Politik

25.06.2022


Streichung § 219a: KDFB bedauert Entscheidung des Bundestages und appelliert an die Verantwortung der Länder

(Köln/kdfb) - Anlässlich der im Bundestag beschlossenen Streichung des Paragraphen 219a StGB fordert der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) erneut flächendeckende und qualitätsgesicherte Unterstützungsangebote für Schwangere. Der heutige Beschluss wird laut KDFB weder der ethisch-moralischen noch der rechtlich komplexen Situation gerecht.

 

„Noch immer kommen die Länder ihrer Verpflichtung nicht nach, ausreichend ambulante und stationäre Einrichtungen für Schwangerschaftsabbrüche anzubieten sowie wohnortnahe Beratungsstellen einzurichten. An dieser Tatsache wird die Streichung des §219a nichts verändern“, betont KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. Sie stellt fest, dass es kein Informationsdefizit, sondern ein fehlendes funktionierendes Versorgungsnetz für Frauen im Schwangerschaftskonflikt gibt und sieht dringenden Handlungsbedarf bei den Ländern.

 

Der KDFB sieht die Streichung des Paragraphen 219a nur als kleinen Teil in der Gesamtdiskussion zur Unterstützung ungewollt Schwangerer und ihrer Partner*innen. Auch die finanzielle und materielle Lage von Frauen und Familien mit Kindern muss nachhaltig verbessert werden. Soziale Notlagen wie Armut, Arbeitslosigkeit oder Wohnungsmangel - häufige Gründe für Schwangerschaftsabbrüche - müssen konsequent bekämpft werden. Kinder dürfen kein Armutsrisiko darstellen.

 

 

Neben dem Selbstbestimmungsrecht der Frau und einer guten Beratung der Schwangeren muss es immer auch um das Recht und den Schutz des ungeborenen Lebens gehen. Der KDFB sieht darin eine doppelte Anwaltschaft, hat diesen Aspekt jedoch in den gesellschaftspolitischen Diskussionen der letzten Monate stark vermisst. „Wir sehen mit großer Sorge, dass manche Gruppen mit der Streichung des §219a das Ziel verfolgen, mittelfristig auch den §218 abzuschaffen“, so Flachsbarth. Deshalb erwartet der KDFB von den politisch Verantwortlichen, dass die im Koalitionsvertrag geplante Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin die doppelte Anwaltschaft zur Grundlage der Debatte für die Regulierung von Schwangerschaftsabbrüchen macht. 


EKD-Beauftragte für Schöpfungsverantwortung fordert vor G7-Gipfel Maßnahmen zur Abwendung einer globalen Ernährungskrise

Kühnbaum-Schmidt: „Zu den Menschenrechten gehört das Recht auf Nahrung und angemessene Ernährung“

In Anbetracht des Ukrainekrieges und seiner Folgen ruft Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Schwerin), Beauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für Schöpfungsverantwortung, die Vertreter der G7-Staaten zu mehr Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien auf. Ebenso drängt sie auf verstärkte diplomatische Anstrengungen zur Abwendung einer globalen Ernährungskrise. „Angesichts der zunehmenden Klimakrise und ihrer Folgen treten wir als evangelische Kirche seit vielen Jahren für einen Ausbau der erneuerbaren Energien ein. Für uns geht es dabei um den achtsamen Umgang mit der Mitschöpfung, die wie wir Menschen eigene Lebensrechte hat. Mit dem Ukrainekrieg kommen sicherheitspolitische Gründe hinzu, die Energiewende noch viel entschlossener voranzutreiben und möglichst bald unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden“, so Kühnbaum-Schmidt.

Dieses höhere Tempo in der Energiewende nehme nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft – darunter auch die Kirchen selbst – in die Pflicht. Mehr Anstrengungen und Verbindlichkeit beim Klimaschutz seien nötig, ein zügigerer Ausbau der erneuerbaren Energien auf allen Ebenen, aber auch die Frage nach mehr Suffizienz. Dabei spiele auch die weltweite Klimagerechtigkeit eine Rolle: „Ein sehr großer Teil der weltweiten Treibhausgasemissionen werde von einer wohlhabenden Minderheit der Weltbevölkerung verursacht. Das bedeutet auch: Die, die unter den Folgen des Klimawandels am meisten leiden, sind dafür am wenigsten verantwortlich – aktuell dramatisch sichtbar in Bangladesch und Indien,“ so die EKD-Beauftragte.

Für die dringend voranzutreibende sozial-ökologische Transformation sei deshalb auch die Diskussion über andere Wertvorstellungen nötig. „Schon seit vielen Jahren rufen wir auf zu einer ‚Ethik des Genug‘: Die einen, die zu wenig haben, müssen genug für ein lebenswürdiges Leben bekommen. Und die anderen, die mehr als genug haben, müssen es genug sein lassen können.“ Die Ethik des Genug stelle die Klimakrise nicht nur in Zusammenhang mit Fragen der globalen Gerechtigkeit, sondern habe auch eine spirituelle Dimension. Grenzen des „Genug“ zu erkennen und einzuhalten, bedeute, darüber nachzudenken, was es wirklich für ein gutes Leben braucht. Eine angemessene und gute Ernährung habe dabei zentrale Bedeutung.

„Im Vaterunser bitten und beten wir um unser aller tägliches Brot. Zu den Menschenrechten gehört das Recht auf Nahrung und angemessene Ernährung, ohne die ein menschenwürdiges Leben unmöglich ist“, sagt Kühnbaum-Schmidt. Deshalb gehörten die Folgen des Krieges in der Ukraine für die Welternährung zu den prioritär zu behandelnden Themen. „Gegenwärtig wird durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine nicht nur der dortige Anbau von wertvollen Lebensmitteln erschwert, es ist auch unverantwortlich und menschenverachtend, dass mit der Verhinderung des Getreideexportes aus der Ukraine durch Russland zusätzlich Menschen in anderen Weltregionen, insbesondere aus dem globalen Süden, von diesem Krieg betroffen und von Hunger bedroht sind.“

Aktuell werde der Getreidepreis durch die Verknappung sowie durch die Spekulation an den Getreidebörsen so in die Höhe getrieben, dass die Mittel der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen nicht ausreichten, um angemessene Nothilfe zu leisten. Hohe Lebensmittelpreise in armen Ländern seien wiederum ein Sicherheitsrisiko und ein Anlass für gewaltsame Aufstände und Bürgerkriege, wie die Erfahrungen vergangener Jahre lehrten. Gleichzeitig dürfe man die Welternährungsproblematik nicht allein auf den von Russland verursachten Getreideexportstopp verengen. Hier bedürfe es einer komplexen Transformation unseres weltweiten Ernährungssystems. „Die diplomatischen Anstrengungen zum Export des Getreides aus der Ukraine müssen dringend auf allen Ebenen verstärkt werden. Lebensmittelspekulationen müssen unterbunden werden. Und die Mittel für die Welternährungsorganisation müssen dringend aufgestockt werden, um Hungerkatastrophen und Bürgerkriege in anderen Ländern - vor allem in Afrika - zu verhindern. Als Kirche gilt unsere aktive Solidarität und unsere Fürbitte allen Menschen, die unter Hunger, Mangelernährung und den Folgen des Klimawandels leiden“, so die Beauftragte für Schöpfungsverantwortung.

Zum Themenkomplex Ernährungskrise und Ukrainekrieg wird auf die Stellungnahme von Brot für die Welt hingewiesen: https://www.brot-fuer-die-welt.de/spenden/wuerde/hungerkrise-ukrainekrieg/.


Welternährungskonferenz in Berlin: Zivilgesellschaft fordert politisches Handeln gegen die globale Ernährungskrise

 

(Berlin/wv) - Anlässlich der Welternährungskonferenz „Uniting for Global Food Security“ am 24.6.2022 in Berlin, zu der die Bundesministerien des Auswärtigen, für wirtschaftliche Zusammenarbeit und für Landwirtschaft und Ernährung geladen haben, fordert ein breites Bündnis* von entwicklungspolitischen, bäuerlichen, Umwelt- und Menschenrechts-Organisationen - darunter auch World Vision Deutschland - die Beendigung der Spekulation mit Nahrungsmitteln. 

Nötig sei ein konsequentes Umsteuern: Das Primat des Handelns müsse die Sicherung der Ernährung sein und nicht ökonomische Interessen. Darum müssten Agrarrohstoffmärkte effektiv überwacht und reguliert werden.

„Die Welt steckte schon vor dem Krieg in der Ukraine in einer globalen Ernährungskrise. Die Antworten zur Eindämmung von Freihandel und Importabhängigkeiten als einer der strukturellen Ursachen von Hunger sind seit Jahren unzureichend“, sagt Fiona Faye von afrique-europe-interact.

Konkret sollten Agrarfinanzgeschäfte in Krisenzeiten ausgesetzt sowie Handelslimits eingeführt werden, um negative Auswirkungen von Spekulation zügig entgegenwirken zu können.

Das Bündnis erwartet von den Konferenzvertreter*innen daher ein klares Bekenntnis zum Menschenrecht auf Nahrung sowie Unterstützung bei der Erarbeitung von Lösungen für die Ernährungskrise im Welternährungsrat der Vereinten Nationen (CFS).

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde die Stärkung der UNO angekündigt. „Dem Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung muss daher eine prominente Rolle zukommen. Maßstab für die Sicherung der Welternährung muss die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung sein, daher müssen auch Handelsfragen beim CFS besprochen werden“, sagt Roman Herre, Agrarreferent von FIAN Deutschland.

Die Einladung des UN-Sonderberichterstatters sowie des Vorsitzenden des Welternährungsrates sei ein erstes Signal in diese Richtung. Der CFS ist mit der globalen Koordinierung von Politiken zum Thema Welternährung mandatiert. „Dort müssen sich die G7-Staaten konstruktiv einbringen und ihre Partikularinteressen zugunsten globaler Lösungen unterordnen“, fordert Anne Jung von medico international.

„Die aktuelle Ernährungskrise zeigt einmal mehr den Bedarf für eine rasche und konsequente Transformationen, hin zur Umsetzung der Rechte der Bäuer:innen und zur Verwirklichung von Ernährungssouveränität lokal und global“, sagt Paula Gioia von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Europäische Koordination Via Campesina,

Politikempfehlungen des Welternährungsrates müssen effektiv umgesetzt werden. Es sei jedoch zu befürchten, dass die neue G7-Initiative „Globale Allianz für Ernährungssicherung“, initiiert von der deutschen G7-Präsidentschaft und der Weltbank, den Welternährungsrat schwächen und wichtige Themen der Hungerbekämpfung ausblendeten.

„Dringend gebraucht wird eine Aussetzung der Beimischungsquoten von Agrarkraftstoffen und eine Reduktion des Anbaus und Verbrauchs von Futtermitteln“ sagt Mireille Remesch von der Agrar Koordination.

Die aktuelle Krise werde durch Abhängigkeiten der Importe von Energie, Grundnahrungsmitteln und Kunstdünger ausgelöst. Das Bündnis warnt davor, dass diese Abhängigkeiten durch die G7-Initiative eher verstärkt werden könnten, wenn nicht umgehend umgesteuert werde. „Stattdessen müssen Abhängigkeiten dringend reduziert werden, um nachhaltig Hunger zu bekämpfen und der Klimakrise entgegenzuwirken, etwa durch eine vielfältige, agrarökologische Produktion in den Ländern des globalen Südens“, sagt Lena Bassermann vom INKOTA-Netzwerk.

 Angesichts der Welternährungskrisen müssten auch Sofortmaßnahmen ergriffen werden:  „Finanzielle Mittel für soziale Sicherungssysteme müssen mit Hilfe von Deutschland und internationalen Gebern aufgestockt werden, um armen Menschen den Kauf von Grundnahrungsmitteln auch bei starken Preisanstiegen zu ermöglichen“, sagt Josephine Koch vom Forum Umwelt und Entwicklung.

HIer können Sie von der Hungerkrise akut betroffene Kinder und Familien wirksam unterstützen

 

 


Entwicklungsministerin Svenja Schulze zeichnet Schülerinnen und Schüler aus Hessen aus

Kategorie 1, 1. Preis „Die SDGs im Kino-Werbespot“ Albert-Schweitzer-Schule, Langen (Hessen) mit Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung © Engagement Global / Merlin Nadj-Torma 

 

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze zeichnet Schülerinnen und Schüler von drei Schulen aus Hessen im Rahmen des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik „alle für Eine Welt – Eine Welt für alle“ für ihr entwicklungspolitisches Engagement aus

 

(Berlin/pm) - Entwicklungsministerin Svenja Schulze hat heute in Berlin über 230 Schülerinnen und Schüler für ihre Beiträge zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für Eine Welt – Eine Welt für alle“ ausgezeichnet. Tausende junge Menschen deutschlandweit und an Deutschen Auslandsschulen hatten sich im Rahmen des Wettbewerbs mit den globalen Herausforderungen zur Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung befasst. 

Aus Hessen wurden Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweizer-Schule in Langen, der Schule am Römerbad in Karben und der Rehbergschule in Herborn geehrt.

Die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Albert-Schweitzer-Schule in Langen haben sich mit dem Thema Zukunftsgestaltung und den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung beschäftigt. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den Inhalten der 17 Ziele und einem Austausch über eigene Erfahrungen mit globalen Herausforderungen erkannten die Kinder, dass das Leben, wie sie es führen, keine Selbstverständlichkeit ist. Anschließend nahmen sie sich vor, die 17 Ziele bekannter zu machen und andere Menschen dazu anzuregen, sich für eine nachhaltige Entwicklung zu engagieren. Dazu drehten sie einen Werbefilm und traten an ein lokales Kino heran, das den Spot drei Wochen im Vorprogramm aller Filme ausstrahlte. Hervorzuheben ist das große Engagement der Schülerinnen und Schüler: Sie haben ihr ganzes Umfeld mit ihrem Enthusiasmus angesteckt. Die Jury beeindruckte vor allem die Wirkmächtigkeit des Projekts: Durch die im Werbefilm aufgezeigten Handlungsoptionen wurden nicht nur den Zuschauerinnen und Zuschauern Denkanstöße für nachhaltigeres Handeln gegeben, sondern auch den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Selbstwirksamkeit zu erfahren. 

Der NRO-Sonderpreis von Plan International Deutschland geht an die Bienen-AG der Schule am Römerband in Karben. Unter dem Aspekt „Global denken, lokal handeln!“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Bedeutung von Bienen für die lokale Umwelt und die ganze Welt auseinander. Dabei beschäftigten sie sich zunächst mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung und verorteten die Bedeutsamkeit der Bienen innerhalb dieser Ziele. Darauf aufbauend gingen sie der Frage nach, welche Bedeutung Bienen und Imkereien in anderen Teilen der Welt haben. Dabei nutzten die Kinder, die familiäre Wurzeln in beispielsweise der Türkei, Indonesien, den USA oder Serbien haben, ihre Kontakte, um mehr über das Vorkommen und die Haltung von Bienen herauszufinden und erhielten darüber hinaus einen Einblick in verschiedene Kulturen und Lebenswelten. Hervorzuheben ist die gegenseitige Befruchtung und Motivation der Schülerinnen und Schüler durch den fortlaufenden Austausch zu neu gewonnenen Erkenntnissen. Im Zuge des Projekts entwickelte sich zudem ein besonders intensiver Kontakt zu einer Schule in Sambia, worin die Jury großes Potential für einen längerfristigen Austausch sieht. 

Die Schülerinnen und Schüler der Rehbergschule in Herborn beschäftigten sich im fächerübergreifenden Unterricht intensiv mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung und behandelten gezielt Themen wie Müll und Recycling, Ernährung und Konsum, Klimawandel und Umweltschutz sowie erneuerbare Energien. Als Produkt dieser thematischen Auseinandersetzung erarbeiteten fünf Schülerinnen und Schüler in der MountainDeer Musik-AG eigene Songs, welche die Inhalte der 17 Ziele, damit einhergehende Herausforderungen sowie Maßnahmen zur Erreichung der Ziele thematisieren und den Hörerinnen und Hörern gleichzeitig die  Notwendigkeit zu handeln vor Augen führen. Konkret wurden in den Songs die Themen nachhaltiger Konsum, faire Lieferketten, der Schutz natürlicher Ressourcen und die Einsparung von CO2 im Kontext des Klimawandels aufgegriffen. Neben den inhaltsstarken Botschaften der Songs beeindruckte die Jury vor allem das umfassende Engagement der gesamten Schule zu Themen nachhaltiger Entwicklung. Im Rahmen der Umwelt- und der Fairtrade-AG haben Schülerinnen und Schüler zahlreiche Aktivitäten wie eine Müllsammelaktion, ein Upcycling-Kunstprojekt oder eine Schulinformationsveranstaltung durchgeführt und ihr erworbenes Wissen durch selbst erarbeitete Präsentationen, Postkarten und Infoleinwände an die Mitschülerinnen und Mitschüler weitergegeben. Diese in der gesamten Schule stattfindende Bewegung fand die Jury umso beachtlicher vor dem Hintergrund, dass es sich bei der Rehbergschule um eine Schule mit Förderschwerpunkt für kranke Schülerinnen und Schüler handelt.

Ministerin Schulze würdigte den Einsatz der Schülerinnen und Schüler und bedankte sich bei den beteiligten Lehrkräften dafür, dass durch ihr Engagement globale Themen auf so vielfältige Weise Eingang in Schulunterricht und Schulalltag gefunden haben. 

„Die großen Zukunftsfragen, die auch die junge Generation zu Recht umtreiben, sind nur im globalen Miteinander zu lösen. Man kann darum gar nicht früh genug damit anfangen, sich mit Entwicklungspolitik zu beschäftigen. Es ist inspirierend, welche kreativen Lösungen dieser Wettbewerb hervorgebracht hat“, so Schulze. 

Insgesamt wurden über 400 Beiträge eingereicht, darunter Musik- und Theaterstücke, Videobeiträge, aber auch Gesellschaftsspiele, Plakate, Kunstwerke und digitale Arbeiten. Ebenso vielfältig wie die Beitragsformen waren die bearbeiteten Themen wie etwa nachhaltiger Konsum, Frieden und Konfliktlösung, Klimakrise und gesellschaftlicher Zusammenhalt.

 

22 Haupt- und Sonderpreise in fünf Kategorien 

Der erste Preis ging in Kategorie 1 (Klassen 1 – 4) an die Albert-Schweitzer-Schule in Langen (Hessen), in Kategorie 2 (Klassen 5 – 7) an das Gymnasium Netphen in Netphen (Nordrhein-Westfalen), in Kategorie 3 (Klassen 8 – 10) an die Rehbergschule Herborn in Herborn (Hessen) und in Kategorie 4 (Klassen 11 – 13) an das Regionale Berufsbildungszentrum Wirtschaft der Landeshauptstadt Kiel in Kiel (Schleswig-Holstein).

Als besonders engagierte Schulen wurden in Kategorie 5 das Erich Kästner Gymnasium in Laatzen (Niedersachsen), die Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen in Neunkirchen (Saarland), das Kurt-Huber-Gymnasium in Gräfelfing (Bayern), das Regionale Berufsbildungszentrum Wirtschaft der Landeshauptstadt Kiel in Kiel (Schleswig-Holstein) und die Grundschule Am Wingster Wald in Wingst (Niedersachsen) mit dem Schulpreis ausgezeichnet.

Das Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz in Osterode am Harz (Niedersachsen) gewann den Preis zur Unterstützung eines Schulaustauschs im Rahmen des entwicklungspolitischen Schulaustauschprogramms „ENSA“.

Die zivilgesellschaftlichen Partner des Schulwettbewerbs prämierten unter dem Titel „Hoffnungsträger“ Wettbewerbsbeiträge, die in besonderem Maße zeigen, dass die Schülerinnen und Schüler bei ihrem Einsatz für eine zukunftsfähige, nachhaltige Welt die Perspektive von Menschen im Globalen Süden auf Augenhöhe einbeziehen. 

 

Über den Schulwettbewerb 

Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für Eine Welt – Eine Welt für alle“ unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen durchgeführt. Der seit 2003 im Zweijahresrhythmus stattfindende Wettbewerb verfolgt das Ziel, den Lernbereich Globale Entwicklung im Unterricht aller Jahrgangsstufen und Schulformen zu verankern und Kinder und Jugendliche für die Themen der Einen Welt zu sensibilisieren und zu aktivieren. Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Medien sowie Fachpartner unterstützen den Wettbewerb. Aktuell sind dies: Johanniter-Auslandshilfe, Kindernothilfe e.V., missio, Plan International Deutschland e.V., Spiesser – die Jugendzeitschrift, Zeit für die Schule, Cornelsen Verlag GmbH sowie Grundschulverband e.V.

 

 


Kinderrechtsorganisation fordert Aufwertung sozialer Berufe statt Zwangsverpflichtung:

Junge Menschen sind keine Lückenbüßer für Versäumnisse in der Sozialpolitik!

 

(München/sos) - Zur Diskussion um eine soziale Pflichtzeit für junge Menschen erklärt Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdorf e.V.:

 

„Der Vorschlag, junge Menschen eine gewisse Zeit lang für soziales Engagement zu verpflichten kommt angesichts des  jugendpolitischen Versagens in der Corona-Pandemie zur Unzeit. Statt mit solch einer Zwangsverpflichtung den Fachkräftemangel im sozialen Bereich zu bekämpfen, sollten junge Menschen Zeit für frei gewählte Entwicklungswege und zur selbstbestimmten Orientierung erhalten. Sie haben ein Recht selbst über ihre Zukunft zu bestimmen.

Kinder und Jugendlichen haben in den letzten zwei Jahren viel entbehrt und haben sich durch solidarisches Verhalten während der Pandemie mehr als ausgezeichnet. Sie haben bewiesen, dass sie die Bedürfnisse anderer Menschen wahrnehmen und durchaus Gemeinsinn haben. Sie jetzt für einen sozialen Dienst zu verpflichten ist unfair und auch keine sinnvolle Lösung für den Fachkräftemangel. Zumal sich viele bereits ehrenamtlich engagieren: 42 Prozent der 14-29 Jährigen leisten laut Familienministerium freiwillige Dienste; mehr als 80.000 absolvieren jährlich ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr. 

Um noch mehr junge Menschen für soziales Engagement zu begeistern, braucht es keinen demotivierenden Zwang, sondern eine Aufwertung der bestehenden Möglichkeiten. Aufreibende Arbeitsbedingungen in Zeiten von Personalmangel und Überlastung wirken abschreckend. Eine nur knapp berechnete Aufwandsentschädigung sorgt zudem dafür, dass sich viele junge Menschen ohne entsprechenden familiären Hintergrund solch soziales Engagement schlichtweg nicht leisten können.  

