Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

MONTAG, 14.06.2021


Einrichtung hat die Online-Abstimmung der Zeitschrift ELTERN für sich entschieden

Kita Maria Königin gewinnt Sonderpreis beim Deutschen Kitapreis

An welchen der Finalisten der Sonderpreis der Zeitschrift ELTERN ging, wurde durch ein Online-Voting entschieden.
An welchen der Finalisten der Sonderpreis der Zeitschrift ELTERN ging, wurde durch ein Online-Voting entschieden.

(Trier/Berlin/bt) – Die Kita Maria Königin aus Trier-Pallien hat es nicht nur als einzige rheinland-pfälzische Kita unter die zehn Finalisten des Deutschen Kita-Preises geschafft, sondern bei der Preisverleihung am 9. Juni den Sonderpreis der Zeitschrift ELTERN erhalten. Bei dem von Barbara Schöneberger moderierten Online-Event wurde die aus zehn Finalisten ausgewählte „Kita des Jahres“ bekannt gegeben. Über 1.200 Bewerbungen waren zuvor eingegangen. Anhand der vier Qualitätsdimensionen Kind- und Sozialraumorientierung, lernende Organisation sowie Partizipation waren zunächst 25 nominierte und schließlich zehn Finalisten ermittelt worden. Zwar konnte sich die Einrichtung aus Trier-Pallien im Finale nicht durchsetzen, dennoch haben Standortleiter Christian Kunz und sein Team Grund zur Freude. Das ergänzende Online-Voting der Zeitschrift ELTERN, bei dem knapp 37.000 Stimmen abgegeben wurden, konnte die Kita für sich entscheiden.

 

Vier Bücher-Überraschungspakete und 1.000 Euro für die Kita

Durch Kurzvideos und Steckbriefe hatten sich Interessierte online über die zehn Finalisten-Kitas informieren können, etwa über Besonderheiten der Kita, über die Mitarbeitenden, oder Gründe, warum die Kinder ihre Kita mögen. Die Preisträger-Kita erhält neben einer Trophäe im Laufe eines Jahres viermal ein Überraschungspaket mit Kinderbüchern. In kurzer Zeit entsteht so eine kleine Bibliothek mit Werken zum Vorlesen, Anschauen und für erste Leseübungen.

Die Freude, dass die engagierte Arbeit des Teams und die in den letzten Jahren neu angestoßenen Prozesse zur weiteren Verbesserung der Qualität in der KiTa nun durch den ELTERN-Sonderpreis honoriert wurden, sei sehr groß, sagt Kunz. Und Cordula Scheich, Geschäftsführerin der katholischen Kita Trier gGmbH, ergänzt: „Unsere Kita Maria Königin ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn die Arbeit qualifizierter Fachkräfte vor Ort Hand in Hand mit einem verantwortungsvollen Zusammenwirken von Träger, kommunalen Akteuren, weiteren Einrichtungen und vor allem den Eltern geht.“

Als Überraschung für alle Finalisten verkündete Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht bei der Preisverleihung, dass auch diejenigen, die keinen der vorderen Plätze belegen konnten, jeweils 1.000 Euro als Anerkennung für ihre hervorragende Arbeit erhalten werden. Einen Herzenswunsch seiner KiTa-Kinder kann Standortleiter Christian Kunz somit doch noch erfüllen: „Die Kinder möchten unbedingt einen Ausflug in den Dinopark unternehmen. Dem steht nun nichts mehr im Wege!“

 

Gut vernetzt im Stadtteil mit besonderen Bedürfnissen

Die zweigruppige Einrichtung Maria Königin liegt in einem Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf. Derzeit haben 80 Prozent der 48 betreuten Kinder zwischen drei und sechs Jahren einen Migrationshintergrund. Seit 2019 befindet sich die KiTa in einem konzeptionellen Umbruch von geschlossenen Gruppen hin zum partizipativen Konzept der offenen Arbeit. Zudem nimmt sie seit 2018 am Bundesprojekt „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ sowie seit 2019 am Landesprogramm Kita!Plus – „Kita im Sozialraum“ teil. Auch die Einbindung in verschiedene Netzwerke vor Ort und die vertiefte Zusammenarbeit mit Eltern und Familien sind Kriterien, die die Kita preiswürdig machen. Der Deutsche Kita-Preis wurde 2018 erstmals vergeben. Die Auszeichnung ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, dem Eltern-Magazin und dem Didacta-Verband. Weitere Informationen gibt es auf: www.deutscher-kita-preis.de

Der Moment der Preisverleihung im Video

 

hier auf YouTube zu sehen


Zweiter digitaler Hamburger Motorrad-Gottesdienst – Grußwort von Bischöfin Fehrs

„Gemeinsam Zeichen setzen“

­­­­­­­­­­­­­­(Hamburg/mw) - Seit 38 Jahren wird in Hamburg der „MOGO“ gefeiert, Europas größter Motorrad-Gottesdienst. Nach 2020 kommt die Biker-Gemeinde auch in diesem Jahr digital zusammen. „Am 13. Juni wird es ab 12 Uhr Raum geben für gute Gedanken, Gebete und Gedenken“, sagt MOGO Pastor Lars Lemke. „Und auch die Vorfreude auf 2022 wollen wir wecken! Dann wird es sicherlich wieder möglich sein, persönlich miteinander zu feiern.“

Das diesjährige Motto „Gemeinsam Zeichen setzen“ wurde von den MOGO-Organisator*innen bewusst gewählt: „Wir wollen unsere lebendige und solidarische Gemeinschaft der Bikerinnen und Biker einsetzen, um soziale Projekte zu unterstützen“, erläutert Lemke.

Diesen Gemeinschaftssinn würdigte Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, in ihrem digitalen Grußwort: „Gemeinsam Zeichen setzen“ – das macht Ihr, wenn Ihr als große MOGO-Gemeinde die Liebe zum Leben und zu den Menschen zelebriert. Eine Liebe, die sogar über den Tod hinaus trägt. Auch das zeichnet Euch aus: Dieser ehrfürchtige Respekt vor denen, die nicht mehr da sind und trotzdem nicht vergessen werden. Eine Liebe zum Leben, die nicht aufgibt und die vor Risiken nicht klein beigibt. Erst recht nicht vor so einer Pandemie. Gut, dass Ihr auch auf diese ungewöhnliche Weise gemeinsam Zeichen setzt für das Leben und für die Hoffnung.“

Im Anschluss an den digitalen Gottesdienst können drei mit Airbrush-Technik gestaltete Helme ersteigert werden, jeder von ihnen ein Unikat. Der Erlös aus der Versteigerung wird dem Verein „subvenio e.V.“ zugutekommen. Er setzt sich bundesweit für Betroffene ein, die durch fremdes Verschulden bei einem Unfall verletzt wurden und hilft zum Beispiel im Umgang mit Behörden und Versicherungen. Mit Schnelligkeit und ein wenig Glück können die Bikerinnen und Biker außerdem ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Runter vom Gas“ gewinnen.

 

Der vorab aufgezeichnete Gottesdienst mit Helferinnen und Helfern des MOGO wird am Sonntag, 13. Juni, ab 12 Uhr auf den Facebook- und YouTube-Kanälen der Nordkirche sowie bei „Rock Antenne Hamburg" übertragen. 


Kommunale und kirchliche Initiative „Wir.Zusammen.Aktiv“ hört genau zu

Das Leben in der Vordereifel gestalten

Das Team von Wir.Zusammen.Aktiv v. links Christine Engels (Verbandsgemeindeverwaltung Vordereifel), Elena Janzen (Mehrgenerationenhaus Mayen), Pastoralreferent Oliver Serwas, Hugo Nowicki (Ehrenamtlicher) und Dorothee Waldorf (Pflegestützpunkt Mayen/Vordereifel). Es fehlt Iris Emmerich (Katholische Familienbildungsstätte Mayen). Bistum Trier/Julia Fröder

 

(Vordereifel/bt) – Während der Corona-Pandemie hat sich eine Initiative gegründet, die ein gutes Leben in den Orten der Verbandsgemeinde Vordereifel unterstützen und ehrenamtliches Engagement fördern will. Unter dem Namen „Wir.Zusammen.Aktiv“ haben sich Vertreterinnen und Vertreter von kommunaler und kirchlicher Seite zusammengeschlossen.

Am Anfang stand ein Fragebogen, der 7800 Haushalte in der Vordereifel erreicht hat. „Gespräche vor Ort waren ja kaum möglich wegen des Lockdowns“, berichtet Oliver Serwas, Pastoralreferent im Dekanat Mayen-Mendig. „Doch wir wollen die Umsetzung der Synodenergebnisse ernstnehmen“, betont er. Daher sei es wichtig, zuzuhören, was die Menschen vor Ort benötigen, was ihnen fehlt oder wie es ihnen geht. „Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind unglaublich wichtig, um nicht ‚irgendetwas‘ auf den Weg zu bringen, sondern gezielt Hilfsangebote zu initiieren, die auch tatsächlich benötigt werden“, führt Team-Mitglied Dorothee Waldorf vom Pflegestützpunkt Mayen/Vordereifel aus. Sie und Oliver Serwas bilden gemeinsam mit Iris Emmerich (Katholische Familienbildungsstätte Mayen), Elena Janzen (Mehrgenerationenhaus Mayen) und Christine Engels (Verbandsgemeindeverwaltung Vordereifel) und sowie Hugo Nowicki (Ehrenamtlicher) den interdisziplinären Kreis.

Von den Ergebnissen der Umfrage angeregt, starten die Frauen und Männer von „Wir.Zusammen.Aktiv“ ihre Arbeit in der Gemeinde Langenfeld mit den Aktionen „Hoffnungspost“ und „Osterbriefe“. In Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde wurden Kinder und Jugendliche gebeten, Postkarten für ältere Bürger zu gestalten. „Und sie konnten ihre Adressen hinterlassen, so dass ein Austausch zwischen Jung und Alt möglich war. Es sollte keine Einbahnstraße sein, sondern den Kontakt im Dorf fördern“, erklärt Serwas. Diese Aktion zeigt einen Schwerpunkt der Initiative – nämlich Vernetzung: Ortsgemeinderat, Kirchengemeinde sowie Kindertagesstätte und Grundschule haben an einem Strang gezogen.

