Politik

16.03.2020


Schließung der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ mit dem Museum im Stasi-Bunker


 

(Leipzig/th) - Aufgrund der aktuellen Lage in Bezug auf das Corona-Virus muss die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ mit dem Museum im Stasi-Bunker leider ab Montag dem 16.03.2020 den Besucherverkehr einstellen. Dies betrifft die Ausstellungen in Leipzig und Machern sowie die entsprechenden Führungen einschließlich bereits gebuchter Gruppenführungen. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 30.03.2020.

 

Die Ausstellungen im Museum in der „Runden Ecke“ am Dittrichring 24 „Stasi – Macht und Banalität“ sowie „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal werden vorerst bis zum 30.03.2020 für Besucher geschlossen bleiben. Dies schließt auch die Führungen durch die Ausstellungen ein, jedoch zunächst nicht den Stadtrundgang „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“. Auch das zur Gedenkstätte gehörende Museum im Stasi-Bunker in Machern, das sich im Naherholungsgebietes „Lübschützer Teiche“ befindet, bleibt vorerst bis zum 30.03.2020 geschlossen und es finden keine Führungen statt.

 

Für Anfang April geplante Veranstaltungen, wie die einmal im Monat stattfindende Filmreihe „Zeitgeschichte auf der Leinwand“, werden terminlich verschoben. Aktualisierungen dazu werden laufend bekannt gegeben.

 

 

 

Gedenkstätte bleibt telefonisch und online erreichbar

 

Die Mitarbeiter der Gedenkstätten stehen für Anfragen selbstverständlich unter der bekannten Email-Adresse mail@runde-ecke-leipzig.de und telefonisch unter 0341/9612443 innerhalb der normalen Geschäftszeiten von 10.00 bis 16.00 Uhr zur Verfügung. Jederzeit und von jedem Ort aus genutzt werden kann das umfangreiche Online-Angebot unter www.runde-ecke-leipzig.de.

 

Umfangreiche Online-Angebote der Gedenkstätte nutzen

 

Besonders geeignet ist die erst seit kurzem freigeschaltete interaktive Karte der Stadt Leipzig mit nahezu alle geheimen Objekten, die die Staatssicherheit noch im Jahr 1989 betrieben hat. Dabei sind neben der Adresse auch Informationen zur Nutzungsdauer, der Abdecklegende sowie vor allem inhaltliche Beschreibungen abrufbar. So kann man sich mit der Staatssicherheit und deren flächendeckender Überwachung im lokalen Kontext beschäftigen, ohne die Gedenkstätte besuchen zu müssen. Direkt erreichbar unter: www.konspirative-wohnungen.de.

 

Ebenfalls online zugänglich ist die Datenbank „Sammlung-online“ die ausgewählten Objekte aus fast allen Bereichen der Stasi-Tätigkeit beinhaltet und so einen breiten Überblick über die Arbeitsweise der kommunistischen Geheimpolizei bietet. Dank umfangreicher Beschreibungstexte und darin enthaltener weiterführender Verknüpfungen zwischen Objekten und Fotografien lassen sich viele Arbeitsfelder der Staatssicherheit in einem selbst festgelegten „Rundgang“ durch die museale Sammlung selbst erschließen. Direkt erreichbar unter: www.runde-ecke-leipzig.de/sammlung.

 

Die App „Leipzig 1989“ informiert mit über 350 Fotos, Dokumenten, Objekten und Filmausschnitten über die Friedliche Revolution 1989 in Leipzig. Die Open-Air-Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ bleibt mit 20 Foto-Text-Stelen im Stadtraum zugänglich. Über den Volksaufstand vom 17.Juni 1953 informiert die App „Leipzig 1953).

 


Wichtig für erfolgreiche Kandidatur: sich gegenseitig den Rücken stärken/Deshalb: Frauen liked Frauen

Appell des KDFB: Wählt! Frauen! Jetzt!

 

(München/kdfb) – Auf die Zielgerade sind gerade alle eingebogen, die sich bei der Kommunalwahl am kommenden Sonntag bewerben. Die Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern, Emilia Müller, wünscht allen Kandidatinnen für den Endspurt zur Kommunalwahl viel Erfolg und Kraft. Sie appelliert an alle Wählerinnen und Wähler: „Wählt! Frauen! Jetzt! Denn gleiche Teilhabe an parlamentarischen Entscheidungsprozessen tut der ganzen Gesellschaft gut. Dafür brauchen wir dringend mehr Frauen in der Politik.“

 

Für die Kommunalwahl am Sonntag hat der Frauenbund bei seinen Mitgliedern wieder fürs Kandidieren geworben und aktuell mit einem Wahlaufruf verbunden: „Frauen sind in der Kommunalpolitik bedauerlicherweise noch immer unterrepräsentiert. Umso mehr müssen Frauen solidarisch zusammenhalten, sich gegenseitig unterstützen und den Rücken stärken“, so Müller. „Frauenbund-Frauen setzen sich ein für eine bessere Gesellschaft, für ein gutes Miteinander und für gleiche Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger. Sie haben soziale Themen im Blick und ein Gespür für die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen und ihrer Umwelt. Sie bringen die Courage mit, ihre Meinung zu vertreten und sich für ihre Überzeugung einzusetzen.“

 

Der KDFB-Landesverband hat einen Aufruf an alle Frauenbundfrauen gestartet, die in der Kommunalwahl auf einer Liste, als Bürgermeisterin oder Landrätin antreten. Sie wurden gebeten darzustellen, warum Frauen in der Politik gebraucht werden und wofür sie sich stark machen wollen. „Über 200 Kandidatinnen aus ganz Bayern haben sich daraufhin beim KDFB gemeldet. Die Statements der Frauen haben mir sehr imponiert; die sehr große Vielfalt ihrer Motive haben sie dabei anschaulich dargestellt“, so Landesvorsitzende Müller. Den Erfolg der Aktion wertet sie als spürbaren Gemeinschaftssinn des KDFB. Die Bilder und Aussagen der Frauen sind in den Social-Media Kanälen des Landesverbandes sowie auf seiner Website www.frauenbund-bayern.de zu finden.

 

„Als Kommunalpolitikerinnen treten Frauenbundfrauen in die Fußstapfen der KDFB-Gründerin Ellen Ammann und führen ihr Werk fort“, so Müller. Ellen Ammann war von 1919 bis zu ihrem Tod 1932 Mitglied des bayerischen Landtags. Aus den Reihen des Frauenbundes haben seit vielen Jahren zahlreiche Frauen den Weg in die Politik gefunden, so auch Emilia Müller. Sie war 15 Jahre in der bayerischen Staatsregierung und noch länger in Markt- und Kreistag tätig und weiß aus eigener Erfahrung, dass Kommunalpolitik für Frauen alles andere als ein leichtes Gebiet ist.

 

„Die Arbeit als Kommunalpolitikerin ist mit viel Aufwand und persönlichen Entbehrungen verbunden. Wir leben leider in Zeiten, in denen Kommunalpolitiker*innen zunehmend kritisiert und bedroht werden“, so die KDFB-Landesvorsitzende. Emilia Müller resümiert: „Deshalb ist es besonders hoch einzuschätzen, wenn sich Frauen politisch engagieren und zur Wahl stellen. Es lohnt sich, sich in der eigenen Kommune einzusetzen - für eine bessere Gesellschaft, für ein gutes Miteinander und für gleiche Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger.“ Sie schätzt es als besonders erfreulich ein, dass sich so viele Frauenbundfrauen als Kandidatinnen bei der Kommunalwahl zur Verfügung stellen.

 

 

 

Redaktion: Ulrike Müller-Münch

 


Afghanische Flüchtlinge integrieren statt abschieben

 

Erneut Abschiebeflug nach Afghanistan geplant –– Diakonie Hessen fordert Abschiebestopp für afghanische Flüchtlinge – Eskalation der Flüchtlings-Situation in Griechenland und Türkei

 

(Frankfurt/dwh) - „Auf den griechischen Inseln eskaliert die Lage. Und an der griechisch-türkischen Landesgrenze treffen Schutzsuchende – darunter viele aus Afghanistan – auf hochgerüstetes Militär, auf Polizisten und Grenzschützer, die vor Gewalt nicht zurückschrecken“, sagt Andreas Lipsch, Leiter der Abteilung Flucht, Interkulturelle Arbeit und Migration der Diakonie Hessen. Trotz dieser angespannten Lage an der EU-Außengrenze ist vermutlich für den 11. März der 33. Sammelabschiebungsflug nach Afghanistan angesetzt.: „Statt über die Aufnahme von Flüchtlingen aus dieser Region ernsthaft nachzudenken, gerade auch von unbegleiteten Minderjährigen, kranken Flüchtlingen und Familienangehörigen, stecken die Innenminister der Bundesländer weiterhin Energie und Geld in die monatlichen Abschiebungen nach Afghanistan.“ Gerade viele afghanische Flüchtlinge harren derzeit an der türkischen Grenze aus und hoffen, in die EU zu gelangen, da die Türkei ihnen keine Sicherheit und keine Überlebensmöglichkeiten bietet. Die Diakonie Hessen mahnt zu Mitmenschlichkeit. Lipsch: „Hessen kann handeln: Zum einem, indem es die hessischen Kommunen unterstützt, die bereit sind, zusätzlich Geflüchtete von den griechischen Inseln aufzunehmen und zum anderen, indem es auf Abschiebungen nach Afghanistan verzichtet und längerfristige Duldungen ausstellt.“

 

Afghanistan – zwischen Hoffen und Bangen

 

Ende Februar 2020 haben die USA und die Taliban ein bilaterales Abkommen unterzeichnet, das einen Zeitplan für einen stufenweisen Abzug der US-Streitkräfte und anderer ausländischer Truppen vorsieht. Lipsch: „Afghanistan ist zwischen Hoffen und Bangen. Was dieses Abkommen langfristig bedeutet, lässt sich nicht voraussagen.“ Viel werde davon abhängen, ob es überhaupt zu innerafghanischen Gesprächen zwischen der Regierung und den Taliban kommt. Da die Taliban fast 50 Prozent des Landes unter ihrer Kontrolle haben, sei die Machtfrage völlig offen. Wie instabil die Lage ist, zeigt der neuerliche Anschlag in Kabul am 6. März mit über 30 Toten.

 

„Solange die Machtverhältnisse in Afghanistan nicht geklärt sind und die Lage weiter unsicher ist, sollten auch die Abschiebungen nach Afghanistan ausgesetzt werden“, sagt Lipsch weiter.

 

Afghanische Geflüchtete integrieren

 

Hessen kann auf Abschiebungen nach Afghanistan verzichten. Schon jetzt ermöglicht das Hessische Innenministerium längerfristige Duldungen für ausreisepflichtige Afghanen. Es ist zu begrüßen, dass Hessen den Weg für längerfristige Duldungen freigemacht hat. Diese sollten für 18 Monate ausgestellt werden. Ein solch deutliches Zeichen fördert die Integrationsbemühungen aller Seiten und verbessert die Arbeits- und Ausbildungssituation dieser Gruppe. Darüber hinaus sollten afghanische Geflüchtete – neben anderen Flüchtlingsgruppen – zügig aus der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung auf die Kommunen verteilt werden. „Es ist an der Zeit, afghanischen Geflüchteten zu zeigen, dass sie willkommen sind und ihre Potentiale hier einbringen können, anstatt durch monatliche Abschiebungen Verunsicherung zu verbreiten“, sagt Lipsch.

 

 

HINTERGRUND

Abschiebeflüge nach Afghanistan

 

Seit Dezember 2016 wurden bislang insgesamt 868 afghanische Männer aus Deutschland abgeschoben. Auf den monatlichen Flügen waren im Januar auch drei Personen aus Hessen. Auf dem Flug im Februar 2020 waren es zwei. Ob sie in die Kategorie der Straftäter oder Gefährder gehörten, die nach Angaben des Hessischen Innenministeriums vorrangig abgeschoben werden, ist der Diakonie bisher nicht bekannt.

 

  

Gemeinsames Engagement für Geflüchtete: Onlineportal Menschen-wie-wir.de

www.menschen-wie-wir.de ist das gemeinsame Onlineportal der Diakonie Hessen, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck im Bereich der Hilfe für geflohene Menschen. Ehren- und Hauptamtliche in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie alle an der Flüchtlingsthematik Interessierten finden dort nützliche Informationen für die praktische Arbeit sowie Service-Infos und Materialien zu unterschiedlichsten Themenfeldern. Darüber hinaus bietet die Seite Informationen zur Finanzierung von Projekten, evangelische Standpunkte zu Flucht und Migration, einen hessenweiten Veranstaltungskalender mit Fortbildungsangeboten und Fachtagungen sowie einen Überblick über Flüchtlingsinitiativen und Kontaktadressen in Diakonie und Kirche.

 


Vor allem Mütter bei Gehältern benachteiligt –Familienbund fordert Änderungen beim Elterngeld

 

(Trier / Berlin/bt) – Der Familienbund der Katholiken im Bistum Trier kritisiert anlässlich des Weltfrauentages am 8. März 2020, dass die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen insbesondere auf eine strukturelle Benachteiligung von Müttern bei der Bezahlung ihrer Erwerbsarbeit zurückzuführen ist. Wesentliche Ursache dafür seien Auszeiten, gefolgt von längeren Teilzeitepisoden. Hinzu komme aber auch, dass es immer noch hauptsächlich Frauen seien, die die Sorgearbeit übernähmen. Das besagen die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Nach Angaben der Forscher öffne sich die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen in der Erwerbsbiografie erstmals um das 30. Lebensjahr, dem Zeitpunkt, zudem Frauen im Durchschnitt ihr erstes Kind bekommen. Bei den unter 30-Jährigen betrage die Gehaltslücke neun Prozent. Mit zunehmenden Alter wachse sie rasant.

 

 

 

Eine systematische Benachteiligung von Müttern bei der Bezahlung in ihren Berufen ist unter keinen Umständen akzeptabel. Diese Ungerechtigkeit auf dem Rücken von Frauen mit Familie trägt gerade dazubei, was die Politik eigentlich nach Kräften verhindern solltenämlich Familienarmut, erklärte die Vorsitzende des Familienbundes im Bistum Trier Hildegard Weber. Zudem ginge es um die finanzielle Anerkennung gesellschaftlich und ökonomisch wertvoller Familienarbeit. Die Lösung dürfe es aber nicht sein, so Weber, dass beide Eltern künftig Vollzeit arbeiteten. Es gehe um Rahmenbedingungen, die sowohl Frauen als auch Männern ausreichend Zeit für Familie lasse. Der Familienbund fordert daher, dass die Elternzeit verlängert und möglichst geschlechtergerecht verteilt werden kann.

