Politik


Katholischer Frauenbund startet Aktion „Bayern ist Vielfalt“

KDFB zur Landtagswahl: Bayerns Weltoffenheit stärken!

Die Frauenbund-Vorsitzende Emilia Müller präsentiert die Aktionsmaterialien zu „Bayern ist Vielfalt“. Foto: Gras, KDFB
Die Frauenbund-Vorsitzende Emilia Müller präsentiert die Aktionsmaterialien zu „Bayern ist Vielfalt“. Foto: Gras, KDFB

 

(München/kdfb) - „Bayern ist Vielfalt“ heißt die Aktion des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern (KDFB) zur Landtagswahl im Oktober. Die Bavaria – Symbol und Patronin Bayerns – wird dabei zur Leitfigur für Demokratie und Weltoffenheit. „Der Frauenbund mit seinen 165.000 Mitgliedern in Bayern bekennt sich damit klar zu Rechtsstaatlichkeit und Demokratie“, so Emilia Müller, die Vorsitzende des KDFB. „Verallgemeinerung und ausgrenzende Tendenzen passen nicht zu unserer Gesellschaft.“

 

Die Haltung „leben und leben lassen!“ sei seit jeher das Fundament, die Stärke und das Wesen Bayerns, so Müller. „Leider erleben wir tagtäglich – im Ausland, aber auch hier in Deutschland und Bayern – wie populistische Tendenzen zunehmen und die Gesellschaft vergiften. Dagegen will der Katholische Deutsche Frauenbund ein eindeutiges Zeichen setzen und die Botschaft der ‚Liberalitas Bavariae‘ stellen.“

 

Der Bavaria ist die Rolle einer Statue nicht mehr genug. Sie wird aktiv. Der Frauenbund bringt sie in Bewegung. Die Bavaria schreitet entschlossen voran. „Bayern ist Vielfalt“ hat sie sich zur Maxime gemacht, und das steht auch auf ihrer Fahne. Zahllose Frauen schließen sich ihr an, eine bunte Mischung von Jung bis Alt. Ihr gemeinsamer Appell lautet: „Stärken Sie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Weltoffenheit und Solidarität!“

 

Bis Mitte Oktober ruft Bayerns größter Frauenverband auf allen Ebenen Frauen dazu auf, zur Wahl zu gehen und mit ihrer Stimme für eine offene Gesellschaft zu sorgen. „Wir brauchen ein Parlament, das für Vielfalt und Demokratie in Bayern steht. Als Christinnen ist es unser Auftrag, Humanität an die erste Stelle bei unseren Entscheidungen zu setzen. Parteien, deren Programm vor allem auf Ausgrenzung und Pauschalisierung basiert, dürfen keinen Raum finden“, so Müller. Deshalb appelliert der KDFB mit Postkarten und Plakaten, sich darauf zu besinnen, dass Bayern schon immer ein Land der Vielfalt war und unsere freiheitliche Gesinnung „Liberalitas Bavariae – Leben und leben lassen“ der bayerischen Identität entspricht. Diese Buntheit und Vielfalt veranschaulichen auch die auffälligen Farben der Aktionsmaterialien.

 

Dass Abschottung und grobes Schubladendenken nicht zum Freistaat gehören, zeige der Frauenbund auch in seiner täglichen Arbeit in seinen 1.600 Zweigvereinen in den Gemeinden Bayerns. „Die Mitglieder des KDFB engagieren sich stark in der Flüchtlingshilfe und bei der Integrationsarbeit“, so Müller, die das Engagement der Frauen auch aus ihrer früheren Tätigkeit als bayerische Sozialministerin mit Zuständigkeit für Integration kennt. Die Leistung, die gerade von Seiten der vielen Ehrenamtlichen in Bayern bei der Begleitung und Betreuung von geflüchteten Menschen erbracht werde, sei enorm.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern (KDFB) ist Bayerns größter und unabhängiger Frauenverband mit 165.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1911 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein. Die Lebensbedingungen von Frauen und ihren Familien zu verbessern ist ihm dabei immer ein besonderes Anliegen gewesen. Weitere Informationen unter: www.frauenbund-bayern.de

 

Die Aktionsmaterialien können bestellt werden beim KDFB-Landesverband: Telefon 089 28623-6 oder info@frauenbund-bayern.de. 100 Postkarten kosten 4,00 Euro, 4 Plakate kosten 10 Euro, jeweils plus Versandkosten.

 

 

 


Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus warnen vor Abschottung und Rassismus in der Asyldebatte

Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.

 

 

(Berlin/as) - Fassungslos schauen wir seit Wochen auf das politische Geschehen in diesem Land und in Europa. Ein symbolischer Konflikt um die Zurückweisung der über ein anderes Mitgliedsland der EU ankommenden Schutzsuchenden wird benutzt, um in unerträglicher historischer Vergessenheit eine „konservative Revolution“ voranzubringen. In diesen Debatten, die sich durch fast alle Parteien, die Medien und die sozialen Netzwerke ziehen, gibt es nicht mehr Menschen in Not, sondern feindliche und schmarotzende Flüchtlinge, Asyltourismus und andere diskriminierende, rassistische Äußerungen. Migration und Flucht werden zu Negativbegriffen, nicht ohne Folgen für Flüchtlinge, Migrant*innen und Deutsche mit Zuwanderungshintergrund. Die Debatte findet auf allen gesellschaftlichen Ebenen statt: nach dem Ausscheiden der deutschen Fußballnationalmannschaft fokussierte sich die öffentliche Kritik auf Mesut Özil, obwohl er in der Spieleranalyse nüchtern betrachtet gute Leistungen gebracht hat. Schon die Debatte um den öffentlichen Auftritt Özils und Gündogans mit dem türkischen Präsidenten Erdogan verließ schnell die Ebene der berechtigten Kritik und wurde rassistisch aufgeladen und stellte die Legitimität von deutschen Spielern mit Migrationshintergrund in der Nationalmannschaft in Frage. Weder Mitspieler noch DFB-Funktionäre widersprachen diesem Rassismus eindeutig. An der Art wie die schwedische Nationalmannschaft sich hinter Jimmy Durmaz, der den Freistoß im Spiel Deutschland-Schweden verursachte, gestellt hat, könnten der DFB und die deutsche Gesellschaft sich ein Beispiel nehmen.

 

Die künstliche Gereiztheit, die gerade in Deutschland parallel zu einer ungewöhnlichen, wenn auch auf Kosten anderer Länder, prosperierenden ökonomischen Situation entstanden ist, gibt Anlass zur Sorge um die Verfasstheit unseres demokratischen Gemeinwesens. Ähnlich Anlass zur Sorge gibt die Verantwortungslosigkeit, mit der diese Gereiztheit von Politik und in Teilen der Medien geschürt wird. Den Gipfel bildet die unglaubliche und oft konstatierte Verantwortungslosigkeit, der sich Innenminister Horst Seehofer in Sachen Abwertung von Flüchtlingen und ihrer Unterstützer*innen schuldig macht. Selbst die beiden CSU-Abgeordneten Hans Meier und Entwicklungsminister Gerhard Müller sehen ihre Parteifreunde Markus Söder, Horst Seehofer und Alexander Dobrindt auf unchristlichen Abwegen (taz vom 10.7.) Aber es sind eben mehr noch als diese drei; es scheint eine Grundstimmung kreiert worden zu sein, wo jede und jeder noch einmal zu sagen bereit ist, was noch vor 10 Jahren unsagbar schien: Gleichgültigkeit gegenüber Schutzsuchenden, Bilder der Überlastung, die im globalen Maßstab zynisch wirken sowie rassistische Bilder gegenüber Migrant*innen und Flüchtlingen. In der großen Solidaritätswelle 2015 schienen diese Bilder eigentlich endgültig als Mehrheitsmeinung verschwunden zu sein. Jetzt sind sie wieder da.

 

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste arbeitet mit Menschen, die Flucht und Vertreibung, Folter und Lager kennenlernen mussten. Eng verbunden mit dieser Geschichte sind das Grundgesetz und das inzwischen immer weiter eingeschränkte Asylrecht sowie die Betonung der Menschenwürde für alle. Rassismus und Diskriminierung sowie tausende von Toten im Mittelmeer, Ankerzentren und Denunzierung der Menschen, die sich für Flüchtlinge und gegen Rassismus engagieren, stehen im Widerspruch zu allem, was in Gegenwart und Geschichte in der konkreten Begegnung mit Menschen zu lernen ist. Dabei sehen wir sehr wohl, dass das Recht auf politisches Asyl und Einwanderung - aus welchen nie zu denunzierenden Gründen auch immer - zwei unterschiedliche Dinge sind, die unterschiedliche Handlungsformen brauchen. In beiden Fällen ist Abschottung und Diskriminierung, Rassismus und reine Besitzstandswahrung weder im Geiste des Grundgesetzes, noch christlich. 

 

Am Tag nach der Urteilsverkündung im NSU-Prozess haben wir und die politisch Verantwortlichen allen Grund rassismuskritisch und damit selbstkritisch zu denken, zu reden und zu handeln. Statt Furcht und Schrecken zu verbreiten und Festungsmauern zu errichten, wären real drängende Probleme dieser Zeit anzugehen: Klimawandel, Bildung, Mobilität, Armut, Krieg, Verfolgung, Sicherheit und Finanzwirtschaft mit dem Ziel Frieden und Gerechtigkeit für alle zu erlangen.

 

Christliche Botschaft in diesen wie in allen Tagen muss sein, Mut für neue ungewohnte Situationen und Veränderungen zu machen und nicht Angst zu schüren. Denn Gott hat uns nicht den Geist der Furcht, sondern der Kraft der Liebe und der Geduld gegeben. 2. Tim 1,7

 

Vor der Furcht, die Menschen verbreiten, braucht ihr euch nicht zu fürchten oder aus der Fassung bringen zu lassen. 1.Petr. 3,14

 

 

 

Berlin, 12. Juli 2018

 

 

 

Jutta Weduwen, Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

 

Dr. Christian Staffa, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus

 

 

 

 

 

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste engagiert sich mit Freiwilligendiensten, Bildungsarbeit und Kampagnen gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus. Der Arbeitsbereich „Geschichte(n) in der Migrationsgesellschaft“ öffnet den Dialog über die Geschichte in der Einwanderungsgesellschaft. Freiwillige engagieren sich in vielfältiger Weise für die Aufnahme von Geflüchteten und die Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft.
www.asf-ev.de

 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus ist ein ökumenisches Netzerk von Projektstellen, Organisationen und Basisinitiativen, die Rassismus, Antisemitismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit konstruktiv entgegentreten – sowohl inner- wie außerhalb der Kirchen.
www.bagkr.de

 


Seehofers Masterplan: Debakel für die Humanität

 

Masterplan * Migration * Flucht * BM Seehofer * Asylkompromiss

 

 

 

(Berlin/bfw) - Brot für die Welt kritisiert den heute vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat vorgelegten „Masterplan Migration“ scharf. Klaus Seitz, Leiter der Politikabteilung von Brot für die Welt, sagt: „Dieser Masterplan ist ein Debakel für die Humanität.“

 

 

 

Seitz: „Im Masterplan heißt es ‚Mitmenschlichkeit ist nicht verhandelbar‘ – doch die vorgeschlagenen Maßnahmen zeugen von einem gegenteiligen Verständnis. Zahlreiche Verschärfungen gegen Schutzsuchende werden postuliert, während kaum ein Wort darüber verloren wird, welche Verantwortung Deutschland gegenüber Flüchtlingen hat. Der Masterplan erweckt schon in der Präambel falsche Eindrücke. Kein Land der Welt könne unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen, heißt es. Dass dies vor allem von Deutschland erwartet wird, ist eine absurde Unterstellung. Der Großteil der Schutzsuchenden weltweit ist außerhalb Europas auf der Flucht, die meisten als Binnenvertriebene. Die Erwartung, dass Entwicklungspolitik vor allem die Flucht nach Europa mindern soll, verkennt die Realität der weltweiten Flüchtlingsbewegungen. Es ist keinesfalls so, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge von Süden in den reichen Norden wandert. Die Hauptlast schultern die armen Staaten selbst. Es muss auch eine Aufgabe deutscher Politik sein, sie bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Stattdessen setzt der Masterplan auf die Schaffung von ‚sicheren Orten‘ in Nordafrika und der Sahel Region, die ‚robust‘ gesichert werden sollen, auf die Schulung von Grenzbeamten und auf die massive Stärkung des europäischen Grenzschutzes durch Frontex.“

 

 

 

Sophia Wirsching, Referentin für Migration von Brot für die Welt:

 

„Eine dramatische Leerstelle des Masterplans ist die Seenotrettung. Gefordert wird Sicherheit an den Grenzen, doch von den humanitären Verpflichtungen gegenüber den Verzweifelten, die über das Mittelmeer flüchten, ist nicht die Rede. Wenn im Masterplan von Fluchtursachen gesprochen wird, sind meist Migrationsursachen gemeint. Hilfe vor Ort kann durchaus dazu beitragen, Bleibeperspektiven zu verbessern, akuten Fluchtursachen wie Krieg und gewaltsamen Konflikten ist aber mit den Mitteln der Entwicklungspolitik kurzfristig nicht beizukommen.  Tatsächlich wäre es Ausdruck nachhaltiger Politik, die eigene Mitverantwortung für die Fluchtursachen anzuerkennen. Das reicht vom menschengemachten Klimawandel und seinen Folgen über unfaire Handelsbeziehungen bis hin zu Waffenexporten aus Deutschland in Krisenregionen.“

 

 

 

Seitz: „Masterplan und Asylkompromiss sind nicht Ausdruck einer zukunftsgewandten Politik. Die Bundesregierung legt im Angesicht der globalen Herausforderungen unserer Zeit einfach die Scheuklappen an. Aus der richtigen Erkenntnis, dass die Herausforderungen weltweiter Migration politischer Lösungen bedürfen, werden die falschen Schlussfolgerungen gezogen. Migration ist eine historische Normalität und eine internationale Gestaltungsaufgabe.  Es kann nicht Aufgabe der Entwicklungspolitik sein, Migration verhindern zu wollen. Die Vereinten Nationen haben sich mit der Erarbeitung eines globalen Rahmenvertrags für Migration der Aufgabe angenommen, die gemeinsame Verantwortung der Staaten zu stärken. Der Masterplan nimmt mit keinem Wort Bezug darauf. “

 


Überreichung von 62.959 Unterschriften zur Einführung des 3. Renten-Entgeltpunkts für alle Mütter von vor 1992 geborenen Kindern an Bundessozialminister Hubertus Heil

kfd und KDFB: Katholische Frauen sammeln in fünf Wochen über 60.000 Unterschriften für die Mütterrente

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil (rechts) und KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth übergeben Bundessozialminister Hubertus Heil die Unterschriften für die Mütterrente. © Foto: Johanna Becker
kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil (rechts) und KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth übergeben Bundessozialminister Hubertus Heil die Unterschriften für die Mütterrente. © Foto: Johanna Becker

 

 

 

(Düsseldorf/Köln/kdfb) -  Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. und der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) haben in Berlin Bundessozialminister Hubertus Heil 62.959 Unterschriften zum dritten Renten-Entgeltpunkt überreicht.

 

 

 

Damit setzen sich beide Verbände erneut dafür ein, dass für alle vor 1992 geborenen Kinder künftig drei statt nur zwei Entgeltpunkte für Erziehungsleistung in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet werden. Die Bundesregierung plant aktuell, dies nur für Mütter von drei oder mehr vor 1992 geborenen Kindern einzuführen.

