Nachrichten aus aller Welt

29.10.2020

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle


Seit Anfang Oktober erleben viele Länder in Asien immer wieder sintflutartige Regenfälle

Taifun Molave: World Vision hat in Vietnam mit Nothilfemaßnahmen in überfluteten Gemeinden begonnen

 

(Friedrichsdorf / Hanoi/wv) - Nachdem der Taifun Molave über Teile Vietnams gezogen ist, haben Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kinderhilfsorganisation World Vision sofort mit Hilfsmaßnahmen in überfluteten Gemeinden begonnen. Der Sturm verursachte schwere Überschwemmungen und Verwüstungen in mehreren Provinzen Vietnams. Zehntausende Häuser wurden überflutet und Reisfelder und Äcker zerstört.

 

Erdrutsche verschütteten mehrere Dörfer, einige Gegenden sind noch nicht erreichbar, da auch Straßen überflutet sind und Brücken einstürzten. Viele Regionen stehen seit Tagen unter Wasser. Millionen Menschen haben keinen Strom mehr. Mehrere Menschen werden noch vermisst, wie viele ums Leben kamen oder verletzt wurden, ist noch unklar. Der Taifun erreichte Zentralvietnam am Mittwoch. In mehreren Provinzen hatten die Menschen gerade damit begonnen, nach den Überflutungen von Anfang des Monats, ihre beschädigten Häuser instand zu setzen.

 

Die World Vision-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verteilten bisher an etwa 5000 Menschen Nahrungsmittel und Trinkwasser. Die Hilfsorganisation wird auch in den kommenden Wochen Menschen mit humanitärer Hilfe unterstützen. Der Fokus liegt auf Nahrungsmittelhilfe und Gütern des täglichen Bedarfs, der Bereitstellung von Unterkünften sowie Gesundheitsmaßnahmen und Kinderschutz. „Wir konzentrieren uns auf die ärmsten Familien und ihre Kinder, die nach einer solchen Katastrophe schnell die Essensmengen kürzen und auch an der Qualität der Nahrung sparen müssen“, sagt Daniela Knoppik, Asien-Referentin bei World Vision Deutschland.

 

Seit Anfang Oktober kommt es in mehreren Ländern Asiens immer wieder zu tropischen Stürmen und heftigen Regenfällen, so etwa auf den Philippinen, in Laos und in Kambodscha. Auch hier kümmern sich World Vision Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen um die am meisten gefährdeten und betroffenen Menschen. In höher gelegenen Gebieten wurden bereits kinderfreundliche Schutzräume errichtet, damit Kinder hier lernen und spielen können.

 

Da Naturkatastrophen infolge des Klimawandels nachweislich zunehmen, unterstützen alle World Vision-Programme in Asien die Bewohner gefährdeter Regionen bei der Katastrophenvorsorge. So werden Kommunen darin geschult, zu erkennen, wo es zu schweren Schäden kommen kann, Frühwarnsysteme zu installieren, Schutzräume einzurichten und Fluchtrouten anzulegen. Auch werden die Menschen darin ausgebildet, Evakuierungsmaßnahmen durchzuführen und Erste-Hilfe zu leisten. Mit Schulen gibt es eine enge Zusammenarbeit, um die Sicherheit für Kinder zu erhöhen. Gleichzeitig halten die World Vision-Büros Nothilfe-Teams und Hilfsmittel bereit, um Leid verhindern zu können.

 

Spenden-Hinweis: Link zu Katastrophenvorsorge
https://www.worldvision.de/formulare/katastrophenvorsorge

 

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 29.10.2020

VATIKAN - Papst erinnert an Gewalt in Kamerun: “Mögen die Waffen verstummen, und möge die Sicherheit aller garantiert werden”

Vatikanstadt (Fides) – Am Ende der heutigen Generalaudienz erinnerte Papst Franziskus an die jüngste Gewalt in Kamerun (vgl Fides 26/10/2020). „Ich nehme Anteil am Leiden der Familien dieser Schulkinder, die so barbarisch ums Leben gebracht wurden“, so der Papst wörtlich, „Ich bin bestürzt über so viel sinnlose und grausame Gewalt, die so viele unschuldige Kinder aus dem Leben gerissen hat, während sie in der Schule waren. Möge Gott die Herzen erleuchten, damit sich so etwas niemals wiederhole und die leidgeprüften Regionen im Nordwesten und Südwesten des Landes endlich Frieden finden mögen! Mögen die Waffen verstummen, und möge die Sicherheit aller garantiert werden und das Recht jedes jungen Menschen auf Schulbildung und auf eine Zukunft!”.

 

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Konfessionelle Medien veranstalten Thementage zur Friedensförderung im Vorfeld der Präsidentschaftswahl

Abidjan (Fides) - "Nachdem wir am 14. Oktober Seite an Seite für den Frieden gebetet hatten, brachten wir gemeinsame Sendungen auf den Weg, um bei den Mitgliedern der verschiedenen Glaubensgemeinschaften und bei llen Ivorern den Wunsch nach Frieden zu wecken und die Elfenbeinküste zu retten", so Pfarrer Eric Norbert Abekan von der Aktion "Initiativen für den Frieden". Ein Projekt, das er mit Pfarrer Arsène Brice Bado, Politikwissenschafter, Dozent und Forsche am Zentrum für Forschung und Aktion für den Frieden (CERAP), durchführt. Die Initiative wurde im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen am 31. Oktober angesichts eines von Spannungen und Gewalt geprägten Wahlkampfs auf den Weg gebracht.
Am 27. und 28. Oktober wurden im Rahmen der Aktion von den konfessionellen Medien der Religionen des Landes (Katholiken, Muslime, Protestanten, Evangelikale) zwei Tage lang friedensbezogene Programme live vom CERAP-Hauptsudio in Abidjan Cocody übertragen.
Am ersten Themen-Tag standen die Verhinderung von Medienmanipulationen und die Bekämpfung von Gewalt im Mittelpunkt. Moderiert wurden die Sendungen jeweils von Pfarrer Eric Norbert Abekan und von Pfarrer Arsène Brice Bado und Vincent Toh Bi-Irié, Laie, Spezialist für Wahlprozesse und Konfliktbewältigung.
"Wir wissen natürlich, dass Gewalt existiert”, so Pfarrer Abekan in seinem Beitrag zu Beginn der Übertragungen, “aber im Zentrum dieser Gewalt stehen Männer und Frauen, die und Hoffnungsträger sind. Dessen müssen wir uns bewusst sein und Bedingungen schaffen, die ein friedliches Klima fördern".
Die Politiker lud Pfarrer Abekan ein, siche ein Beispiel aus den "religiösen Konfessionen zu nehmen, die zusammenkommen, um zu beten, nachzudenken, Friedensbotschaften zu auszusenden". Die Politik müsse vor allem Gelegenheit zum Austausch und zum Dialog schaffen.
Als Spezialist für Wahlprozesse und Konfliktmanagement riet Vincent Toh Bi, Konflikte möglichst zu vermeiden und dies müsse bei den Einzelpersonen beginnen, diee versuchen sollten Handlungen der Gewalt, der Anstiftung zum Hass und der Ablehnung des anderen zu vermeiden. Man müsse lernen Seite an Seite zu leben und vor allem auch schon Kindern die Werte des Friedens vermitteln.
Schließlich betonte Pater Arsène Brice Bado "Wahlen sind kein Krieg", sondern eine “demokratische Methode zur friedlichen Auswahl von Führungskräften auf der Grundlage ihrer Wahlprogramme".

 

AFRIKA/REPUBLIK KONGO - Festgottesdienst zum 80. Jahrestag des „Manifests von Brazzaville”

Brazzaville (Fides) - Am 26. Oktober fand in der Basilika “St. Anna“ der Eröffnungsgottesdienst zu den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag der Erklärung von Brazzaville zur Hauptstadt des “Freien Frankreich” statt. Die heilige Messe, bei der für den Frieden im Kongo und in Afrika gebetet wurde, zelebrierte der Erzbischof Anatole Milandou von Brazzaville mit dem Apostolischen Nuntius, Erzbishof Francisco Gerardo Escalante Molina und dem Erzbischof von Konshalsa, Kardinal Fridolin Ambongo in Begleitung des emeritierten Erzbischofs von Kinshasa, Kardinal Laurent Mossengwo, sowie den Erzbischöfen und Bischöfen des Kongo und der ACERA-REgion (Zentralafrikanische Republik, Kamerun, Tschad und Äquatorialguinea). Anwesend waren auch Es nahmen auch militärische und politische Autoritäten und zahlreiche Laien, stellvertrend für Bewegungen, Bruderschaften und Gebetsgruppen.
In seiner Predigt sagte Erzbischof Victor Abagna-Mossa von Owando: "Um den 80. Jahrestag der Erklärung von Brazzaville zu feiern, muss man sich an die außergewöhnliche Rolle erinnern, die die Hauptstadt des Kongo zu dieser Zeit spielte, in der sich Frankreich, das in seiner Existenz bedroht war, vereinigte, um seine Freiheit wiederzugewinnen”.
„Seit den 1960er Jahren sind wir unabhängig und frei geworden”, so Erzbischof Abagna-Mossa weiter, „Wie viel diese Bedingungen von Freiheit und Unabhängigkeit für uns! Doch blieb Brazzaville la Verte, die Hauptstadt des freien Frankreichs, wirklich frei? Für mich sind afrikanische Länder heute nicht unabhängig, zumindest nicht der Kongo. Warum nutzen wir in einem Land mit Holz, Öl, Eisen, Mangan, Gold und vielem mehr nicht all diese Reichtümer zugunsten der eigenen Bewohner? Und manchmal liegt das Übel auch bei uns selbst: unsere Selbstsucht, unser Durst nach Bereicherung", schloss der Erzbischof und lud jeden Kongolesen ein, für das Wohl des Landes zu arbeiten.
Kardinal Fridolin Ambongo seinerseits forderte die Afrikaner auf, den Geist des Brazzaville-Manifests nicht zu verlieren, da dies die Ablehnung jeglicher Demütigung oder Versklavung durch Einzelpersonen oder Gruppen aus anderen Nationen bedeutet.
Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Frankreich traf General Charles De Gaulle am 24. Oktober 1940 in Brazzaville ein und erklärte es zur Hauptstadt des freien französischen Afrikas und des gesamten freien Frankreichs. Am 27. Oktober 1940 veröffentlichte General de Gaulle das Brazzaville-Manifest, in dem er den Wunsch des freien Frankreich bekräftigte, den Nationalsozialismus weiter zu bekämpfen, indem er auf die Ressourcen des französischen Äquatorialafrikas zurückgriff. Später sollten die Behörden des Freien Frankreichs, die den Beitrag afrikanischer Truppen zum Krieg gegen den Nationalsozialismus anerkennen, von Brazzaville aus den Grundstein für die Entkolonialisierung ihrer afrikanischen Kolonien legen.

 

ASIEN/PHILIPPINEN - „Diener der Armen“: “Es ist eine Freude unter Armen zu leben“

Manila (Fides) - "In San Pedro, wo unser Haus entstand, gibt es einen Müllberg. Aber um die Mülldeponie herum stehen die Häuser, in denen die Armen leben, die im Müll arbeiten. Sie sind die "scavengers", die im Müll „graben“. Es sind alles Menschen, die mit Müll arbeiten: Männer, Frauen und Kinder, die im Müll stöbern, um nach Materialien suchen, die sie weiterverkaufen, um überleben zu können. Die Menschen leben unter verheerenden Bedingungen in dieser Gegend: schlecht ernährte Kinder, entsetzliche hygienische Verhältnisse. Dort entstand unsere Mission", so Bruder Ronald Diaz Ignacio von den “Dienern der Armen" (Missionary Servants of the Poor) einem Männerorden, der von dem italienischen Priester Giacomo Cusmano (1834-1888) gegründet wurde.
"Als ich 1998 auf den Philippinen ankam”, so der Missionar weiter, „widmeten wir uns zunächst den Waisenkindern und gründeten später das "Blessed J. Cusmano Formation House" in San Pedro, südlich von Manila, an dem künftige Missionare ausgebildet werden. Als wir uns in dieser Gegend umschauten, wurden wir auf diese armen Menschen aufmerksam und verstanden, dass der Herr uns in San Pedro in ein Missionsgebiet geschickt hatte: So entstand das so genannte “Dorf des Glücks“, wo wir versuchten, die Lebensbedingungen dieser armen Menschen zu verbessern, die Letzten der Letzten, die von allen und jedem vergessen wurden".
„Sie sind arm und verstecken sich, man muss sie finden, und sie schämen sich sogar, wegen ihrer Armut zur Messe zu gehen. Es ist eine Freude unter diesen Armen zu leben, es ist eine Freude, sie zu kennen, und es ist eine Freude, etwas zu tun, um ihr Leiden zu lindern“, fügt der Missionar hinzu.
Dies ist nur eines der Werke der “Diener der Armen” auf den Philippinen, die soch dort ihrem Charisma folgend für wohltätige Zwecke zugunsten der Ärmsten und Schwächsten einsetzen und im Rahmen ihres Apostolat in Obdachlosenunterkünften, in Waisenhäusern und Krankenhäusern tätig sind.
Der Missionsorden hat Niederlassungen in Italien und in Afrika (Demokratische Republik Kongo, Uganda), Amerika (Brasilien, Mexiko) und Asien (Philippinen, Indien).
Die Kongregation der „Servi dei Poveri“ wurde 1887 in Palermo von Don Giacomo Cusmano gegründet, der 1983 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen wurde.
2017 feierten die “Cusmanianer” ihr 150 jähriges Gründungsjubiläum. Heute gehören zur Ordenfamilie auch Ordensschwestern und der wohltätige Verein „Giacomo Cusmano", tausende von Freiwilligen und ehemalige Schüler.
LINK
Video über die Mission der Missionary Servants of the Poor ->
https://youtu.be/xGjeozx_tVs

 

ASIEN/IRAK - Junge Muslime unterstützen Räumungsarbeiten in der Kirche des heiligen Thomas in Mossul: Nur wenige Flüchtlinge kehren zurück

Mossul (Fides) – Junge freiwillige Helfer, die vorwiegend der muslimischen Gemeinde in Mossul angehören, unterstützten in den letzten Tagen die Räumungs- und Restaurierungsarbeiten in der syrisch-katholischen Kirche des heiligen Thomas (Mar Toma). Die Initiative der Nichtregierungsorganisation "Sawaed Mosuliya" ermöglichte die Räumung der Trümmer, die nach den Verwüstungen in den Jahren, in denen Mosul unter der Kontrolle des IS stand, immer noch das im Inneren und in der Umgbebung der Kirche lagen.
Mossul, das im September 2017 aus der Kontrolle dschihadistischer Milizen befreit wurde, steht im Mittelpunkt mehrerer Sanierungsprojekte, die auch von internationalen Gremien - einschließlich der Vereinten Nationen und der Europäischen Union – unterstützt wurden und vor allem das Ziel der auf des Wiederaufbaus beschädigter Denkmäler und Kultstätten verfolgt, um die pluralistische multiethnisch und multireligiöse Identität der nordirakischen Staddentität wiederzubeleben.
Nach den Jahren der Besetzung Mosuls durch den IS und mehr als anderthalb Jahre nach seiner Befreiung fand bereits am 28. Februar 2019 in der noch immer von Trümmern übersäte St. Thomas -Kirche eine "Messe für den Frieden" mit dem syrisch-katholischen Erzbischof Boutros Moshi statt (vgl. Fides 01/03/2019). Der Wiederaufbau der christlichen Kirche, die während der dschihadistischen Besetzung schwer beschädigt, aber nicht vollkommen zerstört wurde, war Teil des von der UNESCO auf den Weg gebrachten Sanierungsprogramms für Denkmäler, Kirchen und Moscheen und wurde hauptsächlich seitens eines von den Vereinigten Arabischen Emiraten in Aussicht gestellten Beitrags in Höhe 50 Millionen Dollar ermöglicht.
Der syrisch-katholische Priester Raed Adel, würdigt im Interview mit der Sender der Nachrichtenagentur A24 die großzügige Hilfsbereitschaft der jungen Muslime, die in Mossul Seite an Seite arbeiten, um der Stadt neue Impulse zu geben und auch Christen, die während der Zeit der Besatzung geflohen waren, zu überzeugen, in ihre Häuser zurückzukehren.
In den letzten Jahren wurde die Rückkehr christlicher Vertriebener nach Mosul und in traditionell von Christen besiedelte Gebiete in der Ninive-Ebene von den irakischen Behörden sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene immer als vorrangig eingestuft. Dennoch haben verschiedene Untersuchungen zu den Prozessen der Rückkehr bereits vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie einstimmig gezeigt, dass nach dem Ende der dschihadistischen Besetzung nur eine geringe Zahl der christlichen Flüchtlinge bisher in ihre Häuser in Mosul und in der Provinz Ninive zurückgekehrt sind.


FIDES-NACHRICHTEN - 28.10.2020

AFRIKA/GUINEA - Mindestens 21 Menschen starben bei Ausschreitungen nach der Präsidentschaftswahl

 

Conakry (Fides) – Insgesamt 21 Menschen starben nach offiziellen Angaben bei Zusammenstößen, die nach der Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse Präsidentschaftswahl am 18. Oktober in der Republik Guinea stattgefunden haben. Die Wahlkommission (CENI) bestätigte den scheidenden Präsidenten Alpha Condé mit 59,5% im Amt, während der Oppositionskandidat Cellou Dalein Diallo insgesamt nur 33,5% der Stimmen auf sich vereinigt haben soll.
Der Oppositionsführer, der sich unterdessen ebenfalls zum Sieger erklärte, bestätigte am gestrigen 26. Oktober, seine Absicht, gegen das Ergebnis der Wahl, was nur durch massiven Betrug zustande gekommen sei, beim Verfassungsgericht des Landes Berufung einzulegen. Neben der Hauptstadt Conakry haben sich die Zusammenstöße auf die wichtigsten Städte des Landes ausgeweitet. Geschäfte bleiben aus Angst vor Unruhen und Plünderungen geschlossen. Delegierte der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union (AU) und der Gemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) setzen unterdessen ihre Vermittlungsbemühungen fort und treffen sich zu Gesprächen mit verschiedenen Ministern, der Wahlkommission und dem diplomatischen Korps.
Amnesty International prangert das Vorgehen der guineischen Sicherheitskräfte an, die während der Unruhen nach den Wahlen tödliche Munition auf Demonstranten abgefeuert haben sollen und basiert diese Vorwürfe auf Zeugenaussagen und Videoaufnahmen der Zusammenstöße. Die Menschenrechtsorganisation verurteilte auch die Blockierung der Internet- und Telefonkommunikationsverbindungen während der Unruhen.
Bereits vor der Wahl war die Kandidatur von Condé für eine dritte Amtszeit von der Opposition beanstandet worden, da sie als Verstoß gegen die Verfassung angesehen wurde, die nur zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten für die Präsidentschaft der Republik vorsieht. Condé wurde 2010 Guineas erster demokratisch gewählter Führer und 2015 wiedergewählt. Menschenrechtsgruppen werfen ihm jedoch vor, in den Autoritarismus verfallen zu sein.
Guinea ist das einzige französischsprachige afrikanische Land, das sich 1958 geweigert hat, der von De Gaulle vorgeschlagenen französisch-afrikanischen Gemeinschaft beizutreten. Das Land proklamierte die Unabhängigkeit unter einem sozialistischen Regime, das Ahmed Sékou Touré ein Vierteljahrhundert lang mit eiserner Faust führte. Nach seinem Tod im Jahr 1984 übernahm Lansana Conté, ein Soldat, die Macht mit einem Staatsstreich. Er wurde 1990 zum Präsidenten gewählt und zweimal durch Wahlen bestätigt, die jedoch weder frei noch transparent waren.
Im Dezember 2008 starb Lansana Conté nach langer Krankheit. Eine von Kapitän Moussa Dadis Camara angeführte Junta übernimmt die Macht ohne Blutvergießen. Doch am 28. September 2009 ging die Armee blutig gegen eine Versammlung gegen tausende von Oppositions-Anhängern, die im Conakry-Stadion im Vorfeld der Präsidentschaftswahl, seine Kandidatur ablehnten, vor: Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden 157 Menschen getötet und 109 Frauen vergewaltigt.
Nachdem Camara selbst schwer verletzt wurde, trat er die Macht ab und ebnete den Weg für die ersten demokratischen Wahlen vom 7. November 2010, die Alpha Condé gewann.
Guineas immense Bodenschätze (das Land ist einer der weltweit führenden Bauxitproduzenten und verfügt über Eisen-, Gold-, Diamanten- und Ölvorkommen) waren oft Gegenstand internationaler Rechtsstreitigkeiten.

 

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Bildungsinitiative “Raum für missionswissenschaftliche Bildung” eröffnet Studienjahr 2020-2021

 

Abidjan (Fides) - „Das Internationale Sekretariat der Päpstlichen Missionsvereinigung der Kleriker fördert in verschiedenen Ländern der Welt die Kooperation mit den Bischofskonferenzen einerseits und mit Universitäten und Hochschulen andererseits. Zu diesem Zweck wurden Professoren der Katholischen Universität Westafrikas/Universität Abidjan (UCAO/UUA), des Katholischen Missionsinstituts Abidjan (ICMA) und des Theologischen Instituts der Jesuiten (ITCJ) mit der Schaffung eines Ad-hoc-Angebots für die missionswissenschaftliche Bildung betraut", so Pfarrer Gaston Ogui, am vergangenen Sonntag, den 25. Oktober, beim Eröffnungsgottesdienst zum Start der Initiativen des "Raums für missionswissenschaftliche Bildung" in Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste). Den Gottesdienst in der Pfarrei Notre Dame de la Tendresse de la Riviera Golf in der Erzdiözese Abidjan leitete der Apostolischen Nuntius in der Elfenbeinküste, Erzbischof Paolo Borgia.
Pater Gaston Ogui, Koordinator der missionarischen Bildungsinitiative "Raum für missionswissenschaftliche Bildung" betonte, dass das Hauptziel des neuen Bildungsangebots darin besteht, "die Aktivitäten der Päpstlichen Missionsvereinigung der Kleriker zu dezentralisieren und den Glauben und die katholische christliche Identität unter den Christusgläubigen zu fördern".
"Es war eine sehr positive Erfahrung, die zur Ausbildung von hundert überzeugten und überzeugenden Missionaren geführt hat", sagte er unter Bezugnahme auf die ersten Erfahrungen mit dem Bildungsangebot.
Pfarrerr Ogui sprach einen besonderen Dank an den Apostolischen Nuntius für seine ermutigende Anwesenheit bei der Eucharistiefeier zum offiziellen Beginn der Aktivitäten für das Studienjahr 2020-2021 aus. "Diese Präsenz bedeutet für uns in erster Linie die ständige Sorge der Universalkirche um die jeweiligen Ortskirchen, aber es zeigt auch, dass die die Katholizität der Kirche in erster Linie im Dienst der jeweiligen Kirchen steht und dass die christliche Identität hier wie anderswo missionarisch ist", so Pfarrer Ogui.
Der bereits 2017 eingerichtete „Raum für missionswissenschaftliche Bildung“ steht Bischöfen, Priestern, Ordensleuten sowie Laien offen, die sich auf dem Gebiet der Evangelisierung engagieren. Die Ausbildung erfolgt nach drei Optionen für eine akademische Dauer von drei Semestern mit einem Modul pro Semester und einem Pflichtpraktikum von etwa einem Semester für Laien in ihrer Gemeinde. Am Ende des Kurses stellt die UCAO/UUA den Studenten, die über die notwendigen Credits verfügen, ein Zertifkat im Fach Missionswissenschaft aus.

 

ASIEN/MYANMAR - Spannungen in den Staaten Chin und Rakhine verursachen Lebensmittelnot und Einschränkungen im Hinblick auf die Wahl

 

Yangon (Fides) - Über 60.000 Zivilisten im birmanischen Bundesstaat Chin sind aufgrund der anhaltenden Gefechte zwischen der Armee und den Rebellen der Arakan-Army mit einem ernsthaften Nahrungsmittelmangel konfrontiert. Wie Menschenrechtsorganisation "Khumi Affairs Coordination Council" (Kacc) mitteilt, brauchen 246 Dörfer in der Region Paletwa, die sich über die nordburmesischen Staaten Chin und Rakhine erstreckt, aufgrund der durch den Krieg verursachten Situation dringend Reis und andere Lebensmittelhilfen.
Den Ernst der Lage bestätigt auch die Caritas-Stelle in der birmanischen Diözese Pyay. Pfarrer Nereus Tun Min, Direktor der Karuna Mission Social Solidarity (Caritas der Diözese Pyay), betont: „Letzte Woche haben wir dank der Hilfe der Regierung eine wichtige Lieferung von Lebensmitteln nach Paletwa organisieren können. Wir haben 1700 Säcke Reis in die Region gebracht. Die Caritas arbeitet aber auch auf dem Gebiet der Covid-19-Prävention", fügt er hinzu, in einem Land, in dem die Pandemie im letzten Monat mit über 40.000 Infizierten und über tausend Toten exponentiell zugenommen hat. In Paletwa verteilen Laien zusammen mit Mitarbeitern der Kirche die Hilfsmittel "wie im Fall von Pater Thomas, dem Gemeindepfarrer, der viele Vertriebenen auf einem Gelände seiner Pfarrei untergebracht hat", so der Caritas-Direktor.
Am Vorabend der für November geplanten Wahlen lasten die Spannungen und die Gewalt in den Bundesstaaten Chin und Rakhine weiterhin auf von den verschiedenen politischen Parteien ausgesprochenen Versprechen von Frieden und Demokratie. Die Nationale Wahlkommission (Union Election Commission - UEC) hat entschieden, dass in neun der 17 Wahlkreise in Rakhine nicht gewählt wird: Diese Ankündigung verärgerten nicht nur die lokalen politischen Parteien (die daher kaum Abgeordnete im neuen Parlament haben werden) sondern führte auch zu weiterer Kritik, nachdem sich die Kommission geweigert hatte, das Datum der Wahlen (die für den 8. November geplant sind) da die zweite Pandemie-Welle genau diesen Teil des Landes besonders btrifft.
Unterdessen unterstreicht ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ den Ernst der Lage in den Flüchtlingscamps in Rakhine, die von der Organisation als "Freiluftgefängnisse" bezeichnet werden: Dort leben etwa 130.000 Rohingya, Angehörige der muslimischen Minderheit, die 2012 und 2017 Opfer von Gewalt geworden sind, vor der etwa eine Million Menschen in das benachbarte Bangladesch flohen.

 

ASIEN/IRAK - Chaldäisches Patriarchat dementiert Gerüchte über eine “Öffnung” des Papstes für die Ehe für homosexuelle Paare

 

Bagdad (Fides) - Es ist völlig unzutreffend, dass Papst Franziskus seine Zustimmung zur gleichgeschlechtlichen Ehe zum Ausdruck gebracht und damit die Lehre der katholischen Kirche geändert hat. Dies betont das chaldäische Patriarchat unter Leitung von Kardinal Louis Raphael Sako in einer offiziellen Erklärung. Die Pressemitteilung des Patriarchats bezieht sich auf irreführende Berichte hierzu, die auch im Irak im Umlauf sind und sich auf einigen Passagen des im Dokumentarfilm "Francesco" des in Russland geborenen US-Bürgers und Regisseurs Evgeny Afineewsky beziehen, der am 21. Oktober beim Filmfest in Rom gezeigt wurde.
Die katholische Kirche und die anderen Kirchen - heißt es in der Erklärung - bekräftigen, dass nur die natürliche Ehe zwischen Mann und Frau "nach göttlichem Plan" ist und damit in den Augen der Kirche nur die Ehe zwischen Mann und Frau das Gesetz Gottes respektiert und damit zur Würde eines Sakraments erhoben werden kann. In westlichen Ländern, fügt die Erklärung des Patriarchats hinzu, seien Kirchen vom Staat getrennt, und die Zivilregierungen erließen auch Gesetze, die nicht der kirchlichen Lehre entsprechen, beispielsweise solche, die Abtreibung legalisieren.
Auch in dem Dokumentarfilm, der als Vorwand für die angeblichen Öffnung des Papstes gegenüber so genannten "Homo-Ehen" diene, so die Erklärung des chaldäischen Patriarchats, ließen die von Papst Franziskus in Wirklichkeit in einem alten Interview gemachten Aussagen, die auf willkürliche Weise wieder zusammengesetzt wurden, keine solchen Vermutungen zu: „Er verwendet den Begriff Ehe überhaupt nicht im Bezug auf Homosexuelle. Der Papst lädt die Zivilgesellschaft und Familien ein, Homosexuelle anzunehmen, zu lieben und zu schützen, und er sagt nicht, dass sie das Recht haben, eine Familie zu gründen.“
Die Erklärung des chaldäischen Patriarchats betont abschließend erneut, dass der Papst "nie von einer möglichen Integration von Homosexuellen in eine von der Kirche anerkannte natürliche Ehe gesprochen hat" und immer wieder betont, was die katholische Kirche in dieser Hinsicht lehrt, die als Ehe nur die „permanente Union zwischen einem Mann und einer Frau" anerkennt.

 

AMERIKA/KOLUMBIEN - Covid 19-Pandemie: Vikariat Inírida versorgt indigene Gemeinden am Fluss Guainia

 

Inirida (Fides) - Das Apostolische Vikariat Inírida hilft auch in Zeiten der Pandemie den indigenen Gemeinschaften des Departements Guainía. Ab November ist eine zweite Initiative der humanitären und gesundheitlichem Hilfe für die am Fluss Guainía lebenden Gemeinden geplant.
Diese Mission soll insbesondere "die Gesundheitsversorgung von fünf Gemeinden des Curripaco-Stamms am Fluss Guainía in den Dörfern Galilea, San Felipe, Puerto Kolumbien, San José und Santa Rita sowie in zwei Gemeinden in Venezuela, einschließlich Maroa und San Gabriel“ gewährleisten. Das Departement grenzt im Westen an den venezolanischen Bundesstaat Amazonas und im Süden an die brasilianische Amazonasregion.
Die Helfer werden von einem Arzt und zwei Pflegekräften begleitet, die das Projekt sieben Monate lang beratend begleiten, sowie von Laienmissionaren, die humanitäre Hilfen, darunter Lebensmittel und Sicherheitsausrüstung verteilen und diese Gemeinschaften pastoral unterstützen. Es wird in verschiedenen Bereichen aus lokale Mitarbeiter geben geben. Insgesamt 1.200 Nahrungsmittelhilfesets, 1.200 Hygienekits sowie Medikamente und persönliche Schutzartikel werden an fünf Gesundheitszentren in Kolumbien und zwei in Venezuela geliefert.
Für die Teammitglieder stellt diese Erfahrung eine große berufliche Herausforderung dar, mit der sie das Land und die Verwaltungsregion in einem der entlegensten Gegenden der Gebiete unterstützen. Dr. Octaviano, der die Mission begleiten wird, sagt: "Ausgehend von unserem Fachwissen tragen wir dazu bei, die Situation, die durch die Auswirkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie entstanden ist, zu verbessern. Deshalb führen wir eine wissenschaftliche Untersuchung durch, um die epidemiologischen Merkmale dieser Region besser einschätzen zu können".
Die vom Apostolischen Vikariat Inírida durchgeführte Initiative für Gesundheit und humanitäre Hilfe wurde vom Apostolischen Vikar, Bischof Joselito Carreño Quiñónez auf den Weg gebracht um Leben zu schützen und den täglichen Kampf gegen die Covid-19-Pandemie besser zu bewältigen und wird von den kolumbianischen Bischöfen unterstützt.

 

AMERIKA/CHILE - Nach Referendum: Bischöfe fordern Dialog im Vorfeld der Ausarbeitung einer neuen Verfassung

 

Santiago (Fides) - Nach dem die Bürger bei dem Referendum vom vergangenen Sonntag, dem 25. Oktober, dem Vorschlag zur Änderung der Verfassung mehrheitlich zugestimmt hatten, äußert sich auch der Ständige Ausschuss der Bischofskonferenz von Chile, und bezeichnet das Referendumg als „großartiges Zeichen der Zivilisation und Teilhabe“. Auf dem neuen Weg werde „die Rolle der Bürger von grundlegender Bedeutung sein“, so die Bischöfe, die nachdrücklich dazu auffordern, den Weg des Dialogs mit Blick auf die Wahl der Delegierten, die den Vorschlag für eine neue Verfassung für Chile ausarbeiten sollen, im April 2021 fortzusetzen.
Bei einer Wahlbeteiligung von 87% stimmten 78,2% der Wähler für die Änderung der Verfassung, gegenüber 21,8%, die eine solche Änderung ablehnten. Auf dem Weg zu einer neuen Verfassung wird deren Ausarbeitung einem "Konstituierenden Konvent" anvertraut, der als Gremium ebenfalls bei dem Referendum bestätigt wurde. Es besteht ausschließlich aus demokratisch gewählten Bürgern, in gleichen Teilen Männer und Frauen, die bei einer Wahl am 11. April 2021 gewählt werden. Danach haben die Gewählten neun Monate Zeit, um den Verfassungsvorschlag zu unterbreiten. Eine Verlängerung um drei Monate kann beantragt werden. Schließlich wird eine weitere Volksabstimmung den Vorschlag mindestens 60 Tage nach seiner Vorlage genehmigen oder ablehnen müssen, wobei es eine Wahlpflicht geben wird.
In der Erklärung erinnern die Bischöfe daran, dass „die Rolle der Bürger von grundlegender Bedeutung sein wird. Wir ermutigen Menschen, Bürger und politische Organisationen, den Weg des Dialogs fortzusetzen und Ideen, Vorschläge und Werte anzuhören, die für die Entscheidung, die die Wählerschaft treffen muss, um die Delegierten im April 2021 zu wählen, von grundlegender Bedeutung sind und ausschlaggebend für den Vorschlag für eine neue Verfassung für Chile “.
Der Erklärung endet mit einem Appell an die Legislative: "Wir fordern die verschiedenen politischen Parteien auf, die Vereinbarungen, die in der Verantwortung des Kongresses liegen, zu schließen, um diesen Prozess zu begünstigen, damit er wirklich repräsentativ für die Pluralität Chiles ist."

