Politik

17.01.2019


Brot für die Welt ruft mit anderen zur Großdemonstration vor der Internationalen Grünen Woche in Berlin auf

Für eine bäuerliche, agrarökologische und nachhaltige Landwirtschaft

 

 

Grüne Woche * Agrarindustrie * Agrarökologie * Digitalisierung * Demonstration

 

 

 

(Berlin/bfw) - Bei der Großdemonstration „Wir haben Agrarindustrie satt“ am 19. Januar in Berlin gehen wieder Tausende Menschen für eine bäuerliche, agrarökologische und nachhaltige Landwirtschaft auf die Straße. Brot für die Welt gehört zu den Trägern des Bündnisses, das bereits zum neunten Mal zum Auftakt der Agrarmesse „Internationale Grüne Woche“ zur Demonstration aufruft. Bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor (ab ca. 14.30 Uhr) spricht Janet Maro, eine Partnerin des evangelischen Hilfswerks, über Agrarökologie und Gentechnik in Tansania.

 

 

 

Brot für die Welt setzt sich gemeinsam mit vielen Partnerorganisationen für eine Landwirtschaft ein, die ausreichend gesunde Lebensmittel produziert und dabei nachhaltig mit Böden, Saatgut und Wasserressourcen umgeht. Dies leisten vor allem kleinbäuerliche Betriebe. Sie erzeugen den Großteil der Nahrungsmittel weltweit. Kleinbäuerliche Landwirtschaft steht jedoch in vielen Ländern unter Druck: Landgrabbing, Klimawandel, fehlende politische Unterstützung und Dumping-Exporte aus der EU setzen ihr zu.

 

 

 

Brot für die Welt appelliert deshalb auch an die Minister und Ministerinnen für Landwirtschaft aus aller Welt, die unmittelbar vor der Grünen Woche in Berlin zum Thema Digitalisierung zusammen kommen: Sie sollen die Bauernrechte-Erklärung der Vereinten Nationen zur Richtschnur ihrer Politik machen. Die im Dezember 2018 von der UN-Generalversammlung angenommene Erklärung über die „Rechte von Kleinbauern und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten“ stärkt die Rechte besonders diskriminierter, ausgegrenzter und in ihrer Existenz bedrohter Gruppen auf dem Land. Stig Tanzmann, Referent für Landwirtschaft bei Brot für die Welt, sagt: „Wenn die Minister über Digitalisierung in der Landwirtschaft reden, sollten sie alle Menschen in den Blick nehmen, die auf dem Land arbeiten. Besonders Frauen in ländlichen Gebieten drohen von der digitalen Entwicklung abgehängt zu werden.“

 

 

 

 

 

Hinweise

 

 

 

Die Demonstration am 19.1. beginnt um 12 Uhr am Brandenburger Tor.

 

Vor Beginn der Demonstration wird eine bäuerliche Protestnote vor dem Auswärtigen Amt (Werderscher Markt 1, Berlin-Mitte) übergeben. Dort spricht um 10:15 Uhr auch Neth Dano von der internationalen ETC Group, einer Partnerorganisation von Brot für die Welt, über die Notwendigkeit der Regulierung der Digitalisierung in der Landwirtschaft.

 


100 Jahre Frauenwahlrecht: KDFB zieht den Hut vor politisch engagierten Frauen

(Köln/kdfb) - Mit der Aktion „Wir ziehen den Hut!“ erinnert der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) an das erstmalige Frauenwahlrecht und den Einzug der Frauen in die Nationalversammlung am 19. Januar 1919. Zugleich appelliert er an Frauen in Deutschland, ihr hart erkämpftes Wahlrecht auszuüben und in ihrem Drängen auf Gleichberechtigung nicht nachzulassen.

 

„Wir zollen jenen Frauen unseren Respekt, die in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche beharrlich und gegen viele Widerstände für die Rechte von Frauen gekämpft haben. Vor ihnen und vor den Frauen, die bis heute auf allen Ebenen unseres Landes politisch denken und handeln, ziehen wir sprichwörtlich den Hut“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. Sie waren und sind Wegbereiterinnen für die Gleichstellung von Frauen und Männern und für gelebte Demokratie, die für den KDFB mehr ist als ein Lippenbekenntnis.

 

Der Einzug der Frauen in die Nationalversammlung ist laut KDFB ein Meilenstein auf dem Weg der Gleichberechtigung und zur parlamentarischen Demokratie in Deutschland. „Wir sind stolz, dass dank der intensiven Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, die auch im KDFB stattfand, sehr viele Frauen zur Wahl gingen und von den 37 gewählten Frauen 6 aus dem KDFB kamen. Unter ihnen die damalige Präsidentin Hedwig Dransfeld und das Vorstandsmitglied Helene Weber“, stellt Flachsbarth fest. Um ein Zeichen für Demokratie und Frauenrechte zu setzen, lädt der KDFB Frauen ein, am 19. Januar mit Hut auf die Straße zu gehen. Mehr unter www.wir-ziehen-den-hut.de.

 

Das Fazit der KDFB-Präsidentin lautet: „In den letzten 100 Jahren wurde viel erreicht, es gibt aber auch immer noch viel zu tun. Die Stärkung der Frauenrechte und das Bekenntnis zur Demokratie sind Aufgabe und Anspruch für eine engagierte Mitgestaltung und positive Veränderung des gesellschaftlichen Lebens. Wer sich wie die Frauen vor 100 Jahren weiterhin dafür einsetzt, trägt zu mehr Gerechtigkeit bei.“

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Am 15. Januar 2019 startet neue Veranstaltungsreihe zum Jubiläum der Friedlichen Revolution in der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" in Leipzig

"Heute vor 30 Jahren"

 

(Leipzig/pm) - Am 15. Januar 1989 versammelten sich ca. 500 Leipziger auf dem Marktplatz um für demokratische Grundrechte zu demonstrieren. Zuvor hatten Leipziger Oppositionelle über 4.000 Flugblätter verteilt und zu dieser Demonstration für das Recht auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sowie Pressefreiheit aufgerufen. Der offizielle SED-Gedenktag an die 1919 ermordete Rosa Luxemburg sowie Karl Liebknecht war bewusst gewählt worden, um den Protest mit dem Luxemburg-Zitat „sozialistische Demokratie beginnt aber nicht erst im gelobten Land“ zu legitimieren.

 

Aus diesen, anfänglich noch kleinen, politischen Protesten entwickelte sich die Friedliche Revolution, die im Herbst 1989 zum Sturz der SED-Diktatur in der DDR führte. Anlässlich des 30. Jahrestages beginnt die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ eine neue Gesprächsreihe zu den damaligen Ereignissen. Auftakt ist am Dienstag, der 15. Januar 2019, um 19.00 Uhr im ehemaligen Stasi-Kinosaal. Nach einem Vortrag zu den historischen Hintergründen sprechen Zeitzeugen und Protagonisten, die sich am 15. Januar 1989 beteiligt hatten. Der Eintritt ist frei. Vor der Veranstaltung gibt es 18.00 Uhr die Möglichkeit an einer kostenfreien Führung durch die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ teilzunehmen.

 

Aus Anlass des 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution lädt Das Bürgerkomitee Leipzig e.V. zu einer neuen Gesprächsreihe mit Zeitzeugen ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Heute vor 30 Jahren – Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ stehen herausragende Ereignisse des politischen Protestes in Leipzig, die zur Friedlichen Revolution, zum Sturz der SED-Diktatur und zu einem demokratischen Neuanfang führten. Ebenso wie der Beginn der Weimarer Republik 1919 und die Verabschiedung des Grundgesetzes 1949 in der Bundesrepublik ist die Friedliche Revolution von 1989 ein zentrales Datum der Demokratiegeschichte in Deutschland, dem wir uns wieder stärker bewusst werden sollten. Die mit ihr wiedererrungenen Werte – Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – sind heute für ein gemeinsames Zusammenleben in Europa grundlegend und unveräußerlich.

 

15. Januar 1989 - Erste ungenehmigte Demonstration für demokratische Grundrechte in Leipzig

 

Beginn der Gesprächsreihe ist am Dienstag, den 15. Januar 2019, anlässlich der ersten ungenehmigten Demonstration für demokratische Grundrechte des Jahres 1989 in Leipzig. An diesem Tag hatten sich 30 Jahre zuvor etwa 500 Bürger auf dem Leipziger Marktplatz versammelt, die nach einer kurzen Ansprache durch die Petersstraße in Richtung des Geburtshauses von Karl-Liebknecht zogen, der genau 70 Jahre zuvor zusammen mit Rosa Luxemburg ermordet worden war. Erst nach ca. 800 Metern löste die Volkspolizei den nicht genehmigten Demonstrationszug außerhalb der Innenstadt auf und nahm 53 Teilnehmer fest.

 

Zur Demonstration hatten am 11. Januar 1989 Mitglieder Leipziger Oppositionsgruppen mit etwa 4.000 Flugblättern aufgerufen, die sie u.a. in Hausbriefkästen in der Stadt verteilten. Als „Initiative zur demokratischen Erneuerung unserer Gesellschaft“ forderten Sie das Recht auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sowie Pressefreiheit. Die Stasi verhaftete die Initiatoren, denen mehrjährige Haftstrafen drohten. Da die Verhaftungen sofort DDR-weit Proteste mit Fürbittandachten auslösten und die Außenmister der USA und der Bundesrepublik in ihren Reden zum Abschluss des 3. KSZE-Folgetreffens in Wien diese Vorgänge ansprachen, sah sich die SED-Führung in Berlin gezwungen, alle Verhafteten bis zum 19. Januar 1989 wieder freizulassen. Am 24. Januar 1989 stellte die Leipziger Staatsanwaltschaft auch die Ermittlungsverfahren „auf zentrale Weisung“ ohne weitere direkte Folgen für die Betroffenen ein.

 

An diesem 15. Januar 1989 hatte die erste ungenehmigte Demonstration der 1980er-Jahre in Leipzig stattgefunden, an der sich überwiegend Bürger beteiligten, die nicht in Oppositionsgruppen organsiert waren. Die Bereitschaft des Einzelnen, sich aus seiner Anpassung zu lösen und etwas für demokratische Veränderungen in der Gesellschaft zu riskieren, war stark gestiegen. In den nächsten Monaten sollte sich dieser Prozess wie eine Lawine weiter entwickeln.

 

Luxemburg-Zitat „sozialistische Demokratie beginnt aber nicht erst im gelobten Land“ zur Legitimation des Demonstrationsaufrufes

 

Die SED veranstaltete zur eigenen Herrschaftslegitimation jedes Jahr in Berlin am 15. Januar eine große Gedenkdemonstration aus Anlass der im Jahr 1919 ums Leben gekommenen Mitbegründer der Kommunistischen Partei Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Nachdem 1974 die bis dahin in der DDR zensierte Schrift „Zur russischen Revolution“ von Rosa Luxemburg veröffentlicht wurde, beteiligten sich am 15. Januar 1977 in Berlin erstmals drei Männer mit dem Zitat „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“, mit dem Rosa Luxemburg 1917 allerdings nur das parteiinterne „Demokratie-Defizit“ in Lenins Parteikonzept kritisiert hatte. Die Plakatträger wurden dafür zu langen Haftstrafen verurteilt.

 

Am 15. Januar 1988 wiesen erneut Berliner Oppositionelle mit dem Zitat von Rosa Luxemburg auf den Missstand des fehlenden Rechtes auf freie Meinungsäußerung hin, die zumindest formal sogar im DDR-Verfassungsartikel Nummer 27 festgeschrieben war.

 

Auch das Flugblatt der Leipziger Bürgerrechtler wies auf Zitate von Luxemburg hin und bezog sich ausdrücklich auf die Verfassung der DDR, um so eine breitere Legitimation bei den Lesern des Flugblattes für ihren Demonstrationsaufruf zu erreichen. Die Demonstration für bürgerliche Freiheitsrechte auch in der DDR war bewusst nicht als Gegendemonstration zur offiziellen staatlichen Gedenkfeier konzipiert.

 

Gesprächsteilnehmer waren aktive Demonstranten vor 30 Jahren

 

Bei der neuen Veranstaltungsreihe „Heute vor 30 Jahren: Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ werden die jeweiligen Ereignisse aus dem Jahr 1989 und deren Hintergründe zunächst in einem einführenden Vortrag beleuchtet. Im Anschluss kommen Zeitzeugen über das damalige Geschehen, aber auch dessen Bedeutung für die heutige Gesellschaft miteinander und mit dem Publikum ins Gespräch. Zu den Gesprächsteilnehmern am 15. Januar 2019 gehören Protagonisten, die 30 Jahre zuvor sowohl mit demonstriert als auch an der Herstellung und Verteilung des Flugblattes beteiligt waren.

 

Veranstaltungsort ist der ehem. Stasi-Kinosaal der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ und der  Eintritt ist frei. Die nächsten Termine der Reihe sind der 13. März 2019 und der 7. Mai 2019.

 


Vorsitzende zieht Hut vor Vorreiterinnen für die parlamentarische Demokratie in Bayern

Frauenbund Bayern erinnert an erste „Frauenwahl“ 1919

 

Die KDFB-Landesvorsitzende Emilia Müller zieht den Hut vor all den Frauen, die vor 100 Jahren Vorreiterinnen für die parlamentarische Demokratie in Bayern waren: Frauen, die für die Einführung des Frauenwahlrechts gekämpft haben, die sich zur Wahl stellten und auch denen, die ihr Wahlrecht wahrgenommen haben.

 

Bild: KDFB, Angelika Bardehle

 

 

(München/umm) - „Der 12. Januar 1919 ist ein wichtiger historischer Meilenstein für die Frauenbewegung in Bayern. An diesem Tag konnten Frauen in Bayern erstmals wählen und gewählt werden“, so Emilia Müller, die Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern (KDFB) anlässlich des Jahrestages der ersten demokratischen Landtagswahl in Bayern. „Dieses Recht scheint uns heute selbstverständlich. Doch die Frauen mussten damals viele Widerstände und Hürden überwinden. Dem zollen wir als größter Frauenverband Bayerns außerordentlichen Respekt“.

 

Bayern war das erste Bundesland, in dem nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 2018 das Frauenwahlrecht eingeführt wurde. Die Zeit bis zur ersten demokratischen Wahl am 12. Januar 1919 haben insbesondere Frauenbund-Frauen intensiv genutzt. Sie informierten Frauen bayernweit und in allen Bevölkerungsgruppen über das aktive und passive Wahlrecht. „Die damalige Auffassung, dass politisches Engagement und die Mitgestaltung unserer Gesellschaft nicht nur Recht, sondern geradezu Frauenpflicht sind, lebt im Frauenbund bis heute fort“, betont KDFB-Vorsitzende Emilia Müller.

 

Dabei sei nicht zu vergessen, dass allein das Recht noch keine politische Teilhabe schaffe, sondern aktives Engagement erfordere: „Diese Herausforderung haben die Frauen 1919 in Bayern angenommen. Die Wahlbeteiligung der Frauen lag bei knapp 88 Prozent. Dass viele Frauen ihr Recht trotz erheblicher Widerstände in Anspruch genommen haben, verdient große Hochachtung“, findet Emilia Müller. Gleiches gelte für die Leistung des KDFB in der politischen Bildungsarbeit: „Allein von Anfang Dezember 1918 bis zur Wahl wurden in Bayern und der Pfalz 72 neue Zweigvereine mit etwa 10.000 neuen Mitgliedern gegründet. Das zeigt, welch hohe Organisations- und Wirkungskraft der Frauenbund schon damals besaß,“ so die heutige Vorsitzende.

