Politik

18.10.2017


Kinder nach Trennung und Scheidung fördern

Nach Trennung Kinder gemeinsam fordern und fördern. Foto: ISUV
Nach Trennung Kinder gemeinsam fordern und fördern. Foto: ISUV

 

Die Leistungen von Grundschülern haben sich in den letzten fünf Jahren in Deutsch und Mathematik - den Schlüsselfächern - verschlechtert. Darunter sind sicher viele Kinder, die auf Grund von Trennung und Scheidung der Eltern einfach den Kopf nicht freihaben. Was müssen Betroffene tun, wie müssen sich Eltern verhalten nach Trennung und Scheidung verhalten - auch wenn es schwerfällt? ISUV nennt wichtige Maximen.

 

(Nürnberg/pm) - Laut einer von der Kultusministerkonferenz in Auftrag gegebenen Studie ist das Kompetenzniveau von Grundschülern in Deutsch und Mathematik in den letzten fünf Jahren gesunken. Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) weist darauf hin, dass sich die Trennung der Eltern oft auf Schulleistungen auswirkt, insbesondere im Grundschulalter. Der ISUV-Bundesvorsitzende Rechtsanwalt Ralph Gurk stellt fest: „Trennungen belasten Kinder, je jünger umso mehr. Diese Belastungen gilt es abzubauen, so dass der Kopf fürs Lernen frei ist.“ Dafür nennt der Verband eine Reihe von Maßnahmen.

 

Nach Erfahrungen des Verbandes haben Kinder auf Grund der Trennung einen erhöhten Förderungs- und Zuwendungsbedarf. Eltern sollten bei Leistungsabfall gleich ganz gezielt unterstützen.

 

Wenn es um Lernen und Schule geht, ist gemeinsame Elternschaft nach Trennung wichtig, denn oft sind die Begabungsprofile der Eltern unterschiedlich. Ein Elternteil kann besser in Mathematik, der andere besser in Deutsch unterstützen. „Wird der Umgang verweigert, wird den Kindern vielfach auch Förderung verweigert“, stellt Pressesprecher Josef Linsler fest.

 

Das Wechselmodell bietet einen guten Rahmen, dass Kinder „beidseitig“ unterstützt und gefördert werden können. So lassen sich Einstellungen in Sachen Bildung auch dauerhaft am besten nivellieren. „Für schulische Leistungen ist sicherlich nicht förderlich, wenn auf der einen Seite ein moralinsäuerlich puritanisches Fernseh- und Handyverbot durchgesetzt wird und auf der anderen Seite indifferentes Laissez fair beim Medienkonsum praktiziert wird.“ (Linsler)

 

Wenn es um Schule und Förderung geht, sind die Großeltern besonders im Grundschulalter wichtig. „Sie haben Geduld, Ausdauer und Zeit, den Kopf frei für liebevolle Zuwendung, all das, was die Eltern in der Trennungssituation nur bedingt haben, weil sie mit sich selbst beschäftigt sind.“ (Linsler)

 

Grundsätzlich sollten Eltern insbesondere nach der Trennung den gleichen Informationsstand in Sachen Entwicklung des Sozialverhaltens und der schulischen Leistungen ihrer Kinder haben, um entsprechend koordiniert reagieren zu können. „Eigentlich sollte dies selbstverständlich sein. Ist es aber in der Praxis nicht. Vielfach wird von Schule zu Schule willkürlich behandelt und gehandelt. Die Willkür ließe sich schnell mit einem koordinierten kultusministeriellen Schreiben in allen Bundesländern beenden. Die einfache und klare Anweisung müsste lauten: Beide Elternteile haben auch nach Trennung und Scheidung Anspruch auf umfassende Information über Sozialverhalten, Leistungsstand und schulische Veranstaltungen ihrer Kinder.“ (Linsler)

 

 

ISUV – Kompetenz im Familienrecht seit über 40 Jahren
Der ISUV vertritt als größte deutsche und überparteiliche Solidargemeinschaft die Interessen von Bürgern, die von Trennung, Scheidung und den damit zusammenhängenden Fragen und Problemen betroffen sind. ISUV ist unabhängig, bundesweit organisiert und als gemeinnützige Organisation anerkannt.

 

 

 


Informationsveranstaltung: Entschädigungszahlungen für deutsche Zwangsarbeiter

 

 

(Dresden/pm) - Seit einem Jahr können Personen, die während oder nach dem Zweiten Weltkrieg als Zivilisten Zwangsarbeit im Ausland leisten mussten, eine Anerkennungsleistung in Höhe von 2.500 € beantragen. Doch am 31.12.2017 endet die Antragsfrist (Nähere Infos siehe unten).

 

 

 

Mit der Informationsveranstaltung am 24.10.2017 möchten wir an die tragischen Schicksale der in die Sowjetunion Deportierten erinnern. Der Dokumentarfilm „Mit 17 nach Sibirien“ von Daniela Hendel und Ivo Smolak zeichnet einige Schicksale nach. Die Wenigen, die heute noch leben, sind hochbetagt. Dennoch haben bisher 28.000 Betroffene einen Antrag gestellt. In vielen Fällen unterstützen Angehörige die Antragsstellung und reden so erstmals über die schmerzhaften Erlebnisse ihrer Verwandten. „Neben der Tatsache der eher symbolischen Geldleistung regt diese Möglichkeit ein Gespräch an über das, was damals war. Artikel erscheinen, Nachfragen erzeugen Interesse und Erstaunen, wie vielfältig die Repressionsgeschichte im letzten Jahrhundert verlief“, so der Landesbeauftragte Lutz Rathenow.

 

 

 

Bei der Veranstaltung wird Dr. Nancy Aris ins Thema einführen, über die Hintergründe der spät erfolgten Ausgleichsleistung sprechen und ein Schicksal vorstellen. Frank Nemetz, sächsischer Landes-vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V., erzählt von seinen Erfahrungen mit den Antragsstellern in Sachsen. Alle Betroffenen, Hinterbliebenen, Angehörige Betroffener und Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet in der Gedenkstätte Bautzner Straße statt. Sie ist öffentlich. Der Eintritt ist frei. Beginn ist 18.00 Uhr. Die Gedenkstätte bietet vorab, um 17 Uhr, eine kostenlose Führung durch den ehemaligen Haftkeller an.

 

 

 

Begrüßung

 

Lutz Rathenow (Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

 

 

 

Einführung und Porträt-Lesung

 

Dr. Nancy Aris (Stellvertretende Sächsische Landesbeauftragte)

 

 

 

Dokumentarfilm

 

„Mit 17 nach Sibirien – Die Deportation deutscher Frauen und Mädchen in die Sowjetunion 1944/1945“

 

 

 

Gespräch

 

Frank Nemetz (Vorsitzender der VOS e.V. und Berater zu Fragen der Zwangsarbeit) und Dr. Nancy Aris

 

 

 

Darüber hinaus bietet der Sächsische Landesbeauftragte in Kooperation mit der VOS am 9.11. und 21.11.2017 eine Sprechstunde zu dieser Thematik an.

 

 

 

 

 

Zuständig für die Anerkennungsleistung ist das Bundesverwaltungsamt, Außenstelle Hamm (Uentroper Weg 2, 59071 Hamm, Tel: 228-993589800, E-Mail: AdZ@bva.bund.de). Voraussetzung ist, dass die Betroffenen wegen ihrer deutschen Staatsangehörigkeit oder Volkszugehörigkeit zwischen dem 1.9.1939 und dem 1.4.1956 durch eine ausländische Macht zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden. Antragsberechtigt ist, wer als Zivilperson zur Zwangsarbeit verpflichtet wurde. Auch Hinterbliebene können den Antrag stellen, wenn der Betroffene nach dem 27.11.2015 verstorben ist. Die Antragsfrist endet am 31.12.2017.

 

 

 

 

 


Hochkarätige Konferenz mit UNAIDS-Vize Loures am 17.10. in Berlin

Jetzt europäische Erfolgsmodelle gegen HIV und Aids auch in Osteuropa anwenden

 

 

 

(Berlin/pm) - Die HIV-Epidemie hat sich in Osteuropa und Zentralasien in den letzten Jahren dramatisch zugespitzt: Gegen den weltweiten Trend steigt die Zahl der Infektionen rasant. Die Prävention greift nicht. Die Behandlungsprogramme sind vollkommen unzureichend. Die finanziellen Mittel für Maßnahmen gegen HIV gehen zugleich zurück. Die Region steuert in eine Katastrophe.

 

Mit anderen Worten: Es herrscht dringender Handlungsbedarf. Nötig sind finanzielle Mittel ebenso wie eine Prävention, die besonders stark betroffene Gruppen wie schwule Männer und Drogenkonsumenten nicht weiter ausgrenzt. Dabei ist auch die Bundesregierung gefordert, eine entsprechende Strategie für das Engagement gegen HIV/Aids in Osteuropa zu entwickeln.

 

Beispielhafte Erfolgsmodelle gibt es in Europa und insbesondere in Deutschland schon lange. Wie kann man sie auf Osteuropa übertragen? Wie politische Blockaden lösen? Und wie für ausreichende Finanzierung sorgen?

 

Diesen Fragen widmen sich am 17.10.2017 rund 80 Expert_innen aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Selbsthilfe aus West- und Osteuropa bei der Konferenz HIV IN OSTEUROPA – DIE UNBEKANNTE EPIDEMIE?! in der Landesvertretung von Baden-Württemberg, Berlin.

 


In der Dialogreihe Bridging the Gap

Political Correctness: vom Wertbegriff zum Schimpfwort?

 



25. Oktober 2017, 20 Uhr
In deutscher und englischer Sprache
Eintritt frei, Anmeldung unter www.zeit-stiftung.de/anmeldung/bridging-the-gap

(Hamburg/pm) - Der Verein zur Förderung des Israel Museums e.V. und das Bucerius Kunst Forum setzen am Mittwoch, 25. Oktober 2017 um 20 Uhr, die erfolgreiche Dialogreihe Bridging the Gap fort. Die Reihe steht für die Möglichkeit einer Verständigung über Grenzen und Gegensätze hinweg. Sie widmet sich den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, will Brücken bauen und so zum Abbau von Vorurteilen und Konflikten beitragen. Dabei orientiert sich die Reihe an den Werten der Aufklärung.

 

Unter dem zentralen Themenschwerpunkt „Political Correctness: vom Wertbegriff zum Schimpfwort?“ diskutieren die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. h. c. Gesine Schwan, Präsidentin und Mitgründerin der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform gGmbH, Renate Künast MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, und Tuvia Tenenbom, New Yorker Bestsellerautor, Regisseur und langjähriger zeit.de-Redakteur, dessen neuestes Buch „Allein unter Flüchtlingen“ im Frühjahr 2017 erschien.

Für die einen ist Political Correctness eine unverrückbare Errungenschaft der liberalen Demokratie, eine Einstellung und ein Schutz gegen Diskriminierung aufgrund von Ethnie, Geschlecht, sozialem Status oder sexueller Neigung. Die anderen sehen in ihr ein Totschlagargument und eine Ideologie, die das freie Denken und die freie Rede behindert. Wie ist es um die Political Correctness bestellt: Haben Anstand und Fairness in der Politik ausgedient? Oder haben die politischen Leitbilder zu lange zu nett agiert und Unausgesprochenes unter den Teppich gekehrt, so dass das Pendel nun zurückschlägt? Und vor allem: Wer legt die Regeln dafür fest?

 

Moderiert wird der Abend von Dr. h. c. Sonja Lahnstein-Kandel, Vorstandsvorsitzende des Vereins zur Förderung des Israel Museums e.V. Prof. Dr. Andreas Hoffmann, Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums, führt in die Veranstaltung ein.

 

Die Reihe Bridging the Gap wird von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gefördert und im Frühjahr 2018 fortgesetzt.

 


Jung dringt nach Besuch in Offenbach auf sorgfältige Verfahren

Kirchenpräsident erschüttert über aktuelle Abschiebepraxis bei Schülern

 

(Darmstadt / Offenbach/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat sich am Dienstag (19. September) nach einer Begegnung mit Schülern in Offenbach, die von Abschiebung bedroht sind, erschüttert gezeigt. „Diese Jugendlichen stehen kurz vor dem Schulabschluss, sie wollen hier leben und arbeiten. Sie sind hoch motiviert. Sie schätzen die Sicherheit und die Freiheit und wollen in diesem Land und für die Gesellschaft in unserem Land arbeiten“, sagte Jung nach einem Besuch in der Offenbacher Theodor-Heuß Schule im Rahmen der Interkulturellen Woche, die gestern eröffnet wurde. „Es ist erschütternd zu sehen, wie ihre Anträge offenbar pauschal abgelehnt werden und ihre Fluchtgründe anscheinend kaum noch eine Rolle spielen“, so Jung.

 

 

 

Der Kirchenpräsident wiederholte entschieden die kirchliche Forderung nach fairen Asylverfahren. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) müsse Anträge sorgfältiger prüfen, erklärte er weiter. Das scheine ihm nicht der Fall zu sein, wenn zum Beispiel eine Person über den Fall entscheidet, die den Hilfesuchenden nie gesehen habe, so Jung. „Faire Verfahren bedeutet wesentlich, dass die Fluchtgründe angehört und genau geprüft werden. Und in jedem Fall muss gelten: Kein Mensch darf in Krieg und Gewalt zurückgeschickt werden.“

 

 

 

Dem Kirchenpräsidenten habe unter anderem ein Schüler berichtet, dass sein Asylantrag vor wenigen Tagen abgelehnt wurde, mit der Begründung, es gebe Fluchtalternativen innerhalb Afghanistans. Das sei angesichts der Gewalt überall im Land „zynisch“. Jung habe sich zudem Ablehnungsbescheide der betroffenen Schüler angeschaut. Angesichts der mangelhaften Begründungen könne er Betroffenen nur raten, gegen die Bescheide zu klagen.

 

 

 

Jung zeigte sich bei dem Besuch beeindruckt von den Demonstrationen für die betroffenen Schülerinnen und Schüler, zu denen der Offenbacher Stadtschülerrat aufgerufen hatte. Das zeige nicht nur die „Solidarität der Jugendlichen untereinander, sondern dokumentiert auch, wie gut die afghanischen Jugendlichen hier integriert sind, dass sie Freunde gefunden haben und in Offenbach zuhause sind.“ Sie abzuschieben, widerspreche den wiederholten Integrationsforderungen des Staates.

 

 

 

Im Juni 2017 hatten sich Bund und Länder noch auf eine Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan angesichts der dortigen Sicherheitslage verständigt. Mitte September 2017 fand bereits wieder ein Abschiebeflug nach Afghanistan statt; weitere Abschiebeflüge sind geplant. Die beiden Kirchen sprechen sich nicht grundsätzlich dagegen aus, dass Personen, die in Deutschland keine Bleibeperspektive haben, in ihre Heimat zurückgeführt werden. Abschiebungen in lebensgefährliche Gebiete wie Afghanistan kritisieren sie allerdings als inakzeptabel.

 


359. Kultusministerkonferenz in Berlin (12./13.10.)

Appell an Kultusministerkonferenz: Völkermord an den Armeniern muss Unterrichtsstoff an deutschen Schulen werden!

(Göttingen/gfbv) - Anlässlich der Kulturministerkonferenz in Berlin am kommenden Donnerstag und Freitag in Berlin hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an die Politiker appelliert, den Völkermord an den Armeniern als verbindlichen Unterrichtsstoff in die Schulbücher aufzunehmen. „Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass an deutschen Schulen der Genozid an den armenischen, assyrisch-aramäisch-chaldäischen und griechisch-orthodoxen Christen im Osmanischen Reich in den Lehrplan aufgenommen wird, damit bereits in den Schulen ein Bewusstsein dafür geschaffen wird und es kein Vergessen gibt“, heißt es in dem Schreiben der Menschenrechtsorganisation an die Präsidentin der KMK, Dr. Susanne Eisenmann. An die einzelnen Kulturminister der Länder hatte sich die GfbV bereits im Sommer mit dieser Forderung gewandt.

„Die Verleumdung dieses Völkermordes, der 1915 begann, darf in Deutschland nicht akzeptiert oder gar geduldet werden“, erklärte der GfbV-Nahostreferent Kamal Sido am Mittwoch in Göttingen mit Blick auf den Umgang mit diesem historischen Verbrechen in der Türkei. „Die Schülerinnen und Schüler in Deutschland müssen über die wahre Geschichte informiert werden und im Hinblick auf dieses schlimmste Verbrechen, zu dem Menschen fähig sind, eine ethische Orientierung erhalten. Auch die Rolle Deutschlands bei diesem Genozid könnte so aufgearbeitet werden.“ Das Deutsche Reich hatte durch die enge Zusammenarbeit mit dem Osmanischen Reich im Ersten Weltkrieg Kenntnis über die Verfolgung der Christen. Die Todesmärsche, Massendeportationen, Zwangsarbeit, Massaker an Männern und die Versklavung ihrer Frauen und Kinder waren bereits damals bekannt.

Vor mehr als 100 Jahren wurden auf dem Gebiet der heutigen Türkei bis zu drei Millionen christliche Armenier, Aramäer/Assyrer/Chaldäer und Griechen systematisch ermordet. Die Nachkommen der wenigen Überlebenden können seither keinen Frieden finden, da die Türkei den Völkermord nicht als solchen anerkennt, die christlichen Minderheiten noch immer unterdrückt und Journalisten, die kritisch darüber berichten, drangsaliert werden.

