Politik

29.10.2020


missio Aachen: Bundesregierung mit richtiger Strategie im Einsatz für Religionsfreiheit

 

missio-Präsident Bingener: „Das hilft Millionen Betroffenen weltweit“ – Bericht der Regierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit vorgestellt – Verhandlungen jetzt mit Pakistan und Indonesien führen

 

(Aachen/missio) - Das katholische Hilfswerk missio Aachen begrüßt den heute vorgestellten zweiten Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit als einen „wichtigen Fortschritt und mutiges Signal“, sagte missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener. „Die Bundesregierung hat die richtige Strategie entwickelt, um mit Pragmatismus, einem ausdrücklichen politischen Willen und im Geist des interreligiösen Dialoges Millionen Betroffenen weltweit zu helfen, die wegen ihres Glaubens diskriminiert, bedrängt oder verfolgt werden“, so Pfarrer Bingener weiter.

 

Bericht entspricht den Erfahrungen der Kirche in Afrika, dem Nahen Osten und Asien

 

Der Bericht setze zu Recht den Schwerpunkt auf die Probleme Blasphemie- und Antikonversionsgesetze, Hassrede in Sozialen Medien und gruppenbezogene Diskriminierung von Religionen in staatlicher Bildungsarbeit, um dort Verbesserungen in direkten Verhandlungen mit den verantwortlichen Staaten zu erreichen. „Das entspricht genau den konkreten Erfahrungen und Erwartungen unserer kirchlichen Partner in Afrika, dem Nahen Osten und Asien“, so Pfarrer Bingener.

 

Missbrauch von Blasphemiegesetzen verhindern

 

Dies gelte insbesondere im Bereich der Blasphemiegesetze wie beispielsweise in Pakistan oder Indonesien, unter denen Christinnen und Christen, aber auch Angehörige anderer Religionen leiden. „Es ist derzeit in vielen Staaten nicht realistisch, dass dort die Blasphemiegesetze abgeschafft werden, sagen unsere Partner“, so Pfarrer Bingener. Aber wenn die Bundesregierung in dem Bericht Verhandlungen direkt mit solchen Staaten ankündige, damit diese die Blasphemiegesetze reformierten und ihre Umsetzung so veränderten, dass Menschenrechte nicht mehr verletzt und es keine Inhaftierungen oder gar Todesstrafen mehr gibt, dann sei „das für unsere Partner ein erster konkreter, spürbarer Fortschritt. Diese internationale politische Solidarität hilft ihnen und uns, diese Forderungen nach und nach umzusetzen“, sagte Pfarrer Bingener. „Hier hoffen wir, dass die Bundesregierung tatsächlich und mit spürbarem Erfolg vor allem mit Pakistan und Indonesien verhandelt, um dort wie von unseren Partnern gefordert den Missbrauch der Blasphemiegesetze künftig zu verhindern“, sagte Pfarrer Bingener.

 

Wichtig: Verschiedene Religionen werden nicht gegeneinander ausgespielt

 

Der Bericht stelle ausdrücklich fest, dass Christen als weltweit größte Religionsgemeinschaft auch am stärksten von Verletzungen der Religionsfreiheit betroffen sind. Gleichzeitig mache die Bundesregierung deutlich, dass ebenso Angehörige anderer Religionen und in steigendem Maße auch Atheisten unter Verletzungen der Religionsfreiheit litten. „Es ist wichtig, dass hier nicht verschiedene Religionen gegeneinander ausgespielt werden, sondern deutlich wird, dass im interreligiösen Dialog das Menschenrecht auf Religionsfreiheit für alle und eben auch für Christinnen und Christen am besten geschützt wird. Das ist eine zukunftsfähige Botschaft“, sagte Pfarrer Bingener weiter. „Insgesamt sehen wir uns durch diesen Bericht in unserer Arbeit bestätigt und ermutigt.“

 

Verantwortlich für den Bericht ist Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit. Zu dem Bericht steuerte auch missio Aachen seine Expertise bei.

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Digitale Bundesdelegiertenversammlung greift aktuelle Themen auf

KDFB: Klares JA zu Demokratie und Menschenwürde

 

(Köln/kdfb) – Eindeutig spricht sich der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) für die Stärkung der Demokratie und für den Widerstand gegen populistische und extremistische Strömungen in Politik und Gesellschaft aus. Ebenso fordert er mit Blick auf Menschenrechte und Menschenwürde die Überarbeitung der bestehenden Gesetzgebung zum Prostituiertenschutz.

 

 

 

„Mit Sorge nehmen wir das Erstarken rechtspopulistischer und extremistischer Strömungen in Politik und Gesellschaft sowie deren schleichende Etablierung im Alltag wahr. Diese Tendenzen tragen zur Spaltung der Gesellschaft bei. Sie gefährden friedvolles Miteinander und demokratisches Leben, das geprägt ist von Gerechtigkeit, Solidarität und Menschenwürde“ erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth.

 

 

 

Der KDFB sieht die Demokratie und ihre Grundwerte durch die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) und andere populistische Gruppierungen bedroht und grenzt sich dezidiert von deren Programmatik und Handeln ab. „Jede Form von Diskriminierung und Benachteiligung, die aufgrund von Geschlecht, Religion, Herkunft, Hautfarbe, Behinderung oder Krankheit erfolgt, widerspricht dem Grundgesetz, der Menschenwürde und den Werten des KDFB“, so Flachsbarth. Menschenverachtende und rassistische Äußerungen sind daher unvereinbar mit einer Mitgliedschaft im Frauenbund.

 

 

 

Die Versammlung, die Corona-bedingt erstmals digital stattfand, befasste sich außerdem mit der Notwendigkeit einer veränderten Prostitutionspolitik. Der KDFB fordert von der Bundesregierung: Einführung eines Sexkaufverbots in Deutschland, Bestrafung von Freiern sowie konkrete Ausstiegsprogramme und Hilfen für Zwangsprostituierte („Nordisches Modell“). Bereits 2013 hatte der KDFB die Politik aufgerufen, umgehend den Schutz von Prostituierten zu verbessern sowie Zwangsprostitution und Menschenhandel rigide einzugrenzen.

 

 

 

Ermutigung für das weitere Engagement in Politik, Gesellschaft und Kirche, besonders für die Gleichberechtigung von Frauen in allen Lebensbereichen, erhielten die Teilnehmerinnen der KDFB-Bundesdelegiertenversammlung durch eine Videobotschaft von Elke Büdenbender, Gattin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

 

 


Kinder zuletzt: World Vision fordert Kitas- und Schulen in der Pandemie offen zu halten

 

(Berlin/wv) - In der aktuellen Diskussion um geeignete und notwendige Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie dürfen wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Kita- und Schulschließungen nicht übergangen werden. Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision fordert, Kitas und Schulen offen zu halten. Schließungen müssen das letzte Mittel der Pandemiebekämpfung sein, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

 

In der aktuell laufenden „5. Kinderstudie“ untersucht World Vision, welche Auswirkungen der Lock-Down für Kinder in Deutschland und Ghana hatte. Erste Ergebnisse der qualitativen Untersuchung aus je 15 Tiefeninterviews mit sechs- bis sechzehnjährigen Kindern in Ghana und Deutschland liegen nun vor: In keinem der Länder gibt es geeignete Angebote des Fernunterrichts, die das Recht auf Bildung jenseits des Präsenzunterrichts sichern. Soziale Ungleichheiten verschärfen sich für Kinder in sozio-ökonomisch benachteiligten Lebenslagen durch fehlende Mittel für das Homeschooling (Datenvolumen, Laptop, Drucker, etc.) und mangelnde Unterstützung Erwachsener. Kita- und Schulschließungen sind nicht mit der Erwerbstätigkeit von Eltern vereinbar, auch wenn diese im Home Office arbeiten. Überforderung mit dem selbststrukturierten Lernen und Versagensängste sowie Einsamkeit und familiäre Spannungen kennzeichnen die Erfahrungen vieler Kinder im Lock-Down. Der fehlende Kontakt zu außerfamiliären Bezugspersonen und Institutionen erhöhen das Risiko und erschweren die Bekämpfung psychischer und physischer Gewalt in den Haushalten.

 

Wie bereits wissenschaftlich belegt, sind Kinder keine „Treiber“ der Pandemie. Kita- und Schulschließungen müssen die letztmögliche Option bei der Bekämpfung der Pandemie sein, denn sie greifen unverhältnismäßig in die Lebensräume und den Lebensalltag von Kindern ein und gefährden ihr Wohl.

 


KDFB fordert bessere politische und strukturelle Rahmenbedingungen

Sorgearbeit als vernetztes System verstehen

 

(Köln/kdfb) – Die Bundesdelegiertenversammlung des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB) hält die Weiterentwicklung des gesamten Care-Bereichs für dringend notwendig. „Die Systemrelevanz von Sorgearbeit jeglicher Art wird in der Corona-Pandemie wie in einem Brennglas deutlich. Es zeigt sich, dass neue politische und strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um Verbesserungen im Pflegesektor und in der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit herbeizuführen“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth.

 

Die im Vergleich geringere Wertschätzung von Care-Arbeit zeigt sich immer noch daran, dass es sich in der Mehrzahl um relativ schlechtbezahlte „Frauenberufe“ handelt. „Mit einer Einführung des Rechts zu sorgen und umsorgt werden, der verbesserten Vereinbarkeit von Erwerbs- und Pflegezeit, mehr vollzeitnahen Teilzeitstellen sowie der Optimierung der Personalausstattung in Pflegeeinrichtungen und –diensten setzt der KDFB seine jahrzehntelange Arbeit für die gesellschaftliche Wertschätzung von Sorgearbeit fort“, so Maria Flachsbarth. Und weiter: „Care-Arbeit muss für Frauen und Männer attraktiver werden; man/frau muss mit einer Vollzeitstelle ein Familieneinkommen erwirtschaften können.“ Der soeben beschlossene Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst geht laut KDFB in die richtige Richtung.

 

Mit Forderungen nach einer Aufwertung der Berufe im Pflegesektor, einer besseren Bezahlung und einer größeren Entlastung pflegender Angehöriger unterstützt der Frauenbund auch die Initiative von Gesundheitsminister Jens Spahn, den Care-Bereich gesellschaftlich und finanziell mehr wertzuschätzen. Zusätzlich fordert der KDFB, dass die Lösung der Care-Krise nicht auf Kosten ausländischer Pflegekräfte erfolgen darf. Der Ausbeutung von Pflegepersonal durch illegale Dienstleistungsangebote müssen Politik, aber auch jede Arbeitgeberin und jeder Arbeitgeber entschiedener entgegenwirken. Die Forderung umfasst im gleichen Sinne auch den konsequenten Schutz der Rechte von Haushaltsangestellten.

 

Der KDFB fordert, dass der gesamte Care-Bereich als vernetztes System verstanden wird. Politik und Gesellschaft dürfen bei der Weiterentwicklung der Sorgearbeit nicht bei der Behandlung einzelner Symptome ansetzen. Ziel muss eine flächendeckende Sorgeinfrastruktur sein, bei dem der gesamte Lebensverlauf im Blick ist, beginnend von der Kinderbetreuung bis hin zur Pflege älterer oder kranker Menschen.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


100 Jahre deutsch-dänische Grenze:

Filmabend mit Bischof Magaard zeigt Wilfried-Hauke-Film

 

(Schleswig/Husum/aw) - 2020 jährte sich die deutsch-dänische Grenzziehung zum 100. Mal. Zum Jubiläum drehte Regisseur Wilfried Hauke einen Film, der die Geschichte von Dänen und Deutschen entlang der Grenze erzählt. Die Husumer Kirchengemeinden zeigen gemeinsam mit der Bischofskanzlei Schleswig und der Evangelischen Akademie der Nordkirche den Film „Das unsichtbare Band“  am Donnerstag, 29. Oktober um 19 Uhr im Kino Center Husum, Neustadt 114. Anschließend werden der Regisseur und  Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), mit den Gästen ins Gespräch kommen. 

 

Bischof Gothart Magaard sagt dazu: „Ich freue mich sehr, dass der Film das Leben im Grenzland und die vielen gewachsenen Verbindungen über Grenze hinweg sichtbar macht. Fragen der eigenen Identität, der Gemeinsamkeiten und der Unterschiede beschäftigen uns hier in der Grenzregion vielleicht stärker als in anderen Regionen. Daher ist es gut, diesen wichtigen Film einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und mit den Besuchern darüber zu diskutieren.“

 

Der Film erzählt anhand von Biographien aus dem Alltag im Grenzland vor 100 Jahren und heute, und er erzählt zugleich von der großen Politik. Wie in einem alten Haus führen uns die Menschen  mit ihren privaten Fotos und mit Filmmaterial von Tür zu Tür immer weiter zurück in die Vergangenheit und zu den  Geschichten ihrer Vorfahren, die 1920 mit abgestimmt haben. Die Menschen im Grenzland  fragen auch nach ihrer Zukunft als Minderheiten, die bedroht sind, in dem Sinne, dass ein es freies und offenes Europa vielleicht bald nicht mehr geben wird, wenn keine Gegenwehr erfolgt. Sie sind es auch, die den Zuschauerinnen und Zuschauern  entscheidende Fragen stellen: Warum braucht man überhaupt Grenzen zwischen guten Nachbarn? Was bedeuten Grenzen für die Identität eines Menschen? Welche Rolle spielen Grenzen überhaupt noch in der digitalen und globalen Welt, in der wir uns immer mehr als eigenständige Personen und nicht als Angehörige einer einzelnen Nationalität erleben?