 

Junge Menschen sind keine Lückenbüßer für Versäumnisse in der Sozialpolitik; die Aufwertung und Besserstellung der Berufe in Pflege, Erziehung, Bildung und Gesundheitswesen ist eine vorrangige und drängende Aufgabe der Politik. Die Coronakrise hat deutlich gezeigt, dass diese Bereiche systemrelevant sind. Es kann nicht sein, dass diese Versäumnisse nun durch eine Dienstverpflichtung junger Menschen aufgefangen werden sollen.“  


Erfolg für Petition im Menschenrechtsausschuss: Anerkennung des Genozids an der yezidischen Bevölkerung

 

Anerkennung des Genozids an der yezidischen Bevölkerung:

  • Wichtiges Signal an die Überlebenden und Angehörigen der Opfer 
  • Fraktionsübergreifender Konsens über die Anerkennung 
  • Weitere Aufklärung und Strafverfolgung notwendig

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die Entscheidung des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages, die Verbrechen des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) an der yezidischen Bevölkerung des Nordirak im Jahr 2014 als Völkermord zu betrachten. Die Mitglieder des Ausschusses folgten damit bei der heutigen Sitzung dem Anliegen einer Petition des Co-Vorsitzenden der Stelle für Jesidische Angelegenheiten in Berlin, Gohdar Alkaidy. Ein abschließendes Urteil und eine Empfehlung für das Parlament wird in Kürze erwartet. „Die Anerkennung dieses Genozids durch den Bundestag ist ein wichtiges Signal an die Überlebenden und Angehörigen der Opfer“, erklärt Tabea Giesecke, GfbV-Referentin für ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten. „Sie hilft bei der Bewältigung der Traumata. Zugleich ist sie wichtig, um Druck auf den Irak auszuüben: Hier muss es Aufklärung geben, die Täter müssen verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werden.“

Nachdem die Petition für die Anerkennung auf Bundesebene am 14. Februar im Petitionsausschuss debattiert wurde, war der Menschenrechtsausschuss der nächste Schritt. Hier zeigte sich während der Sitzung ein fraktionsübergreifender Konsens darüber, dass die Anerkennung des Genozides vorangetrieben werden müsse. Der Petent Gohdar Alkaidy sagte nach der Sitzung: „Die Anerkennung des Genozids an den Jesidinnen und Jesiden ist nicht nur für die Trauma-Bewältigung eines ganzen Volkes enorm wichtig. Sie dient außerdem der Aufarbeitung der Verbrechen und hilft bei der Aussöhnung zwischen den Ethnien und Religionen des Irak.“ 

 

Im Jahr 2014 griff der IS yezidische Siedlungsgebiete in Sinjar an. Die Intention dieses Angriffes war die vollständige Auslöschung des Yezidentums. Noch heute dauert der Genozid an. Etwa 2.500 Menschen, zumeist verschleppte Frauen und ihre Kinder, werden immer noch vermisst. „Die Anerkennung des Genozides kann ein wichtiges Zeichen setzen, dass der Irak yezidische Stimmen anhören muss“, so Giesecke. „Denn wieder sind yezidische Menschen im Irak in Gefahr und müssen fliehen.“ Im Nordirak ist die Situation durch die Auseinandersetzungen zwischen den Widerstandseinheiten Sinjars (YBS) und irakischen Truppen gefährlich. Auch die Türkei greift immer wieder kurdische und yezidische Siedlungsgebiete im Nordirak und Nordsyrien an. 


Zum Internationalen Weltflüchtlingstag: Sterben an EU-Außengrenzen muss beendet werden

Kehrtwende in der EU-Flüchtlingspolitik dringend nötig

(Karlsruhe/ekiba) - Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat den Krieg und Kriegsflüchtlinge an die Außengrenzen der Europäischen Union gebracht. Doch auch die Flüchtlingszahlen aus anderen Krisen- und Kriegsgebieten steigen – gerade auch in Folge des Konflikts mit Russland - wieder stark an. Um zu verdeutlichen, wie dringend nötig die Kehrtwende in der EU-Flüchtlingspolitik ist, finden zum Internationalen Weltflüchtlingstag am 20. Juni an verschiedenen Orten innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Baden Gottesdienste und Aktionen statt.

„Ich bin dankbar für die große Hilfsbereitschaft und das Engagement für die Geflüchteten aus der Ukraine. Darin zeigen sich bei sehr vielen Menschen Mitgefühl, Solidarität und Aufnahmebereitschaft“, so die Flüchtlingsbeauftragte der badischen Landeskirche, Pfarrerin Dr. Elisabeth Hartlieb. „Das wurde von der Politik durch schnelle und positive Maßnahmen aufgegriffen. Genau in diese Richtung brauchen wir eine Kehrtwende in der EU-Flüchtlingspolitik.”

Hartlieb fordert im Vorfeld des Internationalen Weltflüchtlingstages am 20. Juni: „Auch die Geflüchteten aus anderen Kriegsregionen - aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Eritrea und vielen anderen Ländern - dürfen nicht vergessen werden. Wir finden uns mit der Abschottungspolitik der EU und mit dem Sterben an den EU-Außengrenzen nicht ab. Hier treten wir als Christinnen und Christen zusammen mit Menschen anderer Glaubensüberzeugungen und humanitärer Motivationen für die Einhaltung der Menschenrechte ein. Gleich und frei gilt für alle – nicht nur für Europäer*innen.”

Im Bereich der badischen Landeskirche finden zum Weltflüchtlingstag an verschiedenen Orten Gottesdienste und Aktionen statt. In Kehl wird beispielsweise - wie in anderen Städten in Deutschland und auch der Schweiz - mit der Aktion „Beim Namen nennen“ den auf der Flucht gestorbenen Menschen gedacht. In der Stadtmitte vor der Friedenskirche werden zwischen 16 und 20 Uhr die Namen der mehr als 48.000 Menschen, die seit 1993 auf der Flucht gestorben sind, aufgeschrieben und verlesen. Die Lesung der Namen wird unterbrochen von Performances, Wortbeiträgen und Musik. Die mit den Namen der Toten beschriebenen Stoffstreifen werden um die Friedenskirche herum aufgehängt und bleiben dort als Mahnmal eine Woche lang. An der Passerelle (Brücke der zwei Ufer) am Rhein findet der Abschluss der Aktion mit Segensgebet statt.

 

Die Kirchenbezirke Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und Freiburg rufen mit einem Glockenläuten um 18 Uhr zum Gebet. Zur gleichen Zeit wird in der Freiburger Kirche St. Martin der jährliche ökumenische Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung gefeiert, bei dem der Zusammenhang von Flucht und Klimawandel Thema sein wird. Außerdem macht eine Ausstellung im Kreuzgang derselben Kirche auf das Thema aufmerksam.

 

Information zur Aktion „Beim Namen nennen“: www.beimnamennennen.ch/de/2022/kehl;

Weitere Informationen zum Engagement der Landeskirche im Bereich Flucht und Migration unter: www.ekiba.de/migration

 

 

 


Gedenkveranstaltung mit der Sächsischen Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur

 

(Leipzig/re) - Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 gegen die kommunistische Diktatur in der DDR ist ein zentrales Datum der deutschen Demokratiegeschichte. Nur wenige Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur und der kurze Zeit später im Osten Deutschlands errichteten kommunistischen Diktatur gingen die Menschen in fast 700 Orten für Freiheit, Demokratie und Deutsche Einheit auf die Straße. Das Eingreifen der sowjetischen Besatzungsmacht und der Deutschen Volkspolizei schlugen diesen friedlichen Aufstand blutig nieder.

Wie in jedem Jahr lädt das Bürgerkomitee Leipzig e.V. in Kooperation mit der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) und anderer Verfolgtenverbände am 17. Juni 2022, 16.00 Uhr, anlässlich des Jahrestages des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 zu einer Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung ein. Die Veranstaltung wird auch mit einem Livestream auf www.runde-ecke-leipzig.de übertragen und ist im Anschluss als Video abrufbar.

 

Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung und Schweigeminute auch im Live-Strean

Das Bürgerkomitee Leipzig e.V. lädt in Kooperation mit der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) und anderer Verfolgtenverbände am 17. Juni 2022, um 16.00 Uhr, anlässlich des 69. Jahrestages des Volksaufstandes an der Gedenktafel in der Straße des 17. Juni zum Gedenken an die Opfer des 17. Juni 1953 ein.

Nach einem Grußwort des Leiters der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Tobias Hollitzer, wird die Sächsische Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Frau Dr. Nancy Aris, in diesem Jahr die Gedenkrede halten. Sie setzt sich für die Opfer politischer Gewaltherrschaft und die Aufarbeitung der SED-Diktatur ein. Im Anschluss wird Prof. Dr. Eberhard Winkler, ein Zeitzeuge des 17. Juni 1953, schildern, wie er den Volksaufstand in Leipzig erlebt hat. Musikalisch umrahmt wird die Kranzniederlegung von den Leipziger Blechbläsersolisten. Ein Live-Stream der Veranstaltung wird ab 18.00 Uhr im Internet unter https://youtu.be/JYvhGWDm7Wc gezeigt und später als Video abrufbar sein.

Das Vermächtnis des Volksaufstandes ist aktueller denn je

In der DDR wurde der Aufstand als ein vom Westen gesteuerter faschistischer Putschversuch diffamiert, so dass ein angemessenes Gedenken erst nach der Friedlichen Revolution möglich wurde. Auch wenn der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 gegen die kommunistische Diktatur nunmehr fast 70 Jahre zurückliegt, müssen wir immer wieder daran erinnern und uns dieser Geschichte vergewissern. Denn Freiheit und ein demokratischer Rechtsstaat sind nicht selbstverständlich. Sie müssen immer wieder hart erkämpft und verteidigt werden.

Dies zeigt auch der seit inzwischen über drei Monate andauernde völkerrechtswidrige Vernichtungskrieg Russlands gegen die Ukraine, in dem das ukrainische Volk seine Freiheit und ein Leben auf Basis einer demokratischen Werteordnung gegen Putins postsowjetische Diktatur verteidigt. Der Aufstand für eine demokratische und europäische Ukraine 2014 auf dem Maidan in Kiew wurde ebenso als faschistisch diskreditiert wie der KGB-Mann Putin heute noch behauptet, die Ukraine von Faschisten befreien zu müssen.

Aktive Erinnerung an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und seine Opfer ist für die Gestaltung unseres demokratischen Rechtsstaates unverzichtbar

Seit 1945 gab es Widerstand gegen die Errichtung einer kommunistischen Diktatur im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands, der einen ersten Höhepunkt in den Protesten vor 69 Jahren fand. Vom 16. bis 21. Juni 1953 kam es in fast 700 Städten und Gemeinden der damaligen DDR zu Demonstrationen und Streiks von insgesamt mehr als einer Million Menschen. In Leipzig legten am 17. Juni insgesamt 27.000 Arbeiter und Angestellte in über 80 Betrieben die Arbeit nieder. Am Nachmittag demonstrierten bereits über 40.000 Menschen auf verschiedenen Routen durch Leipzig. Schon damals waren „Deutsche Einheit“ und „Freie Wahlen“ zentrale Forderungen des friedlichen Protestes. So zeigte sich in diesem ersten antidiktatorischen Aufstand im kommunistischen Machtbereich das Streben der Menschen in der DDR nach Demokratie und Freiheit, das schließlich am militärischen Eingreifen der sowjetischen Besatzungsmacht scheiterte.

Mit dem Einsatz von Schusswaffen und der Verhängung des Ausnahmezustandes wurden alle Hoffnungen auf Veränderungen zerstört. Neun Tote und mindestens 95 Verletzte waren allein im Bezirk Leipzig zu beklagen. Unmittelbar nach dem Aufstand setzte eine große Verhaftungswelle ein. Von den durch Stasi und Volkspolizei in Leipzig fast 1.000 Verhafteten wurden in den Folgemonaten über 100 Personen – teils in Schauprozessen – zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, einer durch ein sowjetisches Militärtribunal (SMT) auch zum Tode.

Es folgten die Volksaufstände in Ungarn 1956 und der CSSR 1968, die Solidarnosz-Bewegung in Polen der 1980er Jahre und schließlich die Revolutionen, die 1989 die kommunistischen Regime in Osteuropa zu Fall brachten. Am 17. Juni 1953 mißlang das, was am 9. Oktober 1989 vollendet werden konnte.

Ein bewusstes Erinnern an den Volksaufstand und seine Opfer war in der DDR nicht möglich. Während die Bundesrepublik den 17. Juni zum gesetzlichen Feiertag und später zum nationalen Gedenktag erklärte, wurde er vom SED-Regime bis zum Schluss als „faschistischer“ bzw. „konterrevolutionärer Putschversuch“ diffamiert. Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde der bisherige Nationalfeiertag in Westdeutschland vom 17. Juni auf den 3. Oktober gelegt. Der 17. Juni scheint jenseits runder Jubiläen zunehmend in den Hintergrund und damit in Vergessenheit zu geraten. Dies darf nicht passieren! Denn gerade dieser friedliche Aufstand für Freiheit und Demokratie gegen die kommunistische Diktatur zeigt eindrücklich, wie unerlässlich die 1989 erworbene Demokratie und Freiheit sind und dass wir uns für deren Erhalt immer wieder besonders auch in der Gegenwart einsetzen müssen.

Leipzig hat heute drei Gedenkorte an die Opfer des Volksaufstandes

Da ein angemessenes Gedenken erst nach der Friedlichen Revolution möglich wurde, erinnert erst seit 1994 in der Straße des 17. Juni eine Gedenktafel am Eingang der ehemaligen Haftanstalt, also an jenem Ort, an dem es zum ersten Todesopfer des Aufstandes kam, an die „Opfer 1933–1945 und 1945–1989“. Im Jahr 2003 wurden zwei Bronzeabdrücke von Panzerketten ebenerdig in den Boden des Salzgässchens am Markt eingelassen, um an die militärische Niederschlagung des Volksaufstandes zu erinnern. Vor einigen Jahren wurde die 1994 installierte Grab- und Gedenkanlage für die „Opfer kommunistischer Gewalt 1945-1989“ auf dem Leipziger Südfriedhof aufgewertet.

 

Allerdings liegt dieser Gedenkort für die Opfer der Gewaltherrschaft von 1945 bis 1989, auf dem auf kleinen Granitplatten auch die Namen der Toten des 17. Juni 1953 verzeichnet sind, unscheinbar am äußersten Rand. An zentraler Stelle aber findet sich auf demselben Friedhof noch heute der ehemalige sozialistische Ehrenhain, in dem an SED-Funktionäre erinnert wird, darunter auch die ersten beiden Stasi-Chefs von Leipzig.


Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ macht auf das große Leid von Kindern aufmerksam, die vor Krieg und Gewalt fliehen müssen

Weltflüchtlingstag am 20. Juni

(Aachen/kmw) -. Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ macht anlässlich des Weltflüchtlingstags am Montag, 20. Juni, auf das große Leid von Kindern aufmerksam, die aufgrund des Ukraine-Krieges und anderer kriegerischer Konflikte weltweit auf der Flucht sind. „Mädchen und Jungen sind in Fluchtsituationen vielfachen Gefahren ausgesetzt und besonders verletzlich und  schutzbedürftig“, betont Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks. „Der brutale russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat zu einem historischen Exodus geführt. Zwei Drittel aller ukrainischen Kinder sind innerhalb des eigenen Landes auf der Flucht oder mussten in Nachbarländer fliehen. Das sind erschütternde Zahlen, mit denen unermessliches Leid verbunden ist“, so Bingener. Das Hilfswerk der Sternsinger hat seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine 34 Nothilfeprojekte mit rund 1,8 Millionen Euro unterstützt. Mit dem Geld werden die Projektpartner in der Ukraine, in der benachbarten Republik Moldau und in Polen in die Lage versetzt, den geflüchteten Familien effektiv zu helfen. 

 

Im Erzbistum Ivano-Frankivsk im Westen der Ukraine beispielsweise finden geflüchtete Kinder sowie deren Mütter und Großmütter mit Unterstützung des Kindermissionswerks eine Zuflucht. So wie die 14-jährige Alesja (Name geändert). Als der Krieg ausbrach, floh sie mit ihrer Mutter aus ihrer Heimatstadt Brovary bei Kiew nach Ivano-Frankivsk. Ihr Vater blieb, um sein Land zu verteidigen. Alesja und ihre Mutter haben in einer Schule Schutz gefunden. „Hier haben wir ein Dach über dem Kopf, Wärme, Essen, Kleidung, Seife und vor allem Ruhe“, sagt sie. Wenn der Krieg zu Ende ist, wollen Mutter und Tochter nach Hause zurückkehren. „Ich mache mir Sorgen um mein Zuhause, meine Schule. Wie wird es sein, wenn ich nach Hause komme? Ich weiß es nicht“, sagt Alesja. „Aber ich hoffe, es gibt bald Frieden“. Laut Vereinten Nationen sind derzeit mehr als 100 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht – ein neuer Höchststand. Allein infolge des Ukraine-Krieges sind 14 Millionen Menschen geflohen, ein Großteil davon innerhalb des eigenen Landes. 

 

Trotz der schrecklichen Ereignisse in der Ukraine dürften andere Konflikte in der Welt nicht aus dem Blick geraten, mahnt das Kindermissionswerk. „Kriegerische Auseinandersetzungen und Gewalt in Ländern wie dem Südsudan, Syrien, Äthiopien, Kolumbien oder Myanmar, bei denen Kinder ebenfalls Opfer von Flucht und Vertreibung werden, rücken leicht aus dem Fokus der Öffentlichkeit“, sagt Pfarrer Dirk Bingener. „Wir dürfen diese Kinder nicht vergessen und müssen sie gemeinsam mit unseren Partnern weiterhin nach Kräften unterstützen.“ 

 

Die Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden: 

Pax-Bank eG

Stichwort „Flucht“

IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31

BIC: GENODED1PAX

 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger

Mehr als 1.400 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt  rund 78 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2020 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in rund 100 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.  


Zum Weltflüchtlingstag: Chancen statt Abschiebungen

Evangelische Kirchen in Hessen befürworten Verbesserungen im Aufenthaltsrecht

 

(Darmstadt/ekhn) - Die beiden evangelischen Kirchen in Hessen befürworten anlässlich des Weltflüchtlingstages am Montag, 20. Juni, die in einem neuen Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums vorgesehenen Verbesserungen im Aufenthaltsrecht. Unter anderem sieht es ein so genanntes Chancen-Aufenthaltsrecht vor. Damit soll Menschen, die vor 2017 nach Deutschland kamen und die aktuell ausreisepflichtig sind, die Möglichkeit eröffnet werden, eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Sie hätten dann ein Jahr Zeit, zum Beispiel um Lebensunterhaltssicherung und Deutschkenntnisse nachzuweisen, um schließlich ein längerfristiges Aufenthaltsrecht zu erhalten.

„Wir begrüßen diesen wichtigen Schritt zu einer integrationsorientierten Flüchtlingspolitik, für die sich die Kirchen seit vielen Jahren einsetzen. Angesichts des demographischen Wandels und des mittlerweile in vielen Branchen dramatischen Fachkräftemangels muss es einer zukunftsfähigen Migrations- und Flüchtlingspolitik vor allem darum gehen, Aufenthaltschancen zu eröffnen“, sagt der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung.

 

Neuer Geist in der Flüchtlingspolitik: Für alle Geflüchteten notwendig
Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, erklärt: „Wie es gehen könnte, erleben wir gerade bei den ukrainischen Geflüchteten, die privat wohnen dürfen und sofort Zugang zu Integrationsangeboten, Sozialleistungen sowie Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten bekommen haben. Dass das weithin akzeptiert und zügig umgesetzt wird, zeigt, wie viel sinnvoller es für die gesamte Gesellschaft ist, Geflüchteten rasch Integrationsmöglichkeiten zu bieten, statt sie auszugrenzen. Diesen neuen Geist in der Flüchtlingspolitik wünschen wir uns für alle Geflüchteten.“

 

Die Leitenden Geistlichen weisen darauf hin, dass das Chancen-Aufenthaltsrecht für möglichst viele Betroffene praktisch erreichbar sein muss. Sie kritisieren zudem, dass im jetzigen Gesetzentwurf Menschen sogar dann ausgeschlossen werden sollen, wenn nicht sie selbst, sondern Familienangehörige auch nur geringfügige Straftaten begangen haben. „Es kann nicht sein, dass einer ganzen Familie die Chance auf ein Aufenthaltsrecht verwehrt wird, wenn nur ein Familienmitglied ohne Fahrschein unterwegs gewesen ist“, sagten Hofmann und Jung. Es sei wichtig, dass mit dem neuen Gesetz das System jahrelanger Kettenduldungen endlich verlassen wird.

 

Dringend: Vorgriffsregelung in Hessen

Die beiden Kirchen unterstützen auch die Ankündigung des neuen Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein, eine so genannte Vorgriffsregelung zu erlassen, nachdem ein Gesetzentwurf auf Bundesebene vorliegt. Ein Erlass müsse jetzt sicherstellen, dass niemand mehr abgeschoben wird, der in absehbarer Zeit die Voraussetzungen für das Chancen-Aufenthaltsrecht erfüllt. Bis heute werden aus Hessen gut integrierte Menschen abgeschoben, die hier seit Jahren arbeiten und deren Kinder zur Schule gehen. Ohne eine Vorgriffsregelung würden diese Abschiebungen weitergehen, machen die beiden Leitenden Geistlichen deutlich.

 

Die im Gesetzentwurf vorausgesetzte Beantragung eines Passes aus dem Herkunftsland brauche Zeit. Selbst wenn alle Voraussetzungen vorlägen, benötigten Ausländerbehörden oft Monate, manchmal sogar Jahre bis zur Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis. Wenn die Menschen in dieser Zeit nicht vor einer Abschiebung geschützt sind, droht die bundesgesetzliche Regelung für viele ins Leere zu laufen, warnen Hofmann und Jung.

 

Anlässlich des Weltflüchtlingstages wünschen sich Bischöfin Hofmann und Kirchenpräsident Jung ein klares Bemühen der Politik, dass es nicht zu zwei Klassen von Geflüchteten komme, denn das lasse Geflüchtete am Rechtsstaat zweifeln.

 

Hintergrund:

 

Der Weltflüchtlingstag ist ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Aktions- und Gedenktag, der seit dem Jahr 2001 am 20. Juni stattfindet. 


Jetzt abstimmen: Publikumspreis Wettbewerb Kommune bewegt Welt

 

(Bonn/pm) - Beim Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ steht herausragendes kommunales entwicklungspolitisches Engagement zur Wahl. 2022 wird erstmals ein Publikumspreis verliehen. Ab sofort können Bürgerinnen und Bürger für ihre Kommunen abstimmen. 

 

Bis zur Bewerbungsfrist am 3. Juni 2022 haben sich 50 Kommunen beworben. Gestern startete die Abstimmung zum Publikumspreis von „Kommune bewegt Welt“, dem Wettbewerb für kommunale Entwicklungszusammenarbeit. Von den 50 eingereichten Bewerbungen haben sich 36 Kommunen ebenfalls für den Publikumspreis qualifiziert. Erstmalig kann die Öffentlichkeit nun per Online-Abstimmung über die Gewinnerin des Publikumspreises entscheiden. Bis zum 19. August 2022 kann jede und jeder ab sofort eine Stimme vergeben. Damit unterschiedlich große Kommunen die gleiche Chance in dieser Gewinnkategorie haben, werden die abgegebenen Stimmen für eine Kommune mit ihrer Einwohnerzahl ins Verhältnis gesetzt. Das Preisgeld des Publikumspreises beträgt 3.000 Euro. 

 

Alle Gewinnerkommunen des Wettbewerbs erhalten ihre Auszeichnungen auf der feierlichen Preisverleihung in Düren am 15. September 2022. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) zeichnet mit dem Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ herausragende entwicklungspolitische und kommunale Kooperationen in den Kategorien „kleine Kommunen“, „mittlere Kommunen“ und „große Kommunen“ sowie besonderes Engagement mit Sonderpreisen aus. Diese Kategorien sind mit Preisgeldern bis zu 20.000 Euro dotiert. 

 

Die am Publikumspreis teilnehmenden Kommunen bewarben sich mit der Antwort auf die Frage, warum ihr Engagement in der kommunalen Entwicklungspolitik zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beiträgt. 

Die Antworten der Kommunen und die Abstimmung finden Interessierte unter https://engagementglobal.sslsurvey.de/Kommune-bewegt-Welt 

 

Über den Wettbewerb

Ziel des Wettbewerbes ist es, das hohe und vielseitige kommunale Engagement sichtbar zu machen und die Kommunen mit ihren zivilgesellschaftlichen Partnerinnen und Partnern zu unterstützen. 2022 findet der alle zwei Jahre ausgetragene Wettbewerb zum fünften Mal statt. Durchgeführt wird „Kommune bewegt Welt“ von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). 

