Politik

17.01.2020


Die kfd ist erleichtert über Entscheidung zur Organspende, die ein bewusster Akt der Nächstenliebe bleibt

Organspende: Entscheidung stärkt das Recht auf selbstbestimmtes Sterben

(Berlin/kfd) - Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. ist erleichtert über die heutige Entscheidung des Deutschen Bundestages, dass die sogenannte Zustimmungslösung bei Organspenden weiterhin gilt. Diese Entscheidung stärkt die Würde und Wertigkeit des Lebens der/des Einzelnen bis in den Tod hinein. Für manche Menschen schließt ein würdevoller Tod eine Organspende unmittelbar nach dem Eintreten des Hirntodes aus, was die heutige Entscheidung anerkennt.

Prof’in Dr. Agnes Wuckelt, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende: „Organspende ist ein Akt der Freiwilligkeit und Nächstenliebe, mit dem ich noch im Tod einem anderen Menschen Leben schenken kann. Dabei kann das im Gesetz vorgesehene Register helfen, denn es dokumentiert zuverlässiger als eine mitgeführte Karte das Ja oder Nein zur Organspende. Zusammen mit den im Vorjahr beschlossenen Änderungen im Transplantationsgesetz scheint uns das ein guter Weg.“

Die Widerspruchslösung hätte für die kfd das Risiko beinhaltet, dass Menschen mit unzureichenden Sprachkenntnissen oder geringeren Möglichkeiten der Information und Teilhabe unfreiwillig zu Organspender*innen werden könnten. Die kfd ist als christlicher Frauenverband daher dankbar für das Votum der Abgeordneten, mit dem sie die Entscheidung jedes und jeder Einzelnen für ihr Sterben wertschätzen und respektieren, so Wuckelt.

„Wir werden unsere Mitglieder verstärkt über Möglichkeiten und Konsequenzen von Organspende informieren und sie dazu ermutigen, sich damit sowie mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Damit diejenigen, die sich dafür entscheiden, bewusst und ruhigen Gewissens ‚Ja‘ sagen können."


Organspende: KDFB lehnt Widerspruchslösung ab

 (Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) spricht sich gegen die so genannte Widerspruchslösung bei der Organspende aus. KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth unterstreicht die Position des Verbandes, dass die Organspende eine bewusste und freiwillige Entscheidung bleiben muss. Der Bundestag wird am 16.01.2020 über eine gesetzliche Neuregelung der Organspende abstimmen.

 

„Wir begrüßen neue und passgenaue Maßnahmen, die Menschen ausdrücklich dazu ermutigen, sich mit der Frage nach einer Organspende auseinanderzusetzen, mit Angehörigen darüber zu sprechen und eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu treffen. Eine Lösung, nach der jedem Menschen Organe entnommen werden dürfen, der nicht ausdrücklich widersprochen hat, ist weder mit dem Selbstbestimmungsrecht noch mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit vereinbar“, so Flachsbarth.

 

Aufgrund seiner christlichen Werthaltung hält es der KDFB zudem für geboten, dass medizinische Möglichkeiten einer Ethik der Menschenwürde zu- und unterzuordnen sind. Dies gilt auch für einen angemessenen Umgang und eine unterstützende Begleitung mit Sterbenden. „Die Organspende ist ein Akt der Nächstenliebe, der Verantwortung und der Solidarität. Sie ist eine sehr persönliche Entscheidung und muss uneingeschränkt respektiert werden“, erklärt KDFB-Präsidentin Flachsbarth.

 

Der KDFB unterstützt nachdrücklich das Ziel, in Deutschland mehr lebensrettende Organtransplantationen zu ermöglichen. Ein flächendeckendes Informations- und Beratungsangebot ist daher zwingend notwendig, um die Bevölkerung für die Organspende-Bereitschaft stärker zu sensibilisieren. Dies sollte laut Frauenbund zusammen mit zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren sowie Kirchen und Religionsgemeinschaften weiterentwickelt und ausgebaut werden.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Brot für die Welt ruft zur Großdemonstration zur Internationalen Grünen Woche in Berlin auf

Agrarhandel muss die ökologische Landwirtschaft stärken und das Klima schützen

 Agrarhandel * Klimaschutz * Grüne Woche * Großdemonstration

 

(Berlin/bfw)  Bei der Großdemonstration „Wir haben Agrarindustrie satt“ am 18. Januar in Berlin werden Tausende Menschen für eine bäuerliche, agrarökologische und klimafreundliche Landwirtschaft auf die Straße gehen. Brot für die Welt gehört zu den Trägern des Bündnisses, das nun zum zehnten Mal zum Beginn der Agrarmesse „Internationale Grüne Woche“ zur Demonstration aufruft. Bei der Auftaktkundgebung am Brandenburger Tor (ab 12.00 Uhr) sprechen Vandana Shiva, indische Partnerin des evangelischen Hilfswerks und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, und Antonio Andrioli, Agrarprofessor und ehemaliger Stipendiat von Brot für die Welt aus Brasilien.

 

Brot für die Welt setzt sich gemeinsam mit vielen Partnerorganisationen für eine Landwirtschaft und einen Agrarhandel ein, durch die ausreichend gesunde Lebensmittel produziert und fair gehandelt werden. Dabei stehen der nachhaltige Umgang mit Böden, Saatgut und Wasserressourcen sowie die Klimafreundlichkeit im Fokus. Dies leisten vor allem kleinbäuerliche Betriebe. Sie erzeugen den Großteil der Nahrungsmittel weltweit. Kleinbäuerliche Landwirtschaft steht jedoch in vielen Ländern unter Druck: Landgrabbing, Klimawandel, fehlende politische Unterstützung und unfaire Handelsbedingungen setzen ihr zu.

 

Brot für die Welt appelliert an die deutsche Bundesregierung, sich beim Treffen der Minister und Ministerinnen für Landwirtschaft vor der Grünen Woche in Berlin dafür einzusetzen, dass sich Entwicklungsländer vor bestehenden und zukünftigen Billigexporten der Industrieländer im Agrarsektor schützen können.

 

Stig Tanzmann, Referent für Landwirtschaft bei Brot für die Welt, sagt: „Deutschland und die EU müssen in der Agrar- und der Agrarhandelspolitik endlich umsteuern. Im Zentrum der Politik darf nicht mehr stehen, mit möglichst niedrigen Preisen und großen Produktmengen die Märkte der Welt zu erobern. Vielmehr muss gerade die Agrarhandelspolitik Antworten auf die globale Krise des ländlichen Raums und der bäuerlichen Betriebe anbieten, anstatt sie weiter zu verschärfen. Auch auf die Klima- und Biodiversitätskrise muss mit einer stark veränderten Agrarhandelspolitik reagiert werden.“ Erster Schritt in diese Richtung ist ein Veto gegen das geplante Freihandelsabkommen Mercosur.


Sternsinger aus dem Saarland vertreten Bistum Trier in Berlin

Aus dem kleinen Wahlen ins große Berlin

v.l. Linda Ade (zum 12. Mal bei den Sternsingern dabei), Alina Lehnen (zum 10. Mal dabei), Magali Schütz (zum 9. Mal dabei) und Felix Meyers (zum 8. Mal dabei) . Foto: bt
v.l. Linda Ade (zum 12. Mal bei den Sternsingern dabei), Alina Lehnen (zum 10. Mal dabei), Magali Schütz (zum 9. Mal dabei) und Felix Meyers (zum 8. Mal dabei) . Foto: bt

 

(Wahlen/Trier/Berlin/bt) – Alina, Magali, Linda und Felix gehen seit Jahren als Sternsinger durch ihre Heimatgemeinde Wahlen, um Spenden für Kinder in der ganzen Welt zu sammeln. Jetzt wird ihnen eine ganz besondere Ehre zuteil: Am 7. Januar dürfen die vier nach Berlin; dort werden Sternsingergruppen aus allen Bistümern in Deutschland von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen. Gerechnet hatten sie damit allerdings überhaupt nicht. „Wahlen ist nur ein kleines Dorf und Berlin die Hauptstadt, aber cool ist das schon!“, freuen sich die vier.

 

Als Sternsinger sind sie zum Teil schon zum zwölften Mal unterwegs. „Es ist immer wieder schön bei der Aktion mitzumachen“, erklärt Felix, der Jüngste der Gruppe. Ihn faszinieren vor allem die jedes Jahr wechselnden Beispielländer der Aktion. In der Pfarreiengemeinschaft Wahlen gehen rund 40 Kinder immer Anfang des Jahres als Sternsinger verkleidet durch die Straßen, um den Menschen den Segen an die Haustüren zu bringen und Spenden zu sammeln, die Kinderhilfsprojekten in aller Welt zugutekommen. Die Aktion Dreikönigssingen informiert regelmäßig darüber, wohin die Spenden fließen. Im Fokus steht jedes Jahr ein anderes Land, in dem die Aktion Projekte und damit Kinder in den unterschiedlichsten Situationen unterstützt.

 

"Es ist bestimmt cool, wenn die Kanzlerin direkt vor einem steht"

 

Auf dem Weg nach Berlin müssen sie dann früh raus. Montagmorgen um sechs Uhr morgens stehen sie auf, um mit dem Zug in die Hauptstadt zu fahren. Dort werden sie einen Tag später mit Polizeieskorte zum Bundeskanzleramt gefahren, wo sie von Bundeskanzlerin Merkel empfangen werden. Auf das Treffen mit ihr freuen sie sich am Meisten. „Es ist bestimmt cool, wenn die Kanzlerin direkt vor einem steht!“ Natürlich wollen sie die Gelegenheit auch nutzen, um sich Berlin selbst anzuschauen.

 

Stichwort: Dreikönigssingen

 

Der Brauch des Dreikönigssingens oder Sternsingens geht bis ins Mittelalter zurück. Die heute vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom BDKJ getragene Aktion hat sich zum weltweit größten Hilfswerk von Kindern für Kinder entwickelt. In ganz Deutschland sammelten die Sternsinger seit 1959 über 858 Millionen Euro mit denen weltweit rund 65.000 Projekte unterstützt wurden und werden. Weitere Information gibt es unter www.sternsinger.org und auf der Bistumshomepage.

 


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt Sternsinger in Berlin

„Mit eurem Stern bringt ihr Licht in dunkle Nacht“

 

(Berlin/kmw) - „Mit eurem Stern bringt ihr Licht in dunkle Nacht. Mit den von euch gesammelten Spenden bringt ihr anderen Kindern Hoffnung. Hoffnung auf ein neues Leben“, freute Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich über den Besuch der Sternsinger am Montagmorgen in seinem Amtssitz in Berlin. Im Schloss Bellevue begrüßten er und seine Frau Elke Büdenbender pünktlich zum Dreikönigstag 40 Sternsinger aus dem Bistum Passau. „Meine Frau und ich waren schon an sehr vielen Orten, an denen Kinder eure und unsere Hilfe brauchen. Euch, liebe Sternsinger, kann ich ansehen, wie sehr euch diese Hoffnung der Kinder, die in anderen Umständen leben, antreibt“, so der Bundespräsident.  Mit ihrem Dienst würden die Sternsinger einen großen Beitrag dazu leisten, „dass unsere Welt, die in diesen Tagen auch Sorgen auslöst, ein klein wenig besser wird.“

 

 

 

„Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“ lautet das Leitwort der aktuellen, 62. Aktion Dreikönigssingen. Passend dazu formulierten Stefanie (9), Lena (10) und Elisabeth (12) zu Beginn des Besuchs auch ihre Segensbitte für das Staatsoberhaupt: „Der Frieden bleibe stets bei Euch. Denn nur wer Frieden hat und Segen kann Gutes in der Welt bewegen.“ Den klassischen Sternsingersegen „20*C+M+B+20 – Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus im Jahr 2020“ schrieb Elisabeth anschließend an das große Schlossportal.

 

 

 

18 Mädchen und 22 Jungen aus der Pfarrei Rinchnach, dem Pfarrverband Simbach am Inn und dem Pfarrverband Kirchberg im Wald vertraten beim Empfang alle 300.000 Sternsinger, die sich in diesen Tagen bundesweit an der 62. Aktion Dreikönigssingen beteiligen. Im Bistum Passau hatten Ende 2018 mehr als 2.600 Sternsinger die vergangene, 61. Aktion Dreikönigssingen bundesweit eröffnet. Von dem Aktionsauftakt und ihrem Engagement für Kinder in aller Welt berichteten die Mädchen und Jungen am Dreikönigstag im Schloss Bellevue.

 

 

 

Toleranz, Freiheit, Gerechtigkeit und Versöhnung „Gerade jetzt finden in 27 Ländern unserer Erde kriegerische Handlungen statt. Kinder leben in all diesen Ländern“, machten die Sternsinger zum Beginn der Vorstellung ihres Aktionsthemas „Frieden“ deutlich. Von Kolumbien über Mali, Nigeria und Somalia bis hin zu Afghanistan und Myanmar zählten die kleinen und großen Könige diese Länder auf und setzten ihnen danach 27 Mut machende Begriffe wie Rücksicht, Toleranz, Freiheit, Gerechtigkeit und Versöhnung entgegen. „Nur wenn wir alle daran arbeiten, dass all diese Dinge weltweit möglich sind, können wir die Welt verändern und Frieden schaffen“, machten die Passauer Sternsinger deutlich und formulierten anschließend ihre Bitte an den Bundespräsidenten: „Wir bitten sie, dass sie sich gemeinsam mit vielen anderen dafür einsetzen, dass es immer weniger Länder gibt, in denen Krieg und Gewalt herrschen. Dass immer mehr Kinder in Frieden leben können.“

 

 

 

„Ehrenamtliches Engagement ist Baustein für friedliches Zusammenleben“ „Im Rahmen der Aktion Dreikönigssingen machen die Sternsingerinnen und Sternsinger in diesem Jahr auf das Thema ‚Frieden‘ aufmerksam – ein Thema, was angesichts der vielen Krisen in der Welt nicht oft genug im Mittelpunkt stehen kann und gerade für Kinder und Jugendliche besonders wichtig ist“, sagte Katharina Norpoth, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), in ihrem Grußwort. „Diese großartige Aktion ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass ehrenamtliches Engagement ein wichtiger Baustein für das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft ist“, so Norpoth, die gemeinsam mit Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, die Sternsinger zum Empfang im Schloss Bellevue begleitet hatte.

 

 

 

Bundespräsident Steinmeier empfing zum dritten Mal Sternsinger in seinem Amtssitz. Er setzt die Tradition der Empfänge fort, die schon seine Amtsvorgänger Karl Carstens, Roman Herzog, Johannes Rau, Horst Köhler, Christian Wulff und Joachim Gauck gepflegt hatten.

 

 

 

Rund 1,14 Milliarden Euro, mehr als 74.400 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 1,14 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 74.400 Projekte für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 61. Aktion zum Jahresbeginn 2019 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.226 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 50,2 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration.

 

 

 


Red Dot-CEO Professor Dr. Peter Zec mit Bundesverdienstkreuz geehrt

 

(Essen/rd) - Professor Dr. Peter Zec, Initiator und CEO des Red Dot Awards, wurde am 9. August 2019 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für seinen Beitrag zur Designdisziplin durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen. Der Ehrung liegt ein Vorschlag des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, zugrunde. Zec machte das Red Dot-Qualitätssiegel international zu einem Zeichen für ausgezeichnete Designqualität und ermöglicht Designinteressierten den Zugang zu dieser. Am 19. Dezember 2019 hat er in feierlicher Runde die Auszeichnung von Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen erhalten.

