Politik

27.04.2017


Ökumenischer Gottesdienst anlässlich der konstituierenden Sitzung des Landtags

Kirchlicher Segen für Saarlands Abgeordnete

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer während der Predigt. Hinter ihm sitzen Präses Rekowski (l.) und Prälat Prassel (r.) . Foto: bt
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer während der Predigt. Hinter ihm sitzen Präses Rekowski (l.) und Prälat Prassel (r.) . Foto: bt

 

 

(Saarbrücken/bt) – „Möge Gott die Arbeit des neuen saarländischen Landtags für dieses Land und diese Menschen segnen!“ Mit diesen Worten hat sich Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer in einem ökumenischen Gottesdienst anlässlich der konstituierenden Sitzung des Landtags am 25. April an die saarländischen Abgeordneten gewandt.

 

Neben Präses Manfred Rekowski von der Evangelischen Kirche im Rheinland, der die Mitglieder des neugewählten Landtags begrüßte, waren auch Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner von der Evangelischen Kirche der Pfalz sowie Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann, der auch Beauftragter der Evangelischen Kirchen im Saarland am Sitz der Landesregierung ist, anwesend. Der Bischof von Speyer wurde von Weihbischof Robert Brahm als Vertreter des Bistums Trier und Prälat Dr. Peter Prassel vom Katholischen Büro des Saarlands begleitet.

 

Bischof Wiesemann freute sich in seiner Ansprache zunächst über die hohe Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl im März. Das zeige, „dass man in unserem Land nicht von einer Politikverdrossenheit reden kann und sich die Bürgerinnen und Bürger bewusst sind, wie wichtig ihre Stimme für die politische Gestaltung unserer Gesellschaft ist“, sagte der Bischof. Er lobte zudem das große Engagement in der Flüchtlingskrise: „Ich bin dankbar für die pragmatische und gute Flüchtlingsarbeit, die bisher hier im Saarland geleistet wurde.“

 

Wiesemann leitete seine Ansprache mit dem Zitat von Otto von Bismarck „Politik ist die Kunst des Möglichen“ ein und ergänzte es: „Es ist klar, dass sich zur ‚Kunst’, will sie denn wirklich zum Wohl des Ganzen sein, die innere Einstellung, genauer gesagt, die Tugend gesellen muss.“ Er ging dabei auf die vier Kardinalstugenden Gerechtigkeit, Klugheit, Mut und Maß ein. Die Tugend sei „das Bestmögliche, das im Menschen steckt und das es im Leben zu kultivieren gilt.“ Und weiter, so der Bischof: „Der Mensch ist zum Höchsten fähig, er kann aber auch zur Bestie werden. Daher vollenden sich die menschlichen Kardinaltugenden durch die göttlichen Grundtugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe.“ Ohne Glauben stürze der Mensch ab, mit ihm aber könne die Kunst des Möglichen für das Wohl des Ganzen gelingen. An die Abgeordneten gerichtet betonte er in Bezug auf die innere Einstellung und Haltung vor allem die Wichtigkeit der Glaubwürdigkeit. Diese entstehe dort, „wo ein Mensch immer auf die Wahrheit ausgerichtet bleibt und sich den billig zu erzielenden Wirkungen durch ‚fake news’ oder anderen demagogischen Trick versagt.“

 

Im Anschluss an den Gottesdienst fuhren die Abgeordneten zum Landtag unterhalb des Schlosses von Saarbrücken, wo sich zum ersten Mal das neu gewählte Parlament einfand. Eröffnet wurde der Landtag der 16. Wahlperiode im Saarland durch Alterspräsident Josef Dörr von der AfD. Im Anschluss wurde Klaus Meiser (CDU) einstimmig zum Landtagspräsidenten wiedergewählt.

 


Präsentation der Sonderausstellung „Der Kalte Krieg“

Museum im Stasi-Bunker am 29. und 30. April 2017 geöffnet

 

Am Samstag und Sonntag, den 29. und 30. April 2017 hat das Museum im Stasi-Bunker bei Machern wieder geöffnet. Von 13.00 bis 16.00 Uhr werden öffentliche Führungen angeboten und außerdem ist die Sonderausstellung „Der Kalte Krieg“ zu sehen.

 

 

 

(Leipzig/pm) - Das Bürgerkomitee Leipzig e.V. bietet ganzjährig, immer am letzten Wochenende im Monat, öffentliche Führungen durch den Bunker an. Das Außengelände mit all seinen original erhaltenen Bauten und Anlagen kann mit Hilfe eines Beschilderungssystems selbständig erschlossen werden. Regelmäßig finden die Führungen durch den Bunker statt, die mit einem kurzen Einführungsvortrag beginnen. Erwachsene zahlen 5.00 Euro und Ermäßigungsberechtigte 4.00 Euro.

 

Neben den regelmäßig stattfindenden öffentlichen Führungen am letzten Wochenede im Monat können Gruppen ganzjährig Termine für Sonderführungen vereinbaren.

 

 

 

Sonderausstellung „Der Kalte Krieg. Ursache – Geschichte – Folgen“ zu besichtigen

 

Die Ausstellung schaut auf die Zeit zwischen 1945 und 1991 und stellt die politischen, wirtschaftlichen, militärischen und weltanschaulichen Ursachen des Kalten Krieges dar. Die Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sowohl 160 zeithistorische Fotos und Dokumente als auch zahlreiche QR-Codes, die zu Filmdokumenten im Internet verlinken, integriert sind. Die Sonderschau gibt dadurch einen Rundblick über den Kalten Krieg, der als weltumspannende Systemkonkurrenz zwischen westlicher Demokratie und der kommunistischen Diktatur die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte.

 

 

 

Geheime Ausweichobjekte und eine Ausweichführungsstelle für die Staatssicherheit

 

30 km östlich von Leipzig, im Naherholungsgebiet „Lübschützer Teiche“, befindet sich der ehemalige Stasi-Bunker. Nach einer mehrjährigen Bautätigkeit war die „Ausweichführungsstelle des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig“ 1974 vollständig fertiggestellt und wurde unter strengster Geheimhaltung bis 1989 einsatzbereit gehalten. Der ca. 100 Mann starke Führungsstab um den Leipziger Stasi-Chef Manfred Hummitzsch hätte seinen Dienstsitz aus der „Runden Ecke“ in Leipzig nach Machern verlegt um auch im Falle eines Krieges oder einer Spannungsperiode seine Arbeit als „Schild und Schwert der Partei“ zur Sicherung der SED-Diktatur fortsetzen zu können. Dazu sollte die flächendeckende Überwachung der Bevölkerung weitergeführt und sogar noch intensiviert werden. Die Errichtung von Isolierungslagern für Regimegegner war vorbereitet. All diese Maßnahmen hätten nicht nur im Fall eines Krieges, sondern auch zu Lösung innerpolitischer Konflikte umgesetzt werden sollen.

 

 

Im Ernstfall sollten insgesamt ¾ der Mitarbeiterschaft der Leipziger Bezirksverwaltung und die dazugehörigen 11Kreisdienst- stellen Ausweichobjekte östlich von Leipzig belegen. Vorgesehen waren vor allem Konsumgaststätten, aber auch ein Internat, ein Ferienlager oder ein Heimatmuseum. Die Anwohner oder Nutzer der Objekte wussten in der Regel nichts von diesen Plänen. Zur Umsetzung der Pläne und Belegung der Ausweichobjekte einschließlich des Bunkers kam es dank der Friedlichen Revolution im Herbst ´89 zum Glück nie.

 

Weitere Angebote und Informationen unter: www.runde-ecke-leipzig.de

 


Umerziehung auf der Festung Königstein: Zeitzeugen dringend gesucht

Foto: Archiv Festung Königsstein
Foto: Archiv Festung Königsstein

Die Festung Königstein im Elbsandsteingebirge plant für 2019 eine Sonderausstellung zu einem bislang wenig bekannten Kapitel ihrerGeschichte: der Jugendwerkhof Königstein von 1949 bis 1955. Sie sucht dafür bundesweit Betroffene und ehemalige Angestellte, die über ihre Erfahrungen berichten.

 

 

 

(Königstein//tpr) – Umerziehung für den Sozialismus: Umgeben von dicken Mauern und eingebunden in einen streng geregelten Tagesablauf, versuchte die DDR-Jugendhilfe kleinkriminelle und elternlose sowie politisch unangepasste Jugendliche auf der Festung Königstein im Elbsandsteingebirge auf Linie zu bringen. Von 1949 bis 1955 war der heutige Besuchermagnet einer von über 70 Jugendwerkhöfen in der DDR. Die Heime widmeten sich der „Umerziehung“ „schwer erziehbarer“ Minderjähriger.

 

Siebzig Jahre nach der Gründung will die Festung mit einer Ausstellung an diese Geschichte erinnern und sucht dafür bundesweit Zeitzeugen.

