spendenkonto: Evangelische Bank, IBAN: E68 5206 0410 0000 5025 02, BIC: GENODEF1EK1

 

Evangelische Mission in Solidarität, Stichwort: „Nothilfe Sulawesi“, Spendenkonto: Evangelische Bank, IBAN: DE85 5206 0410 0000 0001 24, BIC GENODEF1EK1

 

Am vergangenen Freitag erschütterten mehrere Erdbeben bis zur Stärke 7,4 auf der Richterskala die indonesische Insel Sulawesi. Ein zerstörerischer Tsunami folgte und erst langsam wird das Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Die meterhohe Wasserwand stürzte am Strand über die Kinder, Frauen, Männer. Tausende Menschen sind verletzt und haben alles verloren. Unter den zerstörten Gebäuden und in den Schlammlawinen werden noch viele Opfer vermutet. Rettungsarbeiten sind weiterhin erschwert, weil Straßen und Brücken zerstört sind. Mittlerweile sind erste Hilfslieferungen auf dem Weg.

 


Fehlendes Benzin und zerstörte Infrastruktur größtes Problem

Verzweiflung unter Tsunami-Opfern in Indonesien wächst

 

 

(Friedrichsdorf/Palu/wv) – Nach dem Tsunami auf der indonesischen Insel Palu wächst die Verzweiflung der Überlebenden. Viele sind auf der Suche nach sauberem Trinkwasser und Nahrung. Weil schweres Räumgerät und Benzin fehlen, können Verschüttete nicht geborgen werden. Sorge bereitet den Menschen vor Ort auch, dass viele Tote nicht geborgen werden können und sich Krankheiten ausbreiten könnten.

 

 

 

Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Vision berichten, dass Menschen aus Verzweiflung mit bloßen Händen nach Verschütteten suchen. Da in vielen Ortschaften der Strom ausgefallen sei und auch Benzin und Diesel für Stromaggregate fehle, kämen die Bergungsarbeiten nur äußerst langsam voran. Viele Straßen sind zerstört und Brücken beschädigt. Deshalb sei auch die Versorgung der Überlebenden bislang kaum zu gewährleisten. Es fehlt vor allem an Nahrung, Medizin und sauberem Trinkwasser.

 

 

 

Die Mitarbeiter von World Vision haben mittlerweile auch abgelegenere Gebiete südlich der Stadt Palu erreicht. Auch dort sind die Zerstörungen groß, die Ortschaft Sigi wurde unter einem Erdrutsch komplett begraben.

 

 

 

Derweil läuft die internationale Hilfe für Indonesien an. Hilfsorganisationen in der Stadt Palu haben ihre Arbeiten koordiniert. World Vision versorgt Betroffene mit Hilfsgütern wie Hygieneartikeln und Babynahrung aus dezentralen Lagern und hat zudem 50 obdachlose Familien auf dem Bürogelände in Palu aufgenommen.

 

 

 

World Vision Deutschland und das Katastrophenhilfe-Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ rufen zu Spenden für die Betroffenen in Indonesien auf:

 

 

 

World Vision
Stichwort: „ Erbeben Tsunami Sulawesi“
IBAN: DE89 5019 0000 0000 00 2020 (Volksbank Frankfurt, Konto 20 20)
Online spenden unter: www.worldvision.de

 

 

 

Aktion Deutschland Hilft
Stichwort „Erdbeben Tsunami Indonesien“

 

IBAN: DE62 3702 0500 0000 10 20 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)

 

Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden

 

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Erdbeben Indonesien: World Vision Nothilfeteams in Palu vor Ort – Hilfe läuft an

Foto: World Vision
Foto: World Vision


 

 Infrastruktur zerstört – entlegene Gebiete schwer zu erreichen.

 


(Berlin / Palu/wv) - Nach dem schwereren Erdbeben und anschließenden Tsunami auf der Insel Sulawesi in Indonesien sind Nothilfeexperten von World Vision in Palu und entlegenen Regionen unterwegs, um die Situation zu bewerten und Soforthilfen einzuleiten. Mitarbeiter des örtlichen Büros verteilen bereits Nahrung für Kleinkinder. Mehrere Lagerhäuser mit Hilfsgütern befinden sich in der Region. Daher ist schnelle Hilfe möglich.

 

 Inzwischen ist die Anzahl der Toten nach Behördenangaben auf mehr als 800 gestiegen. Die Zahl könnte noch weiter steigen, da einige Gebiete noch nicht erreicht wurden.

