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Nachrichten aus aller Welt

24.07.2021

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle


Hilfswerk missio Aachen appelliert mit Projektpartnern aus 25 Ländern in Afrika, Asien und Ozeanien für globale Impfgerechtigkeit

Impfgerechtigkeit

 

Industriestaaten müssen ihren wachsenden Überschuss an Impfdosen teilen – Eigene Produktionsstätten in Afrika, Asien und Ozeanien aufbauen

 

(Aachen/missio) - „Wir fordern gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern der Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien globale Impfgerechtigkeit im weltweiten Kampf gegen das Corona-Virus“, appelliert Pfarrer Dirk Bingener, Präsident das katholischen Hilfswerks missio Aachen, an die Solidarität der reichen Industrienationen. Dieser Appell ist das Ergebnis einer Umfrage, an der sich missio-Partner aus rund 25 Ländern beteiligten. „Die Industrienationen sollen ihren wachsenden Überschuss an Impfdosen schneller und stärker mit den Ländern des globalen Südens teilen. Gleichzeitig brauchen vor allem Afrika und Asien dringend mehr eigene Produktionsstätten für die Herstellung von Impfstoffen. Das sind die zwei wichtigsten Forderungen unserer Partner“, fasst Pfarrer Bingener die missio-Umfrage zusammen.

 

Bingener begrüßte die jüngste Ankündigung der Bundesregierung, 30 Millionen nicht mehr nachgefragter Impfdosen aus Deutschland über das globale Verteilungsprogramm Covax an Länder im globalen Süden zu geben. Dies ist eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation WHO und anderer Organisationen. „Für unsere weltkirchlichen Partner ist dabei wichtig, dass die Impfdosen-Lieferungen aus dem Westen, China oder Russland politisch nicht instrumentalisiert werden und zu Abhängigkeiten führen“, sagte Pfarrer Bingener. Die missio-Partner kritisierten beispielsweise den hohen Preisunterschied zwischen billigeren chinesischen oder russischen und teureren Impfstoffen aus dem Westen, die aber höhere Akzeptanz in der Bevölkerung genießen. „Faire Preise für alle Impfstoffe, gleichgültig woher sie stammen, sind für unsere Partner sehr wichtig“, so Bingener. Gleichzeitig müssten die Geberländer den Eindruck vermeiden, dass sie Impfstoffe zweiter Klasse oder nicht gebrauchte „Reste“ lieferten. missio-Partner berichten, dass solche Befürchtungen in ihren Ländern weit verbreitet seien und Verschwörungstheorien oder Impfskepsis befeuerten.

 

Zusammenarbeit beim Impfen darf nicht zu neuen Abhängigkeiten führen

„Das alles kann aber nur ein erster Schritt hin zu weltweiter Impfgerechtigkeit sein. Wichtiger für unsere Partner ist, dass in Afrika, Asien oder Ozeanien ein dichtes Netz an eigenen Produktionsstätten für Impfstoffe gegen Covid 19 und andere Krankheiten entsteht“, sagte Pfarrer Bingener. Für die missio-Partner, die in armen Ländern oft die wichtigsten Akteure im Gesundheitswesen sind, seien dafür freiwillige und faire Lizenzvereinbarungen zwischen den Inhabern der Patentrechte in der globalen Forschung und pharmazeutischen Industrie aus dem Westen, Chinas oder Russlands mit interessierten Produzenten aus dem globalen Süden Voraussetzung. „Eine Lösung muss im Rahmen fairer, multilateraler Welthandelsbeziehungen gefunden werden, damit der globale Süden bei dem Aufbau eigener Standorte für die Impfproduktion nicht wiederum in einseitige politische Abhängigkeiten gerät“, unterstreicht Pfarrer Bingener den Hinweis der Partner des Hilfswerkes.

 

So berichteten beispielsweise Kirchenvertreter aus Bangladesch und Nepal gegenüber missio Aachen, dass ihre Regierungen schon früh Lieferverträge mit indischen Firmen und einem europäischen Impfstoffhersteller, der in Thailand produziert, getroffen hätten, dann aber die Lieferungen nicht erfolgt oder mit kaum erfüllbaren Forderungen versehen worden seien. „Diese Abhängigkeiten müssen abgebaut werden“, so Pfarrer Bingener. missio-Partner in Bangladesch verwiesen weiter darauf, dass es in ihrem Land eine hohe Zahl an pharmazeutischen Firmen gäbe, die für ärmere Länder Medizin zu erschwinglichen Preisen produzierten. Sie könnten auch Impfstoffe gegen das Corona-Virus herstellen, wenn das politisch gewollt sei.

 

Globaler Gesundheitsschutz ist neben Klimaschutz die neue Herausforderung„Die entscheidende Frage der globalen Impfgerechtigkeit ist zunehmend nicht mehr eine Frage der Verfügbarkeit des Impfstoffes, sondern der Verteilungsgerechtigkeit. Hier stehen die reichen Industrienationen in globaler Verantwortung“, fasst Bingener die Erwartungen der missio-Partner zusammen. „Letzten Endes geht es hier auch nicht mehr allein um Impfgerechtigkeit. Die reichen Industriestaaten haben den globalen Gesundheitsschutz vernachlässigt, der eine ähnlich große Herausforderung wie der Klimaschutz ist. Die Folgen spüren wir alle, ob in Deutschland, Nigeria oder Bangladesch. Wir brauchen für diesen globalen Gesundheitsschutz neue internationale Allianzen“, sagte Pfarrer Bingener.

 

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 

 

 


Flutkatastrophe: Bewegende Gebetssolidarität der Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien

Katholisches Hilfswerk missio Aachen erhält zahlreiche Solidaritätsschreiben seiner Partnerinnen und Partner aus dem globalen Süden – Aufruf: Klimawandel stoppen

 

(Aachen/missio) - Das katholische Hilfswerk missio Aachen erreichen derzeit zahlreiche Solidaritätsadressen seiner kirchlichen Partnerinnen und Partner aus Afrika, Asien und Ozeanien für die Flutopfer in Deutschland. „Sie sorgen sich um die Menschen in Deutschland und Westeuropa, weil sie selbst in ihrem Alltag solche Katastrophen erleben müssen und wissen, was das für die Betroffenen bedeutet. Sie beten für die Opfer und ihre Angehörigen. Für mich ist das ein bewegendes Zeichen weltkirchlicher Solidarität“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, am Dienstag. „Unsere Partnerinnen und Partner fordern auch, dass die Regierungen weltweit ihren Kampf gegen die Klimaerwärmung forcieren, weil sie einen entscheidenden Anteil an solchen Katastrophen hat. Das geben wir an die Bundesregierung weiter“, so Pfarrer Bingener weiter. 

 

Shay Cullen beispielsweise, missio-Projektpartner der Preda-Stiftung in den Philippinen, versichert „den Menschen in Deutschland in Zeiten des Leids unsere Solidarität und Freundschaft“. Er kenne zwar solche Unwetter und ihre Folgen von den Philippinen, hätte aber nie gedacht, dass dies auch Deutschland heimsuchen könne. „Deshalb müssen wir alle gemeinsam unsere Regierungen und die Europäische Union mit Nachdruck daran erinnern, jetzt tatsächlich etwas gegen die Klimaerwärmung zu unternehmen“, forderte Shay Cullen.

 

Auch Franklin Menezes, langjähriger missio-Partner aus dem indischen Kalkutta, spricht in seinem Schreiben davon, „jetzt endlich gegen den Klimawandel zusammenzuarbeiten“. Gleichzeitig ist es ihm ein Anliegen, in dieser Not trotz aller Hilflosigkeit etwas von der Solidarität zurückzugeben, die die Menschen seit Jahrzehnten mit den Benachteiligten und Leidenden im globalen Süden zeigten. „Jetzt sind wir mit ganzem Herzen bei den Opfern der Flut in Deutschland, ihren Angehörigen und allen, die ihre Existenz verloren haben. Nur Gott weiß, was sie durchmachen müssen. Wir beten jeden Tag für sie“, so Franklin Menezes.

 

Missio Aachen erreichten auch Schreiben von Bistümern aus aller Welt. Sie zeigen, wie sehr das Netzwerk der Weltkirche Christinnen und Christen in der Sorge um die Menschen verbindet. Die katholische Diözese Wabag in Papua-Neuguinea etwa hat alle ihre Priester, Ordensleute und Gläubigen aufgerufen, in den kommenden Tagen für die Opfer der Flut in Deutschland zu beten.

 

Nicht zuletzt sorgen sich die missio-Partnerinnen und Partner auch um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hilfswerkes selbst, weil in den Medien in ihren Heimatländern vor allem über die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen berichtet und dabei immer wieder Aachen als geographischer Bezugspunkt genannt worden war.

 

 

Wer ist missio?

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.


Ausschreitungen für Kinder besonders bedrohlich

SOS-Kinderdörfern in Südafrika geht das Brot aus

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: SOS-Kinderdörfer weltweit
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: SOS-Kinderdörfer weltweit

(Johannesburg/ots) - Aufgrund der anhaltenden Proteste und Plünderungen drohen den SOS-Kinderdörfern in Südafrika die Lebensmittel auszugehen. "Wir haben Schwierigkeiten, an Brot und andere Grundnahrungsmittel zu kommen", sagt Lebo Phaweni, Sprecherin der Hilfsorganisation in Südafrika. Noch könnten alle Kinder und Mitarbeiter versorgt werden, aber die Situation spitze sich zu.

Seit der Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma vor gut einer Woche kommt es im ganzen Land zu Ausschreitungen. Viele der Kinder und Jugendlichen in den SOS-Kinderdörfern seien zutiefst verängstigt, Kinder im ganzen Land seien höchst gefährdet. Über 70 Menschen seien bei den Unruhen bereits gestorben, darunter in Johannesburg ein 14-jähriger Junge. Das sei untragbar. Die Sicherheit der Kinder müsse an erster Stelle stehen.

Lebo Phaweni sagt: "Die Lage ist höchst angespannt, überall kommt es zu Gewalt. LKW werden daran gehindert, Lebensmittel und Treibstoff zu liefern, zahlreiche Verkehrsverbindungen sind blockiert, Geschäfte, Apotheken und sogar Arztpraxen werden geplündert und in den Brennpunkten mussten Impfzentren geschlossen werden, sodass auch der Kampf gegen Covid 19 zurückgeworfen wird."

Lebo Phaweni führt die Eskalation auch darauf zurück, dass viele Menschen in bitterer Armut leben und verzweifelt sind. Die Jugendarbeitslosigkeit in Südafrika ist eine der höchsten der Welt. Mehr als die Hälfte aller jungen Menschen hat keinen Job. Bereits vor Beginn der Corona-Pandemie lebten 55,5 % der Südafrikaner unterhalb der Armutsgrenze. Lockdown und wirtschaftliche Einbrüche in Folge der Pandemie haben die Situation weiter verschärft.

Das Wichtigste sei jetzt, die Gewalt zu beenden und die Grundversorgung schnellstmöglich wieder herzustellen. Langfristig müsse vor allem jungen Menschen eine Perspektive geboten werden. Nur dann könne Südafrika Armut und Ungleichheit hinter sich lassen.

Die SOS-Kinderdörfer helfen den Menschen in Südafrika vielfältig: Verlassene Kinder bekommen ein Zuhause, junge Menschen Hilfe beim Einstieg in die Arbeitswelt und Familien werden dabei unterstützt, die Armut hinter sich zu lassen.

 

 

Lehren aus der HIV-Epidemie ziehen - 11. Internationale HIV-Konferenz (IAS)

Produktionslizenzen für Corona-Impfstoffe ausweiten

 

HIV * Konferenz * Corona * Patentschutz * IAS

 

(Berlin/ Tübingen/pm) - Es hat viele Jahre gedauert, bis rund zwei Drittel der Menschen mit HIV Zugang zu einer lebensrettenden Therapie erhalten haben. Entscheidend war, dass durch die Ausweitung der Produktion neuer AIDS-Medikamente und damit einhergehend die Vergabe von Produktionslizenzen an einen Patentpool die Preise für AIDS-Medikamente deutlich reduziert werden konnten. Das Deutsche Institut für Ärztliche Mission e. V. (Difäm) und Brot für die Welt fordern daher aus Anlass der 11. Internationalen HIV-Konferenz (IAS), zur Eindämmung der Corona-Pandemie Lehren aus der HIV-Epidemie zu ziehen. Der Patentschutz und der Schutz weiterer geistiger Eigentumsrechte auf Covid-19-Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente sollten vorübergehend ausgesetzt werden. Wissen und Technologien zur Herstellung der notwendigen Produkte sollten in den dafür vorgesehenen Patentpool C-TAP eingespeist werden.

Mehr als 34 Millionen Menschen sind bis heute an AIDS-bedingten Erkrankungen gestorben. Bislang sind weltweit fast vier Millionen Menschen, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten, gestorben. „Wir haben die Chance, Millionen Menschenleben zu retten, wenn alle Menschen jetzt Zugang zu Impfstoff bekommen“, sagt Dr. Gisela Schneider, Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission e. V. (Difäm). Doch die Impfstoffe sind knapp und teuer, und der Zugang zu Tests, Sauerstoff und lebensrettenden Medikamenten ist eng limitiert. Gegen Corona sind in Afrika bisher nur ein Prozent der Bevölkerung zweifach und damit vollständig geimpft. „Patente und der Schutz von weiterem geistigen Eigentum dürfen dem weltweiten Zugang zu lebensrettenden Medikamenten und Präventionsmaßnahmen wie Tests und Impfungen nicht im Weg stehen“, sagt Mareike Haase, Fachreferentin für internationale Gesundheitspolitik bei Brot für die Welt. „Das internationale Patentsystem erweist sich immer wieder als große Hürde für einen gleichberechtigten Zugang. Deshalb müssen wir dringend das System der Medikamentenversorgung weltweit umgestalten, um das Menschenrecht auf Gesundheit zu verwirklichen.“ Schneider ergänzt: „Wir brauchen keine Impfstoffspenden, sondern lokale Produktionsstätten für Vakzine. Dafür müssen jetzt die richtigen Weichen gestellt werden.“ Länder wie Indien und Südafrika haben die Kapazitäten und das Fachpersonal, um Covid19-Impfstoffe herzustellen.

Eine weitere Voraussetzung für den Zugang zu Medikamenten, Diagnostika und Impfstoffen ist ein gut funktionierendes Gesundheitssystem. „Weltweit müssen deshalb die Gesundheitssysteme nachhaltig gestärkt, die Infrastruktur muss aufgebaut und Gesundheitsfachkräfte geschult werden“, so Gisela Schneider. Das Difäm und Brot für die Welt arbeiten mit lokalen Partnerorganisationen an der Stärkung der Gesundheitssysteme, damit mehr Menschen auf Corona getestet, in Behandlung gebracht und geimpft werden können und um insgesamt eine bessere Gesundheitsversorgung zu erreichen. „Wir erleben eine schwere Corona-Welle in unseren Partnerländern, beispielsweise in Liberia, wo die Krankenhäuser die vielen Patientinnen und Patienten nicht mehr versorgen können“, so Gisela Schneider. Deshalb haben das Difäm und Brot für die Welt neue Lieferungen mit Schutzmaterialien, Tests und Sauerstoffkonzentratoren auf den Weg gebracht. Zudem werden Fachkräfte aus den Gesundheitseinrichtungen in Webinaren im Umgang mit dem Virus geschult.

„Die internationale Gemeinschaft muss eine bessere Gesundheitsversorgung neben der Vorbeugung zukünftiger Pandemien höher als bisher auf die Agenda setzen. Viel zu lang wurden die gesundheitlichen Bedürfnisse von Millionen von Menschen vernachlässigt“, so Mareike Haase. Aber auch die Staaten selbst müssen eine solide Gesundheitsfinanzierung aus eigenen Ressourcen gewährleisten. Bereits vor zwanzig Jahren einigten sich die Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union in der Erklärung von Abuja darauf, dass mindestens 15 Prozent ihres nationalen Budgets in die Stärkung des Gesundheitssystems fließen soll.


Die Autorin und Moderatorin Laura Karasek spricht im Podcast der SOS-Kinderdörfer "Mut heißt Machen" zum Thema Frauenrechte

"Wir müssen aufhören, Frauen Vorwürfe zu machen!"

Bildrechte:  SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf:  DAVID STRASSBURGER FOTOGRAFIE
Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit. Fotograf: DAVID STRASSBURGER FOTOGRAFIE

(München/ots) - "Wer passt denn auf Deine Kinder auf, wenn Du beruflich unterwegs bist? Diese Frage wurde meinem Mann garantiert noch nie gestellt", ist sich Laura Karasek sicher. Die Anwältin, Autorin und Moderatorin ist Mutter von fünfjährigen Zwillingen und findet, dass sich keine Frau für ihre Lebensentscheidungen rechtfertigen sollte. Dennoch sei es in Deutschland häufig so, dass andere einen bewerteten und beurteilten. "Es gibt immer noch bestimmte Rollenerwartungen, wie eine Frau zu sein hat", so Karasek.

Die Rolle der Frau in Indien

Rollenbilder gibt es in Indien auch - und zwar wesentlich verschärfter: In der zweiten Folge des Podcast der SOS-Kinderdörfer lernen die Zuhörer Seema kennen, die von ihrem Ehemann verstoßen wird, weil sie keine Kinder gebären kann. Sie hat aus seiner Sicht also ihren Zweck als Frau nicht erfüllt und muss daher ausgetauscht werden. Diese grausame Denkweise ist in Indien leider keine Seltenheit: Die Abtreibung und Tötung von weiblichen Babys ist eine gängige Methode, um einen männlichen Stammhalter zu gewährleisten. Indien ist laut einer G-20-Studie das frauenfeindlichste Land unter den großen Nationen der Welt.

 

Gleichberechtigung? Fehlanzeige!

Als indische Frau wünsche man sich laut Seema oft, einfach unsichtbar zu sein. Jede Busfahrt sei beispielsweise eine Tortur, weil Männer "einen einfach angrapschen". Dieses Verhalten kennt auch Laura Karasek: "Frauen werden befummelt und auf ihr Aussehen reduziert - und wir tun das dann ab mit: 'Das ist halt so!' Irgendwann dachte ich mir dann: 'Halt, das darf aber so nicht sein!'"

Die 39-Jährige hat vor einigen Jahren aufgehört, zu akzeptieren, dass "Männer nun mal so sind". Zwar sähe es in Sachen Gleichberechtigung in Deutschland natürlich deutlich besser aus als beispielsweise in Indien, aber das dürfe laut Karasek nicht der Maßstab sein. "Aussagen wie: 'Was stellt ihr Frauen euch denn so an? Ihr dürft doch schon arbeiten, wählen und machen, was ihr wollt!' zeigen, dass es noch ein Ungleichgewicht gibt. Natürlich geht es den meisten Frauen hier in Deutschland prinzipiell gut und wir haben viele Freiheiten, aber es gibt noch immer viele, subtile Unterdrückungsmechanismen in der Gesellschaft."

 

Anprangern statt Solidarität

Es gäbe laut Karasek jede Menge Erwartungen an die Frau, wie sie sich zu verhalten habe: Vor allem Mütter würden ständig bewertet: "Als Mutter darfst du nicht zu viel Haut zeigen, dich aber auch nicht gehen lassen. Und wer kurz nach der Geburt wieder arbeiten geht, ist eine Rabenmutter!" Diese ständige Kritik findet Karasek nicht in Ordnung. Vor allem unter den Frauen müsse mehr Solidarität herrschen. "Wir müssen aufhören, Frauen Vorwürfe zu machen! Niemand sollte sich für seinen Lebensweg rechtfertigen müssen."

 

SOS-Podcast zum Thema Frauenrechte in Indien

Weder in Deutschland, Indien oder anderswo auf der Welt sollten Frauen sich für ihre Entscheidungen erklären müssen. Wie Seema nach ihrer Scheidung in Indien doch noch ihr Glück fand, wie Laura Karasek dafür sorgt, dass ihre Kinder (ein Junge und ein Mädchen) ohne Rollenklischees aufwachsen und womit die SOS-Kinderdörfer in Indien für Gleichberechtigung sorgen, erfahren Sie im Podcast der SOS-Kinderdörfer.

Mehr Infos und alle Folgen finden Sie hier:

sos-kinderdoerfer.de/podcast

 

https://open.spotify.com/show/7dCehUZOP0GSaIpUlYHxqa


FIDES-NACHRICHTEN - 16.07.2021

ASIEN/USBEKISTAN - Neues Gesetz über “Gewissensfreiheit und religiöse Vereinigungen” definiert das Konzept “Mission” neu

Taschkent (Fides) - Das am 7. Juli in Usbekistan verabschiedete neue Gesetz "Über die Gewissensfreiheit und religiöse Vereinigungen" hat viele positive Auswirkungen. Dieser Ansicht sind Pater Jerzy Maculewicz, der Apostolische Administrator von Usbekistan, und Pater Ariel Alvarez Toncovich, Priester des Instituts des fleischgewordenen Wortes und Pfarrer von Samarkand.
„Dieses Gesetz, das alle Religionsgemeinschaften in Usbekistan betrifft, schützt die Gewissensfreiheit: Jeder kann sein eigenes Glaubensbekenntnis wählen. Zu beachten ist, dass das Land säkular ist und es eine klare Trennung zwischen Religion und Staat gibt“, erklärt Pater Toncovich. Anschließend erklärt der Priester, wie das neue Gesetz dazu beiträgt, ein wichtiges Hindernis für Missionare auf usbekischem Territorium zu überwinden: „In diesem Teil der Welt wird das Wort ‚Mission‘ nicht positiv verstanden, sondern als Zwang, als erzwungene Auferlegung von Glaubensüberzeugungen, die darauf abzielt, Gläubige anderer Konfessionen abzuwerben. Dieses neue Gesetz hat den Verdienst, klarzustellen, was in Usbekistan unter den Begriffen „Mission“ und „Proselytismus“ zu verstehen ist, und legt fest, dass gerade die Ausübung von Druck auf den Einzelnen zum Religionswechsel verboten ist“. Dies sei der Bitte des Apostolischen Administrators Pater Jerzy Maculewicz zu verdanken, der zusammen mit anderen führenden usbekischen Religionsvertretern an einem der Treffen der vorbereitenden Treffen für die Ausarbeitung des Gesetzestextes teilgenommen hatte.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, so der Pfarrer von Samarkand, sei, dass die Reform Kindern nicht den die Teilnahme an Veranstaltungen religiöser Organisationen verbiete, sofern die Mitgliedschaft spontan erfolgt und die Zustimmung der Eltern vorliege: "Sicher können wir im Allgemeinen sagen, dass es sich um eine Maßnahme handelt, die uns erlaubt, in Ruhe zu arbeiten und die uns keine weiteren Grenzen auferlegt “, schließt Pater Toncovich.
Auch aus bürokratischer Sicht lassen sich Verbesserungen absehen, wie Pater Jerzy Maculewicz erklärt: „Um eine neue Pfarrei anzumelden, war es in der Vergangenheit notwendig, mindestens hundert Unterschriften von Personen zu sammeln, die sich für eine Gemeindemitgliedschaft interessiert hatten, und es war notwendig, die Zustimmung der Einwohner der Region einzuholen. Mit der neuen Gesetzgebung müssen die Unterzeichner nur noch fünfzig sein und die Zustimmung der Bevölkerung ist nicht mehr erforderlich. Darüber hinaus wird es endlich möglich sein, die Unterlagen elektronisch einzureichen: Die Antwort muss innerhalb präziser Fristen erfolgen und im Falle einer Ablehnung immer mit einer Begründung versehen sein“, erklärt der Apostolische Administrator.
Usbekistan beschreitet seit 2016, nach dem Tod des autoritären Präsidenten Islom Karimov, einen langsamen Weg der Öffnung im Rahmen der so genannten „Strategie 2017-2021“, die auch „interethnische Harmonie und religiöse Toleranz“ als „Priorität“ der staatlichen Intervention vorsieht. Wie der Apostolische Administrator mitteilte, hat die Regierung die führenden Vertreter aller in Usbekistan anwesenden Religionen um eine Stellungnahmen zu der Reform gebeten und dies in einem Land, in dem es aufgrund seiner Natur als Scharnier zwischen zwei Welten ein ausgeprägtes Bewusstsein für Ökumene gibt. Geschichtlich gesehen, so der Franziskaner, "hat die Seidenstraße die Besonderheiten dieses Landes stark geprägt: Reisende, die die Straße von Europa nach China bereisten, machten hier oft Halt".
Die Koexistenz zwischen Kulturen und Religionen geht jedoch auf viel ältere Zeiten zurück: In Buhara gibt es eine mindestens 600 Jahre alte Synagoge. Nach Aussage der jüdischen Gemeinde reichen deren Wurzeln in die Zeit vor etwa 2000 Jahren zurück. Im 8. Jahrhundert n. Chr kamen die ersten Muslime in die Region und bis zum 13. Jahrhundert lebte hier eine große Gemeinschaft nestorianischer Christen. Darüber hinaus begünstigte die sowjetische Vorherrschaft die Ankunft und Vermischung verschiedener Nationalitäten. Oftmals zogen die in die Gulags Sibiriens geschickten Polen nach der Zeit der Zwangsarbeit aufgrund des günstigen Klimas und der Anwesenheit vieler anderer Landsleute nach Usbekistan.
Nach Angaben des usbekischen Parlaments „gibt es heute auf dem Territorium der Republik 2.277 Organisationen von 16 verschiedenen religiösen Konfessionen“, darunter insgesamt 2094 islamische Gemeinden mit Sitz in 2067 Moscheen und 166 christliche religiöse Organisationen, 8 jüdische Gemeinden, 6 Bahà'í-Gemeinden, eine Hare-Krishna-Gesellschaft, ein buddhistischer Tempel. Es existiert im Land auch eine Interreligiöse Bibelgesellschaft. Derzeit hat die kleine usbekische katholische Gemeinde mit etwa 3.000 Mitgliedern insgesamt fünf Pfarreien im ganzen Land: Neben den etwa 700 Gläubigen Taschkents gibt es kleine Gemeinden in Samarkand, Buchara, Urgench und Fergana. In Angren, wo demnächst eine neue Kirche gebaut werden soll, gibt es 25 Gläubige.

ASIEN/THAILAND - Missionar beklagt Mängel bei der Bewältigung der Pandemie und Fake News

Bangkok (Fides) – „Seit dieser Woche gilt in 10 Provinzen eine nächtliche Ausgangssperre. Der Nachtflugverkehr steht in ganz Thailand still. Für diejenigen, die aus Bangkok und anderen roten Gebieten anreisen, gilt auch in den anderen Provinzen eine Quarantänepflicht", so Pater Ferdinando Pistore, der als fidei-donum Missionar in Chiang Mai tätig ist. Der Priester bestätigt den Mangel an verlässlichen Nachrichten und angespannte Klima im Hinblick auf die Bewältigung der Pandemie. "Es gibt nicht ausreichend Betten in den Krankenhäusern und bei einigen positiven bei Covid-19, beginnen wir, die Isolation zu Hause vorzuschlagen, was unter den logistischen Bedingungen in Thailand sehr problematisch ist. Es heißt, dass es auf Baustellen verschiedene Infektionscluster gemeldet wurden, nachdem diese zur Isolation der Infizierten geschlossen worden waren“, so Pfarrer Pistore. „inzwischen wurden sie wieder als grüne Zone eingestuft, aber die Infektionen nehmen nicht ab."
Laut in der lokalen Presse veröffentlichten Informationen besagen, dass die Gesundheitsbehörden, das Auftreten einer neuen Hybridvariante von COVID-19 vermuten, die von Bauarbeitern, die in Bangkok unter Vertrag genommen worden, waren eingeschleppt wurde. Wie Supakit Sirilak, Direktor der Abteilung für medizinische Wissenschaften der Regierung mitteilt, sollen 1.327 der in den letzten Tagen getesteten 1.737 Arbeiter positiv gewesen sein. Davon waren 53 mit den Delta-Varianten und 168 mit Alpha infiziert, die erstmals in Großbritannien bzw. Indien entdeckt wurden. Die Kombination aus beiden ist besorgniserregend, da sie nach Ansicht des Experten zu einer weiteren Mutation führen könnte.
Das Anti-Fake News Center des Ministeriums für Wirtschaft und Digitalisierung hat unterdessen seit letztem Monat mehr als 50 Fälle von Fake News gemeldet, die meisten davon im Zusammenhang mit Covid-19 oder Impfstoffen. Die Polizei ermittelt und gegen diejenigen, die irreführende Informationen veröffentlicht oder weitergegeben haben, die die nationale Sicherheit bedrohen oder öffentliche Panik auslösen, können gemäß dem thailändischen Gesetz wegen Computerkriminalität Strafen verhängt werden, von einer Höchststrafe von 5 Jahren Gefängnis bis zu einer Geldstrafe von bis zu 100.000 Baht reichen. Im ersten Jahr der Pandemie war es Thailand gelungen, das Virus mit sehr wenigen Fällen einzudämmen, auch dank der Schließung der Grenzen und der obligatorischen zweiwöchigen Quarantäne für Einreisende aus dem Ausland. Bis heute wurden über 9.000 Ansteckungsfälle und etwa 80 Todesfälle pro Tag bestätigt.

ASIEN/IRAK - Krankenhaus-Brand: Chaldäischer Patriarch bringt Beileid und Verbundenheit mit Opfern zum Ausdruck

Bagdad (Fides) – Der chaldäische Patriarch, Kardinal Louis Raphael Sako, drückte im Namen der gesamten chaldäischen Kirche "tiefe Trauer und Schmerz" über die Tragödie aus, die sich am Montag, 12. Juli, im Krankenhaus "Imam al Hussein" in Nassiriya ereignete, wo bei einem Brand mindestens 92 Menschen in der für Covid-19-Patienten reservierten Station ums Leben kamen. In einer kurzen Botschaft, die von den offiziellen Organen des Patriarchats verbreitet wird, spricht er den Familien der Opfer Beileid und Verbundenheit aus und versichert das Gebet für die Verstorbenen, die er der Barmherzigkeit Gottes anvertraut.
Der Patriarch drückt auch die Hoffnung aus, dass diese x-te Katastrophe im Land – bei denen etwa hundert weitere Menschen verletzt oder vergiftet wurden - dazu beitragen möge, "das Gewissen der irakischen Behörden aufzurütteln" und sie zu veranlassen, ihre "unverständlichen Konflikte“ beiseite zu legen und ihre Kräfte zu bündeln und in dieser „schwierigen Phase“ Verantwortung zu übernehmen, wenn es darum geht, dem Land bei einem Neubeginn zu helfen und Notlagen sowie wirtschaftliche und soziale Probleme zu überwinden, die das tägliche Leben der Bevölkerung belasten.
Auch Papst Franziskus ist erschüttert über den tragischen Brand in einem Iraker Krankenhaus. Der Papst sei den Betroffenen nahe, heißt es in einem durch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Telegramm vom Dienstag an den Apostolischen Nuntius im Land, Erzbischof Mitja Leskovar.
In seguito alla tragedia – riferiscono i media locali - sono stati emessi mandati di arresto contro 13 persone, tra le quali figura anche il responsabile provinciale della sanità, Saddam Sahib al-Tawil.
Unterdessen sollen nach Berichten lokaler Medien im Zusammenhang mit der Tragödie Haftbefehle gegen 13 Personen erlassen worden sein, darunter auch gegen den Gesundheitschef der Provinz, Saddam Sahib al-Tawil.

AMERIKA/KUBA - Bischöfe und Ordensleute appellieren an die Regierung: “Die Menschen auf den Straßen sind keine Kriminellen”

Havanna (Fides) - "Als Bischöfe bereitet uns derzeit besondere Sorge, dass die Antwort auf die Forderungen der Menschen die Unbeweglichkeit der Regierung ist, die dazu beiträgt, den Problemen Kontinuität zu verleihen, ohne zu einer Lösung zu kommen. Wir sehen nicht nur, dass sich die Situation verschlechtert, sondern auch, dass wir uns auf eine Starrheit und Verhärtung der Positionen zubewegen, die negative Reaktionen hervorrufen könnten, mit unvorhersehbaren Folgen, die uns allen schaden würden", so die kubanischen Bischöfe, in einem Kommentar zu den Protesten der Bürger, die am vergangenen Sonntag, 11. Juli, zu Demonstrationen gegen die tragische soziale und wirtschaftliche Lage des Landes und die Untätigkeit der Behörden zusammengekommen waren.
"Eine positive Lösung wird nicht durch Zwang oder Konfrontation erreicht. Nur durch gegenseitiges Zuhören werden gemeinsame Vereinbarungen getroffen und konkrete und greifbare Schritte unternommen, die dazu beitragen, mit Hilfe aller Kubaner ohne Ausschlüsse zusammenzuarbeiten, um die Heimat 'mit allen und zum Wohle aller' aufzubauen. Dies ist das Land, das wir wollen".
Die Straßendemonstrationen, bei denen es am Sonntag, 11. und Montag, 12. Juli in den wichtigsten Städten des Landes zu Zusammenstößen mit der Polizei und zahlreichen Festnahmen kam, wurden ausgelöst von der Verzweiflung der Menschen, die Ernährungssicherheit forderten, die aufgrund steigender Preise, der Verschärfung der Pandemie und des Mangels an Demokratie gefährdet ist. Wie wichtigsten Nachrichtenagenturen berichten, ist die kubanische Regierung unter Miguel Diaz Canel der Ansicht, dass es sich bei den Demonstrationen um ein amerikanisches Manöver handelt, um die Insel zu "destabilisieren".
Die Bischöfe würdigt Maßnahmen die von den Behörden bereits ergriffen wurden, um diese Schwierigkeiten zu lindern, betont jedoch: "Die Menschen haben das Recht, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Hoffnungen zu äußern und öffentlich zum Ausdruck zu bringen, wie hart sie von einigen Maßnahmen betroffen sind".
Abschließend mahnen die Bischöfe "Gewalt erzeugt Gewalt, die heutige Aggression öffnet Wunden und nährt zukünftige Ressentiments, die andauern werden“ und laden alle ein, „die Krisensituation nicht zu begünstigen, sondern mit Gelassenheit und gutem Willen, Zuhören, Verständnis und eine Haltung der Toleranz zu üben, die den anderen berücksichtigt und respektiert, gemeinsam gerechte und angemessene Lösungen zu suchen“ .
Auch die Kubanische Religionskonferenz (ConCuR) äußerte sich zur kubanischen Situation: „Als Ordensleute leben wir diese Ereignisse aus der Perspektive des Glaubens und erkennen auch die Stimme Gottes in diesen Forderungen des Volkes auf den Straßen. Dies sind keine Kriminellen, sondern gewöhnliche Bewohner unserer Städte, die einen Weg gefunden haben, ihre Unzufriedenheit auszudrücken". In diesem Zusammenhang schlagen sie „fünf Punkte vor, die uns wesentlich erscheinen, um die gegenwärtige schwierige Situation zu überwinden und Brüderlichkeit unter allen aufzubauen“, darunter den Schutz des Rechts auf friedliche Meinungsäußerung, die unverzügliche Freilassung all derer, die zu Unrecht inhaftiert wurden; das Recht auf Information und Kommunikation und das gegenseitige Zuhören auf der Suche nach Lösungen.
Bis gestern wurde im Rahmen der Proteste über die willkürliche Festnahme von mindestens 115 Menschen berichtet, darunter auch unabhängige Journalisten, die über die Ereignisse in Kuba berichteten. Die ersten Bilder, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden, zeigten Tausende von Demonstranten, die "Freiheit", während die Regierung die so genannten "Provokationen" mit dem Einsatz von Sondereinheiten bekämpfte.

AMERIKA/MEXIKO - Gewalt in Chiapas: “Ein Problem der öffentlichen Gesundheit”

Mexiko-Stadt (Fides) - Die Gewalt in Chiapas hört nicht auf. Der Italiener Michele Colosio, der als freiwilliger Helfer in der Region tätig ist, wurde am Abend des 11. Juli in der Nähe seines Hauses in San Cristobal de Las Casas ermordet. Der Mörder schoss von einem Motorrad mehrmals auf ihn. Er starb im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen. Seit über 10 Jahren pendelt Colosio zwischen Italien und Mexiko, wo er einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb leitete und sich vor allem der Entwicklung von Bildungsprojekten für Kinder in den ärmsten ländlichen Gegenden engagiert und an verschiedenen sozialen Projekten mitwirkt. Ermittlungen zur Aufklärung des Mordes wurden eingeleitet.
Erst vor einigen Tagen wurde Simón Pedro Pérez López, ein indigener Katechet aus dem Volk der Tzozil aus Pantelho in Diözese San Cristóbal de las Casas getötet, der sich dort für den Schutz der Menschenrechte engagierte.
In einem Schreiben vom 11. Juli bekundet die bischöfliche Kommission für Glaube und soziales Engagement ihre Anteilnahme am "durch Gewalt verursachten Schmerz unserer Brüder und Schwestern im Bundesstaat Chiapas" und beklagt, dass Gewalt in der Realität des Landes „verwurzelt“ sei und das tägliche Leben beeinträchtige. "Es ist ein besonders komplexes Phänomen, das zu einem Problem der öffentlichen Gesundheit geworden ist, da es den Einwohnern Schaden zufügt, Krankheiten verursacht und die Qualität des Lebens verschlechtert und endet in vielen Fällen mit einem Mord", heißt es in dem Schreiben.
"Der gewalttätige Kontext, der in Mexiko andauert“, heißt es weiter, „erfordert, dass Christen und Menschen guten Willens das alltägliche Leben und die menschlichen Realitäten verändern, in dem sie die Nachfolge Jesu in die Praxis umsetzen. Nur so werden wir die Situationen der Sünde und der Strukturen der Ungerechtigkeit, im Dienste Jesu verändern, der gekommen ist, um jedem Menschen seine grundlegende Würde zurückzugeben. Die christliche Gemeinschaft hat dies seit jeher verstanden, weshalb sie die Verkündigung des Evangeliums mit der Anklage von Ungerechtigkeiten verbindet und Aktionen zur Verteidigung der Würde und der Rechte auf den Weg bringt und solidarisch mit den Armen ist “.
Die Kommission lädt daher ein, "zu den grundlegenden Regeln des Zusammenlebens zurückzukehren, die günstige Beziehungen schaffen, die es uns ermöglichen, brüderlichere und gerechtere Gesellschaften aufzubauen“. Sie bekräftigt in diesem Zusammenhang, dass "dass es keinen Sinn macht, von Frieden zu sprechen, wenn Leben zerstört wird". Denn Gewalt, Hunger, Ungerechtigkeit, Lüge, Sklaverei, Krieg und Naturzerstörung „sind Prozesse, die mit den Voraussetzungen, die für Frieden und menschliches Überleben notwendig sind, nicht vereinbar“.

EUROPA/FÜRSTENTUM MONACO - Schwester Jeannette M. Elisabeth Toutiane Bassene zur Nationaldirektorin der Päpstlichen Missionswerke ernannt

Vatikanstadt Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker hat am 15. Juni 2021 Schwester Jeannette Marie Elisabeth Toutiane Bassene von den Töchtern vom heiligen Herzen Mariens (FSC) für die kommenden fünf Jahre (2021-2026) zur Nationaldirektorin der Päpstlichen Missionswerke ernannt.
Die neue Nationaldirektorin wurde am 16. September 1977 in Senegal geboren. Sie trat der Kongregation der Töchter vom Heiligsten Herzen Mariens (FSC) bei und legte 2005 ihre zeitlichen Gelübde ab. Im Jahr 2013folgten die ewigen Gelübde, nachdem sie in Senegal eine Lizenz am Institut für Information und Kommunikation und an der Sophia Antikpolis Universität in Nizza (Frankreich) einen Master in Informatik erworben hatte. Er war Teil des Teams, das für die Seelsorge der katholischen Studenten in Nizza verantwortlich war, und nahm an verschiedenen Aktivitäten der Jugendarbeit teil. Im September 2015 gründete er auf Wunsch des Bischofs von Nizza eine Gemeinschaft ihres Ordens in der Diözese. Im September 2018 wurde sie dem Fürstentum Monaco zugeteilt. 2021 promovierte sie in Informations- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Toulon. Die Ordensgemeinschaft in Monaco ist mit der Seelsorge des Krankenhauses "Princess Grace" betraut. Ihre Mission ist es, Patienten, ihren Familien und dem Gesundheitspersonal zu geistliche zu belgeiten, mit dem sie auch für eine bessere Versorgung von Kranken, Alten und Behinderten zusammenarbeitet.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 14.07.2021

EUROPA/SPANIEN - Missionarisches Hilfswerk „Misión América“ wählt neuen Vorstand

Madrid (Fides) – Das spanische Hilfswerk Misión América wählte einen Vorstand für die nächsten vier Jahre (2021 - 2025): neuer Präsident ist Fernando Redondo Benito aus Toledo, der diese Aufgabe nach eigenen Angaben, mit Verantwortung und Begeisterung im Dienst der Sendung der Kirche ausüben wird, um die Lebensbedingungen der Länder in Lateinamerika und Afrika zu verbessern, in denen spanische Missionare leben und arbeiten. Er wird in diesem Amt von Javier Carlos Gómez von den Missionaren von Valladolid unterstützt, der das Amt des Vizepräsidenten übernimmt; neue Sekretärin ist Frau Pilar García Cabañero aus Albacete und Javier Sobrini übernimmt das Amt des Schatzmeisters. Mitglieder Vorstands sind José Luis Arjona, María José Ballesteros und Pfarrer José María Calderón, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke sowie Frau Carmen García-Castro.
Als Nichtregierungsorganisation für Entwicklung wurde Misión América am 17. November 1993 mit Zustimmung der spanischen Missionare im Rahmen eins Treffens der Organisation für spanisch-amerikanische Zusammenarbeit Priesterzusammenarbeit (OCSHA) gegründet. Seit damals arbeite „Misión América“ eng mit der Kommission für Mission und kirchliche Zusammenarbeit der spanischen Bischofskonferenz zusammen sowie mit den Missionsabteilungen aller Diözesen und unterstützt Missionare insbesondere bei der Entwicklung und Förderung kleiner sozialer Projekte.
Die Wahl fand in den Räumlichkeiten der Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke in Spaniens statt. Es nahmen auch der der Präsident der Bischöflichen Kommission für die Missionen der Spanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Francisco Pérez González von Pamplona (und Bischof von Tudela) und der Nationaldirektor der PMS, Pfarrer José María Calderón Castro teil.
Das missionarische Hilfswerk Misión América ist mit seinen Delegationen in ganz Spanien und in vielen Ländern Lateinamerikas präsent, außerdem es Teil des Netzwerks für solidarische Entwicklung „REDES“, einer Gruppe von 50 Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, die bei Bürger für die Sorge die Sorge und das Engagement für eine gerechtere und solidarische Welt sensibilisieren wollen und in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und sozialen Institutionen Alternativen auf der Grundlage christlicher Werte anbieten wollen.

AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - Kardinal Monsengwo ist tot: “Eine prophetische Stimme“

Kinshasa (Fides) - "Wir trauern um Kardinal Laurent Monsengwo Pasinya. Er war eine prophetische Stimme der Kirche in Afrika und wird dies auch in Zukunft bleiben. Sein Engagement galt dem Triumph von Gerechtigkeit, Wahrheit und Frieden", so Pater Donald Zagore, ivorischer Priester der Gesellschaft für Afrikamissionen, zum Tod des emeritierten Erzbischofs von Kinshasa am Sonntag, der am vergangen 11. Juli 2021 in Versailles verstarb, wo sich der Kardinal, der seit einiger Zeit krank war, zur Behandlung im Krankenhaus befand.
"Wenn wir auf Persönlichkeiten wie Tchibango, Erzbischof Joseph Albert Malula, der als einer der Gründerväter der afrikanischen Kirchen, insbesondere der von Kinshasa gilt, und jetzt Kardinal Monsengwo kann man nicht sagen, dass die Kirche in Afrika keine großen Propheten gehabt hätte. Tatsächlich darf der Kongo“, so der ivorische Theologe, „nicht nur als die ökologische Lunge Afrikas betrachtet werden, sondern auch als seine spirituelle Lunge mit seinen Propheten, die er der örtlichen Kirche geschenkt hat."
Kardinal Malula galt als afrikanischer Apostel der Inkulturation. „Sein großer Wunsch war es, eine kongolesische Kirche in einem kongolesischen Staat zu haben. Den menschgewordenen, lebendigen Christus wollte er in der kongolesischen Realität sehen und das war war die treibende Kraft seiner pastoralen Tätigkeit. Eine Kampf, den er bis ans Ende seines Lebens gekämpft hat."
Wie Malula mit der Inkulturation hat Kardinal Monsengwo mit seinem politischen Engagement ein grundlegendes pastorales Tätigkeitsfeld für den afrikanischen Menschen im Allgemeinen und für die Kirche in Afrika im Besonderen eröffnet. Der Kardinal gilt in der politischen Welt als Apostel der Seelsorge. "Monsengwo hat verstanden, dass die politische Sphäre der Kirche nicht fremd sein darf", schließt Pater Zagore. „Die Erlösung betrifft die ganzheitliche Realität und muss auf alle Bereiche der afrikanischen Gesellschaft ausgedehnt werden, insbesondere auf Gebiete, in denen größeres Leid herrscht.“

AFRIKA/ÄGYPTEN - Insgesamt 22 kirchliche Verlage auf der Internationalen Buchmesse in Kairo

Kairo (Fides) - Mindestens kirchliche 22 Verlage in Ägypten verbunden stellen auf der 52. Internationalen Buchmesse in Kairo ihre Bücher und redaktionelle Produkte aus. Unter den Ständen christlicher Aussteller befindet sich auch der des koptisch-orthodoxen Klosters des heiligen Makarios und des Kulturzentrums der Franziskaner für die Veröffentlichung der Katholischen Kirche in Ägypten hervor, das auf der Messe 18 Neuerscheinungen präsentiert, darunter einige, die der Jungfrau Maria gewidmet sind. Die Lebendigkeit der in Ägypten präsenten Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften drückt sich seit langem durch Qualität und Quantität der Initiativen aus, die von verschiedenen kirchlichen Realitäten im Verlags- und Medienbereich gefördert werden. Die Präsenz einer beträchtlichen Zahl christlicher Verleger auf der in Ägypten veranstalteten Internationalen Buchmesse bestätigt die Bereitschaft der Branchenbetreiber, auf die Krise im Verlagswesen, die sich in den letzten Jahren durch die Pandemie verschärft hat, zu reagieren und ihr nicht zu erliegen. In den Ausstellungsräumen der koptisch-orthodoxen Kathedrale in Kairo fand in der Vergangenheit mehrmals die „Koptische Buchmesse“ statt, eine kulturelle Veranstaltung, an der zeitweise etwa vierzig Verlage teilnahmen, die sich in Trägerschaft den einheimischen kirchlichen Gemeinschaften befinden.
Die in Kairo veranstaltete Messe ist die größte und älteste internationale Buchmesse der arabischen Welt. Die Messe findet in der Regel im Januar statt. In diesem Jahr wurde die Eröffnung der Veranstaltung auf dem Kairoer Messegelände aufgrund der Pandemie auf den 30. Juni verschoben.

AMERIKA/VENEZUELA - Botschaft der Bischöfe: “Jeder von uns muss zum Neubeginn unseres Landes beitragen”

Caracas (Fides) - "Eine Botschaft der Hoffnung in der Liebe Gottes und des persönlichen und gemeinschaftlichen Engagements für einen Neubeginn unseres Landes inmitten so vieler Katastrophen und Leiden, die uns heimsuchen" kommt von den Bischöfen Venezuelas am Ende ihrer ordentlichen Vollversammlung. Die Botschaft mit dem Titel „Jedes Reich, das in sich gespalten ist geht zugrunde“ (Mt 12,25) stellt die gegenwärtige Realität des Landes dar, das sich in einer tiefen Krise befindet, die von den Bischöfen bereits mehrfach angeprangert wurde. An erster Stelle steht dabei die Covid-19-Pandemie, die Krise in Gesundheitseinrichtungen, das Fehlen eines Impfplans: "Man darf nicht mit dem heiligen Recht auf Gesundheit spielen", unterstreichen sie im Text und fordern die Regierung auf, Krankenhäuser mit den notwendigen Mitteln auszustatten und Kranken zu helfen. Schließlich fordern sie "eine echte und ernsthafte Impfkampagne für die gesamte Bevölkerung".
Das Bildungssystem habe seit einigen Jahren und besonders während der Pandemie gravierende Probleme. In diesem Zusammenhang beklagen die Bischöfe unzureichende Gehälter für Lehrer und Online-Unterricht, wobei gleichzeitig weniger als 20% der Familien Zugang zum Internet haben. „Die Bildungspolitik muss einen globalen Bildungspakt anstreben, der alle einbezieht“, unterstreichen die Bischöfe.
Die Bischöfe verurteilen sodann die jüngste Bandengewalt in der Hauptstadt und anderen Teilen des Landes und bekunden ihre Solidarität mit den Opfern. Die staatlichen Institutionen bitten sie darher, "nicht das zentrale Prinzip der Menschenwürde zu schützen und dabei persönliche Sicherheit der Bürger über jedes andere Interesse zu stellen". In diesem Zusammenhang bedauern sie Menschenrechtsverletzungen, die Personen oder Organisationen in Venezuela erlitten haben, und fordern die zuständigen Behörden auf, "ihre Mission gemäß der Verfassung der Republik zu erfüllen". Außerdem fordern sie "die körperliche Unversehrtheit und die sofortige Freilassung der Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen, die die Rechte aller Venezolaner schützen und für sie kämpfen".
Die Bischöfe warnen die Mitglieder der Nationalversammlung und alle Männer und Frauen guten Willens auch vor den „Gefahr der sogenannten ‚Gender-Ideologie‘“, die „der wissenschaftlichen Wahrheit und dem gesunden Menschenverstand widerspricht … und aus großen wirtschaftlichen Interessen entstanden ist". Sie äußern ihre „Besorgnis über die fortschreitende politische Spaltung“. „Sowohl in der Regierung als auch in der Opposition werden starke Gegensätze geschaffen, die auf persönlichen Ambitionen, Sektierertum und Machtkämpfen beruhen“, beklagen die Bischöfe. Die Regionalwahlen "sind eine ausgezeichnete Gelegenheit, die lokale und regionale Führung zu stärken, und für die Aspiranten als Gelegenheit zu sehen, unseren Mitbürgern zu dienen und das Gemeinwohl zu fördern", heißt es in der Botschaft.
Im zweiten Teil ihres Schreibens appellieren die Bischöfe an das Bewusstsein für Solidarität und Gemeinschaft bei der Lösung von Konflikten und der Überwindung besorgniserregender Situationen. „Nur mit vereinten Kräften und Willen können wir das Land voranbringen und als Menschen und als Volk zum Wiederaufbau unseres Landes beitrage". Um dieses Ziel zu erreichen, müsse es „eine echte Beteiligung aller Bürger am Neubeginn unseres Landes“ geben. „Das Ziel des Gemeinwohls für unser Land werden wir nie erreichen und vor werden wir nicht in der Lage sein, Armut und materielles und moralisches Elend auszurotten, wenn wir unsere Bemühungen nicht vereinen und alle gemeinsam auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, das die Befreiung und ganzheitliche Entwicklung unseres Volkes beinhaltet.“ Unter Berufung auf Papst Franziskus bekräftigen die Bischöfe schließlich: „Die Synodalität ist ein wichtiger Beitrag, den die Kirche in unserem Land leistet, wenn sie uns einlädt, gemeinsam zu gehen. Wir alle müssen die Menschen bei der Suche nach den authentischsten Formen der Entwicklung begleiten“.
"Gott ruft uns in diesem Moment zur Solidarität auf“, schlussfolgern sie, „was bedeutet, auf den verzweifelten und hoffnungsvollen Schrei der Armen zu hören, die Situation zu analysieren und die gemeinschaftliche, soziale und politische Organisation zu fördern, um die strukturellen Ursachen der Armut zu bekämpfen."

ASIEN/INDIEN - Präses des Priesterseminars “St. Peter the Apostle” in Bangalore ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, hat am 25. Mai 2021 Pfarrer Richard Britto aus dem Klerus der Diözese Mysore zum Präses des interregionalen Priesterseminars “St. Peter the Apostle” in der Erzdiözese Bangalore in Indien ernannt.
Der neue Rektor wurde am 20. Juli 1971 geboren und am 5. Mai 1998 zum Priester geweiht. 2005 erwarb er den Master in Philosophie am Priester Seminar „St. Peter the Apostle“ und 2009 den Doktortitel in Philosophie an der Päpstlichen Universität „Salesiana“ in Rom. Seit 16 Jahren ist er Mitarbeiter im Priesterseminar "St. Peter the Apostle", wo er bereits seit als 2016 Vizerektor tätig war.


FAO: Weltweiter Hunger hat durch Corona zugenommen

„Die Welt bewegt sich weg vom Ziel, den Hunger bis 2030 zu überwinden“

Hunger * FAO * Corona * Welternährungsgipfel

 

(Berlin/bfw) -

Dagmar Pruin, Präsidentin Brot für die Welt, zum Anstieg der Zahl der Menschen, die an Hunger leiden:

 

„Der dramatische Anstieg der Zahl hungernder Menschen, der heute von der FAO bekanntgegeben wurde, muss Politik, Zivilgesellschaft und internationale Staatengemeinschaft endlich aufrütteln. Die FAO geht davon aus, dass im vergangenen bis zu 118 Millionen Menschen mehr an chronischem Hunger gelitten haben als im Vorjahr. Damit ist die Zahl der Menschen, die weltweit hungern auf bis zu 811 Millionen Menschen gestiegen. Dieser Anstieg belegt leider, dass die von Covid-19 verursachte Krise die Zukunftsperspektiven der schwächsten und ärmsten Menschen auf der Welt weiter verdüstert. Die Welt bewegt sich sprunghaft weg vom Ziel, den Hunger bis 2030 zu überwinden.

 

Es wird Zeit, dass die Weltgemeinschaft - neben dem Ziel, alle Menschen gegen Covid-19 zu impfen - endlich konkrete Maßnahmen unterstützt, um Selbstversorgung und regionale Märkte zu stärken, damit sich auch arme Menschen ausreichend und gesund ernähren können – auf dem Land und in der Stadt. Ein Drittel der Menschheit hat laut FAO keinen Zugang zu gesunder Nahrung und leidet unter Ernährungsunsicherheit. Das sind 2,37 Milliarden Menschen. Es wird Zeit, Agrarökologie und den Einsatz traditionellen Wissens und nachhaltiger Technologien zu fördern. 

 

Mit Sorge sehen wir jedoch, dass die Vereinten Nationen einen Welternährungsgipfel vorbereiten, der der industriellen und globalisierten Landwirtschaft Vorrang gibt. Bei der Suche nach Wegen, den weltweiten Hunger zu besiegen, muss die Vielfalt der Lösungswege und Nahrungsangebote kleinbäuerlicher Produzentinnen und Produzenten, von Indigenen, Fischern und Hirten in den Beratungen eine zentrale Rolle spielen. Sie erzeugen 60 bis 70 Prozent der Nahrungsmittel in Entwicklungsländern, wie auch die FAO bestätigt. Wir appellieren deshalb an die Bundesregierung, ihren Einfluss zu nutzen, den Trend zum Vorrang für die industrielle Landwirtschaft umzukehren. Sonst läuft uns die Zeit davon, bis 2030 das Ziel ‚Null Hunger‘ zu erreichen.“

 

Hintergrund:

Die Ernährungs- und Landwirtschaftorganisation der Vereinten Nationen (FAO), gibt gemeinsam mit anderen UN-Organisationen jährlich einen Bericht zum Stand der globalen Ernährungssituation heraus, den „State of Food Security and Nutrition in the World“. Dieses Jahr erscheint der Bericht im Rahmen der jährlichen Tagung des „Hochrangigen Politischen Forums“ (HLPF) der Vereinten Nation in New York zur Bewertung des Stands der Zielerreichung bei den 17 Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030. Der neue FAO-Bericht geht davon aus, dass 2030 noch immer 660 Millionen Menschen hungern werden.

Als Hauptursachen für die Entwicklung nennt die FAO neben wirtschaftlichen Krisen, Konflikten und der Klimakrise  auch die wirtschaftliche Ungleichheit.

 

 

Im aktuellen Bericht finden sich nicht nur die neuesten Zahlen zu Hunger, Mangelernährung und zur globalen Ernährungssituation. Schwerpunkt ist auch eine Analyse der unterschiedlichen Ernährungssysteme und ihres möglichen Beitrages zur Hungerbekämpfung. Wie schon die vor kurzem veröffentlichten Leitlinien des Welternährungsrates zu Ernährungssystemen scheut sich der Bericht jedoch, die industrielle Agrarproduktion und den weltweiten unfairen Agrarhandel nebst der Rolle von Agrar- und Lebensmittelkonzernen in ihrer Mitverantwortlichkeit für den Anstieg der globalen Hungerzahlen deutlich zu benennen. Immerhin erkennt die FAO an, dass die agrarökologischen Ansätze von Millionen Nahrungsproduzentinnen und –produzenten in Landwirtschaft, Viehhaltung, Waldnutzung und Fischerei der Schlüssel sind, um Mangelernährung und Hunger zu überwinden und auch die Ernährungssituation in den Städten deutlich zu verbessern. 


FIDES-NACHRICHTEN - 13.07.2021

AFRIKA/SÜDSUDAN - Diözese Rumbek betet für die weitere Genesung von Bischof Carlassare: „Wir wollen Vergebung und Einheit verkünden“

Rumbek (Fides) - Katholische Laien und Ordensleute sowie der gesamte Klerus der Diözese Rumbek wurden am 3. Juli eingeladen, sich im Gebet für die weitere Genesung des gewählten Bischofs Christian Carlassare zu beten. Der Bischof und Comboni-Missionar des Herzens Jesu (MCCJ) wurde in der Nacht zum 25. April 2021 durch Schüsse verwundet.
„Wir laden alle unsere Gemeinden, die verschiedenen Pfarreien von Rumbek, die Schulen und Gebetsgruppen ein, vereint zu bleiben und weiterhin für die Genesung unseres gewählten Bischofs und für seine Rückkehr nach Rumbek zu beten“, erklärte der Generalvikar der katholischen Diözese, Pfarrer Andrea Osman Okello.
„Mögen wir alle weiter im Glauben und in der Hoffnung wachsen, damit wir die Freude des Evangeliums in unserer Welt weitergeben. Als pilgerndes Volk Gottes wollen wir gemeinsam voranschreiten und uns gegenseitig auf dem Weg unterstützen und dabei die Botschaft der Vergebung und der Einheit mit allen teilen, denen wir begegnen “, heißt es in dem Gebet, mit dem auch um die Fürsprache der Heiligen Josephine Bakhita und des heiligen Daniele Comboni gebeten wird.
Der Comboni-Missionar wurde nach dem Anschlag zunächst im Krankenhaus des italienischen Hilfswerks „Medici con l’Africa CUAMM“ in Rumbek behandelt und anschließend in die kenianische Hauptstadt geflogen, wo er in das Krankenhaus von Nairobi eingeliefert wurde . Bischof Carlassare wurde am 17. Mai zur häuslichen Pflege aus dem Krankenhaus entlassen.
Der italienische Ordensmann war von seiner Ankunft in der zentralostafrikanischen Nation im Jahr 2005 bis zu seiner Ernennung zum Bischof von Rumbek in der Diözese Malakal im Südsudan tätig. Im Mai 2021 beaufragte Papst Franziskus Bischof Matthew Remijio von Wau (Südsudan), als Apostolischer Administrator die Leitung der Diözese Rumbek bis zur vollständigen Genesung von Bichof Carlassare zu übernehmen.

ASIEN/IRAK - In der Ebene von Ur soll eine christliche Pilgerkirche entstehen

Bagdad (Fides) – In der Ebene von Ur im heutigen irakischen Gouvernement Dhi Qar soll eine christliche Kirche gebaut werden, die insbesondere für die christlichen Pilger aus dem Irak und der ganzen Welt gedacht ist, die jenen Ort besuchen wollen, an die Reise des Propheten Abraham in das Gelobte Land begann. Das Projekt des chaldäischen Ingenieurs Adour Ftouhi Boutros Katelma wurden in den vergangenen Tagen dem chaldäischen Patriarchen Louis Raphael Sako präsentiert hat. Wie das Patriarchat berichtet, will der irakische Ingenieur das Projekt und die für die Realisierung notwendigen Mittel in Form einer Spende bereitzustellen. Patriarch und Kardinal Sako seinerseits ermutigten die Initiative und schlugen vor, die Kirche „Ibrahim al Khalil“ (Abraham, Vater aller Gläubigen) zu widmen, während ein angeschlossener Versammlungsraum für Pilger nach Papst Franziskus benannt werden soll, der am 6. März dieses Jahres die Ebene von Ur im Rahmen seiner Reise in dieses Land besuchte. Während des Treffens zwischen dem Ingenieur Boutros Katelma und Patriarch Sako stellte sich heraus, dass auch der irakische Premierminister Mustafa al Kadhimi seine Zustimmung zu dem Projekt bereits zum Ausdruck gebracht haben soll.
„Auf diesem Platz, vor dem Haus unseres Vaters Abraham, fühlt es sich an, als würde man nach Hause kommen“, so Papst Franziskus in seiner Ansprache im heutigen Nadschaf, wo er vom Großen Ayatollah Ali al Sistani empfangen worden war, in seine Rede am 6. März 2021 in der Ebene von Ur. In seiner Rede, die auf die Lesung von Ausschnitten aus dem Buch Genesis und dem Koran und dem persönlichen Bericht von vier Zeugnissen von Gläubigen aus dem Irak folgte, hatte der Papst die Reise des Abraham Reise von Ur ins Gelobte Land als Sinnbild für die Reise bezichnet, zu der alle Gläubigen und die gesamte Menschheitsfamilie berufen sind, wenn es darum geht die Finsternis der Gegenwart zu durchqueren und sich den "Traum Gottes" zu eigen zu machen, der „alle Menschen zum Glück geschaffen hat“. „Gott forderte Abraham auf, zum Himmel hinaufzusehen und die Sterne zu zählen (vgl. Gen 15,5). In diesen Sternen sah er die Verheißung seiner Nachkommenschaft, sah er uns. Und heute ehren wir – Juden, Christen und Muslime – gemeinsam mit den Brüdern und Schwestern anderer Religionen unseren Vater Abraham, indem wir es ihm gleichtun: Wir sehen zum Himmel hinauf und gehen unseren Weg auf Erden“, so der Papst wörtlich.
Samstag, den 8. Mai, waren Dutzend Vertreter verschiedener christlicher Kirchen aus der ganzen Welt nach Ur gekommen, um beim Haus Abrahams gemeinsam zu einer einzigartigen ökumenischen Feier zusammengekommen, der auch die Hoffnung innewohnte, dass der Fluss der christlichen Pilgerreisen in dieses Gebiet bald wieder beginnt.
 

 

 

AMERIKA/PARAGUAY- Bischöfe auf der Suche nach der geeigneten “Medizin” für die soziale Gesundheit

Asuncion (Fides) - "Im Bewusstsein, dass der evangelische Weg des Zuhörens, der Synodalität, des Dialogs und der Beratung" möglicherweise "die geeignete Medizin für die soziale Gesundheit darstellt", vertrauen sich die Bischöfe von Paraguay der Fürsprache der Gottesmutter von Caacupé und dem Gebet aller Christen an. Dies betonen die Bischöfe von Paraguay am Ende ihrer Vollversammlung, die am 8. und 9. Juli in Anwesenheit der Bischöfe stattfand, während der erste Teil der Sitzungen am 5. und 6. Juli in virtueller Form veranstaltet worden war. In ihrer Botschaft teilen die Bischöfe mit, dass bei den „Momente des Gebets und der Reflexion verschiedene Aspekte der kirchlichen und nationalen Realität im Mittelpunkt standen“ und man sich dabei auf „das Erkennen der Zeichen der Zeit auf der Suche nach den Willen Gottes“ konzentriert habe.
Zuhören ist auch die Grundhaltung des ersten Schrittes bei der Vorbereitung der Kirchenversammlung Lateinamerikas und der Karibik, die im November in Mexiko stattfinden wird. Diese Veranstaltung verstehe sich als „eine Erfahrung, die die Gemeinschaft der lateinamerikanischen Kirche stärkt und sie für die universelle Gemeinschaft öffnet", betonen die Bischöfe und ermutigen "alle Gläubigen auf persönlicher und gemeinschaftlicher Ebene", sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen. Mit Blick auf einen synodalen Weg wolle man "Initiativen und konkrete Aktionen des Dialogs zwischen den verschiedenen Sektoren und Akteuren des nationalen Lebens zu fördern, um Vorschläge und einvernehmliche Bemühungen zu entwickeln, die Lösungen für die großen Herausforderungen und die vielen Bedürfnisse unserer Brüder und Schwestern bieten, insbesondere der am stärksten von Ungleichheit und Armut betroffen“.
Das Jahr der Eucharistie, das die paraguayische Kirche in diesem Jahr unter dem Motto „Sie erkannten ihn am Brechen des Brotes“ erlebt, sei zudem eine Einladung, zur „Begegnung mit Christus im Geheimnis des Allerheiligsten Sakraments“. Die Bischöfe bekräftigen, dass "die Sendung der Jünger aus dem Feuer des Herzens geboren und weitergegeben wird, das auf den lebendigen Christus hört, der weiterhin für viele das Brot bricht und die Hoffnung nährt, dass wir durch seine Entmutigung auch die Schwierigkeiten überwinden können, die Entfernungen, die uns trennen, die Hindernisse, die uns aufhalten“. Die Bischöfe erinnern an „verschiedener Formen moralischer, sozialer und institutioneller Korruption die das friedliche Zusammenleben zu beeinflussen und ein würdevolles Leben von uns allen, die wir Brüder und Schwestern sind, zu verhindern“, die es zu bekämpfen gelte. „Mit Christus vereint, sind wir alle getauft, durch unsere Verkündigung und Zeugnis ‚Salz der Erde und Licht der Welt‘ zu sein“, mahnen die Bischöfe.
Im abschließenden Teil konzentriert sich die Botschaft auf die Covid-19-Pandemie und die Folgen für Bildungsprozesse und stellt fest, dass „neue Technologien und Kommunikationsplattformen“ zwar in der aktuellen Situation „eine große Hilfe“ sein, aber „den persönlichen Kontakt und die Begleitung im Bildungsprozess nicht ersetzen“. Und es gebe "die digitale Kluft in der Ungleichheit des Zugangs zu technischen Mitteln und Ressourcen ...". Nur gemeinsam könne man die Pandemie und ihre Folgen überwinden: „Die gemeinsamen Anstrengungen von Wissenschaft, Medizin, Sozialvermittlern und Religionsgemeinschaften tragen dazu bei, Ängste abzubauen, Zweifel zu klären und die gebührende Aufmerksamkeit aller Sektoren auf Solidarität und einen gerechten Zugang zu Impfstoffen und medizinischen Ressourcen zu fördern. Es ist notwendig, dass die öffentliche Verwaltung in dieser Notlage weiterhin die notwendigen Ressourcen bereitstellt und das Engagement für die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger festigt“. Die Bischöfe drücken in diesem Zusammenhang abschließend den Ärzten und dem Gesundheitspersonal ihren Dank aus und erinnern an alle Verstorbenen und ihre Familien.
Am Ende bedauern die Bischof „Unsicherheit, Gewalt, Entführungen und Misshandlungen“ mit denen sich indigene Völker“ vielfach konfrontiert sehen und fordern, „ein weiteres endemisches Übel auszurotten, das unser soziales Leben und die friedliche Koexistenz" bedroht und fordern die Verantwortlichen für Sicherheit und Recht auf, „die Mittel zu stärken, um die Achtung des Eigentums und des Lebens der gesamten Bevölkerung zu gewährleisten".

AMERIKA/HAITI - Papst betet für Haiti: Ordensleute fordern Gerechtigkeit für Opfer jeder Art von Gewalt

Port au Prince (Agenzia) „In den vergangenen Tagen galt mein Gebet oft Haiti, nach der Ermordung des Präsidenten und der Verwundung seiner Frau. Ich schließe mich dem herzlichen Appell der Bischöfe des Landes an, »die Waffen niederzulegen, das Leben zu wählen, zu entscheiden, brüderlich im Interesse aller und im Interesse Haitis zusammenzuleben«. Ich bin dem teuren haitianischen Volk nahe; ich hoffe, dass die Spirale der Gewalt aufhört und dass die Nation den Weg in eine Zukunft des Friedens und der Eintracht wieder aufnehmen kann“, so Papst Franziskus beim sonntäglichen Angelus-Gebet am gestrigen 11. Juli, am Fenster im zehnten Stock des römischen Gemelli-Krankenhauses, wo er sich nach seiner Darm-Operation noch zur Genesung aufhält.
Nach der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse (vgl. Fides 7/8/2021) bat die Konferenz der Haitianischen Ordensleute (CHR) um rasche Aufklärung: "Die Ordensleute in Haiti fordert eine Untersuchung, um dieses abscheuliche Verbrechen aufzuklären, damit alle Schuldigen vor Gericht gestellt werden können", heißt es in dem gemeinsamen Dokument. Dies sei auch Anlass um, "im ganzen Land Gerechtigkeit für alle anderen Opfer von Gewalt zu fordern", heißt es.
Die Ordenskonferenz verurteilt in der Erklärung „ mit aller Kraft die Gewalt, wo immer sie herkommt in all ihren Formen und erneuert ihre Hoffnung und ihr aufrichtiges Engagement im Kampf für die Wiederherstellung einer menschlicheren und brüderlichen Gesellschaft, die auf der Achtung der Rechte, Würde und Versöhnung zwischen allen Töchtern und Söhnen der Nation basiert". Die Ordensleute tun dies ausgehend von den „Werten des Evangeliums“ und in ihrer Eigenschaft als „privilegierter Zeugen der legitimen Bestrebungen des haitianischen Volkes“.
Unterdessen ist Haiti die Lage auch auf politischer Ebene sehr angespannt und schwierig. Nach der Ermordung des Staatsoberhauptes versuchten Senat und Opposition, den leeren Platz im Präsidentenamt zu besetzen. Am Freitag, 9. Juli, verabschiedete der Senat eine Resolution (8 Ja-Stimmen, 2 Enthaltungen) zur Ernennung des Senatspräsidenten, Senator Joseph Lambert, zum Übergangs-Präsidenten von Haiti bis zum Amtsantritt des neuen Parlaments am zweiten Montag im Januar 2022 und der Ernennung eines neuen Präsidenten, der am 7. Februar 2022 gewählt werden soll.

AMERIKA/VENEZUELA - Kampagne zum Weltmissionssonntag 2021: “Zeugen des Unmöglichen"

Caracas (Fides) - Im Rahmen der Ordentlichen Vollversammlung der venezolanischen Bischöfe, sprach der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke (PMS) in Venezuela, Pfarrer Ricardo E. Guillén, am Freitag, den 9. Juli, den Bischöfen die diesjährige Kampagne zum Weltmissionssonntag 2021, „Domund 2021“. Diese schwierigen von der Pandemie geprägten Zeiten stellen auch die Art und Weise der Durchführung von Missions- und Evangelisierungsinitiativen vor neue Herausforderungen. Aus diesem Grund möchte die Missionskampagne Oktober 2021 der Kirche in Venezuela auch die Möglichkeit bieten, über die neue Realität der Missionsarbeit nachzudenken und sich über Erfahrungen und Herausforderungen für die Zukunft auszutauschen.
Die Kampagne 2021 steht unter dem Motto, das Papst Franziskus als Thema seiner Botschaft für den Weltmissionstag vom kommenden 24. Oktober aus der Apostelgeschichte wo es heißt: "Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben“ (4,20). Das gewählte Thema lautet daher in abgewandelter Form: „Missionare, Zeugen des Unmöglichen“ mit Blick auf die venezolanischen Realität.
Pfarrer Ricardo Elías Guillén präsentierte den Bischöfen das für diesen Tag vorbereitete Plakat und die Arbeitsmaterialien für die Gestaltung der Initiativen zur Kampagne und den „Wettbewerb der Solidarität“ mit denen die Päpstlichen Missionswerke Venezuela neue Formen des Bewusstseins und der Zusammenarbeit für die Missionare und die Weltkirche anregen wollen.

EUROPA/KROATIEN - Schwester Ivana Margarin zur Nationaldirektorin der Päpstlichen Missionswerke ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker hat am 15. Juni 2021 hat Schwester Ivana Margarin von der Kongregation der Töchter von der Göttlichen Liebe (FDC) für fünf Jahre (2021-2026) zur Nationaldirektorin der Päpstlichen Missionswerke in Kroatien ernannt.
Die neue Nationaldirektorin wurde am 22. Oktober 1983 in Karlovac (Kroatien) geboren, wo sie die Grundschule und das Gymnasium besuchte. 2001 trat sie der Kongregation der Töchter der Göttlichen Liebe (FDC) bei. Ihre ersten Gelübde legte sie 2006 ab und die ewigen Gelübde folgten 2011 in Zagreb. 2007 schloss sie ihr Studium der Anglistik ab, 2013 das der italienischen Sprache und Literatur sowie der Informatik. Seit 2016 ist sie Sekretärin der FDC-Provinz Zagreb und Ausbilderin für die Ausbildung der Kandidaten ihres Instituts.


Aktion Dreikönigssingen 2022: „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“

Sternsinger machen auf Gesundheitsversorgung von Mädchen und Jungen in Afrika aufmerksam

 

(Aachen/Düsseldorf/kmw) - „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“ lautet das Motto der kommenden, 64. Aktion Dreikönigssingen. Die Sternsinger werden dabei auf die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika aufmerksam machen. In vielen Ländern des Globalen Südens ist die Kindergesundheit aufgrund schwacher Gesundheitssysteme und fehlender sozialer Sicherung stark gefährdet. In Afrika sterben täglich Babys und Kleinkinder an Mangelernährung, Lungenentzündung, Malaria und anderen Krankheiten, die man vermeiden oder behandeln könnte. Die Folgen des Klimawandels und der Corona-Pandemie stellen zusätzlich eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dar. 

 

Laut Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen hat jedes Kind ein Recht auf Gesundheit. Die Sternsinger-Partner setzen sich mit vielfältigen Programmen weltweit für die Verwirklichung dieses Rechts ein. Bei der Aktion Dreikönigssingen 2022 wird das Engagement der Sternsinger beispielhaft an Projekten in den Ländern Ägypten, Ghana und dem Südsudan veranschaulicht, in denen die Gesundheitssituation von Kindern dank des Einsatzes der Mädchen und Jungen in Deutschland verbessert werden kann. 

 

Die bundesweiten Träger der Aktion, das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), blicken optimistisch auf die 64. Ausgabe der größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. „Wir freuen uns auf eine segensreiche Sternsingeraktion, die ein bedeutendes und aktuelles Thema in den Mittelpunkt rückt“, sagt Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks. „Die anhaltende Corona-Pandemie zeigt einmal mehr, welch hohes Gut die Gesundheit ist. Die kommende Aktion bringt den Sternsingerinnen und Sternsingern nahe, wie Kinder in Afrika unter schwierigen gesundheitlichen Bedingungen aufwachsen. Denn obwohl bei der medizinischen Versorgung von Mädchen und Jungen weltweit viele Fortschritte erzielt werden konnten, hat bis heute die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zu einer ausreichenden Gesundheitsversorgung“, so Bingener.

  

Domvikar Stefan Ottersbach, BDKJ-Bundespräses, betont: „Das Engagement der Sternsinger für die Kinder in der Einen Welt, die unter den Folgen der Corona-Pandemie besonders leiden, ist enorm wichtig. Wir sind den vielen Mädchen und Jungen sehr dankbar, die vor allem die vergangene Aktion, die in vielerlei Hinsicht eine besondere war, trotz aller Schwierigkeiten gemeistert haben. Ich bin überzeugt, dass sie auch die nächste Aktion mit viel Begeisterung erfolgreich gestalten und die frohe Botschaft in die Welt tragen.“ 

 

Rund 1,19 Milliarden Euro, mehr als 75.600 Projekte

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 1,19 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 75.600 Projekte für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration. Träger der Aktion sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). 

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 10.07.2021

AFRIKA/SÜDSUDAN - Bischof von Tombura-Yambio bittet erneut um Hilfe für die Opfer der jünsten Gewalt

Juba (Fides) - "Tausende Menschen haben ihr Leben verloren, andere sind vertrieben worden und leben aufgrund des Mangels an Nahrung, Wasser und Versorgung unter verheerenden Bedingungen", so Erzbischof Barani Eduardo Hiiboro Kussala von Tombura – Yambio, der um ringende Hilfe für die Opfer der jüngsten Angriffe in verschiedenen Teilen des Staates Western Equatorial im Südsudan, die Tausende von Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat veranlasst haben. Die Diözese Tombura-Yambio liegt in der betroffenen Region und Bischof Hiiboro hatte erst kürzlich über die Fides einen Aufruf zur Einstellung der Kämpfe lanciert.
Der Bischof drückte seine tiefe Besorgnis über das Schicksal Tausender Kinder und Erwachsener aus, insbesondere in den Regionen um Tombura und in Source-Yubu (Rii-Yubu) Payam, wo die „Krise wahrscheinlich zu noch höheren Unterernährungsraten, Krankheitsausbrüchen und Todesfällen führen wird, die schutzbedürftige Menschen aufgrund der schlechten Bedingungen, unter denen diese Menschen leben gefährden“.
In seinem Appell an die Gläubigen der Diözese und an Menschen guten Willens erinnerte Bischof Hiiboro daran, dass die Gewalt zwischen dem 19. Und 22. Juni, kurz vor dem Amtsantritt der neuen Regierung begann, „als Bewaffnete einige Dörfer angriffen, auf die Einwohner schossen und viele töteten, plünderten und Eigentum verbrannten, und damit mindestens 21.000 Menschen, darunter fast die Hälfte Kinder, zwangen aus ihren Häusern zu fliehen“.
Erzbischof Hiiboro betont, dass "die neue Welle der Gewalt, die zu den jüngsten Vertreibungen führt, die humanitäre Bedürftigkeit zu einer Zeit erhöht, in der das südsudanesische Volk bereits mit den Folgen der COVID-19-Pandemie und jahrelangen Konflikten und Unsicherheit konfrontiert ist".
Darüber hinaus "bedrohen Kämpfe für das Leben der am stärksten gefährdeten Kinder und Frauen unmittelbar und werden zudem zu einer verstärkten Unterernährung bei Kindern und schwerwiegenden Verletzungen ihrer Rechte führen" .
Der Bischof bat die "insgesamt 35 Pfarreien, Institutionen und Abteilungen der Diözese Tombura-Yambio, um die Bereitstellung von Geld, Nahrung, Kleidung, Betten, Zelte und Werkzeuge, um unseren bedürftigen Brüdern und Schwestern im Kreis Tombura zu helfen".
Am Sonntag, den 27. Juni, waren 70 % der Kollekte während der Gottesdienste auf Initiative des Bischofs zur Unterstützung der Opfer bestimmt und am Sonntag, den 4. Juli, wurde zu einer allgemeine Mobilisierung für die Vertriebenen aufgefordert.
Schließlich appellierte Erzbischof Hiiboro an „alle beteiligten Parteien, dafür zu sorgen, dass Zivilisten, insbesondere Kinder und Frauen, im Einklang mit unseren christlichen Überzeugungen und den Normen des humanitären Völkerrechts geschützt werden“. 

 

ASIEN/PHILIPPINEN - Erzbischof Valles verabschiedet sich: "Wir glauben auch in schwierigen Zeiten an die Gegenwart des Herrn“

Manila (Fides) - "Meine Erinnerung sagt mir, dass wir einen gemeinsamen Weg gegangen sind. Wir sind in den letzten 500 Jahren mit dem Herrn und mit Unserer Lieben Frau gegangen. Meine Erinnerung sagt mir, dass wir wirklich mit Geschenken bedacht wurden, die wir heute weitergeben können. Dies gibt uns Hoffnung für unsere Zukunft ", mit diesen Worten verabschiedete sich Erzbischof Romulo G. Valles von Davao aus dem Amt des Vorsitzenden der philippinischen Bischofskonferenz, anlässlich der 122. Vollversammlung in Manila. Der Erzbischof gratulierte seinem Nachfolger, Bischof Pablo Virgilio David von Kalookan (62), der bisher stellvertretender Vorsitzender war und die bischöfliche Kommission für das Bibelapostolat leitete. Als Persönlichkeit, die für sein soziales Engagement und Eintreten für die Armen und der Geringsten bekannt ist, erhielt Bischof David 2019 den von der Jesuiten-Universität "Ateneo de Manila" verliehenen "Bukas Palad"-Preis, mit dem auch sein Mut gewürdigt wurde, wenn es darum ging, Ungerechtigkeit und Gewalt anzuprangern.
Erzbischof Valles bemerkte in seiner Abschiedsrede: „Die Jahre 2020 und 2021 werden uns als Zeiten der Dunkelheit, des Elends und des Leidens, als Zeiten schrecklicher Krankheit und Tod im Gedächtnis bleiben … Aber wir sagen uns und unserem Volk, dass in unserem Gedächtnis nicht nur Tod und Leiden existieren. Im Glauben haben wir gemeinsam gebetet. Im Glauben haben wir nicht vergessen, dass wir zur Familie der Kirche gehören und wir haben gekämpft, wir haben gute Taten zu vollbracht, besonders für die am meisten Leidenden unter uns. Im Glauben haben wir erkannt, wie sehr Gott in unserer Mitte gegenwärtig ist".
Der Erzbischof erinnerte in diesem Zusammenhang auch daran, dass Papst Franziskus alle Gläubigen der Welt eingeladen hat, zur Jungfrau Maria zu beten und um ein Ende der Pandemie zu bitten. "In unseren Liturgien, insbesondere in der Eucharistie, haben wir in diesen schwierigen Zeiten an die ständige Gegenwart und Begleitung des Herrn geglaubt. Im Sakrament der Buße, bei der Krankensalbung, so schwierig es auch war, sie zu spenden, lassen wir unser Volk die Barmherzigkeit und Vergebung und den heilenden Trost des Herrn erfahren. Wir haben seine Liebe am Leben erhalten.“
In dieser schweren Zeit, fährt er fort, "fielen auch die Feiern und die Erinnerung an den die Ankunft des Christentum auf den Philippinen vor 500 Jahren", während der Heilige Vater uns im Leiden "die tröstende Figur des hl. Josef schenkte und das Jahr des hl. Josef ausrief." Am 12. Juni, so der Erzbischof „haben wir die Weihe unseres Landes an unsere Gottesmutter vollzogen, und erinnerten uns daran, dass unser Volk die Gottesmutter tief verehrt und wir wirklich glauben, dass sie unsere Mutter ist".
Nach dem Blick in die Vergangenheit schließt Erzbischof Valles: "Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft. Wir können mit dem Psalmisten singen, der sagt: "Selbst wenn ich im Tal der Finsternis wandele, würde ich das Böse nicht fürchten".

ASIEN/BANGLADESCH - Pater Adolfo L'Imperio ist tot: Die Ortskirche erinnert an seinen 50jährigen Dienst in der Mission in Bangladesch

Dinajpur (Fides) - Die katholische Diözese Dinajpur und die gesamte katholische Kirche in Bangladesch erinnern an das Leben und Wirken von Pater Adolfo L'Imperio, ein italienischer Priester und Missionar des Mitglied des Päpstlichen Instituts für Auslandsmissionen (PIME), der im Alter von 91 Jahren am 3. Juli in Lecco (Italien) gestorben ist. Insgesamt 51 Jahre seines langen Lebens verbrachte der Priester in Bangladesch, insbesondere in der Diözese Dinajpur. "Er war ein Mann des Gebets und ein Priester von großer geistlicher Tiefe", heißt es in einem Schreiben von Bischof Sebastian Tudu, der heute die Diözese Dinajpur leitet. "Der Missionar hatte immer ein Lächeln im Gesicht …Er war ein gutmütiger, liebenswerter Mensch. Sein ganzes Leben widmete er dem menschlichen und pastoralen Dienst an Kindern und Jugendlichen, denen er nach dem Vorbild Christi ein besonderes Augenmerk widmete. Er kam 1969 in das Land und half auf allen Ebenen mit, unsere Ortskirche aufzubauen, die ihn nicht vergessen wird“, bemerkt Bischof Tudu.
Pater L'Imperio wurde am 28. Februar 1930 in der italienischen Stadt Gaeta geboren. Nach einer Sprachausbildung in England wurde er am 29. Juni 1967 zum Priester geweiht und kam 1969 als Missionar nach Bangladesch, das damalige "Ostpakistan". Nur zwei Jahre nach der Ankunft von Pater Adolfo brach der "Befreiungskrieg" aus, der mit der Schaffung eines "unabhängigen Staates", Bangladesch, endet.
Es folgten schreckliche Jahre des Hungers, der Hungersnot, der Naturkatastrophen. In dem neuen Land, das damals 70 Millionen Einwohner zählte (heute sind es 200 Millionen), leitete Pater Adolfo die Einsätze der Caritas im Norden des Landes und bemühte sich gleichzeitig im Raum Dinajpur um die Ureinwohner von Santal und die Aussätzigen. In Dinajpur baut er Schulen, Kirchen und Apotheken. Etwa zehn Jahre lang war er Pfarrer der Kathedrale von Dinajpur und Direktor des "Lepra-Projekts". Unter anderem baute er das National Major Seminary of Banani in Dinajpur, die St. Phillip's High School, die Kathedrale von Dinajpur, die Kirche von Mothurapur in Pabna und der Kirche von Rangamatia in Dhaka.
Von 1972 bis 1976 war er Regionaloberer des Päpstlichen Instituts für Aussenmissionen in Bangladesch. Er war Rektor der St. Phillip's High School, Direktor des St. Phillip's Internats und Direktor des St. Joseph's Minor Seminary in Dinajpur.
Im Jahr 2014 beendete Pater L'Imperio seinen aktiven Dienst, blieb jedoch in Dinajpur, im örtlichen PIME-Haus, und half weiterhin insbesondere den Kranken, den bedürftigen und arbeitslosen jungen Menschen. Dinajpur war schon immer seine „erste Liebe“ und hat hier in den letzten Jahren das neue Internat für Kinder, die neue Kirche und die neue Schule mit aufgebaut.
Seit 2019 lebte er im PIME-Altersheim in Lecco, wo er den letzten Teil seines Lebens in Ruhe verbrachte und Bangladesch weiter in seinem Herzen trug.
 

