Politik

9.05.2019


Anhörung im Bundestag zu Religionsfreiheit / Gyaltsen: „Peking kann nicht über Dalai Lama entscheiden“

„China will Kern tibetischer Identität zerstören“

 

(Berlin/ict) - China wolle den Kern tibetischer Identität zerstören und die tibetische Kultur und Religion durch eine staatlich anerkannte und kontrollierte Version ersetzen, sagte heute Kelsang Gyaltsen, ehemaliger Sondergesandter des Dalai Lama in einer Anhörung im Deutschen Bundestag. Die chinesische Regierung könne überdies nicht über die Nachfolge des Dalai Lama entscheiden, so Gyaltsen weiter.

 

Gyaltsen, der als Sachverständiger zur Lage des tibetischen Buddhismus in der Anhörung „Religionsfreiheit: Die menschenrechtliche Lage religiöser Minderheiten in China“ im Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestags sprach, kritisierte „die umfassende Überwachung von Klöstern durch Parteikader, Polizei und Technologie“ und die „Religions- und Sicherheitsgesetze, die praktisch jede religiöse Betätigung von der Erlaubnis der Behörden abhängig macht“. Er verwies ferner auf „Verbote, Tempel zu besuchen, die Schließung von Klosterschulen, die Verunglimpfung des Dalai Lama sowie lange Haftstrafen für Tibeter, die ihn öffentlich verehren.“ Begleitet würden diese repressiven Maßnahmen von umfassenden und rigorosen ideologischen Kampagnen, so Gyaltsen. 

 

In einem Antwortpapier auf einen Fragenkatalog der Bundestagsfraktionen rief Gyaltsen die deutsche Politik dazu auf, „die Frage der Menschenrechte und die Rechte von religiösen und ethnischen Gruppen wie der Tibeter und Uiguren als zentralen Bestandteil ihrer Beziehungen zur Volksrepublik China [zu] verstehen und gegenüber der chinesischen Regierung entsprechend nachdrücklich [zu] vertreten, bilateral wie multilateral, öffentlich und nicht-öffentlich.“

 

An der Lage der Tibeter, der Uiguren oder der Mongolen und anderer Volksgruppen zeige sich ganz besonders die Bereitschaft der chinesischen Regierung, ob sie ihre Politik an internationalen Rechtsnormen ausrichtet, oder inwiefern sie willens ist, Prinzipien friedlicher Konfliktlösung zu folgen. Die Situation in Tibet sollte daher, wie auch in anderen Regionen, von der deutschen Politik mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden.

 

In Bezug auf Tibet solle die deutsche Politik mit Nachdruck auf die schlechte Menschenrechtslage hinweisen und Veränderungen einfordern. Sie sollte die chinesische Regierung auffordern, den Dialog mit den Repräsentanten des Dalai Lama wieder aufzunehmen. Von zentraler Bedeutung sei überdies die Positionierung der Bundesregierung und der deutschen Politik im Fall einer menschenrechtskonformen Entscheidung über die Nachfolge des Dalai Lama, die allein von den Institutionen des tibetischen Buddhismus in freier und selbstbestimmter Weise und ohne Einmischung der chinesischen Regierung oder der Kommunistischen Partei Chinas getroffen werden kann. Die deutsche Politik sollte schon jetzt klarstellen, dass sie einen von der chinesischen Regierung bestimmten Dalai Lama nicht anerkennen würde, unterstrich Gyaltsen.

www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 


Protestantische Partnerkirchen sehen wichtige Richtungsentscheidung

Gemeinsamer evangelischer Wahlaufruf: „Für unsere Zukunft in Europa“

Foto: Volker Rahn/ ekhn
Foto: Volker Rahn/ ekhn

 

(Darmstadt/ekhn) - Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat zusammen mit ihren europäischen Partnerkirchen in Italien, Polen und Tschechien Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, sich an den Europawahlen vom 23. bis 26. Mai zu beteiligen. In einem gemeinsamen Appell anlässlich des Europatags am Donnerstag (9. Mai) betonten die evangelischen Kirchen, dass sie die „kulturelle, konfessionelle und religiöse Vielfalt Europas als eine Stärkung und als Garant für den jahrzehntelangen Frieden in Europa“ verstehen. Die Wahlen seien eine „wichtige Richtungsentscheidung zur Zukunft der Europäischen Union“. Das gemeinsame Papier mit dem Titel „Für unsere Zukunft in Europa“ sieht zudem in dem bei kirchlichen Partnerschaften geltenden Prinzip der „versöhnten Verschiedenheit“ ein Zukunftsmodell für die Europäische Union.

 

Europa als Chance für viele

 

Nach Worten des Aufrufs ist die EU eine Gemeinschaft, „die es in einer zunehmend globalisierten und vernetzten Welt zu erhalten und auszubauen gilt“. Sie sichere neben „ökonomischen Freiheiten“ auch die „Grundrechte der EU-Bürger“. Dazu gehörten etwa die Meinungs- und Religionsfreiheit sowie Minderheitenrechte. Zudem könnten gerade junge Menschen von den vielfältigen Bildungs- und Begegnungsmöglichkeiten profitieren. „Wir benötigen nicht weniger, sondern mehr intensiven sprachlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Austausch in der EU“, so der protestantische Appell weiter.

 

EU derzeit in tiefer Krise

 

Gleichzeitig attestieren die evangelischen Kirchen aber auch einen erheblichen Veränderungsbedarf in der EU. „Trotz vieler positiver Entwicklungen und Errungenschaften erlebt die EU eine der tiefsten Vertrauenskrisen seit ihrem Bestehen. Diese Krise nehmen wir sehr ernst!“, schreiben die Kirchen. Dazu gehörten der „bevorstehende Brexit, die Staatsschulden- und Finanzkrise, anhaltende Arbeitslosigkeit gerade junger Menschen, Nationalegoismus, Korruption und Defizite bei der Rechtsstaatlichkeit in einzelnen EU-Mitgliedsstaaten“. Entwicklungen im globalen Kontext, wie etwa Weltfinanzkrisen, Digitalisierung, Umwelt- und Ressourcenübernutzung, aufflammende Krisen- und Kriegsherde sowie große Migrations- und Fluchtbewegungen seien ebenfalls Herausforderungen. Viele der damit verbundenen Probleme ließen sich nur gemeinsam und nicht allein nationalstaatlich bewältigen, erklären die evangelischen Kirchen.

 

Europa-Engagement der Partnerkirchen

 

Das „protestantische Partnernetzwerk“ in Europa erlebe die ökumenische Zusammenarbeit als große Chance aber auch als Herausforderung, unterschiedliche Traditionen und historische Erfahrungen zusammenzudenken, so die Kirchen weiter. Wesentlich stärker als bestehende Unterschiede sei aber das „durch den gemeinsamen christlichen Glauben von uns allen geteilte Wertefundament“, heißt es in dem Aufruf. „Wir sind davon überzeugt, dass der Ansatz der ‚versöhnten Verschiedenheit‘, der verschiedene christliche Konfessionen zueinander geführt hat, die Basis einer gemeinsamen europäischen Vision sein kann“, erklären die Kirchen abschließend.

 

Wahlaufruf auch für weitere Kirchen offen

 

Unterzeichnet ist der Wahlaufruf unter der Überschrift „Für unsere Zukunft in Europa“ zunächst von dem Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, dem Moderator der Methodisten- und Waldenserkirchen in Italien, Eugenio Bernardini, dem Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien, Daniel Ženatý, dem Bischof der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Polen, Jerzy Samiec, sowie dem Bischof der Evangelisch-Reformierten Kirche in Polen, Marek Izdebski. Weitere Kirchen sind darüber hinaus eingeladen, sich der Erklärung anzuschließen.

 

 

Hinweise
Dokumentation des Wortlauts
des Wahlaufrufs „Für unsere Zukunft in Europa“ 2019 im Anhang

 

Er ist Online auch als Dokument (pdf) hier abrufbar:

 

https://www.ekhn.de/fileadmin/content/ekhn.de/bilder/pressemitteilungen/2019/Gemeinsamer_Aufruf_zur_Teilnahme_an_der_EU_-_finale_Fassung_unterzeichnet_-_dt.pdf


Kirchen rufen zur Europawahl auf

Die Zukunft Europas mitentscheiden

 

(Freiburg/Karlsruhe/Stuttgart/ekiba/drs) - Die Vertretungen der vier großen christlichen Kirchen in Baden-Württemberg rufen zur Teilnahme an der Europawahl am 26. Mai auf. In einem gemeinsamen Wahlaufruf betonen die Diözesanräte der katholischen Diözesen Freiburg und Rottenburg-Stuttgart und die Synoden der evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg, die insgesamt knapp 7 Millionen Christen in Baden-Württemberg vertreten, nur eine starke und handlungsfähige Europäische Union könne die zentralen Zukunftsfragen meistern. Die Bürger hätten die Möglichkeit, über die Ausrichtung der europäischen Politik mitzuentscheiden.

 

 

 

Die vier gewählten Vertretungen bekennen sich klar zur Europäischen Union. „Unser Kontinent braucht die Stimmen derer, die ein einiges, friedliches und starkes Europa wollen“, heißt es in ihrem Wahlaufruf. Faire Löhne, eine Beteiligung der Bürger, offene Binnengrenzen und soziale Gerechtigkeit werden als Prüfsteine für die Wahlentscheidung ebenso genannt wie der entschiedene Einsatz für zivile statt militärische Konfliktbearbeitung und die solidarische Aufnahme von Schutzbedürftigen.

 

 

 

„Auch wenn es sich nicht so anfühlt: Jede Stimme hat Gewicht, und wer nicht zur Wahl geht, gibt den Siegern seine Stimme, ohne Einfluss darauf zu haben, wer die Wahl gewinnt. Es kommt wirklich auf jeden einzelnen Wähler an“, sagte Franziska Stocker-Schwarz, Vorsitzende des Ausschusses Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit der württembergischen Landessynode. Millionen von Menschen beneideten die Europäer um die Möglichkeit, in freier und geheimer Wahl ihre Zukunft mitzuentscheiden.

 

 

 

„Europa, das ist für mich Toleranz, Solidarität, Nächstenliebe in einer großen, von Vielfalt geprägten Gemeinschaft. Von den kandidierenden Parteien, die sich zur Wahl für das europäische Parlament stellen, erwarte ich, dass sie die europäische Gemeinschaft stärken und nicht schwächen wollen. Unserer Verantwortung für die Zukunft Europas und für die Welt können wir nicht mit engstirnigem, nationalistischem Denken gerecht werden“, sagte Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart, im Blick auf die bevorstehende Wahl zum europäischen Parlament.

 

 

 

„Als Christinnen und Christen sind wir verpflichtet, uns für die Würde eines jeden Menschen einzusetzen. Politisch schlägt sich das nieder in einem unverrückbaren Bekenntnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Besonders durch die aktive Teilnahme an Wahlen müssen wir uns dafür in die Pflicht nehmen lassen“, betonte Martina Kastner, Vorsitzende des Diözesanrats der Erzdiözese Freiburg.

 

 

 

"Die Evangelische Landeskirche in Baden ist seit Jahren auf dem Weg zur Kirche des gerechten Friedens. Wir sind der Überzeugung, dass ein einiges Europa dem Frieden und der Versöhnung zwischen Menschen, Kulturen und Nationen nicht nur in Europa dient. Wir rufen deshalb die Bürgerinnen und Bürger auf, mit ihrer Stimme ein Zeichen für ein solidarisches und menschenfreundliches Europa zu setzen", erklärte Thomas Schalla, der in der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden dem Bildungs- und Diakonieausschuss vorsteht.

 

 

 

 

 


kfd-Frauen wählen ein offenes, solidarisches Europa

(Düsseldorf/kfd) – Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. ruft ihre rund 450.000 Mitglieder auf, am 26. Mai bei der Europawahl ihre Stimmen abzugeben und so mitzuentscheiden, wie das Europa der kommenden fünf Jahre aussieht.  

„Wollen Sie in einem freien, demokratischen Europa leben, das die Menschenwürde und -rechte wahrt? Dann gehen Sie wählen“, so der Appell von Mechthild Heil, Bundesvorsitzende der kfd und selbst Bundestagsabgeordnete. „Geben Sie Populismus und nationalen Egoismen keine Chance!“

Seit über 70 Jahren herrscht in Europa Frieden. Die Europäische Union ist somit ein historisches Friedensprojekt, das alle angeht. Daher sieht die kfd ihre Mitglieder in der Pflicht, ihre Verantwortung als EU-Bürgerinnen wahrzunehmen. 

„Das Wahlrecht ist ein kostbares Gut, das wir nicht leichtfertig verspielen oder ungenutzt verstreichen lassen dürfen“, so Heil weiter. „Die EU wirkt unmittelbar auf unser Leben ein: wenn wir einkaufen und bezahlen, wenn wir essen und trinken, wenn wir reisen, im Internet surfen und arbeiten. In welche Richtung Europa steuert, können wir mit unserer Stimmabgabe beeinflussen.“

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 450.000 Mitgliedern in rund 4.000 kfd-Pfarrgruppen der größte katholische Frauenverband. Er gestaltet Kirche und Gesellschaft mit, bringt sich in aktuelle politische Debatten ein und lebt Gemeinschaft. Das Fundament des Engagements ist der christliche Glaube.

 

Wahlaufruf im Wortlaut: www.kfd-bundesverband.de/europawahl  

 


KDFB zum Internationalen Tag der Pflege

Pflege auf zukunftsfeste Beine stellen

 

(Köln/München/kdfb) – „Wir halten Verbesserungen der Arbeits- und Lebensbedingungen für pflegende Angehörige, eine gerechte und gesicherte Bezahlung für Pflegefachkräfte und die Sicherstellung ausreichender Ausbildungsplätze für unbedingt erforderlich“, erklärt der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai.

 

Die Mehrzahl der in der Pflege Beschäftigten und der pflegenden Angehörigen ist weiblich – für den KDFB ein Anlass, auf weiteren Handlungsbedarf in der Pflege aufmerksam zu machen. „Entwicklungen wie die Verabschiedung des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes und die Einrichtung der Konzertierten Aktion Pflege zeigen die Notwendigkeit elementarer Verbesserungen. Diese sind nicht nur für Pflegekräfte, die eine ausgesprochen hohe Verantwortung tragen, wichtig. Sie kommen auch der Pflegesituation insgesamt und damit jenen zugute, die professioneller Pflege bedürfen“, so KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. Vor diesem Hintergrund begrüßt der KDFB die Vorhaben der politisch Verantwortlichen und fordert sie zu einer zeitnahen zielgruppengerechten Umsetzung auf.

