Politik

24.3.2017


Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei am 25. März

Schule muss Rassismus und Sklaverei thematisieren

 

 

 

(Berlin/pm) - Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels am 25. März erklärt das Deutsche Institut für Menschenrechte:

 

„In Deutschland sind Menschen afrikanischer Abstammung täglich rassistischer Diskriminierung, Afrophobie und Racial Profiling ausgesetzt. So lautete jüngst das Fazit der UN-Expert_innengruppe für Menschen Afrikanischer Abstammung, die Ende Februar die Situation von Schwarzen Menschen in Deutschland untersucht hat.

 

Wie das Bewusstsein für das Problem der strukturellen rassistischen Diskriminierung von Menschen afrikanischer Abstammung in der Gesellschaft gefördert sowie stereotype und pauschalisierende Darstellungen Schwarzer Menschen und des afrikanischen Kontinents vermieden werden können, ist vor allem eine Frage von Aufklärung und Menschenrechtsbildung.

 

Das Deutsche Institut für Menschenrechte empfiehlt den Bundesländern dringend, das Thema Rassismus in die Bildungspläne aufzunehmen. Unsere Untersuchung der Schulgesetze aller Bundesländer sowie der Bildungspläne von fünf Ländern aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass nur sehr wenige Bildungspläne Rassismus überhaupt thematisieren.

 

Zudem sollten Lehr- und Lernmaterialien mit Blick auf die Darstellung von Schwarzen Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft überarbeitet und gegebenenfalls neu erstellt werden. Denn in Schulbüchern überwiegen stereotype und pauschalisierende Darstellungen von Afrika. Und das Fehlen wichtiger historischer Zusammenhänge, die auf den Beitrag der Menschen afrikanischer Herkunft hinweisen, bekräftigt Vorurteile über ‚rückständige und unselbständige Afrikaner‘.

 

Wir plädieren darüber hinaus für eine größere Vielfalt in der Zusammensetzung der Bildungsplankommissionen der Länder. So sollten Schwarze Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft, die unterrichten, bei der Erstellung von Curricula und Bildungsmaterialien beraten und mitwirken.“

 

 

Weitere Informationen

 

Publikation: Das Menschenrecht auf Bildung im deutschen Schulsystem. Was zum Abbau von Diskriminierung notwendig ist.
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/ANALYSE/Analyse_Das_Menschenrecht_auf_Bildung_im_deutschen_Schulsystem_Sep2016.pdf

 

Information: Internationale Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/aktuell/news/meldung/article/internationale-dekade-fuer-menschen-afrikanischer-abstammung-rassistische-diskriminierung-bekaempfe/

 


60 Jahre Römische Verträge

Bündnis für Gemeinnützigkeit fordert: EU muss Vorbild für soziale Gerechtigkeit werden

 

(Berlin/pm) - Die Vision Europa muss zu einer Vision ihrer Bürgerinnen und Bürger werden und zum Vorbild für soziale Gerechtigkeit. Dies ist die zentrale Forderung des Bündnisses für Gemeinnützigkeit und anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Anlass des 60. Jahrestages der Römischen Verträge, die das Fundament der Europäischen Union bildeten. Heute äußern die zivilgesellschaftlichen Kräfte ihre große Sorge um den Bestand des europäischen Projektes. 

 

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 war ein überaus mutiger und wegweisender Schritt hin zu einer friedlichen, gemeinsamen Zukunft aller Menschen in Europa auf Basis gemeinsamer Werte: Menschenrechte, Demokratie, Freiheit und Solidarität.

  

Das Bündnis für Gemeinnützigkeit und andere zivilgesellschaftliche Organisationen bekennen sich ausdrücklich zu den Werten und Zielen der europäischen Einigung, sehen jedoch deren Bestand in großer Gefahr. Helga Inden-Heinrich, Mitglied des Sprecherrates des Bündnisses für Gemeinnützigkeit: „Wir erleben die EU in einer tiefgreifenden Krise, an einem Scheideweg. Die wirksamste Chance für den Erhalt der europäischen Gemeinschaft sehen wir in weiterer Demokratisierung und in der Entwicklung von sozialer Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Die Agenda 2030, der sich die EU 2015 verpflichtet hat, weist den Weg dorthin.“ Die Bundesregierung und die Vertreter der europäischen Institutionen werden aufgefordert, einen wirksamen Wandel und eine zukunftsfähige Gemeinschaft zu gestalten. Die Akteure der Zivilgesellschaft wollen diesen Prozess aktiv mitgestalten.

  

Hintergrundinformation

 

Das Bündnis für Gemeinnützigkeit ist ein Zusammenschluss von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Experten und Wissenschaftlern. Unser Ziel ist es Identität, Gewicht, Außenwirksamkeit und kooperative Aktionsfähigkeit des Dritten Sektors gegenüber Politik und Verwaltung zu stärken. Es wird getragen von:

 

·         der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege,

 

·         der BAGSO – Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen,

 

·         dem  Bundesverband Deutscher Stiftungen,

 

·         dem Deutscher Bundesjugendring,

 

·         dem Deutschen Kulturrat,

 

·         dem Deutschen Naturschutzring,

 

·         dem Deutscher Olympischer Sportbund,

 

·         dem Deutschen Spendenrat,

 

·         dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und

 

·         VENRO –Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen

 


Kirchen diskutieren über Zustand der Demokratie

Repräsentative Demokratie stärken – auf rationale Argumente setzen

 

(Berlin/pm) - In der gegenwärtigen Debatte um die politische Kultur in Deutschland wünscht sich Bundestagspräsident Norbert Lammert von den christlichen Kirchen ein klares Bekenntnis zur repräsentativen parlamentarischen Demokratie. 

 

Lammert sprach am gestrigen Mittwoch (22. März 2017) bei einer von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Deutschen Bischofskonferenz, der Synode der EKD und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in Zusammenarbeit mit der Evangelischen und Katholischen Akademie in Berlin getragenen Veranstaltung mit dem Titel „Zwischen Polarisierung und Konsens. Wie steht es um unsere Demokratie?“ 

 

Gegen den Anspruch praktisch aller Populisten, den Willen des Volkes unverfälscht zum Ausdruck zu bringen, erinnerte der Bundestagspräsident daran, dass eine freiheitliche und rechtsstaatliche Demokratie von der Idee der gleichen Berechtigung verschiedener Überzeugungen lebe. Die demokratische Mehrheitsentscheidung sei keine Entscheidung über Wahrheiten, wohl aber ein Gültigkeitstestat für die erfolgte Willensbildung. Der Konflikt sei in einer Demokratie ein gewollter Dauerzustand, wie auch das Spannungsverhältnis zwischen Bewahren und Verändern. 

 

In der repräsentativen parlamentarischen Demokratie mit regelmäßigen Wahlen, Berufspolitikern als Repräsentanten des Volkes und der Zuordenbarkeit von Verantwortung und nicht in plebiszitären Entscheidungsformen sieht Lammert den besten Weg. „Parlamentarische Entscheidungen sind selten genial, aber auch selten völlig daneben“, so Lammert. 

 

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte unterstrich in seinem Vortrag die Notwendigkeit einer Streitkultur für das Funktionieren einer Demokratie. „Streit ist wichtig“, so Korte, „Wettbewerb, Auseinandersetzungen und Konflikte sind die Voraussetzung für notwendige Veränderung.“ Er kritisierte, dass die Deutschen in Bezug auf ihre Demokratie oft zu streitscheu seien. Eine Belebung der Streitkultur, für die es aktuelle Anzeichen gebe, werde der Demokratie gut tun. 

 

Der Präsident des ZdK, Thomas Sternberg, rief dazu auf, gegen die Tendenz zur Emotionalisierung der politischen Debatte auf die Kraft des rationalen Argumentes zu setzen und die Auseinandersetzung über den richtigen Weg auf der Basis persönlicher fundierter Überzeugungen zu führen. „Mich beunruhigen der Hass und Müll, der mir insbesondere im Netz begegnet“, so Sternberg. 

 

Die Präses der Synode der EKD, Irmgard Schwaetzer, rief die Christen dazu auf, ihren Beitrag zur Revitalisierung der politischen Kultur zu leisten und besonders den Dialog mit den Unentschlossenen zu suchen. „Wir haben als Menschen und natürlich auch als Christen eine Verpflichtung, uns für die Demokratie in die Bresche zu werfen.“ 

 

Der Essener Bischof und Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, kündigte in seinem Schlusswort an, die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland wollten gemeinsam eine Erklärung zur Demokratie erarbeiten. In diesen Text müssten die Debatten über Bedeutung des Konflikts, der Identität und der Verantwortung in der Demokratie eingehen. 


Katholische Frauengemeinschaft ruft zum Wählen auf

Die Demokratie braucht jede Stimme

Foto:  bt
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(Trier/bt) - Aus Anlass der Landtagswahlen ruft die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) ihre 9.000 saarländischen Mitglieder auf, am 26. März von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

 

„Je länger unsere Demokratie währt und je besser es uns geht, umso schwieriger ist es, Menschen zum Gang an die Wahlurnen zu bewegen“, erklärt die Saarländerin Rita Monz, Mitglied im kfd-Diözesanvorstand ist. „Sätze wie ‚Ich kann ja doch nichts ändern, die machen ja doch alle was sie wollen’, sind gerade in dieser Zeit des Rechts-Populismus ebenso falsch wie gefährlich für die Demokratie“, so Monz.

 

Als größter Frauenverband Deutschlands mit rund 500.000 Mitgliedern bieten auch die Positionen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands eine Orientierung bei der Auswahl der Parteien, die sich zur Landtagswahl stellen. „Wir setzen uns für ein soziales Umfeld ein, das Solidarität und Zusammenhalt in der Gesellschaft stärkt und Vielfalt zulässt“, betonte die Saarländerin. „Die Frauengemeinschaft steht für ein offenes, tolerantes Miteinander.“ Für Populismus gleich in welche Richtung sei kein Platz.

 

Monz fordert die Saarländerinnen und Saarländer im Namen der kfd auf, am Sonntag zur Wahl zu gehen: „Setzen wir der Politikverdrossenheit die Auseinandersetzung mit den Parteiinhalten entgegen. Zeigen wir politische Verantwortung mit einem Kreuzchen bei einer Partei, die für Demokratie und für ein gutes Miteinander aller Menschen, die im Saarland leben, eintritt.“

 


Familienbund unterstützt Rentenpläne von Brigitte Zypries

 

 

 

(Trier/Berlin/mk) Der Familienbund der Katholiken im Bistum trier begrüßt die heute bekannt gewordenen Rentenpläne von Bundeswirtschaftministerin Brigitte Zypries (SPD) für eine Entlastung von Eltern in der Rentenversicherung. „Eltern leisten mit Beiträgen und Kindererziehung einen doppelten Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung. Diese Ungerechtigkeit muss endlich beseitigt werden. Die Einführung eines Kinderfreibetrags in der Sozialversicherung ist eine gerechte und familienformneutrale Lösung“, kommentierte die Vorsitzende des Familienbundes Trier, Hildegard Weber, die Pläne.

 

Presseberichten zufolge plant die Ministerin, Eltern durch Einführung von Kinderfreibeträgen bei den Beiträgen zur Rentenversicherung zu entlasten. Dies würde nach Berechnungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZWE)  für Familien eine durchschnittliche Entlastung von 260 Euro pro Kind und Jahr bedeuten. Der Familienbund weist darauf hin, dass der Finanzierungsausgleich für das Vorhaben innerhalb des Rentensystems erfolgen muss. Einen Ausgleich über eine erhöhte Mehrwertsteuer, wie sie als Alternative zu höheren Rentenbeiträgen von den Forschern diskutiert wurde, lehnt der Familienverband ab, da Familien davon überproportional betroffen wären.  

 

Damit folgt der Familienbund der Argumentation des Bundesverfassungsgerichtes, das in seinem Urteil von 2001 gefordert hatte, Eltern bei den Sozialversicherungsbeiträgen entsprechend der Kinderzahl zu entlasten. Das Gericht wertete die kostenaufwendige Betreuung und Erziehung der Kinder als konstitutiven Beitrag für die Sozialversicherung. Mit der Kampagne „Elternklagen“ fordern der Familienbund der Katholiken und der Deutsche Familienverband von der Politik, dieses Urteil endlich umzusetzen. 

 

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands.

 

Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- und 15 Mitgliedsverbände an.

 


"Das lässt einen nicht mehr los" - Vorstellung des Buches über Opfer politischer Gewalt von Nancy Aris

 

(Leipzig/pm) - Anlässlich der jährlich in Leipzig stattfindenden Buchmesse mit dem Literaturfest „Leipzig liest“ haben Besucher und Neugierige auch 2017 wieder die Möglichkeit, an zahlreichen Veranstaltungen und Diskussionen in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ teilzunehmen. Sie finden sowohl in den Räumen der Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ als auch im ehemaligen Stasi-Kinosaal statt. Zusammen mit zahlreichen Autoren und Zeitzeugen werden unter anderem Themen wie politische Gewalt im SED-Staat, Opposition in der DDR und das Leben von DDR-Heimkindern den Mittelpunkt der insgesamt 19 Veranstaltungen bilden.

 

 

Am 24. März 2017, um 19.00 Uhr: „Überleben nicht erwünscht“ – die unglaubliche Lebensgeschichte von Karin Bulland

 

 

Karin Bulland wächst in der DDR auf und ist vom Sozialismus überzeugt. Mit 18 Jahren tritt sie in die SED ein und begeistert fortan andere Jugendliche für Politik und Gesellschaft. Ihre Euphorie wird ihr allerdings zum Verhängnis, als sie beginnt, Missstände und Ungerechtigkeit offen zu kritisieren. Schließlich wird sie kaltgestellt und mit dem Tod bedroht. In ihrem autobiografischen Werk schildert sie, wie sie als „politische Patientin“ ohne medizinischen Befund in die Psychiatrie kam. Dort verbrachte sie drei Jahre lang jeden Tag und erst im Nachhinein erfährt sie, was tatsächlich in ihrer Patientenakte stand: Rückkehr unerwünscht.

 

 

Heute berichtet Karin Bulland, geboren im Jahr 1954, als Zeitzeugin in Organisationen, Gemeinden und Schulen von ihrem Leben und davon, wie sie nach der Wiedervereinigung als überzeugte Marxistin ihren Weg zum Christentum fand. Bei ihren Reisen besucht sie vor allem kommunistische Länder, um von der Friedlichen Revolution 1989 in der DDR zu erzählen.

 

 

 

Am 24. März 2017, um 20.00 Uhr: Vorstellung des Buches „Das lässt einen nicht mehr los“ durch die Autorin mit anschließendem Sektempfang und Gesprächen

 

 

Über viele Jahre hinweg führten Mitarbeiter des damaligen Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Interviews mit Opfern politischer Gewaltherrschaft. Aus diesen teils sehr umfangreichen Gesprächen destillierte Nancy Aris nun die Essenz. Entstanden sind 32 Porträts, die ein facettenreiches Bild der DDR mit ihrer Vor-und Nachgeschichte zeichnen. So erschütternd die Schilderungen sind, so hoffnungsfroh stimmen kleine Zeichen der Mitmenschlichkeit, die es trotzdem gab.

 

 

Die Autorin Nancy Aris stellt das Buch vor und gibt Einblicke in seine spannende Entstehungsgeschichte. Danach werden ausgewählte Passagen von den Schauspielern Lynne Eichhorst und Ullrich Reuscher gelesen und Originalausschnitten aus den Interviews gegenübergestellt. Im Anschluss spricht die Autorin mit einer Zeitzeugin unter der Moderation des sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Lutz Rathenow über Chancen und Schwierigkeiten solcher Verdichtungen. Dabei wird auch diskutiert, wie glaubwürdig Zeitzeugenberichte sind und welchen Wert sie für die zukünftige Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur haben können.

 

 

Nähere Informationen zu allen Veranstaltungen dieses Tages in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ können Sie der folgenden Programmübersicht entnehmen:

 

Alle Veranstaltungen am Freitag, den 24. März 2017, im Überblick:

 

 

12.00 Uhr: BUCHVORSTELLUNG UND GESPRÄCH

 

ARIANE ZABEL

 

MAN WILL ES VERGESSEN UND VERGISST KEINEN TAG – ERINNERUNGEN AN POLITISCHE GEFANGENSCHAFT

 

Seit 2014 befragt der Landesverband Sachsen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. (VOS) seine Mitglieder zu ihren Lebensgeschichten. Damit möchte er an die kommunistische Gewaltherrschaft erinnern, damit dieser Teil der Vergangenheit auch in der heutigen Gesellschaft nicht in Vergessenheit gerät, vor allem aber die Zeitzeugnisse für die zukünftige Aufarbeitung der SED-Diktatur sichern. Die Autorin Ariane Zabel spricht mit der Zeitzeugin Christine Liszewski, deren Geschichte verdeutlicht, welche Konsequenzen Kinder politisch Inhaftierter aufgrund des Schicksals ihrer Eltern ertragen mussten.