ASIEN/NAHER OSTEN - Ikone der Heiligen Familie beginnt ihre Reise durch den Nahen Osten

Jerusalem (Fides) - Die Ikone der Heiligen Familie hat von Jerusalem aus ihre Reise begonnen, die sie in den kommenden Monaten in den Libanon und in andere Länder des Nahen Ostens führen wird, um sich mit die christlichen Gemeinden dieser Länder, die von wiederkehrenden Erschütterungen, Krisen und Konflikten betroffen sind, die diese Region der Welt heimsuchen, in der gemeinsamen Verehrung zu vereinen. Der syrisch-katholische Patriarch Ignace Youssif III. Younan, der sich zur Zeit zu Besuch in Israel, Palästina und Jordanien befindet und gestern auch vom palästinensischen Präsidenten Abu Mazen empfangen wurde, wird bei seiner Rückkehr die Ikone der Heiligen Familie in den Libanon bringen. Dort wird sie in Pfarreien, Klöstern und Heiligtümern des Landes ausgestellt werden. Danach setzt Ikone ihre Reise in die anderen Länder des Nahen Ostens, einschließlich des Irak, fort, um schließlich am Fest der Unbefleckten Empfängnis, das am 8. Dezember gefeiert wird, in Rom anzukommen. Danach wird die Ikone ins Heilige Land zurückkehren.
Die Ikone ist eine Kopie des Bildes der Heiligen Familie, das über dem Altar der Kirche des heiligen Joseph in Nazareth abgebildet ist. In das Gemälde wurden Reliquien eingelegt, die in Nazareth in der Verkündigungsbasilika aufbewahrt wurden. Die Reise der Ikone durch die Städte und Dörfer des Nahen Ostens versteht sich als Fortsetzung "Tages für den Friedens im Nahen Osten", der am Sonntag, den 27. Juni auf Initiative des Ausschusses „Gerechtigkeit und Frieden“ des Rates der Katholischen Patriarchen des Nahen Ostens in den verschiedenen Ländern begangen wurde (vgl. Fides 14. und 25. Juni). Aus diesem Anlass wurde auch ein besonderer Akt der Weihe des Nahen Ostens an die Heilige Familie von Nazareth durchgeführt.
Die Gebete der getauften Christen vor der Ikone, so das Katholischen Kommunikationszentrum im Libanon, solle auch die Glaubensgemeinschaft zwischen Christen verschiedener Konfessionen ausdrücken, vereint durch die gemeinsame Verehrung der Heiligen Familie, die auch von den Gläubigen der koptischen Kirche in Ägypten verehrt wird, in denen sich jene Regionen befinden, nach der Überlieferung von Maria, Josef und dem Jesuskind durchquert wurden, als sie gezwungen waren, nach Ägypten zu fliehen, um den bösen Absichten des Herodes zu entkommen.
 

AMERIKA/HAITI - Bischöfe nach der Ermordung von Präsident Moise: “Wir müssen uns für das geschwisterliche Zusammenleben entscheiden“

Port au Prince (Fides) - "Welches Leben auch immer es sein mag, das Leben muss von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod respektiert werden. Aus diesem Grund verurteilen wir die Ermordung von Präsident Jovenel Moïse aufs Schärfste. Als Missionare appellieren wir an die Einheit der politischen Kräfte, um ein Ausweg aus der schweren Krise zu finden, die das Land durchlebt, weil es auf ein Niveau gefallen ist, das nicht weiter gesenkt werden darf", so der Redemptoristen-Missionar Pater Renold Antoine, CSsR, zur Ermordung des haitianischen Präsiddenten Jovenel Moise. "Diese Nachricht kommt zu einem heiklen Moment in der Geschichte des Landes“, unterstreicht der Missionar,, in dem eine politische und wirtschaftliche Krise zur Corona-Pandemie hinzukommt, während eine Zunahme der Bandengewalt das Land erschüttert."
Nach Informationen der lokalen Presse wurde Präsident Moïse gestern gegen 1:00 Uhr morgens (Ortszeit) von einer spanischsprachigen bewaffneten Gruppe erschossen. Zu den Mördern und zum Tatverlauf wurden keine weiteren Details mitgeteilt. Der Interims-Premierminister Claude Joseph bestätigt unterdessen in einer offiziellen Erklärung einige Stunden später die Tat mit und fügte hinzu, dass er nun die Führung des Landes übernehme. Wie Claude Josephs ebenfalls mitteilte, wurde bei dem Anschlag auch die Frau des Präsidenten verletzt und unterdessen ins Krankenhaus eingeliefert.
Die Bischofskonferenz von Haiti verurteilt den Mord mit folgenden Worten: "Gewalt kann nur Gewalt erzeugen und zu Hass führen. Diese Haltung wird unserem Land niemals helfen, aus dieser politischen Sackgasse herauszukommen, denn dies ist nur möglich durch Dialog, Konsens und den Geist eines Engagements im besten Interesse der Nation, zum Gemeinwohl des Landes“ .
"Die Bischofskonferenz lädt alle Söhne und Töchter des Landes ein, ihren persönlichen Stolz und ihre Eigeninteressen zu überwinden, um gemeinsam an einem Verhandlungstisch die von der Bevölkerung lange erwartete haitianische Lösung zu suchen, die von der Liebe zu Haiti und unseren Werten vorgegeben wird". Die Bischöfe schließen mit einem eindringlichen Appell: "Legt die Waffen nieder! Entscheidet euch für das Leben! Entscheidet euch für das geschwisterliche Zusammenleben im Interesse aller und im Interesse Haitis!".
Präsident Jovenel Moïse, 53, war der 42. Präsident Haitis. Nach umstrittenen Wahlen im Jahr 2015 (vgl. Fides 1.12.2015) und einem mehrfach verschobenen Wahltermin (vgl. Fides 28/12/2015 und 23/01/2016) wurde Jovenel Moïse am 7. Februar als neuer Präsident Haitis vereidigt 2017 (vgl. Fides 09.02.2017).
Die Regierungsführung von Präsident Moïse führte immer wieder zu Reibungen mit den katholischen Bischöfen, so dass der Vorsitzende der haitianischen Bischofskonferenz, Bischof Launay Saturné von Jacmel, am 27. Juni 2018 am Fest Maria, Immerwährende Hilfe, dem Fest der Schutzpatronin von Haiti, im Beisein von Vertretern der Behörden des Landes, darunter auch der Präsident, beklagte: "Unser Land ist krank". Im Jahr 2019 verurteilten die Bischöfe in einer gemeinsamen Erklärung Gewalt, Einschüchterung und Armut, nachdem die Menschen auf die Straße gegangen war, um gegen die Regierung von Präsident Moïse zu demonstrieren (vgl. Fidest 13/02/2019).
In den letzten Monaten hatte die Opposition Moises Rücktritt gefordert und darauf hingewiesen, dass seine Amtszeit im Februar 2021 rechtlich endete. Dieser aber bestand darauf per Dekret weiter zu regieren und die Verfassung mit einem Referendum zu ändern, um weiterhin als Präsident im Amt bleiben zu können. Im vergangenen Monat hatten die Bischöfe eine Erklärung zu diesem Thema veröffentlicht: "Es ist keine geeignete Zeit, inmitten einer sozialen und politischen Krise, in diesen für unser Volk schwierigen Zeiten, die Verfassung zu ändern" .
Haiti erlebt in jüngster Zeit eine weitere Verschärfung der seit Jahren anhaltenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Destabilisierung. Die Gewalt hat ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht, Entführungen sind an der Tagesordnung, die Inflation steigt rasant, Lebensmittel und Treibstoff sind knapp. Insgesamt rund 60 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als 2 Dollar am Tag. Darüber hinaus hat sich Haiti nie von dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2010 und dem Hurrikan Matthew im Jahr 2016 erholt. Die Corona-Pandemie führte zu einer weiteren Zuspitzung der Lage. 2019 kam es zu gewaltsamen Volksprotesten und Zusammenstößen, bei denen Dutzende Menschen starben. Mit den Parlamentswahlen, die Ende dieses Jahres hätten stattfinden sollen, erhoffte man sich eine Änderung, doch mit der Ermordung von Moïse eröffnet sich nun ein neues Szenario.

AMERIKA/HAITI - Trotz wachsender Gewalt führen Kamillianer ihre Hilfsprogramme fort

Port au Prince (Fides) - Vor wenigen Stunden verbreitete sich in der Lokalpresse die Nachricht, dass die haitianische Polizei vier "Killer" getötet und zwei weitere verhaftet haben soll, die vermutlich für den Hinterhalt verantwortlich sind, der Präsidenten Jovenel Moise das Leben kostete (vgl. Fides 08/07/2021). "Seit mehr als zwei Jahren befindet sich die Insel Haiti in den Händen von kriminellen Banden, die das Land mit beispielloser Grausamkeit destabilisieren, Straßen blockieren, Menschen töten und vor allem die florierende Entführungsindustrie organisieren, ohne Rücksicht, ohne Gnade", so der Kamillianerpater Antonio Menengon, der das italienische Hilfswerk „Madian Orizzonti Onlus“ leitet, das in Italien und in den Missionen der Kamillianer in aller Welt tätig ist.
„Trotz dieser sehr ernsten Situation in Haiti“, so Pater Antonio weiter, „setzen die Kamillianer dort ihre unermüdliche Arbeit fort, um das Krankenhaus ‚Foyer Saint Camille‘ und das Zentrum für Menschen mit Behinderung ‚Foyer Saint Camille‘, sowie die Schulen fortzuführen und sowie den den Bau von Wohnungen und Lebensmittelkampagnen zu fördern, die Tausenden von Familien helfen zu überleben“.
Der Ordensmann bestätigt, dass die Arbeit im Kontext der täglichen Gewalt immer schwieriger wird und unterstreicht, wie wichtig es ist, trotzdem da zu sein und den Kranken, Behinderten, Arbeitslosen, Obdachlosen und Hungerleidenden konkrete Antworten zu geben. „Wir wollen dieser von Gewalt und Hunger erschöpften Bevölkerung nahe sein, die ein so tragisches Ausmaß haben, dass die COVID-19-Pandemie dadurch in den Hintergrund gerät“, so der Kamillianer. „Unsere Missionare stehen an vorderster Front, um einer Bevölkerung, die heute in völliger Unordnung und völliger Verzweiflung lebt, konkrete Antworten zu geben und um unsere Hilfe im Gebet und durch Aufrufe zur Solidarität zu leisten, um trotz allem weiterhin Leben zu schenken und mit immer größerem Engagement auf die Verzweiflung zu reagieren, die so viele Menschen betrifft, denen wir ein wenig Hoffnung machen wollen".
In dieser Zeit der Gewalt, in der die Kranken, Verletzten und die Aufnahme behinderter Kinder zugenommen haben, setzt das Foyer Saint Camille Hospital sein Engagement fort. „Mittlerweile“, so Pater Antonio, „können nicht mehr nur von Armut sprechen, sondern von entsetzlichem Elend. Seit mehreren Jahren erhöhen wir die Nahrungsmittelhilfe für Tausende von Familien, die weniger unter Covid-19 als unter der Zunahme des Hungervirus leiden. Viele können sich nicht einmal eine Hütte aus Blech, Pappe und Schlamm leisten; sie sind gezwungen, eine Matratze zu mieten, um nachts zu schlafen, und der Besitz einer Hütte ist zu einer Fata Morgana geworden. Um auf diese weitere Notlage zu reagieren, haben wir den Bau kleiner Häuser wieder aufgenommen, um zumindest großen Familien zu helfen und ihnen Unterkunft zu bieten. Allein in den letzten drei Monaten haben wir bereits 21 solche Häuser gebaut und werden das auch weiterhin tun, denn Eltern mit 5 oder 6 Kindern ein Dach und Halt zu geben, bedeutet Sicherheit, Hygiene und Gesundheit zu gewährleisten und vor allem soziale Probleme und Krankheiten zu verhindern."

AMERIKA/ECUADOR - Tag der indigenen Berufungen: “Keine Berufung darf aus Mangel an wirtschaftlichen Ressourcen verlorengehen“

Quito (Ecuador) - Die Päpstlichen Missionswerke in Ecuador organisierten im Juli eine Reihe von Online-Aktivitäten zum Tag des Gebets für die Förderung indigener Berufungen in Missionsgebieten, darunter insbesondere Initiativen des Päpstlichen Apostel-Petrus-Werks.
Das Programm umfasst eine Reihe von Veranstaltungen in den sozialen Netzwerken der Päpstlichen Missionswerke und des Nationalen Missionszentrums, die von Montag, 5. Juli bis Sonntag, 25. Juli, dem Tag des Gebets für die Förderung der Indigenen Berufungen, jeweils um 19.30 Uhr unter dem Motto "Keine Berufung darf aus Mangel an wirtschaftlichen Mitteln verloren gehen" stattfinden.
Im Rahmen der ersten Konferenz präsentierte die Nationaldirektorin der Päpstlichen Missionswerke in Ecuador, Schwester Marina Aguilar vom Institut Santa Mariana de Jesus, die Initiative. Bbei den anderen Konferenzen werden die acht Apostolischen Vikariate von Ecuador im Mittelpunkt stehen: Puyo und Galapagos, Mendez und Esmeraldas, Aguarico und Zamora, Napo und Sucumbios. Am Freitag, den 23. Juli, wird man über die Berufungen der Ureinwohner in den Diözesen Babahoyo und San Jacinto sprechen, während am Samstag, 24. Juli die Kindermissionswerke zu einem Mal- und Poesiewettbewerb zum Thema „Auf der Suche nach dem besten Missionar" einladen. Am Sonntag, 25. Juli, wird der Aktionstag in allen Pfarreien und Diözesen Ecuadors begangen.
Wie P. Guy Bognon PSS, Generalsekretär des Päpstlichen Apostel-Petrus-Werkes, kürzlich in einem Interview mit Fides betonte, „stammen priesterliche Berufungen größtenteils aus wirtschaftlich bescheidenen Kontexten, aus Familien, die nicht alle Kosten tragen können, die für die lange und anspruchsvolle Ausbildung zum Priestertum erforderlich sind. Aber die Bildung eines jungen Menschen, der den göttlichen Ruf spürt, ist nicht nur die Angelegenheit seiner Familie oder Herkunftsgemeinde, sondern der der gesamten Universalkirche. Daher brauchen Priesterseminare und Bildungshäuser die großzügige Unterstützung aller Gläubigen, um den Kandidaten die angemessene Ausbildung zu ermöglichen, die sie benötigen, um Seelsorger und Missionare für die Kirche zu werden.


Diakonie Katastrophenhilfe zur Verlängerung der UN-Sicherheitsrats-Resolution 2533

„Diese Entscheidung würde Menschenleben kosten“

Syrien * Sicherheitsrat * UN-Resolution

 

(Berlin/dw) - Am Samstag, 10. Juli, läuft die UN-Resolution 2533 aus. Sie ermöglicht bislang grenzüberschreitende Hilfe für Syrien über zumindest einen Grenzübergang. Zu diesem Minimalkonsens sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe:

 

„Sollte auch der letzte Grenzübergang geschlossen werden, erleben die Menschen in Syrien die nächste Katastrophe. Das gilt vor allem für vier Millionen im Norden des Landes eingeschlossene Syrerinnen und Syrer, die bereits seit langem massiv leiden. Wir erwarten, dass der UN-Sicherheitsrat zumindest den Minimalkonsens aus dem vergangenen Jahr um ein weiteres Jahr verlängert.

 

Hilfe für Syrien ist nach zehn Jahren Krieg wichtiger denn je, da die Not seit 2020 in beinahe jedem Bereich gestiegen ist. Neun von zehn Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze, mehr als 12 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen – das sind fast 60 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

 

Die Zahlen zeigen, wie sehr die Versorgung der Menschen in Syrien von offenen Grenzübergängen abhängt. Als vor eineinhalb Jahren zwei Grenzübergänge geschlossen wurden, verschärfte sich die humanitäre Lage sofort. Wir befürchten eine weitere Zuspitzung der Not im Land, wenn nun auch noch der letzte verbliebene Übergang für Hilfslieferungen gesperrt wird. Diese Entscheidung würde Menschenleben kosten.“

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 8.07.2021

AFRIKA/MALI - Schwester Gloria seit vier Jahren und fünf Monaten in Geiselhaft

Bamako (Fides) – Es sind bereit vier Jahre und fünf Monate vergangen, seit die kolumbianische Ordensschwester Gloria Cecilia Narváez, von Dschihadisten in Mali entführt wurde.
Die so genannte „Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime“, ein in Mali aktiver Ableger von Al-Qaida, bekannte sich am 1. Juli 2017 zu der Entführung und veröffentlichte im Internet ein Video, das die in der Wüste im Norden Malis inhaftierte Ordensfrau zeigt.
"In dem Video wurden absurde Anschuldigungen gegen Schwester Gloria und alle Missionare erhoben, die in Mali und in der muslimischen Sahelzone arbeiten", so Pater Marco Prada, Priester der Gesellschaft für Afrikamissionen (SMA) und Mitbruder von P. Gigi Maccalli, ehemals Geisel derselben Entführer, der im Oktober 2020 freigelassen wurde. „Gloria Cecilia Narváez wurde von ihrer Ordensgemeinschaft nach Mali geschickt, um das Christentum verbreiten und Muslime zur christlichen Religion zu bekehren. Sie und ihr Orden haben die alleinige Absicht, die Muslime Malis ihres Glaubens zu berauben und durch die eigenen Lügen zu ersetzen“, behaupten die Dschihadisten.
Im September 2017 hatten die kolumbianischen Behörden auf den prekären Gesundheitszustand von Schwester Gloria hingewiesen. „Sie lebt, aber ihr Gesundheitszustand ist nicht gut. Sie hat Probleme mit einem Bein und ihren Nieren“, so General Fernando Murillo, Kommandant der kolumbianischen Polizei, der für die Ermittlungen im Zusammenhang der Entführung zuständig ist.
P. Prada erklärt auch, dass die französische Geisel Sophie Pétronin, die zusammen mit Schwester Gloria gefangen war und inzwischen freigelassen wurde, den Ernst ihres Gesundheitszustands bestätigt habe.
Vor einigen Wochen kursierte auf den Websites einiger kolumbianischer Zeitungen die Nachricht, dass die Regierung des Landes von Schwester Gloria die Ermittler zurückgerufen habe, die zu den Spezialeinheiten der kolumbianischen Armee und des Geheimdienstes gehören, und die seit eineinhalb Jahren im Rahmen einer Such- und Befreiungsaktion in Mali ermittelten. Sie sollten, Kontakt zu den Entführern aufnehmen und gemeinsam mit ihren malischen Kollegen die Freilassung der Ordensfrau zu ermöglichen.
Die kolumbianische Regierung äußerte sich jedoch bisher nicht dazu.

AFRIKA/ESWANTINI - Welle der Gewalt: Vielfache Aufrufe zur Überwindung der Krise

Mbabane (Fides) - Die Besorgnis internationaler Organisationen über die Lage im südafrikanischen Kleinstaat Eswantini (ehemals Swasiland) wächst. Nach dem am Sonntag, den 4. Juli, Papst Franzikus beim Angelusgbet (vgl. Fides 5/7/2021) zur Versöhnung aufgerufen hatte fordert nun auch das Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte "die Regierung auf, dafür zu sorgen, dass Ermittlungen bei allen Vorwürfen von Menschenrechtsverletzungen, einschließlich solcher, die von der Polizei im Rahmen von Demonstrationen begangen wurden, rasch, transparent, wirksam, unabhängig und unparteiisch stattfinden und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Explosion der Gewalt im Königreich Eswatini in den letzten Tagen ist zutiefst besorgniserregend, wie Berichte zeigen, wurden Dutzende von Menschen bei Demonstrationen für demokratische Reformen getötet oder verletzt“.
Das Interregionale Forum der Bischöfe des südlichen Afrikas (IMBISA, dem die Bischöfe von Angola, Sao Tome & Principe, Lesotho, Mosambik, Namibia, Südafrika, Botswana, Eswantini und Simbabwe angeschlossen sind) verurteilte „außergerichtliche Tötungen, willkürliche Festnahmen, Entführungen und Folter“, die von der Polizei bei der Unterdrückung der Proteste begangen wurden. Die IMBISA-Mitglieder verurteilen auch "die Zerstörung sowohl des öffentlichen als auch des privaten Eigentums", da dies "dem Gemeinwohl schadet, da Eigentum für die ganzheitliche Entwicklung des Landes notwendig ist".
In einer Mitteilung vom 2. Juli äußert sich der Rat der Kirchen von Swasiland sehr besorgt über die im ganzen Land anhaltende Welle der Gewalt und die Schäden an Menschen und Eigentum.
Die Vertereter der christlichen Konfessionen Eswantinis fragen sich nach den Ursachen der Krise.
„Die weltweite Covid-19-Pandemie hat das Leben vieler Menschen beeinträchtigt, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, und damit die bereits hohe Armut in unserem Land verschärft. Der Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten hat junge Menschen verwundbar und frustriert gemacht“. Dies habe die Welle der Proteste ausgelöst, die brutal niedergeschlagen wurde. Doch während ein Großteil der Plünderungen den Demonstranten zuzuschreiben sei, heißt es in der Erklärung, sei die Polizei für außergerichtliche Tötungen, willkürliche Festnahmen und Folter verantwortlich. „Wir haben Zeugenaussagen von Menschen gesammelt, die von Sicherheitsbeamten aus ihren Häusern entführt wurden und ihre Angehörigen immer noch nach ihnen suchen“, beklagen sei.
„Niemand hat eine Lösung, um aus der Krise alleine herauszukommen“, sagen christliche Führer, deshalb müsse man durch den Dialog von allen Seiten akzeptable Kompromisslösungen finden.

ASIEN/PAKISTAN - Katholischer Parlamentarier beklagt diskriminierende Stellenausschreibungen für Nicht-Muslime

Karatschi (Fides) - „In öffentlichen Ausschreibungen für Mitarbeiter der Müllabfuhr und die Reinigung von Straßen und Kanälen wird immer noch auf die notwendige Voraussetzung ‚nur für Nicht-Muslime' hingewiesen. Das ist mir als nicht-muslimischer Abgeordneter peinlich. Ich richte deshalb demütig meine Bitte an die Regierung der Provinz Sindh, die Verabschiedung von Gesetzen zu fördern, die solche diskriminierenden Anzeigen verbieten, die von staatlichen Stellen veröffentlicht werden und die Mitglieder religiöser Minderheiten entwürdigen", so Anthony Naveed, ein Katholik und Mitglied des Parlaments der pakistanischen Provinz Sindh in den vergangenen Tagen in einer Sitzung des Provinzparlaments.
Gegenüber Fides betont Anthony Naveed dazu: "Ich habe eine entsprechende Gesetzgebung beantragt, damit keiner der Mitarbeiter der Staatsministerien künftig Stellenanzeigen ausschreiben kann, die religiöse Diskriminierung fördern oder religiöse Minderheiten entwürdigen". "Die Regierung der Provinz Sindh unter Führung der Pakistan People’s Party (PPP) hat sich immer für den Schutz religiöser Minderheiten und benachteiligter Gemeinschaften eingesetzt: Ich appelliere an die derzeitige Regierung von Sindh, die Initiative zu ergreifen, um eine 'Gesetzgebung in zugunsten von Minderheiten' in dieser Angelegenheit, die auch eine Richtlinie für die anderen Provinzen sein könnte auf den Weg zu bringen“.
„In den letzten Jahren wurde auch festgestellt, dass solche Anzeigen, die explizit weniger qualifizierte Arbeitsplätze für Nicht-Muslime ausschreiben, in der Provinz Sindh aber auch in den Provinzen Punjab, Baluchistan und Khyber Pakhtun Khwa veröffentlicht werden“, betont er und fährt fort: „Es ist eine Mentalitätsfrage, die eine Verachtung für Nicht-Muslime impliziert: Warum einen Job mit einer religiösen Identität verbinden? Solche Ankündigungen können einfach durch Weglassen des Religionsbezugs veröffentlicht werden. Ich denke, diese Vorgehensweise schadet dem Image eines Amtes oder einer öffentlichen Dienststelle und unseres ganzen geliebten Landes“.
„In dieser Kampagne für Gleichberechtigung und verantwortungsvolle Staatsbürgerschaft bitte ich um die Unterstützung der Mitglieder meiner politischen Partei, der PPP, und aller Menschen guten Willens in Politik und Zivilgesellschaft, die Stimme für die Stimmlosen bei der Förderung der Rechte zu erheben und die Menschenwürde aller Bürger ohne jegliche Diskriminierung kultureller, sozialer oder religiöser Art zu fördern", schließt Anthony Naveed.

ASIEN/LIBANON - Armenisch-katholische Kirche: Synodenversammlung endet ohne Wahl des neuen Patriarchen

Bzommar (Fides) - Die Heilige Synode der armenisch-katholischen Bischöfe, haben sich am Abend des 22. Juni im libanesischen Marien-Kloster in Bzommar versammelt hat, um ihren neuen Patriarchen zu wählen. Bisher wurde der notwendigen Konsens für die Wahl des Nachfolgers von Patriarch Krikor Bedros XXI Ghabroyan, der am 25. Mai im Alter von 86 Jahren verstorben war, noch nicht gefunden. Dies teilte die armenisch-katholischen Kirche am heutigen Mittwoch, 7. Juli, mit. In Übereinstimmung mit den kirchenrechtlichen Bestimmungen bezüglich des Wahlverfahrens der neuen Patriarchen der katholischen Ostkirchen werden die Sitzungen der Wahlsynode damit unterbrochen.
Die Bischöfe heißt es in einer kurzen Erklärung verschieben weitere Beratungen auf einen späteren Zeitpunkt und verpflichten sich, die Zeiten und Methoden für diese Wiederaufnahme der Wahl bekannt zu geben. „Wir bitten alle“, so die Bischöfe abschließend „die an der Synodenväter im Gebet zum Wohl der armenisch-katholischen Kirche zu begleiten“.
Insgesamt 12 Mitglieder der Synode der armenisch-Katholischen Kirche, nahmen stellvertretend für die Kirchsprengel im Nahen Osten und die größten armenischen Kirchsprengel in der Diaspora an der Wahlversammlung teil, die bisher ohne Erfolg endete.

AMERIKA/KOLUMBIEN - Bischöfe wählen neuen Vorstand und erinnern an 148 an Covid gestorbene Priester und Ordensleute

Bogotà (Fides) - Der Erzbischof Luis José Rueda Aparicio von Bogotá, wurde für die kommenden drei Jahre (2021-2024) zum Vorsitzenden der kolumbianischen Bischofskonferenz gewählt. Die Wahlen fanden am gestrigen, Dienstag, 6. Juli, im Rahmen der Vollversammlung der kolumbianischen Bischöfe in Bogotá statt. Erzbischof Rueda Aparicio folgt in diesem Amt d Erzbischof Óscar Urbina Ortega von Villavicencio nach. Die kolumbianischen Bischöfe wählten zudem Erzbischof Omar Alberto Sánchez Cubillos von Popayan, zum stellvertretenden Vorsitzenden und den Weihbischof von Bogota, Luis Manuel Ali Herrera, zum Generalsekretär der Bischofskonferenz.
In einer Glückwunschbotschaft gratulieren der Vorsitzenden und Generalsekretär des Rates der Lateinamerikanischen Bischöfe (CELAM), Bischof Miguel Cabrejos Vidarte OFM und Bischof Jorge Edoardo Lozano, dem Erzbischof von Bogotá zu seiner Ernennung und "gratulierten zum Vertrauen, das die kolumbianischen Bischöfe in seine Person gesetzt haben ". Man sei sich seines "bedeutenden Beitrags für die pilgernde Kirche in Kolumbien“ gewiss.
Die Vollversammlung der kolumbianischen Bischofskonferenz (KEK) tagt in Anwesenheit der Bischof vom 5. bis 7. Juli in Bogotá nach den geltenden Gesundheitsempfehlungen. Auf der Agenda stehen die Feststellung der in den letzten Jahren erzielten Fortschritte und der Austausch über die jeweilige Realität in den verschiedenen Regionen, die Wahl des neuen Vorstandes für den Dreijahreszeitraum 2021-2024 und der der Präsidenten der bischöflichen Kommissionen und sowie der Leiter der Verwaltungs- und Pastoralabteilungen, die Festlegung von Handlungsrichtlinien für den Weg der kolumbianischen Kirche für die nächsten drei Jahre.
Im Rahmen der Vollversammlung würdigten die kolumbianischen Bischöfe auch die Bischöfe, Priester und Ordensleute, die im Land aufgrund der Covid-19-Pandemie gestorben sind. Auf der Bischofskonferenz präsentieren die Bischöfe die Verstorbenen ihre Gesichter, die Kirchsprengel und Ordensgemeinschaften, denen sie angehörten, ihr Sterbedatum und ihr Alter.
Obwohl "wir keine genaue Zahl der Vertretet der Kirche haben, die in Kolumbien an Covid-19 gestorben sind, spricht der bisher von den Kirchsprengeln und Religionsgemeinschaften vorgelegte Bericht von 148 Todesfällen". Im ganzen Land starben insgesamt Bischöfe, 69 Priester, 30 Ordensmänner und 45 Ordensfrauen. Auf diese Weise "möchte die Kirche mit christlicher Hoffnung und der Gewissheit der Auferstehung an jeden von ihnen gedenken, indem sie ihre Namen veröffentlicht und ihre Hingabe an Kirche und Gesellschaft würdigt".

AMERIKA/MEXIKO - Indigener Katechet ermordet: Diözese San Cristobal verurteilt zunehmende Gewalt in Chiapas

San Cristobal (Fides) - "Mit Trauer haben wir von der Ermordung unseres Bruders Simón Pedro Pérez López, aus dem Volksstamm der Tzozil erfahren, der Katechet in der Pfarrei Santa Catarina, in Pantelho, Diözese San Cristóbal de las Casas war und als Präsident die Organisation Abejas de Acteal leitete, deren Mitglieder einen friedlichen Kampf auf der Suche nach Gerechtigkeit geführt haben“, heißt es in einer Verlautbarung der Diözese San Cristóbal de las Casas im mexikanischen Bundesstaat Chiapas, die von Bischof Rodrigo Aguilar Martínez und dessen Weihbischof Luis Manuel Alfaro López sowie vom Kanzler und vom Leitr der Abteilunt für "Gerechtigkeit und Frieden" unterzeichnet wurde.
In der Erklärung mit dem Datum 6. Juli 2021 heißt es: "Im Kontext der Gewaltspirale, die wir im Bundesstaat Chiapas erleben, ist der Schmerz der Tsotsil, Tzeltal, Ch' ol, Totic, Tojolabal eine offene Wunde der Diözese, die sich verschlimmert durch unzählige Zeugnisse von Missbrauch, Ungerechtigkeit und Straflosigkeit, Vertreibung, Mord, politischer Mord und Landdiebstahl. Dies erinnert uns an das Massaker von Acteal, das wir nur schwer vergessen können “.
Bei dem so genannten Massaker von Acteal, das nach dem kleinen Dorf im Staat Chiapas benannt ist, starben am 22 dicembre 1997 ingesamt 45 Personen aus dem Volk der Tzotzil, größtenteils Frauen und Kinder, nachdem eine paramilitärische Gruppe eine Kirche angegriffen hatte.
"Als Diözese haben wir auf verschiedene Weise die kommunalen, staatlichen und föderalen Behörden vor diesen Situationen gewarnt und sind zu Sprechern der Stimmlosen geworden", heißt es in der Erklärung weiter, „Wir erleben in Chiapas immer noch die Reaktivierung der Kräfte, die sich von Paramilitärs zu organisierter Kriminalität gewandelt haben und als Verbündete der einflussreichen Drogenkartelle handeln, die in unseren Staat eingedrungen sind und dabei den Widerstand der indigenen Völker zu unterdrücken, die ihre Autonomie verteidigen“.
Diese Situation, so die Diözese, veranlasse dazu, die zuständigen Regierungsbehörden zu bitten, ähnliche Ereignisse zu verhindern. Die Bevölkerung müsse geschützt werden, insbesondere diejenigen, die die Menschenrechte verteidigen. Außerdem müsse man über den Stand der bisher ungestraften Fälle informieren. Abschließend ruft die Diözese "intellektuellen und materiellen" Urheber der Gewalt, die Terror, Grausamkeit und Tod verursachen, zur Buße und Änderung der eigenen Einstellung gemäß dem Plan Gottes auf.
„Das Blut von Simón Pedro und allen ermordeten Menschen“, endet der Text, „könnte die Saat für die Befreiung der Völker sein und ein Bewusstsein für das Engagement für den Frieden zu wecken, um eine bessere Zukunft für indigene Völker zu schaffen, die unter Ausgrenzung, Verfolgung und Vertreibung leiden. Dieses Blut schreit nach Frieden und Gerechtigkeit, nicht nach Rache“.

AMERIKA/HONDURAS - Regierung verbietet Migranten die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel

Tegucigalpa (Fides) - "Wir heißen Auswanderer in unseren Kirchen und Gemeinschaften in Quebradas, Cifuentes und San José de Mata Guineo willkommen. Das Anzahl der schutzsuchenden Menschen ist unglaublich! Wie traurig ist es, dass sie nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren oder dass sie nicht im Auto mitgenommen werden dürfen, weil dies von der honduranischen Regierung verboten ist!", so die bitteren Worte des Redemptoristen-Missionars Pater Eduardo Andrés Martínez, der in Honduras lebt und arbeitet In der Gemeinde Trojes im Departement Paraíso nehmen die Redemptoristen seit einigen Wochen vor allem haitianischen Emigranten auf dem Weg in die Vereinigten Staaten auf.
Der Schatzmeister der Ordensprovinz Pater Oscar Danilo Orozco Martínez, CSsR, der in einem Video betont, das ihn auf der Reise durch Honduras zeigt: "Es sind Bilder, die sehr beeindruckend sind: Auf der Straße nach Trojes sieht man viele Menschen, die zu Fuß in Richtung Tegucigalpa gehen, da die honduranische Regierung das Besteigen von öffentlichen Transportmitteln und Privatfahrzeugen untersagt hat, was sie zu langen Fußwegen zwingt, die auch viele schwangere Frauen mit Kindern auf dem Arm auf sich nehmen“.
Auch die Pfarrei Sacred Heart im Bezirks Nueva Esperanza de Danlí ist zu einem Zufluchtsort für haitianische Migranten geworden ist, die auf ihrem Weg in die USA Honduras passieren und wiederholte Menschenrechtsverletzungen beklagen.
Bischof Jose Antonio Canales Motiño von Danlì, beklagt die mangelnde Reaktion der Behörden auf das Einwanderungsproblem und bat auch um Verständnis für Haitianer, Geschwisterlichkeit, Freundlichkeit, Schutz vor Ungerechtigkeit, Nahrung und finanzielle Unterstützung. „Jesus hat gesagt, dass man uns am Tag des Jüngsten Gerichts fragen wird, wie wir uns gegenüber dem Fremden verhalten haben, er selbst sagt: ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; Als Kirche wollen wir den Auftrag Jesu erfüllen und nach unseren Möglichkeiten, eine Nachtruhe eine Angeboten, ein Abendessen oder ein Frühstück anbieten, damit die Durchreise haitianischer Migranten durch unser Land leichter wird. Wir werden nicht aufhören, solange es Migranten gibt, die das brauchen", so der Bischof in den sozialen Medien.
„Was die Behörden angeht, schäme ich mich. Welcher Honduraner hat keinen Verwandten, der illegal in die Vereinigten Staaten eingereist ist? Kennen wir das Leid, das unsere Brüder auf ihrer Durchreise durch Guatemala oder Mexiko erleiden?“, so der Bischof weiter. Wie der Bischof mitteilt, wurde mit Hilfe der Redemtoristen-Missionarein Trojes eine Abteilung für Migrantenpastoral und Menschen unterwegs ins Leben gerufen. „Damit wir mehr solidarische Humanressourcen haben, hat sich der regionale Gesundheitsdirektor mit mir in Verbindung gesetzt, um seine Unterstützung in den Gesundheitsfragen anzubieten, die Migranten brauchen“, fügte er hinzu.
Nach Angaben des Nationalen Migrationsinstituts (INM) wurden von Januar bis Juni 2021 in Honduras mehr als 3.000 ausländische Einwanderer wegen illegaler Einreise mit der Absicht, in die USA weiterzureisen, festgenommen. Tatsächlich hat sich Honduras in den letzten Jahren zu einem bevorzugten Transitland für Emigranten entwickelt, insbesondere für Haitianer, Kubaner und Afrikaner. In den letzten Wochen ist die Zahl der Haitianer im Vergleich zu anderen Gruppen gestiegen.

AFRIKA/NIGERIA - Bischof von Abakaliki zurückgetreten und Nachfolger ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 6. Juli 2021 den Bischof Michael Nnachi Okoro von Abakaliki (Nigeria) eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Pfarrer der Pfarrei St. Patrick in Nduruku-Amagu und Dozent der Ebonyi State University in Abakaliki, Pfarrer Peter Nworie Chukwu zu seinem Nachfolger ernannt.
Bischof Peter Nworie Chukwu wurde am 5. November 1965 in Ededeagu Umuezekohohu in der Diözese Abakaliki geboren. Nach dem Besuch des Seminars Seat of Wisdom in Owerri, wo er sein philosophisches Studium (1985-1989) absolvierte, studierte er Theologie (1990-1993) am Bigard Memorial Major Seminary in Enugu. Danach studierte er an der Franciscan University of Steubenville in Ohio (2000-2001) und an der Marquette University in Milwaukee in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und promovierte in Philosophie (2002-2007). Am 3. Juli 1993 wurde er zum Priester geweiht und in der Diözese Abakaliki inkardiniert.
Nach seiner Priesterweihe hatte er folgende Ämter inne: Vikar der Gemeinde St. John the Evangelist in Okpaugwu (1993-1994); Vize-Rektor des Kleinen Seminars St. Augustine (1993); Vikar der Gemeinde St. Michael in Ogboji (1994); Pfarrer der Gemeinde St. Mulumba in Echara Ikwo (1994-1996); Pfarrer der Gemeinde St. Paul in Uburu (1996-2000); Pfarrer der Gemeinde All Saints in Fremont und St. Joseph in White Cloud in der Diözese Grand Rapids und Lehrbeauftragter am Aquinas College, U.S.A. (2000-2010); Präsident der Vereinigung nigerianischer Priester der Diözese Abakaliki (2010-2017). Von 2010 bis zu seiner Ernennung war er Pfarrer der Gemeinde St. Patrick in Nduruku-Amagu; seit ist er 2011 Dozent an der Ebonyi State University in Abakaliki und seit 2017 Spiritual des Noviziats der Sisters of Jesus the Good Shepherd.


World Vision: Nach 10 Jahren Unabhängigkeit braucht das Land dringend mehr Unterstützung

Schlimmste humanitäre Krise seit Jahren betrifft mehr als 4 Millionen Kinder

BMZ fördert Flüchtlingsprojekt zur Eingliederung von Kindersoldaten

(Juba / Friedrichsdorf/wv) - Am 9. Juli feiert der Südsudan seinen 10jährigen Unabhängigkeitstag. Aktuell hat das Land mit einer der schlimmsten humanitären Krisen seit Jahren zu kämpfen. Fast 70 Prozent der Bevölkerung des Südsudan benötigen dringend humanitäre Hilfe. Die Unterernährung insbesondere bei Kindern hat ein kritisches Niveau erreicht. Etwa 4,4 Millionen Kinder sind betroffen, etwa 1,4 Millionen von ihnen sind zum Teil schwer unterernährt. Auch kommt es immer wieder zu schweren Kinderrechtsverletzungen.

Die Hungersnot ist eine Folge von Gewalt, Überschwemmungen, Dürren und COVID-19. World Vision ruft dazu auf, schnell lebensrettende Hilfe zur Verfügung zu stellen. Besonders in den Bereichen Ernährungssicherheit und Existenzsicherung, Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, sowie Gesundheit wird mehr Unterstützung benötigt. In den Lagern für Binnenflüchtlinge fehlt es an Unterkünften, Nahrungsmitteln, Dingen des täglichen Bedarfs, Hygienartikeln und -einrichtungen. Die 10jährige Athieng appelliert: "Wir brauchen ein verbessertes Gesundheitssystem, damit Kinder nicht mehr an vermeidbaren Krankheiten und Unterernährung sterben müssen, und auch Existenzgrundlagen für Familien, um Mädchen vor der frühen Kinderehe zu schützen."

Das Land im Osten Afrikas steht weiterhin vor großen Herausforderungen. Dennoch äußern viele Kinder und Jugendliche große Erwartungen für eine gute Zukunft. "Der diesjährige Tag der Unabhängigkeit weckt Hoffnung und Vorfreude auf einen prosperierenden Südsudan. Allerdings brauchen wir ein verstärktes Engagement aller Verantwortlichen, Familien und Gemeinschaften, damit die Nation ihre Träume verwirklichen kann", sagt World Vision Landesdirektor Dr. Mesfin Loha.

Auch im Bereich Bildung gibt es noch viel zu tun. Nach einem Bericht des Südsudan Education Cluster benötigen etwa 3,4 Millionen Mädchen und Jungen zwischen drei und 17 Jahren eine Ausbildung. Mehr als 66.000 Lehrkräfte fehlen. Dennoch hofft der 12jährige Abraham auf eine gute Zukunft für sein Land: "Wir lernen im Freien unter Bäumen. Aber unsere Träume für eine positive Entwicklung sind lebendig. Wir brauchen mehr Schulen und ein sicheres Umfeld, um zu lernen, weil wir die Zukunft sind."

Laut Bericht der Vereinten Nationen über Südsudan kommt es auch immer wieder zu schweren Kinderrechtsverletzungen. Die Rekrutierung von Kindern als Kindersoldaten, Tötung und Verstümmelung, Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt gehört zu den sechs schweren Kinderrechtsverletzungen, die gegen internationales Recht verstoßen. Erst vor zwei Jahren hat der Südsudan die Kinderrechtskonvention und sein Fakultativprotokoll über Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten ratifiziert. Doch von seiner Umsetzung ist es noch weit entfernt. 19.000 Kinder sind seit 2013 als Kindersoldaten im Südsudan rekrutiert wurde. Hierzu gehören auch Mädchen. Bis heute sind mehr als eine Millionen Kindern von psychosozialem Stress auf Grund der gewaltvollen Erfahrungen betroffen, 8000 Kinder leben weiterhin getrennt von ihren Familien.