„Deutschland könnte ein klares Zeichen gegen die Unterdrückung und Diskriminierung der Christen und anderer Minderheiten in der Türkei, aber auch in anderen Staaten des Nahen Ostens setzen, indem der Völkermord im Osmanischen Reich an deutschen Schulen Thema wird“, sagte Kamal Sido. Angehörige verschiedener christlicher Kirchen von Ägypten über Syrien bis in den Iran würden sowohl von staatlichen als auch von nichtstaatlichen Akteuren unterdrückt. Radikalislamistische Gruppen wie der „Islamische Staat“ (IS) führen einen erbarmungslosen Krieg gegen alle, die die Bestimmungen eines radikalen Islams ablehnen.

 


Neuerscheinung: Zwischen Humor und Repression - Studieren in der DDR

  

(Dresden/pm) - Die von Rainer Jork und Günter Knoblauch herausgegebene Anthologie „Zwischen Humor und Repression – Studieren in der DDR. Zeitzeugen erzählen“ erscheint zur Frankfurter Buchmesse im Mitteldeutschen Verlag. Anhand von 70 Erlebnisberichten - vorrangig von ehemaligen Studentinnen und Studenten aus Dresden - wird der Alltag aber mehr noch die politisch-ideologischen Nötigungen des Staates im Hochschulbereich quer durch die 40 Jahre DDR erlebbar. 

 

Den Autoren ist es mit ihren lebendigen Erzählungen gelungen, nachfühlbar aufzuzeigen, wie die SED-Diktatur Lebensläufe prägte und, wo sie ihren Machtgestaltungsanspruch nicht durchsetzen konnte, diese auch zerstörte. 

 

Außerdem zeigen die Berichte von den Hochschulen in Dresden, Freiberg, Karl-Marx-Stadt, Halle oder Erfurt auch die verschiedenen Verweigerungsarten der Studierenden. Humor fehlt da nicht und ist nicht nur im Titel vorhanden. Der ehemalige Jenenser Student Lutz Rathenow schreibt trotz des drohenden und später erfolgten Rauswurfs rückblickend: „Der Ärger machte Spaß“. 

 

Das Buch brilliert darüber hinaus durch weiterführende Erklärungen, die Herstellung historischer Bezüge, einen fulminanten Fußnotenapparat sowie eine immense Sammlung von Zeitdokumenten und Fotos. Es regt auf mehrfache Weise zur Nutzung im Unterricht an (u.a. durch thematisch vertiefende QR-Codes). 

 

Der Landtagspräsident und ehemalige Student Dr. Matthias Rößler unterstreicht die Bedeutung des Bandes: 

Die versammelten persönlichen und damit subjektiven Erfahrungsberichte sollen dazu beitragen, den jüngeren Generationen einen Zugang in diese Zeit und die Studienbedingungen im ´real existierenden Sozialismus´ zu verschaffen“. Nicht zuletzt soll der für alle Beteiligten schwierige Weg von der ideologisch beherrschten ´Kaderschmiede´ zur freien Lehre und Forschung nachzuvollziehen und die freiheitliche Demokratie als Chance zur Gestaltung des akademischen Deutschlands im 21. Jahrhundert wahrzunehmen sein“.

 

Mit dem 750-seitigen Buch findet ein mehrjähriges Projekt sein Ende, das auch vom Sächsischen Landesbeauftragten gefördert worden ist. 

 


Forum „Gegen den Hass“ vom 29. bis 30.September 2017 in Magdeburg

Kirchen positionieren sich gegen Rechtspopulismus

 

(Magdeburg/pm) - Vertreter*innen aus Kirchen und Zivilgesellschaft diskutierten über Strategien im Umgang mit erstarkendem Rassismus und einer sozialen Bewegung von rechts. Vom 29. bis zum 30.09.2017 kamen in Magdeburg über 80 Teilnehmer*innen zusammen, um über die Herausforderungen zu beraten, die sich aus den neuen rechten Bewegungen und dem Einzug der AfD in den Bundestag ergeben.

 

Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen wie Landesbischöfin Ilse Junkermann (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland) und Bischof Dr. Gerhard Feige (Bistum Magdeburg) nahmen an der Tagung teil.

 

Bischof Dr. Feige betonte in seinem Grußwort die Pflicht der Christ*innen, Menschen in Not zu unterstützen und erklärte: „Ich habe keine Angst vor einer Überfremdung von außen, wohl aber vor einer Entmenschlichung von innen.“ Die mitteldeutsche Landesbischöfin Junkermann stellte deutlich klar: „Christ sein und Rechtsextremismus verträgt sich nicht“. Die Kirchen hätten die Verantwortung, sich gegen Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit zu positionieren, gleichzeitig aber auch den Dialog in den Gemeinden zu suchen.

 

 

 

Dr. Giorgia Bulli (Universität Florenz) analysierte Rechtspopulismus im europäischen Vergleich. Alexander Häusler (FH Düsseldorf) und David Begrich (Miteinander e.V.) diskutierten die Auswirkungen des Bundestagswahlergebnisses auf Politik und Gesellschaft in Deutschland. Prof. Dr. Wolfgang Palaver (Universität Innsbruck) beschrieb in seinem Beitrag, warum Politik mit der Angst leicht auf Feindschaft hinaus laufen könne und zeigte Wege aus der Angst auf.

 

 

 

Christian Staffa, Mitglied des Sprecher*innenrates der BAG K+R erklärte zum Ergebnis der Bundestagswahl: „Es hat gezeigt, dass die AfD nicht bekämpft werden kann, indem Elemente ihres Programms oder ihrer Rhetorik übernommen werden. Wirksam ist stattdessen eine klare Gegenposition.“

 

 

 

Das Forum wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus, dem Bistum Magdeburg, der AG Kirche und Rechtsextremismus der EKM, Miteinander e.V., dem Projekt „Kompetent für Demokratie“ der KEB Sachsen-Anhalt e.V., dem BDKJ Diözesanverband Magdeburg sowie der Katholischen Akademie des Bistums Magdeburg veranstaltet.

 


Bayerisches Parité-Forum am 4. Oktober in München

 

(München/kdfb) - Nach der Bundestagswahl und vor der Landtagswahl im Herbst 2018 ist das Thema Parität besonders wichtig. Im neuen deutschen Bundestag ist der Frauenanteil gesunken; nur noch 31 Prozent der Abgeordneten sind weiblich. In der vergangenen Legislaturperiode lag der Frauenanteil noch bei 37 Prozent. Das Aktionsbündnis Parité lädt deshalb am 4. Oktober 2017 zu einem Bayerischen Parité-Forum in die Seidl-Villa nach München ein. Die Veranstaltung steht unter dem Thema "Ein demokratisches Muss: Die Besetzung der Wahllisten nach Parité-Regeln!"

 

Seit Inkrafttreten der Bayerischen Verfassung am 08. Dezember 1946 sind Frauen als Mandatsträgerinnen im Bayerischen Landtag unterrepräsentiert. Ihr Anteil beträgt derzeit 28,3 Prozent gegenüber dem einmalig höchsten Frauenanteil im Jahr 2008 mit 31,6 Prozent. 

 

Die Ursachen sind in Frauen benachteiligenden, gesellschaftlichen Strukturen zu finden. Diese spiegeln sich wegen des bestehenden Wahlsystems in einer ungleichen Verteilung der Mandate an Frauen und Männer im Bayerischen Landtag wider.

 

Ziel der Veranstaltung ist, die Ursachen der Diskriminierung von Frauen im bestehenden bayerischen Wahlsystem zu identifizieren und gesellschaftliche und politische Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, damit Frauen gleichberechtigt politische Macht ausüben können. Denn nur eine gleichberechtigte Mitwirkung von Frauen bei politischen Entscheidungsprozessen ist die Basis einer demokratischen Gesellschaft, wie sie schon immer von der Bayerischen Verfassung vorgesehen ist.

 

Programm der Veranstaltung 

 

  • Einführung: Prof. Dr. Silke Laskowski, Universität Kassel
  • Podiumsdiskussion mit: Gudrun Brendel-Fischer, MdL, CSU; Eva Gottstein, MdL, Freie Wähler; Verena Osgyan, MdL, Bündnis 90/Die Grünen; Dr. Simone Strohmayr, MdL, SPD
  • Moderiert wird die Podiumsdiskussion von KDFB-Referentin Dr. Almut Franke-Postberg

 

Termin: 04.10.2017, 18 Uhr

 

Ort: Seidl-Villa, Zenzl-Mühsam-Saal, Nikolaiplatz 1b, 80802 München

 

Der Bayerische Landesverband des KDFB ist Kooperationspartner dieses Forums.   

 


Konkrete Vorschläge für Gesetzesinitiativen der nächsten Jahre

ZdK ruft Parteien der Mitte auf, ihrer demokratischen Verantwortung gerecht zu werden

 

(Bonn/zdk) - Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) fordert die demokratischen Parteien der Mitte, die Union, die SPD, die FDP und Bündnis 90 / Die Grünen, auf, ihrer demokratischen Verantwortung gerecht zu werden und sehr ernsthaft nach Wegen zu einer stabilen Regierungsmehrheit zu suchen.

 

"Sie tragen hier eine gemeinsame staatspolitische Verantwortung", so ZdK-Präsident Prof. Dr. Thomas Sternberg. "Das Ergebnis der Bundestagswahlen hat uns sehr nachdenklich gemacht. Der hohe Stimmanteil der rechtspopulistischen AfD bringt eine Unzufriedenheit mit der bisherigen Regierungspolitik, aber auch mit der etablierten politischen Kultur zum Ausdruck. Viele Menschen fühlen sich von der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung abgehängt und von den anderen Parteien nicht mehr repräsentiert. Das darf uns nicht unberührt lassen, auch wenn wir die Prämissen und die politischen Rezepte der so genannten Alternative für Deutschland für abwegig und gefährlich halten."

 

Nach dem Erschrecken über das gute Abschneiden der AfD und die Schwächung der Volksparteien gelte es nun, mit den veränderten politischen Verhältnissen umzugehen, fordert Sternberg. Die demokratischen Parteien der Mitte dürften sich nicht vom Einzug einer neuen politischen Kraft lähmen lassen. Die politische Aufmerksamkeit müsse weniger auf die AfD als auf die tatsächlichen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen und die Lösung von Problemen ausgerichtet sein.

 

Konkrete Gesetzesinitiativen

 

Um diesen Prozess einer zukunftsfähigen Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes und der christlichen Sozialethik zu begleiten, hat das ZdK in seinem Hauptausschuss kurz vor der Bundestagswahl ein Papier mit politischen Eckpunkten und konkreten Vorschlägen für Gesetzesinitiativen der nächsten Jahre beschlossen.

 

So appelliert der ZdK-Hauptausschuss an die Abgeordneten und die künftige Bundesregierung, dass Deutschland und die EU zur Bekämpfung des globalen Klimawandels ihrer Vorbildfunktion bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens gerecht werden müssten. In Deutschland seien jetzt wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, um bis 2020 das CO2-Reduktionsziel von 40 Prozent gegenüber 1990 zu erreichen.

 

In der Rentenpolitik sollen nach Ansicht des ZdK Schritte gegen die Ausweitung von Altersarmut ergriffen werden, unter anderem durch eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige, die bisher nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen oder über berufsständische Versorgungswerke abgesichert sind. Das Rentensystem sei zudem familiengerechter auszugestalten. Dazu setzt sich das ZdK für eine bessere rentenrechtliche Anerkennung von Angehörigenpflege und Beitragsentlastungen für den generativen Beitrag von unterhaltspflichtigen Eltern ein.

 

Das ZdK hält für menschenrechtlich geboten, dass subsidiär Schutzberechtigten der Familiennachzug ermöglicht wird. Die bis März 2018 für diese Gruppe geflüchteter Menschen geltende Aussetzung des Familiennachzugs dürfe nicht verlängert werden.

 

"Die Zusammenführung der Familien ist ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Integration, die aber zugleich verstärkte Anstrengungen und zusätzliche Mittel erfordert, damit die Aufnahme und Integration von den jeweiligen Kommunen bewältigt werden kann", unterstreicht ZdK-Präsident Sternberg.

 

 

 

Das komplette Papier mit weiteren Eckpunkten und Erwartungen für die Politik der kommenden Jahre finden Sie hier: http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/erklaerungen/detail/Erwartungen-und-Forderungen-des-Zentralkomitees-der-deutschen-Katholiken-ZdK-an-die-Abgeordneten-des-19-Deutschen-Bundestags-242S/

 


Verantwortung für Demokratie übernehmen

 

(Köln/kdfb) – Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB) wurde in den Deutschen Bundestag wiedergewählt, dem sie seit 2002 angehört. Sie betonte angesichts des Einzugs der rechtspopulistischen Partei AfD in das Parlament die Verantwortung der Zivilgesellschaft, sich in Wort und Tat für die Demokratie einzusetzen.

 

„Der Frauenbund steht bereit, sich weiterhin engagiert für die Stärkung und den Ausbau der Demokratie einzusetzen“, so Dr. Maria Flachsbarth nach der Bundestagswahl. „Wir erwarten von der neuen Bundesregierung, dass sie sich unbeirrt für eine gelingende Integration der zu uns geflüchteten Menschen in einer sozial gerechten Gesellschaft einsetzt. Dazu gehört, die Schwachen am Rande unserer Gesellschaft besonders im Blick zu halten und Strategien für den Umgang mit der AfD im Deutschen Bundestag zu entwickeln.“ Es gelte, auch im parlamentarischen Tagesgeschäft populistischen Tendenzen, sozialen Ausgrenzungen und Rassismus entschieden entgegenzutreten. „Der KDFB tritt für eine Gesellschaft ein, die von Gerechtigkeit, Solidarität und Menschenwürde geprägt ist und in der Frauen und Männer unabhängig von ihrer kulturellen Herkunft gleiche Verwirklichungschancen haben“, so Flachsbarth. Diese Forderungen müssen nach Meinung der KDFB-Präsidentin im Regierungsprogramm Priorität haben.

 

 

 

Der Frauenbund gratuliert seiner Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth (CDU) sowie den KDFB-Mitgliedern Dorothee Bär (CSU), Sybille Benning (CDU), Britta Dassler (FDP), Marie-Luise Dött (CDU), Prof. Monika Grütters (CDU), Rita Hagl-Kehl (SPD), Marianne Schieder (SPD), Dr. Anja Weisgerber (CSU), Annette Widmann-Mauz (CDU) und Emmi Zeulner (CSU) zur Wahl in den neuen Deutschen Bundestag. Der Verband wünscht ihnen für die bevorstehende Amtszeit viel Kraft, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern, sowie Durchsetzungsvermögen bei der Vertretung von Fraueninteressen.

 

 

 

(Gabriele Klöckner)

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein


Tag der Deutschen Einheit in Mainz: 1.000 weiße Bänder für die Freiheit

Evangelische Kirche und Amnesty International erinnern an Verfolgte

 

(Darrmstadt/ekhn) - Gemeinsam mit der Hilfsorganisation Amnesty International präsentiert sich die evangelische Kirche am kommenden Montag mit einer „Nacht der Freiheit“ in Mainz. Anlässlich der bundesweiten Feiern zum Tag der Deutschen Einheit am 2. und 3. Oktober in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt stehen über 60 politisch Verfolgte im Mittelpunkt einer besonderen Aktion. 1.000 weißen Armbänder mit ihren Namen sollen in der Mainzer Christuskirche ab 19 Uhr verteilt werden und so an ihr Schicksal erinnern. Zugleich erscheint auf der Internetseite der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau www.ekhn.de ein Erinnerungs-Portal dazu. Die evangelische Kirche nimmt mit dem Thema Freiheit zugleich einen der zentralen Begriffe der genau 500 Jahr zurückliegenden Reformation auf.  

 

 

 

Freiheit ist überall bedroht

 

 

 

„Überall auf der Welt sind die Freiheitsrechte von Menschen in Gefahr. Eine Vielzahl ist inhaftiert, allein weil sie ihre Meinung geäußert haben. Wir wollen das am Tag der Deutschen Einheit zum Thema machen, an dem an die Freiheitsgeschichte des eigenen Landes erinnert wird. Auch Deutschland hat noch nicht ewig eine freiheitliche Grundlage und Demokratie“, erklärt Projektleiter Wolfgang H. Weinrich von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Gemeinsam wird er mit der SWR-Journalistin Antje Feig die Aktion moderieren.

 

 

 

Von Pantomime bis Schlagzeug

 

 

 

Die Nacht der Freiheit beginnt am 2. Oktober um 19 Uhr in der Christuskirche. Mit „drumlet“, die mit in ihrer „Rhythm’n’Groove Experience Show“ ein mitreißendes Rhythmusfeuerwerk zünden, wird der Abend eröffnet. Es folgt „Colours of Gospel”, der Mainzer Powerchor. Er ist neben Fernseh- und Radioauftritten für seine fulminanten Auftritte bekannt. Die „Frankfurt City Blues Band“ will danach dem Pubikum einheizen. Ihr gelingt seit über 25 Jahren der Spagat  zwischen authentischen und aufregend neuen Interpretationen des Blues. Mit Olga und Pierino, dem Schweizer Pantomimenduo, wird das Freiheitsprogramm fortgesetzt. Es spielt auf der Bühne mit der „Freiheit“ und mit den Zuschauern, weckt Erinnerungen und lässt die Gäste staunen.