Feierliche Übergabe im Essener Rathaus
Im Rahmen der Feierstunde im Essener Rathaus dankte Thomas Kufen dem Designexperten für sein jahrzehntelanges Engagement im Bereich der Designkultur. Peter Zec nahm die Auszeichnung im Kreise seiner Weggefährten aus beruflichem und privatem Umfeld entgegen. Für ihn hat die Auszeichnung insbesondere in Hinblick auf seine Herkunft eine besondere Bedeutung: „Auch wenn ich in Deutschland geboren wurde, liegt ein Teil meiner Wurzeln woanders, da mein Vater Bosnier ist und meine Mutter Deutsche. Mich erfüllt es deshalb mit großem Stolz, für die Bundesrepublik Deutschland mit dieser Auszeichnung geehrt zu werden. Red Dot wäre ohne meine langjährigen Wegbegleiter nicht dort, wo er heute ist. Dafür danke ich ihnen ganz herzlich.“ Der Verdienstorden wird als Dank und Auszeichnung um das Gemeinwohl verliehen. Dabei kann es sich um Leistungen im politischen, wirtschaftlich-sozialen und geistigen Bereich handeln sowie um alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland.

Etablierung des renommiertesten Designwettbewerbs weltweit
Mit der Etablierung des Red Dot Awards gelang es Peter Zec, aus einer Auszeichnung für gutes Design eine internationale Marke zu entwickeln. Bei dem internationalen Designwettbewerb, der die Bereiche Produkt-, Kommunikations- und Markendesign sowie Prototypen umfasst, werden jährlich herausragende Gestaltungen ausgewählt und mit dem Red Dot prämiert. Mit dem Red Dot Design Museum auf Zollverein etablierte Zec auch die Stadt Essen als international anerkannten Designstandort. Aus dem Design Zentrum Nordrhein Westfalen machte er eine der weltweit wichtigsten und profiliertesten Design-Institutionen. Neben seiner Tätigkeit als geschäftsführender Vorstand von Red Dot ist Peter Zec auch als Autor und Herausgeber tätig sowie ein weltweit gefragter Design-Berater und Redner.

Verdienste über den Red Dot hinaus
Nicht nur mit dem Red Dot Award prägt er aktiv die Designwelt – Peter Zec hat sich darüber hinaus von 1999 bis 2005 ehrenamtlich als Vorstandsmitglied des internationalen Dachverbands der Industriedesigner ICSID (International Council of Societies of Industrial Design) engagiert. 2005 wurde er für zwei Jahre als erster Deutscher zum Präsidenten gewählt und initiierte das Programm „World Design Capital“.

Ab Oktober 2006 war er für ein Jahr Vorsitzender der internationalen Designallianz (IDA) und bekleidete damit zusammen mit der Position des Vorstandsmitgliedes des ICSID die beiden höchsten offiziellen Ämter der Designgemeinschaft weltweit. Seit 2007 ist er als ehemaliger ICSID Präsident Senator auf Lebenszeit und wird in allen wichtigen Belangen, die den Verband betreffen, hinzugezogen.


 


Badischer Holocaust-Überlebender Kurt Salomon Maier erhält Bundesverdienstkreuz

„Aufrecht gegen Rassismus und für die Menschenwürde“

 

(Karlsruhe/Washington/ekiba) - Der Deutsch-Amerikaner Dr. Kurt Salomon Maier, der als Kind den Holocaust überlebt hat, ist am 16. Dezember 2019 in der Deutschen Botschaft in Washington, D.C. mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Der 89-Jährige erhält die Auszeichnung unter anderem für sein Engagement für das Holocaust-Gedenken in Deutschland, den USA und Israel sowie für seine Unterstützung des Mahnmalprojekts Neckarzimmern der beiden großen Kirchen in Baden.

 

„Die Evangelische Landeskirche in Baden gratuliert Kurt Salomon Maier sehr herzlich zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes“, so Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. Mit seiner klaren und freundlichen Art habe er vielen Tausend Menschen in badischen Schulen und Gemeinden geholfen, sich den Schrecken des Holocaust zu stellen, insbesondere auch den Transporten aus Baden nach Gurs. Maier strahle eine Lebenskraft und -freude aus, die gerade junge Menschen fasziniere und Türen in ein neues Miteinander zwischen jüdischen und christlichen Menschen öffne. „Wir sind sehr dankbar für alles, was durch Kurt Maier an Umkehr und Versöhnung möglich geworden ist. Er hat uns dazu ermutigt, aufrecht und frei gegen Rassismus und für die Menschenwürde einzutreten“, würdigte der Landesbischof das Wirken Maiers.

 

Maier kam am 4. Mai 1930 im badischen Kippenheim als Kind jüdischer Eltern zur Welt. Am 22. Oktober 1940 wurde die Familie – wie noch rund 6.500 weitere badische Jüdinnen und Juden – ins französische Internierungslager Gurs deportiert. Dank der Bürgschaft amerikanischer Verwandter entgingen die Maiers dem Vernichtungslager Auschwitz und konnten in die USA emigrieren.  

 

Der promovierte Literaturwissenschaftler arbeitet als Bibliothekar in der Kongressbibliothek in Washington. Seit über 25 Jahren reist Kurt Salomon Maier regelmäßig nach Deutschland, um in Vorträgen, Gesprächsrunden, vor Schulklassen und in Kirchengemeinden über sein Leben zu berichten. Für das Gedenkjahr 2020 – wenn sich die Deportation der badischen Jüdinnen und Juden nach Gurs zum 80. Mal jährt – plant Maier im Herbst eine mehrwöchige Vortragsreise durch Baden.
Seine Kindheitserinnerung und die Erinnerungen an die Deportation wurden 2018 in einer zweiten, erweiterten Auflage von der badischen Landeskirche als Buch herausgegeben.


Sacharow-Preis für Ilham Tohti

 

  • GfbV begrüßt das Zeichen, das die EU mit dem Preis an Tohti setzt
  • Die Menschen in Xinjiang bräuchten aber mehr als Symbole
  • In der morgigen Diskussion über die Lage in Xinjiang müssten daher auch Sanktionen auf den Tisch

 

(Göttingen/gfbv) - Am morgigen Mittwoch wird in Straßburg der Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europaparlamentes vergeben. In diesem Jahr ehrt das Parlament den uigurischen Menschenrechtler Ilham Tohti. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt das Zeichen, das die EU damit gegen die Unterdrückung muslimischer Volksgruppen im Westen Chinas setzt. „Die Menschen in Xinjiang brauchen aber mehr als Symbole“, erklärt GfbV-Direktor Ulrich Delius. „Wenn Europa seine vielbeschworenen Werte ernstnimmt, ist jetzt die Zeit für echte Sanktionen.“  

 

Drei führende Politiker der Kommunistischen Partei seien maßgeblich für das perfide System der Masseninternierung verantwortlich: Xinjiangs Parteisekretär Chen Quanguo, der frühere Sicherheitschef der Region Zhu Hailun sowie sein Nachfolger Wang Junzheng. „Wenn das EU-Parlament morgen im Anschluss an die Preisverleihung über die Lage in Xinjiang diskutiert, müssen für diese Politiker Sanktionen auf den Tisch“, fordert Delius. „Wer für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in diesem Ausmaß verantwortlich ist, sollte nicht nach Europa einreisen und hier auch kein Kapital halten dürfen.“

 

Chen Quanguo war vor seiner Versetzung nach Xinjiang Parteisekretär in Tibet und für die Unterdrückung der dortigen Buddhisten zuständig. Sicherheitschef Zhu Hailun hat das Lagersystem und die Massenüberwachung in der gesamten Region aufgebaut, sein Nachfolger Wang Junzheng ist zurzeit dafür zuständig. Ihre Rolle in der Verschleppung und Internierung von über einer Millionen Uiguren, Kasachen und Kirgisen muslimischen Glaubens ist seit längerem bekannt. Ihre Unterschriften finden sich auch immer wieder auf Dokumenten der kürzlich veröffentlichten China Cables.

 

Der 50-jährige Wirtschaftsprofessor Ilham Tohti gilt als Brückenbauer zwischen Uiguren und der Mehrheitsbevölkerung der Han. „Mit dem Sacharow-Preis wird das friedliche Engagement einer Persönlichkeit gewürdigt, die trotz aller Einschüchterungen und Bedrohungen durch die chinesische Staatssicherheit ihr Lebenswerk der Verständigung fortgeführt hat“, so Delius. Tohti wurde 2014 zu lebenslanger Haft verurteilt. In Straßburg wird seine Tochter Jewher Ilham den Preis stellvertretend entgegennehmen. 

 

Die GfbV hatte sich seit zwei Jahren für die Nominierung Tohtis als Sacharow-Preisträger im Europaparlament eingesetzt. Vor zwei Jahren hatte sie ihn für den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar vorgeschlagen, den er 2017 bekam. Chinas Regierung reagierte damals mit wütenden Protesten und Sanktionen gegen Wissenschaftseinrichtungen in Weimar.

 


Zum Rüstungsexportbericht der GKKE

 

Rüstungsexporte * GKKE * Jemen * zivile Konfliktbearbeitung

 

(Berlin/bfw) - Brot für die Welt beobachtet mit Sorge den seit Jahren kontinuierlichen Anstieg im internationalen Waffenhandel. Als einer der fünf größten Rüstungsexporteure der Welt nach den USA, Russland, Frankreich und noch vor China ist Deutschland für diesen Trend mitverantwortlich. Seit Jahren genehmigt die Bundesregierung eine Vielzahl an Rüstungsexporten in Regionen wie den Nahen und Mittleren Osten, obwohl dort Gewaltkonflikte und Aufrüstungsspiralen zu beobachten sind, und trägt damit zu einer Verschärfung von Konflikten bei.

 

Traurigstes Beispiel einer fragwürdigen deutschen Rüstungsexportpraxis ist dabei der Krieg im Jemen. In dem Land im Süden der Arabischen Halbinsel spielt sich die weltweit größte humanitäre Katastrophe ab. Mehr als 24 Millionen Menschen – etwa 80 Prozent der Bevölkerung - sind auf Hilfe angewiesen. Seit über vier Jahren herrscht Krieg im Jemen. Und doch finden sich Länder der Jemen-Kriegskoalition wie Ägypten oder die Vereinigten Arabische Emirate sowohl 2018 als auch 2019 unter den Empfängern deutscher Rüstungsexporte. „Mehr Waffen führen nicht zu mehr Frieden, warnt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. Deutschland sollte dem Koalitionsvertrag entsprechend Champion in ‚Diplomatie, Dialog und Kooperation sowie Entwicklungszusammenarbeit‘ werden und Exportweltmeister für Konfliktursachenbekämpfung und zivile Konfliktbearbeitung." Brot für die Welt kritisiert vor allem die anhaltend hohen deutschen Genehmigungswerte für Rüstungsexporte in sogenannte Drittstaaten – damit sind Staaten außerhalb der EU und NATO gemeint. 2018 wurden von der Bundesregierung 53 Prozent der Einzelausfuhrgenehmigungen im Umfang von 2,5 Milliarden Euro an Drittstaaten erteilt. Was laut den eigenen Grundsätzen der Bundesregierung die Ausnahme bleiben sollte, ist seit Jahren zur traurigen Realität und Regel deutscher Rüstungsexportpraxis geworden. „Algerien, Indonesien oder Konfliktparteien wie Indien und Pakistan werden trotz ihrer prekären Menschenrechtslage und gewaltsam ausgetragenen Konflikten weiter beliefert“, beklagt Füllkrug-Weitzel.

 

Im Sommer 2019 hat die Bundesregierung überarbeitete Grundsätze für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern vorgestellt, die eine Verschärfung der bestehenden Praxis bringen sollten. Nach den neuesten vorliegenden Zahlen könnte das Jahr 2019 jedoch den Höchstwert an Rüstungsexportgenehmigungen aus dem Jahre 2017 sogar noch übertreffen. Diese Diskrepanz zwischen Rhetorik und tatsächlichen Genehmigungen zeigt deutlich, dass Deutschland von einer restriktiven und den Menschenrechten verpflichteten Rüstungsexportpolitik weit entfernt ist. Füllkrug-Weitzel: „Leere Worthülsen in Berlin, deutsche Patronenhülsen in vielen Krisengebieten. Es ist an der Zeit, dass Deutschland ein restriktives Rüstungsexportkontrollgesetz verabschiedet, das Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete endlich unterbindet.“ 


Beschluss der Kirchenleitung:

Nordkirche tritt dem Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ bei

 

(Schwerin/std) - Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) tritt dem von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam mit anderen Partnern der Zivilgesellschaft ins Leben gerufenen Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ bei. Einen entsprechenden Beschluss hat die Kirchenleitung der Nordkirche am Wochenende gefasst und anschließend die Pröpstinnen und Pröpste der 13 Kirchenkreise sowie die leitenden Pastorinnen und Pastoren der sieben Hauptbereiche darüber informiert.

 

In dem Beschluss heißt es unter anderem: „Die Kirchenleitung begrüßt die Gründung des Aktionsbündnisses ‚United4Rescue – Gemeinsam Retten‘ und beschließt den Beitritt der Nordkirche zu diesem Bündnis. Die Kirchenleitung schließt sich dem Aufruf der EKD an, dieses Projekt mit Spenden und Kollekten zu unterstützen.“ Kirchensteuermittel sollen für Anschaffung und Betrieb des Schiffes nicht verwendet werden.

 

 

 

Weiter beschloss die Kirchenleitung in diesem Zusammenhang: „Die Nordkirche bittet den Rat der EKD, mit der Bundesregierung rechtzeitig zu klären, wie mit den vom Schiff aus Seenot geretteten Menschen umgegangen wird, sich für eine angemessene Form staatlicher Seenotrettung und für eine auf europäischer Ebene abgestimmte, humane Flüchtlingspolitik und weiterhin für die Bekämpfung von Fluchtursachen einzusetzen.“

 

Landesbischöfin: Entsendung des Schiffes ist exemplarisches Handeln

 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, die zugleich Vorsitzende der Kirchenleitung ist, hebt anlässlich des Beschlusses hervor: „Ein Schiff zu schicken, kann nicht sämtliche Fragen und Probleme der Flüchtlings- und Asylpolitik in unserem Land und in Europa lösen. Auch wird das Schiff nicht alle Menschen retten können, die den Weg über lebensgefährliche Fluchtrouten als einzige Lösung für sich und ihre Familien ansehen, um Krieg, Verfolgung und existentieller Not zu entkommen. Aber es ist ein Akt exemplarischen Handelns dafür, was es heißen kann, wenn man Augen, Ohren und Hände nicht vor der Not der Menschen auf dieser Welt verschließt. Zugleich wollen wir mit dem Beitritt zum Bündnis ‚United4Rescue‘ mit dazu beitragen, Not nicht nur individuell zu lindern, sondern ihr auch mit politischen Mitteln entgegenzutreten.“

 

Die Landesbischöfin bittet im Namen der Kirchenleitung Verantwortliche der Nordkirche, dem Bündnis „eine noch breitere Basis zu verschaffen“ und es in angemessener Weise zu unterstützen.

 

Am 3. Dezember hatte sich in Hamburg das Aktionsbündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten” konstituiert. Es unterstützt nach eigenen Angaben die zivilen Seenotrettungsorganisationen, „die im Mittelmeer dem Ertrinken von Menschen auf der Flucht nicht tatenlos zusehen, sondern da humanitär handeln und Menschenleben retten, wo staatliche Seenotrettung fehlt“. So fordert das Bündnis beispielsweise die Verantwortlichen in der europäischen Staatengemeinschaft auf, das Recht auf Seenotrettung zu respektieren und wieder umzusetzen. Es wendet sich gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung und fordert faire Asylverfahren für Menschen, die nach Europa fliehen. Ein erstes Projekt des Bündnisses sieht vor, im kommenden Jahr ein Seenotrettungsschiff ins Mittelmeer zu entsenden.

 

Eine beim Deutschen Evangelischen Kirchentag im Juni verabschiedete Resolution hatte die EKD und ihre Gliedkirchen aufgefordert, ein Seenotrettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken. Nach gründlichen Beratungen hatten Rat und Synode der EKD Anfang November beschlossen, sich dieser Aufgabe im Rahmen eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses zu stellen. Ihm werden Kirchen und Vereine, Hilfsorganisationen und Firmen, Kulturträger und politische Initiativen angehören. Die EKD hat zur Organisation einen freien Trägerverein auf den Weg gebracht.