 

Ort: Museum in der „Runden Ecke“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal

 

 

14.00 Uhr: BUCHVORSTELLUNG UND DISKUSSION

 

TILMAN POHLMANN

 

DIE ERSTEN IM KREIS – HERRSCHAFTSSTRUKTUREN UND GENERATIONEN DER SED (1949-1971)

 

Die flächendeckende Durchsetzung der SED-Diktatur oblag vor allem den SED-Kreisleitungen. Eine besondere Bedeutung kam ihren jeweiligen 1. Sekretären zu. Der Autor Tilman Pohlmann untersucht in seiner Publikation erstmals die biografischen Hintergründe und internen Strukturen der SED-Kreisleitungen sowie ihr Funktionieren in der Ära Ulbricht und geht der Frage nach, mit welchen Strukturen und Funktionären die Vormachtstellung der Partei auf den unteren Rängen der DDR Gesellschaft auf- und ausgebaut wurde. Moderation: Clemens Vollnhals, amtierender Direktor des HAIT

 

Ort: Museum in der „Runden Ecke“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal

 

 

16.00 Uhr: BUCHVORSTELLUNGEN UND GESPRÄCH

 

TIMO MESKANK

 

SORBEN IM BLICK DER STAATSSICHERHEIT – DIE AKTEN DER K5 UND DES MFS DER DDR 1949-1989

 

Bis heute weist die sorbische Geschichtsschreibung Lücken über die DDR-Zeit auf, die besonders deutlich beim Thema Überwachung der Sorben durch die Staatssicherheit wird, das der Autor nun intensiv erforscht hat. Unter der Moderation des sächsischen Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Lutz Rathenow schildert er, wie das MfS das sorbische nationale Leben beobachtet und beeinflusst hat und versucht, die Mitarbeit Einzelner im konspirativen Netz des Ministeriums darzustellen.

 

Ort: Museum in der „Runden Ecke“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal

 

 

18.00 Uhr: BUCHVORSTELLUNGEN UND GESPRÄCH

 

WOLFGANG BAUERNFEIND

 

MENSCHENRAUB IM KALTEN KRIEG – TÄTER, OPFER, HINTERGRÜNDE

 

Bis zum Mauerbau 1961 entführte die Staatssicherheit Hunderte Menschen aus der Bundesrepublik und ließ sie zu langjährigen Haftstrafen verurteilen. Die Opfer waren frühere SED-Funktionäre, die die Seite gewechselt hatten, Mitglieder von Organisationen, die gegen die SED-Diktatur agitierten oder DDR-Flüchtlinge, die für aliierte und westdeutsche Geheimdienste arbeiteten. Seine spannend geschriebene Auswahl staatlicher Entführungsfälle stellt der Autor gemeinsam mit Karl Wilhelm Fricke, einem der bekanntesten Entführungsopfer, vor. Der 1929 geborene Fricke wurde als Journalist 1955 von der Staatssicherheit aus West-Berlin in die DDR entführt und saß bis 1959 in der Stasi-Sonderhaftanstalt Bautzen II. Später war er einer der konsequentesten Kritiker des SED-Regimes im Westen.

 

Ort: Museum in der „Runden Ecke“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal

 


ZdK erinnert an Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957

Der Grundstein für ein friedliches Europa

 

(Bonn/zdk) - Anlässlich des 60. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März appelliert der europapolitische Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Martin Kastler, das Friedensprojekt Europa fortzuschreiben: "Aus christlicher Motivation heraus haben die Gründerväter Adenauer, Schuman und De Gasperi damals gehandelt, und so liegt es auch in unserer christlichen Verantwortung heute, an die großen Errungenschaften zu erinnern, von denen viele Menschen in Europa, in der ganzen Welt profitieren."

 

Als Beispiele nennt Kastler, den Aufbau einer Zollunion, die Einrichtung eines gemeinsamen Marktes, sowie die Bewegungsfreiheit für Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital. Mit den Römischen Verträgen sei ein Grundstein für ein "in der Geschichte beispielloses Einigungswerk, das die Menschen in Europa seither immer enger zusammengebracht hat", gelegt worden. "Die Verabschiedung der Charta der Grundrechte, der Schengener Raum ohne Binnengrenzen sowie die Einführung einer gemeinsamen Währung mit dem Ziel, Europa zu vereinen und seine Bürgerinnen und Bürger zu stärken – das sind Erfolge, an die wir für die Zukunft anknüpfen müssen", unterstreicht Kastler.

 

Niemand dürfe sich zufrieden zurücklehnen angesichts der wachsenden Differenzen, die sich auf politischer, ökonomischer und sozialer Ebene zwischen den Staaten der Europäischen Union in letzter Zeit entwickelt hätten, so Kastler weiter. Um diese zu überwinden, müsse unter den Europäern wieder mehr Solidarität wachsen in gegenseitiger Verantwortung und in Treue zur Rechtsgemeinschaft und den gemeinsamen Grundwerten der Menschenwürde, des Rechtsstaats und der Demokratie. Martin Kastler wörtlich: "Dies gilt in allen Kernanliegen der Integration, ob Stärkung der Währungsunion, gemeinsamer Umweltschutz, humanitäre Bewältigung der Flüchtlings- und Migrationsströme, Schutz der Bürger gegen Terrorismus und Kriminalität oder auch die Wahrnehmung globaler Verantwortung in der Entwicklungs- und Sicherheitspolitik."

 

Der Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten am 25. März 2017 in Rom sei "gut und wichtig". Es brauche jedoch auch entsprechende Entscheidungen in den drängenden politischen Fragen, die dann zu Hause in den Ländern mitgetragen werden müssten, kommentiert der ehemalige Europaabgeordnete. Als größte organisierte Vertretung der katholischen Laien in Deutschland werde sich das ZdK auch weiterhin konsequent dafür einsetzen, das gegenseitige Vertrauen der Menschen in Europa zu fördern.

 

Martin Kastler: "Wir sind froh und dankbar, dass die Niederländer bei den Parlamentswahlen dem Populismus eine Absage erteilt haben. Dass proeuropäische Kräfte gewonnen haben, stimmt uns für die kommende Wahl in Frankreich optimistisch. Gerade in diesem Jahr wollen wir gemeinsam mit unseren Schwestern und Brüdern in Frankreich, in Polen und in vielen anderen Mitgliedstaaten für die europäische Einigung werben. Das ist der richtige Weg um Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zu gewährleisten."

 


Premiere der neuen Ausgabe der HORCH UND GUCK und Gespräch

"Ein Vierteljahrhundert Friedliche Revolution und Deutsche Einheit"

(Leipzig/pm) - Anlässlich der jährlich in Leipzig stattfindenden Buchmesse mit dem Literaturfest „Leipzig liest“ haben Besucher und Neugierige auch 2017 wieder die Möglichkeit, an Veranstaltungen und Diskussionen in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ teilzunehmen. Sie finden sowohl in den Räumen der Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ als auch im ehemaligen Stasi-Kinosaal statt. Zusammen mit zahlreichen Autoren und Zeitzeugen werden unter anderem Themen wie politische Gewalt im SED-Staat, Opposition in der DDR und das Leben von DDR-Heimkindern den Mittelpunkt der insgesamt 19 Veranstaltungen bilden.

  

Am 23. März 2017, um 20.00 Uhr: Premiere der jüngsten Ausgabe des Aufarbeitungsblattes HORCH UND GUCK und anschließendes Podiumsgespräch

 

Die Premiere der jüngsten Ausgabe der vom Bürgerkomitee Leipzig herausgegebenen Aufarbeitungszeitschrift HORCH UND GUCK, die dem Anlass entsprechend als Doppelheft erscheint, bildet am Donnerstag den Auftakt in ein aufregendes und spannendes Programm des Bürgerkomitees im Rahmen der Buchmesse. Die aktuelle Ausgabe steht ganz im Zeichen von Friedlicher Revolution und Deutscher Einheit, wobei die zahlreichen Beiträge keineswegs nur die Ereignisse vom Herbst 1989 betrachten. Ebenso gewürdigt werden die Anstrengungen gleichgesinnter Oppositioneller in Osteuropa und auch die gesellschaftlichen Folgen nach der Wiedervereinigung bleiben nicht unerwähnt. Aktuelle Forschungsprojekte, die im Heft vorgestellt werden, spannen den Bogen von der Friedlichen Revolution vor über 25 Jahren bis zur Gegenwart und der aktuellen politischen Debatte. Unter der Moderation des HORCH UND GUCK-Redakteurs Sven Heitkamp sprechen Wissenschaftler und Bürgerrechtler, die an der Doppelausgabe mitgewirkt haben, über Opposition und Widerstand gegen die SED-Diktatur, den Herbst 1989, die Wiedervereinigung sowie die Auswirkungen bis heute.

 

Weitere Informationen zu unserem gesamten Programm finden Sie in der beigefügten Pressemitteilung, bei „Leipzig liest“ sowie unter www.runde-ecke-leipzig.de .

 


Zweijähriges kfd-Projekt, Auftakt mit Dr. Imme Scholz vom Dt. Inst. f. Entwicklungspolitik

„Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht. Wie gelingt Veränderung?“

Dr. Imme Scholz (links), stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik mit kfd-Vorstandsmitglied Anni Rennock beim Projektauftakt in Rastatt. Foto: kfd
Dr. Imme Scholz (links), stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik mit kfd-Vorstandsmitglied Anni Rennock beim Projektauftakt in Rastatt. Foto: kfd

 

(Düsseldorf/kfs) – Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. hat mit einer Auftaktveranstaltung vom 17.–19. März das zweijährige Projekt „Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht. Wie gelingt Veränderung?“ lanciert.
32 Teilnehmerinnen aus zehn kfd-Diözesanverbänden kamen in Rastatt zusammen, um Ideen für einen nachhaltigen und gerechten Lebensstil zu entwickeln. Damit knüpft die kfd an die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Vereinten Nationen an. 

 

 

 

„Es reicht nicht, wenn alle Staaten sich darauf verpflichten, mehr zum Schutz der Erde und für Gerechtigkeit zu tun. Jede einzelne von uns ist gefragt. Und wir tun was!“, so Anni Rennock, Mitglied im kfd-Bundesvorstand und Sprecherin des Ständigen Ausschusses für Hauswirtschaft und Verbraucherthemen.

 

 

 

Dr. Imme Scholz, stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), in ihrem Einführungsreferat: „Diese Aufgabe ist hochaktuell und herausfordernd. Nachhaltigkeit ist mehr als Ökologie: Frauenrechte, Gerechtigkeit und zukünftige Generationen müssen Maßstab für heutige Entscheidungen ein.“ Scholz berät die Bundesregierung im Rat für Nachhaltige Entwicklung, wie Deutschland ökologischer, nachhaltiger und gerechter werden kann.

  

In welcher Welt wollen wir leben? Wie muss sie gestaltet sein, damit sie lebenswert ist für alle, für jetzt und in Zukunft? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Teilnehmerinnen schon seit Jahren. Das Projekt gibt nun den Impuls, neue Ideen zu entwickeln und auszuprobieren. Dass persönliches Handeln mit politischen Rahmenbedingungen zu tun hat, wurde an drei Themenfeldern – Textilien, Palmöl und Lebensmittelverschwendung – verdeutlicht.

  

In den kommenden 1,5 Jahren werden die Teilnehmerinnen dazu Teilprojekte in den Diözesanverbänden entwickeln, die im Verband das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit schärfen sollen.

  

 

Weitere Informationen

  

Projektseite „Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht“

 

https://www.kfd-bundesverband.de/projekte/zukunft-nachhaltig-und-geschlechtergerecht.html

 

kfd-Umwelterklärung (Dez. 2016)

 

www.kfd-bundesverband.de/die-kfd/umwelterklaerung.html 

 

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit einer halben Million Mitgliedern der größte katholische Verband und eine der größten Frauenorganisationen in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein.

 

 

 


BADEN-WÜRTTEMBERGISCHES SPITZENTREFFEN IN STUTTGART / KIRCHE UND SPORT GEMEINSAM FÜR DAS BILDUNGSZEITGESETZ

 

(Stuttgart/ekiba) - Die Kirche und der organisierte Sport in Baden-Württemberg haben bei einem Spitzengespräch in Stuttgart die Integration von Flüchtlingen und den Sonntagsschutz als gemeinsame gesellschaftliche Herausforderungen benannt. Beide Seiten plädierten für eine Weiterführung des Bildungszeitgesetzes, um das Ehrenamt in Kirche und Sport zu stärken.

Badens Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) und sein württembergischer Amtskollege Frank Otfried July (Stuttgart) sowie Elvira Menzer-Haasis, Präsidentin des Landessportverbandes Baden-Württemberg e. V. (LSV), würdigten das „sehr anregende Strategiegespräch“. „Wir ziehen in vielen Bereichen an einem Strang, zum Beispiel in Fragen der Integration, der Inklusion und im Bemühen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken“, erklärten die Bischöfe. Als konkrete Herausforderung nannten sie die Weiterführung des Bildungszeitgesetzes; es ermögliche Ehrenamtlichen, „sich gut fortzubilden, um sich selbstbewusst und kompetent in Sport und Kirche engagieren zu können“, erklärten die Vertreter der Kirchen.

Für den Sport resümierte Elvira Menzer-Haasis: „Die lange und immer tragfähige Kooperation von Kirche und Sport bei zentralen Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung, konnte beim Spitzentreffen weiter ausgebaut werden. Sport und Kirche als die beiden größten zivilgesellschaftlichen Akteure in Baden-Württemberg wollen ihren gemeinsamen Wertekanon nutzen, um Menschen in den Kirchengemeinden und Sportvereinen Gemeinschaft und Gestaltungsfreiräume bieten zu können.“

Die Spitzenvertreter haben sich zu weiteren, regelmäßigen Strategiegesprächen und Fachgesprächen vereinbart.

 


ÖKUMENISCHER GOTTESDIENST ANLÄSSLICH DES G20 FINANZMINISTERTREFFENS

„ES GEHT UM MEHR GERECHTIGKEIT"

 

(Baden-Baden/Freiburg/Karlsruhe/pef). „Es ist an der Zeit, die Welt mit den Augen der Armen zu sehen“, betont Erzbischof Stephan Burger anlässlich des Treffens der Finanzminister der G20-Staaten in Baden-Baden. Gemeinsam mit dem Landesbischof der Evangelischen Kirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, stand er am Freitag (17.03.) in der Evangelischen Stadtkirche Baden-Baden einem ökumenischen Gottesdienst vor. Der Landesbischof hob bei dem von Menschen aus Afrika und Lateinamerika gestalteten Gottesdienst besonders hervor, dass es „um mehr Gerechtigkeit zwischen armen und reichen Ländern, aber vor allem auch um Gerechtigkeit innerhalb der Länder“ gehe.

Der von dem Entschuldungsbündnis erlassjahr.de und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Baden-Baden (ACK) getragene Gottesdienst ist Teil eines Aktionstages zum G20-Finanzministertreffen in Baden-Baden. Mit Unterstützung von „Brot für die Welt“ und der „Kindernothilfe“ machte der Aktionstag auf die Dringlichkeit einer fairen Entschuldung von Entwicklungs- und Schwellenländern aufmerksam.

Nachhaltige Entwicklung im Fokus

„Die Entscheidungen der G20-Finanzministerinnen und Finanzminister und der Notenbankchefs bestimmen über das Leben und die Zukunft von vielen Millionen Menschen weltweit“, unterstrich Landesbischof Cornelius-Bundschuh. Er betonte, man wolle im Gottesdienst darum bitten, „dass Gottes Geist die Verantwortlichen an ihre Aufgabe erinnert, für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen“. So sieht er die Aufgabe der Verantwortlichen beim G20-Gipfel darin, „dafür zu sorgen, dass gerade die Armen bessere und nachhaltige Lebensperspektiven erhalten.“ Erzbischof Burger unterstrich die globale Verantwortung, die jeden Einzelnen betreffe: „Wir müssen uns in diesem Kontext stärker bewusst machen, dass wir eine einzige Menschheitsfamilie sind.“

 


Neuerscheinung: Nancy Aris: Das lässt einen nicht mehr los. Opfer politischer Gewalt erinnern sich

 

(Dresden/Leipzig/lr) - Über Jahre hinweg haben Mitarbeiter des Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Interviews mit Menschen geführt, die Opfer politischer Gewalt wurden. Sie saßen in sowjetischen Speziallagern, wurden aus ihrer Heimat an der innerdeutschen Grenze vertrieben, kamen wegen Flugblättern, Protestaktionen oder Fluchtversuchen hinter Gitter. Die Geschichten sind vielfältig, die Schicksale ähneln einander. Nun ist daraus ein Buch entstanden. Aus den aufwändigen Befragungen und umfangreichen Gesprächsabschriften destillierte Nancy Aris die Essenz. Entstanden sind 32 Porträts, die ein facettenreiches Bild der DDR mit ihrer Vor- und Nachgeschichte zeichnen. So erschütternd die Schilderungen auch sind, so hoffnungsfroh stimmen kleine Zeichen der Mitmenschlichkeit, die es trotzdem gab. Zahlreiche Fotos und Dokumente illustrieren die Porträts.

