Politik

27.6.2017


Bundesregierung muss sich für ein globales und verbindliches Regelwerk stark machen

Migration ist ein Entwicklungsmotor

 

Migration * Entwicklung * GFMD * Rücküberweisungen

(Berlin/bfw) -  In Berlin findet vom 28.6. bis 1.7. das Globale Forum für Migration und Entwicklung (GFMD) statt. Zentral für den internationalen Gipfel mit mehr als 130 Staatenvertretern ist der Global Compact für sichere, geordnete und reguläre Migration, den die Vereinten Nationen erarbeiten und der auch vom GFMD unter dem Vorsitz Deutschlands und Marokkos inhaltlich ausgestaltet wird. Brot für die Welt sieht in der Konferenz eine große Chance. „Die Bundesregierung kann die Konferenz nutzen, um die positiven Effekte von Migration für alle aufzuzeigen. Wenn Migration legal, sicher und informiert stattfindet, profitieren Migranten, Herkunfts- und Zielländer, und Migration wird zum Entwicklungsmotor“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin des evangelischen Hilfswerks. Die nachhaltigen Entwicklungsziele forderten explizit eine „geordnete, sichere, reguläre und verantwortungsvolle Migration“ durch die Gestaltung einer planvollen Migrationspolitik.

Brot für die Welt hofft, dass sich die Bundesregierung im Rahmen ihres Vorsitzes entsprechend auch für ein international verbindliches Regelwerk stark macht, das Migrationspolitik nicht nur auf wirtschaftlichen Mehrwert der aufnehmenden Gesellschaften ausrichtet, sondern auch die Menschen und ihre Herkunftsländer im Blick behält. „Globale Migrationspolitik sollte auf den bereits bestehenden Konventionen zu Menschenrechten und Arbeitsmigration aufbauen und den nachhaltigen Entwicklungszielen dienen, die in der UN-Agenda 2030 festgeschrieben sind“, so Füllkrug-Weitzel.

„Migrantinnen und Migranten setzen wichtige Impulse für die Entwicklung von Herkunfts- und Zielländern. Ihre Rücküberweisungen in Entwicklungsländer machen ein Vielfaches der staatlichen Entwicklungsgelder aus“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel. Das sei vielen Menschen in unserer Gesellschaft nicht bekannt, könnte aber negativen Einstellungen gegenüber Migranten entgegenwirken. Der deutsche Arbeitsmarkt und das deutsche Rentensystem seien zudem auf Einwanderung angewiesen und hätten in den vergangenen fünfzig Jahren davon massiv profitiert. Die Bundesregierung sollte das GFMD auch nutzen, um eine Neuausrichtung der eigenen Einwanderungspolitik voranzubringen. Im Interesse von Entwicklungsförderung müsse es darin auch Chancen für Menschen mit geringeren Qualifikationen auf legale Wege nach Deutschland geben.

„Die Bundesregierung sollte mit gutem Beispiel vorangehen, ihre Vorbehalte aufgeben und die UN-Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen ratifizieren. Das wäre ein wichtiges Signal für die Ausgestaltung einer globalen Migrationspolitik“, so Füllkrug-Weitzel.

Im Vorfeld des GFMD trifft sich das Netzwerk „Churches Witnessing with Migrants“, in dem sich internationale Vertreter von Kirchen, kirchlichen Organisationen und Migranten-Organisationen austauschen und gemeinsame Forderungen entwickeln. Im Rahmen dieser Konsultation laden Brot für die Welt und Misereor zu der Diskussionsveranstaltung „Menschen in Bewegung“ am 27.06.2017 in Berlin ein, bei der über globale Migrationspolitik diskutiert wird. http://news.brot-fuer-die-welt.de/r.html?uid=A.B.Blf1.FLl.BYSVX.7LYSM3AeqOZRJhpMZQpMFw

 


ZdK will Debatte über Zukunft der Pflegepolitik

 

 

 

(Bonn/zdk) - Für eine größere Vielfalt von Pflegeformen und ein stärkeres Ineinandergreifen von Hilfen, die die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen mit ihren individuellen Bedarfen, Möglichkeiten und Wünschen in den Blick nehmen, spricht sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) aus.

 

In seiner Sitzung am Freitag, den 23. Juni 2017, hat der Hauptausschuss des ZdK hierzu ein Impulspapier mit dem Titel "Gerechte Pflege in einer sorgenden Gesellschaft" verabschiedet. Der Impuls befasst sich aus sozialethischer Perspektive mit der Zukunft der Pflegearbeit und entwirft die Vision einer sorgenden Gesellschaft, in der Pflegearbeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angenommen wird.

 

Das Papier nimmt insbesondere den in der deutschen Pflegepolitik geltenden Vorrang der häuslichen vor der stationären Pflege kritisch in den Blick. "Gerade in kirchlichen Kreisen sind bei Entscheidungen für häusliche Pflege moralische Selbstüberforderung und sozialer Druck mit im Spiel", betonte Prof. Bernhard Emunds bei der Vorstellung des Impulspapieres, das er federführend für den ZdK-Sachbereich "Wirtschaft und Soziales" erarbeitet hat.

 

Hildegard Müller, zuständige ZdK-Sprecherin für Wirtschaft und Soziales, hob in der Debatte hervor, dass "wir uns angesichts der bereits spürbaren Zunahme der Pflegebedürftigen durch den demografischen Wandel, den bereits heute kaum zu befriedigenden Pflegebedarf und den aktuell schon sehr hohen Belastungen der pflegenden Personen ernsthaft fragen müssen, ob die aktuellen Grundstrukturen des deutschen Pflegesystems auch in Zukunft noch eine verlässliche Absicherung des Pflegerisikos gewährleisten und wie die damit verbundenen Lasten generationengerecht verteilt werden können."

 

Das Impulspapier stellt die hohe Belastung vieler pflegender Personen im derzeitigen Pflegesystem heraus und zeigt Reformoptionen auf. Diese Reformoptionen umfassen insbesondere eine gleichwertige Anerkennung von geleisteter Pflegearbeit durch Angehörige wie bei der Kinderziehung, sowie die Entlastung pflegender Angehöriger im Pflegealltag. Dazu gehörten eine verbesserte Förderung von haushaltsnahen Dienstleistungen und der Ausbau einer größeren Vielfalt von Pflegeformen. Nicht zuletzt fordert das ZdK verbesserte Arbeits- und Entgeltbedingungen in der professionellen Pflege und eine Überwindung der sogenannten Minutenpflege.

 

Das ZdK verweist auf die mit dem Weg zu einer guten Pflege für alle verbundenen Investitionen und Kosten und fordert in diesem Zusammenhang eine breite Debatte über den gesellschaftlichen Stellenwert der Sorgearbeit.

 

Das Impulspapier soll zunächst in einem breiteren Dialog mit kirchlichen Akteuren und Verbänden diskutiert und dann in einem zweiten Schritt in die gesellschaftspolitische Debatte über die zukunftsfähige Weiterentwicklung der Pflege eingebracht werden.

 

 

 

Den Wortlaut des Impulspapiers finden Sie in Kürze unter:

 

http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/erklaerungen/

 


Gemischte Bilanz des kfd-Bundesverbandes zum Zweiten Gleichstellungsbericht:

einiges erreicht, vieles offen

Mechthild Heil. Foto: Kai Herschelmann
Mechthild Heil. Foto: Kai Herschelmann

(Düsseldorf/kfd) - Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. zieht zur gestrigen Stellungnahme der Bundesregierung zum Zweiten Gleichstellungsbericht eine gemischte Bilanz: In der zu Ende gehenden Legislaturperiode sind mit dem Gesetz zur Quote in Aufsichtsräten, dem Entgelttransparenzgesetz, der Weiterentwicklung des Elterngeldes sowie der Mütterrente entscheidende Schritte hin zu mehr Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht worden. Viele zentrale Aspekte bleiben offen:

 

Frauen sind noch immer von Altersarmut stärker betroffen als Männer. Dies ist u.a. bedingt durch den sog. „Gender-Pay-Gap“ (geschlechtsbezogene Lohnlücke) gepaart mit der ungleichen Verteilung der Sorgearbeit: Frauen leisten täglich rund 52 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. In Summe schlägt sich dies in um 53 Prozent geringeren Altersbezügen nieder.

Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende: „Pflege und Kindererziehung sind in Deutschland in der Regel in der Familie verankert. Das ist nicht nur für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtig, sondern auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor: Im Jahr 2013 lag die Bruttowertschöpfung der unbezahlten Sorgearbeit um mehr als 200 Milliarden Euro höher als das gesamte produzierende Gewerbe[1]. Das muss besser anerkannt werden.“

 

Frauen und Männer müssen die Zeit und die Mittel haben, um im Lebensverlauf auch diese unbezahlte Sorgearbeit zu verrichten. Es gilt daher, die Erwerbs- und Sorgearbeit in Zukunft gerechter zwischen den Geschlechtern zu (ver-)teilen. Voraussetzung dafür sind neue Modelle für Familienarbeitszeiten und ein Rückkehrrecht auf Vollzeit nach Phasen der Teilzeitarbeit, die es auch für Männer attraktiv machen, temporär ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

 

„Frauen und Männer, die sich um ihre Angehörigen kümmern, dürfen selbstbewusst und mutig für ihre wertvolle Arbeit Anerkennung in der gesetzlichen Alterssicherung und bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf einfordern. Es sollte selbstverständlich sein, in der Rente einen gerechten Ausgleich für geleistete Pflegearbeit zu erhalten – auch dann, wenn diese Arbeit nach dem Eintritt ins Rentenalter erfolgt“, so Heil abschließend.

 

Für mehr Rentengerechtigkeit fordert die kfd, dass auch Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, ihre Erziehungsleistung mit drei Entgeltpunkten in der gesetzlichen Rentenversicherung anerkannt bekommen.

 

Weitere Informationen

 

kfd-Positionspapier „Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf“

 

www.kfd-bundesverband.de/artikel/positionspapier-gleichstellung-von-frauen-und-maennern-im-lebensverlauf.html

 

 


Landesbischof Ulrich anlässlich des Auftakts der Speakers-Tour zum G20-Gipfel:

„Aufmerksamkeit auf die Länder richten, die nicht am Tisch der Mächtigen sitzen“

 

(Breklum/Schwerin/ce) - In Breklum in Nordfriesland startet am kommenden Wochenende (24. Juni) eine Speakers-Tour durch Schleswig-Holstein zum G20-Gipfel in Hamburg mit zwei Experten aus Mosambik und Honduras unter dem Motto „Entwicklung braucht Entschuldung“. Die Tour ist Teil der Kampagne „Debt20: Entwicklung braucht Entschuldung – jetzt!“, die von 190 entwicklungspolitischen und kirchlichen Organisationen deutschlandweit getragen wird. Sie fordern die G20-Staaten auf, die Gefahr der Schuldenkrisen in Asien, Afrika, Lateinamerika sowie der europäischen Peripherie wahrzunehmen und ein faires Verfahren zu ihrer Lösung auf den Weg zu bringen. Zugleich wollen sie Menschen aus kritisch verschuldeten Ländern eine Stimme geben.