 

Wesentlichen Anteil an diesem Erfolg trage die Gründerin und damalige Vorsitzende des KDFB in Bayern, Ellen Ammann. „Sie zog nach den ersten Wahlen im Januar als eine von nur sieben Frauen in den Bayerischen Landtag ein und war bis 1932 als einzige weibliche Abgeordnete durchgehend Mitglied des Landtags“, würdigt Müller ihre Vorgängerin. Dass sich der Frauenanteil im Bayerischen Landtag von knapp sechs Prozent in den vergangenen hundert Jahren nur auf knapp 27 Prozent erhöht hat, sieht die KDFB-Vorsitzende als Ansporn: „ Ein Ziel des Frauenbundes in Bayern ist und bleibt es, den Frauenanteil im Parlament zu erhöhen. Es darf nicht weitere 100 Jahre dauern, bis endlich eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in der Politik erreicht ist. Daher bleibt unser Appell an die Frauen: Frauen! Macht! Politik!“

 

Mit der Aktion "Wir ziehen den Hut!" ehrt der KDFB bundesweit die Frauen, die bereits vor 100 Jahren gegen viele Widerstände und Vorurteile Politik aktiv mitgestaltet haben. Nähere Informationen und Möglichkeiten zum Mitmachen unter www.wir-ziehen-den-hut.de

 

Seit seiner Gründung 1911 setzt sich der KDFB Landesverband Bayern e.V. für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik, Kirche und Gesellschaft ein. Mit 165.000 Mitgliedern ist der Frauenbund der größte Frauenverband in Bayern.

 


Evangelische Fachorganisationen fordern umfassende Technikfolgenabschätzung bei neuen Gentechniken

 

 

 

Gentechnik * Genom-Editing * Landwirtschaft * GVO-Richtlinie  

 

 

 

(Hannover/Berlin/bfw) - „Wir begrüßen das Urteil des EuGH vom 25. Juli 2018, in dem festgestellt wird, dass auch durch Genome Editing gewonnene Organismen genetisch veränderte Organismen (GVO) sind und grundsätzlich den in der GVO-Richtlinie der EU vorgesehenen Verpflichtungen unterliegen. Unserer Ansicht nach gibt uns die hierdurch geschaffene Rechtssicherheit Zeit, den notwendigen gesellschaftlichen Diskurs zu führen und eine umfassende, sorgfältige und rechtzeitige Technikfolgenabschätzung im Bereich der neuen Gentechniken zu ermöglichen.“

 

 

 

Dies ist das Fazit eines zweitägigen Workshops im Institut für Kirche und Gesellschaft im Haus Villigst in Schwerte, in dem sich Interessierte und Fachleute aus evangelischen Fachorganisationen über den aktuellen Stand der Anwendung neuer gentechnischer Verfahren des „Genome Editing“ (GE) in der Landwirtschaft informierten. Die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in der EKD, Brot für die Welt und der Evangelische Dienst auf dem Lande in der EKD hatten im vergangenen November zu der Veranstaltung eingeladen.

 

 

 

GE ermöglicht eine neue Qualität der Pflanzenzüchtung: Durch die Kombination mit der Bioinformatik und aufgrund geringer Entwicklungskosten ist eine neue Dimension der Präzision, der Komplexität, der Eingriffstiefe und der Geschwindigkeit möglich. Ob dies allerdings aus christlich-ethischer Sicht zu einer gerechten, ökologisch verträglichen und zukunftsfähigen Entwicklung beiträgt, wurde intensiv beraten.

 

 

 

Die Teilnehmenden an dem Diskurs halten es für bedeutsam, angesichts der globalen Herausforderungen in der Landwirtschaft die Option für mehrere Pfade der Entwicklung offen zu halten. Ein Ziel sollte eine weitgehende Resilienz der Anbausysteme sein. Grundlage dafür ist eine vielfältige Forschungsförderung, in der GE einen Teilbereich darstellen kann.

 

 

 

Bewahrung der Schöpfung schließt aus evangelischer Perspektive ein, so zu handeln, dass auch nachfolgenden Generationen möglichst viele Handlungsoptionen offen stehen. Daher sollte die Entwicklung von technischen Innovationen stets auf der Basis des Vorsorgeprinzips erfolgen. Dies gilt insbesondere für den Bereich von Landwirtschaft und Ernährung.

 

 

 


Sternsinger zum elften Mal im Europäischen Parlament zu Gast

„Ihr seid die beste Werbung“

Foto: © Ivan Put / Kindermissionswerk
Foto: © Ivan Put / Kindermissionswerk

(Brüssel/kmw). So viele Königinnen und Könige auf einmal waren im Protokollsaal des EU-Parlamentspräsidenten noch nie zu Gast. Sechs Sternsinger-Delegationen aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien und Belgien brachten am Dienstag, 8. Januar, den Segen in das Europaparlament in Brüssel. Empfangen wurden sie vom Vizepräsidenten Rainer Wieland. Die deutschen Sternsinger kamen aus der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus in Sögel (Bistum Osnabrück).

 

Sichtbares Zeichen an den Häusern

 

Rainer Wieland dankte den 25 Mädchen und Jungen und allen Verantwortlichen, die sich in den teilnehmenden Ländern in der Sternsingeraktion engagieren. Es sei bemerkenswert, dass Sternsinger aus sechs Nationen heute zu Gast seien. „Der schönste Gedanke ist, dass Ihr als Kinder füreinander da seid und nicht nur darüber redet. Viele Menschen möchten aus der Überzeugung ihres Glaubens heraus Euren Segen als sichtbares Zeichen an ihren Häusern haben. Euer Engagement ist die beste Werbung für das Sternsingen“, so der Vizepräsident weiter.

 

Überbringer der frohen Botschaft

 

Die Mädchen und Jungen stellten vor, wie sie in ihren jeweiligen Heimatländern als Sternsinger unterwegs sind. „Wir gestalten die Sternsingeraktion in unseren Heimatländern unterschiedlich und vielfältig. Uns verbindet aber der Wunsch, die Herzen der Menschen an den Türen mit Freude, Licht und Frieden zu erfüllen. Wir sind Überbringer der frohen Botschaft von Christi Geburt“, stellten die österreichischen Sternsinger heraus.

 

Einsatz für ein friedliches Miteinander

 

Stellvertretend für alle Sternsinger formulierte Gedeon (11) aus Deutschland auch eine konkrete Forderung: „Wir glauben daran, dass vor Gott alle Menschen gleich sind und dass alle das Recht haben, in Würde zu leben. Wenn wir Kinder füreinander da sein können, schafft ihr Erwachsenen das auch! Deshalb bitten wir Sie und alle Abgeordneten, sich für Gemeinschaft und ein friedliches Miteinander einzusetzen, so wie wir Sternsinger!“

 

Im Anschluss an den Empfang brachten die Königinnen und Könige den Segen „20*C+M+B+19“ auch in die Büros der Abgeordneten ihres jeweiligen Heimatlandes. Bereits zum elften Mal seit 2008 trugen die Sternsinger ihren Segen in das Europaparlament. Zuvor hatten sie bereits das Büro der COMECE, der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft, besucht.

 

Mehr als eine Milliarde Euro, mehr als 73.100 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 73.100 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 60. Aktion zum Jahresbeginn 2018 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.148 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 48,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

 


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt Sternsinger aus Bistum Trier

„Die Welt wird heller durch den Stern, der euch begleitet!“

Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender begrüßen Darleen, Maren und Selma, die den Segen anschreiben . Foto: bt
Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender begrüßen Darleen, Maren und Selma, die den Segen anschreiben . Foto: bt

 

(Berlin/Trier/bt) – „Lieber Herr Bundespräsident, die Sternsinger sind da! Wir bringen Ihnen den Segen für das neue Jahr.“ Mit diesen Worten hat die zehnjährige Selma Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begrüßt. Sie gehörte zu den 39 Sternsingern aus dem Bistum Trier, die am Sonntagvormittag am Sternsingerempfang des Bundespräsidenten und seiner Frau Elke Büdenbender im Schloss Bellevue teilnahmen. Dort vertraten sie die rund 300.000 Mädchen und Jungen, die um den Jahreswechsel von Tür zu Tür ziehen und Spenden für benachteiligte Kinder in aller Welt sammeln.

 

Die Sternsinger kamen aus den Pfarreien St. Antonius in Saarhölzbach, St. Hildegard in Emmelshausen, St. Johannes in Sirzenich und dem Pallotti-Haus in Neunkirchen. In Trier hatten Ende 2017 mehr als 2.600 Sternsinger die 60. Aktion Dreikönigssingen bundesweit eröffnet. Es ist das zweite Mal in seiner Amtszeit, dass Bundespräsident Steinmeier die Sternsinger empfing.

 

„Ihr bringt nicht nur Gottes Segen, ihr öffnet Türen. Und damit gelingt euch etwas ganz Besonderes: Menschen, die sich gar nicht kennen, öffnen sich, und sie kommen ins Gespräch miteinander. Es sind ganz verschiedene Menschen: junge und alte, gesunde und kranke, Frauen, Männer und Kinder. Es sind Menschen, die immer in Deutschland gelebt haben und andere, die zu uns gekommen sind. Es sind Christen und Nicht-Christen. So wie auch ihr, die Sternsinger, verschieden seid, so wie auch bei euch alle Kinder willkommen sind. Und das finden wir großartig!“, sagte Bundespräsident Steinmeier zu den Kindern, die sich um ihn im Großen Saal des Schlosses versammelt hatten. „Euch, die Sternsinger, und die Menschen, die euch die Tür aufmachen, verbindet etwas: Ihr seid offen für Neues. Und ihr wollt Kindern helfen, denen es nicht so gut geht. Kindern, die in armen Ländern leben oder in Ländern, in denen Krieg ist. Ihr schenkt also auch etwas, so wie damals die Könige, und ich finde, euer Geschenk ist das Schönste, das man sich vorstellen kann. Ihr setzt euch ein, um zu helfen. Und das ist leider überhaupt nicht selbstverständlich. Ihr könntet ja auch einfach zu Hause chillen. Ich möchte euch dafür ganz, ganz herzlich danken. Die Welt wird heller durch den Stern, der euch begleitet!“, so Bundespräsident Steinmeier.

 

 

 

Motto und Beispielland vorgestellt

 

„Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ heißt das Motto der Aktion Dreikönigssingen 2019, bei der besonders auf Kinder mit Behinderung aufmerksam gemacht wird. Das Beispielland ist Peru.

 

Vor der Ansprache des Bundespräsidenten hatten die kleinen und großen Könige symbolisch an das Schlossportal geklopft und das Staatsoberhaupt mit einem Lied begrüßt. Die Sternsinger Maren (13), Selma (10) und Darleen (9) schrieben den Segen „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) an das Portal.

 

Im Großen Saal des Schlosses stellten Sternsinger aus St. Johannes in Sirzenich in einem kurzen Anspiel dann den Themenschwerpunkt der Aktion vor. Sie machten darauf aufmerksam, dass weltweit rund 165 Millionen Kinder geistig oder körperlich beeinträchtigt sind. Viele davon wachsen in Armut auf.

 

Helena (9) und Emil (8) nahmen die Spende von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entgegen. Mit seiner Spende unterstützt der Bundespräsident den gemeinnützigen Verein CERAM (Centro de Rehabilitación y Asistencia Médica – auf Deutsch: Zentrum für Rehabilitation und medizinischen Beistand), ein Projektpartner des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘. In der Stadt Puquio in Zentralperu gründeten Eltern und Ordensleute im Jahr 2005 den Verein CERAM. Im Vereinszentrum untersuchen Ärzte und Psychologen Kinder mit Behinderung aus armen Familien.

 

Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, der gemeinsam mit Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Kinder begleitet hatte, dankte Bundespräsident Steinmeier für die Einladung. „Dass die Sternsinger hier im Schloss Bellevue von Ihnen empfangen werden, ist ein großes Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für die Kinder und Jugendlichen, die mit großer Begeisterung als Sternsinger unterwegs sind“, sagte Prälat Krämer.

 

 

Bauchkribbeln war plötzlich weg

 

Mit der Einladung zum Empfang setzte Steinmeier die Tradition der Empfänge fort, die schon seine Amtsvorgänger Karl Carstens, Roman Herzog, Johannes Rau, Horst Köhler, Christian Wulff und Joachim Gauck gepflegt hatten. Im Anschluss an den offiziellen Teil wartete auf die Kinder und Jugendlichen noch ein besonderes Highlight: Sie durften bei Kakao und Brezeln hautnah mit dem Bundespräsidenten sprechen und alle ihre Fragen stellen. Simon aus Emmelshausen hatte zuerst großes Bauchkribbeln, wie er erzählt. Simon gehörte auch zu der Gruppe der Musiker und fand besonders herausfordernd, mit dem Tenorhorn draußen in der Kälte zu spielen. „Aber als wir dann vorne standen, hat sich die Anspannung ganz schnell gelegt und es war einfach nur noch schön.“ Beeindruckt war er von der Antwort Steinmeiers auf seine Frage, in wie vielen Ländern der schon gewesen sei. „Mindestens 80 hat er gesagt.“ Für Simon wird dieser Besuch jedenfalls unvergesslich bleiben.

 

Hinter den 300.000 engagierten Mädchen und Jungen, die bundesweit von Tür zu Tür gehen, stehen das Hilfswerk der Sternsinger und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start im Jahr 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Insgesamt haben die Sternsinger bisher über eine Milliarde Euro gesammelt. Weltweit konnten dadurch mehr als 73.000 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert werden.

 


Sternsinger in Mecklenburg-Vorpommern sammeln Geld für Kinder in Not

Kleine Könige besuchen Ministerpräsidentin

 

(Schwerin/mi) - Ministerpräsidentin Manuela Schwesig empfängt am kommenden Montag (7. Januar 2019) um 11.30 Uhr in der Staatskanzlei Sternsinger aus der katholischen Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt in Neukloster. In den Tagen um das kirchliche Dreikönigsfest (6. Januar) ziehen etwa 1.000 Kinder als „Heilige Drei Könige“ verkleidet durch die katholischen Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns. Im Rahmen der Sternsingeraktion bringen sie den Segen „20+C+M+B+19“ (Christus Mansionem Benedicat = Christus segne dieses Haus) in die Häuser und bitten dabei um eine Spende für Kinderprojekte.

 

Die Mädchen und Jungen haben im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern rund 152.000 Euro für Kinder in den armen Ländern der Erde gesammelt. Insgesamt kamen bei der Sternsingeraktion 2018 bundesweit fast 49 Millionen Euro zusammen.

 

Die Aktion Dreikönigssingen ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Seit Beginn im Jahr 1959 haben die Sternsinger insgesamt eine Milliarde Euro gesammelt. Bei der Sternsingeraktion 2019 wird beispielhaft das Engagement für Kinder mit Behinderung unter dem Motto „Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“ in den Mittelpunkt gestellt.

 

Die Aktion wird getragen vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Jährlich können mit den gesammelten Spenden mehr als 1.500 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden.

 

Weitere Informationen unter www.sternsinger.de


Rudloff fordert Aufnahme von Bootsflüchtlingen in Deutschland

 

(Rottenburg-Stuttgart/drs) - Rudloff fordert Aufnahme von Bootsflüchtlingen Appell an den Bundesinnenminister: 32 aus Seenot gerettete Menschen an Bord der „Seawatch 3“ schnellstmöglich nach Deutschland bringen Rottenburg. „Es kann doch nicht sein, dass die Bundesregierung die Aufnahme von 32 aus Seenot geretteten Menschen verweigert, obwohl Städte bereit sind diese Menschen aufzunehmen!“ - Mit einem dringenden Appell hat sich jetzt der Flüchtlingsbeauftragte der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Ludwig Rudloff, an Bundesinnenminister Horst Seehofer gewandt. Die Berliner Hilfsorganisation Sea-Watch sucht nach eigenen Angaben <https://sea-watch.org/seit-ueber-6-tagen-auf-see-ohne-sicheren-hafen/> nach einem Aufnahmeland für 32 Geflüchtete aus Libyen. Diese befänden sich im Mittelmeer an Bord des Rettungsschiffs "Sea-Watch 3", teilte die Organisation mit. Italien, Malta, Spanien, die Niederlande und Deutschland würden sich bislang weigern, die Menschen aufzunehmen.