Nancy Aris, Jahrgang 1970, Historikerin und Autorin, seit 2003 stellvertretende Sächsische Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen. Diverse Publikationen zur Diktaturgeschichte.

 

 Evangelische Verlagsanstalt | März 2017 | 456 Seiten | 12 x 19 cm | Paperback | 14,00 EUR | ISBN 978-3-374-04935-6

„Das ist das packendste Buch dieser Reihe, verstörend und ermutigend zugleich", so Lutz Rathenow. "Auch zeigt sich geradezu exemplarisch die spezielle Kompetenz dieser Buchreihe. Publizistiknah, intensiv biografiegrundiert erzählt, gleichzeitig behutsam sortiert und eingeordnet, durch sparsame politische Erklärteile diskret wissenschaftlich angereichert. Und mit sorgsam ausgesuchten Fotos und Dokumenten lesbarer und anschaulicher gemacht. Der Verlag findet immer überzeugendere Gestaltungsmöglichkeiten für Bücher, die ein breiteres Publikum, Lehrer und Wissenschaftler gleichzeitig erreichen sollen.“

 

Die Autorin Nancy Aris stellt das Buch mit Lutz Rathenow im Rahmen der Leipziger Buchmesse am 24. März 2017 um 20.00 Uhr im Museum in der Runden Ecke vor.

 

Als Zeitzeuginnen sind Else Thomas und Annemarie Krause mit dabei. Gelesen werden die Texte von den Schauspielern Lynne Eichhorst und Ullrich Reuscher.


Start der regionalen Beratungstage zur Rehabilitierung von SED-Unrecht

 

(Dresden/lr) - Auch in diesem Frühjahr bietet der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur seine wohnortnahen Bürgersprechstunden an. Utz Rachowski berät zu Möglichkeiten der Wiedergutmachung von SED-Unrecht, in erster Linie im Rahmen der strafrechtlichen, beruflichen und verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetze.

 

Die strafrechtliche Rehabilitierung ist möglich, wenn der Betroffene aufgrund politischer oder sachfremder Zwecke verurteilt oder ohne gerichtliche Anordnung inhaftiert wurde. Ein Anspruch auf berufliche Rehabilitierung besteht, wenn aus politischen Gründen ein Arbeits- oder Studienplatz entzogen oder verwehrt wurde. Die verwaltungsrechtliche Rehabilitierung greift bei Verwaltungsunrecht.

 

Das Beratungsangebot richtet sich vor allem an Menschen, die bis heute unter den Folgen des SED-Unrechts leiden. Dies sind insbesondere aus politischen Gründen Inhaftierte, Menschen, die Nachteile in Beruf oder Ausbildung erlebten, die Eingriffe in Eigentum und Vermögen erfuhren. Utz Rachowski gibt auch Auskunft über verschie­dene Hilfsmöglichkeiten, wie die Häftlingshilfestiftung in Bonn oder über die Ausgleichs­zahlung an deutsche Verschleppte, die kriegs- oder kriegsfolgenbedingt zur Zwangs­arbeit herangezogen wurden. Des Weiteren beantwortet Utz Rachowski Fragen zur SED-Opferpension, eine monatliche Zuwendung von 300 € für diejenigen, die mindestens 180 Tage aus politischen Gründen in Haft waren. Auch laufende Rehabili­tie­rungs­verfahren können besprochen werden. Zudem besteht auch die Möglichkeit, Anträge zur Einsicht in Stasi-Akten zu stellen und dabei Hilfe zu erhalten. Dazu ist ein Personalausweis notwendig.

 

"Die Beratungstage werden wichtiger, denn je", so Lutz Rathenow, "denn in unserer Beratungsarbeit stellen wir immer wieder fest, dass viele Betroffene auch Jahre nach dem Ende der DDR nichts von den vorhandenen Rehabilitierungsmöglichkeiten wissen. Sie scheuen den Weg in die Stadt. Unsere Beratungsinitiative kommt deshalb zu den Bürgern und informiert sie wohnortnah über die gesetzlichen Möglichkeiten."

 

Das Beratungsangebot kann ohne Voranmeldung genutzt werden. Utz Rachowski ist auch während der Sprechstunden vor Ort telefonisch zu erreichen. Die genauen Zeiten entnehmen Sie bitte der folgenden Übersicht.

 

Neben den regionalen Beratungstagen kann ein Beratungstermin in der Dresdner Geschäftsstelle telefonisch (0351/ 656810) vereinbart werden.

 

 

 

Die Termine im Überblick:

 

 

 

 

 

Ort

Datum

Adresse

Telefonnummer

Treuen

21. März, 9-18 Uhr

Stadtverwaltung Treuen, Markt 7,

Zimmer 21

037468/63838

Auerbach

23. März, 9-16 Uhr

Rathaus,

Nicolaistraße 52,

Raum 1.8

03744/825146

Oederan

28. März, 9-18 Uhr

Stadtverwaltung, Gerichtsstraße 18,

Sitzungszimmer 201 (ehemaliger Gerichtssaal)

037292/27146

Tharandt

29. März, 9-16 Uhr

Rathaus,

Schillerstraße 5,

Ratssaal

035203/395119

Radebeul-Ost

30. März, 9-18 Uhr

Stadtverwaltung Radebeul, Historisches Rathaus, Pestalozzistraße 6,

Zimmer 0.06

0351/8311521

Görlitz

5. April, 9-18 Uhr

Stadtverwaltung Görlitz,

Hugo-Keller-Straße 14, Raum 270

03581/672500

Mockrehna

18. April, 9-18 Uhr

Gemeindeverwaltung Mockrehna, Unterdorf 4

034244/57433

Wurzen

19. April, 9-15 Uhr

Stadtverwaltung Wurzen, Friedrich-Ebert-Straße 2, Zimmer R151

 

 


Veranstaltungshinweis: Spionagearbeit im Ostbüro - in der Gedenkstätte Bautzner Straße

 

(Dresden/lr) - Unter dem Titel           

 

                

 

         "Spionagearbeit im Ostbüro? Die FDP und die LDPD im Fokus der Stasi"

 

 

 

präsentieren die Wilhelm-Külz-Stiftung (Dresden) und  der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen eine spannend besetzte Diskussionsrunde in der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, Bautzner Straße 112a am 18.3.2017 um 16 Uhr.

 

 

 

Mit der Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg und der Gründung der beiden deutschen Staaten entwickelten sich die politischen Parteien in den jeweiligen Ländern auseinander. In der alten Bundesrepublik geschah dies in einem freiheitlichen Umfeld und im Wettbewerb zueinander – in der DDR gehörten alle Parteien dem Blocksystem unter Führung der SED an. Sie wurden durch die Staatssicherheit bespitzelt. Die westdeutschen Parteien richteten Ostbüros ein, um Kontakte zu halten - eine Vorreiterrolle in der Ost- und Deutschlandpolitik hatte dabei die FDP. Das machte das Ostbüro der Liberalen besonders interessant für die Staatssicherheit – wie auch das der SPD in Ostberlin bis 1961.

 

 

 

Der Sächsische Landesbeauftragte wird immer wieder mit Fragen zur Mitverantwortung ostdeutscher Blockparteien im System der DDR konfrontiert. Dazu Lutz Rathenow: "Eine richtige Frage, politische Mitmacherei und Anpassung sollen erforscht und benannt werden. Es gab mit CDU und LDPD aber doch zwei weitgehend authentische Parteien. Sie wurden durch Druck und Repression eingeschüchtert und als Parteien zerstört".

 

 

 

Unter der Moderation von Ludwig-Martin Rade (Meißen) referieren und diskutieren Dr. Tilman Pohlmann (Hannah-Arendt-Institut, Dresden), Cornelia Herold (BStU, Dresden) und Dr. Jürgen Fröhlich (Archiv des Liberalismus, Gummersbach) über Fragen, wie: Wie funktionierte die Bespitzelung der LDPD in der DDR? Welchen Zugriff hatte das MfS auf das westdeutsche Ostbüro der FDP und wie entwickelten sich Kontakte zwischen FDP und LDPD in den 1970er Jahren bis zur Wendezeit?

 

 

 

"In den Kellern der einschlägigen Archive harren noch immer Aktenberge zur innerdeutschen Systemkonfrontation der Sichtung.", zitiert der Sächsische Landesbeauftragte einen älteren Befund und fügt hinzu: "Parteienarchive wie das des Liberalismus in Gummersbach sind als Rechercheorte auch für Sachsen interessant."

 

 

 


Aus der Lohnlücke wird für Frauen bei der Rente eine regelrechte Kluft

Mutter sein ist größtes Risiko für Altersarmut

(München/kdfb) – Mutter sein, Alte und Kranke pflegen, sich in größerem Umfang ehrenamtlich engagieren – das sind für Frauen die Hauptrisiken von Altersarmut. Vor allem westdeutsche Rentnerinnen leben von bescheidensten eigenen Bezügen. „Wer sich um Kinder und Alte gekümmert hat, bekommt nur eine halb so hohe Rente wie Männer“, so Elfriede Schießleder, Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB). Sie machte gestern, Donnerstag, anlässlich des Equal Pay Days in München klar: „Aus der Lohnlücke wird bei der Rente eine regelrechte Kluft.“

 

Im Alter kumulieren die Effekte von Erwerbsunterbrechungen, Sorgearbeiten und Kindererziehung. Der KDFB fordert deshalb: gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten bei der Rente, bessere Verdienstchancen in typischen Frauenberufen, ein geschlechtergerechtes Alterssicherungssystem und: Jeder Job muss sozialversicherungspflichtig werden.

 

Die Vorsitzende des größten Bayerischen Frauenverbandes stellte die Aktion „Schaffen Sie den Sprung?“ vor. Auf einem großflächigen Teppich ist eine Schlucht dargestellt. Ihre Breite ändert sich, je nachdem in welcher Lebenssituation eine Frau sich befindet ‑ vom Ausbildungsende über Kindererziehungszeiten bis zur Rente. Wer mitmacht, findet schnell heraus: Genügt ein großer Schritt, um über Lohnlücke und Rentenkluft zu kommen oder reicht dafür nicht einmal ein beherzter Sprung?

 

Josef Kress-del Bondio von der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd veranschaulichte die Rentenkluft mit Zahlen: „Männer, die im Jahr 2015 in Rente gegangen sind, erhalten durchschnittlich 1048 Euro, Frauen dagegen 652 Euro.“ Die Differenz hat sich damit zwar in den letzten Jahren verringert, liegt aber in den alten Bundesländern immer noch bei 42 Prozent, in der Summe macht das fast 7.000 Euro pro Jahr aus.

 

Eine wichtige Ursache für die fehlende Ausgewogenheit ist der Gender Care Gap. Der große Abstand zwischen Männern und Frauen bei unbezahlter Sorge-Arbeit beträgt 52 Prozent. Care-Arbeit umfasst alle unbezahlten Tätigkeiten, die für einen Haushalt und seine Mitglieder zur Verfügung gestellt werden plus das Ehrenamt. Aysel Yollu-Tok, Professorin für Sozialpolitik und soziale Ökonomie an der Hochschule München, stellte einen Maßnahmenkatalog zur Behebung dieses Ungleichgewichts vor. Dieser reichte von der Änderung des Regelgüterstands von Zugewinn- zur Errungenschaftsgemeinschaft bis zu geschlechtergerechten Pflegeinfrastrukturen.

 

Bayerns Arbeitsstaatssekretär Johannes Hintersberger betont: „Wir haben mit der besseren Bewertung von Pflegezeiten und der Mütterrente bereits für mehr Gerechtigkeit in der Rente gesorgt. Durch die Mütterrente erhalten pro Jahr neun Millionen Frauen je Kind 365 Euro mehr Rente. Jetzt wollen wir alle Mütter gleichstellen und die Mütterrente ausweiten. Entscheidend ist, dass Familien auch weiterhin eine echte Wahlfreiheit zwischen Beruf und Familienzeit haben. Dazu muss unsere Arbeitswelt noch familienfreundlicher werden.“

 

Bei der Podiumsdiskussion „Pay Gap, Care Gap, Pension Gap“ hob Edeltraud Walla, Werkstattleiterin und Beauftragte für Chancengleichheit an der Universität Stuttgart, hervor:  Nur wenn eine breite Mehrheit der Gesellschaft umdenke, würden Diskriminierungen beim Lohn der Vergangenheit angehören. Sie appelliert: „Wir brauchen Menschen, die sich für die Einhaltung von Gesetzen wie dem für mehr Lohngerechtigkeit einsetzen. Und: Benachteiligte Frauen müssen sich wehren – endlich!“

 

Die Europa-Abgeordnete Maria Noichl ist Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter. Sie kritisiert: „Europaweit wird Frauen eingeredet, sie wären durch ihre falsche Berufswahl Schuld an ihren prekären Arbeitsbedingungen, ihrem geringen Lohn oder der drohenden Altersarmut. Diese Schuldzuweisungen verdecken die gesellschaftliche und systembedingte Geringschätzung von Frauenleistungen in der Berufswelt.“

 

Redaktion: Ulrike Müller-Münch

 


Die Aktion „Zukunftszeit“ des BDKJ und seiner Mitgliedsverbände geht in die Aktionsphase

35.000 Stunden Engagement für vier gute Regierungsjahre

 

(Düsseldorf/bdkj) - Am kommenden Wochenende (17.-19. März) geht es konkret vor Ort los: Die „aktiv-sein“-Phase der Aktion „Zukunftszeit - Gemeinsam für ein buntes Land“ des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend“ (BDKJ) und seiner Mitgliedsverbände startet.

 

Alle jungen Menschen in den Jugendverbänden und darüber hinaus sind bis Mitte September dazu aufgerufen 35.000 Stunden des Engagements gegen Menschenfeindlichkeit und für die Integration von Geflüchteten zu sammeln. Die Stundenzahl entspricht in etwa vier Jahren, also der Dauer einer Legislaturperiode des Bundestags. „Damit machen wir vor der Bundestagwahl deutlich, was wir von der Politik erwarten: Ein demokratisches, solidarisches und vielfältiges Deutschland“, erklärt die BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier.

 

Seit September vergangenen Jahres lag bei Zukunftszeit in der „klug werden“-Phase der Fokus auf der Bildungsarbeit gegen Menschenfeindlichkeit. Dazu fanden bundesweit Schulungen statt und eine Arbeitshilfe wurde entwickelt. „Wir wollen nun zeigen, wie wir uns aus unserem Glauben heraus für andere einsetzen. Ganz egal, ob die Gruppen einen Kochabend mit Geflüchteten machen, zum politischen Nachtgebet einladen oder eine Fahrraddemo gegen Rechts organisieren, alle eint der Einsatz für eine menschenfreundliches, vielfältiges Land“, erläutert der BDKJ-Bundespräses Pfarrer Dirk Bingener.

 

 

 

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend läutet die „aktiv sein“-Phase mit einem Video auf der Facebook-Seite Zukunftszeit am Freitag um 13 Uhr digital ein. In den einzelnen Diözesan- und Mitgliedsverbänden gibt es etliche dezentrale Auftaktveranstaltungen.

 

 

 

So verteilt der BDKJ NRW in der Düsseldorfer Altstadt am Samstag unter dem Slogan „Damit Sie sich kein braunes Ei ins Nest legen“ Postkarten. Der BDKJ Fulda macht unter anderem eine Fotoaktion. Der Diözesanverband Speyer und die Katholische junge Gemeinde (KjG) Speyer beginnen die Phase mit einem Auftaktgottesdienst zu Zukunftszeit.

 


Der aktuelle Stand der gesammelten Stunden ist auf der Homepage www.zukunftszeit.de sichtbar. Ab Freitag können Gruppen dort ihre geleisteten Stunden eintragen. Die Aktion endet am Wochenende vor der Bundestagswahl (16. bis 17. September) mit einer Abschlussveranstaltung in Berlin. 
 

 

 

„Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land“ ist eine Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und seiner Mitgliedsverbände.  Weitere Infos zur Aktion unter www.zukunftszeit.de

 


Gespräch zwischen Landesregierung und Erster Kirchenleitung zu aktuellen Fragen:

Gemeinsame Verantwortung für alle Menschen im Land

 

(Schwerin/std/at) - Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat am Montagabend (13. März) die Erste Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) zum turnusmäßigen Gespräch in Schwerin empfangen. Im Zentrum stand dabei die gemeinsame Verantwortung für alle Menschen im Land. Einen regen Austausch gab es zu vielfältigen Aktivitäten im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017.