Apuk, 14 Jahre, betont: "Kinderrekrutierung durch bewaffnete Gruppen stiehlt Kinderträume. Das muss aufhören. Kinder sollten besser geschützt werden."

"Wir sind eine junge Nation, die mehr Erfahrung in der Regierungsführung braucht. Das Friedensabkommen ist nicht perfekt, aber es hält an, wir müssen nur lernen, friedlich nebeneinander zu bestehen. Der Friede wird siegen, aber er muss von jedem von uns aus gehen", ergänzt Angelo Mathuch, World Vision Manager.

Dr. Mesfin Loha unterstützt die Wünsche der Kinder und fordert: "Wir müssen Kinderrechte und ihr Wohlbefinden in den Mittelpunkt von Politik stellen. Es muss auch darum gehen, die schlimmsten Formen von Gewalt und Missbrauch zu bekämpfen.“

World Vision ist seit vielen Jahren mit humanitärer Hilfe im Südsudan tätig und hilft auch den Flüchtlingen aus den angrenzenden Ländern. Aktuell unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BMZ ein Flüchtlingsprojekt an der Grenze zum Kongo. Das Projekt richtet sich an Kinder und Frauen, die vom Konflikt in ihrer Heimat betroffen sind. Hierbei geht es u.a. um Ausbildungsmaßnahmen für die Reintegration ehemaliger Kindersoldaten und weitere Programme zum Kinderschutz so wie der psychosozialen Betreuung und Wiedereingliederung in ihre Heimat und wirtschaftliche Hilfen für Bauern und Kleinunternehmer.

 

 

Spenden für Hilfsprojekte sind online hier möglich:
World Vision-Kampagne „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“: https://www.worldvision.de/spenden/kindheitsretter


FIDES-NACHRICHTEN - 7.07.2021

VATIKAN - Die Arbeit der Kindermissionswerke in Zeiten der Pandemie: Trotz vieler Online-Angebote bleibt die Gruppenarbeit vor Ort bleibt von wesentlicher Bedeutung

Vatikanstadt (Fides) - "Auch wenn die Pandemie weiterhin viele Länder heimsucht, war und ist dies für uns auch eine Gelegenheit, die Bedeutung der sozialen Medien wiederzuentdecken und sie besser und mehr für Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, Information und spirituelle und materielle Zusammenarbeit zu nutzen. Durch soziale Medien können mehr Menschen erreicht werden, insbesondere solche, die wir vielleicht bisher noch nicht angesprochen haben. Darüber hinaus wurden Familien und Eltern stärker in die missionarische Arbeit mit Kindern miteinbezogen. Doch obschon wir die Vorteile dieser Medien anerkennen, ist der Besuch in Pfarreien und Schulen und die missionarische Arbeit mit Kindern "in Anwesenheit“ unersetzlich", so Schwester Roberta Tremarelli, AMSS, Generalsekretärin der Päpstlichen Kindermissionswerke im Gespräch mit Fides über die Arbeit des von ihr geleiteten Päpstlichen Werkes, im Lichte der jüngsten kontinentalen Treffens der Nationaldirektionen, die alle online stattfanden.
Die Realität des Missionswerkes, das eines der vier Päpstlichen Missionswerke ist, ist nach Angaben von Schwester Tremarelli, "auf jedem Kontinent anders und auch dort, wo es mit Gruppen organisiert wird, in denen Kinder durch eine feierliche Zeremonie als Mitglieder verpflichtet werden und sie besondere Symbole erhalten (Schal, Anstecker, Notizbuch…) wollen wir die Spiritualität und das besondere Charisma unseres Werkes allen Kindern und Jugendlichen anbieten und dabei inklusiv zu sein und niemanden auszuschließen“.
Aus den verschiedenen Treffen sei hervor gegangen, dass für jede Nationaldirektion das Charisma des Kindermissionswerkes, wie das der anderen Päpstlichen Missionswerke, transversal ist, „und alle kirchlichen Realitäten durchbrechen sollte, um das missionarische Bewusstsein zu wecken und die Verantwortung, die für uns aus der Taufe entspringt". "Aus diesem Grund“, betont Schwester Tremarelli, „ist es notwendig, Wege des Glaubens und darüber hinaus anzubieten, die das ganze Jahr begleiten und sich nicht nur auf die Feier des Tages der Kindermissionswerke oder des Weltmissionsmonats beschränken".
Mit Blick auf den Tage der Kindermissionswerke, der dieses Jahr auf kontinentaler Ebene gefeiert wurde, wurde auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Bewegungen in den Ortskirchen hingewiesen, die Kinder und Jugendliche miteinbeziehen, darunter auch die diözesanen oder nationalen Kommissionen für Katechese und Seelsorge für Kinder.
Es sei viel davon gesprochen worden, "als Partner in der Kirche und für die Kirche zusammenzuarbeiten", stellt die Generalsekretärin fest. Anzumerken sei dabei, dass beispielsweise in Malawi die Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke von der Bischofskonferenz den Auftrag erhalten habe, sich auch mit der Katechese für Kinder und Jugendlichen zu befassen, und so seien in dieser Zeit des Lockdowns von den Päpstlichen Missionswerken mehrere Sendungen im Radio zur Katechese produziert ausgestrahlt worden. Während die Nationaldirektion in Frankreich wöchentlich eine kurze Radiosendungen mit dem Titel „Les petits curieux de la foi“ ausstrahlt, in denen jedes Mal ein von Kindern erläutertes Glaubensthema präsentiert wird.
Charakteristisch für die Päpstlichen Missionswerke sei deren universelle Dimension: „Diese Dimension wird bei allen Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen besonders beachtet, um den Blick, das Herz und den Geist zu öffnen und zu erweitern“, stellt Schwester Tremarelli fest.
Die durch die Pandemie verursachte Beschränkung hat die Arbeit der Nationalrektionen der Päpstlichen Missionswerke, die normalerweise mit den Schulen bei der missionarischen Arbeit mit Kindern zusammenarbeiten, stark beeinträchtigt: Einige haben es trotzdem geschafft, Initiativen vorzuschlagen, vor allem durch das gemeinsame Gebet, um Kinder und Jugendliche in die Mission miteinzubeziehen. In Malta wurden beispielsweise verschiedene Initiativen im Internet gefördert, um Kinder und Jugendliche zu begleiten, die zu Hause bleiben müssen. „Da man sich nicht treffen und die typischen Sparkässchen für die Spendensammlung verteilen konnte, wurde die Anleitung, mit dem jedes Kind es zu Hause anfertigen konnte, per E-Mail verschickt und so auch die restliche Familie einbezogen, um beim Aufbau einer Kirche mitzuhelfen zu Hause", berichtet die Generalsekretärin.
Neben anderen kreativen Initiativen hat die englische Nationaldirektion die Website auf der Seite "Missio together" aktualisiert, indem sie eine Karte eingefügt hat, auf der die Kinder navigieren können, um die Realität und die Zeugnisse von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Ländern der Welt zu entdecken.
Unter den Schwierigkeiten, die sich während der Pandemie ergaben, teilte der Nationalsekretär der Päpstlichen Missionswerke in Luxemburg mit, das die Schwierigkeit bei der Einbeziehung der Schulen entstanden seien, da die Regierung den Religionsunterricht aus den Lehrplänen gestrichen hat, was bisher der günstigste und geeignetste Zeitpunkt für dieses Angebot war. Über ähnliche Situationen werde auch aus anderen Ländern berichtet, insbesondere auf europäischer und lateinamerikanischer Ebene. Die neue Nationalsekretärin der Päpstlichen Kindermissionswrke in Brasilien hob unterdessen bei ihrer Präsentation des Werkes hervor dass es sich dabei um die Vermittlung eines „Lebensstils“ handele, „der auf Gebet, Opferbereitschaft und Solidarität basiert".
Der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Uruguay berichtete von einer Reihe von Initiativen, die auf regionaler Ebene Süd- und Mittelamerikas gefördert wurden, insbesondere im Radio und dank des sozialen Netzwerks Facebook. Eine der wichtigsten Herausforderungen bestehe dabei darin, "das Päpstliche Missionswerk nicht auf eine NGO zu reduzieren und damit dessen Angebote nur auf die humanitäre Dimension zu beschränken, die zwar wichtig ist, aber immer von der des Glaubens begleitet werden muss", waren sich die verschiedenen Nationaldirektionen einig.
In den frankophonen, anglophonen und portugiesischsprachigen Ländern Afrikas habe sich gezeigt, dass der Slogan der Kindermissionswerke sich von dem Motto "Kinder helfen Kindern", heute verwandelt habe in "Kinder helfen Kindern, Kinder evangelisieren Kinder, Kinder beten für Kinder aus aller Welt“.
Die Nationaldirektion der Elfenbeinküste sowie der Demokratischen Republik Kongo betonten, dass die missionarische Zusammenarbeit die Aufgabe aller sei: d.h. auch die Länder der jungen Kirchen tragen Verantwortung für das missionarische Wirken der Kirche. Tatsächlich wurden in den letzten Jahren mit Spenden aus diesen beiden Ländern auch Projekte für Kinder außerhalb des eigenen Kontextes unterstützt. Diese Modalität unterstützt die missionarische Dimension und fördert die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.
Der Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke in Australien berichtete, dass die Mehrheit der Kinder des Landes eine katholische Schule besucht und aus diesem Grund viele Angebote ad hoc entwickelt werden, um Schulen in die missionarische Arbeit miteinzubeziehen. In einem Video präsentierte der Nationaldirektor die traditionellen „Socktober“-Aktion, in deren Rahmen der alle Schulen des Landes an einem Wettbewerb teilnehmen.
Aus Ländern, in denen Katholiken eine Minderheit darstellen (z.B. Algerien, Laos, Kambodscha, Pakistan), entstand der Wunsch und das stetige Engagement vor allem in der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen auszubauen: In Schulen können man die Werte des Evangeliums vermitteln und die Aufmerksamkeit für den anderen, den Austausch, die Geschwisterlichkeit und damit die Möglichkeiten für Dialog und Solidarität fördern. In solchen Kontexten sei die Zusammenarbeit mit den anwesenden Bischöfen und Katholiken von grundlegender Bedeutung für ein konkretes evangelisches Zeugnis.
Das Kindermissionswerk, waren sich die Vertreter der Kindermissionswerke die über das Internet verbunden waren einig, sei mancherorts noch wenig bekannt, und es bestehe überall die Herausforderung, sich dem jeweiligen Kontext anzupassen. „Wir sind davon überzeugt, dass eine ganzheitliche Bildung von klein auf dazu beitragen kann, in der Dimension des Glaubens, aber auch auf menschlicher und sozialer Ebene zu wachsen. Wir müssen uns immer an die Motivation erinnern, die Erzbischof Charles de Forbin Janson dazu veranlasste, das Werk der „Heiligen Kindheit“ auf den Weg zu bringen: Es war seine Sorge um chinesische Kinder, die dazu bestimmt waren zu sterben und ohne die Taufe erhalten zu haben, d. h. es ging bereits damals um die menschliche Dimension und Dimension des Glaubens", schließt Schwestern Roberta Tremarelli.

VATIKAN - Traum und Leidenschaft der Erstevangelisierung: Ein Missionar im Gespräch mit dem Fides-Direktor

Vatikanstadt (Fides) - "Wissen, verstehen, was auf der anderen Seite des Planeten passiert, um eine Nachricht, die ich lese, in ein Gebetsanliegen umzuwandeln und zu erfahren, wie die Kirche, die Jünger Jesu, überall hinkommen und wie das Evangelium überall etwas sagen hat", so sagte Pater Emanuele Ciccia von der Missionsgesellschaft von Villaregia, der als Missionar in Äthiopien lebt und arbeitet und anlässlich eines Besuchs bei Fides mit dem Direktor der Agentur, Pater Dinh Anh Nhue Nguyen, sprach.

Pater Anh Nhue: Pater Emanuele stellen Sie sich bitte Sie persönlich unseren Lesern vor und berichten Sie uns von der Apostolischen Präfektur Robe, in der er Sie als Missionar tätig sind…
P. Emanuele: Ich bin Missionar der 1981 gegründeten Missiongemeinschaft von Villaregia, die heute verschiedene Missionen insbesondere in Mittel- und Lateinamerika, in Afrika und in Europa hat. Ich arbeitete 12 Jahre lang an der Elfenbeinküste und bin seit anderthalb Jahre, auf Wunsch von Pater Angelo Antolini, OFMCap., des ersten Apostolischen Präfekten von Robe in Äthiopien, wo ich zusammen mit drei Schwestern und einem weiteren Ordenspriester meinen Dienst in der Präfektur leiste (vgl. Fides 13/02/2012).
Wir befinden uns in einer Apostolischen Präfektur, also in einem riesigen Gebiet der Erstevangelisierung, wo es viel Arbeit gibt, um einen missionarischen Dienst und eine Präsenz des Evangeliums zu gewährleisten. Wir arbeiten dabei eng mit Pater Angelo Antolini zusammen und teilen den gemeinsamen Traum und die Leidenschaft für die Erstevangelisierung. Es besteht der starker Wunsch, in Äthiopien an die Grenzen zu gehen und auf dessen Einladung gehen wir gemeinsam mit dem Präfekten die ersten Schritte in den Bundesstaat Somali, einer Region mit einer Bevölkerung, die somalischer Abstammung ist, in einem rein muslimischen Kontext. Da ist diese wunderbare Begeisterung von Pater Antolini gegenüber diesen Gebieten, um, wie er sagt, „als Kirche präsent zu sein. Denn wo wir zu zweit oder zu dritt sind, da ist Jesus anwesend.“

Pater Anh Nhue: Wie viele Einwohner, Katholiken und Christen gibt es in Äthiopien?
P. Emanuele: Äthiopien hat über 100 Millionen Einwohner und ist viermal so groß wie Italien. Es ist ein bisschen schwierig, die Prozentsätze von Christen und Muslimen zu definieren. Das Christentum ist in all seinen Facetten präsent. Hier ist das Christentum vor allem im Norden durch die äthiopisch-orthodoxen Christen bekannt. Die katholische Kirche ist eine Minderheit und feiert die Gottesdienste, je nach Gebiet und Vikariat, in zwei unterschiedlichen Riten, dem lateinischen und dem östlichen. In unserer Apostolischen Präfektur, die ein Drittel Italiens ausmacht, und zwischen zwei wichtigen Flüssen, dem Webe Shebelle und dem Gandale, liegt, leben 95 % muslimische Brüder und Schwestern.
In den beiden Städten Robe und Goba liegt christliche Präsenz etwas über dem Durchschnitt liegt. Wir leben in Robe, wo die nach Angaben der Statistiken zwischen 70.000 und 150.000 Einwohner hat, während in Goba, das 10 km von uns entfernt ist, eine historische Präsenz der Schwestern von Mutter Teresa besteht. Der Grundstein für dieses Zentrum wurde von der heiligen Mutter Teresa selbst gelegt. Pater Antolini hat sie unter anderem zur Schutzpatronin der Apostolischen Präfektur Robe ernannt, auch um den Ärmsten ein Zeichen der Liebe und Fürsorge zu geben (vgl. Fides 16/07/2012). Die Schwestern von Goba haben ein Gesundheitszentrum mit etwas mehr als 200 Patienten, die von verschiedenen Pathologien, körperlichen Behinderungen, psychischen oder psychiatrischen Erkrankungen betroffen sind. Dank dieser Patienten existiert dort in der gesamten Präfektur eine besondere Präsenz Jesu!

P. Anh Nhue: Mit ihrem gewöhnlichen Dienst, leisten die Schwestern also auf eine außergewöhnliche Weise, mit einer außergewöhnlichen Liebe, ihre Arbeit bis hin zum Opfer ihres eigenen Lebens.
P. Emanuele: Für uns ist ihre Anwesenheit sehr kostbar. Die Missionen sind sehr weit voneinander entfernt. Die Mission, die etwas strukturierterer ist, und eine Pfarrei hat befindet sich ungefähr zwei Autostunden entfernt, in Adaba und besteht aus zwei fidei donum-Priestern und einer Laienschwester. Die Anwesenheit von Schwestern in unserer Nähe, nur 10 km entfernt, ermöglichte es uns, eine Gemeinschaft zu bilden und eine Erfahrung der gegenseitigen Unterstützung und Freundschaft zu erleben.

P. Anh Nhue: Aber auch die Schwestern brauchen Sie, Ihre Anwesenheit, Ihre gewöhnliche Tätigkeit in der Pfarrei sehr. In diesem Sinne vervollständigen Sie sich gegenseitig, bei der Verkündigung Jesu Christi und des Evangeliums.
Pater Emanuele: Ja, wir sind ein Team. Sie geben uns ein enormes Beispiel der Liebe zu den Ärmsten der Armen und wir feiern mit ihnen die Eucharistiefeier und wir beten zusammen. Es besteht eine tiefe Freundschaft zwischen uns. Sie sind auch deshalb wertvoll, weil die Stadt Robe die in Großstädten typischen Zeichen der Armut mit vielen Straßenkindern und Obdachlosen aufweist. Mit unserer Präsenz auf der Straße lernen wir oft Brüder und Schwestern kennen, die die Schwestern Gott sei Dank in ihrem Zentrum aufnehmen und dort denjenigen eine Alternative bieten, die seit Jahren mit zum Teil tragischen Geschichten auf der Straße leben.

P. Anh Nhue: Hat die katholische Kirche in ganz Äthiopien nur eine Präfektur?
Pater Emanuele: Ich würde sagen, unsere Präfektur ist eine Präfektur, wie aus den „ersten Kapiteln der Apostelgeschichte“. Im Norden gibt es Eparchien des östlichen Ritus, und die Kirchsprengel des lateinischen Ritus beschränken sich auf acht Vikariate, wir haben keine Diözese und nur eine Apostolische Präfektur. In Afrika gibt es nur drei Apostolische Präfekturen: in der Westsahara, in Libyen und uns, in Äthiopien.

P. Anh Nhue: Würden sie unseren Lesern erklären, wir sie Ihren gewöhnlichen Dienst verrichten? Womit beschäftigen Sie sich jeden Tag?
P. Emanuele: Wir sind erst seit anderthalb Jahren präsent und es ist weise, dass wir zunächst einmal gut zuhören, auch wenn wir versuchen, Fortschritte zu machen. Der erste Dienst ist eine enge Zusammenarbeit mit Pater Angelo, einige von uns übernehmen dabei einen allgemeineren Dienst für die Präfektur administrativer und pastoraler Art. Angefangen haben wir mit Sozialarbeit, dies sind kleine Zeichen, mit denen wir versuchen, vor allem die weibliche Bevölkerung und junge Leute anzusprechen und wir bieten katholischen Schulen unsere Unterstützung an. Wir sind auch leidenschaftlich daran interessiert, mit unseren Brüdern und Schwestern, die aus der islamischen Welt kommen, eng zusammenzuarbeiten und Freundschaft zu schließen und so ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis entstehen zu lassen. Wir sind viel auf der Straße unterwegs, um die Menschen zu grüßen, sie kennenzulernen und ein paar Worte in Oromo, der Landessprache, zu wechseln. Wir glauben, dass sich der Herr offenbart, wenn wir auf die Straße gehen.

P. Anh Nhue: Wenn wir dem Hauch des Heiligen Geistes folgen, verkünden wir Christus, auch wo wir es nicht erwarten. Sie leisten Ihren Dienst also in erster Linie unter Nicht-Katholiken und Nicht-Christen?
P. Emanuele: Neben dem Pfarrdienst im engeren Sinne stehen wir auch in Kontakt mit nichtkatholischen Christen aus der orthodoxen Welt, aber vor allem mit Muslimen.

P. Anh Nhue: Gibt es eine Pfarrei in der Präfektur? Wie viele Mitglieder hat sie? Gibt es auch katechetische Aktivitäten?
P. Emanuele: Am Sonntag kommen etwa vierzig Menschen zu uns, die uns an der normalen Seelsorge teilnehmen. In Wirklichkeit versuchen wir, die Strukturen wieder aufzubauen, da es sich frühere um zwei Pfarreien handelte, in denen es einen sehr häufigen Wechsel von Priestern und Gemeindefarrern gegeben hat. Wir versuchen, Wege zu finden, die dem Katechumenat vorausgehen, wie in der ganzheitlich islamischen Stadt Dinsho, wo vier oder fünf oder manchmal nur zwei oder sogar sieben Menschen mit islamischem Hintergrund das Evangelium gerne kennenlernen möchten. Mit ihnen befassen wir uns mit dem Markusevangelium, von dem sie sagen, dass es das kerygmatischste der Evangelien ist, und hoffen dabei Woche für Woche unseren Dienst in dieser Stadt vertiefen zu können. Hier gibt es bereits zwei katholische Kindergärten, die uns die Möglichkeit gegeben haben, dort anwesend zu sein und so wollen wir es weiter in anderen Städten in der Nähe oder in der Ferne tun.

P. Anh Nhue: Dieser Diskurs über das Finden von Freunden ist sehr interessant. Durch diese menschlichen Freundschaft übertragen wir auch die Freundschaft von Christus. Vielen Dank für Ihren Dienst und Ihre Mission.
Möchten unseren Fides-Lesern auf der ganzen Welt etwas sagen, die in derselben Mission vereint sind, etwas sagen? Was würden Sie als Missionar, der an vorderster Front tätig ist, den getauften Missionaren in Italien, in Europa oder Amerika sagen, was würden Sie ihnen als Bruder im Glauben gerne sagen?

P. Emanuele: Als Glaubensbruder möchte ich den Lesern für ihren Wissensdurst danken. Manchmal wird in der Missionswelt betont, dass die Unterstützung der Mission vor allem darin besteht Spenden und Opfer für die Mission zu bringen. Ich glaube, es ist wichtig zu wissen, zu verstehen, was auf der anderen Seite des Planeten passiert. Ich glaube, es ist der beste Weg, eine Nachricht, die ich lese, in ein Gebetsanliegen zu verwandeln und zu erfahren, wie die Kirche, die Jünger Jesu überall hinkommen und wie das Evangelium überall etwas zu sagen hat.
Sich zu informieren, um Bescheid zu wissen ist sehr wichtig. Auch für mich als Missionar, der sich sehr auf meine eigene Realität als Robe konzentriert, ist es wichtig, andere Kontexte der Mission zu kennen und zu sehen, wie Laien, Missionare, Familien, andere Jünger Jesu auf der anderen Seite der Welt leidenschaftlich versuchen, das Evangelium weiterzugeben. Das lässt mich wachsen. Ihr musst Bescheide wissen, sei neugierig! Ihren Lesern möchte ich sagen, lesen Sie weiter den Fidesdienst.

P. Anh Nhue: Vielen Dank, P. Emanuele, für ihren Besuch und für Ihre Worte! Fides versucht, die ganze Welt über die Sendung zu informieren, die die Kirche über die Grenzen hinweg wahrnimmt. Wenn man dies nicht weiß, kann man keine Liebe verspüren, es fehlt die Inspiration. Es ist wichtig, die Brüder und Schwestern im Glauben zu kennen, was sie alles in verschiedenen Kontexten tun, zwischen den Höhen und Tiefen des Lebens, den Momenten der Krankheit, der Distanz, aber immer in Gemeinschaft mit allen Brüdern und Schwestern des Glaubens. Beten wir füreinander im Wissen, dass so viele leiden und teilen wir alles in Gemeinschaft, um dann zur Zusammenarbeit kommen. Nochmals vielen Dank und alles Gute für ihre weitere Arbeit in der Mission!
Die am 11. Februar 2012 von Papst Benedikt XVI. errichtete Präfektur Robe hat eine Fläche von 103.769 km2 und eine Bevölkerung von über 4 Millionen Einwohnern und 1.090 Katholiken, 12 Kirchen und 8 Priester. Insgesamt 35 neue Gemeindemitglieder wurden im letzten Jahr getauft.


Tourismus ist auch für Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika eine wichtige Einnahmequelle. Corona trifft ihre Wirtschaft nun besonders hart

Ohne mehr Impfstoff sind Reiseländer im Globalen Süden in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht

 

Tourismus * Impfstoff * Globaler Süden * Corona

 

(Berlin/bfw) - Erste Bundesländer haben schon Ferien, andere beginnen gerade – für die meisten Reisenden bedeutet das auch in diesem Jahr: Urlaub im eigenen Land oder innerhalb Europas. In den Jahren vor Corona sind mehr als drei Millionen Menschen allein aus Deutschland zu einer Fernreise aufgebrochen. Die ist in diesem Jahr nicht möglich, denn beliebten Ländern wie Peru, Kenia oder den Philippinen fehlt Impfstoff. So verlieren sie nach aktuellen Schätzungen der UN-Handelsorganisation drei Viertel ihrer Einnahmen aus dem Tourismus. Besonders schwer trifft es unter anderem Länder in Mittelamerika, die wirtschaftlich stark vom Tourismus abhängig sind. Dagegen wird der Rückgang in Ländern mit hohen Impfquoten deutlich moderater bei geschätzt 37 Prozent liegen.

 

Corona verschärft auch im Tourismus Ungerechtigkeit. Vor allem Inselstaaten in der Karibik und Ostafrika mit gutem Zugang zu chinesischen Impfstoffen haben begonnen, das Hotelpersonal in den Tourismushochburgen bevorzugt zu impfen. „Das ist eine Notstrategie mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen“, sagt Antje Monshausen, Expertin für Tourismus und Entwicklung bei Brot für die Welt. „Kurzfristig profitieren vor allem die großen All-inclusive Hotels. Die aber geben wenig wirtschaftliche Impulse vor Ort, weil die Touristen in den Hotel-Anlagen bleiben. Tourguides und Menschen, die in Restaurants oder Souvenirläden arbeiten, sind aber darauf angewiesen, dass die Gäste auch außerhalb ihres Hotels Geld ausgeben.“

 

Wenn es mit der ungleichen Verteilung der Impfstoffe so weitergeht, werden viele Länder des Globalen Südens erst in zwei bis drei Jahren Zugang zu ausreichenden Impfstoffmengen haben. „Ein Jahr wie 2020 und nun 2021 können sich viele Länder des Globalen Südens, die wirtschaftlich in hohem Maße vom Tourismus abhängig sind, nicht noch einmal leisten. Einfach zu öffnen, ist aber auch keine Lösung, denn die Kosten einer Gesundheitskrise sind höher als die Kosten der Ausfälle im Tourismus“, sagt Monshausen. „Der schnellste und sicherste Weg aus der Corona-Tourismuskrise liegt daher darin, weltweit mehr Impfstoff zu produzieren und ihn besser zu verteilen.“

 

Dabei ist allerdings Corona nur ein Problem unter vielen. Längst vor der Pandemie hat sich gezeigt, dass Tourismus-Modelle, die zu wenig Wertschöpfung im Land schaffen, aber die natürlichen Ressourcen wie Wasser und Landschaft ausbeuten, nicht zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Corona hat nun vor allem verdeutlicht, wie dramatisch die Folgen sind, wenn die Wirtschaft eines  Landes vom internationalen Tourismus abhängig ist. „Es muss darum gehen, diese Abhängigkeit zu verringern“, sagt Monshausen. „In Ländern und Gemeinschaften, in denen der Tourismus eine zusätzliche und nicht die Haupteinkommensquelle ist und auch die lokale Bevölkerung von den Einnahmen profitiert, treffen die Folgen einer Krise im Tourismus nicht die gesamte Volkswirtschaft.“

 

 


12. Jahrestag der Unruhen von Urumqi (5. Juli 2009): Uiguren droht weiterhin Abschiebung nach China

 

•         Friedliche Proteste brutal niedergeschlagen

•         Zahlreiche Uigurinnen und Uiguren flohen danach ins Ausland

•         Trotz der Bedrohung schieben muslimische Staaten sie oft weiterhin nach China ab

(Göttingen/gfbv) - Uigurinnen und Uiguren werden weiterhin nach China abgeschoben – trotz des äußerst brutalen Vorgehens der chinesischen Führung gegen diese Bevölkerungsgruppe. Daran erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des zwölften Jahrestages der Unruhen von Urumqi, der Hauptstadt von Xinjiang. Deren brutale Niederschlagung markierte den Anfang einer Verschärfung der chinesischen Kampagne gegen die muslimischen Nationalitäten der Region. „Trotz der Völkermord-Politik der chinesischen Regierung schicken Staaten wie Ägypten, Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate weiterhin Angehörige der uigurischen Nationalität gegen deren Willen nach China, wo ihnen Umerziehungslager, lange Haftstrafen, Folter oder sogar Hinrichtung drohen“, erklärt Hanno Schedler, GfbV-Referent für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung. „Obwohl diese Staaten Unterzeichner der UN-Konvention gegen Folter sind, bringen sie Uigurinnen und Uiguren mit der Abschiebung in Lebensgefahr.“

In Urumqi protestierten am 5. Juli 2009 zahlreiche Uigurinnen und Uiguren nach der Ermordung uigurischer Fabrikarbeiter in der südchinesischen Provinz Guangdong. Bei der Niederschlagung der friedlichen Demonstrationen wurden mindesten 200 uigurische Protestierende getötet. „Hunderte weitere, die damals festgenommen wurden, sind bis heute verschwunden“, erinnert Schedler. „Viele Uigurinnen und Uiguren flohen damals in andere, oft muslimische Länder wie Pakistan oder die Türkei.“ Laut einem gemeinsamen Bericht des Uigurischen Menschenrechtsprojekts und der Oxus-Gesellschaft für Zentralasiatische Angelegenheiten haben in den letzten sieben Jahren 20 Staaten insgesamt 1.327 Uigurinnen und Uiguren verhaftet oder nach China abgeschoben – trotz der seitdem dramatisch verschlechterten Menschenrechtslage in Xinjiang / Ostturkestan.

Die chinesische Regierung hatte im Jahr 2009 die damalige Präsidentin des Weltkongresses der Uiguren, Rebiya Kadeer für den Ausbruch der Unruhen verantwortlich gemacht, lieferte aber niemals Beweise für ihre Anschuldigungen. Kadeer lebt seit 2005 in den USA. Vorher war sie sechs Jahre in chinesischer Haft gewesen. Ihr zufolge wurden 38 ihrer Familienmitglieder von den Behörden in Sippenhaft genommen. Ihre jüngere Schwester Arzugul Kadeer starb eine Woche nachdem sie aus einem der chinesischen Umerziehungslager entlassen worden war, berichtete Radio Free Asia am 11. Mai 2021. Wann genau sie starb, ist nicht bekannt. Sie war insgesamt zweimal in Haft, bevor sie 2017 im Alter von 69 Jahren in eines der Umerziehungslager gebracht wurde.  „Sippenhaft ist eine der bevorzugten Methoden der chinesischen Regierung, um uigurische Menschenrechtlerinnen wie Rebiya Kadeer zum Schweigen zu bringen,“ ergänzt Schedler. 

 

 


Mutter mit 14 - Model mit 18

Bildrechte:     SOS-Kinderdörfer weltweit Fotograf:     Aaron J. Hurley
Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit Fotograf: Aaron J. Hurley

 

Im neuen Podcast der SOS-Kinderdörfer "Mut heißt Machen" spricht das deutsche Topmodel Lorena Rae darüber, was es bedeutet, früh Verantwortung zu übernehmen

 

(München/ots) - Zwei Frauen, zwei Welten: Cathy bringt mit nur 14 Jahren in Kolumbien ein Kind auf die Welt. Lorena Rae wird mit 18 Jahren als Model entdeckt. Was die beiden Frauen verbindet: Sie mussten früh Verantwortung übernehmen.

 

Verantwortung ist auch das Thema der ersten Episode des neuen Podcast der SOS-Kinderdörfer "Mut heißt Machen", in dem Moderatorin Britta Hofmann das deutsche Topmodel Lorena Rae interviewt. Die beiden sprechen unter anderem über die Geschichte der Kolumbianerin Cathy, die eine der vielen Teenager-Mütter in Lateinamerika ist, die sich bewusst für eine frühe Schwangerschaft entscheiden.

 

Ausweg Schwangerschaft?

 

Ein Entschluss, der für uns nicht einfach nachzuvollziehen ist. Aber die Mädchen versprechen sich als Schwangere und Mutter zum Beispiel Schutz - vor den Avancen anderer Männer. Außerdem sehnen sie sich nach Sicherheit an der Seite des Kindsvaters. Leider sieht die Realität dann in den meisten Fällen anders aus: Die jungen Mütter stehen als Alleinerziehende da und kämpfen im Alltag gegen Armut. So kam auch Cathy zum Sozialzentrum der SOS-Kinderdörfer in Bogota, als ihr Sohn medizinische Hilfe brauchte. Dort unterstützten die Sozialarbeiter die junge Mutter ebenfalls: mit einer Ausbildung und weiteren Maßnahmen, damit Cathy heute selbstbestimmt leben und für sich und ihren Sohn sorgen kann.

 

Zwei Frauen, zwei Lebensentwürfe

 

So komplett auf sich selbst gestellt zu sein, musste Lorena Rae noch nie in dieser Form erfahren: "Ich hatte glücklicherweise immer den Rückhalt meiner Familie und Freunde!" Dennoch fühlte sich die heute 26-Jährige manchmal alleine und überfordert, als sie mit 22 Jahren nach New York zog, um dort ihre Model-Karriere auszubauen: "Natürlich hatte ich dort auch Ängste, zum Beispiel davor, ob das alles überhaupt Sinn macht, oder ob ich das finanziell stemmen kann. Aber all das ist nichts im Vergleich zu dem, was eine Teenager-Mutter an Verantwortung trägt", sagt Lorena Rae. "Wenn ich mir überlege, was ich als 14-Jährige gemacht habe: ich musste bloß zusehen, dass meine Hausaufgaben für den nächsten Tag erledigt sind, und dann konnte ich mit meinen Freunden 'Highschool Musical'-Choreographien nachtanzen. Solche Sorgen wie: 'Ich muss einen Mann finden', gab es da natürlich nicht."

 

Teenager-Schwangerschaften Lateinamerika 

 

Den Wunsch, möglichst früh Mutter zu werden, haben hingegen viele Mädchen in Kolumbien: 42 Prozent der Schwangerschaften bei Jugendlichen dort sind beabsichtigt und sozial durchaus anerkannt. Laut der Weltgesundheitsbehörde WHO sind weltweit jedes Jahr elf Prozent der Gebärenden zwischen 15 und 19 Jahren alt. Dabei können die frühen Schwangerschaften negative Auswirkungen auf die körperliche und mentale Gesundheit der jungen Mütter und ihrer Babys haben. Die Fehlgeburtenrate und die Mütter- und Kindersterblichkeit sind bei Teenager-Schwangerschaften beispielsweise sehr hoch.

 

Fehlende Bildung führt zu Fehlentscheidungen

 

Doch dieses Risiko nehmen viele Mädchen in Kauf, schlichtweg, "weil ihnen die Bildung fehlt. Sie kennen keinen anderen Weg. Sie wollen die Rolle einnehmen, die ihnen von ihren Müttern vorgelebt wurde", sagt Lorena Rae. "Es ist traurig, dass sie sich in dieser Situation befinden." Das zeige einem umso mehr, wie wertvoll es sei, dass man sich in der Schule Wissen aneignen konnte, sagt das Model, das im norddeutschen Diepholz aufwuchs, bevor es den Sprung auf die internationalen Laufstege schaffte.

 

Hilfe zur Selbsthilfe

 

Da nicht jeder das Glück hat, Bildung und Rückhalt zu erhalten als Kind oder Jugendlicher, "stehen wir in der Verantwortung, Menschen wie Cathy zu unterstützen, damit sie eine Perspektive im Leben haben", meint Lorena Rae, die deshalb auch die Arbeit der SOS-Kinderdörfer weltweit schätzt.

 

Podcast der SOS-Kinderdörfer "Mut heißt Machen"

 

Die ganze Geschichte von Cathy und mehr aus dem Leben von Model Lorena Rae erfahren Sie in der ersten Folge des neuen Podcast der SOS-Kinderdörfer "Mut heißt Machen" ab dem 1. Juli, alle zwei Wochen.

 

In sieben weiteren Episoden spricht Moderatorin Britta Hofmann mit Laura Karasek, Dieter Nuhr und weiteren Prominenten über Wendepunkte im Leben sowie das Scheitern und Wiederaufstehen.

 

Mehr Infos und alle Folgen finden Sie hier:

 

sos-kinderdoerfer.de/podcast

 

https://open.spotify.com/show/7dCehUZOP0GSaIpUlYHxqa


FIDES-NACHRICHTEN - 3.07.2021

AFRIKA/SOMALIA - Bischof Bertin zu den bevorstehenden Wahlen: “Ich bin vorsichtig optimistisch”

Mogadischu (Fides) - "Nach der Ende Mai in Somalia erzielten politischen Einigung herrscht ein vorsichtiger Optimismus mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen. Ich setze dabei den Akzent eher auf das Adjektiv 'vorsichtig' als auf das Substantiv 'Optimismus', denn seit ich in Somalia oder jedenfalls am Horn von Afrika lebe und arbeite, habe ich viele solche Versuche, die schlecht ausgegangen sind", so Giorgio Bertin, Apostolischer Administrator von Mogadischu und Bischof von Dschibuti, der seit Mai 2001 in Dschibuti wohnhaft ist, aber zuvor auch in Somalia lebte (seit den 70er Jahren bis zum Sturz von Siad Barre) in einem Kommentar zu den Turbulenzen in dem afrikanischen Land, die dank der beharrlichen Verhandlungen unter der Leitung von Premierminister Roble, zumindest vorerst zu Ende zu sein scheinen, womit ein Punkt erreicht wurde, der hoffentlich einen Wendepunkt hat.
Der Bischof erklärt: „Ich lebe in Dschibuti, aber ich habe die Verantwortung für Somalia, wohin ich regelmäßig reise. Die letzten Monate seit Anfang 2021 waren besonders hart, geprägt von politischen Turbulenzen sowie den üblichen Anschlage insbesondere von Seiten der Al-Shabbaab-Miliz. Vor allem in den Beziehungen zwischen den verschiedenen Staaten der somalischen Föderation, aber auch in den Beziehungen zu Äthiopien und Kenia kam es aufgrund der umstrittenen Offshore-Ölfelder zwischen den Staaten zu starken Spannungen. Innenpolitisch waren die Wahlen das Hauptthema, man begann mit der Idee des allgemeinen Wahlrechts, aber wie ich von Anfang an sagte, war das Ziel praktisch unmöglich zu erreichen. Das Einwohnermeldeamt existiert zum Beispiel nicht einmal in den Städten, denn es wurde alles zwischen '90 und '91 zerstört. Zusätzlich gibt es ein großes Sicherheitsproblem in einigen Gebieten, die vollständig unter der Kontrolle der Al-Shabbaab oder anderen Kräften wie der IS sind“.
Der Apostolische Administrator erklärt, dass schließlich ein Modell auf Clanbasis gewählt wurde: "Nach verschiedenen Diskussionen“, so der Bischof, „wurde seit Juni eine zweimonatige Frist gestellt, um auf Clanbasis ausgewählte Kandidaten vorzustellen, die nach ihrer Wahl wiederum den Präsidenten wählen“.
In einem Land, mit fast ausschließlich islamischer Mehrheit, ist eine stabile christliche Präsenz sehr gering. Das christlichen Zeugnisses derer, die als Katholiken in Somalia leben, sei deshalb kostbar: "Ich habe nur einen Priester, der in Somaliland im Norden tätig ist“, so Bischof Bertin, „und die heilige Messe in Privatwohnungen zelebriert. Im Übrigen wird die christliche Präsenz durch die Truppen der italienischen, burundischen und ugandischen Armee, die Teil von Amisom (der Eingreiftruppe der Afrikanischen Union), der UNO oder anderen Einrichtungen gewährleistet mit ihren beiden Militärgeistlichen (einem italienischen und einem burundischen). Außerdem gibt es Mitarbeiter internationaler NGOs, darunter spezifisch christliche wie Caritas Somalia, Catholic Relief Service und andere. Auch in der Vergangenheit war die Präsenz von Christen hauptsächlich ausländischer Herkunft, bis 1990 hieß es, dass es über 2000 Christen waren, davon 90% aus dem Ausland, insbesondere Italiener, darunter auch Professoren der staatlichen Universität. Aber über die physische Präsenz hinaus gibt es eine moralische Präsenz, die im Land eine eigene große Bedeutung hat und sich durch die Worte des Papstes ausdrückt: Der Papst erinnert sich oft an die schwierige Situation und erregt internationale Aufmerksamkeit, während ich selbst regelmäßig das Land besuche und die anwesenden gläubigen Laien ermutige, durch ihr Engagement, ihre Arbeit und ihr humanitäres Handeln ein christliches Zeugnis abzulegen. Ich bitte sie, „Missionare“ zu sein und jedem zu helfen, zu verstehen, wie wichtig es ist, Unterschiede zu respektieren und sich alle als Brüder und Schwestern zu verhalten. Abschließend möchte ich auf die Existenz einer kurzen Radiosendung hinweisen, die jeden Sonntag über Radio Vatikan ausgestrahlt wird: 12 Minuten, um die Stimme der Kirche in dieses Gebiet zu bringen".

ASIEN/SÜDKOREA - Kardinale Yeom zelebriert “Messe für den Frieden”: “Lasst uns für wahre Versöhnung beten”

Seoul (Fides) - "Lasst uns für wahre Versöhnung, Einheit und Frieden in diesem geteilten Land beten und uns an die Tragödie des Krieges erinnern", so Kardinal Andrew Yeom, Erzbischof von Seoul und Apostolischer Administrator von Pjöngjang, in der feierlichen "Messe für den Frieden“ anlässlich des 71. Jahrestages des Ausbruchs des Koreakrieges (1950-1953).
"Die Katholische Kirche Koreas bemüht sich auf jede erdenkliche Weise, die Mission zu erfüllen, ein wirksames Instrument für die Versöhnung und Einheit des koreanischen Volkes zu werden", heißt es in einer Verlautbarung der Erzdiözese, in der daran erinnert wird, dass die Katholische Bischofskonferenz von Korea (CBCK) den 25. Juni zum „Gebetstag für die nationale Versöhnung und Vereinigung“ erklärt hat.
Im Anschluss an das gemeinsame Gebet des Rosenkranzes für den Frieden dankte Kardinal Yeom dem Herrn dafür, dass er „es uns erlaubt hat, die Messe für den Frieden auf der koreanischen Halbinsel auch in den durch die Pandemie verursachten schwierigen Momenten zu feiern“.
In seiner Predigt erinnerte der Prälat daran, dass „Jesus sagt, nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal demjenigen zu vergeben, der gegen uns sündigt und auch denjenigen, die unsere Vergebung nicht verdienen. Unser Vergeben ist jedoch eine Bedingung dafür, dass Gott uns vergeben wird, und es ist auch die Bedingung für die gegenseitige Versöhnung“, so der Kardinal.
Der Kardinal fügte hinzu: „Ich möchte bekräftigen, dass Frieden nicht nur die Abwesenheit von Krieg ist, sondern dass das Schweigen der Waffen eine unvermeidliche Voraussetzung für den Beginn eines Weges ist, der zum Frieden führt. Vergebung anzubieten und anzunehmen ist die wesentliche Voraussetzung für den Weg zu einem authentischen und dauerhaften Frieden. Ich bin mir bewusst, dass Vergebung der menschlichen Logik zuwiderlaufen kann, die oft vielmehr der Dynamik von Konflikten und Rache nachgibt. Aber die Vergebung ist inspiriert von der Logik der Liebe, dieser Liebe, die Gott für jeden Mann und jede Frau, für jedes Volk und jede Nation und für die ganze Menschheitsfamilie hat“.
„Wie Jesus uns im heutigen Evangelium sagt“, so Kardinal Yeom weiter, „haben wir uns alle hier in seinem Namen versammelt und bitten unseren Vater, der im Himmel ist, von ganzem Herzen, uns all dies zu gewähren. Ich bin sicher, dass unser Gebet sicherlich erhört wird, wie der Herr sagt, der hier und jetzt unter uns ist“.
Die „Messe für den Frieden“ wurde vom Nationalen Versöhnungskomitee der Erzdiözese Seoul organisiert, das am 1. März 1995 vom verstorbenen Kardinal Stephen Kim Sou-hwan gegründet wurde und sich als Instrument zur Förderung von Versöhnung und Frieden zwischen Süd- und Nordkorea versteht. 