 

Da Fachpersonal fehlt, sind viele Pflegestellen unbesetzt. „Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist eine leistungsgerechte Vergütung dringend geboten. Die jüngsten Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder zeigen, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen in der Pflege sind längst überfällig und machbar. Dieser Kurs muss beständig fortgesetzt werden und Vorbildwirkung entfalten“, erklärt KDFB-Vizepräsidentin und Vorsitzende des KDFB Landesverband Bayern, Emilia Müller. Die Sicherstellung von ausreichend Ausbildungsplätzen sowie höhere Löhne sind zu gewährleisten.

 

Flachsbarth und Müller halten auch weitere Unterstützungsmaßnahmen für pflegende Angehörige für wichtig: „Die Pflegestärkungsgesetze oder länderspezifische Leistungen wie das bayerische Landespflegegeld sind hier wichtige Meilensteine. Darüber hinaus ist ein flächendeckender Ausbau von wohnortnahen Beratungsstellen notwendig.“

 

 

 

Seit seiner Gründung 1903 setzt sich der KDFB e.V. für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik, Kirche und Gesellschaft ein. Der 1911 gegründete KDFB Landesverband Bayern ist mit 165.000 Mitgliedern der größte Frauenverband in Bayern.

 


„Das Haus in Habana“: Lesung mit Marko Martin

 

(Dresden/pm) - Der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur veranstaltet gemeinsam mit dem FILMFEST DRESDEN und der Galerie Raskolnikoff am 9. Mai 2019 um 19 Uhr eine Lesung mit dem Autor Marko Martin.

 

Das FILMFEST DRESDEN widmete sich unlängst dem Thema Kuba und blickte 60 Jahre nach dem Sieg kubanischer Revolutionäre auf die historischen und gegenwärtigen Auf- und Umbrüche des karibischen Inselstaates. Als Nachlese folgt nun ein Leseabend mit Marko Martin. Mit ungeheurer Schreiblust erzählt der in Mittelsachsen geborene Schriftsteller von seiner ersten Kuba-Reise und seinen hoch ambivalenten Erfahrungen. In ihnen vermischen sich ausgelassene Discobesuche und homoerotische Begegnungen mit der alltäglichen Angst vieler Kubaner vor der Allpräsenz des kubanischen Geheimdienstes. Wem darf man trauen? Was darf man aussprechen, über was lachen? Für Martin, der als Kriegsdienstverweigerer aus der DDR ausgereist ist, wird dieses Gefühl in teils sehr persönlichen Gesprächen sowie während eines Besuches des Museo Nacional – Comité de Defensa de la Revolución, kurz: dem Museum der kubanischen Stasi, greifbar und konkret. Und es verdeutlichte ihm, wie präsent das Totalitäre auf den Straßen und in den Köpfen der kubanischen Gesellschaft nach wie vor ist. So entstand ein ganz eigenes Reisetagebuch zwischen Liebeserklärung und historischer Abrechnung.

 

 

 

Die Lesung wird moderiert von Lutz Rathenow, dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Der Eintritt ist frei.

 

 

 

Parallel dazu ist die Ausstellung SURFING BUENA VISTA // UNTIL WE GROW WINGS, in der sich die Künstler Katarzyna Badach und Alfredo Ramos Fernandez mit der Sehnsucht des Menschen beschäftigen, Begrenzungen zu überwinden.

 

 

 


BDKJ-Hauptversammlung fordert u.a. das Verbot von Waffenexporten und einen europäischen Sitz im UN-Sicherheitsrat

Europäische Union als Friedensakteurin etablieren

(Rothenfels/bdkj) - Mit einem friedenspolitischen Beschluss unterstreicht der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Bedeutung für den Einsatz für den Frieden. Besonders junge Menschen in Krisenregionen sind durch die seit einigen Jahren verschlechterte sicherheitspolitische Lage weltweit betroffen. Das fordert insbesondere die junge Generation auf, ihre Stimme zu erheben.

 

Als Friedensnobelpreisträgerin trage die Europäische Union die Verantwortung das Verständnis von der Entwicklung und Etablierung von Frieden in der internationalen Politik vorzuleben und durchzusetzen, so der heutige Beschluss der BDKJ-Hauptversammlung 2019. „Die Europäische Union muss sich zu einer Macht für nachhaltige Friedenspolitik entwickeln. Daher bekräftigen wir unter anderem unsere Forderung, Waffenexporte aus der EU an Drittstaaten zu verbieten“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzender Thomas Andonie. Laut Beschluss der Versammlung wird in Europa sichtbar, dass Frieden wertvoller sei als nationales Sicherheitsdenken.

 

Neben dem Verbot von Waffenexporten aus der EU an Drittstaaten, fordert der Dachverband der katholischen Jugendverbände einen ständigen Europäischen Sitz im Sicherheitsrat. „Wir sehen die Bundesregierung in der Pflicht, dass sich die EU als neue Macht für nachhaltige Friedenspolitik begreift und dies stärker umsetzt. Dazu muss ein ständiger Sitz der Europäischen Union im UN-Sicherheitsrat angestrebt werden“, so Thomas Andonie.

 

Deutlich wurde auf der BDKJ-Hauptversammlung 2019, dass militärische Einsätze deutscher Streitkräfte außerhalb der Bündnisgebiete eine intensive gesellschaftliche Debatte erfordern. Daher fordert der BDKJ, dass zukünftig Zwei-Drittel-Mehrheiten des Parlaments für solche Entscheidungen notwendig sind. Auch die Verteilung von Haushaltsmitteln wurde auf der Hauptversammlung auf Burg Rothenfels (Diözese Würzburg) thematisiert. „Die Ausgaben zur Friedensförderung müsse stets höher veranschlagt sein als die für die Rüstung. Denn Frieden ist mehr wert!“, so Andonie. Teil der Friedensförderung können auch Austauschprogramme für Jugendliche und junge Erwachsene sein. Diese seien finanziell stärker zu fördern, da sich diese als starke Wurzel des Friedens erweisen, so der BDKJ-Beschluss.

Mit dem Beschluss „Friede ist mehr wert!“ will der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die auf dem Katholikentag 2018 in Münster verstärkte gesellschaftliche Debatte zur Friedenspolitik und Friedensethik im Lichte der immer schlechter werdenden Sicherheitslage weiter voranbringen.

 

Als höchstes demokratisches Gremium trifft die BDKJ-Hauptversammlung grundlegende Entscheidungen für die Interessenvertretung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei vertreten über 100 Delegierte die 660.000 Mitglieder in den 17 katholischen Jugendverbänden und 26 Diözesanverbänden.

 

Das BDKJ-Webteam berichtet live via Twitter, Facebook und Instagram unter #bdkjhv sowie auf www.bdkj.de aus Rothenfels. Dort werden auch Pressemitteilungen, Pressebilder und Beschlüsse der Hauptversammlung zum Download bereitgestellt und ein Audiostream aus der Versammlung bereitgestellt.

 

Tagungsort: Burg Rothenfels (www.burg-rothenfels.de)


Familienbund verteidigt Heils Pläne gegen Kritik des Städte- und Gemeindebundes

(Berlin / Trier/fb) –  Der Familienbund der Katholiken im Bistum Trier begrüßt nachdrücklich die vom Bundesarbeitsministerium geplante Entlastung von Familienangehörigen beim Unterhalt für pflegebedürftige Eltern sowie Angehörige von Menschen mit Behinderung. Nach dem „Unterhaltsentlastungsgesetz“ soll auf das Einkommen der Kinder von pflegebedürftigen Eltern künftig erst ab einem Einkommen in Höhe von 100.000 Euro im Jahr zu-rückgegriffen werden. „Eine solche Neuregelung ist sozialpolitisch dringend geboten“, sagte die Vorsitzende des Diözesanverbandes Trier Hildegard Weber. „Familien sind Deutschlands Pflegedienstleister Nummer 1. Es ist nicht hinnehmbar, dass Kinder für ihre pflegebedürftigen Eltern bis zum Existenzminimum zur Kasse gebeten werden. Besonders belastend ist die Situation von Frauen und Männern in mittleren Jahren in einer sorgenden Sandwich-Position: Sie kommen einerseits für die Erziehung eigener Kinder auf, andererseits für die Pflege ihrer in die Jahre gekommenen Eltern. Der Staat ist in der Pflicht, die Sorgearbeit von Familien nach Kräften zu unterstützen. Niemand darf durch die Pflegebedürftigkeit von Angehörigen an den Rand des Existenzminimums gedrängt werden.“

 

 

Mit Unverständnis reagierte der Familienbund auf die jüngsten Äußerungen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, der das Gesetzesvorhaben entschieden ablehnt. Laut Entwurf müssten die Mittel für die Entlastung beim Pflegeunterhalt zunächst vollständig durch Länder und Kommunen aufgebracht werden. Weber betonte, dass die Leistungen von Familien für den Staat erheblich seien: „Es ist kaum vorstellbar, was der Staat zu zahlen hätte, wenn Pflege- und Erziehungsleistungen durchgehend professionalisiert und staatlich finanziert werden würden. Dagegen sind die Hilfeleistungen der Städte und Kommunen für Familien im Rahmen des Unterhaltsentlastungsgesetzes eher gering.“ 

 

 

 

Bislang sind Kinder im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten verpflichtet, den Lebensbedarf der Eltern durch Unterhaltszahlungen zu sichern. Dies gilt jedoch erst, wenn Einkommen und Vermögen des Pflegebedürftigen aufgebraucht sind und die Heimkosten höher sind als die Zahlungen aus der Pflegeversicherung. In solchen Fällen zahlt zunächst der zuständige Sozialhilfeträger, kann seine Aufwendungen jedoch von den Kindern zurückfordern. Dabei kommen Freibeträge zur Anwendung. 

 

 

 

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands.

 

Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- sowie 15 Mitgliedsverbände an.

 

 

 


Beratungstermine am 8. Mai und 12. Juni 2019 in der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke"

Hilfe für Opfer politischer Verfolgung durch das SED-Regime

 

(Leipzig/re) - Am Mittwoch, den 8. Mai 2019, berät wieder ein kompetenter Mitarbeiter des Landesverbandes Sachsen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) Menschen, die Opfer politischer Verfolgung durch das SED-Regime geworden sind. In den Räumen der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ beantwortet dieser von 11.00 bis 14.00 Uhr alle Fragen zu Rehabilitierungsmöglichkeiten und Wiedergutmachungsleistungen sowie zum neuen Härtefallfonds des Sächsischen Landtages. Um Voranmeldung wird gebeten.

 

Betroffene können durch eine Kooperation der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ mit dem Landesverband Sachsen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) regelmäßig in den Räumen der Gedenkstätte mit einem kompetenten VOS-Mitarbeiter sprechen. Dieser kann den Opfern politischer Verfolgung Auskunft geben zu den gesetzlichen Grundlagen zur beruflichen, strafrechtlichen und verwaltungsrechtlichen Rehabilitierung sowie zu Wiedergutmachungsleistungen, Opferrenten und -pensionen. Formulare liegen vor Ort aus, so dass der VOS-Mitarbeiter die Hilfesuchenden auch beim Ausfüllen der Anträge unterstützen oder ihnen mit Informationen zu anderen Angeboten von juristischer, psychologischer und sozialer Hilfe, Betreuung und Beratung weiterhelfen kann.

 

Für die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ ist es wichtig, am authentischen Ort ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Verfolgte der sowjetischen Besatzungsmacht der SED oder der Stasi und gegebenenfalls auch für deren Angehörige anzubieten. Gleichermaßen werden auf diese Weise aber auch wichtige Zeitzeugnisse und persönliche Geschichten bekannt, die ggf. für die künftige Arbeit der Gedenkstätte von Bedeutung sein können.

 

Der neue Härtefallfonds des Sächsischen Landtages

 

Am 6. März 2019 beschloss das Präsidium des Sächsischen Landtages die „Richtlinie des Sächsischen Landtages über einen Härtefallfonds zur Gewährung von Unterstützungsleistungen an in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR aus politischen Gründen verfolgte (RL Härtefallfonds SBZ/DDR). Antragsberechtigt sind alle Personen, die ihren Wohnsitz in Sachsen haben, in der SBZ oder DDR politisch verfolgt und nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen rehabilitiert wurden sowie in ihrer wirtschaftlichen Lage in besonderem Maße beeinträchtigt sind. Einmalig können bis zu 5.000 Euro an Verfolgte der SED-Diktatur ausgezahlt werden. Anträge können bis zum 30. Juni eines jeden Jahres gestellt werden.

 

Anmeldung für die nächsten Beratungstermine am 8. Mai und 12. Juni 2019

 

Konkrete Themen, über die Hilfesuchende Rat einholen können, sind beispielsweise die verwaltungsrechtliche Rehabilitierung, die Wiedergutmachung von Gesundheitsschäden, von Vermögensschäden oder von beruflichen Benachteiligungen. Bei der beruflichen Rehabilitierung geht es insbesondere um die Wiedergutmachung von beruflichen Benachteiligungen aufgrund einer Freiheitsentziehung, einer rechtsstaatswidrigen Verwaltungsmaßnahme oder einer anderen politisch motivierten Maßnahme sowie um die Anerkennung als verfolgter Schüler. Des Weiteren kann der VOS-Mitarbeiter Hinweise zu strafrechtlichen Rehabilitierungsverfahren geben, unter anderem zum Antrag, zu Verfahren, zum Rechtsweg, oder hilfreiche Anschriften nennen. Hierbei geht es um die Aufhebung rechtsstaatswidriger Verurteilungen durch DDR-Gerichte.

 

Der nächste Beratungstermin findet am Mittwoch, den 8. Mai 2019, von 11.00 bis 14.00 Uhr in den Räumen der Gedenkstätte statt. Um Voranmeldung zu den Beratungsgesprächen wird gebeten. Hierzu wenden sich Hilfesuchende an den VOS-Landesvorsitzenden Frank Nemetz entweder per Telefon (0175-1676838) oder E-Mail (f.nemetz@vos-ev.de). Am Beratungstag melden sich Ratsuchende im Ausstellungsbüro der Gedenkstätte.

 

Der nächste Termin danach ist Mittwoch, der 12. Juni 2019.


Nichtwähler sind auch Wähler

Mit einer Berichts- und Diskussionsreise durch Norddeutschland stellen langzeitarbeitslose Menschen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre gemeinsame Studie zur politischen Beteiligung Langzeiterwerbsloser vor

 

(Hamburg/nk) - Ausgrenzung, soziale Ungerechtigkeit und das Gefühl eine Bürgerin oder ein Bürger zweiter Klasse zu sein: Viele Betroffene von Langzeitarbeitslosigkeit erleben dies und beteiligen sich nicht mehr an Wahlen.