 

 

 

„Die Tagesarbeit war hart, der Feierabend war ausgefüllt mit ungeliebten Tätigkeiten (wie) Stuben säubern, (mit) Appellen und Kontrollen, Putz- und Flickstunden (oder) dem Schlichten von Streitigkeiten. (Wir leisteten) Hilfe bei Anfällen von Depression – vor allem dann, wenn mancher, dessen Familienverhältnisse ohnehin schon sehr kompliziert, wenn nicht aussichtslos kaputt waren, monatelang keine Post bekam. „Festungskoller“

 

(nannten) wir einen besonderen Zustand (…), der ab und zu einsetzte, weil man nie allein war. Immer lebte man in der Gruppe, alles wurde kommandiert, im Befehlston oder als Befehl direkt verlangt.“

 

 

 

Der Bericht von Klaus P. (Name von der Redaktion geändert), ehemaliger Insasse des Jugendwerkhofs Königstein, zeigt, wie stark die Jugendlichen kontrolliert und in ihrer Freiheit eingeengt wurden. Ziel war es, die 14- bis 22-Jährigen durch einen geregelten Tagesablauf, eine Berufsausbildung, militärischen Drill und ideologische Erziehung in die sozialistische Gesellschaft zu integrieren. Die Erzieher, viele ohne Ausbildung – einzelne waren ehemalige Unteroffiziere im Zweiten Weltkrieg – ließen den jungen Erwachsenen kaum Rückzugsmöglichkeiten.

 

 

 

Ein Tag im Jugendwerkhof: 16 Stunden durchorganisiert

 

 

 

Jeder Tag im Jugendwerkhof Königstein war von 6 bis 22 Uhr durchorganisiert. Direkt nach dem Aufstehen mussten die Insassen zum Frühsport, um kurz darauf in ihre Zwei- bis Vier-Bettzimmer zurückzukehren und diese zu putzen. Die Gruppenleiter prüften penibel, ob die Spinde ordentlich, die Fußböden sauber und die Betten gemacht waren. Nach dieser Prozedur ging es gruppenweise und singend zum Frühstück. Dort warteten die jungen Menschen auf ein Zeichen der Erzieher, um sich setzen und später wieder aufstehen zu dürfen. Der Morgenappell fand auf dem Paradeplatz statt, wo heute jährlich Hunderttausende Besucher flanieren. Anschließend begann die Arbeit in den Werkstätten oder der Unterricht in der Schule.

 

 

 

Im Jugendwerkhof erhielten viele Jugendliche eine Berufsausbildung. Auf der Festung konnten sie sich unter anderem zum Schlosser, Tischler, Gärtner oder zur Näherin ausbilden lassen. Das Lehrlingsentgelt mussten sie teilweise zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts zurückzahlen.

 

 

 

„Bis heute können wir uns kein umfassendes Bild vom Jugendwerkhof machen, da uns Berichte von Zeitzeugen fehlen“, erklärt Angelika Taube, Geschäftsführerin der Festung Königstein gGmbH. „Deshalb suchen wir dringend nach ehemaligen Betroffenen und Mitarbeitern, die bereit sind, über ihre Erlebnisse zu sprechen.“

 

 

 

Als Ansprechpartnerin für Zeitzeugen steht Maria Pretzschner unter Telefon

 

035021/64516 und pretzschner@festung-koenigstein.de zur Verfügung. Auf Wunsch sind anonyme Kontakte möglich.

 

Über die Festung Königstein:

 

Die Festung Königstein ist eine der schönsten Bergfestungen in Europa und gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Sachsen. Eingebettet in die bizarre Felslandschaft des Elbsandsteingebirges thront die einst unbezwingbare Wehranlage 247 Meter über der Elbe und weithin sichtbar. Das

 

9,5 Hektar große Felsplateau ist mit seinem einzigartigen Ensemble aus mehr als 50 imposanten Bauwerken verschiedener Epochen und seiner fast 800- jährigen, in verschiedenen Ausstellungen dokumentierten Geschichte ein Magnet für jährlich Hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt.

 

 


ZWISCHENRUF im Wahlkampf 2017: Gegen Islamfeindlichkeit – für Fairness und Dialog

Gradierwerk in Bad Kösen Foto: Transmedial
Gradierwerk in Bad Kösen Foto: Transmedial

(Bonn/zdk) - In der Reihe der Zwischenrufe im Wahljahr 2017 veröffentlicht die Deutsche Kommission Justitia et Pax heute ein Plädoyer von Prof. Dr. Dr. Heiner Bielefeldt. Er wirbt darin für Fairness und Dialog im Umgang mit dem Islam in Deutschland.

 

 

 

Einerseits, so Bielefeldt, sei der Islam in Deutschland und anderen europäischen Ländern keine "neue Religion" mehr: "Viele Muslime leben hier in dritter oder vierter Generation. Laut Umfragen fühlen sich die meisten in Deutschland wohl. Vor allem in den urbanen Zentren im Westen der Republik hat man sich an das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher religiöser oder auch nicht religiöser Orientierung gewöhnt."

 

 

 

Andererseits dürfe man die Probleme, durch die der Islam immer wieder zu einem Politikum werde, nicht verschweigen: "Zum einen steht der Vorwurf im Raum, einige Imame von DITIB, dem größten Moscheeverband, seien in Spitzelaktivitäten gegenüber mutmaßlichen Sympathisanten der Gülen-Bewegung verstrickt. Dies verlangt rückhaltlose Aufklärung. … Das zweite Thema steht auf einem ganz anderen Blatt. Es geht um terroristische Gewalt im Namen der Religion, die längst die Städte Europas erreicht hat." Dies fänden die allermeisten Muslime schlicht entsetzlich. Bielefeldt ermahnt jedoch, die notwendigen Diskussionen um beide Themen mit großer Sorgfalt und Genauigkeit zu führen, um Spaltungen der Bevölkerung und wachsendem Misstrauen gegenüber ganzen Bevölkerungsgruppen vorzubeugen.

 

 

 

Hinweise:

 

 

 

Der zweite Zwischenruf von Prof. Dr. Dr. Heiner Bielefeldt ist auf der Internetseite katholisch.de http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/von-fairness-und-dialog verfügbar. Die Zwischenrufe sind monatlich auf katholisch.de verfügbar. Außerdem werden diese über den Facebook-Kanal von katholisch.de zur Diskussion gestellt.

 


Kirche und Land unterzeichnen Vereinbarung

In Dithmarschen entsteht der Historische Lernort Neulandhalle

 

(KIEL/nk) - Landesbischof Gerhard Ulrich (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland), Propst Dr. Andreas Crystall (Kirchenkreis Dithmarschen) und Kulturministerin Anke Spoorendonk haben heute (7. April) in Kiel eine Vereinbarung zum Aufbau eines Historischen Lernortes Neulandhalle in Dieksanderkoog (Kreis Dithmarschen) unterzeichnet. In den kommenden Monaten soll gemäß der Vereinbarung das Gebäude als bedeutendes Kulturdenkmal gesichert und als Historischer Lernort aufgebaut werden. Mit den von der Nordkirche (eine Million Euro) und vom Land (500.000 Euro) zur Verfügung gestellten Mitteln wird eine nachhaltige Bildungsarbeit am Lernort ermöglicht. Die Neulandhalle wird mitsamt Gelände durch eine dauerhafte, selbsterklärende, allgemein zugängliche Außenausstellung als Beispiel fataler NS-Propaganda und Volksgemeinschafts-Ideologie präsentiert und erklärt.

 

 

 

Kulturministerin Spoorendonk würdigte die Vereinbarung: „Hierdurch wird deutlich, dass sowohl Landesregierung als auch Nordkirche und Kirchenkreis im Zusammenhang mit der Neulandhalle gemeinsam zu ihrer gesellschaftlich-historischen Verantwortung stehen. Das nun vereinbarte Projekt eines Historischen Lernortes bereichert die Themenpalette der Bildungsarbeit und Erinnerungskultur in Schleswig-Holstein ganz wesentlich und ermöglicht so im weitesten Sinne auch als Täterort ein vertieftes Verständnis von Entstehung und Unterstützung des Nationalsozialismus.“

 

 

 

Landesbischof Gerhard Ulrich sagte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung: „Ich freue mich, dass nach langwierigen Beratungen ein Konzept für den Historischen Lernort Neulandhalle entwickelt wurde, das auch einer kritischen Auseinandersetzung mit dem heutigen Rechtsextremismus dienen wird. Wir wollen damit das Land beim Aufbau einer modernen und gerade in diesen Zeiten wichtigen Erinnerungskultur unterstützen – gegen Menschenverachtung und Aggression.“ Bischof Gothart Magaard, in dessen Sprengel Schleswig und Holstein der Historische Lernort Neulandhalle entstehen wird, sagte in Kiel: „Für die Erinnerungskultur Schleswig-Holsteins ist es wichtig, dass am Historischen Lernort Neulandhalle unter fachlicher Begleitung von Professor Uwe Danker die Verführungsmechanismen der NS-Propaganda dargestellt und aufgearbeitet werden.“ Dithmarschens Propst Dr. Andreas Crystall ergänzte: „Uns lag sehr daran, dass weder historische Spuren verwischt werden, noch dass die Neulandhalle in falsche Hände gerät. Der geplante Lernort gibt diesem problematischen und belasteten Denkmal einen guten Sinn. Er bereichert die Westküste und ermöglicht es, kritische Aspekte unserer Geschichte darzustellen, die nicht verschwiegen, aber an anderen Opfer-Orten auch nicht zur Darstellung gebracht werden können.“

 

 

 

Priorität haben nun die Sicherung des historischen Gebäudes und die Implementierung grundlegender Informations- und Bildungsmöglichkeiten am authentischen Ort in Form einer hochwertigen Außenausstellung. Hauptexponat des Historischen Lernortes ist die Neulandhalle selbst inmitten des Siedlungsensembles des ehemaligen „Adolf-Hitler-Kooges“. Das Gebäude wird umgeben von Bildungsstelen, die den historischen Hintergrund, die damals reichsweite Bedeutung und das propagandistische Verführungs-Konzept des „Adolf-Hitler-Kooges“ kritisch vermitteln.