 

Kommunikationsleitungen und Infrastruktur sind stark zerstört. Der für Programme in der Region zuständige World Vision-Mitarbeiter Radika Pinto berichtet aus Palu: „Viele Häuser sind zusammengebrochen oder schwer geschädigt. Die Menschen bauen sich jetzt provisorische Unterkünfte auf und sind auf der Suche nach Essbarem. Viele Nachbeben versetzten die Menschen immer wieder in Panik. Sauberes Trinkwasser wird dringend benötigt. Die Wasserleitungen sind zerbrochen.“ Weiter berichtet Pinto, dass Krankenhäuser teilweise zerstört seien. Daher würde das medizinische Personal Verletzte unter freiem Himmel versorgen.

 

Schweres Gerät ist dringend nötig, um verschüttete Menschen zu bergen und Geröll von den Straßen zu räumen, damit ein Durchkommen in andere Regionen möglich ist. Viele Straßen und Brücken sind schwer geschädigt. Elektrizitäts- und Kommunikationsnetzwerke sind teilweise unterbrochen.

 

 World Vision fördert in der Region mehrere langfristige Entwicklungsprojekte, über die auch Hilfe geleistet werden kann. Dringend nötig sind nun Hilfsmaßnahmen, die die Menschen mit sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Unterkünftigen versorgen. Schutzeinrichtungen für Kinder müssen aufgebaut werden.

 

 

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HINTERGRUND
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2016 wurden 327 Projekte in 52 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit weiteren World Vision-Werken in fast 100 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de/www.worldvision.de

 


Erdbeben/Tsunami Indonesien: „Aktion Deutschland Hilft“ stellt 100.000 Euro für Soforthilfe zur Verfügung Hilfsorganisationen im Bündnis unterstützen Bergungsarbeiten und leisten Nothilfe

 

 

(BONN/dh) – Nach den schweren Erdbeben und dem Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi steigt die Zahl der Todesopfer laut der lokalen Katastrophenschutzbehörde auf 832. Unter Trümmern und Schlamm werden weitere Opfer vermutet. Angesichts der immer deutlicher sichtbaren Folgen der Naturkatastrophen stellt das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, „Aktion Deutschland Hilft“, 100.000 Euro für die Soforthilfe zur Verfügung.

 

„Die Menschen auf der Insel Sulawesi benötigen jetzt unsere Unterstützung: Lebensmittel, Trinkwasser, medizinische Versorgung und Notunterkünfte müssen für die vielen Kinder, Frauen und Männer bereit gestellt werden.“, sagt Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von ‚Aktion Deutschland Hilft‘, „Unsere Hilfsorganisationen können sofort über das Geld verfügen, damit sie ohne Verzögerung schnelle Nothilfe leisten können. Angesichts der katastrophalen Ausmaße der Erdbebenserie und des Tsunamis bitten wir auch die deutsche Öffentlichkeit um Spenden.“

 

Die Lage bleibt weiterhin unübersichtlich: Zugangswege sind zerstört oder verschüttet. Kommunikationsverbindungen bleiben weiterhin unterbrochen. Viele Gebiete sind daher vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Radika Pinto, ein Mitarbeiter der Bündnisorganisation World Vision, berichtet aus Palu: „Viele Häuser sind zusammengebrochen oder schwer beschädigt. Die Menschen bauen sich jetzt provisorische Unterkünfte und sind auf der Suche nach Essbarem. Da viele Wasserleitungen zerstört sind, ist auch Trinkwasser knapp.“ Hunderte Nachbeben erschüttern seit Freitag die Region. Die Menschen haben Angst und trauen sich nicht zurück in ihre Häuser. Verletzte müssen unter freiem Himmel versorgt werden, weil Krankenhäuser zerstört oder einsturzgefährdet sind.

 

Viele Hilfsorganisationen im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ waren bereits vor der aktuellen Erdbebenserie und dem Tsunami mit Hilfsprojekten im Land tätig und können jetzt schnelle Soforthilfe leisten. ADRA, der Arbeiter-Samariter-Bund, Islamic Relief und World Vision unterstützen zum Beispiel Bergungsarbeiten und Bedarfsanalysen der lokalen Behörden. Ein Team aus dem lokalen Länderbüro des Arbeiter-Samariter-Bundes startet morgen in die Katastrophenregion. World Vision hat bereits Nahrungsmittel verteilt und medizinische Hilfe geleistet. Weitere Hilfsorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“ stehen im engen Kontakt mit ihren Netzwerkpartnern sowie lokalen Hilfsorganisationen und prüfen weitere Hilfsmaßnahmen.