Neue Talente entdecken

 

 

 

Parallel zum Programm im Kirchenschiff lädt ein interaktiver Stand in der Christuskirche ein, die eigenen Talente im Leben zu entdecken. Das Motto: „Mach doch, was Du glaubst“. Dabei können Ehrenamtliche erkunden, ob ihr Engagement gefragt ist; Jugendliche finden spielerisch mit Studierenden und Studienbegleitenden ihren Berufsweg. Diese Ausstellung ist auch am 3. Oktober zwischen 11 und 18 Uhr geöffent. Die Harfenistin Anne Kox-Schindelin sorgt dann zudem für musikalische Atmosphäre jeweils um 12,  14, 16, und 17 Uhr.

 

 

 

In die Geschichte schauen

 

 

 

Am 3. Oktober  zwischen 15.30 und 21 Uhr erzählt die Evangelische St. Johanniskirche in der Mainzer Innenstadt  (Bischofsplatz 10) „KirchenGeschichten“. Das Gebäude steht auf Kirchenmauern, die zu den bedeutendsten Fundamenten nördlich der Alpen zählen. Die älteste Mainzer Kirche, die einst der Dom der Stadt war, gewährt dabei Einblicke in die Baugeschichte und den Stand der spannenden Forschungen mit kleinen Infosequenzen.

 

 

 

Gottesdienst live in SWR und ARD

 

 

 

Am 3. Oktober ab 10 Uhr übertragen der SWR und die ARD den offiziellen Festgottesdienst zum diesjährigen Tag der Deutschen Einheit mit vielen Repräsentatinnen und Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft. Die Predigt in der ökumenischen Feier im Mainzer Dom wird der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad halten.

 

 

 

 

 

Veranstalter des Programms zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz 2017 sind die Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, die Evangelische Kirche der Pfalz und   die Evangelische Kirche im Rheinland. 

 

 

 


Erzbischöfe von Berlin und Hamburg senden Glückwünsche zur Einweihung des neuen Plenarsaals des Landtages Mecklenburg-Vorpommern

(Schwerin/pm) - Zur Einweihung des neuen Plenarsaals des Landtages Mecklenburg-Vorpommern im Schweriner Schloss am Dienstag, 26. September 2017 gratulieren die Erzbischöfe von Hamburg und Berlin, Dr. Stefan Heße und Dr. Heiner Koch der Präsidentin des Landtages, Sylvia Bretschneider.

So schreibt Erzbischof Heße: „Ich wünsche Ihnen und den Abgeordneten des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern für

die Arbeit im neuen Plenarsaal faire und transparente Debatten, die die Demokratie bewahren und für das Wohl der Menschen in diesem Land geführt werden.“

 

Erzbischof Koch pflichtet dem bei: „Für eine lebendige, wehrhafte und streitbare demokratische Arbeit im neuen Plenarsaal wünsche ich Ihnen Gottes Segen. Als Kirche begleiten wir diese Arbeit gern.“

 

 

Der Landesteil Mecklenburg gehört zum Erzbistum Hamburg, Vorpommern zum Erzbistum Berlin.

 


Statement des BDKJ-Bundesvorstands zu den Ergebnissen der Bundestagswahl

(Düsseldorf/Berlin/bdkj) - „Von den Abgeordneten des neugewählten Bundestags erwarten wir, dass sie schnell geeignete Strategien zum Umgang mit der AfD im Parlament entwickeln. Parlamentarierinnen und Parlamentarier, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft müssen zusammenstehen und mit Argumenten gegen die politischen Positionen und den Hass der Rechten angehen. Wir fordern eine Politik, die nicht nach scheinbar schnellen Lösungen sucht, sondern sich nachhaltig am Wohl von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen orientiert.

  

Unser Beitrag als katholische Jugendverbände für die kommende Legislaturperiode: Wir werden weiter laut sein für ein Deutschland, in dem verschiedene Religionen und kulturelle Herkünfte gewollt sind, in dem Menschen wegen ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität keine Benachteiligung oder Ausgrenzung widerfährt – weder online noch offline – und in dem die soziale Herkunft nicht die entscheidende Weiche für das Leben von jungen Menschen stellt.“

  

Gemeinsames Statement von Katharina Norpoth (BDKJ-Bundesvorsitzende), Lisi Maier (BDKJ-Bundesvorsitzende), Pfarrer Dirk Bingener (BDKJ-Bundespräses) und Thomas Andonie (BDKJ-Bundesvorsitzender).

  

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Politik und Gesellschaft. 


Kirchenpräsident für offene, demokratische Gesellschaft

Jung sieht in Wahlergebnis „Warnsignal“

(Darmstadt/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat sich besorgt über das Ergebnis der jüngsten Bundestagswahlen geäußert. Jung bezeichnete das Wahlergebnis am Montag (25. September) als „klares Warnsignal“ für die Gesellschaft. Erstmals wird die rechtspopulistische AfD in den Bundestag einziehen. Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz hatte die Partei zweistellige Ergebnisse erzielt.

 

AfD ist für Jung rechtsextrem 

Gleichzeitig wies Jung darauf hin, dass sich weit über 80 Prozent der Wählerinnen und Wähler für Parteien entschieden hätten, die für eine „freie, offene, demokratische Gesellschaft eintreten und jede Form von Diskriminierung und Rassismus entschieden zurückweisen.“ Jung:  „Ich hoffe sehr, dass das Wahlergebnis den wachen demokratischen Diskurs stärkt - im Parlament und in der Gesellschaft.“ Jungs Ansicht nach handelt es sich bei der AfD „um eine rechtsextreme Partei, die Positionen vertritt, die in meinen Augen nicht mit einem christlichen Menschenbild zu vereinbaren sind“.

 

Hohe Wahlbeteiligung begrüßt 

Am Montag hatte sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm zunächst die gestiegene Wahlbeteiligung begrüßt. Auch die Kirchen hätten zusammen mit vielen weiteren gesellschaftlichen Gruppen für die Beteiligung an der Bundestagswahl geworben. Das Maß der Unterstützung für eine rechtspopulistische Partei sei aber „ein Weckruf für alle, denen das friedliche und solidarische Miteinander in einem weltoffenen Deutschland am Herzen liegt“.

 

Politische Kultur gefährdet 

Das Niederbrüllen von Rednern bei Kundgebungen und persönlich beleidigende Parolen sind nach Ansicht Bedford-Strohms „erschreckende Ausdrucksformen eines Mangels an politischer Kultur“. Alle müssten jetzt „zusammen helfen, dass ausgrenzende und hasserfüllte Stimmen nicht das Leben in unserem Land vergiften“. Es bleibe auch abzuwarten, ob eine zerrissene Partei wie die AfD es schaffte „sich konstruktiv in den parlamentarischen Arbeitsprozess auf Bundesebene einzubringen und eine Trennlinie zu den radikalen Rechtsaußen-Kräften in der Partei einzuziehen“.

 


kfd-Bundesverband zur Bundestagswahl:

Jetzt die erreichten Schritte in der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern weiterbetreiben!

 

(Düsseldorf/kfd) – Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ­– Bundesverband e.V. hat mit großer Sorge das Ergebnis der gestrigen Bundestagswahl zur Kenntnis genommen. Dazu die Bundesvorsitzende der kfd, Mechthild Heil:

 

 

 

„Es ist bedauerlich, dass Abgeordnete in den Deutschen Bundestag einziehen, die sich offen gegen eine Gleichstellung von Frauen und Männern aussprechen und den Klimawandel leugnen. Dieses Wahlergebnis erschwert zudem die Integration derjenigen, die nach Deutschland zuwandern und hier eine neue Heimat suchen.“

 

 

 

In einem bundesweiten Wahlaufruf hatte die kfd sich klar gegen Populismus positioniert und ihre Mitglieder aufgefordert, sich gezielt mit den Wahlprogrammen der Parteien auseinanderzusetzen. Dafür hatte der kfd-Bundesverband die Programme der sechs jetzt in den Bundestag gewählten Parteien zentralen kfd-Themen gegenübergestellt, um seinen Mitgliedern eine Wahlentscheidung zu erleichtern.

 

 

 

„Ein schwacher Trost ist die erfreulich hohe Wahlbeteiligung, da 76 % der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. Das ist ein Erfolg für die Demokratie in unserem Land und macht Hoffnung, dass Menschen auch über den Wahltag hinaus die Arbeit der Bundesregierung kritisch begleiten“, so Heil.

 

 

 

Ein dringendes Anliegen der kfd an die neue Bundesregierung ist eine Rentenreform, die Altersarmut durch eine Sockelrente verhindert und Erziehungs- und Pflegezeitenzeiten besser anerkennt. Das ist besonders für Frauen wichtig, die primär von Altersarmut betroffen sind. Daher ruft der kfd-Bundesverband als Mitglied des Rentenbündnisses der katholischen Verbände (Familienbund, KAB, kfd, KLB, Kolping) in einer Postkartenaktion alle neu- und wiedergewählten Abgeordneten bundesweit dazu auf, sich für eine solidarische und generationengerechte Rentenreform einzusetzen.

 

 

 

An die neue Bundesregierung richtet die kfd zudem den Appell, sich für insbesondere einzusetzen für

 

 

 

  • neue Arbeitszeitmodelle für Frauen und Männer sowie Lohngerechtigkeit,
  • die Förderung legaler, fair bezahlter, bezahlbarer haushaltsbezogener Dienstleistungen,
  • Geschlechtergerechtigkeit und Nachhaltigkeit als zentrale Kriterien für Entwicklungspolitik und  bi- sowie multilaterale Abkommen und
  • zusätzliche legale, transparente und gegebenenfalls befristete Zuwanderungsmöglichkeiten für einreisewillige Menschen sowie Rücksichtnahme auf die besonderen Bedürfnisse geflüchteter Frauen bei der Unterbringung, Betreuung und allen Integrationsmaßnahmen.

 

 

 

Weitere Informationen

 

 

 

Wahlaufruf, -programmvergleich, Rentenpostkarte:

 

www.kfd-bundesverband.de/projekte/bundestagswahl-2017

 

 

 

kfd-Positionspapier „Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf“

 

www.kfd-bundesverband.de/artikel/positionspapier-gleichstellung-von-frauen-und-maennern-im-lebensverlauf.html

 

 

 


Jugendpreis zu BigData: „Daten sind das neue Gold“ ist Thema von myDigitalWorld 2017/18

  • Bundesinnenminister ruft zur Teilnahme bei myDigitalWorld auf
  • DsiN-Kooperation mit Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung
  • Schülergruppen der Jahrgangsstufen 8 bis 11 können sich bewerben

 

 

 

(Berlin/dsin) - Zum neuen Schuljahr 2017/18 ruft der Jugendwettbewerb myDigitalWorld Schulklassen zu Beiträgen über den selbstbestimmten Umgang mit Big Data auf. Bis zum 11. Dezember 2017 können Schülergruppen der Stufen 8 bis 11 ihre Beiträge zum Thema „Daten sind das neue Gold“ einreichen. In Kooperation mit dem Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung fördert der Preis von Deutschland sicher im Netz (DsiN) den selbstbestimmten Umgang junger Menschen mit dem Internet.

 

 

 

Der Preis würdigt Projekte und Präsentationen, die sich kreativ oder kritisch mit der Erhebung und Verarbeitung von großen Datenmengen befassen: Was passiert mit meinen Daten, wer bestimmt darüber, wo liegen sie eigentlich und was kann ich tun? 

 

 

 

„Schon junge Menschen besitzen heute Smartphone und Gadgets wie Fitnessarmbänder. Der sorgsame Umgang mit möglichen Risiken der digitalen Vernetzung ist aber oftmals nur unzureichend“, erklärt Dr. Thomas Kremer, Vorstandsvorsitzender von Deutschland sicher im Netz und Vorstandsmitglied von Deutsche Telekom. „Mit dem Jugendpreis ‚myDigitalWorld‘ fördert DsiN die frühzeitige Befassung mit Datenschutz und IT-Sicherheit“, so Kremer weiter.

 

 

 

Mit Big Data greift der Jugendwettbewerb ein Megathema auf, das unter dem Aspekt Datenschutz und Datensicherheit zahlreiche Fragestellungen aufwirft. „Der Jugendwettbewerb ‚myDigitalWorld‘ ermuntert seit 2014 jedes Jahr junge Menschen, für die IT-Sicherheit aktiv zu werden und sich und andere besser zu schützen. Deshalb habe ich als DsiN-Schirmherr gerne wieder einer Förderung des Wettbewerbs zugestimmt. Ich bin gespannt auf die Ideen und Vorschläge und danke schon jetzt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das wertvolle Engagement!“, erklärt Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern und DsiN-Schirmherr in seinem Grußwort zum Wettbewerb.

 

 

 

Big Data gehört laut BITKOM Branchenbarometer zu den TOP 5 der wichtigsten Trends im Jahre 2017, IT-Sicherheit sogar auf Platz 1. Paten des Wettbewerbs sind der Bundesminister des Innern Dr. Thomas de Maizière sowie die DsiN-Mitglieder Deutsche Telekom, Google Deutschland, Lancom Systems und Ericsson.

 

 

 

 

 

Teilnahmevoraussetzung

 

 

 

Die Teilnahme am Schülerwettbewerb erfordert die Einreichung einer Präsentation sowie eines Vortragstexts zu den vorgegebenen Fragestellungen im Aufgabenheft. Zur Teilnahme berechtigt sind deutschsprachige Schülergruppen ab fünf Personen der Klassenstufen 8 bis 11 aus aller Welt. Bewerbungen können bis einschließlich 11. Dezember eingereicht werden.

 

 

 

Auch in diesem Jahr winken wieder attraktive Preise von einer Klassenfahrt bis hin zu Geldprämien und Sachpreisen. Die Gewinnerklasse wird traditionell im Bundeskanzleramt empfangen.

 

 

 

Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie den Teilnahmebedingungen unter www.mydigitalworld.org sowie www.bpb.de/lernen/projekte/schuelerwettbewerb

 

 

 

Über den Jugendwettbewerb myDigitalWorld

 

Der Jugendwettbewerb ist im Digitalgipfel der Bundesregierung entstanden und wird von DsiN nun zum vierten Mal mit Förderung des Bundesministeriums des Innern veranstaltet. Der Wettbewerb fördert den bewussten und sicheren Umgang junger Menschen mit dem Internet und prämiert herausragende Beiträge. Seit dem Schuljahr 2016/2017 kooperiert myDigitalWorld mit dem Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung mit einer gemeinsam gestalteten Aufgabenstellung. Paten des Wettbewerbs 2017/2018 sind die DsiN-Mitglieder Deutsche Telekom, Ericsson, Google und Lancom Systems. Weitere Informationen finden Sie unter www.mydigitalworld.org und auf Facebook

 

 

 

Über Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)

 

DsiN wurde im Rahmen des 1. Nationalen IT-Gipfels ins Leben gerufen mit dem Ziel, als Ansprechpartner für Verbraucher und Unternehmen konkrete Hilfestellungen für mehr Sicherheitsbewusstsein im Netz zu leisten. In Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern und Partnern entwickelt der Verein Strategien und Maßnahmen zum sicheren Umgang in der digitalen Welt. In der Digitalen Agenda der Bundesregierung wurde beschlossen, die Unterstützung und Zusammenarbeit mit DsiN zu verstärken. 2007 übernahm das Bundesministerium des Innern die Schirmherrschaft für DsiN. www.sicher-im-netz.de.


EVANGELISCHE AKADEMIEN DEUTSCHLANDS FÜR NACHHALTIGE UND INNOVATIVE DEMOKRATIEFÖRDERUNG MIT DEM BAD HERRENALBER PREIS 2017 GEWÜRDIGT

 

(Karlsruhe/ekiba) - Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Evangelischen Akademie Baden wird die Arbeit der Evangelischen Akademien in Deutschland, mit dem traditionsreichen Bad Herrenalber Akademiepreis ausgezeichnet. Erstmals wird damit der Preis nicht an eine einzelne Person verliehen, sondern einer Idee gewidmet. Dies gab die Vorsitzende des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Baden e.V., Dr. Alexa Maria Kunz (Karlsruhe), bekannt. Das Preisgeld von 2500 EUR sei vorgesehen für ein jugendpolitisches Kooperationsprojekt verschiedener Akademien. Stifter des im Jubiläumsjahr mit 2500 EUR dotierten Bad Herrenalber Akademiepreises ist der Freundeskreis der Evangelischen Akademie Baden e.V.

Die öffentliche Preisverleihung findet am 22. Oktober 2017 in der Evangelischen Akademie in Bad Herrenalb statt. Der Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland e.V., Klaus Holz (Berlin), wird nach dem festlichen Gottesdienst um 10.30 Uhr gemeinsam mit Akademiedirektorin Arngard Uta Engelmann (Karlsruhe) den Preis im Namen der Evangelischen Akademien in Empfang nehmen. Traugott Schächtele (Schwetzingen) wird für den Vorstand des Freundeskreises die Laudatio halten.