 

 

 

Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende (Anm.: nicht verwandt mit H. Heil):

 

„Die geplante Einschränkung würde neue Ungerechtigkeiten schaffen. Wir wollen eine bessere Anerkennung der Lebensleistung von Frauen in der Rente. Dabei würde der dritte Entgeltpunkt helfen, um mehr Rentengerechtigkeit herzustellen.“

 

 

 

Dass die Schere zwischen den Rentenbezügen von Frauen und Männern noch immer gravierend ist, bestätigt KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth: „Die eigenständigen Rentenanwartschaften von Frauen liegen knapp 60 Prozent unter denen der Männer, weshalb vor allem Frauen von Altersarmut betroffen sind. Wer Kinder erzieht, leistet jedoch einen besonders wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und darf deswegen im Alter nicht benachteiligt werden.“

 

 

 

Beide Verbände hatten beim Katholikentag in Münster (9.-13. Mai 2018) ihre Mitglieder zur Beteiligung an der Unterschriftenaktion „Keine neuen Gerechtigkeitslücken bei der Mütterrente: Den dritten Entgeltpunkt für alle. Jetzt!“ bis 15. Juni aufgerufen.

 

 

 

Weitere Informationen

 

kfd      www.kfd-bundesverband.de/muetterrente/

 

KDFB   www.frauenbund.de/themen-und-projekte/alterssicherung-fuer-frauen/




Familienbund der Katholiken begrüßt Referentenentwurf zur Verschärfung der Mietpreisbremse

 

„Angesichts rasant steigender Mieten, von denen auch immer mehr Familien existen-ziell betroffen sind, unterstützt der Familienbund der Katholiken weitreichende politi-sche Maßnahmen, die zu einer Eindämmung der Kostenexplosion auf dem Mietmarkt führen“, erklärte Familienbund-Präsident Stefan Becker heute in Berlin zur aktuellen Diskussion über den vom Bundesjustizministerium vorgelegten Referentenentwurf zur Verschärfung der Mietpreisbremse. „Die deutliche Verschärfung der Mietpreis-bremse ist dafür ein ganz entscheidender Baustein.“ Becker weiter: „Die 2015 eingeführte Mietpreisbremse so zu überarbeiten, dass Mietpreiserhöhungen entschieden und wirkungsvoll begrenzt werden, ist Teil des Koalitionsvertrages. Sich daran zu halten, ist die Pflicht dieser Bundesregierung. Was die Familien in Deutschland nicht brauchen, das sind weichgespülte Placebo-Gesetze, sondern Maßnahmen, die Wohnen wieder zu einem erschwinglichen Sozialgut machen.“

 

 

 

(Berlin/fbk) – Der vom Bundesjustizministerium vorgelegte Gesetzentwurf zur Verschärfung der Mietpreisbremse sieht im Kern vor, dass Modernisierungskosten nur noch in Höhe von acht Prozent statt elf Prozent umgelegt werden sollen. Außerdem sollen die Vermieter über die Vormiete Auskunft geben müssen, damit der Mietbewerber abschätzen kann, ob die Miete gegen die Mietpreisbremse verstößt. Der Gesetzentwurf sieht auch vor: Mieterhöhungen sollen künftig auf drei Euro je Quadratmeter Wohnfläche begrenzt werden.

 

Der Familienbund hat zum Katholikentag 2018 unter dem Titel „Bezahlbares Wohnen für Familien: Was die Politik unternehmen muss“ ein umfassendes Positionspapier veröffentlicht. Darin spricht sich der Verband nachdrücklich für ein ganzes Maßnahmenpaket aus, um Wohnraum insbesondere für Familien wieder erschwinglich zu machen, sowohl auf dem Miet- als auch auf dem Immobilienmarkt.

 

 

 

Sie können das Positionspapier hier auf der Website des Familienbundes der Katholiken abrufen.

 

 

 

Ohne Familien ist kein Staat zu machen.

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutsch-lands. Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- sowie 13 Mitgliedsverbände an. Seit 65 Jahren setzt sich der familienpolitische Fachverband für eine familiengerechtere Gesellschaft ein. Der Verband versteht sich als „Stimme der Familien“ – als Interessenvertretung aller Familien in Gesellschaft, Politik und Kirche. Die Rahmenbedingungen für Familien müssen nach Ansicht des Familienbundes so gestaltet sein, dass jede Familie – unabhängig von ihrer jeweiligen Ausprägung – bestmöglich gelingen kann.

 


BDKJ-Bundesvorstand lehnt sogenannte „Transitzentren“ ab und fordert menschenrechtskonforme Verfahren für alle Asylsuchenden / Humanität und offene Grenzen in Europa stehen auf dem Spiel.

Nicht mit der Menschenwürde vereinbar!

(Düsseldorf/bdkj) - Der Bundesvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) lehnt die sogenannten „Transitzentren“ strikt ab. Sie beantworten die Frage nach einer humanen Verteilung von Asylsuchenden in der EU ebenso wenig wie die nach notwendigen Anforderungen an eine gelingende Integration. Die Unterbringung von geflüchteten Menschen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, in geschlossenen Zentren sind für uns nicht mit der Menschenwürde vereinbar.

 

Europäische Nachbarstaaten haben bereits angekündigt, aus Deutschland zurückgeschickte Geflüchtete nicht wieder aufzunehmen. Deshalb ist anzunehmen, dass viele Menschen eine lange Zeit in diesen Zentren verbleiben müssen. Bereits 2015 hat sich der BDKJ für ein Europa der offenen Grenzen ausgesprochen: „Papst Franziskus sagt ‚Wir müssen der Frage mit der Logik der Gastfreundschaft begegnen!‘ Also lasst uns die Grenzzäune abbauen und Notsuchenden endlich ernsthaft das Recht auf Asyl gewähren. Wer Schutz braucht, die oder der muss ihn bekommen.“

 

Wir erleben derzeit eine schwindende Solidarität mit Menschen auf der Flucht in ganz Europa. Für uns ist aber die Menschenwürde 2018 nicht weniger wert als 2015! Wir brauchen in der EU endlich rechtsstaatliche – also menschenrechtskonforme – Verfahren für alle Asylsuchenden!

 

Wir kritisieren zudem das Zustandekommen der jetzt präsentierten Handlungsschritte: Durch das Heraufbeschwören einer Regierungskrise, die suggerierte, die so genannte „Sekundärmigration“ wäre das drängendste politische Problem in Deutschland, wurde die Anti-Asyl-Politik rechtspopulistischer Parteien unterstützt und zugleich die lange erkämpfte Freizügigkeit in Europa in einer Nacht aufs Spiel gesetzt. Wir fordern von der Regierung, die Arbeit an den guten und wichtigen Projekten des Koalitionsvertrags fortzusetzen, dazu gehören z.B. der Ausbau der Entwicklungszusammenarbeit zur Bekämpfung von Fluchtursachen, Kinderrechte ins Grundgesetz und das Engagement gegen Kinder- und Jugendarmut.

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

 


Bischof trifft sich mit Parlamentariern aus dem Bistum Trier zum Austausch

Dialog zwischen Kirche und Politik

 

(v.r.n.l.) erste Reihe: Prälat Dr. Karl Jüsten, Mechthild Heil, Carina Konrad, Antje Lezius, Julia Klöckner, Bischof Dr. Stephan Ackermann, Ursula Groden-Kranich, Dr. Katharina Barley, Katrin Werner, Josef Oster, Katharina Jestaedt, Bischofskaplan Weber, Simone Thiel; zweite Reihe: Thomas Lutze, Markus Uhl, Andreas Steier, Peter Bleser, Dr. Hans-Günther Ullrich, Markus Tressel, Patrick Schnieder (Foto: Bistum Trier/W. Wetzler)

 

 

(Berlin/Trier/bt) – Politikerinnen und Politiker von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, die Linke und FDP, die aus dem Bistum Trier kommen, sind am 26. Juni einer Einladung des Trierer Bischofs Dr. Stephan Ackermann zum Parlamentarierabend im Katholischen Büro Berlin gefolgt.

 

„Die sogenannte Volkskirche ist noch in Teilen im Bistum Trier vorhanden. Aber die Kirche stellt sich den gleichen Herausforderungen wie die Politik“, markierte der Bischof in seiner Begrüßung ein Thema des Abends. Die aktuelle Debattenkultur, eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft und die stärkere Individualisierung der Lebensplanung seien deutliche Hinweise, dass ein christliches Menschenbild als Basis des gesellschaftlichen Konsenses nicht mehr von allen geteilt werde. Ackermann sprach auch die Situation der Rettungsschiffe im Mittelmeerraum an. Auch wenn die Aktionen der Hilfsorganisationen und der Schlepper näher betrachtet werden sollten, so könne Europa dennoch nicht zusehen, wenn Menschen in Not seien. Es sei Europas nicht würdig, wenn diese Notlagen als politisches Druckmittel eingesetzt werden. Der Bischof forderte die Parlamentarier auf, sich weiterhin für solidarische Lösungen einzusetzen, auch wenn dies mühsam sei. Einigkeit bestand darin, dass in einer komplexen Welt mit vielen Unsicherheiten einfache Antworten oftmals zu kurz griffen. Kirche wie Politik müssten es besser schaffen, die Fragen der Zeit aufzugreifen und durch eine klare Sprache Lösungen zu erklären. Aufgabe von Kirche und Politik sei es, Orientierung zu geben.

 

Die Bundestagsabgeordneten sprachen sich für einen regelmäßigen Austausch aus, damit die jeweiligen Arbeitsschwerpunkte aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet würden. Insbesondere die Kirche als identitätsstiftendes Element vor Ort sei von besonderem Interesse für die Menschen, waren sich die Parlamentarier fraktionsübergreifend einig. Dr. Hans Günther Ullrich, Leiter der Abteilung Ehrenamt, Bildung und Gesellschaft im Bischöflichen Generalvikariat Trier, verwies in diesem Zusammenhang auf die geplanten Foren „Die Kirche bleibt im Dorf“, die eine Möglichkeit bieten, die ländlichen Räume des Bistums und Beispiele aktiver Kirchengemeinden genauer in den Blick zu nehmen. 

 

Auf Rückfrage von Bischof Ackermann zum Thema Organspende bestätigten die Politikerinnen und Politiker, dass die Kirchen dazu beitragen könnten, eine breitere Akzeptanz in der Bevölkerung für die Bereitschaft zur Organspende zu erlangen, wenngleich das persönliche Entscheidungsrecht bleiben müsse.

 

Für Bischof Ackermann war es sehr erfreulich, dass fast alle Fraktionen der Einladung zu einem offenen Gespräch gefolgt seien. „Das Bistum Trier ist in Berlin gut vertreten.“ Die Anregungen für einen weiteren Austausch nehme er gerne auf. 

 


Kabinettsbeschluss zum Familienentlastungsgesetz

Familienentlastungsgesetz bleibt hinter Erwartungen von Familien zurück

 

(Trier/Berlin/mk) - Der Familienbund der Katholiken im Bistum Trier hält das vom Bundeskabinett beschlossene Familienentlastungsgesetz zwar für wichtig, sieht darin aber nur eine kleine Verbesserung für Familien.

 

 

 

Zur Erhöhung des Kindergeldes bemerkt der Familienverband, dass die Erhöhung des Kindergeldes 2019 nach den mageren Anhebungen der Vorjahre zwar etwas höher ausfallen werde, dies aber auch überfällig sei. Seit 2010 ist das Kindergeld gemessen an der Kaufkraft sogar gesunken. Der Familienbund begrüßte indes ausdrücklich, dass gleichzeitig mit dem Kindergeld auch die Kinderfreibeträge angehoben worden sind. Das Kindergeld müsse jedoch deutlich stärker erhöht werden und zudem mit dem Kinderzuschlag zu einem schlüssigen Kindergeldmodell zusammengefast werden.

 

 

 

Das anhaltende Problem von fast zwei Millionen armutsgefährdeten Kindern in Deutschland löst die Anhebung des Kindergeldes in keiner Weise, weil das Kindergeld auf die Grundsicherung angerechnet wird“, so die Vorsitzende des Familienbundes Hildegard Weber. Auch die hohe Zahl der Alleinerziehenden, die Unterhaltsvorschuss beziehen, profitierten von der Kindergelderhöhung nicht, da das Kindergeld auch auf den Unterhaltsvorschuss voll angerechnet werde. Der Familienbund fordert, dass das Kindergeld wie beim Unterhalt nur hälftig angerechnet wird. Dadurch hätten Alleinerziehende künftig pro Monat 102 Euro mehr zur Verfügung.

 

 

 

Wenn jetzt von einem Milliardenpaket für Familien die Rede ist, müsse jedoch deutlich gesagt werden: Eine familienspezifische Leistung ist die Anpassung der kalten Progression nicht. Diese komme allen Erwerbstätigen zugute. Dass der Gesetzgeber die kalte Progression für die Jahre 2019 und 2020 beseitigen will, sei jedoch eine richtige Entscheidung. Die kalte Progression sei ein Webfehler im deutschen Steuersystem und müsse grundlegend korrigiert werden - zum Beispiel durch die Einführung eines Tarifs auf Rädern, einer automatischen Tarifverschiebung gemäß der Inflation.

 

 

 

 

 

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands.

 

Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- und 15 Mitgliedsverbände an.

 


Ehemalige Frauenbundvorsitzende „eine wahrhaftige Erbin Ellen Ammanns“

Bayerischer Verdienstorden für Elfriede Schießleder

Elfriede Schießleder und Ministerpräsident Söder. Bildnachweis: Bayerische Staatskanzlei
Elfriede Schießleder und Ministerpräsident Söder. Bildnachweis: Bayerische Staatskanzlei

 

 

(München/pm)  – Elfriede Schießleder hat gestern, Mittwoch, in München den Bayerischen Verdienstorden erhalten. Sie war bis zum Wochenende Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern, des größten Frauenverbands in Bayern. Emilia Müller, die neu gewählte KDFB-Landesvorsitzende sieht Schießleder in der direkten Nachfolge der Gründerin des Frauenbund-Landesverbandes: „Sie ist eine würdige und wahrhaftige Erbin der Anliegen und Ziele Ellen Ammanns. Der Frauenbund gratuliert Schießleder und ist sich ihrer herausragenden Verdienste bewusst. Was immer Elfriede Schießleder anpackt, sie macht es mit Leidenschaft.“ Ministerpräsident Markus Söder betonte in seiner Würdigung, dass sich der KDFB Landesverband Bayern unter der Führung von Schießleder für eine nachhaltige Asyl- und Integrationspolitik stark machte: „Schießleder wurde daraufhin 2017 als Mitglied in den Bayerischen Integrationsrat berufen.“

 

 

 

„Schießleder hat in den acht Jahren ihrer Amtszeit mit großem Erfolg ihre Energie und ihr Engagement darauf verwandt, dass der KDFB als Lobbyverband für Frauen in ganz unterschiedlichen Lebensfragen angekommen ist. Er hat sich für die Medien, für Politik und Verbände zu einem viel gefragten Gesprächs- und Kooperationspartner entwickelt“, so Emilia Müller. Besonders hervorzuheben sei außerdem ihr Einsatz für die Anerkennung ehrenamtlichen Engagements.

 

Die Theologin Schießleder war beim KDFB auf verschiedenen Verbandsebenen tätig und engagierte sich vor allem für frauen- und sozialpolitische Themen. Von 1990 bis 2007 war sie stellvertretende Vorsitzende des Diözesanverbandes Passau; seit 2004 ist sie Vizepräsidentin des KDFB Bundesverbandes. Von 2006 bis 2010 war sie stellvertretende Landesvorsitzende, ab 2010 Landesvorsitzende. Als Landesvorsitzende machte sie sich stark für das Netzwerk Familienpaten in Bayern und für Theodora – ein Wohnheim für Wohngruppen, unter anderem mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

 

Besonders stolz ist Schießleder auf das Engagement und Wissen der 165.000 Frauenbund-Mitglieder, welches sie aktiv einbringen, wo immer es gebraucht wird. So versteht sie die Auszeichnung mit dem Bayerischen Verdienstorden auch als Ergebnis der Arbeit des beeindruckend großen „Teams Frauenbund“.

 

Die promovierte Caritaswissenschaftlerin aus Wurmannsquick in Niederbayern hat zahlreiche weitere Ehrenämter inne. Unter anderem ist sie Mitglied des Runden Tischs Bürgerschaftliches Engagement in Bayern, stellvertretende Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken, außerdem Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Katholische Frauen Bayerns. Für ihr herausragendes Engagement überreichte ihr 2015 der damalige Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz am Bande. Bereits 2009 wurde die Mutter von drei Söhnen mit der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste ausgezeichnet.

