Nachrichten aus aller Welt

16.12.2017

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Kinder werden als Soldaten und Schutzschilde missbraucht und sind schwer traumatisiert

World Vision fordert dringend Zugang zu Konfliktgebieten im Kongo

World Vision fordert ungehinderten Zugang zu den Opfern der Konflikte in der DR Kongo. Foto: World Vision
World Vision fordert ungehinderten Zugang zu den Opfern der Konflikte in der DR Kongo. Foto: World Vision

 

(Friedrichsdorf/wv) - Die Kinderhilfsorganisation World Vision fordert die internationale Gemeinschaft und die Regierung der Demokratischen Republik Kongo auf, umgehend Zugang zu den Konfliktgebieten für Hilfsorganisationen zu ermöglichen. Mehr als 4 Millionen Kinder unter fünf Jahren benötigen dringend Hilfe. Auch etwa eine halbe Million Schwangere und stillende Mütter haben nicht genug zu essen.

 

Am 18. Dezember, dem „Tag der Migranten“, wird jedes Jahr an das Schicksal von Millionen Flüchtlingen erinnert. „Doch die Krise in der Demokratischen Republik bleibt weitgehend unbeachtet“, betont Ekkehard Forberg, World Vision Friedensexperte. „Mit mehr als 13 Millionen Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind und rund 7,5 Millionen Binnenflüchtlingen, handelt es sich aktuell um die größte Flüchtlingskrise in Afrika.“

 

Auch werden dringend mehr finanzielle Mittel benötigt. World Vision beklagt, dass trotz der Zunahme von Gewalt und humanitärer Not die aktuellen Geldmittel, die für die Krise zur Verfügung stehen, die niedrigsten seit Jahren sind. Um rund 10 Millionen Menschen mit Nothilfe zu erreichen, werden etwa 1,7 Milliarden US-Dollar benötigt. Die Organisation fordert weiterhin, dass Kinder, die in Konfliktzonen und auf der Flucht sind, besonders geschützt werden, wie es in den internationalen Gesetzen und den UN-Kinderrechten festgelegt ist. „Priorität muss haben: der Schutz von Kindern, ihre Bildung und Ausbildung und die Versorgung von Vertriebenen und Gastfamilien, sowie Rückkehrern mit Nahrungsmitteln“, so Forberg. „Zudem muss dringend die Wirtschaft angekurbelt werden, wie etwa mit Programmen zu Unterstützung von Landwirtschaft und lokalen Märkten. Die jungen Menschen brauchen unbedingt eine Perspektive, damit sie nicht immer wieder leichte ‚Beute‘ für Militärs werden.“

 

Die internationale Gemeinschaft und Hilfsorganisationen müssen außerdem langfristige Projekte entwickeln und einen Fokus auf Integrationsmaßnahmen und Friedensförderung legen, um die anhaltende Gewalt zu beenden und traumatische Erlebnisse besonders der Kinder aufzuarbeiten.

 

In der Kasai Region entwickelten sich die Kämpfe zwischen verschiedenen Rebellengruppen und den Regierungstruppen in den vergangenen Monaten. Nach Augenzeugenberichten sind zwischen 40 - 60% der Kämpfer Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die Mehrheit sind sogar unter 15. „Die Kasai Krise ist daher in erster Linie eine Krise der Kinder, denn sie sind die ersten Opfer bei Kämpfen“, erläutert Forberg. „Uns wurde von etwa 500 Kindern berichtet, die als menschliche Schutzschilde missbraucht wurden.“ Noch immer verstecken sich Kinder allein im Wald, weil sie Angst haben, rekrutiert oder anderweitig missbraucht zu werden. Mehr als 100.000 Kinder gehen derzeit nicht zur Schule. Viele sind schwer traumatisiert.

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“, kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht, sorgt für ihre Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie zur Ruhe kommen und zur Schule gehen können, medizinisch und mit Nahrungsmitteln versorgt werden.

 


EU unterstützt Hilfsprogramm der Diakonie Katastrophenhilfe

Türkei: Flüchtlinge müssen ihre Rechte kennen

Türkei * Flüchtlinge * ECHO * Schutz * Beratung

(Berlin/dw) - Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge in der Türkei ist weiterhin nötig. Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre türkische Partnerorganisation unterstützen die Menschen vor Ort dabei, ihr Recht auf staatliche Hilfe und ein menschenwürdiges Leben wahrzunehmen. Das gilt insbesondere für Flüchtlinge, die nicht registriert sind oder außerhalb der Camps leben. Sie brauchen besonderen Schutz.

„Die Menschen müssen sich ohne Sprachkenntnisse in der Türkei zurechtzufinden. Schon die offizielle Registrierung ist häufig eine große Herausforderung, und ohne Registrierung gibt es kaum Zugang zu staatlichen Sozialleistungen“, weiß Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Daher brauchen die Geflüchteten effektive und individuelle Beratung, gerade außerhalb der Flüchtlingscamps. Die Menschen müssen wissen, welche Rechte sie haben und wie sie diese wahrnehmen können. Mit Nahrung und einem Dach über dem Kopf ist es nicht getan.“ Besonders der Zugang zu Schulbildung, dem geregelten Arbeitsmarkt und dem Gesundheitssystem stellen die Menschen vor große Herausforderungen.

Den lokalen Organisationen kommt dabei eine wichtige Rolle zu, da sie nah an den betroffenen Menschen und ihren Problemen sind und als neutraler Vermittler zwischen den Flüchtlingen, der Gesellschaft und staatlichen Institutionen fungieren. „Unser Partner in der Türkei berichtet, dass auch die einheimischen Nachbarn und die Gastgemeinden eine wichtige Rolle bei der Unterstützung, Beratung und der Integration der Geflüchteten spielen“, berichtet Keßler. „Das zeigt, wie sinnvoll eine gemeinschaftliche Anstrengung und genaue Abstimmung von lokalen und internationalen Organisationen, staatlicher Hilfe und den Menschen vor Ort ist.“ Zu dem Ergebnis kamen auch Vertreter von humanitären Organisationen, die sich am Mittwoch in Berlin zu einem Austausch ihrer Erfahrungen in der Arbeit mit Geflüchteten in der Türkei und Deutschland getroffen haben.

Mit mehr als drei Millionen Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak hat die Türkei die meisten Menschen aus der Region aufgenommen. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat seit 2012 zusammen mit ihrer lokalen Partnerorganisation eine Vielzahl von Nothilfeprojekten für syrische Flüchtlinge in der Türkei umgesetzt. Aktuell läuft mit Unterstützung durch das Europäische Amt für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz (ECHO) ein Projekt, in dem individuelle Beratung und psychosoziale Begleitung für besonders bedürftige Flüchtlinge, die außerhalb der Flüchtlingscamps leben, im Vordergrund stehen.

 


Kinder berichten von massiven Menschenrechtsverletzungen in Südsudan

Flucht vor Gewalt und Zwangsrekrutierungen

(Friedrichsdorf/wv) – Aus dem Südsudan nach Uganda geflüchtete Kinder haben der Hilfsorganisation World Vision von massiven Menschenrechtsverletzungen berichtet. Fast alle der oft unbegleiteten Kinder haben Angst vor Zwangsrekrutierungen durch Milizen oder Vergewaltigungen.

 

„Viele der Mädchen, mit denen ich gesprochen habe, berichteten von Vergewaltigungen in ihrer Heimat. Auch auf der Flucht nach Uganda werden sie Opfer von sexueller Gewalt“, sagt Dirk Bathe,  Mitarbeiter von World Vision Deutschland. „Jungs haben oft die Erfahrung gemacht, dass Brüder und Freunde von Milizen zwangsrekrutiert wurden. Um nicht selber Kindersoldat zu werden, haben sie ihre Heimat verlassen.“

 

In einer der weltgrößten Flüchtlingssiedlung Bidi Bidi in Nordwest-Uganda leben mittlerweile 300.000 Menschen, die aus dem Südsudan gekommen sind. Etwa 68 Prozent davon sind Minderjährige. World Vision vermittelt unbegleitete Kinder an Gastfamilien, in denen sich Erwachsene um die Pflegekinder kümmern und sie so stabilisieren. Außerdem lernen die Kinder in „peace clubs“ den gewaltfreien Umgang mit Konflikten.

 

Im Südsudan versorgt World Vision Binnenflüchtlinge mit Wasser, Essen und Saatgut. Minderjährige werden in Kinderschutzzentren betreut und können hier ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten. Bei den Konflikten, die sich seit Oktober wieder verschärft haben, wurden zahlreiche Schulen zerstört: „Das ist ebenfalls eine bewusste Verletzung von Menschenrechten“, erklärt Bathe. „Denn so werden ganz gezielt Zukunftsperspektiven von Kindern zunichte gemacht.“

 

World Vision fordert, dass alle beteiligten Konfliktparteien den Schutz von Kindern garantieren. Gerade Schulen müssen Kindern Sicherheit und Schutz bieten können. Zudem können Schulen auch als Zentren für die Verteilung von Medikamenten und Nahrung dienen. Nur so können die Menschenrechte von Kindern zumindest ansatzweise gewährleistet werden.

 

 

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HINTERGRUND

 

World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2016 wurden 327 Projekte in 52 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit World Vision Büros in weiteren 97 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de

 

 

 


Internationaler Tag des Entwicklungshelfers

Entwicklungshelfer sind die wahren Fluchtursachen-Bekämpfer

 

Kompetenzen in Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe besonders benötigt

 

(Friedrichsdorf/wv)  Am „Internationalen Tag des Entwicklungshelfers“ (5. Dezember) gedenken wir der vielen Tausend Entwicklungshelfer, die unter widrigen Umständen den Menschen in den ärmsten Ländern der Welt helfen. „Sie sind die wahren Fluchtursachen-Bekämpfer“, betont Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. „In Europa und vielen reichen Ländern verzeichnen wir in den vergangenen Jahren eine Zunahme der Flüchtlingszahlen. Nachhaltige Projektarbeit kann helfen, Menschen in ihren Heimatländern eine Perspektive zu verschaffen.“

 

Zunehmend werden Experten benötigt, die sowohl im Bereich der nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit und im Bereich der humanitären Hilfe Expertise besitzen. In vielen zunächst friedlichen Ländern können sich durch die Entwicklung von Konflikten, bedingt durch Dürre- oder Überschwemmungskatastrophen, sowie aus ökonomischen, politischen und religiösen Gründen im eigenen Land oder in Nachbarländern schnell kritische Zustände entwickeln. Kathryn Taetzsch, globale Direktorin für Humanitäre Hilfe in Nairobi betont: „Wir brauchen daher humanitäre Helfer, die sowohl in der Lage sind, in Notsituationen schnell zu helfen, aber auch über Wissen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit verfügen. Beispielsweise gibt es in Nord-Uganda im eigentlichen Sinne keine humanitäre Krise, denn die Nothilfe ist dort so angelegt, dass sie den Menschen nachhaltig hilft und sich die neuangekommenen Flüchtlinge aus Südsudan schnell integrieren und ein eigenes Leben aufbauen können.“ Wie Taetzsch betont, benötigen Mitarbeiter, die in diesen Bereichen tätig werden wollen, vor allem sehr viel Geduld, Toleranz, Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit, kulturelle Offenheit, verbunden mit realistischer Zukunftsorientierung und Optimismus. Sie beklagt, dass es auf den Konferenzen zwar immer wieder zu großartigen Versprechungen kommt, aber dass die Umsetzung oft mangelhaft ist. „Wir brauchen schnelle Taten und ganzheitliche Ansätze in Kooperation mit den Kommunen und wirtschaftlichen Akteuren vor Ort, die auf verschiedenen Ebenen eine massive Verbesserung der Lebenssituation der Menschen zur Folge haben, v.a. Kindern und Jugendlichen eine positive Lebensperspektive ermöglichen und Konfliktursachen bekämpfen“, fordert Taetzsch.

 

Im Rahmen seiner internationalen Partnerschaft unterstützt World Vision unter anderem über Patenschaften langfristige und nachhaltige Projekte in 98 Ländern weltweit. Von dieser Arbeit profitieren rund 41 Millionen Kinder in mehr als 1600 regionalen Entwicklungsprojekten. Das langfristige Ziel jeder Projektarbeit von World Vision ist die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen für die Kinder und ihre Familien. Zudem waren die World Vision Mitarbeiter in etwa 130 Konflikten und Katastrophen tätig.

 

Von World Vision Deutschland aus konnten im vergangenen Jahr fünf Projekte (zwei in Bolivien, und jeweils eins in Bangladesch, Äthiopien und Kenia) erfolgreich in die Hände der lokalen Bevölkerung übergeben werden.

 

Besonders beeindruckt zeigt sich Kathryn Taetzsch von der Widerstandsfähigkeit der Menschen in den Entwicklungsländern. „Ich habe viele Menschen getroffen, die alles verloren hatten und vertrieben wurden und dennoch die Hoffnung nicht aufgaben. Tief beeindruckt haben mich viele Kinder in Flüchtlingscamps, deren Eltern vor ihren Augen ermordet wurden, die oft erst 12 bis 14 Jahre alt sind und sich um ihre kleinen Geschwister kümmern. Diese unglaubliche Überlebenskunst und Hartnäckigkeit und ihr Gottvertrauen, dass es eines Tages besser wird, haben mich zutiefst beschämt“, so Taetzsch. „Diese kleinen Kämpfer sind die wahren Helden unserer Zeit.“

 

 

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Fides News - 15.12.2017

AFRIKA/UGANDA - Katholisches Hilfswerk unterstützt Landwirtschaftsschule

 

 

 

Alito (Fides) – Im Rahmen eines Projekts für den so genannten “Agribusiness” soll in Alito in der Diözese Lira im Norden Ugandas eine Berufsschule für die Bereiche Landwirtschaft und Viehzucht entstehen. Auf Einladung von Bischof Giuseppe Franzelli ist die Organisation "Africamission cooperazione e sviluppo" für die Verwirklichung des Projekts verantwortlich, die seit Jahren im Land das Werk der Gründer Pfarrer Vittorio Pastori und Prälat Enrico Manfredini fortsetzt. Dort wo heute die Berufsschule entsteht wurde bis 1986 eine kleine Leprastation betrieben, wo Patienten von Comboni Missionsschwestern in Zusammenarbeit mit deutschen Ärzten betreut wurden.
Die kostenlose Landwirtschaftsschule, an der junge Landwirte und Viehzüchter ausgebildet werden sollen, wurde im vergangenen Oktober eröffnet und wird jedes Schuljahr in dem kommenden drei Jahren etwa 50 Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren aufnehmen. "Der Zweck“ so Piergiorgio Lappo der in Alito das Projekt betreut, „soll jungen Menschen helfen, die zwar Ackerland besitzen, aber wegen geringer Produktivität und Schwierigkeiten beim Zugang zu den Märkten nicht von ihrer Arbeit leben können“.
Das Land mit überwiegend landwirtschaftlicher Struktur, in dem junge Menschen unter 30 Jahren mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind, soll die landwirtschaftliche Ausbildung theoretische und technische Werkzeug zur Verbesserung der der Produktivität und damit auf dem Weg zur Entwicklung des Potentials menschlicher und natürlicher Ressourcen liefern. "Die Schüler in diesem Schuljahr sind zu 40% Mädchen und zu 60% Jungen“ so Lappo weiter „und es sind junge Leute aus der Umgebung, die die Schule abgebrochen haben und auf den Feldern der Familie arbeiten. Jeden Morgen kommen sie in unser Zentrum, um zunächst kurze theoretische Stunden im Unterricht mitzuverfolgen und dann den Unterricht in die Praxis umzusetzen, indem sie auf dem Feld arbeiten. Alles was sie im Unterricht lernen, können sie dann auf den Feldern ihrer Familien umsetzen“
Nach Abschluss des Schuljahres werden die Schüler bei der Planung ihrer Arbeit und der Schaffung von Netzwerken zum Austausch von Erfahrung und Maschinen begleitet.
„Die größte Schwierigkeit besteht darin, dass etwa 40% der geernteten Produkte nicht auf den Märkten ankommen. Deshalb bringen wir ihnen auch bei, wie sie die landwirtschaftlichen Produkte lagern und für den Verkauf oder den Familienverbrauch aufbewahren können. Die Regierung hilft, neue Straßen zu bauen, die es Verkäufern und Käufern erleichtern, die Gebiete zu erreichen, in denen der Markt stattfindet.", so der der Referent von Africamission in Uganda abschließend.
 

 

 

 

 

 

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AFRIKA/MALI - “Mali ist das Epizentrum der regionalen Unsicherheit in der Sahel-Region“

 

 

 

Bamako (Fides)- "Die Sicherheitslage in verschiedenen Gebieten Malis ist seit Monaten besorgniserregend", so der Generalsekretär der Bischofskonferenz von Mali Pfarrer Edmond Dembele zum Beschluss der Friedenseinheiten „G5 Sahel“ zur Stabilisierung in der Region. Im Rahmen der Sondereinheiten sollen 5.000 Soldaten aus Mali, Niger, Burkina Faso, Tschad und Mauretanien stationiert werden. Die Einheit soll von der Europäischen Union, USA, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabische Emiraten finanziert werden. Die Truppen sollen ihr Hauptquartier in Bamako Mali haben, doch auch in Niger und Burkina Faso eingesetzt werden.
."Wir hatten gehofft, dass mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens von Algier im Juni 2015 die Voraussetzungen für die Befriedung und Stabilisierung des Landes geschaffen worden wären“, so Pfarrer Dembele, „Tatsächlich gab es nach der Unterzeichnung des Abkommens einen Moment des relativen Friedens. Aber seit ungefähr einem Jahr haben wir eine Rückkehr zur Unsicherheit erlebt, besonders im Zentrum von Mali und sogar in der Hauptstadt Bamako, wo es mehrere Anschläge gab.
„Die Schaffung der G5-Streitkräfte ist daher ein Zeichen der Hoffnung nicht nur für Mali, sondern für die gesamte Region südlich der Sahara. Tatsächlich scheint Mali das Epizentrum der regionalen Unsicherheit zu sein, da die meisten Terrorgruppen in Mali stationiert sind und von hier aus handeln…. Die Entscheidung für Mali als Hauptquartier ist also verständlich verstanden ", erklärt Fr. Dembele.
“Hier treiben heute vor allem auch bewaffnete Gruppen ihr Unwesen, die illegale Geschäfte betreiben (Handel mit Waffen, Zigaretten, Drogen, Menschen) uns die Stellungen konzentrieren sich vor allem im Zentrum von Mali. Es handelt sich um sehr ertragreiche Geschäfte und die Schmuggler haben wie auch Dschadisten ein Interesse daran Chaos zu verursachen, um den Staat an der Kontrolle über die Region und die Umsetzung der Gesetze zu hindern“, so Pfarrer Dembele abschließend.
 

 

 

 

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ASIEN/LIBANON - Gipfeltreffen in Bkerké: Religionsvertreter lehnen US-Entscheidung ab

 

 

 

Bkerké (Fides) – Jeder einseitige Versuch mit dem Ziel Jerusalem als Hauptstadt Israels zu etablieren sei „unfair“ und im verstoße gegen alle internationalen Konventionen zum Profil der Heiligen Stadt. Dies betonte der maronitische Patriarch Bechara Boutros Rai bei der Eröffnung des Gipfeltreffens der Religionswerterer im Sitz des Patriarchats in Bkerke bei dem eine gemeinsame Position zur Entscheidung Trumps die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, formuliert werden soll. Alle wichtigen im Libanon vertretenen Religionsgemeinschaften nehmen am „Gipfel“ in Bkerke teil, darunter auch der sunnitische Großmufti Abdellatif Daryan, der schiitische Mufti Kabalan, der armenisch-apostolische Katholikos Aram I., der Vertreter der Drusen, der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Youssif III. Younan, der griechisch-katholische Patriarch Youssef Absi.
Der maronitische Patriarch Rai erinnerte in seiner Rede erneut auch daran, dass internationalen Resolutionen respektiert werden sollen, die den Sonderstatuts Jerusalems und der heiligen Stätten von Juden, Christen und Muslime schützen. Der libanesische Großmufti Daryan bekräftigte die Unterstützung für Palästinenser "in ihrem Kampf für Gerechtigkeit" und in ihrem "legitimen Recht auf Widerstand".

 

 

 

 

 

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AMERIKA/MEXIKO - Zwei Festtänzerinnen während der Proben zum Fest der Madonna von Gaudalupe ermordet

 

 

 

Ciudad Juárez (Fides) – "Es gibt keinen Respekt für irgendjemanden, das ist etwas extrem Böses, wie kann man es nur wagen?", so Bischof José Guadalupe Torres Campos von Ciudad Juárez, (Chihuahua, Mexiko) im Gespräch mit der lokale Presse nach dem Mord an zwei so genannten "Matachinen", den Tänzerinnen des Festes zu Ehren der Jungfrau von Guadalupe, die bei den Proben zum Fest der Madonna von Guadalupe am 12. Dezember getötet wurden.
Diese Tat stärke zwar den Glauben, es sei aber gleichzeitig traurig und bedauerlich, dass es in der Stadt weiterhin zu Gewalt und Tod komme, so der Bischof. "Diese Morde sind nicht wie die anderen, obwohl kein Mord gut ist, aber diese Frauen wollten als Matachinen für die Jungfrau von Guadalupe tanzten, im Zeichen des Glaubens und der Liebe. Das zeig, , dass es für niemanden mehr Respekt gibt", so der Bischof abschließend.
Wie die Presse aus Ciudad Juarez, berichtet wurden am Anfang der Woche in nur zwei Tagen sechs Menschen ermordet. Unterdessen soll in Mexiko ein neues Gesetz zur inneren Sicherheit verabschiedet werden. In diesem Zusammenhang beklagen die Bischöfe das Scheitern der Sicherheitspolitik des Landes
 

 

 

 

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AMERIKA/MEXIKO - Gericht erlässt Urteil im Grenzkonflikt in Chiapas

 

 

 

San Cristobal de las Casas (Fides) - Der Frieden in Chiapas rückt näher. Am gestrigen 13. Dezember erließ das das Landwirtschaftsgericht eine endgültiges Urteil im Grenzkonflikt zwischen den Gemeinden Chenalhó und Chalchihuitán und zwar zugunsten der Gemeinde Chenalhó. Nach dem Urteilspruch ratifizierten die beiden gemeinden ein Friedensabkommen und nahmen die Arbeiten zur Sanierung einer Straße auf, damit der Transit von Fahrzeugen in dem Gebiet wieder möglich ist. Der Konflikt hatte eine Welle weit verbreiteter Gewalt ausgelöst, weshalb viele Einwohner die Region verließen. Der Streit begann 1974, weil die historischen und natürlichen Grenzen, die durch einen Fluss gegebenen waren, nicht eingehalten worden waren.
In jüngster letzter Zeit hatte sich die Situation der Vertriebenen zugespitzt, weshalb die Kirche vor einerhumanitäre Notlage (siehe Fides 30/11 und 20/11 2017) warnte.
"Wir fordern im Namen der Menschheit und im Namen Gottes: es dürfen keine Unschuldigen in Chalchihuitán mehr sterben, sie sind Kinder Gottes, sie sind Menschen, sie haben das Recht zu leben, wir erheben unsere Stimme und erinnern uns an das fünfte Gebot: "Du sollst nicht töten“, so Pfarrer Marcelo Perez Perez der das Büro für Sozialpastoral der Diözese San Cristobal de las Casas leitet.
Unterdessen lancierte die Caritas hat mehrere Spendenaufrufe mit der Bitte um "Medikamente, Lebensmittel, Decken, Winterkleidung", und fordert "faire und rasche Lösungen". Nun hofft man, dass sobald der Frieden in der Region wiederhergestellt ist, auch der der humanitäre Notstand beendet sein wird.