 

 

Zum Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ www.kommune-bewegt-welt.de


Soziale Initiativen können sich bundesweit bis zum 30. Juni auf startsocial.de für ein viermonatiges Beratungsstipendium bewerben

Förderung sozialen Engagements: startsocial vergibt 100 Beratungsstipendien an soziale Initiativen

Foto: startsocial e.V.
Foto: startsocial e.V.

(Hamburg/pm) - Bis zum 30. Juni 2022 können sich soziale Initiativen bundesweit für ein viermonatiges Beratungsstipendium bewerben. Alle 100 Stipendiaten erwartet eine kostenlose, viermonatige Beratung durch zwei erfahrene Fach- und Führungskräfte. Mitmachen können alle, die soziale Herausforderungen mit Hilfe von Ehrenamtlichen anpacken – unabhängig davon, ob sie nur eine Idee verfolgen oder bereits eine etablierte Organisation sind. Schon die Bewerbung lohnt sich, da alle Initiativen, die sich bewerben, detaillierte Feedbacks zur Weiterentwicklung von ehrenamtlichen Jurymitgliedern erhalten.

Was bietet startsocial sozialen Initiativen?

Durch individuelle Beratung unterstützt startsocial bei der Verwirklichung oder Weiterentwicklung von Organisationen, Projekten und Ideen, z.B. bei Themen wie Öffentlichkeitsarbeit und Finanzplanung oder bei der Organisation von Arbeitsabläufen. Der professionelle Blick von außen ist insbesondere in Krisenzeiten sehr hilfreich, um die aktuellen Herausforderungen zu bestehen. Zusätzlich unterstützt startsocial die geförderten Initiativen mit Netzwerkveranstaltungen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Stipendium erhalten alle Initiativen Zugang zum Alumni-Netzwerk und damit zu weiteren exklusiven Unterstützungs- und Vernetzungsangeboten.

Die 25 überzeugendsten Initiativen werden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Sommer 2023 geehrt. Sieben von ihnen erhalten zusätzlich Geldpreise im Gesamtwert von 35.000 Euro.

Die ehemalige startsocial-Stipendiatin Katja Feenstra, Gemüse-Netzwerk e.V., formuliert den Nutzen des Stipendiums so:

„startsocial möchte Hilfe für Helfer bieten und genau das passiert auch. Jeder, der anderen Menschen etwas Gutes tun und sich sozial engagieren will, möchte dabei effektiv sein und so viel wie möglich erreichen. Man übersieht oft Verbesserungsmöglichkeiten, weil man zu dicht an seiner Arbeit dran ist. Es ist sehr hilfreich, erfahrene Beraterinnen und Berater von außen draufschauen zu lassen und Problemstellungen gemeinsam zu besprechen. Selbst wenn man es nicht schafft, ein Stipendium zu ergattern, lohnt es sich allein schon für das wirklich tolle Jurorenfeedback, eine Bewerbung zu senden.“

 

Bewerbungen können bis zum 30. Juni 2022 unter www.startsocial.de online eingereicht werden.

Ein kurzer Film erklärt den startsocial-Wettbewerb in 1:30 Minuten.

 

Über startsocial e.V.

 

startsocial ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements. Die laufende Wettbewerbsrunde steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Olaf Scholz. Unter dem Motto „Hilfe für Helfer“ vergibt startsocial jährlich 100 viermonatige Beratungsstipendien und 25 Auszeichnungen, darunter sieben Geldpreise, an herausragende soziale Initiativen. In jeder Wettbewerbsrunde bringen rund 550 Fach- und Führungskräfte als ehrenamtliche Coaches sowie Jurorinnen und Juroren ihr Fachwissen und ihre Erfahrung ein. Der Wettbewerb wird seit 2001 veranstaltet und hat bereits über 1.800 soziale Initiativen bei ihrer Weiterentwicklung begleitet und unterstützt. Hauptförderer des Wettbewerbs 2022/23 sind die Unternehmen Allianz Deutschland AG, Deutsche Bank AG, SAP SE, ProSiebenSat.1 Media SE und McKinsey & Company.


Freiwilligendienste und Ehrenamt stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pflichtdienst kein Beitrag zum Gemeinsinn

(Düsseldorf/bdkj) - Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) spricht sich gegen die Einführung eines allgemeinen Pflichtdienstes oder einer sozialen Pflichtzeit für junge Menschen aus, wie sie jetzt Bundespräsident Steinmeier vorschlägt.


„Wir stimmen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu, dass unsere Gesellschaft mehr Gemeinsinn und Zusammenhalt braucht. Ein Zwang für junge Menschen ist aber der falsche Weg“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzender Gregor Podschun. „Die beste Antwort auf die Frage, wie sich gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland stärken lässt, ist in den Strukturen der Freiwilligendienste zu finden. Wenn die Politik dies erkennt und die vorhandenen Dienste stärkt, erübrigt sich jede weitere Diskussion rund um Pflichtdienste.“

Immer wieder flammt die Debatte um verpflichtende Sozialdienste auf. Bundespräsident Steinmeier spricht von einer Horizonterweiterung und darüber verschiedene Sichtweisen kennenzulernen. Gregor Podschun betont, durch die vielen Freiwilligendienstleistenden werde deutlich, dass junge Menschen nicht zu sinnvollen Tätigkeiten gezwungen werden müssen. Schon heute engagieren sich über 100.000 überwiegend junge Menschen in sozialen, ökologischen oder kulturellen Bereichen in einem Freiwilligendienst. „Anstatt einen Pflichtdienst einzuführen, sollten bestehende Freiwilligendienste gestärkt und attraktiver gemacht werden, um mehr Menschen die Entscheidung für ein gesellschaftliches Engagement aus eigenem Antrieb zu ermöglichen,“ so Podschun. „Ansatzpunkte sind aus unserer Sicht als Jugendverband der Ausbau inklusiver Zugangsmöglichkeiten, erleichterte Anerkennung eines Freiwilligendienstes in Ausbildung und Studium und natürlich ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr um das Engagement der Freiwilligen wertzuschätzen und Zugänge zu erleichtern.“

Auch in Zeiten von Fachkräftemangel im Pflegesektor werden verpflichtende Gesellschaftsjahre als Antwort auf drängende Fragen immer wieder ins Spiel gebracht. „Dem Fachkräftemangel im Pflegesektor mit einer Verpflichtung junger Menschen zu begegnen, wäre für die dringend notwendige Aufwertung der Pflegeberufe eher kontraproduktiv“, sagt Gregor Podschun.

Die Freiwilligendienste sind ein Bildungs- und Orientierungsangebot. Zentrales Charakteristikum ist die Freiwilligkeit, auf der die Motivation zum Engagement fußt. Schon seit 2017 fordern die verbandlichen Zentralstellen der Freiwilligendienste den kostenlosen Nahverkehr für Freiwilligendienstleistende. Anfang 2020 wurde für Soldat*innen die kostenlose Fahrt mit dem ÖPNV realisiert.

 

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

 

 


Tollwood unterstützt Petition gegen Aufweichung der Gentechnik-Regulierung bei Lebensmitteln

Kein Freifahrtschein für neue Gentechnik im Essen

(MÜNCHEN/BRÜSSEL/tw) - Das Münchner Tollwood spricht sich gegen die von der EU-Kommission geplante Aufweichung von Gentechnik-Gesetzen im Lebensmittelbereich aus. Während des Sommerfestivals vom 16. Juni bis zum 17. Juli können sich Besucherinnen und Besucher einer entsprechenden Petition anschließen, die europaweit von zahlreichen Umwelt- und Bio-Verbänden getragen wird. Ein Tante-Emma-Laden auf dem Festival-Gelände zeigt zudem, was unser Essen wirklich kosten müsste, würden alle Folgekosten seiner Erzeugung durch Schäden an Umwelt, Klima und Biodiversität eingerechnet.

Unter dem Motto „Nicht hinter unserem Rücken: Kein Freifahrtschein für neue Gentechnik im Essen!“ fordert die Petition, die bisherige Regulierung auch für neue Gentechnik beizubehalten. Das Tollwood unterstützt eine Initiative europäischer Umwelt- und Bio-Verbände – darunter die Dachorganisation der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft in Deutschland (BÖLW). Sie alle sind dagegen, die bisherigen EU-Gentechnik-Regeln zu lockern. Im laufenden Gesetzgebungsprozess, der neue technische Verfahren zur Veränderung des Erbguts wie die sogenannte CRISPR/CAS9-Methode berücksichtigt, hat sich die EU-Kommission sehr einseitig zu Gunsten einer Deregulierung positioniert.

Mit dem neuen, umgangssprachlich auch als „Genschere“ bekannten, CRISPR/CAS9-Verfahren lässt sich das Erbgut von Pflanzen und Tieren im Labor biochemisch zerschneiden und verändern. Gene können eingefügt, entfernt oder stillgelegt werden. Werden solche Verfahren von den Vorgaben nach bisherigem EU-Gentechnikrecht ausgenommen, würde dies dazu führen, dass gentechnisch veränderte Organismen ohne unabhängige Risikoprüfung und Kennzeichnungspflicht auf den Saatgut- und Lebensmittelmarkt kommen. Eine gentechnisch veränderte Gurke könnte dann im Handel nicht mehr von einer herkömmlich gezüchteten unterschieden werden.

„Auf dem Tollwood Festival gab es von Anfang an nur Bio-Lebensmittel. Seit 2003 ist die Gastronomie nach EU-Öko-Verordnung bio-zertifiziert. Bio kommt ohne Gentechnik aus. Bio-Höfe zeigen schon heute, wie wir uns zukunftsfähig mit Lebensmitteln versorgen können“, erläutert Daniela Schmid, Projektleiterin des Bereichs „Mensch und Umwelt“ bei Tollwood. Sie stellt klar: „Eine Verwässerung der Gesetzgebung würde einer Täuschung unserer Besucherinnen und Besucher gleichkommen. Gentechnik muss klar gekennzeichnet und rückverfolgbar bleiben. Deshalb unterstützen wir diese Petition.“

In einem Tante-Emma-Laden auf dem Tollwood Festival gibt es weitere Informationen zu den laufenden Gentechnik-Konsultationen auf EU-Ebene. Dort kann man zudem für die Petition auf Papier oder online unterschreiben. Der Tollwood Aktionsort ist ganz dem Thema Lebensmittel[1]Wahrheit verpflichtet. Er zeigt am Beispiel gängiger Nahrungsmittel, warum die Preise für unser Essen an der Ladenkasse nicht die tatsächlichen Kosten widerspiegeln, die durch die Landnutzung, Klimagase und durch den Einsatz von Nitrat oder Pestiziden bei der Erzeugung von Lebensmitteln entstehen. „How much is the dish? – Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität durch true cost accounting bei Lebensmitteln“ (HoMaBiLe) heißt das Projekt, an dem ein Team der Universität Greifswald forscht – gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, initiiert und unterstützt vom Praxispartner Tollwood.

 

Weitere Informationen

Online-Petition „Nicht hinter unserem Rücken – kein Freifahrtschein für neue Gentechnik in unserem Essen!“

 

Über das Forschungsprojekt HoMaBiLe

„How much is the Dish? – Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität durch true cost accounting bei Lebensmitteln (HoMaBiLe)“ ist ein gemeinsames Projekt der Tollwood Gesellschaft für Kultur- und Umweltaktivitäten mbH München und der Universität Greifswald, finanziell unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Forschungsvorhaben beziffert die Umweltkosten der Nahrungsproduktion anhand von Parametern wie Schadstoffausstoß (Nitrate, Stickstoff), Klimagasen und Landnutzung. Die Preise im Laden bilden solche Umwelt- und Klimafolgen nicht oder nur unvollständig ab. Ziel der Ermittlung „wahrer Kosten“ ist es, Politik, Handel und Landwirtschaft vollständige Preisdaten für Lebensmittel zur Verfügung zu stellen, auf deren Basis effiziente Maßnahmen zum Klimaschutz und dem Erhalt der Artenvielfalt ergriffen werden können. Die Tollwood GmbH hat die Forschung zu den „wahren Kosten“ angestoßen und anschubfinanziert. Die Ergebnisse fließen u.a. in das Tollwood-Projekt „Bio für Kinder“ ein, das Kitas und Schulen deutschlandweit unterstützt, auf eine nachhaltige Ernährung umzustellen. Das zweimal jährlich stattfindende Tollwood Festival in München bietet zudem einen Veranstaltungsrahmen für niederschwellige Bildungsangebote sowie -aktionen und erreicht jährlich 1,5 Millionen Menschen. Wie sich „wahre Kosten“ in unserer täglichen Ernährung niederschlagen, ist während des bevorstehenden Sommerfestivals in München vom 16. Juni bis 17. Juli 2022 für alle Besucherinnen und Besucher anschaulich und leicht nachvollziehbar in einem Tante-Emma-Laden dargestellt.

 

Über Tollwood

Die Tollwood GmbH in München veranstaltet zweimal im Jahr ein Festival: eines im Sommer, eines im Winter. Das erste Tollwood Festival fand im Sommer 1988 statt. 1992 kam das Winterfestival hinzu. Der Eintritt zu mehr als 90 Prozent aller Veranstaltungen des Festivals ist frei. Die privatwirtschaftliche Gesellschaft für Kulturveranstaltungen und Umweltaktivitäten engagiert sich über die Festivals hinaus, u. a. mit der Initiative „Bio für Kinder“ und dem Aktionsbündnis „Artgerechtes München“. Als Praxispartner unterstützt Tollwood das Forschungsprojekt der Universität Greifswald HoMaBiLe.

 

Weitere Informationen: www.tollwood.de


Jugendschutzsoftware: So landen Kinder nicht auf Pornoseiten

Quelle „SCHAU HIN!“
Quelle „SCHAU HIN!“

 

(Berlin/pm) - Das Netz bietet viele Chancen – aber auch Risiken. Mit einer Jugendschutzsoftware können Eltern für mehr Sicherheit auf digitalen Geräten sorgen und ihre Kinder vor ungeeigneten Inhalten schützen. Die Programme sollten jedoch nicht die einzige Sicherheitsvorkehrung bleiben und auch nicht als Überwachungsinstrument eingesetzt werden, empfiehlt die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“.

 

Dass Heranwachsende mit dem eigenen Smartphone oder PC auf unangemessenen Seiten landen oder nicht altersgerechte Apps nutzen, ist die Sorge vieler Eltern. „Spätestens, wenn Kinder eigene Geräte besitzen und selbstständig online unterwegs sind, unterstützen Jugendschutzprogramme und vereinfachen den Medienalltag in Familien“, meint Kristin Langer, Mediencoach bei SCHAU HIN!. Angebote wie Salfeld, JusProg, oder Google Family Link bieten unterschiedliche Schutzmaßnahmen je nach Anbieter und Gerät, auf dem sie genutzt werden sollen. Allerdings sind nur wenige, wie z.B. JusProg, offiziell als Jugendschutzprogramm gemäß des Jugendmedienschutzstaatsvertrags anerkannt.

 

Diese Einstellungen schützen
Jugendschutzanwendungen bieten die Möglichkeit, den Zugriff auf Websites und Anwendungen zu begrenzen. Das gilt für mobile Geräte ebenso wie für Laptops, PCs und Spielkonsolen. Jugendschutzapps für Smartphones und Tablets können in der Regel nach Altersstufen filtern, also beispielsweise nur Angebote für Kinder bis zwölf Jahre anzeigen. Das schließt viele ungeeignete Apps aus, einen hundertprozentigen Schutz bieten die Filter jedoch nicht. Sicherer ist es, eine Liste einzelner Angebote zu erstellen, die die Eltern kennen oder vorher geprüft haben und ihrem Kind erlauben. Das geht zum Beispiel mit Google Family Link für Smartphones und Tablets, aber auch mit vielen Jugendschutzanwendungen für den PC. Dort können Eltern meist auch vom Programm vorgegebene Listen mit geeigneten Inhalten nutzen. Andersherum können auch durch sogenannte „Blacklists“ ungeeignete und nicht altersgerechte Angebote ausgeschlossen werden, während andere Websites zugänglich bleiben. Porno- und Glücksspielseiten, die den Betreibern der Jugendschutzsoftware bekannt sind, werden dann beispielsweise nicht angezeigt.

 

Nicht zur Überwachung einsetzen
Wenn Familien Jugendschutzanwendungen einsetzen, ist es wichtig, dies mit den Kindern zu besprechen und die Beweggründe zu erklären: „Wenn Kinder verstehen, dass es Aufgabe der Eltern ist, für ihren Schutz und ihr Wohlbefinden zu sorgen, akzeptieren sie Maßnahmen wie die Beschränkungen durch Jugendschutzprogramme viel besser.“ Einige Programmanbieter ermöglichen es, die von dem Kind besuchten Webseiten und Apps einzusehen oder den Standort des Smartphones nachzuvollziehen. Solche Funktionen sollten nur nach vorheriger Absprache genutzt werden. „Wenn Eltern Jugendschutzprogramme zur Kontrolle einsetzen, schränkt das bei Kindern das Recht auf Privatsphäre und Selbständigkeit ein. Zudem lernen Kinder nicht, Verantwortung für sich und ihr Handeln zu entwickeln“, erklärt Kristin Langer.

 

Verbindliche Absprachen sind der beste Schutz 
Egal für welche Anwendung Eltern sich entscheiden – sie können nicht die einzige Lösung sein: „Jugendschutzprogramme dienen als Unterstützung. Sie ersetzen nicht das Gespräch zwischen Erwachsenen und Kind über die sichere Nutzung von Medien.“ Die Anwendungen helfen zwar, bieten jedoch keinen umfassenden Schutz vor Risiken: Ungeeignete Inhalte werden nicht immer zuverlässig herausgefiltert. Außerdem bestehen Möglichkeiten, die Software zu umgehen. Auch Übergriffe durch andere Personen erkennen die Programme nicht. Trotz installierter Schutzprogramme kann es zu sexualisierter Ansprache im Netz („Cybergrooming“) oder zu verletzendem Online-Verhalten (u.a. „Cybermobbing“) kommen. Hier schützen Eltern ihr Kind am besten, wenn sie über Risiken aufklären, konkrete Verhaltensmöglichkeiten verabreden und signalisieren, dass sie für jede Situation Ansprechpartner*innen sind. 

 

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der AOK – Die Gesundheitskasse. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

 

 


Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen

Die verbotene Seite: Podcast erinnert an Mauer durch Schulhof in NRW

Seitlicher Blick auf den Behrensbau, den künftigen Sitz des Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalen, davor die Düsseldorfer Rheinpromenade © Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen / Axel Thünker 

 

 

Neue Podcastfolge blickt zurück auf die Trennung von evangelischen und katholischen Kindern in nordrhein-westfälischen Schulen in den 1950er/1960er Jahren

 

(DÜSSELDORF/pm) - Eine zwei Meter hohe Backsteinmauer steht im Zentrum der neuen Folge des Podcasts „Unser Land. Geschichten aus 75 Jahren NRW“. Die im Jahr 1960 im niederrheinischen Ringenberg, heute Ortsteil von Hamminkeln, errichtete Mauer stand auf dem Pausenhof der örtlichen Volksschule und trennte evangelische von katholischen Schülerinnen und Schülern. Was heute undenkbar erscheint, war in den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit Normalität: die strikte Trennung der Konfessionen. Der Podcast zur Jubiläumsausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“ im Düsseldorfer Behrensbau geht der Geschichte in seiner neuesten Folge auf den Grund. Zu Wort kommen unter anderem Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die von ihrem Schulalltag in den 1960er Jahren erzählen.

 

Für Frank Wernecke, der als Kind den evangelischen Teil der Ringenberger Volksschule besuchte, gehörte die Trennung der Konfessionen zum Alltag: „Das war nichts Befremdliches, das war normal. Es gab keinen Kontakt zu den katholischen Kindern, weder auf dem Schulweg, noch während der Schulzeit noch hinterher.“ Die getrennte Erziehung evangelischer und katholischer Kinder war in den ersten Nachkriegsjahrzehnten in Nordrhein-Westfalen üblich. Dazu trugen auch die Konfessionsschulen bei, die in der Landesverfassung von 1950 als Regelfall festgeschrieben wurden. Dr. Jürgen Peter Schmied, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen, erklärt: „Eltern besaßen einen rechtlichen Anspruch darauf, dass ihre Kinder eine konfessionell geprägte Schulbildung erhielten. In der christlichen Prägung sah man ein Schutzmittel, um einen Rückfall in die Barbarei des Nationalsozialismus und ähnliche Bedrohungen zu verhindern. Erst unter Ministerpräsident Heinz Kühn (SPD) wurde bis 1968 die Konfessionsschule als Regelfall abgeschafft.“ So auch in Ringenberg.

Ein Stück dieser Mauer ist nun Teil der Jubiläumsausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“, die noch bis zum 28. August 2022 im Behrensbau am Rheinufer in Düsseldorf zu sehen ist.

 

Mehr davon erzählt der Podcast „Unser Land. Geschichten aus 75 Jahren NRW“. Er ist kostenfrei abrufbar unter Podigee und Spotify.

Jubiläumsausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“

Die Mauer aus Ringenberg sowie andere spannende Exponate sind aktuell zu sehen in der Jubiläumsausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“ im Behrensbau am Mannesmannufer 2, 40213 Düsseldorf. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 9 bis 18 Uhr, samstags, sonntags, feiertags 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Kostenlose öffentliche Führungen: mittwochs, 12.30 bis 13.30 Uhr, donnerstags 16.30 bis 18 Uhr, samstags 14.30 bis 16 Uhr, sonntags 11.30 bis 12.30 Uhr / 16 bis 17.30 Uhr. Führungen für Gruppen buchbar unter: besucherservice@hdg.nrw, Tel. 0211 513 613-33.

 

 

Weitere Informationen: www.unser-land.nrw


Bischöfin Hofmann und Kirchenpräsident Jung danken Ministerpräsident

Abschied Ministerpräsident Bouffier: „Er war immer ein verlässliches Gegenüber für die Kirchen“

 

(Wiesbaden/ekhn) - Über viele Jahre hinweg war er ein verlässlicher Gesprächspartner  für die Kirchen: Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, dankendem scheidenden Ministerpräsidenten Volker Bouffier zum Ende seiner Amtszeit für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und den stetigen, konstruktiven Dialog. Dazu zählen auch zwölf so genannte Spitzengespräche, die Bouffier mit den Leitenden Geistlichen während seiner Zeit an der Spitze der hessischen Landesregierung führte. Am Dienstag (31.Mai) wird Bouffier sein Amt als Ministerpräsident aufgeben. Boris Rhein soll dann im Wiesbadener Landtag zu seinem Nachfolger gewählt werden.

 

„Seit vielen Jahren hat Volker Bouffier die Geschicke des Landes Hessen maßgeblich mitgestaltet, dem Land ein Gesicht gegeben und war dabei immer ein verlässliches Gegenüber für die Kirchen, würdigt Bischöfin Hofmann. Diese Zusammenarbeit habe sich gerade auch in schwierigen Zeiten sehr bewährt. Kirchenpräsident Volker Jung sagt: „Bouffier hat auch in Krisenzeiten immer wieder das Gespräch mit den Kirchen gesucht. Er war so ein Garant für eine sehr gute Kooperation in den gemeinsamen Themen und Aufgaben.“  

 

So sei Bouffier auch in sensiblen Fragen wie dem Asylrecht immer ein konstruktiver Gesprächspartner gewesen, der auch bei Meinungsverschiedenheiten die Position des jeweils anderen wertschätzte, sagte Jung. Auch in den Hochphasen der Corona-Pandemie sei die Zusammenarbeit stets vertrauensvoll gewesen: „Es war für uns hilfreich und entlastend zu wissen: Regelungen, die uns als Kirche betreffen, werden gut mit uns abgestimmt und die Interessen und Fragen der Kirche werden gehört“, sagt Bischöfin Hofmann.