 

 

 

Konkret wird ein Elterngeld-Modell vorgeschlagen, dass jeweils acht Elternmonate für Väter und Mütter vorsieht, sowie acht weitere Monate für die freie Verfügung der Familie. Der Elterngeldbezug würde sich zur aktuellen Gesetzeslage verdoppeln. Damit hätten Familien gerade in den ersten Jahren mehr Zeit für und miteinander ohne den stressreichen Spagat zwischen Familie und Beruf.

 

 

 

 

 

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands.

 

Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- sowie 15 Mitgliedsverbände an.

 


Schwerpunktjahr 2020 „Starke Kinder – chancenreich“:

Politik muss familienverträgliche und kinderfreundliche Strukturen schaffen

 

(Stuttgart / Freiburg / Karlsruhe/car) – Caritas und Diakonie in Baden-Württemberg begrüßen die heute vorgestellte Initiative des Ministeriums für Soziales und Integration. Mit der Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ können die Startbedingungen für Kinder und Jugendliche im Südwesten verbessert werden. Dass jedes 5. Kind im wohlhabenden Baden-Württemberg von Armut bedroht ist, halten die kirchlichen Wohlfahrtsverbände im Land für einen unhaltbaren Zustand. In der Zusage einer Fördersumme von rund 8 Millionen Euro in den Jahren 2020 und 2021 für Initiativen und Modelle, die sich gegen Kinder- und Familienarmut richten, sehen Diakonie und Caritas daher einen positiven Kurs. Die Verbände begrüßen die Zielsetzung des Landes, nachhaltige Wirkung erzielen zu wollen. So sollen laut Minister Lucha bis 2030 in allen Stadt- und Landkreisen Präventionsnetzwerke geschaffen werden. Die Förderung von jeweils zehn neuen Präventionsnetzwerken landesweit in 2020 und 2021 ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Damit diese Angebote auch auf alle Kommunen im Land ausgeweitet werden können, muss dieses Engagement weiter verstärkt werden. Inwiefern das Schwerpunktjahr anhaltend spürbar wird, zeigt sich am Ende an der Flächenwirkung, so die Verbände.

 

Ein tiefgreifendes Um- und Neudenken halten die Wohlfahrtsverbände daher für unumgänglich. Neben materieller Armut müssen die Nachteile vor allem bezogen auf die Bildungs- und Teilhabechancen dringend angegangen werden. Aber auch die schlechte Gesundheit sowie die gesellschaftliche Ausgrenzung armutsbedrohter Kinder sind für Caritas und Diakonie nicht länger hinnehmbar. Hierfür braucht es dringend einen Masterplan. Das Schwerpunktjahr „Starke Kinder – chancenreich“ kann dazu einen Rahmen bieten.  

 

Um die Chancen für armutsbedrohte Kinder zu verbessern, muss in der Politik zudem über Ressortgrenzen hinweg kooperiert werden. So muss der Faktor „Kinderarmut“ in allen Ministerien berücksichtigt werden, er betrifft Fragen zu Arbeitsmarkt, Bildung, Mobilität, Wohnen, Gesundheit bis hin zur Steuer- und Rentenpolitik.  

 

Ganz besonders ist der Aspekt der Bildungsgerechtigkeit hervorzuheben: Die Tatsache, dass der Bildungserfolg in Baden-Württemberg immer noch stärker als in anderen Bundesländern vom Bildungsniveau der Herkunftsfamilie abhängt, ist seit langem hinreichend bekannt. Hier sind ein unverzügliches Handeln und eine dauerhafte und verbindliche Kooperation mit dem Kultusministerium gefragt, um die unheilvolle Konstellation aufzubrechen. Die vier Kirchlichen Wohlfahrtsverbände im Land sehen mit dem Schwerpunktjahr gegen Kinderarmut nun die Gelegenheit, diese Kooperation weiter auszubauen und zu institutionalisieren.  

 

Alle Informationen zum Schwerpunktjahr „Starke Kinder – chancenreich“ finden Sie unter www.starkekinder-bw.de.  

 

Die kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie in Baden Württemberg engagieren sich spitzenverbandlich für die Interessen von armen, benachteiligten und hilfebedürftigen Menschen. Als Dachverbände vertreten sie 8.000 evangelische und katholische Einrichtungen und Dienste mit rund 365.000 Plätzen. In den Verbänden arbeiten über 150.000 hauptamtliche und 136.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Angebote von Diakonie und Caritas richten sich an alte und pflegebedürftige Menschen, Kinder, Jugendliche und Familien, Arbeitslose, Wohnungslose, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Fluchterfahrung oder mit einer Suchterkrankung, überschuldete und andere arme Menschen.

 

Die vier kirchlichen Wohlfahrtsverbände in Baden-Württemberg sind: Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg, Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Diakonisches Werk Baden, Diakonisches Werk Württemberg.

 


World Vision fordert mehr Engagement gegen sexualisierte Gewalt an Kindern

Protestaktion unter dem Motto „Hände weg von meiner Kindheit“ gegen Gewalt an Kindern

 

Kinderheirat als eine Form des Missbrauchs von jungen Mädchen verhindern 

 

(Berlin/wv) - Im Vorfeld des Weltfrauentags hat die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision mit einer bildstarken Aktion am Hauptbahnhof Berlin ihre Kampagne #Hände weg von meiner Kindheit gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Kinderheirat gestartet.

 

Weltweit haben 15 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren bereits sexualisierte Gewalt erfahren: Im Krieg ist diese Form des Missbrauchs von Kindern oft Teil einer systematischen Konfliktstrategie und dient der Destabilisierung sozialer Strukturen. Mädchen und Frauen erleben Demütigungen, Vergewaltigungen durch Soldaten und Milizen bis hin zu Sklaverei. Auch auf der Flucht oder in Flüchtlingslagern und in ärmeren Regionen sind Mädchen oft Opfer sexualisierter Gewalt.

 

Eine Form des Missbrauchs von jungen Mädchen ist die Früh- und Zwangsverheiratung. Jede Minute werden 23 Mädchen gezwungen, einen Mann zu heiraten, den sie nicht wollen. Jährlich sind es ca. zwölf Millionen. „Früh- und Zwangsverheiratung ist eine Form der sexualisierten Gewalt und muss weltweit verboten werden“, erklärt Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. „Diese Praxis steht in Zusammenhang mit Armut, Unsicherheit und schlechter Bildung und ist eine Verletzung der Kinderrechte.“

 

Die Konsequenzen einer frühen Heirat sind für Mädchen gravierend. Meist gehen sie nicht mehr zur Schule und bekommen das erste Kind vor ihrem 18. Geburtstag. Frühe Schwangerschaften können verheerende Konsequenzen für ihre Gesundheit haben. Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt gehören zu den häufigsten Todesursachen. So hat z.B. Afghanistan eine der höchsten Todesraten bei der Müttersterblichkeit. Im Jahr 2017 starben von 100.000 Frauen 638 bei oder kurz nach der Geburt. In Deutschland waren es im gleichen Zeitraum 7 Frauen von 100.000. Viele junge Ehefrauen berichten von psychischer und physischer Gewalt durch ihre Partner, leiden an Depressionen und sehen Selbstmord als einzigen Ausweg.

 

Kinderheirat betrifft zumeist Mädchen und kommt besonders oft vor in fragilen Kontexten, Konflikten oder humanitären Katastrophen oder wenn Familienstrukturen zerstört sind. In kritischen Situationen sehen Eltern in einer Heirat einen Ausweg aus der Armut oder meinen, so ihre Tochter vor Übergriffen schützen zu können. In vielen Kulturen werden Mädchen nach wie vor als weniger wert betrachtet als Jungen.

 

World Vision Deutschland fordert von der deutschen Bundesregierung

 

-        ein BMZ - Unterbudget im EP 23 für „Kinder in bewaffneten Konflikten“ von 200 Millionen Euro

 

-        die Unterstützung des „Global Survivors Fund“

 

-        die stärkere Beteiligung von Kinderrechtsorganisationen am deutschen Engagement gegen sexualisierte Gewalt

 

Im Rahmen einer 5-Jahres-Kampagne engagiert sich World Vision weltweit für ein Ende jeglicher Form der Gewalt an Kindern, in diesem Jahr insbesondere für die Bekämpfung sexualisierter Gewalt. Mit Präventionsprojekten setzt sich World Vision gemeinsam mit religiösen Führern und Eltern z.B. in Afghanistan gegen Kinderheirat ein. In Flüchtlingslagern, wie in Bangladesch, wo hunderttausende Rohingya-Mädchen und Frauen aus Myanmar als Staatenlose leben, trägt World Vision dazu bei, ein sichereres Umfeld für sie zu schaffen, sie zu stärken und Opfern sexualisierter Gewalt Hilfe zukommen zu lassen. In der Demokratischen Republik Kongo realisiert World Vision in Kooperation mit der Panzi Foundation von Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege, Musiktherapie-Projekte: So schaffen es Überlebende sexualisierter Gewalt, sog. Survivors, ihre negative Selbstwahrnehmung in Selbstvertrauen umzuwandeln.

 

Landingpage zur Kampagne: www.haende-weg-von-meiner-kindheit.de

 


Gleichberechtigung ist ein „Muss“

(Köln/kdfb) – Zum Internationalen Frauentag am 8. März macht der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) darauf aufmerksam, dass die Gleichberechtigung von Frauen weder in Deutschland noch weltweit erreicht ist. „Obwohl seit 1949 im Grundgesetz Art. 3 eindeutig festgeschrieben ist, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, werden in unserer Gesellschaft ihre Würde und Leistung mit zweierlei Maß gemessen. Das muss sich endlich ändern. Es ist auch nicht akzeptabel, dass Frauen weltweit Diskriminierungen ausgesetzt sind, Gewalt erleben und schlecht entlohnt werden, nur weil sie Frauen sind“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. 

 

Der KDFB setzt sich seit über hundert Jahren für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in allen gesellschaftlichen Bezügen ein. Dazu zählen Lohngerechtigkeit, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geschlechtergerechte Aufteilung der Pflege- und Sorgearbeiten, gleiche Zugänge zu Führungspositionen, auch in der Kirche, sowie flexible Arbeits- und Beschäftigungszeiten, die sich am Lebenslauf orientieren. „Wir halten es für dringend erforderlich, dass Politik, Unternehmen, kirchliche Organisationen und Arbeitgeberverbände jetzt – nicht irgendwann – konkrete Maßnahmen ergreifen, die sowohl zum Abbau beruflicher Benachteiligungen beitragen als auch den Einklang von persönlicher Weiterentwicklung, Lebens- und Familiengestaltung sowie die Alterssicherung von Frauen fördern“, so die KDFB-Präsidentin.

 

Geschlechtergleichstellung, auch auf allen politischen Ebenen, ist laut KDFB unverzichtbar für Gerechtigkeit, Partnerschaftlichkeit, Weiterentwicklung und eine starke Demokratie. „Ohne Frauen ist kein Staat zu machen. Keine Familie, keine Schule, keine Kirche, kein Ehrenamt. Wer eine positive Zukunft und ein Miteinander auf Augenhöhe will, muss sich für Gleichberechtigung einsetzen – in Deutschland und weltweit“, stellt Maria Flachsbarth fest. Der KDFB greift vom Internationalen Frauentag bis zum Equal Pay Day am 17. März mit einem täglichen Facebook-Post verschiedene Aspekte der Gleichberechtigung auf und lädt zur Beteiligung ein. Mehr unter www.frauenbund.de

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Kirchenpräsident fordert umgehende Aufnahme von Flüchtlingen

Flüchtlinge in Griechenland: „Wehrlose Menschen in Schutz nehmen"

 

(Darmstadt/ekhn) - Angesichts der katastrophalen Lage an der griechischen Außengrenze der EU fordert der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung die sofortige Aufnahme von Schutzsuchenden in Deutschland. „Mit dieser Situation  darf Griechenland jetzt nicht alleine gelassen werden", betonte Jung am Dienstag (3. März)  in Darmstadt. Hier geht es um wehrlose Menschen, die keine Zukunft in der Türkei sehen. Nicht wenige laufen geradezu um ihr Leben. Ihr legitimes Schutzinteresse muss jetzt absolute Priorität bekommen", so der Kirchenpräsident.

 

Aus christlicher Sicht habe Gott alle Menschen nach seinem Bild geschaffen und ihnen so eine unantastbare Würde gegeben, führte Jung aus. Damit sei die Aufgabe verbunden, füreinander Sorge zu tragen. Herkunft, Religion oder aufenthaltsrechtlicher Status änderten daran nichts. Diese Grundeinsicht des christlichen Glaubens finde in den Menschenrechten eine rechtliche Form. Sie zu schützen sei heute auch für die Kirchen von zentraler Bedeutung. Jung: „Die Würde von Menschen ist nicht verhandelbar und darf nicht zum Spielball von Machtinteressen werdenDeshalb muss auch das individuelle Recht auf Asyl gewahrt bleiben. Für Schutzsuchende muss es sichere Fluchtwege geben."

 

„Jetzt muss dringend gehandelt werden", sagte der Kirchenpräsident. Die Inseln seien umgehend zu räumen, um der völligen Eskalation zuvorzukommen. Andere EU-Staaten müssten die Flüchtlinge aufnehmen und ihre Asylgründe prüfen, allen voran Familien und unbegleitete Minderjährige. „Das ist leistbar, es geht um eine Anzahl von Menschen, mit der die anderen  EU-Staaten keineswegs überfordert würden. In Deutschland etwa gibt es hinreichend Ressourcen und Kompetenzen dafür", erklärte Jung.  „Was in diesen Stunden und Tagen verloren zu gehen droht, ist nicht mehr nur die Seele des Europas. Es stehen  auch die rechtlichen Grundlagen der Europäischen Union insgesamt auf dem Spiel. Das müssen wir in einer gemeinsamen Kraftanstrengung unbedingt verhindern", so Jung abschließend. Die EU trage eine Mitverantwortung an der für die Flüchtlinge entsetzlichen Lage.