 

ASIEN/MYANMAR - Drei protestantische Priester am Rande eines ökumenischen Friedensgebets festgenommen

 

Myitkyina (Fides) - Die burmesische Armee hat drei Pastoren der christlichen Baptistenkirche festgenommen, die ein Gebetstreffen für den Frieden in Myanmar leiteten. Wie lokalen Quellen bestätigten, waren zu dem ökumenischen Gebetstreffen für den Frieden, bereits am 3. März Staat Kachin im Norden Myanmars stattfand, waren Gläubige aller Konfessionen in Myanmar eingeladen. Dieses Treffen wurde von den Behörden als "subversiv" bezeichnet und unter diesem Vorwand wurden Pastor Koshan Singsar (Kachin Baptist Church), Pastor Z Kaw Htinah (Christ Church) und Pastor M Hawng Di (Rawan Baptist Church) festgenommen. Sie wurden demnach gemäß Artikel 505, Absätze (a) und (b) des myanmarischen Strafgesetzbuches strafrechtlich verfolgt, das diejenigen bestraft, die Terror, Falschmeldungen und Subversion gegen den Staat oder seine Vertreter fördern.
Ein katholischer Priester aus der Diözese Myitkyina betont dazu gegenüber Fides: "Das sind absurde Anschuldigungen. Wir können es kaum glauben. Die Militärjunta von Myanmar fürchtet sogar Gebete für den Frieden und die Macht Jesu Christi…. Das Gebet ist keine Subversion, es vertraut sich Gott an. Wir werden weitermachen um von Gott das Geschenk des Friedens zu erflehen".
Unterdessen hat die Militärjunta die Freilassung von 2.296 politischen Gefangenen angeordnet, darunter Journalisten, Jugendliche und Intellektuelle, die an den friedlichen Demonstrationen nach dem Putsch vom 1. Februar teilgenommen hatten. Nach Angaben des Armeesprechers haben sich die Freigelassenen „nicht an Gewalttaten beteiligt.“ In burmesischen Gefängnissen befinden sich jedoch nach Angaben des Hilfsvereins für politische Gefangene noch immer 5.200 politische Gefangene. Unter den Personen des öffentlichen Lebens in den Gefängnissen sind zahlreiche bei den Wahlen im November 2020 rechtmäßig gewählte Parlamentarier und die demokratischen Anführerin Aung San Suu Kyi.

ASIEN/IRAK - Patriarch Sako: “Der Synodale Weg könnte von den Erfahrungen der Ostkirchen profitieren”

Bagdad (Fides) - Auf dem von Papst Franziskus eingeschlagenen Weg der kirchlichen "Synodalität" in der gesamten katholischen Kirche könne man "von den Erfahrungen der alten Ostkirchen" profitieren, die apostolischen Ursprungs sind und in denen die Synode als "seit den frühen Jahrhunderten bezeugte ständige kanonische Struktur" bewahrt wurde. Dies betont der chaldäischen Patriarchen Louis Raphael Sako, Primas einer der größten katholischen Ostkirchen. In einer mit historischen und theologischen Bezügen und pastoralen Anmerkungen gespickten Reflexion bringt der irakische Kardinal auch konkrete Vorschläge als persönlichen Beitrag ein, die im Hinblick auf die nächste ordentliche Versammlung der Bischofssynode der Katholischen Kirche, die im Oktober 2023 in Rom zum Thema „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Mission“ stattfinden wird, nützlich erscheinen. Patriarch Sako schlägt unter anderem vor, für jeden Kontinent eine Art „ständige Synode“ einzurichten, die aus einer kleinen Anzahl von Bischöfen aus derselben kontinentalen Region besteht.
In seinem vom chaldäischen Patriarchat veröffentlichten Beitrag unterstreicht der irakische Kardinal, dass die Wiederentdeckung der Synodalität nicht nur technisch-organisatorische Aspekte der Verwaltung kirchlicher Körperschaften berührt, sondern aus dem Wesen der Kirche selbst schöpft. Indem er auf das Zweite Vatikanischen Konzil verweist (vgl. Lumen gentium Nr. 3 und 4), erinnert er an die Bedeutung des griechischen Worts "Synode" ("gemeinsam gehen", "gemeinsamer Weg"), erinnert Louis Raphael Sako daran, dass "die Kirche ihrem Wesen nach Synode ist" und zitiert dabei das Johannesevangelium. Auf ihrem Weg durch die Geschichte habe die Kirche „Beziehungen der Teilhabe und Gemeinschaft“ entwickelt und habe sich „in den verschiedenen menschlichen und lokalen Realitäten trotz der Schwierigkeiten“ konkret verkörpert. Aus diesem Grund dürfe „die Kirche nicht unbeweglich bleiben“, vielmehr müsse sie frei bleiben und sich bewegen wie der Geist, der weht, „wo er will“ (vgl. Joh 3,8), sich erneuern und wandeln. Es sei vielsagend, dass die Evangelientexte Christus und die Apostel beim Gehen zeigen. Die Kirche „geht ebenfalls und bleibt nicht stehen“. Auch hierfür - fügt der Chaldäische Patriarch hinzu, sei "die Einladung von Papst Franziskus ein wahres Zeichen", und die Synode von 2023 "könnte eine Gelegenheit sein, konkret über pastorale Leitlinien, theologische Programme und administrative Proprojekte nachzudenken, ausgehend von konkreten Situationen, in denen die Kirche lebt und arbeitet“.
Auf der Reise durch die Geschichte, so der chaldäische Patriarch, haben die Kirchen des Ostens, einschließlich derer, die die volle Gemeinschaft mit der Kirche von Rom nie verloren oder erneut bekräftigt haben, im Laufe der Zeit eine größere Vertrautheit mit der ursprünglichen Dynamik bewahrt, zur kirchlichen Synodalität und den von ihr inspirierten kanonischen Strukturen. "Die Synode der Ostkirchen" erinnert an Patriarch Sako, "ist eine seit den frühen Jahrhunderten erhaltene permanente kanonische Struktur", und "der Codex der Ostkirchen unterscheidet zwischen der ständigen Synode einer patriarchalischen Kirche und der Generalsynode ihrer Bischöfe". Während die Ständige Synode "aus dem Patriarchen und vier für eine Amtszeit von fünf Jahren ernannten Bischöfen besteht (vgl. Can. 115 § 1)", wird die Generalsynode aller Bischöfe der Kirche "einmal im Jahr oder bei Bedarf einberufen". Die Ostkirchen – führt den Primas der Chaldäischen Kirche aus – führen die Arbeit der Synode „kraft der Jurisdiktionsvollmacht des Patriarchen über seine eigene Kirche sui iuris aus, in der er Oberhaupt und Vater ist. Die Synode ist auch ein Zeichen der gemeinsamen Verantwortung der Bischöfe mit ihrem Patriarchen“. Die Synode stärke die Bande zwischen den einzelnen Diözesen "zwischen ihnen und mit dem Patriarchen und dem Petrusnachfolger, wobei die Vielfalt in der Einheit respektiert wird". Synodale Strukturen sind nicht nur repräsentative Organe, sondern sie wirkten sich konkret auf das Leben der kirchlichen Gemeinschaften aus, "indem sie Bestimmungen erlassen und Entscheidungen für die richtige Verwaltung treffen". Es bestehe eine Verpflichtung der "Erneuerung und Reform", so der Patriarch weiter, „die unter der Inspiration des Heiligen Geistes steht". Einheit – bemerkte der irakische Kardinal – bedeute keine Homologation und müsse anerkennen, dass sich die Welt und die Gesellschaft ständig weiterentwickeln. Auch aus diesem Grund lohne es sich, die Synodalität auch als „eine Besonderheit des Weges der ganzen Weltkirche“ neu zu entdecken. Mit dem Nachfolger Petri, so Patriarch Sako weiter „handelt die Kirche trotz der großen Vielfalt, die die katholische Kirche ausmacht, kollegial, gerade um die christliche Gemeinschaft mit Weisheit und Sorgfalt, mit besonderer Rücksicht auf künftige Generationen, aufzubauen und zu formen und zu ermöglichen, dass jeder Gläubige seinen Glauben hic et nunc leben und überall Liebe und Hoffnung verbreiten kann».
Um die Synodalität in der Kirche "sichtbarer" schlägt der chaldäische Patriarch abschließend vor in Anlehnung an die Struktur der "Ständigen Synode" in den Ostkirchen auf jedem Kontinent „eine Art ständigen Synode einzurichten, die aus einer kleinen Zahl von Bischöfen aus diesem geografischen Gebiet besteht“. Die Römische Kurie, fügt Sako hinzu, sei zwar eine „wertvolle Unterstützung“, aber „die Bürokratie ist manchmal anstrengend und langsam“. Gleichzeitig hält es der chaldäische Patriarch für sinnvoll, "den Bischofskonferenzen mehr Autorität zu verleihen, damit sie sich den anspruchsvollen Herausforderungen stellen können, denen sie täglich ausgesetzt sind". All dies, betont der Patriarch abschließend und erinnert an das Band der hierarchischen Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom, das das wesentliche Unterscheidungsmerkmal jeder katholischen Kirche ist, "kann nur nützlich sein, wenn man in Harmonie mit dem Heiligen Vater handelt und sich ständig an das Band erinnert, das uns mit dem Nachfolger Petri verbindet“.

AMERIKA/KOLUMBIEN - Amazonasregion: Apostolische Vikariate überwinden Grenzen und bilden gemeinsame missionarische Seelsorgeeinheit

Puerto Leguizamo (Fides) - Als Antwort auf die Forderung der Amazonassynode, "Grenzen zu überwinden" und Netzwerke zwischen benachbarten Kirchen zu bilden, haben die Apostolischen Vikariaten Puerto Leguízamo-Solano in Kolumbien und San José del Amazonas in Peru, haben ein gemeinsames Dekret unterzeichnet, in dem sie offiziell "eine gemeinsame Missionsstation bzw. ein pastorales Zentrum" einrichten, um die indigenen Gemeinschaften in den Grenzgebiete beider Länder gemeinsam zu begleiten.
Bischof Joaquín Humberto Pinzón Güiza I.M.C., vom Apostolischen Vikariat Puerto Leguízamo-Solano, erklärte in einem Interview mit dem Pressebüro der Bischofskonferenz von Kolumbien, was diese Initiative der beiden Nachbarkirchen beinhaltet. Man wolle den von der Amazonassynode vorgeschlagenen Weg einschlagen, der zur Schaffung neuer kirchlicher Strukturen einlädt, die es ermöglichen, besser auf die Realität der indigenen Gebiete einzugehen, auch jenseits der Grenzbarrieren.
„Wir teilen das Territorium mit San José de Amazonas in Peru, wo viele indigene Gemeinschaften an den Ufern des Putumayo-Flusses entlang der Grenze zwischen Kolumbien und Peru verstreut leben. Wir haben uns gefragt, wie wir diese Gemeinschaften mit einer konstanteren Präsenz erreichen können. Wir haben uns also überlegt, wie wir uns als Ortskirche vereinen und ein gemeinsam Missionsteam bilden können, das auf die Realität des Territoriums eingeht und dabei über die Landesgrenzen hinausgeht“, erklärte der Prälat im Interview.
Wie aus der einer Verlautbarung der kolumbianischen Bischofskonferenz hervorgeht, wird das geplante missionarische Team die Aufgabe haben, eine aktuelle Analyse der Realität der Gemeinschaften und ihrer Territorien zu erstellen und gemäß den pastoralen Richtlinien der beiden Apostolischen Vikariate auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der indigenen Völker einzugehen. In den Gemeinden mangele es an staatlicher Unterstützung und die Realität sei von Armut und Gewalt geprägt. Außerdem „gibt es verschiedene Gruppen, die im Drogenhandel aktiv sind. All die existierenden Probleme erzeugen Gewalt und die Vertreibung ganzer Gemeinschaften“, unterstreicht Bischof Pinzón Güiza.
"Beide Vikariate haben ein Dekret zur Gründung dieses neuen pastoralen Einheit unterzeichnet, die wiederum unter der Verantwortung eines Teams steht, das eingerichtet wurde, um die pastorale und territoriale Betreuung fördern", schließt der Apostolische Vikar.
Auf kolumbianischer Seite befindet sich das Apostolische Vikariat Puerto Leguízamo-Solano in der Kirchenprovinz Villavicencio, hat eine Fläche von 56.000 km2 und eine Bevölkerung von 58.600 Einwohnern mit 48.638 Katholiken, die in 7 Pfarreien gruppiert sind. Auf peruanischer Seite liegt das Apostolische Vikariat San José del Amazonas unter der Leitung von Bischof José Javier Travieso Martin, CMF, in der Provinz Maynas, hat eine Fläche von 150.247 km2 und eine Bevölkerung von 201.350 Einwohnern, davon 147.200 Katholiken , und 11 Gemeinden.
Die Grenze zwischen Kolumbien und Peru ist 1.626 Kilometer lang und verläuft über lange Strecken entlang des Flusses Putumayo-Fluss. Das Gebiet ist unwegsam und sehr schwer zu erreichen, da es mitten im amazonischen Regenwald liegt.


FIDES-NACHRICHTEN - 2.07.2021

VATIKAN - Papst Franziskus überreicht Pallien: Von den insgeamt 34 neuen Erzbischöfen kommen 9 aus Afrika und Asien

Vatikanstadt (Fides) - Vor der dem Gottesdienst zum Hochfest der Heiligen Apostel Petrus und Paulus, den er am gestrigen 29. Juni im Petersdom zelebrierte, segnete der Heilige Vater die Pallien Franziskus die Pallien für die während des Jahres ernannten Erzbischöfe. Das Pallium ist eine Symbol der Verbundenheit zwischen dem Papst und den Kirchen der ganzen Welt und wird vom jeweiligen Päpstlichen Vertreter jedem Erzbischof während einer feierlichen Zeremonie in der Ortskirche auferlegt. „Dieses Zeichen der Einheit mit Petrus“, so der Papst in seiner Predigt, „erinnert an die Sendung des Hirten, der sein Leben für die Herde hingibt. Indem er sein Leben hingibt, wird der Hirte, von sich selbst befreit, für die Brüder zu einem Instrument der Befreiung“.
Der Papst übergab das Pallium an insgesamt 34 Metropoliten-Erzbischöfe, von denen insgesamt neun Bischöfe in Kirchsprengeln sind, die der Kongregation für die Evangelisierung der Völker anvertraut sind, davon sechs in Asien und drei in Afrika.
Aus Asien kommen vier Erzbischöfe aus Indien, einer aus Indonesien und einer aus Pakistan: Es handelt sich um Erzbischof Petrus Canisius Mandagi, M.S.C., von Merauke (Indonesien); Erzbischof Raphy Manialy von Agra (Indien); Erzbischof Anthony Poola von Hyderabad (Indien), Erzbischof Sebastian Kallupura von Patna (Indien); Erzbischof Victor Lyngdoh von Shillong (Indien) und Erzbischof Benny Mario Travas von Karatschi (Pakistan).
Aus Afrika kommen die drei Erzbischöfe aus der Elfenbeinküste, der Demokratischen Republik Kongo und Südafrika: Es handelt sich um Erzbischof Ignace Bessi Dogbo von Korhogo (Elfenbeinküste); Erzbischof Fulgence Muteba Mugalu von Lubumbashi (Demokratische Republik Kongo); Erzbischof Mandla Siegfried Jwara, C.M.M., von Durban (Südafrika).
Unter den anderen Metropolitan-Erzbischöfen befindet sich Erzbischof Tadeusz Wojda, SAC, von Danzig (Polen), der von 1990 bis 2017 Mitarbeitet der Kongregation für die Evangelisierung der Völker war, zuerst beim Päpstlichen Werk für die Verbreitung des Glaubens und dann in der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, zuletzt als deren Untersekretär

VATIKAN - Zentrum für missionarische Bildungsarbeit lädt zum Rosenkranzgebet für den Frieden in Myanmar ein

Vatikanstadt (Fides) - "Wir haben die Universalität der Kirche gespürt. In Rahmen dieses einfachen Gebetstreffens wollten wir mit dem gemeinsamen Beten des Rosenkranzes, die Kirche und das leidende Volk von Myanmar unter den liebevollen Schutz Marias stellen", so der aus Vietnam stammenden Pater Anh Nhue Nguyen OFM Conv, Generalsekretär der Päpstlichen Missionsunion gegenüber Fides zum Rosenkranzgebet, zu dem am gestrigen, 29. Juni, die Päpstlichen Missionswerken in das Internationalen Zentrum für Missionarische Bildungsarbeit (CIAM) eingeladen hatte, um gemeinsam für den Frieden in Myanmar zu beten. Bei dem Gebet in der Kapelle des CIAM waren Vertreter der Päpstlichen Missionswerke und Mitglieder der Vereinigung der Priester und Ordensleute von Myanmar in Rom versammelt. Zugeschaltet waren im digitalen Format auch die Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke auf der ganzen Welt, sowie Ordensgemeinschaften aus fünf Kontinenten, einzelnen Gläubigen und Missionare.
Das Gebet wurde auf Italienisch und Burmesisch gehalten. Der Zweck, erklärte Pater Nguyen, bestand darin, „der leidenden Nation tiefe Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen und in Gemeinschaft mit Papst Franziskus, der in seinen verschiedenen Appellen immer wieder an Myanmar erinnerte, zur Jungfrau Maria zu beten.“ Aus Myanmar waren Erzbischof Tin Win von Mandalay, andere burmesische Priester und Ordensleute wie die Gemeinschaften der Missionsschwestern vom Allerheiligsten Sakrament zugeschaltet, die an der Organisation des Gebetstreffens mitgewirkt hatten. Schwester Giusy Sozza, die Generalobere der Kongregation, sagte, es sei „bewegend, die Schwestern, die in großen Schwierigkeiten und Leiden leben, verbunden in Myanmar leben, in Gebetsgemeinschaft zu sehen“.
„Ich mächte allen danken, die mit uns hier vor Ort anwesnd waren, darunter die Generalsekretäre der Päpstlichen Missionswerke, und die vielen anderen, die uns zugeschaltet waren, darunter Bischöfe, Priester und Ordensleute in Myanmar und Erzbischof Protase Rugambwa, Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, und alle, die mit dem Herzen das Gebet begleitet haben, wie Kardinal Luis Antonio Tagle, Präfekt von die Kongregation für die Evangelisierung der Völker. Als pilgernde Kirche glauben wir an die missionarische und evangelisierende Kraft des Gebets und vertrauen ganz Myanmar unserem Vater und der Jungfrau Maria an “, schloss Pater Nguyen.

ASIEN/LIBANON - Gipfeltreffen im Vatikan: Vertreter der christlichen Kirchen und Gemeinschaften werden den Blick auf die „Zeichen der Zeit“ richten

Rom (Fides) – Insgesamt zehn hochrangige Vertreter der im Libanon anwesenden Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften werden zu dem von Papst Franziskus im Vatikan einberufenen Treffen erwart, in dessen Rahmen sie gemeinsam über die Gegenwart und Zukunft des Landes der Zedern beraten und für den Libanon beten werden. In der Sala Clementina des Apostolischen Palastes wurde bereits der runde Tisch aufgestellt, an dem sich die Teilnehmer zu den insgesamt drei geplanten Sitzungen versammeln werden.
Am Tisch sitzen neben Papst Franziskus der armenische Patriarch Aram I. (der von einigen Medien als der wichtigste "Inspirator" der Idee des Gipfels bezeichnet wird), der maronitische Patriarch Kardinal Béchara Boutros Raï, der griechisch-orthodoxe Patriarch Yohanna X Yazigi, der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Aphrem II., der lateinische Apostolische Vikar von Beirut, Bischof César Essayan, und Reverend Joseph Kassab, Präsident des Obersten Rates der den Evangelischen Gemeinden in Syrien und im Libanon, der syrisch-katholische Patriarch Ignace Youssif III. Younan, der griechisch-melkitische Patriarch Youssef Absi und der chaldäische Bischof von Beirut Michel Kassarji. An dem Treffen wird auch der Apostolische Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri, teilnehmen, während nach derzeitigem Stand kein Vertreter des katholisch-armenische anwesend sein wird, da alle Bischöfe dieser Kirche im Libanon zur Teilnahme an der Synode zur Wahl des neuen Patriarchen versammelt sind.
Libanesische Beobachter äußern gegenüber Fides die Hoffnung, dass der von Papst Franziskus einberufene Gipfel sich nicht auf die bereits bekannten Liste von Beschwerden und Kritiken an der Untätigkeit der libanesischen Politiker beschränkt, sondern Gelegenheit bietet, den Blick auf die "Zeichen der Zeit" zu richten , die diese dramatische historische Phase kennzeichnen und dabei die spezifisch Berufung der kirchlichen Gemeinschaften im libanesischen Kontext zu berücksichtigen. Trotz allem wurde die friedliche Koexistenz zwischen den insgesamt 18 religiösen Konfessionen im Libanon bisher nicht von sektiererischen Konflikten beeinträchtigt, die das benachbarte Syrien im letzten Jahrzehnt sowie andere Länder des Nahen Ostens, darunter auch der Irak gespalten haben. Das libanesische "Wunder", das im täglichen Zusammenleben zwischen schiitischen und sunnitischen Muslimen und Christen geschieht, wird befeuert durch die tragische Erinnerung an die Jahre des Bürgerkriegs, die sich in die Seelen vieler libanesischer Bürger eingeprägt hat, die heute dem Druck derer widerstehen, die die unterschiedlichen konfessionellen Identitäten auf den Machtkampf rivalisierender Fronten reduzieren möchten. Heute könnte sich der "große Kompromiss" im Libanon an dem von Papst Franziskus auch mit dem Abu Dhabi-Dokument vorgezeichneten Pfad der Geschwisterlichkeit inspirieren, der auch durch dessen Besuch im Irak und das Treffen mit Ayatollah Ali al Sistani und oder die Enzyklika Fratelli Tutti bekräftigt wurde. Es geht um die Überwindung der veralteten und irreführenden Erzählungen, die insbesondere im Westen den Libanon weiterhin als eine Art "christliche Hochburg" darstellen, der von islamischer Feindseligkeit belagert wird.

AMERIKA/BOLIVIEN - Engagement für Einheit und Gewaltlosigkeit: “Die Kirche versucht wie eine Mutter die streitenden Kinder zu beruhigen”

La Paz (Fides) - "Die Kirche wurde aufgrund ihrer umfassenden Erfahrung in der Geschichte Boliviens als Vermittlerin des Dialogs für die Befriedung des Landes ausgewählt", sagte der Politologe Bryan Peñaranda in einem Interview mit "Iglesia Viva ", dem Informationsorgan der Bischofskonferenz von Bolivien in einem Kommentar das Dokument "Erinnerung an die Fakten im Friedensprozess in Bolivien, Oktober 2019", das am 15. Juni von den Bischöfen veröffentlicht und kürzlich von den Medien des Landes neu aufgelegt wurde.
Am 20. Oktober 2019 folgten auf die Bekanntgabe des Wahlergebnisses durch das Oberste Wahlgericht (TSE), das den Sieg des scheidenden Präsidenten Morales verkündete, tagelange heftige Proteste und gewaltsame Zusammenstöße zwischen den Anhängern von Morales und denen seines Widersachers Mesa. Bei den Ausschreitungen gab es auch mehrere Tote. Die Bischofskonferenz hatte ihre tiefe Besorgnis über die Lage im Land zum Ausdruck gebracht und ein Ende der Gewalt unter den Bolivianern und den Dialog zwischen den beteiligten Parteien zur Lösung des Konflikts gefordert (vgl. Fides 4 /11/2019).
Heute haben "die Bischöfe von Bolivien, besorgt über die verschiedenen im Land verbreiteten Informationen über die Ereignisse, die sich in Bolivien vom 20. Oktober 2019 bis 20. Januar 2021 ereignet haben, einen Bericht zu den Ereignissen veröffentlicht, weil sie von der Notwendigkeit überzeugt sind, die Wahrheit zu kennen, um auf dieser Grundlage die Einheit wieder aufbauen", so in der Politologe im Interview.
Im Mittelpunkt des Dokuments der Bischöfe vom 15. Juni 2021 steht die Forderung nach Gewaltfreiheit, wobei die Kirche an ihr Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Gewaltlosigkeit erinnert Mit den Worten von Bryan Peñaranda: "Die Kirche versucht, wie eine Mutter, die ihre Kinder streiten sieht, in jeder Hinsicht die Gemüter zu beruhigen. Das bedeutet nicht, die eine oder andere Gruppe zu unterstützen, sondern sich um Versöhnung zu bemühen".
Nach dem Amtsantritt der neuen Regierung am vergangenen 3. Mai, hat Bolivien in einem sehr fragilen Kontext eine neue Seite in seiner demokratischen Geschichte aufgeschlagen, wobei es keine politische Mehrheit in Regierungsämtern gibt.

ASIEN/INDIEN - Bischof von Tiruchirapalli ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat m 29. Juni 2021 den bisherigen Rektor der Holy Redeemer’s Basilica in Tiruchirapalli, Pfarrer Savarimuthu Arokiaraj, aus dem Klerus der Diözese Tiruchirapalli, zum neuen Bischof von di Tiruchirapalli (Indien) ernannt.
Bischof Savarimuthu Arokiaraj wurde am 24. Oktober 1954 in Lalapettai in der Diözese Tiruchirapalli geboren. Er absolvierte sein Studium der Philosophie (1974-1976) und Theologie (1977-1980) am Päpstlichen Seminar St. Peter in Bangalore. Danach promovierte er in Theologie mit Schwerpunkt Liturgie am Institut Catholique de Paris (2002). Am 8. Januar 1981 wurde er für die Diözese Tiruchirapalli zum Priester geweiht.
Nach seiner Priesterweihe hatte er folgende Ämter inne: Pfarrvikar der St.-Josephs-Pfarrei in Dindigul (1981); Pfarrer in Ayyampatty (1981-1986) und in Udayapatty (1986-1987); Sekretär der Liturgie-Kommission des Bischofsrats von Tamil Nadu (1988-1991) (2002-2008); Regionalsekretär der Liturgiekommission, Tindivanam (1991-1994); Diözesankanzler (2009-2015) und Pfarrer in Subramaniapuram (2009-2012); Dozent für Liturgie am St. Paul's Seminary (2012-2015); Pastor der Kathedrale von Tiruchirapalli (2015-2016); Rektor des St. Paul's Seminary (2016-2019) und ab 2019 Rektor der Holy Redeemer’s Basilica in Tiruchirapalli.

ASIEN/INDIEN - Bischof von Port Blair ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 29. Juni 2021 den bisherigen Administrator der Diözese Port Blai, Pfarrer Visuvasam Selvaraj, aus dem Klerus von Port Blair zum neuen Bischof von Port Blair(Indien) ernannt.
Bischof Visuvasam Selvaraj wurde am 4. Januar 1966 in Raja Annamalaipuram in der Metropolitan-Erzdiözese Madras und Mylapore (Bundesstaat Tamil Nadu) geboren. Er begann seine Priesterausbildung im Kleinen Seminar von Madras, Santhome. Sein Studium der Philosophie absolvierte er am Sacred Heart Seminary in Chennai und das Studium der Theologie am St. Albert's College in Ranchi. Am 8. Mai 1994 wurde er für die Diözese Port Blair zum Priester geweiht. Er erwarb einen Master in Kirchenrecht am Päpstlichen Institut Saint Peter in Bangalore (1999-2001).
Nach seiner Priesterweihe hatte er folgende Ämter inne: Pfarrvikar der Kathedrale (1994-1995); Diözesanstaatsanwalt (1995-1998); Pfarrvikar in Mayaunder (1998-1999); Direktor der Sozialdienste der Diözese (2001-2006); Kanzler und Justizvikar der Diözese (2001-2019); Pfarrer in Katchal (2006-2010); Pfarrer der Kathedrale (2010-2013); Rektor des Heiligtums, Mitglied des Kollegiums der Diözesankonsultanten, stellvertretender Finanzverwalter und Direktor der Sozialdienste der Diözese (2013-2015); Finanzverwalter der Diözese (2015-2017) und Generalvikar (2017-2019). Seit 2017 ist er für die Christlichen Gemeinschaften und die Katechese zuständig und seit 2020 bis heute Diözesanadministrator von Port Blair.

ASIEN/KASACHSTAN - Bischof von Karaganda ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 29. Juni 2021 den bisherhigen Generalvikar der Diözese der Karaganda, Prälat Yevgeniy Zinkovskiy zum Weihbischof der Diözese Karaganda (Kasachstan) ernannt, und im den Titularsitz Maiuca verliehen.
Bischof Yevgeniy Zinkovskiy wurde am 27. Juli 1975 in Shortandy in Kasachstan geboren. Nach der Primar- und Sekundarschule absolvierte er die philosophischen und theologischen Studien in Gniezno, Polen. Am 1. August 1999 wurde er zum Priester geweiht. Nach seiner Priesterweihe war er Hilfspastor der damaligen Domgemeinde St. Joseph in Karaganda. In den Jahren 2001-2003 studierte er an der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz in Rom, wo er ein Lizentiat in Philosophie erwarb. Von 2003 bis 2011 war er Pfarrer in Balchasch (2003-2009) und in Temirtau (2009-2011). 2011 wurde er zum Kanzler der Diözesankurie ernannt. Von 2015 bis heute war er Generalvikar von Karaganda. 2018 promovierte er in Philosophie an der Päpstlichen Universität in Krakau Johannes Paul II.. Neben Russisch und Polnisch spricht er auch Italienisch und Englisch. 


100 Jahre Kommunistische Partei Chinas (1.7.): China verstärkt Propaganda und bedroht Taiwan

  • Weiter kein Zugang für UN-Hochkommissarin für Menschenrechte
  • Deutsche Politiker wie Hans-Peter Friedrich unterstützen chinesische Propaganda 
  • International setzt die KP immer mehr auf Zwang und Drohungen

(Göttingen/gfbv) - Zum 100-jährigen Jubiläum der Kommunistischen Partei Chinas weist die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die wachsende Kluft zwischen Propaganda und tatsächlicher Menschenrechtspolitik hin. „Die UN-Vertretung Chinas preist bei der aktuellen Sitzung des Menschenrechtsrates die angeblichen Verdienste der Kommunistischen Partei für das globale Menschenrechtssystem. Gleichzeitig verweigert sie der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, den ungehinderten Zugang zur Völkermordregion Xinjiang“, sagte Hanno Schedler, GfbV-Referent für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung am Montag in Göttingen. In der Region Xinjiang / Ostturkestan arbeite die chinesische Regierung mit einer Kombination aus Umerziehungslagern, langen Gefängnisstrafen, Zwangsarbeit, Familientrennungen und Zwangssterilisierungen daran, die uigurische und andere muslimische Nationalitäten zu verkleinern. Zur Verschleierung dieser schwersten Verbrechen haben die chinesischen Behörden tausende Videos produzieren lassen, in denen Uigurinnen und Uiguren unter Zwang bezeugen, wie gut es ihnen angeblich geht. Eine Untersuchung der New York Times und Pro Publica ergab, dass viele der Gefilmten dieselben Formulierungen benutzen. 

In Deutschland bemüht sich die Kommunistische Partei um Jubelstimmung: „Auf ihrem Twitter-Account bewirbt die chinesische Botschaft in Berlin das Einparteiensystem Chinas absurderweise als ‚demokratisch‘. In Hongkong musste währenddessen die pro-demokratische Zeitung ‚Apple Daily‘ schließen. Sieben ihrer Mitarbeiter wurden bisher verhaftet. Gedenkfeiern für die Opfer des Tiananmen-Massakers sind nach wie vor verboten und Menschenrechtsanwälte in China sitzen jahrelang ohne offizielle Anklage im Gefängnis“, fasste Schedler zusammen. Die Menschenrechtsanwältin Li Yuhan sitzt beispielsweise seit dem 15. November 2017 in Haft, bis heute ohne Prozess. Einflussreiche deutsche Politiker unterstützen die Propaganda. Der Vizepräsident des Bundestages und ehemalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) versucht zum Beispiel, Kritik an China zu relativieren. Friedrich, der auch Vorsitzender der „Chinabrücke“ ist, will die chinesische Regierung nicht als Diktatur bezeichnen. Chinesische Konzerne wie Huawei und Alibaba sind Teil des Vorstands der „Chinabrücke“.

 

International wendet die chinesische Regierung zunehmend Zwang an, um andere Staaten von Kritik an ihrer Uiguren-Politik abzuhalten: Am Freitag wurde bekannt, dass chinesische Diplomaten der Ukraine gedroht hatten, die Lieferung von 500.000 Dosen von Covid-19-Impfstoffen an das Land zu stoppen. Die Ukraine sollte ihre Unterstützung für eine Erklärung zurückziehen, die das Vorgehen Chinas in Xinjiang / Ostturkestan kritisierte. Zugleich bedroht die Volksrepublik zunehmend das demokratisch verfasste Taiwan. Nach dem Eindringen von 28 chinesischen Militärflugzeugen in den taiwanesischen Luftraum vor zwei Wochen erklärte Chinas Militär, dass Taiwan sich bewusst sein müsse, dass seine Zukunft in einer „Wiedervereinigung“ liege. 


missio-Projektpartner warnen vor 750.000 Internettätern:

Petition: Schutz vor Online-Missbrauch von Kindern

 

 

Die Hilferufe kommen aus Ländern wie den Philippinen, wo missio-Projektpartner gegen sexuelle Ausbeutung und Online-Missbrauch von Kindern kämpfen. Weil die Internettäter häufig aus dem Westen stammen, startet missio eine Petition gegen sexuellen Online-Missbrauch. Unterstützt wird dieser Appell von Kriminalexperten, Vertretern der kfd, BDKJ und DPSG sowie Pfarrer Peter Kossen, der sich seit Jahren gegen Formen moderner Sklaverei engagiert.

 

(Aachen/missio) -  Das katholische Hilfswerk missio Aachen ruft Einzelpersonen, Gemeinden, Pfarreien und Verbände zur Teilnahmen an der Petition „Meine Stimme gegen Online-Missbrauch“ auf. Das katholische Hilfswerk wendet sich mit der Petition an die Bundesregierung sowie an Plattformen wie Facebook, um insbesondere den sexuellen Missbrauch Minderjähriger im Internet und Sozialen Medien entgegenzuwirken. Gemeinsam mit Projektpartnerinnen und Projektpartner in Afrika und Asien kritisiert missio, dass vor allem Kinder und Frauen Opfer dieser modernen Sklaverei werden. Durch die Teilnahme an der Online-Petition können Bürgerinnen und Bürger aber auch katholische Gemeinden und Verbänden mit der Teilnahme an der Petition dazu beitragen Kinder zu schützen.

 

Am Dienstag den 22. Juni wurde bei der Internationalen Fachkonferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei.“ vom katholischen Hilfswerk missio in Aachen die Petition „Meine Stimme gegen Online-Missbrauch“ an die Bundesregierung gestartet. „Moderne Sklaverei hat heute vielfältige Erscheinungsweisen“, betonte missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener. Während der zweitägigen Fachkonferenz wurde deutlich, dass beispielsweise auch in der Textilindustrie, bei der Kakao-Ernte oder beim Blumenpflücken Menschen in vielen Ländern der Welt unter sklavenähnlichen Verhältnissen leiden. missio erhebt gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Afrika und Asien seine Stimmen und stellt konkrete Forderungen gegen Online-Missbrauch an die Bundesregierung. Zu den Erstunterzeichnern gehört Manfred Paulus, Hauptkommissar a.D. und Autor des Buches „Menschenhandel und Sexklaverei. Organisierte Kriminalität im Rotlichtmilieu.“ Ebenso wird die Petition von dem belgischen Investigativ-Journalisten Peter Dupont, der mit dem missio-Projektpartner Pater Shay Cullen zusammenarbeitet und 50 pädosexuelle Täter ins Gefängnis gebracht hat.

Auch Pfarrer Peter Kossen aus Münster, der bei der Internationale Fachkonferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei.“ von der modernen Sklaverei auf deutschen Schlachthöfen berichtet hat, hat die Petition unterschrieben und sich somit gegen Online-Missbrauch positioniert.

 

Nach UNICEF-Untersuchungen sind auf den Philippinen acht von zehn Kindern durch Online-Missbrauch gefährdet. Die Kinder stammen häufig aus zerrütteten Familien und wachsen in Armut auf. Diese Situation wird von pädophilen Tätern im Internet ausgenutzt. Die missio-Projektpartnerin Mary John Mananzan aus Manila berichtet: „85 Prozent der weiblichen Opfer haben einen sexuellen Missbrauch bereits im Kindesalter erlebt.“ Sie appelliert: „Gerade Minderjährige brauchen unseren Schutz und wir müssen Anwälte für ihre Zukunft sein.“ Die Kinder auf den Philippinen müssen vor laufender Kamera die Wünsche von Tätern aus Deutschland oder anderen westlichen Staaten erfüllen. missio fordert, dass der Kinderschutz auf Internetplattformen zu einer Priorität wird, damit Täter identifiziert und Kinder gerettet werden können.

 

Die Petition hat drei konkrete Forderungen: Die Schutzpflicht der Plattformen, eine sinnvolle Datenspeicherung und eine Stärkung der Strafverfolgung. Die missio-Projektpartner können das Problem nicht alleine lösen – jede Stimme zählt. Nachdem die Petition am Dienstag gestartet wurde, breitet sie sich nun bundesweit in den Gemeinden, Pfarreien und Verbände aus. Bundesminister Gerd Müller hat als Schirmherr der Konferenz betont, dass das missio-Engagement „auf den christlichen Werten beruht“. Der Schutz der Würde des Menschen und insbesondere der Kinder muss dabei an erster Stelle stehen. Da die Täter aus Deutschland oder anderen westlichen Staaten kommen, stehen wir in der Verantwortung die Informationen zum Thema Online-Missbrauch in unsere Gemeinden zu tragen und auf die Petition hinzuweisen. Mithilfe der Bundesregierung kann der Kinderschutz auf Internetplattformen durchgesetzt werden.

Das Ziel ist es die Petition ist es – neben Einzelpersonen - möglichst viele Gemeinden, Pfarreien und Verbände zur Teilnahme zu bewegen und dadurch eine „Allianz gegen Online-Missbrauch“ ins Leben zu rufen. So können beispielsweise nach Gottesdiensten oder bei Treffen von Gemeinde-/ und Pfarrgemeinderäten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich gemeinsam gegen Online-Missbrauch von Kinder positionieren und die Petition unterschreiben. Breite Unterstützung für die missio-Petition gibt es bereits bei den katholischen Verbänden: So unterstützen die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) als Erstunterzeichnende die Petition „Meine Stimme gegen Online-Missbrauch“.

 

Die missio - Petition „Schützt Kinder vor sexuellem Online-Missbrauch" kann ab sofort digital unterzeichnet werden auf www.missio-hilft.de/schutzengel-petition.


Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.


Internationale Fachkonferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei“ beendet:

missio-Partner fordern: Moderne Sklaverei mit fairem Welthandel bekämpfen


Rund 300 Teilnehmende diskutierten mit internationaler Unterstützung über moderne Sklaverei – Petition an die Bundesregierung gestartet

 

„Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ (Papst Franziskus)

 

 

(Aachen, 23.06.2021) „Allen Formen von moderner Sklaverei entschieden entgegenwirken", das forderten die Teilnehmenden der Internationalen Fachkonferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei“, die das katholische Hilfswerk missio Aachen am 22./ 23. Juni durchgeführt hat. Unter Schirmherrschaft von Bundesminister Gerd Müller diskutierten rund 300 Teilnehmende aus Afrika, Asien und Europa mit Expertinnen und Experten, darunter Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi. Zudem startete missio die Petition „Meine Stimme gegen Online-Missbrauch“, die an die Bundesregierung appelliert, sich gegen Online-Missbrauch von Minderjährigen einzusetzen.

 

„Afrika füttert die Welt. Wir produzieren Produkte wie Bananen, Kaffee und Kakao, aber wir kriegen nicht einen fairen Lohn dafür. Auch bei Gold und Coltan, die für die Handyproduktion notwendig sind, diktiert der Weltmarkt den Preis, ohne den Einsatz der Menschen bei der Produktion im Kongo zu berücksichtigen. Das ist eine Form moderner Sklaverei“, betonte missio-Projektpartnerin Thérèse Mema Mapenzi aus der Demokratischen Republik (DR) Kongo. Die Direktorin des Centre Olame in Bukavu war eine der 19 internationalen Expertinnen und Experten, die während der (Online-) Konferenz verschiedene Formen moderner Sklaverei aufzeigten und anprangerten.

 „Besonders Kinder sind von moderner Sklaverei betroffen“, verdeutlichte Schwester Mary John Mananzan aus Manila. Nach UNICEF – Untersuchungen sind auf den Philippinen acht von zehn Kindern durch Online-Missbrauch gefährdet. „85 Prozent der weiblichen Opfer haben zudem einen sexuellen Missbrauch bereits im Kindesalter erlebt“, betonte die missio-Projektpartnerin. „Gerade Minderjährige brauchen unseren Schutz und wir müssen Anwälte für ihre Zukunft sein.“

 

„Moderne Sklaverei hat heute vielfältige Erscheinungsweisen“ (Pfarrer Dirk Bingener)

 

Die beiden Beispiele sind nur ein Ausschnitt aus den „vielfältigen Erscheinungsweisen moderner Sklaverei“, wie missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener betonte. Denn während der zweitägigen Fachkonferenz wurde deutlich, dass beispielsweise auch in der der Textilindustrie, bei der Kakao-Ernte oder beim Blumenpflücken Menschen in vielen Ländern der Welt unter sklavenähnlichen Verhältnissen leiden.

