Nachrichten aus aller Welt

6.06.2020

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

FIDES-NACHRICHTEN - 6.06.2020

VATIKAN - Päpstliches Werk der Glaubensverbreitung: „Jede Krise in den Missionsgebieten ist auch ein besonderes Anliegen der Päpstlichen Missionswerke”

 

Vatikanstadt (Fides) - “Ich habe mich sehr über die Einrichtung eines speziellen Corona-Hilfsfonds des Paptses bei den Päpstlichen Missionswerken gefreut. Papst Franziskus hat ein zutiefst missionarisches Herz und ein besonderes Augenmerk für diejenigen, die Not leiden", so Pater Tadeusz J. Nowak, OMI, Generalsekretär des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung im Interview mit dem Fides. „Die Päpstlichen Missionswerke“, fährt er fort, „wurden gegründet, um die Mission der Kirche durch Gebet, die Öffentlichkeitsarbeit und Spenden zu fördern und zu unterstützen. Es sei in diesem Zusammenhang auch daran erinnert, dass die Päpstlichen Missionswerke ein weltweites Netzwerk des Gebets und der Werke der christlichen Liebe im Dienste des Heiligen Vaters sind, wenn es darum geht die Mission der Kirche und die jungen Kirchen in Missionsländern zu unterstützen. Daher ist eine Krise, die die Kirche in Missionsländern betrifft, immer auch ein besonders Anliegen für die Päpstlichen Missionswerke."
 
Inwiefern wird dieser Fonds für die spezifischen Aufgaben des Päpstlichen Werkes der Glaubenverbreitung genutzt?

"Das Päpstliche Werk für die Glaubensverbreitung unterstützt die Kirche in Missionsländern mit Projekten zur Förderung der direkten Evangelisierung, der Feier der Sakramente, der Katechese usw. Der spezifische Corona-Hilfsfonds wurde auch eingerichtet, um die von der Pandemie bedrohten kirchlichen Strukturen und Missionsprojekte zu unterstützen. Damit soll das Fortbestehen wesentlicher kirchlicher Strukturen während der Krise gewährleistet werden. Bisher haben die Bischöfe vieler Diözesen um Mittel für die Bewältigung verschiedener besonderer Bedürfnisse gebeten, die durch die Pandemie entstanden sind. Diese Anfragen umfassen: die Bitte um Hilfe für Priester, Katecheten und andere Pastoralarbeiter, die aufgrund der Pandemie nicht mehr selbst für ihren Grundversorgung aufkommen können; es wurden Mittel erbeten, um die Übertragung von Gottesdiensten (und anderer Evangelisierungsinitativen) für die unzähligen Familien in Quarantäne über verschiedene Medienplattformen zu ermöglichen; und für viele andere Initiativen, die die kirchlichen Strukturen der Ortskirche betreffen".

Wie gelingt, Ihrer Meinung nach, auf den verschiedenen Kontinenten die Umsetzung der aus diesem Fonds finanzierten Hilfsmaßnahmen?

“Bisher konnten wir alle eingegangenen Anfragen bewilligen. Darüber hinaus möchte ich den vielen Nationaldirektoren, die intensiv daran gearbeitet haben, Menschen guten Willens in ihren jeweiligen Ländern dazu aufzurufen, für alle von der Pandemie Betroffenen zu beten und für den Notfallfonds zu spenden, meine große Freude und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.

In dieser „besonderen“ Zeit ist also auch die Beziehung zwischen Werken der Liebe und Evangelisierung von besonderer Bedeutung …

„Das Herz des Evangeliums ist die Liebe. Jesus lehrt uns, dass das größte Gebot darin besteht, Gott von ganzem Herzen, von ganzem Verstand und von ganzer Seele zu lieben und unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben. Das Kapitel 25 des Matthäusevangeliums sagt uns, dass Jesus sich persönlich mit den Armen identifiziert. Daher muss die Verkündigung des Evangeliums immer von Werken der Barmherzigkeit begleitet sein, um authentisch zu sein. In diesem besonderen Moment der weltweiten Krise ist daher die Verbindung zwischen Evangelisierung und Nächstenliebe von grundlegender Bedeutung. Glücklicherweise stehen im Mittelpunkt des Charisma der Päptstlichen Missionswerke das Gebet und die christlichen Werke der Liebe im Dienst der Mission der Kirche. Dies ist das Erbe, das unsere geliebte Gründerin Pauline Marie Jaricot der Kirche hinterlassen hat. Wir freuen uns, dass der Tag ihrer Seligsprechung nunmehr bevorsteht."

 

AFRIKA - SECAM zur Corona-Pandemie: „Industrieländer, die unsere Ressourcen nutzen, mögen uns in diesem tragischen Moment helfen“

 

Rom (Fides) – “Die Covid-19-Pandemie hat verheerende Auswirkungen mit besonders tragischen Folgen für die ärmsten Bevölkerungsgruppen", bekräftigen die afrikanischen Bischöfe in einer Erklärung des SECAM (Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar). Das Dokument unterstreicht, dass "die Rezession aufgrund der Einstellung der wirtschaftlichen Aktivitäten, insbesondere in den Schlüsselbereichen der Produktion, im Tourismussektor, im Luftverkehr und in der Hotellerie, bereits offensichtlich ist". Die Bischöfe befürchten "eine soziale Explosion in vielen Ländern und insbesondere in Afrika, das in weiten Teilen bereits durch Schulden belastet ist und wo sich die Arbeitslosigkeit weiter zuspitzt, was wiederum die Verarmung der Bevölkerung weiter erhöht".
Das SECAM bittet deshalb große multinationale Unternehmen in Afrika, ihren Beitrag zu leisten, um den Ländern des Kontinents in diesem dramatischen Moment zu helfen. „Afrika ist ein wichtiger Rohstofflieferant für Industrieländer. Daher appellieren wir an große Unternehmen, die diese Ressourcen nutzen, mit der Bitte um einen wesentlichen Beitrag für die afrikanischen Länder, damit diese grundlegende soziale Dienste wie Krankenhäuser, Schulen und angemessenen und erschwinglichen Wohnraum bereitstellen können", heißt es in der Erklärung.
Die afrikanischen Bischöfe fordern außerdem, dass "im Wettlauf gegen die Zeit, der in Industrieländern, um ein wirksames Mittel gegen COVID-19 stattfindet, die Geschäftswelt und die Pharmaunternehmen diese Situation nicht allein dazu nutzen, um Profit zu machen, sondern sich auch darum bemühen, schutzbedürftigen Menschen Hilfe zu leisten".
Das SECAM fordert die Afrikanische Union auf, die durch Covid-19 verursachte Gesundheitskrise in eine Gelegenheit zu verwandeln, um die Gesundheitsversorgung auf dem Kontinent zu verbessern und "gemeinsam Mittel und Wege zu finden, um Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose auszurotten, von denen viele Afrikaner weiterhin betroffen sind". "Wir fordern die Afrikanische Union auf“, schreiben die Bischöfe, “die Mitgliedsländer zu sensibilisieren, um zur Schaffung eines Solidaritätsfonds beizutragen, der zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung eingesetzt werden kann."
Das SECAM fordert außerdem "die afrikanischen Staats- und Regierungschefs auf, dafür zu Sorge zu tregen, dass die wenigen Ressourcen, die zur Unterstützung derjenigen zur Verfügung gestellt werden, die wirklich Hilfe benötigen, insbesondere der Ärmsten der Armen, nicht in die Taschen korrupter Politiker und ihrer Anhänger gelangen."

 

 

 

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Corona-Pandemie: "Weiße Masken" helfen emeritierten Bischöfen und pensionierten Priestern, Pastoren und Imamen

 

Abidjan (Agenzia Fides) – “Unsere betagten Priester, die in ihrem Leben viel gegeben haben, die emeritierten Bischöfe, die viel getan haben, dürfen und können wir nicht alleine lassen", so Pfarrer Eric Norbert Abekan, Pfarrer der Pfarrei der Heiligen Familie der Riviera in Abidjan, zur Gründung der Bewegung "Weiße Masken".
Die Bewegung setzt sich dafür ein, schutzbedürftigen Menschen und insbesondere emeritierten Bischöfen, pensionierten Priestern, Pastoren und Imamen sowie Dorfältesten, Witwen und Waisen, die durch die sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie in prekären Situationen leben, Unterstützung zu bieten,
"Konkret versorgt die Bewegung diese Menschen mit Spenden von Lebensmittelspenden und anderen Hilfsmitteln", so der Priester.
 Die "Weißen Masken" sollen keine vorübergehende Initiative sein, sondern sich im Laufe der Zeit zu einer bleibenden Einrichtung entwickeln, nach dem Vorbild der “Restaurants des Herzens” in Frankreich, die in Form eines gemeinnützigen Vereins, den Ärmsten seit mehreren Jahren konkrete Hilfe anbietet. “Was wir gemeinsam mit den Menschen tun wollen, die uns bei den Weißen Masken helfen, ist, die Gesten der Großzügigkeit, die während der Corona-Krise entstanden ist , ein im Wesentlichen Leben lang fortzusetzen."
Die Bewegung der "Weißen Masken", die am 30. Mai in der Pfarrei der Heiligen Familie der Riviera offiziell ins Leben gerufen wurde, soll später institutionalisiert werden, um einen rechtlichen Status erhalten.
 

 

ASIEN/TÜRKEI - Zum 10. Todestag von Bischof Padovese: “Er liebte die Türkei“

 

Rom (Fides) – “Über Luigi Padovese können wir sagen, dass er wie der heiligen Johannes XXIII., dieTürkei und die Türken liebte". So Bruder Luca Bianchi vom Kapzinerorden, Dekan des Franziskanischen Instituts für Spiritualität der Päpstlichen Universitä Antoniana, im Gedenken an den Apostolischer Vikar von Anatolien, der am 3. Juni 2010 in Iskenderun von seinem Fahrer ermordet wurde. Bruder Bianchi, leitet heute das Institut, das 17 Jahre lang von Bischof Padovese geleitet wurde und spricht über die Figur seines Mitbruders und Bischofs bei einer vom römischen „Istituto Tevere“ online organisierten Gedenkfeier zum zehnten Jahrestag seines gewaltsamen Todes. Luigi Padovese - so Fra Luca Bianchi – "hegte eine besondere Liebe zur Türkei, die lange vor seiner Bischofsweihe entstanden war, und auf der Grundlage seiner Leidenschaft für apostolische Zeugnisse und für die Kirchenväter geboren wurde. Er bezeichnete die Türkei als das 'Heilige Land der Kirche'. Wie Palästina das Heilige Land Jesu ist, war die Türkei für ihn das "Heiliges Land" der ersten Verbreitung des Christentums. Es genügt, daran zu erinnern, dass Antiochien, das sich heute auf türkischem Gebiet befindet, der erste Ort war, an dem diejenigen, die Jesus folgten, Christen genannt wurden."
Die Leidenschaft und Verbundenheit von Bischof Padovese mit der Türkei, so Buder Bianchi bemerkte, “stützten sich auf seine patristischen Studien. Er war der wichtigste Förderer der der viel geschätzten "Symposien" in Ephesus über den heiligen Apostel Johannes und über den heiligen Apostel Paulus in Tarsus, Antiochien und Iskenderun. Diese waren hochrangig besetzte Treffen (von denen Padovese 23 organisierte), an denen Exegeten, Theologen und Gelehrte aus aller Welt teilnahmen und die viele Jahre lang auch für die örtlichen christlichen Gemeinschaften einen wichtigen Moment darstellten. Seine Ernennung zum Vikar von Anatolien” so der des Instituts für franziskanische Spiritualität weiter “hatte Bischof Padovese auch zu der Idee geführt, die "Symposien von Anatolien" auf den Weg zu bringen, von denen das erste im Juni 2010 stattfinden sollte. das heißt, einige Wochen nach seiner Ermordung. Es wäre eine Gelegenheit gewesen, seine Liebe zu den Kirchenvätern, die in der heutigen Türkei lebten und die ihm lieb waren, zu unterstreichen und zu bereichern”.
Auf Anregung von Cenap Aydin, dem Direktor des Istituto Tevere, erläuterte Professor Bianchi auch die "franziskanischen" Merkmale von Bischof Padovese: "Man kann sagen" so Bianchi, “dass er ein Mann des Dialogs auf vielen Ebenen war, der dazu in der Lage war freundschaftliche Beziehungen zu allen Gelehrten, auch zu Muslimen oder Ungläubigen, die an den Symposien teilnahmen, zu pflegen. Der wichtigste Dialog war für ihn immmer der auf menschlicher Ebene, und die Suche nach der Wahrheit als gemeinsamer Weg. Zudem war B ischof Padovese auch ein Mann des ökumenischen Dialogs: Er war offen für die gemeinsame ökumenische Reise mit anderen christlichen Konfessionen, war einer der Förderer der Symposien katholischer und orthodoxer Gelehrter, die in Zussammenarbeit mit der orthodoxen theologischen Fakultät von Thessaloniki organisiert wurden, und war auch ein persönlicher Freund des ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I., der nach seinem Tod sehr schöne Worte für ihn fand. Er interessierte sich auch für den interreligiösen Dialog und knüpfte Freundschaften mit vielen muslimischen Religionsvertreternn, beispielsweise mit Professor Kenan Gürsoy, der auch Botschafter der Türkei beim Heiligen Stuhl war. Aber das Wort, das ihn am meisten kennzeichnet, ist das Wort "Gemeinschaft", das mehr als nur ein Dialog ist. Dialog ist die Möglichkeit der Beziehung, Gemeinschaft ist die Möglichkeit, sich in einer durch den Dialog begonnenen Beziehung gegenseitig zu lieben. Nicht nur einander zu kennen und zu schätzen, sondern sich auch zu lieben. Und Luigi Padovese war ganz bestimmt ein Mann der Gemeinschaft ".
Luigi Padovese wurde 1947 in Mailand als Sohn einer ursprünglich aus der Region Venetien stammenden Familie geboren und trat im Alter von 18 Jahren in den Orden der Kapuzinerbrüder ein. Nach seiner Promotion an der Päpstlichen Universität Gregoriana wurde er 1973 zum Priester geweiht und war seit 1982 Professor für Patristik und Geschichte der Spiritualität am damaligen Päpstlichen Athenaeum Antonianum. 1987 wurde er Präsident des Franziskanischen Instituts für Spiritualität, einer Institution, die er 17 Jahre lang geleitet und "geformt" hatte. 2004 wurde er zum Apostolischen Vikar von Anatolien ernannt. Am 3. Juni 2010 wurde er von seinem Fahrer, dem 26-jährigen Türken Murat Altun, erstochen. Die Trauerfeier unter dem Vorsitz von Kardinal Dionigi Tettamanzi fand am 14. Juni 2010 im Mailänder Dom statt.
 

 

ASIEN/PHILIPPINEN- Zivilgesellschaft und Religionsvertreter üben Kritik am neuen „Antiterrorismusgesetz“

 

Manila (Fides) - Ein großer Teil der Zivilgesellschaft auf den Philippinen schließt sich einer Kampagne gegen das im Parlament verabschiedete umstrittene neue Antiterrorismusgesetz an. Menschenrechtsaktivisten, führende katholische Religionsvertreter, Anwälte, Akademiker, Priester und Ordensleute führen eine engagierte öffentlichen Debatte, während der philippinische Kongress am gestrigen 3. Juni, das Gesetz zur Terrorismusbekämpfung für 2020 verabschiedete. Insgesamt 173 Abgeordnete stimmten im Repräsentantenhaus dafür, 31 waren dagegen und 29 enthielten sich der Stimme. Das Gesetz, das nun in Kraft treten soll, muss noch von Präsident Rodrigo Duterte unterzeichnet werden, was jedoch eine bloße Formalität, da seine Regierung die Initiative auf den Weg gebracht hatte.
Im Vorfeld der Abstimmung des Kongresses über das neue Gesetz, sagte Präsident Duterte, dass "das Gesetz dringend notwendig sei, da es der Bedrohung durch terroristische Handlungen entgegenwirken soll, um die nationale Sicherheit zu schützen und das Allgemeinwohl zu fördern".
Aktivisten zufolge "verwendet das neue Gesetz die Begriffe des Terrorismus und der terroristischen Handlung übermäßig oft um jegliche Meinungsverschiedenheiten gegenüber der Regierung zum Schweigen zu bringen und die Menschenrechte und bürgerlichen Freiheiten drastisch einzuschränken und politische Gegner zu unterdrücken”.
Nach dem neuen Gesetz kann ein Bürger ohne richterlichen Haftbefehl festgenommen werden und auf Anordnung einer neuen Behörde, die durch das Gesetz gegründet wird, den so genannten "Anti-Terrorismus-Rat", eine 14-tägige Haftanordnung erhalten, auch wenn keine formelle gerichtliche Anklage vorliegt. Überwachung, Abhören und die Verletzung der Privatsphäre einer Person sind unter dem bloßen Verdacht zulässig, ein mutmaßlicher Terrorist zu sein, auch ohne Bestehen einer illegalen Handlung.
Die Maßnahme hebt auch finanzielle Sanktionen für diejenigen auf, die eine ungerechtfertigte Verhaftung anordnen sowie andere bestehende Garantien gegen Missbrauch durch Polizeibeamte, "wodurch die Wahrscheinlichkeit einer schwerwiegenden Straffreiheit für Fehlverhalten staatlicher Streitkräfte steigen wird", so Pfarrer Daniel Pilario, Priester und Theologe aus Manila.
Der Anwalt Mel Santa Maria, Leiter des Rechtsinstituts der Far Eastern University, betont: "Das Gesetz wird ein tödliches Schwert in der Hand eines jeden Despoten sein". Jose Manuel Diokno, Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität “La Salle” sagt: „Nach diesem Gesetz können Menschen einfach auf Anordnung des Rates festgenommen werden. Dieser Mechanismus ähnelt dem Vorgehen zu Zeiten des Diktators Ferdinando Marcos."
In einer öffentlichen Erklärung stellen mehrere christliche Religionsvertreter, ihre Bedenken im Hinblick auf die Erosion der Menschenrechte dar und befürchten, dass "das neue Gesetz von denen missbraucht werden könnte, die das Volk dominieren, die Opposition aufheben und auch legitimen Dissens unterdrücken wollen. Das Gesetz wird zu einer weiteren Verengung des demokratischen Raums und zu einer Schwächung der öffentlichen Debatte führen, was unserer Nation schaden wird." Sie sind der Überzeugung, dass die neue Gesetzesvorlage unnötig ist, weil bestehende Gesetze bereits wirksam genug sind, um Kriminalität und Terrorismus zu bekämpfen. "Unsere Armen sind bereits mit Armut und Leiden aller Art bestraft. Sie brauchen positive Gesetze, die ihnen helfen, in Würde und Frieden zu leben", fügen sie hinzu. Die Erklärung ist untrzeichnet von Bischof Broderick Pabillo, Apostolischer Administrator von Manila, Bischof Gerardo Alminaza von San Carlos, Bischof Reuel Norman Marigza vom Nationalen Kirchenrat der Philippinen und Bischof Rhee Timbang von der Philippine Independent Church.
 

 

AMERIKA/USA - “So wie Don Bosco nicht untätig zusah, dürfen auch wir nicht wegsehen“

 

San Francisco (Fides) – Nach den Episoden des Rassismus und der Gewalt, die die Vereinigten Staaten in den vergangenen Tagen erschüttert haben, verurteilt die westliche Ordensprovinz der Vereinigten Staaten der Salesianer Don Boscos (SDB) in einer von der ordenseigenen Nachrichtenagentur ANS herausgegebene Erklärung, entschieden jede Form von Rassismus.
„Wir sind empört über die schrecklichen Handlungen, über die unerträglichen Verletzungen der Menschenwürde und über die Verluste von Menschenleben, zu denen es in den letzten Wochen gekommen ist“, heißt es in der Mitteilung, „Der Verlust weiterer afroamerikanischer Brüder und Schwestern zeigt nur, dass die Sünde des Rassismus in unserem Land immer noch existiert."
Die Ordensgemeinschaft erinnert daran, dass sie sich nach dem Vorbild ihres Gründers Don Bosco insbesondere um junge Menschen kümmert, die "oft von einer Gesellschaft ausgegrenzt werden, und auf deren Stimmen man nicht hört", und bemerken: "Wir haben gesehen, wie Rassismus das Gefüge unserer Gemeinschaft zerstört hat . So wie Don Bosco nicht untätig zusah, dürfen auch wir nicht mehr wegsehen. Wir können nicht gleichgültig und schweigend am Rande stehen. Der Respekt vor dem Leben aller jungen Menschen, ihrer Familien und unserer Kollegen ruft uns zum Handeln auf."
Gemeinschaften und Regierungsverantwortliche werden deshalb aufgefordert "Differenzen beiseite zu legen und sich für Gesetze, Richtlinien und Institutionen einzusetzen, die zu wahrer Heilung und radikalen Veränderungen führen". Man werde sich dafür engagieren, junge Menschen so zu erziehen, dass den Dialog fördern und selbst als Protagonisten beim Aufbau einer gerechteren Gesellschaft auftreten. Die Ordensprovinz der Salasianer Don Boscos erkärt sich solidarisch "mit allen schwarzen Menschen, die zu Unrecht verfolgt werden und unter ethnischer und rassistischer Diskriminierung leiden, eine Diskriminierung, die sich zu oft durch Gewalt ausdrückt". Man höre den Schrei der enttäuschten und empörten Schwestern und Brüder zu und schließen sich "ihrem Gebet und ihrem gewaltfreien Protest" an.
„Wir glauben, dass es bei Rassismus um das Recht auf Leben geht. Geleitet vom Evangelium und von unserer katholischen Soziallehre erneuern wir unser Engagement, unermüdlich zusammenzuarbeiten, um die Stimmen und das Leben der Menschen am Rande der Gesellschaft in den Vordergrund zu rücken."
 

 

AMERIKA/USA - Kardinale Tobin: "Rassismus kann außer Kontrolle geraten“

 

Newark (Agenzia Fides) - "Der Mord an George Floyd, der nur der jüngste Fall einer schwarzen Person ist, die in den Händen derer stirbt, die eigentlich geschworen haben, die Gemeinschaft zu schützen. Dieser Fall hat in den Vereinigten Staaten zu berechtigter Wut und friedlichem Protest geführt. Die beschämende Instrumentalisierung dieser Tragödie hat in den Städten dieser Nation zu ungerechtfertigter Gewalt geführt. Während wir die Erstickung unseres Landes erleben, weinen viele von uns vor Angst: Warum das alles?", so Kardinal Joseph W. Tobin. Der Erzbischof von Newark lädt die Diözesangemeinschaft ein, "eine christliche Haltung gegenüber Gewalt" einzunehmen, und erinnert daran, dass "wir alle Brüder und Schwestern sind".
"Die Art und Weise, wie wir auf diese Frage antworten”, fährt der Kardinal fort, “ist entscheidend, denn dann werden wir wissen, wofür wir beten müssen und wie wir handeln sollen. Niemand tritt vor Jesus mit der mageren Bitte, dass „es uns besser gehen soll“. Wir müssen uns an den Herrn des Universums wenden. da die Bosheit, die wir kennen, nicht ohne seine Hilfe allein aus unseren Bemühungen beseitigt werden kann".
"Von Gewalt geprägte Rhetorik, Selbstsucht und die Aneignung religiöser Symbole führt zu einem bösartiken Klima, in dem die Sünde des Rassismus außer Kontrolle geraten kann. Unsere Gesellschaft wird keine Fortschritte bei der Bekämpfung des Bösen des Rassismus erzielen, wenn sie nicht den Willen beseitzt, die Befürworter der Polarisierung abzuschwören", schließt der Kardinal.