 

OZEANIEN/PAPUA NEUGUINEA - Monat der Weltmission: “Habt keine Angst: Jetzt ist die Zeit, euer Ja zu Gott zu sagen”

Bereina (Fides) - „Die Mission hat mich schon in jungen Jahren angezogen. Ich war begeistert davon, Missionszeitschriften durchzublättern und zu lesen. Ich erinnere mich an den Monat der Weltmission in der Pfarrei und in der Diözese. Ich erinnere mich an die kleine Spardose der Kindermissionswerke, die wir beim Religionsunterricht erhielten, und die ich mit meinen Spenden für die Armen zurückgeben wollte", so Schwester Anna Piccolin, Missionarin der Cavanis Sisters in Bereina . "Obwohl ich mich lange gewehrt habe“, so die Schwester weiter, „ist auf diesem Nährboden der Keim der Liebe zur Mission entstanden und aufgeblüht."
„Ich bin seit einigen Jahren als Missionarin in Papua-Neuguinea. Eine befreundete Mitschwester arbeitet als Missionarin in Karamoja in Uganda und mit ihr haben wir Fotos und Ideen für den Monat der Weltmission im Oktober ausgetauscht, und dies hat mein Herz um 360 ° geöffnet. Wir sind beide Italienerinnen, ich in Ozeanien, sie in Afrika, so fern und doch so nah, weil wir von demselben Geist belebt werden, der uns dazu veranlasst hat, bis ans Ende der Welt zu gehen“, so Schwester Anna.
„In diesen Tagen“, so Schwester Anna, „haben wir zusammen mit den Kindern und einfachen Leuten in den Dörfern den Missionsrosenkranz für die Missionare und Missionarinnen gebetet, die auf der ganzen Welt verstreut sind. Unter anderem haben wir ein besonderes Gebet auch für für Schwester Basilia gebetet, die ursprünglich aus Bereina stammt und jetzt als Missionarin der Unbefleckten Empfängnis in Brasilien tätig ist ist. Viele hier wissen nicht einmal, wo Brasilien oder Uganda sind! Obwohl es keine Missionsgruppe gibt, die sie finanziell unterstützt, haben wir zusammen mit den Kindern und Jugendlichen für sie gebetet und ein freundschaftliches Band geschlossen. Es war eine schöne Überraschung, Fotos von ihr in einer Mission zu sehen und ihren Bericht zu lesen und zu hören: Eine von uns, ein Missionarin in Brasilien!!!, rufen die Menschen erstaunt".
„Der Monat der Weltmission ist zu einem Kreislauf von gegenseitiger Freundschaft, Nähe und Unterstützung geworden. In der Schule wurde jede Woche ein Bericht aus der Mission auf den fünf Kontinenten gelesen, und jede Woche schickten wir Geschichten von unserer Mission an Freunde und Verwandte in Italien. Während des Weltmissionssonntages wurde unser Missionskreuz unter den Altar gestellt, um die davor die fünf Kerzen der fünf Kontinente zu entzünden, für die wir unsere Gebete erhoben haben", berichtet die Ordensfrau, die hinzufügt, dass "diese Zeichen in die Herzen von Kindern und Jugendlichen eingraviert bleiben und wer weiß, ob sie nicht eines Tages ein Berufung zur Mission ausläsen werden, die nur schwer zum Schweigen zu bringen sein wird."
Schwester Anna schließt mit den Worten, mit denen sich Schwester Basilia an die Menschen in ihrer Heimat wendet: "Hab keine Angst, Ja zu Gott zu sagen, dein Bruder und deine Schwester, die auf der anderen Seite der Welt Not leiden, warten auf dich. Wie lange wirst du sie warten lassen? Die Zeit für ein Ja ist jetzt!"


FIDES-NACHRICHTEN  - 27.10.2020

VATIKAN - Papst kündigt Konsistorium zur Schaffung von 13 neuen Kardinälen an: Zwei neue Kardinäle kommen aus Missionsgebieten

 

Vatikanstadt (Fides) – Beim sonntäglichen Angelus-Gebet am gestirgen Sonntag, 25. Oktober, kündigte Papst Franziskus ein Konsistorium für die Schaffung von 13 neuen Kardinälen an, das am 28. November, dem Vorabend des ersten Adventssonntags, stattfinden soll.
Zwei der neuen Kardinäle sind Bischöfe in Missionsgebieten: Erzbischof Antoine Kambanda von Kigali (Ruanda) und der Apostolische Vikar von Brunei und Titularbischof von Puzia di Numidia, Cornelius Sim.
Bei den anderen neu ernannten Kardinälen handelt es sich um den Generalsekretär der Bischofssynode, Erbischor Mario Grech; den Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren, Erzbischof Marcello Semeraro; Erzbischof Wilton D. Gregory von Washington; Erzbischof Jose F. Advincula von Capiz (Philippinen); Erzbischof Celestino Aós Braco, O.F.M. Cap., von Santiago de Chile; Erzbischof Augusto Paolo Lojudice von Siena-Colle Val d'Elsa-Montalcino; den Kustos des Heiligen Klosters von Assisi, P. Mauro Gambetti, O.F.M. Conv..
„Zusammen mit ihnen” so der Heilige Vater “werde ich folgende Mitglieder in das Kardinalskollegium aufnehmen: Felipe Arizmendi Esquivel, emeritierter Bischof von San Cristobal de las Casas (Mexiko); Silvano M. Tomasi, Titelerzbischof von Asolo, Apostolischer Nuntius; P. Raniero Cantalamessa, O.F.M. Cap. Prediger des päpstlichen Hauses; Prälat Enrico Feroci - Pfarrer in Santa Maria del Divino Amore in Castel di Leva“. "Lasst uns für die neuen Kardinäle beten” schloss der Papst, “damit sie mir durch die Bestätigung ihrer Verbundenheit mit Christus in meinem Dienst als Bischof von Rom zum Wohl des ganzen heiligen Volkes Gottes helfen"

 

EUROPA/ITALIEN - Scalabrini Missionsschwestern feiern 125-jähriges Gründungsjubiläum: Ihr Charisma ist akuteller denn je

 

Piacenza (Fides) - Die Scalabrini Missionsschwestern feiern ihr 125jähriges Gründungsjubiläum. Seit dem 25. Oktober 1895 sind sie die "Schwestern der Migranten". "Es wird dieses Jahr ein ganz besonderes Jubiläum sein, mitten in der Covid-19-Pandemie", heißt es in einem Schreiben der Generalkurie. Aus diesem Grund wollen die Missionsgemeinschaften in 27 Länder der Welt insbesondere mit Online-Veranstaltungen und gemeinsamen Momenten der Meditation und des Gebets feiern. Die Initiativen (die über das ganze Jahr hinweg stattfinden werden) begannen in Piacenza, wo am gestrigen Sonntag, dem 25. Oktober, in der Kathedrale unter dem Vorsitz von Prälat Luigi Chiesa, Vikar des Bischofs von Piacenza, Adriano Cevolotto, ein Gottesdienst stattfand. In der Kathedrale in Piacenza werden die sterblichen Überreste des Gründers des Ordens, des Seligen Giovanni Battista Scalabrini, aufbewahrt.
Am 25. Oktober vor 125 Jahren legten beim ehrwürdige Pater Giuseppe Marchetti, die ersten vier Pioniernonnen, die selige Mutter Assunta Marchetti (Mitbegründerin) Carolina Marchetti, Angela Larini und Maria Franceschini in Anwesenheit des Mitbegründers ihre Gelübde ab. "Der Appell, den Papst Franziskus an uns gerichtet hat, tragen wir immer noch in unseren Herzen, der sagte: 'Ich ermutige euch, euer Charisma immer mehr in den Dienst der Kirche zu stellen', Dies ist Ansporn das historische Gedächtnis zu bewahren und das Gedenken schenkt uns Mut für die Gegenwart, wobei wir uns nicht auf diese Feier beschränkten, sondern an den Brennpunkten der Migranten leben, und nicht nur als Erinnerung an die Vergangenheit, sondern als Prophezeiung für die Zukunft, wobei wir uns den Herausforderungen unserer Zeit stellen und Jesus Christus nachfolgen, immer auf dem Weg in Richtung Migranten und Flüchtlinge", bekräftigt Schwester Neusa de Fatima Mariano, Generaloberin der Scalabrini Missionsschwestern," In der Gnade dieser Jubiläumszeit wollen wir die im Glauben und in der Hoffnung bestätigt, die Reise fortsetzen und demütig mit unserem Gott voranschreiten."
"Das Gesicht Jesu Christi ist in den vielen Migranten, die auf der Welt fliehen oder Zuflucht suchen, sichtbar. Es ist ein Gesicht, das leidet, aber voller Hoffnung ist", fährt Schwester Neusa fort. “Die Scalabrini Missionsschwestern haben dies immer mit offenen Armen aufgenommen, im tiefen Geist dieses Jesus der immer dazu aufgefordert hat, die Herzen zu öffnen und die Welt mit offenen Augen zu betrachten. Wir tun dies seit 125 Jahren und werden dies auch weiterhin mit der gleichen Leidenschaft wie unsere ersten Schwestern tun, um dem evangelischen Auftrag gerecht zu werden - ich war ein Fremder und sie haben mich aufgenommen. " .

 

AFRIKA/NIGERIA - Bischöfe zu anhaltenden Protesten: “Junge Menschen haben das ungerechte Vorgehen der Polizei und die Korruption satt“

 

Abuja (Fides) - "Junge Menschen haben die Brutalität und das ungerechte Vorgehen der Beamten der SARS und allgemein der Polizei satt", so die Bischöfe von Nigeria in einer Erklärung, in der sie die Proteste junger Menschen gegen Polizeigewalt und Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit (vgl. Fides 21/10/2020) unterstützen.
Die Bischöfe fordern die Demonstranten auf, innerhalb der Grenzen des friedlichen Protests zu bleiben und Provokationen nicht nachzugeben: "Wir unterstützen junge Menschen, die protestieren, und ihr Recht auf friedliche Demonstrationen ohne Einschüchterung, aber sie dürfen dabei Provokationen oder Anstiftungen zur Gewalt nicht nachgeben".
Auch der Missionsorden der Redemptoristen, der zahlreiche Missionen in Nigeria hat, wenden sich in einer Pater Michael Brehl, Vizeprovinzial für Nigeria, unterzeichneten Erklärung, an die nigerianischen Gläubigen, in der bekräftigt wird, dass „man angesichts dieser Ungerechtigkeit und Gewalt nicht schweigen dürfe. Diese Ereignisse rufen zu Gott nach Gerechtigkeit und Hoffnung. Während wir die jungen Menschen in Nigeria und ihre Familien begleiten, beten wir, dass durch friedlichen und gewaltfreien Protest eine echte Veränderung möglich ist".
Papst Franziskus äußerte nach dem Angelusgebet am gestrigen Sonntag, dem 25. Oktober, Besorgnis über die Lage in Nigeria. "Ich verfolge mit besonderer Sorge die Nachrichten aus Nigeria", sagte der Papst, “Lasst uns zum Herrn beten, damit jede Form von Gewalt bei der ständigen Suche nach sozialer Harmonie und Förderung von Gerechtigkeit und Gemeinwohl vermieden wird”.
Die Proteste begannen am 7. Oktober, nachdem die willkürliche Ermordung eines weiteren nigerianischen Jugendlichen durch Beamte der Polizeisondereinheiten SARS gefilmt worden war und in den nigerianischen sozialen Medien verbreitet wurde. Die SARS-Polizeieinheit war bereitrs zuvor bekannt geworden für rechtswidrige Verhaftungen, Folter, Erpressung, sexuelle Übergriffe und Morde an jungen Nigerianern. Die Einheit soll sogar geheime Folterlager und Hafteinrichtungen betreiben.
Unter dem hastag #EndSARS wurde in den sozialen Medien zu Demonstratione für die Auflösung der Spezialeinheit und die Reform der Polizei, die strafrechtliche Verfolgung der für die Tötung unbewaffneter Nigerianer verantwortlichen Beamten und die Entschädigung der Familien der Opfer aufgefordert. Die Forderungen der Demonstranten weiteten sich jedoch schnell auf eine breite Kritik an Korruption, Inkompetenz und Straflosigkeit der Regierung aus, wobei auch auf die anhaltende Menschenrechtsverletzungen und wirtschaftliches Krise hingewiesen wurde.
Die Stadt Lagos ist mit über 20 Millionen Einwohnern die größte in Afrika und das kommerzielle Zentrum Nigerias. Sie wurde schnell zum Hauptschauplatz der Proteste, wobie die Demonstranten jedoch auch weitere große Städte im ganzen Land besetzten. Unterdessen wurden Regierungsgebäude, Flughafeneingänge, Hauptstraßen und Brücken geschlossen.

 

AFRIKA/KAMERUN - Sechs Schüler sterben bei Anschlag: “Heute ist für Kumba der dunkelste und traurigste Tag“

 

Yaoundé (Fides) - "Heute ist der dunkelste und traurigste Tag in Kumba seit der gesellschaftspolitischen Krise im Nordwesten und Südwesten, die 2016 begann und in den Krieg geführt hat", so Bischof Agapitus Nfon von Kumba im Südwesten Kameruns, nach der Ermordung von mindestens 6 Schülern im Alter zwischen 9 und 12 Jahren.
Zu dem Massaker an der zweisprachigen Schule „Madre Francisca”, bei dem auch zahlreich Schüler verletzt wurden, kama es am Samstag, den 24. Oktober, nachdem gegen 11.30 Uhr eine Gruppe nicht identifizierter Angreifer in den Schulhof eingedrungen war, wo sie das Feuer auf die Schüler eröffneten, die sich in den Klassenzimmern befanden.
"Was war ihre Schuld? Dass sie eine Schule besuchten?", fragt sich der Bischof, "Wie lange werden die zuständigen Behörden wegsehen? Müssen seitere Kinder sterben, bevor sie etwas unternehmen?"
"Wegen dieser barbarischen Tat sind die Menschen in Kumba in Tränen aufgelöst und die ganze Diözese trauert, unsere Herzen sind gebrochen, weil unsere unschuldigen Kinder nicht mehr da sind", sagt der Bischof, der die kamerunische Regierung und die internationale Gemeinschaft zur Beendigung der Tötung von Zivilisten im englischsprachigen Teil Kameruns aufordert. Erzbischof Agapitus Nfon kündigte an, dass die Beerdigung der Opfer am 30. Oktober in der Kathedrale des Heiligen Herzens von Kumba stattfinden wird. Bisher hat sich niemand uu dem Anschlag bekannt, während die Regierung und die Separatisten der Region sich gegenseitig beschuldigen.
Der Anschlag auf die Schule wurde im ganzen Land verurteilt und unter dem Hashtag #EndAnglophoneCrisis soll das Bewusstsein in den sozialen Medien gechärft werden. Die Einwohner von Kumba organisierten im Zeichen der Solidarität mit den Opfern des Angriffs einen Protestmarsch durch die Stadt. Die Regierung ihrerseits verurteilte die Morde und sagte, man sei "schockiert und zutiefst empört" und versprach, die Täter zu identifizieren.
In den beiden anglophonen Provinzen dauert der Konflikt seit 2016 an, der begann nachdem Präsident Paul Biya erklärte, er wolle französischsprachige Lehrer an englischsprachige Schulen versetzen. Dies war der Funke, der einen heftigen Konflikt zwischen der Armee und den Milizen auslöste, die für die Unabhängigkeit der englischsprachigen Provinzen kämpfen.

 

ASIEN - FABC fordert Freilassung des indischen Jesuitenpaters: „Menschen wie er versuchen die Welt vor dem Ökozid zu schützen“

 

Bangkok (Fides) - "Mit großem Entsetzen und großer Angst erfuhr die Föderation der Bischofskonferenzen Asiens (FABC) von der Verhaftung des 83-jährigen Pater Stan Swamy und seiner Inhaftierung. Wir sind überrascht über die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen. Wir sind solidarisch mit Pater Stan Swamy und mit all denen, die die Rechte der indigenen Völker unterstützen", heißt es in einer am heutigen 26. Oktober, von der FABC veröffentlichten Erklärung zur Festnahme des indischen Jesuitenpriesters Pater Stanislaus Lourduswamy, der des Aufruhrs beschuldigt wird und angeblisch ein Komplize maoistischer Rebellengruppen sein soll. Laut seinen Mitbrüdern und führenden Vertreter der indischen Kirche sind dies falsche Anschuldigungen gegen einen Mann, der sein Leben dem sozialen Fortschritt indigener Stämme in Indien gewidmet hat. Am 23. Oktober lehnte ein Sondergericht der Nationalen Untersuchungsbehörde den Antrag auf Freilassung gegen Kaution für den Jesuiten ab.
"Auch die indischen Medien bringen das Entsetzen über die Verhaftung von P. Stan Swamy zum Ausdruck, der drei Jahrzehnte lang unter den ärmsten indigenen Völkern Indiens lebte”, heißt es in der Erklärung weiter, „Die Festnahme und rücksichtslose Inhaftierung von Pater Stan Swamy erinnert uns an die Behandlung von Mahatma Gandhi, als er für die Rechte des indischen Volkes kämpfte und von der britischen Kolonialregierung des „Verbrechens“ der Forderung nach Würde für sein Volkes beschuldigt wurde, um ihn ins Gefängnis zu bringen. Sein Traum war, dass die Geringsten in Indien das zentrale Anliegen eines freien Indiens sein sollte. Pater Stan Swamy folgte Gandhis gewaltfreiem Weg, um seinen Traum zu verwirklichen."
"Die Verhaftung”, heißt es in dem Text, „ist symptomatisch für die Behandlung indigener Völker in verschiedenen Teilen Asiens. Das Gebiet, das von den Ufern des Südchinesischen Meeres bis in die zentralen Teile Indiens reicht, ist ein riesiges Land, in dem einst die indigenen Völker lebten. Die Kolonialisierung zerstörte sie, Nationalstaaten beraubten sie der Bürgerrechte. Tausende Menschen starben bei der Zerstörung der Umwelt und damit der Biosphäre. "
Die asiatischen Bischöfe setzen sich für den besonderen Schutz dieser Bevölkerungsgruppen ein: "Die Marktwirtschaft, die sich auf dem asiatischen Kontinent entwickelt hat, und die Faktoren, die sie begünstigen, haben indigene Gemeinschaften mit einer kolonialen Mentalität behandelt und sie zu 'Umweltflüchtlingen' gemacht. Die Welt steht bei den indigene Gemeinschaften in der Schuld, den sie haben die Natur geschützt und sie für die Welt bewahrt. Die Wälder und die Biosphäre, in denen die indigenen Gebieten, erweisen sich heute als die Lungen der Welt."
"Wenn asiatische Regierungen sich dafür entscheiden, indigene Völker zu vertreiben und ihr Land für Unternehmensgewinne zu opfern, entscheiden sie sich dafür, die Lungen der Welt zu infizieren. Dies ist ökologisches Covid. Papst Franziskus hat darum gebeten, wertvolle 'Lungen' wie den Amazonas, den Amazonas, den Kongo und die asiatischen Wälder zu schützen".
Die Bischöfe erkennen an, dass "Menschen wie Pater Stan Swamy versucht haben, die Welt vor dem Ökozid zu retten. Wir fordern die beteiligten Behörden nachdrücklich auf, die Rolle der indigenen Völker für das Wohlergehen der Welt anzuerkennen und ihre Anführer und diejenigen, die sie unterstützen, freizulassen". Daher der Appell an Indien, "große Nation, das Land des Mahatma und geistige Mutter des ganzen Ostens": "Wir hoffen, dass seine Anführer Scharfsinn und Großmut zeigen, idem sie die Dienste von Pater Stan Swamy und anderen indigenen Anführern anerkennen und sie als freie Bürger Indiens freilassen", schließt der Text, der im Namen der asiatischen Bischöfe von Kardinal Charles Bo, Präsident der FABC, unterzeichnet wurde.

 

ASIEN/MALAYSIA - Junge Katholiken beten für Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Covid-19-Patienten

 

Sabah (Fides) – Im Rahmen einer gemeinsamen Gebetswache danken junger Katholiken aus der Erzdiözese Kota Kinabalu im malaysischen Bundesstaat Sabah auf der Insel Borneo Ärzten und Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die während der Covid-19-Pandemie an vorderster Front stehen. Ihnen bringen sie ihr uneingeschränktes Mitgefühl und Solidarität sowie jegliche materielle, menschliche und spirituelle Unterstützung zum Ausdruck, während im Land die Zahl der Infektionen steigt und der malaysischen Gesellschaft Sorge bereitet und weitere lokalen Ausgangssperren veranlasst. Die Idee zur Initiative stammt von Pfarrer Paul Lo, Pfarrer der Kathedrale des Heiligen Herzens.
Die jungen Menschen folgten der Einaldung des Priesters und schlossen sich der Initiative an und nutzten die Gelegenheit des Monats Oktober, der traditionell von der Kirche der Mission gewidmet wird, uma an einem Nachtgebet teilzunehmen, das in den letzten Tagen organisiert wurde. Sie wollten gemeinsam Gottes um Schutz für alle Gesundheitswesens bitten und für alle, die von Covid-19 betroffen sind.
Die Gebetswache, die live in den sozialen Medien übertragen wurde, wurde von mehr als 10.000 Nutzern mitverfolgt. Die Organisatoren luden auch zwei katholische Ärzte eingeladen, über ihre Erfahrungen im Umgang mit dieser Pandemie zu berichten. Die Ärzte ermutigten alle dazu, die Gesundheitsprotokolle der Regierung zu befolgen und weiter zu beten.
Eine junge Frau, Jennifer, sprach über ihre Gefühle und Ängse sagte: "Wann können wir wieder ausgehen? Wann können wir wieder zur Messe gehen? Das Coronavirus enthüllt unsere Ängste: die Angst vor Verlust, Tod, Ungewissheit, Unsicherheit. Gibt es noch Hoffnung?".
Pater Paul Lo verlas eine Passage aus der Bibel in Bahasa Malaysia und Mandarin, gefolgt von einer zehnminütigen Stille und dem Rosenkranzgebet, das von den Jugendlichen selbst gestaltet wurde. Es wurden besondere Gebete für Ärzte, für diejenigen, die sich mit dem Virus infiziert haben, für alle Familien, für Priester und für alle Katholiken gesprochen: Auch wenn wir uns durch alles, was geschieht, machtlos und entmutigt fühlen”, so Pfarrer Lo abschließend, „müssen wir weiter beten, weil es in diesem Moment unsere einzige Waffe ist. Wir müssen weiterhin auf Jesus hoffen."

 

AMERIKA/VENEZUELA - Seligsprechung des „Doktors der Armen“ steht bevor

 

Caracas (Fides) - Am 26. Oktober, beginnt der Prozess der Exhumierung der sterblichen Überreste von Doktor José Gregorio Hernández Cisneros, bekannt auch als "der Arzt der Armen": Der am 26. Oktober 1864 in Isnotú geborene venezolanische Arzt widmete sein Leben den Ärmsten und Bedürftigen, und er war ein großer Mediziner, Wissenschaftler, Denker und vor allem ein frommer Gottesgläubiger.
Wie die Venezolanischen Bischofskonferenz mitteilt, wurde die erste Exhumierung bereits am 23. Oktober 1975 durchgeführt, wobei seine sterblichen Überreste wurden vom südlichen Generalfriedhof in die Kirche Nuestra Señora de la Candelaria in der Erzdiözese Caracas überführt wurden. Heute, 45 Jahre nach diesem historischen Ereignis, wird eine erneute Exhumierung für das bevorstehende Seligsprechungsverfahren notwendig.
Die erste Exhumierung der sterblichen Überreste von Doktor José Gregorio Hernández im Jahr 1975 musste infolge der enormen Zahl von Besuchern an seinem Grab vorgenommen werden, nachdem der Seligsprechung begonnen hatte. Der Andrang führte auf den Generalfriedhof immer wieder zu Problemen im Hinblick auf die Sicherheit und die öffentliche Ordnung. Einmal verursachte die große Anzahl von Kerzen, die auf seinem Grab angezündet wurden, ein Feuer, das den Grabstein beschädigte. So wurden seine sterblichen Überreste in die Kirche Nuestra Señora de la Candelaria in der Erzdiözese Caracas gebracht, wo sie sich derzeit befinden.
Am 29. Juni 1919 betrat Dr. Hernandez eine Apotheke in Caracas, um dort Medikamente für eine ältere Patientin zu kaufen, die er kurz zuvor untersucht hatte. Bein Verlassen der Apotheke wurde er von einem der wenigen Autos angefahren, die zu dieser Zeit auf den Straßen unterwegs waren. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, erhielt dort die Krankensalbung und starb kurz darauf. Bisher ist er wohl einer der wenigen Kandidaten für die Seligsprechung, die bei einem Autounfall starben. Der Seligsprechungsritus ist für das erste Quartal des Jahres 2021 geplant.

 

AMERIKA/PERU - Erste Plenarversammlung der Kirchenkonferenz der Amazonasregion

Puerto Maldonado (Fides) - Am heutigen, 26. Oktober, tagt, ein Jahr nach dem Ende der Amazonassynode im Vatikan (6. -27. Oktober 2019), erstmals die Plenarversammlung der Kirchenkonferenz des Amazonas (CEAMA). An der zweitägigen virtuellen Konferenz nehmen alle Bischöfe von Amazonasregion und alle Mitarbeiter, insgesamt etwa 300 Personen, der verschiedenen Institutionen und kirchlichen Einrichtungen der Region, sowie Vertreter der Ureinwohner und deren Gemeinschaften in diesem Gebiet teil.
Bei der Konferenz sollen neue konkrete Wege für die Umsetzung der Beschlüsse der Amazonassynode erörtert werden. Außerdem soll einen Prozess zur Formulierung eines globalen Pastoralplans angestoßen werden, der schrittweise umgesetzt wird und die Anträge berücksichtigt, die bei dieser ersten Plenarversammlung vorgebracht werden. Während der zwei Konferenztage sollen auch die Identität und Mission des CEAMA erörtert sowie die Anliegen und Perspektiven des Amazonas und seiner Völker in diesem Moment der Covid-19-Pandemie vertieft werden.


FIDES-NACHRICHTEN - 25.10.2020

EUROPA/SPANIEN- Päpstliche Missionswerke danken für Teilnahme am Sonntag der Weltmission „in Zeiten der Pandemie"

 

Madrid (Fides) - Der Sonntag der Weltmission 2020 war am vergangenen 18. Oktobev zwar von der Pandemie geprägt, doch auch in diesem Jahr war dank der Kreativität von Diözesen, Pfarreien und Schulen eine Durchzuführung von Aktionen und Initiativen möglich. Pfarrer José María Calderón, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Spanien bedankt sich in einem Video bei allen die an den missionarischen Projekten mitgearbeitet haben. Auch Präsident der Päpstlichen Missionswerke, Erzbischof Giampietro Dal Toso, dankte Spanien ausdrücklich für das große Engagement in den Gemeinden und bei den Päpstlichen Missionswerken.
"Der diesjährige Sonntag der Weltmission wird als Sonntag der Isolation und der Pandemie in Erinnerung bleiben", so Pfarrer José María Calderón. "Wir möchten uns bei allen Menschen bedanken, die die Feier auch in dieser ungewöhnlichen Situation ermöglicht und mit großzügigen Spenden zur Missionskirche beigetragen haben."
Der Nationaldirektor betont, dass die Kirche in Spanien die Missionen sehr großzügig unterstützt und dies dank vieler Menschen möglich ist, die mit ihren Gebeten, Spenden und Initiativen dazu beigetragen haben - sowohl Einzelpersonen als auch Schulen und Pfarreien. Er dankt auch denen, die ihren Beitrag in den Medien geleistet haben. „Die Missionare werden es Ihnen danken. Die Kirche wird dank Ihres Engagements, Ihrer Initiativen und Ihrer Spenden weiterhin evangelisieren können", schließt er.
Erzbischof Giampietro Dal Toso, Präsident der Päpstlichen Missionswerke, dankte den spanischen Katholiken ebenfalls für die Unterstützung, die sie den Missionaren gewähren. "Es ist ein Beitrag, der das besondere Missionsbewusstsein in Spanien unter Beweis stellt", erklärt er in einem Video gegenüber dem spanischen Nachrichtendienst COPE. „Es gibt viele spanische Missionare, Ordensleute, Priester und Laien auf der ganzen Welt. Und es gibt sie, weil hinter ihnen viele spanische Gemeinden stehen, die sich der Berufung zur Mission sehr bewusst sind."
In Anbetracht der Covid-19-Pandemie hatten die Päpstlichen Missionswerke besondere virtuelle Initiativen zur Feier des Welmissionssonntags angeregt und mit einer Webseite unterstützt, auf der die Zeugnisse von sechs Missionaren auf interaktive Weise zugänglich waren und online-Spenden ermöglicht wurden.
LINK
Päpstliche Missionswerke in Spanien -> https://www.omp.es

 

 

AFRIKA/KAMERUN - Sezessionskrieg bringt „verlorene" Generation hervor

 

Yaoundé (Fides) - In den anglophonen Regionen Kameruns, in denen 20% der Bevölkerung des Landes leben, herrscht seit 2016 eine soziale und humanitäre Krise. Die Krise zeugt von einer historische Kluft zwischen der französischsprachigen Mehrheit und der anglophonen Minderheit, die sich jedoch nach den Streiks von Lehrern und Anwälten im Oktober 2016 gegen die Entsendung französischsprachiger Richter und Lehrer in die westanglophonen Regionen vertieft hat. Die starke Zentralisierung hat zu einem Phänomen der zunehmenden Nutzung der franyösischen Sprache in öffentlichen Angelegenheiten und in den Reihen des Staatsapparats geführt, dem ein drastischer Rückgang der anglophonen politischen Vertreter in den Entscheidungsgremien folgte. Eine Krise, die sich in einen Sezessionskonflikt ausgeweitet hat, der von bewaffneten Gruppen gekämpft wurde, die mit der kamerunischen Armee zusammenstießen, was wiederum eine humanitäre Krise auslösten. Laut UNHCR haben 60.000 kamerunische Flüchtlinge in Nigeria Schutz gefunden. Wie Bruder Eric Michel Miedji von der Kongregation der kleinen Brüder Jesu in Foumban sagt, "ist die durch die Krise und die Radikalisierung der Aktivisten verursachte Gewalt größtenteils das Ergebnis einer falschen Reaktion der Regierung: Verleugnung, Verachtung, Einschüchterung, Unterdrückung, Inhaftierung und eine damit einhergehende Erosion des Vertrauens zwischen der englischsprachigen Bevölkerung und der Regierung in dem Maße, dass eine wahrscheinliche Mehrheit der englischsprachigen Bevölkerung eine Rückkehr zum Föderalismus oder zur Sezession als mögliche Lösung ansieht. Dieser schmutzige Krieg mit seinen unerträglichen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen hat schwerwiegende Folgen gehabt und führte zur Flucht eines Großteils der Bevölkerung aus diesen Regionen in die Nachbarländer und in die an den englischsprachigen Raum angrenzenden Städte Kameruns. Es wird geschätzt, dass in den Städten und Dörfern Kameruns mehr als eine Million Binnenvertriebene leben, von denen die meisten junge Menschen sind, die keine Schule besuchen. Sie sind vor Gewalt, bewaffneten Kämpfen und Morden geflohen, um an sicheren und friedlichen Orten Zuflucht zu suchen."
Allein in Foumban leben mehr als 4.000 Vertriebene (ohne Kinder). Diese Menschen laufen die Gefahr, die Orientierung zu verlieren: Nach dem Trauma des Krieges geraten sie in Arbeitslosigkeit und sind dem Risiko von Kriminalität und Prostitution ausgesetzt. Junge Menschen können dabei oft nicht zur Schule gehen, weil ihre Eltern arbeitslos sind. "Wir", so Bruder Eric weiter, "betreuen rund 250 jungen Menschen, die wir versuchen, in kürzester Zeit zu auszubilden und wieder in ihr Lebensumfeld zu integrieren. Wir fühlen uns aber auch selbst hilflos. Wenn wir mehr Unterstützung hätten, könnten wir bessere und konkrete Lösungen für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung und die Integration der Vertriebenen finden".

 

AFRIKA/BENIN - Bischöfe mit Blick auf die Wahl: "Sie sollte friedlich, inklusiv und demokratisch sein"

 

Cotonou (Fides) - "Die nächsten Wahlen sollten im Geiste der Nationalen Konferenz vom Februar 1990 friedlich, inklusiv und demokratisch sein", so die Bischöfe von Benin in der Erklärung, die am Ende ihrer Vollversammlung im Pastoralzentrum "Bischof Nicolas Okioh" in Natitingou im Nordwesten von Benin veröffentlicht wurde.
Die Bischöfe fordern "die Gläubigen, die Anführer der politischen Parteien und die Bürger im Allgemeinen, auf, eine objektive, kritische und konstruktive Bewertung des Fünfjahreszeitraums vorzunehmen, der nun zu Ende geht". Am 11. April 2021 sollen in Benin Präsidentschaftswahlen stattfinden, bei denen der scheidende Präsident, Patrice Guillaume Athanase Talon, voraussichtlich für eine zweite Amtszeit kandidieren wird.
Die Bischofskonferenz von Benin beklagt die Folgen der jüngsten heftigen Regenflälle und Überschwemmungen in verschiedenen Teilen des Landes, insbesondere im Departement Alibori, bei denen Menschen starben, Ernten zerstört und Viehbesände dezimmiert wurde und mittellose Bevölkerungsgruppen obdachlos wurden. Anfang dieses Monats flohen aus den Gemeinden Kandi, Karimama und Malanville in der Provinz Alibori im Nordosten Benins mehr als 7.000 Menschen vor den Überschwemmungen.
Die Bischöfe von Benin sind auch besorgt über die steigenden Selbstmordraten, insbesondere unter jungen Menschen. "Wir erinnern alle daran, dass das menschliche Leben heilig ist und von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende und Gott gehört", heißt es in der Botschaft.
Ihre Sorge äußern die Bischöfe von Benin, such über "die heimtückische Förderung und schrittweise Einführung von Homosexualität und sexueller Orientierung als Menschenrechte in die Gesetzgebung der Länder der Organisation der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten (OEACP) im Austausch für die Erneuerung bilateraler und multilateraler Abkommen über internationale Hilfe". Sie fordert die Regierung von Benin, die Gläubigen und die Vertreter der Zivilgesellschaftlichen deshalb auf, "ihre Kräfte zu bündeln und für die Achtung der Naturgesetze einzutreten".
Abschließend bitten die Bischöfe die Gläubigen, um "das besondere Gebet für Benin" am Ende jeder heiligen Messe".

 

AFRIKA/ÄGYPTEN - Parlamentswahl: Koptische Bischöfe erklären „Äquidistanz" und wünschen hohe Wahlbeteiligung

 

Kairo (Fides) - Wenige Stunden vor Beginn der ägyptischen Parlamentswahlen, die für Samstag, den 24. und Sonntag, den 25. Oktober geplant sind, bekräftigen verschiedene koptisch-orthodoxe Bischöfe in ähnlichen lautenden Erklärungen die "Äquidistanz" der koptischen Kirche gegenüber den Kandidaten und Parteien fordern alle Bürger auf, ihren staatsbürgerlichen Sinn und ihre Verbundenheit mit dem Heimatland unter Beweis zu stellen, idem sie ihr Wahlrecht ausüben. Der koptisch Orthodoxe Bischof Makarios von Minya, erinnerte daran, dass die Teilnahme an den Wahlen ein Gefühl der Zugehörigkeit zum Ausdruck bringt und gleichzeitig eine "bürgerliche Pflicht" und ein "göttliches Recht" darstellt. Bischof Stephanos, koptisch-orthodoxer Bischof von Beba, wiederholte in seiner Botschaft vor den Wahlen, dass die Kirche keine Präferenzen für Kandidaten oder Parteien ausdrückt, in der Hoffnung, dass die Wahlbeteiligung hoch sein wird und dass lange Wählerreihen vor den Wahllokalen der internationalen Gemeinschaft ein konkretes Bild der Stärke und des Zusammenhalts in Ägypten vermitteln.
In den letzten Wochen hatte die Kandidatur des koptisch-orthodoxen Priesters Paula Fouad bei den Parlamentswahlen eine kontroverse Debatte ausgelöst (vgl. Fides 01/10/2020).
In der Vergangenheit hatten in Ägypten mehrere Priester und Bischöfe aktiv an der Politik teilgenommen, da in der koptisch-orthodoxen Kirche nur Mönche verpflichtet sind, ein direktes und persönliches politisches Engagement zu vermeiden.
Die Wahl der Volksvertreter in den verschiedenen Regionen des Landes findet in verschiedenen Phasen statt und endet am 8. November. Bei den vorangegangenen Parlamentswahlen 2015 wurden nach Berichten von "CoptsToday" 36 der 568 verfügbaren Sitze orthodoxen koptischen Kandidaten zugewiesen.