 

Die anstehenden Aufgaben in der gerade begonnenen Wahlperiode bildeten den Auftakt der Gesprächsrunde. Ministerpräsident Erwin Sellering erklärte: „Wir wollen mit unserer Politik weiterhin die Wirtschaft gut voran bringen und den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken. Dabei suchen wir das Gespräch mit den Bürgern“. Im Mai dieses Jahres beginnt die Landesregierung mit regelmäßigen Bürgerforen. Der Ministerpräsident betonte, dass die Kirche für die Landesregierung ein sehr wichtiger Gesprächspartner ist.

 

Für die Erste Kirchenleitung erinnerte deren Vorsitzender, Landesbischof Gerhard Ulrich, an die positive Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns in den letzten Jahrzehnten und würdigte die große Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge an vielen Orten. „Gleichwohl bleibt auch die Integration derer, die sich fremd im eigenen Land fühlen, eine Herausforderung.“ Als „nachhaltigen Beitrag für ein tolerantes weltoffenes Land“ bezeichnete er die über 30 evangelischen Schulen – laut Koalitionsvereinbarung „eine wünschenswerte Ergänzung und Bereicherung des Schulsystems“. Zugleich bat er um stärkere konzeptionelle Beteiligung und finanzielle Unterstützung gemeinnütziger Schulträger, insbesondere bei der Umsetzung der Inklusion. Gewürdigt wurde seitens der Nordkirche das Modellprojekt des Landes zur praxisintegrierten Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. Um dem Fachkräftebedarf gerade an ländlichen Kitas zu begegnen, wäre es zu begrüßen, das Diakonische Bildungszentrum Mecklenburg-Vorpommern (DBZ) mit seiner Fachschule in Bad Sülze sowie das Seminar für kirchlichen Dienst in Greifswald dabei einzubeziehen.

 

Wirtschaftsminister Harry Glawe verweist ergänzend auf die Entwicklung beim Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Arbeitslosigkeit sinkt, mehr Menschen kommen in Arbeit. Wir haben noch eine Menge zu tun“. Als anstehende Schwerpunkte im Bereich Arbeit nennt der Minister das Projekt Bürgerarbeit, welches im Sommer starten soll, die Weiterbildung und Qualifizierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern für bestimmte Branchen und die Ausbildung von Flüchtlingen bei parallel laufendem Deutschunterricht.

 

Der Greifswalder Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sieht einem Zusammenwirken mit dem neuen Staatssekretär für Vorpommern zuversichtlich entgegen: „Es freut mich, dass die Regierung verstärkt den Dialog mit Menschen und Institutionen in Vorpommern sucht und hier in Infrastruktur investieren möchte. Gerade auf dem Land fühlen sich viele Menschen schon lange abgehängt. Gebraucht werden mehr Bildungsangebote, Ärzte und bessere Busanbindungen. Unsere Kirchengemeinden mit ihren Angeboten bis ins kleinste Dorf hinein sind offen für Kooperationen.“

 

„Auch Vorpommern hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Aber unsere Region hat es schwerer als andere“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann. „Es muss unser gemeinsames Ziel sein, den Menschen ihre Sorgen zu nehmen und Vorpommern gemeinsam voranzubringen. Es geht um die Verbesserung der Lebensbedingungen in Vorpommern, aber auch um die Stärkung unserer vorpommerschen Identität. Dazu können auch die Kirchen einen wichtigen Beitrag leisten. Die Menschen dürfen stolz auf ihren Landesteil sein“   

 

Im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 dankte Bischof Dr. Andreas von Maltzahn, Schwerin, für die vielfältige, auch finanzielle Unterstützung zahlreicher Aktivitäten durch das Land: „Es gilt, die Reformation nicht historisierend, sondern in ihrer aktuellen Bedeutung für unsere Gesellschaft zu thematisieren.“ Dazu trügen unter anderem der Schülerbibelwettbewerb „Menschen-Bilder“ unter der Schirmherrschaft von Justizministerin Katy Hoffmeister, Theater- und Musicalaufführungen, Ausstellungen und lokale Initiativen bei. Greifswald werde zu einer „Reformationsstadt Europas“ ernannt und das „Nordkirchenschiff 2017“ laufe im Sommer mit Stralsund und Wismar auch Häfen in Mecklenburg-Vorpommern an. Christen unterschiedlicher Konfessionen erinnern gemeinsam an die Reformation.

 

Die jährlichen Gespräche zwischen Landesregierung und Kirchenleitung sind Bestandteil des Güstrower Vertrages von 1994, der das Verhältnis von Staat und evangelischer Kirche in Mecklenburg-Vorpommern regelt. In diesem Jahr fand das Treffen auf Einladung der Landesregierung statt.

 


Die Kommunale Gemeinschaftsunterkunft der Malteser für Flüchtlinge in Lehrte wird geschlossen

Schneller als gedacht

(Lehrte/mhd) - Die Kommunale Gemeinschaftsunterkunft in Lehrte, die gemeinsam von Maltesern und Caritas betrieben wird, soll Ende März 2017 geschlossen werden. Damit kommen die Malteser als Betreiber der Einrichtung einem Wunsch der Stadtverwaltung Lehrte entgegen, die diese Einrichtung nicht mehr benötigt. Bereits Ende Februar sind die letzten Flüchtlinge ausgezogen.

 

 

 

Ursprünglich hätte die Einrichtung bis Ende 2018 betrieben werden sollen. Zuletzt waren die Belegungszahlen aber deutlich gesunken, so dass Raphael Ebenhoch, Geschäftsführer der Malteser in der Diözese Hildesheim, großes Verständnis für die Argumente der Stadtverwaltung zeigt. „In wirtschaftlicher Hinsicht hat es keinen Sinn, eine kostenintensive Infrastruktur aufrechtzuerhalten, die kaum noch benötigt wird“, begründet der Geschäftsführer sein großes Entgegenkommen gegenüber der Stadtverwaltung von Lehrte. „Mit uns kann man immer reden“.

 

 

 

Von der Schließung betroffen sind vier Mitarbeiter der Malteser. Drei von ihnen können in anderen Malteser-Dienststellen beschäftigt werden, eine Mitarbeiterin verlässt den Hilfsdienst. Für Olaf Bartels, Leiter der Kommunalen Gemeinschaftsunterkunft, und sein Team kommt die Entscheidung zur Schließung nicht unerwartet: „Wir haben ja selbst gesehen, dass die Zahl der Bewohner ständig sank.“ Dennoch bleibt eine gewisse Trauer. „Wir sind als Team zusammengewachsen und nach meinem Eindruck haben sich die Flüchtlinge im Rahmen des Möglichen bei uns wohl gefühlt“. Zahlreiche positive Rückmeldungen ehemaliger Bewohner würden das bestätigen.

 

 

 

Die Kommunale Gemeinschaftsunterkunft von Maltesern und Caritas für Flüchtlinge in Lehrte wurde im Februar 2016 eingerichtet und nahm im März 2016 die ersten Bewohner auf. In einer leerstehenden Lagerhalle mit einer Grundfläche von insgesamt etwa 2.200 Quadratmetern hatten die Malteser 50 Wohneinheiten verschiedener Größe für jeweils zwei bis sechs Personen einbauen lassen, die Platz für insgesamt 200 Personen boten. Dieser Raum wurde jedoch nie ganz benötigt. Ihre höchste Belegung verzeichnete die Gemeinschaftsunterkunft im März 2016 mit 153 Bewohnern. Seit dem Juni 2016 sank deren Zahl stetig. Insgesamt haben 263 Flüchtlinge die Unterkunft durchlaufen.

 

 

 

Die Statistik zeigt, dass 48 Prozent der Bewohner aus dem Irak kamen, 30 Prozent aus Syrien. Die anderen der insgesamt 14 Herkunftsländer waren mit weniger als fünf Prozent der Flüchtlinge vertreten. 57 Prozent der Bewohner waren Männer, 23 Prozent Kinder unter zehn Jahren. Zum Islam bekannten sich 46 Prozent der Untergebrachten, 41 Prozent bezeichneten sich als Jesiden, sechs Prozent als Christen.

 

 

 

Mit der Kommunalen Gemeinschaftsunterkunft in Lehrte schließt die letzte Flüchtlingseinrichtung der Malteser in der Diözese Hildesheim. Der katholische Hilfsdienst betrieb insgesamt fünf solcher Einrichtungen: zwei Kommunale Gemeinschaftsunterkünfte in Wolfsburg und Lehrte sowie drei Notunterkünfte im Auftrag des Landes Niedersachsen in Celle-Scheuen, Harsefeld und Wolfsburg. Derzeit bauen die Malteser in Celle und Lehrte einen Kreis ehrenamtlicher Integrationslotsen auf, die den Flüchtlingen das Ankommen in der deutschen Gesellschaft erleichtern sollen.

 

 

 


afj-Fachtag setzt sich mit den Herausforderungen des Rechtspopulismus für die katholische Jugendpastoral auseinander

„Demokratie geht uns alle an“

 

(Düsseldorf/ajf) – Rechtspopulismus stellt auch für die katholische Jugendpastoral eine große Herausforderung dar. Dies wurde bei einem Fachtag zur Politischen Bildung der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) am vergangenen Donnerstag deutlich. Dort setzten sich rund 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den unterschiedlichen Handlungsfeldern der katholischen Jugendpastoral mit der Frage auseinander, wie sie bei ihrer Arbeit mit jungen Menschen der Demokratie den Rücken stärken können. 

Ziel des Fachtages war es, zunächst eine Wissensgrundlage über das Phänomen des (Rechts-) Populismus zu schaffen. Dr. Marcel Lewandowsky von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg vermittelte in seinem Vortrag nicht nur grundlegende Definitionen und Erklärungsansätze, sondern auch aktuelle Daten aus seiner Forschung zu Erscheinungsformen und Entwicklungen rechtspopulistischer Strömungen in Deutschland und Europa. 

Rechtspopulismus ist derzeit ein weltweit zu beobachtendes Phänomen, das mit den jüngsten Wahlergebnissen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) auch in Deutschland die öffentlichen Diskussionen prägt. Die Partei beruft sich auf die „Wertegrundlagen des christlich-abendländischen Kulturkreises“ und knüpft mit ihren Inhalten an die Wertvorstellungen vieler Katholikinnen und Katholiken an. Tatsächlich stehen ihre Ziele dem christlichen Anliegen jedoch in einem direkten Widerspruch gegenüber. Eine Politik der Abgrenzung und Abwertung ist aus katholischer Sicht inakzeptabel.

 

Dr. Sonja Strube, Privatdozentin an der Universität Osnabrück, widmete sich im Anschluss daran den konkreten Herausforderungen, die rechtspopulistische Positionen für die katholische Kirche darstellen. In ihrem Beitrag konzentrierte sie sich vor allem auf die Rolle konservativer Medien, die populistischen Akteurinnen und Akteuren einen Zugang zu katholischen Zielgruppen bieten.

Darüber hinaus bot der Fachtag den Teilnehmenden die Möglichkeit, einzelne Aspekte zu vertiefen und Ideen zu entwickeln, wie sie bei ihrer Arbeit die Demokratie stärken und jungen Menschen Orientierung im Hinblick auf politische Themen bieten können. 

 

Ruth Grune, Referentin bei der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb), stellte Ansätze einer politischen Bildung vor, die sich speziell an politikferne Jugendliche richten. Sie betonte, dass Jugendliche heute – entgegen vieler Annahmen – sehr wohl politisch seien. Jedoch unterscheide sich ihr Politikverständnis von einem klassischen Politikverständnis. So interessieren sich junge Menschen beispielsweise für Fragen der sozialen Gerechtigkeit oder ihre Beteiligungsmöglichkeiten an Entscheidungsprozessen, machten jedoch einen großen Bogen um Politik im engeren Sinne. Der Weg führe dementsprechend über ein weiteres Politikverständnis und den sogenannten vorpolitischen Bereich.

 

Sebastian Auer, freier Reporter beim Westdeutschen Rundfunk, ging der Frage nach, in welchem Verhältnis Populismus und Medien zueinander stehen. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutierte er die Frage, wie Jugendpastoral jungen Menschen diese Zusammenhänge vermitteln kann und wie diese zu einem verantwortungsbewussten Medienkonsum befähigt werden können.  Ein offener Umgang mit Medien, die Wertschätzung von Pluralität in der Medienlandschaft und eine hohe Transparenz in Hinblick auf die Berichterstattung könnten dazu beitragen, dass das Vertrauen wieder wachse.

Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung bei der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge, befasste sich explizit mit dem Familienbild der Katholischen Kirche und den familienpolitischen Ansichten der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD). Das Familienbild der Partei sei viel zu eng gefasst, lautete das Fazit am Ende des Workshops. Es widerspreche dem christlichen Menschenbild und dem Universalitätsprinzip der Kirche. Gerade deshalb sei es für Akteurinnen und Akteure der katholischen Jugendpastoral zwingend notwendig, sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Äußerungen beider Institutionen auseinander zu setzen. Nur so könnten sie jungen Menschen eine Orientierung geben.

 

Am Ende der Veranstaltung zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein positives Fazit: Für die Akteurinnen und Akteure in der katholischen Jugendpastoral ist es nicht nur wichtig, sich selbst fit in Politik zu machen. Es ist ebenso wichtig, entsprechende Angebote der politischen Bildung oder Informationsangebote für Jugendliche zu schaffen, um Orientierung zu geben. Egal in welchem Handlungsfeld sie unterwegs sind. Es gilt, die zahlreichen bereits bestehenden Angebote und Bausteine zu nutzen und zu vernetzen.

 

Die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) ist als Fachstelle für Jugendfragen in die Arbeit der Jugendkommission und des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz eingebunden.

 


Fachtagung der evangelischen und katholischen Kirche

„Zwischen Polarisierung und Konsens – Wie steht es um unsere Demokratie?“

 

(Berlin/zdk) - Die Zukunft der Demokratie und die Frage nach den Rahmenbedingungen für ein Gelingen der Demokratie sind ein aktuelles Thema für die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland. Zehn Jahre nach dem Erscheinen des Gemeinsamen Wortes „Demokratie braucht Tugenden“ wollen die Kirchen sich mit der gegenwärtigen Lage der Demokratie befassen. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass der Populismus auch in Deutschland Fuß fassen kann. Das betrifft nicht nur die Aufmerksamkeit, die populistische Parteien erreichen und ihre Erfolge in Wahlen. Die Institutionen und Verfahren der Demokratie sind herausgefordert, die Politik und die gesellschaftlichen Gruppen müssen neue Antworten suchen. Auch die Kirchen stellen sich dieser Aufgabe  und beraten, was sie gemeinsam angesichts der augenblicklichen Entwicklungen tun können.

 

Dieser Problematik will eine Fachtagung nachgehen, die am Mittwoch, den 22. März 2017 von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr in der Französischen Friedrichstadtkirche auf dem Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte stattfindet.  Neben Bundestagspräsident Norbert Lammert und Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen werden Prof. Dr. Reiner Anselm, Vorsitzender der Kammer für öffentliche Verantwortung der EKD und Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz diskutieren. Die Präses der Synode der EKD, Dr. Irmgard Schwaetzer und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, werden ebenfalls an der Diskussion teilnehmen.

 

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Eine formlose Email an pressestelle@dbk.de ist dazu notwendig.

 

 

 

Hinweise:

 

Veranstalter der Tagung sind EKD, die Deutsche Bischofskonferenz, die Synode der EKD und das ZdK in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie und der Katholischen Akademie Berlin.

 

Das Tagungsprogramm finden Sie hier.

 


Staatliches Doping in der DDR: Situation der Dopingopfer und der neue Hilfsfonds

 

 

 

(Leipzig/lr) - Der in Berlin ansässige Doping-Opfer-Hilfe-Verein stellt seine Arbeit in Sachsen vor. Um Opfern des systematischen Staatsdopings zu helfen, führt er am 14. März in Dresden einen Beratungstag durch, bei dem er Betroffenen seine Unterstützung anbietet.

 

 

 

Im staatlichen Auftrag wurden Hochleistungs- und Nachwuchssportler gedopt. Sie erlitten hierdurch erhebliche gesundheitliche Schäden, deren Folgen manchmal erst jetzt zu Tage treten. Im August 2002 wurde ein Dopingopfer-Hilfegesetz verabschiedet und ein Hilfsfonds eingerichtet, der jedoch nicht alle Betroffenen erfasste und Ende 2007 bereits ausgeschöpft war. Nun beschloss die Bundesregierung die Errichtung eines zweiten Hilfsfonds, zu dessen Zugangsmöglichkeiten der Verein berät.

 

 

 

Den Auftakt bildet eine Informationsveranstaltung in der Gedenkstätte Bautzner Straße, die heute um 18 Uhr von Lutz Rathenow, dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, eröffnet wird. Ines Geipel, einst Weltklassesprinterin, heute Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins wird anschließend über das systematische Doping in der DDR, über die Geschichte des DDR-Staatsdopings, zur Lage der Doping­opfer und zum aktuellen Hilfsfonds sprechen und mit einer Zeitzeugin ins Gespräch kommen.