 

Im Vorfeld der Europawahl und der Kommunalwahlen in Norddeutschland richtet der KDA der Nordkirche seinen Blick auf diese Bürger. Die Studie „Gib mir was, was ich wählen kann“ lässt Betroffene zu Wort kommen und gewährt einen Einblick in ihre Lebenswirklichkeit. Das Besondere an der Studie der Denkfabrik der gemeinnützigen „Neuen Arbeit Stuttgart“: Langzeitarbeitslose Menschen haben die Studie gleichberechtigt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen erarbeitet.

 

Gemeinsam stellen sie ihre Studie nun im Rahmen einer Lesereise in Hamburg, Schwerin und Stralsund der Öffentlichkeit vor:

 

Hamburg, Montag, den 6. Mai, 19 bis 21 Uhr, Rathauspassage
Schwerin, Dienstag, den 7. Mai, 18 bis 20 Uhr, Altstädtisches Rathaus
Stralsund,
Mittwoch, den 8. Mai, 18 bis 20 Uhr, Rathaus
Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich
Detaillierte Informationen zu den Terminen unter www.kda-nordkirche.de

 

 

Zuvor machte die Berichts- und Diskussionsreise in diesem Frühjahr bereits in Bremen, Oldenburg und Hannover Station. Unter anderem Luise Janke und Jan Verlimsky von „Neue Arbeit Stuttgart“ präsentieren die Studienergebnisse. Im Anschluss werden mit dem Publikum Lösungsvorschläge und Ideen gegen Wahlverdruss und für mehr politische Aufmerksamkeit diskutiert. Flankiert wird die Reihe von Gesprächsrunden mit norddeutschen Politikern und Kirchenvertretern, wie Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Nordkirche. 


Kolpingwerk Deutschland zur Ökumenischen Woche für das Leben 2019

Für ein Sterben in Würde!

 

 (Köln/kw) - Die Ökumenische Woche für das Leben findet in diesem Jahr vom 4. bis zum 11. Mai 2019 statt. Sie will die Ursachen von Depression und Todeswünschen thematisieren und steht unter dem Titel „Leben schützen. Menschen begleiten. Suizide verhindern.“ Suizidprävention und die vielfältigen Beratungsangebote der Kirchen stehen dabei im Mittelpunkt.

 

Für das Kolpingwerk Deutschland steht fest, dass organisierte und kommerzielle Suizid-Beihilfe keinen Platz in unserer Gesellschaft haben dürfen. Stattdessen steht die unantastbare Würde des Menschen im Mittelpunkt. Die vollständige Erklärung kann am Ende dieser Pressemeldung im Wortlaut nachgelesen werden.

 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in einem Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geschrieben, dass es nicht Aufgabe des Staates sein könne, Selbsttötungshandlungen durch die behördliche, verwaltungsaktmäßige Erteilung von Erlaubnissen zum Erwerb des konkreten Suizidmittels aktiv zu unterstützen. Er bittet in seinem Schreiben ausdrücklich darum, entsprechende Anträge zu versagen. Im Zeitraum März 2017 bis April 2018 waren beim BfArM 104 Anträge eingegangen, die Menschen gestellt hatten, um Betäubungsmittel zum Zweck der Selbsttötung erwerben zu dürfen. Keiner dieser Anträge wurde bewilligt und keiner abgelehnt.

 

In diesem Punkt steht der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland ausdrücklich hinter der Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

 

Suizid-Beihilfe darf nicht durch Verwaltungsakte zur Normalität werden. In diesem Zusammenhang warnt der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland davor, dass die vom Bundesverwaltungsgericht definierte „extreme Notlage“ in der Praxis zum Normalfall wird. Die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland hat einen hohen Stellenwert für viele schwerstkranke Menschen und ihre Familien. Durch die gute palliativmedizinische Versorgung ist in fast allen Fällen eine Minderung des Leids möglich. Der Wunsch der Betroffenen nach einer Suizid-Beihilfe zur Beendigung körperlicher Leiden wird somit nicht selten obsolet.

 

Das Kolpingwerk begrüßt, dass im Koalitionsvertrag der großen Koalition festgehalten ist, dass die Hospiz- und Palliativversorgung weiter gestärkt werden soll und weist darauf hin, dass Umsetzung und Auswirkungen des Hospiz- und Palliativgesetzes (2015) zu evaluieren sind. Der Bundesvorstand sieht keine Notwendigkeit zur Anpassung der Rechtslage. Das starke Signal, welches der Bundestag im Jahr 2015 mit dem „Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ gegeben hat, ist auch aktuell von hoher Bedeutung.

 

In unserer Gesellschaft darf der Umgang mit Schwerstkranken kein randständiges Thema sein. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, Strukturen zu schaffen und Ressourcen bereit zu stellen, die dabei helfen, Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Dabei dürfen nicht nur die Hospize, sondern muss auch die Situation in Pflegeheimen und Krankenhäusern in den Blick genommen werden.

 


„Europa hat eine besondere Mission“

Die Vertreter der Euregio-Bistümer. Für das Bistum Trier nahm Domvikar Dr. Hans Günther Ullrich (3. von links) teil. Foto: bt
Die Vertreter der Euregio-Bistümer. Für das Bistum Trier nahm Domvikar Dr. Hans Günther Ullrich (3. von links) teil. Foto: bt

(Luxemburg/Trier/bt) – „Europa hat eine besondere Mission: Im Aufeinandertreffen der Kulturen, Ideologien und wissenschaftlichen Revolutionen den Menschen als offen für den anderen zu bewahren. Der Mensch, der darauf bedacht ist, den Dialog und das Teilen zu pflegen und der sich dem Gemeinwohl verpflichtet sieht.“ Das haben die Bischöfe der Euregio in einem Brief anlässlich der anstehenden Europawahl verdeutlicht. Sie richten sich darin an die Bürgerinnen und Bürger Europas, um „ihre Überzeugungen und Sorgen“ zu teilen und alle Europäer zur Teilnahme an der Europawahl am 26. Mai einzuladen. Bei einer Pressekonferenz am 29. April in Luxemburg stellten die zur Euregio gehörigen Diözesen Aachen, Lüttich, Metz, Nancy, Namur, Trier, Troyes, Verdun und das Erzbistum Luxemburg den Hirtenbrief vor. Das Bistum Trier vertrat Domvikar Dr. Hans Günther Ullrich, Leiter der Abteilung Ehrenamt, Bildung und Gesellschaft im Bischöflichen Generalvikariat.

 

Die Europäische Union befinde sich in einer tiefen Krise, verfüge aber gleichzeitig über wichtige Vorteile, um dieser entgegenzutreten, betonen die Bischöfe. „Europa ist nicht aus einer gewalttätigen und unmittelbaren Revolution entstanden, sondern aus einer allmählichen Verwandlung unter der Wirkung gemeinsamer Prinzipien, die die neue Gesellschaft hervorgebracht haben.“ Das Bewusstsein für dieses gemeinsame Erbe wiederzugewinnen und die Beiträge der Europäischen Union in ihrem täglichen Leben wahrzunehmen – dazu wolle die Euregio die Bürger und Bürgerinnen einladen. Durch die Teilnahme an den Wahlen könne sich jeder einsetzen für eine Zukunft, die vom Dienst am Gemeinwohl aller Völker Europas geleitet werde.

 

Die Bischöfe sehen vor allem sechs Herausforderungen für das heutige Europa. Erstens die Solidarität: Die Europäische Union müsse der Unterstützung von Menschen Vorrang einräumen, die angesichts eines Liberalismus im Finanzwesen, der den Menschen verachtet, in Schwierigkeiten geraten sind. Zweitens die diplomatische Solidarität, um Frieden zu fördern und Terrorismus zu bekämpfen. Drittens die Achtung des menschlichen Lebens in all seinen Phasen. Viertens die Sorge für die Umwelt mit Blick auf eine integrale Ökologie, die den Menschen ins Zentrum der Schöpfung stellt, in seiner Beziehung zu anderen Menschen und Geschöpfen.

 

Fünftens die Migrationsfrage: Die Migranten verließen ihr Land aus wirtschaftlichen Ursachen oder auf der Suche nach Sicherheit und müssten das Mittelmeer zum Teil unter Lebensgefahr überqueren. „Europa muss in einem von allen seinen Mitgliedstaaten angenommenen und abgesprochenen Ansatz dafür sorgen, dass es die Migranten mit Respekt vor ihrer Würde aufnimmt und gleichzeitig ihre Notsituation mit der gebotenen Geduld und Empfindsamkeit meistert, damit die ergriffenen Maßnahmen nicht zu Spannungen in den Aufnahmeländern führen“, unterstreichen die Bischöfe. Sechstens gelte es, dem demografischen Wandel und Beschäftigungsproblemen angemessen zu begegnen: „Verschiedene Länder sind nicht in der Lage, ihren Einwohnern eine sichere Arbeitsstelle anzubieten, andere stehen vor einem demografischen Rückgang und haben Schwierigkeiten, freie Stellen zu besetzen. Eine abgestimmte Politik könnte die derzeitigen Schwierigkeiten überwinden.“

 

Um diese Probleme zu lösen, müssten die Länder der Europäischen Union offen sein für den Dialog zwischen ihren von einer großen Vielfalt geprägten Mitgliedstaaten. Diese Aufgeschlossenheit bedeute nicht, dass jedes Land seine Identität verliere. „Im Gegenteil, jedes an seiner eigenen Kultur reiche Land lässt das andere einen Teil der europäischen Identität entdecken“ so die belgischen, französischen, deutschen und luxemburgischen Bischöfe. Die Antwort auf die Probleme bestehe darin, neue Beziehungen zwischen den Völkern und ein gemeinsames Projekt aufzubauen.

 

Bischof Stephan Ackermann ruft zur Europawahl auf


Landesbischöfin würdigt verstorbene Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider:

„Leidenschaftliche Demokratin, beeindruckende Repräsentantin des Landes“

(Schwerin/std) - Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) würdigt die gestern (28. April) verstorbene Präsidentin des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern, Sylvia Bretschneider. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt spricht im Namen der Ersten Kirchenleitung den Vizepräsidentinnen des Landtags, Beate Schlupp und Dr. Mignon Schwenke, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sowie den Angehörigen, Freunden und Weggefährten der Verstorbenen ihr Beileid aus.

 

Die Landesbischöfin würdigt Sylvia Bretschneider als „leidenschaftliche Demokratin und beeindruckende Repräsentantin des Landes Mecklenburg-Vorpommern“:

 

„Sylvia Bretschneider hat sich in den vielen Jahren, in denen sie zunächst als Abgeordnete und seit 2002 als Präsidentin des Landtages tätig war, engagiert und mit Nachdruck für Weltoffenheit, Toleranz und Demokratie eingesetzt.

 

In dem von ihr 2008 begründeten landesweiten Demokratie-Bündnis ‚WIR. Erfolg braucht Vielfalt‘ setzen sich neben zahlreichen Engagierten aus Politik und Gesellschaft seit Jahren auch Menschen aus der Nordkirche für ein demokratisches, freiheitliches und weltoffenes Mecklenburg-Vorpommern ein, unter ihnen die Bischöfe im Sprengel, Synodale, Pastorinnen und Pastoren und Kirchenleitungsmitglieder. Im Sinne der Initiatorin des Bündnisses gilt es, auch weiterhin Demokratie, gegenseitigen Respekt und Toleranz im Land zu stärken.

 

Dankbar erinnern wir uns auch daran, wie die Landtagspräsidentin mit einem alljährlichen Empfang Sternsinger aus ganz Mecklenburg-Vorpommern in ihrem Einsatz für notleidende Kinder in aller Welt unterstützt und bestärkt hat.

 

Mit ihrer Familie, ihren Angehörigen, Freunden und politischen Weggefährten trauern wir um Sylvia Bretschneider.“

 


Erzbischof Dr. Stefan Heße zum Tod von Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider

 „Ich habe Sylvia Bretschneider als eine Landtagspräsidentin kennengelernt, für die im Zentrum ihres politischen Handelns immer die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern standen. Mit ihr verlieren wir eine Person mit einem unbestechlichen Gespür für Gerechtigkeit und für eine angemessene Debattenkultur im Parlament. Fehlen wird sie mir auch als Förderin der Sternsinger, die sie alljährlich im Schweriner Schloss empfangen hat. Ich bin im Gebet und in Trauer mit ihrer Familie verbunden.“


Parteienvertreter äußern sich vor der Europawahl zur Klima- und Energiepolitik

Gemeinsames Handeln für den Klimaschutz

Politikerinnen und Politiker von zehn im Europaparlament vertretenen Parteien stellten sich in Prüm den Fragen von Moderator Klaus Greichgauer (am Mikrofon) und dem Publikum. Foto: bt
Politikerinnen und Politiker von zehn im Europaparlament vertretenen Parteien stellten sich in Prüm den Fragen von Moderator Klaus Greichgauer (am Mikrofon) und dem Publikum. Foto: bt

 

(Prüm/bt) – Politikerinnen und Politiker von zehn Parteien, die alle im aktuellen Europaparlament vertreten sind, haben am 24. April im Prümer Konvikt zu klima- und energiepolitischen Fragen Stellung bezogen. Dabei traten nicht nur die unterschiedlichen Positionen zutage, sondern auch ein fast einhelliger Konsens über die Bedeutung, die Europa in der Klima- und Energiepolitik zukommt.

 

Moderator Klaus Greichgauer konfrontierte die neun Politiker und eine Politikerin mit den klima- und energiepolitischen Positionen ihrer Parteiprogramme. Vor dem Hintergrund des Klimawandels zeigten sich große Unterschiede, was die Gestaltung der Energiewende, den Ausstieg aus Kohle- und Atomstrom, die Emissionsziele oder die Geschwindigkeiten in den Umsetzungen betrifft. Während Johannes Schneider von der ödp eine 100-prozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien in zehn Jahren für möglich hält, zweifelt der AfD-Vertreter Boris Schnee mit seiner Partei daran, dass die großen Anstrengungen für die CO2-Reduzierungen überhaupt notwendig sind. Wird einerseits parteiübergreifend der Kohleausstieg – bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten – begrüßt, gehen die Meinungen über Art und Weise der Energiewende und die Rolle der Kernenergie dabei auseinander. Der Ausstieg aus der Kernenergie erfolge „zu schnell und zu wenig geplant“, meinten etwa Schnee und der FDP-Vertreter Ralf Berlingen.

