Nachrichten aus aller Welt

19.08.2019

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle


Abschiebungen von Hazara nach Afghanistan aussetzen / Mehr Schutz für Hazara gefordert

Deutschland soll Gruppenverfolgung schiitischer Hazara endlich anerkennen

 

(Göttingen/gfbv) - Nach einem schweren Terroranschlag auf eine schiitische Hochzeit in Afghanistan hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gefordert, Abschiebungen von schiitischen Hazara aus Deutschland auszusetzen. Deutschland müsse endlich anerkennen, dass die Hazara als ethnische und religiöse Minderheit systematisch in Afghanistan verfolgt werden, verlangte die Menschenrechtsorganisation. "Wenn Menschen nur aufgrund ihres Glaubens und ihrer Abstammung gezielt von sunnitischen Extremisten ermordet werden, darf Politik nicht länger wegschauen. Wieviele unschuldige Schüler, Trauernde oder Hochzeitsgesellschaften werden noch abgeschlachtet, bis man die Gruppenverfolgung der Hazara endlich anerkennt", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Sonntag in Göttingen. 

 

Am Samstagabend waren mindestens 63 Menschen bei einem Bombenanschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft der Hazara in der afghanischen Hauptstadt Kabul getötet und 182 Personen verletzt worden. Sunnitische Extremisten des Islamischen Staates verüben regelmäßig Terroranschläge auf Schulen, Trauerfeiern und Hochzeiten der schiitischen Minderheit, um Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten zu schüren. Jedes Jahr sterben rund 500 Hazara bei Terroranschlägen in Afghanistan und Pakistan.   

 

Nachdrücklich forderte die GfbV einen besseren Schutz der schiitischen Minderheit vor Gewalt und eine Strafverantwortung der Verantwortlichen des Terrors. "Es darf nicht hingenommen werden, dass Menschen nur aufgrund ihres Glaubens und ihrer ethnischen Abstammung systematisch zur Zielscheibe sunnitischer Extremisten werden. Afghanistans Sicherheitskräfte versagen beim Schutz dieser MInderheit. Für Hazara gibt es keinen sicheren Ort in ihrer Heimat Afghanistan", sagte Delius.

 

Erst am 7. August 2019 waren bei einem Terroranschlag in der Stadt Herat 30 Hazara getötet und 26 Menschen verletzt worden. Bei einem Anschlag auf Feiern zum Persischen Neujahrsfest im März 2019 waren sechs Schiiten im März 2019 zu Tode gekommen und mehr als 20 Personen verletzt worden. Bei einem Selbstmordanschlag gegen eine vor allem von Hazara besuchte Schule waren 48 Menschen getötet und 67 Personen verletzt worden im August 2018.

 


SOS-Kinderdörfer zum Welttag der humanitären Hilfe (19.08)

Helfer im Fadenkreuz: Wenn Hilfsaktionen zu Selbstmordkommandos werden

 

(München/sos) - 2019 zeichnet sich ein Trend ab: Immer häufiger gerät das Leben derer in Gefahr, die in Krisengebieten die Leben anderer retten wollen. Das vermeldet die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August.

 

"In Syrien, aber nicht nur da, stieg in den vergangenen Jahren etwa die Zahl der Fälle rapide, bei denen Krankenhäuser gezielt bombardiert wurden. Kriegsparteien nehmen Helfer mittlerweile ganz bewusst ins Ziel. Und überschreiten damit eine rote Linie, denn das Töten von unabhängigen Helfern ist ein Kriegsverbrechen", sagt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer in München.

 

Nach Angaben der Organisation Humanitarian Outcomes hat die Zahl der Menschen, die während ihres Einsatzes mit massiver Gewalt konfrontiert wurden, 2019 mit 405 den zweithöchsten Wert der Geschichte erreicht. 131 Helfer wurden beim Versuch anderen Menschen zu helfen getötet, 144 verwundet und 130 entführt.

 

 

 

Yassin sieht mehrere Gründe für vermehrte Aggressionen gegen die Helfer. Darunter:

 

   - Milizen und Armeen sähen Helfer häufig nicht als Unterstützer, sondern als Feinde oder als Möglichkeit, Geld zu machen

 

   - Die Zahl der kämpfenden Parteien habe in den meisten Konflikten stetig zugenommen. Viele Milizen richteten sich irgendwann auch gegen Helfer, auch um Hilfsgüter an die eigenen Leute umzuleiten.

 

   - Konflikte dauerten immer länger an. Das habe zur Folge, dass die Kriegsparteien sich über lange Zeit finanzieren müssten. Immer häufiger käme es daher zu Entführungen und Überfällen.

 

   - Auch Misstrauen spiele eine Rolle. Vor allem seit Beginn des sogenannten Kriegs gegen den Terror hätten Staaten Geheimdienstler in Hilfsorganisationen eingeschleust.

 

     Gleichzeitig tummelten sich in Konfliktgebieten mehr und mehr Söldner von privaten Sicherheitsfirmen, mal uniformiert, mal in Zivil wie Helfer - für die Menschen vor Ort sei das teils kaum mehr zu unterscheiden.

 


FIDES-NACHRICHTEN - 10.08.2019

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Interreligiöse Stiftung für Frieden in Afrika wünscht friedliche Wahlen im Jahr 2020

 

Abidjan (Fides) - Die Interreligiöse Stiftung für den Frieden in Afrika (Fondation Iterreligieux pour la Paix en Afrique, FIPA) will sich während und nach der Präsidentschaftswahl und den politischen Wahlen im Jahr 2020 in der Elfenbeinküste aktiv für die Förderung des Friedens und des sozialen Zusammenhalts einsetzen.
In diesem Sinne fand am 2. August eine Zeremonie in der Plateau Salam-Moschee statt, bei der Christen, Muslime und Gläubige anderer Konfessionen oder religiöser Überzeugungen für ein friedliches Klima und die Achtung des menschlichen Lebens im Vorfeld der Wahl eintraten.
Der Friedensbotschafter der Stiftung, Imam Cisse Djiguiba, Rektor der Salam Plateau-Mosche und Sprecher des Obersten Rates der Imame von Côte d'Ivoire, forderte alle Bürger und insbesondere die Vertreter der Religionen auf, sich in den Monaten vor den Wahlen 2020 um Frieden und sozialem Zusammenhalt zu bemühen.
In der Elfenbeinküste hat sich aufgrund der Angst vor Gewalt infolge von schwerwiegenden Episoden am Rande von Wahlen eine Art Psychose vor den Wahlen entwickelt. Dies geht so weit, dass selbst Präsident Alassane Ouattara im Januar dieses Jahres Bevölkerung beruhigen wollte und betonte: „Die Wahlen im Jahr 2020 werden ruhig verlaufen. Hören wir also auf, uns Angst zu machen! Ich bin zuversichtlich. Doch ich spüre eine große Besorgnis. Wenn bereits die Wahlen 2015 gut verlaufen sind, warum sollten die Wahlen 2020 nicht gut verlaufen? Ich vertraue auf die Ivorer, ich vertraue unseren Institutionen“.
Bei den Wahlen 2010-2011 starben am Rande von Wahlen über 3.000 Menschen. Auch infolge einer Verfassungsänderung nach einem Referendum vom 30. Oktober 2016 kam es zu Spannungen. Die Verfassungsänderung ermöglicht dem amtierenden Präsidenten Ouattara die Kandidatur für ein drittes Mandat. Dagegen bildete sich eine Opposition unter Leitung seines ehemaligen Verbündeten und ehemaligen Präsidenten Henri Konan Bedié, der heute sein größter Widersacher ist.
 

 

ASIEN/KASACHSTAN - Aralsee: “Von Menschenhand verursachte Katastrophe kann von Menschen wiedergutgemacht werden”

 

Astana (Fides) - "Ich habe den Aralsee für mich entdeckt, als ich noch Student war, und seit 1978 habe ich versucht mich wissenschaftlich mit ihm zu befassen. Was ich in den letzten Jahren verstanden habe, ist, dass die von Menschenhand verursachte Katastrophe auch von Menschen wiedergutgemacht werden kann. Mein Wunsch ist es, den Anrainerländer dieses Sees zu helfen, der zwar wieder zu wachsen begonnen hat, aber leider bisher nur im nördlichen Teil. Ich bin optimistisch: Wenn alle Regierungen der Länder am Aralsee zusammenarbeiten, können wir Finanzmittel von der Weltbank erhalten und den See retten", so Nikolai Vasilevich Aladin, Professor am Zoologischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg im Interview mit Fides. Der russische Forscher gehört zu den weltweit führenden Wissenschaftler der Umweltkatastrophe am Aralsee zwischen Kasachstan und Usbekistan.
Infolge eines intensiven Baumwollanbaus, der von der Sowjetunion ab den 1960er Jahren gefördert wurde, wurde der See, der in der Vergangenheit der viertgrößte der Welt war, im Vergleich zu seiner ursprünglichen Ausdehnung schrittweise um 75% entleert. Es wird vermutet, dass die Hauptursache der Katastrophe der unbedachte Bau von Bewässerungskanälen war, durch die Wasser verloren ging oder verdunstete: Schätzungen zufolge soll allein der Karakum-Kanal, der größte in Zentralasien, zwischen 30% bis 75% des Wassers, das den See durchlief, verschwendet haben.
"Die Mitglieder unseres Labors tun ihr Bestes, um den Ländern am See eine bessere Zukunft zu sichern. Wir haben gute Arbeit im Hinblick auf den so genannten ‚kleinen Aralsee‘ geleistet, ein Seebecken im nördlichen Teil des Sees, das durch die allmähliche Entwässerung entstanden ist, und jetzt sollten wir für den mittleren und südlichen Teil unser Möglichstes tun", fügt Professor Aladin hinzu.
Den Wert der bisher geleisteten Arbeit bestätigt auch Jens Thorvald Hoeg, außerordentlicher Professor für Meeresbiologie an der Universität Kopenhagen, der mit einem russischen Forscher zusammenarbeitet: "Dank Professor Aladin verbesserte sich der Zustand im nördlichen Teil zum Wohle der lokalen Bevölkerung und der Umwelt im Allgemeinen. Dies ist auf den Bau des Korakal-Staudamms zurückzuführen, der auf der Grundlage von Aladins Studien errichtet wurde: So konnte das Wasser gespeichert werden, das in der Vergangenheit im Sand versickerte. Das schwerwiegendere Problem ist heute jedoch der südliche Teil. Aber auch hier gibt es Pläne für die Rückgewinnung und Umleitung von Wasser. Die Projekte sind fertig und die Finanzierung wurde bereitgestellt: Mit der Unterstützung der Regierungen und der der Öffentlichkeit kann all dies erreicht werden. Wir sind hoffnungsvoll und bemühen uns, dass der Aralsee zum Wohle künftiger Generationen überlebt: Seine Austrocknung ist die schlimmste und vielleicht am wenigsten bekannte Umweltkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Aber ich bin sicher, dass es möglich ist, den Aralsee zu retten. “
Die umfassenden Bemühungen um die Rettung des Aralsees spiegeln nicht immer das Bewusstsein von der Tragweite des Phänomens wider, das in der kasachischen öffentlichen Meinung existiert, für die der Erhalt der Schöpfung oft noch ein untergeordneter Aspekt ist. Aus diesem Grund versucht die katholische Kirche den Umweltschutz auf dem Planeten zu fördern. In diesem Zusammenhang erklärt er Fides Don Guido Trezzani, Präsident von Caritas Kasachstan: "Man beschäftigt sich erst seit einigen Jahren mit der Frage, auch dank der Ambitionen des Landes, ein Land mit westlichen Standards zu werden. Es gibt verschiedene Initiativen, die sich jedoch noch im Anfangsstadium befinden und es ist zu früh um ein Bewusstsein für diese Probleme im täglichen Leben der Menschen zu erkennen. Einer der Aspekte, an denen wir als Caritas arbeiten, ist die Bildungsarbeit und Aufklärungsinitiativen, mit denen das Interesse der Menschen am Schutz des gemeinsamen Hauses geweckt werden soll, wie es in der Enzyklika ‚Laudato si'‘ von Papst Franziskus angeregt wird“. Auch bei der Expo in Astana im Jahr 2017 nutzte die katholische Kirche die Gelegenheit, um die Bedeutung des besonderen Augenmerks für die Schöpfung zu bekräftigen. "Alle Menschen sollten einen klugen und schonenden Umgang mit Energie pflegen: Wir müssen sie sparen, für wichtige Zwecke nutzen und nicht verschwenden. Die Entscheidungsträger müssen sicherstellen, dass die Energie zum Wohle der gesamten menschlichen Familie sinnvoll verwaltet wird", betonte damals der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden in seiner Präsentation des Vatikanischen Pavillons.
 

 

ASIEN/INDIEN - Kaschmir: “Die Situation erfordert Bemühungen um Frieden und Versöhnung”

 

Ranchi (Agenzia Fides) - "Die Situation in Kaschmir ist heikel und erfordert von allen Bemühungen um Frieden und Versöhnung, damit sich die Lage nicht zuspitzt: heute beten wir dafür. Wir drücken unsere Verbundenheit mit den Menschen in Kaschmir aus, die erneut Tage der Spannung durchleben, und wir hoffen auf eine friedliche Entwicklung, wir beten für den Frieden in Kaschmir und in ganz Indien", so der Weihbischof von Ranchi Theodore Mascarenhas, der bis vor kurzem Generalsekretär der Indische Bischofskonferenz war, zur Besorgnis der Katholiken in Indien angesichts der Lage in Kaschmir.
Mit einer vom Unterhaus des indischen Parlaments genehmigten Bestimmung hat Indien den durch die Verfassung von 1947 garantierten "Sonderstatus" in Kaschmir aufgehoben. Die Region im Nordwesten Indiens ist der einzige indische Staat mit einer muslimischen Mehrheit (68% der Bevölkerung bei 14,5 Millionen Einwohnern) uns wird künftig durch einen Vertreter der Bundesregierung als ein "Gebiet der indischen Union" verwaltet werden.
Die Entscheidung hat zu Protesten und Unruhen in der Region geführt, der nun die Autonomie entzogen wurde. Nach Ansicht von Shaiju Chacko, Sprecher der katholischen Diözese Jammu-Srinagar, die ganz Kaschmir umfasst, "könnte die Entscheidung das Gefühl der Distanz und Entfremdung zwischen der lokalen Bevölkerung und der Zentralregierung verstärken“, wodurch „die interne Instabilität und die Gefahr einer gewaltsamen Radikalisierung, insbesondere bei jungen Menschen" begünstigt werden würde, in einem Gebiet, in dem Dschihadisten und Extremistengruppen bereits in der Vergangenheit Anschläge verübten.
Im Bundesstaat kommt es zu Unruhen und Protesten, und die indischen Sicherheitskräfte (die Regierung ließ 50.000 weitere Soldaten stationieren, zusätzlich zu den 60.000 bereits anwesenden) nahmen bereits über 500 Menschen fest, um das Risiko weiterer Straßendemonstrationen und möglicher Terroranschläge einzudämmen. Angesichts der Spannungen verließen rund 20.000 Pilger und Touristen bereits die Region. Angesichts des äußerst angespannten und instabilen sozialen Klimas, bekräftigt Shaiju Chacko gegenübet Fides: "Die Ortskirche ruft dazu auf, umsichtig zu sein und Aufrufen zur Gewalt zu widerstehen und ruhig zu bleiben. Wir bemühen uns weiterhin auf pastoraler und sozialer Ebene für das Wohl der Bevölkerung und bitten die Regierung von Neu-Delhi um eine beruhigende Geste der Versöhnung mit der lokalen Bevölkerung, die bereits zu viel gelitten hat".

 

ASIEN/LIBANON - Maronitischer Priester im “Mar Shaaya”-Kloster ermordet

Beirut (Fides) – Der maronitische Pater Elie Najjar wurde am Morgen des 7. August im Kloster Mar Shaaya (Sant'Isaia), in dem er wohnte, erschossen in der Zelle aufgefunden.
Der 57-jährige Pater Elie aus der libanesischen Stadt Zahle im Beqa-Tal war auch Vorsitzender der Gemeindeverwaltung von Mar Shaaya-Mezkeh (Distrikt al-Matn), deren Territorium größtenteils dem Orden gehört. Am Tag bevor seine Leiche gefunden wurde, ging Pater Elia auch zum Rathaus, um gewöhnliche Aufgaben im Zusammenhang mit der öffentlichen Funktion, die er innehatte, zu erfüllen.
Der Ordensmann war bekannt und geschätzt für seine pastorale Arbeit in der Ordensgemeinschaft. Der Orden bat unterdessen die Ermittlungsbehörden, so schnell wie möglich Nachforschungen anzustellen, um die Dynamik des gewaltsamen Todes an dem Ort festzustellen, der auch von Menschen besucht wird, die zum Gebet und der Meditation dorthin kommen. Im Moment wird auch ein Selbstmord nicht ausgeschlossen. Libanesische Informationsquellen darunter „lebanondebate.com“ berichten von einem Brief, in dem der Ordensmann für die Geste um Vergebung gebeten haben soll.
Innenminister Raya el-Hassan drückte unterdessen dem Orden, der Gemeinde Mar Shaaya-Mezkeh und der Familie der Ordensmannes sein Beileid aus.
Das Begräbnis des Priesters findet am heutigen 8. August um 15.00 Uhr (Ortszeit) statt. Pater Elie wird im Mar Roukoz-Kloster in Dekwaneh beigesetzt, das ebenfalls dem Orden gehört.


