Politik

19.05.2018


Anmeldung zu Schüler-Veranstaltungen möglich

Film "Wir wollen freie Menschen sein" und Gespräch mit Regisseurin Freya Klier sowie einer Zeitzeugin zum 65. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 53 gegen die SED-Diktatur

 

(Leipzig/pm) - Anlässlich des 65. Jahrestages des ersten antidiktatorischen Volksaufstandes im Jahr 1953 in der DDR bietet die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ am Montag, den 18. Juni 2018, um 9.00 und 11.30 Uhr zwei Schülerveranstaltungen an. In Anwesenheit der Filmemacherin Freya Klier und einer Zeitzeugin sollen bei einer Filmvorführung mit Gespräch die Ereignisse für die Schüler und Schülerinnen greifbar werden und somit ein Stück Erinnerungsarbeit geleistet werden. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

 

 

 

Der 17. Juni, der vor der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 in der alten Bundesrepublik Nationalfeiertag war, gerät zunehmend in Vergessenheit. Doch gerade dieser friedliche Volksaufstand vom 17. Juni 1953 als erster Aufstand gegen die kommunistische Diktatur in der DDR, bei sich die Menschen für Freiheit und Demokratie einsetzten, zeigt eindrücklich, wie wichtig unser heutiger demokratischer Rechtsstaat ist und dass wir uns für dessen Erhalt immer wieder einsetzen müssen. Daher lädt die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Schulklassen ein, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

Einmalige Dokumentation „Wir wollen freie Menschen sein!“

 

Am Beginn der Schülerveranstaltungen am Montag, den 18. Juni 2018, steht die Vorstellung des Filmes „Wir wollen freie Menschen sein!“, von dem einige Szenen im Hof der „Runden Ecke“ mit Requisiten aus der musealen Sammlung der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ gedreht wurden. Die Filmvorführung ist kombiniert mit einem Gespräch mit der Autorin, Dokumentarfilmerin und Bürgerrechtlerin Freya Klier. Die Regisseurin schuf eine großartige Dokumentation des Volksaufstandes in Leipzig, die durch Spielszenen den historischen Ablauf illustriert und mit Zeitzeugenberichten den Zuschauer fesselt. Zur Rekonstruktion der tragischen Ereignisse nutzte sie historische Bild- und Tondokumente, führte Gespräche mit Beteiligten des Aufstandes und mit den Familienangehörigen eines Opfers. Zentrale Figuren sind der 15-jährige Schlosserlehrling Paul Ochsenbauer, der während des Aufstandes ums Leben kam und eines der jüngsten Todesopfer des 17. Juni 1953 war, sowie Peter Schmidt, ebenfalls ein Zeitzeuge, der als damals zehnjähriger Schüler einen Bauchschuss erlitt und nur knapp überlebte. „Der Film soll ein Stück Erinnerungsarbeit leisten und die Ereignisse um den 17. Juni 1953 für junge Menschen lebendig werden lassen“, so Freya Klier.

 

Im Anschluss können die Schüler und Schülerinnen mit der Regisseurin sowie einer Zeitzeugin ins Gespräch kommen und Fragen stellen, beispielsweise um über Hintergründe, Verläufe oder die eigene Wahrnehmung des ersten antidiktatorischen Massenaufstandes oder um über die Entwicklung des Films, zur Recherche oder zum Umgang mit Zeitzeugen zu reden. Abgerundet wird das Programm mit einer anschließenden Kurzführung durch die Ausstellungen „Stasi – Macht und Banalität“ bzw. „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“. Ergänzend ist es möglich, nach der Veranstaltung mit den Schülern einen Rundgang durch die Leipziger Innenstadt zu machen und dabei die kostenfreie Museums-App „Leipzig 1953“ zu nutzen, die als Hörführung an 13 Originalschauplätze und drei heutige Gedenkorte in Leipzig führt.

 

Ablauf und Anmeldung der

 

Schülerveranstaltungen am Montag, den 18. Juni 2018, 9.00 und 11.00 Uhr

 

Die Schülerveranstaltungen dauern je zwei Stunden und beinhalten die 45-minütige Filmvorführung, die 45-minütige Gesprächs- und Fragerunde sowie die 30-minütige Kurzführung durch eine der beiden Ausstellungen. Beginn ist 9.00 Uhr und 11.30 Uhr. Die Veranstaltungen sind geeignet für Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse.

 

Die Veranstaltungen finden im ehemaligen Stasi-Kinosaal der Gedenkstätte statt, einem original erhaltenen Relikt der SED-Diktatur. Da die Plätze dort begrenzt sind, werden die Schulen um eine verbindliche Anmeldung gebeten unter Angabe des Terminwunsches, der Schüleranzahl, der Klassenstufe und der Wahl der Ausstellungsführung.

 

Hintergründe und Bildungsarbeit der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

 

Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, die in original erhaltenen Räumen der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig über die Stasi als Garant der SED-Diktatur und über deren Überwindung durch die Friedliche Revolution informiert, erinnert seit vielen Jahren auch den ersten Massenaufstand gegen die kommunistische Diktatur in der DDR. Zur Erinnerung veranstaltet sie jeweils am 17. Juni eines Jahres eine Gedenkveranstaltung. Auch entwickelte sie die Museums-App „Leipzig 1953“ und schließlich steht der Aufstand, dessen Forderungen nach freien Wahlen, Freiheit und Demokratie sich erst mit der Friedlichen Revolution von 1989 erfüllten, auch am Beginn ihrer Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“.

 

Widerstand gegen die kommunistische Diktatur in der DDR gab es bereits seit ihrer Errichtung im zuvor sowjetisch besetzten Teil Deutschlands, also seit 1945. Einen ersten Höhepunkt fand die Entwicklung jedoch in den Protesten vor nun 65 Jahren. Am 17. Juni 1953 kam es in fast 700 Städten und Gemeinden der damaligen DDR zu Demonstrationen und Streiks von insgesamt mehr als einer Million Menschen. In Leipzig legten etwa 27.000 Arbeiter und Angestellte in über 80 Betrieben die Arbeit nieder. Am Nachmittag demonstrierten bereits über 40.000 Menschen auf verschiedenen Routen durch die Stadt. Schon damals waren „Deutsche Einheit“ und „Freie Wahlen“ zentrale Forderungen des friedlichen Protestes. So zeigte sich in diesem ersten antidiktatorischen Aufstand das Streben der Menschen in der DDR nach Freiheit und demokratischem Rechtsstaat.

 

Mit dem Einsatz der Schusswaffen der Volkspolizei sowie dem militärischen Eingreifen der sowjetischen Besatzungsmacht  und der Verhängung des Ausnahmezustandes wurden alle Hoffnungen auf Veränderungen zerstört. Neun Tote und mindestens 95 Verletzte waren allein im Bezirk Leipzig zu beklagen. Unmittelbar nach dem Aufstand setzte eine große Verhaftungswelle ein. Von den durch Stasi und Volkspolizei allein in Leipzig fast 1.000 Verhafteten wurden in den Folgemonaten über 100 Personen – teils in Schauprozessen – zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, einer auch zum Tode. Erst mit der Friedlichen Revolution wurden die Forderungen des Volksaufstandes 1989 erfüllt.

 

Ziel der historisch-politischen Bildungsarbeit der Gedenkstätte ist es, die Erinnerung an das Unrechtsregime in der DDR wach zu halten und den Tendenzen der Ostalgie entgegenzuwirken. Zugleich wird ausgehend von den Erfahrungen der SED-Diktatur sowie deren Überwindung der hohe Wert des heutigen demokratischen Rechtsstaates erfahrbar. Im gesellschaftlichen Diskurs will die Gedenkstätte auch den Blick für die aktuellen Gefahren totalitärer Ideen und diktatorischer Systeme schärfen.

 


Bischof Fürst würdigt profilierte Haltung Kretschmanns zum 70. Geburtstag

Dank für fruchtbare Kooperation mit den Kirchen

 

(Rottenburg/Stuttgart/drs) - Bischof Gebhard Fürst hat dem Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zu dessen 70. Geburtstag (17. Mai) gratuliert. Der Jubilar zeige in großen gesellschaftlichen und politischen Fragen deutlich Profil. Gerade bei Themen wie der Werteerziehung junger Menschen, in Fragen der Integration und des interreligiösen Dialogs wie auch beim Klimaschutz werde Kretschmanns christliche Grundhaltung deutlich. Dafür sei er dem Ministerpräsidenten sehr dankbar, schreibt Bischof Fürst in einem Glückwunschbrief.

 

Bischof Gebhard Fürst würdigte die Verdienste Kretschmanns, insbesondere für die Menschen in Baden-Württemberg und das Land, das dieser als Politiker und langjähriger Ministerpräsident entscheidend geprägt habe. Dankbar zeigte sich der Bischof für die „fruchtbare Kooperation“ des Landes mit den Kirchen. „Dieses starke Band trägt sehr zum Wohle der Menschen in unserer Region bei“.

 

Für seinen weiteren Lebensweg wünschte Bischof Fürst dem Jubilar „von Herzen für alles und in allem den reichen Segen unseres Gottes“.


LANDESBISCHOF: „ES GIBT MEHR ALTERNATIVEN ALS SCHIESSEN ODER NICHTS TUN“

„FRIEDEN GEHT“: STAFFELLAUF GEGEN RÜSTUNGSEXPORTE VON OBERNDORF NACH BERLIN FÜHRT DURCH BADEN

(Karlsruhe/Oberndorf/Berlin/ekiba) -. Für mehr staatliche Investitionen in zivile Konfliktbewältigung, die Konversion der deutschen Rüstungsindustrie und gegen Rüstungsexporte hat sich der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, ausgesprochen. Anlass war der Ausblick auf den bundesweiten Staffellauf gegen Rüstungsexporte, der am 21. Mai in Oberndorf, am Sitz des Waffenherstellers Heckler&Koch, startet und über 1100 Kilometer in 83 Etappen zum Gehen, Joggen, Marathonlaufen und Radfahren nach Berlin führt. Bislang haben sich knapp 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Auch der Badische Sportbund unterstützt den Lauf. Aktuelle Informationen, auch zur Anmeldung und zu Begleitveranstaltungen, gibt es unter www.frieden-geht.de.

Mit dem Staffellauf gelinge es nach zwei Jahren Vorbereitung, „auf unverkrampfte Weise zu zeigen, dass verschiedene Formate für den Frieden durchaus gut zusammengehen“, betonte Roland Blach aus dem Koordinationskreis des Staffellaufs, Geschäftsführer der DFG-VK Baden-Württemberg und Organisator von Pacemaker. Die insgesamt 18 Trägerorganisationen des Staffellaufs hätten 2016 nicht vermutet, dass das Thema eine solche Relevanz bekommen würde. Der Lauf setze nun, da sich weltweit Konflikte auch mit Waffen aus Deutschland verschärften, „zur richtigen Zeit ein wichtiges Signal“. Es habe keinen Sinn auf Lösungen zu warten, ergänzte Gisela Konrad-Vöhringer aus dem Koordinationskreis. „Aber es hilft gegen die eigenen Ängste aktiv zu werden“. Sich zu beteiligen gebe Kraft. An allen Etappenorten, darunter Lahr, Karlsruhe und Mannheim in Baden, Frankfurt, Kassel, Jena und Wittenberg, sind Begleitveranstaltungen geplant.

 

Schirmherren des bundesweiten Staffellaufs sind der Präsident des SC Freiburg, Fritz Keller, und der ehemalige UN-Diplomat Hans-Christof Graf von Sponeck. Dieser betonte, der Prozess der Entwestlichung der Welt sei nicht aufzuhalten, Frieden könne nicht durch militärische Gewalt entstehen, sondern nur durch Gespräche und die Suche nach Kompromissen. Das gelte bei uns „für das Verhältnis von Politik und Bürgerschaft, auf internationaler Ebene müssen wir Parteien zusammenbringen, die sich eigentlich nicht zusammensetzen wollen“, so Sponeck. Denn Frieden entstehe nicht durch Monologe und das Recht des Stärkeren, sondern nur durch Dialog.

 

Dass „echte Sicherheit nur gemeinsam und nicht gegeneinander entsteht, fordert ein neues Verständnis“, erläuterte der badische Landesbischof Cornelius-Bundschuh. Das aktuelle Beispiel des afrikanischen Landes Kamerun mache deutlich, dass die deutsche Bundesregierung „zu wenig Energie und Personal in zivile Konfliktlösungsprozesse investiert“. Vertreter der Presbyterian Church of Cameroon, einer Partnerkirche Badens, hatten bei einem Besuch kürzlich deutlich gemacht, dass in dem bislang für ein friedvolles Miteinander der anglophonen und frankophonen Bevölkerungsteile bekannten Land die Gewalt zunehmend eskaliere und Gegengewalt provoziere. Deutschland und Frankreich müssten jetzt einschreiten und sich diplomatisch für friedlichen Dialog einsetzen, bevor die Gräben unüberwindbar würden, hatten die Brüder aus Kamerun gefordert. Aus dem christlichen Glauben heraus dränge die Kirche deshalb darauf, dass mehr über Alternativen zu militärischen Lösungen nachgedacht wird, unterstrich der badische Landesbischof: „Es gibt mehr Möglichkeiten als Schießen oder Nichtstun".

 


Wenn das politische Berlin zum Bonifatiuswerk kommt

Julia Klöckner und Andrea Nahles beim Bonifatiuswerk auf dem KT

v.l.: Julia Klöckner (CDU-Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft) mit Referent, Monsignore Georg Austen (Generalsekretär des Bonifatiuswerkes), Heinz Paus (Präsident des Bonfatiuswerkes), Andrea Nahles (Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD). Foto: Sr. Theresita Müller

 

(Münster/bw) - Anlässlich des 101. Deutschen Katholikentages in Münster konnte das Bonifatiuswerk an diesem Donnerstag hochrangige Bundespolitikerinnen am Informationsstand auf der Kirchenmeile begrüßen.

 Julia Klöckner (CDU),Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft und Andrea Nahles, SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende, informierten sich über die Arbeit des Bonifatiuswerkes und stellten konkrete Nachfragen.

 Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, stellte die vielfältigen Projekte vor, die im Jahr gefördert werden. Zudem berichtete er über die Situation der Kirche in Nordeuropa. „Ich lerne sehr viel von den Menschen in der Diaspora. Christ sein in einer Minderheitensituation ist Chance und Herausforderung zugleich. Hier zählt der einzelne und Diaspora wächst - auch in Deutschland.“

Andrea Nahles zeigte großes Interesse an der vom Bonifatiuswerk geförderten Bildungseinrichtung „JACK für geflüchtete und schutzbedürftige Frauen“ in Berlin, das sie gerne einmal besuchen möchte.

Aus der Bundeshauptstadt kam auch noch Erzbischof Dr. Heiner Koch an den runden Tisch im Informationszelt. Zur Bedeutung von Kirche in unserer heutigen Zeit betonte er: „In einer Gesellschaft, in der 75% nicht getauft sind, ist Gemeinschaft lebensnotwendig. Sie ist auch notwendig für Menschen auf der Suche. Ich habe in der Osternacht in der St. Hedwigs-Kathedrale 135 Erwachsene getauft. Sie können ohne Gemeinschaft mit anderen Christen in ihrem Glauben nicht bestehen.“Das Bonifatiuswerk ist mit einem vielfältigen Programm auf dem Katholikentag vertreten. Neben Gästen aus Nordeuropa, wie Anders Kardinal Arborelius, ist auch die Ausstellung „Udos 10 Gebote“ von dem bekannten Rockmusiker in der Liebfrauen-Überwasserkirche zu besichtigen.