 

Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), hebt zum Auftakt der Speakers-Tour hervor: „Wenige Tage vor dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 reichsten Länder der Welt in Hamburg ist deutlicher denn je: Als Christen haben wir die Aufmerksamkeit auf das 21. Land zu richten, auf das 22. Land und auf die vielen anderen, die nicht am Tisch der Mächtigen sitzen werden. Wir haben Anwalt zu sein für unsere Geschwister in den ärmsten Ländern der Welt. Gerechtigkeit gelingt nur, wenn die berechtigten Interessen aller Gesellschaften beachtet werden.“

 

Veranstalter der Speakers-Tour von Breklum nach Hamburg sind das Kirchliche Bündnis zum G20-Gipfel, die Initiative „Erlassjahr.de“ sowie an den jeweiligen Stationen die ökumenischen Arbeitsstellen in den Kirchenkreisen der Nordkirche, durch welche die Tour führt.

 

Auftakt der Speakers-Tour sind die „Tage der Einen Welt“ vom 23. bis 25. Juni im Christian Jensen Kolleg in Breklum, bei denen Verteilungsgerechtigkeit und ein gelingendes Miteinander von Nord und Süd im Mittelpunkt stehen werden. Die „Speaker“ der Tour sind Dr. Eufrigina Dos Reis, Direktorin der mosambikanischen Entschuldungsinitiative Grupo Moçambicano da Divida, und Mauricio Díaz Burdett, Direktor des Foro Social de Deuda Externa y Desarrollo de Honduras (FOSDEH, Sozialforum zur Auslandsverschuldung und Entwicklung von Honduras).

 

Beide Netzwerke beschäftigen sich mit Ursachen und Lösungen von Schuldenkrisen. Eufrigina Dos Reis und Mauricio Díaz Burdett werden über Entstehung, Hintergründe und Auswirkungen aktueller Schuldenkrisen berichten sowie darüber, wie die G20-Nationen dazu beitragen können, dass Schulden nicht zu einem Entwicklungshindernis werden. Zu den Referenten der „Tage der Einen Welt“ gehört auch Dr. Klaus Seitz, Leiter der Abteilung Politik beim evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ in Berlin.

 

 

 

Termine und Stationen der Speakers-Tour:

 

24. Juni: Breklum

 

25. Juni: Osterrönfeld, St. Michaelis

 

26. Juni: Flensburg, Europa-Universität und Campelle

 

27. Juni: Heide, Bürgerhaus

 

3. Juli: Eutin, St. Michaelis-Kirche

 

4. Juli: Kiel und Neumünster, RBZ Wirtschaft und Zentrum Kirchlicher Dienste

 

5. Juli: Pinneberg/Halstenbek: Fußgängerzone und Kirchengemeinde Halstenbek

 

7. Juli: Hamburg: Dialog-Event in der GLS-Bank

 

 

 

Hintergrund:

 

Am 7. und 8. Juli 2017 tagen in Hamburg Vertreter der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20), um Weichen für die Weltwirtschaft zu stellen. Zu den G20 gehören auch die wichtigsten Kreditgeber für die Länder des globalen Südens. Sinkende Rohstoffpreise und stagnierendes Wirtschaftswachstum führen dazu, dass aktuell mehr als 100 Länder dort von Überschuldung bedroht sind. Die sich abzeichnende Schuldenkrise bedroht die Zukunft ganzer Volkswirtschaften und gefährdet global vereinbarte Entwicklungsziele. Damit sich dramatische Krisen der Vergangenheit nicht wiederholen, gilt es, Erfahrungen und Perspektiven von Menschen in betroffenen Ländern bei den Beratungen der G20 zu berücksichtigen.
www.global-gerecht-gestalten.de

 

 

 

Gerhard Ulrich ist Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

 

www.nordkirche.de
www.velkd.de

 

 

 


Reform der Pflegeberufe:

SoVD begrüßt die Abschaffung des Schulgeldes

 

(Berlin/sovd) - Der Sozialverband SoVD begrüßt die von der Bundesregierung geplante Reform der Pflegeberufe. „Eine gerecht finanzierte Ausbildung ist unverzichtbar, um die Attraktivität des Pflegeberufes zu steigern“, erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer. „Es ist ein großer Fortschritt, wenn das Schulgeld in der Pflege künftig entfällt. Dies gilt insbesondere mit Blick auf das Werben um Auszubildende. Denn es ist absehbar, dass sich der Wettbewerb um geeigneten Fachkräftenachwuchs insgesamt verschärfen wird. Die Pflege darf dabei nicht ins Hintertreffen geraten. Dies ist eine zentrale Voraussetzung, um langfristig auch die Qualität in der Pflege zu verbessern. Und hier besteht noch ein enormer Handlungsbedarf, wie Untersuchungen belegen“, betont Adolf Bauer.

 

Das Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG) soll das Ansehen des Berufsfeldes Pflege verbessern. Das Gesetz wird am heute im Deutschen Bundestag abschließend beraten.

 

SoVD-Stellungnahme: https://www.sovd.de/2587.0.html

 


Landesbischof Ulrich bei Podiumsgespräch zu Globalisierung und Populismus:

„Wir müssen in einen Dialog mit allen treten, die sich fremd fühlen“

 

(Hamburg/maw) -  „Als Zivilgesellschaft werden wir überlegen müssen, wie wir in einen Dialog mit allen treten können, die sich fremd fühlen.“ Dazu ermutigte Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), heute (20. Juni) in Hamburg. Gerade in Zeiten großer Migrationsströme als Folge von Kriegen, menschengemachter Erderwärmung und ungesteuerter Globalisierung sei es besonders wichtig, das Bewusstsein zu schärfen: „Wir müssen lernen, dass wir gemeinsam in einer Welt leben und wir nicht die Freiheit haben, uns nicht verantwortlich zu fühlen füreinander“,  sagte Ulrich bei  einem Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, Soziologe an der Universität Bielefeld.

 

Zu der Veranstaltung in der Alfred Schnittke-Akademie mit dem Titel „Die Krise der Demokratie und der Aufstieg des Rechtspopulismus“ hatten der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche sowie die Arbeitsstelle Weitblick des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein eingeladen. Das Podiumsgespräch gehört zu den Aktivitäten, mit denen das „Kirchliche Bündnis zum G20-Gipfel“ das zweitägige Treffen von Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsnationen vom 7. bis 8. Juli in der Hansestadt im Vorfeld und während des Gipfels begleitet.

 

Vertrauensverlust und Entfremdung als Folge von autoritärem Kapitalismus

 

Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer erforscht in seinen Studien an der Universität Bielefeld unter anderem, warum immer häufiger Menschen aus der Mitte der Gesellschaft zu autoritären Lösungen neigen und Empathie verloren geht. Er warnte: „Im Zuge der rasanten Globalisierung hat sich ein autoritärer Kapitalismus herausgebildet, der seine Prinzipien weitgehend ungehindert durchsetzen kann.“ Dem stünden Kontrollverluste der nationalstaatlichen Politik gegenüber. Die Folge sei bei vielen Menschen eine „Demokratieentleerung“, die mit Vertrauensverlust, dem Gefühl der Einflusslosigkeit und Entfremdung vom demokratischen System einhergeht, so Heitmeyer.

 

Landesbischof Ulrich: „Viele Menschen sehen sich dem Lauf der Welt ohnmächtig gegenüber und kommen mit der Komplexität der digitalen Welt nicht mehr zurecht. Die vielen Ideen und Lebensstile sind ihnen unheimlich, die sich in unserer Welt mischen. Und sie fürchten, ja, erleben bereits sozialen Abstieg.“

 

Vor diesem Hintergrund habe sich ein rabiater Rechtspopulismus in Form von sozialen Bewegungen und Parteien entwickeln können, so Heitmeyer weiter. Allerdings seien die dazu notwendigen rechtspopulistischen Einstellungsmuster, wie beispielsweise eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, in der Bevölkerung schon vor der Entstehung etwa von Pegida oder AfD vorhanden gewesen, machte der Bielefelder Soziologe deutlich. 

 

Landesbischof Ulrich schlussfolgerte: „Wir werden den Populisten und den religiösen Fanatikern nicht die Köpfe und Herzen derer überlassen, die aus Verunsicherung nach einfachen Antworten suchen. Wir sind eine Familie Gottes und gesandt in die Welt, um den Armen die gute Nachricht zu bringen: Gott ist auf eurer Seite.“

 


Hintergrund:

 

Unter dem Motto global.gerecht.gestalten hat sich ein „Kirchliches Bündnis zum G20-Gipfel“ gegründet. Ziel ist es, sich für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung einzusetzen und kirchliche Positionen zu den Gipfel-Themen deutlich zu machen. Zu den Bündnismitgliedern gehören christliche Kirchen in Norddeutschland, Hamburger Hauptkirchen und Gemeinden, Akademien und Tagungshäuser, darüber hinaus kirchliche Werke der Nordkirche in den Arbeitsfeldern Gesellschaftspolitik, Bildung, Diakonie und Mission sowie ökumenische, diakonische, umwelt- und entwicklungspolitische Arbeitsstellen. Beigetreten sind ebenfalls das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ in Berlin und das Evangelische Missionswerk Deutschland.
www.global-gerecht-gestalten.de

 


Bundesminister Gerd Müller zum Projekt "Demokratie stimmt!"

"Engagieren Sie sich für dieses großartige Land"

 

(Bonn/zdk) - Der Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit Arbeit und Soziales, Gerd Müller (CSU), beschreibt in seinem Statement für das Projekt "Demokratie stimmt!" des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) u. a. seine politische Laufbahn von der katholischen Jugendgruppe über den Gemeinderat bis zu Regierungsämtern als Parlamentarischer Staatssekretär und Minister.

 

 "Engagieren Sie sich, bringen Sie sich ein, machen Sie mit!", appelliert Müller. "Viele kleine Initiativen auf lokaler Ebene ergeben ein großes Ganzes in der Zivilgesellschaft, gerade in der Entwicklungspolitik."

 

 Das ZdK-Mitglied unterstreicht, dass in mehr als der Hälfte aller Staaten keine freiheitliche Demokratie gegeben sei. Die Möglichkeit, sich frei zu informieren, frei zu äußern, frei zu wählen so wie in Deutschland, sei hoch zu schätzen. Zugleich müsse "ein so starkes Land wie Deutschland" aber auch "Verantwortung übernehmen für die Schwachen in der Welt", so der Bundesminister.

 

"Demokratie stimmt!" ist das Motto einer Initiative zur Verteidigung und Stärkung der Demokratie, die bei der ZdK-Vollversammlung am 5. Mai in Berlin gestartet wurde. Auf der Internetseite www.demokratie-stimmt.de werden bis zur Bundestagswahl wöchentlich zwei Statements prominenter Demokratie-Botschafter veröffentlicht.