 

Fördern und unterstützen

Die Gruppe versteht sich als Impulsgeber in den Orten aber auch als Ermöglicher, die das Engagement in den Dörfern fördern und unterstützen. Sie wollen die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und eine Anlaufstation für Menschen mit einem konkreten Wunsch, Anliegen oder einer Idee sein. Das kann durch das Bereitstellen von geeigneten Räumen oder passender Technik geschehen. Ein konkretes Beispiel ist die Idee eines Bürgers, der gerne kulturwissenschaftliche Spaziergänge anbieten möchte. Die Umsetzung soll erfolgen, sobald sich die Corona-Lage entspannt hat. Darüber hinaus setzen die Mitglieder ihre ganz unterschiedlichen Fachexpertisen ein, um das bereits vorhandene ehrenamtliche Engagement zu stärken. „Wir wollen beraten, unterstützen und Vernetzungen aufbauen“, fasst Oliver Serwas zusammen, und Christine Engels räumt gleichzeitig ein: „Wir wollen aber keine Konkurrenz zu bereits bestehenden Angeboten sein“. Hinter allem steht die Frage: Was brauchen die Menschen, und was können wir für sie tun?

Konkret geplant ist als nächstes das Erstellen eines Sozialatlasses für die Pfarreiengemeinschaft Langenfeld in Zusammenarbeit mit Diakon Martin Nober.

 

Weitere Informationen gibt es bei Projektleiter Oliver Serwas unter Tel: 02651-70453-202, per E-Mail an oliver.serwas(at)bgv-trier.de oder auf www.dekanat-mayen-mendig.de/projekte/wirzusammenaktiv/.


Evangelischer Sportbeauftragter zur Euro 2021: Hoffnung auf neue Freude am Fußball und Sport

Kirchenpräsident Volker Jung hofft im Profifußball auch auf neue Demut durch die Corona-Krise

 

(Darmstadt/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung, der auch Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, hat eine Rückkehr zu Fußballspielen mit Zuschauerinnen und Zuschauern unter entsprechenden Hygieneauflagen begrüßt. „Fußball ohne Fans geht auf Dauer nicht. Die Menschen suchen die besondere Atmosphäre eines Stadions und die Gemeinschaft“, erklärte er am Donnerstag angesichts der am 11. Juni beginnenden Europameisterschaft in einem Interview auf der Internetseite der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau www.EKHN.de.

 

Gleichzeitig bleibe es in der Corona-Pandemie ein Spagat zwischen „der Freude daran, ein Spiel hautnah mitzuerleben, und der Furcht, womöglich in ein Superspreader-Event hineinzugeraten“. Er hoffe zudem, dass die Euro 2021 dazu beitrage, besonders bei Kindern und Jugendlichen die Freude am Fußball und am Sport überhaupt zu fördern. Dies sei gerade nach der für viele bewegungsarmen Pandemiezeit sehr wichtig.

 

Jung äußerte auch Befürchtungen im Blick auf problematische wirtschaftliche Entwicklungen im Profifußball. Seiner Ansicht nach ist durch die Corona-Krise durchaus eine „neue Demut“ in den Spitzenvereinen erkennbar. Es sei „absolut wünschenswert, dass daraus auch nachhaltige Einsichten würden, um den Stellwert des Fußballs als Breitensport nicht zu gefährden“. Dies sei für etliche Traditionsvereine sogar unabdingbar, weil sie hochverschuldet am Rand ihrer Existenz stünden. „Ich fürchte aber: Über kurz oder lang wird das wieder ausgehebelt werden, weil mancher Fußballverein durch Gelder von Investoren unverantwortlich hohe Beträge zahlen kann, die wiederum zu einer Verzerrung des Wettbewerbs führen“, so Jung. 

 

Das  vollständige Interview ist auf www.ekhn.de ist hier in der gesamten Länge verfügbar:

 

https://www.ekhn.de/aktuell/detailmagazin/news/interview-zur-fussball-em-euro-2020-die-lust-am-gemeinschaftsgefuehl-und-die-angst-vor-dem-superspr.html


Antwort des Papstes auf das Rücktrittsgesuch von Marx stärkt den Synodalen Weg als Chance für eine geschwisterliche, glaubwürdige und zukunftsfähige Kirche

(Köln/kdfb) – Anlässlich der Ablehnung des Papstes, den von Kardinal Marx angebotenen Amtsverzicht anzunehmen, ermutigt der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) den Kardinal, zuversichtlich und geradlinig den Weg der Reformen, insbesondere den Synodalen Weg, weiter zu gehen.

 

In seinem heutigen Brief an Kardinal Marx hat der Heilige Vater seine Entscheidung sehr deutlich gemacht, der Kardinal möge seine Verantwortung als Erzbischof von München und Freising weiter wahrnehmen. Er würdigt sein Angebot über den Amtsverzicht, um damit auch ganz persönlich Verantwortung zu übernehmen, und teilt Marx‘ Urteil, der die Kirche an einem „toten Punkt“ sieht. Der Papst schreibt: „Ich stimme Dir zu, dass wir es mit einer Katastrophe zu tun haben: der traurigen Geschichte des sexuellen Missbrauchs und der Weise, wie die Kirche damit bis vor Kurzem umgegangen ist.“

 

Aus Sicht des KDFB stellt das einen klaren Auftrag dar, das Leid der Überlebenden in den Mittelpunkt zu stellen, ihnen endlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und alles zu tun, um die männerbündischen und klerikalen Strukturen zu ändern, die erst solches Unrecht entstehen lassen konnten.

 

 

Dazu KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth: „Kardinal Marx hat mit seinem Rücktrittsangebot ein starkes Zeichen gesetzt – auch in Richtung seiner Mitbrüder im Amt. Ein „Weiter so“ verkennt den Ernst der Situation und ist nun erst recht nicht mehr möglich. Wir fordern alle Verantwortlichen in der Katholischen Kirche auf, Kleriker und Laien, sich dem Vertrauensverlust und Bedeutungsverlust in Folge des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche zu stellen. Die Antwort des Papstes zeigt, dass auch er diesen Weg unterstützt. Der KDFB ist zu einer konstruktiv-kritischen Mitarbeit jederzeit bereit – für eine geschwisterliche, glaubwürdige und zukunftsfähige Kirche.“ 


PAPST LEHNT RÜCKTRITTSANGEBOT AB

„Deutliches und schnelles Zeichen aus Rom: Der Reformprozess muss mit Marx weiter gehen“

(München / Rom/wsk) - Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche sieht die schnelle Antwort aus Rom, das Rücktrittsgesuch nicht anzunehmen, als Rückenstärkung für Kardinal Reinhard Marx, sich hier in seinem Bistum und auf dem Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland auch weiterhin mit seiner Kraft und Kompetenz einzusetzen. Es ist ein Zeichen, dass es mehr noch als eines personellen Wechsels eines pastoral-theologischen und spirituellen Wechsels bedarf. Es ist zu hoffen, dass Papst Franziskus mit gleicher Klarheit und Eindeutigkeit alsbald auch auf die Vorgänge in Köln reagiert und für die Wiederherstellung einer ordnungsgemäßen Pastoral sorgt.

In dem sehr persönlich gehaltenen Schreiben macht der Papst deutlich, dass die Kirche keinen Schritt nach vorne tun kann, ohne die Krise, die durch die Katastrophe sexueller und geistlicher Gewalt in der Kirche gründlich und in ihren strukturell Wurzeln aufzuarbeiten. Auch wenn der Synodale Weg, den Kardinal Marx zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken ins Leben gerufen hat, nicht direkt erwähnt wird, ist der Brief als eindeutige Unterstützung für Reformen und diesen Reformprozess zu sehen Der Brief ist auch eine sehr persönliche brüderliche Rückstärkung für Kardinal Marx, weil der Papst vielen Aussagen des Kardinals zustimmt, ihm für seinen christlichen Mut dankt und ihn auffordert: „Mach weiter, so wie Du es vorschlägst, aber als Erzbischof von München und Freising“.


Zur Ablehnung des Amtsverzichts von Kardinal Marx durch Papst Franziskus

 

(Köln/bdkj) - Zur Ablehnung des Amtsverzichts von Reinhard Kardinal Marx (Bischof von München und Freising) durch Papst Franziskus erklärt Gregor Podschun (BDKJ-Bundesvorsitzender):

„Der angebotene Amtsverzicht von Reinhard Kardinal Marx bleibt auch nach der Ablehnung durch Papst Franziskus ein wertvolles Zeichen persönlicher Verantwortungsübernahme für den Machtmissbrauch und die sexualisierte Gewalt durch Kleriker in der katholischen Kirche.

Neben Kardinal Marx, der die Kirche treffend als an einem ‚toten Punkt’ stehend beschrieben hat, hat auch Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, im Nachgang der Erklärung von Kardinal Marx die Dringlichkeit der notwendigen weitreichenden Reformen in eindrucksvoller Deutlichkeit betont.

Eine Annahme des Amtsverzichts von Kardinal Marx durch Papst Franziskus hätte gezeigt, dass auch Rom sich bewusst ist, in welcher dramatischen Lage sich die Kirche befindet. Man hätte zeigen können, dass respektiert wird, wenn ein angesehener Bischof nach sorgsamer Reflexion die bewusste Entscheidung trifft, aus einer Mitverantwortung für die systemischen Gründe für sexualisierte Gewalt persönliche Konsequenzen zu ziehen.

Es ist unsere Pflicht, dem durch die MHG-Studie aufgedeckten systemischen Machtmissbrauch in der Kirche, der in der Form der sexualisierten Gewalt an Kindern und Jugendlichen besonders verabscheuungswürdig ist, durch Reformen die Grundlagen zu entziehen. Für uns zeigt sich dabei immer deutlicher, dass wir uns dafür im Synodalen Weg gemeinsam mit allen Synodalen, welche die Wissenschaftlichkeit der MHG-Studie und damit ihre Ergebnisse anerkennen, noch stärker für dezentrale Lösungen für die Kirche in Deutschland einsetzen müssen. Wir hoffen dabei weiter auf die Unterstützung des Vatikans.“

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

 


Gruppe fährt über 600 Kilometer und sammelt Spenden für 111 Baumsetzlinge

Radeln für Aufforstungsprojekt in Bolivien

Die Gruppe des Bistums beim Domradeln - links Schirmherr Weihbischof Jörg Michael Peters.Foto: bt
Die Gruppe des Bistums beim Domradeln - links Schirmherr Weihbischof Jörg Michael Peters.Foto: bt

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – Spendengelder für 111 Baumsetzlinge für ein Aufforstungsprojekt in Bolivien haben Teilnehmende des Bistums Trier beim diesjährigen „Stadtradeln“ eingenommen. An der Aktion verschiedener Kommunen beteiligen sich Radfahrerinnen und Radfahrer, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Auch die Diözese Trier ist seit einigen Jahren mit dem „Domradeln“ mit von der Partie, das dieses Jahr aber Corona-bedingt dezentral stattfinden musste. Die Radlerinnen und Radler legten selbst zuvor einen Spendenbetrag für eine gewisse Strecke fest und fuhren diese am 31. Mai alleine oder in kleinen Gruppen. „Wir haben über 600 Kilometer zusammenbekommen – ein tolles Ergebnis“, freut sich Katharina Nilles, Bolivien-Referentin bei der Diözesanstelle Weltkirche. Die Bolivienpartnerschaft fördere mit dem Spendenerlös ein Aufforstungsprojekt im Amazonas-Tiefland. Gerade in den letzten Jahren hatten verheerende Brände riesige Flächen des für das weltweite Klima so wichtigen Regenwaldes zerstört. Mit dem „eingefahrenen“ Geld könne nun ein weiterer Schritt Richtung Wiederaufforstung getan werden, lobte auch Weihbischof Jörg Peters, Schirmherr der Aktion „Domradeln“.