 

ASIEN/KIRGISTAN - Forderungen der Demonstranten entäuscht: Staatliche Macht erneut konzentriert

 

Bischkek (Fides) – "Die Proteste, zu denen es nach den Parlamentswahlen vom 4. Oktober in Kirgisistan kam, wenden sich gegen den offensichtlichen Kauf von Stimmen, diesmal mehr als in der Vergangenheit: In den Tagen vor den Wahlen konnte man Zeuge werden, wie sehr wir in Richtung Korruption abdriften. Hinzu kommt, dass die hohe 7%-Hürde des kirgisischen Wahlsystems dazu führte, dass nnur vier der sechzehn Parteien, die sich für Wahlen beworben haben, ins Parlament gelangen konnten. Dies sind natürlich die vier Parteien, die dem gewählten Präsidenten nahe stehen. Dies ließ in einem bereits in Aufruhr befindlichen System den Protest aufkochen", so Davide Cancarini, Forscher und Experte für zentralasiatische Politik, zu den Gründe für die Unruhen in Kirgisistan.
In den Stunden nach der Wahl führten die Beweise für Wahlbetrug dazu, dass eine große Gruppe von Demonstranten in Bischkek, der Hauptstadt des zentralasiatischen Landes, auf die Straße ging und die Annullierung der Wahlen forderte, aus derder pro-russische Kandidat Sooronbay Jeenbekov als Gewinner hervorgegangen war. Die Demonstranten besetzten Regierungsgebäude und ließen inhaftierte Politiker frei, darunter den ehemaligen Präsidenten Almazbek Atambayev und Sadyr Japarov, die später zum Premierminister und Präsidenten ernannt wurden. Auf Protestsktionen hatte die Polizei mit Tränengas und ohrenbetäubenden Granaten reagiert: Bei den Zusammenstößen gab es nach Angaben des kirgisischen Gesundheitsministeriums einen Toten und 590 Verletzte.
Die Proteste ließ zehn Tage nach den Wahlen nach, als Ministerpräsident Kubatbek Boronov, Parlamentspräsident Dastanbek Jumabekov und der gewählte Präsident Jeenbekov von ihren Ämtern zurücktraten. Diese führte jedoch einer Zentralisierung der Befugnisse in den Händen von Sadyr Japarov, der nach seiner Ernennung zum Premierminister nun auch die Rolle des Präsidenten innehatte. Nach der kirgisischen Verfassung müssen die Aufgaben des Präsidenten bis zur Wahl eines neuen Staatsoberhauptes vom Präsidenten des Parlaments wahrgenommen werden. Wenn dieser dies nicht kann, werden die Befugnisse auf den Premierminister übertragen.
Cancarini erklärt diesbezüglich: „Ich glaube, dass die Lösung, zu der wir gekommen sind, die Forderungen der Demonstranten im Grunde verrät, die auf die Straße gegangen waren, um eine stärkere Öffnung des demokratischen Systems zu fordern. Tatsächlich ist auch Japarov eine sehr kontroverse Persönlichkeit, die von einem großen Teil der Bevölkerung nicht unterstützt wird. Als die Proteste ausbrachen, war er wegen Entführung eines Beamten im Gefängnis. Darüber hinaus steht es dem Matraimov-Clan nahe, der bekanntermaßen mit kirgisischen kriminellen Organisationen verbunden ist. An der Macht befindet sich daher nun eine ebenfalls umstrittene Figur, die bei den Menschen nicht sehr beliebt ist: Dies war sicherlich nicht das Szenario, das sich die Demonstranten vorgestellt hatten, als sie auf die Straße gingen."
Seit dem Fall der Sowjetunion bis heute gab es in Kirgisistan zwei weitere Krisen: die so genannte "Tulpenrevolution" von 2005 und die "zweite kirgisische Revolution" von 2010. Beide Male ging die Bevölkerung auf die Straße, um gegen Korruption und Armut zu protestieren und schaffte es die amtierenden Präsidenten aus dem Amt zu verdrängen, was aber nicht zu einer tatsächlichen Verbesserung der Bedingungen des Landes führt.
In Kirgisistan leben nach Angaben der Asiatischen Entwicklungsbank 22,4% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. In diesem Kontext lebt die kleinen katholischen Gemeinde: rund 1.500 Gläubige, die sich für Wohltätigkeit und Bildung einsetzen und sich mit ihren Projekten insbesondere auf junge Menschen aus armen Familien und ländlichen Dörfern konzentrieren.
Die katholische Gemeinde ist derzeit in drei großen Gemeinden in den Städten Bischkek, Jalal-Abad und Talas strukturiert, wobei es auch viele kleine Gemeinden in den ländlichen Gebieten des Landes gibt. Die Katholiken werden von sieben Priestern, einem Ordensbrudere und fünf Franziskanerinnen begleitet.
Neben der muslimischen Mehrheit sind 7% der Bevölkerung christlichen Glaubens, davon 3% orthodoxen Glaubens. Juden, Buddhisten und andere kleine Minderheiten machen etwa 3% der Bevölkerung aus.

 

ASIEN/VIETNAM - Bischofsdelegation besucht Flutopfer

 

Hue (Fides) – Mit ihrerm Besuch in den von den jüngsten Überschwemmungen betroffen Gebieten Zentralvietnams wollte eine Delegation der Vietnamesischen Bischofskonferenz. Solidarität und Verbundenheit gegenüber den Flutopfern zum Ausdruck bringen, Trost und Hoffnung spenden und dabei auch materielle Hilfe leisten. "Wir haben für die Menschen und die Betroffenen gebetet und sie aufgefordert, in diesen Zeiten der Not widerstandsfähig zu bleiben, heißt es in einer Mitteilung von Bischof Paul Nguyèn Thai Hop von Hà Tinh, der die Delegation leitete, die zunächst Familien in der Gemeinde Luong Van in der Erzdiözese Hue besuchte. Am 21. Oktober besuchte die Bischofsdelegation die Pfarreien My Chanh und Trung Quan ebenfalls in der Erzdiözese Hue. "Dies ist wirklich ein Wunder für unsere Gemeinde", sagte der Pfarrer von My Chanh bei der Begrüßung der Delegation.
Der Bischof Joseph Dang Duc Nganvon von Da Nang, berichteet, dass "die Tränen nicht Schmerz und Leiden zum Ausdruck brachten sondern Freude und Glück, wie das der Kinder, die sich von ihren Eltern geliebt und verstanden fühlen". Die Delegation der Bischöfe wurde bei ihrem Besuch von Ordensleuten begleitet, die die humanitäre Hilfe an die betroffenen Familien verteilten.
Auf kleinen Booten druchquerte die Delegation die ganze Regionen, um zu den Brüdern und Schwestern in der Gemeinde Trung Quan in der Diözese Ha Tinh zu gelangen.
Nach den schweren Überschwemmungen vom vergangenen 16. Oktober stehen in verschiedene Regionen Zentralvietnams nocch ganze Regionen unter Wasser. Die Menschen hier stehen immer unter Schock, weil die Überschwemmungen sehr schnell kamen und ein noch die dagewesenes Ausmaß hatten. Pfarrer Quan Trung Quan berichtet: "Ich habe mitten in der Nacht Hilferufe gehört und eilig die jungen Leute des Dorfes losgeschickt, um die Familien zu retten und in die Kirche zu bringen, um Zuflucht zu gewähren". Auch kirchliche Einrichtungen und Ordensgemeinschaften sind von den Überschwemmungen betrofffen.
Bischof Emmanuel Nguyên Hong Son von Bà Ria ermutigte die Flutopfer im Namen aller vietnamesischen Bischöfe und und sagte: "Bleibt auch in der Not zuversichtlich und lasst euch nicht entmutigen. Ihr könnt euch auf die Liebe des Herrn verlassen, der uns niemals verlässt. Wir beten, dass Gottes Segen weiterhin in die Herzen vieler Wohltäter fließt, die ihre Güter teilen, um beim Wiederaufbau zu helfen".
Insgesamt 105 Menschen starben in Vietnam bei schweren Überschwemmungen und Erdrutschen die durch wochenlangen starken Regen verursacht wurden. Weitere 27 Menschen werden vermisst. Bei den Überschwemmungen wurden über 178.000 Häuser und fast 7.000 Hektar Nutzfläche überflutet und mehr als fünf Millionen Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben.
 

 

AMERIKA/BRASILIEN - Start vor 10 Jahren: Bischofskonferenz und Orden verlängern missionarische Zusammenarbeit in Haiti

 

Brasilia (Fides) – Vor nunmehr 10 Jahewn wurde das Projekt für missionarische Zusammenarbeit zwischen den Kirchen in Brasilien und Haiti gesartet: Das "Projekt für ordensübergreifende Solidarität" entstand aus der Zusammenarbeit der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) und der Brasilianischen Ordenskonferenz (CRB) mit der haitianischen Erzdiözese Port-au-Prince und die Konferenz der Ordensleute (CHR) von Haiti. Am 12. Januar 2010 wurde Haiti vom größten Erdbeben seiner Geschichte erschüttert, bei dem über 300.000 Menschen starben und mehr als 1 Million Menschen obdachlos wurden.
Angesichts dieser Tragödie hat die brasilianische Kirche über die Ordenskonferenz und die Caritas Brasilien ihre Missionsarbeit auf der Insel begonnen, um Solidarität, Aufnahme und Evangelisierung in Haiti zu gewährleisten und einen Beitrag zum Wiederaufbau zu leisten und würdevolle Bedingungen für die Armen zu garantieren (vgl. Fides 20/9/2010; 21/2/2011; 13/5/2011).
Im September 2010 wurde das ersten drei Ordensleute auf Mission nach Haiti geschickt. Seitdem sind Ordensschwestern aus 17 verschiedenen Orden in Haiti gearbeitet. Derzeit sind vier Ordensschwestern in einer extrem armen Gemeinde am Stadtrand von Port-au-Prince tätig. Die Schwestern bieten dort Fortbildungskurse für Führungstraining und die Alphabetisierung von Frauen an und leiten eine Gemeinschaftsküche. Zudem gewährleisten sie psychologische Begleitung und veranstalten Kurse für Kunst, Musik und Theater, Nähen und Backen. Sie sind auch an der Ausbildung von Jugendlichen und Jugendlichen beteiligt und betreuen etwa 50 Kinder mit extremer Unterernährung.
Schwester Fatima Kapp, Direktorin der Missionsabteilung der CRB, betont, dass die Mehrheit der haitianischen Bevölkerung von extremer Armut und hoher Arbeitslosigkeit betroffen sei, was wiederum Hunger und Gewalt erzeuge. Darüber arbeite man bis bis heute unter sehr schwierigen Bedingungen, es gebe nicht einmal einen festen Wohnsitz für die Ordensfrauen, die an den Projekten mitwirken. Im September 2020 lief die für die Durchführung des Projekts zunächst festgelegte Frist von 10 Jahren ab. Mit Unterstützung der CNBB übernahm die CRB jedoch die Verantwortung für die Fortsetzung der sozio-pastoralen Initiativen in Haiti und leitete eine neue Phase der missionarischen Zusammenarbeit auf der Pazifikinsel ein.

 

OZEANIEN/AUSTRALIEN - Über 360 katholische Schulen schließen sich Initiativen um Weltmissionstag der Kindermissionswerke an

 

Sydney (Agenzia Fides) - Der Weltmissionsstag für Kinder wurde von den Päpstlichen Missionswerken in Australien (Catholic Mission) mit der Initiative "Socktober Day" gefeiert: dabei wurden die "Sock" und "October" zusammengefügt, in Anlehnung an die australische Redewendung „sock it to something", was im sportlichen Sinne "schlagen" bedeutet. Die Päpstlichen Missionswerke laden damit jedes Kind ein, seinen Beitrag zur Lösung sozialer Probleme zu leisten.
Über 360 katholische Schulen in fast allen australischen Diözesen, haben sich 2020 der "Socktober" -Initiative angeschlossen und dabei geholfen, Spenden für bedürftige Kinder in Kambodscha und anderen Ländern der Welt zu sammeln. Am 21. Oktober nahmen Tausende von Schülern an sportlichen Wettbewerben teil.
"Der Tag war der Förderung des Missionsbewusstseins bei Kindern auf globaler Ebene gewidmet" so Matt Poynting von "Catholic Mission", „Trotz der sehr schwierigen Zeit, die Schulen und Familien erlebt haben, war die großzügige Hilfsbereitschaft der australischen Schüler und ihrer Eltern gegenüber Menschen in Not für alle eine Quelle der Inspiration. Der Weltmissionstag der Kindermissionswerke würdig das missionarische Engagement von Kindern, die ihren Brüdern und Schwestern in anderebn Ländern Gutes tun, auch wenn es bedeutet, etwas von dem für andere zu opfern, was sie haben".
Viele Schulen schlossen sich auch den auf der Website www.socktober.org.au zugänglichen Initiativen an und veranstalteten ihre eigenen "Socktober Event Days" mit Seminare oder Konferenzen auf der Grundlage der von Catholic Mission zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien.
"Unser Pädagogenteam hat ein Programm zusammengestellt, um die Köpfe, Herzen und Hände der Schüler in ihre Schulgemeinschaften einzubeziehen. Das Feedback der Lehrer beueugt, dass die Schüler die Aktivitäten und Reflexionen, die während des Programms stattfinden, wirklich lieben." so Poynting.
Die Schulen in ganz Australien sind während des Monats der Weltmission auch im Rahmen einer Spendenaktion aktiv. Im Jahr 2020 wurden bereits über 50.000 australische Dollar für das Socktober-Event gesammelt, und das Ziel ist es, es den Betrag noch zu verdoppeln.
"Catholic Mission" wurde 1847 in Sydney gegründet und unterstützt pastorale und soziale Projekten in Missionskirchen in Afrika, Asien, Ozeanien und Südamerika in Bezug auf Glaubensbildung, Seelsorge, Bildung, Gesundheit, Hygiene und landwirtschaftliche Entwicklung .

 


missio-Präsident Dirk Bingener: Nigerias Regierung muss auf junge Menschen zugehen – missio-Partner prangern Korruption an

Katholisches Hilfswerk missio Aachen warnt vor Eskalation der Gewalt in Nigeria

 

(Aachen/missio) - „Wir trauern mit den Angehörigen der Opfer und sind sehr besorgt über die Lage in Nigeria“, warnt Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des katholischen Hilfswerks missio Aachen, vor einer Eskalation der Gewalt in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Mindestens ein Dutzend Menschen sind bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt in der südlichen Metropole Lagos getötet worden.

 

Nigeria steht im Mittelpunkt des Weltmissionssonntages am 25. Oktober

 

„Unsere Partner berichten von gesellschaftlichen Spannungen im gesamten Land, weil die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie vor allem junge Menschen auf die Straßen treibt“, so Pfarrer Bingener weiter. „Wir hoffen, dass die Regierung auf die jungen Menschen zugeht, den friedlichen Dialog sucht und das Demonstrationsrecht garantiert“, fordert Pfarrer Bingener kurz vor dem Weltmissionssonntag am 25. Oktober, mit dem missio auf die Arbeit der Kirche in den ärmsten Regionen des globalen Südens aufmerksam macht. Nigeria und die Region Westafrika stehen mit ihrem Kampf für Frieden und Zusammenhalt während der Corona-Pandemie im Mittelpunkt der diesjährigen Aktion.

 

Bischof Mamza: „Es scheint wie eine Revolution zu sein“

 

missio-Partner Bischof Stephen Dami Mamza aus Yola im Nordosten des Landes berichtet gegenüber missio Aachen von Demonstrationen vor allem junger Menschen gegen jüngste massive Preiserhöhungen für Benzin und Strom. „Es scheint wie eine Revolution zu sein. Wir beten, dass sich alles zum Guten wendet“, schildert er die Lage.

 

Der langjährige missio-Partner und Erzbischof von Abuja, Ignatius Kaigama, macht eine gesellschaftliche Atmosphäre der Gier und Korruption für die Spannungen verantwortlich. Dies sei der Grund, weshalb die jungen Menschen Nigerias eine Veränderung wollten. „Die Jugendlichen, die sich müde, niedergeschlagen, verzweifelt, frustriert und demoralisiert fühlen, fordern: Stoppt die Brutalität, sorgt für eine gute Regierungsführung, entfernt das Monster der Korruption“, solidarisiert er sich mit diesen Anliegen. „Jeder von uns ist mit Schuld daran, was in Nigeria und den Nigerianern gerade geschieht, aber wir können zusammen daran arbeiten, dass es sich ändert. Solange es Leben gibt, gibt es auch Hoffnung“, schreibt Erzbischof Kaigama in einer Botschaft an seine Landsleute.

 

Missio berichtet am Sonntag unter anderem über die Lage in Nigeria zum Weltmissionsonntag in dem Livestream missio@home live unter https://www.facebook.com/missio.de/posts/10157932176413111

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


FIDES-NACHRICHTEN - 24.10.2020

VATIKAN - Provisorisches Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und China über Bischofsernennungen wird verlängert

 

Vatikanstadt (Fides) - Am heutigen 22. Oktober 2020 veröffentlichte das Presseamt des Heiligen Stuhls eine Erklärung „Zur Verlängerung des provisorischen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über Bischofsernennungen“:
"Nach Ablauf der Gültigkeit des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über die Ernennung von Bischöfen, das am 22. September 2018 in Peking unterzeichnet wurde und einen Monat später in Kraft trat, einigten sich die beiden Parteien darauf, die Verlängerung der experimentelle Umsetzung der provisorischen Vereinbarung für weitere zwei Jahre.
Der Heilige Stuhl ist der Ansicht, dass der Beginn der Anwendung der oben genannten Vereinbarungen – die von grundlegendem kirchlichen und pastoralen Wert sind - dank der guten Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den beiden Seiten in der vereinbarten Angelegenheit positiv ist, und beabsichtigt, den offenen und konstruktiven Dialog zum Wohle der katholischen Kirche und des chinesischen Volkes zu fortzuführen“, heißt es in der offiziellen Erklärung des Vatikan.

 

AFRIKA/NIGERIA - "Armut und Empörung treiben die jungen Menschen auf die Straße“

 

Lagos (Fides) - Es ist vor allem auch die Armut, die die Nigerianer zum Protest drängt, nicht nur zur Empörung über die Gewalt der Polizei. Junge Menschen, die sich vom Elend erdrückt fühlen und von der Arbeitslosigkeit frustiert sind, gehen auf die Straße, um zu protestieren und Wirtschaftsreformen zu fordern. So lautet die Analyse von Pater Mark Ezeh, OFM Cap, einem nigerianischen Kapuzinermönch.
“Nigeria”, stellt er fest, “ist ein sehr reiches Land. Wir haben Ackerland, Bodenschätze, eine junge und unternehmungslustige Bevölkerung. Leider gelingt es der Politik nicht mit diesen immensen Reichtum richtig umzugehen. Und vor allem, ihn für das Gemeinwohl zu nutzen. Armut ist also weit verbreitet und das spüren die Menschen am eigenen Leib“.
Nigeria ist eine Land voller Widersprüche. Obwohl es einer der Länder mit dem weltweit größten Erdölförderländern ist, hat es nur vier (oft schlecht funktionierende) Raffinerien und ist gezwungen, Benzin zu importieren. In vielen Teilen des Landes wird der Strom nicht regelmäßig geliefert. Das Gesundheitssystem ist mangelhaft. "Wenn sie krank werden", fährt Pater Marc fort, “lassen sich wohlhabende Menschen im Ausland behandeln. Die Armen sind gezwungen, ohne Versorgung und und Medikamente zu Hause zu bleiben”. Korruption ist weit verbreitet: Nigeria belegt den 146. Platz (von 198) in der von der NGO Transparency International erstellten Rangliste der Korruption. Junge Menschen mit einem Schul- oder Studienabschluss finden keine Arbeit.
“Angesichts dieser Situation”, so der Ordensmann, „gehen die Menschen nun auf die Straße. Seit zwei Wochen kochen die Städte über. Die Regierung reagierte, indem sie die Polizei und die Streitkräfte auf die Straße schickte. Mehrere Opfer wurden bei den Zusammenstößen in Lagos, der Handelshauptstadt des Landes, bereits registriert. Aus diesem Grund hat auch der Protest gegen die Polizei zugenommen.“
Die Proteste wenden sich insbesonder gegen die Sonderheinheit “Special Anti-Robbery Squad (SARS)”, die gegen gewalttätige Raubüberfälle vorgehen sollte, aber stattdessen für kriminelles Vorgehen gegen dieselbe Bevölkerung verantwortlich war (vgl. Fides 13/10/2020). Die Regierung beschloss, die SARS aufzulösen, doch am 13. Oktober kündigte der Polizeichef in Nigeria die Bildung einer neuen Polizeieinheit an, der “Special Weapons and Tactics (SWAT)”, die die Aufgaben der aufgelöste SARS übernehmen sollte. Nach Angaben der Bevölkerung handelt es sich jedoch nur um eine "Umbenennung" der alten Sonderinheit (vgl. Fides 21/10/2020).
In vielen Bundesstaaten wurde inzwischen eine Ausgangssperre verhängt. "Die Demonstrationen”, schließt der Kapuzinermönch, “verliefen von Anfang an friedlich. Die Leute gingen auf die Straße, nur um ihre Unzufriedenheit zu zeigen. Erst die Reaktion der Polizei und der Strafverfolgungsbeamten führte zu Gewalt. Jetzt sind die Demonstranten verängstigt, aber nicht eingeschüchtert. Das Ausgehverbot betrifft sie nicht. Sie schlafen auf der Straße. Sie demonstrieren weiter und niemand kann sie aufhalten. Nicht nur für das Militär und die Polizei sind dringend umfassende Reformen notwendig, sondern auch in der Wirtschaft. Die Leute können und wollen den gegenwärtigen Zustand nicht mehr ertragen."

 

AFRIKA/D.R. KONGO - Bischöfe beklagen „Stillstand“ im Land und Morddrohungen gegen Mitbrüder im Bischofsamt

 

Kinshasa (Fides) - "Wir sind zutiefst traurig darüber, dass unsere Politiker eine entsetzliche Gleichgültigkeit zeigen, während das Land kurz vor dem Bankrott steht", so die Bischöfe in der Demokratischen Republik Kongo in einer gemeinsamen Botschaft, in der sie „die Pattsituation im Land aufgrund der politischen Krise und ihrer Folgen” anprangern und „Die Lähmung der Koalition” beklagen, die sich “auf alle Bereiche des nationalen Lebens auswirkt“.
"In einer Zeit, in der das kongolesische Volk unter einem durch COVID-19 verschärften unbeschreiblichen Elend leidet, widmen die regierenden Koalitionsparteien ihre Energie der berechnenden Positionierung in Bezug auf die Wahlen 2023, um die Macht aufrechtzuerhalten oder wiederzuerlangen", so die Bischöfe in ihrer Botschaft, die sie am Ende ihrer Vollversammlung veröffentlichen.
Die Situation werde verschärft durch "die Wunden des Tribalismus und der Konflikte in der Gemeinschaft, die oft von den Politikern selbst geschürt und verschärft werden, die Fähigkeiten und Kompetenz bei der Verwaltung öffentlicher Angelegenheiten ihren jeweiligen Interessen unterordnen".
Die politische Pattsituation, zu der auch die des Verfassungsgerichts hinzukommt, in der das für die Beratung erforderliche Quorum fehlt, verschärft die schwere Wirtschaftskrise mit „einem drastischen Rückgang der Kaufkraft der Bevölkerung und damit einer Zunahme von Armut und Arbeitslosigkeit. Der Bergbausektor, auf den sich das Land zählen kann, ist wie viele andere von Korruption geprägt und die Erträge kommen eher wenigen Einzelpersonen, multinationalen Unternehmen und militarisierten kriminellen Gruppen als der Bevölkerung zugute”.
„Die Sicherheitslage ist nach wie vor katastrophal, insbesondere im Osten des Landes, insbesondere in den Provinzen Ituri, Nord- und Süd-Kivu und Tanganjika”, so die Bischöfe weiter. “Wir nehmen eine Strategie der Vertreibung durch Massaker an der lokalen Bevölkerung, die Besetzung von Land und die Kontrolle der natürlichen Ressourcen zur Kenntnis", so die Bischöfe, die "die Morddrohungen gegen unsere Brüder im Bischofsamt, Bischof Dieudonné Uringi von Bunia und Bischof Sébastien Muyengo von Uvira, nachdrücklich verurteilen“. “Beide haben in den letzten Monaten die "Balkanisierung" der Demokratischen Republik Kongo durch ausländische Streitkräfte angeprangert, die nach ihren Angaben Stammeskonflikte und Aufstände schüren, um Teile des kongolesischen Landes zu erobern und seinen Reichtum auszubeuten”, heißt es dazu in der Botschaft.
Abschließend fordern die Bischgöfe die Menschen auf “wachsam zu bleiben". "Wir müssen unser Wahlrecht wahrnehmen und handeln, um jeden Versuch zu verhindern, unser Recht zu beschlagnahmen, unsere eigenen Führungskräfte zu wählen und über das Schicksal unseres Landes zu bestimmen."

 

AFRIKA/D.R. KONGO - Dritter Eucharistischer Kongress soll nun 2021 stattfinden

 

Kinshasa (Agenzia Fides) - "Unsere kongolesische Gesellschaft hat angesichts verschiedener Herausforderungen, nämlich der Wiedergeburt des Heidentums mit seinen Folgen, der Verbreitung von Sekten und esoterischen Bewegungen und insbesondere der Krise, die die Familie erschüttert, zu kämpfen. Es schien uns deshalb, als Bischöfen und Vätern, dringend erforderlich, einen Eucharistischen Kongress einzuberufen, um den Reichtum der Eucharistie zum Wohle der menschlichen Familie, der Grundlage der Gesellschaft und Kirche wiederzuentdecken“, so der Vorsithzende der Bischofskonferenz des Kongo (CENCO), Erzbischoof Marcel Utembi, bei der Bekanntgabe der Veranstaltung des dritten Eucharistischen Kongress des Kongo.
Ursprünglich war der Kongresse bereits "um das Hochfest des Allerheiligsten Sakraments im Juni 2020" geplant, musste aber im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Die Veranstaltung soll nun im nächsten Jahr stattfinden. Am vergangenen 18. Oktober erklärte der Generalsekretär von CENCO, Pfarrer Donatien Nshole, dass "der 3. Nationale Eucharistische Kongress vom 30. Mai bis 6. Juni 2021 in Lubumbashi stattfinden wird".
Alle katholischen Gläubigen des Landes sind zu diesem Nationalen Eucharistischen Kongress eingeladen. Und für diejenigen, die nicht physisch bei der zentralen Feier anwesend sein können, sollen Aktivitäten in jeder Diözese organisiert werden, “damit jede Familie und jeder Gläubige von den Gnaden dieses spirituellen Ereignisses profitieren kann”.

 

ASIEN/KAMBODSCHA - Bischof Figaredo: "Die Glaubensperspektive der Armen und Kleinen berührt mein Herz"

 

Battambang (Fides) - "Wir sind hier, um das Gemeinwohl und eine integrative Gesellschaft zu fördern und jedem Mann und jeder Frau die Lebensfreude in Christus zu schenken. Als Gläubige der Auferstehung verkünden wir als Männer und Frauen der Hoffnung eine positive Vision von Hoffnung, Freude und Glück", so beschreibt Bischof Enrique Figaredo Alvargonzalez SJ, spanischer Jesuit und Apostolischer Präfekt von Battambang, die Mission der Kirche in Kambodscha. Erzbischof Figaredo ist bekannt für sein unermüdliches Engagement für humanitäre Hilfe für die Ärmsten, Bedürftigsten und Verletzlichsten in Kambodscha. Er kam 1985 als Missionar nach Kambodscha und wurde 2000 zum Apostolischen Präfekten von Battambang ernannt. Dort gründete er Schulen, Krankenhäuser und Einrichtungen, um den Ausgegrenzten in der Gesellschaft zu helfen, wobei er der Bildungsarbeit stets größte Aufmerksamkeit widmete. 1991 gründete er in Phnom Penh das Haus "Banteay Prieb" ("Das Haus der Taube"), in dem von Minen verstümmelte Kinder bei ihrem Wachstum begleitet werden und Menschen mit Behinderungen Rollstühle nach dem in der Mekong-Region verwendeten Modell bauen können (ein Holzrollstuhl mit drei Rädern): deshallb erhielt er auch den Spitznamen "Bischof der Rollstühle". In Battambang, wo er für eine Gemeinde mit etwa 5.000 Katholiken vernatwortlich ist, gründete er das "Arrupe Center" und förderte die Entwicklung in der gesamten Diözese mit Bildungsprojekten, Möglichkeiten der Berufsausbildung für Erwachsene, Infrastruktur und humanitärer Hilfe.
Der Bischof, der anlässlich des Monats der Weltmission im Oktober in Battambang von einem Team der Päpstlichen Missionswerke in Australien ("Catholic Mission") im Interview zu seiner Tätigkeit befragt wurde spricht auch über die Verkündigung des Evangeliums durch die "Wiederherstellung der Würde der verstümmelten Kinder", damit sie weiterhin mit einem Lächeln auf den Lippen leben können. "In Zukunft möchte ich glücklich sein, sagte mir einer von ihnen", berichtet der Bischof „Das Geheimnis dabei sei, so der Junge, dass sich jeder um den anderen kümmert, in der Familie, in der Dorfgemeinschaft. Gegenseitige Liebe ist der Schlüssel zum Glück. Diss ist das Zeugnis des Glaubens, mit dem Kleine und Arme, uns jeden Tag das Evangelium verkünden", bemerkt er. Der Apostolische Präfekt fährt fort: "Gott zeigt mir, dass ich ihm im Volk begegnen kann: In den Armen, in den Ausgegrenzten gibt er mir die Gnade, die Funken seiner Gegenwart zu sehen. Es ist wirklich aufschlussreich für mich, abgelegene Dörfer zu besuchen. Ein alter Mann berichtete mir von ihrem schwierigen Leben, aber er sprach mit einer gelassenen Vision der Zukunft: Wir sind zusammen, sagte er, um die Zukunft aufzubauen, und wir vertrauen auf Gott. Ich kann von diesen Menschen lernen, diese Perspektive des Glaubens berührt mein Herz."
Als kleine christliche Gemeinschaft in einem Land mit buddhistischer Mehrheit wolle man im Dialog und im Pluralismus “das friedliche Zusammenleben zwischen den Kulturen fördern. Ethnien, verschiedene Glaubensrichtungen fördern“, so der Bischof abschließend.
In Kambodscha gibt es bei insgesamt rund 16 Millionen Einwohnern etwa 20.000 katholische Gläubigen, die zwischen dem Apostolischen Vikariat von Phnom Penh, der Apostolischen Präfektur Battambange und der Apostolischen Präfektur Kompong Cham aufgeteilt sind. 2005 feierte die katholische Kirche ihre 450jährige Präsenz im Land, die 1555 mit der Ankunft des Missionars Pater Gaspar Da Cruz (OP) begann.

 

LINK
Interview mit Bischof Figaredo im Video -> https://youtu.be/0YNJFnZA4dI

 

 

 

 

 

 

ASIEN/LIBANON - Syndenversammlung der maronitischen Bischöfe beginnt mit geistlicher Einkehr

 

Bkerké (Fides) - Die alljährliche Synode der maronitischen Bischöfe begann im Zeichen des Schweigens und der "Metanoia", d.h. Der persönliche und gemeinschaftliche Buße und Bekehrung. Am Mittwoch, den 21. Oktober, versammelten sich die maronitischen Bischöfe unter der Leitung von Patriarch Bechara Boutros Rai im Patriarchat von Bkerké, um an der Versammlung teilzunehmen, die jedes Jahr den Höhepunkt der gemeinsamen synodalen Planung der maronitischen Kirche im Hinblick auf die pastorale Arbeit für das kommende Jahr darstellt.
Wie bereits Tradition, haben die ersten Tage der Versammlung bis zum nächsten Samstag den Charakter der geistlichen Einkehr. Wie Patriarch Rai in seiner Eröffnungsansprache unterstrichen, soll dies dazu beitragen "unter dem Blick Christi, des Herrn, des Obersten Priesters und des Guten Hirten, unser Leben und Handln und die Ausübung pastoraler Autorität im Lichte des Beispiels zu lesen, das Jesus Christus selbst uns gibt“.
Am Eröffnungstag beteten die maronitischen Bischöfe gemeinsam den Rosenkranz "für das Heil des Libanon und der Welt". Das Gebet wurde vom Fernsehsender “Noursat” live übertragen. Mit dem Akt der Buße und Versöhnung”, so der maronitische Patriarch “können alle Bischöfe um die göttlichen Gnade für ihr Leben und ihren pastoralen Dienst bitten und erkennen, dass wir mit unseren persönlichen Sünden nicht nur Gott, sondern auch die Kirche und die Gemeinschaft missbrauchen. Und wenn wir unsere Sünden bereuen, versöhnen wir uns mit Gott und mit der Gemeinschaft.“
Ab nächsten Montag, wird sich die Synode nach den Tagen der geistlichen Einkeh mit pastoralen, kirchlichen und administrativen Fragen befassen und die aktuellen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Krisensituaitionen im Libanon in dieser historischen Phase erörtern. In diesem Kontext wollen die maronitischen Bischöfe auch durch die Verbesserung der Wohltätigkeits- und Sozialhilfedienste, die bereits zum Nutzen der gesamten Bevölkerung eingeführt wurden, einen Beitrag leisten.

 

AMERIKA/VENEZUELA - Katholischer Priester bei Raubüberfall getötet

 

Cojedes (Fides) – Bischof Polito Rodríguez Méndez von San Carlos de Venezuela bestätigt zusammen mit der Kongregation der Hery-Jesu-Priester (Dehonianer) den gewaltsamen Tod des Priesters José Manuel de Jesus Ferreira, Pfarrer des Eucharistischen Heiligtums der Diözese San Juan Bautista. Der katholische Priester wurde am 20. Oktober ermordet, während er sich vor der Kirche von den wenigen Gottesdienstbesuchern verabschiedete, die wegen der Einschränkungen infolge der Pandemie an der heiligen Messe teilgenommen hatten. Die gemeinsame Erklärung endet mit der Bitte um das Gebet für den ermordeten Priester.
Die venezolanische Bischofskonferenz verurteillen das Verbrechen und zitiert Bischof Polito Rodríguez Méndez mit den Worten: "Der Priester sah bei der Verabschiedung dieser kleinen Gruppe von Menschen, wie eine Frau ausgeraubt worden war. Bei dem Versuch ihr zu helfen, wurde er von den Tätern angeschossen. Bis zu seinem letzten Moment hat Pater José Manuel Gutes getan“. Obwohl der Priester umgehend in das Krankenhaus von San Carlos gebracht wurde, starb er bald darauf an den Folgen der Verletzungen. Die Beerdigung wurde am gesterigen 22. Oktober in der Gemeinde gefeiert, in der er als Seelsorger arbeitete.
Pater José Manuel wurde am 25. November 1980 in Caracas (Venezuela) als Sohn portugiesischer Einwanderer geboren. Er trat 2000 in die Kongregation der Herz-Jesu-Priester ein, wo er m 19. Dezember 2009 wurde zum Priester geweiht wurde. Derzeit war er Pfarrer im eucharistischen Heiligtum "San Juan", wo er die Restaurierung des Schreins auf den Weg gebracht hatte, der aus der Kolonialzeit stammt und verschiedene sozialer Aktivitäten zugunsten der am stärksten benachteiligten Personen unterstützte. Er war unter anderem für die missionarische Seelsorge der Diözese San Carlos verantwortlich. Diejenigen, die ihn kannten, erinnern sich an sein charismatisches und dynamisches Wesen und sein Interesse an der Entwicklung innovativer Inititiativen. Mit seinem freundlichen und ruhigen Charakter war er stets für die Anliegen seiner Mitmenschen verfügbar.