Demokratische Republik Kongo: Zahl der Ebola-Toten im Kongo 2019 vervierfacht, zwei Drittel der Erkrankten sind Kinder

Ebola: Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Menschen in von Ebola betroffenen Gebieten. Wie hier in Liberia. 2014 forderte das Virus mehr als 6300 Tote in Westafrika. Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Daniel van Moll
Ebola: Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Menschen in von Ebola betroffenen Gebieten. Wie hier in Liberia. 2014 forderte das Virus mehr als 6300 Tote in Westafrika. Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Daniel van Moll

(Kinshasa/München/ots/sos) - 2019 sind im Kongo bereits jetzt fast viermal so viele Menschen an Ebola gestorben wie im gesamten Jahr 2018. Das vermeldet die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit. "Der andauernde Bürgerkrieg im Land mit immer wieder neuen Gefechten und fast vier Millionen Binnenflüchtlingen macht es fast unmöglich, die Epidemie wirkungsvoll zu bekämpfen. Wir befürchten, dass sie sich weiter ausdehnen wird", sagt Pressesprecher Boris Breyer. Besonders alarmierend sei, dass es sich bei einem Drittel der Erkrankten um Kinder handele.

 

Die aktuelle Ebola-Epidemie war im August 2018 im Osten Kongos in den Provinzen Nord Kivu und Ituri ausgebrochen. Zuvor hatte es im Mai  2018 einen kleineren Ausbruch im Nordwesten des Landes gegeben, der im Juli für beendet erklärt wurde. Insgesamt sind bei den beiden Ausbrüchen bis Ende 2018 356 Menschen gestorben. 2019 waren es bis zum 31.Juli bereits 1467. "Unsere größte Sorge gilt den Kindern, denn im Vergleich zu früheren Epidemien ist die Zahl der infizierten Kinder extrem hoch. Jedes vierte Kind unter fünf Jahren im Kongo ist unterernährt. Sowieso schon geschwächt, werden viele von ihnen nicht überleben", sagt Breyer.

 

Der aktuelle Ebola-Ausbruch gilt als der zweitgrößte in der Geschichte nach dem Ausbruch 2014 in Westafrika. Die Weltgesundheitsorganisation hatte Mitte Juli den internationalen Notstand ausgerufen, nachdem die Zahlen weiter gestiegen und erste Ebola-Fälle in der Millionenstadt Goma an der Grenze zu Ruanda verzeichnet worden waren. Ruanda hatte daraufhin kurzzeitig die Grenzen geschlossen. Bereits im Juni waren drei Fälle von Ebola im benachbarten Uganda bekannt geworden.

 

Die SOS-Kinderdörfer haben laut Boris Breyer eine Reihe von Präventivmaßnahmen ergriffen und sowohl im Kongo als auch im benachbarten Uganda Aufklärungskampagnen gestartet. Die Hilfsorganisation unterstützt notleidende Kinder in der Region ununterbrochen seit 30 Jahren.


„Keine Kompromisse auf Kosten der Menschen in Tibet und Xinjiang!“ / „Peking darf kritische Abgeordnete nicht ausschließen!“

Einreiseverweigerung für Bundestagsabgeordnete

 

(Berlin/ict) - Die International Campaign for Tibet (ICT) kritisiert die Versuche der chinesischen Regierung, Abgeordneten des Deutschen Bundestages die Einreise zu verweigern. Medienberichten zufolge lehnt Peking eine seit Längerem geplante Reise des Menschenrechtsausschusses komplett ab, eine Reise des Bundestagsausschusses Digitale Agenda ist offenbar gefährdet, da die chinesische Regierung der Grünen-Abgeordneten Margarete Bause kein Visum erteilen will. Diese hatte sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch zu chinesischen Menschenrechtsverletzungen in der Uigurenregion Xinjiang (Ost-Turkestan) geäußert. Die Reise des Menschenrechtsausschusses sollte besonderes Augenmerk auf die Lage der religiösen Minderheiten in China richten, für September geplante Stationen waren Peking, Lhasa in der sogenannten Autonomen Region Tibet (TAR) und Urumqi in Xinjiang.

 

ICT-Geschäftsführer Kai Müller forderte den Bundestag auf, sich dem Druck aus Peking nicht zu beugen. Das Parlament dürfe „keine Kompromisse auf Kosten der Menschen in Tibet und Xinjiang“ eingehen. Müller weiter: „Der Bundestag muss hart bleiben, Peking darf kritische Abgeordnete nicht ausschließen!“ Der ICT-Geschäftsführer erinnerte daran, dass die Menschen in Tibet und Xinjiang große Hoffnungen in die Besuche ausländischer Besucher setzten, zumindest solange diese mit einem echten Erkenntnisinteresse kämen und nicht, um sich Potemkinsche Dörfer à la Peking vorsetzen zu lassen. „Vor diesem Hintergrund wird einmal mehr deutlich, dass wir gegenüber China auf dem Prinzip der Gleichbehandlung bestehen müssen. Diese darf nicht nur auf den Feldern Handel und Marktzugang eingefordert werden, sie muss gleichermaßen auch für grundlegende Menschenrechte gelten“, so Müller.

 

Ausländischen Diplomaten, Parlamentariern und Journalisten, sogar UN-Vertretern bleibe ein Besuch Tibets zumeist grundsätzlich verwehrt. Den Tibetern selbst würden Auslandsreisen regelmäßig untersagt, die Weitergabe von Informationen über die Lage in Tibet stehe unter strenger Strafandrohung. Zugleich hätten chinesische Diplomaten oder chinesische Staatsmedien weitgehenden Zugang zur EU und könnten diesen Zugang entsprechend nutzen, um insbesondere in Bezug auf Tibet ihre Propaganda zu verbreiten, so Müller. Auf freiem Zugang nach Tibet und Xinjiang zu bestehen, könnte hier ein erster Schritt sein. Deutschland solle überlegen, dem Beispiel der USA zu folgen, wo im Dezember 2018 der „Reciprocal Access to Tibet Act“  in Kraft getreten ist.

 


Bündnis fordert Ratifizierung der ILO-Konvention zum Schutz Indigener

Indigene Völker brauchen Rechtssicherheit

 

Tag der indigenen Völker * ILO-Konvention 169 * Menschenrechte * Amazonas-Regenwald

 

 

 

(Berlin/bfw) - Aus Anlass des Tags der indigenen Völker (9. August) weist Brot für die Welt darauf hin, dass der Lebensraum der indigenen Bevölkerung weltweit durch Wirtschaftsinteressen bedroht ist. Gemeinsam mit dem ILO 169-Koordinierungskreis fordert das evangelische Hilfswerk die Bundesregierung auf, die Konvention Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu ratifizieren. Die Konvention schützt indigene Völker vor Unterdrückung, Diskriminierung und Vertreibung. Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt, sagt: „Die Konvention stellt für indigene Völker ein zentrales Instrument zur Stärkung ihrer international anerkannten Menschenrechte dar. Für uns alle kann sie einen entscheidenden Beitrag zum Schutz des globalen Klimas und der biologischen Vielfalt leisten.“

 

 

 

Die ILO-Konvention Nr. 169 räumt indigenen Völkern bei Großprojekten auf ihrem Land ein Konsultationsrecht ein und hebt ihre Rechte an den natürlichen Ressourcen ihres Landes ausdrücklich hervor. Dies schließt die Beteiligung an Nutzung, Bewirtschaftung und Erhaltung dieser Ressourcen ein. Das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten, darunter Brasilien, verschärft jedoch den Druck auf die indigene Bevölkerung im Amazonas-Regenwald. Brasilien möchte seine Agrarexporte erhöhen und den Sojaanbau im Amazonas-Regenwald ausweiten. Dafür wird die dort lebende indigene Bevölkerung von ihrem Territorium vertrieben und der Regenwald abgeholzt.

 

 

 

Präsident Bolsonaro hatte in seinem Wahlkampf 2018 angekündigt, die Rechte der indigenen Völker zu beschränken. Bereits kurz nach Amtsantritt ließ der brasilianische Präsident der Behörde zum Schutz der Indigenen die finanziellen Mittel kürzen. Seitdem kann die Behörde deutlich weniger Kontrollen durchführen. Der Amazonas-Regenwald ist die grüne Lunge der Erde und hat besondere Bedeutung für das Weltklima.

 

 

 

Die ILO-Konvention Nr. 169 ist das einzige internationale Abkommen, das die Rechte indigener Völker verbindlich regelt. Im Koalitionsvertrag hat sich die Bundesregierung verpflichtet, die Ratifizierung der ILO-Konvention 169 zum Schutz der indigenen Völker anzustreben.

 

 

 

Die Vereinten Nationen (UN) schätzen, dass weltweit 370 Millionen Indigene mit 5.000 verschiedenen Kulturen in etwa 90 Staaten leben. Sie machen fünf Prozent der Weltbevölkerung aus. Den Tag der indigenen Völker am 9. August gibt es seit 1994. Die UN weisen darauf hin, dass die Lebensgrundlage indigener Völker bedroht ist: durch den zunehmenden Abbau natürlicher Ressourcen, die Folgen des Klimawandels und die fehlende Anerkennung ihrer Rechte.

 

 

 


Ware Kind: Alle acht Minuten wird in Indien ein Kind vermisst

 

(München/sos) - Geringe Kosten, hohe Profite - alle acht Minuten wird in Indien ein Kind vermisst und in den allermeisten Fällen von Menschenhändlern verschleppt. Das vermeldet die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer.

 

Die Zahl basiert auf Erkenntnissen des staatlichen "National Crime Records Büro" und deckt sich mit dem, was SOS-Mitarbeiter täglich erleben. "Manchmal verschwinden Kinder buchstäblich über Nacht", sagt Shubha Murthi, Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Asien. "Kinderhandel in Indien ist ein riesiges Problem. Die Jungen und Mädchen werden zur sexuellen Ausbeutung und als Kindersklaven für Betriebe, die Landwirtschaft oder Haushalte vermittelt", so Murthi weiter.

 

"Die Kinder werden gekidnappt und vermarktet, in anderen Fällen mit falschen Versprechungen geködert: Es heißt, sie bekämen einen guten Job, Bildung und Wohlstand. Viele bezahlen die jahrelangen Gräuel im kommerziellen Sexgeschäft oder in der modernen Slaverei mit ihrem Leben." So schildert Murthi die Geschäftspraktiken der Menschenhändler. Ein Großteil des Kinderhandels würde innerhalb des Landes abgewickelt, aber auch Kinder aus angrenzenden Ländern wie Nepal und Bangladesch an zahlungskräftige Inder verkauft. Indische Kinder wiederum würden in Nachbarstaaten verschleppt.

 

Nur selten gelinge es den Behörden, das Verbrechen aufzudecken und die Kinder zu befreien. Manche dieser Kinder, deren Familien nicht mehr ausfindig gemacht werden können, bekämen in den SOS-Kinderdörfern ein neues Zuhause.

 

Die Ursachen für den Kinderhandel sieht Murthi unter anderem in der großen Armut, der die Menschen zu entkommen versuchen, in Gesetzeslücken, mangelnder Rechtssicherheit und der Diskriminierung und Benachteiligung ganzer Bevölkerungsgruppen. "Diese Menschen sind aufgrund von Not und Unwissenheit besonders gefährdet und zudem unzureichend geschützt", sagt Murthi. Man könne das Problem nur mit umfassenden Lösungen in den Griff bekommen: "Bildung, soziales Bewusstsein und ein Ende der Diskriminierung sind hier die Schlüsselpunkte. Außerdem brauchen wir schärfere Gesetze!"

 

Die SOS-Kinderdörfer setzen sich seit Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen gegen Kinderhandel in Indien ein, unter anderem durch Aufklärung und die SOS-Familienstärkung, die die Familien dabei unterstützt, Wege aus der Armut zu finden, ohne dass sie ihre Kinder weggeben müssen.


Prozess gegen kasachischen China-Kritiker Serikzhan Bilash

  • Gestern begann der Prozess gegen den Gründer der Menschenrechtsorganisation Atajurt
  • Für seine Kritik an den Umerziehungslagern in Xinjiang drohen ihm bis zu sieben Jahre Haft
  • Die GfbV fordert seine sofortige Freilassung

 

(Göttingen/gfbv) - Gestern begann der Prozess gegen Serikzhan Bilash, den Gründer der Menschenrechtsorganisation Atajurt, in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan. Weil er die schweren Menschenrechtsverletzungen in den Lagern in Xinjiang dokumentierte und öffentlich machte, wirft die Staatsanwaltschaft ihm vor, Hass gegen China geschürt zu haben. Dafür drohen dem prominenten Menschenrechtler bis zu sieben Jahre Haft. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert seine sofortige Freilassung: „Bilash und seine Mitstreiter dürfen nicht mundtot gemacht werden, nur, weil sie Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit anprangern“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. 

 

Die Menschenrechtsorganisation wirft den kasachischen Behörden vor, diejenigen systematisch einzuschüchtern, die sich für die Rechte ethnischer Kasachen in China einsetzen. Bilash, der seit dem 11. März 2019 unter Hausarrest steht, sei seitdem mehr als 20 Mal von kasachischen Behördenvertretern aufgesucht worden. Sie hätten ihn gedrängt, seine Vorwürfe gegen Chinas Lagersystem in Videos und schriftlichen Erklärungen zu relativieren. „Chinas langer Arm in Kasachstan macht der Zivilgesellschaft das Leben zur Hölle. Mit massiven Einschüchterungen werden kasachische Menschenrechtler ins Exil getrieben. Denn unter solchen Bedingungen kann niemand frei arbeiten“, so Delius. 

 

Mehr als hundert Unterstützer der Menschenrechtsorganisation Atajurt erschienen zum Prozessbeginn in Nur-Sultan und forderten die Freilassung Bilashs. Einen ersten Erfolg konnten sie am ersten Prozesstag erzielen: Das Gericht gab dem Antrag von Bilashs Rechtsanwältin Aiman Umarova statt und verlegte den weiteren Prozess in die Stadt Almaty.  

 

In den Umerziehungslagern in Xinjiang werden neben Uiguren auch ethnische Kasachen und Kirgisen gegen ihren Willen festgehalten. Atajurt recherchiert unter ehemaligen Lagerinsassen die katastrophalen Lebensbedingungen sowie die schweren Menschenrechtsverletzungen in den Camps. „Atajurts Verdienst ist es, den Mantel des Schweigens über einem der schlimmsten Verbrechen des 21. Jahrhunderts zu lüften“, erklärte Delius.  

 


Internationaler Tag gegen Menschenhandel (30. Juli)

Geschäft mit Kindern in Westafrika boomt / "Kinder sind keine Ware!"

 

(München/sos) - In Westafrika sind mehr als sieben von zehn Opfern von Menschenhandel Kinder. Darauf weist die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer anlässlich des Internationalen Tages gegen Menschenhandel am 30. Juli hin. "Das ist die weltweit höchste Quote und liegt noch deutlich über dem internationalen Durchschnitt, der mit 30 Prozent Kindern ohnehin schon katastrophal ist", sagt Boris Breyer, Sprecher der SOS-Kinderdörfer.

 

 

 

Vor allem Mädchen seien in der Region gefährdet, sie machten allein 40 Prozent der Betroffenen aus. "Oft werden Eltern in wirtschaftlichen Notlagen mit falschen Versprechungen dazu bewegt, die Kinder wegzugeben. Mädchen müssen in Westafrika häufig als Dienstmädchen in Haushalten arbeiten, Jungen in der Landwirtschaft. Vielfach leben sie unter sklavenähnlichen Bedingungen", sagt Breyer.

 

 

 

Immer wieder käme es in der Region auch zu Konflikten oder terroristischen Übergriffen, in denen Kinder rekrutiert und als Soldaten oder Sexsklaven missbraucht würden. Auch Kinder, die alleine oder mit ihren Eltern auf der Flucht sind, wie etwa in Nigeria, wo nach wie vor die Terrororganisation Boko Haram wüte, seien extrem gefährdet.

 

 

 

"Kinder sind eine besonders leichte Beute - der Schaden, der ihnen zugefügt wird, wiegt besonders schwer und führt oft zu lebenslanger Beeinträchtigung", sagt Breyer. Weltweit seien Millionen Kinder bedroht. Um Abhilfe zu schaffen, bräuchte es klare Gesetze, länderübergreifende Zusammenarbeit, Aufklärung und gezielte Armutsbekämpfung.

 

 

 

Die SOS-Kinderdörfer weltweit setzen sich seit Jahrzehnten in zahlreichen Ländern vielfältig gegen Kinderhandel ein, unter anderem durch politische Arbeit und Aufklärungskampagnen. Die SOS-Familienstärkung beugt Kinderhandel vor, indem sie Armut bekämpft.