 

 

 

Träger des Projektes für die ersten fünf Jahre wird der Kirchenkreis Dithmarschen. Für die Erarbeitung und Umsetzung des Ausstellungskonzeptes soll Prof. Uwe Danker vom Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte tätig werden. Die Konzeptionen für Öffentlichkeitsarbeit und Gruppenführungen sowie flankierender Bildungsarbeit werden durch den Verein Volkshochschulen in Dithmarschen e.V. (VHS) erarbeitet und umgesetzt. In den nächsten fünf Jahren bleibt der Kirchenkreis Dithmarschen Eigentümer des Historischen Lernortes Neulandhalle; im Anschluss an eine Evaluation des Projektes soll in gemeinsamer Verantwortung über die zukünftige Träger- und Eigentümerstruktur entschieden werden.

 

 

 


Kirchen und Bahn finden pragmatische Lösung beim Feiertagsschutz

Keine S21-Tunnelbauarbeiten an Ostern und Weihnachten

 

(Rottenburg/Stuttgart/drs) - Die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Evangelische Landeskirche in Württemberg haben mit der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) vereinbart, dass an hohen kirchlichen Feiertagen die Tunnelbauarbeiten ruhen. So werden von Gründonnerstag, 18:00 Uhr, bis einschließlich Ostermontag sowie von den Weihnachtsfeiertagen bis zum Neujahrstag keine Tunnelbauarbeiten stattfinden. Weiterhin sagte die Projektgesellschaft zu, an Sonn- und Feiertagen besondere Sensibilität zu zeigen und den Schutz der Hauptgottesdienstzeiten zu wahren. Sollten dennoch Störungen auftreten, können sie zentral über die Kirchen an die PSU gemeldet werden. Besondere Gottesdienste, etwa im Zusammenhang mit dem Reformationsgedenken, können ebenfalls vorab über die Kirchen gemeldet werden. Störungen will die PSU der Vereinbarung zufolge entgegenwirken.

Die unterschiedlichen Rechtsauffassungen ließen sich nicht in Einklang bringen. So legen die Kirchen großen Wert auf einen umfassenden Schutz der Sonn- und Feiertage. Dementsprechend hätten sie sich weitergehende Ruhezeiten gewünscht als jetzt zugesagt wurden. Gleichwohl habe die jetzt gefundene pragmatische Lösung ihre guten Seiten: Die nun zusammenhängenden Unterbrechungen des Tunnelbaus kämen den (überwiegend ausländischen) Arbeitskräften zugute, die weite Wege zu ihren Familien sowie gemeinsamer freier Zeit und Erholung haben.

 


Treffen von SPD und ZdK

 

 

 

(Berlin/zdk) - Unter Leitung des SPD-Parteivorsitzenden Martin Schulz und des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, haben sich gestern Vertreterinnen und Vertreter von SPD und ZdK zu einem Austausch getroffen. Im Zentrum des Gesprächs im Willy-Brand-Haus in Berlin standen der Beitrag der Religionen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, Entwicklungen in der Ökumene und Herausforderungen der Demokratie durch Rechtspopulismus. Großer Wert wurde auf Fragen internationaler Politik gelegt, unter anderem auf die Zukunft der europäischen Integration und die deutsch-polnischen Beziehungen sowie auf die gemeinsame Verantwortung für Afrika. 

 

 

Seitens der SPD nahmen an dem Gespräch Martin Schulz, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Bundesministerin Manuela Schwesig, Wolfgang Thierse, Juliane Seifert und Dietmar Nietan teil, für das ZdK Thomas Sternberg, Christoph Braß, Karin Kortmann und Stefan Vesper.

 


BREITES BÜNDNIS FORDERT KURSWECHSEL IN DER RENTENPOLITIK

GEGEN ALTERSARMUT

 

(Stuttgart/Karlsruhe/Freiburg/pm) - 31 Organisationen, Verbände und Gewerkschaften aus Baden-Württemberg haben sich heute (Montag, 03.04) in Stuttgart zu einem breiten gesellschaftlichen Bündnis gegen Altersarmut zusammengefunden, um noch vor der Bundestagswahl für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik einzutreten. Mehr als 50 Veranstaltungen sind allein bis zu den Sommerferien geplant. Die Bündnispartner eint die Sorge, dass bereits ab 2030 Millionen ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger auf den Gang zum Sozialamt angewiesen sein werden, wenn nicht heute gegengesteuert wird. Die damit verbundenen Folgen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft seien dramatisch.

Die Evangelische Landeskirche in Baden und ihr Diakonisches Werk engagieren sich mit mehreren Fachteams. „Altersarmut ist weiblich. Aus der Lohnlücke während der Erwerbszeit wird im Alter eine Rentenlücke. Denn: Alleinerziehend sein, Angehörige pflegen, mehr als drei Kinder haben und eine unterbrochene Erwerbsbiographien führen zu Renten, die unter dem Existenzminimum liegen. Das ist eine bestürzende Tatsache, die nicht hinnehmbar ist“, beschreibt Anke Ruth-Klumbies für die Evangelischen Frauen in Baden die Situation. Dieter Heidtmann, Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDL) in Baden, sieht die Entstehung der Altersarmut bereits in der Jugend, „wenn die Menschen mit ihrer Arbeit kein Einkommen erwirtschaften können, das ihnen auch im Alter ein menschenwürdiges Leben sichert. Die beste Strategie gegen Altersarmut sind deshalb existenzsichernde Löhne und Gehälter."

Im heute in Stuttgart unterzeichneten Bündnispapier halten die Partnerinnen und Partner fest: „Eine reiche und soziale Gesellschaft darf es nicht länger zulassen, dass Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, in Armut geraten. Ein Wechsel in der Rentenpolitik ist dringend nötig und auch möglich. Die gesetzliche Rente soll wieder die Wahrung des Lebensstandards im Alter ermöglichen. Sie muss Armut im Alter verhindern! Wir halten ein Rentenniveau von wenigstens 50 Prozent für erforderlich!“

 

Link zum Bündnispapier: https://tinyurl.com/lzd9pst

 


Im Bündnis sind aktuell folgende Organisationen, Verbände und Gewerkschaften vertreten:

AWO Bezirksverband Württemberg e.V.;
Bischöfliches Ordinariat Rottenburg-Stuttgart/FB Betriebsseelsorge;
Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e. V.;
Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg e.V.;
DER PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg;
DGB-Bezirk Baden-Württemberg mit seinen acht Mitgliedsgewerkschaften:
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG);
Gewerkschaft der Polizei (GdP);
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW);
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG);
IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU);
IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE);
IG Metall Bezirk Baden-Württemberg;
ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg;
Diakonie Baden;
Diakonie Württemberg;
Evangelische Arbeitnehmerschaft ean;
Evangelische Frauen in Baden;
Evangelische Senioren in Württemberg (LAGES);
Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB;
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Landeskirche Baden;
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Landeskirche Württemberg;
LAKA, Landesverband der kommunalen Migrantenvertretungen;
Landesarmutskonferenz Baden-Württemberg;
Landesfamilienrat Baden-Württemberg;
Landesfrauenrat Baden-Württemberg;
Landesseniorenrat e.V.;
LandFrauenverband Württemberg-Baden e.V.;
Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V.;
Verband alleinerziehender Mütter und Väter

 


Zweiter ZWISCHENRUF im Wahljahr 2017 von Justitia et Pax

Erzbischof Hollerich: "Neue Fundamente für ein Zusammenleben in Europa legen"

 

(Bonn/zdk) - Die Deutsche Kommission Justitia et Pax, getragen von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), veröffentlicht heute den zweiten Zwischenruf zu aktuellen Fragen im Wahljahr 2017. Bereits zu Monatsbeginn hatten der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann, und der Präsident des ZdK, Prof. DDr. Thomas Sternberg, die Initiative eröffnet.