 

AMERIKA/BRASILIEN - Bischofskonferenz unterstützt Bekämpfung von Fake news vor Wahlen

Brasilia (Fides) - Die Brasilianische Bischofskonferenz (CNBB) ist Schirmherrin der vom Obersten Wahlgericht (TSE) auf den Weg gebrachten Kampagne #EuVotoSemFakecampanha". Ziel der Initiative ist es, dass die Kandidaten für die bevorstehenden Wahlen legitim und auf der Basis ethischer Prinzipien gewählt werden und dabei authentische und wahre Informationen zugrunde liegen.
Laut Thiago Rondon, digitaler Koordinator der Initiative zur Bekämpfung von Fake news, besteht das Hauptziel darin, korrekte Informationen über den Wahlprozess zur Verfügung zu stellen, wie z. B. auch über die Einhaltung der Gesundheitsregeln am Wahltag, die Funktionsweise des Abstimmungsprozesse und Anweisungen für Wähler in Bezug auf die Vorlage der notwendigen Dokumente. "Durch den Zugang zu präziser Informationen ist die Bevölkerung gelassener bei der Abstimmung und eher bereit, sogenannte Fake news zu ignorieren", sagt Rondon.
Die CNBB unterstützt daher die Bemühungen, die brasilianische Gesellschaft zu mobilisieren, um die Verbreitung von "Fakenews" im Zusammenhang mit der Wahl zu bekämpfen. Etwas mehr als 147,9 Millionen Wähler sollen am 15. November (erste Wahlunde) und am 29. November (zweite Wahlrunde) ihre Stimme abgeben, um insgesamt 5.568 Bürgermeister, 5.568 stellvertretende Bürgermeister und 57.942 Ratsmitglieder in ganz Brasilien zu wählen, so das Informationen der TSE. Es wird geschätzt, dass 750.000 Kandidaten sich um die Position des Bürgermeisters und Ratsmitglieds bewerben.
Das TSE bezeichnet die Verbreitung von Fake news im Zusammenhang mit den Kommunalwahlen als zweite Pandemie neben Covid-19, beides globale Phänomene mit schwerwiegenden Folgen. In diesem Zusammenhang möchte man vermeiden, dass diese beiden Faktoren die Stimmabgabe von Tausenden von Wählern beeinträchtigen, die sich möglicherweise der Stimme enthalten oder deren Meinung durch Desinformation beeinträchtigt wird.
Die CNBB wird als Schirmherrin der Kampagne die Inhalte in ihren sozialen Netzwerken veröffentlichen und versuchen, das eigene Kommunikationsnetz zu mobilisieren, um Fake news aufzudecken und anzuprangern.


FIDES-Nachrichten - 23.10.2020

VATIKAN - Generalsekretärin der Kindermissionswerke: "Kinder sollen sich als Teil einer globalen Familien fühlen, in der jeder wichtig ist man sich gegenseitg hilft“

 

Vatikanstadt (Fides) - "Kinder und Jugendliche engagieren sich in aller Welt aktiv im Monat der Weltmission. Sie sind missionarische Jünger, die mit dem Gebet und Zeugnis Jesu in den Schulen, zuhause oder an den Orten, an denen sie häufig mit Gleichaltrigen zusammen sind, das Evangelium verkünden": so Schwester Roberta Tremarelli, Generalsekretärin der Päpstlichen Kindermissionswerke, eines der vier Päpstlichen Missionswerke, das in über 130 Ländern unter dem Motto "Kinder evangelisieren Kinder, Kinder beten für Kinder, Kinder helfen Kindern” tätig ist. Die Kindermissionswerke wollen Kinder, Jugendliche und Heranwachsende auf dem Weg der Entwicklung eines Missionsbewusstseins begleiten und sie anregen Glauben und materielle Mittel zu teilen, insbesondere mit anderen Kindern, die am meisten in Not sind .
Im Oktober, der traditionell den Missionen gewidmet ist, "erweist sich die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit Kindern als Instrument des Glaubenswachstums auch was künftige Berufungen anbelangt", bemerkt Schwester Tremarelli. "Alle Getauften sind aufgerufen, das Evangelium zu verkünden, unabhängig von ihrem Alter", betont die Ordensfrau und berichtet, dass in vielen Ländern der Welt "die Kinder die Botschaft des Papstes zum Weltmissionstag zu eigen gemacht aben und sagen: Hier sind wir, sende uns, die Mitgleider der Kindermissionswerke".
Schwester Roberta nennt Beispiele aus verschiedenen Ländern, wie zum Beispeil Peru, "wo die missionarische Animation der örtlichen Gemeinde vom Gebet und vom Zeugnis des Glaubens der Kinder und Jugendlichen profitieren konnte". Ihre Anwesenheit in der Kirche, bemerkt die Generalsekretärin der Kindermissionswerke, "ist wichtig, weil Kinder dazu erzogen werden, ihren Horizont für andere zu öffnen, für Menschen in fernen Ländern. Und wenn sie zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen heranwachsen, wird dieser Same, durch das Wirken des Geistes Heilig sprießen und ihnen ein Herz und einen besonderen Blick auf ihre Mitmenschen geben, offen für die Herausforderungen der Mission."
Diese von der Pandemie geprägte Zeit habe in vielen Ländern der Welt auch die Arbeit der Kindermissionswerke vor neue Herausforderungen gestellt und bei der missionarischen Arbeit mit Kindern kamen besonders häufig neue Technologien zum Einsatz, da es sich bei diesen Kindern um so genannte "digital natives" handelt. "In Indien”, berichtet Schwester Tremarelli, “veröffentlichten die Büros der Kindermissionswerke seit September jeden Tag ein Video in den sozialen Medien, um das Bewusstsein für die soziale Realität der Kinder auf den verschiedenen Kontinent zu schärfen. Im Oktober wurde diese missionarische Initiative fortgesetzt, indem das Gebet und die materielle Sammlung von Sepnden insbesondere für die ärmsten und bedürftigsten Kinder des jeweiligen Kontinents gefördert wurden."
Schwester Roberta erinnert sich auch daran, dass die Kindermissionswerke auch digitale Plattformen wie 'Zoom' für die Bildungsarbeit benutzt haben, die dazu beigetragen haben, dass sich die Kinder einander nahe fühlten, auch wenn die örtlichen Bedingungen dies angesichts der infolge der Pandemie auferlegten Einschränkungen nicht zuließen: “Dies geschah in Ländern wie Honduras, aber auch in Sambia und Malawi in Afrika", bemerkt sie.
Nicht zuletzt müsse der Aspekt der Evangelisierung der Familien erwähnt werden, so Schwester Tremarelli: "Die Förderung des Gebets, die Bildungsarbeit und die Entwicklung des Missionsbewusstseins bei Kindern ist eine Gelegenheit, auch ihre Familien zu erreichen: Überall auf der Welt beziehen junge Menschen ihre Eltern in missionarischen Initiativen mit ein und dies ist ein sehr wichtiger Aspekt, der dazu beitragen kann, den Glauben der Erwachsenen in der gesamten katholischen Gemeinschaft zu erneuern und wiederzubeleben."
"Die Kindermissionswerke“, bemerkt sie, „zielen auf ein persönliches und gemeinschaftliches Engagement ab, damit sich Kinder als Teil einer globalen Familie fühlen, in der jeder wichtig ist und wo man sich gegenseitig hilft. Dies ist unsere pädagogische Herausforderung: wir wollen das Herz der Kinder für die Universalität öffnen, damit sie zum Heil der Gleichaltrigen beitragen". Die Generalsekretärin erklärt: "Die konkrete Art und Weise, wie dies zum Ausdruck gebracht wird, umfasst drei Bereiche: Gebet, Opfergabe und Hilfsbereitschaft. Die Kinder der Kindermissionswerke beten jeden Tag für die anderen Kinder und für die Verbreitung des Evangeliums. Bei der Kollekte können die Kinder ihre kleine Spende abgeben: Jeder gibt etwas, um den Kindern in aller Welt eine bessere Zukunft zu geben. Dank dieser Spenden können viele Kinder Jesus und sein Wort kennenlernen, gesund essen und zur Schule gehen und haben ein Dach über dem Kopf und einen Platz zum Schlafen. Schließlich ist aber auch das missionarische Zeugnis weichtig: Mit ihrem Verhalten und ihrer Botschaft sind die jungen Missionare der Kindermissionswerke Zeugen und Vorbild für Gleichaltrige und der gesamten Gemeinschaft."
Die Kindermissionswerke entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts auf Initiative des französischen Bischof Charles de Forbin-Janson. Er war beeindruckt von den Nachrichten französischer Missionare in China über die vielen Kinder, die dort ohne die christliche Taufe starben. Da er selbst nicht persönlich in die Mission gehen konnte, bat er Pauline Jaricot, Gründerin der Gesellschaft zur Verbreitung des Glaubens, um Rat. Aus dem Gedankenaustausch brachte den Bischof auf die Idee, die Kinder Frankreichssie durch Gebet und materielle Unterstützung in die Mission miteinzubeziehen, damit ihren chinesischen Altersgenossen helfen konnten. "Ein Ave Maria pro Tag, ein Cent pro Monat", sollte um ein Kind heilen und seine Seele retten. Mit dieser Bitte wandtes sich der Bischof von Nancy an die französischen Kinder. Am 19. Mai 1843 sähte er damit den Samen für eine Initiative die viele Jahre später das Motto "Kinder helfen Kindern" geprägt, hat das die Intuition des Gründers und das Charisma der missionarischen Arbeit mit Kindern zusammenfasst.
In kurzer Zeit schlossen sich viele andere Länder dem Projekt an. Am 3. Mai 1922 erhob Papst Pius XI. das Werk in den Rang eines „päpstlichen Werkes“, während Papst Pius XII. am 4. Dezember 1950 den "Welttag der Kindermissionswerke" einführte, der fortan am „Fest der Heiligen Drei Könige“ gefeiert werden sollte.

 

AFRIKA/D.R. KONGO - Pfarrei in Kinshasa entsendet 100 Jugendliche nach der Firmung auf „Mission in der Peripherie“

 

Kinshasa (Fides) - „Was Gott von jedem von uns erwartet, ist eine wahre und aufrichtige Bereitschaft, auf Mission zu gehen. Jeder muss heute zu Gott sagen: Hier bin ich, Herr, sende mich. Zusätzlich zu unserer Verfügbarkeit liegt es in unserer Verantwortung, die Arbeit der Mission der Kirche zu unterstützen", so der Erzbischof von Kinshasa, Kardinal Fridolin Ambongo, am 18. Oktober, dem Weltmissionssonntag in der Pfarrei Notre Dame de Fatima in Kinshasa, wo er mehr als 100 jungen Menschen das Sakrament der Firmung spendete und in die Mission entsandte. Dabei zur Seite stand ihm Erzbischof Ernest Ngboko von Mbandaka-Bikoro, der sich zu einem Besuch in in Kinshasa aufhielt.
Die Pfarrei der Muttergottes von Fatima ist den Missionaren der Kongregation des Unbefleckten Herzens Mariens anvertraut versteht sich als Missionsgemeinde und plant eine besondere Mission am Stadtrand von Kinshasa. Zu Beginn des Gottesdienstes formulierte der Gemeindepfarrer Pater Michel Ekonzo deshalb folgendes Anliegen: "Wir beten, dass der Herr unseren brennenden Wunsch erfüllt, in die Vororte zu gehen, um dort eine neue Mission zugunsten unserer Brüder und Schwestern in Menkao 2 auf dem Bateke-Plateau auf den Weg zu bringen."
Es war der erste Besuch des Erzbischofs von Kinshasa in dieser Gemeinde und sein erster offizieller Gottesdiens nach seiner Ernennung zum Mitglied des Kardinalskollegiums.

 

AFRIKA/NIGERIA - Bischöfe: “Proteste zeigen Unmut der Bevölkerung“

 

Abuja (Fides) - "Die Auflösung der Sondereinheit SARS löst nicht die enormen Probleme Nigerias. Es ist sinnlos ist, die Symptome einer Krankheit zu behandeln, wenn die Grundursache bekannt ist", betonen die nigerianischen Bischöfe in einer Erklärung zu den gewalttätigen Demonstrationen, die das Land nauch nach der angekündigten Auflösung des der Polizeisondereinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS) erschüttert. Die Sondereinheit sollte gegen gewalttätige Raubüberfälle zum Einsatz kommen, machte sich aber selbst krimineller Handlungen gegen Bevölkerung verantwortlich. Nach Ansicht der Bischöfe sind die Vergehen der SARS-Mitglieder ein Beweis für eines viel ernsteres Problem: "Die Skrupellosigkeit und Straffreiheit mit der SARS-Beamte die ganze Zeit über vorgehen konnten, ist Ausdruck des Versagens des Staates in Nigeria".
Am 13. Oktober kündigte der Polizeichef in Nigeria die Bildung einer neuen Polizeisondereinheit namens Special Weapons and Tactics (SWAT) an, die die Aufgaben übernehmen soll, die zuvor die der aufgelösten SARS-Einheit anvertraut worden waren. "Es reicht nicht aus, die aufgelöste Special Anti-Robbery Squad (SARS) in SWAT umzubenennen", so Pfarrer Uchechukwu Obodoechina, Leiter der Abteilung für soziale Angelegenheiten der Nigerianischen Bischofskonferenz. "Die nigerianische Jugend und der Rest der nigerianischen Bürger leiden unter Armut und Krankheit, die durch die Verschlechterung der Infrastruktur, durch kaputte Gesundheitssysteme, durch endemische Unsicherheit und durch eine ungewisses soziale Zukunft verschärft werden", so der katholische Priester. "Der Lebensstandard der meisten durchschnittlichen nigerianischen Familien ist nicht sehr erfreulich", fährt Pfarrer Obodoechina fort, der sich daran erinnert, wie unerträglich Bedingungen wie unerträglich für viele "Hunger und Armut, Banditentum und Unsicherheit, Arbeitslosigkeit und systemische Korruption in den Reihen der Regierung, Menschenrechtsverletzung und Ausschweifung der politischen Klasse" geworden sind.
Die Proteste gegen SARS haben daher zu einem allgemeinen Protest gegen die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Mehrheit der Nigerianer und insbesondere der jungen Menschen geführt. "Die nigerianische Jugend ist mit verbitterter Entschlossenheit aus dem Schlaf aufgewacht und forderte nicht nur die Auflösung des berüchtigten Sicherheitseinheiten sondern auch ein sofortiges Programm des sozialen Wandels, das allen Nigerianern ein menschenwürdiges Leben garantieren kann", unterstreicht Pater Dr. Obodoechina.
"Junge Menschen, die protestieren, verdienen es, gehört und sehr ernst genommen zu werden", sagt der Priester und fordert die Regierung auf, die Demonstrationen nicht gewaltsam zu unterdrücken. Stattdessen schlägt er einen Dialogs und die sofortige Schaffung eines Komitees "hochrangiger Staatsvertreter und meinungsbildender Vertretern der Zivilgesellschaft" vor “die mit den Anführern der Proteste verhandeln und einen Ausweg aus der Krise finden”.

 

ASIEN/KAMBODSCHA - Überschwemmungen: Katholische Gemeinden und humanitäre Hilfsorganisationen helfen Flutopfern

 

Phnom Penh (Fides) - Katholische Gemeinden in Kambodscha intensivieren in Zusammenarbeit mit den zuständigen Regierungsstellen und anderen humanitäre Organisationen die Hilfsprogramme für die von starken Regenfällen und Überschwemmungen im ganzen Land betroffenen Menschen. Die katholische Gemeinde San Francesco Xavier in Sisopho verteilte mit der Hilfe der Apostolischen Präfektur Battambang und der Caritas Kambodscha Nahrungsmittelhilfen an betroffene Familien und Flutopfer. Obdachlose und Familien, die ihr Wohnungen verlassen mussten, bringt die "Jesuiten-Mission in Kambodscha" in ihrem neuen Gemeindegebäude auf, wie der Jesuitenpater Enrique Figaredo Alvar González, Apostolischer Präfekt von Battambang, gegenüber dem Fides bestätigt. Darüber hinaus bemühen sich die katholischen Gläubigen neben der materielle Hilfe auch um, "den geistigen Beistand und beten für alle Opfer der Flut, nicht nur in Kambodscha, sondern auch in anderen Ländern Südostasiens".
Seit letzter Woche haben mehrere humanitäre Organisationen in den vier am stärksten betroffenen Provinzen in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Katastrophenschutzkomitee (NCDM) humanitäre Hilfe für die Betroffenen in den kambodschanischen Provinzen Pursat, Battambang, Banteay Meanchey und Pailin auf den Weg gebracht.
Im Rahmen dieser Hilfsprogramme hat "die seit 1990 im Land tätige Caritas Kambodscha in Zusammenarbeit mit der NCDM ihre Mittel bereitgestellt, mit der Suche nach Flutopfern in abgelegenen Gebieten zur Evakuierung der am stärksten gefährdeten Gruppen in sichere Gebiete beizutragen". sagte Houn Kosal, Koordinator des Caritas-Projekts in Battambang. Unter den zur Verfügung gestellten Hilfsmitteln und Geräten befinden sich 20 Rettungsboote, 115 Schwimmwesten, 500 blaue Zelte, 500 Moskitonetze und 500 Decken.
Nach Angaben von Regierungsbehörden starben aufgrund starker Regenfälle und Sturzfluten, die am 17. Oktober begannen mindestens 24 Menschen und Zehntausende mussten aus ihren Häusern fliehen. Fast 60.000 Häuser und 240.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche wurden überflutet. Insgesamt sind 45.000 Menschen in 19 Provinzen und Städten, einschließlich der Hauptstadt Phnom Penh, betroffen waren, und fast 8.000 Familien mussten evakuiert werden.
Unterdessen besuchte auch der kambodschanische Premierminister Hun Sen am 19. Oktober Vertriebene in einer Unterkunft in Phnom Penh und verteilte Decken und Lebensmittel. Prognosen zufolge wird es in den meisten Teilen des Landes und auch in anderen südostasiatischen Ländern wie Vietnam und den Philippinen noch einige Tage lang weiter heftig regnen.

 

ASIEN/HEILIGES LAND - #PeacefulHarvest: Weltkirchenrat unterstützt Olivenernte in Palästina

 

Nablus (Fides) – Der Weltkirchenrat (World Council of Churches, WCC ), die garantieren soll, dass palästinensische Familien zur Olivenerntezeit nicht durch politische oder militärische Hindernisse beeinträchtigt werden, die ihnen den Zugang zu ihren Olivenhainen erschweren oder unmöglich machen kann. In dieser Jahreszeit - heißt es in dem von dem ökumenischen Organismus auf den Weg bebrachten Aufruf – kommen ganze palästinensische Familien, in den Olivenhainen zusammen um dort tagelang harte Arbeit zu eisten. “Ihre Olivenbäume, die manchmal mehrere hundert Jahre alt sind, erzählen Geschichten von Ausdauer, Bodenhaftung und Belastbarkeit”, heißt es in dem Appell, „Lachen und Essen werden unter den Bäumen geteilt. Es ist eine Zeit der Freude, aber auch eine schwierige Zeit für viele Palästinenser, die unter israelischer Besatzung leben". Der Appell beklagt "Verkehrsbeschränkungen, verweigerter Zugang zu Land, Abriss landwirtschaftlicher Gebäude, Bau von Siedlungen und gewaltsame Angriffe und Belästigungen durch extremistische Siedler, die das Leben palästinensischer Bauern und ihre Familien beeinträchtigen" und sie dieses Jahr aufgrund der Einschränkungen infolge der COVID 19-Pandemie noch anflälliger mache, die auch viele der israelischen und internationalen Friedensaktivisten, die normalerweise die Olivenernte in Palästina untrestützen, daran hindern, vor Ort zu sein.
Unter dem Hashtag #PeacefulHarvest sollen palästinensische Bauern auch durch die Nutzung sozialer Netzwerke für die Verbreitung von Informationen und aktuellen Nachrichten über den konkreten Fortschritt der Olivenernte, unterstützt werden.
Anfang Oktober besetzte eine Gruppe von Siedlern palästinensische Landwirtschaftsflächen in der Nähe von Nablus. Die Siedlergruppe baute unter dem Schutz der Armee eine Verbindungsstraße mit einer nahe gelegenen Kolonie sowie Stromleitung und Wasserversorgungsleitungen. Als erstes fällten die Siedler die Olivenbäume in den angrenzenden Gebieten.
Berichten des palästinensischen Dokumentationszentrums zufolge haben die israelischen Militärbehörden im Zusammenhang mit dem Beginn der Olivenernte bereits 63 Anordnungen erlassen, die den Zugang zu palästinensischen Olivenhainen verbieten.

 

AMERIKA/MESSICO - Corona-Pandemie: Feiern und Gottesdienste zu Ehren der Gottesmutter von Guadalupe abgesagt

 

Mexiko-Stadt (Fides) – Die traditionellen Feiern und Gottesdienste zu Ehren der Lieben Frau von Guadalupe am 11. und 12. Dezember finden dieses Jahr nicht statt. Dies teilte der Rektor der Marienbasilika, Pfarrer Salvador Martinez. Dem Erzbischof von Mexiko-Stadt, Kardinal Carlos Aguiar Retes, mit.
Vom 9. bis 12. Dezember kommen zum Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe etwa zehn Millionen Pilger zum Heiligtum der Gottesmutter von Guadalupe, die auch als Patronin Amerikas verehrt wird, auf den Tepeyac-Hügel.
Nach Angaben derLeitung der Basilika von Guadalupe und der Verwaltung der Hauptstadt wurde am 12. Dezember 2019 ein Zustrom von rund 10 Millionen Pilgern aus aller Welt vermeldet. Damit war das Marienheiligtum erneut der Wallfahrtsort mit den meisten Besuchern pro Jahr: rund 20 Millionen innnerhalb von wenigen Tagen.
Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, laden die Veranwortlichen des Heiligtums in diesem Jahr 2020 zusammen Kardinal Aguiar Retes und der mexikanischen Bischofskonferenz dazu ein, das Fest in den Pfarrgemeinden und Stadtvierteln oder auch zuhause in der Familie zu feiern.
Am Ostersonntag, dem 12. April 2020, fand im Heiligtum von Guadalupe, ein Akt der Weihe an die „selige Jungfrau Maria unter dem Titel Unserer Lieben Frau von Guadalupe mit Blick auf die Ausbreitung von Covid-19 in aller Welt" statt. Die Messe unter dem Vorsitz von Kardinal Carlos Aguiar Retes, Primas von Mexiko, wurde von Radio- und Fernsehsendern und digitale Plattformen übertragen. Neben den Ländern Lateinamerikas und der Karibik schlossen sich auch die Ortskirchen der Vereinigten Staaten, Kanadas und der Philippinen der Weihe an. Die Übetragung wurde allein auf Facebook gleichzeitig von fast vierzigtausend Menschen mitverfolgt.
Angesichts der sich immer noch ausbreitenden Pandemie rief der Rektor der Basilika in Zusammenarbeit mit den an die Basilika angrenzenden Diözesen, von denen aus die Wallfahrer sich auf den Weg machen zu lokale Feierlichkeiten auf, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dabei sollen auch virtuelle Initiativen in sozialen Medien gefördert werden.

 

AMERIKA/ARGENTINIEN - Virtuelles Treffen der Volksbewegungen: Land, Wohnung, Arbeit und „Fratelli tutti“ stehen im Mittelpunkt

 

Buenos Aires (Fides) - Vor etwas mehr als sechs Monaten schrieb Papst Franziskus angesichts von „Angst und Schwierigkeiten" infolge der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie einen Brief an die Volksbewegungen in aller Welt. In seinem Schreiben prangerte Papst Franziskus an, dass einfache Arbeiter "von den Vorteilen der Globalisierung ausgeschlossen" wurden, aber nicht vor ihrem Schaden verschont bleiben, und ermutigte alle, den Kampf um Land, Wohnung und Arbeit fortzuführen. Der Papst betonte, es sei Zeit für ein Grundeinkommen für diejenigen, die nicht arbeiten können und nicht in der Lage sind, den Auswirkungen dieser Gesundheits-, sozio-ökologischen und wirtschaftlichen Krise zu "widerstehen". Am Ende des Briefes lud der Papst dazu ein, gemeinsam mit ihm "über das Projekt der integralen menschlichen Entwicklung, das wir anstreben" für die Zeit nach der Krise nachzudenken.
In diesem Zusammenhang laden die Volksbewegungen und das Vatikanische Dikasterium zur Förderung der integralen menschlichen Entwicklung am Samstag, den 24. Oktober, von 14:00 bis 18:00 Uhr (Ortszeit in Rom) zum Dialog im Rahmen einer Videokonferenz ein, die live in sozialen Medien übertragen wird. Dabei stehen drei Themen im Mittelpunkt: Die Zeit nach der Pandemi im Schlüssel des Rechts auf Land, Wohnung und Arbeit; die neueste Enzyklika "Fratelli tutti" von Papst Franziskus aus Sicht der Volksbewegungen; und der Beitrag der Volksbewegungen zu der für November gepalnten Initiative "The Economy of Francesco".
Im Rahmen der Videokonferenz sollen auch Aktionen vorgestellt werden, die die Volksbewegungen während der Pandemie entwickelt haben. Ebenfalls vorgestellt wird das Bildungsprojekt der Lateinamerikanischen Universität der Peripherien (ULPe). An der Konferenz nehmen Kardinal Michael Czerny und Kardinal Peter Turkson, Unterstaatssekretär und Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der integralen menschlichen Entwicklung, sowie eine Vertretung der Volksbewegungen der Unión de Trabajadores de la Economía Popular - UTEP (Argentinien), der Bewegung La Vía Campesina (Brasilien), der Initiative Slum Dwellers (Indien) und des Movimiento Mundial de Trabajadores Cristianos (MMTC) teil. Frühere Welttreffen der Volksbewegungen fanden in Rom (2014), Bolivien (2015) und ernet in Rom (2016) statt.

 

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Weitere Informationen -> www.movpop.org

 


Bergkarabach-Konflikt: SOS-Kinderdorf Ganja in Aserbaidschan evakuiert

 

(München/sos) - Nach der Eskalation des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan und dem schweren Raketenangriff auf die aserbaidschanische Stadt Ganja, musste das dortige SOS-Kinderdorf evakuiert wird. Die 50 Kinder und ihre Betreuerinnen wurden mit Bussen aus der Gefahrenzone gebracht und sind nun sicher im 360 Kilometer entfernten SOS-Kinderdorf Baku untergekommen. "Die Kinder sind traumatisiert und werden von unseren Psychologen betreut", sagt Tom Malvet, zuständig für die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Osteuropa und dem Mittleren Osten. Unmittelbar in der Nähe des Kinderdorfs Ganja war es zu Raketeneinschlägen gekommen, eine Einkaufspassage sei völlig zerstört worden.

 

Halida Telmanova, die als SOS-Kinderdorf-Mutter fünf Jungen und Mädchen betreut, erzählt: "Wir sind mitten in der Nacht von einer Explosion aufgewacht. Das ganze Haus hat gewackelt. Die Kinder haben geweint und hatten große Angst. Seit Beginn der Kämpfe haben wir alle zusammen in einem Raum geschlafen - in unserer Alltagskleidung, damit wir jederzeit fliehen können." Auch nach der Evakuierung seien die  Jungen und Mädchen noch sehr verängstigt.

 

Seit der Konflikt um die Region Bergkarabach Ende September erneut ausgebrochen ist, sind nach Angaben der SOS-Kinderdörfer bereits 20.000 Kinder, Frauen und alte Menschen vertrieben und 500 Menschen getötet worden, darunter auch Kinder. Außerdem sind Krankenhäuser, Schulen, hunderte von Häusern und Straßen zerstört worden.

 

Auch auf armenischer Seite könnte es nach Angaben der Hilfsorganisation zu einer Evakuierung des SOS-Kinderdorfs Ijevan kommen. Es liegt 18 Kilometer von der Grenze entfernt und es sei nicht auszuschließen, dass die Kampfhandlungen in diese Region vordringen.

 

Die Hilfsorganisation leitet derzeit auf beiden Seiten der Grenze Nothilfe-Maßnahmen ein. In Armenien sollen 3.000 Kinder und ihre Familien unterstützt werden. Im armenischen Kinderdorf Kotayk seien bereits 57 Jungen und Mädchen aufgenommen worden, die ihr Zuhause verloren haben.


Diakonie Katastrophenhilfe zur internationalen Geberkonferenz

Rohingya: Weggesperrt und der Pandemie schutzlos ausgeliefert

Rohingya * Geberkonferenz * Bangladesch * Corona

(Berlin/dkh) - Das Schicksal der nahezu eine Million geflüchteten Rohingya in Bangladesch gerät während der globalen Pandemie zunehmend in Vergessenheit. Die Diakonie Katastrophenhilfe ruft zum Start einer internationalen Geberkonferenz dazu auf, mehr Hilfe für die Flüchtlinge und die Gastgemeinden vor Ort zu leisten. „Kaum jemand spricht aktuell noch über die Rohingya. Als Staatenlose sind sie der grundlegendsten Menschenrechte beraubt, und kein Staat der Welt fühlt sich für sie zuständig“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Das Vergessen hat Methode, alle scheinen damit zufrieden, dass die Rohingya in Camps von der Weiterwanderung abgehalten werden. Schon seit drei Jahren fristen sie ein Dasein im ‚Nirgendwo‘ –  und eine politische Lösung ist nicht in Sicht.“ Diese Ausgrenzung sei an sich schon skandalös genug. Hinzu komme aber noch die fehlende finanzielle Ausstattung der Nothelfer und die Bedrohung durch Covid-19 in den überbelegten Flüchtlingscamps.
Die EU richtet gemeinsam mit dem UNHCR, den USA und Großbritannien am heutigen Donnerstag eine internationale Geberkonferenz aus. Die UN sehen einen Hilfsbedarf von etwa einer Milliarde US-Dollar, um den dringendsten humanitären Bedarf der Geflüchteten zu decken. Bislang wurde davon aber weniger als die Hälfte bereitgestellt. „Diese immense Finanzierungslücke ist ein Indiz für das geringe Interesse der Weltgemeinschaft am Schicksal dieser Menschen“, kritisiert Füllkrug-Weitzel. „Diese Gelder werden dringend benötigt, um das Überleben hunderttausender Menschen zu sichern.“
Drei Jahre nachdem fast eine Million Menschen aus Myanmar fliehen mussten, leben noch immer etwa 860.000 Flüchtlinge in Kutupalong, dem aktuell größten Flüchtlingscamp der Welt, weitere Zehntausende in unzähligen kleineren Lagern im Distrikt Cox’s Bazar. Die Lebensbedingungen haben sich durch groß angelegte Hilfsprogramme von lokalen und internationalen Hilfsorganisationen zwar etwas verbessert, dennoch bleibt die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln, aber auch mit Hygiene-Artikeln und Propangas zum Kochen schwierig. Die Menschen leben weiterhin auf extrem engem Raum. Sie vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen, ist unter diesen Umständen kaum möglich.
Auch das Gastland Bangladesch, ohnehin eines der ärmsten Länder der Welt, kämpft mit der Corona-Krise. Ein monatelanger Lockdown hat die geringen Erwerbsmöglichkeiten – etwa für Tagelöhner – weiter stark eingeschränkt. Es besteht die akute Gefahr, dass Armut und Hunger landesweit dramatisch zunehmen. Besonders gravierend ist die Situation in Cox’s Bazar, einer der am wenigsten entwickelten Regionen in Bangladesch. „Es ist wichtig, auch den Menschen in der gastgebenden Region in Bangladesch zu helfen. Sie tragen einen großen Teil der Last der Flüchtlingsaufnahme und müssen dabei auch selbst mehr Unterstützung erfahren“, sagt die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks.  
Die Diakonie Katastrophenhilfe ist seit Beginn der Krise 2017 in den Camps in Bangladesch aktiv. Das Hilfswerk versorgt in Zusammenarbeit mit seinen lokalen Partnern die bedürftigen Menschen unter anderem mit Trinkwasser und Gas zum Kochen, um weitere Umweltzerstörungen durch Abholzungen zur Brennstoff-Gewinnung zu vermeiden. Der Bau von Latrinen und Abfallsammelstellen hat die Hygiene in den beengten Camps spürbar verbessert. Ein weiteres Hilfsprojekt bietet Kindern und Jugendlichen geschützte Räume für Schul- und Freizeitaktivitäten. Diese Schutzräume sind Corona-bedingt bis auf Weiteres geschlossen, sodass die Jugendlichen aktuell in ihren Unterkünften aufgesucht und betreut werden.   

 


In Sierra Leone sterben Menschen schon an Karies

Armut ist weltweit die Krankheitsursache Nummer eins

Foto: ora
Foto: ora

 

(Berlin/ora) - Das Berliner Hilfswerk ora Kinderhilfe international e. V. weist darauf hin, dass trotz aller Gefahr durch die gegenwärtige Corona-Pandemie die meisten Menschen weltweit krank werden, weil sie arm sind. Denn Gesundheit ist ein teures Gut, das sich weltweit mehr als eine Milliarde Menschen nicht leisten können.

 

Etwa jeder achte Mensch auf der Erde lebt in extremer Armut, das heißt, er hat weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung. Im Alltag bedeutet dies, „ohne Geld zu leben". Das zwingt die Menschen dazu, unter Bedingungen zu wohnen, die sie krank machen. Sie haben keinen festen Wohnsitz oder leben in Slums unter Bedingungen, die ebenso beengt wie unhygienisch sind. Sie haben kein sauberes Trinkwasser, keine Sanitäranlagen und keine Möglichkeit, sich zu waschen und ihre Kleidung zu reinigen. Gerade jetzt in der Corona-Pandemie fehlt es ihnen an Wasser und Seife, um sich wenigstens die Hände waschen zu können. Verstärkt wird das Problem dadurch, dass es gerade in den ärmsten Ländern meist nur eine unzureichende Gesundheitsversorgung gibt. Es gibt kaum Ärzte und kein Krankenversicherungssystem. Als Folge davon verarmen mehr als 100 Millionen Menschen jährlich, weil sie sich für eine dringende gesundheitliche Versorgung verschuldet haben.