 

Der Kirchenpräsident dankte zugleich den Landesregierungen in Hessen und Rheinland-Pfalz für ihre Bereitschaft, zusätzlich Flüchtlinge über eigene Landesprogramme aufzunehmen und bat um eine zügige Ausgestaltung dieser Programme und die Berücksichtigung der Gruppe von Schutzsuchenden, die jetzt dringend aus Griechenland aufgenommen werden müssten.

 

 

 

Hintergrund:

 

Die Türkei hindert seit dem Wochenende Schutzsuchende nicht mehr daran, sich Richtung Europa auf den Weg zu machen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration warteten zuletzt 13.000 Männer, Frauen und Kinder vor der mittlerweile geschlossenen und militärisch bewachten griechischen Grenze. Es kommt zu Konfrontationen.

 

Hinzu kommt die eskalierende Lage auf den griechischen Inseln, wo die Aufnahmelager mit rund 50.000 Menschen hoffnungslos überfüllt sind und Männer, Frauen sowie mehrere tausend Kinder unter menschenwürdigen Bedingungen zu überleben versuchen.

 

In den letzten Tagen gab es einen Brandanschlag auf das UNHCR-Aufnahmelager im Norden der Insel Lesbos, Übergriffe auf Flüchtlinge, Mitarbeitende von Nichtregierungsorganisationen und auch den Repräsentanten von UNHR. In der Ägäis gibt es erste Militärübungen mit scharfer Munition.

 


BVG-Urteil zur Sterbehilfe (§ 217 StGB)

Sterbehilfe darf keine Alternative zur Sterbebegleitung in M-V sein

(Schwerin/dmv) -  Das Bundesverfassungsgericht hat am gestrigen Mittwoch entschieden, dass das 2015 eingeführte Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe verfassungswidrig ist. Gegen das Verbot hatten schwer kranke Menschen, Ärzte und Sterbehilfevereine geklagt. Mit diesem Urteil entsteht eine gesetzliche Lücke, die eine schnelle Neuregelung der Suizidhilfe seitens der Politik erfordert.

 

 

 

Landespastor Paul Philipps, Vorstand des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern e. V. erklärt dazu:

 

„Die Diakonie setzt sich dafür ein, dass Menschen in Würde leben und sterben können. Dank der Betreuung in stationären Hospizen und durch ambulante Hospizdienste sowie palliative Begleitung erfahren todkranke Menschen die Wertschätzung, die unserem christlichen Menschenbild entspricht und den Betroffenen ein Sterben in Würde ermöglicht.

 

 

 

Geschäftsmäßige Sterbehilfe stellt dagegen einen Eingriff in die Unverfügbarkeit des Lebens dar. Sie kann schwer Kranke oder hochbetagte Menschen in ethisch unvertretbare Entscheidungszwänge bringen. Der Kostendruck im Gesundheitssektor, die Versorgungslücken in unserem Flächenland Mecklenburg-Vorpommern sowie die Sorge von Alten und Schwerkranken, ihren Angehörigen zur Last zu fallen, drohen an die Stelle eines Bemühens um eine menschenwürdige Gestaltung des letzten Lebensabschnitts zu treten.“

 

 

Unter dem Dach der Diakonie leisten zwei stationäre Hospize ihren Dienst. Ein weiteres ist in Planung. Dazu begleiten drei ambulante Hospizdienste sowie ein ökumenischer Hospizdienst Sterbende und ihre Angehörige in der Häuslichkeit, in Krankenhäusern und in Pflegeeinrichtungen


Kolpingwerk Deutschland fordert Garantierte Alterssicherung

 

(Köln/kw) - Mit einer rentenpolitischen Neupositionierung bringt sich der Bundesvorstand des Kolpingwerkes in die Debatte zur Zukunft des deutschen Rentensystems ein. Neben dem bisherigen Ziel, Altersarmut zu vermeiden, betont der katholische Sozialverband die Bedeutung einer langfristig gesicherten Finanzierung der Gesetzlichen Rentenversicherung.

 

Mit der Idee einer Garantierten Alterssicherung hat sich der Bundesvorstand des Kolpingwerkes auf einen umfangreichen Debattenbeitrag zur Zukunft des Rentensystems verständigt. Die Idee einer Garantierten Alterssicherung sieht vor, dass jeder und jede gesetzlich Rentenversicherte bei Renteneintritt ein garantiertes Alterseinkommen erhält, sofern fünf Beitragsjahre nachgewiesen werden. Die pauschale Höhe soll bei 784 Euro für Alleinstehende bzw. 1295 Euro für Ehepaare liegen und bemisst sich damit an den Vorgaben des 12. Existenzminimumberichts der Bundesregierung. Darauf aufbauen sollen die individuellen Ansprüche aus der Gesetzlichen Rentenversicherung. Wer also mindestens fünf Jahre Beitragszeit in der Gesetzlichen Rentenversicherung vorweisen kann, erhält im Endeffekt nicht nur die Garantierte Alterssicherung, sondern zusätzlich eine leistungsbezogene Rente, die sich wie bisher an den individuell erworbenen Rentenanwartschaften bemisst.

 

„Das Umlageverfahren der Gesetzlichen Rentenversicherung hat sich über viele Jahrzehnte bewährt und soll weiterhin den Kern unseres Rentensystems bilden. Denn Lebensleistung muss sich im Alter widerspiegeln“, erklärt Bundessekretär Ulrich Vollmer. „Dennoch gibt es zunehmend mehr Menschen, die auch nach vielen Jahren der Erwerbs- und Familienarbeit im Ruhestand von Altersarmut betroffen sind. Mit der Garantierten Alterssicherung schlagen wir eine Grundversorgung vor, die für einen Großteil der arbeitenden Bevölkerung Altersarmut unmöglich macht. Und zwar losgelöst von einer Bedarfsprüfung.“ Finanziert werden soll die Garantierte Alterssicherung aus Steuermitteln. Im Gegenzug zu den notwendigen Steuererhöhungen schlägt Kolping eine Senkung des Rentenversicherungsbeitrags vor.

 

Die vom Bundesvorstand vorgenommene rentenpolitische Neupositionierung geht damit über das bisherige Sockelrentenmodell der Katholischen Verbände hinaus. Dazu ergänzt Ulrich Vollmer: „Wir haben das Rentenmodell der Katholischen Verbände in den vergangenen Jahren neu bewertet. Das Hauptziel – Altersarmut vermeiden – ist aus unserer Sicht nach wie vor gültig.“ Für das Kolpingwerk gehe es darüber hinaus aber auch um die Frage, wie das Rentensystem langfristig auf einem soliden finanziellen und zugleich generationengerechten Fundament stehen kann.

 

Deshalb finden sich in der gemeinsamen Neupositionierung des Bundesvorstandes des Kolpingwerkes Deutschland sowie der Kolpingjugend Ideen für eine nachhaltige und stabile Finanzierung des Rentensystems. Dazu gehört die Dynamisierung des Renteneintrittsalters nach 2029 und die Einführung eines standardisierten Altersvorsorgeproduktes in Trägerschaft der Deutschen Rentenversicherung. Letzteres könnte eine Alternative zur umstrittenen Riester-Rente darstellen.

 

Mit Interesse erwartet das Kolpingwerk die Ergebnisse aus der Kommission „Verlässlicher Generationenvertrag“. Diese wurde von der Bundesregierung im Frühjahr 2018 eingesetzt und soll im März Ideen für eine langfristige Reform des Rentensystems vorlegen. „Für ein gerechtes und dauerhaft stabiles Rentensystem braucht es mutige Ideen. Wir hoffen, mit unseren Vorstellungen die rentenpolitische Debatte zu bereichern“, bemerkt Ulrich Vollmer.

 

Das Kolpingwerk Deutschland ist ein generationsübergreifender katholischer Sozialverband mit bundesweit mehr als 230.000 Mitgliedern in 2.350 Kolpingsfamilien vor Ort, davon etwa 40.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene die der Kolpingjugend angehören. Es ist Teil von Kolping International und von Kolping Europa.  

 


KDFB sieht Aufhebung des Verbots der geschäftsmäßigen Sterbebeihilfe kritisch

Eine humane Gesellschaft muss Schwerstkranken andere Angebote unterbreiten

 

(Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) sieht das heute verkündete Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das das Verbot der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe in § 217 StGB aufhebt, sehr kritisch. „Das Urteil ist ein Einschnitt für den Schutz des Lebens“, so KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. „Wir befürchten, dass Sterbehilfevereine, die die Suizidbeihilfe geschäftsmäßig betreiben, in Deutschland nun wieder aktiv werden und organisierte Beihilfe zur Selbsttötung als normale, bezahlte Dienstleistung erscheint.“ Alte und kranke Menschen könnten sich dadurch unter Druck gesetzt fühlen, von diesen Angeboten Gebrauch zu machen, um ihren Angehörigen nicht zur Last zu fallen.

 

Der KDFB nimmt die Ängste von Frauen und Männern vor unerträglichen Schmerzen und Leid am Lebensende sehr ernst. „Aber eine humane Gesellschaft muss Menschen, die verzweifelt und/oder schwerstkrank sind, andere Angebote unterbreiten als organisierte geschäftsmäßige Suizidbeihilfe“, ist Flachsbarth überzeugt. „Als KDFB setzen wir uns weiterhin dafür ein, dass flächendeckende Angebote der Hospizarbeit und der Palliativmedizin verbessert und ausgeweitet werden und dass Menschen, die schwer krank, einsam oder lebensmüde sind, nicht allein gelassen, sondern bis zuletzt lebensbejahend begleitet werden.“

 

Das Bundesverfassungsgericht spricht Menschen ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben zu. Dieses Recht schließe die Freiheit ein, auch die freiwillige Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen. „Der Gesetzgeber ist nun gefordert, den vom Bundesverfassungsgericht eingeräumten Gestaltungsspielraum zu nutzen und beispielsweise eine Beratungspflicht sowie Wartepflichten für Suizidwillige einzuführen“, betont Flachsbarth und ergänzt, dass zudem die Angebote der Sterbehilfevereine geprüft werden müssen. 

 

Redaktion: Gabriele Klöckner

 

 Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Bischof Gebhard Fürst bedauert Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zur geschäftsmäßigen Sterbehilfe

„Urteil erhöht Druck auf Schwerkranke"

 

(Rottenburg/drs) - Bischof Dr. Gebhard Fürst bedauert die heutige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, die geschäftsmäßige Sterbehilfe unter bestimmten Umständen zu erlauben. Als Vorsitzender der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz hatte sich Fürst im Vorfeld dafür ausgesprochen, den Paragrafen 217 im Strafgesetzbuch, der seit Dezember 2015 geschäftsmäßige Sterbehilfe verbietet, zu belassen. Die Karlsruher Richter erklärten ihn aber heute Morgen für nichtig, weil er „die Möglichkeiten einer assistierten Selbsttötung faktisch weitgehend" entleere".

 

Für den Bischof von Rottenburg-Stuttgart erhöht das jetzige Urteil hingegen „den inneren und äußeren Druck auf Alte, Schwerkranke und Pflegebedürftige, von der Option der geschäftsmäßigen Sterbehilfe Gebrauch zu machen, um keine Last für die Angehörigen zu sein". Einen Abschied in Würde zu ermöglichen, bedeute aus christlicher Sicht, dass der Sterbende an der Hand eines Menschen sterbe – und nicht durch sie. Gerade in seinem letzten Lebensabschnitt brauche der Mensch vor allem Zuwendung, Schutz und Trost.    

 


Stellungnahme zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu § 217 StGB:

Nordkirche kritisiert kommerzialisierte Sterbehilfe und fordert Neuregelung

 

(Hamburg/tk) - Die Bischöfinnen und Bischöfe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland haben die Politik zu einer raschen Neuregelung der Sterbehilfe aufgefordert. In einem gemeinsamen Statement erteilten Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischof Gothart Magaard, Bischöfin Kirsten Fehrs und Bischof Tilman Jeremias zugleich einer Kommerzialisierung der Sterbehilfe eine deutliche Absage.

 

Stellungnahme des Bischofsrates zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts:

 

Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Urteil die Schwächen der bisherigen gesetzlichen Regelung deutlich gemacht. Im Urteil heißt es aber ausdrücklich, dass der Gesetzgeber sehr wohl das Recht hat, die Suizidhilfe zu regulieren. Hier muss die Politik aus unserer Sicht jetzt schnell nacharbeiten.

 

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt stellte klar: „Eine kommerzialisierte Sterbehilfe ist mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar. Im Leben und Sterben stehen aus christlicher Sicht Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Mitmenschlichkeit an erster Stelle – und nicht Gewinn und Profit.“

 

Todkranke Menschen brauchen am Ende ihres Lebens die bestmögliche Hilfe und Versorgung und kompetente Gegenüber für ihre Ängste und Fragen – jede Diskussion sollte von diesem Punkt aus geführt werden. Für diese Hilfe im Sterben sind Hospize und Palliativmedizin am besten geeignet, sie brauchen daher dringend – insbesondere politisch – Unterstützung und Stärkung. Die dort tätigen Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte müssen sich aber auch auf sicherem rechtlichen Grund bewegen können.

 

Als Kirche treten wir dafür ein, dass die nun anstehende politische Debatte sensibel geführt wird. Wir sehen die inneren und äußeren Konflikte und Fragestellungen, die Sterbende und ihre Angehörigen bewegen. In jedem Fall muss aber die Intention des bisherigen Gesetzes gewahrt bleiben: In einer immer älter werdenden Gesellschaft muss die Würde und der Schutz hochbetagter Menschen im Mittelpunkt stehen. Eine leichtfertige und kommerzialisierte Sterbehilfe darf es nicht geben.“

 

Der Bischofsrat der Nordkirche setzt sich aus folgenden bischöflichen Personen zusammen:

 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Schwerin)

 

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck (Hamburg)

 

Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein (Schleswig)

 

Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern (Greifswald)

 


Zustände im Flüchtlingslager auf Lesbos insbesondere für Kinder entsetzlich

World Vision: Deutschland muss geflüchtete Kinder aus Moria jetzt aufnehmen

 

(Friedrichsdorf/wv) – Die internationale christliche Kinderhilfsorganisation World Vision fordert die deutsche Bundesregierung auf, umgehend etwa 1.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus dem Lager Moria auf Lesbos aufzunehmen. Nach einem Besuch des Lagers auf der griechischen Insel berichtet der Vorstandsvorsitzende Christoph Waffenschmidt von entsetzlichen Zuständen.