 

OZEANIEN/PAPUA NUOVA GUINEA - Konferenzzentrum der Diözese Bougainville dient als Unterkunft für Menschen in Quarantäne

 

Bougainville (Fides) – Nachdem es in Papua-Neuguinea bisher nur acht Fällen von Corona-Infektionen, die alle geheilt wurden, hält sich die Ortskirche weiterhin an vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. In diesem Sinne wurde das “Fr. Begg”- Konferenzzentrum der Diözese Bouganville in eine Unterkunft für Menschen in Quarantäne umgewandelt.
Pfarrer Polycarp Kaviak, Vikar der Diözese und Leiter des Zentrums, erklärt, dass zwischen der Diözese und der autonomen Regierung von Bougainville eine vorübergehende Vereinbarung über die Nutzung des Quarantänezentrums besteht, die bis Juni 2020 gilt und kann je nach Entwicklung der Situation verlängert werden kann.
 Die Arbeiten an drei weiteren Einheiten im Zentrum sind fast abgeschlossen und sollen, die Bedürfnisse von Menschen erfüllen, die infolge der Beschränkungen für kommerzielle Flüge in der Region nach Bougainville ankommen, heißt es in der Mitteilung der Diözese. Dazu wurden die Mitarbeiter des Zentrums für die besonderen Erfordernisse der Verwaltung während der Quarantänezeit geschult.
Obwohl viele Gemeindemitglieder underdessen den Wunsch geäußert haben, wieder an öffentlichen Gottesdiensten teilzunehmen, beachtet die Diözese weiterhin alle geltenden Covid 19-Protokolle. In diesem Zusammenhang betont Pfarrer Polycarp die Bedeutung der Medien des Bistums bei der Übertragung der Gottesdienste und der Programme zur Information über die Pandemie. Die kirchlichen Programme seien auch von anderen Radiosendern im Zentrum und im Süden von Bougainville ausgestrahlt worden, so der Vikar der Diözese.
 

 

AFRIKA/GUINEA BISSAU - Schwester Ines Paulo Albinom zur Nationaldirektorin der Päpstlichen Missionswerke ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker hat am 5. März 2020 Schwester Ines Paulo Albinom von den Anbeterinnen des Blutes Christi (Adoratrices Sanguinis Christi, ASC) für die kommenden fünf Jahre (2020-2025) zur Nationaldirektorin der Päpstlichen Missionswerke in Guinea Bissau ernannt.
Die neue Nationaldirektorin wurde am 25. April 1969 in Guinea-Bissau geboren. Sie erwarb einen Bachelor-Abschluss im Fach Theologie und eine Lizenz in Bibeltheologie an der der Päpstlichen Universität Gregoriana. Als Missionarin arbeitete sie in den Bereichen Evangelisierung, Katechese, Lehramt, Jugendarbeit und auf diözesaner Ebene in den Bereichen Liturgie, Bibellektüre und Inkulturation. Sie war verantwortlich für die Gemeinde Santa Maria de Mattias – Ingoré und hatte auch in ihrer Ordensgemeinschaft führende Ämter inne.
 

 

ASIEN/LIBANON - Pfarrer Rouphael Zgheib im Amt als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke bestätigt

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, hat am 11. März 2020 den maronitischen Priester Rouphael Zgheib für weitere fünf Jahre (2020-2025) im Amt als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke im Libanon bestätigt.


SOS-Kinderdörfer weltweit

Mehr Armut, weniger Bildung: Coronakrise rückt das Erreichen der UN-Entwicklungsziele in weite Ferne

Foto:  SOS-Kinderdörfer weltweit/    Jens Honoré
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit/ Jens Honoré

(Wien/ots) - Mehr Armut und Gewalt, weniger Bildung und medizinische Versorgung - die Corona-Pandemie führt nicht nur akut, sondern auch langfristig zu drastischen Verschlechterungen für Kinder weltweit. "Das Erreichen der UN-Entwicklungsziele bis 2030 wird unmöglich sein", sagt Luciana Dabramo, Nothilfekoordinatorin der SOS-Kinderdörfer weltweit. "Die Coronakrise macht mühsam errungene Erfolge zunichte und vor allem Kinder und Familien, die bereits vor der Pandemie benachteiligt waren, werden die größten Verlierer sein."

 

Dabramo geht davon aus, dass Armut und Hunger drastisch steigen werden. Auch die Gewalt gegen Kinder nimmt im Zuge der Corona-Isolation stetig zu, während die Möglichkeit, Bildung und medizinische Versorgung zu erhalten, weiter sinkt.

 

Eine momentane Einschätzung der UN-Entwicklungsziele:

 

Armut

 

Seit 1990 war die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, von 36 auf zehn Prozent gesunken. "Jetzt werden vermutlich aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise Millionen weitere Kinder und Familien mittellos werden", sagt Luciana Dabramo. Laut Schätzungen der 'UN-University' wird die Zahl der Menschen in extremer Armut - je nach wirtschaftlicher Entwicklung - um 80 bis 420 Millionen steigen. Noch in diesem Jahr könnte damit die Milliardengrenze überschritten werden - zum ersten Mal seit 2010.

 

Hunger

 

Schon vor Corona war die Zahl der hungernden Menschen in drei aufeinanderfolgenden Jahren wieder gestiegen. "Die Pandemie wird den Negativtrend massiv verstärken", prognostiziert Dabramo. Viele Länder seien ohnehin schwer belastet durch den Klimawandel, Kriege oder andere Katastrophen wie beispielsweise die Heuschreckenplage in Afrika. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) befürchtet, dass zehn Millionen weitere Kinder von Mangelernährung betroffen sein werden - ein Anstieg um 20 Prozent. Bekommen kleine Kinder zu wenig zu essen, führt dies häufig schon nach kurzer Zeit zu irreversiblen Schäden oder gar zum Tod.

 

Bildung

 

"Je länger Kinder nicht die Schule besuchen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie nie wieder hingehen", sagt Dabramo. Die weltweiten Corona-Maßnahmen hätten dazu geführt, dass zeitweise mehr als 90 Prozent aller Schüler zu Hause bleiben mussten. Gleichzeitig seien viele Familien in wirtschaftliche Not geraten, sodass Kinder mitarbeiten müssen, um Geld zu verdienen. Vor der Krise gingen neun Prozent aller Kinder weltweit nicht zur Schule. "Wir gehen davon aus, dass die Zahl steigen wird! Von unserem Ziel, allen Kindern eine hochwertige Bildung zu garantieren, entfernen wir uns gerade rasant", so Dabramo.

 

Kindersterblichkeit

 

"Die aktuelle Krise offenbart mit aller Deutlichkeit, wie fragil die Gesundheitssysteme vieler Länder sind", sagt Dabramo. Es sei damit zu rechnen, dass die Überlastung der Krankenhäuser in Kombination mit der zunehmenden Armut zu einem Anstieg der Kindersterblichkeit führen werde. Konnte die Zahl der jährlichen Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren seit 1990 von 12,7 Millionen auf rund 5,3 Millionen mehr als halbiert werden, deuten aktuelle UN-Prognosen darauf hin, dass sie wieder ansteigen könnte. Vor der Coronakrise starben täglich weltweit durchschnittlich 15.000 Kleinkinder unter fünf Jahren. Nun könnten es täglich rund 6.000 mehr sein. "Das Schlimme: Viele dieser Todesfälle sind vermeidbar. Zum Beispiel sterben zahlreiche Kinder an Krankheiten wie Durchfall. In der westlichen Welt undenkbar", erklärt Dabramo.

 

Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung

 

Auch das erklärte Ziel der Vereinten Nationen, bis 2030 alle Kinder vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung zu schützen, wird nach Befürchtungen der SOS-Kinderdörfer nicht erreicht werden können - im Gegenteil: "Bereits in den ersten Wochen der Krise konnten wir beobachten, dass die Kombination aus wirtschaftlicher Not, Angst vor dem Virus sowie räumliche Enge weltweit zu einer Zunahme von häuslicher Gewalt geführt hat", sagt Luciana Dabramo. Auch ausbeuterische Kinderarbeit oder Zwangsehen würden zunehmen. "In der Not wird eine Zwölfjährige eher von ihren Eltern verheiratet, als dass man sie verhungern lässt", erklärt Dabramo.

 

Das Fazit der SOS-Nothilfe-Koordinatorin: "Die Coronakrise präsentiert uns die Probleme der Welt durch ein Vergrößerungsglas und es ist unmöglich, sie weiter zu ignorieren. Wir müssen dies als Chance begreifen und endlich grundlegende Dinge zum Wohle der Kinder ändern!"

 

Spendenkonto:

 

SOS-Kinderdörfer weltweit

 

IBAN DE22 4306 0967 2222 2000 00

 

Stichwort: "Coronahilfe weltweit"

 


FIDES-NACHRICHTEN - 5.06.2020

EUROPA/FRANKREICH - Website zur Figur von Pauline Jaricot: Sie gründete das erste „missionarische Netzwerk“

 

Lyon (Fides) - Am 26. Mai genehmigte Papst Franziskus die Veröffentlichung des Dekrets zur Anerkennung des Wunders, das der ehrwürdigen Pauline Jaricot (1799-1862) zugeschrieben wird, und ebnete damit den Weg für ihre Seligsprechung. Die französische Katholikin war mit einem außergewöhnlichen missionarischen Charisma ausgestattet, das sie dazu brachte, die Bewegung des l”ebendigen Rosenkranzes” und das Werk der Verbreitung des Glaubens auf den Weg zu bringen.
Die Nationale Direktion der Päpstlichen Missionswerke in Frankreich, betont dazu in einem Dossier: „Pauline Jaricot wurde bereits im Oktober 2019 während des außerordentlichen Monats der Weltmission von Papst Franziskus zur Schutzpatronin der Missionen ernannt, und steht in einer Linie mit anderen großen Figuren aus Lyon wie Pater Antoine Chevrier oder Frédéric Ozanam". Aus diesem Anlass wollten die Päpstlichen Missionswerke mit einer eigenen Website über die Figur ihrer Gründerin aus Lyon jedem die Möglichkeit bietet, "die glühende Spiritualität dieser Frau" im Dienste der Evangelisierung der Welt kennenzulernen.
Die Website unter www.paulinejaricot.opm-france.org ist ein Portal, der den modernen und inspirierenden Charakter dieser außergewöhnlichen Frauenfigur veranschaulichen soll, die voller Erfindungsreichtum war, wenn es darum ging, die Botschaft des Evangeliums auf der ganzen Welt zu verbreiten, angefangen bei den armen Familien in ihrer Umgebung. "Pauline war tief im Gebet verwurzelt und ergriff die Initiative zur Gründung des ersten soziale Missionsnetzwerks", unterstreicht die französische Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke, die alle Nutzer der Website zur Mitgliedschaft einlädt.

 

AFRIKA - Glaubwürdige Wahlen in Afrika: Der mühsame Kampf der afrikanischen Bischofskonferenzen

 

Kara (Fides) – In der Dynamik der Mission, die sich auch als Verpflichtung zum Engagement für Gerechtigkeit versteht, spielt die Forderung nach eine transparente Wahlpolitik eine sehr wichtige Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit der afrikanischen Bischofskonferenzen. "Um damit bei der Wahl die Wahrheit gesagt wird, wir werden nicht schweigen", lautet der Ansatz der afrikanischen Bischöfe in Bezug auf den Wahlkampf in ihren jeweiligen Ländern.
Von der Demokratischen Republik Kongo über Kamerun, bis Togo und Burundi, haben sich die Bischofskonferenzen auf die Fragilität der auf dem gesamten Kontinent stattfindenden Wahlprozesse hingewiesen. Die vielen Anstrengungen, die im Laufe der Zeit unternommen wurden, um eine Politik der authentischen Demokratie zu fördern, waren nicht immer erfolgreich. Die Bischöfe sahend sich stets verpflichtet, die Bevölkerung zu ermutigen, Wahlprozesse auf der Grundlage der Prinzipien der Glaubwürdigkeit, Gerechtigkeit, Transparenz, Wahrheit und Gerechtigkeit zu fordern.
„Die Hoffnung auf ein besseres Afrika kann durch zuverlässige, echte und authentische Wahlprozesse verwirklicht werden. Nur so können wir Demokratien aufbauen, Stabilitätsgarantien geben und Träger einer authentischen und ganzheitlichen Entwicklung sein", schreibt Pater Donald Zagore, ein ivorischer Missionar und Theologe, der in Togo für die Gesellschaft der Afrikamissionen tätig ist.
„Dies ist eine Logik, die sich unsere Bischofskonferenzen eindeutig zu Eigen gemacht haben, die sie jedoch nicht alleine umsetzen können. In der Tat”, so Pater Zagore, “Muss, damit diese Herausforderung angegangen und das Ziel wirklich demokratischer Wahlen erreicht werden kan, ein Verhältnis des gegenseitigen verantwortungsbewussen Vertrauens zwischen den afrikanischen Bischöfen und den politischen Führungskräften hergestellt werden. Heute herrschen in Afrika, in vielen Ländern jedoch ziemlich feindliche Beziehungen zwischen Staat und Kirche, und die gegenwärtige Situation lässst immer noch schwierige Tage für diesen langen und heiklen Kampf erahnen, in dem die afrikanischen Bischofskonferenzen versuchen einen Kontinent aufzubauen, der frei von Korruption und Armut ist. und auf dem Weg der Gerechtigkeit und des Friedens geht."

 

AFRIKA/ANGOLA - Corona-Hilfsfonds der Päpstlichen Missionswerke: “In Zeiten von Corona brauchen die Menschen das Wort Gottes aber auch Brot zum Überleben“

 

Luanda (Fides) – “In Angola gab es im März die zwei ersten Fälle von COVID-19. Infolgedessen ergriffen die zivilen und religiösen Behörden geeignete Maßnahmen, um das Risiko einer Ansteckung in den Gemeinden zu vermeiden, da die registrierten Fälle aus Ländern wie Portugal, Südafrika, Brasilien und Kuba eingschleppt worden waren. Bis heute gab es in Angola insgesamt 83 Fälle von Covid-19 ", so der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionsgeswerke in Angola und Sao Tomé, Pater Fausto de Carvalho Rosado, CMF.
„Die Maßnahmen, die die Regierung im März ergriffen hat, umfassen die Isolierung der Bevölkerung und die Ausrufung des Ausnahmezustands. Daher wurden die Versammlungsräume, Gebetsräume und Kirchen geschlossen wurden und nur noch minimale pastorale Dienste möglich waren", so Pater Rosado.
“In dieser Zeit der Pandemie konzentriert sich die Mission in der Kirche in Angola auf das Gebet, die Aufklärung und die Unterstützung für die am stärksten benachteiligten Menschen", so Pater Rosado. Zu diesem Zweck wurden „Gruppen für Kinder, Jugendliche, Heranwachsend und Erwachsene in sozialen Netzwerken, insbesondere über WhatsApp und Facebook, gebildet, die Momente des Gebets, des Dialogs und der Gemeinschaft zusammen mit Pfarrern, Ordensleuten und anderen Seelsorgern auf diesen Plattformen fördern. Die Gottesdienste am Sonntag werden um 8 Uhr morgens im öffentlichen Fernsehen Angolas ausgestrahlt.", berichtet der Nationaldirektor.
"Eine weitere Initiative, die überall gefördert wurde, ist die Aufklärung von Christen und Nichtristehn über die notwendige Einhaltung der Richtlinien des Gesundheitsministeriums und der kirchlichen Behörden durch die Verteilung von Flyern, Broschüren, Bannern und mit anderen Mitteln", fährt der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke fort.
Pater Rosado dankt dem Heiligen Vater für die Einrichtung des Coronahilfsfonds: „Seit wir die Richtlinien und Kriterien für den Fonds erhalten haben, haben wir auch den Bischöfen der CEAST (Bischofskonferenz von Angola und Sao Tomé) die entsprechenden Informationen zur Verfügung gestellt, damit sie im Kontext ihrer jeweiligen Realität entsprechende Projekte durchführen können”.
„Wir haben den Antrag auf Unterstützung für die Diözesen erhalten und genehmigt: sie kamen aus São Tomé, Caxito und Luena, die aufgrund von Covid-19 einen besonders starken Bedarf haben. Wir hoffen, dass in den nächsten Tagen auch andere Diözesen ihre Anträge einreichen können", so der Nationaldirektor.
Nach Ansicht von Pater Rosado sind in diesen Zeiten der Krise Evangelisierung und Nächstenliebe so eng miteinander verbunden wie noch nie. "Wohltätigkeit, Hilfe für die Ärmsten und Benachteiligten sind eine der Möglichkeiten, in dieser Zeit der Isolation zu evangelisieren", betont er. "Wir haben mit Hilfe mehrerer Mitarbeiter und der knappen Ressourcen Lebensmittelpakete an die bedürftigsten Familien in unseren Gemeinden verteilt." "Die Menschen brauchen in dieser Zeit nicht nur das Wort Gottes, sondern auch Brot brauchen, um zu überleben", schließt der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke.

 

ASIEN/LIBANON - Maronitisches Patriarchat und Jesuitenuniversität unterstützen in Zeiten der Krise landwirtschftliche Nachhaltigkeit

 

Beirut (Fides) – In der schweren Wirtschaftskrise im Libanon, die durch die Corona-Pandemie weiter verschärft wurde, führte dazu dass viele Menschen zum ersten Mal vermehrt, kleine Gemüsegärten auch in städtischen Gebieten anlegen, um Lebensmittel selbst für den persönlichen Verzehr selbst zu züchten. Vor diesem Hintergrund haben auch kirchliche Einrichtungen in Zusammenarbeit mit Branchenverbänden solche Initiatien direkt unterstützt, um insbesondere jungen Menschen, die sich landwirtschaftlich betätrigen wollen Unterstützung und das notwendige Wissen zu bieten, damit sie sich und ihre Familien in dieser Zeit der Krise mit Lebensmitteln versorgen können . Am Dienstag, den 2. Juni, nahm die maronitische Patriarchin Bechara Boutros Rai an der Eröffnungsveranstaltung zum Start eines landwirtschaftlichen Ausbildungsprojekts teil, das von der Vereinigung "Green Lebanon Club" ins Leben gerufen wurde und sich an interessierte junge Menschen wendet, die an der Entwicklung landwirtschaftlicher Initiativen interessiert sind. Die vom libanesischen Landwirtschaftsministerium geförderte Initiative wird auch von der Diane-Stiftung für nachhaltige Entwicklung der Saint-Joseph-Universität der Jesuiten in Beirut sowie vom maronitischen Patriachat und dessen Abteilung für menschliche Entwicklung unterstützt.
Bei der Präsentation des Projekts definierte Pater Tawfiq Bou Hader, Direktor des Zentrums für menschliche Entwicklung des maronitischen Patriarchats, die von jungen Menschen ins Leben gerufenen Gemeinschaftsinitiativen für eine Rückkehr zur landwirtschaftlichen Arbeit als ein wichtiges Zeichen auch für ihren Wunsch die eigne Identität wieder mit den Schätzen des eigenen Landes zu verbinden. In seiner Ansprache appellierte der maronitische Patriarch Rai auch an die im Ausland lebenden Libanesen und forderte sie auf, die Wurzeln ihrer Zugehörigkeit nicht zu verlieren, die nicht zuletzt auch durch die Wiederaufnahme landwirtschaftlicher Tätigkeiten auf der Grundlage von ökologischen Nachhaltigkeitskriterien gepflegt werden. "Das Haus, das seine Mutter verliert, verliert den Zusammenhalt", sagte Patriarch Rai und erinnerte daran, dass “es schwierig sein wird, uns als Libanesen zu vereinen, wenn wir die Bindung an unser Heimatland verlieren. Dies sollte uns immer dazu ermutigen, uns um unser Land zu kümmern."