 


Brot für die Welt zum Abschluss des EU-Afrika-Gipfels in Abidjan

EU-Afrika-Gipfel * Abidjan * Migration * Wirtschaftspartnerschaft * EPA * Alternativgipfel

(Abidjan, Berlin/bfw) - Der EU-Afrika-Gipfel hat die Stolpersteine für einen neuen Pakt mit Afrika nicht beiseite geräumt. Afrikas Jugend braucht Perspektiven und fassbare Fortschritte.

Reinhard Palm, Leiter der Abteilung Afrika von Brot für die Welt, zieht Bilanz:

„Der Gipfel hat sein selbstgestecktes Ziel verfehlt. Bei den beiden großen Problemen für bessere Beziehungen zwischen Afrika und Europa, den Abkommen über Migration und über Wirtschaftspartnerschaft („EPAs“), hat er keine wesentlichen Fortschritte gebracht. Der erzwungene Abbruch des von Brot für die Welt unterstützten Alternativgipfels einen Tag vor Beginn des offiziellen Gipfels ist ein ernüchterndes  Symbol und unakzeptabler Tiefpunkt für die Einbindung  der Zivilgesellschaft in die Beziehungen zwischen Afrika und Europa. Wir fordern, dass es zukünftig verlässliche Strukturen gibt, mit denen die Zivilgesellschaft in die Entscheidungen zu den AU-EU-Beziehungen eingebunden wird. Wir fordern, dass in Zukunft die Menschen, um die es geht, auch gehört werden.“

„Solange die EU in erster Linie eigene Interessen wie Exportsteigerungen und Migrationskontrolle verfolgt, werden sich die wirtschaftliche Lage und damit die Perspektiven der jungen Generation in Afrika nicht wesentlich verbessern. Die Stolpersteine für einen neuen Pakt mit Afrika sind nicht ausgeräumt. “

Hintergrund:

Der Gipfel brachte wenig greifbare Ergebnisse, die die Lage der armen und an den Rand gedrängten Bevölkerungsgruppen in Afrika verbessern könnten. Die Bundesregierung hatte 2017 mit dem Afrika-Schwerpunkt des G-20-Gipfels zum „Afrika-Jahr“ erklärt. Der Gipfel in Abidjan sollte diesen Schwung in einen Dialog unter gleichberechtigten Partnern mitnehmen.

Die Themen des EU-Afrika- Gipfels wurden auch auf dem Alternativgipfel der Zivilgesellschaft diskutiert. Dort kamen mehr als 500 Delegierte aus 16 afrikanischen und sieben europäischen Ländern zusammen, um Lösungen für die drängenden Fragen Jugendarbeitslosigkeit, Migration, Handelsbeziehungen und Landrechte, Agrarwirtschaft, Fischerei und Klimawandel zu erarbeiten. Der erzwungene Abbruch des friedlichen Alternativgipfels ohne Angabe von Gründen hinderte sie daran, ihre Vorschläge an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gipfels zu übergeben. Das Dokument in französischer Sprache finden Sie im Anhang.

Die Organisatoren des Alternativgipfels und Brot für die Welt hatten am Dienstag die deutsche Delegation über die Schließung informiert. Bundesaußenminister Gabriel hatte den Vorfall bei seinem Treffen mit dem ivorischen Premierminister angesprochen.

 


EU-Parlament entscheidet am 30. November

Zweckentfremdung der Mittel für zivile Konfliktbearbeitung

Instrument für Stabilität und Frieden * IcSP * PESCO * EU-Parlament

(Berlin/Brüssel/bfw) - Zivile Budgets sollen für die Ausrüstung von Partnerarmeen zweckentfremdet werden und die neu geschaffene Militärkooperation (PESCO) mit massiver Steigerung der Rüstungsausgaben einhergehen.

Die EU-Kommission möchte den Finanztopf der Union  für zivile Konfliktbearbeitung  künftig auch für militärische Zwecke nutzen. Aus dem „Instrument für Stabilität und Frieden“ (IcSP) sollen Ausrüstung und Ausbildung für Armeen in Drittstaaten etwa in Afrika finanziert werden. Die Ausschüsse des Europäischen Parlaments (EP) haben den Änderungsvorschlag der Kommission aus dem Sommer 2016 inzwischen angenommen und mit dem Rat und der Kommission abschließend verhandelt. Am 30. November erhalten die Abgeordneten letztmalig die Gelegenheit, den Gesetzestext im Plenum zu diskutieren und abzustimmen.

Dr. Martina Fischer, Referentin für Frieden und Konfliktbearbeitung bei Brot für die Welt erklärt vor der entscheidenden Abstimmung im EU-Parlament:

„Wir lehnen die Pläne zur Zweckentfremdung des IcSP entschieden ab und sind  überzeugt, dass hier das falsche Instrument gewählt wurde. Eine Zustimmung zum vorliegenden Änderungsvorschlag wäre eine friedenspolitische Bankrotterklärung. Die EU ist als Friedensprojekt angetreten, und nun fixiert sie ihre Außenpolitik immer mehr auf die militärische Dimension.“

Mit Sorge sieht Brot für die Welt den Kurs, der mit der neu eingerichteten „Ständigen strukturierten Zusammenarbeit“ (PESCO) von den EU-Mitgliedstaaten eingeschlagen würde.

Martina Fischer:
„Diese Kooperation soll erklärtermaßen der besseren sicherheitspolitischen Abstimmung und effektiveren Ausgabenplanung dienen. Dagegen wäre an sich nichts einzuwenden. Tatsächlich ist sie aber mit dem Aufbau eines überteuerten Europäischen Verteidigungsfonds und massiven Steigerungen der Rüstungsetats verbunden. Diese Mittel würden dringend gebraucht, um die strukturellen Ursachen von Konflikten anzugehen und zivile Ansätze der Gewaltprävention und Friedensförderung zu finanzieren. Europa benötigt keine weitere Verteidigungsunion in Ergänzung zur NATO, sondern eine entwicklungspolitisch aktive EU, die vor allem die Arbeit der Vereinten Nationen und ihrer Regionalorganisationen (z.B. der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in der friedlichen Konfliktbeilegung unterstützt. Kriminellen Strukturen, Staatszerfall, bewaffneten Milizen und Fluchtbewegungen in den afrikanischen Regionen kann nur mit gemeinsamen globalen und europäischen Anstrengungen für wirtschaftliche Entwicklung und Beseitigung von Konfliktursachen begegnet werden.“

 


Treffen der Zivilgesellschaft vor EU-Afrika-Gipfel von Polizei abgebrochen

Friedlicher Alternativgipfel gesperrt

EU-Afrika-Gipfel * Alternativgipfel * Abidjan * Sperrung

(Abidjan, Berlin/bfw) - Heute Morgen hat die Polizei von Côte d‘Ivoire den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Alternativgipfels der Zivilgesellschaft den Zugang zu dem Veranstaltungsort verwehrt. Die Sperrung geschah ohne Angabe von Gründen, nach Angaben der Polizei auf Weisung „von hoher Stelle“. Reinhard Palm, Leiter der Afrika Abteilung von Brot für die Welt und Teilnehmer des Alternativgipfels sagt: „Nach zwei Tagen spannender und völlig friedlicher Diskussionen sollte heute eine Abschlusserklärung mit den Erwartungen und Forderungen der Zivilgesellschaft an den Gipfel verabschiedet werden. Ich bin völlig überrascht, dass dieses Treffen der Zivilgesellschaft nicht zu Ende geführt werden kann.“

Der Alternativgipfel, der unter anderem auch von Brot für die Welt und Misereor unterstützt wird, hatte am Sonntag begonnen. Im Vorfeld des EU-Afrika-Gipfels waren Nichtregierungsorganisationen und Basisbewegungen aus Afrika und Europa zusammengekommen, um ihre Forderungen für inklusive und gerechte Beziehungen zwischen Europa und Afrika zu formulieren.

An den beiden ersten Tagen des Gipfels hatten 400 Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen über gerechte Handelsbeziehungen, eine Migration mit menschlichem Antlitz und partizipative Regierungsführung diskutiert. Ein ursprünglich geplanter Marsch zum Protest gegen die Flüchtlingslager in Libyen war bereits von den ivorischen Behörden untersagt worden.

 


Katholisches Hilfswerk missio Aachen unterstützt Seelsorge in der Türkei

Bischof Bizzeti: Kirche in Türkei braucht neue Perspektiven für europäisch-türkische Beziehungen

 

 

 

(Aachen/missio) -  Bischof Paolo Bizzeti, Apostolischer Vikar von Anatolien, fordert die Bischöfe in Europa auf, sich dafür einzusetzen, dass die Europäische Union und ihre Regierungen Verhandlungen über bessere Beziehungen zur Türkei nicht abbrechen. Dies sagte er am Dienstag gegenüber dem Internationalen Katholischen Missionswerk missio in Aachen. Das Hilfswerk unterstützte die Ausbildung und Seelsorge der Kirche in der Türkei 2016 mit rund 165.000 Euro.

 

Früher hätten sich die Bischöfe in Europa gegenüber ihren Regierungen in der Mehrzahl für einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union eingesetzt, heute seien sie eher vorsichtig. „Wir dürfen aber das Verhältnis zur Türkei nicht auf die Frage Beitritt zur Europäischen Union ja oder nein engführen, wir müssen aus dieser Falle des entweder oder heraus“, sagte Bizzeti. „Die Türkei ist in vielerlei Hinsicht doch sehr europäisch, deshalb brauchen wir einen Ansatz für eine besondere Partnerschaft zwischen Europa und der Türkei, das sollten die Bischofskonferenzen von der Politik einfordern“, so Bizzeti weiter. Es helfe der Kirche in der Türkei nicht, wenn die europäisch-türkischen Beziehungen ohne Perspektiven blieben.

 

„Bräuchten mehr Räume für Betreuung christlicher Flüchtlinge aus Irak und Syrien in der Türkei“

 

Die katholische Kirche in der Türkei setzt sich auch in der Betreuung von Flüchtlingen in dem Land ein. Dabei höre er von christlichen Geflüchteten aus dem Irak und Syrien, dass für ihre Kinder Unterricht in ihrer arabischen Muttersprache sehr wichtig sei. „Hier würden wir gerne den Kindern arabischsprachigen Unterricht anbieten“, so Bizzeti. „Wir bräuchten auch mehr Räume, um die christlichen Flüchtlinge pastoral mehr betreuen zu können.“    

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


13,1 Millionen Menschen in der DR Kongo benötigen dringend humanitäre Hilfe

World Vision ruft höchste Katastrophenwarnstufe aus und weitet Nothilfeeinsatz aus

 

(Friedrichsdorf/wv) - Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision ruft in der Demokratischen Republik Kongo die höchste Warnstufe aus und weitet ihren Nothilfeeinsatz aus.

 

13.1 Millionen Menschen in dem afrikanischen Land brauchen dringend Hilfe – mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder. Diese Kinder wurden aus ihren Heimatdörfern vertrieben, leiden unter extremer Nahrungsmittelknappheit und müssen um ihr Leben fürchten.

 

„Eine massive humanitäre Krise hat sich im Kongo fast unbemerkt entfaltet. Das Ausmaß und die Brutalität, mit der Kinder an schwer zugänglichen Orten im Kongo konfrontiert werden, ist fast unvorstellbar“, sagt Scott Lout, Landesdirektor von World Vision. Die Organisation hat in den vergangenen vier Monaten mehr als 100.000 Menschen in der Region Kasai-Central mit Nothilfemaßnahmen erreicht. Dazu gehören Nahrungsmittelhilfe, Bildung und psychosoziale Interventionen.

 

Lout, der vor kurzem aus der Provinz Kasai zurückgekehrt ist, berichtet von Kindern, die ihm erschütternde Geschichten erzählt haben. Sie seien dazu gezwungen worden, zu kämpfen und Gräueltaten zu begehen. Ein 15jähriges Mädchen namens Pauline, die ein Kinderschutzzentrum von World Vision besucht, berichtete: „Ich kannte einige Mädchen, die sich der Miliz anschlossen. Sie waren in meinem Alter oder sogar jünger als ich. Sie gingen fort, um zu kämpfen, Menschen zu töten und ihr Blut zu trinken.“ Pauline verlor ihre Mutter, ihren Vater und ihre älteren Geschwister, als ihr Zuhause mitten in der Nacht angegriffen wurde.

 

„Das was Pauline zugestoßen ist, sollte kein Kind erleben müssen. World Vision hat sich dazu verpflichtet, alles dafür zu tun, um das Leben dieser Kinder zu retten, die in einem der komplexesten und fragilsten Umfelder der Welt gefangen sind. Wir haben bereits Teams in der Demokratischen Republik Kongo, Sambia und Angola, die Familien unterstützen, die aufgrund unterschiedlicher Krisen im Kongo geflohen sind. Wenn wir die Hilfe nicht ausweiten, werden innerhalb weniger Monate weitere Millionen Menschen vor der Gewalt fliehen müssen und Hunger leiden“, sagt Lout und fordert auch die internationale Gemeinschaft auf, mehr zu tun.

 

Die Kinderhilfsorganisation plant, in den kommenden 12 Monaten 2,9 Millionen Menschen mit Nothilfe zu erreichen. Die Maßnahmen reichen von Kinderschutz, Bildung und Friedensförderung über Nahrungsmittelhilfe bis hin zu Wasser- und Sanitärversorgung.

 

Bereits letzten Monat hatten die Vereinten Nationen ihre höchste Katastrophenwarnstufe für die Kasai-Region sowie für die Provinzen Tanganjika und Süd-Kivu ausgerufen. Gewalt in diesen Gebieten hat laut OCHA im vergangenen Jahr mehr als 2,5 Millionen Menschen vertrieben. Insgesamt 4,3 Millionen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo leiden konstant unter Hunger. 

 

Zu den Ländern, in denen World Vision die höchste Warnstufe ausgerufen hat, gehören der Südsudan, Syrien, Ostafrika, wegen der Hungerkrise und die Zentralafrikanische Republik. Wenn die höchste Warnstufe in einem Land ausgerufen wird, sind alle weltweiten Büros der Organisation verpflichtet, das nationale Büro in dem betroffenen Land zu unterstützen, damit die Mitarbeiter vor Ort bestmögliche Hilfe leisten können.

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“, kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht, sorgt für ihre Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie zur Ruhe kommen und zur Schule gehen können, medizinisch und mit Nahrungsmitteln versorgt werden.

 

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HINTERGRUND

 

World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2016 wurden 327 Projekte in 52 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit World Vision Büros in weiteren 97 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de

 


Kritik an EU-Afrika-Gipfeltreffen in Abidjan

"EU bekämpft Flüchtlinge statt Fluchtursachen"



EU-Afrika-Gipfel * Abidjan * Migration * Flucht * Fluchtursachen * Entwicklungsgelder

(Berlin/Frankfurt/bfw) - Brot für die Welt, medico international und Pro Asyl fordern eine Neuausrichtung der europäischen Flüchtlingspolitik. Sie müsse sich an Menschenrechten und Völkerrecht ausrichten. Die Weichen für eine faire, zukunftsfähige Migrationspolitik müssten in einem partnerschaftlichen Dialog mit den Herkunftsländern gestellt werden.

„Die sogenannten europäischen Kooperationsangebote sind in Wahrheit schmutzige Deals mit Regimen in denen eklatante Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind“, kritisiert Ramona Lenz von medico international. Die gut bezahlten Abkommen wie etwa mit Libyen, Ägypten oder Eritrea markierten Tiefpunkte der europäischen Externalisierungspolitik.

Die Auslagerung von Verantwortung wird immer wieder artikuliert in Vorstößen zur Errichtung von Lagern und der Feststellung von Schutzbedürftigkeit außerhalb Europas – beispielsweise in Niger, dem weltweit zweitärmsten Land (HDI: Platz 187). Dort soll entschieden werden, wer ein Recht auf Schutz in Europa hat. Fluchtgründe sollen mithilfe des UN-Flüchtlingshilfswerks ermittelt werden, um für Einzelne einen Flüchtlingsstatus zu erwirken. „Das individuelle Recht auf Asyl wird in Europa durch Abwehrmaßnahmen unterlaufen. Europäisches Territorium und ein Asylverfahren in Europa sollen unerreichbar werden. Flüchtlinge werden der Schutzlosigkeit und eklatanten Rechtsverletzungen in Transitländern wie Libyen ausgeliefert“, mahnt Karl Kopp von Pro Asyl. Flüchtlinge müssten aber die Möglichkeit haben, in Europa Schutz zu suchen.

„Darüber hinaus brauchen wir eine echte Fluchtursachenbekämpfung“, sagt Sophia Wirsching von Brot für die Welt. Dafür müssten die Entwicklungsgelder von EU und Bundesregierung eingesetzt werden. „Entwicklungsgelder sollten eingesetzt werden, um Menschen zu schützen, ihnen nachhaltige Perspektiven zu schaffen und um friedliche Konfliktlösung zu fördern. Das Gegenteil ist der Fall, wenn unter dem Label Fluchtursachenbekämpfung Kooperationen mit autoritären und die Menschenrechte verletzenden Regimen eingegangen werden mit dem einzigen Ziel, Menschen von der Weiterflucht nach Europa abzuhalten. Hier werden Entwicklungsgelder zweckentfremdet und zudem eher neue Fluchtursachen geschaffen“, so Sophia Wirsching.

Libyen und Ägypten etwa erhalten offizielle Entwicklungsgelder aus dem EU-Treuhandfonds für Afrika für den Ausbau ihrer Grenzkontrollen. Die drei Organisationen fordern stattdessen nachhaltige Investitionen in die Zukunft der Menschen in ihren Herkunftsländern. Darüber sollten die Regierungen der Herkunfts- und Zufluchtsländer in einem partnerschaftlichen Dialog verhandeln. Im Zuge der Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen gehörten dazu auch legale Migrationsmöglichkeiten nach Europa.  Vor allem dürfe die europäische Verantwortung nicht ausgeblendet werden, denn mit ihren Rüstungsexporten, ihrer Handels-, Klima- und Agrarpolitik trage die EU zu den Fluchtursachen bei.
 
Vom 29. bis 30. November findet das fünfte Gipfeltreffen der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union (AU) in Abidjan, Côte d‘Ivoire statt. Vertreterinnen und Vertreter der EU drängen darauf, Migration und Flucht auf die Agenda zu setzen, obgleich das offizielle Leitmotiv „Investitionen in die Jugend für eine nachhaltige Zukunft“ lautet. Als Erfolgsindikator für die Kooperationen mit Staaten wie Libyen oder Ägypten gelten sinkende Ankunftszahlen von Schutzsuchenden in Europa. Die Menschenrechte bleiben dabei auf der Strecke und Entwicklungsziele werden der Migrationskontrolle untergeordnet.



Christen, Hindu und Ahmadiyyah müssen tiefe Einschnitte in Glaubensfreiheit und Sicherheit befürchten

Radikalislamisten erzwingen Rücktritt des pakistanischen Justizministers

 

(Göttingen/gfbv) - Nach dem von islamischen Extremisten erzwungenen Rücktritt des pakistanischen Justizministers befürchtet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine weitere Einschränkung der Religionsfreiheit für Andersgläubige und noch mehr Übergriffe auf Christen, Hindu und Ahmadiyyah in dem überwiegend sunnitischen Staat. „Wenn schon der Justizminister vor willkürlichen Blasphemie-Vorwürfen nicht sicher ist, dann müssen sich Andersgläubige noch viel mehr um ihre Glaubensfreiheit und Sicherheit sorgen. Denn die umstrittenen Blasphemie-Vorschriften werden systematisch auf allen Ebenen der Gesellschaft und Politik missbraucht, um Andersgläubige, politische Konkurrenten oder missliebige Nachbarn auszuschalten“, berichtete der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Montag in Göttingen.

 

Pakistans Justizminister Zahid Hamid ist am Montagmorgen zurückgetreten, nachdem sich das Militär geweigert hatte, gewaltsam gegen religiöse Extremisten vorzugehen, die seit drei Wochen zu Tausenden eine bedeutende Verkehrskreuzung in der Hauptstadt Islamabad blockierten. Die Demonstranten warfen dem Minister Blasphemie vor, weil er angeblich das Ansehen des Propheten Mohammed bei der Veränderung eines Schwurs der Kandidaten für die Parlamentswahl verletzt habe. Außerdem beschuldigten sie ihn fälschlicherweise, der Glaubensgemeinschaft der Ahmadiyyah nahezustehen. Die Ahmadiyyah bezeichnen sich selbst als Muslime, doch die meisten Sunniten und die Verfassung des Landes halten sie für „Nichtmuslime“ und Ungläubige.

 

„Dies ist ein schwarzer Tag für Pakistans religiöse Minderheiten, weil ihnen vom einflussreichen Militär bedeutet wird, dass sie nicht schützenswert sind. Auch wird deutlich, wie groß die Staatskrise ist, und wie wenig das Militär die zivile Regierung im Streit mit religiösen Extremisten unterstützt“, sagte Delius.