 

 

Bischöfin Hofmann und Kirchenpräsident Jung freuen sich nun auf die Zusammenarbeit mit Landtagspräsident Boris Rhein, der Dienstag zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden soll. Sie wünschen ihm für seine Amtszeit Gottes Segen. Sie sind sich sicher, dass der „erfahrene Landespolitiker die vertrauensvolle Kooperation mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften sehr schätzt“ und deshalb weiter viel Gutes miteinander gestaltet werden kann.  


Museum im Stasi-Bunker hat am 28. und 29. Mai 2022 geöffnet

 

(Leipzig/re) - Am Samstag und Sonntag, den 28. und 29. Mai 2022 ist das Museum im Stasi-Bunker bei Machern wieder für Besucher geöffnet. Von 13.00 bis 16.00 Uhr können Interessierte die Bunkeranlage besichtigen. Während des Rundgangs durch die unterirdische Bunkeranlage erfahren die Gäste interessante Details zur Baugeschichte und der ausgeklügelten Versorgungs- und Nachrichtentechnik sowie über die politischen Hintergründe, die mit dem Bunkerbau einhergingen.

 

Bis 1989 wurde die unterirdische Anlage funktionsbereit gehalten, um die geheimpolizeiliche Tätigkeit von dort aus weiterzuführen und auch im Fall eines Ausnahmezustandes den Machtanspruch des SED-Regimes aufrechterhalten. Die Planungen reichten von der weiteren und noch intensiveren Überwachung der Bevölkerung bis hin zu vorbereiteten Isolierungslagern für Oppositionelle. Zur Umsetzung der Pläne und Belegung des Bunkers kam es dank der Friedlichen Revolution im Herbst ´89 zum Glück nie.

 

 

Außerdem wird im Besucherzentrum des Museums die Fotoausstellung der Soziologin und Fotografin Cordia Schlegelmilch „Aufbruch und Erinnerung - Eine fotografische Reise in den Osten Anfang der 1990er Jahre “ präsentiert. Von 1990 bis 1996 führte sie eine außergewöhnliche Langzeitstudie zum gesellschaftlichen und politischen Umbruch in der DDR durch und interviewte Menschen unterschiedlicher Milieus und Altersgruppen. Begleitend dazu dokumentierte sie den Wandel fotografisch. Die Fotografien der Ausstellung sind eine Sammlung von Moment-Aufnahmen des Übergangs einer kleinstädtischen Gesellschaft der DDR in das Gesellschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland.


Deutsche Aidshilfe: Drogentodesfälle dramatisch gestiegen – Politikwechsel jetzt!


1.826 Menschen sind 2021 in Deutschland an den Folgen von Drogenkonsum und Drogenverbotspolitik gestorben. Um Menschenleben zu retten, sind staatliche Kontrolle und Entkriminalisierung auch „harter“ Drogen erforderlich.

 

(Berlin/hw) - 1.826 Menschen sind 2021 in Deutschland an den Folgen von Drogenkonsum und – vor allem – der gescheiterten Drogenverbotspolitik gestorben, fast 16 Prozent mehr als 2020 und 44 Prozent mehr als 2017. Dieser dramatische Anstieg erfordert einen unverzüglichen Politikwechsel hin zu Entkriminalisierung und staatlicher Regulierung.

„Um Menschenleben zu retten, sind eine staatlich kontrollierte Abgabe auch sogenannter harter Drogen und die Entkriminalisierung der Drogenkonsument*innen erforderlich – und ein Ausbau schadensmindernder Angebote“, sagt Björn Beck vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe (DAH). „Die Kriminalisierung von Drogen konsumierenden Menschen zerstört das Leben Hunderttausender, darunter auch derjenigen, die ihnen nahestehen.“

Auch der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, der die Zahlen zu Drogentodesfällen veröffentlicht hat, erklärte, ein „Weiter so“ in der deutschen Drogenpolitik sei nicht möglich.

 

Regulierung statt Schwarzmarkt

„Statt Drogen konsumierende Menschen wegen geringer Mengen zum Eigenbedarf zu kriminalisieren und zu inhaftieren, muss der Staat die Abgabe von Substanzen regulieren und deren Qualität kontrollieren“, sagt DAH-Drogenreferent Dirk Schäffer. „Substanzen vom Schwarzmarkt sind meist stark verunreinigt und Konsumierende können den Reinheitsgehalt nicht einschätzen – beides oft mit tödlichen Folgen.“

Die Deutsche Aidshilfe fordert deshalb die staatliche Kontrolle der Produktion und die legale Abgabe von Substanzen in jeweils geeigneter Form, etwa über Fachgeschäfte oder das Medizinsystem. Außerdem solle der Gesetzgeber geringfügige Mengen zum Eigenverbrauch festlegen, deren Erwerb und Besitz nicht strafrechtlich verfolgt wird. 

 

Entkriminalisierung rettet Leben

Das Festhalten an der kontraproduktiven Kriminalisierungspolitik kostet jeden Tag Menschenleben.

„Erst eine Entkriminalisierung schafft die Möglichkeit, dass Menschen früher Hilfe suchen und annehmen“, so Schäffer. „Außerdem wird so der Kreislauf der Inhaftierungen durchbrochen, der mit enormen Risiken für Leben und Gesundheit der Betroffenen einhergeht und die Gesellschaft als Ganze teuer zu stehen kommt.“

Etwa 80 Prozent der Strafanzeigen mit Drogenbezug beziehen sich auf sogenannte konsumnahe Delikte und richten sich gegen Konsumierende, nicht gegen diejenigen, die finanziell profitieren.

In Haft steigt zum Beispiel das Risiko einer HIV- oder Hepatitis-Infektion um ein Vielfaches. Sterile Spritzen und Konsumutensilien stehen nicht zur Verfügung, auch Substitutionstherapien sind nicht immer zugänglich.

 

Schadensminimierung ausbauen

Darüber hinaus müssen Angebote zur Schadensminderung bundesweit ausgebaut und besser zugänglich gemacht werden. Dazu DAH-Vorstand Beck:

„Wir brauchen Drogenkonsumräume in allen Bundesländern und in der Fläche, wir brauchen endlich Drugchecking, also das Testen von Substanzen auf Inhaltsstoffe und deren Wirkstoffkonzentration, in Verbindung mit Beratungsangeboten. Wir brauchen den flächendeckenden Zugang zur Substitutionsbehandlung und die gesetzliche Gleichstellung der Diamorphinbehandlung, also der Abgabe von pharmazeutisch reinem Heroin an Konsument*innen.“

Zudem müssen Länder und Kommunen Aids- und Drogenhilfen so ausstatten, dass sie ihren immer vielfältigeren Aufgaben nachkommen können. 

„Die meisten Einrichtungen sind nicht in der Lage, szenenahe Testangebote auf HIV und Hepatitis C anzubieten, und haben keine ausreichenden Finanzen für eine bedarfsgerechte Abgabe von Konsumutensilien“, gibt Beck ein Beispiel. 

Wichtig seien darüber hinaus auch Investitionen in die Forschung, zum Beispiel zur Substitutionsbehandlung für Konsument*innen von Amphetaminen oder Kokain.

„Die Kontrolle über die Drogen war viel zu lange dem Schwarzmarkt überlassen. Der Staat muss endlich seine Lehren daraus ziehen und das Leben aller seiner Bürger*innen schützen“, sagt Beck.

 

www.aidshilfe.de

 

 

Pressemitteilung des Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung


Globale Ernährungskrise spitzt sich zu

Zeitenwende im Kampf gegen den Hunger

Hunger * Ernährungskrise * Entwicklungshaushalt * Weizen

 

(Berlin/bfw) - Brot für die Welt fordert deutlich mehr Finanzmittel für den Kampf gegen den Hunger. Bei den Treffen der G7-Außen- und Agrarminister am Wochenende stand die globale Ernährungskrise ganz oben auf der Agenda. „Den schönen Worten müssen nun aber auch Taten folgen. Es darf nicht dabei bleiben, auf eine der schwersten Hungerkrisen seit dem Zweiten Weltkrieg mit einem stagnierenden Entwicklungshaushalt zu antworten“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt. „Wenn Weizen als Waffe eingesetzt wird, ist auch eine Zeitenwende im Kampf gegen den Hunger notwendig.“

Brot für die Welt fordert zusätzliche Mittel in Höhe von 2,7 Milliarden Euro, verteilt auf die drei Ressorts Entwicklungszusammenarbeit, Landwirtschaft und Auswärtiges. „Die Bundesregierung sollte zugleich den Druck auf Russland erhöhen, nicht länger ukrainische Getreidelager in Brand zu schießen, Landmaschinen und Weizen zu stehlen und die ukrainischen Seehäfen zu blockieren“, sagt Pruin. Auch sollten mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft schnellstens alternative Transportrouten für ukrainisches Getreide und Sonnenblumenöl geschaffen werden. Um eine weitere Eskalation der weltweiten Ernährungskrise zu verhindern, sollten aber die Sanktionen so gestaltet werden, dass weiterhin Getreide und Düngemittel aus Russland und Belarus auf den Weltmarkt gelangen.

Skrupellosen Spekulanten, die als Trittbrettfahrer von steigenden Nahrungsmittelpreisen profitieren - auch für solche Lebensmittel, bei denen es gar keine Verknappung gibt - muss durch stärkere Regulierung der entsprechenden Börsen der Boden entzogen werden.

Schließlich gelte es, durch eine verstärkte Unterstützung einer nachhaltigen Landwirtschaft und Fischerei, die vom Hunger betroffenen Entwicklungsländer unabhängiger von Lebensmittelimporten zu machen.

 

Wegen der sich zuspitzenden globalen Ernährungskrise soll es in dieser Woche noch vor der wichtigen Bereinigungssitzung am 19. Mai im Haushaltsausschuss ein Spitzengespräch der drei Ampel-Fraktionen geben.


Kinder- Menschen- und Flüchtlingsrechte respektieren und humanitäre Zugänge gewähren

World Vision fordert: Waffenstillstand sofort - Friedensgespräche dringend weiterführen


(Friedrichsdorf/wv) - Am 9. Mai gedenkt Russland auch des Kriegsendes im Mai 1945. Vor diesem Hintergrund ruft die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision die Parteien im Ukraine-Krieg dringend dazu auf, sofort einen Waffenstillstand auszurufen und konstruktive Friedensgespräche zu führen. „In Kriegen gibt es keine Gewinner, nur Verlierer“, betont Ekkehard Forberg, Friedensexperte bei World Vision Deutschland. „Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind die Grundpfeiler für prosperierende Gesellschaften. Wir rufen alle Seiten dazu auf, den Frieden zu fördern und an diplomatischen Lösungen zu arbeiten. Alle Kinder verdienen es, dass es für sie eine friedliche Zukunft gibt.“ 

Der Krieg in der Ukraine verschärft eine massive humanitäre Krise und führt zu weiteren Vertreibungen. Etwa 5,6 Millionen Menschen sind bisher ins Ausland geflohen, ca. 7,7 Millionen befinden sich im eigenen Land auf der Flucht. Mehr als 200 Kinder wurden getötet, hunderte verletzt. In der Ukraine lebten vor dem Konflikt mehr als 7,5 Millionen Kinder, davon 2,1 Millionen unter fünf Jahren. Doch mehr als die Hälfte aller ukrainischen Kinder musste in den letzten Monaten aus ihren Häusern fliehen und mehr als zwei Millionen Kinder haben sich auf gefährliche Reisen begeben, um die Ukraine zu verlassen.

World Vision ruft alle Parteien auf, die Menschen-, Kinder- und Flüchtlingsrechte zu respektieren. Verantwortliche müssen sicherstellen, dass an den Kämpfen Beteiligte keine Verstöße begehen. Humanitäres Personal muss Zugang zu den Betroffenen bekommen und die Möglichkeit haben, diese mit Hilfsgütern wie Medizin, Nahrung und sauberem Trinkwasser zu versorgen. Insbesondere Kinder müssen geschützt werden.

Im Chaos der Flucht können Kinder und Familienmitglieder getrennt werden, was ihre Gefährdung und das Risiko von Menschenhandel, Gewalt, Vernachlässigung, Missbrauch und Ausbeutung erhöht. Daher ist es zum Beispiel wichtig, flüchtende Menschen systematisch zu registrieren, um ihre Rechte zu schützen und damit es möglich ist, Familien nach einem Ende des Krieges wieder zusammenzuführen. Viele Kinder, die die Grenzen passieren, werden in den Aufnahmeländern bisher nicht erfasst. 

Das Leben von Kindern und Familien wird durch den Konflikt zerstört. Der Einsatz von Waffengewalt, einschließlich schwerer Waffen wie Artillerie, setzt Kinder der Gefahr von Tod, Verletzungen und Traumata aus, unterbricht ihre Bildung und ihren Zugang zu medizinischer Versorgung und führt zu Zwangsumsiedlung, Trennung und Armut. Kinderheime, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und zivile Infrastruktur wie Wasser- und Abwasserleitungen und Elektrizität werden zerstört. „Darum liegt ein Fokus der länderübergreifenden Hilfe von World Vision darauf, Kindern und ihren Familien gezielte psychosoziale und pädagogische Unterstützung sowie Soforthilfe anzubieten“, so Forberg.

Die Ukraine-Krise hat auch weitreichende Auswirkungen auf die schwächsten Bevölkerungsgruppen in den ärmsten Ländern der Welt. Die Öl-, Gas- und Rohstoffpreise steigen, was wiederum die Kosten für Lebensmittel, Transport und Energie in die Höhe treibt und Armut und Hunger weltweit verstärkt. Mehr als ein Viertel der weltweiten Weizenlieferungen stammen aus dem von Sanktionen betroffenen Russland und der Ukraine. Russland ist auch ein wichtiger Exporteur von Bodennährstoffen, die in Düngemitteln für Soja, Mais, Reis und Weizen verwendet werden. Die weltweiten Lieferungen werden als Folge des Krieges unterbrochen, was eine Bedrohung für die Ernährungssicherheit darstellt. Die Hungerkrisen in vielen anderen Ländern werden durch den Konflikt noch weiter verschärft. Gleichzeitig erfahren sie weniger Aufmerksamkeit.  

World Vision ist in über 100 Ländern weltweit aktiv.  Von Anfang an hat die Organisation auf die Krise in der Ukraine reagiert. Die Hilfsmaßnahmen begannen in Rumänien, wo World Vision bereits seit über 30 Jahren tätig ist. Zunächst lag der Focus auf der Grundversorgung der Menschen an der Grenze und der Vermittlung zu wichtigen Dienstleistungen. Inzwischen ist World Vision auch in Moldawien und mehreren Regionen der Ukraine tätig. So wurden mehrfach Hilfsgüter in Krankenhäuser in der Ukraine geliefert, Familien unterstützt und Kinderspielplätze in Rumänien eingerichtet, sowie Flüchtlinge und die Aufnahmegesellschaft in Moldawien unterstützt.

 

World Vision Spezialisten der humanitären Hilfe arbeiten mit Partnern vor Ort zusammen, um groß angelegte Hilfsmaßnahmen durchzuführen. Die Organisation geht davon aus, dass Hilfe noch über Jahre nötig sein wird.

Zur Unterstützung der Hilfsprogramme bitten wir um Spenden:
World Vision
Spenden-Stichwort: 7336 Ukraine 
IBAN DE89 5019 0000 0000 0020 20
https://www.worldvision.de/spenden/katastrophenhilfe/ukraine

Aktion Deutschland Hilft 
Spenden-Stichwort: Nothilfe Ukraine
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)


Gespräch der Hessischen Landesregierung mit den Spitzen der Evangelischen Kirchen und Katholischen Bistümer in Hessen

Ministerpräsident Bouffier: „Gemeinsam müssen wir weiterhin an einem friedlicheren Morgen arbeiten – in schwierigen Zeiten suchen Menschen nach Orientierung und finden sie im Glauben“

Foto: ekhn / Oeser
Foto: ekhn / Oeser

(Wiesbaden/ekhn) - Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich beim traditionellen Spitzengespräch der Landesregierung mit den führenden Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen Kirchen und der Katholischen Bistümer über den Krieg in der Ukraine und die Folgen für Europa ausgetauscht. „Es sind bewegte Zeiten für uns Europäerinnen und Europäer, denn wir müssen feststellen: Es ist wieder Krieg auf unserem Kontinent“, erklärte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. „Tagtäglich erhalten wir neue tragische Meldungen aus der Ukraine. Das Schicksal der Menschen dort bewegt uns alle zutiefst. Wir müssen schmerzlich feststellen: Frieden in Europa ist keine Selbstverständlichkeit. Gemeinsam müssen wir weiterhin an einem friedlicheren Morgen arbeiten. Die Kirchen geben uns hierfür wichtige Impulse“, sagte Bouffier.  „Es sind gerade diese schwierigen Zeiten, da suchen die Menschen besonders stark nach Orientierung. Viele finden sie im Glauben und bei den Kirchen“, so der Regierungschef.

 

Das Gleiche gelte auch für die Menschen, die zu uns kämen, weil sie vor dem Krieg flüchten müssten, so der Ministerpräsident. „Sie benötigen den Zuspruch, Beistand und die Unterstützung von unserer Gesellschaft. Ich bin beiden Kirchen für ihr Engagement für die Menschen in der Ukraine besonders dankbar. Von der Seelsorge und der Unterbringung in unserem Land bis hin zu Transporten mit Lebensmittelspenden in die Ukraine haben sie ein besonders starkes europäisches Zeichen der Solidarität gesetzt. Dieses Engagement ist von unschätzbarem Wert und wird auch weiterhin benötigt“, erklärte der Ministerpräsident.

 

Bei dem Spitzengespräch bedankte sich der Ministerpräsident auch für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit während der Corona-Pandemie. „Das gute Verhältnis zwischen Staat und Kirche ist in der Pandemie besonders deutlich geworden. Das Corona-Virus war und ist für uns eine nie da gewesene Herausforderung. Sie hat alle Bereiche unserer Gesellschaft massiv getroffen. Das partnerschaftliche und bewährte Miteinander von Landesregierung und Kirchen hat dazu geführt, dass wir während der Corona-Pandemie stets vertrauensvoll kooperiert und gute Lösungen gefunden haben. Ich danke allen dafür und bin mir sicher, dass wir so auch die zukünftigen Herausforderungen meistern können“, sagte der Hessische Ministerpräsident.

 

Erstmals seit Beginn der Pandemie kamen die komplette Landesregierung und alle Kirchenvertreterinnen und Kirchenvertreter am Dienstag in Frankfurt in der Evangelischen Akademie am Römerberg zusammen. Das traditionelle Spitzengespräch konnte in den beiden Jahren zuvor coronabedingt nur in einem kleinen Rahmen oder als Videokonferenz stattfinden. „Die Pandemie hat uns bislang schon eine Menge abverlangt. Ob nun der Verzicht auf Treffen mit den Liebsten oder eingeschränkte Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten – vieles davon hat Menschen an die eigenen Grenzen gebracht“, sagte Bouffier. „Die Kirchen waren und sind für viele Menschen ein wichtiger Anker. Gerade der Glaube gibt uns gerade in schwierigen Zeiten besondere Hoffnung und Zuversicht. Nicht zuletzt die Seelsorge in beiden Kirchen leistet dafür einen wichtigen Beitrag. Diese Arbeit ist für unser Allgemeinwohl unerlässlich“, ergänzte der Ministerpräsident.

 

Der Regierungschef zeigte sich besonders erfreut darüber, dass die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit dazu beigetragen habe, Gläubigen den Besuch der Gottesdienste – besonders zu den christlichen Hochfesten – zu ermöglichen. „Natürlich gab und gibt es Einschränkungen. Die Hygienekonzepte, die die Kirchen mit uns abgestimmt haben, führten jedoch dazu, dass Menschen in unserem Land ihren Glauben weiterhin in Gemeinschaft leben durften. Für die gute Kooperation in der Krise war und bin ich außerordentlich dankbar“, so Bouffier.

 

 

Bischof Bätzing: Vertrauensvolles Miteinander zum Wohl der Menschen

Da es das letzte Spitzengespräch mit Volker Bouffier als Ministerpräsident war, lobte der Bischof des Bistums Limburg, Georg Bätzing, das große Engagement Bouffiers und das vertrauensvolle Miteinander zum Wohle der Menschen zwischen Landesregierung und Kirchen. „In seinen politischen Ämtern hat Volker Bouffier den kontinuierlichen, konstruktiven und freundschaftlichen Austausch mit den beiden Konfessionen gepflegt. Dabei hat er stets großen Wert auf das hessische Spezifikum gelegt, dass sowohl der Austausch auf Spitzenebene als auch mit den Büros in ökumenischer Gemeinschaft erfolgen“, sagte Bätzing. Diese Kontinuität habe eine große Vertrauensbasis auf beiden Seiten geschaffen und sei unter anderem das Fundament einer engen und kooperativen Beziehung zwischen dem Land Hessen und den beiden Konfessionen gewesen.

 

Der Bischof von Limburg wies darauf hin, dass Bouffier immer klar gewesen sei, dass Politik und Kirchen vor ähnlichen Herausforderungen stünden. Der Vertrauensverlust und der Mitgliederverlust treffe Kirche und Politik gleichermaßen. „Diese Entwicklung habe Bouffier immer belastet. Er sieht nämlich eine sinnstiftende Funktion von Glauben und der persönlichen Hinwendung zur Religion, die Hass und Hetze, Populismus und anderen Phänomenen entgegenwirkt“, betonte Bätzing.

 

Kirchenpräsident Jung: Abstimmung bei Ukraineflüchtlingen verstärken

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, würdigte den scheidenden Ministerpräsidenten Volker Bouffier als „wichtigen Garanten dafür, dass die Stimme der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Politik und Gesellschaft Gehör fanden“. So habe er beispielsweise die Idee eines Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt 2021 von Anfang an voll unterstützt. Er dankte dem Ministerpräsidenten „dafür sehr und auch für das persönliche Vertrauen“. Mit großem Respekt und Dank betrachte Jung zudem, wie Bouffier den Herausforderungen in der Politik von der Flüchtlingsfrage über die Corona-Pandemie bis zum Ukrainekrieg begegnet sei. Es sei außerordentlich, mit welcher „Klarheit, Disziplin und Energie“ er sich auch in persönlich schwierigen Situationen alldem gestellt habe. Dass Bouffier gerade in Krisenzeiten auch immer wieder das Gespräch mit den Kirchen gesucht habe, sei „alles andere als selbstverständlich“.

 

Jung ging bei dem Treffen auch auf die Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine ein. Er stellte heraus, wie die Kirchen sich hier vielfach engagierten und bei der Betreuung und Unterbringung unterstützen. Als Beispiel nannte er die Öffnung von evangelischen Tagungshäusern in Höchst im Odenwald und Hohensolms bei Wetzlar, in denen in enger Abstimmung mit den Landkreisen bis zu 160 Kriegsflüchtlinge untergebracht werden können. „Alle leisten hier vor Ort und Hand in Hand wichtige humanitäre Hilfe“, so Jung. Er würdigte, dass vor allem von Landkreisen und Kommunen viel für Geflüchtete aus der Ukraine getan werde, um ihnen nach den „vielfach furchtbaren Erlebnissen eine menschliche Aufnahme bei uns zu ermöglichen“. Oft stünden die Behörden dabei aber auch vor großen und bislang unbekannten Aufgaben beispielsweise bei der Registrierung. Jung regte eine stärker an den EU-Vorgaben zum vorübergehenden Schutz Geflüchteter und weniger am klassischen Asylrecht orientierte Vorgehensweise an. Zudem könne eine noch bessere Abstimmung aller an der Aufnahme und Hilfe Beteiligten den geflüchteten Menschen und denen, die sich um sie kümmern, zugutekommen.

