Nachrichten aus aller Welt

24..05.2018

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

FIDES-Nachrichten - 24.05.2018

AFRIKA/D.R. KONGO - Caritas unterstützt Prävention gegen Ebola-Epidemie

 

Bikoro (Fides) – "Die Situation ist besorgniserregend, weil es sich um eine Ebola-Epidemie handelt, die sich in Städten verbreitet, anders als bei den vorherigen", sagt Dr. Rose Mkunu, Leiterin einer Delegation der Caritas Kongo, nach einem Besuch in Mbandaka-Bikoro. "Die Caritas tut ihr Möglichstes, um das Bewusstsein zu schärfen und die Verantwortlichen in der Gemeinde und die Ordensleute über die Krankheit sowie die Mittel zum Schutz und zur Kontrolle zu informieren, aber unsere Mittel sind beschränkt".
Am 8. Mai erklärten die kongolesischen Behörden den Ausbruch einer neuen Ebola-Epidemie im Nordwesten des Landes, bei dem bisher 25 von insgesamt 45 Infektionsfällen tödlich verlieren. Die Daten, die von der Weltgesundheitsorganisation verbreitet werden, sind nicht beruhigend, da man eine mögliche Eskalation befürchtet. Die bisher verzeichneten Todesfälle ereigneten sich in Bikoro, 150 km von Mbandaka entfernt. Das Gesundheitsministerium des Landes meldet unterdessen eine zunehmende Anzahl von Verdachtsfällen und bestätigten Todesfällen.
Caritas Mbandaka-Bikoro berichtete seit Anfang April von Dutzenden von Menschen mit typischen Symptomen wie Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall und Blutungen, doch das tatsächliche das Ausmaß der Epidemie ist noch nicht bekannt. Die kongolesischen Regierung will in Zusammenarbeit mit der WHO und anderen Behörden gemeinsame Notfall-Programme auf den Weg bringen, um die Ausdehnung in andere Länder zu verhindern. Dies ist bereits die neunte Epidemie im Kongo, doch es ist das erste Mal, dass das Virus auch in städtischen Gebiet auftritt. Die neue Epidemie birgt ein hohes Ansteckungsrisiko, da der Epidemieherd sich in Bikoro am Ufer des Tumba-Sees liegt, der in den Fluß Kongo mündet und damit eine direkte Verbindung nach Kinshasa besteht, wo 12 Millionen Menschen leben. Dies gilt auch für Brazzaville und Bangui. Mbandaka mit über einer Million Einwohnern befindet sich ebenfalls in der Nähe.
„Wir wollen uns auf Prävention, Wasserversorgung, Hygiene, Mobilisierung und Aufklärung konzentrieren. Dabei zählen wir auch auf die Unterstützung von Priestern, Ordensleuten, Pfarrern und Pflegekräften, die in den betroffenen Gebieten arbeiten", so da katholische Hilfswerk abschließend.
Das Ebola-Virus wurde erstmals 1976 im Kongo entdeckt. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden seither 1.056 Fälle gemeldet und insgesamt 756 Menschen starben.
 

 

 

 

AFRIKA/D.R. KONGO - Bischöfe zur Ebola-Epidemie: “Wir dürfen nicht in Resignation verfallen”

 

Kinshasa (Agenzia Fides) - „Die Bestätigung einer Ebola-Infektion in der Stadt Mbandaka bereitet uns große Sorge, da das Risiko einer Verbreitung der Krankheit sehr hoch ist", so der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Kongo, zur Nachricht vom möglichen Ausbruch einer Ebola-Epidemie in den Gebieten Bikoro, Wangata und Iboko.
„Angesichts der Art der Erkrankung und dem Mangel an Informationen, es ist das Risiko einer Verbreitung in einer Stadt mit 1,2 Millionen Einwohnern und in der Umgebung zu befürchten“, so Bischof Utembi. "Mehrere besorgniserregende Faktoren könnten deshalb zu einer tödlichen Epidemie beitragen, deren Sterblichkeitsrate zwischen 20% und 90% liegt. Eine Bedrohung durch den Ebola-Virus ist daher in der Provinz und auf nationaler und regionaler Ebene sehr ernst zu nehmen“, so der Bischof weiter, der im Namen der CENCO die kongolesischen Behörden sowie lokale und internationale NGOs und die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um „dringend Maßnahmen“ bittet, „die eine wirksame Lösung für den Notfall darstellen, Ausbreitung der Krankheit verhindern und die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung gewährleisten".
Die Bevölkerung, in den von der Epidemie betroffenen Gebieten fordert Bischof Utembi auf, trotz ernsthafter Bedrohung nicht in Verzweiflung und Resignation zu verfallen, sondern auf Gottes Hilfe zu vertrauen und die Arbeit der Gesundheitsbehörden zu erleichtern.
 

 

 

 

 

 

ASIEN/NEPAL - Caritas Nepal unterstützt Wiederaufbau nach Erdbeben

 

Kathmandu (Fides) - Das katholische Hilfswerk Caritas Nepal hat seine Programme zum Wiederaufbau von Häusern und Strukturen in den vom Erdbeben 2015 betroffenen Gemeinden erweitert. Mehr als 36 Millionen Euro stellte das Hilfswerk für die Rückkehr der lokale Gemeinschaften in den Alltag und zu ihren soziale Aktivitäten zur Verfügung, um die durch die Katastrophe verursachten Wunden zu heilen. "Mit einem Team von Priestern, Ordensfrauen und Laien hat sich Caritas Nepal darum bemüht, der Bevölkerung zu helfen, ihren Lebensunterhalt wieder selbständig zu garantieren", so Schwester Marissa von der Congregatio Jesu.
0Dabei wollen die Caritasprogramme vor allem die nachhaltige Landwirtschaft fördern, die es kleinen Bauernfamilien ermöglicht, die Ernährungssicherheit und den nachhaltigen Lebensunterhalt zu sichern, da etwa zwei Drittel der Bevölkerung Nepals ihren Lebensunterhalt im Agrarsektor erwirtschaften.
Darüber hinaus hat Caritas Nepal auch ein landesweites Programm zur Prävention und Behandlung von Aids auf den Weg gebracht. Zudem gibt auch kleinere Projekte zur Förderung von Spar- und Mikrokreditprogrammen sowie Bildungsprogramme für Kinder die während des Bürgerkriegs (1996-2006) vertrieben wurden.
Nepal ist eines der ärmsten Länder in Südasien. Fast ein Viertel der insgesamt 31 Millionen Einwohner leben von 2 Dollar pro Tag. In den letzten 20 Jahren haben auch politische Unruhen die Entwicklung in dem Land am Himalaya beeinträchtigt, das im April 2015 von schweren Erdbeben heimgesucht wurde, die 9.000 Opfer forderten und mehr als 22.000 Verletzte und Tausende heimatloser Vertriebenen mit Schäden hinterließ, die von der Weltbank auf rund 7 Milliarden Dollar geschätzt werden Insgesamt wurden im ganzen Land mehr als 750.000 Häuser zerstört, hauptsächlich in ländlichen Gebieten.

 

 

 

ASIEN/JORDANIEN - Caritas Jordan verteilt Hilfspakte zum Fastenmonat Ramadan

 

 Amman (Fides) - Auch in diesem Jahr hat Caritas Jordanien anlässlich des muslimischen Fastenmonats eine Sonderaktion gestartet, in deren Rahmen Pakete mit Lebensmitteln an arme muslimischen Familien in verschiedenen Teilen des Landes zur Verfügung gestellt werden. Seit Montag, den 21. Mai verteilen freiwillige Helfer der Caritas im nördlichen Gouvernement Mafraq, unweit der Grenze zu Syrien, Nahrungsmittelpakete. Bei der Verteilung arbeitet das katholische Hilfswerk mit der Promise Welfare Society zusammen. Die ersten, die von der Caritas-Initiative profitierten, waren rund einhundert jordanische Familien und syrische Flüchtlingsfamilien. Auch in den kommenden Wochen wird die Verteilung der Hilfe für muslimische Familien in Not durch Caritas Jordanien fortgesetzt. Im vergangenen Jahr feierte Caritas Jordanien das 50jährige Gründungsjubiläum.
 

 

 

 

AMERIKA/NICARAGUA - Bischöfe: “ Wir tun unser Möglichstes im Zeichen der Liebe Jesu Christi und aus Liebe zu unseren Vaterland Nicaragua!"

 

Managua (Fides) – „Wir haben akzeptiert als Vermittler den Nationalen Dialog zu begleiten, damit keine ausländischen oder internationalen Delegationen eingeladen werden müssen. Denn wir haben die Möglichkeit gesehen, Vertreter der verschiedenen Gruppen zu treffen und unsere Besorgnis und unser mangelndes Vertrauen im Hinblick auf die bisher ohne die notwendige Transparenz getroffenen Vereinbarungen zum Ausdruck zu bringen", so der Weihbischof von Managua, José Silvio Baez, Sprecher der Bischofskonferenz von Nicaragua im laufenden Dialogprozess.
Bei der gestrigen Pressekonferenz erinnerte der Weihbischof daran, dass "das schmutzige Spiel in Nicaragua vorbei ist“. „Wir als Bischöfe, akzeptieren eine solche Art des Dialogs nicht", betonte er und sagte "Den Bischöfen muss man vertrauen können, wir wollen niemanden enttäuschen! Wir tun unser Möglichstes im Zeichen der Liebe Jesu Christi und aus Liebe zu unserem Vaterland Nicaragua!"
Im Rahmen des so genannten Nationalen Dialogs nehmen derzeit Staatspräsidenten Ortega und Vertreter von Unternehmern, Studenten und der Zivilgesellschaft an Gesprächen teil, die zu einer Lösung der sozialen und politischen Krise beitragen sollen.
Am Ende des dritten Verhandlungstages einigten sich die Teilnehmer des Dialogs darauf, die Empfehlungen der Internationalen Menschenrechtskommission umzusetzen, die unter anderem Folgendes festlegen: die Beendigung der Repression, Gewährleistung des Rechts auf öffentlichen Protest und die Schaffung "eines internationalen Untersuchungsorgans …das autonom und unabhängig die Wahrheit im Hinblick auf die Verantwortlichkeiten identifiziert“.
 

 

 

 

OZEANIEN/AUSTRALIEN - “Catholic Mission“ unterstützt Jugend- und Bildungsarbeit in Myanmar

 

 Sydeny (Fides) - „Nach dem großen Erfolg des ‚Australian Catholic Youth Festival’ in Sydney Ende letzten Jahres besteht unsere Herausforderung als eine Kirche in Australien heute darin, junge Menschen zu begleiten und ihnen zu helfen, missionarische Jünger Christi zu werden", so Pfarrer Brian Lucas, Nationaldirektor Päpstlichen Missionswerke in Australien ("Catholic Mission") in einem Kommentar zur Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionstag.
Papst Franziskus betonte in seiner Botschaft die Bedeutung junger Menschen für das Leben und die Mission der Kirche. Der Weltmissionstag soll alljährlich Jahr in der ganzen Welt das missionarische Engagement der katholischen Gemeinden bezeugen und das ganze Volk Gottes für die Dringlichkeit der Verkündigung des Evangeliums sensibilisieren.
Catholic Mission Australia stellt Myanmar in den Mittelpunkt der Initiativen zum Weltmissionssonntag: seit mehreren Jahren ist die Zusammenarbeit mit katholischen Gemeinden in Myanmar vor allem auf die Entwicklung und Förderung der junger Menschen fokussiert.
"Bildung ist der wichtigste Weg, auf dem sich Myanmar nach jahrzehntelangen internen Konflikten und politischen Kämpfen in eine neue Ära der Demokratie bewegt", so die "Catholic Mission“.
Vor etwa zehn Jahren gründete der Erzbischof von Yangon, Kardinal Charles Bo, ein Ausbildungszentrum für Lehrer mit dem Namen "Pyinya Sanyae Institute of Education" "PSIE", das Lehrer aus dem ganzen Land fortbilden soll. Catholic Mission unterstützt Kirche in Myanmar bei der Bildungsarbeit, indem sie wirtschaftliche Hilfe und spirituelle Unterstützung gewährlseitet. Unter anderem will man auch durch den Bau und die Renovierung von Schulen in den entlegensten Gebieten von Myanmar einen besseren Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung ermöglichen.
„Mit einer Spenden von 50 australischen Dollars kann die Ausbildung eines Lehrers an der PSIE für drei Tage unterstützt werden. Mit einer Spenden von 100 Dollar werden die Kosten für die Förderung von Bildungsressourcen durch die Kirche in Myanmar unterstützt", so Pater Lucas abschließend.
 

 

 

 

AFRIKA/TANSANIA - Bischof von Mbulu ernannt

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am heutigen 22. Mai 2018 den bisherigen Ökonom der Diözese, Anthony Lagwen zum neuen Bischof von Mbulu (Tansania) ernannt.
Der neue Bischof wurde am 5. Juli 1967 in Tlawi (Diözese Mbulu) geboren. Nach der Grundschule in seinem Heimatort und am kleinen Seminar Sanu in Mbulu studierte er Philosophie am Priesterseminar St. Anthony in Ntungamo (Bukoba) und Theologie am Interdiözesanen Seminar St. Paul in Kipalapala (Tabora). Am 18. Oktober 1999 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Mbulu inkardiniert.
Nach der Priesterweihe hatte er folgende Ämter inne: 1999 - 2000: Vikar in Bashay; 2000 - 2004: Business Administration-Studium an der Katholischen Universität St. Augustin in Mwanza; 2004 - 2009: Ökonom der Diözese Mbulu; 2009 - 2011: Studium am East and Southern Africa Management Institute in Arusha; seit 2012: Ökonom der Diözese Mbulu.


China belegt tibetische Mönche nach Studium in Indien mit Lehrverbot / Schulkindern wird religiöse Betätigung untersagt

 

(Berlin/tb) - Einem Bericht offizieller chinesischer Medien zufolge verbieten die Behörden der osttibetischen Region Lithang Mönchen, die sich zu Buddhismusstudien in Indien aufgehalten haben, die Lehrtätigkeit. Mönche, die dort „falsch ausgebildet“ worden seien, dürften nicht unterrichten. Das auf Englisch erscheinende KP-Propagandablatt „Global Times“ zitiert den einflussreichen Funktionär Zhu Weiqun mit den Worten, dass es notwendig sei, die Kontrolle zu verschärfen, da Mönche, die ihre Ausbildung von der sogenannten „Dalai Lama Clique“ erhalten hätten, „separatistische Aktivitäten“ entfalten könnten. Nur Mönche, die einen „chinesischen“ Geshe-Abschluss – den höchsten buddhistischen Ausbildungsgrad – erworben hätten, dürften eine Lehrtätigkeit ausüben. Weiqun ist Vorsitzender des „Komitees für ethnische und Religionsangelegenheiten“ der „Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes“ und seit Jahren maßgeblich an der Formulierung von Pekings Politik gegenüber Tibet und dem tibetischen Buddhismus beteiligt.

 

Einem Bericht von „Radio Free Asia“ zufolge mussten bislang mindestens zwei in Indien ausgebildete Geshe-Mönche des Klosters Lithang verlassen. Tibetischen Quellen zufolge beschränkt sich die Ausgrenzung von Mönchen, die in Indien studiert haben, jedoch nicht auf die Region Lithang. Auch in den bedeutenden Klöstern Labrang, Sera, Drepung und Ganden verfolgten die chinesischen Behörden eine ähnliche Politik. Dies ungeachtet der Tatsache, dass diese Mönche wegen ihrer für wertvoll erachteten Ausbildung in Indien innerhalb des tibetischen Buddhismus besondere Wertschätzung genießen.

 

Unterdessen wurde bekannt, dass die chinesischen Behörden in der sogenannten Autonomen Region Tibet (TAR) Schulkindern während des für Buddhisten heiligen Monats Saga Dawa, der am 16. Mai begonnen hat, jegliche religiöse Betätigung untersagt haben. Im zentraltibetischen Chamdo zirkuliert eine entsprechende Anweisung, die von der International Campaign for Tibet (ICT) ins Englische übertragen wurde. Dieser zufolge sollten Kinder nicht in Klöster oder zu religiösen Veranstaltungen mitgenommen werden. Auch die Eltern sollten solche Besuche meiden. Versehen ist das Ganze mit dem Hinweis, dass die Behörden ein genaues Auge darauf haben würden. Eine Anweisung mit ähnlichem Inhalt war im vergangenen Jahr in der Jebumgang Mittelschule in Lhasa ausgegeben worden.

