Kulturjournal

23.08.2017








Wenn ein Bild Dir die Hand reicht…

 

 

 

Mit „Kunst als Therapie“ hat man in den letzten Jahrzehnten gute Erfahrung gemacht. Doch „Kunst mit therapeutischer Wirkung“, das ist ein anderer Ansatz. Betina Knoch half die Kunst bei Trauerbewältigung. Die Ausstrahlung ihrer Werke gibt nun nicht nur Trauernden Ruhe und Kraft.

 

 

 

(Rothenburg/fc) - Wenn ein nahestehender Mensch geht, verändert sich die Welt der Hinterbliebenen von einer Sekunde auf die andere. Auch Betina Knoch, Buchautorin und Malerin, musste diese schmerzliche Erfahrung machen. Und während das Leben um den Trauernden herum weiter geht, als sei nichts geschehen, begibt er sich auf die Suche nach dem Sinn. „Viele können nicht mehr essen, andere klagen über Schlaflosigkeit. Irgendwann empfindet man dann sogar Wut darüber, verlassen worden zu sein“,  schildert Betina Knoch die Situation. „Es war diese seelische Erschütterung, die mich zum Malen brachte. Mit Pastellkreiden suchte ich nach Ruhe und Heilung.“

 

 

 

In der Medizin weiß man längst um die heilende Wirkung des Kunstschaffens, im Unterschied zu jenen Kunsttherapien, bei denen die bildnerischen Produkte der Patienten in erster Linie als Hilfsmittel in der Psychotherapie dienen. Unter therapeutischer Begleitung können Patienten innere und äußere Bilder künstlerisch zum Ausdruck bringen und ihre sinnlichen Wahrnehmungen ausbilden. Das hilft den Menschen, neue Fähigkeiten zu entdecken und persönliche Grenzen auszuloten oder gar zu überwinden.

 

 

 

So war das auch bei Betina Knoch. Was als Therapie zur Trauerbewältigung begann, ist längst zu ansprechender Kunst avanciert. In den letzten Jahren konnte sie ihre Techniken verfeinern und es entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche, anspruchsvolle Kunstwerke. Die Seelenbilder, wie Knoch ihre Werke nennt, sind Ausdruck ihres Unterbewusstseins und haben eine verblüffend beruhigende Wirkung auf den Betrachter. Bäume, Wälder, Menschen und ihre Beziehungen zueinander sind die dominierenden Motive und sie versteht es, schwierige Themen mit wenigen Strichen ins Licht zu rücken. „Ich freue mich, dass meine Bilder die Menschen ansprechen“, ergänzt Betina Knoch, deren aufwendige Kunstdrucke sich rege verkaufen. „Natürlich haben sie Titel und Themen. Ich lasse dem Betrachter aber viel Raum zur eigenen Interpretation.“

 

 

 

Ein faszinierendes Beispiel für den Tiefgang im Ausdruck ist das Bild „Weiblichkeit“. Betina Knoch beschreibt es so: „Man sieht ein noch schlafendes, träumendes Kind, begleitet von einer Blume und der Sonne. Querliegend in der Mitte dann die erwachsene junge Frau in der Blüte ihrer Geschlechtlichkeit, der Welt offen zugewandt. Als tragende Säule dann die gereifte, gealterte Frau, die voller Selbstvertrauen ihres Weges geht. Der Körper kann nun bedeckt werden, steht  nicht mehr im Vordergrund des Seins. In diesem Bild drücke ich Freude, Frieden und geistige Reife aus.“

 

Unter dem Titel „Unterbewusstsein“ sieht man einen Frauenkopf, der aus einem Baum herausblickt. „Still, aufmerksam beobachtend schaut sie in die Welt, ohne innerlich Stellung zu beziehen. Darüber ein Männergesicht, das ebenso schweigend in die Ferne blickt. Sind ihre Gedanken Teil ihres Unterbewusstseins?“ fragt Betina Knoch. Im Hintergrund sieht man den Mond und stilisiert das unbegrenzte Universum. „Ich habe das Bild in Blau gehalten, der Farbe des Wassers und des Himmels. Sie steht auch für Ruhe, Stabilität und Weisheit.“

 

Weitere Beispiele für diese feinfühligen Gemälde sind auch in Betina Knochs Buch: „Mein Freund Xaverl und ich“ zu sehen. Das Bilderbuch entstand für trauernde Erwachsene. Mit zarter Bildsprache zeigt sie dem Leser, dass er mit seinem Schmerz nicht alleine ist und führt sanft aus der Tiefe ins Licht.

 

Jedes Gemälde ist auch als Kunstdruck in Museumsqualität farbgetreu auf Stoff erhältlich. Die Käufer spricht der besondere Tiefgang an. Für Unternehmen und Verlage besteht die Möglichkeit, Lizenzen zur Reproduktion zu erwerben.

 

Weitere Informationen, Gemälde und das Buch finden Sie hier: http://www.betinaknoch.de/

 

 

 

 

 

 

 

Betina Koch. Foto: privat
Betina Koch. Foto: privat

 

Die Malerin und Autorin

 

Betina Knoch arbeitete als Lehrerin in Schulen für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderungsbedarf. Heute widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben und Malen - ihr zu Füßen liegt dabei Dackel Panja.

 

Der Tod Ihres Mannes, die Pflege der Eltern und  die Begleitung des Vaters bis zum Grab, ließen sie das Thema Trauer genauer betrachten. Die Phasen der Verarbeitung des Verlustes eines geliebten Menschen waren schwer für sie und sind schwer für jeden. Betina Knoch analysierte den Trauerprozess und entwickelte eine bildreiche Geschichte dazu, um Menschen zu helfen. Das Buch „Mein Freund Xaverl und ich“ reicht den Trauernden die Hand.

 

Ihre kunstfertige Malerei begann ursprünglich als Hilfe zur Selbsthilfe. Heute ist die zarte Sprache ihrer Werke vielen ans Herz gewachsen und ihre Kunstdrucke erfreuen sich großer Beliebtheit.