 


Kardinal Reinhard Marx und Bundesministerin Dr. Franziska Giffey übernehmen Schirmherrschaft für die 72-Stunden-Aktion des BDKJ und seiner Jugendverbände

Prominente Unterstützung für deutschlandweite Sozialaktion

 

(Düsseldorf/bdkj) - Die 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und seiner Jugendverbände erhält prominente Unterstützung: Kardinal Reinhard Marx und die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey, haben die Schirmherrschaft für die deutschlandweite Sozialaktion übernommen, die vom 23. bis 26. Mai 2019 stattfindet.

 

 

 

„Die 72-Stunden-Aktion gibt ein großartiges Zeugnis für das soziale Engagement in den Jugendverbänden: Ihr zeigt, dass junge Menschen sich engagieren wollen und ihr gebt eurem Glauben ‚Hand und Fuß‘, indem ihr euch einsetzt und Gutes tut. Ihr zeigt, dass man die Welt gemeinsam in 72 Stunden ein bisschen besser machen kann“, sagt Schirmherr Kardinal Reinhard Marx. „Euer Engagement ist Motor für gesellschaftliche und soziale Entwicklung und wird sicherlich auch über die Aktion hinaus sichtbar und spürbar sein. Euch schickt wirklich der Himmel – als Schirmherr der Aktion wünsche ich allen Beteiligten viel Freude und Gottes Segen“, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

 

 

 

Auch Schirmherrin Bundesministerin Dr. Franziska Giffey zeigt sich begeistert von der Aktion: „Die 72-Stunden-Aktion des BDKJ zeigt, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement ist. An diesen drei Tagen packen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vor Ort an, weil sie unser Land besser machen wollen, weil sie sich kümmern. Im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kümmern wir uns um die Kümmerer. Deshalb unterstütze ich als Schirmherrin die 72-Stunden-Aktion des BDKJ und wünsche allen Beteiligten viel Erfolg!“

 

 

 

Der BDKJ freut sich, mit Kardinal Marx und Ministerin Dr. Giffey prominente Unterstützung für die 2019 anstehende größte Sozialaktion in Deutschland zu erhalten. „Soziales, ehrenamtliches Engagement ist Alltag in der kirchlichen Jugend(verbands)arbeit. Mit der 72-Stunden-Aktion wird dieses Engagement von Kindern und Jugendlichen in den Fokus gerückt. Diese Botschaft wird durch die Schirmherrin und den Schirmherrn stark in die Öffentlichkeit getragen“, erklärt BDKJ-Bundesvorsitzender Thomas Andonie.

 

 

 

„Uns schickt der Himmel – die 72-Stunden-Aktion des BDKJ“ findet vom 23.-26. Mai 2019 in ganz Deutschland statt. Während der Sozialaktion des BDKJ und seiner Jugendverbände engagieren sich junge Menschen drei Tage lang für ein soziales Projekt in ihrer Nähe. Mitmachen können neben Gruppen aus den katholischen Jugendverbänden auch Schulklassen, Jugendeinrichtungen und andere Gruppen. Weitere Informationen gibt es unter www.72stunden.de

 

 

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft.

 


„gegen den strom“ – Ausstellung präsentiert literarische Subkultur aus Leipzig

 

 

 

 

(Leipzig/pm) - Das Jahr 1968 hatte viele Nuancen und eine besonders interessant schillernde zeigt die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik aus Leipzig nun in Dresden. Die Ausstellung „gegen den strom“ widmet sich einem literaturgeschichtlichen Ereignis der DDR-Geschichte: der illegalen Lesung auf dem Leipzi­ger Elsterstausee am 26. Juni 1968. Der Lyriker Siegmar Faust, bereits in den 1960er Jahren im Fokus der staatlichen Repression und von zwei Leipziger Hochschulen exmatrikuliert, organi­sierte als Motorbootsfahrergehilfe gemeinsam mit dem Dichter Andreas Reimann eine heimliche Lesung auf einem Fahrgastschiff.

 

 

 

Dreißig Personen nahmen teil, darunter viele der später wichtigen dissidentischen Autoren in der DDR wie Wolfgang Hilbig, Gert Neumann, Heidemarie Härtel, Andreas Reimann oder der heute als Autor und Kabarettist prominente Bernd-Lutz Lange. Durch einen IM der Stasi wurde die Ver­an­­staltung als „Riverboat-Lesung“ doku­mentiert. Es folgten Verhöre und für die Akteure „Bewäh­rungen in der Produktion“ sowie für den Organisator die Ausweisung aus der Stadt Leipzig.

 

 

 

Der Leipziger Lyriker und Vorsitzende der internationalen Lyrikgesellschaft Ralph Grüneberger konzipierte vor mehr als zehn Jahren eine Ausstellung zu dem Ereignis. Sie wurde an zahlreichen Orten in ganz Deutschland gezeigt und erreichte bisher mehr als 30.000 Besucher. Der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lutz Rathenow, wird die erstmals in Dresden gezeigte Ausstellung eröffnen.

 

 

 

Im Anschluss gibt es den Dokumentarfilm „In jenem beharrlichen Sommer …“ von Ralph Grüneberger und Gerhard Pötzsch zu sehen, der 2007 entstand - gefördert durch die Sächsische Landesmedienanstalt und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Im Gespräch mit Siegmar Faust wird der Lesung erinnert - auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Ereignis.

 

 

 

Die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik lädt zur Eröffnung der Ausstellung am 26. Juni um 18 Uhr in die Gedenkstätte Bautzener Straße Dresden (Bautzener Straße 112a) ein. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen und dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 


Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht eine Website mit satirischen Kurzfilmen zu Verschwörungstheorien

Projekt zur Stärkung der Medienkompetenz

 

www.wahrewelle.tv

 

(Berlin/bpb) - Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb veröffentlicht am 25. Juni 2018 das Online-Angebot „Wahre Welle TV“. Die Website im Stil eines Fernsehsenders gibt vor, über Verschwörungen aufzuklären. Bei genauerem Hinsehen entlarvt sich das Angebot als satirische Auseinandersetzung mit Verschwörungstheorien und deren absurden und wirklichkeitsverzerrenden Argumentationsmustern. Sechs Filme, die in der Machart von unterschiedlichen Fernsehformaten gehalten sind, stellen die unterschiedlichen Verschwörungstheorien auf eine skurrile, realitätsferne Art und Weise dar, sodass die fehlende Logik der Verschwörungstheorien klar wird. Die Webvideos sind unter www.wahrewelle.tv zu finden.

 

"Der 11. September 2001 wurde von der US-Regierung inszeniert". Die Kondensstreifen am Himmel seien eigentlich Schwaden voller Gift und ein Großteil unserer Politiker in Wirklichkeit „Echsenwesen“. Verschwörungstheorien haben Konjunktur. Und ihre Verbreitung in Zeiten der Allgegenwärtigkeit Sozialer Medien ist rasant.

 

Die Idee des Projektes ist es, auf niedrigschwellig Weise ein medienpädagogisches Angebot zu entwickeln, das die Logik von Verschwörungstheorien aufzeigt und die oftmals abstrusen Argumentationen aufdeckt. Das Instrument der satirischen Überspitzung wird hier bewusst gewählt, um die Medienkompetenz und die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit politischen Themen im Netz zu fördern

 

Thomas Krüger, Präsident der bpb, spricht von einem Bildungsangebot, um Zielgruppen zu erreichen, die konventionellen Medien oft nur noch wenig Beachtung schenken: „Über Webvideos und Satire erreichen wir vor allem die Netzcommunity. Sie wollen wir dafür sensibilisieren, nicht alles zu glauben, was man in sozialen Netzwerken liest und hört.“ Thomas Krüger weiter: „So verschieden die Verschwörungstheorien auch sein mögen, so eint sie doch, dass sie versuchen, einfache Antworten auf komplexe Fragen zu geben und die Welt in ein Gut-Böse-Schema teilen.“ Eine zentrale Herausforderung für die politische Bildung, deren Aufgabe es ja gerade sei, die parlamentarische Demokratie zu vermitteln und demokratische Verfahren wie Vermittlung, Kompromiss und Ausgleich zu fördern.

 

Die bpb nutzt seit einigen Jahren verstärkt Webvideoformate, um junge Menschen durch eine aufsuchende politische Bildung anzusprechen. Mit Aktionsformaten zur historisch-politischen Bildung und News-Formaten, u.a. auch in Zusammenarbeit mit YouTubern, erreicht die bpb neue Zielgruppen und fördert Diskussionen über politische Themen im Netz.

 

Die bpb hat hierfür nun in Zusammenarbeit mit der Turbokultur GmbH „Wahre Welle TV“ entwickelt, ein fiktiver Online-Kanal, der die bekanntesten Verschwörungstheorien in satirischen Clips thematisiert. Im Anschluss an die Videos können sich die Nutzer auf einer bpb-Website genauer über die Hintergründe der Verschwörungstheorien informieren.

Die Infotexte zu den Filmen findet man unter www.bpb.de/wahrewelle

 


Für eine solidarische Lösung in der europäischen Migrations- und Flüchtlingspolitik

Europa muss in der Asylpolitik Verantwortung übernehmen

 

EU-Ratsgipfel * Asylpolitik * Flucht * Migration * GEAS * Dublin

 

(Berlin/bfw) - Angesichts der stockenden Reformen zum Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS) und der aufgeheizten Diskussion in Deutschland rufen Brot für die Welt und die Diakonie Deutschland die Europäische Union auf, sich beim kommenden EU-Ratsgipfel auf die Vision eines geeinten Europas der Menschenrechte zurückzubesinnen. „Es ist ein Bruch mit den menschenrechtlichen Verpflichtungen, unsolidarisch und bedenklich kurzsichtig, dass einige EU-Regierungen sich weigern, überhaupt noch Schutzsuchende aufzunehmen. Damit wird ein Grundgedanke der EU leichtfertig aufgegeben, um kurzfristig innenpolitischen Druck abzuleiten. So schieben wir die globale Verantwortung für die Folgen von Krieg und Gewalt von uns weg, während wir gleichzeitig davon reden, dass wir mehr globale Verantwortung übernehmen müssen", sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt. Das evangelische Hilfswerk und die Diakonie Deutschland erfüllt diese Entwicklung mit großer Sorge.

 

Die aktuelle Reform des GEAS zielt darauf, Asylsuchende in „sichere Drittstaaten“ abzuweisen. Darüber hinaus werden Auffanglager für Flüchtlinge im Westbalkan und in Nordafrika diskutiert. Auch in der innenpolitischen Debatte dominieren diese Forderungen. Die rechtstaatliche Notwendigkeit der Überprüfung aller Einzelfälle gerät so mehr und mehr in den Hintergrund. „Dies hat zu einer gefährlichen und fahrlässigen Emotionalisierung der Debatte auf Kosten der Schutzbedürftigen geführt und könnte eine Kettenreaktion nationaler Alleingänge in Gang setzen“, sagt Ulrich Lilie, der Präsident der Diakonie Deutschland: „Wir müssen diese verheerende Abwärtsspirale im Flüchtlingsschutz stoppen. Vor allem den Bedürftigsten dürfen wir nicht verweigern Asyl zu bekommen, wenn Europa ein Europa der Menschenrechte bleiben will. Konzeptionelle Schnellschüsse wie Auffanglager außerhalb der EU mit völlig ungeklärten Rechtsgrundlagen tragen eher zur Verunklarung als zur Klärung der in der Tat drängenden Fragen bei.“

 

Eine nachhaltige und faire Einigung über die Verteilung Schutzsuchender ist im Dublin-System nicht in Sicht. Lilie: „Zurückweisungen an der Grenze oder bilaterale Abkommen sind keine Lösung, Schutzsuchende gerecht auf die EU-Länder zu verteilen. So wird die Spaltung der EU nur weiter vorangetrieben. Die Probleme der Dublin-Verordnung sind nicht neu, das Prinzip der Zuständigkeit durch Ersteinreise hat schon immer zu einer unfairen Verteilung geführt.“ Die EU müsse endlich zu einer Sachpolitik zurückkehren, die nicht nur die nächsten Wahlen vor Augen habe, sondern einen echten Interessenausgleich der Mitgliedstaaten herstelle und auch Familie und sonstige Bindungen der Asylsuchenden berücksichtige.

 

Aktuell stellt die EU-Kommission ihren Vorschlag zum Mehrjährigen Finanzrahmen ab 2021 vor. Darin koppelt sie gezielt Entwicklungsprogramme für afrikanische Staaten an Migrationskontrolle. Verstärkter Grenzschutz bedeutet oftmals die militärische Aufrüstung autokratischer Regime mit Geldern aus der Entwicklungszusammenarbeit. „Statt nachhaltige Perspektiven zu schaffen, wie es Kernaufgabe der Entwicklungspolitik ist, soll kurzfristig die Zahl neuankommender Geflüchteter gesenkt werden – unter Inkaufnahme von Menschenrechtsverletzungen, Vertreibungen und Diskriminierungen in den  ‚Partnerstaaten‘“, sagt Füllkrug-Weitzel. Diese Politik stärke Autokraten und schaffe kurz- und mittelfristig zusätzliche Fluchtgründe, sie sei mithin kurzsichtig. „Eine zukunftsfähige Politik hingegen muss den Menschen in ihrer Heimat eine dauerhafte Perspektive bieten. Hierfür wären etwa eine energischere Klimaschutzpolitik und eine fairere Handelspolitik viel aussichtsreicher", so die Präsidentin von Brot für die Welt.

 

Brot für die Welt und die Diakonie Deutschland appellieren an die Bundesregierung, auf europäischer Ebene für den Flüchtlingsschutz und ein starkes Recht auf Asyl einzutreten. Auf UN-Ebene müssen die Verhandlungen zum Global Compact on Refugees im Geist der internationalen Kooperation und Solidarität vorangetrieben werden.

 

Die Diakonie Deutschland hat – mit Expertise von Brot für die Welt – am 16.04.2018 im Innenausschuss des Bundestages zur aktuellen Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems Stellung genommen:

 

http://news.brot-fuer-die-welt.de/r.html?uid=D.B.B935.tl.BeomZ.A.-kISdfECLu78QEBaRd137nb2COSNS84zp3R620p-4Z2RtJxErpSAT8J7LZcM04IyaaTY7WsZW-f6G0LOcRGA1w

 


Katholisches Hilfswerk gibt zum Weltflüchtlingstag Buch mit Beiträgen zur Migrationstheologie aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa heraus

Aachen fordert breitere theologische Debatte zum Thema Flucht und Migration

 

(Aachen/missio) -  „Das Thema Geflüchtete braucht dringend eine weltkirchliche theologische Reflektion, sonst bleibt die öffentliche Debatte auch in Deutschland nur an der Oberfläche“, sagte heute Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen  zum Weltflüchtlingstag. Deshalb veröffentlicht missio Aachen heute den Band „Migration und Flucht. Zwischen Heimatlosigkeit und Gastfreundschaft“ aus seiner Reihe „Theologie der Einen Welt“.  Darin kommen Theologinnen und Theologen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa zu Wort. Sie beschäftigen sich mit Fluchtursachen in ihrer jeweiligen Heimat, den Auswirkungen der Weltwirtschafsordnung auf Migrationsbewegungen, den theologischen und pastoralen Konzepten zur Arbeit mit Geflüchteten in Afrika, Asien und Lateinamerika vor Ort sowie einer Theologie, die Migration als eine eigene Gotteserfahrung deutet.