 

 

 

Weitere Informationen: www.united4rescue.com

 

 

 


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt Friedensbringer aus dem Bistum Passau

40 Sternsinger besuchen Schloss Bellevue

 

(Aachen/Düsseldorf/kmw) - Pünktlich zum Dreikönigsfest am Montag, 6. Januar, besuchen die Sternsinger Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender in Berlin. Um 11 Uhr werden die Mädchen und Jungen ihren Segen an das große Portal von Schloss Bellevue schreiben. 40 Sternsinger aus dem Bistum Passau vertreten dabei alle kleinen und großen Könige, die rund um den Jahreswechsel Spenden für benachteiligte Kinder in aller Welt sammeln. Die 18 Mädchen und 22 Jungen kommen aus der Pfarrei Rinchnach, dem Pfarrverband Simbach am Inn und dem Pfarrverband Kirchberg im Wald.

 

 

 

Bundespräsident Steinmeier empfängt zum dritten Mal Sternsinger in seinem Amtssitz. Er setzt die Tradition der Empfänge fort, die schon seine Amtsvorgänger Karl Carstens, Roman Herzog, Johannes Rau, Horst Köhler, Christian Wulff und Joachim Gauck gepflegt hatten. In Altötting (Bistum Passau) hatten Ende 2018 mehr als 2.600 Sternsinger die vergangene, 61. Aktion Dreikönigssingen bundesweit eröffnet. Von dem bunten Aktionsauftakt und ihrem Engagement für Kinder in aller Welt werden die Mädchen und Jungen am Dreikönigstag auch dem Bundespräsidenten berichten. Passend zum Aktionsthema „Frieden“ bringen die Sternsinger zudem ihre Botschaft vom Frieden mit nach Berlin.

 

 

 

Rund 1,14 Milliarden Euro, mehr als 74.400 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 1,14 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 74.400 Projekte für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 61. Aktion zum Jahresbeginn 2019 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.226 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 50,2 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration.

 

 

 


Menschenrechtskonferenz in Weimar

Gegen Sklaverei und Sexterrorismus

 

Foto (Jörg Nowak / missio): Vier missio-Projektpartner wurden in den vergangenen Jahren mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet (v.l.n.r.):Father Justin Nkunzi, DR Kongo, stellvertretend für Erzbischof Maroy, Gewinner des Weimarer Menschenrechtspreises 2012:

Schwester Lorena Jenal, Papua Neuguinea, Gewinnerin des Weimarer Menschenrechtspreises 2018

Gundula Gause, Schirmherrin des Weimarer Menschenrechtspreises und langjährige Unterstützerin von missio in Aachen

Stella Matutina, Philippinen / Deutschland, Gewinnerin des Weimarer Menschenrechtspreises 2015

Pater Shay Cullen, Philippinen, Gewinner des Weimarer Menschenrechtspreises 2000

 

(Weimar/missio) - Zu einem verstärkten Kampf für Menschenrechte und gegen „Sexterrorismus, moderne Sklaverei und Menschenhandel“ hat Pater Shay Cullen aufgerufen, Projektpartner des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen. Sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel seien ein Milliardengeschäft der organisierten Kriminalität, der besonders Frauen und minderjährige Mädchen zum Opfer fielen. „Sklaverei im 21. Jahrhundert“ lautete einer der thematischen Schwerpunkte der Konferenz, die zwischen dem 9. und 11. Dezember anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Weimarer Menschenrechtspreises stattfand, an der auch missio Aachen beteiligt war.

 

Der Direktor des PREDA-Kinderschutz-Zentrums, Pater Shay Cullen, benutzte in seiner Rede bewusst den Begriff „Sexterrorismus“ anstatt des verharmlosenden Wortes „Sextourismus“. Seit vielen Jahren betreut er Opfer sexueller Gewalt, darunter Mädchen, die auch von deutschen Tätern missbraucht wurden. Ein dreijähriges Mädchen sei das jüngste Opfer gewesen, das in dem von missio geförderten Kinderschutz-Zentrum aufgenommen wurde.

 

Neun Experten und Preisträger des Weimarer Menschenrechtspreises kamen bei der Konferenz zu Wort und machten in ihren Reden Parallelen zwischen den Situationen in den jeweiligen Ländern deutlich. Moderne Sklaverei sei in zahlreichen Staaten zu beobachten, wie die Vertreter aus Mauretanien, der Demokratischen Republik Kongo und den Philippinen berichteten.

 

Auf sexuelle Gewalt im Zusammenhang mit Hexenverfolgung in Papua Neuguinea wies missio-Projektpartnerin Schwester Lorena Jenal hin. Zu dieser bislang weiterestgehend unbekannten Form von Menschenrechtsverletzungen ist aktuell in Weimar eine Fotoausstellung zu sehen, die im kommenden Jahr in weiteren deutschen Städten zu sehen sein wird (www.missio-hilft.de/hexen).

 

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Ihsan Fagiri aus dem Sudan und Leila Fakhouri aus der Westsahara mit dem Weimarer Menschenrechtspreis 2019 ausgezeichnet.

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2018 stellt missio Aachen rund 46,5 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.192 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 

 

 


EU-Vizepräsident Rainer Wieland empfängt Friedensbringer aus sechs Nationen in Brüssel

Sternsinger tragen Friedensbotschaften ins Europaparlament

 

(Aachen/Düsseldorf/kmw) - 23 Sternsinger aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien und Belgien werden am Mittwoch, 8. Januar, im Europaparlament erwartet. Zu Gast sind die Mädchen und Jungen in Brüssel bei EU-Vizepräsident Rainer Wieland. Der Empfang im Parlamentsgebäude beginnt um 14.00 Uhr. Im Vorfeld besuchen die Sternsinger um 9.45 Uhr das Büro der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft).

 

Die deutschen Sternsinger werden von Leon (14), Sebastian (13), Enie Charlotte (10) und Janina (12) aus der Pfarreiengemeinschaft Gerolsteiner Land (Bistum Trier) vertreten. Bereits zum zwölften Mal seit 2008 tragen die Königinnen und Könige ihren Segen in das Europaparlament, Rainer Wieland ist zum fünften Mal Gastgeber. Passend zum deutschen Aktionsthema „Frieden“ werden die 13 Mädchen und zehn Jungen im Alter von zehn bis 16 Jahren buntgestaltete Friedensbotschaften mit nach Brüssel nehmen.

 

Rund 1,14 Milliarden Euro, mehr als 74.400 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 1,14 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 74.400 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 61. Aktion zum Jahresbeginn 2019 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.226 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 50,2 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.


„Ihr Kinderlein, kommet" - Crivitz streitet für die Geburtsstation


 

(Crivitz/fme/cme) - Von Jung bis Alt und aus allen Bereichen der Gemeinde streitet ganz Crivitz für den Erhalt der Geburtenstation in der Stadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim. „Der Wunsch ist mindestens ein Jahr Aufschub um gemeinsam an einen Tisch zu kommen und an einer guten nachhaltigen Lösung zu arbeiten", sagt Pastorin Friederike Baur-Meyer. Die Geburtenstation mit ihren jährlichen zwischen 300 und 400 Geburten sei „das Wahrzeichen für Crivitz". Die Einrichtung, habe seit Jahrzehnten einen sehr guten Ruf. Auch von anderswo kämen werdende Mütter gern nach Crivitz um ihr Kind hier zu gebären.

 

Nach der angekündigten Schließung steht Crivitz auf: „Jeden Abend wird um 18.30 Uhr Mahnwache am Crivitzer Krankenhaus gehalten und das Lied ,Ihr Kinderlein, kommet' gesungen", berichtet die evangelische Theologin Alle seinen beisammen, wachsen zusammen, streiten dafür, dass „die Voraussetzung für natürliche Geburten auch weiterhin im ländlichen Raum gegeben ist, ohne durch weite Fahrtstrecken eventuelle Komplikationen in Kauf nehmen zu müssen".

 

An den Crivitzer Häusern hängen Girlanden von Babyklamotten zum Zeichen der Verbundenheit mit der Geburtenstation Crivitz. An diesem Donnerstag (12. Dezember) ist eine Großdemo in Crivitz um 16 Uhr für den Erhalt der Geburtenstation und Gynäkologie in der Kleinstadt geplant. Parallel werden seit Tagen Unterschriften für den Erhalt der Geburtenstation gesammelt. Über eine grundsätzliche Onlinepetition werde nachgedacht. Pastorin Meyer: „Als Symbol tragen alle, die für den Erhalt stehen, das Zeichen eines Herzens mit der Aufschrift: ,Ein Herz für unsere Geburtenstation in Crivitz'."

 


Nachruf auf Harald Möller

Foto: Ralf Marten
Foto: Ralf Marten


 

(Dresden/na) - Am vergangenen Mittwoch, den 4.12.2019, verstarb Harald Möller, der langjährige Vorsitzende des Bautzen-Komitees, im Alter von 91 Jahren. Harald Möller setzte sich die letzten 60 Jahre dafür ein, an SED-Unrecht zu erinnern, „aus Dankbarkeit gegenüber Altbundeskanzler Adenauer, der 1955 u. a. die Senkung der Strafmaße für politische Häftlinge in der DDR erwirkt hatte.“ Harald Möller war einer von ihnen. Die Sowjets hatten den gebürtigen Thüringer 1948 wegen angeblicher Spionage zu zweimal 25 Jahre Haft verurteilt. Es hatte gereicht, dass der Jugendliche, der unmittelbar an der Zonengrenze lebte, Freunde im Westen besuchte, dorthin zum Tanz ging, Zeitungen mit in den Osten brachte und Briefe zu Verwandten mit in den Westen nahm.

 

Harald Möller kam ins „Gelbe Elend“ nach Bautzen, wo er unter unvorstellbaren Bedingungen dahinvegetierte und dem Tod von der Schippe sprang. An offener Tbc erkrankt, lag er in einer Baracke der Totgeweihten, sich selbst überlassen, weil die Russen Angst hatten sich anzustecken. Dort erlebte er auch den Hungerstreik und den Häftlingsaufstand im März 1950. Es war die Solidarität, die ihn überleben ließ, die Ärzte unter den Gefangenen, die mit primitivsten Mitteln halfen. Nach acht Jahren kam die Entlassung, doch auch der Neuanfang in Westdeutschland war steinig. Wegen der Haftjahre wurde er nicht zum Studium zugelassen, die Verwaltungen halfen mäßig. Schließlich schaffte er den Besuch einer Höheren Handelsschule und schlug eine Beamtenlaufbahn ein. Oft waren es alte Haftbekanntschaften, die ihm halfen, Fuß zu fassen. Auch deshalb war es ihm wichtig, gerade in der alten Bundesrepublik an das erlittene Unrecht zu erinnern und eine öffentliche Würdigung der Opfer anzumahnen.

 

Den Mauerfall empfand er als Geschenk der Geschichte, das ihm ermöglichte, in seine Heimat und an den Ort seines Leids zurückzukehren. Harald Möller engagierte sich für die Gedenkstätte Bautzen und für die Gedenkkapelle auf dem Karnickelberg. Lange Jahre war er Vorsitzender des Bautzen-Komitees, seit 2016 sein Ehrenvorsitzender. Er vertrat die Belange der Opfer immer aufrichtig und würdig, egal ob in der Gremienarbeit oder bei öffentlichen Auftritten. Viele schätzten seinen klaren Blick und seine freundlich kommunikative Art. Harald Möller fand immer die richtigen Worte - das Unrecht klar benennend, aber nie in Verbitterung und Hass endend. Wichtig war ihm, die „ahnungslose Jugend“ aufzuklären und die nachwachsenden Generationen an das Unrecht zu erinnern, um ihnen „solche schrecklichen Zeiten einer unmenschlichen Diktatur“ zu ersparen. Mit über 80 Jahren betreute er noch eine Facharbeit einer Schülerin und stand bis zuletzt als Zeitzeuge zur Verfügung. Aber auch der Kontakt zu ehemaligen Haftkameraden lag ihm am Herzen. Er spendete den Entmutigten Trost, gab Tipps und hatte immer ein offenes Ohr.

 

Mit Harald Möller geht ein Grandseigneur der alten Kameraden. Die kritische DDR-Aufarbeitung verliert eine wichtige Stimme. Harald Möller war Wegbereiter, Mahner und Mitstreiter, der Bedeutendes geleistet hat. Er wird uns fehlen.

 

 

 


Verdienstkreuz-Ehrung von Dirk Nowitzki ist Auftakt für Bildungsportal "41Campus"

 

(Berlin/dns) - Unter dem Motto "Engagement bildet" hat der Bundespräsident Frank Walter Steinmeier heute Dirk Nowitzki für sein soziales Engagement dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

 

Dirk Nowitzki: "Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ist eine große Ehre für mich. Der Sport hat mein Leben geprägt: Die Begegnungen mit den Menschen, die Erfahrungen von Erfolg und Misserfolg, Teamerlebnis und soziale Fähigkeiten, Zuversicht und Selbstvertrauen. Meine Stiftung soll dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche entdecken, was in ihnen steckt, und lernen, das Beste aus ihren Möglichkeiten zu machen. Im Sport und im Leben."

 

Die Ehrung ist gleichzeitig Auftakt für das erste von der Dirk Nowitzki-Stiftung initiierte Bildungsportal "41Campus". Das TeamMentoring Programm richtet sich an junge Erwachsene, die im Sport in pädagogischer Verantwortung mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Das Ziel des Programms ist es, Trainer und Trainerinnen in ihrer Mentoren Rolle zu stärken, um Kinder und Jugendliche in ihrer

 

ganzheitlichen Entwicklung zu unterstützen.

 

 

 

"Empower young people in Sports"

 

Am 6.12. findet in Düsseldorf der Abschluss des ersten Ausbildungsprogramms des 41Campus statt. 19 Absolventen im Alter von 18-27 Jahren haben erfolgreich an der Ausbildung zum "41Game Changer"teilgenommen. Der nächste Ausbildungszyklus beginnt im März 2020.

 

 

 

Weitere Informationen zur Ausbildung finden Sie unter 41campus.com

 

 

 


Ehrenamtsnachweis bei Festakt für Führungsaufgaben im Frauenbund überreicht

Ministerin Schreyer ehrt Birgit Kainz für Engagement im Ehrenamt

Ministerin Kerstin Schreyer überreichte den Ehrenamtsnachweis an Birgit Kainz; Brigitte Meier von der Freien Wohlfahrtspflege gratulierte zur Auszeichnung (v.l.n.r.). Foto: Freie Wohlfahrtspflege Bayern
Ministerin Kerstin Schreyer überreichte den Ehrenamtsnachweis an Birgit Kainz; Brigitte Meier von der Freien Wohlfahrtspflege gratulierte zur Auszeichnung (v.l.n.r.). Foto: Freie Wohlfahrtspflege Bayern

 

(München/kdfb) – Birgit Kainz, die stellvertretende Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern (KDFB), hat gestern, Montag, den Ehrenamtsnachweis Bayern erhalten. Die Urkunde wurde ihr von Staatsministerin Kerstin Schreyer im Rahmen eines Festaktes in München überreicht.

 

„Ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und Führungsaufgaben im Verband zu leisten, zeichnet Kainz besonders aus“, so Emilia Müller, die Vorsitzendes des KDFB Landesverbandes. Sie betont: „Nur weil Frauen bereit sind, dieses anspruchsvolle Aufgabenprofil auch im Ehrenamt zu übernehmen, kann ein so großer Verband wie der KDFB seit mehr als 100 Jahren seinen gesellschaftlichen Auftrag in Gesellschaft, Kirche sowie als Lobbyverband für Frauen erfüllen.“

 

„Birgit Kainz ist seit 21 Jahren in unterschiedlichen Funktionen im KDFB aktiv. Die Betriebswirtin hat sich zur Aufgabe gemacht, im KDFB auf allen Ebenen im Vorstand mitzuarbeiten“, so Ministerin Schreyer. Neben ihrer Funktion als stellvertretende Vorsitzende im KDFB Landesverband ist sie auch stellvertretende Vorsitzende im Bildungswerk des KDFB-Landesverbandes und im Diözesanverband Regensburg, außerdem Schatzmeisterin im Zweigverein Oberpiebing.