 

Erst im November 2017 hatten die Behörden eine 25-köpfige Task Force gegründet, die Blasphemie in sozialen Medien verfolgen soll. Im Oktober 2017 waren drei Ahmadis wegen Blasphemie zum Tode verurteilt worden. Im September war ein ähnliches Urteil gegen einen Christen ergangen. Weitere Christen müssen sich zurzeit vor Gericht wegen Blasphemie-Vorwürfen verantworten. Mehr als 12.000 Christen sind in den vergangenen vier Jahren aus Pakistan nach Thailand geflohen, weil sie in ihrer Heimat um ihre Sicherheit fürchteten.

 

Rund 1,6 Prozent der 200 Millionen Bewohner Pakistans sind Christen, zwei Prozent sind Hindu und 95 Prozent sind Muslime (davon 15 Prozent Schiiten).

 


World-Vision-Jugendbotschafter rufen in Report zum Kampf gegen Gewalt auf

1,7 Milliarden Kinder sind weltweit von Gewalt betroffen

Foto: World Vision
Foto: World Vision

 

 

 

(Friedrichsdorf/Genf/wv) - Die internationalen Jugendbotschafter von World Vision rufen in einem neuen Report zur Beendigung von Gewalt gegen Kinder auf. Am kommenden Montag veröffentlicht die Kinderhilfsorganisation zusammen mit UNICEF den Report der Jugendbotschafter: „Jedes Kind zählt“.

 

In diesem Bericht stellen die Botschafter Gewalt gegen Kinder in ihren vielfältigen Formen dar. Eindrücklich schildern sie etwa die Folgen von sexualisierter Gewalt, aber auch von Genitalverstümmelung oder Cyber-Mobbing. In ihren Geschichten stellen die 21 Jugendbotschafter im Alter von 13 bis 18 Jahren aber auch dar, wie sie selbst sich gegen Gewalt an Kindern engagieren. Und sie rufen die Kinder dieser Welt auf, selbst nicht länger Gewalt hinzunehmen.

 

So schreibt die 16ährige Mary Hannah aus dem Bürgerkriegsland Südsudan: Besonders Mädchen sind von dem Konflikt betroffen; sie erleiden mehr Gewalt, weil sie vergewaltigt werden und einige von ihnen sterben. Manche Mädchen werden vergewaltigt, und andere werden zur Prostitution gezwungen.”

 

Die 14jährige Olga aus Guatemala weiß von vielen Gewalterfahrungen, die Kinder erleiden, wenn sie ihr Heimatland verlassen müssen: „Migration betrifft uns, weil Erwachsene, die gezwungen sind zu migrieren, uns zurücklassen. Wir geraten in Gefahr, wenn wir versuchen, ihnen zu folgen. Um zu migrieren, müssen wir Wüsten durchqueren, wo wir sterben können. Es gibt auch Menschenhändler, die Jungen und Mädchen abholen und sie verkaufen oder vergewaltigen.“ 

 

Die Organisation “Know Violence in Childhood” hat kürzlich in einer weltweiten Erhebung festgestellt, dass 1,7 Milliarden Kinder von Formen von Gewalt betroffen sind. Das bedeutet: drei von vier Kindern haben zumindest eine Form von Gewalt erfahren müssen. Die Auswirkungen dieser Gewalterfahrungen auf die psychische und physische Entwicklung von Kindern sind enorm.

 

 “Know Violence in Childhood” und World Vision sind Mitglieder der weltweiten Initiative „Global Partnership to End Violence Against Children“.

 

Der Report ist Teil der Kampagne von World Vision: „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“. Diese Kampagne verfolgt das Ziel, Kindern in bewaffneten Konflikten Schutz und Förderung zu gewähren. Dazu ist unter anderem notwendig, dass Schulen in Konfliktregionen geschützt, Kinder in Friedensprozesse einbezogen und Kleinwaffenexporte verboten werden.  

 

Der Report wird am kommenden Montag (20.11.) in Genf veröffentlicht. Anlass ist eine gemeinsame Veranstaltung von World Vision und UNICEF im Palais des Nations zur Feier des Weltkindertages.  

 

 

 

Weitere Infos zur Kampagne finden Sie hier:

 

https://www.worldvision.de/gewalt-gegen-kinder-beenden

 


Weltklimagipfel in Weltzukunftsgipfel umbenennen!

World Vision: Kinder an Entscheidungen beteiligen, die sie betreffen!

 

 

 

(Bonn/wv) - Der Weltklimagipfel ist beendet. Viele Jugendliche aus allen Erdteilen der Welt waren anwesend und forderten eine stärkere Beteiligung bei den Verhandlungen. Die Erwachsenen würden über Dinge entscheiden, die viele von ihnen nicht mehr beträfen, hieß es, aber langfristige Auswirkungen auf sie selbst und ihre Kinder hätten. Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision Deutschland unterstützt diese Forderung. Laut der UN-Kinderrechtskonvention, Artikel 12 haben Kinder ein Recht auf Partizipation und Berücksichtigung des Kindeswillens – Umweltfragen gehören ohne Frage dazu. In Deutschland steht im Grundgesetz, Artikel 20a die Forderung, die natürlichen Lebensgrundlagen in Verantwortung für die zukünftigen Generationen zu schützen. § 1 Absatz 3 Nr 4 des Achten Buches Sozialgesetzbuch beinhaltet, dass für junge Menschen und ihre Familien positive Lebensbedingungen sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt geschaffen und erhalten werden sollen.

 

 

 

„Auf dem Gipfel habe ich viele Jugendliche getroffen, die eindrücklich und unter Tränen ihre Zukunft beschrieben“, so Silvia Holten von World Vision Deutschland. „Zwar geht es auch um das Klima, aber in erster Linie um die Lebensbedingungen künftiger Generationen. Der Erde ist es egal, wie heiß sie ist, aber wir Menschen, Tiere und Pflanzen können nur unter bestimmten Bedingungen leben.“ Es wird befürchtet, dass von 66,5 Millionen Kindern im Jahr 2000, die von Auswirkungen des Klimawandels betroffen waren, in den nächsten 10 Jahren geschätzt 175 Millionen jährlich unter den Auswirkungen zu leiden haben werden.

 

 

 

Akut von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind viele Kinder und ihre Familien auf den kleinen Inseln und in küstennahen Gebieten, wie z.B. auf Fidschi, Vanuatu oder den Marshallinseln. Allein in Indonesien sind von 17.000 Inseln 2000 vom Untergang bedroht. 60% der indonesischen Weltbevölkerung leben in küstennahen Regionen. Aber Dürrekatastrophen sind weiterhin eine Gefahr für Kinder, wie z.B. in Ostafrika, wo immer noch etwa 800.000 Kinder so schwer unterernährt sind, dass ihr Überleben gefährdet ist. Auch Fluchtbewegungen und der Ausbruch oder die Verstärkung von Konflikten werden indirekt vom Klimawandel beeinflusst. Wenn Menschen nichts mehr zu essen und kein sauberes Wasser zu trinken haben, die Natur zerstört ist und sie keine Perspektive für sich und ihre Kinder sehen, sind sie gezwungen, nach Überlebensmöglichkeiten in anderen Regionen und Ländern zu suchen. Es drohen Spannungen zwischen Völkern und Staaten um natürliche Ressourcen.

 

 

 

Vor dem Hintergrund fordert World Vision die Staatengemeinschaft auf, den „Weltklimagipfel“ in „Weltzukunftsgipfel“ umzubenennen. „Es geht um nichts anderes als um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder“ so Holten. „Hier in Bonn ging es um Hunger, Ernährung, Landwirtschaft, Ressourcenknappheit, Konflikte und weitere Themen, die mit dem Klima zusammenhängen, aber in entscheidender Weise das Leben künftiger Generationen betreffen.“

 

 

 

World Vision fordert die entwickelten Länder auf, ihre Versprechungen an die ärmsten Länder einzuhalten und sie finanziell zu unterstützen, um die Klimaanpassungen zu bewältigen.

 

 

 

„In Polen werden im nächsten Jahr erstmals ‚rote‘ Karten an die Länder verteilt, die ihre Versprechungen, die sie auf dem Klimagipfel in Paris gegeben haben, nicht eingehalten haben. Aktuell ist Deutschland nicht unter den Vorreitern bezüglich der Umsetzung“, betont Holten.

 

 

 

World Vision bekämpft in seinen Projektregionen die grundlegenden Ursachen von Kinderarmut und Klimakatastrophen. Dies wird erreicht, indem z.B. alternative Ackerbaumethoden angewandt, regenerative Wiederaufforstung und Existenzgrundlagen gefördert werden, damit Familien sich wirtschaftlich entwickeln und so ihren Kindern eine Perspektive bieten können.

 

 

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“, kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht, sorgt für Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie medizinisch und mit Nahrungsmitteln versorgt werden und zur Schule gehen können.

 


Im Zeichen des Welt-Frühgeborenen-Tags:

2017 wurden bereits über 130 Frühgeburten im Caritas Baby Hospital behandelt

Chefärztin Dr. Hiyam Marzouqa ging mit Erzbischof Stephan Burger und seiner Pilgergruppe zu den Patienten im Caritas Baby Hospital und berichtete von ihren Schicksalen. Foto: Kinderhilfe Bethlehem
Chefärztin Dr. Hiyam Marzouqa ging mit Erzbischof Stephan Burger und seiner Pilgergruppe zu den Patienten im Caritas Baby Hospital und berichtete von ihren Schicksalen. Foto: Kinderhilfe Bethlehem

 

(Freiburg/pm) - Der Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November ist zu einem wichtigen Tag im Jahr geworden, um auf die Herausforderungen von Frühgeborenen aufmerksam zu machen. Weltweit kommt rund jedes zehnte Baby zu früh auf die Welt. Allein im Caritas Baby Hospital in Bethlehem wurden im Jahr 2017 bisher mehr als 130 Frühgeburten behandelt.

Ungefähr fünf bis zehn Prozent aller Kinder sind Frühgeborene, also Babys, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Das Geburtsgewicht der "Frühchen" liegt oft bei deutlich weniger als 2500 Gramm. In ihren Körperfunktionen sind sie nicht reif genug, um ohne medizinische Hilfe überleben zu können. Der Bedarf an intensivmedizinischer Betreuung für Frühgeburten ist auch im Westjordanland groß. Viele betroffene Familien finden den Weg ins Caritas Baby Hospital in Bethlehem, dem einzigen rein pädiatrischen Krankenhaus in der Region. Dieses Jahr wurden dort bereits über 130 Frühgeburten behandelt.

"Die fachkundige medizinische Betreuung der zu früh Geborenen ist ein wesentlicher Teil für ihre Entwicklung. Besonders wichtig ist auch, Frühchen sehr genau zu überwachen, denn jede noch so kleine Infektion kann für sie tödlich sein", erklärt Dr. Hiyam Marzouqa, die Chefärztin des Caritas Baby Hospital. Durchschnittlich werden die Frühgeborenen fünf Wochen lang im Krankenhaus betreut, bevor sie nach Hause entlassen werden können. Die Behandlung ist ausgesprochen kostenintensiv. Neben teuren Medikamenten erhalten die Säuglinge so früh wie möglich Physiotherapie zur Stärkung der Lungen oder zur Förderung des Saugreflexes.

Da es in Palästina kein tragendes Krankenversicherungssystem gibt, wird der Großteil der Behandlungen durch Spenden finanziert.

www.kinderhilfe-bethlehem.de


Treffen des Deutschen Städtetages in Berlin (15.11.)

Appell an das Präsidium und den Hauptausschuss des Deutschen Städtetags: Die Erinnerung an den Völkermord an den Christen im Osmanischen Reich wachhalten!

 

(Göttingen/gfbv) - Anlässlich des Treffens des Präsidiums und des Hauptausschusses des Deutschen Städtetages am kommenden Mittwoch (15.11.) in Berlin hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an die Präsidentin des Verbandes, Eva Lohse, appelliert, anzuregen, dass in möglichst vielen Städten Gedenktafeln für die im Osmanischen Reich ermordeten Vorfahren der in Deutschland lebenden armenischen und assyrisch-aramäischen Christen angebracht oder Gedenkstätten errichtet werden.

 

„Es ist wichtig, dass die Erinnerung an die Opfer dieses Völkermordes, der 1915 begann, wachgehalten und die Menschen in Deutschland über die leidvolle Geschichte der Armenier und Assyrer/Aramäer/Chaldäer informiert werden“, schrieb die Menschenrechtsorganisation an die Präsidentin. „Schließlich hatte das Deutsche Reich durch die enge Zusammenarbeit mit dem Osmanischen Reich im Ersten Weltkrieg Kenntnis über die damalige Verfolgung der Christen. Die Todesmärsche, Massendeportationen, Zwangsarbeit, Massaker an Männern und die Versklavung ihrer Frauen und Kinder waren bekannt.“

 

„Schon deshalb sollte es uns ein besonderes Anliegen sein, den unter uns lebenden Armeniern/Assyrern/Chaldäern und Griechen einen Ort der Trauer zu schaffen und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen“, erklärte der GfbV-Nahostreferent Kamal Sido am Dienstag. Mit Blick auf den Umgang mit diesem historischen Verbrechen in der Türkei und im gesamten Nahen Osten fügte er hinzu: „Die Verleumdung dieses Genozids darf in Deutschland nicht geduldet werden, vielmehr müssen wir uns an der Aufarbeitung aktiv beteiligen.“ Die GfbV hatte sich mit ausführlichen Appellen, Gedenkorte für die ermordeten Christen des Nahen Ostens zu errichten, bereits im Sommer an das Präsidium des Deutschen Städtetages gewandt.

 

Der Menschenrechtler betonte, dass in Deutschland gerade jetzt klare Zeichen gegen die Unterdrückung und Diskriminierung von Christen und anderer religiöser Minderheiten in der Türkei und im ganzen Nahen Osten gesetzt werden müssten. „Dort werden immer mehr islamische Scharia-Gesetze, unter denen Minderheiten und Frauen zu leiden haben, verabschiedet. Wir sollten unser Möglichstes dafür tun zu demonstrieren, dass europäische Länder ein friedliches und tolerantes Miteinander der Religionsgemeinschaften fordern und fördern.“

 

Im Deutschen Städtetag sind 3.400 kreisfreie und kreisangehörige Städte und Gemeinden mit insgesamt fast 52 Millionen Einwohnern zusammengeschlossen. Sein Hauptausschuss tagt drei Mal jährlich. Dessen rund 135 Mitglieder werden von den Landesverbänden entsandt.

 


Hilfspakte im Wert von 50.000 Euro für Kinder und Babys

Sternsinger helfen Flüchtlingskindern im Nordirak

 

(Aachen/kmw) - . Mit einem Nothilfepaket in Höhe von 50.000 Euro unterstützen die Sternsinger über 1.300 Mädchen und Jungen im Nordirak, unter ihnen rund 680 Babys und Kleinkinder. Die Kinder mussten mit ihren Familien aus der Region um Kirkuk und Teilen der Ninive Ebene vor Kampfhandlungen zwischen Soldaten der kurdischen Autonomieregierung und der irakischen Armee fliehen.

Nach UNHRC-Schätzungen sind rund 175.000 Menschen auf der Flucht, unter ihnen viele Familien, die schon 2014 vor den Kämpfern des sogenannten Islamischen Staates fliehen mussten und nach der Befreiung ihrer Heimatorte gerade erst wieder zurückgekehrt waren. Kirchen, christliche Gemeinden und Einrichtungen haben zahlreiche Binnenflüchtlinge in ihren Einrichtungen aufgenommen, benötigen nun aber dringend Unterstützung um die Familien zu versorgen.
Von der Nothilfe werden vor allem Decken, Windeln, Trockenmilch und Hygiene-Artikel besorgt. Die Hilfsmaßnahmen werden vom Christian Aid Program (CAPNI) koordiniert und mit andern nationalen und internationalen Organisationen abgestimmt. Weitere Hilfen für die Flüchtlingsfamilien werden über diese Partner sichergestellt.
CAPNI geht davon aus, dass die Flüchtlinge auch im Falle eines positiven Ausgangs der jetzt aufgenommenen Friedensverhandlungen nicht sofort in ihre Heimatgebiete zurückkehren werden, sondern abwarten, ob die Sicherheitslage stabil bleibt. Somit ist davon auszugehen, dass weitere Hilfen für die betroffenen Familien benötigt werden.

1.639 Projekte in 107 Ländern
Im Jahr 2016 wurden mit den Erlösen aus der Aktion Dreikönigssingen 1.639 Projekte in 107 Ländern unterstützt. Erneut nahm die Förderung der Bildung mit 746 Projekten den größten Anteil ein. Darüber hinaus wurden unter anderem 169 Gesundheitsprojekte, 88 Maßnahmen zur Ernährungssicherung und 17 Nothilfeprojekte gefördert. In den Ländern Afrikas wurden 523 Projekte unterstützt, in Lateinamerika 487 Maßnahmen und in Asien 420 Projekte. Träger der Aktion sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Spendenstichwort: Naher Osten
Spendenkonto
Pax-Bank eG
IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31
BIC: GENODED1PAX

 


Tibet: Chinesische Behörden verbieten religiöses Fest in Larung Gar / Polizei errichtet neue Kontrollpunkte vor buddhistischem Studienzentrum

 

 

(Berlin/ict) -. Die chinesischen Behörden haben im bedeutenden buddhistischen Studienzentrum Larung Gar ein wichtiges religiöses Fest verboten. Das „Dechen Shedrub“-Fest hätte eigentlich am 6. November beginnen sollen. Bis vor Kurzem waren die Organisatoren davon ausgegangen, dass es in diesem Jahr wieder stattfinden könne, nachdem es schon im vergangenen Jahr verboten worden war. Die Vorbereitungen waren bereits weit fortgeschritten, zu dem acht Tage dauernden Fest hatte man zahlreiche Besucher erwartet, wie tibetische Quellen der International Campaign for Tibet (ICT) mitteilten. Für deren Unterbringung seien bereits Zelte aufgestellt worden. Stattdessen hätten die Behörden Mönche und Nonnen aufgefordert, „Dechen Shedrub“ still in ihren Unterkünften zu feiern.

 

Larung Gar, im Osten Tibets gelegen, gilt als eines der größten buddhistischen Zentren der Welt. Im Juli des vergangenen Jahres hatten die chinesischen Behörden damit begonnen, tausende Unterkünfte zu zerstören und tausende Nonnen und Mönche zu vertreiben. Mittlerweile ist das Studienzentrum der direkten Kontrolle kommunistischer Kader unterstellt worden. Die chinesischen Behörden haben in den letzten Monaten damit begonnen, an der Stelle der abgerissenen Unterkünfte eine touristische Infrastruktur aufzubauen. Offenbar soll damit die Verwandlung Larung Gars von einem Ort religiöser Studien in eine Touristenattraktion betrieben werden. An den Zugängen zu Larung Gar seien zwei neue Polizeigebäude errichtet worden. Dort müssten sich alle Besucher ausweisen und befragen lassen. Ein weiterer Kontrollpunkt der Polizei sei an der Zufahrt zu dem Studienzentrum eingerichtet worden. Unter anderem dürfte dies dazu dienen, die Rückkehr vertriebener ehemaliger Bewohner Larung Gars zu verhindern.

 

Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte demBericht „Major religious festival cancelled and new police checkpoints at Larung

 


KP-Parteitag festigt Xi Jinpings Macht / ICT-Bericht analysiert Tibetbezug der neuen Führungsriege

 

(Berlin/ict) - Ein neuer Bericht der International Campaign for Tibet (ICT) analysiert die Ergebnisse des 19. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas hinsichtlich ihrer möglichen Auswirkungen auf Tibet. Staats- und Parteichef Xi Jinping bekräftigte in seiner dreieinhalbstündigen Rede seinen entschlossenen Widerstand gegen jeglichen Versuch, „Teile des chinesischen Territoriums von China abzutrennen“. Dies dürfte als Hinweis darauf zu lesen sein, dass auch in Zukunft abweichende Meinungen mit Blick auf die Situation in Tibet nicht toleriert werden und die repressive Politik Pekings in Tibet fortgeführt wird.

 

Zwei Mitglieder des siebenköpfigen Ständigen Ausschusses des Politbüros weisen einen besonderen Tibetbezug auf. Das Gremium gilt als das wichtigste Machtzentrum innerhalb der KP-Führung. So hatte der neu berufene Zhao Leji zuvor wichtige Funktionen in der Provinz Qinghai inne, zu der verwaltungsmäßig auch große Teile Tibets zählen. Zhao, seit dem 19. Parteitag Leiter der gefürchteten Disziplinarkommission der Partei, war den Staatsmedien zufolge darüber hinaus „aktiv im Kampf gegen den Dalai Lama“. Ein weiteres Mitglied des Gremiums, der einflussreiche Chefideologe der KP Wang Huning, soll stark an der Formulierung von Pekings Tibetpolitik beteiligt sein. Der in Shanghai geborene Wang nimmt offiziell als Delegierter der „Autonomen Region Tibet“ (TAR) an den Sitzungen des Nationalen Volkskongresses teil, dem im März tagenden Scheinparlament der Volksrepublik China.

 

Im Zentralkomitee der KP sind mit Zhang Qingli und Chen Quanguo weiterhin zwei ehemalige Parteisekretäre der TAR vertreten. Dem Gremium gehören auch vier Tibeter an, zwei davon als Vollmitglieder, zwei als Kandidaten. Lobsang Gyaltsen (chin.: Losang Jamcan), Vorsitzender des Volkskongresses der TAR ist wie auch der Gouverneur der TAR Che Dalha (chin.: Qi Zhala) Vollmitglied des Zentralkomitees, sein Stellvertreter Norbu Thondup und der Vizegouverneuer der Provinz Qinghai Yan Jinhai sind Kandidaten.

 

Am Rande des Parteitags beschuldigte der Vizedirektor der Einheitsfront im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Zhang Yijiong den Dalai Lama des Separatismus, obwohl sich dieser bereits seit Jahrzehnten zur sogenannten Politik des Mittleren Weges bekennt, die eine „echte Autonomie“ für Tibet innerhalb der Volksrepublik China anstrebt. Zhang warnte ausländische Politiker auf einer Pressekonferenz außerdem vor Treffen mit dem Dalai Lama. Der Funktionär, der früher Positionen in der „Autonomen Region Tibet“ und der Provinz Qinghai bekleidet hatte, überraschte dabei mit der Behauptung, der tibetische Buddhismus habe seine Wurzeln in China, womit er früheren Äußerungen Xi Jinpings widersprach, der anerkannt hatte, dass der Buddhismus aus Indien stammt. Zhang Yijiongs Worte spiegeln die Bemühungen der chinesischen KP, die Religion für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Schon vor dem Parteitag waren Maßnahmen ergriffen worden, die darauf abzielen, den Buddhismus weiter zu „sinisieren“, was im politischen „Framing“ Pekings gleichbedeutend damit ist, ihn der Kontrolle der Kommunistischen Partei zu unterwerfen.