Die Folgen des Klimawandels seien für Menschen in dieser Region Boliviens ein großes Thema, schildert Ludwig Kuhn, Leiter der Diözesanstelle Weltkirche. Im Ort Santa Rosa del Abuna engagiere sich die Caritas vor Ort daher seit vielen Jahren für die Verbreitung und Förderung von Anbaumethoden, die im Einklang mit der Natur stehen. So verzichte man auf Brandrodung oder sonstige Abholzung und setze auf den Anbau von Nutzpflanzen auf brachliegenden Flächen und bevorzuge Mischkulturen. Das schütze nicht nur die Umwelt, sondern sichere die Ernährung der Menschen. Derzeit arbeite die Caritas mit knapp 200 Familien zusammen, für die sie Fortbildungen und technische Unterstützung biete. Der andere Projektschwerpunkt liege auf Aufforstung. Konkret wolle die Caritas mit bäuerlichen und indigenen Familien rund 100 Hektar verbrannten Wald wieder bepflanzen.

 

Mehr Informationen zu den Projekten gibt es auch auf: www.bolivienpartnerschaft.bistum-trier.de oder per E-Mail: weltkirche(at)bistum-trier.de; Tel.: 0651-7105398; näheres zur Aktion „Stadtradeln“: www.stadtradeln.de.


Ergebnis der landesweiten Sammlung konnte im Corona-Jahr 2020 gesteigert werden

Caritas sammelt knapp 2 Millionen Euro

(Stuttgart/Freiburg/cae) – Die Caritas-Sammlung in Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr (2020) knapp 2 Millionen Euro erbracht. Das haben die beiden Diözesan-Caritasverbände Freiburg und Rottenburg-Stuttgart mitgeteilt. In der für alle schwierigen Situation, die durch die Corona-Pandemie entstanden ist, konnte das Spendenergebnis gegenüber dem Vorjahr (2019) um gut 100.000 Euro gesteigert werden. Für die beiden Diözesan-Caritasdirektoren Thomas Herkert (Freiburg) und Pfarrer Oliver Merkelbach (Rottenburg-Stuttgart) ist das ein starkes Zeichen solidarischen Handelns dafür, „dass diejenigen, die von der Pandemie am stärksten betroffen sind, nicht übersehen werden“. Die trotz schwieriger äußerer Umstände erfolgreich durchgeführte Spendenaktion werten Merkelbach und Herkert auch als Vertrauensbeweis für die Arbeit der Caritas: „Mit ihrer Spende unterstützen die Bürgerinnen und Bürger die karitative Arbeit in vielen verschiedenen Tätigkeitsbereichen, und dafür sagen wir ein herzliches Dankeschön.“ Durch die tägliche Arbeit in ihren Diensten und Einrichtungen wisse die Caritas im Land um die Vielfalt an täglichen Sorgen und Nöten. „Die Spenden sind ein so wichtiger Beitrag, damit wir Menschen, die aufgrund von Armut, ihres Alters oder einer Fluchterfahrung im Abseits stehen, helfen können. Dank der Spenden können sie neue Perspektiven entwickeln“, so die beiden Caritasdirektoren.

Je nach Diözese verbleibt ein Drittel oder die Hälfte des Gesamtbetrages in den Pfarrgemeinden. Sie fördern damit Aufgaben wie Besuchsdienste für ältere Menschen oder Familienhilfen, zum Beispiel ein Familienwochenende in der Natur für benachteiligte Familien. Die Spenden ermöglichen ein Mittagsmenü für Menschen mit geringem Einkommen oder unterstützen Hospizdienste. Der übrige Spendenanteil steht den Caritasverbänden in den Städten, Landkreisen, in der Diözese und auf Bundesebene zur Verfügung. Die Diözesan-Caritasverbände unterstützen mit ihrem Anteil zahlreiche Projekte karitativer Träger im gesamten Land.

 

 


Erfolgreiche Veranstaltungsreihen fortsetzen

Kapelle Jager. Foto: Sebastian Kühl
Kapelle Jager. Foto: Sebastian Kühl

Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats: Antrag auf Förderung des „Spirituellen Sommers“ wird gestellt / Kirchenkino „Starke Stücke“ für zwei weitere Jahre gesichert / Unterstützung für Jubiläumsfest in Benz / Zustimmung zu Gemeindefusionen

 

(Greifswald/sk) - Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die als Videokonferenz stattfand, gemeinsam mit dem Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg einen Antrag an den Fonds „Kirche und Tourismus“ der Nordkirche zu stellen, um das Projekt und die gleichnamige Veranstaltungsreihe „Zeit für Dich - Spiritueller Sommer in Pommern“ ab 2022 für zunächst weitere vier Jahre nicht nur fortzusetzen, sondern unter dem Titel „Zeit für Dich – Spiritueller Sommer im Norden“ auf den gesamten Sprengel Mecklenburg und Pommern auszudehnen. Die Laufzeit des Projekts würde andernfalls zum 31. Dezember dieses Jahres nach fünfjähriger Laufzeit enden. Der Kirchenkreis Mecklenburg hatte bereits seine Unterstützung für den gemeinsamen Antrag signalisiert, eine Entscheidung des mecklenburgischen KKR steht dazu noch aus, ein entsprechender Tagesordnungspunkt ist für die anstehende Sitzung des Gremiums vorgesehen.

 

Weitere Vernetzung im Sprengel

 

Der „Spirituelle Sommer“ sei ein attraktives Projekt, das bereits eine große Strahlkraft entwickelt habe, hieß es zu dem Beschluss aus dem pommerschen KKR. Der gemeinsame Antrag mit Mecklenburg für ein partnerschaftliches Konzept beider Kirchenkreise sei zudem ein weiterer Ausdruck der guten Gemeinschaftsarbeit und bündle weitere Kräfte. Der „Spirituelle Sommer“ sei in vielen Urlaubsregionen des PEK in zahlreichen Kirchengemeinden bereits etabliert, es sei schon viel gewachsen und entstanden. Die enge Zusammenarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit des Mecklenburgischen und des Pommerschen Kirchenkreises lege es außerdem nahe, auch in der touristischen Arbeit eine gute Vernetzung zu finden. „Den beiden Kirchenkreises im Sprengel ist dieser Antrag so wichtig, dass sie auf weitere Anträge aus den Kirchenkreisen an den Tourismusfonds verzichten“, sagte der Vorsitzende des pommerschen Kirchenkreisrats, Propst Gerd Panknin, über bereits mit dem Kirchenkreis Mecklenburg getroffene Absprachen. „Wir hoffen nun sehr, dass der Antrag bewilligt wird und wir diese erfolgreiche Reihe fortsetzen und mit Mecklenburg zusammen weiter ausbauen und gestalten können.“

 

Spirituelles Sommerfest am 22. August

 

Unter der Dachmarke „Spiritueller Sommer in Pommern“ werden im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis Angebote zur inneren Einkehr in der Region gebündelt, die sich an Urlauber und Einheimische gleichermaßen richten. Aus der Taufe gehoben wurde der „Spirituelle Sommer in Pommern“ im Jahr 2017. Waren es zu Beginn acht Veranstaltungsstandorte, gibt es mittlerweile 35 Standorte im gesamten pommerschen Kirchenkreis mit wechselnden spirituellen Formaten und mehreren Hundert Einzelveranstaltungen. Im Jahr 2018 und 2019 fanden neben den vielfältigen Angeboten der Partnerinnen und Partner festliche Auftaktveranstaltungen in Lassan und Groß Kiesow statt. Aufgrund der Pandemie konnten die Auftaktveranstaltungen des „Spirituellen Sommers“ in den Jahren 2020 und 2021 nicht wie vorgesehen stattfinden. Stattdessen ist für dieses Jahr als verbindende Veranstaltung der Reihe ein Sommerfest zum Thema Pilgern am Sonntag, 22. August, von 14 bis 19 Uhr rund um die „Offene Kapelle“ in Jager unter dem Motto „Brot, das unsere Seele nährt“ geplant. Der Fonds „Kirche und Tourismus“ der Nordkirche wurde im Jahr 2014 durch die Landessynode für die Jahre 2015 bis 2025 mit einem Gesamtbudget von 4,5 Millionen Euro ins Leben gerufen. Für die verbleibenden Jahre 2022 bis 2025 stehen davon nur noch 200.000 Euro zur Verfügung.

 

Finanzierung des Kirchenkinos „Starke Stücke“ für zwei Jahre gesichert

 

Der Kirchenkreisrat beschloss, für die Veranstaltungsreihe „Starke Stücke. Berührt und diskutiert“ für die Jahre 2021 und 2022 jeweils 4.000 Euro aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ zu bewilligen. Aus dem kirchenkreislichen Fonds „Initiativen und Projekte“ kommen dabei 2.000 Euro, die weiteren 6.000 Euro werden aus Restmitteln der entsprechenden Fonds der drei Propsteien finanziert. Darauf hatten sich vor der Sitzung bereits die Pröpstin und die Pröpste der drei Propsteien, Helga Ruch, Gerd Panknin und Andreas Haerter, die diese Propstei-Fonds verantworten, geeinigt. Damit ist es nun möglich, die Durchführung der erfolgreichen Kirchenkino-Reihe „Starke Stücke“ trotz der angespannten finanziellen Situation im PEK für zwei weitere Jahre zu sichern. „Die Filmreihe ‚Starke Stücke‘ ist eine gemeindenahe, wunderbar laufende Veranstaltungsreihe, die zudem auch viele Menschen anspricht, die sonst vielleicht nicht so nah an Kirche dran sind“, so Propst Gerd Panknin. Die Reihe stärke das kulturelle Geschehen im ländlichen Raum und zeige, dass Kirche vor Ort und in der Fläche engagiert und bei den Menschen sei. Die Entscheidung für die Unterstützung der Reihe sei auch ein klares Signal für die Stärkung der Kooperation mit dem mecklenburgischen Kirchenkreis, so Gerd Panknin weiter. „Zwar sind nun zwei weitere Jahre gesichert, jedoch wird uns die Finanzlage auch in Zukunft weiter beschäftigen“, mahnte der Propst. Er schlug daher vor, das Thema „Starke Stücke“ auf die Tagesordnung des nächsten Treffens der beiden Kirchenkreisräte im November zu setzen, um gemeinsam Lösungswege zu entwickeln.