 

„Die Beiträge zeigen, dass Migration schon immer untrennbar mit der Geschichte der Menschheit verbunden ist und auch in den Heiligen Schriften aller Religionen und Kulturen Migrationserzählungen grundlegend sind“, sagte Prälat Krämer. „Deshalb können wir als Christen bei allen politischen und ökonomischen Herausforderungen eine positive Grundhaltung gegenüber Geflüchteten und Migrierten einnehmen“, so Prälat Krämer weiter. „Wir dürfen in Deutschland das Thema Flucht und Migration so führen, dass das Potential von Religion zur Lösung und Prävention von Konflikten in den Blick kommt“, meinte Prälat Krämer. „Wir sollten die Migrationstheologie breiter zur Kenntnis nehmen.“

 

Dass Flucht, Vertreibung und Migration für die Menschen in Afrika und Asien untrennbar mit religiösen Erfahrungen verbunden sind, „beobachten wir seit Jahren schon in unserer alltäglichen Projektarbeit mit unseren kirchlichen Partnern in diesen Kontinenten“. Deshalb unterstützte missio Aachen 2017 die kirchliche Projektarbeit mit Geflüchteten in Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Asien mit 1,23 Millionen Euro für 24 Projekte. „Die betroffenen Menschen brauchen eine ganzheitliche Pastoral, hier leisten unsere Partner Bewundernswertes“, sagte Prälat Krämer. „Wir dürfen nicht vergessen: In Europa lebt nur ein Bruchteil der Geflüchteten weltweit.“

 

Buchhinweis:

Klaus Krämer/Klaus Vellguth (Hg.): Migration und Flucht. Zwischen Heimatlosigkeit und Gastfreundschaft, Theologie der Einen Welt, Band 13, Verlag Herder in Kooperation mit missio Aachen, 326 Seiten, ISBN 978-3-451-37922-2,

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Offener Brief von 11 Organisationen an Bundesregierung

Entwicklungspolitik darf nicht zur Migrationsverhinderung verkommen

 (Friedrichsdorf/Berlin/wv) – Zum Weltflüchtlingstag am kommenden Mittwoch fordert die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision, dass die deutsche Entwicklungspolitik nicht zu einem Instrument zur Verhinderung von Migration verkommen darf. Gemeinsam mit 10 weiteren Organisationen fordert die Organisation, dass sich Europa nicht noch weiter abschotten dürfe.

In dem Brief, der unter anderem an Bundeskanzlerin Merkel, Bundesinnenminister Seehofer und den Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit Müller übersandt wurde, heißt es, dass die deutsche Entwicklungspolitik offenbar immer mehr der Migrationskontrolle diene. Innenpolitische Ziele dürften aber nicht zu Lasten der Armutsbekämpfung dienen, der sich die Entwicklungspolitik bisher verpflichtet gesehen habe.

Die Organisationen nennen in ihrem Brief als Beispiel die Zusammenarbeit mit Regimen in Afrika, die international seit Jahren wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen am Pranger stehen. Durch Abkommen mit diesen Staaten werden diese nun als Partner bei der Migrationskontrolle gesehen, ohne dass sie auch nur minimale Verbesserungen etwa im Bereich der Menschenrechte erbringen müssten.

Gemeinsam fordern die Organisationen die sofortige Rückkehr zu den eigentlichen Zielen der Entwicklungszusammenarbeit. Finanzielle Mittel der Entwicklungszusammenarbeit müssen einer nachhaltigen Armutsbekämpfung dienen. Rückkehrerprogramme von Flüchtlingen in ihre Heimat dürfen nicht auf die Mittel zur Entwicklungszusammenarbeit angerechnet werden, insbesondere wenn sie keinen entwicklungspolitischen Nutzen haben. Auch lehnen die Organisationen die Auslagerung von Asylentscheidungen in Drittstaaten ohne Transparenz und Kontrolle ab.

 
Offener Brief liegt im Netz
: http://worldvision.de/offener-brief-migration

 

Die unterzeichnenden Organisationen sind: World Vision Deutschland, CARE, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Oxfam Deutschland, Micha Deutschland, terre des hommes, Weltfriedensdienst, Medica mondiale, forumZFD, PRO ASYL. Der Brief wurde an Bundeskanzlerin Merkel und die Bundesminister Seehofer, Müller und Maas übersandt.

 

INFOS IM INTERNET
http://www.worldvision.de
World Vision finden Sie auch auf Facebook, Twitter, Xing und Youtube

 

HINTERGRUND
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2016 wurden 327 Projekte in 52 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit World Vision Büros in weiteren 97 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. http://www.worldvision.de

 

 

 

 

 


Ausstellung „Unserer Zukunft hat schon begonnen“ des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. noch bis 23.06.2018 im ehemaligem Stadtbüro Leipzig, Katharinenstraße 2 zu sehen

(Leipzig/pm) - Die Wanderausstellung „Unsere Zukunft hat schon begonnen“ zeigt die verfehlte Umweltpolitik und die massive Zerstörung des Lebensraumes in der DDR. Am Beispiel der Braunkohleregion im Leipziger Südraum wird das Entstehen zivilgesellschaftlichen Engagements und Widerspruchs unter den Bedingungen der SED-Diktatur nachgezeichnet. Der jahrelange Protest mündet nach der Friedlichen Revolution 1989 in ein wirtschaftliches, soziales und kulturelles Zukunftskonzept für eine geschundene Region. In diesem Sinne zeigt die Ausstellung auch die in der Öffentlichkeit oft unbeachtete, erfolgreiche Transformationsgeschichte Ostdeutschlands auf.

 

 

 

 

Die Wanderausstellung wurde unterstützt und gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Zeitzeugeninterviews und Medienstation mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

 

 

 

Öffnungszeiten:              Montag bis Sonnabend 10 bis 18 Uhr

 

 

 

Nach Leipzig ist die Ausstellung in der St. Georgenkirche in Rötha und anschließend in Mölbis und im Stadtmuseum Borna zu sehen.

 

 

 

Die Wanderausstellung „Unsere Zukunft hat schon begonnen“ stellt zunächst die verfehlte Umweltpolitik durch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) dar. Die wirtschaftlichen Prämissen der Staatspartei zu Gunsten der industriellen Produktion und der Devisenbeschaffung führten zur massiven Zerstörung des Lebensraumes. Umweltdaten unterlagen einer großen Geheimhaltung.

 

 

 

Ab Ende der 1970er-Jahre gründeten sich erste Umweltgruppen in der DDR und ihre Anzahl nahm im Laufe der 1980er-Jahre stetig zu. Die Ausstellung zeigt deren Form der Informationsgewinnung und das öffentlichkeitswirksame Agieren, wie etwa Protestmärsche oder das Herstellen von ökologischen Untergrundzeitschriften. Dargestellt wird auch die Repressionsgeschichte der Umweltgruppen durch SED und Staatssicherheit.

 

 

 

Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Christlichen Umweltseminars Rötha (CUR) in der Braunkohleregion des Leipziger Südraums. Das Gebiet war vom Kohletagebau, der Braunkohle- und Karbolchemie geprägt, was zu massiven Umweltschäden führte.

 

Mit der Protest-Aktion „Eine Mark für Espenhain“ im Jahr 1988 erreichte das CUR eine unerwartete Resonanz. Mit 100.000 Unterstützern entwickelte sich diese Unterschriften- und Geldsammlung zur ersten und einzigen Bürgerinitiative in der DDR.

 

 

 

 

 

Die Präsentation der Ausstellung in der Katharinenstr. 2 erfolgt in Kooperation mit dem Bürgerkomitee Leipzig e.V., Träger der Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke und mit Unterstützung der Stadt Leipzig.

 


BDKJ lehnt geplante Neuregelung des Familiennachzugs ab

Grundrechte lassen sich nicht kontingentieren!

 

(Berlin/bdkj) - Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) kritisiert den vorliegenden Gesetzentwurf zur Neuregelung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte scharf. „Das Grundrecht auf Schutz der Familie gilt für alle – auch für Menschen mit subsidiärem Schutzstatus“, erklärt BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier. „Unter einer Einschränkung dieses Grundrechts leiden vor allem Kinder, Jugendliche und Frauen, die weiterhin Hunger und Elend in ihren Herkunftsländern oder großen Auffanglagern an den europäischen Außengrenzen ausgesetzt sind“, so Maier weiter.

                                            

 In der vergangenen Woche hatte das Bundeskabinett seinen Entwurf zur Neuregelung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte verabschiedet. Der Entwurf soll in der heutigen Plenardebatte des Bundestags beraten und abgestimmt werden. Der Bundesrat hatte bereits Nachbesserungen gefordert, da der vorliegende Entwurf nicht rechtssicher sei. 

 

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass ab dem 1. August 2018 maximal bis zu 1000 Personen monatlich aus humanitären Gründen im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland einreisen dürfen. Eine solche Kontingentlösung lehnt der BDKJ ab. Lisi Maier dazu: „Grundrechte lassen sich nicht kontingentieren. Wir fordern: Keine Einschränkung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte!“

 

Seit den 1990er Jahren sind die Rechte von Asylsuchenden immer weiter eingeschränkt worden. Die europäischen Außengrenzen werden immer stärker kontrolliert, Verteilungsschlüssel werden eng festgeschrieben, Verantwortliche aus Politik und Verwaltung - von Bundesebene bis zur Kommunalebene - schieben sich ihre Verantwortung hin und her. Über die Erklärung von Drittstaaten werden Ausreiseverfahren vereinfacht und beschleunigt, zugleich zwingen Kriegseinsätze, Wirtschafts- und Freihandelsabkommen immer mehr Menschen zur Flucht. „Kein Mensch flieht ohne Grund und lässt leichtfertig seine oder ihre Familien zurück. Als BDKJ fordern wir aus unserer christlichen Überzeugung heraus eine humane und an der Menschenwürde orientierte Politik für Geflüchtete in der gesamten EU“, so Lisi Maier.

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft.

 


Vor 50 Jahren: Protest gegen die Sprengung der Leipziger Universitätskirche

 

 

(Leipzig/pm) - Am 20. Juni 1968 geschah in der Leipziger Kongresshalle gegen 20 Uhr laut Stasi-Bericht etwas „Ungeheuerliches“. Ein Plakat entrollte sich scheinbar aus dem Nichts. „Wir fordern Wiederaufbau“ war vor 50 Jahren plötzlich für 1.800 in- und ausländische Besucher sowie DDR-Minister und Vertreter der Westmedien bei der Abschlussveranstaltung des Bachwettbewerbs über der Kongresshallenbühne zu lesen. Während die DDR-Offiziellen verdutzt schwiegen, applaudierte das Publikum. Mit dem Aufruf protestierten Leipziger Studenten gegen die Kulturbarbarei des SED-Regimes, die sich in der Sprengung der im Krieg unversehrt gebliebenen Leipziger Universitätskirche St. Pauli am 30. Mai 1968 offenbart hatte.

 

 

 

Neben dem Prager Frühling, der für viele ein Hoffnungszeichen war, schien der Leipziger Protest gegen die Kirchensprengung Jahre nach dem Mauerbau – Jahre, in denen es kaum öffentlich wahrnehmbaren Protest gegeben hatte – wie ein Lichtblick, dass sich endlich wieder Ablehnung und Widerstand gegen das übermächtig scheinende System zu regen begann.

 

 

 

Stefan Welzk, einer der Hauptakteure des Kirchenprotests, hat sich auf Spurensuche begeben und mit seinem Buch „Leipzig 1968. Unser Protest gegen die Kirchensprengung und seine Folgen“ ein bedeutendes Erinnerungsstück in der Schriftenreihe des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vorgelegt. Welzk berichtet in seinem Buch nicht nur über die Protestaktion und deren Akteure. Er folgt vielmehr den sehr aufschlussreichen Lebenswegen der Protagonisten und bietet somit einen Blick auf verschiedene Biografien, die sich im Jugendalter im subkulturellen Milieu überschnitten und später voneinander entfernten. Allen Lebensgeschichten sind die Sehnsucht nach Freiheit und ein wacher, widerständiger Geist eigen. Wie diese Lebenshaltung und die DDR-Prägung sich später im bundesdeutschen Alltag niederschlugen, welche Möglichkeiten und Grenzen es gab, zeigt Welzk auf spannende Weise.

 

 

 

Mut, Klugheit und eine ordentliche Portion Chuzpe fanden hier zu einer Handlungsintelligenz zusammen, die den Protest gegen die Kirchensprengung auch über Leipzig hinaus zu einem Datum der deutschen Widerstandsgeschichte werden lässt“, so der Sächsische Landesbeauftragte Lutz Rathenow. Rathenow begrüßt zudem, dass durch die neue digitale Zugangsform auch ein Anreiz für die jüngere Generation geschaffen wird, sich mit den Geschichten junger Menschen in einer vergangenen, aber immer noch nachwirkenden Zeit auseinanderzusetzen.

 

Fünfzig Jahre nach der Protestaktion hat die Evangelische Verlagsanstalt neben der weiterhin erhältlichen Printausgabe das Werk als E-Book herausgebracht. Es ist für 7,49 € im Online-Buchhandel erhältlich.

 


5. Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ diskutiert über Rechtspopulismus und Kirche

„Wir müssen uns schmutzig machen!

 

(Rostock/Hamburg/cm) - Seit fünf Jahren treffen sich Engagierte aus der Nordkirche zum „Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“. In diesem Jahr stand die Tagung, die vom 13. Bis 14. Juni in Hamburg stattfand, im Schatten der Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien in Europa und einer zunehmenden politischen Radikalisierung. Welche Antworten hat Kirche auf die „Sorgen und Nöte“ der Wutbürger, auf die Abschottungspolitik gegenüber weltweiten Fluchtbewegungen und die Hetze im digitalen und analogen Raum?

 

In einem Streitgespräch am ersten Tag wurde deutlich, dass sich der theologisch-ethische Anspruch der Nächstenliebe und Gerechtigkeit im Gemeindealltag nicht immer wiederspiegelt. Prof. Dr. Rainer Anselm, Vorsitzender der Kammer für öffentliche Verantwortung der EKD forderte, dass Kirche sich den berechtigten Ängsten zuwenden müsse und Räume für die Auseinandersetzung gesellschaftlicher Fragen gestalten muss. Dagegen betonte der Praktische Theologe Prof. Hans-Martin Gutmann, dass Kirchen Rassismus und Menschenfeindlichkeit benennen und die globale Dimensionen von zerstörerischer Wirtschaftsweise thematisieren müssen. Petra Huse, Pastorin in Anklam erdete mit ihren Erfahrungen die Diskussion und beschrieb das Spannungsfeld zwischen Seelsorge und ethischen Imperativen. Der Rückzug aus den dünnbesiedelten Regionen öffne die Räume für Rechtsextremismus und verstärke Demokratieverdrossenheit und Fremdenangst. Der Film „Neben den Gleisen“ von Dieter Schumann und Michael Korkut, der Einheimische und Geflüchtete in einem Bahnhofskiosk 2015 begleitete, warf die Frage auf, ob Kirchengemeinden sich nicht von einigen sozialen Milieus  entkoppelt haben und in ihrer eigenen „Blase“ gefangen sind.

 

Henning Flad, Projektleiter der Bundesarbeitsgemeinschaft „Kirche und Rechtsextremismus“ eröffnete den zweiten Tag mit einem Lagebild zur „Neuen Rechten“, die inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Das Schweigen zu, aber auch das Bagatellisieren von gesellschaftlichen Missständen würde Rechtspoplisten in die Hände spielen. Die anschließende Diskussion drehte sich um die Frage, wie Gemeinden und Kirchenleitungen Räume für den gesellschaftlichen Diskurs öffnen und gestalten können. Diese Fragen werden nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Veranstalter des Forums weiterhin begleiten.

 


Bischof Ackermann äußert sich im Vorfeld des kirchlichen Aktionstags in Büchel

„Nicht an die nukleare Abschreckung gewöhnen“

Foto: bt
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(Trier/bt) – Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann hat davor gewarnt, sich an die nukleare Abschreckung zu gewöhnen. „Es ist höchste Zeit, dass die von den Atommächten gegebenen Versprechen zur nuklearen Abrüstung endlich erfüllt werden“, betont der Trierer Oberhirte, der auch Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax ist, einer Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken zur Förderung von Entwicklung, Menschenrechten und Frieden. Die aktuellen Tendenzen zur Modernisierung der Atomwaffen würden die Unsicherheit erhöhen und seien „ausgesprochen bedrohlich“, so Bischof Ackermann im Vorfeld des kirchlichen Aktionstages am 7. Juli am Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel.