 

 

 

Über 20.000 Menschen leben mittlerweile in und um das Lager Moria – ausgelegt ist es für die Aufnahme von 3.000 Flüchtlingen. Die jetzt im Lager lebenden Geflüchteten sind vor allem während der vergangenen sechs Monate von der Türkei aus über das Mittelmeer auf das nahe gelegene Lesbos gekommen.

 

 

 

Waffenschmidt  besuchte in der vergangenen Woche das Lager, um sich mit eigenen Augen ein Bild von der Situation vor Ort zu machen: „Die Menschen hausen in Zelten aus Plastikplanen, schlafen in den kalten Nächten auf dem Boden, es gibt kaum Strom. Die medizinische Versorgung ist nicht gewährleistet. Vor allem die Kinder leiden hier unter der absoluten Perspektivlosigkeit.“

 

 

 

Etwa 40 Prozent der Menschen im Lager sind unter 18 Jahre alt. Unter ihnen knapp 1.000 Kinder, die ohne Begleitung geflüchtet und somit besonders schutzbedürftig sind. Sie können keine reguläre Schule besuchen und sind Gewalt und Missbrauch schutzlos ausgeliefert. Regelmäßig gibt es Messerstechereien. Mädchen trauen sich nicht, nachts eine der wenigen Latrinen aufzusuchen. Die 14jährige Sayna berichtet von Übergriffen: „Wir Mädchen werden oft belästigt, haben Angst. Wer ohne Eltern hier ist, lebt besonders gefährlich.“

 

 

 

Auch die sanitären Zustände sind entsetzlich, erklärt Waffenschmidt: „Auf 460 Menschen kommt eine Wasserstelle. Und die gibt es nur im umzäunten Zentrum des Lagers. Doch die weitaus meisten Menschen leben am Rand dieses Zentrums, im sogenannten Dschungel. Hier herrschen unbeschreibliche Zustände. Überall Müll, schlammige Wege. So dürfen Kinder nicht leben.“

 

 

 

Die Kinderhilfsorganisation fordert daher die Bundesregierung auf, schnell und unbürokratisch zu helfen und die etwa 1.000 unbegleiteten Kinder von Lesbos nach Deutschland zu holen. „Eigentlich ist das das Prinzip, das wir in Deutschland immer anwenden. Wenn Kinder Waisen werden, wenn sie praktisch keine Familie mehr haben, dann ist der Staat für ihren Schutz und ihre Sicherheit zuständig.“ Deutschland habe nicht nur die Mittel dazu, sondern auch die von zahlreichen Städten und Gemeinden im Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ geäußerte Bereitschaft zur Aufnahme, so Waffenschmidt. Das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei dürfe nicht als Feigenblatt dienen, um die Augen vor den menschenunwürdigen Zuständen im Lager zu verschließen.

 

 

 

Waffenschmidt: „Als Christen und Demokraten ist es unsere Aufgabe, den Kindern Schutz zu bieten und uns für ihre Rechte einzusetzen. Lesbos liegt am Rand Europas – aber was dort geschieht, trifft das Herz Europas. Die Situation zu ignorieren hilft Niemandem.“

 

 

 


Deutscher Ethikrat veröffentlicht Ad-hoc-Empfehlung zu Trans-Identität bei Kindern und Jugendlichen

 

(Berlin/ots) - Am 20. Februar 2020 verabschiedete der Deutsche Ethikrat seine Ad-hoc-Empfehlung "Trans-Identität bei Kindern und Jugendlichen: Therapeutische Kontroversen - ethische Orientierungen" mit folgendem Wortlaut:

 

 

 

 Der Deutsche Ethikrat lud am 19. Februar 2020 zu einer öffentlichen Abendveranstaltung der Reihe "Forum Bioethik" zum Thema Trans-Identität bei Kindern und Jugendlichen ein, um die Öffentlichkeit für die in mehrfacher Hinsicht diffizilen Fragen eines angemessenen gesellschaftlichen und medizinischen Umgangs mit Trans-Identität zu sensibilisieren und dazu mit betroffenen Personen, Expertinnen und Experten aus Medizin, Ethik und Recht sowie dem Publikum in einen Dialog zu treten.

 

Die Zahl derjenigen Kinder und Jugendlichen, die ihre empfundene geschlechtliche Identität im Widerspruch zu der ihnen personenstandsrechtlich zugeschriebenen Geschlechtszugehörigkeit wahrnehmen, ist in den letzten Jahren sehr stark gestiegen. Kritisch diskutiert wird, welche Konsequenzen daraus zu ziehen und insbesondere welche medizinischen und psychotherapeutischen Angebote angemessen sind. Auch der Gesetzgeber hat begonnen, sich damit zu befassen (vgl. Referentenentwurf des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz "Entwurf eines Gesetzes zum Schutz von Kindern vor geschlechtsverändernden operativen Eingriffen" sowie "Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen", Kabinettsbeschluss vom 18.12.2019). Bei Kindern und Jugendlichen, ohnehin eine besonders vulnerable Gruppe, erfordern die im Kontext von Trans-Identität erwogenen therapeutischen Maßnahmen eine besondere ethische Reflexion.

 

 

 

 Eine Spannung entsteht dadurch, dass sich einerseits Reflexions- und Entscheidungsfähigkeit im Heranwachsenden erst entwickeln und andererseits die in der Pubertät stattfindende körperliche Entwicklung Zeitdruck schafft. In dieser Situation können sowohl die in Betracht gezogenen Behandlungsmöglichkeiten als auch deren Unterlassung schwerwiegende und teils irreversible Folgen haben. Für die beteiligten Erwachsenen - die sorgeberechtigten Eltern und die behandelnden Fachleute - stellt sich dabei überdies die Aufgabe, sowohl die Vorstellungen und Wünsche des Kindes zu berücksichtigen als auch dessen Wohl zu schützen. Die ethische Herausforderung besteht darin, Minderjährige auf dem Weg zu einer eigenen geschlechtlichen Identität zu unterstützen und zugleich vor - teils irreversiblen - Schäden zu bewahren. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Entscheidungen getroffen werden müssen, wenn das Kind noch nicht vollumfänglich einsichts- und urteilsfähig ist.

 

 

 

 Dem Deutschen Ethikrat ist bewusst, dass Eltern sowie beratende und behandelnde Personen in dieser Situation vor einer überaus komplexen und verantwortungsvollen Aufgabe stehen. Die Ursachen des deutlichen Anstiegs der Zahl der Behandlungs- und Beratungssuchenden, unter diesen ein hoher Anteil von (nach ihrem Geburtsgeschlecht) weiblichen Jugendlichen, sind umstritten und bedürfen dringend weiterer Klärung. Auch die langfristigen Auswirkungen medizinischer Behandlungen müssen weiter untersucht werden, um die schwierigen prognostischen Entscheidungen auf eine bessere empirische Basis zu stellen.

 

 Dem Deutschen Ethikrat scheint es gleichwohl geboten, schon jetzt zumindest auf die folgenden ethischen Grundsätze als Orientierung bei der Begleitung und Behandlung hinzuweisen:

 

 

 

   - Das allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasst auch das Recht, ein Leben entsprechend der eigenen, subjektiv empfundenen geschlechtlichen Identität zu führen und in dieser Identität anerkannt zu werden.

 

In allen Entscheidungsprozessen muss das Kind gehört und müssen seine Vorstellungen und Wünsche seiner Reife und seinem Alter entsprechend berücksichtigt werden. Diese Regel erhält umso mehr Gewicht, als es hier um Fragen der persönlichen Identität geht, über die die betroffene Person in letzter Konsequenz selbst zu entscheiden hat.

 

 

 

Die therapeutische Interaktion mit dem Kind muss so gestaltet      sein, dass es an die mit zunehmendem Alter folgenreicher werdenden Entscheidungen herangeführt wird. Die Sorge tragenden Eltern und die behandelnden Personen haben die Aufgabe, das Kinddabei bestmöglich zu unterstützen.

 

 

 

Ist das Kind hinreichend einsichts- und urteilsfähig, um die Tragweite und Bedeutung der geplanten Behandlung zu verstehen,      sich ein eigenes Urteil zu bilden und danach zu entscheiden, muss sein Wille maßgeblich berücksichtigt werden. Ohne seine Zustimmung oder gar gegen seinen Willen - allein aufgrund der Einwilligung seiner Eltern - darf das Kind dann nicht behandelt werden.

 

 

 

Nutzen und Schaden der medizinisch-therapeutischen Maßnahmen, die im Einzelnen umstritten sind, müssen in jedem individuellen Fall sorgfältig abgewogen werden. Wie die Risiken, (Neben-) Wirkungen und langfristigen Folgen (einschließlich möglicher Infertilität), die dem/der Minderjährigen durch aktives medizinisch-therapeutisches Eingreifen entstünden, müssen auch solche berücksichtigt werden, die durch das Unterlassen von Maßnahmen drohen. Gerade angesichts der Streitigkeit einzelner Handlungsoptionen haben Betroffene und ihre Eltern einen Anspruch auf eine ausgewogene Beratung und Aufklärung.

 

 

 

Ein entstigmatisierender Umgang mit Trans-Identität bei Kindern sollte gefördert und einer diskriminierenden Pathologisierung von Geschlechtsinkongruenz entgegengewirkt werden. Entsprechende Angebote psycho-sozialer Beratung und deren Kooperation mit medizinischen Einrichtungen sollen gestärkt werden.

 

 

 

 Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich unter http://ots.de/8BYk3M.

 

 

 


Kolping begrüßt die Reform des Aufstiegsfortbildungs-Förderungsgesetzes

Gemeinsame Pressemitteilung des Kolpingwerkes Deutschland und des Verbandes der Kolping-Bildungsunternehmen Deutschland e.VEin weiterer Schritt zur Gleichstellung der beruflichen mit der akademischen Ausbildung!

 

(Köln/Berlin/kwd) –Der Bundestag hat die Reform des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes beschlossen, womit insbesondere Handwerker und Mitarbeitende in Klein- und Mittelbetrieben (KMU) bei ihrer Fortbildung unterstützt werden. Das Kolpingwerk Deutschland und der Verband der Kolping-Bildungsunternehmen begrüßen dieses ausdrücklich, denn das Aufstiegs- bzw. Meister-BAFöG – wie es in der Regel genannt wird – ist bislang bereits ein sinnvolles Instrument gewesen, um Karriereperspektiven aus der dualen Ausbildung heraus zu eröffnen. 

 

Konkret verbessert das neue Gesetz die Leistungen bei der Unterhalts- und Maßnahmenförderung, etwa die Erhöhung der nicht zurückzuzahlenden Zuschussanteile bei Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie die Erhöhung des Darlehenserlasses. Ebenso positiv wird der Vollzuschuss bei der Unterhaltsförderung für Vollzeitgeförderte oder die Erweiterungen für Geringverdienende aus sozialen Gründen bewertet. Damit trägt diese Reform dazu bei, dass die berufliche Bildung und ihre Attraktivität weiter gestärkt werden und so zur Fortbildung motivieren, also ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung ist.

 

Durch die aktuelle Reform wird die Unterstützung ausgeweitet, was zur Angleichung der beruflichen an die akademischen Ausbildungswege beiträgt. Auch die Verzahnung der drei Fortbildungsstufen (Berufsspezialist, Bachelor Professional und Master Professional), wie sie im gerade reformierten Berufsbildungsgesetz eingeführt werden, ist folgerichtig und trägt dazu bei, dass aufeinander aufbauende Fortbildungsabschlüsse gefördert werden.

 

Leider bedeuten diese Verbesserungen immer noch keine Gleichstellung mit den akademischen Qualifizierungswegen, da z.B. 25% der Kurs- und Prüfungsgebühren selber finanziert werden müssen. Ebenso findet für notwendige Materialien, Prüfungsarbeiten, Werkstattmieten, Fahrtkosten etc. keine Erstattung statt. Kolping schließt sich dazu ausdrücklich der Forderung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks an, dass der Erlass beim Bestehen der Prüfung (§13b, Absatz 1) von 50% auf 100% erhöht wird, um so eine Gleichstellung von akademischer und beruflicher Fortbildung voranzubringen und auch einen hohen Anreiz zum Bestehen der Fortbildung bei den Teilnehmenden zu setzen.

 

 

 


Thüringer Landtagsfraktionen von FDP und CDU haben demokratischen Konsens aufgekündigt

Vorstandsmitglied Jakob Stürmann: Stimmen der AfD dürfen niemals ausschlaggebend für eine Ministerpräsident*innen-Wahl sein

 

(Berlin/as) - „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste warnt seit langem vor der AfD und kalkulierten Tabubrüchen von Politiker*innen wie Björn Höcke. Der Geschichtsrevisionismus und die Einstellungen zum gesellschaftlichen Zusammenleben der AfD widersprechen den Grundprinzipien unserer liberalen Demokratie. Sie dürfen daher niemals die ausschlaggebenden Stimmen für eine Ministerpräsident*innen-Wahl sein. Diesen Konsens haben die Thüringer Landtagsfraktionen von CDU und FDP am Mittwoch aufgekündigt“, sagt Jakob Stürmann, Vorstandsmitglied von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. „Die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten stellt einen Bruch mit der bisherigen Übereinkunft  demokratischer Parteien dar, der rechtspopulistischen, geschichtsrevisionistischen und in Teilen antisemitischen Partei AfD in politischen Debatten zu begegnen, mit ihr aber nicht zu paktieren. Seit gestern ist das anders: Der Ministerpräsident Thüringens konnte nur mit den  Stimmen der AfD-Fraktion gewählt werden.“

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ist fassungslos und erschüttert darüber, dass die Thüringer Landtagsfraktionen von FDP und CDU mit den Stimmen der AfD eine Ministerpräsident*innenwahl gewonnen haben. Die Wahl des FDP-Kandidaten Thomas Kemmerich fand im dritten Wahlgang statt, obwohl CDU und FDP davon ausgehen mussten, dass die Thüringer AfD diesem Vorschlag zur Mehrheit verhelfen wird. Zum ersten Mal kam damit ein*e deutsche*r Landeschef*in nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur nur wegen der Stimmen einer radikal rechten Partei ins Amt. Das ist inakzeptabel.