 

Filmabende bringen Menschen ins Gespräch

 

Die Pressestelle des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Mecklenburg ist in Kooperation mit mehreren Partnern – darunter der Pommersche Evangelische Kirchenkreis – Veranstalter der Filmabende „Starke Stücke“, die vor allem im ländlichen Raum in alten Dorfkirchen stattfinden. Die erfolgreiche Reihe feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Dieses Jahr gastiert die Reihe in 46 verschiedenen Orten in ganz Mecklenburg-Vorpommern, dabei werden 30 verschiedene Filme gezeigt. Im Anschluss an die jeweiligen Filmvorführungen wird zu Gespräch und Austausch eingeladen. Die Eröffnung findet am 28. Juli in der Kunstkirche Eickelsdorf statt, der Abschlussfilm wird am 5. November im Kirchturm Warsow gezeigt. „Starke Stücke. Berührt und diskutiert“, sei ein begeisterndes Projekt, das in dünnbesiedelten Gegenden die Kirchen fülle und die Menschen miteinander ins Gespräch bringe, bekräftigte der KKR erneut. Ohne Eintritt, lediglich auf freiwilliger Spendenbasis hole diese Filmreihe anspruchsvolles Kino aufs Land. Im vergangenen Jahr war es unter anderem dank des guten Konzepts und des Engagements der gastgebenden Kirchengemeinden gelungen, trotz der Corona-Pandemie, die Veranstaltungsreihe unter Einhaltung der entsprechenden Hygieneauflagen durchzuführen.

 

Unterstützung für Jubiläumsfeier in Benz

 

Die Kirchengemeinde Benz feiert am Sonnabend, 28. August, 25 Jahre Kinderhaus „Himmelsschlüsselchen“ und 20 Jahre Schule in Benz. Der Kirchenkreisrat beschloss, das Jubiläumsfest mit einem Zuschuss in Höhe von 500 Euro aus dem Fonds Initiativen und Projekte zu unterstützen. Kindergarten und Schule sind lebendige Lernorte christlichen Glaubens für die gesamte Insel Usedom, so der Kirchenkreisrat zu dem Beschluss. Es sei ein Segen, dass es diese beiden Einrichtungen eng verzahnt miteinander für die gesamte Region gebe. „Benz ist ein wunderbares Beispiel für die Vielfalt evangelischer Schulen und Kitas sowie für Kirchengemeinden, die mit Herz, Leib und Seele Kindergärten tragen“, ergänzte Gerd Panknin. Kindergarten und Schule in Benz leben vom großen Einsatz Ehrenamtlicher und der Mitarbeitenden, vom riesigen Engagement der Eltern und vom Ineinandergreifen des Hand-in Hand-Wirkens der Kirchengemeinde und der Menschen vor Ort und in der Region, betonte der Propst.

 

Zusammenschlüsse von Kirchengemeinden

 

Der Kirchenkreisrat stimmt dem Zusammenschluss der Kirchengemeinden Boock, Blankensee, Mewegen und Rothenklempenow zur Evangelischen Kirchengemeinde Boock zu. Die vier Kirchengemeinden in der Propstei Pasewalk sind seit vielen Jahren pfarramtlich miteinander verbunden und haben einen gemeinsamen Haushalt. Nach Anhörung der Gemeindeglieder im Rahmen von Gemeindeversammlungen und einer dortigen positiven Rückmeldung haben die vier Kirchengemeinderäte beschlossen, zum 1. Januar 2022 zu fusionieren. „Angesichts der Herausforderungen der Zukunft und der Kirchengemeinderatswahlen im kommenden Jahr, habe ich die Kirchengemeinden zu dieser Entscheidung ermutigt“, sagte Propst Andreas Haerter. Die gleiche Ausgangssituation bewog auch die Kirchengemeinden Schaprode und Trent in der Propstei Stralsund, die Fusion zu beschließen, die von der zuständigen Pröpstin, Helga Ruch, befürwortet wurde. Der Kirchenkreisrat stimmte der Fusion der beiden Gemeinden zur Kirchengemeinde Schaprode-Trent zu.

 

Konferenztechnik für Greifswalder Lutherhof

 

Am 6. Januar 2018 wurde der Greifswalder Lutherhof nach umfassender Sanierung mit einem Fest wiedereröffnet. Im selben Jahr wurde der geschichtsträchtige Ort mit variablen Tischen und bequemen Stühlen ausgestattet, durch die sich die Nutzungsmöglichkeiten weiter verbesserten. Inzwischen bietet der Lutherhof auch WLAN und einen Beamer. Für Videokonferenzen muss jedoch stets zusätzlich mobile Technik aufgebaut werden. Das erfordert organisatorischen Aufwand sowie Personalkapazität und die Technik wird durch den Auf- und Abbau sehr beansprucht. Der KKR beschloss daher, die Ausstattung des Lutherhofs mit entsprechender Audio- und Videotechnik zu veranlassen. Zunächst sollen dafür entsprechende Angebote eingeholt werden. Der Lutherhof im Herzen der Hansestadt wird vor allem für kirchenmusikalische Zwecke genutzt und ist wichtiger Standort für die Greifswalder Bachwoche. Zudem ist der Lutherhof für die Arbeit der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) von Bedeutung, deren Büro- und Gruppenräume sich im Erdgeschoss befinden und die den Kleinen Saal als Andachts- und Vortragsraum nutzt. Es ist aber auch möglich, den Lutherhof für Veranstaltungen vom Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis zu mieten, beispielsweise für Konzerte, Seminare, Familienfeiern, Tagungen oder Firmenfeste.

 

Darlehensaufnahme für Kita-Neubau in Loissin genehmigt

 

Die Kirchengemeinde Kemnitz-Hanshagen plant den Neubau der Kindertagesstätte in Loissin, deren Baukosten mit rund 2,2 Millionen Euro beziffert sind. Aufgrund der erfolgreichen Einwerbung von Fördermitteln beträgt der Eigenanteil für die Kirchengemeinde 700.000 Euro, die über ein Darlehen finanziert werden sollen. Der Kirchenkreisrat erteilte der Kirchengemeinde für die Darlehensaufnahme die kirchenaufsichtliche Genehmigung und hob im Zusammenhang mit dem Beschluss die Bedeutung der Kindertagesstätte für die Arbeit mit Familien in der Kirchengemeinde hervor.

 

Weitere Themen und nächster Sitzungstermin

 

Außerdem befasste sich der KKR in der Sitzung unter anderem mit Personalfragen, mit der Begleitgruppe Digitalisierung, mit der Planung der KKR-Klausur vom 24. bis 26. September, mit der Umwidmung von Mitteln für Bauvorhaben, mit weiteren kirchengemeindlichen Darlehensaufnahmen, mit dem Kirchenleitungstreffen der Deutsch-Polnischen Partnerschaft vom 19. bis 21. Oktober in Güstrow sowie mit der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Kirche und Demokratie im Norden“ der Nordkirche, mit der das demokratische Engagement gefördert und eine konstruktive Diskussionskultur gestärkt werden soll.

Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 24. August 2021 statt.

 

Stichwort Kirchenkreisrat

 

 

Der Kirchenkreisrat vertritt den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis in allen Angelegenheiten. Er führt die Aufsicht über die 151 Kirchengemeinden und ihre Verbände sowie über die Dienste und Werke und erteilt die erforderlichen Genehmigungen. Das Gremium besteht aus 13 Mitgliedern. Ihm gehören die Pröpstin und Pröpste der drei Propsteien des Kirchenkreises, Pröpstin Helga Ruch (Stralsund), Propst Gerd Panknin (Demmin) und Propst Andreas Haerter (Pasewalk), als geborene Mitglieder an. Die weiteren zehn Mitglieder wurden von der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gewählt: Sylvia Giesecke, Raik Harder, Dr. Gerd Albrecht, Wolfgang Banditt, Reinhard Kurowski, Beate von Randow, Dr. Gerrit Marx, Angelika Beyer, Pastor Dr. Ulf Harder und Johanna Hertzsch. Vorsitzender des Kirchenkreisrates ist Propst Gerd Panknin. Der Kirchenkreisrat bereitet die Entscheidungen der Kirchenkreissynode vor, bringt Vorlagen ein und führt die Beschlüsse aus. Er bringt den Haushalt ein und ist für die Durchführung verantwortlich. Er berät Pröpstin und Pröpste, beruft die Pastorinnen und Pastoren in die Pfarrstellen des Kirchenkreises und führt die Aufsicht über die Kirchenkreisverwaltung. Der Kirchenkreisrat im Internet: http://www.kirche-mv.de/Kirchenkreisrat.565.0.html    


Bischof Ackermann weiht Tholeyer Frater Wendelinus zum Priester

„Anstifter zur Dankbarkeit werden“

Weihekandidat Wendelinus Naumann liegt während der Allerheiligenlitanei vor Bischof und Abt Foto: Hans Georg Schneider
Weihekandidat Wendelinus Naumann liegt während der Allerheiligenlitanei vor Bischof und Abt Foto: Hans Georg Schneider

(Tholey/bt) – Ein großer Kreis hat sich am Sonntag, 6. Juni, in der Tholeyer Klosterkirche geschlossen. In einem festlichen Gottesdienst hat Bischof Dr. Stephan Ackermann Frater Wendelinus aus der Klostergemeinschaft der Tholeyer Benediktiner zum Priester geweiht. Damit begann der neue Lebensabschnitt für Bruder Wendelinus Johannes Naumann in der Kirche, deren viel beachtete grundlegende Renovierung und Neugestaltung er über die letzten Jahre intensiv begleitet hatte.

„Weise mir, Herr, Deinen Weg und ich werde ihn gehen in Treue zu Dir“: Den elften Vers aus Psalm 86 hatte sich Frater Wendelinus zum Weihespruch gewählt. Bischof Ackermann wies zu Beginn des Festgottesdienstes darauf hin, dass die Priesterweihe „der Zielpunkt eines jahrelangen Weges von Prüfung und Ausbildung“ sei, und „Startpunkt eines besonderen Weges in der Kirche“. Der ausgewählte Spruch zeige, wie der Weihekandidat seinen Weg gehen wolle, sagte Bischof Ackermann und lud die Gottesdienstgemeinde ein, dafür zu beten, dass „er diesen Weg als Priester und Mönch gehen kann zum Wohle der Menschen und zum Lobe Gottes“.

Zu Beginn der Weihehandlungen stellte Abt Mauritius Choriol den Kandidaten dem Bischof als Mönch der Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey und der Priesterweihe würdig vor.