 

Bischof Ackermann, der am Aktionstag selbst nicht teilnehmen kann, den Teilnehmern aber seine Grüße übermittelt, verweist auf die Appelle der Kommission Justitia et Pax an die Bundesregierung, wonach diese sich zukünftig stärker für die nukleare Abrüstung einsetzen soll. „Die Haltung der Bundesregierung in dieser Frage, zum Beispiel sich nicht an den Verhandlungen zum Atomwaffenverbotsabkommen zu beteiligen, war sehr unbefriedigend und ist ein falsches Signal“, sagt der Oberhirte. Und er ergänzte: „Wir wären gut beraten, auch alte politische Gepflogenheiten, wie die nukleare Teilhabe, auf den Prüfstand zu stellen.“ Ein „Weiter so“ in der Hoffnung, dass es schon gut gehen werde, wäre höchst fahrlässig und zudem angesichts der Kosten der nuklearen Rüstung nicht zu vertreten, macht Ackermann deutlich.

 

Christinnen und Christen aus mehreren Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie die katholische Friedensorganisation Pax Christi rufen auf zu einem Aktionstag am 7. Juli am deutschen Fliegerhorst Büchel in der Eifel, um gegen die dort gelagerten US-amerikanischen Atombomben zu protestieren. Beim Aktionstag am 7. Juli soll um 11.58 Uhr vor dem Haupttor des Fliegerhorstes Büchel ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert werden, in dem unter anderem der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms (Bremen), die Predigt halten wird. Im Anschluss daran ist ein Kulturprogramm mit Musik und Kurzansprachen vorgesehen.

 

Infos im Internet unter: www.KirchenGegenAtomwaffen.wordpress.com

 


Geflüchtete Eltern müssen sich zwischen ihren Kindern entscheiden

World Vision fordert Nachzugsrecht auch für Geschwisterkinder

 

(Friedrichsdorf/Berlin/wv) – Der Deutsche Bundestag beschließt an diesem Freitag die künftige Regelung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten in Deutschland. Die Kinderhilfsorganisation World Vision kritisiert, dass der Gesetzentwurf Eltern in eine verzweifelte Lage bringt. Denn ein Nachzugsrecht für Geschwisterkinder ist nicht vorgesehen.

 

 

 

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, den derzeit ausgesetzten Nachzug ausländischer Mitglieder der Kernfamilie zu eingeschränkt Schutzberechtigten aus humanitären Gründen ab Anfang August dieses Jahres für 1.000 Personen pro Monat zu gewähren. Mit dem Gesetzentwurf wird geregelt, unter welchen Voraussetzungen Angehörige der Kernfamilie nach Deutschland nachziehen können.

 

Mitglieder der Kernfamilie sind demnach Ehepartner, Eltern minderjähriger Kinder und ledige minderjährige Kinder, nicht jedoch Geschwisterkinder. Dies führt dazu, dass bspw. eine geflüchtete Mutter mit Kleinkind in Deutschland zwar ihren Ehemann nachholen kann, nicht jedoch das Geschwisterkind.

 

Gudrun Schattschneider, Leiterin Politik bei World Vision Deutschland: „Das bringt Eltern in die Situation, sich zwischen ihren Kindern entscheiden zu müssen. Diese Regelung ist nicht kinderrechtskonform und unzumutbar. Das Recht, mit der eigenen Familie zusammen zu leben ist ein Menschenrecht.“

 

Die Kinderhilfsorganisation World Vision fordert deshalb alle Parteien des Bundestages auf, gemäß der UN-Kinderrechtskonvention zu entscheiden und ein Zusammenleben von Geschwisterkindern und ihren engen Familienmitgliedern zu ermöglichen.

 

 

 

Das Wohl des Kindes ist in allen politischen Entscheidungen, die Kinder betreffen, vorrangig zu berücksichtigen, so die UN-Kinderrechtskonvention, die auch Deutschland unterzeichnet hat. Beim Familiennachzug bleibt das Wohl der betroffenen Kinder aber bisher auf der Strecke.

 

 

 

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“ (englisch: „It takes a world to end violence against children“), kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht. Die Programme unterstützen Bildung, Beteiligung und Kinderschutzmaßnahmen sowie Rehabilitationshilfen und eine Betreuung in Kinderzentren, in denen Mädchen und Jungen während einer Krise zur Ruhe kommen und lernen können. Mehr Informationen finden Sie unter: www.worldvision.de/jede-kindheit-zaehlt

 


DsiN-Sicherheitsindex 2018: Verunsicherung im Netz nimmt zu

 

  • ·       Digitales Sicherheitsgefälle zwischen Verbrauchergruppen in Deutschland
  • ·       Mehr als die Hälfte der Verbraucher benötigt mehr Unterstützung im Internet
  • ·       DsiN: Bildung 4.0 in gesamter Bildungskette vorantreiben

 

(Berlin/dsin) -  Verbraucher fühlen sich im digitalen Raum zunehmend unsicher, während die Zahl erlebter Sicherheitsvorfälle nahezu konstant bleibt. Das zeigen die Ergebnisse des DsiN-Sicherheitsindex 2018, der heute von der Initiative Deutschland sicher im Netz (DsiN) mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und dem Studienpartner Kantar TNS in Berlin vorgestellt wurde. Der DsiN-Index verschlechtert sich leicht auf 60,9 Punkte (2017: 61,1 Punkte).

 

Auffällig ist eine wachsende Kluft der IT-Sicherheitslage zwischen unterschiedlichen Verbrauchergruppen in Deutschland: Während die Gruppe der souveränen Nutzer mit Werten zwischen 68,5 Punkten und 71,7 inzwischen gut abschneidet, liegen über die Hälfte aller Onliner deutlich darunter: Fatalisten landen mit 50,8 Punkten nur geringfügig über dem kritischen Schwellenwert von 50 Indexpunkten. Außenstehende drohen mit 45,3 Punkten (2017: 49,4 Punkte) bei IT-Sicherheit abgehängt zu werden. Auch Gutgläubige sind mit 57,6 Punkten gefährdet.

 

„Wir sehen einen deutlichen Aufklärungsbedarf, um sicheres Verhalten in der Bevölkerung zu fördern und Unsicherheiten abzubauen“, erklärte der DsiN-Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Kremer zur Vorstellung im Haus der Bundespressekonferenz. „Um digitale Kompetenzen zu vermitteln, brauchen wir das Engagement aller Akteure“, so Kremer. Und weiter: „Deswegen startet DsiN einen Dialog, der bekannte und neue Stakeholder aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammenführt, um mit der Politik gemeinsame neue Aufklärungsfelder zu identifizieren und zu gestalten.“

 

Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Rita Hagl-Kehl: Vermittlung digitaler Fähigkeiten verstärkt fördern

 

Der Index zeigt auch im Fünfjahrestrend einen steigenden Bedarf nach digitaler Unterstützung in der Bevölkerung. Derzeit bedürfen mehr als die Hälfte aller Onliner (55 Prozent) zusätzlicher Hilfestellungen. „Deshalb wollen wir die Vermittlung digitaler Fähigkeiten aller Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt fördern. Beispielhaft dafür steht der vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz geförderte Digital-Kompass mit seinen alltagstauglichen und zielgruppenorientierten Hilfestellungen für Seniorinnen und Senioren“, erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Rita Hagl-Kehl zur Vorstellung der Studie. Deshalb begrüße sie das Engagement, weitere Akteure im Sinne einer lebendigen Aufklärungsarbeit einzubinden.

 

Aus Sicht der Initiative DsiN geht es darum, Menschen künftig verstärkt im Lebensalltag zu erreichen – in Familie, Vereinen, Schule und Beruf. Laut DsiN-Sicherheitsindex wünschen sich zwei Drittel der Verbraucher eine konkrete Ansprache in Beruf oder Schule. 56 Prozent der Verbraucher besprechen digitale Fragestellungen im Umfeld von Familie, Freunden und Bekannten.

 

Bildung 4.0: Aufklärungsarbeit entlang der gesamten Lernkette

 Im Fünfjahrestrend zeigt der DsiN-Sicherheitsindex zwar eine erfreuliche Zunahme der Schutzkompetenzen. Diesen stehen jedoch noch stärker wachsende Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz gegenüber. Auch hat sich die Diskrepanz zwischen Sicherheitswissen und ihrer Umsetzungsbereitschaft im Alltag erhöht. Um den Anforderungen für einen digitalkompetenten Umgang mit dem Internet künftig gerecht zu werden, bedarf es einer digitalen Bildung 4.0. „Die Stärkung der digitalen Kompetenzen muss Bestandteil von schulischem sowie berufsbildendem Unterricht entlang der gesamten Bildungskette werden“, erklärt Kremer. Hier will DsiN die Initiative Digitale Bildung trifft Schule (DigBitS) im Bereich junger Schüler verstärkt ausweiten.

 

Eine ständige Lernbegleitung umfasse aber auch neue Themen in allen Lebenslagen: Bei Auszubildenden sowie in Vereinen und Ehrenämtern ist derzeit eine Unsicherheit bei den neuen europäischen Datenschutzregeln erkennbar. Hier wird DsiN mit seinen Partnern in den nächsten Wochen bundesweit auf Vereine zugehen. Für Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe stehen Angebote des Bildungsprojekts Bottom-Up: Berufsschüler für IT-Sicherheit bereit.

 

  

Digitale Begegnungen und Netzwerke: Sorgen ernst nehmen

 

Als Fokusthema 2018 des DsiN-Sicherheitsindex wurden Verbraucher zu ihren Erfahrungen mit sozialen Netzwerken befragt. „Etwa die Hälfte der Verbraucher empfinden konkrete Vorteile durch die Nutzung sozialer Plattformen. Zwei Drittel der Nutzer sorgen sich um die Sicherheit. Diese Bedenken sollten ernst genommen werden“,  erläutert Hartmut Scheffler, Geschäftsführer von Kantar TNS. Sieben Prozent der Befragten gaben an, bereits Opfer von Mobbing, Belästigung und Rufschädigung im Internet geworden zu sein.

 

Mit dem Digital-Kompass unterstützt DsiN Internetlotsen in der Seniorenarbeit dabei, diese im sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken anzuleiten und im vertrauten Umfeld zu begleiten. Das Projekt wird durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert.

 

Download der Studie unter folgendem Link.

 

 

Über den DsiN-Sicherheitsindex

 

Der DsiN-Sicherheitsindex wurde im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 2007 Internetnutzern durch Kantar TNS im Auftrag von Deutschland sicher im Netz erstellt. Er wird jährlich erhoben, um die digitale Sicherheitslage der Verbraucher in Deutschland zu ermitteln. Die Ergebnisse sollen darüber hinaus Anknüpfungspunkte für eine effektive und bedarfsorientierte Aufklärungsarbeit liefern.

 

 

Über Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)

 

DsiN wurde auf dem 1. Nationalen IT-Gipfel ins Leben gerufen mit dem Ziel, als Ansprechpartner für Verbraucher und Unternehmen konkrete Hilfestellungen für mehr Sicherheitsbewusstsein im Netz zu leisten. In Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern und Partnern entwickelt der Verein Strategien und Maßnahmen zum sicheren Umgang in der digitalen Welt. 2007 übernahm das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat die Schirmherrschaft für DsiN. www.sicher-im-netz.de

 


EU-Kommission will EU-Haushalt nach 2020 umstrukturieren

Neues auswärtiges Instrument schwächt zivile Krisenprävention

 

EU-Haushalt * EU-Kommission * Migration * Krisenprävention * Menschenrechte * Zivilgesellschaft

 

(Brüssel/Berlin/bfw) - Am 2. Mai haben EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Haushaltskommissar Günther Oettinger ihre Vorschläge für den nächsten EU-Haushalt nach 2020 vorgestellt. Die Zahlen sorgten im Parlament für kontroverse Diskussion, unter anderem, weil sie ganz anders berechnet wurden als bisher. Vom 12. bis 14. Juni  will die Kommission konkrete Verordnungen für die unterschiedlichen Politikbereiche veröffentlichen und ihre Zahlen präzisieren.

 

Im neuen Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) möchte die EU-Kommission bisher eigenständige Budgetlinien zusammenlegen und neu ausrichten. So soll ein neues Budget für „Nachbarschaft, Entwicklung und Internationale Kooperation“ bewährte und bisher eigenständige Instrumente wie den „European Development Fund“ (EDF) und das „Development Cooperation Instrument“ (DCI), aber auch die „Instrumente für Stabilität und Frieden“ (IcSP) und für „Demokratie und Menschenrechte“ (EIDHR) ablösen. Dieses neue auswärtige Instrument der EU soll einen „starken Fokus auf Migration“ bekommen und auch „Ertüchtigung“ von Polizeiapparaten und Armeen in Partnerländern finanzieren. Brot für die Welt betrachtet diese Entwicklung mit großer Sorge.

 

Dr. Martina Fischer, Referentin für Frieden und Konfliktbearbeitung bei Brot für die Welt, kommentiert:

 

„Wir befürchten, dass bewährte Instrumente, die auf Entwicklung, zivile Krisenprävention und Menschenrechtsschutz zielen und langfristige, verlässliche Förderung benötigen, kurzfristigen sicherheitspolitischen Eigeninteressen der EU untergeordnet werden. Entwicklungspolitik sollte sich auf die Überwindung von Armut sowie wirtschaftliche und soziale Perspektiven in den bedürftigsten Ländern richten. Wahrscheinlich ist aber, dass in dem neuen Zuschnitt die Mittel vorrangig Ländern zugute kommen, die sich bereit zeigen, mit der EU in der Abdichtung von Grenzen und Migrationsabwehr zu kooperieren. Dafür wurden in den vergangenen Jahren bereits Abkommen mit Regierungen in Nordafrika und der Sahelregion geschlossen, deren Menschenrechtspraxis teilweise extrem problematisch einzustufen ist.“ Besonders kritisch sieht Brot für die Welt die Auflösung von Instrumenten, die zivilgesellschaftliche Aktivitäten fördern.

 

Martina Fischer: „Die Auflösung des ‚Instruments für Stabilität und Frieden‘ wäre ein massiver Rückschritt für alle, die sich jahrelang beharrlich für die Stärkung von zivilen Ansätzen der Prävention und Friedensförderung auf EU-Ebene eingesetzt haben. Der Vorschlag ist nicht nachvollziehbar, zumal eine 2017 fertiggestellte Evaluierung dieses Instrument als sehr effizient und erfolgreich bewertet hat.

 

Auch die Überführung des ‚Instruments für Demokratie und Menschenrechte‘ sehen wir kritisch. Dieses unterstützt in besonderer Weise lokale Initiativen, Zivilgesellschaft und Medien im gesellschaftlichen Dialog. Wegen seines flexiblen Zuschnitts kann es auch bei Krisen wichtige Beiträge leisten, um Diskriminierung entgegenzuwirken und Menschenrechtsaktivisten zu schützen. Sollten diese beiden Förderlinien entfallen, würde die Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Projekten stark eingeschränkt.

 

Schon jetzt ist es für NGOs, die an der gesellschaftlichen Basis arbeiten, extrem schwierig, Zugang zu EU-Förderungen zu bekommen. Die Zusammenfassung in einer größeren, umfassenderen Budgetlinie würde NGOs auf jeden Fall den Zugang erschweren, weil die Mittelvergabe in noch größeren Tranchen erfolgen müsste, und weil sich ein solches Budget für die Ad-hoc-Unterstützung in Notsituationen kaum eignen würde. Angesichts der massiven Einschränkung von Handlungsspielräumen, die zivilgesellschaftliche Organisationen in vielen Ländern erfahren, wäre es unverantwortlich, deren Fördermöglichkeiten zusätzlich zu beschneiden.

 

Die Bundesregierung sollte sich daher im Rat der EU dafür einsetzen, die genannten Instrumente als eigenständige Förderlinien innerhalb des Finanzrahmens zu erhalten. Auch die Mitglieder des Europäischen Parlaments sollten sich unbedingt dafür stark machen.“

 

Weitere Informationen und Einschätzungen zur EU-Politik unter https://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/dr-martina-fischer

 


13. Juni 2018: Beratungstermin für Opfer politischer Verfolgung durch das SED-Regime in der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke"

 

(Leipzig/pm) - Am Mittwoch, den 13. Juni 2018, informiert wieder ein kompetenter Mitarbeiter des Landesverbandes Sachsen der Opfer des Stalinismus (VOS) Menschen, die Opfer politischer Verfolgung durch das SED-Regime geworden sind. In den Räumen der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ beantwortet dieser von 11.00 bis 14.00 Uhr alle Fragen von Rehabilitierungsmöglichkeiten und Wiedergutmachungsleistungen.