 

 

 

Wilfried Hauke, geboren 1957, schreibt Drehbücher und produziert Filme zu skandinavischer Literatur und Geschichte. Er arbeitet für ARD, ZDF, Arte, NDR, und die dänischen Sender DR und SVT. 2017 gründete er die IDA Film & TV-Produktion.

 

 

 

Der Eintritt ist frei. Karten sind vorab und an der Abendkasse beim Kino Center Husum erhältlich.

 


Ohne nachhaltige Entwicklung kein gerechter Frieden

"Leaving no one behind"

 

(Berlin/pm) - Wird weltweit genug getan für Frieden und Nachhaltigkeit? Führen die Sustainable Development Goals (SDGs) zu Lösungen der Probleme in einer Zeit, in der die UN deutlich geschwächt sind? Was kann Deutschland tun? Antworten werden am 26. Oktober 2020 gesucht bei der Online-Veranstaltung „Leaving No One Behind". Zur Berichterstattung sind Sie herzlich eingeladen. 

 

Die Auswirkungen von gewaltsamen Konflikten sind nicht nur in den Ländern des globalen Südens zu spüren. Die einfache Gleichung „mehr Entwicklung gleich mehr Frieden" geht schon längst nicht mehr auf. Die UN haben mit ihrer "Agenda 2030" einen qualitativ neuen globalen Orientierungsrahmen geschaffen. Nur auf der Grundlage eines integrierten Ansatzes soll den Problemen dieser Welt begegnet werden. Aber gibt es ausreichend integrative und innovative Ansätze für die Lösung der aktuellen Probleme? In Zeiten der Corona-Pandemie stellen sich diese Fragen noch einmal mit größerer Dringlichkeit. 

 

Im Fokus der Online-Veranstaltung stehen exemplarisch einzelne Konfliktländer und -regionen in Afrika. Kritisch reflektiert werden soll auch die Funktion religiöser Akteure (insbesondere der Kirchen). Es diskutieren u.a. der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel, und der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Renke Brahms. 

 


50 Jahre nach seinem Versprechen von New York hat Deutschland über 400 Milliarden Euro nicht investiert, die es für Entwicklungszusammenarbeit zugesagt hatte

Deutsche NGOs fordern Einhaltung des 0,7-Prozent-Ziels ohne Wenn und Aber

(Berlin/wv) -  Bei einer UN-Konferenz sagte Deutschland 1970 zusammen mit anderen Industrieländern zu, 0,7-Prozent seiner Wirtschaftskraft in die Armutsbekämpfung zu investieren. Zum 50. Jahrestag des 0,7-Prozent-Versprechens fordern sieben Entwicklungsorganisationen die Bundesregierung auf, ihr Versprechen an die Entwicklungszusammenarbeit einzulösen.

 

Die Entwicklungsorganisationen Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen, ONE, Plan International Deutschland, Save the Children Deutschland, World Vision und das Aktionsbündnis gegen AIDS richten ihren Appell direkt an die Bundesregierung: “Wenn die Corona-Pandemie eines deutlich gemacht hat, dann wie wichtig internationale Zusammenarbeit ist. Globale Gesundheit ist ein Kernthema der Entwicklungszusammenarbeit.  Wenn die Bundesregierung ihre eigenen Zusagen ernst nimmt, dann sollte sie endlich ihr 50 Jahre altes Versprechen verlässlich einlösen und jedes Jahr 0,7-Prozent seiner Wirtschaftskraft in die Entwicklungszusammenarbeit investieren. Andernfalls ist dieses Versprechen das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde. Länder wie das Vereinigte Königreich oder Schweden schaffen es längst, sich an ihre internationale Zusage zur Armutsbekämpfung zu halten.”

 

In 50 Jahren hat es Deutschland nur einmal geschafft, das 0,7-Prozent-Ziel zu erreichen. Das war 2016, nach einer vorteilhafteren Berechnungsmethode, die heute nicht mehr angewandt wird. Dabei sollte diese Zielmarke bereits 1975 dauerhaft erreicht werden.

 

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beläuft sich die Höhe der Mittel, die Deutschland für die Entwicklungszusammenarbeit zugesagt, aber nicht investiert hat, auf rund 412 Milliarden Euro (knapp 490 Milliarden US-Dollar).

 

Gemeinsam machen die Entwicklungsorganisationen darauf aufmerksam, dass es sich bei dem 0,7-Prozent-Ziel um keine abstrakte Vereinbarung, sondern um die gemeinsam beschlossene UN-Resolution 2626 handelt. 0,7-Prozent muss als Mindestziel definiert werden, fordert das Bündnis. Der Corona-bedingte Wirtschaftsabschwung und die zusätzlichen Mittel für das Entwicklungsministerium für 2020 und 2021 führen dazu, dass Deutschland das 0,7-Prozent-Ziel voraussichtlich erreichen wird. Dies begrüßen die NGOs ausdrücklich.  Sie fordern die Bundesregierung jedoch auf, sich nicht darauf auszuruhen, sondern sicherzustellen, dass Deutschland auch langfristig das 0,7-Prozent-Ziel erreicht. Nur so kann das grundlegende Prinzip der UN-Nachhaltigkeitsziele, niemanden zurück zu lassen, erreicht werden. 

 


Große Bandbreite an Engagement in jedem Bundesland / Wer bis zum 27. Oktober abstimmt, kann eines von 50 Losen der Deutschen Fernsehlotterie gewinnen

Countdown zur Abstimmung über den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis

Foto: Deutscher Engagementpreis
Foto: Deutscher Engagementpreis


 

(Berlin/pm) - Jede Stimme zählt! Noch bis zum 27. Oktober können alle Bürgerinnen und Bürger bei der Online-Abstimmung über den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises auf www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis für ihre Favoriten von insgesamt 383 nominierten Personen und Initiativen abstimmen. Die bundesweit renommierte Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Die 50 Erstplatzierten der Abstimmung gewinnen außerdem die Teilnahme an einem gemeinsamen Weiterbildungsseminar zu Öffentlichkeitsarbeit und gutem Projektmanagement in Berlin.

Nach den ersten fünf Wochen sind bereits über 80.000 Stimmen für die Nominierten abgegeben worden. Alle, die beim Online-Voting abstimmen, unterstützen nicht nur die Engagierten, sondern gewinnen mit etwas Glück auch eines von 50 Losen der Deutschen Fernsehlotterie.

„Freiwilliges Engagement ist ein unverzichtbares Element unserer freien Gesellschaft. Mit dem Deutschen Engagementpreis möchten wir die vielfältige aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern würdigen. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten: Machen Sie mit, und geben Sie Ihren Favoriten beim Publikumspreis Ihre Stimme“, betont Marie-Alix Ebner von Eschenbach, Mitglied des Sprecherrates im Bündnis für Gemeinnützigkeit.

So finden Sie Nominierte aus Ihrer Region
Eine Übersicht über alle Nominierten aus Ihrer Region finden Sie auf der Abstimmungsseite unter: www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis. Hier können Sie in der Listenansicht nach Bundesland, Themenfeld oder mit einer freien Suche recherchieren. In der Kartenansicht kann man sich auf einer Deutschlandkarte den Standort der nominierten Projekte und Personen anzeigen lassen, um eine Übersicht der Nominierten aus seiner Region zu erhalten. Gerne nennen wir Ihnen ansonsten auch nominierte Projekte aus Ihrer Region oder Ihren Themenfeldern.

Große Bandbreite von Engagement
Aus jedem Bundesland gibt es mehrere nominierte Initiativen und Personen. Die Nominierten sind in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen aktiv: Besonders viele finden sich in den Themenfeldern Soziales, Bildung sowie Integration und Diskriminierung. Die wichtigste Zielgruppe des Engagements sind weiterhin Kinder und Jugendliche mit 63,8 Prozent der Nennungen (Mehrfachnennung möglich).
Insgesamt ist eine große Vielfalt erkennbar. Über die klassischen Felder hinaus stellen sich die freiwillig Engagierten auch neuen gesellschaftlichen Herausforderungen: Sie unterstützen LGBTIQ-Geflüchtete, nutzen gemeinsam Ressourcen in einem Makerspace (öffentlich zugängliche Hightech-Werkstatt), engagieren sich partizipativ in einem zufällig ausgelosten Rat von Bürgerinnen und Bürgern oder organisieren Ausflüge für Seniorinnen und Senioren zum Metal-Festival Wacken Open Air.

Wettbewerb 2020
Für den Dachpreis Deutscher Engagementpreis können ausschließlich die Preisträgerinnen und Preisträger anderer Preise, die freiwilliges Engagement in Deutschland auszeichnen, nominiert werden. In diesem Jahr wurden die bundesweit 383 Nominierten von 162 Ausrichtern von Preisen für bürgerschaftliches Engagement vorgeschlagen.
Neben dem Votum der Bürgerinnen und Bürger über den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis entscheidet eine hochkarätige Fachjury über die Preisträgerinnen und Preisträger in den mit 5.000 Euro dotierten fünf Kategorien „Chancen schaffen“, „Leben bewahren“, „Generationen verbinden“, „Grenzen überwinden“ und „Demokratie stärken“. Bekannt gegeben werden die Gewinnerinnen und Gewinner aller sechs Preise bei einer Preisverleihung am 3. Dezember in Berlin, die mittels Live-Stream u.a. auf www.deutscher-engagementpreis.de und Partnerwebsites übertragen wird.

Hintergrund: Über den Deutschen Engagementpreis
Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Nominiert werden können alljährlich Preisträgerinnen und Preisträger anderer Engagementpreise in Deutschland. Der Deutsche Engagementpreis würdigt das freiwillige Engagement von Menschen in unserem Land und all jene, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen unterstützen. Ziel ist es, die Anerkennungskultur in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern.
Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Experten und Wissenschaftlern. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung.

Service:

 

 


Brot für die Welt und FIAN legen Jahrbuch zum Recht auf Nahrung vor

Entfremdung von Mensch und Natur: zentraler Faktor für Hunger- und Umweltkrisen

Jahrbuch * Recht auf Nahrung * Hunger * Welternährungstag (16.10.)

(Berlin, Köln/bfw) - Welternährung, Klimagerechtigkeit, Menschenrechte und der Schutz der Biodiversität gehören zusammen. Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN legen zum Welternährungstag (16.10.) das „Jahrbuch zum Recht auf Nahrung“ vor. Darin beleuchten sie die Ursachen von Umweltzerstörung, Hunger und Ausbeutung und stellen Handlungsalternativen vor. Gleichzeitig fordern sie von der Bundesregierung, ihre Anstrengungen bei der Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung zu intensivieren.
„Die industrielle Landwirtschaft ist mit dem Versprechen angetreten, den Hunger zu besiegen. Doch die Zahl der Menschen, die an Hunger leiden, steigt seit fünf Jahren kontinuierlich an – trotz stark wachsender Agrarproduktion“, sagt Bernhard Walter, Agrarexperte bei Brot für die Welt. „Parallel dazu wird unsere Ernährung immer einseitiger. Nur drei Pflanzen – Mais, Reis und Weizen – sichern heute 60 Prozent der weltweiten pflanzlichen Kalorien und Proteine.“ Das neue Jahrbuch legt dar, wie dies zusammenhängt: die Zunahme des Hungers mit dem Klimawandel, mit dem Verlust der Biodiversität, mit der Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Zoonosen – und dies wiederum mit der Verdrängung der bäuerlichen Landwirtschaft durch die industrielle Agrarproduktion.
Getrennte Regulierungssysteme für Mensch und Natur blockieren ganzheitliche Lösungsansätze
Ein großes Problem bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen: Mensch und Natur werden immer weniger zusammen gedacht. Die Menschenrechtspakte schweigen sich weitgehend über Umweltfragen aus, und die UN-Umweltabkommen zu Biodiversität und Klima äußern sich nicht zu Menschenrechten. „Mit Blick auf die 2021 anstehenden UN-Konferenzen zu Ernährung, Biodiversität und Klima besteht die Chance, diese Kluft zu überwinden. Die Bundesregierung muss sich an den Bedürfnissen marginalisierter Bevölkerungsgruppen in den Ländern des Südens orientieren und diese bei der Vorbereitung der Gipfel substantiell einbinden“, so Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland.
„Wenn wir das Recht auf Nahrung umsetzen wollen und Ernährung ausgewogen gestalten wollen, müssen wir die Ernährungssysteme in Richtung Agrarökologie entwickeln. So erhalten wir die Vielfalt der Sorten, und die Landwirtschaft kann sich besser an die Folgen des Klimawandels anpassen“, sagt Walter. „Hierfür müssen die Rechte von Bauern, indigenen Völkern und all jenen Gemeinschaften, die sich um lokale Ökosysteme kümmern und mittels der Agrarökologie nachhaltig Nahrungsmittel produzieren, im Mittelpunkt stehen“, ergänzt Mimkes. Kleinbauern und Indigene sind Vorreiter eines solchen Wandels, denn sie produzieren jetzt schon bis zu 80 Prozent der Lebensmittel im globalen Süden, obwohl sie nur über 25 Prozent der Agrarfläche verfügen.
Das Jahrbuch fordert eine grundsätzliche Umgestaltung der Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, verteilen und konsumieren – aber auch, wie wir uns kollektiv gegen die Ausbeutung der Natur wehren. Notwendig ist eine viel engere Zusammenarbeit der Bewegungen für Klimagerechtigkeit, Ernährungssouveränität und Menschenrechte.
Konkrete Forderungen, wie diese Umgestaltung aussehen kann, haben beide Organisation mit dem Papier „Welternährung 2030 – 11 Schritte für eine Zukunft ohne Hunger“ vorgelegt. www.brot-fuer-die-welt.de/fileadmin/mediapool/downloads/fachpublikationen/sonstige/Positionspapier_welternaehrung2030.pdf

Das aktuelle Jahrbuch “Overcoming Ecological Crises: Reconnecting Food, Nature and Human Rights” wird vom Netzwerk zum Recht auf Nahrung (Global Network for the Right to Food and Nutrition), dem 49 Organisationen aus aller Welt angehören, herausgegeben und bei der Aktionswoche des Welternährungsrats (Committee on World Food Security, CFS) in Rom offiziell vorgestellt. Es hat einen Umfang von 60 Seiten und erscheint in englischer, französischer, portugiesischer und spanischer Sprache. Sie können das Jahrbuch hier abrufen: https://www.righttofoodandnutrition.org/files/rtfn_watch12-2020_eng.pdf

Hintergrund
23 % des globalen Ausstoßes von Treibhausgasen sind auf die Landwirtschaft zurückzuführen.
Nach Angaben der UN könnte sich durch die COVID-Pandemie die Zahl der Menschen, die an Hunger leiden, von 690 Millionen in einem Jahr um 121 Millionen Menschen erhöhen.
Unsere Ernährung wird immer einseitiger und stärker der industriellen Produktion angepasst: Nur drei Pflanzen – Mais, Reis und Weizen – bilden heute die Grundlage für 60% der pflanzlichen Kalorien und Proteine.
Nur noch 4 % der etwa 300.000 essbaren Pflanzen nutzt der Mensch tatsächlich für die Ernährung.
Kleinbauern und Kleinbäuerinnen bewirtschaften nur etwa 25% des Agrarlandes weltweit. Sie produzieren jedoch im Globalen Süden bis zu 80 % der Nahrungsmittel.