 

 

 

„Aktion Deutschland Hilft“ ruft zu Spenden für die Betroffenen in Indonesien auf:

 

Stichwort „Erdbeben Tsunami Indonesien“

 

IBAN: DE62 3702 0500 0000 10 20 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)

 

Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden

 

(10€ zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft 9,83 €)

 

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 

 

 

Kurzprofil Aktion Deutschland Hilft e.V.

 

„Aktion Deutschland Hilft“ ist das 2001 gegründete Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Die beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Hilfe zusammen, um so die bisherige erfolgreiche Arbeit weiter zu optimieren. Unter einem gemeinsamen Spendenkonto bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln ruft das vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) geprüfte und vom Deutschen Spendenrat zertifizierte Bündnis zu solidarischem Handeln und Helfen im Katastrophenfall auf www.aktion-deutschland-hilft.de

 


Menschenrechte für Minderheiten einfordern

Türkischer Staatspräsident ist kein verlässlicher Partner

 

(Berlin/Göttingen/gfbv) - Wenige Stunden vor Beginn des Besuchs des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gemeinsam mit Kurden, Yeziden, Aleviten und Christen einen Kranz in Berlin vor der Gedenkstätte für die Opfer von Gewaltherrschaft niedergelegt, um der Verfolgten des Erdogan-Regimes zu erinnern. „Präsident Erdogan steht nicht für die Grundwerte Europas der Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, sondern für Willkür- und Gewaltherrschaft. Mit dieser symbolischen Kranzniederlegung vor der Neuen Wache wollen wir den tausenden Opfern seiner Gewaltherrschaft eine Stimme geben“, erklärte der Türkei-Experte der GfbV Kamal Sido am Donnerstag in Berlin.

 

Als „skandalös“ bezeichneten die Menschenrechtler, dass Präsident Erdogan am Freitag gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Neuen Wache einen Kranz niederlegen wird. Denn mindestens sieben Deutsche werden von Erdogans Regime noch immer als Geiseln in Haft gehalten, viele weitere dürfen das Land auf Anordnung der türkischen Behörden nicht verlassen. Andere Deutsche müssen im Ausland um ihre Bewegungsfreiheit und ihr Leben fürchten, weil türkische Behörden systematisch ihre Festnahme betreiben. „Angesichts dieser beispiellosen willkürlichen Repression gegenüber deutschen Staatsbürgern und seines Angriffskrieges gegen das kurdische Afrin in Syrien darf Präsident Erdogan nicht als vertrauenswürdiger Partner behandelt werden“, sagte Sido.        

 

Nachdrücklich forderte die GfbV, Menschen- und Minderheitenrechte müssten im Zentrum der Gespräche mit dem türkischen Staatsgast stehen. So müsse die Freilassung aller aus politischen Gründen inhaftierten gewählten Volksvertreter gefordert werden. Mindestens 144 Parlamentsabgeordnete, Stadträte und Bürgermeister werden wegen ihrer Unterstützung der Forderung nach Frieden und Menschenrechten für Kurden im Gefängnis festgehalten. Weitere rund 7.000 Unterstützer der pro-kurdischen HDP-Partei sind aus politischen Gründen inhaftiert. Auch das Schicksal Dutzender Journalisten, die mundtot gemacht wurden, müsse angesprochen werden. Dringend müsse die Türkei alle politischen Gefangenen freilassen und ihre völkerrechtswidrige Besetzung Afrins beenden.

 

Auch müsse die Türkei endlich christlichen Assyrern/Aramäern, Aleviten und Yeziden vollständige Glaubensfreiheit gewähren. Die religiösen Minderheiten haben Angst vor der von der türkischen Regierung betriebenen systematischen Islamisierung der Gesellschaft. Besonders in den ländlichen Regionen fürchten sich Angehörige religiöser Minderheiten vor Übergriffen.   

 


Kaffeezeremonie, christliche Tradition und große Armut Priester aus Äthiopien zu Gast im Monat der Weltmission - Stationen in Schömberg, Tübingen und Wangen

 

(Rottenburg/drs) - Vom kommenden Sonntag an (30. September) ist der äthiopische Priester, Abba Petros Berga, eine Woche lang Gast in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Im Rahmen des Monats der Weltmission, der größten weltweiten katholische Solidaritätsaktion, informiert er über den Aufbruch der Kirche in seinem Land sowie über die Armut als größte Herausforderung für die Gesellschaft in Äthiopien. Zum Abschluss seines Aufenthalts in der Diözese gestaltet Abba Petros gemeinsam mit Weihbischof Matthäus Karrer am 7. Oktober den feierlichen Eröffnungsgottesdienst zum Monat der Weltmission in Wangen im Allgäu.