 

In Deutschland sind Sea-Watch zufolge mehr als 30 Städte und mehrere Bundesländer bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. Sprecher Ruben Neugebauer zufolge sind darunter  Berlin, Hamburg, Köln, Bremen und Schleswig-Holstein. Nun müsse die Bundesregierung die Aufnahme rechtlich ermöglichen, fordert die Organisation. Die 32 Menschen wurden den Angaben nach am vergangenen Samstag von der "Sea-Watch 3" aus Seenot gerettet. Helfer Phillip Hahn mahnte eine schnelle Lösung an. "Wir sind gut ausgerüstet,  aber der Winter auf dem Mittelmeer mit seinen Wetterumschwüngen fordert seinen Tribut von unseren ohnehin schon geschwächten Gästen", teilte er mit. Erst seit Ende November ist die "Sea-Watch 3" wieder für Such- und Rettungseinsätze vor der nordafrikanische Küste im Einsatz. Zuvor war das Schiff mehr als drei Monate von maltesischen Behörden am Auslaufen gehindert worden.

 


Am 29. und 30. Dezember 2018:

Museum im Stasi-Bunker zwischen den Feiertagen geöffnet

(Leipzig/re) - Am letzten Wochenende dieses Jahres lädt das Bürgerkomitee Leipzig e.V. am Samstag und Sonntag, den 29. und 30. Dezember 2018, von 13.00 bis 16.00 Uhr zur Besichtigung des Museums im Stasi-Bunker in Machern ein. Die Sonderausstellung „Wir wollen freie Menschen sein!“ ist ebenfalls zu sehen.

 

Das Bürgerkomitee Leipzig e.V. bietet ganzjährig, immer am letzten Wochenende im Monat öffentliche Führungen durch den ehemaligen Stasi-Bunker an. In diesem Jahr kann er noch einmal am 29. und 30. Dezember 2018 von 13.00 bis 16.00 Uhr besichtigt werden. Erwachsene zahlen 5.00 Euro und Ermäßigungsberechtigte 4.00 Euro. Zu Beginn der Führung durch das unterirdische Bauwerk erhalten die Besucher in einem kurzen Einführungsvortrag erste Informationen zur Geschichte des Bunkers und über die Ernstfallplanung des MfS. Das Außengelände mit allen original erhaltenen Bauten und Anlagen kann mit Hilfe eines Beschilderungssystems selbständig erschlossen werden.

 

Sonderausstellung „Wir wollen freie Menschen sein!“

 

Die neue Plakatausstellung „Wir wollen freie Menschen sein! Der DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953“ wird seit Juni 2018 im Museum im Stasi-Bunker präsentiert. Die Ausstellung erfolgt in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und zeigt, wie sich der Protest Berliner Bauarbeiter rasch zum Auslöser republikweiter Massenproteste entwickelte. In mehr als 700 Städten und Gemeinden, darunter auch in Leipzig, Bitterfeld und Umgebung, demonstrierten Menschen, wogegen sich die SED-Diktatur allein durch den Einsatz sowjetischer Truppen und Panzer zu helfen wusste. Für die Ausstellung wurden Bilder, unbekannte Fotos und Dokumente aus 25 Archiven ausgewählt.

 

Geheime Ausweichführungsstelle der Leipziger Stasi

 

30 km östlich von Leipzig, im Naherholungsgebiet „Lübschützer Teiche“, befindet sich der ehemalige Stasi-Bunker. Getarnt als Ferienobjekt der Wasserwirtschaft baute sich die Stasi hier ab 1968 heimlich ein Ausweichquartier für den Krisenfall. 1974 war die „Ausweichführungsstelle des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig“ dann einsatzbereit und wurde unter strengster Geheimhaltung bis 1989 funktionsbereit gehalten. Der ca. 100 Mann starke Führungsstab um den Leipziger Stasi-Chef Manfred Hummitzsch hätte seinen Dienstsitz aus der „Runden Ecke“ in Leipzig nach Machern verlegt, um auch im Falle eines Krieges oder einer Spannungsperiode seine Arbeit als „Schild und Schwert der Partei“ zur Sicherung der SED-Diktatur fortsetzen zu können. Dazu sollte genauso die flächendeckende Überwachung der Bevölkerung gehören, die im Ernstfall zur Errichtung von Isolierungslagern für Regimegegner geführt hätte, um auch „innerpolitische Spannungen lösen“ zu können. Zur Umsetzung der Pläne und Belegung der Ausweichobjekte einschließlich des Bunkers kam es dank der Friedlichen Revolution im Herbst ´89 zum Glück nie.

 

Seit 1996 kann der Bunker als Museum besichtigt werden. Jedes letzte, geschlossen im Monat liegende Wochenende werden Samstag und Sonntag von 13.00 bis 16.00 Uhr öffentliche Führungen durch die Bunkeranlage angeboten. Die Termine für das Jahr 2019 finden Besucher auch auf der Website des Museums: www.runde-ecke-leipzig.de.

 


Zur Veröffentlichung des GKKE-Rüstungsexportberichts

Deutsche Rüstungsexporte 2017 – Profit vor Menschenrechten

 

 

 

Rüstungsexporte * GKKE * Kleinwaffen * Menschenrechte * Heckler&Koch

 

 

 

(Berlin/bfw) - Brot für die Welt kritisiert die anhaltend hohen Genehmigungswerte für deutsche Rüstungsexporte. Mit 6,242 Milliarden Euro weisen die Einzelausfuhrgenehmigungen 2017 den dritthöchsten Wert der vergangenen 20 Jahre auf. Das geht aus dem heute veröffentlichten Rüstungsexportbericht der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) hervor. Ein Großteil der Einzelausfuhrgenehmigungen, 61 Prozent, entfielen auf sogenannte Drittstaaten.  „Der in den selbstgesetzten politischen Grundsätzen festgeschriebene ‚Ausnahmefall‘ von Lieferungen an Drittstaaten ist längst zur Regel deutscher Exportpolitik geworden“, kritisiert Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. „Hier sollte die Bunderegierung dringend umsteuern und Rüstungsexporte an Drittstaaten außerhalb von EU und Nato stoppen.“

 

 

 

Besonders besorgniserregend ist dabei, dass weiterhin Lieferungen deutscher Waffen in Länder genehmigt werden, in denen systematisch und seit Jahren die Menschenrechte verletzt werden. Auch werden Lieferungen in Regionen genehmigt, in denen Gewaltkonflikte und Aufrüstungsspiralen zu beobachten sind. So zählen Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zu den zehn größten Abnehmern deutscher Rüstungsgüter - allesamt aktive Kriegsparteien im Jemen-Krieg. „Das ist ein Skandal angesichts der Tatsache, dass Kriege und Konflikte – neben dem Klimawandel – die größten Armutstreiber weltweit sind“, so Füllkrug-Weitzel, „Entwicklungshilfe könnte mehr Wirkung erzielen, wenn Gewaltkonflikte nicht fortlaufend ihre Ergebnisse zerstören würden!“

 

 

 

Der Wert der genehmigten Kleinwaffenexporte liegt 2017 zwar mit 47,82 Millionen Euro leicht unter dem Wert des Vorjahres. Davon entfallen jedoch 31 Prozent der Genehmigungen auf Drittstaaten, auch hierunter Länder mit einer besorgniserregenden Menschenrechtspraxis wie Indien, Malaysia oder Indonesien. Im Koalitionsvertrag einigte sich die Große Koalition darauf, grundsätzlich keine Kleinwaffenexporte mehr an Drittstaaten zu genehmigen. Ob sie dieses Versprechen halten wird, bleibt abzuwarten. Brot für die Welt unterstützt die Forderung der GKKE, keine Kleinwaffenexporte an Drittstaaten zu genehmigen. „Die deutsche Rüstungsexportkontrolle orientiert sich zu stark an Profit und zu wenig an Menschenrechten. De facto findet keine effektive Endverbleibskontrolle der exportierten Waffen statt“, so Füllkrug-Weitzel. Das zeige aktuell auch der in Stuttgart anhängige Prozess gegen den Waffenhersteller Heckler&Koch wegen des Verdachtes, Rüstungsexportrichtlinien im Falle Ayotzinapa in Mexiko umgangen zu haben.

 

 

 

Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren etwa mit den politischen Grundsätzen für Rüstungsexporte und den Kleinwaffengrundsätzen eine Reihe an unverbindlichen Dokumenten vorgelegt, welche die Rüstungsexportpraxis restriktiver gestalten sollten. „Es ist dringend notwendig, diese unverbindlichen Richtlinien in ein einklagbares und restriktives Rüstungsexportkontrollgesetz zusammen zu führen“, so Füllkrug-Weitzel.

 



 


EU-Vizepräsident Rainer Wieland empfängt Könige aus sechs Nationen in Brüssel

Sternsinger zu Gast im Europaparlament

(Aachen/Düsseldorf/pm) -. 25 Sternsinger aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien und Belgien werden am Dienstag, 8. Januar, im Europaparlament erwartet. Zu Gast sind die Mädchen und Jungen in Brüssel bei EU-Vizepräsident Rainer Wieland. Der Empfang im Parlamentsgebäude beginnt um 15.00 Uhr. Im Vorfeld besuchen die Sternsinger um 10.30 Uhr das Büro der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft).

 

 

 

Die deutschen Sternsinger werden von Einar (11), Gedeon (11), Leni (13) und Judith (12) aus der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus in Sögel (Bistum Osnabrück) vertreten. Bereits zum elften Mal seit 2008 tragen die Königinnen und Könige ihren Segen in das Europaparlament.

 

 

 

Mehr als eine Milliarde Euro, mehr als 73.100 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 73.100 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 60. Aktion zum Jahresbeginn 2018 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.148 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 48,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

 

 

 


Evangelische Jugend in Hessen und Nassau

Bessere Qualifizierung von Freiwilligendiensten

(Darmstadt/ejhn) - Die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V. (EJHN) spricht sich gegen die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht aus, wie sie in der Politik derzeit diskutiert wird.

 

Stattdessen fordert die EJHN, das Freiwillige Soziale bzw. das Ökologische Jahr, den Bundesfreiwilligendienst und die Möglichkeiten eines Jahres im Ausland auszubauen und zu qualifizieren.

 

Dazu zählen Maßnahmen wie:

 

- die Stellen in den Freiwilligendiensten so auszubauen, dass alle Bewerbungen auch berücksichtigt werden können

 

- alle Stellen auch dahingehend zu qualifizieren, dass es sich um echte soziale Arbeit handelt und nicht um billige Arbeitskräfte

 

- die Träger*innenschaft im Bereich des Bundesfreiwilligendienstes auf die freien Wohlfahrtsverbände zu übertragen

 

- den freien Träger*innen zu ermöglichen, Beratung zu den Möglichkeiten des FSJ etc. in Schulen durchzuführen

 

Zur Begründung führt die Vertretung der Evangelischen Jugend in der Landeskirche aus, dass bereits 2004 durch einige Ministerpräsidenten eine allgemeine Dienstpflicht als Ersatz für den Zivildienst vorgeschlagen wurde. Die damalige Bundesregierung und die Mehrheit der Parteien im Bundestag lehnten dies allerdings ab. Damals wurde vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages festgestellt, dass ein solches „Pflichtjahr“ nicht ohne Änderung des Grundgesetzes möglich ist und auch dann noch gegen völkerrechtliche Verpflichtungen verstößt.

 

Aktuell wurde diese Debatte wieder entfacht, weil dieser Gedanke ins Grundsatzprogramm der CDU aufgenommen werden soll. Gesundheitsminister Spahn hat diese Idee bereits aufgegriffen und u.a. die Sozialverbände zu einem Treffen eingeladen, um dies zu diskutieren. Von deren Seite kam überwiegend Ablehnung zu dem Vorschlag.

 

In einer aktuellen Umfrage (ZDF Politbarometer) finden 68 Prozent der Befragten die Einführung eines Pflichtjahres gut. Fragt man diejenigen, für die eine Dienstpflicht tatsächlich gelten würde, sieht die Sache allerdings anders aus: Die 18- bis 29-Jährigen lehnten sie in einer weiteren Umfrage (Civey) mit etwa 54 Prozent mehrheitlich ab.

 

Die EJHN hat bereits in der VV 23 im April 2013 eine Position zu den Freiwilligendiensten beschlossen. Aus aktuellem Anlass wird diese Position erneut bekräftigt.

 

Die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V. ist das höchste Vertretungsorgan der kirchlich getragenen und verantworteten Arbeit von und mit Kindern und Jugendlichen in der EKHN. Die Delegierten aus den Dekanaten vertreten damit die rund 170 hauptberuflichen und ca. 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ev. Jugend in Südhessen und im östlichen Rheinland-Pfalz.

 

 

 


Europäischer Verteidigungsfonds: Heutiger Beschluss des EU-Parlaments zur Subvention der Rüstungsindustrie

EU-Finanzrahmen: Zivile Friedensförderung drastisch gekürzt - Rüstungsindustrie subventioniert

 EU * Verteidigungsfonds * Rüstungsindustrie * Friedensförderung

 

(Berlin/bfw) - EU-Parlament (EP) und EU-Kommission planen laut heutigem Beschluss die Einrichtung eines Europäischen Verteidigungsfonds und dessen Ausstattung mit 13 Milliarden Euro im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen 2021 bis 2027. Zusammen mit den 6,5 Mrd. Euro, die die Kommission für „Militärische Mobilität“ veranschlagen möchte, würden dann fast 20 Mrd. Euro aus dem Gemeinschaftshaushalt für militärische Zwecke ausgegeben – zusätzlich zu den nationalen Verteidigungsbudgets. Gleichzeitig sollen nach einem parallelen Gesetzentwurf Aufgaben im Bereich der zivilen Krisenprävention und Friedensförderung um etwa zwei Drittel zum laufenden Finanzrahmen gekürzt werden. „Die Mittel für zivile Krisenprävention und Friedensförderung zu einem Zeitpunkt zu verringern, wo Gewaltkonflikte als einer der größten Armutstreiber und eine zentrale Fluchtursache erkennbar werden, ist eine falsche politische Weichenstellung. Dieser Beschluss spricht der EU als zivilem Friedensprojekt Hohn. Angesichts des Entgleitens von immer mehr Konflikten in offene Kriege hätten wir stattdessen mindestens eine Verdoppelung der Mittel für friedliche Konfliktbearbeitung erwartet“, kommentiert Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt.

 

„Die bisherigen Stärken der EU, nämlich Diplomatie zur Konfliktbeilegung, Mediation, Aufbau von Institutionen und wirtschaftliche Anreize für die Friedensförderung, werden vernachlässigt. Stattdessen verfolgen Parlament und Kommission mit dem Verteidigungsfonds ein umfangreiches Programm zur Subventionierung der europäischen Rüstungsindustrie. Deren Wettbewerbsfähigkeit soll erhöht werden, so steht es wortwörtlich im Vorschlag der EU-Kommission“, so Füllkrug-Weitzel weiter. Brot für die Welt befürchtet, dass die Einrichtung des Fonds auch die Exportfreudigkeit der Branche erhöhen wird, da durch die Subventionierung unweigerlich zusätzliche industrielle Kapazitäten aufgebaut werden. „Was die Welt sicher nicht braucht, sind mehr europäische Waffen“, sagt Füllkrug-Weitzel.