 

Der zweite Zwischenruf ist ein Interview mit dem Erzbischof von Luxemburg, Erzbischof Jean-Claude Hollerich. Darin fordert er eine Rückbesinnung auf die Römischen Verträge, die vor 60 Jahren die Grundlage für die Gründung der Europäischen Union waren. "Ich hoffe, dass das Jubiläum der Römischen Verträge dabei hilft, wieder neue Fundamente für ein Zusammenleben in Europa zu legen … Wenn sich die Europäische Union nicht weiter entwickelt, dann zerfällt sie wieder, doch das wäre für Europa das allerschlechteste, was es gibt", so Erzbischof Hollerich.

 

Mit Blick auf die Flüchtlingsarbeit ermutigt der Erzbischof in seinem Zwischenruf die damit zusammenhängenden Fragen europäisch zu lösen: "Es ist ganz klar, dass das politische Problem der Flüchtlinge nicht national, sondern europäisch gelöst werden muss. Dazu gehört auch eine starke europäische Stimme in der Außenpolitik, die sich vermehrt gegen die Fluchtgründe einsetzt", betont Erzbischof Hollerich.

 

 

 

Hinweis:

 

Den Gesamttext des "Zwischenrufs" von Erzbischof Hollerich sowie den ersten Zwischenruf finden Sie regelmäßig monatlich auf katholisch.de. Außerdem wird er über den Facebook-Kanal von katholisch.de zur Diskussion gestellt. Den heutigen Zwischenruf finden Sie hier: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/eine-schlechte-union-ist-besser-als-keine-union

 


Entgelttransparenzgesetz: Hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit

 

 

(Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) begrüßt den gestrigen Beschluss des Deutschen Bundestages zum Entgelttransparenzgesetz als notwendigen Schritt für Lohngleichheit und Geschlechtergerechtigkeit von Frauen und Männern.

 

 

 

„Es ist gut, dass das Entgelttransparenzgesetz die Weichen für faire Arbeitsbedingungen stellt. Gleiche Arbeit muss gleich entlohnt sein – egal, ob ein Mann oder eine Frau sie ausübt. Klare Gehaltsstrukturen verbessern die Rahmenbedingungen zur Schließung der Lohnlücke und zur Förderung von Entgeltgleichheit und Geschlechtergerechtigkeit“, erklärt Dr. Maria Flachsbarth, KDFB-Präsidentin. Der Frauenbund setzt sich schon lange für eine Gleichbehandlung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt ein.

 

 

 

Besonders für Frauen ist eine gerechte Entlohnung wichtig, denn sie sichert nicht nur das Leben der Frau und ihrer Familie, sondern ist unwillkürlich mit der Alterssicherung verbunden. „Aus einer Lohnlücke wird eine Rentenlücke, die das Risiko der Altersarmut erhöht. Dem muss entschieden entgegengewirkt werden – seitens der Politik und der Unternehmen“, so Flachsbarth. Sie betont, dass der Frauenbund aufmerksam die Umsetzung des Gesetzes verfolgen wird und sich weiterhin dafür einsetzt, dass Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts bald der Vergangenheit angehört, da sie mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

 

 


ZdK veröffentlicht Sammlung katholischer Initiativen zum Wahljahr 2017

Argumente, Arbeitshilfen und Anregungen

 

(Bonn/zdk) - "Katholische Verbände, Organisationen, Diözesanräte und Diözesen engagieren sich im ganzen Land, um die parlamentarisch-demokratische Ordnung vor den Wahlen zum Deutschen Bundestag zu stabilisieren. Dieses Engagement bündeln wir auf zdk.de und machen so eine Vielzahl von Aktivitäten per Mausklick abrufbar", erklärt Dr. Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). In der "politisch und gesellschaftlich sehr angespannten Situation" biete die heute freigeschaltete Plattform Material und Anregungen, um der wachsenden Verunsicherung und Polarisierung in der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen.

 

Im ZdK hatte der Sachbereich "Politische und ethische Grundfragen" unter der Leitung von Dagmar Mensink bereits im letzten Jahr mit der Ausarbeitung einer Initiative zur Verteidigung und Stärkung der Demokratie begonnen. "Vor einem Monat haben wir dann die katholischen Organisationen Deutschlands und die Diözesanräte gebeten, uns von ihren Initiativen zu berichten. Wir sind sehr angetan von der breiten Palette an Aktivitäten", freut sich Stefan Vesper. Ob jugendpolitische Praxiswoche im Bundestag oder Multiplikatorenschulung im christlich-islamischen Dialog, ob Erklärungen, Podiumsdiskussionen, Argumentationshilfen gegen Stammtischparolen oder Einführung in demokratische Grundlagen – all diese Aktionen stärken eine differenzierte Auseinandersetzung mit politischen Sachfragen.

 

Stefan Vesper wörtlich: "Orientierungspunkt in kirchlichen, gesellschaftlichen und politischen Fragen ist unser christliches Menschenbild, das auf der Gottebenbildlichkeit des Menschen beruht und das Gebot der Nächstenliebe einschließt. Deshalb verurteilen wir demagogische und populistische Hetze gegenüber Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft, sexueller Orientierung oder Religion. Unsere Seite, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, beweist, wie viele Christinnen und Christen, konstruktiv gegen derartige Manipulationsversuche vorgehen, sich mit bestehenden Sorgen der Menschen auseinandersetzen und sich für eine gerechte und solidarische Gesellschaft einsetzen."

 

 

 

Ab sofort veröffentlicht das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) auf http://www.zdk.de/wahl-2017/ Veranstaltungen, Stellungnahmen und Initiativen von katholischen Verbänden und aus den Diözesen zur Stabilisierung und Stärkung der demokratischen Kultur.

 

Da die Seite bis zur Bundestagswahl fortlaufend aktualisiert wird, bittet das ZdKr um Hinweise auf weitere Initiativen und Kampagnen. Schicken Sie die Vorschläge (Internetlinks und Downloads) bitte an wahl2017@zdk.de.

 


Initiative Christen für Europa (IXE) fordert mehr geschwisterliche Solidarität in Europa

 

 

 

(Paris/zdk) - Anlässlich des 60. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge hat die Initiative Christen für Europa (IXE) am vergangenen Wochenende in Paris eine Erklärung verabschiedet, in der sie die Regierungen in Europa auffordert, sich im Geist der Römischen Verträge für mehr geschwisterliche Solidarität unter den Völkern Europas einzusetzen.

 

Es seien Reformen notwendig, die die EU aus dem aktuellen Stillstand befreiten, unterstreicht die Erklärung, die von Vertretern aus elf Nationen, unter anderem aus Polen, Kroatien, Tschechische Republik, Slowenien, Lettland, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Belgien und Deutschland verabschiedet wurde.

 

„Die Rückkehr zum Geist der Solidarität, des gegenseitigen Respekts und zu dem Bewusstsein um die Lasten und Leiden der Anderen ist die Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit eines solchen gemeinsamen Projektes“, heißt es in der Erklärung wörtlich. „Die Verbindung der Völker Europas gilt nicht nur dem Kampf gemeinsamer Bedrohungen. Es geht auch darum, einander Respekt zu zollen, wenn man bedenkt, was wir uns gegenseitig schulden. Was auch immer die Pläne für die politische und wirtschaftliche Wiederbelebung Europas sind, sie müssen an den größten sozialen Herausforderungen ansetzen, die besonders einige von uns belasten. Was auch immer für gemeinsame Verteidigungs- und Sicherheitsstrategie der EU entwickelt wird, sie müssen die verschiedenen historischen Bezüge und individuellen Bedrohungen wahrnehmen. Als Europäer sind wir stolz auf unser soziales Gesellschaftsmodell, das auf der Menschenwürde jedes Einzelnen beruht. Doch muss dies übersetzt werden unter der Wahrung unserer kulturellen Vielfalt und in gemeinsamen Anstrengungen münden, Menschen Schutz zu bieten, die vor bewaffneten Konflikten und Verfolgung fliehen.“

 

Den deutschen Wortlaut der Erklärung finden Sie unter:  http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/reden-und-beitraege/,  Englisch und Französisch unter: http://www.initiative-ixe.eu/ixe/en/statements

 

(Die Initiative Christen für Europa (IXE) ist ein Zusammenschluss engagierter katholischer Laien in Europa, initiiert unter anderem vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und den Semaines Sociales de France. Sie verfolgen das Ziel, die Begegnung von Christen in Europa, die die Soziallehre der Kirche weitertragen möchten, zu fördern, mit dem Ziel eines besseren gegenseitigen Kennenlernens und Verständnisses geschichtlicher und kultureller Unterschiede. Dazu gehört die Reflexion über die Entwicklung des europäischen Einigungsprozesses im Dialog mit den nationalen und europäischen Institutionen und  die Mitwirkung an der Organisation europäischer Veranstaltungen zu aktuellen Fragen der Gesellschaft. Ganz generell ist es Anliegen der IXE-Mitglieder, in die jeweiligen nationalen Debatten ein lebendigeres Bewusstsein für Europa einfließen zu lassen.)