 

 

 

Das ostafrikanische Land Äthiopien ist einer der ältesten christlichen Staaten. Es gehört heute trotz des rasanten Wirtschaftswachstums noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung bleibt von der wirtschaftlichen Entwicklung abgeschnitten. Der Kampf gegen Leid und Elend ist eine Herausforderung, auch für die katholische Kirche, die nur etwa ein Prozent der Bevölkerung ausmacht. Mit ihrem sozialen Engagement erreicht sie mehr als zehn Millionen Menschen direkt. Die Kirche in Äthiopien ist zudem ein Lobbyist für diskriminierte Minderheiten und hilft mehreren Tausend Flüchtlingen aus Nachbarländern. Der 44-jährige Abba Petros setzt sich für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen ein, für die Ausbildung von Jugendlichen und die Ökumene. Er koordiniert die pastoralen Aufgaben in Addis Abeba und stellt sich mit seinen Mitarbeitern der wachsenden Ungleichheit im Land entgegen. Ein besonders Anliegen ist ihm der Einsatz neuer Medien; mit dessen Hilfe versucht Abba Petros vor allem junge Menschen zu erreichen. Getreu dem Motto des Monats der Weltmission: „Den Menschen Heimat geben“ setzt sich Abba Petros für eine Perspektive der jungen Generation im Heimatland ein.

 

 

 

Zum Hintergrund:

 

 

 

Traditionelle Kaffee-Zeremonie:

 

In Äthiopien ist Kaffee seit dem 9. Jahrhundert fester Bestandteil der Kultur und des täglichen Lebens. Die Kaffeezeremonie dient nicht nur dem guten Geschmack, sondern auch dem guten Zusammenleben. Bei den Veranstaltungen am 3. und am 7. Oktober in Tübingen und in Wangen wird diese Zeremonie vor Ort durchgeführt (Rösten der Bohnen, mehre Aufgüsse in traditionellen Mokkatässchen).

 

 

 

Monat der Weltmission:

 

Der bundesweit von der katholischen Kirche begangene Monat der Weltmission endet am 28. Oktober mit dem Weltmissionssonntag. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart ruft dazu gemeinsam mit dem katholischen Hilfswerk missio zur Teilnahme an der weltweit größten katholischen Solidaritätsaktion auf: Die Kollekte der Gottesdienste an diesem Tag in über 100 Ländern ist für die Arbeit der 1.100 ärmsten Diözesen in Afrika, Asien und Ozeanien bestimmt ist.

 



 

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Organisationen fordern strengere Gesetze für Rüstungsexporte

  

Mexiko * Waffenhandel * Heckler & Koch * Jahrestag * 43 Studenten * Rüstungsexportkontrollgesetz

 

(Berlin/Stuttgart/Mexiko-Stadt/bfw) - : Der 26. September ist nicht nur der vierte Jahrestag des „Verschwindenlassens“ von 43 Studenten in der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero in Mexiko, er ist zugleich Verhandlungstag im Verfahren gegen das Rüstungsunternehmen Heckler & Koch vor dem Landgericht in Stuttgart. Verhandelt wird der illegale Export von Waffen nach Mexiko, die auch bei einer Polizeiaktion gegen die Studenten von Ayotzinapa zum Einsatz kamen. Leonel Gutiérrez Solano, Bruder des Studenten Aldo Gutiérrez, wird bei der Verhandlung anwesend sein. Aldo Gutiérrez wurde am 26. September 2014 durch einen Gewehrschuss der Polizei so schwer verletzt, dass er seitdem im Koma liegt.

 

Die Sicherheitskräfte setzten während ihres Einsatzes nachweislich G36-Schnellfeuergewehre aus deutscher Herstellung ein. Mehr als 9.000 solcher Gewehre verkaufte das deutsche Rüstungsunternehmen Heckler & Koch zwischen 2006 und 2009 nach Mexiko. Fast die Hälfte gelangte in Bundesstaaten, die für gravierende Menschenrechtsverletzungen bekannt sind, obwohl Heckler & Koch für diese Bundesstaaten, darunter Guerrero, keine Exportgenehmigung erhalten hatte.