 

Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet sind die beiden Vorgänge beispielhaft für die systematische Unterminierung der Institutionen des tibetischen Buddhismus und der Religionsfreiheit tibetischer Buddhisten insgesamt. ICT-Geschäftsführer Kai Müller äußerte die Befürchtung, dass dieser Missbrauch der Religion durch die Politik noch ausgeweitet werden könnte und verwies in diesem Zusammenhang auf das im vergangenen Monat veröffentlichte Weißbuch mit dem nur als zynisch zu bezeichnenden Titel „Chinas Politik und Praxis der Verteidigung der Religionsfreiheit“.

Weitere Einzelheiten – einschließlich der englischen Übersetzung der behördlichen Anweisung – entnehmen Sie bitte dem Bericht „Monks who studied in India banned from teaching in Tibet: new ruling bans schoolchildren from religious activity“


Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ hilft Kindern im Südsudan mit 70.300 Euro

Lebensmittel für 5.600 Mädchen und Jungen

(Aachen/kmw) - Mit einem Nothilfepaket in Höhe von 70.300 Euro unterstützt das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ über 5.600 Mädchen und Jungen und ihre Familien im Südsudan. In der Region Agok und Twic County, im zentralen Norden des Südsudans, verschärft sich aktuell die ohnehin schon prekäre Ernährungssituation weiter. Für rund 1.000 Haushalte sollen Nahrungsmittel für zwei Monate bereitgestellt und die Schulspeisung von 620 Mädchen und Jungen für sechs Monate gesichert werden.

 

Die Mehrheit der Bevölkerung in der Region kann sich wegen ausbleibender Ernten und aufgebrauchter Vorräte nicht mehr ausreichend ernähren. Neben der schlechten Verfügbarkeit der Nahrungsmittel treibt die hohe Inflationsrate die Preise auf den Märkten in die Höhe. Während das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen aktuell die Schulspeisung für Kinder in den Grundschulen noch anbietet, können die Sekundarschüler nicht mehr versorgt werden. Genau hier setzt die Hilfe des Kindermissonswerks an. Insgesamt 39.900 kg Sorghum, 8.350 kg Bohnen, 1.240 Liter Öl und 400 kg Salz sollen von der Nothilfe aus Deutschland besorgt werden. Die Trägerschaft übernimmt die „Bischof Gassis-Stiftung“, ein langjähriger Projektpartner mit Sitz in Nairobi, den Mitteleinsatz vor Ort betreuen der Entwicklungskoordinator im Verband mit der Schulbeauftragten der Kirche.

 

Schon 2017 unterstützte das Hilfswerk an der Seite der Sternsinger die Arbeit der Stiftung mit über 483.000 Euro.

 

Eskalation der Gewalt seit 2013

 

Der Südsudan als jüngster Staat der Erde erlangte am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit. Bereits kurz zuvor waren in der wegen ihrer Erdölvorkommen umstrittenen Grenzregion schwere Kämpfe zwischen Streitkräften der Regierung in Khartoum und der südsudanesischen Befreiungsarmee (SPLA) ausgebrochen, in deren Folge es zu massiven Flüchtlingsbewegungen kam. Hinzu kommen die Kämpfe um das Gebiet der Nuba Mountains, zwischen Anhängern der sudanesischen Volksbefreiungsarmee Nord (SPLAM-N) und der Regierung des Nordens.

 

Seit 2013 erleben auch die Menschen in beinah allen Teilen des Südsudans wieder eine Eskalation der Gewalt, begründet durch innenpolitische Machtkämpfe. Felder konnten aufgrund der prekären Sicherheitslage nicht mehr bestellt werden, mehr als ein Drittel der Bevölkerung, wurde aus ihren Häusern vertrieben. Die Lebensmittelpreise sind seit Beginn der Unruhen dramatisch angestiegen. Laut Angaben der Vereinten Nationen im Januar 2018 litten 5,3 Mio. Menschen (48% der Bevölkerung), unter Nahrungsmittelknappheit, 40% mehr als letztes Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Für Juli 2018 werden es knapp 7 Mio. Menschen (über 63% der Bevölkerung) sein.

 

 

 

Die Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden:

 

Pax-Bank eG

 

Stichwort: Südsudan

 

IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31

 

BIC: GENODED1PAX

 

Zum Tag der Familie ruft ora Kinderhilfe zur Stärkung von Familien auf

Foto: ora kinderhilfe international e. V.
Foto: ora kinderhilfe international e. V.

 

 

(Berlin/ora) - Heute ist der Internationale Tag der Familie. Der 1993 von der UN ins Leben gerufene Tag folgt damit in diesem Jahr unmittelbar auf den Muttertag. Der Internationale Tag der Familie verfolgt das Ziel, die Bedeutung der familiären Gemeinschaft politisch und gesellschaftlich zu bekräftigen.

 

Dem schließt sich die christliche Entwicklungshilfeorganisation „ora Kinderhilfe international e.V.“ an und ruft dazu auf, den Schutzraum Familie zu stärken. „Wie immer sich eine Familie zusammensetzt, sie vermittelt Kindern wichtige Grundbausteine des sozialen Miteinanders“, macht Jochen Hackstein, Vorstand der ora Kinderhilfe deutlich. Werte und Normen werden durch eine Familie an die nachkommende Generation weitergegeben. Darüber hinaus werden Kinder im Schutzraum Familie auch emotional dafür ausgestattet, das Leben zu meistern und Herausforderungen angemessen zu begegnen. „Das ist durch nichts zu ersetzen“, betont Hackstein.

ora Kinderhilfe fordert anlässlich des Internationalen Tages der Familie, die Politik dazu auf, sich für den Schutzraum Familie stark zu machen. Das Hilfswerk, das in zehn Ländern auf der Welt tätig ist, arbeitet an Orten, an denen familiäre Gemeinschaften bedroht sind. „Jeden Tag sehen wir durch unsere Arbeit, welche negativen Auswirkungen es hat, wenn Familien nicht unter einem besonderen Schutz stehen, so wie das in Deutschland der Fall ist“, erklärt Hackstein. Mangelnde Ressourcen, unzureichende Infrastruktur, Hunger und Krankheiten sind Faktoren, die Familien bedrohen und das gesunde Aufwachsen von Kindern behindern. Anstatt Familie als Keimzelle für ein sicheres und geborgenes Großwerden zu erfahren, erleben Kinder bereits in diesem frühen Stadium ihres Lebens, dass das Vorhandene nicht zum Auskommen reicht. An dieser Stelle, so die Aufforderung von ora Kinderhilfe, ist die Politik gefragt. Die Infrastruktur im ländlichen Raum zu optimieren, die Ernährungssituation besonders in Ostafrika zu verbessern sowie Bildungsangebote für Jungen und Mädchen gleichermaßen zur Verfügung zu stellen, sind die Anliegen des Hilfswerks. „All das wird besser möglich, wenn die jeweiligen Regierungen auch ihren Beitrag dazu leisten und dem Schutz der Familie eine besondere Bedeutung innerhalb der Gesellschaft zukommt“, ist ora Kinderhilfe überzeugt.
 

 

ora Kinderhilfe international e.V. ist seit 1981 weltweit für Menschen in Not im Einsatz. Derzeit betreut das christliche Kinderhilfswerk Kinder und Familien in zehn Ländern auf vier Kontinenten. Es hat drei Arbeitsschwerpunkte: Patenschaften für Kinder, Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe. Um helfen zu können, ist ora Kinderhilfe auf Spenden angewiesen.

 


Deutschland braucht ein Rüstungsexportgesetz

Mexiko braucht keine Waffen, sondern funktionierende Rechtsstaatlichkeit

 

Mexiko * Verschwindenlassen * Waffenexporte * Handelsabkommen * Expertengespräch

 

 

 

(Berlin/bfw) - Anlässlich der morgen in Stuttgart beginnenden Strafverfahren gegen Mitarbeitende des schwäbischen Rüstungskonzerns Heckler & Koch weist Brot für die Welt auf die verheerende Menschenrechtssituation in Mexiko hin. „Gerade der Fall der 43 verschwundenen Studenten von Ayotzinapa zeigt symptomatisch die Verwicklung der Bundes-, Landespolizei und des Militärs in das gegenwärtig massenhafte gewaltsame Verschwindenlassen und die Ermordung von über 200.000 Menschen in Mexiko“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. Es sei daher völlig unverständlich, wie Exportgenehmigungen für G36 Gewehre durch die Bundesregierung für Mexiko erteilt werden konnten. „Wie realitätsfern und selbstbetrügerisch es ist, die Ausfuhrgenehmigung auf bestimmte, vermeintlich ruhigere Bundesstaaten Mexikos zu begrenzen, zeigt sich hier exemplarisch: die Waffen wurden mutmaßlich gegen friedliche Studenten in einem der unruhigsten Bundesstaaten eingesetzt, für den weder eine Ausfuhrgenehmigung beantragt, noch erteilt wurde. Wenn es der Bundesregierung und dem Bundestag ernst damit ist, keine Waffen in Krisengebiete und Gebiete mit gravierenden Menschenrechts-verletzungen zu exportieren, dann muss sie dringend ein Rüstungsexportgesetz auf den Weg bringen.“

 

 

 

Eine hochrangige Delegation von Brot für die Welt, die Füllkrug-Weitzel leitete, hat die letzten zehn Tage Mexiko besucht, um die Menschenrechtssituation zu bewerten. Die Delegation bereiste die Bundestaaten Guererro und Veracruz und sprach mit Angehörigen der 43 verschwundenen und zwei ermordeten Studenten in Ayotzinapa, gegen die die G36 Sturmgewehre von Heckler & Koch zum Einsatz gekommen sind. Die Menschenrechtssituation ist seit Jahren zunehmend verheerend: Der enormen Zahl an Fällen gewaltsamen Verschwindenlassens stehen Untätigkeit und Unwille der Behörden gegenüber, die Opfer wirklich zu suchen oder gegen Täter zu ermitteln. Das gilt auch für den Fall Ayotzinapa, über den die Behörden ständig neue und einander widersprechende Theorien verbreiten, während die Aussagen und Empfehlungen neutraler internationaler Ermittler verworfen und die Ermittler des Landes verwiesen werden.

 

 

 

Die Massengräber in Veracruz wurden nur dank des Einsatzes von Familienkomitees gefunden – gegen das offizielle Abstreiten der Behörden. Die Gewalt in Guerrero hat in den letzten Jahren weiter zugenommen, trotz einer massiven Militarisierung des Bundesstaates. Bergbaukonzerne haben Schürfrechte in Gebieten, die von der Mafia kontrolliert werden. Nach offiziellen Zahlen gibt es ca. 35.000 registrierte Verschwundene. Man geht aufgrund der Knochenfunde aber davon aus, dass dies nur ca. 10 bis 25 Prozent sind. Viele Angehörige melden das Verschwinden aus Angst vor weiteren Übergriffen und Stigmatisierung nicht. „Wer das Verschwindenlassen seiner Angehörigen öffentlich macht, riskiert, dass weitere Angehörige verschwinden oder ermordet werden. Speziell das Verschwinden junger Frauen wird auch deshalb häufig nicht angezeigt, weil viele Angehörige Angst haben, ihre Töchter könnten in einem negativen Licht erscheinen“, sagt Füllkrug-Weitzel.

 

 

 

Gleichzeitig sind laut offiziellen Regierungsstatistiken allein im letzten Jahr 26.000 Menschen ermordet worden. 200.000 waren es in den letzten zwölf Jahren. Unter den Opfern sind männliche und weibliche politische Aktivisten, Menschenrechtsverteidiger, Journalisten, Kommunalpolitiker, Studierende, Migranten und Priester. Trotz existierender Gesetze gegen das Verschwindenlassen und zum Schutz der Opfer, sind die mexikanischen Institutionen nicht in der Lage oder nicht willens, die Gesetze umzusetzen. Immer wieder wurde der Delegation vor Ort von einem Zusammenspiel zwischen den Sicherheitsbehörden, der Armee und dem organisierten Verbrechen berichtet. „Mexiko braucht keine Waffenlieferungen, sondern Rechtsstaatlichkeit und funktionierende Institutionen, die Gesetze nachhalten und wirksame Mechanismen, um Menschenrechtsschutz zu gewährleisten“, sagt die Präsidentin von Brot für die Welt heute in Berlin. „Daran muss auch der Bundesregierung und der EU gelegen sein, die noch in diesem Jahr das EU-Handelsabkommen mit Mexiko zum Abschluss bringen möchte.“

 

 

 

Angesichts der bevorstehenden Wahl Anfang Juli in Mexiko besteht die Gefahr, dass die mexikanische Regierung den Fall in Ayotzinapa um jeden Preis abschließen möchte, ohne dass die Wahrheit ans Licht kommt und den Opfern Gerechtigkeit widerfährt. Besorgniserregend ist in diesem Zusammenhang auch, dass kritische Stimmen, wie die des Vertreters des UN Hochkomissariats für Menschenrechte Jan Jarab, von der mexikanischen Regierung deutlich angegangen werden. Eine internationale Unterstützung bei der Aufklärung von Verbrechen und Korruption ist dringend nötig.

 

 

 

Den Beitrag zu diesem Thema von Cornelia Füllkrug-Weitzel finden Sie hier:

 

https://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/trauriger-muttertag-mexiko

 


Nach den Terroranschlägen gegen Christen: Indonesien soll sich zu seinen religiösen Minderheiten bekennen

 

(Göttingen/gfbv) - Nach den Terroranschlägen auf Kirchen in Indonesien hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ein klareres Bekenntnis des größten muslimischen Staates zu seinen religiösen Minderheiten gefordert. „Wer Christen wirksam vor neuer Gewalt schützen will, muss ganz deutlich zeigen, dass sie ihren Glauben frei ausüben dürfen - genauso wie auch Ahmadiyyah, Bahai'i und Hindu“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Montag in Göttingen. „Indonesien muss stärker betonen, ein säkularer Staat zu sein, in dem alle Gläubigen ihre Religion ohne Anfeindung praktizieren können.“

 

Der Menschenrechtler kritisierte, dass sich der Islam in dem früher wegen seiner religiösen Toleranz gerühmten Land immer mehr radikalisiere. „Zwar gehen die Sicherheitskräfte gegen islamistische Gewalttäter vor, doch zugleich schreitet die Islamisierung des öffentlichen Lebens weiter fort und der Spielraum religiöser Minderheiten nimmt immer mehr ab", berichtete Delius. So werden Kirchen willkürlich auf Anordnung lokaler Behörden geschlossen und Christen müssen in öffentlichen Ämtern mit Anfeindung und Ausgrenzung rechnen.

 

Die von radikalen Islamisten betriebene Inszenierung der Verurteilung des ehemaligen christlichen Gouverneurs Ahok habe deutlich gemacht, wie groß ihr Einfluss in Indonesien geworden sei, sagte Delius. Ahok war nach einem spektakulären mehrmonatigen Gerichtsprozess, den radikale Islamisten initiiert hatten, im Mai 2017 zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen Blasphemie verurteilt worden. Die Haftstrafe wurde jüngst in der Berufungsinstanz vom Gericht bestätigt.  

 

„Es genügt nicht, nur den Schutz vor christlichen Einrichtungen zu verstärken", sagte Delius. „Indonesien braucht eine breite öffentliche Diskussion über die Rolle und die Rechte von Minderheiten, um eine weitere Verstärkung des Einflusses radikaler Muslime bei den im Jahr 2019 anstehenden Parlamentswahlen zu verhindern."

 


Neues Sicherheitskonzept entwickeln! UN-Friedensmission ist überfordert

Zentralafrikanischen Republik: Gewalt eskaliert Mindestens 16 Tote bei Angriffen auf Kirche und Moschee

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat einen wirksameren Schutz der Zivilbevölkerung vor der erneut eskalierenden Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik gefordert. „Die UN-Friedensmission Minusca scheint selbst in der Hauptstadt Bangui mit der Sicherung des Friedens überfordert zu sein. Dringend muss ein neues Sicherheitskonzept entwickelt werden, um ein Abgleiten des Landes in einen neuen Bürgerkrieg zu verhindern“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen.