 

 

 

Durch eine Kooperation der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ mit dem Landesverband Sachsen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) können Betroffene in den Räumen der Gedenkstätte mit einem kompetenten VOS-Mitarbeiter sprechen. Dieser kann den Opfern politischer Verfolgung Auskunft geben zu den gesetzlichen Grundlagen zur beruflichen, strafrechtlichen und verwaltungsrechtlichen Rehabilitierung sowie zu Wiedergutmachungsleistungen, Opferrenten und -pensionen. Formulare liegen vor Ort aus, so dass der VOS-Mitarbeiter die Hilfesuchenden auch beim Ausfüllen der Anträge unterstützen oder ihnen mit Informationen zu anderen Angeboten von juristischer, psychologischer und sozialer Hilfe, Betreuung und Beratung weiterhelfen kann. Gefördert wird das Beratungsangebot der VOS aus Mitteln des Sächsischen Landtages.

 

 

 

Für die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ ist es wichtig, am authentischen Ort ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für „Verfolgte“ der sowjetischen Besatzungsmacht der SED oder der Stasi und gegebenenfalls auch für deren Angehörige anzubieten. Gleichermaßen werden auf diese Weise aber auch wichtige Zeitzeugnisse und persönliche Geschichten bekannt, die ggf. für die künftige Arbeit der Gedenkstätte von Bedeutung sein können.

 

 

 

Anmeldung zum nächsten Termin: Mittwoch, 13. Juni 2018, zwischen 11.00 und 14.00 Uhr

 

 

 

Der nächste Beratungstermin findet am Mittwoch, den 13. Juni 2018, von 11.00 bis 14.00 Uhr in den Räumen der Gedenkstätte statt. Um Voranmeldung zu den Beratungsgesprächen wird gebeten. Hierzu wenden sich Hilfesuchende an den VOS-Landesvorsitzenden Frank Nemetz entweder per Telefon (0175-1676838) oder E-Mail (f.nemetz@vos-ev.de). Ratsuchende melden sich bitte während dieser Zeit im Ausstellungsbüro der Gedenkstätte.

 

 

 

Rehabilitierungs- und Wiedergutmachungsmöglichkeiten

 

 

 

Opfer politischer Verfolgung durch das SED-Regime können ihre Ansprüche aktuell bis zum 31. Dezember 2019 geltend machen. Konkrete Themen, über die Hilfesuchende Rat einholen können, sind beispielsweise die verwaltungsrechtliche Rehabilitierung die Wiedergutmachung von Gesundheitsschäden, von Vermögensschäden oder von beruflichen Benachteiligungen. Bei der beruflichen Rehabilitierung geht es insbesondere um die Wiedergutmachung von beruflichen Benachteiligungen aufgrund einer Freiheitsentziehung, einer rechtsstaatswidrigen Verwaltungsmaßnahme oder einer anderen politisch motivierten Maßnahme sowie um die Anerkennung als verfolgter Schüler. Des Weiteren kann der VOS-Mitarbeiter Hinweise zu strafrechtlichen Rehabilitierungsverfahren geben, unter anderem zum Antrag, zu Verfahren, zum Rechtsweg, oder hilfreiche Anschriften nennen. Hierbei geht es um die Aufhebung rechtsstaatswidriger Verurteilungen durch DDR-Gerichte.

 


Kirchen, Politik, Rüstungsindustrie und Gewerkschaften im Dialog

„Intelligente Friedenslösungen statt intelligente Waffen“

(Bad Herrenalb/ekiba) - Die evangelischen Landeskirchen in Baden-Württemberg haben die Bundesregierung am heutigen Freitag (8.6.) in Bad Herrenalb (Landkreis Calw) dazu aufgefordert, die im Koalitionsvertrag angekündigte, restriktive Rüstungsexportpolitik zu verwirklichen. Auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Baden hatten sie zuvor unter anderem mit Verantwortlichen aus Politik, Rüstungsindustrie und Gewerkschaften diskutiert. Zugleich hoben die Kirchen die besondere Rolle der Europäischen Union in der Friedenspolitik hervor.

Zur restriktiven Rüstungspolitik gehörten „nicht nur das schon länger geforderte Exportverbot für Klein- und Leichtwaffen an Staaten außerhalb EU, Nato und Gleichgestellte, sondern auch eine rechtssichere Widerrufsmöglichkeit für Lizenzgenehmigungen, wenn deren Grundlage dafür entfallen ist“, erklärte der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July (Stuttgart). Zudem sollte im Außenwirtschaftsgesetz der grundsätzliche Genehmigungsanspruch für Rüstungsexporte an Drittstaaten abgeschafft werden. In einer Welt voller ungelöster Konflikte, „in der politische Ziele wieder durch den Einsatz militärischer Gewalt durchgesetzt werden, müssen nicht intelligente Waffen, sondern intelligente Friedenslösungen" gesucht werden. "Ich freue mich auf die erste Messe für intelligente Friedenslösungen in Stuttgart und lade herzlich ein, sich dazu Gedanken zu machen“, sagte July.
Der „Glaube an den Gott des Friedens“ müsse auch im Handeln Konsequenzen haben, erklärte die badische Oberkirchenrätin Karen Hinrichs (Karlsruhe). Frieden und Gerechtigkeit seien eine herausfordernde und gemeinsame Aufgabe der Kirchen und ihrer Gemeinden vor Ort. Auf die besondere Rolle der Europäischen Union (EU) in Sachen Frieden machte Militärdekan Hartwig von Schubert (Hamburg) aufmerksam: „Die Macht der EU liegt in ihrer Zivilität“, sagte von Schubert. Sie sei "vielleicht darin einmalig, dass sie einen halbkontinentalen Raum nicht unterwirft, sondern durch Koordination und Kooperation befriedet". Rüstungsexporte in Nicht-EU-Länder müssen nach Ansicht von Klaus Buchner, Mitglied des Ausschusses für Verteidigung und Sicherheit im EU-Parlament, "stärker als bisher reguliert werden, um deren Verwendung in Krisengebieten und in autoritär regierten Ländern zu beschränken". Die Überwachungstechnik müsse dabei ähnlichen Beschränkungen unterliegen wie Rüstungsgüter.
Peter Scheben vom Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie verwies darauf, dass Rüstungsgüter aus Deutschland ausschließlich auf der Grundlage bestehender Gesetze und in Einklang mit den geltenden Vorgaben der Bundesregierung exportiert würden. Die bestehenden gesetzlichen Regelungen dafür seien umfassend und

genügten einer restriktiven Exportkontrollpolitik. Im Sinne einer verstärkten europäischen Kooperation gelte es, "eine Harmonisierung der Rüstungsexportrichtlinien innerhalb der EU voranzutreiben".
Für eine „breite gesellschaftliche Debatte, was die Zivilgesellschaften gegen die neue Spirale der Aufrüstung in der Welt tun müssen“, sprach sich Kai Burmeister von der IG-Metall Baden-Württemberg aus. Für Kirchen und Gewerkschaften biete sich hier eine stärkere Zusammenarbeit an. Um nicht in den falschen Gegensatz "Frieden oder Arbeitsplätze" zu geraten, setze die IG Metall in den Betrieben der Wehrtechnik auf Konversion und Diversifikation. Dieser Weg sei nicht immer leicht, aus Sicht der Gewerkschaft jedoch alternativlos.
Die Akademietagung wurde organisiert von Mitarbeitenden des „Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt“, der landeskirchlichen Friedensarbeit und des Projektes "Rüstungsexporte aus Baden-Württemberg minimieren".

 


Neue Ausstellung zur verfehlten Umweltpolitik der DDR. Eröffnung am 7. Juni 2018 um 17.00 Uhr im ehemaligen Stadtbüro Leipzig

"Unsere Zukunft hat schon begonnen"

 

 

(Leipzig/pm) - In Kooperation mit dem Bürgerkomitee Leipzig e.V. als Träger der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ wird die neue Wanderausstellung des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. „Unsere Zukunft hat schon begonnen“ präsentiert. Eröffnung ist morgen, am 7. Juni 2018, um 17.00 Uhr im ehemaligen Stadtbüro Leipzig (Katharinenstraße 2). Dort kann sie danach vom 8. bis 24. Juni 2018 montags bis samstags jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

 

 

 

Die Wanderausstellung „Unsere Zukunft hat schon begonnen“ zeigt die verfehlte Umweltpolitik und die massive Zerstörung des Lebensraumes in der DDR. Am Beispiel der Braunkohleregion im Leipziger Südraum wird das Entstehen zivilgesellschaftlichen Engagements und Widerspruchs unter den Bedingungen der SED-Diktatur nachgezeichnet. Dieser jahrelange Protest des Christlichen Umweltseminars Rötha mündet nach der Friedlichen Revolution 1989 in ein wirtschaftliches, soziales und kulturelles Zukunftskonzept für eine geschundene Region. 

 

 

 

Eröffnet wird die Wanderausstellung, deren Entstehung die Bundesstiftung Aufarbeitung gefördert hat, am Donnerstag, den 7. Juni 2018, um 17.00 Uhr durch CUR-Gründer Walter Christian Steinbach, ehemaliger Regierungspräsident Leipzig-Westsachsen. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung übernimmt das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. offiziell auch das umfangreiche Archiv des Christlichen Umweltseminars Rötha, welches damit künftig für die öffentliche Nutzung und der Forschung zur Verfügung steht.

 

 

 

Umweltdaten in der DDR unterlagen großer Geheimhaltung

 

 

 

Die Wanderausstellung „Unsere Zukunft hat schon begonnen“ stellt zunächst die verfehlte Umweltpolitik durch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) dar. Die wirtschaftlichen Prämissen der Staatspartei zu Gunsten der industriellen Produktion und der Devisenbeschaffung führten zur massiven Zerstörung des Lebensraumes. Umweltdaten unterlagen einer großen Geheimhaltung.

 

 

 

Ab Ende der 1970er Jahre gründeten sich erste Umweltgruppen in der DDR und ihre Anzahl nahm im Laufe der 1980er Jahre stetig zu. Die Ausstellung zeigt deren Form der Informationsgewinnung und das öffentlichkeitswirksame Handeln, wie Protestmärsche oder das Herstellen von ökologischen Untergrundzeitschriften. Fokussiert wird auch die Repressionsgeschichte der Umweltgruppen durch SED und Staatssicherheit.

 

 

 

Erste Bürgerinitiative in der DDR: Das Christliche Umweltseminar Rötha

 

 

 

Der Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Christlichen Umweltseminars Rötha (CUR) in der Braunkohleregion des Leipziger Südraums. Das Gebiet war vom Kohletagebau, der Braunkohle- und Karbolchemie geprägt, was zu massiven Umweltschäden führte. Ab dem Jahr 1981 begann das CUR, zunächst mit Baumpflanzaktionen, Informationsabenden und umweltbezogenen Gottesdiensten zu agieren. Die ab 1983 jährlich stattfindenden Umweltgottesdienste entwickelten sich zu öffentlichkeitswirksamen Treffen.

 

 

 

Mit der Protest-Aktion „Eine Mark für Espenhain“ im Jahr 1988 erreichte das CUR eine unerwartete Resonanz. Mit 100.000 Unterstützern entwickelte sich diese Unterschriften- und Geldsammlung zur ersten und einzigen Bürgerinitiative in der DDR.

 

 

 

Zeitzeugen schildern Aktivitäten zwischen Hoffnung und Bespitzelung

 

 

 

Nach der Deutschen Einheit steht der Wandel des Leipziger Südraums von einer Industrieregion zu einem zukunftsorientierten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Raum im Zentrum der Arbeit des CUR. In diesem Sinne zeigt die Ausstellung auch die in der Öffentlichkeit oft unbeachtete, erfolgreiche Transformationsgeschichte Ostdeutschlands auf.

 

 

 

Anhand von sechs Biografien werden auf persönlicher Ebene die Intentionen, die Aktivitäten, die Erfahrungen, aber auch die Bespitzelung durch die Staatssicherheit dokumentiert. Persönliche Fotos und Dokumente sowie Zitate zeigen die Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Einen vertiefenden Einblick vermittelt die Medienstation, in der sieben Zeitzeugen ihre Geschichten erzählen.

 


Aktion Sühnezeichen Friedensdienste verurteilt die geschichtsrevisionistischen Äußerungen des AfD-Parteichefs Alexander Gauland


 

(Berlin/asf) - Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) verurteilt die erneuten geschichtsrevisionistischen Äußerungen Alexander Gaulands beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation am 2. Juni im thüringischen Seebach. Dort behauptete Gauland, Hitler und die Nazis seien nur ein „Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“.

 

Die zwölf Jahre der nationalsozialistischen Terrorherrschaft bedeuten einen erschütternden Zivilisationsbruch ohne Gleichen. Im Holocaust wurden durch antisemitische Verfolgung und Vernichtung 6 Millionen Jüdinnen und Juden ermordet. Die gezielte Vernichtung und Ausgrenzung richtete sich darüber hinaus gegen Sinti und Roma, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, Menschen mit Behinderungen und Krankheiten sowie gegen viele weitere Menschen, die als nicht zugehörig definiert wurden. Dem deutschen Vernichtungskrieg fielen mehr als 50 Millionen Zivilist*innen, Zwangsarbeiter*innen und Soldat*innen zum Opfer.

 

Jakob Stürmann vom ASF-Vorstand sagt mit Blick auf Gaulands Äußerungen: „Hier handelt es sich abermals um eine gezielte geschichtspolitische Grenzüberschreitung und um eine Beleidigung aller Opfer des NS-Terrors und deren Nachkommen. Die Äußerungen richten sich auch gegen alle Menschen, die seit Jahrzehnten darum bemüht sind, eine kritische Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen voranzubringen. Es ist unerträglich, diese Äußerungen der AfD immer wieder zu hören um danach vermeintliche Relativierungen über sich ergehen zu lassen.“
Jutta Weduwen, ASF-Geschäftsführerin, ergänzt: „Es zeigt sich wieder einmal, dass Rechtspopulisten eng verwoben mit geschichtsrevisionistischen und völkischen Argumenten agieren. Die Grenze zum Rechtsextremismus ist überschritten, wenn die Verbrechen der Nationalsozialisten geleugnet oder bagatellisiert werden“.

 

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste engagiert sich mit Freiwilligendiensten, Bildungsarbeit und Kampagnen gegen Antisemitismus, Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Der Arbeitsbereich „Geschichte(n) in der Migrationsgesellschaft“ öffnet den Dialog über Geschichte in der Einwanderungsgesellschaft. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R), deren Trägerin ASF ist, berät und informiert über den Umgang mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Freiwillige engagieren sich in vielfältiger Weise für die Aufnahme von Geflüchteten und die Gestaltung der Migrationsgesellschaft.

 


Junge Menschen fördern, nicht sanktionieren!

 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) fordert die verschärften Sanktionsregelungen für junge Erwachsene (U 25) im SGB II endlich aufzuheben und Jugendarmut wirksam zu bekämpfen

 

 

 

(Berlin/pm) - Anlässlich der heutigen Anhörung im Deutschen Bundestag zur Sanktionspraxis im SGB II müssen wir erneut feststellen, dass die Situation von jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren weiterhin besonders prekär ist: Von allen Altersgruppen sind Jugendliche und junge Erwachsene am stärksten von Armut und Arbeitslosigkeit bedroht. Vor allem die Sanktionsregelungen im SGB II sehen wir kritisch. Sie führt u.a. dazu, dass die Leistungen für junge Menschen unter 25 Jahren vollkommen eingestellt werden können. Dies ist ein besonderes Armutsrisiko und hat erwiesenermaßen keine positiven Wirkungen. Vielmehr steigt dadurch die Gefahr von Obdachlosigkeit und langfristiger Exklusion. Bereits jetzt sind laut dem Deutschen Jugendinstitut rund 37.000 junge Menschen wohnungslos bzw. haben keinen festen Wohnsitz oder leben vorwiegend auf der Straße.