 

„Der Kleinwaffenhersteller aus Oberndorf verstieß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Außenwirtschaftsgesetz. Ich habe deshalb schon 2010 Strafanzeige gegen Verantwortliche von Heckler & Koch erstattet. Zwei der vier  Bundesstaaten, für die es keine Exportgenehmigung gab, werden in den Verträgen sogar ausdrücklich genannt.  Das müsste zu einer Verurteilung der Angeschuldigten durch die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Stuttgart führen“, sagt Jürgen Grässlin, Sprecher der  »Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!« Der Prozess in Stuttgart gegen fünf Angeklagte ist bis Ende Oktober terminiert.

 

Das Landgericht Stuttgart hat den Angehörigen der Ayotzinapa-Studenten den Zugang als Nebenkläger im Verfahren gegen Heckler & Koch  verwehrt. Im Prozess soll es offenbar nur um Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz gehen. „Die deutschen Rüstungsexportgesetze sind dringend reformbedürftig. Betroffene illegaler Waffenlieferungen aus Deutschland müssen ihre Rechte geltend machen können. Deutsche Gerichte müssen ihnen zu Gehör und Gerechtigkeit verhelfen“, fordert Christian Schliemann vom European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR).

 

Aldo Gutiérrez und seine Familie warten noch immer auf Gerechtigkeit. Bisher wurde in dem Fall niemand zur Verantwortung gezogen: weder die mexikanischen Behörden, die in den Fall verwickelt sind, noch diejenigen, die zuließen, dass die Polizei in Guerrero die deutschen Waffen verwendete, obwohl für diesen Bundesstaat keine Exportgenehmigung vorlag.

 

„Ein Urteil gegen den Waffenverkauf nach Mexiko würde eine wichtige Botschaft senden, um auch die Aufklärung des Falles durch die Justiz vor Ort anzustoßen“, so das mexikanische Menschenrechtszentrum »Miguel Agustín Pro Juárez A.C. „Die Entscheidung deutscher Gerichte könnte nicht nur zu Gerechtigkeit im Fall Ayotzinapa beitragen, sondern auch dazu, dass sich ein solcher Fall nicht wiederholt“.

 

Der Fall Ayoztinapa/Heckler & Koch stellt die Genehmigungspraxis für Waffenexporte der Bundesregierung insgesamt in Frage. „Die Bundesregierung war zum Genehmigungszeitpunkt über die prekäre Menschenrechtslage in Mexiko informiert. Es war schon damals abzusehen, dass es kaum möglich sein würde, den Export der G36-Schnellfeuergewehre auf bestimmte Bundesstaaten zu begrenzen.  Wir setzen uns deshalb für ein generelles Rüstungsexportkontrollgesetz ein“, sagt Julia Duchrow von Brot für die Welt.

 

Anlässlich des angesetzten 18. Prozesstags und des vierten Jahrestages der Verbrechen von Iguala laden wir zu folgenden Veranstaltungen mit Gästen aus Mexiko ein:

 

Stuttgart, 26. September 19 Uhr im Hospitalhof, Büchsenstraße 33, https://www.ohne-ruestung-leben.de/nachrichten/article/ayotzinapa-podiumsgespraech-deutsche-waffenexporte-nach-mexiko-stuttgart-253.html

 

Livestream 19 bis 21 Uhr: https://de-de.facebook.com/DMRKMexiko/

 

Berlin, 27. September 18.00 Uhr “Deutsche Waffenexporte in Mexiko  - Heckler & Koch und der Fall Ayotzinapa, European Center for Constitutional and Human Rights, Zossener Str. 55-58, 10961 Berlin, https://www.ecchr.eu/veranstaltung/deutsche-waffenexporte-in-mexiko-heckler-koch-und-der-fall-ayotzinapa/

 

Livestream 18 bis 20 Uhr: https://de-de.facebook.com/ecchr.eu/


Griechische Regionalverwaltung will berüchtigtes Flüchtlingscamp auf Lesbos schließen lassen

SOS-Kinderdörfer: 10-jährige Kinder in Camp Moria versuchen sich umzubringen

(München /sos) - Gewalt, Krankheiten, mangelnde Versorgung: In dem berüchtigten Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos werden die Zustände immer dramatischer. Jetzt droht die nordägäische Regionalverwaltung damit, rechtliche Schritte einzuleiten und das Camp schließen zu lassen, wenn die griechische Regierung nicht schnell Abhilfe schafft. Das berichten die SOS-Kinderdörfer weltweit.