Gegen diese Formen moderner Sklaverei wendet sich das katholische Hilfswerk missio mit seiner „Aktion Schutzengel“. Unterstützung erhält das päpstliche Missionswerk aus der Politik und von Non-Profit-Organisationen. Bundesminister Gerd Müller, Schirmherr der Konferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei“, betonte die Wichtigkeit des missio-Engagements, „welches auf den christlichen Werten beruht.“ Entscheidend sei dabei der Schutz der Würde der Menschen.

 

„Wir folgen dem Appell von Papst Franziskus und bekämpfen Sklaverei als ‚Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘. Dabei erheben wir gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern in Afrika und Asien unsere Stimme“, verwies missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener auf die am 22. Juni im Rahmen der Konferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei“ gestartete Petition gegen Online-Missbrauch Minderjähriger.

Wie wichtig solche Aktionen und das internationale Engagement gegen moderne Sklaverei sind, verdeutlichte Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi aus Indien. „Wir nutzen die Menschen aus und wir können nicht einfach wegwischen oder vergessen. Unglücklicherweise gibt es keine Gesetze, um diese Online-Ausbeutung zu stoppen.“ Der Friedensnobelpreisträger verdeutlichte dies eindrucksvoll: „Ich habe Kinder gesehen, die Kakao-Bohnen geerntet, aber noch nie Schokolade gegessen haben. Oder Kinder, die Fußbälle nähen aber nur davon träumen können, einmal mit einem richtigen Fußball zu spielen.“ Dies dürfe nicht weiter zugelassen werden, betonten auch missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener und Bundesminister Gerd Müller in einer Videoschaltung zwischen Aachen, Berlin und Neu-Delhi.  

 

 

Die missio - Petition „Schützt Kinder vor sexuellem Online-Missbrauch“ kann ab sofort digital unterzeichnet werden auf www.missio-hilft.de/schutzengel-petition.



Kindermissionswerk macht auf das große Leid von Millionen geflüchteter Mädchen und Jungen aufmerksam

Weltflüchtlingstag am 20. Juni

(Aachen/kmw) -  Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni macht das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ auf das große Leid von Millionen geflüchteter Mädchen und Jungen aufmerksam. Mehr als 82 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, knapp die Hälfte von ihnen ist minderjährig. „Die Kinder und Jugendlichen fliehen mit ihren Familien oder unbegleitet. Sie fliehen vor Krieg, Repression und Verfolgung. Sie fliehen vor Zwangsrekrutierung, sexualisierter Gewalt und Zwangsheirat. Sie fliehen vor fehlenden Zukunftsperspektiven und bitterer Armut, die ihr Leben unmittelbar bedroht“, sagt Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks. „Ganz gleich, aus welchen Gründen Kinder und Jugendliche ihre Heimat verlassen müssen: Sie alle sind aufgrund ihres jungen Alters besonders verletzlich. Vor allem unbegleitete Mädchen und Jungen sind in Fluchtsituationen vielfachen Gefahren ausgesetzt“, so Bingener. 

 

Pandemie verschärft die Situation

Die Folgen der Corona-Pandemie verschärfen die schwierige Situation zusätzlich. Viele Länder weltweit haben während der Lockdowns ihre Grenzen geschlossen, in Flüchtlingslagern fehlte es oftmals an Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Kinder, die durch Flucht und Vertreibung schon viel Leid erfahren mussten, wurden erneut schweren psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt. „Das Kindermissionswerk steht fest an der Seite von Kindern in Fluchtsituationen. Sie benötigen besonderen Schutz, Zuwendung und Förderung“, sagt Bingener. Große Sorge bereitet dem Kindermissionswerk zudem die leidvolle Situation von Kindern und Jugendlichen an Europas Außengrenzen. „Kinderrechte und Kinderschutz müssen für jedes Kind gelten, auf jedem Kontinent. Alle Kinder haben ein Recht auf Schutz und Sicherheit“, betont Pfarrer Bingener.

 

34 Projekte mit rund 1,8 Millionen Euro gefördert 

Projektpartner der Sternsinger setzen sich in vielen Regionen der Welt dafür ein, dass die Rechte von Kindern auf der Flucht gewahrt bleiben. Im Jahr 2020 unterstützte das Kindermissionswerk mit rund 1,8 Millionen Euro 34 Projekte für Flüchtlingskinder in 16 Ländern. Im Fokus stand dabei die Hilfe für Kinder, die Opfer des Krieges in Syrien wurden: Rund 935.000 Euro wurden im Jahr 2020 Partnern in Syrien und dem Libanon, unter anderem für schulische Inklusionsprogramme und psychosoziale Unterstützung von Familien, zur Verfügung gestellt. Aber auch im Südsudan, Kolumbien, Bolivien, der Demokratischen Republik Kongo und dem Irak unterstützte das Hilfswerk der Sternsinger Kinder in Fluchtsituationen. 

 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger

Mehr als 1.600 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 79 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2019 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 108 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.  

 

 


Karlheinz Böhms Begleiter:innen: Erinnerungen aus 40 Jahren Menschen für Menschen

 

Mit einem neuen Weblog anlässlich ihres 40. Geburtstags öffnet die Stiftung Menschen für Menschen durch die Augen derer, die hautnah dabei waren, einen Blick hinter die Kulissen.

 

(München/mfm) - In diesem Jahr feiert die Organisation Menschen für Menschen ihre Gründung vor vier Jahrzehnten: Mit seiner legendären Wette bei der Familiensendung „Wetten, dass..?“ legte Karlheinz Böhm 1981 den Grundstein für die Organisation, der er selbst 30 Jahre lang vorstand. Rund sechs Millionen Menschen in Äthiopien profitieren bis heute von der Arbeit der Stiftung: von den 458 Schulen, die bislang gebaut wurden, den 2.685 Wasserstellen oder den 106 Gesundheitsstationen.

Diese Erfolge haben gemeinsam mit Karlheinz Böhm seine Begleiterinnen und Begleiter über die vergangenen 40 Jahre möglich gemacht. Ihre Erinnerungen finden sich ab heute regelmäßig auf einem neuen Blog auf der Website der Stiftung. Den Anfang macht die Geschichte von Edith Kadelburg, erzählt von ihrer Tochter Ines, die nach dem Aufruf von Karlheinz Böhm bei „Wetten, dass..?“ einen Brief an den berühmten Schauspieler schrieb und der Organisation zu ihrem Namen verhalf.

Weblog: Anekdoten, Erinnerungen und Begebenheiten
Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Äthiopien und Deutschland, vom Fahrer über die Schotterpisten im äthiopischen Hochland bis zur Sekretärin an der Schreibmaschine in München, vom leitenden Angestellten bis zur ehrenamtlichen Helferin – zahllose Menschen haben über 40 Jahre hinweg mit ihrem leidenschaftlichen Engagement den Namen Menschen für Menschen mit Leben gefüllt. Sie alle haben viel zu erzählen – und einige von ihnen tun dies nun anlässlich des runden Geburtstags der Stiftung in dem Weblog „Böhms Begleiter:innen: Erinnerungen aus 40 Jahren Menschen für Menschen“. Durch die Augen derer, die hautnah dabei waren und sind, gelingt ein Blick hinter die Kulissen der Äthiopienhilfe und ein Rückblick auf bemerkenswerte, lustige oder rührende Begebenheiten aus vier Jahrzehnten Entwicklungszusammenarbeit.

Da ist etwa Edeltraud Hörmann, die 32 Jahre lang Sekretärin bei Menschen für Menschen war und sich wie gestern an das erste Behelfsbüro der Organisation, ein windschiefes Kabuff am Münchner Stachus, erinnert. Oder Berhanu Negussie, der 1981 als Übersetzer begann und erst vor Kurzem als äthiopischer Landesrepräsentant der Organisation in Rente ging. Da sind aber auch viele ehrenamtliche Heldinnen und Helden wie Karl Nidermayer, der Zirkusdirektor, der auch schon mal für einen Hochstapler gehalten wurde, als er Karlheinz Böhm als Gast in einem Hotel in Schwandorf ankündigte.

„In diesem Mosaik wunderbarer Erlebnisse steckt ein Schatz an Tatkraft, Menschlichkeit und Mut zu Neuem, der auch heute noch mit all unseren Unterstützerinnen und Unterstützern, Spenderinnen und Spendern das Fundament unserer Stiftung bildet. Darauf können wir gemeinsam unsere vielen neuen Projekte für eine menschliche Zukunft für uns alle bauen -‚Machen. Wirkt!‘. Danke an alle, die dazu beitragen und viel Freude beim Vertiefen in das, was Menschen für Menschen ausmacht,“ so Dr. Sebastian Brandis, Vorstandssprecher der Stiftung Menschen für Menschen.

Link zum Weblog:

https://www.menschenfuermenschen.de/karlheinz-boehm-begleiter-anekdoten-blog/


Über Menschen für Menschen

Die Stiftung Menschen für Menschen leistet seit 40 Jahren nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit in Äthiopien. In aktuell elf Projektregionen setzen rund 600 fest angestellte und ausschließlich äthiopische Mitarbeiter gemeinsam mit der Bevölkerung die integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte um. Dabei verzahnt die NGO rund 380 Maßnahmen in den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen miteinander und befähigt die Menschen, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern. Den Grundstein für die Stiftung legte 1981 der Schauspieler Karlheinz Böhm (gest. 2014) in der Sendung „Wetten, dass..?“. Menschen für Menschen trägt durchgehend seit 1993 das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

Mehr über Menschen für Menschen erfahren Sie hier:
www.menschenfuermenschen.de
www.menschenfuermenschen.de/ueber-uns/service/presse

 

 


Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe starten Aktion „Die größte Katastrophe ist das Vergessen“

Hunger in Afrika weitet sich aus

 

Afrika * Südsudan * Heuschrecken * Hunger * Somalia

 

(Berlin/Freiburg/dd) -  In einem gemeinsamen Aufruf warnen Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe vor einer weiteren Ausbreitung des Hungers in weiten Teilen Afrikas. Besonders zugespitzt hat sich die Situation im Osten des Kontinents, wo verschiedene Krisen gleichzeitig die Regionen treffen. „Millionen Menschen brauchen jetzt Hilfe, um ihr Überleben zu sichern. Die Weltgemeinschaft muss sofort handeln und ihre Hilfszusagen für die betroffenen Länder ausweiten“, fordern die Hilfswerke der katholischen und evangelischen Kirchen zum Start ihrer gemeinsamen Aktion „Die größte Katastrophe ist das Vergessen“.

„Ostafrika leidet unter vielen, gleichzeitig ablaufenden Krisen. Dürren, Überschwemmungen, gewalttätige Konflikte – und seit mehr als einem Jahr auch noch Corona und die Heuschreckenplage“, sagt Pfarrerin Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Die Folgen für die Menschen werden dabei immer dramatischer: Hunger und Armut breiten sich weiter aus.“ In der gesamten Region leiden fast 34 Millionen Menschen an Hunger. Im Südsudan allein sind es über sieben Millionen. In einigen Teilen des Landes sprechen die UN von einer Hungersnot. Auch in Somalia drohe laut UN eine Hungersnot, da 80 Prozent des Landes derzeit von einer Dürre betroffen sind.

„Während die Folgen der Pandemie den Menschen vielerorts die Lebensgrundlagen genommen haben, sind riesige Heuschreckenschwärme über das Horn von Afrika hergefallen“, sagt der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Peter Neher. „Die Menschen mussten hilflos dabei zusehen, wie die Heuschrecken ihre Ernten vernichten. Ein Schwarm von 80 Millionen Tieren kann bis zu 160 Tonnen Getreide vernichten – an einem einzigen Tag.“

Im vergangenen Jahr hat es in Teilen von Somalia, Südsudan, Kenia und Äthiopien immer wieder heftig geregnet. Schwere Überschwemmungen waren die Folge. Zusammen mit dem warmen Klima boten die überfluteten Gebiete den Insekten einen perfekten Nährboden. Während die Länder noch immer mit den Folgen kämpfen, bilden sich aktuell bereits neue Schwärme. Die beiden Hilfswerke haben die Menschen im vergangenen Jahr im Kampf gegen die Insekten unterstützt und geholfen, die Folgen der Plage abzumildern. Zunächst mit direkten Nahrungsmittelhilfen, dann auch durch die Verteilung von Saatgut, damit die Menschen ihre Felder bestellen und Lebensgrundlagen neu aufbauen konnten. Auch im laufenden Jahr stehen die Hilfsorganisationen den Menschen bei.

Diakonie Katastrophenhilfe und das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes erinnern mit ihrer Aktion „Die größte Katastrophe ist das Vergessen“ jedes Jahr an Katastrophen, die drohen, aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verschwinden. In diesem Jahr steht die Heuschreckenplage am Horn von Afrika und ihre Folgen im Mittelpunkt.

 

Weitere Informationen:

www.caritas-international.de/vergessene-katastrophen

www.diakonie-katastrophenhilfe.de/vergessene-katastrophen

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

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Stichwort: Hungerhilfe Afrika

 

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Caritas international, Freiburg

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe

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BIC: BFSWDE33KRL

Stichwort: Hungerhilfe in Ostafrika

 

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Asia Bibis Anwalt erneut mit dem Tode bedroht

(Gießen/rt) - Saif-ul-Malook, Anwalt der bekannten pakistanischen Christin Asia Bibi, wird in dem mit 195 Millionen Einwohnern zweitgrößten muslimischen Land erneut mit dem Tode bedroht. „Ich habe jetzt mehr Angst als zu der Zeit, als Asia Bibi freigesprochen wurde. Damals waren die Mordaufrufe in den Sozialen Medien für meine Ermordung noch nicht so vehement“,  wandte sich der Anwalt jetzt via Twitter an die Öffentlichkeit. Dies berichten der französischsprachige Nachrichtendienst Info Chretienne sowie die (katholische) Organisation Aid to the Church in Need ACN. Über Jahre hatte der Menschenrechtsanwalt dafür vor Gericht gekämpft, dass die Todesstrafe gegen die Landfrau und Mutter Asia Bibi aufgehoben wurde. Ihr war „Verunglimpfung Allahs“ vorgeworfen worden, weil sie aus demselben Becher getrunken hatte wie eine islamische Arbeitskollegin. Said-ul-Malook erläutert in dem Buch Joseph Scheppach, „Asia Bibi. Eine Frau kämpft um ihr Leben“ eindrücklich die juristischen Abläufe in dem Fall, aber auch, welchem Druck und welcher Verfolgung der Anwalt persönlich ausgesetzt ist. Bis heute steht er in Pakistan unter Personenschutz – mit dem Wissen, dass der christliche pakistanische Minister Shahbaz Bhatti im Zusammenhang mit dem Fall Asia Bibi von seinem Leibwächter ermordet worden ist. Für Asia Bibi hatte sich auch Papst Franziskus eingesetzt.

 

 

Mehr Hintergrundinformationen: Joseph Scheppach, „Asia Bibi. Eine Frau kämpft um ihr Leben“, Brunnen Verlag, Gießen 2020.


World-Vision-Report: Aufnahmeländer brauchen dringend mehr Impfstoff

Geflüchtete werden weltweit von Covid19-Impfungen ausgeschlossen

(Friedrichsdorf/wv) - Geflüchtete Menschen stehen in der weltweiten Impfhierarchie weit unten auf der Liste, obwohl sie einem vergleichsweise hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Bei einer Umfrage der internationalen Kinderhilfsorganisation World Vision zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni gab nur einer von 2.000 Geflüchteten an, gegen Covid-19 geimpft worden zu sein. Die Organisation hat in acht Ländern die Situation von Familien mit Fluchtgeschichte untersucht. Zum Teil würden Geflüchtete von Impfkampagnen ausgeschlossen.

Als Hauptgrund für die katastrophale Situation sieht World Vision den extrem begrenzten Zugang zu Impfstoffen in ärmeren Ländern allgemein an. Die Aufnahmeländer seien wirtschaftlich schwach und stünden unter dem Druck, auch ihre eigene Bevölkerung schützen zu müssen. Geflüchtete stehen deshalb in der Impfreihenfolge ganz unten auf der Liste.

Bisher wurden global 1,3 Milliarden Impfdosen produziert. 75% davon gingen an reiche Länder, und nur beschämende 0,3 % gingen an arme Länder.

Die meisten Geflüchteten, etwa 40 Millionen, leben aber in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Verschärft wird ihre Situation noch zusätzlich dadurch, dass Geflüchtete meist in beengten Wohnverhältnissen leben, keinen oder kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben und sich oft nicht mal eine Schutzmaske leisten können.

 

Marwin Meier, Gesundheitsexperte von World Vision: „Es ist ein moralischer Skandal, dass gerade die, die am meisten von COVID-19 betroffen sind, weiterhin den geringsten Zugang zu Impfstoffen haben - und viele, die die Macht haben, dies zu ändern, schauen nur zu.“

 

Die G7 haben am Wochenende verkündet, etwa 1 Milliarde der nichtbenötigten Impfdosen bis Ende 2022 an ärmere Länder weiterzugeben. Angesichts des weltweiten Bedarfs von etwa 11 Milliarden, eher ein Tropfen auf den heißen Stein. World Vision fordert die Regierungen der Geberländer auf, dafür zu sorgen, dass diese Zusage schneller Wirklichkeit wird, und den gleichberechtigten Zugang zu Impfstoffen für gewaltsam vertriebene Menschen politisch zu gewährleisten.

 

Darüber hinaus fordert World Vision die Aufnahmeländer auf, die Geflüchteten gleichberechtigt mit ihren eigenen Bürgern in ihre Impfkampagnen sowie in Präventionsmaßnahmen und soziale Schutzinitiativen einzubeziehen.

 

Marwin Meier: „Die verletzlichsten Kinder der Welt - die gezwungen wurden, aus ihren Häusern zu fliehen, die mit Menschen zusammengesperrt wurden, die sie missbrauchen, die aus der Schule gerissen, zur Arbeit gezwungen oder in eine frühe Ehe gedrängt wurden, um ihr Überleben zu sichern - brauchen jetzt unsere Hilfe. Die Zahlen in unserem Report sind ein deutliches Zeichen dafür.“

 

Hintergrund zum Report „High Risk – Low Priority“:

 

Diese Umfrage wurde zwischen dem 25. April und 9. Mai 2021 in acht Ländern durchgeführt - Brasilien, Kolumbien, der Demokratischen Republik Kongo, Jordanien, Peru, der Türkei, Uganda und Venezuela. In Brasilien, Kolumbien und Peru befragte World Vision venezolanische Flüchtlinge, in Jordanien und der Türkei syrische Flüchtlinge, in der Demokratischen Republik Kongo Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik und in Uganda südsudanesische Flüchtlinge. In Venezuela befragte World Vision venezolanische Binnenflüchtlinge. Es ging in der Befragung sowohl um Impfungen als auch um Folgen der COVID-Pandemie für den eigenen Haushalt.

Hier einige hervorstechende Ergebnisse:

 

  • Nur eine Person von 1.914 befragten Personen hatte einen COVID-19-Impfstoff erhalten.
  • 68 % hatten noch nicht einmal von den Plänen für Impfungen in ihrem Umfeld gehört. Fast die Hälfte (47 %) dachte, sie sei nicht anspruchsberechtigt oder wusste nicht, dass sie es ist. 
  • Vertriebene in allen befragten Kontexten haben seit Beginn der Pandemie Fremdenfeindlichkeit, Hassreden und sowohl physische als auch emotionale Angriffe erlebt.
  • 72 % der Befragten gaben an, dass ihr Einkommen seit Beginn der Pandemie gesunken ist, 40 % sagten, dass sie ihren Arbeitsplatz verloren haben und 77 % sagten, dass sie ihren Nahrungsmittelbedarf nicht decken können.

 

Report zum Download (pdf):
https://www.wvi.org/publications/in-an-instant/high-risk-low-priority-refugees-excluded-covid-19-vaccine-rollout

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 17.06.2021

 

 

AFRIKA/ERITREA - Ordensfrau ist neue Generalsekretärin der Bischofskonferenz: "Ich bitte um Weisheit und Einsicht”

Asmara (Fides) - "Als Salomo König wurde, bat er den Herrn nicht um Reichtum und Macht, sondern um Weisheit und Einsicht, um das Volk Gottes zu führen", so der Kommentar von Schwester Tsegereda Yonanne von den Comboni Missionsschwestern nach ihrer Wahl zur Generalsekretärin der eritreischen Bischofskonferenz.
„Ich bin immer wieder fasziniert von der Weisheit König Salomos“, so die Ordensfrau. „Ich bitte Gott um seine Weisheit, die Leitung und die Mitarbeiter des eritreischen katholischen Sekretariats (ErCS) zusammenzubringen, damit wir unseren Auftrag gemeinsam gut erfüllen können“, so Schwester Tsegereda. Die erste Ordensfrau, die zur Leiterin des ERCS gewählt wurde, betont dass ihre Priorität darin bestehen werde, im Namen der katholischen Kirche pastorale, humanitäre und soziale Aktivitäten für die gesamte eritreische Bevölkerung unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Alter durchzuführen.
„Der Konflikt zwischen Eritrea und Äthiopien ist leider ein endloses Problem“, so die Comboni Missionsschwester über die schwere Krise in der Region Tigray (vgl. Fides 1.6.2021). „Die eritreischen Bischöfe hatten den Krieg unmissverständlich verurteilt und die Verantwortlichen aufgefordert, das Problem friedlich zu lösen. Wir setzen uns dafür ein, zu verstehen, wie die Bevölkerungen versöhnt werden können“.
Die neue Generalsekretärin folgt in diesem Ampt Pater Tesfaghiorghis Kiflom nach, der seit Januar 2013 fast achteinhalb Jahre das Sekretariat leitete. „Ich gratuliere Schwester Tsegereda und empfehle ihr, friedliche Beziehungen zu Regierungsstellen zu pflegen und das Kommunikationsprotokoll mit den ErCS-Partnern fortzusetzen, da dies beim Bewusstseinsprozess helfen wird“, so der Ordensmann und scheidende Generalsekretär.
Die Comboni Missionsschwester trat ihr Amt im Sekretariat Anfang Juni 2021 an. Zuvor war sie fast fünf Jahre in der pastoralen Begleitung der katholischen Universitätsstudenten in Eritrea tätig. Außerdem war sie Ratsmitglied der Provinz der Comboni-Missionsschwestern in der Region.

AFRIKA/KENIA - Seit einem Jahr auf der Flucht: Mutmaßlicher Mörder von Pfarrer Michael Maingi Kyengo erneut festgenommen

Nairobi (Fides) - Der mutmaßliche Mörder eines 2019 getöteten katholischen Priesters, der nach seiner Freilassung geflohen war, wurde festgenommen. Er war seit einem Jahr auf der Flucht.
Michael Muthini Mutunga wurde von einem Gericht in Embu gegen eine Kaution von 300.000 Kenia-Schilling freigelassen, erschien jedoch später nicht bei der Anhörung. Daraufhin erließen die Behörden erneut einen Haftbefehl.
Der Mann wird beschuldigt, Pfarrer Michael Maingi Kyengo entführt und dann getötet. Der katholische Geistliche war stellvertretender Pfarrer von Thatha, in der Diözese Machakos. Der Priester wurde am 8. Oktober 2019 entführt. Seine Leiche wurde begraben am Ufer des Mashamba-Flusses in Makima im Kreis Embu aufgefunden (vgl. Fides 17/19/ 2019).
Die Ermittler nahmen im Zusammenhang mit der Tat den damals 25-jährigen Mutunga fest, der im Besitz des Mobiltelefons, des Autos und der Kreditkarte des vermissten Priesters war. In die Enge getrieben, führte der Mann die Polizei zu der Stelle, an der sich die Leiche von Pfarrer Kyengo befand. Der Mörder soll den Priester erwürgt und ihm dann die Kehle aufgeschlitzt haben.

ASIEN/PHILIPPINEN - „Drogenkrieg“: Internationales Strafgericht fordert umfassende Ermittlungen

Manila (Fides) - Eine vollständige Untersuchung der Morde des sogenannten "Drogenkriegs" auf den Philippinen fordert die Richterin Fatou Bensouda, Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), kurz vor Abschluss ihres Mandats. "Ich gebe bekannt, dass die Voruntersuchungen auf den Philippinen abgeschlossen sind und ich eine gerichtliche Genehmigung zur Einleitung von beantragt habe", schrieb der Richter in einer vom Gericht veröffentlichten Mitteilung.
Nach offiziellen Angaben liegt die Zahl der Opfer im Zusammenhang mit dem "Drogenkrieg" (der sich in den ersten Monaten der Pandemie zugespitzt hat) bei etwa 6.000: die offiziellen Zahlen wird jedoch auch von der Menschenrechtskommission der Regierung bestritten, die eine " übermäßige Gewaltanwendung “ beanstandet, während nationale Menschenrechtsgruppen und internationale Organisationen wie „Human Rights Watch“ und „Amnesty International“ vermuten, dass die tatsächliche Gesamtzahl der Opfer mehr als 30.000 beträgt. Darüber hinaus gab das philippinische Justizministerium im Februar 2019 – drei Jahre nach der 2016 vom damals neu gewählten Präsidenten Rodrigo Duterte gestarteten Kampagne – zu, dass die Polizei Tausende von Morden im „Drogenkrieg“ begangen hat.
Die IStGH-Ermittlungen würde voraussichtlich einen neuen internationalen Streit mit der philippinischen Regierung ausläsen und mit der Tatsache kollidieren, dass Manila 2019 seinen Beitritt zum Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs zurückgezogen hat. Wie bereits im Fall Burundi festgestellt, behält der Gerichtshof jedoch die Zuständigkeit für die Verbrechen, die auf dem Hoheitsgebiet dieses Landes während der Zeit begangen worden sein sollen, in der es zu den Staaten gehörte, die dem Statut zustimmen. Darüber hinaus unterliegen diese Delikte keiner Verjährung.
Auf den Philippinen wurde seit dem 8. Februar 2018 eine Untersuchung eingeleitet und wie Bensouda betont besteht die begründete Annahme, dass zwischen dem 1. Juli 2016 und dem 16. März 2019, d.h. bevor Manila den IStGH verließ, auf dem Territorium der Philippinen im Kontext des "Drogenkriegs“ Morde und Verbrechen begangen wurden. Bensouda war von Juni 2012 bis zum Ende ihrer Amtszeit am heutigen 15. Juni 2021, dem Tag, an dem ihre Amtszeit endet, Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs. Zuvor war sie Justizministerin und Generalstaatsanwältin Gambias und Rechtsanwältin am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR).
Zu den zahlreichen philippinischen zivilgesellschaftlichen Gruppen, die beim IStGH Beschwerde eingereicht haben, gehört das philippinisch-katholische Netzwerk "Rise Up", das Familien der Opfer, Ordensleute, Priester, Laien, Anwälte, Gemeinschaften und kirchliche Bewegungen vertritt, die sich für die Förderung der Menschenwürde, Gerechtigkeit und das Gemeinwohl engagieren. "Rise Up" stellt fest, dass "es keine glaubwürdige und wirksame nationale Untersuchung zur Verfolgung von Verbrechen im "Drogenkrieg" gegeben hat, die vielmehr völlig ungestraft fortgesetzt werden, während Präsident Duterte die "Immunität des Präsidenten" für sich beansprucht. Die Familien der Opfer stellten außerdem fest, dass der Zugang zu Informationen und Polizeiberichten seit langem erschwert sei und „gesetzliche Maßnahmen und Schlupflöcher zum Schutz der Täter bestehen“.

ASIEN/SÜDKOREA - Kardinal Yeom: “Die Ernennung von Bischof You ist ein großes Geschenk“

Seoul (Fides) – Die Ernennung von Bischof Lazzaro You Heung-sik von Daejeon zum Präfekten der Kongregation für den Klerus, sei "ein großes Geschenk für die koreanischen Katholiken und für die Gläubigen aus aller Welt". Dies betont der Erzbischof von Seoul, Kardinal Andrew Yeom, in seiner Glückwunschbotschaft, in der er die Freude der gesamten koreanischen katholischen Gemeinde zum Ausdruck bringt, die, wie er in diesem Zusammenhang bemerkt den 200. Geburtstag des heiligen Andrew Kim Tae-gon feiert, dem ersten Einheimischen, der zum katholischer Priester geweiht wurde und heute Schutzpatron von Korea ist.
In seiner Glückwunschbotschaft schreibt der Kardinal: „Ich hoffe aufrichtig, dass er dem Papst Franziskus mit seiner tiefen Spiritualität und seiner außergewöhnlichen Kommunikationsfähigkeit bei der Erfüllung seiner Aufgaben helfen kann“. Dabei dankt er dem Papst dafür, dass er zum ersten Mal in der Geschichte der Kirche einen koreanischen Bischof zum Leiter einer Vatikanischen Behörde ernannt hat.
Der Sprecher der Erzdiözese Seoul, Matthias Young-yup Hur, stellt fest: „Die Ernennung war eine Überraschung. Die katholische Kirche in Korea hat ein schnelles Wachstum erlebt und spielt eine führende Rolle in der katholischen Weltkirche. Die Ernennung von Bischof You Heung-sik ist für unsere Kirche eine Gelegenheit, die missionarische Haltung der Hilfe für Bedürftige zu erneuern“.
Nach Angaben der Koreanischen Bischofskonferenz (CBCK) betrug die Zahl der katholischen Gläubigen in Südkorea Ende 2020 insgesamt 5.923.300.
Der 69jährige Bischof Lazarus You Heung-sik, wurde am 11. Juni zum Präfekten der Kongregation für den Klerus ernannt und zum Erzbischof ernannt.
 

ASIEN/LIBANON - Synode der maronitischen Bischöfe: “Versorgung der libanesischen Bevölkerung ist gefährdet“

Bkerké (Fides) – Die Versorgung der Hälfte der libanesischen Bevölkerung ist gefährdet, während viele junge Menschen das Land verlassen, um sich anderswo ein weniger unsicheres Leben aufzubauen. Währenddessen ist das politisch-institutionelle System gelähmt und handlungsunfähig angesichts sozialer und wirtschaftlicher Notlagen, die die Nation erdrücken. Dieses Szenario, so der maronitische Patriarch Kardinal Béchara Boutros Rai, zu Beginn alljährlichen Synodenversammlung der maronitischen Kirche, sei ein Szenario mit zunehmend zerstörerischen Zügen. Die kirchliche Versammlung, die beim Sitz des am maronitischen Patriarchats in Bkerké tagt, dauert bis Samstag, 19. Juni. Es gingen einige Tage geistliche Exerzitien voraus, in denen die Synodenteilnehmer gemeinsam unter Leitung des Rektors des Heiligtums Unserer Lieben Frau vom Libanon in Harissa, Pater Fadi Tabet, meditierten und beteten.
In seiner Ansprache übte der maronitische Patriarch Raï wie gewohnt Kritik an die politische Klasse des Landes und bezog sich dabei auf die "Fahrlässigkeit" der Politiker, die die Exekutive und die lebenswichtigen Funktionen des Staatsapparats blockieren. Der Patriarch erinnerte unter anderem daran, dass das libanesische Pfund 90% seines Wertes verloren hat, Lebensmittel und medizinische Geräte "von Importeuren monopolisiert" werden und dass sogar Milch für Kleinkinder "aus Apotheken verschwunden ist", während das Gehalt der Mitarbeiter der öffentlichen Behörden 30 Dollar nicht mehr überschreitet“.
Etwa vierzig Bischöfe aus dem Libanon, den Ländern des Nahen Ostens und der Diaspora nehmen an der jährlichen Synode der maronitischen Kirche in Bkerké teil. Auf der Tagesordnung stehen kirchliche Fragen der Liturgie, des Funktionierens der Seminare und der Priesterausbildung. Während der gemeinsam verbrachten Tage befassen sich die Teilnehmer der Synode der maronitischen Kirche auch mit den Inhalten des von Papst Franziskus für den 1. Juli in Rom einberufenen Libanongipfels, um sich gemeinsam mit den wichtigsten führenden Vertretern der christlichen im Gemeinschaften über die besorgniserregende Situation des Landes zu beraten.

AMERIKA/PERU - Wahlergebnis steht noch nicht fest: Bischöfe rufen zu Einheit und Verantwortungsbewusstsein auf

Lima (Fides) – Am Sonntag, den 6. Juni, fand in Peru die zweite Runde der Parlamentswahlen statt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind die offiziellen Endergebnisse noch nicht bekannt. Das Nationale Wahlbüro (ONPE) hat die Auszählung der Stimmen noch nicht abgeschlossen, da ein Großteil der Stimmen, insbesondere aus dem Ausland und den indigenen Gebieten, erst nach längerer Zeit zur Verfügung standen. Darüber hinaus könnte die Klage, die Keiko Fujimori gegen den mutmaßlichen Wahlsieger Pedro Castillo wegen angeblichen Wahlbetrugs eingereicht hat, den Wahlprozess verlangsamen.
In der letzten Hochrechnung der ONPE, die am Sonntag, den 13. Juni um 13.50 Uhr mit 99,935% der ausgezählten Stimmen bekannt gegeben wurde, hat Pedro Castillo (Peru Libre) 50,14% der Stimmen erhalten und liegt damit knapp vor Keiko Fujimori (Fuerza Popular) mit 49,860 % der Wählerstimmen. Laut lokaler Presse kann die offizielle Ankündigung nicht um eine weitere Woche verschoben werden.
Angesichts der Spannungen zwischen den Parteien ruft die Kirche die Bürger zur Einheit auf. "Peru ist wie nie zuvor gespalten, und jetzt müssen wir alle für die Einheit Verantwortung übernehmen, für den Aufbau eines Landes, in dem die Bürger wissen, dass sie eine Familie sind", so der Erzbischof von Huancayo, Kardinal Pedro Barreto Jimeno (SJ), der erste stellvertretende Vizepräsident der peruanischen Bischofskonferenz gegenüber der Presse, nachdem er seine zweite Impfdosis erhalten hatte.
"Peru verdient ein Klima der Ruhe und Gelassenheit", betonte der Kardinal, der alle Bürger und politischen Parteien dazu einlud, abzuwarten und die offiziellen Ergebnisse zu respektieren. "Die Infragestellung der Ergebnisse, der Vorwurf des Wahlbetrugs, die Vermutung eines Staatsstreichs und viele andere Dinge sind unverantwortlich und dürfen das nicht akzeptieren", bekräftigte er. Die katholische Kirche und die Zivilgesellschaft seien verpflichtet, den nächsten Präsidenten der Republik verantwortungsbewusst und respektvoll zu begleiten.

 

 

AMERIKA/EL SALVADOR - Kardinal Chavez über neues Gesetz zum Schutz des Rechts auf Wasser: “Es geht um das Leben der Menschen”

San Salvador (Fides) - In seiner sonntäglichen Pressekonferenz betonte, Kardinal Gregorio Rosa Chávez, er hoffe, dass das neue Gesetzes zum Schutz des Rechts auf Wasser, die Forderungen des von der katholischen Kirche in Zusammenarbeit mit Umweltorganisationen ausgearbeiteten Vorschlag berücksichtigen werde. "Wir hoffen, dass unser Vorschlag nicht entsorgt wurde, denn er ist ausgereift und sorgt dafür, dass die Menschen Wasser als grundlegendes Menschenrecht haben", unterstrich der Kardinal.
In den letzten Tagen kündigte der salvadorianische Präsident Nayib Bukele an, dass das Thema Wasserversorgung in der gesetzgebenden Versammlung diskutiert werde und sprach dabei von einem besonderen Projekt. Kardinal Rosa Chávez betonte, er kenne zwar den Inhalt des Projekts nicht, hoffe aber, dass "das bisher Erreichte berücksichtigt wird", denn "wenn das Gesetz nicht so ist, wie wir es für richtig halten, muss unser Kampf fortgesetzt werden, weil das Leben der Menschen auf dem Spiel steht…Wir dürfen es nicht gefährden".
Auch die verfassungsmäßige Ratifizierung einer Reform, die den Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen als Recht anerkennt, steht in der gesetzgebenden Versammlung noch aus. Hunderte Salvadorianer forderten die gesetzgebende Versammlung am 8. Juni zu einer baldigen Ratifizierung dieser Verfassungsreform auf.

AMERKA/PARAGUAY - Novene für das Ende der Pandemie und die Seligsprechung des Missionsbischofs Pedro Shaw

Asunción (Fides) - Im paraguayischen Chaco und an etwa dreißig Orten in ganz Paraguay wird im Rahmen einer besonderen Novene für das Ende der Pandemie und die Seligsprechung des Apostolischen Vikars von Pilcomayo, Bischof Pedro Shaw, gebetet. Die Novene begann am Samstag, 12. Juni, und endet am Montag, 20. Juni, dem Vorabend des Todes des Bischofs, der am 21. Juni 1984 bei einem Unfall starb.
Der Bischof war zusammen mit zwei Missionsschestern an Bord eines Geländewagens auf dem Weg nach Asunción, um dort mit einem Techniker über die Machbarkeit der Installation einer Radiostation in Chaco zu sprechen. Wegen eines Motorschadens hielt der Bischof bei km 28 der Ruta Trans-Chaco an und stieg aus, um mit der Reparatur zu beginnen. In diesem Moment kam ein Lastwagen mit Anhänger mit hoher Geschwindigkeit an, der mit dem Auto zusammenstieß und den Bischof sofort tötete.
An der Unglücksstelle wurde eine Kapelle gebaut, wo die Gläubigen noch heute um die Fürsprache von Bischof Shaw und seinen Schutz bitten. Am Montag, 21. Juni, wird der Bischof Amancio Benítez Candia von Benjamín Aceval mit den Priester seiner Diözese und und Vertretern der Kongregation der Oblaten der Unbefleckten Maria (OMI), der Bischof Shaw angehörte, einen feierlichen Gottesdienst zum Gedenken an den großen belgischen Missionar von Chaco feiern.
Der Bischof wurde am am 6. September 1925 mit dem Geburtsnahmen Piet Jacobus in Wilrijk in der Diözese Malines-Brüssel (Belgien) geboren und am 30. September 1951 zum Priester geweiht und im folgenden Jahr in das Apostolische Vikariat Pilcomayo eingesetzt. Er kam am 16. Dezember 1952 nach Paraguay, wo er ab 1953 unermüdlich als Wandermissionar in Chaco, in Benjamín Aceval, María Medianera, Puerto Elsa (heute Nanawa) tätig war. Am 22. April 1981 wurde er zum Bischof des Apostolischen Vikariats Pilcomayo geweiht. Er starb am 21. Juni 1984.
Der Wunsch nach einer Seligsprechung entstand bei den Gläubigen unmittelbar nach seinem Tod und wurde im Jahr 2000 konkret, bis schließlich im Jahr 2019 der Bischof Amancio Benítez von Benjamín Aceval, beschloss den Seligsprechungsprozess offiziell zu eröffnen, was jedoch aufgrund der Pandemie bisher nicht möglich war.

OZEANIEN/PAPUA NEUGUINEA - Weihbischof für die Diözese Wabag ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Generalvikar derselben Diözese und Dozent am Priesterseminar in Banz in der Erzdiözese Mt. Hagen Pfarrer Justin Ain Soongie aus dem Klerus der Diözese Wabag, zum Weihbischof von Wabag (Papua Neuguinea) ernannt und ihm den Titularsitz Forma verliehen.
Bischof Justin Ain Soongie wurde am 2. Juni 1973 in Tsikiro in der Diözese Wabag (Papua-Neuguinea) geboren. Am 11. Mai 2005 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Wabag inkardiniert. Nach seinem Postulat (1993-1994) und Noviziat (1995-1996) bei den Brüdern der Nächstenliebe setzte er seinen Ausbildung am Priesterseminar vom Guten Hirten in Fatima (1997-1999) und am Katholisch-Theologischen Institut Bomana fort (2002-2004). 2014 erwarb er ein Lizentiat im Fach Moraltheologie an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom.
Nach seiner Weihe hatte er folgende Ämter inne: 2005: Pfarrvikar in Tsikiro; 2005 - 2006: Pfarrvikar in Mang und Mariant; 2006 - 2011: Pfarrer in Mang; 2011 - 2014: Studium zum Lizentiat im Fach Theologie in Rom an der Päpstlichen Universität Urbaniana; seit 2014: Pfarrer in Sari; seit 2014: Generalvikar der Diözese Wabag; seit 2014: Lehrbeauftragter am Priesterseminar Banz im Erzbistum Mt. Hagen.


Präsidentschaftswahlen im Iran (18.6.): Staatliche Hetzkampagnen müssen enden

 

  • GfbV fordert Ende der staatlichen Hetzkampagnen gegen Bahá’í und andere Minderheiten
  • Kleinere Bevölkerungsgruppen brauchen sprachliche und kulturelle Rechte
  • Keine Verbesserung der Lage der Menschen-, Frauen- und Minderheitenrechte unter dem aktuellen Präsidenten Hassan Rohani

(Göttingen/gfbv) - Am kommenden Sonntag, den 18. Juni, wählt die Bevölkerung der Islamischen Republik Iran einen neuen Präsidenten. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) befürchtet, dass keiner der Kandidaten wirkliche Glaubensfreiheit zulassen wird. Doch zumindest die staatlichen Hetzkampagnen gegen die Bahá’í und andere religiöse Minderheiten müssten enden, fordert die Menschenrechtsorganisation. „Die systematische staatliche Verfolgung der etwa 300.000 Bahá’í im Iran droht zu eskalieren, insbesondere im Strafrecht und bei Verwaltungsvorschriften. Die bloße Zugehörigkeit zu einer nicht-anerkannten religiösen Minderheit, wie dem Bahá'í-Glauben, wurde kürzlich gesetzgeberisch unter Strafe gestellt. Gezielt wird an den Schulen nach Bahá'í-Kindern gesucht. Ihnen droht eine Zwangsislamisierung“, berichtet der GfbV-Nahostexperte Dr. Kamal Sido. Auch um die Rechte der ethnischen Minderheiten stünde es schlecht. Die kurdischen, ahwazischen, belutschischen, aserbaidschanischen und turkmenischen Bevölkerungsgruppen bräuchten sprachliche und kulturelle Rechte sowie eine regionale Selbstverwaltung. 

Stattdessen verstärkten die Behörden in einigen Provinzen die Kontrollen, um die Bewegungsfreiheit für Angehörige von Minderheiten zu beschränken. „Zugleich läuft eine bespiellose mediale Hetzkampagne gegen Bahá'í, aber auch gegen die Minderheit der christlichen Konvertiten und zwar auf allen Medienkanälen. Im Fernsehen und Radio, in Zeitungen, auf Websites und Social-Media-Plattformen, in Büchern, Bildungsseminaren, Ausstellungen und sogar in Straßengraffiti wird gegen diese Minderheit gehetzt. Das soll Gewalt und Übergriffe legitimieren“, erläutert Sido. 

Als Hassan Rohani Anfang 2013 zum neuen Präsidenten gewählt wurde, hätten viele noch auf eine Verbesserung der Lage der Menschen-, Frauen- und Minderheitenrechte gehofft. Rohani galt als reformorientiert. Doch während seiner Amtszeit stieg die Zahl der Hinrichtungen und die Lage der Menschenrechte hat sich dramatisch verschlechtert. „Allein 2020 wurde 246 Mal die Todesstrafe vollstreckt. Zusammen mit langjährigen Haftstrafen für Oppositionelle schürt das ein Klima der Angst“, erklärt Sido. So solle erreicht werden, dass niemand im Iran die Macht des Mullah-Regimes in Frage zu stellen wage.