Besonders alarmiert Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, dass dieser Tabubruch in Thüringen stattfand. Der Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke ist das bekannteste Gesicht des „Flügels“ innerhalb der AfD. Er vertritt offen rechtsextreme und völkische Standpunkte. Unter anderem forderte er, die Kultur des Erinnerns an die nationalsozialistischen Verbrechen in Deutschland zu beenden. Er sagte ferner, in Schulen werde die deutsche Geschichte „mies und lächerlich“ gemacht und bezeichnete die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im Jahr 1985, anlässlich des 40. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs, als eine "Rede gegen das eigene Volk". In Höckes historischem und aktuellem Nationsbegriff haben weder jüdische Deutsche, deutsche Sint*ezze und Rom*nja noch Deutsche türkischer oder griechischer Abstammung Platz. Es sind diese rassistischen und geschichtsrevisionistischen Einstellungen, gegen die sich Aktion Sühnezeichen Friedensdienste engagiert und gegen die Freiwillige des Vereins seit über 60 Jahren ein praktisches Zeichen setzen.

 

Seit 1958 setzt sich Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für eine kritische und sensible Auseinandersetzung mit den Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen ein. In Freiwilligendiensten und Sommerlagern engagieren sich jedes Jahr mehrere hundert, überwiegend junge Menschen in vielen Ländern Europas, den USA und Israel in Gedenkstätten, in der Begleitung von Überlebenden der Schoa und in der politischen Arbeit für eine inklusive, vielfältige Gesellschaft.

 


Große Anfrage der Fraktion Die Linke im Hessischen Landtag zur Altersarmut / Diakonie Hessen fordert armutsfeste Löhne und Renten

Altersarmut größer als gedacht

(Frankfurt/dwh) - Alte Menschen sind in Hessen wieder deutlich stärker von Armut bedroht als noch vor zwei Jahren. „Die Armutsrisikoquote bei älteren Menschen in Hessen ist in den vergangenen zwei Jahren im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich stark angewachsen“, kommentiert Wilfried Knapp, Vorstand der Diakonie Hessen, die Antwort der Hessischen Landesregierung auf die aktuelle Große Anfrage der Fraktion Die Linke. Knapp: „Die aktuellsten Zahlen belegen diesen Trend noch einmal deutlich.“ Nach Angaben der amtlichen Sozialberichterstattung ist die Armutsgefährdungsquote bei älteren Menschen in Hessen von 14,1 Prozent in 2017 auf 14,9 Prozent in 2018 gestiegen, stärker als die Armutsgefährdungsquote der Gesamtbevölkerung (von 15,4 Prozent in 2017 auf 15,8 Prozent in 2018).* Die offiziellen Statistiken spiegelten die tatsächliche Situation der von Altersarmut betroffenen Menschen allerdings nur zum Teil wieder. Knapp: „Mehr als die Hälfte** der alten Menschen, die von Armut betroffen sind, nehmen die Grundsicherung im Alter nicht in Anspruch.“

 

Wenig in den Blick genommen und ebenfalls von Armut betroffen sind Menschen mit Pflegebedarf, deren Vermögen beziehungsweise Einkommen durch die steigenden Kosten für die stationäre Pflege aufgezehrt wird. Knapp: „Menschen mit Pflegebedarf werden zu Sozialhilfeempfängern, auch weil das Land Hessen seiner Verantwortung nicht nachkommt und die Investitionskosten von Pflegeheimen nicht fördert. Jede Erhöhung dieser Kosten geht zu Lasten der Heimbewohner.“

 

„In den diakonischen Beratungsstellen erleben wir jeden Tag die Nöte von alten Menschen“, ergänzt Dr. Felix Blaser, Referent für Armutspolitik bei der Diakonie Hessen. „Die Altersarmut, die nicht in den Statistiken auftaucht, bekommt in unseren Beratungen ein Gesicht und eine Stimme.“ Besonders die Zahl der älteren Frauen sei gestiegen, die in diakonischen Einrichtungen Rat suchen. Dr. Blaser: „Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und das damit einhergehende Risiko von Altersarmut sind Herausforderungen, denen sich die Hessische Landespolitik energischer stellen muss. Eine insgesamt reiche Gesellschaft wie unsere muss politisch nicht nur für armutsfeste Mindestlöhne sondern auch für armutsfeste Mindestrenten für alle Menschen sorgen.“ Es sei eine gefährliche Entwicklung, dass die atypischen Beschäftigungsformen in Hessen zwischen 2003 und 2015 in Hessen um über 50 Prozent zugenommen haben und laut zweitem Landessozialbericht rund 17 Prozent aller Beschäftigten im Niedriglohnbereich arbeiteten. Dr. Blaser: „Diesem Trend gilt es nun aktiv entgegenzuwirken.“

 

*http://www.amtliche-sozialberichterstattung.de/

 

 

** Die neuesten Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung gehen von rund 60 Prozent der Anspruchsberechtigten aus, welche die Grundsicherung im Alter nicht abrufen. (https://www.diw.de/de/diw_01.c.699978.de/grundsicherung__hohe_rate_der_nichtinanspruchnahme_deutet_auf_hohe_verdeckte_altersarmut.html)

 

Hintergrund

 

 

 

Beispiele zu Altersarmut bei Frauen

 

Lesen Sie vier Beispiele zu Altersarmut bei Frauen aus der diakonischen Beratungspraxis. Diese Beispiele sind zufällig ausgewählt. Sie haben jedoch eines gemeinsam: In Armut geraten sind diese Frauen erst im Alter und ihre Armut ist verdeckt. Trotz ihrer geringen Einkünfte tauchen sie nicht in der Statistik der Grundsicherungsempfängerinnen auf. Sie verzichten auf diese finanzielle Unterstützung, weil sie in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben und ihr Zuhause nicht aufgeben wollen.

 

 

 

Frau H., Jahrgang 1946, hat 3 Kinder weitgehend alleine erzogen, ihr Ehemann (Frührentner) hat sich vor vielen Jahren von ihr getrennt. Sie hat daraufhin langjährig als Altenpflegehelferin in Teilzeit gearbeitet. Trotz Trennung pflegt sie ihren mittlerweile pflegebedürftigen Ehemann in dessen Wohnung, denn sie ist wegen ihrer geringen Altersrente auf das Pflegegeld als zusätzliches Einkommen angewiesen. Grundsicherung will sie nicht beantragen, denn ihre Wohnung gilt als zu groß und sie müsste umziehen. Mehr Beispiele unter http://www.diakonie-hessen.de/veroeffentlichungen/diakoniesonntag-2019.html

 

 

 

Frau M., Jahrgang 1940, ist verwitwet und hat früher gemeinsam mit ihrem Ehemann eine Gastwirtschaft im eigenen Haus betrieben. Nun lebt sie in einer Mietwohnung. Den Erlös aus dem Verkauf ihres Hauses hat sie vor Jahren ihrem Schwiegersohn zur Geldanlage anvertraut. Das hat ihr einen Verlust von 4/5 der Verkaufssumme beschert. Der übriggebliebene Betrag ist trotz sparsamster Haushaltsführung fast aufgezehrt. Sie lebt von rund 500 Euro Witwenrente und erhält Wohngeld.

 

 

 

Frau A., Jahrgang 1939, ist seit 50 Jahren verheiratet. Sie lebt in der gemeinsamen Eigentumswohnung, ihr Ehemann aufgrund seines hohen Pflegebedarfs im nahen Pflegeheim. Den Eigenanteil an den Heimkosten finanziert das Paar alleine aus der Rente des Ehemannes, denn Frau A. möchte in ihrer vertrauten Wohnung bleiben und sie nicht wegen der Heimkosten aufgeben. Dadurch bleiben ihr nur 700 Euro für ihren Lebensunterhalt.

 

 

 

Frau K., Jahrgang 1942, geschieden, lebte mit Enkeltochter und deren Kind gemeinsam in einer 3-Zimmer-Wohnung, die sie nach deren Auszug weiter gehalten hat. Trotz geringer Rente erhält sie keine Grundsicherung, denn eine Lebensversicherung liegt 100 Euro über dem erlaubten Maximalsatz. Wohngeld erhält sie erst dann, wenn sie in eine kleinere Wohnung zieht, wozu sie nicht bereit ist.

 

 

 


Berliner Professorin organisiert die „Juister Salongespräche 2020"

Die goldenen 1920er auf Juist

Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring und ihr Mann Dr. Dietmar Molthagen. Foto: privat
Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring und ihr Mann Dr. Dietmar Molthagen. Foto: privat


 

(Juist/pm) - Die goldenen 1920er erleben jetzt im neuen Jahrzehnt ein Revival. Zu den 1920ern gehört auch die Salonkultur, die sich wachsender Beliebtheit erfreut und die Möglichkeit zu echten Begegnungen abseits der Digitalisierung schafft.  

 

Die Berliner Professorin Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring hat die Juister Salongespräche bereits im August 2018 ins Leben gerufen, denn sie meint: „Wir brauchen das Gespräch mit anderen, um Informationen einordnen, Fragen stellen und ein Thema tiefer durchdringen zu können. Salons bieten genau das.“ 

 

Dr. Stefanie-Molthagen-Schnöring ist Professorin für Wirtschaftskommunikation an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und forscht und lehrt zu Kommunikationsmanagement, politischer Kommunikation und Kommunikation in der Vertrauenskrise. Seit April 2019 ist sie Vizepräsidentin für Forschung und Transfer.  

 

Weil sie seit ihrer Kindheit mehrmals im Jahr nach Juist reist, hat sie sich das kleine Juist für den Ort der Salongespräche ausgesucht. Hier, abseits des Alltags und mit einem vom Nordseewind frei gepusteten Geist kann es schon sein, dass das Denken klarer und die Sicht weiter wird. 

 

In der Trendstudie „Events der Zukunft“ des Zukunftsinstituts aus dem Jahr 2019 wird die Salonidee als eine „Renaissance des Schönen, Guten und Wahren“ gelobt. Und weiter: „Eine öffentliche Welt trifft sich an einem privaten Ort.“ Juist ist so ein Ort, der prädestiniert ist für Gespräche und Podiumsdiskussionen über Kunst, Kultur und Politik. 

 

Zwischen 20 und 40 Gäste und Insulaner wohnen den Juister Salongesprächen bei. Darin tauschen sie sich zu vorgegebenen politischen und gesellschaftlichen Themen aus. Es gibt jeweils einen kurzen Impulsvortrag, an den sich die offene Diskussion anschließt.  

 

Die Abende werden von Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring und ihrem Ehemann Dr. Dietmar Molthagen moderiert. Molthagen leitet das Julius-Leber-Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Hamburg und ist nebenberuflich Lehrbeauftragter für politische Kommunikation. Er engagiert sich zudem in einer Kulturförderstiftung und ist seit knapp 10 Jahren begeistert von Juist. Ihr gemeinsames Buch „Lasst uns reden! Wie Kommunikation in Politik, Wirtschaft und Medien gelingen kann“ erschien im Herbst 2019. 

 

Auf Juist gibt es dieses Jahr drei Salongespräche zu folgenden Fragestellungen: 

 

1. Termin: 22. Februar 2020: Brauchen wir heute (noch) Parteien?

 

2. Termin: 15. September 2020: Wie verändert sich Öffentlichkeit?

 

3. Termin: 29. Dezember 2020: Sind soziale Medien (a-)sozial?

 

Alle Salongespräche sind kostenfrei und finden im Haus des Kurgastes statt. 

 


Die kfd ist erleichtert über Entscheidung zur Organspende, die ein bewusster Akt der Nächstenliebe bleibt

Organspende: Entscheidung stärkt das Recht auf selbstbestimmtes Sterben

(Berlin/kfd) - Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. ist erleichtert über die heutige Entscheidung des Deutschen Bundestages, dass die sogenannte Zustimmungslösung bei Organspenden weiterhin gilt. Diese Entscheidung stärkt die Würde und Wertigkeit des Lebens der/des Einzelnen bis in den Tod hinein. Für manche Menschen schließt ein würdevoller Tod eine Organspende unmittelbar nach dem Eintreten des Hirntodes aus, was die heutige Entscheidung anerkennt.

Prof’in Dr. Agnes Wuckelt, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende: „Organspende ist ein Akt der Freiwilligkeit und Nächstenliebe, mit dem ich noch im Tod einem anderen Menschen Leben schenken kann. Dabei kann das im Gesetz vorgesehene Register helfen, denn es dokumentiert zuverlässiger als eine mitgeführte Karte das Ja oder Nein zur Organspende. Zusammen mit den im Vorjahr beschlossenen Änderungen im Transplantationsgesetz scheint uns das ein guter Weg.“

Die Widerspruchslösung hätte für die kfd das Risiko beinhaltet, dass Menschen mit unzureichenden Sprachkenntnissen oder geringeren Möglichkeiten der Information und Teilhabe unfreiwillig zu Organspender*innen werden könnten. Die kfd ist als christlicher Frauenverband daher dankbar für das Votum der Abgeordneten, mit dem sie die Entscheidung jedes und jeder Einzelnen für ihr Sterben wertschätzen und respektieren, so Wuckelt.

„Wir werden unsere Mitglieder verstärkt über Möglichkeiten und Konsequenzen von Organspende informieren und sie dazu ermutigen, sich damit sowie mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Damit diejenigen, die sich dafür entscheiden, bewusst und ruhigen Gewissens ‚Ja‘ sagen können."


Organspende: KDFB lehnt Widerspruchslösung ab

 (Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) spricht sich gegen die so genannte Widerspruchslösung bei der Organspende aus. KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth unterstreicht die Position des Verbandes, dass die Organspende eine bewusste und freiwillige Entscheidung bleiben muss. Der Bundestag wird am 16.01.2020 über eine gesetzliche Neuregelung der Organspende abstimmen.

 

„Wir begrüßen neue und passgenaue Maßnahmen, die Menschen ausdrücklich dazu ermutigen, sich mit der Frage nach einer Organspende auseinanderzusetzen, mit Angehörigen darüber zu sprechen und eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu treffen. Eine Lösung, nach der jedem Menschen Organe entnommen werden dürfen, der nicht ausdrücklich widersprochen hat, ist weder mit dem Selbstbestimmungsrecht noch mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit vereinbar“, so Flachsbarth.

 

Aufgrund seiner christlichen Werthaltung hält es der KDFB zudem für geboten, dass medizinische Möglichkeiten einer Ethik der Menschenwürde zu- und unterzuordnen sind. Dies gilt auch für einen angemessenen Umgang und eine unterstützende Begleitung mit Sterbenden. „Die Organspende ist ein Akt der Nächstenliebe, der Verantwortung und der Solidarität. Sie ist eine sehr persönliche Entscheidung und muss uneingeschränkt respektiert werden“, erklärt KDFB-Präsidentin Flachsbarth.