 

Am 1. Mai starben mindestens 16 Menschen und 99 Personen wurden verletzt, als nach Schusswechseln zwischen Bereitschaftspolizisten und einer Miliz Kämpfer dieser Rebellengruppe die katholische Kirche Notre-Dame von Fatima in Bangui angriffen. In der vollbesetzten Kirche hielten sich mehrere hundert Gläubige auf, um in einer Messe des heiligen Sankt Josephs zu gedenken. Bei dem Überfall wurden zahlreiche Gläubige und der katholische Priester Albert Tonugoumalé-Baba getötet. Aufgebrachte Gläubige zogen daraufhin mit dem Leichnam des Geistlichen zum Palast des Staatspräsidenten. Auf dem Weg dorthin zündeten sie eine Moschee nieder, in der zwei Muslime bei lebendigem Leib verbrannten. Der Demonstrationszug wurde später von Sicherheitskräften aufgelöst.

 

„Wieder einmal eskaliert die Gewalt zwischen Christen und Muslimen in der Zentralafrikanischen Republik, obwohl dem Konflikt nicht primär religiöse Spannungen zugrunde liegen. Doch Milizen mobilisieren entlang der Konfessionen, um sich als christliche oder muslimische Kämpfer auszugeben. So wird im Kampf um die Macht und den Zugang zu lukrativen Diamanten-Minen Religion von allen Seiten missbraucht“, kritisierte Delius.

 

Führende katholische Geistliche und muslimische Imame setzen sich seit Jahren gemeinsam für Frieden und Verständigung zwischen den Religionsgemeinschaften ein und wehren sich gegen den Eindruck, dass der seit dem Jahr 2013 eskalierenden Gewalt ein Glaubenskrieg zugrunde liegt. Der am Montag getötete christliche Geistliche hatte sich sehr für ein besseres Zusammenleben mit Muslimen eingesetzt. Der Pfarrer hatte sich für einen Nicht-Angriffspakt engagiert, der Muslimen im Nachbarviertel Ruhe und Frieden garantierte, solange sie ihre Toten bestatteten.  

 


Diakonie Katastrophenhilfe hilft weiterhin in Kolumbien

Kolumbien: Gewalt statt Frieden

 

Kolumbien * Humanitäre Hilfe * Friedensvertrag * Vertreibungen * EU

 

(Berlin/dw) - Trotz der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen der FARC und der kolumbianischen Regierung vor etwa eineinhalb Jahren bleibt die humanitäre Situation in vielen Teilen des Landes angespannt. Vor allem in der Pazifikregion im Westen kommt es weiterhin zu Gewalt und Vertreibungen. „Fast jeden Tag müssen Menschen in Kolumbien vor Gewalt fliehen und ihre Heimat verlassen“, sagt Martin Keßler. Der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe ergänzt mit Blick auf die Menschen, die während des Bürgerkriegs vertrieben wurden: „Viele Menschen trauen sich noch nicht, in ihre Heimat zurückkehren und leben weiterhin ohne sicheren Zugang zu sauberem Wasser oder Nahrung.“ Daher sei es unverzichtbar, dass humanitäre Organisationen im Land bleiben, um die Menschen jetzt nicht alleine zu lassen.

 

 

 

Die Zahl der von Gewalt betroffenen Menschen ist trotz des Friedensschlusses wieder deutlich gestiegen. Bewaffnete nicht-staatliche Akteure versuchen, ein von der FARC hinterlassenes soziales und politisches Vakuum zu füllen. Diese Akteure kämpfen gegen staatliche Sicherheitskräfte oder bekämpfen sich untereinander. Dabei geht es vor allem um die Kontrolle der legalen und illegalen Wirtschaft wie den Drogenschmuggel. Diese neu aufflammenden Kämpfe und gezielte Tötungen zwingen die Menschen immer wieder dazu, ihren gesamten Besitz zurückzulassen und zu fliehen. Allein zwischen 2015 und 2017 sind eine halbe Million Menschen vertrieben worden.

 

 

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat im Sommer vergangenen Jahres ein Hilfsprojekt gestartet, um flexibel auf neue humanitäre Notlagen und Vertreibungen reagieren zu können. Dazu sind landesweit mobile Teams im Einsatz, um den Menschen in ihrer Not schnell zur Seite zu stehen. Mitarbeiter der lokalen Partnerorganisation verteilen beispielsweise Nahrungsmittel, Wasserfilter und Hygieneartikel an vertriebene Familien. „In Kolumbien ist es sehr schwer abzusehen, wo die Gewalt hochkocht und Menschen in die Flucht gezwungen werden“, erklärt Keßler die Hilfe über mobile Einsatzteams.

 

 

 

Eine weitere wichtige Aufgabe ist psychologische Unterstützung für die teilweise schwer traumatisierten Menschen. „Unsere Partner helfen den Menschen dabei, ihre schweren seelischen Verletzungen aufzuarbeiten, die sie auf der Flucht oder aufgrund sexueller Gewalt erlitten haben“, sagt Keßler. Das Projekt wird in Kooperation mit der Norwegischen Flüchtlingshilfe (Norwegian Refugee Council - NRC) und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union (ECHO) umgesetzt.

 

 

 

Trotz der wachsenden humanitären Herausforderungen ziehen sich immer mehr Geldgeber aus Kolumbien zurück. Auch das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) reduziert sein Personal: „In Zukunft wird es schwieriger, verlässliche Daten zu intern Vertriebenen, Toten und Verletzten zu bekommen. Diese Zahlen sind jedoch wichtig, um zielgerichtet humanitäre Hilfe leisten zu können“, sagt Keßler. Eine weitere Herausforderung für das Land sei die Versorgung hunderttausender Flüchtlinge aus Venezuela, die aufgrund der Wirtschafts- und Versorgungskrise in ihrem Land nach Kolumbien fliehen.

 

 

 

Der Bürgerkrieg in Kolumbien dauerte 50 Jahre und kostete über 220.000 Menschen das Leben. Mehr als sieben Millionen Menschen wurden im eigenen Land vertrieben. Im Herbst 2016 unterzeichnete die kolumbianische Regierung ein Friedensabkommen mit der FARC-Guerilla.

 

 

 


Fish Dependence Day 2018 am 4. Mai

Ende der Überfischung der Meere nicht in Sicht

 

Fisch * Überfischung * Hunger * Mangelernährung * Kleinfischer * EU

 

 

 

(Berlin/bfw) - Noch immer gehen wir nicht verantwortungsvoll mit dem Leben in den Meeren sowie mit denen, die von ihnen leben, um. Durch Überfischung sind auch 2018 noch viele unserer europäischen Fischbestände nicht so ergiebig, wie sie sein könnten. Zu viele Fische landen als unerwünschter Beifang im Netz und gehen ungenutzt – und tot – wieder über Bord. Bis zum 4. Mai sind deutsche Fischereierzeugnisse aus Nord- und Ostsee sowie aus Aquakultur für dieses Jahr aufgebraucht. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Fish Dependence Day fünf Tage später. Von einer Trendwende kann jedoch keine Rede sein. Slow Food Deutschland, Brot für die Welt, die Deutsche Umwelthilfe und Fair Oceans rufen am Fish Dependence Day Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, die Überfischung zu stoppen und der Verschwendung von Fischressourcen einen Riegel vorzuschieben.

 

 

 

Jeder Bissen Fisch, der ab dem 4. Mai 2018 in Deutschland verzehrt wird, wird rechnerisch nur noch von Importen ermöglicht. Ermittelt wird dieser Stichtag jährlich von der britischen New Economics Foundation. „Am Fish Dependence Day rufen wir zur Schonung der überfischten Bestände auf“, sagt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. „Dazu müssen die EU-Fischereiminister ihrer Verpflichtung nachkommen, der Überfischung bis 2020 ein Ende zu setzen.  Um das 2020-Ziel zu erreichen, braucht es entschlossenere Anstrengungen, da für etwa ein Drittel der Bestände die Gesamtfangmengen noch immer oberhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen liegen. Wir fordern die zuständigen EU-Entscheidungsträger und Bundesagrarministerin Julia Klöckner auf, dieser Verantwortung nachzukommen. Nur mit gesunden Beständen bleiben traditionelle Fischereien und damit auch Fischereitraditionen und -kulturen erhalten.“

 

 

 

Francisco Marí, Referent für Agrarhandel und Fischerei bei Brot für die Welt, berät seit vielen Jahren westafrikanische Kleinfischer. Er sagt: „Fangschiffe aus der EU müssen auch in internationalen Gewässern und den Fanggebieten von Drittländern nachhaltig fischen. Die EU- Regelungen dazu gibt es längst, nur lässt sich ihre Einhaltung in armen Ländern schwer überwachen. Die Folgen der Überfischung vor den Küsten Afrikas und Asiens sind Hunger und Mangelernährung in Entwicklungsländern, denn für die Menschen dort ist Fisch oft der einzige  Lieferant von tierischem Eiweiß.“

 

 

 

Der Projektkoordinator von Fair Oceans, Kai Kaschinski, sieht es darüber hinaus als notwendig an soziale und ökologische Ansätze im Meeresschutz stärker als bisher aufeinander abzustimmen. „Gerade in der Fischereipolitik wird aus entwicklungspolitischer Perspektive deutlich, dass eine Beschränkung der Fangmengen allein nicht ausreicht, um eine nachhaltige Fischerei zu gewährleisten. Die Zerstörung der Küstenökosysteme, die Verschmutzung der Meere oder auch der Ausbau der Offshore-Industrie tragen zum schlechten Zustand der Fischbestände bei und gefährden somit weltweit die Existenzgrundlagen der Kleinfischerei“, führt Kai Kaschinski aus.

 

 

 

„Die konsequente Beendigung der Überfischung in der EU dient auch dem Schutz der Ökosysteme in Ostsee, Nordsee und Atlantik“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.  „Zugleich muss zur Schonung marinen Lebens die Verschwendung von Fischressourcen durch Rückwürfe unerwünschter Beifänge beendet werden. Die DUH setzt sich im Rahmen der Our Fish-Kampagne insbesondere dafür ein, dass die Einhaltung der EU-rechtlichen Pflicht zur Anlandung aller Fänge in Deutschland künftig besser kontrolliert wird.“

 

 

 


Einreise von 350 Ditib-Imamen kritisiert: Visa an Imame aus der Türkei zurückhaltender vergeben! Kriegspropaganda, Antisemitismus und Ausgrenzung von Minderheiten dürfen nicht geduldet werden!

Visa an türkische Imame zurückhaltender vergeben!

 

(Göttingen/gfbv) -- Die Bundesregierung soll dafür sorgen, dass Visa an Imame des Dachverbands der türkischen Moscheegemeinden Ditib viel zurückhaltender vergeben werden als bisher. Das fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). „Solange Ditib-Imame türkische Kriegspropaganda gegen Kurden verbreiten, Juden, Christen, Aleviten und Yeziden anfeinden, sollte Deutschland restriktiv mit Einreisevisa für diese Geistlichen umgehen. Denn diese Hass-Botschaften sind weder von Meinungs- noch Religionsfreiheit abgedeckt“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. Zuvor hatte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage erklärt, dass 350 Ditib-Imamen im Jahr 2017 die Einreise nach Deutschland gestattet worden war.

 

„Wir verfolgen mit großer Sorge, dass in den vergangenen Wochen in zahlreichen Moscheen der völkerrechtswidrige Einmarsch türkischer Truppen nach Afrin in Syrisch-Kurdistan als gerechter und heiliger Krieg gefeiert wurde“, sagte Delius. „Eine solche Kriegspropaganda trägt nicht zu einem besseren Zusammenleben von Türken und Kurden in Deutschland bei, sondern gefährdet die öffentliche Ordnung. Unter den Gläubigen schürt sie Vorurteile und die Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen.“

 

Nachdrücklich forderte die Menschenrechtsorganisation, dass im Rahmen der Visa-Erteilung überprüft wird, ob die Antragsteller für Toleranz gegenüber Minderheiten und für Religionsfreiheit eintreten. „Wir fordern von Ditib ein klares Bekenntnis zur Religionsfreiheit und zur Respektierung anderer Glaubensgemeinschaften. Dies könnte ein Beitrag sein, den wachsenden Antisemitismus sowie die Anfeindung von Christen, Kurden, Yeziden und Aleviten zu stoppen“, sagte Delius.

 

Die Imame der Ditib haben großen Einfluss auf die Meinungsbildung junger Muslime. Doch viele Eltern, die ihre Kinder in die Moschee schicken, sind sich nicht bewusst, dass dort manchmal massiv Vorurteile geschürt werden. Dies wiederum führt immer häufiger zu Anfeindungen von Jugendlichen mit kurdischen Namen auf Schulhöfen oder zu antisemitischen Übergriffen.

 

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) ist der größte islamische Verband in Deutschland. Sie vertritt rund 900 Mitgliedsvereinen und wird vom türkischen Religionsministerium gesteuert.

 


Autoritär regierte Staaten Bedrohung für Religionsfreiheit / Kontrolle und Überwachung des tibetischen Buddhismus

 

(Berlin/pm) - Vor der morgigen Bundestagsdebatte über den Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit weist die International Campaign for Tibet (ICT) auf die Bedrohung der Religionsfreiheit durch autoritär regierte Staaten wie die Volksrepublik China hin. „Die chinesische Regierung erhebt den Anspruch totaler Kontrolle über alle Religionsgemeinschaften, gleich, ob es sich dabei um tibetische Buddhisten, Christen oder uigurische Muslime handelt und verstößt damit systematisch und massiv gegen internationale Menschenrechtsstandards. Religion habe im Dienst der von der Kommunistischen Partei vertretenen Ideologie zu stehen, die im Falle Tibets beispielsweise die so genannte ‚patriotische Erziehung‘ von buddhistischen Geistlichen, die lückenlose Überwachung durch die Behörden und weitreichende Einmischung in die Selbstorganisation des tibetischen Buddhismus vorsieht“, so Kai Müller, Geschäftsführer der International Campaign for Tibet. Müller verweist in diesem Zusammenhang auf die über 150 Fälle von Selbstanzündungen von Tibetern (siehe ICT-Factsheet zu den Selbstanzündungen von Tibetern), bei deren überwiegender Mehrheit es sich um buddhistische Mönche und Nonnen handelte.

 

„Der Deutsche Bundestag und die Bundesregierung sollten die Politik der chinesischen Regierung gegenüber den Religionsgemeinschaften genau verfolgen und auf bilateraler wie internationaler Ebene mit Nachdruck auf die chinesische Regierung einwirken, anerkannte Menschenrechtsstandards insbesondere im Bereich der Religionsfreiheit einzuhalten. Der Bericht zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit und auch die Einsetzung eines Beauftragten für Religionsfreiheit sind vor diesem Hintergrund zu begrüßen,“ so Müller abschließend.

 

www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 


Gebetsaufruf für Asia Bibi

 

(Aachen/mission) - Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen bittet die Christen in Deutschland, am kommenden Freitag für die wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilte pakistanische Christin Asia Bibi zu beten und für sie zu fasten. „Wir können mit diesem Gebet ein Zeichen setzen, dass Asia Bibi und mit ihr alle Christinnen und Christen in Pakistan nicht vergessen sind“, sagte missio-Präsident Prälat Klaus Krämer. „Gleichzeitig können wir mit diesem Gebet alle Menschen guten Willens in Pakistan unterstützen, die sich gegen den Missbrauch der Blasphemiegesetze politisch einsetzen“, so Prälat Krämer weiter. missio Aachen unterstützt damit einen weltweiten Gebetsaufruf seines Projektpartners Erzbischof Sebastian Francis Shaw aus Lahore in Pakistan. Für Asia Bibi stellt missio Aachen einen eigenen Gebetszettel zur Verfügung, der unter www.missio-hilft.de/lebenszeichen heruntergeladen werden kann.

 

Gelegenheit, über den Schutz von Minderheiten in Pakistan zu reden, bietet missio Aachen allen Interessierten auch auf dem kommenden Katholikentag in Münster. Dort wird der Botschafter Pakistans in Deutschland, Jauhar Saleem, am 10. Mai (14 Uhr, MCC Münsterlandhalle) auf Einladung des katholischen Hilfswerkes Gast des Großpodiums „Religionsfreiheit – ein weltweit verletztes Menschenrecht“ sein. Er stellt sich den Fragen nach der Blasphemiegesetzgebung und wie der Staat in Pakistan religiöse Minderheiten schützen kann.