Klaus Holz und der Vorsitzende der Ev. Akademien Deutschlands, Dr. Rüdiger Sachau (Berlin), bedankten sich für die außergewöhnliche Würdigung. Sie bezeichneten „die nachhaltige und innovative Demokratieförderung und Begleitung gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse im Horizont christlicher Fragestellungen als leitende Idee hinter dem Engagement der Evangelischen Akademien in Deutschland“. Seit der Nachkriegszeit stünde der „weltoffene und streitbare Diskurs der Akademien für eine lebendige Auseinandersetzung mit aktuellen und brisanten Themen der Gesellschaft“. Vielfach seien in Deutschland relevante Themenkomplexe durch die Veranstaltungen, Hintergrundgespräche und Diskussionen in den Akademien befördert und geprägt worden – etwa die Ost-West-Dialoge, die Auseinandersetzung mit Ökologie- und Nachhaltigkeitskonzepten, die Hospizarbeit und vieles mehr.

Im Sinne des Akademien-Mottos: „protestantisch. weltoffen. streitbar“ stehen deutschlandweit 181 Studienleiter/innen an rund 20 Orten für die Veranstaltungen der Akademien ein. Mehr als 100.000 Teilnehmende kommen jährlich zu den 2000 Akademieveranstaltungen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.evangelische-akademien.de.

 


„Familienreport 2017“ – Der Kinderarmut den Kampf ansagen

 

(Trier/Berlin/bt) - Der jüngst veröffentlichte „Familienreport 2017“ der Bundesregierung dokumentiert vor allem eines: 2,8 Millionen Kinder gelten in Deutschland dauerhaft als armutsgefährdet. Das ist alarmierend, erklärt der Familienbund der Katholiken, der sich anlässlich des Weltkindertages heute zum Bericht äußert.

Der Verband fordert von der nächsten Bundesregierung, der Kinderarmut konsequent den Kampf anzusagen: Durch ein deutlich erhöhtes Kindergeld, durch einen reformierten Kinderzuschlag und durch Kinderfreibeträge in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Dass der „Familienreport“ als besten Schutz vor Armut die möglichst hohe Erwerbstätigkeit beider Elternteile betrachtet, ist insbesondere bei Mehrkindfamilien und Alleinerziehenden nicht realistisch, kritisiert der Familienbund.  

 

Bei Mehrkindfamilien steigt nach Angaben des Familienreports die Armutsgefährdungsquote deutlich. Je mehr Kinder im Haushalt lebten, desto höher sei das Armutsrisiko. Im Jahr 2014 lag die Armutsgefährdungsquote bei Paarfamilien mit drei oder mehr Kindern bei 27 Prozent. Bei Mehrkindfamilien mit nur einem Elternteil waren sogar 54 Pro­zent der Kinder von Armut bedroht. 

 

Ähnlich prekär wie bei Mehrkindfamilien sei die Lage der Alleinerziehenden. Von ihnen seien rund 44 Prozent armutsgefährdet, Paarfamilien mit ein bis zwei Kindern demgegenüber lediglich zu 10 Prozent. Entsprechend hoch ist der Anspruch auf Sozialleistungen unter den Alleinerziehenden. Alleinerziehende beziehen mehr als fünfmal so häufig SGB-II-Leistungen („Hartz IV“) wie Paarfamilien. 38 Prozent der Alleinerziehenden mit Kindern unter 18 Jahren erhalten SGB-II-Leistungen, aber nur 7 Prozent der Paarfamilien. 

 

Das zeigt: Mehrkindfamilien und Alleinerziehende haben es besonders schwer. Das Familienleben bleibt für Mehrkindfamilien und Alleinerziehende in Deutschland eine Gratwanderung – mit der ständigen Gefahr, in die Armut abzurutschen. Ein familiäres Leben am Limit erschwert soziale Teilhabe, menschliche Zuwendung, familiäre Bildung und eine gute Entwicklung von Kindern erheblich. 

 

Um das zu verhindern, sei der Gesetzgeber gefordert. Was wir brauchen sind Familienleistungen, die alle Familien im Blick haben und zugleich differenzieren: ein nach der Kinderzahl gestaffeltes, deutlich erhöhtes Kindergeld und ein reformierter Kinderzuschlag einerseits. Andererseits eine von der Kinderzahl abhängige Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen in Form von Kinderfreibeträgen wie im Steuerrecht. 

 

Scharfe Kritik übt der Familienbund der Katholiken an den arbeitsmarktpolitischen Positionen des „Familienreports“. „Dass das Familienministerium als besten Schutz vor Armut die möglichst hohe Erwerbstätigkeit beider Elternteile betrachtet, ist insbesondere bei Mehrkindfamilien und Alleinerziehenden nicht realistisch. 

 

Das Leitbild der Vollzeitbeschäftigung beider Elternteile setzt Familien unter enormen Druck. Zudem kommt die gemeinsame Zeit in der Familie zu kurz. Eine immer weiter zunehmende Ökonomisierung der Familien ist nicht die Lösung. 

 

Nötig seien vielmehr familienpolitische Leistungen und soziale Sicherungssysteme, die Familien auch unabhängig von ihrer Erwerbstätigkeit lückenlos schützten – und so die Familie wieder in den Mittelpunkt stellten, fordert der Familienbund der Katholiken.  

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands. 

Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- sowie 15 Mitgliedsverbände an.

 


Am 4. November heißt es in Bonn „Klima schützen – Kohle stoppen!“

Weltklimakonferenz COP23: Breites Bündnis ruft zur Demonstration auf

Weltklimakonferenz * COP23 * Kohle * Demonstration


(Bonn, Berlin/bfw)  – Im Vorfeld der Weltklimakonferenz kündigt ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis für Samstag, den 4. November, unter dem Motto „Klima schützen - Kohle stoppen!“ eine Demonstration in Bonn an. Nur wenige Kilometer entfernt von Europas größter CO
-Quelle, dem Braunkohlerevier im Rheinland, treffen sich in diesem Jahr bis zu 25.000 Konferenzteilnehmer. Das Bündnis, das Klima- und Umweltschutz-, Bürgerrechts- und kirchliche Organisationen sowie Entwicklungsverbände vereint, fordert von der neuen Bundesregierung die konsequente Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und damit einen verbindlichen Fahrplan für einen schnellen, sozialverträglichen Kohleausstieg. Tausende Menschen werden diese Forderungen bunt und friedlich auf die Straße tragen.

Im Aufruf des Bündnisses heißt es: „Der Klimagipfel von Paris war ein Aufbruch und das gemeinsame Ziel, die Klimakrise aufzuhalten, macht Hoffnung. Doch das gelingt nur mit entschlossenem Handeln. Jetzt müssen mehr denn je Taten folgen: ehrgeiziger Klimaschutz, faire Unterstützung für die armen Länder - und der Ausstieg aus der Kohle!“

 

 

 


Stellungnahme der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland zu der Pressekonferenz der AfD

Hass- und Hetzkampagne der AfD entsetzt Muslime in Deutschland!

 

Datum: 18. September 2017

  

Die Hass- und Hetzbotschaften der AfD-Führung sechs Tage vor der Bundestagswahl machen uns Muslime in ganz Deutschland fassungslos und verletzen zutiefst. Die AfD betreibt geistige Brandstiftung für eigenen Stimmenfang und zulasten der Minderheiten in Deutschland. Als Ahmadi-Muslime fordern wir, dass die Vorwürfe der AfD gegen den Islam keinesfalls eine unkritische Verbreitung durch Medien finden dürfen. Dieser erneute Angriff gegen Muslime ist in Wirklichkeit eine Hass- und Hetzkampagne gegen den sozialen Zusammenhalt unserer pluralen Gesellschaft.

  

Der Moscheebesuch von Prof. Meuten in 2016 nahmen Muslime in Deutschland als Zeichen für die Dialogbereitschaft. Nun verbreitet die Partei wider besseren Wissens Vorurteile gegen Muslime, muslimisches Leben und Deutschland. Dabei zeugen die Vorwürfe von fehlender Sach- und Fachkenntnis. Gänzlich außer Acht gelassen werden die vielen Gesprächsangebote von Muslimen für die AfD um sich zu informieren und in einen ergebnisoffenen Dialog zu treten.

  

Eine Hetzschrift der AfD mit zahlreichen Vorurteilen, die seit 2 Jahren verbreitet wird, haben wir aus muslimischer Sicht vor einem Jahr entgegnet (http://www.ahmadiyya.de/bibliothek/art/islam-fakten-argumente/ ). Die AfD hat bis heute auf diese Entgegnung nicht reagiert; höchstwahrscheinlich fehlt der Wille sich ergebnisoffen über den Islam und Muslime in Deutschland zu verständigen. 

 

Die Vorurteile der AfD, die im Rahmen der heutigen Pressekonferenz geäußert wurden, entgegnen wir vehement und vollumfänglich.

 

§ Der Heilige Quran ordnet den Muslimen Loyalität zum Staat.

 

§ Islam lehnt Zwangsheiraten ab. Gemäß Aussagen des Heiligen Propheten Muhammad (saw) sind solche Heiraten ungültig.

 

§ Alle Moscheen der Ahmadiyya Muslim Jamaat und anderen Islamverbänden stehen täglich jedem Besucher offen. Predigten in Moscheen der AMJ werden auf Deutsch gehalten.

 

§ Die Ahmadiyya Muslim Jamaat bildet eigene Imame in einem 7-jährigen Studium in Deutschland zu Theologen und Geistlichen aus.

 

§ Islam versteht den Jihad vor allem als den ewigen Kampf gegen Egoismus und niedere Instinkte. Wir lehnen Gewalt im Namen der Religion ab.

 

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat sucht das Gespräch und bietet sich immer als Ansprechpartner für einen Dialog an. Dieser Gesprächskanal wird von der AfD nach wie vor gemieden.

 

Die Hetzkampagne der AfD kurz vor der Wahl dient rein dem Zweck politisches Kapital aus der Dämonisierung der Minderheiten zu machen.

 

Fünf Millionen Muslime in ganz Deutschland sagen: NEIN, Nein zu Hetze, Nein zu Populismus und Nein zum Hass, den die AfD verbreitet.

 

Dr. Mohammad Dawood Majoka Pressesprecher Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland

 


AG Katholische Schulen trifft sich in Trier mit Bildungsministerin

Ministerin Hubig sprach bei der LAG Katholische Schulen. Foto: bt
Ministerin Hubig sprach bei der LAG Katholische Schulen. Foto: bt

ier/bt) – Katholische Schulen bereichern mit ihrer Ausrichtung die Schullandschaft mit einer eigenen Facette. Das hat Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig bei der Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Schulen in freier Trägerschaft im Land Rheinland-Pfalz betont. Sie nahm am 18. September an dem Treffen von Schulleitungen und Vertretern aus den Bistümern Limburg, Mainz, Speyer und Trier, der Ordensgemeinschaft der Ursulinen und der Benediktiner und des Katholischen Büros Mainz teil. Hubig drückte ihre Freude über die Vielfalt der schulischen Landschaft aus und bekräftigte die Privatschulfreiheit als einen integralen Bestandteil des Schulwesens.

 

Bei dem Treffen in der Grundschule am Dom in Trier sagte die Bildungsministerin, die katholischen Schulen stünden mit den übrigen Schulen in einem Wettbewerb, „bei dem die besten Ideen vor allem Kindern und Jugendlichen zugute“ kämen. Die Verbindung zwischen Land und Schulträgern bezeichnete sie als sehr gut, und würdigte das katholische Büro als eine Art Mittlerin. Es sei im Interesse des Landes, dass „dieser wichtige Bereich die besten Bedingungen für eine erfolgreiche pädagogische Arbeit vorfindet.“ Gemeinsam stehe man vor der Herausforderung, „wie wir die beste Bildung für die Schülerinnen und Schüler erreichen wollen“. Hubig nannte als künftige Schwerpunkte der rheinland-pfälzischen Bildungspolitik eine konsequente Berufs- und Studienorientierung, die weitere Förderung der sogenannten MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik)-Fächer sowie die fortschreitende Digitalisierung. Im Austausch mit der Bildungsministerin wurde deutlich, dass eine sinnvolle pädagogische Arbeit mit den neuen digitalen Medien eine professionelle Wartung und Betreuung der Technik erfordert. Grundsätzlich müssten – so die Schulleiterinnen und Schulleiter - zusätzliche personelle Ressourcen etwa für den Bereich der Verwaltung geschaffen werden, so dass die Lehrkräfte sich stärker der eigentlichen pädagogischen Arbeit widmen können. Auf Nachfrage bestätigte die Ministerin, dass sie nicht beabsichtige, Veränderungen an der vorhandenen Schulstruktur vorzunehmen. Sie sprach sich mit Blick auf die Umsetzung der Inklusion für den Fortbestand der Förderschulen aus.

 

Christian Heckmann, Leiter des Synodenbüros im Bistum Trier, gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Impulse aus dem Abschlussdokument der Diözesansynode mit auf den Weg. Katholische Schulen könnten Orte und ein Teil von Kirche sein: „ein Ort unhintergehbarer Pluralität und Individualität im Netzwerk einer Pfarrei“. Sie könnten „Biotope der Kirchenentwicklung“ sein und Orte, an denen Katechese stattfindet. Das Synodendokument habe keine operativen Vorschläge für katholische Schulen gemacht. Daher, so betonte Wolfgang Müller, Leiter der Schulabteilung des Bistums Trier, sei es in der Umsetzung der Synode eine „große Gestaltungsaufgabe“ für die katholischen Schulen, sich als „Orte, an denen wir Glauben leben lernen“ zu erweisen. Zu Beginn der Vollversammlung hatte die Landesarbeitsgemeinschaft einen Gottesdienst mit dem Trierer Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg gefeiert. Zudem standen Berichte des Vorstands und des Katholischen Büros Mainz sowie der Austausch darüber auf der Tagesordnung. Informationen zu den Katholischen Schulen im Bistum Trier sind unter www.schulabteilung.bistum-trier.de zu finden. 


Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum ZdK-Projekt "Demokratie stimmt!"

"Kompromisse nicht scheuen"

 

(Bonn/zdk) -  Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, ermutigt in seinem Beitrag für das ZdK-Projekt "Demokratie stimmt!", für die eigenen Überzeugungen einzutreten: "Mir persönlich ist es viel lieber, die Zukunft aktiv mitzugestalten, als dass ich mich in einer fremdgestalteten Zukunft wiederfinde, die dann sicher nicht so ist, wie ich sie mir wünsche."

 

Dabei dürften Kompromisse nicht gescheut werden. Kretschmann wörtlich: "Kompromisse befähigen uns dabei zu einem Interessensausgleich und ermöglichen erst das Miteinander in der Gesellschaft. So wie ich meinen Glauben verstehe, ist dieses Miteinander eines der zentralen Elemente des gelebten Christentums. Alle Christen, die dieses Verständnis mit mir teilen, kann ich nur ermutigen, sich ebenfalls für unsere Gesellschaft einzusetzen."

 

 "Demokratie stimmt!" ist das Motto einer Initiative zur Verteidigung und Stärkung der Demokratie, die bei der ZdK-Vollversammlung am 5. Mai in Berlin gestartet wurde. Auf der Internetseite www.demokratie-stimmt.de werden bis zur Bundestagswahl wöchentlich zwei Statements prominenter Demokratie-Botschafter veröffentlicht.


INTERKULTURELLE WOCHE: BEGEGNUNGEN IN GANZ BADEN

„EUROPÄISCHES GRENZREGIME GEFÄHRDET FLÜCHTLINGE UND DEN FLÜCHTLINGSSCHUTZ“

 

TAGUNG DER EVANGELISCHEN AKADEMIEN MIT DEM LANDESFLÜCHTLINGSRAT ZU „MÖGLICHKEITEN EINER MENSCHLICHEN ASYLPOLITIK“ 

(Bad Boll/Karlsruhe/ekiba) -. 80 haupt- und ehrenamtliche Fachleute aus der Flüchtlings- und Integrationsarbeit waren sich am Ende einer dreitägigen Veranstaltung der Evangelischen Akademien in Württemberg und Baden vom 15. bis 17. September 2017 in Bad Boll einig: Die Migrationspolitik der Europäischen Union (EU) setze alles daran, die Fluchtrouten nach Europa zu kappen, und nehme damit in Kauf, dass Flüchtlinge in lebensgefährliche Situationen kämen und ihnen der Zugang zum Asylrecht genommen werde.


„Es ist eine Bankrotterklärung europäischer Werte, wenn die Küstenwache von Libyen mit EU-Geldern und EU-Waffen ausgerüstet wird, um Flüchtlinge zurück in die berüchtigten libyschen Lager zu bringen, wo sie hungern, dursten und misshandelt werden. Das gegenwärtige europäische Grenzregime gefährdet Flüchtlinge und missachtet den Flüchtlingsschutz“, sagte Elisabeth Hartlieb, Beauftragte für die Seelsorge an Aussiedlern, Flüchtlingen und für das christlich-islamische Gespräch in der Evangelischen Landeskirche in Baden.


„Statt langfristig wirksame Entwicklung zu fördern, bietet man afrikanischen Staaten Migrationspartnerschaften an. Diese dienen dazu, diese Länder in die Flüchtlingsabwehr einzubinden. Sie erhalten finanzielle Unterstützung, um Flüchtlinge an der Ausreise wie an der Durchreise zu hindern. So werden Staaten in Afrika, auch Diktaturen, dazu benutzt, Menschen fern zu halten von Europa, um so die auch durch die europäische Afrikapolitik mitverursachte „Flüchtlingskrise“ für die EU zu lösen,“ ergänzte Wolfgang Mayer-Ernst, Studienleiter der Evangelischen Akademie Bad Boll.