 

 

 

Die Wahl des Veranstaltungsortes zeigt auch, dass wir das Staatsdoping in der DDR als politisch motiviertes Unrecht betrachten. Die Beratungstage finden dort statt, wo die Aufarbeitung sich täglich mit den Folgen der SED-Diktatur auseinandersetzt. Dass die Folgen in die Gegenwart hineinreichen und das lange zurückliegende DDR-Doping noch immer nicht aufgearbeitet ist, zeigen die Schicksale der Betroffenen und die Abwehr ehemaliger Sportfunktionäre. Der Trauma-Forscher Harald Freiberger äußerte sich kürzlich zum DDR-Doping wie folgt: “Was uns in den ersten Untersuchungen sehr erschüttert hat, in welchem Umfang die Kinder und Jugendlichen als Objekte behandelt wurden. Das umfasst gewalttätigen, sexuellen Missbrauch und massiven psychischen Druck.“

 

 

 

Die Abendveranstaltung und der Beratungstag finden in Kooperation mit dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, Bautzner Str. 112a, 01099 Dresden statt. Der Eintritt ist frei.

 

 

 

 

 

Zeit:                        Montag | 13. März 2017 | 18.00 Uhr,

 

Dienstag | 14. März 2017 | 10.00 - 16.00 Uhr

 


KDFB begrüßt die klaren Empfehlungen der Sachverständigenkommission zum 2. Gleichstellungsbericht

 

(Köln/kdfb) -  „Erwerbs- und Sorgearbeit zusammendenken! Das ist die zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe, um Frauen und Männern gleiche Verwirklichungschancen im Lebensverlauf zu ermöglichen“, stellt Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB), anlässlich der gestrigen Veröffentlichung des Gutachtens der Sachverständigenkommission für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung „Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten“, fest.

 

„Der KDFB setzt sich dafür ein, dass Frauen und Männer in den verschiedenen Phasen ihres Lebens gleiche Chancen haben, Sorge- und Erwerbsarbeit diskriminierungsfrei und ohne ein erhöhtes Altersarmutsrisiko leben zu können“, so KDFB-Präsidentin Flachsbarth. „Wir unterstützen daher das im Gutachten vorstellte „Erwerbs- und Sorgemodell“ in vollem Maße. Auch das innovative Konzept zur Aufwertung der Sorgearbeit (SAHGE = Soziale Arbeit, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Gesundheit und Pflege, Erziehung) bewerten wir positiv“, macht Flachsbarth deutlich.

  

Im Gutachten wird laut KDFB zu Recht die Bedeutung von Gleichstellungspolitik für die Gesundheit von Frauen, Männern und ihren Familien benannt. „Die häufige Überforderung von Müttern und Vätern, von Partnerinnen und Partnern bei der Aufteilung von Berufs- und Familienwelten sowie ehrenamtlichem Engagement ist alarmierend. Die Problemfelder dürfen nicht allein der Bewältigung im Privaten überlassen werden“, stellt die KDFB-Präsidentin fest.

  

Der KDFB wird die weitere Umsetzung der Handlungsempfehlungen konstruktiv begleiten. „Mittlerweile stehen ausreichend Indikatoren zur Verfügung, etwa zur Entgeltgleichheit oder zur Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit, mit denen der Grad der erreichten Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in unserer Gesellschaft und im europäischen Vergleich ermittelt werden kann. Daran müssen sich Politik, Unternehmen und die Sozialpartner messen lassen“, so Maria Flachsbarth.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

Statement der BDKJ-Bundesvorsitzenden Lisi Maier zum Internationalen Frauentag

Frauenbündnisse gegen den Rechtsruck

 

(Düsseldorf/bdkj) - „Der gestern veröffentlichte 2. Gleichstellungsbericht zeigt, dass Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in unserer Gesellschaft noch nicht angekommen ist: Noch immer leisten Frauen täglich 52% mehr unbezahlte Tätigkeiten für Menschen in ihrem Umfeld als Männer. Die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen und die Arbeit im Haushalt werden auch heute noch vorrangig von Frauen geleistet. Frauen erzielen somit pro Stunde und auch über den Lebensverlauf hinweg weit weniger Einkommen als Männer, da sie einen Großteil der gesellschaftlich anfallenden unbezahlten Sorge-Arbeit leisten.

 

Zugleich wollen rechtspopulistische Gruppen in ganz Europa die Rolle der Frau noch verstärkter auf Heim, Küche und die Sorge und Pflege von Angehörigen reduzieren. Frauenfeindlichkeit wird von ihnen wieder salonfähig gemacht. Lasst uns den diesjährigen Frauentag nutzen, um die große Vielfalt der nationalen und der internationalen Frauenbewegungen zu nutzen und gemeinsame Bündnisse gegen den Rechtsruck und für die Gleichstellung von Frauen zu schmieden!“

 


Als erster historischer Ort zur Diktatur in SBZ und DDR präsentierte die Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" ihre neuen Angebote in arabischer Sprache

(Leipzig/th) - Vorbildhaft nannte die sächsische Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange für Wissenschaft und Kunst das breite Sprachangebot der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Mit den neuen arabischsprachigen Angeboten, die die Gedenkstätte gestern erstmals öffentlich vorstellte, leiste sie Pionierarbeit. Ab sofort stehen die Angebote zur Nutzung bereit. Ziel ist es nun, aktiv mit den Angeboten zu arbeiten.

 

Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ vermittelt an authentischen Orten die Geschichte von Repression und Unterdrückung in der DDR am Beispiel der Leipziger Bezirksverwaltung für Staatssicherheit sowie von der Selbstbefreiung der SED-Diktatur durch die Friedliche Revolution. Um diese Inhalte auch den Flüchtlingen und Asylsuchenden zu vermitteln, entwickelte sie arabischsprachige Angebote. Dazu gehören der Audio-Guide in arabischer Sprache für die Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“, die arabischsprachige App „Leipzig ‘89“ als Multimedia-Guide zur Stelen-Ausstellung „Orte der Friedlichen Revolution“ im Leipziger Innenstadtbereich und eine deutsch-arabischsprachige Präsentation der Open-Air- Ausstellung „Orte der Friedlichen Revolution“ mit 20 Stelen im Leipziger Stadtraum.

  

Ermöglicht wurde die Erarbeitung der Angebote durch eine Projektförderung der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Im Rahmen des vom Freistaat Sachsen initiierten Maßnahmenpaketes konnte damit auf die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen im Zuge der gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik reagiert und im Bereich der Politischen Bildungsarbeit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

  

 

Sprachbarriere senken, den Flüchtlingen eine Community bieten

 

Bei der Vorstellung der neuen Angebote sagte die Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Staatsministern Dr. Eva-Maria Stange: „Das Museum in der ‚Runden Ecke‘ ist mit seinem breiten Sprachangebot für Besucher vorbildhaft für die Gedenkstätten in Sachsen.“ Es sei ein erster notwendiger Schritt, die Sprachbarrieren zu senken. Dies ermöglicht den Flüchtlingen gesellschaftliche Teilhabe und Zugang zu kulturellen Angeboten. „Viele Flüchtlinge verlassen Sachsen wieder, weil sie hier keine Sprachcommunity finden. Es ist deshalb wichtig, dabei zu helfen, diese Communities mit aufbauen, damit die Flüchtlinge hier bleiben und leben wollen“, sagt Stange.

 

Die gesellschaftliche Teilhabe schließe auch die Erinnerungskultur ein, so die Ministerin weiter: „Wir müssen alle Instrumente nutzen, damit Integration gelingt. Dazu gehört, dass die zu uns Gekommenen an authentischen Orten hier in Leipzig Wissenswertes über die Friedliche Revolution, aber auch den einstigen Repressionsapparat der Staatssicherheit erfahren.“

 

 

Ziel: Geschichts- und Wertevermittlung sowie Dialog

 

Mit den neuen Angeboten will die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ aber nicht nur über die jüngste deutsche Geschichte aufklären, sondern auch über die aus der Überwindung der SED-Diktatur resultierenden und heute zentralen Werte unseres Zusammenlebens: Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Zugleich soll mit den Angeboten der Blick für die Gefahren totalitärer Ideen und Systeme geschärft werden. Somit will die Gedenkstätte im Rahmen der politischen Bildungsarbeit mit Flüchtlingen zur Werte- und Geschichtsvermittlung und damit auch zur Integration beitragen.

 

Das wünscht sich auch Stange: „Ich würde mich freuen, wenn mit den arabischen Informationsangeboten aus dem sprachlichen Verstehen auch ein Dialog wird. Der ‚Herbst 1989‘ und der ‚Arabische Frühling‘ haben einige Parallelen, die es zu erkennen und zu diskutieren gilt. Das Bürgerkomitee Leipzig bietet mit seinem Angebot auch die Möglichkeit, politische Bildung auf der emotionalen Betroffenheit aufzubauen, die ein Besuch auslöst. Es ist wichtig, dass nicht nur die Geschichte des Herbstes 1989 gezeigt wird, sondern von dieser Grundlage aus auch zum Beispiel der Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur oder das Wesen einer gewaltlosen gesellschaftlichen Veränderung vermittelt werden.“

 

Ein erster gezielter Erfahrungsaustausch mit Flüchtlingen selbst sollte hingegen vorerst nicht in der Öffentlichkeit, sondern in geschützten Räumen stattfinden. „Viele haben in ihren Herkunftsländern Krieg, diktatorische Willkür und Denunziation erfahren müssen und haben Angst, darüber zu sprechen“, sagte Sonja Brogiato, Leiterin des Flüchtlingsrates Leipzig e.V. Auch sei eine Angst, dass die im Heimatland verbliebenen Familienangehörigen durch eine öffentliche Stellungnahme Repressionen erleiden könnten. Es müssten deshalb erst vertrauensbildende Maßnahmen getroffen werden, bis ein Erfahrungsaustausch stattfinden könne.

 

 

„Viele Flüchtlinge wissen wenig über das Land“

 

Mit einigen syrischen Flüchtlingen besuchte Lilith Müller, Deutschlehrerin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, bereits die Gedenkstätte. „Leipzig ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort, aber viele der Flüchtlinge wissen recht wenig über das Land bzw. die Stadt, in der sie leben“, sagte Müller. Während sie das Lehrbuch „Die Lerche aus Leipzig“ lasen, beschäftigten sie sich auch mit der örtlichen Geschichte. Die „Runde Ecke“ war dabei ein wichtiger Handlungsort, denn es ging um einen ehemaligen Stasi-Mitarbeiter.

 

Um mehr über Geschichte, Funktion und Arbeitsweise des DDR-Geheimdienstes zu erfahren, besuchten sie die Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“. „Es war eine ganz tolle Führung. Die Gruppenbegleiterin hat das sprachliche Niveau angepasst und zur DDR und Stasi sowohl Parallelen zu ihrer eigenen persönlichen Erfahrungen als auch zu den Geschehnissen in den Heimatländern der Flüchtlinge gezogen“, sagte Müller. Unter anderem hat die Stasi den syrischen Geheimdienst mit aufgebaut. Etwas, was auch viele Flüchtlinge nicht wissen. „Während des Rundgangs hat man in den Gesichtern der Kursteilnehmer gesehen, dass sie sehr mitnimmt, was sie dort gesehen und gehört haben“, so Müller weiter.

 

 

Friedliche Revolution als Vorbild

  

Interessant ist für die Flüchtlinge aber auch die Friedliche Revolution. „Es ist jedes Mal faszinierend, wie sich die Kraft der Bürgerschaft im Herbst 1989 entwickelt hat“, sagte Sonja Brogiato, Leiterin des Flüchtlingsrates und 1989 als Österreicherin eine Beobachterin des Geschehens. Weil viele Flüchtlinge ihre Heimat wiederaufbauen wollen, werde sie oft von Geflüchteten gefragt, was sie dafür von hier aus tun könnten. Ihre Antwort: „Beten und dokumentieren.“ Und sie fände es faszinierend, wenn die aus ihrer Sicht wichtigste Botschaft der Friedlichen Revolution „Keine Gewalt“ sich schlussendlich bspw. auf Damaskus übertragen ließe.

 

Ein Vorbild könnten aber auch die arabischsprachigen Angebote sein. Mit den neuen arabischsprachigen Angeboten leistete die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Pionierarbeit – sowohl im Vergleich zu den übrigen Kultureinrichtungen in Leipzig als auch zu den Gedenkstätten. „Nach bisherigem Kenntnisstand gibt es nirgendwo anders in diesem Bereich dezidiert arabischsprachige Angebote“, so Gedenkstättenleiter Tobias Hollitzer. Staatsministerin Stange könne sich vorstellen, dass die Angebote auch auf andere Gedenkstätten in Sachsen übertragen werden könnten. Wie die Befragung für den ersten Sachsenmonitor, der vor einigen Monaten veröffentlicht wurde, gezeigt hat, seien die Themen rund um Diktatur und Demokratieentwicklung nicht nur bei der nach 1989-geborenen Generation nicht mehr verankert, sondern auch bei jener, die die Friedliche Revolution erlebt hat. Stange schlussfolgert: „Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst möchte in Zukunft die politische Bildungsarbeit auch bei den Gedenkstätten weiter stärken.“

 

Die Informationsflyer und Faltblätter zu den neuen Angeboten in deutscher und arabischer Sprache finden sich unter www.runde-ecke-leipzig.de unter dem Menüpunkt „Arabische Angebote“.

 


KDFB: Entgelt-transparenzgesetz ist wichtiger Schritt für Lohngleichheit

 

(Köln/kdfb)  – „Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) begrüßt uneingeschränkt das Ziel des Entgelttransparenzgesetzes, mehr Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern zu schaffen“, erklärt Monika Arzberger, Vorsitzende der Gesellschaftspolitischen Kommission des KDFB. Sie nahm als Sachverständige des KDFB an der gestrigen öffentlichen Anhörung des Familienausschusses im Deutschen Bundestag zum Thema Entgeltgleichheit teil. 

  

Positiv ist nach Auffassung des KDFB, dass der Gesetzentwurf differenziert „gleiche und gleichwertige Arbeit“ in den Blick nimmt. Damit wird eine langjährige Forderung von frauen- und gleichstellungspolitischen Verbänden, auch des KDFB, endlich umgesetzt. „Das geplante Gesetz bedeutet einen ersten zentralen Schritt auf dem Weg zu tatsächlicher Lohngleichheit. Es stärkt die gleichen Verwirklichungschancen für Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt“, stellt Monika Arzberger fest.

  

Der KDFB begrüßt das im Gesetzentwurf beschriebene Verfahren des individuellen Auskunftsrechtes für Mitarbeitende sowie die verpflichtende Angabe von Unternehmensseite zu Vergleichstätigkeit und Vergleichsentgelt. „In Deutschland arbeiten über 60% der Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen (bis 249 Mitarbeitende). Wir halten es daher für unabdingbar, dass mittelfristig auch Betriebe mit weniger als 200 Mitarbeitenden Auskünfte über alle Entgeltbestandteile geben müssen und berichtspflichtig sind“, erklärt Arzberger.

  

Auch plädiert der KDFB dafür, im Rahmen der vorgesehenen Evaluation die tatsächliche Umsetzung der betrieblichen Prüfverfahren zur Herstellung von Entgeltgleichheit genau zu prüfen. „Nach Ansicht des KDFB“, so macht Monika Arzberger deutlich, „muss der Gesetzgeber die Möglichkeit haben, Prüfverfahren einzufordern, wenn Freiwilligkeit nicht greift“.

  

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Familienbund begrüsst Ausbau des Unterhaltsvorschusses

Meilenstein für Alleinerziehende!

(Berlin/Trier /pm) Der Familienbund der Katholiken im Bistum Trier begrüßt den geplanten Ausbau des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende nachdrücklich. Im Nachgang zur heutigen Anhörung vor dem Deutschen Bundestag, zu der der Familienbund als Sachverständiger geladen war, erklärt die Vorsitzende des FDK-Disözesanverbandes Hildegard Weber: „Die Neuregelung ist ein Meilenstein für Alleinerziehende. Die langjährigen Forderungen des Familienbundes werden endlich umgesetzt.“

 

 

Der Familienbund unterstützt  vor allem die neue Regelung, den Unterhaltsvorschuss zukünftig länger als 72 Monate und über das 12. Lebensjahr des Kindes hinaus zu zahlen. „Das ist eine längst überfällige Änderung. Denn die derzeit noch geltende Alters- und 72-Monatsgrenze lässt sich nicht in der Sache, sondern nur durch haushaltspolitische Erwägungen begründen,“ heißt es in der Stellungnahme des Familienbundes.

 

Allerdings kritisiert der Familienbund, dass die Altersgrenze nicht vollständig beseitigt wird. In der Fassung, die der Bundesrat in seiner Stellungnahme vorschlägt und die den derzeitigen politischen Kompromiss abbildet, gilt eine Einkommensgrenze von 600 Euro brutto, unterhalb derer Alleinerziehende mit Kindern ab zwölf Jahren keinen Unterhaltsvorschuss erhalten, sondern auf die Grundsicherung verwiesen werden sollen. Diese neuen Differenzierungen schaffen neue Ungleichbehandlungen und sind aus Sicht des Familienbundes nicht überzeugend.  „Das trübt den Gesamteindruck eines insgesamt sehr positiven Gesetzgebungsverfahrens“, sagte Hildegard Weber.