 


EU-Ratsgipfel in Brüssel

Europa muss die legale Aufnahme von Flüchtlingen ausbauen

EU-Rat * Flüchtlinge * Migrationspolitik * Aufnahmeverfahren * Drittstaatenregelung * Seenotrettung

(Berlin/Brüssel/bfw) - Die europäischen Regierungschefs werden am 22. und 23.6. in Brüssel über legale Einreiseverfahren beraten sowie ihre Migrations-, Grenzschutz- und Asylpolitik bewerten. Für eine Resettlement-Verordnung, also für die geordnete legale Aufnahme von Flüchtlingen, liegen nun Vorschläge der EU-Kommission auf dem Tisch, die eine humanitäre Aufnahme an Migrationskontrolle knüpfen. Bereits heute stuft die Kommission die Migrationspartnerschaften mit Niger, Äthiopien, Senegal, Nigeria und Mali als erfolgreich ein. „Wenn die EU entscheidet, Flüchtlinge nur aus Staaten aufzunehmen, die sich aktiv an der Bekämpfung irregulärer Migration beteiligen, dann ist das eine sehr gefährliche Entwicklung. Die geltenden Verfahren des UN-Flüchtlingshilfswerks würden damit praktisch aufgehoben“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. „Wir brauchen endlich legale Fluchtrouten und geregelte Einreisemöglichkeiten. Nur so kann das Sterben beendet und den Schleusern das Geschäftsmodell entzogen werden.“

Brot für die Welt warnt auch vor weiteren Bestrebungen im Europäischen Rat, Geflüchtete in einen sicheren Drittstaat zurückzuschicken, zu dem sie keinerlei Beziehung haben. Damit würde man den bisherigen Bezugspunkt („meaningful link“) zum sicheren Drittstaat abschaffen. „Wenn das Konzept der sicheren Drittstaaten ausgeweitet wird, dann können Asylsuchende, die aus Libyen in Italien eingereist sind, beispielsweise in die Türkei abgeschoben werden. Ein Land, das nach Vorstellungen der EU ein sicheres Drittland ist. So eine Regelung würde die Rechte und Interessen von Asylsuchenden massiv missachten“, kritisiert Füllkrug-Weitzel.

Im Vorfeld des Gipfels warnt Brot für die Welt, dass noch viele tausend Menschen ertrinken werden, wenn die EU ihren bisherigen Kurs weiter verfolgt. Europa erkenne immer noch nicht an, dass es eine humanitäre Krise an der eigenen Außengrenze gibt. „Die EU schickt zu wenig Hilfe und Rettungsschiffe in die Gefahrenzone. Zivile Seenotretter geraten durch gezielte Diffamierungskampagnen in Misskredit, statt von Regierungsseite geschützt zu werden“, sagt die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks. „Die Regierungschefs sollten sich auf europäische Werte und die Flüchtlingsschutz- und Menschenrechtskonventionen besinnen. Militärische Einsätze gegen Schleuser verbessern die humanitäre Situation der Geflüchteten nicht“, sagt Füllkrug-Weitzel.

 


Zum Tod von Helmut Kohl

Kirchenpräsident Jung würdigt Altkanzler als herausragenden Staatsmann

(Darmstadt/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat den am Freitag (16. Juni) verstorbenen Altkanzler und früheren rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Helmut Kohl als „außerordentlich bedeutenden Staatsmann“ gewürdigt. Die deutsche Wiedervereinigung und die Stärkung Europas seien „fest mit seinem politischen Wirken verbunden“, so Jung. Als Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz und als Bundeskanzler habe er immer wieder das Gespräch mit den christlichen Kirchen gesucht und „war für sie ein hervorragender Gesprächspartner“.

 

Als katholischer Christ pflegte er nach Worten Jungs auch „einen engen freundschaftlichen Kontakt zu Kardinal Lehmann in Mainz“. Wie diesem sei ihm daran gelegen, dass die „Kirchen den Menschen zugewandt und in ökumenischer Perspektive Europa mitgestalten“. Jung: „Wenn Helmut Kohl von Ökumene sprach, hatte er dabei auch immer die christliche Orthodoxie im Blick. Mehr noch: Er sah die großen monotheistischen Religionen gemeinsam in der Pflicht, ein friedliches Miteinander zu gestalten.“ Eine dankbare, „konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit dem politischen Lebenswerk Helmut Kohls“ könne auch heute noch politisch wegweisend sein.

 

Knapp ein Viertel des Territoriums der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau liegen in Rheinland-Pfalz, darunter auch die Landeshauptstadt Mainz. Der 1930 in Ludwigshafen geborene Kohl war von bis 1969 bis 1976 rheinland-pfälzischer Ministerpräsident und von 1982 bis 1998 Bundeskanzler.

 


„Kanzler der deutschen Einheit und großer Europäer“ Bischof Fürst zum Tod von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl

 

(Rottenburg/drs) - Als „Kanzler der deutschen Einheit und großen Europäer“ hat der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst den am Freitag verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl gewürdigt. Kohl habe als deutscher Bundeskanzler mit der längsten Amtszeit Deutschland nachhaltig geprägt und das Land als stabilen Faktor im zusammenwachsenden Europa verankert. „Helmut Kohl hat die einmalige Chance Deutschlands auf ein Zusammenwachsen nach jahrzehntelanger Trennung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs weitblickend genutzt“, betonte Bischof Fürst.

 

Im Schulterschluss mit dem Nachbarland Frankreich habe Bundeskanzler Kohl Aussöhnung und Verständigung mit dem ehemals verfeindeten Nachbarn gestärkt und diese Partnerschaft als Basis der Einheit Europas gepflegt. Die Kirchen und deren gestaltende Kraft waren dem Alt-Bundeskanzler nach Überzeugung des Rottenburger Bischofs wichtig. So habe Kohl mit darauf hingewirkt, dass sie auch in Europa ein gesichertes Recht auf Mitsprache unter anderem in gesellschaftspolitischen Fragen haben. Als herausragender Bundes- und Europapolitiker sei Kohl seinen Weg in der christlichen Tradition der Gründerväter Deutschlands wie auch Europas gegangen, betonte Bischof Fürst.

 


ZdK trauert um Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl

 

(Bonn/zdk) - Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) trauert, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland, mit zahlreichen Menschen in Europa und der ganzen Welt um Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl.

 

"Für den großen  Politiker und Staatsmann Helmut Kohl war sein christlicher Glaube stets  Fundament und Orientierung. Geprägt von den bitteren Erfahrungen der Vergangenheit widmete er sich mit Weitblick und mit all seiner Kraft der Zusammenarbeit unter den Völkern Europas. Der europäische Einigungsprozess wurde so zu seiner Lebensaufgabe. Auf diesem Fundament hat er mit großem Gespür für die geschichtliche Entwicklung und mit großem Mut zu politischer Verantwortung die Wiedervereinigung Deutschlands maßgeblich gestaltet.

 

Helmut Kohl lebte in enger Verbindung mit seiner katholischen Kirche. Wir sind dankbar für viele Begegnungen und Gespräche, die uns mit ihm als Parteivorsitzenden und Bundeskanzler zusammengeführt haben, nicht zuletzt bei zahlreichen Katholikentagen", betont ZdK-Präsident Prof. Dr. Thomas Sternberg.

 

"Besonders erinnern wir uns an seine große Rede auf dem 90. Deutschen Katholikentag im Mai 1990 in Berlin. 'Wir wollen uns als Christen in unserem Verständnis von Pluralismus auch dem Wettbewerb der Ideen stellen', so Bundeskanzler Helmut Kohl. 'Aber wir wissen, dass die europäische Idee nur verwirklicht werden kann – und das hat nichts mit Abgrenzung und Arroganz zu tun – , wenn die Christen dabei mitwirken und ihren Anteil an Verantwortung übernehmen. Wegweisend ist dabei das für uns gültige Wertesystem, das auf unserem christlich geprägten Bild vom Menschen gründet.' Die Haltung und der Auftrag, die aus dieser Rede sprechen, sind für uns ein bleibendes Vermächtnis", so Thomas Sternberg.

 

"Wir werden uns an Dr. Helmut Kohl als einen gläubigen Katholiken und großen Staatsmann erinnern, der in entscheidenden Augenblicken der Geschichte unseres Landes und in fester Zuversicht in eine vereinte und friedliche Zukunft Europas  unschätzbar viel für unser Gemeinwesen geleistet hat", so der Präsident des ZdK. "Wir werden seiner im Gebet gedenken."

 


ZdK-Präsident Sternberg zur Entscheidung der DITIB

"Ein verheerendes Zeichen"

 

 (Bonn/zdk) . Mit völligem Unverständnis reagiert der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, auf die Entscheidung der DITIB, sich nicht an der Demonstration in Köln am 17. Juni 2017 beteiligen zu wollen.

 

"Auch wenn es stimmt, dass sich die DITIB immer wieder von Terrortaten distanziert und diese verurteilt hat, ist die Absage gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Situation ein verheerendes Zeichen", so Thomas Sternberg.

 

Es muss allen Musliminnen und Muslimen und damit auch der DITIB daran gelegen sein, gemeinsam mit anderen öffentlich ein Zeichen gegen die Pervertierung und Instrumentalisierung des Islams zu setzen.

 

"Es gibt keinen Grund, sich diesem wichtigen, gemeinsamen öffentlichen Zeichen und unser aller gemeinsamer Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben zu entziehen – erst recht nicht mit Gedanken, die eher gruppendynamisch klingen", so Sternberg. "Dass sich die DITIB mit diesem Verhalten weiter isoliert, sehen wir mit sehr großen Sorgen."

 


Kirchliches Bündnis fordert Revision einer allein auf Wachstum ausgerichteten Politik

Civil 20: Nichtregierungs-organisationen erarbeiten Forderungen an die G20

 

(Hamburg/ce) – Im Vorfeld des Civil 20-Gipfels in Hamburg (18. und 19.6.) haben Vertreter des Kirchlichen Bündnisses zum G20-Gipfel die Forderungen der nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen unterstützt, dass Politik nicht allein auf Wachstum ausgerichtet sein darf. Der deutsche Civil 20-Prozess wird vom Forum Umwelt und Entwicklung und dem Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) gestaltet, in dem unter anderem die kirchlichen Werke „Brot für die Welt“ und „Misereor“ vertreten sind.

 

„Die Bundesregierung hat im Juli die große Chance, die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele mit Priorität auf die Agenda des G20-Gipfels zu setzen. Es ist die Aufgabe der Gipfelteilnehmenden, mit ihrer Politik gerechte und friedliche Lebensbedingungen für alle Menschen zu schaffen. Ich hoffe sehr, dass es auch gelingt, den Kampf gegen den Klimawandel zu verstärken – die Bewahrung der Schöpfung ist eine Überlebensfrage für die Menschheit. Dahingehend sind ganz klar gemeinsam mit dem kirchlichen Bündnis die Forderungen der C20 zu unterstützen“, sagte Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

 

„Die weltweiten Fluchtbewegungen werden noch zunehmen, wenn es nicht gelingt, die Fluchtursachen nachhaltig zu beseitigen. Wir brauchen faire Handelsbeziehungen, Bildungs- und Arbeitsperspektiven in den Herkunftsländern und nicht zuletzt einen wirksamen Klimaschutz. Um das zu leisten, bedarf es größerer Anstrengungen und vermehrter gemeinsamer Bemühungen der Staatengemeinschaft“, sagte der Hamburger Erzbischof Dr. Stefan Heße.

 

„Die Bekämpfung von Hunger, Armut und Ungleichheit muss zentrales Anliegen einer ‚Weltinnenpolitik‘ werden. Niemand darf zurückgelassen werden, dieses Ziel gehört zur Agenda 2030, die alle Staaten der Vereinten Nationen verabschiedet haben. Die G20 müssen das Erreichen dieses Zieles aktiv unterstützen. Nur so können wir eine gerechte und inklusive Welt für alle schaffen“, sagte Landespastor Dirk Ahrens vom Diakonischen Werk Hamburg. Unter dem Motto „global.gerecht.gestalten.“ lädt er am Sonntag um 18 Uhr in St. Georg zu einem Diakoniegottesdienst ein, bei dem es um den G20-Gipfel geht.

 

 

Hintergrund:

 

Im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft findet ein umfassender Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen statt, die ihre Anliegen und Positionen in den G20- Gipfel einbringen: Die Business 20 (B20) ist eine Allianz führender G20-Wirtschaftsverbände, die Labour 20 (L20) vertritt die Interessen der Gewerkschaften und der Beschäftigten, der Think 20 (T20) ist ein Netzwerk aus wissenschaftlichen Institutionen und Think Tanks (Denkfabriken), die Civil 20 oder C20 besteht aus national und international agierenden zivilgesellschaftlichen Organisationen.