 


Regierungen müssen Entwicklungsländer bei Anpassung an den Klimawandel unterstützen

World Vision: „Nach uns die Sintflut“ wäre ein Desaster für Kinder

 

Nachhaltigkeitsziele sind Verpflichtung – nicht „Nice to Have“

 

(Bonn/wv) - Anlässlich der Klimakonferenz COP23, die am Montag in Bonn beginnt, macht die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision auf die Gefahren des Klimawandels besonders für Kinder aufmerksam. Wenn durch Überflutungen oder Dürren Kinder nichts oder nur mangelhaft zu essen haben und sie durch verschmutztes Wasser mit lebensgefährlichen Krankheiten infiziert werden, können sie viele ihrer Rechte nicht wahrnehmen. Schutz, Entwicklung, Mitbestimmung – all diese Kinderrechte können in solchen Situationen nicht umgesetzt werden. Es wird befürchtet, dass von 66,5 Millionen Kindern im Jahr 2000, die von Auswirkungen des Klimawandels betroffen waren, in den nächsten 10 Jahren geschätzt 175 Millionen jährlich unter den Auswirkungen zu leiden haben werden. „Derzeit hat man den Eindruck, dass immer noch einige Politiker und einflussreiche Persönlichkeiten nach der Devise handeln: ‚Nach uns die Sintflut‘. Diese Haltung ist ein Desaster für die schwächsten Mitglieder unserer Weltgemeinschaft“, betont Silvia Holten von World Vision Deutschland.

 

Durch den Klimawandel werden nicht nur extreme Wetterereignisse ausgelöst, sondern indirekt beeinflusst er auch Fluchtbewegungen und den Ausbruch oder die Verstärkung von Konflikten. Wenn Menschen nichts mehr zu essen und kein sauberes Wasser zu trinken haben, die Natur zerstört ist und sie keine Perspektive für sich und ihre Kinder sehen, sind sie gezwungen, nach Überlebensmöglichkeiten in anderen Regionen und Ländern zu suchen. Es drohen Spannungen zwischen Völkern und Staaten um natürliche Ressourcen. Forscher haben errechnet, dass jede Erderwärmung um ein halbes Grad die Wahrscheinlichkeit eines bewaffneten Konflikts um 10 – 20 % erhöht. In Flucht- und Konfliktsituationen sind Kinder ganz besonderen Gefahren ausgesetzt: ihr sicheres und gesundes Aufwachsen ist gefährdet, sie können oftmals nicht mehr zur Schule gehen, müssen durch Arbeit zum Familieneinkommen beitragen und leben in der Gefahr, missbraucht oder Opfer von Menschenhändlern zu werden.

 

Auch die Nachhaltigkeitsziele, die im Jahr 2015 von allen Regierungen weltweit unterzeichnet wurden, sind gefährdet, wie z.B. die SDG-Ziele 1 und 2, Kinderarmut und Hunger zu beenden, das SDG-Ziel 8, nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern und Gewalt gegen Kinder zu beenden, wie im SDG-Ziel 16 gefordert. „Daher ist es unsere dringendste Aufgabe, den Menschen in den ärmsten Ländern zu helfen, Widerstandsfähigkeit gegen die Auswirkungen des Klimawandels aufzubauen“, so Holten. „Dies schaffen sie aber nicht allein. Nicht nur die Regierungen der betroffenen Länder sind gefordert. Ganz besonders die reichen Länder stehen hier in der Pflicht. Die Nachhaltigkeitsziele sind Verpflichtung – nicht ‚nice to have‘.“

 

World Vision fordert die entwickelten Länder auf, ihre Versprechungen an die ärmsten Länder einzuhalten und sie finanziell zu unterstützen, um die Klimaanpassungen zu bewältigen. Die Kinderhilfsorganisation fordert die Regierungen der ärmsten Länder dazu auf, ihre Politik, Systeme und Strukturen an die geänderten Wetterbedingungen anzupassen, damit besonders die schwächsten Kleinbauern und ihre Familien widerstandsfähig gemacht werden. Der Schutz von Kindern erfordert eine gesunde und sichere Umgebung, in der Eltern und Betreuer ihr Wohlergehen gewährleisten können, wie in den Kinderrechten betont wird.

 

 

 

World Vision bekämpft in seinen Projektregionen die grundlegenden Ursachen von Kinderarmut und Klimakatastrophen. Dies wird erreicht, indem z.B. alternative Ackerbaumethoden angewandt, regenerative Wiederaufforstung und Existenzgrundlagen gefördert werden, damit Familien sich wirtschaftlich entwickeln und so ihren Kindern eine Perspektive bieten können.

 

 

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“, kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht, sorgt für Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie medizinisch und mit Nahrungsmitteln versorgt werden und zur Schule gehen können. Hierbei werden sie von besonders geschulten Mitarbeitern betreut.

 

 

 

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HINTERGRUND

 

World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2016 wurden 327 Projekte in 52 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit World Vision Büros in weiteren 97 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de

 


NEWSLETTER FIDES - 30.11.2017


ASIEN/MYANMAR - Religionen leisten einen wertvollen Beitrag zum Frieden: Gebet der Klausurschwestern

 

 

 

Yangon (Fides) - Der interreligiöse Dialog, der in Myanmar auf den Weg gebracht wurde, stellt die guten Beziehungen zwischen den Vertretern verschiedener Glaubensgemeinschaften unter Beweis. „Damit werden soziale Harmonie und Frieden aktiv gefördert und das hat spürbaren Auswirkungen auf die Versöhnung zwischen den verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen in der Gesellschaft“, so Luigi De Salvia, Generalsekretär von der interreligiösen Organisation „Religions for Peace“ (RFP), sich auch in Myanmar für interreligiösen Dialog einsetzt. Damit sollen Konflikte entschärft und Gerechtigkeit und Frieden gefördert werden. In einem Kommentar zu den ersten Tagen des Besuchs von Papst Franziskus in Myanmar, betont De Salvia nach dem privaten Treffen des Papstes mit Religionsvertretern und dem hohen Rat „Sangha“ der buddhistischen Mönche: „Die Niederlassung von Religions for Peace in Myanmar hat einen Vorstand, dem auch Sitagu Sayadaw, einer einflussreichsten buddhistischen Religionsführer angehört, dem Papst der Papst begegnete, neben Kardinal Charles Bo, einem islamischen Mufti und einem hinduistischen Religiösführer: dem interreligiösen Dialog schließen sich also alle wichtigen Religionsgemeinschaften des Landes an. Im Rahmen der Initiative werden Dialogprogramme auf den Weg gebracht, die zum gegenseitigen Kennenlernen beitragen, aber auch soziale Dienstleistungen, die dazu beitragen, dass Eintracht und Kooperation zwischen birmanischen Gläubigen aller Religionen entstehen".
Der Sekretär von „Religions for Peace“ erklärt, dass „bei der Frage der muslimischen Rohingya Muslime der religiöse Aspekt instrumentalisiert wurde, um das Schreckgespenst des politischen Islam heraufzubeschwören. Die Tatsache, dass sich in jüngster Zeit eine bewaffneten Gruppe bildete, von der man vermutet, dass das Netzwerk des internationalen Terrorismus sie gerne für sich vereinnahmen würde, hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass die Burmesen ihre kulturelle Identität und die Mehrheitsreligion, den Buddhismus schützen wollen. Auf diese Dynamik der Verteidigung der Identität, lassen sich auch die Aktionen der nationalistischen buddhistische Mönche zurückführen, darunter Ashin Wirathu, die unter der Bevölkerung eine anti-islamische Stimmung schüren. Es muss gesagt werden, dass in dieser Angelegenheit auch politische Gründen und wirtschaftlich Faktoren eine Rolle spielen, was Aun San Suu Kyis in eine sehr heikle und schwierige Position bringt: Es ist die Dynamik der schwierigen und asymmetrisch Beziehungen zwischen einer Mehrheit und einer Minderheit, die man auch in anderen Kontexten findet", so De Salvia.
Auf jedem Fall sei "die Kraft des Dialogs und der guten Beziehungen zwischen Religionsführern religiösen Führern eine grundlegende Komponente, die von allen anerkannt wird, auch von der Politik, wen es darum geht, die nationale Versöhnung wirksam zu fördern- Und die Anwesenheit von Papst Franziskus kann dabei hilfreich sein ", so De Salvia weiter.
Diese Versöhnung, die "das größte Gut" ist, so De Salvia abschließend, "wird heute in Birma von den Klausurschwestern des Klosters Santa Cecilia in Rom geistlich unterstützt und gestützt: auf Vorschlag von ‚Religions for Peace’ beten die Schwestern zu Beginn jedes Mondmonats (nach dem buddhistischen Kalender) für Frieden, Harmonie und Versöhnung in Myanmar; und in diesen Tagen haben sie es auf besondere Weise getan, um die Mission von Papst Franziskus zu unterstützen, den sie dem Allerhöchsten anvertrauen, damit er jeden seiner Schritte mit seiner göttlichen Gnade begleitet. Ihr Gebet und ihr Leben sind heute die Bestätigung der tiefen Verbundenheit zwischen Klausur und Mission“.

 

 

 

 

 

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ASIEN/MYANMAR - Gläubige aus ganz Südostasien bei der Papstmesse

 

 

 

Yangon (Fides) - „Wir freuen uns Papst Franziskus auf seiner apostolischen Reise nach Birma begleiten zu dürfen und beten dafür, dass diese Reise ein besonderer Moment und der Beginn einer Ära des dauerhaften Frieden und der Versöhnung in Birma sein wird“: so der Apostolische Vikar von Phnom Penh in Kambodscha, Bischof Olivier Schmitthaeusler, der daran erinnert, dass „die katholische Kirche in Kambodscha anlässlich der Papstreise eine viertägigen Pilgerfahrt nach Yangon organisiert hat: insgesamt 126 Kambodschaner werden am Gottesdienst mit dem Papst teilnehmen, darunter zehn Seminaristen, drei kambodschanische Priester, vier Missionspriester und zehn Ordensschwestern. "Die kambodschanische Delegation ist eine von vielen, die aus ganz Südostasien nach Myanmar kommen, wie zum Beispiel aus den Philippinen, Vietnam und Thailand: es werden mehr als 200.000 Pilger zum Papstgottesdienst im Kyaikkasan Ground. Erwartet“.
"Es werden auch buddhistische und muslimische Gläubige teilnehmen“, bekräftigt der Pressesprecher der Bischofskonferenz von Myanmar, Pfarrer Soe Naing. Und die Mehrheit der Anwesenden „werden birmanische Gläubige unterschiedlicher Ethnien sein, die aus allen Teilen des Landes in die alte Hauptstadt kommen“, so der Sprecher der Bischöfe.
Viele von ihnen sind Mitglieder der Katholischen Aktion in Burma: in den vergangenen Tagen hatte die Koordinatorin des Büros der Katholischen Aktion der Erzdiözese, Lei Lei Win, die Unterbringung der Pilger in der die Hauptstadt organisiert. Die Katholische Aktion wurde in Myanmar in den 60er Jahren auf Initiative der Missionare des Päpstlichen Instituts für die Außenmissionen (PIME) gegründet. Ausschlaggebend war dabei das persönliche Engagement von Prälat Giovanbattista Gobbato. Heute gibt es Niederlassungen in fünf Diözesen: Taunggyi, Pekhon, Loikaw, Taungngu und Yangon. Als eine der wichtigsten Aufgaben in Burma betrachtet die Katholische Aktion: die jüngeren Mitglieder gehen in die abgelegenen Dörfern und bieten Gesundheitserziehung, Bildungsprogramme und Freizeitaktivitäten for die Kleinsten an. Sie werden auch „Zetaman“, „kleine Verkünder“ genannt, und gehören zu den typischen Mitarbeitern der katholischen Kirche in Myanmar: junge Freiwillige, die in abgelegene Dörfer und ländliche Gebieten und Bergregionen gehen und dort aktiv sind, wo Priester und Ordensleute und Priester nicht hinkommen. Sie leben ein Paar tage in den Gemeinden, verbringen viel Zeit mit den Kindern, im Zeichen einer Art von Präsenz, die von Liebe und Freundschaft geprägt ist. Wenn sie danach gefragt werden, sprechen sie über ihren Glauben und erklären, wer sie sie sind und wie die Begegnung mit Jesus ihr Leben verändert hat.
„Der Besuch des Heiligen Vaters“ so Lei Lei Win, „erfüllt uns mit Freude. Es ist ein sehr wichtiges Zeichen der Nähe zu einer kleinen Gemeinschaft wie unserer. Mehr noch, die Begegnung mit Papst Franziskus stärkt unser Engagement für ein Zeugnis des Friedens und des harmonischen Zusammenlebens mit allen Religionen und Ethnien unseres wunderbaren Landes".

 

 

 

 

 

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ASIEN/MYANMAR- Papst Franziskus ermutigt die Kirche in Myanmar: Bringt die „unwiderstehliche“ Liebe Jesu zu allen, denn „sie heilt alle Wunden“

 

 

 

Yangon (Fides) – „Jesus hat uns seine Weisheit nicht in langen Reden und auch nicht durch großartige Kundgebungen politischer oder weltlicher Macht gelehrt, sondern durch die Hingabe seines Lebens am Kreuz” und „Vom Kreuz kommt auch Heilung. Jesus hat dort dem Vater seine Wunden für uns angeboten, die Wunden, durch die wir geheilt sind”. Im Geschenk der Eucharistie; lernen wir auch, “wie wir in seinen Wunden Ruhe finden und gereinigt werden von all unseren Sünden”. Und wer “ den heilenden Balsam der Barmherzigkeit des Vaters” verkostet, wird die Kraft finden, “ ihn auf jede Wunde und jede schmerzliche Erinnerung aufzutragen“, so Papst Franziskus zur Quelle und Dynamik der apostolischen Sendung der Kirche beim ersten Gottesdienst seines Besuchs in Myanmar am heutigen 29. November.
Im rund 60 Hektar großen Kayaikkasan Stadion in Yangon, sprach der Papst zu über 150.000 birmanischen Gläubigen aus dem ganzen Land, die am Gottesdienst mit dem Petrusnachfolger teilnahmen. “ Ich kann bezeugen”, so Papst Franziskus, “dass die Kirche hier lebendig ist, dass Christus lebendig ist und dass er hier bei euch und euren Brüdern und Schwestern der anderen christlichen Gemeinschaften gegenwärtig ist“. Der Bischof von Rom erinnerte auch daran, dass die Kirche “durch die lobenswerte Arbeit der Catholic Karuna Myanmar und die großzügige Unterstützung der Päpstlichen Missionswerke”, “in diesem Land vielen Männern, Frauen und Kindern ungeachtet aller religiösen oder ethnischen Unterschiede” hilft.Mit Bezug auf Gewalt und Konflikte in der jüngeren Geschichte des Landes warnte Papst Franziskus davor, “auf diese Verletzungen mit einer weltlichen Weisheit zu reagieren”, die Weisheit derjenigen, die meinen, dass “Heilung durch Wut und Rache geschehen kann”. Denn der Weg Jesu, so Papst Franziskus wieter, sei ein ganz anderer. “ Als Hass und Ablehnung ihn dem Leiden und dem Tod auslieferten, antwortete er mit Vergebung und Mitleid. . Im heutigen Evangelium sagt uns der Herr, dass wir wie er auf Widerstand und Ablehnung stoßen können, er uns aber eine Weisheit schenken wird, der niemand widerstehen kann. Er spricht hier vom Heiligen Geist, durch den die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen wurde. Durch die Gabe des Geistes befähigt Jesus einen jeden von uns, Zeichen seiner Weisheit zu sein, die über die Weisheit der Welt siegt, und Zeichen seiner Barmherzigkeit, die jeder noch so schmerzhaften Wunde Linderung schenkt”Auf diese Weise, so Papst Franziskus, leiter der Heilige Geist die Kirche auch bei ihrer missionarischen Sendung: „Ich weiß dass die Kirche in Myanmar schon viel unternimmt, um den heilenden Balsam der göttlichen Barmherzigkeit zu den anderen zu bringen, besonders zu den am meisten Bedürftigen”, so der Papst zu den Wegen der Verkündigung, “Es gibt klare Zeichen dafür, dass viele Gemeinschaften auch mit sehr beschränkten Mitteln das Evangelium anderen Bevölkerungsminderheiten auf immer einladende und respektvolle Weise verkünden, ohne Druck oder Zwang”. In diesem Sinn ermutigte Papst Franziskus die Christen in Myanmar a “ weiterhin mit den anderen die unschätzbare Weisheit zu teilen, die ihr empfangen habt, die Liebe Gottes, die dem Herzen Jesu entspringt”, in der Gewissheit, dass Jesus selbst “diese Weisheit im Überfluss schenken“ möchte und Bemühungen den Samen der Heilung und Verzeihung in in der ganzen Gesellschaft in Myanmar auszusehen, werde belohnt, den “hat er uns nicht gesagt, dass seine Weisheit unwiderstehlich ist”.

 

 

 

 

 

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EUROPA/SPANIEN - Caritas Burgos will konkrete Lösungen für Obdachlose auf den Weg bringen

 

 

 

Burgos (Agenzia Fides) – Im Rahmen einer Kampagne will Caritas in Spanien obdachlosen Menschen helfen. Wie Fernando García Cadiñanos von der Caritasstelle in Burgos bei der Präsentation der Kampagne für Menschen ohne festen Wohnsitz betont, verfolgt die Kampagne insbesondere drei Ziele: "Das erste Ziel ist es auf die Realität von Menschen aufmerksam zu machen, die kein Zuhause haben. In diesem Sinne wollen wir in der Öffentlichkeit ein entsprechendes Bewusstsein entstehen lassen, damit die Gesellschaft nicht wegschaut; an dritter Stelle wollen wir mit konkreten Vorschlägen die verschiedenen Organisationen und Vereine der Stadt dazu anregen, das Leben dieser obdachloser Menschen zu verändern"
Im Gespräch mit Fides erläutert David Polo, der das Programm "Personas sin Hogar" bei Caritas Burgos leitet, die Initiative; "Wir helfen Menschen in Situationen der sozialen Ausgrenzung unter technischen und professionellen Gesichtspunkten. Obdachlose wenden sich an die Caritas, weil sie hier abgesehen von menschlicher Wärme und Zuwendung auch eine konkrete Hilfe bei gesundheitlichen, sozialen und familiären Problemen erhalten“.
Davide Polo erinnert auch an den geistlichen Hintergrund der Caritasinitiativen: "Wir versuchen, die Perspektive des Evangeliums nicht aus den Augen zu verlieren: Wenn eine Person uns gegenüber sitzt, versuchen wir, zu tun, was in unseren Möglichkeiten steht und handeln dabei im Geist der Solidarität, der Begegnung und der Barmherzigkeit."
Wie Polo im Gespräch mit Fides betont wurde am vergangenen Sonntag in Burgos ein auch ein besonderes Treffen für Jungen und Mädchen im Alter um 12 Jahre organisiert, "um auch sie auf diese Realität von Menschen ohne festen Wohnsitz aufmerksam zu machen, nicht zuletzt unter der Perspektive des Glaubens".
In ganz Spanien gibt es schätzungsweise rund 40.000 Menschen ohne festen Wohnsitz. Allein die Caritasstelle in Burgos unterstützte dieses Jahr von Januar bis September insgesamt 1143 Menschen, davon 59% Spanier (675 Personen) und die restlichen 41% Ausländer.

 

 

 

 

 

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AFRIKA/BURUNDI - Viele Menschen leiden unter Armut und Unterernährung: Xavianer Missionare helfen

 

 

 

Bujumbura (Fides) - "Momentan ist die Armut in Burundi dramatisch: die Menschen leiden Hunger, Lebensmittel sind knapp und Preise sind hoch, viele Menschen kämpfen um das Überleben. Familien mit durchschnittlich sechs Personen, können die Kosten für Schule und Gesundheitsversorgung nicht bezahlen und ich es für viele schwer eine tägliche Mahlzeit zu sich zu nehmen", so Pater Mario Pulcini, Provinzial der Xaverianer in Bujumbura, zur Lage eines Großteils der Bevölkerung in dem kleinen afrikanischen Land. In der Pfarrei San Guido Maria Conforti im Distrikt Kamenge, nördlich der Hauptstadt, arbeiten Pater Mario und vier weitere Xaverianer Missionare seit mehr als 20 Jahren in Zusammenarbeit mit fünf weiteren Ordensgemeinschaften“.
„Dies ist ein ‚missionarische Gemeinde‘“, so der Ordenmann, „unser Charisma ist die Verkündigung und die Nähe zu den Menschen, vor zu Schwachen und Armen und Verlassenen. Wir versuchen herausfinden, was sie brauchen und ihnen so gut wie möglich zu helfen." Anlässlich des von Papst Franziskus auf den Weg gebrachten ersten Welttages der Armen, half die Gemeinde in Kamenge mit verschiedenen Initiativen Menschen in Not: „Unsere Mitbrüder machen regelmäßig Krankenbesuche und bringen zusätzlich zu den Sakramenten, auch Lebensmittel, lebensnotwendige Güter und Medikamente mit". Die Missionare versorgen Kranke auch in Zusammenarbeit mit der Krankenstation der Schwestern vom Heiligen Geist. „Ein Zeichen der Zuwendung zu diesen Menschen“, so der Missionar weiter, „womit wir in die Praxis umsetzen, was Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Tag der Armen lehrt."
Burundi ist eines der ärmsten und am dichtesten besiedelten Länder der Erde. Auf dem Index für menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen liegt das Land auf einem der letzten Plätze: 65% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze und über 4 Millionen Menschen leiden unter Ernährungsunsicherheit. Hungersnot und Klimawandel haben die vorwiegend landwirtschaftlich geprägte Wirtschaft noch instabiler gemacht. P. Pulcini bestätigt, dass sich die Situation aufgrund der Unterernährung, die vor allem ältere Menschen und Kinder betrifft, verschlechtert hat und erinnert daran, dass heute viele an Malaria erkranken. Aber arme Menschen seien hilfsbereit: "Unser Volk“, so der Missionar abschließend, „ist sehr sensibel: Das Wenigem das sie haben, geben sie uns, damit wir es an diejenigen weitergeben können, die es am meisten brauchen."