 

ASIEN/INDONESIEN - Zwei katholische Musikvideos wecken das Interesse der Social-Media-Nutzer

 

Jakarta (Fides) – Zwei Musikvideos, die von katholischen Ordensfrauen, Priestern und Laien im bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt eingespielt wurden, haben die Social-Media-Nutzer begeistert: In den Liedern geht es um das muslimische Fest Eid el-Fitr zum Ende des Fastenmontas Ramadan und und um die Helden der Corona-Krise. Die beiden Videos erreichten ein Rekordpublikum auf Instagram und bei Youtube mit einer einfachen, aber sehr effektiven Botschaft: Ihren Song mit dem Titel "Die Schönheit der Toleranz" widmeten drei katholischen Ordensschwestern Eufrasia, Vincentine und Dorothea den muslimischen Brüdern und Schwestern zur Feier des Eid el-Fitr. Die drei Nonnen singen vor einem Altar eine Botschaft des friedlichen Zusammenlebens, die das Interesse von 40.000 Nutzern bei Youtube und über 600.000 auf Instagram geweckt hat. In einem der vielen Kommentare bei Youtube schreibt Tyon Setyono: „MasyaAllah ist wunderschön, melodiös und cool. Das ist das Wesen der Toleranz." Das Den song mit dem Titel "Kamu untuk Kita" (Du für usn) ist den "den Helden an der Front der Covid19-Pandemie" gewidmet und wurde von katholischen Priestern gemeinsam mit Jugendlichen aus der Diözese Ruteng auf der Insel Flores konzipiert und gesungen und zehntausend Mal bei Youtube angeschaut.
Bis zum 3. Juni wurden in Indonesien insgesamt 27.549 Infektions-Fälle und 1.663 Todesfällen registriert: Die Zahlen für einen Archipel mit rund 270 Millionen Einwohnern relativ niedrig. Unterdessen wird sowohl die umstrittene Erhebung der Todesursachen, als auch die geringe Anzahl der Tests, sowie die nur schwer zu kontrollierende Mobilität kritisiert.
Angesichts der komplexen Situation hat Präsident Joko "Jokowi" Widodo beschlossen, die Armee einzusetzen, um die Bestimmungen der physische Entfernungen und Sperrregeln durchzusetzen. Die Entscheidung wurde in der Öffentlchkeit kritisiert, da befürchtet wird, dass die Regierung weitere autoritäre Schritte unternehmen wird. Beobachter sehen das Risiko, dass Präsident "Jokowi" das Gesetz über die Autonomie der Provinzen, einen der großen Errungenschaften der so genannten "Reformasi", in der Zeit nach der dreißigjährigen Diktatur unter Suharto, einschränkten oder aufheben könnte, was einen Rückschritt für den noch jungen demokratischer Prozess bedeuten würde.
LINK
Musikvideo von Priestern und Jugendlichen aus Flores -> https://www.youtube.com/watch?v=ajWOgug0xZ4
Musikvideo von drei indonesischen Ordenschwestern -> https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=knHciVnc9FY&feature=emb_logo

 

AMERIKA/EL SALVADOR - Bischöfe: "Wir sind weit davon entfernt als Land jedem Bürger ein würdiges Leben zu ermöglichen"

 

San Salvador (Fides) - Anlässlich des Pfingstfestes wandten sich die Bischöfe von El Salvador mit Blick auf die aktuelle Pandemie in einer Botschaft der Hoffnung und der Nähe an das Volk Gottes und forderten die Behörden zu einem mitverantwortlichen Dialog auf, der es allen ermöglicht, die Krise zu bewältigen. "Dies ist der Grundgedanke meiner Predigt: Nichts ist mir so wichtig wie das menschliche Leben." Inspiriert von diesem Satz des heiligen Oscar Romero, der nach wie vor von großer Aktualität ist, haben die Bischöfe von El Salvador in dieser Phase der durch die Covid-19-Pandemie verursachten Krise ihre Verbundenheit mit den Menschen zum Ausdruck gebracht. "Weil nichts für die Kirche so wichtig ist wie das menschliche Leben”, schreiben sie, “die auch während der Kriegsjahre die Missbräuche gegen die Würde der menschlichen Person anprangerte und unerbittlich den Plan des Vaters verkündete: die Menschen mit Gott und untereinander zu versöhnen" .
In Bezug auf die politische und soziale Lage betonen die Bischöfe: "Wir sind weit davon entfernt als Land jedem Bürger ein würdiges Leben zu ermöglichen", insbesondere angesichts der Folgen der Pandemie in den am stärksten gefährdeten Sektoren des Landes. "Entlassungen, Arbeitslosigkeit, Hunger, Arbeitsplatzmangel bedrohen viele unserer Landsleute", prangern die Bischöfe an. Angesichts dieser Realität appellieren sie insbesondere an "Führungskräfte und Privatunternehmen", sich zu verpflichten, damit niemand ausgeschlossen wird.
Zu Pfingsten erinnern die salvadorianischen Bischöfe das Wirken des Geistes Gottes in der Geschichte durch die Menschen, die in diesen Krisenzeiten ihre besten Seiten zeigten: „Wir danken dem medizinischen und gesundheitlichen Personal, das sich mit so viel Heldentum der Kranken angenommen habenb, die gegen das Coronavirus kämpfen. Wir danken allen für ihre Bemühungen, auch unseren ärmsten Brüdern zu helfen, für ihre Sorge um die Menschen von nebenan und die Fürsorge für ältere Menschen und Kinder. "
Abschließend laden die Bischöfe zum Gebet dafür ein, dass Gott allen, auch den verantwortlichen Führungskräften, die Gnade der Gemeinschaft und des Dialogs gewährt. "Auf diese Weise werden wir ein vereintes Volk sein, das versucht, in Frieden, Brüderlichkeit und Einheit zu leben", so die Bischöfe von El Salvador.
 

 

 

 

 

 

AMERIKA/BOLIVIEN - Corona-Pandemie: Ordensfrau berichtet über die Lage im Apostolischen Vikariat Beni

 

Beni (Fides) - Eine Ordensschwester berichtet, wie die Corona-Pandemie in der Region Beni in Bolivien erlebt wird. Mit Beginn der Pandemie schloss sich die Missionsschwester Gabriela Guibarra, die die Abteilung für Missionen des Apostolischen Vikariats Beni leitet, versucht gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen katholischen Helfern besonders Bedürftige Menschen zu in der Region zu versorgen.
In ihrem Bericht zur schwierigen Situation in der Region aufgrund der Verbreitung der Covid-19-Pandemie erinnert die Ordensschwester daran, dass in Beni allein am 2. Juni insgesamt 76 neue Infektionen auftraten, die zu den 1.885 bis Montag, dem 1. Juni, registrierten Personen hinz kommen. Die Region ist damit nach Santa Cruz das Gebiet mit der zweithöchsten Infektionsrate in Bolivien.
Die Situation in Beni ist insbesondere in Trinidad besorgniserregend, während die von den Behörden versprochenen Hilfen nicht gleistet werden und Ärzte, Krankenschwestern und Gesundheitspersonal nicht über die grundlegende Ausrüstung zum Schutz vor Infektionen verfügen, und obwohl sie bereits auf ihre Situation aufmerksam gemacht haben, ihre Anfragen noch nicht in ausreichendem Maß berücksichtigt wurden.

 

AMERIKA/BRASILIEN - Statistik zur Zahl der infizierten Priester: In Pará und Amapá erkrankten die meisten katholischen Geistlichen

Brasilia (Fides) - Die brasilianiscge Priesterkommission (CNP), die mit der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) assoziiert ist, hat die Anzahl der Priester veröffentlicht, die in Brasilien an Covid-19 erkrankten. Die Untersuchung bestätigt 117 infizierte Priester, von denen 14 starben. Die Daten wurden durch Rücksprache mit den 18 Regionalbüros der CNBB erhoben.
Die Nordregion 2 der CNBB, die die Bundesstaaten Pará und Amapá umfasst, ist die Region mit den meisten Covid-Infektionen (41) und Todesfällen (05), die unter Priestern verzeichnet wurden. An zweiter Stelle nach Anzahl der Infizierten steht die Region Nordost 2, zu der die Bundesstaaten Rio Grande do Norte, Paraíba, Pernambuco und Alagoas gehören. Hier waren 19 Priester infiziert und 1 starb an Covid-19. Die Region Süc 1, die den Bundesstaat Sao Paulo abdeckt, liegt an dritter Stelle nach Anzahl der Infizierten (13) und den zweiten nach Anzahl der Todesfälle (3).
"Es ist von größter Wichtigkeit, sich der Anzahl der infizierten oder verstorbenen Priester bewusst zu sein", kommentierte die Kommission die Verbreitung der Daten. “Erstens, weil wir durch Gebet und geistige Gemeinschaft mit ihnen verbunden sein können; zweitens, damit wir wissen, wie viele infizierte Brüder im Priesteramt es geschafft haben, das Virus zu überwinden und sich mit ihnen gemeinsam zu freuen ".


FIDES-NACHRICHTEN - 4.06.2020

VATIKAN - Corona-Hilfsfonds der Päpstlichen Missionswerke hilft Ortskirchen in Sao Tome und Principe, Sierra Leone, Tschad und Guinea

 

Vatikanstadtd (Fides) – Der von Papst Franziskus bei den Päpstlichen Missionswerken eingerichtete Corona-Hilfsfonds zur Unterstützung der Kirchen der Missionsländer, die von der Covid-19-Pandemie betroffen sind (vgl. Fides 6/4/2020), prüft weiterhin die zahlreichen eingehenden Anfragen und stellt Hilfen für die Diözesen und Ortskrichen zur Verfügung. Besonders dringend sind die Bedürfnissen in afrikanischen Diözesen, denen bereits erste Zuschüsse aus dem Hilfsfonds zugewiesen wurden.
Die afrikanische Diözese Sao Tome und Principe lebte bereits vor der Corona-Pandemie in einer Situation großer Armut, und die Not wurden durch die Pandemie weiter verschärft: Die Löhne sind niedrig und die Lebenshaltungskosten sind teuer. Der Großteil der Bevölkerung lebt vom Tourismus, aber die Schließung des Flughafens aufgrund der Pandemie hatte auch die Schließung von Hotels und Restaurants zur Folge, was sich auf alle verwandten Branchen auswirkt. Die Ausssetzung der öffentlichen Gottesdienste erforderte die Nutzung von Fernsehen und Radio zur Übertragung von Gottesdiensten und Gebetsmomenten, was jedoch finanzielle Investitionenn von seiten der Ortskirche mit sich brachte, die bereits im Normalfall die Kosten für die ordentliche Verwaltung kaum bewältigen kann.
Die Diözese Kenema in Sierra Leone umfasst ein überwiegend ländliches Gebiet, in dem der größte Teil der Bevölkerung von der Subsistenzlandwirtschaft abhängig ist. Rund 70 Prozent der Einwohner sind arbeitslos. Priester und Ordensgemeinschaften sind für ihren Lebensunterhalt von den Opfergaben der Gläubigen abhängig, und jetzt, da die Kirchen wegen der Pandemie geschlossen werden, ist ihre Situation sehr ernst. Eine besondere Notwendigkeit ist die Verbreitung von Informationen über Covid-19: Die Menschen kennen das Virus, seine Folgen und die Gefahren seine Ausbreitung nicht, daher befolgen sie auch nicht die vorbeugenden Hygienevorschriften der, wie zum Beispeil die soziale Distanzierung. Sierra Leone ist ein armes Land mit einem sehr fragilen Gesundheitssystem. Die mögliche Zunahme von Infektionen würde rasch zu einem allgemeinen Zusammenbruch des Systems führen.
Die meisten Einwohner der Diözese Sarh im Tschad leben ebenfalls von der Landwirtschaft. Seit dem 21. März sind die liturgischen und pastoralen Aktivitäten der Diözese aufgrund der Corona-Pandemie und der strengen Vorschriften der Regierung zur Bekämpfung dieser Krankheit eingestellt worden. Schulen wurden ebenfalls geschlossen, darunter auch die beiden Seminare in Sarh. Auch die Caritasstellen in Diözesen und Pfarreien sehen sich mit enormen Schwierigkeiten konfrontiert, da sie unter anderem auch die Gesundheitsversorgung koordinieren. Über ihre Radioprogramme informiert die katholische Kirche über die Gefahren des Coronavirus und die zu befolgenden Vorsichtsmaßnahmen. Die Caritas ist dringend auf Hilfe angwiesen, damit sie den Kauf von Getreide und Lebensmitteln für die Menschen sowie den Lebensunterhalt für Priester und Religionsgemeinschaften bewältigen kann.
Die Diözese Kankan in Guinea, die sich bereits in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet, blickt mit besonderer Sorge auf die Folgen der Pandemie. Der Großteil der Bevölkerung arbeitet hart, um den Lebensunterhalt durch kleine Unternehmen, Feldarbeit und Gelegenheitsjobs im informellen Sektor zu finanzieren. Die zur Bekämpfung der Pandemie erlassenen Vorschriften haben zu einem Anstieg der Lebensmittel- und Transportpreise geführt, während die Schließung von Kirchen und pastoralen Aktivitäten das Leben der Pfarrgemeinden schwer getroffen und gefährdet hat. Denn die Gemeinden sind auf die regelmäßigen Besuche von Priestern, Ordensleuten und Pastoralarbeitern angewiesen, die den Glauben und das Engagement für die Evangelisierung am Leben erhalten. Um die Gemeinden besuchen zu können müssen sie oft weite Entfernungen zurücklegen und sind dabei vielfältigen Risiken ausgesetzt. Daher benötigen sie dringend Unterstützung, um ihre Mission fortsetzen zu können.
 

 

EUROPA/ITALIEN - In Zeiten der Corona-Pandemie ist das Charisma des seligen Scalabrini besonders aktuell

 

Rom (Fides) – "In Zeiten der Pandemie ist das Engagement des seligen Giovanni Battista Scalabrini, der in Zeiten von Katastrophen Protagonist einer täglichen, großzügigen und verborgenen Hilfe für die vielen Menschen in Not in Erinnerung bleibt und auch als "Prinz der Nächstenliebe" bezeichnet wurde, heute aktueller denn je. Heute feiern wir ihn als Mann ist, der in der Lage war, die größten Bedürfnisse seiner Zeit mit der Leidenschaft eines Missionars zu erkennen, und die Hoffnungen, Dramen und Widersprüchen seiner Zeit wahrzunehmen", so Schwester Neusa de Fatima Mariano, Generaloberin der Scalabrini Missionsschwestern in einer Mitteilung anlässlich des Festes des seligen Giovanni Battista Scalabrini, des Gründers der Kongregation, am 1. Juni.
„Dieses Jahr fällt sein Fest in eine besondere Zeit, in der die ganze Welt aufgrund der Covid-19-Pandemie in die Knien gezwungen wurde“, fügt Schwester Neusa hinzu. “Es ist auch das Jahr des 125. Jahrestages der Gründung unserer Kongregation, was uns an die treue Hingabe aller Scalabrini Missionsschwestern erinnert". Die Generalobere beschreibt den Gründer als einem Mann mit einem "starken und liebenswerten, konkreten und kreativen Charakter" mit "organisatorischen Fähigkeiten", die ihn dazu veranlassten, italienische Migranten zu unterstützen, die voller Hoffnung nach Lateinamerika aufbrachen. "In Scalabrini finden wir einen erneuten Anreiz, unsere besonderes Charisma mit ihm fortzusetzen und zu wachsen, was unseren Weg und die tägliche Antwwort auf unsere Berufung stärkt, die uns Migrationen mit dem Herzen begleiten lässt”, fügt sie hinzu. “Unsere besonders Charisma als Scalabrini Missionsschwester und Frauen, ermöglicht uns zwar nicht genau das zu wiederholen, was gesegnete Scalabrini mit den Migranten seiner Zeit getan hat, aber wir sind inspiriert von seinem evangelischen Zeugnis und haben eine Mission zu bewahren, ein Vermächtnis zu übermitteln, Grenzen als Orte der wechselseitigen zwischenmenschlichen Beziehung zu bewohnen”.
 

 

AFRIKA/MALAWI - Covid-19 und Präsidentschaftswahlkampf: Die Spannung wächst

 

Blantyre (Fides) - „Derzeit ist alles ausgesetzt. Es ist noch nicht bekannt, wann die Schulen wieder geöffnet werden und Treffen abgehalten werden können. Ich würde sagen, die Epidemie ist hier unter Kontrolle, auch wenn die Anzahl der Infektionen gestiegen ist. Es gibt etwas mehr als 300 Infektionen im ganzen Land", schreibt die italienische Missionarin Anna Tomasi von den zur Ordensfamilien der Franziskaner gehörenden Missionschwestern der Unbefleckten Empfängnis (F.A.L.M.I.) die besonders in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Gefängnispastoral tätig sind. "Es ist ein Widerspruch zur Realität, weil die Märkte im ganzen Land voller Menschen sind und auch Wahlkampf stattfindet“, so die Missionarin. “Kundgebungen mit über 100 Menschen sind im Land zwar verboten, aber die Parteien führen weiterhin überfüllte Wahlveranstaltungen durch, bei denen sich Tausende von Anhängern im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen versammelt haben. "
"Leider”, fügt Schwester Anna hinzu, “ist der Wahlkampf angespannt und von schwere Episoden der Gewalt geprägt." Präsident Peter Mutharika, hatte zwar die Isolation der Bevölkerung angeordnet, aber die Justiz hatte den Beschwerden der Zivilgesellschaft stattgegeben und das Inkrafttreten verhindert. In der Tat würden die Beschränkungen vor das Leben der Ärmsten gefährden, da die Regierung keine Nahrungsmittelhilfe zur Verfügung stellt.
Die Situation wurde durch die Rückführung von über 400 Menschen aus Südafrika und die Flucht aus einem Isolationszentrum in einem Stadion in Blantyre verschärft. Nach lokalen Informationen können Polizei und Gesundheitspersonal die Geflüchteten aufgrund des Mangels an angemessener Schutzausrüstung nicht aufhalten. Mindestens 46 von ihnen wurden positiv auf das Virus getestet.
 

 

AFRIKA/KAMERUN - Missionar: “Wir haben keine genaue Vorstellung vom tatsächlichen Ausmaß der COVID-19-Pandemie”

 

Yaoundé (Fides) – „Obwohl alle zehn Regionen des Landes betroffen sind, gibt es sehr unterschiedliche Ansteckungsgrade und einigen Epizentren, von denen aus sich die Ansteckung auf den Rest Kameruns ausbreitee. Diese Epizentren sind die Städte Yaoundé, Douala und Bafoussam", schreibt Pater Moïse Tam Nkudé, CICM, Pfarrer der Pfarrei Notre-Dame de la Paix Gadji in der Diözese Batouri im Osten Kameruns.
"Der öffentilche Transport war ein wichtiger Faktor für die Ausbreitung der Infektion von den am stärksten betroffenen Zentren auf den Rest des Landes", so der Priester, der sich auf die von den Behörden gemeldeten Daten bezieht.
"Natürlich bildet die Zahl der Menschen, die in Kamerun insgesamt positiv getestet wurden, nicht die tatsächliche Situation ab. Es ist wahrscheinlich , dass noch viel mehr Menschen betroffen sind. Die Gesundheitseinrichtungen im Land verfügen nicht über ausreichende Ausrüstung oder Materialien für systematische Tests", erklärt Pater Nkudé. „Es ist schon problematisch, sich um normale Patienten zu kümmern. Abgesehen von bekannten und gemeldeten Fällen hat man heute in Kamerun keine Ahnund oder genaue Vorstellung von der Entwicklung der Covid-19-Epidemie."
Auch kulturelle Faktoren haben Einfluss auf das rasche Fortschreiten der Pandemie im Land. „Die Krankheit beginnt oft in der Familie, ohne dass der Patient und die Familienmitglieder von einer Corona-Infektion wissen, und so setzten sie sich einer Ansteckung aus, wie auch die Nachbarn, die die Familie besuchen. Es ist bekannt, dass in Afrika und insbesondere in Kamerun, wenn jemand krank ist, eine große Anzahl von Familienmitgliedern, Nachbarn und Freunden den Patienten besuchen. Damit es ist ein anthropologisches und soziologisches Problem", unterstreicht Pater Nkudé. "Sobald festgestellt wird, dass die Person an Covid-19 erkrankt ist, werden auch Familienmitglieder und Freunde Kontrollen unterzogen, was oft zu psychologischen Krisen führt."
Das Drama spitzt sich im Falle des Todes des Patienten noch, weil die Gesundheitsregeln die Rückgabe der sterblichen Überreste an die Familie verbieten. Die Behörden gehen zur sofortigen Beerdigung durch spezialisierte Teams über. Nur wenige Familienmitglieder dürfen an der Beerdigung teilnehmen. Doch der Brauch will eigentlich, dass Familien den Verstorbenen in das Herkunftsdorf transportieren, um die Beerdigung mit allen damit verbundenen Risiken zu organisieren. Aus diesem Grund ist es nicht gestattet, die Überreste an Familien zu übergeben. Auch traditionelle Bräuche des Waschens und Ankleidens des Verstorbenen sind aus gesundheitlichen Gründen verboten.
„Es kam zu Zusammenstößen zwischen Familien, Mitarbeitzern des Gesundheitswesens und Polizisten. Einige Familien bestreiten die von Ärzten ausgestellten Sterbeurkunden, aus denen hervorgeht, dass ihr Angehöriger an Covid-19 erkrankt war. Es gibt Ärzte, die gegen eine Gebühr gefälschte Sterbeurkunden ausstellen, damit Beerdigungen stattfinden können", berichtet der Priester.
Natürlich sind auch die wirtschaftlichen Aktivitäten stark von den Folgen des Lockdowns betroffen. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die als Tagelöhner im informellen Sektor arbeiten. Gewalt in der Familie sowie Diebstähle und Raubüberfälle nehmen zu. „In den Pfarreien sind die Spenden drastisch gesunken. Es wurden besondere Spendenaufrufe gestartet, um Priestern in Schwierigkeiten zu helfen”, so Pater Pater Dr. Nkudé, der abschließend die Jungfrau Maria bittet, "der leidende Menschheit zu helfen, damit das Leben den Tod besiegt".
 

 

ASIEN/PHILIPPINEN - Arbeitslosigkeit und neue Armut: Wirtschaftliche und soziale Folgen des Lockdown

 

Manila (Fides) - Die Pandemie und der Lockdown zur Eindämmung von COVID-19-Infektionen haben auf den Philippinen schwerwiegende Auswirkungen auf Millionen mittelloser Menschen. Experten zufolge wird die Krise hier besonders starke wirtschaftliche Auswirkungen haben und Millionen neuer Armen schaffen, was die bereits existierenden wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten verschlimmert. Catherine Dela Cruz, katholische Freiwillige, die in Manila an kirchlichen Hilfsprogrammen beteiligt ist, bestätigt gegenüber dem Fides: "Die Armen leiden unter der Unsicherheit der Nahrungsmittelversorgung und leben in der Gewissheit des Hungers. Arme Gemeinden in städtischen Gebieten sind stark betroffen von der Quarantäne. Viele haben ihren Arbeitsplatz verloren, und seit der am 15. März verhängten Ausgangsperre haben viele keine Möglichkeit, sich mit Lebensmitteln zu versorgen. "
In Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden und zivilgesellschaftlichen Organisation helfen kirchliche Einrichtungen den Armen auf vielfältige Weise und versorgen sie mit Reis, Gemüse, Fleisch und Fisch. Flaviano Villanueva, Gründer der "Arnold Janssen Kalinga" -Stiftung, die sich für die Versorgung der Armen in Manila mit Lebensmitteln einsetzt, erklärt gegenüber Fides, dass "in diesem schwierigen Moment jeder an der Mission teilnehmen und Liebe und Solidarität gegenüber denen unter Beweis stellen muss, die sie brauchen". Die Stiftung begleitet Obdachlose begleitet und verscucht mit einem ganzheitlichen Ansatz, mittellosen oder marginalisierten Menschen zu helfen, die eigene Lebensituation zu verbessern und sich wieder in das soziale Gefüge einzugliedern.
Kürzlich forderte der Apostolische Administrator von Manila, Bischof Broderick Pabillo, alle Mitglieder der katholischen Gemeinde zur Wohltätigkeit auf und bezeichnete diese als "Tor zur Heiligkeit”. Dabei bat er insbesondere um gegenseitige Unterstützung der Menschen während der Epidemie.
Angesichts der Tatsache, dass das Land bereits vor Ausbruch der Pandemie mit großen sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten konfrontiert war, sind viele Teile der Bevölkerung nun auch wirtschaftlich von der Epidemie betroffen, obwohl die Regierung seit dem 1. Juni die Beschränkungen gelockert hat. Etwa 70% der Unternehmen dürfen im Juni wiedereröffnen. Doch Beobachtern zufolge kehren 70% der Arbeitnehmer möglicherweise nicht zur Arbeit zurück, da viele kleine Unternehmen aufgrund des Einfrierens der Geschäftstätigkeit und des Einkommensverlusts damit begonnen haben, Arbeitnehmer zu entlassen.
Unter den am stärksten benachteiligten Kategorien haben in Manila in den letzten drei Monaten über 75.000 Fahrer kleiner und großer Transportmittel keine Einnahmen erzielt. Und mehr als 50.000 Teilzeitlehrer an Hochschulen, Schulen und Universitäten wurden Opfer der Politik "kein Unterricht, keine Bezahlung" (“no teach, no pay“).
 Unterdessen beraten Experten und Führungskräfte der Zivilgesellschaft bereits über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Wirtschaft und die Menschen auf den Philippinen und in Südostasien und ziehen Möglichkeiten für eine stärkere regionale Zusammenarbeit in Betracht.
Laut der in Manila ansässigen “Asian Development Bank” (ADB) bedroht die Coronavirus-Pandemie die Gesundheit, den Lebensunterhalt und das soziale Wohlergehen in weiten Teilen Asiens und des Pazifiks.
Finanzielle Hilfen im Umfang von über 5 Milliarden US-Dollar, die von der ADB zur Verfügung gestellt wurden, haben dazu beigetragen, besondere Herausforderungen in asiatischen Entwicklungsländern wie Bangladesch, Bhutan, Indien, Indonesien, der Kirgisischen Republik, der Mongolei und den Philippinen zu bewältigen.
 