 

 

 


Tibet: UN-Experten verlangen von Peking Auskunft über zu langen Haftstrafen verurteilte Tibeter / Haftgrund: Geburtstagsfeiern für den Dalai Lama

 

(Berlin/ict) - Fünf Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen verlangen von der chinesischen Regierung Auskunft über eine Gruppe von neun Tibetern, die zu langen Haftstrafen verurteilt wurden, weil sie vor vier Jahren den 80. Geburtstag des Dalai Lama feierten. In einem gemeinsam verfassten Schreiben äußern die Menschenrechtsexperten ihre Besorgnis über Chinas Missachtung der Regeln für faire Gerichtsverfahren, die Kriminalisierung der tibetischen Kultur und die Verletzung der Grundrechte der Tibeter durch die Verwendung des „Separatismus“-Vorwurfs.

 

In dem Schreiben der UN-Sonderberichterstatter heißt es: „Wir bedauern zutiefst, wie die chinesische Regierung auf eine kulturelle und religiöse Äußerung von neun Angehörigen der tibetischen Minderheit reagiert hat, ( ) und wir sind besorgt über die Berichten zufolge häufige Anwendung von Artikel 103 Absatz 2 des chinesischen Strafgesetzbuchs über die ‚Anstiftung zum Separatismus‘.“ Damit werde zum einen „die Meinungs-, Religions-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sowie die kulturellen Rechte der tibetischen Minderheit“ unterdrückt, und zum anderen „jeder menschenrechtliche Einsatz für den Schutz und die Förderung dieser Rechte“ unterbunden.

 

Das Schreiben ist unterzeichnet von Karima Bennoune, Sonderberichterstatterin über kulturelle Rechte, David Kaye, Sonderberichterstatter zur Meinungsfreiheit, Michel Forst, Sonderberichterstatter zur Lage von Menschenrechtsverteidigern; Fernand de Varennes, Sonderberichterstatter zu Minderheitenangelegenheiten, und Ahmed Shaheed, Sonderberichterstatter über Religions- und Glaubensfreiheit.

 

Die neun Tibeter Drugdra, Lobsang Khedrub, Lobsang Gephel, Lodro, Ta’re Kyi, Bonkho Kyi, Trotsik Tsultrim, Tsulte und Akyakya wurden am 6. Dezember 2016 von einem Gericht im osttibetischen Ngaba verurteilt. Die Urteile reichten von fünf Jahren bis zu 14 Jahren Gefängnishaft. Allesamt wurden sie Ende 2015 festgenommen und seither durchschnittlich ein Jahr an unbekanntem Ort in Incommunicado-Haft festgehalten. Angehörige oder Freunde wussten weder, in welcher Haftanstalt sie sich befanden, noch ob sie überhaupt am Leben waren. Keinem von ihnen wurde vor Gericht die Unterstützung durch einen Rechtsbeistand gestattet. Bei den Verurteilten handelt es sich sowohl um – teils hochrangige – Mönche, als auch um buddhistische Laien.

 

Aus Sicht der International Campaign for Tibet (ICT) haben sich die Neun nichts zuschulden kommen lassen, das auch nur ansatzweise strafwürdig wäre. Sie hatten lediglich ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung und freie Ausübung der Religion in Anspruch genommen, als sie 2015 den 80. Geburtstag ihres religiösen Oberhaupts angemessen begehen wollten. Die Urteile sind eindeutig politisch motiviert und dienen allein dem Zweck, eine Warnung für alle Tibeterinnen und Tibeter darzustellen, die loyal zum Dalai Lama stehen. Sie sind eindeutig menschenrechtswidrig und Ausdruck der systematischen Repression in Tibet, so ICT.

 

www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 


SOS: Berüchtigte Waisenheime in Osteuropa bald weitgehend geschlossen

 

(München/sos) -- Osteuropa schließt nach Angaben der SOS-Kinderdörfer seine berüchtigten Waisenhäuser. Lange Zeit waren die Heime Inbegriff von Vernachlässigung und menschenverachtender Zustände. "Inzwischen sind alle Länder dabei, staatliche Heime zu schließen", berichtet Maria Dantcheva, Leiterin der Programmentwicklung der SOS-Kinderdörfer für Osteuropa. Lebten zum Beispiel in Rumänien im Jahr 2000 fast 100.000 Jungen und Mädchen in Kinderheimen, sind es heute nur noch rund 6600. Auch in Bulgarien ist die Zahl der Kinder in staatlichen Heimen gesunken: von 7587 im Jahr 2009 auf 979 im Jahr 2017. Bis 2025 sollen sämtliche Heime geschlossen werden.

 

Die SOS-Kinderdörfer seien in 19 Ländern Ost- und Zentraleuropas maßgeblich an den Prozessen beteiligt, sagt Maria Dantcheva. "Über lange Zeit waren wir vielerorts die einzigen, die familiennahe Betreuung für Kinder in Not angeboten haben. Jetzt unterstützen wir die Regierungen mit unserem Know-how: Wir sind an der Entwicklung von Gesetzen und Kinderschutzsystemen beteiligt und helfen intensiv beim Aufbau von Pflegeeltern-Netzwerken." Auch in Kasachstan sei die Organisation aktiv. Das dortige SOS-Kinderdorf Almaty werde in Kürze

 

30 bis 40 Jungen und Mädchen aus einem schließenden Kinderheim aufnehmen. Unter dem Namen "Open Doors" habe SOS sich mit vier anderen Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, um die Schließung von Waisenheimen durch die Bereitstellung von Daten, Aufklärungskampagnen und politische Arbeit voranzutreiben.

 

Statt in staatlichen Heimen sollen die Kinder in Zukunft bei Pflegefamilien, in Kleingruppen oder bei Verwandten aufwachsen. Auch sollen Familien in Krisen stabilisiert werden, damit möglichst viele Kinder bei ihren Eltern bleiben können.


Kinder in Entscheidungen einbeziehen und Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

Neuer World Vision Report: Regierungen lassen immer noch Gewalt gegen Kinder zu

 

(New York/wv) - In dieser Woche berichten viele Länder in New York auf dem Hochrangigen Politischen Forum über ihre Fortschritte, die sie bezüglich der Bekämpfung der Armut gemacht haben. „Das Thema ‚Gewalt gegen Kinder beenden‘, scheint jedoch nicht auf der aktuellen Agenda vieler Länder zu stehen“, betont Ekkehard Forberg, Friedensexperte bei World Vision Deutschland. In einer aktuellen Untersuchung mit dem Titel „Small Cracks, Big Gaps“ hat die internationale Kinderhilfsorganisation festgestellt, dass viele Regierungen sich des Problems bewusst sind, aber dennoch keine oder unzureichende Gesetze erlassen wurden, um Kinder ausreichend zu schützen. Auch wird die Anzahl der Fälle von Kindesmissbrauch bzw. Gewalt gegen Kinder in vielen Ländern nicht erfasst. Maßnahmen, die zum Ziel haben, Kinder zu schützen, sind meist unterfinanziert.

 

Der Bericht basiert auf einer umfassenden Analyse der Politik und der Gesetze in 20 Ländern*. Untersucht wurde die Frage, warum es 30 Jahre nach der Ratifizierung der Konvention über die Rechte des Kindes immer noch möglich ist, dass Kinder gezwungen werden, viel zu früh zu heiraten, unter erniedrigenden und gefährlichen Bedingungen zu arbeiten und Gewalt und Missbrauch – auch sexuellem – ausgesetzt sind. In vielen Ländern sehen Eltern Schläge gegen Kinder immer noch als rechtmäßiges Mittel der Erziehung an.

 

„Das Nachhaltigkeitsziel, das vorsieht, eine friedliche und nachhaltige Entwicklung zu fördern, ist bezüglich der Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder nur unzureichend umgesetzt worden“, betont Forberg. „Wir sind trotz Fortschritten weit davon entfernt, eine friedliche Welt für Kinder zu schaffen. Gewalt gegen Kinder zu beenden müsste für alle Gesellschaften in allen Ländern oberstes Ziel sein.“ Die im Bericht beschriebenen Lücken im Kinderschutz hätten massive Auswirkungen auf die Zukunft von Gesellschaften und Volkswirtschaften.

 

„Wenn wir die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung erreichen wollen, müssen die Rechte von Kindern bei allen Maßnahmen und politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden“, so Forberg. „Kinder werden zu wenig gehört. Ihr Leiden bleibt oft unsichtbar, aber eine Welt ohne Gewalt gegen Kinder ist möglich.“

 

Der World Vision-Bericht empfiehlt unter anderem, dass Kinder in Entscheidungen, die sie betreffen, systematisch einbezogen werden und sie die Möglichkeit haben, Führungskräfte oder Politiker, die ihren Verpflichtungen zum Schutz der Kinder nicht nachkommen, zur Rechenschaft ziehen können. „Dies ist jedoch nur möglich, wenn es gut funktionierende staatliche Strukturen und Institutionen gibt, wenn gute Bildung ermöglicht wird, so dass Kinder eine Zukunft in ihren Heimatländern haben und sie so zu Stützen ihrer Gesellschaft werden“, erläutert Forberg.

 

*Der Bericht ist Teil einer Studienreihe, die die weltweiten Anstrengungen von World Vision zur Beendigung von Gewalt gegen Kinder unterstützt. Die 20 untersuchten Länder sind Äthiopien, Angola, Armenien, Bangladesch, Bosnien-Herzegovina, Kambodscha, Demokratische Republik Kongo, El Salvador, Eswatini, Guatemala, Indonesien, Mexico, Mosambik, Peru, Philippinen, Rumänien, Sambia, Sierra Leone, Sri Lanka und Südafrika. Es handelt sich um Länder, in denen World Vision Hilfsprogramme und Kinderschutz-Arbeit umsetzt.

 

Hier finden Sie den Report „Small Cracks, Big Gaps“ (pdf-Datei):

https://www.wvi.org/publications/report/it-takes-world/small-cracks-big-gaps

 

Weitere Informationen zu SDG 16:

https://www.bmu.de/themen/nachhaltigkeit-internationales/nachhaltige-entwicklung/2030-agenda/

https://sustainabledevelopment.un.org/sdg16

 

 

 


World Vision versorgt Hunderttausende im größten Flüchtlingslager der Welt

Überschwemmungen bedrohen Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch

 

(Friedrichsdorf/Cox's Basar/wv)  – Heftige Monsun-Regenfälle haben das größte Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch überschwemmt. Große Teile des Lagers stehen unter Wasser, Erdrutsche haben Hütten zerstört. In den Lagern in Cox`s Basar leben etwa 1 Million Rohingya aus Myanmar, die vor knapp zwei Jahren der Verfolgung in ihrer Heimat Myanmar entkommen sind. Die internationale Hilfsorganisation World Vision versorgt hunderttausende Menschen.

 

"Zum Glück haben wir intensiv den Einsatz planen können", sagt Rachel Wolff, Leiterin der humanitären Arbeit von World Vision in Cox's Basar. "Wir bereiten uns seit sechs Monaten auf die Monsunzeit vor. Jetzt zahlt sich die Vorsorge aus."

 

Wolff erklärt, dass ihre Organisation im vergangenen November 15.000 Männer und Frauen unter den Flüchtlingen eingestellt hat, um durch den Ausbau der Infrastruktur das Katastrophenrisiko zu reduzieren. Sie bauten ein Dutzend Brücken, befestigten Straßen von Hand und stützten erdrutschgefährdete Hänge über die weitläufigen Lager.

 

Der Einsatz hat sich nach ihren Angaben gelohnt. Trotz der Überschwemmungen konnten World Vision und andere NGOs den Zugang zu den Lagern erhalten, um den Flüchtlingen Nahrungsmittelhilfe und andere dringend benötigte Dienste zu leisten.

 

"Viele Straßen in den Lagern sind wasserdurchflutet und voller Schlamm, aber wir kommen durch", sagt Wolff. World Vision liefert weiterhin täglich 800 Kindern zusätzliche Lebensmittel, um die Unterernährung zu verhindern und zu behandeln. Die World-Vision-Lager für Nahrungsmittelhilfe bleiben geöffnet, wo täglich 2.000 Flüchtlinge kommen, um Gutscheine gegen frisches Obst und Gemüse einzutauschen. Trotz einiger Schäden sind die 42 Gemeinschaftsküchen der Organisation in Betrieb. Bis zu 1.000 Mütter kochen hier jeden Tag Essen für ihre Familien.

 

Kinder sind besonders während des Monsuns gefährdet. "Die Sicherheit von Kindern hat bei uns oberste Priorität", sagt Wolff. Die Mitarbeiter von World Vision schulten Tausende von Eltern, wie sie ihre Familien bei extremen Wetterverhältnissen schützen können und was zu tun ist, wenn Kinder bei einem Sturm verloren gehen oder getrennt werden. Elf Kinderbetreuungszentren von World Vision werden als Treffpunkte für die Gemeinschaft dienen.

 

Meteorologen prognostizieren für die nächsten fünf Tage sintflutartige Regenfälle, die wahrscheinlich weitere Erdrutsche und Überschwemmungen in den Lagern auslösen werden. Flüchtlinge, die in provisorischen Unterkünften auf bröckelnden Hängen leben, sind zunehmend mit der Gefahr konfrontiert, dass ihre Häuser einstürzen.




Geburtstag des Dalai Lama mahnt

Zu langen Haftstrafen verurteilte Tibeter müssen freigelassen werden

 

(Berlin/ict) - Anlässlich des bevorstehenden 84. Geburtstags des Dalai Lama am 6. Juli erinnert die International Campaign for Tibet (ICT) an das Schicksal von neun Tibetern, die von der chinesischen Justiz zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, weil sie im Jahr 2015 zum 80. Geburtstag des Dalai Lama Feiern organisieren wollten. ICT ruft die deutsche Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft auf, sich gegenüber den chinesischen Behörden für die unverzügliche und bedingungslose Freilassung der neun Männer und Frauen einzusetzen, die aus Sicht der International Campaign for Tibet lediglich friedlich ihr Recht auf freie Religionsausübung in Anspruch genommen haben.

 

Die Urteile, die von fünf Jahren bis zu 14 Jahren Gefängnishaft lauteten, sind eindeutig politisch motiviert und sollen offenbar Tibeter einschüchtern, die den Dalai Lama als ihr religiöses Oberhaupt verehren, so die International Campaign for Tibet.

 

Die neun Tibeter Drugdra, Lobsang Khedrub, Lobsang Gephel, Lodro. Ta’re Kyi, Bonkho Kyi, Trotsik Tsultrim, Tsulte und Akyakya wurden am 6. Dezember 2016 von einem Gericht im osttibetischen Ngaba verurteilt. Allesamt waren sie Ende 2015 festgenommen und seither durchschnittlich ein Jahr an unbekanntem Ort in Incommunicado-Haft festgehalten worden. Angehörige oder Freunde wussten weder, in welcher Haftanstalt sie sich befanden, noch ob sie überhaupt am Leben waren. Keinem von ihnen wurde vor Gericht die Unterstützung durch einen Rechtsbeistand gestattet. Bei den Verurteilten handelt es sich sowohl um – teils hochrangige – Mönche, als auch um buddhistische Laien. Tibeterinnen und Tibeter begehen den Geburtstag des Dalai Lama üblicherweise mit Picknicks im Freien oder tauschen sich in Chaträumen dazu aus. Dies wurde den verurteilten Tibetern offenbar zur Last gelegt.

 

Einzelheiten zu den Fällen finden Sie auf der Homepage von International Campaign for Tibet Deutschland e.V. und im englischsprachigen Originalbericht „Tibetans sentenced to long prison terms for involvement in Dalai Lama’s 80th Birthday celebration".

 


Unruhen im Sudan: Gewalt behindert Arbeit der SOS-Kinderdörfer

 

(München/sos) - Die Unruhen im Sudan und die weiter eskalierende Gewalt erschweren die Arbeit von Hilfsorganisationen. "Wir lassen die uns anvertrauten Kinder nicht mehr aus dem Haus. Draußen wird geschossen. Viele Familien, die wir außerhalb des SOS-Kinderdorfes in Khartum betreuen, können wir aufgrund der angespannten Sicherheitslage nicht mehr erreichen", sagt Abd Elrahman Mubarak, Leiter der SOS-Kinderdörfer im Sudan. Zudem seien Banken, Behörden und viele Geschäfte geschlossen, das Internet abgeschaltet, es sei schwer an Medikamente, Bargeld und Lebensmittel zu kommen.

 

Der Sudan befindet sich nach dem Sturz von Präsident al-Baschir in der Übergangsphase zu einem Wechsel zu einer neuen Regierung. Nach dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten ist die Lage weiterhin angespannt.

 

Die SOS-Kinderdörfer rufen die EU und die USA dazu auf, Druck auf die Konfliktparteien auszuüben, damit sie gemeinsam auf eine einvernehmliche Lösung der gegenwärtigen Krise hinarbeiten und einen friedlichen politischen Übergang in die Wege leiten: "Der Westen darf nicht wegsehen. Er muss zeigen, dass er nicht tatenlos zusieht, sondern ein starkes Interesse an einem zivilen Übergang hat. Er muss eine diplomatische Antwort finden auf die Gewalt zwischen Armee und Demonstranten, damit die Konfliktparteien an den Verhandlungstisch zurückkehren und die Macht an eine zivile Übergangsregierung übergeben wird", sagt Mubarak.