 

Seit Bestehen der G20 im Jahre 2009 haben zivilgesellschaftliche Gruppen den G20-Prozess von außen kritisch begleitet. Anders als das Business Forum (B20) und die Think Tanks (T20), die sich schon seit der Gründung der G20 indirekte und direkte politische Einflussmöglichkeiten geschaffen haben, blieb die Zivilgesellschaft lange außen vor. Erst seit dem G20-Gipfel in Russland 2013 konnte sich eine strukturierte Dialogplattform für die Zivilgesellschaft etablieren, die sogenannte Civil 20. Seitdem nahmen jeweils 400-500 Nichtregierungsorganisationen (NROs) aus allen G20-Staaten, aber auch aus anderen Ländern des globalen Südens an den C20-Gipfeln teil.

 


EU-Kommission will „Instrument für Stabilität und Frieden“ für die Ausrüstung von Partnerarmeen öffnen

Mit Entwicklungsgeldern das Militär ertüchtigen

 

IcSP * Stabilität * Frieden * EU-Kommission * Entwicklungsgelder * Militär

 

 

 

(Berlin/ Brüssel/bfw) - Die EU-Kommission möchte den Finanztopf der Union für zivile Konfliktbearbeitung künftig auch für militärische Zwecke nutzen. Aus dem „Instrument für Stabilität und Frieden“ (IcSP) sollen Ausrüstung und Ausbildung für Streitkräfte in Drittstaaten finanziert werden. Brot für die Welt lehnt diese Pläne entschieden ab. „Das ist eine friedens- und entwicklungspolitische Bankrotterklärung. Der EU, die als Friedensprojekt angetreten ist, fällt zum Erhalt des Friedens zunehmend nur noch Militär ein“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin des evangelischen Hilfswerks. Längst gebe es hervorragende Konzepte zur zivilen Konfliktprävention und Friedensförderung, die weiter entwickelt werden könnten.  „Aus unserer Sicht ist jeder Euro, der aus Entwicklungsgeldern und zivilen Budgets für militärische Zwecke verwandt wird, ein Euro zu viel.“ Die Mittel würden dringend gebraucht, um die strukturellen Ursachen von Konflikten anzugehen.

 

 

 

Die Bundesregierung unterstützt den Vorschlag der EU-Kommission, das IcSP für militärische Zwecke umzuwidmen. Er passierte ohne weitere Diskussion den Bundestag. Auch der Europäische Rat hat sich für das Vorhaben ausgesprochen. Damit der Vorschlag der Kommission rechtskräftig werden kann, muss er vom EU-Parlament (EP) angenommen werden. Der federführende Außenausschuss wird voraussichtlich am 26. Juni seine Beratungen abschließen und anschließend darüber abstimmen.

 

 

 

Das „Instrument für Stabilität und Frieden“ wurde 2014 geschaffen, um die EU-Politik in den Bereichen Krisenreaktion, Konfliktverhütung, und Friedenskonsolidierung wirksamer zu machen. Der Aufgabenkatalog ist breit und mit den bisher verfügbaren Haushaltsmitteln (2,338 Milliarden Euro für den Zeitraum 2014 bis 2020) ohnehin kaum zu bewältigen. Dazu kommt, dass für 2017 schon fast ein Drittel der Gelder, die für flexible Maßnahmen der Krisenreaktion vorgehalten werden, für das „Management“ von Migration und Grenzschutz in der Türkei verplant ist.

 

 

 

Um militärische „Ertüchtigung“ zu integrieren, schlägt die Kommission vor, den Haushalt des IcSP um 100 Millionen Euro bis 2020 zu erhöhen. Zunächst wurde erwogen, diesen Betrag komplett aus Reservemitteln für Armutsbekämpfung zu finanzieren. Der neueste Vorschlag sieht vor, das Geld aus vier unterschiedlichen entwicklungspolitischen und zivilen Budgetlinien umzuwidmen.

 


Neue Geschichts-App "Leipzig 1953" der Gedenkstätte Msueum in der "Runden Ecke"

 

(Leipzig/th) - Zum Gedenken an die erste Massenerhebung gegen die kommunistische Diktatur in der DDR entwickelte die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ die zweisprachige App „Leipzig 1953“. Der Multimediaguide mit GPS-geführtem Rundgang und Audioführung in deutscher und englischer Sprache erinnert an 13 bedeutende Orte des Widerstandes am 17. Juni 1953 in Leipzig und klärt über die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des Volksaufstandes auf. Zeitgenössische Fotos und Dokumente sowie Ton- und Filmmaterial ermöglichen eine tiefergehende Befassung direkt an den Ereignisorten. Auch die drei Leipziger Gedenkorte sind enthalten. Ab sofort ist die App in vollem Umfang zum Download freigeschaltet

 

Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 war acht Jahre nach dem Ende des Krieges und der NS-Terrorherrschaft die erste Massenerhebung gegen die kommunistische Diktatur in der DDR. Aus den anfänglichen Protesten gegen die sozialen und wirtschaftlichen Probleme entwickelte sich weniger als vier Jahre nach Gründung der DDR ein flächendeckender Protest an dem über eine Millionen Menschen in über 700 Städten der DDR teilnahmen. Sie forderten Freiheit und Demokratie sowie die Deutsche Einheit. Sowjetische Panzer und die Deutsche Volkspolizei schlugen den Aufstand blutig nieder. Auch wenn sich ihre Forderungen erst mit der Friedlichen Revolution von 1989/90 erfüllten, so ist der Aufstand ein wichtiges Zeugnis, das an die Kraft und den Willen der Bevölkerung erinnert, sich bereits wenige Jahre nach der Gründung der DDR gegen das kommunistische System und seine Repressionen zu erheben.

 

Die App „Leipzig 1953“ informiert an 13 Originalschauplätzen in Leipzig über bedeutende Aktionen des Widerstandes gegen das SED-Regime. Rund 40.000 Demonstranten protestierten in Leipzig gegen die Normerhöhung, gegen die Regierung und für freie Wahlen. Sie rissen Propagandaplakate und Spruchbänder der SED herunter und belagerten verschiedene Institutionen der SED-Diktatur, darunter die Bezirksleitung der Staatsjugendorganisation FDJ oder das Ernst-Thälmann-Haus mit Sitz des Bezirksvorstandes der gleichgeschalteten Gewerkschaften. Als Demonstranten versuchten, in die Stasi-Untersuchungshaftanstalt in der Beethovenstraße vorzudringen, erschossen Volkspolizisten den 19-jährigen Demonstranten Dieter Teich aus Wiederitzsch. Er war das erste Todesopfer in der Messestadt. Im Bezirk Leipzig kamen in diesen Tagen neun Menschen ums Leben, an die mit Kurzbiographien in der App an den Orten an denen Sie ums Leben kamen auch erinnert wird.

 

In die GPS-geführte Tour zu den 13 Ereignisorten in Leipzig sind außerdem die drei nach der Friedlichen Revolution entstandenen Gedenkorte in Leipzig integriert. Beim Gedenkort auf dem Südfriedhof wird mit entsprechenden Kurzbiographien auch noch einmal an die neun Todesopfer erinnert, die im dortigen Krematorium heimlich eingeäschert worden waren. Eine Vielzahl von originalen Fotos und Dokumenten sowie zeitgenössischem Ton- und Filmmaterial ergänzen die Informationen in der Hörführung. So können sich die Nutzer sowohl tiefergehend an den Ereignisorten mit den Geschehnissen auseinandersetzen als auch den Stadtwandel seit 1953 im direkten Vergleich nachvollziehen. Sechs Kapitel informieren darüber hinaus über Vorgeschichte, Entwicklung und Folgen des Aufstandes und nehmen eine historische Einordnung vor.

 


Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung und Schweigeminute

 

(Leipzig/pm) - Nach einem Grußwort des Leiters der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Tobias Hollitzer, wird Dieter Dombrowski die Gedenkrede halten. Dombrowski ist Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) und Vizepräsident des Landtages Brandenburg. Im Anschluss wird Achim Walther, ein Zeitzeuge des 17. Juni 1953, schildern, wie er den Volksaufstand in Leipzig erlebt hat. Musikalisch umrahmt wird die Kranzniederlegung von den Leipziger Blechbläsersolisten.

 

 

 

Bewusste Erinnerung an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und seine Opfer ist notwendig

 

 

 

Seit 1945 gab es Widerstand gegen die Errichtung einer kommunistischen Diktatur im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands, der einen ersten Höhepunkt in den Protesten vor 63 Jahren fand. Vom 16. bis 21. Juni 1953 kam es in fast 700 Städten und Gemeinden der damaligen DDR zu Demonstrationen und Streiks von insgesamt mehr als einer Million Menschen. In Leipzig legten am 17. Juni insgesamt 27.000 Arbeiter und Angestellte in über 80 Betrieben die Arbeit nieder. Am Nachmittag demonstrierten bereits übe 40.000 Menschen auf verschiedenen Routen durch Leipzig. Schon damals waren „Deutsche Einheit“ und „Freie Wahlen“ zentrale Forderungen des friedlichen Protestes. So zeigte sich in diesem ersten antidiktatorischen Aufstand im kommunistischen Machtbereich das Streben der Menschen in der DDR nach Demokratie und Freiheit, das schließlich am militärischen Eingreifen der sowjetischen Besatzungsmacht scheiterte.

 

 

 

Die Veranstaltung wird gefördert durch den Sächsischen Landtag über die Förderrichtlinie SED-Opferverbände.

 

 

 

 

 


Neuer Bundeswettbewerb "Zusammenleben Hand in Hand – Kommunen gestalten" ausgelobt

Integration von Zuwanderern und Förderung des Zusammenlebens vor Ort: Gute Beispiele gesucht

(Berlin/pm) - Das Bundesministerium des Innern gab heute den Startschuss für den neuen Bundeswettbewerb "Zusammenleben Hand in Hand – Kommunen gestalten" . Im Mittelpunkt des vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) betreuten Wettbewerbs stehen Konzepte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Integration von Zuwanderern in der Kommune. Für die Gewinner steht ein Preisgeld in Höhe von insgesamt bis zu einer Million Euro zur Verfügung. Alle teilnehmenden Kommunen erhalten eine Teilnahmeurkunde sowie die Gesamtdokumentation der Wettbewerbsergebnisse. Einsendeschluss für die Beiträge ist der 31. Dezember 2017. Die Preisverleihung findet im Juni 2018 in Berlin statt. Der Bundeswettbewerb wird von den kommunalen Spitzenverbänden und vom Bundesverband Deutscher Stiftungen unterstützt.

 

 

Gute Beispiele für die Integration und das Zusammenleben vor Ort können aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen - und sie müssen nicht auf Zuwanderer beschränkt sein. Die Bandbreite reicht von gesamtstädtischen Strategien über quartiersbezogene Konzepte bis hin zu einzelnen Projekten und Maßnahmen, die für das Zusammenleben und die jeweilige Integrationsarbeit zentral sind. Es geht um Handlungsfelder wie Wohnen und Wohnumfeld, soziale Infrastrukturen, Bildung/Qualifizierung/Ausbildung sowie Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung, Zusammenleben, Kultur, Gesundheit, Teilhabe oder Sport. Die Aktivitäten können sich sowohl an Zuwanderer als auch die Bevölkerung vor Ort in ihrer ganzen Vielschichtigkeit richten. Es können (neue) Zugangswege zur Bevölkerung vor Ort und zu Zuwanderern genutzt werden (auch durch Social Media und Apps), (neue) Beteiligungsmöglichkeiten getestet oder Zuwanderer bei ihrer (Migranten-)Selbstorganisation unterstützt werden.