 

Im Fall Asia Bibi ist jetzt auch bekannt geworden, dass die Berufungsverhandlung gegen ihr Urteil vor dem Obersten Gerichtshof bald terminiert werden soll. Bisher kam ein solcher Verhandlungstermin nicht zustande, weil sich aus Angst vor dem Druck islamistischer Kräfte kein Richter fand, der das Verfahren übernehmen wollte.

 

  

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Brot für die Welt legt Studie zur Unternehmensverantwortung vor

Menschenrechtsverletzungen beim Platinabbau in Südafrika gehen weiter

 Platin * Unternehmensverantwortung * Wirtschaft * Menschenrechte * Aktionsplan * Marikana * BASF * Südafrika

 

 

(Berlin/bfw) - Deutsche Unternehmen sollen auch entlang ihrer weltweiten Lieferketten auf die Einhaltung der Menschenrechte achten. So schreibt es der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte vor, den die Bundesregierung im Dezember 2016 verabschiedet hat. Die Einhaltung und Dokumentation dieser Vorgaben ist freiwillig. Am Beispiel des deutschen Chemiekonzerns BASF und des Platinbergbaus in Südafrika kommt Brot für die Welt in einer neuen Studie zu dem Ergebnis, dass freiwillige Regelungen nicht ausreichen, um Menschenrechte, Arbeits- und Sozialstandards einzuhalten.

 

„Für die Beschäftigten der Platinmine in Marikana hat sich die Lage durch den Nationalen Aktionsplan bisher kaum verbessert“, sagt Sarah Lincoln, Menschenrechtsreferentin bei Brot für die Welt und Mit-Autorin der Studie. So leben 30.000 Menschen, die in den Minen arbeiten, noch immer ohne Strom, fließendes Wasser und Kanalisation in Wellblechhütten, obwohl sich der Minenbetreiber gegenüber der südafrikanischen Regierung verpflichtet hatte, Häuser zu bauen.

 

Sarah Lincoln: „Als einer der Hauptabnehmer des Edelmetalls hätte BASF die  wirtschaftliche Macht, auf die Einhaltung der sich aus dem Nationalen Aktionsplan ergebenden Pflichten hinzuwirken. Doch obwohl der Betreiber der Marikana-Mine seit Jahren systematisch die gesetzlich verankerten Sozialpflichten verletzt, bezieht der Konzern weiter Platin aus der Mine, ohne im Lieferantenkodex vorgesehene Schritte wie die Beendigung der Geschäftsbeziehung, eine Aussetzung des Vertrags oder Vertragsstrafen einzuleiten.“ Es sei naiv, darauf zu vertrauen, dass sich deutsche Unternehmen in ihren globalen Geschäften freiwillig um die Menschenrechte kümmern, „wir brauchen dringend Gesetze“, sagt Lincoln.

 

Deutsche Unternehmen importieren im großen Stil Platin aus Südafrika, BASF allein für mehr als 600 Millionen Euro pro Jahr. Das Edelmetall wird zur Herstellung von Abgaskatalysatoren verwendet. Kunden sind Autobauer wie Daimler, BMW und VW.

 

 

Weitere Informationen:

 

Brot für die Welt (Hg.), Aisha Bahadur/ Maren Leifker/ Sarah Lincoln (April 2018): Edles Metall – Unwürdiger Abbau. Platin aus Südafrika und die Verantwortung deutscher Unternehmen, Studie, Berlin

 


Keine Kompromisse auf Kosten der Ärmsten

Tauziehen um Entwicklungsfinanzierung

Bundeshaushalt * Entwicklungsfinanzierung * ODA-Quote * 0,7-Prozent-Ziel * Agenda 2030

 

 

(Berlin/bfw) - Am 2. Mai wird das Bundeskabinett die Eckwerte für den Haushalt 2018 und die mittelfristige Finanzplanung beschließen. Im Vorfeld ist ein heftiges Tauziehen um die Entwicklungsfinanzierung zu beobachten. Zu den Haushaltsverhandlungen in der Bundesregierung erklärt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt:

 

Wenn die Bundesregierung die Versprechen des Koalitionsvertrages ernst nimmt, dann muss sie jetzt deutlich mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe zur Verfügung stellen.

 

Kräftige Steigerungen sind notwendig, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 zu erreichen, die auch Deutschland im Rahmen der Vereinten Nationen mit beschlossen hat. Und auch die Vereinbarung  des Koalitionsvertrags, dass die ODA-Quote (Anteil der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe am Bruttonationaleinkommen) nicht sinken soll, lässt sich nur einhalten, wenn es jetzt ODA-Zuwächse von über einer Milliarde Euro gibt. Auch in der mittelfristigen Finanzplanung müsste sich jetzt durch stetige Steigerungen abzeichnen, dass die Bundesregierung tatsächlich gewillt ist, seriös eine ODA-Quote von 0,7 Prozent zu erreichen und zu halten. Geschieht dies nicht, hätten sich die entsprechenden Passagen des Koalitionsvertrags als Lippenbekenntnisse entpuppt.

 

Mehr finanzielle Mittel werden dringend gebraucht, um in vom Krieg zerstörten Ländern wie Irak den Wiederaufbau zu unterstützen. Vor allem aber werden sie gebraucht, um in Syrien, im Jemen und vielen Hungerregionen Afrikas humanitäre Hilfe zu leisten und Flüchtlinge und verfolgte Minderheiten wie die Rohinyas zu unterstützen. Ebenso gilt es in vielen Ländern der Welt zivilgesellschaftliche Initiativen zu fördern, die eine selbsttragende nachhaltige Entwicklung ermöglichen und den Menschenrechten mehr Geltung verschaffen.

 

Mehr Geld allein macht allerdings noch keine gute Entwicklungspolitik aus. Es gilt, das Geld so einzusetzen, dass es nachhaltig und menschenrechtskonform die eigenen Entwicklungsbemühungen der armen und marginalisierten Bevölkerungsgruppen unterstützt und ihnen Zugänge zu Ressourcen und Märkten und mehr Teilhabe und Gerechtigkeit verschafft. Darum ist auch nicht davon auszugehen, dass Investitionen automatisch entwicklungsfördernd sind und öffentliche Entwicklungsmittel ersetzen können, wie häufig argumentiert wird. Entwicklungsgelder sollten nicht zweckentfremdet werden – weder zur Außenwirtschaftsförderung noch zum Beispiel für den Ausbau von Grenzanlagen in Entwicklungsländern, um Flüchtlinge von uns fernzuhalten. Diesbezüglich gibt es besorgniserregende Tendenzen in der EU, denen sich die Bundesregierung mit Nachdruck widersetzen sollte.

 


70 Jahre nach Gründung ist die WHO abhängig von privaten Gebern

 

Weltgesundheitstag (7.4.) * WHO * Primary Health Care * Alma Ata * Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung * Ebola

 

(Berlin/pm) -  Vor siebzig Jahren, am 7. April 1948, trat die Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kraft.  Damals einigte sich die Staatengemeinschaft darauf, allen Völkern zu helfen, den bestmöglichen Gesundheitszustand zu erreichen. Die WHO sollte die globalen Bemühungen koordinieren und weltweit gültige Normen und Standards setzen. Heute fehlt der WHO das Geld, alle Länder dabei zu unterstützen, ihren Bürgerinnen und Bürgern eine Basisgesundheitsversorgung zur Verfügung zu stellen. Da die Beiträge der Mitgliedsstaaten an die WHO nicht ausreichen, ihr Mandat zu erfüllen, ist sie mehr und mehr abhängig von privaten Gebern. Diese wollen mitbestimmen, wofür ihre Mittel eingesetzt werden. Das schränkt den Handlungsspielraum der WHO stark ein. Mareike Haase, Referentin für internationale Gesundheitspolitik bei Brot für die Welt, sagt: „Gesundheit ist ein Menschenrecht. Dass die Weltgesundheitsorganisation derzeit nur ein Fünftel ihres Haushalts frei und für die Finanzierung des Kernmandats einsetzen kann, gefährdet die Gesundheit vieler Menschen gerade in Entwicklungsländern. Wir appellieren deshalb an die Bundesregierung, ihren Einfluss zu nutzen und sich für mehr finanzielle und ungebundene Mittel einzusetzen und mit gutem Beispiel voranzugehen.“

 

Die Lücke im WHO-Haushalt füllen zunehmend private Geber, allen voran die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung. Sie wollen schnelle Erfolge sehen, ohne in die langfristige Verbesserung der zugrundeliegenden Ursachen wie krankmachende Umwelt-, Arbeits- und Lebensbedingungen zu investieren. Wie wichtig es ist, Gesundheitssysteme insgesamt zu stärken, hat zuletzt die Ebola-Epidemie gezeigt. Das Virus hätte weit weniger Tote gefordert, wenn die Gesundheitsdienste in Sierra Leone, Liberia und Guinea besser vorbereitet gewesen wären.

 

Die WHO hat große Erfolge erzielt. Die Ausrottung der Pocken und die tagtägliche Bereitstellung von nachweislich wirksamen („evidenzbasierten“) und global gültigen Behandlungsrichtlinien gehören dazu. Bereits vor vierzig Jahren – 1978 – rief die WHO zudem in Alma Ata „Primary Health Care“ als leitendes Gesundheitskonzept aus. Der Ökumenische Rat der Kirchen hat dieses Prinzip, nach dem Basisgesundheit  sowohl Schutz vor Gesundheitsgefährdungen als auch die Versorgung im Krankheitsfall umfassen  muss, mitentwickelt. Dieser Ansatz  ist heute  wichtiger denn je – hierbei müssen alle Akteure an einem Strang ziehen. Es bedarf einer unabhängigen und gestärkten WHO, um Gesundheit für alle zu erreichen.

 


Hilfen für rund 1.000 Kinder auf dem Weg

Massive Überschwemmungen in Bolivien

 

(Aachen/kmw) - Mit einem Hilfspaket in Höhe von 31.200 Euro unterstützt das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ 355 Familien in Bolivien, unter ihnen 970 Kinder. Aufgrund der starken Regenfälle in weiten Teilen des Landes Anfang Februar wurde der Notstand ausgerufen. Die Flüsse Mamoré und Isiboro im bolivianischen Tiefland sind zum Teil bis zu 25 Kilometer weit über die Ufer getreten. Manche Regionen stehen immer noch unter Wasser. Besonders stark von den Überschwemmungen betroffen ist die Region Beni. Hier leben viele indigene Bevölkerungsgruppen, die aktuell von der Außenwelt abgeschnitten sind. Pflanzungen, Ernten und Vorräte sind völlig zerstört, viele Nutztiere ertrunken. Die Menschen sind aktuell auf Hilfslieferungen von außen angewiesen, viele Dörfer in der Provinz Beni mussten bereits evakuiert werden.

 

 

 

Von den Spenden des Hilfswerks der Sternsinger sollen dringend benötigte Nahrungsmittel und Medikamente für rund 355 Familien besorgt werden. Die Hilfslieferungen versorgen die Menschen für vier Monate. Die katholische Pfarrei La Resurrección in Trinidad koordiniert die Maßnahmen vor Ort.

 

 

 

Jährlich 2.200 Projekte weltweit

 

Rund 2.200 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 76,6 Millionen Euro standen dem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland 2016 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 112 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.

 

 

 

Spendenkonto

 

Stichwort: Bolivien

 

Pax-Bank eG

 

IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31

 

BIC: GENODED1PAX

 


Delegation der Nordkirche reist zu Konsultation nach Südafrika:

Landesbischof Ulrich: „Partnerschaftsbesuch eröffnet neue Sichtweisen“

 

(Hamburg/Schwerin/ce) – Zu einer Konsultation über Perspektiven für die Partnerschaft und die gemeinsamen Herausforderungen ist eine Delegation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) nach Südafrika gereist. Zu der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika und ihrer Kap-Oranje-Diözese gibt es seit mehr als 170 Jahren Beziehungen. Unter der Leitung von Landesbischof Gerhard Ulrich und Bischof Motsamai Manong von der Kap-Oranje Diözese geht es ab Donnerstag (22. März) acht Tage lang darum, Probleme und Veränderungen beider Kirchen wahrzunehmen und gemeinsame Pläne und Projekte zur Vertiefung der Beziehungen zu entwickeln. Mitglieder der Delegation sind unter anderem Heike Spiegelberg, Afrikareferentin im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche, und Jörn Möller, Leiter des Bereiches Ökumenische Beziehungen.

 

 

 

Landesbischof Gerhard Ulrich erklärte im Vorfeld des Besuchs: „Ich freue mich auf die Reise und die Begegnung mit unseren Geschwistern von der Kap-Oranje-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika. Es ist mir ganz besonders wichtig, ihren Blick auf die Welt und ihre Sicht der Dinge wahrzunehmen – schon der letzte Besuch in Südafrika 2016 hat mich tief beeindruckt. Auch der New World Foundation in Kapstadt, in der auch Freiwillige aus dem Bereich der Nordkirche arbeiten, wollen wir unsere Unterstützung durch unseren Besuch ausdrücken – ihre Arbeit, die Jugendlichen Hoffnung angesichts großer Perspektivlosigkeit gibt, kann man nicht hoch genug einschätzen.“

 

 

 

Bis zur Gründung der Nordkirche wurde die Partnerschaft zu lutherischen Gemeinden von der damaligen Pommerschen Kirche gepflegt. 1975 gründete sich aus mehreren regionalen Kirchen die Evangelisch-Lutherische Kirche im Südlichen Afrika mit fünf Diözesen in Südafrika, einer Diözese in Botswana und einer weiteren in Swasiland. Die Kirche hat heute rund 580 000 Mitglieder. Mit der Kap-Oranje-Diözese und ihren rund 40 000 Mitgliedern hat 2001 ein Partnerschaftsvertrag die besondere Beziehung zur pommerschen Kirche bekräftigt. Der erste Bischof dieser Diözese war 1975 der Pommer Adalbert Brunke. Vier Mitglieder aus der Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises Pommern gehören ebenfalls der Delegation an, unter ihnen Ökumenepastor Matthias Tuve.

 

 

 

Eine weitere enge Beziehung gibt es zur New World Foundation in Kapstadt. Das Sozial- und Trainingszentrum in dem Armenviertel Lavender Hill wurde 1980 von zwei Pastoren gegründet und bietet bis heute Jugendlichen Perspektiven durch Sport, Hausaufgabenbetreuung, Musik oder Theater. Dort arbeitet der Ökumenische Mitarbeiter der Nordkirche, Marius Blümel. Das Zentrum für Mission und Ökumene schickt seit vielen Jahren Jugendliche über das Freiwilligenprogramm „Weltwärts“ in die New World Foundation. Durch Spenden und die Finanzierung von Projekten wird die Arbeit der Foundation durch die Nordkirche unterstützt.

 

 

 

In einem öffentlichen Gottesdienst wird Bischof Ulrich am 25.März in der Kirche St. Johannis Belville in Kapstadt predigen, die Liturgie hat der örtliche Pfarrer übernommen, die Abendmahlsliturgie leitet Bischof Motsamai Manong.

 

 

 

 

 

Gerhard Ulrich ist Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

 

www.nordkirche.de
www.velkd.de

 


Stiftung Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe startet Online-Kampagne

Foto: Menschen für Menschen
Foto: Menschen für Menschen


 

(München/Berlin/pm) - „Jeder kann helfen“- mit einfühlsamen Ratschlägen, nützlichen Tipps, wertvollen Anregungen und all das über Kontinente hinweg. Hilfe ist keine Einbahnstraße, dank des Internets. Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe nutzt dies für eine ungewöhnliche Online-Kampagne.

 

Die Stiftung Menschen für Menschen hat insgesamt 30 eindrucksvolle „Helptorials“ realisiert: Authentische Kurzfilme von Menschen aus dem ländlichen Äthiopien, die uns via Youtube und Social Media mit ihren Ratschlägen helfen können. Eben wirklich relevante Tutorials: Von Koch- über Lauf- bis zu Erziehungs-Tipps ist alles dabei. So sagt uns beispielsweise der Marathonläufer Tadesa, worauf es beim ausdauernden Laufen ankommt. Und Hausfrau Mulu weiß etwa, welches Hausmittel Schwangeren bei Morgenübelkeit hilft.