‘SAVE OUR SEAS BOTTLE PROJECT’ ANNOUNCED BY YACHTING PAGES MEDIA GROUP, IN PARTNERSHIP WITH BLUE MARINE FOUNDATION AND OCTO MARINE

(Bristol/pm) - Yachting Pages Media Group, in collaboration with Blue Marine Foundation (BLUE) and Octo Marine, is launching ‘Save Our Seas (S.O.S) Bottle Project’, a campaign designed to help the fight against plastic pollution in the world’s oceans.

The new initiative seeks to unite the superyacht industry in a bid to help reduce the amount of single use plastic bottles entering our oceans, and ultimately help prevent further damage from being inflicted on our fragile marine eco-systems.

It takes roughly 500 years for a plastic bottle to degrade and statistics state that by 2050 the ocean will contain more plastic by weight than fish[1]. Approximately 8 million individual pieces of marine litter enter the sea every day[2], with more than 1 million sea birds and 100,000 marine mammals dying annually from plastic debris[3].

 

Officially launching in July, ‘S.O.S Bottle Project’ will see reusable aluminium drink bottles distributed to 5,000 superyachts across France, Italy and Spain, with an additional 5,000 bottles available on request. Each bottle, which will be distributed in Yachting Pages Delivers’ (YPD) 100% recyclable YPD bags – made from recycled plastic bottles – will contain an urgent message inside, encouraging the entire superyacht industry to act now by collectively ending the use of plastic bottles aboard superyachts.

 

To support the ‘S.O.S Bottle Project’ message, each of the YPD bags will also include BLUE’s 2018 Review, outlining its incredible worldwide conservation wins and latest developments in innovative fisheries management, and Octo Marine’s latest brochure, which is equipped with forward-thinking water solutions.

 

The ‘S.O.S Bottle Project’ message will encourage yacht crew members, captains and owners to complete four simple steps in order to help ‘Save Our Seas’:

 

1.                Donate to Blue Marine Foundation by using the QR Code or by visiting https://cafdonate.cafonline.org/10116

 

2.                Once donated, request additional FREE reusable water bottles from Yachting Pages by emailing bottles@yachtingpages.com

 

3.                Contact Octo Marine by emailing info@octomarine.net or by visiting www.octomarine.net, and enquire about a drinking water system

 

4.                Stop buying single use plastic bottles

 

Steve Crowe, CEO and founder of Yachting Pages, commented, “Yachting Pages is proud to be working alongside BLUE and Octo Marine, both of whom are on the front line of implementing sustainable practices to protect our oceans and marine habitats. We would also like to extend our thanks to long-time partner Lürssen for their support in the creation of the S.O.S bottles and YPD bags.

 

“The S.O.S Bottle Project encourages the yachting industry to support its marine environment and seize this opportunity to make a real difference.”

 

The ‘S.O.S Bottle Project’ will officially launch on Monday 8th July during our Yachting Pages Delivers trip across the French Riviera.

 

Follow ‘S.O.S Bottle Project’ on Facebook (@captainsbible), Instagram (@yachtingpages) and Twitter (@yachtingpages) and follow the movement using #SOSBOTTLE.

 

Yachting Pages Media Group helps businesses market themselves to the superyacht industry and provides trusted resources for superyacht captains and crew around the world.

 

BLUE is a UK-based charity, raising funds to support its growing efforts to tackle the biggest threat of all, overfishing and the destruction of marine biodiversity. It has already contributed to a considerable amount of ocean conservation worldwide, in line with its objectives to put 10% of the world’s oceans under protection by 2020 and 30% by 2030.

 

Octo Marine is the leading water treatment specialist for the marine industry, providing superyachts with a full range of services and solutions to ensure water tastes great and is safe to drink. Creating on-board solutions for clean drinking water eliminates the need for single use plastic bottles aboard superyachts.

 


World Vision: Staatschefs müssen sich gemeinsamer Verantwortung stellen

Entscheidungen der G20 betreffen Kinder weltweit – Krisen können nur multilateral bekämpft werden

 

(Friedrichsdorf/Osaka/wv) – Kurz vor Beginn des G20-Gipfels in Osaka ruft die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision die Teilnehmerstaaten zu entschlossenem Handeln gegen den Klimawandel und weitere Krisen auf. Kinder seien besonders von den Auswirkungen nationaler Machtspielchen betroffen. Nur eine globale Strategie könne die Auswirkungen von Krisen wie dem Klimawandel oder Epidemien wie Ebola noch eindämmen.

 

„Die Welt kann sich nationale Alleingänge und rückschrittliches Denken einfach nicht mehr leisten“, erklärt der Gesundheitsexperte von World Vision, Marwin Meier im Vorfeld des G20-Gipfels in Japan. „Neben gemeinsamer Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel müssen auch Probleme wie der mangelnde Zugang zu Gesundheitssystemen, zu sauberem Trinkwasser und der sexuelle und militärische Missbrauch von Kindern endlich entschieden und gemeinsam angegangen werden.“

 

Nach Angaben der UN müssen bereits jetzt jedes Jahr 25 Millionen Menschen vor den Auswirkungen des Klimawandels fliehen. Die meisten dieser Klimaflüchtlinge leben in armen Ländern, wo wiederum der Anteil der Minderjährigen besonders hoch ist. Marwin Meier: „Die Kinder verlieren nicht nur ihre Heimat. Sie können auch oftmals nicht mehr zur Schule gehen und haben daher auch keine gute berufliche Perspektive mehr. Ein Teufelskreis der Armut.“

 

Konkret sei es wichtig, die Klimaflüchtlinge rechtlich zu schützen, etwa durch das Ausstellen von humanitären Visa und deutlich mehr Investitionen der internationalen Gemeinschaft in Katastrophenvorsorge. „Das wirksamste Element ist aber nach wie vor der Kampf gegen den Klimawandel an sich. Also die Reduzierung von Treibhausgasen und das Festhalten daran, dass die globale Temperatur um nicht mehr als 1,5 Grad ansteigt“, so Meier. „Das kann aber nur erreicht werden, wenn nicht wichtige Player sich einfach von internationalen Vereinbarungen verabschieden wie etwa die Regierung Trump.“

 

Das betreffe auch Vereinbarungen zum weltweiten Recht auf Gesundheitsvorsorge. Durch unvorhergesehene Ausgaben für Gesundheitsprobleme werden jedes Jahr ca. 100 Millionen Menschen in die Armut getrieben. „Wenn einzelne Teilnehmerstaaten aus ideologischen Gründen das Recht auf Gesundheitsvorsorge ablehnen, trifft das in erster Linie Menschen in armen Ländern. Werdende Mütter erhalten keine ausreichende Betreuung, Verhütungsmittel werden nicht effizient eingesetzt, Kleinkinder nicht wirksam behandelt. Das heißt letztlich: Menschen sterben aus politischem Kalkül.“

 

Wie wichtig internationale Zusammenarbeit ist, zeige sich jetzt wieder einmal bei der Ausbreitung der Ebola-epidemie in Ostafrika. Im Ostkongo hatte das Virus in den vergangenen Monaten bereits 1.400 Menschenleben gefordert – jetzt sind auch Menschen im benachbarten Uganda erkrankt. Anrainerstaaten wie Ruanda und Südsudan fürchten ebenfalls, dass die Epidemie übergreift. Marwin Meier: „Die G20 sind gefordert, auch hier ein gemeinsames, von allen Teilnehmern getragenes, Konzept zu entwickeln. Der Notfall-Fonds der WHO für solch gefährliche Epidemien von 100 Millionen US-Dollar ist nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Tut die Welt - und allen voran der Club der G20 - nichts, wird das tödliche Folgen haben.“


Warnung vor neuer Schuldenkrise

Globale Mindeststeuer für mehr Steuergerechtigkeit

 

G 20 * Mindeststeuer * Unternehmen * Steuergerechtigkeit * Schuldenkrise

 

(Berlin/bfw) - Die Finanzminister der G20, die zusammen 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen, haben sich in einer zentralen Frage der Steuergerechtigkeit geeinigt: Eine globale Mindeststeuer für internationale Unternehmen soll eingeführt werden. Dieser Vorschlag wird voraussichtlich beim Gipfeltreffen der G20 an diesem Wochenende (28./29.6.) in Osaka von den Staats- und Regierungschefs angenommen. Bis 2020 sollen die Details geklärt werden. Brot für die Welt begrüßt, dass diese Einigung trotz des Handelskonflikts zwischen den USA und China zustande gekommen ist. Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks, sagt: „Diese Einigung der G20 ist ein erfreulicher erster Schritt hin zu mehr Steuergerechtigkeit und zeigt, wozu Multilateralismus gut sein kann: einen ruinösen globalen Steuerwettlauf auf Kosten der armen Länder und ihrer Bevölkerungen zu beenden. Öffentliche Steuertransparenz für Großunternehmen zu erreichen, ist ein wichtiges nächstes Ziel – übrigens zugleich ein wichtiges entwicklungspolitisches Ziel.“

 

Die globale Mindeststeuer für Unternehmen ist einer der größten politischen Lobbyerfolge bei der Bekämpfung der Steuervermeidung in den vergangenen Jahren. Lange hatten zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch Brot für die Welt, einen automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten gefordert. Über 100 Staaten, auch Deutschland, tauschen mittlerweile gegenseitig ihre Steuerinformationen aus. Auch viele sogenannte Steueroasen, also Staaten, die mit niedrigsten Steuern locken, sind dabei. Das ergibt weltweit laut OECD schon 95 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen für staatliche Ausgaben etwa im Sozialbereich.

 

Bislang entziehen sich Internetkonzerne wie Amazon, Google und Facebook, aber auch große Rohstoffkonzerne ihrer Steuerpflicht. Großkonzerne verschieben ihre Gewinne oft in Steueroasen. Durch Buchhaltungstricks entgehen so vielen Staaten geschätzte 100 Milliarden Dollar im Jahr an Steuern. Diese Einnahmen fehlen dann für wichtige öffentliche Aufgaben wie den Kampf gegen Armut oder Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. „Viele Staaten könnten sich Schulen, Krankenhäuser und soziale Sicherungssysteme leisten und wären dafür nicht auf internationale Entwicklungshilfe angewiesen, wenn es keine legalen Steuervermeidungsmöglichkeiten mehr gäbe, alle Unternehmen ihren Verpflichtungen nachkämen und Steuergerechtigkeit herrschen würde“, sagt Füllkrug-Weitzel.

 

Steueroasen verstecken jedoch auch illegale Fluchtgelder. Dahinter verbergen sich Erträge aus organisierter Kriminalität, Steuerhinterziehung, Betrug, Geldwäsche, Korruption und Terrorismus. Auch die sogenannte Schattenwirtschaft mit Wirtschaftszweigen wie Zwangsprostitution, sklavenartiger Ausbeutung und Waffenhandel profitiert von der illegalen Kapitalflucht. Arme Staaten im Globalen Süden, die Kapitalflucht ermöglichen, werden zugleich der Ressourcen für arme Bevölkerungen beraubt. Den Schaden haben dann diejenigen, die diese Belastungen am wenigsten tragen können.

 

Neue Schuldenkrisen verhindern

 

Die G20 arbeiten auch an freiwilligen Leitlinien für nachhaltige Investitionen in die Infrastruktur. Damit wollen sie verhindern, dass Länder, die Darlehen für Infrastrukturmaßnahmen vergeben und aufnehmen, in eine Schuldenkrise geraten. Die Gefahr besteht, denn schon 40 Prozent der Länder mit niedrigem Einkommen kämpfen mit Schuldenproblemen. Einigen Ländern in Subsahara-Afrika droht dann der wirtschaftliche Zusammenbruch. Brot für die Welt fordert von den G20 daher die Einführung verbindlicher Prinzipien für eine verantwortliche Kreditvergabe und Kreditaufnahme. Wenn Staaten trotzdem überschuldet sind, muss es ein faires Entschuldungsverfahren geben nach dem Muster des Insolvenzverfahrens für bankrotte Unternehmen und überschuldete Privatpersonen in Deutschland. Brot für die Welt fordert ein solches Insolvenzverfahren für Staaten, damit die Verluste möglichst gerecht auf die Gläubiger verteilt und das Existenzminimum der Ärmsten geschützt wird.


Sechs internationale Kinderhilfsorganisationen fordern Regierungen zu mehr Engagement für Kinder auf

Bericht zur Situation von Kindern weltweit - Globaler Aufbruch für Kinderrechte

 

(Berlin/wv) - Jedes Jahr sterben noch immer mehr als fünf Millionen Kinder an vermeidbaren Krankheiten. 64 Millionen Kinder besuchen nicht einmal die Grundschule. 150 Millionen Mädchen und Jungen tragen schwere gesundheitliche Schäden davon, weil sie hungern. Jedes vierte Kind wächst in Kriegsgebieten auf. Klimawandel und Umweltzerstörung betreffen immer mehr Kinder, so wachsen etwa 500 Millionen Kinder in Überschwemmungsgebieten auf.

 

Das stellen die sechs größten internationalen Kinderhilfsorganisationen in einem heute veröffentlichten Lagebericht „Globaler Aufbruch für Kinderrechte“ fest und fordern weltweit Regierungen auf, sich deutlich stärker für Kinder zu engagieren. In Berlin haben die Organisationen den Bericht an die Vorsitzende des Familienausschusses, Sabine Zimmermann, und die Vorsitzende der Kinderkommission, Susann Rüthrich, übergeben. Im Bericht analysieren die Organisationen die Situation von Kindern weltweit und fordern, Kinderrechten erheblich mehr Priorität einzuräumen.

 

„Ein Viertel der Weltbevölkerung ist jünger als 18 Jahre. Diese zwei Milliarden Kinder und Jugendliche haben ein Recht, gesund und friedlich aufzuwachsen, sich zu bilden und sich für ihre Anliegen zu engagieren“, betonte Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland.

 

Zwar ist das Leben von Kindern heute im weltweiten Durchschnitt besser als bei der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen vor 30 Jahren. In vielen Bereichen wurden Fortschritte erzielt: So sterben heute weniger Kinder vor ihrem fünften Geburtstag und die Zahl der Kinder in Armut ist gesunken.

 

Dennoch sieht Child Rights Now! dringenden Handlungsbedarf: „Wir müssen jetzt Prioritäten setzen und Kinder in den Mittelpunkt stellen. Dafür können wir die Kinderrechtskonvention und die globalen Nachhaltigkeitsziele nutzen, die passende Ziele und wirksame Methoden vorgeben“, so Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland.

 

Child Rights Now! fordert außerdem, dass Kinderrechte im deutschen Grundgesetz verankert werden und die Belange von Kindern in allen politischen Ressorts einbezogen werden: Bildung, Familie und Soziales, aber auch Wirtschaft, Verkehr, Städtebau, Klima- und Umweltschutz und die Außen- und Entwicklungspolitik. Dringend notwendig ist eine ressortübergreifende Strategie, um Kinderarmut zu reduzieren, ebenso eine Reform des Bildungssystems, damit Chancengleichheit ermöglicht wird. Um Kinder wirksam vor Gewalt zu schützen, fordert Child Rights Now! eine nationale Präventionsstrategie. Benachteiligte Kinder, wie etwa Kinder ohne elterliche Fürsorge oder geflüchtete Kinder, müssen geschützt und gestärkt werden. Ombudspersonen sollen national und in den Bundesländern und Gemeinden dafür sorgen, dass Kinder berücksichtigt werden. „Wir fordern alle politisch Verantwortlichen und alle gesellschaftlichen Gruppen auf, Kinder zu beteiligten. Ob in der Familie, in Schulen und Vereinen, in Gemeinden, den Bundesländern oder auf nationaler Ebene: Kinder und Jugendliche müssen gehört werden und an den für sie wichtigen Themen beteiligt werden“, sagte Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes.

 

Child Rights Now! ist eine Initiative der sechs weltweit größten Kinderhilfsorganisationen ChildFund Alliance, Plan International, Save the Children, SOS-Kinderdörfer, terre des hommes und World Vision. Der aktuelle Child Rights Now! Bericht beinhaltet eine Analyse zur Situation von Kindern in 17 Staaten, der deutsche Kinderrechte-Fortschrittsbericht analysiert Fortschritte und Herausforderungen in Deutschland. Child Rights Now! wird bis zum Jahr 2030, dem Jahr, in dem die UN-Nachhaltigkeitsziele erreicht sein sollen, alle fünf Jahre mit Folgeberichten weitergeführt.

 

Zu den Child Rights Now!-Berichten und der Kurzfassung:

 


Kinder sterben in US-Abschiebehaft: "Keine Einzelfälle, sondern systematische, strukturelle Gewalt!"

 

(München/sos) - Bereits sechs Kinder sind seit September 2018 in US-Abschiebehaft gestorben. In einer gemeinsamen Erklärung weisen die SOS-Kinderdörfer und lateinamerikanische Partnerschaftsorganisationen auf diese bedrückende Wegmarke hin. "Dieses sechste tote Flüchtlingskind in amerikanischem Gewahrsam ist kein Einzelfall, sondern nur ein Beispiel für eine systematische, strukturelle Gewalt gegen Kinder, die mit ihren Familien aus dem nördlichen Mittelamerika vor Gewalt, Erpressung und Armut geflohen sind", sagt Dirk Glas, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Mexiko.