 

ASIEN/TÜRKEI - Covid-19-Pandemie: Patriarch Bartholomäus übt Kritik an staatlichen Bestimmungen

 

Istanbul (Fides) – Die orthodoxen Kirchen folgten bislang den Bestimmungen der Zivilbehörden ihres jeweiligen Landes, um die Coronavirus-Pandemie zu bekämpfen und feierten die Liturgie ohne Beteiligung der Gläubigen in geschlossen Kirchen. Doch nach Monaten der Quarantäne, sollen orthodoxe Kirchen nun wieder öffnen. Die "weltlichen Autoritäten" sollten nun auch nicht länger Bestimmuingen über die kirchliche Dynamik festlegen, die sich auf die Feier heiliger Geheimnisse auswirken, angefangen bei der Verteilung der göttlichen Eucharistie. So der ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., in einem Brief an die anderen Patriarchen und Kirchenoberhäupter der orthodoxen bittet er diese um ihre Meinungen und einen pastoralen Ansatz auf der Grundlage von Kontroversen, die in Ländern entstanden sind, in denen die lokalen politischen Behörden neue Protokolle für die Feier der Sakramente und insbesondere für die Verteilung der Eucharistie erlassen wollen und dabei die Maßnahmen zur Vorbeugung gegen die Verbreitung der Covid-19-Pandemie zugrunde legen.
Regierungsberater kritisieren insbesondere die Art der Verteilung des eucharistischen Brotes und des Weines, die die Priester den Gläubigen oft mit demselben Löffel verabreichen, den sie in einen einzigen Kelch zu tauchen, in dem Brot und Wein gemischt werden. Regierungsstellen haben bereits erklärt, dass diese Methode zur Verbreitung der Eucharistie nicht den derzeitigen Gesundheitsbestimmungen zur Eindämmung der Pandemie entspricht: In Griechenland, Bulgarien, Serbien und anderen Ländern, in denen ein großer Teil der Bevölkerung orthodoxen christlichen Glaubens ist, sind deshalb Streitigkeiten aufgetreten.
Mit seinem Brief, der am 17. Mai unterzeichnet und am Sonntag, dem 31. Mai veröffentlicht wurde, bekräftigt Patriarch Bartholomäus die Rolle der "Mutterkirche von Konstantinopel" bei der “Koordinierung und soweit möglich der Einheitlichkeit zwischen den örtlichen orthodoxen Kirchen in der äußerst wichtigen Frage der göttliche Eucharistie und wie man sie an die Gläubigen verteilt “.
Bartholomäus betont, dass die orthodoxen Kirchen die Bestimmungen der Gesundheitsbehörden eingehalten und befolgt haben, und fügt hinzu, dass die Kirche auch das Kreuz nicht fürchte, sich aber nicht den weltlichen Behörden von "unterwerfen" könne, wenn das Geheimnis ihres Lebens, die göttliche Eucharistie, in Frage gestellt wird”. „Die Tradition hat immer erkannt, dass die Kirche dank der göttlichen Eucharistie in der Welt lebt, oder anders ausgedrückt, dass die göttliche Eucharistie die Offenbarung und Erfahrung des göttlich-menschlichen Geheimnisses der Kirche ist”, betont der Patriarch, Aus diesem Grund wurde nach Angaben des Patriarchen angesichts der Tatsache, dass bereits während der Pandemie "einige unpassende Meinungen zum Umgang mit den Geheimnissen laut wurden", es nun unmöglich sei, “angesichts einer solch missverständlichen Situation zu schweigen und angesichts der jüngsten Entwicklungen und Bestimmungen nicht einzugreinfen, im Hinblick auf die diesbezüglichen staatlichen Vorschriften und Verbote".
 

 

AMERIKA/VENEZUELA - Kirchliche Initiative “Geste der Solidarität“ verteilt Lebensmittel an 24.000 Familien

 

Margarita (Fides) - Im Rahmen der Kampagne "Geste der Solidarität" wurden 24.000 Familien in vielen Städten des Landes mit Lebensmittelhilfen versorgt. Allein im Gebiet der Inseln Margerita und Coche in Venezuela wurden solche Lebensmittelpakte an mehr als 900 Familien verteilt. Es handelt sich um eine Initiative der katholischen Kirche, der sich Missionare, Pfarrgemeinden, Caritasstellen und andere katholische Organisationen anschließen, um den Ärmsten und Schwächsten während Quarantäne zur Vorbeugung des Vordringens von Covid 19 zu helfen.
Für die Kampagne ist Bischof Fernando Castro von Margarita zusammen mit Prälat Ireneo Valbuena verantwortlich, der die Initiativen von Priestern und Ordensleuten der Diözese Margarita und der pastoralen und sozialen Gruppen in den verschiedenen Pfarreien koordiniert. Auf der Grundlage einer Studie zur Ermittlung der bedürftigsten Menschen in verschiedenen Gebieten des Bistums verteilten sie 903 Lebensmittelpakete direkt an besonders gefährdete Menschen auf der ganzen Insel, darunter ältere Menschen und alleinerziehende Mütter mit minderjährigen Kindern, Menschen mit Behinderungen und/oder Unterernährung und Inhaftierte.
In Venezuela wurden nach offiziellen Angaben bisher 1662 Infektionsfälle mit 17 Todesfällen gegistriert. Diese Presse des Landes vermutet eine hohe Dunkelziffer.
 

 

AMERIKA/USA - Zum Tod von George Floyd: Katholiken fordern zum friedlichen Protest auf

El Paso (Agenzia Fides) – Angesichts der anhaltenden Spannung und Gewalt die zahlreiche Demonstrationen an verschiedenen Orten in den Vereinigten Staaten nach dem Tod von George Floyd prägen, wollten die Katholiken in El Paso unter Leitung Bischof von Mark Seitz zusammen mit ihren Priestern im Rahmen einer Gebetswache im Zeichen der Mahnung "Black lives matter“ des Minneapolis getöteten Floyd gedenken. Die Priester knieten dabei acht Minuten und 46 Sekunden lang nieder, genauso lange, wie der Polizist sein Knie an Floyds Hals hielt, bevor er an Ersticken in Polizeigewahrsam starb.
"Die Ermordung von George Floyd war sinnlos und brutal, eine Sünde die zum Himmel nach Gerechtigkeit schreit. Wie ist es möglich, dass in Amerika einem schwarzen Mann das Leben das Leben genommen werden kann, und man seinen Hilfeschrei nicht hört und die Tötung während sie geschieht auch noch aufgezeichnet wird? ", heißt es in einer Erklärung des Vorsitzenden der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof José H. Gomez von Los Angeles. "Die erlittene Grausamkeit und Gewalt spiegelt jedoch nicht wider, wie die vielen Männer und Frauen tatsächlich sind, die bei der Polizei arbeiten und ihre Aufgaben mit Ehre erfüllen. Wir wissen das. Und wir vertrauen darauf, dass die Behörden sorgfältig nachforschen und für Gerechtigkeit sorgen werden".
"Rassismus wurde zu lange toleriert", heißt es in der Erklärung weiter "Dieses Mal müssen wir auf den Schmerz der Menschen hören", doch "die Gewalt der letzten Nächte ist selbstzerstörerisch. Nichts wird durch Gewalt gewonnen und so viel geht verloren", so der Erzbischof. "Wir sollten nicht sagen müssen, dass George Floyd ohne Grund gestorben ist. Wir sollten das Opfer seines Lebens ehren, indem wir Rassismus und Hass aus unserem Herzen entfernen und das heilige Versprechen unserer Nation zu erneuern: eine Gemeinschaft zu sein, die vom Leben, der Freiheit und der Gleichheit für alle getragen wird", schließt der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz.


Diakonie Katastrophenhilfe zur Jemen-Geberkonferenz

Jemen: Gerade jetzt ist mehr Hilfe nötig

 

 

Jemen * Geberkonferenz * Hungersnot * Corona * Krieg

 

 

 

(Berlin/dw) - Trotz der großen humanitären Not im Jemen droht die Unterstützung für Millionen Menschen massiv zurückgefahren zu werden. „Die größte humanitäre Krise unserer Zeit spitzt sich immer deutlicher zu, während sich gleichzeitig zusätzlich das Corona-Virus ausbreitet. Ohne schnelle und umfassende Hilfe wird dieses Jahr katastrophalste Folgen für die Menschen im Jemen haben“, mahnt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Wir erwarten von den Gebern ein unmissverständliches Signal, dass sie die Not und den Hunger der Millionen Menschen in diesem geschundenen Land bekämpfen wollen.“

 

 

 

80 Prozent der Jemeniten sind von humanitärer Hilfe abhängig - der von den Vereinten Nationen für 2020 auf 2,4 Milliarden US-Dollar geschätzte Hilfsbedarf ist deutlich unterfinanziert. „Derzeit ist nicht einmal ein Bruchteil der benötigten Hilfsgelder durch Zusagen gedeckt. Fast 10 Millionen Menschen stehen vor dem Abgrund einer großen Hungersnot. „Natürlich ist erst einmal begrüßenswert, dass im Angesicht der Corona-Krise zumindest ein Waffenstillstand ausgerufen wurde“, sagt Füllkrug-Weitzel. „Die grundlegende humanitäre Krise im Jemen besteht jedoch weiterhin: für 85 Prozent des humanitären Bedarfs fehlen internationale Finanzierungszusagen, und UNO und Hilfsorganisationen können nicht helfen. Der Zugang zur notleidenden Bevölkerung ist trotz Waffenstillstand noch nicht immer gegeben.“

 

 

 

Bislang haben die Konfliktakteure den Zugang der Menschen zur Hilfe immer wieder behindert. Hilfsorganisationen bekamen nicht die nötigen Reisegenehmigungen. Logistische Knotenpunkte wie Häfen wurden – auch mit Unterstützung deutscher Waffen - blockiert. Staatliche Geber, die mit verschiedenen Seiten sympathisieren, haben wegen des Konfliktgeschehens bisher nur zögerlich Mittel bereitgestellt. Umso dringlicher ist es, dass Hilfsorganisationen dank Spenden die Möglichkeit haben, ungehindert zu arbeiten.

 

 

 

„Gerade jetzt, wo Corona das Land erreicht hat, dürfen die Menschen nicht im Stich gelassen werden“, mahnt Füllkrug-Weitzel. Offiziell sind im Jemen bislang 81 Menschen an Covid-19 gestorben, doch aufgrund fehlender Tests gehen Experten davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher liegt. Neben der schon vor Corona nötigen Überlebenshilfe in Form von Essen, sauberem Wasser und Schutz vor anderen Krankheiten, die ohne Behandlung tödlich sein können, muss nun mit aller Kraft eine weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden. Dabei sind Hilfsorganisationen nicht nur auf Geld angewiesen, sondern auch darauf, dass Hilfslieferungen ungehindert ins Land kommen können. „Humanitäre Hilfe hat oberste Priorität und darf nicht Gegenstand politischer Auseinandersetzungen sein“, fordert Füllkrug-Weitzel. „Die Geberländer müssen unabhängig von politischen Sympathien Druck auf alle Kriegsparteien ausüben und konsequent dafür eintreten, dass Helfer freien Zugang haben und der notleidenden Bevölkerung, je nach Bedarf und unabhängig davon, auf welchem Gebiet welcher Kriegspartei sie leben, helfen dürfen.“

 

 

 

Die Geberkonferenz wird von den UN und Saudi-Arabien ausgerichtet. Die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe kritisiert die passive Haltung Deutschlands und der EU: „Wieso haben es weder Deutschland noch die EU geschafft, in Kooperation mit den UN eine Geberkonferenz einzuberufen? Stattdessen haben sie das Feld Saudi-Arabien überlassen - einer wesentlichen Kriegspartei im Jemen. Das ist ein schwieriges Zeichen für die Durchsetzung der Unabhängigkeit und Neutralität der erforderlichen zwischenstaatlichen Hilfe.“

 

 

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft vor Ort ausschließlich in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen. „Unsere erfahrenen Partner können auf beiden Seiten des Konflikts arbeiten, was etwa UN-Organisationen nicht möglich ist“, sagt Füllkrug-Weitzel. „Hilfe kommt weiterhin an. Doch ohne die finanzielle Unterstützung der internationalen Gebergemeinschaft - und ohne Spenden - werden noch mehr Menschen zu Opfern dieser menschengemachten Katastrophe.“

 

 

 


Christliche Kirchen spielen bei Eindämmung des Corona-Virus in Afrika systemrelevante Rolle

 

(Aachen/missio) - Die christlichen Kirchen spielen bei der Eindämmung der Corona-Pandemie in Afrika eine systemrelevante Rolle und brauchen dafür internationale Solidarität. Darauf hat der Infektiologe und Tropenmediziner Professor Dr. August Stich im Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk missio Aachen hingewiesen. Er unterstrich auch die Verantwortung der Kirchen, sich gegen Desinformation im Zusammenhang der Corona-Pandemie zu wenden.

 

„Global gesehen spielt die Kirche eine weitaus wichtigere Rolle, als wir uns das hier vorstellen können. Sie hat ein Netzwerk, das viele andere Organisationen sich nur wünschen können“, sagte der Würzburger Mediziner gegenüber missio. Als Beispiel führte er das Verhalten der katholischen Kirche während einer Ebola-Epidemie im Ost-Kongo 2019 an. Die Weltgesundheitsorganisation habe sich gewundert, warum die Bevölkerung zunächst nicht bereit gewesen war, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Erst als Priester, Ordensangehörige und Gemeindearbeiterinnen und Mitarbeiter in den Dörfern und Städten die Notwendigkeit der Hygienemaßnahmen offensiv bewarben, gingen die Fallzahlen massiv zurück. „Das Beispiel im Kongo zeigt, welche Kraft hinter der Kirche als Struktur stehen kann, wenn sie ihre Kräfte bündelt. Und so ist es jetzt auch eine Chance, die wir mit der Corona-Pandemie haben“, so Professor Stich.

 

Die Menschen und Politiker in Deutschland müssten verstehen, dass es nicht nur um Mundschutz, Besuch von Restaurants oder Öffnung von Biergärten gehe, sondern dass die Corona-Pandemie „eine Bedrohung für die Ärmsten dieser Welt ist und damit eine solidarische Aufgabe für uns alle“, sagte Professor Stich gegenüber missio Aachen.

 

„Wir müssen global-solidarisch handeln“

 

Der Infektiologe und Tropenmediziner Professor Dr. August Stich leitet die Tropenmedizinische Fachabteilung am Klinikum Würzburg Mitte. missio Aachen sprach mit ihm über Auswirkungen der Corona-Pandemie in afrikanischen Ländern, über Unterschiede zu Deutschland und warum der Kirche in Afrika in der Bewältigung der Krise eine besondere Rolle zukommen kann.

 

Herr Professor Dr. Stich, Sie stehen mit vielen Kolleginnen und Kollegen in der Welt in Kontakt. Was erzählen die Ihnen über die Situation in Afrika?
Im Moment zeichnet sich ein komplexes Bild ab. Wir können nicht sagen „so ist es in Afrika und so in Asien“, sondern wir müssen immer genau hinschauen, über welches Land und über welche Situation wir sprechen. Wenn man aber trotzdem versucht, etwas allgemeinere Schlüsse zu ziehen, dann sehen wir, dass wir in Afrika im Moment sehr viel niedrigere Zahlen bestätigter Infektionen verzeichnen. Zeitlich hinkt Afrika der Entwicklung in Europa und den USA deutlich hinterher. Hinzu kommt, dass es kaum Testmöglichkeiten gibt. Und ganz entscheidend: Wir haben eine ganz andere Bevölkerungsschichtung. In den meisten Entwicklungsländern haben wir typischerweise eine Bevölkerungspyramide mit wenig alten und vielen jungen Menschen. In den meisten Ländern Afrikas ist mehr als 50 Prozent der Bevölkerung unter 25. Das ist das Segment, wo wir wissen, dass Corona am wenigsten Symptome erzeugt und am wenigsten schwer verläuft.

 

Gibt es weitere besondere Faktoren in afrikanischen Ländern?
Wir sehen dort eine viel größere Hintergrundsterblichkeit. Menschen in Entwicklungsländern sterben viel häufiger an Malaria, Durchfallerkrankungen, Tuberkulose und HIV als hierzulande. Das bedeutet, dass zusätzliche Ausschläge in der Gruppe der älteren Leute, die durch Covid verursacht werden, gar nicht so wahrgenommen werden wie hier. Deswegen kann man sich vorstellen, dass Corona über Afrika hinwegzieht, ohne eine solche durchschlagende Wirkung wie in industrialisierten Ländern zu entfalten.

 

Werden die gesundheitlichen Auswirkungen denn dann in afrikanischen Ländern weniger stark sein?
Die Auswirkungen auf das Gesundheitssystem sind trotzdem enorm. Wir werden zwar keine überlaufenen Intensivstationen in Afrika sehen, weil es die gar nicht gibt. Doch wir nehmen eine große Sorge vieler Gesundheitsmitarbeiter wahr. Sie schicken zum Beispiel Schwangere wieder nach Hause und sagen: ‚Gehen Sie besser wieder in Ihr Dorf und entbinden Sie dort. Hier ist es zu gefährlich. ‘ Es herrschen große Verunsicherung, fast Panikreaktionen bei Mitarbeitern in den Gesundheitsdiensten. Auch Impfprogramme brechen zusammen, weil sich niemand mehr wegen Corona auf die Straßen traut. Das alles führt zu einer wesentlichen Verschlechterung der Gesundheitsversorgung.

 

Wie sieht es mit den sozialen Auswirkungen aus?
Wir hier in Deutschland haben einen Staat im Hintergrund, der um ein Vielfaches stärker ist als der in Entwicklungsländern. Wir haben Rettungsschirme, Kurzarbeitergeld, eine Arbeitslosenversicherung und können damit viele Dinge abfedern. Aber der Schuhputzer in den Slums, der jetzt unter einem oft noch viel rigoroserem Lockdown zu leiden hat, der nicht vor die Tür seiner Wellblechbaracke gehen darf, verliert seine Existenz. Da ist es eine Frage des Überlebens. Wir werden soziale Unruhen, Aufstände und Hungersnöte sehen und einen Zusammenbruch von vielen Strukturen, die wir bisher eigentlich als gegeben angenommen haben. Auf so etwas müssen wir uns vorbereiten. Dann ist es unsere Aufgabe als Kirche, Ihre Aufgabe als Hilfswerk, hier den Partnern einfach zur Seite zu stehen und den Weg mit ihnen zu gehen.

 

Haben die Menschen in Afrika Erfahrungen gesammelt, wodurch sie besser mit einer Epidemie umgehen können?
Ich kann nicht sagen, dass in Afrika besser mit Seuchen umgegangen wird. Das wäre viel zu undifferenziert. Doch es gibt gute Erfahrungen im Zusammenhang mit Ebola. 2014 und 2015 brach die größte Ebola-Epidemie aller Zeiten aus, die hauptsächlich drei Länder betroffen hat: Guinea, Liberia und Sierra Leone. Infolgedessen sind eine Reihe von Hilfsprogrammen angelaufen, vor allem auch Schulungsprogramme, um die Länder mit Ebola vertraut zu machen und zukünftige Ausbrüche besser zu bekämpfen. Es zeigt sich jetzt, dass die Länder und die Organisationen viel besser aufgestellt sind, die die Ebola-Schulungen durchlaufen haben, weil das Bewusstsein für Infektionsschutz viel größer ist.

 

Wir sehen im Moment, dass es viele Fehlinformationen und Fake News im Zusammenhang mit Corona gibt. Kann die Kirche bei der Aufklärung helfen?
Es gibt aufgrund der hohen Krankheitslast im ärmsten aller Kontinente eine Jahrtausende alte Erfahrung mit schwerer Krankheit und der Omnipräsenz von Tod. Es gedeihen schnell Theorien, dass Krankheiten einen mystischen Bezug haben, von irgendwas Dunklem kommen. Solche Erklärungstheorien verbreiten sich schnell und finden Gehör. Die Kirche kann den Blick auf die Fakten richten, auf das, was wahr ist. Sie kann sich gegen Fake News und alle mystischen Erklärungen stellen. Kirchliche Mitarbeiter können Materialien zur Verfügung stellen und Schulungen durchführen. Und das bis auf die untersten Ebenen der Gemeindearbeit. Dahinter steckt eine ungeheure Kraft, wenn mit den richtigen Instrumenten gearbeitet wird.

 

Welche Rolle kann die katholische Kirche im Hinblick auf die Corona-Epidemie in afrikanischen Ländern spielen?

 

In dieser Krise zeigt es sich wie in vielen anderen Dingen auch, wie wichtig eine Stärkung der lokalen Systeme ist: des Gesundheitssystems, der Zivilgesellschaft, der Dinge, die eigentlich eine Gesellschaft zusammenhalten. Und in diesem Zusammenhang spielt die katholische Kirche eine ungeheuer bedeutende Rolle. Wir in Deutschland sehen die katholische Kirche ja eigentlich nur mit unserer Brille: der unsägliche Missbrauchsskandal, der Vertrauensverlust der Kirche in der öffentlichen Meinungsbildung, die Diskussion um Frauen im Priesteramt, Maria 2.0 und der synodale Weg. Das ist alles wichtig und muss unbedingt bearbeitet werden, keine Frage. Doch es ist ein Tunnelblick auf unsere Verhältnisse. Global gesehen spielt die Kirche eine weitaus wichtigere Rolle, als wir uns das hier vorstellen können. Die Kirche ist ein Global Player, wenn man so will, und sie hat ein Netzwerk, das viele andere Organisationen sich nur wünschen können.