 

Deutlich wurde an dem politischen Abend mit knapp 40 Besucherinnen und Besuchern die Komplexität vieler Fragen der Klima- und Energiethematik, die als solche durch die Fridays-for-Future-Bewegung – wie von allen begrüßt – neue und weltweite Dynamik bekomme. Neben komplexer technischer, sozialer und wirtschaftlicher Fragen bei der Gestaltung der energiepolitischen Zukunft wurde auch der Einsatz politischer Steuerungselemente, wie etwa die CO2-Steuer oder die Emissionsrechte der Industrie, kontrovers diskutiert. Während die Parteien den Atomausstieg unterschiedlich bewerteten, stimmten die meisten überein hinsichtlich der wichtigen Rolle, die der Europäischen Union dabei zukomme. „Die Energiewende geht nur mit Europa – und dabei nicht immer nach deutschen Vorstellungen“, fasste Michael Billen für die CDU die Notwendigkeit gemeinsamen Handels zusammen – etwa mit Blick auf den Nachbar Frankreich, der noch 80 Prozent seiner Energie aus Atomstrom erzeuge. Auch wenn es, wie bei den Kraftwerken, noch gemeinsamer europäischer Standards bedürfe, so seien viele klimapolitische Ziele in der EU bereits festgeschrieben, betonte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Bündnis90/Die Grünen) und warb nachdrücklich für ein starkes und handlungsfähiges europäisches Parlament.

 

An dem von der Katholischen Erwachsenenbildung Westeifel und fünf weiteren, überwiegend kirchlichen Akteuren durchgeführten Veranstaltung beteiligten sich außerdem Nico Steinbach (SPD), Marco Thielen (Die Linke), Dr. Detlef Müller-Greis (Freie Wähler), Benjamin Schwenk (Piraten-Partei) und Helmut Geuking (Familienpartei) an der Diskussion und dem abschließenden Austausch mit dem Publikum.

 


Bei der BDKJ-Hauptversammlung 2019 beraten über 100 Delegierte aus ganz Deutschland über die Zukunft für Kirche und Gesellschaft

Katholische Jugend diskutiert über Europa, Frieden und die Zukunft der Kirche

 

(Düsseldorf/bdkj) - Kurz vor der Europa-Wahl positioniert sich die Hauptversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zu Themen wie Friedenspolitik, die Zukunft der Kirche in Deutschland, Datenschutz in der Jugendarbeit und ein starkes Europa. Das höchste Gremium der katholischen Jugendverbände mit über 100 Delegierten tagt von Donnerstag, 2. Mai bis Sonntag, 5. Mai auf Burg Rothenfels in der Nähe von Würzburg.

 

 

 

„Die aktuelle Fridays-for-Future-Bewegung zeigt, dass sich junge Menschen politisch positionieren und ihre Zukunft mitgestalten möchten. Das erleben wir tagtäglich in unseren Jugendverbänden“, sagt Thomas Andonie, Bundesvorsitzender des BDKJ. „Darum nehmen wir in Rothenfels Stellung zum Friedensprojekt Europa, das für uns zukunftsweisend ist.“ Auch Waffenexporte aus der EU an Drittstaaten stehen im Rahmen eines Antrags zu Frieden und Sicherheit auf der Tagesordnung.

 

 

 

Zum Thema sexualisierte Gewalt in der Kirche kommen Matthias Katsch, Sprecher der der Missbrauchsopfer-Initiative „Eckiger Tisch“, und Doris Reisinger, Theologin und Autorin, als Gäste zur BDKJ-Hauptversammlung und diskutieren mit den Delegierten, wie die katholische Kirche nach der MHG-Studie an dem Thema weiterarbeiten kann. Zu Gast ist danach ebenfalls der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stefan Oster SDB, der am Samstag bei der Hauptversammlung des BDKJ ein Grußwort halten und mit den Delegierten ins Gespräch kommen wird.

 

 

 

Als höchstes demokratisches Gremium trifft die BDKJ-Hauptversammlung grundlegende Entscheidungen für die Interessenvertretung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei vertreten rund 100 Delegierte die 660.000 Mitglieder in den 17 katholischen Jugendverbänden und 26 Diözesanverbänden.

 

Das BDKJ-Webteam berichtet live via Twitter, Facebook und Instagram unter #bdkjhv sowie auf www.bdkj.de aus Rothenfels. Dort werden auch Pressemitteilungen, Pressebilder und Beschlüsse der Hauptversammlung zum Download bereitgestellt.

 

Tagungsort: Burg Rothenfels, 97851 Rothenfels (www.burg-rothenfels.de)

 

 

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

 

 

 

 

 


„Worthaft“ – eine szenische Lesung am Vorabend der Jahrestagung der Stiftung für ehemalige politische Häftlinge der DDR in Chemnitz

 

(Chemnitz/pm) - Erstmals findet die Jahrestagung der Stiftung für ehemalige politische Häftlinge der DDR am 30. April 2019 in Chemnitz statt. Die in Bonn beheimatete Stiftung nimmt einen wichtigen Platz im System der Gewährung von Entschädigungsleistungen für in der DDR aus politischen Gründen Inhaftierte ein. All jene, die weniger als sechs Monate inhaftiert waren, erhalten von eben dieser Stiftung Unterstützungsleistungen.

 

In diesem Jahr müssen besonders viele akute Fragen zur Zukunft der Stiftung und zur Verbesserung der Rehabilitierungsgesetze diskutiert werden“, meint das aktive Stiftungsratsmitglied Lutz Rathenow und ergänzt: „Der Tagungsort Chemnitz ist ein Plädoyer für das stärkere Einbeziehen der Befindlichkeiten von Menschen an jenen Repressionsorten, an denen Menschen in der DDR auch tatsächlich in Haft saßen“. Als Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sieht er im Tagungsort mit der für die Stiftung eher ungewöhnlichen Vorabendveranstaltung ein Zeichen, sich stärker in die gesellschaftliche Debatte einbringen zu wollen. Chemnitz nimmt als Repressionsort eine besondere Stellung ein, da von der ehemaligen Haftanstalt auf dem Kaßberg die Freikäufe in die Bundesrepublik ausgeführt worden sind. Dass dieser Ort mit der Hilfe eines sehr aktiven Vereins und der politischen sowie finanziellen Unterstützung des Freistaates jetzt endlich zur Gedenkstätte ausgebaut werden soll, ist ein historisch wichtiges Moment in der Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

Am Vorabend der Jahrestagung findet eine szenische Lesung statt, zu der neben den Stiftungsratsmitgliedern auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Leipziger Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik in ihrer Reihe „Poesiealbum neu“ die Anthologie „Worthaft. Texte politischer Gefangener“. Die Dresdner Schauspieler Oda Pretzschner und Holger Hübner tragen am 29. April 2019 um 19 Uhr im Café des Weltechos eine Auswahl der Texte und Gedichte vor.

 

Die Sammlung vereint Gedichte und Prosastücke von 50 Autorinnen und Autoren. Die Mehrheit von ihnen wurde wegen politischer Vorwürfe wie „Republikflucht“ oder „staatsfeindliche Hetzte“ inhaftiert.  Viele der im Band versammelten Autoren prägten sich die Gedichte ein und lernten sie auswendig, um sie nach der Haft zu Papier zu bringen. In „Worthaft“ finden sich auch Texte von Zeitzeugen des ehemaligen Kaßberg-Gefängnisses.

 

Die Veranstaltung findet in Kooperation des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit dem Lern-und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. statt. Der Eintritt ist frei.

 

„Worthaft“ – eine szenische Lesung mit Oda Pretzschner und Holger Hübner

 

Montag, 29. April 2019 ǀ 19:00 Uhr

 

Weltecho, Annaberger Straße 24, 09111 Chemnitz

 


Nordkirche und Verband Evangelischer Kindertageseinrichtungen in S-H:

Parlamentarischer Abend zu Demokratiebildung mit Kindern

(Schleswig/Kiel/aw) -  „Ihr dürft das gar nicht allein bestimmen – Mit Kindern Demokratie leben“ lautete das Thema eines parlamentarischen Abends mit Gästen aus Politik und Gesellschaft heute (23. April) in Kiel. Zu der Veranstaltung hatten Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Claudia Bruweleit, Landeskirchliche Beauftragte der Nordkirche für das Land Schleswig-Holstein, und Markus Potten, Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein e.V. (VEK), in das Landeshaus in Kiel eingeladen.

 

„Es freut mich sehr, dass so viele namhafte Gäste aus Politik und Gesellschaft unserer Einladung gefolgt sind und Interesse an unserem diesjährigen Thema zeigten“, sagte Bischof Gothart Magaard. „Es ist spannend, zu verfolgen, wie Kinder sich Beteiligungsprozesse zu eigen machen und somit Demokratie erlernen und erleben. Sie dazu zu ermuntern und zu befähigen, ist eine unserer wichtigsten gesellschaftlichen Pflichten, denn zur Demokratie gehören auch Werte wie Respekt, Toleranz und die Akzeptanz anderer Meinungen und Haltungen.“

 

In einem Impulsvortrag widmete sich Markus Potten der Frage „Wo stehen die Evangelischen Kitas in Schleswig-Holstein heute?“ – auch im Kontext der politischen Diskussion um die Novelle der Kita-Gesetzgebung. Demokratiebildung bereits in der Kita sei dem VEK ein wichtiges Anliegen. Markus Potten: „Wie geht das eigentlich, Demokratie mit Kindern zu leben? Wenn es um ihre Angelegenheiten geht, wollen und sollen Kinder beteiligt sein. Denn aus Sicht der Kinder ist es klar: 'Ihr dürft das gar nicht allein bestimmen!' Dabei lernen Kinder und Erwachsene, einander neu zu verstehen.“

 

Im Zentrum des Abends standen mehrere Filmsequenzen zu diesem Schwerpunkt. Dafür hatte ein Kamerateam Kita-Kinder und ihre Erzieherinnen und Erzieher begleitet und deren Alltag in Bildern festgehalten. Sie zeigten, dass dazu sowohl Demokratiebildung als auch gelebter Glaube als feste Bestandteile gehören.

 

Begleitend zu den Filmpräsentationen kamen die Referentinnen und Referenten des Abends, Franziska Schubert-Suffrian, Maike Lauther-Pohl und Michael Regner vom VEK mit weiteren fachlichen Impulsen zu Wort. Die stellvertretende Geschäftsführerin des VEK, Franziska Schubert-Suffrian, erläuterte: Demokratische Gesellschaftsformen leben von der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Wenn wir sie langfristig erhalten wollen, müssen wir schon den Kindern die Möglichkeit geben, sich für ihre Belange einzusetzen. Denn positive Demokratieerfahrungen lernen die Kinder nicht aus den Erzählungen der Erwachsenen, sondern nur beim eigenen Ausprobieren und Aushandeln mit anderen.“

 

Maike Lauther-Pohl, Pastorin im VEK, äußerte sich zu Demokratiebildung aus evangelischer Perspektive: „Pädagogik und Religionspädagogik werden in Evangelischen Kitas auch in Bezug auf Demokratielernen mit Kindern miteinander verflochten. In Evangelischen Kitas leitet sich das Recht auf Selbstbestimmung auch von der biblischen Idee der individuellen Gottesbeziehung eines jeden Menschen ab. Ganzheitliches kindgemäßes Erleben von biblischen Geschichten kann für die Kinder zu einer Erfahrung werden, die sie in ihrer Persönlichkeit stärkt und in Demokratielernen mit hineinnimmt: Ich bin wertvoll, gleichwürdig und angenommen. – Ich bin wirksam. – Ich bin Teil einer Gemeinschaft, habe Verantwortung und trage zum Gelingen der Beziehungen bei. – Ich bin gefragt und entscheide mit. – Ich kann aushalten, wenn es anders verläuft, als ich mir wünsche. Gelingende integrierte Religionspädagogik ist ohne Partizipation als Grundhaltung nicht denkbar.“

 

„Wenn wir Demokratie ernst nehmen, dann können wir Selbstbestimmung und Mitbestimmung nicht erst ab einem bestimmten Alter freigeben“, erklärte Michael Regner, Fachberater im VEK. „Schon in der Kindertageseinrichtung müssen pädagogische Fachkräfte den Kindern Rahmenbedingungen ermöglichen, die ihnen altersgemäß Verantwortung und Entscheidungsmacht übertragen. Wenn Kinder in einem solchen Umfeld aufwachsen und dies zusätzlich zu Hause unterstützt wird, lernen sie, dass sie wichtig für die Gemeinschaft sind und es sich lohnt, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Damit erreichen wir letztendlich eine Stärkung der Demokratie.“

 

Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgten Vincent Judith und Philipp Schröter von „Hôtel du Nord“.

 

Der Abend klang mit einem Imbiss und Zeit für Gespräche und Begegnungen aus.


Europa-Erklärung der evangelischen Kirchen links und rechts des Rheins

 

(Kehl/Strasbourg/ekiba) - Zur bevorstehenden Europa-Wahl haben die evangelischen Kirchen im Elsass, in Baden und der Pfalz am Karsamstag (20.4.) Position bezogen. Stärken Sie durch Ihre Wahl ein demokratisches, solidarisches und vielfältiges Europa, das die Würde der Menschen stärkt, Frieden und Gerechtigkeit stiftet und die Schöpfung bewahrt!“, forderten sie in einer gemeinsamen Erklärung, die an der deutsch-französischen Grenze in Strasbourg verlesen wurde.

 

In der Chapelle de Reunion in Strasbourg haben die evangelischen Kirchen westlich und östlich des Rheins die Wählerinnen und Wähler dazu ermutigt, mit der Teilnahme an der Abstimmung die Zukunft Europas zu gestalten. „In sechs Punkten wollen wir Impulse für weitere Diskussionen geben und Wahlprüfsteine formulieren“, so Kirchenpräsident Christian Albecker (Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen), Kirchenpräsident Christian Schad (Evangelische Kirche der Pfalz) und Prälatin Dagmar Zobel (Evangelische Landeskirche in Baden).

 

In ihrer öffentlichen Erklärung plädierten sie dafür, dass Europäische Sicherheitspolitik mit zivilen Mitteln und realistischen Verhandlungszielen dazu beitragen solle, Frieden zu stiften und zu erhalten. Außerdem sollten europäische Parteien dafür sorgen, „dass Freihandelsabkommen mit Ländern des globalen Südens gerecht gestaltet werden.“ Desweiteren forderten die drei Kirchen die europäischen Parteien dazu auf, das Thema Klimagerechtigkeit ganz oben auf ihre politische Agenda zu setzen und sich für ein klimaneutrales Europa bis 2040 einzusetzen. Zugleich sprachen sich die Kirchen für die Stärkung persönlicher Freiheit aus. Dies gelte insbesondere auch für den Schutz der Glaubens- und Religionsfreiheit und der Rechte religiöser Minderheiten, „die in einigen europäischen Ländern gerade in Bezug auf den Islam eingeschränkt werden sollen“.