 

Vor allem offenbaren die aktuellen Haushaltsplanungen laut Brot für die Welt eine massive Diskrepanz. „Die Mittel für militärische Forschung und Entwicklung sind völlig überhöht angesetzt, während die Ausgaben für zivile Krisenprävention und Friedensförderung zurückgefahren werden. Wichtige Maßnahmen - beispielsweise zur Förderung von Zivilgesellschaft in der Versöhnungsarbeit, zur Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten oder zur Räumung von Landminen - entfallen“, sagt Martina Fischer, Referentin für Frieden und Konfliktbearbeitung bei Brot für die Welt. Ob und wie diese Aufgaben in Zukunft finanziert werden sollen, beantwortet der Kommissionsvorschlag nicht. Brot für die Welt bittet die Abgeordneten des Europäischen Parlaments und des Deutschen Bundestags, sich dafür stark zu machen, dass die im „Instrument für Stabilität und Frieden“ aufgeführten Aufgaben auch im neuen EU-Finanzrahmen in vollem Umfang erhalten und verbindlich budgetiert werden.

 

Hintergrund

Im Juni 2018 empfahl die EU-Kommission, mehrere bislang eigenständige Finanzierungsinstrumente, darunter den „European Development Fund“, das „Instrument für Stabilität und Frieden“, das „Instrument für Demokratie und Menschenrechte“ und das „Instrument für Nachbarschaftshilfe“ in einem neuen Finanztopf zu verschmelzen: dem "Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument" (NDICI), das dem EP ebenfalls zur Beratung vorliegt. Diese Zusammenlegung sieht Brot für die Welt äußerst problematisch, weil sie NGOs aus dem globalen Süden den Zugang zur EU-Finanzierung erschweren und Intransparenz in der Ausgabenpolitik Tür und Tor öffnen wird. Schließlich möchte die Kommission das Budget des NDICI möglichst flexibel verwenden und stärker auf Migrationskontrolle, Grenzschutz, sowie militärische und polizeiliche „Ertüchtigung“ (Training und Ausrüstung) ausrichten. Außerdem hat das EP laut Kommissionsvorschlag bei den endgültigen Ausgabenfestlegungen keinerlei Mitbestimmungsrechte. Nach dem Vorschlag der Kommission sollen die bisher im „Instrument für Stabilität und Frieden“ (IcSP) beschriebenen Aufgaben für zivile Krisenprävention und Friedensförderung im neuen Finanzrahmen nur noch mit 1 Mrd. Euro im „thematischen Programm“ des „NDICI" unterstützt werden (inflationsbereinigt ergibt das nicht mehr als 880 Millionen Euro, gegenüber 2,3 Mrd. Euro, die aktuell für den Zeitraum 2014-20 bereitstehen). Ein Teil der Aufgaben entfällt demnach oder fällt der "Flexibilisierung" zum Opfer: Dazu gehören unter anderem Initiativen für die Wiedereingliederung ehemaliger Kämpferinnen und Kämpfer, für die Resozialisierung von Kindersoldaten, für die Räumung von Landminen, die Unterstützung von Frauengruppen in der Friedensförderung sowie die Förderung von Zivilgesellschaft in der Versöhnungsarbeit. Der jetzige Kommissionsvorschlag enthält keine Aussagen dazu, ob und mit welchen Mittelansätzen diese im thematischen Programm entfallenen Aufgaben in Zukunft noch finanziert werden könnten.

 

Hinweise

Über die Konsequenzen des EU-Verteidigungsfonds informiert eine Stellungnahme des „European Network against Arms Trade“ vom 15.11.2018: http://enaat.org/wp-content/uploads/2018/11/181115_ENAAT_JointStatement-DefFund_FINAL-with-signatures.pdf

 

Zu den juristischen Problemen bei der Einrichtung eines EU-Verteidigungsfonds siehe Rechtsgutachten Fischer-Lescano (Dezember 2018): https://bit.ly/2EiinvJ

 

Zu den Kürzungen im Bereich der zivilen Krisenprävention und Friedensförderung siehe den Blogbeitrag von Dr. Martina Fischer „EU-Finanzplanung gefährdet zivile Krisenprävention“ vom 14.6.2018 https://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/eu-finanzplanung-gefaehrdet-zivile


Vor mehr als 500 Gästen wurden die diesjährigen Preisträger geehrt, engagierte Filme sind wichtiges Element in der weltweiten Durchsetzung der Menschenrechte

Menschenrechte in der Hauptrolle

 

(Nürnberg/pm) – Am Samstagabend wurde in der Nürnberger Tafelhalle der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis verliehen. Vor mehr als 500 Gästen aus Politik, Kirchen, Medien und Organisationen der Zivilgesellschaft wurden die sechs Preisträger_innen geehrt. Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ist in jeder Kategorie mit 2.500 Euro und einer individuell gestalteten Statue dotiert. Damit fand die elfte Wettbewerbsrunde ihren Abschluss und vorläufigen Höhepunkt.

Im Wettbewerbszeitraum zwischen April und August 2018 waren 382 Produktionen eingereicht worden, die sich mit der ganzen Bandbreite menschenrechtlich relevanter Themen befasst hatten. Dabei nahm der Themenbereich Vertreibung/Flucht – Ankommen in Europa/Deutschland bzw. Integration von Geflüchteten erwartungsgemäß eine zentrale Rolle ein. Darüber hinaus hatten sich die Filmemacher_innen nahezu allen gesellschaftlich Fragen gestellt: kulturelle bzw. sexuelle Identität, Meinungs- und Pressefreiheit, Zwangsarbeit und Lohnsklaverei, Menschenhandel oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Bürgerkriegsgebieten.

„Die Hoffnung, dass es immer weniger Gründe gibt, sich mit Menschenrechten zu befassen, weil diese nun allgemeine Anerkennung und Beachtung finden würden, erfüllt sich leider nicht. Menschenrechte stehen nach wie vor weltweit unter Druck und müssen immer wieder verteidigt werden. Deshalb erleben wir mit 2018 erneut einen starken Wettbewerbsjahrgang, der sich durch Beharrlichkeit, Intensität und Weitsicht der Filmemacher_innen in der Behandlung ihres Themas auszeichnet. Die Filme ermöglichen dabei einen unverstellten Blick auf die Situation der Menschenrechte in Europa und Deutschland – etwa wenn es um die Rechte von Menschen mit Behinderung oder die Ungleichbehandlung von Geflüchteten geht. Die vorgelegten und nun prämierten Produktionen zeichnen sich immer durch eine eindeutige Haltung und Positionierung der Regisseur_innen aus“, so Marko Junghänel, Gesamtkoordinator des Wettbewerbs.

Für die Preisverleihung, die von Christoph Süß moderiert wurde, hatte Joachim Gauck, Bundespräsident a. D., die Schirmherrschaft übernommen und war als Festredner in die Nürnberger Tafelhalle gekommen. In seiner Festrede betonte er: „Ich freue mich, dass es so engagierte Künstlerinnen und Künstler gibt, die ihr Können in den Dienst der Menschrechte stellen. Denn Film – Kunst – findet andere Türen in unsere Seelen als das politische Argument. Wir wollen und müsen diese Anregungen aus der Kunst im Sinne des politisch Wirksamwerdens einsetzen und fördern.“

Zum 20-jährigen Jubiläum des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises, der 1998 erstmals vergeben wurde, konnte auch Iris Berben, Präsidentin der Deutschen Filmakademie, begrüßt werden. Sie dankte in ihrer Laudation den Preisträger_innen für ihr herausragendes filmisches und damit zugleich gesellschaftliches Engagement. Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly betonte in seinem Grußwort die Bedeutung Nürnbergs als Stadt des Friedens und der Menschenrechte im Hinblick auf die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechte. Es gäbe eine Vielzahl etablierter Veranstaltungen, die die Brücke bauten zwischen dem Wissen und dem Handeln, so wie es der Deutschen Menschrechts-Filmpreis tue.

Die sechs Preisträger_innen nahmen die Ehrungen dankbar entgegen und zeigten sich beeindruckt von der Initiative und Gestaltungskraft des Veranstalterkreises des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises. Übereinstimmend betonten sie, dass ihnen mit diesem Preis insofern eine besondere Ehrung zuteilwird, weil der bundes- und europaweit renommierte Preis von unabhängigen Organisationen getragen wird. Das mache ihn im besonderen Maße glaubwürdig.

Die Preisverleihung setzte ein glanzvolles Finale der Wettbewerbsrunde. Wolfgang Niedecken rahmte die zweistündige Preisverleihung musikalisch. Niedecken, selbst Träger des Beethoven-Menschenrechtspreises, engagiert sich seit Jahren für Menschenrechte – im Besonderen durch ein eigenes Projekt, das Kindern und Jugendlichen im Kongo hilft, die durch kriegerische Auseinandersetzungen traumatisiert sind. Er unterstützt Initiativen wie den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis, der dazu beiträgt, Unrecht in der Welt sichtbar zu machen und Veränderungen einzufordern.

Nach der Preisverleihung wurden fünf der sechs Preisträgerfilme im Rahmen einer „Nacht des Menschenrechts-Films“ in der Tafelhalle gezeigt. Den Abschluss findet die Jubiläumsausgabe des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises am Sonntag (09.12.). Um 11.00 Uhr wird im Nürnberger Casablanca Filmkunsttheater der Spielfilm „STYX“ von Wolfgang Fischer gezeigt. Fischer nahm am Samstagabend für diesen Film den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis in der Kategorie Langfilm entgegen.

Die Preisträgerfilme gehen nun auf eine Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und werden in öffentlichen und kostenlosen Screenings gezeigt. Start der Tournee ist bereits am 12. Dezember in München (Hochschule für Fernsehen und Film). Die nächste Wettbewerbsrunde wird im April 2020 starten – dann wird zum 12. Mal der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ausgeschrieben.

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ist ein unabhängiger Medienwettbewerb. Insbesondere bestehen keine inhaltlichen Abhängigkeiten zu staatlichen Akteuren, Branchenverbänden oder Unternehmen der Medienwirtschaft.
Der bundesweit aktive Filmwettbewerb wird aktuell von 21 Organisationen der Zivilgesellschaft gestaltet, finanziert und durchgeführt. Die Zusammenarbeit erfolgt in Form einer Arbeitsgemeinschaft engagierter Einzelpersonen und Institutionen – ohne Vereins-, Verbands- oder Stiftungsstruktur.

Zu den Trägern gehören Organisationen der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit, konfessionell geprägte Organisationen, Gewerkschaften sowie Wohlfahrtsverbände und kommunale Einrichtungen. Sie sind geeint im Ziel der Achtung und Wahrung der Menschenrechte.


Weitere Informationen: https://www.menschenrechts-filmpreis.de/
Facebook: https://www.facebook.com/deutscher.menschenrechtsfilmpreis/
Instagram: https://www.instagram.com/menschenrechtsfilmpreis/
Twitter: https://twitter.com/Merefilmpreis #DMFP18
Youtube: http://youtube.menschenrechts-filmpreis.de

 


Zum Globalen Pakt für sichere, geordnete und reguläre Migration

Der UN-Migrationspakt stärkt die Rechte von Migrantinnen und Migranten

 

Migration * Migrationspakt * Global Compact * Marrakesch * UN

 

 

 

(Berlin/bfw) - Der UN-Migrationspakt, der heute in Marrakesch verabschiedet werden soll, ist laut Brot für die Welt ein wichtiges Signal für die Rechte von Migrantinnen und Migranten und betont die Notwendigkeit von internationaler Zusammenarbeit in der Migrationspolitik. Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin des evangelischen Hilfswerks sagt dazu: „Die Verabschiedung des Migrationspakts ist ein wichtiges Signal, wichtiger jedoch ist nun die konkrete Umsetzung. Dabei sollte besonders auch der Schutz der Migranten und Migrantinnen gestärkt werden, also die Bekämpfung von schwerer Arbeitsausbeutung oder Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten. Hier hat auch Deutschland noch Hausaufgaben zu machen. Der UN-Migrationspakt ist eine Chance, Migranten und besonders Migrantinnen vor dem internationalen organisierten Verbrechen zu schützen – und diesem dadurch das Geschäft zu erschweren. Daran sollten alle Politiker ein vitales Interesse haben."

 

 

 

Bedauerlich sei, dass einige Kritiker den UN-Migrationspakt zu einer Entscheidung für oder gegen Migration und damit gegen Migranten aufgebauscht haben. „Dabei ist Migration gesellschaftliche Normalität. Die entscheidende Frage ist: Wollen wir Migration politisch zum Wohle aller gestalten oder überlassen wir sie weiterhin dem Chaos und dem organisierten Verbrechen - auf Kosten der Menschen, der Entwicklung in den Herkunftsländern und der Demokratie und Wirtschaft in den Aufnahmeländern? Migration leistet de facto einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung – die Rücküberweisungen der Migrantinnen und Migranten in ihre Heimat übertreffen bei Weitem die staatlichen Entwicklungsmittel internationaler Geber", so Füllkrug-Weitzel. Dazu bedürfe es allerdings einer planvollen Migrationspolitik, gemeinsamer politischer Leitlinien und zwischenstaatlicher Kooperation. „Der Migrationspakt weist in die richtige Richtung. Er trägt auch den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen Rechnung, die ausdrücklich die Bedeutung einer gut gesteuerten Migration für den notwendigen sozialen Ausgleich in einer von Ungleichheit geprägten Welt hervorheben.“

 

 

 

Es ist davon auszugehen, dass die Mehrheit der Staatengemeinschaft, darunter auch Deutschland, den UN-Migrationspakt annehmen wird. Mit ihrer Zustimmung bekräftigen die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, dass sie grundlegende Rechte von Migranten anerkennen und sich gemeinsam dafür einsetzen wollen, die Ursachen für erzwungene Migration anzugehen. Damit kann der Migrationspakt dazu beitragen, dass Migration sicher und in regulären Bahnen stattfindet. So verringert er die Gefahr für Migrantinnen und Migranten, Opfer von Menschenhandel und Formen schwerer Arbeitsausbeutung zu werden.

 

 

 

Hintergrund

 

Am 10. und 11.12.2018 treffen sich die UN-Mitgliedsstaaten in Marrakesch, um den in einem zweijährigen Prozess mit Regierungen und zivilgesellschaftlichen Akteuren erarbeiteten Migrationspakt zu beschließen. Das völkerrechtlich nicht bindende Dokument stellt faktisch eine Absichtserklärung dar, die Herausforderungen für Migrantinnen und Migranten sowie für Herkunfts-, Transit- und Zielländer gemeinsam anzugehen.

 

Gleichzeitig erkennt der Migrationspakt die positiven Wirkungen der Migration für Herkunfts- und Zielländer sowie für die Migranten selber an und fordert die Staaten auf, diese positiven Wechselwirkungen zu befördern, etwa indem Diasporaorganisationen als Akteure für Entwicklung gestärkt werden. Dies stützt auch die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN.

 

 

 

Hinweis

 

Nils Utermöhlen, Referent für Migration und Entwicklung, gibt eine ausführliche, kritische Einschätzung zum Migrationspakt:

 

http://news.brot-fuer-die-welt.de/r.html?uid=D.B.CCBC.tl.BhpSs.A.JxIuPcOn0wlE1AThSsvrIftMoo_z6kvLpQS6JuU49n4jnwSa_HTUeHXi6ydG6QFy0O78BA0IkuopUt_t7B5TAg

 


KDFB: Menschenrechte sind auch Frauenrechte

 

(Köln/kdfb) – Anlässlich des 70. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10.12.1948 stellt der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) fest: „Menschenrechte sind unteilbar. Sie stehen grundsätzlich uneingeschränkt allen Frauen und Männern, Kindern und Jugendlichen zu. Ihre Würde und Freiheit zu schützen ist oberstes Gebot und Auftrag an Verantwortliche in Politik, Gesellschaft und Kirche.“

 

Als Frauenverband richtet der KDFB sein besonderes Augenmerk auf die Sicherung der Menschenrechte für Frauen und Mädchen und beklagt die weiterhin vorhandenen Formen geschlechtsspezifischer Menschenrechtsverletzungen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauen und Mädchen in allen Gesellschaften und Schichten auf vielfältige Weise direkte und strukturelle Gewalt erfahren. In körperlicher und seelischer Misshandlung und Missachtung spiegelt sich wider, dass ihnen ihr Status als Trägerinnen von Menschenrechten faktisch immer noch streitig gemacht wird“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth.