 

Die Landesregierung war beim Spitzentreffen mit allen Staatsministerinnen und
-ministern vertreten. Die beiden Kirchen waren wie folgt vertreten:

 

Katholische Kirche

-        Bischof Dr. Georg Bätzing, Diözese Limburg, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

-        Generalvikar Wolfgang Rösch, Diözese Limburg

-        Bischof Dr. Michael Gerber, Diözese Fulda

-        Bischof Professor Dr. Peter Kohlgraf, Diözese Mainz

-        Weihbischof Generalvikar Dr. Udo Bentz, Diözese Mainz

-        Erzbischof Hans-Josef Becker, Erzdiözese Paderborn

-        Stellvertretender Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer, Erzdiözese Paderborn

-        Domkapitular Dr. Wolfgang Pax, Kommissariat der katholischen Bischöfe, Wiesbaden

 

Evangelische Kirchen

-        Kirchenpräsident Dr. Dr. h.c. Volker Jung, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN)

-        Stellvertretender Kirchenpräsident Ulrike Scherf, EKHN

-        Leitender Oberkirchenrat Heinz Thomas Striegler, EKHN

-        Bischöfin Professorin Dr. Beate Hofmann, Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW)

-        Präses Dr. Thorsten Latzel, Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR)

-        Vizepräsident Dr. Johann Weusmann, EKiR

-        Oberkirchenrat Jörn Dulige, Beauftragter der Evangelischen Kirchen in Hessen am Sitz der Landesregierung

 




EuGH-Gutachten zum Kopftuch am Arbeitsplatz: Normalisierung der Vielfalt

 

  • Religiosität gehört untrennbar zur Persönlichkeit 
  • Diversität am Arbeitsplatz trägt zur Normalisierung der Vielfalt bei
  • Religionsfreiheit rechtlich gestärkt

(Göttongen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt das heute veröffentlichte Gutachten des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Religionsfreiheit grundsätzlich. Darin bezeichnet der EuGH, die Religiosität als untrennbaren Teil der Persönlichkeit. Diversität am Arbeitsplatz trage zu einer Normalisierung der Vielfalt bei. „Damit betont das Gericht die besondere Rolle der Religion und stellt sich gegen Bestrebungen mancher Unternehmen, unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Neutralität besonders muslimische Frauen schlechter zu stellen“, erklärt Tabea Giesecke, GfbV-Referentin für ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten. „Das Gutachten bedeutet eine rechtliche Stärkung der Religionsfreiheit.“ 

Im vorliegenden Fall war einer Belgierin ein Praktikumsplatz verwehrt worden, weil sie während der Arbeit ein Kopftuch oder eine andere Kopfbedeckung tragen wollte. Die Wohnungsverwaltungsgesellschaft, bei der sie sich beworben hatte, lehnte das mit Verweis auf interne Regeln ab, die das Zurschaustellen religiöser, weltanschaulicher und politischer Symbole untersagen. Daraufhin hatte die Frau vor dem belgischen Arbeitsgericht geklagt, das wiederum den EuGH um eine Einschätzung gebeten hatte.

Nun komme es darauf an, was einfache Gerichte aus dem Gutachten machten und ob es Eingang in die Praxis europäischer Unternehmen finde: „Die pluralistischen Gesellschaften Europas sollten ihre Vielfalt als Geschenk und als Chance empfinden. Weltanschauliche Symbole aus der Öffentlichkeit zu verbannen löst keine Probleme“, so Giesecke. „Stattdessen sollten wir Minderheiten sichtbar machen und den interreligiösen Dialog fördern. Wenn es uns gelingt, die vorhandene Vielfalt zu normalisieren, werden Konflikte zwar nicht verschwinden, aber wir können sie zumindest respektvoll und auf Augenhöhe ansprechen.“

 

Im gleichen Geiste fordert die GfbV auch Islamverbände in Europa auf, sich für Religionsfreiheit in den islamisch geprägten Ländern einzusetzen. Das würde Christ*innen, Mandäer*innen, Bahai und viele weitere schützen und zeigen, dass der Wille zu einem Miteinander größer ist als das was uns trennt.


Die Initiative "3. Oktober - Deutschland singt und klingt" unterstützt die Aktionswoche der Meinungsfreiheit 3.-10. Mai 2022:

Gemeinsam für Frieden, Demokratie und Debatte

 

Solidarität mit der Ukraine / Breite Bewegung zivilgesellschaftlicher Organisationen und Unternehmen / Aufruf zur Unterzeichnung der „Charta der Meinungsfreiheit“ / Initiiert durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels / Mitmachen mit Veranstaltungen und Aktionen / www.woche-der-meinungsfreiheit.de  

 

(Frankfurt/sk) - Die Unterdrückung unabhängiger und kritischer Stimmen hat im vergangenen Jahr weltweit zugenommen. Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind in Europa das Leben und die grundlegenden Rechte von Menschen akut bedroht. Der aktuelle Kontext der Woche der Meinungsfreiheit ist damit brisanter denn je. 

Zum zweiten Mal machen vom 3. bis 10. Mai 2022 zivilgesellschaftliche Organisationen, Unternehmen und Bürger:innen auf die Bedeutung der Meinungsfreiheit für eine freie, demokratische und friedfertige  Gesellschaft aufmerksam und schaffen Raum für Dialog. Vom Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai bis zum Tag der Bücherverbrennung in Deutschland am 10. Mai finden unter dem Claim #MehrAlsMeineMeinung bundesweit und international Veranstaltungen, Aktionen und Kampagnen statt. Inhaltliche Grundlage ist die „Charta der Meinungsfreiheit“, die Unterstützer:innen unterzeichnen können. Initiator der Bewegung ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. 

Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels:

„Der schrecklichen Angriff Russlands auf die Ukraine ist der aktuelle Tiefpunkt einer bestürzenden Entwicklung: Autokratische Regime gehen immer häufiger und brutaler gegen Menschen, ihre Rechte und Freiheiten vor. Die Freiheit des Wortes wird dabei häufig als eine der ersten unterdrückt. Das fordert uns alle zum Handeln auf, wenn uns die Werte der liberalen Demokratie wichtig sind. Mit der Woche der Meinungsfreiheit wollen wir als breites gesellschaftliches Bündnis ein Zeichen setzen: für das freie Wort, die Menschenwürde, die demokratische Teilhabe, die Gleichheit aller, für Frieden.“

 

Partner, Testimonials, Programm, Mitmach-Friedenskonzert

Rund 40 Unternehmen, Stiftungen, Vereine und Verbände sind bereits Partner der Aktionswoche. Viele Verlage und Buchhandlungen beteiligen sich mit Veranstaltungen, Thementischen oder Aktionen. Für die begleitende Werbekampagne haben sich zahlreiche Prominente als Testimonials zur Verfügung gestellt, u.a. Kulturstaatsministerin Claudia Roth, Ukraine-Berichterstatter Arndt Ginzel, Philosophin und Journalistin Svenja Flaßpöhler oder Drag-Queen Artist Kelly Heelton. 

Bereits jetzt stehen zahlreiche Programmpunkte fest. Der Veranstaltungskalender ist unter www.woche-der-meinungsfreiheit.de/programm abrufbar und füllt sich laufend. Zum Auftakt initiiert der Börsenverein am 3. Mai gemeinsam mit der Initiative „3. Oktober – Deutschland singt“ ein virtuelles Friedenskonzert. Alle Interessierten können sich daran beteiligen, indem sie das deutsche Volkslied „Die Gedanken sind frei“ einsingen und die Aufnahme bis zum 24. April einsenden. Die Noten sowie die ausführliche Anleitung sind abrufbar unter: https://3oktober.org/meinungsfreiheit/. Die Aufnahme wird von Musikern des Leipziger Gewandhaus-Orchesters begleitet.

 

Aktionen planen

Wer sich engagieren will, kann das Programm noch mitgestalten. Ob Verein, Unternehmen oder Privatperson: Die Woche lebt von denen, die für eine freie demokratische Gesellschaft eintreten. Teilnehmende können für den Aktionszeitraum Veranstaltungen und Aktionen planen und sie unter das Dach der Initiative stellen. 

Anregungen und Materialien stellen die Initiator:innen unter www.woche-der-meinungsfreiheit.de zur Verfügung. Wer sich mit Aktionen beteiligen möchte, kann sich per E-Mail an woche-meinungsfreiheit@boev.de wenden.

 

Die Charta der Meinungsfreiheit

Die Grundlage der Aktionswoche bildet die Charta der Meinungsfreiheit mit elf Leitsätzen zur Freiheit des Wortes. Organisationen, Institutionen, Unternehmen sowie Privatpersonen können sie unterzeichnen, um sich hinter die Aussagen zu stellen oder sie als eine Art Selbstverpflichtung für das eigene Handeln zu übernehmen. Sie kann unter www.woche-der-meinungsfreiheit.de/charta-der-meinungsfreiheit/ abgerufen und unterzeichnet werden.

Partner der Woche der Meinungsfreiheit

Die Woche der Meinungsfreiheit gestalten bereits mit: 

  • 3. Oktober - Deutschland singt
  • Amnesty International
  • Anwaltssozietät Damm & Mann
  • Bildungsstätte Anne Frank
  • brand eins
  • Buchkinder Leipzig
  • Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
  • Büchergilde Gutenberg
  • Deutschlandfunk
  • Eintracht Frankfurt
  • European Sculpturepath 
  • Frankfurter Agentur-Allianz
  • Frankfurter Buchmesse
  • Friedrich-Naumann-Stiftung
  • Gesamtverband Pressegroßhandel 
  • Hochschule RheinMain, Wiesbaden, Rüsselsheim, Department of Design Computer Sciences Media (DCSM)
  • International Journalists Association 
  • JoinPolitics
  • Klett-Cotta Verlag
  • Leipziger Internet Zeitung
  • Margit-Horváth-Stiftung
  • mediacampus frankfurt
  • MVB
  • Netzwerk der Literaturhäuser
  • Penguin Random House Verlagsgruppe
  • PEN-Zentrum Deutschland
  • Reporter ohne Grenzen
  • Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband
  • Gruner+Jahr 
  • Stadt Leipzig
  • Tagesspiegel
  • Thalia 
  • Verbrannte Orte
  • Verlag C.H.Beck
  • VS Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller
  • Verlagsgruppe Droemer Knaur
  • Wegesrand GmbH

Bundesweit gestalten viele Buchhandlungen und Verlage die Woche mit.

 

Die „Frankfurter Agentur-Allianz“, bestehend aus Kreativen und Kommunikationsexpert:innen aus dem Rhein-Main Gebiet, die größtenteils pro bono für die Initiative arbeiten, unterstützt den Börsenverein bei der Aktionswoche.

 

Den Social-Media-Kanälen der Kampagne folgen: 
Twitter: @WdM2021 | Instagram: @woche_der_meinungsfreiheit | Facebook: @WochederMeinungsfreiheit
#MehrAlsMeineMeinung                                                            


Ergänzungshaushalt reicht nicht, um Hungersnöte zu verhindern

Entwicklungsetat lässt Krisen außen vor

Entwicklungsetat * Ergänzungshaushalt * Hunger

 

(Berlin/bfw) -  Nach Plänen der Bundesregierung bleibt der Entwicklungsetat auf Vorjahresniveau. Ursprünglich waren Kürzungen um 1,6 Mrd. Euro geplant. Durch den jetzt vom Kabinett vorgelegten Entwurf für den Ergänzungshaushalt werden diese Kürzungen in etwa wieder ausgeglichen. Angesichts der enormen Folgen des Kriegs in der Ukraine, explodierender Lebensmittel- und Energiepreise und den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, reicht dies jedoch nicht aus, um sich bereits jetzt abzeichnende Hungersnöte in vielen Entwicklungsländern noch zu verhindern.

 

„Die Ärmsten der Armen dürfen nicht diejenigen sein, die am stärksten unter einer Krise leiden, zu der sie am wenigsten beigetragen haben“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt. „Im Vergleich zum Vorjahr müssten die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit um mindestens zwei Milliarden, die für humanitäre Hilfe um mindestens 500 Millionen Euro erhöht werden.“ Angemessen wäre darüber hinaus ein weiterer Anstieg. „Dann könnten wir mehr Menschen davor bewahren, in existenzbedrohende Armut zu fallen.“ Besonders für die Not- und Übergangshilfe, die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft und Fischerei und den Auf- und Ausbau sozialer Sicherungssysteme in den Entwicklungsländern müssten mehr Mittel bereitgestellt werden.

 

„Angesichts der explodierenden Preise für Getreide und Transport sollten Entwicklungsländer darin unterstützt werden, durch den Anbau heimischer Getreidesorten unabhängiger von Lebensmittelimporten und damit auch von Preisschwankungen auf dem Weltmarkt zu werden“, sagt Pruin. Um zu verhindern, dass Hungerkrisen zu Gewaltkonflikten führen, seien auch mehr Mittel für die zivile Konfliktbearbeitung und Krisenprävention notwendig.

 

 

Im Koalitionsvertrag ist verankert, die Mittel für Verteidigung einerseits und für Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und zivile Krisenprävention andererseits stets im Verhältnis 1:1 zu erhöhen. „Es gibt uns zu denken, dass ungeachtet des 100-Milliarden-Sondervermögens für die Bundeswehr auch im regulären Haushalt der Verteidigungsetat um 3,4 Mrd. Euro steigt, während der Entwicklungsetat erst gekürzt werden sollte und jetzt stagniert“, sagt Pruin. „Wir  hoffen, dass dieses Missverhältnis im parlamentarischen Haushaltsverfahren verringert und ausreichend Mittel für Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und zivile Krisenprävention bereitgestellt werden.“ 


Frieden säen, Krieg beenden – Hunger, Biodiversitäts- und Klimakrise solidarisch stoppen

 

Kundgebung * Cem Özdemir * Hunger * Krieg * Ernährungskrise

 

(Berlin/bfw) - „Die durch den Krieg in der Ukraine verursachte Verschärfung der Welternährungskrise muss die Politik endlich aufrütteln.“ Diesen Appell richteten heute entwicklungspolitische, bäuerliche und Menschenrechts-Organisationen an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir bei einer Kundgebung vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Vor einem großen Friedenssymbol aus jungen Getreidepflanzen, flankiert von zwei Traktoren, appellierten die zivilgesellschaftlichen und bäuerlichen Vertreter:innen von Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Brot für die Welt, Christliche Initiative Romero (CIR), FIAN, INKOTA, MISEREOR und Oxfam an den Minister, sich für konkrete und global koordinierte Maßnahmen zur Ernährungssicherung einzusetzen. Grundlage bei der Bewältigung der Ernährungskrise müsse das Recht auf Nahrung sein, das für alle Menschen gleichermaßen gilt.

 

„Wir begrüßen, dass sich der Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir, ökologische Vorrangflächen ohne Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz für Futterzwecke und zur Beweidung frei zu geben, im Bundesrat durchgesetzt hat. Hunger, Krieg, Biodiversitäts- und Klimakrise dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, so die Organisationen. „Wir setzen auf Bundesminister Özdemir, wenn es darum geht, die Tierbestände und die Abhängigkeit von Futtermittelimporten zu reduzieren und die Beimischung von Agrarkraftstoffen, die aus Ölpflanzen und Getreide erzeugt werden, umgehend zu beenden. Dann steht auch genügend Getreide für die Ernährung zur Verfügung.“

 

Zudem sei mehr Engagement auf internationaler Ebene nötig, um das Recht auf Nahrung für alle zu verwirklichen. Konkret forderten die Organisationen, die dringend erforderliche Nothilfe im Bundeshaushalt zu stärken, damit das Welternährungsprogramm seinen Auftrag im Jemen, in Somalia und weiteren Ländern, in denen akute Hungersnöte herrschen, erfüllen kann. Weiter forderten die Vertreter:innen eine globale Antwort auf die sich verschärfende Welternährungskrise im Rahmen des Welternährungsrats. Hier werden die Betroffenen in die Entscheidungen einbezogen. Diese Antwort müsse den Weg zu einem nachhaltigen und gerechten Ernährungssystem aufzeigen, das auf Agrarökologie statt auf industrielle Lebensmittelproduktion setzt. So würde Bäuerinnen und Bauern eine Zukunft geboten, der Klimakrise begegnet, die Biodiversität gestärkt und ausreichend gesundes Essen für alle produziert. Den ökologischen Folgeschäden durch Steigerung des Einsatzes von Mineraldünger und Pestiziden sowie der Nutzung von Gentechnik müsse eine deutliche Absage erteilt werden. Zum internationalen Tag der Bäuerinnen und Bauern am 17. April mahnen die Organisationen, die Rolle der Bäuerinnen und Bauern für die Lösung der weltweiten Ernährungskrise anzuerkennen, wie es die Bauernrechtserklärung der Vereinten Nationen vorsieht.

 

 

 


Brot für die Welt und CIVICUS veröffentlichen den fünften „Atlas der Zivilgesellschaft“

Freiheitsrechte weltweit: Kaum Licht, viel Schatten

Foto: Brot für die Welt
Foto: Brot für die Welt

 

  

 * Atlas * Zivilgesellschaft * Digitalisierung * Ukraine

 

(Berlin/bfw) - Nur drei Prozent der Weltbevölkerung leben in Staaten, in denen zivilgesellschaftliche Grundfreiheiten garantiert sind. Das ist der Befund des aktuellen Atlas' der Zivilgesellschaft, den Brot für die Welt heute in Berlin vorgestellt hat. Der Atlas stuft die Freiheitsrechte weltweit in fünf Kategorien von „offen“ bis „geschlossen“ ein. Während sich nur für ein Land die Einstufung verbessert hat, sind 14 Länder in eine schlechtere Kategorie abgerutscht. „Die Unterdrückung der Zivilgesellschaft in Russland und der Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigen exemplarisch, dass Menschenrechte und Freiheit keine Floskeln, sondern zentraler Bestandteil aller internationaler Beziehungen sein müssen“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt. „Gerade in einer Zeit, in der alte Gewissheiten und Regeln des friedlichen Zusammenlebens über den Haufen geworfen werden, brauchen wir weltweit eine starke Zivilgesellschaft, die die Schwächsten schützt.“

 

Der Atlas der Zivilgesellschaft wird von Brot für die Welt und CIVICUS, einem weltweiten Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement, in diesem Jahr zum fünften Mal veröffentlicht. Er dokumentiert, in welchen Ländern die Zivilgesellschaft frei handeln kann und in welchen Staaten ihre Rechte bedroht, eingeschränkt oder gar außer Kraft gesetzt sind. Nur 240 Millionen Menschen weltweit leben in „offenen“ Staaten, in denen zivilgesellschaftliche Grundfreiheiten wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit garantiert sind. Dagegen leben etwa neun von zehn Menschen in Staaten mit „beschränkter“, „unterdrückter“ oder „geschlossener“ Zivilgesellschaft.

 

Inhaltlicher Schwerpunkt des Atlas‘ ist in diesem Jahr die Digitalisierung. Sie ist für zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteure Chance und Bedrohung zugleich. „Einerseits können Aktivistinnen mit digitalen Tools ihre Inhalte effizienter verbreiten und sich schneller vernetzen“, sagt Pruin zu den Vorteilen moderner Kommunikationstechniken. Doch „andererseits können Regierungen ihre Bürger viel einfacher überwachen – häufig mit Techniken made in Europe.“ Pruin fordert deshalb: „Bundesregierung und Bundestag müssen sich auch im digitalen Raum für universelle Menschenrechte stark machen.“ Der Export von Überwachungssoftware solle grundsätzlich verboten werden - außer in menschenrechtlich geprüften Einzelfällen.

 

Weitere digitale Bedrohungen zivilgesellschaftlicher Freiheiten sind Online-Zensur und Internetsperren, die es Regierungen ermöglichen, Meinungs- und Pressefreiheit auszuhebeln. Indien führt die Rangliste der Internetsperren an. Allein 2020 wurde das Internet laut der NGO Access Now dort über 100 Mal abgeschaltet. In Tansania gab es 2020 nur einen einzigen Shutdown des Internets, der wiederum dauerte gleich mehrere Tage und begann einen Tag vor der Präsidentschaftswahl. „Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass Internet-Shutdowns als Verstöße gegen die Menschenrechte geächtet werden“, sagt Silke Pfeiffer, Leiterin des Referats Menschenrechte und Frieden bei Brot für die Welt.

 

Der Atlas widmet neben Indonesien, Mexiko und Tansania auch der Ukraine einen Länderschwerpunkt. Im Bericht wird deutlich, welche Folgen russische oder pro-russische Desinformationskampagnen für weite Teile der ukrainischen und russischen Gesellschaft hatten und haben. Die Folgen von Fake-News-Kampagnen und jahrelanger Verfolgung und Repression von Aktivistinnen und Aktivisten sieht man aktuell vor allem in Russland: „Krieg in Europa wurde auch deshalb wieder möglich, weil Zensur und Desinformation so groß sind, dass kein gesellschaftlicher Widerspruch mehr möglich ist“, sagt Pfeiffer. „Das fortwährende Engagement von russischen Aktivistinnen und Journalisten unter Inkaufnahme größter persönlicher Risiken verlangt unsere uneingeschränkte Solidarität.“

 

Hintergrund:

 

Die Daten für den Atlas der Zivilgesellschaft basieren auf Erhebungen von CIVICUS, einem weltweiten Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement, und der Auswertung verschiedener Quellen und Indizes, beispielweise zur Rede- oder Versammlungsfreiheit. Die Daten wurden zwischen November 2020 und Oktober 2021 erhoben.

 

 

CIVICUS unterteilt die Freiheitsgrade einer Gesellschaft in fünf Kategorien: offen, beeinträchtigt, beschränkt, unterdrückt und geschlossen. Die Daten belegen, dass der Handlungsraum der Zivilgesellschaft nur in 39 Staaten „offen“ ist. Belgien, Tschechien und die Salomonen sind im Vergleich zum Vorjahr aus dieser Kategorie abgerutscht. In 41 Staaten (Atlas 2021: 40) ist der Handlungsraum „beeinträchtigt“, darunter EU-Staaten wie Frankreich und Malta, aber auch der einzige Aufsteiger im Vorjahresvergleich, die Mongolei. 43 Staaten (2021: 47) „beschränken“ den Handlungsraum der Zivilgesellschaft, auch die USA. Die Zivilgesellschaft wird in 48 Staaten „unterdrückt“ (2021: 44), sechs Länder sind neu in dieser Kategorie - etwa Jordanien und Mosambik. „Geschlossen“ ist der Raum für zivilgesellschaftliche Akteure in 25 Staaten (2021: 23), darunter nun auch Belarus und Nicaragua und schon vorher Ägypten oder China.


Katholische Jugendverbände begrüßen die Abschaffung von §219a

BDKJ-Frauenpräsidium (v. l.): Daniela Ordowski, Daniela Hottenbacher, Katharina Geskes, Bekki Schuppert, Johanna Jungbluth. Foto: BDKJ
BDKJ-Frauenpräsidium (v. l.): Daniela Ordowski, Daniela Hottenbacher, Katharina Geskes, Bekki Schuppert, Johanna Jungbluth. Foto: BDKJ

 

(Köln/bdkj) - Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat sich für die Abschaffung des §219a StGB, der die öffentliche Information von Ärzt*innen oder Kliniken über Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt, ausgesprochen. Im Januar hatte Bundesjustizminister Marco Buschmann einen entsprechenden Entwurf vorgelegt.

„Der §219a spiegelt ein Frauenbild wider, das wir entschieden ablehnen“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzende Daniela Hottenbacher. „Frauen sind sehr wohl in der Lage mit Hilfe von Informationen eine reflektierte Entscheidung zu fällen. Manipulation gedeiht dort, wo Informationen fehlen, nicht umgekehrt.“ In ihren Beschlusstext macht die BDKJ-Bundesfrauenkonferenz deutlich, dass der entsprechende Paragraf seinen Ursprung unter Anderem in der NS-Zeit hatte. Damals unterstellte der Gesetzgeber, dass erst die Annoncen für Abtreibungspraxen die Schwangeren auf die Idee eines Schwangerschaftsabbruchs bringen würden.