 

Die gegenwärtige Corona-Pandemie verschärft das Problem gleich doppelt. Wie der aktuelle Weltarmutsbericht der Weltbank aufzeigt, werden 2020 bis 115 Millionen Menschen neu in Armut gestürzt. Konnten sie sich bisher einigermaßen selbst versorgen, stehen sie nun in der Gefahr, sich mit der rasch ausbreitenden Krankheit Covid-19 anzustecken und dadurch zu verarmen. Selbst wenn sie nicht erkranken, ist die Wahrscheinlichkeit zu verarmen sehr hoch. Die wirtschaftlichen Rezessionen, die besonders im Globalen Süden um sich greifen, erhöhen das Armutsrisiko für viele Millionen Menschen. Dann sind sie gesundheitlich ebenfalls extrem gefährdet.

 

Schon das Fehlen von Kleinigkeiten hat oft dramatische Folgen

 

Armut führt dazu, dass es selbst an den einfachsten Dingen fehlt, um Krankheiten zu verhindern. Das Fehlen von Moskitonetzen bedingt, dass Malaria nach wie vor neben HIV und Tuberkulose eine der drei größten Armutskrankheiten weltweit ist. 90 Prozent aller Malariatoten stammen aus Afrika.

 

"Selbst Kleinigkeiten wie eine Zahnbürste und Zahnpasta können sich die Familien oft nicht leisten", sagt Carmen Schöngraf, Geschäftsführerin von ora Kinderhilfe international e. V. "Das hat verheerende Folgen. In einem Land wie Sierra Leone sterben immer noch Menschen an Karies, an verfaulten Zähnen." Das liegt auch daran, dass es in dem westafrikanischen Land praktisch keine zahnärztliche Versorgung gibt. "Deshalb legen wir in unseren Projekten in Sierra Leone ganz besonderen Wert auf die Mundhygiene der Kinder. Dank unserer Patinnen und Paten in Deutschland sind alle Kinder krankenversichert, alle haben Zahnbürsten und Zahnpasta und die Jungen und Mädchen werden regelmäßig ärztlich untersucht." Das ist nicht nur ein wichtiger Beitrag für die gesunde Entwicklung der Kinder. Es ist auch eine höchst sinnvolle wirtschaftliche Investition. Denn laut Weltgesundheitsorganisation verursachen Krankheiten in Afrika jedes Jahr einen Verlust von 2,4 Billionen Dollar.

 

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 22.10.2020

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Weltmissionssonntag 2020: Diözese Yopougon entsendet Laien in die Mission

 

Abidjan (Fides) - "Als Christen und Gesandte sind wir in unserem jeweiligen Umfeld die Stimme Jesu Christi", so Pfarrer Harold Kouakou am Sonntag, dem 18. Oktober, in seiner Predigt anlässlich der Feier des Weltmissionssonntages in der Diözese Yopougon.
Der stellvertretende Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke von Yopougon forderte die Gläubigen, die in großer Zahl anwesend waren auf, sich über ihre missionarische Verpflichtung und die eigene Christusnachfolge zu befragen.
„In der Mission werden wir auf Schwierigkeiten und Missverständnisse aller Art stoßen. Und wir werden uns fragen: Herr, wo bist du? Doch nur wenn wir sagen „Hier bin ich, sende mich“, werden wir sehen ob wir wirklich bereit sind, unserer Berufung zu folgen“, unterstrich er.
Pfarrer Wilfried Bogui, Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke von Yopougon entsandte am Ende der Messe, die er anlässlich des Sonntags der Weltmissionen in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von der Verkündigung von Yopougon im Namen von Bischof Jean Salomon Lézoutié leitete, die Laien und Pastoralarbeiter der Diözese in die Mission.
In seiner Ansprache am Ende der Messe dankte Flore Kouandé, Präsidentin des Diözesanrates der Laien, dem Pfarrer der Diözese Yopougon, Präslat Jean Salomon Lézoutié, den Vertretern der Päpstlichen Missionswrke und den Kaplänen der Bewegungen, Verbände und Gebetsgruppen für ihre Begleitung in der Mission und ermutigten die Laien, ihre Aktivitäten wieder aufzunehmen, wobei sie an das Wesen der Mission erinnerten: "Wir alle sind dank der Taufe …. dazu berufen den guten Samen durch unser Apostolat als Einzelperson oder in Gruppen und Vereinen zu verkünden und zwar durch unser Zeugnis im wirklichen Leben."
Dem Gottesdienst zur Feier des Weltmissionssonntags und der Entsendung der Laien in die Mission ging am Vortag, dem 17. Oktober, eine Gebetswache in der Pfarrei Saint Mathieu in Yopougon Cité Verte voraus, in deren Mittelpunkt ebenfalls das Thema "Hier bin ich, sende mich, um deinem Willen zu folgen“ stand.

 

AFRIKA/ÄGYPTEN - Zahl der rechtlich anerkannten christlichen Kirchen steigt auf 1738

 

Kairo (Fides) - Die ägyptische Regierung hat kürzlich ein neues Dekret erlassen, mit bestätig wird, dass weitere 45 Kirchen und 55 angeschlossene Gebäuden dem geltenden Bestimmungen für den Bau christlicher Kultstätten entsprechen. Damit steigt die Anzahl der Kirchen und kirchlichen Gebäude, die seit dem Prozess der "Legalisierung" von Kirchen der Vergangenheit ohne die erforderlichen Genehmigungen gebaut wurden, auf insgesamt 1738.
Die Häufigkeit der Sitzungen der zuständigen Behörden, bei denen die Verfahren genehmigt werden, die eine vollständige Übereinstimmung der christlichen Kirchen mit den Normen für den Bau solcher Gebäude bestätigt wird, stellt die Entschlossenheit unter Beweis, mit der die ägyptischen Behörden das Projekt der Legalisierung der in der Vergangenheit errichteten Kirchen vorantreiben will.
Der Prüfungs- und Legalisierungsprozess begann mit der Verabschiedung des neuen Gesetzes über den Bau und die Verwaltung von Kultstätten, das am 30. August 2016 vom ägyptischen Parlament ratifiziert wurde. Seitdem ist der zuständige Regierungsausschuss 17 Mal zusammengetreten und bei jeder Sitzung wurden weitere Genehmigungen zur Legalisierung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden erteilt, die bisher aus rechtlicher Sicht ganz oder teilweise als illegal angesehen wurden.
In den letzten Jahrzehnten wurden im gesamten ägyptischen Gebiet viele Kirchen und Kapellen spontan gebaut, ohne alle erforderlichen Genehmigungen. Noch heute werden diese Gebäude, die von örtlichen christlichen Gemeinden ohne gesetzliche Genehmigung errichtet wurden, von Zeit zu Zeit von islamistische Gruppen als Vorwand für sektiererische Gewalt verwendet.
Das Gesetz über Kultstätten vom August 2016 stellte für die christlichen Gemeinden in Ägypten somit einen objektiven Fortschritt dar, verglichen mit den sogenannten "10 Regeln", die seit 1934 galten und unter anderem den Bau neuer Kirchen in der Nähe von Schulen, Kanälen, Regierungsgebäuden, Eisenbahnen und Wohngebieten untersagten. In vielen Fällen hatte die strikte Anwendung dieser Regeln den regulären Bau von Kirchen in von Christen bewohnten Städten verhindert, insbesondere in ländlichen Gebieten Oberägyptens.

 

AFRIKA/D.R. KONGO - Rund 300 Insassen des Gefängnisses in Kangbayi auf der Flucht: „Die Menschen haben Angst“

 

Kinshasa (Fides) - Während eines Überfalls einer Gruppe bewaffneter Männer um 4 Uhr morgens auf das Zentralgefängnis von Kangbayi in Beni im Norden von Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo gelang am heutigen 20. Oktober mehr als 300 Insassen die Flucht.
Wie ein Vertreter des Zentrums für Studien zur Förderung von Frieden, Demokratie und Menschenrechten ( CEPADHO) einer lokalen NGO, die seit Jahren die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung in der Region beobachtet, betont gehören zu den Flüchtigen „Mitglieder verschiedenen bewaffneten Gruppen, wie der ADF, aber auch der Mai-Mai und anderen Formationen an. "Die Bevölkerung hat Angst, weil sie befürchtet, dass diese Menschen die Verbrechen wiederholen könnten, für die sie inhaftiert wurden", berichtet der Vertreter der CEPADHO gegenüber Fides.
Laut einem Bericht des Menschenrechtsbüros der Vereinten Nationen (UNJHRO), der zusammen mit der Mission der Vereinten Nationen in der Demokratischen Republik Kongo (MONUSCO) und dem Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte erstellt wurde (OHCHR) gab es zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Januar 2020 insgesamt 397 Fälle von Menschenrechtsverletzungen, die der ADF zuzuschreiben sind. Dabei wurden mindestens 1.154 Menschen getötet, darunter 235 Frauen und 166 Kinder (vgl. Fides 8/7/20020).
Die Rebellen der ADF sollen sich dem Islamischen Staat in Zentralafrika angeschlossen haben (vgl. Fides 18/6/2019), aber nach Ansicht verschiedener lokaler Beobachter, verbergen sich hinter den Aktion dieser Bewegung und der vielen anderen in der Region aktiven Gruppen Interessen im Zusammenhang mit illegaler Ausbeutung der enormen Bodenschätze der Region (siehe Fides 23/3/2017).

 

ASIEN/SÜDKOREA - Vorsitzender der Bischofskonferenz lehnt Änderung des Abtreibungsgesetzes ab und fordert Recht auf Gewissensverweigerung

 

Seoul (Fides) - "Abtreibung ist inakzeptabel. Die Kirche wird immer das menschliche Leben schützen, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Deshalb hoffen wir, dass die koreanische Regierung eine Verweigerung aus Gewissensgründen gegen das Abtreibungsgesetz zulässt", so der neu gewählte Vorsitzende der Koreanischen Bischofskonferenz, Bischof Mathias Lee Yong-hoon von Suwon, der bei der jüngsten Herbstversammlung der Bischofe (12. bis 15. Oktober) in dieses Amt gewählt wurde. Der Bischof, der bisher Präsident der Bioethikkommission der Bischofskonferenz war, äußert sich damit zur Debatte über Änderungen des Abtreibungsgesetzes, die derzeit im koreanischen Parlament läuft: "Der Schutz der Würde des menschlichen Lebens und das unveräußerliche Recht auf Leben und Menschenwürde sind Werte, die nicht kompromittiert werden dürfen" bekräftigt er. Aufgrund dieser Überzeugung bat der Bischof die Zivilbehörden um die Anerkennung einer Verweigerung aus Gewissensgründen: "Das Recht auf Verweigerungen aus Gewissensgründen ermöglichen es Ärzten und Krankenschwestern, die von ihren Patienten angeforderten Abtreibungen abzulehnen. Beschäftigte im Gesundheitswesen sollten nicht Gefahr laufen bestraft, zu werden, wenn sie sich weigern eine Abtreibung durchzuführen".
Kürzlich kündigte die Regierung die Überarbeitung des Abtreibungsgesetzes an, wobei sowohl der so genannte "Criminal Act“ als auch das "Mother and Child Health Act“ geändert werden soll: Die Änderung sollen Abtreibungen legalisieren, die innerhalb der ersten 14 Wochen der Schwangerschaft durchgeführt werden. Abtreibungen für schwangere Frauen zwischen 15 und 24 Wochen werden ebenfalls unter "bestimmten Bedingungen" legalisiert, beispielsweise bei medizinischen, wirtschaftlichen oder sozialen Gründen sowie bei Vergewaltig.
Der Gesetzentwurf, der der Nationalversammlung am 7. Oktober vorgelegt wurde, hebt das 1953 verhängte vollständige Verbot von Abtreibungen auf. Die Ankündigung des Gesetzentwurfs - der zum ersten Mal den freiwilligen Schwangerschaftsabbruch im Land ermöglichen würde – abgesehen von seltenen Ausnahmen, die 1973 eingeführt wurden – wurde auf den Weg gebracht, nachdem das Verfassungsgericht im vergangenen Jahr entschieden hatte, dass die Kriminalisierung der Abtreibung einen Verstoß gegen die Verfassung darstellt.
Die christlichen Kirchen in Korea haben unterdessen eine Kampagne gegen die vorgesehene Gesetzesänderung gestartet. Der neue Vorsitzende der katholischen Bischöfe fügte hinzu, dass "ein besseres Korea nur dann entsteht, wenn man das Leben und die Kultur des Lebens respektiert". Song Young-chae, ein christlicher Universitätsprofessor, sagt: "Die Abtreibung widerspricht meinen religiösen Werten, aber auch den koreanischen Werten und denen unseren Vorfahren und der Gesellschaft. Koreaner sollten immer einen höchsten Wert auf das menschliche Leben legen, auch wenn es noch nicht geboren wurde".
Nach geltendem Recht kann eine koreanische Frau bis zu einem Jahr Gefängnis oder mit einer Geldstrafe von bis zu 2 Millionen Won (ca. 1.700 US-Dollar) für eine Abtreibung bestraft werden, während ein Arzt oder ein Angestellter im Gesundheitswesen, der die Abtreibung vornimmt, zu bis zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt werden kann.
Die Regierung begründet die Notwendigkeit der Gesetzesänderung auch ausgehend von einigen vom Gesundheitsministerium vorgelegten Daten vorgelegt: 30 von 1.000 koreanische Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren ließen 2005 eine illegale Abtreibung vornehmen und diese Daten platzierten Südkorea unter den ersten drei Länder für Pro-Kopf-Abtreibungen in der Welt, nur hinter Russland und Vietnam. Laut Meinungsumfragen sind heute 75% der Südkoreaner dafür, das absolute Abtreibungsverbot aufzugeben. Südkorea hat eine Geburtenrate von 1,1 Geburten pro Frau und liegt damit deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 2,4, wie aus dem Bericht 2020 des UN-Bevölkerungsfonds hervorgeht.

 

ASIEN/THAILAND - Jugendproteste setzen sich fort: Forderungen nach mehr Demokratie werden laut

 

Bangkok (Fides) – Am sechsten Tag in Folge kommt es in Bangkok und anderen Städten Thailands zu Straßendemonstrationen: seit dem 15. Oktober versammelten sich die Demonstranten jeden Nachmittag fortgesetzt, nachdem die Polizei die Anführer des Protestes festgenommen und das Nachtlager der Demonstranten vor dem Regierungsgebäude in Bangkok aufgelöst hatte. Um Dissens zu unterdrücken, hatte Premier Prayut Chan-o-cha ein Dekret erlassen, das den aufgrund der Covid-19-Pandemie bereits bestehenden Ausnahmezustand verschärft. Nachdem das Dekret am 16. Oktober von der Exekutive genehmigt worden war, setzte die Polizei Wasserwerfer ein, um die am Nachmittag im Stadtzentrum versammelte Menge zu zerstreuen. Die Bilder gingen um die Welt und an den folgenden Tagen konnten die Straßendemonstrationen ohne Eingreifen der Sicherheitskräfte stattfinden, obschon es zu weiteren Verhaftungen kam. Nach Ansicht mehrerer Beobachter ist die Regierung unentschlossen zwischen der Verhängung härterer Maßnahmen (Ausgangssperre oder sogar Kriegsrecht) und einem weniger strikten Vorgehen, für das man sich derzeit entschieden hat. Am heutigen 20. Oktober, wird die Regierung über die Einberufung einer Sondersitzung des Parlaments beraten, um die Eskalation des Konflikts zwischen den Demonstranten und der Regierung von Premierminister Prayut Chan-o-cha zu erörtern, dessen Rücktritt die Protestbewegung fordert.
Die Demonstration vom 19. Oktober, die an drei verschiedenen Punkten der Hauptstadt stattfand, endete friedlich um sieben Uhr abends, als sich die Versammlungen spontan auflösten. Am Sonntag, dem 18. Oktober, hatten sich die Demonstranten in zwei anderen Bereichen der Stadt versammelt (Victory Monument a Asok-Kreuzung), während die Demonstranten am Tag zuvor in fünf verschiedene Stadtteilen organisiert wurden. Die Demonstranten verabreden sich über sozialen Medien im letzten Moment, um zu verhindern, dass die Polizei den Zustrom blockiert. Die Polizei war jedoch bereits zuvor angewiesen worden, nicht einzugreifen, während die Proteste in fast zwei Dutzend thailändischen Städten fortgesetzt werden und Großdemonstrationen mit Zehntausenden junger Menschen in der Hauptstadt stattfinden.
Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Premierministers, eine Reform der Verfassung, die auch die Zusammensetzung des Senats ändert, und eine Änderung der ersten beiden Kapitel der Verfassung in Bezug auf die Rolle der Monarchie. Die Demonstrationen begannen bereits im vergangenen Februar und nahmen im August erneut Fahrt auf. In der Zwischenzeit hat auch die Oppositionspartei Pheu Thai das Gericht gebeten, das am vergangenen Donnerstag vom Premierminister erlassene Dekret über die Verschärfung des Ausnahmezustands aufzuheben.
In Thailand sind Protestbewegungen nichts Neues: In den letzten zehn Jahren gab es mehrere Demonstrationswellen sowie einen Militärputsch. Aber bei dieser jüngste Kampagne des Protests gibt es eine Neuigkeit: Sie besteht hauptsächlich aus Studenten und jungen Arbeitnehmern und die Bewegung stellt sowohl die Macht der vom Militär unterstützten Regierung als auch die traditionell verehrte Monarchie in Frage und bringt damit demokratische Forderungen der thailändischen Zivilgesellschaft ans Licht.

 

ASIEN/INDIEN - “We Stand with Stan”: Kampagne zur Freilassung eines verhafteten Jesuitenpaters

 

New Delhi (Fides) - "Wir werden unerbittlich sein, bis Pater Stan Swamy und alle fälschlicherweise inhaftierten Menschenrechtsaktivisten bedingungslos freigelassen werden. Wir stehen denen nahe, die ihr Leben der Mission widmen, um ein Indien und eine Welt zu schaffen gerechter, freier, menschlicher und brüderlicher ist. Wir werden mit der Kraft des Heiligen Geistes alles Mögliche tun, um diese Mission zu erfüllen“, betont Pater Cedric Prakash, ein Jesuit, der sich für die Förderung der Menschenrechte und die soziale Integration in Indien einsetzt, über die Kampagne, die mit öffentlichen Märschen und in sozialen Medien - unter dem Motto "We Stand with Stan" für die Freilassung von Pater Stan Swamy auf den Weg gebracht wurde. Der 83-jährige Jesuitenpater, der für sein Engagement für die indigenen Völker im nordwestlichen Bundesstaat Jharkhand bekannt war, wurde am 8. Oktober von der National Investigation Agency (NIA) unter schweren Vorwürfen festgenommen, die von dem Ordensmann selbst und der indischen Kirche dementiert wurden: er soll Mitglied der maoistischen bewaffneten Partei sein und sich des Aufruhrs und des Terrorismus schuldig gemacht haben. Pater Stan wurde bis zum 23. Oktober in Mumbai in Untersuchungshaft genommen. Seine Verteidiger sagen, er sehe sich "mit erfundenen und manipulierten Beweisen konfrontiert".
Wie seine Mitbrüder mitteilen, setzt sich Pater Swamy seit Jahren für die Verteidigung der Rechte der Adivasis (Ureinwohner), insbesondere im Hinblick auf die Frage des Anspruchs auf ihr angestammten Land, ein und versucht sie vor wirtschaftlichen Interessengruppen zu schützen, die ihre Gebiete nutzen wollen. Zwei Tage vor seiner Verhaftung hatte Pater Stan Swami hatte über das Schicksal der Adivasis im Gefängnis berichtet und die Verhaftung von Tausenden junger Indigenen angefochten, die als "Maoisten" bezeichnet wurden, nur weil "sie die ungerechte Entfremdung und Entwurzelung aus der eigenen Heimat in Frage stellen und sich ihr widersetzen". Dies könnte nach Ansicht der Verteidiger der eigentliche Grund für die Verhaftung des Priesters sein.
Pater Prakash erinnert daran, dass 16 weitere Personen in den letzten Wochen wegen ähnlicher Anschuldigungen festgenommen wurden, darunter die bekannten Menschenrechtsaktivsten Arun Ferreira und Sudha Bharadwaj, beide Anwälte, sowie die Schriftsteller Vernon Gonsalves und Varavara Rao. Pater Prakash warnt: "Die Menschenrechtsalge und die Situation der Menschenrechtsschützer spitzt sich zu. Zivilgesellschaftliche Gruppen und Einzelpersonen werden fortwährend von den Behörden eingeschüchtert. Man kann sagen, dass man versucht Indiens lebendige Zivilgesellschaft auf systematische Weise auszurotten. Aber was auch immer passiert, unsere Kampagne wird unvermindert fortgesetzt."

 

AMERIKA/CHILE - Kirchen in Flammen: Bischöfe fordern Distanzierung von irrationaler Gewalt

 

Santiago (Fides) - Das Feuer, das zur völligen Zerstörung der wenige Meter von der zentralen Piazza Italia entfernt Kirche La Asunciòn führte, wurde am Sonntag, den 18. Oktober, dem Jahrestag der Proteste, gelegt. Bei Ausschreitungen und Zusammenstöße mit der Polizei und den Streitkräften gab es dabei Tausende von Verwundeten und 30 Tote. Und die Demonstrationen lösten eine Krise der Regierung unter Sebastián Piñera aus. Die Kirche La Asunciòn wurde vollständig zerstört, einschließlich des Glockenturms, der aufgrund der Flammen in sich zusammen stürzte.
Ein zweiter Brand wurde in der Kirche San Francisco de Borja, der institutionellen Kapelle der Polizei im Zentrum der Hauptstadt gelegt. Eine Gruppe von Männern brach in das Gotteshaus ein, beschädigte die Einrichtung und legte ein Feuer, das die Kirche in Brand setzen sollte. Der Versuch konnte jedoch von den Feuerwehrleuten vereitelt werden. Bei der Aktion kam es zu fünf Festnahmen.
Die Chilenische Bischofskonferenz äußerte sich noch am selben Tag in einer Erklärung. „Die Ereignisse der letzten Stunden in Santiago und anderen Städten in Chile zeigen, dass es für diejenigen, die Gewalt schüren, keine Grenzen gibt. Es kommt dabei leider auch zu Übergriffen, Plünderungen und Anschläge auf Kirchen, sakrale Gebäude, die Gott gewidmet sind und im Dienst der Solidarität gegenüber den Menschen stehen. Es tut uns weh zu sehen, wie eine historische Kirche in Santiago zerstört wird und diese Zerstörung gefeiert wird. Wir drücken unsere besondere Nähe zu den Gemeinden der Gemeinde La Asunción und der institutionellen Kirche der chilenischen Polizei aus. “
„Diese gewalttätigen Gruppen“, so die Bischöfe, „stehen im Gegensatz zu vielen anderen, die friedlich demonstriert haben. Die überwiegende Mehrheit Chiles wünscht sich Gerechtigkeit und wirksame Maßnahmen, um die Ungleichheit zu überwinden. Sie wollen keine Korruption oder Missbrauch mehr, sie erwarten eine anständige, respektvolle und faire Behandlung. Wir glauben, dass diese Mehrheit keine gewalttätigen Aktionen unterstützt oder rechtfertigt, die Einzelpersonen und Familien Schmerzen bereiten und ganze Gemeinschaften schädigen, die nicht mehr sicher in ihren Häusern wohnen oder zur Arbeit gehen können“.
Abschließend ermutigen die Bischöfe die Bürger, an der für Sonntag, den 25. Oktober geplanten Volksabstimmung teilzunehmen: "In Demokratien äußern wir uns mit freier Stimme, nach unserem eigenen Gewissen und nicht unter dem Druck von Terror und Gewalt", heißt es in dem Dokument. „Wir fordern alle auf, in ihrer Familie, bei der Arbeit und in sozialen Räumen einen Beitrag zu leisten, der es uns ermöglicht, uns ausreichend von irrationaler Gewalt zu distanzieren und der bürgerlichen Freundschaft näher zu kommen“, so die Bischöfe.

 

AMERIKA/BRASILIEN - Nationale Jugendtage sollen in Zeiten von Corona zum Teil online stattfinden

Brasilia (Fides) – Infolge der Covid-19-Pandemie wird auch der Nationale Jugendtag (DNJ) 2020 in diesem Jahr in brasilianischen Diözesen anders gefeiert. Zwar ist ein gemeinsamer Termin auf den 25. Oktober festgelegt, doch jede Diözese hat die Möglichkeit, den besten Zeitpunkt zu wählen, um den Jugendtag unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen lokalen Situation zu feiern.
Die Nationalen Jugendtage wurden 1985 von der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) im von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahr der Jugend eingeführt. Laut dem Präsidenten der CNBB-Jugendkommission, Bischof Nelson Francelino Ferreira von Valenca, will der DNJ "das aktive Engagement junger Menschen wecken und fördern, wie es Papst Franziskus im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Christus vivit“ beschreibt. Der Papst vertraut auf junge Menschen, die Kirche setzt auf junge Menschen, auf ihre schöpferische Kraft, auf die Erneuerungskraft der Jugend."
Mit dem Thema "Brüderlichkeit und Leben: Geschenk und Engagement" und dem Motto "Er kam hinzu und ging mit ihnen" (vgl. Lk 24,15) möchte der DNJ 2020 junge Menschen einladen, über das Leben nachzudenken, das das größte Geschenk Gottes ist. Das vorbereitete Material wurde gemeinsam entwickelt und enthält Vorschläge für Lieder, biblische Zitate, Texte, Hinweise auf Websites und Filme, die bei der Organisation der Treffen hilfreich sein können. Es werden auch Begegnungen, das missionarische Rosenkranzgebet der Missionare und die Lectio Divina vorgeschlagen ... Für die Zeit der Pandemie lädt die Jugendkommission auch dazu ein Begegnungen und Initiativen online zu veranstalten.
Unterdessen wurde in der Diözese Santo André der Jugendtag bereits am Samstag, dem 17. Oktober, am Vorabend des Weltmissionssonntags im Rahmen des Monats der Weltmission und der Missionskampagne 2020 mit dem Thema „Leben und Mission“ und unter dem Motto "Hier bin ich, sende mich!" (Jes 6, 8) mit einer online übertragenen Gebetswache gefeiert. Im Rahmen des Jahres der Berufungen der Diözese wurde dabei auch für neue Berufungen zum Priestertum und zum Ordensleben gebetet.


FIDES-NACHRICHTEN - 21.10.2020

VATIKAN - Weltmissionssonntag 2020: Papst Franziskus erinnert an Missionare und Missionarinnen, “die das Evangelium im großen Feld der Welt säen”

 

Vatikanstadt (Fides) – Im Anschluss an das sonntägliche Angelusgebet erinnerte Papst Franziskus am gestrigen 18. Oktober an den Sonntag der Weltmission 2020: „Heute begehen wir den Weltmissionstag unter dem Thema „Hier bin ich, sende mich. Weber von Geschwisterlichkeit“. Dieses Wort ist schön. „Weber“. Jeder Christ ist gerufen, ein Weber von Geschwisterlichkeit zu sein. Das sind in spezieller Weise die Missionare und die Missionarinnen - Priester, Laien, Geweihte - die das Evangelium im großen Feld der Welt säen. Beten wir für sie und geben wir ihnen konkrete Unterstützung… In diesem Zusammenhang möchte ich Gott für die so ersehnte Befreiung des Paters Luigi Maccalli danken, der vor zwei Jahre in Niger entführt worden ist. Wir grüßen ihn mit diesem Applaus. Wir freuen uns auch, weil mit ihm drei weitere Geiseln befreit wurden. Beten wir weiter für die Missionare und Katechisten und auch für die, die in verschiedenen Teilen der Welt verfolgt oder entführt werden“.

 

AFRIKA/ALGERIEN - Mission in Algerien: “Wie ein Krug voller frischem Wasser”

 

Oran (Fides) - "Ich vergleiche die Mission in Algerien, wo ich seit mehr als 10 Jahren lebe, gerne als Krug voller frischem Wasser, das die Liebe Gottes darstellt, mit der wir erfüllt sind, und die Art und Weise, wie sie den Menschen anbieten, denen wir begegnen“, schreibt Schwester Sandra Catapano von der Kongregation der Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von den Aposteln. Die kleine Kirche Algeriens lebt ihre Mission durch die Nähe zum Volk und durch eine Verkündigung im großen Stil. Nähe, Nächstenliebe, Freundschaft, Dialog und das Zeugnis des Lebens werden gehören dazu.
"Dies ist die Evangelisierung, wie wir sie leben, wo das Reden weniger wichtig ist, sondern vielmehr die Präsenz, die in den Ohren unserer muslimischen Schwestern und Brüder viel mehr sagt. Hier ein Beispiel“, fährt Schwester Sandra fort, „eines Tages wurde eine unserer Schwestern von einem Polizisten verhört, der ihr eindringlich Vorwürfe macht: Sie evangelisieren! Die Schwester verteidigt sich, indem sie versichert, dass sie wohl weiß, dass es verboten ist. Sie sei eine einfache Physiotherapeutin. Der Polizist erklärt ihr, dass sie nicht zu predigen brauche, und betonte: Schwester, du evangelisierst allein durch die Tatsache, dass du hier bist!"
Schwester Sandra erklärte, dass sie sich vom ersten Tag ihrer Ankunft in Algerien an berufen fühlte, einfach die Liebe Gottes an diese Brüder und Schwestern weiterzugeben. „Wir sind in der Diözese Oran an der Grenze zu Marokko. Die Kirche besteht aus interkulturellen Gemeinden mit Universitätsstudenten aus den Ländern südlich der Sahara, gemischten Paaren, Migranten, Ordensleuten, Priestern und Freiwilligen. Unser Institut ist hier mit einer einzigen Gemeinschaft vertreten, die sich aus Schwester Lydia, einer nigerianischen Krankenschwester und Hebamme, Schwester Philippine aus Togo, Katechistin, und mir, als Krankenschwester, zusammensetzt. Das Haus unserer Gemeinschaft liegt im äußersten Westen der Diözese und unsere Pfarrei ist 15 km von unserem Haus entfernt. Es gibt hier viele Jugendlichen aus den Ländern südlich der Sahara mit anderen christlichen Konfessionen, und so feiern wir alle drei Wochen eine ökumenische Feier anstelle der Messe. Dies schafft eine größere, sichtbare und positive Einheit auch für die muslimische Nachbarschaft."
Die Missionarin betont, dass die Mitglieder ihre Ordensgemeinschaft auf dem Gebiet mit einer Fläche von etwa 1.500 km², in dem sie arbeiten, die einzigen Ordensfrauen sind die Schulungs- und Alphabetisierungsinitiativen für Frauen, Französisch- und Englischkurse, häusliche Krankenpflege, Sozialhilfe und Besuchen bei Familien sind in Schwierigkeiten und mit behinderten Menschen und christlichen Migranten in Gefängnissen, zusätzlich zum Katechumenat in der Pfarrei anbieten. "Es ist ein Volk mit großem Potential, das es verdient hat, dass seine Werte anerkannt werden, doch es fehlt die Einheit zwischen den ethnischen Gruppen, unter Berücksichtigung von Minderheiten und religiösen Unterschieden, damit jeder seine Staatsbürgerschaft leben und ein Algerien aufbauen kann, das für die afrikanischen Länder ein Beispiel der Einheit ist."
Bischof Paul Desfarges von Algier betont dazu: „Die Kirche in Algerien hat eine Mission. Wir müssen uns um Freundschaft, Brüderlichkeit und des Friedens mit allen bemühen. Wir sind aufgerufen, Herzen zu entwaffnen. Wir sind eine Kirche der Begegnung. Die Seligsprechung der 19 Märtyrer war ein Segen des Himmels: sie starben, weil sie im dunkelsten Jahrzehnt des islamischen Terrorismus, der von 1991 bis 2002 150.000 Opfer forderte, das muslimische Land nicht verlassen wollten. Seit der Seligsprechung am 8. Dezember 2018 in Oran ist mehr als ein Jahr vergangen. Das Leben eines jeden von ihnen war ein Leben, das für Gott und Algerien geopfert wurde. Geschichten des Teilens und des Dienstes. Wir verbinden unseren Segen mit den Tausenden von Algeriern, die ihr Leben verloren haben. Noch heute erinnern sie uns daran: Unser Islam ist der Islam des Zusammenlebens ".
„Geh nicht weg! Ihr seid der Stein, der es ermöglicht, dass die Tür offen bleibt", sagten die Menschen zu den Missionsnonnen Unserer Lieben Frau von den Aposteln in den 1990er Jahren in Algerien. Die Anwesenheit der zukünftigen 19 Märtyrer Algeriens ist ein Zeichen dafür: eine freundliche Stimme, eine Hoffnung, dass das Land sich nicht abschotten würde.

 

AFRIKA/GUINEA - Präsidentschaftswahl: Ergebnisse werden mit Spannung erwartet

 

Conakry (Fides) - Mit Spannung wird in der Republik Guinea das Ergebnis der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am gestetrigen 18. Oktober erwartet. Favoriten sind der scheidende Präsident Alpha Condé und sein Widersacher Cellou Dalein Diallo. Letzterer beschuldigt das scheidende Staatsoberhaupt, eine "lebenslange Präsidentschaft" anzustreben. Wird in der ersten Runde keiner der Kandidaten mit einer Mehrheit gewählt, findet die zweite Wahlrunde am kommenden 24. November statt.
Dem Wahlkampf gingen Proteste der Opposition gegen die Aussicht auf eine dritte Amtszeit für Condé voraus. Der Protest, der bereits im Oktober 2019 begann wurde größtenteils unterdrückt. Dutzende Zivilisten kamen bei Ausschreitungen ums Leben. Die Anzahl der Amtszeiten des Präsidenten ist von der Verfassung auf zwei begrenzt. Doch nach Ansicht von Condé beginnt mit der Verabschiedung der neuen die Verfassung im vergangenen März die Zählung seiner Mandate neu.
"Wir haben die Ermordung von 52 Zivilisten anhand der Aussagen der Angehörigen der Opfer dokumentiert", betont Ibrahima Diallo, Koordinator der lokalen Nichtregierungsorganisation "Tournons la page", die von Secours Catholique unterstützt und vom Internationalen Strafgerichtshof angehört wurde. Ein Bericht von "Tournons la page" listet auch ein Dutzend Schwerverletzte und 80 Festnahmen oder Entführungen auf. "Ich selbst wurde entführt und meine Frau wurde missbraucht", beklagt Diallo. „Für uns sind diese 52 Todesfälle Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil es sich um gezielte Tötungen handelt. Die meisten Opfer kommen aus der Peul-Gemeinde und leben in einer Hochburg der Opposition. Wir bitten den Internationalen Strafgerichtshof, eine Voruntersuchung einzuleiten.“
„Die dritte Amtszeit in Alpha Condé ist verfassungswidrig“, so Diallo, „Weil die guineische Verfassung von 2010 jede Änderung der Anzahl und Dauer der Amtszeiten des Präsidenten verbietet. Der Präsident ignorierte diese Bestimmung und führte mit dem Referendum im März eine Art konstitutionellen Putsch durch, der es ihm ermöglichte, die Verfassung zu ändern.“
„Er hat dies auf Kosten des von den Guineern vergossenen Blutes erzwungen. Lassen Sie uns ein neues Kapitel schreiben und für den demokratischen Wechsel eintreten. Eine weitere Amtszeit von Alpha Condé über die beiden abgelaufenen Mandate hinaus, ist eine Bedrohung für Frieden und Stabilität. Er tut alles, um an der Macht zu bleiben, auch wenn es das Töten bedeutet“, schließt Diallo den Bericht.
Angesichts der Spannungen und Gewalt, die das Land erschütterten, hatte Erzbischof Vincent Coulibaly von Conakry am 15. August in der Predigt zum Gottesdienst am Hochfest Mariä Himmelfahrt darum gebeten, "jeder Gewalt ein Ende zu setzen und einen integrativen Dialog zugunsten des Friedens zu beginnen, damit die Konfliktparteien einander zuhören und ihre Standpunkte austauschen können, um friedliche Lösungen für die Krise zu finden" .