 

Laut KDFB ist die volle Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft notwendig, um Chancengleichheit, Entwicklung und Frieden in der Welt sicherzustellen. Dies sei weder in der Politik noch in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur oder in den Kirchen erreicht, so Flachsbarth. Daher hält der KDFB die kontinuierliche Fortentwicklung sowie die Durchsetzung und den Schutz der Menschenrechte weiterhin für eine vorrangige gesellschaftspolitische Aufgabe und Anstrengung. Jede Unterdrückung und Minderbewertung von Frauen und Mädchen aus religiösen, weltanschaulichen oder kulturellen Gründen ist aus Sicht des Frauenbundes zu unterbinden.

 

„Als Christinnen verurteilen wir alle Formen von Menschenrechtsverletzungen insbesondere an Frauen und Mädchen. Sie sind nicht mit den Aussagen der seit 70 Jahren bestehenden Menschenrechtserklärung vereinbar, erst recht nicht mit unserem christlichen Verständnis von der Gottebenbildlichkeit des Menschen“, betont die KDFB-Präsidentin. Frauen und Männer besitzen dieselbe Würde und müssen deshalb auch in gleicher Weise selbstbestimmt und freiheitlich leben können.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Vorstand der prominenten Delegation "18. Mai Stiftung" aus Südkorea informierte sich in der "Runden Ecke", wie aus einem Diktatur-Gebäude ein Museum entsteht

 

(Leipzig/re) – Am Mittwoch besuchte der Vorstandsvorsitzende Jintae Cho von der „18. Mai Stiftung“ aus Gwangju in Südkorea mit Begleitern und Frau Han Jung-Hwa vom Korea Verband in Berlin die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Die Stiftung, die seit 1994 an den blutig niedergeschlagenen Aufstand vom 18. Mai 1980 in Gwangju erinnert, der heute als Meilenstein der Demokratiebewegung Südkoreas gefeiert wird, sucht bei seinem Deutschland-Besuch nach einem Modell für ein eigenes Museum. Eingerichtet werden soll es in einem Militärgebäude, in dem einst Menschen verhört und gefoltert worden sind. In Leipzig erkundeten sie die ehemalige Stasi-Bezirksverwaltung und sprachen auch über gemeinsame Projekte.

 

Der Aufstand von Gwangju 1980 für Freiheit und Demokratie wird heute als Meilenstein für die Demokratiebewegung Südkoreas gefeiert. Demokratie herrschte aber lange nicht: Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die koreanische Halbinsel durch die Siegermächte – die USA und die Sowjetunion – in Nord und Süd geteilt. Als im Oktober 1979 der damalige Präsident Park Chung-Hee nach 18-jähriger Militärherrschaft durch einen Mann seines eigenen Geheimdienstes erschossen wurde, hoffte die Bevölkerung auf eine Demokratisierung des Landes. Zwei Monate später, im Dezember 1979, putsche sich General Chun Doo-Hwan an die Macht. Südkorea stand nun erneut unter der Herrschaft einer Militärregierung. Es kam landesweit zu Massenunruhen und Protesten, die am 18. Mai 1980 gewaltsam niedergeschlagen worden sind. In der Folge kam es zu zahllosen Verhaftungen und Ermordungen. Bis heute gibt es keine vollständige Aufarbeitung des Aufstandes. So ist beispielsweise unklar, wer vor nunmehr 38 Jahren den ersten Schießbefehl gab. Hoffnung auf Aufarbeitung gibt es mit dem neuen Präsidenten Südkoreas, Moon Jae-in.

 

 

 

Stiftung ist eine der bedeutendsten Menschenrechtsorganisationen in Asien

 

Überlebende des Aufstandes, Angehörige von Opfern und Bürger der Stadt Gwangju gründeten 1994 die mittlerweile prominente „18. Mai Stiftung“. Diese erinnert an den Geist des Kampfes und die Solidarität des blutig niedergeschlagenen Aufstandes von Gwangju am 18. Mai 1980. Anfangs hatte die Stiftung mit Hindernissen zu kämpfen, mittlerweile hat sie zahlreiche Gedenk-, Forschungs- und Wahrheitsprojekte sowie Bildungs- und Solidaritätsprogramme organisiert. Positiv auf die Arbeit wirkte sich im Jahr 2011 die Aufnahme der Unterlagen vom 18. Mai in UNESCO-Weltkulturerbe auf. Seitdem hat sich die „18. Mai Stiftung“ zu einer der bedeutendsten Menschenrechtsorganisationen in Asien entwickelt.

 

 

 

Delegation auf Modell-Suche und möglichen Veranstaltungspartnern

 

Eine Delegation der „18. Mai Stiftung“ aus Südkorea reiste Anfang Dezember 2018 nach Deutschland, um hier nach einem Modell zu suchen, wie ein Gebäude der Diktatur später als Gedenkstätte oder Museum genutzt werden kann. In der Stadt Gwangju will die Stiftung im ehemaligen Gebäude der „Einheit 505 für Sicherheit“ ein Museum einrichten. Das Gebäude wurde während des Aufstandes vom Militär genutzt, sowohl operativ als auch um dort Demonstranten und Bürger der Stadt zu verhören und zu foltern.

 

Am Mittwoch, den 5. Dezember 2018, kamen die Südkoreaner gemeinsam mit Frau Han Jung-Hwa vom Korea Verband aus Berlin nach Leipzig und besuchten hier am Vormittag die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, um sich einerseits einen Eindruck vom gewaltigen Ausmaß des einst einschüchternden Ortes der Diktatur, der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit der DDR, zu verschaffen und um andererseits in einem Gespräch mit Gedenkstättenleiter Tobias Hollitzer, mehr über die Überwindung der Diktatur, die Besetzung der ehem. Stasi-Zentrale und den Aufbau der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ zu erfahren.

 

Bei dem Rundgang fielen dem Vorstandsvorsitzenden Jintae Cho zahlreiche Ähnlichkeiten auf, vor allem was den Herbst 1989 in Leipzig betraf, als hunderttausende Menschen auf den Straßen demonstrierten, allerdings blieb es in Südkorea 1980 nicht friedlich. Auch die Formen der Erinnerung an die Demonstrationen seien ähnlich: Beispielsweise informiert die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ mit einer Open-Air-Ausstellung mit 20 Stelen im Innenstadtbereich über wichtige Ereignisse der Friedlichen Revolution an Originalschauplätzen in Leipzig. In Gwangju stehen verschiedene Steine als Erinnerungsmale. Erstaunt war Herr Cho vor allem von den vielen Objekten. Auch das Ausmaß des Geländes, das Besucher beim neuen Rundgang „Stasi intern“ erkunden können, war für ihn beeindruckend.

 

Nachdem sich die Delegation beim Rundgang Anregung holte, wie unter anderem ein Museum bzw. eine Ausstellung in einem original erhaltenen Ort der Diktatur eingerichtet oder Sammlungsobjekte eingebunden werden können, erfuhren die Mitglieder im anschließenden Gespräch, wie das Museum aufgebaut ist, welche Arbeitsbereiche es gibt oder welche Vermittlungsformate genutzt werden. Dabei sprachen Jintae Cho von der „18. Mai Stiftung“ und Tobias Hollitzer von der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ auch über gemeinsame Veranstaltungen und Ausstellungen im Jahr 2020, wenn der Aufstand von Gwangju sich zum 40. Mal jährt und in Deutschland der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit gefeiert wird.

 

Im Anschluss an den Besuch in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ fuhr die Delegation nach Dresden, um sich dort in der Gedenkstätte Bautzner Straße die ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt anzusehen.

 

 

 

Ausstellung zum Aufstand von Gwangju 1980 in der Gedenkstätte Museum in der “Runden Ecke”

 

Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ hat bereits in diesem Herbst gemeinsam mit dem Korea Verband aus Berlin Veranstaltungen zur Demokratiebewegung Südkoreas organisiert. Seit dem 15. September 2018 präsentiert die Gedenkstätte außerdem eine Fotoausstellung des Korea Verbands, die ehemals verbotene Fotos des Aufstandes zeigt und so über den Hergang der zehntägigen Demokratiebewegung in Gwangju im Mai 1980 informiert. Die schwarz-weiß Fotos haben Journalisten und Zivilisten unter Lebensgefahr aufgenommen. Seit Juli 2011 gehören die Bilder zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Ausstellung kann täglich von 10 bis 18 Uhr vor dem ehemaligen Stasi-Kinosaal der Gedenkstätte besichtig werden. Im Saal selbst ist die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ zu sehen. Der Eintritt ist frei.

 

 

 


BDKJ unterstützt Vorschlag von Bundesfamilienministerin Giffey

Das Jugendfreiwilligenjahr - die richtige Antwort!

 

(Düsseldorf/bdkj) - Der BDKJ-Bundesvorstand begrüßt die Initiative von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey zu einem Jugendfreiwilligenjahr mit Rechtsanspruch. Der Dachverband der katholischen Jugendverbände sieht darin einen „an den Interessen junger Menschen orientierten Gegenentwurf“ zur Dienstpflichtdebatte, die u.a. auf dem kommenden CDU-Parteitag geführt werden wird.

 

"Wenn das Konzept umgesetzt werden kann, ist dies ein wichtiger Beitrag dazu, dass zukünftig noch mehr junge Menschen einen Freiwilligendienst absolvieren, dabei gut begleitet sind und auch finanziell nicht noch drauflegen müssen“, betont BDKJ-Bundespräses Dirk Bingener. „Wir begrüßen eine mögliche Erhöhung der Zuschüsse für die pädagogische Begleitung und des Taschengeldes im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und im Bundesfreiwilligendienst (BFD). Auch ein Beitrag zu den ÖPNV Kosten der Freiwilligen wäre richtig", ergänzt Pfarrer Bingener.

 

Neben einer besseren finanziellen Ausstattung der bestehenden Dienstformate sieht das gestern von Bundesfamilienministerin Giffey in Berlin vorgestellte Konzept vor, die Wertschätzung eines Freiwilligendienstes zu steigern. Dies soll beispielsweise durch eine bessere Anerkennung von Freiwilligendienstzeiten an Universitäten und in der Berufswelt gewährleistet werden. Geplant ist darüber hinaus - stärker als bisher - die Förderung und Inklusion von jungen Menschen in besonderen Lebensumständen.

 

"Wir finden den Ansatz der Ministerin richtig, auf freiwilliges Engagement zu setzen. Wie sehr unterscheidet sich dieser Ansatz von der Annahme, man könne junge Menschen zu einem Dienst zwingen. Insofern ist die verstärkte Förderung dieses bürgerschaftlichen Engagements die richtige Antwort auf die Dienstpflichtdebatte, die u.a. auf dem kommenden CDU-Parteitag geführt werden wird", so Bingener weiter.

 

Nun wird es aus Sicht des BDKJ darauf ankommen, das Konzept gemeinsam mit der Zivilgesellschaft auszugestalten und umzusetzen. Auch wenn es bereits im Jahr 2019 eine Erhöhung der Mittel geben wird, müssen die geplanten Maßnahmen noch mit weiteren Finanzmitteln hinterlegt werden. „Nur so wird ein Anstieg derer, die einen Freiwilligendienst in Deutschland absolvieren, dauerhaft gelingen“, betont Bingener.

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.


Jugendwettbewerb „myDigitalWorld“ startet ins 5-jährige Jubiläum


 

·       Staatsministerin Dorothee Bär übernimmt Schirmherrschaft

 

·       Wettbewerb würdigt Engagement junger Menschen für eine souveräne Digitalisierung

 

·       Aufgabenstellung widmet sich dem Thema künstliche Intelligenz

 

 

 

(Berlin/Nürnberg/mdw) - Staatsministerin Dorothee Bär hat heute im Rahmen des Digital-Gipfels in Nürnberg den Jugendwettbewerb myDigitalWorld gestartet. Der Wettbewerb ruft junge Menschen dazu auf, sich mit dem Thema künstliche Intelligenz (KI) aktiv auseinanderzusetzen. Zahlreiche kreative Projekte, Aktionen und Konzepte, werden durch eine Jury unter Vorsitz von Dorothee Bär ausgezeichnet, die die Schirmherrschaft des Wettbewerbs übernommen hat. myDigitalWorld wird bereits zum fünften Mal bundesweit von Deutschland sicher im Netz ausgeschrieben und richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen acht bis elf. Mitmachen lohnt sich: Den Gewinnern winkt als Hauptpreis eine Klassenfahrt nach Berlin!

 


Enthält Spuren künstlicher Intelligenz – meine Welt mit KI

 

Keine andere technologische Entwicklung wird unsere Zukunft und die Digitalisierung in den kommenden Jahren stärker prägen als Künstliche Intelligenz. Was ist KI und wo findet sie statt? Welche Chancen und Potenziale hat sie? Welche Risiken gibt es? Was können wir tun, damit wir von KI ohne negative Nebenwirkungen profitieren können? Diese und viele andere Fragen sollen im Rahmen des Wettbewerbs diskutiert werden.

 


Staatsministerin Dorothee Bär kommentierte den Ausschreibungsbeginn mit den Worten: „Ich freue mich ganz besonders, im fünften Jahr von myDigitalWorld die Schirmherrschaft für den Jugendwettbewerb von DsiN zu übernehmen. Mit der Aufgabenstellung leistet der Wettbewerb einen wichtigen Beitrag, junge Menschen für künstliche Intelligenz - eines der wichtigsten Zukunftsthemen  - zu sensibilisieren und darüber aufzuklären“.

 


Dr. Michael Littger, Geschäftsführer von Deutschland sicher im Netz, ergänzt: „Der Schülerwettbewerb myDigitalWorld ermuntert junge Menschen, sich mit digitalen Technologien wie der Künstlichen Intelligenz kritisch auseinanderzusetzen. Ganz im Sinne der KI-Strategie der Bundesregierung, die zum Diskurs mit der Gesellschaft über Chancen der Künstlichen Intelligenz anstoßen möchte.“

 

 

 

Die Wettbewerbsbedingungen:

 

·       Die Aufgabenstellung finden Interessenten unter www.mydigitalworld.org/aufgabe

 

·       myDigitalWorld steht Schüler*innen vom 7. bis zum 12. Schuljahr offen.

 

·       Es können sowohl Klassen- als auch Gruppenarbeiten eingesendet werden.

 

·       Die eingerichten Arbeiten sollen von den Schüler*innen unter der Hilfestellung von Lehrkräften selbstständig angefertigt werden.

 

·       Alle Beiträge können unter www.mydigitalworld.org/mitmachen angemeldet und hochgeladen werden.

 

·       Einsendeschluss ist der 31. März 2019.

 

·       Als Gewinne winken eine Klassenreise nach Berlin sowie Sachpreise.