Die Tagungsteilnehmerinnen und –teilnehmer lehnten diese Politik ab, die sich nicht nur gegen Migranten richte, sondern gegen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Afrika allgemein. In einer einhellig verabschiedeten Resolution stellten sie folgende Forderungen an die künftigen Bundestagsabgeordneten:
· Förderung einer nachhaltigen Entwicklungspolitik gegenüber Afrika, die dazu beiträgt, Fluchtursachen zu verringern: Einstellung des Waffenhandels, Überprüfung der Handels-, Finanz- und Wirtschaftspolitik im Blick auf gerechte Beziehungen zu Afrika

· Schaffung legaler Fluchtwege und eines legalen Zugangs zu einem Asylverfahren in Europa

· Faire Verteilung der Flüchtlinge in Europa, zügige Umsetzung des Relocationprogramms
· Keine Abschiebung in Kriegs- und Krisengebiete, vor allem sofortiger Abschiebestopp nach Afghanistan
· Sicherung des Grundrechts auf Schutz der Familie und Gewährung eines schnellen Familiennachzugs
· Nachhaltige Integrationsprogramme unabhängig vom Aufenthaltsstatus für alle Geflüchteten, insbesondere im Bereich der sozialen Arbeit, der Sprachförderung und der Arbeitsmarktintegration


Zuvor hatte die Tagung Erfolge in der Integrationsarbeit deutlich gemacht. „Integration findet bereits auf vielen Ebenen statt“, betonte Regine Nock-Azari, in der Evangelischen Landeskirche in Baden verantwortlich für die Ehrenamtsbegleitung und die Koordination des Maßnahmenpakets für Geflüchtete: „Kommunen, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, zivilgesellschaftliche Initiativen und Ehrenamtliche haben gemeinsam schon viel erreicht.“ Jetzt sei die Bundes- und Landespolitik gefordert, diese Anstrengungen zu unterstützen und die notwendigen strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Integration weiterhin gelinge.


Dazu will auch die bundesweite interkulturelle Woche vom 24. bis 30.September aufmerksam machen, die von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen zusammen mit vielen weiteren Kooperationspartnern in Kommunen und Sozialverbänden vor Ort veranstaltet wird. In zahlreichen Veranstaltungen auf der kommunalen Ebene bietet sie Möglichkeiten Geflüchteten direkt zu begegnen und mit Politikern und BundestagskandidatInnen ins Gespräch zu kommen. Mehr Informationen auf www.interkulturellewoche.de.

 


Jung dringt nach Besuch in Offenbach auf sorgfältige Verfahren

Kirchenpräsident erschüttert über aktuelle Abschiebepraxis bei Schülern

 

(Darmstadt / Offenbach/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat sich am Dienstag (19. September) nach einer Begegnung mit Schülern in Offenbach, die von Abschiebung bedroht sind, erschüttert gezeigt. „Diese Jugendlichen stehen kurz vor dem Schulabschluss, sie wollen hier leben und arbeiten. Sie sind hoch motiviert. Sie schätzen die Sicherheit und die Freiheit und wollen in diesem Land und für die Gesellschaft in unserem Land arbeiten“, sagte Jung nach einem Besuch in der Offenbacher Theodor-Heuß Schule im Rahmen der Interkulturellen Woche, die gestern eröffnet wurde. „Es ist erschütternd zu sehen, wie ihre Anträge offenbar pauschal abgelehnt werden und ihre Fluchtgründe anscheinend kaum noch eine Rolle spielen“, so Jung. 

Der Kirchenpräsident wiederholte entschieden die kirchliche Forderung nach fairen Asylverfahren. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) müsse Anträge sorgfältiger prüfen, erklärte er weiter. Das scheine ihm nicht der Fall zu sein, wenn zum Beispiel eine Person über den Fall entscheidet, die den Hilfesuchenden nie gesehen habe, so Jung. „Faire Verfahren bedeutet wesentlich, dass die Fluchtgründe angehört und genau geprüft werden. Und in jedem Fall muss gelten: Kein Mensch darf in Krieg und Gewalt zurückgeschickt werden.“ 

 

Dem Kirchenpräsidenten habe unter anderem ein Schüler berichtet, dass sein Asylantrag vor wenigen Tagen abgelehnt wurde, mit der Begründung, es gebe Fluchtalternativen innerhalb Afghanistans. Das sei angesichts der Gewalt überall im Land „zynisch“. Jung habe sich zudem Ablehnungsbescheide der betroffenen Schüler angeschaut. Angesichts der mangelhaften Begründungen könne er Betroffenen nur raten, gegen die Bescheide zu klagen. 

 

Jung zeigte sich bei dem Besuch beeindruckt von den Demonstrationen für die betroffenen Schülerinnen und Schüler, zu denen der Offenbacher Stadtschülerrat aufgerufen hatte. Das zeige nicht nur die „Solidarität der Jugendlichen untereinander, sondern dokumentiert auch, wie gut die afghanischen Jugendlichen hier integriert sind, dass sie Freunde gefunden haben und in Offenbach zuhause sind.“ Sie abzuschieben, widerspreche den wiederholten Integrationsforderungen des Staates. 

 

Im Juni 2017 hatten sich Bund und Länder noch auf eine Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan angesichts der dortigen Sicherheitslage verständigt. Mitte September 2017 fand bereits wieder ein Abschiebeflug nach Afghanistan statt; weitere Abschiebeflüge sind geplant. Die beiden Kirchen sprechen sich nicht grundsätzlich dagegen aus, dass Personen, die in Deutschland keine Bleibeperspektive haben, in ihre Heimat zurückgeführt werden. Abschiebungen in lebensgefährliche Gebiete wie Afghanistan kritisieren sie allerdings als inakzeptabel. 


Über 160.000 Stunden für Demokratie und Toleranz

Abschluss der Aktion „Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land“ am vergangenen Wochenende in Berlin // Hunderte Jugendliche demonstrieren für eine tolerante Gesellschaft // Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) positioniert sich bei Abschlusskundgebung gegen Rechtspopulismus // Bundesweit dezentrale Abschlussaktionen der Jahresaktion

 

(Berlin/bdkj) - „Wir stehen hier Hand in Hand – Gemeinsam für ein buntes Land!“ - mit Sprüchen wie diesem haben sich heute rund 350 junge Menschen in Berlin für eine offene und solidarische Gesellschaft eingesetzt. Die Demonstration mit anschließender Kundgebung war Teil des Abschlusswochenendes (16. bis 17. November) von „Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land“ des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Mit der Aktion setzten sich der BDKJ und seine Verbände ein Jahr lang gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und für die Integration von Geflüchteten ein. 

 

Zukunftszeit startete im Herbst vergangenen Jahres mit einer Bildungsphase, seit März waren junge Menschen in ganz Deutschland dazu aufgerufen Stunden des Engagements für und mit Geflüchteten zu sammeln. „Christ sein heißt, politisch zu sein“, erklärt Pfarrer Dirk Bingener, BDKJ-Bundespräses. „Die jungen Menschen haben aus ihrem Glauben heraus gezeigt, was es heißt sich aktiv für die Integration einzusetzen und Menschenfeindlichkeit deutlich zu widersprechen.“ Das gesetzte Ziel von 35.000 Stunden, der Dauer einer Legislaturperiode, war bereits nach zwei Monaten erreicht. Bis heute wurden 161.663 Stunden gesammelt. „Alle, die mitgemacht haben, setzen dem Hass der Rechtspopulistinnen und Rechtspopulisten was entgegen. Jede einzelne Stunde ist eine Stunde für eine vielfältige, eine solidarische und menschenfreundliche Gesellschaft“, so die BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier in ihrem Abschlussstatement vor dem Bundeskanzleramt. Sie machte eine Woche vor der Bundestagswahl klar: „Wir wollen keine Rechtspopulistinnen und Rechtspopulisten in den Parlamenten dieses Landes sitzen haben. Wir wollen nicht, dass rechtspopulistische Parteien die politische Themensetzung dominieren, unsere demokratischen Werte erschüttern, den gesellschaftlichen Ton angeben.“

  

Zum Finale nach Berlin waren teilnehmende Gruppen aus ganz Deutschland eingeladen worden. Bereits am Samstag feierten sie mit verschiedenen Bands den Erfolg der Aktion. Nach einem Gottesdienst am Sonntag folgte die Demonstration mit anschließender Kundgebung, bei der auch der Staatssekretär im Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Ralf Kleindiek sprach. „Die Beteiligung von so vielen jungen, engagierten Menschen an der ‚Aktion Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land‘ ist wichtiger denn je – gerade weil Polarisierung und Radikalisierung zunehmen in unserer Gesellschaft. Deshalb setzen insgesamt 161.663 Stunden jugendlichen Engagements ein tolles Zeichen für eine bunte, tolerante und vielfältige Gesellschaft und für die Menschenwürde jedes und jeder Einzelnen. Dieser weltoffene Geist konnte mit der Aktion Zukunftszeit auch dank der beeindruckenden Arbeit des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend so erfolgreich weitergetragen werden. Umso mehr freut es mich, dass die Aktion durch eine Schirmherrschaft der damaligen Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, und das Aktionswochenende durch Mittel im Rahmen des Bundesprogrammes ‚Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit‘ meines Ministeriums unterstützt werden konnten.“

 

Die Aktionsformate, die bei Zukunftszeit dabei waren, waren sehr vielfältig: Auf Ferienfreizeiten, bei Kicker-Turnieren, interkulturellen Stadtrallyes oder Kochabenden wurden der Austausch und die gegenseitige Begegnung von jungen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund gefördert. Bei Demonstrationen, politischen Diskussionen oder in den sozialen Netzwerken machten die jungen Menschen deutlich, für welche Werte sie eintreten. Neben der Veranstaltung in Berlin feierten deutschlandweit Gruppen den Abschluss von Zukunftszeit mit bunten Picknicks. Der BDKJ-Diözesanverband Hildesheim lud beispielsweise unter dem Motto „Unser Herz schlägt bunt“ Politikerinnen und Politiker auf die Picknickdecke ein. Die katholische junge Gemeinde in Mainz kombinierte ein Picknick in der Innenstadt mit der U18-Wahl. 

 

 „Zukunftszeit - Gemeinsam für ein buntes Land“ ist eine Aktion des BDKJ-Bundesverbands und seiner Mitglieds- und Diözesanverbände gegen Ausgrenzung und für Vielfalt! Junge Menschen engagieren sich bundesweit für die Integration von Geflüchteten und widersprechen jeder Form von Menschenfeindlichkeit. Mehr zur Aktion auf www.zukunftszeit.de.

  

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern.

 


Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart ruft zur Teilnahme an der Bundestagswahl auf

Wer nicht wählt, bleibt stumm

 

(Stuttgart/drs) - Eine Woche vor der Bundestagswahl hat die Vertretung der Katholiken im württembergischen Landesteil, der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart, alle Wahlberechtigten dazu aufgerufen, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Die gewählten ehrenamtlichen Mitglieder des Präsidiums, Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn, Priesterratssprecher Paul Magino und Beisitzerin Veronika Rais-Wehrstein, äußerten sich in einer Pressemitteilung.

 

Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn sagte, auch wenn jeder Wähler nur eine Stimme von über 61 Millionen habe, sei die Wahrnehmung dieser Mitbestimmung ausschlaggebend: „Nur wer wählt, kann Politik mitgestalten. Manche meinen, Politiker oder Parteien abstrafen zu können, indem sie zu Hause bleiben. Das ist ein Irrtum. Einfluss nimmt erfahrungsgemäß nur, wer seinen Willen kundtut. Auch wer keine Partei hundertprozentig überzeugend findet, sollte wählen gehen und sein Kreuz bei einem Kandidaten und einer Partei machen, deren Ausrichtung am ehesten seiner eigenen Zukunftsvision entspricht. Wer wählt, sagt, in welche Richtung unser Land sich bewegen soll. Wer nicht wählt, bleibt stumm.“ Gerade in Zeiten, in denen der Richtungsstreit unter den Bürgern so lebendig sei wie jetzt, müssten die Abgeordneten sich auf einen deutlichen Bürgerauftrag stützen können.

 

„Wählen bedeutet nicht, mit der zurückliegenden Amtsperiode oder einzelnen Politikern oder Parteien abzurechnen. Ein Wahlzettel ist kein Denkzettel“, betonte Präsidiumsmitglied Veronika Rais-Wehrstein. „Wählen bedeutet, über die Zukunft und Ausrichtung unseres Landes mitzuentscheiden. Die soziale Gerechtigkeit in Deutschland, die Stabilisierung der Wirtschaft in Europa, der Umweltschutz und nicht zuletzt die derzeitigen internationalen Verwerfungen sind immense Herausforderungen. Wer wählt, muss sich frei von Ressentiments fragen, wem er am meisten Sachkompetenz, Seriosität, politisches Standvermögen und den Blick für das Ganze zutraut“, so die Diözesanrätin.

 

„Für Christen und alle von der christlichen Kultur geprägte Menschen sind Nächstenliebe und Menschenwürde, die Sorge für die Benachteiligten sowie der Schutz unserer Umwelt prägnante Entscheidungskriterien für politische Wahlen“, erklärte Priesterratssprecher Paul Magino.

 


ZdK-Präsident Sternberg dankt polnischen Bischöfen für Appell gegen Reparationsforderungen

Kapital der deutsch-polnischen Versöhnung nicht verspielen

 

 

(Bonn/zdk) - "Der Appell einiger polnischer Bischöfe gegen die von Mitgliedern der nationalkonservativen polnischen Regierung erhobenen Forderungen nach deutschen Reparationszahlungen für im Zweiten Weltkrieg erlittenes Unrecht ist für uns Katholiken in Deutschland ein großes Hoffnungszeichen und auch eine Verpflichtung", unterstrich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, bei deiner Sitzung des ZdK-Präsidiums am Freitag, dem 15. September 2017, in Bochum.

 

Vor einigen Tagen hatten einige polnische Bischöfe, die der Gruppe für Kontakte mit der Deutschen Bischofskonferenz angehören, einen Appell veröffentlicht, in dem sie ausdrücklich Stellung gegen diese Reparationsforderungen beziehen.

 

"Wir sind sehr dankbar für die Warnung der Bischöfe, dass das über Jahre hinweg angesammelte Kapital der gegenseitigen Beziehungen zwischen Gesellschaften, Völkern und Staaten aufgrund oberflächlicher Intrigen und kurzfristiger politischer Vorteile nicht vergeudet und verspielt werden dürfe. Wir werden auch von unserer Seite alles tun, um das Kapital der Versöhnung und Verbindung zu schützten, zu stärken und zu vermehren – zum Wohle unserer Heimatländer. Auch wir sind der Überzeugung, dass wir eine gemeinsame Mission haben, wie die polnischen Bischöfe betonen: Zeugnis der Versöhnung gegenüber all den Unversöhnten in Europa und der Welt abzugeben."

 

Sternberg kündigte an, dass das ZdK Ende Oktober mit einer Gruppe des Präsidiums und weiteren Mitgliedern zu Gesprächen mit polnischen Laien nach Krakau und Warschau reisen wird. Dort werde Gelegenheit sein, an den Appell der polnischen Bischöfe anzuknüpfen.

 


Allianz für Weltoffenheit in Schleswig-Holstein:

Bischof Magaard unter den Erstunterzeichnern für Aufruf zur Bundestagswahl

 

(Schleswig/std) -  Die „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat in Schleswig-Holstein“ wendet sich mit einem Aufruf, an der Bundestagswahl am 24. September teilzunehmen, an die Bürgerinnen und Bürger des Landes. „Durch eine hohe Wahlbeteiligung erhalten die gewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten ein starkes Mandat für das Gemeinwesen. Wir wollen ein weltoffenes und solidarisches Land, wir treten gemeinsam ein gegen Hass und Gewalt“, heißt es in dem Aufruf.

 

Zu den Erstunterzeichnern gehört auch Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche). Weitere Erstunterzeichner sind Wolfgang Baasch, Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Schleswig-Holstein, Günter Ernst-Basten, Geschäftsführender Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Schleswig-Holstein e.V., Anke Homann, Vorsitzende des LandesFrauenRates Schleswig-Holstein e.V., Irene Johns, Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes e.V. (DKSB), Landesverband Schleswig-Holstein, Fatih Mutlu, Vorsitzender der SCHURA – Islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein e.V., Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bezirk Nord (DGB Nord), Jutta Kühl, stellvertretende Landesvorsitzende des SoVD – Sozialverband Deutschland e.V., Hans-Jakob Tiessen, Präsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein e.V.

 

Rechtsstaatliche, soziale und humanitäre Errungenschaften nicht aufgeben

 

In dem Aufruf der Allianz warnen die Unterzeichner vor menschenfeindlicher Hetze und Angstmacherei: „Die Unantastbarkeit der Menschenwürde, Weltoffenheit, Toleranz, Respekt und das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit bilden den demokratischen Kitt, der unsere pluralistische Gesellschaft trotz aller Unterschiede zusammenhält. Die rechtsstaatlichen, sozialen und humanitären Errungenschaften unserer Gesellschaft dürfen wir nicht aufgeben.“

 

Schleswig-Holstein zeichne sich seit jeher durch seine Weltoffenheit aus. „Das Land ist auch geprägt durch Zuwanderung und das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Kultur. Wir sind als Teil Deutschlands und der Europäischen Union als Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft den universellen Menschenrechten verpflichtet.“

 

Die „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat in Schleswig-Holstein“ war im Januar 2017 unter der dem Grundgesetz entlehnten Überschrift „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ als Bündnis von Gewerkschaften, Sozial- und Interessensverbänden sowie Kirchen und Religionsgemeinschaften gegründet worden, um gemeinsam für ein weltoffenes Land und für Menschlichkeit einzutreten.