 

 

 

ASIEN/KASACHSTAN - Gemeinsame Absichterklärung mit dem Vatikan zur Förderung des interreligiösen Dialogs

 

Astana (Fides) - Der Päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog und das kasachische Zentrum 'Nursultan Nasarbajew' (NJSC) für die Entwicklung des interreligiösen und interzivilen Dialogs haben ein gemeinsames ‚Absichtsabkommen‘ unterzeichnet, das "neue Möglichkeiten und vielversprechendere Wege eröffnen wird gemeinsame Projekte umzusetzen, die den Respekt und gegenseitige Kenntnis unter den Vertretern der verschiedenen Religionen fördern“. Dies geht aus einer Mitteilung der katholische Bischofskonferenz Kasachstans hervor.
Das Abkommen wurde am vergangenen 15. Oktober im Rahmen einer Videokonferenz unterzeichnet, an der der Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Kardinal Miguel Angel Ayuso Gixot, stellvertretend für den Vatikan und Botschafter Altai Abibullaev, Präsident des Vorstands der NJSC aus der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan zugeschaltet war. Anwesend waren auch die Vertreter der katholischen Kirche in Kasachstan: der Apostolische Nuntius Erzbischof Francis Assisi Chullikatt, der Generalsekretär der Kasachischen Bischofskonferenz, Prälat Athanasius Schneider, der Sekretär der Apostolischen Nuntiatur in Kasachstan Pfarrer Przemyslaw August Lewinski und der Pressesprecher der Bischofskonferenz Piotr Pytlovani.
Wie es in der Erklärung heißt, "unterstreichen die Parteien die Bedeutung dieses Schritts für die Weiterentwicklung der freundschaftlichen und institutionellen Beziehungen zwischen dem Vatikan und Kasachstan und erinnern an die Bedeutung der Förderung des interreligiösen Dialogs mit Initiativen wie den Kongressen der führenden Vertreter Weltreligionen und der traditionelle Religionen, die alle drei Jahre von der kasachischen Regierung organisiert werden.“
Am 17. Oktober 1992 errichtete Papst Johannes Paul II. mit dem Schreiben "Partes Nostras" die Apostolische Nuntiatur beim kasachischen Staat. Das Datum war der Beginn eines Weges des gegenseitigen Kennenlernens und der Zusammenarbeit: Als Beweis dafür gelten die drei offiziellen Besuche des ehemaligen Präsidenten Nursultan Nasarbajew im Vatikan (1998, 2003 und 2009), vor allem aber der Besuch von Johannes Paul II. in Kasachstan im September 2001. Bei dieser Gelegenheit beschrieb Papst Wojtyla während eines Treffens an der Eurasischen Universität von Astana Kasachstan als „Land der Begegnung, des Austauschs, der Neuheit; ein Land, das das Interesse an neuen Entdeckungen bei allen weckt und dazu auffordert, Unterschiede nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung zu erleben".
Seit der Unabhängigkeit Kasachstans von der Sowjetunion sind gehören Religionsfreiheit und interreligiöser Dialog zu den Säulen der kasachischen Politik. Nursultan Nasarbajew, der von 1990 bis 2019 an der Spitze des Landes stand, hat die Religionsfreiheit immer als Instrument der Harmonie und der "Einheit in der Vielfalt" favorisiert und sie im Laufe der Jahre zu einem der Flaggschiffe seiner Politik gemacht. Nach der Auflösung der Sowjetunion hätten die Wirtschaftskrise und die Verschlechterung staatlicher Institutionen auch Katalysatoren für einen interethnischen Konflikt sein können, wie dies beispielsweise im benachbarten Tadschikistan der Fall war. "Kasachstan hingegen gelang es, dieses bedrohliche Szenario durch eine weitsichtige Politik abzuwenden, in der zwei Wege beschritten wurden: eine öffentlicher und mit der Loyalität gegenüber dem Staat, dem Gesetz und der Persönlichkeit von Nazarbaev verbundener Weg und eine privater, der eng mit Religion und ethnischer Zugehörigkeit verbunden ist", so Giannicola Saldutti, Forscher am Institut für fortgeschrittene Studien in Geopolitik in Rom. Dieses Modell, das im Laufe der Jahre neu aufgelegt wurde, scheint auch von Nasarbajews Nachfolger Kassym-Jomart Tokajew übernommen worden zu sein, wie die gemeinsame Absichtserklärung mit dem Vatikan nun bestätigt.
In Kasachstan leben verschiedene Nationalitäten und religiöse Konfessionen nebeneinander: Nach offiziellen Angaben des kasachischen Außenministeriums sind von 17 Millionen Einwohnern 70% Muslime, etwa 26% Christen, von denen 1% katholisch sind.

 

ASIEN/IRAK - Chaldäischer Patriarch besucht Präsident Salih: Weihnachten soll im gesamten Irak als Feiertag anerkannt werden

 

Bagdad (Fides) – Mit dem Vorschlag eines Gesetzesentwurfs, der Weihnachten im gesamten Irak offiziell als Feiertag anerkennt, wandte sich der chaldäische Patriarch, Kardinal Louis Raphael Sako, an den irakischen Präsidenten Barham Salih, der den Patriarchen am Samstag, dem 17. Oktober, in seiner Residenz empfing.
Im Rahmen des Treffens – so die offiziellen Quellen des chaldäischen Patriarchats - würdigte der irakische Präsident Barham Salih (kurdischer Ingenieur, mit Studium in Großbritannien während der Zeit des Regimes von Saddam Hussein) die Rolle der christlichen Gemeinschaften beim Wiederaufbau des Landes und bekräftigte sein Engagement, die Rückkehr vertriebener Christen in ihre Herkunftsgebiete in jeder Hinsicht zu fördern, beginnend mit Mosul und der Ninive-Ebene, aus der sie während der Jahre der IS-Herrschaft geflohen waren. Das irakische Staatsoberhaupt betonte auch die Dringlichkeit, der oft getarnten Diskriminierung ein Ende zu setzen, die die uneingeschränkte und freie Teilnahme irakischer Christen am politischen, sozialen und kulturellen Interesse des Landes behindert.
Im vergangenen Jahr hatte Kardinal Louis Raphael Sako selbst Anweisungen gegeben, Weihnachten einfach und ohne große öffentliche Gottesdienste zu feiern, als Zeichen der Nähe und Verbundenheit mit den Familien der Hunderten von Toten und Verletzten, die es bei Protesten und Straßenkämpfe, die das Land in den vorherigen Monaten erschüttert hatten und die auf den Sturz der Regierung unter der Führung von Adel Abdel Mahdi gefolgt waren. Aus diesem Grund wurden auch die traditionellen Empfänge abgesagt, bei denen politische und religiöse Autoritäten im chaldäischen Patriarchat ihre Glückwünsche überbringen.

 

AMERIKA/VENEZUELA - Bischöfe: "Das Land braucht eine neue politische Haltung”

 

Caracas (Fides) - Am Ende des Treffens der Bischofskommissionen, die sich letzte Woche im Rahmen einer Videokonferenz versammelten, präsentierten die Bischöfe von Venezuela ihren Hirtenbrief „Zur sozialen, wirtschaftlichen, moralischen und politischen Situation des Landes“. Das Dokument formuliert die Bedenken der Bischöfe hinsichtlich des Leidens und der Ungerechtigkeiten, denen die Kirche jeden Tag, hauptsächlich mit Hilfsprogrammen für Betroffene versucht entgegenzuwirken.
Angesichts der Lage im Land bekräftigen die venezolanischen Bischöfe, dass "sowohl die Regierungspartei als auch die Opposition kein Projekt vorlegen, das in der Lage ist, den Mehrheitswillen des venezolanischen Volkes überzeugend zu verkörpern, das in Gerechtigkeit, Freiheit und Freiheit und Frieden leben will." Venezuela brauche "eine Änderung der Haltung in der gesamten politischen Führung“, so die Bischöfe, die Papst Franziskus und seine jüngst veröffentlichte Enzyklika „Fratelli Tutti“ zitieren, wo es heißt: "Wir brauchen die beste Politik im Dienste des wahren Gemeinwohls".
Die Bischöfe von Venezuela verweisen erneut auf die Parlamentswahlen und betonen, dass "die für den kommenden 6. Dezember geplante Wahl, nicht demokratischen Lösung der politischen Situation beitragen, sondern diese tendenziell verschärft". Sie bekräftigen, dass "es unmoralisch ist, Wahlen abzuhalten, wenn Menschen unter den Folgen der Pandemie leiden, die Mindestbedingungen für ihre Existenz fehlen und es keine Transparenz bei den Bestimmungen und Überprüfungsmechanismen gibt, die einen Wahlprozess regeln sollten". Darüber fordern sie neue Präsidentschaftswahlen, "da die Wahlen von 2018 von illegitimen Bedingungen geprägt waren, die das derzeitige Regime in den Augen Venezuelas und vieler Nationen als de facto-Regierung erscheinen lässt".
Schließlich erinnern die Bischöfe, die eine der jüngsten Mitteilungen der Bischofskonferenz aufgreifen, die Bürger daran, dass eine einfache Enthaltung nicht ausreicht, um die Illegitimität des Prozesses hervorzuheben und den gewünschten politischen Wandel herbeizuführen. Aus diesem Grund müssen die verschiedenen Zivil-, Universitäts-, Gewerkschafts-, Akademiker-, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen sowie die Vertreter der einheimischen Gemeinschaften und Jugendlichen gemeinsam dafür eintreten, dass die demokratischen Rechte der Nation wieder respektiert werden.

 

AMERIKA/BOLIVIEN - Bischöfe begrüßen friedliche Wahl und hohe Wahlbeteiligung

La Paz (Fides) - "Wir gratulieren dem bolivianischen Volk zu den friedlichen und respektvollen Wahlen mit hoher Wahlbeteiligung und freiem Ausdruck des souveränen Willens für die Zukunft Boliviens", so der das Generalsekretariat der Bolivianische Bischofskonferenz nach der gestrigen Wahl.
"Es war ein großartiger Tag, Ausdruck der demokratischen Berufung unseres Volkes, ein Wahltag, der zur Normalisierung der Demokratie und dem freien Ausdruck des Volkswillens beigetragen hat. Wir bitten darum, in dieser friedlichen Atmosphäre weiterzumachen und auf die endgültigen Ergebnisse zu warten, die uns das Oberste Wahlgericht mitteilen wird. “
Am gestrigen 18. Oktober, wählten mehr als 7 Millionen Bolivianer den neuen Präsidenten und die Abgeordneten der beiden Kammern des Parlaments. Es handelte sich um eine historische Wahl, da Bolivien ein Jahr der Turbulenzen hinter sich hat und die Stabilität seiner Institutionen wiedergeherstellt werden muss. Der gestrigen Wahl war die Wahl vom 20. Oktober 2019 vorausgegangen, als der Sieg von Präsident Evo Morales in der ersten Runde, zunächst von der Beobachtungsmission der Organisation Amerikanischer Staaten (OSA) beanstandet wurde und dann wegen mutmaßlichen Betrugs in Frage gestellt und schließlich im November 2019 annulliert wurde. Unter diesen Umständen versucht die Mitte-Rechts-Partei nach 14 Jahren in der Opposition wieder an die Macht zu gelangen. Nach ersten Umfragen soll Luis Arce (MAS) mit 52% der Stimmen, gefolgt von Carlos Mesa (Comunidad Ciudadana) mit 31% und schließlich von Luis Fernando Camacho (Creemos) mit 14%, an der Spitze stehen. Der Wahltermin wurde aufgrund der Corona-Pandemie, mit bisher 140.000 Infizierten und 8.000 Toten, mehrmals verschoben.


FIDES-NACHRICHTEN - 20.10.2020

VATIKAN - Videobotschaft von Kardinal Tagle: “Wo Menschen am bedürftigsten sind, gibt es auch Missionare“

 

Vatikanstadt (Fides) - In einer Videobotschaft zum Weltmissionssonntag 2020, die von den Päpstlichen Missionswerken der Vereinigten Staaten von Amerika veröffentlicht wurde, unterstreicht Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, dass " das missionarische Engagement eines jeden Getauften, ein wesentlicher Teil der Identität des Gläubigen” ist, weshalb alle, die berufen sind, Gott zu kennen und zu lieben, das Evangelium durch Zeugnis, Wort und Werke der christlichen Liebe verkünden sollen.
Der Präfekt des Missionsdikasteriums erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionstag 2020 und betont, dass der Papst durch die Päpstlichen Missionswerke Missionare spirituelle und materielle unterstützt, weshalb sich ihres eigenen Mitwirkens an dieser Missionsdynamik bewusst sein sollten, indem sie zur materiellen Unterstützung für die Missionen beitragen. Auch wenn die ganze Welt sich mit großen Herausforderungen konfrontiert sieht, setzt sich die Mission fort, schließt Kardinal Tagle, und "wo Menschen am bedürftigsten sind, gibt es auch die Missionare, die unsere Unterstützung brauchen".

 

LINK
Videobotschaft in Englisch -> https://youtu.be/dTVPhed67_8
Videobotschaft in Spanisch -> https://youtu.be/otXwOxADYGc

 

 

 

EUROPA/ENGLAND - Weltmissionssonntag 2020: Licht in der Finsternis

 

London (Fides) - Am Weltmissionstag 2020 - dem Tag im Jahr, an dem alle katholischen Gemeinden und Diözesen auf der ganzen Welt gemeinsam die Missionen unterstützen, stellen die Päpstlichen Missionswerke in England und Wales (Missio) mutige und selbstlosen Frauen und Männer in den Mittelpunkt, die sich in Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt, in der Mission engagieren.
Schwester Nilcéia ist eine brasilianische Missionarin, die in einer Klinik in einer entlegenen Gegend von Malawi arbeitet. Sie folgte Gottes Ruf, indem sie ihr Leben der praktischen Pflege und geistlichen Begleitung der am stärksten gefährdeten Menschen widmet. "Unsere kleine Klinik ist eine Oase der Hoffnung”, so die Ordensfrau, “Trotz der Schwierigkeiten halten wir an dieser Arbeit fest, weil wir Gott lieben und sein Volk lieben. Ich glaube an die Güte Gottes und wir dienen wie Jesus. Aber manchmal scheint die Finsternis sehr groß zu sein. Wir teilen alles, was wir haben, aber manchmal reicht es nicht aus, um ein krankes Kind zu retten. Die Bedürfnisse hier in Malawi sind groß, aber der Herr ist treu und wir stellen uns weiterhin in seinem Dienst. Wir verlieren nicht den Mut, weil wir wissen, dass viele bei uns sind bei dieser Mission. Zusammen sind wir eine Familie, ein Glaube, eine Kirche und gemeinsam teilen wir die Liebe durch Werke der christlichen Liebe."
Der Nationaldirektor von Missio in England und Wales, P. Anthony Chantry von den Mill Hill Missionarenn (MHM) besuchte Ende letzten Jahres einige Missio-Projekte in Malawi. Er ist selbst Missionar und weiß genau, dass die von Missio angeregten Gebete und Spenden für Gemeinden in Schwierigkeiten in Missionsgebieten von grundlegender Bedeutung sind. Pater Chantry betont: „Der Weltmissionstag ist eine wunderbare Gelegenheit für die globale Familie der Kirche, in Solidarität und Glauben gemeinsam zu handeln. Jede Gemeinde auf der Welt feiert damit die Zugehörigkeit zu einer Weltkirche, betet und gibt das, was sie kann, zum Nutzen anderer. Durch unsere Teilnahme beschenken wir unseren Schwestern und Brüdern in den ärmsten Ländern und Missionaren auf der ganzen Welt, die Gottes Liebe mit allen teilen, im Zeichen der Freundschaft und Ermutigung. In diesem Jahr der Ungewissheit und Angst in Zeiten von Corona”, schließt er, “ ist es angesichts der Klimakrise und der Konflikte auf der ganzen Welt wichtiger denn je, ein Licht in der Finsternis zu sein."

 

Weitere Informationen -> https://missio.org.uk

 

 

 

AFRIKA/SÜDSUDAN - Konflikte, Pandemie, Armut, Naturkatastrophen: Missionere wollen Hoffnung schenken

 

Juba (Fides) - „Der Friedensprozess kommt voran, aber nur sehr langsam. Die Ernennung der Gouverneure nach der Bildung der nationalen Übergangsregierung war ein sehr bedeutender Fortschritt, der Stabilität bringen kann (9 von 10 Gouverneuern sind bereits ernannt, es fehlt nur der Gouverneurs der Region Upper Nile, A.d.R.). In einigen Regionen, wie beispielsweise in Äquatoria, ist die Situation angespannt, und es kommt sporadisch zu Zusammenstößen zwischen Regierungssoldaten und Rebellen-Gruppen, die das Abkommen von 2018 nicht unterzeichnet haben", so Schwester Elena Balatti, die als Comboni-Missionarin und Caritas-Mitarbeiterin in der Diözese Malakal im Südsudan, tätig ist im Gespräch Fides genau vier Monate nach dem Abkommen über die Neuaufteilung der Macht zwischen dem Präsidenten Salva Kiir und seinem Stellvertreter Riek Machar Teny, Anführer der sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA-IO).
„Zusätzlich zum Krieg”, so die Missionarin, „müssen wir uns hier verschiedenen anderen ernsten Problemen stellen. Vor allem die Pandemie, aber in letzter Zeit auch die massiven Niederschläge, die die Regenzeit außergewöhnlich heftig machten und das Niveau des Nils erhöhten. Das Wasser steigt hauptsächlich aufgrund der heftigen Regenfälle, aber es muss auch erwähnt werden, dass die die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels sind. Ernten sind in vielen Gebieten vollständig verloren gegangen und die Produktion wird sehr gering sein. Ich möchte mich gewiss nicht den Propheten des Untergangs anschließen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein großer Teil der Bevölkerung hungert oder das Essen knappe wird, ist sehr hoch."
Die Situation der allgemeinen Verarmung des Landes, nicht zuletzt auch aufgrund der negativen Auswirkungen der Pandemie, wirft viele Bedenken auf: „Die wirtschaftliche Situation”, so die Ordenfrau, „ist besorgniserregend. Die schädlichen Auswirkungen von Covid-19 sind zu spüren. Ein Großteil des BIP des Landes basiert auf dem Export von Öl und mit der Pandemie sind Nachfrage und Preise erheblich gesunken. Darüber hinaus gibt es hier bei uns ein weit verbreitetes Maß an Korruption in verschiedenen Gesellschaftsschichten. Die Einnahmen wären ausreichend, wenn sie alle für öffentliche Ausgaben bestimmt wären, aber leider landen sie in anderen Kanälen, und dies führt wiederum zu einer ernsthaften Krise, die sicherlich nicht zur Stabilisierung des Landes beiträgt.“
"Die Kirche erhält viele Bitten um Hilfe aus der Bevölkerung und versucht, so weit wie möglich darauf einzugehen, indem sie auch mit freiwilligen Helfern, NGOs und Caritas in anderen Ländern zusammenarbeitet”, so die Ordensfrau abchließend, “Wir versuchen auch aus spiritueller Sicht, die Bevölkerung zu ermutigen, viele junge Menschen verlieren unter den gegenwärtigen Bedingungen die Hoffnung. Unsere Aufgabe ist es, gegen alle Hoffnung zu hoffen, aber wenn Menschen hungrig sind, ist es schwierig, sie zur Hoffnung aufzufordern. Deshalb müssen wir helfend eingreifen, und ich hoffe, dass mit den Möglichkeiten der Kirche und denen der anderen Hilfswerke, genug unternommen wird. Wenn es in Zukunft tatsächlich eine funktionierende und stabile Regierung gäbe, könnte die Situation viel besser bewältigt und der Schaden begrenzt werden.“

 

NEWS ANALYSIS - Evangelisierung in Afrika in Zeiten von Corona

 

Lagos (Fides) – Auf der Grundlage der Dynamik der Mission, die vor allem darin besteht, die Frohbotschaft des Heils zu verkünden, müssen die katholischen Gemeinden in Afrika angesichts der Covid-19-Krise die Perspektiven ihrer Missionstätigkeit neu überdenken. Zwar ist der afrikanische Kontinent der mit den wenigsten Coronainfizierten, doch er bleibt einer der Kontinente, die am meisten von den umfassenden Auswirkungen dieser globalen Gesundheitskrise betroffen sind. Wie so viele afrikanische Institutionen müssen sich auch die afrikanischen Kirchen, die besonders stark von dieser globalen Gesundheitskrise betroffen sind, heute diesen Herausforderungen stellen und ihr Leben und ihr Handeln neu gestalten und dabei auch die Perspektiven ihrer Missionstätigkeit überdenken. Der Monat der Weltmission Oktober ist daher eine günstige Gelegenheit, um eine Reflexion über neue Projekte anzustoßen, die für eine umfassende Entwicklung der afrikanischen Kirchen und ihrer Evangelisierungsarbeit auf den Weg gebracht werden sollen. (...)

 

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Mehr bei "Omnis Terra" -> http://omnisterra.fides.org/articles/view/149

 

 

 

AMERIKA/EL SALVADOR - Kirche begrüßt Anerkennung von Wasser als öffentliches Gut und Menschenrecht

 

San Salvador (Fides) – Das Parlament von El Salvador billigte am vergagenen 15. Oktober einstimmig mit 78 Ja-Stimmen und ohne Gegenstimmen die Ankerkennung des Rechts auf Wasser als öffentliches Gut und Menschenrecht und damit die Änderung des entsprechenden Artikels in der Verfassung des Landes. Nach der Gesetzgebung von El Salvador muss eine solche Änderung während der nächsten Legislaturperiode ein weiteres Mal bestätigt werden und kann daher erst ab 2021 nach den Parlamentswahlen in Kraft treten.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von El Salvador, Erzbischof José Luis Escobar Alas von San Salvador, dankt in einem in den sozialen Medien der Erzdiözese veröffentlichten Video den Behörden für den Beschluss und drückt die Zufriedenheit der Zivilgesellschaft und der Kirche im Hinblick auf die mögliche Verassungsänderung aus. Die von den Abgeordneten gebilligte Änderung betrifft Artikel 2 der Verfassung, der individuelle und grundlegende Rechte wie Leben, körperliche und moralische Unversehrtheit, Freiheit, Sicherheit und Arbeit garantiert; dazu sollen nun Wasser und sanitären Anlagen kommen. Darüber hinaus wurde eine weitere Änderung zu Artikel 69 genehmigt, wo festgestellt werden soll, dass Wasser ein öffentliches Gut ist.
Die Kirche in El Salvador tritt seit langem für die Forderung nach einem fairen Gesetz für die Verteilung und Bewirtschaftung der Wasserressource. "Seit über einem Jahrzehnt fordern die Menschen die dringende Verabschiedung eines allgemeinen Wassergesetzes ... jetzt sind die Menschen des mangelnden politischen Willens, Gesetze im Hinblick auf die Wasserverteilung zu erlassen, müde", betonte Erzbischof Escobar Alas bei verschiedenen Anlässen.

 


Zuspitzung durch Corona-Maßnahmen

Sieben von zehn Jugendlichen in Südafrika haben laut SOS-Kinderdörfern keine Arbeit

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Michela Morosini, Ennerdale 2018
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Michela Morosini, Ennerdale 2018

 

(Johannesburg/ots) - Sieben von zehn jungen Menschen in Südafrika haben nach Angaben der SOS-Kinderdörfer keine Arbeit. Das sei eine der höchsten Jugendarbeitslosenquoten weltweit. "Die Situation ist katastrophal", sagt Lebo Phaweni, Sprecherin der Hilfsorganisation in Südafrika. Zwar seien laut offizieller Statistik nur 58 Prozent der 15 - 24-Jährigen arbeitssuchend, aber es kämen etwa weitere 12 Prozent dazu, die sich erst gar nicht um einen Job bemühten. "Sie sind desillusioniert, haben nach vielen vergeblichen Versuchen die Hoffnung aufgegeben oder sind so arm, dass sie nicht über die Mittel verfügen, sich zu bewerben", sagt Lebo Phaweni. Die schwarze Bevölkerung sei überdurchschnittlich betroffen. Es sei zu befürchten, dass sich die Situation in der kommenden Zeit weiter verschlechtern werde.

 

Schon lange vor Beginn der Corona-Pandemie sei die Jugendarbeitslosigkeit in Südafrika besorgniserregend hoch gewesen. Durch den Einbruch der Wirtschaft im Zuge der Corona-Maßnahmen habe sich die Lage weiter zugespitzt. Zahlreiche Menschen hätten ihren Job verloren, auch die Chancen für Jugendliche, ihre erste Anstellung zu erhalten, sei drastisch gesunken. Die Folgen seien vielfältig: "Unter den jungen Menschen macht sich Verzweiflung breit. Sie haben das Vertrauen in den Staat und die Wirtschaft verloren, Drogenmissbrauch und Gewalt nehmen zu", sagt Lebo Phaweni.

 

Es sei dringend notwendig, die jungen Menschen zielgenau auszubilden, damit sie die passenden Fähigkeiten erwerben, die auf einem sich stark verändernden Arbeitsmarkt gebraucht werden. Die Zukunft des Landes hänge entscheidend davon ab, ob es gelinge, jungen Menschen echte Perspektiven zu bieten.

 

Die SOS-Kinderdörfer helfen Jugendlichen in Südafrika vielfältig beim Eintritt in die Berufswelt. An den SOS-Berufsbildungszentren erhalten sie eine Ausbildung; durch Trainings, Praktika und Coachings werden sie dabei unterstützt, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

 


FIDES-NACHRICHTEN - 17.10.2020

EUROPA/ITALIEN - Weltmissionssonntag 2020: Als “Getaufte und Gesandte“ aktiv für die Brüderlichkeit aller Menschen eintreten

 

Rom (Fides) - "Der diesjährige Monat der Weltmission im Oktober folgt auf den außerordentlichen Monat der Weltmission, den wir 2019 gefeiert haben. Das Thema 'Getauft und Gesandt', das darauf abzielte, die Universalität der missionarischen Berufung wiederzuentdecken, wird weiterentwickelt mit dem diesjährigen Thema: Jeder Getaufte ist aufgerufen, die Güte, Barmherzigkeit und Liebe Gottes für alle Menschen zu verkünden, vor allem durch eine Haltung des Willkommens und eines auf Geschwisterlichkeit basierenden Lebensstils", so Pfarrer Giuseppe Pizzoli, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke (Missio) in Italien, der die Arbeitsmaterialien illustriert, die für die Gestaltung des Sonntags der Weltmission und den Monat der Weltmission in Italien vorbereitet wurden.
Pfarrer Pizzoli erinnert an die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag, die von einem Appell an die Berufung geprägt ist, und betont, dass "Hier bin ich, sende mich", die Worte des Prophenten Jesajas, eine Antwort ist, die für alle jene gilt, die sich ihres "Getauft und Gesandt”-"Seins bewusst geworden sind. "Insbesondere ist die missionarische Berufung dadurch gekennzeichnet, dass sie an alle Menschen die eigene Erfahrung der Liebe Gottes für die ganze Menschheit weiter geben will. In unserem Kontext der italienischen Kirche möchten wir diese missionarische Berufung in einen Aufruf an alle Gläubigen übertragen, sich aktiv für die Geschwisterlichkeit zu engagieren."
"Wir haben eine Zeit der Isolation erlebt”, fährt er fort, “wir haben die 'Sehnsucht' nach unseren Beziehungen zu unseren Angehörigen und Freunden gespürt. Wir sollten lernen, neue Beziehungen zu leben, nicht nur zu den Menschen, die uns wichtig sind, sondern zu all denen, die wir auf unserem Weg treffen, insbesondere zu denen, die am meisten unter den negativen Folgen dieser Krise leiden, die uns in dieser Zeit getroffen hat.“
Der Direktor von “Missio Italia” erinnert daran, dass der Weltmissionssonntag ein Tag der Gemeinschaft im Gebet ist und im Zeichen der Solidarität mit den jungen Kirchen steht: "In dieser Situation der globalen Wirtschaftskrise können wir uns nicht in uns selbst verschließen und dürfen diejenigen nicht vergessen, die nur durch unsere Teilnahme und mit unserer Hilfe ihren Weg fortsetzen können“.
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Materialien zum Welmissionssonntag 2020 -> https://www.missioitalia.it/tessitori-di-fraternita-ottobre-missionario-2020

 

 

 

EUROPA/ARMENIEN - Patriarch Karekin II. fordert entschlossenes Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft in Bergkarabach

 

Eriwan (Fides) - Die aserbaidschanischen Militäroperationen in der Region Berg-Karabach "ignorieren das Waffenstillstandsabkommen" und bestätigen das Scheitern der bisher durchgeführten Verhandlungen. Angesichts dieses Szenarios müssen die internationale Gemeinschaft und vor allem die an der "Minsk-Gruppe" beteiligten Staaten – die von der OSZE mit der Vermittlung im Konflikt beauftragt wurde - "entschlossenere Maßnahmen ergreifen, um einen Völkermord Aserbaidschans unter direkter Beteiligung der Türkei zu verhindern” und diese dazu zwingen, ´“den Krieg zu beenden und durch Verhandlungen eine endgültige Lösung zu finden”, so der armenische Patriarch Karekin II. In einer von der armenischen Presse verbreiteten Sellungnahme. Darin erinnert der Patriarch auch an die Bombardierung der Zivilbevölkerung und die Beschädigung der armenische Kathedrale von Shushi durch Raketenbeschuss. "Der Krieg", fügte der Katholikos aller Armenier hinzu, "ist keine Entscheidung unseres Volkes. Wir wurden zur Selbstverteidigung gezwungen, um unser Leben, unsere Freiheit und unsere Würde angesichts von Gewalt und Brutalität zu tetten.“ In seiner Botschaft fordert der Patriarch auch die Armenier in aller Welt auf, "unsere Bemühungen um die internationale Anerkennung der Republik Artsakh fortzusetzen" (die von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt wird, A.d.R).
In der Region Nagorno Karabakch flammte in den vergangenen Wochen ein seit Jahrzehnten schwelender Konflikt wirder auf.

 

EUROPA/ITALIEN - Interview mit Pater Gigi Maccalli: “Ich hoffe wir verstehen eines Tages, dass wir alle Brüder sind“

 

Madignano (Fides) – Pater Maccalli erinnert nach seiner Freilassung im Gespräch mit Fides an die Stille der Wüste und betont „Mission kann auch Schweigen sein, denn sie liegt in den Händen Gottes“. Und von seinen Entführern verabschiedete er sich mit den Worten: „Ich hoffe, wir verstehen eines Tages, dass wir alle Brüder sind“.
Der 59järhige italienische Missionar Pater Gigi Macalli, aus Madignano (Crema, Italien) wurde in der Nacht vom 17. auf 18. September 2018 in Niger an der Grenze zu Burkina Faso entführt und am vergangenen 8. Oktober nach über zwei Jahren Haft aus den Händen der Entführer befreit. Derzeit hält er sich in seinem Heimatdorf Madignano auf.

Es folgt das Interview im Wortlaut:
Wie haben Sie diese Zeit in der Gefangenschaft erlebt und was bedeutet das für Ihr Leben als Missionar?

Resilienz um des Lebens willen! Dieses Motto begleitete und ermutigte, Tag für Tag und gab mir die Kraft weiterzumachen. Sie nahmen mich in Pyjama und Hausschuhen mit; Ich hatte nichts und wurde von diesen islamistischen Eiferern als ein Nichts angesehen: sie betrachteten mich als "Kafir", einen Ungläubigen, der zur Hölle verdammt war. Meine einzige Stütze war das einfache Morgen- und Abendgebet, das ich in meiner Familie von meiner Mutter gelernt hatte und der Rosenkranz, den mir meine Großmutter als kontemplatives Gebet beigebracht hatte. Die Wüste war eine Zeit großer Stille, der Läuterung, der Rückkehr zu den Ursprüngen und zum Wesentlichen. Eine Gelegenheit, den Film meines Lebens zu rezensieren, der jetzt die zweite Lebenshälfte erreicht hat. Ich stellte mir viele Fragen und rief aus voller Brust und im Zeichen der Klage an Gott: Wo bist du? Warum hast du mich im Stich gelassen? Bis wann, Herr? Ich wusste und ich weiß, dass er da war und ist! Aber ich weiß heute, dass man Gott auch von hinten sehen kann, jetzt wo ich wieder frei bin, fange ich zu Hause an, es zu verstehen. Ich habe erfahren, wie viel Menschen gebetet und bei Märschen und Gebetswachen um meine Freilassung gebeten haben ... das hat mich überrascht und erstaunt. Was diese ganze Geschichte für mein Leben als Missionar bedeuten wird, weiß ich jetzt noch nicht. Ich brauche Zeit …

Konnten Sie Ihre Beziehung zu Jesus vertiefen, obwohl Sie auf die Eucharistie und den Trost des Wortes Gottes und der Mitbrüder verzichten mussten?

Jeden Tag und besonders jeden Sonntag sprach ich das Weihegebet "Dies ist mein Leib, das Brot, das für euch und insbesondere für Afrika gebrochen wurde!”
Im Morgengebet betete ich eine französische Hymne: "Un jour nouveau commence, un jour reçu de toi ... nous le remettons davance entre tes main tel qu'il sera ...” und ich schloss mit der Feststellung „ich habe kein anderes Opfer als das Opfer meines Lebens!". Ich bat um eine Bibel, aber sie gaben sie mir nicht ... jeden Sonntag gab nahm ich mir einen Abschnitt aus dem Evangelium zum Meditieren vor, besonders in den besonderen Zeiten des Kirchenjahres, wie im Advent und an Weihnachten oder in der Fastenzeit und an Ostern. Aber seit dem 20. Mai, dem Tag, an dem sie uns ein Kurzwellenradio brachten, um das ich wiederholt gebeten hatte, um zumindest die Nachrichten aus der Welt (RFI BBC) zu hören, konnte ich jeden Samstag den Kommentar zum Sonntagsevangelium von Radio Vatikan hören. Einmal sogar die Live-Übertragung eines Gottesdienstes ... es war die Pfingstmesse 2020. An diesem Morgen änderte ich, nachdem ich die RFI-Nachrichten gehört hatte die Frequenz und hörte zu meiner großen Überraschung ich Papst Franziskus auf Italienisch, ich hörte besser hin und stellte den Sender besser ein und plötzlich befand ich mich zu Beginn der Pfingstmesse in Gemeinschaft mit dem Papst und der Kirche in aller Welt. Ich sage mir: „Heute bin ich im Petersdom in Rom und gleichzeitig auf einer Mission in Afrika. Ich höre mit großer Emotion die Lesungen und das Evangelium die mich an das Motto meiner Priesterweihe aus dem Johannesevangelium erinnerte (Joh 20) erinnern: "Wie der Vater mich gesandt hat, sende ich euch. Empfanget den Heiligen Geist!“.
Zufälle? Die Predigt von Papst Franziskus war wie ein Hauch frischer Luft. Nach 2 Jahren geistiger Dürre und Abwesenheit des Wortes Gottes fühle ich mich wie neugeboren und empfing dieses Geschenk als Hauch des Heiligen Geistes, den das Radio in diese Sahara getragen hatte. Ich genoss das Evangelium und die Worte des Papstes wie nie zuvor, sie waren in diesem Zusammenhang ein besonderer Genuß.