 

Können Sie vielleicht ein Beispiel nennen?
Wir haben mit Covid-19 noch wenig Erfahrungen, aber wir haben sie mit Ebola im Kongo: Auf dem Höhepunkt der zweitgrößten Ebola-Epidemie gab es 2019 tausende Tote in einer Region im Ost-Kongo, die seit Jahrzehnten von einem furchtbaren Bürgerkrieg heimgesucht wird. Die Weltgesundheitsorganisation wunderte sich, warum die Bevölkerung im Kongo nicht bereit war, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Schließlich fand sie heraus, dass Ebola für die Menschen dort das Geringste aller Probleme ist. Die größten Probleme sind Krieg, Hunger, Perspektivlosigkeit, Korruption und marodierende Bewaffnete, die durchs Land ziehen. Die Menschen misstrauten jeder Aussage, die von außen kam, auch solchen der Regierung in Kinshasa.

 

Im August 2019 besuchte Kardinal Peter Turkson aus Rom den Ost-Kongo. Zusammen mit den Bischöfen versuchte er, die katholische Kirche in den Ausbruchsgebieten zu mobilisieren, all die Priester, Ordensleute, Schwestern und Gemeindearbeiter. Seine Botschaft war: ‚Es kommt jetzt sehr auf euch an und ihr müsst jetzt in euren Dörfern Maßnahmen der Hygiene zur Bekämpfung von Ebola zulassen‘. Und mit einem Mal gingen die Fallzahlen massiv zurück bis zum heutigen Tag, wo Ebola praktisch vorbei ist. Das Beispiel im Kongo zeigt, welche Kraft hinter der Kirche als Struktur stehen kann, wenn sie ihre Kräfte bündelt. Und so ist es jetzt auch, eine Chance, die wir mit der Corona-Pandemie haben.

 

Was können wir hier in Deutschland tun?
Wir müssen global-solidarisch handeln. Das heißt, wir hier in Deutschland müssen verstehen, es geht nicht nur um unseren Mundschutz, ob Altersheime wieder besucht werden können, ob man ins Restaurant gehen kann und Biergärten öffnen, sondern dass es eine Bedrohung für die Ärmsten dieser Welt ist und damit eine solidarische Aufgabe für uns alle. Und welche andere Struktur als die Kirche – ich will da jetzt nicht sagen katholisch, sondern generell die Kirchen – wäre denn besser geeignet, wirklich nah am Menschen diese Arbeiten umzusetzen und Organisationen und Strukturen vor Ort zu stärken.

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2018 stellt missio Aachen rund 46,5 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.192 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 

 

 


Zehntausende flüchten vor Fluten in Kenia und Uganda - Plagen verstärken sich wechselseitig

Überschwemmungen, Heuschrecken, Corona: Dreifach-Katastrophe in Ostafrika

Foto: Worldvision
Foto: Worldvision

 

(Friedrichsdorf/wv) – Starke Regenfälle in Ostafrika haben Häuser und Felder von zehntausenden Menschen zerstört. Die Überschwemmungen treffen die Bevölkerung umso stärker, da sie neben den Folgen von Covid-19 auch noch mit einer zweiten Welle von Heuschreckenschwärmen zu kämpfen hat.

 

Allein in Kenia mussten über 150,000 Menschen ihre Dörfer nach sintflutartigen Regenfällen verlassen. In Ruanda starben mindestens 65 Menschen nach Erdrutschen. Dabei wurden Straßen und Häuser zerstört. Der Victoriasee verzeichnet den höchsten Wasserstand seit über 60 Jahren und Dörfer in den Uferbereichen wurden bereits überflutet.

 

Die außergewöhnlich starken und frühen Regenfälle beschleunigen zudem die Entstehung neuer Heuschreckenschwärme. Schon die erste Welle der Schwärme im Februar hatte die Nahrungsversorgung von Hunderttausenden Menschen in der Region gefährdet. Die jetzt geschlüpften Heuschrecken sind wesentlich zahlreicher und die Feuchtigkeit fördert ihre Entwicklung.

 

„Wir befürchten riesige Schwärme, die ganze Landstriche leerfressen, wenn es jetzt keine umfassenden Maßnahmen zur Bekämpfung gibt. Experten gehen davon aus, dass womöglich im Juni und Juli eine 400 Mal größere Heuschrecken-Welle in Ostafrika erwartet werden muss“, erklärt Kathryn Taetzsch, Katastrophenmanagerin von World Vision in der Region. „Schon jetzt sind 7 Millionen Menschen im Südsudan von Hunger bedroht. Diese Zahl wird steigen und der Mangel wird sich verschärfen. Die Vereinten Nationen rechnen mit bis zu 13 Millionen Menschen, die in Ostafrika in den nächsten Monaten von Hunger betroffen sein könnten.“

 

In Kenia, Somalia und Äthiopien wie auch im Rest der Region verhindert der Lockdown im Zuge der Covid-19-Pandemie eine effektive Bekämpfung der Schwärme. Viele Experten und Einsatzteams konnten wegen der Ausgangsbeschränkungen nicht zu den Hotspots der Schwarmentwicklungen reisen. So blieben selbst die spärlichen Kapazitäten an Insektiziden und Fluggeräten weitgehend ungenutzt. Wegen der Überflutungen in ländlichen Gegenden durch die überaus starken Regenfälle in letzten Tagen und Wochen sind zudem einige Straßen und Brücken zerstört. Dies kann sich auch auf die zeitnahe Versorgung mit Hilfsgütern auswirken.

 

Kathryn Taetzsch: „Wir rechnen mit den schlimmsten Auswirkungen der Heuschreckenplage im Juni, wenn die Schwärme auf Wanderschaft gehen. Dann droht uns eine Katastrophe biblischen Ausmaßes.“

 

In mehreren Ländern der Region unterstützt World Vision die Bekämpfung der Heuschreckenschwärme mit lokaler Logistik wie der Bereitstellung von LKW und Material. Farmer werden mit Saatgut und Bargeld versorgt. World Vision unterstützt zudem über 10.000 von Überschwemmungen betroffene Familien mit Haushaltsgütern und digitalen Geldtransfers. Einige lokale Märkte funktionieren immer noch und die lokale Wirtschaft wird somit gestärkt. Zudem fördert World Vision von im Zuge des Lockdowns durch die Corona-Krise betroffenen Schüler und Schülerinnen mit digitalen Lernangeboten und Lebensmittelversorgung.

 

 

 


Diskriminierende Sprache in Ägypten

 

  • Islamische Institutionen und Verbände sollten den Begriff „Dhimmis“ meiden
  • Insbesondere die koptische Bevölkerung empfindet ihn als diskriminierend
  • Bestimmungen des Scharia-Rechts sollten aus allen Gesetzbüchern verschwinden

 

(Göttingen/gfbv) - In Ägypten ist eine Diskussion über den Begriff „Dhimmis" – Schutzbefohlene – entbrannt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert, dass islamische Institutionen und Verbände ihn nicht mehr verwenden sollen. Diskussionen über die rechtliche Lage der koptischen Glaubensgemeinschaft sowie anderer nichtmuslemischer Volksgruppen müssten auf Augenhöhe stattfinden.

 

„Einige Scheichs von Azhar, eines einflussreichen islamischen Forschungsinstituts mit Sitz in Kairo sowie einige Künstler in Ägypten bestehen darauf, die christliche, jüdische und andere nicht-muslimische Volksgruppen als Dhimmis zu bezeichnen“, berichtet der GfbV-Nahostexperte Dr. Kamal Sido. „Insbesondere für die koptische Bevölkerung, die sich als Urbevölkerung des Landes verstehen, ist das eine tiefe Beleidigung und Diskriminierung.“ Islamische Juristen verwendeten den Begriff für Menschen, die in einer muslimisch beherrschten Gesellschaft eine Art Tribut oder Steuer an die Herrschenden zahlen mussten. 

 

Der in Ägypten bekannte salafistische Prediger Muhammad al-Abasiri behauptet im arabischsprachigen Internetportal Masrawy, der Begriff sei als Ehrung gemeint und solle Andersgläubige schützen. „Das ist eine verzerrende Beschönigung des Dhimmi-Begriffes“, erklärt Sido. „Er wurde traditionell und zuletzt vom sogenannten Islamischen Staat benutzt, um christliche, yezidische, jüdische, mandäische und andere nicht-muslimische Volksgruppen herabzuwürdigen, zu schikanieren, vertreiben und ermorden. 

 

Die GfbV fordert, Bestimmungen des Scharia-Rechts in Ägypten und allen anderen mehrheitlich muslimischen Staaten aus den Gesetzbüchern zu streichen. Formulierungen, die zum Nachteil der nicht-muslimischen Bevölkerung interpretiert werden könnten, sollten abgeschafft werden. „Das gilt auch für Schulbücher, deren Inhalte oft zweideutig sind und für eine Radikalisierung der Jugend missbraucht werden können“, so Sido. 

 

Am vergangenen Donnerstag meldete sich Louis Raphaël I. Kardinal Sako, Patriarch von Babylon und Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche zu Wort. Er erklärte, die christliche Bevölkerung des Iraks sei fest mit ihrem Land verbunden. Die Gläubigen seien stolz auf das Erbe ihrer Geschichte und hielten an ihrem christlichen Glauben fest. Es sei aber bedauerlich, dass ihre Situation in den letzten Jahren aufgrund der Krisen immer schwieriger werde. Er fordert rechtliche Garantien, um die christlichen und anderen religiösen Minderheiten im Land zu schützen.

 

Der Iraker Sako wurde 2018 vom Papst Franziskus als Kardinalbischof in das Kardinalskollegium aufgenommen. Ein Jahr später wurde der irakische Patriarch Mitglied des Päpstlichen Dialogrates.

 


World Vision plant schnelle Nothilfe – Corona Vorsorgemaßnahmen werden integriert

Umfangreiche Katastrophenvorsorgemaßnahmen retteten viele Menschenleben

 

(Friedrichsdorf / Dhaka / Neu Delhi/wv) - Nachdem der Zyklon Amphan über einige Regionen in Indien und Bangladesch gezogen ist, hat die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision damit begonnen, das Ausmaß der Schäden zu überprüfen. Umfangreiche Hilfsmaßnahmen in den betroffenen Gebieten sind geplant.

 

Mehr als 2,4 Millionen Menschen waren in Schutzräumen untergebracht worden, bevor der Zyklon auf Land traf. Dadurch konnte der Verlust an Menschenleben reduziert werden. In einigen küstennahen Regionen verhinderten vorgelagerte Mangrovenwälder Schlimmeres.

 

In vielen betroffenen Gebieten sind die Schäden jedoch erheblich. So wurden landwirtschaftliche Flächen und Dörfer zum Teil vollständig überflutet, u.a. weil in manchen Regionen Dämme brachen. In den folgenden Monaten muss daher mit erheblichen Ernteausfällen gerechnet werden. Viele Familien haben all ihr Hab und Gut verloren. Tausende Menschen verloren ihre Häuser, umgestürzte Bäume und Trümmer auf den Straßen erschweren den Zugang zu einigen Gebieten. Zerstörte Telefonleitungen und Stromkabel haben die Kommunikation und Versorgung mit Elektrizität in etlichen Dörfern unterbrochen. Franklin Jones, Leiter der Humanitären Hilfe bei World Vision Indien betont: „Unsere Hilfsmaßnahmen konzentrieren sich auf die betroffenen Familien und insbesondere die Versorgung der Kinder. Sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel sowie Zelte und Hygiene-Artikel müssen jetzt schnellstens verteilt werden, auch um die weitere Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.“

 

Als Teil der Wiederaufbaumaßnahmen wird sich World Vision auch darauf konzentrieren, dass die Menschen ihren Lebensunterhalt wieder selbst bestreiten können und Bauern dabei unterstützen, ihre Äcker neu zu bestellen. "Wir sind sehr besorgt um die vom Zyklon betroffenen Menschen, insbesondere um die Kinder. Die COVID-19-Gesundheitskrise hat die Bevölkerung zudem schwer getroffen. Sie haben immer noch mit den Auswirkungen zu tun“, sagt Dulon Gomes, Nothilfe-Koordinator von World Vision Bangladesch. Die Organisation wird die Zyklon-Nothilfe in die Corona-Vorsorgemaßnahmen integrieren. Rachel Wolff, Direktorin für die Rohingya Flüchtlingshilfe in Bangladesch betont: „Dieses Mal wurde das Lager Cox’s Bazar wohl vom Schlimmsten verschont, aber fast alle der 900.000 Flüchtlinge leben weiterhin in Bambushütten und unter Zeltplanen. Beim nächsten Mal könnten wir nicht so viel Glück haben und der Verlust an Menschenleben könnte katastrophal sein.“

 

Unterstützen Sie die Hilfen von World Vision mit Spenden:

 

Stichwort „Coronahilfe
IBAN: DE89 5019 0000 0000 0020 20 (Frankfurter Volksbank)
Online spenden unter: www.worldvision.de/corona.

 

Um Spenden bittet auch das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“, in dem World Vision Mitglied ist:
Stichwort „Corona-Nothilfe weltweit
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de.

 


Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf

Indien * Bangladesch * Amphan * Zyklon * Corona

(Berlin/dw) - Zwei Tage nachdem Super-Zyklon Amphan auf Land getroffen ist, wird das Ausmaß der Schäden erst schrittweise klar. Sowohl die Evakuierungen vor dem Sturm als auch die jetzt nötige Hilfe werden durch die Corona-Pandemie erschwert. „Der Sturm war ungewöhnlich heftig und trifft die Menschen mitten in der Corona-Pandemie. Wie extrem die Belastung für die Bevölkerung ist, können wir uns kaum vorstellen. Bisher sind noch keine ausreichenden Ressourcen vor Ort vorhanden, um diese Katastrophe zu bewältigen“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Wir werden den Menschen in Indien und Bangladesch gemeinsam mit unseren Partnern jetzt helfen und rufen zu Spenden auf.“

Durch verbesserte Notfall- und Evakuierungspläne konnten in den vergangenen Jahren tausende Menschenleben geschützt werden. Auch die Diakonie Katastrophenhilfe hat mit ihren Partnern in der Region Notunterkünfte gebaut. „Seit sich der Sturm Anfang der Woche angekündigt hat, haben unsere lokalen Partner dabei geholfen, die Menschen aus den Küstenregionen zu evakuieren“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. Über das kommende Wochenende geht es nun darum, den weiteren Hilfsbedarf zu ermitteln und die Nothilfe schnell auszubauen. „Da die Mitarbeiter der Partner bereits vor Ort sind, kann die Nothilfe sofort anlaufen“, so Keßler. Es wird erwartet, dass die betroffene Bevölkerung in den ersten Tagen nach dem Sturm vor allem Trinkwasser, Nahrungsmittel und Hygieneartikel braucht und vor weiteren Regenfällen geschützt werden muss.

Die Evakuierung von drei Millionen Menschen wurde durch die Corona-Schutzmaßnahmen erschwert, da die Notunterkünfte aufgrund notwendiger Abstandsregeln nur zur Hälfte ausgelastet werden dürfen. „Die Hilfe in den nächsten Tagen wird stark durch die Corona-Pandemie beeinflusst“, schildert Keßler die außergewöhnliche Herausforderung von humanitärer Hilfe in Zeiten einer Pandemie. „Wir müssen bei Verteilungen darauf achten, dass Abstände eingehalten werden und sich auch die Mitarbeiter unserer Partner vor einer Ansteckung schützen.“ Ebenso wichtig sei es, dass die hygienischen Bedingungen so verbessert werden, dass eine neue Ansteckungswelle verhindert wird.

Mit Geschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde ist Zyklon Amphan am Mittwochnachmittag (Ortszeit) mit starkem Regen und Sturm in Indien und Bangladesch auf Land getroffen. Mindestens 80 Menschen kamen offiziellen Angaben zufolge ums Leben. Viele Gebiete sind verwüstet, ganze Dörfer überschwemmt, Stromleitungen unterbrochen und Häuser eingestürzt. Besonders betroffen ist unter anderem die dicht besiedelte Megacity Kolkata mit ihren 15 Millionen Einwohnern. Für die kommenden Stunden und Tage wird weiterhin mit Sturm und schweren Regenfällen gerechnet. Der Golf von Bengalen wird jedes Jahr von Wirbelstürmen getroffen, die Stärke von Amphan ist allerdings sehr ungewöhnlich. Meteorologen zufolge könnte es einer der stärksten Stürme der vergangenen 20 Jahre gewesen sein.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,
Evangelische Bank,
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Sturmhilfe Asien
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Caritas international, Freiburg,
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe,
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL
Stichwort: Zyklon Südostasien
Online unter: www.caritas-international.de

 


Indigene Bevölkerung im Amazonas könnte stark dezimiert werden - 6% der Bevölkerung Brasiliens leben in Slums – Abstand halten kaum möglich

Schwächste Bevölkerungsgruppen in Brasilien am stärksten von der Corona Epidemie bedroht

 

(Brasilia / Friedrichsdorf/wv) -  Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision warnt davor, dass sich in Brasilien das Corona Virus aggressiv verbreitet und das Land von allen südamerikanischen Staaten inzwischen am stärksten von der Epidemie betroffen ist. Besonders die schwächsten und ärmsten Menschen, die in den Favelas und an Flussufern leben, die Migranten und Flüchtlinge sind bedroht. Die indigene Bevölkerung im Amazonas könnte stark dezimiert werden.

 

Brasilien besitzt die neuntgrößte Wirtschaftsleistung der Welt. Aber laut Weltwirtschaftsforum verdient das reichste 1% der Bevölkerung 33-mal mehr als die ärmsten 50%. Martha Yaneth Rodríguez, die Landesdirektorin von World Vision Brasilien dazu: "Ungleichheit ist der Schlüsselfaktor, warum in Brasilien die Infektionsraten so stark steigen“. Ganz unten in dieser sozialen Struktur befinden sich die Bewohner von Favelas und Slums am Rande der großen städtischen Zentren. Offiziellen Daten zufolge leben 6% der brasilianischen Bevölkerung in Slums - das entspricht mehr als 11 Millionen Menschen. Abstand halten ist hier kaum möglich.

 

Besonders im Bundesstaat Amazonas im Norden Brasiliens, ist die Zahl der Infizierten sehr hoch. Mit knapp 4 Millionen Einwohnern liegt er an dreizehnter Stelle bezüglich der Bevölkerungszahl, ist aber bereits auf dem vierten Platz in der Gesamtzahl der Todesfälle.  In Amazonas befinden sich auch 12 der 20 Städte mit der höchsten Zahl an Krankheitsfällen in Brasilien sowie fünf der zehn Gemeinden mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Der unkontrollierte Anstieg der Fallzahlen hat dazu geführt, dass die Krankenhausbetten maximal ausgelastet sind und die Gesundheits- und Bestattungsdienste zusammenbrechen. "Die Krankenhäuser haben keine Betten mehr und das Gesundheitspersonal ist völlig überfordert. Schrecklich Szenen spielen sich bei Beerdigungen ab. Die Toten müssen in Massengräbern verscharrt werden. Wir tun, was wir können, um zu helfen, aber die Situation ist äußerst angespannt“, sagt Luis Corzo, Einsatzleiter von World Vision in Brasilien.

 

Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas und das Portal zu Gemeinden im gesamten Amazonasbecken. World Vision ist dort vor Ort und arbeitet mit Kirchengemeinden zusammen, um Nahrungsmittel und Sanitärpakete zu verteilen und die Bevölkerung im Bereich Hygiene und Sanitärmaßnahmen zu schulen. "Die meisten Menschen, die im Amazonasgebiet leben, sind gezwungen, ihre Heimatorte zu verlassen, weil es keine Arbeit mehr gibt“, erklärt Joao Diniz, Regionalleiter für Lateinamerika und die Karibik bei World Vision.  "Die Menschen müssen sich derzeit entscheiden, ob sie das Risiko eingehen, an COVID-19 zu sterben, oder ob sie verhungern.”

 

Amazonas ist einer der drei Staaten, in denen World Vision auch Flüchtlinge aus Venezuela versorgt. Die Zahl der Venezolaner, die derzeit in Brasilien leben, wird aktuell auf etwa 260.000 geschätzt. Aufgrund der Einschränkungen ist deren Versorgung mit Wasser, Nahrungsmitteln und die Gesundheitsversorgung weiter erschwert. "Der World Vision-Nothilfeeinsatz in Bezug auf die Corona Pandemie begann vor 2 Monaten. Bisher haben wir mehr als eine Million Menschen besonders in den Regionen mit den höchsten Infektionsraten mit Hilfsmaßnahmen versorgt“, so Joao Diniz.

 

Weltweit ist die Kinderhilfsorganisation im Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19 in mehr als 70 Ländern im Einsatz, wobei die am stärksten gefährdeten Länder Priorität haben. Insgesamt will die Hilfsorganisation 72 Millionen Menschen in Bezug auf den Kampf gegen Covid-19 unterstützten, mehr als die Hälfte davon Kinder. World Vision weist in einem kürzlichen erschienenen Bericht darauf hin, dass es wichtig ist, auch die Nachwirkungen der Pandemie zu berücksichtigen. Das Leben von 30 Millionen Kindern könnte durch tödliche Krankheiten wie Malaria, mangelnde Impfmaßnahmen oder zunehmende Mangel- und Unterernährung gefährdet sein, da die Gesundheitssysteme überlastet sind.

 

 

Unterstützen Sie die Hilfen von World Vision mit Spenden:

 

Stichwort „Coronahilfe“
IBAN: DE89 5019 0000 0000 0020 20 (Frankfurter Volksbank)
Online spenden unter: www.worldvision.de/corona.

 

Um Spenden bittet auch das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“, in dem World Vision Mitglied ist:
Stichwort „Corona-Nothilfe weltweit
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de.




Statement zur gescheiterten COVID-19-Resolution im UN-Sicherheitsrat

World Vision fordert: Waffenexporte durch Friedensinitiative ersetzen

Festgefahrene Resolution zu globalem Waffenstillstand muss "wieder in Gang kommen".

 

 

(Friedrichsdorf/wv) - Als Reaktion auf das Versäumnis des UN-Sicherheitsrates, sich auf eine Resolution zu COVID-19 zu einigen und den Aufruf des UN-Generalsekretärs zu einem globalen Waffenstillstand zu unterstützen, drängt die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision die Staats- und Regierungschefs zu einem erneuten Versuch.

 

"Jeder Waffenstillstand würde Kindern in Kriegsgebieten das Leben retten, und ihnen Hoffnung auf ein Leben in Frieden geben. Das ist zu wichtig, um es aufzugeben", sagte Andrew Morley, Präsident und CEO von World Vision International.

 

Vor zwei Monaten rief der UN-Generalsekretär die Kriegsparteien in einem Appell dazu auf,  ihre bewaffneten Auseinandersetzungen "zugunsten der  Unterstützung des größeren Kampfes gegen COVID-19" zu beenden. Seitdem hat der UN-Sicherheitsrat mehrere Verhandlungsrunden durchlaufen, ohne sich auf einen Waffenstillstandsaufruf zu einigen. Er war auch nicht in der Lage, eine umfassendere Forderung nach einer weltweiten Einstellung der Feindseligkeiten zur Unterstützung des Kampfes gegen COVID-19 zu unterstützen.