 

 

 

Über Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)

 

DsiN ist Ansprechpartner für Verbraucher und Unternehmen zu konkreten Hilfestellungen für IT-Sicherheit. Mit seinen Mitgliedern und Partnern betreibt der Verein zahlreiche Projekte zum sicheren Umgang in der digitalen Welt. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat ist Schirmherr von DsiN. www.sicher-im-netz.de

 


Über den Jugendwettbewerb myDigitalWorld

 

Der Jugendwettbewerb ist auf dem IT-Gipfel der Bundesregierung entstanden und wird von DsiN nun zum fünften Mal mit Förderung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat veranstaltet. Ziel ist es, bei jungen Menschen einen sicheren Umgang mit dem Internet zu fördern und herausragende Beiträge zu prämieren. Zu den Paten des Wettbewerbs 2018/2019 gehören die DsiN-Mitglieder Ericsson, Google sowie Lancom Systems. Weitere Informationen finden Sie unter: www.mydigitalworld.de   

 

 

 


HERTHA DÄUBLER-GMELIN: „KLARSTELLEN, WARUM MENSCHEN POLITIK MACHEN“

 

(Karlsruhe/ekiba) - Die frühere Bundesjustizministerin Hertha Däubler-Gmelin (SPD) hat Menschen mit politischer Verantwortung dazu aufgerufen, der Öffentlichkeit „deutlicher zu machen, warum sie Politik machen“. In ihrer Generation sei es üblich gewesen, sich einem besonderen Thema persönlich zu widmen. Dies seien bei ihr die Menschenrechte, vor allem die Rechte von Frauen gewesen, „Heute suche ich häufig vergeblich nach Politikerinnen und Politikern, wenn ich fragen will, warum macht Ihr das eigentlich?“ erklärte Däubler-Gmelin in einem Gespräch mit dem Evangelischen Rundfunkdienst Baden.

 

 

 

Von den Kirchen erwartet Däubler-Gmelin, dass sich diese „aus ihrer Wertehaltung heraus in der Politik einmischen“. Persönlich wünsche sie sich von den Kirchen, sich für die Erhaltung der Schöpfung und die Förderung des friedlichen Zusammenlebens einzusetzen, erklärte die Politikerin.

 

 

 

Das Interview mit Hertha Däubler-Gmelin von Moderator Christian Besau wird am kommenden Sonntag (2.12.), dem 1. Advent, zwischen 9 und 10 Uhr auf Radio Regenbogen ausgestrahlt, sowie zeitlich versetzt bei den weiteren badischen Privatradios und bundesweit bei Schwarzwaldradio. Im Internet ist der Beitrag unter www.ekiba.de abrufbar.

 


Lücke zwischen ALG II und Kosten der Unterkunft immer größer

 

(Hamburg/MDR "exakt") - Rund 600.000 Bedarfsgemeinschaften in Deutschland bekamen nicht die vollen Unterkunftskosten bezahlt. Dieses Geld müssen die ALG-II-Empfänger vom Regelsatz aufbringen. Der Grund: Die Steigerung der Kosten bei den Mieten.

 

In rund 588.000 Fällen deutschlandweit haben Ämter den sogenannten Bedarfsgemeinschaften im vergangenen Jahr nicht die tatsächlichen Kosten der Unterkunft bezahlt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken an die Bundesregierung hervor, die dem MDR-Nachrichtenmagazin "exakt" vorliegt.

 

Demnach sind etwa 18 Prozent aller 3,26 Millionen Bedarfsgemeinschaften betroffen. Die offene Differenz betrug je Bedarfsgemeinschaft im Durchschnitt 80 Euro monatlich. Das fehlende Geld müssen die ALG-II-Empfänger teilweise von ihrem Regelsatz bezahlen, der eigentlich für Ausgaben für Essen und den Alltag bestimmt ist.

 

 

 

Paritätische Gesamtverband sieht ein Alarmsignal

 

Der Paritätische Gesamtverband hat die Jobcenter aufgefordert, die Kosten der tatsächlichen Miete stärker zu berücksichtigen. "Wohnen ist ein Menschenrecht. Die vielen Fälle nicht übernommener Wohn- und Heizungskosten sind deshalb ein Alarmsignal“, sagte Dr. Joachim Rock vom Paritätischen Gesamtverband MDR "exakt". Die Leistungen der Jobcenter müssten deshalb die Kostensteigerungen für Mieter berücksichtigen und die angemessenen Kosten vollständig übernehmen. "Wer dennoch umziehen muss, dem ist dafür eine ausreichende Frist einzuräumen", sagte Dr. Rock weiter.

 

Die Bescheide über die Kosten der Unterkunft haben besonders häufig zu Klagen gegen Jobcenter geführt. In Sachsen wurden nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit mit Stand Oktober dieses Jahres 4.332 Klagen gegen die Festlegungen der "Kosten der Unterkunft" registriert. In Sachsen-Anhalt waren es 4.734, in Thüringen 973. Die Anteile der stattgegebenen Klagen lagen im vergangenen Jahr in Sachsen bei 41,8 Prozent, in Sachsen-Anhalt bei 43,5 und in Thüringen bei 34,9.

 


AUFRUF DES LANDESBISCHOFS ZUR TEILNAHME AN DEN KLIMASCHUTZ-DEMONSTRATIONEN AM 01.12.

„WIR WOLLEN ENKELTAUGLICH LEBEN“

 

(Karlsruhe/Köln/Berlin/ekiba) - Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat dazu aufgerufen, sich an den bevorstehenden Klimaschutz- und Anti-Kohle-Demonstrationen in Berlin und Köln zu beteiligen. Im Folgenden der Aufruf im Wortlaut:

 

 

 

„Die Zeit drängt! Wir brauchen jetzt einen Einstieg in den Ausstieg aus dem Verheizen fossiler Brennstoffe. Damit die Klimaerwärmung gestoppt wird und die Menschen neue Hoffnung gewinnen, die schon jetzt weltweit unter den Folgen der Klimaveränderungen leiden. Im Dezember wird in Katowice die Klimakonferenz stattfinden; in Deutschland wird darüber verhandelt, wie der Kohleausstieg zu gestalten ist, damit wir die Klimaziele nicht verfehlen. Wir wollen als Christinnen und Christen und als Kirchen dazu beitragen, die Schöpfung zu bewahren. Wir wollen enkeltauglich leben und sind dafür bereit, einfacher zu leben. Gemeinsam mit ihren Partnerkirchen weltweit hat sich die badische Kirche verpflichtet, mitzugehen auf dem Pilgerweg für Gerechtigkeit und Frieden. Deshalb laden wir ein, an den Demonstrationen am 1. Dezember in Berlin und Köln teilzunehmen: Kohle stoppen – Klimaschutz jetzt!

 

 

 

Informationen zu den Demonstrationen im Internet unter

 

www.klima-kohle-demo.de

 

 

 

Informationen zum Klimaschutzkonzept der Evangelischen Landeskirche in Baden bei dessen Büro für Umwelt und Energie unter www.ekiba.de/bue.

 

 

 


Aktion Arbeit zieht gemischte Bilanz zum neuen Teilhabechancengesetz

Neue Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt – aber befristet

Dr. Hans Günther Ullrich ist Bischöflicher Beauftragter der Aktion Arbeit. Foto: bt
Dr. Hans Günther Ullrich ist Bischöflicher Beauftragter der Aktion Arbeit. Foto: bt

 

(Trier/bt) – Die Aktion Arbeit im Bistum Trier begrüßt das am 6. November vom Deutschen Bundestag beschlossene Teilhabechancengesetz (THCG). „Das eröffnet für langzeitarbeitslose Menschen ab 2019 neue Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt“, sagt Domvikar Dr. Hans Günther Ullrich. Er ist der Bischöfliche Beauftragte für die Aktion Arbeit im Bistum Trier. Gleichzeitig bedauert die Aktion Arbeit, dass die neuen Möglichkeiten bis 2024 befristet und mit weiteren Defiziten behaftet sind. „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht der erhoffte Paradigmenwechsel in der Arbeitsmarktpolitik“.

 

Das neue Gesetz sieht vor, für Langzeitarbeitslose, die in Arbeit vermittelt werden, der Staat einen Teil des Gehaltes zahlt oder sogar die kompletten Lohnkosten übernimmt. Solche Förderungen gibt es zwar auch jetzt schon, doch sie sind an komplizierte Bedingungen geknüpft. Dieses Verfahren wird vereinfacht. Damit können Jobs von Menschen gefördert werden, die älter als 25 sind, wenn sie  mindestens sechs der letzten sieben Jahre Leistungen nach dem SGB II bezogen haben und in dieser Zeit nicht oder nur kurzzeitig erwerbstätig waren.

 

Es ist nicht nur die Befristung, die die Aktion Arbeit an dem neuen Gesetz bedauert. „Hier ist die Zielgruppe gleich auf einen kleinen Teil der Betroffenen begrenzt“, betont Ullrich. Auch sieht er ein Problem darin, dass nicht auf die Freiwilligkeit der Betroffenen gesetzt werde, sondern diese einem Einsatzort zugewiesen werden sollen. „Menschen, die über viele Jahre im Abseits waren, wird man jedoch nicht mit Druck integrieren können.“ Die Aktion Arbeit begrüße sehr, dass das Gesetz ein beschäftigungsbegleitendes Coaching vorsehe. „Noch vorteilhafter wäre es, das Coaching bereits vor der Arbeitsaufnahme anzusetzen, um bestehende Hemmnisse im Vorhinein anzugehen.“ Dass das Coaching durch die Jobcenter selbst durchgeführt werden kann, hält Ullrich nicht für sinnvoll: „Eine solche Begleitung setzt ein intensives Vertrauensverhältnis voraus, das man nicht erwarten kann, wenn dieselbe Institution zugleich als Instanz für die Verhängung von Sanktionen fungiert.“ Das Coaching sollte möglichst innerhalb des Arbeitgeberbetriebs stattfinden.

 

„Wir begrüßen ganz besonders, dass im Zuge des neuen Gesetzes nun erstmals der auch von uns seit Jahren geforderte Passiv-Aktiv-Transfer möglich wird, dass also in den Jobcentern Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanziert werden kann. Damit entstehen in den Bundesländern ganz neue Möglichkeiten, von denen wir uns viel versprechen. Gerne unterstützen wir entsprechende Programme wie etwa den saarländischen Beschäftigungspakt und sind gespannt auf die Wirkung dieser innovativen Maßnahme“, blickt Ullrich optimistisch in die Zukunft.

 

Die Aktion Arbeit als Initiative des Bistums Trier wurde 1983 vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosenzahlen vom damaligen Bischof Dr. Hermann Josef Spital ins Leben gerufen. Grundanliegen der Aktion Arbeit ist es, Menschen beim Einstieg bzw. Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit zu helfen, über Ursachen und Folgen von Arbeitslosigkeit aufzuklären und sich mit Projekten und Vorschlägen an einer aktiven Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zu beteiligen. Weitere Informationen zum Thema sind unter www.aktionarbeit.bistum-trier.de  

 


Beibehaltung der Zustimmungslösung zur Organspende!

 

(Köln/kdfb) – Anlässlich der Orientierungsdebatte im Deutschen Bundestag am kommenden Mittwoch richtet der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) einen Appell an alle Parlamentarierinnen und Parlamentarier, daran mitzuwirken, dass die Organspende eine bewusste und freiwillige Entscheidung bleibt.

 

Eine Lösung, die davon ausgeht, dass einem Menschen Organe entnommen werden dürfen, wenn er nicht ausdrücklich widersprochen hat, wie es die so genannte Wider­spruchslösung vorsieht, lehnen wir ab“, stellt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth fest. Für den Frauenbund ist eine solche Regelung mit dem Selbstbestimmungsrecht des Menschen sowie dem Recht auf körperliche Unversehrtheit unvereinbar. Die bisherige Zustimmungsregelung müsse beibehalten werden, so Flachsbarth.

 

Der KDFB unterstützt vorbehaltlos das Ziel einer Erhöhung von tatsächlich gespendeten Organen. Daher begrüßt er die kürzlich getroffenen Regelungen im Transplantationsgesetz, mit dem die bekannten strukturellen und finanziellen Hemmnisse für Transplantationen in den Kliniken angegangen wurden.

 

Darüber hinaus fordert der KDFB von den Verantwortlichen in Politik und im Gesundheitswesen, neue Maßnahmen für eine Sensibilisierung der Bevölkerung bzgl. der Bereitschaft zur Organspende unter Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure sowie der Kirchen und Religionsgemeinschaften zu entwickeln.

 

Für ebenso wichtig hält der Verband die Sicherstellung der seelsorglichen Begleitung von Angehörigen der (potentiellen) Organspenderinnen und -spender sowie des medizinischen Personals im Klinikalltag.

 

Der KDFB appelliert zudem an alle Personen, die zur Spende bereit sind, dies in einem Organspende-Ausweis entsprechend zu dokumentieren.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg treten Landesbeirat für Alphabetisierung und Grundbildung bei

Für weniger Analphabetismus und mehr Grundbildung

 

(Stuttgart/Freiburg/Karlsruhe/pm) - Die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg sind am Mittwoch, 21. November, dem Landesbeirat für Alphabetisierung und Grundbildung beigetreten. Die für Bildung Verantwortlichen Dr. Norbert Lurz (Evangelische Landeskirche in Württemberg), Dr. Joachim Drumm (Diözese Rottenburg-Stuttgart) und Susanne Orth (Erzbistum Freiburg) haben die Verpflichtungserklärung unterschrieben.

 

„Zum reformatorischen Auftrag gehört, Bürgerinnen und Bürger mündig zur Teilhabe an der Gesellschaft zu machen. Darum setzen wir uns künftig verstärkt als evangelische Bildungsanbieter im Bereich Grundbildung und Alphabetisierung ein“, so die verantwortlichen Unterzeichner der Erklärung. Alle Unterzeichnenden verfolgten dasselbe Ziel: „Gemeinsam den funktionalen Analphabetismus in Baden-Württemberg so schnell wie möglich zu verringern und die Grundbildung entscheidend zu verbessern.“ Rund 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht ausreichend lesen und schreiben, in Baden-Württemberg schätzt man die Zahl der funktionalen Analphabeten auf ca. eine Million, 57 Prozent davon sind berufstätig. Diese Menschen zu erreichen ist äußerst schwierig, weil sich die wenigsten als Analphabeten outen möchten. Das Selbstbewusstsein ist auf Grund vieler Negativerfahrungen eher gering und die Hemmschwelle, einen Alphabetisierungskurs zu starten, daher enorm groß. Die Kirchen engagieren sich seit vielen Jahren in diesem Bereich und erreichen aufgrund ihrer Netzwerke in den Gemeinden eine ganz andere Zielgruppen als andere Anbieter. So hat das Evangelische Bildungswerk Oberschwaben beispielsweise ein Projekt zur Grundbildung ins Leben gerufen: „Verbesserte Chancen - Erweiterte Teilhabe“. Zielgruppe sind sogenannte „Funktionale Analphabeten/innen. Ziel ist es, diesen Menschen über das Erlernen des Lesens und Schreibens bzw. über eine fundierte Grundbildung wirkliche Teilhabe zu ermöglichen, ihre berufliche Chancen zu verbessern und so zu einer verstärkten Verantwortungsübernahme beizutragen.

 

Organisiert ist die kirchliche Erwachsenenbildung in der Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg (KiLag). Ihr gehören die Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung in Baden, die Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung in Württemberg, die Katholische Erwachsenenbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Diözesanarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung Freiburg sowie das Bildungswerk der evangelisch-methodistischen Kirche an.

 

„Um als Einzelne oder in der Gemeinschaft ihr Potenzial zu entfalten, brauchen alle Menschen Zugang zur Grundbildung“, sagt Dr. Wolfgang Schnabel, Vorsitzender der KiLag. „Zur Teilhabe an der Gesellschaft gehören dabei nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern auch die Vermittlung von Grundwissen über alltagspraktische, soziale, kulturelle, ethische und religiöse Zusammenhänge.“ In einem Landesbeirat könnten alle Akteure sich miteinander vernetzen und einzelne Vorhaben untereinander absprechen.