 

 

 

 

 

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AFRIKA/D. R. KONGO - Bischöfe: “Präsident Kabila soll sich dazu verpflichten, nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren”

 

 

 

Kinshasa (Fides) - In einer am Anschluss an ihre außerordentlichen Versammlung veröffentlichten Botschaft fordern die Bischöfe der Demokratischen Republik Kongo, dass Präsident Joseph Kabila eine formelle Verpflichtung eingeht, sich nicht an den Präsidentschaftswahlen vom 23. Dezember 2018 zu beteiligen. Im Mittelpunkt der Versammlung der Bischöfe stand schweren politischen Krise des Landes.
„Wir hoffen, dass man erkennt, dass die Bürger des Landes der wichtigste Souverän sind, dass der Zeitplan für die Wahlen eingehalten wird und sich die Bevölkerung auch in der Krise gewaltfrei verhält", heißt es in der Botschaft der der Bischöfe.
"Ohne seine Absichten beurteilen zu wollen", fordern die Bischöfe Präsident Kabila auf, "die Bevölkerung zu beruhigen und zu erklären, dass nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren wird, damit die Wahlen auf die beste Art und Weise durchgeführt werden können". Wahlen sollten eigentlich bereits im Dezember 2016 stattfinden, als Kabilas zweites und letztes Mandat auslief. Die Verschiebung der Wahlen wurde von der Opposition als Teil eines Manövers des scheidenden Präsidenten interpretiert, der dazu auch die Verfassung ändern wollte, damit eine dritte Amtszeit möglich wird.
Die Bischöfe erinnern daran, dass "wir uns heute in einer ähnlichen Situation wie im vergangenen Jahr wieder finden", das mit der Unterzeichnung von Vereinbarungen endete, bei deren Entstehen die Bischöfe in wochenlangen harten Verhandlungen vermittelt hatten. Das am 31. Dezember 2016 unterzeichnete Abkommen sah die Bildung einer nationalen Einheitsregierung vor, die das Land zu den Parlamentswahlen 2017 führen sollte. Präsident Joseph Kabila bildete eine Regierung jedoch mit nur einem Teil der Opposition und die unabhängige Wahlkommission (CENI) erklärte, dass Präsidentschaftswahlen erst im Frühjahr 2019 stattfinden könnten, um dann anzukündigen, dass sie am 23. Dezember 2018 stattfinden werden.

 

 

 

 

 

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ASIEN/INDIEN - Papst Franziskus kommt nicht nach Indien: Katholiken sind enttäuscht

 

 

 

New Delhi (Fides) - In Kreisen der katholischen Kirche in Indien herrscht große Enttäuschung darüber, dass Papst Franziskus im Rahmen seiner Asienreise zwar nach Myanmar und Bangladesch besucht, jedoch nicht nach Indien kommt. Führende Vertreter der indischen Kirche versuchten bis zuletzt erfolglos im Kontakt mit der Regierung, den Besuch des Papstes in dem Land zu ermöglichen, in dem von mehr als einer Milliarde Einwohnern rund 28 Millionen Katholiken sind und damit zahlenmäßige die drittgrößte Bevölkerungsgruppe.
Zuletzt besuchte Papst Franziskus den indischen Subkontinent im Januar 2015, als er zur Heiligsprechung des in Indien geborenen Priesters Joseph Vaz nach Sri Lanka kam. Die Beratungen über die Vorbereitungen für eine päpstliche Reise begannen vor etwa einem Jahr, nachdem Papst Franziskus im Oktober 2016 im Interview auf der Rückreise von seiner Reise nach Aserbaidschan erklärt hatte, dass er "mit ziemlicher Sicherheit" im darauf folgenden Jahr Indien und Bangladesch besuchen würde.
Ein päpstlicher Besuch ist protokollarisch ein "Staatsbesuch", weshalb sich das Staatsoberhaupt mit einer Einladung an den Vatikan richtet und um einen Besuch des Papstes bittet. Hochrangige kirchliche Delegationen wurden gebildet, die sich zu Gesprächen mit Präsident Pranab Mukherjee und den Mitarbeitern des Premierministers trafen, doch beiden staatlichen Autoritäten erteilte keine verbindliche Zusage.
"Angesichts der Tatsache, dass das Klima im Land eher angespannt bleibt und Lynchmorde unter Dalit und religiösen Minderheiten stattfinden, hätte der Papst eine Botschaft des Friedens verkünden können. Das wäre Balsam für die Schwächsten und Verletzlichsten gewesen, die den Kräften des Hasses ausgesetzt sind”, so Bischof Mascarenhas, “Wir sind wirklich sehr enttäuscht darüber, dass Papst Franziskus uns nicht besucht. Sowohl der Premierminister als auch der Außenminister haben einen Papstbesuch nie ausdrücklich abgelehnt, sondern betont, man werde einen solchen Besuch in Betracht ziehen. Wir hoffen, dass die Gespräche zwischen der Regierung und dem Heiligen Stuhl fortgesetzt werden: Das wäre für alle Inder ein Grund stolz zu sein”.

 

 

 

 

 

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ASIEN/MYANMAR - Papst Franziskus bezeichnet Heilung der Wunden des Landes als “politische Priorität”

 

 

 

Nay Pyi Daw (Fides) – Das Volk in Myanmar habe viel gelitten “aufgrund interner Konflikte und Feindseligkeiten, die viel zu lange andauern und tiefe Spaltungen hervorgerufen haben” und leide weiter. Die Heilung dieser Wunden müsse heute “eine zentrale politische und geistliche Priorität darstellen”. Und “Bei der großen Aufgabe der Versöhnung und der nationalen Integration üben die Religionsgemeinschaften eine besondere Rolle aus”, eine solche konstruktive Perspektive des gemeinsamen Engagements für das Gemeinwohl wünscht sich Papst Franziskus von den Institutionen und der Bevölkerung in Myanmar in seiner ersten öffentlichen Ansprache auf birmanischem Boden im großen Hörsaal des “International Convention Centre” in der neuen Landeshauptstadt Nay Pyi Taw, an die Vertreter der Regierung und der Zivilgesellschaft und die Mitglieder des Diplomatischen Korps.
Papst Franziskus würdigte “die Bemühungen der Regierung”, die Herausforderung des Friedens und der Aussöhnung anzugehen. Ohne die schmerzliche Situation der muslimischen Minderheit der Rohingya ausdrücklich zu erwähnen, erinnerte der Bischof von Rom daran, “der mühevolle Prozess des Friedensaufbaus und der nationalen Versöhnung nur durch den Einsatz für die Gerechtigkeit und die Achtung der Menschenrechte vorwärts kommen” könne und dass eine echte auf die Achtung der Würde und der Rechte eines jeden Mitglieds der Gesellschaft gründet, auf die Achtung jeder ethnischen Gruppe und ihrer Identität”.
Vor zahlreichen birmanischen Führungskräften wandte sich die Nobelpreisträgerin, Staatsrätin und Außenministerin Myanmars, Aung San Suu Kyi, in einem Grußwort an Papst Franziskus. Sie erinnerte an ihre eigene schulische Ausbildung an einem katholischen Internat in Yangon. Papst Franziskus erinnerte hingegen daran, dass er vor allem gekommen sei “um mit der kleinen, aber lebendigen katholischen Gemeinde dieses Landes zu beten, um sie im Glauben zu stärken und in ihrem Bemühen zu fördern, zum Wohl der Nation beizutragen”. Die Hirten und Gläubigen der katholischen Kirche bat der Papst darum durch karitative und humanitäre Werke, die der ganzen Gesellschaft zugute kommen, die eigene Botschaft von Versöhnung und Brüderlichkeit weiter zum Ausdruck zu bringen” die dem ganzen Volk zugute kommen”
Der Petrusnachfolger erinnerte auch an die jüngste Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen Myanmar und dem Heiligen Stuhl. «Ich möchte diese Entscheidung als Ausdruck der Verpflichtung dieser Nation sehen, den Dialog und die konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der größeren internationalen Gemeinschaft fortzusetzen als auch das Gefüge der Zivilgesellschaft zu erneuern”. Die birmanischen Autoritäten erinnerte der Papst an die Gründung der Vereinten Nationen und die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. “Sie bilden die Grundlage für die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, auf der ganzen Erde die Gerechtigkeit, den Frieden und die menschliche Entwicklung zu fördern und Konflikte durch Dialog zu lösen und nicht im Rückgriff auf Gewalt”.
Beim gegenwärtigen Prozess der Aussöhnung, so Papst Franziskus, spielen die Religionen eine bedeutende Rolle “bei der Heilung der emotionalen, geistigen und psychologischen Wunden derer, die während der Jahre des Konflikts gelitten haben”. Religionen könnten helfen “die Ursachen des Konflikts auszumerzen, Brücken des Dialogs zu bauen, die Gerechtigkeit zu suchen und eine prophetische Stimme für die Leidenden zu sein”. “Es ist ein großes Hoffnungszeichen, dass die Führer der verschiedenen religiösen Traditionen dieses Landes sich im Geist der Eintracht und der gegenseitigen Achtung darum bemühen, gemeinsam für den Frieden zu arbeiten, den Armen zu helfen und zu den echten religiösen und menschlichen Werten zu erziehen”, betonte der Papst.
Mit Blick in die Zukunft betonte der Papst schließlich ”diese Zukunft liegt noch heute in den Händen der jungen Menschen des Landes. Die Jugendlichen sind ein Geschenk, das geliebt und ermutigt werden muss, eine Investition, die allein dann reichen Ertrag bringen wird, wenn es echte Arbeitsmöglichkeiten und eine qualitätsvolle Ausbildung gibt. Dies ist eine dringende Voraussetzung der Generationengerechtigkeit”

 

LINK
Ansprache des Papstes im Wortlaut (verschiedene Sprachen) -> http://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2017/11/28/0838/01791.html
Ansprache von Frau Aung_San_Suu_Kyi im Wortlaut -> http://www.fides.org/it/attachments/view/file/Disc_Aung_San_Suu_Kyi_28112017.doc

 

 

 

 

 

 

 

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ASIEN/MYANMAR- “Franziskus-Effekt”: Regierung kündigt Fortsetzung der Konferenz für ethnische Minderheiten an

 

 

 

Naypyidaw (Agenzia Fides) - Die burmesische Regierung hat am gestrigen 27. November für die letzte Januarwoche die dritte Sitzung der „Panglong-Konferenz" für den Frieden mit ethnischen Minderheiten angekündigt: die Fortsetzung des Treffens bei dem mit bewaffneten ethnischen Gruppen verhandelt wird, die die birmanische Armee seit über 60 Jahren bekämpft, wurde zeitgleich mit dem Besuch von Papst Franziskus im Land bekannt gegeben.
Ebenfalls gestern begegnete Papst Franziskus bei seiner Ankunft in Myanmar in der Residenz des Erzbischofs von Yangon dem mächtigen Chef der burmesischen Armee, dem leitenden General Min Aung Hlaing. Der Militärführer, soll laut einer im Internet veröffentlichten Nachricht im Gespräch mit dem Papst gesagt haben: "Es gibt keine religiöse und ethnische Diskriminierung im Land."
Die burmesische Regierung unterzeichnete ein Waffenstillstandsabkommen mit acht bewaffneten Organisationen ethnischer Gruppen auch dank des Engagements der Staatsrätin Aung San Suu Kyi, die die Friedenskonferenz mit ethnischen Minderheiten auf den Weg brachte.
Auf der Tagesordnung der für Ende Januar geplanten Sitzung stehen Inhalte und Fortschritte des nationalen politischen Dialogs mit den verschieden Gruppen, darunter auch die Minderheit der Shan und die muslimischen Gruppen im Staat Rakine, insbesondere mit der Arakan Liberation Party, die bei den Gesprächen mit der Regierung die Rohingya vertritt. In den vergangen Wochen hatten die Vereinten Nationen die Kampagne des Militärs gegen die Rohingya als "ethnische Säuberung" bezeichnet. Ziel der Konferenz ist es Rahmenvereinbarung für alle bewaffneten Minderheiten auszuhandeln und damit einen dauerhaften Frieden im Land zu garantieren.
Die Fortsetzung der Konferenz wird auch von der Organisation „Christian Solidarity Worldwide“ begrüßt: "Wir bitten die Regierung von Myanmar, den Zugang zum Staat Rakhine-Staat für internationale humanitären Hilfsorganisationen zu ermöglichen und die schweren Menschenrechtsverletzungen in den Staaten Kachin und Shan zu beenden sowie gegen die Kampagne des religiösen Nationalismus, der Intoleranz und des Hass im ganzen Land entgegenzuwirken", heißt es in einer Verlautbarung.

 


Christen und Yeziden droht neue Islamisierungsgefahr durch schiitische Milizen

Irak: Religiöse Minderheiten geraten zwischen die Fronten

(Göttingen/gfbv) -- Angehörigen religiöser Minderheiten wie Christen und Yeziden droht in einigen nordirakischen Regionen neue Islamisierungsgefahr, nachdem irakische Truppen und schiitische Milizen dort in die Provinz Kirkuk und andere Gebiete einmarschiert sind, warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). „Der sunnitische „Islamischen Staat“ (IS) ist zerschlagen, jetzt übernehmen schiitische Milizen in vielen Gebieten das Ruder, um deren Zugehörigkeit die Regionalregierung von Irakisch-Kurdistan und die schiitisch dominierte Zentralregierung in Bagdad streiten“, sagte der GfbV-Nahostreferent Kamal Sido am Freitag in Göttingen.

„An der Universität von Mossul und anderswo wurden bereits Schilder und Plakate aufgehängt, auf denen die Frauen aufgefordert werden, die islamische Kleiderordnung einzuhalten und sich gemäß der Sitten der Muslime zu verhalten“, berichtete der Menschenrechtler. „Das sind erste Anzeichen dafür, dass sich für die Lage der wieder in Mossul lebenden Christen und Yeziden nicht zum Besseren wendet. Wir müssen befürchten, dass sich der radikale schiitische Islam kaum vom radikalen sunnitischen Islam unterscheidet.“ Mossul wurde vor kurzem von der irakischen Armee, kurdischen Peschmerga sowie schiitischen Milizen vom IS befreit. Die von den Schiiten dominierte irakische Armee und die Milizen machen jetzt jedoch deutlich, dass nur sie die Stadt kontrollieren.

Das Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, der Patriarch von Babylon Louis Raphaël I. Sako, hat bereits an die Regierung in Bagdad und an die kurdische Regionalregierung appelliert, alles dafür zu tun, dass ein friedliches Zusammenleben Wirklichkeit wird und es nicht bei leeren Worten bleibt. Die Christen und Yeziden als schwaches Glied der irakischen Gesellschaft würden immer mehr zwischen Fronten geraten.

Mossul war bis zum Beginn der ersten Konflikte im Irak und am Persischen Golf Anfang 1990 eine multiethnische und multireligiöse Stadt. 2003 lebten dort noch 50.000 assyrische/aramäische/chaldäische sowie armenische Christen in Gemeinschaft mit arabischen und kurdischen Sunniten, Turkmenen, Armenier, Yeziden, Shabak und anderen Volksgruppen und Religionsgemeinschaften. Dort gab es rund 35 zum Teil jahrhundertalte Kirchen und Klöster. Viele christliche Gotteshäuser wurden in den vergangenen Jahren durch die Kämpfe stark beschädigt oder durch Anschläge von Islamisten zerstört. Nahezu alle Angehörige der Minderheiten flohen aus der Stadt, als Anfang Juni 2014 der IS dort die Kontrolle übernahm. Jetzt kehren viele Einwohner von Mossul in ihre Häuser zurück, obwohl die Stadt und viele andere Ortschaften in Trümmern liegen.

 


VATIKAN - Dossier zum Sonntag der Weltmission:

Zahl der Katholiken nimmt weltweit zu

 

Vatikanstadt (Fides) – Die Zahl der Katholiken weltweit nimmt zu: es gibt in aller Welt fast 1,3 Milliarden Gläubige, rund 17,7% der Weltbevölkerung. Wie aus den Daten des Statistischen Jahrbuchs (zum Jahr 2015) hervorgeht, die von Fides bearbeitet wurden, sind dies 12 Millionen Katholiken mehr als im Vorjahr (2014). Zum Sonntag der Weltmission am kommenden Sonntag, der dieses Jahr am 22. Oktober 2017 zum 91. Mal gefeiert wird, veröffentlicht der Fidesdienst traditionsgemäß ausgewählte Statistiken zur Übersicht über die missionarische Tätigkeit der Kirche in aller Welt.

Wie aus dem Dossier hervorgeht, leben in Afrika 1, 1 Milliarden Menschen, von denen 19,42% Katholiken sind (222 Millionen), wobei der Anteil um 0,12% anstieg. In America, sind von insgesamt 982,2 Millionen Einwohnern 63,6% Katholiken (625 Millionen), mit einem Rückgang um 0,08%. In Asien sind von 4,3 Milliarden Einwohnern 3,24% Katholiken, (141 Millionen), die Zahl ist stabil. In Europa wächst die Weltbevölkerung (716 Millionen), doch im zweiten aufeinander folgenden Jahr geht der Anteil der Katholiken zurück (-0,21%), so dass er derzeit noch 39,87% (285 Millionen) beträgt. In Ozeanien leben insgesamt 38,7 Millionen Menschen, von denen 26,36 % Katholiken sind (10,2 Millionen), was einen Anstieg um 0,24% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
Das Dossier veranschaulicht insbesondere auch die Tätigkeit der Päpstlichen Missionswerke (Päpstliches Werk für die Glaubensverbreitung, Apostel-Petrus-Werk, Päpstliche Kindermissionswerke, Missionsunion der Kleriker) und die Vergabe von Zuschüssen an die Ortskirchen (Bau von Kapellen und Seminaren, Bildungsarbeit, Pastoralprojekte), die im Jahr 2016 mit Spenden im Umfang von rund 134 Millionen US$ unterstützt wurden.
Eine Illustration des Dossiers anhand von motion graphics (Italienisch und Englisch) veröffentlicht Fides bei Youtube.

 

LINK
Vollständiges Dossier -> http://www.fides.org/de/attachments/view/file/Dossier_Statistiche_2017_ted.doc

 

 

 

 

 

 

 


VATIKAN - Klausur und Mission

 

Vatikanstadt (Fides) – “Teresa von Lisieux wollte 'die Liebe im Herzen der Kirche’ sein. Klausurschwestern sind heute wie ein Herz, dass das Blut, d.h. die Liebe Christi, durch die Organismen der Weltkirche pumpt. Auf diese Weise gelangt ihre die Liebe zu allen Missionaren und Missionarinne. Wenn das Herz nicht pumpt stirbt der Organismus. Papst Johannes XXIII. sagte, dass die Päpstlichen Missionwerke wie die Adern eine menschlichen Organismus sind, das System, dass die Liebe Gottes in jedes Gewebe bringt. Ordensschwestern sind mit ihrem Opfer und und ihrem Gebet das pulsierende Herz, das Ursprung aller Dinge ist”, so Pater Ryszard Szmydki, O.M.I., Untersekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, in seiner Präsentation zu dem von Fides zum Sonntag der Weltmission veröffentlichten Video, das an den 90. Jahrestag der Prokalamtion der heiligen Teresa von Lisieux zur “Schutzpatronin der Missionen“ erinnern soll. Am 14. Dezember 1927, erklärte papst Pius XI. Die heilige Teresa von Lisieux zur “besonderen Patronin der Missionare und Missionarinnen in aller Welt”, zusammen mit dem heiligen Franz Xaver.

Das bei Youtube veröffentlichte Video (das in englischer und italienischer Sprache zur Verfügung steht) wurde in einem Karmelitinnen-Kloster aufgenommen, in dem die Schwestern den vom der heiligen Teresa vorgegebenen Weg folgen.
Pater Ryszard Szmydki erinnert daran, dass Mission und Konteplation zwei Eigenschaften sind, die jeden Getauften kennzeichnen: “Der Missionar, heißt es in der Enzyklika Redemptoris Missio, ist ein ‘Konteplativer in Aktion’. Die Anwort auf die Probleme, veruscht er im Licht des Wortets und des persönlichen und gemeinschaftlichen Gebets zu geben. Wenn der Missionar nicht kontemplativ ist kann er Christus nicht glubwürdig verkünden”.

 


Dringender Handlungsbedarf: Immer mehr HIV-Infektionen, kein ausreichender Zugang zu Test und Behandlung / Internationale Maßnahmen rückläufig / Deutschland braucht eine Strategie

Konferenz in Berlin: HIV-Epidemie in Osteuropa stoppen

 

HIV * Aids * Osteuropa * UNAIDS * Aktionsbündnis

(Berlin/bfw) - Wie kann die HIV-Epidemie in Osteuropa und Zentralasien unter Kontrolle gebracht werden? Mit dieser Frage befasst sich heute die Konferenz „HIV in Osteuropa – Die unbemerkte Epidemie?!“ in Berlin. Sie soll dafür sorgen, dass dieses vernachlässigte Thema in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Eingeladen haben das Aktionsbündnis gegen AIDS, Brot für die Welt und die Deutsche AIDS-Hilfe.

In der Landesvertretung Baden-Württembergs beraten rund 80 Fachleute aus Politik, Zivilgesellschaft und HIV-Selbsthilfe darüber, wie Erfolgsrezepte der HIV-Prävention und -Behandlung in Osteuropa wirksam werden könnten. Mit dabei sind UNAIDS-Vize Luiz Loures und der Leiter des Nationalen AIDS-Zentrums in Russland, Vadim Pokrovsky.

Maßnahmen greifen nicht

Weltweit geht die Zahl der Neuinfektionen zurück, immer mehr Menschen erhalten HIV-Medikamente, immer weniger sterben. In Osteuropa jedoch greifen die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft, der Länder selbst und der Selbsthilfe-Organisationen nicht. In vielen Ländern der Region ist ein ungebremster, teils dramatischer Anstieg der HIV-Infektionen zu verzeichnen. Vor allem in Russland, wo seit 2016 die Marke der 100.000 jährlichen Neuinfektionen überschritten ist.