 

Die Beträge können sich auf neue oder auf bereits bestehende Konzepte oder Projekte beziehen, sofern sie weiter entwickelt und qualifiziert werden. Vorhaben, die sich noch in der Planungsphase befinden, können nicht berücksichtigt werden.

 

Um diese vorbildlichen Beispiele bekannt und auch für andere Kommunen nutzbar zu machen, sollen sie im Rahmen des Bundeswettbewerbs „entdeckt“ und veröffentlicht werden. Eingeladen zur Teilnahme sind alle deutschen Städte, Gemeinden und Landkreise. Teilnahmeberechtigt sind außerdem Kommunalverbände sowie die Träger der kommunalen Selbstverwaltung in den Stadtstaaten. Integrationsaktivitäten Dritter (z.B. von Wohlfahrtsverbänden, Schulen, Kindertagesstätten, Jugendeinrichtungen, Sportvereinen, Migrantenselbstorganisationen) können ausschließlich als Bestandteil der Bewerbung einer Kommune berücksichtigt werden. 

 

Das mit der Betreuung des Wettbewerbs beauftragte Deutsche Institut für Urbanistik hat für die Laufzeit ein Wettbewerbsbüro eingerichtet. Alle Kontaktdaten, Informationen sowie die Bewerbungsunterlagen stehen auch im Internet zur Verfügung: http://www.kommunalwettbewerb-zusammenleben.de

 

 

 

Weitere Informationen im Wettbewerbsbüro:

 

Anja Hintze (Organisation)

 

Telefon: 030-39001-290

 

Fax: 030-39001-269

 

Mail: Hintze@difu.de

 

 

Dr. Beate Hollbach-Grömig (Projektleitung)

 

Telefon: 030-39001-293

 

Mail: Hollbach-groemig@difu.de

Internet: http://www.kommunalwettbewerb-zusammenleben.de

 

 E-Mail: kommunalwettbewerb-zusammenleben@difu.de

 

 

 

Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik

 

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Gemeinden, Landkreise, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, kommunale Wirtschaft, Städtebau, soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Berliner Institut – mit einem weiteren Standort in Köln (Bereich Umwelt) – bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene praxisnah mit allen Aufgaben, die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. ist alleiniger Gesellschafter des in der Form einer gemeinnützigen GmbH geführten Forschungsinstituts.

 


Steinmeier am Dienstag in Darmstadts „Schatzkiste“

Bundespräsident besucht evangelische Kita

 

(Darmstadt/ekhn) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seinen offiziellen Antrittsbesuch in Hessen am Montagmorgen (12.Juni) begonnen. Bei der zweitägigen Reise wird er am Dienstagmittag (13. Juni) auch in der evangelischen Kindertagesstätte der Martin-Luther-Gemeinde in Darmstadt erwartet. In der „Schatzkiste“ des Edelsteinviertels begrüßen Mädchen und Jungen den Bundespräsidenten gemeinsam mit dem hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung, Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch und der Leiterin der Kindertagesstätte, Andrea Koch.

 

Andacht zu Martin Luther mit Steinmeier

 

Zu Beginn wird es mit rund 90 Kindern eine gemeinsame Andacht geben. Das Thema im 500. Jahr der Reformation lautet: Martin Luther in seiner Bedeutung für die Kinder. Danach spricht Frank-Walter Steinmeier unter anderem mit Eltern, Erzieherinnen und Erziehern und dem Hessischen Sozialminister Stefan Grüttner über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, frühkindliche Bildung und das Zusammenleben in Vielfalt. Steinmeier wird in der Einrichtung auch mit den Kindern zu Mittag essen. Standesgemäß wird es Fischstäbchen mit Bio-Kartoffeln und als Nachtisch Fruchteis geben, verrät die Protokollabteilung des Hessischen Innenministeriums vorab.

 

Besuchsprogramm von Hospiz bis Hessentag

 

Am Montag hatte der Besuch des Bundespräsidenten in Bad Homburg begonnen, wo Steinmeier auf ehrenamtlich Engagierte traf. Gegen Mittag wurde er in Gießen erwartet. In der Stadt an der Lahn lebte Steinmeier fast anderthalb Jahrzehnte. Er studierte dort Rechtswissenschaften, schrieb seine Doktorarbeit und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Am Nachmittag ging es nach Wiesbaden unter anderem in das Rathaus und zum Abendessen mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in das Biebricher Schloss. Am Dienstagmorgen beginnt der Tag mit einer Visite in Bensheim, wo sich das Staatsoberhaupt über die Arbeit des Hospizes Bergstraße informiert. Nach dem Besuch der Darmstädter Kindertagesstätte wird Steinmeier am Dienstagnachmittag auch auf dem gegenwärtig stattfindenden Hessentag in Rüsselsheim zu Gast sein.

 


Spendenaufruf des Bundespräsidenten

In Afrika sind 25 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Aktion Deutschland Hilft, das starke Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, leistet überlebenswichtige Nothilfe. Hierfür sind wir dringend auf Spenden angewiesen.

Heute bittet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unter dem Motto „Gemeinsam gegen die Hungersnot“ die deutsche Bevölkerung per Videobotschaft um Spenden für die Menschen in Afrika.

Spendeninformationen:
Empfänger: Aktion Deutschland Hilft

Spenden-Stichwort: Hilfe für Afrika
Spendenkonto IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)
Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de


Dirk Adams MdL zum Projekt "Demokratie stimmt!"

Demokratie braucht persönlichen Einsatz

 

(Bonn/zdk) - Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Thüringer Landtag, Dirk Adams, beschreibt in seinem Statement für das Projekt "Demokratie stimmt!" des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) seinen persönlichen Einsatz für die Demokratie. Während der friedlichen Revolution in der DDR besetzte er das Gebäude der Staatssicherheit. Nach dieser Erfahrung habe er sich weiter für die Demokratie einsetzen wollen, was ihn zur Partei Bündnis 90 / Die Grünen und schließlich in den Landtag geführt habe. "Ich will mich gegen Rechtspopulisten und postfaktisches Denken engagieren", so Adams. "Das geht am besten mit klarer Kante, maximaler Sachlichkeit, guter Sprache, die alle verstehen, und natürlich: Wählen gehen."

 

 

 

"Demokratie stimmt!" ist das Motto einer Initiative zur Verteidigung und Stärkung der Demokratie, die bei der ZdK-Vollversammlung am 5. Mai in Berlin gestartet wurde. Auf der Internetseite www.demokratie-stimmt.de werden bis zur Bundestagswahl wöchentlich zwei Statements prominenter Demokratie-Botschafter veröffentlicht.

 


Ministerpräsident Kretschmann lobt Buch aus dem Brunnen Verlag

 

(Gießen/rt) - Ein „eindrückliches Zeugnis von gelebter Nächstenliebe, Zivilcourage und Offenheit für andere Kulturen“ sei das gerade erschienene Buch des Journalisten Christoph Zehendener, erklärte jetzt Baden-Württembergs Ministerpräsident Wilfried Kretschmann. Zehendner, lange Jahre Parlamentskorrespondent für die ARD in Stuttgart, habe unter dem Titel „Namaste – Du bist gesehen!“ ein Buch geschrieben, das „verändert“ und „nachdenklich macht und für uns alle sehr bereichernd ist“, führte der grüne Landesvater aus. Zehendner hatte den indischen Bischof Java Singh besucht und ausführlich über die Sozialarbeit seiner jungen und dynamisch wachsenden christlichen Kirche berichtet. Singhs Anstoß für seine christlich motivierte Sozialarbeit hat ihren Auslöser in Deutschland. Als Singh 1963 als Gaststudent nach Deutschland kam, ist er von einer christlichen Familie so herzlich aufgenommen und integriert worden, dass dies in der Folge sein ganzes Leben prägte und den Blick für „den Nächsten“ schärfte.

 

Nun ist Zehendner mit Bischof Singh seit 4. Juni auf einer Lese- und Vortragsreise in Deutschland. Rund 10.000 begeisterte Zuhörer konnten auf den ersten drei Veranstaltungen gezählt werden. Weitere gut 20 Veranstaltungen und Medienauftritte stehen in den kommenden fünf Wochen noch an. 

 

Die Startauflage von „Namaste – du bist gesehen“ von 10.000 Exemplaren ist mit weit über 9000 verkauften Exemplaren bereits nach wenigen Tagen fast vergriffen. 

 

 

Die kommenden Veranstaltungstermine finden Sie nachfolgend.

 

Auf Wunsch senden wir Ihnen ein elektronisches und / oder gedrucktes Buchexemplar zur Berichterstattung zu.

 

 

 

Termine im Juni
 
Fr, 09.06., 19:30 Uhr, 71088 Holzgerlingen, SCM Hänssler*
So, 11.06., 10:00 Uhr, 73265 Dettingen/T., Georgskirche
Do, 15.06., 09:30 Uhr, 74072 Heilbronn, CHRISTUSTAG (mit Bischof Singh)
Do, 15.06., 09:30 Uhr, 71083 Herrenberg, CHRISTUSTAG (mit Petra Hahn-Lütjen)
Sa, 17.06., 20:00 Uhr, 73527 Schwäbisch Gmünd, Schönblick*
So, 18.06., 10:00 Uhr, 72163 Schafhausen, Cyriakuskirche
So, 18.06., 14.30 Uhr, 72163 Schafhausen, Ev. Gemeindehaus
Di, 20.06., 19:30 Uhr, 08309 Sosa, Landesk. Gemeinschaft
Mi, 21.06., 19:30 Uhr, 09432 Großolbersdorf, Ev. Gemeindehaus
Do, 22.06., 19:30 Uhr, 06711 Zeitz-Luckenau, Ev. Geindezentrum
Sa, 24.06., 15:45 Uhr, 74321 Metterzimmern, Ev. Gemeindefest
Sa, 24.06., 20:00 Uhr, 72829 Kleinengstingen, Ev. Gemeindefest
So, 25.06., 10:00 Uhr, 75391 Gechingen, Martinskirche
So, 25.06., 13:30 Uhr, 71723 Großbottwar, Gütlesfest
Di, 27.06., 19.30 Uhr, 35576 Wetzlar-Dalheim, ERF
Mi, 28.06., 19:30 Uhr, 76307 Langensteinbacher Höhe
Do, 29.06., 20:00 Uhr, 71134 Aidlingen, Ev. Gemeindehaus
Fr, 30.06., 19:30 Uhr, 91710 Gunzenhausen, Hensoltshöhe*
Juli

 

Sa, 01.07. 19:00Uhr, 72141 Walddorf, Gem.-Halle

 

So, 02.07. 10:15 Uhr, 72141 Walddorf, Gem.-Halle

 

Mo 3.7.- Do 6.7. jeweils 15.00 Uhr, ERFplus

 

Di 4.7. 19.30 Uhr, 57234 Wilnsdorf-Wilden, Freie ev. Gem.