 


KDFB fordert ganzheitlichen Blick auf Belange von Pflegenden und mehr Pflegestützpunkte

Unterstützung für pflegende Angehörige zügig ausbauen

 

(München/kdfb) – Zum Internationalen Tag der Pflege fordert der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern (KDFB) eine zeitnahe Umsetzung der angekündigten Verbesserungen für pflegende Angehörige in Bayern. Er hält an seiner Forderung nach der flächendeckenden Einrichtung von Pflegestützpunkten fest: „Finanzielle Verbesserungen für pflegende Angehörige wie das geplante Landespflegegeld sind wichtig. Noch wichtiger aber ist eine gute Beratungs- und Betreuungsstruktur vor Ort. Nur so können die Betroffenen und ihre Angehörigen in ihrer oft herausfordernden Situation schnell und niedrigschwellig Hilfe und Unterstützung erfahren“, so Elfriede Schießleder, Vorsitzende des KDFB Landesverband Bayern.

 

„Es ist höchste Zeit, dass das Thema Pflege den Stellenwert bekommt, den es verdient. Die jüngsten Beschlüsse der bayerischen Staatsregierung für weitere Investitionen im Bereich der Pflege wie dem Landespflegegeld, der Schaffung neuer Pflegeplätze sowie der Verdopplung der Angebote in der Palliativ- und Hospizversorgung weisen in die richtige Richtung“, findet Schießleder. Allerdings müssten diese Verbesserungen nun auch schnell bei den Betroffenen und ihren Angehörigen ankommen. Der Unterstützungsbedarf sei hier, insbesondere mit Blick auf die steigende Zahl an Demenzerkrankungen, in den vergangenen Jahren immens gewachsen.

 

„Das geplante Landespflegegeld ist für viele pflegende Angehörige grundsätzlich eine wichtige Unterstützungsmaßnahme. Jedoch stehen bei vielen pflegenden Angehörigen – weiterhin in der Mehrzahl Frauen – fachkundige und wohnortnahe Anlaufstellen für Fragen rund um das Thema Pflege und Betreuung auf der Wunschliste ganz oben“, weiß Schießleder. Deshalb fordere der KDFB Landesverband, der 2015 einen Pflege-Kongress veranstaltet hat, seit Jahren einen ganzheitlichen Blick auf die Situation von Pflegebedürftigen und Pflegenden und eine entsprechende Berücksichtigung ihrer Bedarfe. „Insbesondere trägerunabhängige und neutral beratende Pflegestützpunkte können hier wertvolle Dienste leisten. Diese können präventiv auf zukünftige Pflegetätigkeit wie auch Pflegebedürftigkeit vorbereiten“, so Schießleder. Zudem brauche es über die angekündigten zusätzlichen Plätze in der stationären Pflege- und Kurzzeitpflege hinaus einen massiven Ausbau qualitativ hochwertiger Tagespflegeeinrichtungen sowie die Erprobung neuer Wohnformen für ältere und pflegebedürftige Menschen.

 

Der KDFB Landesverband Bayern ist mit 165.000 Mitgliedern der größte Frauenverband in Bayern. Nach wie vor ist die Mehrzahl derjenigen, die in Bayern die Pflege von Angehörigen übernehmen, weiblich. Dies nimmt der KDFB Landesverband Bayern jedes Jahr zum Tag der Pflege am 12. Mai zum Anlass, auf die Bedarfe von pflegenden Angehörigen aufmerksam zu machen.

 


Diakonie und Kirche begrüßen in Hessen Signale gegen AnkER-Flüchtlingszentren

(Frankfurt / Darmstadt / Kassel/ekhn) - Die Diakonie Hessen und die evangelischen Kirchen in Hessen haben die Absage der Hessischen Landesregierung an sogenannte AnkER-Zentren für Geflüchtete positiv aufgenommen. „Wir begrüßen ausdrücklich die Erläuterungen aus der Landesregierung, dass in Hessen kein AnkER-Zentrum geplant ist", sagte Andreas Lipsch, der Leiter der Abteilung Flucht, Interkulturelle Arbeit, Migration der Diakonie Hessen am Dienstag (8. Mai). Laut Medienberichten seien anderslautende Schlagzeilen der vergangenen Woche auf eine „Falschmeldung“ des Bundesinnenministeriums zurückzuführen.

 

 

 

Die Diakonie Hessen, die Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) lehnen die Einrichtung sogenannter AnkER-Zentren (Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren) grundsätzlich ab. „Solche Großlager, in denen Menschen über lange Zeiträume isoliert werden, sind entwürdigend. Sie behindern Integration, beschneiden den Zugang zu Beratung und Rechtsbeiständen und unterbinden gezielt den Kontakt von Geflüchteten zu Nachbarn und ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern“, erklärt Lipsch. Die „massenhafte Unterbringung von belasteten und traumatisierten Menschen hinter Zäunen mit Stacheldraht, ohne Privatsphäre und ohne Arbeit“ führten absehbar zu Frustration, Hoffnungslosigkeit, Depression und Aggressionen.

 

 

 

Diakonie und evangelische Kirchen in Hessen plädieren weiterhin für eine möglichst zügige dezentrale Unterbringung Asylsuchender.

 

 

 


Kein Ende der Gewalt in Kolumbien: Deutsche Bundesregierung muss rigorose Umsetzung des kolumbianischen Friedensvertrages fordern

Kolumbiens Präsident Santos ab Mittwoch auf Staatsbesuch in Deutschland

Kolumbien * Friedensvertrag * Menschenrechtsverteidiger * Merkel * Staatsbesuch

(Berlin/bfw) -Anlässlich des Staatsbesuchs des kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos in Deutschland fordern Hilfswerke und Menschenrechtsorganisationen deutlich stärkere Anstrengungen der kolumbianischen Regierung zur Umsetzung des Friedensvertrages.
 
Die Unterzeichnung des Friedensabkommen zwischen der FARC-Guerilla und der kolumbianischen Regierung sei ein historischer Schritt gewesen. Doch die mangelnde Umsetzung des Friedensvertrages gerade auf Seiten der kolumbianischen Regierung gefährde den gesamten Friedensprozess, so die Organisationen.

„Die vom bewaffneten Konflikt am meisten betroffenen Menschen in den ländlichen Regionen spüren bisher kaum eine Verbesserung ihrer Situation. Für viele hat sich die Sicherheitslage sogar verschlimmert. Die bisher nicht eingehaltenen Versprechen von politischer Beteiligung und ländlicher Entwicklung verstärken die Skepsis der Menschen und sind Wasser auf den Mühlen der Gegner des Friedensprozesses. Die Morde an Menschenrechtsverteidigern und Friedensaktivisten und die vorherrschende Straflosigkeit stellen den gesamten Friedensprozess in Frage“, erklärt Danuta Sacher von Brot für die Welt.

Bundesregierung muss mehr Einsatz im Friedensprozess fordern

Kolumbien stehe daher kurz vor den Wahlen Ende Mai an einem kritischen Punkt. „Die Bundesregierung muss deutlich mehr Anstrengungen von Friedensnobelpreisträger Santos und der kommenden Regierung Kolumbiens fordern, den Schutz zivilgesellschaftlicher Aktivisten und Aktivistinnen zu gewährleisten und ihren Teil der Verpflichtungen zur Umsetzung des Friedensvertrages endlich zu leisten“, so Betina Beate, Lateinamerika-Abteilungsleiterin bei MISEREOR. Die Bundesregierung unterstützt mit mehreren hundert Millionen Euro sowie Beteiligungen an den Sonderfonds von UN und EU die Umsetzung des Friedensabkommens in Kolumbien. „Ein Scheitern des Friedensvertrages wäre demnach auch ein Scheitern der Bemühungen der Bundesregierung“, so Beate.

Sorge um die Sicherheit von Menschenrechtsverteidigern und -verteidigerinnen

„Wir sind ausgesprochen besorgt um die Sicherheit unserer kolumbianischen Partnerorganisationen. Von Januar 2017 bis März 2018 wurden in Kolumbien 152 Menschenrechtsverteidiger und -verteidigerinnen ermordet. Die staatlichen Maßnahmen zu ihrem Schutz sind unzureichend“, erklärte Christiane Schwarz von kolko e.V.. Neo-paramilitärische Gruppen und Strukturen stünden vielfach hinter den Morden. Im Friedensvertrag vorgesehene Maßnahmen wie eine Sonderermittlungseinheit der Staatsanwaltschaft, ein Elitekorps der Polizei oder eine hochrangige Kommission für Sicherheitsgarantien seien noch nicht ausreichend umgesetzt. „Wir stehen unseren Partnern bei ihrem Engagement für Frieden und Versöhnung weiterhin zur Seite und erwarten, dass die Bundesregierung und die EU bei ihrer Friedensunterstützung die Anliegen der Zivilgesellschaft zentral berücksichtigen“, fordert Schwarz.

Nach mehrjährigen Verhandlungen hatten Regierung und FARC im November 2016 ein Friedensabkommen unterzeichnet. Kurz zuvor hatte das Nobelpreiskomitee die Verleihung des Friedensnobelpreises an Präsident Santos angekündigt. Am 27. Mai 2018 finden in Kolumbien Präsidentschaftswahlen statt. Nach zwei Amtszeiten darf Juan Manuel Santos nicht noch einmal zur Wiederwahl antreten. Santos wird im Anschluss an den Staatsbesuch auch auf dem Katholikentag in Münster erwartet, der unter dem Motto „Suche Frieden“ steht.

 


Brot für die Welt zu den Haushaltseckwerten

Entwicklungsfinanzierung braucht Verlässlichkeit

 

Haushalt * Entwicklungszusammenarbeit * ODA-Quote * Koalitionsvertrag

 

 

 

(Berlin/bfw) - Zu den heute vom Kabinett beschlossenen Eckwerten für den Bundeshaushalt 2018 und der mittelfristigen Finanzplanung erklärt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt: „Es ist erfreulich, dass im Jahr 2018 rund 900 Millionen Euro mehr für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt werden sollen. Doch dass laut der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes die Entwicklungsausgaben bereits 2019 wieder sinken und in den Folgejahren deutlich nach unten gehen, schafft Probleme. Projekte und Programme, die zu einer nachhaltigen Entwicklung führen sollen, müssen langfristig angelegt sein. Sie brauchen Planungssicherheit und eine verlässliche Finanzierung.“

 

 

 

Neue dringend notwendige Initiativen zur Bekämpfung von Hunger und extremer Armut können 2018 nicht gestartet werden, wenn ihre Finanzierung in den Folgejahren nicht gesichert ist. „Strohfeuer helfen den Ärmsten der Armen nicht“, so Füllkrug-Weitzel.

 

 

 

Deshalb fordert Brot für die Welt, dass sich der Bundestag bei den Haushaltsberatungen dafür einsetzt, dass es 2019 und in den Jahren danach nicht zu einem Rückgang in der Entwicklungsfinanzierung kommt. Es muss vielmehr auch in den kommenden Jahren Aufwüchse in einer Größenordnung wie in diesem Jahr geben. Nur damit kommt die Bundesregierung dem Ziel näher, mindestens 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen.

 

 

 

Bleibt es bei der jetzt vom Kabinett vorgelegten mittelfristigen Finanzplanung, wird die ODA-Quote (Anteil der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe am Bruttonationaleinkommen) schon im Jahr 2019 unter 0,5 Prozent liegen und danach noch deutlicher absinken.

 

 

 

Dass Deutschland Kurs hält in Sachen 0,7-Prozent-Versprechen ist auch angesichts der heute von der EU-Kommission vorgelegten Pläne bezüglich ihres mehrjährigen Finanzrahmens für den Zeitraum von 2021 bis 2027 von Bedeutung. Durch die geplante Zusammenlegung von verschiedenen Finanzierungsinstrumenten in einen großen Topf drohen auf EU-Ebene mittelfristig Kürzungen der Finanzmittel für nachhaltige Entwicklung und zivile Krisenprävention. Wenn es nach den Plänen der EU-Kommission geht, soll fast alles der Abwehr von Flüchtlingen und Migranten untergeordnet werden. Auch die Entwicklungszusammenarbeit droht instrumentalisiert zu werden.

 

 

 

„Dem sollten sich Bundesregierung und Parlament widersetzen und darauf dringen, dass eine werteorientierte Entwicklungspolitik vor allem diejenigen fördert und ihnen Gerechtigkeit verschafft, die am dringendsten Unterstützung benötigen, um in Würde und frei von Hunger und Not leben zu können“, sagt Füllkrug-Weitzel.

 


missio-Präsident Prälat Krämer: Beitrag gegen die politische Instrumentalisierung von Religionen

missio Aachen begrüßt Bericht der Bundesregierung zur Religionsfreiheit

 

(Aachen/missio) - Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen, begrüßt die Vorlage des „Berichts der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit“ heute im Bundestag. „Darin wird eindringlich davor gewarnt, Religionen gegeneinander auszuspielen, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Das ist für unsere Arbeit sehr wichtig“, so Prälat Krämer. Die Instrumentalisierung von Religion für ideologische und politische Zwecke sei eine der häufigsten Ursachen für die Verfolgung von Christen und Angehörigen anderer Religionen weltweit. Daneben gebe es zahlreiche ethnische, wirtschaftliche und soziale Ursachen für die Entstehung von Gewalt gegen Angehörige einer Religion. „Dieser differenzierte Blick ist notwendig, um bedrängten Christen weltweit wirksam helfen zu können. Das wissen wir aus unserer Zusammenarbeit mit der Kirche in Afrika, dem Nahen Osten und Asien“, so Krämer. „Deshalb dürfen wir auch in Deutschland das Thema Verletzungen von Religionsfreiheit nicht in der innenpolitischen Diskussion dazu missbrauchen, eine Art Gesinnungskrieg um unsere nationale Identität und gegenseitige Ausgrenzungsdebatten zu führen“, sagte Prälat Krämer weiter. missio unterstütze deshalb das Anliegen des Berichtes, den interreligiösen Dialog weltweit zu stärken. „Ohne diesen Dialog sind in Krisenregionen, in denen Konflikte durch interessierte politische Kräfte religiös aufgeladen werden, Frieden und Versöhnung nicht möglich“, so Prälat Krämer. 

 

 

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Joachim Gauck hält Festrede anlässlich der Preisverleihung am 8. Dezember in Nürnberg

11. Wettbewerbsrunde unter Schirmherrschaft des ehemaligen Bundespräsidenten

c: Bundesregierung / Jesco Denzel
c: Bundesregierung / Jesco Denzel

 

(Nürnberg/pm) -– Joachim Gauck, Bundespräsident a. D., hat die Schirmherrschaft über die 11. Wettbewerbsrunde des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises (DMFP) übernommen. In dieser Funktion ist er anlässlich der Preisverleihung am 8. Dezember 2018 in der Nürnberger Tafelhalle Festredner des Abends.