 

„Wir fordern die europäischen Parteien auf, populistischen Bemühungen zu widerstehen, die regionale und nationale Traditionen gegen Europa ausspielen und ihre Identität durch die Ausgrenzung Schwächerer und nationaler wie religiöser Minderheiten definieren“, so die Erklärung weiter. Als letzten der sechs Wahlprüfsteine plädierten die drei Kirchen „für ein Europaparlament mit mehr Rechten für eigenständige politische Initiativen“.

 

Nach der Verlesung der gemeinsamen Erklärung wurde auch über weitere Aktivitäten zur Europawahl und über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Kirchen berichtet. Dekan Günter Ihle (Kehl) und Pfarrerin Roose Van De Keere (Strasbourg) gestalteten ein Gebet für Europa unter dem Titel „Gebet ohne Grenzen - Prière sans Frontières“.

 

Im Folgenden finden Sie die Erklärung in einer leicht gekürzten Fassung:

 

Die Zukunft Europas gestalten!

 

Ein Aufruf zur Europawahl 2019 aus den ev. Kirchen westlich und östlich des Rheins

 

 

 

Der Rhein ist heute kein Fluss mehr, der Menschen und Völker voneinander trennt. Nach zwei Weltkriegen ist nicht nur in der Mitte unseres Kontinents ein neues Miteinander gewachsen. Als protestantische Kirchen westlich und östlich des Rheins wollen wir Europa weiter mitgestalten. Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger Europas auf, sich an der Europawahl vom 23. bis 26. Mai 2019 zu beteiligen. In sechs Punkten wollen wir Impulse für weitere Diskussionen geben und Wahlprüfsteine formulieren.

 

1.              Für zivile Konfliktlösungen
Das deutsch-französische Vorbild zeigt, dass nach jahrhundertelanger Feindschaft eine Aussöhnung möglich ist, auch zwischen unseren Kirchen. Wir fordern eine gemeinsame Sicherheitspolitik, die mit ihren Rüstungsausgaben jedoch nicht zu Lasten von ziviler Friedenspolitik betrieben werden darf. Europäische Sicherheitspolitik sollte mit zivilen Mitteln und realistischen Verhandlungszielen helfen, Frieden zu stiften und zu erhalten.

 

2.              Für eine gerechtere Welt: Fangen wir in Europa an
Das Europa von heute ist der Idee der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet – nach innen und außen. Wir Kirchen wollen die europäische Zusammenarbeit in der Diakonie ausbauen. Die europäischen Parteien fordern wir auf, neben regionalen Strukturfonds gezielt Programme zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und Altersarmut zu entwickeln. Die Europäische Säule der Sozialen Rechte (ESSR) sollte zu einem rechtlich verbindlichen Leitfaden politischen Handelns werden. Neben der Entwicklungszusammenarbeit sollten europäische Parteien dafür sorgen, dass Freihandelsabkommen mit Ländern des globalen Südens gerecht gestaltet werden.

 

3.              Für ein klimaneutrales Europa 2040
Wir setzen uns als Kirchen dafür ein, die Schöpfung zu bewahren und den kommenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu erhalten. Wir fordern die europäischen Parteien auf, das Thema Klimagerechtigkeit ganz oben auf ihre politische Agenda zu setzen. Dazu gehören ehrgeizige Ziele im Bereich der Industrie- und Landwirtschaftspolitik, aber auch mehr Mittel für die Unterstützung von Opfern des globalen Klimawandels.

 

4.              Für die Stärkung persönlicher Freiheit gegen wirtschaftliche und politische Macht
In Europa werden persönliche Freiheitsrechte durch starke Institutionen wie den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geschützt. Angesichts aktueller Bedrohungen fordern wir die europäischen Parteien auf, sich besonders zu engagieren:

 

·       Für eine Digitalisierung, die auch gegen die Interessen großer Konzerne Pluralität und Meinungsfreiheit stärkt und den Schutz der Privatsphäre gewährleistet.

 

·       Für eine Kultur der Transparenz und der Beteiligung gegen autoritäre Regime, die weltweit persönliche Freiheiten wie auch das Handeln zivilgesellschaftlicher Akteure einschränken wollen.

 

·       Für eine humane Flüchtlingspolitik und den Schutz der Rechte von Migrantinnen und Migranten (im Rahmen der Genfer Konvention und der Europäischen Menschenrechtskonvention).

 

·       Für den Schutz der Glaubens- und Religionsfreiheit und der Rechte religiöser Minderheiten, die in einigen europäischen Ländern gerade in Bezug auf den Islam eingeschränkt werden sollen.

 

5.              Für ein vielfältiges und buntes Europa der Zukunft
Als europäische Kirchen lernen wir, einander in unserer Vielfalt der Konfessionen als Bereicherung wahrzunehmen, in versöhnter Verschiedenheit miteinander zu leben. Auch im kulturellen Raum erwächst die Stärke Europas aus seiner regionalen und sprachlichen Vielfalt. Wir fordern die europäischen Parteien auf, populistischen Bemühungen zu widerstehen, die regionale und nationale Traditionen gegen Europa ausspielen und ihre Identität durch die Ausgrenzung Schwächerer und nationaler wie religiöser Minderheiten definieren. Es gilt dagegen, Orte für die Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung zu schaffen, damit die europäische Einheit auch in kultureller Hinsicht weiterentwickelt werden kann.

 

6.              Für die Stärkung von Rechtsstaatlichkeit und Subsidiarität
Europa steht mit den europäischen Verträgen und der Institution des Europäischen Gerichtshofes für die Begrenzung von Macht durch Recht. Wir fordern die europäischen Parteien auf, sich dem erstarkenden Autoritarismus in den Regierungen Europas entgegenzustellen und die Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung zu verteidigen. Wir plädieren für ein Europaparlament mit mehr Rechten für eigenständige politische Initiativen. Die Bürgerinnen und Bürger Europas sollten mehr Möglichkeiten erhalten, im Rahmen des Prinzips der Subsidiarität ihr Leben in Städten und Gemeinden aktiv mitzugestalten.

 

 

 

Stärken Sie durch Ihre Wahl ein demokratisches, solidarisches und vielfältiges Europa, das die Würde der Menschen stärkt, Frieden und Gerechtigkeit stiftet und die Schöpfung bewahrt!

 

Die Evangelische Landeskirche in Baden, die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische
Landeskirche), die Union Evangelischer Kirchen in Elsass und Lothringen.

 

 

 


Hilfswerk investiert 2018 rund 3,5 Millionen Euro – missio-Präsident Prälat Krämer: Interreligiöser Dialog notwendiger denn je

Aachen ruft zu Ostern zu verstärkter Friedensarbeit weltweit auf

 

(Aachen/missio) - Das katholische Hilfswerk missio Aachen ruft an Ostern zu verstärkten politischen und zivilgesellschaftlichen Friedens- und Versöhnungsbemühungen weltweit auf. „Eine der wichtigsten Osterbotschaften ist es, dass Gewalt und Tod nicht das letzte Wort haben. Deshalb sollten gerade wir Christen uns glaubhaft in Gesellschaft, Politik und durch unsere pastorale Arbeit für mehr Frieden, Versöhnung, Neuaufbau, Zusammenhalt, Konfliktprävention und militärische Abrüstung einsetzen“, so missio-Präsident Prälat Klaus Krämer. 2018 unterstützte missio seine Partner in den Ortskirchen in Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten, Asien und Ozeanien bei dieser Arbeit mit rund 3,5 Millionen Euro.

 

„Dazu gehört auch der Einsatz für das unteilbare und universale Menschenrecht auf Religionsfreiheit, weil Religion zu oft als Rechtfertigung für Ausgrenzung, Polarisierung und Gewalt ideologisch und politisch missbraucht wird“, so Prälat Krämer weiter. Dies beobachte missio beispielsweise in Syrien, dem Irak, der Zentralafrikanischen Republik, Nigeria, Pakistan oder Indien. „Dort brauchen die zerrissenen Gesellschaften vor allem den interreligiösen Dialog als einen notwendigen Weg der Gewaltprävention, Friedens- und Versöhnungsarbeit“, erklärte Krämer. „Wo der Gesprächsfaden zwischen den Religionen abreißt, leiden bedrängte und verfolgte Christinnen und Christen am meisten“, so Krämer. „Wer Christen in Not nachhaltig helfen will, braucht den interreligiösen Dialog.“

 

Auch die Kirche selbst müsse sich immer wieder fragen, ob sie genügend für Frieden und Versöhnung tue. Dafür sei die umstrittene Rolle der Kirche beim Genozid in Ruanda vor 25 Jahren ein Beispiel. Aber auch im aktuell schwelenden Konflikt im Südsudan habe Papst Franziskus die Kirchenführer eindringlich um mehr Friedens- und Versöhnungsbereitschaft gebeten.

 

Schließlich müssten Politik und Zivilgesellschaft nicht allein den materiellen, sondern auch den moralischen Wiederaufbau von Gesellschaften in den Blick nehmen, sobald Konflikte als offiziell beendet gelten oder Flüchtlinge heimkehren könnten, so Krämer. Hier beteilige sich missio mit der Deutschen Bischofskonferenz und anderen Hilfswerken beim Wiederaufbau der christlichen Gemeinschaft nach ihrer Rückkehr in die Ninive-Ebene im Irak, die von Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“ vertrieben worden waren. „Dass die Christen dort wieder Vertrauen zu ihren muslimischen Nachbarn fassen können, von denen sie sich verraten fühlen, ist eine große Herausforderung für die Kirche. Dabei brauchen sie unsere Solidarität“, sagte Prälat Krämer. 

 

Nach Angaben des „Heidelberg Institute for International Conflict Research“ wurden 2018 weltweit 372 Konflikte registriert, davon 213 gewalttätig ausgefochtene Auseinandersetzungen. 150 Konflikte stünden an der Schwelle zum Ausbruch der Gewalt, die latent aber jetzt schon das Leben der Menschen einschränke. Die Partnerländer von missio Aachen sind von rund 90 Prozent dieser Konflikte betroffen.

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2017 stellt missio Aachen rund 46,2 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.161 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 

 

 


Weiterbildung Gewaltfreie Kommunikation - Training zu achtsamer Kommunikation

Respektvoll miteinander reden

(Magdeburg/ab) - Am Montag, dem 29. April, um 18.30 Uhr beginnt ein Training in Gewaltfreier Kommunikation bei der Evangelischen Erwachsenenbildung, Bürgelstraße 1 in Magdeburg. An drei Montagen von April bis Juni bietet die ausgebildete Trainerin Regina Bernhardt aus Wernigerode Interessierten die Möglichkeit, Gewaltfreie Kommunikation in einem angeleiteten Rahmen auszuprobieren.

Die Methode der Gewaltfreien Kommunikation wurde von dem amerikanischen Psychologen Marshall Rosenberg entwickelt und soll zu mehr Empathie, Vertrauen und Freude in der Kommunikation sowie einer wertschätzenden Beziehung, mehr Kooperation und gemeinsamer Kreativität führen. Die Methode ist sowohl im privaten Alltag, als auch bei der friedlichen Konfliktlösung im beruflichen oder politischen Bereich anwendbar. Rosenberg selbst war international als Trainer unterwegs, unter anderem in Konfliktregionen wie Palästina, Serbien oder Ruanda.

Teilnehmende sollten bereits Vorkenntnisse in Gewaltfreier Kommunikation mitbringen. Für Anfänger gibt es einen gesonderten Einführungstag am 25. Mai. Die Kosten für das dreiteilige Training betragen 30 Euro pro Person. Anmeldungen sind noch möglich über eeb-lsa@ekmd.de. Weitere Informationen finden sich unter www.eeblsa.de.

http://www.eeblsa.de/de/gfk.html

Rückfragen: Annette Berger, 0391 598 022 70, annette.berger@ekmd.de

 


Jeden Dienstag informiert der Haus- und Geländerundgang "Stasi intern" in der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke"

Von der ersten deutschen Burg "urbe libzi" zur Stasi-Bezirksverwaltung

(Leipzig/pm) - Die „Runde Ecke“ ist in Leipzig ein zentraler Geschichtsort für die Zeit der SED-Diktatur und die Friedliche Revolution; genau an jener Stelle stand vor über 1000 Jahren aber auch die erste deutsche Burg „urbe libzi“. Jeden Dienstag um 16.00 Uhr informiert der Haus- und Geländerundgang „Stasi intern“ der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ über die wechselhafte Geschichte des Ortes und nimmt die Zeit von seinen Anfängen bis heute in den Blick.

 

Vor über 1000 Jahren wurde auf dem Gelände der früheren Stasi-Bezirksverwaltung einst Leipzigs erste Burg gebaut. Im Mittelalter stand hier schließlich eine Klosterkirche der Franziskaner, deren Nachfolgebau die Matthäikirche war. Bei dem ersten großen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche am 4. Dezember 1943 zerstört. Die „Runde Ecke“ blieb unzerstört und diente der US-Armee vom 18. April bis zum 1. Juli 1945 als Hauptquartier für die Alliierte Militärregierung. Danach bezog die sowjetische Militäradministration das Gebäude, das ab 1950 Sitz der Leipziger Stasi-Zentrale wurde. Die Bezirksverwaltung für Staatssicherheit baute in der DDR schließlich weitere Gebäudeteile hinzu.

 

Bei dem Haus- und Geländerundgang „Stasi intern“ der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ können Besucher jeden Dienstag um 16.00 Uhr mehr über die wechselhafte Geschichte dieses wichtigen, architektonischen Zeitzeugnisses für Diktatur, Revolution und Demokratie im 20. Jahrhundert erfahren. Abseits der Ausstellungsräume erkunden sie sonst nicht zugängliche Räume und Gebäudeteile und können so die Dimension des Gebäudes und die historischen Ereignisse am Ort besser miteinander verknüpfen. Vom Keller bis zum Boden können viele original erhaltene Räumlichkeiten der Stasi-Bezirksverwaltung besichtigt werden, darunter die verbunkerten Schutzräume im zweiten Kellergeschoss für den Kriegsfall, der Wartebereich der Stasi-eigenen Poliklinik oder die Kegelbahn des MfS. Auch über die Vorgeschichte und die mögliche Entwicklung des Areals wird gesprochen, das zu einem „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ weiterentwickelt werden soll.