 


Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei am 25. März

Schule muss Rassismus und Sklaverei thematisieren

 

 

 

(Berlin/pm) - Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels am 25. März erklärt das Deutsche Institut für Menschenrechte:

 

„In Deutschland sind Menschen afrikanischer Abstammung täglich rassistischer Diskriminierung, Afrophobie und Racial Profiling ausgesetzt. So lautete jüngst das Fazit der UN-Expert_innengruppe für Menschen Afrikanischer Abstammung, die Ende Februar die Situation von Schwarzen Menschen in Deutschland untersucht hat.

 

Wie das Bewusstsein für das Problem der strukturellen rassistischen Diskriminierung von Menschen afrikanischer Abstammung in der Gesellschaft gefördert sowie stereotype und pauschalisierende Darstellungen Schwarzer Menschen und des afrikanischen Kontinents vermieden werden können, ist vor allem eine Frage von Aufklärung und Menschenrechtsbildung.

 

Das Deutsche Institut für Menschenrechte empfiehlt den Bundesländern dringend, das Thema Rassismus in die Bildungspläne aufzunehmen. Unsere Untersuchung der Schulgesetze aller Bundesländer sowie der Bildungspläne von fünf Ländern aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass nur sehr wenige Bildungspläne Rassismus überhaupt thematisieren.

 

Zudem sollten Lehr- und Lernmaterialien mit Blick auf die Darstellung von Schwarzen Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft überarbeitet und gegebenenfalls neu erstellt werden. Denn in Schulbüchern überwiegen stereotype und pauschalisierende Darstellungen von Afrika. Und das Fehlen wichtiger historischer Zusammenhänge, die auf den Beitrag der Menschen afrikanischer Herkunft hinweisen, bekräftigt Vorurteile über ‚rückständige und unselbständige Afrikaner‘.

 

Wir plädieren darüber hinaus für eine größere Vielfalt in der Zusammensetzung der Bildungsplankommissionen der Länder. So sollten Schwarze Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft, die unterrichten, bei der Erstellung von Curricula und Bildungsmaterialien beraten und mitwirken.“

 

 

Weitere Informationen

 

Publikation: Das Menschenrecht auf Bildung im deutschen Schulsystem. Was zum Abbau von Diskriminierung notwendig ist.
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/ANALYSE/Analyse_Das_Menschenrecht_auf_Bildung_im_deutschen_Schulsystem_Sep2016.pdf

 

Information: Internationale Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/aktuell/news/meldung/article/internationale-dekade-fuer-menschen-afrikanischer-abstammung-rassistische-diskriminierung-bekaempfe/

 


60 Jahre Römische Verträge

Bündnis für Gemeinnützigkeit fordert: EU muss Vorbild für soziale Gerechtigkeit werden

 

(Berlin/pm) - Die Vision Europa muss zu einer Vision ihrer Bürgerinnen und Bürger werden und zum Vorbild für soziale Gerechtigkeit. Dies ist die zentrale Forderung des Bündnisses für Gemeinnützigkeit und anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Anlass des 60. Jahrestages der Römischen Verträge, die das Fundament der Europäischen Union bildeten. Heute äußern die zivilgesellschaftlichen Kräfte ihre große Sorge um den Bestand des europäischen Projektes. 

 

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 war ein überaus mutiger und wegweisender Schritt hin zu einer friedlichen, gemeinsamen Zukunft aller Menschen in Europa auf Basis gemeinsamer Werte: Menschenrechte, Demokratie, Freiheit und Solidarität.

  

Das Bündnis für Gemeinnützigkeit und andere zivilgesellschaftliche Organisationen bekennen sich ausdrücklich zu den Werten und Zielen der europäischen Einigung, sehen jedoch deren Bestand in großer Gefahr. Helga Inden-Heinrich, Mitglied des Sprecherrates des Bündnisses für Gemeinnützigkeit: „Wir erleben die EU in einer tiefgreifenden Krise, an einem Scheideweg. Die wirksamste Chance für den Erhalt der europäischen Gemeinschaft sehen wir in weiterer Demokratisierung und in der Entwicklung von sozialer Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Die Agenda 2030, der sich die EU 2015 verpflichtet hat, weist den Weg dorthin.“ Die Bundesregierung und die Vertreter der europäischen Institutionen werden aufgefordert, einen wirksamen Wandel und eine zukunftsfähige Gemeinschaft zu gestalten. Die Akteure der Zivilgesellschaft wollen diesen Prozess aktiv mitgestalten.

  

Hintergrundinformation

 

Das Bündnis für Gemeinnützigkeit ist ein Zusammenschluss von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Experten und Wissenschaftlern. Unser Ziel ist es Identität, Gewicht, Außenwirksamkeit und kooperative Aktionsfähigkeit des Dritten Sektors gegenüber Politik und Verwaltung zu stärken. Es wird getragen von:

 

·         der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege,

 

·         der BAGSO – Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen,

 

·         dem  Bundesverband Deutscher Stiftungen,

 

·         dem Deutscher Bundesjugendring,

 

·         dem Deutschen Kulturrat,

 

·         dem Deutschen Naturschutzring,

 

·         dem Deutscher Olympischer Sportbund,

 

·         dem Deutschen Spendenrat,

 

·         dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und

 

·         VENRO –Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen

 


Kirchen diskutieren über Zustand der Demokratie

Repräsentative Demokratie stärken – auf rationale Argumente setzen

 

(Berlin/pm) - In der gegenwärtigen Debatte um die politische Kultur in Deutschland wünscht sich Bundestagspräsident Norbert Lammert von den christlichen Kirchen ein klares Bekenntnis zur repräsentativen parlamentarischen Demokratie. 

 

Lammert sprach am gestrigen Mittwoch (22. März 2017) bei einer von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Deutschen Bischofskonferenz, der Synode der EKD und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in Zusammenarbeit mit der Evangelischen und Katholischen Akademie in Berlin getragenen Veranstaltung mit dem Titel „Zwischen Polarisierung und Konsens. Wie steht es um unsere Demokratie?“ 

 

Gegen den Anspruch praktisch aller Populisten, den Willen des Volkes unverfälscht zum Ausdruck zu bringen, erinnerte der Bundestagspräsident daran, dass eine freiheitliche und rechtsstaatliche Demokratie von der Idee der gleichen Berechtigung verschiedener Überzeugungen lebe. Die demokratische Mehrheitsentscheidung sei keine Entscheidung über Wahrheiten, wohl aber ein Gültigkeitstestat für die erfolgte Willensbildung. Der Konflikt sei in einer Demokratie ein gewollter Dauerzustand, wie auch das Spannungsverhältnis zwischen Bewahren und Verändern. 

 

In der repräsentativen parlamentarischen Demokratie mit regelmäßigen Wahlen, Berufspolitikern als Repräsentanten des Volkes und der Zuordenbarkeit von Verantwortung und nicht in plebiszitären Entscheidungsformen sieht Lammert den besten Weg. „Parlamentarische Entscheidungen sind selten genial, aber auch selten völlig daneben“, so Lammert. 

 

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte unterstrich in seinem Vortrag die Notwendigkeit einer Streitkultur für das Funktionieren einer Demokratie. „Streit ist wichtig“, so Korte, „Wettbewerb, Auseinandersetzungen und Konflikte sind die Voraussetzung für notwendige Veränderung.“ Er kritisierte, dass die Deutschen in Bezug auf ihre Demokratie oft zu streitscheu seien. Eine Belebung der Streitkultur, für die es aktuelle Anzeichen gebe, werde der Demokratie gut tun. 

 

Der Präsident des ZdK, Thomas Sternberg, rief dazu auf, gegen die Tendenz zur Emotionalisierung der politischen Debatte auf die Kraft des rationalen Argumentes zu setzen und die Auseinandersetzung über den richtigen Weg auf der Basis persönlicher fundierter Überzeugungen zu führen. „Mich beunruhigen der Hass und Müll, der mir insbesondere im Netz begegnet“, so Sternberg. 

 

Die Präses der Synode der EKD, Irmgard Schwaetzer, rief die Christen dazu auf, ihren Beitrag zur Revitalisierung der politischen Kultur zu leisten und besonders den Dialog mit den Unentschlossenen zu suchen. „Wir haben als Menschen und natürlich auch als Christen eine Verpflichtung, uns für die Demokratie in die Bresche zu werfen.“ 

 

Der Essener Bischof und Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, kündigte in seinem Schlusswort an, die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland wollten gemeinsam eine Erklärung zur Demokratie erarbeiten. In diesen Text müssten die Debatten über Bedeutung des Konflikts, der Identität und der Verantwortung in der Demokratie eingehen. 


Katholische Frauengemeinschaft ruft zum Wählen auf

Die Demokratie braucht jede Stimme

Foto:  bt
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(Trier/bt) - Aus Anlass der Landtagswahlen ruft die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) ihre 9.000 saarländischen Mitglieder auf, am 26. März von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

 

„Je länger unsere Demokratie währt und je besser es uns geht, umso schwieriger ist es, Menschen zum Gang an die Wahlurnen zu bewegen“, erklärt die Saarländerin Rita Monz, Mitglied im kfd-Diözesanvorstand ist. „Sätze wie ‚Ich kann ja doch nichts ändern, die machen ja doch alle was sie wollen’, sind gerade in dieser Zeit des Rechts-Populismus ebenso falsch wie gefährlich für die Demokratie“, so Monz.