 

Mi 5.7. 19:30 Uhr, 26810 West,overledingen, Rathaus

 

Fr 7.7. 20.00 Uhr, 48529 Nordhorn, Ev.-altref. Gem.zentrum

 

So 9.7. 10:00 Uhr, 48529 Nordhorn, Ev.-altref. Gem.zentrum

 

Mi 26.7. 19:30 Uhr, 73265 Dettingen/T, Buchcafé (Petra Hahn-Lütjen)

 

Di, 19.9 19.00 Uhr, Flensunger Hof, 35325 Mücke (Christoph Zehendner) 

 

* Indienteam + Christoph Zehendner / Petra Hahn-Lütjen

 


Ökumenischer Gottesdienst vor der konstituierenden Landtagssitzung:

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen“

(Kiel/emw/mc) - Zu einem ökumenischen Gottesdienst haben sich heute (6. Juni) schleswig-holsteinische Landtagsabgeordnete in der Pauluskirche in Kiel versammelt, bevor die neue Legislaturperiode mit der konstituierenden Sitzung im Landeshaus eröffnet wurde. Gemeinsam mit Bischof Gothart Magaard (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland) und Erzbischof Dr. Stefan Heße (Erzbistum Hamburg) feierten sie den Gottesdienst unter dem Leitgedanken „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung frage, die euch erfüllt“ (1 Petrus 3, 15).

 

 

 

Erzbischof Dr. Heße erklärte in seiner Predigt, Rede und Antwort zu stehen gehöre zum Job eines Politikers oder einer Politikerin. „Aber aus welchen Quellen schöpfen Sie die Grundlage dafür? Aus Parteiprogrammen, aus Gesetzen, aus dem Gewissen oder auch aus dem Glauben?“ Als Christinnen und Christen „müssen wir unsere Stimme besonders für die erheben, die keine Stimme haben. Christen muss es immer auch um den Nächsten gehen“.

 

 

 

Bischof Gothart Magaard sagte in seiner Predigt: „Wenn wir zu sehr auf uns selber schauen, verlieren wir den aufrichtenden Blick auf den Horizont. Gerade in Norddeutschland wissen wir, wie viel Kraft diese Weite unseres Landes zwischen den Meeren geben kann. Ich wünsche uns eine Kultur, in der wir als Gesellschaft einander Anteil nicht nur an unseren Ängsten, sondern auch an unserer Hoffnung geben. In der wir die Hoffnungszeichen teilen, die wir sehen – und umso nüchterner anfassen und angehen, was in unseren Händen liegt.“

 

 

 

Gemeinsam gelte es, „den Komplexitäts-Verweigerern und Laut-Sprechern Widerstand zu leisten“. „Je öffentlicher man dies heutzutage macht, desto mehr geht man das Risiko von Anfeindungen und Verunglimpfungen ein“, so Magaard. Deshalb gehöre zum Politiker-Dasein neben Sachkenntnis und Pragmatismus auch eine gehörige Portion Idealismus. Magaard wünschte den Abgeordneten, „ob nach vielen Jahren oder als Neuling in diesem Landtag, dass es Ihnen gelingt, die Balance zwischen Idealismus und Pragmatismus zu halten und zu gestalten.“

 


ZdK kritisiert Ausstieg der USA aus dem Pariser Weltklimaabkommen

Ein Schlag ins Gesicht

 

 

(Bonn/zdk) - "Der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen ist auch für das Engagement der Kirchen und kirchlichen Gruppierungen ein Schlag ins Gesicht", kommentiert Peter Weiß, Sprecher für "Nachhaltige Entwicklung und Globale Verantwortung" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), den gestern verkündeten Beschluss des US-Präsidenten Donald Trump. "Denn nicht erst seit der kraftvollen Enzyklika "Laudato Si" von Papst Franziskus engagiert sich die katholische Kirche in Deutschland konsequent für die Bekämpfung des Klimawandels und für Klimagerechtigkeit weltweit".

 

Dass der Heilige Vater den US-Präsidenten bei der Audienz in der letzten Woche auch nicht habe umstimmen können, sei "sehr bedauerlich". Peter Weiß wörtlich: "Es irritiert uns sehr, dass die USA als weltweit zweitgrößter Verursacher von Treibhausgasen sich in diesem zentralen Punkt nun ein Stück weit ihrer Verantwortung für das globale Gemeinwohl entziehen und sich beim Klimaschutz gegen die versammelte internationale Staatengemeinschaft stellen."

 

Zuversichtlich zeigt sich Weiß, dass die anderen Staaten am Klimaabkommen von Paris festhalten und an der Umsetzung des Pariser Abkommens, das "ein Meilenstein in der Geschichte der Klimadiplomatie" sei, weiterarbeiten werden. Er hoffe dabei – trotz des Rückzugs der USA – auf Fortschritte beim G-20-Gipfel im Juli sowie bei der nächsten Weltklimakonferenz im November 2017 in Bonn. Hier seien insbesondere die Bundesrepublik Deutschland, die den G-20-Gipfel ausrichtet, und die Europäische Union insgesamt in einer wichtigen Führungsverantwortung.

 

Peter Weiß: "Ich bin überzeugt, dass sich die USA mit dieser Entscheidung am Ende selbst am meisten schaden werden - sowohl ökonomisch als auch außen- und sicherheitspolitisch." Dies sei umso bedenklicher, als dass die Mehrheit der Amerikaner von der Notwendigkeit des Klimaschutzes überzeugt sei. Somit handle die US-Regierung auch gegen den Willen der eigenen Bevölkerung und gegen ihre eigenen langfristigen Interessen.

 

Peter Weiß kündigte an, dass die Kirchen in Deutschland und weltweit ihr Engagement für eine klimagerechte Zukunft und für globale Solidarität fortsetzen werden. Dazu sei beispielsweise eine große Veranstaltung von ZdK, Misereor und BDKJ anlässlich der bevorstehenden Weltklimakonferenz in Bonn geplant.

 


Konstituierung des 19. Schleswig-Holsteinischen Landtags

Bischöfe feiern Gottesdienst zu Beginn der neuen Legislaturperiode

 

(Kiel/mc/emw) - Anlässlich der konstituierenden Sitzung des 19. Schleswig-Holsteinischen Landtags, laden Bischof Gothart Magaard und Erzbischof Dr. Stefan Heße am Dienstag, 6. Juni 2017, um 9.30 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Pauluskirche am Niemannsweg in Kiel ein. Die Feier steht unter dem Leitgedanken „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ (1 Petrus 3,15). 

 

„Es ist eine gute und schöne Tradition, dass der Landtag von Schleswig-Holstein mit einem Gottesdienst in die neue Legislatur startet“, so Erzbischof Stefan Heße. „Für viele Menschen ist der Glaube wie eine Kompassnadel im politischen Handeln. Ein Gottesdienst zu Beginn dieses wichtigen Abschnitts justiert den Kompass noch einmal und schenkt Zuversicht und Kraft bevor es dann wieder richtig losgeht.“ 

 

Bischof Gothart Magaard erklärte: „Im Hinblick auf die vielfältigen Herausforderungen, denen Politikerinnen und Politiker ausgesetzt sind, ist es wichtig, sich gemeinsam auf das zu besinnen, was Christinnen und Christen in ihrem Leben im Gelingen wie im Scheitern trägt. Gemeinsam wollen wir in diesem Gottesdienst auf die menschenfreundliche Botschaft Gottes hören und um Segen für jene bitten, die in unserem Land politische Verantwortung übernehmen.“  

 

Die Kollekte, die zum Ende des Gottesdienstes eingesammelt wird, ist bestimmt für den „Speisesaal St. Heinrich“. Dort erhalten Bedürftige täglich für einen Euro eine warme Mahlzeit.

 


Thomas Dörflinger MdB zum Projekt "Demokratie stimmt!"

Für Demokratie muss man fortlaufend etwas tun

 

 

(Bonn/zdk) - In seinem Statement für das Projekt "Demokratie stimmt!" des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) lobt Thomas Dörflinger MdB das gemeinsame Europa als "Wertegemeinschaft des 21. Jahrhunderts". Die Achtung vor der Würde des Menschen müsse "unbedingte Richtschnur des politischen Handelns" sein.

 

"Wer seine politischen Positionen dadurch zu vertreten sucht, indem er andere aus welchem Grund auch immer verunglimpft, herabsetzt oder sich der historischen Verantwortung zu entziehen sucht, kann nicht nur nicht mit unserer Unterstützung rechnen, er trifft auf unseren Widerstand", so Dörflinger wörtlich. "Demokratie ist nichts zum Zuschauen, es ist etwas zum Mitmachen. In Parteien, Gewerkschaften, Bürger- und Wählerinitiativen. Für Demokratie muss man fortlaufend etwas tun; sie kam nicht von selbst und sie bleibt auch nicht von selbst."

 

Thomas Dörflinger ist Bundesvorsitzender des Kolpingwerkes Deutschland und gehört seit 2006 der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken an.

 

 

 

"Demokratie stimmt!" ist das Motto einer Initiative zur Verteidigung und Stärkung der Demokratie, die bei der ZdK-Vollversammlung am 5. Mai in Berlin gestartet wurde. Auf der Internetseite www.demokratie-stimmt.de werden bis zur Bundestagswahl wöchentlich zwei Statements prominenter Demokratie-Botschafter veröffentlicht.

 


Neuer Bericht zeigt geringen Stellenwert des Themas in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit

Schutz von Kindern vor Gewalt ist Regierungen nur Cents wert

 

(Berlin/wv) -  Am 4. Juni wird weltweit der Kinder gedacht, die unter Gewalt und Aggression durch Krieg leiden müssen. Über eine Milliarde Kinder sind davon betroffen – aus allen Ländern. Erstmals  gibt es nun  Berechnungen dazu, wieviel Regierungen  im Kontext der internationalen Zusammenarbeit dagegen unternehmen.  Mit  dem Bericht “Counting Pennies”  machen  World Vision und weitere Hilfsorganisationen darauf aufmerksam, dass  der Schutz der Kinder im Vergleich zu anderen  Themen bisher nur einen geringen Stellenwert hat.

Nur 60 Cent auf je 100 Euro staatlicher Entwicklungshilfe waren im Jahr 2015 für den Zweck  bestimmt, Gewalt gegen Kinder zu bekämpfen. In den Empfängerländern wurde pro Kind auch nur etwa 0,65 US-Dollar investiert, um es vor Gewalt zu schützen. „Das ist zu wenig angesichts der Größe des Problems und der weitreichenden Auswirkungen von Gewalt“, betont Antje Lüdemann-Dundua, Kinderrechte-Referentin bei der internationalen Kinderhilfsorganisation World Vision. Gewalt sei ein großes Hindernis für Entwicklung von Kindern, schade ihrer Gesundheit und Bildung und verursache hohe Kosten für die Gesellschaft – weltweit geschätzte 7 Billionen US-Dollar pro Jahr.

 

Gewalt gegen Kinder zu beenden ist jetzt erstmals eine globale Entwicklungs-Priorität: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung enthält ein konkretes globales Ziel zur Beendigung aller Formen von Gewalt gegen Kinder (Ziel 16.2). Nun sind die Regierungen der Geberländer und auch die deutsche Regierung gefragt, die Umsetzung dieses Ziels mit konkreten Maßnahmen und mehr finanziellen Mitteln zu unterfüttern.

 

„Obwohl Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern zu den größeren Gebern gehört, um Gewalt gegen Kinder zu beenden, so wird doch ein vergleichbar geringer Anteil der Gelder für spezifische Projekte zur Verfügung gestellt - hier müssen wir ansetzen“, ergänzt Lüdemann-Dundua.