 

 Darüber hinaus fordert der Familienbund, das Kindergeld nicht in voller Höhe auf den Unterhaltsvorschuss anzurechnen. Denn der Unterhaltsvorschuss tritt an die Stelle des Kindesunterhalts des nicht betreuenden Elternteils, beim dem das Kindergeld nur hälftig angerechnet wird. „Vom Kindergeld sollten alle Familien profitieren. Würde man das Kindergeld nur noch hälftig auf den Unterhaltsvorschuss anrechnen, hätten Alleinerziehende, die keinen Unterhalt bekommen, monatlich deutlich mehr Geld zur Verfügung. Das wäre zur Bekämpfung von Kinderarmut notwendig und angemessen“, so Hildegard Weber vom Trierer Diözesanverband des Familienbundes.

 

 Die vollständige Stellungnahme steht unter www.familienbund.org zur Verfügung

 

 Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands.

 

Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- und 15 Mitgliedsverbände an.

 


Angebote für geflüchtete Frauen bisher unzureichend

 

(Freiburg/Köln/kdfb) - Mehr als ein Drittel aller in Deutschland gestellten Asylanträge, nämlich 247.000, kamen 2016 von Frauen und Mädchen. Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März kritisieren IN VIA Deutschland und der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB), dass weibliche Geflüchtete in der öffentlichen Diskussion kaum wahrgenommen werden. Beide Verbände fordern daher, die Bedarfe dieser Gruppe ernst zu nehmen und flächendeckend gezielte Integrationsangebote bereit zu stellen.

  

Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) weisen die nach Deutschland geflüchteten Frauen einen deutlich geringeren schulischen und beruflichen Bildungsstand auf als die Männer. Damit ihre Integration in die Gesellschaft gelingen kann, muss ihnen zeitnah nach ihrer Ankunft der Zugang zu Sprachkursen, Bildung, Ausbildung und Erwerbstätigkeit ermöglicht sowie Orte der Begegnung mit einheimischen Frauen geschaffen werden. Jungen Frauen müssen prioritär Wege in eine Berufsausbildung geebnet werden. „Jede hier vertane Unterstützung rächt sich in der Zukunft. Es ist notwendig, gesetzliche Hürden weiter abzubauen, etwa schnellere Zugänge in berufsfördernde Angebote des Sozialgesetzbuch III, die Asylsuchenden aktuell erst nach 15 Monaten gewährt werden“, kritisiert Irme Stetter-Karp, Vorsitzende von IN VIA Deutschland. Auch Angebote wie die Teilzeitberufsausbildung oder die assistierte Ausbildung müssen für Geflüchtete geöffnet und zudem ausgebaut werden.

  

Geflüchtete Frauen wünschen für sich und ihre Familien ein auskömmliches Leben in Frieden und Sicherheit. Unabhängig von ihrer Herkunft brauchen sie weiterführende Bildungsangebote und selbstbestimmte Lebensperspektiven. KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth betont: „Eine eigenständige Existenzsicherung ist grundlegend für demokratisches und gleichgestelltes Miteinander von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft. Am Internationalen Frauentag appellieren wir daher nachdrücklich an politisch Verantwortliche, sich offensiv für bessere Lebensbedingungen geflüchteter Frauen einzusetzen und deren Integration zu fördern.“

 

Auch die Informationsweitergabe zu Grundlagen eines friedlichen Zusammenlebens, der Demokratie und der Rechteordnung halten die Frauenverbände für notwendig. „Das Wissen um unser Wertesystem, in dem die Gleichberechtigung von Frau und Mann festgeschrieben ist, bedeutet für geflüchtete Frauen neben Schutz und Sicherheit auch eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, stellen Irme Stetter-Karp und Maria Flachsbarth fest. Die Achtung ihrer Würde und Rechte sowie die Ablehnung jeglicher Form von Diskriminierung und Gewalt müsse unverzichtbarer Inhalt der Wertevermittlung in allen integrativen Maßnahmen sein.

  

IN VIA ist ein international organisierter katholischer Frauenverband, der sich gesellschafts-politisch und durch konkrete Hilfen für gerechte Lebensbedingungen v. a. für Mädchen und junge Frauen einsetzt. IN VIA arbeitet mit 1.800 Hauptamtlichen und 2.800 Ehrenamtlichen in rund 70 Städten in Deutschland und erreicht mit seinen Angeboten jährlich ca. 150.000 Menschen (ohne Bahnhofsmissionen). IN VIA unterstützt vor allem Mädchen, Frauen und benachteiligte Jugendliche mit praktischen Hilfen. IN VIA ist auch der katholische Träger der Bahnhofsmissionen in Deutschland. IN VIA ist ein Fachverband im Deutschen Caritasverband.

 

Die IN VIA-Stellungnahme „An(ge)kommen in Deutschland. Geflüchtete Frauen begleiten und integrieren“ befindet sich unter http://www.invia.caritas.de/fachliches/publikationen/veroeffentlichungen/migration/.

 

  

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

Die KDFB-Stellungnahme „Gekommen um zu teilen – gelingende Integration und Schutz für Flüchtlingsfrauen“ befindet sich unter www.frauenbund.de.

 


Nguyen Van Dai drohen 20 Jahre Haft – Gemeinsame Aktion mit der Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött und Menschenrechtsorganisation VETO!

missio Aachen startet Online-Petition für inhaftierten vietnamesischen Menschenrechtsanwalt

Foto: missio
Foto: missio

 

(Aachen/missio) - Freiheit für den inhaftierten vietnamesischen Menschenrechtsanwalt Nguyen Van Dai und seine Assistentin Le Thu Ha fordert eine Online-Petition des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen. Beide sind seit dem 16. Dezember 2015 im Gefängnis und warten auf ihre Verhandlung. „Der mutige Jurist hat Christen und Angehörige anderer Minderheiten vor Gericht in Vietnam verteidigt und für die gefährdeten Menschenrechte in seiner Heimat gekämpft, jetzt braucht er selbst Unterstützung“, sagte missio-Präsident Prälat Klaus Krämer. missio startet die Petition www.missio-hilft.de/Dai gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött (CDU) und der Menschenrechtsorganisation „VETO! Human Rights Defenders Network“. Diese unterstützt insbesondere Männer und Frauen, die als Verteidiger der Menschenrechte in Schwierigkeiten geraten.

 

Nguyen Van Dai drohen 20 Jahre Haft. Ihm wird nach dem vietnamesischen Strafgesetzbuch „Propaganda gegen die Sozialistische Republik“ vorgeworfen. Die Anklage ist falsch und wird missbraucht, um die Menschenrechtsarbeit von Nguyen Van Dai zu unterbinden. Er war bereits zwischen 2007 und 2011 inhaftiert gewesen und verbüßte bis März 2015 einen Hausarrest.

 

73 Parlamentarier aus 14 Ländern für Nguyen Van Dai

 

Die CDU-Politikerin Marie-Luise Dött MdB hat eine parlamentarische Patenschaft für Nguyen Van Dai übernommen. Sie traf ihn im Rahmen einer Delegationsreise im August 2015 kurz vor seiner erneuten Inhaftierung in Hanoi. „Seine Verhaftung hat mich besonders bestürzt und ich fordere mit missio und VETO! seine sofortige Freilassung“, so Dött. Sie hat im vergangenen Oktober auch schon einen von 73 Parlamentariern aus 14 Ländern unterzeichneten Brief für die Freilassung Nguyen Van Dais an den vietnamesischen Botschafter in Deutschland übergeben.

 

„VETO! begrüßt die gemeinsame Initiative zur Freilassung der vietnamesischen Menschenrechtsverteidiger. Viele Menschen werden ihnen beistehen, weil sie wegen ihres gewaltlosen Einsatzes für die Rechte anderer zu Unrecht inhaftiert sind“, so VETO! Executive Director Vu Quoc Dung zu dieser Petitions-Kooperation. 

 

Petition wird Bundesaußenminister Sigmar Gabriel übergeben

 

Die aktuelle missio-Petition ist an Nguyen Xuan Phuc gerichtet, den Premierminister von Vietnam. Sie wird an Bundesaußenminister Sigmar Gabriel übergeben, der die Unterschriften an die vietnamesische Regierung weiterleiten soll. Die Petition fordert nicht allein die Freiheit von Nguyen Van Dai und Le Thu Ha, sondern auch deren uneingeschränkten Zugang zu Rechtsbeiständen, ihren Familien und notwendiger medizinischer Behandlung.

 

missio lancierte schon 2016 eine erfolgreiche Petition gemeinsam mit „Reporter ohne Grenzen“ für den vietnamesischen Priester und Blogger Nguyen Van Ly. Der Menschenrechtsaktivist kam im Dezember 2016 aus dem Gefängnis.

 

Die aktuelle missio-Petition ist unter www.missio-hilft.de/Dai zu erreichen und kann dort unterzeichnet werden.

 

Weitere Infos auch unter www.marie-luise-doett.de und www.veto-network.org

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Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. Im vergangenen Jahr wurden rund 1.100 Projekte seiner Partner mit etwa 47 Millionen Euro finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Kontinenten. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein die Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Justitia et Pax ZWISCHENRUFE im Wahljahr 2017

Das Gemeinwohl zuerst – weltweit

(Bonn/zdk) - Die Deutsche Kommission Justitia et Pax, getragen von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, begleitet mit Zwischenrufen aktuelle Fragen im Wahljahr 2017. „In sieben Zwischenrufen für eine gemeinwohlorientierte Politik wollen wir die öffentliche Aufmerksamkeit auf die großen Herausforderungen in Deutschland, in Europa und weltweit lenken.“ So kündigt Bischof Dr. Stephan Ackermann, Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax, gemeinsam mit Prof. DDr.  Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) heute die Initiative zum Wahljahr 2017 an.

 

In einem ersten „Zwischenruf“ betonen Bischof Ackermann und Präsident Sternberg, dass der Blick über den Tellerrand hinaus lebensnotwendig sei, sowohl in der Analyse von Bedrohungen und Abwehr von Gefahren als auch im Einsatz für eine gerechte und friedliche Entwicklung weltweit. „Ein gutes Leben für alle, saubere Luft, Sicherheit und Wohlstand können wir nur erreichen und nachhaltig sichern, wenn wir das Gemeinwohl an die erste Stelle setzen und zwar das globale Gemeinwohl“, so Bischof Ackermann und Prof. Sternberg in ihrem gemeinsamen Statement.

 

In dieser Perspektive gelte es, die Anliegen von Frieden und Sicherheit, von Menschenrechten sowie von Entwicklung und Migration anzugehen. Die Fluchtursachenbekämpfung dürfe nicht zur Bekämpfung von Flüchtlingen werden. Junge Menschen in Afghanistan, in Nigeria oder anderen afrikanischen Ländern, aber auch in der Europäischen Union, wie etwa Rumänien und Griechenland, müssten die Chance auf qualifizierte Ausbildung und menschenwürdige Arbeit haben, so dass sie sich und ihre Familien davon ernähren können. Diese Themen sollten die internationale Debatte prägen, nicht die Frage nach einer möglichst wirksamen Abwehr von Menschen.

 

„Wir stellen uns gegen einen Wahlkampf zu Lasten von Minderheiten, wir sprechen uns aus gegen Diskriminierung und rassistische Hetze. Der Hass von Wenigen darf nicht die Atmosphäre der gesamten politischen Debatte bestimmen und Extremismus, Aggression und Feindschaft unter uns verbreiten. Politische Debatten sollen sachlich klar und respektvoll im Umgang miteinander ausgetragen werden“, so Bischof Ackermann und Prof. Sternberg.

 

 

 

Hinweise:

 

Den Gesamttext des „Zwischenrufs“ finden Sie ab sofort regelmäßig monatlich auf katholisch.de. Außerdem wird er über den Facebook-Kanal von katholisch.de zur Diskussion gestellt.

 

Den ersten Zwischenruf finden Sie hier: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/das-gemeinwohl-zuerst-weltweit

 

 

 


Bundeskanzlerin Merkel hat Chance, beim Staatsbesuch kritische Fragen über Menschenrechte zu stellen

Ägypten: Kein ausreichender Menschenrechtsschutz, kein rechtskonformer Umgang mit Flüchtlingen

 

Ägypten * Flüchtlinge * Menschenrechte * Bundeskanzlerin Merkel

(Berlin/bfw) - Vor dem morgigen Staatsbesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Ägypten weist das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt, das viele Partner in Ägypten hat, darauf hin, dass die autoritäre Regierung Ägyptens menschenrechtliche Standards im Umgang mit der eigenen Bevölkerung und mit Flüchtlingen missachtet. „Ägypten leidet unter einer schweren Menschenrechtskrise. Die Gefängnisse sind überfüllt mit Regierungskritikern und zivilgesellschaftliche Organisationen werden durch restriktive Gesetze stark eingeschränkt. Nach Angaben des UNHCR sind auch über 4.100 Flüchtlinge in Haftanstalten interniert. Ägypten schiebt Flüchtlinge völkerrechtswidrig in den Sudan, nach Eritrea und Äthiopien ab, egal ob dort ihr Leben bedroht sein könnte“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt.

Die Partner von Brot für die Welt leiden unter der Einschränkung ihrer Handlungsspielräume, die die Erreichung ihrer Ziele für die umfassende Entwicklung des Landes untergräbt. Die Sicherheitskräfte würden darüber hinaus ihrer Schutzfunktion nicht nachkommen. Die etwa neun Millionen zählende koptisch-christliche Minderheit fühlt sich von Polizei und Militär im Stich gelassen, weil sie seit vier Jahren nicht ausreichend vor regelmäßigen Angriffen durch den sogenannten Islamischen Staat (IS) geschützt wird. Der IS hat weitere massive Angriffe auf Christen angekündigt und mit Ermordungen begonnen, die Ankündigungen wahr werden zu lassen. „Der Schutz und die Rechte der Bevölkerung einschließlich der Minderheiten sollte jetzt oberste Priorität haben. Eine radikale Politik, die demokratische Kräfte im Land bekämpft und unzählige Menschen – darunter viele Oppositionelle und Flüchtlinge – wegsperrt, wird die Polarisierung im Lande weiter anheizen. Eine solche Politik unter dem Titel der Terrorismusbekämpfung führt eher zur Radikalisierung und ist gefährlich für die innere Sicherheit und die Lage der Minderheiten. Wir machen uns angesichts der Entwicklung große Sorgen“, so Füllkrug-Weitzel. 

„Darüber hinaus ist der ägyptische Staat völkerrechtlich verpflichtet, Flüchtlinge zu schützen und nicht durch Abschiebungen ihr Leben zu gefährden. Das passiert bei Abschiebungen in so anerkannt unsichere Länder wie Sudan oder Eritrea, wo Menschenrechte systematisch verletzt werden“, sagt Füllkrug-Weitzel. Damit missachte Ägypten das international gültige Non-Refoulment-Gebot, also die Verpflichtung, Flüchtlinge nicht in ihre Herkunftsstaaten abzuschieben. Viele Flüchtlinge leben unter unzumutbaren Bedingungen in Ägypten, der Zugang zum formalen Arbeitsmarkt ist ihnen verwehrt, ihre Kinder haben kein Recht eine Schule zu besuchen. „In Ägypten droht eine verlorene Generation heranzuwachsen. Statt jetzt zusammen mit einigen EU-Ländern auf ein Abkommen zu setzen, das dem Vorbild des EU-Türkei Deals folgt, sollte die Bundesregierung Ägypten darin unterstützen, seinen rechtlichen Verpflichtungen zum Schutz der Flüchtlinge ernsthaft nachzukommen. Diese Verpflichtungen sind in der Genfer Flüchtlingskonvention festgeschrieben“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel.

Die Bundesregierung unterstützt Ägypten derzeit durch Ausbildung von Polizei, Grenz- und Küstenschutz – letzteres in der Hoffnung, dass weniger Menschen das Land in Richtung Europa verlassen können. „Wir würden unsere eigenen Grundsätze verraten, wenn wir schwere Menschenrechtsverletzungen kritiklos tolerieren, damit Europa seine unrealistische Hoffnung weiter nähren und öffentlich verbreiten kann, sich abschirmen zu können. Die Flüchtlinge werden weiterhin kommen, die Wege werden nur immer gefährlicher“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel.

Brot für die Welt würde es sehr begrüßen, wenn sich die Bundeskanzlerin bei ihrem Besuch für die Achtung der Menschenrechte, für eine unabhängige und freie Zivilgesellschaft und für den Flüchtlingsschutz stark machte. „Es müssen dringend legale Einreisemöglichkeiten über das Resettlement-Programm des UNHCR und über humanitäre Visa gefördert werden. Außerdem braucht es eine Stärkung entwicklungspolitischer Maßnahmen, die den Menschen in ihren Herkunftsländern Perspektiven eröffnen“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel.