 

„Die Begegnung auf Augenhöhe, die wir seit Jahrzehnten als großen Teil des Erfolgs unserer Arbeit in Afrika erleben, wird in den ,Helptorials‘ nochmal für alle erfahrbar.  Das Grundprinzip ,Jeder kann helfen‘, das Karlheinz Böhm immer hoch gehalten hat, bekommt so noch einmal eine ganz neue Bedeutung und Perspektive“, sagt Sebastian Brandis, Vorstand der Stiftung Menschen für Menschen.

 

Auch wir können den Äthiopiern helfen – indem wir sie mit einer Spende unterstützen, schnell, unkompliziert und direkt. Durch eine Kooperation mit Facebook können die Zuschauer der Spots erstmalig in Deutschland direkt im Videoformat mit nur einem Klick spenden.

 

Durch die aktuelle Online-Kampagne werden die Ziele von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe unterstützt: hierzulande wird ein Bewusstsein für die Lebenssituation der Menschen in den ländlichen Regionen Äthiopiens geschaffen und es werden Spenden für die wertvolle Projektarbeit gesammelt. Die Stiftung setzt seit über 36 Jahren integrierte Entwicklungsprojekte in den ländlichen Regionen Äthiopiens um. So konnte bisher über 5,5 Millionen Kindern, Frauen und Männern die Chance auf ein besseres Leben ermöglicht werden.

 

Unterstützung erhält Menschen für Menschen dabei von Botschaftern wie Unternehmerin Sara Nuru und weiteren Top-Influencern etwa der Profifußballerin Julia Simic oder der deutschen Rockband „Killerpilze“. Sie werden die jeweils zu ihrem Themenfeld passenden „Helptorials“ mit ihren Fans teilen (Beauty, Fitness, Erziehung, DIY, Kochen oder allgemeine Ratschläge). Die 30 verschiedenen Videos sind auf Facebook, YouTube und Instagram ab sofort zu sehen.

 

 

 

Informationen über Menschen für Menschen finden Sie hier:
www.menschenfuermenschen.de

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Spendenkonto
Stiftung Menschen für Menschen
Stadtsparkasse München
IBAN: DE64701500000018180018
SWIFT (BIC): SSKMDEMM

 

Online: www.menschenfuermenschen.de

 

 

 

Über Menschen für Menschen

 

Die Stiftung Menschen für Menschen leistet seit über 36 Jahren nachhaltige Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien. Im Rahmen integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte verzahnt Menschen für Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung Maßnahmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen. Den Grundstein für Menschen für Menschen legte am 16. Mai 1981 der damalige Schauspieler Karlheinz Böhm (gest. 2014) mit seiner legendären Wette in der Sendung „Wetten, dass..?“. Die Stiftung trägt seit 1993 durchgängig das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Menschen für Menschen setzt die Maßnahmen derzeit in zwölf Projektgebieten mit über 700 fest angestellten und fast ausschließlich äthiopischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um.

 


Brot für die Welt beim Internationalen Wasserforum in Brasilia

„Verbindliche Regeln gegen den Ausverkauf von Wasser“

 

Brasilien * Weltwasserforum * Weltwassertag (22.3.) * Zivilgesellschaft * Gerechtigkeit * Menschenrechte

 

 

 

(Berlin/bfw) - Brot für die Welt plädiert für verbindliche Regeln und einen nachhaltigen Umgang mit den weltweiten Wasserressourcen. Aus Anlass des Weltwassertages am 22. März weist das evangelische Hilfswerk darauf hin, dass auch Deutschland und die EU Verantwortung dafür tragen, wenn hoher Wasserverbrauch für Exportagrargüter zu Armut und Vertreibung in Ländern des Südens führen. Beim Internationalen Wasserforum in Brasilia (17. bis 22.3.) und dem parallel stattfindenden Forum der Zivilgesellschaft werden Fachleute, Politiker und Aktivisten über den zukünftigen Umgang mit diesem wertvollen Gut beraten. Gemeinsam mit zahlreichen Partnerorganisationen beteiligt sich Brot für die Welt an beiden Foren.

 

 

 

In vielen Regionen der Welt nimmt die Wasserknappheit zu. Hauptursachen sind die industrielle Landwirtschaft, das rasante Wachstum der Städte und immer häufigere Dürren infolge des Klimawandels. „Besonders stark von Wasserknappheit betroffen sind Kleinbauern. Ihre Existenz hängt davon ab, dass sie genügend Wasser bekommen“, sagt Andrea Müller-Frank, Referentin für das Recht auf Nahrung bei Brot für die Welt.

 

 

 

70 Prozent der weltweiten Wasserentnahmen gehen auf das Konto der Landwirtschaft. Um die steigende Weltmarktnachfrage nach Soja für die Fleischindustrie, Zuckerrohr für Biosprit, Baumwolle und Kaffee zu stillen, werden die Erträge auf der Südhalbkugel mittels ganzjähriger Bewässerung und intensivem Düngemittel- und Pestizid-Einsatz noch weiter gesteigert. „Heute tragen die Länder der Nordhalbkugel vor allem über den Agrarimport und die Ausweitung der intensiven Bewässerungslandwirtschaft erheblich zur Verschwendung und Aufzehrung wertvoller Süßwasserressourcen bei. „Das muss sich ändern gerade in sensiblen Regionen mit Wasserstress, wo mehr Wasser entnommen wird, als sich erneuert“, sagt Müller-Frank. „Der Zugang zu Wasser muss international gerechter geregelt werden, um die lokale Versorgung mit Trinkwasser und damit die Ernährung langfristig zu sichern.“

 

 

 

 „Wasser für Alle“ ist das Motto des diesjährigen Wasserforums und auch das Jahresthema von Brot für die Welt. Um ‚Wasser für Alle‘ und die Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsagenda zu erreichen, müsse es zu einer besseren zwischenstaatlichen Zusammenarbeit in Wasser- und Ernährungsfragen kommen, erklärt Müller-Frank: „Die internationale Staatengemeinschaft muss verbindliche Regeln zur Reduzierung des Wasserverbrauchs insbesondere in den Agrarlieferketten aufstellen. Die Versorgung der lokalen Bevölkerung muss Vorrang haben vor der Wassernutzung für Exportgüter.“

 

 

 

Alle drei Jahre veranstaltet der internationale Weltwasserrat unter Beteiligung von Ministerien, multilateraler Organisationen, Entwicklungsbanken und der Privatwirtschaft das Weltwasserforum. Kritiker erwarten in erster Linie Empfehlungen im Interesse der Finanz- und Privatwirtschaft. Deswegen veranstalten Kirchen, NGOs, Indigenengruppen und soziale Bewegungen ein Parallelforum, das gegen die Privatisierung der staatlichen Wasserversorgung und die Verschwendung von Wasser mobilisiert.

 

 

 


World Vision-Bericht zeigt Ausmaß der täglichen Nöte und Entbehrungen bei syrischen Kindern auf der Flucht / Mehr Hilfen für Stress-Abbau nötig

Aktuelle Befragung zu Syrienkrieg: Kindheit unter Dauerbeschuss

 

(Amman/Friedrichsdorf/wv)  – Der Krieg in Syrien geht in sein achtes Jahr. Er konfrontiert Kinder und Jugendliche direkt und indirekt mit schwer vorstellbaren Erfahrungen. World Vision ruft dringend dazu auf Hilfen für sie nicht zu verzögern. Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation haben mehr als 1.200 syrische Kinder zwischen 11 und 17 Jahren in Syrien, im Libanon und in Jordanien über ihre täglichen Belastungen und Entbehrungen befragt. Die Ergebnisse werden heute in dem aktuellen Bericht „Beyond Survival“ veröffentlicht.

 

„Wir haben es hier mit der größten Kinderschutzkrise unserer Zeit zu tun. Es gelingt nach wie vor nicht, das Leben, die Kindheit und die Zukunft der syrischen Kinder zu schützen“, sagt Wynn Flaten, Leiter der Syrienhilfe bei World Vision. „Die Kriegserfahrungen der Kinder können sich ein Leben lang negativ auswirken. Der Schutz des Lebens dieser Kinder hat Priorität, aber wir müssen darüber hinausgehen. Sie sollten nicht nur überleben, sondern auch ein glückliches, gesundes und produktives Leben führen können."

 

Mehr als 5,5 Millionen Syrer sind bisher aus ihrer Heimat geflohen, die Hälfte davon sind Kinder. Laut Vereinten Nationen sind weitere sechs Millionen Menschen innerhalb Syriens auf der Flucht und haben ihre Häuser auf der Suche nach sicheren Orten verlassen. Der Bericht „Beyond Survival“ zeigt auf, wie der Konflikt das Lebensumfeld und die sozialen Strukturen von Kindern dramatisch verändert hat. „Kinder haben uns erzählt, dass sie an neue Orte ziehen mussten und dort nun auf engem Raum leben. Sie besuchen ihnen unbekannte oder überhaupt keine Schulen. Und sie vermissen Familienmitglieder sowie Freunde, die einst Teil ihres Lebens waren", erzählt Flaten.

 

Die Umfrage ergab, dass in Süd-Syrien die Hälfte der befragten Kinder häusliche Gewalt erlebt haben. Im Libanon berichten 39 Prozent und in Jordanien 15 Prozent der befragten Kinder von gewalttätigen Erziehungsmaßnahmen in der Familie. Von denen, die in Syrien zur Schule gehen, haben 42 Prozent eine gewaltsame Disziplinierung durch Lehrer oder anderes Schulpersonal erlebt.

 

Mehr als die Hälfte der befragten Kinder haben angegeben, keinen Zugang zu Gesundheitsdienst-leistungen zu haben. Beengte Wohnverhältnisse sind in allen drei Ländern ein weit verbreitetes Problem: Mehr als 70 Prozent der befragten Kinder leben unter solchen Bedingungen. Diese Kinder erleben doppelt so häufig häusliche Gewalt wie andere. „Gerade zu Hause sollten sich Kinder sicher fühlen“, sagt Flaten. „Aber stattdessen müssen Kinder nicht nur mit ihren eigenen Stresssituationen umgehen, sondern bekommen auch die Auswirkungen der angespannten familiären Situation zu spüren. Erschreckenderweise sehen viele Kinder solche Belastungen als einen normalen Aspekt ihres neuen Lebens an.“ Auch Kinderarbeit ist ein großes Thema. Im Libanon gaben 55 Prozent der Mädchen und Jungen an, dass sie bereits gearbeitet haben oder derzeit arbeiten. In Jordanien sind es 11, in Syrien 8 Prozent.

 

Der Bericht identifiziert klare Themenbereiche, die Geber und Regierungen priorisieren können. Die richtigen politischen, programmatischen und finanziellen Investitionen können die Auswirkungen der vorherrschenden Gewalt langfristig positiv beeinflussen. „Trotz allem, was Syriens Kinder jeden Tag erleben mussten und auch weiterhin müssen, sind sie eine Quelle der Hoffnung für die Zukunft des Landes. Aber es besteht das Risiko, dass sie sich nie vollständig von diesem Konflikt erholen werden. Wir sind an einem Punkt, an dem wir sofort handeln müssen, um das zu verhindern“, ergänzt Flaten.

 

World Vision startete 2011 mit der Unterstützung syrischer Flüchtlingskinder und -familien. 2017 erreichte die internationale Hilfsorganisation im Rahmen der Syrienhilfe mehr als 2,2 Millionen Menschen in Syrien, im Libanon, in Jordanien, in der Türkei und im Irak – darunter rund 1,3 Millionen Kinder. Diese Arbeit umfasste unter anderem psychosoziale Unterstützung und Kinderschutzprojekte sowie Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen, Gesundheitsdiensten und Bildung.

 


Zusätzlicher Ertrag neben Gemüse und Obst – Shelter Now finanzierte Gewächshaus

Frauen in Afghanistan bauen gemeinschaftlich „Aloe Vera“ an

 

(Braunschweig/sn) - Seit Jahrtausenden sind ihre Blätter als heilkräftig bekannt: Aloe Vera. Auch die 16 Frauen aus der Agrargenossenschaft Saodat im Westen Afghanistans wissen um die Wirkung des Pflanzensafts bei Hautverletzungen, Sonnenbrand und Entzündungen. Weil das warme und trockene Klima gute Bedingungen für Aloe Vera bietet, bauen sie im gemeinschaftlich betriebenen „Frauengarten“ neben Obst und Gemüse nun auch die Heilpflanze an.

 

 

 

Im November setzten die Bäuerinnen 320 Jungpflanzen ins Gewächshaus, das aus Mitteln des internationalen christlichen Hilfswerks Shelter Now ein Stegplatten-Dach, eine Folienfront und eine Tröpfchenbewässerung erhielt. Die Pflanzen finanzierte die Frauenvereinigung aus dem Anbau und der Verarbeitung von Obst und Gemüse. „Die Bewässerung ist ideal, weil die Aloe Vera nur wenig Wasser, einen gleichmäßig warmen Standort und viel Licht benötigt“, erklärt Shelter Now-Landwirtschaftsexpertin Gudrun Göttler, die die Erzeugergemeinschaft begleitet. Das Gewächshaus schützt die Pflanzen vor dem kalten afghanischen Winter.

 

 

 

Der Anbau der Aloe Vera, die ursprünglich von der arabischen Halbinsel stammt, hat sich weltweit zu einem großen Wirtschaftszweig entwickelt – mit steigender Nachfrage. Das aus den Blättern gewonnene Extrakt wird nicht nur als Heilmittel, sondern auch zur Hautpflege, in After-Sun-Lotionen und sogar in der Getränkeindustrie verwendet. Die Ernte aus dem „Frauengarten“ verkauft ein Vertragshändler an einen Getränkehersteller in der Provinzhauptstadt Herat sowie in den Iran zur Verarbeitung in der Kosmetikindustrie.

 

 

 

Eine Aloe Vera-Pflanze kann zwölf Jahre genutzt und viermal jährlich geerntet werden, so Göttler. Neue Jungpflanzen könnten die Bäuerinnen verkaufen oder die Anbaufläche vergrößern. Die Expertin rechnet mit 40 Prozent mehr Gewinn als beim Gemüsebau. Dieser solle aufgrund der dafür nicht optimalen Klima- und Bodenverhältnisse etwas reduziert, Obstbau jedoch unvermindert beibehalten werden. Gute Ergebnisse erzielen die Frauen nach den Worten Göttlers inzwischen auch mit Luzerne und dem Mästen von Schafen.

 

 

 

 

 

Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Von 1983 bis 2016 war es in Pakistan tätig. 1988 begann die Arbeit in Afghanistan, 2014 in der Autonomen Region Kurdistan (Nord-Irak). Der Name der Organisation in Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“. Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.

 

 

 


Tibet: Neue Sorgen um Zustand des Jokhang-Tempels / Versuchen chinesische Behörden, Ausmaß der Brandschäden zu vertuschen?

 

(Berlin/ict) - Immer noch herrscht weitgehende Unklarheit über die Größe des Schadens, den der Jokhang-Tempel in Lhasa in Folge des Großfeuers vom 17. Februar erlitten hat. Wie ein neuer Bericht der International Campaign for Tibet (ICT) dokumentiert, wächst die Sorge, die chinesischen Behörden würden versuchen, das wahre Ausmaß der Brandschäden zu vertuschen. Soweit bekannt, wurde bislang weder tibetischen noch ausländischen unabhängigen Fachleuten gestattet, den Brandort zu untersuchen. Experten gehen nach Auswertung des verfügbaren Bild- und Videomaterials davon aus, dass die Schäden beträchtlich sein dürften. Die restriktive und widersprüchliche Informationspolitik der Behörden gibt diesen Befürchtungen zusätzliche Nahrung. So gibt es nach wie vor keine Erklärung dafür, warum das Feuer überhaupt so groß werden konnte, dass die aus dem Dachgeschoss des Tempels schlagenden Flammen weithin sichtbar waren. Noch im Dezember hatte Peking dem UNESCO-Welterbekomitee mitgeteilt, der Jokhang-Tempel verfüge über eine eigene Feuerwache, die rund um die Uhr besetzt sei. Der Jokhang-Tempel zählt seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO und gilt als eine der heiligsten Stätten des tibetischen Buddhismus. Mit seiner Errichtung war im siebten Jahrhundert begonnen worden.