 

Der KDFB unterstützt nachdrücklich das Ziel, in Deutschland mehr lebensrettende Organtransplantationen zu ermöglichen. Ein flächendeckendes Informations- und Beratungsangebot ist daher zwingend notwendig, um die Bevölkerung für die Organspende-Bereitschaft stärker zu sensibilisieren. Dies sollte laut Frauenbund zusammen mit zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren sowie Kirchen und Religionsgemeinschaften weiterentwickelt und ausgebaut werden.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Brot für die Welt ruft zur Großdemonstration zur Internationalen Grünen Woche in Berlin auf

Agrarhandel muss die ökologische Landwirtschaft stärken und das Klima schützen

 Agrarhandel * Klimaschutz * Grüne Woche * Großdemonstration

 

(Berlin/bfw)  Bei der Großdemonstration „Wir haben Agrarindustrie satt“ am 18. Januar in Berlin werden Tausende Menschen für eine bäuerliche, agrarökologische und klimafreundliche Landwirtschaft auf die Straße gehen. Brot für die Welt gehört zu den Trägern des Bündnisses, das nun zum zehnten Mal zum Beginn der Agrarmesse „Internationale Grüne Woche“ zur Demonstration aufruft. Bei der Auftaktkundgebung am Brandenburger Tor (ab 12.00 Uhr) sprechen Vandana Shiva, indische Partnerin des evangelischen Hilfswerks und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, und Antonio Andrioli, Agrarprofessor und ehemaliger Stipendiat von Brot für die Welt aus Brasilien.

 

Brot für die Welt setzt sich gemeinsam mit vielen Partnerorganisationen für eine Landwirtschaft und einen Agrarhandel ein, durch die ausreichend gesunde Lebensmittel produziert und fair gehandelt werden. Dabei stehen der nachhaltige Umgang mit Böden, Saatgut und Wasserressourcen sowie die Klimafreundlichkeit im Fokus. Dies leisten vor allem kleinbäuerliche Betriebe. Sie erzeugen den Großteil der Nahrungsmittel weltweit. Kleinbäuerliche Landwirtschaft steht jedoch in vielen Ländern unter Druck: Landgrabbing, Klimawandel, fehlende politische Unterstützung und unfaire Handelsbedingungen setzen ihr zu.

 

Brot für die Welt appelliert an die deutsche Bundesregierung, sich beim Treffen der Minister und Ministerinnen für Landwirtschaft vor der Grünen Woche in Berlin dafür einzusetzen, dass sich Entwicklungsländer vor bestehenden und zukünftigen Billigexporten der Industrieländer im Agrarsektor schützen können.

 

Stig Tanzmann, Referent für Landwirtschaft bei Brot für die Welt, sagt: „Deutschland und die EU müssen in der Agrar- und der Agrarhandelspolitik endlich umsteuern. Im Zentrum der Politik darf nicht mehr stehen, mit möglichst niedrigen Preisen und großen Produktmengen die Märkte der Welt zu erobern. Vielmehr muss gerade die Agrarhandelspolitik Antworten auf die globale Krise des ländlichen Raums und der bäuerlichen Betriebe anbieten, anstatt sie weiter zu verschärfen. Auch auf die Klima- und Biodiversitätskrise muss mit einer stark veränderten Agrarhandelspolitik reagiert werden.“ Erster Schritt in diese Richtung ist ein Veto gegen das geplante Freihandelsabkommen Mercosur.


Sternsinger aus dem Saarland vertreten Bistum Trier in Berlin

Aus dem kleinen Wahlen ins große Berlin

v.l. Linda Ade (zum 12. Mal bei den Sternsingern dabei), Alina Lehnen (zum 10. Mal dabei), Magali Schütz (zum 9. Mal dabei) und Felix Meyers (zum 8. Mal dabei) . Foto: bt
v.l. Linda Ade (zum 12. Mal bei den Sternsingern dabei), Alina Lehnen (zum 10. Mal dabei), Magali Schütz (zum 9. Mal dabei) und Felix Meyers (zum 8. Mal dabei) . Foto: bt

 

(Wahlen/Trier/Berlin/bt) – Alina, Magali, Linda und Felix gehen seit Jahren als Sternsinger durch ihre Heimatgemeinde Wahlen, um Spenden für Kinder in der ganzen Welt zu sammeln. Jetzt wird ihnen eine ganz besondere Ehre zuteil: Am 7. Januar dürfen die vier nach Berlin; dort werden Sternsingergruppen aus allen Bistümern in Deutschland von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen. Gerechnet hatten sie damit allerdings überhaupt nicht. „Wahlen ist nur ein kleines Dorf und Berlin die Hauptstadt, aber cool ist das schon!“, freuen sich die vier.

 

Als Sternsinger sind sie zum Teil schon zum zwölften Mal unterwegs. „Es ist immer wieder schön bei der Aktion mitzumachen“, erklärt Felix, der Jüngste der Gruppe. Ihn faszinieren vor allem die jedes Jahr wechselnden Beispielländer der Aktion. In der Pfarreiengemeinschaft Wahlen gehen rund 40 Kinder immer Anfang des Jahres als Sternsinger verkleidet durch die Straßen, um den Menschen den Segen an die Haustüren zu bringen und Spenden zu sammeln, die Kinderhilfsprojekten in aller Welt zugutekommen. Die Aktion Dreikönigssingen informiert regelmäßig darüber, wohin die Spenden fließen. Im Fokus steht jedes Jahr ein anderes Land, in dem die Aktion Projekte und damit Kinder in den unterschiedlichsten Situationen unterstützt.

 

"Es ist bestimmt cool, wenn die Kanzlerin direkt vor einem steht"

 

Auf dem Weg nach Berlin müssen sie dann früh raus. Montagmorgen um sechs Uhr morgens stehen sie auf, um mit dem Zug in die Hauptstadt zu fahren. Dort werden sie einen Tag später mit Polizeieskorte zum Bundeskanzleramt gefahren, wo sie von Bundeskanzlerin Merkel empfangen werden. Auf das Treffen mit ihr freuen sie sich am Meisten. „Es ist bestimmt cool, wenn die Kanzlerin direkt vor einem steht!“ Natürlich wollen sie die Gelegenheit auch nutzen, um sich Berlin selbst anzuschauen.

 

Stichwort: Dreikönigssingen

 

Der Brauch des Dreikönigssingens oder Sternsingens geht bis ins Mittelalter zurück. Die heute vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom BDKJ getragene Aktion hat sich zum weltweit größten Hilfswerk von Kindern für Kinder entwickelt. In ganz Deutschland sammelten die Sternsinger seit 1959 über 858 Millionen Euro mit denen weltweit rund 65.000 Projekte unterstützt wurden und werden. Weitere Information gibt es unter www.sternsinger.org und auf der Bistumshomepage.

 


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt Sternsinger in Berlin

„Mit eurem Stern bringt ihr Licht in dunkle Nacht“

 

(Berlin/kmw) - „Mit eurem Stern bringt ihr Licht in dunkle Nacht. Mit den von euch gesammelten Spenden bringt ihr anderen Kindern Hoffnung. Hoffnung auf ein neues Leben“, freute Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich über den Besuch der Sternsinger am Montagmorgen in seinem Amtssitz in Berlin. Im Schloss Bellevue begrüßten er und seine Frau Elke Büdenbender pünktlich zum Dreikönigstag 40 Sternsinger aus dem Bistum Passau. „Meine Frau und ich waren schon an sehr vielen Orten, an denen Kinder eure und unsere Hilfe brauchen. Euch, liebe Sternsinger, kann ich ansehen, wie sehr euch diese Hoffnung der Kinder, die in anderen Umständen leben, antreibt“, so der Bundespräsident.  Mit ihrem Dienst würden die Sternsinger einen großen Beitrag dazu leisten, „dass unsere Welt, die in diesen Tagen auch Sorgen auslöst, ein klein wenig besser wird.“

 

 

 

„Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“ lautet das Leitwort der aktuellen, 62. Aktion Dreikönigssingen. Passend dazu formulierten Stefanie (9), Lena (10) und Elisabeth (12) zu Beginn des Besuchs auch ihre Segensbitte für das Staatsoberhaupt: „Der Frieden bleibe stets bei Euch. Denn nur wer Frieden hat und Segen kann Gutes in der Welt bewegen.“ Den klassischen Sternsingersegen „20*C+M+B+20 – Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus im Jahr 2020“ schrieb Elisabeth anschließend an das große Schlossportal.

 

 

 

18 Mädchen und 22 Jungen aus der Pfarrei Rinchnach, dem Pfarrverband Simbach am Inn und dem Pfarrverband Kirchberg im Wald vertraten beim Empfang alle 300.000 Sternsinger, die sich in diesen Tagen bundesweit an der 62. Aktion Dreikönigssingen beteiligen. Im Bistum Passau hatten Ende 2018 mehr als 2.600 Sternsinger die vergangene, 61. Aktion Dreikönigssingen bundesweit eröffnet. Von dem Aktionsauftakt und ihrem Engagement für Kinder in aller Welt berichteten die Mädchen und Jungen am Dreikönigstag im Schloss Bellevue.

 

 

 

Toleranz, Freiheit, Gerechtigkeit und Versöhnung „Gerade jetzt finden in 27 Ländern unserer Erde kriegerische Handlungen statt. Kinder leben in all diesen Ländern“, machten die Sternsinger zum Beginn der Vorstellung ihres Aktionsthemas „Frieden“ deutlich. Von Kolumbien über Mali, Nigeria und Somalia bis hin zu Afghanistan und Myanmar zählten die kleinen und großen Könige diese Länder auf und setzten ihnen danach 27 Mut machende Begriffe wie Rücksicht, Toleranz, Freiheit, Gerechtigkeit und Versöhnung entgegen. „Nur wenn wir alle daran arbeiten, dass all diese Dinge weltweit möglich sind, können wir die Welt verändern und Frieden schaffen“, machten die Passauer Sternsinger deutlich und formulierten anschließend ihre Bitte an den Bundespräsidenten: „Wir bitten sie, dass sie sich gemeinsam mit vielen anderen dafür einsetzen, dass es immer weniger Länder gibt, in denen Krieg und Gewalt herrschen. Dass immer mehr Kinder in Frieden leben können.“

 

 

 

„Ehrenamtliches Engagement ist Baustein für friedliches Zusammenleben“ „Im Rahmen der Aktion Dreikönigssingen machen die Sternsingerinnen und Sternsinger in diesem Jahr auf das Thema ‚Frieden‘ aufmerksam – ein Thema, was angesichts der vielen Krisen in der Welt nicht oft genug im Mittelpunkt stehen kann und gerade für Kinder und Jugendliche besonders wichtig ist“, sagte Katharina Norpoth, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), in ihrem Grußwort. „Diese großartige Aktion ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass ehrenamtliches Engagement ein wichtiger Baustein für das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft ist“, so Norpoth, die gemeinsam mit Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, die Sternsinger zum Empfang im Schloss Bellevue begleitet hatte.

 

 

 

Bundespräsident Steinmeier empfing zum dritten Mal Sternsinger in seinem Amtssitz. Er setzt die Tradition der Empfänge fort, die schon seine Amtsvorgänger Karl Carstens, Roman Herzog, Johannes Rau, Horst Köhler, Christian Wulff und Joachim Gauck gepflegt hatten.

 

 

 

Rund 1,14 Milliarden Euro, mehr als 74.400 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 1,14 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 74.400 Projekte für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 61. Aktion zum Jahresbeginn 2019 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.226 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 50,2 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration.

 

 

 


Red Dot-CEO Professor Dr. Peter Zec mit Bundesverdienstkreuz geehrt

 

(Essen/rd) - Professor Dr. Peter Zec, Initiator und CEO des Red Dot Awards, wurde am 9. August 2019 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für seinen Beitrag zur Designdisziplin durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen. Der Ehrung liegt ein Vorschlag des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, zugrunde. Zec machte das Red Dot-Qualitätssiegel international zu einem Zeichen für ausgezeichnete Designqualität und ermöglicht Designinteressierten den Zugang zu dieser. Am 19. Dezember 2019 hat er in feierlicher Runde die Auszeichnung von Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen erhalten.

Feierliche Übergabe im Essener Rathaus
Im Rahmen der Feierstunde im Essener Rathaus dankte Thomas Kufen dem Designexperten für sein jahrzehntelanges Engagement im Bereich der Designkultur. Peter Zec nahm die Auszeichnung im Kreise seiner Weggefährten aus beruflichem und privatem Umfeld entgegen. Für ihn hat die Auszeichnung insbesondere in Hinblick auf seine Herkunft eine besondere Bedeutung: „Auch wenn ich in Deutschland geboren wurde, liegt ein Teil meiner Wurzeln woanders, da mein Vater Bosnier ist und meine Mutter Deutsche. Mich erfüllt es deshalb mit großem Stolz, für die Bundesrepublik Deutschland mit dieser Auszeichnung geehrt zu werden. Red Dot wäre ohne meine langjährigen Wegbegleiter nicht dort, wo er heute ist. Dafür danke ich ihnen ganz herzlich.“ Der Verdienstorden wird als Dank und Auszeichnung um das Gemeinwohl verliehen. Dabei kann es sich um Leistungen im politischen, wirtschaftlich-sozialen und geistigen Bereich handeln sowie um alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland.

Etablierung des renommiertesten Designwettbewerbs weltweit
Mit der Etablierung des Red Dot Awards gelang es Peter Zec, aus einer Auszeichnung für gutes Design eine internationale Marke zu entwickeln. Bei dem internationalen Designwettbewerb, der die Bereiche Produkt-, Kommunikations- und Markendesign sowie Prototypen umfasst, werden jährlich herausragende Gestaltungen ausgewählt und mit dem Red Dot prämiert. Mit dem Red Dot Design Museum auf Zollverein etablierte Zec auch die Stadt Essen als international anerkannten Designstandort. Aus dem Design Zentrum Nordrhein Westfalen machte er eine der weltweit wichtigsten und profiliertesten Design-Institutionen. Neben seiner Tätigkeit als geschäftsführender Vorstand von Red Dot ist Peter Zec auch als Autor und Herausgeber tätig sowie ein weltweit gefragter Design-Berater und Redner.