 

Ehrenamtlich engagierte Menschen bringen sich ja meist nicht nur an einer Stelle ein. Sie gestalten die Gesellschaft an unterschiedlichsten Orten und in verschiedensten Aufgaben mit. So auch die 56jährige Birgit Kainz aus Salching. Seit 1998 erstreckt sich ihr Engagement auf diverse Bereiche: Beispielsweise war sie neben ihrem Engagement im KDFB bei mittlerweile drei Gründungsfesten der Freiwilligen Feuerwehr Oberpiebing Fahnenmutter. Zudem engagierte sie sich in unterschiedlichen anderen Funktionen in Vereinen in ihrem Ort.

 

Der KDFB hat 165.000 Mitglieder. Er ist in acht Diözesanverbänden und 1.500 Zweigvereinen organisiert. Alle Führungsaufgaben im größten Frauenverband Bayerns werden ehrenamtlich geleistet.

 

 
 

 

Hintergrund:

 

Der Ehrenamtsnachweis bringt jungen Menschen oder Wiedereinsteiger/-innen berufliche Vorteile. Der von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft anerkannten Urkunde liegt ein Nachweis über die Tätigkeit im Engagement bei. Daraus kann jeder Arbeitgeber erkennen, welche Fähigkeiten und Talente eine Bewerberin im Engagement eingebracht und erworben hat. Der Ehrenamtsnachweis zeigt Wirkung auf drei Ebenen: er würdigt das Engagement einzelner Personen. Er ist Instrument der Anerkennungskultur von Einrichtungen und letztendlich wirkt er gesellschaftlich. Seit 2009 erhalten Freiwillige den Ehrenamtsnachweis Bayern. Er wurde auf Initiative des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern von den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege Bayern mit Unterstützung des Bayerischen Sozialministeriums geschaffen.

 


Ehrenamtliches Engagement – unverzichtbar für Gesellschaft, Kirche, Welt

(Köln/kdfb) – Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes (5. Dezember) erinnert der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) daran, dass soziales, gesellschaftliches und kirchliches Leben wesentlich durch das vielfältige Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher lebt. Ihnen gebührt Dank, Respekt,Anerkennung und eine verlässliche staatliche Unterstützung.

 

„Verbände und Vereine leisten einen Großteil für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Sie engagieren sich freiwillig, investieren viel Zeit und Idealismus, weil ihnen soziale Gerechtigkeit, gutes Miteinander in der Bevölkerung, eine intakte Umwelt, Kultur, Frieden und Gerechtigkeit oder die kommunale Mitgestaltung wichtig sind. Dieses unverzichtbare Engagement stärkt gesellschaftliches Leben und benötigt sichere finanzielle Rahmenbedingungen sowie Anerkennung und Förderung durch die Politik“, stellt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth fest. Daher ist es nach Verbandsmeinung nötig, dass Bildungsangebote im gemeinnützigen Bereich weiterhin von Umsatzsteuer befreit bleiben und zwar unabhängig von der beruflichen Verwertbarkeit.  

 

Viele ehrenamtlich tätige KDFB-Frauen qualifizieren sich für diverse verbandliche Aufgaben durch Weiterbildungen in ihrer Freizeit an Wochenenden, abends oder in mehrtägigen Bildungsveranstaltungen. Die erworbenen und erweiterten Kompetenzen bringen sie in Vorstandstätigkeiten, in die Leitung von Projekten und Bildungsmaßnahmen sowie in die Begleitung von Gruppen und Einzelnen ein, z.B. Mütter mit Kindern, Kranke, Flüchtlinge, Frauen aller Generationen und Kulturen oder in kirchliche Aufgaben ein. „Der Zugang zu lebenslangem Lernen und damit die Teilhabe am sozialen, wirtschaftlichen und politischen Leben muss ohne neue steuerliche Belastungen möglich bleiben“, erklärt Maria Flachsbarth.

 

Sie dankt den ehrenamtlich tätigen Frauenbundfrauen für ihr unermüdliches, verlässliches und profiliertes Engagement. „Ohne Sie würde dem Verband, dem Land und der Kirche etwas Wichtiges fehlen: Vielfalt, Begegnung, Bewegung, Nächstenliebe, Zukunft“, so die Präsidentin. 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit seiner Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Vor der Innenministerkonferenz zum Thema Abschiebestopp

„Syrien ist alles andere als sicher!“

 

Syrien * Innenminister * IMK * Flüchtlinge

 

 

 

(Berlin/dw) Heute startet in Lübeck die Herbstkonferenz der Innenminister. Unter anderem soll auch über die Verlängerung eines Abschiebestopps nach Syrien verhandelt werden. Dazu sagt die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel:

 

 

 

„Die Diakonie Katastrophenhilfe hat durch ihre mehrjährige und andauernde Projektarbeit mit lokalen Partnern in Syrien und häufige Besuche vor Ort sehr genaue Kenntnisse der Lage in den verschiedensten Teilen Syriens. Aufgrund von Augenschein - und nicht aus politischem Eigeninteresse jenseits der Realitäten - können wir uns das Urteil erlauben:

 

 

 

Syrien ist alles andere als sicher! Sicherheit und würdevolle Lebensumstände sind Grundbedingung für eine Rückkehr von Flüchtlingen. Beides ist in keinem Landesteil gewährleistet. Wir sind froh darüber, dass auch das Auswärtige Amt zu diesem Schluss gekommen ist und erwarten, dass sich auch die Innenminister diesem Urteil anschließen. Der Krieg scheint nicht steuerbar und eskaliert immer wieder aufs Neue – aktuell im Nordosten und in Idlib. Menschen werden weiterhin in die Flucht getrieben, woran sich wohl auch in naher Zukunft nichts ändern wird. Daher sollte dieses Thema auch nicht alle sechs Monate auf der Tagesordnung der Innenminister stehen.

 

 

 

Vor einer möglichen Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien sollte außerdem sichergestellt sein, dass die von den UN formulierten Mindestvoraussetzungen erfüllt sind. Bisher ist dies nicht der Fall: Rückkehrer könnten nicht vor Verfolgung geschützt werden und würden weder in körperlicher, noch materieller oder rechtlicher Sicherheit leben. In Syrien existieren aktuell kaum Bildungs- oder Ausbildungschancen und wenig Perspektiven, Arbeit zu finden und ein Einkommen zur erwirtschaften. Das Gesundheitssystem ist am Boden und nicht einmal für Menschen, die innerhalb Syriens in Ruinen oder Zelten leben, gibt es genug intakten Wohnraum. Den Abschiebestopp nach Syrien nicht zu verlängern wäre humanitär absolut nicht zu verantworten!“

 

 

 

Seit 2012 hat die Diakonie Katastrophenhilfe mehr als 76 Millionen Euro für Hilfe in Syrien und den Nachbarstaaten bereitgestellt und damit mehr als eine 1,1 Millionen Menschen erreicht.

 

 

 

 

 

Die im Statement erwähnten Mindestvoraussetzungen der UN für eine sichere Rückkehr nach Syrien finden Sie hier: https://data2.unhcr.org/en/documents/download/63223

 

 

 


Social-Media-Aktion #freiefahrtfuerfreiwillige am „Tag des Ehrenamtes“

BDKJ fordert kostenlosen ÖPNV für Freiwilligendienstleistende

 

(Düsseldorf/bdkj) - Mit der Social-Media-Aktion #freiefahrtfuerfreiwillige unterstreichen am „Tag des Ehrenamtes“ am 5. Dezember junge Menschen und Zentralstellen des FSJ, FÖJ und BFD ihre Forderung nach einem kostenlosen Nahverkehr für Freiwilligendienstleistende.

 

Auch am „Tag des Ehrenamtes“ machen sich hunderttausende Freiwilligendienstleistende mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg zu ihren Einsatzstellen und müssen dafür einen guten Teil ihres Taschengeldes investieren. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) unterstützt die Forderung nach kostenfreien oder kostengünstigen ÖPNV-Tickets für alle Freiwilligen in ihrem jeweiligen Bundesland. „Wir hören nicht auf, uns dafür einzusetzen, dass junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst kostenlos mit Bus und Bahn zu ihren Einsatzorten fahren können“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier. „Statt erneut die Debatte über die Dienstpflicht zu führen, wollen wir die Rahmenbedingungen für Freiwilligendienstleistende verbessern. Dabei ist der kostenlose ÖPNV für diejenigen, die sich tagtäglich für den Zusammenhalt der Gesellschaft einsetzen, eine wichtige Maßnahme."

 

Die Forderung ist nicht neu. Seit 2017 setzen sich die Zentralstellen für den kostenlosen Nahverkehr ein und konnten in einzelnen Bundesländern bereits Erfolge erzielen. In Berlin, Brandenburg, Hessen und Niedersachsen gibt es aktuell spezielle Angebote für Freiwillige, nicht alle erfüllen die Forderung vollständig. In weiteren Bundesländern erhöhen Zentralstellen und Freiwilligendienstleistende durch Petitionen den Druck auf politische Entscheidungsträger*innen.

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.


kfd zur Gründung der Deutschen Engagementstiftung

Ehrenamtliches Engagement von Frauen würdigen und Verbände fördern

(Düsseldorf/kfd) - Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands – Bundesverband e.V. blickt besorgt auf die geplanten Änderungen zur Errichtung einer bundesweiten Stiftung für Engagement und Ehrenamt, die im Rahmen einer öffentlichen Anhörung im Familienausschuss des Deutschen Bundestages am 9. Dezember diskutiert werden. Ziel der Deutschen Engagementstiftung (DES) soll sein, das Ehrenamt in Deutschland zu stärken.

 

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil begrüßt die Einrichtung einer Ehrenamtsstiftung. Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember weist sie auf die Bedeutung ehrenamtlich organisierter Verbände wie der kfd für die Stärkung der Zivilgesellschaft in Deutschland hin. Gerade das ehrenamtliche Engagement von Frauen in Vorständen könne nicht hoch genug anerkannt werden:

„Frauen sind neben der Erwerbsarbeit in vielen Bereichen auch ehrenamtlich tätig. Darüber hinaus leisten sie den Löwenanteil an unbezahlter Pflege- und Sorgearbeit. Sie stärken damit unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie. Ein guter Grund also, das ehrenamtliche Engagement von Frauen zu würdigen.“

Die DES soll dem derzeitigen Entwurf zufolge als zentrale Anlaufstelle mit Serviceangeboten und Informationen zur Entwicklung von Organisationen für bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement beitragen. Besonders fördern soll sie Innovationen im Bereich Digitalisierung und vorhandene Ehrenamtsstrukturen in strukturschwachen Regionen. „Wichtig ist aber, dass eine solche Stiftung auch die vorhandenen bundesweiten Ehrenamtsstrukturen von Verbänden und Vereinen stärkt und keine Parallelstrukturen schafft“, so Heil.

Sie weist in diesem Zusammenhang auf Schwachstellen im Konzept der Stiftung hin. „Gerade für ehrenamtlich getragene Verbände wie die kfd ist es ein Rückschlag, dass das Ehrenamt in der geplanten Struktur der Stiftung weniger Berücksichtigung findet als ursprünglich vorgesehen.“ Der aktuelle Gesetzentwurf sieht im 19-köpfigen Stiftungsrat nur noch neun von Ministerien ernannte Vertreter*innen aus den Bereichen des Bürgerschaftlichen Engagements und Ehrenamtes vor. Ursprünglich war ein 25-köpfiges aus der Zivilgesellschaft besetztes Kuratorium angedacht. 

„Wir erwarten, dass die Verbändelandschaft im Allgemeinen und das Engagement von Frauen im Besonderen stärkere Beachtung finden“, so Heil. „Deshalb wünschen wir uns, dass die Stiftung unsere bundesweiten Weiterbildungsangebote für Ehrenamtliche fördert. Sie muss die ehrenamtlichen Leistungen und die im Ehrenamt erworbenen Qualifikationen unserer engagierten Frauen anerkennen. Das könnte z.B. durch den von uns seit langem geforderten bundeseinheitlichen Engagementnachweis geschehen.“

Dieser Nachweis würde die vorhandenen, teilweise unübersichtlichen Landesnachweise ergänzen und geleistetes Engagement aufwerten. Der Nachweis wäre eine wertvolle Ergänzung im Lebenslauf und für Gehalts- oder Einstellungsgespräche.


Europäische Public Value Konferenz beim MDR in Leipzig: "Leipziger Impuls" soll Debatte über Gemeinwohlbeitrag anstoßen

(Leipzig/mdr) - Der MDR hat mit dem SRF aus der Schweiz, dem ORF aus Österreich, dem ZDF, WDR und Deutschlandradio sowie der Handelshochschule Leipzig am 3. Dezember 2019 den "Leipziger Impuls" auf den Weg gebracht. Darin benennen die Unterzeichnenden sechs Handlungsfelder, in denen "Potenzial zur gemeinwohlorientierten Zukunftsgestaltung öffentlich-rechtlicher Medien" gesehen wird. Gleichzeitig regen sie eine Debatte zum Gemeinwohlbeitrag nach innen und außen an. Der "Leipziger Impuls" wurde im Rahmen einer Europäischen Public Value Konferenz beim MDR in Leipzig vorgestellt.

 

"Wir alle haben gelernt, dass es nicht nur ausreicht, über große Reichweite zu verfügen, sondern die Nähe zu den Menschen ist ebenso wichtig wie der Nachweis des Public Value gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern", so MDR-Intendantin Karola Wille in ihrer Begrüßungsrede mit Blick auf die "No-Billag"-Kampagne im vergangenen Jahr in der Schweiz.

 

"Public Value bedeutet unverändert, dass wir für unsere Gesellschaft von Nutzen sein müssen", betont Wille. Weiter sagte sie: "Wir müssen für die Gesellschaft und für die einzelnen Bürgerinnen und Bürger einen Wert darstellen - demokratische, kulturelle, soziale Bedürfnisse befriedigen." Im Diskurs mit der Gesellschaft müsse dieser gesellschaftliche Nutzen immer wieder selbstkritisch reflektiert und belegt werden. Die MDR-Intendantin verwies darauf, dass es dabei auch um Werte gehe: "Wir stehen für eine demokratische, freiheitliche, tolerante Gesellschaft."

 

Dass öffentlich-rechtliche Medien das klare Mandat für Public Value durch den weiterentwickelten Telemedienauftrag auch im digitalen Zeitalter haben, steht für MDR-Intendantin Karola Wille außer Frage: "Das Bundesverfassungsgericht formuliert klar: Die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sinkt nicht im digitalen Zeitalter, sondern wächst." Und dieser Herausforderung müsse man sich stellen.

 

"Leipziger Impuls" - Gemeinwohl als Auftrag, Chance und Herausforderung

 

Im Rahmen einer Europäischen Public Value Konferenz haben MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille, SRG-Generaldirektor Gilles Marchand, ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz, ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut, WDR-Intendant Tom Buhrow, Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue sowie Prof. Dr. Timo Meynhardt von der Handelshochschule Leipzig den "Leipziger Impuls" auf den Weg gebracht. Darin beschreiben sie sechs Handlungsfelder, "auf denen insbesondere im digitalen Zeitalter die öffentlich-rechtlichen Medien neu denken müssen, wie ein Gemeinwohlbeitrag in diesem Zusammenhang entsteht und geleistet wird, der nachweisbar alle Bürgerinnen und Bürger anspricht".