Der BDKJ macht außerdem auf die aktuell schwierige Situation von Schwangeren im Konflikt aufmerksam. „In einigen Gegenden Deutschlands sind Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr zugänglich. Dadurch geraten Schwangere unter einen zusätzlichen Zeitdruck, der eine Entscheidung für oder gegen einen Abbruch erschwert“, erklärt Daniela Hottenbacher. „Der beste Schutz für ungeborenes Leben ist, wenn schwangere Menschen die Möglichkeit haben, sich sicher zu informieren. Nur so kann Verantwortung übernommen werden.“

In dem Beschluss thematisieren die Frauen §219a. „In der Debatte werden die Argumente gegen §219a oft mit den Diskussionen um §218, der den Schwangerschaftsabbruch regelt, vermischt. Dagegen möchten wir ein Zeichen setzen“, sagt Daniela Hottenbacher.

An der BDKJ-Bundesfrauenkonferenz nehmen die weiblichen Vertreter*innen der Jugend- und Diözesanverbände teil. Sie fasst Beschlüsse im Feld der Mädchen- und Frauenpolitik.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.


Statement zum neuen Bericht des Weltklimarates

Weltklimarat * Bericht * Klimakrise * Energiewende * IPCC * Entwicklungsfinanzierung * Klimafinanzierung

 

(Berlin/bfw) - Der Weltklimarat (IPCC) zeigt, dass nur mit schnellem und entschlossenem Handeln die Klimaziele noch zu erreichen sind. Zum dritten Teil des 6. Sachstandsberichts des Weltklimarates (IPCC) sagt Dagmar Pruin, die Präsidentin von Brot für die Welt:

 

„Wir können uns angesichts der Klimakrise nicht aussuchen, ob wir handeln oder nicht. Klimaschutz ist und bleibt ökonomisch, politisch und ethisch die einzig richtige Wahl, denn Klimaschutz kann sozial gerecht gestaltet werden, die Folgen der Klimakrise nicht.

 

Weltweit wirksamer Klimaschutz muss mit der Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen verzahnt werden. Dann können Klimaschutz und der Ausbau erneuerbarer Energien auch weltweit der Energiearmut ein Ende setzen. Deshalb sollte die Bundesregierung deutlich mehr finanzielle Mittel für die internationale Klimafinanzierung und für die Entwicklungsfinanzierung bereitstellen. Industrieländer haben als historische Verursacher der Klimakrise eine besondere Verantwortung, ihre Emissionen drastisch zu senken. Sie müssen wirtschaftlich schwächere Länder bei einer global gerechten Energiewende unterstützen. Zudem erwarten wir von den geplanten Gesetzen zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, des Windenergie-auf-See-Gesetzes und zum EEG-Entlastungsgesetz der Bundesregierung einen Turbo für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Damit verringern wir auch die Abhängigkeit von Öl, Kohle und Gas aus Russland.“

 


Gemeinsame Pressemitteilung zur Sahel-und Westafrika-Konferenz

Hilfsorganisationen warnen vor Kürzung der Hilfen für Afrika wegen der Krise in Europa

(Berlin/pm) - Westafrika leidet unter der schlimmsten Nahrungsmittelkrise seit zehn Jahren: 
27 Millionen Menschen hungern bereits. Diese Zahl könnte im Juni dieses Jahres auf 38 Millionen ansteigen - ein neuer historischer Höchststand und bereits ein Anstieg um mehr als ein Drittel im Vergleich zum letzten Jahr.


Elf internationale Hilfsorganisationen sprechen diese Warnung  als Reaktion auf aktuelle Analysen des Cadre Harmonisé aus und rufen die Staatengemeinschaft dazu auf, umgehend Hilfen bereitzustellen, um die Krise zu entschärfen und den vermeidbaren Tod vieler Kinder zu verhindern. Im Rahmen einer von der Europäischen Union und dem Sahel- und Westafrika-Club organisierten virtuellen Konferenz wird morgen (Mittwoch, 6. April) über die Nahrungsmittel- und Ernährungskrise in der Sahelzone und am Tschadsee beraten.

In den letzten zehn Jahren haben die Ernährungskrisen in der gesamten westafrikanischen Region, unter anderem in Burkina Faso, Niger, Tschad, Mali und Nigeria, zugenommen. Zwischen 2015 und 2022 hat sich die Zahl der Menschen, die auf Nahrungsmittelsoforthilfe angewiesen sind, von 7 auf 27 Millionen fast vervierfacht.

"In einigen Teilen der Sahelzone ist die Getreideproduktion im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Drittel zurückgegangen. Die Nahrungsmittelvorräte der Familien gehen zur Neige. Dürre, Überschwemmungen, Konflikte und die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 haben Millionen von Menschen von ihrem Land vertrieben und sie an den Rand des Abgrunds gedrängt", sagt Assalama Dawalack Sidi, Oxfams Regionaldirektorin für West- und Zentralafrika.

"Die Situation zwingt Hunderttausende Menschen dazu, in andere Regionen umzuziehen und bei Gastfamilien zu leben, die selbst schon unter schwierigen Bedingungen leben. Es gibt nicht genügend Lebensmittel, geschweige denn ausreichend nahrhafte Nahrung für Kinder. Wir müssen ihnen dringend helfen, denn ihre Gesundheit, ihre Zukunft und sogar ihr Leben stehen auf dem Spiel", sagte Philippe Adapoe, der Direktor von Save the Children für West- und Zentralafrika.

Die Unterernährung nimmt in der Sahelzone stetig zu. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden in diesem Jahr 6,3 Millionen Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten akut unterernährt sein - darunter mehr als 1,4 Millionen Kinder in der Phase der schweren akuten Unterernährung - gegenüber 4,9 Millionen akut unterernährten Kindern im Jahr 2021.
 "Ich hatte fast keine Milch mehr, also gab ich meinem Baby andere Nahrung. Er weigerte sich oft, sie anzunehmen und verlor an Gewicht. Außerdem hatte er Durchfall, was seinen Zustand verschlimmerte", sagte Safiatou, eine Mutter, die wegen der Gewalt in Burkina Faso aus ihrem Dorf fliehen musste.

Dramatische Auswirkungen auf die Zukunft der Kinder

Zusätzlich zu den Konflikten und der Unsicherheit haben Dürreperioden und ungünstige Niederschlagsverteilung die Nahrungsquellen der Gemeinschaften, insbesondere in der zentralen Sahelzone, reduziert. Um die Lücke auszugleichen, verkaufen viele Familien ihren Besitz und gefährden damit ihre Produktionskapazitäten und die Zukunft ihrer Kinder. Junge Mädchen werden möglicherweise zu einer frühen Heirat gezwungen, und andere Formen der geschlechtsspezifischen Gewalt können mit der Verknappung der Nahrungsmittel zunehmen.

"Mehr als 1,4 Millionen Kinder in der Sahelzone und in Westafrika sind am Rande des Abgrunds“, warnt Carla Denizard, Regionaldirektorin von World Vision für Westafrika. „Lebensrettende Maßnahmen sind jetzt erforderlich, um eine Katastrophe zu verhindern, bei der Zehntausende von Kindern sterben könnten. Die Zeit läuft ab. Wenn die Welt untätig bleibt oder zu spät handelt, müssen Familien gefährliche Überlebensentscheidungen treffen, die für Mädchen und Jungen tödlich enden können oder dauerhafte negative Folgen haben werden.“ 

"Die Regenfälle waren spärlich. Es gibt kein Futter mehr. Durch den Mangel an Weideland werden die Schafe immer dünner und das zwingt uns, sie mit Verlust zu verkaufen. Früher hatte ich zwölf Schafe, aber jetzt habe ich nur noch eines", erklärt Ramata Sanfo, ein Hirte aus Burkina Faso. "Ich hätte gerne mein Vieh zurück, damit ich genug Geld habe und meine Kinder wieder zur Schule gehen können."

Die Krise in Europa verschlimmert eine bereits katastrophale Situation

In den vergangenen fünf Jahren sind die Lebensmittelpreise in Westafrika um 20-30 Prozent gestiegen. Während die Nahrungsmittelreserven in der Sahelzone schwinden, verschärft die Krise in der Ukraine die Situation auf gefährliche Weise. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) könnten die Lebensmittelpreise weltweit um weitere 20 Prozent steigen, was für die ohnehin schon arme Bevölkerung eine untragbare Erhöhung darstellt.  Darüber hinaus wird die Krise wahrscheinlich zu einem erheblichen Rückgang der Verfügbarkeit von Weizen in sechs westafrikanischen Ländern führen, die mindestens 30 Prozent und in einigen Fällen mehr als 50 Prozent ihres Weizens aus Russland oder der Ukraine importieren. 

Eine weitere wahrscheinliche Folge der Krise in Europa ist ein starker Rückgang der internationalen Hilfe für Afrika. Viele Geber haben bereits angedeutet, dass sie ihre Mittel für Afrika kürzen könnten. So hat Dänemark angekündigt, einen Teil seiner bilateralen Entwicklungszusammenarbeit für Burkina Faso (50 Prozent im Jahr 2022) und Mali (40 Prozent im Jahr 2022) zu reduzieren, um die Aufnahme von Menschen, die der Ukraine geflohen sind, mit neuem Geld zu finanzieren.

"Humanitäre Krisen dürfen nicht miteinander konkurrieren", sagt Mamadou Diop, regionaler Vertreter von Aktion gegen den Hunger. "Die Sahelkrise ist eine der schlimmsten humanitären Krisen weltweit und gleichzeitig eine der am wenigsten finanzierten. Wir befürchten, dass durch die Umleitung der humanitären Budgets für die Ukraine-Krise in Kauf genommen wird, eine Krise zu verschärfen, um auf eine andere zu reagieren."

Die humanitären Organisationen fordern die Regierungen und Geber auf, die Fehler des Jahres 2021 nicht zu wiederholen, als nur 48 Prozent des humanitären Hilfeplans in Westafrika finanziert wurden. Sie müssen unverzüglich die Finanzierungslücke von 4 Milliarden US-Dollar im UN-Hilfsaufruf für Westafrika schließen, um Leben zu retten und sicherzustellen, dass diese Mittel alters-, geschlechts- und behindertengerechte Maßnahmen unterstützen. Keiner darf zurückgelassen werden.

 "Die für morgen anberaumte Konferenz zur Sahel-Krise ist eine einmalige Gelegenheit, die notwendige Soforthilfe für Nahrungsmittel und Ernährung zu mobilisieren und zu beweisen, dass das Leben der Menschen in Afrika nicht weniger wert ist als das der Menschen in Europa", sagt Assalama Dawalack Sidi.

 

Weitere Informationen:

- Die elf internationalen Organisationen, die sich an dieser Pressemitteilung beteiligen, sind Oxfam, Aktion gegen den Hunger, World Vision, Save the Children, CARE International, International Rescue Committee (IRC), NRC Flüchtlingshilfe, The Alliance for International Medical Action (ALIMA), Tearfund, Handicap International - Humanity & Inclusion und Mercy Corps.

- Laut der Analyse des Cadre Harmonisé (CH) vom März 2022 werden sich im Juni-August 38,3 Millionen Menschen in einer Nahrungsmittel- und Ernährungskrise befinden, wenn nichts unternommen wird, verglichen mit 27,3 Millionen im gleichen Zeitraum 2021, was einem Anstieg von 40,2 % in einem Jahr entspricht. Nach Ländern aufgeschlüsselt sind die Prognosen für die am stärksten betroffenen Länder in den Phasen 3 bis 5 für Juni-August 2022 wie folgt: Nigeria (19,5 Millionen), Burkina Faso (3,5 Millionen), Niger (4,4 Millionen), Tschad (2 Millionen), Mali (1,8 Millionen).

- Nach Schätzungen von Unicef waren im Jahr 2020 in der Region 29 Millionen Kinder unter 5 Jahren (zwischen 6 und 23 Monaten) unterernährt (+26 %), gegenüber 22 Millionen im Jahr 2000. Weitere Daten zur Unterernährung stammen aus der UNICEF/Welternährungsprogramm Hotspot 2022-Analyse.

- Nach Angaben des Réseau de prévention des crises alimentaires (RPCA) ist die Getreideproduktion im Jahr 2021 in der Sahelzone um 12 % bzw. 7 % gegenüber der Saison 2020 und dem Fünfjahresdurchschnitt zurückgegangen. Die stärksten Rückgänge im Vergleich zur Saison 2020 sind in Niger (-36 %), Mauretanien (-18 %), Burkina Faso (-10 %), Gambia (-8 %) und im Tschad (-6 %) zu verzeichnen.

- Nach Angaben der FAO importieren Burkina Faso und Togo mindestens 30 % ihres Weizens aus Russland, während Senegal, Liberia, Benin und Mauretanien mehr als 50 % ihres Weizens hauptsächlich aus Russland, aber auch aus der Ukraine (für Senegal) einführen.

- In den letzten fünf Jahren sind die Preise für mehrere Rohstoffe in Westafrika gestiegen: Mais (+30%), Hirse (+26%), Sorghum (+24%), Reis (+18%).     
   
- Nach Angaben des UNHCR sind derzeit mehr als 4,6 Millionen Menschen in der zentralen Sahelzone (Burkina Faso, Mali, Niger), im Tschad und in Mauretanien vertrieben oder auf der Flucht, 2 Millionen mehr als im Jahr 2020.

- Informationen über die Zunahme von Zwangsverheiratungen junger Mädchen und anderen Formen von Gewalt gegen Frauen in Zeiten schwerer Ernährungskrisen finden Sie in Berichten von Oxfam und World Vision.

- Am 24. März gab Dänemark bekannt, dass 2 Mrd. DKK aus der Entwicklungshilfe für die Aufnahme von Flüchtlingen in Dänemark umgeschichtet wurden, einschließlich Kürzungen von 290 Mio. DKK bei Programmen in der Sahelzone.

-Weitere Einzelheiten zu den Finanzierungslücken im UN-Appell für Westafrika, aufgeschlüsselt nach Ländern, finden Sie im Financial Tracking Service von OCHA. 

 

 


Internationaler Tag des Sports für Entwicklung und Frieden (6.4.)

 

  • Internationale Sportereignisse haben immer eine politische Dimension
  • Menschenrechtslage in Katar ist desaströs
  • Das Emirat fördert den internationalen Islamismus finanziell und logistisch

(Göttingen/gfbv) - Anlässlich des Internationalen Tag des Sports am 6. April mahnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), bei internationalen Großereignissen immer die politische Lage im Gastgeberland zu berücksichtigen: „Russland hat die Olympischen Winterspiele in Sotschi als Propaganda-Plattform verwendet, China zuletzt die Winterspiele in Peking. Internationale Sportfunktionäre möchten Kritik an diesen Regimen am liebsten verbieten“, erinnert Dr. Kamal Sido, Nahostexperte der GfbV. „Wenn im November in Katar die Fußballweltmeisterschaft beginnt, müssen wir die desaströse Menschenrechtslage in dem Land offensiv ansprechen. Denn wenn Diktatoren die Turniere zur Selbstdarstellung nutzen dürfen, müssen sich auch kritische Stimmen Gehör verschaffen.“  

Die diesjährige Fußball-WM wird in Katar in Stadien ausgetragen, für deren Bau unzählige Gastarbeiter unter sklavenähnlichen Bedingungen schuften mussten. Tausende sollen auf den Baustellen gestorben sein. „Das Emirat investiert seine Öl-Milliarden lieber in die Förderung des internationalen Islamismus“, berichtet Sido. „Die Muslimbruderschaft, der sogenannte Islamische Staat, Al-Kaida – sie alle erhalten finanzielle und logistische Unterstützung aus Katar.“ Auch aufgrund dieser Unterstützung könnten sie vor allem im Nahen Osten operieren. Zu ihren Opfern gehörten besonders Angehörige religiöser Minderheiten wie der christlichen, der yezidischen und der alevitischen. 

 

Das Internationale Olympische Komitee hat vor allem auf Betreiben seines Präsidenten Thomas Bach politische Statements während der Spiele verboten – um befreundete repressive Staaten vor Kritik zu schützen. „Wir müssen darauf hinarbeiten, dass die Funktionäre der notorisch korrupten FIFA diesem Beispiel nicht folgen und Katar laut und deutlich für seine Rolle in der Terror-Finanzierung kritisiert wird“, fordert Sido. „Internationale Sportereignisse waren schon immer politisch. Der Internationale Tag des Sports für Entwicklung und Frieden sollte uns daran erinnern.“


Ergänzungshaushalt muss die Folgen des Ukraine-Krieges für Globalen Süden berücksichtigen

Dringend mehr Mittel für Entwicklung und Humanitäre Hilfe erforderlich

Ergänzungshaushalt * Ukraine-Krieg * Nahrungsmittelpreise * Entwicklungsfinanzierung * Humanitäre Hilfe * Hunger

 

(Berlin/bfw) - Der Ukraine-Krieg droht die Ernährungskrise und die wirtschaftliche Situation in vielen ärmeren Ländern der Welt dramatisch zu verschärfen. Das Welternährungsprogramm (WFP) könnte angesichts steigender Nahrungsmittelpreise und fehlender Finanzmittel bald gezwungen sein, seine Ernährungshilfe weiter zu reduzieren. Im Jemen mussten bereits Essensrationen gekürzt werden. Dramatisch ist die Lage auch am Horn von Afrika und in Afghanistan.

 

„Bundesfinanzminister Lindner hat einen Ergänzungshaushalt angekündigt, um die Folgen des Ukraine-Kriegs abzufedern. Wir appellieren an die Bundesregierung, als Folgen auch die Ernteausfälle und die aktuellen Hungerkrisen in den Blick zu nehmen“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. „Gerade jetzt braucht es unsere Solidarität auch mit den Ländern des Globalen Südens und eine deutliche Steigerung der Entwicklungsfinanzierung und Humanitären Hilfe.“

 

Aufgrund der Corona- und der Klimakrise sind die Anforderungen bereits in den Vorjahren deutlich gestiegen. Nun verschärft der Ukraine-Krieg die schwierige Situation für viele Länder im Globalen Süden zusätzlich. „Die Klimakrise hat nichts an Dringlichkeit eingebüßt und auch die Folgen der Corona-Krise sind bei weitem noch nicht überstanden“, sagt Pruin. „Wer jetzt den Entwicklungsetat und die Humanitäre Hilfe nicht gebührend ausstattet, verkennt die Realität und ignoriert auf fatale Weise die Zeichen der Zeit.“

 

Das WFP veranschlagt seinen Bedarf für 2022 auf 19,5 Milliarden US-Dollar, damit es nicht zu einem steilen Anstieg der Zahl der Hungertoten kommt. Je nach dem, wie sich die Lebensmittel- , Dünger- und Energiepreise weiter entwickeln, könnten mehr Mittel nötig sein. Die bisherigen Zusagen decken mit etwas mehr als 9 Milliarden US-Dollar nur knapp die Hälfte des voraussichtlichen Bedarfs.

 

Nach aktuellem Verhandlungsstand hat die Bundesregierung 2022 insgesamt rund 550 Millionen Euro für das WFP vorgesehen, nach rund 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Kabinettsentwurf sieht im Etat des Entwicklungsministeriums, der um 12,6 Prozent gekürzt werden soll, auch eine deutliche Absenkung der Gelder für die Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ vor.

 

 

„In der jetzigen Situationen die Gelder für den Kampf gegen den Hunger zu senken, wäre unverantwortlich“, so Pruin. „Diese Fehlentwicklung muss im Ergänzungshaushalt dringend korrigiert werden. Es braucht deutlich mehr Mittel für die Not- und Übergangshilfe, um einen steilen Anstieg der Zahl der Hungertoten zu verhindern. Darüberhinaus müssen aber auch die Mittel für eine nachhaltige Landwirtschaft und Fischerei erhöht werden, um die Abhängigkeit vieler Entwicklungsländer von Lebensmittelimporten zu verringern.“


Bundesfamilienministerin trifft geflüchtete Frauen und Kinder im SOS-Kinderdorf Berlin:

Schnelle und nachhaltige Integration zentral für Geflüchtete

SOS-Kinderdorf/ Paula Vidal
SOS-Kinderdorf/ Paula Vidal

(Berlin/sos) - Bundesfamilienministerin Anne Spiegel und die Vorsitzende von SOS-Kinderdorf Prof. Dr. Sabina Schutter haben sich im SOS-Kinderdorf Berlin mit geflüchteten ukrainischen Frauen und ihren Kindern ausgetauscht. „Der Besuch bei den geflüchteten Menschen hat mir erneut klargemacht, wie immens wichtig das Engagement von Kinderschutzorganisationen wie SOS-Kinderdorf in dieser Krise ist“, so die Ministerin.

 

Familienministerin Spiegel verwies bei dem Treffen im SOS-Kinderdorf Berlin auch auf die prekäre Lage der zahlreichen Kinder und Jugendlichen aus ukrainischen Waisenhäusern und Kinderheimen. Es sei ihr ein Herzensanliegen, dass diese jungen Menschen als Gruppe zusammenbleiben können und auch nicht von ihren vertrauten Erzieher*innen getrennt werden. „Um auch diese Kinder mit ihren Betreuungspersonen geborgen und sicher unterzubringen, sie schnell und unbürokratisch zu versorgen und zu betreuen, setzen wir auf die enge Zusammenarbeit und die Expertise von Kinderschutzorganisationen wie SOS-Kinderdorf“, erklärte Spiegel.  

 

Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdorf e.V., sicherte Unterstützung bei der Unterbringung größerer Gruppen, z.B. aus ukrainischen Kinderheimen, zu. Schutter sagte: „Geflüchtete Geschwister und Familien sollten zusammenbleiben können. Bei der Betreuung und Unterbringung aller geflüchteter Kinder, ob begleitet oder unbegleitet, müssen das Kindeswohl und der Kinderschutz an erster Stelle stehen.“ Dazu seien geregelte Aufnahmeverfahren und die frühzeitige Einbindung des Jugendamtes zentral.

 

Die Familienministerin und die Vorstandsvorsitzende des SOS-Kinderdorfvereins zeigten sich einig, dass eine schnelle und nachhaltige Integration der in Deutschland Ankommenden wesentlich ist. Es brauche Bildungsangebote, eine sichere Versorgung mit kindgerechtem Wohnraum, Nahrung, Kleidung sowie Zugang zu medizinischen und psychosozialen Dienstleistungen. „Die Situation ist für viele Menschen sehr unsicher. Gerade deshalb ist es wichtig, von unserer Seite für Sicherheit zu sorgen mit einer Bleibeperspektive, mit unkomplizierter und unbürokratischer Unterstützung und passgenauen Lösungen für Kinder und ihre Eltern“, erklärte Schutter.