 

 

 


Minority Safepack: Eine Million Unterschriften für Minderheitenschutz

 

  • EU-Parlament debattiert über Schutz und Förderung autochtoner Minderheiten
  • Maßnahmenpaket auf Initiative der Dachorganisation europäischer Minderheiten 
  • Minderheiten fordern substanzielle Fortschritte aufseiten der EU

 

(Göttingen/gfbv) - Am Donnerstag, den 15. Oktober, soll das Europäische Parlament endlich über das Minority Safepack debattieren. Dieses Paket umfasst Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung autochtoner nationaler Minderheiten in Europa. „Die Minderheiten in Europa können und sollten sich selbst feiern“, findet Jan Diedrichsen, Vorstandvorsitzender der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). „Dass ein Bürgerbegehren der europäischen Minderheiten eine Million Unterschriften sammelt, ist allein schon ein imposanter Erfolg.“ Nach der Anhörung im Parlament müsse die EU-Kommission die konkreten Vorschläge nun aufgreifen und Minderheitenschutz und -förderung substantiell ausbauen. „Eine Anhörung mit anschließender Pressemitteilung und obligatorischen Verweisen auf die Bedeutung des Minderheitenschutzes und der sprachlichen Vielfalt reichen nicht aus“, so Diedrichsen. „Auch Deutschland muss deutlicher Stellung beziehen. In den Monaten der EU-Ratspräsidentschaft sollte sich die Bundessregierung unterstützend hinter die Minderheiten in Europa stellen und die Debatte in ihrem Sinne vorantreiben.“ Ein Siebtel der Menschen in der EU gehöre einer nationalen Minderheit an oder spreche eine Regional- oder Minderheitensprache. In Deutschland gibt es vier anerkannte autochthone Minderheiten: die Sorben, die Friesen, die Sinti und Roma sowie die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein.

 

Das Minority Safepack enthielt ursprünglich elf Vorschläge, zwei davon lehnte die EU-Kommission ab. Die verbleibenden neun Maßnahmen umfassen EU-weite Empfehlungen zum Schutz und zur Förderung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt, Förderprogramme für kleine Sprachgemeinschaften, die Gleichstellung staatenloser Minderheiten wie der Roma, die Schaffung eines Zentrums für Sprachenvielfalt sowie Forschung über den Mehrwert von Minderheiten in Europa. Der Schutz nationaler Minderheiten und die Förderung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt sollen in die Ziele des EU-Fonds für regionale Entwicklung aufgenommen werden. Minderheiten sollen regionale und staatliche Förderprogramme zur Erhaltung von Kultur, Medien und Kulturerbe in Anspruch nehmen können. Schließlich soll ein übergreifendes europäisches Urheberrechtsgesetz erlauben, Medien und Dienstleistungen in der jeweiligen Muttersprache zu konsumieren.

 

Die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten, die Dachorganisation der europäischen Minderheiten, hatte den Prozess 2011 angestoßen. Das Maßnahmenpaket wurde bis 2013 entwickelt und der EU-Kommission vorgelegt. Diese wollte sich nicht damit befassen, bis sie 2016 gerichtlich dazu gezwungen wurde. Schließlich gab sie der Minority Safepack-Initiative ein Jahr Zeit, um EU-weit eine Million Unterschriften für das Vorhaben zu sammeln. In mindestens sieben Ländern musste sie Schwellwerte erreichen. Das gelangt am Ende in elf Ländern: in Bulgarien, Dänemark, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Ungarn, Rumänien, der Slowakei, Slowenien und Spanien. Die letztlich gut 1,1 Millionen Unterschriften übergab die Initiative der Kommission im Januar 2020. Die Debatte im EU-Parlament war ursprünglich für den 23. März geplant, wegen der Corona-Krise wurde sie auf den 15. Oktober verschoben. Sie wird live im Internet übertragen. 

 


Frauenbund Bayern drängt auf ministeriumsübergreifende Lösungen

Familien brauchen jetzt Entlastung und Verlässlichkeit

Die Frauenbund-Frauen formulierten Forderungen für die Verbesserung der Situation von Frauen und Familien während der Corona-Pandemie. Foto: kdfb
Die Frauenbund-Frauen formulierten Forderungen für die Verbesserung der Situation von Frauen und Familien während der Corona-Pandemie. Foto: kdfb

 

(München/kdfb) - Pflege, Home Office und Home-Schooling – die vergangenen Monate haben ganz besonders Frauen und Mütter auf die Zerreißprobe gestellt. In seiner heutigen Delegiertenversammlung in Regensburg/Lappersdorf hat der Katholische Deutsche Frauenbund Bayern (KDFB Bayern) deshalb ein ministeriumsübergreifendes Gesamtkonzept gefordert.

 

„Frauen können alles bewegen – aber diese Krise darf nicht weiter auf Kosten von Frauen und Müttern gestemmt werden“, so KDFB Bayern-Vorsitzende Emilia Müller. Die Delegierten des größten bayerischen Frauenverbands haben deshalb ein Papier verabschiedet, in dem sie sich von den politisch Verantwortlichen eine Gesamtlösung wünschen, nicht ein Abarbeiten von Einzelaspekten – so wie beispielsweise das aktuelle Gießkannenprinzip, das hauptsächlich den Konsum fördert.

 

In dieses Konzept müssen Eingang finden:

 

-        Ein verlässliches, einheitliches und verständliches Konzept für Distanzunterricht und Betreuungsalternativen

 

-        Informationen und Beratung über Unterstützungsleistungen für alle Familien

 

-        Verstärkte staatliche Anreize für Arbeitgeber*innen zur familienunterstützenden Gestaltung der Arbeitsplätze

 

Denn: Eltern und insbesondere Mütter sollen verlässliche und flexible Partner*innen nur für Kindertagesbetreuung und Schule, für Pflegedienste und Senioreneinrichtungen sein, gleichzeitig aber flexibel, leistungsbereit und verlässlich als Arbeitnehmer*innen Einsatz im Beruf zeigen.

 

Die Delegierten des KDFB Bayern fordern deshalb: Die Mehrfachrolle von Müttern und Vätern muss bei Krisenmaßnahmen stets in ministeriumsübergreifenden Beratungen mit einfließen, genauso die Einbeziehung von Vertreter*innen der Familienseite und der Gleichstellungsstellen.

 

Die Gleichstellung von Frauen in Gesellschaft, Wirtschaft, Kirche und Politik – diesem Ziel ist der KDFB verpflichtet und dem kann er auch in Zukunft mit Stärke und Schlagkraft nachkommen. Dafür hat er heute die finanziellen Weichen gestellt.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund Bayern ist mit 160.000 Mitgliedern der größte Frauenverband des Freistaats. Gegründet 1911 von Ellen Ammann, setzt er sich aufbauend auf dem Fundament des christlichen Glaubens in vielfältigen Aktivitäten für Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ein. Zum Landesverband Bayern gehören außerdem das Bildungswerk, der Verbraucherservice, das Familienpflegewerk und die Landfrauenvereinigung.


Dreitägige Konferenz geht am Freitag zu Ende – Versöhnungskraft der Religionen stärker nutzen

Aachener Friedenskonferenz appelliert: Religionen, Zivilgesellschaft und Politik sollen in der internationalen Friedensarbeit stärker zusammenarbeiten

 

(Aachen/missio) - Die die dreitägige Aachener Konferenz „Selig, die Frieden stiften“ ist am Freitag mit einem Appell zu einem engeren Bündnis zwischen den Kirchen, anderen Religionsgemeinschaften, Zivilgesellschaft und Politik in der internationalen Friedensarbeit zu Ende gegangen. „Wir brauchen angesichts der Komplexität der Konflikte weltweit ein stärkeres und tragfähigeres Netzwerk an Willigen, die beharrlich Frieden einfordern, gewaltfreie Wege dafür suchen und konkrete Friedensprozesse begleiten. Das ist für uns eines der wichtigsten Ergebnisse dieser Konferenz“, sagte Professor Norbert Frieters-Reermann, einer der Organisatoren.

 

„Um Frieden zu machen, braucht es eine globale, wissenschaftliche und religiöse Perspektive“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des katholischen Hilfswerks missio Aachen. Er verwies auf gelungene Beispiele des interreligiösen Dialoges in Westafrika, die missio fördere. Christliche und muslimische Führungspersönlichkeiten und Basisinitiativen arbeiteten gemeinsam gegen die Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke und betrieben so effektive Gewaltprävention und Versöhnung.

 

Insgesamt forderte die Konferenz die Kirchen und Religionsgemeinschaften auf, noch stärker ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, zwischen unterschiedlichen Interessen, Konfliktparteien, Tätern und Opfern zu vermitteln. „Die Religionsgemeinschaft liefern tragfähige Beziehungsangebote“, sagte Frederike Repnik von der Organisation AGIAMONDO, die die internationale Zusammenarbeit von kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen etwa in Friedensprozessen koordiniert. In Konflikten müssten sich andere Organisationen häufig zurückziehen, die Kirche und Religionsgemeinschaften blieben. Das schaffe Vertrauen. „Deshalb ist es in Prozessen der Versöhnung nach Gewaltereignissen zentral, Religionsgemeinschaften mit einzubeziehen und bewusst zu fördern. Die Weltkirche verfügt hier über einen großen Erfahrungsschatz“, so Repnik.

 

Herausgestellt hat die Konferenz zudem die Aufgabe, jeden einzelnen Menschen dabei zu unterstützen, die Haltung des Friedens als prägendes Moment seiner eigenen persönlichen Identität kultivieren zu können. „Wir können versuchen, die Friedensidentitäten von Menschen zu fördern. Menschen sollen sich als handelndes Subjekt verstehen, das zum Frieden beitragen kann. Eine der schönsten und schwierigsten Aufgaben ist es, diese Identitäten zu stärken“, sagte Professor Uli Jäger von der Berghof Foundation in Berlin.

 

„Frieden ist möglich durch Beharrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft. Wir brauchen Begegnung auf Augenhöhe und sollten uns noch stärker auf die jeweilige spirituelle Kraft besinnen, die uns alle jenseits der Religionszugehörigkeit trägt“, fasste Anke Reermann, die für missio und das Bistum Aachen die Konferenz mit organisiert hat, den Aachener Appell zusammen. 

 

Die Konferenz wurde von einem Trägerbündnis aus dem katholischen Hilfswerk missio Aachen, dem Bistum Aachen, der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Pax Christi, Engagement Global und AGIAMONDO organisiert. 45 Referentinnen und Referenten aus zwölf Ländern debattierten drei Tage mit rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über neue Friedenswege.

 

Weitere Informationen zur #friedenskonferenzaachen finden Sie auf der Website www.missio-hilft.de/friedenskonferenz.

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 



 

 

 


Zum Welternährungstag (16. Oktober 2020): Politik muss Hungernde unterstützen und einbeziehen, statt Konzerne zu hofieren

Bündnis fordert zum Welternährungstag radikale Kehrtwende, um Hunger bis 2030 zu beenden

 

Welternährungstag (16.10.) * Hungerbekämpfung * Positionspapier

 

(Aachen/Berlin/Köln/ekiba) - Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass ohne eine radikale Kehrtwende bei der Hungerbekämpfung im Jahr 2030 150 Millionen Menschen mehr Hunger leiden werden als heute. Ein breites Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbänden fordert die Bundesregierung in einem Positionspapier auf, ihren Einfluss zu nutzen, damit die globalen Ernährungssysteme in Zukunft gerecht, agrarökologisch und demokratisch ausgerichtet werden. Der Einsatz neuer und alter Gentechnik in der Entwicklungszusammenarbeit soll ausgeschlossen, Landarbeiter und Landarbeiterinnen vor Ausbeutung besser geschützt und die Vereinnahmung der Politik durch Konzerne verhindert werden.