Verdienste über den Red Dot hinaus
Nicht nur mit dem Red Dot Award prägt er aktiv die Designwelt – Peter Zec hat sich darüber hinaus von 1999 bis 2005 ehrenamtlich als Vorstandsmitglied des internationalen Dachverbands der Industriedesigner ICSID (International Council of Societies of Industrial Design) engagiert. 2005 wurde er für zwei Jahre als erster Deutscher zum Präsidenten gewählt und initiierte das Programm „World Design Capital“.

Ab Oktober 2006 war er für ein Jahr Vorsitzender der internationalen Designallianz (IDA) und bekleidete damit zusammen mit der Position des Vorstandsmitgliedes des ICSID die beiden höchsten offiziellen Ämter der Designgemeinschaft weltweit. Seit 2007 ist er als ehemaliger ICSID Präsident Senator auf Lebenszeit und wird in allen wichtigen Belangen, die den Verband betreffen, hinzugezogen.


 


Badischer Holocaust-Überlebender Kurt Salomon Maier erhält Bundesverdienstkreuz

„Aufrecht gegen Rassismus und für die Menschenwürde“

 

(Karlsruhe/Washington/ekiba) - Der Deutsch-Amerikaner Dr. Kurt Salomon Maier, der als Kind den Holocaust überlebt hat, ist am 16. Dezember 2019 in der Deutschen Botschaft in Washington, D.C. mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Der 89-Jährige erhält die Auszeichnung unter anderem für sein Engagement für das Holocaust-Gedenken in Deutschland, den USA und Israel sowie für seine Unterstützung des Mahnmalprojekts Neckarzimmern der beiden großen Kirchen in Baden.

 

„Die Evangelische Landeskirche in Baden gratuliert Kurt Salomon Maier sehr herzlich zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes“, so Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. Mit seiner klaren und freundlichen Art habe er vielen Tausend Menschen in badischen Schulen und Gemeinden geholfen, sich den Schrecken des Holocaust zu stellen, insbesondere auch den Transporten aus Baden nach Gurs. Maier strahle eine Lebenskraft und -freude aus, die gerade junge Menschen fasziniere und Türen in ein neues Miteinander zwischen jüdischen und christlichen Menschen öffne. „Wir sind sehr dankbar für alles, was durch Kurt Maier an Umkehr und Versöhnung möglich geworden ist. Er hat uns dazu ermutigt, aufrecht und frei gegen Rassismus und für die Menschenwürde einzutreten“, würdigte der Landesbischof das Wirken Maiers.

 

Maier kam am 4. Mai 1930 im badischen Kippenheim als Kind jüdischer Eltern zur Welt. Am 22. Oktober 1940 wurde die Familie – wie noch rund 6.500 weitere badische Jüdinnen und Juden – ins französische Internierungslager Gurs deportiert. Dank der Bürgschaft amerikanischer Verwandter entgingen die Maiers dem Vernichtungslager Auschwitz und konnten in die USA emigrieren.  

 

Der promovierte Literaturwissenschaftler arbeitet als Bibliothekar in der Kongressbibliothek in Washington. Seit über 25 Jahren reist Kurt Salomon Maier regelmäßig nach Deutschland, um in Vorträgen, Gesprächsrunden, vor Schulklassen und in Kirchengemeinden über sein Leben zu berichten. Für das Gedenkjahr 2020 – wenn sich die Deportation der badischen Jüdinnen und Juden nach Gurs zum 80. Mal jährt – plant Maier im Herbst eine mehrwöchige Vortragsreise durch Baden.
Seine Kindheitserinnerung und die Erinnerungen an die Deportation wurden 2018 in einer zweiten, erweiterten Auflage von der badischen Landeskirche als Buch herausgegeben.


Sacharow-Preis für Ilham Tohti

 

  • GfbV begrüßt das Zeichen, das die EU mit dem Preis an Tohti setzt
  • Die Menschen in Xinjiang bräuchten aber mehr als Symbole
  • In der morgigen Diskussion über die Lage in Xinjiang müssten daher auch Sanktionen auf den Tisch

 

(Göttingen/gfbv) - Am morgigen Mittwoch wird in Straßburg der Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europaparlamentes vergeben. In diesem Jahr ehrt das Parlament den uigurischen Menschenrechtler Ilham Tohti. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt das Zeichen, das die EU damit gegen die Unterdrückung muslimischer Volksgruppen im Westen Chinas setzt. „Die Menschen in Xinjiang brauchen aber mehr als Symbole“, erklärt GfbV-Direktor Ulrich Delius. „Wenn Europa seine vielbeschworenen Werte ernstnimmt, ist jetzt die Zeit für echte Sanktionen.“  

 

Drei führende Politiker der Kommunistischen Partei seien maßgeblich für das perfide System der Masseninternierung verantwortlich: Xinjiangs Parteisekretär Chen Quanguo, der frühere Sicherheitschef der Region Zhu Hailun sowie sein Nachfolger Wang Junzheng. „Wenn das EU-Parlament morgen im Anschluss an die Preisverleihung über die Lage in Xinjiang diskutiert, müssen für diese Politiker Sanktionen auf den Tisch“, fordert Delius. „Wer für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in diesem Ausmaß verantwortlich ist, sollte nicht nach Europa einreisen und hier auch kein Kapital halten dürfen.“

 

Chen Quanguo war vor seiner Versetzung nach Xinjiang Parteisekretär in Tibet und für die Unterdrückung der dortigen Buddhisten zuständig. Sicherheitschef Zhu Hailun hat das Lagersystem und die Massenüberwachung in der gesamten Region aufgebaut, sein Nachfolger Wang Junzheng ist zurzeit dafür zuständig. Ihre Rolle in der Verschleppung und Internierung von über einer Millionen Uiguren, Kasachen und Kirgisen muslimischen Glaubens ist seit längerem bekannt. Ihre Unterschriften finden sich auch immer wieder auf Dokumenten der kürzlich veröffentlichten China Cables.

 

Der 50-jährige Wirtschaftsprofessor Ilham Tohti gilt als Brückenbauer zwischen Uiguren und der Mehrheitsbevölkerung der Han. „Mit dem Sacharow-Preis wird das friedliche Engagement einer Persönlichkeit gewürdigt, die trotz aller Einschüchterungen und Bedrohungen durch die chinesische Staatssicherheit ihr Lebenswerk der Verständigung fortgeführt hat“, so Delius. Tohti wurde 2014 zu lebenslanger Haft verurteilt. In Straßburg wird seine Tochter Jewher Ilham den Preis stellvertretend entgegennehmen. 

 

Die GfbV hatte sich seit zwei Jahren für die Nominierung Tohtis als Sacharow-Preisträger im Europaparlament eingesetzt. Vor zwei Jahren hatte sie ihn für den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar vorgeschlagen, den er 2017 bekam. Chinas Regierung reagierte damals mit wütenden Protesten und Sanktionen gegen Wissenschaftseinrichtungen in Weimar.

 


Zum Rüstungsexportbericht der GKKE

 

Rüstungsexporte * GKKE * Jemen * zivile Konfliktbearbeitung

 

(Berlin/bfw) - Brot für die Welt beobachtet mit Sorge den seit Jahren kontinuierlichen Anstieg im internationalen Waffenhandel. Als einer der fünf größten Rüstungsexporteure der Welt nach den USA, Russland, Frankreich und noch vor China ist Deutschland für diesen Trend mitverantwortlich. Seit Jahren genehmigt die Bundesregierung eine Vielzahl an Rüstungsexporten in Regionen wie den Nahen und Mittleren Osten, obwohl dort Gewaltkonflikte und Aufrüstungsspiralen zu beobachten sind, und trägt damit zu einer Verschärfung von Konflikten bei.

 

Traurigstes Beispiel einer fragwürdigen deutschen Rüstungsexportpraxis ist dabei der Krieg im Jemen. In dem Land im Süden der Arabischen Halbinsel spielt sich die weltweit größte humanitäre Katastrophe ab. Mehr als 24 Millionen Menschen – etwa 80 Prozent der Bevölkerung - sind auf Hilfe angewiesen. Seit über vier Jahren herrscht Krieg im Jemen. Und doch finden sich Länder der Jemen-Kriegskoalition wie Ägypten oder die Vereinigten Arabische Emirate sowohl 2018 als auch 2019 unter den Empfängern deutscher Rüstungsexporte. „Mehr Waffen führen nicht zu mehr Frieden, warnt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. Deutschland sollte dem Koalitionsvertrag entsprechend Champion in ‚Diplomatie, Dialog und Kooperation sowie Entwicklungszusammenarbeit‘ werden und Exportweltmeister für Konfliktursachenbekämpfung und zivile Konfliktbearbeitung." Brot für die Welt kritisiert vor allem die anhaltend hohen deutschen Genehmigungswerte für Rüstungsexporte in sogenannte Drittstaaten – damit sind Staaten außerhalb der EU und NATO gemeint. 2018 wurden von der Bundesregierung 53 Prozent der Einzelausfuhrgenehmigungen im Umfang von 2,5 Milliarden Euro an Drittstaaten erteilt. Was laut den eigenen Grundsätzen der Bundesregierung die Ausnahme bleiben sollte, ist seit Jahren zur traurigen Realität und Regel deutscher Rüstungsexportpraxis geworden. „Algerien, Indonesien oder Konfliktparteien wie Indien und Pakistan werden trotz ihrer prekären Menschenrechtslage und gewaltsam ausgetragenen Konflikten weiter beliefert“, beklagt Füllkrug-Weitzel.

 

Im Sommer 2019 hat die Bundesregierung überarbeitete Grundsätze für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern vorgestellt, die eine Verschärfung der bestehenden Praxis bringen sollten. Nach den neuesten vorliegenden Zahlen könnte das Jahr 2019 jedoch den Höchstwert an Rüstungsexportgenehmigungen aus dem Jahre 2017 sogar noch übertreffen. Diese Diskrepanz zwischen Rhetorik und tatsächlichen Genehmigungen zeigt deutlich, dass Deutschland von einer restriktiven und den Menschenrechten verpflichteten Rüstungsexportpolitik weit entfernt ist. Füllkrug-Weitzel: „Leere Worthülsen in Berlin, deutsche Patronenhülsen in vielen Krisengebieten. Es ist an der Zeit, dass Deutschland ein restriktives Rüstungsexportkontrollgesetz verabschiedet, das Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete endlich unterbindet.“ 


Beschluss der Kirchenleitung:

Nordkirche tritt dem Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ bei

 

(Schwerin/std) - Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) tritt dem von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam mit anderen Partnern der Zivilgesellschaft ins Leben gerufenen Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ bei. Einen entsprechenden Beschluss hat die Kirchenleitung der Nordkirche am Wochenende gefasst und anschließend die Pröpstinnen und Pröpste der 13 Kirchenkreise sowie die leitenden Pastorinnen und Pastoren der sieben Hauptbereiche darüber informiert.

 

In dem Beschluss heißt es unter anderem: „Die Kirchenleitung begrüßt die Gründung des Aktionsbündnisses ‚United4Rescue – Gemeinsam Retten‘ und beschließt den Beitritt der Nordkirche zu diesem Bündnis. Die Kirchenleitung schließt sich dem Aufruf der EKD an, dieses Projekt mit Spenden und Kollekten zu unterstützen.“ Kirchensteuermittel sollen für Anschaffung und Betrieb des Schiffes nicht verwendet werden.

 

 

 

Weiter beschloss die Kirchenleitung in diesem Zusammenhang: „Die Nordkirche bittet den Rat der EKD, mit der Bundesregierung rechtzeitig zu klären, wie mit den vom Schiff aus Seenot geretteten Menschen umgegangen wird, sich für eine angemessene Form staatlicher Seenotrettung und für eine auf europäischer Ebene abgestimmte, humane Flüchtlingspolitik und weiterhin für die Bekämpfung von Fluchtursachen einzusetzen.“

 

Landesbischöfin: Entsendung des Schiffes ist exemplarisches Handeln

 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, die zugleich Vorsitzende der Kirchenleitung ist, hebt anlässlich des Beschlusses hervor: „Ein Schiff zu schicken, kann nicht sämtliche Fragen und Probleme der Flüchtlings- und Asylpolitik in unserem Land und in Europa lösen. Auch wird das Schiff nicht alle Menschen retten können, die den Weg über lebensgefährliche Fluchtrouten als einzige Lösung für sich und ihre Familien ansehen, um Krieg, Verfolgung und existentieller Not zu entkommen. Aber es ist ein Akt exemplarischen Handelns dafür, was es heißen kann, wenn man Augen, Ohren und Hände nicht vor der Not der Menschen auf dieser Welt verschließt. Zugleich wollen wir mit dem Beitritt zum Bündnis ‚United4Rescue‘ mit dazu beitragen, Not nicht nur individuell zu lindern, sondern ihr auch mit politischen Mitteln entgegenzutreten.“

 

Die Landesbischöfin bittet im Namen der Kirchenleitung Verantwortliche der Nordkirche, dem Bündnis „eine noch breitere Basis zu verschaffen“ und es in angemessener Weise zu unterstützen.

 

Am 3. Dezember hatte sich in Hamburg das Aktionsbündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten” konstituiert. Es unterstützt nach eigenen Angaben die zivilen Seenotrettungsorganisationen, „die im Mittelmeer dem Ertrinken von Menschen auf der Flucht nicht tatenlos zusehen, sondern da humanitär handeln und Menschenleben retten, wo staatliche Seenotrettung fehlt“. So fordert das Bündnis beispielsweise die Verantwortlichen in der europäischen Staatengemeinschaft auf, das Recht auf Seenotrettung zu respektieren und wieder umzusetzen. Es wendet sich gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung und fordert faire Asylverfahren für Menschen, die nach Europa fliehen. Ein erstes Projekt des Bündnisses sieht vor, im kommenden Jahr ein Seenotrettungsschiff ins Mittelmeer zu entsenden.

 

Eine beim Deutschen Evangelischen Kirchentag im Juni verabschiedete Resolution hatte die EKD und ihre Gliedkirchen aufgefordert, ein Seenotrettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken. Nach gründlichen Beratungen hatten Rat und Synode der EKD Anfang November beschlossen, sich dieser Aufgabe im Rahmen eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses zu stellen. Ihm werden Kirchen und Vereine, Hilfsorganisationen und Firmen, Kulturträger und politische Initiativen angehören. Die EKD hat zur Organisation einen freien Trägerverein auf den Weg gebracht.