 

Ksenia, die zusammen mit ihrem dreizehnjährigen Sohn Nikita aus Kiew nach Deutschland geflohen war und im SOS-Kinderdorf Berlin eine Wohnung beziehen konnte, bekräftigte diese Einschätzung: „Ich bin beeindruckt, ich hatte früher nie das Gefühl, dass die Deutschen so warmherzig sind. Wir sind dem

Land, SOS-Kinderdorf und allen Menschen die uns helfen dankbar. Wir bedanken uns sehr dafür, dass wir hier in Berlin einen sicheren Ort für uns gefunden haben, nachdem ich mit meinem Sohn vor dem Krieg flüchten musste. Ich wünsche mir Frieden auf der ganzen Welt und dass der Krieg in meinem geliebten Heimatland endet.“

 

 

Der SOS-Kinderdorf e.V.: SOS-Kinderdorf bietet Kindern in Not ein Zuhause und hilft dabei, die soziale Situation benachteiligter junger Menschen und Familien zu verbessern. In SOS-Kinderdörfern wachsen Kinder, deren leibliche Eltern sich aus verschiedenen Gründen nicht um sie kümmern können, in einem familiären Umfeld auf. Sie erhalten Schutz und Geborgenheit und damit das Rüstzeug für ein gelingendes Leben. Der SOS-Kinderdorfverein begleitet Mütter, Väter oder Familien und ihre Kinder von Anfang an in Mütter- und Familienzentren. Er bietet Frühförderung in seinen Kinder- und Begegnungseinrichtungen. Jugendlichen steht er zur Seite mit offenen Angeboten, bietet ihnen aber auch ein Zuhause in Jugendwohngemeinschaften sowie Perspektiven in berufsbildenden Einrichtungen. Ebenso gehören zum SOS-Kinderdorf e.V. die Dorfgemeinschaften für Menschen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen. In Deutschland helfen in 38 Einrichtungen insgesamt rund 4.600 Mitarbeitende. Der Verein erreicht und unterstützt mit seinen über 800 Angeboten rund 83.500 Menschen in erschwerten Lebenslagen in Deutschland. Darüber hinaus finanziert der deutsche SOS-Kinderdorfverein 91 Programme in 22 Fokusländern und ist in 110 Ländern mit Patenschaften aktiv.

Mehr Informationen unter www.sos-kinderdorf.de


Für friedliche Lösung, gegen einseitige militärische Reaktionen und Kürzung von Mitteln der Entwicklungshilfe

Landesbischof begrüßt Erklärung zum Ukraine-Konflikt

 

 

(Erfurt/ekm) - Die Kirchenkonferenz als Organ aller Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat in einer Erklärung zum Ukraine-Konflikt friedliche Konfliktlösungen favorisiert, Russland zur Beendigung der Gewalt aufgefordert und die Hilfe für Flüchtlinge begrüßt. Gleichzeitig wird davor gewarnt, die Betroffenen von Kriegen in anderen Regionen zu vernachlässigen. Die Bundesregierung wird aufgefordert, von der beabsichtigten Kürzung der Mittel für Entwicklungshilfe abzusehen. Außerdem wird dazu aufgerufen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt bei uns zu fördern. Die Erklärung ist zu finden unter: Gewalt beenden, dem Hass entgegentreten – EKD. Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), begrüßt die Erklärung der Kirchenkonferenz ausdrücklich.

 

„Ich finde es ein wichtiges Zeichen, dass wir in der Kirchenkonferenz klar mit einer Stimme zum Frieden mahnen und dem Hass entgegentreten. Besonders deshalb, da es auch unter uns sehr unterschiedliche Wahrnehmungen und widersprüchliche Beurteilungen des Krieges und zu friedensethischen Fragen gibt. Darüber wurde intensiv diskutiert, die Ambivalenzen kamen zur Sprache, und es wurde eine Einigung erzielt“, betont Kramer. Ihm ist es wichtig, dass über dem Ukraine-Konflikte nicht die Opfer von anderen Kriegen auf der Welt vergessen werden und zudem keine einseitigen militärischen Reaktionen befördert werden. „Ich finde es besorgniserregend, dass angesichts der 100 Milliarden zusätzlicher Rüstungsausgaben plötzlich in anderen wichtigen Bereichen gespart werden soll, beispielsweise bei der Entwicklungshilfe. In Haushaltsverhandlungen dürfen militärische Ausgaben nicht unhinterfragt bleiben. Wir stehen vor wichtigen zivilen Herausforderungen und ob mehr Rüstungsausgaben die Sicherheit erhöhen, ist mehr als fraglich – wir brauchen eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, wofür wir die Steuergelder ausgeben“, fordert der Landesbischof.

 

Die Kirchenkonferenz hat sich in ihrer heute (24. März) beendeten zweitägigen Sitzung ausführlich mit dem Krieg befasst, den der russische Staatspräsident gegen die Ukraine begonnen hat. Der Kirchenkonferenz gehören alle leitenden Geistlichen (Bischöfinnen und Bischöfe) und leitenden Juristinnen und Juristen der 20 evangelischen Landeskirchen an. In der einstimmig verabschiedeten Stellungnahme bekräftigt die Konferenz ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, verurteilt den Krieg und dankt für die Spendenbereitschaft in Deutschland. „Hass und Gewalt dürfen nicht das letzte Wort haben. Das letzte Wort hat der Frieden. Christus ist unser Friede“, so die EKD-Ratsvorsitzende, Präses Annette Kurschus, die das Gremium leitet. Zwar sei Frieden letztlich nicht mit Waffengewalt herzustellen. Dem bleibenden Wunsch nach Gewaltfreiheit stehe angesichts eines Aggressors, der Völkerrecht missachte und Kriegsverbrechen begehe, aber auch die Option gegenüber, die Ukraine mit Waffen zu unterstützen. „Das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine im Blick auf die gegen sie gerichteten Aggressionen ist unbestritten.“

 

In der Stellungnahme ruft die Kirchenkonferenz dazu auf, geflüchtete Menschen aufzunehmen und keine Spaltung zwischen verschiedenen Gruppen von Geflüchteten entstehen zu lassen. Ausdrücklich würdigt die Stellungnahme den Mut vieler orthodoxer Priester in Russland, die sich gegen den Krieg und die Position Ihrer Kirchenleitung geäußert haben. „Umso wichtiger ist es uns, einer pauschalen Wahrnehmung der russischen Orthodoxie und deren Einordnung in ein uniformes Feindbild von Russland entschieden entgegenzuwirken“, heißt es in dem Text. An die Bundesregierung appelliert die Kirchenkonferenz, angesichts der Auswirkungen des Krieges auf den globalen Getreidemarkt von der beabsichtigten Kürzung der Mittel für Entwicklungshilfe abzusehen.


„Gewalt beenden, dem Hass entgegentreten“ - EKD-Kirchenkonferenz nimmt Stellung zum Krieg in der Ukraine

(Hannover/Karlsruhe/ekiba) -  Die Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich in ihrer heute (24. März) beendeten zweitägigen Sitzung ausführlich mit dem Krieg befasst, den der russische Staatspräsident gegen die Ukraine begonnen hat.

 

„Hass und Gewalt dürfen nicht das letzte Wort haben. Das letzte Wort hat der Frieden. Christus ist unser Friede“, so die EKD-Ratsvorsitzende, Präses Annette Kurschus, die das Gremium leitet. Zwar sei Frieden letztlich nicht mit Waffengewalt herzustellen. Dem bleibenden Wunsch nach Gewaltfreiheit stehe angesichts eines Aggressors, der Völkerrecht missachte und Kriegsverbrechen begehe, aber auch die Option gegenüber, die Ukraine mit Waffen zu unterstützen. „Das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine im Blick auf die gegen sie gerichteten Aggressionen ist unbestritten.“

 

Für die badische Landeskirche erklärte Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh: „Wir stehen an der Seite der Opfer und werden alles tun, um sie zu unterstützen. Aber wir machen auch deutlich, dass eine künftige Friedensordnung nicht der Logik von Putin folgen darf, in der nur Macht und Gewalt zählt. Wir brauchen eine verbindliche internationale Rechtsordnung, die Menschenrechte schützt und autoritäre Herrscher in ihre Schranken weist.“

 

In ihrer einstimmig verabschiedeten Stellungnahme bekräftigt die Kirchenkonferenz, der alle leitenden Geistlichen (Bischöfinnen und Bischöfe) und leitenden Juristinnen und Juristen der 20 evangelischen Landeskirchen angehören, ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und dankt für die Spendenbereitschaft in Deutschland. Die Kirchenkonferenz ruft dazu auf, geflüchtete Menschen aufzunehmen und keine Spaltung zwischen verschiedenen Gruppen von Geflüchteten entstehen zu lassen. Ausdrücklich würdigt die Stellungnahme den Mut vieler orthodoxer Priester in Russland, die sich gegen den Krieg und die Position Ihrer Kirchenleitung geäußert haben. An die Bundesregierung appelliert die Kirchenkonferenz, angesichts der Auswirkungen des Krieges auf den globalen Getreidemarkt von der beabsichtigten Kürzung der Mittel für Entwicklungshilfe abzusehen.

 

Die komplette Stellungnahme der Kirchenkonferenz im Wortlaut unter www.ekd.de/kirchenkonferenz-ukraine

 


Internationale Studierende aus der Ukraine brauchen Perspektive auf Fortsetzung ihres Studiums in Deutschland und der EU

Solidarität jetzt

 

Internationale Studierende * Ukraine * Aufenthaltssicherheit *  Stipendien

 

(Berlin, Frankfurt am Main, Hannover, Mainz, Ulm, Wiesbaden/bfw) - Bundes- und landesweite Studierenden- und Menschenrechtsorganisationen setzen sich dafür ein, dass alle aus der Ukraine geflohenen internationalen Studierenden ihr dort begonnenes Studium in Deutschland oder einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union fortsetzen und beenden können. Bei Bund und Ländern mahnen sie die Herstellung von Aufenthaltssicherheit, die Schaffung von Zugangsmöglichkeiten zu den Hochschulen und weitere unterstützende Maßnahmen für internationale Studierende aus der Ukraine an.

 

Etwa 60.000 internationale Studierende waren nach UNESCO-Angaben unmittelbar vor Beginn des Krieges an ukrainischen Hochschulen eingeschrieben. Hauptherkunftsländer waren Indien, Marokko, Aserbaidschan, Turkmenistan, Ägypten und Nigeria. Sie haben in der Ukraine studiert, weil ihnen das in ihrem Herkunftsland aufgrund der politischen Situation unmöglich war oder weil die Studiengebühren für sie unbezahlbar waren. Der Krieg Putins gegen die Ukraine hat auch sie erschüttert und ihre Lebensplanung zerstört, schreiben die Organisationen: Amnesty International Deutschland, Brot für die Welt, Bundesverband ausländischer Studierender (BAS), Bundesweite Arbeitsgemeinschaft PRO ASYL, Evangelische Studierendengemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Initiativausschuss für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz, Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, Verband der Evangelischen Studierendengemeinden in Deutschland und  World University Service (WUS) – Deutsches Komitee e.V.

 

An die internationalen Studierenden wurde nicht gedacht

 

Ein Teil dieser internationalen Studierenden wurde zeitnah von den Herkunftsländern aus dem Kriegsgebiet evakuiert, ein Teil muss dort wegen fehlender sicherer Fluchtkorridore weiter ausharren. Andere konnten sich – obwohl vielen die Einreise massiv erschwert wurde – in die Europäische Union retten. Viele von ihnen sind schon oder werden in naher Zukunft aus dem Grenzgebiet in andere Mitgliedstaaten – auch nach Deutschland – weiterreisen, wo sie soziale Anknüpfungspunkte haben oder sich eine Perspektive zur Fortsetzung ihres Studiums erhoffen.

 

Wir beklagen, dass diese Personengruppe in dem EU-Ratsbeschluss zur vorübergehenden Schutzgewährung von aus der Ukraine vertriebenen Personen in der Europäischen Union nicht mitbedacht wurde. Demgegenüber begrüßen wir, dass der Aufenthalt internationaler Studierender aus der Ukraine – wie der aller aus der Ukraine geflüchteter Personen – aufgrund der Ukraine-Aufenthalts-Übergangs-Verordnung (UkraineAufenthÜV) von Bundesinnenministerin Faeser vom 07. März 2022 unabhängig von der möglichen Zuerkennung des vorübergehenden Schutzes zumindest bis zum 23. Mai 2022 erlaubt ist. Zudem begrüßen wir, dass laut Mitteilung des Bundesinnenministeriums vom 14. März 2022 diejenigen internationalen Studierenden aus der Ukraine vorübergehenden Schutz in Deutschland erhalten können, die „nicht sicher und dauerhaft in ihr Herkunftsland oder ihre Herkunftsregion zurückkehren“ können.

 

Aufenthalt bis zum 23. Mai ist zu kurz

 

Aus humanitären Gründen, aber auch mit Blick auf den bereits zunehmenden Mangel an Fachkräften und unter Berücksichtigung entwicklungspolitischer Erwägungen, muss aber allen aus der Ukraine nach Deutschland geflüchteten internationalen Studierenden jetzt ausreichend Zeit zur Orientierung gegeben und die Gelegenheit eingeräumt werden, sich ohne Ausreisedruck um die Fortsetzung ihres Studiums an einer deutschen oder einer Hochschule in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union zu bemühen.

 

Ein – wie bisher vorgesehen – lediglich bis zum 23. Mai 2022 erlaubter Aufenthalt ist hierzu nicht ausreichend. Denn die aktuell aufwachsenden universitären Studienangebote und Programme zur Unterstützung von Flüchtlingen aus der Ukraine konzentrieren sich derzeit fast ausschließlich auf Studierende mit ukrainischer Staatsangehörigkeit. Hier besteht dringender Handlungs- und Korrekturbedarf.

 

Bund und Länder müssen handeln

 

Es fehlt derzeit zudem noch am Aus- und Aufbau sowie an der Finanzierung von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen, an die Betroffene sich in der Phase der Neuorientierung wenden und die sie kompetent begleiten können.

 

Vor dem Hintergrund der schwierigen Situation, in der sich die internationalen Studierenden aus der Ukraine derzeit befinden, halten wir ein zeitnahes politisches Bekenntnis der Bundesregierung zur Möglichkeit der Fortsetzung ihres in der Ukraine begonnenen Studiums in Deutschland für ebenso dringend geboten wie die folgenden Maßnahmen von Bund und Ländern.

 

Aufenthaltsrechtlich:

 

• Herstellung von Aufenthaltssicherheit für alle internationalen Studierenden aus der Ukraine auch nach dem 23. Mai 2022 bis mindestens zum Beginn des Wintersemesters 2023/24. Dies könnte entweder durch

 

- die Gewährung vorübergehenden Schutzes für alle internationalen Studierenden aus der Ukraine oder

- eine entsprechende Verlängerung der UkraineAufenthÜV geschehen.

 

• Erteilung des § 16b Aufenthaltsgesetz für alle diejenigen, die bis zum Beginn des Wintersemesters 2023/24 ein Studienplatzangebot erhalten beziehungsweise studienvorbereitende Maßnahmen in Aussicht haben.

 

• Einleitung einer europäischen Initiative zur Schaffung von Rechtsgrundlagen für die Fortführung eines von internationalen Studierenden vor der Vertreibung in der Ukraine begonnenen Studiums in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

 

Universitär:

 

• Öffnung von Programmen der Hochschulen zur Förderung und Unterstützung von aus der Ukraine vertriebenen Studierenden für alle Betroffenen unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit sowie Aufbau weiterer entsprechend übergreifender Förderungs- und Unterstützungsangebote.

• Bereitstellung von Stipendienangeboten der Stiftungen und Studienwerke sowie des DAAD für aus der Ukraine vertriebene internationale Studierende.

• Auf- und Ausbau von Kompetenzzentren zur Orientierung, Beratung und Begleitung von aus der Ukraine vertriebenen internationalen Studierenden an den Hochschulen und bei zivilgesellschaftlichen Bildungsorganisationen.

• Erleichterte Möglichkeiten der Studienaufnahme und unbürokratische Anerkennung fluchtbedingt lediglich unvollständiger Unterlagen und Nachweise.

• Den geflüchteten Studierenden sollte durch eine Öffnung des BAföG eine Studienfinanzierung ermöglicht werden.

 

Erforderlich ist zudem die auskömmliche Finanzierung dieser Maßnahmen durch die zuständigen Wissenschafts- und Integrationsministerien der Länder, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Auswärtige Amt (AA).

 

Unterstützt werden die Forderungen von: Amnesty International Deutschland, Brot für die Welt, Bundesverband ausländischer Studierender (BAS), Bundesweite Arbeitsgemeinschaft PRO ASYL, Evangelische Studierendengemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Initiativausschuss für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz,  Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt,  Verband der Evangelischen Studierendengemeinden in Deutschland und  World University Service (WUS) – Deutsches Komitee e.V.

 

 

 


Karl Kübel Stiftung bietet hilfreiche Tipps und Hinweise

Mit Kindern über Krieg sprechen?

(Bensheim/kks) -  Der Krieg in der Ukraine und die dadurch ausgelösten Fluchtbewegungen machen sich auch in der Kindertagesbetreuung in Deutschland bemerkbar. Wie lassen sich die ankommenden Kinder und Familien bestmöglich begleiten? Wie können wir mit den Ängsten und Sorgen von Kindern umgehen? Soll man mit ihnen über Krieg reden?

Antworten darauf liefert die Übersicht „Über Krieg sprechen? Praxistipps und Handlungshinweise für die Kindertagesbetreuung“. Sie wurde von der Koordinierungsstelle „Kinder mit Fluchthintergrund in der Kindertagesbetreuung“ der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie herausgegeben und ist auf der Homepage der Stiftung (www.kkstiftung.de) als Download erhältlich.

Die vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration geförderte Koordinierungsstelle bietet darüber hinaus weitere praxisbezogene Materialien zum Thema Vielfalt und Kinderrechte (Vielfalts-Taschen, Kinderkiste) sowie eine Handreichung „Kinder mit Fluchthintergrund in der Kindertagesbetreuung“ an. Weitere Informationen und Downloads finden Interessierte ebenfalls auf Website der Karl Kübel Stiftung.

„Die Koordinierungsstelle ‚Kinder mit Fluchthintergrund in der Kindertagesbetreuung‘ hat sich in den vergangenen Jahren als wichtige Instanz für Kinder und Familien mit Fluchtgeschichte in Hessen etabliert. Sie ist heute wichtiger denn je, um den aktuellen Bedarfen zu entsprechen und vorurteilsbewusste und chancengerechte Strukturen zu fördern“, sagt Dr. Katharina Gerarts, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie.

Um diesen wichtigen Aufgaben auch weiterhin nachkommen zu können, hat die Koordinierungsstelle die Zusage für eine Projektverlängerung bis einschließlich 2025 vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration erhalten.


Übernutzung gefährdet Trinkwasserversorgung

Zum Weltwassertag (22. März): Sauberes Grundwasser ist lebenswichtig

Weltwassertag * Grundwasser * Bewässerung * Landwirtschaft * Lithium

 

(Berlin/bfw) - Sauberes Grundwasser ist lebenswichtig, denn fast die Hälfte des Trinkwassers weltweit stammt aus Grundwasser. Allein in den ärmeren Regionen Afrikas und Asiens sind fast 1,5 Milliarden ländliche Haushalte auf unterirdisches Wasser angewiesen. Grundwasser wird jedoch zunehmend als Wirtschaftsgut behandelt und stark übernutzt. So hat sich die globale Grundwasserentnahme in den vergangenen 50 Jahren mehr als verdreifacht und steigt weiter an. Die Folge: Der Grundwasserspiegel sinkt. Die Vereinten Nationen haben den Weltwassertag (22. März) daher in diesem Jahr unter das Motto „Grundwasser, das Unsichtbare sichtbar machen“ gestellt.

 

Etwa 40 Prozent des Wassers, das in der Bewässerungslandwirtschaft verwendet wird, und ein Drittel des von der Industrie genutzten Wassers kommen aus natürlichen Grundwasserspeichern. Die Ausweitung der Bewässerungslandwirtschaft treibt den weltweiten Wasserbedarf weiter in die Höhe. In vielen Regionen wird Grundwasser schneller gefördert als es sich neu bildet. Ein Beispiel dafür ist die Dezimierung der Grundwasservorkommen unter dem zentralbrasilianischen Savannengebiet Cerrado, dem wichtigsten Wasserspeicher Brasiliens. Dort werden Soja, Zuckerrohr, Mais und Eukalyptus angebaut, die zu Biokraftstoffen, Futtermitteln und Zellstoff verarbeitet werden, auch für den Export nach Deutschland. Ingrid Jacobsen, Referentin für Ernährungssicherheit, Klimawandel und Landwirtschaft bei Brot für die Welt, weist auf die Dringlichkeit hin, Wasservorräte nachhaltiger zu nutzen: „Die wasserintensive Landwirtschaft muss strenger kontrolliert und reguliert werden, besonders, wenn Grundwasser genutzt wird. Es ist höchste Zeit, die Landwirtschaft an Wasserknappheit und Klimawandel anzupassen.“

 

Auch der Rohstoffabbau, etwa von Lithium oder Gold, beansprucht enorme Reserven an sauberem Grundwasser. Gemeinden, auf deren Land dieser Abbau stattfindet, haben häufig darunter zu leiden, dass die Grundwasserspiegel stark absinken und ihre Trinkwasserquellen verschmutzt werden. Dabei müssten sie gemäß den Vereinten Nationen rechtzeitig und umfassend über Auswirkungen von Landnutzungsänderungen auf ihre Wasserversorgung informiert werden und jederzeit die Möglichkeit haben, Einsprüche geltend zu machen. In der Realität werden sie jedoch nur selten in die Planung und Durchführung von Bergbauprojekten einbezogen.

Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht, ohne sauberes Wasser kann auch das Recht auf Nahrung nicht verwirklicht werden. Brot für die Welt setzt sich gemeinsam mit Partnerorganisationen weltweit dafür ein, dass arme und marginalisierte Bevölkerungsgruppen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu ausreichender und ausgewogener Ernährung haben.

 

Seit 1992 weisen die Vereinten Nationen jedes Jahr im Rahmen des „Weltwassertages“ am 22. März auf die lebenswichtige Bedeutung der Ressource Wasser hin.

 

 

Weitere Informationen:

https://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/wasser/

 

 

„Standpunkt: Gemeingut Grundwasser“, Berlin 2022 https://www.brot-fuer-die-welt.de/fileadmin/mediapool/downloads/fachpublikationen/sonstige/Standpunkt-03-2022-Weltwassertag_de_Final.pdf


Flüssiggas aus Katar: Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben

 

  • Habeck will Gasimporte aus Russland durch LNG vom Golf ersetzen
  • GfbV warnt vor erneuter Ernergie-Abhängigkeit von einem brutalen Regime
  • Katar finanziert islamistische Gruppen, die Minderheiten terrorisieren

(Göttingen/gfbv) - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck wird in den nächsten Tagen nach Katar reisen. Vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine möchte sich die Bundesregierung von Gasimporten aus Russland lösen und stattdessen vermehrt Flüssiggas (LNG) aus dem Emirat beziehen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt davor, die Abhängigkeit von einer Diktatur durch die nächste zu ersetzen: „Die Menschenrechts-Bilanz Katars ist katastrophal“, erklärt GfbV-Nahostexperte Dr. Kamal Sido, der von Ende Februar bis Anfang März in Katar war, um Gespräche mit Gastarbeitern und Angehörigen von religiösen Minderheiten, insbesondre der christlichen, zu führen. „Katar finanziert über seine Energie-Exporte gefährliche islamistische Gruppierungen, die schon jetzt an vielen Konflikten beteiligt sind und überall auf der Welt religiöse Minderheiten terrorisieren.“ In dem Versuch, sich von einem brutalen Diktator wie Putin zu lösen, werfe sich die Bundesregierung gleich dem nächsten Unrechts-Regime an den Hals. 