 

Vor 30 Jahren: Besetzung der „Zwingburg der SED-Diktatur“

 

Der einst einschüchternde Ort der Diktatur verfügt über ein gewaltiges Ausmaß: Das zwischen 1911 und 1913 erbaute Versicherungsgebäude war seit der Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit im Jahr 1950 Sitz der Leipziger Stasi-Zentrale. Da der Platz in der „Runden Ecke“ für die expandierende Staatssicherheit schon Mitte der 1950er Jahre nicht mehr ausreichte, wurde 1955 bis 1958 ein Anbau mit Kinosaal und Kegelbahn fertig gestellt. Zwischen 1978 und 1985 wurde das Gebäude durch einen Neubau für ca. 65 Mio. DDR-Mark nochmals erheblich erweitert. Seit dieser Zeit thront der Stasi-Komplex am Dittrichring wie eine „Zwingburg der SED-Diktatur“ mitten in der Stadt. 

 

Fast 40 Jahre verstummte vor dem Gebäudekomplex jedes Gespräch. Erst mit der Entwicklung des friedlichen Protests gegen die SED-Diktatur im Jahr 1989 änderte sich die Situation. Seit dem 2. Oktober 1989 führten die Montagsdemonstrationen während der Friedlichen Revolution auch an dem Gebäudekomplex vorbei, der am 4. Dezember 1989 friedlich besetzt wurde. Heute ist die „Runde Ecke“ sowohl ein authentischer Ort der Geschichte von Repression und Unterdrückung in der DDR als auch von der Selbstbefreiung der SED-Diktatur durch die Friedliche Revolution.


Gedenkfeier am 18. April 2019 um 18.00 Uhr mit US-Konsulin Emily Y. Norris vor der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke"

Vor 74 Jahren befreite die US-Armee Leipzig von der NS-Diktatur

 

(Leipzig/pm) - Anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung Leipzigs von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft durch amerikanische Truppen findet am Donnerstag, den 18. April 2019, um 18.00 Uhr vor der Gedenktafel an der „Runden Ecke“ eine Gedenkfeier mit Emily Y. Norris, Konsulin beim Generalkonsulat der USA in Leipzig, statt. Auch zwei Mitglieder der US-Army mit Familien sind anwesend. Die Ausstellung „Zwei Mal befreit? Leipzig unter amerikanischer und sowjetischer Besatzung 1945“ ist nach der Gedenkfeier noch geöffnet. Eintritt frei.

 

Am Abend des 18. April 1945 erreichten amerikanische Truppen Leipzig und befreiten die Stadt kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Die Amerikaner bezogen in der „Runden Ecke“ am Innenstadtring Quartier und richteten hier ihr Hauptquartier sowie kurzzeitig die Alliierte Militärregierung ein. Der demokratische Neuanfang, den die amerikanische Besatzungsmacht ermöglichte, fand jedoch nach wenigen Wochen mit der Übergabe Leipzigs an die Rote Armee am 2. Juli 1945 ein jähes Ende. Nun begann der gezielte Aufbau einer kommunistischen Diktatur und das Gebäude am Dittrichring wurde durch die sowjetische Militäradministration genutzt. 1950 wurde es Sitz der Leipziger Stasi-Zentrale. Erst 1989 mit der Friedlichen Revolution öffnete sich das Tor zu Freiheit und Demokratie wieder.

 

Zum 74. Jahrestag der Befreiung Leipzigs durch die US-Armee lädt die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ am Donnerstag, den 18. April 2019, zu einer Gedenkfeier ein.

 

Gedenkfeier mit Konsulin Emily Y. Norris vom Generalkonsulat der USA in Leipzig

 

Vor der im Jahr 2011 angebrachten Gedenktafel an der „Runden Ecke“ wird Tobias Hollitzer, Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, um 18.00 Uhr die Besucher zur Gedenkfeier begrüßen. Danach erinnert Emily Y. Norris, Konsulin für Politik und Wirtschaft beim Generalkonsulat der USA in Leipzig, in ihrer Gedenkrede an die Befreiung Leipzigs durch die amerikanischen Truppen am 18. April 1945 sowie die nachfolgende Besatzungszeit. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Duo Bodensiek und Rohmer. Anwesend sind auch zwei Mitglieder der US-Army mit ihren Familien sowie seitens der Stadt Leipzig die Leiterin des Kulturamtes, Susanne Kucharski-Huniat.

 

Besucher, die sich intensiver mit der amerikanischen und sowjetischen Besatzungszeit im Jahr 1945 befassen möchten, können sich vor oder nach der Gedenkfeier (bis 19.00 Uhr) die Sonderausstellung „Zwei Mal befreit? Leipzig unter amerikanischer und sowjetischer Besatzung 1945“ im Eingangsbereich der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ ansehen. Die Schau zeigt anhand einzigartiger Fotos und Dokumente die Befreiung durch die Amerikaner, den durch sie veranlassten demokratischen Neuanfang sowie den Besatzungswechsel und den nun unmittelbar folgenden Aufbau einer kommunistischen Diktatur unter sowjetischer Vorherrschaft.


Akademie der Diözese lädt Ministerpräsident, Bischof und VAUDE-Geschäftsführerin zu Gesprächsabend nach Weingarten ein

Mit dem heiligen Martin in die Zukunft Europas

Sie diskutieren über die Zukunft Europas (von links): Winfried Kretschmann, Antje von Dewitz, Gebhard Fürst und Hendrik Groth. Bild: Gregor Moser
Sie diskutieren über die Zukunft Europas (von links): Winfried Kretschmann, Antje von Dewitz, Gebhard Fürst und Hendrik Groth. Bild: Gregor Moser

 

(Weingarten/drs) - Für ein solidarisches und humanes Europa im Geist des Martin von Tours sprach sich Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg Stuttgart, bei der Veranstaltung „Freiheit und Verantwortung - Mehr Mut zu Europa?!“ der Akademie der Diözese am Freitagabend, 12. April, in Weingarten aus. Gemeinsam mit Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württembergs, und Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des Outdoor-Ausrüsters VAUDE in Tettnang, suchte er nach Antworten auf die Frage, was der in Bedrängnis geratene Staatenbund benötigt, um dauerhaft zu bestehen. Hendrik Groth, Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung, moderierte die Veranstaltung.

 

 

 

 Die „Weitherzigkeit“ Europas sei unvereinbar mit Fundamentalismus, Abschottung und Nationalismus, sagte der Bischof. „Doch sind wir bereit, dieses Geschenk unserer Geschichte anzunehmen, das rund sieben Jahrzehnte Frieden und Versöhnung gefördert hat? Ist Europa in unseren Herzen angekommen und ist es mehr als ein ökonomisches Interesse?“, wandte er sich an das Publikum. Sowohl Kretschmann als auch Fürst verwiesen dabei auf die verbindende Wirkung, die den gemeinsamen christlichen Wurzeln des Kontinents entspringt. Laut Bischof Fürst ist Sankt Martin, der Heilige der Mantelteilung, vor diesem Hintergrund zugleich Leitfigur für das politische Handeln der Diözese und zentraler Bezugspunkt für die Staatengemeinschaft, bei der Suche nach einem Wir-Gefühl und im Bewusstsein ihrer  gemeinsamen Verantwortung.

 

 

 

Ministerpräsident Kretschmann warnte vor dem Rückfall in die Kategorien nationalstaatlichen Denkens und nannte die katholische Soziallehre mit ihrem Subsidiaritätsprinzip als Vorbild für ein funktionierendes Europa. „Die EU muss sich um die großen Aufgaben kümmern und nicht den Schnapsbrenner im Schwarzwald regulieren, der dort die Streuobstwiesen pflegt“, gab er ein Beispiel. Nationalstaatliches Denken gefährde Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa, warnte er. Angesichts der mit der Digitalisierung und dem Wandel in der Automobilindustrie verbundenen wirtschaftlichen Herausforderungen unterstrich Kretschmann: „Die einzige Möglichkeit, die Zukunft in die Hände zu nehmen, heißt Europa.“ Im 21. Jahrhundert könnten die Staaten der Union nur gemeinsam souverän bleiben. „Alleine sind wir schlicht zu klein.“

 

 

 

Damit der Wohlstand auf dem Kontinent erhalten bleibt forderte VAUDE-Geschäftsführerin Antje von Dewitz von der Politik Gesetze, die den Unternehmen Innovationen abverlangen. Andernfalls drohe der wirtschaftliche Abstieg. „Die innovativsten Länder sind die, mit den strengsten Umweltgesetzen“, sagte sie und rief zur Teilnahme an der Europawahl am Sonntag, 26. Mai, auf. Ministerpräsident Kretschmann bezeichnete diese Wahl als „fundamentale Richtungsentscheidung“, bei der viel auf dem Spiel steht. Um sich im Vorfeld der Wahl der gemeinsamen christlichen Wurzeln zu vergewissern, lud Bischof Fürst zum Pilgern auf dem Martinusweg ein. „Er ist ein Lehrpfad für Zuwendung und Menschenfreundlichkeit - ein Zeichen in einer Zeit, in der wir uns in Europa neu vergewissern müssen, in welcher Spur wir gehen wollen.“

 


Bischofsrat ermutigt Gemeinden zur Feier von Europagottesdiensten:

„Dieseits und jenseits von Grenzen für Frieden und Freiheit in Europa beten“

 

(Schleswig/Schwerin/Hamburg/Greifswald/ce) -  Der Bischofsrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat in einem Brief alle Kirchengemeinden dazu ermutigt, im Vorfeld und am Tag der Wahlen zum Europäischen Parlament einen Europagottesdienst zu feiern. Den Bischofsrat bilden die Bischöfin und die Bischöfe der Nordkirche in den drei Sprengeln Schleswig und Holstein, Hamburg und Lübeck sowie Mecklenburg und Pommern gemeinsam mit der Landesbischöfin.

 

 

 

Vom 23. bis 26. Mai 2019 finden in der gesamten Europäischen Union die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Bereits vom 3. bis 12. Mai wird in zahlreichen europäischen Ländern die Europawoche begangen, die in jedem Jahr anlässlich des Gründungstages des Europarates am 5. Mai 1949 und der Unterzeichnung des Vertrages zur Montanunion am 9. Mai 1950 stattfindet. Beide Daten werden auch als „Europatage“ bezeichnet.

 

 

 

„Der Sonntag Rogate, der in diesem Jahr auf den 26. Mai fällt, ist in besonderer Weise dem Gebet gewidmet. Im Gebet kommt zur Sprache, was jetzt wesentlich für uns ist, und es findet Gehör. In ökumenischer Verbundenheit diesseits und jenseits aller neuen und alten Grenzen lassen Sie uns ganz besonders an diesem Tag für Frieden und Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie in Europa und der Welt beten! Lassen Sie uns aufeinander hören, einander in unseren Hoffnungen und Ängsten wahrnehmen und miteinander im Gebet vor Gott treten“, heißt es in dem Schreiben.

 

 

 

Die Nordkirche unterhält Partnerbeziehungen zu Kirchen in zehn europäischen Ländern. Unter ihnen sind die drei Diözesen Ely, Durham und Lichfield der Kirche von England, die Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen mit den Diözesen Wroclaw und Pomorski-Wielkopolska, die Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Estland, Lettland und Litauen sowie in Rumänien und Kasachstan, außerdem die Diözese Växjo der Kirche von Schweden, die Protestantische Kirche in den Niederlanden sowie die Eparchie St. Petersburg der Russisch-Orthodoxen Kirche.

 

 

 

Die Beziehungen werden vom Europareferat im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche gepflegt und koordiniert. Das Referat hat in Zusammenarbeit mit Partnerkirchen einen Gottesdienstentwurf zusammengestellt, in dem auch Fürbitten aus Lettland, England, Polen und den Niederlanden enthalten sind. „In vielen europäischen Ländern wird die Politik von der Angst mitbestimmt. Populistische Strömungen schüren Ängste, um ihre Ziele zu verwirklichen. Hier ist das Wort Jesu aus dem Predigttext des Wahlsonntags ein hilfreiches Korrektiv: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh 16,33)“, schreibt Europareferentin Christa Hunzinger in ihrer Einleitung.

 

 

 

„Gott, wir in England schauen voll Sorge auf die Spaltungen in unserer Gesellschaft, die die Diskussion um den Brexit offengelegt hat“, heißt es aus der Diözese Lichfield. „Wir schauen auf die Erde, die Du uns anvertraut hast und die unser Zuhause ist“, schreibt die Partnerkirche in Polen. Die niederländische Kirche ängstigt sich darum, dass „wachsender politischer Populismus die Herzen vergiftet und den Blick für die wesentlichen menschlichen Fragen des Miteinanders verstellt“. „Wir schauen auf falsche Meldungen und tendenziös geführte Debatten über die Gewalt gegen Frauen, über die Aufnahme von Geflüchteten, über die Ehe für alle“, so die Partnerkirche aus Lettland.

 


Katholikenrat im Bistum Trier unterstützt Offenen Brief an Bundeskanzlerin

Seenotrettung im Mittelmeer faktisch eingestellt

Manfred Thesing, Vorsitzender des Katholikenrates im Bistum Trier . Foto: bt
Manfred Thesing, Vorsitzender des Katholikenrates im Bistum Trier . Foto: bt

 

(Trier/bt) – Ende März stellte die Europäische Union auf Druck von Italien faktisch die Mission Sophia und somit die Seenotrettung von Geflüchteten im Mittelmeer ein. Zwar ist auf dem Papier das Mandat verlängert worden, allerdings kommen keine Schiffe mehr zum Einsatz. Alle Beteiligten nehmen dadurch billigend in Kauf, dass noch mehr Menschen als bisher im Mittelmeer ertrinken. Ein breites gesellschaftliches Bündnis von derzeit über 250 Organisationen hat daher einen Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel verfasst. Die darin enthaltenen Forderungen umfassen drei zentrale Punkte: einen Notfallplan für Bootsflüchtlinge, „sichere Häfen“ und keine Rückführungen mehr nach Libyen, da Geflüchtete dort Folter und Versklavung ausgesetzt seien. Getragen wird das Schreiben unter anderen von Diakonie, Caritas, Brot für die Welt, Misereor, PRO ASYL, Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International, Sea-Watch, Seebrücke und dem Deutschem Gewerkschaftsbund.

 

"Es muss schnell was passieren", so Manfred Thesing, Vorsitzender des Katholikenrates im Bistum Trier. "Nach Angaben der UNO sind trotz Seenotrettung im Jahre 2018 über 2.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Und durch die zurückgefahrene Seenotrettung ist die Flucht über das Mittelmeer wieder zur tödlichsten (See-)Fluchtroute der Erde geworden."