Brot für die Welt setzt sich seit 35 Jahren für Entwicklung, Frieden und Gerechtigkeit in Ägypten ein und unterstützt kirchliche Partnerorganisationen vor allem durch integrierte Programme, die das Gemeinwesen stärken sowie bei der Bekämpfung von Armut, der Förderung benachteiligter Gruppen und beim Einsatz für mehr gesellschaftliche Toleranz.

 


Bundeskanzlerin in Kairo erwartet (2.3.)

Merkel soll katastrophale Menschenrechtslage in Ägypten ansprechen

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, bei ihrem Besuch in Ägypten am Donnerstag die katastrophale Menschenrechtslage in dem nordafrikanischen Staat anzusprechen. „Die Bilanz des Schreckens unter dem gegenwärtigen Präsidenten Abdel Fatah al Sisi stellt selbst die Verbrechen unter Ägyptens früherem Diktator Hosni Mubarak in den Schatten“, stellte die GfbV in einem Schreiben an die Bundeskanzlerin fest. „Ägypten hat sich zu einem Polizeistaat entwickelt, in dem Presse- und Meinungsfreiheit mit Füßen getreten und Menschenrechtler willkürlich mundtot gemacht werden. Mindestens 67.000 Menschen wurden seit Mai 2014 aus politischen Gründen festgenommen, fast 2.000 Personen in unfairen Massenprozessen zum Tode verurteilt, in den Gefängnissen sind Folter und gewaltsamer Tod alltäglich. Ein vertrauenswürdiger Partner Europas sieht anders aus.“ Die massive Verfolgung von Oppositionellen heize ein Klima der Gewalt an, die sich auch gegen die christliche Minderheit richte. Radikale Islamisten würden Kopten angreifen und wollten damit die Regierung treffen, die die Kopten aus wahltaktischen Gründen umwerbe. So würden Ägyptens Christen von Islamisten und dem Staat für eigene Zwecke missbraucht.“

 

Merkel hatte in einer am Samstag verbreiteten Video-Botschaft angekündigt, bei ihrem Besuch auch die schwierigen Arbeitsbedingungen deutscher Stiftungen anzusprechen. „Einheimische Nichtregierungsorganisationen trifft es noch schlimmer, ihre Aktivisten werden massiv überwacht und eingeschüchtert. Mindestens 13 ihrer führenden Mitarbeiter wurden im Jahr 2016 an der Ausreise aus dem Land gehindert“, berichtete der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. Im September 2016 wurden die Konten von drei angesehenen Menschenrechtsorganisationen und von fünf Menschenrechtlern eingefroren. Ein im November 2016 vom ägyptischen Parlament verabschiedetes Gesetz schränkt die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen stark ein.

 

Fast 900 Inhaftierten droht ein Todesurteil, befürchtet die GfbV. Zwischen Juli und November 2016 wurden von lokalen Menschenrechtsgruppen 190 Fälle von Folter und 47 Todesfälle registriert. Mindestens 187 Menschen wurden zwischen August und November 2016 von Sicherheitskräften entführt. Erst am vergangenen Montag hat Mohamed Anwar al Sadat, der Neffe des ermordeten Präsidenten Sadat, seinen Parlamentssitz verloren, weil er die katastrophale Menschenrechtslage zu sehr kritisiert hatte. Nicht besser ergeht es kritischen Journalisten. Der Vorsitzende des Journalistenverbandes Yahia Galash wurde im November 2016 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Aus politischen Gründen sind 25 Journalisten in Haft.    

 


Bundespräsident würdigt zurückgekehrte Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer

 

Entwicklungshelfer * Rückkehrer * Friedensdienst * Bundespräsident Gauck

(Berlin/bfw) - Am Freitag, dem 3. März 2017, findet in Berlin zum zweiten Mal nach 2015 ein Ehrentag für zurückgekehrte Entwicklungshelfer und Friedensfachkräfte statt. Die Veranstaltung  steht unter dem Motto „Die Welt im Gepäck“. Erwartet werden 200 zurückgekehrte Fachkräfte aus den sieben anerkannten Entwicklungsdiensten und dem Zivilen Friedensdienst.  Bundespräsident Joachim Gauck spricht ein Grußwort.

Seit 1963 waren rund 30.000 Männer und Frauen aus Deutschland in mehr als 100 Ländern als Entwicklungshelfer und Entwicklungshelferinnen tätig. Sie unterstützen staatliche und nichtstaatliche Organisationen – in der Landwirtschaft, beim Ressourcenschutz, bei Bildung, Gesundheit und Friedensarbeit. Ihr Dienst ist ein wesentlicher Beitrag zu Nachhaltigkeit und Entwicklung, zu Völkerverständigung und zur gewaltfreien Lösung von Konflikten.

Zurückgekehrte Fachkräfte spielen auch bei der nachhaltigen Entwicklung in Deutschland eine wichtige Rolle: in Nichtregierungsorganisationen, Kirchen, Eine-Welt-Initiativen und Bildungseinrichtungen und auch durch ihr entwicklungspolitisches Engagement in der Gesellschaft.

Den Ehrentag für zurückgekehrte Fachkräfte veranstalten die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) und die Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste e.V. (AGdD), der als Mitglieder angehören: Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH), Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst, Christliche Fachkräfte International (CFI), Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, EIRENE – Internationaler Christlicher Friedensdienst, Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD) und Weltfriedensdienst (WFD).

 


BDKJ kritisiert die geforderte Erhöhung der Militärausgaben

Jetzt in Frieden investieren, nicht in Waffen

 

(Düsseldorf/bdkj) - Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) lehnt die geforderte Erhöhung des deutschen Rüstungsetats ab und fordert stattdessen eine aktive Friedenspolitik.    

  

„Durch die in der deutschen Geschichte begründete Verantwortung und seiner wirtschaftlichen Möglichkeiten hat Deutschland einen wichtigen Beitrag für eine aktive Friedenspolitik in Europa zu leisten, die die Sicherheit aller Menschen im Blick hat“, so der BDKJ-Bundespräses Pfarrer Dirk Bingener.

  

„Diese kann aber nicht darin bestehen, aufgrund von Forderungen der amerikanischen Regierung die deutschen Rüstungsausgaben in einer nie dagewesenen Höhe von Jahr zu Jahr zu steigern. Solche Anstrengungen führen unweigerlich in eine Aufrüstungsspirale und folgen verteidigungspolitischen Mustern von vorgestern“, so Bingener weiter. 

  

Junge Menschen erwarten von der Politik nichtmilitärischen Mechanismen den Vorrang zu geben, besonders auch in finanzieller Hinsicht. „Aufgabe staatlichen Handelns ist es, eine aktive Friedenspolitik zu betreiben, die sich in besonderem Maße durch zivile Krisenprävention und Konfliktbearbeitung auszeichnet. Dies schließt das Streben nach mehr Gerechtigkeit, besonders auch in den internationalen Beziehungen, und die Bekämpfung von Fluchtursachen mit ein“, so Bingener. Wie könne es sein, dass die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes erhöht werden sollen, das Ziel für eine angemessene Entwicklungshilfe seit Jahren aber unter den vereinbarten 0,7 Prozent liege. 

  

Der Dachverband der katholischen Jugendverbände fordert statt höherer Militärausgaben eine strukturelle und projektbezogene Friedensarbeit, die friedenspädagogische Förderung ziviler Akteurinnen und Akteure und den Austausch und die Begegnung von Kinder und Jugendlichen besonders aus Ländern, die sich krisenhaft gegenüberstehen. Darüber hinaus setzt sich der BDKJ für ein Exportverbot von Waffen in Regionen ein, in denen diese als Brandbeschleuniger für immer neue bewaffnete Konflikte dienen.

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und –organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern.

 


kfd und SkF verurteilen Druck auf Schwangere und fordern Umdenken

Pränataldiagnostik ohne Grenzen?

 

(Düsseldorf/Dortmund/kfd)  – Anlässlich der heutigen Sitzung des Gemeinsamen Bundesausschusses weisen die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) auf die Risiken und Probleme der Pränataldiagnostik hin.

 „‚Hauptsache, gesund‘ – das wünschen sich alle werdenden Eltern für ihr Baby“, so Anke Klaus, SkF Bundesvorsitzende. „Die heute selbstverständlichen pränatalen Untersuchungen führen aber eher zu Verunsicherung und setzen Schwangere unter enormen psychischen Druck.“

  

Auch die kfd sieht die Gefahr, dass diese Weiterentwicklungen zur gesellschaftlichen und individuellen Erwartung führten, ein vermeintlich perfektes Kind zur Welt zu bringen.

 

„Deshalb halten wir eine Zulassung des Bluttests, den der Gemeinsame Bundesauschuss aktuell als Kassenleistung und dadurch Regeluntersuchung in der Schwangerschaftsvorsorge prüft, für hoch problematisch“, so kfd-Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen.

  

Seit 2012 stehen in Deutschland Bluttests zur Verfügung, die die Wahrscheinlichkeit einer Trisomie des ungeborenen Kindes zum Ergebnis haben können. Diese gehören bislang nicht zur Regelversorgung in der Schwangerschaft. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte im August 2016 beschlossen, die Einführung von nicht-invasiven pränatalen Tests auf die Trisomien 13, 18 und 21 in die übliche Schwangerenvorsorge und die Übernahme der Kosten zu prüfen.

  

In seiner heutigen Sitzung entscheidet der G-BA darüber, ob das Institut für Qualität und Wirtschaft­lichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) eine Verbraucherinformation zum Bluttest erstellen soll, mit der eine Ausweitung der Vorsorge verbunden ist. Aus Sicht von kfd und SkF bringen die benannten Tests keine Verbesserung der medizinischen Versorgung von Mutter und Kind oder weitergehende Therapiemöglichkeiten. Vielmehr können solche Tests werdende Eltern verunsichern.

 

SkF und kfd wollen der aktuellen Tendenz entgegentreten, wonach eine vermeintlich lückenlose Überwachung der Schwangerschaften zunehmend als unabdingbar erachtet wird. Sie rufen zu einer gesellschaftlichen Diskussion auf und möchten werdende Eltern und ihre Angehörigen unterstützen, kritisch nachzufragen und gut zu überlegen, welche vorgeburtlichen Untersuchungen für sie richtig und sinnvoll sind – mit dem Ziel eines unverrückbaren gesellschaftlichen Konsenses, dass jegliches Menschenleben dieselbe Würde hat.

 

 Weitere Informationen

 kfd-Broschüre „Lebenswerte“ (2009) www.kfd-bundesverband.de/shop/artikel/lebenswerte/publikationskategorie/informationsmaterial.html

 

 

 

Beratungs- und Informationsangebot des SkF zu Familienplanung und Schwangerschaft
www.skf-zentrale.de/86136.html

 


Bundesregierung verstärkt Zusammenarbeit mit der Stiftung von Multimilliardär Bill Gates

Risiken beachten, verbindliche Standards festlegen

Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung * BMZ * Memorandum of Understanding

(Aachen/Berlin/Bonn/bfw) - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller trifft sich am morgigen Freitag, 17.02.2017 mit dem Microsoft-Gründer und Multimilliardär Bill Gates am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz, um eine neue Kooperationsvereinbarung (Memorandum of Understanding, MoU) zu unterzeichnen. Mit ihr soll die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung intensiviert werden. Brot für die Welt, MISEREOR und das Global Policy Forum haben sich in einer aktuellen Studie mit dem wachsenden Einfluss philanthropischer Stiftungen auf die deutsche Entwicklungszusammenarbeit befasst, die sie bei dieser Gelegenheit vorstellen.

„Die Auseinandersetzung über Chancen und Risiken der Zusammenarbeit von privaten Geldgebern und der Entwicklungspolitik steckt noch in den Kinderschuhen“, erklärt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. „Hier müssen nun Standards definiert und außer den Chancen, die die Politik hervorhebt, im Sinne des ‚Do no harm‘-Ansatzes auch mögliche ‚rote Linien‘ für Kooperationen bedacht werden, um möglichen Risiken und negativen Nebeneffekten solcher Kooperationen vorzubeugen.“ In diesem Sinne gibt die Studie auf der Basis der Erfahrungen von Partnerorganisationen Empfehlungen ab.

Afrikanische Partnerorganisationen kritisieren, dass die Gates-Stiftung oftmals über die Köpfe der Betroffenen hinweg, kurzfristige technologische Lösungen zur Überwindung von Hunger und Armut favorisiere. Im Agrarsektor will sie mit Hilfe von Gentechnik, Hybrid-Saatgut, chemischen Düngern und Pestiziden die afrikanische Landwirtschaft ‚modernisieren‘ in enger Zusammenarbeit mit internationalen Lebensmittel- und Agrarkonzernen. „Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, die die Menschen vor Ort und lokale Strukturen stärkt, ist ein solches Vorgehen kritisch zu hinterfragen, erklärt Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR. „Ein auf kurzfristige Erfolge ausgerichtetes Vorgehen birgt die Gefahr, dass alternative Konzepte nachhaltiger und kulturell angepasster Landwirtschaft und Ernährungssicherung untergraben werden. Die strukturellen Ursachen von Hunger und Mangelernährung werden jedoch nicht behoben.“

Jens Martens, Geschäftsführer des Global Policy Forums und Ko-Autor der Studie warnt: „In einer Zeit, in der die internationale Entwicklungszusammenarbeit in immer höherem Maße von Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Gebern bestimmt wird, sind Partnerschaften, wie die zwischen Bundesregierung und Gates-Stiftung auch unter Demokratieaspekten zu hinterfragen. Sie dürfen nicht zu einer Unterwanderung politischer Willensbildungsprozesse führen und die Entscheidungsmacht von Bundestag und Bundesregierung einschränken.“

Weitere Informationen:
"Gestiftete Entwicklung? Die Kooperation zwischen der deutschen Entwicklungspolitik und privaten Stiftungen"

Autoren: Jens Martens und Karolin Seitz
Veröffentlicht von Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Global Policy Forum,

Aachen/Bonn/Berlin/New York, Januar 2017,
ISBN 978-3-943126-29-7,

Im Internet unter:
www.globalpolicy.org


Nordkirche und Diakonie zum Abschiebestopp nach Afghanistan:

Dankbarkeit für humanitäre Entscheidung Schleswig-Holsteins

(Schleswig/Rendsburg (std). Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und das Diakonische Werk Schleswig-Holstein begrüßen den heute (14. Februar) von der Landesregierung Schleswig-Holsteins verfügten Abschiebestopp für Flüchtlinge nach Afghanistan. 

Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein der Nordkirche, erklärte dazu heute in Schleswig:

 „Gerade die Nachrichten der letzten Tage verdeutlichen erneut: Die Gewalt, der die Menschen in Afghanistan ausgesetzt sind, ist allgegenwärtig, auch in als ursprünglich ‚sicher‘ eingestuften Regionen. Sie macht nicht einmal vor Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz halt, das nach den Morden an sechs seiner Mitarbeiter seine Arbeit in Afghanistan vorerst aussetzen musste.

Ich bin Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt dankbar für seine humanitäre Entscheidung, vorerst keine Flüchtlinge in dieses täglich von blutigem Terror erschütterte Land abzuschieben. Ausdrücklich ermutigen und bestärken möchte ich ihn in seinem Bemühen darum, dass afghanischen Asylsuchenden auch weiterhin Schutz in Deutschland gewährt wird.“

  

Landespastor Heiko Naß, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein, sagte in Rendsburg:

 

„Bei der Flüchtlingskonferenz im November in Lübeck haben wir gemeinsam mit der Landesregierung die Leitlinie vertreten, dass eine Rückkehr in die Heimat nur in Sicherheit, Würde und mit zukunftsorientierter Unterstützung erfolgen kann.

Ich begrüße es daher, dass die Landesregierung diese Grundsätze weiterhin teilt. Mit ihrer heutigen Entscheidung trägt sie der Tatsache Rechnung, dass in Afghanistan die Voraussetzungen für eine Rückkehr in Sicherheit und Würde derzeit nicht gegeben sind. Umso notwendiger ist es, dass jetzt auch afghanische Flüchtlinge bei uns einen Zugang zu den Sprach- und Integrationsmaßnahmen des Bundes erhalten.“


ZdK-Präsident Sternberg gratuliert Frank-Walter Steinmeier zur Wahl zum Bundespräsidenten

 

(Bonn/zdk) - Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg hat Frank-Walter Steinmeier zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten gratuliert. 

 

"Wir freuen uns,  dass mit Ihnen erneut ein überzeugter und überzeugender Christ an die Spitze unseres Staates gewählt wurde, der schon sein bisheriges gesellschaftliches und politisches Engagement aus seinem christlichen Glauben heraus gestaltet hat. 