In seinem Schreiben an den Veranstalterkreis des DMFP formuliert der ehemalige Bundespräsident:

„Wir wissen: mit einem Bild oder einem Film lässt sich mehr sagen, als mit vielen Worten, Berichten oder Statistiken. Denn das Schicksal, die Geschichte eines einzelnen Menschen erreicht nicht nur unseren Verstand, sondern auch unser Herz, lässt uns mitfühlen und sensibilisiert uns für die leider immer noch alltäglichen Menschenrechtsverletzungen überall auf der Welt. Daraus erwächst eine Verantwortung für Filmschaffende, die der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis nun bereits zum elften Mal würdigt. Mit Freude übernehme ich die Schirmherrschaft über diese Wettbewerbsrunde.“

Mit Joachim Gauck übernimmt bereits zum zweiten Mal ein Bundespräsident die Schirmherrschaft über den Filmwettbewerb. Im Jahr 2000 hatte Johannes Rau den prämierten Filmemacher_innen sowie dem Veranstalterkreis diese Ehre und Wertschätzung erwiesen.

Marko Junghänel, Gesamtkoordinator des DMFP: „Bundespräsident Joachim Gauck hatte bereits vor zwei Jahren in einem Grußwort zur 10. Verleihung des Preises betont, dass Menschenrechtsbildung eine Daueraufgabe in unserer Gesellschaft bleiben müsse. In dieser Verpflichtung sieht sich auch unser Veranstalterkreis: Filmemacher_innen und ihren Produktionen eine Plattform zu bieten, um möglichst viele Themen und Aspekte von Menschenrechten öffentlichkeitswirksame diskutieren zu können. Diese Öffentlichkeit soll Impulse für Diskurse um die ungebrochene Aktualität und fortwährende Gültigkeit der Idee und der politischen Realität von Menschenrechten setzen – vor allem im Kontext der schulischen und außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Im Namen des gesamten Veranstalterkreises danken wir dem ehemaligen Bundespräsidenten für seine Unterstützung und Wertschätzung.“

Während der Verleihung des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises am 8. Dezember 2018 wird Bundespräsident Joachim Gauck Festredner des Abends sein.

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ist ein unabhängiger Medienwettbewerb und wird im Rhythmus von zwei Jahren vergeben. Der Preis und wird aktuell von 21 Organisationen der Zivilgesellschaft gestaltet, finanziert und durchgeführt. Zu den Trägern gehören Organisationen der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit, konfessionell geprägte Organisationen, Gewerkschaften sowie Wohlfahrtsverbände und kommunale Einrichtungen. Sie sind geeint im Ziel der Achtung und Wahrung der Menschenrechte. Zudem unterstützen Verbände und Einzelpersonen den Filmwettbewerb.

 


Vorstand Internationale Programme von Brot für die Welt wird Abteilungsleiterin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kooperation (BMZ)

Claudia Warning ins BMZ berufen

 

Claudia Warning * BMZ * Entwicklungszusammenarbeit

 

 

 

Berlin, 26 April 2018. Claudia Warning, Vorstand Internationale Programme von Brot für die Welt im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE), ist von Bundesminister Gerd Müller zum 1. Mai 2018 als Abteilungsleiterin ins Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kooperation (BMZ) berufen worden.

 

 

 

„Wir beglückwünschen Claudia Warning zu dieser ehrenvollen Berufung. Für ihren außerordentlichen Einsatz für unser Haus danken wir ihr von Herzen“, sagt Ulrich Lilie, Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung (EWDE). „Claudia Warning hat die Förderpolitik von Evangelischem Entwicklungsdienst und Brot für die Welt in den letzten dreizehn Jahren maßgeblich mit geprägt. Mit großer Umsicht, Geschick und Erfolg hat sie die internationale Programmarbeit der beiden im Jahr 2012 fusionierten Werke Evangelischer Entwicklungsdienst und Brot für die Welt zusammengeführt“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, „mit ihr hat das BMZ in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit eine extrem erfahrene Person gewonnen.“

 

 

 

 „Claudia Warning hat in den vergangenen Jahren einen wichtigen Beitrag geleistet, um die Bedeutung der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit in Kirche und Gesellschaft bewusst zu machen und zu stärken. Dabei ist die Einbindung kirchlicher Akteure in eine gemeinsame globale Verantwortung ein zentrales Thema“, sagt Markus Dröge, Aufsichtsratsvorsitzender des EWDE.

 

 

 

Claudia Warning, 55, war seit 2005 Vorstandsmitglied des Evangelischen Entwicklungsdiensts (EED) in Bonn. Mit der Fusion von EED, Brot für die Welt und Diakonie Deutschland wechselte sie 2012 in den Vorstand des neu geschaffenen EWDE und verantwortete den Vorstandsbereich Internationale Programme und Inlandsförderung. Dazu gehören die Kontinentalabteilungen Afrika, Asien, Lateinamerika sowie die Abteilungen Europäische und Weltweite Programme ebenso wie die Abteilungen Internationale Personaldienste und Stipendien. In rund 90 Ländern werden rund 2000 Projekte gefördert, 3500 junge Menschen erhalten Stipendien, rund 150 Entwicklungshelfer und 30 Freiwillige unterstützen die Partner. Mit der Inlandsförderung können jährlich 500 Projekte der Bildungsarbeit in Deutschland gefördert werden. Im Zusammenhang mit ihrer Vorstandsposition war Claudia Warning außerdem Geschäftsführerin der Evangelischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe (EZE) und der Dienste in Übersee gGmbH sowie Vorstandsvorsitzende des Ökumenischen Studienwerkes. Zudem vertritt sie Brot für die Welt in der Gesellschafterversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt (GEPA).

 

 

 

Claudia Warning hat ihre entwicklungspolitischen Erfahrungen in staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen gesammelt. Dazu zählen neben der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie die Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (heute GIZ), die Deutsche Kommission Justitia et Pax sowie das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Warning engagierte sich zudem von 2005 bis 2009 als Vorsitzende des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO). Die promovierte Geografin, die in Bonn und Pune (Indien) studiert hat, wurde im Juli 2012 zur Honorarprofessorin am Internationalen Zentrum für Nachhaltige Entwicklung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg berufen.

 

 

 

Bis zu einer Nachfolgeregelung wird der Vorstandsbereich kommissarisch von Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel übernommen.

 


Museum im Stasi-Bunker am 28. und 29. April 2018  geöffnet

Präsentation der Ausstellung "Der Kommunismus in seinem Zeitalter"

 

(Leipzig/pm) - Am Samstag und Sonntag, den 28. und 29. April 2018, hat das Museum im Stasi-Bunker bei Machern wieder geöffnet. Von 13.00 bis 16.00 Uhr werden öffentliche Führungen angeboten und außerdem ist die Sonderausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ zu sehen.

 

 

 

Das Bürgerkomitee Leipzig e.V. bietet ganzjährig, immer am letzten Wochenende im Monat, öffentliche Führungen durch den Bunker an. Das Außengelände mit all seinen original erhaltenen Bauten und Anlagen kann mit Hilfe eines Beschilderungssystems selbständig erschlossen werden. Regelmäßig finden die Führungen durch den Bunker statt, die mit einem kurzen Einführungsvortrag beginnen. Erwachsene zahlen 5,00 Euro und Ermäßigungsberechtigte 4,00 Euro. Die Besichtigung der Sonderausstellung ist kostenlos.

 

 

 

Neben den regelmäßig stattfindenden öffentlichen Führungen am letzten Wochenede im Monat können Gruppen ganzjährig Termine für Sonderführungen vereinbaren.

 

 

 

Sonderausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“

 

 

 

2017 jährte sich die Oktoberrevolution zum 100. Mal. Aus diesem Anlass verdeutlicht die Plakatausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegungen, die im 20. Jahrhundert nicht nur die Welt, sondern auch die Menschen grundlegend verändern wollten. Diesem totalitären Anspruch fielen millionenfach Menschen zum Opfer. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Aufarbeitung zur SED-Diktatur erarbeitet und regt mit zeithistorischen Fotos und Dokumenten zur Auseinandersetzung mit dem Kommunismus und seinen Diktaturen an.

 

 

 

Geheime Ausweichobjekte und eine Ausweichführungsstelle für die Staatssicherheit

 

 

 

30 km östlich von Leipzig, im Naherholungsgebiet „Lübschützer Teiche“, befindet sich der ehemalige Stasi-Bunker. Nach einer mehrjährigen Bautätigkeit war die „Ausweichführungsstelle des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig“ 1974 vollständig fertiggestellt und wurde unter strengster Geheimhaltung bis 1989 einsatzbereit gehalten. Der ca. 100 Mann starke Führungsstab um den Leipziger Stasi-Chef Manfred Hummitzsch hätte seinen Dienstsitz aus der „Runden Ecke“ in Leipzig nach Machern verlegt, um auch im Falle eines Krieges oder einer Spannungsperiode seine Arbeit als „Schild und Schwert der Partei“ zur Sicherung der SED-Diktatur fortsetzen zu können. Dazu sollte genauso die flächendeckende Überwachung der Bevölkerung gehören, die im Ernstfall zur Errichtung von Isolierungslagern für Regimegegner geführt hätte, um auch „innerpolitische Spannungen lösen“ zu können.

 

 

 

Im Ernstfall sollten insgesamt ¾ der Mitarbeiterschaft der Leipziger Bezirksverwaltung und die dazugehörigen 11 Kreisdienst- stellen Ausweichobjekte östlich von Leipzig belegen. Vorgesehen waren vor allem Konsumgaststätten, aber auch ein Internat, ein Ferienlager oder ein Heimatmuseum. Die Anwohner oder Nutzer der Objekte wussten in der Regel nichts von diesen Plänen. Zur Umsetzung der Pläne und Belegung der Ausweichobjekte einschließlich des Bunkers kam es dank der Friedlichen Revolution im Herbst ‘89 zum Glück nie.

 


Fokus des Frauenbundes bei der Messe „Die 66“: 100 Jahre Frauenwahlrecht

Nicht müde werden auf dem Weg Richtung endgültige Gleichstellung

 

Trotz 100 Jahre Frauenwahlrecht muss noch immer über die Rolle der Frau in der Politik diskutiert werden: Ursula Männle, Max Simonischek, Sybille Giel, Elfriede Schießleder, Rita Röhrl (v.l.n.r.) taten das bei der Messe „Die 66“ am Wochenende in München. Bild: Ulrike Müller-Münch

 

 

(München/kdfb)  – 100 Jahre Frauenwahlrecht – aber die Zahl von weiblichen Abgeordneten im Deutschen Bundestag sinkt. Wie kann dieser Trend umgekehrt werden? Wie kann Parité in den Parlamenten Wirklichkeit werden? Darüber diskutierten auf Einladung des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern (KDFB) und Bayern 2 bei der Messe „Die 66“ am Wochenende in München Prominenz aus Politik und Film.

 

Die KDFB-Vorsitzende Schießleder betonte „Wir können zwar stolz sein auf das Erreichte, aber vor allem heißt es: Nicht müde werden auf dem Weg in Richtung endgültiger Gleichstellung.“ Schnell schieden sich die Geister, als die Frage aufgeworfen wurde: Warum sind wir immer noch nicht mehr Frauen in den Parlamenten? Rita Röhrl, seit vier Monaten SPD-Landrätin von Regen, ist sicher: „Wenn mehr Frauen bereit sind zu kandidieren, dann klappt das auch.“ Sie verzeichnet als eine sehr wichtige Veränderung in der Zeit ihrer politischen Karriere: „Stutenbissigkeit gibt es nicht mehr.“ Den Gedanken „Frauen für Frauen“ griff die ehemalige CSU-Staatsministerin Ursula Männle auf: „Hemmungslos gut über andere Frauen sprechen.“ So lautet ihr Tipp für funktionierende Netzwerke von Frauen. Langfristig aber sei es ausschlaggebend, dass Frauen in Parteigremien Bedeutung gewinnen, nur so kämen mehr Frauen als Direktkandidatinnen zum Zug. Männle bezeichnet sich selbst als „Konvertitin“ von einer Gegnerin der Quote zu einer Befürworterin.

 

Einig war sich die Diskussionsrunde, dass Frauen weniger karriere- als inhaltsorientiert politisch engagiert sind. Aber damit kommen sie eben oft nicht ins Mandat, sind nicht an den wichtigen Stellschrauben für gesellschaftliche Entwicklungen. „Heute ist der Appell des Frauenbundes: Frauen engagiert Euch ‑ aber besser im Gemeinderat denn als Klassenelternsprecherin,“ so Elfriede Schießleder. „Denn dann seid ihr in dem Gremium, das entscheidet und die Agenda der Gemeindepolitik bestimmt.“

 

Auch beim traditionellen KDFB-Quiz war das Thema Frau und Politik im Fokus. Um das Quiz des Frauenbundes zu lösen, waren Grips und Hirnschmalz nötig. Da mussten die Teilnehmerinnen recherchieren  – und so kamen sie auch ins Diskutieren. „Aber das hat richtig Spaß gemacht. Ich hab jetzt echt was dazu gelernt“, strahlt eine Teilnehmerin und steckt ihren ausgefüllten Quizbogen in die Urne. Losglück hatte Gerlinde Wörle aus Dillingen. Sie hat den Hauptpreis, ein Wellness-Wochenende, gewonnen.

 

„Wie gut, das etwas so Schönes aus diesen furchtbaren Aluminium-Kaffee-Kapseln gemacht werden kann“, freut sich eine Frau, als sie am Kreativstand des KDFB beim Bereich „Kapselschmuck basteln“ aufmerksam wird auf diese besondere Form des Upcyclings. „Hier wird nichts geklebt, sondern nur gesteckt – das ist eine der Besonderheiten von Origami“, erklärt Olga Mittermayer den vielen Interessierten am Tisch „Origami“. Wer sich ein wenig Zeit nimmt und sich einlässt auf Präzision und Kreativität, kann nach einigen Minuten einen kunstvoll farb-schillernden Stern mit nach Hause nehmen. „Drehen … kreuzen …drehen“, leitet eine der erfahrenen Klöpplerinnen eine Besucherin an. Der erste Leinenschlag ist geschafft. Fasziniert von der Kunst des Klöppelns und den wunderbaren Spitzen bleiben die Messe-Besucher stehen. „Ich wollte nur schnell Hallo sagen“, lacht eine Frau aus Neumarkt, „Jetzt bin ich mehr als eine Stunde hier beim Frauenbund geblieben, da gab es so viel zum Mitmachen, zum Lernen, zum Diskutieren.“ Und sie will sich die Engel-App des Frauenbundes „mein Weg, meine Zeit“ kostenfrei in ihrem Play Store holen. „Bin gespannt, welche Impulse zum Nachdenken und zur Ruhe kommen ich jetzt jede Woche bekommen werde,“ verabschiedet sie sich.

 

Auf lebhaftes Interesse der Besucher stieß die Ausstellung über die Frauenbund-Gründerin Ellen Ammann. „Immer stehen in den Geschichtsbüchern die Männer an erster Stelle. Wenn Mädchen viel über Frauen wie Ellen Ammann hören könnten, hätte das bestimmt positive Auswirkungen auf ihre Bereitschaft, sich politisch zu engagieren. Denn ihr Vorbild zeigt: Frauen können viel bewegen und verändern, wenn sie sich engagieren,“ so Schießleder.

 


LANDESSYNODE WARNT VOR WEITERER MILITÄRISCHER ESKALATION IN SYRIEN

(Bad Herrenalb/ekiba) - Die badische Landessynode hat vor einer weiteren militärischen Eskalation im Syrien-Konflikt gewarnt. Auf ihrer Frühjahrstagung in Bad Herrenalb verabschiedete sie am gestrigen Freitagabend (20.4.) folgende Erklärung:

„Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden schließt sich dem Appell des Weltkirchenrats für einen sofortigen Waffenstillstand in Syrien an. Wir fordern alle Kriegsparteien auf, dem jahrelangen Leiden des syrischen Volkes ein Ende zu bereiten.