Auch der Zugang zu Test und Behandlung in der Region liegt weit unter den von UNAIDS angestrebten Zielen. Die Finanzierung der Maßnahmen gegen HIV/Aids verschlechtert sich zugleich immer mehr.

Jetzt handeln!

Diese Situation ist ethisch untragbar und kann nicht ohne Auswirkungen auf das restliche Europa bleiben. Die Bundesregierung muss darum endlich eine Strategie entwickeln, um der HIV-Epidemie in Osteuropa etwas entgegenzusetzen.

Die Zusammenarbeit zwischen Staat und den am stärksten betroffenen Gruppen hat sich in der deutschen HIV-Prävention als überaus erfolgreich erwiesen. Diese vorbildliche Kooperation ist für internationale Maßnahmen wegweisend.


Dazu sagt Luiz Loures, stellvertretender Exekutiv-Direktor von UNAIDS:

„UNAIDS ist äußerst besorgt über die AIDS-Epidemie in Osteuropa, besonders über den Anstieg der HIV-Neuinfektionen und AIDS-Todesfälle. Damit auch in Osteuropa ein Ende von AIDS weiterhin denkbar bleibt, ist es unerlässlich, die am stärksten betroffenen Gruppen zu erreichen – einschließlich drogengebrauchender Menschen, Männern, die Sex mit Männern haben, Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen, und Menschen in Gefängnissen. Die Zivilgesellschaft spielt hierbei eine zentrale Rolle und es ist zwingend notwendig, dass sie ausreichend finanziert, unterstützt und befähigt ist, ihre wichtige Arbeit zu erledigen.“

Sylvia Urban, Vorstand des Aktionsbündnisses gegen AIDS und der Deutschen AIDS-Hilfe erklärt:

„Die internationale Gemeinschaft muss ihr Engagement gegen HIV in Osteuropa intensivieren, statt nachzulassen. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass Osteuropa von den Erfahrungen in Deutschland profitieren kann. Die Länder selbst müssen dafür Sorge tragen, dass nicht weiter Diskriminierung der am stärksten betroffenen Gruppen den Zugang zu Prävention und Versorgung erschwert. Alle Erfahrungen zeigen: Partizipation ist der Schlüssel! Wer darauf verzichtet, kann gegen die HIV-Epidemie nicht erfolgreich sein. Die Verfolgung von Homosexuellen, Drogenkonsumenten und anderen Minderheiten ist eine menschliche Katastrophe und macht HIV-Prävention unmöglich.“

Astrid Berner-Rodoreda, Vorstand des Aktionsbündnisses  gegen AIDS und Beraterin für HIV bei Brot für die Welt erklärt:

„Auch beim Zugang zu Behandlung liegt Osteuropa weit hinter anderen Regionen zurück. Das hängt auch mit hohen Medikamentenpreisen zusammen. Hier müssen Rahmenbedingungen geändert werden, damit kostengünstige Generika in den Ländern verfügbar sind. Auch muss die Region weiterhin von der Unterstützung des Globalen Fonds profitieren. Partnerorganisationen benötigen in ihrer HIV-Arbeit mit gefährdeten Gruppen und Betroffenen Unterstützung, nicht nur von deutschen Nicht-Regierungsorganisationen, sondern auch von ihrer Regierung und deutschen Regierungsstellen. Die vorbildliche Zusammenarbeit im HIV-Bereich zwischen Regierungsstellen und Nicht-Regierungsorganisationen in Odessa, Ukraine, lässt sich auch in anderen Regionen erzielen. Dafür ist jedoch vor allem politischer Wille notwendig. Wir dürfen die Menschen in Osteuropa mit der zunehmenden HIV-Problematik nicht länger alleine lassen.“

Mehr HIV-Infektionen, weniger Gegenmaßnahmen

Die bislang vorliegenden Konzepte zu HIV/Aids in Osteuropa reichen bei weitem nicht aus. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen können so niemals erreicht werden. Mehr noch: Das internationale Engagement – auch das bundesrepublikanische – gegen AIDS in der Region wurde in den letzten Jahren trotz der zugespitzten Situation immer weiter reduziert.

Einige internationale Geldgeber, wie beispielsweise der  Globale Fonds gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM), haben sich aus Ländern der Region weitgehend zurückgezogen. Zum einen wurde die Wirtschaftskraft einiger Länder durch die Weltbank neu eingestuft, so dass sie nun selbst mehr beitragen müssen. Zugleich wird das politische Klima immer schwieriger. Organisationen, die Fördermittel aus dem Ausland erhalten, müssen sich beispielsweise als „Auslandsagenten“ registrieren lassen und unterliegen staatlichen Restriktionen.

Diese Entwicklungen beschädigen insbesondere die Tätigkeit zivilgesellschaftlicher Akteure, die in der erfolgreichen HIV/Aids-Arbeit immer eine tragende Rolle spielen.

Keine Prävention für besonders betroffene Gruppen

Die Folgen sind dramatisch: Wirksame Präventionsarbeit für die am stärksten betroffenen Gruppen wird immer weiter eingeschränkt oder kommt gar nicht erst zustande.

Ein Beispiel sind Maßnahmen zur Verhinderung von gesundheitlichen Schäden beim Drogenkonsum Spritzenvergabe und Safer-Use-Aufklärung gibt es in vielen Ländern nicht. Und während die Substitutionsbehandlung in der Ukraine zu großen Erfolgen geführt hat, verweigern andere Länder wie Russland diese wissenschaftlich abgesicherte Therapie, die zahlreiche Gesundheitsrisiken minimiert.

Beispiel Menschen in Haft: Gefangene sind aufgrund desolater baulicher Bedingungen und mangels Zugang zu Prävention und Behandlungsmöglichkeiten einem ganz besonders hohen Risiko ausgesetzt, sich mit Tuberkulose, HIV oder Hepatitis C zu infizieren. Tuberkulose ist bereits jetzt eine der Haupttodesursachen für Menschen mit HIV, zunehmend stellen multiresistente Tuberkulosestränge eine ernsthafte Bedrohung dar.

 


Tibet: Verschärfung staatlicher Kontrolle vor KP-Parteitag / Neuer Bericht der International Campaign for Tibet

 

 

 

(Berlin/tb) - Vor dem morgen beginnenden Parteitag der chinesischen Kommunistischen Partei ist in Tibet eine dramatische Verschärfung der staatlichen Kontrolle zu beobachten. In Lhasa und anderen tibetischen Städten der sogenannten Autonomen Region Tibet wurden groß angelegte Truppenübungen veranstaltet, bei denen die Soldaten öffentlich gelobten, „den 19. Parteitag zu beschützen“. Ungeachtet des ohnehin schon hohen Maßes an Unterdrückung in Tibet kündigte die politische Führung noch strengere „Korrektur“-Maßnahmen an und verpflichtet die unteren Parteiebenen darauf, „schlagkräftige Festungen“ darzustellen. Ein neuer Bericht der International Campaign for Tibet (ICT) belegt zum einen die große strategische Bedeutung, die die KP-Führung Tibet beimisst, zum anderen aber auch die Bedeutung der Region für die wirtschaftliche Expansionsstrategie Pekings und die Legitimität der KP-Herrschaft insgesamt. Während des KP-Parteitags wird die „Autonome Region Tibet“ für Ausländer geschlossen. Die Isolation von der Außenwelt wird insbesondere durch die systematische Blockade und Überwachung von Telefon und Internet weiter verstärkt, selbst banale Kommunikation innerhalb der Familien kann so die Menschen in große Gefahr bringen. Zudem ist die Bevölkerung Tibets massiven ideologischen Kampagnen ausgesetzt. ICT hat für diesen Bericht eine große Zahl offizieller und inoffizieller Quellen ausgewertet. Er belegt das Entstehen eines umfassenden „Kontrollstaats“, der es der KP erlaubt, immer tiefer in den Alltag der Menschen einzudringen.

 

ICT-Geschäftsführer Kai Müller sagte dazu: „In den ersten fünf Jahren Xi Jinpings an der Spitze von Staat und KP mussten wir in Tibet eine beunruhigende Entwicklung zur Kenntnis nehmen. Die Unterdrückung hat sich in dieser Zeit deutlich verschärft, der Staat dringt in einem Maße in den Alltag der Bürger ein, dass die Unterscheidung zwischen öffentlichem und privatem Leben in Tibet zunehmend verwischt wird“, so Müller. Der ICT-Geschäftsführer weiter: „Die chinesische Führung muss ihre Tibetpolitik grundsätzlich überdenken und einen Dialog mit dem Dalai Lama und seinen Vertretern aufnehmen, um gemeinsam eine langfristig tragfähige Lösung für Tibet zu finden.“ Der Dalai Lama hatte vor kurzem auf einer Konferenz der tibetischen Exilregierung im nordindischen Dharamsala gesagt, China habe versucht, „die tibetische Identität durch Gehirnwäsche, Bestechung und selbst Gewalt“ auszulöschen, sei aber daran gescheitert. Die chinesische Führung habe nicht damit gerechnet, dass die Tibetfrage auch nach mehr als 50 Jahren noch offen sei, so der Dalai Lama. Tatsächlich aber sei die tibetische Identität lebendig und gewinne an Stärke.

 

Der neue ICT-Bericht zeichnet einige der Entwicklungen in der chinesischen Tibetpolitik unter Xi Jinpings Führung nach. Dieser legte zuletzt einen Schwerpunkt auf die sogenannte „ökologische Zivilisation“, worin sich die Bedeutung der großen Wasserreserven Tibets gerade auch angesichts der zunehmenden Wasserknappheit im Norden und Nordosten Chinas spiegelt. Zugleich macht der Begriff deutlich, wie unklar und verschleiernd die KP-Terminologie genutzt wird, ist doch die tatsächliche Politik Pekings angesichts massiver Staudamm- und Bergbauprojekte in Tibet offensichtlich nach wie vor keineswegs auf die Erhaltung des fragilen Ökosystems auf dem Hochland gerichtet.


Welternährungstag 2017

„Hunger ist auch eine Form von Krieg“

 

(Berlin/pm) – „Hunger trifft nicht alle gleich, er trifft die, die keine Macht haben“ sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner gestrigen Fernsehansprache zur Woche der Welthungerhilfe. „Leider genügen sonntägliche Aufrufe dieser Art nicht. Hunger ist eine Form von Krieg gegen die Ärmsten der Armen – und Deutschland trägt als eines der reichsten Länder der Welt und als einer der größten Waffenexporteure eine große Mitverantwortung, dies zu ändern“, sagte Manuela Kikillus, Geschäftsführerin der Quäker-Hilfe Stiftung, anlässlich des Welternährungstages am 16. November und des Welttages zur Beseitigung der Armut am 17. November in Berlin.

 

Am 12. Oktober hatte die Welthungerhilfe den „Welthunger-Index 2017“ vorgestellt. Daraus ging hervor, dass die vorhandenen Fortschritte im Kampf gegen den Hunger durch bewaffnete Konflikte und die Folgen des Klimawandels wieder zunichte gemacht würden. Vor allem in den Ländern südlich der Sahara, in Südasien und den Kriegsregionen auf der Welt habe sich die Lage weiter verschlechtert. „Ernteausfälle in Afrika und Kriege in Syrien oder im Irak sind jedoch keine isolierten Ereignisse, die uns in Europa nichts angehen, sie sind letztlich oft einer verfehlten Politik auf allen Seiten zuzuschreiben“, sagte Kikillus weiter. Daher gehe es nicht nur darum, die betreffenden Länder beim Aufbau von Strukturen zu unterstützen, die gute Regierungsführung ermöglichen würden, der Westen müsse vielmehr endlich anerkennen, dass Frieden und Sicherheit letztlich so unteilbar wie Menschenrechte seien, so Kikillus weiter.

 

Der Welthunger-Index bewertet jährlich die Lage in 119 Ländern und hatte seit dem Jahr 2000 zunächst deutliche Fortschritte vermelden können. Zugleich seien Länder wie der Südsudan, Somalia, Nigeria oder der Jemen akut von Hungersnöten bedroht. Die absolute Zahl der Hungernden sei weltweit auf den negativen Rekordwert von 815 Millionen Menschen gestiegen. Damit hungert jeder neunte Mensch auf der Welt.

 

Die Quäker, ihre Hilfsorganisationen und deren Partner sind weltweit in rund 20 Ländern aktiv. Sie unterstützen aktivierende Friedensarbeit, schaffen zivilgesellschaftliche Strukturen und bekämpfen den Waffenhandel. In Deutschland wurden die Quäker vor allem durch ihr Engagement für die Zivilbevölkerung nach den beiden Weltkriegen bekannt, u.a. die so genannten „Quäkerspeisungen“ sowie medizinische Leistungen. 1947 erhielten sie dafür den Friedensnobelpreis.

 


Partnerschaft mit Sesame Workshop wird auf 11 Länder und geflüchtete Kinder erweitert

Saubere Hände sind das A und O: Elmo und Raya mit World Vision auf Weltreise für gesunde Kinder

 

(Frankfurt/wv) - Am Welttag des Händewaschens (15. Oktober) erweitern Sesame Workshop - die Bildungsorganisation hinter der TV-Kindersendung Sesame Street (Sesamstraße) - und die Kinderhilfsorganisation World Vision ihre Kooperation. Mit dem Programm “WASH UP!” wollen sie Kindern aus unterentwickelten Regionen oder Krisengebieten kindgerecht lebensrettende Hygiene-Maßnahmen nahebringen.

 

Die Zusammenarbeit wird sich nun auf 11 Länder in Afrika, Lateinamerika, Asien und dem Nahen Osten erstrecken. Botschaften über die Aufbewahrung und den Gebrauch von sauberem Wasser, das Händewaschen mit Seife und die richtige Toiletten-Nutzung werden Kinder aus Ghana, Mali, Niger, Malawi, Sambia, Simbabwe, Honduras und Afghanistan erreichen. Für Jordanien, Libanon und die kurdische Region im Irak wurde das Programm WASH UP!  den besonderen sozialen und emotionalen Bedürfnissen geflüchteter Kinder aus Syrien angepasst. Bei ihnen geht es auch um den Umgang mit Gefühlen, um die Vermittlung von Hoffnung, um Übungen zu Konflikt-Lösungen und um Verständigung mit anderen.

 

Lungenentzündung und Durchfall sind häufige Todesursachen bei Kindern im Vorschulalter, und einfache Gewohnheiten können ihre Gesundheit messbar verbessern. Schon kleine Kinder können gut lernen sich die Hände zu waschen vor dem Essen oder Schuhe anzuziehen, bevor sie eine Latrine oder Toilette aufsuchen. Die WASH UP! initiative will dazu beitragen, dass vermeidbare Krankheiten bei Kindern zurück gehen.

 

Seit 2015 arbeiten World Vision und Sesame Workshop in Afrika zusammen – mit Filmen, Spielmatten, Büchern und Liedern, in denen jeweils die jetzt 6 Jahre alte Puppe Raya und ihr schon lange bekannter Freund Elmo die Hauptrollen spielen.  In Sambia wurde das WASH UP! Programm von Lehrern übernommen, da es gut bei den Schülern ankam. Auch das Bildungsministerium unterstützt es. Mehr als 50.000 Kinder wurden seit dem Start erreicht, und sie sind ermutigt worden, die eingeübten Praktiken auch nach Hause in ihre Familien zu tragen, so dass die Reichweite des Programms noch größer ist.

 

 „Sesame Workshop freut sich, auf den Erfolg der Partnerschaft in Sambia aufbauend, jetzt mit World Vision das WASH UP!-Programm in weiteren 10 Ländern, einschließlich der Region um Syrien, umsetzen zu können“, sagt Sherrie Westin, Leiterin des Bereichs Global Impact bei Sesame Workshop.  “Unser Ziel ist, ein ansprechendes Bildungsprogramm anzubieten, das gute Ergebnisse für Gesundheit erzielt und auf die kontext-spezifischen Bedürfnisse der Kinder, vor allem der bedürftigsten Kinder eingeht“, ergänzt Dr. Abigail Bucuvalas, Direktorin von International Social Impact bei Sesame Workshop. “Bei den jungen syrischen Flüchtlingen gehört dazu, sozio-emotionale Themen mit zu behandeln, sogar wenn die Kinder das Händewaschen üben. Wir sehen darin eine Aufgabe der WASH UP! Initiative und unserer breiter angelegten Anstrengungen, geflüchteten Kindern in der Region wichtige frühe Bildung zugänglich zu machen.“

 

Dr. Greg Allgood, führender Wasserprogramm-Experte bei World Vision, freut sich ebenfalls über Synergien durch diese Partnerschaft: „Indem wir lokale Fachleute  und die Bildungsexperten von Sesame Street einbeziehen, können wir unsere Bildungsförderung den dringendsten Bedürfnissen der Kinder anpassen – ob es darum geht, mit dem Horror des Krieges besser klar zu kommen, die Alphabetisierung zu fördern und oder sauberes Wasser verfügbar zu machen.“

 

HINTERGRUND
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2015 wurden 300 Projekte in 50 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit weiteren World Vision-Werken in fast 100 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de/www.worldvision.de

 


Sinnvolles Engagement im Ausland mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Was tun nach dem Schulabschluss?

 

 

 

(Berlin/as) - Noch bis zum 01. November 2017 können sich Menschen ab 18 Jahren für einen Friedensdienst mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in Belarus, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, in den Niederlanden, in Norwegen, Polen, Russland, in der Tschechischen Republik, der Ukraine und in den USA bewerben. Das Freiwilligenjahr startet im September 2018 und dauert in der Regel zwölf Monate.

 


In einer Zeit, in der rechtspopulistische Parteien und Gruppierungen nicht nur in Europa gegen Einwanderer und Menschen auf der Flucht hetzen, üben sich die Freiwilligen in Mitgefühl und Solidarität, erwerben interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen und stärken ihren historischen und politischen Sachverstand. Sie lernen, aktuelle Formen von Antisemitismus und Rassismus wahrzunehmen und ihnen engagiert entgegenzutreten.

Die meisten der etwa 180 Freiwilligen sind zwischen 18 und 30 Jahren alt. Es können aber auch ältere Menschen am Freiwilligenprogramm teilnehmen. Die Projekte, in denen sich Freiwillige engagieren können, sind vielfältig: Sie begleiten Überlebende des Holocaust, arbeiten in Gedenkstätten und in der politischen Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus. Sie beschäftigen Kinder mit Mehrfachbehinderungen, unterstützen geflüchtete und wohnungslose Menschen.

 

Eine intensive Vorbereitung und professionelle Begleitung vor Ort sind fester Bestandteil des Programms, für das Aktion Sühnezeichen Friedensdienste mit dem Siegel „Qualität in Freiwilligendiensten“ ausgezeichnet wurde.

 

 

 

Über 10.000 junge Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich seit 1958 im Rahmen eines Friedensdienstes mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für Frieden und Verständigung, Menschenrechte und eine sensible Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Geschichte eingesetzt. Der Freiwilligendienst bietet dort Unterstützung an, wo die Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen noch heute spürbar sind.

 

 

 

Jetzt bewerben unter www.asf-ev.de/freiwilligendienste

 

Seit 1958 setzt sich Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für eine kritische und sensible Auseinandersetzung mit den Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen ein. In Freiwilligendiensten und Workcamps engagieren sich jedes Jahr mehrere hundert überwiegend junge Menschen in vielen Ländern Europas, den USA und Israel in Gedenkstätten, in der Begleitung von Überlebenden der Schoa und in der politischen Arbeit für eine inklusive, vielfältige Gesellschaft.

 


Regierung muss vorausschauende Friedenspolitik fördern und Erklärung für „Sichere Schulen“ unterschreiben!

World Vision: Kriege gegen Kinder müssen dringend enden!

(Friedrichsdorf/wv) - Im Vorfeld des Internationalen Weltfriedenstags am 21. September betont die Kinderhilfsorganisation World Vision, dass Kriege und bewaffnete Konflikte immer auch Kriege gegen Kinder sind. „Diese unsägliche Gewalt gegen Kinder muss dringend beendet werden“, betont Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. „Unter bewaffneten Auseinandersetzungen leiden die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft ganz besonders. Leider gibt es in vielen Konflikten auf allen Seiten keine Hemmungen mehr, Kinder zu missbrauchen, sie als Soldaten einzusetzen oder z.B. als Schutzschilde zu benutzen.“ 

 

Gewalt gegen Kinder nimmt insbesondere in Krisen und Konflikten Formen an, die mit Worten nicht mehr zu beschreiben sind. World Vision fordert daher die neue Bundesregierung auf, mehr zu tun, um gewaltsame Auseinandersetzungen zu verhindern und stärker in vorausschauende Friedenspolitik zu investieren. Dringend muss die deutsche Regierung auch die internationale „Safe Schools Declaration“ unterschreiben.

 

„Schulen, Krankenhäuser und Schutzräume für Kinder müssen in Kriegen besonders gesichert werden und dürfen nicht bombardiert oder als Waffenlager missbraucht werden“, so Waffenschmidt. „Wir fordern nachdrücklich, dass Kinderrechte auch während Kriegen und Konflikten respektiert und Kinder immer geschützt werden. Minderjährige dürfen nicht in Armeen und bewaffneten Gruppen eingesetzt werden.“

 

 Die vergangenen Monate waren geprägt von einem beispiellosen Maß an humanitärer Not, steigender Ungerechtigkeit und zunehmender Bedrohung für die globale Sicherheit. Die internationale Gemeinschaft hat sich vor zwei Jahren in der 2030 Agenda verpflichtet, sich für eine friedliche, gerechte und integrative Gesellschaft einzusetzen, die frei von Angst und Gewalt ist. Doch in vielen Regionen der Erde ist der Friede in Gefahr. Kriege und gewaltsame Konflikte gefährden nicht nur das Leben und die Gesundheit von Kindern, sondern auch ihre Zukunft, da sie nicht mehr zur Schule gehen können. „Ohne Frieden ist nachhaltige Entwicklung nicht möglich, genauso wie nachhaltige Entwicklung Grundvoraussetzung für Frieden ist“, erläutert Ekkehard Forberg, World Vision Friedensexperte. „Daher sollte langfristige Entwicklungszusammenarbeit auch Projekte für Friedensförderung beinhalten. Entsprechende Aktivitäten von Hilfsorganisationen müssen stärker gefördert werden. Kinder und Jugendliche sollten hierbei integriert werden. Entsprechend der Steigerung des Verteidigungsetats müssen mehr finanzielle Mittel für Krisenprävention und Friedensförderung bereitgestellt werden.“ 

 

World Vision ist in vielen Konfliktgebieten tätig, wie z.B. in Somalia, im Südsudan oder Kongo. In diesen Ländern beobachten die Mitarbeiter, dass viele Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert werden. In der Kasai Region im Kongo sind beispielsweise 40 – 60% der Soldaten Kinder, viele von ihnen unter 15 Jahren. Laut UN wurden etwa 500 Fälle gezählt, in denen Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht wurden. Etwa 3,8 Millionen Menschen sind allein im Kongo auf der Flucht und benötigen dringend humanitäre Hilfe.