 

Die Experten rätseln weiterhin über widersprüchliche Zeitangaben. So heißt es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, das Feuer sei um 18:40 Uhr im zweiten Stock im rückwärtigen Bereich des Tempels ausgebrochen. Die berühmte Statue des Jowo-Buddha sowie „alle registrierten 6.510 historischen Objekte und auch das Hauptgebäude“ seien unversehrt. Das goldverzierte Hauptdach sei entfernt worden, um einen eventuellen Kollaps oder einen erneuten Ausbruch des Brandes vorzubeugen. Laut einem durchgesickerten Dokument der Polizei, das wenige Tage nach dem Feuer im Internet zirkulierte, seien die Feuerwehrleute erst um 19:07 Uhr am Jokhang eingetroffen. Videos zeigen, dass die Flammen auch um 19:46 Uhr immer noch hoch aufloderten. Erst um 20:05 Uhr sei das Feuer dann gelöscht gewesen.

 

Mehrere Fachleute bezweifeln die Darstellung der Behörden. Sie befürchten, dass das Gebäude durch Feuer, Löschwasser und von der Feuerwehr zum Ersticken der Flammen verwendete Chemikalien teils erhebliche Schäden davongetragen haben dürfte, auch wenn es vermutlich gelungen sei, den Brand auf die rückwärtigen Teile der Tempelanlage zu begrenzen. Als der Jokhang am Tag nach dem Brand wieder betreten werden konnte, fiel Beobachtern auf, dass der Bereich hinter der Statue des Jowo-Buddha mit neuen Vorhängen verhüllt war. Dergleichen hatten Kenner des Heiligtums noch nie erlebt.

 

Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Bericht „New fears for historic structure of Jokhang temple after major fire, as China covers up extent of damage“ (http://www.savetibet.org/new-fears-for-historic-structure-of-jokhang-temple-after-major-fire-as-china-covers-up-extent-of-damage/).

 

 

 

International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
D-10435 Berlin
www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 

 

 


Diakonie Katastrophenhilfe weitet Hilfe aus

Syrien: Menschenleben schützen

 

Syrien * Reise * 7 Jahre Krieg * Füllkrug-Weitzel * Völkerrecht

 

 

 

(Berlin/dw) - Die Diakonie Katastrophenhilfe ist sieben Jahre nach Kriegsbeginn besorgt über die anhaltende Gewalt in Syrien. „Keine Kriegspartei hält sich hier an die Prinzipien des humanitären Völkerrechts“, bedauert Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Es ist besonders schamlos, wie auch andere Länder ihr Süppchen auf dem Rücken der Bevölkerung kochen, sprich: ihre nationalen und geostrategischen Interessen um jeden menschlichen Preis in Syrien durchzusetzen versuchen“, beklagt sie. „Es muss oberste Priorität haben, zu einem umfassenden Friedensschluss zu kommen. Bis dahin gilt es, Zivilisten zu schützen und die Menschen darin zu unterstützen, in Würde leben zu können.“ Füllkrug-Weitzel kommt gerade von einer mehrtägigen Reise in verschiedene Städte und Regionen Syriens zurück und hat sich vor Ort ein Bild von der Situation und den Hilfsprojekten der Diakonie Katastrophenhilfe gemacht.

 

 

 

„Die Lage in Syrien ist von Landesteil zu Landesteil, ja von Ort zu Ort, sehr unterschiedlich“, berichtet Füllkrug-Weitzel. In Ost-Ghuta, Afrin und anderen Gebieten herrsche weiterhin ein erbarmungsloser Krieg ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Der Krieg präge sieben Jahre nach seinem Ausbruch das gesamte Leben - auch in Gebieten, in denen aktuell weniger gekämpft würde. „Die Spuren, die er in den Seelen und Körpern der Menschen, im zerstörten sozialen Zusammenhalt und Vertrauen in ein friedliches Miteinander der Religionen und Kulturen, hinterlassen hat, sind gewaltig. Ebenso, wie die Auswirkungen des Krieges auf die Wirtschaft und Landwirtschaft, die Einkommenslage, die medizinische Versorgung – und natürlich die Wohnsituation.“

 

 

 

Ganze Städte und Landstriche lägen in Trümmern und 6,1 Millionen im eigenen Land Vertriebene könnten noch immer nicht an ihren Heimatort zurück. Den Menschen fehle es dort am Nötigsten, 69 Prozent gelten als extrem arm. „Das Gesundheitssystem liegt am Boden, es fehlt an Untersuchungs- und OP-Kapazitäten, Medikamente sind für die meisten Syrer unerschwinglich geworden. In Syrien sterben Menschen auch ohne direkte Gewalteinwirkung: eine nicht behandelte Krankheit, ein Kaiserschnitt kann in Syrien tödlich sein. Das ist ein weiteres Drama dieses Krieges.“

 

 

 

Zu einem sicheren Leben gehöre auch sicherer Wohnraum, mindestens eine gesicherte Mahlzeit täglich, Zugang zu sauberem Wasser und zu Medikamenten. Dazu brauche es auch Einkommensmöglichkeiten. „Die Menschen haben mir erzählt, dass sie sich nach sieben Jahren Krieg wünschen, ihr Leben in jeder Hinsicht endlich wieder selbst in die Hand zu nehmen. Für die Syrer geht es um Frieden und eine politische Zukunft für alle Bevölkerungsgruppen, aber auch um soziale und wirtschaftliche Sicherheit. Humanitäre Hilfe muss ein Leben in Würde ermöglichen“, sagt Füllkrug-Weitzel, die unter anderem die Stadt Homs besucht hat. Mit ihrem lokalen Partner stellt die Diakonie Katastrophenhilfe in Regionen wo es möglich ist, Wohnungen soweit provisorisch wieder her, dass die Familien, die in Syrien als Vertriebene in Slums oder Zeltunterkünften leben müssen, dort erst mal wieder ein Dach über dem Kopf haben. Sie gibt Ausbildung und Startup-Hilfen für kleine Gewerbe, damit Syrerinnen und Syrer wieder ein eigenes Einkommen verdienen können. Dabei hat das evangelische Hilfswerk vor allem die 6,1 Millionen Menschen im Blick, die innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind.

 

 

 

Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe: „In Syrien sind über 13 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Davon leben fast 3,5 Millionen in belagerten oder schwer zugänglichen Gebieten, die wir bisher leider nur eingeschränkt mit unserer Hilfe erreichen können.“

 


Brot für die Welt beim Weltsozialforum in Brasilien

„Menschenrechte verteidigen, Gerechtigkeit schaffen“

 

Brasilien * Weltsozialforum * Zivilgesellschaft * Gerechtigkeit * Menschenrechte

 

 

 

(Berlin/bfw) - Vom 13. bis zum 17. März kommen im brasilianischen Salvador da Bahia Vertreterinnen und Vertreter sozialer Bewegungen und zivilgesellschaftlicher Netzwerke aus 120 Ländern zum 13. Weltsozialforum zusammen. In mehr als Tausend Veranstaltungen geht es bei diesem Treffen der Zivilgesellschaft um die Überwindung wachsender sozialer Ungleichheit zwischen und innerhalb von Staaten und um friedlichen Protest, Teilhabe und Solidarität. Im Gastgeberland Brasilien dient die Wirtschaftskrise der Regierung derzeit als Rechtfertigung für die drastische Einschränkung sozialer Rechte.

 

 

 

Brot für die Welt wird in Salvador da Bahia die Themen Klimawandel, gerechten Welthandel sowie die Auswirkungen des geplanten Handelsabkommens zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur in den Vordergrund stellen. Partnerorganisationen von Brot für die Welt aus Brasilien, Indien und Mosambik zeigen auf, wie sich soziale Bewegungen für nachhaltiges Wirtschaften und eine gerechtere Welt einsetzen.

 

 

 

Das Weltsozialforum wurde 2001 als Gegenveranstaltung zu den Gipfeln der Welthandelsorganisation, dem Davoser Weltwirtschaftsforum und den Weltwirtschaftsgipfeln der G-8-Staaten ins Leben gerufen. Brot für die Welt ist Gründungsmitglied des Weltsozialforums.

 

 

 


Massive Militärpräsenz in Tibet vor Jahrestag des tibetischen Volksaufstands

Ost-Tibet: Mann stirbt nach Selbstverbrennung

 

(Berlin/pm) - Wenige Tage vor dem Jahrestag des tibetischen Volksaufstands vom 10. März 1959 hat sich gestern ein tibetischer Mann in der osttibetischen Präfektur Ngaba (chin.: Aba) selbst angezündet und ist seinen Verletzungen erlegen. Tsekho Tugchak soll in seinen Vierzigern gewesen sein. Er stammt aus der Ortschaft Meeruma. Damit steigt die Zahl der Selbstverbrennungen in Tibet und China seit dem Jahr 2009 auf insgesamt 153. Tsekho Tugchaks Selbstanzündung war die erste im laufenden Jahr. Auch die letzte der insgesamt sechs Selbstverbrennungen des Jahres 2017 hatte sich in der Region Ngaba ereignet.

 

Tsekho Tugchaks Selbstverbrennung fällt in eine Zeit, die in ganz Tibet geprägt ist von massiver Militär- und Sicherheitspräsenz. Im Vorfeld des Jahrestags des tibetischen Volksaufstands am 10. März war neben einer Reihe großangelegter Militärübungen auch die Anwesenheit hunderter Angehöriger paramilitärischer Polizeieinheiten in den Klöstern während eines wichtigen Gebetsfests zu beobachten. Offensichtlich soll dies der Einschüchterung der tibetischen Bevölkerung dienen. Nicht zuletzt sollen damit offenbar auch Selbstverbrennungen aus Protest gegen die chinesische Politik in Tibet verhindert werden. So wurde laut einem Bericht der Staatsmedien bei einem sogenannten „Stabilitäts“-Treffen von Behördenvertretern der sogenannten Autonomen Region Tibet am 4. März die Losung ausgegeben, um „Selbstverbrennungen zu unterbinden“ sei es für die Parteikader notwendig, an ihren harten Repressionsmaßnahmen festzuhalten und überdies „absolute Loyalität zum Zentralkomitee der chinesischen KP mit dem Genossen Xi Jinping an der Spitze“ zu zeigen.

 

Weitere Einzelheiten entnehmen Sie dem Bericht „Tibetan man dies after self-immolation; oppressive measures intensified in March 10 anniversary week“.

 


International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
D-10435 Berlin
www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 


Delegation aus dem Zentrum für Mission und Ökumene vertritt die Nordkirche

13. Weltmissionskonferenz in Tansania vom 8. bis 13. März

 

(Hamburg/ce) – In Tansania kommen vom 8. bis zum 13. März ökumenisch und missionarisch engagierte Christinnen und Christen zur 13. Weltmissionskonferenz zusammen. Delegierte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) sind Anne Freudenberg, Referentin für Theologie und Nachhaltigkeit, und Jörn Möller, Bereichsleiter für ökumenische Beziehungen, im Zentrum für Mission und Ökumene. Insgesamt werden mehr als 800 Delegierte aus allen Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in der Stadt Arusha in Tansania erwartet. Das Motto des diesjährigen Treffens lautet „Vom Geist bewegt – Zu verwandeln-der Nachfolge berufen“.

 

Seit 1910 in Edinburgh die erste Weltmissionskonferenz stattgefunden hat, sind von diesen Veranstaltungen, die an verschiedenen Orten weltweit organisiert wurden, wichtige Impulse ausgegangen für Debatten über die Mission, Evangelisation und das Kirchesein. Organisiert werden sie vom Ökumenischen Rat der Kirchen. Das Evangelische Missionswerk in Deutschland unterstützt die Vorbereitungen und koordiniert die mehr als 30 Mitglieder der Delegationen aus deutschen Landeskirchen, Missionswerken und Hochschulen.

 

„Aktuell stehen wir vor vielen Herausforderungen. Es geht um die Umsetzung der Klimaziele, das friedliche Zusammenleben der Religionen, aber auch um die interkulturelle Öffnung unserer Kirchen und Perspektiven für die jüngere Generation. Ich bin auf den Austausch gespannt, wie wir unseren Glauben lebendig gestalten und als Weltchristenheit Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen können“, sagte Anne Freudenberg. Sie erwartet neue Impulse, die sie für ihre Arbeit in der Nordkirche nutzen kann. „Unsere zunehmend säkularisierte Gesellschaft ist ein wichtiges gemeinsames Thema mit den Kirchen aus dem Norden. Ich wünsche mir neue gemeinsame Ideen, wie wir dieser Herausforderung begegnen können“, erläuterte Jörn Möller.

 

Weitere Hintergründe zur Konferenz gibt es beim Evangelischen Missionswerk in Deutschland unter www.emw-d.de und dem Blog wmk2018.de. 

 


Tibet: Militärische Machtdemonstration in Lhasa / Massive Truppenpräsenz in Klöstern im Vorfeld von Jahrestag des Volksaufstands

 

(Berlin/ict) - Zeitgleich mit einem hohen buddhistischen Feiertag veranstaltete die chinesische Führung am 2. März eine großangelegte Militärübung in der tibetischen Hauptstadt Lhasa, die in den chinesischen Staatsmedien breiten Niederschlag fand. Ein neuer Bericht der International Campaign for Tibet (ICT) dokumentiert in zahlreichen Bildern die militärische Machtdemonstration, die unter der offiziellen Bezeichnung „Stahlwand“ firmierte. Sie zeigen „gefechtsbereite“ Einheiten der chinesischen „Volksbefreiungsarmee“ (PLA) und der paramilitärischen Bewaffneten Volkspolizei (PAP), die in langen Kolonnen durch Lhasa paradieren und auf einem nahegelegenen Übungsgelände ihre Bereitschaft demonstrieren, die sogenannte „soziale Stabilität“ zu garantieren – ein politisches Codewort für die unbedingte Wahrung der KP-Herrschaft über Tibet.

 

Der Zeitpunkt der offenbar mit dem Ziel der Einschüchterung abgehaltenen Übung war nicht überraschend, lag er doch nur gut eine Woche vor dem Jahrestag des tibetischen Volksaufstands vom 10. März 1959. Dieser erhält in diesem Jahr eine besondere Bedeutung, weil sich dann die von den chinesischen Behörden gewaltsam niedergeschlagene Protestwelle des März 2008 zum zehnten Mal jährt. In den überwiegend friedlichen Protesten hatten viele Menschen in allen Teilen Tibets nach der Rückkehr des Dalai Lama verlangt. Bereits in den Vorjahren fanden in Lhasa zu Anfang März ähnliche Demonstrationen von Chinas militärischer Stärke statt. In diesem Jahr fielen sie auf den Tag genau zusammen mit der massenhaften Präsenz chinesischer Truppen in den großen tibetischen Klöstern, wo die Menschen zusammenkamen, um das Gebetsfest Monlam zu feiern, einen bedeutenden Teil der traditionellen Feierlichkeiten zum tibetischen Neujahrsfest. So strömten etwa mehrere hundert Angehörige der Bewaffneten Volkspolizei über das Gelände des nordosttibetischen Klosters Kumbum, während die Gläubigen dort ihre Gebete verrichten wollten. Auf Beobachter machten die Szenen in Kumbum und anderen bedeutenden Klöstern den Eindruck einer Kriegszone.

 

Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Bericht "‘Wall of steel’ in Tibet with major military drill in buildup to March 10 anniversary“.

 

International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 


missio-Präsident Klaus Krämer trifft sich in Beirut mit syrischen Kirchenvertretern

missio Aachen fordert neue europäische Friedensbemühungen für Syrien

(Beirut/Aachen/missio) - „Deutschland und Europa müssen neue diplomatische Bemühungen starten und viel stärker politisch in der Region präsent sein, um die Gewalt zu beenden“, fordert Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen, heute in Beirut. Er trifft sich in dieser Woche im Libanon mit Vertretern verschiedener Kirchen aus Syrien. „Die syrischen Christen sehen sich als die großen Verlierer des Krieges und sind enttäuscht, weil sich Europa nicht als Friedensmacht erweist“, so Prälat Krämer weiter.

 

Vor allem die Flucht der gut ausgebildeten und jungen Menschen, eine grassierende Verarmung und Arbeitslosigkeit schwächten die Lage der Christen in Syrien. „Hier müssen auch wir als katholisches Hilfswerk unseren Partnern helfen, in Syrien durch ihre pastorale und soziale Arbeit den jungen Menschen eine Perspektive geben zu können“, erklärte Krämer. 