„Das Evangelium, die Botschaft des Glaubens, kann Menschen zusammenführen zu dem, was Jesus wichtig und wertvoll ist“, sagte Bischof Ackermann in seiner Predigt. Das geschehe im Kloster, wo Menschen zusammen kommen, die sonst nie zusammen waren, aber auch in den Familien und in den Gemeinden. Wichtig seien „Menschen und Orte, die Gottes Geist Raum geben, in denen Menschen nicht bloß Getriebene sind. Und Orte, in denen ich Abstand und Ruhe gewinnen kann vom Alltag.“ Solche Orte seien die Klöster in unserem Land. Der Bischof wünschte dem Kloster Tholey, ein solcher Ort zu sein, an dem Freiheit zu spüren ist.

 

Daran zu arbeiten, dass die Dankbarkeit in den Menschen wächst, nannte Bischof Ackermann als wichtige Aufgabe der Priester. Es gelte, Menschen anzustiften, gegenüber Gott dankbar zu sein. Wenn eine solche dankbare Grundhaltung wachse, dann helfe das dem Leben der Menschen. Und dort wachse das Reich Gottes mitten in der Welt. So wünschte Bischof Ackermann dem neuen Priester: „Anstifter zur Dankbarkeit werden für alle Menschen, die Ihnen begegnen“. Das geschehe auch durch die Feier der Eucharistie, der großen Danksagung, dem wesentlichen Dienst des Priesters.

Zur Allerheiligenlitanei lag Bruder Wendelinus dann vor Bischof und Abt und hörte den feierlichen Gesang, wegen der Corona-Bedingungen leider nur vom Organisten Bernhard Leonardy und Sopranistin Eva Maria Leonardy vorgetragen. Danach legte Bischof Ackermann Frater Wendelinus die Hände auf und sprach das Weihegebet. Es folgten Handauflegungen durch den Abt und die anwesenden Kleriker. Als weitere Zeichen wurde Bruder Wendelinus danach das Priestergewand angelegt. Der Bischof salbte die Hände des Neupriesters und reichte ihm eine Hostienschale mit Brot und einen Kelch mit Wein.

Nach der anschließenden Eucharistiefeier, die Wendelinus Johannes Naumann zusammen mit Bischof und Abt am Altar feierte, bedankte sich der neu Geweihte „für die Gnade, die mir zuteilgeworden ist und für das Glück in meinem Leben“. Sein Dank ging an Bischof und Abt, an seine Mitbrüder im Kloster, alle, die bei der Feier mitgeholfen haben und seine eigene Herkunftsfamilie: „Es war ein schönes Umfeld, in dem ich groß werden durfte“. Im Namen der ganzen Festgemeinde gratulierte Bischof Ackermann dem Neupriester und wünschte ihm, dass der Segen Gottes ihn begleite und er dadurch auch zum Segen für andere werde.

 

Zur Person des Neupriesters

Wendelinus Johannes Naumann stammt aus Thalexweiler und wurde 1972 geboren. Nach Schule und Abitur studierte er Geschichte und Kunstgeschichte. Danach war er als Historiker und Autor tätig. Schon seit seiner Jugend war er dem Tholeyer Benediktinerkloster verbunden. 2008 wurde er Vorsitzender des Fördervereins der Abtei. In dieser Funktion engagierte er sich über Jahre maßgeblich bei der Sanierung und Neuaufstellung der Abtei.

2015 trat er in die Mönchsgemeinschaft der Abtei St. Mauritius ein. Nach Postulat und Noviziat legte er im Juli 2016 seine Zeitliche und drei Jahre später seine Feierliche Profess ab. Schon immer hatte er „Gefallen am Stundengebet und dem Leben vor und mit Gott“. Später wurde ihm bewusst, dass „der Weg zum Priester die gute Entscheidung in der Nachfolge Christi ist“.

Von 2017 bis Sommer 2020 studierte er Theologie in Lantershofen. Zeitgleich war er stark engagiert in der Konzeption und Umsetzung der Sanierung der Klosterkirche. Am Festtag seines Namenspatrons Wendelinus, am 20. Oktober 2020, weihte ihn Weihbischof Robert Brahm zum Diakon. Es folgte ein Pastoralpraktikum in der Pfarreiengemeinschaft Marpingen. Ergänzt werden soll dieses Praktikum noch im Krankenhaus Lebach.

 

Am 6. Juni 2021 weihte Bischof Dr. Stephan Ackermann Wendelinus Johannes Naumann zum Priester. Seine pastorale Tätigkeit wird er zusammen mit seinen Aufgaben in der Abtei wahrnehmen. Hier steht demnächst die Gestaltung eines Geistlichen Zentrums an. „Ich freue mich auf die Aufgaben der Vermittlung und der Verkündigung im Rahmen der Möglichkeiten der Tholeyer Kirche“, sagt der Neupriester zu seinen Plänen.


SkF lädt sozial benachteiligte Menschen zu Kultur- und Infoveranstaltung ein

"Nur gemeinsam haben wir eine Chance gegen Corona"

Inge Merz leitet das Hauswritschaftsteam des SkF. Elf Reinigungskräfte und sechs Hauswritschaftskräfte gehören dazu. Sie haben sowieso schon hohe Hygienestandards in den Heimen, dem Schulhort und den Kitas, sagt Merz. Foto: bt

 

(Trier/bt) – An den Tischen unter den großen Bäumen vor der TUFA Trier haben sich schon einige Frauen und Männer ein schattiges Plätzchen gesucht; es wird gelacht und gescherzt. Die Sonne strahlt zum ersten Mal seit Tagen wieder vom Himmel, von der Bühne schwirren erste Gitarren- und Keyboardklänge des Musiker-Duos Johannes Still und Julia Reidenbach, und Zirkuskünstler Tobias Kirstgen aus Köln hat sein Jonglage-Equipment ausgepackt – es sind fast unwirkliche Eindrücke nach Monaten des Lockdowns wegen der Corona-Pandemie. „Kultur-Genuss-Gemeinsam gegen Corona“ heißt die Veranstaltung an diesem Tag Anfang Juni, zu der der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) sozial benachteiligte Menschen aus Trier eingeladen hat.
 

 „Wir wollten Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, ein schönes Programm bieten, das ihnen für ein paar Stunden Freude macht und sie von den belastenden Sorgen in der Pandemie ablenkt. Gleichzeitig war uns wichtig, sie über die Gefahren einer COVID-Infektion aufklären und ihnen Schutzmaßnahmen näherzubringen“, erläutert Regina Bergmann, Geschäftsführerin des SkF. Für Menschen, die in prekären Verhältnissen lebten, sei es ungleich schwieriger, sich vor dem Virus zu schützen. So spielten etwa Vorerkrankungen, schlechterer Zugang zu medizinischer Versorgung, beengte Wohnverhältnisse und ein geringes Einkommen eine Rolle. Für die Gäste haben Bergmann und ihr Team deshalb eine Tasche mit Schnelltests, Masken und Informationsmaterialien vorbereitet. An einem Infostand lädt Inge Merz, die Leiterin des Hauswirtschaftsteams des SkF, dazu ein, unter Schwarzlicht zu testen, wie gut man die eigenen Hände desinfiziert hat. Gleich daneben stehen zwei große Flipcharts mit Fragen nach der eigenen Gefühlslage und den persönlichen Erfahrungen seit dem Beginn der Pandemie. Hier können die Frauen, Kinder und Männer entweder etwas aufmalen oder niederschreiben. Zu den Gästen an diesem Tag gehören etwa wohnungslose oder psychisch kranke Frauen oder Klienten der Tafel Trier.

Bergmann ist vor allem der Solidaritätsgedanke wichtig: „Wir gehören alle zu dieser Gesellschaft, jeder einzelne, egal wie wir leben. Nur wenn wir das gemeinsam anpacken und es schaffen, uns gegenseitig vor Corona zu schützen, haben wir eine Chance, das Virus in Schach zu halten.“ Den Zusammenhalt beschwört auch Stadtbürgermeisterin Elvira Garbes, die in ihrem Grußwort das disziplinierte Verhalten der Trierer lobt, die gemeinsam geschafft hätten, die Inzidenzzahlen zu drücken. Als Pater Aloys Hülskamp die Bühne betritt, warten alle gespannt, was er dieses Mal aus seiner Tasche hervorzaubern wird. Der Salesianer hat einen Löffel mitgebracht und veranschaulicht anhand einer Geschichte über Himmel und Hölle, wie wichtig das Miteinander in einer Gesellschaft ist. Für Bergmann ist am Mittag klar, dass das nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein soll. Die Unterstützung der TUFA und vieler helfender Hände habe den Tag zu einem gelungenen Erlebnis für die Gäste gemacht.

 

Der Sozialdienst katholischer Frauen ist ein Fachverband in der katholischen Kirche, der Hilfen für Kinder, Jugendliche, Frauen und ihre Familien anbietet. Frauen setzen sich dafür ein, die karitativen Aufgaben der Kirche umzusetzen und hilfsbedürftige und benachteiligte Frauen und ihre Familien zu unterstützen. Der SkF leistet Dienste im Bereich Jugend- und Familienhilfe, gesetzliche Betreuungen, Wohnungslosenhilfe, Hilfen für psychisch kranke Frauen und ist darüber hinaus Träger von Kindertagesstätten und der Trierer Tafel. Mehr Informationen gibt es unter www.skf-trier.de, Tel.: 0651-94960.


Bonifatiuswerk überreicht zum Patronatsfest fünf neue BONI-Busse – Landrat Christoph Rüther dankt dem Hilfswerk für 172-jährige Solidarität mit den Menschen in der Diaspora

Wichtige Unterstützung für die Gemeinwesenarbeit

Das Bonifatiuswerk hat sein Patronatsfest mit einem Gottesdienst in der Busdorfkirche gefeiert. Im Anschluss daran wurden fünf Gemeindefahrzeuge, die sog. BONI-Busse an Einrichtungen und Gemeinden in der Diaspora übergeben. Daran teilgenommen haben u.a. Pfarrer Harold Bumann aus Pritzwalk (v.l.), der einen neuen BONI-Bus abgeholt und die Predigt im Gottesdienst gehalten hat, des Geschäftsführer des Bonifatiuswerkes, Ingo Imenkämper, Landrat Christoph Rüther, der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, und der Präsident des Bonifatiuswerkes, Heinz Paus. Foto: Patrick Kleibold

 

 

 

(Paderborn/pk) - Am 5. Juni verehren die deutschen Katholiken den Heiligen Bonifatius. Das nach dem „Apostel der Deutschen“ benannte Bonifatiuswerk hat diesen Tag mit einem feierlichen Gottesdienst unter Corona-Bedingungen in der Busdorfkirche gefeiert. Im Anschluss daran wurden fünf neue Gemeindefahrzeuge – die sogenannten BONI-Busse – an Vertreter aus katholischen Einrichtungen und Kirchengemeinden in den Diözesen Berlin, Mainz, Münster und Essen übergeben. Als Ehrengast nahm neben dem Präsidenten des Bonifatiuswerkes, Heinz Paus, der Landrat des Kreises Paderborn, Christoph Rüther, am Gottesdienst und an der Fahrzeugübergabe teil. Er dankte dem katholischen Hilfswerk für die 172-jährige Solidarität mit den Menschen in der Diaspora. Von Paderborn aus sei viel bewegt und zugleich sehr viel finanzielle Hilfe für die seelsorgliche Arbeit in die Welt geschickt worden.