 

Als größter Frauenverband Deutschlands mit rund 500.000 Mitgliedern bieten auch die Positionen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands eine Orientierung bei der Auswahl der Parteien, die sich zur Landtagswahl stellen. „Wir setzen uns für ein soziales Umfeld ein, das Solidarität und Zusammenhalt in der Gesellschaft stärkt und Vielfalt zulässt“, betonte die Saarländerin. „Die Frauengemeinschaft steht für ein offenes, tolerantes Miteinander.“ Für Populismus gleich in welche Richtung sei kein Platz.

 

Monz fordert die Saarländerinnen und Saarländer im Namen der kfd auf, am Sonntag zur Wahl zu gehen: „Setzen wir der Politikverdrossenheit die Auseinandersetzung mit den Parteiinhalten entgegen. Zeigen wir politische Verantwortung mit einem Kreuzchen bei einer Partei, die für Demokratie und für ein gutes Miteinander aller Menschen, die im Saarland leben, eintritt.“

 


Familienbund unterstützt Rentenpläne von Brigitte Zypries

 

 

 

(Trier/Berlin/mk) Der Familienbund der Katholiken im Bistum trier begrüßt die heute bekannt gewordenen Rentenpläne von Bundeswirtschaftministerin Brigitte Zypries (SPD) für eine Entlastung von Eltern in der Rentenversicherung. „Eltern leisten mit Beiträgen und Kindererziehung einen doppelten Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung. Diese Ungerechtigkeit muss endlich beseitigt werden. Die Einführung eines Kinderfreibetrags in der Sozialversicherung ist eine gerechte und familienformneutrale Lösung“, kommentierte die Vorsitzende des Familienbundes Trier, Hildegard Weber, die Pläne.

 

Presseberichten zufolge plant die Ministerin, Eltern durch Einführung von Kinderfreibeträgen bei den Beiträgen zur Rentenversicherung zu entlasten. Dies würde nach Berechnungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZWE)  für Familien eine durchschnittliche Entlastung von 260 Euro pro Kind und Jahr bedeuten. Der Familienbund weist darauf hin, dass der Finanzierungsausgleich für das Vorhaben innerhalb des Rentensystems erfolgen muss. Einen Ausgleich über eine erhöhte Mehrwertsteuer, wie sie als Alternative zu höheren Rentenbeiträgen von den Forschern diskutiert wurde, lehnt der Familienverband ab, da Familien davon überproportional betroffen wären.  

 

Damit folgt der Familienbund der Argumentation des Bundesverfassungsgerichtes, das in seinem Urteil von 2001 gefordert hatte, Eltern bei den Sozialversicherungsbeiträgen entsprechend der Kinderzahl zu entlasten. Das Gericht wertete die kostenaufwendige Betreuung und Erziehung der Kinder als konstitutiven Beitrag für die Sozialversicherung. Mit der Kampagne „Elternklagen“ fordern der Familienbund der Katholiken und der Deutsche Familienverband von der Politik, dieses Urteil endlich umzusetzen. 

 

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands.

 

Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- und 15 Mitgliedsverbände an.

 


"Das lässt einen nicht mehr los" - Vorstellung des Buches über Opfer politischer Gewalt von Nancy Aris

 

(Leipzig/pm) - Anlässlich der jährlich in Leipzig stattfindenden Buchmesse mit dem Literaturfest „Leipzig liest“ haben Besucher und Neugierige auch 2017 wieder die Möglichkeit, an zahlreichen Veranstaltungen und Diskussionen in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ teilzunehmen. Sie finden sowohl in den Räumen der Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ als auch im ehemaligen Stasi-Kinosaal statt. Zusammen mit zahlreichen Autoren und Zeitzeugen werden unter anderem Themen wie politische Gewalt im SED-Staat, Opposition in der DDR und das Leben von DDR-Heimkindern den Mittelpunkt der insgesamt 19 Veranstaltungen bilden.

 

 

Am 24. März 2017, um 19.00 Uhr: „Überleben nicht erwünscht“ – die unglaubliche Lebensgeschichte von Karin Bulland

 

 

Karin Bulland wächst in der DDR auf und ist vom Sozialismus überzeugt. Mit 18 Jahren tritt sie in die SED ein und begeistert fortan andere Jugendliche für Politik und Gesellschaft. Ihre Euphorie wird ihr allerdings zum Verhängnis, als sie beginnt, Missstände und Ungerechtigkeit offen zu kritisieren. Schließlich wird sie kaltgestellt und mit dem Tod bedroht. In ihrem autobiografischen Werk schildert sie, wie sie als „politische Patientin“ ohne medizinischen Befund in die Psychiatrie kam. Dort verbrachte sie drei Jahre lang jeden Tag und erst im Nachhinein erfährt sie, was tatsächlich in ihrer Patientenakte stand: Rückkehr unerwünscht.

 

 

Heute berichtet Karin Bulland, geboren im Jahr 1954, als Zeitzeugin in Organisationen, Gemeinden und Schulen von ihrem Leben und davon, wie sie nach der Wiedervereinigung als überzeugte Marxistin ihren Weg zum Christentum fand. Bei ihren Reisen besucht sie vor allem kommunistische Länder, um von der Friedlichen Revolution 1989 in der DDR zu erzählen.

 

 

 

Am 24. März 2017, um 20.00 Uhr: Vorstellung des Buches „Das lässt einen nicht mehr los“ durch die Autorin mit anschließendem Sektempfang und Gesprächen

 

 

Über viele Jahre hinweg führten Mitarbeiter des damaligen Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Interviews mit Opfern politischer Gewaltherrschaft. Aus diesen teils sehr umfangreichen Gesprächen destillierte Nancy Aris nun die Essenz. Entstanden sind 32 Porträts, die ein facettenreiches Bild der DDR mit ihrer Vor-und Nachgeschichte zeichnen. So erschütternd die Schilderungen sind, so hoffnungsfroh stimmen kleine Zeichen der Mitmenschlichkeit, die es trotzdem gab.

 

 

Die Autorin Nancy Aris stellt das Buch vor und gibt Einblicke in seine spannende Entstehungsgeschichte. Danach werden ausgewählte Passagen von den Schauspielern Lynne Eichhorst und Ullrich Reuscher gelesen und Originalausschnitten aus den Interviews gegenübergestellt. Im Anschluss spricht die Autorin mit einer Zeitzeugin unter der Moderation des sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Lutz Rathenow über Chancen und Schwierigkeiten solcher Verdichtungen. Dabei wird auch diskutiert, wie glaubwürdig Zeitzeugenberichte sind und welchen Wert sie für die zukünftige Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur haben können.

 

 

Nähere Informationen zu allen Veranstaltungen dieses Tages in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ können Sie der folgenden Programmübersicht entnehmen:

 

Alle Veranstaltungen am Freitag, den 24. März 2017, im Überblick:

 

 

12.00 Uhr: BUCHVORSTELLUNG UND GESPRÄCH

 

ARIANE ZABEL

 

MAN WILL ES VERGESSEN UND VERGISST KEINEN TAG – ERINNERUNGEN AN POLITISCHE GEFANGENSCHAFT

 

Seit 2014 befragt der Landesverband Sachsen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. (VOS) seine Mitglieder zu ihren Lebensgeschichten. Damit möchte er an die kommunistische Gewaltherrschaft erinnern, damit dieser Teil der Vergangenheit auch in der heutigen Gesellschaft nicht in Vergessenheit gerät, vor allem aber die Zeitzeugnisse für die zukünftige Aufarbeitung der SED-Diktatur sichern. Die Autorin Ariane Zabel spricht mit der Zeitzeugin Christine Liszewski, deren Geschichte verdeutlicht, welche Konsequenzen Kinder politisch Inhaftierter aufgrund des Schicksals ihrer Eltern ertragen mussten.

 

Ort: Museum in der „Runden Ecke“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal

 

 

14.00 Uhr: BUCHVORSTELLUNG UND DISKUSSION

 

TILMAN POHLMANN

 

DIE ERSTEN IM KREIS – HERRSCHAFTSSTRUKTUREN UND GENERATIONEN DER SED (1949-1971)

 

Die flächendeckende Durchsetzung der SED-Diktatur oblag vor allem den SED-Kreisleitungen. Eine besondere Bedeutung kam ihren jeweiligen 1. Sekretären zu. Der Autor Tilman Pohlmann untersucht in seiner Publikation erstmals die biografischen Hintergründe und internen Strukturen der SED-Kreisleitungen sowie ihr Funktionieren in der Ära Ulbricht und geht der Frage nach, mit welchen Strukturen und Funktionären die Vormachtstellung der Partei auf den unteren Rängen der DDR Gesellschaft auf- und ausgebaut wurde. Moderation: Clemens Vollnhals, amtierender Direktor des HAIT

 

Ort: Museum in der „Runden Ecke“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal

 

 

16.00 Uhr: BUCHVORSTELLUNGEN UND GESPRÄCH

 

TIMO MESKANK

 

SORBEN IM BLICK DER STAATSSICHERHEIT – DIE AKTEN DER K5 UND DES MFS DER DDR 1949-1989

 

Bis heute weist die sorbische Geschichtsschreibung Lücken über die DDR-Zeit auf, die besonders deutlich beim Thema Überwachung der Sorben durch die Staatssicherheit wird, das der Autor nun intensiv erforscht hat. Unter der Moderation des sächsischen Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Lutz Rathenow schildert er, wie das MfS das sorbische nationale Leben beobachtet und beeinflusst hat und versucht, die Mitarbeit Einzelner im konspirativen Netz des Ministeriums darzustellen.