Staatspräsident Hassan Rohani darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Unter den 592 ursprünglich Kandidierenden waren auch 40 Frauen. „Ende Mai hat dann der Wächterrat unter der Leitung des Obersten Führers Ali Chamene’i entschieden, nur sieben Kandidaten zuzulassen. Diese sieben Männer gehören allesamt zum Establishment des schiitisch-islamistischen Regimes“, so Sido. „Darum wird die Wahlbeteiligung nach unseren Recherchen nur bei 35 bis 40 Prozent liegen, auch wenn der Oberste Führer leere Proteststimmzettel für haram, also für verboten erklärt hat.“ 

 

Unter den 10 Millionen Angehörigen der kurdischen Minderheit dürfte die Wahlbeteiligung noch niedriger ausfallen. Das Regime ist in Iranisch-Kurdistan besonders unpopulär.   


FIDES-NACHRICHTEN - 16.06.2021

AFRIKA/BURKINA FASO - Bischöfe nach dem Massaker von Solhan: “Wieviel Schlagkraft haben ausländische Truppen in der Sahel-Zone wirklich?”

Ouagadougou (Fides) - Burkina Faso stehe nach dem Massaker von Solhan, dem Dorf im Nordosten des Landes, das in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni mindestens 160 Menschen ums Leben kamen unter Schock sagen die Bischöfe von Burkina Faso und Niger in einer am Ende ihrer zweiten Vollversammlung veröffentlichten Erklärung.
„Zweifellos werden erhebliche Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus unternommen und wir danken allen Beteiligten, insbesondere den Verteidigungs- und Sicherheitskräften. Das tragische Ereignis von Solhan schockierte uns jedoch und lässt den Terrorismus in einem Licht erscheinen, das den Optimismus zunichtemacht, der unter den Menschen zu entstehen begann“, heißt es in dem Dokument. Bei der Eröffnung der Vollversammlung hatte Kardinal Philippe Ouedraogo, Erzbischof von Ouagadougou, den Opfern des Massakers das Beileid der Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger ausgesprochen (vgl. Fides 10/06/2021).
Il 12 giugno migliaia di persone si sono radunate a Dori, nel nord del Burkina Faso, per denunciare “l'inerzia” delle autorità dopo il massacro di Solhan.
Die Bischöfe fragen sich unterdessen, ob die Präsenz ausländischer Militärstützpunkte in den Sahel-Staaten dazu beiträgt, die Sicherheit der lokalen Bevölkerung zu stärken oder nicht. „Die schreckliche Nacht in Solhan zeigt, dass das Gespenst des Terrors für die Bevölkerung immer bedrohlicher wird, obschon sie von Militärstützpunkten im In- und Ausland umgeben ist. Dies führt zu einer starken Verwirrung in der Bevölkerung zusammen mit einer alarmierenden Atmosphäre des unermesslichen Not der Vertriebenen in dieser frühen Winterzeit“, schreiben die Bischöfe in Bezug auf die Trockenzeit in der Sahelzone, die dort als „Winter“ bezeichnet wird.
„Natürlich fragen wir uns nach der tatsächlichen Schlagkraft der Präsenz so vieler ausländischer Truppen in unseren Territorien... Diese Beobachtung ist auch für die Bevölkerung von großer Bedeutung. Die Sorge, die wir teilen lautet: Wann kommt das Ende des Tunnels?“ so die Bischöfe.
Am 12. Juni versammelten sich Tausende von Menschen in Dori im Norden Burkina Fasos, um die "Untätigkeit" der Behörden nach dem Massaker von Solhan anzuprangern.

AFRIKA - Terrorismus und Gewalt in der Sahelzone: “Ganze Völker leiden darunter”

Abidjan (Fides) - "Die Region Westafrika entwickelt sich leider zur Bastion des Terrorismus in Afrika. Eine Situation, die zunehmend besorgniserregend wird", so Pater Donald Zagore der ivorische Theologe der Gesellschaft für die Afrikamissionen, der seine ganze Besorgnis über die Situation in der Region zum Ausdruck bringt.
Der Konflikt zwischen Regierungstruppen und bewaffneten Gruppen mit Verbindungen zu IS und al-Qaida im westlichen Teil der Sahelzone hat im letzten Jahrzehnt einen Großteil der Region verwüstet und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. Nach Angaben des „Armed Conflict and Location Event Data Project“ starben im vergangenen Jahr fast 7.000 Menschen durch die Zuspitzung der Konflikte. Und nach Angaben der Vereinten Nationen hat die anhaltende Gewalt zur Vertreibung von über zwei Millionen Binnenflüchtlingen geführt.
"Vertriebene und Todesfälle nehmen zu. Ganze Völker, die in völliger Unsicherheit leben, können das nicht mehr ertragen“, so Pater Zagore weiter, „Die nunmehr fast permanente politische Instabilität, Verletzung demokratischer Werte, massive Korruption, zunehmend Armut, die Machtübernahme der Drogenkartelle und des illegalen Goldabbaus, die in großem Maß zur Finanzierung des Terrorismus beitragen, verschlimmern die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in diesem Teil Afrikas“.
„Solange unsere Staaten Gefangene all dieser Übel bleiben, ohne sie jemals entschieden zu bekämpfen, werden ihre Türen für alle Formen von Gewalt und Terrorismus weit geöffnet sein. Es bleibt nicht mehr viel Zeit für schöne Reden und ewige Gipfel zur Bekämpfung des Terrorismus. Es ist Zeit zu handeln. Die Menschen dürfen nicht zu Gefangenen im eigenen Land werden", lautet der beherzte Appell des Missionars.
Unter den anderen schweren Gewaltausbrüchen, zu denen es am gesterigen 13. Juni 2021 kam, ist der durch die Explosion ihres Fahrzeugs durch einen Sprengsatz in der Region Tèhini im Norden getöteten Soldaten und eines Gendarmen. Der Sprengstoffanschlag ereignete sich im Osten der Elfenbeinküste nahe der Grenze zu Burkina Faso. Vor weniger als einer Woche forderte ein Angriff mutmaßlicher Dschihadisten in der Stadt Tougbo, wenige Kilometer von der Grenze zu Burkina Faso entfernt, drei Verletzte.
Der Konflikt in der Sahelzone hat nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit 24 Millionen Menschen, die in diesem Jahr Hilfe benötigen und 13 Millionen, die hungern, eine der größten humanitären Krisen der Welt verursacht. Mit ihren weiten, schlecht kontrollierten Wüstenflächen und durchlässigen Grenzen hat sich die Sahelzone als fruchtbarer Boden für den Vormarsch islamistischer Milizen in einer der ärmsten Regionen der Welt erwiesen, während der Klimawandel die Konkurrenz um knapper werdende Ressourcen verschärft.
Laut einer aktuellen Studie im Auftrag des Katholischen Hilfswerks Catholic Relief Service (CRS) in Mali, Burkina Faso und Niger sind Jugendarbeitslosigkeit und fehlende wirtschaftliche Möglichkeiten die Hauptursache für Gewalt, die viele junge Menschen dazu treibt, sich bewaffneten Gruppen anzuschließen. In Westafrika besitzt eine 1%-Elite mehr Vermögen als der Rest der Bevölkerung, und die Regierungen tun nicht genug, um die Ungleichheit durch Maßnahmen wie Steuern und Sozialausgaben zu verringern, sagte die NGO Oxfam.

ASIEN/AFGHANISTAN - Truppenabzug: Afghanische Frauen erinnern an Bedeutung von Gerechtigkeit in der Gesellschaft

Kabul (Fides) - Nargis Nehan, Direktorin der Nichtregierungsorganisation "“Equality for Peace and Democracy” ist besorgt. "Mit dem Truppenabzug scheint die Zivilgesellschaft für die internationale Gemeinschaft nicht mehr so nützlich zu sein wie zuvor." Die ehemalige Ministerin für Erdöl und natürliche Ressourcen und bekannte Aktivistin in der afghanischen Hauptstadt, stellt fest, dass der militärische Rückzug von auch einem diplomatischen und finanziellen Rückzug begleitet wird. Am 14. April 2021 kündigte US-Präsident Joe Biden an, dass der bedingungslose Abzug der US-Truppen bis zum 11. September 2021 erfolgen soll. Gleiches gilt für die Länder der Nato. Dazu werden Evakuierungspläne in ausländischen Botschaften erstellt. Geberländer scheinen eher zurückhaltend zu sein, wenn es darum geht neue Projekte zu unterstützen. „Wir sind zu wenig in hochrangige Debatten eingebunden“, klagt Nehan. Oft seien afghanische Frauen aufgerufen, „nur über Frauenrechte zu sprechen, aber wir haben eigene Ideen zu allem: vom Friedensprozess bis zu regionalen Rahmenbedingungen".
Die im bilateralen Abkommen zwischen den USA und den Taliban vom Februar 2020 vorgesehenen innerafghanischen Verhandlungen zwischen den Taliban und den republikanischen Kräften begannen erst im September 2020. Sie brachten keine nennenswerten Ergebnisse. Die Taliban nahmen nicht an einer von für April letzten Jahres in der Türkei geplanten UN-Konferenz teil und zwar unter dem Vorwand, dass das von Biden gewählte Datum für den vollständigen Rückzug der Truppen das in Doha erst vier Monate nach dem im Abkommen von Doha festgelegten Termin übereschreite. Seitdem ist die Gewalt in Afghanistan gewachsen.
"Das ist das erste Mal seit zwanzig Jahren, dass ich mich wirklich bedroht fühle", so die Journalistin Najba Ayoubi, Direktorin von "The Killid Radio", einem unabhängigen afghanischen Radiosender mit Büros in acht Provinzen des Landes. In den letzten Monaten gab es zahlreiche gezielte Tötungen von Journalisten und Journalisten, Mitgliedern der Zivilgesellschaft, Richtern und Regierungsbeamten. Keine Gruppe bekannte sich bisher zu den Morden. Auch an der militärischen Front wächst die Gewalt, die Taliban erobern neue Bezirke und die Regierung beschränkt sich auf den Schutz der Provinzhauptstädte. Für Najiba Ayoubi „sollte der Waffenstillstand bei der Aufnahme von Verhandlungen der erste Schritt sein. Erst dann können wir verhandeln“. Stattdessen hätten die Taliban „den falschen Weg gewählt. Sie wollen mit Gewalt an die Macht kommen“. Für Najiba Ayoubi bleibt die politische Einigung zwischen der Regierung von Kabul und den Taliban eine Priorität. Doch "die Unterzeichnung eines Dokuments allen wird keinen Frieden schaffen". „Der politische Prozess ist wichtig, aber ohne sozialen Frieden wird es immer andere Konflikte geben. Wir haben eine Gesellschaft, die sich seit 40 Jahren im Krieg befindet. Viele Familien bitten um Gerechtigkeit. Wenn diese Forderungen nach Gerechtigkeit nicht erfüllt werden, wird der Krieg weitergehen“, schließt die Direktorin von The Killid Radio.

ASIEN/HEILIGES LAND - “Tag des Friedens im Nahen Osten” und “Weihe an die Heilige Familie”: Patriarch von Jerusalem feiert Gottesdienst in der Verkündigungsbasilika

Nazareth (Fides) – Es werde einen "Tag des Friedens für den Osten" geben, der fortan jedes Jahr mit einer besonderen Gottesdienst gefeiert wird, bei dem man "um Gottes Barmherzigkeit und seinen Frieden für den geliebten Nahen Osten“ bitte, wo der christliche Glaube geboren wurde und sie immer noch "trotz der Leiden lebendig ist". Diese beispiellose Initiative kündigte der lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, an. Der Patriarch, der auch Vorsitzender der Versammlung der katholischen Bischöfe des Heiligen Landes ist, gab in diesem Zusammenhang außerdem bekannt, dass in diesem Jahr in der Messe des ersten Friedenstages, der am Sonntag, den 27. Juni, in der Verkündigungsbasilika in Nazareth gefeiert wird eine besondere Weihe des Nahen Ostens an die Heilige Familie vollzogen werde.
"Anlässlich der Feierlichkeiten zum 130. Jahrestag der Enzyklika ‚Rerum Novarum‘ von Papst Leo XIII. vom 15. Mai 1891 über die 'Rechte und Pflichten des Kapitals und der Arbeit'“, so Patriarch Pizzaballa in einer von den offiziellen Kanälen des lateinischen Patriarchats von Jerusalem verbreiteten Botschaft, „hat der Justitia-et-Pax-Ausschus des Rate der Katholischen Patriarchen des Nahen Ostens, die Initiative zur Gestaltung jährlichen Feier einer Heiligen Messe an einem besonderen Tag übernommen der als ‚Tag des Friedens für den Nahen Osten‘ am Sonntag, 27. Juni 2021, um 10:00 Uhr stattfinden wird”.
In jedem der Länder, in denen der Rat der Katholischen Patriarchen des Nahen Ostens seine Koordinierungsarbeit ausübt, wird ein solcher Gottesdienst für den Frieden im Nahen Osten gefeiert. Am Sonntag, den 27. Juni, wird in Nazareth in der Verkündigungsbasilika in der von Patriarch Pizzaballa geleiteten heiligen Messe, bei der die katholischen Bischöfen des Heiligen Landes konzelebrieren werden, eine Ikone der Heiligen Familie gesegnet, die aus diesem Anlass angefertigt und mit Einlegearbeiten der Reliquien verziert wurden, die in Basilika aufbewahrt werden. Die Ikone stellt die Heiligen Familie dar, wie sie über dem Altar der Kirche des heiligen Joseph in Nazareth abgebildet ist.
"Einmal gesegnet", so Patriarch Pizzaballa in seiner Botschaft, "wird die Ikone beginnend mit dem Libanon durch die Länder des Nahen Ostens ausgestellt werden, bis sie gegen Ende des besonderen Jahres des hl. Josef, am 8. Dezember 2021 in Rom ankommen wird. Von Rom aus wird die Ikone dann ihre Rückreise ins Heilige Land antreten“. Auch Papst Franziskus wird am Sonntag, 27. Juni, seinen besonderen Apostolischen Segen aus Rom zum „Tag des Friedens für den Osten“ erteilen.
 

 

ASIEN/MYANMAR - Mandalay: Katholische Priester vom Militär vorüberegehend festgenommen

Mandalay (Fides) - Das burmesische Militär hat sechs katholische Priester und einen Laienkatholiken im Dorf Chan Thar in der Erzdiözese Mandalay, 700 km nördlich von Yangon, vorübergehend festgenommen und schließlich wieder freigelassen. Wie der Generalvikar der Erzdiözese Mandalay, Dominic Jyo Du, berichtet, überfielen in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni burmesische Soldaten den Komplex der katholischen Pfarrgemeinde und das angrenzende Wohnhaus der Geistlichen und verhafteten den Pfarrer und andere Priester, die sich als Gäste dort aufhielten. Grund für das Vorgehen war, dass sich angeblich Parlamentarier der National League for Democracy in katholischen Kirchen und buddhistischen Klöstern versteckt halten. In der Nacht drang das Militär in den Komplex der katholischen Pfarrei Mariä Himmelfahrt ein, die vor 200 Jahren von den französischen Missionaren der Pariser Auslandsvertretungen (MEP) erbaut wurde. Aufgrund des Eintreffens der Armee flohen viele Dorfbewohner, darunter ältere Menschen, Frauen, Kranke, in die nahegelegenen Wälder und kehrten erst am nächsten Tag nach Ende der Operation in ihre Häuser zurück.
Nach Anaben von Pfarrer Dominic Jyo Du wurden die Festgenommenen nach einer nächtlichen Vernehmung am 13. Juni gegen 13.30 Uhr wieder freigelassen: "Es war eine schreckliche Erfahrung mit einschüchterndem Charakter. Sie wurden nicht misshandelt oder gefoltert, aber als einem Priester befohlen wurde, sein Gewand abzulegen, widersprach der Pfarrer und sagte, sie könnten ihn auch töten. Dies haben sie nicht getan. Er war mutig... Manchmal respektiert das Militär die Vertreter des Glaubens, manchmal tun sie es nicht. Es hängt von den Leuten ab“.
In das Dorf Chan Thar kam der katholische Glaube 1902 mit dem ersten französische Missionspriester, P. Joseph Pho, MdEP, während heute noch eine 1919 von den Franziskanerinnen im Dorf eröffnete Klinik in Betrieb ist. Die katholische Präsenz wird von der gesamten Bevölkerung sehr geschätzt.
Mandalay war bis zur Ankunft der Briten die antike Hauptstadt Burmas (heute Myanmar) und ist übersät mit buddhistischen Tempeln und repräsentiert damit den mystischen Geist des Landes, der geprägt ist vom Hinayana-Buddhismus.

 

 

AMERIKA/MEXIKO - Priester stirbt im Kreuzfeuer rivalisierender Drogenbanden

Jalisco (Fides) - Der Provinzial der Franziskanerprovinz San Francisco und Santiago in Mexiko, Pater Angel Gabino Gutiérrez Martinez, OFMCap, informierte über den gewaltsamen Tod seines Mitbruders, Pater Juan Antonio Orozco Alvarado OFM Cap. Er wurde, zusammen mit andere Menschen, Opfer von eines Zusammenstosses zwischen bewaffneten Banden von Drogenkartellen, die um die Kontrolle des Territoriums kämpfen.
Die Mitteilung des Franziskaneroberen trägt das Datum vom 12. Juni und wurde unterdessen auch von der Prälatur Jesús María (del Nayar) (Erzdiözese Guadaljara), bestätigt, die den Morgen des Samstags als Tatzeit des Verbrechens angibt bei dem neben dem Ordenspriester weitere Menschen starben und verletzt wurden.
Wie die katholische Gemeinde in Guadalajara berichtete, war der Priester auf dem Weg zur Messe in der Gemeinde Tepehuana de Pajaritos, als er ums Leben kam. Einige bewaffnete Mitglieder des Drogenkartells „Jalisco Nueva Generación (CJNG)“ und des rivalisierenden „Sinaloa“-Kartells begannen sich gegenseitig anzugreifen, der Priester und die kleine Gruppe von Gläubigen der Gemeinde, die er begrüßt hatte, um mit ihnen in die Kirche zu gehen, fanden sich mitten im Kreuzfeuer der Banden wieder.
Pater Juan Antonio Orozco Alvarado war 33 Jahre alt, er war Pfarrer in Santa Lucía de la Sierra, in der Gemeinde Valparaíso im Bundesstaat Zacatecas, Jalisco. "Pater Juanito", wie er genannt wurde, hatte seine pastorale Arbeit in der Gegend erst vor sechs Monaten begonnen.
Die mexikanische Bischofskonferenz (CEM) bedauerte die Tatsache und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, „dass Unsere Liebe Frau von Guadalupe unseren Schmerz mit ihrem mütterlichen Herzen trösten und Gerechtigkeit und Frieden in unserer Gesellschaft wiederherstellen wird". Die CEM erinnerte auch daran, dass Pater Juan – der ursprünglich aus Monclova stammt - "ein Opfer der in unserem Land weit verbreiteten Gewalt" war.

AMERIKA/BRASILIEN - Woche des Migranten: “Wer klopft an unsere Tür?”

Brasilia (Fides) - „Migration und Dialog“ lautet das Thema der 36. Woche der Migranten, zu der die katholische Kirche in Brasilien vom 13. bis 20. Juni unter dem Motto „Wer klopft an unsere Tür?“ einlädt. Die Aktionswoche bezieht sich dabei auch auf die Kampagne der Brüderlichkeit 2021 und die Botschaft von Papst Franziskus zum 107. Welttag der Migranten und Flüchtlinge, der am kommenden 26. September mit dem Titel „Auf dem Weg zu einem immer größeren Wir“ gefeiert wird.
Die vom Rat der Lateinamerikanischen Bischofskonferenzen (CELAM) veröffentlichte Mitteilung zu der Initiative unterstreicht, dass die Ankunft von Migranten in Brasilien die Geschichte des Landes begleitet und bis heute präsent ist. Bischof José Luiz Ferreira Sales von Pesqueira, Präsident der Kommission für die Pastoral unter Migranten, plädiert dafür, "eine Kirche zu sein, die aufgeschlossen ist" und einen konstruktiven Dialog aufnimmt. Nach Ansicht des Bischofs muss man „Szenarien schaffen, die wirksame Lösungen durch Dialog und eine Haltung frei von Autoritarismus begünstigen“. Anschließend lädt dazu ein, den Satz von Papst Franziskus zu vertiefen: „Es geht nicht nur um Migranten, es geht um Menschlichkeit“.
Zur Feier der 36. Woche der Migranten wurde ein „Grundlagentext“ sowie Material für Diskussionsgruppen zu drei spezifischen Themen sowie ein Gebet erstellt. Der grundlegende Text, der nach der in der lateinamerikanischen Kirche traditionellen Methode „Sehen, Beurteilen, Handeln“ aufgebaut ist, geht von der Idee aus, dass sich hinter Zahlen Gesichter verbergen. Es gibt insgesamt 271,6 Millionen Migranten auf der Welt, so der Grundlagentext, der die Schwierigkeiten von Migranten in dieser Zeit der Pandemie und die wichtigsten Migrationsrouten der Welt beschreibt. Die Realität der Migration wird durch verschiedene biblische Texte beleuchtet, die zum Engagement einladen.
Das Wichtigste sei, heißt es in dem Text „den bereits laufenden Initiativen Kontinuität zu verleihen, darunter das Engagement für Aufnahme; Dokumentationsdienste; soziale, rechtliche und psychologische Hilfe; Engagement für die Integration in die Gesellschaft; Förderung im Sinne von Zugang zu Arbeit, Wohnraum, Gesundheit und anderen öffentlichen Maßnahmen".


FIDES-NACHRICHTEN - 14.06.2021

EUROPA/ITALIEN - Bootswrack wird Denkmal der Flüchtlingstragödien im Mittelmeer

Rom (Fides) - „Tausende Menschen fliehen vor Kriegen, Gewalt, Verfolgung, Armut, weil sie auf der Suche nach einer besseren Zukunft sind und einen Traum verfolgen, der oft zu einem Albtraum wird, während diese Reisen, die in unserem Mittelmeer tragisch enden. Unsere Antwort kann nur die der Verantwortung und der Solidarität lauten", so sagt Pater Bruno Ciceri, Scalabrini Missionar und internationaler Direktor der Organisation „Stella Maris" (ehemaliges Apostolat des Meeres) am Vorabend der morgigen Zeremonie bei der am 13. Juni in Augusta (Sizilien) das das Wrack des Schiffbruchs vom 18. April 2015 zum Gedenken als "Garten der Erinnerung" eingeweiht wird.
Pater Ciceri erinnert sich, dass der Schiffsbruch den Tod von über tausend Migranten verursacht hat; 2016 wurde es von der italienischen Regierung aus dem Meer geborgen, um die mögliche Identifizeirung der darin eingeschlossenen Leichen durchzuführen. Nachdem das Wrack 2019 auf der Biennale in Venedig für ausgestellt wurde, wird es nun zu einem Denkmal, das an alle unbekannten Tragödien erinnern soll, an denen Menschen beteiligt waren, Frauen und Kinder, die gezwungen waren, ihr Land zu verlassen, um ein besseres Leben zu suchen. Die Zeremonie am 13. Juni wird interreligiösen Charakter haben und die Geschichte des Wracks und auch die Bedeutung der Willkommenskultur erläutern.
Zum Phänomen der Migration stellt Pater Ciceri im Gespräch mit Fides fest: „Es ist ein komplexes Phänomen, das unsere Zeit prägt, für das es keine einfachen Lösungen gibt. Die Welt ist globalisiert und die ärmsten Bevölkerungen sehen und träumen vom Lebensstil des reichen Westens. Heute haben Phänomene wie eine Dürre oder eine Diktatur in fernen Ländern Rückwirkungen auf Europa und wirken sich auf die Migrationsströme aus". "Europäische Regierungen und wir alle Bürger sind für das, was im Mittelmeer passiert, verantwortlich und wir sind aufgerufen, alles zu tun, um Tragödien zu vermeiden und Leben zu retten, gemäß den vier Verben, die Papst Franziskus vorgeschlagen hat: willkommen, schützen, fördern und integrieren". ", bemerkt der Direktor.
Schließlich kommt er zu dem Schluss, dass „die Kirche in den Herkunfts-, Transit- und Zielländern eine wichtige Rolle spielt. Die Gewissenserziehung zur Achtung der Menschenwürde, die Bekämpfung der Angst vor Fremden, die Förderung der Akzeptanz anderer auf der Grundlage das Evangeliums" stünden dabei im Mittelpunkt.

AFRIKA/MALAWI - Studierende der Katholischen Universität sollen Entwicklungsprogramme unterstützen

Lilongwe (Fides) - Katholischer Hilfsdienst (CRS) strebt eine Partnerschaft mit der Katholischen Universität von Malawi an, in deren Rahmen Studenten durch Praktika und die Forschungsarbeit Hilfs- und Entwicklungsprogrammen unterstützen, die von der Organisation im Land durchgeführt werden.
Während eines Treffens mit der Leitung der Katholischen Universität Malawi sagte Julie Idel von CRS-Büro in Malawi, dass die Partnerschaft den Studenten der Universität helfen wird, praktische Fähigkeiten durch Erfahrungen im Rahmen von Programmen des katholischen Hilfswerks in Malawi zu erwerben. „Wir haben bereits eine enge Beziehung zur Universität, wollen aber die Einbindung von Studierenden in Forschungsbereichen und Praktika verstärken, indem wir sie in die Begleitung und Evaluierung einiger unserer Programme einbeziehen, die wir im Land umsetzen", so Idel weiter. Die Katholische Universität Malawi werde mit Forschungsergebnisse zu nationalen Themen beitragen, um ihre Bedeutung als Zentrum für hochwertige Bildung im Land unter Beweis zu stellen.
Der Vizekanzler der Katholischen Universität Malawi, Pfarrer George Buleya betonte, dass die Universität mit ihren Studendierendendie CRS bei laufenden Hilfs- und Entwicklungsprogramme helfen und damit dem dem Land dienen wolle. „Die Studierenden unserer Fakultäten können mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen helfen: zum Beispiel haben wir Studierende der Sonderpädagogik, die bei der Umsetzung von Hilfsprogrammen für Menschen mit Behinderung helfen können", erklärte Buleja.
Im Einvernehmen mit der Universitätsleitung betonte auch der Studiendezernent Fr. Wilfred Sumani dass, die Universität auch über drei Zentren verfüge, die technische Unterstützung in den Bereichen anbieten können, auf die sie sich spezialisiert haben. "Wir haben das Zentrum für Umweltfragen, das Zentrum für Managementressourcen und das Zentrum für sozialtheologische Studien und sind dabei, ein Zentrum für Rechtsanfragen neu zu strukturieren, das ebenfalls bei der Umsetzung einiger Entwicklungsprojekte helfen kann", sagte er.
Im Laufe der vergangenen Jahre hat die Katholische Universität von Malawi die Unterstützung des CRS genossen, um Bürgern von Malawi und anderen Nachbarländern eine qualitativ hochwertige Bildung anzubieten.

AFRIKA/MALAWI - Kinderarbeit: "Kinderschutz ist Teil der Botschaft des Evangeliums"

Zomba (Fides) – „Angesichts der aktuellen gesundheitlichen Notlage sind viele Kinder und Jugendliche gezwungen, zur Arbeit zu gehen, um ihren Familien in extremer Armut zu helfen. In vielen Fällen handelt es sich um Formen von Sklaverei und Gefangenschaft mit schweren körperlichen und seelischen Folgen", beklagt Bischof George Desmond Tambala von Zomba in Malawi anlässlich des weltweit am 12. Juni begangenen Tages gegen die Kinderarbeit.
Obwohl in Malawi verfassungsrechtliche Regeln die Rechte und den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Jugendlichen festschreiben, sind in dem afrikanischen Land 89% der Kinder und Jugendlichen in irgendeiner Weise von Armut und verschiedenen Formen der Kinderarbeit betroffen oder haben keinen Zugang zu Bildung, Information, Wohnung, Wasser und Sanitäranlagen. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) gibt es im Land fast 80.000 Kinder im Alter zwischen fünf und vierzehn Jahren: "Viele von ihnen arbeiten auf Tabakplantagen", berichtet der Bischof, „mit Schichten von bis zu zwölf Stunden, für wenig mehr als zwei Cent pro Stunde".
Offizielle Regierungsdaten zeigen, dass im Jahr 2019 insgesamt 2,4 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren in Kinderarbeit tätig waren, was 6 % der Bevölkerung (18,63 Millionen) dieser Altersgruppe entspricht. Zwischen 2007 und 2020 starben 300 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren und 28.000 erlitten schwere Arbeitsunfälle. Im gleichen Zeitraum erlitten 47.500 Kinder und Jugendliche gesundheitliche Schäden durch die Arbeit.
Die Kirche in Malawi schließt sich den Institutionen im Kampf gegen Kinderarbeit an und unterstützt in diesem Sinne verschiedene Initiativen zusammen mit Institutionen und Einrichtungen der Zivilgesellschaft. Ziel ist es, auf die große Zahl von Familien mit Kindern aufmerksam zu machen, die fernab von Schule und Kindheit unter unwürdigen Bedingungen arbeiten.
„Es ist wichtig zu zeigen", bemerkt Bischof Tambala abschließend, „dass Kinderarbeit eine der schädlichsten Formen der Ausbeutung für die volle Entwicklung des Menschen und eine schwere Verletzung der Grundrechte von Kindern und Jugendlichen ist. Der Jugendschutz ist ein integraler Bestandteil der Botschaft des Evangeliums. Es ist notwendig, für sie ein sicheres Umfeld zu schaffen, in dem ihre Interessen im Vordergrund stehen".
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Interview im Video -> https://youtu.be/JbHaClPacgE

 

ASIEN/MYANAMR - Bischöfe: "Humanitäre Korridore müssen offen bleiben. Heilige Orte müssen in Konflikten geschützt werden"

Yangon (Fides) - "Die absichtliche Zerstörung humanitärer Hilfe für arme, schutzbedürftige und mittellose Menschen ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", so Beobachter, die berichten dass die burmesische Armee Reissäcke, Nahrungsmittelhilfe und Hilfsgüter für Flüchtlinge zerstört. Auch ein Krankenwagen soll in Brand gesteckt worden sein, heißt es in einer Mitteilung, die daran erinnert, dass insgesamt 80 Säcke Reis und Medikamente, die von Wohltätern für Flüchtlinge aus dem Dorf Loi Ying (katholische Diözese Pekhon) zur Verfügung gestellt wurden , wurden vernichtet. "Es gibt keine Worte, um solche schrecklichen und grausamen Taten zu beschreiben", so der Beobachter aus Kreisen der Ortskirche und stellt fest, dass "Flüchtlinge dringend Nahrung und medizinische Versorgung benötigen", während die Konflikte zwischen der burmesischen Armee und den Volksverteidigungskräften anhalten.
Angesichts dieser Notlage äußern sich auch die Bischöfe von Myanmar am Ende ihrer Vollversammlung vom 8. bis 11. Juni in Rangun tagten, in einem beherzten herzlichen Appell. In einer von den 13 katholischen Prälaten unterzeichneten Botschaft heißt es: "Während unserer Land schwierige Zeiten durchlebt, lancieren wir diesen Aufruf aus humanitären Gründen. Wir sind keine Politiker, wir sind Religionsvertreter und wir begleiten unser Volk auf seinem Weg zur Menschenwürde".
Der Text der Bischöfe ist in vier Punkten formuliert: Zunächst fordern die Bischöfe, die zutiefst besorgt über die Schwierigkeiten sind, Flüchtlinge überhaupt zu erreichen, "humanitäre Korridore in Konfliktgebieten" nicht zu blockieren. „Tausende Menschen, vor allem ältere Menschen und Kinder, verhungern im Dschungel. Unschuldige Menschen verhungern zu sehen ist die herzzerreißendste Erfahrung. Wir fordern, dass ein humanitärer Korridor zugelassen wird, damit die hungernden Mensch3en überall erreicht werden können. Sie sind unsere Bürger und haben das Grundrecht auf Nahrung und Sicherheit", schreiben sie.
Der zweite Punkt fordert den Respekt vor Kirchen und Klöstern, christlichen und buddhistichen Kultstätten, in die Tausende von Vertriebenen auf der Flucht oder aus ihrer Heimat auf der Suche nach einem sicheren Ort der Zuflucht Schutz gesucht haben. Der Text erinnert daran, dass vier Kirchen in der Diözese Loikaw angegriffen wurden und Tausende von Menschen in die Wälder flohen und bittet darum, „die internationalen Standards zum Schutz heiliger Orte in Kriegszeiten zu beachten": „Kirchen, Pagoden, Klöster, Moscheen, Tempel, einschließlich Schulen und Krankenhäuser werden während eines Konflikts als neutrale Zufluchtsorte anerkannt", so die Bischöfe, „Wir appellieren daran, dass diese Orte nicht angegriffen werden und dass Menschen, die Zuflucht suchen, geschützt werden".
An dritter Stelle bitten die Bischöfe von Myanmar alle Diözesen und katholischen Gemeinschaften des Landes, weiterhin für den Frieden zu beten, heilige Messen zu feiern, in der eucharistischen Anbetung zu verweilen oder den Rosenkranz zu beten, um die Nation unter den Schutz der Jungfrau Maria zu stellen .
Der Text schließt im vierten Punkt mit der Aufforderung an alle Beteiligten auf lokaler und internationaler Ebene, sich „für einen dauerhaften Frieden einzusetzen": „In den letzten sieben Jahrzehnten war dieses Land in Konflikte geraten, die Tränen und Schmerz unschuldiger Menschen verursachten. Als Nation müssen wir in den Frieden investieren. Dieses Land verdient es, Teil der Gemeinschaft der Nationen zu werden, seine Vergangenheit der Geschichte zu übergeben und in den Frieden zu investieren. Die Menschenwürde ist von Gott gegeben und kein Maß an Gewalt darf dieses Streben nach Menschenwürde leugnen, die nur auf friedlichem Wege zu erreichen ist. Das ist die Lehre der Geschichte. Frieden ist noch möglich. Frieden ist der Weg".

AMERIKA/ARGENTINIEN - Ganze Familien leiden Not: Caritas startet Spendenkampagne

Buenos Aires (Fides) - Der Präsident von Caritas Argentinien, Bischof Carlos José Tissera von Quilmes, leitete die virtuelle Pressekonferenz zur Präsentation der jährlichen Caritas-Kollekte, die am 12. und 13. Juni unter dem Motto "In schwierigen Zeiten teilen wir mehr" stattfinden wird. In der Präsentation stellte Cáritas Argentina und das „Observatory of Social Debt" der Katholischen Universität Argentinien (ODSA UCA) auch den Bericht „Die Gesichter hinter den Zahlen. Ein Röntgenbild der Armut in Argentinien " vor, der die ernste soziale Lage des Landes und die Maßnahmen zur Deckung der Bedürfnisse der Ärmsten dokumentiert.
Erzbischof Tissera forderte eine Antwort auf die Herausforderung, die sich aus der Krise ergibt, „die alle Familien betrifft. Und wenn die Caritas diesen Spendenaufruf lanciert, sollten wir alle darauf antworten. Daher das Wort 'Verantwortung'". Der Bischof von Quilmes bittet um, "eine konkrete Geste in Form einer Geldspende zu machen, um diese Situation des Elends, des Schmerzes und der Armut, die Argentinien erlebt, in den Mittelpunkt zu stellen".
"Argentinien steht vor einer beispiellosen Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftskrise, in der ganze Familien leiden und buchstäblich ohne Hilfe buchstäblich sterben", prangerte Bischof Tissera an. Der Bischof bekräftigte, dass es notwendig sei, "den Produktionsapparat des Landes dringend wieder in Gang zu setzen, damit die Wirtschaft wachsen kann und mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Unsere Männer und Frauen brauchen es, damit sie auf eine bessere Zukunft für ihre Kinder hoffen können".
„Politische und ideologische Meinungsverschiedenheiten verschärfen das Problem „, so der Caritas-Präsident abschließend, „weil sie nur noch mehr Spaltung erzeugen. Wir müssen uns jetzt vereinen und keine Zeit mit sterilen Diskussionen oder Wahlspekulationen verschwenden, damit diese Krise uns nicht erschöpft und unheilbar verwundet zurücklässt".

ASIEN/ISRAEL - Belgischer Missionar über die neue Regierung: "Fortschritte in der Palästinenserfrage wird es wohl kaum geben"

 

Jerusalem (Fides) - Die neue Regierung, die nun versuche, das Vertrauen des israelischen Parlaments zu gewinnen, werde niemals eine "Regierung des Wandels" sein können. Die interne Fragilität werde ihre Dauer von vornherein ungewiss machen und eine positive Entwicklung in der "Palästinenserfrage" könne es wohl kaum geben, wobei auch die Beteiligung einer arabischen Partei an der Mehrheit, die die Regierung unterstützen wird, im Hinblick auf die politischer Bedeutung, die Prozesse einer stärkeren Integration der Araber in die israelische Gesellschaft auslösen kann, nicht überschätzt werden sollte. Dies bekräftigt Pater Frans Bouwen zu den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Prozessen im Heiligen Land. Der belgischer Missionar der Weißen Väter, lebt und arbeitet seit 52 Jahren in Jerusalem.
Am kommenden Sonntag, den 13. Juni, wird das israelische Parlament die erste Regierung, die nicht von Benjamin Netanjahu, der das Amt des Ministerpräsidenten des jüdischen Staates in den letzten 12 Jahren monopolisiert hat, geleitet wird, das Vertrauen auszudrücken. Auf dem Papier dürfte die neue Exekutive mit einer sehr knappen Mehrheit von 61 Abgeordneten rechnen (insgesamt gibt es 120 Sitze in der Knesset). Die Unterstützung für die Regierung wird von einer gemischten Koalition kommen, die neben der arabischen Ra'am-Partei aus acht Parteien von rechts, der Mitte und der Linken besteht. Das Abkommen sieht vor, dass die Regierung abwechselnd von Naftali Bennett, dem Vorsitzenden der rechtsgerichteten Yamina-Partei, und Yair Lapid, dem Vorsitzenden der zentristischen Partei Yesh Atid, geleitet wird. Die Parteien, die der neuen Regierung angehören, so Pater Bouwen, im Gespräch mit Fides „haben nur einen gemeinsamen Punkt, den Wunsch, Netanjahu aus der Regierung zu verdrängen. Und ich weiß nicht, wie lange dieses gemeinsame Interesse hält. In der Palästinenserfrage sind jedenfalls keine Fortschritte und keine positive Veränderung zu erwarten. Der zukünftige Premier Bennett ist absolut gegen jede Anerkennung eines palästinensischen Staates und hat nicht die Absicht, den Palästinensern Zugeständnisse in Bezug auf Land und größere Autonomie zu machen".
"In den westlichen Medien betonen mehrere Kommentare die Unterstützung, die die neue Exekutive von den vier Parlamentariern des Ra'am, der "United Arab List" unter Führung des Zahnarztes Mansur Abbas, erhalten hat, die von einigen als "das Zünglein an der Waage" dargestellt wird. In Wirklichkeit", so Pater Bouwen, „hat die Partei von Abbas den größten Konsens unter den Beduinen des Negev und kann nicht als repräsentativ für die palästinensisch-arabischen Bürger Israels angesehen werden. Die Unterstützung der Regierung Bennett-Lapid scheint vor allem den persönlichen Pläne und Ambitionen zu entsprechen und trägt zur Legitimation einer politischen Ordnung bei, die die israelische Anerkennung des palästinensischen Staates immer weniger vorstellbar macht".
„Die Kooptierung einer arabischen Partei in der Regierung des jüdischen Staates", so Pater Bouwen, „bleibt ein Rätsel, insbesondere nach dem, was kürzlich in gemischten Städten passiert ist, wo Palästinenser mit Sicherheitskräften und Gruppen von Juden zusammenstießen. In diesen Städten gab es kein wirkliches Zusammenleben, sondern nur ein Nebeneinander, unter Bedingungen der Ungleichheit. Es war eine faktische Realität, die man nicht zu erkennen wagte und die auf traumatische Weise plötzlich wieder auftauchte. Selbst wenn ich an diese herzzerreißenden Probleme denke, sehe ich nicht, welche Zukunft und welches Gewicht die Initiative der arabischen Partei haben soll, die sich auf eigene Initiative dafür entschieden hat, die neue Regierung zu unterstützen.


Kindern auf der Flucht droht mehr sexualisierte Gewalt

„Pflästerchen auf tiefe Wunden helfen nicht!“

World Vision-Aktion macht die Tragweite der Verletzungen sichtbar und fordert zu größerer Unterstützung des Rechts auf Kindheit auf

(Berlin/wv) - Sie bleibt meist unsichtbar und nimmt in vielen Regionen der Welt dennoch zu: sexualisierte Gewalt an Kindern, die in Konfliktgebieten leben oder auf der Flucht sind. Wachsende Fluchtbewegungen, zerfallende Rechtssysteme und die Corona-Pandemie haben die Gefährdung vieler Kinder vergrößert. Die Pandemie erschwert auch einen effektiven Schutz ihrer Würde und Gesundheit. Obwohl jede einzelne Tat ein ganzes Leben zerstören kann und viele öffentliche Investitionen in Bildung und Entwicklung bedroht sind, investiert die internationale Staatengemeinschaft bisher weniger als ein Prozent ihrer humanitären Zuwendungen in die Prävention sexualisierter Gewalt und in Hilfsmaßnahmen für betroffene Kinder.

 

Die Kinderhilfsorganisation World Vision machte heute am Brandenburger Tor in Berlin auf die Tragweite der fehlenden Hilfen aufmerksam. Unter dem Motto "Hände weg von meiner Kindheit" warb ihre Kampagnen-Aktion dafür, sexuelle Gewalt gegen Kinder auf der Flucht aktiver zu bekämpfen. Sowohl Mitglieder des Bundestages als auch Künstlerinnen und Künstler beteiligten sich an der Aktion, anlässlich des bevorstehenden Welttages zur Beseitigung sexualisierter Gewalt in Konflikten (19. Juni) und des Weltflüchtlingstages (20. Juni).