 

„Sie als Bonifatiuswerk übernehmen eine wichtige Funktion: Sie stehen den Menschen in der Diaspora zur Seite und helfen ihnen, dass sie ihren Glauben leben und in der Öffentlichkeit bezeugen können. Ebenso unterstützen Sie unzählige sozial-caritative Projekte. Damit leisten Sie wichtige Unterstützung für die Gemeinwesenarbeit. Gerade heute wird dieses Engagement wieder einmal deutlich. Mit der Vergabe von fünf neuen BONI-Bussen, handeln Sie zum Bonifatiustag ganz in Sinne des Heiligen Bonifatius“, sagte Landrat Rüther. Er sei stolz darauf, dass mit dem Bonifatiuswerk und dem bischöflichen Diaspora-Kommissariat zwei international tätige Hilfswerke ihren Sitz in Paderborn haben. Immer wieder habe er die enge Verzahnung der beiden Hilfswerke mit der Stadt und dem Kreis gespürt, insbesondere zum Liborifest und bei internationalen Konferenzen. „Es ist gerade in dieser herausfordernden Zeit wichtig, unserer Kirche Kraft zu geben. Als Mitglied im Bonifatiuswerk ist es mir ein sehr persönliches Anliegen das Bonifatiuswerk zu unterstützen und Ihnen allen an diesem besonderen Tag für Ihre Arbeit zu danken“, fügte Rüther hinzu.

 

„Der Bonifatiustag ist für uns immer ein besonderer Tag. Zum Patronatsfest nehmen wir uns die Zeit uns zu vergewissern, in welchen Spuren wir als Hilfswerk der Solidarität gehen. Der Heilige Bonifatius ist für uns ein Glaubensbote, der das Christentum in Deutschland etablierte. Seinem Beispiel folgend, möchten wir durch die Förderung von Projekten lebendige Glaubensorte und neue Wege in der Pastoral unterstützen, den Glauben in der Gesellschaft zur Sprache bringen und zur Weitergabe an die nächste Generation beitragen“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Es sei schön zu wissen, dass die internationale Arbeit des Hilfswerkes für das Gemeinwesen auch von den politischen Entscheidungsträgern wahrgenommen und geschätzt werde. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie sei es dem Bonifatiuswerk ein großes Anliegen, weiterhin den Menschen und den Projektpartnern in der Diaspora zuverlässig zur Seite zu stehen. So konnte das Hilfswerk im vergangenen Jahr Katholiken in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora mit 13 Millionen Euro unterstützen.

 

Der heilige Bonifatius (* um 673 in Crediton; † 5. Juni 754 oder 755) war einer der bekanntesten christlichen Missionare und der wichtigste Kirchenreformer im Frankenreich. Er war Missionserzbischof, päpstlicher Legat für Germanien, Bischof von Mainz, zuletzt Bischof von Utrecht sowie Gründer mehrerer Klöster, darunter Fulda. Aufgrund seiner großdimensionierten, mit fränkischer Unterstützung betriebenen Missionstätigkeit im damals noch überwiegend nicht-christlichen Germanien wird er seit dem 16. Jahrhundert von der katholischen Kirche als „Apostel der Deutschen“ verehrt. Auf dem Weg zu einer Firmung friesischer Christen wurde er am Morgen des 5. Juni 754 oder 755 zusammen mit seinen Begleitern am Ufer des Flusses Boorne bei Dokkum von Gegnern der christlich-fränkischen Missionierung erschlagen.

 


Den Alltag für Sehbehinderte sicherer machen

Die Poller sind überall in Innenstädten zu finden - so auch auf dem Domfreihof in Trier, aber auch vor der Kreisverwaltung, in der Mustorstraße oder am Simeon-Stift-Platz. Eigentlich dienen sie der Verkehrssicherheit. Aber farblich markiert wären sie auch für Blinde und Sehbehinderte keine Gefahr. Foto: bt

 

(Trier/bt) – Der Regen prasselt in Strömen; über Trier hängt eine graue Wolkendecke. So grau wie der Poller auf dem Bürgersteig direkt vor Marion Palm-Stalp, der für die sehbehinderte Frau damit so gut wie unsichtbar ist. Auf einem Spaziergang oder Stadtbummel durch Trier und andere Städte fallen sehenden Menschen die vielen Hindernisse und Stolperfallen für Blinde und Sehbehinderte kaum auf. Doch sie sind da. Und sie sind schlecht erkennbar, wie Palm-Stalp und ihre Mitstreiter von der Selbsthilfevereinigung PRO RETINA Trier im Rahmen einer bundesweiten Aktion zum Tag der Sehbehinderung am 6. Juni deutlich machen. „Wir möchten diese Situation verbessern und setzen daher heute den Pollern in der Stadt schwarz-gelbe Strickmützen auf“, erklärt Palm-Stalp den Interessierten, die sich zur Aktion vor der Trierer Kreisverwaltung eingefunden haben.

Nicht nur hier auf dem Gehsteig Richtung Basilika finden sich unzählige Poller oder graue Fahnenmasten, sondern auch vor der Liebfrauenkirche oder der Karl-Marx-Statue am Simeon-Stift-Platz. Eigentlich dienen sie der Sicherheit und sollen Autofahrer daran hindern, auf Gehwege oder gar in die Fußgängerzone zu fahren, wie bei der verheerenden Amokfahrt im Dezember 2020 geschehen. „Die Poller sind wichtig und haben ihre Berechtigung, aber durch eine bunte und auffällige Farbgebung könnte die Gefahr für sehbehinderte Menschen deutlich reduziert werden“, sagt Palm-Stalp. An Ideen mangele es den Pro-Retina-Mitgliedern nicht: „Man könnte da wirklich kreativ werden und vielleicht Künstler ins Boot nehmen, etwa aus der Graffiti-Szene.“

 

 Neben den Pollern gebe es noch viele weitere Stellen in Trier, an denen mehr für sehbehinderte Menschen und damit für die Inklusion getan werden könnte, bestätigen auch die PRO RETINA-Mitglieder Jörg Zeimet und Roswitha Kars. Ausgeblichene Zebrastreifen könnten einen neuen Anstrich gebrauchen, einige Ampelanlagen müssten akustische Signale erhalten und die sehr flachen Stufen von der Innenstadt die Moselstraße hinunter zur Treviris-Passage könnten Markierungen bekommen. „Von Politikern würde ich mir wünschen, dass sie sich mit Betroffenen zusammensetzen und die verschiedenen Gruppen stärker einbeziehen. Oder auch mal einen Stadtrundgang machen, wie heute. Denn jemand, der das Handicap nicht hat, kann das erst mal schlecht nachvollziehen“, sagt Kars. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat die Initiative heute erreicht: Ein Stadtratsmitglied und Baudezernent Andreas Ludwig sind der Einladung gefolgt und hören sich die Verbesserungsvorschläge der Gruppe an. Dass das Problem schlecht sichtbarer Hindernisse viele Menschen betrifft, wird offenbar, als Palm-Stalp spezielle Brillen an die normal Sehenden verteilt, die eine altersbedingte Makula-Degeneration simulieren – eine Krankheit, an der etwa jeder Fünfte über dem 60. Lebensjahr in Deutschland leidet. Mehr als 90 Prozent der Sehbehinderten erkennt noch schemenhaft Umrisse oder Farben und ist nicht ausschließlich auf das Tasten mit dem Stock angewiesen. Palm-Stalp, die auch bei der „Arbeitsstelle Medien für Blinde und Sehbehinderte“ im Bistum Trier arbeitet, hofft, durch die Aktion viele Menschen zu erreichen und ein wenig sensibler für die Belange Sehbehinderter und Blinder zu machen. Mehr Informationen zur Aktion und weiteren Themen finden sich auf: www.pro-retina.de.


Hybride Sondertagung der Landessynode der Nordkirche:

Kirsten Fehrs als Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck wiedergewählt

(Hamburg/mw) - Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat heute Nachmittag (5. Juni) in der Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg Kirsten Fehrs als Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche wiedergewählt.

Die 59-Jährige erhielt im ersten Wahlgang 141 von 145 Stimmen. Notwendig für eine Wiederwahl war eine Zweidrittel-Mehrheit. Die frisch Gewählte zeigte sich überwältigt vom deutlichen Votum für sie: „Ich danke ganz herzlich für Ihr und Euer Vertrauen! Und ich bin so herzlich froh darüber, dass wir uns hoffentlich bald wieder richtig begegnen können.“

Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode, gratulierte Kirsten Fehrs zu ihrer Wiederwahl: „Ich freue mich sehr, dass die Synode der Nordkirche Kirsten Fehrs mit großer Zustimmung als Bischöfin für den Sprengel Hamburg und Lübeck wiedergewählt hat. Mit den von Gott geschenkten Gaben und Fähigkeiten ist Kirsten Fehrs ein Segen für den Sprengel Hamburg und Lübeck, die Nordkirche und darüber hinaus!

Mit der reichhaltigen Erfahrung der zurückliegenden zehn Jahre im bischöflichen Amt und der hohen Anerkennung, die Kirsten Fehrs in diesen Jahren in ihrem Dienst erfahren hat, haben der Sprengel und die Landeskirche für die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen eine hervorragende bischöfliche Persönlichkeit für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Als Diplomatin im Talar wird es Kirsten Fehrs in der Zukunft weiterhin gelingen, auch bei schwierigen Problemlagen, gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern in Politik und Gesellschaft, gute Lösungen zu finden. Und auch die Kirchengemeinden, Dienste und Werke sowie die Kirchenkreise im Sprengel, haben mit Kirsten Fehrs eine Bischöfin an ihrer Seite, die wertschätzend auf die geleistete Arbeit schaut, mit ihrer fröhlichen Persönlichkeit die Herzen öffnet und das Evangelium voller Freude predigt.

Ich wünsche Kirsten Fehrs und ihrem Mann, dass die kleinen und großen Wünsche für den bischöflichen Dienst, aber auch für das private Leben in Erfüllung gehen.