 

Ort: Museum in der „Runden Ecke“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal

 

 

18.00 Uhr: BUCHVORSTELLUNGEN UND GESPRÄCH

 

WOLFGANG BAUERNFEIND

 

MENSCHENRAUB IM KALTEN KRIEG – TÄTER, OPFER, HINTERGRÜNDE

 

Bis zum Mauerbau 1961 entführte die Staatssicherheit Hunderte Menschen aus der Bundesrepublik und ließ sie zu langjährigen Haftstrafen verurteilen. Die Opfer waren frühere SED-Funktionäre, die die Seite gewechselt hatten, Mitglieder von Organisationen, die gegen die SED-Diktatur agitierten oder DDR-Flüchtlinge, die für aliierte und westdeutsche Geheimdienste arbeiteten. Seine spannend geschriebene Auswahl staatlicher Entführungsfälle stellt der Autor gemeinsam mit Karl Wilhelm Fricke, einem der bekanntesten Entführungsopfer, vor. Der 1929 geborene Fricke wurde als Journalist 1955 von der Staatssicherheit aus West-Berlin in die DDR entführt und saß bis 1959 in der Stasi-Sonderhaftanstalt Bautzen II. Später war er einer der konsequentesten Kritiker des SED-Regimes im Westen.

 

Ort: Museum in der „Runden Ecke“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal

 


ZdK erinnert an Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957

Der Grundstein für ein friedliches Europa

 

(Bonn/zdk) - Anlässlich des 60. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März appelliert der europapolitische Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Martin Kastler, das Friedensprojekt Europa fortzuschreiben: "Aus christlicher Motivation heraus haben die Gründerväter Adenauer, Schuman und De Gasperi damals gehandelt, und so liegt es auch in unserer christlichen Verantwortung heute, an die großen Errungenschaften zu erinnern, von denen viele Menschen in Europa, in der ganzen Welt profitieren."

 

Als Beispiele nennt Kastler, den Aufbau einer Zollunion, die Einrichtung eines gemeinsamen Marktes, sowie die Bewegungsfreiheit für Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital. Mit den Römischen Verträgen sei ein Grundstein für ein "in der Geschichte beispielloses Einigungswerk, das die Menschen in Europa seither immer enger zusammengebracht hat", gelegt worden. "Die Verabschiedung der Charta der Grundrechte, der Schengener Raum ohne Binnengrenzen sowie die Einführung einer gemeinsamen Währung mit dem Ziel, Europa zu vereinen und seine Bürgerinnen und Bürger zu stärken – das sind Erfolge, an die wir für die Zukunft anknüpfen müssen", unterstreicht Kastler.

 

Niemand dürfe sich zufrieden zurücklehnen angesichts der wachsenden Differenzen, die sich auf politischer, ökonomischer und sozialer Ebene zwischen den Staaten der Europäischen Union in letzter Zeit entwickelt hätten, so Kastler weiter. Um diese zu überwinden, müsse unter den Europäern wieder mehr Solidarität wachsen in gegenseitiger Verantwortung und in Treue zur Rechtsgemeinschaft und den gemeinsamen Grundwerten der Menschenwürde, des Rechtsstaats und der Demokratie. Martin Kastler wörtlich: "Dies gilt in allen Kernanliegen der Integration, ob Stärkung der Währungsunion, gemeinsamer Umweltschutz, humanitäre Bewältigung der Flüchtlings- und Migrationsströme, Schutz der Bürger gegen Terrorismus und Kriminalität oder auch die Wahrnehmung globaler Verantwortung in der Entwicklungs- und Sicherheitspolitik."

 

Der Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten am 25. März 2017 in Rom sei "gut und wichtig". Es brauche jedoch auch entsprechende Entscheidungen in den drängenden politischen Fragen, die dann zu Hause in den Ländern mitgetragen werden müssten, kommentiert der ehemalige Europaabgeordnete. Als größte organisierte Vertretung der katholischen Laien in Deutschland werde sich das ZdK auch weiterhin konsequent dafür einsetzen, das gegenseitige Vertrauen der Menschen in Europa zu fördern.

 

Martin Kastler: "Wir sind froh und dankbar, dass die Niederländer bei den Parlamentswahlen dem Populismus eine Absage erteilt haben. Dass proeuropäische Kräfte gewonnen haben, stimmt uns für die kommende Wahl in Frankreich optimistisch. Gerade in diesem Jahr wollen wir gemeinsam mit unseren Schwestern und Brüdern in Frankreich, in Polen und in vielen anderen Mitgliedstaaten für die europäische Einigung werben. Das ist der richtige Weg um Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zu gewährleisten."

 


Premiere der neuen Ausgabe der HORCH UND GUCK und Gespräch

"Ein Vierteljahrhundert Friedliche Revolution und Deutsche Einheit"

(Leipzig/pm) - Anlässlich der jährlich in Leipzig stattfindenden Buchmesse mit dem Literaturfest „Leipzig liest“ haben Besucher und Neugierige auch 2017 wieder die Möglichkeit, an Veranstaltungen und Diskussionen in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ teilzunehmen. Sie finden sowohl in den Räumen der Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ als auch im ehemaligen Stasi-Kinosaal statt. Zusammen mit zahlreichen Autoren und Zeitzeugen werden unter anderem Themen wie politische Gewalt im SED-Staat, Opposition in der DDR und das Leben von DDR-Heimkindern den Mittelpunkt der insgesamt 19 Veranstaltungen bilden.

  

Am 23. März 2017, um 20.00 Uhr: Premiere der jüngsten Ausgabe des Aufarbeitungsblattes HORCH UND GUCK und anschließendes Podiumsgespräch

 

Die Premiere der jüngsten Ausgabe der vom Bürgerkomitee Leipzig herausgegebenen Aufarbeitungszeitschrift HORCH UND GUCK, die dem Anlass entsprechend als Doppelheft erscheint, bildet am Donnerstag den Auftakt in ein aufregendes und spannendes Programm des Bürgerkomitees im Rahmen der Buchmesse. Die aktuelle Ausgabe steht ganz im Zeichen von Friedlicher Revolution und Deutscher Einheit, wobei die zahlreichen Beiträge keineswegs nur die Ereignisse vom Herbst 1989 betrachten. Ebenso gewürdigt werden die Anstrengungen gleichgesinnter Oppositioneller in Osteuropa und auch die gesellschaftlichen Folgen nach der Wiedervereinigung bleiben nicht unerwähnt. Aktuelle Forschungsprojekte, die im Heft vorgestellt werden, spannen den Bogen von der Friedlichen Revolution vor über 25 Jahren bis zur Gegenwart und der aktuellen politischen Debatte. Unter der Moderation des HORCH UND GUCK-Redakteurs Sven Heitkamp sprechen Wissenschaftler und Bürgerrechtler, die an der Doppelausgabe mitgewirkt haben, über Opposition und Widerstand gegen die SED-Diktatur, den Herbst 1989, die Wiedervereinigung sowie die Auswirkungen bis heute.

 

Weitere Informationen zu unserem gesamten Programm finden Sie in der beigefügten Pressemitteilung, bei „Leipzig liest“ sowie unter www.runde-ecke-leipzig.de .

 


Zweijähriges kfd-Projekt, Auftakt mit Dr. Imme Scholz vom Dt. Inst. f. Entwicklungspolitik

„Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht. Wie gelingt Veränderung?“

Dr. Imme Scholz (links), stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik mit kfd-Vorstandsmitglied Anni Rennock beim Projektauftakt in Rastatt. Foto: kfd
Dr. Imme Scholz (links), stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik mit kfd-Vorstandsmitglied Anni Rennock beim Projektauftakt in Rastatt. Foto: kfd

 

(Düsseldorf/kfs) – Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. hat mit einer Auftaktveranstaltung vom 17.–19. März das zweijährige Projekt „Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht. Wie gelingt Veränderung?“ lanciert.
32 Teilnehmerinnen aus zehn kfd-Diözesanverbänden kamen in Rastatt zusammen, um Ideen für einen nachhaltigen und gerechten Lebensstil zu entwickeln. Damit knüpft die kfd an die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Vereinten Nationen an. 

 

 

 

„Es reicht nicht, wenn alle Staaten sich darauf verpflichten, mehr zum Schutz der Erde und für Gerechtigkeit zu tun. Jede einzelne von uns ist gefragt. Und wir tun was!“, so Anni Rennock, Mitglied im kfd-Bundesvorstand und Sprecherin des Ständigen Ausschusses für Hauswirtschaft und Verbraucherthemen.