 

Aktuelle Zahlen der Bundesregierung bzw. der Bundesagentur für Arbeit zeigen: In 2017 wurden bei 102.014 unter 25-Jährigen insgesamt 235.534 Sanktionen neu ausgesprochen, davon wurde in 187.553 Fällen allein wegen Meldeversäumnissen beim Träger sanktioniert. 19.124 junge Menschen aus dieser Gruppe wurden „vollsanktioniert“; 3.229 der jungen „Vollsanktionierten“ fielen allein aufgrund von Meldeversäumnissen ganz aus dem Hilfebezug.

 

 „Zu viele junge Menschen sind 2017 wieder aus jeglicher Förderung gefallen, aus unserer Sicht sind diese Zahlen untragbar. Junge Menschen in schwieriger Lage brauchen passende Unterstützung statt Sanktionen, um ihren Weg in Beruf und Gesellschaft doch noch erfolgreich zu bewältigen“, meint Lisi Maier, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS). „Deshalb appellieren wir an den Arbeitsminister, dass er seinen Ankündigungen von Reformen des SGB II bald Taten folgen lässt.“

 

Die BAG KJS setzt sich für ein Recht auf Ausbildung und eine passgenaue Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf ein und fordert die Ursachen und Folgen von Jugendarmut zu bekämpfen. Der „Monitor Jugendarmut in Deutschland“ zeigt diese deutlich auf, er wird derzeit für 2018 erstellt und im Herbst erneut Fakten und Beispiele aus der Jugendsozialarbeit darlegen.

 

(Quelle: Sanktionspraxis im SGB II_ Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen 19-02104.)

 


Hilfsorganisation kritisiert geplante Anker-Zentren

World Vision: Geflüchtete Kinder sind keine Kinder zweiter Klasse

 

(Friedrichsdorf/wv)  – Zum heutigen Weltkindertag kritisiert das Kinderhilfswerk World Vision die Bundesregierung für ihren Umgang mit geflüchteten Kindern.  Vor allem die geplanten Anker-Zentren würden gegen die UN-Kinderrechtskonvention verstoßen.

 

 

 

Die Kinderrechtskonvention gilt auch in Deutschland für alle Kinder, unabhängig davon, woher sie kommen, welchen Aufenthaltsstatus sie haben, wie lange sie in Deutschland voraussichtlich bleiben werden oder in welchem Bundesland sie leben.

 

 

 

World Vision sieht jedoch aktuell die Gefahr, dass es mit den geplanten Anker-Zentren in der Bundesrepublik wieder salonfähig wird, geflüchtete Kinder als Kinder zweiter Klasse zu behandeln. „Mit großer Sorge sehen wir auf die geplanten Anker-Zentren. Zentrale Lager für mehrere hundert, wenn nicht tausend Menschen sind kein hinnehmbares Lebensumfeld für Kinder“ so Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. „Die bundesweite Ausweitung dieser Lager, in denen Menschen, darunter viele Kinder, isoliert werden, entspricht nicht unserem Verständnis vom würdevollen Umgang mit Geflüchteten.“

 

 

 

Berichte von Besuchern ähnlicher, schon bestehender zentraler Aufnahme- und Abschiebezentren zeigen, dass Kinder dort monate-, manchmal jahrelang ausgegrenzt und ihre Rechte beschnitten werden. Es gibt beispielsweise keine abschließbaren oder kindgerechten Räume, Hebammen wird der Zugang verweigert, die medizinische Versorgung entspricht nicht dem Standard deutscher Kinder, die Schulpflicht wird teilweise ausgesetzt. Auch die Beschäftigungs- und Perspektivlosigkeit der Erwachsenen, die nächtlichen Abschiebungen und die dadurch entstehenden Aggressionen wirken sich negativ auf die Kinder aus.

 

 

 

World Vision fordert deshalb: In Deutschland gilt die Kinderrechtskonvention für alle Kinder. Geflüchtete Kinder müssen so schnell wie möglich in die deutsche Gesellschaft „hineingelassen“ werden, um Begegnungen und ein kindgerechtes Leben zu ermöglichen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.

 


Begegnungstreffen der ehemaligen Hoheneckerinnen in Dresden

 

(Dresden/pm) - Am Samstag, den 2. Juni 2018, kommt der Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen e.V. zur Begegnung und zum Austausch untereinander in der sächsischen Landeshauptstadt zusammen. Alljährlich trifft sich der Kreis, um den vom Kommunismus verfolgten Frauen zu gedenken. Hoheneck war das größte und bis Ende 1989 mit dem härtesten Regiment ausgestatte Frauengefängnis, in das die SED-Diktatur über die Jahrzehnte tausende Frauen und Mädchen aus politischen Gründen einsperrte und schikanierte.

 

Den Auftakt des Treffens am Samstag bildet ein Empfang im Dresdner Rathaus. Im Anschluss gestaltet Pfarrer Sebastian Feydt in der Frauenkirche Dresden eine Andacht für die ehemaligen Hoheneckerinnen. Maximilian Heidrich, Mitarbeiter des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, begleitet die Frauen an diesem Tag.

 

Bereits am Vortag treffen sich die Zeitzeuginnen im sogenannten Schloss Hoheneck in Stollberg. Mit Schülerinnen und Schülern des Matthes-Enderlein-Gymnasiums Zwönitz möchten sie während einer Führung durch das ehemalige Zuchthaus ins Gespräch kommen. Die Begegnung der Frauen und ihre Zeitzeugenarbeit fördert der Sächsische Landesbeauftragte. „Die Erfahrungen und Schicksale der Hoheneckerinnen müssen weiterhin bewahrt und auch für die Zukunft wirksam werden – in der zukünftigen Gedenkstätte selbst, aber auch darüber hinaus“, so der Landesbeauftragte Lutz Rathenow.

 

Ein besonderes Augenmerk während des Gedenkens liegt dieses Jahr auf der am 6. Mai 2018 im Alter von 80 Jahren verstorbenen Journalistin, Chronistin und Zeitzeugin Frau Ellen Thiemann. Sie saß für zwei Jahre im Frauenzuchthaus, nachdem ihr eigener Ehemann die gemeinsamen Fluchtpläne 1972 der Stasi preisgegeben hatte. Seit ihrer Ausreise 1975 engagierte sich Ellen Thiemann leidenschaftlich für die Aufarbeitung der in Hoheneck begangenen Staatsverbrechen.

 

Mit Unterstützung des Landesbeauftragten übernimmt das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. Ellen Thiemanns Nachlass und Forschungsarchiv, um das umfangreiche Material zu erschließen und danach für die künftige wissenschaftliche Forschungs- sowie Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit zur Verfügung zu stellen.

 


China: Staatsbesuch - Maas soll Religionsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit anmahnen

 

 

Chinas Außenminister in Berlin erwartet (31.5.): Appell an Außenminister Maas Menschenrechte nicht ausgrenzen – Religionsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit anmahnen!

 

(Göttingen/gfbv) -- Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat an Außenminister Heiko Maas appelliert, sich am Donnerstag bei seinem Gespräch mit Chinas Außenminister Wang Yi für mehr Religionsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit in der Volksrepublik einzusetzen. Außerdem bat die Menschenrechtsorganisation Minister Maas, sich nach dem Verbleib der Witwe des Friedensnobelpreisträges Liu Xiaobo, Liu Xia, zu erkundigen und sich für ihre freie Ausreise einzusetzen. „Menschenrechte sollten aus dem Dialog nicht ausgegrenzt werden, denn sie sind in der Volksrepublik im freien Fall. Dies gilt besonders für religiöse Minderheiten und Nationalitäten wie die Uiguren, Kasachen, Tibeter und Mongolen“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius in einem Schreiben an Maas. Der chinesische Außenminister wird im Rahmen eines mehrtägigen Besuchs in Deutschland am 31. Mai in Berlin mit Minister Maas ein Gespräch führen.

 

Sowohl Christen als auch Muslime und Buddhisten in China klagen über Versuche der Kommunistischen Partei und regionaler Behörden, die Glaubensfreiheit einzuschränken und absolute Kontrolle über alle Religionsgemeinschaften zu gewinnen. So wurden vor allem in den Provinzen Zhejiang, Henan und Jiangsu seit Ostern die Kontrollen von Kirchen massiv verstärkt und Gläubige sowie Pastoren eingeschüchtert oder verhaftet. Auch wird immer häufiger durchgesetzt, dass Kinder keine Gottesdienste oder kirchliche Veranstaltungen besuchen dürfen.

 

Bei den muslimischen Uiguren und Kasachen in der Region Xinjiang ist diese gezielte Verletzung der Glaubensfreiheit von Kindern und Familien schon länger offizielle Politik. Während des zurzeit gefeierten Fastenmonats Ramadan werden Muslime in Xinjiang gezielt von den Behörden am Fasten gehindert. „Mit Sorge verfolgen wir, dass auch bei den bislang von Verfolgung verschonten muslimischen Hui in Zentralchina die Einschränkung der Glaubensfreiheit zunimmt. So verschwinden auf Anordnung der Behörden immer mehr Zeichen des muslimischen Glaubens der Hui aus dem öffentlichen Leben“, warnte Delius. 

 

Nachdrücklich forderte die GfbV ein Ende willkürlicher Verhaftungen von Uiguren und Kasachen in Xinjiang sowie eine Schließung illegaler Haftzentren zur Umerziehung von Angehörigen dieser Nationalitäten. „Diese Zentren zur Gehirnwäsche sind ein massiver Verstoß gegen chinesische Gesetze und mit angestrebter Rechtsstaatlichkeit nicht vereinbar“, sagte Delius. Fast jede Woche ereignen sich inzwischen mysteriöse Todesfälle in diesen Zentren. Tausende Uiguren und Kasachen werden in ihnen ohne Rechtsgrundlage festgehalten.  

 


Sklavenmärkte in sieben großen deutschen Städten

  

Mit der inszenierten Versteigerung von Sklaven und Sklavinnen an zentralen Plätzen in sieben deutschen Städten machte heute das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA auf die Existenz moderner Sklaverei aufmerksam und rief zum Umdenken auf.

 

(Berlin/gfa) – „Wussten Sie, dass durchschnittlich 60 Sklaven und Sklavinnen für jeden von uns für die Produktion unserer Konsumgüter arbeiten?“ fragten die Aktivist*innen die Passant*innen in sieben deutschen Städten. „Die meisten arbeiten am Anfang der Lieferketten bei der Gewinnung der Rohstoffe, aber auch bei der Herstellung unserer Kleidung, Smartphones und Nahrungsmittel. Aktuell sind mindestens 21 Millionen Menschen weltweit Opfer moderner Sklaverei – auch in Europa und Deutschland“, erläuterte Susanne Anger, die Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA:

 

Mit der Inszenierung der Sklavenmärkte auf denen Menschen versteigert und wahre Lebensgeschichten betroffener Personen erzählt wurden, will GEMEINSAM FÜR AFRIKA auf die weltweite Existenz moderner Sklaverei und die Folgen für die betroffenen Menschen aufmerksam machen und jeden Einzelnen zum Handeln aufrufen.

 

‚‚Die erschreckenden Fakten zur modernen Sklaverei machen deutlich: Es muss ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Neben Tomaten gibt es viele weitere typische Konsumgüter, die unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden, unter anderen Metalle für Elektrogeräte, Billigfleisch aus Deutschland, Kakao aus Ghana. Jeder kann einen Beitrag leisten und zum Beispiel fair gehandelte Produkte kaufen‘‘, rät Susanne Anger.

 

In insgesamt sieben deutschen Städten hat das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA an zentralen Plätzen in Berlin, Frankfurt/Main, Köln, München, Leipzig, Stuttgart und Bochum mit seinen Aktionen gegen moderne Sklaverei protestiert.

 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 20 Hilfsorganisationen, das sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt.

 

In Hunderten Projekten in Afrika schaffen wir Bildungsmöglichkeiten und Perspektiven für Menschen in großer Armut und bekämpfen Fluchtursachen, um zu vermeiden, dass Menschen in Situationen extremer Not geraten, die sie zu einfachen Opfern der Ausbeutung macht.

 

In Deutschland macht das Bündnis mit Aktionen, Veranstaltungen und Bildungsarbeit auf die Chancen Afrikas und die Potenziale seiner Menschen aufmerksam und will größeres öffentliches Bewusstsein für globale Zusammenhänge, wie beispielsweise moderne Sklaverei, und die Notwendigkeit der weltweiten Armutsbekämpfung schaffen.

 

Schirmherr des Bündnisses ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

 

Weitere Infos unter: www.gemeinsam-fuer-afrika.de

 


Museum im Stasi-Bunker am 26. und 27. Mai 2018 geöffnet:

Die Ausstellung "Der Kommunismus in seinem Zeitalter" ist letztmalig zu sehen

 

(Leipzig/pm) - Am Samstag und Sonntag, den 26. und 27. Mai 2018, hat das Museum im Stasi-Bunker bei Machern wieder geöffnet. Von 13.00 bis 16.00 Uhr werden öffentliche Führungen angeboten. Die Sonderausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ ist an diesem Wochenende zum letzten Mal zu sehen.

 

 

 

Das Bürgerkomitee Leipzig e.V. bietet ganzjährig, immer am letzten Wochenende im Monat, öffentliche Führungen durch den Bunker an. Das Außengelände mit all seinen original erhaltenen Bauten und Anlagen kann mit Hilfe eines Beschilderungssystems selbständig erschlossen werden. Regelmäßig finden die Führungen durch den Bunker statt, die mit einem kurzen Einführungsvortrag beginnen. Erwachsene zahlen 5.00 Euro und Ermäßigungsberechtigte 4.00 Euro. Die Besichtigung der Sonderausstellung ist kostenlos.

 

 

 

Neben den regelmäßig stattfindenden öffentlichen Führungen am letzten Wochenende im Monat können Gruppen ganzjährig Termine für Sonderführungen vereinbaren. Weitere Angebote und Informationen unter: www.runde-ecke-leipzig.de.

 

 

 

Sonderausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“

 

 

 

2017 jährte sich die Oktoberrevolution zum 100. Mal. Aus diesem Anlass verdeutlicht die Plakatausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegungen, die im 20. Jahrhundert nicht nur die Welt, sondern auch die Menschen grundlegend verändern wollten. Diesem totalitären Anspruch fielen millionenfach Menschen zum Opfer. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Aufarbeitung zur SED-Diktatur erarbeitet und regt mit zeithistorischen Fotos und Dokumenten zur Auseinandersetzung mit dem Kommunismus und seinen Diktaturen an.

 

 

 

Geheime Ausweichobjekte und eine Ausweichführungsstelle für die Staatssicherheit

 

 

 

30 km östlich von Leipzig, im Naherholungsgebiet „Lübschützer Teiche“, befindet sich der ehemalige Stasi-Bunker. Nach einer mehrjährigen Bautätigkeit war die „Ausweichführungsstelle des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig“ 1974 vollständig fertiggestellt und wurde unter strengster Geheimhaltung bis 1989 einsatzbereit gehalten. Der ca. 100 Mann starke Führungsstab um den Leipziger Stasi-Chef Manfred Hummitzsch hätte seinen Dienstsitz aus der „Runden Ecke“ in Leipzig nach Machern verlegt, um auch im Falle eines Krieges oder einer Spannungsperiode seine Arbeit als „Schild und Schwert der Partei“ zur Sicherung der SED-Diktatur fortsetzen zu können. Dazu sollte genauso die flächendeckende Überwachung der Bevölkerung gehören, die im Ernstfall zur Errichtung von Isolierungslagern für Regimegegner geführt hätte, um auch „innerpolitische Spannungen lösen“ zu können.