 

Die  Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für die Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder, Marta Santos Pais, hat den Bericht unterstützt und erklärt dazu:  „Das Leben von Kindern steht auf dem Spiel und die schwerwiegenden Konsequenzen von Gewalt können sich ein ganzes Leben lang auswirken.“

 

Eine Zusammenarbeit vieler Akteure wird von den mitwirkenden Organisationen ausdrücklich empfohlen. "Gewalt gegen Kinder unterminiert alle Bereiche von Entwicklungshilfe und -Aktivitäten – sie kann aber effektiv beendet werden“,  betont Trihadi Saptoadi, CO-Vorsitzender des Leitungskommitees der  Globalen Partnerschaft für die Beendigung von Gewalt gegen Kinder und Wirkungsexperte bei World Vision International. „Durch ausreichende finanzielle Ressourcen und weltweite Partnerschaften erreichen wir die größte Wirkung.“

 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier: http://www.wvi.org/sites/default/files/Counting_Pennies_WEB_FINAL.pdf

 



INFOS IM INTERNET

 

World Vision finden Sie auch auf Facebook, Twitter, Xing und Youtube, http://www.worldvision.de

 

HINTERGRUND

 

World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2015 wurden 300 Projekte in 50 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit weiteren World Vision-Werken in fast 100 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de

 

 

 


Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigt myDigitalWorld-Preisträger


 

  • Jugendliche für bewussten Umgang mit digitalen Medien ausgezeichnet
  • Schule aus Unterschleißheim bei München gewinnt ersten Preis
  • Bundeskanzlerin würdigt Preisgewinner im Kanzleramt

 

(Berlin/pm) – Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat heute die diesjährigen Preisträger des Jugendwettbewerbs myDigitalWorld im Kanzleramt empfangen. Die Schüler der 10. Klasse der Therese-Giehse-Realschule aus München überzeugten die Preisjury mit ihrem Beitrag zum Thema „Hallo, ich bin dein digitales Ich“ zu Datenspuren im Netz.

 

 

 

Der Wettbewerb fördert einen kritischen und sicheren Umgang mit digitalen Chancen im Internet bei jungen Menschen. Seit 2016 erfolgt die Durchführung in Kooperation mit dem Schulwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung. Ziel von myDigitalWorld ist es, der laut DsiN-Sicherheitsindex 2017 unter jungen Menschen weit verbreiteten fatalistischen Grundhaltung zu Sicherheitsfragen entgegenzuwirken. In diesem Jahr hatten sich über 300 Schulen mit Beiträgen an dem Wettbewerb beteiligt.

 

 

 

„Die bundesweite Resonanz des Wettbewerbs zeigt die Aktualität von IT-Sicherheitsfragen unter Jugendlichen. Durch die Kooperation mit dem Schulwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung konnte das Thema zusätzlich an Aufmerksamkeit gewinnen“, erklärte Dr. Wieland Holfelder, Vorstandsmitglied bei Deutschland sicher im Netz und Leiter des Google-Entwicklungszentrums München. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, das Sicherheitsverhalten von Menschen im privaten und beruflichen Umfeld zu stärken.

 

 

 

Der Jugendwettbewerb wird vom Bundesministerium des Innern unterstützt sowie auch von den DsiN-Mitgliedern Deutsche Telekom, Google Deutschland und Ericsson.

 


KDFB-Standpunkte zur Bundestagswahl 2017

Demokratie stärken!

 

(Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) veröffentlicht vier Monate vor der Bundestagswahl seine gesellschaftspolitischen Positionen und Forderungen. „Die KDFB-Standpunkte basieren auf dem für die Demokratie zentralen Wertedreieck Gerechtigkeit, Solidarität und Menschenwürde. Auf diesen zentralen christlichen Werten gründet unser politisches Handeln“, erklärt KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth.

 

Mit den Standpunkten positioniert sich der KDFB zu zentralen gesellschaftspolitischen Themenfeldern wie etwa der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit, Familie und Ehrenamt, der Alterssicherung von Frauen, dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft oder dem Bereich der Frauengesundheit. KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth stellt dazu fest: „Als gesellschaftspolitisch aktiver Frauenverband bezieht der KDFB öffentlich Stellung für eine solidarische und gerechte Gesellschaft. Mit den KDFB-Standpunkten stellen wir unsere Forderungen an Politik und Gesellschaft für ein gerechtes, solidarisches und würdevolles Zusammenlebens vor.“

 

Vier Monate vor der Bundestagswahl bekräftigt der KDFB sein Engagement für die Stärkung und den Ausbau der Demokratie. „Als Christinnen, als Teil der internationalen Frauenbewegung und als Nachfolgerinnen der `Mütter des Grundgesetzes´ sind wir mitverantwortlich für ein gelingendes demokratisches Zusammenleben, das frei ist von Populismus, Rassismus und sozialer Ausgrenzung“, so Flachsbarth.

 

Der KDFB appelliert an alle Frauen und Männer, die politischen Positionen der Kandidatinnen und Kandidaten für den nächsten Bundestag kritisch zu prüfen. Die KDFB-Standpunkte können dabei als Wahlprüfsteine genutzt werden. Als Frauenverband ermuntert der KDFB alle Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Frauen bei ihrer Kandidatur zu unterstützen.

 

Die KDFB-Standpunkte sind in der Bundesgeschäftsstelle erhältlich oder stehen hier zum Download bereit.

 


Der Erzbischof von Hamburg, Dr. Stefan Heße, und der Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch, zum Rückzug von Ministerpräsident Sellering von seinen politischen Ämtern:

 

 

„Mit Bestürzung haben wir von der schweren Erkrankung von Ministerpräsident Erwin Sellering erfahren. Wir wünschen ihm und seiner Familie Kraft und Gottes Segen bei der anstehenden Behandlung. Wir versichern ihn unseres fürbittenden Gebets.

 

Wir sind Ministerpräsident Sellering dankbar für die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit zum Wohle des Landes und seiner Menschen. Seine konstruktive und sachliche Art schätzen wir sehr.“

 


Gemeinsamer Appell von Amnesty International, der International Campaign for Tibet und Reporter ohne Grenzen vor dem Treffen mit Chinas Ministerpräsidenten Li

China: Bundesregierung muss schlechte Menschenrechtssituation offensiv ansprechen

 

(BERLIN/pm) – Morgen trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang in Berlin. Amnesty International, die International Campaign for Tibet und Reporter ohne Grenzen appellieren an die Bundeskanzlerin, Ministerpräsident Li Keqiang auf die sich stetig verschlechternde Menschenrechtssituation in China anzusprechen und konkrete Schritte der chinesischen Regierung zu Verbesserungen einzufordern. Die Organisationen weisen insbesondere auf die systematisch verstärkte Repression und Kontrolle seit Amtsantritt von Staatspräsident Xi Jinping hin – sei es durch menschenrechtswidrige Gesetze, durch die Anwendung von Folter, Inhaftierung und Verfolgung von Andersdenkenden, Aktivisten und Journalisten oder durch verschärfte Repressionen in Tibet und Xinjiang. 

 

Menschenrechte müssen grundsätzlich ein zentraler Aspekt aller bilateralen Beziehungen sein, also auch im deutsch-chinesischen Verhältnis; sie dürfen nicht hinter handels- und wirtschaftspolitischen Fragen zurückstehen.

 

Die Volksrepublik China bekennt sich offiziell zu den Menschenrechten und hat sich mit der Unterzeichnung und der Ratifizierung völkerrechtlicher Verträge, wie zum Beispiel der UN-Antifolterkonvention, zu deren Einhaltung verpflichtet. Die drei Organisationen haben wiederholt dokumentiert, dass die chinesische Regierung ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommt, sondern für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist:

 

Menschenrechtsverteidiger und Anwälte:Wer sich in China für Menschenrechte einsetzt, ist massiv bedroht, selber Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu werden. Menschenrechtsverteidiger und Menschenrechtsanwälte müssen mit Drangsalierungen und willkürlicher Inhaftierung rechnen. Sie werden verhört, schikaniert oder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die chinesischen Behörden haben im Juli 2015 eine Kampagne gestartet, in deren Verlauf mindestens 248 Anwälte oder deren Unterstützer festgenommen oder inhaftiert wurden.

 

Folter und Todesstrafe: Folter und andere Misshandlungen durch Behörden sind in China nach wie vor weit verbreitet. Unabhängige Untersuchungen von Foltervorwürfen gibt es nicht. Die für Folter verantwortlichen Personen können weiterhin davon ausgehen, nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden. Auch wenn die Regierung den Anwendungsbereich der Todesstrafe eingeschränkt hat, werden in China Jahr für Jahr Tausende Menschen hingerichtet. 

 

Meinungs- und Pressefreiheit:Chinas Medien unterliegen einer strengen Zensur. Das Propagandaministerium verschickt täglich Direktiven, mit denen die Berichterstattung gesteuert wird. Über zahlreiche Themen, wie etwa die Selbstverbrennungen von Tibetern und das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens vom 4. Juni 1989, darf überhaupt nicht berichtet werden. Momentan sitzen mindestens 21 Journalisten sowie 82 Online-Aktivisten und Bürgerjournalisten wegen ihrer Arbeit in Haft.

 

Tibeter und Uiguren: Die menschenrechtliche und politische Situation in Tibet und in Xinjiang steht unter dem Eindruck einer repressiven chinesischen Politik, die unter Staatspräsident Xi Jinping noch rigider gehandhabt wird. Religions-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind umfassend eingeschränkt und gegen Kritik an der Regierung wird mit aller Härte vorgegangen. Im Laufe des Jahres 2017 zündeten sich mindestens vier Tibeter aus Protest selbst an. Die Zahl der bekannt gewordenen Selbstverbrennungen seit Februar 2009 erhöhte sich damit auf 150.

 

Repressive Gesetzgebung: Seit 2015 hat die chinesische Regierung weitere Gesetze zur nationalen Sicherheit verabschiedet und damit weitere Möglichkeiten zur Einschränkung der Menschenrechte geschaffen. Hierzu zählen das Anti-Terror-Gesetz (2015), das Gesetz zur Nationalen Sicherheit (2015), das Gesetz zu ausländischen NGOs (2016) sowie das Gesetz zu Cybersicherheit (2016). Außerdem wurde im vergangenen Jahr ein Entwurf für neue Rechtsvorschriften zu Religionsangelegenheiten bekannt, der zu weiteren Einschränkungen bei der Religionsfreiheit führen würde. 

 


Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 


Demokratie-Kolleg in allen schleswig-holsteinischen Bundestagswahlkreisen:

Bischof Magaard: „Wirken Sie an der politischen Meinungsbildung mit!“

(Kiel/Schleswig/fz) - Nach der Wahl ist vor der Wahl – derzeit laufen noch die Koalitionsgespräche nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein, schon steht eine weitere Wahl bevor: Am 24. September wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Erstmals lädt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) in allen schleswig-holsteinischen Wahlkreisen Direktkandidatinnen und -kandidaten zum öffentlichen Gespräch ein. Unter dem Titel „Wie ‚geht‘ Frieden heute?“ wollen die Veranstalter beim Demokratie-Kolleg 2017 mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch kommen. Insgesamt zwölf Diskussionsveranstaltungen sind in den kommenden Monaten geplant. Auftakt ist am Montag, 12. Juni, im Kieler Landeshaus (Beginn 19 Uhr). Zugesagt haben hier bereits die Landesvorsitzenden Daniel Günther (CDU), Dr. Ralf Stegner (SPD), Ruth Kastner (Bündnis 90 / Die Grünen) und Dr. Heiner Garg (FDP).