 

Die Rede ist dabei von "Innovationen für die öffentliche Meinungsbildung generieren", "Qualität sichern und weiterdenken", "Gemeinwohlnetzwerke schaffen", "Verantwortung für Transparenz übernehmen", "Unabhängigkeit durch Einbindung sichern" sowie "Gemeinwohlorientierte Führung vorleben".

 

So gehe es unter anderem darum, neuartige mediale Brücken zu bauen, die den Dialog zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen unterstützen und darum, gemeinwohlorientierte Kommunikationsräume zu entwickeln, beispielsweise durch Vernetzung der Mediatheken und Teilung von Inhalten. Weitere Aufgaben sehen die Initiatoren darin, publizistisches und wirtschaftliches Handeln nachvollziehbar und überprüfbar zu machen, unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und Perspektiven in allen Bereichen und Prozessen einzubinden und die Gemeinwohlorientierung intern noch stärker zum Maßstab guter Führung zu machen.

 

In diesem Zusammenhang regen sie eine Debatte nach innen und außen an und nehmen Gedanken, Anregungen und Impulse gern per E-Mail an  public-value@mdr.de entgegen.

 

Europäische Public Value Konferenz

 

Der Mitteldeutsche Rundfunk richtet derzeit in Kooperation mit der Handelshochschule Leipzig eine Europäische Public Value Konferenz aus. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wird unter anderem der Frage nachgegangen,wie öffentlich-rechtliche Medien in einem sich rasant verändernden Umfeld ihren gesellschaftlich verankerten Aufgaben gerecht werden können? Die zweitägige Konferenz - am 3. und 4. Dezember beim MDR in Leipzig - trägt den Titel: "Herausforderung Public Value in europäischen Medienorganisationen".

 

Alle Vorträge und Panels werden aufgezeichnet und stehen zeitnah unter www.mdr.de zur Verfügung.


Volker Bouffier überreicht Scheck für neues Projekt „Integrierte Seniorenberatung“ und informiert sich über diakonische Sozialberatung in Hanau

Ministerpräsident besucht Diakonisches Werk in Hanau

(Hanau/dw) - Bei seinen vorweihnachtlichen Besuchen in sozialen Einrichtungen hat der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier am Montag Halt bei dem Diakonischen Werk Hanau-Main-Kinzig gemacht. Bouffier schaute sich die Räumlichkeiten im Technologiepark Hanau-Wolfgang an und informierte sich über die Arbeit des an drei Standorten im Main-Kinzig-Kreis tätigen Werks. Die Berater*innen der Diakonie unterstützen Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

 

 

 

Dekan Dr. Martin Lückhoff führte zu Beginn in die Arbeit des Diakonischen Werkes mit rund 40 hauptamtlich Beschäftigten ein. „Sie sind ein wichtiger Ansprechpartner, um denjenigen zu helfen, die nicht mehr wissen, wie es weitergeht. Sie geben Orientierung und können Lösungen aufzeigen. Das ist wichtig, um nach vorne zu schauen“, lobte Bouffier und überreichte einen Scheck in Höhe von 1.500 Euro zur Förderung des Projektes „Integrierte Seniorenberatung“. Dieses läuft 2020 an und zielt darauf ab, die häufig komplexen Problemlagen älterer Menschen ganzheitlich in den Blick zu nehmen. Durch den Verlust des Partners, Einschränkungen der Gesundheit und der Mobilität oder auch durch unfreiwillige Wohnungswechsel wird eine selbständige Lebensführung oft eingeschränkt. Mit dem Projekt soll älteren Menschen in einer aufsuchenden Beratungsform geholfen werden. Diakoniepfarrer Bernd Laukel, der Leiter des Diakonischen Werks Hanau-Mainz-Kinzig, sagte: „Nicht nur die Organisation von Pflege stellt ältere Menschen und ihre Angehörigen vor eine große Herausforderung. Immer mehr ältere Menschen benötigen Hilfe und Unterstützung in der ganz alltäglichen Bewältigung ihres Lebens.“     

 

 

 

Im Anschluss kam Bouffier in kleiner Runde ins Gespräch mit Berater*innen. Dabei zeigte sich der Ministerpräsident als ehemaliger Rechtsanwalt äußerst kundig etwa in den Themen Asylverfahren, Schuldnerberatung und Familienrecht. Abschließend stellte Bouffier fest: „Sozialberatung ist der Spiegel der Gesellschaft.“ An der Gesprächsrunde nahm auch Dr. Harald Clausen, Vorstand der Diakonie Hessen, teil. „Der Austausch zwischen Politik und Sozialarbeit vor Ort bringt die Themen der Menschen nach vorne“, sagte Dr. Clausen. „Unsere Kolleginnen und Kollegen in den Beratungsstellen sind für die Menschen in Not da. Es ist wichtig, dass auch diejenigen, die politische Entscheidungen für uns alle treffen, wissen, wie es den Menschen geht, die ganz unten sind.“

 

 

 

 

 

 

Diakonisches Werk Hanau-Main-Kinzig

 

Das Diakonische Werk Hanau-Main-Kinzig in Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Hanau ist Anlaufstelle für Menschen, die Hilfe und Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen suchen. Menschen in Notlagen erfahren Zuwendung und Begleitung. Konflikte werden angesprochen und als Chance zum Lernen betrachtet. Ratsuchenden werden Wege aufgezeigt und zu eigenem Handeln ermutigt. Die Angebote umfassen ambulante Suchthilfe, psychologische Beratung sowie allgemeine Sozial-, Migrations-, Flüchtlings- und Schuldnerberatung. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ausgebildete Fachkräfte (Sozialarbeiter, Sozialpädagogen oder Diplom-Psychologen). Die Beratungen sind kostenlos und unterliegen der Schweigepflicht. Ratsuchende können unabhängig von ihrer Abstammung, Herkunft oder Nationalität, religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung, des Geschlechts oder des Alters die Beratungen in Anspruch nehmen. Detaillierte Informationen finden Sie unter www.diakonie-hanau-main-kinzig.de.

 

 

 

Diakonie Hessen

 

Die Diakonie Hessen ist 2013 aus der Fusion des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau und des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck hervorgegangen. Sie ist Mitglieder- und Trägerverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Die Diakonie Hessen ist als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden tätig. Als Träger diakonischer Arbeit beschäftigt die Diakonie Hessen in den Landesgeschäftsstellen in Frankfurt und Kassel, im Evangelischen Fröbelseminar in Kassel, in den Evangelischen Freiwilligendiensten sowie in 17 regionalen Diakonischen Werken in Hessen und Nassau 1.698* Mitarbeitende. Dazu kommen 664 Freiwillige, die sich in einem Sozialen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst einbringen. Als Mitgliederverband gehören der Diakonie Hessen zurzeit 446 Rechtsträger an. Dabei handelt es sich um 366 Vereine, Stiftungen und gemeinnützige Gesellschaften sowie die 31 Dekanate der EKHN, 20 Kirchenkreise der EKKW und 29 kirchlichen Zweckverbände. Insgesamt bietet die Diakonie Hessen so etwa 1490 Angebote für die Pflege, Betreuung und Beratung sowie für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Bereichen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, in der Alten- und Krankenhilfe, Behinderten-, Eingliederungs- und Suchthilfe, Migrations- und Flüchtlingsberatung sowie in der Beratung von Menschen in besonderen sozialen Situationen an. Die Diakonie Hessen und ihre Mitglieder beschäftigen zusammen rund 42.000 Mitarbeitende und erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2018 einen Gesamtumsatz von knapp zwei Milliarden Euro.

 

 

 


Frauenverbände fordern professionellen statt wirtschaftlichen Imperativ

So kann Digitalisierung das Gesundheitswesen positiv beeinflussen

 

Helga Weinberger, Inge Gehlert,  Elke Beck-Flachsenberg (vorne von links nach rechts), Lieselotte Feller, Katharina Geiger, Sabine Slawik, Anneliese Röhrl (hinten von links nach rechts) haben sich für ihre Verbände und Organisationen mit den Folgen der und Anforderungen an die Digitalisierung im Gesundheitswesen auseinander gesetzt. Foto: Edith Werner

 

(München/Tutzing/bt) - Der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern (KDFB) und die Evangelischen Frauen in Bayern (EFB) sehen eine dringende Notwendigkeit für ein Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) II. In diesem Gesetz müsse festgeschrieben werden, dass Patientendaten ausreichend anonymisiert werden, eine Verschlüsselung bei der Übertragung sichergestellt werde und jede Person ein Recht auf Einspruch habe. Diese Position haben die beiden großen konfessionellen Frauenverbände Bayerns nach einem Seminar an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing entwickelt, das der Frage nachging, wie Digitalisierung unser Gesundheitswesen beeinflusst.

 

Sabine Slawik, stellvertretende Vorsitzende des KDFB in Bayern, und Elke Beck-Flachsenberg, Vorsitzende der EFB, haben festgestellt: „Als christliche Frauenverbände sehen wir Probleme beim jetzt beschlossenen Digitale-Versorgung-Gesetz.“ Dieses stelle einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar, da künftig eine Regulierung stattfinde und Daten für Forschung zur Verfügung stünden. Eine große Schwachstelle im Gesetz aber haben die Verbände bei der Weitergabe der Daten erkannt. Sie seien ungenügend geschützt.

 

Dass die Digitalisierung auch im Gesundheitswesen Einzug halten werde, sei Fakt. Aber nach Ansicht des KDFB und der EFB müssten stets ethische Aspekte die Grundlage für Gesetze sein. „Wir wollen den Fortschritt begleiten und gestalten – als Nutzerin, Patientin, Beschäftigte, betreuende und pflegende Angehörige“, so Lieselotte Feller, die für den KDFB das Seminar organisierte.

 

Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen wurden Aspekte erarbeitet, die dazu beitragen könnten, dass die digitale Transformation im Gesundheitswesen effizient und sinnvoll erfolge: Sie muss aus der Fachlichkeit der Pflegenden heraus entwickelt werden. Der Nutzen für alle Betroffene muss im Mittelpunkt stehen. Die Digitalisierung darf nicht zu einem Abbau der Fachkräfte in den Gesundheitsberufen führen. Beim Veränderungsprozess sind die unterschiedlichsten Lebens-
situationen von Menschen zu berücksichtigen. „Die Politik ist hier besonders gefordert, die Interessen der Betroffenen zu schützen und eine Dominanz des technisch Machbaren zu verhindern“, betont Jörg Siegmund von der Akademie für Politische Bildung.

 

Der KDFB und die EFB wollen in ihrer Bildungs- und Lobbyarbeit an der Thematik dran bleiben. Ihre Ziele dabei sind: ein sensibler und sicherer Umgang mit Daten und das Festhalten am Prinzip der Solidargemeinschaft. Patienten und ihr Verhalten müssten in den Mittelpunkt gestellt werden. Dabei dürfe aber nicht übersehen werden, dass Menschen - als Patienten ebenso wie Pflegende oder Ärztinnen und Ärzte - zu verantwortlichem Handeln aufgerufen seien. Dazu müssten sie aber auch befähigt werden.

 

So wurde auch die Notwendigkeit eines digitalen Bildungsmanagement mit dem Ziel der aufgeklärten Patienten deutlich: Nur so könne die Digitalkompetenz erreicht werden, die bei der persönlichen Prävention beispielsweise im Umgang mit Gesundheits-Apps und der medizinischen und pflegerischen Betreuung notwendig sei.

 

Redaktion: Ulrike Müller-Münch  


Einigung der Uno: Generalversammlung beschließt Stärkung der Rechte von Kindern ohne elterliche Fürsorge

"Ein gewaltiger Sieg für die Kinder"

 

(München/New York/ sos) - Durchbruch in New York: Die UN-Generalversammlung hat eine Resolution zu den Rechten von Kindern ohne elterliche Fürsorge verabschiedet.

Erstmals seit Inkrafttreten der UN-Kinderrechtskonvention vor 30 Jahren, rückt damit wieder eine der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen weltweit in den Fokus der internationalen Politik.

 

Die SOS-Kinderdörfer, die im Verbund mit anderen Organisationen an der Entstehung des Textes beteiligt waren, würdigten die Resolution als "gewaltigen Sieg für die Rechte vernachlässigter Kinder weltweit." Wilfried Vyslozil, Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation, bezeichnete sie als "Meilenstein" und gratulierte den Mitgliedsstaaten: "Das sind die besten Nachrichten zu den Rechten vernachlässigter und schutzloser Kindern seit langer Zeit. Denn mehr als 220 Millionen Jungen und Mädchen wachsen weltweit immer noch ohne ausreichende elterliche Fürsorge auf, leben auf der Straße oder gar auf Müllhalden. Das ist jedes zehnte Kind. Ohne Schutz werden sie geschlagen, versklavt, missbraucht. Diese Kinder haben zwar theoretisch Rechte, doch niemand kümmert sich um sie. Die verabschiedete Resolution ist großer Schritt dahin, das dem nicht so bleibt."

 

Die UN-Mitgliedsstaaten hätten sich zum Beispiel dazu verpflichtet, finanzielle Mittel bereitzustellen, sowie konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Rechte von Kindern ohne elterliche Betreuung zu stärken. Nun müsse sichergestellt werden, "dass die Vorgaben der Mitgliedstaaten von den nationalen Regierungen konsequent umgesetzt werden", sagt Vyslozil. Ziel sei ein "Leben in Würde" für alle Kinder auf der Welt.

 

Dazu benötige es vonseiten der Regierungen langfristige Anstrengungen. Kinder ohne elterliche Fürsorge müssten mehr Aufmerksamkeit bekommen und gerade ihr Recht auf Familie zu einer Kernaufgabe der Politik werden. "Das Recht auf Familie ist in vielerlei Hinsicht zentral für das Aufwachsen eines Kindes und bildet erst die Basis dafür, dass auch andere Rechte eingelöst werden

 

können: In der Familie werden die Bedürfnisse der Jungen und Mädchen nach Nahrung, Gesundheit, Schutz und Liebe erfüllt. Ohne die psychische sowie emotionale Sicherheit der Familie geraten Kinder in eine umfassende und schicksalsschwere Mangelsituation: Viele hungern, manche landen auf der Straße, andere werden unter menschenverachtenden Bedingungen in Heimen untergebracht", sagt Vyslozil.

 

Staatliche Entwicklungszusammenarbeit müsse verstärkt darauf ausgerichtet werden, arme und sozial benachteiligte Familien dabei zu unterstützen, ihre Probleme selbst anzupacken und ihnen dabei zu helfen, Chancen zu kreieren. Denn nur so könne verhindert werden, dass Familien auseinanderbrechen und Kinder von ihren Eltern getrennt werden.

 

Vor 30 Jahren, am 20. November 1989, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Kinderechtskonvention angenommen. Die nun angenommene UN-Kinderrechtsresolution, ist die erste Resolution seither, die sich speziell mit den Rechten von Kindern ohne elterliche Fürsorge befasst. Die SOS-Kinderdörfer setzen sich seit über 70 Jahren für die Rechte von Kindern ohne elterliche Fürsorge in

 

137 Ländern ein. "Im Mittelpunkt stand von Beginn an die Idee, allen Kindern das Umfeld zu geben, das ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Ihren Bedürfnissen nach Bindung, nach Geborgenheit, nach Exploration im geschützten Raum", sagt Vyslozil.


Claudia Roth spricht im katholischen Forum über den Wert der Demokratie

Sechs Worte

 Claudia Roth mit dem Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung in Koblenz, Daniel Steiger . Foto: bt
Claudia Roth mit dem Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung in Koblenz, Daniel Steiger . Foto: bt

(Koblenz/bt) – Sie betritt den Raum und schon wird applaudiert: Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und langjährige Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, wird gleich herzlich von den Zuhörerinnen und Zuhörern des katholischen Forums in Koblenz begrüßt.