Möge Gott Bischöfin Fehrs auf allen Wegen liebevoll begleiten und behüten!“

 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt sagte als Vorsitzende der Kirchenleitung der Nordkirche: „Sehr herzlich gratuliere ich Kirsten Fehrs zu ihrer heutigen Wiederwahl als Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck! Der bisherigen und neuen Bischöfin wünsche ich Gottes reichen Segen für ihren vielfältigen  Dienst in der Metropolregion Hamburg bis Lübeck als Seelsorgerin, als kreative Gestalterin und Hoffnungsbotschafterin – im öffentlichen Gespräch und besonders im interreligiösen Dialog. Ihre heutige, so überzeugende Wahl zeigt, wie gut sie es in den zurückliegenden ersten zehn Jahren ihres Amtes und ihres Dienstes verstanden hat, unsere Kirche hier gut zu leiten, in der Öffentlichkeit zu vertreten, Gottes Wort weiterzugeben und als Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck gewinnend und überzeugend das Gesicht der evangelischen Kirche zu sein.

Als Landesbischöfin und auch persönlich freue ich mich deshalb sehr auf unsere weitere und vielfältige Zusammenarbeit in unserer Nordkirche und darüber hinaus. Möge Bischöfin Kisten Fehrs gemeinsam mit ihrem Mann in allem, was kommen wird, von Gottes Geist und seinem Segen gestärkt, ermutigt und bewahrt werden.“

 

Bischöfin Kirsten Fehrs hatte vor dem Wahlgang die zurückliegenden zehn Jahre ihrer ersten Amtszeit Revue passieren lassen. Über allen Themen und Begegnungen steht für die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck das Stichwort Dialog: „Gelingender Dialog lebt von Freiheit, vom freien Austausch der Gedanken. Er lebt von Suchbewegungen, von Zuneigung und Protest und von der Lust am Unterschied. Er hält aus, dass ihm nicht gleich ein konkretes Projekt entspringen muss, und er hat zugleich einen tiefen inneren Sinn, nämlich jeder Ausweglosigkeit die Stirn zu bieten. Im Dialog findet sich immer etwas an pfingstlerischem Geist, der aufbrechen hilft und pflanzen und lieben.“

 

Für die neue Amtszeit skizzierte sie den Landessynodalen fünf Zielsetzungen. Den Vertrauensraum Kirche zu stärken oder auch wiederherzustellen ist für Kirsten Fehrs das erste und oberste Themenfeld. Nach dem Missbrauchsskandal in Ahrensburg, dessen Aufarbeitung Kirsten Fehrs mit dem Bischofsamt übernommen hatte, konnte ein fast flächendeckendes System der Präventionsarbeit aufgebaut werden. Ziel sei es dabei vor allem, Schutzkonzepte zu erarbeiten, erinnerte Fehrs. In der Nordkirche wurde ein Präventionsgesetz verabschiedet, das erste in Deutschland.

„Es ist meine tiefe Überzeugung: Dran bleiben am Thema, es gehört vorn auf unsere Agenda, es geht um nichts Geringeres als unser Kirchenverständnis: Eine Kirche, die als Vertrauensraum per se alles dafür zu tun hat, um die Integrität und Würde eines jeden Menschen zu schützen!“, mahnte die Hamburger Bischöfin.

 

Unter Zielsetzung 2 gehört für sie, dass sich die Kirche von den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen als Kirche herausfordern lasse. Gerade die Corona-Pandemie habe die gesellschaftliche und kirchliche Lage in Deutschland, Europa und der Welt fundamental verändert. „Die Frage steht im Raum: Wer und was trägt auch in Zukunft? Was brauchen die Menschen von uns? Wie gestalten wir Glauben, Gemeinde, Kirche in, mit und für die Gesellschaft?“ Dabei werde es entscheidend darum gehen, dass die Nordkirche in diesem notwendigen Strukturprozess weiterhin die Entwicklungen in der Gesellschaft beobachtet, begleitet, und beeinflusst, so Fehrs weiter.

 

Kirche positioniere sich dabei aus dem Glauben heraus. „So ist für mich schlechterdings nicht verhandelbar, dass wir Geflüchteten Schutz bieten und Asyl. Und es ist keine Frage, dass die Muttersprache der Kirche die Seelsorge ist. Seelsorge als Zuwendung zu den Einzelnen hat dabei auch eine öffentliche Dimension. Die gehört unbedingt dazu, wenn es darum geht, Zusammenhalt zu fördern. Öffentliche Seelsorge nämlich versteht, was trennt.“

Beim „Aufbruch zu neuen Ufern“  –  Zielsetzung 3 – hat Kirsten Fehrs vor allem die gegenseitige Wahrnehmung und Stärkung von Kirche und Diakonie im Blick. „Die diakonische Wesensäußerung von Kirche in den Gemeinden wieder mehr zu entdecken und zu integrieren und umgekehrt diakonische Einrichtungen in Kontakt zu bringen mit verfasster Kirche – das würde ich als Bischöfin gern weiter aktiv voranbringen.“

Austausch, Vernetzung und Kommunikation klar zu organisieren gehört zur Zielsetzung 4. „Ich möchte die entstandenen Dialoge weiterführen und mit den unterschiedlichsten Menschen, die sich so nie begegnen würden, Tischgemeinschaften bilden. Etwa beim Kirche-Wirtschaft-Dialog, bei dem Wirtschaftsleute, Gewerkschaftler, Politikerinnen, Geflüchtete, Diakoniker, Pröpstinnen, Young professionals und Handelskammer sich das Brot teilen. Und manche Ansicht. Über die Jahre ist ein weit verzweigtes Netzwerk der Willigen entstanden.“

 

Ein weiteres Herzensthema ist für die Hamburger Bischöfin Zielsetzung 5: Den lange gewachsenen interreligiösen Dialog in der Stadt Hamburg weiter zu festigen, gerade jetzt in international aufgeheizter Situation. „Vereint gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Für einen Frieden, der mehr meint als Waffenruhe – das muss die Botschaft sein in dieser Zeit.“

 

Alle 5 Themenfeldern und Zielsetzungen haben dabei eines gemeinsam: „Die besondere Wirkkraft des Bischofsamtes besteht darin, in Gemeinschaft mit anderen Zeichen zu setzen. Und dies dann auch durch meine persönliche Präsenz und klare Rede. Das gute Wort einlegen, mit Entschiedenheit.“ Fehrs weiter: „Christsein heißt immer: in dieser Welt sein. Nicht jen- oder abseitig in Sprache, Kultur, ja Haltung -  sondern diesseitig, nah, direkt, konkret interessiert, ehrlich.“ 


Stellungnahme zum Rücktrittsgesuch von Kardinal Reinhard Marx

Respekt für das Rücktrittsangebot

Bischof Dr. Stephan Ackermann. Foto: bt
Bischof Dr. Stephan Ackermann. Foto: bt

„Das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx am heutigen Freitag hat mich überrascht. Ich zolle dem Kardinal, der ja mein Vorgänger als Bischof von Trier ist, Respekt dafür. Ich verstehe sein Rücktrittsangebot als starkes Zeichen, dass er mit dieser persönlichen Entscheidung Verantwortung übernehmen will für die Verbrechen sexualisierter Gewalt in unserer Kirche; dass er dies aber auch tut im Namen der Institution, in der er als Erzbischof und Kardinal große Verantwortung trägt.

Es ist offensichtlich, dass sein Schritt erneut alle deutschen Bischöfe herausfordert, sich mit der Frage nach der Verantwortungsübernahme und dem Angebot eines Rücktritts auseinanderzusetzen. Mir selbst ist diese Frage auch nicht fremd. Sicher werden wir darüber auch im Kreis der deutschen Bischöfe insgesamt diskutieren müssen.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat es in seinem Statement betont: Die Verbrechen haben systemische Schwachstellen in der Kirche offengelegt, die ebenso nach systemischen Antworten rufen. Und so verstehe ich das Rücktrittsangebot von Kardinal Marx auch als Zeichen für die notwendige Erneuerung der Kirche aus dem Evangelium heraus.

Als Bischof von Trier will ich weiterhin Verantwortung übernehmen, indem ich den Prozess der Aufarbeitung und der Missbrauchsbekämpfung aktiv gestalte, wo es möglich ist, und ihn dort, wo es vorgesehen und nötig ist, in die Unabhängigkeit einer Aufarbeitungskommission gebe und diese mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln unterstütze. Dieser institutionelle Aufarbeitungsprozess kommt in unserem Bistum gerade in Gang und dafür bin ich dankbar.“

Trier, 4. Juni 2021

+ Stephan Ackermann

 

Bischof von Trier


KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth zum Amtsverzicht von Kardinal Reinhard Marx

(Köln/kdfb) 

 

„Das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx hat uns überrascht. Vor dem Hintergrund der aktuellen schwierigen Situation in der katholischen Kirche, ausgelöst durch zahlreiche Missbrauchsfälle, deren schleppende Aufarbeitung sowie die damit fehlende Glaubwürdigkeit der Institution, sprechen wir Kardinal Marx unsere Hochachtung und unseren Respekt für diesen Schritt aus. Seine klaren Worte zeigen eindeutig die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – ohne Wenn und Aber.

Der KDFB würdigt die persönliche Entscheidung zum Amtsverzicht. Wir danken Kardinal Marx für seine Gradlinigkeit, die klaren Worte zur Erneuerung der Kirche und zur Fortsetzung des Synodalen Wegs. Der KDFB wird sich selbstverständlich weiterhin aktiv daran beteiligen und sich dafür einsetzen, dass Frauen und Männer in gleicher Weise und mit gleicher Würde Verantwortung tragen für eine lebendige und froh machende Kirche.“   

 

Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB)


Zeichen der Übernahme von Verantwortung

 

(Köln/bdkj) - Der BDKJ dankt Reinhard Kardinal Marx für seine deutlichen Worte zur Notwendigkeit struktureller Reformen in der Kirche und bekundet seinen Respekt davor, dass er persönliche Konsequenzen zieht.

Das Angebot von Kardinal Marx, dem der BDKJ durch seine langjährige Tätigkeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz verbunden ist, mit seinem Rücktrittsangebot persönlich Verantwortung für seine systemischen Verstrickungen in Fälle sexualisierter Gewalt zu übernehmen, verdient Anerkennung. „Kardinal Marx verdeutlicht mit seinem Rücktrittsangebot, dass kirchliche Amtsträger immer auch eine persönliche Verantwortung für die Fälle sexualisierter Gewalt tragen“, so der BDKJ-Bundesvorsitzende Gregor Podschun.