 

 

 

Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein: „Weltweit gelten wir als privilegiert, weil wir gleichberechtigt an freien und geheimen Parlamentswahlen teilnehmen dürfen. Dieses Recht beinhaltet aber auch die Pflicht, sich im Vorwege der Wahlen zu informieren und an der politischen Meinungsbildung mitzuwirken – und schließlich das Wahlrecht auch zu nutzen.“ Mit dem landesweiten Demokratiekolleg wolle die Nordkirche den Menschen in Schleswig-Holstein ein Informations- und Diskussionsforum bieten. „Das gemeinsame Thema aller Veranstaltungen ist die Frage, wie Frieden heute ‚geht‘“, so der Bischof weiter. Allerdings setzen die einzelnen Veranstaltungen auch unterschiedliche Akzente. Magaard: „Es kann um unseren Umgang mit Geflüchteten gehen, um die Rolle der Bundeswehr, Waffenexporte oder auch die großen Gerechtigkeitsfragen. Uns ist wichtig, dass wir mit den Kandidatinnen und Kandidaten über zentrale Themen unserer Zeit sprechen können.“ Die Impulse setzen lokale Vorbereitungsgruppen in den Wahlkreisen.

 

 

 

Das Format mit Podiums- und Publikumsdiskussionen wurde vom Christian Jensen Kolleg (Breklum) entwickelt und 2009 und 2013 bereits in drei schleswig-holsteinischen Kirchenkreisen bzw. Bundestagswahlkreisen realisiert. Es sieht vor, dass die Kandidatinnen und Kandidaten nach zwei Jahren erneut eingeladen werden und darüber sprechen, wie sich das jeweilige Thema entwickelt hat. 

 

 

 

Das Demokratie-Kolleg 2017 ist ein Projekt des Christian Jensen Kollegs, der Stabstelle Presse und Kommunikation der Nordkirche, der Evangelischen Akademie, des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein und der Kirchenkreise in Schleswig-Holstein.

 

Alle Veranstaltungen sind öffentlich. Für die Auftaktveranstaltung am 12. Juni ist eine Anmeldung zur Teilnahme per E-Mail unter info@christianjensenkolleg.de oder telefonisch unter 04671/9112-0 notwendig. Für den Einlass im Landeshaus in Kiel muss ein Personalausweis mitgeführt werden.

 


Neue „Runter vom Gas“-Autobahnkampagne

Jeder Unfalltod betrifft das Leben von 113 Menschen

Im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ wurden heute die Motive der neuen Autobahnplakate vorgestellt – und erstmals Zahlen dazu präsentiert, wie viele Menschen unmittelbar durch den Tod eines Verkehrsteilnehmers betroffen sind.

 

(Berlin/München/pm) – Kommt ein Mensch im Straßenverkehr zu Tode, so sind davon im Durchschnitt 113 Personen unmittelbar betroffen: Angehörige, Freunde und Bekannte sowie Einsatzkräfte am Unfallort. Diese Daten haben heute Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), und Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), anlässlich ihres Besuchs bei der Hubschrauberstation der DRF Luftrettung in München bekannt gegeben.

Wenn ein Mensch bei einem Verkehrsunfall stirbt, sind durchschnittlich 11 Familienangehörige, 4 enge Freunde, 56 Freunde und Bekannte nachhaltig betroffen sowie 42 Einsatzkräfte wie Rettungssanitäter, Feuerwehrkräfte oder Polizisten mit diesem schweren Schicksal konfrontiert. Diese Durchschnittswerte wurden im Auftrag der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ jetzt auf Basis einer repräsentativen Erhebung durch infratest dimap, Kantar Public und das Sozioökonomische Panel (SOEP) sowie über Angaben der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPOL) und des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV) ermittelt. Damit wurden erstmals quantitative Daten zu den Auswirkungen eines tödlichen Verkehrsunfalls im persönlichen und beruflichen Umfeld erhoben.

 

Die Untersuchung steht im Zusammenhang mit der neuen Plakatkampagne der gemeinsamen Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ von BMVI und DVR, die ab Mitte Mai auf über 700 Plakatflächen entlang deutscher Autobahnen zu sehen sein wird. Die Plakatierung wird von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) finanziell unterstützt. Inhaltlich steht bei den drei neuen Motiven das Ausmaß des Leids durch Verkehrsunfälle mit Todesfolge im Mittelpunkt. Zu sehen sind Nahaufnahmen trauernder Menschen. Auf der Website www.runtervomgas.de und über Social-Media-Kanäle ist die Kampagne mit fünf emotionalen Video- reportagen über tatsächlich Betroffene aus dem privaten und beruflichen Umfeld präsent.

„Wir möchten mit dieser Kampagne alle Verkehrsteilnehmer aufrütteln und die dramatischen Ausmaße eines tödlichen Verkehrsunfalls aufzeigen. Denn jeder Verkehrstod zerbricht mehr als ein Leben. Unsere Motive, Zahlen und Videoreportagen zeigen das eindrücklich – und geben erstmals jenen Menschen eine Stimme, die mit den Auswirkungen dieser Schicksalsschläge jeden Tag leben müssen“, erklärt Dorothee Bär.

„Die Appelle ,Runter vom Gas‘, ,Finger vom Handy‘ und ,Abstand halten‘ der neuen Plakatserie sensibilisieren für drei der häufigsten Unfallursachen“, erläutert Ute Hammer. „Unangepasste Geschwindigkeit ist seit Jahren Unfallursache Nummer eins bei Unfällen mit Todesfolge. Und diese Unfälle sind durch verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr ebenso vermeidbar wie Ablenkungsunfälle durch Smartphones bzw. Infotainment am Steuer.“

 

Dorothee Bär und Ute Hammer haben bei der Begehung der DRF Luftrettung in München vertiefte Einblicke in die tägliche Arbeit der fliegenden Rettungsteams erhalten. „Wenn ein Mensch nach einem Verkehrsunfall um sein Leben ringt, zählt jede Minute. Mit dem Hubschrauber sind unsere Notärzte und Rettungsassistenten innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Staus oder schwierige Straßenverhältnisse halten uns nicht auf. Mit unseren fliegenden Intensivstationen transportieren wir Patienten darüber hinaus schnell und schonend in Spezialkliniken. So trägt die DRF Luftrettung bundesweit zur umfassenden medizinischen Notfallversorgung der Bevölkerung bei“, betont Rettungspilot und Stationsleiter Dietmar Gehr. 
 

Hintergrund „Runter vom Gas“:

Initiatoren der Kampagne „Runter vom Gas“ sind das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR).
Mit einer emotionalen Ansprache sensibilisiert „Runter vom Gas“ seit 2008 für Risiken im Straßenverkehr sowie eine Vielzahl von Unfallursachen und will damit für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen sorgen.

 

Im Jahr 2016 verloren 3.214 Personen ihr Leben im Straßenverkehr. 2011 waren es noch 4.009 Getötete. Im selben Jahr wurde im nationalen Verkehrssicherheitsprogramm das Ziel von 40 Prozent weniger Todesopfern im Straßenverkehr bis 2020 definiert.
 

 

Über die DRF Luftrettung:

Die gemeinnützig tätige DRF Luftrettung setzt an 31 Stationen in Deutschland und Österreich Hubschrauber für die schnelle Notfallrettung und den Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein. Die Münchner Station der DRF Luftrettung ist rund um die Uhr einsatzbereit und leistet über 1.300 Einsätze pro Jahr. Zum Einsatz kommt ein hochmoderner Hubschrauber des Typs H 145.

 


Mehr Informationen zur Kampagne auf:

www.runtervomgas.de
www.facebook.com/RunterVomGas  

 


ZWISCHENRUF im Wahlkampf 2017

Bleiben oder Gehen? - Arbeitsmigration aus dem Osten Europas

 

(Bonn/zdk) - In der Reihe der Justitia et Pax - Zwischenrufe im Wahljahr 2017 greift ein Interview mit Dr. Gerhard Albert, Geschäftsführer von Renovabis, die oft prekäre Situation von Arbeitsmigranten und -migrantinnen aus dem Osten Europas in ihren Herkunftsländern und in Deutschland auf. 

 

Arbeitskräfte aus dem Osten Europas seien in Deutschland vor allem in der häuslichen Pflege, der Transport-, Bau- und Reinigungsbranche, in der Landwirtschaft, Fleischindustrie und Gastronomie beschäftigt. Dass diese "stillen Migranten" hierzulande in der öffentlichen Debatte kaum vorkommen, bezeichnet Albert "wegen der oft ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und der enormen Folgen für die Herkunftsländer mehr als frappierend".

 

"Viele Männer arbeiten im Baugewerbe: es gibt oft keine Arbeitsverträge, sie müssen mehr als zehn Stunden arbeiten, der Lohn wird nicht immer pünktlich oder in vereinbarter Höhe ausgezahlt. In der 24-Stunden-Pflege zu Hause, die vorwiegend von Frauen übernommen wird, herrschen oft ebenfalls schwierige Verhältnisse. Die Verfügbarkeit rund um die Uhr, die fehlende Freizeit und die Trennung von der eigenen Familie wird von den Pflegemigrant-innen als belastend empfunden", so Albert.

 

 

 

Lösungsperspektiven sieht Albert zum einen in den Herkunftsländern, in vielen Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas müssten die Regierungen sich wesentlich stärker als bisher für die Sicherung der Rechtstaatlichkeit einsetzen, Korruption bekämpfen und EU- Vereinbarungen wie die Roma-Integrations-Strategie konsequent umsetzen.

 

In Deutschland müssten sowohl in der Pflege als auch in Wirtschaftszweigen wie dem Baugewerbe oder der Fleischindustrie faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne besser durchgesetzt und kontrolliert werden – wofür die katholische und die evangelische Kirche sich über ihre Beratungs-stellen stark machten. Im Pflegebereich sei vor allem eine Kontrolle der polnischen oder rumänischen Vermittlungsagenturen erforderlich, "von denen einige durch immer kreativere Vertragsmodelle z.B. die im Arbeitnehmer-Entsendegesetz vorgesehene Mindestlohnregelung umgehen oder keine Sozial- und Rentenversicherung abschließen". Mit Blick auf die Wirtschaft sei ein weiterer Ausbau der muttersprachlichen Information der Beschäftigten über ihre Rechte und deren Durchsetzungsmöglichkeiten erforderlich. Außerdem müsse die Arbeitsinspektion gestärkt werden und bereits vorhandene Kontrolleinrichtungen sollten besser vernetzt werden.

 

 

 

Der Zwischenruf von Dr. Gerhard Albert ist auf http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/bleiben-oder-gehen  verfügbar. Außerdem wird er wie die anderen Zwischenrufe über den Facebook-Kanal von katholisch.de zur Diskussion gestellt.

 

 

 

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax, eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, begleitet mit Zwischenrufen für eine gemeinwohlorientierte Politik aktuelle Debatten im Wahljahr 2017. Anfang März hatten der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), und der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg, die  Reihe eröffnet.

 


Studie Rechtsextremismus in ländlichen Räumen

(Frankfurt/zgv) - Der "Bund der Deutschen Landjugend" hat bei der Grünen Woche 2017 die aktualisierte Studie "Rechtsextremismus in ländlichen Räumen. Schweigen heißt Zustimmung" vorgestellt. Die Studie enthält u. a. genauere Szene-Profile für RLP und Hessen. Die Studie bezieht sich vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene.

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