 

 

 

Im Ernstfall sollten insgesamt ¾ der Mitarbeiterschaft der Leipziger Bezirksverwaltung und die dazugehörigen 11 Kreisdienst- stellen Ausweichobjekte östlich von Leipzig belegen. Vorgesehen waren vor allem Konsumgaststätten, aber auch ein Internat, ein Ferienlager oder ein Heimatmuseum. Die Anwohner oder Nutzer der Objekte wussten in der Regel nichts von diesen Plänen. Zur Umsetzung der Pläne und Belegung der Ausweichobjekte einschließlich des Bunkers kam es dank der Friedlichen Revolution im Herbst ´89 zum Glück nie.

 


Anmeldung zu Schüler-Veranstaltungen möglich

Film "Wir wollen freie Menschen sein" und Gespräch mit Regisseurin Freya Klier sowie einer Zeitzeugin zum 65. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 53 gegen die SED-Diktatur

 

(Leipzig/pm) - Anlässlich des 65. Jahrestages des ersten antidiktatorischen Volksaufstandes im Jahr 1953 in der DDR bietet die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ am Montag, den 18. Juni 2018, um 9.00 und 11.30 Uhr zwei Schülerveranstaltungen an. In Anwesenheit der Filmemacherin Freya Klier und einer Zeitzeugin sollen bei einer Filmvorführung mit Gespräch die Ereignisse für die Schüler und Schülerinnen greifbar werden und somit ein Stück Erinnerungsarbeit geleistet werden. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

 

 

 

Der 17. Juni, der vor der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 in der alten Bundesrepublik Nationalfeiertag war, gerät zunehmend in Vergessenheit. Doch gerade dieser friedliche Volksaufstand vom 17. Juni 1953 als erster Aufstand gegen die kommunistische Diktatur in der DDR, bei sich die Menschen für Freiheit und Demokratie einsetzten, zeigt eindrücklich, wie wichtig unser heutiger demokratischer Rechtsstaat ist und dass wir uns für dessen Erhalt immer wieder einsetzen müssen. Daher lädt die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Schulklassen ein, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

Einmalige Dokumentation „Wir wollen freie Menschen sein!“

 

Am Beginn der Schülerveranstaltungen am Montag, den 18. Juni 2018, steht die Vorstellung des Filmes „Wir wollen freie Menschen sein!“, von dem einige Szenen im Hof der „Runden Ecke“ mit Requisiten aus der musealen Sammlung der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ gedreht wurden. Die Filmvorführung ist kombiniert mit einem Gespräch mit der Autorin, Dokumentarfilmerin und Bürgerrechtlerin Freya Klier. Die Regisseurin schuf eine großartige Dokumentation des Volksaufstandes in Leipzig, die durch Spielszenen den historischen Ablauf illustriert und mit Zeitzeugenberichten den Zuschauer fesselt. Zur Rekonstruktion der tragischen Ereignisse nutzte sie historische Bild- und Tondokumente, führte Gespräche mit Beteiligten des Aufstandes und mit den Familienangehörigen eines Opfers. Zentrale Figuren sind der 15-jährige Schlosserlehrling Paul Ochsenbauer, der während des Aufstandes ums Leben kam und eines der jüngsten Todesopfer des 17. Juni 1953 war, sowie Peter Schmidt, ebenfalls ein Zeitzeuge, der als damals zehnjähriger Schüler einen Bauchschuss erlitt und nur knapp überlebte. „Der Film soll ein Stück Erinnerungsarbeit leisten und die Ereignisse um den 17. Juni 1953 für junge Menschen lebendig werden lassen“, so Freya Klier.

 

Im Anschluss können die Schüler und Schülerinnen mit der Regisseurin sowie einer Zeitzeugin ins Gespräch kommen und Fragen stellen, beispielsweise um über Hintergründe, Verläufe oder die eigene Wahrnehmung des ersten antidiktatorischen Massenaufstandes oder um über die Entwicklung des Films, zur Recherche oder zum Umgang mit Zeitzeugen zu reden. Abgerundet wird das Programm mit einer anschließenden Kurzführung durch die Ausstellungen „Stasi – Macht und Banalität“ bzw. „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“. Ergänzend ist es möglich, nach der Veranstaltung mit den Schülern einen Rundgang durch die Leipziger Innenstadt zu machen und dabei die kostenfreie Museums-App „Leipzig 1953“ zu nutzen, die als Hörführung an 13 Originalschauplätze und drei heutige Gedenkorte in Leipzig führt.

 

Ablauf und Anmeldung der

 

Schülerveranstaltungen am Montag, den 18. Juni 2018, 9.00 und 11.00 Uhr

 

Die Schülerveranstaltungen dauern je zwei Stunden und beinhalten die 45-minütige Filmvorführung, die 45-minütige Gesprächs- und Fragerunde sowie die 30-minütige Kurzführung durch eine der beiden Ausstellungen. Beginn ist 9.00 Uhr und 11.30 Uhr. Die Veranstaltungen sind geeignet für Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse.

 

Die Veranstaltungen finden im ehemaligen Stasi-Kinosaal der Gedenkstätte statt, einem original erhaltenen Relikt der SED-Diktatur. Da die Plätze dort begrenzt sind, werden die Schulen um eine verbindliche Anmeldung gebeten unter Angabe des Terminwunsches, der Schüleranzahl, der Klassenstufe und der Wahl der Ausstellungsführung.

 

Hintergründe und Bildungsarbeit der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

 

Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, die in original erhaltenen Räumen der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig über die Stasi als Garant der SED-Diktatur und über deren Überwindung durch die Friedliche Revolution informiert, erinnert seit vielen Jahren auch den ersten Massenaufstand gegen die kommunistische Diktatur in der DDR. Zur Erinnerung veranstaltet sie jeweils am 17. Juni eines Jahres eine Gedenkveranstaltung. Auch entwickelte sie die Museums-App „Leipzig 1953“ und schließlich steht der Aufstand, dessen Forderungen nach freien Wahlen, Freiheit und Demokratie sich erst mit der Friedlichen Revolution von 1989 erfüllten, auch am Beginn ihrer Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“.

 

Widerstand gegen die kommunistische Diktatur in der DDR gab es bereits seit ihrer Errichtung im zuvor sowjetisch besetzten Teil Deutschlands, also seit 1945. Einen ersten Höhepunkt fand die Entwicklung jedoch in den Protesten vor nun 65 Jahren. Am 17. Juni 1953 kam es in fast 700 Städten und Gemeinden der damaligen DDR zu Demonstrationen und Streiks von insgesamt mehr als einer Million Menschen. In Leipzig legten etwa 27.000 Arbeiter und Angestellte in über 80 Betrieben die Arbeit nieder. Am Nachmittag demonstrierten bereits über 40.000 Menschen auf verschiedenen Routen durch die Stadt. Schon damals waren „Deutsche Einheit“ und „Freie Wahlen“ zentrale Forderungen des friedlichen Protestes. So zeigte sich in diesem ersten antidiktatorischen Aufstand das Streben der Menschen in der DDR nach Freiheit und demokratischem Rechtsstaat.

 

Mit dem Einsatz der Schusswaffen der Volkspolizei sowie dem militärischen Eingreifen der sowjetischen Besatzungsmacht  und der Verhängung des Ausnahmezustandes wurden alle Hoffnungen auf Veränderungen zerstört. Neun Tote und mindestens 95 Verletzte waren allein im Bezirk Leipzig zu beklagen. Unmittelbar nach dem Aufstand setzte eine große Verhaftungswelle ein. Von den durch Stasi und Volkspolizei allein in Leipzig fast 1.000 Verhafteten wurden in den Folgemonaten über 100 Personen – teils in Schauprozessen – zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, einer auch zum Tode. Erst mit der Friedlichen Revolution wurden die Forderungen des Volksaufstandes 1989 erfüllt.

 

Ziel der historisch-politischen Bildungsarbeit der Gedenkstätte ist es, die Erinnerung an das Unrechtsregime in der DDR wach zu halten und den Tendenzen der Ostalgie entgegenzuwirken. Zugleich wird ausgehend von den Erfahrungen der SED-Diktatur sowie deren Überwindung der hohe Wert des heutigen demokratischen Rechtsstaates erfahrbar. Im gesellschaftlichen Diskurs will die Gedenkstätte auch den Blick für die aktuellen Gefahren totalitärer Ideen und diktatorischer Systeme schärfen.

 


Bischof Fürst würdigt profilierte Haltung Kretschmanns zum 70. Geburtstag

Dank für fruchtbare Kooperation mit den Kirchen

 

(Rottenburg/Stuttgart/drs) - Bischof Gebhard Fürst hat dem Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zu dessen 70. Geburtstag (17. Mai) gratuliert. Der Jubilar zeige in großen gesellschaftlichen und politischen Fragen deutlich Profil. Gerade bei Themen wie der Werteerziehung junger Menschen, in Fragen der Integration und des interreligiösen Dialogs wie auch beim Klimaschutz werde Kretschmanns christliche Grundhaltung deutlich. Dafür sei er dem Ministerpräsidenten sehr dankbar, schreibt Bischof Fürst in einem Glückwunschbrief.

 

Bischof Gebhard Fürst würdigte die Verdienste Kretschmanns, insbesondere für die Menschen in Baden-Württemberg und das Land, das dieser als Politiker und langjähriger Ministerpräsident entscheidend geprägt habe. Dankbar zeigte sich der Bischof für die „fruchtbare Kooperation“ des Landes mit den Kirchen. „Dieses starke Band trägt sehr zum Wohle der Menschen in unserer Region bei“.

 

Für seinen weiteren Lebensweg wünschte Bischof Fürst dem Jubilar „von Herzen für alles und in allem den reichen Segen unseres Gottes“.


LANDESBISCHOF: „ES GIBT MEHR ALTERNATIVEN ALS SCHIESSEN ODER NICHTS TUN“

„FRIEDEN GEHT“: STAFFELLAUF GEGEN RÜSTUNGSEXPORTE VON OBERNDORF NACH BERLIN FÜHRT DURCH BADEN

(Karlsruhe/Oberndorf/Berlin/ekiba) -. Für mehr staatliche Investitionen in zivile Konfliktbewältigung, die Konversion der deutschen Rüstungsindustrie und gegen Rüstungsexporte hat sich der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, ausgesprochen. Anlass war der Ausblick auf den bundesweiten Staffellauf gegen Rüstungsexporte, der am 21. Mai in Oberndorf, am Sitz des Waffenherstellers Heckler&Koch, startet und über 1100 Kilometer in 83 Etappen zum Gehen, Joggen, Marathonlaufen und Radfahren nach Berlin führt. Bislang haben sich knapp 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Auch der Badische Sportbund unterstützt den Lauf. Aktuelle Informationen, auch zur Anmeldung und zu Begleitveranstaltungen, gibt es unter www.frieden-geht.de.

Mit dem Staffellauf gelinge es nach zwei Jahren Vorbereitung, „auf unverkrampfte Weise zu zeigen, dass verschiedene Formate für den Frieden durchaus gut zusammengehen“, betonte Roland Blach aus dem Koordinationskreis des Staffellaufs, Geschäftsführer der DFG-VK Baden-Württemberg und Organisator von Pacemaker. Die insgesamt 18 Trägerorganisationen des Staffellaufs hätten 2016 nicht vermutet, dass das Thema eine solche Relevanz bekommen würde. Der Lauf setze nun, da sich weltweit Konflikte auch mit Waffen aus Deutschland verschärften, „zur richtigen Zeit ein wichtiges Signal“. Es habe keinen Sinn auf Lösungen zu warten, ergänzte Gisela Konrad-Vöhringer aus dem Koordinationskreis. „Aber es hilft gegen die eigenen Ängste aktiv zu werden“. Sich zu beteiligen gebe Kraft. An allen Etappenorten, darunter Lahr, Karlsruhe und Mannheim in Baden, Frankfurt, Kassel, Jena und Wittenberg, sind Begleitveranstaltungen geplant.

 

Schirmherren des bundesweiten Staffellaufs sind der Präsident des SC Freiburg, Fritz Keller, und der ehemalige UN-Diplomat Hans-Christof Graf von Sponeck. Dieser betonte, der Prozess der Entwestlichung der Welt sei nicht aufzuhalten, Frieden könne nicht durch militärische Gewalt entstehen, sondern nur durch Gespräche und die Suche nach Kompromissen. Das gelte bei uns „für das Verhältnis von Politik und Bürgerschaft, auf internationaler Ebene müssen wir Parteien zusammenbringen, die sich eigentlich nicht zusammensetzen wollen“, so Sponeck. Denn Frieden entstehe nicht durch Monologe und das Recht des Stärkeren, sondern nur durch Dialog.

 

Dass „echte Sicherheit nur gemeinsam und nicht gegeneinander entsteht, fordert ein neues Verständnis“, erläuterte der badische Landesbischof Cornelius-Bundschuh. Das aktuelle Beispiel des afrikanischen Landes Kamerun mache deutlich, dass die deutsche Bundesregierung „zu wenig Energie und Personal in zivile Konfliktlösungsprozesse investiert“. Vertreter der Presbyterian Church of Cameroon, einer Partnerkirche Badens, hatten bei einem Besuch kürzlich deutlich gemacht, dass in dem bislang für ein friedvolles Miteinander der anglophonen und frankophonen Bevölkerungsteile bekannten Land die Gewalt zunehmend eskaliere und Gegengewalt provoziere. Deutschland und Frankreich müssten jetzt einschreiten und sich diplomatisch für friedlichen Dialog einsetzen, bevor die Gräben unüberwindbar würden, hatten die Brüder aus Kamerun gefordert. Aus dem christlichen Glauben heraus dränge die Kirche deshalb darauf, dass mehr über Alternativen zu militärischen Lösungen nachgedacht wird, unterstrich der badische Landesbischof: „Es gibt mehr Möglichkeiten als Schießen oder Nichtstun".

 


Wenn das politische Berlin zum Bonifatiuswerk kommt

Julia Klöckner und Andrea Nahles beim Bonifatiuswerk auf dem KT

v.l.: Julia Klöckner (CDU-Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft) mit Referent, Monsignore Georg Austen (Generalsekretär des Bonifatiuswerkes), Heinz Paus (Präsident des Bonfatiuswerkes), Andrea Nahles (Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD). Foto: Sr. Theresita Müller

 

(Münster/bw) - Anlässlich des 101. Deutschen Katholikentages in Münster konnte das Bonifatiuswerk an diesem Donnerstag hochrangige Bundespolitikerinnen am Informationsstand auf der Kirchenmeile begrüßen.

 Julia Klöckner (CDU),Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft und Andrea Nahles, SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende, informierten sich über die Arbeit des Bonifatiuswerkes und stellten konkrete Nachfragen.

 Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, stellte die vielfältigen Projekte vor, die im Jahr gefördert werden. Zudem berichtete er über die Situation der Kirche in Nordeuropa. „Ich lerne sehr viel von den Menschen in der Diaspora. Christ sein in einer Minderheitensituation ist Chance und Herausforderung zugleich. Hier zählt der einzelne und Diaspora wächst - auch in Deutschland.“

Andrea Nahles zeigte großes Interesse an der vom Bonifatiuswerk geförderten Bildungseinrichtung „JACK für geflüchtete und schutzbedürftige Frauen“ in Berlin, das sie gerne einmal besuchen möchte.

Aus der Bundeshauptstadt kam auch noch Erzbischof Dr. Heiner Koch an den runden Tisch im Informationszelt. Zur Bedeutung von Kirche in unserer heutigen Zeit betonte er: „In einer Gesellschaft, in der 75% nicht getauft sind, ist Gemeinschaft lebensnotwendig. Sie ist auch notwendig für Menschen auf der Suche. Ich habe in der Osternacht in der St. Hedwigs-Kathedrale 135 Erwachsene getauft. Sie können ohne Gemeinschaft mit anderen Christen in ihrem Glauben nicht bestehen.“Das Bonifatiuswerk ist mit einem vielfältigen Programm auf dem Katholikentag vertreten. Neben Gästen aus Nordeuropa, wie Anders Kardinal Arborelius, ist auch die Ausstellung „Udos 10 Gebote“ von dem bekannten Rockmusiker in der Liebfrauen-Überwasserkirche zu besichtigen.

 


KDFB fordert ganzheitlichen Blick auf Belange von Pflegenden und mehr Pflegestützpunkte

Unterstützung für pflegende Angehörige zügig ausbauen