 

 

 

MISEREOR, FIAN, INKOTA, Oxfam und Brot für die Welt fordern in einem Bündnis von 46 Organisationen eine radikale Kehrtwende, um Hunger weltweit zu überwinden. Dazu gehört eine Abkehr von Ansätzen der Grünen Revolution und der Grünen Gentechnik sowie ein zügiger agrarökologischer Umbau der Ernährungssysteme. Erfolgreiche Methoden vor Ort müssen verstärkt und in der Strategie der Hungerbekämpfung ausgebaut werden. Zum Beispiel sollte die Politik die bäuerliche Verarbeitung und ihre ortsnahe Vermarktung sowie Gemeinschaftsverpflegung aus regionaler, agrarökologischer und fairer Produktion fördern.

 

 

 

Stimmen von Erzeuger*innen und Arbeiter*innen müssen gehört werden

 

„Wer den Hunger bekämpfen will, muss die Rechte der Menschen stärken, die von Hunger betroffen sind“, erklärt Sarah Schneider, Expertin für Welternährung von MISEREOR. Sonst gehe die Hungerbekämpfung auch in Zukunft an denen vorbei, die sie erreichen soll. Die Bundesregierung und die Vereinten Nationen müssen deswegen den Grundsatz „Nichts über uns ohne uns“ in allen Politikbereichen und Programmen zentral verankern und auch den für das kommende Jahr geplanten UN-Welternährungsgipfel (Food Systems Summit) danach ausrichten. „Kleinbäuerliche Betriebe erzeugen einen Großteil der Lebensmittel und sind zugleich überproportional von Hunger betroffen. Deshalb brauchen sie Zugang zu politischen Entscheidungsprozessen, damit ihr Zugang zu Land, Wasser, Saatgut und Wissen endlich gesichert wird. Sie müssen über ihre Zukunft mitbestimmen können“, so Stig Tanzmann, Landwirtschafts-Experte von Brot für die Welt. „Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie problematisch es ist, wenn Kleinbauern, Landarbeiterinnen, Indigene und Frauen bei Entscheidungen übergangen werden.“ Bislang werden die am meisten von Hunger und Armut Betroffenen weder in der Politik noch in den aktuell laufenden Planungen für den Gipfel einbezogen.

 

 

 

Konzernmacht begrenzen

 

Das Bündnis sieht die Gründe für die fehlenden Fortschritte bei der Hungerbekämpfung maßgeblich darin, dass sich die Politik an den Interessen großer Konzerne statt am Menschenrecht auf Nahrung ausrichtet. „Kleinbäuerliche Erzeuger und Landarbeiterinnen hungern, weil sie in globalen Lieferketten ausgebeutet werden, weil ihre Lebensgrundlagen zerstört werden und der Klimawandel sie besonders stark trifft“, kritisiert Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN. Sie erzielen trotz harter Arbeit keine existenzsichernden Einkommen und Löhne.

 

 

 

Landwirtschaft und Ernährung sollten nicht den konzerndominierten Märkten überlassen werden. „Die enorme Macht von großen Konzernen ist nicht alternativlos. Die Bundesregierung hat es in der Hand, die Macht der Konzerne zurückzudrängen“, erklärt Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam. Sie könnte etwa Patente auf Leben verbieten und eine rechtliche Grundlage schaffen, um übermächtige Konzerne zu entflechten.

 

 

 

Mehr Informationen im "Positionspapier Welternährung 2030 – 11 Schritte für eine Zukunft ohne Hunger". Das Positionspapier wird von 46 Organisationen getragen und formuliert 11 Schritte und 60 Empfehlungen für eine Welt ohne Hunger bis 2030.

 

 

 

Online unter:

 

https://www.brot-fuer-die-welt.de/fileadmin/mediapool/downloads/fachpublikationen/sonstige/Positionspapier_welternaehrung2030.pdf

 


Das Kolpingwerk Deutschland fordert nachhaltige Finanzierungsmodelle der sozialen Sicherungssysteme. - BeitragszahlerInnen sollen dabei möglichst wenig belastet werden.

Politik und Sozialpartner sind gefordert

 

(Köln/kw) – Durch die Corona-Pandemie sind die sozialen Sicherungssysteme unerwarteten und außerordentlichen finanziellen Belastungen ausgesetzt. Mit Verwunderung stellt der Bundesvorstand des das Kolpingwerkes Deutschland fest, dass die Mehrausgaben in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab 2021 hauptsächlich von der Versichertengemeinschaft getragen werden sollen. In einer Erklärung appelliert der Bundesvorstand des Kolpingwerkes daher an die Bundesregierung, von den derzeit geplanten Maßnahmen abzusehen. 

 

Derzeit sieht nämlich ein gemeinsamer Vorschlag der Bundesminister Olaf Scholz (SPD) und Jens Spahn (CDU) vor, die für 2021 prognostizierte Finanzierungslücke von 16 Milliarden Euro primär zu Lasten der BeitragszahlerInnen zu schließen. Das beinhaltet eine Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags zur GKV von aktuell 1,1 auf 1,3 Prozent. Darüber hinaus wird ein umfangreicher Abbau der Rücklagen der Krankenkassen in Höhe von acht Milliarden Euro anvisiert. Der Bund soll sich hingegen nur mit einem zusätzlichen Zuschuss von fünf Milliarden Euro beteiligen.

 

Doch es dürfen nicht die BeitragszahlerInnen sein, die diese Lücke schließen sollen, fordert das Kolpingwerk. Denn perspektivisch werde der Druck zu Beitragserhöhungen in der Sozialversicherung ohnehin zunehmen. So würden die Belastungen des Kurzarbeitergeldes spätestens ab 2022 zu einer Erhöhung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung führen. 

 

Jetzt seien die Politik sowie die Sozialpartner – einschließlich der Sozialverbände – gefordert, nachhaltige Finanzierungsmodelle zu erörtern, ohne das Leistungsniveau der Sozialversicherung zu beschneiden. Das Kolpingwerk Deutschland sieht angesichts der Veränderungen von Erwerbstätigkeiten in der Berufs- und Arbeitswelt einen dringenden sozialpolitischen Handlungsbedarf – auch mit Blick auf Digitalisierung und Globalisierung.

 

Zur Erklärung im Wortlaut: https://www.kolping.de/nachhaltige-finanzierungsmodelle 

 

Das Kolpingwerk Deutschland ist ein generationsübergreifender katholischer Sozialverband mit bundesweit mehr als 230.000 Mitgliedern in 2.350 Kolpingsfamilien vor Ort, davon etwa 40.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die der Kolpingjugend angehören. Es ist Teil von Kolping International und von Kolping Europa.

 


Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, zur heute vom Bundeskabinett verabschiedeten Strategie zur Globalen Gesundheit

 

Globale Gesundheit * Strategie * Bundeskabinett

 

(Berlin/bfw) - Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt: „Nie war die Einsicht in die Notwendigkeit einer globalen Gesundheitsstrategie größer als heute. Wichtig ist jetzt, dass eine solche neue Strategie sich nicht nur auf Pandemien beschränkt. Für Millionen Menschen sind verschmutztes Trinkwasser, unhygienische Wohnverhältnisse und fehlende Behandlungsmöglichkeiten bei heilbaren Krankheiten lebensbedrohlicher als die Pandemie. Die Bundesregierung unterstreicht mit ihrer neuen Strategie folgerichtig erfreulicher Weise das Menschenrecht auf Gesundheit und das Entwicklungsziel Nr. 3 der Vereinten Nationen. Es zielt darauf ab, ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters zu gewährleisten und ihr Wohlergehen zu fördern. Zudem betont die Bundesregierung die Notwendigkeit, die Weltgesundheitsorganisation in ihrem gesamten Mandat zu stärken und nicht nur auf die globale Pandemiebekämpfung zu fokussieren. Das begrüßen wir. Leider fehlt es bisher noch an einer Zusage für eine erhöhte Finanzierung, um die Strategie auch tatsächlich umzusetzen. Hier spielt Deutschland bisher nur im Mittelfeld und die Ankündigung des Entwicklungsministeriums von Januar 2020, die Arbeit zu globaler Gesundheit zu reduzieren, steht weiterhin im Raum.“

 

Die Präsidentin von Brot für die Welt weiter: „Deutschland sollte sich in den nächsten Monaten im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft und bei der anstehenden UN-Weltgesundheitsversammlung im November dafür einsetzen, dass die richtigen Lehren aus der Corona-Pandemie gezogen werden und das Menschenrecht auf Gesundheit wieder stärker ins Zentrum rückt. Besonders wichtig dafür bleibt das Bekenntnis zu einer ausreichenden Finanzierung. Wichtig ist auch, dass sich die Bundesregierung für den Ausbau öffentlicher Gesundheitssysteme und Gesundheitsstrukturen auch in abgelegeneren Gegenden einsetzt. Pandemien kann man nur bekämpfen, Impfungen nur durchführen, wenn es überall Krankenstationen und ausreichend medizinisches und Pflegepersonal gibt.“

 

Hintergrund:

Die am 7. Oktober 2020 vom Bundeskabinett verabschiedete ressortübergreifende Strategie Globale Gesundheit löst das Konzept „Globale Gesundheitspolitik gestalten – gemeinsam handeln – Verantwortung wahrnehmen“ aus dem Jahr 2013 ab. Im Januar 2020 hatte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen seines ‚2030 Reformkonzeptes‘ angekündigt, die gesundheitsbezogene Entwicklungszusammenarbeit drastisch einzuschränken. Nach Ausbruch und Ausbreitung von Covid19 wurde die Strategie Globale Gesundheit mit Spannung erwartet. Nun wird es darum gehen, inwieweit die Bundesregierung ihrer selbst beanspruchten Führungsrolle in globaler Gesundheit gerecht wird und welche Schwerpunkte sie zukünftig setzt.


Diakonie Hessen zu Jens Spahns Pflegereformvorschlag

„Der große Wurf sieht anders aus“

 

(Frankfurt/dwh) - Jens Spahn schlägt eine Pflegereform vor, mit der die Höhe des Eigenanteils für die stationäre Pflege bundesweit begrenzt werden soll. Aktuell variiert die Höhe des Eigenanteils in jedem Bundesland noch, teilweise sehr stark: In Nordrhein-Westfalen zahlen die Heimbewohner*innen im Durchschnitt 2.357 Euro aus eigener Tasche, in Sachsen-Anhalt 1.359 Euro. In Hessen zahlen Pflegeheimbewohner*innen derzeit durchschnittlich 1.913 Euro monatlich als Selbstbeteiligung für ihre Versorgung. Davon entfallen als Eigenanteil auf die Pflege 714 Euro, auf Unterkunft/Verpflegung 698 Euro sowie auf die Investitionskosten 501 Euro. Mit der von Spahn vorgeschlagenen Begrenzung auf maximal 700 Euro für 36 Monate würden hessische Pflegeheimbewohner*innen statt 714 Euro derzeit 700 Euro zahlen, alle anderen Eigenanteile blieben bestehen.

 

„Ein großer Wurf sieht anders aus“, kommentiert Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, den Pflegereformvorschlag von Jens Spahn. „Die Vielzahl der kleineren Reformen schiebt die notwendige große Lösung nur hinaus. Gemeinsam mit der Diakonie auf Bundesebene und dem Bundesfachverband DEVAP* fordern wir seit 2016, dass alle Sektoren** im Bereich der Pflegeversicherung zusammen betrachtet und weiterentwickelt werden. Dies beinhaltet eine umfassende Finanz- und Strukturreform, die auch die Situation pflegebedürftiger Menschen und ihrer Familien berücksichtigt, die durch Tagespflegen, durch ambulante Dienste oder alleine durch ihre Angehörigen versorgt werden. Die hohen Kosten in der stationären Pflege bilden nur die Spitze des Eisbergs.“

 

Diakonie und DEVAP: Umfassendes Konzept für Reform vorgelegt

 

Gemeinsam mit dem Deutschen Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) setzt sich die Diakonie dafür ein, die Sektorengrenzen abzubauen, ein einheitliches Personalaufbaukonzept zu entwickeln, pflegende Angehörige und die Zivilgesellschaft zu stärken und die Kommunen stärker an dieser Entwicklung zu beteiligen. In dem umfassenden Konzept „Strategiepapier Altenarbeit und Pflege 2021 bis 2025“ sind die Grundzüge der notwendigen Reform beschrieben.

 

Die Diakonie Hessen lädt alle gesellschaftlichen Gruppen und politisch Verantwortlichen ein, diese Reformvorschläge zu diskutieren und sich an der Neugestaltung einer zukunftsfesten pflegerischen Infrastruktur zu beteiligen.

 

*Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege e.V.

 

**ambulante, stationäre und teilstationäre Pflege sowie Pflege durch Angehörige

 

 

HINTERGRUND

 

Diakonie Hessen – Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege

 

Die Diakonie Hessen ist Mitglieder- und Trägerverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). 2013 aus der Fusion der beiden Diakonischen Werke von EKKW und EKHN hervorgegangen ist die Diakonie Hessen als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden tätig. Als Träger diakonischer Arbeit beschäftigt die Diakonie Hessen in den Landesgeschäftsstellen in Frankfurt und Kassel, im Evangelischen Fröbelseminar, in den Evangelischen Freiwilligendiensten sowie in 17 regionalen Diakonischen Werken in Hessen und Nassau 1.637* Mitarbeitende. Dazu kommen 692* Freiwillige, die sich in einem Sozialen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst einbringen.