 

Anlässlich des Weltflüchtlingstags (20. Juni) fordern die Helfer eine sofortige Freilassung aller inhaftierten Kinder und eine Abschaffung der Abschiebehaft. "Es ist eine Schande", sagt Glas. Man habe es mit einer Praxis zu tun, die internationalen Vereinbarungen widerspreche und Kinder ihrer elementaren Rechte beraube. Es gebe keine Entschuldigung für Geiselnahme, für Unterdrückung und Gewalt - und schon gar nicht für den Tod von schutzlosen Kindern.

 

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen verschärft sich die Situation laut der Hilfsorganisation weiter. Denn wie die amerikanische Zoll- und Grenzschutzbehörde mitteilte, wurden allein im Jahr 2019 über

 

56.278 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge festgenommen. Das ist ein Anstieg um 74 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum 2018, in dem es rund 32.000 unbegleitete Kinder waren.

 

Ende Mai hatte die US-Grenzschutzbehörde den sechsten Tod eines Kindes in US-Gewahrsam seit September letzten Jahres bekannt gegeben.Fünf von ihnen kamen aus Guatemala: die siebenjährige Jakelin Caal Maquin starb Anfang Dezember 2018 an einer bakteriellen Infektion, der achtjährige Felipe Gomez Alonzo am Heiligabend an einer Grippe, Juan de Leon Gutierrez (16) am 30. April 2019 an einem seltenen Gehirnabszess, ein zweieinhalbjähriger Junge verstarb am 14. Mai, Carlos Gregorio Hernandez (16) am 20.Mai. Außerdem starb ein zehnjähriges Mädchen aus El Salvador am 29. September an Atemnot. Auch in einem mexikanischen Grenzgefängnis kam ein Mädchen ums Leben.

 

Die SOS-Kinderdörfer nehmen in drei mexikanischen Kinderdörfern unbegleitete minderjährige Flüchtlingskinder auf. Darüber hinaus hat die Hilfsorganisation und ihre Partner IMUMI (Instituto para las Mujeres en la Migración), BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) sowie dem UNHCR (Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen) ein länderübergreifendes Projekt gestartet, um die Bedingungen für Kinder und Jugendliche auf der Flucht zu verbessern, die Einhaltung der Kinderrechte durchzusetzen sowie notleidende Familien in den Herkunftsländern zu stärken.

 

SOS-TV:



Zum Weltflüchtlingstag 2019:

Kolpingwerk Deutschland und missio führen gemeinsame Handyaktion fort und machen auf Fluchtursachen aufmerksam

 

(Köln/kw) - Mehr als 13.000 ausgediente Handys haben Kolpingsfamilien in den vergangenen zwölf Monaten zusammengetragen. Darin enthalten sind rund 300 Gramm Gold, zwei Kilogramm Silber und fast 100 Kilogramm Kupfer. An diesen Erfolg will das Kolpingwerk zusammen mit missio Aachen und missio München anknüpfen und weiterhin gemeinsam Handys sammeln. Das verkündeten die Kooperationspartner am Samstag, den 15. Juni 2019, beim St. Augustiner Klosterfest der Steyler Missionare. Zum Weltflüchtlingstag 2018 hatten das Kolpingwerk Deutschland und das Internationale Katholische Missionswerk missio ihre gemeinsame Handy-Spendenaktion gestartet.

 

„Mit unserer Beteiligung an der Handyspendenaktion schaffen wir ein Bewusstsein für die mit der Rohstoffgewinnung für Handys verbundenen Fluchtursachen“, sagt Klaudia Rudersdorf, die stellvertretende Bundesvorsitzende des Kolpingwerkes Deutschland. Wir werden mit unserem Erlösanteil aus der Handyaktion die Bewusstseinsbildung für die Bekämpfung von Fluchtursachen unterstützen.“

 

„Die Kolpingsfamilien leisten in ihrem Umfeld einen wesentlichen Beitrag zur Bewusstseinsbildung im Umgang mit den Ressourcen dieser Erde“, betont der Leiter der Abteilung Bildung bei missio München, Dr. Christian Mazenik, mit Blick auf die Kooperation. „Ganz im Sinne der Papst-Enzyklika Laudato si tragen die Ortsverbände für unser gemeinsames Haus Sorge. Umso mehr freut es mich, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit weitergeht.“

 

Vom Recycling beziehungsweise der Wiederverwertung der Altgeräte profitieren die Umwelt sowie Hilfsprojekte in Deutschland und im Kongo. „missio konnte seit dem Start der Handy-Spendenaktion vielen Menschen in der Bürgerkriegsregion im Ost-Kongo helfen“, erklärt Dr. Eva-Maria Hertkens von missio Aachen. Mit einem Teil des Erlöses werden zwei Trauma-Zentren im Ost-Kongo unterstützt. Dort erhalten pro Jahr 400 Frauen und Männer seelsorgerische Hilfe, damit sie ein neues Leben beginnen können.“

 

20.000 Besucher feierten beim größten Klosterfest Deutschlands unter dem Hashtag #buntewelt ein tolerantes, vielfältiges und solidarisches Miteinander. In diesem Rahmen hatten Besucher auch die Gelegenheit, ihr altes Mobiltelefon in die Box am missio-Fluchttruck und dem Kolping-Infomobil abzugeben. Die mobile multimediale Ausstellung macht am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem Kongo die Ängste und Hoffnungen von Menschen erfahrbar, die ihre Heimat verlassen mussten. Im Infomobil des Kolping-Netzwerkes für Geflüchtete konnten sich die Besucher über die Situation von Geflüchteten in Deutschland und die Herausforderungen und Möglichkeiten der Integration informieren.

 

Weitere Informationen unter www.kolping.de/handyaktion

 

Und unter www.missio-hilft.de/kolping-handys

 


Welttag zur Beseitigung sexueller Gewalt in Konflikten

Mehr Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt

 

Sexuelle Gewalt * DR Kongo * Konflikte * Schutz * Mukwege

 

(Berlin/dw) - Die Diakonie Katastrophenhilfe fordert besseren Schutz von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten und auf der Flucht sowie mehr Hilfe für Opfer sexueller Gewalt. „Überlebende von sexueller Gewalt benötigen schnelle und umfassende Unterstützung – medizinische, psychologische, rechtliche und wirtschaftliche“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe anlässlich des 4. Welttags zur Beseitigung sexueller Gewalt in Konflikten (19.6.).

 

„Es ist an der Zeit, dem Schutz und der Unterstützung von Frauen in Gewaltkontexten und auf der Flucht deutlich mehr Aufmerksamkeit zu widmen“, so Füllkrug-Weitzel. Wegen der rechtlichen und sozialen Benachteiligung der Frauen in vielen Ländern werde das Problem für unbedeutend gehalten. Die internationalen Geber humanitärer Hilfe sollten für „Schutzmaßnahmen deutlich mehr Mittel aufbringen, ebenso für die Arbeit, die vergewaltigten Mädchen und Frauen ganzheitlich und längerfristig hilft“, fordert Füllkrug-Weitzel.

 

Vergewaltigungen, Missbrauch, Versklavung oder Zwangsprostitution werden in vielen Konflikten als Waffe eingesetzt. Häufig geschieht dies systematisch und angeordnet mit dem Ziel, junge Menschen für die Unterstützung des bewaffneten Kampfs gefügig zu machen, den Gegner zu demütigen, ihn einzuschüchtern und die Gesellschaft zu terrorisieren. Betroffen sind vor allem Frauen und Kinder. Sexuelle Gewalt kommt in Bürgerkriegsländern mit fehlender Staatlichkeit häufiger vor, Schutzvorkehrungen sind dort nicht vorgesehen, die Strafverfolgung ist erschwert und staatliche Unterstützungsprogramme fehlen meist vollständig.

 

Neben körperlichen Folgen – wie schweren Verletzungen, ungewollten Schwangerschaften und HIV-Infektionen – haben Betroffene mit Traumata und gesellschaftlicher und familiärer Stigmatisierung zu kämpfen. „Das Trauma vertieft sich, wenn Leid und Unrecht öffentlich übersehen oder verleugnet werden oder die Frauen gar selbst verantwortlich gemacht werden für das, was ihnen angetan wurde“, sagt Füllkrug-Weitzel. „Der Ausschluss aus der familiären Gemeinschaft und die soziale Ausgrenzung ist eine grausame Fortsetzung des Leids und entzieht vielen Frauen eine geregelte wirtschaftliche Grundlage“, so Füllkrug-Weitzel.

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet in vielen Ländern mit ihren Partnerorganisationen daran, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. In der DR Kongo etwa, wo sexuelle Gewalt durch den Bürgerkrieg weit verbreitet ist, versorgt das evangelische Hilfswerk Frauen nicht nur medizinisch und berät sie psychologisch und juristisch, sondern entwickelt gemeinsam mit ihnen vor allem neue soziale und wirtschaftliche Perspektiven. Frauen werden etwa dabei unterstützt, sich wirtschaftlich auf eigene Füße zu stellen.

 

„Wir helfen jeder Frau individuell und haben trotzdem die Gesellschaft als Ganzes im Blick“, beschreibt Füllkrug-Weitzel den Ansatz der Hilfe. Sexuelle Gewalt in Kriegen und deren Straflosigkeit schade der gesamten Gesellschaft. „Es ist unerlässlich, dass die internationale Gemeinschaft stärker gegen diese Verbrechen vorgeht und sie an die internationale Strafgerichtsbarkeit verweist.“ Die Diakonie Katastrophenhilfe begrüßt daher ausdrücklich die durch die Bundesregierung im April in den UN-Sicherheitsrat eingebrachte Resolution zu sexueller Gewalt in Konflikten.

 

Die Vereinten Nationen haben den 19. Juni zum Welttag für die Beseitigung sexueller Gewalt in Konflikten ausgerufen, um die Weltöffentlichkeit auf dieses grausame Verbrechen aufmerksam zu machen. Der Arzt Dr. Denis Mukwege, Friedennobelpreisträger und langjähriger Partner der Schwesterorganisation Brot für die Welt, spricht auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund über seine Arbeit für Frauen und Mädchen in der DR Kongo (20. Juni, 16-17 Uhr in der „Wunderkirche“ - St. Reinoldi, Ostenhellweg 2, 44135 Dortmund).


Übergreifen auch auf Südsudan befürchtet - World Vision weitet Hilfsmaßnahmen aus

Ebola-Epidemie im Kongo breitet sich rasant aus - erster Fall in Uganda registriert

 

(Friedrichsdorf/wv) – Das ugandische Gesundheitsministerium hat jetzt den ersten Fall von Ebola bestätigt. Damit ist die Befürchtung eingetreten, dass das Virus die Grenze von der Demokratischen Republik Kongo in Nachbarländer überschreiten wird. Die Kinderhilfsorganisation World Vision weitet die Hilfsmaßnahmen aus.

 

Der jetzt gemeldete Fall eines fünfjährigen Jungen im westlichen Grenzgebiet Ugandas ist der erste außerhalb des Kongos, seitdem die Ebola-Epidemie dort vor knapp einem Jahr ausgebrochen war. Der Junge starb nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO an den Folgen der Krankheit.

 

In der DR Kongo selbst nimmt die Epidemie immer schlimmere Ausmaße an. In den ersten 220 Tagen seit dem Ausbruch im August vergangenen Jahres wurden 1.000 Menschen mit dem Virus infiziert, weitere 1.000 in den nur 70 Tagen danach. 1.357 Erkrankte starben an den Folgen der Infektion. Schwerpunkt der Epidemie ist bislang der Osten des Landes in der Gegend um die Städte Beni und Butembo. Dr. Agoustou Gomis, Ebola-Projektleiter bei World Vision erklärt: „Wir tun alles, was wir können, damit das Virus nicht auf die Millionenstadt Goma übergreift. Goma ist nicht nur dicht besiedelt, sondern liegt im Grenzgebiet zu Ruanda, wohin das Virus übergreifen könnte.“

 

Auch im Südsudan, der im Norden an die DR Kongo angrenzt, laufen bereits Vorsichtsmaßnahmen gegen ein Übergreifen des Ebola-Virus. Zusammen mit der Regierung hat World Vision vier Einreisezentren errichtet, in denen Reisende aus dem Kongo auf das Virus getestet werden. Mitarbeiter klären in Dörfern und Städten über die Gefahren des Virus und Vorsichtsmaßnahmen auf.

 

In der DR Kongo verteilt World Vision Tausende von Hygienesets und weitet die Aufklärungskampagnen noch aus. Über das Programm „Channels of Hope“ arbeitet World Vision mit geistlichen Führern unterschiedlicher Religionen zusammen, um gemeinsam Aufklärung über die Krankheit zu leisten. Gerade religiöse Führer genießen im Kongo großes Vertrauen und können die Menschen dazu bewegen, traditionelle Verhaltensweisen, wie etwa die Waschung von Leichen, zu unterlassen. Dieses Vorgehen hat sich bereits beim Ebola-Ausbruch in Sierra Leone in 2014 bewährt.

 

„Dieser Ebola-Ausbruch ist der zweitgrößte in der Geschichte und es sind keine Anzeichen zu erkennen, dass die Ansteckungsrate zurück geht“, sagt Dr. Agoustou. „Millionen Kinder müssen um ihre Gesundheit und ihr Leben fürchten. Die Internationale Gemeinschaft muss ihre Anstrengungen dringend verdoppeln.“ Gemeinsam mit der UN-Koordinierungsstelle für humanitäre Krisen IASC ruft auch World Vision dazu auf, dass die internationale Hilfe deutlich ausgeweitet wird, bevor sich die Epidemie weiter ausbreitet und noch schwieriger zu bekämpfen ist.

 


Brot für die Welt und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) starten Online-Appell

Ausbeuterische Kinderarbeit beenden – jetzt!

 

Kinderarbeit * Appell * Kailash Satyarthi * GEW * Lieferketten

 

(Berlin/bfw) - Zum internationalen Tag gegen Kinderarbeit (12.6.) starten Brot für die Welt und GEW gemeinsam den Online-Appell „Menschenrechte verwirklichen: Beenden wir ausbeuterische Kinderarbeit!“. „Kinderarbeit ist ein Skandal. Dass wir durch den Kauf von Produkten ungefragt und ungewollt daran mitwirken, ebenso. Wir haben es in der Hand, dem endlich ein Ende zu setzen“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. „Wir rufen alle auf, die es satt haben, von Firmen, die nicht willens sind, ihre Produzenten zu kontrollieren, klammheimlich zu Komplizen gemacht zu werden: Unterschreiben Sie und teilen Sie den Appell: Kinder sollen ein kindgerechtes Leben führen dürfen - nicht nur unsere eigenen Kinder, sondern alle Kinder auf der Welt!“

 

Mit ihrer Unterstützung des Online-Appells erklären die Unterzeichner, dass sie keine Produkte konsumieren wollen, die mit Hilfe ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt werden. Sie fordern den Bundestag auf, ein Gesetz zu beschließen, das Unternehmen in Deutschland wirksam dazu verpflichtet, für die Einhaltung der Menschenrechte entlang der gesamten Lieferkette zu sorgen.

 

Weltweit arbeiten laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) noch immer 152 Millionen Kinder. Internationale Verträge wie die UN-Kinderrechtskonvention garantieren auf dem Papier allen Kindern Rechte auf Schutz, Fürsorge und Bildung. Die Realität sieht jedoch in vielen Ländern anders aus: Kinder schuften sich auf Kosten ihrer Gesundheit und ihrer Bildungschancen viele Stunden am Tag ab. Hauptgrund dafür ist Armut. Eltern, deren Einkommen nicht ausreicht, um die Familie zu ernähren, sehen sich oft gezwungen, ihre Kinder arbeiten zu schicken – auch wenn die Bedingungen katastrophal und die Entlohnung schlecht ist. Dadurch entsteht ein Teufelskreis: Kinder, die arbeiten anstatt zur Schule zu gehen, erzielen auch als Erwachsene kein gutes Einkommen. Armut wird dadurch über Generationen vererbt.

 

In den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) haben sich die Vereinten Nationen darauf geeinigt, bis 2025 jede Form von Kinderarbeit zu beenden. Um diesem Ziel näher zu kommen, reichen Selbstverpflichtungen und Absichtserklärungen der Unternehmen nicht aus. „Wir brauchen ein Gesetz mit konkreten Sanktionen für Unternehmen, die Kinderarbeit entlang ihrer Lieferkette dulden “, so Füllkrug-Weitzel. Die Unternehmen müssten verpflichtet werden, wirksame Melde- und Kontrollsysteme einzuführen und bei Verstößen sanktioniert werden – etwa durch den Ausschluss von öffentlichen Aufträgen.

 

Der gemeinsame Appell von Brot für die Welt und GEW ist Teil der globalen Kampagne „100 Million“ von Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi. Brot für die Welt fördert Satyarthis Arbeit für Kinderrechte seit Jahrzehnten. Gemeinsam mit der GEW hat das Hilfswerk anlässlich der 60. Aktion von Brot für die Welt vergangenen Herbst die Kampagne 100 Million in Deutschland gestartet. Ziel ist es, junge Leute zu ermutigen, sich für Kinderrechte stark zu machen und damit konkrete politische Maßnahmen anzustoßen.