 

"Wie wir überall auf der Welt sehen, ist COVID-19 eine ernste Bedrohung für eine ganze Generation gefährdeter Kinder, besonders in fragilen Staaten oder Konfliktländern. Das Scheitern einer Einigung über diese Resolution ist sehr bedauerlich für die am meisten gefährdeten und bereits immens leidenden Kinder an Orten wie Afghanistan, Libyen, Jemen,  Mali und Syrien", sagte Morley.

 

"Wir fordern die Regierungen dringend auf, sich für eine globale Friedensinitiative einzusetzen und diese Gespräche wieder in Gang zu bringen. Wir fordern sie auf, viel mehr zu tun, um humanitären Hilfsorganisationen den Zugang zu notleidenden Menschen zu ermöglichen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und Kinder vor verheerenden Auswirkungen der Pandemie zu schützen, so dass sie ihre Potentiale voll entfalten können.“

 

Der Friedensexperte von World Vision Deutschland, Ekkehard Forberg, fordert, dass der Waffenhandel und die Versorgung mit Munition von Kriegsparteien eingestellt wird – stattdessen sollten diese Ressourcen zum Aufbau von Strukturen und Institutionen auf lokaler Ebene in diesen Ländern genutzt werden – damit die Bevölkerung von einer besseren Gesundheitsversorgung und einem dauerhaften Frieden profitieren kann. Nur so können bei künftigen Pandemien Menschenleben gerettet und eine lebenswerte Zukunft für alle Kinder geschaffen werden.

 

 

 

 

 


Kinderhilfsorganisation World Vision in Alarmbereitschaft

Super-Zyklon Amphan bewegt sich auf Bangladesch und Indien zu

 

Rohingya Flüchtlingslager in Cox’s Bazar liegt in der Zugbahn des Zyklons


(Dhaka / Neu Delhi/wv) - Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision beobachtet mit größter Sorge den Super-Zyklon Amphan, der sich schnell auf Bangladesch und Indien zubewegt und morgen auf Land treffen könnte. Mehrere Projektgebiete von World Vision in beiden Ländern liegen in der Zugbahn des Zyklons, u.a. das Rohingya-Flüchtlingslager Cox’s Bazar und mehrere Seehäfen in Bangladesch.

 

Bewohner und Fischer der betroffenen Regionen wurden gewarnt, sich in Sicherheit zu bringen. Tiefliegende Gebiete der Küstenbezirke in Bangladesch, sowie die vorgelagerten Inseln könnten von einer Sturmflut betroffen sein. Marwin Meier, Referent von World Vision und bis vor Kurzem in Bangladesch und Cox’s Bazar tätig, warnt: „Das Flüchtlingslager Cox’s Bazar liegt zwar nicht direkt am Meer, aber die Hütten der Menschen sind nur aus Bambus und auf Sandhügeln gebaut. Es besteht daher eine große Gefahr, dass durch Wind und heftige Regenfälle und dadurch ausgelöste Schlammlawinen die Unterkünfte weggeschwemmt werden“. Meier betont, er hoffe sehr, dass sich die Zugbahn des Zyklons noch ändere und an Stärke abnehme. Aktuell leben etwa 850.000 Menschen in den Flüchtlingslagern von Cox’s Bazar, die Hälfte davon Kinder.

 

World Vision ist auch in mehreren der Küstengebiete tätig, die möglicherweise vom Zyklon Amphan betroffen sein könnten. Mitarbeiter und Gemeinden wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Zu den am stärksten gefährdeten Gebieten gehören zwei Distrikte im Süden Bangladeschs, in denen World Vision mit Hilfs- und Projektmaßnahmen tätig ist. Die Kinderhilfsorganisation hat gemeinsam mit der Regierung einen Krisenreaktionsplan aufgestellt und arbeitet eng mit diesem zusammen. Erste Evakuierungen wurden bereits durchgeführt, Hilfsgüter bereitgestellt und Schutzbauten wurden errichtet.

 

In Indien könnte der Zyklon die Regionen Odisha und West Bengalen mit heftigen Stürmen und Regenfällen überziehen. Die Betroffenen wurden aufgefordert, sich in sichere Schutzräume zu begeben. Viele Menschen haben jedoch angesichts der Corona Epidemie Angst, sich in engen Räumen aufzuhalten. "Es ist für uns und die Menschen, denen wir helfen, eine große Herausforderung, auf zwei Katastrophen gleichzeitig zu reagieren. World Vision Indien bereitet sich dennoch darauf vor, auf die unmittelbaren Bedürfnisse der Gemeinden zu reagieren, die von dem Zyklon betroffen sein werden“, sagt Franklin Jones, Leiter der Katastrophenhilfe bei World Vision Indien.

 


SOS-Kinderdörfer weltweit

Corona-Gefahr für indigene Völker: "Ganze Volksgruppen vom Tod bedroht"

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Alejandra Kaiser
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Alejandra Kaiser

 

(Quito/ots) - Die indigenen Völker Lateinamerikas sind nach Angaben der SOS-Kinderdörfer massiv durch COVID-19 bedroht. "Vor allem für Völker, die keinen oder wenig Kontakt zur Außenwelt haben, ist die Gefahr, komplett vernichtet zu werden, reell", sagt Michael Kirchmair, Mitarbeiter der Hilfsorganisation in Ecuador. Die Betroffenen hätten kaum Abwehrkräfte gegen derartige Viren entwickelt. In der Vergangenheit habe es immer wieder Fälle gegeben, in denen ganze Volksgruppen Epidemien zum Opfer gefallen seien.

 

Zu den in Ecuador besonders gefährdeten Völkern gehörten die Siekopai, die im Amazonas in der Nähe von Erdölförderstellen leben. Zwei ältere Stammesführer seien vermutlich durch das Virus gestorben, 14 weitere Mitglieder positiv getestet worden. "Es gibt heute nur noch etwa 700 Siekopai. Sie leben weit entfernt von Kliniken und Krankenhäusern. Da es kaum Informationen in ihrer Sprache gibt, wurden sie von dem Virus überrascht und konnten keine Vorsichtsmaßnahmen ergreifen", sagt Kirchmair. Auch die Kichwa, deren Mitglieder unter anderem in entlegenen Bergtälern leben, seien bedroht. "Wenn Erkrankte es nicht rechtzeitig schaffen, zu einem Gesundheitszentrum zu kommen, kann das für ganze Kommunen zur Gefahr werden."

 

Die Konzepte der Regierungen seien unzureichend, um die Ureinwohner zu schützen, weshalb zahlreiche indigene Völker in Ecuador, Brasilien oder Peru in einem länderübergreifenden Beschluss entschieden hätten, sich selbst zu isolieren und ihre Gebiete für Fremde zu schließen. Der Fall der Siekopai zeige, dass keine Zeit zu verlieren sei. "Wir müssen jetzt alle Maßnahmen zum Schutz der Indigenen Völker ergreifen - bevor es zu spät ist!", sagt Kirchmair.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in Lateinamerika seit Jahrzehnten. In Ecuador arbeiten sie unter anderem in der Familienstärkung in Ibarra mit den Otavalos, einem der Kichwa-Völker, zusammen. Aktuell haben Jugendliche im Rahmen des SOS-Programms Radiobeiträge in ihrer Sprache Kichwa produziert, damit auch Menschen, die wenig Spanisch verstehen und an abgelegenen Orten leben, die wichtigen Informationen erhalten.

 

Spendenkonto:

 

SOS-Kinderdörfer weltweit

 

IBAN DE22 4306 0967 2222 2000 00

 

Stichwort: "Coronahilfe weltweit"

 


Trauriges Jubiläum: Tibets Panchen Lama seit 25 Jahren entführt

ICT: „Beispiel für unmenschliche Politik Pekings in Tibet"

 

(Berlin/ict) -  Die International Campaign for Tibet (ICT) fordert Freiheit für den 1995 im Alter von sechs Jahren entführten Panchen Lama Tibets, Gedhun Choekyi Nyima. Der „jüngste politische Gefangene der Welt" wurde am kommenden Sonntag vor 25 Jahren, dem 17. Mai 1995, entführt und lebt trotz anhaltender internationaler Kritik mutmaßlich abgeschottet von der Außenwelt unter der Bewachung der chinesischen Behörden. Sowohl Menschenrechtsexperten der UNO als auch anderen Beobachtern wird der Zugang zu ihm beharrlich verweigert. Wo er festgehalten wird, ist nicht bekannt. Der Panchen Lama ist einer der wichtigsten Würdenträger des tibetischen Buddhismus.

 

Gedhun Choekyi Nyima wurde am 17. Mai 1995 als vom Dalai Lama anerkannter 11. Panchen Lama zusammen mit seinen Eltern von den chinesischen Behörden entführt. Am selben Tag „verschwand" auch Chadrel Rinpoche, der Leiter der Suchkommission, die in dem Jungen die Reinkarnation des Panchen Lama erkannt hatte. Der Abt des Klosters Tashi Lhunpo wurde in der Folge zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Peking erklärte unmittelbar darauf einen anderen tibetischen Jungen zum eigenen Panchen Lama. Dieser vertritt seither öffentlich die ideologische Linie der KP und wird von vielen Tibetern als „Panchen Zuma", „falscher Panchen" bezeichnet.

 

Kai Müller, Geschäftsführer der International Campaign for Tibet: „Die Entführung des Panchen Lama ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und ein massiver Eingriff in die Religionsfreiheit tibetischer Buddhisten, die das Recht haben, ihre Glaubensführer selbst zu bestimmen. Peking hat mit dem 'Verschwindenlassen' des Panchen Lama überdies eine tiefe Wunde in die Gefühle der Tibeter geschlagen. Auch nach 25 Jahren ist dies nicht vergessen und steht für die unmenschliche Politik Chinas in Tibet."

 

Tibeterinnen und Tibeter, die Freiheit für den Panchen Lama fordern, müssen mit Verfolgung durch die chinesischen Behörden rechnen. So wurden im vergangenen Jahr der 20-jährige Tibeter Wangchen und eine Familienangehörige zu Haftstrafen verurteilt, weil sie öffentlich für den Panchen Lama gebetet hatten. Wangchen muss eine viereinhalbjährige Haftstrafe absitzen und seine bereits in hohem Alter befindliche Tante Dolkar wurde zu einer fünfzehnmonatigen Haftstrafe verurteilt.

 

www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 


Neuer Bericht von World Vision fordert starken Rettungsschirm für Millionen gefährdeter Kinder Nachbeben von Gewalt noch in kommenden Generationen zu befürchten

Ansturm bei Notruf-Nummern: Alarmierender Anstieg von Gewalt gegen Kinder in der Corona-Krise

(Berlin / Friedrichsdorf/wv) - Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision macht in ihrem zweiten Bericht zu Folgen und Nachwirkungen der Corona-Pandemie auf eine alarmierende Zunahme an Gewalt gegen Kinder aufmerksam. Bis zu 85 Millionen weitere Kinder könnten in den nächsten drei Monaten körperliche, sexuelle und emotionale Gewalt erleben, wenn sich der aktuelle Trend fortsetze, heißt es in dem veröffentlichten Bericht „Aftershocks – a Perfect Storm“. Günstigstenfalls sei von einem Anstieg der Gewalt um 20 Prozent im weltweiten Durchschnitt und rund 53 Millionen zusätzlich betroffenen Kindern auszugehen, hat die Organisation berechnet.

 

40 Prozent mehr Notrufe in Bangladesch

 

„Wir melden seit der Verhängung der Abriegelungsmaßnahmen in vielen Ländern,  dass Fälle von Kindesmissbrauch und Gewalt in die Höhe geschnellt sind“, erklärte Dana Buzducea, Advocacy-Direktorin von World Vision International. „In Bangladesch zum Beispiel ergab die im April von verschiedenen Institutionen, darunter World Vision, landesweit durchgeführte Analyse der Pandemie-Auswirkungen und des Hilfe-Bedarfes, dass Schläge durch Eltern oder Erziehungsberechtigte um 42% zugenommen haben. Es gab auch 40 Prozent mehr Anrufe beim Kinder-Not-Telefon, und die Hälfte aller Befragten nannten fehlende Sicherheit für Mädchen als ein Problem bei den Ausgangssperren.“

 

 

 

Der Bericht „Aftershocks – a Perfect Storm“ wertet für die Prognosen neben Informationen aus Programmgebieten von World Vision auch Länderdaten zur Zunahme häuslicher Gewalt aus, da persönlich ausgeübte Gewalt gegen Kinder vielerorts kaum offiziell nachverfolgt wird und Schutz-oder Hilfsmechanismen nicht ausreichend finanziert werden. World Vision hat eine Schließung der Lücken bereits im Rahmen seiner globalen Kampagne „It takes a World to end violence against children“ (Jeder Einzelne zählt um Gewalt gegen Kinder zu beenden) von Regierungen gefordert.

 

Kinderschutz-Dienste müssen auch in der Krise funktionieren und ausgebaut werden

 

Es gebe viele Anzeichen dafür, dass die Pandemie die bestehenden Schwachstellen verschärfe und das Risiko nicht gemeldeter Gewalt erhöhe, so Dana Buzducea. Auch in Europa müsse man wachsam darauf reagieren. „Leider ist das Zuhause nicht für alle Kinder ein sicherer Ort, und durch Kontaktsperren sind viele Familienmitglieder mit gewalttägigen Menschen isoliert. Schulen und soziale Einrichtungen können betroffene Kinder derzeit nicht so schützen und unterstützen wie sie es sonst tun.“

 

Der World Vision-Bericht nennt konkret 8 Ansätze, die die Situation gefährdeter Kinder in der Krise und darüber hinaus entscheidend verbessern können: von der Förderung funktionierender Kinderschutzdienste über kinderfreundliche Beratungs- bzw. Hilfsangebote, Schulungen zu COVID-19 bezogenen Kinderschutzrisiken in allen Sektoren bis hin zu sozialen Hilfen, die Auslöser von Gewalt reduzieren.

 

Mindestens 4 Millionen mehr Kinderbräute in zwei Jahren – auch mehr KinderarbeitBesonders dringenden Handlungsbedarf sieht die Kinderhilfsorganisation dort, wo Kinder gerade mit ihren Familien in Existenznot geraten oder wo sie bereits unter Katastrophen-Folgen und Konflikten leiden. Für Jungen steigt unter diesen Umständen erfahrungsgemäß der Druck, Arbeit zu suchen statt zur Schule zu gehen, während Mädchen besonders von sexueller Ausbeutung oder Kinderheirat bedroht sind. In den nächsten zwei Jahren könnten rund vier Millionen mehr Mädchen als gewöhnlich in dem Zeitraum verheiratet werden, schätzt die World Vision-Expertin.

 

 

 

"So neu und komplex die Corona-Krise ist: das erhöhte Gewaltrisiko für Kinder in Krisenzeiten kennen wir aus bitterer Erfahrung, und wir befürchten, dass die Pandemie eine vielschichtige globale Bedrohung für die Sicherheit von Kindern darstellt“, betonte Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland.

Er hält Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität entgegen: „Für viele Kinder wird die Anspannung, die sie jetzt erleben, nicht in einigen Monaten vorüber sein. Es besteht sogar die Gefahr, dass die Dinge für sie nie wieder ‚normal‘ werden, und Millionen von Mädchen und Jungen in Gewaltzyklen gefangen bleiben.  Unser Appell: Helfen Sie uns Gewalt zu beenden und damit sowohl die persönlichen Lebenschancen dieser Kinder als auch wichtige Fortschritte ihrer Gesellschaften auf dem Weg zu einer friedlicheren und nachhaltigeren Zukunft zu schützen! World Vision gibt dieser Aufgabe Priorität, aber auch Regierungen müssen dafür sorgen, dass die am stärksten gefährdeten Kinder bei Rettungsschirmen nicht vergessen werden. Andernfalls werden die Nachbeben noch unter den kommenden Generationen zu spüren sein.“

 

 

 

World Vision-Hilfen in Kürze

 

World Vision verstärkt aktuell seine Kinderschutzmaßnahmen, in Zusammenarbeit mit Regierungen, internationalen Partnern und vielen lokalen Multiplikatoren, einschließlich tausender engagierter Jugendlicher.  Im Corona-Hilfseinsatz wurden bereits mehr als 390.000 Kinder mit akuten Problemen durch Kinderschutzprogramme unterstützt. Diese erleichtern auch Kindern ohne Papiere oder Kinder mit Behinderungen den Zugang zu Hilfen. Mehr als 684.000 Kindern, Eltern und betreuenden Personen wurden seit Ausbruch der Pandemie auch Bildungshilfen oder Schulungen angeboten. Inklusive der Gesundheitsvorsorge und anderer Nothilfe wurden bislang 9,7 Millionen Kinder und 24,4 Millionen Menschen insgesamt in der Corona-Krise unterstützt.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Empfehlungen des Berichts im einzelnen:

 

  1. Kinderschutz soll als Priorität in alle Reaktionspläne zur Corona-Krise und Bemühungen auf nationaler Ebene einbezogen werden.
  2. Kinderschutzdienste und ihre Arbeitskräfte sollen in der Krise als wesentlich anerkannt und ihre Kontinuität und Verfügbarkeit für alle Kinder sichergestellt werden, insbesondere für diejenigen in fragilen und humanitären Kontexten.
  3. Kinderfreundliche und auf die Bedürfnisse der Gewalt-Betroffenen ausgerichtete Meldemechanismen wie Kinder-Hotlines müssen auch in der Krise funktionieren.
  4. Der Zugang zu psychosozialer Unterstützung und therapeutischer Hilfen für Kinder sowie für Eltern oder Betreuer, die ein Risiko darstellen oder Gewalt erlebt haben, muss gesichert bzw. geschaffen werden. Dazu können auch Fern-Beratungsangebote oder lokale Programme gehören.
  5. Schulungen zu COVID-19-bezogenen Kinderschutzrisiken sollten in allen Sektoren durchgängig durchgeführt und alle Personen unabhängig von ihrer Funktion in der Prävention von sexueller Ausbeutung sowie in der sicheren Meldung von Bedenken geschult werden.
  6. Soziale Hilfen vermindern Gewalt auslösende Probleme, indem Familien zum Beispiel finanziell dabei unterstützt werden, die unmittelbaren Grundbedürfnisse ihrer Kinder zu decken und Eltern darin bestärkt werden, positive Bewältigungsmechanismen zu nutzen.
  7. Maßnahmen zur Krisenbewältigung sollen die Einhaltung von Mindeststandards für den Kinderschutz und weltweit empfohlener Praktiken gewährleisten.
  8. Budgets und Investitionen, die auf den Schutz von Kindern und die Beendigung von Gewalt gegen Kinder abzielen, sollen aufrecht erhalten und nach Möglichkeit ausgedehnt werden. Die Geber sollten auch sicherstellen, dass 4 % der gesamten humanitären Hilfe für den Kinderschutz aufgewendet werden, und Regierungen und andere Akteure dazu ermutigen, von Anfang an zweckgebundene Mittel für Kinderschutzmaßnahmen bereitzustellen.

 

 

 

Unterstützen Sie die Hilfen von World Vision mit Spenden:

 

Stichwort „Coronahilfe
IBAN: DE89 5019 0000 0000 0020 20 (Frankfurter Volksbank)
Online spenden unter:
www.worldvision.de/corona.

 

Um Spenden bittet auch das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“, in dem World Vision Mitglied ist:
Stichwort „Corona-Nothilfe weltweit
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Online spenden unter:
www.Aktion-Deutschland-Hilft.de.

 


Diakonie Katastrophenhilfe weitet Corona-Hilfe aus

"Corona bringt das Fass zum Überlaufen"

 

Corona * Afrika * Heuschrecken * Hunger * Projekte

 

(Berlin/dw) - Die Diakonie Katastrophenhilfe hat ihre Hilfe in den vergangenen Wochen weltweit an die Pandemie angepasst und neue Corona-Hilfsprojekte gestartet. Das Hilfswerk unterstützt aktuell Menschen in 33 Ländern im Rahmen der Corona-Hilfe. „Millionen Menschen weltweit verlieren im Schatten der Corona-Krise gerade ihre Existenzgrundlage, weil sie schon immer prekär war“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Bei uns scheint Erleichterung in Sicht, während die Not in armen Ländern laufend zunimmt und immer dramatischer wird. Das gilt besonders für Länder, die ohnehin mit schweren Krisen kämpfen und keinerlei Reserven mehr haben. Corona vervielfacht die Belastungen, sodass sich diese Länder aus eigener Kraft kaum mehr helfen können.“

 

Der Kampf gegen Corona droht die Hilfe in anderen, zeitgleich ablaufenden Krisen zu verdrängen. So fürchtet die Weltgesundheitsorganisation WHO in einem „Worst-Case-Szenario“, dass sich die Zahl der Malaria-Toten in Subsahara-Afrika auf fast 770.000 erhöhen könnte – das wären doppelt so viele wie 2018. Der Osten Afrikas hat weiterhin mit Heuschreckenschwärmen zu kämpfen. Ihre Population könnte bis Juni auf das 400-fache anwachsen. Erreichen die Schwärme wie zu befürchten auch Länder mit anhaltenden bewaffneten Konflikten wie Somalia oder Südsudan, wird die Verbindung aus Krieg, Vertreibung und Heuschrecken die Not und den Hunger deutlich vergrößern. „Wir müssen insbesondere die Folgen von Corona für jene Menschen im Blick behalten, die schon in mehrfacher Hinsicht leiden: an Kriegen, Naturkatastrophen, Heuschreckenplagen“ mahnt Füllkrug-Weitzel. „Corona bringt das Fass zum Überlaufen: die Kombination so vieler Krisen kann kein Land ohne internationale Hilfe bewältigen. Es muss schnell und umfassend reagiert werden. Sonst wird sich die Zahl der Menschen, die verhungern, dramatisch erhöhen.“

 

Fast jedes Land der Welt hat Kontakt- oder Einreisebeschränkungen erlassen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Neben der akuten Gefahr durch eine Covid-19-Erkrankung wirken sich auch diese Eindämmungs-Maßnahmen direkt auf die humanitäre Situation aus: Menschen, die im informellen Sektor arbeiten, haben kein Einkommen mehr. Millionen Kinder verlieren durch die Schulschließungen ihre einzige Mahlzeit am Tag. Vielerorts kann wegen Ausgangsbeschränkungen aktuell weder geerntet noch ausgesät werden - die ohnehin kritische Ernährungslage in vielen Teilen Afrikas, aber auch Lateinamerikas und Asiens spitzt sich dadurch zu.