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“, kümmert sich World Vision besonders um Kinder im Krieg und auf der Flucht, sorgt für Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie medizinisch und mit Nahrungsmitteln versorgt werden und zur Schule gehen können. Hierbei werden sie von besonders geschulten Mitarbeitern betreut.  

 

World Vision organisiert in vielen seiner Projekte sogenannt „Peaceclubs“ mit Kindern und Jugendlichen, in denen über Menschen- und Kinderrechte diskutiert wird und in denen friedliche Konfliktbewältigung geübt wird. 

 

 

HINTERGRUND
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2016 wurden 327 Projekte in 52 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit World Vision Büros in weiteren 97 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de

 


World Food Day Colloquium

Forscher und Firmen kämpfen mit Big Data gegen den Hunger

 


19. Okt. 2017, 9:00 – 16:30 Uhr, Universität Hohenheim, Euroforum: Internationale Konferenz des Food Security Center zu Chancen von Digitalisierung in der Ernährungssicherung

(Stuttgart/pm) - Die Digitalisierung hat in der Landwirtschaft Einzug gehalten – und könnte zu einem wichtigen Mittel im Kampf gegen den Hunger werden. Beim World Food Day Colloquium an der Universität Hohenheim in Stuttgart zeigen internationale Experten dafür Beispiele aus aller Welt und erörtern Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Nahrungsmittelproduktion.

Big Data: Dieses Zauberwort erlaubt es Wissenschaftlern, mit dem Sammeln, Verarbeiten und Kombinieren großer Datenmengen neue Wege in der Forschung zu gehen – über die Grenzen von Ländern und Disziplinen hinweg. Darauf bauen auch zunehmend Experten im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung.

Einige Beispiele solcher Herangehensweisen zeigen Fachleute aus Wissenschaft und Politik auf Einladung des Food Security Center an der Universität Hohenheim. Einsatzmöglichkeiten und -bedingungen digitaler Technik in der Nahrungsmittelproduktion, auch schon vor der Aussaat, werden dabei ebenso erörtert wie mögliche Auswirkungen auf die Ernährungssicherung weltweit.

Mathias Mogge, Vorstandsmitglied der Welthungerhilfe, stellt zudem im Rahmen des Kolloquiums den neu erschienenen Global Hunger Index 2017 vor: ein Instrument des International Food Policy Research Institute (IFPRI) und der Welthungerhilfe zur Messung von Hunger und Mangelernährung in der Welt.

Verleihung im Rahmen der Konferenz: Justus von Liebig-Preis für Welternährung

Außerdem wird beim World Food Day Colloquium ein Wissenschaftler der Universität Hohenheim geehrt, der sich in besonderer Weise gegen eine schwer bemerkbare Form der Mangelernährung eingesetzt hat. Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. med. Hans Konrad Biesalski, Leiter des Fachgebiets Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft und ehemaliger Direktor des Food Security Center an der Universität Hohenheim, forscht seit Jahren intensiv zum sogenannten Hidden Hunger und hat einen internationalen Kongress zu diesem verborgenen Hunger ins Leben gerufen, der Wissenschaftlern, Politikern und anderen Experten eine Plattform zum Austausch bietet.

Für diesen Einsatz verleiht ihm die Ulmer Stiftung fiat panis den mit 25.000 Euro dotierten Justus von Liebig-Preis für Welternährung. Der mittlerweile zum fünften Mal verliehene Preis soll das Engagement für eine gesicherte Ernährung aller Menschen weltweit fördern. Ein unabhängiges Kuratorium entschied sich dabei einstimmig für die Vergabe an Prof. Dr. Biesalski.

Hintergrund: Food Security Center (FSC)

Das Food Security Center (FSC) ist ein Exzellenzzentrum der Universität Hohenheim und kooperiert mit Partnerinstitutionen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Das FSC leistet wissenschaftliche Beiträge, um den Hunger in der Welt zu vermindern und die Ernährungssicherung zu verbessern. Damit trägt es zum Erreichen der UN Sustainable Development Goals (SDGs) bei. Das FSC vereint Kompetenzen aus den Agrar-, Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Die vier Arbeitsschwerpunkte des FSC liegen in der Forschung, der Aus- und Weiterbildung von jungen Wissenschaftlern, dem Wissenstransfer weltweit sowie in der Öffentlichkeitsarbeit und (Politik-)Beratung.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert das FSC, neben vier weiteren deutschen Exzellenzzentren, im DAAD-Rahmenprogramm „exceed – Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit“.

 


Auszeichnung für Lebensleistung

Justus v. Liebig-Preis für Welternährung geht an Prof. Dr. Biesalski

 

Forscher der Uni Hohenheim erhält mit 25.000 Euro dotierten Preis der Stiftung fiat panis für Einsatz gegen Hunger und ländliche Armut / Preisverleihung am 19. Oktober 2017

(Stuttgart/pm) - Hidden Hunger, der verborgene Hunger: Eine Form der Mangelernährung, die häufig unbemerkt bleibt – obwohl, so die Daten der WHO, weltweit mehr als zwei Milliarden Menschen unter dem Mikronährstoffmangel leiden. Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski, Ernährungswissenschaftler an der Universität Hohenheim in Stuttgart, hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Problem zu bekämpfen. Neben intensiver Forschungsarbeit rief er eine internationale Konferenz zu Hidden Hunger ins Leben, die in diesem Jahr zum dritten Mal stattfand. Für diesen Einsatz ehrt ihn nun die Ulmer Stiftung fiat panis mit dem renommierten Justus von Liebig-Preis für Welternährung. Die Preisverleihung findet am 19. Oktober 2017 um 11:30 Uhr im Rahmen des World Food Day Colloquiums im Euroforum der Universität Hohenheim statt.

Der Einsatz von Prof. Dr. Biesalski gegen die versteckte Mangelernährung war es, der die Stiftung fiat panis zur Auszeichnung bewog. Besonders hob die Stiftung dabei die Bedeutung der Konferenzen hervor: „Mit den Hidden Hunger Kongressen in Stuttgart hat er eine einzigartige internationale Plattform für den interdisziplinären Austausch über soziale, medizinische und naturwissenschaftliche und politische Maßnahmen geschaffen.“

Mit Teilnehmern aus der Zivilgesellschaft, aus Ministerien, Regierungsbehörden und internationalen Organisationen seien die Konferenzen „zu einem wichtigen Ereignis in der globalen Community geworden, in denen sowohl wissenschaftliche als auch praktische Highlights vorgestellt wurden.“ Die Konferenzen führten zudem führende Wissenschaftler mit jungen Nachwuchsforschern, insbesondere aus Afrika und Asien, zusammen.

Fast zeitgleich zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand nach 38 Forschungsjahren ist der Preis damit auch eine Auszeichnung für das Lebenswerk des renommierten Ernährungswissenschaftlers. So formulierte es auch das Kuratorium der Stiftung, das einstimmig für die Preisvergabe an Prof. Dr. Biesalski stimmte: „Sein bisheriges Lebenswerk hat er in den Dienst einer Welt frei von Armut und Hunger gestellt.“

Zur Person: Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski

Prof. Dr. Biesalski wurde im Jahre 1949 in Marburg geboren. Er studierte Medizin an den Universitäten Mainz und Bonn. 1979 wurde er als Arzt approbiert. Von 1979 bis 1982 arbeitete Prof. Dr. Biesalski als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Physiologischen Institut der Universität Mainz in der Abteilung Biophysik. 1981 promovierte er mit der These "Progressive Hearing Disorders in Childhood".

Von 1984 bis 1993 arbeitete er am Institut für Physiologische Chemie an der Universität Mainz. 1993 wurde er an die Universität Hohenheim berufen. Seit 1994 leitet er das Fachgebiet Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft der Universität Hohenheim sowie seit 2014 das Food Security Center der Universität, das sich der internationalen Ernährungssicherung widmet.

Weitere Schwerpunkte setzte Prof. Dr. Biesalski in der Grundlagenforschung über den Metabolismus von Vitamin A, hinzu kommt angewandte Forschung zu einer breiten Palette von ernährungsbezogenen Themen in Entwicklungsländern. Prof. Dr. Biesalski ist Autor und Herausgeber vieler Standardwerke der Ernährungswissenschaft und Ernährungsmedizin. Er hat 249 Veröffentlichungen in der Forschungsdatenbank PubMed, die 16 000 Mal zitiert wurden.

Hintergrund: Justus von Liebig-Preis für Welternährung

Bis 2006 wurde der Justus von Liebig-Preis für besondere wissenschaftliche oder praktische Verdienste um die Landwirtschaft in Europa vergeben. Mit der Übernahme durch die Stiftung fiat panis hat die Auszeichnung an Bedeutung gewonnen. Der jetzt international ausgeschriebene Preis fördert damit das Engagement für eine gesicherte Ernährung aller Menschen weltweit.

Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben. Über die Vergabe entscheidet ein unabhängiges Kuratorium.

Weitere wissenschaftliche Auszeichnungen der Stiftung gingen in den vergangenen Jahren ebenfalls wiederholt an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hohenheim: Der Josef G. Knoll-Europäischer Wissenschaftspreis und der Hans H. Ruthenberg-Graduierten-Förderpreis.

Hintergrund: Stiftung fiat panis

Im Jahr 2000 gründete Dr. Hermann Eiselen (1926 - 2009) die Stiftung fiat panis als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts, die im Januar 2010 die Aufgaben der Forschungsförderung von der Eiselen-Stiftung übernahm. Herr Dr. Eiselen bestimmte die Stiftung fiat panis zu seiner Alleinerbin und wollte damit die bisherige erfolgreiche Arbeit der Eiselen-Stiftung im Bereich der Forschungsförderung stärken und fortführen.

Die Stiftung mit Sitz in Ulm initiiert und fördert innovative Forschungsprojekte der universitären entwicklungsländerbezogenen Agrar- und Ernährungsforschung, die geeignet sind zur Verbesserung der Ernährungslage in der südlichen Hemisphäre beizutragen und die Auswirkungen von Hunger und Armut zu lindern. Darüber hinaus hat sie die Aufgabe wissenschaftliche Nachwuchskräfte zu unterstützen, die sich mit der Lösung des Hungerproblems beschäftigen.

 


„Weihnachten Weltweit“ – eine ökumenische Aktion für Kinder in der Adventszeit

Wie feiert man Weihnachten im Libanon, in Mexiko oder in Tansania?

 

 

Weihnachten weltweit * Kinder * Advent * Aktion * Ökumene

 

 

 

(Berlin/bfw) - Echte Pflänzchen für die Krippe ziehen, Süßigkeiten aus einer Pappfigur befreien oder als Engel verkleidet in den Gottesdienst gehen – das sind nur drei Beispiele aus aller Welt, die zeigen, wie außerhalb Deutschlands Weihnachten gefeiert wird. Erzählt werden diese Geschichten von Sahra aus dem Libanon, Ricardo aus Mexiko und Saida aus Tansania in den Materialien der ökumenischen Mitmachaktion „Weihnachten Weltweit“. Träger der Aktion sind die kirchlichen Hilfswerke Adveniat, Brot für die Welt, Misereor und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“.

 

 

 

Im Mittelpunkt der Mitmachaktion steht fair gehandelter Weihnachtsschmuck: Ein Stern aus Peru, eine Kugel aus Indien und ein Engel aus Thailand. Alle drei Produkte sind unter fairen Bedingungen in Handarbeit von Handelspartnern der GEPA-The Fair Trade Company hergestellt worden. Alle drei Figuren sind weiß und unbearbeitet und können von Kindern bemalt, beklebt oder umwickelt werden. So wird jeder Schmuck zu einem ganz individuellen Kunstwerk und einem einzigartigen Weihnachtsgeschenk. Mit dem Kauf des Weihnachtsschmucks sorgen Käufer in Deutschland dafür, dass die herstellenden Familien in Indien, Thailand und Peru ein faires und geregeltes Einkommen erhalten. Kugeln, Sterne und Engel kosten als Zehner-Set jeweils 20 Euro und sind versandkostenfrei und auf Rechnung bestellbar. Tipps zum fairen Weihnachtsfest und weitere Informationen zur Aktion „Weihnachten weltweit“ gibt es unter: www.weihnachten-weltweit.de

 

 

 

Auf der Website finden sich neben Geschichten für Kinder über das Weihnachtsfest in anderen Ländern auch pädagogisches Material und Anregungen für die Gruppenarbeit in Kindertagesstätten und im Kindergottesdienst. So zum Beispiel Mal- und Basteltipps, Vorlesegeschichten rund ums „faire“ Weihnachtsfest, Lieder, Texte und Noten.

 

 

 

Offiziell gestartet wird die Aktion „Weihnachten Weltweit“ am 28. November 2017 in Essen. Rund 40 Mädchen und Jungen aus katholischen und evangelischen Kindergärten stellen dabei die Aktion vor, präsentieren später ihre bunt gestalteten Kugeln und schmücken damit zum Abschluss einen Weihnachtsbaum auf dem Essener Weihnachtsmarkt.

 


Brot für die Welt und FIAN legen Bericht zum Recht auf Nahrung vor

Den Hunger besiegen

 

Hunger * Welternährungskonferenz * Recht auf Nahrung

 

(Berlin/Köln/bfw) - Vor zehn Jahren explodierten weltweit die Preise für Grundnahrungsmittel. Die Zahl der Hungernden stieg auf über eine Milliarde Menschen, in Dutzenden Ländern kam es zu Unruhen. Die jüngsten Zahlen der Vereinten Nationen belegen, dass aktuell rund elf Prozent der Weltbevölkerung chronisch Hunger leiden. Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN legen das 10. Jahrbuch zum Recht auf Nahrung vor, in dem die Hintergründe der Krise beleuchtet und Alternativen vorgestellt werden.

 

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, sagt: „Die Hungerkrise von 2007 hat gezeigt, dass jeder Anstieg der Preise für Grundnahrungsmittel sich unmittelbar auf die Ärmsten auswirkt und die Zahl der Hungernden in die Höhe treibt. Damit sich eine solche Krise nicht wiederholt, sind stabile, aber auch faire Preise wichtig – für Konsumenten wie für Produzenten. Wenn die größte Gruppe der Nahrungsmittelproduzenten, die Kleinbauern, neben dem Zugang zu verbesserten Anbaumethoden und zu Krediten angemessene Preise für ihre Erzeugnisse bekäme, wäre das ein großer Beitrag zur Vermeidung künftiger Hungerkrisen.“

 

Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland, ergänzt: „Die Bundesregierung vertraut bei der Hungerbekämpfung zu sehr auf offene, liberalisierte Märkte. Wenn dann aber Schutzmechanismen fehlen, können besonders von Hunger betroffene Bevölkerungsgruppen nicht mehr mit den Produkten aus industriellen globalisierten Agrarsystemen konkurrieren. Dann nimmt der Hunger zu und nicht ab. Schlimmer noch: Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die bis zu 70 Prozent der Grundnahrungsmittel weltweit produzieren, werden durch Großinvestitionen häufig verdrängt. Auch verschärfen sich durch den übermäßigen Einsatz von Dünger und Agrarchemikalien die ökologischen Probleme.“ Mimkes fordert eine menschenrechtliche Ausrichtung der Agrar- und Handelspolitik sowie eine engagierte Klimaschutzpolitik.

 

Die Hungerkrise 2007/2008 und die folgenden sozialen Unruhen hatten eine Vielzahl von Ursachen. Die erzwungene Öffnung der Agrarmärkte in Entwicklungsländern, die Spekulation mit Nahrungsmitteln, der zu starke Fokus auf industrielle Ernährungssysteme, der großflächige Anbau von Biokraftstoffen sowie die Auswirkungen des Klimawandels sind die wichtigsten. Mangelndes Interesse vieler Regierungen, sich um Arme und Hungernde zu kümmern und die Diskriminierung dieser Bevölkerungsgruppen verschlimmerten die Lage. Keines dieser Probleme wurde in den vergangenen zehn Jahren gelöst.

 

Im 10. Jahrbuch zum Recht auf Nahrung werden die anhaltenden Fehlentwicklungen des industriellen Ernährungssystems analysiert und Wege aus der Krise aufgezeigt. Schwerpunkte sind die Konzentrationsprozesse im Agrarsektor, die Bedrohung der Ernährung durch den Klimawandel sowie der wachsende Einfluss großer Unternehmen auf die internationale Agrar- und Ernährungspolitik.

 

Laut den jüngsten Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der Hungernden im Jahr 2016 erstmals seit Jahren gestiegen, auf nun 815 Millionen. Jeder neunte Mensch leidet chronisch Hunger. Zugleich belegen die Daten der Welternährungsorganisation FAO, dass noch nie so viele Nahrungsmittel produziert wurden wie heute. Die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung ist daher weniger eine Frage der Mengen, sondern des Zugangs zu Nahrungsmitteln.

 

Das Recht auf Nahrung ist als Menschenrecht verankert in Artikel 11 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, dem UN-Sozialpakt. Es ist eines der am häufigsten verletzten Menschenrechte. In den Nachhaltigen Entwicklungszielen haben die Vereinten Nationen vereinbart, bis 2030 das Recht auf Nahrung für alle Menschen zu verwirklichen.

 

 

Das aktuelle Jahrbuch The World Food Crisis: The Way Out’ erscheint in Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch. Mehr dazu unter www.righttofoodandnutrition.org/watch

 

Die Welternährungskonferenz findet vom 9.-13. Oktober 2017 in Rom statt.

 


Ein Jahr nach Hurrikan Matthew

Katastrophenvorsorge rettet Leben

 

Matthew * Hurrikan * Haiti * Karibik * Katastrophenvorsorge * Nothilfe

(Berlin/dw) - Ein Jahr nachdem Hurrikan Matthew Haiti schwer getroffen hat, leidet das Land noch immer unter den Folgen. Auch in diesem Jahr sind Wirbelstürme wie zuletzt Hurrikan Irma und aktuell Hurrikan Maria durch die Karibik gezogen und haben schwere Schäden verursacht. Haiti ist eines der Länder mit dem höchsten Risiko für Naturkatastrophen weltweit. Daneben gilt das Land als das Ärmste Lateinamerikas, zwei von fünf Haitianern leiden unter Hunger. „Die dramatische Armut macht die Menschen in Haiti besonders anfällig für Naturkatastrophen, die auch der Klimawandel ihnen beschert“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Es fehlen ihnen die Mittel, sich von den immer häufigeren und schwereren Katastrophen zu erholen. Haiti braucht neben Nothilfe dringend Katastrophenvorsorge und eine starke Lobby für Klimaschutz.“

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist seit vielen Jahren in der Katastrophenvorsorge in Haiti aktiv und hat mit ihren Partnern beispielsweise kommunale Frühwarnsysteme eingerichtet, Notunterkünfte gebaut und Warenlager eingerichtet. „Prävention ist in dem anfälligen Inselstaat besonders wichtig“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Unsere Investitionen in Frühwarnsysteme und den Katastrophenschutz haben sich schon in der diesjährigen Hurrikan-Saison bewährt und werden in Zukunft hoffentlich noch vielen Menschen das Leben retten“, so Keßler. „Bereits nach dem Erdbeben 2010 haben wir mit unseren Partnern Schulen und Häuser erdbeben- und sturmsicher wieder aufgebaut. Diese stabilen Häuser hielten Hurrikan Matthew stand und boten vielen Familien und ihren Nachbarn Schutz.“

Hurrikan Matthew hatte am 4. Oktober 2016 in Haiti mehr als 500 Menschen das Leben gekostet. Hunderttausende Menschen müssen bis heute in zerstörten Häusern leben, in einigen betroffenen Regionen sind nahezu 100 Prozent der Ernten durch den Sturm zerstört worden. Insgesamt verloren mehr als zwei Millionen Menschen durch den Hurrikan ihre Lebensgrundlage. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist in verschiedenen Regionen Haitis aktiv und baut beispielsweise neue Notfallzentren, die die Hilfe bei Naturkatastrophen koordinieren sollen. Außerdem werden Schulungen durchgeführt und Frühwarnsysteme eingerichtet, damit die Menschen besser auf den Ernstfall vorbereitet sind. Im Süden des Landes baut die Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit ihren Partnern Häuser wieder auf. Zudem werden Familien beim Wiederaufbau ihrer landwirtschaftlichen Lebensgrundlage unterstützt.

 


Regierung muss vorausschauende Friedenspolitik fördern und Erklärung für „Sichere Schulen“ unterschreiben!

World Vision: Kriege gegen Kinder müssen dringend enden!

(Friedrichsdorf/wv) - Im Vorfeld des Internationalen Weltfriedenstags am 21. September betont die Kinderhilfsorganisation World Vision, dass Kriege und bewaffnete Konflikte immer auch Kriege gegen Kinder sind. „Diese unsägliche Gewalt gegen Kinder muss dringend beendet werden“, betont Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. „Unter bewaffneten Auseinandersetzungen leiden die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft ganz besonders. Leider gibt es in vielen Konflikten auf allen Seiten keine Hemmungen mehr, Kinder zu missbrauchen, sie als Soldaten einzusetzen oder z.B. als Schutzschilde zu benutzen.“

 

Gewalt gegen Kinder nimmt insbesondere in Krisen und Konflikten Formen an, die mit Worten nicht mehr zu beschreiben sind. World Vision fordert daher die neue Bundesregierung auf, mehr zu tun, um gewaltsame Auseinandersetzungen zu verhindern und stärker in vorausschauende Friedenspolitik zu investieren. Dringend muss die deutsche Regierung auch die internationale „Safe Schools Declaration“ unterschreiben.