 


Kindermissionswerk ruft zur Bekämpfung von ausbeuterischer Kinderarbeit auf und unterstützt die Kampagne „Kinderarbeit stoppen!“

Den Teufelskreis durchbrechen

(Aachen/kmw) - Zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni ruft das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ zur weltweiten Bekämpfung von ausbeuterischer Kinderarbeit auf. Dazu veröffentlicht das Hilfswerk an der Seite der Sternsinger drei Videospots, die auf das Thema aufmerksam machen, und unterstützt die in Österreich gestartete Kampagne „Kinderarbeit stoppen!“. „Millionen Kinder weltweit müssen jeden Tag mehrere Stunden arbeiten. Viele davon unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen, zum Beispiel in Steinbrüchen oder auf Plantagen“, sagt Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks. „Diese Kinder müssen arbeiten, weil ihre Familien arm sind und die Eltern kein gesichertes Einkommen haben. Deshalb müssen wir vor allem die Armut bekämpfen. Denn Armut schafft Kinderarbeit und Kinderarbeit schafft Armut. Diesen Teufelskreis von Armut, fehlender Bildung und Kinderarbeit gilt es zu durchbrechen. In zahlreichen Staaten kommen die Regierungen ihren Verpflichtungen zum Schutz der Kinder im Kampf gegen Ausbeutung nicht hinreichend nach. Deshalb unterstützen wir unsere Partner auch im Kampf gegen diese Missstände, die eindeutig gegen die Kinderrechtskonvention verstoßen“, betont Krämer.

 

 

 

Engagement gegen Ausbeutung

 

Seit vielen Jahren engagiert sich das Kindermissionswerk gemeinsam mit seinen Partnern in aller Welt gegen die Ausbeutung von Kindern. Mit den jetzt produzierten Videos soll eine breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert werden. In den Kurzfilmen geht es um die Situation von Kindern, die in Steinbrüchen, in der Teppichindustrie oder im Kakaoanbau arbeiten. Sie zeigen eindrücklich, was diese Kinderarbeit mit unserem Alltag in Deutschland zu tun hat. Mit den Spots unterstützt das Kindermissionswerk die in Österreich gestartete Kampagne „Kinderarbeit stoppen!“, die von der Künstlerinitiative „Butterfly Rebels“ ins Leben gerufen wurde. Neben den deutschen Sternsingern unterstützen auch die österreichischen Sternsinger - die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar - die Kampagne. „Kinderarbeit stoppen!“ fordert verbindliche Gesetze für Herstellungsbedingungen, um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegenzuwirken und will Kinderarbeit weltweit reduzieren.

 

 

 

Tägliche Begegnung mit Kinderarbeit

 

Der Kinderarbeitsexperte Benjamin Pütter, der sich seit mehr als 25 Jahren gegen Kinderarbeit engagiert und als Berater im Kindermissionswerk tätig ist, unterstützt die Kampagne ebenfalls. „Kinderarbeit ist nicht weit weg. Sie begegnet uns täglich – in der Tasse Kaffee oder Kakao, im Wohnzimmerteppich oder in der Schokolade“, sagt Pütter. „Wir alle sind aufgefordert, beim Kauf von Produkten, die aus ausbeuterischer, gesundheitsschädigender Kinderarbeit stammen könnten, auf glaubwürdige Siegel zu achten. Damit Kinderarbeit effektiv bekämpft werden kann, müssen vor allem die politischen Entscheidungsträger in die Pflicht genommen werden. Es braucht mehr politisches Engagement und schärfere Gesetze gegen Kinderarbeit“, fordert Pütter. Am Mittwoch, 12. Juni, ist Pütter in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ zu Gast und wird über die Kampagne und die Arbeit des Kindermissionswerks gegen ausbeuterische Kinderarbeit berichten.

 

 

 

Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’

 

Rund 1.800 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 78,4 Millionen Euro standen dem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland 2018 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 111 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.

 

 

 


Burkina Faso: „Ursachen der Überfälle auf Christen bekämpfen“

missio Aachen: Ethnische Konflikte, islamistischer Terror, humanitäre Flüchtlingskrise, Klimawandel und politische Instabilität spielen zusammen

 

(Aachen/missio) - „Für die jüngsten Überfälle auf katholische Kirchen mit zehn Toten im Norden und Nordosten Burkina Fasos ist eine politische und humanitäre Krise mit verantwortlich, die von der internationalen Gemeinschaft stärker bekämpft werden muss“, forderte Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen, am heutigen Dienstag in Aachen. Zuletzt waren am vergangenen Sonntag vier Katholiken während einer Sonntagsmesse erschossen worden.

 

„Burkina Faso braucht dringend mehr internationale Unterstützung, um die Folgen der Verschärfung ethnischer Konflikte, islamistischer Terroranschläge, der Belastung durch Flüchtlinge und des Klimawandels bewältigen zu können“, sagte Prälat Krämer. „Wer bedrängten Christen in Burkina Faso nachhaltig helfen will, muss diese Ursachen bekämpfen, und das kann Burkina Faso nicht allein“, so Krämer.

 

Projektpartner berichteten gegenüber missio, so Prälat Krämer weiter, dass die Konflikte zwischen den Volksgruppen der Mossi-Bauern und der Peulh-Viehzüchter in den vergangenen Jahren im Norden und den nordöstlichen Regionen des Landes eskalierten. Die Viehzüchter ständen unter dem Generalverdacht, mit islamistischen Terrorgruppen zu kooperieren. Das habe immer wieder zu lokalen Gewalttaten zwischen beiden Gruppen geführt. Die Folgen des Klimawandels und zuletzt einer großen Dürre 2017 verschärften diesen Konflikt, da die Menschen um schwindende Lebensressourcen kämpfen müssten.

 

Zudem muss Burkina Faso laut Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen 136.000 Binnenflüchtlinge versorgen und steht unter dem Druck von weiteren rund 2,7 Millionen Flüchtlingen in den Nachbarstaaten Mali, Niger oder rund um den Tschad-See. Burkina Faso falle es immer schwerer, Flüchtlinge aufzunehmen oder zu versorgen, es drohe eine humanitäre Notlage. „Für islamistische Terrorgruppen ist das alles ein idealer Nährboden, sie schüren die vielfältigen Konflikte, nehmen Christen ins Visier, um so insgesamt das bisher politisch stabile, friedliche und multireligiöse Burkina Faso immer mehr zu destabilisieren und politische Macht zu gewinnen“, erklärte Krämer weiter. „So kann der Staat Burkina Faso anscheinend derzeit im Norden und Nordosten des Landes nicht mehr die Sicherheit der Menschen garantieren, das ist sehr gefährlich“, sagte Prälat Krämer.

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2017 stellt missio Aachen rund 46,2 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.161 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 

 

 


Amnestie für Reuters-Reporter in Burma:

Freilassung bedeutet weder Gerechtigkeit, noch Pressefreiheit

 

(Göttingen/gfbv) - Im Rahmen einer präsidialen Amnestie sind heute Morgen die beiden Reuters-Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo aus der Haft entlassen worden. Sie sollten wegen ihrer Recherchen zu einem Massaker an Rohingya für sieben Jahre ins Gefängnis. Um die Pressefreiheit in Burma steht es indes schlecht: Kritische Berichterstattung macht Journalisten weiter zur Zielscheibe. Angesichts des wachsenden Drucks von Militärs, einflussreichen Unternehmen und Politikern greift Selbstzensur um sich.

 

Im Rahmen einer präsidialen Amnestie für über 6.000 Gefangene sind heute Morgen die beiden Reuters-Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo aus der Haft entlassen worden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die Freilassung der Reporter, die wegen ihrer Recherchen zu einem Massaker an Rohingya zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden waren.

 

„In die Freude über ihre Freilassung mischt sich allerdings die Sorge um Zustand der Pressefreiheit in Burma. Die beiden Journalisten haben nämlich keine wirkliche Gerechtigkeit erfahren: Kritische Berichterstattung über die Verfolgung muslimischer Rohingya oder das einflussreiche Militär macht Journalisten weiter zur Zielscheibe“, erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen.

 

Die GfbV hatte seinerzeit kritisiert, dass Wa Lone und Kyaw Soe Oo auf Grundlage eines alten Kolonialgesetzes gegen Geheimnisverrat verurteilt wurden. Auch das Berufungsverfahren hätte keine Gerechtigkeit gebracht. Friedens­nobel­preis­trägerin und Staatsrätin Aung San Suu Kyi hatte das skandalöse Urteil sogar öffentlich gerechtfertigt.

 

 „Journalisten in Burma beklagen schon länger mangelnden Zugang zu Krisenregionen wie dem Nördlichen Rakhine-Staat oder dem Kachin-Staat“, ergänzt Delius. „Militärs oder buddhistische Nationalisten erstatten regelmäßig Anzeigen gegen kritische Journalisten, um sie einzuschüchtern. Es kommt auch zu tätlichen Angriffen.“ So wurden im Februar 2019 zwei Reporter des Myitkyina News Journal im Kachin-Staat von Mitarbeitern eines Bergbau-Unternehmens tätlich angegriffen und festgesetzt, weil sich die Firma über deren kritische Berichterstattung geärgert hatte. Angesichts des wachsenden Drucks von Militärs, einflussreichen Unternehmen und Politikern greife Selbstzensur um sich.

 

Die beiden befreiten Journalisten waren erst kürzlich für ihre Recherchen von der Weltkulturorganisation UNESCO mit einem Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet worden. Den Pulitzer-Preis hatten sie im April erhalten.

 


World Vision nach Zyklon Fani im Einsatz

Sicherheitsvorkehrungen in Indien haben funktioniert

 

(Friedrichsdorf/Odisha/wv) – Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision unterstützt nach dem Zyklon Fani 20.000 Familien in Indien mit Hilfsgütern. Der tropische Sturm hatte im Bundesstaat Odisha schwere Schäden verursacht. Bis zu drei Millionen Menschen sind von den Auswirkungen des Sturms betroffen.

 

Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf 42 gestiegen. Dass nicht viel mehr Menschen ums Leben gekommen sind, führt die Organisation auf erfolgreiche Evakuierungs- und Notfalltrainings zurück, die World Vision in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Bevölkerung auf die Beine gestellt hat.

 

„Bei dem Super-Zyklon 1999 kamen über 10.000 Menschen in Odisha ums Leben. Danach haben wir verstärkt in der jetzt auch von Zyklon Fani betroffenen Gegend gearbeitet“, erklärte der Landeschef von World Vision in Indien, Cherian Thomas. In den vergangenen Jahren hatte World Vision mit der Bevölkerung in der Gegend Sicherheitspläne entworfen und unter anderem Kommunikationsketten für den Notfall entwickelt. „Dabei arbeiten wir eng mit der Regierung zusammen“, so Thomas.

 

Etwa 1,2 Millionen Menschen waren evakuiert worden, bevor Zyklon Fani auf Land traf. Die Menschen wurden in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden untergebracht.

 

Dennoch hat Fani für schwere Verwüstungen gesorgt. Häuser wurden zerstört, Infrastruktur beschädigt und Ackerflächen weggespült. Auch wurden viele Nutztiere getötet. World Vision wird deshalb in den kommenden drei Monaten Hilfsgüter wie Materialien zum Bau von Unterkünften und Nahrungsmittel verteilen.

 

Auf seinem Weg durch Indien nach Bangladesch hatte sich Fani deutlich abgeschwächt. Die Windgeschwindigkeiten sanken von über 200 km/h auf unter 100 km/h. Die befürchteten Zerstörungen sind nach ersten Informationen aus Bangladesch auch deshalb ausgeblieben. In Cox`s Bazar, dem größten Flüchtlingslager der Welt mit 900.000 geflüchteten Menschen aus Myanmar, hatte World Vision ebenfalls umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Unter anderem errichteten Helfer und Geflüchtete gemeinsam 10 Schutzhäuser für Wirbelstürme. Kinderschutzzentren wurden mit Erste-Hilfe-Sets ausgestattet und Schutztrainings für Familien organisiert.


Situation für Kinder katastrophal / SOS-Kinderdörfer weiten Hilfe aus

Burkina Faso im Strudel der Gewalt

 

(München/sos) - Jungen werden von bewaffneten Milizen als Kindersoldaten rekrutiert, Mädchen Opfer von sexueller Gewalt - "die Situation der Kinder in Burkina Faso ist verzweifelt", berichtet Madougou Mamoudou, Nothilfekoordinator der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer in West- und Zentralafrika aus der Region.

 

Kaum beachtet von der internationalen Öffentlichkeit ist eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt vor ein paar Monaten in den Strudel der Gewalt hineingezogen worden, der die ganze Sahel-Zone schon seit Langem erfasst: In Folge von terroristischen Attacken sowie Konflikten zwischen Bauern und Viehhütern sind 135.000 Menschen im Norden und Osten des westafrikanischen Staats auf der Flucht, über eine Million Menschen auf Hilfe angewiesen - "und jeden Tag kommen Hunderte weitere hinzu", sagt Mamoudou.Vor allem die Lage der Kinder habe sich dramatisch verschlechtert. Die Folgen der Gewalt bedrohten sie in allen Lebensbereichen: "An über 1.000 Schulen wird nicht mehr unterrichtet, Krankenstationen wurden geschlossen, Familien auf der Flucht vor der Gewalt auseinandergerissen", sagt Mamoudou. "Die Kinder sind mannigfachen Bedrohungen ausgesetzt. Mädchen werden zum Beispiel vergewaltigt oder zwangsverheiratet, Jungen häufig als Kindersoldaten rekrutiert. Und wenn die Kinder keine Schule mehr besuchen, wird dieses Land niemals eine Chance haben, sich aus der Armut und Krise zu befreien."

 

Erschwerend für die Arbeit der SOS-Kinderdörfer sei die angespannte Sicherheitssituation. "Es gibt bereits heute große Gebiete, in die sich keine Sicherheitskräfte mehr trauen, und deshalb können auch wir Hilfsorganisationen viele Betroffene nur unter Lebensgefahr erreichen", sagt Mamoudou.

 

Trotz der großen Herausforderungen und gefährlichen Bedingungen für Helfer weiten die SOS-Kinderdörfer ihre Hilfe im Krisenstaat aus. Die Hilfsorganisation errichtet Nothilfe-Kitas für die Flüchtlingskinder und stellt Nahrung und psychosoziale Betreuung zur Verfügung. Darüber hinaus richtet SOS temporäre Notschulen ein, stellt Lernmaterial zur Verfügung und kümmert sich um die Betreuung.

 

"Wir wollen in den nächsten Monaten 1.200 Kinder unterstützen. Aber das kann nur der Anfang sein", sagt Mamoudou. "Doch von dieser Krise bekommt leider die internationale Öffentlichkeit viel zu wenig mit und es gibt viel zu wenig finanzielle Unterstützung. Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren wir eine ganze Generation an Krankheit, Armut und Gewalt."

 


missio Aachen hilft Opfern des Indien-Zyklons mit 20.000 Euro

Krisenhelfer der Kirche vor Ort unterstützt

(Aachen/missio) - „Dieser Zyklon ist für die Menschen in Indien eine furchtbare Heimsuchung, jetzt müssen alle verfügbaren Kräfte in dem Land mobilisiert und gestärkt werden, um den Betroffenen helfen zu können“, so Prälat Klaus Krämer, Präsident des katholischen Hilfswerkes missio Aachen, in seinem Spendenaufruf für die Krisenhelfer der katholischen Kirche in Indien. „Mit ihren lokalen Netzwerk vor Ort können die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sofort den Opfern helfen und sie psychologisch begleiten“, sagte Prälat Krämer. „Aber auch die kirchliche Infrastruktur selbst wurde vom Zyklon in Mitleidenschaft gezogen: Kirchen, Gemeindezentren und Schulen wurden beschädigt, so dass unsere Partner vor Ort unsere Unterstützung brauchen, um ihre Arbeit fortsetzen zu können“, so Prälat Krämer. missio stellt seinen Partnern in Indien für diese Akuthilfe 20.000 Euro zur Verfügung, damit die pastorale Arbeit fortgesetzt werden kann.

 

Die katholische Kirche in der Region Odisha setzt einen ihrer Schwerpunkte – unterstützt von missio Aachen - seit Jahren auf ihr sozial-pastorales Engagement vor allem an der Seite der Armen und gesellschaftlich Benachteiligten, die jetzt besonders von dieser Katastrophe betroffen sind.

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2017 stellt missio Aachen rund 46,2 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.161 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Schlagabtausch bei der UN über chinesische Umerziehungslager:

Westliche Vertreter trotzen chinesischer Verleumdungskampagne

Die chinesische Regierung verleumdet Menschenrechtler, die die Umerziehungslager in Xinjiang anprangern. Am gestrigen Mittwoch berichtete Dolkun Isa für die GfbV bei den Vereinten Nationen in New York über das Schicksal von über 1,5 Millionen Uiguren, Kasachen und Kirgisen, die von der chinesischen Regierung willkürlich in Umerziehungslager verschleppt und dort einer systematischen Gehirnwäsche unterzogen werden. Als er seine Rede beendet hatte, stand ein Vertreter der chinesischen Regierung auf und beschimpfte ihn als Terroristen. Vertreter Deutschlands und der USA widersprachen.