Mit großer Sorge sehen wir, dass der erneute Giftgasangriff die Menschen in Syrien neuem Leid und brutaler Gewalt aussetzt. Die militärische Intervention der Regierungen der USA, Englands und Frankreichs und das Vorgehen der russischen und türkischen Regierung bergen zudem ein großes Eskalationspotential. Eine direkte Konfrontation der USA und Russlands könnte leicht außer Kontrolle geraten.

Wir fordern alle Verantwortlichen auf, jetzt zu den Mitteln der Diplomatie zurückzukehren und alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Waffen zum Schweigen zu bringen. Wir fordern die Bundesregierung und alle Verantwortlichen in Kirche, Politik und Gesellschaft auf, sich für die ausnahmslose Einhaltung des Völkerrechts einzusetzen, das gegenwärtig vielfältig gebrochen wird.

Das unsägliche Elend der Kriegsopfer und Flüchtlinge in Syrien und die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Krieges nötigen die Verantwortlichen der Kirchen auf dem weltweiten Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens, mit einer Stimme zu sprechen und den Machthabern, die Krieg führen, Einhalt zu gebieten. Die badische Landessynode bittet den Rat der EKD, alle Anstrengungen zu unternehmen, um ein gemeinsames Eintreten der Kirchen in der Öffentlichkeit für ein Ende des Krieges in Syrien und eine humane Flüchtlingspolitik zu erreichen. Das Versagen des UN-Sicherheitsrates, der bislang keine gemeinsame Linie zur Durchsetzung eines Waffenstillstands beschlossen hat, rechtfertigt nicht das gewaltsame Vorgehen einzelner Länder.

Die Evangelische Landeskirche in Baden ist auf dem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens mit der weltweiten Christenheit verbunden. Gemeinsam mit ihr beten wir für den Frieden in Syrien und unterstützen die Kirchen in der Region sowie alle Schritte hin zu einem gerechten Frieden."



Ahmadiyya Muslim Jamaat: zu den Antisemitischen Vorfälle

Antisemitische Vorfälle in Deutschland

 

Gewalttaten gegen Juden muss Einhalt geboten werden

 

Populistische Parolen mehren Ressentiments und vergiften die Atmosphäre

 

 

(Frankfurt/amj) - Angesichts der sich in letzter Zeit häufenden antisemitischen Vorfälle verurteilt die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland jegliche Art von Gewalttaten gegen die Mitglieder der jüdischen Religionsgemeinschaft. Insbesondere sind diese Gewalttaten wegen der besonderen geschichtlichen Verantwortung Deutschlands ernst zu nehmen.

 

Dem Hass und den Gewalttaten gegen Religionsgemeinschaften und Volksgruppen muss entschieden entgegengetreten und Einhalt geboten werden. Wir hoffen, dass alle Vorfälle aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

 

Populistische Parolen gegenüber Religionsgemeinschaften, zuletzt von ranghohen Politikern verschiedener politischer Parteien wiederholt, tragen nur zur Verschärfung einer Situation bei, in der Ressentiments gegenüber Minderheiten zunehmen.

 

Rassismus muss auf allen Ebenen und gegen jede Gemeinschaft und Volksgruppe entschieden bekämpft werden.

 

 

 

Dr. Mohammad Dawood Majoka

 

Pressesprecher

 

Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland

 


Diakonie und Caritas stellen Auswertung des Rechtshilfefonds zur Abschiebungshaft in Ingelheim vor - Dublin-Verfahren ein Grund für Abschiebungshaft

Mehr Menschen in Abschiebungshaft

(Frankfurt/dw/caritas) .-Das verschärfte deutsche Aufenthalts- und Asylrecht zeigt drastische Auswirkungen: Die Abschiebungshaft wird verstärkt genutzt. Dies zeigen die aktuellen Zahlen aus der Auswertung des Rechtshilfefonds von Diakonie und Caritas. Mit 586 Personen waren 2017 in der rheinland-pfälzischen Gewahrsamseinrichtung für Ausreisepflichtige in Ingelheim etwa zwei Drittel mehr Menschen inhaftiert als im Jahr zuvor. Von diesen Personen wurden 425 abgeschoben oder in andere EU-Mitgliedstaaten überstellt, 116 Menschen wurden aus unterschiedlichen Gründen entlassen und 28 Personen in andere Einrichtungen verlegt. Der Rechtshilfefonds von Diakonie und Caritas unterstützt Menschen, denen die Abschiebung droht und die nicht über eigene Geldmittel verfügen. 2017 wurden 57 Inhaftierte durch den Rechtshilfefonds unterstützt.

Ein Grund für Abschiebungshaft: Dublin-III-Verordnung
Von der Abschiebungshaft waren im vergangenen Jahr insbesondere zwei Personengruppen betroffen: zum einen abgelehnte Asylbewerber aus Nordafrika und zum anderen Menschen, die der europäischen asylrechtlichen Dublin-III-Verordnung unterliegen. Das Dubliner Übereinkommen regelt, in welchem Mitgliedsstaat das Asylverfahren durchzuführen ist.  

Eberhardt: „Menschen werden hin- und hergeschoben“
„Das Dublin-Verfahren führt zu großem Leid unter den geflohenen Menschen“, sagt Diözesancaritasdirektor Hans-Jürgen Eberhardt. „Die Europäische Union regelt im Dublin-Verfahren leider weder eine ausgeglichene Verteilung von Asylsuchenden noch eine auch nur annähernd gleichwertige Versorgung. Hinzu kommen völlig unterschiedliche Verfahrensstandards in den jeweiligen Ländern. Menschen werden immer wieder innerhalb von Europa hin- und hergeschoben. Das aktuelle Dublin-Verfahren hat mit Menschenwürde nichts zu tun.“

Rühl: „Dublin-Regelung muss die Interessen der geflüchteten Menschen berücksichtigen“
„Eine Veränderung der Dublin-Regelung muss die Interessen der betroffenen Geflüchteten stärker berücksichtigen“, sagt Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. „Einige Länder scheinen nicht in der Lage zu sein, für die geflohenen Menschen angemessen zu sorgen. Es ist gänzlich nachvollziehbar, wenn sich alleinstehende oder insbesondere schwangere Frauen weigern etwa nach Italien abgeschoben zu werden. Hier erwartet sie zu oft ein Leben auf der Straße. So droht bei einer Weigerung die Inhaftierung. Das ist nach Gesetzeslage möglich, aber für mich mit den Menschenrechten nicht vereinbar.“

Eberhardt und Rühl: Einsatz für die Rechte der Inhaftierten weiter nötig
Im vergangenen Jahr wurden 57 Rechtsfälle durch den Fonds unterstützt. In 21 Fällen kam es dabei zu Haftentlassungen, in fünf Fällen wurde eine Haft im Nachhinein für rechtswidrig erklärt, in zwölf Verfahren steht die Entscheidung noch aus. Damit waren wie in den vorherigen Jahren in fast 50 Prozent der unterstützen Fälle, die Menschen zu Unrecht inhaftiert. Rühl und Eberhardt: „Das Ergebnis der Auswertung bestärkt uns, uns weiter für die Inhaftierten solidarisch einzusetzen und in unserem Engagement nicht nachzulassen. Die anstehenden Änderungen der Dublin-Regelung sind eine Chance für die Politik, das Flüchtlingsrecht nachzubessern. Caritas und Diakonie treten dafür ein, dass Menschenwürde und Menschenrechte im Flüchtlingsrecht den Maßstab setzen.“

Fallbeispiel: Überstellung einer traumatisierten Frau wird ausgesetzt
Frau D. aus Eritrea sollte im Dublin-Überstellungsverfahren nach Italien abgeschoben werden, dass für die Durchführung ihres Asylverfahrens zuständig war. Zur Sicherung ihrer Überstellung war Abschiebungshaft angeordnet worden. Bei zwei Abschiebungsversuchen setzte sich Frau D. vehement zur Wehr und schrie lautstark, woraufhin die Überstellungen abgebrochen wurden und Frau D. wieder in die Gewahrsamseinrichtung verbracht wurde. Wiederholt äußerte sie Suizidgedanken und ihre Angst, erneut in Italien auf der Straße leben zu müssen. Bereits vor ihrer Verhaftung hatte sie zwei Suizidversuche unternommen. Sie litt besonders unter den Erinnerungen der Gefangenschaft in Libyen, wo sie Opfer wiederholter Vergewaltigungen geworden war. Vermittelt durch die unabhängige Beratung konnte Frau D. in der Abschiebungshaft Gespräche mit einer Psychologin vom Evangelischen Zentrum für Beratung und Therapie in Frankfurt führen. Mit einer psychologischen Stellungnahme, in der ihr eine posttraumatische Belastungsstörung und eine anhaltende mittelgradige depressive Episode diagnostiziert wurden, gelang es schließlich, bei Gericht eine Aussetzung der Abschiebung zu erreichen. Das Gericht äußerte ernsthafte Zweifel hinsichtlich der Auswirkung der Überstellung auf ihren Gesundheitszustand und ordnete im Eilverfahren die aufschiebende Wirkung der Klage an. Daraufhin musste Frau D. entlassen werden.

Stichwort: Abschiebungshaft in Ingelheim
Die Abschiebungshaft in Ingelheim existiert seit Mai 2001. Die Einrichtung hatte ursprünglich 152 Haftplätze, die durch Umbaumaßnahmen auf etwa 40 Plätze verringert wurden. Bereits Ende des Jahres 2015 begann ein Prozess, der die Belegungszahlen in der Abschiebungshaft steigen ließ. Mit Beginn des Jahres 2017 sind die Haftzahlen nun stark angestiegen. Im Herbst des letzten Jahres konnte eine Höchstbelegung von 53 Personen registriert werden. Aktuell sind 25 Personen in Haft (Stand 12.04.2018).

In der Gewahrsamseinrichtung für Ausreisepflichtige in Ingelheim sollten im Jahr 2017 überwiegend Abschiebehäftlinge aus den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen untergebracht werden. Zudem standen Plätze für Frauen aus Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr wurden zunehmend Fälle in Amtshilfe für andere Bundesländer übernommen. So kamen von den insgesamt 586 neu inhaftierten Personen 167 aus Rheinland-Pfalz, 114 aus dem Saarland und 135 Menschen über hessische Ausländerbehörden. Außerdem kamen 89 Personen aus Nordrhein-Westfalen, 29 aus Hamburg und 12 Personen aus Schleswig-Holstein.

Stichwort: Ökumenische Beratungsstelle von Caritas und Diakonie
Diakonie und Caritas bieten seit 2001 in ihrem ökumenischen Beratungsprojekt in der Abschiebungshaft in Ingelheim unabhängige Beratung durch einen hauptamtlichen Mitarbeiter an. Seit 2015 geschieht dies im Umfang einer 50-Prozent-Stelle. Einmal pro Woche kamen 2017 im Wechsel fünf im Asyl- und Ausländerrecht erfahrene Rechtsanwälte nach Ingelheim, um eine für die Inhaftierten kostenlose Rechtsberatung anzubieten. Die Beratungsstelle organisiert einen Pool von Sprachmittlern, auf den bei Verständigungsschwierigkeiten zurückgegriffen werden kann. Weitere Unterstützung finden die Beratungsstelle und die inhaftierten Menschen durch die unentbehrliche ehrenamtliche Beratung von Amnesty International an gleicher Stelle.

Stichwort: Rechtshilfefonds
Der Rechtshilfefonds unterstützt Personen, die nicht über eigene Geldmittel verfügen. Er wird vom Diözesan-Caritasverband in Mainz und der Diakonie Hessen mit Unterstützung von Caritasverbänden und Diakonischen Werken in anderen Bundesländern gemeinsam finanziert. Mithilfe des Fonds werden Verfahren unterstützt, in denen die Anordnung der Abschiebungshaft überprüft wird. Der Rechtshilfefonds wird ebenso verwendet, um asyl- und ausländerrechtliche Schritte einzuleiten.

 

 

 


Gedenkfeier am 18. April 2018 um 17.30 Uhr vor dem Museum in der "Runden Ecke"

Vor 73 Jahren befreite die US-Armee Leipzig von der NS-Diktatur

 

Zum 73. Jahrestag der Befreiung Leipzigs durch die US-Armee lädt die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ zu einer Gedenkfeier ein

 

 

 

(Leipzig/pm) - Am Abend des 18. April 1945 erreichten amerikanische Truppen Leipzig und befreiten die Stadt kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Die Amerikaner bezogen in der „Runden Ecke“ am Innenstadtring Quartier und richteten hier ihr Hauptquartier sowie kurzzeitig die Alliierte Militärregierung ein. Der demokratische Neuanfang, den die amerikanische Besatzungsmacht ermöglichte, fand jedoch nach wenigen Wochen mit der Übergabe Leipzigs an die Rote Armee am 2. Juli 1945 ein jähes Ende. Nun begann der gezielte Aufbau einer kommunistischen Diktatur und das Gebäude am Dittrichring wurde durch die sowjetische Militäradministration genutzt. 1950 wurde es Sitz der Leipziger Stasi-Zentrale. Erst 1989 mit der Friedlichen Revolution öffnete sich das Tor zu Freiheit und Demokratie wieder.

 

 

 

Vor der im Jahr 2011 auf Grundlage eines Stadtratsbeschlusses angebrachten Gedenktafel an der „Runden Ecke“ wird Tobias Hollitzer, Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, um 17.30 Uhr die Gäste der Gedenkfeier zum 73. Jahrestag der Befreiung Leipzigs begrüßen. Danach erinnert der Generalkonsul der USA, Timothy Eydelnant, in seiner Gedenkrede an die Befreiung Leipzigs durch die amerikanischen Truppen am 18. April 1945 sowie die nachfolgende Besatzungszeit. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Duo Bodensiek und Rohmer.

 

 

 

Ausstellung „Zwei Mal befreit? Leipzig unter amerikanischer und sowjetischer Besatzung 1945“

 

 

 

Nach der Befreiung Leipzigs am 18. April 1945 begann die amerikanische Militärregierung unter widrigen Umständen mit dem Aufbau demokratischer Strukturen. Wenige Wochen später, am 2. Juli 1945, wurde Leipzig jedoch gemäß den Vereinbarungen von Jalta an die Rote Armee übergeben. Die amerikanischen Bemühungen wurden zunichte gemacht. Es folgte die Errichtung einer kommunistischen Diktatur. Bis 1989 wurden die ersten Wochen eines demokratischen Neuanfangs unter der amerikanischen Besatzung systematisch verschwiegen, verdrängt und diffamiert. Im Schulunterricht war zu vermitteln, dass „die tatsächliche Befreiung […] erst durch den Einzug der Sowjetarmee stattfand.“ Außerdem sollten „Beispiele für die Behinderung der Antifaschisten durch die Befehlshaber der anderen Armeen“ aufgeführt werden.

 

 

 

Eine Sonderausstellung im Eingangsbereich der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ zur Besatzung Leipzigs durch amerikanische und sowjetische Truppen ab 1945 zeigt an Hand einzigartiger und teilweise bisher unbekannter Fotos und Dokumente die Befreiung durch die Amerikaner, den durch sie veranlassten demokratischen Neuanfang sowie den Besatzungswechsel und den Aufbau einer kommunistischen Diktatur unter sowjetischer Vorherrschaft.