 

Weitere Informationen gibt es in der Geschäftsstelle des Katholikenrats im Bistum Trier, Mustorstraße 2, 54290 Trier, Tel.: 0651-7105591, per E-Mail an katholikenrat(at)bistum-trier.de und auf der Homepage www.bistum-trier.de/katholikenrat

 


Einschränkungen der Ausstellungsöffnungen am 11. und 12. April 2019

Fernsehermittler von SOKO Leipzig und SOKO Wien auf Verbrecherjagd in der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke"

 

(Leipzig/pm) - Die Fernsehermittler von SOKO Leipzig und SOKO Wien gehen aktuell in Leipzig auf Verbrecherjagd. Einer der Drehorte ist auch die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Außerdem tagt der Beirat der Stiftung Sächsische Gedenkstätten in der „Runden Ecke“. Dadurch kommt es am Donnerstag und Freitag, den 11. und 12. April 2019, vorübergehend zu Einschränkungen bei den Öffnungszeiten der Ausstellungen.

 

Der Beirat der Stiftung Sächsische Gedenkstätte kommt am Donnerstag, den 11. April 2019, in seiner Frühjahrssitzung nach Leipzig und tagt damit erstmals in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Vor der Sitzung erhalten die zwei Dutzend Beiratsmitglieder eine kurze Führung durch die beiden ständigen Ausstellungen „Stasi – Macht und Banalität“ und „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ durch Gedenkstättenleiter Tobias Hollitzer. Dabei können sie sich auch einen Eindruck von dem authentischen Ort, den umfangreichen Sammlungen sowie den Entwicklungsperspektiven der Gedenkstätte gewinnen.

 

Durch die Sitzung bleibt am 11. April 2019 die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ ganztägig geschlossen. Die Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ ist wie gewohnt von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eintritt frei.

 

Dreharbeiten von SOKO Leipzig und SOKO Wien am Freitag, den 12. April 2019

 

Die beliebte Krimiserie von SOKO Leipzig, die bereits seit 2001 ausgestrahlt wird, dreht erstmals eine Crossover-Folge mit den österreichischen Kollegen von SOKO Wien. Bereits im vergangenen Dezember fanden die Dreharbeiten in Wien statt. Seit einigen Tagen ermitteln beide Teams auch in Leipzig. In der Folge „Der vierte Mann“ (Arbeitstitel) suchen sie einerseits einen entführten Stargeiger aus Leipzig und andererseits müssen sie einen Mordversuch an einem Geigenbauer in Wien klären. Beide Fälle sind miteinander verwoben, denn beide Opfer waren tief in Geschäfte zwischen der DDR und Österreich verstrickt.

 

Am Freitag, den 12. April 2019, kommen die Ermittlerteams auch in die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Das Ambiente der Ausstellungsräume – in denen sich bis 1989/90 die Büros der Mitarbeiter der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit befanden – wurde vom Filmteam bewusst gewählt, um den Zuschauern auch filmisch die bedrückende Situation des Überwachungsstaates zu verdeutlichen. Die authentischen und weitgehend noch original erhaltenen Räume einschließlich deren Mobiliars sind für den entstehenden Film ein Gewinn, um so die DDR- und Stasi-Geschichte den Zuschauern nahe zu bringen, so die Filmemacher.

 

Auf Grund der Dreharbeiten ist die Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ am Freitag lediglich bis 15.00 Uhr geöffnet. Die öffentliche Führung um 15.00 Uhr entfällt, dafür findet zu dieser Zeit eine Führung durch die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ statt.

 

Die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ ist wie gewohnt von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Neben der bereits erwähnten Führung um 15.00 Uhr können Besucher auch an der regulären öffentlichen Führung um 16.30 Uhr teilnehmen. Eintritt frei. Teilnahme an Führungen kostenpflichtig.

 


Diakonie M-V kritisiert Aufgabenverdichtung bei Erzieherinnen und Erziehern

Elternbeitragsfreiheit nicht zulasten der Qualität in Kita und Hort

 

(Schwerin/dmv) - Im Schweriner Landtag wird heute die 7. Novellierung des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG) debattiert. Es handelt sich dabei um den Gesetzentwurf zur Einführung der Elternbeitragsfreiheit, zur Stärkung der Elternrechte und der Novellierung des Kindertagesförderungsgesetzes Mecklenburg-Vorpommern. Die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern begrüßt die aktuelle Gesetzesnovelle ausdrücklich hinsichtlich der Entlastung der Eltern von den Betreuungsbeiträgen für alle Kinder und der verbesserten Mitwirkungsrechte der Eltern als Teil des demokratischen Grundverständnisses in der Kindertagesbetreuung. Scharfe Kritik übt das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern an dem erneuten Aufgabenzuwachs für Erzieherinnen und Erzieher und der damit einhergehenden noch höheren Belastung.

 

Dies betrifft besonders die Forderung im Hortbereich, wo die Hausaufgabenerledigung verbindlich gewährleistet werden soll. Mit einem Betreuungsschlüssel von 1:22 stellt dies viele pädagogische Fachkräfte vor eine große Herausforderung. „Wachsendes Unverständnis äußern die Mitarbeitenden in den Kindertageseinrichtungen darüber, dass die Politik zu glauben scheint, pädagogische Arbeit ließe sich unendlich verdichten“, sagt Henrike Regenstein, Vorständin des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern.

 

In dem Gesetzesentwurf fehlen die Grundlagen für eine den Aufgaben angemessene Fachkraft-Kind-Relation sowie eine Strategie, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dies wären jedoch wichtige Weichenstellungen, um auch zukünftig die Qualität der Kindertagesbetreuung zu gewährleisten. Vielmehr ist aktuell davon auszugehen, dass die durch das Gesetz nicht definierten Rahmenbedingungen für die Kindertageseinrichtungen dazu führen werden, den Beruf der Erzieherin bzw. des Erziehers noch unattraktiver zu machen.

 

„Gute pädagogische Arbeit, die sowohl die Kinder als auch ihre Eltern im Blick behält, ist weder im Vorbeigehen zu leisten noch gibt es sie ohne angemessene Vergütung. Wenn also ein novelliertes Gesetz hier nicht deutlicher in die Zukunft der Kinder investiert, nützt auch langfristig eine Elternbeitragsfreiheit nichts“, mahnt Regenstein.


Erfolgreiche Eröffnung Sonderausstellung „Jugendwerkhof Königstein 1949 – 1955“

 

(Königstein/pm) - Gerade wurde auf der Festung Königstein eine unter großem Besucherinteresse präsentierte Sonderausstellung zum „Jugendwerkhof Königstein 1949 – 1955“ eröffnet. Noch bis zum 3. November 2019 wird die opulente und anschauliche Präsentation zu besichtigen sein. An der von der Museumspädagogin Dr. Maria Pretzschner kuratierten Ausstellung wirkten viele unterstützend mit. Zur Eröffnung sprachen neben der Geschäftsführerin Frau Dr. Taube auch Ingolf Notzke von der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau und der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lutz Rathenow. Das Thema des nach Staatsgründung der DDR auf Königstein eingerichteten Jugendwerkhofs wird mit zum Teil aufwendigen Objekten in das Geschehen 1945 und später eingebettet.

 

Von 1949 bis 1955 sollten in der traditionsreichen, sächsischen Festung schwer erziehbare oder straffällig gewordene Jugendliche durch straff organisierte Arbeit und Freizeit ganz im Sinne der Kollektiverziehung des sowjetischen Pädagogen Makarenko zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ umerzogen werden. 1955 wurde der Königsteiner Jugendwerkhof aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit geschlossen. Diese wollte vor allem die attraktive Festung besuchen und besichtigen.

 

70 Jahre später versucht die multimediale Ausstellung durch Installationen, Fotos, Dokumente und Berichte von Zeitzeugen dem Besucher einen persönlichen Zugang zu vermitteln. Dabei bietet die Ausstellung natürlich auch einen Bezug zu Jugendwerkhöfen in der DDR generell. Den Sächsischen Landesbeauftragten interessiert, wie sich in der Darstellung dieses Jugendwerkhofes Repressions- und Alltagskultur vermischen. Wie wurde diese Einrichtung von Insassen und Außenstehenden wahrgenommen? „Wo ein Begriff den Gegenstand nicht genau genug fassen kann, da ist eine Ausstellung ein guter Weg, die Vergangenheit lebendiger, nachfühlbarer, verstehbarer werden zu lassen. Geschichte soll an authentischen Orten gezeigt werden und nicht nur in den Aufarbeitungsmetropolen Berlin und Leipzig“, so der Landesbeauftragte.

 

Die beachtliche Resonanz schon zur Eröffnung und ein lebhaftes Medieninteresse zeigen, wie richtig die Entscheidung der Geschäftsführung war, sich auf dieses zunächst spröde anmutende und auch mit Befürchtungen besetzte Thema einzulassen und es mit Energie und Gestaltungsentschlossenheit anzugehen.

 

Sonderausstellung „Jugendwerkhof Königstein 1949-1955“

 

Zeitraum: 05. April bis 03. November 2019 ǀ 10 - 18 Uhr

 

Ort: Festung Königstein ǀ Magdalenenburg ǀ 2. OG

 

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

 


Beratung zum neuen sächsischen Härtefallfond für Opfer der SED-Diktatur am 10. April 2019 in der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke"

(Leipzig/re) - Menschen, die in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR aus politischen Gründen verfolgt worden sind, können seit einem Monat auch Unterstützung beim Sächsischen Landtag beantragen. Der neue sächsische Härtefallfond ergänzt die bundesweit geltende Regelung des Beruflichen Rehabilitierungs-gesetzes. Mitarbeiter des Landesverbandes Sachsen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) beraten am Mittwoch, den 10. April 2019, wieder von 11.00 bis 14.00 Uhr kostenfrei über diese und weitere Rehabilitierungsmöglichkeiten sowie Wiedergutmachungsleistungen in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Um Voranmeldung wird gebeten.

 

Seit September 2017 können Betroffene durch eine Kooperation der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ mit dem Landesverband Sachsen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) regelmäßig in den Räumen der Gedenkstätte mit VOS-Mitarbeitern sprechen. Diese beraten zu den gesetzlichen Grundlagen, zur beruflichen, strafrechtlichen und verwaltungsrechtlichen Rehabilitierung sowie zu Wiedergutmachungsleistungen, Opferrenten und -pensionen. Formulare liegen vor Ort aus, so dass die Hilfesuchenden auch beim Ausfüllen der Anträge unterstützt oder ihnen mit Informationen zu anderen Angeboten von juristischer, psychologischer und sozialer Hilfe, Betreuung und Beratung weitergeholfen werden kann.

 

Für die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ ist es wichtig, am authentischen Ort ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Verfolgte der sowjetischen Besatzungsmacht der SED oder der Stasi und gegebenenfalls auch für deren Angehörige anzubieten. Gleichermaßen werden auf diese Weise aber auch wichtige Zeitzeugnisse und persönliche Geschichten bekannt, die ggf. für die künftige Arbeit der Gedenkstätte von Bedeutung sein können.

 

Der neue Härtefallfond des Sächsischen Landtages

 

Am 6. März 2019 beschloss das Präsidium des Sächsischen Landtages die „Richtlinie des Sächsischen Landtages über einen Härtefallfonds zur Gewährung von Unterstützungsleistungen an in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR aus politischen Gründen verfolgte (RL Härtefallfonds SBZ/DDR). Antragsberechtigt sind alle Personen, die ihren Wohnsitz in Sachsen haben, in der SBZ oder DDR politisch verfolgt und nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen rehabilitiert wurden sowie in ihrer wirtschaftlichen Lage in besonderem Maße beeinträchtigt sind. Einmalig können bis zu 5.000 Euro an Opfer ausgezahlt werden. Anträge können bis zum 30. Juni eines jeden Jahres gestellt werden.

 

Anmeldung für die nächsten Beratungstermine ab dem 10. April 2019 möglich

 

Konkrete Themen, über die Hilfesuchende Rat einholen können, sind beispielsweise die verwaltungsrechtliche Rehabilitierung, die Wiedergutmachung von Gesundheitsschäden, von Vermögensschäden oder von beruflichen Benachteiligungen. Bei der beruflichen Rehabilitierung geht es insbesondere um die Wiedergutmachung von beruflichen Benachteiligungen aufgrund einer Freiheitsentziehung, einer rechtsstaatswidrigen Verwaltungsmaßnahme oder einer anderen politisch motivierten Maßnahme sowie um die Anerkennung als verfolgter Schüler. Des Weiteren kann der VOS-Mitarbeiter Hinweise zu strafrechtlichen Rehabilitierungsverfahren geben, unter anderem zum Antrag, zu Verfahren, zum Rechtsweg, oder hilfreiche Anschriften nennen. Hierbei geht es um die Aufhebung rechtsstaatswidriger Verurteilungen durch DDR-Gerichte.

 

Der nächste Beratungstermin findet am Mittwoch, den 10. April 2019, von 11.00 bis 14.00 Uhr in den Räumen der Gedenkstätte statt. Um Voranmeldung zu den Beratungsgesprächen wird gebeten. Hierzu wenden sich Hilfesuchende an den VOS-Landesvorsitzenden Frank Nemetz entweder per Telefon (0175-1676838) oder E-Mail (f.nemetz@vos-ev.de). Am Beratungstag melden sich Ratsuchende im Ausstellungsbüro der Gedenkstätte.

 

Weitere Termine sind der 8. Mai 2019 und der 12. Juni 2019.

 


14. April 2019, 14 Uhr

Feierlicher Gedenkakt zum 74. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg

 

(Flossenbürg/pm) - Am Sonntag, dem 14. April 2019, um 14 Uhr lädt die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zum feierlichen Gedenkakt aus Anlass des 74. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers ein.

 

Zu den Feierlichkeiten werden zehn ehemalige Häftlinge aus sieben Ländern und 250 Angehörige erwartet. Daneben gedenken zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland der Befreiung des KZ Flossenbürg durch amerikanische Truppen am 23. April 1945.

 

Es sprechen Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und 1. Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Richard Grenell, Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland, Prof. Dr. Michael Piazolo, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus, sowie Prof. Dr. Leszek Żukowski, ehemaliger Häftling des KZ Flossenbürg.

 

Bei der anschließenden Kranzniederlegung am Platz der Nationen enthüllt US-Botschafter Richard Grenell eine Gedenktafel für die 30.000 Opfer des KZ Flossenbürg. Sie ist der Erinnerung an Dietrich Bonhoeffer gewidmet. Anlässlich des Gedenkakts wird zudem eine Website freigeschaltet, die an den evangelischen Theologen, der am 9. April 1945 in Flossenbürg ermordet wurde, erinnert. Die Gedenktafel und die Website wurden von der US-Commission for the Preservation of America's Heritage Abroad unter der Leitung ihres Vorsitzenden Paul Packer ermöglicht, der auch am feierlichen Gedenkakt teilnimmt. Die inhaltliche Konzeption der Website wird von der evangelischen Gedenkstättenarbeit im Dekanat Weiden unterstützt.