 

Um die erschreckende Dimension des Problems zu verdeutlichen und zugleich ein klares Zeichen zu setzen, füllte World Vision den Pariser Platz mit orangenen und schwarzen STOP-Schildern, auf denen ein kleiner Teddy das Recht auf Kindheit symbolisierte. Das Bild unterstrich die zentrale Aussage: Eines von fünf Mädchen und eine von fünf Frauen hat im bewaffneten Konflikt oder auf der Flucht bereits sexualisierte Gewalt erlebt. Geschätzte 50 Millionen vertriebene und entwurzelte Kinder sind besonders vielen Gefahren ausgesetzt, denn ihre unsicheren Lebensbedingungen begünstigen Ausbeutung und Kinderhandel sowie sexuelle Übergriffe auf allen Etappen der Flucht. Durch mangelnde Versorgung werden viele Kinder auch zur frühen Heirat gezwungen oder müssen ihren Körper als "Währung" zum Überleben einsetzen. Für Mädchen ist dies oft mit ungewollten Schwangerschaften verbunden. Jungen sind von sexualisierter Gewalt ebenfalls betroffen, haben in der Folge auch oft Depressionen oder sogar Selbstmordgedanken. Dies bezeugte der ehemalige Kindersoldat Innocent Opwonya während der Aktion.

 

„Es gehört Mut dazu, über das sehr sensible Thema in der Öffentlichkeit zu sprechen - aber noch viel mehr Mut und innere Kraft müssen die Überlebenden jeden Tag aufbringen, um mit ihrem traumatischen Erlebnis und vielen Folgeproblemen weiter zu leben“, erklärte der Vorstandsvorsitzende von World Vision Deutschland, Christoph Waffenschmidt. „World Vision geht heute auf die Straße und erhebt seine Stimme im Namen aller Kinder, die oft schweigend unter den Verletzungen durch sexualisierte Gewalt leiden.“ Überlebende, die das Schweigen von sich aus brechen, verdienten große Hochachtung. Als Beispiel nannte Waffenschmidt die Uganderin Angela Latim Akor, die sich nach jahrelanger Gefangenschaft bei der Terrorgruppe LRA heute für andere Überlebende einsetzt und gegen deren Ausgrenzung durch die Gesellschaft ankämpft. 

 

Sinnbilder für Schmerz und mitfühlende Reaktionen auf das Schicksal betroffener Kinder vermittelten am Brandenburger Tor 20 mit den Schildern tanzende Frauen und Mädchen. Die Performance unter Leitung der Choreografin und Therapeutin Ka Rustler repräsentierte "1000 Stimmen" der Solidarität. Dazu wurde eine Instrumentalversion des Songs "Mehr als Tausend" gespielt, den 16 Musikerinnen und Musiker gemeinsam zur Unterstützung der World Vision-Kampagne produziert haben. Das Musik-Video steht der Öffentlichkeit ab heute auf YouTube zur Verfügung.

 

Die Kinderschutzexpertin Verena Bloch informierte über konkrete Hilfsmöglichkeiten. Diskriminierende Geschlechter-Rollen zu diskutieren, sei ein wichtiger Ansatz zur Prävention, da sie oft eine Ursache für sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und Frauen seien. World Vision arbeitet dabei mit vielen Gesellschaftsgruppen und lokalen Autoritäten zusammen, etwa in Afghanistan und im Südsudan. In Flüchtlingslagern sensibilisiert die Organisation die Menschen für Gefahren in ihrer Umgebung und unterstützt Kinderschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel die Einrichtung sicherer Wege oder auch Angebote zur Betreuung von Kindern in geschützten Räumen. Helferinnen und Helfer werden darin geschult Anzeichen von sexualisierter Gewalt bei geflüchteten Menschen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren, aktuell etwa in der äthiopischen Provinz Tigray, wo im November letzten Jahres ein Konflikt eskalierte.

 

Um die Vergehen verfolgen und Betroffenen medizinisch, psychologisch oder auch wirtschaftlich helfen zu können, kooperiert World Vision mit staatlichen und nicht-staatlichen Einrichtungen beim Aufbau eines Melde- und Referenz-Systems. Außerdem bietet World Vision selbst in einigen Projekten psychosoziale Hilfe oder auch Rehabilitationshilfen an. „Ich finde es sehr gut, dass alle Aspekte der sexualisierten Gewalt bei der Hilfe zur Sprache kamen“, fasste die 16-jährige Scola (Pseudonym) aus Burundi ihre persönliche Erfahrung zusammen.

 

 

Mit ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) hat sich die Staatengemeinschaft das Ziel gesetzt, bis 2030 alle Formen von Gewalt gegen Kinder zu beenden, einschließlich der sexualisierten Gewalt in Konfliktgebieten und Flucht-Kontexten. Die dafür erarbeiteten Pläne und Standards zum Schutz von gefährdeten Kindern müssten, auch in der EU, konsequenter umgesetzt werden, fordert Christoph Waffenschmidt. „Pflästerchen auf tiefe Wunden helfen nicht! Es müssen angesichts der aktuellen Entwicklung sowohl mehr Programme zur Prävention sexualisierter Gewalt als auch mehr Programme zur Unterstützung Betroffener ins Leben gerufen werden. Hierfür müssen wesentlich mehr Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.“


FIDES-NACHRICHTEN - 12.06.2021

AFRIKA/BURKINA FASO - Bischöfe: “Wir sprechen den Angehörigen der Opfer von Solhan unser Beileid aus”

Ouagadougou (Fides) - „Wie wir wissen, hat unser Land in Solhan, in der Provinz Yaga, in der Sahelzone erneut einen tödlichen Angriff erlebt. Im Namen unserer Kirche als Familie Gottes sprechen wir Bischof Dabiré von Dori und den Hinterbliebenen unser aufrichtiges Beileid aus und vertrauen die Opfer von Solhan und alle Opfer der Terroranschläg, zivile und militärische Opfer, sowohl in unserem Land als auch in Niger, der Barmherzigkeit Gottes an", so Kardinal Philippe Ouedraogo, Erzbischof von Ouagadougou, bei der Eröffnung der zweiten Vollversammlung der Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger.
„Die christliche Frömmigkeit befiehlt uns, uns vor dem Gedenken an all die Menschen zu verbeugen, die in unseren beiden Ländern Burkina Faso und Niger nach unserer Vollversammlung im Februar 2021 unter den mörderischen Kugeln der Terroristen gefallen sind, deren Barbarei sich in diesen Tagen wieder manifestiert hat beim Massaker von Solhan, in der Gemeinde Seba in der Diözese Dori: es gab über 150 Tote, darunter vier Mitglieder der CCB [christliche Basisgemeinde] von Solhan“.
In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni wurden im Dorf Solhan im Nordosten Burkina Fasos (vgl. Fides 7/6/2021) mindestens 150 Menschen von einer noch nicht identifizierten bewaffneten Gruppe getötet. Bisher hat sich niemand zu dem Massaker, das schlimmste seit 2015, bekannt. Unterdessen hat sich die muslimische Organisation JNIM, die als "Zweig" der al-Qaida in Mali und in der Sahelzone gilt, vpon dem Massaker distanziert und es als "hasserfüllten Akt“ bezeichnet „der nicht mit Methodik der Muslime und des Dschihad vereinbar ist".
Nach dem Angelusgebet am vergangenen Sonntag, 6. Juni, sprach Papst Franziskus den Angehörigen der Opfer des Massakers und dem afrikanischen Land sein Beileid aus: „Ich bete für die Opfer des Massakers, das in der Nacht zwischen Freitag und Samstag in einer Kleinstadt in Burkina Faso verübt wurde. Ich stehe den Familienmitgliedern und dem gesamten burkinischen Volk nahe, das unter diesen wiederholten Angriffen sehr leidet. Afrika braucht Frieden und keine Gewalt!".
„Wir danken dem Heiligen Vater, unserem Papst, für seine Besorgnis und sein Mitgefühl, die er unserem Land und den Opfern im Angelus vom vergangenen Sonntag entgegengebracht hat, und bitten den Apostolischen Nuntius, unsere Dankbarkeit auszudrücken“, sagte Kardinal Ouedraogo.
Die Regierung von Burkina Faso teilte mit, dass nach dem Angriff auf Solhan 7.644 Menschen vertrieben wurden, davon 5.415 Kinder aus insgesamt etwa 1052 Familien.

AFRIKA/MOSAMBIK - Immer mehr Menschen fliehen vor Gewalt

Cabo Delgado (Fides) – Immer mehr Menschen fliehen aus den Dörfern der Bezirke Palma und Nangade in Cabo Delgado. Nach Berichten der katholischen Organisation "Denis Hurley Peace Institute" (DHPI), die die Entwicklung der Gewalt beobachtet, versuchen die Vertriebenen, aus der kriegszerstörten Region zu fliehen inden aber keine sicheren Ort der Zuflucht.
Wie Erzbischof Inacio Saure von Nampula in den vergangenen Tagen bestätigte, gibt es über 700.000 Vertriebene in der Region und in anderen benachbarten Provinzen "Mehr als 2500 Menschen sollen getötet worden sein", erklärte er.
Am Strand von Paquitequete kommen nach Angaben der katholischen Organisation DHPI seit mehr als drei Monaten Menschen an die nach der anstrengenden Bootsfahrt in den Süden auf der Suche nach Unterschlupf erschöpft sind.
"Jeden Tag gehen mindestens 100 Menschen nach tagelanger riskanter Bootsflucht am Strand von Paquitequete von Bord", heißt es in dem am Montag, dem 7. Juni, veröffentlichten Bericht der Organisation.
Johan Viljoen, Leiter der Organisation, die vertriebenen Flüchtlingen in der katholischen Erzdiözese Nampula und der Diözese Pemba humanitäre Hilfe leistet, verwies auf den Bericht des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR), der mitteilt, dass Tansania etwa 3.800 Mosambikanern Asyl verweigerte, die im Mai vor bewaffneten Angriffen in Palma, Cabo Delgado fliehen mussten. Sie wurden über den Grenzübergang Negomano aus Tansania abgeschoben.

ASIEN/IRAK - Patriarch Sako: “Der Weg zur Einheit der Kirchen ist nicht einfach”

Bagdad (Fides) - Der Weg zur der vollen Einheit zwischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften "ist nicht so einfach, wie manche es sich vorstellen", so der chaldäische Patriarch, Kardinal Louis Raphael Sako. In einer von den offiziellen Kanälen des Patriarchats veröffentlichten Stellungnahme räumt der irakische Kardinal ein, dass die Frage nach der Wiederherstellung der vollen sakramentalen Einheit unter den Getauften eine "komplexe Frage" darstelle. Die Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, so der Patriarch, sie könnten nicht mit Gewalt vereint und auch nicht „per Dekret“ ihrer individuellen Identität entkleidet werden, denn „die Kirche ist keine bloße Verwaltungseinheit“, sondern eine Realität mit ihrer eigenen, unverkennbaren spirituellen Natur. Im gegenwärtigen Moment gebe es durch soziologische und kulturelle Aspekte, die die Situation kompliziert machen, da in unserer heutigen Welt Pluralismus als positiver Wert anerkannt und bejaht werde, während Homologationsprozesse angeprangert werden.
Das historische Modell, das es zu betrachten gelte, so der Patriarch weiter, bleibe das der Urkirche, von der die Apostelgeschichte erzählt: Am Anfang, so der irakische Kardinal, war die Einheit der Getauften keine objektives Ideal, das durch menschliche Bemühungen erreichbar war, sondern sie entfaltete sich durch den Glauben und die Liebe, die die durch die Gnade Christi die Herzen beseelte. Nur die in Glauben und Liebe gelebte Einheit könne mühelos entstehen und so dass der legitime Pluralismus der unterschiedlichen theologischen Ansätze, der vielfältigen Riten und der unterschiedlichen historischen Wege der kirchlichen Gemeinschaften, die in verschiedenen Zivilisationen, Kulturen und Ländern gedeihen, koexistieren.
Doch Patriarch Sako macht nicht bei allgemeinen Überlegungen zu den Schwierigkeiten der Ökumene halt, sondern will auch auf eine gewisse Immobilität aufmerksam machen, die nach Meinung des irakischen Kardinals ökumenische Gremien und interkirchliche Kontakte in seinem Land kennzeichnet. Im Irak, so der der Patriarch, gebe es offiziell 14 Gemeinschaften und kirchliche Konfessionen unterschiedlicher Zusammensetzung. Der Rat der Oberhäupter der Kirchen und christlichen Gemeinschaften im Irak, der 2006 gegründet wurde, so der Patriarch, habe immer wieder "die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung der Positionen und offiziellen Diskurse" der verschiedenen kirchlichen Komponenten befriedigt. Gleichzeitig zeige der Organismus in den letzten Jahren seine Schwächen, während ähnliche Organismen in Ägypten, Jordanien und im Libanon tätig sind, eher in der Lage seien in Bezug auf die Dringlichkeiten und Krisen des gegenwärtigen historischen Augenblicks zu reagieren. Der Patriarch erinnert unter anderem an den gescheiterten Versuch, ein gemeinsames Datum für die liturgischen Hochfeste zu finden, die von verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften an unterschiedlichen Tagen gefeiert werden.
Im September 2013, wenige Monate nach seiner Wahl zum Oberhaupt der chaldäischen Kirche, schickte Patriarch Sako ein Glückwunschschreiben an den damaligen assyrischen Patraiarchen Mar Dinkha IV. zu dessen 78. Geburtstag, in dem er das Oberhaupt der assyrischen Kirche einlud, gemeinsam den Weg des Dialogs zu beginnen, um die volle kirchliche Gemeinschaft zwischen der chaldäischen christlichen Gemeinschaft – die in Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom steht – und den Assyrern wiederherzustellen eine, da diese das gleiche liturgische, theologische und geistliche Erbe teilen. Auf den damals von Patriarch Sako unterbreitete Vorschlag folgten jedoch noch keine konkreten Schritte.
 

ASIEN/INDIEN - Hilfsprogramm: Erzdiözese Bangalore begleitet Beisetzung von Coronatoten

Bangalore (Fides) - Die Erzdiözese Bangalore im Bundesstaat Karnataka in Südindien will im Rahmen des Programms „Hier bin ich“ die Familien bei der Beerdigung geliebter Menschen begleiten. Hunderte Menschen erliegen in dem indischen Bundesstaat einer Covid-19-Infektion und viele Familien leiden. das Das Programm „Hier bin ich“, das von der Erzdiözese Bangalore konzipiert wurde und umgesetzt wird, soll „ein grundlegendes Menschenrecht garantieren“, „das ein würdiges Sterben und Begräbnis bedeutet“. Dies bekräftigt Pfarrer Santhosh Royan, der das Programm leitet, gegenüber Fides. In Zusammenarbeit mit Freiwilligen stellt das Programm armen Familien und allen, die dies wünschen, kostenlose Transportmittel, Särge und Bestattungsdienste zur Verfügung und hilft den Familien bei Bedarf. Die Pandemie belastet die Menschen – physisch, emotional und spirituell… und es besteht ein großes Bedürfnis nach Trost und Unterstützung in dieser Zeit “, so Pfarrer Royan. „Die Initiative will dazu beitragen, die Beisetzung für die Toten unabhängig von ihrer Religion, ihrem Status und anderen sozialen Kategorien würdig zu feiern. Die Erzdiözese Banglore übernimmt Dank der Unterstützung einiger Spender alle notwendigen Ausgaben“, so der stellvertretende Programmleiter, Pfarrer Rajesh R..
Das Team begleitet täglich mindestens 15-30 Bestattungen oder Einäscherungen und hat auf diese Weise bisher bereits 1900 Bestattungen organisiert. Bei jeder Beerdigung leisten die Ehrenamtlichen des Programms ihre Arbeit, um den Familien einen würdigen Abschied von ihren Lieben zu ermöglichen und für ein Gefühl der Verbundenheit und die Gewissheit „Wir sind bei euch“ zu sorgen. „Alle betroffenen Familien haben dem Team einen großen Dank für die geleistete Arbeit in diesen schwierigen Zeiten ausgesprochen“, sagt Pfarrer Rajesch.
In den letzten Tagen verzeichneten neue Covid 19 –Infektionswelle in Indien weitere Höchststände. Die Gesamtzahl der COVID-19-Fälle des Landes beträgt jetzt über 29 Millionen, während die Gesamtzahl der Todesfälle nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei über 356.000 liegt.

AMERIKA/ARGENTINIEN - Bischöfe beklagen Rückschritte bei der Umweltpolitik

Buenos Aires (Fides) – „Biokraftstoff ist so viel Wert wie eine heilige Messe“ lautet der provokative Titel eines Artikels, der in einer der wichtigsten argentinischen Tagesgzeitungen („El Cronista“) erschienen ist, und sich auf eine Veröffentlichung der Justitia-et-Pax-Kommission der argentinischen Bischofskomnferenz bezieht. Trotz der lateinamerikanischen Wirtschaftskrise bleibt Argentinien einer der führenden Hersteller von Biokraftstoffen in Südamerika, aber der interne wirtschaftliche Druck hat zu Verhandlungen zwischen den Herstellern von Biodiesel und Bioethanol mit der Regierung über eine neue Preisaktualisierung ihrer Biokraftstoffe geführt werden, die in den Ölraffinerien des Landes Benzin und Diesel beigemischt werden. Die offizielle Absicht ist es, das Versprechen zu halten, die Endpreise für Kraftstoff an den Zapfsäulen bis Ende des Jahres nicht zu erhöhen, wie die verantwortlichen Politiker im vergangenen Mai betonten.
Die Eigentümer der Anlagen, die Soja-, Mais- und Zuckerrohröl verarbeiten, versuchen, das Energieministerium davon zu überzeugen, die regulierten Verkaufspreise für Juni zu erhöhen, die noch nicht offiziell veröffentlicht wurden und seit Mai eingefroren sind. Laut „El Cronista“ besteht das ultimative Ziel darin, dass die Ölkonzerne diesen möglichen Anstieg ihrer Kosten nicht an die Lieferanten weitergeben. Aber parallel dazu haben Biokraftstoffhersteller mit ihrer Kampagne die Öffenltichkeit schockiert.
In sozialen Netzwerken haben einige Vertreter der Branche mitgeteilt, dass "Gott für Biokraftstoffe ist". Sie basieren ihrer Aussage auf der Unterstützung, die die Justitia-et-Pax-Kommission der argentinischen Bischöfe der Branche mutmaßlich mit einer Stellungnahme mit dem Titel "Bedeutung von Biokraftstoffen". Unter Berufung auf die Enzyklika Laudato Si 'von Papst Franziskus hatte die argentinische Kirche das jüngste Projekt der Regierungspartei (Frente de Todos) kritisiert, das nach Ansicht der Bischöfe "einen klaren Rückschlag in der argentinischen Umweltpolitik" darstellt, wie es in dem Dokument vom 2. Juni 2021 heißt.
„Viele Länder haben mit großem Engagement die Umgestaltung ihrer Produktions- oder Verkehrssysteme nach dem Pariser Abkommen angenommen und sogar verstärkt“, heißt es in dem Dokument der Bischöfe, das weiterführt: „Im Gegensatz zu diesen Leitlinien und Zielen handelte es sich dem Entwurf eines Gesetzesrahmens zum neuen Gesetz über Biokraftstoffe, der der Abgeordnetenkammer vorgelegt wurde, um einen deutlichen Rückschritt in der argentinischen Umweltpolitik. Das Projekt reduziert tatsächlich den von der geltenden Gesetzgebung vorgesehenen Prozentsatz der Verwendung von Biokraftstoffen. Die Reduzierung des Biokraftstoffanteils widerspricht dem im Allgemeinen Umweltgesetz 25675 und damit dem im Pariser Abkommen festgelegten Progressivitätsprinzip“, bekräftigen die Bischöfe.

AFRIKA/SIMBABWE - Pfarrer Kizito T. Nhundu zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, hat am 14. Mai 2021 Pfarrer Kizito Takaendesa Nhundu aus dem Klerus der Erzdiözese Harare für fünf Jahre (2021-2026) zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Simbabwe ernannt.
Der neue Nationaldirektor wurde am 28. August 1978 geboren und wurde am 4. August 2007 in Mahusekwa, Chiota zum Priester geweiht. Nach dem Besuch der Grundschule und der weiterführenden Schulen besuchte er 1998 das Propädeutische Seminar in Mazowe und studierte danach Philosophie und Therologie am Chishawasha and St. Augustine Seminary. Nach seiner Priesterweihe war er Pfarrer in mehreren Pfarreien. Seit Januar 2021 ist er Pfarrer der Pfarrei St. Francis Xavier in Braeside. Unter anderem war er: Dekan, Koordinator der Diözesanpastoral, Berater, geistlicher Begleiter von Laienorganisationen.


FIDES-NACHRICHTEN - 11.06.2021

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Ivorischer Soldat stirbt bei Anschlag auf Tougbo an der Grenze zu Burkina Faso

Abidjan (Fides) – „In der Nacht zum Montag, 7. Juni 2021, griffen bewaffnete Männer gegen 21 Uhr die Stadt Tougbo im Departement Boun an der Grenze zu Burkina Faso an. Wie aus ersten Berichten hervorgeht, kam dabei ein ivorischer Soldat ums Leben, der an seinen schweren Verletzungen gestorben ist“, heißt es in einer Pressemitteilung des Stabschefs der Armee der Elfenbeinküste, Generalleutnant Lassina Doumbia, am Tag nach dem Angriff. Der Generalstabschef sprach der Familie des verstorbenen Soldaten sein Beileid aus und lobte die schnelle Reaktion der Männer, ihren Mut und ihre Entschlossenheit.
Es ist bereits das dritte Mal, dass sich in der Region unweit der Grenze zu Burkina Faso in jüngerer Vergangenheit solche Angriffe ereignen, während im Nachbarland vor wenigen Tagen bei einem Massaker rund 160 Menschen im Dorf Solhan im Nordosten des Landes ums Leben kamen.
Unterdessen waren die beiden vorherigen Angriffe im Juni 2020 und im März dieses Jahres auf Kafolo verübt worden.

AFRIKA/SUD SUDAN - Diözese Tombura Yambio eröffnet erste landwirtschaftliche Schule in Mupoi

Tombura Yambio (Fides) – Bischof Barani Eduardo Hiiboro von Tombura Yambio eröffnete vor kurzem die landwirtschaftliche Schule und setzte sich dabei auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemeinde Mupoi an das Steuer eines Traktors.
Wie Bischof Hiiboro bei diesem Anlass betonte, so die landwirtschaftliche Scule der der Diözese dazu genutzt werde, Menschen aus der Diözese und dem gesamten Bundesstaat Westäquatoria Wissen und Fertigkeiten im Hinblick auf eine qualitativ hochwertige landwirtschaftlichen Produkten sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Handel zu vermitteln. Als erste profitieren davon die 23 Seminaristen, die an dem Orientierungsprogramm in Mupoi teilnehmen, das letztendlich aber für alle Bürger gedacht ist.
Nach der Segnung des Ackerlandes forderte der Bischof von Tombura Yambio die Mitarbeiter Verwaltung des Zentrums auf, offiziell mit der Ausbildung zu beginnen und die Seminaristen von nun an im Rahmen ihrer Erstausbildung zunächst in der landwirtschaftlichen Ausbildung im Zentrum zu unterweisen.
Der Bundesstaat Western Equatoria, in dem sich die Diözese Tombura-Yambio befindet, wird aufgrund der Regenfälle und des fruchtbaren Landes auch als die „Kornkammer“ des Südsudan bezeichnet.
Mupoi ist die Gemeinde, in der sich die ersten Missionare niederließen, die 1912 den katholischen Glauben nach Western Equatoria brachten. Infolgedessen wurden auch die ersten Bildungseinrichtungen in Mupoi gegründet, an denen auch viele Intellektuelle des Staates ausgebildet wurden.

ASIEN/LIBANON - Patriarchen und Bischöfe beraten über Themen des bevorstehenden Gipfels im Vatikan

Bkerké (Fides) – Die Patriarchen und Bischöfe des Libanon kamen am frühen Nachmittag des 8. Juni in Bkerké, am Sitz des Maronitischen Patriarchats, zusammen, um über die Themen zu beraten, die Gegenstand des von Papst Franzikus für den 1. Juli einberufenen Gipfel in Rom sein sollen, bei dem sich der der Papst zusammen mit den führenden Vertretern der libanesischen christlichen Gemeinden mit der besorgniserregende Lage im Land auseinandersetzen will . An dem Beratungen zu denen der maronitische Patriarch Kardinal Béchara Boutros Rai eingeladen hatte, nahmen unter anderem der syrisch-katholische Patriarch Ignace Youssif III. Aram I., der melkitische griechisch-katholische Patriarch Youssef Absi und der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochia Yohanna X. Yazigi teil. Wir aus den zusammenfassenden Berichten hervorgeht, die vom maronitischen Patriarchat in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden, bekräftigten die Teilnehmer der Beratungen die dringende Notwendigkeit, eine neue Regierung zu bilden und die institutionelle Lähmung zu überwinden, um die verheerenden Auswirkungen der Wirtschafts- und Sozialkrise auf das tägliche Leben eines großen Teils der Bevölkerung zu bewältigen.
Am Ende des Treffens beteten die Anwesenden für den Frieden im Libanon und im Nahen Osten sowie für das Ende der Covid-19-Pandemie.
Das von Papst Franziskus im Vatikan einberufene Treffen mit den hohen Vertretern der libanesischen christlichen Gemeinden erregt auch die Aufmerksamkeit Analysten und Kommentatoren im Libanon, die sich zu dem bevorstehenden Gipfel in den libanesischen Medien äußern. Lokale Beobachter befassen sich schon seit der ersten Ankündigung des Treffens im Vatikan mit der Frage, ob das vom Bischof von Rom gewünschte Treffen eine Gelegenheit bieten wird, allgemeine Überlegungen zur aktuellen Situation, dem Zustand des Landes im allgemeinen und der libanesischen christlichen Gemeinschaften auszutauschen oder ob sich die Aufmerksamkeit des Gipfels nur auf bestimmte Punkte konzentrieren wird.

ASIEN/MYANMAR - Katholische Kirche versorgt Vertriebene im Staat Chin

Hakha (Fides) – In der katholischen Gemeinde in der Stadt Surkhua in der Diözese Hakha haben über 50 Vertriebenen, darunter Frauen, ältere Menschen und Kinder, Zuflucht gefunden, die aufgrund der intensiven Kämpfe zwischen der burmesische Armee und den lokalen "Chinland Defense Forces" (CDF) im Bundesstaat Chin im Westen Myanmars an der Grenze zu Indien fliehen mussten. In dem Bundesstaat wurden erst im April dieses Jahres bewaffnete Widerstandsgruppen gegründet, um die Repressionen des Militärs abzuwehren. Bewaffneten Gruppen der CDF sind in verschiedenen Städten und Territorien des Staates aktiv, darunter Mindat, Thang Tlang, Senthang, Hakha und Zotung. Im Gebiet zwischen Hakha und Surkhua forderte ein bewaffneter Zusammenstoß zwischen burmesischen Truppen und CDF am 31. Mai stattfand 8 Tote und 5 Verletzte unter dem Militär. Auch ein jugendlicher Kämpfer Hakha aus Hakha stab bei den Gefechten. Nach den Zusammenstößen nahm das Militär zahlreiche jungendliche Widerstandskämpfer fest und durchsucht das Gebiet gründlich, um jeglichen Widerstand zu ersticken. "Unterdessen bezeichnen die Menschen in Myanmar das Militär inzwischen als als Terrorarmee", stellt eine lokaler Beobachter fest.
In diesem Kontext von Gewalt und Angst in der Bevölkerung brachte Pfarrer Hrang Tin Thang in der Gemeinde Surkhua, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung sowie die Kinder der Stadt, die nicht in die Wälder fliehen konnten, in seiner Pfarrkirche unter, wo dank mit Hilfe der Schwestern einer lokalen Ordensgemeinschaft auch die Pflege Versorgung gewährleistet werden kann. "Es ist ein Werk der Nächstenliebe, das wir ohne jegliche religiöse Diskriminierung durchführen und das sich insbesondere an die Schwächsten und Wehrlosesten richtet", stellt er fest.
Wie Pfarrer Paul Thla Kio aus der Diözese Hakha, der Hauptstadt von Chin, gegenüber Fides betont, beginnen die burmesischen Soldaten, die das Gelände kontrollierten, Priester und Ordensfrauen zu ermutigten, ihre Werke der Barmherzigkeit und Nächstenliebe fortzusetzen.
Die örtliche katholische Kirche weist in einem beherzten Appell darauf hin, dass im Bundesstaat ein humanitärer Notfall im Gange ist, und bittet die Vereinten Nationen und NGOs Flüchtlingscamps einzurichten, damit den Vertriebenen in Mindat und Umgebung humanitäre Hilfe angeboten werden kann. Viele von ihnen überqueren unterdessen auch die Grenze und suchen Zuflucht in Indien.

AMERIKA/GUATEMALA - Die US-amerikanische Vizepräsidentin Kamala Harris rät von Auswanderung ab: Bischöfe fordern Lösungen für strukturelle Ursachen

Guatemala-Stadt (Fides) - "Komm nicht!", lautete die unmissverständliche Aufforderung der Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika, Kamala Harris zum Abschluss ihres Besuchs in Guatemala. Nach ihrem Treffen mit dem guatemaltekischen Präsidenten Alejandro Giammattei am Montag, dem 7. Juni, stellte Harris unterdessen eine bessere Zusammenarbeit mit Guatemala in Aussicht, um die Migration in die Vereinigten Staaten gemeinsam zu bewältigen, warnte aber vor der Organisationen weiteren Karawanen in Richtung USA.
Bei der Pressekonferenz nach dem privaten Treffen mit dem guatemaltekischen Präsidenten betonte Kamala Harris, dass die Herausforderung bestehen bleibt, und versprach, während ihres dreitägigen Besuchs in der Region substanzielle Gespräche mit den Präsidenten von Guatemala und Mexiko aufzunehmen. "Ich möchte betonen, dass das Ziel unserer Arbeit darin besteht, Guatemalteken zu helfen, hoffnungsvolle Perspektiven in ihrer Heimat zu finden", so Harris. "Gleichzeitig möchte ich den Menschen in dieser Region klar machen, die die gefährliche Reise an die amerikanisch-mexikanische Grenze planen: Kommt nicht, kommt nicht."
Die Kommission für menschliche Mobilität der Bischofskonferenz von Guatemala wandte sich unterdessen in einem offenen Brief, der auch an die Vizepräsidentin gerichtet ist, an die Vereinigten Staaten: "Irreguläre Migration ist das Produkt eines gescheiterten wirtschaftlichen und politischen Systems, dessen Priorität es nicht ist, Lösung der strukturellen Ursachen, die diese Völkerwanderungen verursachen, zu finden", heißt es im Text der Bischöfe.
"Guatemala fehlt eine Migrationspolitik", betonte die Bischofskonferenz von Guatemala (CEG) unter verschiedenen Umständen und wies in diesem Zusammenhang wiederholt darauf, dass "Korruption, Straflosigkeit, Ausgrenzung, Ungerechtigkeit, Vernachlässigung und fehlende Chancen die Haupthindernisse für die Entwicklung sind". „Wir fordern“, so die Bischöfe, „dass sowohl politische Verantwortliche als auch nationale und transnationale Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht werden. Nur so kann das Migrationsproblem ausgehend von den Ursachen der Zwangsmigration angegangen werden.“

AMERIKA/BRASILIEN - Aktionswoche der katholischen Kirche: Mehr als die Hälfte der brasilianischen Familien von Ernährungsunsicherheit betroffen

Brasilia (Fides) - Mit einer Eucharistiefeier, die gestern, 8. Juni, im Haus „Bom Samaritano“ in Brasilia stattfand, in dem venezolanische Migranten untergebracht sind, begann die Aktionswoche der katholischen Kirche in Brasilien, die Teil der zweiten Phase des Hilfsprogramms „Es ist Zeit, Sorge zu tragen“ ist. Die Initiative findet vom 8. bis 12. Juni mit zahlreichen Solidaritätsaktionen der Diözesen, Organisationen und Gemeinden der katholischen Kirche in Brasilien statt.
Am Ostersonntag des vergangenen Jahres, 12. April 2020, starteten die brasilianische Bischofskonferenz (CNBB) in Zusammenarbeit mit Caritas Brasilien die das Hilfsprogramm mit der Sammlung von Lebensmitteln, Hygiene- und Reinigungsprodukten zum Wohle der brasilianischen Bürger, die von den Folgen der Pandemie besonders dramatisch betroffen sind, wie Obdachlose, Migranten, Flüchtlinge, Arbeitslose, etc..
Bei der Begrüßung der Teilnehmer betonte die Direktorin des Instituts für Migration und Menschenrechte, Schwester Rosita Milesi, eine der Koordinatorinnen der Flüchtlingsunterkunft „Bom Samaritano“, wie wichtig es sei, solche Aktionswochen in einer Zeit durchzuführen, in der mehr als die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung von Ernährungsunsicherheit betroffen ist. Die Ordensfrau verwies in diesem Zusammenhang auf Daten der Forschungsgruppe „Food for Justice“ der Freien Universität Berlin, die zeigen, dass mehr als die Hälfte der Familien im Land (59,4%) zwischen August und Dezember 2020 unter Ernährungsunsicherheit leiden mussten und Millionen Brasilianer sich nicht ausreichend ernähren konnten oder in der Ungewissheit des Zugangs zu Nahrungsmitteln lebten.
Am Eröffnungsgottesdienst mit dem Weihbischof von Rio de Janeiro und des Generalsekretärs der Bischofskonferenz (CNBB), Joel Portella Amado, nahmen zahlreiche venezolanische Migranten teil, die im Haus „Bom Samaritano“ leben. Anwesend waren auch viele Vertreter der Partnerorganisationen, die an der Durchführung der Aktionswoche beteiligt sind. Der Bischof betonte, dass sich diese zweite Phase auf die Bekämpfung des zunehmenden Hungers in vielen Gemeinschaften im ganzen Land konzentriere. Der Generalsekretär des CNBB lud alle ein, am kommenden Samstag, den 12. Juni, an der Lebensmittelsammlung teilzunehmen, mit denen katholische Gemeinden versuchen, die Folgen der Pandemie zu bewältigen.
Nach Angaben der Caritas Brasilien, wurden seit Beginn der zweiten Phase der Aktion am 11. April 2021 bereits 1,5 Tonnen Lebensmittel, 117.000 Körperpflegesets, 115.000 Sets mit Materialien zum individuellen Schutz und 53.000 Bekleidungsartikel und Schuhe gesammelt.

EUROPA/BELGIEN - Pfarrer Théogène Havugimana zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Kardinale Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker hat am 5. Mai 2021 Pfarrer Théogène Havugimana aus der Diözese Nyundo (Ruanda) für fünf Jahre (2021-2026) zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt.
Der neue Nationaldirektor wurde am 1. Januar 1978 in Nyange-Ngororero (Ruanda) geboren und 2006 in Ruanda zum Priester geweiht. Er war Lehrer am Kleinen Seminar St. Pius X. in Nyundo (2003-2004; 2006-2008) und gleichzeitig Seelsorger in der Gemeinde. Er erwarb einen Bachelor-Abschluss in Theologie an der Päpstlichen Universität Urbaniana (2006) und danach die verschiedenen akademischen Abschlüsse bis hin zur Promotion im Fach Philosophie an der Katholischen Universität Löwen (2018). Er war Kaplan für katholische englischsprachige Studenten an der Universität Diepenbeek in Belgien (2010-2013) und für die französischsprachige Gemeinde in Löwen (2010-2016). Seit 2016 ist er Seelsorger in der Pfarrei Haacht (Belgien), seit 2018 ist er Mitglied der Organisation für ausländische Priester und seit 2019 ist er Mitglied des Priesterrates. Seit 2015 hält er Fernkurse für das Große Seminar von Kabgayi (Ruanda).

AFRIKA/SÜDAFRIKA - Erzbischof von Durban zurückgetreten und Nachfolger ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den von Erzbischof von Durban (Südafrika), Kardinale Wilfrid Fox Napier, O.F.M., eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Apostolischen Vikar von Ingwavuma und Titularbischof von Elefantaria di Proconsolare, Mandla Siegfried Jwara, C.M.M., zu seinem Nachfolger ernannt.
Bischof Mandla Siegfried Jwara, C.M.M., wurde am 1. Februar 1957 in St. Nivard in der Diözese Mariannhill, geboren. Nach dem Besuch der Kwa-Hluzingqondo-Schule in uMkhomazi und dem Abschluss der weiterführenden Schule trat er am 1. Februar 1981 in die Kongregation der Missionare von Mariannhill ein, in deren Kloster er sein Noviziat absolvierte. 1986 legte er seine ewigen Gelübde ab und studierte Theologie und Philosphie am Theologischen Institut St. Joseph in Cedara (1982-1986). Am 14. Februar 1987 wurde er zum Priester geweiht.
Danach hatte er folgende Ämter inne: Pfarrvikar und Pfarrer in der Mission Clairvaux in Mpendle, Diözese Mariannhill (1987-1992); Diplom in Human Development, Leadership, Formation & Community Building am Institute of St. Anselm, London, England (1992-1993); Novizenmeister im Kloster Mariannhill, für kurze Zeit Rektor von Merrivale und Provinzrat der C.M.M. (1993-1998). 1998 erwarb er einen Master-Abschluss in Theologie an der Universität von KwaZulu-Natal, Pietermaritzburg. Außerdem war er: Oberer der Provinz Mariannhill (1998-2002) und Generalrat der C.M.M. in Rom (2002-2004); Pfarrer in Port St. Johns und in der St. Patrick's Mission der Diözese Umtata und erneut Ratsmitglied (2005-2006) und Provinzial der C.M.M. (2006-2009); Pfarrer von St. Patrick, Diözesankonsultor und Dekan des östlichen Dekanats in der Diözese Umtata (2009-2014); Regionaloberer seines Ordens in derselben Diözese und erneut Pfarrer der St. Patrick Mission (2014-2016). Am 30. April 2016 wurde er zum Apostolischen Vikar von Ingwawuma ernannt und es wurde ihm der Titularsitz der Elefantaria di Proconsolare verliehen. Am darauf folgenden 25. Juni empfing er die Bischofsweihe.

ASIEN/SYRIEN - Erzbischof Jacques Behnan Hindo ist tot: Unabhängige Stimme auch während der blutigsten Phasen des Konflikts

 

Hassaké (Fides) - Der syrisch-katholischen Erzbischofs Jacques Behnan Hindo, der von 1996 bis 2019 über zwanzig Jahre lang die syro-katholische Erzdiözese Hassaké-Nisibi in der nordostsyrischen Provinz Hassaké geleitet hatte, starb Sonntag, dem 6. Juni nach langer Krankheit in Paris, wo er sich zur Behandlung aufhielt.
Bevor die Krankheit seine unbezähmbaren Kräfte schwächte, führte Hindo die ihm anvertraute Erzdiözese als entschlossener und kluger Hirte und blieb immer an der Seite der lokalen christlichen Gemeinden, die - wie der Rest der Bevölkerung - von der Gewalt des syrischen Konflikts überwältigt waren.
Jacques Hindo wurde 1941 in İdil auf der Hochebene Tur Abdin geboren, einem traditionell christlichen Gebiet, das heute zur Türkei gehört. Im Mai 1969 wurde Jscques Hindo zum Priester geweiht, um später im Jahr 1996 zum syrisch-katholischen Erzbischof von Hassaké- Nisibi ernannt. Er empfing die Bischofsweihe am 18. Juni 1997.
In den Jahren des Konflikts war Erzbischof Hindo auch eine unabhängige Stimme, die in der Lage war, die Ereignisse aus seiner eigenen Sicht zu betrachten. Über die Lebensunstände der lokalen christlichen Gemeinschaften berichtete er auch während der blutigsten Phasen des Konflikts ohne große Umschweife und sehr aufschlussreich in zahlreichen Interviews mit Fides 


Corona hat Zahl arbeitender Kinder weltweit erhöht

Zum Welttag gegen Kinderarbeit: Ein Symptom der Armut

Kinderarbeit * Lieferketten * 100 Millionen * ILO

 

(Berlin/bfw) - 2021. Durch die Corona-Pandemie sind weltweit immer mehr Kinder zur Arbeit gezwungen. Bislang mussten laut Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) 150 Millionen Kinder zwischen 5-17 Jahren arbeiten. Da viele Eltern seit Ausbruch der Pandemie ihr Einkommen als Tagelöhner oder Straßenverkäuferin verloren haben, mussten Kinder mit zum Lebensunterhalt beitragen. „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Corona Kindern ihre Zukunft nimmt“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt. „Die Pandemie hat gezeigt, dass es mit dem Schulbesuch ganz schnell vorbei ist. Wenn Eltern kein Einkommen mehr haben, droht dies zum Dauerzustand zu werden. Kinderarbeit ist eines der schlimmsten Symptome von Armut.“

 

Aktuelle Zahlen veröffentlicht die ILO am 10. Juni. Kinderarbeit findet sich in vielen globalen Wertschöpfungsketten: vor allem beim Anbau von Kaffee, Kakao, Zuckerrohr, Baumwolle und Tabak. Weitere Güter, die im globalen Norden konsumiert und mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt werden, sind Kosmetik, Textilien, Handys, Ziegelsteine, Spielzeug oder Goldschmuck. Zwischen neun und 26 Prozent der weltweiten Kinderarbeit entfallen nach Experten-Schätzungen aktuell auf globale Wertschöpfungsketten. Auch im Tourismus arbeiten Millionen von Kindern: Sie verkaufen Souvenirs, arbeiten in Wäschereien, betteln oder sind zur Prostitution gezwungen. Um die weltweite Situation zu diskutieren, laden Brot für die Welt und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Experten, ehemalige Kinderarbeiterinnen und die Leiterin des New Yorker ILO-Büros, Beate Andrees, zum digitalen Austausch ein (mehr Informationen unten).

 

Brot für die Welt unterstützt mit seinen Partnerorganisationen Familien dabei, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten, um nicht auf Kinderarbeit zurückgreifen zu müssen. Gemeinsam mit mehr als 100 Organisationen setzt sich das evangelische Hilfswerk für ein Lieferkettengesetz ein, dass Unternehmen zur Einhaltung von menschenrechtlichen Standards im Ausland verpflichtet. Brot für die Welt hat zudem mit Unterstützung der gobalen Kampagne „100 Millionen“ erreicht, dass das Parlament die Bundesregierung aufgefordert hat, zu überprüfen, ob die Einfuhr von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit gesetzlich verboten werden kann.

 

Laut ILO-Schätzungen müssen von den 150 Millionen betroffenen Kindern 73 Millionen unter Bedingungen arbeiten, die als „schlimmste Formen von Kinderarbeit“ bewertet werden: Sie arbeiten unter ausbeuterischen und oft gesundheitsschädigenden und gefährlichen Bedingungen. Erst im August 2020 haben alle 187 Mitgliedsstaaten der ILO das Übereinkommen zur Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit ratifiziert.

 

Die Vereinten Nationen haben 2021 zum „Internationalen Jahr zur Abschaffung der Kinderarbeit“ ausgerufen. Zur Erreichung des von den Vereinten Nationen vereinbarten Ziels, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, bleiben der internationalen Gemeinschaft nur noch vier Jahre.

 

 

Die Kampagne „100 Millionen“ wurde 2016 von dem indischen Friedensnobelpreisträger und Brot-für-die-Welt-Partner Kailash Satyarthi gegründet, um weltweit gegen Kinderarbeit mobil zu machen. In Deutschland arbeiten Brot für die Welt und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in der Kampagne mit.