 


Landesregierung und katholische Kirche sprechen über Digitalisierung

(Schwerin/mi) - Auf Einladung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig trafen sich am gestrigen Abend in Schwerin Vertreter der Landesregierung mit den für Mecklenburg und Vorpommern zuständigen katholischen Erzbischöfen von Hamburg und Berlin, Dr. Stefan Heße und Dr. Heiner Koch.

 

Für die Landesregierung nahmen ferner die für Kirchenfragen zuständige Justizministerin Katy Hoffmeister, Innenminister Lorenz Caffier, Finanzminister Mathias Brodkorb und Wirtschaftsminister Harry Glawe teil. Für die Erzbistümer nahmen außerdem die Generalvikare, die Caritasdirektoren, Schulexperten und die bischöflichen Beauftragten der Regionen teil.

 

„Mir ist eine enge Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung und den Kirchen wichtig“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Anschluss an das Gespräch. „Die Kirchen geben vielen Menschen im Land Halt und Orientierung. Und sie leisten mit ihrer täglichen Arbeit einen großen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt bei uns in Mecklenburg-Vorpommern.“

 

Erzbischof Koch: „Auch wenn sich manche Themen in der Metropole Berlin besonders deutlich zeigen, ist uns die ländliche Entwicklung in Vorpommern ein großes Anliegen. Entlang der deutsch-polnischen Grenze legen wir einen Schwerpunkt auf die Integration der überwiegend katholischen Polen, die hier zuziehen.“

 

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft. „Wir wollen die wirtschaftlichen Chancen der Digitalisierung für unser Land nutzen. Deshalb verbessern wir mit Unterstützung des Bundes die Versorgung im Land mit schnellem Internet und wollen die digitale Ausstattung der Schulen verbessern. Aber die Digitalisierung ist auch mit Auswirkungen auf unsere Gesellschaft verbunden, die problematisch sind. Wir sind uns darüber einig, dass auch im digitalen Zeitalter immer der Mensch und nicht ein Algorithmus der entscheidende Maßstab sein muss“, erklärte die Ministerpräsidentin.

 

 

 

Thema des Gesprächs war außerdem die Zukunft der katholischen Schulen. „Wir hatten dazu ein gutes Gespräch. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung für alle betroffenen Schulstandorte finden“, erklärte die Ministerpräsidentin. Erzbischof Heße machte deutlich: „Die katholischen Schulen in Schwerin und Rostock sind ohne jede Frage zukunftsfähig. Für den Standort Ludwigslust gibt es derzeit Gespräche, deren Ergebnisse in wenigen Wochen erwartet werden.“

 

 

 

Ein weiteres Thema war die Bestattungskultur. Erzbischof Heße sprach sich für den Erhalt des geltenden Bestattungsgesetzes aus. „Friedhöfe sind das kulturelle Gedächtnis einer Gesellschaft. Wir Seelsorger wissen, dass viele Angehörige im Nachhinein ein großes Problem damit haben, wenn eine Person anonym bestattet oder die Asche irgendwo verstreut wurde. Trauer und Totengedenken brauchen einen konkreten Ort und konkrete Zeichen. Das Grundgesetz verpflichtet dazu, die Würde jedes Menschen zu achten und zu schützen. Das gilt auch über den Tod hinaus. Die Gesellschaft wird ärmer und kälter werden, wenn sie nicht mehr als Gemeinschaft und nicht mehr öffentlich ihre Toten ehrt und bestattet“, so Heße.

 


Ministerpräsident Volker Bouffier: „Gemeinsam Lösungen für die gesellschaftlichen Veränderungender Digitalisierung finden“ / Kirchenpräsident Volker Jung: „Bildung für digitale Entwicklung wichtig“

Gespräch der Hessischen Landesregierung mit den Leitungen der Evangelischen Kirchen und Katholischen Bistümer in Hessen

 

(Wiesbaden/Altenstadt/vr) -  Unter der Leitung von Ministerpräsident Volker Bouffier haben sich am Mittwochabend (11. April) Vertreterinnen und Vertreter der Hessischen Landesregierung und die Spitzen der Evangelischen Kirchen und der Katholischen Bistümer über das Thema Digitalisierung und beiderseitig bewegende Fragen ausgetauscht. Das turnusmäßige Treffen fand in diesem Jahr in der Benediktinerinnenabtei Kloster Engelthal in Altenstadt statt. „Das Spitzentreffen mit den höchsten Kirchenvertretern unseres Landes ist eine gute Tradition, um einen konstruktiven und kontinuierlichen Dialog über aktuelle kirchliche wie politische Themen zu führen“, sagte Bouffier.

 

 

 

Im Mittelpunkt der Begegnung und Beratungen standen insbesondere die ethischen Herausforderungen und Antworten auf die Digitalisierung. „Die Digitalisierung erfasst und verändert immer mehr Lebensbereiche und die Lebensweise der Menschen lokal und global. Damit einhergehend bilden sich allmählich neue Sitten und Gebräuche heraus. Leider auch negative, wie beispielsweise die Verrohung der Sprache oder Diskriminierung im Schutze des anonymen Internets. Was mit der Digitalisierung und insbesondere mit der digitalen Weltvernetzung seit gut zwanzig Jahren stattfindet, ist eine neue anthropologische und kulturelle globale Revolution, die sich in atemberaubendem Tempo ausbreitet. Auf diese gesellschaftlichen Veränderungen müssen Kirche und Staat gemeinsam Lösungen finden“, so Ministerpräsident Volker Bouffier.

 

 

 

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Dr. Volker Jung unterstrich: „Um die digitale Entwicklung zu gestalten, wird Bildung noch wichtiger. Es wird wichtig sein, Organisationen und Institutionen zu haben, die verlässlich und glaubwürdig Informationen prüfen, bewerten und einordnen. Schließlich muss die Demokratie selbst in ihren Entscheidungsprozessen mit den neuen digitalen Möglichkeiten weiterentwickelt werden.“ Der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing wies darauf hin, dass im Feld der Künstlichen Intelligenz und des automatisierten Lernens ethische Fragestellungen anstünden, die bislang noch gar nicht hinreichend erforscht seien. So bleibe es die Aufgabe, dass mittels automatisierter Verfahren getroffene Entscheidungen nachvollziehbar und erklärbar sein müssten. „Hier müssen wir steuernd eingreifen und darauf drängen, dass weitere Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz sich mit diesen Fragen befassen“, so der Bischof.

 

 

 

Darüber hinaus standen die aktuellen Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik, die Situation des konfessionellen Religionsunterrichts und der Sonn- und Feiertagsschutz auf der Tagesordnung.

 

 

 

An dem Gespräch nahmen für die katholische Seite u.a. für das Bistum Fulda Bischof Heinz Josef Algermissen, der Erzbischof von Paderborn, Hans-Josef Becker sowie erstmalig für das Bistum Limburg Bischof Dr. Georg Bätzing, und für das Bistum Mainz Bischof Prof. Dr. Peter Kohlgraf teil.

 

Auf Seiten der evangelischen Kirchen waren u.a. Bischof Prof. Dr. Martin Hein für die Kirche von Kurhessen-Waldeck, für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau Kirchenpräsident Dr. Dr. h.c. Volker Jung sowie Präses Manfred Rekowski für die Evangelische Kirche im Rheinland anwesend.

 


8. April - Internationaler Roma Tag

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma unterstreicht den Beitrag von Sinti und Roma zur deutschen und europäischen Kultur

Das Roma Philharmonische Orchester unter Riccardo M Sahiti beim Heidelberger Frühling 2014. Photo : studio visuell photography, Heidelberg
Das Roma Philharmonische Orchester unter Riccardo M Sahiti beim Heidelberger Frühling 2014. Photo : studio visuell photography, Heidelberg


 


 

Romani Rose : Antiziganismus konsequent entgegentreten

 

 

(Heidelberg/pm) - Anlässlich des Internationalen Roma Tages am 8. April 2018 begrüßt der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma ausdrücklich die im Koalitionsvertrag enthaltenen kulturpolitischen Kernthemen.  Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert daher Politik ebenso wie die kulturpolitischen Institutionen auf, die Beiträge von Sinti und Roma zur deutschen und zur europäischen Kultur weiter und besser zu dokumentieren und zu würdigen.

 

Sinti und Roma leben seit über 600 Jahren in Deutschland und in den anderen europäischen Ländern, sie sind seit langen Generationen Bürger dieser Staaten.  Mit ihren Beiträgen zu Kunst und Kultur in ihren jeweiligen Heimatländern leisteten Sinti und Roma stets einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. 

 

Die Musik der Sinti und Roma hat gerade auch im Bereich der klassischen Musik weitreichenden Einfluß genommen; entsprechende Musikstücke sind von Haydn bis Brahms, von Beethoven bis Weber zwar dokumentiert, dieser Einfluß ist jedoch kaum bekannt.  Der hohe Stellenwert der Roma-Musik gründet einerseits auf den originären, spezifischen künstlerischen Merkmalen der Roma-Musikstile und andererseits auf der Synthese, die diese Musikstile mit älteren Traditionen der europäischen Kunstmusik bildeten.  Seit Jahren arbeitet der Philharmonische Verein der Sinti und Roma an der Aufarbeitung dieses Teils europäischer Musikgeschichte.

 

In gleicher Weise waren und sind Sinti und Roma in nahezu allen anderen Kunstbereichen aktiv.  Das ‚Europäische Roma Institut für Kunst und Kultur‘, das seinen Sitz in Berlin hat, wird auf internationaler Ebene jetzt diese Beiträge von Sinti und Roma durch Ausstellungen und Dokumentationen sichtbar machen und damit dem aktuellen neuen nationalistischen Denken entgegentreten.

 

„Es ist dieses von Rechtsextremen und ihren politischen Repräsentanten wieder propagierte völkische Denken, das den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft radikal in Frage stellt und die damit Minderheiten gezielt von der gesellschaftlichen Teilhabe ausschließen und aus der Gesellschaft ausgrenzen wollen.  Dabei geht es nur vordergründig um die Diffamierung und Stigmatisierung von Minderheiten.  Im Kern zielt dieses völkische Denken auf die Zerstörung unserer Demokratie und unseres europäischen Wertesystems“, erklärte Romani Rose.

 

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma begrüßt besonders, daß die Regierungskoalition jetzt zeitnah eine ‚Unabhängigen Expertenkommission Antiziganismus‘ einberufen wird, wie es ebenfalls im Koalitionsvertrag vereinbart ist.  Diese Expertenkommission soll einmal pro Legislaturperiode einen Bericht zum Antiziganismus in Deutschland vorlegen.  Anlaß für die Einrichtung der Expertenkommission sind neben den nach wie vor in weiten Teilen der Bevölkerung bestehenden massiven Vorurteile und die gewaltsamen Übergriffe auf Sinti und Roma in Deutschland in den letzten Jahren.  „Der Zentralrat begrüßt die Einrichtung der Unabhängige Expertenkommission Antiziganismus, die nach langen Vorbereitungen jetzt berufen werden soll.  Die Kommission wird über Deutschland hinaus ein Signal geben, daß Minderheiten fester Bestandteil der Bevölkerung in ihren jeweiligen Heimatstaaten sind, und ebenso, daß Minderheitenrechte unabdingbarer Bestandteil einer demokratischen Rechtsordnung sind“, so Rose.

 

In diesem Sinne sind die Staatsverträge, die die jeweiligen Landesverbände der Sinti und Roma in mehreren Ländern abgeschlossen haben, wegweisend für eine vernünftige Minderheitenpolitik.  Zuletzt hat im Februar 2018 die Bayerische Landesregierung mit Ministerpräsident Horst Seehofer einen entsprechenden Staatsvertrag mit dem Vorsitzenden des Verbands Deutscher Sinti und Roma in Bayern, Erich Schneeberger, unterzeichnet.  Ähnliche Verträge bereiten die Länder Rheinland-Pfalz und Berlin gegenwärtig vor.

 

(Herbert Heuß, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)

 


Nordkirche gratuliert Erstem Bürgermeister und Senat der Freien und Hansestadt Hamburg

Bischöfin Kirsten Fehrs: Glück- und Segenswünsche für Dr. Peter Tschentscher

 

 

(Hamburg/tk) -  Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) gratuliert Dr. Peter Tschentscher anlässlich seiner Wahl zum Ersten Bürgermeister und Präsidenten des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg. Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), sprach auch allen Senatorinnen und Senatoren Glück- und Segenswünsche aus.

 

Bischöfin Fehrs sagte am Mittwoch:

 

„Für das herausragende Amt des Ersten Bürgermeisters wünsche ich Ihnen, lieber Herr Dr. Tschentscher, Gottes reichen Segen. Diese Wünsche gelten ebenso auch den übrigen Mitgliedern des Senats für die Weiterarbeit oder den Neubeginn in ihrem jeweiligen Amt. Hamburg ist ja eine besondere Stadt, die von einem starken Wir-Gefühl, aber auch von großen sozialen Gegensätzen geprägt ist. In einer guten Zusammenarbeit leisten Kirche und Stadt in vielen Stadtteilen eine wichtige Arbeit für das Gemeinwesen. Aus unseren bisherigen Begegnungen weiß ich, dass auch Ihnen die Fragen von Gerechtigkeit und sozialer Teilhabe am Herzen liegen.

 

Ich bin daher sicher, dass wir die traditionell gute Zusammenarbeit zwischen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland und der Freien und Hansestadt Hamburg gemeinsam konstruktiv fortführen werden. Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen und werden Sie mit unserem Gebet begleiten.“

 

Die Bischöfin verfolgte die Bürgermeisterwahl von der Besuchertribüne im Plenarsaal des Hamburger Rathauses aus und gratulierte dem neu gewählten Ersten Bürgermeister sowie den Senatorinnen und Senatoren anschließend persönlich.

 

 

 


Landesbeauftragte zu Adoptionen und Kindesentziehungen in der DDR

 

(Dresden/pm) - In letzter Zeit häufen sich Berichte über vermutete politisch motivierte Adoptionen und Kindesentziehungen in der DDR. Die Konferenz der Landesbeauftragten spricht sich für eine Versachlichung in der emotional aufgeladenen Debatte aus. Es gibt bisher wenige belegte Einzelfälle, aber noch keine wissenschaftlich seriösen Belege für systematische, flächendeckende und in hoher Zahl vorgenommene Zwangsadoptionen in der DDR, bei denen Kinder aus politischen Gründen gegen den Willen der Eltern und ohne Gefährdung des Kindeswohls der Familie entzogen und adoptiert wurden. Ungeachtet dessen bleibt jeder einzelne Fall eine Tragödie.

 

Aufgrund des Leidensdrucks von betroffenen Familien erachten es die Landesbeauftragten als notwendig, dass jeder einzelne Fall vorbehaltlos aufgeklärt wird. Sie bieten diesen Familien entsprechende Beratungsmöglichkeiten an. Die Skandalisierung der äußerst sensiblen Thematik schadet den Betroffenen.

 

Kürzlich wurde im Auftrag der Ost-Beauftragten die Vorstudie „Dimensionen und wissenschaftliche Nachprüfbarkeit politischer Motivation in DDR-Adoptionsverfahren 1966-1990“ veröffentlicht. Aufgaben der Vorstudie waren eine Bestandsaufnahme bisheriger Erkenntnisse, die Definition von Fallgruppen und die Untersuchung von Fragestellungen und Machbarkeit künftiger Forschungen.