 

Bischof Audo SJ kritisiert: „Vorrangiges Interesse des Westens an eigener Sicherheit“

 

Antoine Audo SJ, chaldäischer Bischof von Aleppo, kritisierte bei den Gesprächen in Beirut, dass das „vorrangige Interesse des reichen Westens wirtschaftlichen sowie geopolitischen Vorteilen, den strategischen internationalen Beziehungen und Aspekten der eigenen Sicherheit“ gelte. Er wünsche sich vom Westen einen „menschlicheren Ansatz“ in der Nahost-Politik. Zur Lage in Aleppo sagte er, dass einige christliche Familien zurückgekehrt seien und relative Ruhe herrsche. Die Menschen hätten auch wieder Strom und Wasser und wollten eine „Rückkehr zur Normalität“. Aleppo brauche aber eine stärkere Unterstützung beim Wiederaufbau.

 

Die neuen Kämpfe in anderen Regionen Syriens und Damaskus seien zermürbend, so Bischof Audo weiter. „Wir dachten, dass es besser wird, aber jetzt gibt es wieder Bombardements und neue Bündnisse der Kriegsparteien und das fordert wieder nur Opfer unter der Zivilbevölkerung“, sagte er.

 

„Es ist ein Krieg aller gegen alle“

 

P. Nawras Sammour SJ, Regionaldirektor des Flüchtlingsdienstes der Jesuiten (JRS) im Nahen Osten, berichtete bei dem missio-Treffen in Beirut von mehreren hunderten Toten in Damaskus in den jüngsten Tagen. „Es ist ein Krieg aller gegen alle und trifft zuerst und vor allem die Zivilbevölkerung“, so der Jesuit.  

 

Wer ist missio?

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Zum 30. Gedenktag der Massaker in Sumgait

  

Der Zentralrat der Armenier in Deutschland gedenkt des Massakers vom 26. bis 28. Februar 1988 in Sumgait mit der Entschlossenheit sich für einen dauerhaften Frieden in der Region Berg-Karabach einzusetzen.
 
(Frankfurt/zad) Das Massaker von Sumgait war der Beginn des offenen Staatsterrors Aserbaidschans gegen Armenien in Berg-Karabach, kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion. Es folgten weitere Verbrechen an der armenischen Bevölkerung in Kirowabad (November 1988) und Baku (Januar 1990).
 
Die Eskalationspolitik Aserbaidschans führte letztlich 1992 zu dem von ihr initiierten Krieg gegen Berg-Karabach mit einer verheerenden Bilanz.
 
Wir gedenken der unschuldigen Opfer beider Seiten, denn jeder Tote bringt mehr Haß und macht die langersehnte Aussöhnung noch komplizierter.
 
„Die Vernichtungsstrategie Aserbaidschans und ihrer Schutzmacht Türkei erweckte bei den Armeniern die Erinnerung an den Osmanischen Völkermord an den Armeniern 1915 und nicht zuletzt an die aserbaidschanischen Pogrome von Schuscha, 1920 mit 30.000 unschuldigen Opfer .“ so Dr. Schawarsch Owassapian, 1.Vorsitzender des ZAD.
 
Seit dem 1994 von Russland vermittelten Waffenstillstandsabkommen hat Aserbaidschan systematisch seine Militarisierungspolitik vorangetrieben. Die über Jahre hindurch geübte Drohgebärden des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev wurden am 2.April 2016 durch eine groß angelegte Militäroffensive gegen die Republik Berg-Karabach in Taten umgesetzt mit zahlreichen Opfern und Gräueltaten.
 
Der Zentralrat der Armenier in Deutschland ist der festen Überzeugung, dass eine dauerhafte Lösung des Berg-Karabach-Konfliktes nur auf friedlichen Wege gefunden werden kann.
 
Die OSZE-Minsker Gruppe ist das geeignete Gremium dafür. Es müssen neue Formen der Konfliktbewältigung und Konfliktlösung erdacht werden.
 
Wir appellieren auch an die Bundesregierung, sich aktiver für einen dauerhaften Frieden einzusetzen.
Eine friedliche Lösung des Berg-Karabach-Konfliktes löst nicht nur positive sozio-ökonomische Impulse in der Region aus sondern steigert auch die Stabilität im Südkaukasus, etwas was für Deutschland und Europa insgesamt vom großem Interesse wäre.

 

 

Zentralrat der Armenier in Deutschland
Der Vorstand
Frankfurt am Main, 26.02.2018

 


Israel verweigert Bekenntnis zum Genozid von 1915

 

(Frankfurt/zad) - Der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) bedauert die Entscheidung des israelischen Parlaments, den türkischen Völkermord von 1915 an den Armeniern im osmanischen Reich nicht anzuerkennen Mit 41 zu 28 Stimmen hat die Knesset einen entsprechenden Antrag abgelehnt.

 

 

Der ZAD-Vorsitzenden Schawarsch Owassapian: „Wir Armenier teilen mit dem jüdischen Volk die Erfahrung, Opfer eines Völkermords geworden zu sein. Wir gedenken mit großem Respekt der über 6 Millionen Opfer der Shoah. Wir warten seit vielen Jahren darauf, dass auch Israel unseren 1,5 Millionen Opfern diesen Respekt entgegenbringt.“

 

Owassapian erinnert daran, dass der Genozid an den Armeniern dem nationalsozialistischen Deutschland als Beispiel für  den geplanten Massenmord an den Juden galt. Und er erinnert daran, dass Raphael Lemkin, als  er 1947 für die UNO den Gesetzentwurf zur Bestrafung von Völkermord formulierte, sich dabei ausdrücklich auf den Holocaust an den Juden und den Völkermord an den Armeniern bezog. Es sei zu vermuten, so der ZAD-Vorsitzende, dass die Knesset die Anerkennung aus Rücksicht auf türkische Befindlichkeiten abgelehnt habe. Auch wenn man Verständnis für die sehr fragile politische Gegenwart im Nahen Osten haben müsse, stelle sich doch immer die Frage nach der historischen und moralischen Dimension einer Entscheidung, mit der politische Opportunität die Anerkennung und Verurteilung eines Völkermords überfrachte.

 

Ausdrücklich begrüßt der ZAD, dass zeitgleich mit der Entscheidung in Israel das niederländische Parlament den Genozid von 1915 anerkannt hat.

 

 

Zentralrat der Armenier in Deutschland
Der Vorstand
Frankfurt am Main, 19.02.2018

 


Kinderhilfsorganisation World Vision feiert zehn Jahre Kindersoldaten-Projekt

Wolfgang Niedecken mit Kindheitsretterpreis ausgezeichnet

 

(Köln/wv) – Der BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken ist mit dem Kindheitsretterpreis 2018 der Hilfsorganisation World Vision ausgezeichnet worden. Überreicht wurde der Preis am Samstagabend bei einer Veranstaltung in Köln vom Vorstand der Kinderhilfsorganisation world Vision, Christoph Waffenschmidt.. Niedecken erhielt die Auszeichnung für sein jahreslanges Engagement für Kindersoldaten in Afrika.

 

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Sie lenkt hoffentlich das öffentliche Interesse auf das Leid der Kindersoldaten“, sagte Niedecken. Der Sänger der Rockband BAP engagiert sich seit 10 Jahren für das Projekt Rebound, das er gemeinsam mit der internationalen Kinderhilfsorganisation World Vision gegründet hat. World Vision hatte den Benefizabend mit insgesamt 250 Gästen im Kölner Marriott Hotel zum Dank für dieses Engagement organisiert.

 

Chistoph Waffenschmidt sagte in seiner Laudatio: „WolfgangNiedecken hat in den vergangenen Jahren hunderte von Kinderleben gerettet. Ohne viel Aufhebens, sondern mit Beharrlichkeit, Leidenschaft und Kraft. Er ist ein Kindheitsretter und ich freue mich, dass sein Engagement mit dem ersten Kindheitsretterpreis ausgezeichnet wird.“

 

Moderiert wurde der Abend von Ulrike von der Groeben (RTL). Unter den Gästen waren die Schauspielerin Janine Kunze und Musiker Thorsten Wingenfelder (Fury in the Slaughterhouse).

 

Das Projekt Rebound wurde vor zehn Jahren nach einem Besuch von Niedecken in Uganda gegründet und wird seit 2011 im Ostkongo weitergeführt. Ehemalige Kindersoldaten und zwangsprostituierte Mädchen erhalten hier psychosoziale Betreuung, Schulunterricht und eine Berufsausbildung. In den vergangenen 10 Jahren fanden so über 800 Kinder zurück in ein ziviles Leben. Das Projekt wird von weiteren Spendern, darunter die RTL-Stiftung, gefördert. Auch das Marriott Hotel Köln unterstützte die Veranstaltung und stellte die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung.

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“, kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht, sorgt für ihre Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie zur Ruhe kommen und zur Schule gehen können und versorgt sie medizinisch und mit Nahrungsmitteln.

 


World Vision begleitet sie zurück ins Leben

Hunderte zwangsrekrutierte Kinder im Südsudan heute freigelassen

 

(Friedrichsdorf/Yambio/07.02.2018) – Mehr als 200 Kindersoldaten sind am Mittwoch im südsudanesischen Yambio freigelassen worden. Zwei bewaffnete Gruppen hatten insgesamt fast 700 Jungen und Mädchen in dem Bürgerkriegsland zuvor zwangsrekrutiert. Das berichtet die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision, die sich jetzt um die Freigelassenen kümmern wird. Auch die anderen zwangsrekrutierten Kinder sollen in den kommenden Tagen freikommen.

 

„Die Jungen und Mädchen haben direkt mit bewaffneten Gruppen auf verschiedene Art und Weise zusammengearbeitet, einschließlich der aktiven Beteiligung am bewaffneten Konflikt. Besonders besorgt sind wir um einige Mädchen, die als Sexsklavinnen missbraucht worden sind“, sagte Mesfin Loha, Direktor von World Vision South Sudan bei der Freilassung und Übergabe der Kinder.

 

Die Kinderhilfsorganisation kümmert sich zunächst um die Kinder, deren Eltern noch leben und wird sie zu ihnen zurückbringen. Für die anderen sollen Pflegefamilien gefunden werden. Anschließend nehmen die Kinder an einem Reintegrationsprogramm teil. In mehreren Kinderbetreuungszentren können die Kinder zur Ruhe kommen, werden psychologisch betreut und sie können eine Schul- und Berufsausbildung bekommen.

 

„Uns ist es wichtig, dass die Kinder eine Perspektive für die Zukunft haben, ein eigenes Einkommen erzielen können und somit nicht gezwungen sind, wieder als Soldaten zu arbeiten. Wichtig ist darum, dass sie lesen und rechnen können und dass sie einen Beruf erlernen. Daher werden wir auch mit Handwerkern reden, die die Kinder und Jugendlichen ausbilden können“, sagt Loha.

 

Die jetzt freigelassenen Kinder waren von den Rebellengruppen SSNLM (Südsudanesische Nationale Befreiungsbewegung) und SPLA-IO (Oppositionelle Sudanesische Befreiungsbewegung) verschleppt worden. Die Gruppen hatten jüngst ein Friedensabkommen mit der Regierung abgeschlossen und ihrer Entwaffnung zugestimmt. Insgesamt sollen 694 verschleppte Mädchen und Jungen freigelassen werden.  

 

Laut UN sind mehr als 100.000 Kinder während des seit 2013 andauernden Konflikts im Südsudan direkt von Rekrutierung, Missbrauch, Ausbeutung und anderen schweren Verletzungen betroffen. Darüber hinaus wurden mehr als 2 Millionen Kinder gezwungen, zu fliehen - sowohl innerhalb des Südsudan als auch über die Grenzen des Landes.

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“, kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht, sorgt für ihre Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie zur Ruhe kommen und zur Schule gehen können und versorgt sie medizinisch und mit Nahrungsmitteln.

 

 

Über dieses Projekt:

 

World Vision Süd-Sudan arbeitet in Partnerschaft mit UNICEF, der Nationalen Kommission für Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration (NDDRC) und dem Bildungsministerium an der Wiedervereinigung und Reintegration von 629 Kindern, die mit bewaffneten Gruppen in Yambio, Gbudwe State, assoziiert waren. Das Projekt wird am 07. Februar 2018 eröffnet.

 


Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe rufen zu Spenden und Kollekten am Sonntag Reminiszere auf

Evangelische Hilfswerke unterstützen christliche Gemeinden im Nahen Osten

Naher Osten * Christen * Reminiszere

(Berlin/bfw) - Das Recht auf Religionsfreiheit und die Präsenz religiöser Minderheiten in der Region sind im Nahen Osten heute besonders gefährdet. Für Christen ist die Situation oft lebensbedrohlich. „Mit der Zukunft christlicher Kirchen, die die Region kulturell und gesellschaftlich seit Jahrtausenden wesentlich mitgeprägt haben und Motor wie Träger für soziale Dienste waren und sind, stehen auch religiöser Pluralismus und Toleranz sowie eine Kultur und Praxis gelebter Barmherzigkeit auf dem Spiel“, erklärt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin beider Hilfswerke. Das gilt nicht nur für die Gebiete in Syrien und im Irak, die durch den sogenannten Islamischen Staat (IS) erobert wurden. Auch in Ägypten kommt es immer wieder zu Anschlägen auf christliche Gemeinden. Angesichts der massiven Herausforderungen für Christen in der Region weiten die kirchlichen Hilfswerke Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe ihre Unterstützung von Kirchen und christlichen Partnerorganisationen und deren sozial-diakonischer und humanitärer Arbeit aus.

Insgesamt werden Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe zunächst zwei Millionen Euro mehr bereitstellen – in der Hoffnung, dies auf Basis weiterer Spenden und Kollekten ausweiten zu können. In Jordanien, im Libanon und in Ägypten setzt sich Brot für die Welt mit seinen kirchlichen Partnern insbesondere für Bildung, Versöhnung und interreligiösen Dialog ein. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt neben säkularen auch kirchliche Partner in Syrien bei ihrer humanitären Arbeit. Schulen werden wiederaufgebaut und der Unterricht wieder aufgenommen. Zerstörter Wohnraum wird wiederhergestellt. Im Land vertriebene Familien erhalten Unterstützung, um wieder ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Zudem werden kirchliche und nicht-kirchliche Partner in der Region gestärkt, damit mehr Notleidende humanitäre Hilfe erhalten können.

„Die Zukunft christlicher Gemeinden im Nahen Osten ist in einigen Ländern durch Gewalt und Repression akut bedroht. Das ist nicht nur dramatisch für jede und jeden einzelnen, sondern wird auch negative Folgen für das Gemeinwohl und die gesellschaftliche Entwicklung haben“, sagt Claudia Warning, Vorstand Internationale Programme Brot für die Welt.

Vielfach seien es die Kirchen und kirchlichen Organisationen, die sich für humanitäre Hilfe, soziale Dienste, Bildung und Versöhnung einsetzen. „Wir bitten daher die Gemeinden in Deutschland, die Arbeit von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe für die Notleidenden und – wo immer möglich – auch schon für den Wiederaufbau in Syrien zu unterstützen. Gerade in der Passionszeit und am Sonntag Reminiszere sollen unsere Gebete und Kollekten den bedrohten und in Not geratenen Menschen in der Region gelten“, sagt Bischof Markus Dröge, Aufsichtsratsvorsitzender des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung.

Reminiszere ist der zweite Sonntag in der Passionszeit und der Gedenktag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für bedrängte und verfolgte Christen. Er fällt 2018 auf den 25. Februar. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf Ägypten. Dort lebt die größte christliche Gemeinde im Nahen Osten. Etwa zehn Prozent der rund 90 Millionen Einwohner sind Christen, ein Großteil gehört der koptischen Kirche an.

Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe gehören zusammen mit der Diakonie Deutschland zum Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, ist Aufsichtsratsvorsitzender des Werks. 

Spendenkonten
Brot für die Welt
Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE10 1006 1006 0500 5005 00
BIC: GENODED1KDB

Diakonie Katastrophenhilfe
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1

Gemeinsames Spendenstichwort: Verfolgte Christen

Die Diakonie Katastrophenhilfe ruft unter dem Titel „Seht, welch ein Mensch“ in der Passionszeit dazu auf, sich den Menschen zuzuwenden, die unter Gewaltkonflikten leiden:
https://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/gemeinden/passionszeit/reminiszere.html

 


Steyler Missionare engagieren sich für die Kinder des armen Inselstaates

Fastenaktion für Bildung in Madagaskar

 

Text: Melanie Pies-Kalkum

 

 

In diesen Tagen startet die Steyler Mission ihre Fastenaktion. Darin bittet sie um Spenden für die Bildung von Kindern in Madagaskar. 