 

Sechs Worte seien ausreichend: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ zitiert Claudia Roth den ersten Artikel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Die Gleichheit eines jeden Menschen sei nicht verhandelbar und universell gültig. „Kein Staat oder Religion darf sich da rausnehmen“. Und niemand müsse sich seine Menschenrechte erst verdienen. „Doch diese Würde wird tagtäglich verletzt“, weiß sie. „Weltweit sehen wir gezielte Angriffe auf die grundlegenden Prinzipien der internationalen Ordnung“, bedauert sie. Sexismus, Rassismus und gruppenbezogene Unmenschlichkeit seien auf dem Vormarsch. Und auch in Deutschland gebe es Angriffe auf demokratische Instanzen. Dies veranschaulichte sie mit Beispielen aus ihrem (Berufs-)Alltag. „Der Naziterror war kein Vogelschiss der Geschichte“, sagt sie vehement bezugnehmend auf eine Aussage von Alexander Gauland, Bundessprecher der AfD – und erntet Zwischenapplaus vom generationsübergreifenden Publikum.

 

„Gerade in den Kirchengemeinden wird so viel für Menschen in Not getan“, weiß sie und ergänzt: „Empathie wird ausgelacht. Dabei ist Solidarität oder christliche Nächstenliebe doch nicht out, sondern mega in.“ Sie bedankt sich bei den Engagierten „für den Mut und die Hoffnung, die sie vielen Menschen geben. Sie sind für mich diejenigen, die die Demokratie stützen und tragen.“

 

Claudia Roth spricht auch über die jüngste Morddrohung gegen sie und ihren Kollegen Cem Özdemir: „Diese reiht sich ein, in eine lange Reihe von Einschüchterungen gegen Kommunalpolitiker, Homosexuelle, Journalisten, Jüdinnen und Juden“.

 

Daher sei es wichtig, die Grund- und Menschenrechte zu verteidigen, appellierte sie an die vielen Zuhörerinnen und Zuhörer. Es brauche mutige und selbstbewusste Stimmen – auch von Seiten der Kirche. „Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem Mitmenschen Angst haben müssen“. Zum Abschied erhält sie wieder langen Applaus.

 

Das nächste katholische Forum findet statt am Montag, 9. Dezember um 19 Uhr  im Klangraum des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums (Zugang über Südallee, neben dem Parkhaus). Referent ist Prof. Dr. Rainer Schwindt von der Universität Koblenz-Landau. Der Titel seines Vortrages lautet „Zuviel göttliche Nähe in der Heiligen Nacht – Die Weihnachtsengel als Grenzschützer Gottes“. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Weitere Informationen gibt es bei der Katholischen Erwachsenenbildung, Fachstelle Koblenz unter Tel.: 0261-9635590 oder per E-Mail an keb.koblenz(at)bistum-trier.de

 


Wolfgang Schumacher folgt im Juni 2020 Thomas Posern als Evangelischer Beauftragter in Mainz

Wechsel bei der Vertretung der Kirchen in Rheinland-Pfalz

(Mainz / Darmstadt/ekhn) - Der pfälzische Kirchenrat Wolfgang Schumacher wird neuer Beauftragter der Evangelischen Kirchen im Lande Rheinland-Pfalz in Mainz. Das hat Oberkirchenrätin Karin Kessel am Mittwoch (20. November) in Speyer bekanntgegeben. Der 59-Jährige sei von den Kirchenleitungen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche der Pfalz als Nachfolger von Oberkirchenrat Thomas Posern ernannt worden. Posern vertritt seit 2010 die Interessen der drei Landeskirchen gegenüber der Landespolitik und geht im Juni 2020 in den Ruhestand.

 

Wolfgang Schumacher ist seit 2009 Pressesprecher und Öffentlichkeitsreferent der Pfälzischen Landeskirche und war zudem verantwortlich für die Vorbereitung und Durchführung der Jubiläen 500 Jahre Reformation (2017) und 200 Jahre Pfälzer Kirchenunion (2018). Der Theologe studierte in Mainz und Heidelberg und war Vikar im westpfälzischen Altenkirchen sowie Pfarrer in Pirmasens. Als Beauftragter für den privaten Rundfunk vertrat er bereits die drei Landeskirchen gegenüber den Sendern in Rheinland-Pfalz. Weitere Stationen waren beim Evangelischen Presseverband e.V. und dem Evangelischen Presseverlag GmbH in Speyer.

 

Der Beauftragte ist auf evangelischer Seite der Ansprechpartner für die Landesregierung bei Themen, die die Kirchen betreffen. Er koordiniert die Meinungsbildung der drei beteiligten Landeskirchen zu politischen Vorgängen und unterhält Kontakte zu politischen Parteien, Vereinigungen und Verbänden auf Landesebene.

 

Hintergrund

 

In Rheinland-Pfalz liegen die Gebiete von drei evangelischen Landeskirchen: die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau in den ehemaligen Regierungsbezirken Rheinhessen und Montabaur, die Evangelische Kirche im Rheinland überwiegend in den ehemaligen Regierungsbezirken Koblenz und Trier sowie die Evangelische Kirche der Pfalz im ehemaligen Regierungsbezirk Pfalz.

 


Abfall vermeiden – jetzt, konsequent, überall

(Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) ruft zur Beteiligung an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung auf. Sie findet vom 16.- 24.11.2019 statt und steht unter dem Motto „Wertschätzen statt wegwerfen – miteinander und voneinander lernen“.

 

Der KDFB steht zu seiner Verantwortung für das Klima, die Bewahrung der Schöpfung und einen bewussten Umgang mit Ressourcen und Konsumgütern. „Als Katholikinnen sind wir aufgerufen, unseren Beitrag für eine nachhaltige und gerechte Zukunft zu leisten. Dazu gehört wesentlich, das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen und konsequent neue Wege im Umgang mit Produkten oder Lebensmitteln zu gehen“, stellt KDFB-Vizepräsidentin Rose Schmidt fest. Abfallvermeidung sei dabei eine durchaus leistbare Herausforderung mit großer Reichweite, so Schmidt.

 

Bei seiner Bundesdelegiertenversammlung im Oktober 2019 hatte der KDFB Selbstverpflichtungen zu verantwortlichem Handeln verabschiedet. „Uns ist besonders wichtig, dass Verbraucherinnen und Verbraucher weitestgehend auf Einwegverpackungen verzichten und Plastik vermeiden. Wir müssen ohne Wenn und Aber mehr Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft übernehmen. Das bedeutet: Bequemlichkeit überwinden und mit gutem Beispiel vorangehen. Jede und Jeder kann etwas tun, zum Beispiel beim Einkauf und beim Kaffee zwischendurch Mehrwegbehälter nutzen oder Ware unverpackt mitnehmen. Auch beim Kauf von Kleidung kann die Frage gestellt werden, ob sie tatsächlich notwendig ist oder nur gekauft wird, weil sie ein Schnäppchen ist. Fragen nach der Verantwortung müssen angesichts einer zunehmenden Vermüllung gestellt und beantwortet werden. Im Rahmen der Kampagne bewegen! setzt sich der KDFB damit auseinander“, erklärt Vizepräsidentin Schmidt.

 

Eine weitere Verpflichtung ist, dass sich KDFB-Geschäftsstellen hinsichtlich ihrer nachhaltigen Betriebsführung ständig überprüfen und verbessern, ggf. mit Hilfe einer Zertifizierung wie „Zukunft einkaufen“ oder „Grüner Hahn“. Außerdem werden Informationen von bundesweiten Initiativen, die zu nachhaltigen und klimabewussten Verhaltensregeln anregen, z.B. „Zu gut für die Tonne“ und „Grüner Knopf“, an alle Verbandsebenen weitergeleitet und es wird zur Beteiligung aufgefordert.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Veranstaltung zur Veröffentlichung des Zweiten Kinderrechtereports im Bundesfamilienministerium

Kinder haben Rechte

(Berlin/sos) Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention veröffentlichte die “National Coalition Deutschland” den Zweiten Kinderrechtereport und stellte ihn heute in einer dialogisch angelegten Veranstaltung in Berlin Bundesministerin Dr. Franziska Giffey vor. Im Report bewerten Kinder und Jugendliche die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Auch betreute Jugendliche des SOS-Kinderdorf e.V. hatten bei der Erstellung mitgewirkt.

 

Bei der Veranstaltung in Berlin legten heute 18 Kinder und Jugendliche Bundesministerin Dr. Franziska Giffey den Zweiten Kinderrechtereport vor. Präsentiert wurden Teile der Ergebnisse von Kindern und Jugendlichen, die für den Bericht eigene Projekte durchgeführt und auch als Teil des Redaktionsteams bei der Erstellung des Reports beteiligt waren.

 

Zwei Mädchen aus dem ambulanten Bereich von SOS-Kinderdorf Hamburg, Joelina, 15, und Leyla, 13, hatten an den jeweils dreitägigen Arbeitstreffen im Frühjahr und Sommer teilgenommen und reisten nun auch zur Übergabe mit ihrer Betreuerin nach Berlin. Beide wollen die Möglichkeit, sich beim Thema Kinderrechte zu beteiligen, weiter verfolgen: „Ich würde gerne nächstes Jahr mit nach Genf zum UN-Ausschuss fahren und die Ergebnisse des Projektes vorstellen“, meinten sie einhellig.

 

Für SOS-Kinderdorf stand der Termin im Bundesministerium ganz im Sinne des strategischen Vereinsziels “Jungen Menschen eine Stimme geben”. Luise Pfütze von der SOS-Stabsstelle Advocacy und zugleich Sprecherin der National Coalition betonte: Wichtig ist, dass junge Menschen selbst als Expert*innen in eigener Sache zu Wort kommen, wenn es um die Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland geht. Die Ergebnisse des Reports zeigen, dass Kinder und Jugendliche sich oftmals weit über den eigenen Tellerrand hinaus um Kinderrechte Gedanken machen und solidarisch für ihre Altersgenoss*innen eintreten.”

 

 

Der SOS-Kinderdorf e.V.:

SOS-Kinderdorf bietet Kindern in Not ein Zuhause und hilft dabei, die soziale Situation benachteiligter junger Menschen und Familien zu verbessern. In SOS-Kinderdörfern wachsen Kinder, deren leibliche Eltern sich aus verschiedenen Gründen nicht um sie kümmern können, in einem familiären Umfeld auf. Sie erhalten Schutz und Geborgenheit und damit das Rüstzeug für ein gelingendes Leben. Der SOS-Kinderdorfverein begleitet Mütter, Väter oder Familien und ihre Kinder von Anfang an in Mütter- und Familienzentren. Er bietet Frühförderung in seinen Kinder- und Begegnungseinrichtungen. Jugendlichen steht er zur Seite mit offenen Angeboten, bietet ihnen aber auch ein Zuhause in Jugendwohngemeinschaften sowie Perspektiven in berufsbildenden Einrichtungen. Ebenso gehören zum SOS-Kinderdorf e.V. die Dorfgemeinschaften für Menschen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen. In Deutschland helfen in 38 Einrichtungen insgesamt über 4.100 Mitarbeiter. Der Verein erreicht und unterstützt mit seinen Angeboten rund 108.000 Kinder, Jugendliche und Familien in erschwerten Lebenslagen. Darüber hinaus finanziert der deutsche SOS-Kinderdorfverein 113 SOS-Einrichtungen in 37 Ländern weltweit.

 

Mehr Informationen unter www.sos-kinderdorf.de

 


Offene Gespräche, neue Erkenntnisse und spannende Geschichten entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze – das war das „längste Gespräch Deutschlands“


 

(Berlin/pm) - Etwas mehr als vier Stunden vergingen am 9. November 1989 von der Verkündung der Reisefreiheit bis zur Öffnung des Grenzübergangs an der Bornholmer Straße/Bösebrücke in Berlin. Genau in dieser historischen Zeitspanne – zwischen 18:53 und 23:30 Uhr – fanden am Samstag, dem 9. November 2019, die Feierlichkeiten der Bundesregierung auf Empfehlung der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ statt. Das „längste Gespräch“, ein interaktives Talk-Format entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, brachte knapp 3.000 Menschen an vier Orten zusammen, um über das wichtigste Ereignis der neueren deutschen Geschichte zu sprechen: den Mauerfall 1989. Zudem verfolgten mehr als zehntausend das Ereignis im Livestream.

 

Vom bayerischen Hof, das zusammen mit dem sächsischen Plauen eine gemeinsame Festveranstaltung umsetzte, über Geisa und dem ehemals geteilten Doppeldorf Zicherie/Böckwitz bis nach Ratzeburg in Schleswig-Holstein fanden interessante und offene Gespräche rund um den Mauerfall statt. Zwischenzeitlich wurde auch nach Berlin geschaltet, wo zehntausende Gäste den zentralen Festakt am Brandenburger Tor verfolgten.

 

Bundesinnenminister Horst Seehofer, der das „längste Gespräch“ in Hof eröffnete, sagte: „Vor dem Mut und der Veränderungsbereitschaft der Menschen in der ehemaligen DDR kann ich mich nur tief verneigen. Sie haben viel für unser geeintes Land getan. Das ‚längste Gespräch‘ und die zahlreichen Geschichten, die wir hier heute erleben durften, haben dies eindrucksvoll bewiesen“.

 

Matthias Platzeck, als Vorsitzender der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“, ergänzte vom Standort Zicherie/Böckwitz: Mich berührten die Geschichten ganz persönlich. Wir müssen gemeinsam darauf aufpassen, dass uns dieser besondere Geist der Mauerfalltage nicht verloren geht. Gerade deswegen sind ehrliche Gespräche sehr wichtig“.

 

Geschichten, die verbinden – und zum Nachdenken anregen

 

Marco Schreyl und Judith Rakers begrüßten in ihrem Hofer Studio unter anderem Fußballexperte Reiner Calmund, der unmittelbar nach dem Mauerfall die ersten DDR-Fußballer für westdeutsche Clubs vermittelte und die Autorin Anne Hahn. Sie war nach einem missglückten Fluchtversuch verurteilt worden und erlebte den Mauerfall in einem DDR-Gefängnis.

 

Im thüringischen Geisa übernahmen Susan Link und Jan Köppen den Staffelstab und sprachen unter anderem mit Comedian Thomas Nicolai, der den Mauerfall mit seinen Ostberliner Kommilitonen feierte und direkt mit der S-Bahn nach Westberlin fuhr. Christian Hirte, stellvertretender Kommissionsvorsitzender und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, verortete den 9. November 1989 als einen der spannendsten Tage in der neueren deutschen Geschichte.

 

Die Gastgeber Kim Fisher und Jan Hahn begrüßten mehr als 120 Gäste in einem mobilen TV-Studio, das in der Doppelgemeinde Zicherie/Böckwitz errichtet wurde. Hier wurden die letzten Tage der DDR und der Mauerfall intensiv besprochen. Der Sternekoch Robin Pietsch bereitete für die Studiogäste ein berühmtes ostdeutsches Gericht zu und berichtete, wie die ostdeutsche Küchentradition ihn auf seinem Weg begleitet hat. Weitere Gesprächspartner, darunter Dr. Maria Nooke, Matthias Platzeck und Wolfgang Lippert, tauschten ihre eigenen Erfahrungen zu ihrem Erleben der Friedlichen Revolution aus.

 

Ratzeburg, als letzter Standort des „längsten Gesprächs“, stand ganz im Zeichen der jüngeren Generation. Schlagersängerin Ella Endlich sang ihren Mauerfall-Song „Geschichten“, Fitnesscoach Detlef D. Soost berichtete über seine Jugend im ehemaligen Ostteil Berlins und die Herausforderungen nach dem Mauerfall. Außerdem berichtete eine Schulklasse über ihre Projektwoche zum Thema Friedliche Revolution. Zum Abschluss des längsten Gesprächs fragte das Moderatorenduo die Studiogäste nach ihren Wünschen und Zielen für die Zukunft. Die meistgenannte Antwort: Mehr miteinander reden und aufeinander zugehen.

 

Die Aufnahmen des Livestreams sind noch bis zum 10.11.2020 auf der Website www.unseregeschichte.bund.de abrufbar.

 

Hintergrund „Unsere Geschichte schreibt Zukunft“

 

Die Veranstaltung unter dem Motto „Unsere Geschichte schreibt Zukunft“ ist Teil der Aktivitäten der Bundesregierung im Jubiläumsjahr des Mauerfalls und beruht auf den Empfehlungen der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“. Sie besteht aus 22 Personen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur sowie Zivilgesellschaft. Den Vorsitz der Kommission hat Ministerpräsident a.D. Matthias Platzeck inne. Den stellvertretenden Vorsitz der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Christian Hirte. Mit der Veranstaltung am 9. November sollen in einem neuen, dezentralen und außergewöhnlichen Format die Erfahrungen, Erlebnisse und Leistungen der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt gestellt werden. Menschen in ganz Deutschland sollen über Grenzen hinweg miteinander ins Gespräch gebracht werden. Die Leistungen, die für die Friedliche Revolution und Wiedervereinigung in ganz Deutschland erbracht wurden, sollen gewürdigt und gefeiert werden.

 


Religionsfreiheit muss gewährleistet werden

Menschenrechte für Minderheiten einfordern

 

(Göttingen/gfbv) - Beim bevorstehenden Indien-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel  dürften Menschenrechtsfragen nicht ausgespart werden, forderte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Vor allem die starke Zunahme der Verletzungen der Religionsfreiheit, die Kaschmir-Krise und die Abschiebung von rund zwei Millionen Muslimen aus Assam müssten auch angesprochen werden. "Die Lage von Christen, Muslimen und anderen religiösen Minderheiten verschlechtert sich dramatisch in Indien. Asiens größte Demokratie verrät ihre eigenen demokratischen Ideale und Prinzipien und wird immer mehr zum Hindu-Staat", warnte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen. Die Bundeskanzlerin reist am Donnerstagabend mit einer Wirtschaftsdelegation zu einem dreitägigen Besuch nach Indien. Im Zentrum der Gespräche sollen Handels- und Wirtschaftsfragen stehen.

 

Die Menschenrechtsorganisation erinnerte daran, dass vor allem Muslime und Christen einem stetig zunehmenden Druck radikaler Hindu ausgesetzt sind, die mit allen Mitteln versuchen, religiöse Minderheiten an der Ausübung ihres Glaubens zu hindern. "Schutzlos sind die Minderheiten Einschüchterungen, Drohungen und Übergriffen ausgesetzt, denn Polizei und Strafverfolgungsbehörden bleiben meist untätig.Ministerpräsident Narendra Modi von der radikal-hinduistischen BJP-Partei schürt ein Klima der gezielten Ausgrenzung religiöser MInderheiten, so dass die Verantwortlichen für diese Gewalt meist straflos bleiben", erklärte Delius. 

 

Lynchmorde an Angehörigen von Minderheiten wegen angeblicher Verletzungen der Vorschriften zum Schutz heiliger Kühe müssten konsequent strafrechtlich geahndet werden, forderte die Menschenrechtsorganisation. Seit Mai 2015 wurden mindestens 47 Menschen von selbst erklärten Kuh-Schützern ermordet, weil ihnen vorgeworfen wurde, Kühe zu transportieren oder geschlachtet zu haben. Die meisten Opfer waren Muslime. Zumeist waren die Vorwürfe unbegründet. Muslime betreiben traditionell Schlachthöfe und Metzgereien in Indien. Aber auch indigene Adivasi werden oft Opfer dieser Verbrechen. So wurden im Juli 2019 drei Adivasi im Bundesstaat Bihar wegen ähnlicher Vorwürfe erschlagen.

 

Auch die systematische Verweigerung demokratischer Grundrechte in Kaschmir müsse von der Bundeskanzlerin angesprochen werden. Willkürliche Verhaftungen von Menschenrechtlern und Regierungskritikern sowie die systematische Aussperrung von nationalen und internationalen Beobachtern aus der Krisenregion seien nicht länger hinnehmbar. Nachdrücklich forderte die GfbV auch eine politische Lösung, um die drohende Entrechtung und Abschiebung von zwei Millionen Muslimen aus Assam abzuwenden. Bangladesch weigert sich, die Abgeschobenen aufzunehmen. Nach dem Drama der aus Burma vertriebenen eine Million Rohingya müsse eine zweite von Menschenhand ausgelöste Flüchtlingskrise verhindert werden. Denn sie destabilisiere ganz Südasien. 

 


Deutschland sicher im Netz zum Digital-Gipfel 2019

Foto: KIsights Einblicke
Foto: KIsights Einblicke

  • 48 Millionen Nutzer wünschen sich mehr Unterstützung im Netz
  • Künstlicher Intelligenz im Alltag: DsiN präsentiert digitalen Showroom
  • Der Mensch im Fokus – DsiN lädt Schüler und Senioren nach Dortmund ein

 (Berlin / Dortmund/dsin) - Zum Auftakt des Digital-Gipfels 2019 in Dortmund präsentiert Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) einen digitalen Showroom für Künstliche Intelligenz (KI). Unter dem Namen KInsights zeigt das Angebot den Einsatz von KI auf Plattformen in der Landwirtschaft, Industrie oder der IT-Sicherheit. „Mehr als zwei Drittel der Nutzer versteht digitale Trends und Dienste nicht mehr – insgesamt mehr als 48 Millionen Menschen in Deutschland. KInsights zeigt die Chancen von Künstlicher Intelligenz und informiert über die Auswirkungen beim Thema Datzenschutz, IT-Sicherheit sowie auch ethischer Fragestellungen“ so Günter Krings, Staatssekretär im Bundesinnenministerium.-

 

KInsights ist ein Ergebnis der Gipfelplattform Schutz, Sicherheit und Vertrauen, das künftig die Auseinandersetzung über Vorteile und Vorbehalte von Künstlicher Intelligenz und digitalen Plattformen fördern soll. Das Angebot wird künftig in Schulen, Berufsschulen sowie in Schulungen für Ehrenämter und ältere Generationen zum Einsatz kommen. Ziel des Projektes ist es, dass über digitale Innovationen aufgeklärt wird und dabei möglichst viele Menschen erreicht werden. Dafür kooperiert KInsights mit namhaften Organisationen wie G Data, Avira, Atos Deutsche Telekom und dem Deutschen Sparkassenverband.

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Nutzerinnen und Nutzer im Fokus für eine erfolgreiche Digitalisierung

 

Darüber hinaus lud DsiN am Rande des Digital-Gipfels zahlreiche Vertreter aus der Zivilgesellschaft für digitale Kompetenzvermittlung und Engagement im Internet nach Dortmund ein:

 

  • Startschuss zu myDigital World 2019/20: Pünktlich zum Digital-Gipfel 2019 gibt die Beauftragte für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, Staatsministerin Dorothee Bär heute den Startschuss zum Jugendwettbewerb myDigitalWorld. Passend zum Schwerpunkt des Gipfels steht der diesjährige Wettbewerb unter dem Motto Digitale Begegnungen – wie bin ich sicher auf Plattformen, Messengern & Co unterwegs. Einreichungen sind bis März 2020 möglich.
  • Verleihung des Goldenen Internetpreises: Bereits am Vortag des Gipfels begrüßte DsiN-Chef Thomas Kremer und der DsiN-Beiratsvorsitzende sowie IT-Beauftragter der Bundesregierung, Peter Batt zahlreiche Seniorinnen und Senioren zur Auszeichnung des Goldenen Internetpreises, um vorbildliches Engagement bei der Vermittlung von digitalen Kompetenzen in Kommunen und ehrenamtlichen Netzwerken zu würdigen.
  • Eröffnung des Themenquartals Digitale Helfer: Am Nachmittag des Vortags eröffnete Verbraucherstaatssekretär Gerd Billen in Dortmund das Themenquartal zu Digitale Helfern im Digital-Kompass. Das Projekt Digital-Kompass vermittelt an über 50 Standorten bundesweit digitale Kompetenzen für ältere Menschen und veranstaltete regelmäßig digitale Stammtische zu aktuellen Trends und Entwicklung in der Digitalisierung.

 

DsiN-Geschäftsführer Dr. Michael Littger sprach mit BSI-Vizepräsident Gerhard Schabhüser und Datenschützer Rolf Schwartman im Gipfelpanel der Plattform Schutz, Sicherheit und Vertrauen über Vorteile und Strategien eines wirksamen Datenschutzes und digitalen Verbraucherschutzes aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger. Hier stand die stärkere Vernetzung von Kompetenzvermittlung und digitale Innovationen im Vordergrund: „Wir brauchen gute Kooperationen und die Besinnung auf die eigenen Stärken – im Sinne eines starken digitalen Verbraucherschutz“ erklärte Littger vor den Teilnehmern des Gipfelpanels.

 

Das Portal KInsights ist auf www.kinsights.de abrufbar und informiert spielerisch über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in verschiedenen Szenarien unseres Alltags.-

 

Passend zum Digital-Gipfel widmet sich myDigitalWorld in diesem Jahr dem Thema der sicheren Nutzung von Plattformen. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung zum Jugendwettbewerb gibt es auf www.mydigitalworld.org.

 

Zudem startet heute das Themenquartal „Digitale Alltagshelfer“ des DsiN-Projekts Digital-Kompass und stellt zahlreiche Lern- und Lehrmaterialien gezielt für ältere Menschen auch zu digitalen Plattformen bereit. Alle Materialien zum Themenquartal werden veröffentlicht unter: digital-kompass.de/themen/themenquartal-digitale-alltagshelfer

 

Über Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)

 

DsiN ist Ansprechpartner für Verbraucher und Unternehmen zu konkreten Hilfestellungen für IT-Sicherheit. Mit seinen Mitgliedern und Partnern betreibt der Verein zahlreiche Projekte zum sicheren Umgang in der digitalen Welt. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat ist Schirmherr von DsiN. www.sicher-im-netz.de

 


Die Bistümer Trier und Speyer haben sich mit Saarlands Regierung getroffen

Spitzengespräch zwischen Kirche und Landesregierung

Bischof Stephan Ackermann (l.) und Bischof Karl-Heinz Wiesemann (2.v.r.) stellten sich zusammen mit Ministerpräsident Tobias Hans (2.v.l.) im Anschluss an das Gespräch den Fragen von Reportern. Foto: bt

 

(Saarbrücken/bt) - Die Saarländische Landesregierung und die Spitzen der Bistümer Speyer und Trier haben sich am Dienstag in der Staatskanzlei zu ihrem traditionellen Meinungsaustausch getroffen. Das Spitzengespräch der Landesregierung mit den Bischöfen Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Dr. Stephan Ackermann zeigte viele Übereinstimmungen in politischen und gesellschaftlichen Fragen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen neben sozialen Fragen auch der Klimaschutz und der wachsende Antisemitismus in Deutschland.

 

Klimaschutz

„Die Schöpfung zu bewahren, ist uns Christen und uns als Kirche nicht einfach als Gebet aufgetragen“, sagte Gundo Lames, Direktor für den Strategiebereich Ziele und Entwicklung im Bistum Trier. „Der Auftrag der Schöpfungsbewahrung in Verbindung mit den Fragen zur sozialen Gerechtigkeit und dem Frieden in Nah und Fern lässt uns nicht los. Die wissenschaftlich erhobenen Klima- und Umweltdaten sind nicht populistisch zu verdrängen oder zu leugnen.“ Die Kirche müsse ihre Prioritäten so setzen, dass ein entsprechendes Handeln zur Bewahrung der Schöpfung nach innen und außen wirksam und sichtbar werde. Dazu gehören u.a. eine umweltschonende Mobilität, CO2-Kompensation bis hin zur -Vermeidung als Rahmensetzung in den Bistümern; und zusammen mit Politik und Wirtschaft nachhaltige Maßnahmen zum Klimaschutz, zur Klimagerechtigkeit durchzusetzen, um damit auch für die Würde des Menschen in der globalen Gesellschaft einzutreten.        
Generalvikar Andreas Sturm (Speyer) fügte hinzu: „Wir brauchen ein grundlegendes Umsteuern in Politik, Wirtschaft und Kirche. Uns muss wieder stärker bewusst werden: Die Erde ist uns anvertraut, aber nicht zur rücksichtslosen Ausbeutung, sondern zu einem sorgsamen Umgang. Es ist an der Zeit, einen klaren Kurswechsel zu vollziehen, hin zu einem Lebensstil, der ein gutes Leben für alle Menschen auf diesem Planeten ermöglicht.“

 

Der saarländische Regierungschef, Ministerpräsident Tobias Hans betonte: „Eine erfolgreiche Energiewende setzt voraus, die Aspekte Klimaschutz, Erhalt und Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland, sowie Sicherung einer bezahlbaren Energieversorgung miteinander in Einklang zu bringen. Dabei müssen Bund und Länder gemeinsam innovationsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen, um klimaneutrale Zukunftstechnologien weiter zu fördern. Auch das Saarland setzt verstärkt auf Zukunftstechnologien insbesondere im Stahl- und Automobilbereich.“

 

Antisemitismus

Mit Blick auf die Problematik eines wachsenden Antisemitismus in Deutschland betonte Ministerpräsident Hans: „Antisemitismus betrifft uns alle, denn er richtet sich nicht alleine nur gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, sondern gegen unsere gesamte freiheitlich demokratische Gesellschaft. Deshalb hat das Saarland ein Zeichen gesetzt und die Stelle eines Antisemitismusbeauftragten geschaffen. Damit setzen wir im Saarland ein klares Zeichen gegen Hass und Diskriminierung.“ In der vom Antisemitismusbeauftragten eingesetzten Expertenkommission werden auch die beiden Bistümer in Person der Leiterin des Katholischen Büros, Ordinariatsdirektorin Katja Göbel, vertreten sein.

 

Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) sagte, dass sich auch die Katholische Kirche jeglichen antisemitischen Tendenzen entschieden entgegenstellen werden: „Wir wollen auch öffentlich Zeichen setzen, um deutlich zu zeigen, dass wir uns mit der jüdischen Gemeinde in Deutschland, mit Menschen jüdischen Glaubens solidarisieren.“

 

Stärkung von Dorfgemeinschaften

Die Gesprächspartner waren sich einig, dass gerade im ländlichen Raum die Rahmenbedingungen für den Erhalt der Daseinsgrundversorgung verbessert werden müssen, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen. Die Idee, eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Landes, der Kommunen und der Katholischen und Evangelischen Kirche unter Federführung des Ministeriums für Inneres, Bauen und Sport einzurichten, die Vorschläge entwickeln soll, um die Dorfgemeinschaften zu stärken, wurde deshalb von allen Beteiligten begrüßt und soll zeitnah umgesetzt werden. 

 

Synodenumsetzung

Zum Stand der Synodenumsetzung im Bistum Trier erklärte Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg (Trier): „Wir befinden uns auf der Schlussgeraden für die Vorbereitung der ersten 15 neuen Pfarreien.“ Am 15. Oktober ist das Errichtungsgesetz für die neuen Pfarreien in Kraft gesetzt worden. Im Saarland werden zum 1. Januar die Pfarreien der Zukunft Wadern, Tholey, St. Wendel, Völklingen und Saarbrücken starten. Die Leitungsteams der neuen Räume werden derzeit für ihre neuen Aufgaben qualifiziert. „Ich bin zuversichtlich, dass wir ab dem 1. Januar mit Schwung und Gottvertrauen das Neue angehen können. Die Pfarreien der Zukunft werden Gegenwart“, sagte von Plettenberg und betonte gleichzeitig, dass auch im neuen Jahr die seelsorgerischen Bedürfnisse der Menschen erfüllt werden sollen. Dazu trifft das pastorale Personal Absprachen, um auch weiterhin vor Ort bei den Menschen zu sein. Die Feier der Eucharistie, Taufen, Firmungen, Hochzeiten, aber auch Krankenkommunion und Beerdigungen werden weiterhin von den Priestern, Diakonen und hauptamtlichen Laien in den Dörfern und Stadtteilen gewährleistet.

 

„Das Ergebnis der Synodenumsetzung den Zugang zu Gottesdiensten weiterhin zu gewährleisten, begrüße ich sehr“, sagte Ministerpräsident Tobias Hans. „Insbesondere Gottesdienste stiften Gemeinschaft und tragen – gerade auch im ländlichen Raum – zum Zusammenhalt bei.“   

 


22. Erwerbslosenparlament fordert umfassende Maßnahmen gegen Armut und die Schaffung von Arbeitsplätzen in M-V

8-Punkte-Forderung an Landesregierung übergeben

(Schwerin/dw) - Unter dem Motto „Gemeinsam einstehen für eine solidarische und gerechte Gesellschaft“ tagte in Schwerin das 22. Erwerbslosenparlament. Mitveranstalter der diesjährigen Tagung war neben dem Erwerbslosenbeirat MV und dem Landesseniorenbeirat MV auch die Landesarmutskonferenz Mecklenburg-Vorpommern (LAK MV). Letztere wurde 1996 gegründet und ist ein Netzwerk aus verschiedensten Akteuren (z. B. Wohlfahrts- und Sozialverbänden, Landesseniorenbeirat, Mieterbund, DGB, Kirchen und sozial engagierten Einzelpersönlichkeiten). Sie alle vereint, dass sie sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen armer Menschen einsetzen und koordiniert gegen Armut und Ausgrenzung von Menschen im Land vorgehen wollen. Im Sprecherkreis ist für das Diakonische Werk M-V Ines Jammer-Lühr vertreten.

 

Das Erwerbslosenparlament verabschiedete einstimmig eine 8-Punkte-Forderung u. a. gegen die Armut von Kindern, Altersarmut und gegen die Spaltung der Gesellschaft. Konkret fordert das Erwerbslosenparlament von der Landesregierung eine existenzsichernde Kinder-Grundsicherung, verbesserte Integration und soziale Teilhabe von Erwerbslosen und den Einsatz für die Abschaffung von Hartz IV auf Bundesebene. Zudem wurde die Erarbeitung eines unabhängigen Armuts- und Reichtumsberichtes für das Land Mecklenburg-Vorpommern gefordert als Grundlage für weitere politische Maßnahmen. Die verlässliche Anwendung von Arbeitsentgelten, die auf der Grundlage tariflicher Regelungen oder kirchlicher Arbeitsvertragsrichtlinien entstehen, ist ebenso wie die Verhinderung prekärer Beschäftigungsverhältnisse eine Forderungen des Erwerbslosenparlamentes, dem über 70 Vereine, Verbände und engagierte Ehrenamtliche angehören.

 

Die LAK MV hält den Ausbau von kostenfreien oder zumindest deutlich kostenreduzierten Angeboten für Familien und damit für Kinder und Jugendliche für dringend geboten. Einzelne Kommunen bieten einen kostenlosen „Familienpass“ an. Diese Form der Förderung darf nicht wohnortabhängig sein. Um eine höhere, chancenausgleichende Beteiligung bzw. Angebotsnutzung von Kindern und Jugendlichen armer Eltern zu erreichen, müssten weitere Möglichkeiten erschlossen werden: Sportvereine, Musikschulen, Schwimmbäder, ÖPNV, Freizeitangebote etc. Das Modell „Bildung und Teilhabe“ (BuT) gleicht die beschriebenen Nachteile dieser Familien nur sehr unzureichend aus und kommt aufgrund der bürokratischen Hürden nicht wirksam bei den betroffenen Menschen an.

 

Prof. Ulf Groth, Sprecher der Landesarmutskonferenz, zeigte in seinem Impulsvortrag die sich vergrößernde Spaltung der Gesellschaft anhand von auseinanderdriftenden Einkommensverhältnissen in Mecklenburg-Vorpommern auf. Dabei sei das Land eines der Schlusslichter in Deutschland und besonders armutsgefährdet. Obwohl es in M-V so viele Beschäftigungsverhältnisse gebe wie noch nie, sei die Armutsquote 2018 wieder angestiegen. Auch die Dauer des Hartz IV-Bezuges sei in M-V mit weit über 40 Monaten im Vergleich sehr hoch. Besondere Kritik übte Groth an den Sanktionen gegen Hartz IV-Empfänger.

 


Dachverbände legen gemeinsame Charta für gemeinnütziges Engagement vor

Demokratie lebt von der Stärke ihrer Zivilgesellschaft

 Gemeinsame Pressemitteilung von: Allianz „Rechtssicherheit für politische Willensbildung“, BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), Deutscher Bundesjugendring (DBJR), Deutscher Fundraising Verband, Deutscher Naturschutzring (DNR), Deutscher Spendenrat, Deutscher Kulturrat, Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB), Forum Umwelt und Entwicklung, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO)

 


(Berlin/pm) – Mit einer gemeinsamen „Charta für Zivilgesellschaft und Demokratie“ haben zwölf Dachverbände und Netzwerke auf die Bedeutung einer unabhängigen Zivilgesellschaft für eine lebendige und starke Demokratie hingewiesen. „Wir beobachten mit Sorge zunehmende Forderungen aus dem politischen Raum, gemeinnützige Organisationen in ihrer Arbeit einzuschränken – sei es durch politische Vorstöße zur Aberkennung ihres Status der Gemeinnützigkeit, durch Diffamierungen, durch Kürzung von Fördermitteln oder durch Einschränkung ihrer Klagebefugnisse. Bestrebungen dieser Art betrachten wir als Missachtung aktiver Zivilgesellschaft und lehnen dies ab“, so die Position der beteiligten Organisationen.

 

Nach Überzeugung der Dachverbände und Netzwerke übernehmen zivilgesellschaftliche Organisationen neben dem täglichen gesellschaftlichen Engagement eine Brückenfunktion zwischen Bevölkerung und Politik. Ihre bisweilen kritische Begleitung und Kontrolle politischer Prozesse gehört zum anerkannten demokratischen Selbstverständnis freiheitlicher Gesellschaften. Dabei hat zivilgesellschaftliches und gemeinnütziges Engagement immer auch eine politische Dimension. Dieses Engagement ist für eine lebendige Demokratie unverzichtbar und muss durch eine zeitnahe Reform des Gemeinnützigkeitsrechts gestärkt werden. Denn bislang können tagespolitische Äußerungen zu Themen, die nicht offensichtlich mit den Satzungszwecken verbunden sind, zum Verlust der Gemeinnützigkeit führen. Zudem hängt die Gemeinnützigkeit von Organisationen, die sich überwiegend politisch betätigen, von der Rechtsauslegung der Finanzbehörden ab.

 

„Zivilgesellschaftliche Organisationen sind nicht die Meckerer, sondern die Gestalter des gesellschaftlichen Zusammenhalts und legen bei Bedarf den Finger in die Wunde. Wenn eine sich selbst ermächtigende Zivilgesellschaft vom Staat ausgetrocknet wird - und das können wir leider in einigen europäischen Ländern beobachten - stirbt letztlich auch ein wichtiger Teil der Demokratie“, so die Organisationen in ihrer Einschätzung. Die Dachverbände und Netzwerke stellen sich gemeinsam gegen die wachsende Bedrohung der Gemeinnützigkeit und wollen sich mit ihrer Charta verstärkt für sichere Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement seitens der Politik einsetzen.

 

Die „Charta für Zivilgesellschaft und Demokratie“ ist à hier erhältlich.

 


Nein zu Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger!

 

Der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland hat sich angesichts des Verfahrens beim Bundesverfassungsgericht zur Rechtmäßigkeit von Sanktionen beim Bezug von Arbeitslosengeld II (verkürzt: Hartz IV) zu diesem Thema positioniert. 

 

(Köln/kw) - Die gesellschaftliche Debatte über Hartz IV reißt seit seiner Einführung nicht ab. Zurzeit beschäftigt sich das Bundesverfassungsgericht mit der Rechtmäßigkeit von Sanktionen: Dabei geht es um die Fragestellung, ob die derzeit möglichen Leistungskürzungen von bis zu 100 Prozent des Regelsatzes und damit die Unterschreitung des menschenwürdigen Existenzminimums rechtmäßig sind. Ohne das Arbeitslosengeld II grundsätzlich in Frage zu stellen, lehnt der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland mehrheitlich die Sanktionierung als Instrument in ihrer derzeitigen Form ab und stellt einen deutlichen Korrekturbedarf fest. Dieser leitet sich aus dem christlichen Menschenbild und der katholischen Soziallehre ab. Die Arbeitswelt hat für das Kolpingwerk Deutschland ein Wirtschaftsverständnis zur Grundlage, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht

 

Sanktionen würden in vielen Fällen Menschen treffen, die eigentlich individuelle Unterstützung beim (Wieder-)Einstieg ins Erwerbsleben benötigten, so das Kolpingwerk Deutschland. Gerade auch die verschärften Sanktionsmöglichkeiten bei jungen Menschen unter 25 Jahren sind für das Kolpingwerk nicht hinnehmbar. Durch Sanktionierung steigt die Gefahr, dass diese jungen Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Der Aufwand, diese sie wieder für Hilfen und die gesellschaftliche Integration ansprechbar zu machen, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen des Einsatzes der Sanktionen, so das Kolpingwerk in seiner Erklärung.

 

Es sollte nicht die „Aktivierung [zur Arbeit] durch Sanktionen“ im Mittelpunkt stehen, sondern ganz im Sinne Adolph Kolpings positive Anreize in Form von Unterstützungs-, Geld- oder Sachleistungen. Auch müssten die so genannten Regelsätze, die das Existenzminimum definieren, geprüft werden. Sie müssen sich nach den Bedürfnissen der Menschen ausrichten, diese realistisch abbilden und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.

 

Der Stigmatisierung, die mit dem Bezug von Hartz-IV-Leistungen verbunden wird, sollte begegnet werden. Dazu bedarf es einer sachlichen Debatte im öffentlichen Raum, die mit Vorurteilen aufräumt. Viel zu oft werden für die strukturellen Probleme des Arbeitsmarktes die Einzelnen verantwortlich gemacht. Die Debatte ist auszurichten am christlichen Menschenbild, dem zugrunde liegt, dass der Mensch von Natur aus gewillt ist, seinen Beitrag für die Gesellschaft und als Schöpfungsauftrag zur Gestaltung der Welt zu leisten. Das Kolpingwerk Deutschland betont ausdrücklich die Notwendigkeit zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit diesem Bereich der Sozialpolitik.

 

Erklärung im Wortlaut unter www.kolping.de/presse-medien/news/erklaerungen/

 


Kolpingwerk Deutschland zur Debatte um eine Zulassung des Bluttests auf Trisomie 21

Jeder Mensch ist wertvoll!

 

(Köln/kw) -„Selektionsinstrumente dürfen nicht zur gesellschaftlichen Normalität werden“. Dies hält der Bundesvorstand des Kolpingwerkes in seiner jüngsten Erklärung fest. Anlass ist die Debatte um den Bluttest auf Trisomie 21, der nach Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Kassen zur Regelleistung werden soll. Dem muss das Bundesgesundheitsministerium noch zustimmen.

 

In seiner Erklärung warnt der Bundesvorstand des Kolpingwerkes davor, dass eine Finanzierung des Bluttestes in „begründeten Einzelfällen“ nicht eine Entwicklung initiieren darf, an deren Ende ein Selektionsinstrument als Regelleistung in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen wird. Nichts anderes stellt der Bluttest auf Trisomie 21 dar: Er dient keinerlei therapeutischen Zwecken, sondern ist ein Selektionsinstrument zur Feststellung des Down-Syndroms bei Ungeborenen, das nicht therapierbar ist. Unsere Gesellschaft darf nicht den Blick für die Grenzen zwischen dem technisch Machbaren und dem ethisch Vertretbaren verlieren.

 

Für das Kolpingwerk stehen die Würde und die Unverfügbarkeit jedes menschlichen Lebens vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes im Vordergrund. Die Wahrung der Menschenwürde und der Schutz des menschlichen Lebens vom ersten bis zum letzten Augenblick sind vom Grundgesetz garantiert und gehören zu den wichtigsten Aufgaben staatlichen Handelns!

 

Das Kolpingwerk Deutschland ist ein katholischer Sozialverband mit bundesweit mehr als 230.000 Mitgliedern.

 


Heute schon die Welt gerettet? – Diakonie M-V und Rotation laden am 5.11.2019 ins Schleswig-Holstein-Haus

Rechtsextremismus und Naturschutz

 (Schwerin/pm) - Am 5. November 2019 laden das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern und Rotation um 19 Uhr zu einem Vortrag mit Gespräch zum Thema „Rechtsextremismus und Naturschutz“ ins Schweriner Schleswig-Holstein-Haus. Ein Experte der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) sensibilisiert die Teilnehmenden für die historischen und aktuellen Verknüpfungen des deutschen Natur- und Umweltschutzes mit extrem rechten Ideologien. Der Vortrag versetzt die Teilnehmenden in die Lage, demokratiefeindliche und menschenverachtende Ideologien und Denkmuster im Natur- und Umweltschutz zu erkennen.

 

Der Vortrag findet im Rahmen der Weltwechseltage statt. Unter dem Motto „There is no Planet B“ werden vom 4. bis 24. November 2019 zahlreiche Veranstaltungen in ganz Mecklenburg-Vorpommern zu den Themen Umwelt- und Klimaschutz angeboten. Es gibt keinen Planeten B. Können wir den Klimawandel also noch aufhalten? Was kann jede*r Einzelne täglich tun oder lassen? Und wer trägt die Verantwortung für all die Klimakatastrophen? Was hat Klima mit Flucht und Menschenrechten zu tun? Diese und weitere Fragen stehen bei den Weltwechseltagen im Vordergrund. Veranstaltungstermine und weitere Informationen unter www.weltwechsel.de

 


Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin Brot für die Welt, zum geplanten Klimaschutzgesetz:

 

 

Klimaschutzgesetz * Klimawandel * Klimapaket

 

 

 

(Berlin/bfw) - Ein deutsches Klimaschutzgesetz muss diese und die zukünftigen Regierungen auf ambitionierten Klimaschutz und eine drastische Nachschärfung des völlig unzureichenden Klimapakets verpflichten. Dafür braucht es rechtlich verbindliche Zwischenziele für die Jahre 2030, 2040 und 2050, die sich konsequent an den Pariser Klimazielen orientieren, sowie einen unabhängigen Mechanismus zur Überprüfung der Zielerreichung. Sonst bricht Deutschland seine im Pariser Klimaabkommen gegebenen Zusagen. Wenn alle Staaten dem schlechten Beispiel Deutschlands folgen würden, wäre es am Ende des Jahrhunderts auf diesem Planeten durchschnittlich weit mehr als drei Grad wärmer als heute. Für einen Großteil der Weltbevölkerung würden sich damit die Lebensbedingungen katastrophal verschlechtern. Wir sind es den nachfolgenden Generationen und den vielen Millionen Menschen, die schon heute unter Folgen des Klimawandels leiden, schuldig, hier und heute entschieden gegenzusteuern.

 

 

 

Die notwendigen globalen Umsteuerungsmaßnahmen auf die lange Bank zu schieben, ist sehr viel kostspieliger. Im Moment werden die Kosten vor allem auf die ärmsten Länder und Bevölkerungsgruppen abgewälzt, die durch immer heftigere klimabedingte Katastrophen wie Stürme und Dürren, Ernteausfälle oder Überschwemmungen immer mehr ihrer ohnehin schon dürftigen Lebensgrundlagen verlieren. 20 Millionen mehr Menschen werden dadurch laut Weltbank jährlich in noch tiefere Armut gestoßen. Die nachhaltigen Entwicklungsziele, auf die die Weltgemeinschaft sich geeinigt hat, werden so nicht erreichbar sein.