 

(Göttingen/gfbv) - Die chinesische Regierung nutzt jede Gelegenheit, um Menschenrechtler zu verleumden, die über die Umerziehungslager in der Region Xinjiang berichten. Das war zuletzt am gestrigen Mittwoch bei den Vereinten Nationen (UN) in New York zu beobachten: „Ein Vertreter Chinas beschimpfte unser langjähriges Mitglied Dolkun Isa öffentlich als Terroristen“, erklärte Hanno Schedler, Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) für Genozidprävention und Schutzverantwortung, am Donnerstag in Göttingen. „Vertreter der deutschen und der US-amerikanischen Regierung widersprachen unmittelbar und verteidigten die Arbeit des uigurischen Menschenrechtlers.“

 

Dolkun Isa, Präsident des Weltkongresses der Uiguren, nahm für die GfbV am Permanenten Forum für Indigene Angelegenheiten (UNPFII) in New York teil. Er informierte in seiner Rede über das Schicksal von über 1,5 Millionen Uiguren, Kasachen und Kirgisen, die von der chinesischen Regierung willkürlich in Umerziehungslager verschleppt und dort einer systematischen Gehirnwäsche unterzogen werden. „Alle Aspekte der uigurischen Identität werden von der chinesischen Regierung bedroht: unsere Sprache, Geschichte, Kultur und die muslimische Religion der Uiguren. Unsere Identität droht vollständig zu verschwinden“, erklärte Isa gestern in New York.

 

Im Mai 2018 erfuhr Dolkun Isa, dass seine eigene Mutter Ayhan Memet in einem der inzwischen 1.300 Lager verstorben war. „Über zwei Jahre hatte ich ihre Stimme nicht hören können, über 20 Jahre konnte ich sie nicht treffen“, berichtete Isa. Als er seine Rede beendet hatte, stand ein Vertreter der chinesischen Regierung auf und beschimpfte Isa als Terroristen. Vertreter Deutschlands und der USA widersprachen. „Es ist sehr wichtig, dass sich die Regierungen Deutschlands und der USA auch in New York dafür einsetzen, dass die Situation in den chinesischen Lagern bei den Vereinten Nationen thematisiert wird. Ohne den Einsatz der internationalen Gemeinschaft wird die chinesische Regierung ihren kulturellen Völkermord vollenden und weiter behaupten, bei den Lagern handele es sich um Zentren zur beruflichen Weiterbildung“, warnt GfbV-Referent Schedler.

 

Die Umerziehungslager waren auch Gegenstand einer Veranstaltung beim UN-Menschenrechtsrat in Genf im März dieses Jahres. Deutschland hatte gemeinsam mit den USA, Kanada, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich einen Side Event dazu veranstaltet. Vertreter Pekings denunzierten die Veranstaltung als anti-chinesisch und versuchten, andere Staaten über diplomatischen Druck von der Teilnahme abzuhalten.

 


Rund zehn Millionen Menschen in Küstenregionen gefährdet

Neuer Zyklon Fani bedroht Nordosten Indiens und Bangladesch

 

(Neu-Delhi / Dhaka/wv) - Ein neuer Zyklon mit Namen Fani (gesprochen Foni) bedroht Gebiete im Nordosten Indiens und in Bangladesch. "Der Zyklon Fani ist der stärkste Zyklon, der seit vielen Jahren in diesem Teil der Welt registriert wurde“ sagt Fred Witteeven, Direktor von World Vision Bangladesch. „Etwa 10 Millionen Menschen leben in Küstenregionen, die voraussichtlich betroffen sein werden. Wir sorgen uns ganz besonders um die Familien und Kinder, die in tief gelegenen Gebieten leben. Dort könnten Sturzfluten und Erdrutsche große Zerstörungen anrichten und Menschenleben gefährden.“

 

Die großen Küstenstädte und -gemeinden in Bangladesch und Indien liegen auf dem Weg des Sturms, der voraussichtlich morgen im Nordosten Indiens auf Land treffen wird. Auch das Meteorologische Institut Indiens (IMD) betont, Fani sei der schwerste Sturm, der sich seit April 1976 zu dieser Jahreszeit in der Region gebildet hätte. Damals waren mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen.

 

Die Mitarbeiter der internationale Kinderhilfsorganisation World Vision in Indien und Bangladesch haben sich auf die Ankunft des Zyklons vorbereitet, um schnell Hilfe leisten zu können. Aktuell werden Tausende Menschen aus den Küstengebieten evakuiert.

 

Heftige Regenfälle werden auch im größten Flüchtlingslager der Welt, Cox’s Bazar erwartet. Mehr als 900.000 Rohingya leben in dem Lager. „Wir haben Hilfsgüter in den Lagern bereitgestellt und mit Unterstützung der Flüchtlinge wurden auch Straßen und Kanäle gebaut“, betont Meimei Leung, Leiter der Notfallhilfe bei World Vision. „Aber es leben noch viele Menschen in Häusern aus Bambus und an steilen Hängen.“

 

Die Mitarbeiter von World Vision in Bangladesch und Indien arbeiten eng mit anderen internationalen Organisationen und Regierungsbehörden zusammen und können im Notfall schnelle Hilfe leisten. "Wir sind gut gerüstet, um sofort auf die Bedürfnisse der Gemeinden zu reagieren, wenn der Zyklon Fani auf Land trifft. Notfallpläne sind erarbeitet, damit die Menschen schnell mit Hilfsgütern und dem Nötigsten versorgt werden können“, erklärt Franklin Jones, bei World Vision Indien zuständig für Katastrophenhilfe und -vorsorge. „Alle Kollegen, die in den betroffenen Projektgebieten arbeiten, sind alarmiert und die Katastrophenschutzpläne der Gemeinden wurden aktiviert.“

 

In der Region Asien-Pazifik werden die Gemeindemitglieder seit Jahren auf Katastrophen dieser Art vorbereitet, da es in dem Gebiet immer wieder zu heftigen Wetterkatastrophen kommt.


Bahai‘i im Jemen droht Hinrichtung:

Menschenrechtler fordern Freiheit für Hamed bin Haydara

 

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor der Hinrichtung von Hamed bin Haydara im Jemen. Ein Berufungsgericht der Huthi entscheidet heute über das Todesurteil gegen den Bahai’i, das aus religiösen Gründen ausgesprochen wurde. Weiteren 25 Mitgliedern dieser religiösen Minderheit droht im Jemen derzeit das gleiche Schicksal.

 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor der Hinrichtung eines führenden Bahai’i im Jemen. Ein Berufungsgericht der Huthi wird heute darüber entscheiden, ob das im Januar 2018 verhängte Todesurteil gegen Hamed bin Haydara aufrechterhalten wird. Der Angehörige der im Jemen verfolgten religiösen Minderheit war wegen Apostasie und angeblicher Spionage verurteilt worden. „Hamed bin Haydara wird nur aus religiösen Gründen verfolgt“, erklärt Kamal Sido, GfbV-Referent für ethnische, religiöse und nationale Minderheiten. „Die Unterdrückung der Bahai’i schürt die Gewalt im Jemen und wird eine Versöhnung langfristig erschweren.“

 

Das Urteil gilt als richtungsweisend für das Schicksal von weiteren 25 Bahai’i im Jemen, gegen die die Behörden vergleichbare Strafverfahren eingeleitet haben. Ihnen wird vorgeworfen, einer „teuflischen Sekte“ anzugehören, die dem Islam feindlich gegenüberstehe und die Sicherheit des Landes gefährde.

 

Huthi im Jemen verfolgen die Bahai’i in ihrem Herrschaftsbereich systematisch – ähnlich wie der Iran, der wichtigste Bündnispartner der Huthis. Willkürliche Verhaftungen, entwürdigende Verhöre und Folter bestimmen den Lebensalltag dieser religiösen Minderheit. Auch Hamed bin Haydara erlebte diese Verfolgung, nachdem er am 3. Dezember 2013 an seinem Arbeitsplatz festgenommen wurde. Im Kofferraum eines Autos wurde er mit verbundenen Augen und in Handschellen an einen unbekannten Ort gebracht, wo er mehrere Monate festgehalten, gefoltert und verhört wurde. Erst ein Jahr später, kurz vor seinem Gerichtsverfahren, wurde er in ein reguläres Gefängnis gebracht. Das Todesurteil eines Sondergerichtes vom 2. Januar 2018 beruht ausschließlich auf religiösen Gründen.  

 

Die Glaubensgemeinschaft der Bahai’i hat weltweit rund sieben Millionen Angehörige, davon einige tausend im Jemen. Ihre monotheistische Religion wurde im 19. Jahrhundert von Baha’ullah gegründet. Bahai’i leben vor allen in Indien, Afrika, Nord- und Südamerika und dem Iran. Obwohl sie von sich aus ein gutes Verhältnis zu anderen Religionsgemeinschaften haben, sind sie im Iran und einigen weiteren islamisch geprägten Ländern Opfer von Diskriminierung und Verfolgung.

 


Sternsinger unterstützen Neubau einer inklusiven Schule in Tansania mit 80.000 Euro

Ein Schritt raus aus der Isolation

(Aachen/kmw) - Die Sternsinger haben in der Diözese Moshi in Tansania den Neubau einer inklusiven Sekundarschule mit insgesamt 80.000 Euro unterstützt. Mit dem Geld konnten behindertengerechte Klassenräume und Sanitäranlagen errichtet werden. 450 Kinder mit und ohne Behinderung im Alter zwischen 14 und 18 Jahren können ab sofort in der Schule gemeinsam lernen. 

„Kinder mit Behinderung haben es in vielen Ländern Afrikas sehr schwer. Die Menschen glauben, dass diese Kinder eine Strafe Gottes sind oder sogar der Teufel in ihnen steckt. Deshalb verstecken die Eltern sie häufig und ketten sie sogar an, damit keiner sie zu Gesicht bekommt“, sagt Stefanie Frels, Tansania-Länderreferentin im Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘. „Eine neue inklusive Schule ist eine große Chance für die Kinder und ihre Familien, einen Schritt raus aus der Isolation zu machen und wieder Teil der Gesellschaft zu sein. Viele Eltern begreifen dann erst: Gott hat uns nicht bestraft, mein Kind ist genauso viel Wert wie jedes andere auch“, so Frels. 

Die Kinder haben vor allem körperliche Beeinträchtigungen wie verkürzte Gliedmaßen oder Gehörlosigkeit. Aufgrund ihrer Behinderung werden sie in dem ostafrikanischen Land diskriminiert und ausgegrenzt. Auch Kinder, die mit Albinismus geboren wurden, besuchen die inklusive Schule in der Diözese Moshi. Ihr Leben ist in Tansania besonders gefährdet, da man ihren Körperteilen magische Kräfte nachsagt und sie dafür ermordet oder verstümmelt werden. 

In der neuen Schule unterrichten speziell geschulte Lehrer die Mädchen und Jungen. Die Lehrkräfte beherrschen beispielsweise die Gebärdensprache, um bestmöglich auf die Kinder eingehen zu können. Neben dem Unterricht wird in der Schule Aufklärungsarbeit für die Eltern geleistet. Sie sollen verstehen, dass Kinder mit Behinderung keine Schande sind und Begabungen und Fähigkeiten besitzen wie jedes andere Kind. 

An der Seite von Kindern mit Behinderung
Das Schicksal von Kindern mit Behinderung stand auch im Mittelpunkt der vergangenen Aktion Dreikönigssingen 2019. Unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“ stellten sich die Träger der Aktion – das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – an die Seite von Kindern mit Behinderung. Peru war das Beispielland der 61. Aktion Dreikönigssingen. 

Für Kinder in mehr als 100 Ländern
In mehr als 100 Ländern setzt sich das Kindermissionswerk gemeinsam mit seinen Partnern für die Rechte von Kindern ein. Zentrale Forderungen dabei sind: Jedes Kind hat ein Recht auf einen Namen, auf eine gute Gesundheit, auf Bildung, auf Schutz vor Gewalt, auf Spiel und Freizeit, auf eine gesunde Ernährung, auf ein sicheres Zuhause, auf Schutz vor Ausbeutung und auf eine besondere Förderung bei einer Behinderung. Rund 2.200 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt.

Hintergrund: Tansania - eines der ärmsten Länder der Welt
Die Vereinigte Republik Tansania ist ein Küstenstaat in Ostafrika, Hauptstadt ist Dodoma. Mit einer Gesamtfläche von rund 947.300 Quadratkilometern ist das Land am Indischen Ozean gut zweieinhalbmal so groß wie Deutschland. Tansania zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, die Lebenserwartung der Menschen liegt bei 61,5 Jahren. Von den rund 57 Millionen Einwohnern ist knapp die Hälfte jünger als 15 Jahre. 

Die Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden: 
Pax-Bank eG
Stichwort: Kinder in Not
IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31
BIC: GENODED1PAX

 


Syrische Christen erwarten mehr Einsatz von Kirchen in Deutschland ist

Kein Lebenszeichen von verschleppten Bischöfen

(Göttingen/gfbv) - Zu Ostern erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker an das Schicksal zweier Bischöfe, die am 22. April 2013 im Norden Syriens verschleppt wurden. Nach sechs Jahren bangen Wartens fehlt noch immer jedes Lebenszeichen vom Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche, Mor Gregorius Yohanna Ibrahim, und dem Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Boulos Yazigi. Die großen Kirchen und die Bundesregierung müssen Druck auf lokale Kräfte ausüben, den Verbleib der beiden Bischöfe aufzuklären. Auch sollten sie sich mehr für die zunehmend bedrängten christlichen Gemeinschaften in Syrien, im Irak und in der Türkei einsetzen.

 

Zu Ostern erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an das Schiksal zweier Bischöfe, die am 22. April 2013 im Norden Syriens verschleppt wurden. „Nach sechs Jahren bangen Wartens gibt es noch immer kein Lebenszeichen vom Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche, Mor Gregorius Yohanna Ibrahim, und dem Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Boulos Yazigi“, berichtete GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. „Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, die hohen Würdenträger lebend wiederzusehen. Ihr Schicksal spiegelt die ungewisse Zukunft der Christen im Nahen Osten deutlich wider.“ Die Bischöfe wollten im Frühjahr 2013 über die Freilassung eines entführten Priesters verhandeln. Auf dem Weg zu einem angeblichen Treffen wurde ihr Wagen im Westen von Aleppo unweit der türkischen Grenze gestoppt. Ihr Fahrer, ein Diakon, wurde bei dem Überfall erschossen, die Bischöfe verschleppt. Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt.

 

„Christen in Syrien und im Irak bitten immer wieder um mehr Unterstützung aus Deutschland. Die großen Kirchen und die Bundesregierung müssen Druck auf lokale Kräfte ausüben, den Verbleib der beiden Bischöfe aufzuklären“, so Delius. Auch sollten sie sich mehr für die zunehmend bedrängten christlichen Gemeinschaften in Syrien, im Irak und in der Türkei einsetzen. Der GfbV-Nahostexperte Kamal Sido befindet sich derzeit in der Region, unter anderem um Gespräche mit Vertretern der christlichen Minderheit zu führen.

 

Die GfbV setzt sich unvermindert für die Christen im Nahen Ostenein, insbesondere für Assyrer, Chaldäer und Aramäer. „Wir fordern großen Kirchen Deutschlands eindringlich auf, mehr für ihre bedrängten Schwestern und Brüder im Nahen Osten zu tun“, sagt der Menschenrechtler. Im Irak und Syrien wären ein Ende der Gewalt sowie mehr Hilfe für den Wiederaufbau dringend notwendig. Nach der militärischen Zerschlagung des „Islamischen Staates“ nähme der Einfluss des politischen Islams zu. Die Radikalislamisten gefährdeten ein friedliches Miteinander nahezu in allen nahöstlichen Ländern.

 

Die beiden entführten Bischöfe wurden 2014 auf Vorschlag der GfbV mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet, der ihren Einsatz als Vermittler, Botschafter und Kämpfer für die Menschenrechte im anhaltenden Bürgerkrieg würdigte. In Syrien wird die Zahl der christlichen Bevölkerung im Jahre 2019 auf etwa 500.000 bis 700.000 geschätzt – etwa halb so viele, wie 2010. Auch im Irak ist die Zahl der Christen zurückgegangen von 275.000 im Jahr 2015 sind nur noch etwa 150.000 übrig.

 


SOS-Pilotprojekt in Peru kümmert sich um Kinder inhaftierter Eltern

Papa im Knast

Papa im Knast: Wenn Väter oder Mütter ins Gefängnis müssen, leiden auch die Kinder. Ein Elternteil jedes vierten Kindes im SOS-Kinderdorf Ayacucho in Peru befindet sich im Gefängnis. "Bei zehn Prozent unserer Kinder sind es sogar beide Eltern", sagt Dunia Quintanilla, Leiterin des SOS-Kinderdorfs. Rund 40 Prozent der Insassen im Gefängnis von Ayacucho sitzen wegen Drogendelikten Haftstrafen ab, die meisten von ihnen sind männlich. Wie viele von ihnen Kinder haben, ist nicht bekannt. 2010 startete die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer ein einzigartiges Projekt, das sich um die betroffenen Kinder und ihre Familien kümmert. SOS-Sozialarbeiter helfen den Betroffenen, den Inhaftierungsschock zu mildern, die lange Trennung zu überbrücken und die Rückkehr des Inhaftierten in die Familie und ins Leben zu erleichtern. Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Alejandra Kaiser

 

(Lima/ots) - Unschuldig bestraft: Wenn Väter oder Mütter ins Gefängnis müssen, leiden auch die Kinder. Ein Elternteil jedes vierten Kindes im SOS-Kinderdorf Ayacucho in Peru befindet sich im Gefängnis. "Bei zehn Prozent unserer Kinder sind es sogar beide Eltern", sagt Dunia Quintanilla, Leiterin des SOS-Kinderdorfs. Rund 40 Prozent der Insassen im Gefängnis von Ayacucho sitzen wegen Drogendelikten Haftstrafen ab, die meisten von ihnen sind männlich. Wie viele von ihnen Kinder haben, ist nicht bekannt.