Wie sehr hat sich ihr Empfinden im Hinblick auf die Mission angesichts der Möglichkeit des Todes verändert? Welche Beziehung haben Sie heute zur Mission “ad gentes”?

Beim ersten Video, das sie am 28. Oktober 2018 aufnahmen, sagten sie, dass die italienische Regierung einen Beweis wollte, dass ich am Leben bin. Sie sagten mir, ich solle mich frei an die Regierung, den Papst und die Familie wenden. Ich begann mit meiner Familie, um ihnen zu sagen: „Seid stark, betet für mich, ich bin zu allem bereit...“ und zu Papst Franziskus: „Beten Sie für mich!“. Nur einmal erhielt ich ausdrücklich eine Drohung oder sogar ein Versprechen von einem Mudschaheddin, der sagte, er werden mich zum frühestmöglichen Zeitpunkt töten. Er war verärgert und irritiert über ein Missverständnis, das ich hier nicht im Einzelnen erzählen werde. In seinen Augen war ich ein schmutziger Kafir und darüber hinaus ein Prediger eines ketzerischen Glaubens und vom Koran verurteilt... An diesem Tag sah ich das Damoklesschwert drohend über meinem Kopf hängen. Aber je mehr Tage und Monate vergingen, desto weniger befürchtete ich eine tragisches Ende. Wir waren wertvolle Tauschgüter für sie und aus diesem Grund haben sie uns insgesamt immer gut behandelt.
Ich habe mich immer wie ein Missionar gefühlt, auch wenn meine Füße angekettet waren. Ich würde sagen "Missionar aus der Tiefe des Herzens", wie unser Ordensgründer (Melchior de Marion Bresillac) sagte. Ich ging oft in Gedanken die Hänge von Bomoanga-Niger entlang (die Mission, aus der ich entführt wurde). Mein Körper war gefangen in der Wüste, aber mein Geist ging in die Dörfer, die ich auch in meinen Gebeten erwähnte, und ich wiederholte auch immer wieder die Namen meiner Mitarbeiter und vieler Menschen und junger Menschen, die ich in meinem Herzen trage, insbesondere der unterernährten und kranken Kinder, um die ich mich gekümmert hatte ... viele, viele Gesichter, die in meinem verwundeten Herzen lebendig waren. Mir wurde klar, dass Mission nicht nur das Tun, sondern auch das Schweigen ist, und im Grunde ist es “Missio Dei”. Das viele aktive Tun, das meinen Alltag bestimmte, war nun nichts anderes als Erinnerung und Gebet. Aber die Mission geht weiter und ist immer in guten Händen, in den die Händen Gottes, denn in der Tat ist die “Missio Dei”. Die Zeugnisse von Menschen, Freunden und Unbekannten, die an Mahnwachen, Märschen usw. teilgenommen haben, um meine Freilassung zu erbitten, von denen ich in diesen Tagen erfahre, bestätigen mir, wie mächtig die “Missio Dei” ist. Alle sagen mir, dass sie viel gebetet haben, jemand sagte sagte sogar "Du hast ganze Kirchen gefüllt" ... aber das war nicht ich, das ist Gottes Werk!


Wie war Ihre Beziehung zu den Entführeren und wie denken Sie heute über sie?

Sie haben mich immer im Allgemeinen respektiert. Mein langer weißer Bart muss die bartlosen jungen Männer ergriffen haben, die mich bewachten, sie nannten mich auf Arabisch “Tamaceq” oder "Shebani" (alter Mann). Ich bin immer noch sehr traurig über das Schicksal dieser jungen Leute, die von Propagandavideos indoktriniert werden, die sie sich den ganzen Tag angesehen haben. Sie wissen nicht, was sie tun! Ich habe keinen Groll gegen meine Entführer und Gefängniswärter, ich habe für sie gebetet und tue dies auch weiterhin. Ich habe auch demjenigen, der mich mein letztes Jahr der Gefangenschaft bewacht hat, während der Fahrt im Auto zum Befreiungstermin am vergangenen Donnerstag, dem 8. Oktober, gesagt: "Que Dieu nous donne de comprendre un jour que nous sommes tous frères".


Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Welche Pläne haben Sie?

Diese zwei Jahre haben mich gelehrt in der Gegenwart zu leben. Ich wollte, dass es bald endet, bei jedem Sonnenuntergang sagge ich: "Hoffentlich morgen". Dann, als die Sonne aufging, nahm ich meinen Rosenkranz und strukturierte meinen Tag. Tag für Tag mit den üblichen alltäglichen Gesten. Die Zukunft gehört Gott, jetzt kehre ich erst einmal gerne nach Hause zurück, das ist meine Gegenwart! Die nahe Zukunft besteht darin, die Mitbrüder in Genua und Padua zu treffen, die ich noch nicht umarmen konnte, und dann die Klausurklöster, die unermüdlich für mich gebetet haben, und die vielen Freunde in Italien und darüber hinaus.... Die Zukunft wird so sein, wie Gott es will, mash'Allah!

 

AFRIKA/MALI - Weltmissionssontag 2020: “Für ein friedliches Mali: Hier bin ich, sende mich"

 

Bamako (Fides) - "Wir haben aus dem Thema des Weltmissionsonntages ein Thema entwickelt, das an die aktuelle Situation in Mali angepasst ist und das nicht nur für den Monat der Weltmission Oktober 2020 gilt, sondern auch für alle Veranstaltungen der Päpstlichen Missionswerke in Mali ab Oktober 2020 bis September 2021gültig bleibt . Das Thema lautet: "Für ein friedliches Mali, hier bin ich, sende mich", so Pater Hervé Tienou, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Mali.
"Konkret soll dies eine Kontextualisierung des globalen Themas "Hier bin ich: sende mich!" sein und dabei jedem Getauften und Christen helfen, sich im Namen seines Glaubens auf eine Mission für die Rückkehr des Friedens und des sozialen Zusammenhalts in Mali entsandt zu fühlen“, fährt Pfarrer Tienou fort und erinnert an alle, die sich in Mali noch in den Händden dschihadistischer Entführer befinden.
Der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Mali betont, dass die Initiativen zum Weltmissionsonntag bereits vor einiger Zeit begonnen haben. „Im August begann die Vorbereitung und Verteilung der Poster und Broschüren für die Öffentlichkeitsarbeit der Päpstlichen Missionswerke 2020-2021 an die sechs Diözesen Malis, die in "Bambara" (der am häufigsten verwendeten Sprache in Mali) und in Französisch zur Verfügung stehen”. Dabei erinnert Pfarrer Tienou an den Sinn und Zweck der vorbereiteten Materialien: "Die Hilfsmittel sollen unseren christlichen Gemeinden helfen, den Weltmissionsonntag, den Monat der Weltmission im Oktober und alle wichtigen Initiativen und Veranstaltungen während des Jahres angefangen beim Rosenkranzgebet und bei der täglichen Meditation intensiver zu leben; die Gläubigen sensibilisieren, die missionarische Mitverantwortung der Kirche durch einen größeren Beitrag zu den im Oktober organisierten Kollekten und für jedes der vier Päpstlichen Missionswerke materiell und finanziell zu unterstützen; und das Missionsbewusstsein jedes Getaufren durch stärkere Beteiligung an den Aktivitäten der Kirche in unseren christlichen Basisemeinschaften fördern.“
Sendungen zum Monat der Weltmission werden in Mali auch jeden Samstag und Sonntag im Oktober im Rahmen von speziellen Programme im nationalen Radio und Fernsehen ausgestrahlt. Der Inhalt der Sendungen konzentriert sich auf das globalen Themas und den aktuellen Kontext Malis.

 

ASIEN/THAILAND - Demonstranten fordern erneut Einschränkung der Machtbefugnisse des Königs

 

Bangkok (Fides) – Es gilt erneut der Ausnahmezustand in Bangkok: öffentliche Versammlungen von mehr als 5 Personen sind verboten und die Veröffentlichung "illegaler Nachrichten" in den sozialen Medien ist untersagt. Dies ist die Reaktion der Regierung auf die erneuten massiven Demonstration der Bevölkerung am gestrigen gestern, 14. Oktober im Zentrum der thailändischen Hauptstadt. Der Protest dauert seit Monaten an und berührt zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte des siamesischen Königreichs auch das Königshaus, wobei die Verfassung vorsieht, für "Majestätsbeleidigung" strenge Bestrafung vorsieht.
Tausende Demonstranten, die gestern vom Demokratie-Denkmal zum Regierungsgebäude marschierten, wurden heute Morgen von der Polizei von ihrem Vorhaben abgehalten, ohne dass es zu gewalttätige Episoden kam. Mit einem Einsatz von 2.000 Agenten löste die Polizei die Proteste auf und verhaftete einige Protestführer, darunter Arnon Numpha, Parit Chiwarak und Prasit Krutharote sowie Panusaya "Rung" Sithijirawattanakul, die junge Frau, die das " Zehn-Punkte-Manifests“ der Bewegung verlas, das den Rücktritt von Premierminister Prayut und eine Überarbeitung der Verfassung fordert.
Die Demonstranten protestierten auc gegen die Verhaftung einiger Aktivisten in der Nacht zuvor. Seit den frühen Morgenstunden hatte sich das Gebiet um das Demokratiendenkmal, das inzwischen zum Symbol des Protests geworden ist, wieder mit Tausenden junger Menschen gefüllt, die auf das Regierungsgebäude zugehen wollten, um die Forderung nach einer Überarbeitung der Verfassung zu wiederholen. (Die Debatte im Parlament wurde verschoben). Während sich die Demonstranten in Bewegung setzten, fand auch eine Kundgebung Gruppe von "Gelbenhemden" statt, der Monarch treu sind und eine "Gegendemonstration" organisiert hatten, um die Demonstranten aufzuhalten: Kurz danach durchquerte der König tatsächlich das Gebiet, um an einer religiösen Zeremonie teilzunehmen.
Der König und seine Frau konnten den Bereich passieren, wurden von den Demonstranten jedoch friedlich mit drei erhobenen Fingern begrüßt, dem Symbol des Protests. Der Demonstraten wollten das Gebiet vor dem Regierungsgebäude drei Tage lang besetzen und darauf warten, dass die Exekutive ihre Hauptanträge prüft: den Rücktritt von Premierminister Prayut; die Überarbeitung der Verfassung und die Regulierung der Machtbefugnisse des Königs.

 

AMERIKA/PERU' - Umstrukturierung des Kirchennetzwerks REPAM: Kardinal Barreto ist neuer Vorsitzender

Iquitos (Fides) - Kardinal Pedro Barreto wurde zum Vorsithzenden des Pan-Amazonischen Kirchennetzwerks REPAM ernannt und folt in diesem wichtigen Amt Kardinal Claudio Hummes nach.
Kardinal Barreto nahm als Erzbischof von Huancayo von seit dem ersten Treffen im Jahr 2013 in Puyo in Ecuador der Entstehung des Netzwerks teil, das sich als kirchliche Antwort auf die Problem der Amazonasregion verstand.
Kardinal Barreto betonte bei seiner Ernennung, er nehme die Herausforderung an und werde weiterhin Hand in Hand mit der Kirchenkonferenz des Amazonas (CEAMA) zusammenabeiten, die er ebenfalls als Präsident leitet, und die als kirliche Struktur, den Weg für eine Erneuerung der Kirche ebnen soll.
Das Kirchennetzwerk REPAM war auch am Vorbereitungs- und Reflexionsprozess für die Amazonas-Synode beteiligt, die im Oktober 2019 in Rom stattfand. Zu den Früchten der Synode gehörte auf ausdrückliche Bitte des Papstes auch die die Schaffung der Kirchenkonferenz des Amazonas (CEAMA), die in ihrer Gründungsversammlung am 26. und 29. Juni letzten Jahres Kardinal Barreto zum Vorsitzenden gewählt hatte.
Kardinal Barreto wird sein Amt als neuer Präsident des REPAM-Netwerks am 9. November während der Versammlung offiziell antreten, die aufgrund der Pandemie in virtueller Form stattfinden wird. Die Ernennung des neuen Vizepräsidenten des REPAM erfolgt nach Beratungen mit dem nationalen REPAM-Büros und den Gründungsinstitutionen.
Das Netzwerk REPAM durchläuft derzeit einen Prozess der Unterscheidung und Neuorganisation. Ein erster Schritt in diese Richtong war am vergangenen 14. September, die Ernennung von Pater João Gutemberg Mariano Coelho Sampaio, FMS, zum Geschäftsführer des REPAM und die Verlegung des Hauptsitzes von Quito (Ecuador) nach Manaus (Brasilien).


FIDES-NACHRICHTEN - 16.10.2020

VATIKAN - Corona-Hilfsfonds: Afrikanische Diözesen erhalten Hilfe für Pastoralarbeiter und Medien

 

Vatikanstadt (Fides) - Während die Covid-19-Pandemie kein Ende findet und weiterhin Leiden und Tod auf allen Kontinenten verursacht, setzt sich die Hilfsarbeit der der Kirche fort, insbesondere in den Gebieten der Welt, in denen die Bevölkerung in einer bereits prekäre Situation lebt sich durch die Krise mit neuen Rückschlägen konfrontiert sieht. Die Ortskirchen, die ihren Unterhalt weitgehend von den Opfergaben der Gläubigen bestreiten, haben ihre begrenzten wirtschaftlichen Ressourcen erschöpft, ebenso wie Priester, Ordensleute und Katecheten, so das kaum mehr Mittel zur Verfügung stehen, um denjenigen, die sich plötzlich in einem Zustand der Not befanden, zu helfen. Viele sind ohne Existenzmittel, nicht nur was ihre Arbeit der Nächstenliebe und Evangelisierung anbelangt, sondern auch für den alltäglichen Bedarf.
Um auf die durch die Covid-19-Pandemie verursachten Krisensituationen reagieren zu können, hat Papst Franziskus bei den Päpstlichen Missionswerken (PMS) einen Corona-Hilfsfonds eingerichtet, der dank der Hilsbereitschaft vieler seit Monaten auf Anfragen aus Diözesen in der Mission unterstützend wirken kann. (vgl. Fides 06/04/2020). Zuletzt erhielten verschiedene Kirchsprengel in Afrika Hilfe.
In Nigeria ging die Hilfe aus dem Hilfsfonds der Päpstlichen Missionswerke an vier verschiedene Diözesen. An die Diözese Auchi, wo Ordensschwestern unterstützt wurden, die aufgrund der Sperrung ihre Schulen schließen mussten und daher keinen Lebensunterhalt für ihre Gemeinschaft haben, zu der mehrere Novizen gehören. Auch in der Diözese Bomadi wurden Missionsschwestern unterstützt, die dort in der Pastoralarbeit tätig sind. Die Diözese Idah wurde von der Pandemie besonders schwer getroffen. Die übliche finanzielle Unterstützung durch die Laien für die Aktivitäten der Kirche fehlt, seit es den Familien kaum mehr möglich ist, ihren eigenen täglichen Bedarf zu decken. Die Hilfsmitteln aus dem Hilfsfonds der Päpstlichen Missionswerke kommen 90 Priester und 757 Katecheten so wie die in der der Diözese tätigen Augustinerinnen zugute. Zuschüsse erhielt auch die Diözese Uromi zur Bewältigung, der Herausforderungen mit der sich die Diözese durch die Auswirkungen der Covid-Pandemie konfrontiert sieht.
Die Consolata Missionsschwestern in Liberia erhielten Hilfe bei der Fortsetzung der Evangelisierungsarbeit der beiden Ordensgemeinschaften der Erzdiözese Monrovia, wo die Ordensfrauen sich für die menschliche und christliche Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einsetzen, Frauen fördern und bei der Fortbildung von Laienmissionaren aktiv sind. Darüber hinaus gewährleisten sie die von ihnen geführte katholische "St. Peter Claver High School" eine qualitativ hochwertige Bildung für über 800 Schüler. Die insgesamt 252 Schwestern der Diözese Ngong, in Kenia, die in verschiedenen Bereichen der kirchlichen Tätigkeit einen wertvollen Dienst leisten, haben Hilfsmittel aus dem Fonds der Päpstlichen Missionswerke erhalten.
In Namibia haben der Ausnahmezustand und der Lockdown zu weiterem Leid für die Bevölkerung geführt, die durch den Verlust der Arbeit und Einstellung kleiner Handelsgeschäfte von Hunger und extremer Armut betroffen ist. Die Diözese Windhoek, die bisher ihr Möglichstes getan hat, um den Armen und Bedürftigen zu helfen, musste nun ebenfalls um Unterstützung beten, um ihre Evangelisierungsaktivitäten fortsetzen zu können. Auch die Diözese Konstad in Südafrika sich sieht sich in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten und kann die laufenden Ausgaben und die Fortsetzung gemeinnütziger und pastoraler Aktivitäten nicht mehr bewältigen.
Während des Lockdowns wurden die Medien in großem Umfang genutzt, um die Schließung von pastoralen Aktivitäten und Kirchen zu kompensieren und Versammlungen, Gebete, Predigten und Reflexionen weiterhin zu ermöglichen und das Gemeinschaftsgefühl aufrecht zu erhalten, die Hoffnung zu nähren und damit auch ein Fortfahren der Evangelisierung möglich zu machen. Das Funktionieren dieser meidalen Instrumente ist mit erheblichen Kosten verbunden, während sich die finanzielle Situation der Diözesen aufgrund des Mangels an Opfergaben der Gläubigen verschärft hat oder bereits prekär ist. Deshalb erhielten aus dem Corona-Hilfsfonds der Päpstlichen Missionswerke auch katholische Fernsehesender, darunter Luntha TV, und Radieosender wie Radio Maria in Malawi Unterstützung und es wurde ein Beitrag an die dortige Bischofskonferenz zugewiesen, um die dringendsten Zahlungen zu ermöglichen. In Angola erhielt die Diözese Cabinda Hilfe zur Unterstützung des Diözesanradios und die Diözese Dundo wurde bei dem Ausbaur der Radio Ecclesia-Studios unterstützt, damit der Diözesansender auch die Bevölkerung in entfernt gelgenen Gebieten erreichen kann. Das gleiche gilt für Kamerun, wo die Diözese Douala um Hilfe für Radio Veritas gebeten hat.

 

VATIKAN - Pater Novak: "Die Päpstlichen Missionswerke helfen Glaubenden auf ihre missionarische Berufung zu antworten"

 

Vatikanstadt (Fides) - "Die Päpstlichen Missionswerke sind, was die großzügigen Opfergaben der Gläubigen anbelangt, vollständig auf die göttliche Vorsehung angewiesen. Wir untersützten das Leben der Ortskirchen in den Missionsgebieten, für die die Kongregation für die Evangelisierung der Völker zuständig ist, und die sich im Wachstum befinden, denn es sind junge Kirchen, die sich sich entwickeln und Hilfe in allen Bereichen brauchen: bei den kirchlichen Strukturen, in den Pfarreien, Pastoralzentren, Schulen, für Mitarbeiter, Lehrer, Katecheten", so Pater Tadeusz J. Nowak, OMI, Generalsekretär des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung, eines der vier Päpstlichen Missionswerke.
Pater Novak erklärt daher die Bedeutung der universellen Kollekte, die am Weltmissionssonntag stattfindet und den universellen Solidaritätsfonds der Päpstlichen Missionswerke bildet: "Mit diesem Fonds stehen wir den katholischen Gemeinden zur Seite, die in armen Ländern leben. Es sollte angemerkt werden, dass trotz der Armut, die großzügige Hilfsbereitschaft des Volkes nicht fehlt: Die Gläubigen kümmern sich um die Bedürfnisse der Kirche, und die Päpstlichen Missionsswreke leistet dabei wertvolle Hilfe. Die Päpstlichen Missionswerke sind aber kein Finanzinstitut, das Geldhilfen verteilt, sondern ein Netzwerk, das idealerweise von allen gebildet wird. Die Katholiken der Welt unterstützen das Leben dieser kleinen Kirchen mit Gebet und Nächstenliebe und helfen insbesondere den Bedürftigsten. In diesem Sinne sind die Päpstlichen Missionswerke ein Instrument in den Händen Gottes, im Dienste des Papstes, um es jedem Getauften zu ermöglichen, auf seine missionarischen Berufung zu anworten. Dies ist ein klarer Aufruf an alle Getauften: Wir sind alle Missionare und wirken am Sendungsauftrag der Kirche mit".
Ein Vorbild für diesen Prozess der Bewusstseinsbildung ist die ehrwürdige Pauline Jaricot (1799-1862), die Gründerin des Werkes zur Verbreitung des Glaubens, für die das durch ihre Fürsprache gewirkte Wunder erst kürzlich von Papst Franziskus bestätigt wurde, der damit den Weg zur Seligsprechung ebnet: "Jaricot hat sich in ihrer Zeit bescheiden und leidenschaftlich für Missionen eingesetzt. Sie war eine Frau und eine Laiengläubige, die für die Geschichte der Mission der Kirche außerordentlich wichtig ist. Sie hatte tiefes Vertrauen in Gott und trotz der Leiden und Ungerechtigkeiten, die sie erfahren musste nie den Glauben verloren hat, weil sie ihre Kraft aus der Eucharistie und der eucharistischen Anbetung schöpfte. Sie ist eine wahrhaft inspirierende Figur: Ihre Demut und Treue zu Gott sind die Wurzeln ihres missionarischen Engagements. Durch ihre Arbeit wollte nur Gott Ehre erweisen. Jaricot ist ein Beispiel und ein Vorbild für jeden Getauften, auch im dritten Jahrtausend".

 

AFRIKA - Generaloberer der Gesellschaft für die Afrikamissionen: „Pater Maccalli ist ein Mann des Glaubens, der Vergebung und der Geschwisterlichkeit"

 

Rom (Fides) - Nach zwei Jahren der Stille und Einsamkeit wollte sich Pater Gigi Maccalli bei seiner Familie wieder zu Hause fühlen, wo man ihn willkommen heißt und ihm zuhört. "Er hat eine Stunde lang ununterbrochen nur geredet", so Pater Antonio Porcellato, Generaloberer der Gesellschaft für die Afrikamissionen (SMA), der in den letzten zwei Jahren die Ereignisse von Pater Gigi Maccalli sehr genau verfolgt hat, und Kontakte im Namen seines Ordens und in Zusammenarbeit mit der Krisenabteilung des italienischen Außenministeriums aufgenommen hat.
"Ein Missionar ist ein Mann des Wortes, der Verkündigung. Ohne Bibel, ohne das Wort Gottes und die Eucharistie, so Gigi, habe er gelernt, auf die Stille zu hören. Die Stille der großen Sahara, die innere Stille. Wie der Prophet Jesaja konnte er die Gegenwart Gottes in der Stille und in der Einsamkeit fühlen. Er fand diesen Gott, der ihn im immer beiseite stand."
Pater Antonio berichtet unter anderem von eine Episode vom vergangenen Samstagmorgen, dem 10. Oktober, bevor Pater Gigi und seine Familie sich auf den Weg nach Madignano, sein Heimatdorf machten. „Bevor Gigi Rom verließ, bat er darum, auf dem Friedhof Prima Porta Halt machen zu dürfen. Dort ist Miriam Dawa begraben, ein 13-jähriges Mädchen aus Niger. Es war ihm gelungen, das Mädchen in das Kinderkrankenhaus "Bambin Gesù" in Italien zu bringen, wo ihre Herzerkrankung behandelt werden sollte. Aber die Krankheit war schwerwiegender als erwartet und Miriam hat es nicht geschafft. Die Familie war einverstanden, dass sie in Rom begraben wurde. An ihren Grab kniete Gigi nieder und betete kurz. Dann suchte er in seinem Auto nach seinem Rosenkranz, den er in der Gefangenschaft aus Lumpen fabriziert ahtte. Er wollte ihn dort lassen und hat ihn an das Kreuz auf dem Grab gehängt."
Von diesen Stunden, die er mit seinem Mitbruder verbracht hat, der erst in den vergangenen Tagen von seinen Entführern freigelassen wurde, so Pater Antonio werde er niemals „Gigis tiefen Glauben trotz aller Zweifel vergessen. Gigi sagte, dass er es Gott zuerst ein wenig übel nahm: Warum hatte er das zugelassen? In dieser Wüste fühlte er sich verlassen, er wusste jedes Mal nicht, wohin ihn seine Entführer noch brachten. Zweifel hegte er auch an der Rolle der Gesellschaft für die Afrikamissionen: Was tun sie, um mich zu befreien? Aber er verlor nie die Hoffnung, das Vertrauen, das Gefühl der Gegenwart Gottes, das ihn überall hin begleitete", betont Pater Antonio.
"Seine Mitgefangenen waren wohl eher aus Bequemlichkeit als aus Überzeugung zum Islam konvertiert, und um eine bessere Behandlung zu erhalten. Pater Gigi hat sich hingegen immer allen Versuchen der Terroristen widersetzt. Er blieb immer ruhig und überzeugt bei seinem Glauben und seiner Beziehung zum Herrn treu".
"Ich war auch beeindruckt von seinem Aufruf zur Vergebung gegenüber den Islamisten, zu Brüderlichkeit und zur Hoffnung darauf, dass wir uns mit den Dschihadisten verständigen können", so Pater Antonio weiter. „Es befinden sich noch andere Geiseln in den Händen der Terroristen. Wir müssen das Ideal der Brüderlichkeit verinnerlichen, beotnte Pater Gigi, und versuchen, Konflikte und Missverständnisse gewaltfrei zu lösen."
"Es waren Momente, die ich nie vergessen werde, die für immer vor mir sehen und die in meinem Kopf bleiben werden", schließt der Generalobere.

 

AFRIKA/MALAWI - Weltmissionssonntag 2020: "Wir müssen großzügig auf den Ruf des Herrn antworten"

 

Blantyre (Fides) - "Das Thema des diesjährigen Weltmissionstages lautet "Hier bin ich, sende mich" und zuerst dachte ich, Papst Franziskus wollte damit vor allem junge Menschen ansprechen", schreibt die italienische Missionarin Anna Tomasi von den Missionsschwester (Franscescane Ausiliarie Laiche Missionarie dell'Immacolata, F.A.L.M.I.) in einem Brief an Fides "Bei allen Berufingscamps oder Jugendtreffen ist dies eines der am häufigsten verwendeten Bibelzitate, wenn es darumg geht ui einer großzügige Antwort auf den Ruf des Herrn zu antworten", unterstreicht Schwester Anna, die als Missionarin in Malawi arbeitet.
„Doch nach längerem Nachdenken und der Lektüre der Botschaft des Heiligen Vaters, habe ich das Gefühl, dass Jesajas Antwort für alle Menschen und in jedem Alter gilt. Mit der Frage des Herrn "Wen werde ich senden? Wer wird für uns gehen?" werden ständig konfrontiert und immer wieder und wo auch immer können wir antworten: "Hier bin ich, sende mich". Senden mich, um ein Wort des Trostes zu diejenigen zu bringen, die traurig und entmutigt sind, ein Lächeln der Hoffnung zu Menschen im Gefängnis, ein wenig Essen zu diejenigen, die hungrig sind, eine Ermutigung an diejenigen, die Schwierigkeiten haben, ein Ziel zu erreichen, Ratschläge für diejenigen, die nicht mehr wissen mehr was tun, ein Händedruck, um unsere Teilnahme an der Freude und dem Schmerz unserer Brüder und Schwestern spüren zu lassen."
Anna, die insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Gefängnispastoral in Malawi tätig ist, weist darauf hin, dass die Antwort unterschiedlich ist, da unser Leben unterschiedlich ist, aber sicherlich ihre Intensität und Wirksamkeit im Laufe der Jahre nicht abnimmt. "Ich bin inzwischen schon eine ältere Missionarin, aber ich habe das Gefühl, dass ich immer noch eine Antwort geben kann, wann immer dies erforderlich und wichtig ist, so wie ich sie, die zu Beginn meiner missionarischen Berufung gegeben habe, als das Licht der aufgehenden Sonne alles beleuchtete. Dieselbe Antwort, die ich in der Mitte des Missionslebens voller Wärme, Initiativen, Projekten und Träumen gegeben habe. Aber der Sonnenuntergang ist nicht weniger schön mit all seinen Farben, Schattierungen und der roten Sonne, in die man schauen kann ohne geblendet zu werden. Ich erlebe den Sonnenuntergang meines Missionslebens in Malawi und es ist schön sagen zu können, dass ich hier bin, ich bin für dich da, Herr, ich bin hier, um dich dorthin zu bringen, wo ich noch hingehen kann, ohne die Beweglichkeit der Vergangenheit, aber mit derselben Freude und Unentgeltlichkeit. Ich bin hier, um mit meinen malawischen Brüdern und Schwestern die Geschenke zu teilen, die sie selbst mir gegeben haben. Ich bin hier, um allen, angefangen bei den Gefangenen, zu sagen, dass der Herr uns so liebt, wie wir sind, und uns dazu aufruft, so zu sein, wie er uns will. Ich bin hier als Schwester, Mutter und Großmutter. Deshalb wiederhole ich noch einmal mit einem Herzen voller Dankbarkeit für die missionarische Berufung. "Hier bin ich, sende mich Herr, solange du willst!".
In Übereinstimmung mit der Botschat von Papst Franziskus zum Weltmissionsonntag 2020, in der der Heilige Vater die Überzeugung zum Ausdruck bringt , dass der Außerordentliche Monat der Weltmission des letzten Jahres in vielen Gemeinden eine missionarische Umkehr angeregt hat, erklärte die Missionarin: "Dieses Jahr wurde zum ersten Mal in unserer Gemeinde vom Weltmissionssontag gesprochen und seit Anfang Oktober wurden die Gläubigen eingelanden, zu beten und großzügig zu spenden. Damit die Sammlung konsistenter ist als in den Vorjahren, wurde jede Basisgemeinschaft gebeten, einen bestimmten Betrag im eigenen Gebiet zu sammeln, der dann am 18. Oktober zu den Spenden aller Gläubigen hinzugefügt wird. Dies sind kleine Schritte, die auf eine größere Sensibilität und ein größeres missionarisches Engagement hinweisen". "Ohne Zweifel", schließt Schwester Anna, "wäre es auch hier in Malawi eine große Hilfe, wenn wir Arbeitsmaterialien zur Verfügen hätten mit den wöchentlichen Anliegen für den den ganzen Monat. Am aktivsten sind Kindermissionswerke, die auf nationaler und diözesaner Ebene bereits gut organisiert sind. Leider war es dieses Jahr nicht möglich, das nationale Treffen abzuhalten, aber in der Erzdiözese Blantyre werden die Kinder der Kindermissionswerke im Oktober zusammen mit Erzbischof Thomas L. Msusa, ein Krankenhaus besuchen, um Geschenke an die Patienten zu verteilen, vor allem für hospitalisierte Kinder. Sie sollten diesen Besuch bereits während der Fastenzeit machen, aber das Coronavirus hatte es verhindert. Jetzt erlaubt es die Situation hier in Malawi wieder."

 

ASIEN/LIBANON - Maronitischer Patriarch: Verhandlungen über Seegrenzen bedeuten keine „Normalisierung" der bilateralen Beziehungen zu Israel

 

Bkerké (Fides) - Die Verhandlungen zwischen libanesischen und israelischen delegierten zur Festlegung der Seegrenzen zwischen dem Libanon und Israel, können nicht unbedingt als Beginn der Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern interpretiert werden, die formell nie den Kriegszustand widererufen haben. Dies unterstreicht er maronitische Kardinal Bechara Boutros Rai, in einem langen Interview mit dem libanesischen Fernsehsender "Al Jadeed". "Wir müssen dringend die Seegrenzen festlegen, um Gas und Öl fördern zu können", sagte der Patriarch, "aber dies stellt keine Normalisierung der Beziehungen dar, was vorerst auch nicht möglich ist." Der libanesische Kardinal fügte diesbezüglich diese Normalisierung hinzu: "Es ist nicht einfach und es wird einige Zeit dauern". Wobe er an israelische Militärinterventionen auf libanesischem Territorium erinnert fügte hinzu, dass die bilateralen Beziehungen, die der Libanon zum jüdischen Staat pflegt "andere Umstände erlebt haben, als die der Länder, die bereits ein Friedensabkommen mit Israel unterzeichnet haben".
Die erste Runde der Verhandlungen über die Seegrenzen begannen am heutigen Mittwoch, den 14. Oktober, um 10.30 Uhr im im Freien (aufgrund der Auflagen zur Eindämmung der Pandemie) und finden in Naqura, einer libanesischen Stadt an der Grenze mit Israel statt. Indirekte Gespräche werden von Vermittlern der USA und der Vereinten Nationen gefüht. Die Vereinigten Staaten vermitteln bereits seit einem Jahrzehnt zwischen dem Libanon und Israel über die umstrittene Grenzfrage, aber der Versuch, ein Rahmenabkommen zu schließen, konnte erst Anfang Oktober mit Zustimmung der beiden Parteien angekündigt werden. Der Libanon sieht sich mit einer verheerenden Wirtschaftskrise konfrontiert und möcgte dringend Zugang zu den vor seinen Küsten gelagerten Bodenschätzen erwirken. Im Zentrum der Verhandlungen steht ein 860 Quadratkilometer großes Seegebiet, das sowohl vom Libanon als auch von Israel als Teil ihrer Hoheitsgewässer beansprucht wird.

 

ASIEN/SÜDKOREA - Koreanische Priester gehen in die Mission nach Asien und Lateinamerika

 

Seoul (Fides) - Mit einem feierlichen "Ausssendungsgottesdienst" feierte die Erzdiözese Seoul im Oktober, der traditionell der Missionsarbeit gewidmet ist, die Entsendung von sechs neuen koreanischen Missionaren, die als Prieste zur Mission berufen wurden. Es handelt sich um Pfarrer Peter Tae-guen Kim, der in die Erzdiözese Osaka gehen wird und Pfarrer Park Albert Min-woo der in der japanischen in der Diözese Sapporo, tätig sein wird. Pfarrer Park Paul Hyoung-moon wird in der Diözese Engativa in Kolumbienseinen Dienst leisten und Pfarrer Marcellus Sang-hyun Han in der Erzdiözese Santiago in Guatemala tätig sein. Pfarrer Michael Jung-hoon Shin ist bestimmt für die Erzdiözese München und Freising in Deutschland und Pfarrer Augustine Min-woo Ahn, wird als Missionar in der Erzdiözese Osaka in Japan tätig sein und ist bereits in den letzten Monaten abgereist, hat aber aufgrund des Lockdown erst jetzt das "offizielle Mandat" der Ortskirche erhalten.
Wie die Erzdiözese Seoul mitteilt, wurde mit dem Gottesdienst die Entsendung von Missionspriestern ins Ausland wieder aufgenommen, die aufgrund der Covid-Pandemie vorübergehend ausgesetzt oder verschoben worden war. Nun wurden am 8. Oktober von Bischof Job Yobi Koo, Bischofsvikar für Missionare in Übersee, mit einem feierlichen Gottesdienst wieder die ersten Missionare nach Japan, Kolumbien und Guatemala entsandt.
Bischof Yobi Koo sagte in seiner Predigt: „Ich bin den Priestern dankbar, die in diesen schwierigen und herausfordernden Zeiten inmitten der Covid-19-Krise auf ihren Ruf als Missionare geantwortet haben. Vergessen wir niemals, dass der Heilige Geist immer jeden von uns führt".
Bischof Son ermutigte die Priester und lud sie ein, Gott immer zu vertrauen und sich mit dem Gebet an ihn zu wenden: "Während des Dienstes des Apostolats in der Mission wird es Schwierigkeiten geben, aber denken Sie daran, dass der Herr immer da ist. Neben euch".
Der Leiter für Übersee-Missionare, versprach deb entsanden Priestern sowohl materielle als auch geistliche Unterstützung, damit sie sich ausschließlich auf ihre pastoralen Aktivitäten in der Mission konzentrieren können.
Gegenwärtig hat die Erzdiözese Seoul insgesamt 22 Missionspriester in 10 Länder auf der ganzen Welt und plant weitere Missionen im Ausland für Priester, Ordensleute und Laien vor, die sich zur Mission ad gentes berufen fühlen.