 

 

 

Weitere Informationen: www.united4rescue.com

 

 

 


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt Friedensbringer aus dem Bistum Passau

40 Sternsinger besuchen Schloss Bellevue

 

(Aachen/Düsseldorf/kmw) - Pünktlich zum Dreikönigsfest am Montag, 6. Januar, besuchen die Sternsinger Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender in Berlin. Um 11 Uhr werden die Mädchen und Jungen ihren Segen an das große Portal von Schloss Bellevue schreiben. 40 Sternsinger aus dem Bistum Passau vertreten dabei alle kleinen und großen Könige, die rund um den Jahreswechsel Spenden für benachteiligte Kinder in aller Welt sammeln. Die 18 Mädchen und 22 Jungen kommen aus der Pfarrei Rinchnach, dem Pfarrverband Simbach am Inn und dem Pfarrverband Kirchberg im Wald.

 

 

 

Bundespräsident Steinmeier empfängt zum dritten Mal Sternsinger in seinem Amtssitz. Er setzt die Tradition der Empfänge fort, die schon seine Amtsvorgänger Karl Carstens, Roman Herzog, Johannes Rau, Horst Köhler, Christian Wulff und Joachim Gauck gepflegt hatten. In Altötting (Bistum Passau) hatten Ende 2018 mehr als 2.600 Sternsinger die vergangene, 61. Aktion Dreikönigssingen bundesweit eröffnet. Von dem bunten Aktionsauftakt und ihrem Engagement für Kinder in aller Welt werden die Mädchen und Jungen am Dreikönigstag auch dem Bundespräsidenten berichten. Passend zum Aktionsthema „Frieden“ bringen die Sternsinger zudem ihre Botschaft vom Frieden mit nach Berlin.

 

 

 

Rund 1,14 Milliarden Euro, mehr als 74.400 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 1,14 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 74.400 Projekte für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 61. Aktion zum Jahresbeginn 2019 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.226 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 50,2 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration.

 

 

 


Menschenrechtskonferenz in Weimar

Gegen Sklaverei und Sexterrorismus

 

Foto (Jörg Nowak / missio): Vier missio-Projektpartner wurden in den vergangenen Jahren mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet (v.l.n.r.):Father Justin Nkunzi, DR Kongo, stellvertretend für Erzbischof Maroy, Gewinner des Weimarer Menschenrechtspreises 2012:

Schwester Lorena Jenal, Papua Neuguinea, Gewinnerin des Weimarer Menschenrechtspreises 2018

Gundula Gause, Schirmherrin des Weimarer Menschenrechtspreises und langjährige Unterstützerin von missio in Aachen

Stella Matutina, Philippinen / Deutschland, Gewinnerin des Weimarer Menschenrechtspreises 2015

Pater Shay Cullen, Philippinen, Gewinner des Weimarer Menschenrechtspreises 2000

 

(Weimar/missio) - Zu einem verstärkten Kampf für Menschenrechte und gegen „Sexterrorismus, moderne Sklaverei und Menschenhandel“ hat Pater Shay Cullen aufgerufen, Projektpartner des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen. Sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel seien ein Milliardengeschäft der organisierten Kriminalität, der besonders Frauen und minderjährige Mädchen zum Opfer fielen. „Sklaverei im 21. Jahrhundert“ lautete einer der thematischen Schwerpunkte der Konferenz, die zwischen dem 9. und 11. Dezember anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Weimarer Menschenrechtspreises stattfand, an der auch missio Aachen beteiligt war.

 

Der Direktor des PREDA-Kinderschutz-Zentrums, Pater Shay Cullen, benutzte in seiner Rede bewusst den Begriff „Sexterrorismus“ anstatt des verharmlosenden Wortes „Sextourismus“. Seit vielen Jahren betreut er Opfer sexueller Gewalt, darunter Mädchen, die auch von deutschen Tätern missbraucht wurden. Ein dreijähriges Mädchen sei das jüngste Opfer gewesen, das in dem von missio geförderten Kinderschutz-Zentrum aufgenommen wurde.

 

Neun Experten und Preisträger des Weimarer Menschenrechtspreises kamen bei der Konferenz zu Wort und machten in ihren Reden Parallelen zwischen den Situationen in den jeweiligen Ländern deutlich. Moderne Sklaverei sei in zahlreichen Staaten zu beobachten, wie die Vertreter aus Mauretanien, der Demokratischen Republik Kongo und den Philippinen berichteten.

 

Auf sexuelle Gewalt im Zusammenhang mit Hexenverfolgung in Papua Neuguinea wies missio-Projektpartnerin Schwester Lorena Jenal hin. Zu dieser bislang weiterestgehend unbekannten Form von Menschenrechtsverletzungen ist aktuell in Weimar eine Fotoausstellung zu sehen, die im kommenden Jahr in weiteren deutschen Städten zu sehen sein wird (www.missio-hilft.de/hexen).

 

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Ihsan Fagiri aus dem Sudan und Leila Fakhouri aus der Westsahara mit dem Weimarer Menschenrechtspreis 2019 ausgezeichnet.

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2018 stellt missio Aachen rund 46,5 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.192 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 

 

 


EU-Vizepräsident Rainer Wieland empfängt Friedensbringer aus sechs Nationen in Brüssel

Sternsinger tragen Friedensbotschaften ins Europaparlament

 

(Aachen/Düsseldorf/kmw) - 23 Sternsinger aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien und Belgien werden am Mittwoch, 8. Januar, im Europaparlament erwartet. Zu Gast sind die Mädchen und Jungen in Brüssel bei EU-Vizepräsident Rainer Wieland. Der Empfang im Parlamentsgebäude beginnt um 14.00 Uhr. Im Vorfeld besuchen die Sternsinger um 9.45 Uhr das Büro der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft).

 

Die deutschen Sternsinger werden von Leon (14), Sebastian (13), Enie Charlotte (10) und Janina (12) aus der Pfarreiengemeinschaft Gerolsteiner Land (Bistum Trier) vertreten. Bereits zum zwölften Mal seit 2008 tragen die Königinnen und Könige ihren Segen in das Europaparlament, Rainer Wieland ist zum fünften Mal Gastgeber. Passend zum deutschen Aktionsthema „Frieden“ werden die 13 Mädchen und zehn Jungen im Alter von zehn bis 16 Jahren buntgestaltete Friedensbotschaften mit nach Brüssel nehmen.

 

Rund 1,14 Milliarden Euro, mehr als 74.400 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 1,14 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 74.400 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 61. Aktion zum Jahresbeginn 2019 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.226 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 50,2 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.


„Ihr Kinderlein, kommet" - Crivitz streitet für die Geburtsstation


 

(Crivitz/fme/cme) - Von Jung bis Alt und aus allen Bereichen der Gemeinde streitet ganz Crivitz für den Erhalt der Geburtenstation in der Stadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim. „Der Wunsch ist mindestens ein Jahr Aufschub um gemeinsam an einen Tisch zu kommen und an einer guten nachhaltigen Lösung zu arbeiten", sagt Pastorin Friederike Baur-Meyer. Die Geburtenstation mit ihren jährlichen zwischen 300 und 400 Geburten sei „das Wahrzeichen für Crivitz". Die Einrichtung, habe seit Jahrzehnten einen sehr guten Ruf. Auch von anderswo kämen werdende Mütter gern nach Crivitz um ihr Kind hier zu gebären.

 

Nach der angekündigten Schließung steht Crivitz auf: „Jeden Abend wird um 18.30 Uhr Mahnwache am Crivitzer Krankenhaus gehalten und das Lied ,Ihr Kinderlein, kommet' gesungen", berichtet die evangelische Theologin Alle seinen beisammen, wachsen zusammen, streiten dafür, dass „die Voraussetzung für natürliche Geburten auch weiterhin im ländlichen Raum gegeben ist, ohne durch weite Fahrtstrecken eventuelle Komplikationen in Kauf nehmen zu müssen".

 

An den Crivitzer Häusern hängen Girlanden von Babyklamotten zum Zeichen der Verbundenheit mit der Geburtenstation Crivitz. An diesem Donnerstag (12. Dezember) ist eine Großdemo in Crivitz um 16 Uhr für den Erhalt der Geburtenstation und Gynäkologie in der Kleinstadt geplant. Parallel werden seit Tagen Unterschriften für den Erhalt der Geburtenstation gesammelt. Über eine grundsätzliche Onlinepetition werde nachgedacht. Pastorin Meyer: „Als Symbol tragen alle, die für den Erhalt stehen, das Zeichen eines Herzens mit der Aufschrift: ,Ein Herz für unsere Geburtenstation in Crivitz'."

 


Nachruf auf Harald Möller

Foto: Ralf Marten
Foto: Ralf Marten


 

(Dresden/na) - Am vergangenen Mittwoch, den 4.12.2019, verstarb Harald Möller, der langjährige Vorsitzende des Bautzen-Komitees, im Alter von 91 Jahren. Harald Möller setzte sich die letzten 60 Jahre dafür ein, an SED-Unrecht zu erinnern, „aus Dankbarkeit gegenüber Altbundeskanzler Adenauer, der 1955 u. a. die Senkung der Strafmaße für politische Häftlinge in der DDR erwirkt hatte.“ Harald Möller war einer von ihnen. Die Sowjets hatten den gebürtigen Thüringer 1948 wegen angeblicher Spionage zu zweimal 25 Jahre Haft verurteilt. Es hatte gereicht, dass der Jugendliche, der unmittelbar an der Zonengrenze lebte, Freunde im Westen besuchte, dorthin zum Tanz ging, Zeitungen mit in den Osten brachte und Briefe zu Verwandten mit in den Westen nahm.

 

Harald Möller kam ins „Gelbe Elend“ nach Bautzen, wo er unter unvorstellbaren Bedingungen dahinvegetierte und dem Tod von der Schippe sprang. An offener Tbc erkrankt, lag er in einer Baracke der Totgeweihten, sich selbst überlassen, weil die Russen Angst hatten sich anzustecken. Dort erlebte er auch den Hungerstreik und den Häftlingsaufstand im März 1950. Es war die Solidarität, die ihn überleben ließ, die Ärzte unter den Gefangenen, die mit primitivsten Mitteln halfen. Nach acht Jahren kam die Entlassung, doch auch der Neuanfang in Westdeutschland war steinig. Wegen der Haftjahre wurde er nicht zum Studium zugelassen, die Verwaltungen halfen mäßig. Schließlich schaffte er den Besuch einer Höheren Handelsschule und schlug eine Beamtenlaufbahn ein. Oft waren es alte Haftbekanntschaften, die ihm halfen, Fuß zu fassen. Auch deshalb war es ihm wichtig, gerade in der alten Bundesrepublik an das erlittene Unrecht zu erinnern und eine öffentliche Würdigung der Opfer anzumahnen.

 

Den Mauerfall empfand er als Geschenk der Geschichte, das ihm ermöglichte, in seine Heimat und an den Ort seines Leids zurückzukehren. Harald Möller engagierte sich für die Gedenkstätte Bautzen und für die Gedenkkapelle auf dem Karnickelberg. Lange Jahre war er Vorsitzender des Bautzen-Komitees, seit 2016 sein Ehrenvorsitzender. Er vertrat die Belange der Opfer immer aufrichtig und würdig, egal ob in der Gremienarbeit oder bei öffentlichen Auftritten. Viele schätzten seinen klaren Blick und seine freundlich kommunikative Art. Harald Möller fand immer die richtigen Worte - das Unrecht klar benennend, aber nie in Verbitterung und Hass endend. Wichtig war ihm, die „ahnungslose Jugend“ aufzuklären und die nachwachsenden Generationen an das Unrecht zu erinnern, um ihnen „solche schrecklichen Zeiten einer unmenschlichen Diktatur“ zu ersparen. Mit über 80 Jahren betreute er noch eine Facharbeit einer Schülerin und stand bis zuletzt als Zeitzeuge zur Verfügung. Aber auch der Kontakt zu ehemaligen Haftkameraden lag ihm am Herzen. Er spendete den Entmutigten Trost, gab Tipps und hatte immer ein offenes Ohr.

 

Mit Harald Möller geht ein Grandseigneur der alten Kameraden. Die kritische DDR-Aufarbeitung verliert eine wichtige Stimme. Harald Möller war Wegbereiter, Mahner und Mitstreiter, der Bedeutendes geleistet hat. Er wird uns fehlen.

 

 

 


Verdienstkreuz-Ehrung von Dirk Nowitzki ist Auftakt für Bildungsportal "41Campus"

 

(Berlin/dns) - Unter dem Motto "Engagement bildet" hat der Bundespräsident Frank Walter Steinmeier heute Dirk Nowitzki für sein soziales Engagement dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

 

Dirk Nowitzki: "Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ist eine große Ehre für mich. Der Sport hat mein Leben geprägt: Die Begegnungen mit den Menschen, die Erfahrungen von Erfolg und Misserfolg, Teamerlebnis und soziale Fähigkeiten, Zuversicht und Selbstvertrauen. Meine Stiftung soll dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche entdecken, was in ihnen steckt, und lernen, das Beste aus ihren Möglichkeiten zu machen. Im Sport und im Leben."

 

Die Ehrung ist gleichzeitig Auftakt für das erste von der Dirk Nowitzki-Stiftung initiierte Bildungsportal "41Campus". Das TeamMentoring Programm richtet sich an junge Erwachsene, die im Sport in pädagogischer Verantwortung mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Das Ziel des Programms ist es, Trainer und Trainerinnen in ihrer Mentoren Rolle zu stärken, um Kinder und Jugendliche in ihrer

 

ganzheitlichen Entwicklung zu unterstützen.

 

 

 

"Empower young people in Sports"

 

Am 6.12. findet in Düsseldorf der Abschluss des ersten Ausbildungsprogramms des 41Campus statt. 19 Absolventen im Alter von 18-27 Jahren haben erfolgreich an der Ausbildung zum "41Game Changer"teilgenommen. Der nächste Ausbildungszyklus beginnt im März 2020.

 

 

 

Weitere Informationen zur Ausbildung finden Sie unter 41campus.com

 

 

 


Ehrenamtsnachweis bei Festakt für Führungsaufgaben im Frauenbund überreicht

Ministerin Schreyer ehrt Birgit Kainz für Engagement im Ehrenamt