 

2010 startete die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer ein einzigartiges Projekt, das sich um die betroffenen Kinder und ihre Familien kümmert. SOS-Sozialarbeiter helfen den Betroffenen, den Inhaftierungsschock zu mildern, die lange Trennung zu überbrücken und die Rückkehr des Inhaftierten in die Familie und ins Leben zu erleichtern.

 

 

Drogenkriminalität ist oft der einzige Weg, die Familie zu ernähren

 

Peru zählt zu den größten Kokainproduzenten der Welt: Im Südosten des Andenstaats werden 15 Prozent des weltweiten Kokains hergestellt. Rund 22 Prozent der Bevölkerung (knapp sieben Millionen Peruaner) leben in bitterer Armut. In ländlichen Gebieten liegt die Armutsrate sogar bei 46 Prozent.

 

Die Konsequenz: Für die notleidenden Menschen ist Drogenhandel und -Schmuggel oft der einzige Weg, Geld zu verdienen und ihre Familien ernähren zu können. "Und plötzlich stehen die Kinder ganz alleine da. Oft verstehen sie nicht, was mit ihren Eltern geschieht, warum sie auf einmal festgenommen werden", sagt Quintanilla. Deshalb sei es so wichtig, dass sie Hilfe erhalten - nicht nur in Form von Fürsorge und einer Unterkunft. Die Kinder und die Eltern benötigten auch psychosoziale Unterstützung. "Sonst drohen emotionale Traumata. Denn die Kinder verlieren nicht nur ihre wichtigste Bezugsperson, sondern sind auch sozialen Stigmata ausgesetzt, weil ihre Eltern Kriminelle sind," sagt Quintanilla.

 

 

SOS-Projekt hilft den Familien, die Bindung zu erhalten und später neu anzufangen

 

Die SOS-Kinderdörfer ermöglichen es den Kindern unter anderem, dass sie ihre Eltern alle zwei Wochen im Gefängnis besuchen dürfen, um die Bindung aufrechtzuerhalten. "Der regelmäßige Kontakt hilft den Kindern, emotional stabil und hoffnungsvoll zu bleiben. Und auch die Eltern profitieren von den Besuchen. Sie haben ein Ziel vor Augen, für das es sich zu kämpfen lohnt", sagt Quintanilla. "Wir lassen sie auch nach der Haft nicht im Stich." In Workshops lernen die Eltern den richtigen Umgang mit ihren Kindern sowie Hilfe zur Selbsthilfe, damit die Reintegration nach Absitzen der Gefängnisstrafe optimal gelingen kann. Eine inhaftierte Mutter berichtet: "Dank den SOS-Workshops weiß ich, was ich zu tun habe, damit meine Kinder eine selbstbestimmte Zukunft haben und nicht dieselben Fehler wie ich machen!"

 

 

Wenn Eltern hinter Gitter kommen

 

In Peru ist es laut Gesetz erlaubt, dass Mütter ihre Kinder bis zu einem Alter von maximal drei Jahren mit ins Gefängnis nehmen dürfen und diese dort von Sozialarbeitern betreut werden. Kinder über drei Jahre werden einem Erziehungsberechtigten zugeteilt. Gibt es keinen, kommen sie in die Obhut des Staates.

 

Zum Vergleich: In Kolumbien leben Kinder von inhaftierten Müttern bis zu drei, in Argentinien bis maximal vier, in Bolivien sogar bis zu sechs Jahren im Gefängnis. In Ecuador wurde 2007 ein Gesetz verabschiedet, dass kein Kind im Gefängnis aufwachsen darf.

 

Seit dem Start des Pilotprojekts 2010 hat SOS 65 Kinder inhaftierter Eltern im Kinderdorf Ayacucho betreut. Momentan befinden sich 31 in SOS-Obhut. Zudem wurden bereits 32 Familien psychosozial unterstützt. Derzeit hilft SOS 13 Familien.

 

Je nach Haftdauer, Umständen, Familienstruktur und Situation des Kindes, hilft SOS kurz- oder langfristig. Einige Eltern haben Haftstrafen von über zehn Jahren, in denen SOS-Mitarbeiter für das Wohl der Kinder sorgen und die Eltern begleiten.

 

 

 


Blasphemie-Regeln werden zur Unterdrückung von Minderheiten missbraucht

Oberstes Gericht Indonesiens bestätigt umstrittenes Urteil

Das oberste Gericht Indonesiens hat eine 18-monatige Haftstrafe wegen Blasphemie bestätigt. Eine junge Buddhistin chinesischer Abstammung hatte sich über die Lautstärke eines Muezzin-Rufers beschwert. Daraufhin wurde das falsche Gerücht verbreitet, sie fordere ein Verbot aller Muezzin-Rufe.

 

(Göttingen/gfbv) - Das oberste Gericht Indonesiens hat ein umstrittenes Urteil gegen eine Buddhistin wegen Blasphemie bestätigt. Die junge Frau chinesischer Abstammung war 2018 zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, weil sie sich über den Lärm eines Muezzin-Rufers in der Stadt Tanjungbalai im Norden Sumatras beschwert hatte. Muslime hatten daraufhin das falsche Gerücht verbreitet, sie fordere ein Verbot aller Muezzin-Rufe. Dabei hatte sie nur um eine Verringerung der Lautstärke der Rufe gebeten.

 

„Das Urteil ist skandalös, weil es die gezielte Diskriminierung religiöser und ethnischer Minderheiten in Indonesien bekräftigt“, erklärte Ulrich Delius, Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch in Göttingen. „Die junge Frau wäre niemals der Blasphemie beschuldigt worden, wäre sie nicht Buddhistin und chinesischer Abstammung.“ Das Urteil zeige, wie willkürlich die Blasphemie-Vorschriften missbraucht würden, so der Menschenrechtler. Indonesien müsse diese Praxis endlich stoppen und die umstrittenen Blasphemie-Regeln abschaffen. Die chinesische Minderheit war in den letzten Jahrzehnten immer wieder Ziel von Übergriffen der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit.

 


SOS-Kinderdörfer legen zum Jubiläum (25.4.) Wirksamkeitsbericht vor

In 70 Jahren vier Millionen Kindern eine Zukunft gegeben

Bauarbeiten im ersten SOS-Kinderdorf in Imst 1950. Foto: SOS-Archiv
Bauarbeiten im ersten SOS-Kinderdorf in Imst 1950. Foto: SOS-Archiv

 

(München/sos) - In 70 Jahren haben die SOS-Kinderdörfer das Leben von vier Millionen Kindern nachhaltig verbessert. Das geht aus einem Wirkungsbericht hervor, den die Hilfsorganisation zu ihrem Jubiläum (25.4.) vorlegt. Demnach durchliefen in den sieben Jahrzehnten ihres Bestehens 255.000 Jungen und Mädchen SOS-Kinderdörfer und rund 3,7 Millionen Kindern erhielten Unterstützung in ihrer Herkunftsfamilie. Über 90 Prozent der ehemaligen Programmteilnehmer leben heute ein selbstbestimmtes Leben ohne Armut.

 

Angefangen hat alles am 25. April 1949: Eine Gruppe engagierter Frauen und Männer rund um den Vorarlberger Medizinstudenten Hermann Gmeiner gründete in Innsbruck die "Societas Socialis" - kurz SOS. Mit ihrer für die damalige Zeit revolutionären Idee riefen sie nicht nur die SOS-Kinderdörfer ins Leben, sondern leisteten auch einen wichtigen Impuls für die Kinder- und Jugendfürsorge: Statt Waisen und Sozialwaisen in anonymen Heimen und Erziehungsanstalten zu verwahren, sollten sie im Schutz und in der Geborgenheit einer neuen Familie aufwachsen. Gründer Hermann Gmeiner, der am 23. Juni 2019 100 Jahre alt geworden wäre, glaubte fest an die Verbreitung dieser Idee: "Das Kinderdorf muss leuchten und hinausstrahlen in die Welt."

 

Und das tat es: Heute sind die SOS-Kinderdörfer in 135 Ländern der Welt tätig und unterstützen mehr als 1,5 Millionen Kinder und Erwachsene mit den verschiedensten Projekten: 70 Jahre nach ihrer Gründung ist die Organisation angewachsen auf 572 Kinderdörfer und über 2100 weitere Projekte wie Kindergärten, Jugendeinrichtungen, Schulen, Ausbildungs-, Sozial- und medizinische Zentren auf vier Kontinenten. Darüber hinaus leistet die Hilfsorganisation Nothilfe in Kriegs- und Katastrophenregionen.

 

Diese Projekte kommen nicht nur einzelnen Kindern und Familien zu Gute, sondern verändern ganze Gesellschaften. In der jetzt vorgelegten unabhängigen Untersuchung zur Wirksamkeit konnte nachgewiesen werden, dass weltweit jeder investierte Spenden-Euro einen Mehrwert von fünf Euro in der jeweiligen Gesellschaft erwirtschaftet. In Afrika liegt diese Kosten-Nutzen-Rechnung der SOS-Programme sogar bei 1:14. "Wir konnten eine nachhaltige positive Veränderung des Lebens der Unterstützten bis in die nächste Generation feststellen", sagt Wilfried Vyslozil, Vorstandsvorsitzender der SOS-Kinderdörfer weltweit in München.

 

Trotz der Erfolge ist die Mission der SOS-Kinderdörfer bis heute genauso dringlich wie zur Zeit ihrer Gründung, als Hermann Gmeiner das Schicksal der vielen Kriegswaisen ändern wollte. Mehr als 220 Millionen Kinder wachsen weltweit ohne ausreichende elterliche Fürsorge auf. Diesen Notstand wollen die SOS-Kinderdörfer mit ihrer Jubiläumskampagne "GiveKidsAVoice" ändern. Die erste Petition von Kindern für Kinder soll so viel Aufmerksamkeit und Unterstützung für diese Jungen und Mädchen erwirken, dass bis 2030 kein Kind mehr ohne Eltern oder elternnahe Betreuung aufwachsen muss.

 

Die Wirksamkeitsberichte finden Sie hier: http://ots.de/PxiKSf

 

Mehr zur Kampagne "GiveKidsAVoice" und allen Aktionen unter http://givekidsavoice.de


SOS-Kinderdörfer warnen vor Bildungskatastrophe

Sahelzone: 400.000 Kinder können nicht in die Schule

Foto:     SOS-Kinderdörfer weltweit / Fotograf:     Sune Kitshoff
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit / Fotograf: Sune Kitshoff

 

(München /sos) - In der afrikanischen Sahelzone bahnt sich ein Bildungsdrama an. In der Region schließen nach Angaben der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit immer mehr Schulen. Allein in den am schlimmsten betroffenen Ländern Mali, Burkina Faso und Niger hätten seit 2017 fast 2000 Schulen den Betrieb eingestellt, über 400.000 Kindern würde der Zugang zu Bildung vorenthalten, ihnen würde somit ein "elementares Menschenrecht verwehrt", sagt Bruno Honvo, Projektleiter der SOS-Kinderdörfer in Westafrika.

 

Grund sei, dass terroristische Anschläge sowie Konflikte zwischen den Ethnien massiv zugenommen hätten. "Die Menschen haben Angst, ihre Kinder in die Schule zu schicken, denn die Terroristen schrecken nicht davor zurück, Schulgebäude in Brand zu setzen, viele Lehrer sind geflohen", sagt Bruno Honvo. Die Organisation schätzt, dass über 10.000 Lehrerposten in den drei Ländern nicht besetzt sind.

 

Besonders schlimm sei die Situation in Burkina Faso. In dem westafrikanischen Krisenstaat haben Terroristen seit 2016 bereits 200 Anschläge verübt. 65.000 Schüler seien hier von Schulschließungen betroffen, im Norden des Landes hätten gar keine Schulen mehr geöffnet. Auch in der Region Mopti in Mali sei die Situation dramatisch. Dort waren noch vor wenigen Wochen bei einem Massaker in einem Dorf 150 Menschen getötet worden. Zwei Drittel aller Schulen seien hier geschlossen. "Auch die vorhandenen Schulen sind oft spärlich besucht, Eltern lassen ihre Schüler aus Sicherheitsgründen zuhause", sagt Honvo. Mit verheerenden Folgen für die Kinder.

 

"Mädchen, die nicht zur Schule gehen, werden oft zwangsverheiratet, Jungen häufig als Kindersoldaten rekrutiert", sagt Honvo. Die Sahelzone, eine ohnehin bitterarme Region, drohe weiter ins Abseits zu geraten. "Der Bildungsnotstand wird die Krisen noch verschärfen", sagt Honvo. Wenn ganze Generationen ohne Bildung aufwüchsen, hätten die Länder keine Chance, sich aus der Armut und der daraus resultierenden Abhängigkeit von der Entwicklungshilfe zu befreien. Schon jetzt lebten die meisten Analphabeten weltweit in dieser Region.

 

Die SOS-Kinderdörfer sind seit den 70er Jahren in der Sahelzone aktiv und setzen sich mit vielen Programmen gezielt für Bildung ein. In den drei Ländern Burkina Faso, Mali und Niger betreibt SOS insgesamt acht Schulen, die bislang alle ihren Betrieb fortführen und von 5000 Kindern und Jugendlichen besucht werden.


Studie von World Vision deckt Ursachen auf und bietet Lösungsvorschläge

Wenn Kinder freiwillig zu Soldaten werden

 

(Friedrichsdorf/wv) – Extreme Armut, mangelnde Perspektiven und kaputte Familienverhältnisse gehören zu den häufigsten Ursachen, warum sich Kinder in Krisengebieten freiwillig bewaffneten Gruppen anschließen. Das hat eine Studie der Kinderhilfsorganisation World Vision ergeben. Die Organisation hatte befreite Kindersoldaten in fünf Ländern befragt.

 

„Es ist meist die absolute Not, die Kinder in die Arme bewaffneter Gruppen treibt“, sagt Ekkehard Forberg, Friedensexperte bei World Vision. „Die Hoffnung, wenigstens etwas zu Essen zu bekommen, macht sie gefügig. Zudem wissen viele Kinder gar nicht, was sie dort wirklich erwartet.“

 

In fünf Ländern hat World Vision Kinder zu den Gründen befragt, warum sie sich Milizen, aber auch Regierungstruppen, angeschlossen haben. Zu den Ländern gehören die Demokratische Republik Kongo, der Irak, Kolumbien, der Südsudan und die Zentralafrikanische Republik. In allen Ländern war extreme Armut eine der Hauptmotivationen. Dazu kommen Perspektivlosigkeit aufgrund mangelnder Bildungsmöglichkeiten, kaputte Familienverhältnisse und die Hoffnung „endlich irgendwo dazu zu gehören“.

 

Ekkehard Forberg: „Unter diesen Gesichtspunkten kann man natürlich nur schwer von „Freiwilligkeit“ sprechen. Die Kinder haben oftmals gar keine andere Wahl!“

 

Die Zahlen von World Vision zeigen außerdem, dass etwa ein Drittel der Kindersoldaten Mädchen sind. Sie werden zum einen als Sexsklavinnen missbraucht, kommen aber auch als Spioninnen oder als Herstellerinnen von Fetischfiguren für die Soldaten zum Einsatz. Vor allem im Südsudan sind sie aber auch Kämpferinnen.

 

„In unseren Reintegrationsprogrammen für ehemalige Kindersoldaten zeigen alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen einen enormen Willen, dieses Leben hinter sich zu lassen“, berichtet Forberg. „Immer haben sie traumatische Erfahrungen hinter sich. Bekommen sie eine Chance, dann ergreifen sie diese auch.“

 

World Vision reintegriert in zwei Projekten in Südsudan und DR Kongo ehemalige Kindersoldaten beiderlei Geschlechts in ein ziviles Leben. Sie werden psychosozial betreut, schulisch und beruflich gebildet. Die Studie von World Vision bietet auch auf diesen Erfahrungen basierende Lösungsvorschläge für Regierungen und gesellschaftliche Gruppen. So müsste weltweit die Rekrutierung  von unter 18-jährigen als Soldaten verboten werden. Vor Ort könne breitangelegte Aufklärungsarbeit Kinder davon abhalten, sich bewaffneten Gruppen anzuschließen. Und zudem müsse der Aufbau eines Netzes von Reintegrationsprogrammen gefördert werden. Auch braucht es eine langfristige Finanzierung solcher Reintegrationsprogramme, u.a. für die pscho-soziale Betreuung ehemaliger Kindersoldaten.

 

Die Studie „No Choice“ (in englischer Sprache) kann unter: