Politik

16.10.2021


Konferenz Diakonie und Entwicklung bekennt sich zu UN-Nachhaltigkeitszielen

Leitlinien zur Nachhaltigkeit für die Diakonie verabschiedet

 

Konferenz Diakonie und Entwicklung * Brot für die Welt * Diakonie Katastrophenhilfe * Diakonie Deutschland * UN-Nachhaltigkeitsziele

 

(Wolfsburg/Berlin/bfw) Der Klimawandel und die Covid-19-Pandemie stellen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft weltweit vor enorme Herausforderungen. Auch die kirchlichen Werke Brot für die Welt, Diakonie Deutschland und Diakonie Katastrophenhilfe sehen sich hier in der Verantwortung und haben Nachhaltigkeit zum zentralen Thema der Konferenz Diakonie und Entwicklung gemacht. Das höchste beschlussfassende Gremium des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung (EWDE), in dem die drei Werke arbeiten, hat sich klar in ihrer konstituierenden Sitzung zu den UN-Nachhaltigkeitszielen bekannt und sich für einen umfassenden sozial-ökologischen Kurswechsel stark gemacht. Die Weichen für ein zukunftsfähiges soziales Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell, das die natürliche Umwelt schützt und globaler Armut und Ungleichheit entgegenwirkt, müssen jetzt gestellt werden können, so die Botschaft der zweitägigen Zusammenkunft in Wolfsburg. An die Spitze des Aufsichtsrates des EWDE wurde Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann (EKKW) gewählt. Zur neuen Vorsitzenden der Konferenz wurde Dr. Johanna Will-Armstrong gewählt.

 

Die Konferenz Diakonie und Entwicklung hat am heutigen Donnerstag auch Nachhaltigkeitsleitlinien für die Diakonie verabschiedet. Wichtige Handlungsfelder sind Immobilien, Liegenschaften und Wohnen, Mobilität, Land und Forstwirtschaft, nachhaltige Kapitalanlagen sowie eine Beschaffung, die Menschen- und Arbeitsrechte achtet und Ressourcen schont.

 

Dagmar Pruin, EWDE-Vorstandsvorsitzende und Präsidentin Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe: „Mit der Projektarbeit von Brot für die Welt im Globalen Süden und unserer politischen Arbeit in Deutschland, der EU und weltweit tragen wir dazu bei, dass der dringend erforderliche Wandel des Lebens und Wirtschaftens gelingt und wir nachhaltige Entwicklungen anstoßen. Unsere jahrzehntelangen Erfahrungen und der enge Austausch mit unseren Partnerorganisationen helfen uns, Herausforderungen in Fragen von Klima, Ernährung oder auch Gesundheit konkret und wirksam zu begegnen. Diese Erfahrungen können auch in Deutschland dabei helfen, auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft voranzuschreiten und die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen. Wir appellieren an Regierungen weltweit, jetzt Aktionspläne zu erstellen, in denen sie verbindlich festhalten, mit welchen konkreten Schritten sie diese Ziele erreichen wollen. Dabei müssen die Lasten der Transformation gerecht geteilt werden – national wie international. Niemand darf auf diesem Weg zurückgelassen werden.“

 

Ulrich Lilie, stellvertretender EWDE-Vorstandsvorsitzender und Diakonie-Präsident: „Wir müssen jetzt die Chance ergreifen, um unser Gesundheitssystem, unser Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell auch im Zuge der Digitalisierung sozial und umweltfreundlich zu gestalten. Wir sind aus Überzeugung gerne ein Teil der Lösung und wollen aktiv mitwirken an einem pandemiefesten Sozialstaat, der alle Menschen mitnimmt und keine neuen sozialen Verliererinnen und Verlierer schafft. Heute bauen wir eine Brücke für eine nachhaltigere Welt im 21. Jahrhundert. Unser tragfähiges Fundament sind dabei unsere christlichen Werte für ein nachhaltiges, weltzugewandtes Handeln. Als kirchliche Akteurinnen und Akteure wollen wir engagiert und professionell zu einem echten Weltzukunftsvertrag beitragen, so dass unsere Erde für alle Menschen dieser und künftiger Generationen lebenswert ist und bleibt.“

 

Mit den heute verabschiedeten Nachhaltigkeitsleitlinien geben das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE) und die Diakonie Deutschland die Empfehlung an ihre Mitglieder, ihr Handeln an den Nachhaltigkeitszielen zu orientieren und einen Beitrag zu deren Umsetzung zu leisten Die Diakonie verpflichtet sich, bis spätestens 2035 selbst klimaneutral zu sein.

 

Neu gewählt wurden der Konferenzvorsitz, zudem wurden die Mitglieder des Aufsichtsrates gewählt sowie der beiden Ausschüsse der Konferenz – dem Ausschuss Diakonie und dem Ausschuss Entwicklungsdienst und humanitäre Hilfe. Offiziell verabschiedet als Vorsitzende der Konferenz wurde Angelika Weigt-Blätgen, die den Vorsitz seit Oktober 2012 innehatte. Bischof i.R. Dr. Dr. hc. Markus Dröge war Vorsitzender des Aufsichtsrates des EWDE seit Oktober 2012.

 

Die Konferenz Diakonie und Entwicklung tagte am 13. und 14. Oktober in Wolfsburg. Sie ist das höchste beschlussfassende Gremium des EWDE. Die 112 Delegierten beschließen über allgemeine Grundsätze der diakonischen Arbeit sowie der Entwicklungsarbeit und der humanitären Hilfe. Eröffnet wurde die Konferenz von Regionalbischöfin Petra Bahr mit einem feierlichen Gottesdienst in der Wolfsburger Christuskirche. Auf der Tagesordnung standen Vorstands- und Ausschussberichte, die Genehmigung des Jahresabschlusses des EWDE zum 31. Dezember 2020 und des Wirtschaftsplans für das Jahr 2022.

 

Weitere Informationen:

 

https://www.diakonie.de/fileadmin/user_upload/Diakonie/PDFs/Pressmitteilung_PDF/Nachhaltigkeitsleitlinien_fuer_die_Diakonie.pdf

 

 

 


Welternährungstag: Brot für die Welt und FIAN Deutschland legen Jahrbuch zum Recht auf Nahrung vor

„Strukturelle Ursachen von Hunger in den Blick nehmen“

 

Welternährungstag (16.10.) * Hunger * Jahrbuch * Menschenrecht auf Nahrung * Agrarökologie

 

(Berlin, Köln/bfw) - Zum Welternährungstag (16.10.) weisen Brot für die Welt und FIAN Deutschland darauf hin, dass die Zahl der chronisch Hungernden seit sechs Jahren kontinuierlich ansteigt, auf heute 770 Millionen. Hinzu kommen diejenigen, die zeitweise hungern, etwa weil die Vorräte vor der neuen Ernte aufgebraucht sind: 2020 waren dies 2,4 Milliarden Menschen, 720 Millionen mehr als noch 2014. „Corona, Klimawandel und Kriege verschärfen die ohnehin dramatische Situation. Es greift jedoch zu kurz, allein diese Gründe zu betrachten. Wir müssen endlich die strukturellen Ursachen des Hungers angehen“, sagt Dagmar Pruin, die Präsidentin von Brot für die Welt bei der heutigen Vorlage des Jahrbuchs zum Recht auf Nahrung. „Wenn ein Drittel der Weltbevölkerung nicht ausreichend zu essen hat, obwohl weltweit genug geerntet wird und die Getreidelager voll sind, läuft etwas dramatisch schief.“

 

Das neue Jahrbuch identifiziert drei bedeutende Hindernisse für die Durchsetzung des Menschenrechts auf Nahrung: eine weltweit zu beobachtende Schwächung öffentlicher Institutionen, die Verhinderung transformativer Lösungsansätze wie der Agrarökologie durch den Einfluss der Agrarindustrie sowie die Vernachlässigung von traditionellem bäuerlichem Wissen zugunsten industrienaher Forschung. All dies verschärft die Diskriminierung armer und hungernder Menschen.

 

Dementsprechend sehen Brot für die Welt und FIAN Deutschland, die das Jahrbuch mitherausgeben,  die Verteidigung und Stärkung öffentlicher Institutionen als einen zentralen Beitrag zur Hungerbekämpfung. „Die dramatische Ungleichverteilung von Impfstoffen zeigt einmal mehr, dass das öffentliche Interesse bei Themen wie Gesundheit, Bildung oder Ernährung im Zentrum stehen muss. In Hungerzeiten müssen zuerst lokale Ernährungssysteme unterstützt werden, unter anderem durch staatliche Abnahmeprogramme und Geldtransfers an Bedürftige. Die COVID-Maßnahmen hingegen haben in vielen Ländern die industrielle Landwirtschaft begünstigt und kleine Produzenten weiter an den Rand gedrängt“, so Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland.

 

Von der neuen Bundesregierung erwarten Brot für die Welt und FIAN, dass sie die strukturellen Ursachen von Hunger und Mangelernährung in den Blick nimmt. „Wir appellieren an die neue Bundesregierung, dass sie die finanziellen Mittel des Entwicklungsministeriums für die Hungerbekämpfung stärker für die Förderung der Agrarökologie einsetzt und traditionelles bäuerliches Wissen etwa indigener Völker deutlich stärker in ihre Strategien einbezieht. Nur dann wird es gelingen, Hunger und Mangelernährung zurückzudrängen und angesichts des Klimawandels resistente Ernährungssysteme zu schaffen“, sagt Pruin.

 

 

Jahrbuch zum Recht auf Nahrung (engl): www.righttofoodandnutrition.org/files/rtfn_watch13-2021_eng_web.pdf

 

Interview mit dem Referenten für Landwirtschaft bei Brot für die Welt, Stig Tanzmann: https://www.brot-fuer-die-welt.de/blog/2021-nur-wenn-wir-die-sozialen-ursachen-im-blick-haben/

 

 

Das Jahrbuch zum Recht auf Nahrung („Right to Food and Nutrition Watch“) wird vom Global Network for the Right to Food and Nutrition herausgegeben. In Deutschland gehören Brot für die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN dem Netzwerk an. Das Jahrbuch erscheint in englischer, französischer und spanischer Sprache.


Was die neue Koalition nun angehen muss – Diakonie Hessen zum Tag für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober 2021

Voller Einsatz gegen Armut nötig

(Frankfurt/dwh) - Die Zahlen im aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der letzten Bundesregierung belegen: Armut in Deutschland verfestigt sich, Reichtum ist immer ungleicher verteilt. Das spürt auch die 72-jährige Beate U. (Name geändert) aus dem Rhein-Main-Gebiet. 20 Jahre war sie ausschließlich für die Familienarbeit zuständig. Nach der Scheidung von ihrem mittellosen Mann machte sie sich als Taxifahrerin selbstständig. Mit der Pandemie brachen die Einnahmen ein, die wenigen Ersparnisse waren schnell aufgebraucht, Rechnungen häuften sich. Der mit Scham besetzte Gang zum Sozialamt war die Folge. Beate U. muss jetzt mit monatlich 446 Euro über die Runden kommen. Zu ihrer ohnehin schon angeschlagenen Gesundheit belasten sie nun auch Schlafprobleme und depressive Gedanken. Seit kurzem sucht Beate U. die Allgemeine Sozialberatung eines Diakonischen Werks in der Diakonie Hessen auf, wo Berater*innen sie fachlich begleiten und unterstützen. So wie ihr geht es immer mehr Menschen in Deutschland. Jede fünfte Frau über 65 ist in Deutschland laut Statistischem Bundesamt von Armut betroffen. 

 

Konsequenter Einsatz gegen Armut nötig

„Wir dürfen es als Gesellschaft nicht hinnehmen, dass so viele Menschen in Deutschland in Armut leben“, sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen zum Tag für die Beseitigung der Armut. „Von der neuen Bundesregierung erwarten wir, dass sie sich künftig konsequent gegen Armut einsetzt.“ Die Regelsätze der Grundsicherung seien zu niedrig und reichten nicht aus für eine menschenwürdige Existenzsicherung. Wie in vielen deutschen Städten, stiegen auch in hessischen Ballungszentren die Mieten, so dass Geringverdienende sich ihre Wohnungen kaum noch leisten könnten. Carsten Tag: „Es darf nicht sein, dass sich Menschen in einem wohlhabenden Land wie Deutschland und in dem so wirtschaftlich starken Hessen am Ende des Monats kein warmes Essen mehr leisten können. Insbesondere die Kinder leiden unter der Armut ihrer Eltern. Ihnen muss es möglich sein, ein Leben – auch mit Freizeitaktivitäten – zu führen, das für ihre Altersgenoss*innen selbstverständlich ist.“

 

Armut in Deutschland – nicht nur am Tag der Armut ein Problem

Die Bundesregierung der vergangenen Legislaturperiode habe zuletzt eine Erhöhung der Hartz IV-Sätze um drei Euro beschlossen. „Das ist angesichts der wachsenden Inflation und gestiegenen Lebenshaltungskosten durch die Corona-Krise ein Schlag ins Gesicht armutsbetroffener Menschen“, ergänzt Dr. Melanie Hartmann, Referentin für Armutspolitik und Bahnhofsmission bei der Diakonie Hessen. „Das Problem ist hinlänglich bekannt; uns fehlt es nicht an Studien oder Daten zu Armut in Deutschland. Was wir nun brauchen, sind ein nachhaltiger Einsatz und engagierte Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut, und zwar auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen.“

 

Forderungen der Diakonie Hessen

Die Diakonie Hessen hat in ihrem Positionspapier „Unerhört. Sozial. Bundesweit.“ Forderungen an die künftige Koalition zusammengestellt. Konkret fordert die Diakonie Hessen die neue Bundesregierung auf:

 

-           die Regelsätze der Grundsicherungen monatlich deutlich anzuheben

-           eine armutsfeste, einkommensabhängige Kindergrundsicherung einzuführen

-           die notwendige ökologische Transformation nachhaltig und sozial gerecht zu gestalten

-           das Steuer- und Abgabesystem so umzuformen, dass Wohlstand gerechter verteilt wird

-           Bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen

 

 

 

Weitere Informationen zu Armutsrisiken, Zahlen und Fakten auf unserer Themenseite zum Tag zur Beseitigung der Armut


Kirche, Wissenschaft und Praxis werfen einen selbstkritischen Blick auf den Zusammenhang von Rassismus, Antisemitismus und Sexismus

„Wir müssen uns nicht schämen, sondern eine intersektionale kritische Haltung einüben“

Foto: BAG K+R, ein Projekt von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
Foto: BAG K+R, ein Projekt von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

 

/Bonn/Berlin/pm) - Am 8./9. Oktober fand in Bonn die diesjährige Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R) statt. Im Mittelpunkt der Tagung stand der Zusammenhang zwischen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus. Insgesamt 90 Teilnehmer*innen diskutierten vor Ort und online über die gesellschaftliche und kirchliche Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen.

 

Schon in den Grußworten setzten Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Inna Goudz, Geschäftsführerin der jüdischen Gemeinde am Nordrhein, und Gregor Podschun, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), klare Akzente. Trotz unterschiedlicher Perspektiven sprachen sie sich dafür aus, dass Zivilgesellschaft, Kirche und auch Sicherheitsbehörden stärker intersektional sowohl auf eigene Fehler und Möglichkeiten blicken, als auch Solidarität mit denen üben, die von Mehrfachdiskriminierung tagtäglich betroffen sind. Aufklärung und Selbstreflexion seien dafür unabdingbar, so Gregor Podschun abschließend.

 

Die Intersektionalität von Rassismus, Antisemitismus und Sexismus wurde anschließend im Hauptvortrag von Dr. Katharina von Kellenbach von der Evangelischen Akademie zu Berlin, und Pfarrer Lusungu Mbilinyi genauer beleuchtet. So schilderte von Kellenbach in ihrem Vortrag, dass Rassismus, Sexismus und Antisemitismus ideologisch und aufgrund ihrer Geschichte des Widerstands zusammenhängen, sich gleichzeitig aber auch deutlich unterscheiden.  Rassismus und Sexismus teilten stärker das Fundament der Ideologie der Unterwerfung und Ausbeutung, Antisemitismus sei vor allem eine Vernichtungsideologie, so die Theologin.

Mbilinyi verdeutlichte anhand seiner Arbeit in Tansania und Deutschland, wie er nach und nach lernte, dass Theologie - selbst seine eigene - rassistisch, antisemitisch und sexistisch sein kann. Er plädierte dafür, eine kritische Haltung einzunehmen, aber auch Geduld mit der schwierigen Aufgabe intersektionaler Theologie zu entwickeln. Vor allem sei es wichtig, nicht bei der Scham über die eigenen Fehler zu verweilen oder an ihr zu verzweifeln, sondern kritisch (an sich) weiterzuarbeiten.

Am zweiten Tag regte Prof.in. Dr. Astrid Messerschmid eine intersektionale Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den Kolonialverbrechen an und sprach sich dafür aus, beide nicht miteinander in Konkurrenz zu setzen. Die Auseinandersetzung mit den zwei moralischen Narrativen des 20. Jahrhundert müsse weniger identitätspolitisch geführt werden, sondern stärker ein historisches Wissen über Strukturen und Ideologien erarbeiten, die bis heute fortwirken.

 

Im Anschluss stand eine Studie der Evangelischen Kirche Deutschland im Mittelpunkt. Die Studie untersucht die politische Kultur in Kirchengemeinden. In der Diskussion mit Professor Dr. Peter Rieker, Professorin Dr. Claudia Schulz und Dr. habil Hilke Rebenstorf ging es insbesondere darum, wie die Studie für die kirchliche Arbeit gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit genutzt werden kann. Für die gemeindliche Auseinandersetzung mit polarisierenden Einstellungen und Reaktionen auf gesellschaftlichen Entwicklungen brauchen Gemeinden vor allem Zeit und Begleitung, so Prof.in Dr. Claudia Schulz.

 

In zehn Workshops konnten die Teilnehmer*innen in Bonn schließlich viele Themen vertiefen und um eigene Erfahrungen und Ideen ergänzen. So wurden bspw. israelbezogener Antisemitismus in kirchlichen Kontexten, Verschwörungsideologien, Grundlagen antirassistischer Haltung, die nordrheinwestfälische Neonazi-Szene sowie Perspektiven für digitales Engagement und Vernetzung diskutiert.

 

Das Forum fand statt in Kooperation mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend, der Evangelischen Akademie zu Berlin, dem Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus Dortmund, der Evangelischen Akademie im Rheinland, der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW, dem Rheinischen Dienst für Internationale Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland und dem Evangelischen Forum Bonn.

 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus ist ein ökumenisches Netzwerk von ca. 50 Organisationen, Basisinitiativen und Projektstellen aus dem kirchlichen Raum und der Zivilgesellschaft. Ihre Mitglieder treten Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegen.

 

www.bagkr.de


Brot für die Welt und Diakonie Deutschland unterstützen globalen Klimastreik

Für Klimagerechtigkeit auf die Straße

Klimastreik * Klimagerechtigkeit * Emissionsminderung

 

(Berlin/pm) - Unter dem Motto #AllesFürsKlima ruft Brot für die Welt dazu auf, am globalen Klimastreik teilzunehmen. Auch die Diakonie Deutschland unterstützt die Forderung. Auf Initiative von Fridays for Future gehen am 24. September weltweit Menschen auf die Straße, um gemeinsam für Klimagerechtigkeit zu demonstrieren. Der Streik stellt zwei Tage vor der Bundestagswahl die Dringlichkeit der Klimakrise und den sofortigen Handlungsbedarf in den Mittelpunkt.

 

Das Jahr 2021 ist geprägt von klimabedingten Schäden und Verlusten auf der ganzen Welt: Hungersnot in Madagaskar, Dürreperioden in Ostafrika, brennende Wälder in Kalifornien und Südeuropa, verheerende Fluten im Westen Deutschlands und in New York. Für viele Menschen im Globalen Süden ist die Klimakrise schon länger bittere Realität. Insbesondere die Ärmsten sind weltweit am härtesten von den Folgen der Klimakrise betroffen, obwohl sie am wenigsten zur Entstehung beigetragen haben. „Wir können nicht weiter auf Kosten der Länder im Globalen Süden und der jüngeren Generation leben. Deutschland ist bisher kein Vorreiter für Klimagerechtigkeit“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin Brot für die Welt. „Die nächste Bundesregierung muss sich ihrer Verantwortung stellen und Maßnahmen für drastische Emissionsminderung in Deutschland einleiten. Außerdem müssen Länder des Globalen Südens stärker dabei unterstützt werden, die Klimakrise zu bewältigen und erneuerbare Energiesysteme aufzubauen. Dafür ist eine Verdopplung der deutschen Klimafinanzierung bis 2025 notwendig.“

 

Die neue Bundesregierung muss entschieden handeln, um die Erderwärmung durch den menschengemachten Klimawandel im Einklang mit dem Pariser Abkommen auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen.

 

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: „Klimaschutz sozial gestalten und die Energie-, Sozial- und Wirtschaftspolitik zusammen denken. Das sind die zentralen Aufgaben der nächsten Bundesregierung. Dabei müssen wir aufpassen, dass aus der notwendigen ökologischen Wende keine neuen sozialen Verliererinnen und Verlierer hervorgehen. Wohnen muss bezahlbar sein – trotz Klimasanierung. Eine CO2-Steuer ist sinnvoll – doch auch die dadurch entstehenden höheren Kosten müssen sozial abgefedert werden. Klimaschutz darf bei den existenzsichernden Hilfen nicht aufhören.“ Die diakonischen Träger und Einrichtungen wollen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Hierfür braucht es von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen und Finanzierungsmodelle für die soziale Wirtschaft. „Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsaktivitäten dürfen für die gemeinnützigen Unternehmen nicht zum Wettbewerbsnachteil geraten. Darum muss sich die künftige Regierung dafür einsetzen, die Nachhaltigkeit neben Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit gleichrangig in den Sozialgesetzbüchern zu verankern. Gerade im Gebäudebereich mit einem Anteil schädlicher CO2-Emissionen von 40 Prozent birgt die klimafreundliche Sanierung von Sozialimmobilien ein enormes Potenzial“, so Lilie.

 

Der Klimastreik findet am 24. September um 12:00 Uhr deutschlandweit statt. Alle Teilnehmer:innen sind zum Tragen einer Maske verpflichtet.

 

 

Mehr Informationen:

Diakonie-Forderungen zur Bundestagswahl: https://www.diakonie.de/bundestagswahl-2021/klimaschutz-sozial-gestalten

Erwartungen von Brot für die Welt an die neue Bundesregierung finden Sie hier: https://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/bundestagswahl-2021/

 

 


Deutschlands Teilung und Europas Einheit im Fokus - Kongress der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen

(Dresden/pm) - Vom 17. bis 19. September 2021 findet der 24. Bundeskongress der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Folgen der kommunistischen Diktatur sowie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit den Verfolgtenverbänden und Aufarbeitungsinitiativen in Teistungen im Eichsfeld statt. Das Thema des Kongresses lautet: 1961 bis 2021- Deutschlands Teilung und Europas Einheit.

 

Der Bundeskongress ist ein wichtiges Podium für die Auseinandersetzung mit der DDR-Diktatur und ihren Folgen sowie ein wertvolles Format des Austauschs. In den letzten Jahren nahmen jeweils rund 200 Vertreter der bundesweit agierenden Verfolgtenverbände teil. In diesem Jahr, dem 60. Jahr des Baus der Berliner Mauer, findet der Kongress an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Thüringen und Niedersachsen statt.

 

Den Festvortrag hält der Parlamentspräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Karl-Heinz Lambertz zum Thema „Europas Vielfalt, Europas Einheit, Europas Weltdimension — Von der (Ohn)Macht europäischer Grenzen“. Über die „Perspektiven der Aufarbeitung — Ideen und Konzepte“ wird bei der Podiumsdiskussion mit der Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur Evelyn Zupke, dem Präsidenten des Bundesarchivs Prof. Dr. Michael Hollmann, der kommissarischen Bundesvorsitzenden der VOS May-Britt Krüger, der Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Dr. Anna Kaminsky und dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Dr. Peter Wurschi diskutiert. Moderiert wird das Podium von Michael Bartsch (MDR Kultur).


Deutschland kann Blaupause für sozial-ökologische Transformationen sein

Ökumenisches Bündnis ruft zur Teilnahme am Klimastreik auf

(Stuttgart/Karlsruhe/Freiburg/Rottenburg/pm) - Das ökumenische Bündnis für Klimagerechtigkeit der vier großen Kirchen in Baden-Württemberg ruft alle Christinnen und Christen dazu auf, sich am bundesweiten Klimastreik am Freitag, 24. September, zu beteiligen und in der Vorbereitung auf diesen Tag kreativ darauf hinzuweisen.

„Jeder für sich selbst muss damit beginnen, einen umweltverträglichen Lebensstil zu führen – privat, in den Kirchengemeinden, in der gesamten Gesellschaft“, teilt das Bündnis mit. Und weiter: Deutschland komme eine besondere Verantwortung in der Klimakrise zu, besonders auch im Hinblick auf die wichtigen Entscheidungen der UN-Klimakonferenz im November 2021 in Glasgow. Das Land habe alle Chancen, eine realistische Blaupause für die notwendigen sozial-ökologischen Transformationen weltweit zu sein. Dies werde bislang aber weder politisch noch gesellschaftlich wahrgenommen. Das Bündnis befürchtet daher, dass sich das immer kleiner werdende Zeitfenster zum Handeln schließt und wesentliche Kipppunkte der Biosphäre überschritten werden, womit die Folgen der Klimakrise unumkehrbar werden.

Die jüngste Flutkatastrophe in West- und Süddeutschland habe die physischen Auswirkungen auch hier zu Lande allen sichtbar gemacht, teilt das ökumenische Bündnis für Klimagerechtigkeit mit. Anders als der globale Süden hätten die industrialisierten Länder die Finanzkraft zur Anpassung. Deshalb verfolgten die im Bündnis zusammengeschlossenen Kirchen mit eigenen Klimaschutzkonzepten ehrgeizige Reduktionsziele.

Ein weiterer Schwerpunkt des Bündnisses der Kirchen für Klimagerechtigkeit liege darin, aufzuzeigen, dass die Länder, die historisch am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, mit den Folgen des Klimawandels nicht allein gelassen werden dürfen. Zudem dürfe diesen Ländern eine wirtschaftliche Entwicklung nicht verwehrt werden.

Vertreter der vier großen christlichen Kirchen in Baden-Württemberg äußern sich dazu wie folgt:

„Wir müssen als Kirchen den Menschen noch deutlicher bewusstmachen, dass uns die Zeit davonläuft und wir unsere Lebensstile hier und heute hinterfragen müssen. Von unseren Partnerkirchen im Süden können wir lernen, dass anders leben ebenso gut und sinnstiftend ist“, sagt Dr. Fabian Freiseis, Leiter des Referats Weltkirche der Erzdiözese Freiburg.

Klaus-Peter Koch, Umweltbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, betont: „Die Zäsur durch die Pandemie darf uns nicht daran hindern, uns noch konsequenter für die Veränderungen einzusetzen, die aus Sorge um die ganze Schöpfung und für ein gutes Leben unserer Nächsten in unserer Nachbarschaft, weltweit und für zukünftige Generationen dringend notwendig sind.“

Stefan Schneider, Umweltbeauftragter der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hält fest: „Aus Liebe zur Schöpfung Gottes engagieren wir Kirchen, wir Christinnen und Christen uns für einen entschiedenen Klimaschutz.“ 

Und Michael Starck, Beauftragter für den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Landeskirche in Baden, fügt an: „Schon seit Jahren haben unsere Partner in Indien und Indonesien mit immer unberechenbareren, immer stärker werdenden Niederschlägen zu kämpfen, die zu Erdrutschen und Überschwemmungen führen, viel Zerstörung anrichten und auch Menschenleben kosten. Diese Extremwetterphänomene sind eindeutig Folgen des Klimawandels.“

Laut dem Ökumenischen Bündnis für Klimagerechtigkeit könnten Kirchengemeinden beispielsweise am Sonntag vor dem Streiktag in den Gottesdiensten eine Klimafürbitte aufnehmen und am Streiktag mit einem „fünf-vor-zwölf-Läuten-für-den-Klimaschutz“ zu einer Mittagsandacht für Klimagerechtigkeit einladen. Als Zeichen für die Dringlichkeit der Klimakrise könnten während dieser Andacht die Kirchturmuhren auf „fünf vor zwölf“ stehen. Jugendverbände könnten in einer Gruppenstunde Demoschilder gestalten und damit gemeinsam zu einer Demo gehen oder online teilnehmen.

Zum Ökumenischen Bündnis für Klimagerechtigkeit Baden-Württemberg:

Der globale Klimawandel ist die größte Zukunftsherausforderung für die Menschheit und die Schöpfung. Kirchen können und müssen hier eine entscheidende Rolle übernehmen, indem sie konsequent auf die mit dem Klimawandel verbundenen Gerechtigkeitsfragen hinweisen, sich verbindlich für die Klagen der Armen einsetzen und selbst eine Vorbildfunktion im notwendigen Transformationsprozess einnehmen.

Die (Erz-)Diözesen Freiburg und Rottenburg-Stuttgart und die evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg haben deshalb ein ökumenisches Bündnis für Klimagerechtigkeit geschlossen. Gemeinsam wollen sie

•           den Austausch zu Fragen der Klimagerechtigkeit konsequent und kontinuierlich pflegen,

•           das Handeln der Kirchen in Sachen Klimaschutz und Klimagerechtigkeit stärken,

•           konkrete Aktionen, Kooperationen und Projekte vorschlagen,

•           Positionen formulieren und sie gegenüber Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft  
             geltend machen.

 

 


KDFB ruft zur Beteiligung an der Bundestagswahl auf

Demokratie stärken – Populismus widerstehen

(Köln/kdfb) – Wenige Tage vor der Bundestagswahl am 26. September 2021 ruft der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) noch einmal eindringlich zur Wahlbeteiligung auf. KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth erklärt dazu: „Eine starke Demokratie braucht Menschen, die sich für sie stark machen. Die mit ihrer Stimme ein Zeichen für Gerechtigkeit, Frieden, Solidarität und Menschenwürde setzen und rechtspopulistischen, antidemokratischen und antifeministischen Bewegungen eine klare Absage erteilen.“

Als engagierter Frauenverband mit einer christlichen Werthaltung will der KDFB eine wachsende Spaltung der Gesellschaft verhindern und macht sich deshalb stark für Gleichberechtigung, Zusammenhalt und kulturelle Vielfalt. „Verantwortung für eine tragfähige Demokratie in unserem Land zu übernehmen bedeutet, sie aktiv mitzugestalten und nicht denjenigen zu überlassen, die sich mit Wort und Tat dagegenstellen oder die nur Zuschauende sind“, stellt Maria Flachsbarth fest.

Der KDFB appelliert an alle Wahlberechtigten, die politischen Positionen der Kandidat*innen kritisch zu prüfen und ermuntert dazu, insbesondere Frauen bei ihrer Kandidatur zu unterstützen. „Es ist wichtig, Interessen, Ansichten und Forderungen von Frauen in Politik und Öffentlichkeit stärker sichtbar zu machen. Demokratie und Gleichberechtigung bedingen sich gegenseitig. Geschlechtergerechtigkeit zeigt sich auch durch paritätisch besetzte Parlamente“, so die KDFB-Präsidentin. 

Weitere Forderungen des Frauenbundes lauten: Schutz des Lebens in den besonders verletzlichen Phasen am Anfang und Ende sowie mehr Beratungsnagebote für Betroffene und Begleitende; Anrechnung der Kindererziehungszeiten mit einem dritten Entgeltpunkt bei der Rente auch für vor 1992 geborene Kinder; Einführung von flexiblen Zeitbudgets in Renten- und Sozialversicherungssystemen. Neben der Erwerbsarbeit müssen auch Zeiten für Sorgearbeit und Weiterbildung möglich sein, die an eine Entgeltleistung gekoppelt werden. 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Deutschland sicher im Netz e. V. zu den „Ghostwriter-Angriffen“ gegen Politiker:innen

(Berlin/dsin) – Das Auswärtige Amt hat diese Woche eine öffentlichen Warnung wegen aktueller Phishing-Angriffe auf Politikerinnen und Politiker aus dem Ausland ausgesprochen.

 

Dazu erklärt DsiN-Geschäftsführer Dr. Michael Littger:

 

„Die aktuelle Warnung des Auswärtigen Amts wegen Identitätsdiebstahl und Verbreitung falscher Inhalte im Namen politischer Persönlichkeiten ist nur die Spitze des Eisberges. Tatsächlich sind Politikerinnen und Politiker Angriffen aus dem Netz oftmals schutzlos ausgeliefert. Defizite bestehen in Cyberkompetenzen sowie auch in technischer Hinsicht. Das erleichtert es Angreifern, Informationen unter gefälschter Identität in den Umlauf zu bringen, Daten zu erbeuten, Computer zu sperren oder zu manipulieren.

 

Wir appellieren daher an alle Mandatsträger und Kandidaten auch auf kommunaler Ebene und in den Wahlkreisbüros, bundesweit verfügbare Schulungsangebote wie PolisiN – Politiker:innen sicher im Netz in Anspruch zu nehmen und sonstige Hilfsangebote zu nutzen."

 

Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte nach der öffentlichen Warnung des Bundesaußenministeriums in dieser Woche Ermittlung wegen aktueller Phishingangriffe auf Bundestags- und Landtagsabgeordnete aufgenommen. In der neuen Cybersicherheitsstrategie des Bundes von Mittwoch wurde auf das Schulungsangebot PolisiN – Politiker:innen sicher im Netz verwiesen, das von Deutschland sicher im Netz im Rahmen des Deutschland Dialog für digitale Aufklärung mit Unterstützung zur Verfügung gestellt wird.

 

 

 

Über PolisiN – Politiker:innen sicher im Netz

Das Projekt Politiker sicher im Netz (PolisiN) schult ehren- und hauptamtliche Politiker und ihre Mitarbeiter im sicheren Umgang mit dem Internet. Das Programm wurde in der Digitalen Agenda des Bundesinnenministerium vom März 2019 erwähnt und entstand in gemeinsamer Besprechung auch mit dem BSI und weiteren Unternehmen. polisin.de

 

 

Über Deutschland sicher im Netz e.V.
Der gemeinnützige Verein DsiN wurde 2006 im Rahmen des 1. Nationalen IT-Gipfels (heute: DigitalGipfel) der Bundesregierung gegründet. Als Ansprechpartner für Verbraucher:innen und kleinere Unternehmen befähigt der Verein durch konkrete Hilfestellungen zum sicheren Umgang mit digitalen Diensten. DsiN ist Partner von Vereinen sowie auch der Wirtschaft, Politik und Wissenschaft und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Innern, für Bau und Heimat. sicher-im-netz.de



Bundestagswahl 2021

Mehr als 300 Politiker*innen wollen sich in der nächsten Legislaturperiode für Kinderrechte einsetzen

(Berlin/wv) - 303 Kandidat*innen für die Bundestagswahl wollen sich in der nächsten Legislaturperiode für Kinder und ihre Rechte einsetzen und als #KinderrechteChampion in den neuen Bundestag ziehen.

Die Kampagne #KinderrechteChampion wurde von zehn Kinderrechtsorganisationen gestartet, um die Kinderrechte bei der Bundestagswahl auf die Agenda zu setzen und langfristig zu stärken. Die Kampagne geht auch über den Wahltag hinaus: Bundestagskandidat*innen und Abgeordnete des neuen Bundestages können sich der Aktion anschließen, um sich im neu gewählten Bundestag für die Umsetzung der Kinderrechte einzusetzen. Die Kinderhilfsorganisation World Vision unterstützt die Kampagne.

„Wenn man sich klar macht, wie rasant sich unsere Welt ändert und wie dringend wir in allen Lebensbereichen nachhaltiger handeln müssen, erkennt man auch die große Bedeutung der Kinderrechte. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen eine Perspektive für ihr Leben entwickeln, ihre Talente entfalten und sowohl individuell als auch kooperativ ihr Umfeld mitgestalten können“, sagt Gudrun Schattschneider, Leiterin Politik und Fachlichkeit bei World Vision Deutschland. „Unsere World Vision Kinderstudien zeigen, worauf es in unserer Politik jetzt ankommt.“

Alle #KinderrechteChampion wollen in der kommenden Legislaturperiode die Beteiligung von Kindern fördern, Investitionen in Bildung stärken sowie Kinderarmut und Ungleichheit bekämpfen. Fortschritte in diesen Bereichen sind dringend notwendig, um die Kinderrechte in Deutschland und weltweit zu verwirklichen und Kindern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.

 

Eine vollständige Liste der mitwirkenden Kandidat*innen und weitere Informationen zur Kampagne finden Sie auf der Website: kinderrechtechampion.de


Am 18. September ein Zeichen setzen

Rettungskette für Menschenrechte

(Karlsruhe/ekiba) - Am 18. September um 12 Uhr wird eine Menschenkette von der Nordsee bis zum Mittelmeer ein sichtbares Zeichen gegen das Sterben im Mittelmeer setzen. Auch die evangelische Kirche beteiligt sich an mehreren Orten an den Aktionen, die in Baden geplant sind.

„Als Kirche müssen wir uns um der Menschenrechte willen einmischen; für uns Christen und Christinnen gehört die Achtung der Menschenwürde und die Nächstenliebe zum praktischen Kern unseres Glaubens“, betont Pfarrerin Dr. Elisabeth Hartlieb, landeskirchliche Beauftragte für die Seelsorge an Flüchtlingen. „Dass die EU zuschaut, wie an den Grenzen Europas seit 2014 über 20.000 Menschen ertrinken, ist skandalös“ sagt Jürgen Blechinger, Jurist und Referent für Flucht und Migration der Evangelischen Landeskirche in Baden. „Es ist höchste Zeit, ein europäisches Seenotrettungsprogramm zu schaffen und diese humanitäre Verpflichtung nicht der Zivilgesellschaft und der Kirche allein zu überlassen, geschweige denn, sie daran zu hindern oder gar zu kriminalisieren“. Nötig sei die Schaffung sicherer und legaler Fluchtwege nach Europa, gerade angesichts der Situation in Afghanistan, dem Iran, Syrien, dem Irak, aber auch anderer Kriegs- und Krisengebiete. Die Praxis illegaler Push-Backs an den Außengrenzen der EU - sei es in libysche Folterlager oder in extrem unsichere Staaten wie die Türkei - müsse gestoppt werden, so Blechinger. Stattdessen gilt es, sich stark zu machen für das Menschenrecht auf effektiven Zugang zu einem rechtsstaatlichen Asylverfahren in der EU, für einen fairen Verteilschlüssel innerhalb der EU und humanitäre Aufnahmestandards, die eine Integration der Menschen in Europa befördern.

Die Menschenkette am Samstag, 18. September, steht für solidarische Städte, die sich zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit erklärt haben, für sichere Häfen und eine humane Flüchtlingspolitik. Mehr als 200 Organisationen aus unterschiedlichsten zivilgesellschaftlichen und politischen Bereichen unterstützen die Rettungskette für Menschenrechte. Sie soll von Hamburg aus starten und über zahlreiche deutsche Städte verlaufen – darunter beispielsweise auch Heidelberg, Karlsruhe und Pforzheim. Weiter läuft sie nach Österreich und über Italien bis ans Mittelmeer. Ziel ist es, ein starkes Signal an die europäische Politik zu senden und dort an die Verantwortung für Menschenrechte zu erinnern.

Sowohl die Evangelische Landeskirche in Baden, die Evangelischen Frauen in Baden als auch weitere kirchliche Akteure und Kirchengemeinden werden sich an dieser Menschenkette beteiligen. Innerhalb der badischen Landeskirche gibt es in Mannheim, Edingen Neckarhausen, Heidelberg, Sandhausen, Karlsruhe, Reilingen und Pforzheim Menschenketten mit kirchlicher Beteiligung.

In Karlsruhe beispielsweise wird die Menschenkette von der Moltkestraße über das Schloss bis zur Edelsheimstraße quer durch die Stadt verlaufen. Die Aufstellung zur Menschenkette beginnt – unter Einhaltung der gegebenen Coronaregelungen - um 11:30 Uhr an verschiedenen Sammelstationen. Die Menschenkette soll dann ab 12 Uhr – begleitet von verschiedenen musikalischen Darbietungen - für eine halbe Stunde lang verbunden sein. (www.evangelische-frauen-baden.de)

 

 

Informationen zu allen Stationen der Menschenkette finden Sie unter www.rettungskette.eu


World Vision zur Afghanistan-Konferenz

Sofort-Hilfe für Afghanistan kann viele hungernde Kinder noch retten

 

Bei der Umsetzung künftiger Hilfsmaßnahmen darf es keine Einschränkungen für Frauen geben


(Berlin/wv) - Für die Zukunft afghanischer Kinder werden am Montag in Genf wichtige Entscheidungen getroffen, teilt die internationale Hilfsorganisation World Vision mit. Staats- und Regierungschefs bzw. hochrangige Regierungsvertreter beraten über die Lage der Menschen im Land und über humanitäre Unterstützung, um Hunger und Not zu lindern.

 

In Afghanistan können sich mehr als 13 Millionen Menschen nicht mehr ausreichend ernähren und fast jede zweite Kind ist von akuter Mangelernährung bedroht. Besonders in ländlichen Gebieten wächst die extreme Armut und Abhängigkeit von humanitärer Hilfe. Angesichts der sich ausbreitenden Krise im Land, die bereits Millionen Menschen aus ihren Heimatorten vertrieben hat, muss nach Ansicht von World Vision umgehend gehandelt werden.

Lebensrettende Gesundheits-und Ernährungshilfen von World Vision angelaufen

 

World Vision Afghanistan hat in dieser Woche lebensrettende Aktivitäten in westlichen Provinzen wieder aufgenommen und betreibt mehrere mobile Gesundheits- und Ernährungskliniken.  Durch sie können unterernährte Kinder unterstützt und erste medizinische Behandlungen für vertriebene Menschen bereitgestellt werden. Die Kinderhilfsorganisation ist bereit, weitere Unterstützung zu leisten, aufbauend auf 20jähriger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit afghanischen Gemeinden. Priorität erhält derzeit die Bereitstellung von Nahrungsmitteln, die Trinkwasser- und Sanitär Versorgung sowie Maßnahmen zum Schutz des Lebens von Kindern.

 

Die Bundesregierung und andere Geber müssen schnell Mittel für Soforthilfen freigeben und einen uneingeschränkten Zugang zu notleidenden Menschen aushandeln. Die Sicherheit weiblicher Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und der Begünstigten ist dabei von entscheidender Bedeutung, um Hilfsmaßnahmen in Afghanistan ausweiten zu können.

 

"Der UN-Plan für humanitäre Hilfe ist nur zu 39 % finanziert, d.h. 786 Millionen US-Dollar werden noch dringend benötigt, um über 18 Millionen Afghanen zu unterstützen", erklärte die Direktorin von World Vision Afghanistan, Asuntha Charles. Sie nimmt von Kabul aus an dem von den Vereinten Nationen vermittelten Ministertreffen teil.  Die Finanzierung müsse nachhaltig und flexibel sein, damit die Hilfsorganisationen auf die stark schwankenden Gegebenheiten reagieren können.

Da die aktuelle Situation für viele NGO-Mitarbeiterinnen unklar ist, fordert World Vision, dass die Rechte der Frauen uneingeschränkt geschützt werden, einschließlich des Rechts zu arbeiten, humanitäre Hilfe zu leisten und in der Lage zu sein, sicher Hilfe zu erhalten.

 

"Alle humanitären Helfer müssen ihrer Arbeit ohne Einschränkungen und  frei von Drohungen nachgehen können", betont Asuntha Charles. "Dies gilt selbstverständlich auch für Frauen. Es ist nicht nur ihr Recht, sondern auch entscheidend, um die Bedürfnisse aller Bedürftigen zu erfüllen, einschließlich Mädchen, Müttern und schwangeren Frauen, die sonst möglicherweise unsichtbar wären. Die Staats- und Regierungschefs der Welt haben die Möglichkeit, eine potenzielle Katastrophe abzuwenden und das Leben von Millionen Jungen und Mädchen in Afghanistan zu retten - sie müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um dies zu tun", sagte Charles.

 

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Über World Vision Deutschland e.V.

 

World Vision ist eine unabhängige christliche Kinderhilfsorganisation mit über 70 Jahren Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Nothilfe. Unser Fokus liegt darauf, den am stärksten gefährdeten Kindern Chancen zu bieten, ein erfülltes Leben zu führen.  In rund 100 Ländern arbeiten wir mit Spenderinnen und Spendern, Kindern und Jugendlichen, Dorfgemeinschaften, Regierungen und vielen Partnern transparent zusammen, um nachhaltig Armut und Ungerechtigkeiten zu überwinden. World Vision Deutschland e.V. führt derzeit 280 Projekte in 48 Ländern durch und erreicht damit rund 16 Millionen Menschen. Mit der internationalen Kampagne „It Takes a World to end Violence against Children“ setzt sich World Vision dafür ein, Gewalt gegen Kinder in jeder Form zu beenden. 


Die ehemalige geheime Ausweichführungsstelle des Leipziger Stasi-Chefs ist seit 25 Jahren Museum und Teil der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

 

(Leipzig/pm) - Inmitten des Naherholungsgebietes „Lübschützer Teiche“, etwa 30 km östlich von Leipzig, befindet sich der ehemalige Stasi-Bunker. Am Rande des beliebten Ausflugsortes in Machern baute die Stasi Ende der 1960er Jahre den Bunker als Ausweichführungsstelle des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig. Der ca. 100 Mann starke Führungsstab um den Leipziger Stasi-Chef Manfred Hummitzsch hätte hier auch im Falle eines Krieges seine Arbeit fortsetzen wollen.

Bis 1989 wurde die unterirdische Anlage funktionsbereit gehalten, um die geheimpolizeiliche Tätigkeit von dort aus weiterzuführen und auch im Fall eines Ausnahmezustandes den Machtanspruch des SED-Regimes aufrechterhalten. Die Planungen reichten von der weiten Überwachung der Bevölkerung bis hin zu vorbereiteten Isolierungslagern für Oppositionelle.

Zur Umsetzung der Pläne und Belegung der Ausweichobjekte einschließlich des Bunkers kam es dank der Friedlichen Revolution im Herbst ´89 zum Glück nie. Die Initiative des Macherner Pfarrers Gottfried Süß führte im Dezember 1989 zur Entdeckung des ehemaligen Stasi-Bunkers. Die gerade erst gebildeten Bürgerkomitees aus Leipzig und Wurzen setzten sich frühzeitig für den Erhalt dieser Anlage als Gedenkstätte ein. 1996 wurde der Bunker dann erstmals zum Tag des offenen Denkmals als Museum geöffnet und kann seitdem regelmäßig besichtigt werden.

So gelang es dem Bürgerkomitee Leipzig e.V. gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen den Macherner Stasi-Bunker als einzige der ehemals in allen 15 DDR-Bezirken existierenden baugleichen Ausweichführungsstellen weitestgehend original eingerichtet zu erhalten. Heute ist der Bunker Teil der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, einer insoweit einmaligen Gedenkstättenkombination.

Kleiner Festakt, Eröffnung einer Fotoausstellung und Rundgänge am Tag des offenen Denkmals

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals steht unter dem Motto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalspflege“ – für den bis 1989 als Erholungsobjekt in einem Wasserschutzgebiet getarnten Stasi-Bunker besonders treffend. Aus diesem Anlass lädt das Bürgerkomitee Leipzig e.V. am 11.09.2021 zu einem Festprogramm ins Museum im Stasi-Bunker in Machern ein, um das 25jährige Jubiläum zu feiern.

Am Samstag, den 11. September 2021 werden 13.00 Uhr nach einer Einführung durch Tobias Hollitzer (Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“) Henry Graichen (Landrat des Landkreises Leipzig), Karsten Frosch (Bürgermeister der Gemeinde Machern), Dr. Nancy Aris (Sächs. Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) und Johannes Selle (stellv. Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages) im Rahmen eines kleinen Festaktes Grußworte halten.

14.00 Uhr wird die Ausstellung der Soziologin und Fotografin Cordia Schlegelmilch eröffnet. Von 1990 bis 1996 führte sie eine außergewöhnliche Langzeitstudie zum gesellschaftlichen und politischen Umbruch in der DDR durch und interviewte ausführlich Menschen unterschiedlicher Milieus und Altersgruppen in Wurzen. Begleitend dazu dokumentierte sie den Wandel fotografisch. Die Fotografien der Ausstellung „Aufbruch und Erinnerung - Eine fotografische Reise in den Osten Anfang der 1990er Jahre“ zeigen die Zeit des provisorischen Übergangs vom „Nicht-Mehr“ zum „Noch-Nicht“, geschlossene Gaststätten und Läden, neue Werbetafeln und Spuren vergangener Wahlkämpfe und werden bis zum 31.12.2021 in Machern präsentiert.

Anschließend sind die Gäste zu einem kleinen Sektempfang eingeladen. Ab 15.00 Uhr sorgt das Manfred-Hering-Trio, bestehend aus dem Wurzener Jazzsaxophonisten Manfred Hering sowie Olaf Dix am Kontrabass und Per Winker am Schlagzeug, anlässlich des Jubiläums für musikalische Unterhaltung. Außerdem bietet die Gaststätte „Lübschützer Teiche“ eine gastronomische Versorgung an.

Ebenfalls im Anschluss können Interessierte das Außengelände und die unterirdische Bunkeranlage erkunden. Während der Rundgänge erfahren die Gäste mehr Details über den Bunker und die Ernstfallplanung der Staatssicherheit. Auch wird die Fotoausstellung im neuen Besucherzentrum (ehemaliges Kommandantenwohnhaus) präsentiert.

Museum im Stasi-Bunker auch am Tag des Offenen Denkmals geöffnet

 

Am Sonntag, den 12. September 2021 und Tag des offenen Denkmals, bietet das Museum von 10.00 – 18.00 Uhr Rundgänge durch die unterirdische Anlage an. Während der Rundgänge erfahren die Gäste mehr Details über den Bunker und die Ernstfallplanung der Staatssicherheit. Auch wird die Fotoausstellung im neuen Besucherzentrum (ehemaliges Kommandantenwohnhaus) präsentiert.


Ehemaliger Bundespräsident erörtert, warum es sich lohnt, mutig für Toleranz zu streiten

Joachim Gauck beim Augustinus Forum

Bundespräsident a.D. Dr. Joachim Gauck ist beim Augustinus Forum am 5. Oktober in Neuss zu Gast.  Foto: © Kleinschmidt/MSC
Bundespräsident a.D. Dr. Joachim Gauck ist beim Augustinus Forum am 5. Oktober in Neuss zu Gast. Foto: © Kleinschmidt/MSC

(Neuss/ af) - Zweimal musste das Augustinus Forum aufgrund der Pandemie digital per Videoübertragung stattfinden, jetzt können die Gäste wieder in Präsenz teilnehmen. Zum Augustinus Forum am 5. Oktober wird Bundespräsident a.D. Dr. Joachim Gauck nach Neuss kommen und zum Thema Toleranz sprechen. Gemeinsam mit dem Chefredakteur der Herder Korrespondenz, Volker Resing, ordnet das ehemalige Staatsoberhaupt die wachsenden Verunsicherungen in der Gesellschaft und damit auch die Vielfalt und Polarisierung von Meinungen ein. Gauck und Resing analysieren, warum die Debatten in den vergangenen Jahren immer rauer und unversöhnlicher wurden und weshalb manchen Menschen Intoleranz als attraktiv erscheint. „Wie verhalten sich Einzelinteressen und Gemeinwohl zueinander? Wie viel Andersartigkeit müssen wir aushalten? Welche gemeinsamen Werte und Regeln müssen unbestreitbar gelten?“ Diesen Fragen will Gauck auf den Grund gehen und ein mutiges Ja zur praktizierten Toleranz fordern.

Nach dem Gespräch wird Joachim Gauck sich den Fragen und Anmerkungen des Publikums stellen. Diese Diskussion des Plenums ist bewährter Bestandteil des Augustinus Forums und für viele ein Höhepunkt dieser Veranstaltungsreihe der Neusser Augustinerinnen.

Das Forum mit Joachim Gauck am 5. Oktober in der Mehrzweckhalle des Alexius/Josef Krankenhauses beginnt um 19.30 Uhr. Zutritt haben ausschließlich Geimpfte und Genesene mit entsprechendem Nachweis und gültiger Eintrittskarte. Eine persönliche Einladung kann per E-Mail unter augustinus-forum@stiftung-cor-unum.de angefragt werden, die Anzahl der Plätze ist allerdings limitiert.

Nach der Veranstaltung ist das gesamte Gespräch zwischen Joachim Gauck und Volker Resing auf der Homepage der Stiftung unter www.neusser-augustinerinnen.de und in der Mediathek des Domradios zu sehen.

 

Info-Kasten:

 

Beim Augustinus Forum setzen sich regelmäßig meist prominente Gäste mit gesellschaftlichen, politischen und kirchlichen Themen auseinander und fragen nach den Grundlagen unseres Zusammenlebens. Das Forum wird veranstaltet von der Stiftung Cor unum, einer Gründung der Neusser Augustinnerinnen. Die Stiftung betreibt den Ambulanten Hospizdienst Cor unum und ist Mehrheitsgesellschafterin der St. Augustinus Gruppe, die ihrerseits u. a. Krankenhäuser, Psychiatrische Kliniken, ein Hospiz und Einrichtungen für Senioren sowie für Menschen mit Behinderungen unterhält.  


Deutschland sicher im Netz e. V. zur Cybersicherheitsstrategie 2021

 

 

(Berlin/DsiN) – Am Mittwoch hat das Bundeskabinett die neue Cybersicherheitsstrategie des Bundes beschlossen.

 

Dazu erklärt DsiN-Geschäftsführer Dr. Michael Littger:

 

„Die Cybersicherheitsstrategie 2021 setzt verstärkt auf Cyberkompetenzen von Internetnutzenden. Tatsächlich sind Menschen die größte Schwachstelle in der heutigen IT-Sicherheitsarchitektur. Über 90 Prozent der Sicherheitsvorfälle im privaten und beruflichen Umfeld sind durch einfache Schutzvorkehrungen vermeidbar. Wenn es gelingt, die neuentstandenen Transferinfrastrukturen der vergangenen Jahre kraftvoll weiterzuentwickeln, kann Deutschland zum Vorbild bei digitaler Kompetenzvermittlung werden.

 

Die Cybersicherheitsstrategie benennt konkrete Engagements des Bundes mit Deutschland sicher im Netz wie die Digitale Nachbarschaft fürs Ehrenamt, den Digital-Kompass für ältere Menschen, den Digitalen Engel für ländliche Regionen sowie PolisiN – Politiker:innen sicher im Netz und den DsiN-Digitalführerschein. Aber auch TISiM, die Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand vermittelt bundesweit schon heute an 80 regionalen Anlaufstellen konkrete Hilfestellungen für Berufstätige und Unternehmen. Insbesondere den digitalen Mittelstand gilt es mit der neuen Bundesregierung dauerhaft zu stärken.“

 

 

Über die Cybersicherheitsstrategie der Bundesregierung:

Die Cybersicherheitsstrategie für Deutschland 2021 beschreibt die grundsätzliche, langfristige Ausrichtung der Cybersicherheitspolitik der Bundesregierung. Das Kabinett hat sie nun beschlossen. Ausgangspunkt ist eine verschärfte Bedrohungslage.

bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neue-cybersicherheitsstrategie-1958144

 

Über Deutschland sicher im Netz e.V.

 

Der gemeinnützige Verein DsiN wurde 2006 im Rahmen des 1. Nationalen IT-Gipfels (heute: DigitalGipfel) der Bundesregierung gegründet. Als Ansprechpartner für Verbraucher:innen und kleinere Unternehmen befähigt der Verein durch konkrete Hilfestellungen zum sicheren Umgang mit digitalen Diensten. DsiN ist Partner von Vereinen sowie auch der Wirtschaft, Politik und Wissenschaft und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Innern, für Bau und Heimat. www.sicher-im-netz.de


Kinder und Jugendliche im Blick behalten – auch nach Beginn des neuen Schuljahres!

Foto: BDKJ-Bundesvorsitzende Daniela Hottenbacher Quelle: BDKJ-Bundesstelle / Christian Schnaubelt
Foto: BDKJ-Bundesvorsitzende Daniela Hottenbacher Quelle: BDKJ-Bundesstelle / Christian Schnaubelt

(Köln/bdkj) - In vielen Bundesländern sind die Sommerferien zu Ende gegangen und mit dem Beginn des Schulunterrichts steigen die Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen. Die Pandemie darf diese nicht in die soziale Isolation führen.

Für den BDKJ steht der ganz junge Mensch an erster Stelle, dabei ist das Sozialleben ein wichtiger Faktor in der Weiterentwicklung von Kinder und Jugendlichen und darf deshalb nicht vernachlässigt werden. „Auch wenn es nach jetzigem wissenschaftlichem Kenntnisstand bisher seltener schwere Verläufe unter Kindern und Jugendlichen gibt als bei Erwachsenen, so wissen wir zu wenig über die Langzeitfolgen einer COVID 19 Infektion, um junge Menschen diesem Risiko ungeschützt auszusetzen“, sagt Daniela Hottenbacher (BDKJ-Bundesvorsitzende). „Priorität muss daher der Schutz von Kindern und Jugendlichen haben und zwar ohne sie erneut von ihrem Sozialleben zu isolieren“, so Hottenbacher weiter.

Der zurückliegende Sommer hat gezeigt wie wichtig Freiräume gerade auch während der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche sind: „Deutschlandweit konnten endlich wieder Zeltlager und Ferienfreizeiten stattfinden! Ermöglicht wurde dies auch durch das Aufholpaket der Bundesregierung und natürlich durch viele Aktive in den Jugendverbänden“, so Hottenbacher. „Wichtig ist jetzt: Wir müssen auch weiterhin Gruppenstunden und Verbandstreffen durchführen können. Vor Ort heißt das konkret, dass es Möglichkeiten für Tests beziehungsweise das Ausweichen auf größere Räumlichkeiten geben muss, insbesondere, wenn die Temperaturen sinken.“

Bei der Bundestagswahl Ende September steht auch der zukünftige Umgang mit den Folgen der Pandemie zur Wahl: „Bei dieser Wahl müssen die Interessen junger Menschen mehr denn je wahlentscheidend sein. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz, eine Kindergrundsicherung oder auch eine gesetzlich garantierte Ausbildungsgarantie wichtige Bestandteile einer jugendgerechten Politik nach der Bundestagswahl sein müssen“, so Hottenbacher.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.


Treffen der G20-Gesundheitsminister zu Covid-19: Kein großer Wurf

 

 

G20 * Gesundheitsminister * Covid-19 * Impfstoffproduktion * COVAX

 

(Berlin/bfw) - Mareike Haase, Referentin für internationale Gesundheitspolitik, zum Treffen der Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der G20-Staaten heute:

 

„Leider wird beim G20-Treffen der Gesundheitsminister und Gesundheitsministerinnen die Chance vertan, der weltweiten Impfrate gegen Covid-19 einen großen Schub zu geben. Weniger als zwei Prozent der global verimpften Dosen sind bisher in Länder mit niedrigem Einkommen gegangen.

 

Es ist ein Versagen der internationalen Gemeinschaft und besonders der führenden Industrienationen, dass wir heute in dieser desaströsen Situation sind. In Afrika sind gerade einmal drei Prozent der Bevölkerung zweifach geimpft. Das liegt insbesondere daran, dass wohlhabende Länder wie Deutschland weit mehr Impfdosen gekauft haben als sie überhaupt brauchen und somit ärmere Länder leer ausgegangen sind. Gleichzeitig blockieren die wohlhabenden Staaten seit fast einem Jahr die globale Ausweitung der Impfstoffproduktion.

 

Aktuell werden tausende, wenn nicht Millionen Impfdosen in Deutschland und anderen Ländern vernichtet, weil ihre Haltbarkeit abgelaufen ist. Deutschlands Zusage, Dosen an ärmere Länder abzugeben, ist gut und richtig. Anlässlich des G20-Treffens der Gesundheitsminister hat die Bundesregierung die Zusage von Juni über 30 Millionen sogar auf 100 Millionen Impfdosen erhöht. Aber es ist noch völlig unklar, wann sie geliefert werden. Es werden auch nur Anteile über COVAX, das Impfprogramm der Weltgesundheitsorganisation WHO, gehen, und es ist nicht bekannt, welche Impfdosen es sind. Bisher sind den Worten zu wenig Taten gefolgt. So können Länder mit niedrigem Impfstatus ihre Impfprogramme nicht planen!

 

Statt von Almosen reicher Länder abhängig zu sein, wollen afrikanische Staaten selbst Impfstoffe herstellen. In einer Pandemie sollte das Wissen um die Impfstoffproduktion global geteilt werden. Deshalb rufen wir Deutschland auf, die zeitweise Aussetzung von Patenten und geistigen Eigentumsrechten nicht weiter zu blockieren, sondern konstruktiv zu unterstützen, so wie bereits über 100 Staaten weltweit. Wir appellieren zudem an die Bundesregierung, deutsche Unternehmen dazu aufzufordern, einen umfassenden Technologietransfer an Unternehmen in Afrika zu leisten. Die WHO hat eigens dafür einen Technologie-Transfer-Hub, den mRNA-Hub, in Südafrika eingerichtet. Bisher beteiligt sich daran für Covid-Impfstoffe kein einziges Unternehmen. So werden wir die Pandemie nicht überwinden. Täglich sterben weiterhin Tausende, und Millionen Menschen geraten in existenzielle Not. Am Ende wird sich die Pandemie durch dieses Zögern auch für Deutschland verlängern.“ 


Staatsakt für die Opfer der Flut

„Sie sind nicht allein“

Beim Staatsakt für die Opfer der Flut sicherte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Betroffenen Hilfe zu (Foto. Julia Fröder / Bistum Trier)
Beim Staatsakt für die Opfer der Flut sicherte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Betroffenen Hilfe zu (Foto. Julia Fröder / Bistum Trier)

(Nürburg/bt) - Den Opfern der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und weitere Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Gesellschaft und Hilfsorganisationen am 1. September im Rahmen eines Staatsaktes am Nürburgring gedacht. Es nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter des Bistums Trier wie von der Caritas, der Lebensberatung sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger an dem Gedenken teil.

„Die Flut hat unser Land bis ins Mark getroffen. Die vielen Schicksale gehen mir nicht mehr aus dem Kopf“, sagte Malu Dreyer und versprach, die Region und die Menschen dort nicht zu vergessen. „Die Betroffenen sollen wissen, sie sind nicht alleine in ihrer Trauer”, so Dreyer. Sie dankte allen ehren- und hauptamtlichen Hilfskräften wie auch den kommunalen Angestellten. Frank-Walter Steinmeier schloss sich an: „Ich bin dankbar für die überwältigende Hilfsbereitschaft“. Er sicherte den Betroffenen Hilfe zu.

Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand, sprach in ihrer Rede davon, dass die “Ahr als launige Weggefährtin“ zu einem brutalen Monster geworden sei. Sie drängte zeitgleich auf tragfähige, zukunftsweisende Konzepte und Perspektiven für das Ahrtal. „Wir sind an Ihrer Seite”, versicherte Steinmeier.

Bianca Groh und Dietmar Breininger von der Psychosozialen Notfallversorgung schilderten von ihren Eindrücken aus dem Einsatz. „Wir nehmen das Gefühl des Zusammenhalts mit und die gelebte Solidarität, die an das Gute im Menschen glauben lassen”, erklärte Bianca Groh. Auch Thomas Pütz, Organisator im Bereich „Helfershuttle Ahrtal” berichtete während des Staatsaktes von seinen Eindrücken und der enormen Hilfsbereitschaft. Wilfried Laufer sprach sehr berührend über den Tag der Flut, an dem er seinen 81-jährigen Vater, mit dem er in Altenahr ein Lokal betrieb, verlor.

Der Staatsakt fand in der Ringarena des Nürburgrings statt, dort ist nach der Flutkatastrophe eine Helferstadt entstanden.

Weitere Informationen zur Hochwasserhilfe von Bistum Trier und Caritas und die Spendenkonten zur Unterstützung Betroffener der Hochwasserkatastrophe sind zu finden unter https://t1p.de/hochwasser-hilfe.


Podiumsdiskussionen für Bundestagskandidatinnen und -kandidaten

Friedens- und Sicherheitspolitik auf dem Prüfstand

 

(Karlsruhe/Villingen/Freiburg/aw) - Auslandseinsätze der Bundeswehr, Rüstungsexporte und Militärausgaben - vor der kommenden Bundestagswahl stellen sich Politikerinnen und Politiker in Karlsruhe, Villingen und Freiburg Fragen der Friedens- und Sicherheitspolitik.

Soll die Bundeswehr sich weiterhin an Auslandseinsätzen beteiligen – gerade auch angesichts der gescheiterten militärischen Intervention in Afghanistan? Wie könnte die Alternative dazu aussehen?  Im April 2018 hat die Evangelische Landeskirche in Baden im Rahmen ihres friedensethischen Prozesses die Studie „Sicherheit neu denken – von der militärischen zur zivilen Sicherheitspolitik. Ein Szenario“ als Buch veröffentlicht, das inzwischen zur bundesweiten Initiative und bereits in einer Kurzversion in fünf weitere Sprachen übersetzt wurde. „Sicherheit neu denken“ entwickelt ein Konzept für eine Friedenspolitik auf der Basis von Gewaltfreiheit und Konfliktmanagement.

Vor der anstehenden Bundestagswahl werden aktuelle Fragen und Vorschläge aus der Friedensbewegung in mehreren Veranstaltungen mit Bundestagskandidatinnen und -kandidaten diskutiert. Die Veranstaltungen unter dem Motto „Friedens- und Sicherheitspolitik auf dem Prüfstand – Bundestagskandidat(innen) nehmen Stellung“ haben zum Ziel, die Aufmerksamkeit der Wahlberechtigten auf das Thema Friedens- und Sicherheitspolitik zu richten, das angesichts der Aktualität des Klimaschutzes und der Coronapandemie etwas in den Hintergrund geraten ist.

So findet am Dienstag, 7. September, 19.30 Uhr, im Kulturzentrum Tollhaus Karlsruhe eine Podiumsdiskussion von der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner:innen und von der Arbeitsstelle Frieden der Evangelischen Landeskirche in Baden statt. (www.tollhaus.de)

Am Mittwoch, 8. September, 19.30 Uhr, lädt die Evangelische Erwachsenenbildung gemeinsam mit dem Bildungszentrum Villingen, dem Kreisverband des Deutschen Gewerkschaftsbund, der Initiative „Ärzte gegen Atomkrieg“ und dem Regionalen Friedensbündnis VS ebenfalls Bundestagskandidaten und -kandidatinnen zur Diskussion in das Münsterzentrum Villingen ein. Moderiert wird die Veranstaltung von Journalist und Publizist Andreas Zumach, UNO-Korrespondent für die taz. (www.erwachsenenbildung-villingen.de )

Am Donnerstag, 9. September, 19.30 Uhr, wird ebenfalls Andreas Zumach eine Podiumsdiskussion mit Wahlkreiskandidatinnen und -kandidaten aus dem Raum Freiburg in der Evangelischen Hochschule Freiburg moderieren. Veranstalter sind der Fachbereich Nachhaltigkeit und Frieden der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Fachbereich Friedensbildung/pax christi des Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg und das Friedensinstitut Freiburg an der Evangelischen Hochschule. (www.ebfr.de

 

Weitere Informationen: www.sicherheitneudenken.de,

 

www.arbeitsstelle-frieden.de


Freunde fürs Leben e.V.

Wahlprogramme der Parteien im Check: Psychische Gesundheit

 

  In Vorbereitung zur Bundestagswahl hat der Verein Freunde fürs Leben die Wahlprogramme der sechs großen Parteien unter die Lupe genommen: “Wer hat Mental Health auf der Agenda?”

Anlass “Welttag der Suizidprävention” am 10. September 2021

 

Check: Was sagen die Parteiprogramme zu Vorsorge, Aufklärung und Versorgung von psychischen Erkrankungen?

Freunde fürs Leben sprechen mit Vertreter:innen der Parteien und jungen Kandidat:innen: Noreen Thiel (FDP), Kevin Kühnert (SPD), Caroline Lünenschloss (CDU), Julia Schramm (Die Linke) und June Tomiak (Die Grünen)

 

(Berlin/ffl) - Kaum jemand liest sich die Wahlprogramme verschiedener Parteien durch, um eine Wahlentscheidung zu treffen. Freunde fürs Leben e.V. haben es gemacht, um jungen Erwachsenen vor der Bundestagswahl 2021 auf ihren sozialen Kanälen einen Überblick zu geben, wie sich die Parteien für eine Stärkung der psychischen Gesundheit einsetzen wollen. Der Fokus liegt dabei auf den Themen Vorsorge (Prävention), Aufklärung (Entstigmatisierung) und Versorgung von psychischen Erkrankungen. Am 10. September gehen die Ergebnisse im Rahmen einer 14-tägigen Social Media-Kampagne auf Instagram, Facebook und der Website frnd.de/parteiencheck online.

 

"Der Ansatz unserer Aufklärungsarbeit zu Depression und Suizid ist ‘Rede darüber’. Diese Aufforderung richten wir nicht nur an Betroffene, sie gilt umso mehr der Politik. Psychische Gesundheit muss Teil der gesundheitspolitischen Agenda jeder Partei sein!", fordert Diana Doko, Vorständin und Gründerin des Vereins anlässlich des diesjährigen Weltsuizidpräventionstags.

Ein Teil der Aufklärungskampagne ist ein Vergleich der Pläne der sechs aktuell im Bundestag vertretenen Parteien (CDU/CSU, SPD, AfD, Die Grünen, FDP und Die Linke) zum Thema psychische Gesundheit. Zu jedem Fokusthema – Vorsorge, Aufklärung und Versorgung – werden Auszüge aus dem Wahlprogramm übersichtlich gegenübergestellt. Es zeigt sich: 

Während CDU/CSU und SPD sich auf den Ausbau des psychotherapeutischen Angebots fokussieren wollen, geben die Grünen, die Linke und die FPD zudem konkrete Ansätze zur Prävention und Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen. Das Wahlprogramm der AfD enthält keinerlei Hinweise auf Maßnahmen, die die psychischen Gesundheit betreffen.

 

Die gesundheitspolitischen Vertreter:innen der Union, SPD, Die Grünen, FDP und Die Linke erhielten vertiefende Fragen, um auf Basis der Antworten einen Überblick zu geben, welchen Stellenwert psychische Gesundheit in ihrer Partei einnimmt und welche Maßnahmen konkret angegangen werden. Ihre Interviews sind in voller Länge auf der Website frnd.de/parteiencheck zu finden, Auszüge mit den wichtigsten Aussagen zu jedem Fokusthema werden zudem auf den Social Media Kanälen des Vereins veröffentlicht.  

 

Junge Kandidat:innen und Politiker:innen kommen zusätzlich zu Wort. Wie wichtig ihnen psychische Gesundheit ist und wie sie die Vorhaben ihrer Partei einschätzen, beantworten sie auf dem Instagram-Kanal von Freunde fürs Leben in prägnanten IGTV-Interviews. Mit dabei sind Noreen Thiel (FDP), Kevin Kühnert (SPD), Caroline Lünenschloss (CDU), Julia Schramm (Die Linke) und June Tomiak (Die Grünen). 

 

Das Thema psychische Gesundheit ist wichtig: Jede:r fünfte Deutsche ist mindestens einmal im Leben von einer Depression betroffen, Frauen erkranken zwei– bis dreimal so häufig an einer Depression wie Männer und immer noch nehmen sich in Deutschland jedes Jahr fast 10.000 Menschen das Leben. In Zeiten einer weltweiten Pandemie nimmt die Bedeutung sogar noch zu, denn Studien zeigen einen deutlichen Anstieg von Depressionen und Angststörungen. Umso wichtiger ist es, psychische Gesundheit auf die gesundheitspolitische Agenda zu bringen. Mit Blick auf die Bundestagswahl ist es Freunde fürs Leben e.V. ein Anliegen, darüber zu informieren, wie sich die Parteien für eine Stärkung der psychischen Gesundheit einsetzen wollen.

Ausführliche Informationen zum Thema Depression und Suizid sowie Hilfsmöglichkeiten finden sich auf der Freunde fürs Leben-Website.

 

Wer sind Freunde fürs Leben

Freunde fürs Leben e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der Jugendliche und junge Erwachsene über die Themen Depression und Suizid aufklärt. Freunde fürs Leben holen junge Menschen dort ab, wo sie sich ohnehin aufhalten: Im Internet und in sozialen Netzwerken. So bieten sie einen niederschwelligen und sympathisch-modernen Zugang zu einem sehr schweren Thema. Der Effekt wird durch die Arbeit mit Prominenten wie Klaas Heufer-Umlauf, Samy Deluxe oder Nora Tschirner verstärkt. Sie zeigen auf der Website ihr Gesicht und sprechen als Testimonials auf dem YouTube-Kanal frnd.tv in verschiedenen Formaten offen über eigene Erfahrungen mit den Themen Depression und Suizid.


KDFB und kfd besorgt über Kassenleistung für vorgeburtliche Bluttests

„Die Würde des Menschen darf nicht von einem Bluttest abhängen!“

 

(Köln/Düsseldorf/kdfb) - 02. September 2021 – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) und die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. zeigen sich besorgt über die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Kliniken und Kassen zur Kostenübernahme für nichtinvasive pränataldiagnostische Tests (NIPT) als Regelleistung durch gesetzliche Krankenkassen.

 

„Wir sind in Sorge über die Aufnahme molekulargenetischer Bluttests zur Erkennung von Trisomien als Kassenleistung der Schwangerschaftsvorsorge. Wir sehen die Gefahr einer Selektion von Kindern mit und ohne genetische Auffälligkeiten. Wir befürchten einen noch größeren Druck auf schwangere Frauen und werdende Eltern. Ebenso sehen wir die Gefahr, dass Schwangerschaftsabbrüche zunehmen, wenn beispielsweise das Down-Syndrom festgestellt wird. Werdende Mütter und Väter wissen oft nicht, in welche Entscheidungssituation sie sich mit so einem Test bringen können“, erklären KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth und kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil. Beide fordern nachdrücklich, die Angebote ergebnisoffener medizinischer und psychosozialer Beratung über pränatale Test- und Untersuchungsmöglichkeiten auszubauen sowie die vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossene verpflichtende Informationsbroschüre als Muss in die ärztliche Aufklärung aufzunehmen.

 

 

Beide Frauenverbände setzen sich für eine inklusive Gesellschaft ein, in der der Schutz des Lebens hohe Priorität hat und Gesunde und Kranke, Junge und Alte, Menschen mit und ohne Behinderungen ihren selbstverständlichen Platz haben. „Die Würde des Menschen darf nicht von einem positiven Blut-Test abhängen“, so ihr Fazit. Gemeinsam fordern kfd und KDFB von den Verantwortlichen in Politik und im Gesundheitswesen daher den Ausbau begleitender Unterstützungsangebote für Eltern von Kindern mit Behinderungen sowie den Abbau jeglicher Form von Diskriminierung: „Es ist viel mehr Aufklärung in dieser Hinsicht gefragt. Trisomie darf kein Tabuthema mehr in der Gesellschaft sein. Dazu braucht es eine Normalität im Umgang sowie die Sichtbarkeit von Familien mit Trisomie-Kindern.“


Tagung des Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention – ungewöhnliche Allianzen im Rechtsextremismus ernst nehmen und bekämpfen

 

(Berlin/pm) - Ungewöhnliche Allianzen - unter diesem Titel fand vom 1. bis zum 3. September 2021 die Tagung des Kompetenznetzwerks Rechtsextremismusprävention statt. Zu der Konferenz kamen online und offline etwa 150 Jugendsozialarbeiter:innen, Vertreter:innen von Ministerien, Mitarbeiter:innen von Polizei und Verwaltung sowie Expert:innen der Rechtsextremismusprävention zusammen. In verschiedenen Formaten diskutierten die Teilnehmer:innen nachhaltige Strategien im Umgang mit aktuellen und verschiedenen  Erscheinungsformen des Rechtsextremismus.

Mit dem Titel der Veranstaltung macht das Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention deutlich, dass Rechtsextremismus längst nicht mehr in Springerstiefeln und mit Baseballschlägern auftritt. Vielmehr sind in den letzten Jahren mehr oder weniger lose Zusammenschlüsse verschiedener Gruppen zu beobachten, die auf den ersten Blick oft gar nichts miteinander zu tun zu haben scheinen: Impfgegner:innen, Reichsbürger:innen, Antisemit:innen und Esoteriker:innen konnten gerade im letzten, von der Pandemie geprägten Jahr gemeinsam und mit ähnlichen Forderungen auf den gleichen Versammlungen auftreten, um ihre menschenfeindliche Ideologie zu verbreiten.

Fehlender Mindestabstand zur extremen Rechten

Diese Allianzen können sich auch deshalb entfalten, weil in zunehmend größeren Teilen der Bevölkerung die Distanz zu Inhalten, Aktionsformen und Personen der extremen Rechten fehlt. Das versuchen Rechtsextreme gezielt zu nutzen - online und offline, auf dem Land und in der Stadt. Rassismus, Antifeminismus und Antisemitismus wirken dabei als verbindende Klammer, die solch unterschiedliche Akteur:innen gemeinsam auf die Straßen treten lässt. All das gefährdet die Stabilität der Demokratie und die Sicherheit vieler Menschen. 

Rechtsextremismus entgegenzuwirken ist eine Daueraufgabe

Sophia Oppermann vom Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention und Geschäftsführerin von Gesicht Zeigen! erklärt dazu: “Rechtsextremismus entgegenzuwirken ist eine Daueraufgabe, der sich Gesellschaft und Politik stellen müssen. Der Kabinettsausschuss der aktuellen Bundesregierung war ein guter Anfang, um Rechtsextremismus und Rassismus über die Ressortgrenzen hinweg zu bearbeiten. Doch ein Ausschuss reicht nicht aus. Wir empfehlen der nächsten Bundesregierung, dass sie die Bekämpfung von Rechtsextremismus ganz oben auf die politische Agenda setzt und hierzu eine Gesamtstrategie entwickelt.” Statt immer wieder neue Projekte auf den Weg zu bringen, ist eine gesetzliche Grundlage für langfristiges Engagement notwendig: ein Demokratiefördergesetz.

Diskriminierte Gruppen, aber auch Wissenschaftler:innen, Journalist:innen, Feminist:innen, Kommunalpolitiker:innen und nicht zuletzt auch zivilgesellschaftliche Akteur:innen sind dauerhaft Angriffen der extremen Rechten ausgesetzt. Sie brauchen Schutz und Unterstützung. Beratungsangebote für Betroffene von Rechtsextremismus müssen ausgebaut und gut finanziert werden. Um das Vertrauen Betroffener in staatliche Stellen (zurück) zu gewinnen, muss struktureller Rassismus in der Behördenpraxis systematisch erforscht werden. Rechtsextreme Netzwerke in den Sicherheitsbehörden und der Bundeswehr müssen konsequent aufgedeckt werden.

Alle Infos unter www.kompetenznetzwerk-rechtsextremismuspraevention.de

 

Über das Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention: Zu dem seit Januar 2020 bestehenden Kompetenznetzwerk gehören die Organisationen Amadeu Antonio Stiftung, Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus (in Trägerschaft von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e. V.), Cultures Interactive e. V., Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e. V., und die LidiceHaus Jugendbildungsstätte. Der Zusammenschluss wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« gefördert.


Wahlaufruf des internationalen katholischen Hilfswerks missio – Präsident Bingener fordert stärkere Beachtung der Rolle der Religionen in der Politik

Bundestagswahl entscheidet über Rolle Deutschlands in globaler Menschenrechtspolitik

(Aachen/missio) - „Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden mit ihrer Stimme, ob Deutschland künftig eine starke politische und diplomatische Rolle in der internationalen Zusammenarbeit zum Schutz der Menschenrechte weltweit spielt “, ruft Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des internationalen katholischen Hilfswerkes missio Aachen, zur Teilnahme an der Bundestagswahl am 26. September auf. „Wichtig ist uns, dass der kommende Bundestag stärker als bisher die Beiträge der Religionen für eine globale Menschenrechtspolitik, Frieden und Versöhnung in seine Arbeit einbezieht und dieses Potenzial nutzt“, sagte Bingener weiter. „Wir bitten alle Wählerinnen und Wähler, diese Fragen bei ihrer Stimmabgabe zu berücksichtigen“, so Bingener. Dazu hat missio Aachen heute einen Wahlcheck der Parteien veröffentlicht.

 

Das Hilfswerk missio Aachen arbeitet mit der katholischen Kirche in Afrika, dem Nahen Osten, Asien und Ozeanien zusammen. „Die Menschen dort leiden unter Verletzungen der Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit oder entwürdigenden Formen moderner Sklaverei. Unsere kirchlichen Partnerinnen und Partner stehen an ihrer Seite. Auch Christen werden diskriminiert, bedrängt oder gar verfolgt. Für die Kirchen und Menschen im globalen Süden ist Deutschland ein wichtiger politischer internationaler Akteur, der sie im Kampf um ihre Rechte unterstützen kann. Mit unserem Wahlcheck wollen wir ihren Anliegen eine Stimme geben“, sagte Pfarrer Bingener weiter.   

 

Der missio-Wahlcheck hat an die Parteien acht Fragen zu den Themenfeldern Religionsfreiheit, interreligiöser Dialog, moderne Sklaverei, Rassismus, Diskriminierung von Frauen oder Umgang mit der deutschen Kolonialvergangenheit gestellt. Er soll den Wählerinnen und Wählern als Orientierung dienen, insbesondere bei den Themen, die für missio sowie für die kirchlichen Partnerinnen und Partner relevant sind. Geantwortet auf die Fragen haben CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und die LINKE. Die AfD hat die Anfrage bisher nicht beantwortet.

 

Der missio-Wahlcheck steht unter www.missio-hilft.de/bundestagswahl

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.


Braucht sozial digital? Die Soziale Arbeit im Wandel

Funktioniert Soziale Nähe als Kernkompetenz der Sozialen Arbeit auch mit körperlicher Distanz? Die Corona-Pandemie brachte einen noch nie dagewesenen Wandlungsprozess für die Soziale Arbeit mit sich, welcher Herausforderungen und Chancen birgt. Prof. Dr. Daniela Voigt, Professorin für Soziale Arbeit an der SRH Fernhochschule, greift diese auf und wirft einen Blick in die Zukunft der Sozialen Arbeit.

 

Von Pro. Dr. Daniela Voigt

 

 

Eine wichtige Kernkompetenz der Sozialen Arbeit ist die soziale Nähe, weshalb die Face-to-Face-Kommunikation als Königsweg galt – bis die Corona-Pandemie kam. Diese stellte die Soziale Arbeit vor viele offene Fragen und spaltete sie in systemrelevante und systemirrelevante Handlungsfelder. Der Leitgedanke, Hilfe geht von Hilfebearf aus, wurde auf eine harte Probe gestellt. Wie verändert dieser noch nie dagewesene Wandlungsprozess die Identität der Sozialen Arbeit? 

 

Riedlingen, den 2. September 2021

 

Mit COVID-19 sieht sich die Soziale Arbeit aufgrund einer Flut an Veränderungen einem noch nie dagewesenen Wandlungsprozess, in einigen Bereichen sogar einer Identitätskrise gegenüber. Der Leitgedanke, Hilfe geht von Hilfebedarf aus, wurde auf eine harte Probe gestellt. Die Soziale Arbeit als Anwendungswissenschaft mit normativem Charakter war gezwungen, Prämissen und Methoden völlig „uneitel“, aufzugeben bzw. anzupassen und einer politisch vorgebenen Spaltung zuzusehen, die die Handlungsfelder in Systemrelevanz unterteilte. Corona wird uns alle und auch die Soziale Arbeit wohl noch lange begleite. Daraus entstehen Herausforderungen und Chancen entstehen, welche ihre Identität maßgeblich prägen werden. 

 

Dauerhaft. Systemrelevant. 

Während der Corona-Pandemie standen weite Teile der Sozialen Arbeit still oder fuhren mit „halber“ Kraft. Viele Träger gerieten in finanzielle Schieflage und Fachkräfte verloren ihre Jobs. Warum durften Pflege und Medizin dauerhaft arbeiten, die Soziale Arbeit musste in weiten Teilen stillstehen? Systemrelevanz erscheint als politisch motiviertes Mandat nicht ganz unproblematisch für die Soziale Arbeit. Ein solches Label lässt sowohl die Stellung der Dienstleistung in der Gesellschaft vermuten als auch Rückschlüsse auf die Wertigkeit der unterschiedlichen Handlungsfelder erahnen. Sollte Leben nicht immer systemrelevant sein? Die Soziale Arbeit kann nicht als medizinischer Notfall firmieren, aber welche Folgen haben Isolation und Depressionen für die Gesellschaft? Kurz gesagt, nicht tödlich, aber langfristig schädlich. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die Waisenkindversuche von Friedrich II. von Hohenstaufen zur Ursprache (sog. Kaspar-Hauser-Versuche), bei denen Waisenkinder nur mit dem Nötigsten versorgt wurden und starben. Die Soziale Arbeit muss sich orientieren und die Soziale Nähe als eine ihrer Kernkompetenzen nicht den Veränderungen und Notwendigkeiten unterordnen, sondern diese „verteidigen“ und mit neuem Leben füllen. 

 

Notlösungen oder Chance?

COVID-19 stellte die Soziale Arbeit vor unzählige Herausforderungen, zwei davon können allerdings als dauerhaft gestaltend für die Identität der Sozialen Arbeit angesehen werden. Zum einen die Digitalisierung, welche tradierte Beratungsformen ablöst und eine Mehrbelastung für die Fachkräfte mit sich bringen kann. Zum anderen die Träger in Schieflage, da auch mit Mindestabständen genug Teilnehmende generiert werden müssen. 

Soziale Nähe gehört unstrittig zur Kernkompetenz der Sozialen Arbeit. Body Distancing schließt Soziale Nähe nicht aus, aber erfordert neue Formen und Methoden. Vielfach konnte der Königsweg „Face-to-Face“, nicht mehr aufrecht erhalten werden. Die Lösung schien in Beratungen per Telefon oder Videokonferenz zu liegen. Sicherlich ein zunächst gangbarer Weg, bleiben aber die Fragen, warum z. B. häusliche Gewalt, trotz umfänglicher Bemühungen, dennoch so stark zugenommen hat, sich die Anzahl an sozialer Isolation und Depressionen verdoppelt hat und psychisch Kranke kaum noch erreichbar waren. Scheinbar konnten doch nicht alle ratsuchenden Personen auf diesem Weg gleichermaßen erreicht werden. 

Ungeachtet des Erfolgs der Digitalisierung sollten die Mitarbeitenden nicht vergessen werden. Viele fühlten sich durch die Maßnahmen überfordert, isoliert und zweifelten deren Wirksamkeit an. Zudem betrachteten viele Träger die Mehrbelastung ihrer Mitarbeitenden nicht so sensibel, wie es für sie sinnvoll wäre. Wahrscheinlich sind zwei Erklärungen, einerseits, dass die Träger vermehrt in finanzielle Schieflagen gerieten und schlichtweg mit „Überleben“ beschäftigt waren und andererseits, dass die Solidarität und das Engagement der Fachkräfte über die eigentlichen Fragen hinwegtäuschen. 

Zusammengefasst steht die Soziale Arbeit vor der Herausforderung, sich selbst eine modifizierte Identität zu ermöglichen und sinnstiftend für alle Beteiligten sich zu rekonfigurieren. 

 

Bewährtes neu denken

Die Soziale Arbeit gilt tradiert als eine Anwendungswissenschaft, die Neuerungen eher skeptisch gegenübersteht und zumeist langsam annimmt. Damit ist natürlich nicht die Adaption gesellschaftlicher Problemlagen gemeint, die sich zeitnah mit den gewohnten Methoden vollzieht. Mit der Pandemie folgte ein Quantensprung in der Entwicklung der Sozialen Arbeit, der mit der meist gelungenen Einbindung digitaler Wege und signifikanter Flexibilität einherging. Zentral für die Soziale Arbeit waren und bleiben die Klienten:innen und so wurden kreativ Wege gefunden. Viele Ratsuchenden konnten digital erreicht werden und die Kommunikationswege haben sich deutlich erweitert. Eine gänzlich veränderte Form von Niederschwelligkeit gehört nun genauso zum Repertoire wie klientenseitig erweiterte Chancen zur Teilhabe und sozialer Inklusion. Dabei ist aber nicht zu vergessen, dass manche Handlungsfelder der Sozialen Arbeit, ihren Fachkräften keine Möglichkeit gaben, regelkonform zu arbeiten und einige Fachkräfte sich durch ihr Weiterarbeiten strafbar machten.

Soziale Arbeit nach COVID-19 sollte bewusst darüber diskutieren, was vom Alten bleibt und was an Neuem dazu kommt. Zum Einstehen für die Profession gehört auch ein Blick auf Bewährtes und Chancen. Letztlich wird eine normative Anwendungswissenschaft sich selbst und ihre Identität auch in Chancen- und Experimentierräumen finden, die sensibel bewertet und im Live-Betrieb getestet werden sollten. Dabei darf die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Strudel an Ereignissen nicht leitend sein, sondern der Fokus wieder vermehrt auf das System Sozialer Arbeit gelenkt werden. 

 

Ein Blick in die Zukunft der Sozialen Arbeit

 

Der Utopie, dass die Corona-Pandemie irgendwann vorbei geht, sollte sich die Soziale Arbeit nicht hingeben. Bleiben ohnehin die Fragen, wann soll das sein und welche Veränderungen die Gesellschaft dauerhaft begleiten werden. Die Soziale Arbeit sollte sich auf ihre Grundsätze und Kernkompetenzen fokussieren, Wege und Methoden finden, die eigene Identität zu bestimmen und für sich und ihre Klient:innen einzustehen. Befindlichkeiten und Wertigkeiten sind die eine Seite, auf der anderen Seite geht Hilfe von Hilfebedarf aus. Einen Königsweg wird es wahrscheinlich nicht geben, sondern das Verständnis von Sozialer Nähe und den zugehörigen (neuen) Methoden. „Face-to-Face“ ist nicht mehr die einzige Kernkompetenz für Soziale Nähe. Die Soziale Arbeit wird sich und ihre Professionalität neu konfigurieren und nicht zum Call-Center für soziale Dienstleistungen avancieren. 


Analyse der Kanzlerreisen: Diese Länder haben Merkel und Co. besonders oft besucht

 

  • Online-Marktplatz Traum-Ferienwohnungen analysiert die offiziellen Auslandsreisen aller sieben Bundeskanzler sowie der Bundeskanzlerin
  • Mit insgesamt 487 Auslandstrips ist Angela Merkel fünfmal so häufig gereist wie ihr Vorgänger Gerhard Schröder
  • Brüssel, Paris, Warschau sowie Washington gehören zu den Top-Destinationen

(Bremen/pm)–  Nach 16 Jahren geht die Ära Angela Merkel zu Ende: Die Bundeskanzlerin hat während ihr Amtszeit nicht nur von Deutschland aus regiert, sondern als Regierungschefin auch insgesamt 223 Städte in 90 verschiedenen Ländern bereist. Das geht aus einer Analyse des Online-Marktplatzes Traum-Ferienwohnungen (www.traum-ferienwohnungen.de) hervor. Neben den häufigsten Destinationen der Kanzlerin wurden auch die offiziellen Auslandsreisen ihrer Vorgänger sowie die Reisemonate ermittelt. Demnach zieht es die Kanzler der Bundesrepublik oft im Oktober in die Ferne, während es im August in der Vergangenheit weniger Auslandsreisen gab.

 

Brüssel, Paris und Warschau beliebteste Reiseziele der Bundeskanzlerin
Sie ist der Hauptsitz des Europäischen Parlaments und die mit Abstand am häufigsten besuchte Stadt Merkels: Mit 110 amtlichen Reisen der Kanzlerin ist die belgische Hauptstadt Spitzenreiter vor Paris (42 Besuche) und Warschau (15). Auf dem vierten Rang reiht sich die US-amerikanische Hauptstadt Washington, D.C. gemeinsam mit der britischen Metropole London ein. Beide Städte hat Merkel je 14 Mal bereist. Auch eine asiatische Großstadt hat es in die Topliste geschafft: Mit elf Besuchen landet Peking auf Platz sechs. 

Hinsichtlich der bereisten Länder der Kanzlerin liegen Belgien und Frankreich mit 112 bzw. 69 Besuchen ebenfalls an der Spitze. Italien landet mit insgesamt 24 Auslandsreisen auf Platz drei. In die USA sowie in das Vereinigte Königreich hat es Merkel mit je 22 Auslandsreisen ähnlich oft verschlagen. Insgesamt hat sich die Kanzlerin während ihrer Amtszeit auf 487 Auslandsreisen begeben und dabei 90 Länder durchkreuzt. In weiteren 104 Staaten weltweit hat sich Merkel also nicht blicken lassen.

Am häufigsten gereist ist die Kanzlerin 2015 und 2018, wo sie insgesamt 56 bzw. 48 Reisen angetreten hat. Zum Vergleich: 2020 konnte die deutsche Regierungschefin auch aufgrund der pandemischen Einreisebeschränkungen lediglich 12 offizielle Termine im Ausland wahrnehmen. Auch eine Abschiedstour blieb in diesem Jahr mit nur sechs absolvierten Fernreisen aus.

 

821 Reisen, 117 Länder, 321 Städte
Im Vergleich zu ihren Vorgängern ist Merkel besonders reiselustig: Während die Bundeskanzlerin während ihrer Amtszeit 487 offizielle internationale Besuche absolviert hat, waren es beim ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder lediglich 94 Abstecher ins Ausland. Obwohl er mit 16 Jahren die meiste Zeit zum Reisen hatte, landet der Altkanzler Helmut Kohl mit 76 absolvierten Besuchen lediglich auf dem dritten Platz. Noch seltener in die Ferne gezogen hat es Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger, die sich während ihrer Amtszeit auf nur 17 bzw. 15 Auslandsreisen begeben haben. Insgesamt wurden seit 1952 821 Reisen in 117 Ländern und 321 Städten von den ehemaligen Kanzlern sowie der Bundeskanzlerin wahrgenommen.

Mit Blick auf die Monate reisen die Kanzler im Gegensatz zu der restlichen Republik nicht im Sommer am häufigsten, sondern im Herbst und im Frühling: Insgesamt 117 Auslandsaufenthalte fanden im Oktober statt, gefolgt vom Mai mit 101 Besuchen. Auf Platz drei der beliebtesten Reisemonate landet der Juni mit 90 absolvierten Besuchen außerhalb Deutschlands. Eher unbeliebt ist hingegen der August mit 57 Reisen, ähnlich still ist es um den April (63 Aufenthalte). 

 

Die meisten Einladungen vom Papst bekam Merkel
Den Segen für ihre Politik konnte sich Merkel bei sechs Besuchen im Vatikan abholen. Auch damit liegt sie weit vor ihren Vorgängern. Konrad Adenauer und Gerhard Schröder wurden dreimal bzw. zweimal eingeladen, alle anderen Kanzler hat es je einmal nach Vatikanstadt verschlagen.

 

Eine Übersicht mit allen Ergebnissen der Analyse finden Sie hier:
https://unternehmen.traum-ferienwohnungen.de/presse/pressemitteilungen/analyse-kanzlerreisen/

 

 

Über Traum-Ferienwohnungen
Seit 2001 bringt der Online-Marktplatz Traum-Ferienwohnungen Urlauber und Gastgeber persönlich und direkt zusammen. Gastgeber können einfach, transparent und erfolgreich ihre Ferienunterkunft inserieren. Urlauber wählen aus über 100.000 Feriendomizilen in rund 70 Ländern ihre Traum-Ferienwohnung aus. Neben klassischen Ferienhäusern und -wohnungen stehen auch außergewöhnliche Ferienunterkünfte wie Baumhäuser, Hausboote, umgebaute Windmühlen oder Schlösser auf dem Urlaubsprogramm. Jedes Jahr suchen über 47 Millionen Urlauber ihre perfekte Ferienunterkunft bei Traum-Ferienwohnungen. Auch deshalb vertrauen rund 30.000 Vermieter langfristig auf die Bremer Experten im Bereich Ferienhausurlaub. Seit Mai 2019 ist die Traum-Ferienwohnungen GmbH Teil von OYO Vacation Homes, einem der führenden Unternehmen im Bereich Ferienhausvermietung in Europa. Neben Traum-Ferienwohnungen befinden sich unter diesem Dach auch TUI-Ferienhaus, der niederländische Full-Service-Ferienhausanbieter Belvilla und das dänische Unternehmen DanCenter. Weitere Informationen unter www.traum-ferienwohnungen.de.



Deutschland steht in Verantwortung für Schutzsuchende aus Afghanistan

 

Das Kolpingwerk Deutschland fordert die Bundesregierung zu schnellem, verantwortungsvollem und mutigem Handeln auf. Die Hilfe für Schutzsuchende aus Afghanistan muss an erster Stelle stehen – auch wenn es noch keine gemeinsame europäische Lösung gibt.

 

(Köln/kw) – Nachdem die Taliban in Kabul die Macht übernommen haben, sieht das Kolpingwerk besonders Deutschland und seine Verbündeten, die in den vergangenen 20 Jahren in Afghanistan waren, in der Pflicht, Verantwortung für ihre Ortskräfte und deren Familien zu übernehmen. Dasselbe gilt nach Auffassung des katholischen Sozialverbands auch für die Menschen, die den demokratischen Aufbau in Afghanistan unterstützt haben. Der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland betonte am Samstag in seiner Erklärung „Zeichen setzen – Verantwortung übernehmen!“, dass die Hilfe für Schutzsuchende an erster Stelle stehen muss. Eine gemeinsame europäische Lösung wäre dringend geboten, könne aber aufgrund der akuten Notlage keine Bedingung für den Umgang mit der dramatischen Situation sein. Die Abschottungspolitik einiger Nachbarländer stelle die europäische Solidar- und Wertegemeinschaft in Frage und sei nicht akzeptabel. Die seit 2015 fehlende Klärung einer europäischen Verteilung von Geflüchteten dürfe jedoch jetzt kein Hinderungsgrund für das Handeln der Bundesregierung sein.

 

Evakuierungen sind weiterhin notwendig

Das Kolpingwerk begrüßt, dass die Bundesregierung im Zusammenwirken mit anderen Staaten mehrere tausend Menschen evakuieren konnte. Nachdem die Evakuierungsflüge durch die Bundeswehr am vergangenen Donnerstag eingestellt wurden, schaut der katholische Sozialverband jedoch mit noch größerer Sorge auf die Situation vor Ort, denn noch immer sind viele Menschen, darunter auch deutsche StaatsbürgerInnen, in Lebensgefahr. Das Kolpingwerk fordert daher Unterstützung für die Menschen und Lösungen, um schnellstmöglich weitere Evakuierungen aller gefährdeten Personen zu ermöglichen. Den Menschen müsse nun schnell und unbürokratisch geholfen werden. Dies gelte für alle Personen, die aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit westlichen Truppen und humanitären Hilfsorganisationen und der geleisteten Unterstützung einem besonderen Risiko von Verfolgung, Unterdrückung und körperlicher Gewalt ausgesetzt seien. Hierzu zähle auch eine Erweiterung der Kategorien für Personen, die als Ortskräfte gelten. Wer gefährdet sei, müsse ausreisen können.

Neben der Hilfe für die Ortskräfte und ihre Familien seien humanitäre Hilfe vor Ort und Unterstützung für die Nachbarstaaten, in die viele weitere Schutzsuchende fliehen, dringend notwendig, so heißt es in der Erklärung weiter. Es brauche daher weiterhin internationale Zusammenarbeit auch mit Zivilorganisationen vor allem im Hinblick auf Grundversorgung, Bildung und Gesundheit.

 

Aufarbeitung und Konsequenzen gefordert

Das Kolpingwerk erwartet vom neuen Deutschen Bundestag eine Aufarbeitung der gesamten Geschehnisse in Afghanistan. Dazu gehöre auch die Übernahme von Verantwortung. Zugleich bedürfe es einer neuen Bewertung, unter welchen strategischen und politischen Rahmenbedingungen die Bundesrepublik zukünftig ihrer Verantwortung bei militärischen Auslandseinsätzen gerecht werden kann.

 

 

Das Kolpingwerk Deutschland ist ein generationsübergreifender katholischer Sozialverband mit bundesweit mehr als 220.000 Mitgliedern in 2.350 Kolpingsfamilien vor Ort, davon etwa 40.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die der Kolpingjugend angehören. Es ist Teil von Kolping International und von Kolping Europa.


Einheitsbotschafter Axel Schulz: „Diese unsägliche Ossi-Wessi-Debatte sollte nach 30 Jahren auch mal überholt sein“

Foto: StK / Die Filmagentur
Foto: StK / Die Filmagentur

(Berlin/pm) -  Ein Land, 16 Bundesländer, 32 Botschafterinnen und Botschafter. Zum diesjährigen Tag der Deutschen Einheit zeigt Deutschland Gesicht: In ganz persönlichen Protokollen stellen die Einheitsbotschafter sich und ihre Idee der Deutschen Einheit vor.

Axel Schulz ist 1968 in Bad Saarow am Scharmützelsee geboren. Mit elf Jahren beginnt seine hoffnungsvolle Box-Laufbahn bei der Betriebssportgemeinschaft „Gaselan” in Fürstenwalde. Schulz wurde fünfmal DDR-Meister, nahm an Welt- und Europameisterschaften teil und stieg mit dem Mauerfall in den Profi-Boxsport ein. Spätestens durch seinen WM-Kampf gegen US-Profi George Foreman im Jahr 1995, den Außenseiter Schulz äußerst umstritten verlor, wurde der Brandenburger zum „Weltmeister der Herzen“ und zum Weltstar des Boxsports. Oder wie ein großes Nachrichtenmagazin schrieb: „Der beliebteste deutsche Schwergewichtsboxer seit Max Schmeling.“ Die Einheit kam für ihn zu einem perfekten Zeitpunkt, so konnte er eine große internationale Karriere starten.

Ich habe mein ganzes Leben in Brandenburg gelebt und will hier auch nicht weg. Die Seen, die Weite und die Ruhe – wenn man mal keinen sehen will. Und wenn doch, ist man schnell in Potsdam oder Berlin.

Die Einheit kam für mich zum perfekten Zeitpunkt. Ich war 21, beste Zeit für einen Sportler, seine internationale Karriere zu starten. In der DDR wäre es niemals in Frage gekommen, meine Box-Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Ich erinnere mich noch genau an den 9. November 1989, als die Mauer fiel. Es war mein 21. Geburtstag, ich hatte Freunde eingeladen. Wir hörten Udo Lindenberg auf dem Kassettenrekorder. Kein Radio, kein Fernsehen. Deshalb haben wir es zuerst auch nicht mitbekommen mit dem Mauerfall. Einige meiner Freunde waren einfach nicht zu meiner Geburtstagsparty gekommen – erst später war mir klar, dass die im Gegensatz zu mir geschnallt hatten, was passiert war. Die waren unterwegs nach Westberlin. Ich selbst war drei Tage später auch dort...

Ich könnte natürlich in Berlin wohnen. Will ich aber nicht. Ich fühle mich wohl in Brandenburg. Hier habe ich meine Freunde – und es ist eines der schönsten Bundesländer.

 

Meine Kinder, inzwischen elf und 14 Jahre alt, können mit dem Thema Ost-West überhaupt nichts anfangen. Diese unsägliche Ossi-Wessi-Debatte sollte nach 30 Jahren auch mal überholt sein.


Botschafter zum Tag der Deutschen Einheit: Deutschland zeigt Gesicht

Hallescher Marktplatz Sonnenuntergang ©Thomas Ziegler Stadt Halle (Saale)
Hallescher Marktplatz Sonnenuntergang ©Thomas Ziegler Stadt Halle (Saale)

Ein Festakt, 16 Bundesländer, 32 Botschafterinnen und Botschafter für die Deutsche Einheit: Gastgeberland Sachsen-Anhalt setzt bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit auf persönliche Geschichten und setzt – 31 Jahre nach der Wiedervereinigung – neue Akzente. 

 

(Halle/Saale) - Auf Initiative Sachsen-Anhalts hat jedes Bundesland zum Tag der Deutschen Einheit zwei Einheitsbotschafter ernannt. Es sind Bürgerinnen und Bürger, die beschreiben, was für sie Deutschland ist, was die Deutsche Einheit für sie bedeutet. Sie erzählen, welches Projekt, welche Familiengründung, welches Erlebnis ohne die deutsche Einheit vielleicht nicht möglich gewesen wäre. So werden Bürgerinnen und Bürger mit ihren Geschichten und ihren Eindrücken in den Fokus der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit gerückt.                       

„Die Einheitsbotschafterinnen und Einheitsbotschafter sind rund um den Tag der Deutschen Einheit die Gesichter ihrer jeweiligen Heimatländer und stehen stellvertretend für Erfolge, Chancen sowie Herausforderungen der deutschen Einheit“, sagt Bundesratspräsident Dr. Reiner Haseloff. Dabei sei es unwichtig, ob die Botschafterinnen und Botschafter auch in dem Bundesland geboren oder aufgewachsen sind – entscheidend sei eher, dass sie sich in ihrer neuen Heimat wohlfühlen und alle in Deutschland lebenden Menschen repräsentieren.

Die Geschichten der Einheitsbotschafter zeigen, wie vielfältig Deutschland und seine Bürgerinnen und Bürger sind. Und: dass jedes Bundesland seinen ganz eigenen Charme hat. Katja Matthes, die aus Berlin stammt und Schleswig-Holstein als Botschafterin präsentiert, schwärmt vom Urlaubsgefühl, das ihr ihre Wahlheimat geschenkt hat. Für Dilek Gürsoy, Einheitsbotschafterin aus Nordrhein-Westfalen, sind es die Menschen und der Fußball, die ihr Bundesland so besonders machen. 

Was denken die Botschafterinnen und Botschafter heute über die Einheit? Was wünschen sie sich und wo besteht in ihren Augen das Potenzial, noch enger zusammenzuwachsen? Der 18-jährige Serdar Ugurlu, einer der Einheitsbotschafter Bremens, erzählt beispielsweise von einem Videoprojekt, das er angestoßen habe, um die unsichtbare Mauer, die in den Köpfen mancher Zeitzeugen auch heute noch bestehe, einzureißen. Der Boxer Axel Schulz dagegen, der gemeinsam mit Model Franziska Knuppe das Einheits-Duo für Brandenburg bildet, wünscht sich, dass die „unsägliche Ossi/Wessi-Debatte“ endlich überholt sein möge. 

 

Die 32 Einheitsbotschafter werden u. a. in Videos auf YouTube und Facebook sowie durch Podcasts auf Spotify vorgestellt und nehmen am zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit teil. Ihre Porträts werden zugleich auch auf der EinheitsEXPO vom 18.9. bis 3.10.21 in Halle (Saale) veröffentlicht. Alle Infos und weiterführende Inhalte finden Sie auf der Homepage zum Tag der Deutschen Einheit (https://tag-der-deutschen-einheit.de)  und auf den Kanälen der Sozialen Netzwerke Facebook (https://www.facebook.com/tde2021) , Instagram (https://www.instagram.com/gemeinsamzukunftformen/) YouTube (https://www.youtube.com/channel/UCOc0eBEkKxWIHW_uampEQGw) und Twitter (https://twitter.com/tde2021).


Startschuss für entwaldungsfreie Lieferketten: Bundesumweltministerin Schulze würdigt neues Projekt ELAN

Martina Schaub (OroVerde) und Stefan Hörmann (GNF) freuen sich sehr über die persönliche Förderbescheidübergabe zum ELAN-Projekt durch Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Foto © Heiko Mennigen / OroVerde
Martina Schaub (OroVerde) und Stefan Hörmann (GNF) freuen sich sehr über die persönliche Förderbescheidübergabe zum ELAN-Projekt durch Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Foto © Heiko Mennigen / OroVerde

Im Rahmen einer Veranstaltung zum Auftakt des Projekts „Entwaldungsfreie Lieferketten – Ein Online-Atlas für Nachhaltigkeit in Unternehmen“, das der Global Nature Fund und die Tropenwaldstiftung OroVerde gemeinsam auf den Weg bringen, betonte Umweltministerin Svenja Schulze die Verantwortung wirtschaftlicher Akteure für nachhaltiges Handeln – und die Chancen, die sich daraus ergeben.

 

(Bonn/pm) - Das Thema Lieferketten ist derzeit in aller Munde. Sei es, weil ein Megafrachter den Suezkanal blockiert, Corona-bedingte Engpässe Lieferungen verzögern oder – positiver – das kürzlich verabschiedete Lieferkettengesetz Unternehmen in die Pflicht nimmt, entlang globaler Warenströme die Wahrung von Menschenrechten sicherzustellen.

Neben sozialen spielen aber auch ökologische Aspekte im nachhaltigen Lieferkettenmanagement eine entscheidende Rolle. Deshalb setzen sich Global Nature Fund und OroVerde ab sofort in einem gemeinsamen Projekt dafür ein, Lieferketten so zu gestalten, dass der Verlust von Wäldern, v.a. tropischen Regenwäldern, deutlich reduziert wird. Denn: Entwaldung ist einer der größten anthropogenen Treiber des Klimawandels. 29 bis 39 Prozent der abholzungsbedingten Waldzerstörung sind durch den internationalen Handel verursacht. Circa 15 Prozent des gesamten CO2-Fußabdrucks des Lebensmittelkonsums in der EU ist die Folge von Entwaldung. Die EU ist die weltweit zweitgrößte Importeurin von Produkten, die auf Abholzung zurückgehen – und Deutschland führt dieses traurige Ranking innerhalb des Staatenverbunds an.

 

Neues Projekt sieht Unternehmen als Teil der Lösung

„Gerade die Tropenwälder weichen für unseren Konsum. Es liegen entscheidende Jahre vor uns, wenn es darum geht, diesen Trend endlich umzukehren“, so Stefan Hörmann, stellvertretender Geschäftsführer des Global Nature Fund.

Martina Schaub, Vorständin der Tropenwaldstiftung OroVerde, ergänzt: „Die Wirtschaft als Teil des Problems muss Teil der Lösung sein. Unser neues Projekt reicht Unternehmen, die ihrer Verantwortung gewahr sind, die Hand. Ich hoffe, dass unser Angebot rege genutzt werden wird, denn: Die Abholzung der Tropenwälder ist weder wirtschaftlich noch gesamtgesellschaftlich tragbar.“

Im Rahmen des Projekts „Entwaldungsfreie Lieferketten – Ein Online-Atlas für Nachhaltigkeit in Unternehmen“ (ELAN) entsteht ein Atlas, der Orientierung und Handlungsempfehlungen zum Thema Entwaldung in Lieferketten bieten wird. In dem kostenlosen Online-Angebot können sich Unternehmen zukünftig Schritt für Schritt über potentielle Risiken von Entwaldung innerhalb ihrer Lieferkette informieren und aktiv Strategien entwickeln, um die von ihnen verantworteten Warenströme nachhaltig zu gestalten.

Die Bundesregierung hat sich mit Unterzeichnung der New Yorker Walderklärung 2014 und der Amsterdamer Erklärung von 2015 verpflichtet, entschieden gegen die Entwaldung in Lieferketten vorzugehen. Dass das neue Projekt auf diese Initiativen einzahlt, würdigte Bundesministerin Schulze mit der persönlichen Übergabe der Projektbewilligung heute in Bonn, im Rahmen derer sie betonte: „Wälder speichern große Mengen Kohlenstoff. Sie sind die Lunge unseres Planeten. Die fortschreitende globale Entwaldung trägt daher maßgeblich zum Klimawandel bei. Weltweit wird Wald gerodet, um Platz für landwirtschaftliche Flächen zu schaffen. Die dort produzierten Nahrungsmittel landen über teils komplizierte Umwege auch auf unseren Tellern. Das nun geförderte Projekt wird deutschen Unternehmen Möglichkeiten aufzeigen, ihre Lieferketten entwaldungsfrei zu gestalten und so zum Kampf gegen den Klimawandel beizutragen.“

 

Über den Global Nature Fund

Der Global Nature Fund (GNF) wurde 1998 in Radolfzell am Bodensee als gemeinnützige Stiftung gegründet und engagiert sich gemeinsam mit seinen Partnern weltweit im Natur- und Umweltschutz. Besonderes Augenmerk gilt der Förderung ökologisch bewussten Wirtschaftens und der Erhaltung von Biodiversität in Lieferketten, für die der GNF im Dialog mit Unternehmen bereits diverse innovative Maßnahmen entwickelt hat.

 

Über OroVerde

 

Seit mehr als 30 Jahren setzt sich OroVerde für den Erhalt der tropischen Regenwälder ein. In Tropenwald-Schutzprojekten vor Ort entwickelt OroVerde Lösungen, wie Waldschutz und nachhaltige Entwicklung Hand in Hand gehen können. In Deutschland fördert OroVerde durch Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit das Verständnis für globale Zusammenhänge und vermittelt, was jede*r Einzelne zum Schutz der Regenwälder beitragen kann. In den Tropenwaldländern arbeitet OroVerde zusammen mit lokalen Partnerorganisationen und bringt die Erfahrungen aus den Pilotprojekten in nationale und internationale politische Prozesse und Diskussionen ein.


BDKJ fordert Verantwortung für die Menschen in Afghanistan zu übernehmen

Afghanistan braucht jetzt unsere Hilfe – schnell und unbürokratisch!

(Köln/bdkj) - Der Dachverband der Katholischen Kinder- und Jugendverbände fordert eine schnelle und unbürokratische Hilfe für die Menschen in Afghanistan. Insbesondere gefährdete Menschen sollten schnellstmöglich ausgeflogen werden und einen unkomplizierten Zugang zum europäischen Asylsystem erhalten, betont der BDKJ. „Die Sicherheit von Kindern, Frauen und queeren Menschen ist besonders bedroht. Ihnen muss jetzt geholfen werden! Die Bundesregierung darf sich dabei nicht hinter bürokratischen Hürden verstecken,“ fordert Gregor Podschun (BDKJ Bundesvorsitzender).

Deutschland hat aus Sicht des BDKJ eine Verantwortung gegenüber den Menschen in Afghanistan. Besonders gegenüber denjenigen, die in den letzten Jahren intensiv mit der Bundeswehr oder Hilfsorganisationen vor Ort zusammengearbeitet haben. Der Wiederaufbau des Landes und die Präsenz der Internationalen Schutztruppen hat in den letzten Jahren Hoffnungen gerade bei jungen Afghaninnen und Afghanen geweckt, die ansonsten jetzt zerstört würden.

 

Mehrere Städte und Kommunen in Deutschland haben bereits erklärt, dass sie zur Aufnahme von Geflüchteten aus Afghanistan bereit sind. „Solidarität, Hilfsbereitschaft und gelebte Nächstenliebe wie wir sie in Deutschland 2015 erlebt haben sind der Maßstab dafür, wie wir mit Menschen, die von Gewalt bedroht ihre Heimat verlassen umgehen sollten“, betont Gregor Podschun weiter.

 

 

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.


Diakonie, Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe:

Unbürokratische Aufnahme besonders gefährdeter Personen aus Afghanistan jetzt notwendig!

    Afghanistan * Taliban * humanitäre Hilfsprojekte

 

(Berlin/bfw) -  Wegen der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan befinden sich erneut viele Menschen auf der Flucht – im Inland und über die Grenzen in die Nachbarländer. Dazu erklären die Präsidentin von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe, Dagmar Pruin und der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie:

 

Dagmar Pruin:

„Viele Menschen, die sich in den letzten Jahren – auch mit Geldern der deutschen und internationalen Entwicklungszusammenarbeit – für den Aufbau von Demokratie, Menschenrechten und einer kritischen Zivilgesellschaft stark gemacht haben, sind jetzt in akuter Lebensgefahr. Was wir dringend brauchen, sind großzügige Schutzkontingente und die sofortige Evakuierung dieser besonders gefährdeten Personengruppen. 

Schon vor der Machtübernahme der Taliban waren die Lebensumstände vieler Menschen in Afghanistan verzweifelt. Elf Millionen Menschen litten unter Hunger, mindestens 390.000 Menschen wurden seit Jahresbeginn vertrieben. Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich die Not jetzt weiter verschärft. Wir werden alles dafür tun, dass wir unsere humanitären Hilfsprojekte im Land fortführen können.“

 

Ulrich Lilie:

„Deutschland und die EU müssen den Tatsachen ins Auge blicken: Es steht angesichts des Unrechtsregimes der Taliban eine neue Fluchtbewegung bevor. Anrainerstaaten wie die Türkei, Pakistan und der Iran brauchen Unterstützung, damit sie diese Menschen aufnehmen und mit dem Nötigsten versorgen können. Perspektivisch müssen Resettlement-Programme zur Aufnahme in der gesamten EU und natürlich auch in Deutschland entstehen. Niemand muss vor der neuen Aufnahme von Geflüchteten Befürchtungen haben. Etliche erfolgreiche Projekte haben gezeigt: Die Integration von Geflüchteten gelingt, sie ist aber kein Selbstläufer. Dazu braucht es Geduld, Engagement und einen langen Atem – auch in der Politik. Für Menschen, die bereits früher nach Deutschland geflohen sind, brauchen wir außerdem eine Bleiberechtsregelung, die unabhängig von einer Einzelfallprüfung für ein humanitäres Aufenthaltsrecht sorgt. Denn spätestens jetzt muss jedem klar sein: Weitere Abschiebungen sind nicht zu verantworten.“

 

 


75. Geburtstag des Landes Schleswig-Holstein

Ökumenischer Gottesdienst am 22. August im Schleswiger Dom

(Schleswig/aw/mc) - Das Erzbistum Hamburg und die Nordkirche feiern anlässlich des 75. Geburtstag des Landes Schleswig-Holstein am Sonntag, 22. August 2021, um 10 Uhr im Schleswiger Dom gemeinsam einen festlichen Gottesdienst. Der Gottesdienst bildet den Auftakt zu den Feierlichkeiten und dem Bürgerfest, die unter Beteiligung zahlreicher Verbände, Vereine und Einrichtungen auf der Schlossinsel in Schleswig stattfinden werden. An dem Fest unter dem Motto "75 Jahre Land SH – Unsere Geschichte – Unser Tag – Unsere Zukunft" werden sich die Nordkirche und das Erzbistum Hamburg ebenfalls beteiligen.

 

Festgottesdienst

Im Rahmen des Gottesdienstes predigen Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Nordkirche, sowie Weihbischof Horst Eberlein, Erzbistum Hamburg. Weitere Mitwirkende an dem Gottesdienst sind u.a. Rabbiner Isak Aasvestad, Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein und Fatih Mutlu, Vorsitzender der SCHURA, Islamische Religionsgemeinschaft SH e. V.

Die musikalische Gestaltung liegt in den Händen vom Domorganistin Mahela T. Reichstatt und der Kantorei des St. Petri-Doms.

 

Der Gottesdienst ist öffentlich. Er wird zudem am 22. August um 10 Uhr live über den YouTube-Kanal der Nordkirche und auf www.erzbistum-hamburg.de gestreamt.

 

Bürgerfest auf der Schlossinsel

Mit vielfältigem Informationsmaterial, der Möglichkeit, mit Bischof Gothart Magaard, Präses Ulrike Hillmann und weiteren Pastorinnen und Pastoren ins Gespräch zu kommen und mit einer Mitmach-Kunstaktion mit dem Kinderbuch-Illustrator Andreas Röckener und der Tourismuspastorin Brigitte Gottuk aus Eckernförde lädt die Nordkirche alle Interessierten ein, den Pavillon der Nordkirche auf der Schlossinsel zu besuchen.

 

 

Das Erzbistum Hamburg präsentiert sich auf der Schlossinsel auf der Wiese vor der zentralen Bühne. Hier gibt es Informationen über die Entwicklung des katholischen Lebens in Schleswig-Holstein. In einer Fotobox können Besucher Fotos von sich mit einem Segenswunsch anfertigen lassen. Gleich neben dem Stand des Erzbistums schlägt der Pfadfinderstamm „Stern des Nordens“ aus Rendsburg seine Jurte auf. Hier wird Stockbrot über dem Lagerfeuer gebacken.


SOS-Kinderdorf gibt jungen Menschen am Internationalen Tag der Jugend eine Stimme: Es ist #ZeitfürMehr!

Fünf konkrete Forderungen zur Bundestagswahl 2021

(München/sos) – Junge Menschen werden in Deutschland immer noch zu wenig gehört, wenn es um ihre Belange geht – das hat die Corona-Pandemie erst in aller Deutlichkeit aufgezeigt. Zum Internationalen Tag der Jugend stellt SOS-Kinderdorf mit seiner Kampagne #ZeitfürMehr fünf konkrete Forderungen an die Politik, um echte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen endlich Realität werden zu lassen.

Die Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdorf e.V., Prof. Sabina Schutter, erklärt: „Kinder und Jugendliche haben bei der Bundestagswahl keine Stimme. Sie sollten aber eine zentrale Rolle spielen, wenn es um politische Entscheidungen geht. SOS-Kinderdorf setzt sich deshalb dafür ein, dass die Stimme junger Menschen gehört wird. Die Lebenswelten junger Menschen unterscheiden sich von denen der Erwachsenen. Im Zentrum unserer Forderungen steht deshalb der Anspruch auf ein gerechtes Aufwachsen. Das bedeutet, dass Kinder und Jugendliche ihre Gegenwart gestalten können, denn ihr Leben findet jetzt statt. Es bedeutet aber auch, dass sie ihre Zukunft gestalten und Mitsprache erhalten, wenn es beispielsweise um die Zukunft unserer Lebensräume geht.“

 

Die fünf Forderungen von SOS-Kinderdorf sind:

  1. Es ist Zeit für mehr Freiräume!

 

Junge Menschen sind nicht nur Schülerinnen und Schüler. Aufwachsen und Entwicklung dürfen nicht allein als Qualifizierungsprozess gedacht und zweckgerichtet an Leistung, Schule und Ausbildung orientiert sein. Wir fordern, dass Kinder und Jugendliche mehr selbstbestimmte Zeit haben, ihr eigenes Leben wieder stärker mitgestalten können und mehr Freiräume für ihre ganzheitliche Entwicklung bekommen.

  1. Es ist Zeit für mehr Gehör!

 

Junge Menschen müssen bei allen wichtigen Entscheidungen, die sie betreffen, gehört werden. Ihre Beteiligung in institutionellen Kontexten, nicht zuletzt in der Schule, ist essenziell für die Wahrnehmung und Beachtung ihrer Interessen. Wir fordern, dass Kinder und Jugendliche ernst genommen und einbezogen werden und dass sie ihre Belange selbst vertreten können.

  1. Es ist Zeit für mehr Bildungsgerechtigkeit!

 

Bildung ist der zentrale Weg zu mehr Chancengerechtigkeit und sozialer Teilhabe. Sie darf nicht länger von der sozialen Herkunft abhängen. Wir fordern, dass junge Menschen in ihren Bildungsprozessen so individuell wie möglich unterstützt werden und eine zweite oder dritte Chance bekommen, wenn sie diese brauchen.

  1. Es ist Zeit für mehr Rechte!

 

Die Rechte aller Kinder und Jugendlichen müssen deutlich gestärkt und verlässlich umgesetzt werden. Wir fordern die Integration von Kinderrechten ins Grundgesetz, die Berücksichtigung ökologischer Kinderrechte in der Politik, und mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bildungsinstitutionen. Zudem müssen junge Menschen in allen Lebensbereichen besser vor Gewalt geschützt und in ihrer Entwicklung ganzheitlich gefördert werden. Die UN-Kinderrechtskonvention muss in Deutschland endlich mit mehr Leben gefüllt werden.

  1. Es ist Zeit für mehr Zukunftschancen!

 

Große Zukunftsthemen werden häufig ohne die bewegt, die die Zukunft gestalten – Kinder und Jugendliche. Die „junge Generation“ muss bei großen Entscheidungen systematisch mitgedacht werden, denn sie hat deren Folgen zu tragen. Die politische Beteiligung von jungen Menschen muss strukturell auf Kommunal-, Länder- und Bundesebene verankert werden. Wir fordern, dass mehr Verantwortung für die Zukunftschancen junger Menschen übernommen und für mehr Verteilungsgerechtigkeit unter den Generationen – auch mit Blick auf bestehende soziale Ungleichheiten – gesorgt wird.

Mehr Informationen zur Kampagne #ZeitfürMehr finden Sie --> hier auf der Website von SOS-Kinderdorf.

 

Der SOS-Kinderdorf e.V.:

SOS-Kinderdorf bietet Kindern in Not ein Zuhause und hilft dabei, die soziale Situation benachteiligter junger Menschen und Familien zu verbessern. In SOS-Kinderdörfern wachsen Kinder, deren leibliche Eltern sich aus verschiedenen Gründen nicht um sie kümmern können, in einem familiären Umfeld auf. Sie erhalten Schutz und Geborgenheit und damit das Rüstzeug für ein gelingendes Leben. Der SOS-Kinderdorfverein begleitet Mütter, Väter oder Familien und ihre Kinder von Anfang an in Mütter- und Familienzentren. Er bietet Frühförderung in seinen Kinder- und Begegnungseinrichtungen. Jugendlichen steht er zur Seite mit offenen Angeboten, bietet ihnen aber auch ein Zuhause in Wohngemeinschaften sowie Perspektiven in berufsbildenden Einrichtungen. Ebenso gehören zum SOS-Kinderdorf e.V. die Dorfgemeinschaften für Menschen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen. In Deutschland helfen in 39 Einrichtungen insgesamt rund 4.400 MitarbeiterInnen. Der Verein erreicht und unterstützt mit seinen über 800 Angeboten rund 109.500 Menschen in erschwerten Lebenslagen in Deutschland. Darüber hinaus finanziert der deutsche SOS-Kinderdorfverein 173 SOS-Einrichtungen in 29 Ländern weltweit.

Mehr Informationen unter www.sos-kinderdorf.de.

 




Statement Dagmar Pruin, Präsidentin Brot für die Welt, zum 1. Teil des 6. IPCC-Sachstandsberichtes

     

 

Weltklimarat * IPCC * Klimakrise

 

(Berlin/bfw) - „Die Ergebnisse des Berichtes untermauern, was vielerorts bereits dramatisch sichtbar wird: Die Klimakrise passiert jetzt, sie ist global, ihre Folgen sind dramatisch und sie zwingt uns zu noch konsequenterem Handeln.

 

Am stärksten leiden diejenigen unter den Folgen, die am wenigsten dazu beigetragen haben. Klimabedingte Schäden und Verluste sind insbesondere in den Ländern des Globalen Südens bereits an der Tagesordnung und verschärfen Hunger, Gesundheitsrisiken und Gewaltkonflikte. Aktuell sind allein in Madagaskar über eine Million Menschen aufgrund der Dürre von einer Hungersnot bedroht.

 

Die Klimafrage ist die große Gerechtigkeitsfrage unserer Zeit. Wenn wir das Ziel, die Erderwärmung auf weniger als 1,5 Grad zu begrenzen, noch erreichen wollen, muss die nächste Bundesregierung den Kampf gegen die Klimakrise zu ihrer Top-Priorität erklären - national und international.“

 

Hintergrund: Der Weltklimarat (IPCC) stellt heute den ersten Teil seines 6. Sachstandsberichts vor. Das Fazit: Wenn die Emissionen nicht schnell drastisch gesenkt werden, kann das Ziel, die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad zu begrenzen, nicht mehr erreicht werden. Die im fünften Sachstandsbericht vorgelegten Prognosen zum Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze sind damit um bis zu zehn Jahre vorverlegt worden.

 

Der Weltklimarat ist ein von Regierungen unabhängiges wissenschaftliches Gremium, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt mitarbeiten. 


Einladung zu einer Videokonferenz mit Workshops, Podiumsdiskussion und Polittalk am 19. August

Gewalt im Namen der Religionen – welche Verantwortung trägt der Journalismus?

(Aachen/missio) - Gewalt im Namen der Religionen – welche Verantwortung trägt der Journalismus? Zu einer Videokonferenz mit Workshops, Podiumsdiskussion und Polittalk lädt das katholische Hilfswerk missio Aachen am 19. August ein. Mit dabei sind unter anderem Wolfgang Bauer (Die Zeit), Jürgen Erbacher (ZDF), Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, oder Professor Fadi Daou, Leiter der christlich-muslimischen Adyan-Stiftung im Libanon. Anlass ist der „Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalt aufgrund von Religion oder Glauben“ der Vereinten Nationen drei Tage später am 22. August. Mitveranstalter sind die Katholische Journalistenschule ifp, das Internetportal katholisch.de und das Magazin kontinente.

Für Journalistinnen und Journalisten sind die Workshops „Macht religiöse Minderheiten nicht zu Bürgern zweiter Klasse und wehrlosen Opfern!“ und „Zahlen lügen nicht! Oder doch? Was sagen Berichte und Ranglisten über Verletzungen von Religionsfreiheit wirklich aus“ konzipiert. Professor Fadi Daou informiert, wie Christen und Muslime im Nahen Osten beispielsweise die Berichterstattung über islamistische Terroranschläge bewerten und welche Narrative zur Stigmatisierung von Minderheiten beitragen. Dr. Katja Voges, Referentin für Menschenrechte und Religionsfreiheit bei missio Aachen, stellt verschiedene Formen des Monitorings und Berichte von Verletzungen der Religionsfreiheit vor und ordnet ihre Aussagekraft – mit Blick zum Beispiel auf Opfer- oder Täterzahlen – ein.

Alle Interessierten können die Podiumsdiskussion mit Wolfgang Bauer (Die Zeit), Jürgen Erbacher (ZDF), Ulrich Pick (SWR) und Beatrix Gramlich (kontinente) verfolgen. Sie diskutieren Fragen wie: Welche Rolle spielen Klischees und Stereotype bei der Berichterstattung über Gewalt im Namen der Religionen? Wird das Storytelling der Wirklichkeit gerecht oder bedient es Erwartungen von Redaktionen und Publikum in Deutschland? Kann Journalismus religiöse Konflikte befeuern oder befrieden?

Für alle Interessierten offen ist auch das Gespräch von Markus Grübel mit Dr. Gregor von Fürstenberg, Vize-Präsident von missio Aachen, über die aktuelle Lage der Religionsfreiheit weltweit. Moderator Steffen Zimmermann, Berlin-Korrespondent des Internet-Portal katholisch.de, spricht mit ihnen beispielsweise über Gefahren der Sozialen Medien für die Religionsfreiheit oder die Bedeutung des interreligiösen Dialoges zur Prävention von Gewalt.

Anmeldungen für die Workshops und weitere Informationen über Programm und Zugangsmöglichkeiten für die Videokonferenz sind unter www.missio-hilft.de/journalistenkonferenz möglich.

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.


Kinder und Jugendliche machen die Bundestagswahl zur Klimawahl

Ab heute leben wir auf Pump

(Köln/ bdkj) - Am 29. Juli ist der diesjährige Earth-Overshoot-Day. Die Menschheit hat heute die ökologischen Ressourcen verbraucht, die die Erde im Laufe eines Jahres regenerieren kann. Die Berechnungen der Organisation Global Footprint Network mithilfe des Ökologischen Fußabdrucks zeigen, dass der aktuelle Ressourcenverbrauch die Kapazitäten unserer Erde übersteigt. Wir produzieren beispielsweise mehr CO2 als Ozeane und Wälder aufnehmen können und holzen mehr Wälder ab als wieder aufgeforstet werden. Um diesen Lebensstil weiterzuführen, bräuchten wir mehr als eine Erde.

 

Gemeinsam für das 1,5-Grad-Ziel

In diesem Jahrzehnt entscheidet sich, ob die im Pariser Klimaabkommen angestrebte 1,5-Grad-Grenze noch eingehalten und damit die Klimakatastrophe abgewendet werden kann. Mit dem Zusammenschluss unserer Organisationen und Verbänden vertreten wir die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Wir stehen entschieden für das Einhalten der 1,5-Grad-Grenze und rufen alle Menschen dazu auf, sich dem Kampf gegen die Klimakrise und für eine lebenswerte Zukunft anzuschließen.

 

Der Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt

Wir müssen jetzt handeln. Für Deutschland ist die diesjährige Bundestagswahl der entscheidende Moment. Die nächste Bundesregierung muss einen Systemwandel einleiten. Deshalb fordern wir alle Wähler*innen dazu auf, im September für Klimagerechtigkeit, also eine menschenrechtskonforme Klimapolitik, zu stimmen. Wir werden eine Wahlentscheidung für sozial-gerechten Klima- und Naturschutz treffen.

 

Wir mischen uns für das Klima ein

Wir rufen alle jungen Menschen, insbesondere die, die leider noch nicht wählen dürfen, dazu auf, mit Wahlberechtigten über Klimaschutz ins Gespräch zu kommen und sie aufzufordern, für unsere Zukunft zu wählen.

Wir, die hier kooperierenden Jugendorganisationen, vertreten in unserem Zusammenschluss über 4 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Wir sind vielfältig in unserem Zusammenschluss und uns eint ein Ziel: Die gerechte Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze!

  

 

Unterstützende Organisationen:

 

Amnesty International Deutschland Jugend

 

Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej)

 

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)

 

Bundesjugendwerk der AWO e. V.

 

Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG)

 

freier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V.

 

Fridays for Future Deutschland (FFF)

 

Jugend des Deutschen Alpenvereins (JDAV)

 

Jugendnetzwerk Lambda

 

Katholische Landjugendbewegung (KLJB)

 

NAJU (Naturschutzjugend im NABU)

 

Slow Food Youth Deutschland

 

SV-Bildungswerk

 

youpaN

 

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.


Handabdruck-Test zeigt, wie der ökologische Fußabdruck verkleinert werden kann

Am Erdüberlastungstag Hebel für den Wandel finden

Erdüberlastungstag * ökologischer Fußabdruck * Handabdruck-Test

 

(Berlin/bfw) - Ab dem 29. Juli 2021 lebt die Weltbevölkerung bei der Natur auf Pump. An diesem Tag sind alle nachhaltig verfügbaren ökologischen Ressourcen des Jahres aufgebraucht. Damit liegt der Erdüberlastungstag, der im vergangenen Jahr auf den 22. August gefallen war, wieder auf dem Niveau von 2019.

 

Johannes Küstner, Bildungsreferent von Brot für die Welt, sagt: „Der Erdüberlastungstag am 29. Juli ist ein Weckruf für einen Kurswechsel auf Zukunftsfähigkeit. Der Raubbau an der Natur hat gravierende ökologische und soziale Folgen. So ist die Klimakatastrophe, unter der Menschen in einigen Weltregionen schon seit vielen Jahren leiden, mit Extremwetterereignissen nun auch in Deutschland schmerzlich erlebt worden.“

 

Brot für die Welt unterstützt mit Partnerorganisationen weltweit nachhaltige Entwicklung in zahlreichen Projekten. Küstner: „Es ist höchste Zeit, auch Deutschland in Sachen Nachhaltigkeit als Entwicklungsland zu verstehen. Wir können und müssen es schaffen, gute Bildung, Gesundheitsversorgung, gesellschaftliche Teilhabe und Lebenszufriedenheit mit einem nachhaltigen ökologischen Fußabdruck zu erreichen.“

 

Viele Rahmenbedingungen etwa für Ernährung, Mobilität, Wohnen und Konsum müssen sich ändern, damit nachhaltige Optionen global für alle verfügbar und attraktiv sind. Zum Erdüberlastungstag hat Brot für die Welt daher gemeinsam mit der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch einen Handabdruck-Test unter www.handabdruck.eu veröffentlicht. Während der ökologische Fußabdruck den individuellen Ressourcen-Verbrauch misst, zeigt der Handabdruck-Test Hebel für den Wandel auf, schlägt konkrete Aktionen vor und gibt strategische Tipps für das persönliche Engagement.

 

 

Der Tag der Erdüberlastung (Earth Overshoot Day) wird jedes Jahr vom Global Footprint Network berechnet. Wichtigster Indikator ist der CO2-Ausstoss.


DKMS Schulsiegel: Rheinland-pfälzische Bildungsministerin zeichnet engagierte Schulen für ihren Einsatz aus

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig (r.) und DKMS Geschäftsführerin Dr. Elke Neujahr (l.) mit Andreas Kühn, (r.) Schulleiter des Stefan-George- Gymnasiums Bingen (2.v.r.), Dr. Jens Kemper, Schulleiter des Staatlichen Eifel- Gymnasiums Neuerburg (2.v.l.) und Gerhard Reuther, Schulleiter der BBS 3 Mainz (M.)

(Bingen/pm) - Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig hat gemeinsam mit DKMS Geschäftsführerin Dr. Elke Neujahr in Mainz drei herausragend engagierte Schulen des Bundeslandes mit dem DKMS Schulsiegel ausgezeichnet: Die Berufsbildende Schule 3 in Mainz, das Stefan-George-Gymnasium in Bingen sowie das Staatliche Eifel-Gymnasium in Neuerburg. Die DKMS verleiht dieses Siegel bundesweit an Schulen, die sich nachhaltig im Kampf gegen Blutkrebs einsetzen. 

Die Berufsbildende Schule 3 in Mainz unterstützt die DKMS seit 2003. Bei fünf Aktionen haben sich dort bisher 4.632 junge Menschen in die Datei aufnehmen lassen, 55 von ihnen spendeten bereits Stammzellen. Am Stefan-George-Gymnasium in Bingen haben sich in den vergangenen Jahren 1.048 Schüler:innen registrieren lassen, 23 von ihnen konnten mit einer Stammzellspende Hoffnung auf Heilung schenken. Am Staatlichen Eifel-Gymnasium in Neuerburg haben sich seit 2008 bei vier Registrierungsaktionen 410 Schüler:innen in die Stammzellspenderdatei aufnehmen lassen, zwei von ihnen wurden zu Spender:innen und gaben Menschen mit Blutkrebs die Chance auf ein gesundes Leben.

 „Für die einen ist es lediglich ein kurzer Abstrich im Mundraum, für die anderen wird daraus eine echte Chance, eine lebensbedrohliche Krankheit zu überleben. Ich bin stolz darauf, dass sich so viele unserer Schülerinnen und Schüler in Neuerburg, Bingen und Mainz bei der DKMS haben registrieren lassen und bereits Stammzellen spenden konnten. Das ist nicht nur ein Akt der Solidarität, das ist ein Akt der Menschlichkeit“, 
erklärte Bildungsministern Dr. Stefanie Hubig. 

Das Engagement junger Menschen ist unverzichtbar bei der Suche nach potenziellen Stammzellspender:innen. Aus medizinischen Gründen kommen sie besonders häufig für eine Stammzellspende in Betracht. Deshalb führt die DKMS im Rahmen des DKMS Schulprojektes Schulaktionen in ganz Deutschland durch und klärt mit Unterrichtsmaterialien und Vorträgen über das Thema Blutkrebs auf. 

Insgesamt haben sich über das DKMS Schulprojekt bereits 454.000 Schüler:innen (davon 26.673 an rheinland-pfälzischen Schulen) in die DKMS Datei aufnehmen lassen. 5.720 von ihnen haben einer Patientin oder einem Patienten eine Chance auf ein gesundes Leben geschenkt – darunter 310 aus Rheinland-Pfalz.

 

Einer davon ist Philipp Puchner, der sich im Jahr 2013 bei einer Registrierungsaktion an der Berufsbildenden Schule 3 in Mainz in die DKMS aufnehmen ließ und einige Jahre später einem Patienten eine Lebenschance geben konnte. Davon berichtete er im Rahmen der Verleihung des DKMS Schulsiegels. „Als ich damals von der Aktion erfuhr, stand für mich sofort fest, dass ich mitmache“, sagt der heute 30-Jährige, der sich seinerzeit in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten befand.


"Tunnel der Freiheit" zeigt spektakuläre Fluchthilfe 90-minütige SWR Auftragsproduktion in "Dokumentarfilm im Ersten" am 28.7. um 23 Uhr

60 Jahre Mauerbau

ARD-foto.de
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(Stuttgart/swr) - Im Jahr 1962 gelang einer Gruppe von 29 Menschen aus der DDR die Flucht in den Westen - durch einen 135 Meter langen Tunnel. Mehr als vier Monate haben 41 Studenten aus Westberlin diesen Tunnel gegraben. Sie setzten ihr Leben aufs Spiel - für Freunde, Verwandte, Geliebte, Fremde und politische Ideale. "Tunnel der Freiheit" erzählt die Fluchtgeschichte, die angesichts weltweiter Flüchtlingskrisen, Abschottung und Mauern nichts an Aktualität und Brisanz verloren hat. Der Dokumentarfilm von Marcus Vetter wird am Mittwoch, 28. Juli, um 23 Uhr im Ersten gezeigt und ist ab 26. Juli für ein Jahr in der ARD Mediathek verfügbar. (Erstsendung 22. Juli, 20:15 Uhr auf ARTE)

 

Verschlammt und durchnässt, aber in Freiheit Zum ersten Mal in der Filmgeschichte ist eine Kamera hautnah bei der Flucht von Menschen aus der DDR dabei - sie sollen durch einen Tunnel unter der Mauer durch in die BRD gelangen. Als während der Grabungen das Geld ausgeht, verkaufen die beiden Italiener Mimmo und Gigi die Filmrechte an den US-amerikanischen Fernsehsender NBC. Sie graben den Tunnel für ihren Freund Peter Schmidt. Als der Film am 10. Dezember 1962 von der NBC vor einem Millionenpublikum ausgestrahlt wird, gehen die Bilder um die Welt. Sie sind voller Dramatik. Monatelang haben die Helfer geschuftet. Zuerst die Suche einer geeigneten Örtlichkeit - hüben wie drüben. Die Grabungen mussten unter absoluter Geheimhaltung stattfinden, gefährdet waren ja nicht nur die Fluchtwilligen, sondern auch die Helfer, sobald sie auf bzw. unter DDR-Gebiet waren. Wassereinbrüche, Streitigkeiten - das Unterfangen zerrte an den Nerven und wurde immer teurer. Doch eines Abends konnte das Signal gegeben werden und die Flüchtlinge fanden si  ch nach und nach zur konspirativ vereinbarten Zeit am Einstieg ein. 135 Meter durch den engen Schacht, verschlammt und durchnässt, aber in Freiheit.

 

"Tunnel" reloaded

1999 erschien der preisgekrönte Dokumentarfilm "Der Tunnel", der die spektakuläre Geschichte der Flucht auch mit Bildern von damals erzählte. Über 20 Jahre später wurde er mit neu gedrehtem Interviewmaterial als "Tunnel der Freiheit" noch einmal neu aufgelegt: Mimmo und Gigi sind inzwischen gestorben, doch einige der Tunnelbauer, heute in den Achtzigern, leben noch und erzählen ihre Geschichten. So auch Inge und Claus Stürmer, deren erster gemeinsamer Fluchtversuch 1961 schief ging: Nur Claus gelang die Flucht in den Westen. Inge, Mutter eines Kleinkindes und schwanger, wurde verhaftet und zu Gefängnishaft verurteilt. Claus arbeitete an dem Tunnel mit, um seine Familie endlich zu sich zu holen. Ein Happy End.

 

"Tunnel der Freiheit" erzählt vom Wagemut junger Menschen, von Vertrauen und Solidarität, von der Suche nach Freiheit und dem Überwinden von Mauern.

 

Produktion und Ausstrahlung

"Tunnel der Freiheit" ist eine Produktion von Filmperspektive und im Auftrag von SWR und ARTE für Das Erste. Der Film wird am Mittwoch, 28. Juli, um 23 Uhr im Ersten gezeigt und ab 26. Juli für ein Jahr in der ARD Mediathek verfügbar. Die Erstausstrahlung des Films ist am 22. Juli auf ARTE.

 

 

Weitere Informationen unter

http://swr.li/tunnel-der-freiheit

 

 


100 Jahre Kommunistische Partei Chinas: Geschichte der Verbrechen in Tibet

 

(Berlin/ict) - Morgen, am 1. Juli 2021, feiert die Kommunistischen Partei (KP) Chinas den 100. Jahrestag ihrer Gründung. Die International Campaign for Tibet (ICT) nimmt dies zum Anlass, der vielen Opfer der Politik der KP in Tibet zu gedenken.

ICT-Geschäftsführer Kai Müller: „Der 1. Juli 2021 ist kein Tag zum Feiern, und für die Tibeter gilt dies in ganz besonderem Maß. Seit der militärischen Besetzung Tibets ist die KP Chinas dort für zahlreiche schwere Verbrechen verantwortlich. Hunderttausende Tibeterinnen und Tibeter wurden getötet, ob 1959 beim tibetischen Volksaufstand, oder bereits in den Jahren zuvor, als Peking das de facto unabhängige Tibet unterwarf, oder später während der sogenannten ‚Kulturrevolution‘.“

Müller weiter: „Die Verbrechen setzen sich bis heute fort und äußern sich im totalitären Anspruch einer Politik, die die Tibeter unter Zwang ‚sinisieren‘ will. Diese sollen sich der chinesischen Kultur assimilieren und der Herrschaft der KP unterwerfen, die sie auf diese Weise von ihrer Kultur und Religion trennen will. Wer widerspricht, wird verfolgt, muss mit Folter rechnen und um sein Leben fürchten. Mit kolonialer Attitüde und rassistischen Untertönen werden Tibeter indes zu Handlangern der Politik Pekings degradiert. In deren Konzept dürfen sie etwa Hotels betreiben und eine bunte Kulisse für KP-Propaganda abgeben, oder sie werden in sogenannten Arbeitsprogrammen auf ihren Einsatz für den vermeintlichen Fortschritt à la KP vorbereitet. Selbstbestimmt darüber entscheiden, wie sie leben, wie sie ihre Religion praktizieren oder ihre Sprache sprechen wollen, dürfen sie nicht.“

„Die internationale und gerade die deutsche Politik müssen auch anhand der Lage in Tibet erkennen, dass die Kommunistische Partei Chinas einen aggressiven Kurs verfolgt, der sich längst nicht mehr nur nach innen richtet. Die KP führt einen ‚Kalten Krieg‘ gegen Tibeter, Uiguren, Mongolen und gegen alle, die sich dem Herrschaftsanspruch der Partei widersetzen. Sie lehnt mit Nachdruck universelle Werte ab und hat diese nochmals 2012 unter Xi Jinping explizit als Bedrohung erklärt.“

 

„Die nächste Bundesregierung sollte mit großem Nachdruck für die Rechte der Tibeter eintreten und den Mittleren Weg des Dalai Lama unterstützen. Wenn die KP ihre Politik in Tibet weiterführt wie bisher, muss dies Konsequenzen haben. Die verhärtete Position der Partei in Tibet ist auch Ergebnis westlicher Beschwichtigungen, hinter denen, kaum verhohlen, kurzsichtige wirtschaftliche Interessen stehen. Das muss sich ändern, denn eine Fortführung dieser Politik widerspräche auch dem langfristigen Eigeninteresse Deutschlands und Europas“, so Müller abschließend.


EU-Mission in Mosambik:

MISEREOR und Brot für die Welt warnen vor Eskalation

 

Mosambik * EU-Mission * Militär-Intervention

 

(Aachen/Berlin/pm) - Die beiden großen kirchlichen Hilfswerke MISEREOR und Brot für die Welt warnen vor weiteren ausländischen Militär-Interventionen. Ihre Befürchtung: Die Situation in Mosambik könnte eskalieren und so das Leben der Menschen in der Region weiter verschlechtern. Nachdem die südafrikanische Staatengemeinschaft (SADC) die Entsendung von Truppen nach Mosambik beschlossen hat und auch die USA, Frankreich und Ruanda Hilfe angeboten haben, berät nun auch die EU über eine militärische Ausbildungsmission für die mosambikanische Armee.

 

„Unsere Partnerorganisationen in Pemba berichten von einer völlig undurchsichtigen Lage in der Region. Sie verfügt über riesige Gas- und Kohlevorkommen. Extreme Armut, die systematische Benachteiligung ganzer Bevölkerungsgruppen schon seit der Kolonialzeit, Interessenskonflikte von lokalen, regionalen und internationalen Mächten sowie von internationalen Gaskonzernen in der Provinz Cabo Delgado bieten einen Nährboden für radikale islamistische Gruppen. Brutale Taten werden sowohl von den so genannten aufständischen Milizen, als auch von der mosambikanischen Armee begangen“, erklärt Peter Meiwald, Afrika-Abteilungsleiter bei MISEREOR.

 

Armut, Perspektivlosigkeit, Mangel an Bildung und beruflichen Chancen

 

„Tatsächlich versuchen islamistische Kräfte, ihren Einfluss auszubauen. Aber anders als von der mosambikanischen Regierung behauptet, sind die bewaffneten Gruppen zumeist keine ‚Terroristen‘, ‚Extremisten‘ oder ‚Dschihadisten‘, sondern in der Mehrheit junge Bewohner der Provinz, die aufgrund von Armut, fehlender Bildung und geringen beruflichen Chancen sowie insgesamt fehlenden Perspektiven in den bewaffneten Kampf ziehen“, so Helle Dossing, Afrika-Abteilungsleiterin bei Brot für die Welt. „Diese Menschen brauchen Alternativen, sie brauchen Hilfe. Eine Ausweitung des Konflikts wird die Lebensbedingungen der Bevölkerung nur noch weiter verschlechtern.“

 

Entscheidung ohne ausgiebige Diskussion in Bundestag und EU-Parlament

 

MISEREOR und Brot für die Welt appellieren an die Bundesregierung, Portugal und Frankreich von ihren militärischen Interventionsplänen abzubringen.  „Es wäre fahrlässig, dieses längerfristige militärische Eingreifen durch eine EU-Mission ohne eine fundierte Analyse der Konfliktursachen im EU-Parlament mitzutragen“, so Meiwald.  Bei einer so riskanten militärischen Intervention und europäischen Einmischung dürfe es Deutschland nicht um einen Gefallen für die europäischen Partner Portugal und Frankreich gehen. Andernfalls könne die Situation für die Menschen im Land nur noch auswegloser werden.

 

 

In der Provinz Cabo Delgado im Norden von Mosambik kämpfen seit 2017 islamistische Milizen gegen die Regierung und besetzen immer wieder Städte, Siedlungen und ganze Regionen im Norden des Landes. Mit Unterstützung ausländischer Söldnergruppen versucht die mosambikanische Regierung, den Aufstand niederzuhalten, bisher allerdings ohne Erfolg. Schon jetzt sind über 800.000 Menschen intern vertrieben, viele weitere sind in die Nachbarländer geflüchtet. Nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) sind in der Region fast eine Million Menschen infolge von Terror und Gewalt von Hunger bedroht.


Gemeinsam für Engagement und Ehrenamt - vernetzt strukturschwache ländliche Räume stärken

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) startet mit „Engagiertes Land“ ein neues Programm zur Stärkung von Netzwerken für Engagement und Ehrenamt in strukturschwachen ländlichen Räumen. Interessierte Netzwerke können sich ab sofort bewerben.     

  • „Engagiertes Land“ stärkt sektorübergreifende Netzwerke für Engagement, Ehrenamt und Beteiligung in strukturschwachen Orten mit bis zu 10.000 Einwohner:innen.
  • Die Pilotphase startet am 1. Oktober 2021 mit bis zu 20 Netzwerken. 
  • Beteiligte Initiativen erhalten ein Umsetzungsbudget von bis zu 20.000 Euro pro Jahr.
  • Interessierte Netzwerke können sich bis 25. Juli 2021 bewerben.

(Neustrelitz/pm) - Ehrenamt und Bürgerschaftliches Engagement sind auf dem Land allgegenwärtig. Die Menschen vor Ort engagieren sich in unzähligen Vereinen und Initiativen. Sie gestalten gemeinsam ihre Heimat und machen so das Leben im ländlichen Raum noch lebenswerter. Wo verschiedene Vereine und Initiativen mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft in Netzwerken zusammenarbeiten, entstehen gemeinsame Ideen und werden Kräfte für deren Umsetzung gebündelt. Hier setzt das neue Programm „Engagiertes Land“ der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt an. 

Engagiertes Land: Im Netzwerk mehr erreichen

Das Programm „Engagiertes Land“ fördert sektorübergreifende Netzwerke für Engagement und Beteiligung in strukturschwachen ländlichen Dörfern, Kleinstädten und Gemeinden mit bis zu 10.000 Einwohner:innen. 

Interessierte Engagement-Netzwerke und Organisationen, die gemeinsam ein Netzwerk gründen möchten, können bis zum 25. Juli 2021 ihre Interessensbekundung für das Programm einreichen. Eine Auswahlkommission wählt dann 20 Netzwerke aus und fordert sie zur Antragstellung für die Pilotphase auf. Das Programm „Engagiertes Land“ lebt von der aktiven Beteiligung der teilnehmenden Engagement-Netzwerke. Wichtig ist daher, dass alle Teilnehmenden Interesse an Erfahrungs- und Wissensaustausch haben und das Programm gemeinsam mit der DSEE entwickeln möchten. Zudem müssen mindestens drei Organisationen die Interessensbekundung tragen und die kommunale Verwaltung sollte in das Netzwerk eingebunden sein. 

Das Angebot: Dorf-Werkstätten, Prozessbegleitung, Austausch und gemeinsames Lernen

 „Engagiertes Land“ unterstützt die Entwicklung von Netzwerken vor Ort durch passgenaue Begleitung. Im Rahmen von Dorf-Werkstätten des Thünen-Instituts für Regionalentwicklung werden gemeinsam Informationen über die beteiligten Orte gesammelt und lokale Ressourcen aufgespürt. Die Ergebnisse helfen später dabei, konkrete Projekte so fundiert vorzubereiten, dass sie gezielt umgesetzt werden können. Um gemeinsames Lernen und Ideenaustausch zu ermöglichen, bringt „Engagiertes Land“ die beteiligten Netzwerke regelmäßig zusammen. Außerdem profitieren alle Projektteilnehmer:innen vom Austausch mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt und ihren Partner:innen. Externe Prozessbegleitung und eine Qualifizierungsreihe zu den Themen Netzwerkarbeit und Kooperation runden das Angebot ab. Darüber hinaus erhalten die am Programm beteiligten Initiativen ein Umsetzungsbudget von bis zu 20.000 Euro pro Jahr. 

Katarina Peranić, Vorständin der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt:
„Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt will zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in ganz Deutschland beitragen. Dabei ist uns bewusst, dass wir eine derart komplexe Herausforderung nicht alleine bewältigen können. Es braucht die Ideen und die Kraft vieler Engagierter, um diese Mammutaufgabe zu stemmen. Mit unserem neuen Programm „Engagiertes Land“ setzen wir auf die enorme Innovationskraft von Netzwerken.“ 

Jan Holze, Vorstand der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt:
„Mich persönlich beeindruckt immer wieder, mit wie viel Tatkraft und Kreativität die Menschen in ländlichen Räumen selbst organisiert eigene Strukturen aufbauen. Und das trotz oder gerade wegen der besonderen Herausforderungen in strukturschwachen und ländlichen Räumen. Mit dem Programm „Engagiertes Land“ wollen wir hier unterstützen und zu nachhaltigen, übertragbaren  Lösungen beitragen.“

Weitere Informationen 

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt

 

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) hat im Juli 2020 ihre Arbeit in Neustrelitz aufgenommen. Mit der Stiftung gibt es erstmals eine bundesweite Anlaufstelle zur Förderung ehrenamtlichen Engagements. Die Gründung der Bundesstiftung selbst ist ein zentrales Ergebnis der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ und ein gemeinsames Vorhaben des Bundesfamilienministeriums, des Bundesinnenministeriums und des Bundeslandwirtschaftsministeriums.


Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt setzt sich für den Erhalt der Sonntagsruhe ein

„Wir müssen andere Wege finden als die Sonntagsöffnung der Läden“

(Karlsruhe/ekiba) - Aus Sicht des Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Baden ist das Aussetzen der Sonntagsruhe „der falsche Weg, als Gesellschaft aus der Corona-Krise zu kommen“. In einer Stellungnahme reagiert er auf die Forderung des Handelsverband Deutschland (HDE), die Sonntagsruhe im Handel für den Rest des Jahres auszusetzen.

 

„Der KDA-Baden hat großes Verständnis für die Probleme, die in und aus der ‚Corona-Krise‘ entstanden und zu bewältigen sind, sowohl für die einzelnen Bürger*innen und deren Nöte und Bedürfnisse, wieder ‚rauszukommen‘, die Innenstädte und deren Geschäfte zu besuchen, als auch für die Akteure in den Innenstädten und im Handel nach den Umsatzeinbußen und Existenzgefährdungen wieder ‚ins Geschäft‘ einsteigen zu können“, erklärt Pfarrer Jochen Kunath, Leider des KDA-Baden. Er betont: „Dazu dienen aber verkaufsoffene Sonntag nicht. Es lässt sich sogar stark vermuten, dass das kontraproduktiv sein wird.“

 

Er befürchtet, dass verkaufsoffene Sonntage weder für die Geschäfte das bringe, was sie erhofften, noch für die Menschen, die verstärkt zum Konsum angeregt würden. „Ganz abgesehen davon, was das dann für jene bedeutet, die am Sonntag arbeiten müssen, und das obwohl sie letztlich davon keinen Benefit haben werden.“

 

Deshalb sei die Initiative, die der Handelsverband anstoße, der falsche Weg, auch wenn die Ziele zu teilen seien. „Der Sonntag ist zu schützen und er wird vom Grundgesetz geschützt. Sonntagsöffnungen sind die absolute Ausnahme – und das um der Menschen und der Gesellschaft willen. Eine beliebige Ausweitung der Sonntagsöffnungen läuft unserem gesellschaftlichen Grundkonsens und auch der Gesetzgebung zuwider“, erklärt Kunath. „Wir müssen andere Wege finden als Sonntagsöffnung der Läden, um die Innenstädte wieder attraktiv zu machen, den Handel wieder anzukurbeln und auch wieder Menschen das Gefühl zu geben, Normalität zurückzugewinnen.“

 

Ganz entschieden trete der KDA-Baden der Position und dem Menschenbild, das in der Forderung des Handelsverbandes zu Tage trete, entgegen: „Der Mensch ist nicht zum Konsumieren da, auch nicht, um in der Stadt und beim Einkaufen ein Event zu erleben. Beides sind sinnvolle Tätigkeiten, aber sie dürfen nicht zur Primärbeschreibung des Menschen werden, sondern dem muss etwas dazu und manchmal auch entgegentreten“, so Kunath.

 

„Menschen brauchen gerade nach der und in der Krise Zeiträume, Kraftquellen, tiefe Gemeinschaft und für uns auch den Kontakt zu Gott. In einem sinnvoll gestalteten Sonntag, der unter dem Vorzeichen gemeinschaftlich gesuchter Ruhe und Besinnung steht, ist dies viel eher zu finden. Wir als Gesellschaft müssen diesen geschenkten Freiraum unbedingt offenhalten.“

Der KDA-Baden ist Teil der kirchlich-gewerkschaftlichen Allianz für den freien Sonntag, die bereits viele Verstöße gegen die Sonntagsruhe verhindern konnte.

 

 

 


Folge vier mit Rauand Taleb online

Beweggründe – der neue Podcast der UNO-Flüchtlingshilfe

In der vierten Folge des Podcasts „Beweggründe“ der UNO-Flüchtlingshilfe ist Schauspieler Rauand Taleb zu Gast. 1998 musste Taleb mit seiner Familie aus dem Irak fliehen und lebt jetzt in Nürnberg und Berlin.

 

(Bonn/pm) - Am Freitag (25.6.) startete die vierte Folge des Podcasts „Beweggründe“ der UNO-Flüchtlingshilfe. Nach Marina Weisband, Yared Dibaba und Anissa Amani ist nun der Schauspieler und Schauspielpreisträger Rauand Taleb zu Gast. Mit seiner Familie floh er 1998 aus der autonomen Region Kurdistan im Irak nach Deutschland. Mittlerweile lebt er in Berlin und Nürnberg. Taleb ist bekannt aus der Serie 4 Blocks und dem Tatort. Wie eng Lebensgefahr und ein Gefühl des Urlaubmachens während der Flucht beieinanderlagen, warum es für ihn wichtig ist, es als Schauspieler und nicht als Flüchtling geschafft zu haben und warum Integration immer auch Mut braucht, schildert Taleb in einem sehr persönlichen Gespräch.

Der Podcast „Beweggründe“ macht das Thema Flucht mit all seinen Aspekten greifbarer. In sehr persönlichen und bewegenden Gesprächen erzählen bekannte Menschen aus Deutschland über ihre Fluchterfahrung. Marina Weisband, Yared Dibaba, Enissa Amani, Sawsan Chebli, Ilija Trojanow, Lena Gorelik und Rauand Taleb erzählen davon, wie es sich anfühlt, kurz bevor man das eigene Zuhause verlassen muss, was auf der Flucht passiert und wie solche Erlebnisse prägen.

 Staffel 1 – Ankommen

Wie ist es, als geflüchtete Person neu in einem Land anzukommen, das Schutz und Sicherheit verspricht? Sich in einer Gesellschaft einzuleben und sein Leben neu aufzubauen? Wie beeinflusst der Fluchthintergrund die eigene Identität, wie wirken Erfahrungen der Flucht nach und was ist „Heimat“? Das sind nur einige der Fragen, über die die UNO-Flüchtlingshilfe zum Auftakt mit bekannten Persönlichkeiten aus Deutschland spricht.  

 Beweggründe – der Podcast der UNO-Flüchtlingshilfe

Svenja von Reuss, Social-Media-Redakteurin der UNO-Flüchtlingshilfe, führt gemeinsam mit Peter Ruhenstroth-Bauer, dem Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, durch die Folgen, abrufbar unter:

https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/podcast

und auf den gängigen Podcast-Portalen erscheinen.  

 

Der Trailer zur ersten Staffel „Ankommen“ sowie die bisherigen Folgen sind dort ebenfalls abrufbar.