 

»Die Gedenkfeiern haben dieses Jahr drei thematische Schwerpunkte: Zum einen stehen sie im Zeichen des 80. Jahrestages des Überfalls auf Polen und des Warschauer Aufstandes vor 75 Jahren. Daher wird der ehemalige Flossenbürger Häftling Leszek Żukowski, der im Warschauer Aufstand gekämpft hat, dieses Jahr die zentrale Rede halten.

 

Die ansteigende Judenfeindlichkeit in allen Ländern Europas gibt uns Anlass zu großer Besorgnis, daher ist es uns eine Ehre und Freude Dr. Josef Schuster, den Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, als Gast und Redner bei uns zu wissen.

 

Zudem wird die Gedenkstätte Flossenbürg durch den amerikanischen Botschafter Richard Grenell offiziell als ‚Kulturerbe der Vereinigten Staaten von Amerika‘ anerkannt. Sie ist damit erst die dritte Einrichtung in Deutschland, die diese Ehrung erfährt« so Dr. Jörg Skriebeleit, der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. 2

 

BEGLEITENDE VERANSTALTUNGEN

 

Donnerstag, 11. April 2019, 18 Uhr Josef »Pepek« Salomonovic

 

Ein Film von Peter Hackl, Österreich 2018, 70 min Bildungszentrum der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Veranstaltungssaal

 

Samstag, 13. April 2019, 10 Uhr Pressekonferenz: Buchvorstellung »Warum gefangen? Erinnerungen an die Deportation 1944- 1945« von Venanzio Gibillini Bildungszentrum der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Museumscafé

 


Kolpingwerk Deutschland betont freie Entscheidung von Organspendern

Organspenden müssen Spenden bleiben!


 

(Köln/kw) - Menschenleben stehen im Zentrum der Debatte: Tausende Schwerstkranke warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Laut Bundesgesundheitsministerium stirbt alle acht Stunden ein Mensch auf der Warteliste, weil kein passendes Spenderorgan gefunden wurde. Für viele Christen ist es ein Zeichen der Nächstenliebe und gelebter Verantwortung, über den Tod hinaus darin einzuwilligen, die eigenen Organe zu spenden. Doch darf der Staat hier einen Automatismus einführen, der die autonome Entscheidung der Spender berührt?

 

Die aktuelle Debatte um die Regelungen zur Organspende in Deutschland entzündet sich am Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass jeder Bürger automatisch potenzieller Organspender wird, der einer Organspende nicht ausdrücklich widerspricht (Widerspruchslösung). Dieses Verfahren unterscheidet sich deutlich von der derzeitig gültigen Entscheidungslösung, wonach jeder Organspender ist, der einer Transplantation ausdrücklich zugestimmt hat (oder dessen Angehörige dies entsprechend angeben). Dokumentiert wird diese Zustimmung in einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung. Befürworter der Widerspruchslösung gehen von der einfachen Rechnung aus, dass die Einführung einer solchen Regelung zu einer Erhöhung der Transplantationszahlen führt. Es scheint jedoch – auch vor dem Hintergrund internationaler Studien – zumindest unklar zu sein, ob ein solcher Zusammenhang für die Bundesrepublik Deutschland angenommen werden kann.

 

Mit Blick auf empirische Studien lässt sich eher ein Zusammenhang zwischen Spenderzahlen und der Glaubwürdigkeit medizinischer Institutionen herausarbeiten. Im Jahr 2012 erschütterte ein „Organspendeskandal“ die Bundesrepublik und damit das Vertrauen vieler potenzieller Spender. Die Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sprechen eine eindeutige Sprache: Im Jahr 2012 spendeten 1.046 Menschen ein Organ. Ein Jahr später waren es noch 876 und im Jahr 2017 lediglich 797 Menschen.

 

Für das Kolpingwerk Deutschland steht die Würde des Menschen vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes im Vordergrund. Vom ersten bis zum letzten Augenblick ist die Würde des Menschen zu wahren. Daraus ergibt sich ein gewichtiges Argument gegen die Widerspruchslösung, die der Autonomie des Menschen am Ende seines Lebens zuwiderhandelt, da sie auf die Passivität der möglichen Spender setzt. Menschen, die sich mit der Frage der Organspende beschäftigen, sind jedoch unter allen Umständen vor moralischem Druck von außen zu schützen, damit sie aktiv eine freie und freiwillige Entscheidung treffen können. Eine politisch gesetzte Norm, die sich in einer gesellschaftlichen Erwartungshaltung ausdrückt, würde die Freiwilligkeit der Spende massiv untergraben.

 

Zusammenfassend zeigt sich: Menschen brauchen Vertrauen in die medizinischen Strukturen. Sie wollen sich frei und freiwillig für oder gegen eine Spende entscheiden. Nur dann ist eine Organspende als Spende anzusehen. Die gegenwärtig gültige Entscheidungslösung basiert auf dieser Prämisse. Krankenkassen sind dazu angehalten, ihren Mitgliedern fundierte Informationen zukommen zu lassen, um sich auf der Grundlage mit der eigenen Spendebereitschaft auseinandersetzen. Der Staat kann ebenfalls positiv wirken: Ausdrücklich begrüßt der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland die vom Bundesgesundheitsminister angestrebten strukturellen Verbesserungen. So soll es beispielsweise künftig verbindliche Vorgaben für die Freistellung von Transplantationsbeauftragten geben. Transplantationsbeauftragten kommt eine Schlüsselstellung zu. Sie informieren ärztliches und pflegerisches Personal über die Chancen und Möglichkeiten der Transplantationsmedizin sowie des rechtlichen Rahmens. Transplantationsbeauftragte sind damit ein bedeutsamer Teil notwendiger organisatorischer Infrastruktur, die es zu stärken gilt.

 

Zudem gibt es Wege, die Bevölkerung verstärkt mit dem Thema der Organspende zu konfrontieren. Die Bundesregierung muss ihrer Verantwortung in diesem Bereich nachkommen, indem in dieser Frage eine verbindliche Systematik erarbeitet wird. So können die Bürger unseres Landes etwa bei der Beantragung des Personalausweises oder Führerscheins danach befragt werden, ob sie sich bereits mit dem Thema Organspende auseinandergesetzt haben. Auch ist das Thema bundesweit verstärkt in der schulischen Bildung zu berücksichtigen. In diesem Sinne treten wir für eine Stärkung der Entscheidungslösung ein. Organspende bleibt damit eine freie und freiwillige Spende.

 


Große Solidarität mit Neuseeland - Aktionen werden bis zu den Europawahlen fortgesetzt

Internationale Wochen gegen Rassismus 2019

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(Darmstadt/pm) - Der Terror gegen Muslime in Neuseeland stand im Mittelpunkt der diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 11.-24. März 2019. In über 1.700 Moscheegemeinden fanden Predigten und Gebete statt, die sich mit den Menschen in Neuseeland solidarisierten. Zahlreiche Oberbürgermeister und zehn jüdische Persönlichkeiten sprachen anlässlich der Freitagsgebete zu Moscheegemeinden. Prominente  wie der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann betonten bei Freitagsgebeten die Verbundenheit mit Muslimen. In vielen der mehr als 1.850 gemeldeten Veranstaltungen wurde in Beiträgen und Schweigeminuten der Menschen in Neuseeland gedacht.

„Noch nie gab es bei den UN-Wochen gegen Rassismus so zahlreiche und vielfältige  Veranstaltungen. Die Solidarität mit den Opfern des antimuslimischen Rassismus in Neuseeland war beeindruckend. In Synagogen, Kirchen und Moscheen wurde betont, dass Terror nicht mit Religion vereinbar ist. Bei Gewalt gegen Juden, Christen oder Muslime schließen sich die Glaubensgemeinschaften enger zusammen“ – so Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Rassistische und nationalistische Gruppierungen mobilisieren gegenwärtig für die Europawahlen am 26. Mai 2019. Wohin rassistisch geprägte Wahlen führen, zeigen die chaotischen Auswirkungen des Brexit. Unter dem Motto „Europa wählt Menschenwürde“ werden die Aktivitäten der Stiftung gegen Rassismus in diesem Jahr bis zu den Europawahlen fortgesetzt. Die Stiftung hat dafür Plakate, Handzettel und Postkarten veröffentlicht und wird weiteres Material erstellen. Kooperationspartner und Aktionsgruppen werden darum gebeten, mit vielfältigen Initiativen dazu beizutragen, dass möglichst alle Wahlberechtigen an der Europawahl teilnehmen.

Der Leitspruch der Stiftung auf Plakaten und Postkarten heißt:

 

  • Europa stärken.
  • Rassismus stoppen.
  • Menschenrechte wählen

Plakate und Postkarten können hier bestellt werden.


Diakonie M-V kritisiert geplante Abschiebehafteinrichtung für Mecklenburg-Vorpommern in Glückstadt

 

(Schwerin/dmv) - Im Landtag Schleswig-Holsteins wurde heute der Änderungsantrag des Innen- und Rechtsausschusses angenommen und das Abschiebehaftvollzugsgesetz für den Betrieb der geplanten Abschiebehafteinrichtung in Glückstadt verabschiedet. Die Abschiebehafteinrichtung soll 2020 in Betrieb genommen werden. In ihr sind jeweils 20 Plätze für Ausreisepflichtige aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg vorgesehen.

 

Diakonie-Landespastor Paul Philipps kritisiert dieses Vorhaben deutlich: „Flucht ist kein Verbrechen. Das Mittel der Inhaftierung treibt vor allem die Stigmatisierung Geflüchteter voran.“ Ferner befürchtet die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern, dass angesichts der hohen Kosten für die Inbetriebnahme und den Betrieb der Einrichtung ein Rechtfertigungsdruck entsteht und Menschen inhaftiert werden, wo eigentlich andere Maßnahmen angemessen wären. „Inhaftierung bedeutet für Menschen mit Fluchterfahrung das Risiko, erneut traumatisiert zu werden. Wir setzen verstärkt auf die Unterstützung freiwilliger Ausreisen ohne Abschiebemaßnahmen“, erklärt Philipps.

 

Das Land Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich an der Abschiebehafteinrichtung mit 20 Plätzen. Es ist geplant, dass Ausreisepflichtige bis zu 30 Tagen in der Einrichtung in Glückstadt verbleiben sollen. So könnte M-V jährlich etwa 240 Menschen über die Hafteinrichtung abschieben. 2016 und 2017 wurden allerdings nur 26 bzw. 24 Menschen aus M-V über Abschiebehafteinrichtungen anderer Bundesländer in ihre Herkunftsländer gebracht. Dies zeigt, dass bei den allermeisten Abschiebungen eine Inhaftierung gar nicht notwendig ist. Insgesamt wurden 2017 526 Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern abgeschoben, im Vorjahr waren es 817 Menschen.

 

„Der Freiheitsentzug ist ein massiver Eingriff in die Grundrechte eines Menschen. Er sollte nicht verwendet werden, um Abschreckungspolitik zu betreiben“, so Philipps weiter. „Wir bedauern, dass der Innen- und Rechtsausschuss Schleswig-Holsteins viele der Verbesserungsvorschläge aus der Anhörung im Januar nicht aufgenommen hat, obwohl hier zivilgesellschaftliche, kirchliche und Flüchtlingsorganisationen ihre Expertisen eingebracht haben.“ Auch die Diakonischen Werke in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern hatten sich hierzu positioniert.

 

Die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern steht mit verschiedenen Beratungsangeboten für faire und transparente Asylverfahren. Der Landesverband selbst und verschiedene Mitgliedseinrichtungen sind seit vielen Jahren tätig in der Asylverfahrensberatung, psychologischen und psychosozialen Angeboten, Migrationsberatung für Erwachsene und Jugendliche sowie seit September 2018 auch mit einem Angebot der Perspektiv- und Rückkehrberatung.


Gedenken an den Häftlingsaufstand im Bautzner „Gelben Elend“ vor 69 Jahren

 

(Bautzen/pm) - Am 31. März 1950 fand in Bautzen der größte Gefangenenaufstand in der DDR statt. Die sowjetische Geheimpolizei hatte das Gefängnis einen Monat zuvor an die DDR-Volkspolizei übergeben. „Die verzweifelten Häftlinge litten an Unterernährung, Kälte und Krankheiten und täglich starben Freunde. Mit der Übergabe des Gefängnisses an die DDR verbanden sie zunächst die große Hoffnung auf humanere Bedingungen, die aber schnell enttäuscht wurden“, erklärt Alexander Latotzky, Vorsitzender des Bautzen-Komitees.

 

Die Gefangenen revoltierten, hängten Bettlaken aus den Zellenfenstern, kletterten auf Barackendächer und machten mit Sprechchören auf ihre katastrophale Lage aufmerksam. Harald Möller, Ehrenvorsitzender des Bautzen-Komitees und Zeitzeuge des Aufstands, erinnert sich: „Am 31. März war dann das große Geschrei. Wir haben Bettlaken rausgehängt und geschrien: ´Wir fordern das Rote Kreuz, das Internationale Rote Kreuz. Wir haben Hunger. Wir verrecken.´“ Doch die Volkspolizei reagierte mit Gewalt und schlug den Aufstand brutal nieder.

 

Der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lutz Rathenow, wird am kommenden Samstag bei der Kranzniederlegung auf dem Gräberfeld „Karnickelberg“ anwesend sein und ebenfalls einen Kranz niederlegen. Er erinnert an den Mut der Häftlinge und würdigt ausdrücklich das Engagement des vor 29 Jahren gegründeten Bautzen-Komitees: „Dieser letzte Märztag hat eine doppelte Bedeutung: Einerseits 1950 als erster offener Widerstand einer Gruppe in der neugegründeten DDR – noch vor dem 17. Juni 1953. Zweitens als der Tag, an dem ehemalige Häftlinge 1990 das Bautzen-Komitee gründeten. Ein Opferverband, der sich seitdem aktiv in die Gesellschaft einbringt. Und auch an Bildungsangeboten für heute mitwirkt,“ so Rathenow.

 

 

 

Gedenkveranstaltungen:

 

30. März 2019 ǀ 14.30 Uhr ǀ Kranzniederlegung ǀ Gräberfeld „Karnickelberg“

 

31. März 2019 ǀ 10.30 Uhr ǀ Gottesdienst mit musikalischer Begleitung ǀ Dom St. Petri

 

Jährlich erinnert die Gedenkstätte Bautzen gemeinsam mit dem Bautzen-Komitee an den größten Häftlingsaufstand in der Geschichte der DDR.

 

 

 

 

 

 

 


Das Bundeskabinett hat am heutigen Mittwoch die aktualisierten Afrikapolitischen Leitlinien beschlossen. Dazu erklärt Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt:

Afrikapolitische Leitlinien der Bundesregierung