 

Um auf die rasanten Entwicklungen der vergangenen Wochen zu reagieren, hat die Diakonie Katastrophenhilfe in enger Absprache mit ihren lokalen Partnerorganisationen und dem kirchlichen Netzwerk ACT Alliance ihre Hilfsprojekte weltweit überprüft und angepasst. „Wir sind froh, dass wir in den vergangenen Wochen umfangreiche Hilfe auf den Weg bringen konnten. Auch für uns ist die aktuelle Lage eine große Herausforderung, da auch unsere Auslandsbüros und Partnerorganisationen von Reise- und Ausgangsbeschränkungen betroffen sind“, erklärt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Als Teil einer solidarischen Gesellschaft dürfen wir jetzt nicht nachlassen und müssen die Hilfe für die Schwächsten weiter ausbauen, hierzulande und in aller Welt.“

 

Hilfe von Griechenland bis Haiti

In Kolumbien bekommen Kinder, die vorher in einem Tageszentrum versorgt wurden, nun Lebensmittel nach Hause geliefert. In der DR Kongo und im Niger laufen großflächig TV- und Radiospots, um die Bevölkerung über das Virus und erforderliche Hygienepraktiken aufzuklären. Mit ihren Partnern stattet die Diakonie Katastrophenhilfe im Kongo Gesundheitsstationen mit Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln aus. Tausende indische Wanderarbeiter, die ihre Existenzgrundlage verloren haben, werden durch das Hilfswerk mit Lebensmitteln versorgt.

 

Da sauberes Wasser für die in Corona-Zeiten besonders wichtige Hygiene unabdingbar ist, erhalten Familien in Haiti große Wassertanks und werden beim Bau einfacher Handwaschstationen unterstützt. Ähnliche Projekte führt die Diakonie Katastrophenhilfe auch in einigen Ländern Afrikas durch, etwa im Niger. Das evangelische Hilfswerk unterstützt auch Einrichtungen in Süd- und Osteuropa, beispielsweise durch die Verteilung von Desinfektionsmitteln an georgische Altenheime und von Medikamenten an Flüchtlinge in Griechenland. In Deutschland wird ein Projekt der Diakonie Hessen gefördert. Rund 27.000 Menschen in besonders prekären Lebenslagen, die vor Corona auf Kleiderklammern, lokale Tafeln oder die Ausgabe einer täglichen Mahlzeit angewiesen waren, können so weiter mit dem Nötigsten versorgt werden.

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,

Evangelische Bank,

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Corona-Hilfe weltweit

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

Caritas international, Freiburg,

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe,

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

BIC: BFSWDE33KRL

Stichwort: Corona-Hilfe

Online unter: www.caritas-international.de

 

 

 

 


Gewalt in Syrien: Angriffe auf Minderheiten

 

Angriffe auf Minderheiten in Syrien:

 

  • Regelmäßig Kriegsverbrechen gegen kurdische, christliche, yezidische Volksgruppen
  • Wasserversorgung der Stadt Al Hasaka immer wieder eingestellt
  • Klima der Angst: Regelmäßig Entführungen, Folter und extralegale Hinrichtungen

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert die fortdauernden Verbrechen des NATO-Mitglieds Türkei gegen Minderheiten in Nordsyrien. In den letzten Tagen hatten Berichte über Kriegsverbrechen des syrischen Regimes sowie Russlands gegen zivile Ziele international für Aufsehen gesorgt. „Gleichzeitig schweigen Partnerländer der Türkei wie Deutschland und die USA zu andauernden Menschenrechtverletzungen der Regierung Erdogan und seiner Unterstützung islamistischer Milizen. Diese Haltung macht die Syrien-Politik des Westens bei den betroffenen Menschen insgesamt unglaubwürdig“, erklärt GfbV-Nahostexperte Dr. Kamal Sido.

 

Die GfbV informiere die deutsche Bundesregierung sowie andere NATO-Staaten regelmäßig über die als Kriegsverbrechen eingestuften Angriffe auf kurdische, christliche, yezidische und andere Volksgruppen in Nordsyrien. „Dennoch schweigen diese Regierungen zu den menschenverachtenden Praktiken der Türkei in Nordsyrien. Dadurch stärken sie ihr den Rücken.“, so Sido. Die türkische Besatzungsmacht stelle die Wasserversorgung der Stadt Al Hasaka und anderer Ortschaften in Nordosten Syriens immer wieder komplett ein. Allein in dieser Gegend seien hunderttausende Menschen kurdischer, arabischer, assyrisch / aramäischer und armenischer Abstammung und muslimischen, christlichen und yezidischen Glaubens betroffen. 

 

Die Türkei und die von ihr unterstützten syrisch-islamistischen Milizen halten weite Teile Nord- und Ostsyriens besetzt. In den Gebieten siedeln insbesondere kurdische, christliche, yezidische und alevitische Volksgruppen. „Die Provinzgouverneure sind de facto an die türkische Administration angebunden und werden von islamistischen Gruppen kontrolliert, die ebenfalls aus Ankara gesteuert werden“, erläutert Sido. „Diese Milizen bestehen zum Großteil aus den Überresten des IS, der ehemaligen Al-Nusra-Front, aber auch aus ganzen Dschihadistenmilizen wie Ahrar al-Sham oder Faylaq al-Sham.“ Es herrsche ein Klima der Angst: Entführungen, Folter und extralegale Hinrichtungen seien an der Tagesordnung. Unter den protürkischen Milizen komme es regelmäßig zu Kämpfen um Beute. Autobombenanschläge im Rahmen dieser internen Auseinandersetzungen hätten immer wieder verehrende Folgen für die Bevölkerung. So wurden am 29. April bei der Explosion eines Tanklasters auf einem Markt in Afrin mindestens 60 Menschen getötet. Die türkische Regierung beschuldigt kurdische Gruppen, andere Quellen vermuten protürkische islamistische Milizen als Täter. Kurdische Gruppierungen haben den Anschlag scharf verurteilt. „Diese Verhältnisse führen dazu, dass immer größere Teile der kurdischen, christlichen, yezidischen und alevitischen Bevölkerung die Region verlassen müssen“, beobachtet Sido. „An ihrer Stelle werden der Türkei loyale Menschen radikal-sunnitischen Glaubens angesiedelt.“

 


Millionen Kinder akut gefährdet

Simbabwe: Hunger und Corona

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/TOM MARUKO
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/TOM MARUKO

 

(Harare/ots) - Missernten, Hyper-Inflation und jetzt auch noch das Coronavirus: Die Not in Simbabwe nimmt nach Angaben der SOS-Kinderdörfer immer dramatischere Ausmaße an. Rund vier Millionen Menschen müssten bereits jetzt mit Lebensmittelimporten ernährt werden. "Über die Hälfte aller Menschen leidet an Hunger, 95.000 Kinder unter fünf Jahren sind schwer mangelernährt. Unsere Sorge ist, dass sich die Situation durch die Maßnahmen gegen COVID-19 weiter zuspitzen wird", sagt Addmore Makunara, Leiter der Hilfsorganisation in Simbabwe.

 

Eine der ersten spürbaren Folgen seien Verzögerungen bei den Versorgungsketten: "Die internationalen Lieferungen brauchen aufgrund von Quarantänemaßnahmen und dem weltweiten wirtschaftlichen Stillstand deutlich länger, auch die Verteilung der Lebensmittel im Land ist aufwendiger, da größere Versammlungen verboten sind. Unsere Mitarbeiter müssen jetzt viel mehr Stellen anfahren, um die Leute zu erreichen", sagt Makunara. Auch dringend benötigtes Saatgut komme nicht rechtzeitig an und die Ausgangssperren machten es schwierig, die Felder zu bewirtschaften.

 

Die Betroffenen seien zutiefst verunsichert: Infolge mehrfacher Dürren, auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel, war es in Simbabwe in den letzten Jahren zu extremen Ernteausfällen gekommen. Eklatante Preissteigerungen hätten die wenigen noch vorhandenen Lebensmittel für viele unerschwinglich gemacht. Nun wachse die Angst, dass aufgrund der weltweiten Gesundheitskrise die internationale Unterstützung zurückgehe. Und auch der Regen sei im März erneut ausgeblieben. "Wir stehen vor einer weiteren Missernte!", sagt Makunara. Manche Bauern würden das wenige Getreide, das noch wächst, unreif ernten, damit ihre Familien irgendetwas zu essen haben.

 

"Selbstverständlich muss alles getan werden, um COVID-19 einzudämmen, aber in Simbabwe geht es jetzt vorrangig darum, den Hunger zu bekämpfen. Dafür braucht es dringend die internationale Gemeinschaft: Nur gemeinsam können wir das Leben von Millionen Kindern retten!", sagt Makunara.

 

Die SOS-Kinderdörfer sind seit Jahrzehnten in Simbabwe aktiv und unterstützen Kinder und Familien in Not. Aktuell helfen sie über 2400 Menschen mit Nothilfe-Programmen gegen den akuten Hunger.

 

Spendenkonto:

 

SOS-Kinderdörfer weltweit

 

IBAN DE22 4306 0967 2222 2000 00

 

Stichwort: "Coronahilfe weltweit"

 

 

 


Erbe der Apartheid: Coronakrise trifft schwarze Bevölkerung besonders hart

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/SOS-Kinderdörfer Archiv
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/SOS-Kinderdörfer Archiv

 

(Johannesburg/ots) - Die schwarze Bevölkerung Südafrikas ist in der Corona-Krise besonders gefährdet. Die SOS-Kinderdörfer warnen vor einer Katastrophe, die sich in den Elendsvierteln derzeit anbahnt. "Die Infektionsraten schnellen nicht zufällig vor allem in den schwarzen Gemeinden in die Höhe - das ist das Erbe der Apartheid", sagt Patrick Kulati, Leiter der Hilfsorganisation in Südafrika.

 

Besonders in den Townships, den von Schwarzen bewohnten Elendsvierteln, sei es aufgrund der Enge und der mangelnden sanitären Ausstattung schlicht unmöglich, sich zu schützen, weshalb sich das Virus hier deutlich schneller ausbreite. Auch hätten die Menschen dort weder das Geld noch die räumlichen Möglichkeiten, ausreichend Lebensmittel zu lagern. Der Hunger nehme drastisch zu und bedrohe vor allem das Leben der Kinder. "Die Townships entstanden zu Apartheid-Zeiten, um die Schwarzen zu separieren - auf viel zu engem Raum und weit entfernt von allen Jobmöglichkeiten. Systematisch wurde so die Armut manifestiert", sagt Kulati.

 

Die sozialen Unterschiede seien heute größer denn je. "In keinem anderen Land ist der Wohlstand so ungleich verteilt wie in Südafrika", sagt Kulati. Die Jugendarbeitslosigkeit liege bei 60 Prozent, betroffen seien fast ausnahmslos Schwarze und Farbige. Es sei zu befürchten, dass die Schere zwischen Arm und Reich durch die Corona-Pandemie weiter auseinandergehen werde, denn auch die wirtschaftlichen Folgen würden die Ärmsten deutlich härter treffen. Der informelle Sektor liege nahezu brach und die arme Bevölkerung habe praktisch keinerlei Möglichkeiten, von zu Hause aus zu arbeiten. Bereits jetzt rechne die Weltbank damit, dass die Armut in Südafrika durch Corona noch in diesem Jahr um neun Prozent steigen werde. "Wir müssen jetzt alles unternehmen, um diese Menschen zu schützen und mit einzubeziehen! Nur so können wir das Coronavirus stoppen - und verhindern, dass die Ungerechtigkeit in Südafrika noch dramatischere Formen annimmt", sagt Kulati.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen notleidende Kinder und Familien in Südafrika seit Jahrzehnten und setzen sich für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit ein.

 

Spendenkonto:

 

SOS-Kinderdörfer weltweit

 

IBAN DE22 4306 0967 2222 2000 00

 

Stichwort: "Coronahilfe weltweit

 

 

 


Ernährungssicherheit in Kenia zunehmend bedroht:

Dentists for Africa e.V. leistet Soforthilfe und sammelt Spenden für Versorgung von Waisenkindern

Sr. Seraphine, die das DfA-Patenschaftsprojekt seit 12 Jahren managt, gibt in ihrem Büro finanzielle Unterstützung an Waisenkinder aus. Foto: Dentists for Africa e.V.
Sr. Seraphine, die das DfA-Patenschaftsprojekt seit 12 Jahren managt, gibt in ihrem Büro finanzielle Unterstützung an Waisenkinder aus. Foto: Dentists for Africa e.V.

 

(Nairobi/Weimar/pm) – Bereits vor der Corona-Pandemie war die Ernährungssicherheit in Kenia bedroht. Gründe liegen in der andauernden Heuschreckenplage sowie der Zerstörung von landwirtschaftlichen Flächen durch schwere Regenfälle im vergangenen Herbst. Zur Eindämmung des Corona-Virus wurden nun u.a. alle lokalen Märkte geschlossen und eine Sperrstunde verhängt. Große Teile der Bevölkerung können selbst die notwendigsten Lebensmitteln nicht mehr besorgen. Dentists for Africa e.V. hat in den vergangenen zwei Wochen 25.000 Euro Soforthilfe an Waisenkinder seines Patenschaftsprojektes geleistet, um deren Versorgung sicherzustellen. Damit die Kinder in den kommenden Monaten unterstützt werden können, sucht der Verein weitere Spender.

 

Die Corona-Pandemie hat in Kenia weitreichendere Auswirkungen als in Europa. Schon vor der Ausbreitung des Corona-Virus war die Ernährungssicherung in Kenia bedroht. 2019 zerstörten überdurchschnittlich starke Regenfälle von Oktober bis Dezember Ernten, landwirtschaftliche Nutzflächen und Straßen. Zudem sind Teile des Landes seit Monaten von einer Heuschreckenplage betroffen, die diesjährige Ernten zerstört. Die ländliche Bevölkerung ist jedoch von den Einnahmen durch den Verkauf ihrer Ernteerträge abhängig.

 

Durch die nächtliche Sperrstunde von 19 bis 5 Uhr sowie die Schließung der lokalen Märkte und des Kleingewerbes wird es für die Bevölkerung immer schwieriger, Ihre Erträge zu verkaufen oder sich selbst mit Nahrungsmitteln einzudecken. Kinder armer Familien leiden darunter besonders. Normalerweise werden sie in den jetzt geschlossenen Schulen mit regelmäßigen Mahlzeiten versorgt, die sich Zuhause niemand leisten kann.

 

Hinzu kommt, dass die Produktivität von Kenias landwirtschaftlichem Sektor nicht ausreichend ist. Das ostafrikanische Land ist von Importen von Reis und Getreide aus dem Ausland abhängig. Diese bleiben aufgrund geschlossener Grenzen und eingeschränktem Inland-Transport zurzeit aus.

 

Dentists for Africa e.V, hat in den vergangenen zwei Wochen 25.000 Euro Soforthilfe an Waisenkinder aus dem Patenschaftsprojekt des Vereins verteilt. Alle 680 Kinder und ihre Erziehungsberechtigten erhielten zudem kostenlose Mundschutzmasken, die von Witwen der Kooperative St. Monica Village genäht wurden.

 

Gesundheitswesen ist auf Ausbreitung von Corona nicht vorbereitet

 

Der Verein arbeitet seit über 20 Jahren mit zwei Franziskanerinnen-Orden zusammen, die mehrere Krankenhäuser führen. So kann direkte Hilfe vor Ort geleistet werden. Das dies derzeit besonders wichtig ist, verdeutlicht Dr. Hans-Joachim Schinkel, Initiator und erster Vorsitzender von Dentists for Africa: „Viele Menschen leben in Kenias Slums auf engstem Raum zusammen. Soziale Distanz ist hier nicht möglich. Erschwerend kommen katastrophale hygienische Verhältnisse hinzu. Oft fehlt ein Zugang zu sauberem Trinkwasser und Familien müssen sich Betten und Alltagsgegenstände mit vielen Angehörigen teilen. Darüber hinaus sind weite Teile der Bevölkerung gesundheitlich durch Infektionen und Erkrankungen wie Tuberkulose, HIV und Malaria geschwächt.“

 

Zum 27.04.2020 sind 355 Infektionen und 14 Todesfälle bestätigt, die auf das Corona-Virus zurückgehen. Es wird jedoch vermutet, dass die tatsächlichen Zahlen sehr viel höher sind, da Tests nur begrenzt durchgeführt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erklärt, dass die afrikanischen Länder südlich der Sahara zum nächsten Epizentrum der Covid-19 Pandemie werden.


Vernetzung von zehntausenden Multiplikatoren über soziale Medien

World Vision setzt auf religiöse Respektspersonen im Kampf gegen Covid-19

 

(Friedrichsdorf/w) – Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision setzt bei ihrer globalen Kampagne zum Kampf gegen das Corona-Virus verstärkt auf religiöse Respektspersonen und Lehrer. Der Einsatz und die Vernetzung dieser Multiplikatoren haben sich schon im Kampf gegen Ebola bewährt, so die Organisation.

 

World Vision arbeitet seit langem gezielt und eng mit religiösen Respektspersonen zusammen, da diese häufig die vertrauenswürdigsten und einflussreichsten Stimmen in den Gemeinden sind. Jetzt ist es jedoch das erste Mal, dass das Netzwerk in dieser Größenordnung und auf diese Weise mobilisiert wird.

 

«Es gibt WhatsApp-Gruppen in fast allen Ländern Lateinamerikas, Asiens, Afrikas, dem Nahen Osten und Osteuropas. Diese werden von Mentoren moderiert, um sicherzustellen, dass genaue, aktuelle und relevante Informationen übermittelt werden», sagt Esther Lehmann-Sow, Direktorin für Glauben und Entwicklung bei World Vision. «Dieser Ansatz hat uns bereits in der Vergangenheit geholfen, das Bewusstsein für ein bestimmtes Problem zu schärfen, die Akzeptanz der Maßnahmen zu verbessern, das Verhalten positiv zu verändern sowie zum Beispiel Stigma in Bezug auf HIV/AIDS, Zika und Ebola zu verringern.»

 

«Wir arbeiten mit Vertretern unterschiedlicher Religionen zusammen, weil sie großen Einfluss auf das Verhalten der Eltern und lokalen Regierungen haben und wir über sie das Verhalten so beeinflussen können, dass die Kinder geschützt und gut versorgt sind. In diesem Fall spielen sie eine Schlüsselrolle bei unseren Bemühungen, Kinder vor den potenziell katastrophalen Nebenwirkungen von COVID-19 zu schützen», sagt Lehmann-Sow.

 

Die Gruppen arbeiten ähnlich wie eine Telefonkette, wobei jeder Teilnehmer das Gelernte aufnimmt und über sein eigenes Netzwerk weiterverbreitet. So entsteht ein Multiplikator-Effekt und es gelingt World Vision, geschätzte 80.000 Respektspersonen zu erreichen. Pastor Peter Kainwo aus Bo in Sierra Leone ist einer von ihnen. Er glaubt, dass ihm dieses System ermöglicht, jede Gemeinde in seinem Land direkt oder indirekt zu erreichen.

 

Pastor Kainwo sagt, dass die Menschen trotz verschiedener religiöser Zugehörigkeit engagiert und miteinander arbeiten. «Die religiöse Lehre teilt uns, aber der Dienst verbindet uns.»

 

Pastor Kainwo und der oberste Imam seines Distrikts, Alhaji Mustapha Koker, begannen mit der Notfallplanung, bevor COVID-19 überhaupt in Sierra Leone ankam. «Wir haben angefangen, uns mit den Glaubensgemeinschaften der anderen zu koordinieren und dann unsere Predigten auf Radio und Fernsehen zu verlagern, als die Kontaktrestriktionen eingeführt wurden. Aber viele arme Gemeinden haben keinen Zugang zu Radio und Fernsehen. Deshalb kauften wir Megaphone und Lautsprecher und begannen, mit Einverständnis der Behörden, Dörfer zu besuchen und sie auf diese Weise zu informieren. Wir haben auch einfache Melodien für die Kinder komponiert, damit sie sich an wichtige Nachrichten erinnern können.»

 

«Als Ergebnis der langjährigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen World Vision und den Kirchen pflegt die Organisation heute enge Partnerschaften mit örtlichen Kirchen verschiedener Konfessionen sowie Vertretern anderer Glaubensrichtungen. Diese beruhen auf einem gemeinsamen Engagement zur Verbesserung des Wohlergehens aller Kinder. In Zeiten wie diesen macht unsere gemeinsame Arbeit einen echten Unterschied für Kinder», sagt Lehmann-Sow.

 

 

 

Helfen Sie uns weiterhin, den Ärmsten der Armen in dieser Krise zu helfen!

 

Stichwort „Coronahilfe
IBAN: DE89 5019 0000 0000 0020 20 (Frankfurter Volksbank)
Online spenden unter: www.worldvision.de/corona

 

World Vision ist Mitglied im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ Spenden bitte an:
Stichwort „Corona-Nothilfe weltweit
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 

 

 


SOS-Kinderdörfer weltweit

Venezolanische Flüchtlinge in Kolumbien: In der Fremde oder in der Heimat sterben?

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Archiv SOS-Kinderdörfer
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Archiv SOS-Kinderdörfer

 

(Bogotá/ots) - Seitdem auch die kolumbianische Regierung dem Land aus Angst vor dem Coronavirus den Stillstand verordnet hat, kehren tausende venezolanische Flüchtlinge aus Angst ums Überleben in ihre wirtschaftlich gebeutelte Heimat zurück. "Aber dort gibt es auch nichts für sie, kein Essen, keine Arbeit, geschweige denn medizinische Versorgung im Falle einer Corona-Infektion", sagt Angela Rosales, Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien.

 

Die Hilfsorganisation warnt vor einer dreifachen Gefahr für Kinder und Jugendliche:

 

In Kolumbien

 

1,5 Millionen venezolanische Flüchtlinge leben aktuell in Kolumbien, fast alle arbeiten im sogenannten informellen Sektor ohne soziale Absicherung. In Folge der Corona-Maßnahmen bricht den Flüchtlingen ihr ohnehin mickriges Einkommen weg. "Familien, die schon an normalen Tagen von der Hand in den Mund leben, können ihre Mieten nicht mehr bezahlen, keine Medikamente kaufen, und wissen nicht mehr, wie sie ihre Kinder vor dem Verhungern bewahren sollen", sagt Rosales. So drastisch das klinge, im schlimmsten Fall müssten die Menschen entscheiden, ob sie lieber in der Fremde oder in der Heimat stürben.

 

Auf dem gefährlichen Marsch

 

"Die Grenzen zu Venezuela sind wegen der Eindämmungsmaßnahmen geschlossen, deswegen weichen die Menschen auf illegale Routen aus, die von Kriminellen kontrolliert werden. Das ist lebensgefährlich für die Kinder und Jugendlichen", sagt Rosales. Ihnen drohe Raub, Vergewaltigung, Hunger und Durst.