 

Dem wird die Studie nur bedingt gerecht, insbesondere weil die Schätzung von Zahlen völlig verfrüht ist.

 

Die Landesbeauftragten sprechen sich für eine umfassende Weiterarbeit an dieser Thematik aus. Elementar wichtig und notwendig ist eine vorurteilsfreie wissenschaftliche Erforschung der Praxis von Kindesentziehungen und Adoptionen in der DDR. Zu berücksichtigen sind auch die Fälle, in denen Eltern vermuten, dass ihnen das Versterben der Kinder vorgetäuscht wurde, um eine Zwangsadoption zu verschleiern.

 

Tom Sello, Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

 

Dr. Maria Nooke, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

 

Anne Drescher, Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

 

Lutz Rathenow, Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

 

Birgit Neumann-Becker, Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

 

Christian Dietrich, Landesbeauftragter des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

 


Archiv Bürgerbewegung übergibt langfristig ausgerichtetes Entwicklungskonzept an sächsische Staatsministerin des SMWK Eva-Maria Stange

 

 

(Leipzig/pm) - Am Montag, den 26. März 2018, wird die Sächsische Staatministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Dr. Eva-Maria Stange, das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. (ABL) besuchen.

 

 

 

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Im Bürgerarchiv Leipzig wird das Ringen von Menschen mit dem Staat um die Einhaltung von Grundrechten gut dokumentiert für die Öffentlichkeit sichtbar. Fragen der Menschenrechte sind in vielen Ländern zurzeit sehr aktuell. Ich bin sehr dankbar dafür, dass in unserem Land Grundrechte wie der Schutz der Menschenwürde, Rechtstaatlichkeit, Meinungsfreiheit, Glaubens- und Gewissensfreiheit, Presse- und Versammlungsfreiheit garantiert sind. Es scheint vielen nicht mehr bewusst zu sein, was es vor 1989 für den Einzelnen bedeuten konnte, wenn die in der Verfassung geschützten Grundrechte eingeschränkt oder nur auf dem Papier garantiert wurden. Umso wichtiger ist die Arbeit von Einrichtungen wie dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig.“

 

 

 

Das ABL hat bei der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft ein langfristig ausgerichtetes Entwicklungskonzept des Archivs eingereicht. Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. wird den Besuch der Ministerin, die als Staatsministerin des SMWK zugleich dem Stiftungsrat vorsitzt, dazu nutzen, ihr das Konzept zu überreichen und mit ihr darüber ins Gespräch zu kommen.

 

 

 

Frau Dr. Stange wird sich vor Ort über das Archiv, seine Bestände und seine Tätigkeitsfelder Archiv – Ausstellungen – Politische Bildung informieren und mit dem Vereinsvorstand und den Archivmitarbeitern in ein detailliertes Gespräch treten. Im Zentrum stehen dabei u.a. die Herausforderungen bei der Vermittlung der jüngsten Geschichte an eine Generation, die selbst keine Erfahrungen in der SED- Diktatur hat. Letztlich ist das fehlende Wissen der heutigen jungen Generation das feh­lende Wissen der zukünftigen Elterngeneration.

 

 

 

Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig sammelt die hinterlassenen Selbstzeugnisse der DDR-Opposition, der Bürgerbewegung und der in den Jahren 1989/90 entstandenen Initiativen und Parteien des ehemaligen Bezirks Leipzig, um dieses nationale Kulturgut aufzubewahren, zu erschließen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit seinem ausgewählten Sammlungsprofil, der Überlieferungssicherung und dem Bereitstellen der zusammengetragenen Dokumente und Unterlagen leistet es einen grundlegenden Beitrag zur Erforschung und Auseinandersetzung mit der jüngsten (ost-)deutschen Geschichte und den Folgen der SED-Diktatur. Der breit gefächerte Archivbestand dient darüber hinaus auch der Erinnerung an das geschehene Unrecht und an die Opfer der kommunistischen Diktatur.

 

 

 

Neben der Archivtätigkeit hat sich das ABL in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen außerschulischen Lernort entwickelt. Die Sammlungsthemen des Archivs eignen sich hervorragend zur Wertevermittlung und -reflektion anhand der jüngsten Zeitgeschichte. Ein großer Vorteil, den das ABL als außerschulischer Lernort hat, ist die Möglichkeit, anhand von Originalquellen forschend-entdeckend lernen zu können. Ziel der historisch-politischen Bildungsarbeit ist es, allen Geschichtsinteressierten in ihrer Individualität in unserer divergenten Gesell­schaft Zugang zu qualifizierten, teilhabeorientierten und gemeinschaftlichen Bildungserleb­nissen zu bieten.

 

 

 


Wechselmodell nach elterlicher Trennung: nichts für jeden!

 

(Dortmund/pm) - Der Bundestag hat in der vorigen Woche über das Wechselmodell nach elterlicher Trennung diskutiert. Diese Debatte wird nun im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz weitergeführt. Die Arbeitsgemeinschaft Interessenvertretung Alleinerziehender (AGIA) tritt entschieden gegen eine Festschreibung des Wechselmodells nach elterlicher Trennung ein. Auch eine gerichtliche Anordnung gegen den Willen oder das Wohl des Kindes lehnt die AGIA ab:

 

„Das Wechselmodell, bei dem die Kinder nahezu hälftig bei beiden Eltern leben, kann lediglich im Einzelfall eine gute Lösung sein. Es kann Kindern Kontinuität in den Elternbeziehungen er- möglichen, stellt jedoch hohe Anforderungen an Kinder und Eltern“, so Dr. Anke Klaus, Bundesvorsitzende des SkF, derzeit federführender Verband der AGIA. Das Wechselmodell verlangt Kindern eine umfangreiche Mobilität ab, Eltern eine gute Verständigung miteinander über die Belange der Kinder sowie eine einvernehmliche Klärung unterhaltsrechtlicher Fragen. Finanziell und räumlich entsteht Mehrbedarf wie beispielsweise durch die Doppelung von Anschaffungen und der Einrichtung größeren Wohnraums, der bislang in gesetzlichen Regelungen im Unterhaltsrecht und Sozialgesetzen nicht hinreichend berücksichtigt ist.

 

„Wir befürworten sehr, dass die gemeinsame elterliche Verantwortung nach Trennungen gestärkt wird und beide Eltern sich für gute Entwicklungsbedingungen ihrer Kinder stark machen. Dazu gehören verlässliche Unterhaltszahlungen genauso wie gemeinsame Zeit mit Kindern“, erklärt Frau Dr. Klaus. „Allerdings sind wir von gelebter partnerschaftlicher Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit in Familien noch weit entfernt.“ Politik ist gefragt, um Familienleben nach Trennungen zu erleichtern. Dazu gehört, Wertungswidersprüche bei der Anrechnung von Ein- kommen und Vermögen im Unterhaltsrecht und im SGB II aufzuheben (Unterhaltspflicht Bedarfsgemeinschaft) sowie adäquate Beratungs- und Mediationsangebote für Eltern in Trennungsphasen zu fördern.

 

Trägerverbände der Arbeitsgemeinschaft Interessenvertretung Alleinerziehende (AGIA) sind: Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB), Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V., Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V. (SkF), Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Einrichtungen der Familienbindung (BAG)

 

Zum Download: Positionierung „Wechselmodell nach elterlicher Trennung: nichts für jede*n!“

 


BDKJ „scannt“ die Ziele der neuen Bundesregierung aus Sicht der Jugend

Wie viel Zukunft(szeit) steckt im Koalitionsvertrag?

(Düsseldorf/bdkj) - Wir gratulieren der Bundeskanzlerin zur Wahl und den Ministerinnen und Ministern der künftigen Bundesregierung zur Ernennung. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit für eine menschenfreundliche Gesellschaft und eine zukunftsfähige Politik. Lassen Sie uns gemeinsam an einem Strang ziehen und die Zukunftszeit für junge Menschen gestalten“, betont BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier stellvertretend für den Dachverband der katholischen Jugend, der 660.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vertritt, heute in Berlin. 

 
Im Vorfeld der Bundestagswahl haben sich junge Menschen aus den katholischen Jugendverbänden im Rahmen der Aktion „Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land“ bundesweit durch eine Vielzahl von Aktionen besonders für die Integration von Geflüchteten und gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit eingesetzt. Damit hat die katholische Jugend in über 160.000 Stunden ehrenamtlichem Engagement gezeigt, was sie sich von der Bundesregierung für die künftige Legislaturperiode wünscht: den Einsatz für eine vielfältige, menschenfreundliche und demokratische Gesellschaft.

 
Den Koalitionsvertrag, der ab heute handlungsleitend für die Arbeit der Bundes-regierung ist, hat der BDKJ-Bundesverband aus der Perspektive von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen „gescannt“ und mit den bestehenden Beschlusslagen des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend abgeglichen „Dabei haben wir den Fokus nicht nur auf die Jugend- und Integrationspolitik gelegt, sondern auf alle Zukunftsfelder, wie beispielsweise die Bildungspolitik, die Entwicklungs-, die Wirtschafts- oder Sozialpolitik“, verdeutlicht Lisi Maier. 

 

Und sie zieht ein erstes Fazit: „In vielen Einzelmaßnahmen werden gute Ideen für eine zukunftsfähige Gesellschaft deutlich, aber leider fehlt es an kohärenten Strategien in der Jugendpolitik, in der Digitalpolitik oder der Integrationspolitik. Positive Ansätze, wie beispielsweise die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz, werden durch negative Ansätze, wie dem fehlenden Bekenntnis zum Familiennachzug und der umstrittenen Ankerregelung für jugendliche Geflüchtete, die eindeutig der UN-Kinder-rechtskonvention widersprechen, getrübt“, bilanziert Bundesvorsitzende Lisi Maier.

 
Der BDKJ-Bundesvorstand wird zeitnah die Gespräche mit den verschiedenen Ressorts der neuen Bundesregierung suchen und sich dort im Interesse der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen für eine zukunftsfähige Politik einsetzen.

 


KDFB gratuliert Bundeskanzlerin

Auch KDFB-Frauen in der neuen Bundesregierung

 

(Köln/kdfb)  – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) gratuliert Angela Merkel herzlich zur Wiederwahl als Bundeskanzlerin. Er wünscht ihr und der neuen Bundesregierung alles Gute, viel Kraft und Erfolg bei der Umsetzung des Koalitionsvertrages. Der Verband hofft, dass frauenpolitische Ziele stärker als bisher selbstverständliche Inhalte der Regierungsarbeit sind.

 

Besonders gratuliert der KDFB seiner Präsidentin Maria Flachsbarth, die in der 19. Legislaturperiode zur Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ernannt wurde. Ebenfalls richtet der Verband Glückwünsche an weitere vier KDFB-Frauen, die herausragende Funktionen übernehmen: Dorothee Bär (Staatsministerin für Digitalisierung), Monika Grütters (Staatsministerin für Kultur und Medien), Annette Widmann-Mauz (Staatsministerin für Integration) und Rita Hagl-Kehl (Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz).

 

Allen Frauen wünscht der KDFB für die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen viel Freude und Energie sowie Gottes reichen Segen. Mit Blick auf die Lebenswelten von Frauen hofft der Verband, dass sie gemeinsam mit allen politischen Akteuren der neuen Bundesregierung dafür Sorge tragen, die Rechte und Interessen von Frauen in einer demokratischen Gesellschaft fest zu verankern.

 

Der Frauenbund, der sich seit seiner Gründung 1903 als gesellschaftspolitisch aktiver Frauenverband für gleichberechtigte und verbesserte Lebenssituationen von Frauen einsetzt und aus dessen Reihen Politikerinnen wie Helene Weber, Hedwig Dransfeld, Aenne Brauksiepe, Hanna-Renate Laurien, Annette Schavan oder Dorothee Wilms hervorgingen, ist stolz, dass in der neuen Legislaturperiode insgesamt elf KDFB-Frauen als Mitglied des Deutschen Bundestages politische Verantwortung übernehmen.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

 

 


Neu in der Schriftenreihe des Sächsischen Landesbeauftragten

Buchpremiere auf der Leipziger Buchmesse: Die Schwarzenberg-Legende

 

(Dresden/pm) - Geschichte erlebbar machen, dieses Anliegen haben mehrere Neuerscheinungen der Schriftenreihe des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie erscheinen zur diesjährigen Leipziger Buchmesse bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig. Schwarzenberg, Leipzig und Dresden stehen hierbei im Fokus der neuen Bücher: Geschichten aus Sachsen, die sich mit überregionalem Geschehen verknüpfen.

 

 

 

Lenore Lobeck untersucht in „Die Schwarzenberg-Legende. Geschichte und Mythos im Niemandsland“, warum Schwarzenberg nach Kriegsende 1945 unbesetzt blieb. Die Frage, was in dieser Zeit in der „Freien Republik Schwarzenberg“ wirklich geschah, bot Anlass zu vielfältigen Spekulationen. Die Autorin hat ihre Recherchen für die Neuausgabe deutlich erweitert.

 

 

 

In der überarbeiteten 3. Auflage von „Das lässt einen nicht mehr los. Opfer politischer Gewalt erinnern sich“ von Nancy Aris ergänzen neue Fotos, Dokumente und ein neuer Zeitzeugenbericht die Einzelporträts von Opfern politischer Gewalt in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Die auf Interviews basierenden Portraits zeichnen ein facettenreiches Bild der DDR mit ihrer Vor- und Nachgeschichte.

 

 

 

Zum 65. Jahrestag der Ereignisse vom 17. Juni 1953 erscheint erstmals als E-Book „Panzer gegen die Freiheit. Zeitzeugen des 17. Juni 1953 berichten“ von Regine Möbius. Das vergriffene Werk der bekannten Leipziger Journalistin ist damit wieder erhältlich.

 

 

 

Im neuen Werbeflyer der Schriftenreihe wird zum 50. Jahrestag der Sprengung der Leipziger Universitätskirche an Stefan Welzks „Leipzig 1968. Unser Protest gegen die Kirchensprengung“ erinnert.

 

 

 

Demnächst erscheint die erweiterte Neuausgabe von „Druckstellen. Die Zerstörung einer Künstler-Biographie durch die Stasi“. Jürgen Gottschalk, ein Akteur der subkulturellen Künstler-Szene in Dresden, legt darin offen, wie die Staatssicherheit vorging, um ihn mundtot zu machen.

 

 

 

Die Buchpremiere:

 

15.03.2018 ǀ Die Schwarzenberg-Legende ǀ Leipziger Buchmesse, Leseinsel Religion,

 

Halle 3 ǀ 14:00 Uhr ǀ Lenore Lobeck und ihr Buch werden vom Landesbeauftragten vorgestellt

 


„Leipzig liest“ in der „Runden Ecke“: Zwischen Demokratie und Diktatur

Die Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" lädt zu 21 Veranstaltungen mit Film und Musik zur Buchmesse 2018 

 

 

 

Rumäniens "Dichterin der Freiheit", 100 Jahre Demokratie und Aufarbeitung der SED-Diktatur

(Leipzig/pm) - Im 100. Jahr nach der Ausrufung der ersten deutschen Demokratie lädt die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ ein, sich mit dem zentralen historischen Ereignis zu befassen und es zum Ausgangspunkt für Gespräche über die nachfolgende jüngere Geschichte mit ihrem Kampf zwischen demokratischen und diktatorischen Systemen zu nehmen. Einer der Veranstaltungshöhepunkte im Rahmen von „Leipzig liest“ ist deshalb die Vorstellung des Buches von Wolfang Niess „Die Revolution von 1918/19. Der wahre Beginn unserer Demokratie“ (Do., 20.00 Uhr). Wie die Geschichte von
Diktatur und Demokratie nach 1945 unterrichtet werden kann, wird bei der Buchvorstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unter Moderation von Lutz Rathenow, dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, diskutiert (Sa., 16.00 Uhr).