 

Als Mitgliederverband gehören der Diakonie Hessen zurzeit 458 Rechtsträger an. Dabei handelt es sich um 363 privatrechtlich organisierte Vereine, Stiftungen und gemeinnützige Gesellschaften sowie die 30 Dekanate der EKHN, 14 Kirchenkreise der EKKW und 51 kirchliche Zweckverbände. Insgesamt bietet die Diakonie Hessen so etwa ca. 1.500 Angebote für die Pflege, Betreuung und Beratung sowie für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Bereichen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, in der Alten- und Krankenhilfe, Behinderten-, Eingliederungs- und Suchthilfe, Migrations- und Flüchtlingsberatung sowie in der Beratung von Menschen in besonderen sozialen Situationen an. Die Diakonie Hessen und ihre Mitglieder beschäftigen zusammen mehr als  42.000 Mitarbeitende und erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2019 einen Gesamtumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro. *Stand Januar 2020

 


Bischof Stäblein begrüßt Vorschlag, Gedenkstätte für Friedliche Revolution zu schaffen

 

(Berlin/ekbo) - Christian Stäblein, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) begrüßt den Vorschlag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, einen „herausgehobenen Ort“ als Gedenkstätte für die Friedliche Revolution zu schaffen.

 

„Die Friedliche Revolution ist ganz zentral für die Identität unseres demokratischen Staates heute. Vielfach waren es Räume der Evangelischen Kirche, in denen offener Meinungsaustausch gelebt wurde und sich oppositionelle Kräfte versammeln konnten. Die von den Montagsandachten ausgehende Botschaft „Keine Gewalt“ hat dazu beigetragen, dass Kerzen das Bild dieser Revolution prägten. Deshalb sollten Kirchen wie zum Beispiel die Gethsemanekirche in Berlin Prenzlauer Berg in die Überlegungen für einen nationalen Gedenkort einbezogen werden.“

 


Friedensappell der Armenier an den demokratischen Westen

Es ist ein dringender Appell an die Nato und an die Europäische Union. Der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) fordert die  demokratische Völkergemeinschaft auf: Erhebt Eure Stimme gegen die Kriegstreiber im Konflikt um Berg-Karabach und forciert Eure Bemühungen um einen schnellen erneuten Waffenstillstand. „Schweigen tötet“, so der Vorsitzende Schawarsch Owassapian.

 

Der ZAD beklagt, dass weder die EU noch die Nato den Aggressoren ein klares Stoppsignal setzen. Seit über einer Woche überzieht Aserbaidschan die kleine Republik Berg-Karabach mit massivem Raketenbeschuss. Ermutigt durch den türkischen Präsidenten und mit logistischer, politischer und waffentechnischer Hilfe aus der Türkei, die hier klar Kriegspartei ist, versucht Baku, seine territorialen Ansprüche an Karabach durchzusetzen. Dabei kann der aserbaidschanische Präsident Aliyev auf deutsche Waffen aus dem Arsenal der türkischen Armee und auf etwa 4000 islamistische Söldner setzen, die der türkische Präsident  Erdogan in Syrien rekrutiert und in das Konfliktgebiet geflogen hat.

 

Darüber hinaus wird inzwischen sichtbar, dass die Türkei auch direkt in das Kriegsgeschehen eingreift. Eine Air Force F16 hat einen armenischen Jet im Luftraum der Republik Armenien abgeschossen und es sind Raketenteile gefunden worden, die eindeutig belegen, dass Ankara sich aktiv beteiligt. Kann die NATO, fragt der ZAD, unkommentiert hinnehmen, dass ein Mitglied einen Angriffskrieg in Europa führt? Die westliche Verteidigungsgemeinschaft deckt so einen Bruch mit allen Regeln zivilisatorischen Umgangs unter den Völkern.

 

Aber auch die EU, unter deutscher Ratspräsidentschaft, ist gefordert, mäßigenden Einfluss auf den Verbündeten zu nehmen. Es kann nicht angehen, dass Brüssel und Berlin mit Blick auf das Flüchtlingsabkommen EU/Türkei immer wieder beide Augen zudrücken und damit ungezählte Todesopfer dieses Kriegs im Südkaukasus in Kauf nehmen. Der Preis ist zu hoch, die Glaubwürdigkeit der politischen Entscheidungsträger leidet und das Vertrauen in demokratische und moralische Maßstäbe schwindet.

 

Wenn die Türkei und Aserbaidschan sich jetzt gegen die ersten Versuche der OSZE und gegen entsprechende Appelle der Präsidenten Frankreichs und Russlands stellen, die beteiligten Parteien an den Verhandlungstisch zu bringen, spricht das eine Sprache, auf die es nur eine Antwort geben kann: hoher politische Druck des Westens auf die Despoten in Baku und Ankara, und letztendlich wirksame Sanktionen. Es kann nur eine politische Lösung geben. Der ZAD-Vorsitzende weist in großer Sorge darauf hin, dass die Armenier in Berg-Karabach in tödlicher Bedrohung leben: „Die staatlich angeordneten Massaker von Sumgait und Baku, mit denen Präsident Aliyev 1988 die armenische Bevölkerung Aserbaidschans überzogen hat, waren der Auslöser für den Freiheitskampf der Karabach-Armenier. Ihre einzige Überlebenschance bestand darin, sich frei zu machen vom Machtanspruch Bakus und die Unabhängigkeit anzustreben. Keiner dieser Armenier würde es überleben, wenn es Aserbaidschan gelänge, sich die Republik Berg-Karabach wieder einzuverleiben.“

 

Baku argumentiert gern, Berg-Karabach gehöre völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Eine Formulierung, die westliche Medien gern und ohne Überprüfung übernommen haben. Tatsächlich ist der völkerrechtliche Status Berg-Karabachs umstritten. Der ZAD weist jedoch auf eine ganze Reihe von Fakten hin, die diese These fragwürdig erscheinen lassen:

 

Die Sowjetunion unter ihrem Führer Stalin hat 1921 die armenische Provinz Karabach - wie übrigens auch die ebenfalls armenische Provinz Nachitschewan -  gegen jedes Völkerrecht und gegen den erklärten Willen der Bevölkerung an Aserbaidschan überschrieben; die oben beschriebenen Massaker von Sumgait  und Baku ließen den Armeniern keinen Ausweg, als sich gegen die Machthaber zu erheben; die Armenier haben in einer Volksabstimmung 1991 ihr Recht auf Selbstbestimmung und damit das völkerrechtlich verbriefte Recht wahrgenommen, einen eigenen Staat zu gründen; der Internationale Gerichts-Hof (IGH) hat in Bezug auf den Kosovo festgestellt, dass eine einseitige Unabhängigkeitserklärung nicht grundsätzlich gegen das Völkerrecht verstößt; die Volksabstimmung von Karabach war gedeckt durch die zu der Zeit noch gültige sowjetische Verfassung.

 

Der Zentralrat der Armenier fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Rechte der Karabach-Armenier endlich anzuerkennen. Und damit das Leben der rund 150.000 Einwohner der Republik nachhaltig zu sichern. Der ZAD fordert die internationale Anerkennung Berg-Karabachs und verknüpft damit die Hoffnung, die territorialen Ansprüche der Türkei und Aserbaidschans für alle Zeiten zu neutralisieren. „Es wird Zeit, die Waffenstillstands-Verhandlungen zu einem tragfähigen Ende zu bringen“, so Owassapian. „Wir müssen bedauerlicherweise konstatieren, dass Aserbaidschan mit der Unterstützung Ankaras einen Testlauf gestartet hat, um die Sprachfähigkeit des Westens zu prüfen. Mit einem erschütternden Ergebnis: Schweigen“.

 

Berg-Karabach konnte nie ein Interesse an einem Waffengang haben, der Aggressor in diesem Fall ist eindeutig Aserbaidschan. Die Armenier in Berg-Karabach wollen nur eines - in Frieden und Freiheit und Würde leben.

 

Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V.
Frankfurt am Main, 05.10.2020


Konflikt in Bergkarabach: GfbV fordert Intervention der Bundesregierung

 

  • Eskalation geht von der Türkei aus, die tausende Söldner entsandt hat
  • Erdogans Kriege sollen Menschen zur Flucht nach Europa zu zwingen und seine erpresserische Position aufrechterhalten

 

(Göttingen/gfbv) - Nach dem jüngsten Angriff Aserbaidschans auf die umkämpfte Region Bergkarabach fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Bundesregierung zum Handeln auf: „Die neuerliche Eskalation geht von der Türkei aus, die tausende syrisch-islamistische Söldner in das armenisch kontrollierte Gebiet entsandt hat“, erklärt Dr. Kamal Sido, Nahostexperte der GfbV. „Die Bundesregierung darf nicht mit ansehen, wie Erdogan eine weitere Konfliktregion mit Gewalt überzieht, um zu Hause seine Machtbasis zu stärken.“ In Bergkarabach wiederhole sich, was der türkische Präsident in Libyen bereits eingeübt habe. 

 

„Es kann nicht sein, dass Deutschland und Europa Erdogan jede Aggression durchgehen lassen, solange er die Flüchtlinge zurückhält. Er weiß genau, in welcher Machtposition er sich dadurch befindet und wird sie solange weiter ausnutzen, wie man ihn lässt“, so Sido. „Die zahlreichen Kriege, in die die Türkei mittlerweile verwickelt ist, sollen mehr Menschen zur Flucht nach Europa zu zwingen, damit Erdogan seine erpresserische Position aufrechterhalten kann.“ Solange man ihn gewähren lasse, sei er eine der größten Bedrohungen für die Stabilität in der Region. 

 

Junge Syrer, die aus ihrer Heimat in die Türkei geflüchtet sind, haben wenig Möglichkeiten, ihre Familien zu ernähren. Daher entschließen sich viele, gegen Geld für türkische Interessen in Libyen oder Bergkarabach zu kämpfen. „Viele sind zusätzlich ideologisch motiviert, weil sie ein armenisch und damit christlich besetztes Territorium angreifen. Dadurch entsteht die absurde Situation, dass sunnitische Islamisten für das schiitische Aserbaidschan kämpfen“, ergänzt Sido. „Das Geld, mit dem die verzweifelten Syrer in Erdogans Kriege geschickt werden, kommt aus Katar. Auch diese Finanzquelle muss durch diplomatischen Druck zum Versiegen gebracht werden.“ 

 

 

 


Armenier fordern Eingreifen der Bundesregierung und Europas

DEN KRIEG UM BERG-KARABACH STOPPEN

Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V.

 

 

(Frankfurt/zad) - Die Bundesregierung muss dazu  beitragen, den neuerlichen und brandgefährlichen Konflikt um Berg-Karabach zu entschärfen. Das fordert der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD). Die durch Aserbaidschan begonnenen kriegerischen Auseinandersetzungen sind allein durch Diplomatie zu stoppen - es kann nur eine politische Lösung geben.

 

Am Sonntagmorgen hat die Regierung in Baku Kampfhandlungen entlang der gesamten Kontaktlinie zwischen Aserbaidschan und Berg-Karabach/Arzach ausgelöst. Der Angriff richtet sich gegen die kleine armenische Republik  und ihre Zivilbevölkerung. Der ZAD verurteilt diesen Angriffskrieg Aserbaidschans auf Schärfste und appelliert an die deutsche Bundesregierung und an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um diesen Krieg zu stoppen und die Zivilbevölkerung zu schützen.

 

Das innenpolitische Kalkül des Präsidenten Aserbaidschans, Aliyev, zielt darauf ab, um jeden Preis sein Amt halten zu können. Dieses Ziel verfolgt er allerdings auf Kosten der armenischen Zivilbevölkerung von Berg-Karabach. Die Bundesregierung und die Bundeskanzlerin sind gebeten, zu einer sofortigen Beilegung der aktuellen Kampfhandlungen sowie einer Rückkehr Aserbaidschans an den Verhandlungstisch beizutragen.

 

In den letzten Wochen und Monaten wurden die aserbaidschanische Kriegsrhetorik und die erkennbare Vorbereitung auf einen Angriffskrieg zunehmend durch die Türkei und ihren Präsidenten Erdogan gestärkt. Dieser hat nicht nur eine Offensive in Zypern geplant, leugnet die eigene Vergangenheit und den Genozid an den Minderheiten im Osmanischen Reich, sondern stellt auch obszöne Ansprüche an das Nachbarland Griechenland. Vor allem hat er Baku jede Unterstützung im Kampf gegen Armenien zugesichert. Deshalb, so der ZAD, gilt es auch für Europa und für die NATO, Druck auf den schwierigen Partner Türkei auszuüben, der mitten in der Corona-Pandemie mehrere Kriege in der Region antreibt und zunehmend zur Instabilität in Europa beiträgt. Der ZAD mahnt Deutschland, das zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft repräsentiert, in die Verantwortung zu gehen und einen neuen Krieg in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu stoppen. Eine weitere Verschärfung der aktuellen Flüchtlingskrise kann niemand in Europa wollen.

 

Die Europäische Union steht auf dem Wertefundament von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und Freiheit. Diese Grundfreiheiten und Rechte haben sich auch die Armenier in Berg-Karabach hart erkämpft. Die Zivilbevölkerung möchte in Frieden und Freiheit leben. Die EU ist deshalb gefordert, diesen Angriff Aserbaidschans klar zu verurteilen und sich für Frieden und Freiheit in der Region einzusetzen.

 

Wir appellieren ferner an alle Demokratinnen und Demokraten im Deutschen Bundestag, in den Landtagen und überall in der EU, sich dafür einzusetzen, diesen Krieg an Europas Haustür zu stoppen. Die Menschen in Berg-Karabach wollen ihr Recht auf ein Leben in Freiheit nicht in die Hände der zwei Diktatoren in Baku und Ankara legen.

 

Wir alle, als Bürger eines freien Europa, sind gefordert, sie dabei mit allen Mitteln zu unterstützen!
 
Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V.
Frankfurt am Main, 27.09.2020

 


Preis des MDR-Rundfunkrates 2020 geht an "Fritzi - Eine Wendewundergeschichte"

Foto: obs/MDR/ Weltkino
Foto: obs/MDR/ Weltkino

 

 

(Leipzig/(ots) - "Wichtiges Stück deutscher Geschichte kindgerecht erzählt": Der MDR-Rundfunkrat hat Beate Völcker und Péter Palátsik für den Animationsfilm"Fritzi - Eine Wendewundergeschichte" mit dem Preis für das beste Drehbuch gewürdigt. Die Auszeichnung wurde am Freitag (25. September 2020) in Erfurt zum Abschluss des Kinder-Medien-Festivals "Goldener Spatz" verliehen.

 

Der Trickfilm "Fritzi - Eine Wendewundergeschichte", der aus Kinderperspektive die friedliche Revolution im Herbst 1989 in Leipzig erzählt, sei ein wichtiger, zeitloser Film, der dazu einlade über einen Ausschnitt deutscher Geschichte zu sprechen, begründete die Jury des MDR-Rundfunkrates ihre Wahl.

 

Weiter lobte die Jury, dass Drehbuchautorin Beate Völcker und Co-Autor Péter Palátsik die Kinderbuchvorlage "Fritzi war dabei" von Hanna Schott für den Film verdichtet, originell erweitert und mit neuem dramaturgischen Grundgerüst ausgestattet haben. Ihnen sei es gelungen, "ein wichtiges Stück deutscher Geschichte kindgerecht zu erzählen", heißt es in der Begründung.

 

Der Trickfilm begleitet die zwölfjährige Fritzi durch den Sommer und Herbst 1989. In den großen Ferien kümmert sich Fritzi um den Hund ihrer besten Freundin Sophie, die nach Ungarn in den Urlaub gefahren ist. Als Sophie nach den Ferien nicht wieder zurückkommt, weil die Familie in den Westen geflohen ist, macht sich Fritzi auf die Suche nach ihrer Freundin. Sie gerät in ein Abenteuer, das die Zukunft des ganzen Landes verändert.

 

Das turbulente Wendeabenteuer ist unter Federführung des MDR in Koproduktion mit KiKA, NDR, WDR und ARTE entstanden und lief beim Festival "Goldener Spatz" in der Wettbewerbskategorie "Langfilm".

 

Kinofilm kommt im Herbst ins Fernsehen

 

Der Animationsfilm, der im vergangenen Jahr am 9. Oktober 2019 zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution in die deutschen Kinos kam, erlebt in diesem Herbst seine TV-Premiere, und zwar am 7. Oktober, um 20.15 Uhr bei ARTE und am 9. Oktober um 19.30 Uhr bei KiKA, dem Kinderkanal von ARD und ZDF. Der MDR hat außerdem die Begleitdokumentation "Auf der Suche nach Fritzi" produziert, in der sich zwei Leipziger Mädchen auf Fritzis Spuren begeben und wissen wollen, was damals tatsächlich in Leipzig und in der DDR passiert ist. Die Doku läuft am 11. Oktober um 14.50 Uhr bei KiKA.

 

"Fritzi - Eine Wendewundergeschichte" wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Filmpreis "LOLA" und mit dem Preis der deutschen Filmkritik.

 

Preis finanzieren MDR-Gremienmitglieder

 

Mit dem Preis des MDR-Rundfunkrates werden Autoren gewürdigt, deren Filme oder Fernsehbeiträge sich in besonderer Weise den Problemen von Kindern und Jugendlichen widmen und eine humanistische Einstellung fördern. Die mit 4.000 Euro dotierte Auszeichnung wird durch Spenden der MDR-Gremienmitglieder finanziert und seit 1995 traditionell zum Festivalabschluss übergeben.

 

 

 


INTERKULTUR unterstützt die eindringlichen Forderungen deutscher Chöre an die Politik

Lasst die Chöre weiter singen!

(Fernwald/ik) - Mit einem Appell an die deutschen Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Länder unterstützt INTERKULTUR die aktuelle Forderung der deutschen Chöre, Chorvorstände und Chorverbände nach neuen Konzepten, die allen Sängerinnen und Sängern die Möglichkeit geben, sich auch nach Ende des Sommers und der Freiluftsaison in Innenräumen weiter zu treffen und gemeinsam zu singen.

 
Im Schreiben von INTERKULTUR-Präsident Günter Titsch heißt es unter anderem: „In diesen von Unsicherheit geprägten Zeiten kann insbesondere die Musik als verbindende und Mut spendende Kraft ein entscheidender Hoffnungsträger für die Menschen sein. Die Gemeinschaft eines Chors ist es, was vielen Menschen Halt, Perspektive und Zuversicht geben kann. [...] Es liegt uns daher sehr am Herzen die Bemühungen der Chöre um eine gewisse Normalität voranzutreiben und den Chören Deutschlands wieder eine Perspektive geben zu können! [...] Hierbei dreht es sich nicht primär um Konzerte und offizielle Auftritte vor großem Publikum, sondern insbesondere geht es um die elementar wichtigen regelmäßigen Chorproben, die essenziell sind für die Chorgemeinschaft und die Existenz einer Chorgruppe."

 
Der Chorgesang ist in Deutschland eines der ältesten Kulturgüter, derzeit sind knapp 5 Millionen Chorsängerinnen und -sänger von den aktuellen Einschränkungen ihrer Probemöglichkeiten betroffen. INTERKULTUR hat kürzlich vier hessische Chöre bei ihren Proben unter erschwerten Bedingungen begleitet und ihre Arbeit in einem --> Film dokumentiert. Hier zeigt sich eindrücklich, dass gerade Chorsängerinnen und Chorsänger sich äußerst verantwortungsvoll an die geforderten Hygienebestimmungen halten, um nicht auf das gemeinsame Singen verzichten zu müssen und ein deutschlandweites Chorsterben zu verhindern. Allerdings ist hier ebenso deutlich dokumentiert, dass in den kommenden Herbst- und Wintermonaten solche Proben im Freien nicht mehr möglich sein werden.


Den Film über Chorproben in Zeiten der Pandemie können Sie sich --> hier anschauen.

 

INTERKULTUR ist weltweit der führende Initiator und Veranstalter internationaler Chorwettbewerbe. Die global agierende Organisation hat seit ihrer Gründung vor mehr als dreißig Jahren rund 230 Wettbewerbe & Festivals für über 10.000 Chöre mit rund 495.000 Sängerinnen und Sängern aus 107 Ländern durchgeführt. Die ehemals als „Chorolympiade" bekannten World Choir Games finden alle zwei Jahre auf unterschiedlichen Kontinenten statt, 2021 im belgischen Flandern und 2022 in der südkoreanischen Stadt Gangneung. Städte wie Barcelona, Wien und Hoi An sind außerdem seit Jahren regelmäßig Gastgeber der verschiedenen Wettbewerbe von INTERKULTUR.

 

 

 


Offizielle Eröffnung des zdi-Schülerlabors F.LUX in Arnsberg:

Staatssekretär Kaiser würdigt das Engagement der Partner

Klaus Kaiser (r.), Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, hat das zdi-Schülerlabors F.LUX eröffnet. Foto: zdi.NRW-2020
Klaus Kaiser (r.), Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, hat das zdi-Schülerlabors F.LUX eröffnet. Foto: zdi.NRW-2020


 

Als „praxisnahes und nachhaltig konzipiertes zdi-Schülerlabor“ würdigte der Parlamentarische Staatssekretär des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Klaus Kaiser, das heute in Arnsberg eröffnete zdi-Schülerlabor "F.LUX", das sich dem Thema Licht widmet.

 

 

(Arnsberg/pm) Der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des „Licht-machens“ widmet sich das zdi-Schülerlabor F.LUX, das heute in Arnsberg eröffnet worden ist. Bei der Eröffnungsfeier des Schülerforschungslabors würdigt Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrein-Westfalen, das Engagement der Partner, die das F.LUX „praxisnah und nachhaltig konzipiert und realisiert haben“. Angegliedert ist es nämlich an das Lichtforum NRW, sodass es mittelbar durch Unternehmen der Licht- und Leuchtenindustrie in der Region Südwestfalen getragen wird.

 

Klaus Kaiser erklärt: „Die Vielfalt der Beschäftigungsmöglichkeiten zu zeigen und die Faszination für Licht zu vermitteln - das ist die Stärke dieses zdi-Schülerlabors. Kinder und Jugendliche können im F.LUX früh mit einem wichtigen Industriezweig in Berührung kommen. Durch die enge Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft werden hier Themen gesetzt, die langfristig dazu beitragen können, Nachwuchskräfte für die Region und die Leuchtenindustrie zu begeistern.“

 

 

Taschenlampen selbst bauen – im F.LUX ist das möglich

 

Inhaltlich können sich Kinder und Jugendliche im F.LUX mit verschiedenen Aspekten des Lichts beschäftigen. Eine Vielzahl an historischen Lampen und Leuchten verdeutlicht, wie künstliches Licht in der Vergangenheit erzeugt wurde. Große und kleinere Aufbauten machen dabei verständlich, was Licht ist und erläutern die technischen Hintergründe der Beleuchtung von Heute und Morgen. Verschiedenste Geräte und Werkzeuge stehen dabei zur Verfügung, um eigene Ideen zu verwirklichen. Beispielsweise gibt es Kurse, in denen Farbspektren erläutert, eigene Taschenlampen gebaut oder Lampenschirme mit dem 3D-Drucker hergestellt werden. Die Angebote richten sich an Schüler*innen ab der 3. Klasse.

 

Das F.LUX wird unter anderem aus Mitteln Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung mit einer Summe von rund 120.000 Euro gefördert.

 

Weitere Informationen zum F.LUX gibt es unter: https://flux.nrw/ 

 

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zdi steht für „Zukunft durch Innovation.NRW“ und ist mit über 4.500 Partnern aus Wirtschaft, Schule und Hochschule sowie öffentlichen Einrichtungen europaweit das größte Netzwerk zur Förderung des MINT-Nachwuchses. Jährlich erreichen die 47 zdi-Netzwerke und mehr als 70 zdi-Schülerlabore gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern rund 300.000 Schülerinnen und Schüler. Koordiniert wird zdi vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen. Landesweite Partner sind unter anderem das Ministerium für Schule und Bildung, das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Nordrhein-Westfalen und die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. 

 

Übrigens: zdi.NRW wird 15 Jahre alt. Lesen Sie jetzt die MINTastischen Erfolgsgeschichten der MINT-Community nach unter www.zdi-portal.de.

 


Wir sind ein Volk! – Oder? Freya Klier und Stephan Krawczyk zu Gast in der Pauluskirche

 

(Magdeburg/pm) - Am Mittwoch, dem 30. September, um 19 Uhr stellt Freya Klier ihr aktuelles Buch „Wir sind ein Volk! – Oder?“ in der Pauluskirche Magdeburg (Goethestraße) vor. Die Mitbegründerin der Friedensbewegung in der DDR bündelt darin prominente Beiträge und Zeitzeugenberichte aus Ost und West. Freya Klier wird, wie in den 1980er Jahren, musikalisch begleitet von dem Liedermacher Stephan Krawczyk, der 1988 gemeinsam mit ihr ausgebürgert und zu einer Symbolfigur der Bürgerbewegung wurde.

 

„Wie lange halten sich Verhaltensmuster einer Diktatur nach deren Zusammenbruch? Welche Erinnerungen gibt es? Und könnte es sein, dass an den Prägungen der Diktatur, auch den eigenen Lebenslügen, selbst dreißig Jahre Demokratie nicht zu rütteln vermögen?“ fragt Freya Klier. In ihrem aktuellen Buch versammelt sie Stimmen aus Ost und West, Zeitzeugen erinnern sich und ziehen Bilanz, u.a. Reiner Kunze, Peter Tauber, Wolfgang Thierse und Norbert Lammert.

 

Freya Klier (Hg.), geb. 1950 in Dresden. Autorin, Schauspielerin, Theaterregisseurin, Dokumentarfilmerin, Bürgerrechtlerin. Mitbegründerin der DDR-Friedensbewegung, 1968 erstmalige, 1988 erneute Verhaftung und Ausbürgerung. Ausgezeichnet als „Botschafterin für Demokratie und Toleranz“. Geehrt mit den Verdienstorden des Landes Berlin und des Freistaates Sachsen, dem Bundesverdienstkreuz und dem „Franz-Werfel-Menschenrechtspreis“.

 

Stephan Krawczyk, geb. 1955 in Weida/Thüringen. Liedermacher und Schriftsteller. Erhielt 1985 als oppositioneller Künstler Berufsverbot in der DDR und wurde zur Symbolfigur der Bürgerbewegung.

 

Moderation: Birgit Neumann-Becker, Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

 

Eine Veranstaltung der Ev. Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalt und der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Kooperation mit Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., dem Herder Verlag und der Ev. Paulusgemeinde Magdeburg.

 

 

 


Neuer Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung zu Politischem im Alltag / Erste Folge zum Thema „Koloniale Spuren“ / Jetzt auf bpb.de und Spotify

Podcast: Was uns betrifft

 

(Berlin/bpb) - Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb hat heute den neuen Podcast „Was uns betrifft“ gestartet. Politik wirkt oft ziemlich abstrakt. Die Volontierenden der bpb wollen deshalb stellvertretend für die Hörer herausfinden, was politische und historische Themen mit dem Alltag zu haben. Sie machen sich in dem Podcast auf die Suche nach persönlichen Geschichten und mehr Hintergrund.