 

Mit der Hilfe von 98 hauptamtlich geleiteten Einrichtungen mit ehrenamtlich geleiteten Arbeitskreisen und ehrenamtlichen Ansprechpersonen in den Kirchengemeinden der fünf beteiligten Kirchen erreicht die KilLag mit mehr als 100.000 Veranstaltungen über 2,5 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Baden-Württemberg. Dazu kommen 14 Bildungshäuser, drei Familien-Feriendörfer, knapp 4.000 Orts-Bildungswerke (Kirchengemeinden) und ca. 3.400 Ehrenamtliche vor Ort dazu.

 

Im Landesbeirat für Alphabetisierung und Grundbildung sind wichtige Bereiche aus Wirtschaft und Gesellschaft vertreten - von den Kommunalen Landesverbänden über die drei Wirtschaftsvereinigungen, das Bildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die Pädagogische Hochschule (PH) Weingarten, die Landeszentrale für politische Bildung, den Landessportverband bis hin zu wichtigen Bildungsträgern. Auch die Landesregierung beteiligt sich an der gemeinsamen Arbeit. Vertreten sind neben dem Kultus- das Wirtschafts-, das Sozial- und das Wissenschaftsministerium sowie das Ministerium für Ländlichen Raum.

 

 

 

Weitere Informationen über die Arbeitsfelder der KiLAG finden Sie auf der Homepage der Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung unter www.kilag.de

 


Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Organisation der Unterkunft ist nur der erste Schritt – bundesweit einheitliche Finanzierung überfällig

Finanzierung von Frauenhäusern ausbauen – Hilfetelefon stärken

 

(Düsseldorf/kfd) – Zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November begrüßt die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) –Bundesverband e.V. den Vorstoß von Bundesfrauenministerin Franziska Giffey, mit Blick auf die aktuelle Gewaltstatistik Hilfseinrichtungen für Frauen auszubauen und bis zum Jahr 2020 über 40 Millionen Euro Bundesmittel für Frauenhäuser einzusetzen.

 

 

 

„Die Finanzierung von Frauenhäusern muss endlich bundesweit einheitlich geregelt werden. Frauen werden immer wieder abgewiesen, weil die Übernahme der Kosten nicht geregelt ist. Das ist nicht nur angesichts der aktuellen erschreckenden Zahlen höchst verwerflich“, so Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende.

 

 

 

Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2017 rund 139.000 Menschen in Deutschland von ihrem Ex-/Partner misshandelt, gestalkt oder bedroht – Frauen machten mit rund 114.000 Personen einen Anteil von 82 Prozent aus. Hier wird Deutschland sein föderales System zum Problem, so Heil:

 

 

 

„Jedes Bundesland hat seinen eigenen Finanzierungplan. Und je nach Bundesland muss eine Frau, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen hat, ihren Aufenthalt selbst zahlen. Viele Frauen sehen sich dann gezwungen, in die Gewaltbeziehung zurückzukehren.“

 

 

 

Der kfd-Bundesverband e.V. fordert, dass alle Frauen unabhängig von Herkunft, Einkommen und sozialem Status umgehend Zuflucht und professionelle Unterstützung finden. Die Organisation der Unterkunft gehe dabei aber nicht weit genug, so Heil abschließend:

 

„Das kann nur der erste Schritt sein. Anschließende Maßnahmen wie die Wohnungsvermittlung müssen direkt mitgedacht, mitorganisiert und finanziert werden.“

 

 

 

kfd-Frauen haben in den neunziger Jahren vielerorts die Gründung von Frauenhäusern unterstützt und begleiten sie durch Spenden und ehrenamtlichen Einsatz bis heute.

 

 

 

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

 

 

 

Auch das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist ein wichtiges Angebot für Menschen, die von Gewalt betroffen sind. Für seine Einführung hat der kfd-Bundesverband sich seinerzeit starkgemacht. Es ist kostenlos, jederzeit und in verschiedenen Sprachen unter 08000 116 016 zu erreichen. Auch männliche Opfer von partnerschaftlicher Gewalt können dieses Angebot nutzen. http://hilfetelefon.de/

 

 

 

Kostenloser kfd-Flyer zum Hilfetelefon:

 

 

 

 

Themenseite der kfd zu Gewalt: www.kfd-bundesverband.de/themen/gewalt/

 

 

 

 

 


Neue STOLPERSTEINE erinnern an die zerstörten Leben von Familien und Künstlern aus Leipzig im Nationalsozialismus

 

 

Am Freitag, den 23. November 2018, verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig in Leipzig 31 neue STOLPERSTEINE zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus. Angehörige sind auch anwesend.

 

 

(Leipzig/pm) - Das Projekt STOLPERSTEINE erinnert und vergegenwärtigt das Leid von jüdischen Mitmenschen, Kindern und Erwachsenen, die nationalsozialistischen „Normen“ nicht entsprachen, von politisch Andersdenkenden, Oppositionellen und allen anderen, die für die Ideologie der NS-Diktatur hätten gefährlich sein konnten. Immer wieder kam es deshalb im nationalsozialistischen Regime zur Trennung vieler Familien. Zahlreiche Eltern schickten ihre Kinder ins Ausland. Die Kleinen haben ihre Mütter und Väter nie wieder gesehen. Diejenigen, die die Flucht nicht geschafft hatten, verstarben in den Konzentrationslagern. Seit nunmehr über zehn Jahren werden die Erinnerungsmale für die Opfer vom NS-Regime in Leipzig verlegt. Für den 23. November 2018 hat die „AG Stolpersteine in Leipzig“ eine weitere Verlegung von 31 Steinen organisiert. Die Recherchen zu den Opfern erfolgten durch Verwandte sowie in Schülerprojekten. Bei den Verlegungen werden Familienangehörige aus Deutschland, Israel und England erwartet.

 

Die Verlegung neuer STOLPERSTEINE beginnt am Freitag um 9.00 Uhr in der Karl-Heine-Straße 43. Max Joske hatte hier ein eigenes Kaufhaus; sehr schnell machte er sich in der Stadt einen Namen. Später überantwortete er das Unternehmen seinen beiden Söhnen Julius und Hans. Nach 1933 wurde ihr Kaufhaus jedoch in den Ruin getrieben. Hans versuchte als reisender Kaufmann weiter zu arbeiten, floh nach Frankreich und verstarb dort. Seine Frau und Tochter wurden 1942 in Auschwitz ermordet. Nur ihr ältester Sohn Hellmut und die Tochter Hilde konnten gerettet werden. Sie wohnen heute in Israel. Einige Familienangehörige aus Israel werden zur Stolperstein-Verlegung erwartet. Um 9.45 Uhr folgt die Verlegung von Stolpersteinen in der Jahnallee 5 für Luise Stern. Sie hat alle ihre vier Kinder gerettet – sie flohen nach Israel und Dänemark –, aber sie selbst schaffte es nicht; wurde deportiert und kam 1942 ins Riga ums Leben. Familienangehörige aus Israel und England werden zur Verlegung erwartet.

 

Ein ähnliches Schicksal erlitt die jüdische Familie Stimmler, die seit 1920 in Leipzig lebte. Insgesamt sieben Kinder hatten die Eheleute, geboren zwischen 1913 und 1930. Vater Aron Stimmler war Privatlehrer und seit 1927 und 1928 Mitglied der Kommunistischen Partei. Bereits im Juni 1933 wurde er wegen „Verdachts kommunistischer Umtriebe“ festgenommen. Anlass war ein Fahrradunfall seiner Tochter Chana, bei der ihr Flugblätter und Kuriermitteilungen aus der Tasche fielen. Bei einer Durchsuchung der elterlichen Wohnung fand die Polizei mehrere KPD-nahe Bücher. Vater Aron, der immer wieder beteuerte, nichts damit zu tun zu haben, kam für fünf Monate ins KZ Colditz. Den Eheleuten gelang es in den folgenden Jahren, alle ihre Kinder aus Deutschland und in Sicherheit zu bringen. Als letzte kamen Gittel und Lea im Sommer 1939 nach England. Ihnen selber gelang die Flucht nicht mehr. Vater Aron wurde im Oktober 1938 erneut verhaftet wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“. Gegen Ende seiner Haft verschleppte ihn die Leipziger Gestapo ins KZ Sachsenhausen. Dort kam er 1942 ums Leben. Seine Frau Taube floh 1939 illegal nach Belgien, wurde später nach Auschwitz deportiert und dort ebenfalls 1942 ermordet. Um 10.30 Uhr wird für die Familie ein Stolperstein in der Nikolaistraße 31 verlegt.

 

Danach erhält um 11.00 Uhr der Künstler Rudi Zerbst einen Stolperstein an der Verfassungslinde 2. Seine Lebensweise entsprach nicht den nationalsozialistischen Normen. Zerbst wurde als „asozial“ bezeichnet und aus diesem Grund im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert, was er nicht überlebte. Anwesend sind bei der Stolperstein-Verlegung auch Familienangehörige aus Deutschland.

 

Im Anschluss folgt im Beisein des Ensembles amarcord um 11.30 Uhr in der Körnerstraße 26 die Verlegung der Erinnerungssteine für die jüdische Sängerin Berta Kruszynski und ihre beiden Schwestern. Alle drei sollten während des Krieges ihre Wohnung verlassen und in ein „Judenhaus“ umziehen. Im Jahr 1942 fuhren die drei Schwestern mit anderen Menschen in zwei Transporten nach Osten, wo sie auf ein neues Leben hofften. Aber die Transporte brachten sie nicht zu einem besseren Leben, sondern ins Ghetto und weiter ins KZ nach Majdanek. Die drei Schwestern wurden vermutlich in den Gaskammern des Vernichtungslagers Majdanek ermordet. Um 13.30 Uhr werden in der Eisenbahnstraße 47 die Stolpersteine für Samuel Hundert, seine Schwester Mania und ihren Mann Josef Weißblüth verlegt. Höchstwahrscheinlich wurden sie im jüdischen Ghetto in Stanislau getötet. Drei weitere Stolpersteine werden um 14.00 Uhr in der Zweinaundorfer Straße 18 für Marie Schleifstein und ihre beide Söhne eingelassen. Nur ein Sohn konnte nach England fliehen. Das Schicksal der Mutter und des zweiten Sohnes ist bis heute ungeklärt. 1942 befanden sie sich im Ghetto Radom. Kaum jemand aus diesem Ghetto hat überlebt. Bei der Stolperstein-Verlegung werden Familienangehörige aus Berlin erwartet.

 

Mit drei weiteren Stolpersteinen wird um 14.30 Uhr in der Kurt-Günther-Straße 12 an Familie Günther erinnert. Kurt Günther arbeitete als Redakteur der sozialdemokratischen Leipziger Volkszeitung (LVZ). Mit dem Verbot der Zeitung durch die Nationalsozialisten verlor er seine Arbeit. Wegen des politischen Engagements und der aktiven Zusammenarbeit mit der SPD wurde er in Dresden zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach dem Ende wurde er aber nicht entlassen, sondern blieb in Buchenwald inhaftiert und verstarb dort. Seine Frau Milda ertrug es nicht und beging Suizid. Sohn Lothar wurde mit 17 Jahren in die Wehrmacht eingezogen und starb an der Front.

 

Für den in Auschwitz ermordeten Leo Singer wird um 15.00 Uhr ein Stolperstein in der Funkenburgstraße 27 eingelassen. Er hatte eine Beziehung mit einer nicht jüdischen Frau. Weil die Polizei das für „Rassenschande“ hielt, kam er ins Konzentrationslager, wo er starb. Die letzten Stolpersteine werden um 15.30 Uhr für die Familie Bäuml in der Humboldstraße (Ecke Nordstraße) verlegt. Die Eltern von Regina Bäuml starben 1941 im Ghetto. Sie selbst, ihr Mann und ihr 6-jähriger Sohn Joachim konnten nach Belgien und von dort nach Frankreich fliehen. Aber an der Grenze wurden sie als Deutsche verhaftet und getrennt. Eine Hilfsorganisation rettete den kleinen Joachim. Er überlebte den Krieg in einem französischen Kinderheim und flog mit 12 Jahren zu Großtante und Großonkel in die USA, wo er bis heute lebt. Seine Eltern wurden in Auschwitz umgebracht.

 

 

 

Seit 2006 erinnern insgesamt 480 STOLPERSTEINE in Leipzig an Opfer der NS-Diktatur

 

In Leipzig begann das Projekt am 3. April 2006 mit der Verlegung von 11 Steinen durch den Kölner Bildhauer Gunter Demnig. Koordiniert werden seitdem sämtliche Verlegungen durch die Arbeitsgemeinschaft „STOLPERSTEINE in Leipzig“, die von der Stadt Leipzig beauftragt ganz bewusst parteiübergreifend arbeitet. Die Arbeitsgruppe koordiniert nicht nur die Steinverlegungen, sondern steht für die Betreuung interessierter Gruppen und deren Recherchen zur Verfügung, plant Termine rund um die STOLPERSTEINE, kümmert sich um den medialen Auftritt der Projekte und hält Kontakt zu Hinterbliebenen und Angehörigen. Zur Arbeitsgruppe gehören das Archiv Bürgerbewegung Leipzig, die Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig, der Ev.-Luth. Kirchbezirk Leipzig und das Bürgerkomitee Leipzig e.V., Träger der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Durch das Engagement und die investierte Arbeit dieser Einrichtungen konnten die STOLPERSTEINE Erinnerungen an die Schicksale der vielen Opfer im Nationalsozialismus schaffen und so einen wichtigen Teil zum kollektiven und auch individuellen Bewusstsein der Stadt beitragen.

 

 

 

Das Projekt STOLPERSTEINE braucht Paten

 

Um die Geschichte weiterer individueller Schicksale aus Leipzig in Erinnerung zu rufen, braucht das Projekt STOLPERSTEINE auch künftig die Unterstützung vieler Menschen. Für jeden STOLPERSTEIN werden Paten gesucht: Privatpersonen oder Vereine, Stiftungen, Parteien etc. können das für die Herstellung und Verlegung nötige Geld (120 € pro Stein) spenden (Konto der Stadt Leipzig: Ktnr. 1010001350, BLZ 86055592, Sparkasse Leipzig, Verwendungszweck/Zahlungsgrund – unbedingt angeben VG 5.0451.000007.0).

 

 

 

Anliegen des Projekts ist es, im öffentlichen Stadtraum, unmittelbar vor den früheren Wohnstätten von Opfern des Nationalsozialismus, auf deren Schicksal aufmerksam zu machen. Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig, der ähnliche Projekte in zahlreichen anderen Städten betreut, fertigt dazu Betonsteine mit verankerter Messingplatte in einer Größe von 10x10x10 Zentimetern und lässt diese in die Gehwege vor den ehemaligen Wohnhäusern der Deportierten ein. In die Messingtafel des Steins sind die Worte „Hier wohnte“ und darunter Name, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person eingestanzt.

 


3,4 Millionen Kinder und Jugendliche sind von Armut betroffen

Mythos vs. Fakt: Monitor Jugendarmut 2018

(Düsseldorf / Gelsenkirchen/bag-kjs), 16. November 2018 – Rund ein Viertel aller Armutsgefährdeten in Deutschland ist jünger als 25 Jahre. Doch Jugendliche haben keine Lobby. Sie machen etwa zwölf Prozent der Bevölkerung in Deutschland aus und können ihre Interessen nur schwer durchsetzen. Das ist dem aktuellen „Monitor Jugendarmut in Deutschland 2018“, heraus­gegeben von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V., zu entnehmen. Dieser wurde heute der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Monitor Jugendarmut ist eine Auswertung aktueller Statistiken und Studien über junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren. Die BAG KJS gibt ihn zum fünften Mal heraus. Damit möchte sie auf das Recht Jugendlicher und junger Menschen aufmerksam machen, ihr Leben frei gestalten zu können. Im Fokus des aktuellen Monitors steht die wachsende Ungleichheit unter Jugendlichen in Deutsch­land. „Man muss davon ausgehen, dass es neben den offiziellen Zahlen noch eine erhebliche Dunkelziffer gibt. Insgesamt sprechen wir dann über mehr als 4,4 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die von Armut betroffen sind“, so Stefan Ewers, stell­vertretender Vorsitzender der BAG KJS. Er erklärt weiter: „Viele Leistungen helfen nicht aus der Armut heraus oder werden gar nicht erst wahrgenommen, weil Informationen fehlen oder schlicht der Aufwand der Beantragung zu hoch ist.“ Hinzu kommt, dass junge Menschen unter 25 Jahren nach dem SGB II besonders hart sank­tioniert werden, zum Beispiel bei Meldeversäumnissen. Den Betrof­fenen fehlen dann jegliche finanzielle Mittel.