 

Weitere Informationen und der Aufruf im Wortlaut: www.weltoffen-sh.de

 


Katholikenrat und katholische Verbände im Bistum rufen zur Wahlbeteiligung auf

Stimmen für die Demokratie zu Gehör bringen

Foto: bt
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(Trier/bt) – Der Katholikenrat sowie das Kolpingwerk und der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) im Bistum Trier rufen zur Beteiligung an der Bundestagswahl am 24. September 2017 auf.

 

Im Aufruf des KDFB heißt es, durch die Beteiligung an der Wahl werde die Demokratie im Land gestärkt. Es gelte, öffentlich Haltung gegen rhetorische Aufrüstung und populistische Tendenzen zu beziehen sowie gegen soziale Ausgrenzung und Rassismus aufzustehen. „Dabei sind unsere eigene Meinung, Mut und Standfestigkeit gefordert, wenn wir uns geschlechter-, generationen- und kulturübergreifend für Gerechtigkeit, Solidarität und Menschenwürde in Politik und Kirche einsetzen wollen.“

 

Das Kolpingwerk weist auf seine Aktion „heute für morgen. Wählen!“ hin, die den Wählerinnen und Wählern eine Orientierung für die Wahlentscheidung geben möchte. „Demokratie ist nichts zum Zuschauen, es ist etwas zum Mitmachen. Für Demokratie muss man fortlaufend etwas tun; sie kam nicht von selbst und sie bleibt auch nicht von selbst“, ruft das Kolpingwerk Trier alle Bürgerinnen und Bürger auf, ihr Stimmrecht wahrzunehmen.

 

Der Katholikenrat im Bistum Trier unterstützt den „Berliner Aufruf“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken unter dem Motto „Farbe bekennen für die Demokratie“, in dem es unter anderem heißt: „Bringen Sie Ihre Stimme für die Demokratie zu Gehör! Wir alle sollten nicht nur über die Bedrohungen und das, was besser gemacht werden muss, reden, sondern auch über den Schatz und das Potential einer über Jahrzehnte gewachsenen demokratischen Kultur in unserem Land.“

 

Darüber hinaus hat das oberste Laiengremium im Bistum Erwartungen an die Politik einer neuen Bundesregierung formuliert. Das Gremium fordert etwa einen Neuansatz bei der Flüchtlingspolitik der Europäischen Union auf der Basis der unveräußerlichen Würde eines jeden Menschen und der Solidarität statt Abschottung um jeden Preis. Der Abbau von Produktion und Export von Rüstungsgütern wird ebenso genannt wie die Stärkung der Instrumente der zivilen Friedensförderung national wie international. Im Bereich Energie, Verkehr und Landwirtschaft mahnen die katholischen Laien die Abkehr von Energie aus Atomstrom oder Kohle sowie die Umsetzung des „Aktionsprogramms Klimaschutz 2020“ an. Außerdem fordert der Katholikenrat die Wende zu einer ökologischen, ressourcenschonenden und tiergerechten Landwirtschaft. 


Deutscher Nachbarschaftspreis 2017 geht an drei Projekte mit Vorbildcharakter

Die drei Bundessieger - von links: Projektvertreter des 1. Platzes, "Tag des guten Lebens" der Agora Köln, Projektvertreter "Witzin macht Zukunft" der Dörpschaft Witzin e.V. und "Lebensmittel retten Magdeburg" des Spielwagen e.V., beide zweiter Platz. Im Hintergrund Landessieger und Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern und Schirmherr des Deutschen Nachbarschaftspreises 2017. (Bildnachweis: nebenan.de Stiftung)

 

 

(Berlin/pm) - Nachbarschaft ist einer der wichtigen Pfeiler, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Die nebenan.de Stiftung rief in diesem Jahr erstmals den Deutschen Nachbarschaftspreis aus, um aktive Nachbarn und nachbarschaftliche Projekte auszuzeichnen, die sich für ein offenes, solidarisches und demokratisches Miteinander einsetzen. In nur wenigen Wochen gingen bei der Stiftung über 1.300 Bewerbungen von gemeinnützigen Organisationen, Vereinen, Nachbarschaftsgruppen und -initiativen ein. Mit der Unterstützung einer achtköpfigen Expertenjury wurden nach der Auszeichnung auf Landesebene nun drei Bundespreisträger gekürt, die heute offiziell auf der Preisverleihung von Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern und Schirmherr des Deutschen Nachbarschaftspreises 2017, geehrt wurden.

 

Den ersten Preis, der mit 15.000 Euro dotiert ist, gewann die Bürgerinitiative Agora Köln mit ihrem Projekt „Tag des guten Lebens“.

 

Dieser Aktionstag regt zum Nachdenken und Mitmachen für alternative Nutzungskonzepte des öffentlichen Raums und der nachbarschaftlichen Zusammenarbeit an. In Köln-Deutz wurden dafür vier Tage autofreie Straßen geschaffen, die in Selbstorganisation von den Anwohnerinnen und Anwohnern für ein buntes Straßenfest mit Diskussions- und Erprobungsraum alternativer Ideen umgenutzt wurden. Das Projekt ist gleichzeitig Startpunkt für ein nachhaltiges nachbarschaftliches Engagement.

 

Der Tag des guten Lebens‘ ist nicht nur ein einmaliges Straßenfest. Dem Projekt geht es darum Platz zu schaffen, für das kreative, nachbarschaftliche Miteinander. Anwohnerinnen und Anwohner gestalten ihr Viertel für ein Wochenende und darüber hinaus gemeinsam. Das schafft langfristige Veränderung: In den Köpfen und auf den Straßen“, sagt Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland und Mitglied der Bundesjury.

 

Den zweiten Platz teilten sich gleich zwei Projekte jeweils mit einem Preisgeld von 7.000 Euro:

 

„Witzin macht Zukunft“ der Dörpschaft Witzin bringt engagierte Dorfbewohner zusammen, die das Dorfleben im strukturschwachen Mecklenburg-Vorpommern selbst in die Hand nehmen. Die ehrenamtlichen „Dorfmacher“ sorgten seither u.a. für Arbeitsplätze, die Wiedereröffnung ihrer Schule und einen Bürgerbus, der den öffentlichen Nahverkehr ergänzt.

 

Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, begründet die Jury-Entscheidung wie folgt: „‚Wir-in-Witzin‘ ist ein richtiges Mutmacher-Projekt für ländliche Regionen in Deutschland. Die Dorfgemeinschaft hat Antworten auf fast alle Herausforderungen gefunden, vor die der demografische Wandel viele Kommunen in Deutschland aktuell stellt. Das Projekt zeigt auf beeindruckende Weise, was eine aktive Nachbarschaft mit Kreativität und einer Portion Mut alles möglich machen kann.

 

Daneben kann sich das Projekt „Lebensmittel retten Magdeburg“ über den Deutschen Nachbarschaftspreis 2017 freuen. Über den Verein Spielwagen e.V. und gemeinnützige Partner in der Stadt werden übrig gebliebene Lebensmittel aus Supermärkten und Restaurants an Bedürftige verteilt und bei gemeinsamen Kochabenden verspeist.

 

Oliver Brügge, Vorstand der Montag Stiftung Urbane Räume, macht die Wichtigkeit des Projekts deutlich: „Lebensmittelretten ist ein ganz globales Thema. Allein in Deutschland landen jedes Jahr 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro im Müll. Das Projekt ‚Lebensmittel retten Magdeburg‘ hat das FoodSharing Konzept übernommen, auf die lokalen Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt. Durch die direkte Verwendung der Lebensmittel durch ehrenamtliche Partner, wird die Unterstützung bedürftiger Nachbarn sichergestellt und Begegnung im Viertel gefördert.

 

Alle Bundessieger werden auf der Webseite www.nachbarschaftspreis.de/bundessieger ausführlich vorgestellt. 

 

Auf der Preisverleihung wurde zudem das Engagement aller weiteren Landessieger geehrt, die jeweils ein Preisgeld von 2.000 Euro erhalten:

 

• Baden-Württemberg: „Dorfladen Langenbeutingen“

 

• Bayern: „Ein Teller Heimat“ im Münchener Westend

 

• Berlin: „Baumscheibenfest“ aus dem Kunger-Kiez/ Treptow-Köpenick

 

• Brandenburg: „Stadtteilnetzwerk e.V.“ für Potsdam-West

 

• Bremen: „Ab geht die Lucie!“ • Hamburg: „KULTURISTENHOCH2“

 

• Hessen: „Stadtteilwohnzimmer“ aus dem Frankfurter Unterliederbach

 

• Niedersachsen: „GÖ schafft’s“ aus dem Göttinger Stadtteil Leineberg

 

• Rheinland-Pfalz: „Stadtteiltreff Gonsenheim“

 

• Saarland: „Kulturschlüssel Saar“

 

• Sachsen: „ANNALINDE“ Gemeinschaftsgarten in Leipzig

 

• Schleswig-Holstein: „Bücherpiraten“ aus Lübeck

 

• Thüringen: Tandemprogramm „NAHbarn“ in Jena

 

Alle Landessieger werden auf der Webseite www.nachbarschaftspreis.de/landessieger ausführlich vorgestellt.

 

Burkhard Jung, Stellvertreter der Präsidentin des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister aus Leipzig, betont die Wichtigkeit des Preises: „Gute Nachbarschaften sind die Keimzellen einer demokratischen Gesellschaft. Sich mit Respekt zu begegnen, zu helfen, sich füreinander zu interessieren - das ist für unser Zusammenleben unverzichtbar. Zuhause fühle ich mich dort,wo ich dem Nachbarn nicht egal bin. Darin ändert auch die rasante digitale Entwicklung nichts. Erst das gegenseitige Einstehen füreinander macht aus einer Straße eine Nachbarschaft, macht aus einem Haus ein Zuhause.

 

 

 

Feierliche Auszeichnung in Berlin 

 

Die Preisverleihung fand am 13.09. auf dem Gelände der ufaFabrik statt, die seit 1979 als europaweit einzigartiges Lebens- und Arbeitsprojekt Menschen, Vereine, Initiativen und Betriebe für ein offenes, tolerantes und vielfältiges Leben zusammenbringt. In dem Theatersaal, auf dem sonst Stücke für die Nachbarschaft aufgeführt werden, wurden die Preisträger feierlich vor großem Publikum geehrt. Loretta Stern führte gekonnt durch das Programm und kam mit Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern und Schirmherr des Deutschen Nachbarschaftspreises über Nachbarschaft und seine ganz eigenen Erfahrungen ins Gespräch. Für die musikalische Unterstützung konnte Fetsum Sebhat, Initiator des „Peace X Peace“-Festivals in Berlin, gewonnen werden. Den Abend ließen die Gäste gemeinsam im Sommergarten ausklingen. Alle Preisträger und geladenen Gäste werden sich zudem am 14.09. im Forum „Engagierte Nachbarschaft“ über ihr Wissen austauschen und die Zukunft von nachbarschaftlichem Engagement diskutieren.

 

 

 

Über die nebenan.de Stiftung:

 

Die nebenan.de Stiftung wurde als Tochter des Berliner Sozialunternehmens Good Hood GmbH, das die Nachbarschaftsplattform nebenan.de betreibt, ins Leben gerufen.

 

Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der ein offenes und solidarisches Miteinander alle Bewohner im Viertel einschließt und in der Nachbarn für ihr Lebensumfeld Initiative ergreifen. Lebendige Nachbarschaften, in denen man sich kennenlernt, sich miteinander austauscht und einbringt, machen aus einem Viertel ein richtiges Zuhause.

 

Die Stiftung arbeitet operativ und fördernd. Um ihre Ziele zu verfolgen, fördert sie nachbarschaftliche Projekte und wird selbst Initiative zur Entwicklung und Durchführung von Programmen ergreifen. 2017 rief die Stiftung erstmals den Deutschen Nachbarschaftspreis aus. 


Gernot Hassknecht ist der härteste Fahrprüfer Deutschlands

„Kein Lappen für Lappen“

 

Jeder zweite deutsche Autofahrer würde laut einer repräsentativen Umfrage des ADAC aus dem Jahr 2016* die theoretische Führerscheinprüfung nicht noch einmal bestehen. Berufscholeriker Gernot Hassknecht, bekannt aus der ZDF-„heute show“, nimmt sich dieses Missstandes an. Für die Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ wird er im interaktiven Online-Quiz zum härtesten Fahrprüfer Deutschlands.

(Berlin/pm)  – Würden Sie die Fahrprüfung erneut bestehen?
Auf viele deutsche Autofahrer trifft das laut einer Umfrage des ADAC offenbar nicht zu: Etwa die Hälfte der Teilnehmer lag bei Fragen zu Verkehrsregeln und richtigem Fahrverhalten falsch. Allen Führerscheinbesitzern und -anwärtern hilft Gernot Hassknecht ab sofort als härtester Fahrprüfer Deutschlands auf die Sprünge. Seine Devise: Kein Lappen für Lappen! Mit einem interaktiven Online-Quiz, das mit Unterstützung von TÜV / DEKRA umgesetzt wurde, sollen Nutzer auf
www.runtervomgas.de animiert werden, ihr Wissen über die Verkehrsregeln zu überprüfen. „Millionen von Deutschen glauben, sie könnten Auto fahren. Dabei können sie es gar nicht. Für alle, die sich für Götter der Straße halten: Fresse halten und Prüfung machen!“, fordert Hassknecht.

„Seit 2008 appelliert ‚Runter vom Gas‘ an das Verantwortungsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer. Dieses ernste Thema darf aber auch auf unterhaltsame Art und ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt werden. Wir freuen uns, dass Gernot Hassknecht dabei unterstützt – und uns Autofahrer aufs Korn nimmt“, so Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, sagt: „Sowohl Fahranfänger als auch erfahrene Autofahrer können dem Fahrprüfer Hassknecht zeigen, ob sie wirklich so oft richtig liegen, wie sie glauben.“

In der nicht ganz ernst gemeinten Führerscheinprüfung durchlaufen Teilnehmer zehn zufällig ausgewählte Quiz-Fragen pro Durchgang. Ein Großteil der Fragen stimmt mit den Texten aus realen Prüfungen überein – nur bei den Antworten und Reaktionen des Fahrprüfers wurde der Realität etwas nachgeholfen. Teilnehmer können ihr Testergebnis anschließend in sozialen Netzwerken teilen und so ihre Freunde wissen lassen, ob sie „Klugscheißer“ sind oder bald mit dem „Busticket zurück in die Fahrschule müssen“. 

Hier geht’s zur härtesten Fahrprüfung Deutschlands:
www.runtervomgas.de/fahrpruefer-hassknecht

Hinweis und Dank:
Für das Web-Quiz „Kein Lappen für Lappen“ wurden die amtlichen Prüfungsaufgaben der Theoretischen Fahrerlaubnis bzgl. Antwortmöglichkeiten, Visualisierungen und Strafpunkten teilweise verändert sowie um weitere Fragen zu häufigen Unfallursachen ergänzt. „Runter vom Gas“ dankt TÜV / DEKRA arge tp 21 für die kostenfreie Bereitstellung der verwendeten Fragetexte und Abbildungen. Ein offizielles Führerschein-Quiz mit den amtlichen Prüfungsaufgaben der Theoretischen Fahrerlaubnis kann über die Webseite der TÜV / DEKRA abgerufen werden:
www.fahrerlaubnis.tuev-dekra.de/quiz.php

Die Erklärungen zu den Fahrschulfragen wurden freundlicherweise vom Verlag Heinrich Vogel (Springer Fachmedien München GmbH) zur Verfügung gestellt und stammen aus dem Online-Lerntraining Fahren Lernen Max. Mehr Informationen dazu finden Sie unter 
www.fahren-lernen.de.

Hintergrund „Runter vom Gas“:
Initiatoren der Kampagne „Runter vom Gas“ sind das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). 
Mit einer emotionalen Ansprache sensibilisiert „Runter vom Gas“ seit 2008 für Risiken im Straßenverkehr sowie eine Vielzahl von Unfallursachen und will damit für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen sorgen.
Im Jahr 2016 verloren 3.206 Personen ihr Leben im Straßenverkehr. 2011 waren es noch 4.009 Getötete. Im selben Jahr wurde im nationalen Verkehrssicherheitsprogramm das Ziel von 40 Prozent weniger Todesopfern im Straßenverkehr bis 2020 definiert.