 

George Protopapas, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Griechenland, sagt: "Das Camp ist ein Verstoß gegen jegliche Menschenrechte. Kinder leben hier ohne Schutz, in ständiger Angst und unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Sie haben keine Möglichkeit zur Schule zu gehen, bekommen keine psychologische Unterstützung. An einem Ort, an dem ihnen geholfen werden sollte, werden sie erneut traumatisiert. Es geht ihnen so schlecht, dass sie sich selbst verletzen und bereits Zehnjährige Selbstmordversuche unternommen haben."

 

In dem ursprünglich auf 3100 Menschen ausgelegten Camp lebten aktuell fast 9000 Menschen, darunter etwa 2500 Kinder, 70 Prozent kämen aus Syrien, Irak und Afghanistan, wobei die Zahlen schwankend seien. George Protopapas sagt: "Solange das Wetter mitspielt, flüchten die Menschen weiterhin über das Meer nach Lesbos. Im August landeten im Schnitt täglich 114 Menschen auf der Insel - in dem Glauben, dem Horror entkommen zu sein. Im Camp Moria erwartete sie die nächste Hölle!"

 

Für Protopapas ist Camp Moria das Resultat der europäische Flüchtlingspolitik. "Jetzt braucht es eine europäische Lösung, damit

sich endlich etwas ändert!"

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Flüchtlinge in Griechenland auf vielfältige Weise. Unweit von Camp Moria haben sie im Camp Kara Tepe Kinder-Schutzzenten errichten und bieten Unterricht, psychologische Betreuung und Spielmöglichkeiten an. Auf dem Festland betreuen sie unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

 


World Vision Deutschland gratuliert „verrücktem, weißen Bauern“ Tony Rinaudo zum „Alternativen Nobelpreis“

Mit regenerativer Wiederaufforstung grüne Revolution weltweit möglich

 

(Friedrichsdorf/wv) - Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision gratuliert dem World Vision Mitarbeiter Tony Rinaudo herzlich zum „Alternativen Nobelpreis“, bekannt auch unter dem Namen „Right Livelihood Award“. Rinaudo hat den Preis für die Entwicklung der Wiederaufforstungsmethode FMNR erhalten. FMNR (Farmer Managed Natural Regeneration) ist eine Technik, die auf noch vorhandene lebende Wurzelreste gerodeter Bäume zurückgreift und diese wieder zum Wachstum bringt.

 

Tony Rinaudo hat diese Methode unbeirrt und trotz vieler Zweifler seit Mitte der 80er Jahre in Niger entwickelt. Zunächst wurde Rinaudo als verrückter, „weißer Bauer“ bezeichnet. Nach bahnbrechenden Erfolgen wird FMNR in über 25, vor allem afrikanischen, Ländern, praktiziert. Allein in Niger konnten mehr als 6 Millionen Hektar Land mit der Methode wiederbegrünt werden.

 

„Tony Rinaudo hat sich unermüdlich für die Verbreitung von FMNR eingesetzt. Ich habe selten einen Menschen kennen gelernt, der mit solch einem Engagement an seinem Ziel festhält, die Welt wieder zu begrünen“, betont Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland.

 

Auch der ARD-Meteorologe Sven Plöger freut sich für World Vision und Tony Rinaudo: „Mit Tony habe ich bereits Gebiete in Äthiopien besucht, die mit der FMNR-Methode wiederbegrünt wurden. So konnte ich in der Region Humbo in Südäthiopien selbst fühlen, wie der Wald das Klima in dem Gebiet positiv beeinflusst. Toll, dass World Vision diese Sache so unterstützt!“

 

Um die Wiederaufforstungstechnik umsetzen zu können, werden ehemalige Waldflächen einige Jahre vor Abholzung und Viehfraß geschützt. Die neu austreibenden Sprossen werden gezielt beschnitten. Manche Bäume wachsen so schnell, dass sie bereits nach 2 Jahren wieder etwa 2 Meter hoch sind. Mit ihrem Laub düngen sie die Böden und werfen Schatten und das Wurzelwerk hält die Feuchtigkeit im Boden zurück. Zudem profitiert die Biodiversität, da Vögel und Insekten sich wieder ansiedeln. Die Ernteerträge konnten in vielen Fällen verdoppelt bis verdreifacht werden.

 

Die Methode funktioniert sogar in einigen Wüsten und Regionen, in denen viele Jahre kein Regen gefallen ist, da die Wurzeln einiger Bäume tief in die Erde ragen und sich so mit Grundwasser versorgen können.