 

 

 

Das Unrechtsregime der DDR wird weiter an Hand verschiedener Aspekte beleuchtet, darunter dem Dopingmissbrauch im DDR-Sport (Do., 13.00 Uhr), dem „Sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in der DDR“ (Fr., 14.00 Uhr), bei der Verfolgung der Zeugen Jehovas (Sa., 14.00 Uhr) oder beim Umgang mit Punks (Sa., 19.00  Uhr). Ebenfalls berichten ehemalige politische Häftlinge (Do., 19.00 Uhr; Fr. 12.00 und 16.00 Uhr).

Anlässlich des Länderschwerpunkts Rumänien stellt die preisgekrönte Bürgerrechtlerin und „Dichterin der Freiheit“, Ana Blandiana, ihr neues Werk ebenso vor wie die von ihr mit aufgebaute Gedenkstätte „Memorial Sighet“ am Ort des berüchtigten Securitate-Gefängnisses (Sa., 20.00 Uhr). Spannende Debatten bietet auch die Buchvorstellung am Freitag um 20.00 Uhr, wenn es um die Frage geht, wie ein weltoffenes Deutschland aussehen kann. Den Abschluss bildet die Matinée-Lesung mit Zeitzeugen und Liedermachern am Sonntag um 11.00 Uhr zum Buch „Heilende Wunden. Wege der Aufarbeitung politischer Traumatisierung in der DDR“.

 

 

 

Das gesamte Programm ist online auf der Museums-Website verfügbar und kann auch als PDF-Datei heruntergeladen werden: www.runde-ecke-leipzig.de. Der Eintritt zu allen Lesungen ist frei.

 

 

 

Begegnungen am authentischen Ort: Veranstaltungen im Stasi-Kinosaal und in ehemaligen Büros

 

 

 

Veranstaltungsort ist überwiegend der ehemalige Stasi-Kinosaal, in dem auch die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ gezeigt wird. Der Saal ist ein original erhaltenes Relikt der SED-Diktatur und damit ein Stück Zeitgeschichte. In dem repräsentativen Saal fanden vielfältige Veranstaltungen der Staatssicherheit statt, darunter offizielle Feiern anlässlich wichtiger Jahrestage, Schulungen und Dienstbesprechungen. Anlässlich des 40. Jahrestags der DDR ließ die Bezirksverwaltung den Kinosaal komplett renovieren und eine neue Bestuhlung anschaffen. Der Kinosaal steht heute unter Denkmalschutz und wird als authentischer Ort von der Gedenkstätte für Geschichtsvermittlung, politische Bildung und aktuelle Debatten genutzt.

 

 

 

Die Veranstaltungen jeweils um 19.00 Uhr finden in der Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ statt. Auch hier erleben die Besucher Zeitzeugenlesungen am authentischen Ort, denn hier befanden sich bis zur Besetzung der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung Leipzig Büro- und Arbeitsräume der Stasi-Offiziere.

 

 

 

Historische Stadtrundgänge und Ausstellungs-Führungen zur Buchmesse

 

 

 

Während des viertägigen Lesefestes bietet die Gedenkstätte zusätzliche Stadtrundgänge zum Thema „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“ an. Der geführte Rundgang erinnert an markanten Punkten der Leipziger Innenstadt an die historische Entwicklung des Jahres 1989. Zeitgeschichte wird so am Ort des Geschehens lebendig und nachvollziehbar. Termine: 16., 17. und 18. März 2018 jeweils um 14.00 Uhr. Treffpunkt: Hauptportal Nikolaikirche.

 

 

 

Die tägliche, öffentliche Führung um 15.00 Uhr durch die Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ findet wie gewohnt jeden Tag statt. Lediglich die öffentlichen Führungen durch die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal freitags und samstags je um 16.30 Uhr entfallen am Buchmesse-Wochenende.

 

 

 

Die „Runde Ecke“ als Ort des aktuellen und gesellschaftlichen Diskurses

 

 

 

In original erhaltenen Räumen der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig informiert die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ über die Stasi als Garant der SED-Diktatur und über deren Überwindung durch die Friedliche Revolution. Die Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ zeigt zahlreiche, teils einzigartige Exponate zu Geschichte, Struktur und Arbeitsweise des DDR-Geheimdienstes, darunter eine Maskierungswerkstatt, Geruchskonserven, Abhörtechnik oder Geräte zur Postkontrolle bis hin zu einer Zelle aus der Stasi-eigenen Untersuchungshaftanstalt. Die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ berichtet von den Ereignissen im Herbst ’89, die die kommunistische Diktatur in der DDR zum Einsturz brachten und den Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands ebneten. Seit 2012 ist die Gedenkstätte Teil des Europäischen Kulturerbes „Eiserner Vorhang“.

 

 

 

Mit seiner Arbeit versucht das Bürgerkomitee die Erinnerung an das SED-Unrechtsregime wach zu halten und den Tendenzen der Ostalgie entgegenzuwirken. Dies geschieht durch Veröffentlichungen, politische Bildungsarbeit und Beratung sowie Sammlung und Dokumentation. Darüber hinaus hat sich die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke” mit zahlreichen Veranstaltungen als Ort des aktuellen gesellschaftlichen und politischen Diskurses etabliert. Regelmäßig organisiert sie Filmvorführungen, Lesungen und Diskussionen zur Thematik der DDR-Staatssicherheit sowie des SED-Regimes und dessen Aufarbeitung.

 

 

 

Die gesamte Veranstaltungsreihe entstand in Zusammenarbeit mit Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bzw. der Stasi-Unterlagen, Forschungseinrichtungen, Opferverbänden, Gedenkstätten sowie Verlagen und findet in Kooperation mit dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statt.

 

 

 

Weitere Informationen zum Programm finden Sie in der beigefügten Pressemitteilung oder unter: www.runde-ecke-leipzig.de oder http://www.runde-ecke-leipzig.de/fileadmin/user_upload/GMRE_Broschuere_Leipzig_liest_2018_3mm.pdf

 

 

 


Weltfrauentag: Frauenministerin Müller eröffnet Ausstellung über KDFB-Gründerin

100 Jahre Frauenwahlrecht: Ellen Ammann bleibt Vorbild

Leben und Wirken von Ellen Ammann beeindruckte die Geschäftsführerin des Hauses der Familie Brigitt Schwarzmann, Frauenministerin Emilia Müller, KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder und die Direktorin der Akademie für politische Bildung Tutzing, Ursula Münch (v.l.n.r.). Bild: Karin Schott

 

(München/kdfb) – Ellen Ammann, die Gründerin des Katholischen Deutschen Frauenbunds Landesverband Bayern (KDFB) war eine bedeutende Persönlichkeit ihrer Zeit: „Pionierin, Netzwerkerin und Trendsetterin in sozialen Fragen ‑ und eine der ersten Frauen, die nach der Einführung des Frauenwahlrechts in den ersten demokratisch gewählten bayerischen Landtag eingezogen ist,“ so KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder. Ellen Ammanns vielschichtiges Erbe wirkt bis heute fort. Dies würdigt der KDFB-Landesverband zum Weltfrauentag 2018 mit einer eigenen Wanderausstellung, die gestern, Montag, in München von Frauenministerin Emilia Müller feierlich eröffnet wurde.

 

„Ellen Ammanns Erbe wirkt bis heute fort. Sie gründete bekannte Institutionen wie die Bahnhofsmission oder die Katholische Stiftungshochschule. Für den KDFB-Landesverband ist auch 107 Jahre nach seiner Gründung durch Ellen Ammann Auftrag und Verpflichtung, politische Teilhabemöglichkeiten konsequent zu nutzen und in den Dienst für eine demokratische und plurale Gesellschaft, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind, zu stellen“, erläuterte Schießleder in ihrer Vorstellung der Ausstellung.

 

Die Bedeutung von gesellschaftspolitischen Pionierinnen wie Ellen Ammann hob im Anschluss Sozialministerin Müller, selbst KDFB-Mitglied, in ihrem Grußwort hervor: „Die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern gehört zu den wertvollsten Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. Das haben wir selbstbewussten Frauen wie Ellen Ammann zu verdanken. Sie ist auch heute noch ein Vorbild. Denn die Kompetenzen, Ideen und Fähigkeiten von Frauen werden dringend gebraucht – in den Führungsetagen der Privatwirtschaft und in der Politik. 

 

Die Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, Ursula Münch, richtete in ihrem Vortrag den Blick auf die Gegenwart und die Rolle der Frauen in der heutigen Politik: „Wie gut Frauen in Parlamenten und Regierungen repräsentiert werden, hängt nicht allein vom Wahlverhalten der Wählerinnen ab, sondern auch vom Wahlsystem sowie von der Rekrutierungs- und Aufstellungspraxis der Parteien bzw. auch der Regierungschefs. Die Bedeutung des Themas zeigt sowohl die Diskussion über „Parité in den Parlamenten“ als auch die aktuelle Auseinandersetzung über eine Reform des Wahlsystems von Baden-Württemberg.“

 

In enger Verbindung zum Erbe von Ellen Ammann steht auch der Ort, von dem aus die Ausstellung in viele Orte in Bayern und der Pfalz auf die Reise geht, dem neuen Stammsitz der Familienbildungsstätte Haus der Familie: „Von Münchner Frauenbundfrauen gegründet und nach jahrelangem Sitz im Rückgebäude des Ellen-Ammann-Hauses freuen wir uns sehr, dass die offizielle Eröffnung in Kooperation mit dem Bayerischen Sozialministerium hier in Obersendling, einem Viertel in großem Um- und Aufbruch, stattfindet,“ so Geschäftsführerin Brigitt Schwarzmann. Die Ausstellung ist bis 16. März im Haus der Familie (Machtlfinger Straße 5, 81379 München) zu den Geschäftszeiten öffentlich zugänglich.

 

Der KDFB Landesverband Bayern ist mit 165.000 Mitgliedern der größte Frauenverband in Bayern. Seit seiner Gründung ist er aktiv für die Gleichstellung von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft. Viele bayerische Politikerinnen aller Parteien haben ihr gesellschaftspolitisches Engagement im Frauenbund begonnen.

 


Bomben statt Bildung: Was machen 7 Jahre Krieg mit Kindern?


 

(Berlin/wv) - Es ist ein trauriger Jahrestag: Am 15 März tobt der Krieg in Syrien bereits seit 7 Jahren. Über 2,5 Millionen syrische Kinder sind seither auf der Flucht. 740.000 von ihnen sind im Schulalter und können nicht zur Schule gehen. Das Leben lehrt sie nur Gewalt und Entwurzelung – dabei brauchen sie dringend Schutz, Geborgenheit und Bildung. Sie wollen lernen, haben jedoch auf der Flucht keine Möglichkeit dazu. Wenn wir nicht schnell handeln, verlieren 740.000 Kinder unwiederbringlich ihre Kindheit. Aus Kindern ohne Kindheit werden Erwachsene ohne Zukunft, Perspektive und Hoffnung.

 

World Vision Petition:  http://www.worldvision.de/jede-kindheit-zaehlt

 

World Vision fordert deshalb in der Petition  http://www.jede-kindheit-zählt.de/ vom Auswärtigen Amt, allen syrischen Kindern auf der Flucht Bildung zu ermöglichen, indem Schulen, Lehrmittel und pädagogische Projekte in Flüchtlingslagern finanziert werden. Wir wollen ihnen Freiräume schaffen, in denen sie einfach nur Kinder sein, Freundschaften aufbauen und Normalität erleben dürfen. Wir wollen sie vor der Gewalt des Krieges schützen, ihnen Hoffnung und Träume für ihre Zukunft zurückgeben.

 

Am 15. März, dem 7. Jahrestag des Syrien-Krieges, lädt World Vision Medienvertreter ein, gemeinsam über die Petition „Jede Kindheit zählt“ zu sprechen. Berliner Schüler werden ein Mahnmal aus 740 Teddybären aufbauen: Jeder Bär steht für 1000 Kinder im Schulalter auf der

 

Mehr Informationen finden Sie unter:
http://www.worldvision.de/jede-kindheit-zaehlt

 

 

World Vision Petition

 

HINTERGRUND
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2016 wurden 327 Projekte in 52 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit World Vision Büros in weiteren 97 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de

 


Gesellschaftspolitische Sicht des KDFB zum Koalitionsvertrag

„Ja, aber da fehlt noch was…“

(Köln/kdfb)  – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) erwartet nach dem positiven Mitgliederentscheid der SPD zur Großen Koalition mit der CDU/CSU eine zügige und konsequente Umsetzung der Koalitionsvereinbarungen.

 

Die Gesellschaftspolitische Kommission des KDFB befasste sich im Rahmen ihrer Sitzung am vergangenen Wochenende mit den frauenpolitisch relevanten Aussagen des Koalitionsvertrages. Vorsitzende Monika Arzberger stellt dazu fest: „Wir werden darauf achten, dass nun gleichstellungspolitisch konsequent, zügig und zielorientiert gehandelt wird. Mit den getroffenen Vereinbarungen zum Recht auf befristete Teilzeit sowie zum Gewaltschutz für Frauen und Mädchen sind langjährige Forderungen von Frauenverbänden endlich an prominenter Stelle im Regierungsprogramm“. Mit Blick auf die Bereiche Gesundheit und Pflege, so Arzberger weiter, hätte sich der KDFB jedoch eine weitaus stärkere Ausrichtung frauengesundheitlicher Perspektiven gewünscht.

 

KDFB-Vizepräsidentin Marianne Bäumler kritisiert, dass für den Abbau des erhöhten Altersarmutsrisikos von Frauen deutlich andere Akzente nötig gewesen wären: „Die getroffene Vereinbarung zur höheren Anerkennung von Erziehungszeiten für Mütter, wenn drei oder mehr Kinder vor 1992 geboren wurden (Mütterrente II), ist nur bedingt zielführend.“ Aus Sicht des KDFB sind weitere Maßnahmen notwendig, wie etwa die Nichtanrechnung der "Mütterrente" als Einkommen auf die Grundsicherung im Alter oder eine verbindliche Sozialversicherungspflicht für sogenannte „Minijobs“. Grundsätzlich spreche sich der KDFB für eine tatsächliche Gleichstellung der Anrechnung der Kindererziehungszeiten in der Rente unabhängig vom Geburtsdatum des Kindes, bzw. der Anzahl der Kinder aus, so Bäumler.

 

Aus gesellschaftspolitischer Sicht begrüßen Arzberger und Bäumler die starke Betonung für die Stärkung der Zivilgesellschaft und Demokratie. „Die neue Regierung wird sich daran messen lassen müssen, inwieweit sie ehrenamtliches Engagement in Verbänden und Vereinen tatsächlich durch bessere Rahmenbedingungen sichert und fördert“, so ihr Fazit. Das hier gelernte und praktizierte demokratische Handeln unterstützt laut KDFB freiheitliches, wertorientiertes und partnerschaftliches Zusammenleben und ist unverzichtbar für Stabilität, Solidarität und Meinungsfreiheit.