 

„Schulen, Krankenhäuser und Schutzräume für Kinder müssen in Kriegen besonders gesichert werden und dürfen nicht bombardiert oder als Waffenlager missbraucht werden“, so Waffenschmidt. „Wir fordern nachdrücklich, dass Kinderrechte auch während Kriegen und Konflikten respektiert und Kinder immer geschützt werden. Minderjährige dürfen nicht in Armeen und bewaffneten Gruppen eingesetzt werden.“

  

Die vergangenen Monate waren geprägt von einem beispiellosen Maß an humanitärer Not, steigender Ungerechtigkeit und zunehmender Bedrohung für die globale Sicherheit. Die internationale Gemeinschaft hat sich vor zwei Jahren in der 2030 Agenda verpflichtet, sich für eine friedliche, gerechte und integrative Gesellschaft einzusetzen, die frei von Angst und Gewalt ist. Doch in vielen Regionen der Erde ist der Friede in Gefahr. Kriege und gewaltsame Konflikte gefährden nicht nur das Leben und die Gesundheit von Kindern, sondern auch ihre Zukunft, da sie nicht mehr zur Schule gehen können. „Ohne Frieden ist nachhaltige Entwicklung nicht möglich, genauso wie nachhaltige Entwicklung Grundvoraussetzung für Frieden ist“, erläutert Ekkehard Forberg, World Vision Friedensexperte. „Daher sollte langfristige Entwicklungszusammenarbeit auch Projekte für Friedensförderung beinhalten. Entsprechende Aktivitäten von Hilfsorganisationen müssen stärker gefördert werden. Kinder und Jugendliche sollten hierbei integriert werden. Entsprechend der Steigerung des Verteidigungsetats müssen mehr finanzielle Mittel für Krisenprävention und Friedensförderung bereitgestellt werden.“

  

World Vision ist in vielen Konfliktgebieten tätig, wie z.B. in Somalia, im Südsudan oder Kongo. In diesen Ländern beobachten die Mitarbeiter, dass viele Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert werden. In der Kasai Region im Kongo sind beispielsweise 40 – 60% der Soldaten Kinder, viele von ihnen unter 15 Jahren. Laut UN wurden etwa 500 Fälle gezählt, in denen Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht wurden. Etwa 3,8 Millionen Menschen sind allein im Kongo auf der Flucht und benötigen dringend humanitäre Hilfe.

  

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“, kümmert sich World Vision besonders um Kinder im Krieg und auf der Flucht, sorgt für Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie medizinisch und mit Nahrungsmitteln versorgt werden und zur Schule gehen können. Hierbei werden sie von besonders geschulten Mitarbeitern betreut.

 

World Vision organisiert in vielen seiner Projekte sogenannt „Peaceclubs“ mit Kindern und Jugendlichen, in denen über Menschen- und Kinderrechte diskutiert wird und in denen friedliche Konfliktbewältigung geübt wird.

 

 

INFOS IM INTERNET

 

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HINTERGRUND

 

World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2016 wurden 327 Projekte in 52 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit World Vision Büros in weiteren 97 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de

 


China: Überarbeitete Vorschriften über Religionsangelegenheiten Ausdruck totalitären Herrschaftsanspruchs /

Religion im Dienst „sozialistischer Grundwerte“

 

(Berlin/pm) - Chinas neue Vorschriften über Religionsangelegenheiten, deren Überarbeitung im Februar 2018 in Kraft treten soll, ist nach Einschätzung der International Campaign for Tibet (ICT) Ausdruck eines totalitären Herrschaftsanspruchs der Kommunistischen Partei Chinas, mit gravierenden Folgen für tibetische Buddhisten und andere religiöse Gruppen. Die vor Kurzem bekannt gewordene abschließende Bearbeitung der Vorschriften ist ein weiterer Baustein der umfassenden staatlichen Sicherheitsarchitektur, zu der unter anderem das Sicherheitsgesetz, das „Anti-Terror-Gesetz“ von 2016 und das 2017 in Kraft getretene Gesetz über die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen zählen. Neu in der jetzt bekannt gewordenen Fassung ist die gesetzlich festgelegte Aufforderung an alle religiösen Gruppen, „sozialistische Grundwerte“ zu praktizieren und sich der „sozialistischen Gesellschaft“ anzupassen.

 

ICT-Geschäftsführer Kai Müller: „Auch mit den überarbeiteten Vorschriften gilt in China: Praktisch jede religiöse Betätigung steht unter Aufsicht und Kontrolle des chinesischen Staates, der rigoros in das Leben von Gläubigen und Religionsgruppen eingreift. Statt die bestehenden Vorschriften menschenrechtskonform zu überarbeiten, hat die chinesische Regierung ihre Befugnisse noch erweitert. Wer Religionsfreiheit weltweit verteidigen will, muss dieser Politik mit Nachdruck widersprechen. Religion kann nicht im Dienst einer staatlichen und überdies autoritären Ideologie stehen.“

 

Das Konzept der „sozialistischen Grundwerte“ wurde auf dem 18. Parteitag der KPCh unter der Ägide Xi Jinpings eingeführt, um Beobachtern zufolge nach innen und außen für einen „Sozialismus mit chinesischen Merkmalen“ zu werben, ohne etwa internationale Menschenrechtsstandards anzuerkennen. So wurde unlängst die bereits umfassende Medienzensur mit dem Verweis auf „sozialistische Grundwerte“ weiter verschärft.

 

Inhaltlich stellen die überarbeiteten Vorschriften (Original, engl. Übersetzung) eine Fortschreibung und Verschärfung der bisherigen Praxis dar. Dies gilt besonders für Tibet, wo bereits jetzt internationale Menschenrechtsstandards massiv verletzt werden und der Staat eine feindselige Haltung gegenüber unabhängiger Meinungsäußerung und freier Religionsausübung an den Tag legt. Deutlich wurde dies bereits an der Wortwahl des Entwurfs. So rückt dieser durch die ständige Verwendung von Begriffen wie „Staatssicherheit“, „religiöser Extremismus“ und „Terrorismus“ alle religiöse Aktivität in die Nähe politisch aufgeladener Verbrechen. Wie schon beim Anti-Terror-Gesetz von 2016 und dem Sicherheitsgesetz von 2015 werden diese Begriffe entweder überhaupt nicht oder nur sehr vage definiert, wodurch die Behörden einen enormen Definitionsspielraum erhalten. Dadurch kann so gut wie jede religiöse Handlung zum strafwürdigen Verbrechen erklärt werden. Gleiches gilt für jeden Ausdruck der tibetischen Identität, gewaltfreien Protest oder öffentliche Kritik an der Religionspolitik. Die Vorschriften verlangen überdies die „Unabhängigkeit“ religiöser Gruppen von „ausländischer Dominanz“, ein Passus der deutlich auf die feindselige Haltung gegenüber dem Dalai Lama gemünzt ist, aber beispielsweise auch auf vatikantreue Katholiken angewandt werden könnte. Unter Erlaubnisvorbehalt der Behörden stehen unter anderem nach wie vor religiöse Aktivitäten, die Einsetzung religiöser Würdenträger und die religiöse Betätigung von Gruppen. Vom Staat unabhängiges und unbeeinflusstes religiöses Leben ist damit unmöglich.

 

In der Zeitung „Global Times“, dem auf Englisch erscheinenden Propagandasprachrohr der chinesischen KP, betonte Wang Zuoan, Direktor der staatlichen Religionsbehörde „SARA“, indes die Notwendigkeit einer straffen Ausrichtung der Religionspolitik: „Die Religionen sollten sinisiert sein“, so der Funktionär. Wang unterstellte in dem im Juli erschienenen Bericht „ausländischen Kräften“ Religion zu nutzen, um China zu infiltrieren. „Extremismus und illegale religiöse Aktivitäten“ bedrohten die „nationale Sicherheit und die soziale Stabilität“, so Wang weiter. Su Wei, Professor einer Parteischule der KP ergänzte im selben Artikel, dass insbesondere Christentum und Islam – beides Religionen, die in China nicht heimisch seien – von diesen nicht näher definierten ausländischen Kräften genutzt würden, um ihre politischen Ansichten in China zu verbreiten. Daher, so hieß es weiter, müssten manche religiösen Doktrinen „angepasst“ werden, um in Übereinstimmung mit chinesischen Sitten und Gebräuchen zu gelangen. Offenbar wird darin der Versuch der chinesischen KP, auch in der Religionspolitik ihre „sozialistischen Grundwerte“ mit einer von der Partei definierten chinesischen Kulturtradition zu verschmelzen.

 

Eine ausführliche Analyse des im September 2016 vorgestellten Entwurfs der Vorschriften kann dem Bericht „Suffocating religious freedom in Tibet: China’s draft regulations on religious affairs“ der International Campaign for Tibet vom 25. Oktober 2016 entnommen werden. Eine Analyse der 2017 vorgenommenen Änderungen ist im aktuellen Bericht "China's revised religious regulations threaten survival of Tibetan Buddhism" der International Campaign for Tibet vom 18. September 2017 enthalten.

 


Erzbischof Dieudonné Nzapalainga über die Situation in der Zentralafrikanischen Republik

„Wir haben alles verloren, außer unseren Glauben“

Foto: © Lena Kretschmann
Foto: © Lena Kretschmann

 

(Aachen/kmw) - „Die staatlichen Strukturen in der Zentralafrikanischen Republik funktionieren nicht mehr, das müssen wir einfach zur Kenntnis nehmen“, sagte Erzbischof Dieudonné Nzapalainga (Bangui) beim Besuch des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio und des Kindermissionswerkes ,Die Sternsinger‘ in Aachen. Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident der beiden Werke, sicherte der Kirche weitere Unterstützung für die Friedensarbeit in der Zentralafrikanischen Republik zu. Seit dem Ausbruch der bürgerkriegsartigen Kämpfe in dem Land 2014 hat sich die Lebenssituation der Menschen dramatisch verschlechtert. „Wir haben alles verloren, außer unserem Glauben“, so Erzbischof Dieudonné. „Wenn die Menschen in der Kirche zusammenkommen, dann sind sie für kurze Zeit wieder glücklich“, berichtete der Aachener Friedenspreisträger von 2015. Die Rolle der Kirche sei, zwischen den rivalisierenden Gruppen zu vermitteln, den interreligiösen Dialog voranzutreiben und „im In- und Ausland Hilfe zu organisieren“. Ausdrücklich bedankte er sich für die bisherige Unterstützung bei missio Aachen und dem Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘.

 


Freiburger Erzbischof Stephan Burger besucht Caritas Baby Hospital in Bethlehem

Kindern in Not helfen

Foto: Kinderhilfe Bethlehem  im Deutschen Caritasverband e.V.
Foto: Kinderhilfe Bethlehem im Deutschen Caritasverband e.V.

 

(Freibur/pm) -- Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger besuchte mit den Pilgern der Diözesanwallfahrt das Caritas Baby Hospital in Bethlehem. Anschließend nutzte er die Gelegenheit, um mit der Leitung des Kinderkrankenhauses über die aktuelle Situation zu sprechen. "Dieses Krankenhaus wird dringend gebraucht, um Kindern in existentieller Not zu helfen", sagte Burger. Als Protektor der Trägerorganisation ist der Erzbischof eng mit der Einrichtung verbunden.

"Was ich gesehen und gehört habe, bestärkt mich einmal mehr, diese Arbeit zu fördern und zu unterstützen", sagte Erzbischof Burger nach seinem Besuch. Das Caritas Baby Hospital ist seit 65 Jahren eine Stütze für die Familien in Bethlehem. Es ist für alle Kinder offen, ohne nach Religion, Nationalität oder sozialer Herkunft zu fragen. Bei der Behandlung werden die Mütter aktiv miteingebunden. "Es ist mehr als ein Krankenhaus, es ist ein wichtiger Ort der Hoffnung für die Menschen", so Burger weiter.

Chefärztin Dr. Hiyam Marzouqa führte den Erzbischof und die Pilger durch die Stationen. Die Schicksale der kranken Kinder bewegten die Besucher sichtlich. Beim Blick vom Dach des Krankenhauses wurde die alltägliche Begrenztheit im besetzten palästinenschen Gebiet förmlich greifbar. Mauern und Siedlungen liegen in Sichtweite.

Erzbischof Burger war dieser Besuch ein großes Anliegen: "Mein Besuch im Rahmen unserer Heilig-Land-Pilgerreise sollte auch ein Zeichen der Solidarität sein - sowohl mit denjenigen, die sich im Hospital engagieren und dort Verantwortung tragen, als auch mit den Menschen vor Ort, vor allem den Kindern, die unter der politischen und wirtschaftlichen Lage leiden." Zum Abschied schenkte ihm Krankenhausdirektor Issa Bandak ein von Patienten für ihn gemaltes Bild.

 


Versagen der Politik

Großer Rückschritt - Zahl der Hungernden auf 815 Millionen gestiegen

 

Hunger * FAO * Welternährung * Horn von Afrika

(Berlin/bfw) -Die Welternährungsorganisation FAO hat heute in Rom die neuen Statistiken über Hunger und Mangelernährung veröffentlicht. Danach ist die Zahl der weltweit Hungernden von 777 Millionen (2015) auf 815 Millionen Menschen (2016) gestiegen. Dr. Bernhard Walter, Referent für Ernährungssicherheit bei Brot für die Welt, kommentiert:

„Brot für die Welt ist erschüttert angesichts der Zunahme der Zahl der Hungernden. Jeder neunte Mensch hungert. Dass jetzt 38 Millionen Menschen mehr hungern als 2015, hat vor allem menschengemachte Ursachen. Allein am Horn von Afrika und in Nigeria sind momentan 20 Millionen Menschen mehr akut vom Hungertod bedroht. Dort schaffen Konflikte, Kriege, Vertreibung und Klimaveränderungen zusätzlich Hunger.

Es ist ein Skandal, dass in Ländern wie Bangladesch oder Indien immer noch so viele Menschen hungern. Obwohl die Rezepte für die Hungerbekämpfung bekannt sind, wird viel zu wenig und dann noch das falsche getan. Besseres Saatgut, weniger Landraub, mehr Umweltschutz, effiziente Infrastruktur und Märkte sind einige der Stellschrauben,  um den Hunger wirksam  zu bekämpfen.  Solange eine falsche Agrar- und Wirtschaftspolitik vorherrscht und die Politik sich nicht um die Armen kümmert, wird das Ziel der internationalen Staatengemeinschaft nicht erreicht werden, bis zum Jahre 2030 den Hunger zu beenden.

In den akuten Hungergebieten brauchen wir humanitäre Soforthilfe und endlich eine Politik, die nicht mehr teilnahmslos zuschaut, wie jedes Jahr Millionen von Menschen einen schleichenden Hungertod sterben – entschlossenes Handeln ist  nun erforderlich.

Diese Zahlen rufen auch nach besserer Früherkennung und Prävention. In den regelmäßig von Dürren betroffenen Regionen brauchen wir Frühwarnsysteme, Lager für Hilfsgüter und die rechtzeitige und vorausschauende Bereitstellung von Mitteln, wie z.B. Krisenrücklagen, um schnell und lokal handeln zu können. In Konfliktgebieten muss eine konsequente Diplomatie dafür sorgen, dass Zugang zur Hilfe möglich wird.“

 


ora Kinderhilfe empfängt Vertreter ihres Projektpartners SOJPAE aus Burundi in Berlin.

Menschenrechtler aus Burundi zu Besuch in Berlin

 


Vom 17. September bis zum 22. September werden Jacques NSHIMIRIMANA, Christophe NDUWINGOMA und Francine INARUKUNDO bei ora Kinderhilfe international e. V. zu Gast sein.

 

(Berlin/ora) - Er ist erst 33 Jahre alt, kämpft aber schon sein halbes Leben für die Rechte von Kindern. Bereits in der Schule, mit 15 Jahren, hat Jacques Nshimirimana aus Burundi begonnen, sich für die Freiheit und Sicherheit von Mädchen und Jungen einzusetzen. Nach dem Völkermord 1994 konnte und wollte er nicht länger zusehen, wie Kinder in seinem afrikanischen Heimatland ausgebeutet, versklavt und verkauft werden.  

Nach dem Schulabschluss ist der Burundier Anwalt geworden und hat 2005 die Organisation „SOJPAE“ gegründet. Sie zählt heute zu den führenden Menschenrechtsorganisationen in dem ostafrikanischen Land. Zusammen mit seinem Team ist es Jacques Nshimirimana in den vergangenen elf Jahren gelungen, mehr als 18.ooo Kindern zu helfen. SOJPAE sorgt dafür, dass Jungen und Mädchen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, ausreichend Nahrung und medizinische Versorgung bekommen. Zusammen mit lokalen Behörden, Politikern und Vertretern der Kirche geht SOJPAE zudem gegen Menschenhändler, sexuelle Gewalt gegenüber Mädchen und gegen willkürliche Verhaftungen von Kindern vor.  

Im letzten Jahr hat sich die Menschenrechtslage in Burundi verschärft. Das Land ist eine tiefe Krise gestürzt worden. Sie wurde ausgelöst durch die umstrittene Wiederwahl zu einer verfassungswidrigen dritten Amtszeit von Präsident Pierre Nkurunziza. Die Folge waren außergerichtliche Hinrichtungen, das Verschwindenlassen von Oppositionspolitikern sowie zahlreiche willkürliche Verhaftungen. SOJPAE hat sich in dieser Zeit besonders für die Rechte von Kinder stark gemacht und konnte juristisch erwirken, dass 120 Kinder aus dem Gefängnis entlassen werden. Die Schüler waren inhaftiert worden, weil sie Handzettel mit dem Konterfei des Präsidenten, Pierre Nkurunziza, bemalt hatten. 

Nun kommt ein dreiköpfiges Team aus Burundi zu Besuch nach Berlin. Vom 17. September bis zum 22. September 2017 werden Jacques NSHIMIRIMANA, Christophe NDUWINGOMA und Francine INARUKUNDO bei ora Kinderhilfe international e.V. zu Gast sein. Neben dem Austausch über die gemeinsame Projektarbeit der gemeinnützigen Organisationen in Burundi ist es den Menschenrechtlern ein Anliegen, auf die Situation in ihrem Land hinzuweisen.

 

ora Kinderhilfe ist seit 1981 weltweit für Menschen in Not im Einsatz. Derzeit betreuen die lokalen Mitarbeiter und Partner Kinder und Familien in zehn Ländern auf vier Kontinenten. Das Berliner Hilfswerk hat drei Arbeitsschwerpunkte: Patenschaften für Kinder, Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe. Um helfen zu können, ist ora auf Spenden angewiesen.

 


Mindestens 58 koptische Kirchen angeblich aus „Sicherheitsgründen“ geschlossen

Ägypten schränkt Religionsfreiheit von Kopten ein

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Ägyptens Behörden vorgeworfen, die Religionsfreiheit koptischer Christen willkürlich einzuschränken. „Mindestens 58 christliche Kirchen wurden auf staatliche Anordnung in den vergangenen Monaten angeblich aus Sicherheitsgründen geschlossen“, berichtete die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in Göttingen. „Dies ist ein massiver Eingriff in die Glaubensfreiheit koptischer Christen und macht deutlich, dass Kopten in dem mehrheitlich muslimischen Land noch immer nicht als gleichberechtigte Bürger anerkannt sind“, kritisierte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen.

 

Vor allem in dem von Kopten bewohnten Oberägypten wurden in vielen Dörfern Gotteshäuser von der Polizei geschlossen, da es Proteste von Muslimen aus der Nachbarschaft gegeben hatte und die Kirchengemeinden angeblich von Sicherheitskräften nicht wirksam vor Terrorangriffen zu schützen seien. „Die offizielle Begründung ist absurd und ein Armutszeugnis für Ägyptens Polizei und Armee, da es ihnen obliegt, das in der Verfassung garantierte Recht auf Religionsfreiheit für alle Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten“, erklärte Delius. „Es kann nicht angehen, dass wegen Einschüchterungen und Pöbeleien von muslimischen Extremisten vielen Kopten die Ausübung ihres Glaubens verweigert wird.“

Landesweit mussten 67 Kirchen seit dem Jahr 2012 schließen, allein 15 im Bezirk Minya. Nur neun Gotteshäuser wurden seither wiedereröffnet, zwei davon stehen im Bezirk Minya in den Dörfern Ezzbet al-Furn und Kedwan. Die Behörden hatten der Koptischen Orthodoxen Kirche mehrfach zugesagt, sich um eine baldige Wiedereröffnung aller Kirchen zu bemühen.

„Für die Kopten bedeuten diese Schließungen einen tiefen Einschnitt, weil sie meist in ihren Siedlungen keine Alternativen haben, um Messen beizuwohnen. Überall im Land fehlt es trotz eines neuen Gesetzes zur Erleichterung des Baues von Kirchen an Gotteshäusern“, sagte Delius. Bischof Makarios der Diözese Minya beklagt, dass in rund 70 Dörfern seines Bezirkes Gotteshäuser fehlen, weil keine Genehmigung zum Bau von Kirchen erteilt wird. Die Kopten stellen rund zehn Prozent der Bevölkerung Ägyptens. 

 


missio-Präsident Prälat Klaus Krämer zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

 

(Aachen/missio) - „Das Radio wird in Krisenregionen Afrikas und Asiens als Instrument der Friedenserziehung und der Seelsorge immer wichtiger“, stellte Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen, zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel fest. Deshalb hat missio Aachen in den vergangenen fünf Jahren 27 kirchliche Radioprojekte in elf afrikanischen und asiatischen Ländern mit rund 2,1 Millionen Euro unterstützt. „In der internationalen Medienpolitik und Entwicklungszusammenarbeit muss das Radio stärker gefördert werden, es ist kein veraltetes Kommunikationsmittel“, forderte Prälat Krämer.

Mit dem Radio erreichen die missio-Partner die Menschen auch noch, wenn es keine Telefonnetze gibt, die Infrastruktur für Informationstechnologie kaum ausgebaut ist, durch Kriege und Gewalt zerstört wurde oder die Rate an Analphabeten in einer Gesellschaft sehr hoch ist. missio unterstützt beispielsweise in der Zentralafrikanischen Republik das Radio einer interreligiösen Plattform, die von der katholischen, evangelischen und muslimischen Gemeinde getragen wird. „Über dieses Radio laufen Friedensaufrufe, werden religiöse Vorurteile aufgeklärt, Tipps für den Alltag gegeben“, berichtet Prälat Krämer. „Für dieses bürgerkriegsgeschüttelte Land ist die Wirkung dieser Präventionsarbeit überlebensnotwendig“, so der missio-Präsident weiter. Ein weiterer Schwerpunkt der missio-Radioförderung liegt im Sudan und Südsudan.