 

Zurück in der Heimat

 

Einmal zurück in Venezuela, erwartet laut SOS-Kinderdörfer weltweit die Menschen im schlimmsten Falle der Tod: Die Wirtschaft leide unter der schwersten Krise in der Geschichte des Kontinents, akuter Treibstoffmangel würde die Engpässe bei der Versorgung der Bevölkerung noch verschärfen. Hinzu käme das kollabierte Gesundheitssystem, das weit davon entfernt sei, die Coronakrise bewältigen zu können. Venezuelas Gesundheitssystem sei schon vor Corona krank gewesen - breite sich das Virus weiter aus, könnte das für viele ohnehin geschwächte Kinder gravierende Folgen haben. Ihre Körper hätten einer Infektion nichts entgegenzusetzen und die Krankenhäuser seien auf eine ausreichende Behandlung mitnichten vorbereitet: Es gäbe kaum fließendes Wasser, Strom, Schutzkleidung, Beatmungsgeräte, geschweige denn Intensivbetten.

 

SOS-Hilfe

 

Die SOS-Kinderdörfer helfen Venezuela-Flüchtlingen in Kolumbien mit einer Reihe von Maßnahmen. Auch in Venezuela selbst ist die Hilfsorganisation aktiv: Im Rahmen der SOS-Familienhilfe unterstützen die SOS-Kinderdörfer an vier Standorten in Venezuela rund 3.000 Kinder und junge Erwachsene. Rund 260 Kinder und Jugendliche finden in drei SOS-Kinderdörfern ein dauerhaftes Zuhause.

 

Spendenkonto:

 

SOS-Kinderdörfer weltweit

 

IBAN DE22 4306 0967 2222 2000 00

 

Stichwort: "Coronahilfe weltweit"

 


Verschwunden, aber nicht vergessen: ICT fordert Freiheit für Tibets entführten Panchen Lama

 

(Berlin/ict) - Die International Campaign for Tibet (ICT) fordert Freiheit für den 1995 im Alter von sechs Jahren entführten Panchen Lama Tibets, Gedhun Choekyi Nyima. Der „jüngste politische Gefangene der Welt" feiert morgen seinen 31. Geburtstag und lebt trotz anhaltender internationaler Kritik mutmaßlich abgeschottet von der Außenwelt unter der Bewachung der chinesischen Behörden. Sowohl Menschenrechtsexperten der UNO als auch anderen Beobachtern wird der Zugang zu ihm beharrlich verweigert. Wo er festgehalten wird, ist nicht bekannt.

 

Kai Müller, Geschäftsführer der International Campaign for Tibet: „Die Entführung des Panchen Lama ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und ein massiver Eingriff in die Religionsfreiheit tibetischer Buddhisten, die das Recht haben, ihre Glaubensführer selbst zu bestimmen. Peking hat mit der Entführung des Panchen Lama überdies eine tiefe Wunde in die Gefühle der Tibeter geschlagen. Die chinesische Führung sollte daher dem Panchen Lama Bewegungsfreiheit und internationalen Experten Zugang gewähren."

 

Tibeterinnen und Tibeter, die Freiheit für den Panchen Lama fordern, müssen mit Verfolgung durch die chinesischen Behörden rechnen. So wurden im vergangenen Jahr der 20-jährige Tibeter Wangchen und eine Familienangehörige zu Haftstrafen verurteilt, weil sie öffentlich für den Panchen Lama gebetet hatten. Wangchen muss eine viereinhalbjährige Haftstrafe absitzen und seine bereits in hohem Alter befindliche Tante Dolkar wurde zu einer fünfzehnmonatigen Haftstrafe verurteilt.

 

Der Panchen Lama spielt traditionell eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Reinkarnation des Dalai Lama. Durch die Einsetzung eines pekingtreuen Panchen Lama schon wenige Monate nach dem „Verschwindenlassen" Gedhun Choeyki Nyimas beabsichtigte die chinesische Regierung offensichtlich, den Anschein der Legitimität eines zukünftig von ihr ernannten Dalai Lama erwecken. Die internationale Öffentlichkeit muss dem entschieden entgegentreten, so die International Campaign for Tibet.

 

 

 


SOS-Kinderdörfer weltweit - SOS-Kinderdörfer warnen vor Hungersnot

Doppelte Plage: Corona-Krise bremst Kampf gegen Heuschrecken in Afrika aus

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Mariantonietta Peru
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Mariantonietta Peru

 

(Addis Abeba/ots) - Die weltweiten Maßnahmen gegen das Corona-Virus haben nach Angaben der SOS-Kinderdörfer zu einem Rückschlag im Kampf gegen die Heuschreckenplage in Afrika geführt. "Das größte Problem ist, dass weltweit kaum noch Flugzeuge operieren und nicht genügend Pestizide ankommen", sagt Ayele Sebaro, Nothilfekoordinator der Hilfsorganisation in Ost- und Südafrika. Auch die strengen Ausgangsbeschränkungen würden die Eindämmung der Heuschrecken erschweren. "Die Farmer können sich jetzt nicht mehr zusammenschließen, um die Insekten zu bekämpfen oder gemeinsam ein Flugzeug oder motorisierte Sprühmaschinen zu mieten", sagt Sebaro. "So wichtig der Kampf gegen Corona ist: Wir dürfen dafür nicht riskieren, dass Menschen durch die Heuschreckenplage an Hunger sterben, weil sie keine Ernten einfahren."

 

Bereits jetzt litten 20 Millionen Menschen in den am meisten betroffenen oder bedrohten Ländern Kenia, Äthiopien, Somalia, Uganda, Südsudan und Tansania an akutem Hunger. Besonders schlimm sei die Situation in Kenia, das derzeit die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren erlebe. Und es könnte noch dramatischer werden. "Anfang Mai wird bereits die Folgegeneration schlüpfen. Wenn wir nicht schnell handeln, werden die Schwärme nach Prognosen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) aufgrund der beginnenden Regenzeit um ein Zwanzigfaches anwachsen", sagt Sebaro. Bis Juni könnte die Zahl der Insekten sogar 400 Mal größer sein. Da in den betroffenen Ländern aktuell die Pflanzsaison begonnen hat, befürchtet Sebaro, dass der Schaden gewaltig sein wird. Bereits ein kleiner Schwarm von der Größe eines Quadratkilometers vernichtet die tägliche Nahrungsmittelration für 35.000 Menschen. Der größte Schwarm in Kenia umfasste bislang 2.400 Quadratkilometer.

 

Sebaro sagt: "Es muss sichergestellt werden, dass die Pestizide ankommen. Die Maßnahmen müssen sogar noch ausgeweitet und die Betroffenen mit Lebensmitteln und neuem Saatgut unterstützt werden."

 

Die SOS-Familienstärkung unterstützt Kinder und Eltern in allen betroffenen Ländern und hat in Äthiopien ein Nothilfeprogramm für Betroffene der Heuschreckenplage aufgestellt.

 

 

Spendenkonto:

 

SOS-Kinderdörfer weltweit

 

IBAN DE22 4306 0967 2222 2000 00

 

Stichwort: "Coronahilfe weltweit"

 


Mit innovativen Methoden kämpft World Vision gegen wirtschaftliche und soziale Katastrophen infolge der Pandemie

Tragische Wahl für Millionen Menschen in Afrika: An Hunger sterben oder an COVID19

 

(Friedrichsdorf / Nairobi/wv) - Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision warnt eindringlich vor den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Epidemie in den afrikanischen Ländern. Täglich wachse die Zahl der Menschen, die nun auf Nothilfe angewiesen sei, da Ausgangssperren, Geschäftsschließungen, Ein- und Ausreisebeschränkungen sowie Rückgängen bei den Überweisungen aus dem Ausland ihnen den eigenen Lebensunterhalt erschweren. Die auf Bargeld- und Transferleistungen spezialisierte Krisenmanagerin bei World Vision, Kathryn Tätzsch, berichtet: “Millionen Menschen in Afrika und anderen Teilen der Welt stehen vor einer tragischen Wahl. Sie können sich entweder dem Risiko einer Infektion mit dem Corona-Virus aussetzen oder sie verlieren ihre Einnahmen und setzen sich und ihre Kinder der Gefahr aus, an den Folgen von Mangel- oder Unterernährung zu sterben”.

 

Die Weltgesundheitsorganisation warnte bereits davor, dass Subsahara-Afrika zum nächsten Epizentrum der COVID19 Pandemie werden könnte, mit ca. 300.000 Todesopfern und mehr als 30 Millionen Menschen, die in der Folge in verschärfte Armut geraten könnten.

 

Falls die Not weiter zunimmt, drohen in vielen Ländern auch Unruhen. Schon jetzt gebe es Chaos, etwa bei Verteilaktionen für Nahrungsmittel, so Tätzsch. In manchen Ländern würden Polizisten brutal gegen Menschen vorgehen, die gegen die Quarantäne Maßnahmen verstießen. Soziale Spannungen und Konflikte verstärkten sich und behinderten sogar die jetzt schon schwierige Arbeit der überlasteten Gesundheitssysteme. “Kinder werden von den mittel- und langfristigen Folgen der Corona-Krise am stärksten betroffen sein, da Familien ihre Einkommensgrundlagen verlieren und Schulen geschlossen bleiben. Auch häusliche Gewalt, Missbrauch, Kinderarbeit, sexuelle Ausbeutung und Kinderprostitution werden zunehmen”, erwartet Tätzsch.

 

Schon jetzt sind die Lebensmittelpreise in einigen Ländern laut Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen auf dem höchsten Stand seit 2008. Die ländliche Bevölkerung ist in vielen der ärmsten Länder von Einnahmen ihrer eigenen Ernteerträge abhängig. Die Bauern sind darauf angewiesen, ihre Waren auf den Märkten verkaufen zu können. Marktabschottungen und Beschränkungen von Ein- und Ausreisen verhindern teilweise jedoch den Marktzugang. Auch die Pflanzsaison beginnt in den kommenden Monaten.

 

Taetzsch nennt als Beispiel die Wirtschaftssituation in Kenia: “Mehr als 80% der Wirtschaftsleistung in Kenia ist abhängig von kleinsten und mittleren Unternehmen im informellen Sektor. Diese können nun aufgrund der Bewegungsbeschränkungen nicht mehr oder nur eingeschränkt funktionieren. Dies hat dramatische ökonomische Folgen für die von Tageseinnahmen abhängigen Kleinstunternehmer und -unternehmerinnen, für Handel treibende und im Tagelohn arbeitenden Personen.”

 

Die Weltbank schätzt in einer Analyse für Afrika südlich der Sahara, dass aufgrund des Produktionsausfalles bis zu 79 Milliarden USD an finanziellen Einbußen entstehen könnten.

 

Besonders dramatisch dürfte sich die Situation bei einem Ausbruch von COVID-19 in Slums und in einigen Flüchtlingslagern auswirken, in denen die Menschen dicht gedrängt zusammenleben. Kenia beherbergt z.B. eine halbe Millionen geflüchtete Menschen aus Somalia, Südsudan, DR Kongo und Äthiopien.

 

Für Länder mit Terrorproblemen, wie Mali, steigen die Gefahren neuer Sicherheitsprobleme. Andere Länder leiden unter Heuschreckenschwärmen, die ganze Ernten vernichten oder müssen gleichzeitig mit weiteren Epidemien fertig werden.

 

Mit innovativen Methoden wirtschaftliche und soziale Folgen bekämpfen

 

World Vision arbeitet mit Hochdruck daran, dringend nötige Hilfsmaßnahmen umzusetzen, die die Bedürftigsten erreichen und gleichzeitig ihre soziale Sicherheit verbessern sollen. Mehrzweck- und zweckgebundene Geldtransferleistungen haben sich in solchen Krisensituationen bewährt. Ein schnelles und unbürokratisches Handeln sei jetzt nötig, betont die weltweit arbeitende Expertin.

 

Gemeinsam mit Partnern kann die Hilfsorganisation notleidende Familien mit mobilen Geldtransfers sowie digitalen Gutscheinen über Mobil-Telefone versorgen. World Vision ermutigt Kleinunternehmer auch, ihre Spargruppen-Aktivitäten auszuweiten oder sich Spargruppen anzuschließen. Kiosk-Besitzer können in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft unter Beachtung der Hygiene- und Schutzvorschriften helfen, die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und anderen essenziellen Gütern zu versorgen. Zuvor sollen Schutzbedürftige digitale Gutscheine über ihr Handy erhalten, welche sie bei diesen Kiosken einlösen können. So können zumindest einige der Kleinstunternehmen gefördert und gleichzeitig wichtige Bedürfnisse erfüllt werden. Die weiterhin wichtige Corona-Aufklärung kann damit verknüpft werden.

 

Kinder, die nicht mehr zur Schule gehen können, werden mit Hilfe von Learn-Apps unterstützt wie z.B. Eneza Education in Kenia. Die bereit gestellten Informationen können auch über einfache Mobiltelefone und per Textnachrichten abgerufen werden und ermöglichen auf Anfrage eine Unterstützung durch Lehrer.

 

Helfen Sie uns weiterhin, den Ärmsten der Armen in dieser Krise zu helfen!

 

Stichwort „Coronahilfe
IBAN: DE89 5019 0000 0000 0020 20 (Frankfurter Volksbank)
Online spenden unter: www.worldvision.de/corona

 

World Vision ist Mitglied im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ Spenden bitte an:

Stichwort „Corona-Nothilfe weltweit
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 


Vor sieben Jahren entführte Bischöfe (22.4.): Weiter Hoffnung auf ihre Rückkehr

 

  • Mor Gregorius Yohanna Ibrahim, Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche und Boulos Yazigi, Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche
  • Am 22. April 2013 im Norden Syriens verschleppt 
  • Weimarer Menschenrechtspreis 2014 für Einsatz als Vermittler und Botschafter

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) erinnert an das Schicksal zweier Bischöfe, die am 22. April 2013 im Norden Syriens verschleppt wurden. „Auch nach sieben Jahren bangen Wartens bleibt die Hoffnung auf eine Rückkehr der beiden Bischöfe aus Aleppo ungebrochen“, erklärt GfbV-Nahostexperte Dr. Kamal Sido. „Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass der Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche, Mor Gregorius Yohanna Ibrahim, und der Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Boulos Yazigi nach so langer Zeit nicht mehr am Leben sein können. Dennoch wollen wir die Hoffnung nicht verlieren, dass sie bald nach Aleppo zurückkehren, um sich am Wiederaufbau des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zu beteiligen.“ 

 

Die beiden Bischöfe wollten im Frühjahr 2013 über die Freilassung eines von Islamisten entführten Priesters verhandeln. Auf dem Weg zu einem angeblichen Treffen wurde ihr Wagen im Westen von Aleppo unweit der türkischen Grenze gestoppt. Ihr Fahrer, ein Diakon, wurde bei dem Überfall erschossen, die Bischöfe verschleppt. Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt. 

 

Die beiden entführten Bischöfe wurden 2014 auf Vorschlag der GfbV mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Damit wurde ihr Einsatz als Vermittler, Botschafter und Kämpfer für die Menschenrechte im anhaltenden Bürgerkrieg gewürdigt. 

 

Die Lage der Christen in Syrien und im Irak bleibt indes angespannt. Am vergangenen Donnerstag appellierten 25 Menschenrechtsorganisationen, darunter die GfbV, an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und an die internationale Staatengemeinschaft. Die verwundbarsten Mitglieder der irakischen Gesellschaft, christliche, yezidische und andere Minderheiten bräuchten während der Corona-Pandemie besonderen Schutz. Im Irak aber auch in Syrien leben Millionen von Menschen noch immer in Flüchtlingslagern, wo Distanzierung kaum möglich ist und für wirksame Hygienemaßnahmen die Voraussetzungen fehlen. 

 


Umfrage in 13 Ländern beleuchtet Rolle von Kindern in der Krise

COVID-19-Studie von World Vision zeigt: Kinder werden zu Aufklärern

Kind mit WV-Aufklärungsmaterial in Quito. Foto: World Vision
Kind mit WV-Aufklärungsmaterial in Quito. Foto: World Vision

 

(Friedrichsdorf/wv) – Eine Studie der internationalen Kinderhilfsorganisation World Vision hat die Situation von Kindern in 13 Ländern während der COVID-19 Krise untersucht. Eines der Ergebnisse: Kinder und Jugendliche sind aktive und kompetente Akteure, die in der Krise wichtigen Einfluss auf ihre Umgebung nehmen können.

 

 

 

Die Organisation hat 101 Kinder und Jugendliche in 13 Ländern zu ihren Erfahrungen mit der Pandemie befragt. Dabei stellte sich heraus, dass sich viele von Ihnen über das Internet über das Coronavirus und den angemessenen Umgang damit informieren. Da viele Erwachsene häufig eingeschränkteren Zugang zu digitalen Angeboten haben, sind junge Menschen besser informiert und unterstützen ihre Gemeinden als Multiplikatoren.

 

 

 

Juliane Chiroiu, Gesundheitsexpertin bei World Vision: „Viele der befragten Kinder sagten, dass ihre Eltern dem Virus keine besondere Aufmerksamkeit schenkten. Bis sie von ihren Kindern Informationen bekamen und anschließend ihr Verhalten änderten. Zum Beispiel stärker auf Hygiene und soziale Distanz achteten.“

 

 

 

Befragt zu den Auswirkungen der Corona-Bekämpfung in ihren jeweiligen Ländern gaben die Kinder und Jugendlichen an, dass sie vor allem von Schulschließungen betroffen sind. Zudem würden sie Kontaktsperren emotional belasten und viele von ihnen litten zudem unter einer wachsenden Armut und es gäbe zu wenig zu essen. Als besonders belastend empfänden viele der befragten Kinder und Jugendlichen die Ungewissheit über Dauer und Ausmaß der Krise.

 

Juliane Chiroiu: „Um diese Unsicherheit zu bekämpfen, wünschen sich die Kinder, stärker in Aktivitäten zur Eindämmung des Coronavirus eingebunden zu werden. Die jungen Menschen können eine zentrale Rolle bei der Sensibilisierung und Verbreitung von Information spielen.“

 

 

 

Ein Großteil der Kinder erklärte daher, eigene Netzwerke in sozialen Medien zu nutzen, um Informationen über das Coronavirus möglichst weit zu verbreiten. In Ländern mit schwacher Internetinfrastruktur wie Sierra Leone gaben Kinder und Jugendliche an, vor allem Mobiltelefone zur Verbreitung von Informationen zu nutzen. Kinder in Flüchtlingslagern und in Gegenden ohne Internet- oder Mobilfunkzugang regten an, dass lokale Radiostationen intensiver über Corona und entsprechende Maßnahmen berichten sollen.

 

Juliane Chiroiu: „Die Studie zeigt deutlich auf, dass Kinder und Jugendliche wichtige Akteure sind, die dazu beitragen können, die Ausbreitung von COVID-19 zu stoppen.“

 

 

 

Informationen zur Studie:

 

Die Befragung wurde von Mitte März bis Anfang April unter 101 Kindern und Jugendlichen (58 Mädchen und 43 Jungs) im Alter von acht bis 18 Jahren durchgeführt. Die Befragten stammen aus 13 Ländern: Albanien, Bangladesch, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Demokratische Republik Kongo (DRC), Mali, Mongolei, Nicaragua, Peru, Philippinen, Rumänien, Sierra Leone und aus Syrien geflüchtete Kinder, die in einem Lager an der syrisch-türkischen Grenze leben. Die Befragungen wurden online u.a. über soziale Medien geführt.

 

 

 

Der Link zur Studie: https://bit.ly/2VLX90L

 

 

 

World Vision hat umfangreiche Hilfsmaßnahmen gestartet und bittet um Spenden unter:

 

Stichwort „Coronahilfe
IBAN: DE89 5019 0000 0000 0020 20 (Frankfurter Volksbank)
Online spenden unter: www.worldvision.de/corona

 

World Vision ist Mitglied im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ Spenden bitte an:
Stichwort „Corona-Nothilfe weltweit
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 

 

 


SOS-Kinderdörfer weltweit

Folgen der Coronakrise für Kinder in Osteuropa: SOS-Kinderdörfer erhalten immer mehr Anfragen von verzweifelten Eltern

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Nina Ruud
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Nina Ruud

 

(Tirana/ots) - In Osteuropa mehren sich die Anfragen von Eltern und Sozialämtern, die aufgrund der Corona-Krise dringend einen Platz für ein Kind im SOS-Kinderdorf suchen. Die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer warnt, dass die Pandemie zur lebensbedrohlichen Gefahr für Kinder und Jugendliche wird, deren Familien auf die Unterstützung und Betreuung von Hilfsorganisationen angewiesen sind.

 

"Die Schließungen von Hilfsprogrammen, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie der Wegfall von Einkommensmöglichkeiten treffen benachteiligte Familien besonders hart", sagt Angelika Schwaiger, Programmleiterin der SOS-Kinderdörfer weltweit. Die Betroffenen reagierten mit Angst und Verzweiflung: "Wir fürchten eine weiter zunehmende Verarmung, einen Anstieg an Depressionen, Alkoholkonsum, häuslicher Gewalt, Vernachlässigung und Kindesmissbrauch", so Schwaiger weiter. "Wir arbeiten unter Hochdruck an Lösungen für diese Kinder, aber was an normalen Tagen problemlos funktioniert, ist heute schwierig geworden: Kinder könnten zum Beispiel infiziert sein und das Virus in unsere Einrichtungen bringen."

 

Immer mehr Familien drohten zu zerbrechen, weil die Helfer keinen direkten Zugang mehr zu den Bedürftigen hätten: "Ein Großteil unserer Hilfsangebote, wie zum Beispiel Therapien und Jobberatungen, sind wegen der Beschränkungen bis auf weiteres geschlossen. Mit verheerenden Folgen für die Betroffenen: Eltern, die mit unserer Hilfe Arbeit gefunden haben, werden gekündigt und jene, die sich gerade erst kleine Geschäfte aufgebaut haben, können nicht mehr produzieren", sagt Schwaiger.

 

Die SOS-Kinderdörfer hätten ihre Unterstützung nun vorübergehend auf primär materielle und finanzielle Hilfe umgestellt, um zumindest die Grundversorgung zu gewährleisten. Dies umfasse die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten sowie Schutzmasken und Handschuhen. "Aber wir dürfen diese Menschen auch in ihrer seelischen Not nicht alleine lassen", sagt Schwaiger. "Deshalb nehmen wir ihre Anrufe entgegen und rufen sie regelmäßig an."

 

Herausforderungen und Risiken

 

-  Obwohl Kinder von COVID-19 laut medizinischer Expertise weniger stark betroffen sind, müssen der Staat, Pflegestellen, Organisationen und die Gemeinschaft aufmerksam bleiben, um Kinderrechte zu sichern und lang andauernde Traumata zu verhindern.

 

-  Kinder und Jugendliche, die Hilfe der SOS-Kinderdörfer benötigen, sind meist von Vernachlässigung, Missbrauch, Ausbeutung und Diskriminierung bedroht. Die gegenwärtige Situation birgt zusätzliche Risiken, wenn die Unterstützung durch Experten nicht gewährleistet ist.