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Trierer Generalvikar gratuliert Ministerpräsident Hans und Landtagspräsident Toscani

Glückwünsche zu den neuen Ämtern

Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg. Foto: bt
Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg. Foto: bt

 

(Trier/Saarbrücken/bt) – Der Trierer Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg hat dem neuen saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans zu dessen Wahl gratuliert. „Ich wünsche Ihnen für die vor Ihnen liegende Amtszeit Gottes Segen, Kreativität und Kraft und eine glückliche Hand“, schreibt Plettenberg als Vertreter des derzeit in Bolivien weilenden Bischofs Dr. Stephan Ackermann.

 

Hans übernehme Verantwortung für das Saarland in einer Zeit mit vielfachen Herausforderungen. „Gerne verspreche ich besonders auch mein Gebet für Sie und die uns anvertrauten Menschen“, versichert Plettenberg dem Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer.

 

Der Generalvikar beglückwünscht in einem Schreiben auch den neuen Präsidenten des saarländischen Landtages, Stephan Toscani. „Als Landtagspräsident werden Sie sicherlich vielfach zwischen den verschiedenen politischen Meinungen und Ausrichtungen vermitteln müssen und gleichzeitig wichtige Impulse an die Menschen im Saarland zur Förderung von Freiheit und Demokratie hineingeben“, unterstreicht Plettenberg die Wichtigkeit dieses Amtes. „Möge Gottes guter Geist sie dabei leiten und unterstützen“.

 

Beiden am Donnerstag neugewählten Amtsinhabern bietet der Trierer Generalvikar die Unterstützung und die Zusammenarbeit mit dem Bistum Trier „bei wichtigen Fragen für das Saarland und unsere Gesellschaft“ an. 

 


Katholischer Frauenbund startet den Landtagswahlkampf

Plakataktion des KDFB/Appell zum Weltfrauentag: FRAUEN! WÄHLT! FRAUEN!

Foto: kdfb
Foto: kdfb

 

(München/kdfb) – FRAUEN! WÄHLT! FRAUEN! Mit diesem Aufruf startet der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern (KDFB) eine Plakataktion. In den zwei Wochen rund um den Weltfrauentag am 8. März werden in allen größeren Städten in Bayern auf Großflächen Plakate zu sehen sein, die vor Augen führen: Es sind weniger als 30 Prozent Frauen im Parlament. Und die auffordern: Wählen Sie Frauen mit der Zweitstimme auf den Wahllisten nach vorne und ins Amt.

 

„Frauen können in Bayern selbst am Wahltag noch wesentlich dazu beitragen, dass es mehr Mandatsträgerinnen gibt. Sie haben die Möglichkeit, die Frauen auf den Wahllisten nach vorne und so ins Parlament zu wählen“, so Elfriede Schießleder, die Vorsitzende des KDFB-Landesverbandes. So kann jede Wählerin für Gleichstellung aktiv werden. Sie gibt ihre Zweitstimme am 14. Oktober 2018 einer Frau. Das ist möglich, egal auf welchem Listenplatz die Frau steht.

 

Der Frauenbund startet seine Aktion auch zum Jubiläum 100 Jahre Frauenwahlrecht. „Leider ist es oft ein weiter Weg von der Gleichberechtigung zur Gleichstellung“, so Schießleder. „Das Recht zu wählen haben wir Frauen nun schon lange, jetzt muss unser Ziel sein, Frauen ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprechend in Abgeordnetenfunktion zu bringen.“

 

Die Gründerin des KDFB Landesverbandes, Ellen Ammann, war 1919 eine der ersten Frauen im Bayerischen Landtag. Sie gehörte dem Parlament bis zu ihrem Tod im Jahr 1932 an. Bei der Einführung des Frauenwahlrechts hatte Bayern noch die Nase vorn in der Entwicklung: Der Freistaat führte als eines der ersten Länder der Weimarer Republik das Wahlrecht für Frauen ein. Bei der Gleichstellung aber hinkt Bayern heute noch weit hinter her.

 

Deshalb arbeitet der Frauenbund auch am zweiten Schritt – der Parität im Parlament – kräftig mit. Er ist Mitglied im Aktionsbündnis Parité und will mit einer Popularklage erreichen, dass die Wahllisten gleichmäßig mit Männern und Frauen besetzt werden müssen. Da sind die Parteien in der Verantwortung, Gleichstellung voran zu bringen.

 

Mit der Aktion verbindet der Frauenbund auch einen Fotowettbewerb: „Machen Sie ein Foto von sich und anderen Frauen vor einer der Plakatwände und mailen Sie dieses Foto an wosgien@frauenbund-bayern.de. Das Foto allein ist schon ein Statement für die Forderung nach Gleichstellung“, so Schießleder. Die Bilder werden veröffentlicht auf www.frauenbund-bayern.de und die besten Bilder werden mit Preisen prämiert.  Eine Liste mit den genauen Terminen und Standorten der Aktionsplakate finden Sie unter: www.frauenbund-bayern.de/landtagswahl2018

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund ist mit 165.000 Mitgliedern der größte Frauenverband in Bayern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Nordkirche begrüßt Hamburger Feiertagsentscheidung:

Bischöfin Kirsten Fehrs: „Ein Tag des gesellschaftlichen Aufbruchs“

 

(Hamburg/sg) – Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) begrüßt die heutige (28. Februar) Entscheidung der Hamburgischen Bürgerschaft, den 31. Oktober in Hamburg zum gesetzlichen Feiertag zu erklären.

 

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, erklärt dazu:

 

„Ich freue mich sehr über diese Entscheidung. Sie würdigt die große Bedeutung der  Reformation für Hamburg, welche die Kirche, aber auch das Sozial- und Bildungswesen nachhaltig verändert hat. Die Reformation hat das Selbstbewusstsein eines engagierten hanseatischen Bürgertums geprägt – nicht nur in Hamburg, sondern auch in Lübeck, in Rostock und an vielen anderen Orten Norddeutschlands. Es ist ein gutes Zeichen, dass dieser Tag auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ein gesetzlicher Feiertag ist. Die Rückbesinnung auf die gemeinsamen historischen und kulturellen Wurzeln wird das Zusammenwachsen des Nordens stärken.

 

In unserem evangelischen Gottesdienstbuch heißt der 31. Oktober seit jeher ´Gedenktag der Reformation`, das ist nah dran an der staatlichen Bezeichnung ´Tag der Reformation`. Als Kirche werden wir ihn auch weiterhin mit Gottesdiensten feiern. Dennoch haben wir nicht zuletzt durch das Reformationsjubiläum gelernt, dass wir diesen Tag nicht in konfessioneller Abgrenzung und Engführung begehen dürfen. Im Dialog mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften, mit Akteuren aus Kunst, Kultur, Politik und Zivilgesellschaft sind wir dazu aufgerufen, über notwendige Veränderungen und Reformen nachzudenken – in der Kirche wie in der Gesellschaft.

 

So plädiere ich für einen 31. Oktober, der zu einem Tag des gesellschaftlichen Aufbruchs wird. Im Mittelpunkt könnte die Frage stehen: Wie verhält sich das Gewissen des Einzelnen zum Zusammenleben in der Gesellschaft? Was sind die verbindenden Werte in einer auseinanderdriftenden Welt? Auch das Recht auf Freiheit und auf Bildung gehört für mich dazu. Es ist wichtig, dass sich hier auch diejenigen beteiligen können, die einen anderen Glauben haben oder die sich als nicht religiös verstehen. Und ich bin sicher, dass es uns allen gemeinsam gelingen wird, den neuen gesetzlichen Feiertag positiv zu füllen.“

 

 

 


Neue Aufarbeitungsimpulse aus Plauen: „Vogtland 89 e.V.“ präsentiert sich am 1. März 2018 erstmals der Öffentlichkeit

 

(Dresden/an) - Vor wenigen Wochen hat sich im Vogtland ein neuer Verein gegründet, der die Geschichte der Demokratie in Plauen und im Vogtland stärker in die Öffentlichkeit rücken will. Die revolutionären Ereignisse im Herbst 1989 und besonders am 7.10.1989 bilden einen wichtigen Teil der geplanten Zeitzeugenarbeit in und außerhalb von Schulen. Es geht um die Wechselwirkungen zwischen National-, Regional- und Landesgeschichte. Der Verein möchte Grundlagen für die Aufarbeitung und Vermittlung von Zeitgeschichte in der Grenzregion Vogtland schaffen.

 

 

 

Am 1. März 2018 stellt sich der Verein in der Jugendherberge „Alte Feuerwache“ erst­mals der Öffentlichkeit vor. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr. Der Sächsi­sche Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur wird anwesend sein, ein Gruß­wort halten und als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Um 18.00 Uhr gibt es zudem die Möglichkeit, den Schauraum "Forum 89“ im Nachbargrundstück Oberer Graben 20 zu besichtigen. Dort befindet sich jener Wasserwerfer, mit dem die Staats­macht am vom 7.10.1989 gegen Demonstranten vorging. Die Zukunft dieses authen­tischen Orts steht auf der Kippe und der Landesbeauftragte will helfen, diesen Ort und die dort mögliche Vermittlung deutscher Zeitgeschichte stärker in den Vordergrund zu rücken.

 

 

 

Dazu braucht es Kommunikationsmittel zur Ansprache der Bevölkerung, Honorare für Recherchen und die Durchführung von Interviews, technisches Equipment und eine wissenschaftliche Begleitung des Ganzen. In Kooperation mit kommunalen Partnern soll zudem eine Onlineplattform entstehen: eine Datenbank zu Erinnerungs- und Gedenkorten mit Zeitzeugenarchiv und persönlichen Erlebnissen in Wort und Bild.

 

 

 

„Die Intensivierung der Aufarbeitungsaktivitäten im Vogtland und im ehemaligen sächsischen deutschen-deutschen Grenzraum ist sehr zu begrüßen. Ich unterstütze diese ausdrücklich, auch um eine Aufarbeitungslücke im Vogtland, aber auch für Westsachsen generell zu schließen. Der Gedenkort am Kassberg-Gefängnis in Chemnitz, das Frauenzuchthaus Hoheneck , die ehemalige deutsch-deutsche Grenze im sächsischen Vogtland und Plauen ‘89 sollten neben Dresden und Leipzig noch stärker in das Bewusstsein gerückt werden. Dafür sind letztlich auch zusätzliche finanzielle Mittel nötig“, so Lutz Rathenow.

 


Evangelische Kirchen und rheinland-pfälzische Landesregierung treffen sich zu Beratungen in Mainz

Spitzentreffen Kirche-Politik: Austausch zur Novellierung des Kita-Gesetzes und zum Thema Kirchenasyl

 

(Mainz/ekhn) - Die Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz und die Landesregierung sehen in der Novellierung des Kindertagesstättengesetzes (Kita-Gesetz) einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung und der damit verbundenen Finanzausstattung der Kitas. Das bekräftigten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die leitenden Geistlichen Kirchenpräsident Christian Schad (Evangelischen Kirche der Pfalz), Präses Manfred Rekowski (Evangelischen Kirche im Rheinland) und die Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf (Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau) bei einem Treffen am Dienstagabend in Mainz.

 

Kita-Novelle

 

Den Kirchen gehe es darum, die Qualität der Arbeit in den Kindertagesstätten weiterhin zu halten und zu steigern, betonten die Kirchenvertreter. Sie zeigten sich erfreut, dass die Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt habe, gemeinsam mit allen Akteuren eine Novelle des Kita-Gesetzes auf den Weg zu bringen und dabei die Trägervielfalt zu erhalten. Angesichts der enorm gestiegenen Aufgaben der Kitas müssten die Träger ausreichend finanziell ausgestattet werden. Viele Kirchengemeinden könnten die finanzielle Last auf Dauer nicht mehr tragen.

 

„Wir wissen, dass die Anforderungen an unsere Erzieherinnen und Erzieher stark gestiegen sind und dass sie tolle Arbeit leisten“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig ergänzte: „Wir haben im Prozess der Kita-Novellierung mit allen Beteiligten in der frühkindlichen Bildung gesprochen. Da gibt es durchaus auch gegenläufige Interessen. Unsere Aufgabe ist es, die verschiedenen Interessen in Einklang zu bringen. Unser Ziel ist, dass wir am Ende eine gute Novelle für alle erreichen.“

 

Integration fördern

 

Die Integration der vielen seit 2015 zugewanderten Menschen sehen die Kirchen und die Landesregierung als eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft, erklärten der rheinische Präses Rekowski und Integrationsministerin Anne Spiegel. Die Kirchen wirkten daran mit vielen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden mit. In enger Kooperation mit allen Beteiligten werde man die Integration von Zuwanderern auch weiterhin nach Kräften fördern, unterstrich der Präses. Auch die Landesregierung setze weiter auf „die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kirchen“, sagte Ministerin Spiegel und dankte den evangelischen Kirchen für ihr Engagement in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit.

 

Beunruhigt zeigten sich die Kirchen über den Umgang mit Kirchenasylen in Rheinland-Pfalz. „Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass Behörden nur mit großer Mühe und großem Einsatz davon abgehalten werden können, Kirchenasyle zu räumen“, sagte Rekowski. Ursache dafür sei offenbar vielfach die Entscheidungspraxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Man sei dankbar, dass auch die Landesregierung im Kirchenasyl ein kostbares Gut in unserer christlich geprägten Gesellschaft sehe. Man werde weiterhin das Vorgehen der Kommunen im Blick behalten und bei Bedarf die Landesregierung um Unterstützung bitten, so Rekowski.

 

Die zunehmende Zahl von Dublin-Rückführungen bei Flüchtlingen führt nach Beobachtung des Integrationsministeriums zu steigenden Fällen von Kirchenasyl. „Ich bin sehr froh, dass alle Beteiligten vonseiten der Kirchen, der Kommunen und des Landes weiterhin einen vertrauensvollen Umgang pflegen. Dieser ermöglicht es in den allermeisten Fällen, unter Berücksichtigung der bestehenden Vereinbarungen zwischen den Kirchen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, beziehungsweise zwischen den Kirchen und den Kommunen, konfliktfreie Lösungen zu finden“, erklärte Anne Spiegel. Als es im vergangenen Jahr in wenigen Fällen zu von Ausländerbehörden beantragten Maßnahmen gekommen ist, durch die Kirchenasyle beendet werden sollten, hat die Landesregierung umgehend reagiert: In einem Gespräch mit den Kirchen und den Kommunalen Spitzenverbänden zum Kirchenasyl wurde das gemeinsame Ziel bekräftigt, einvernehmliche, konfliktfreie Lösungen zu suchen, so Integrationsministerin Anne Spiegel.

 

Abschiebungshaft

 

Sorge bereiten den Kirchen auch die gesetzlichen Verschärfungen bei der Abschiebungshaft. Durch die Ausweitung der Haftgründe habe sich die Zahl der Menschen, die zur Durchsetzung ihrer Ausreisepflicht in Rheinland-Pfalz in Abschiebungshaft säßen, von 2016 auf 2017 auf rund 590 nahezu verdoppelt. Abschiebungshaft dürfe aus Sicht der Kirchen keinen strafenden Charakter haben, sagte Rekowski. Er dankte der Landesregierung deshalb ausdrücklich, dass es ihr ein Anliegen sei, den Vollzug der Abschiebungshaft so human wie möglich zu gestalten.

 

 

 

Weitere Themen des Treffens waren die Entwicklungen in der industriellen Arbeitswelt, die Haltung der Kirchen zur Lebenssituation vo