 

(Sankt Augustin/sm)  - Mangelnde Infrastruktur, hohe Lebensmittelpreise, geschlossene Krankenhäuser – wegen vieler Krisen und der instabilen politischen Verhältnisse in Madagaskar sind die Menschen im Land in den letzten Jahren völlig verarmt. Ein Putsch im Jahr 2009 stürzte das Land in eine der schwersten Krisen seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich 1960. Die meisten westlichen Länder hatten daraufhin ihre Entwicklungshilfe für das Land zweitweise eingestellt.

 

Dieser Situation will der Steyler Missionar Pater Pius Pandai Dosi SVD entgegenwirken. Er engagiert sich auf Madagaskar für die Bildung, indem er zusammen mit seinem Team den Bau von Schulen vorantreibt und sie mit den Notwendigsten ausstattet.

 

Seit 1989 sind die Steyler Missionare überall in dem Land vor der Ostküste Afrikas tätig – auch in den abgelegenen Gebieten. Vor allem dort ist der Einsatz der Steyler Missionare für die einheimischen Kinder dringend notwendig. „Denn so oft sind es die Kinder, die unter den Konsequenzen politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen in vielen Ländern der Erde leiden“, so Missionssekretär Pater Joseph Xavier Alangaram SVD.

 

300 Kilometer von der madagassischen Hauptstadt entfernt liegt der Ort Ambonivohitra. Dort haben die Missionare eine katholische Grundschule namens „École St. Augustin“ errichtet, die 2014 eröffnet wurde. Da die Kapazitäten des Schulgebäudes mittlerweile erschöpft sind, wird ein Neubau errichtet mit sechs neuen Klassenzimmern.

 

„Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, Bildung zu erfahren. Dafür setzen wir uns ein. Nur durch Bildung können sie der Armut entkommen und in eine gute Zukunft schauen“, weiß der Missionssekretär. „Im Namen der Steyler Mission danke ich Ihnen von Herzen für Ihre Spende.“


Schüler aus Hessen besuchen ein englisches College.

 

 

 

(Kiel/pm) - Der Dt./Engl. Freundschaftsclub e.V. organisiert seit 1986 Schülersprachreisen nach England. Der nächste Kurs findet Ostern in der Zeit vom 24.03.-08.04. statt. Freundliche und sorgfältig ausgewählte Gastfamilien sorgen für das Wohlbefinden und bieten ein zu Hause auf Zeit. Mit viel Erfahrung und Abwechslung sorgen die englischen Lehrer in kleinen Klassen dafür, dass das Lernen Spaß macht und Langeweile keine Change hat. Während die Vormittage von 09:00h - 12:30h für das Lernen reserviert sind, bleibt an den Nachmittagen genug Zeit für Spiel, Spaß, Sport und Ausflüge um Land und Leute kennenzulernen. Viele Schüler mit einer schlechten Englischnote kommen mit einer ganz neuen Einstellung zur englischen Sprache zurück und das zeigt sich oft auf dem nächsten Zeugnis. Die jungen England-Fans ab 12 Jahren mit einer guten Note freuen sich, wenn sie England besuchen dürfen, um die Sprachkenntnisse vor Ort anzuwenden. Ein Einstufungstest am ersten Schultag sorgt dafür, dass niemand überfordert wird oder sich langweilen muss. Der günstige Vereinspreis beinhaltet die Unterkunft in einer Gastfamilie bei Vollpension - 30 Zeitstunden Englischunterricht sowie ein umfangreiches Ausflugs-/Freizeitprogramm. Besonders geschulte Betreuer aus Deutschland begleiten die Jugendlichen von Anfang an und stehen ihnen auch in England stets mit Rat und Tat zur Seite. Ab 15 Jahren kann eine Anmeldung mit einem Freund oder einer Freundin in zwei verschiedenen Familien gewählt werden. Das verdoppelt durch gegenseitige Besuche den Einblick in das typisch englische Familienleben und fördert ohne Extrakosten die Sprachkenntnisse zusätzlich. Etwa die Hälfte der Teilnehmer meldet sich alleine für den Sprachurlaub an. Sie haben eine große Chance neue Freundschaften mit Gleichgesinnten zu knüpfen die oft ein Leben lang halten. Eine kostenlose Broschüre mit Terminen und Preisen gibt es bei dem Vereinsvorsitzenden Andreé Beckers: club@cloudmail.de, SMS/WhatsApp 01633302544, Tel.: 0431/79949069.

 


Brot für die Welt und CIVICUS legen mit dem „Atlas der Zivilgesellschaft“ erstmals weltweiten Bericht vor

Nur 2 Prozent der Weltbevölkerung können uneingeschränkt in Freiheit leben

 

Zivilgesellschaft * Menschenrechte * CIVICUS * Atlas * Shrinking Space

 

 

 

(Berlin/bfw) - Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung leben in Staaten, in denen sie ihre Grundrechte auf Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit uneingeschränkt ausüben können. Mehr als die Hälfte davon lebt allein in Deutschland. Das geht aus dem heute von Brot für die Welt vorgestellten „Atlas der Zivilgesellschaft“ hervor. Neben Deutschland gehören 21 weitere Staaten wie Neuseeland und Schweden dazu. In sieben von acht Staaten werden politische Aktivisten, aber auch Nichtregierungsorganisationen und Journalisten von den Regierungen in ihrem Engagement eingeschränkt, Tendenz steigend.„Mit Sorge beobachten wir den schrumpfenden Handlungsraum zivilgesellschaftlicher Organisationen weltweit“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. „In 21 Staaten, wie Bahrain, Iran oder Vietnam, ist der Raum für Zivilgesellschaft geschlossen, hier wird jegliche Kritik am Regime schwer bestraft.“ Der Atlas der Zivilgesellschaft stützt sich auf Daten von CIVICUS, einem weltweiten Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement, und Fallstudien von Partnerorganisationen von Brot für die Welt.

 

 

 

„Die Einschränkungen, von denen unsere Partnerorganisationen berichten, sind vielfältig. Teils werden Einzelne eingeschüchtert, teils schränken Regierungen zivilgesellschaftliche Organisationen durch Gesetze systematisch ein. So wurden in Kenia in den vergangenen vier Jahren rund 1.500 Organisationen geschlossen, die sich insbesondere für Menschenrechte, Transparenz und gute Regierungsführung einsetzen. Aktivisten leben weltweit gefährlich“, berichtet Claudia Warning, Vorstand Internationale Programme von Brot für die Welt. Allein in Honduras seien seit 2015 123 Menschen, die sich für Landrechte und Umweltschutz einsetzen, ums Leben gekommen. Die Verbrechen blieben zum größten Teil ungeahndet, was die Rechtsstaatlichkeit weiter unterhöhlt.

 

 

 

„Eine freiheitliche engagierte Gesellschaft ist die wichtigste Grundlage für Demokratie – wir erleben also eine gewaltige Welle gegen die Demokratie weltweit. Sie ist die wichtigste Grundlage für soziale und ökologische Entwicklung“, sagt Füllkrug-Weitzel. „Ohne ein förderliches Umfeld für die Zivilgesellschaft und ohne deren starke Rolle kann es keine Entwicklungsfortschritte geben.“

 

 

 

Das zeigen auch die Zahlen: Länder mit einer offenen Zivilgesellschaft haben einen höheren Entwicklungsstatus, gemessen am Human Development Index (HDI), als Staaten mit eingeschränktem Handlungsraum. Deswegen muss auch Deutschand stärker in die Pflicht genommen werden: „Unsere Partner weltweit setzen ihre Hoffnung auf die künftige Bundesregierung: Sie muss bei jeder Gelegenheit das Thema ansprechen und eine Bastion gegen diesen Trend sein“, fordert Füllkrug-Weitzel. „Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass die Stimme der Zivilgesellschaft überall gehört wird, auch wenn es um die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele und den G-20-Prozess geht.“

 

 

 

Die Daten im Atlas der Zivilgesellschaft kategorisieren die Freiheitsgrade einer Gesellschaft in fünf Kategorien: offen, eingeengt, beschränkt, unterdrückt und geschlossen. Sie basieren auf regelmäßigen Erhebungen von CIVICUS und der Auswertung verschiedener Quellen und Indizes, beispielweise zur Rede- oder Versammlungsfreiheit. Die Daten zeigen, dass aktuell in nur 11,3 Prozent der Staaten (22) der Handlungsraum der Zivilgesellschaft offen ist. In 21 Staaten ist dieser Raum für zivilgesellschaftliche Akteure geschlossen, dazu zählen auch Äthiopien, China und Saudi-Arabien. In 34 Ländern ist er unterdrückt. Kritische Webseiten und soziale Medien sind in diesen Ländern blockiert und die Internetnutzung wird stark überwacht. Dazu zählen Ägypten, Russland und die Türkei. 53 Staaten beschränken den Handlungsraum. Journalisten und Aktivisten werden angegriffen und verleumdet, etwa in Brasilien, Honduras und den Philippinen. In 64 Staaten ist der Handlungsraum für Zivilgesellschaft eingeengt, darunter auch europäische Staaten, zum Beispiel Frankreich aufgrund der Anti-Terrorgesetzgebung. „Das Problem betrifft alle Kontinente, auch das Herz Europas. Daher lebt heute nur ein kleiner Anteil der Menschen in Ländern mit einer wirklich offenen Zivilgesellschaft“, sagt Cathal Gilbert, Berater von CIVICUS.

 

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Nach Unfall mit Zirkustiger:

VIER PFOTEN fordert Wildtierverbot in Zirkussen

Symbolfoto: Tiger im Außengehege eines Zirkusses © VIER PFOTEN, Fred Dott
Symbolfoto: Tiger im Außengehege eines Zirkusses © VIER PFOTEN, Fred Dott


 

(Hamburg / Kieve/vp) - Nachdem ein Zirkustiger im Winterlager des Zirkus Barley in Kieve heute zwei Dompteure schwer verletzt hat, fordert VIER PFOTEN erneut ein bundesweites Wildtierverbot für Zirkusse. Immer wieder kommt es in Deutschland zu Unfällen mit Wildtieren, bei denen Zirkusmitarbeiter, Zuschauer oder Passanten schwer verletzt oder getötet werden.

 

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:
„Gefährliche Pannen, Ausbrüche und Unfälle mit Zirkustieren sind kein Einzelfall. Der Unfall in Kieve hätte leicht tödlich ausgehen können. Besucher sollten sich des Risikos bewusst sein und keine Zirkusse mit Wildtieren besuchen. Deutschland ist eines der letzten europäischen Länder, in denen die Haltung von Wildtieren im Zirkus überhaupt noch legal ist. Wir fordern Union und SPD auf, diesen Misstand endlich zu beenden und ein Wildtierverbot in den Koalitionsvertrag aufzunehmen!“

 

Zwei Drittel der Deutschen lehnt die Vorführung von Wildtieren im Zirkus klar ab. Trotzdem geht die Show auf Kosten der Tiere weiter, denn das zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz blockierte bisher die Umsetzung des Bundesratsbeschlusses.

 

Online-Petition gegen Wildtiere im Zirkus: http://zirkus.vier-pfoten.de/

 

Länder mit Zirkus-Wildtierverbot: http://www.vier-pfoten.de/themen/wildtiere/zirkus/rechtslage-in-deutschland/laender-mit-zirkus-wildtierverbot

 

 

Über VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
Seit 1988 setzt sich VIER PFOTEN dafür ein, dass Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Dafür betreibt die international tätige Stiftung mit Büros in 11 Ländern Aufklärungs- und Bildungsarbeit, nachhaltige Kampagnen sowie Lobbyarbeit. Im Fokus steht dabei die Verbesserung der Lebensbedingungen von Nutz-, Heim- und Wildtieren. In den VIER PFOTEN Schutzzentren finden Bären und Großkatzen aus schlechter Haltung ein tiergerechtes Zuhause. www.vier-pfoten.de

 


Survival International

Kenia: Indigener für Naturschutz getötet, EU suspendiert Gelder

Das indigene Volk der Sengwer wird gewaltsam von seinem Land vertrieben. © Yator Kiptum
Das indigene Volk der Sengwer wird gewaltsam von seinem Land vertrieben. © Yator Kiptum

(London/si) - Ein Angehöriger des indigenen Volkes der Sengwer ist am 16. Januar von Beschäftigten des Kenya Forestry Service (KFS) getötet worden. Ein weiterer Mann wurde verletzt.

 

Immer wieder kommt es im Rahmen von Naturschutzprojekten zu Menschenrechtsverletzungen an indigenen Völkern, wie Recherchen von Survival International zeigen. Zuletzt sorgte der Fall eines erschossenen Teenagers aus dem Kongo für Schlagzeilen.

 

Bei dem brutalen Angriff in Kenia handelt es sich um einen weiteren gewaltsamen Zwischenfall mit dem Ziel, die Sengwer von ihrem angestammten Land zu vertreiben.

 

Dutzende bewaffneter Sicherheitskräfte brannten die Häuser der Menschen ebenso nieder wie Lebensvorräte und persönlichen Besitz. Außerdem wurden Nutztiere der Sengwer getötet, um sie aus dem Embobut-Wald zu vertreiben, in dem das indigene Volk seit Generationen lebt.

 

Die jüngste Angriffs-Serie begann Ende Dezember 2017. Milka Chepkorir, eine Sengwer-Frau, ist fassungslos über die Zerstörung der Häuser bei den Angriffen. Sie spricht von einem „Verlust von Familienverbindungen, da die Familienmitglieder auseinandergejagt und verängstigt worden seien“. Hinzu kämen „sexueller Missbrauch, sexuelle Belästigung und psychische Folter durch die furchtbaren Vertreibungshandlungen“.

 

Trotz der Bedrohungen und der Gewalt haben viele Sengwer erklärt, Widerstand zu leisten. Eine Frau sagte: „Wir werden nirgends hingehen, selbst wenn die Regierung entschiede, uns hier umzubringen.“

 

Die Europäische Union finanziert in der Region ein Naturschutzprojekt, das Wasserquellen in den Bergen schützen soll. Brüssel verurteilte die tödliche Gewalt und hat angekündigt, die Unterstützung des Projekts auszusetzen.

 

Die Sengwer fordern Kenias Regierung dazu auf, ihr Recht, auf dem Land ihrer Vorfahren zu leben, zu garantieren und dringend mit ihnen zu beraten, wie sich ihre Wälder am besten und in Zusammenarbeit mit ihnen erhalten lassen.

 

Die Vertreibung der Sengwer begann bereits unter britischer Kolonialherrschaft. 2014 vertrieben der Kenya Forestry Service und die Polizei Tausende von Sengwer aus ihren Häusern im Wald. Viele Indigene waren in der Folge dazu gezwungen, in Höhlen und notdürftigen Unterkünften zu leben.

 

Nach weiteren Drangsalierungen machte 2016 David Yator Kiptum, Geschäftsführer des Sengwer Indigenous Peoples Programme, klar: „Die Vertreibung von Angehörigen der Sengwer-Gemeinschaft von unserem angestammten Land stellt keinen Beitrag zum Naturschutz dar. Und sie bietet auch keine Lösung für den Klimawandel.“

 

Das Volk der Sengwer zählt etwa 33.000 Angehörige, von denen rund 13.500 im Embobut-Wald leben. In diesem jagen sie, sammeln Honig, pflanzen Feldfrüchte und züchten in geringem Umfang Nutztiere. Wie viele andere indigene Völker verfügen die Sengwer über ein reiches Wissen über die Ökologie ihrer Wälder, die sie seit Generationen pflegen.

 

Die Vertreibungen verstoßen gegen internationales Recht und zerstören jene Menschen, die am besten wissen, wie sich der Wald erhalten lässt. Drei unabhängige UN-Expert*innen haben bereits ihre Sorge über die Angriffe und die Vertreibungen zum Ausdruck gebracht.

 


Peking soll Dialog mit Vertretern des Dalai Lama wiederaufnehmen

Tibet: EU-Parlament fordert „sofortige und bedingungslose Freilassung“ von Menschenrechtsverteidiger Tashi Wangchuk und Mönch Choekyi