Mehr Informationen zur Kampagne auf:
www.runtervomgas.de
www.facebook.com/RunterVomGas

 


"Instrument für Stabilität und Frieden": EU-Parlament stellt falsche Weichen

Friedenspolitische Glaubwürdigkeit des EU-Parlaments in Gefahr

 

Stabilität * Frieden * IcSP * Europa-Parlament * Trilog-Verhandlungen * Militärhilfe

(Brüssel/ Berlin/bfw) -

Dr. Martina Fischer, Referentin für Frieden und Konfliktbearbeitung bei Brot für die Welt, zur heutigen Abstimmung im EU-Parlament, in der die Weichen gestellt worden sind für eine Umfunktionierung des „Instruments für Stabilität und Frieden“, kurz IcSP:

„Mit der heutigen Abstimmung im EU-Parlament ist es leider sehr wahrscheinlich geworden, dass die Pläne der EU-Kommission zur Umfunktionierung des Instruments für Stabilität und Frieden Realität werden.
Wir sehen die Pläne, Gelder, die für zivile Zwecke der Friedensförderung oder für Entwicklung bestimmt sind, für militärische Ausrüstung umzuwidmen, als Affront für alle Initiativen, die sich in Krisenregionen für friedliche Konfliktlösung einsetzen.
Das würde die friedenspolitische Glaubwürdigkeit der EU massiv untergraben. Solch grundlegende Entscheidungen dürfen nicht einfach durchgewunken werden. 
Wir hatten gehofft, dass die Debatte jetzt neu aufgerollt und nicht nur von den Ausschüssen sondern vom ganzen Parlament geführt wird. Diese Chance wurde nun leider vertan.“

 


Katholische Argumentationshilfe für politische Diskussionen

Politisch statt populistisch

Grafik: drs
Grafik: drs

 

(Stuttgart/drs) - Hilfestellungen für politische Diskussionen rund um die Bundestagswahl und Denkanstöße zur Demokratie hat der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart jetzt auf der Internetseite „Farbe bekennen für Demokratie“ veröffentlicht.

 

Diözesanrat und Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ verstehen ihr neues Online-Angebot als „Service für alle Bürger“, so Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn. „Ausgangspunkt unserer Initiative war die Frage der gewählten Katholikenvertreter im Diözesanrat, wie man politische Diskussionen so führen kann, dass sie nicht in populistischen Sackgassen enden. Viele Menschen lassen sich durch plakative Ansagen, dramatische Thesen oder abwertende Bemerkungen allzu schnell überrumpeln. Wir wünschen uns, dass sie durch unser Online-Angebot in ihren gemäßigten Ansichten bestärkt werden und sich trotzdem Gehör verschaffen können. Christen sollen generell die Prinzipien der Menschenwürde und der Verantwortung für den Nächsten in Diskussionen einbringen, und zwar inhaltlich ebenso wie in ihrer Art zu diskutieren“, sagt Warmbrunn.

 

Neben Tipps des Stuttgarter Stadtdekans Christian Hermes, wie man populistische Diskussionstaktiken erkennen und parieren kann, erklärt unter anderem ein Beitrag des Leiters der diözesanen Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“, Ordinariatsrat Joachim Drumm, was Populismus in heutiger Zeit so attraktiv macht. Außerdem hilft das Portal, politische Veranstaltungen zu planen, etwa mit einem Konzept für einen „Gesprächsabend für besorgte Bürger“ und mit Hinweisen, wie man eine Diskussion mit Politikern vorbereiten kann. Antworten gibt es auch auf die Frage, woran man sich als Christ in Zeitfragen orientieren kann. Ergänzt wird der Internetauftritt „Farbe bekennen für Demokratie“ durch zwei gedruckte Produkte. Eine Broschüre „Politisch streiten“ enthält zentrale Beiträge der Internetseite, und ein achtteiliges Spielkarten-Set „Gewissensfragen“ regt an, die eigenen Möglichkeiten wahrzunehmen, um die Gesellschaft mitzugestalten. Wer will, dass im Bus deutsch gesprochen wird, sollte sich beispielsweise fragen, ob er selbst mit Ausländern redet. Oder wer unabhängigen Journalismus will, kann einen Anfang machen, indem er eine Zeitung oder einen journalistischen Onlinedienst kostenpflichtig abonniert. „Diese simplen Beispiele trainieren die Haltung, nicht über die große Politik zu jammern, sondern als anständige Menschen und aktive Bürger zusammenzuleben. Davon lebt die Demokratie“, meint die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des Diözesanrats, Cäcilia Branz.

 

Die Homepage farbe-bekennen-fuer-demokratie.info hatte die diözesane Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ zum diesjährigen Tag des Grundgesetzes (23. Mai) eingerichtet. Jetzt wird sie gemeinsam mit dem Diözesanrat mit Themen zu Demokratie und Politik weitergeführt.

 

Die Adresse der Homepage lautet: http://www.farbe-bekennen-fuer-demokratie.info

Das Kartenset „Gewissensfragen“ können Einrichtungen bestellen unter http://expedition-drs.de

 

Zur Broschüre: http://farbe-bekennen-fuer-demokratie.info/wp-content/uploads/2017/09/INFO-PC_ArgumentationshilfePopulismus_1-48.pdf

 


Lage in Afghanistan zu unsicher / Rückkehrberatung für afghanische Geflüchtete beenden

Keine Abschiebungen nach Afghanistan

 

(Frankfurt/dw) - entgegen der ursprünglichen Ankündigung in den Medien wurden am Dienstag keine Flüchtlinge aus Hessen mit dem Sammelabschiebungsflieger von Düsseldorf nach Afghanistan abgeschoben. Auch das Land Rheinland-Pfalz hat sich nicht beteiligt. Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, bestärkt beide Landesregierungen, diese Praxis beizubehalten:

„Afghanistan ist nicht sicher. Wir begrüßen die Entscheidungen aus Hessen und Rheinland-Pfalz, sich nicht an der Sammelabschiebung vom Flughafen Düsseldorf zu beteiligen. Eine Abschiebung von geflüchteten Menschen nach Afghanistan ist zurzeit nicht zu verantworten. Wir fordern daher einen generellen Abschiebungsstopp in diese Krisenregion. Gleichzeitig kritisieren wir, dass Mitarbeitende hessischer Regierungspräsidien und einiger rheinland-pfälzischer Ausländerbehörden immer wieder Flüchtlinge aus Afghanistan unter Ausreisedruck setzen und sie zur so genannten „freiwilligen Rückkehr“ auffordern. Dies muss endlich aufhören. Die landespolitisch Verantwortlichen sollten sich vielmehr auf Bundesebene dafür einsetzen, dass auch afghanische Geflüchtete an Integrationskursen teilnehmen können. Denn wer Deutsch spricht, integriert sich leichter. Schon jetzt ist absehbar, dass viele afghanische Flüchtlinge hier bleiben werden. Viele sind motiviert und integrationswillig. Dies sollte gefördert werden, anstatt sie durch Sammelabschiebungen und flächendeckende Rückkehrberatung zu verunsichern.“

Hintergrund: Sicherheitslage in Afghanistan
Die Diakonie Hessen stuft die Sicherheitslage in Afghanistan als extrem unsicher ein. Die anhaltenden Kampfhandlungen zwischen nationalen Sicherheitskräften und den Taliban sowie anderer Gruppierungen haben zu teilweise massiven Flüchtlingsbewegungen in 30 von 34 afghanischen Provinzen geführt. Dies berichtet das Bundeswehr-Journal am 30. August.
Ein weiterer Hinweis auf die prekäre Sicherheitslage sind hohe Flüchtlingszahlen innerhalb Afghanistans. Nach Angaben des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) sind allein im Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 22. August 2017 insgesamt 212.439 Menschen in Afghanistan aus ihren Dörfern und Städten wegen anhaltender Kämpfe zwischen Regierungssoldaten und Aufständischen geflohen.
Wie unsicher die Lage in Afghanistan ist, leitet die Diakonie auch aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums ab. Die Bundestagsabgeordnete der GRÜNEN, Luise Amtsberg, hatte kürzlich bezüglich der Mitarbeitenden der Bundespolizei, die die Abschiebungsflüge begleiten, gefragt, wie denn deren Sicherheit garantiert werden könne. Daraufhin hat das Innenministerium am 22. August 2017 folgendes geantwortet:
„Für den Vollzug der Rückführung hat die Bundespolizei Flugverbindungen gewählt, die nur einen kurzen Aufenthalt am Flughafen Kabul erforderlich machen. Weder ist eine Übernachtung noch ein Verlassen des Flughafengebäudes erforderlich.“ Offensichtlich, so die Schlussfolgerung der Diakonie Hessen, hat auch das Innenministerium wenig Vertrauen in die Sicherheitslage in Kabul.

Onlineportal „Menschen wie wir“
www.menschen-wie-wir.de ist das gemeinsame Onlineportal der Diakonie Hessen, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck im Bereich der Hilfe für geflohene Menschen. Ehren- und Hauptamtliche in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie alle an der Flüchtlingsthematik Interessierten finden dort nützliche Informationen für die praktische Arbeit sowie Service-Infos und Materialien zu unterschiedlichsten Themenfeldern. Darüber hinaus bietet die Seite Informationen zur Finanzierung von Projekten, evangelische Standpunkte zu Flucht und Migration, einen hessenweiten Veranstaltungskalender mit Fortbildungsangeboten und Fachtagungen sowie einen Überblick über Flüchtlingsinitiativen und Kontaktadressen in Diakonie und Kirche.

Weitere Informationen finden Sie unter www.diakonie-hessen.de

 


Studie: Radikalisierung am rechten Rand der Kirchen

Foto: swr
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Bisher unveröffentlichte Untersuchung „Unheilige Allianzen“ der Konrad-Adenauer-Stiftung / SWR Dokumentation „Wahre Christen oder böse Hetzer? Spaltet die AfD die Kirchen?“, Donnerstag, 14. September 2017, 21 bis 21:45 Uhr, SWR Fernsehen

 

 

 

(Mainz/swr) - Die bisher unveröffentlichte Studie „Unheilige Allianzen“ der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) warnte bereits vor zwei Jahren vor „Radikalisierungstendenzen am rechten Rand der Kirchen“. Nach SWR-Informationen wurde die offenbar politisch heikle Untersuchung auf Druck rechtskonservativer Kirchenkreise nicht veröffentlicht. „Quantitativ marginale, aber laute rechtskonservative Netzwerke könnten in weiter schrumpfenden Kirchen an Einfluss gewinnen“, heißt es in der Studie. Sie wurde im Auftrag der Hauptabteilung Politik und Beratung für die Publikationsreihe „Monitor Religion und Politik“ (17. Juni 2015) erstellt und liegt dem SWR vor. Die SWR Dokumentation „Wahre Christen oder böse Hetzer? Spaltet die AfD die Kirchen?“ am Donnerstag, 14. September 2017, ab 21 Uhr im SWR Fernsehen, geht den in der Untersuchung angesprochenen Themen nach. Sie wirft auch die Frage auf, ob ein Dialog mit Rechtspopulisten überhaupt möglich sein kann. Ein Film von Thomas Leif.

 

 

 

„Antiwestliche Dekadenzkritik und Kontakte zur ‚Neuen Rechten‘ gibt es auch im konservativen Milieu beider großen Kirchen“ lautet die Zusammenfassung der KAS-Studie. Sie warnt vor „ausgeprägtem Freund-Feind-Denken“ der rechts-konservativen Strömungen in den Kirchen, das „einen Verlust von Dialogbereitschaft und Lernfähigkeit“ fördert. „Selbst konservative Kritiker des Rechtsdrifts werden als Verräter und Opportunisten diffamiert und als Autoren, Redner oder Kuratoren aussortiert.“ So drohe eine zunehmende Selbstbezogenheit „am rechten Rand der Kirche, die in eine regelrechte ‚Versektung‘ führen kann.“ Weiter heißt es: „Vor allem in den Meinungsblasen religiöser Internet-Parallelwelten siegt demagogische Vereinfachung über differenzierte Sichtweisen. Gemäßigte Vertreter ziehen sich zurück oder werden an den Rand gedrängt, für öffentlichen Einspruch sanktioniert, als ‚Spalter‘ und ‚Nestbeschmutzer‘ diffamiert. So kommt es zu einem ‚Siebungseffekt‘.“

 

 

 

Erstarken „unheiliger politischer Allianzen“

 

Die Studie warnt vor dem Erstarken der „unheiligen politischen Allianzen“, die von dem „Grundübel der lauen Funktionärskirche“ sprechen. „Mit dem beobachteten Abdriften der Gesellschaft in ein unchristliches und teilweise antichristliches Fahrwasser droht im konservativen Kirchenspektrum die Empfänglichkeit für ein manichäistisches (Autor der Studie: extrem polarisiertes) Weltbild zu wachsen. Darin steht eine gute christliche Bekennerelite einer bösen, verderbten Welt gegenüber.“

 

 

 

Distanz zu Rechtspopulisten

 

In der SWR Dokumentation „Wahre Christen oder böse Hetzer?“ geht auch Frank Otfried July, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, auf Distanz zu Rechtspopulisten. Im AfD-Programm „muss einem nicht alles gefallen, aber es ist so im legitimen Korridor. Wir stellen aber jetzt fest, dass es aufputschende, abgrenzende und ausgrenzende Reden gibt. Das kann auch ein konservativer Christ nicht gutheißen.“ Florian Wahl, Mitglied der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, stellt „eine ganz klare Unvereinbarkeit“ der Evangelischen Kirche mit der AfD fest.

 

 

 


Abstimmung im EU-Parlament

„Instrument für Stabilität und Frieden“ nicht für Militärhilfe zweckentfremden

 

Stabilität * Frieden * IcSP * Europa-Parlament * Trilog-Verhandlungen * Militärhilfe

(Brüssel/ Berlin/bfw) - Dr. Martina Fischer, Referentin für Frieden und Konfliktbearbeitung bei Brot für die Welt, kommentiert die geplante Umfunktionierung des „Instruments für Stabilität und Frieden“, kurz IcSP:

„Mit der Öffnung des Instruments für militärische Ertüchtigung würden völlig falsche Weichen gestellt. Zu befürchten ist die Zweckentfremdung von Entwicklungsgeldern für militärische Zwecke. Mit der Ausweitung des Instruments auf Militärhilfe soll ja eine Aufstockung des Budgets um 100 Millionen Euro einhergehen. Die von der Kommission vorgeschlagene Möglichkeit, dass dafür auch Mittel aus dem Entwicklungsinstrument entnommen werden, ist nicht vom Tisch. Erst im Rahmen der Haushaltsverhandlungen werden dazu Entscheidungen fallen. Jeder Euro, der aus diesen Mitteln umgewidmet wird, ist ein Euro zu viel. Darüber hinaus lehnen wir die Nutzung des IcSP zur Finanzierung militärischer Ausbildung und Ausrüstung generell ab. Wenn die Möglichkeit der Militärhilfe einmal ins IcSP aufgenommen wird, ist absehbar, dass dann das Militär mit den zivilen, in der Friedensförderung engagierten Akteuren um die knappen Mittel konkurriert und letztere den Kürzeren ziehen. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments sollten der Zweckentfremdung von Budgets für zivile Krisenprävention und Entwicklungsgeldern einen Riegel vorschieben. Sie sollten sich stattdessen dafür einsetzen, dass vorrangig die zivilen Ansätze ausgebaut werden, um Kriegs- und Fluchtursachen zu bewältigen.“

Hintergrund:
Die EU-Kommission möchte mit dem „Instrument für Stabilität und Frieden“ (IcSP), dem Budget der EU für zivile Konfliktprävention und Friedensförderung, zukünftig Armeen in Drittstaaten ausrüsten und ausbilden. Dafür hat sie im Sommer 2016 den Mitgliedstaaten eine Gesetzesinitiative übergeben. Der Entwicklungsausschuss und der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten im Europäischen Parlament (EP) haben im Juli 2017 dem Vorhaben mehrheitlich zugestimmt. Morgen, am 14. September entscheiden die Mitglieder des EU-Parlaments im Plenum darüber, ob die Vorlage, die vom federführenden Außenausschuss erstellt wurde, in die interinstitutionellen Verhandlungen mit dem Europäischen Rat und der Kommission eingehen soll. Zunächst sollte die Vorlage ohne Debatte und Abstimmung in die „Trilog“-Verhandlungen gegeben werden, auf Initiative der Grünen hatten kleinere Parteien die Abstimmung durchgesetzt. Nun erhalten alle Abgeordneten des EP Gelegenheit, sich mit dem Thema zu befassen und das Vorhaben kritisch zu prüfen. Es ist zu hoffen, dass die Mitglieder des EU-Parlaments die Vorlage ablehnen und zu den damit verknüpften friedenspolitischen Fragen eine Plenardebatte initiieren.

 


Workshop will demokratische Streitkultur vor Ort befördern

Diskurs – fair und kontrovers führen

Referentin Dr. Maria Pulkenat, Foto: ELKM
Referentin Dr. Maria Pulkenat, Foto: ELKM

 

(Rostock/cme) - An wen wird das begehrte Ackerland der Kirchengemeinde verpachtet? Wie begegnen wir geflüchteten Menschen? Welche Wege zur Entwicklung ländlicher Räume sollen wir in MV gehen? Welche Positionen haben wir zur Segnung homosexueller Paare?... Im Kirchengemeinderat und genauso vor Ort in den Gemeinden und Dörfern stehen die Menschen vor vielen sehr komplexen Herausforderungen, für die es einen lebendigen Austausch mit breiter Beteiligung braucht. Ein Workshop vom 10. bis 11. November 2017 in der Katholischen Familienferienstätte in Graal-Müritz möchte Mut machen, als Kirchengemeinde Foren zum Diskurs zu organisieren und dabei moderierend tätig zu werden.