 

AMERIKA/PERU' - Bischöfe der Amazonasregion beraten über „Fratelli tutti"

 

Puerto Maldonado (Fides) - "Der Text der neuen Enzyklika "Fratelli Tutti" ergänzt sich perfekt in mit den Inhalten der Enzyklika „Laudato Si '(2015), die an die ganze Welt appelliert, sich um das gemeinsame Haus Zuhause zu kümmern. Nunt ruft uns der Papst dazu auf, in Brüderlichkeit zu leben und die soziale Freundschaft in der Welt zu pflegen. In einer Welt ohne Grenzen, in der der Schwerpunkt auf dem Aufbau einer besseren und gerechteren Zukunft liegt", so das Amazonas-Zentrum für Anthropologie und praktische Anwendung (CAAAP) eine Woche nach der Veröffentlichung der Enzyklika "Fratelli tutti" von Papst Franziskus, die die Bischöfe der peruanischen Amazonasregion zu einer virtuellen Veranstaltung einlud, um das neue Lehrschreiben des Papstes "aus amazonischer Sicht" zu analysieren. Dabei wurden die acht Kapitel der Enzyklika jeweils von einem der acht Bischöfe des peruanischen Regenwalds vorgestellt, die um eine Refelxion und Analyse gebeten worden waren, und diese auf der Grundlage der eigenen pastoralen und sozialen Situation anstellen sollten. Durch den virtuellen Austausch wurde so digitale Reise entalgn des gesamten peruanischen Regenwaldes von Nord nach Süd entlang des peruanischen Amazonas möglich.
Bischof José Javier Travieso, der das Apostolische Vikariats San José del Amazonas leitet, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Konferenz teilnehmen, sandte jedoch seine Überlegungen zum ersten Kapitel von "Fratelli Tutti", das Bischof Jesús María Aristín, Leiter des Apostolischen Vikariats Yurimaguas verlas. Im Anschluss sprach der Apostolische Administrator von Iquitos, Bischof Miguel Fuertes, ein Augustiner-Missionar mit mehr als 30 Jahren Erfahrung im nördlichen Amazonas von Peru, übere das zweite Kapitel. Bischof Juan Bautista Oliver, Bischof des Apostolischen Vikariats Requena, erläuterte seine Reflexion über das dritte Kapitels der Enzyklika, während Bischof Jesús María Aristín, Apostolischer Administrator des Apostolischen Vikariats Yurimaguas, der erst im Dezember zum Bischof geweiht werden wird, sich mit dem vierten Kapitel befasste.
Es folgten der Apostolische Vikar von Jaén, Bischof Alfredo Vizcarra, der das Kirchennetzwerk REPAM in Perù koordiniert (Kapitel 5), Bischof Gerardo Zerdín, Administrator des Vikariats San Ramón, der als Franziskanermissionar seit über 40 Jahren die Indios im zentralen peruanischen Regenwald begleitet (Kapitel 6).
Aus der Hauptstadt des Departments Ucayali war der Apostolische Vikar von Pucallpa, Bkischof Martín Quijano Sdb, zugeschlatet (Kapitel 7), der betonte, dass Franziskus "dazu einlädt, für das Wohl unserer verwundten Welt Pfade des Friedens zu beschreiten". Abschließend kommentierete Bischof David Martínez de Aguirre, der Apostolische Vikar von Puerto Maldonado das achte Kapitel.

 

LINK
Video zur CAAP-Konferenz -> https://www.caaap.org.pe/2020/10/11/vivir-la-amazonia-desde-la-fraternidad-mirada-de-los-obispos-amazonicos-de-peru-a-fratelli-tutti-hermanos-todos/

 


VATIKAN - Erzbischof Dal Toso: “Die Mission betrifft jeden Getauften: wir verzeichnen einen Anstieg bei der Zahl der Laienmissionare und Missionsfamilien“

(Vatikanstadt/Fides) - „Die tiefgreifende Bedeutung des Weltmissionssonntags besteht darin, das Missionsbewusstsein bei allen Getauften am Leben zu erhalten. In diesem historischen Moment gewinnt das Element der Universalität der Kirche, die auf die ganze Welt blickt, an Bedeutung. Während sich die ganze Menschheit mit der Pandemie konfrontiert sieht, wird uns bewusst, wie tief wir miteinander verbunden sind. Der Weltmissionssonntag möchte auf kirchlicher Ebene dazu beitragen, insbesondere auch auch das Element der Universalität des Glaubens vor Augen zu führen: Niemand glaubt allein, wir sind alle durch den Glauben an Christus verbunden, unabhängig davon, wo wir leben", dies betont der der beigeordnete Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker und Präsident der Päpstlichen Missionswerke, Erzbischof Giampietro Dal Toso, im Gespräch mit Fides im Hinblick auf die Feier des Weltmissionssonntag, der in aller Welt am 18. Oktober 2020 (in deutschen Diözesen am 25. Oktober 2020, A.d.R.) begangen wird.
"Wir sind dem Papst dafür dankbar“, so der Erzbischof weiter, „dass er in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag 2020 mit dem Titel "Hier bin ich, sende mich" den Aspekt der Verantwortung und Antwort jedes Getauften hervorhebt und betont, dass der Aspekt der Berufung niemals schwinden darf: Wir brauchen Menschen, die ihr Leben der Verkündigung des Evangeliums widmen, insbesondere der Mission ad gentes. Wir hoffen und beten, dass der Heilige Geist bei jungen Menschen die besondere Berufung weckt, das Evangelium in den Ländern der Mission zu verkünden. Der Weltmissionssonntag ist auch ein Tag des Gebets: Denken wir beim Beten für die Missionen auch an die Forderung nach immer neuen "Arbeitern im Weinberg des Herrn", die bereit sind, ihr Leben für ihn zu geben“.
Ein wichtiger Aspekt, der auch aus den im Fides-Dossier enthaltenen Statistiken hervorgeht, die am 16. Oktober anlässlich des Weltmissonnssonntags veröffentlicht werden, ist der Anstieg der Zahl der Laienmissionare und Missionsfamilien: "Dies ist eine sehr ermutigende Entwicklung, nicht nur aus numerischer Sicht, vor allem aber, weil es darauf hinweist, dass sich alle - nicht nur Priester und geweihte Personen - für den Sendungsauftrag der Kirche verantwortlich fühlen“. In diesem Zusammenhang berichtet Erzbischof Dal Toso über seinen jüngsten Besuch bei Missio Austria: „Letzte Woche hat die Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke in Wien verschiedene Missionare mit einem Preis ausgezeichnet: Von drei Kategorien wurden in zwei Fällen Missionsfamilien prämiert. Es gibt große geistliche Bewegungen in der Kirche, die ganze Familien auf Mission schicken, wie zum Beispiel der Neokatechumenale Weg, damit sie als Familien vom Glauben Zeugnis geben und evangelisieren. Das ist wichtige, weil es genau das erfüllt, was im außerordentlichen Monat der Weltmission gesagt wurde, der letztes Jahr unter dem Motto "Getauft und gesandt“ stattfand: Es ist die Taufe, die uns zu Christen macht, und als Christen sind wir Zeugen und Verkünder Christi."
Am Weltmissionssonntag findet auch die globale Kollekte für den Universellen Solidaritätsfonds statt, mit dem die Päpstlichen Missionswerke die jungen Kirchen unterstützen: "Die weltweite Kollekte war von Anfang an Teil des Weltmissionssonntags: damit wird dem Gebet für die Missionen der karitative Aspekt hinzugefügt. Wie jede Seele einen Körper braucht, brauchen auch die Kirchen Strukturen und Personal: Dies erfordert eine wirtschaftliche Anstrengung. Der Papst hat kürzlich bei den Päpstlichen Missionswerken einen Sonderfonds zugunsten junger Kirchen eingerichtet, die besonders von Covid-19 betroffen sind. Trotz der Schwierigkeiten dieses historischen Moments appellieren wir an die Großzügigkeit der Gläubigen: Dank des Engagements der Nationaldirektionen der Päpstlichen Missionswerke werden, über die Kollekte bei den Sonntagsgottesdiensten hinaus, mithilfe neuer Methoden Geldspenden auch online möglich sein".


 


World Food Day Colloquium 2020:

Ernährungssicherheit in Krisenzeiten gewährleisten

Fr 16.10.2020, 13:30 Uhr: Kolloquium des Food Security Center / „Future Agricultural and Food Systems: Ensuring Food Security During Crises“ / Online-Veranstaltung

(Hohenheim/pm) - Am 16.10.2020 ist Welternährungstag: Nicht nur durch die Covid-19-Pandemie ist derzeit die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen bedroht – auch andere Krisen wie die Heuschreckenplagen oder die Auswirkungen des Klimawandels sorgen für existenzielle Nöte. Die Forschung im Agrar- und Ernährungssektor sucht nach neuen Möglichkeiten, um diese Probleme zu lindern. Beim World Food Day Colloquium an der Universität Hohenheim in Stuttgart präsentieren und diskutieren internationale Experten ihre innovativen Forschungsprojekte. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Anmeldung unter: 
https://fsc.uni-hohenheim.de/en/wfdc2020 
 

Wie wirken sich verschiedene Krisen auf die Ernährungssicherheit aus? Mit welchen Herausforderungen müssen sich Agrar- und Ernährungssysteme befassen – und welche Chancen bieten sie? Die Forschung sucht Antworten auf diese Fragen. Am World Food Day Colloquium 2020 stellen Expertinnen und Experten ihre Perspektiven vor und diskutieren, wie man auch in schwierigen Zeiten die Nahrungsmittelversorgung sicherstellen kann und wie sich die Lebensmittelindustrie weiterentwickeln muss.
Wegen der Corona-Pandemie lädt das Food Security Center (FSC) in diesem Jahr nicht vor Ort, sondern zu einer virtuellen Veranstaltung ein. Auch junge Forschende, die über das FSC sowie das Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn finanziert werden, geben Einblicke in ihre Arbeit.
Seit 2011 findet das World Food Day Colloquium jährlich am 16. Oktober an der Universität Hohenheim in Zusammenarbeit mit der Ulmer Stiftung fiat panis statt.


HINTERGRUND: Food Security Center (FSC)
 

Das Food Security Center (FSC) ist ein Exzellenzzentrum der Universität Hohenheim und kooperiert mit Partnerinstitutionen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Seit 2009 leistet es wissenschaftliche Beiträge, um den Hunger in der Welt zu vermindern und die Ernährungssicherung zu verbessern. Damit trägt es zum Erreichen der UN Sustainable Development Goals (SDGs) bei. Das FSC vereint Kompetenzen aus den Agrar-, Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Die vier Arbeitsschwerpunkte des FSC liegen in der Forschung, der Aus- und Weiterbildung von jungen Wissenschaftlern, dem Wissenstransfer weltweit sowie in der Öffentlichkeitsarbeit und (Politik-) Beratung.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert das FSC, neben vier weiteren deutschen Exzellenzzentren, im DAAD-Rahmenprogramm „exceed – Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit“.

Weitere Informationen
Programm und Anmeldung: https://fsc.uni-hohenheim.de/en/wfdc2020


HINTERGRUND: Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie
 
In den Jahren 2020 und 2021 steht das Wissenschaftsjahr im Zeichen der Bioökonomie – und damit einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaftsweise. Es geht darum, natürliche Stoffe und Ressourcen nachhaltig und innovativ zu produzieren und zu nutzen und so fossile und mineralische Rohstoffe zu ersetzen, Produkte umweltverträglicher herzustellen und biologische Ressourcen zu schonen. Das ist in Zeiten des Klimawandels, einer wachsenden Weltbevölkerung und eines drastischen Artenrückgangs mehr denn je notwendig. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgerichtete Wissenschaftsjahr Bioökonomie rückt das Thema ins Rampenlicht.

Die Bioökonomie ist das Leitthema der Universität Hohenheim in Forschung und Lehre. Sie verbindet die agrarwissenschaftliche, die naturwissenschaftliche sowie die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät. Im Wissenschaftsjahr Bioökonomie informiert die Universität Hohenheim in zahlreichen Veranstaltungen Fachwelt und Öffentlichkeit zum Thema.


Weitere Informationen
Wissenschaftsjahr 2020|21 BMBF: https://www.wissenschaftsjahr.de/2020-21/
#Wissenschaftsjahr #DasistBioökonomie
Wissenschaftsjahr 2020|21 Hohenheim: https://www.uni-hohenheim.de/wissenschaftsjahr-2020-2021-biooekonomie
Bioökonomie an der Universität Hohenheim: https://biooekonomie.uni-hohenheim.de

 


Drama in Griechenland

Selbst anerkannte Flüchtlinge landen laut SOS-Kinderdörfern auf der Straße

obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Giorgos Moutafis, Athen 2018
obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Giorgos Moutafis, Athen 2018

 

(Athen/ots) - Selbst anerkannten Flüchtlingen droht in Griechenland nach Angaben der SOS-Kinderdörfer ein Leben in Not und Armut. "Kinder und Familien werden aus den Lagern vertrieben, sobald ihr Antrag bewilligt wird", sagt Popi Gkliva, Nothilfekoordinatorin der SOS-Kinderdörfer in Griechenland. Seit einer Gesetzesänderung vom Mai müssten die Betroffenen innerhalb von 30 Tagen die Unterkunft verlassen und auf eigenen Füßen stehen.

 

Popi Gkliva sagt: "Die Menschen haben keine Arbeit, kein Zuhause, keine Schulen für ihre Kinder. Selbst Familien mit Kleinkindern leben auf der Straße." Ein Großteil der Geflüchteten sei traumatisiert und bräuchte dringend psychosoziale Unterstützung. Zwar hätten sie einen gesetzlichen Anspruch auf Sozialleistungen, aber die bürokratischen Hürden seien extrem hoch. "Viele Eltern sind erschöpft und geben auf. Sie fühlen sich selbst nicht sicher und unterstützt, wie sollen sie da ihren Kindern helfen?", sagt Popi Gkliva.

 

Die SOS-Nothilfekoordinatorin befürchtet, dass die Situation in den nächsten Monaten noch eskalieren wird. Die Regierung habe angekündigt, Tausende weiterer Menschen aufs Festland zu bringen - ohne einen Plan zur Integration. Nach dem Brand des Lagers Moria auf Lesbos im September sei die Situation angespannter denn je. Auch die Konflikte mit den Einheimischen würden zunehmen, unter ihnen sei die Not ebenfalls groß: Viele griechische Familien litten nach wie vor unter den Folgen der 2010 begonnenen Finanzkrise, dazu kämen die wirtschaftlichen Einbrüche im Zuge der Corona-Maßnahmen. "Die Lösung kann nur darin bestehen, sowohl die Geflüchteten als auch die notleidende griechische Bevölkerung zu unterstützen. Nur dann kann Integration gelingen!", sagt die Nothilfekoordinatorin. Kinder, egal welcher Herkunft, hätten ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Dies zu garantieren, sei die Verpflichtung aller.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen in Griechenland sowohl Geflüchtete als auch die notleidende griechische Bevölkerung. Unter anderem leisten sie psychosoziale Hilfe, Unterstützung bei der Bildung und stärken Familien, sodass diese ihr Leben aus eigener Kraft beschreiten können.

 


Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe fordern sofortigen Waffenstillstand

Krieg um Berg-Karabach droht zu eskalieren

 

Berg-Karabach * Armenien * Aserbaidschan * Krieg * Konflikt

 

(Berlin/bfw) - Angesichts der militärischen Eskalation um das Gebiet Berg-Karabach sind die evangelischen Hilfswerke Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt zutiefst besorgt über die politische und humanitäre Lage in den betroffenen Regionen. „Die Verschärfung der Kämpfe verdeutlicht die Gefahr, die von diesem über drei Jahrzehnte schwelenden Konflikt für die gesamte Region ausgeht“, sagt die Präsidentin der beiden Hilfswerke, Cornelia Füllkrug-Weitzel. „Die Region braucht einen sofortigen Waffenstillstand und echte Friedensverhandlungen. Unsere Partner sind seit vielen Jahren in der zivilen Konfliktbearbeitung aktiv und müssen nun zum wiederholten Male erleben, wie der Krieg eskaliert.“

 

Das Risiko, dass der Konflikt sich ausweitet, wächst mit jedem Tag - insbesondere, wenn sich die Berichte bestätigen, dass Kämpfer aus anderen Kriegsregionen gezielt in den Kaukasus eingeschleust werden und die Gefechte weiter anheizen. „Die internationale Gemeinschaft hat es in den vergangenen 30 Jahren nicht geschafft, die Konfliktparteien dazu zu bringen, die Spannungen friedlich beizulegen. Im Gegenteil: Waffenlieferungen gehen trotz des OSZE-Aufrufs zu einem Embargo weiter und befeuern den Konflikt zusätzlich“, kritisiert Füllkrug-Weitzel. „Die gegenwärtige Schwäche des internationalen Systems der Konfliktprävention wird gerade erschreckend deutlich. Auf dem Rücken der Zivilbevölkerung tragen verschiedene Regional- und Großmächte ihren Kampf um geostrategische Interessen rücksichtslos aus“, sagt Füllkrug-Weitzel.

 

Die evangelischen Hilfswerke begrüßen erste Gespräche im Rahmen der Minsk-Gruppe der OSZE, die der Beginn einer friedlichen Lösung werden können. Diese Gespräche sollten mit allem diplomatischen Gewicht unterstützt werden. „Die Bundesregierung hatte 2016 im Rahmen ihres OSZE-Vorsitzes dem Konflikt um Berg-Karabach erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Hieran sollte sie nun anknüpfen und ihr politisches Gewicht ins Spiel bringen, um klar zu machen, dass angesichts des Krieges vor Europas Haustür endlich eine politische Lösung gefunden werden muss“, so Füllkrug-Weitzel.

 

Das drängendste Anliegen sei aber die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen, um nicht noch mehr Menschenleben zu gefährden. Die genaue Situation in der Region ist angesichts nur weniger unabhängiger Beobachter unklar. Christopher Selbach, Leiter des Regional-Referats bei Brot für die Welt, steht in ständigem Kontakt mit den lokalen Partnern. „Die Projektpartner haben große Angst. Sie schicken Bilder der Zerstörung von Privatwohnungen und Kultureinrichtungen, warnen aber auch vor Falschmeldungen rund um den Konflikt. Viele ihrer Freunde und Verwandten befinden sich direkt an der Frontlinie. Die Lage vor Ort ist sehr ernst“, so Selbach.

 

Brot für die Welt unterstützt seit vielen Jahren zivilgesellschaftliche und kirchliche Partnerorganisationen in Armenien und Aserbaidschan im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung und Konflikttransformation. Insbesondere junge Menschen lernen dabei, die über Jahrzehnte festgefahrenen Stereotype zu hinterfragen, gegnerische Positionen zu verstehen und konstruktiv mit Konflikten umzugehen. In einem von Brot für die Welt geförderten regionalen Netzwerk setzen 20 zivilgesellschaftliche Organisationen den Dialog auch über die Konfliktlinien hinweg fort. Dieser grenzübergreifende Austausch findet aufgrund der schwierigen politischen und gesellschaftlichen Lage vor allem über Internetforen, manchmal aber auch auf neutralem Boden außerhalb der Region statt. „Die Bundesregierung sollte versuchen, gerade solchen zivilgesellschaftlichen Bemühungen um Konflikttransformation, ohne die Frieden in Berg-Karabach auf Dauer gar nicht absehbar sind, in ihren diplomatischen Interventionen Sichtbarkeit und Unterstützung zu gewähren, um nachhaltig Frieden in der Region zu stiften“, sagt Füllkrug-Weitzel.

 

Auch die Diakonie Katastrophenhilfe war nach dem verheerenden Erdbeben 1988 viele Jahre in der Nothilfe und beim Wiederaufbau in Armenien aktiv. Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe sind Teil des europäischen Zusammenschlusses kirchlicher Organisationen für humanitäre Hilfe und Entwicklung ACT Alliance EU. Auch das Bündnis ruft in einem Statement zu einer sofortigen Feuerpause und der schnellen Wiederaufnahme politischer Verhandlungen auf, um den Konflikt friedlich zu lösen: https://actalliance.org/?post_type=act_news&p=15325

 


Leid verhindern, bevor es geschieht

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Hilfsorganisationen im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ wollen zum Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge das Thema im öffentlichen Bewusstsein stärken.                                                                                                                      ­

 

­ (Berlin/pm) - Allein im vergangenen Jahr waren weltweit rund 94,9 Millionen Menschen von Naturkatastrophen und Extremwetterereignissen betroffen. Mit dem Klimawandel wird die Zahl der Katastrophen in Zukunft noch steigen. Katastrophenvorsorge ist deshalb dringlicher denn je. „Immer häufiger kommt es zu Dürren, Überschwemmungen, Stürmen und Waldbränden. In Deutschland können wir dank unseres Wohlstandes die Folgen bisher relativ gut verkraften. Doch für Menschen in prekären Lebenssituationen wird ein Überleben immer schwieriger“, sagt Susanne Wesemann, Leiterin der Johanniter-Auslandshilfe. Deshalb unterstützen die Johanniter gemeinsam mit ihren lokalen Partnern die Menschen in von Naturkatastrophen betroffenen Regionen. „Unsere Partner leisten ganz konkrete und direkte Hilfe in den Dörfern und Gemeinden, wobei wir sie mit Know-how und finanziellen Mitteln bestmöglich unterstützen“, so Wesemann weiter.
 
Risikokarten zur Schadensbegrenzung
Ein Beispiel dafür ist Indonesien: Am 28. September 2018 ereignete sich vor der Westküste von Zentralsulawesi ein Erdbeben der Stärke 7,5. Mehrere Tsunamis und massive Erdrutsche waren die Folge. 4340 Menschen starben. Nach humanitärer Nothilfe vor allem in abgelegenen Gemeinden, entwickelten unsere lokalen Partner zusammen mit den Toaya- und Lemusa-Gemeinden Risikokarten. Sie erfassen spezifische geografische, geologische und soziale Gegebenheiten. In den Gemeinden kommt es alljährlich in der Regenzeit zu Sturzfluten, Überschwemmungen und Erdrutschen, die immer wieder Ernten und Häuser zerstören.
 
„Durch die Karten haben die Menschen in den Dörfern erstmals Gefahrenzonen identifiziert und können sich nun beispielsweise durch festgelegte Evakuierungsrouten schnell in Sicherheit bringen“, erklärt Malte Landgraff, Projektkoordinator für Indonesien bei den Johannitern. Gemeinsam mit den lokalen Behörden planen die Bewohnerinnen und Bewohner nun die Wiederaufforstung von Hängen und die Beschilderung von Evakuierungsorten, um die Gemeinde vor Erdrutschen zu bewahren und im Katastrophenfall Gefahrenzonen schnell verlassen zu können.
 
Hintergrund
Katastrophenvorsorge rettet Leben: Daran erinnern die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen seit 2009 mit dem Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge. Jedes Jahr am 13. Oktober machen sie auf wirtschaftliche, politische und technische Maßnahmen aufmerksam, die Menschen besser vor Naturkatastrophen wie Dürren, Erdbeben oder Überschwemmungen schützen sollen.
 
Die Johanniter-Auslandshilfe
Die humanitäre Hilfe im Ausland ist eine satzungsgemäße Aufgabe der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Sie wird durch die Johanniter-Auslandshilfe umgesetzt. In 11 Länderbüros und in Berlin arbeiten mehr als 280 internationale und lokale Mitarbeitende. Bereits seit dem Tsunami Ende des Jahr 2003 sind die Johanniter in Indonesien tätig. Ihr über die Jahre aufgebautes lokales Netzwerk ermöglicht es den Johanniter kurzfristig auf Katastrophen reagieren zu können und die Menschen langfristig in der Prävention zu unterstützen.
 
 
„Naturkatastrophen und Extremwetterereignisse nehmen weiterhin zu“ - Ein Factsheet von Aktion Deutschland Hilft liefert Ihnen Daten und Fakten rund um Naturkatastrophen und Katastrophenvorsorge. Hier können Sie es herunterladen: https://bit.ly/3jCGMOw                                                                   ­

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Konflikt in Bergkarabach: Söldner verunsichern armenische Bevölkerung

 

  • Berichte über Söldner, die Scharia-Recht einfordern
  • Armenische Bevölkerung fühlt sich von der Türkei existenziell bedroht
  • Bundesregierung muss ihre EU-Ratspräsidentschaft nutzen und Mäßigung fordern

 

(Göttingen/gfbv) - Aufgrund der eskalierenden Kämpfe um Bergkarabach fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die deutsche Bundesregierung auf, ihre EU-Ratspräsidentschaft im zu nutzen, um eine sofortige Waffenruhe zu erwirken. Insbesondere gegenüber ihrem NATO-Partner Türkei müsse die Bundesregierung eine klare Kante zeigen. Denn die Türkei schickt offensichtlich Waffen, Militärberater und Söldner in die umkämpfte Region. 

 

„Es gibt Berichte über Söldner vor allem aus Syrien, die im südkaukasischen Kriegsgebiet von Dorf zu Dorf gehen und die Einhaltung des islamischen Scharia-Rechts verlangen“, berichtet GfbV-Nahostexperte Dr. Kamal Sido. „Die armenische Bevölkerung ist dadurch verunsichert und wir nehmen ihre Sorgen sehr ernst. Denn diese Islamisten haben dasselbe Verhalten bereits in kurdischen Dörfern in Nordsyrien gezeigt.“ 

 

„Nach Verfolgung und Genozid im Osmanischen Reich im 19. und 20. Jahrhundert geht es für die armenische Bevölkerung bei Konflikten, in die die Türkei involviert ist, nicht nur um Territorien: Sie sind existenziell bedroht“, erinnert Sido. „Die Erfahrungen der ethnischen und religiösen Minderheiten in der Türkei, in Syrien und im Irak zeigen, wozu die Türkei unter der islamistischen AKP fähig ist.“

 

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien berichtet bereits von ersten Toten unter den syrischen Söldnern, die die Türkei aus Afrin und anderen Gebieten Nordsyriens nach Aserbaidschan geschickt hat. Es gibt Hinweise, dass Erdogans Regierung auch unter den notleidenden syrischen Geflüchteten in der Türkei Kämpfer für den „Bruderstaat Aserbaidschan“ rekrutiert. 

 

„In Nordsyrien, das von Türkei seit Jahren mit Krieg überzogen wird, hat die deutsche Bundesregierung stets Verständnis für vermeintliche Sicherheitsinteressen der Türkei gezeigt. Die deutsche Bundesregierung muss jetzt dringend vermitteln, um Erdogans Kriege zu beenden – anstatt sie verständnisvoll zu dulden“, fordert Sido.    

 


Adveniat zu ein Jahr Amazonas-Synode

„Kontrapunkt zu einer Politik der Ausbeutung von Mensch und Natur“

Die Zerstörung der Lebenswelt der indigenen Völker schreitet auch ein Jahr nach der Amazonas-Synode weiter voran. Foto: Jürgen Escher/Adveniat
Die Zerstörung der Lebenswelt der indigenen Völker schreitet auch ein Jahr nach der Amazonas-Synode weiter voran. Foto: Jürgen Escher/Adveniat

(Essen/adveniat) - Ein Jahr nach der Amazonas-Synode brennt es im Regenwald Lateinamerikas wie nie zuvor. Politisch gefördert, schreitet die Zerstörung der Lunge der Erde voran. Auf immer mehr und größeren Flächen wird Soja angebaut und werden Rinder gemästet – insbesondere auch für den europäischen Markt. „Wir setzen hier einen Kontrapunkt zu einer Politik der Ausbeutung von Mensch und Natur“, stellt Adveniat-Partner Bischof Johannes Bahlmann von Óbidos im brasilianischen Amazonasgebiet fest. „Auf der Amazonas-Synode war der Ruf zur ökologischen Umkehr der wichtigste Punkt, weil sie uns als Menschheit alle angeht – persönlich und weltweit. Wir Bischöfe haben uns mit Papst Franziskus verständigt, dass wir beim Umwelt- und Klimaschutz, also bei der Bewahrung der Schöpfung, neue Wege gehen wollen. Um diese Bewusstseinsveränderung voranzubringen, aber auch konkrete Wiederaufforstungsinitiativen zu starten, dafür haben wir als katholische Kirche beste Voraussetzungen, weil wir bis in die entlegensten Gemeinden präsent sind“, ist Bischof Bahlmann überzeugt, der vom 6. bis zum 27. Oktober 2019 an der Amazonas-Synode im Vatikan teilgenommen hatte.

 

„Auch wir Europäer tragen dafür Verantwortung, dass sich die Zahl der Brände im Amazonasgebiet nach den Rekordwerten 2019 nochmals erhöht hat“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Michael Heinz. Das US-Wissenschaftsmagazin „Science“ habe in einer Studie klargestellt, dass ein Fünftel der Soja- und Rindfleischimporte der Europäischen Union aus Brasilien im Zusammenhang mit illegaler Abholzung im Amazonasgebiet und der Cerrado-Savanne stehe. „Die persönliche Verhaltensänderung ist genauso wichtig wie der politische Wandel“, ist der Adveniat-Chef überzeugt, der als Berater an der Amazonas-Synode vor einem Jahr teilgenommen hatte. „Die Vertreter der indigenen Völker und unserer Partner von vor Ort haben mich immer wieder eindringlich aufgefordert: ‚Setzt euch dafür ein, dass die ILO 169 von Deutschland ratifiziert wird!‘“ Die Hoffnung dahinter: Wenn ein wirtschaftlich so mächtiger Player wie Deutschland die einzige internationale Bestimmung zum Schutz der indigenen Völker ratifiziert, steigt der Druck auf die lateinamerikanischen Staaten, die Bestimmungen auch einzuhalten. „Die Indigenen müssen mit ihrem Verhältnis zur Natur und ihrem Umgang mit der Schöpfung zu unseren Vorbildern werden“, ist Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Heinz überzeugt.

 

Die ursprünglichen Völker haben die Amazonas-Synode vor einem Jahr geprägt und getragen. Das Bischofstreffen war dank der Vorbereitung durch das kirchliche Amazonas-Netzwerk Repam (Red Eclesial PanAmanzonica), dem Adveniat seit der Gründung 2014 angehört, auch ein buntes und vielfältiges Fest des Glaubens mitten in Rom. „Wir sind als Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen und aus insgesamt neun verschiedenen Ländern zu einer neuen Einheit zusammengewachsen“, beschreibt Bischof Bahlmann das Miteinander über Länder- und Kulturgrenzen hinweg. Wie die Bischöfe in ihrem Schlussdokument hatte sich auch Papst Franziskus im Nachsynodalen Dokument „Querida Amazonía“ für eine vorrangige Option für die indigenen Völker ausgesprochen. Dieses Augenmerk auf die ursprünglichen Völker des Amazonasgebietes ist für Adveniat-Partner Bischof Bahlmann ein Bekenntnis, dass sich die christliche Botschaft den indigenen Kulturen öffnen und in sie hineinübersetzt werden muss. Und es bekräftigt den Willen, von den Indigenen und ihrer Lebensweise zu lernen, um die Erde zu bewahren. „Denn wer den Lebensraum und die Kultur der Indigenen bedroht, bedroht das Leben auf dem Planeten insgesamt!“, ist Bischof Bahlmann überzeugt, der als Adveniat-Partner am 1. Advent auch die bundesweite Weihnachtsaktion der Katholischen Kirche „ÜberLeben auf dem Land“ in Würzburg mit eröffnen wird.

 

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 1.900 Projekte gefördert werden, die mit mehr als 36 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

 

 

 


Zuspitzung auf Lesbos: Das einzige menschenwürdige Flüchtlingslager soll laut SOS-Kinderdörfern geschlossen werden

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Alea Horst
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Alea Horst

 

(Athen/(ots) - Auf der griechischen Insel Lesbos soll nach Angaben der SOS-Kinderdörfer weltweit nun auch noch das einzige Flüchtlingslager geschlossen werden, in dem Asylbewerber bislang fair und menschlich behandelt werden. George Protopapas, Leiter der Hilfsorganisation in Griechenland, sagt: "In dem Lager sind etwa 950 Menschen untergebracht, darunter besonders viele Familien. Die hygienischen Bedingungen und die Versorgung hier sind gut, die Menschen fühlen sich sicher. Dass es Ende des Jahres aufgelöst werden soll, wie der griechische Migrationsminister am Dienstag erklärte, ist für uns völlig unverständlich."

 

Das Lager befindet sich auf dem ehemaligen Schießübungsplatz Kara Tepe. Unweit davon steht das neue, eilig errichtete Zeltlager, dass die mehr als 12.000 Menschen aufnehmen soll, die nach dem Brand des Lagers Moria obdachlos geworden sind. Bereits 9.000 Menschen seien hier eingezogen. Die SOS-Kinderdörfer sehen dies mit großer Sorge. George Protopapas sagt: "Das neue Lager ist ein absolutes Provisorium und anfangs hieß es, es sei nur als Übergangslösung gedacht. Aber mittlerweile erreichen uns Gerüchte, nach denen es für fünf Jahre geplant sei." In der Vergangenheit habe die Regierung ihre Entscheidungen in solchen Fragen immer wieder revidiert.

 

Schon jetzt seien die Zelte - wie bereits zuvor in Moria - völlig überbelegt. Direkt am Meer gelegen, biete das Lager weder Schatten, noch Schutz vor Wind und Feuchtigkeit. Sobald der Winter kommt, drohe eine Katastrophe. Protopapas sagt: "Das ist ein Verbrechen! Die Hälfte der Bewohner sind Kinder, darunter auch viele Kleinkinder und Säuglinge. Sie befinden sich in einem furchtbaren Zustand, ein Großteil ist traumatisiert und verängstigt. Aktuell werden sie völlig allein gelassen. Sie brauchen dringend Unterstützung!" Jeder Mensch in Not habe ein Anrecht darauf, humanitär behandelt zu werden.

 

Die SOS-Kinderdörfer leisten seit Jahren psychosoziale Hilfe in jenem Lager, das nun geschlossen werden soll, und unterstützen Kinder mit Bildungsangeboten. Die Hilfsorganisation steht bereit, auch in dem neuen Zeltlager zu helfen.

 

 

 


Kinderarmut in Deutschland – ein Appell zum Weltkindertag