 

Wir wünschen Ihnen für Ihr neues Amt, dem -  gerade in einer Zeit, die von großer Verunsicherung und  tiefen Spaltungen in unserer Gesellschaft geprägt ist - eine herausragende Bedeutung zukommt, viel Kraft und Gottes Segen. Unsere Zeit braucht Frauen und Männer, die glaubwürdig, mit Wahrhaftigkeit und Fairness für unsere Demokratie und unseren liberalen und sozialen Rechtsstaat einstehen und sich gegen Populismus und Ausgrenzung  wenden. 

 

In Ihren zahlreichen Ämtern, nicht zuletzt als Außenminister, haben Sie bewiesen, dass Sie mit Beharrlichkeit und Ausdauer für die friedliche und rationale Lösung von Konflikten einstehen. Möge es Ihnen gelingen, diese Gabe der Integration nun als Bundespräsident zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger unseres Landes einzusetzen."

 


Jubiläum: 20 Jahre Saarland Sozialgipfel

Wir sind noch nicht fertig

Andrea Steyven, Geschäftsführerin der Aktion Arbeit im Bistum Trier. Foto: bt
Andrea Steyven, Geschäftsführerin der Aktion Arbeit im Bistum Trier. Foto: bt

(Neunkirchen/bt) – „Wir haben damals gedacht, die hohe Arbeitslosigkeit sei nur ein vorübergehendes Phänomen, und so war auch die Aktion Arbeit nur als vorübergehendes Projekt gedacht.“ So Andrea Steyven, Geschäftsführerin der Aktion Arbeit im Bistum Trier beim 20-jährigen Jubiläum des Saarland Sozialgipfels in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen. Doch nicht nur die Aktion Arbeit existiert bis heute fort. Auch den 1996 im Saarland begründeten Sozialgipfel gibt es noch.

 

Zum Feiern war den rund 50 Gästen am Donnerstagabend aber nicht zumute, denn die Probleme, gegen die der Sozialgipfel seit 1996 kämpft, sind noch immer nicht beseitigt. Gegründet wurde der Sozialgipfel als lose Vereinigung von 20 Verbänden, darunter auch die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Saarland. Die Aktion Arbeit ist ebenfalls Teil des Sozialgipfels. Mittlerweile sind 33 Organisationen und Verbände in der Vereinigung vertreten, was ihn zur größten Nichtregierungsorganisation (NRO) des Saarlands macht, wie Arthur Biesalski von der KAB Saar und Gründungsmitglied des Sozialgipfels in seiner Rede betonte.

 

„Wir sind eine Bewegung!“, sagte er mit Stolz. Auf die Arbeit des Saarland Sozialgipfels der vergangenen Jahre blickte Biesalski aber auch mit gemischten Gefühlen zurück: „Es war nicht immer leicht.“ Gleichwohl gebe es Erfolge zu verbuchen, wie beispielsweise die Einführung des Arbeitsprogramms „ASaar“, durch das in den letzten Jahren rund 19.000 Langzeitarbeitslose im Saarland wieder eine Beschäftigung gefunden hätten. Trotzdem: „Wir sind noch nicht fertig!“, sagte Biesalski.

 

Bei der Jubiläumsveranstaltung machte der Sozialgipfel auf die breite Palette an Herausforderungen aufmerksam, die der Sozialstaat noch immer bewältigen muss: Von Kinder- und Bildungsarmut, über extreme Hartz IV-Sanktionen gegenüber jungen Menschen und deren Folgen, bis hin zur Förderung und Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. „Arbeitslosigkeit greift die Menschenwürde an und ist nicht mehr mit dem Grundgesetz vereinbar“, betonte Steyven von der Aktion Arbeit. Sie forderte dauerhafte und verlässliche Förderstrukturen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Viele Programme der Arbeitsagenturen seien nur befristet und werden durch immer neue ersetzt. Das helfe den Arbeitslosen nicht, wieder in den Arbeitsmarkt zurückzufinden.

 


Brot für die Welt zu EU-Kommissionsvorschlag zur Umsetzung der Finanzmarkt-Richtlinie MiFID II

Abstimmung des EU Parlaments zur Finanzmarktrichtlinie: Mehr Nahrungsmittelspekulationen ermöglichen? Neue Fluchtgründe schaffen?

 

Nahrungsmittelspekulationen * Finanzmarkt-Richtlinie * EU-Parlament * EU-Kommission

(Berlin/bfw) - 12.02.2017. Die Debatten um erweiterte Möglichkeiten für Nahrungsmittelspekulationen stehen am kommenden Dienstagabend in den Fraktionssitzungen im EU Parlament an. Am Mittwoch soll das EU-Parlament über den Vorschlag der EU-Kommission abstimmen, die technischen Regulierungsstandards für die Umsetzung der Finanzmarkt-Richtlinie (Market in Financial Instruments Directive, MiFID II) abzulehnen oder anzunehmen. „Es müssen dringend Verbesserungen an dem Kommissionsvorschlag vorgenommen werden, um Spekulationen mit Nahrungsmitteln zu begrenzen. Falls dies nicht geschieht, sollten die EU-Abgeordneten den Vorschlag ablehnen, damit nicht wieder Hungerkrisen ausgelöst werden können wie 2008", sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt
 
Brot für die Welt befürchtet signifikante, negative Auswirkungen, sollte der vorliegende EU Kommissionsvorschlag angenommen werden. Wie die Finanz- und Ernährungskrise im Jahre 2008 und danach zeigte, hat die exzessive Spekulation mit Nahrungsmitteln die Volatilität auf den Agrarmärkten verstärkt und hohe Preisausschläge bei Nahrungsmitteln bewirkt. Dadurch wurde der Kauf von Nahrungsmitteln für Millionen armer Menschen unerschwinglich. Laut Weltbank passierte das im Jahr 2008 in 33 Ländern. „Vor allem arme Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländer sind existenziell von solchen durch Spekulation ausgelösten Hungerkrisen betroffen, denn kein soziales Sicherungssystem fängt sie dort  auf. Millionen Menschen wird so die Lebensgrundlage entzogen. Man möchte hoffen, die EU würde endlich verstehen, wie ihre eigenen wirtschaftspolitischen Entscheidungen Menschen weltweit in unfreiwillige Migration treiben. Unsere Partner in Afrika, Asien und Lateinamerika, die genau diese Bevölkerungsschichten in ihren Ländern vertreten, setzen sich seit Jahren dafür ein, starke Preisschwankungen bei Nahrungsmitteln zu vermeiden“, so Füllkrug-Weitzel.

Besonders brisant ist das von der EU-Kommission vorgeschlagene Verfahren zu den Positionslimits, also den maximalen Anteilen, die Einzelpersonen oder Gruppen an einem Wertpapier zu einem bestimmten Zeitpunkt halten dürfen. Es erlaubt nationalen Behörden weiterhin, sehr hohe und damit unwirksame Grenzwerte zu setzen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Positionslimits in Höhe von bis zu 35 Prozent möglich. Das bedeutet, dass ein einziger Händler am Ende des Termingeschäfts 35 Prozent des auf dem Markt lieferbaren Nahrungsmittels wie Weizen oder Mais halten kann. Damit könnten nur drei Händler allein den Finanzmarkt eines Nahrungsmittels kontrollieren. Dies ist aus Sicht von Brot für die Welt eindeutig zu hoch. Die weltweit arbeitende Entwicklungsorganisation erachtet ein Positionslimit in Höhe von 10 bis 15 Prozent für Nahrungsmittel und Rohstoffe als wirksam.

 


Studie Rechtsextremismus in ländlichen Räumen

(Frankfurt/zgv) - Der "Bund der Deutschen Landjugend" hat bei der Grünen Woche 2017 die aktualisierte Studie "Rechtsextremismus in ländlichen Räumen. Schweigen heißt Zustimmung" vorgestellt. Die Studie enthält u. a. genauere Szene-Profile für RLP und Hessen. Die Studie bezieht sich vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene.

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Vor EU-Entscheidung zu CETA: Neue Studie zur europäischen Freihandelspolitik

Menschenrechte in EU-Handelsabkommen bleiben leeres Versprechen

 

CETA * Freihandelsabkommen * EU-Parlament * Menschenrechte * Standards

(Berlin/bw) - Beim CETA-Vertrag hat die EU es versäumt, dringend notwendige Reformen vorzunehmen, die eine menschenrechtsbasierte und sozial-ökologisch nachhaltige Handelspolitik gewährleisten. Dass eine solche Reform dringend notwendig ist, zeigt die heute (7.2.) vorgestellte Studie, die von Brot für die Welt, Forum Umwelt und Entwicklung, UnternehmensGrün und ver.di in Auftrag gegeben wurde. Sie weist auf Unzulänglichkeiten bei den Arbeits- und Sozialstandards sowie gravierende Defizite bei der Gestaltung einer menschenrechtsgeleiteten Handelspolitik hin. Demnach sind die gegenwärtigen Instrumente sowohl in ihrem Regelumfang als auch in ihrer praktischen Anwendung unzureichend. Der CETA-Vertrag mit Kanada ist damit kein zukunftsfähiges Abkommen.

„Die EU wendet ihre eigene Menschenrechtsklausel nur selektiv an. Bisher waren in der Regel nur ökonomisch wenig bedeutende Staaten betroffen. Bei wichtigen Handelspartnern wie etwa Mexiko drückt die EU hingegen ein Auge zu, selbst wenn es zu systematischen Menschenrechtsverletzungen kommt“, kritisiert Sven Hilbig, Welthandelsexperte von Brot für die Welt. Bei CETA hat die EU versäumt, ihre Menschenrechtspolitik gemäß ihrer eigenen gesetzlichen Vorgaben zu reformieren. Es bestehe die Gefahr, dass gegenwärtige und zukünftige Verhandlungen über Handelsabkommen etwa mit Mexiko nach der Blaupause CETA ausgehandelt werden.

Michael Fischer, Leiter Politik und Planung bei ver.di kritisiert, dass bisherige EU-Handelsabkommen einer einseitigen Freihandelsdoktrin folgen und so weder zur Durchsetzung von Arbeits- und Sozialstandards bei den Handelspartnern beitragen, noch sie hierzulande und in Europa schützen. Trotz einiger oberflächlicher Verbesserungen bilde CETA keine Ausnahme. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Interessen transnationaler Konzerne und Investoren gegenüber dem Schutz von Arbeits- und Sozialstandards privilegiert werden. Arbeits- und Sozialstandards erhalten zwar inzwischen sogar eigene Kapitel, aber es mangelt weiterhin an Mechanismen, die verhindern, dass sie durch Liberalisierungsverpflichtungen direkt oder indirekt unter Druck geraten.“

„Der CETA-Vertragstext macht deutlich, dass Umweltstandards für die EU zweitrangig sind“, moniert Jürgen Maier vom Forum Umwelt und Entwicklung. „Unverbindliche Umwelt- und Sozialkapitel, aber harte neue Klagerechte für Investoren – nichts zeigt deutlicher, wo die Prioritäten der EU-Handelspolitik liegen und warum so viele Menschen sie ablehnen.“

Aber auch die Unternehmen, die bereits hohe Umwelt- und Sozialstandards umsetzen, fordern stärkere Verpflichtungen und Sanktionsmöglichkeiten ein. Katharina Reuter, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün, konstatiert: „Die Nachhaltigkeitskapitel sind zahnlose Tiger – denn sie sind nicht sanktionsbewehrt und generieren keine zusätzlichen Verpflichtungen. Die wenigen verbindlichen Verpflichtungen, etwa die Nichtabsenkungsklausel, können unterlaufen werden, etwa wenn ökonomische Sparzwänge angeführt werden. Wir sehen nicht, wie die vorgesehenen Monitoringsysteme durch die Zivilgesellschaft – das eigentliche Novum - die sonstigen Schwächen der Nachhaltigkeitskapitel und der Handelsverträge kompensieren könnten.“

Seit dem Lissabon-Vertrag von 2009 ist die EU grundsätzlich verpflichtet, Handelsabkommen menschenrechtskonform auszurichten. Dem vereinbarten Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA) kommt eine besondere Rolle zu, weil es als Blaupause für zukünftige bilaterale Abkommen mit Entwicklungs- und Industrieländern gilt. Die Studie „Menschenrechte als uneingelöstes Versprechen. Nachhaltigkeit, Umwelt- und Sozialstandards in EU-Handelsabkommen“ untersucht bilaterale Handelsabkommen der EU aus den letzten 25 Jahren.

Die Studie „Menschenrechte als uneingelöstes Versprechen. Nachhaltigkeit, Umwelt- und Sozialstandards in EU-Handelsabkommen“ finden Sie unter:
http://bfdw.de/menschenrechte

 


Rentenpolitische Forderungen des Rentenbündnisses katholischer Verbände zur Bundestagswahl

Altersarmut verhindern – jetzt die Weichen für die Zukunft stellen

(v.l.) Stefan Becker (Familienbund), Anna-Maria Mette (kfd), Andreas Luttmer-Bensmann (KAB) Dr. Victor Feiler (Kolping) stellen die rentenpolitischen Forderungen vor.  Foto: Kai Bubitz
(v.l.) Stefan Becker (Familienbund), Anna-Maria Mette (kfd), Andreas Luttmer-Bensmann (KAB) Dr. Victor Feiler (Kolping) stellen die rentenpolitischen Forderungen vor. Foto: Kai Bubitz

 

(Berlin/kfd)  – Mit deutlichen Forderungen für eine solidarische und gerechte Weiterentwicklung der gesetzlichen Rente bringt sich das Rentenbündnis katholischer Verbände in den Bundestagswahlkampf ein. VertreterInnen des Bündnisses stellten heute in Berlin einen Flyer mit sechs Forderungen vor, in deren Mittelpunkt die Existenzsicherung im Alter durch eine Sockelrente steht. Dem Bündnis gehören die Katholische Arbeitnehmerbewegung Deutschlands (KAB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Familienbund der Katholiken (FDK), das Kolpingwerk Deutschland und die Katholische Landvolkbewegung Deutschlands (KLB) an.

 

 

 

„Viele Menschen sind schon heute von Altersarmut bedroht: Bezieher von Niedriglöhnen, Erwerbsgeminderte und Langzeitarbeitslose sowie Menschen, die ihre Erwerbsarbeit wegen Pflege und Kindererziehung unterbrochen oder reduziert haben“, so Anna-Maria Mette, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende. „Eine weitere Absenkung des Rentenniveaus droht. Wir wollen deshalb, dass alle Bürgerinnen und Bürger im Alter unabhängig von ihren Erwerbsverläufen innerhalb des Systems der gesetzlichen Rentenversicherung durch eine existenzsichernde Sockelrente abgesichert sind.“

 

 

 

Nicole Podlinski, Bundesvorsitzende der KLB, ergänzt: „Dennoch soll Leistung belohnt werden. Wir wollen, dass alle zusätzlich zum Sockel entsprechend ihrer Beiträge aus Erwerbsarbeit, Kindererziehung und Pflege individuelle Rentenanwartschaften bekommen. Diese sollen nicht – wie heute in der Grundsicherung – mit dem Sockel verrechnet werden“.

 

 

 

Dem Familienbund der Katholiken geht es besonders um die Aufwertung der Sorgearbeit, die Menschen in ihren Familien leisten. Stefan Becker, Präsident des FDK: „Deshalb fordern wir zudem eine deutliche Aufwertung der Rentenanwartschaften für die Pflege von Angehörigen. Diese muss auch dann zu einer Rentensteigerung führen, wenn die Pflege nach Eintritt in das Rentenalter geleistet wird.“

 

Auch die Anerkennung von Kindererziehungszeiten soll weiter verbessert werden. Dazu gehört die Anerkennung in der Rente von drei Jahren Erziehungszeit für alle vor 1992 geborenen Kinder, die aus Steuermitteln finanziert werden soll.

 

 

 

„Zusätzlich zur Existenzsicherung durch eine Sockelrente und individuelle Anwartschaften ist uns der Ausbau der betrieblichen und privaten Altersvorsorge wichtig. Hier bedarf es unter anderem klarer Verpflichtungen für Arbeitgeber und einer Förderung der privaten Altersvorsorge für Bezieher niedriger Einkommen“, sagt Dr. Victor Feiler, Kolpingwerk Deutschland.

 

 

 

Insgesamt ist das Rentenbündnis überzeugt, dass eine Erweiterung des Versichertenkreises in der gesetzlichen Rentenversicherung erforderlich ist: „Es ist anzustreben, die gesetzliche Rentenversicherung zu einer allgemeinen Erwerbstätigenversicherung auszubauen“, so Andreas Luttmer-Bensmann, KAB-Bundesvorsitzender.

 

 

 

Hintergrund

 

 

 

Das Rentenbündnis katholischer Verbände vertritt seit über 15 Jahren ein eigenes durch das Münchner ifo-Institut geprüftes dreistufiges Modell zur Weiterentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung. www.buendnis-sockelrente.de.

 

 

 

Weitere Informationen

 

 

 

Aktuellen Flyer downloaden (PDF): http://www.kfd-bundesverband.de/projekte/rentenmodell.html