 

In der ersten Folge suchen sie nach „Kolonialen Spuren“ und fragen, was die deutsche Kolonialzeit auch heute noch relevant ist. Wo hat sie Spuren hinterlassen und warum wird heute noch von Dekolonisierung gesprochen? Dafür haben sich die Volontierenden der bpb gemeinsam mit der Kulturwissenschaftlerin und Aktivistin Meryem Choukri in Hamburg umgeschaut. Für mehr Hintergrundinformationen sprechen sie außerdem mit Historikerin Katharina Oguntoye über den Zusammenhang zwischen Kolonialismus und Rassismus.

 

"Was uns betrifft“ erscheint einmal im Monat. Die nächsten Folgen beschäftigen sich mit den Themen Mobilität und Deutsche Einheit.

 

Der Trailer zum Podcast sowie die erste Folge sind ab sofort abrufbar unter www.bpb.de/was-uns-betrifft und https://open.spotify.com/show/3tLwfCuctmYrCbsz0eHpGl.


Breites Bündnis fordert Gesetz zur bezahlten Bildungsfreistellung in Bayern

Ein Schritt in die Zukunft – Bildungszeit jetzt!

Foto: KDFB
Foto: KDFB

(München/kdfb) – Die Landtagsabgeordneten starten wieder in ihren parlamentarischen Alltag – und bekommen dazu vom Bündnis „Bildungszeit für Beschäftigte in Bayern“ eine kleine Schultüte überreicht. Darin: die Forderung, rasch eine bezahlte Bildungsfreistellung in Bayern per Gesetz zu ermöglichen.

Nicht zuletzt die Pandemie hat gezeigt, dass die Anforderungen an Qualifikation und Flexibilität der Arbeitnehmer*innen steigen – ein Bildungszeitgesetz ermöglicht den Beschäftigten, Schritt zu halten. „Gelingt es nicht, durch Qualifizierungsmaßnahmen und Umschulungen die betroffenen Beschäftigten in eine neue Arbeitswelt mitzunehmen, hat dies entscheidenden Einfluss auf die zukünftige Entwicklung unserer Wirtschaft“, so Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern.

Und auch das Ehrenamt – in Bayern so wichtig wie in keinem anderen Bundesland – ist dringend auf die Möglichkeiten des Bildungszeitgesetzes angewiesen: spätestens Corona hat deutlich gemacht, wie wichtig zum Beispiel das Thema Digitalisierung für das Ehrenamt ist. „Nur durch die Möglichkeit der Weiterbildung im Rahmen eines Bildungszeitgesetzes können Vereine und Verbände zukunftsfähig und attraktiv für jüngere Zielgruppen bleiben, nur so kann Ehrenamt weiterhin in die Lebenswirklichkeit der Menschen integriert werden“, so Emilia Müller, Vorsitzende des KDFB Landesverband Bayern.

Ein Bildungszeitgesetz gibt es bereits in 14 anderen Bundesländern, dort haben Beschäftigte gesetzlichen Anspruch darauf, sich für eine Weiterbildung von der Arbeit freistellen zu lassen. Im September 2018 initiierten der KDFB Landesverband Bayern und der DGB Bayern ein breites Bündnis aus 24 Organisationen aus den Bereichen des Ehrenamtes und der Gewerkschaften, ihre Forderung: 10 Tage Bildungszeit in zwei Jahren für alle Beschäftigten. Das Gesetz soll die Möglichkeit bieten, sich beruflich, politisch, allgemein oder für das Ehrenamt weiterzubilden.

 

Am Bündnis beteiligt sind folgende Organisationen:

Arbeiterwohlfahrt Landesverband Bayern e.V. , Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der evang.-lutherischen Kirche in Bayern, Bayerischer Landesfrauenrat, Bayerischer Jugendring, Bayerischer Trachtenverband, Bildungswerk ver.di Bayern, Bund Naturschutz in Bayern e.V., Bund der deutschen katholischen Jugend Bayern, DGB-Bildungswerk Bayern, Deutscher Gewerkschaftsbund Bayern, DGB-Jugend Bayern, Deutscher Berufsverband für soziale Arbeit e.V., Evangelische Frauen in Bayern, In Via, Katholischer Deutscher Frauenbund Landesverband Bayern, Katholische Arbeitnehmerbewegung, Katholische Betriebsseelsorge Bayern, Katholischer Pflegeverband e.V. – Landesgruppe Bayern, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Kritische Akademie Inzell, Landesfeuerwehrverband Bayern, Landeskomitee der Katholiken, Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V., Sozialverband VdK Bayern e.V.,

Der Katholische Deutsche Frauenbund Bayern ist mit 165.000 Mitgliedern der größte Frauenverband des Freistaats. Gegründet 1911 von Ellen Ammann, setzt er sich aufbauend auf dem Fundament des christlichen Glaubens in vielfältigen Aktivitäten für Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ein. Zum Landesverband Bayern gehören außerdem das Bildungswerk, der Verbraucherservice, das Familienpflegewerk und die Landfrauenvereinigung.

 

Der DGB-Bezirk Bayern vertritt die Interessen von mehr als 800.000 Gewerkschaftsmitgliedern im Freistaat. Als Dachverband und politische Stimme seiner acht Mitgliedsgewerkschaften auf Landesebene koordiniert er die gewerkschaftspolitischen Aktivitäten in Bayern und vertritt die gewerkschaftlichen Interessen gegenüber politischen Entscheidungsträgern, Parteien und Verbänden. Der DGB ist seit seiner Gründung 1949 dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft verpflichtet. Er ist –  wie seine Mitgliedsgewerkschaften – parteipolitisch unabhängig, aber nicht politisch neutral. Er bezieht Position im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


KDFB erinnert an 25 Jahre Weltfrauenkonferenz

 

(Köln/kdfb) - Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) erinnert an die Ergebnisse der 4. UN-Weltfrauenkonferenz (04.- 15.09.1995, Peking). Das Motto lautete: „Handeln für Gleichheit, Entwicklung und Frieden“. Nach zähen und konfliktreichen Verhandlungen verabschiedeten die 9.000 Delegierten aus 189 Staaten die „Pekinger Aktionsplattform“ mit Maßnahmen und Forderungen zur Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen weltweit. An der parallel stattfindenden Konferenz der Nicht-Regierungsorganisationen nahm auch eine Delegation des KDFB teil.

 

 

 

„Die Aktionsplattform gilt bis heute als Meilenstein in der weltweiten Gleichberechtigungspolitik. Wie kein anderes UN-Dokument prangert sie jegliche Form von Gewalt gegen Frauen als Menschenrechtsverletzung an, unabhängig von kulturellen und religiösen Traditionen. Mittlerweile haben zwar 143 Länder die Gleichstellung von Mann und Frau in ihrer Verfassung verankert, Geschlechtergerechtigkeit ist aber noch nirgendwo erreicht“, stellt Maria Flachsbarth fest. Die Bundesregierung müsse daher an ihre Verpflichtungen aus der Aktionsplattform von Peking und an ihre nationalen Aktionspläne erinnert werden und ihr weiterhin nachkommen, so die KDFB-Präsidentin.

 

 

 

Neben Gewaltverzicht, Erhöhung von Bildungschancen, gerechten Löhnen oder dem Abbau von Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts fordert der KDFB, Frauen gleichberechtigt in Friedensprozesse einzubeziehen. „Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit. Deshalb müssen Frauen in die Friedenssicherung einbezogen werden. Sie sind unverzichtbar für Krisenprävention, Konfliktbewältigung, Friedensbildung, Stabilisierung und ein friedliches Miteinander im Kleinen und Großen. Die Umsetzung der UN-Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ aus dem Jahr 2000 gehört oben auf die Agenda, wenn nachhaltiger Frieden gewollt ist“, fordert Flachsbarth.

 

 

 

Aus Anlass des 25. Jahrestages der 4. Weltfrauenkonferenz und des 20. Jahrestages der UN-Resolution 1325 hat der KDFB seine Broschüre „In Frieden handeln“ neu aufgelegt. Darin wird sichtbar, dass die Verwirklichung des Friedens eine ständige Herausforderung für jede und jeden ist. Es geht nicht um das Recht des Stärkeren, sondern um ein Leben in Würde, Solidarität und Verantwortung gegenüber den Menschen und der Schöpfung.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

 

 


Eine Revolution gegen die Angst - öffentliche Grußadresse an die mutigen Demonstrant*innen in Belarus

(Leipzig/re) - Die Bilder und Nachrichten, die uns nun schon seit einigen Wochen aus Belarus erreichen, erinnern uns stark an das Jahr 1989. Sie rufen Erlebnisse und Erfahrungen wach. Auch wir standen lange einem aggressiv agierenden Staat gegenüber. Die gewaltsame Niederschlagung der friedlichen Proteste in Peking im Juni 1989 war uns ständig vor Augen, die Angst vor einer „chinesischen Lösung“ wurde täglicher Begleiter des Aufbegehrens gegen die Diktatur.

 

Umso mehr wissen wir uns Ihnen den Menschen in Belarus in Ihrer weitaus schwierigeren Lage zutiefst und solidarisch verbunden. Die freie Berichterstattung wird unterbunden, Journalist*innen werden inhaftiert. Demonstrant*innen sind Justizwillkür und Folterungen ausgesetzt. Die Gefahr des gezielten russischen Eingreifens ist nicht gebannt und die Unabhängigkeit von Belarus bedroht.

 

Ohnmachtserfahrungen sind auch uns nicht fremd. Mit großem Respekt verfolgen wir daher die mutigen Aktionen der Frauen und Männer, die Unerschütterlichkeit der Streikenden, die öffentliche Unterstützung z. B. durch die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch.

 

Wir möchten den Menschen in Belarus mit dieser Grußadresse Ermutigung und Ermunterung senden. „Lassen Sie sich nicht einschüchtern! Streiten Sie weiter für ein demokratisches, freies und unabhängiges Belarus – trotz begründeter Angst“.

 

Zwei der Initiatoren der Erklärung sagen dazu: 

 

Gisela Kallenbach: Das Wenige, was du tun kannst, ist viel (Albert Schweitzer). In diesem Sinn wollen wir ein Zeichen setzen. Gewalt und Repressionen können niemals auf Dauer den Freiheitswillen der Menschen in Belarus unterdrücken.“

 

Stephan Bickhardt: „Wir fühlen uns verpflichtet, auf Grund der aufgedeckten Wahlfälschung 1989, die eine Revolution einleitete, mit Ihnen allen, die Sie für faire Wahlen kämpfen, solidarisch zu sein. Für ein gemeinsames Europa!“.

 

Diese öffentliche Grußadresse wurde von 48 Bürgerrechtler*innen der ehemaligen DDR unterzeichnet. Sie finden die gesamte Erklärung in der Anlage und wir würden uns freuen, wenn Sie darüber in Ihrem Medium berichten würden.

 


"Miteinander Reden": Generationengespräche ab jetzt in der ARD-Mediathek verfügbar

 

(Magdeburg/mdr) - Zwei Generationen - ein Thema - unterschiedliche Perspektiven: Der MDR hat mit sechs "Generationsgesprächen" ein Format für die ARD Mediathek entwickelt, das Menschen aus komplett unterschiedlichen Altersgruppen mit ihrer Sichtweise auf ein Thema blicken lässt. Die kurzen sechs- bis achtminütigen Filme unter dem Motto "Miteinander reden" sind ab sofort in der ARD Mediathek abrufbar.

 

In dem neuen Dialogformat "Miteinander reden" kommen Menschen aus zwei komplett unterschiedlichen Generationen ins Gespräch: Einerseits die Generation "Kriegskinder", die ihre Kindheit in Trümmern und Luftschutzbunkern verbracht hat und zum anderen die heutige Generation, die zwar weitgehend in Frieden aufgewachsen ist, aber dennoch ihre eigenen Probleme und (Zukunfts-)Ängste hat.

 

Sie diskutieren zu wichtigen Lebensfragen und tauschen dabei Erfahrungen und Erlebnisse aus. In den sechs Folgen reden zwölf Protagonistinnen und Protagonisten (sechs aus jeder Generation) über die Themen: Kindheit, Schule und Beruf, Freundschaft, Liebe, Tod sowie Politik. So erfährt man sukzessive mehr über die Herausforderungen und Eindrücke von damals und heute. Die Filme entstanden vor dem Hintergrund des 1. Septembers 1939 - an  dem vor 81 Jahren der Zweite Weltkrieg seinen Anfang nahm.

 

 

 

Die Folgen sind ab sofort in der ARD-Mediathek zu sehen unter: http://ots.de/l0XHx3

 

 

 

"Miteinander reden" ordnet sich in den diesjährigen publizistischen Leitgedanken des MDR in diesem Jahr "Miteinander leben" ein. Dabei geht es unter anderem um Identität, Diskussionskultur, Nachhaltigkeit und ehrenamtliches Engagement. Der Leitgedanke spiegelt sich in  zahlreichen Angeboten im MDR-Fernsehen, in den MDR-Radioprogrammen, unter mdr.de sowie im Dialog vor Ort wider. "Miteinander leben" setzt den MDR-Jahresschwerpunkt aus dem Vorjahr "Es geht um Demokratie" fort.

 

 

 


Hessen-Nassau unterstützt Einrichtungen im osteuropäischen Land

Kirchenpräsident erschüttert über Einschränkungen der kirchlichen Arbeit in Belarus

(Darmstadt/ekhn) - Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, hat sich am Donnerstag besorgt über die Lage in Belarus gezeigt. Die hessen-nassauische Kirche unterstützt seit über 30 Jahren Versöhnungs-Initiativen und Hilfsorganisationen in dem osteuropäischen Land. Von belarussischen Partnerorganisationen habe er in den vergangenen Tagen „erschütternde Nachrichten“ erhalten. So würden kirchliche Vermittlungsversuche in der Krise als politische Einmischung diffamiert. Kirchliche Aktivitäten würden von Einschränkungen bedroht. Zudem sei der Erzbischof der katholischen Kirche Tadeusz Kondrusiewicz ungeachtet seiner belarussischen Staatsbürgerschaft die Rückkehr in sein Land verweigert worden. Jung würdigte zugleich den Mut beispielsweise der Mitarbeitenden des Rehabilitationszentrums für Kinder „Nadeshda“ bei Minsk, mit dem die hessen-nassauische Kirche enge Verbindungen unterhält. Sie hätten in einem Offenen Brief die politischen Missstände in Belarus wie etwa den mutmaßlichen Betrug bei der Präsidentschaftswahl und die Unterdrückung friedlicher Proteste kritisiert.