 

 

 

Dr. Imme Scholz, stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), in ihrem Einführungsreferat: „Diese Aufgabe ist hochaktuell und herausfordernd. Nachhaltigkeit ist mehr als Ökologie: Frauenrechte, Gerechtigkeit und zukünftige Generationen müssen Maßstab für heutige Entscheidungen ein.“ Scholz berät die Bundesregierung im Rat für Nachhaltige Entwicklung, wie Deutschland ökologischer, nachhaltiger und gerechter werden kann.

  

In welcher Welt wollen wir leben? Wie muss sie gestaltet sein, damit sie lebenswert ist für alle, für jetzt und in Zukunft? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Teilnehmerinnen schon seit Jahren. Das Projekt gibt nun den Impuls, neue Ideen zu entwickeln und auszuprobieren. Dass persönliches Handeln mit politischen Rahmenbedingungen zu tun hat, wurde an drei Themenfeldern – Textilien, Palmöl und Lebensmittelverschwendung – verdeutlicht.

  

In den kommenden 1,5 Jahren werden die Teilnehmerinnen dazu Teilprojekte in den Diözesanverbänden entwickeln, die im Verband das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit schärfen sollen.

  

 

Weitere Informationen

  

Projektseite „Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht“

 

https://www.kfd-bundesverband.de/projekte/zukunft-nachhaltig-und-geschlechtergerecht.html

 

kfd-Umwelterklärung (Dez. 2016)

 

www.kfd-bundesverband.de/die-kfd/umwelterklaerung.html 

 

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit einer halben Million Mitgliedern der größte katholische Verband und eine der größten Frauenorganisationen in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein.

 

 

 


BADEN-WÜRTTEMBERGISCHES SPITZENTREFFEN IN STUTTGART / KIRCHE UND SPORT GEMEINSAM FÜR DAS BILDUNGSZEITGESETZ

 

(Stuttgart/ekiba) - Die Kirche und der organisierte Sport in Baden-Württemberg haben bei einem Spitzengespräch in Stuttgart die Integration von Flüchtlingen und den Sonntagsschutz als gemeinsame gesellschaftliche Herausforderungen benannt. Beide Seiten plädierten für eine Weiterführung des Bildungszeitgesetzes, um das Ehrenamt in Kirche und Sport zu stärken.

Badens Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) und sein württembergischer Amtskollege Frank Otfried July (Stuttgart) sowie Elvira Menzer-Haasis, Präsidentin des Landessportverbandes Baden-Württemberg e. V. (LSV), würdigten das „sehr anregende Strategiegespräch“. „Wir ziehen in vielen Bereichen an einem Strang, zum Beispiel in Fragen der Integration, der Inklusion und im Bemühen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken“, erklärten die Bischöfe. Als konkrete Herausforderung nannten sie die Weiterführung des Bildungszeitgesetzes; es ermögliche Ehrenamtlichen, „sich gut fortzubilden, um sich selbstbewusst und kompetent in Sport und Kirche engagieren zu können“, erklärten die Vertreter der Kirchen.

Für den Sport resümierte Elvira Menzer-Haasis: „Die lange und immer tragfähige Kooperation von Kirche und Sport bei zentralen Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung, konnte beim Spitzentreffen weiter ausgebaut werden. Sport und Kirche als die beiden größten zivilgesellschaftlichen Akteure in Baden-Württemberg wollen ihren gemeinsamen Wertekanon nutzen, um Menschen in den Kirchengemeinden und Sportvereinen Gemeinschaft und Gestaltungsfreiräume bieten zu können.“

Die Spitzenvertreter haben sich zu weiteren, regelmäßigen Strategiegesprächen und Fachgesprächen vereinbart.

 


ÖKUMENISCHER GOTTESDIENST ANLÄSSLICH DES G20 FINANZMINISTERTREFFENS

„ES GEHT UM MEHR GERECHTIGKEIT"

 

(Baden-Baden/Freiburg/Karlsruhe/pef). „Es ist an der Zeit, die Welt mit den Augen der Armen zu sehen“, betont Erzbischof Stephan Burger anlässlich des Treffens der Finanzminister der G20-Staaten in Baden-Baden. Gemeinsam mit dem Landesbischof der Evangelischen Kirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, stand er am Freitag (17.03.) in der Evangelischen Stadtkirche Baden-Baden einem ökumenischen Gottesdienst vor. Der Landesbischof hob bei dem von Menschen aus Afrika und Lateinamerika gestalteten Gottesdienst besonders hervor, dass es „um mehr Gerechtigkeit zwischen armen und reichen Ländern, aber vor allem auch um Gerechtigkeit innerhalb der Länder“ gehe.

Der von dem Entschuldungsbündnis erlassjahr.de und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Baden-Baden (ACK) getragene Gottesdienst ist Teil eines Aktionstages zum G20-Finanzministertreffen in Baden-Baden. Mit Unterstützung von „Brot für die Welt“ und der „Kindernothilfe“ machte der Aktionstag auf die Dringlichkeit einer fairen Entschuldung von Entwicklungs- und Schwellenländern aufmerksam.

Nachhaltige Entwicklung im Fokus

„Die Entscheidungen der G20-Finanzministerinnen und Finanzminister und der Notenbankchefs bestimmen über das Leben und die Zukunft von vielen Millionen Menschen weltweit“, unterstrich Landesbischof Cornelius-Bundschuh. Er betonte, man wolle im Gottesdienst darum bitten, „dass Gottes Geist die Verantwortlichen an ihre Aufgabe erinnert, für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen“. So sieht er die Aufgabe der Verantwortlichen beim G20-Gipfel darin, „dafür zu sorgen, dass gerade die Armen bessere und nachhaltige Lebensperspektiven erhalten.“ Erzbischof Burger unterstrich die globale Verantwortung, die jeden Einzelnen betreffe: „Wir müssen uns in diesem Kontext stärker bewusst machen, dass wir eine einzige Menschheitsfamilie sind.“

 


Neuerscheinung: Nancy Aris: Das lässt einen nicht mehr los. Opfer politischer Gewalt erinnern sich

 

(Dresden/Leipzig/lr) - Über Jahre hinweg haben Mitarbeiter des Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Interviews mit Menschen geführt, die Opfer politischer Gewalt wurden. Sie saßen in sowjetischen Speziallagern, wurden aus ihrer Heimat an der innerdeutschen Grenze vertrieben, kamen wegen Flugblättern, Protestaktionen oder Fluchtversuchen hinter Gitter. Die Geschichten sind vielfältig, die Schicksale ähneln einander. Nun ist daraus ein Buch entstanden. Aus den aufwändigen Befragungen und umfangreichen Gesprächsabschriften destillierte Nancy Aris die Essenz. Entstanden sind 32 Porträts, die ein facettenreiches Bild der DDR mit ihrer Vor- und Nachgeschichte zeichnen. So erschütternd die Schilderungen auch sind, so hoffnungsfroh stimmen kleine Zeichen der Mitmenschlichkeit, die es trotzdem gab. Zahlreiche Fotos und Dokumente illustrieren die Porträts.

Nancy Aris, Jahrgang 1970, Historikerin und Autorin, seit 2003 stellvertretende Sächsische Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen. Diverse Publikationen zur Diktaturgeschichte.

 

 Evangelische Verlagsanstalt | März 2017 | 456 Seiten | 12 x 19 cm | Paperback | 14,00 EUR | ISBN 978-3-374-04935-6

„Das ist das packendste Buch dieser Reihe, verstörend und ermutigend zugleich", so Lutz Rathenow. "Auch zeigt sich geradezu exemplarisch die spezielle Kompetenz dieser Buchreihe. Publizistiknah, intensiv biografiegrundiert erzählt, gleichzeitig behutsam sortiert und eingeordnet, durch sparsame politische Erklärteile diskret wissenschaftlich angereichert. Und mit sorgsam ausgesuchten Fotos und Dokumenten lesbarer und anschaulicher gemacht. Der Verlag findet immer überzeugendere Gestaltungsmöglichkeiten für Bücher, die ein breiteres Publikum, Lehrer und Wissenschaftler gleichzeitig erreichen sollen.“

 

Die Autorin Nancy Aris stellt das Buch mit Lutz Rathenow im Rahmen der Leipziger Buchmesse am 24. März 2017 um 20.00 Uhr im Museum in der Runden Ecke vor.

 

Als Zeitzeuginnen sind Else Thomas und Annemarie Krause mit dabei. Gelesen werden die Texte von den Schauspielern Lynne Eichhorst und Ullrich Reuscher.


Studie Rechtsextremismus in ländlichen Räumen

(Frankfurt/zgv) - Der "Bund der Deutschen Landjugend" hat bei der Grünen Woche 2017 die aktualisierte Studie "Rechtsextremismus in ländlichen Räumen. Schweigen heißt Zustimmung" vorgestellt. Die Studie enthält u. a. genauere Szene-Profile für RLP und Hessen. Die Studie bezieht sich vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene.

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