Vorurteile ausräumen – Jugendarmut ernst nehmen

Die Öffentlichkeit und Politik verschließen beim Thema Jugendarmut ihre Augen vor einem Problem, das immer gravierender wird. Um dies zu verdeutlichen, stellt der aktuelle Monitor Jugendarmut ver­schiedenen „Mythen“ eindeutige Fakten gegenüber: Fakt ist, dass 3,4 Millionen junge Menschen in Deutschland armutsgefährdet sind. Der Mythos „Jugendarmut gibt es in Deutschland nicht“ stimmt also nicht.

Fakten schaffen – Jugendarmut verhindern

Ziel der Jugendsozialarbeit in katholischer Trägerschaft ist es, Jugendarmut zu verhindern. Dafür müssen noch viele Voraus­setzungen geschaffen werden.

Deshalb fordert die BAG KJS:

 

  • eine Sozial- und Jugendpolitik, die allen Jugendlichen „Jugend ermöglicht“ und ihnen einen guten Weg in das Erwachsenenleben ebnet
  • verschärfte Sanktionen für Jugendliche im SGB II aufheben
  • faktisches Auszugsverbot für Jugendliche im SGB II aufheben
  • soziokulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen unabhängig vom Einkommen der Eltern fördern und sichern
  • kohärente Förderung und Hilfen aus einer Hand für Familien, Kinder und Jugendliche weiterentwickeln
  • junge Menschen im Rahmen der Jugendhilfe über das 18. Lebensjahr hinaus unterstützen und begleiten
  • Recht auf Ausbildung gesetzlich verankern und im Rahmen einer verbindlichen Ausbildungsgarantie umsetzen
  • Ausbildungsvergütung muss angemessen sein, Ausbildung darf nicht in Armut enden
  • Stärkung der Jugendsozialarbeit
  • neue europäische Jugendstrategie aller Mitgliedsstaaten, die auf eine echte Teilhabe, gute Bildung und Jugendarbeit zielt
  • handlungsfeldübergreifende Hilfen für Kinder und Jugendliche, die präventiv im Sozialraum wirken
  • dass präventive und kurative Gesundheitsleistungen für Jugendliche wie bei Kindern kostenfrei sind

 

Die BAG KJS versteht sich als Anwalt für sozial benachteiligte und/oder individuell beeinträchtigte junge Menschen, zu denen auch die von Armut bedrohten oder betroffenen gehören. Sie macht auf ihre Situation aufmerksam, weist auf Ungerechtigkeit hin und unterbreitet konkrete Vorschläge, was geändert werden muss, um Jugendarmut zu verhindern. In den Einrichtungen der Katholischen Jugendsozialarbeit erfahren junge Menschen Aufmerksamkeit, Zuwendung und aktive Unterstützung.  

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Weiterführende Informationen unter:
 

 

 

 

 


Staatsministerin Schreyer verleiht Ehrenamtsnachweis an Frauenbund-Vorstandsfrau

Sabine Slawik für Engagement im KDFB ausgezeichnet

Sabine Slawik (links) erhielt den Ehrenamtsnachweis von Staatsministerin Kerstin Schreyer. Foto: Freie Wohlfahrtspflege Bayern
Sabine Slawik (links) erhielt den Ehrenamtsnachweis von Staatsministerin Kerstin Schreyer. Foto: Freie Wohlfahrtspflege Bayern

 

 

(München/kdfb) - In einem feierlichen Festakt im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales zeichnete Staatsministerin Kerstin Schreyer gestern, Donnerstag, die stellvertretende Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern (KDFB), Sabine Slawik, aus Augsburg mit dem bayerischen Ehrenamtsnachweis aus. „Sabine Slawik ist Frauenbund-Frau durch und durch: engagiert, leidenschaftlich, klug und immer mit ganzem Herzen im Einsatz für Frauen und ihre Belange“, würdigte die bayerische Sozialministerin Sabine Slawiks langjähriges Engagement für den Frauenbund.

 

Auch KDFB-Vorsitzende Emilia Müller freut sich über die hohe Auszeichnung für ihre Vorstandskollegin: „Sabine Slawik ist nicht nur auf allen Ebenen unseres großen Verbandes eine geschätzte Ansprechpartnerin, sondern auch in Politik und Kirche bestens vernetzt. Sie versteht es, mit Leidenschaft andere für die Sache des Frauenbunds zu begeistern und zu gewinnen. Dabei macht ihr Engagement vor Landesgrenzen oder gar Kontinenten keineswegs halt: Ihr Einsatz für eine nachhaltige Entwicklungs- und Migrationspolitik, für Bildungsgerechtigkeit und Frauensolidarität findet in Augsburg, Bayern und Deutschland genauso statt wie in Burkina Faso oder Indien.

 

Sabine Slawik engagiert sich seit vielen Jahren im Frauenbund, unter anderem im KDFB-Diözesanverband Augsburg. Seit 2014 bekleidet sie das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden im KDFB Landesverband Bayern und wurde im Juni 2018 mit hoher Stimmenzahl in diesem Amt bestätigt. In diesem Jahr kam das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden des Bildungswerks des KDFB hinzu.

 

„Sabine Slawik lebt und liebt das Ehrenamt. Sie ist Frauenbund-Frau durch und durch und ein überzeugendes Beispiel dafür, welch große Bereicherung die Übernahme eines Ehrenamts darstellt. Damit leistet sie nicht nur für uns im Frauenbund, sondern für unsere Gesellschaft als Ganzes einen unermesslich wichtigen Beitrag“, so die Vorsitzende des KDFB Bayern Emilia Müller.

 

Sabine Slawik vertritt den Frauenbund bayern-, bundes- und europaweit auch in vielen frauen- und kirchenpolitischen Gremien und ist im KDFB-Bundesverband eine der fünf gewählten Vize-Präsidentinnen.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) Landesverband Bayern setzt sich seit seiner Gründung 1911 für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik, Kirche und Gesellschaft ein. Mit 165.000 Mitgliedern ist er der größte Frauenverband in Bayern. Der Ehrenamtsnachweis Bayern entstand mit auf Anregung des KDFB Landesverband Bayern. Er wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales unterstützt sowie von der vbw-Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft anerkannt.

 


Neuer Report von Brot für die Welt: Durch Lithiumabbau droht eine ganze Region in Südamerika auszutrocknen

E-Mobilität nicht um jeden Preis

 

Lithium * Elektro-Autos * E-Mobilität * Bundeswirtschaftsminister Altmaier  

 

 

 

(Berlin/bfw) - Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat angekündigt, dass die Bundesregierung die Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien für Elektro-Autos in Deutschland mit Milliardeninvestitionen fördern wird. Lithium ist eine Schlüsselkomponente der Batterien. Brot für die Welt hat die Folgen des Lithiumabbaus für die  Bevölkerung in Bolivien, Chile und Argentinien untersucht: Der Grundwasserspiegel in dem sogenannten Lithiumdreieck sinkt, die Vegetation vertrocknet, Böden versalzen und endemische Vogelarten wie Flamingos sterben aus. Die Region ist seit Jahrhunderten Heimat indigener Gemeinschaften. Maren Leifker, Menschenrechtsreferentin bei Brot für die Welt, sagt: „Es ist wenig gewonnen, wenn in Südamerika der Lebensraum indigener Gemeinschaften zerstört wird, damit wir hier saubere Autos fahren können. Die Verkehrswende darf sich nicht auf den Austausch des Antriebs beschränken, wir müssen auch die Anzahl der Autos verringern.“

 

 

 

Das sogenannte Lithiumdreieck zählt zu den trockensten Regionen der Welt. Rund zwei Millionen Liter Wasser werden gebraucht, um eine Tonne Lithium herzustellen. Zur Gewinnung des Leichtmetalls werden im Salzsee riesige Betonbecken installiert, in die das lithiumhaltige Wasser gepumpt wird und verdunstet. Am chilenischen Atacama-Salzsee wird Lithium schon seit 1984 abgebaut. Die traditionelle Lebensweise der Indigenen, geprägt durch Land-, Viehwirtschaft und Salzgewinnung, ist durch den Lithiumabbau bedroht. Weil die indigenen Gemeinden zudem weder informiert noch angemessen an den Gewinnen beteiligt werden, gibt es zahlreiche Konflikte. Maren Leifker: „Der Lithiumbedarf sollte künftig vermehrt über Recycling abgedeckt werden. Deutsche Batterieproduzenten sollten Lithium zudem nur von Minen beziehen, die beim Abbau auf möglichst umwelt- und sozialverträgliche Verfahren achten.“

 

 

 

Mehr Elektromobilität zur Erreichung der Klimaziele ist das erklärte Ziel der Bundesregierung. Der Akku eines Elektro-Autos enthält bis zu 40 Kilogramm Lithium. Der Ausbau der Elektromobilität ist damit verantwortlich für den rasanten Anstieg des weltweiten Lithiumbedarfs, der sich in den letzten 20 Jahren verdreifacht hat und sich Prognosen zufolge bis 2025 noch einmal verdoppeln wird. In Deutschland bildet sich derzeit ein Industriekonsortium unter Beteiligung von VARTA Microbattery.

 

 

 

Brot für die Welt setzt sich für die Verantwortung deutscher Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette ein.

 

 

 

Brot für die Welt (Herausgeber), „Das weiße Gold – Umwelt- und Sozialkonflikte um den Zukunftsrohstoff Lithium“, 32 Seiten, zu beziehen über Shop: www.brot-fuer-die-welt.de/shop oder vertrieb@brot-fuer-die-welt.de

 

 

 

Kurzzusammenfassung:

 

https://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/lithium-weisse-gold

 

 

 


Lohngerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleiben im Fokus des KDFB

Frauenbund setzt hohe Erwartungen in neues Kabinett

Die Vorsitzende des größten bayerischen Frauenverbandes, des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern, bewertet die Regierungsbildung in Bayern. Foto: KDFB, Angelika Bardehle
Die Vorsitzende des größten bayerischen Frauenverbandes, des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern, bewertet die Regierungsbildung in Bayern. Foto: KDFB, Angelika Bardehle

(München/kdfb) – „100 Jahre nach Einführung der Frauenwahlrechts bleiben frauenpolitische Forderungen weiter bestehen. Demokratie, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Veränderungen sind nur mit Beteiligung von Frauen möglich. Die Anliegen von Frauen müssen berücksichtigt, gleichstellungspolitische Erfolge verteidigt werden. Wir zählen insbesondere auf Verbesserungen in Sachen Lohngerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, fasst die Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern (KDFB) ihre Erwartungen an die neue bayerische Staatsregierung zusammen.

 

Die Vorsitzende des KDFB in Bayern wünscht dem neuen Kabinett viel Energie und Tatkraft für die kommende Amtsperiode: „Zentrale Ziele im schwarz-orangen Koalitionsvertrag wie die Unterstützung von Alleinerziehenden, der Einsatz für Familien und die Stärkung einer familienfreundlichen Arbeitswelt begrüßen wir als Frauenbund ganz ausdrücklich.“

 

Der Weg zu echter Gleichstellung führe über dringend notwendige Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sei damit aber noch lange nicht am Ende: „Wir hoffen auf tatkräftige Unterstützung des bayerischen Kabinetts. Hier liegt der Frauenanteil mit 35 Prozent merklich über dem enttäuschenden Frauenanteil von knapp 27 Prozent im Landtag“, so die KDFB-Vorsitzende. „Das Bekenntnis der neuen Koalition zu Lohngerechtigkeit und Familienfreundlichkeit ist ein wichtiges Signal, das wir in den kommenden fünf Jahren fest im Blick behalten werden“, macht Emilia Müller deutlich.

 

„Wir fordern echte Teilhabe und Mitgestaltungsmöglichkeiten für Frauen in der Politik“, betont die KDFB-Landesvorsitzende. „Deshalb sehen wir es als wichtige Aufgabe des Frauenbunds, Frauen noch stärker zu ermutigen und dabei zu unterstützen, für politische Ämter zu kandidieren und politische Gestaltungsmacht einzufordern“, so die Vorsitzende. Die aktuellen Entwicklungen aber zeigten: „Weitere Maßnahmen wie Quoten oder ein Paritätsgesetz sind notwendig, um eine gerechte politische Vertretung von Frauen und Männern in unseren Parlamenten und allen politischen Gremien zu garantieren.“

 

Seit seiner Gründung 1911 setzt sich der KDFB Landesverband Bayern e.V. für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik, Kirche und Gesellschaft ein. Er ist mit 165.000 Mitgliedern der größte Frauenverband Bayerns.

 


Wir sind noch nicht am Ziel!“

 

(Köln/kdfb) – „Die Einführung des Frauenwahlrechts am 12. November 1918 war ein Signal für Frauen, sich politisch für ihre Rechte und Interessen zu engagieren. Mit ihrer Beteiligung an der ersten freien Wahl am 19. Januar 1919 machten sie deutlich: Demokratie, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Veränderungen sind nur mit Frauen möglich“, erklärt Maria Flachsbarth, Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB).

 

 

 

Mit Blick auf den heutigen 100. Jahrestag stellt der KDFB fest, dass sich die frauenpolitischen Themen von 1918 bis in die Gegenwart ziehen: gleicher und gerechter Lohn für Frauen und Männer, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Aufwertung der sozialen Berufe, Schutz vor Gewalt, Alterssicherung von Frauen. „Wir haben schon viel erreicht, aber wir sind noch nicht am Ziel, trotz Gleichberechtigungsgesetz. Den mutigen Frauen von damals haben wir viel zu verdanken, denn sie haben Wege für ihre gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen geebnet. Dieses Vermächtnis führt der KDFB selbstbewusst und zielgerichtet fort“, so Flachsbarth.

 

 

 

Bereits vor 1918 setzte sich der KDFB, der 1903 aus der Frauenbewegung entstand, mit dem Frauenwahlrecht auseinander. Er betrieb eine gründliche staatsbürgerliche Bildungsarbeit und setzte sich zum Ziel, der sozialen Benachteiligung von Frauen entgegenzuwirken und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Der Verband rief seine Mitglieder auf, sich am 19. Januar 1919 an der Wahl zur Nationalversammlung zu beteiligen und sich auch selbst zur Wahl zu stellen. Zu den 37 gewählten Frauen gehörten die KDFB-Frauen Hedwig Dransfeld, Helene Weber, Christine Teusch, Agnes Neuhaus, Maria Schmitz und Marie Zettler.

 

 

 

„Wir zollen jenen Frauen unseren Respekt, die in einer Zeit des politischen Neuanfangs und der gesellschaftlichen Umbrüche ihre Stimme für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung erhoben. Sie sind Vorbild für die Übernahme von Verantwortung und Stärkung der Demokratie“, erklärt die KDFB-Präsidentin. Vor ihnen, aber auch vor allen Frauen, die aus Überzeugung politisch denken und handeln, zieht der KDFB sprichwörtlich den Hut und lädt am 19. Januar 2019 zur Beteiligung an der Aktion „Wir ziehen den Hut“ ein.

 

 

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Bessere Arbeitsbedingungen und gerechte Bezahlung für Pflegefachkräfte schaffen und sicherstellen