 

Hoffnung auf friedliche Lösung der Krise

Jung hoffe darauf, dass die Menschen in Belarus „Wege für eine friedliche Lösung der Krise finden, um gemeinsam eine gute Zukunft für das Land zu gestalten“. Er setze auch auf ein „Ende der Repressionen und auf neue vertrauensbildende Maßnahmen, um die derzeitige Spaltung innerhalb der Gesellschaft zu überwinden“. Jung dankte ausdrücklich den Geistlichen aller Kirchen und Religionsgemeinschaften in Belarus, „die sich in dieser schwierigen Zeit klar und deutlich gegen die Anwendung von Gewalt sowie für einen konstruktiven Dialog und Versöhnung aussprechen“.

 

Hessen-Nassau fördert Versöhnungsprojekte in Belarus

Die EKHN unterstützt seit drei Jahrzehnten Aussöhnungsprojekte in Belarus. Dieses Engagement ist getragen von dem Motiv, angesichts der deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg zur Versöhnung und Verständigung zwischen Belarus und Deutschland beizutragen. Die EKHN ist besonders in Minsk in Kooperation mit dem Internationalen Bildungswerk (IBB) engagiert und fördert Aufenthalte und Erholungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Gesundheitszentrum „Nadeshda“. Dazu gehört auch die Hilfe für Menschen, die von den langfristigen Folgen der Atomkatastrophe von Tschernobyl betroffen wurden.  Hessen-Nassau ist darüber hinaus beteiligt an der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“, die seit Jahrzehnten diakonische und soziale Projekte, sowie Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit begleitet und fördert. Ebenso unterstützt die EKHN noch lebende Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs. Ein besonderes Zeichen für das Engagement war 2018 auch die Errichtung der Gedenkstätte am Vernichtungslager Maly Trostenez. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung gehörte bei der Eröffnung des Erinnerungsortes zur deutschen Delegation um Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.


Evangelische Experten kritisieren Start am 1. September scharf

„Neuer freiwilliger Wehrdienst ist Täuschungsmanöver“

 

(Darmstadt/ekhn) - Die hessen-nassauische Friedenspfarrerin Sabine Müller-Langsdorf und der Referent für Friedensbildung im Frankfurter Zentrum Ökumene, Wolfgang Buff, haben die Einrichtung eines freiwilligen Wehrdienstes zum Heimatschutz für Minderjährige bei der Bundeswehr am Montag in Frankfurt scharf kritisiert. Unter anderem sehen sie im möglichen Dienst an der Waffe für unter 18-Jährige ein „Täuschungsmanöver  zur Rekrutierung von militärischem Nachwuchs“, so Müller-Langsdorf.   Ab 1. September  können Jugendliche ab 17 Jahren einen zwölfmonatigen speziellen freiwilligen Wehrdienst zum Heimatschutz ableisten.

 

Auch UN kritisiert Waffendienst für Minderjährige 

 

Die Bewerbung eines militärischen Freiwilligendienstes bei 17-Jährigen sowie die Rekrutierung von unter 18-Jähriger widerspricht nach Worten von Müller-Langsdorf auch „den Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention“. Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, der die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention überprüft, habe Deutschland bereits mehrmals aufgefordert, die Initiative einzustellen und das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre zu erhöhen, so die Friedenspfarrerin. Sie sieht es zudem als ausgesprochen „unsensibel“ an, das neue Angebot  ausgerechnet am 1. September starten zu lassen, der auch der Gedenktag für die Opfer der Weltkriege sei. 

 

Bezahlter Dienst an Waffe ist kein Freiwilligendienst

 

Wolfgang Buff kritisierte die Wortwahl „freiwilliger Wehrdienst“ bei dem neuen Angebot, durch das die Bundeswehr an den Begriff „Freiwilligendienst“ anknüpfe und den positiv besetzen Ausdruck für das Engagement jüngerer Menschen  in sozialen Einrichtungen, ökologischen Projekten, und der internationalen und nationalen Friedens-und Versöhnungsarbeit ausnutze. Buff: „De facto geht es beim freiwilligen Wehrdienst aber um langfristige Nachwuchsgewinnung für die Bundeswehr und die Rekrutierung von Soldatinnen und Soldaten.  Mit den zivilgesellschaftlich aufgestellten Freiwilligendiensten hat der freiwillige Wehrdiensts nichts gemein.“  Er sei kein pädagogisch begleiteter Lerndienst, „sondern eine verkürzte militärische Ausbildung“. Zudem werde anstelle eines im Freiwilligendienst üblichen Taschengeldes beim freiwilligen Wehrdienst ein Sold von rund 1500 Euro gezahlt, der „das Ethos eines Freiwilligendienstes ad absurdum führt.“

 

 

Hessen-Nassau positioniert sich mit Friedenspapier

 

Müller-Langsdorf und Buff verwiesen auch auf die ein Positionspapier der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), das sich deutlich gegen die Rekrutierung Minderjähriger ausgesprochen habe. Das einstimmig von der Synode verabschiedete „Impulspapier Frieden“ vom November 2019 kritisiere auch die verstärkte Präsenz von Jugendoffizieren in Schulen. Es sollten auch Referenten aus der Friedensarbeit die Möglichkeit erhalten, ihre Standpunkte vor Schülerinnen und Schülern zu erläutern. Sie betonten zudem das Engagement der hessen-nassauischen Kirche in der friedenspolitischen Initiative „unter18nie“.

 


Schulstart mit Corona - MDR-Diskussionsrunde mit Sachsens Kultusminister Christian Piwarz

 

(Magdeburg/mdr) - Präsenzunterricht, Hygieneregeln und Maskenpflicht im Schulhaus: Zum Schulstart in Mitteldeutschland veranstaltet MDR KULTUR eine Zukunftswerkstatt zum Thema Bildung. Mit dabei u.a. der sächsische Kultusminister Christian Piwarz und der Pädagogik-Professor Ralf Koerrenz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie diskutieren, wie Corona den Schul- und Bildungsalltag verändert und was neue digitale Lernräume taugen - zu sehen am 1. September, ab 18.00 Uhr im Livestream auf mdrkultur.de.

 

 

 

Mit so viel Freude, Lust und Begeisterung haben Kinder und Jugendliche wohl kaum jemals zuvor einem Schuljahresbeginn entgegengefiebert, wie in diesem Spätsommer 2020. Aber auch die meisten Lehrerinnen und Lehrer und viele Eltern wollen, dass es endlich wieder losgeht - raus aus der häuslichen Enge und trotz Corona rein in die Schulen, mit Vorsicht, Abstand und Hygiene-Standards, mit Laptop und Whiteboard und mit einem neuen Corona-gewandelten Blick auf die Schule. Welche Bedingungen Kinder jetzt brauchen, wie der Schulalltag mit dem Virus gelingt oder ob die Zukunft der Bildung neu gedacht werden muss, diskutiert MDR KULTUR in seiner 6. Digitalen Zukunftswerkstatt mit: Christian Piwarz, Kultusminister von Sachsen, Cornelia Sorger, Lehrerin aus Magdeburg, Leon Schwalbe, Schüler aus Saalfeld, Claudia Koch von der Landeselternvertretung Thüringen und Ralf Koerrenz, Pädagogik-Professor von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Moderiert wird das Gespräch von Reinhard Bärenz, Leiter Hauptredaktion Kultur im MDR.

 

 

 

Die MDR KULTUR-Zukunftsgespräche werden live im Video-Stream auf http://www.mdrkultur.de sowie in den Social-Media-Profilen von MDR KULTUR ausgestrahlt. Zuschauerinnen und Zuschauer haben dabei die Möglichkeit, über Kommentarfunktionen Fragen zu stellen, die in die Live-Diskussion einfließen. Darüber hinaus werden im Nachgang alle Thesen, Meinungen und besprochenen Konzepte auf allen Plattformen von MDR KULTUR journalistisch ausgewertet und publiziert. Die Zukunftswerkstatt "Bildung" wird am 3. September, ab 18.00 Uhr bei MDR KULTUR im Radio wiederholt und ist zudem Thema im Kulturmagazin "artour" am 3. September ab 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen.

 

 

 

Kreative Wege aus der Corona-Krise und neue Perspektiven für die Kulturbranche aufzeigen, das will die am 18. Mai gestartete digitale Zukunftswerkstatt von MDR KULTUR. Das neue, regelmäßige Web-Format, das Macherinnen und Macher interdisziplinär vernetzt, findet bereits zum sechsten Mal statt. In den bisherigen Ausgaben ging es um die Themen Theater, Festivals, Film, Orchester und Literatur.

 

 

 

#miteinanderleben

 

 

 


Investitionen in Kitaqualität statt in Beitragssenkungen

(Trier / Berlin/mk) – Der Familienbund der Katholiken im Bistum Trier fordert politische Konsequ(enzen aus den Ergebnissen des am Dienstag in Gütersloh veröffentlichten "Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme" der Bertelsmann Stiftung.

 

Die Studie hat eine weiter nur unzureichende Betreuungsqualität in Kitas offenbart. Familienbund-Vorsitzende Hildegard Weber sagte dazu heute in Trier: „Wie sollen Eltern ihre Kinder guten Gewissens in Kitas betreuen lassen, wenn dort die Betreuungsqualität nach wie vor ein Schattendasein fristet? Von dem politisch richtigen Anspruch, dass Kitas Bildungseinrichtungen sind, ist die Lebenswirklichkeit in vielen Kitas noch weit entfernt, wenn es heute selbst an guter Betreuung hapert. Daran dürfte auch das im vergangenen November zwischen Bund und Ländern beschlossene Gute-Kita-Gesetz wenig ändern, solange erhebliche Finanzmittel des Gesetzes in die Senkung oder Befreiungen von Kitagebühren fließen. Das sogenannte Gute-Kita-Gesetz hält nicht, was es verspricht, weil es das Qualitätsversprechen nicht einlöst!“

 

Laut Bertelsmann-Studie seien Betreuungsschlüssel und Gruppengrößen in Kitas nicht kindgerecht und das Ausbildungsniveau des Kitapersonals teils zu niedrig, besonders in Westdeutschland. Für 74 Prozent der bundesweit 1,7 Millionen Kitakinder, berechneten die Studienautoren, stehe nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung. Der Familienbund der Katholiken hatte in der Vergangenheit wiederholt dafür plädiert, der Schaffung einer möglichst einheitlichen und hohen Betreuungsqualität in Kitas die Priorität vor Beitragssenkungen oder -befreihungen einzuräumen.

 

Aufgrund des großen Nachholbedarfs müssen die Finanzmittel nach 2022 jährlich um eine Milliarde erhöht werden

Die Kitaqualität fristet hierzulande seit Jahren ein unwürdiges Schattendasein. Der politische Wille, Kitas als Bildungseinrichtungen zu verstehen und ihre Qualität durch eine rasche Kofinanzierung durch den Bund anzuheben, ist zwar richtig. Die politischen Instrumente auf dem Weg dorthin sind aber halbherzig. Aufgrund des großen Nachholbedarfs müssen die Finanzmittel nach 2022 jährlich um eine Milliarde erhöht werden. Experten schätzen den zusätzlichen Finanzbedarf der Kitas hierzulande auf jährlich rund 15 Milliarden Euro.

 

„Eltern, die ihre Kinder einer Kita anvertrauen, haben das Recht auf eine bestmögliche Förderung und Betreuung“, sagte die Vorsitzende des Familienbundes im Bistum Trier Hildegard Weber. „Kinder befinden sich bis zur Einschulung in der lernfähigsten Phase ihres Lebens. Die Grundlagen für den Erwerb elementarer Kulturtechniken und einer Qualifizierung für das Leben werden in der Vorschulzeit gelegt. Voraussetzung von Bildung ist aber immer, dass Kinder sich wohlfühlen und gut persönlich betreut werden. Deshalb ist ein guter Betreuungsschlüssel ein besonders wichtiges Qualitätsmerkmal.“

 

Durch das sogenannte Gute-Kita-Gesetz erhalten die Bundesländer bis zum Jahr 2022 finanzielle Zuschüsse in Höhe von 5,5 Milliarden Euro für Qualitätsverbesserungen in Kitas. Jedes Land kann nach eigenem Ermessen die Finanzmittel für zehn festgelegte Aufgabenfelder verwenden. Nach Aussage des Bundesfamilienministeriums geben rund ein Drittel der Bundesländer die Finanzmittel für Gebührensenkungen aus, rund zwei Drittel für qualitative Verbesserungen wie einen höheren Betreuungsschlüssel, qualifizierte Fachkräfte, sprachliche Bildung oder bedarfsgerechte Angebote.

  

 

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands.

 

Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- sowie 15 Mitgliedsverbände an.

 


Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) besuchte Malteser-Geschäftsstelle Hannover

Weil vor Ort – bei den Maltesern!

Stephan Weil (SPD) bei den Maltesern; Bildquelle: Hilbig/Malteser
Stephan Weil (SPD) bei den Maltesern; Bildquelle: Hilbig/Malteser