Kevin Jenkins, Präsident von World Vision International: "Dies ist eine wohlverdiente Auszeichnung für einen inspirierenden, entschlossenen Pionier. Tony Rinaudo ist ein leidenschaftlicher Visionär für die Wiederbegrünung der Wüsten- und Halbwüstenregionen der Welt. Jahrzehntelange evidenzbasierte Forschung veranlasste World Vision zur Umsetzung von Programmen, die die Lebensgrundlagen für Familien verändert und das Wohlergehen gefährdeter Kinder auf der ganzen Welt verbessert haben. Wir freuen uns, dass die Arbeit wächst und sich von klein auf ausbreitet, wie die Bäume selbst - die Randgemeinden stärken und zu besseren Gesundheits-, Ernährungs- und Bildungsergebnissen für Kinder in fragilen Umgebungen führen."

 

World Vision beteiligt sich mit FMNR-Projekten auch intensiv an der Bonn Challenge mit dem Ziel, bis 2030 insgesamt 350 Millionen Hektar Land wieder zu begrünen. Die Bonn Challenge wird zudem von den Bundesministerien für Umwelt (BMU) und für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) unterstützt.

 


Religionsfreiheit in China in Gefahr - Sorge um Taiwans Christen

Menschenrechtler: Falsches Signal zur falschen Zeit

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat das Abkommen zwischen dem Vatikan und China über die Ernennung von Bischöfen kritisiert, da es den Eindruck erwecke, die Volksrepublik respektiere die Religionsfreiheit. „Das Abkommen ist das falsche Signal zur falschen Zeit. Die katholische Kirche willigt in ihre Gleichschaltung in Chinas kommunistisches Regierungssystem ein. Und der Gewinner ist wieder einmal Chinas Regierung, ohne dass Christen ausreichende Garantien für Glaubensfreiheit erhalten“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Sonntag in Göttingen.

 

Chinas Regierung hat in den letzten Monaten systematisch den Druck auf Angehörige aller Glaubensgemeinschaften verschärft. Unter dem Deckmantel der „Sinisierung“ von Religion wird die freie Ausübung des Glaubens systematisch behindert oder unterbunden. „Statt die Gläubigen in China in ihrer Standhaftigkeit gegen ein Regime zu stärken, das Religion grundsätzlich ablehnt, unterwirft sich der Vatikan den Vorgaben der Kommunistischen Partei und wäscht sie von jedem Verdacht religiöser Verfolgung rein. Viele chinesische Katholiken sind enttäuscht, weil sie darin einen Ausverkauf ihrer Interessen sehen“, erklärte Delius.     

 

Der Vatikan hatte gestern eine „vorläufige Einigung“ mit Chinas Regierung im Streit um die Ernennung von Bischöfen bekanntgegeben. Seit Jahrzehnten hatte der Streit um die Ernennung von Bischöfen massive Spannungen zwischen dem Vatikan und Chinas Behörden ausgelöst.

 

Die Menschenrechtler kritisierten, das Abkommen sei viel zu unbestimmt und unklar formuliert, um erneuten Streit zu verhindern. So sei irreführend von einer „vorläufigen“ Einigung zu sprechen, da nicht konkret geregelt sei, wann die Effektivität des Abkommens überprüft werde. Mit der vermeintlichen „Vorläufigkeit“ wolle man nur Kritiker milde stimmen. Es sei aber nicht realistisch, dass der Vatikan die Einigung in Frage stelle. Auch bleibt unklar, wie mit sieben Bischöfen umgegangen wird, die gegen den Protest des Vatikans von Chinas Behörden ernannt wurden.

 

„Besonders bitter ist diese Entwicklung für Taiwan, dessen Katholiken sich fragen müssen, ob sie bald vom Vatikan im Stich gelassen werden“, sagte Delius. Denn mit der Einigung im Bischofs-Streit rückt der Zeitpunkt näher, dass die Volksrepublik beim Vatikan den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Taiwan durchsetzen wird. „Wir erwarten deutliche Worte von Papst Franziskus, dass Taiwan nicht der Verlierer dieser Entwicklung wird“, sagte Delius.