 

Das kleine Golfemirat Katar bezieht seinen immensen Reichtum aus Rohstoff-Exporten. Damit finanziert es den extravaganten Lebensstil einer winzigen Elite sowie sunnitisch-islamistische Gewalt. „Wenn Deutschland in großem Stil katarisches LNG kauft, trägt die Bundesrepublik zur Finanzierung von Organisationen wie Al-Kaida und anderen radikalen Islamisten bei. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch Gelder an den sogenannten ‚Islamischen Staat‘ gehen. Ferner operiert die Internationale Muslimbruderschaft von Katar aus“, erinnert Sido. „In Katar selbst werden Millionen von Gastarbeitern ausgebeutet und Frauen stehen unter männlicher Vormundschaft. Es ist schwer nachzuvollziehen, warum unser grüner Wirtschaftsminister das mit milliardenschweren Lieferverträgen belohnen will.“


Bundesregierung kürzt Entwicklungsetat

„Eine völlig unverständliche Entscheidung“

Entwicklungsetat * Ukraine * Weizen * Welternährungsprogramm (WFP)  * Welternährungsausschuss (CFS) * Russland

 

(Berlin/bfw) - Die durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine weiter verschärfte Preisexplosion bei Weizen hat verdeutlicht, wie krisenanfällig die importabhängigen Ernährungssysteme in vielen Ländern des Globalen Südens sind.  Staaten wie Ägypten müssen ihre Stützungsmaßnahmen für den Brotpreis massiv erhöhen. Das Welternährungsprogramm muss die Nahrungsmittelhilfe in Hungergebieten wie dem Jemen bei einem Preisniveau über 400 Dollar pro Tonne Weizen stark einschränken. In dieser Situation verkündet die Bundesregierung eine Kürzung des Entwicklungsetats.

 

„Mit Blick auf die dramatischen Folgen des Ukrainekrieges ist die Entscheidung der neuen Bundesregierung, ausgerechnet den Etat für das Bundesentwicklungsministerium zu kürzen, völlig unverständlich“, sagt Dagmar Pruin, die Präsidentin von Brot für die Welt. „Angesichts der angespannten Ernährungslage im Globalen Süden braucht es ein anderes Signal. Die Mittel für die deutsche Entwicklungsfinanzierung müssen deutlich steigen.“ Hiervon sollte neben der Entwicklungsfinanzierung auch die Humanitäre Hilfe profitieren.

 

Diese zusätzlichen Mittel sollten genutzt werden, um das Welternährungsprogramm (WFP) und den Welternährungsausschuss (CFS) besser auszustatten. Denn einerseits braucht es kurzfristige multilaterale Nothilfe, andererseits braucht es Foren, in denen an langfristig wirksamen politischen Lösungen gearbeitet wird. Zudem muss importabhängigen Entwicklungsländern geholfen werden, den Brotpreis kurzfristig zu stützen. „Besonders betroffen sind afrikanische Staaten, aber auch Länder im Mittleren Osten“, sagt Pruin. „Dabei trifft es immer die Ärmsten der Armen am stärksten. Für ein Bürgerkriegsland wie den Jemen sind die Folgen katastrophal. Dem bitterarmen Land droht eine Verschärfung der Hungersnot.“

 

Brot für die Welt appelliert an den deutschen Bundestag, mehr Mittel für Entwicklungsfinanzierung zur Verfügung zu stellen, auch um die Agrar- und Ernährungssysteme durch Umstellung auf Agrarökologie krisenfester zu machen. „Die Entkoppelung regionaler Nahrungsproduktion von Importen und Energiepreisen ist die beste Antwort auf Kriegs- und Konfliktfolgen, auf Klimakrisen und hohe Weltmarktpreise“, sagt Pruin.

 

Die Gräuel des Angriffskriegs auf die Ukraine verdeutlichen einmal mehr die Notwendigkeit verstärkter Investitionen in die zivile Krisenprävention und Bearbeitung von Gewaltkonflikten weltweit.  „Wir hoffen sehr, dass im parlamentarischen Verfahren der Etat für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe nachgebessert wird und den gestiegenen Anforderungen erkennbar Rechnung trägt“, sagt Pruin.

 

 


Jugendsozialarbeit arbeitet an Perspektiven für Jugendliche

 

Der Josefstag bringt Verantwortliche aus Kirche und Politik mit benachteiligten Jugendlichen zusammen. Besonders im Blick:  die Folgen der Coronapandemie und der Erhalt der Perspektiven der Jugendlichen

(Siegen/bdkj) - Zuhören, erklären lassen und dann selbst loslegen: Beim Josefstag im katholischen Jugendwerk Förderband Siegen-Wittgenstein haben Weihbischof Josef Holtkotte, BDKJ-Bundespräses Stefan Ottersbach und Bürgermeister Steffen Mues sowie weitere Gäste aus Politik und Kirche zusammen mit Jugendlichen der Einrichtung gearbeitet.

„Lebenszeichen – Jugend hat Perspektive“ ist in diesem Jahr das Motto des Josefstags. Dabei stehen Jugendliche und ihre Perspektiven, die sich durch die Pandemie verschlechtert haben, im Fokus.

„Ich finde es wirklich beachtlich, wie die Einrichtungen der Jugendsozialarbeit junge Menschen während der Pandemie durch alternative Angebote beraten und gefördert haben“, sagt Stefan Ottersbach, BDKJ-Bundespräses und Vorsitzender der BAG KJS. Er verweist darauf, dass Jobcenter und Arbeitsagenturen viele benachteiligte Jugendliche zeitweise gar nicht mehr erreicht haben. „Darum ist die Jugendsozialarbeit unverzichtbar, wenn es jetzt darum geht an gelingenden Perspektiven für junge Menschen zu arbeiten.“

Der Josefstag steht mit seinem Motto in diesem Jahr für die Überwindung der negativen Folgen der Coronapandemie. Die Veranstalter betonen die zuversichtliche Botschaft, dass es gelingen wird, eine Zukunftsperspektive für und mit jungen Menschen zu entwickeln. Die Einrichtungen der Katholischen Jugendsozialarbeit leisten, wie das Förderband, einen unverzichtbaren Beitrag zur Unterstützung der Jugendlichen im Übergang zwischen Schule und Beruf. Sie sind eingebunden in sozialräumliche und kirchliche Strukturen. Hierzu erläutert der Paderborner Weihbischof Josef Holtkotte: „Gerade nach zwei Jahren Pandemie, in denen benachteiligte Jugendliche noch stärker den Anschluss verloren haben, müssen wir als Kirche die Einrichtungen der Jugendsozialarbeit unterstützen. Hier erreicht die Jugendpastoral auch diejenigen, die schlechtere Startbedingungen haben.“

Beim gemeinsamen Bau und Bepflanzen von Glasgewächshäuschen kamen die Gäste mit den Jugendlichen der Einrichtungen ins Gespräch. Dietmar Vitt vom Förderband Siegen-Wittgenstein, einer Einrichtung mit unterschiedlichen Angeboten im Übergang Schule-Beruf, gab einen praktischen Einblick in die Arbeit: „Wir suchen mit den Jugendlichen Wege in Ausbildung und Arbeit. Gemeinsam können wir die Folgen der Corona-Pandemie bewältigen. Unser gemeinsames Lebenszeichen aus der Pandemie sagt: Alle Jugendliche haben Kompetenzen, an denen wir ansetzen können, um gemeinsam mit ihnen ihre Zukunft zu entwickeln.“

Zusätzlich zur zentralen Auftaktveranstaltung in Siegen gibt es rund um den 19. März bundesweit dezentrale Veranstaltungen zum Aktionstag anlässlich des Hochfests des heiligen Josef. Einrichtungen der katholischen Jugendsozialarbeit in Deutschland laden kirchliche Amtsträger, Politiker*innen sowie gesellschaftliche Verantwortungsträger*innen ein. Dabei sind die Gäste gemeinsam mit den Jugendlichen aktiv.

Hintergrund

Der heilige Josef ist Schutzpatron der Arbeiter und Jugendlichen. Der Josefstag ist eine Aktion des „arbeit für alle e.V.“, einer Initiative des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V. Gemeinsam mit dem Katholischen Jugendwerk Förderband Siegen-Wittgenstein und dem BDKJ-Diözesanverband Paderborn führte der Trägerkreis die zentrale Veranstaltung durch.

Weitere Informationen zum Josefstag erhalten Sie auf www.josefstag.de.

 

 

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft. 


Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps für Helfende und für Geflüchtete – auch in ukrainischer Sprache

Flüchtlingshilfe: So sind Engagierte selbst abgesichert

(Düsseldorf/pm) - Gespendete Kleidung sortieren, Deutsch unterrichten oder Unterkünfte und Möbel organisieren: Zahlreiche Menschen aus Nordrhein-Westfalen engagieren sich angesichts des Krieges in der Ukraine in der Flüchtlingshilfe. Die Einsatzbereitschaft ist groß. Doch auch Helferinnen und Helfern kann etwas zustoßen. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, auf welchen Versicherungsschutz zu achten ist und welche Absicherung Flüchtlinge haben.

  • Welche Versicherungen brauchen ehrenamtliche Helfer?
    Wer in bestehenden Organisationen mithilft, bei Vereinen, Wohlfahrtsverbänden oder kommunalen Angeboten, ist automatisch und kostenlos über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Das gilt wie bei anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten etwa im Elternrat oder bei der Freiwilligen Feuerwehr. Wenn Helfer-Listen verfügbar sind, sollten sich Engagierte dort eintragen. Damit ist belegt, dass jemand tatsächlich aktiv gewesen ist. Die gesetzliche Unfallversicherung springt ein, wenn sich ehrenamtliche Helfer:innen während des Einsatzes oder auf dem Hin- oder Rückweg zwischen Einsatz- und Wohnort verletzen. Übernommen werden Kosten für Behandlungen und Reha-Maßnahmen, bei geminderter Erwerbsfähigkeit je nach Umfang auch eine monatliche Verletztenrente. Schäden, die Flüchtlingshelfer:innen anderen Personen zufügen, sind in der Regel über die Trägerorganisation beziehungsweise deren Haftpflichtversicherung abgesichert
     
  • Was gilt bei rein privatem Hilfseinsatz?
    Wer auf eigene Initiative in der Flüchtlingshilfe aktiv ist, braucht im Schadensfall privat abgeschlossene Versicherungen, wie eine Unfall- oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch in der privaten Haftpflichtversicherung sind in der Regel ehrenamtliche Tätigkeiten oder Freiwilligenarbeit aufgrund eines sozialen unentgeltlichen Engagements versichert. Vereinsvorstände und andere Verantwortliche sollten sich jedoch über eine zusätzliche Vereinshaftpflichtversicherung absichern. Zudem sind ehrenamtlich Helfende bei rein privat organisiertem Engagement ohne Einbindung in eine Institution in fast allen Bundesländern über dortige Unfall- sowie Haftpflicht-Sammelversicherungs-verträge abgesichert, wenn die eigene Haftpflicht- oder gesetzliche Unfallversicherung nicht greifen. Wer anderen hilft, soll auf dem eigenen Schaden nicht sitzen bleiben. Aber auch hier gilt: Im Fall der Fälle muss man in der Regel beweisen, dass man ehrenamtlich tätig war. Ist es nicht möglich, sich dafür in eine Liste eines Trägers oder einer Organisation einzutragen, sollten Freiwillige sicherstellen, dass andere Menschen von der ehrenamtlichen Tätigkeit wissen. Schäden am eigenen Auto sind nicht versichert. Dafür kommt ggf. die eigene Kaskoversicherung auf.
     
  • Wie können Freiwillige Flüchtlinge absichern?
    Wer Geflüchtete aufnimmt oder anderweitig unterstützt, hilft meist mit Kleidung, Arzneimitteln oder Hausrat. Doch wer hier neu ankommt, kann auch schnell in Verbraucherfallen tappen. Deshalb informiert die Verbraucherzentrale NRW über die wichtigsten Versicherungen und über mögliche Kostenfallen – auch in ukrainischer Sprache. Wichtig sind etwa Tipps zu Mobilfunkverträgen, Konten und Geldtransfers. Aber auch eine Krankenversicherung ist wichtig sowie privater Haftpflichtversicherungsschutz. Mit einer Familien-Haftpflichtversicherung können Kinder bis zum Ende der ersten Ausbildung mitversichert werden. Eine günstige Versicherung mit guten Bedingungen kostet etwa 50 bis 80 Euro im Jahr.

 

Weiterführende Infos und Links:
Unsere Angebote für Helfer und Geflüchtete: https://www.verbraucherzentrale.nrw/fluechtlingshilfe


Nur noch jeder fünfte Fisch aus deutschem Fang – „End of Fish Day“ 2022 so früh wie noch nie

 

 

Fisch * Aquakultur * Überfischung * Fischerei * Meeresökosysteme * End of Fish Day

 

(Berlin/bfw) - Am 11. März, und damit so früh wie nie zuvor, ist „End of Fish Day“. An diesem Tag sind die im gesamten Jahresverlauf unter deutscher Flagge gefangenen und hierzulande gezüchteten Fische und Meeresfrüchte rechnerisch verbraucht. Zu diesem Ergebnis kommen die Berechnungen von Brot für die Welt, Fair Oceans und Slow Food Deutschland. Der von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bestimmte Selbstversorgungsgrad mit Fisch und Fischerzeugnissen liegt in diesem Jahr bei nur noch 19 Prozent. Im vergangenen Jahr fiel der „End of Fish Day“ noch auf den 17. März.

 

In Deutschland werden Jahr für Jahr weit mehr Fisch und Meeresfrüchte verzehrt als zur Verfügung stehen. Eine unvermindert große Nachfrage bei gleichzeitig rückläufigen Fangquoten aufgrund von Überfischung, Wasserverschmutzung und Klimawandel vor allem in den marinen Fanggebieten sind Treiber dieser Entwicklung. Um die Nachfrage zu decken, ist Deutschland neben Importen verstärkt auf die Erzeugung in Aquakulturen angewiesen. Doch auch die bringt Probleme mit sich.

 

Francisco Mari, Fischereiexperte von Brot für die Welt, blickt auf die weltweiten Folgen industrieller Aquakultur: „Ein aktuelles Streitthema ist in Bezug auf Aquakulturen die Fischmehlproduktion. Wertvolle Schwarmfische werden in Fabriken zu Futtermitteln verarbeitet. Diese Fische werden entweder den marinen Nahrungsketten entzogen oder sie gehen der Fischereiwirtschaft und damit der Ernährungssicherheit im globalen Süden verloren. Sie fehlen also gerade dort, wo die Küstengemeinden am stärksten auf intakte Meeresökosysteme und Fischbestände angewiesen sind.“ Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hat die Welternährungsorganisation das Jahr 2022 zum Jahr der handwerklichen Fischerei und Aquakultur erklärt.

 

Viele der Probleme von Fischerei und Meeresschutz wie auch deren regionale und globale Auswirkungen zeigen sich besonders klar am „Lieblingsfisch der Deutschen“, dem Lachs. Manfred Kriener, Autor des Bestsellers „Leckerland ist abgebrannt“, ist für die Fisch-Kommission von Slow Food Deutschland auf Spurensuche gegangen. Im neu erschienenen Dossier „Aquakultur: die blaue Revolution“ nimmt er speziell auch die Lachszucht unter die Lupe.

 

„Der Lachs, einst eine Delikatesse, ist heute meist ein Produkt aus industrieller Massenzucht mit vielfältigen Tierwohl- und Umweltproblemen. Slow Food rät daher Handel und Verbraucher*innen zu handwerklichen Fischerzeugnissen. In Anbetracht unseres geringen Selbstversorgungsgrads sollten auch nachhaltige Optionen selten und in geringen Mengen genossen werden“, sagt Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. 

 

Slow Food Deutschland, der Fischhandel Fish Klub Berlin, Fair Oceans und Brot für die Welt nehmen daher den „End of Fish Day“ zum Anlass, in einer Diskussionsrunde mit dem Titel „Lachsfreie Zone! Für nachhaltigen, regionalen Fischgenuss und eine global gerechte Sicherung der Ernährung aus dem Meer“ die gegenwärtigen Probleme zu adressieren, und zugleich nachhaltige und sozialverträgliche Alternativen vorzustellen. Der Fish Klub geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat sich entschieden, Lachs komplett aus seinem Sortiment zu nehmen. Die Veranstaltung findet am 11.03., von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr, in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg statt. Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.slowfood.de/termine/termine_ueberregional/end-of-fish-day-2022-lachsfreie-zone/

 

 

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Brot für die Welt: Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt unterstützt Menschen in mehr als 90 Ländern dabei, aus eigener Kraft ihre von Hunger, Armut, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung geprägte Lebenssituation zu verbessern. Ein Schwerpunkt ist die Ernährungssicherung. In Zeiten des Klimawandels und knapper werdender Ressourcen wird der Kampf gegen Hunger und Mangelernährung immer wichtiger.

www.brot-fuer-die-welt.de

 

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Slow Food hat sich zum Ziel gesetzt, eine Ernährungswelt zu schaffen, die auf fairen Beziehungen basiert, die biologische Vielfalt, das Klima und die Gesundheit fördert und es allen Menschen ermöglicht, ein Leben in Würde und Freude zu führen. Als globales Netzwerk mit Millionen von Menschen setzt sich Slow Food für gutes, sauberes und faires Essen für alle ein. Slow Food Deutschland wurde 1992 gegründet und ist mit vielfältigen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen auf lokaler, nationaler sowie europäischer Ebene aktiv. Mit handlungsorientierter Bildungsarbeit stellen wir Ernährungskompetenz auf sichere Beine. Ziel unseres politischen Engagements ist ein sozial und ökologisch verantwortungsvolles Lebensmittelsystem, das Mensch und Tier, Umwelt und Klima schützt.

www.slowfood.de

V.i.S.d.P.: Dr. Nina Wolff

 

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Fish Klub Berlin ist der Spezialist für nachhaltige Fische und Meeresfrüchte in Berlin.

Wofür sie stehen: NACHHALTIGKEIT, RÜCKVERFOLGBARKEIT, FRISCHE Fish Klub wurde mit der Idee geboren, den Sektor der Meeresfrüchte in Berlin zu demokratisieren. Indem wir den Vertriebsweg kurzschließen und unsere Lebensmittel direkt von den Erzeugern in der Bretagne und im französischen Atlantik beziehen, bieten wir nachhaltig gefangene, frische Produkte an, die innerhalb von 48 Stunden von der Ankunft am Hafen bis zur Präsentation in unseren Regalen erhältlich sind. Alle unsere Fische und Meeresfrüchte sind vollständig rückverfolgbar (Qualität, Herkunft, Fanggeräte, Etikett). Fish Klub verkauft auch an Restaurants und führt private und öffentliche Veranstaltungen durch.

www.fishklubberlin.com

 

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Fair Oceans engagiert sich seit 2008 als Arbeitsschwerpunkt des Vereins für Internationalismus und Kommunikation e.V. aus entwicklungspolitischer Perspektive in den verschiedensten Bereichen der internationalen Meerespolitik. So sind u.a. die Kleinfischerei, der Tiefseebergbau, Meeresschutz, Seehandel und Schifffahrt Themen der Projektarbeit. Fair Oceans ist dabei national und international zusammen mit Partnerorganisationen aktiv. Die Ziele orientieren sich im Schnittfeld von Umwelt und Entwicklung an Fragen globaler Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Der Sitz des Vereins ist Bremen.

www.fair-oceans.info

 

 

 


Kolpingwerk fordert Schutz verfolgter Christinnen und Christen

 

Anlässlich der Kölner Gespräche 2022 erinnert das Kolpingwerk Deutschland an das Schicksal von Millionen Christinnen und Christen, die wegen ihres Glaubens diskriminiert, verfolgt und getötet werden.

 

(Köln/kw) - Das Kolpingwerk Deutschland solidarisiert sich mit den weltweit verfolgten Christen und Christinnen und erwartet von den politisch Verantwortlichen in Deutschland sowie weltweit umgehend gemeinsame Anstrengungen zum Schutz der wachsenden Anzahl an Menschen, die aufgrund ihres christlichen Glaubens um ihr Leben fürchten müssen. In seiner Erklärung „Kolpingwerk fordert Schutz verfolgter Christinnen und Christen“ warnt der Bundesvorstand des Kolpingwerkes davor, dass angesichts der vielen politischen Krisenherde unserer Zeit die Verfolgungen aus dem Blickfeld geraten. Der neue Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit Frank Schwabe müsse die besten Rahmenbedingungen für sein Handeln erhalten, damit die Bundesregierung aktiv auf die Einhaltung dieses unveräußerlichen Menschenrechtes hinwirken kann. 

„Es ist dem Engagement einzelner Akteure sowie einiger bekannter Initiativen und Organisationen zu verdanken, dass das Schicksal der verfolgten Christinnen und Christen weiterhin ins Gedächtnis gerufen wird. Dieser Intention schließen wir uns an“, betont Ursula Groden-Kranich, Bundesvorsitzende des katholischen Sozialverbands, der mit seinen bundesweit rund 215.000 Mitgliedern in Deutschland einer der 60 Nationalverbände von KOLPING INTERNATIONAL ist. Eine genaue Beobachtung weltweiter politischer Entwicklungen gehört für das Kolpingwerk ebenso zum verbandlichen Selbstverständnis wie eine enge Vernetzung mit Christinnen und Christen in aller Welt.

Die religiös, nationalistisch und politisch motivierte Gewalt gegen Christinnen und Christen in vielen Ländern betrachtet das Kolpingwerk mit großer Sorge – wird dadurch doch die Religionsfreiheit eingeschränkt, die von vielen dieser Länder anerkannt worden ist. Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 verbürgt die Freiheit, den Glauben frei und öffentlich zu leben oder auch die Religion zu wechseln. Dennoch werden dem Weltverfolgungsindex 2022 zufolge mehr als 360 Millionen Christinnen und Christen weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt oder Opfer von Diskriminierung – Tendenz steigend. Im vergangenen Jahr hat etwa die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan die dortige Situation in sichtbarem Ausmaß erschwert.

Das Leid verfolgter Christinnen und Christen fordert unbedingtes Handeln der politisch Verantwortlichen in Deutschland, Europa und weltweit. Mit der Forderung nach einem besseren Schutz verbindet sich die Forderung nach allgemeinen Maßnahmen zugunsten der Religionsfreiheit, die immer auch die Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften einschließen muss.

Darauf verweist auch Volker Kauder, Hauptredner der diesjährigen Kölner Gespräche, zu denen das Kolpingwerk Deutschland unter dem Titel „Bedrängt, bedroht, verfolgt – Situation der Christenheit weltweit“ am 12. März 2022 (ab 15.30 Uhr) einlädt. Mit den Kölner Gesprächen greift das Kolpingwerk Deutschland seit vielen Jahren Fragestellungen aus Politik und Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche auf, die im Kontext seiner Arbeit als katholischer Sozialverband stehen. Gleichzeitig sollen mit der Veranstaltung Menschen innerhalb und außerhalb des Verbandes in einen Dialog gebracht werden. Seit 2006 wurden dazu jeweils Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als Referierende gewonnen. 

Volker Kauder, der langjährige Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion setzt sich seit langem dafür ein, dass den Sorgen und Nöten der verfolgten Christinnen und Christen größere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Im Anschluss an seinen Vortrag bei den Kölner Gesprächen nimmt er an einer Diskussion mit Kolpingmitglied Milad Danho, der 2014 mit seiner Familie aus Syrien flüchtete, sowie Zemfira Dlovani vom Zentralrat der Jesiden in Deutschland teil. Pandemiebedingt wird die Veranstaltung – wie schon im letzten Jahr – digital stattfinden. Miterlebt werden kann sie im Web-TV auf https://domradio.de/event/koelner-gespraeche-2022-03-12 sowie als Live-Stream auf www.kolping.de.

Die vollständige Erklärung „Kolpingwerk fordert Schutz verfolgter Christinnen und Christen“ im Wortlaut unter: https://www.kolping.de/fileadmin/user_upload/Presse_und_Medien/News/2022/03/2022_02_VerfolgteChristen.pdf

Das Kolpingwerk Deutschland ist ein generationsübergreifender katholischer Sozialverband mit bundesweit mehr als 215.000 Mitgliedern in 2.286 Kolpingsfamilien vor Ort, davon etwa 37.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die der Kolpingjugend angehören. Es ist Teil von Kolping International und von Kolping Europa.