 

„Kirchengemeinden können Räume bieten, um solche Fragen auch bei emotional aufgeladenen Themen respektvoll miteinander zu verhandeln“, ist Dr. Maria Pulkenat von der Erwachsenenbildung im Zentrum Kirchlicher Dienste Mecklenburg überzeugt. Der Workshop möchte haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden in den 251 mecklenburgischen Kirchengemeinden Mut machen und sie stärken, Foren und weitere Formen des Austausches anzubieten und zu moderieren. „Dazu werden wir uns mit populistischen Argumentationsweisen beschäftigen, die Vielfalt nicht zulassen können und eine differenzierte Auseinandersetzung mit Problemen behindern“, blickt die Referentin voraus. „Beide Tage sollen Gelegenheit geben, eigene Haltungen zu reflektieren und sich für die Gestaltung der eigenen Rolle in kontrovers geführten Auseinandersetzungen zu stärken.“

 

Als weitere Referenten sind Nora Nübel (Regionalzentrum für demokratische Kultur, Stralsund), Jochen Schmidt (Landeszentrale für Politische Bildung), Karl-Georg Ohse (Projekt „Kirche stärkt Demokratie“), sowie Tilman Jeremias und Dorothea Strube (Zentrum Kirchlicher Dienste Mecklenburg) in Graal-Müritz dabei.

 

 

 

Die Teilnahmekosten betragen 25 Euro inklusive Unterkunft und Verpflegung. Anmeldung und Information bitte bis zum 23. Oktober an: Zentrum Kirchlicher Dienste, Alter Markt 19, 18055 Rostock, Tel. 0381-37798752 oder verwaltung-zentrum@elkm.de.

 

 

 

Programm:

 

Freitag, der 10.11.2017

 

Ab 14.00               Ankommen bei Kaffee/Tee

 

15.00 Uhr             Begrüßung und Kennenlernen

 

15.30 Uhr             Was ist Populismus?

 

Impuls und Diskussion

 

16.45 Uhr             Pause

 

17.00 Uhr             Eigene Erfahrungen ins

 

Gespräch bringen

 

18.00 Uhr             Abendbrot

 

19.00 Uhr             Hier stehe ich und kann

 

auch anders!

 

Eigene und andere Haltungen

 

wahrnehmen

 

20.30 Uhr             Abendsegen

 

 

 

Sonnabend, der 11.11.2017

 

8.00 Uhr                Tagesbeginn in der Kapelle

 

8.15 Uhr                Frühstück

 

9.00 Uhr                Was vom Vortag nachklingt

 

9.30 Uhr                Wir werden konkret

 

Planspiel zum Umgang mit populistischen
Herausforderungen in den Kirchengemeinden

 

12.00 Uhr             Auswertung, Ausblick und

 

Reisesegen

 

12.30 Uhr             Mittagessen 

 


Im Greifswalder Dom ist ab dem 16. September eine Wanderausstellung zu sehen, die Frauen vorstellt, die in den vergangenen 500 Jahren in Norddeutschland reformatorisch wirkten.

Frauen schreiben Geschichte

Im Februar 2016 wurde die Wanderausstellung im Kieler Landtag eröffnet, ab 16. September 2017 ist sie im Greifswalder Dom zu sehen. Foto: Martin Krok (Kiel)
Im Februar 2016 wurde die Wanderausstellung im Kieler Landtag eröffnet, ab 16. September 2017 ist sie im Greifswalder Dom zu sehen. Foto: Martin Krok (Kiel)

 

(Greifswald/sk) - Vom 16. September bis zum 5. November ist im Greifswalder Dom die Ausstellung „…von gar nicht abschätzbarer Bedeutung – Frauen schreiben Reformationsgeschichte“ zu sehen. Diese Wanderausstellung der Arbeit mit Frauen in der Nordkirche und der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek stellt Frauen vor, die in den vergangenen 500 Jahren in Norddeutschland reformatorisch gewirkt haben. Sie beleuchtet die Geschichte und gibt Impulse für die Zukunft. Der Dom St. Nikolai in Greifswald ist die letzte Station der Ausstellung nach zwei Jahren Wanderschaft zu 13 Standorten innerhalb der Nordkirche. Neben Führungen und Vortrag wird im Begleitprogramm zu einem Gottesdienst am 8. Oktober um 14 Uhr eingeladen.

 

 

 

Stelen spiegeln Biografien wider

  

„Viele Männernamen werden im Zusammenhang mit dem 500-jährigen Reformationsjubiläum genannt. In der Ausstellung werden Frauen des Protestantismus aus dem Gebiet der heutigen Nordkirche vorgestellt. Frauen, die Impulse gesetzt und Kirchen- und Gesellschaftsgeschichte gestaltet haben“, so Antje Heinrich-Sellering vom Ausschuss für die Arbeit mit Frauen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern. „Auf Stelen wird von ihren Leben als Diakoniegründerinnen, Mäzeninnen, Ehrenamtlerinnen in der politischen Kampagnenarbeit erzählt und von Theologinnen, darunter auch die erste Pastorin in Deutschland.“

 

 

Lebensbeschreibungen pommerscher Frauen

  

Unter den Biografien finden sich sieben aus Pommern: Margarethe Lachmund (1896-1985), Demokratin und Pazifistin, Adeline Gräfin von Schimmelmann (1854-1913), „Förderin der Seemannsmission“, die Gründerin des Seminars für den kirchlichen Dienst, Helga Krummacher (1909-1973), Annemarie Winter (1912-1945), eine der ersten Vikarinnen im Dienst der pommerschen Kirche, Johanna Odebrecht (1794-1856), deren Lebenswerk heute in Greifswald sichtbar ist in der Johanna-Odebrecht-Stiftung, Stephanie Mackensen von Astfeld (1894-1985), die als einzige weibliche Delegierte an der Verabschiedung der Barmer Theologischen Erklärung der Bekennenden Kirche im Jahr 1934 teilnahm, und Marieluise Rudloff (1930-1990), eine Deutschlehrerin, die in den 1980er Jahren eines der gewählten Mitglieder der Greifswalder Kirchenleitung war. 


Tag der Wohnungslosen in Deutschland

Hessen braucht mehr sozialen Wohnungsbau

 

(Hanau/dw) - Zum Tag der Wohnungslosen am 11. September besucht Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, die Eröffnung einer Fotoausstellung der Hanauer Wohnungslosen-Einrichtung „Lichtblick“. Die Ausstellung „Lebenswelten“ zeigt in der Marienkirche Hanau Portraits von ehemals wohnungslosen Menschen in ihrem Lebensraum. Zur aktuellen Situation in Hessen sagt Horst Rühl:

„Jeder Mensch braucht eine Wohnung. Der hessische Wohnungsmarkt ist für einkommensschwache Menschen jedoch massiv angespannt. In den nächsten Jahren wird sich die Situation sogar noch weiter verschärfen. Wir haben in Hessen jedes Jahr 19.000 Wohnungen zu wenig. Darunter leiden vor allem die einkommensarmen Menschen. Besonders betroffen sind Jugendliche unter achtzehn Jahren. Wenn sie durch das Jugendhilfenetz fallen, landen sie schnell auf der Straße. Auch alte und kranke Menschen haben es schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Weitere Verlierer des Wohnungsmarkts sind oft alleinerziehend und durch Trennung belastet. Sie müssen immer häufiger Angebote der Wohnungsnotfallhilfe wahrnehmen. Wir fordern die Kommunen auf, sich ihrer sozialen Verantwortung zu stellen und eine Quote für den sozialen Wohnungsbau einzuführen. Dafür sollten mindestens 40 Prozent des kommunalen Baulandes für preisgünstigen Mietwohnungsbau verwendet werden. Nur mit ausreichendem und bezahlbarem Wohnraum können wir verhindern, dass immer mehr mittellose junge und alte Menschen sowie kleine Familien in den Einrichtungen der Nothilfe landen.“

Kampagne „Jeder Mensch braucht eine Wohnung“
Zum Tag der Wohnungslosen, dem 11. September, startet die Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Hessen die Kampagne „Jeder Mensch braucht eine Wohnung“. Mit dieser auf mehrere Jahre ausgelegten Kampagne möchte die Diakonie Hessen die Aufmerksamkeit auf von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen lenken. Mit Plakaten und Postkarten kämpft die Diakonie Hessen gegen die Stigmatisierung der Wohnungslosen an und wirbt um Unterstützung und für Spenden. Mehr Informationen unter www.jeder-mensch-braucht-eine-wohnung.de

Wohnungsnotfallhilfe Diakonie Hessen
Die Wohnungsnotfallhilfe gehört zu den traditionellen Aufgaben der Diakonie. In 85 Diensten und Einrichtungen an 15 verschiedenen Standorten der Diakonie Hessen finden wohnungslose Menschen Hilfe. Dazu gehören Fachberatungsstellen, aber auch Tagesaufenthalte mit Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, Einrichten einer Postadresse, Gelegenheit zum Wäschewaschen, Trocknen, zur Körperpflege oder auch zur Zubereitung von warmen Mahlzeiten. Darüber hinaus bieten Einrichtungen Übernachtungs- und Wohnmöglichkeiten oder betreutes Wohnen an. Zudem gibt es Streetwork und an sechs Standorten eine medizinische Erstversorgung.

Weitere Informationen finden Sie unter www.jeder-mensch-braucht-eine-wohnung.de

 


KDFB ruft zur Beteiligung an der Bundestagswahl auf

Verantwortung für Demokratie übernehmen

 

 

 

(Köln/kdfb) - Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) ruft zur Beteiligung an der Bundestagswahl am 24. September 2017 auf. KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth erklärt: „Demokratie lebt von Beteiligung. Wer zur Wahl geht, entscheidet mit über die Zukunft unseres Landes und übernimmt Verantwortung für die Stärkung unserer Gesellschaft.“

 

Demokratie brauche Demokraten, so Flachsbarth. Offen mitdenkende und mithandelnde Frauen und Männer, die Standpunkte beziehen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit zwischen Geschlechtern, Generationen und Menschen unterschiedlicher Herkunft. „Deshalb engagiert sich der KDFB seit 1903 politisch. Wir treten für gleiche Verwirklichungschancen von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen und in allen Teilen von Gesellschaft ein, für die Stärkung von Familien ebenso wie für eine gelingende Integration“, stellt die KDFB-Präsidentin fest.

 

Mit seiner heute startenden Facebook-Aktion ruft der KDFB knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl noch einmal verstärkt alle Frauen und Männer auf, wählen zu gehen. „Achtung der Menschenwürde und Meinungsfreiheit, gelebte Solidarität sowie mutige Positionen gegen soziale Ausgrenzung, Rassismus und Populismus sind dabei eindeutige Merkmale einer demokratischen Gesellschaft und deshalb nicht verhandelbar“, erläutert Flachsbarth.

 

Als engagierter Frauenverband mit einer christlichen Werthaltung will der KDFB Einfluss nehmen auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen: mehr Geschlechtergerechtigkeit, eine bessere Alterssicherung, Solidarität in der Einen Welt – um nur einige Beispiele zu nennen.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

 

 


Bischof Ackermann äußert sich zum "Kirchenpolitischen Manifest" der AfD

Irreführende Begrifflichkeit

Bischof Dr. Stephan Ackermann. Foto: bt
Bischof Dr. Stephan Ackermann. Foto: bt

(Trier/bt) - Bischof Dr. Stephan Ackermann hat sich zum "Kirchenpolitischen Manifest" geäußert, das die AfD Rheinland-Pfalz am 6. September vorgestellt hat:

 

"Die Ankündigung eines kirchenpolitischen Manifestes der AfD Rheinland-Pfalz hatte in der Öffentlichkeit Erwartungen geweckt, hinter denen das vorliegende Papier doch zurückbleibt. Schon der Begriff „kirchenpolitisches Manifest“ ist irreführend, da es in den 10 Thesen weniger um die Rolle der Kirchen in Politik und Gesellschaft geht als vielmehr um eine Form von „Kulturchristentum“, die nicht mit dem christlichen Glauben gleichzusetzen ist.

 

Das Papier beruft sich an mehreren Stellen auf die Prinzipien einer „christlichen Sozialethik“. Doch der im Text verwendete Solidaritätsbegriff z.B. ist im Vergleich zur katholischen Soziallehre stark verkürzt.

 

Wenn ich den Text lese und öffentliche Äußerungen führender Parteimitglieder der AfD höre, die doch stark davon abweichen und weit radikaler sind, stellt sich mir darüber hinaus die Frage, inwieweit diese Positionen von der Partei als ganzer getragen sind.

 

Den Kirchen wird ein „weitgehendes Schweigen zu aus christlicher Sicht fragwürdigen Positionen der übrigen Parteien“ unterstellt. Das sind Pauschalisierungen, die nicht zutreffen. Von anderer Seite wurde in jüngster Zeit eine zu starke Einmischung der Kirchen in die Politik kritisiert.

 

Von Seiten des Bistums besteht die Bereitschaft, mit den Verfassern des Papiers in einen Austausch zu treten, sofern dies von der AfD gewünscht wird."

 


„Wahlprüfsteine“ der Tibetorganisationen veröffentlicht

Tibetpolitik: Die Positionen der Bundestagsparteien vor der Wahl

 

(Berlin/pm) - Knapp zwei Wochen vor der kommenden Wahl zum Deutschen Bundestag veröffentlichen drei Tibetorganisationen die Positionen der Bundestagsparteien zur Tibetpolitik. Diese ergeben sich aus den Antworten der Fraktionen von CDU/CSU, SPD, Die Linke und  Bündnis90/Die Grünen auf die „Tibet-Wahlprüfsteine“, einen Fragenkatalog zur Bundestagswahl, der ihnen von der International Campaign for Tibet, der Tibet Initiative Deutschland und dem Verein der Tibeter in Deutschland vorgelegt wurde. Wie schon zu den letzten Wahlen haben die drei Organisationen darin den im Bundestag vertretenen Parteien ihre wichtigsten Anliegen präsentiert und um Antworten gebeten. Übergeben wurden die Wahlprüfsteine den Parteien am 28. Juni, mittlerweile liegen die Antworten aller Parteien vor und können hier miteinander verglichen werden.

 

Die drei Organisationen wollen von den Parteien unter anderem wissen, wie sie die „aktuelle politische, kulturelle und menschenrechtliche Lage in Tibet“ einschätzen, aber auch, wie sie dazu beitragen wollen, diese zu verbessern. Weitere Fragen zielen darauf ab, ob sich die Parteien dafür einsetzen, in Gesprächen mit der chinesischen Regierung die ungelöste Tibet-Frage zum Thema zu machen, oder ob sie dafür plädieren, dass der nächste Bundeskanzler bzw. die nächste Bundeskanzlerin den Dalai Lama empfängt. Den kompletten Fragenkatalog finden Sie hier.


LASD unterstützt „Tag des offenen Denkmals“ in der Gedenkstätte Bautzen

 

(Bautzen/an) - Am Sonntag, den 10. September 2017, lädt die Gedenkstätte Bautzen zum „Tag des offenen Denkmals“ ein. Das ehemalige Gefängnis öffnet seine Pforten von 10:00 bis 17:00 Uhr und wartet mit einem spannenden Programm auf. Der Eintritt ist frei.

 

 

 

In Kooperation mit dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur konnte die Gedenkstätte 40 Zeitzeugen nach Bautzen einladen. Am Sonntag erzählen sie von ihren Erfahrungen in der Haft und stehen für Fragen und Gespräche bereit. Die Besucher haben so die Möglichkeit, etwas über die Geschichte der zwei Bautzener Haftanstalten, des „Gelben Elends“ und der MfS-Sonderhaftanstalt, direkt von ehemaligen politischen Häftlingen zu erfahren. Das Bautzen-Komitee bietet zudem ganztägig einen Bus-Shuttle zwischen der Gedenkstätte und der Gräberstätte „Karnickelberg“, die sich unmittelbar neben der heutigen Justizvollzugsanstalt Bautzen befindet, an. Das Gräberfeld und die Gedenkkapelle erinnern an die hier verscharrten Toten des Speziallagers Bautzen.

 

 

 

„Macht und Pracht“ lautet das diesjährige Motto zum „Tag des offenen Denkmals“. Die Widersprüchlichkeit zwischen repressiver Machtausübung und dem, was man sich unter Pracht vorstellt, kann in der Gedenkstätte insbesondere in den Beschreibungen der ehemaligen Häftlinge von ihrem Haftalltag nachempfunden werden.

 

 

 

Zum Tag der Sachsen in Löbau am vergangenen Wochenende, an dem sich auch der Sächsische Landesbeauftragte beteiligte, gab es neben zahlreichen Rehabilitierungsanfragen auch intensive Diskussionen zur Rolle von Zeitzeugen. Der „Tag des offenen Denkmals“ in der Gedenkstätte Bautzen bietet Gelegenheit, sich Informationen aus erster Hand zu holen und sich am historischen Ort von der „Macht und Pracht des DDR-Alltags“ ein eigenes Bild zu machen.

 


Studie Rechtsextremismus in ländlichen Räumen

(Frankfurt/zgv) - Der "Bund der Deutschen Landjugend" hat bei der Grünen Woche 2017 die aktualisierte Studie "Rechtsextremismus in ländlichen Räumen. Schweigen heißt Zustimmung" vorgestellt. Die Studie enthält u. a. genauere Szene-Profile für RLP und Hessen. Die Studie bezieht sich vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene.

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