 


Bündnisorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“ verteilen Hilfsgüter an Betroffene

Philippinen/Mangkhut: Folgenreiche Zerstörung der Landwirtschaft

 

(BONN/pm) - Je weiter die Bündnisorganisationen, die seit dem Wochenende die Ausmaße des Super-Taifuns erkunden, in die schwerer zugänglichen Regionen an der Schneise des Sturmes vordringen, desto mehr offenbaren sich die Schäden, die die Naturkatastrophe angerichtet hat. Nach aktuellen Erhebungen der philippinischen Regierung sind mittlerweile über eine Million Menschen von den Folgen des Taifuns Mangkhut direkt betroffen. Über 6.000 Häuser wurden schwer beschädigt oder vollständig zerstört. Laut UN sind über 280.000 Bauern betroffen. Die Verluste der Landwirtschaft durch den Taifun liegen bei rund 280 Millionen US-Dollar. Während einige Bündnispartner in entlegenen Regionen weiterhin die Lage sondieren und den Zugang zu Betroffenen suchen, verteilen andere Helfer Hilfsgüter. Lebensmittel, Trinkwasser, Kleidung, Decken, Hygieneartikel, Baumaterialien und Notunterkünfte werden vielerorts benötigt.

 

Malteser International berichten von der Situation in der östlichen Küstenregion Baggao. Hier traf Mangkhut am frühen Samstagmorgen erstmals auf Land: „Der Sturm hat hier seine ganze Kraft entfaltet. Viele Felder sind zerstört. Wir waren geschockt von dem was wir gesehen haben“, sagt Jan Emmel, Projektkoordinator von Malteser International. „Wir planen jetzt, die Menschen mit Nahrungsmittel zu versorgen und Baumaterialien zu verteilen, damit sie ihre Häuser wieder aufbauen können. Hilfsorganisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund, Malteser oder CARE berichten darüber hinaus, dass vor allem die Landwirtschaft durch die starken Winde, Überflutungen und Erdrutsche schwer beschädigt wurden. Laut World Vision hat der Taifun allein in Baggao mehr als 8.000 Hektar Land mit Maisanbau verwüstet. Die Bauern in dieser Region müssen nun befürchten, dass sie in den nächsten Monaten kein Einkommen haben werden, um die Grundbedürfnisse ihrer Familien zu decken.

 

In der betroffenen Provinz Cagayan hat World Vision rund 700 Familien unter anderem mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt. CARE verteilte unter anderem Trinkwasser, Reis und Kleidung an betroffene Familien in der Provinz Benguet.

 

 

 

„Aktion Deutschland Hilft“ nimmt Spenden für die Not leidenden Menschen auf den Philippinen entgegen:

 

Stichwort „Taifun Philippinen“

 

IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)

 

Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden

 

(10€ zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft 9,83 €)

 

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 

 

Kurzprofil Aktion Deutschland Hilft e.V.

 

„Aktion Deutschland Hilft“ ist das 2001 gegründete Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Die beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Hilfe zusammen, um so die bisherige erfolgreiche Arbeit weiter zu optimieren. Unter einem gemeinsamen Spendenkonto bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln ruft das vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) geprüfte und vom Deutschen Spendenrat zertifizierte Bündnis zu solidarischem Handeln und Helfen im Katastrophenfall auf www.aktion-deutschland-hilft.de

 


Diakonie Katastrophenhilfe zu den Folgen von Taifun Mangkhut

Philippinen: Häuser und Ernten zerstört

 

Philippinen * Taifun * Mangkhut * Ernten * Nothilfe

 

 

 

(Berlin/dw) - Taifun Mangkhut hat auf den Philippinen vor allem Ernten und Häuser zerstört. Durch den Sturm wurden im wirtschaftlich schwachen Norden der Hauptinsel Luzon Felder teilweise komplett vernichtet, zehntausende Häuser sind unbewohnbar. Insgesamt sind bis zu einer Million Menschen schwer betroffen. „Taifun Mangkhut hat die Ärmsten der Armen getroffen und vielen Menschen alles genommen“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Im Norden der Philippinen leben die Familien häufig in einfachsten Hütten, die dem Sturm nicht standhalten konnten.“

 

 

 

In den ersten Wochen nach der Katastrophe wird die Diakonie Katastrophenhilfe im nördlichsten Teil der Philippinen Nahrungsmittel, Decken und Schlafmatten verteilen. Anschließend wird sich die Hilfe auf den Wiederaufbau von Häusern und Landwirtschaft konzentrieren. Damit geht die Hilfsorganisation auf den akuten Bedarf ein. „Wir werden die Menschen vor allem mit Bargeldhilfen unterstützen. Damit können die Familien zum Beispiel Saatgut oder Baumaterial kaufen, je nachdem, was sie am dringendsten benötigen“, erklärt Michael Frischmuth, Kontinentalleiter Asien bei der Diakonie Katastrophenhilfe, den Hilfseinsatz.