Podschun weiter: „Gleichzeitig stellt Kardinal Marx in seiner Erklärung die systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt in der Kirche in den Mittelpunkt – und fordert zu strukturellen Reformen auf.“. In dieser Forderung zeige sich, so der BDKJ-Bundesvorsitzende, dass Marx einer derjenigen Bischöfe ist, welche die von der MHG-Studie aufgezeigte Notwendigkeit systemischer Veränderungen in der Kirche erkannt hätten. „Nun liegt es an den Bischöfen, die in ihrem Amt bleiben, diese Veränderungen im Synodalen Weg umzusetzen“, so Podschun. Der BDKJ setzt sich beim Synodalen Weg, dem Reformprozess von DBK und ZdK, unter anderem für die Umverteilung von Macht und Verantwortung, für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare sowie die Weihe von Frauen zu Priesterinnen ein.

Den Synodalen Weg hatte Kardinal Marx, damals noch als DBK-Vorsitzender, maßgeblich mitinitiiert. „Wir danken Kardinal Marx für seine starke Stimme für Reformen sowie für die stets gute und verlässliche Zusammenarbeit mit dem BDKJ“, betont Gregor Podschun. Kardinal Marx hatte sich unter anderem bei der Jugendsynode 2018 in Rom und als Schirmherr der 72-Stunden-Aktion, der bundesweite Sozialaktion des BDKJ im Jahr 2019, für die Jugendverbandsarbeit eingesetzt.

 

 

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.


Info und Erfahrungsaustausch zu Livestream-, Telefon- und Onlinegottesdiensten

Kirche Digital: Von der Notlösung zur Chance I

(Bistumsweit/Trier/bt) – Als Deutschland im März des vergangenen Jahres in den Corona-Lockdown versetzt wurde, mussten auch die Kirchen auf öffentliche Gottesdienste verzichten. Seitdem sind im Bistum innovative Formate entstanden, die es den Gläubigen trotz der Kontaktbeschränkungen erlauben, gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Doch: Wie kann eine Gemeinde die technische Umsetzung stemmen? Wie gelingt die Einbindung der Gottesdienstbesucher im virtuellen Raum und was braucht es, um die Qualität der Liturgie zu gewährleisten? In dem Online-Austauschtreffen „Kirche Digital“ am Mittwoch, 9. Juni, von 19.30 bis 21 Uhr, stellt der Bereich für Liturgie in Zusammenarbeit mit dem Strategiebereich Kommunikation und Medien im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) vier Best-Practice-Beispiele vor und lädt zum Erfahrungsaustausch ein. Die Veranstaltung ist auch für Interessierte geeignet, die bislang keine Erfahrung in Sachen digitale Gottesdienstformate haben.

„Aus der Notlösung ist eine Chance zur Gemeindebildung geworden – auch über die Pandemie hinaus“, stellt Pfarrer Carsten Rupp, im BGV zuständig für Liturgie, fest. „Nach über einem Jahr gesammelter Erfahrungen mit diesen Formen zeigt sich, dass sie durchaus dazu beitragen, Gemeinschaft im Gebet zu schaffen.“ Die Palette an Möglichkeiten ist breit und wird stetig weiterentwickelt, von einfachen Live-Streams bis hin zu Mitmach-Formen via Telefon oder Gottesdiensten im virtuellen Raum mittels Videoplattform. Zu den einzelnen Formaten referieren Pfarrer Stefan Dumont, Pfarreiengemeinschaft Andernach (Livestream), Volker Hoffmann und Pfarrer Michael Wilhelm, St. Marien Neunkirchen (Gottesdienstübertragung via Telefon), Jugendpfarrer Jan Lehmann, Marienburg (Telefon-Mitmachgottesdienst) und Sarah Engels, Mitarbeiterin in der Stabsstelle Synodenumsetzung (Online-Gottesdienst).

Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Teilnahme ist möglich via Google Meet: https://t1p.de/KircheDigital oder Tel.: +49 40 8081619695 PIN: ‪345 690 570#. Weitere Informationen gibt es bei Carsten Rupp, E-Mail: liturgie(at)bgv-trier.de.

 

 


Berliner Dom öffnet wieder für Besichtigungen

(Berlin/bd) - Im Herzen der Stadt erhebt sich der Berliner Dom mit seiner imposanten Kuppel. Das monumentale Gebäude gilt als die „Hauptkirche des Protestantismus“ in Deutschland und ist die Berliner Antwort von Kaiser Wilhelm II. auf den Petersdom in Rom. Diesem Gedanken hat der Kirchraum seine unvergleichlich prunkvolle Ausgestaltung im Stil der Neorenaissance und des Neobarock zu verdanken. Die Weite des Kirchraums, mit seinen Mosaiken und vielen liebevollen Details, die Spannung zwischen Altarraum und Kaiserloge entfalten eine einzigartige Atmosphäre. Der Berliner Dom beherbergt auch die größte vollpneumatische hochromantische Orgel Deutschlands, deren Prospekt allein ein Kunstwerk ist.

Die Predigtkirche und die Tauf- und Traukappelle sind ab dem 4. Juni wieder zur Besichtigung geöffnet. Für Erwachsene beträgt die Eintrittsgebühr 7 Euro. Bis zu drei Kinder unter 18 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen haben freien Eintritt. Der Haupteingang befindet sich auf der Seite zum Lustgarten. Der Dom startet ins digitale Zeitalter: Tickets bitte vorab über die Home-page www.berlinerdom.de erwerben, diese können als Druck oder mobil vorgezeigt werden.

„Wir freuen uns, dass der Dom nun wieder als lebendiger Ort für alle BerlinerInnen und für unsere nationalen und internationalen Gäste geöffnet ist.“, sagt Geschäftsführer Jan Kingreen.

 

Aktuelle Öffnungszeiten für Besichtigungen:

Freitag:                             11 - 16 Uhr, letzter Einlass: 15.30 Uhr

Samstag:                          11 - 16 Uhr, letzter Einlass: 15.30 Uhr

 

Sonntag:                           12 - 16 Uhr, letzter Einlass: 15.30 Uhr


„6.000 Kilo Gold in ausgedienten Handys“

(Köln/missio) - Das Katholische Hilfswerk missio ruft zwischen dem 19. und 27. Juni zur Woche der Goldhandys 2021 auf. Ausgemusterte Geräte können bundesweit für einen guten Zweck gespendet werden. Zeitgleich zu der Solidaritätsaktion lädt missio zur Internationalen Online-Konferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei“ ein, die am 22. und 23. Juni unter Schirmherrschaft von Minister Gerd Müller stattfindet. Dabei geht es um moderne Formen der Sklaverei, unter anderem um ausbeuterische Lieferketten bei Smartphones.

 

„Jedes alte und ausgemusterte Handy kann ein kleiner und wichtiger Beitrag für den Umweltschutz und gegen weltweite Ausbeutung sein“, erklärt Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, anlässlich der Woche der Goldhandys 2021. Die Solidaritätsaktion findet in diesem Jahr zwischen dem 19. und 27. Juni statt. „Die ausgedienten Mobiltelefone sind im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Denn in den ca. 200 Millionen Altgeräten in Deutschland befinden sich insgesamt rund 6.000 Kilogramm Gold!“, so Bingener.


Wer sein altes Gerät für einen guten Zweck spenden möchte, für den gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens können ausgemusterte Handys an vielen hundert bundesweiten Annahmestellen abgegeben werden. Eine Onlinekarte mit Adressen sowie Informationen zur Woche der Goldhandys finden sich unter www.missio-hilft.de/goldhandys.

 

Zweitens kann das alte Handy – am besten zusammen mit Altgeräten von Freunden und Verwandten – per Post an missio in Aachen geschickt werden. Unter den Handyspendern verlost missio ein fair produziertes Smartphone. Die genauen Teilnahmebedingungen und die Kontaktdaten sind auf der missio-Website www.missio-hilft.de/goldhandys veröffentlicht. Der missio-Kooperationspartner „Mobile-Box“ recycelt die Rohstoffe und bereitet noch nutzbare Geräte zur Wiederverwendung auf. Für jedes Handy erhält missio einen Anteil des Erlöses für Hilfsprojekte im Kampf gegen moderne Sklaverei.

 

„Ein Welt. Keine Sklaverei,“ lautet auch der Titel der Internationalen Online-Konferenz, zu der Schirmherr Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und missio am 22. und 23. Juni 2021 gemeinsam einladen. Dabei geht es unter anderem um die ausbeuterische Lieferkette für Smartphones von der Mine bis zu Müllhalde in Afrika. Aus der Bürgerkriegsregion der DR Kongo stammen vielfach die sogenannten Blutmineralien für die weltweit über fünf Milliarden Smartphones. Am Ende der Nutzung landet Elektroschrott teilweise wieder in Afrika, wie auf den Müll- und Recyclinghalden in Ghana. Insgesamt 20 Expertinnen und Experten zu den Themen Moderne Sklaverei, Gerechtigkeit in der Einen Welt und faire Lieferketten kommen auf der Konferenz zu Wort, darunter der indische Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi, Pfarrer Peter Kossen, Schwester Mary John Mananzan, Pater Shay Cullen und Kriminalhauptkommissar a.D. Manfred Paulus.

 

 

Weitere Informationen zur internationalen Konferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei“ gibt es unter www.missio-hilft.de/schutzengel-konferenz


Bonifatiuswerk konnte im Geschäftsjahr 2020 Katholiken in der Diaspora mit 13 Millionen Euro unterstützen

Große Spendenbereitschaft trotz Corona-Pandemie

Der Präsident des Bonifatiuswerkes Heinz Paus (Mitte), Generalsekretär Monsignore Georg Austen (l.) und Geschäftsführer Ingo Imenkämper präsentieren das neue Diaspora-Jahrheft. Foto: Patrick Kleibold
Der Präsident des Bonifatiuswerkes Heinz Paus (Mitte), Generalsekretär Monsignore Georg Austen (l.) und Geschäftsführer Ingo Imenkämper präsentieren das neue Diaspora-Jahrheft. Foto: Patrick Kleibold

(Paderborn/bw) - Mit 13 Millionen Euro hat das Bonifatiuswerk im Geschäftsjahr 2020 Katholikinnen und Katholiken in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora unterstützt. Trotz eines deutlich spürbaren und durch Corona bedingten Rückgangs bei den Kollekten konnte das katholische Hilfswerk aufgrund einer stabilen Spendenbereitschaft 771 Projekte fördern. „Wir sind außerordentlich dankbar für die Solidarität unserer Spenderinnen und Spender, die trotz ihrer eigenen Sorgen, Nöte, Ängste oder auch persönlicher Verluste in der Zuversicht des Glaubens füreinander da sind und die Menschen in der Diaspora unterstützen“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Veröffentlicht wurde der Jahresbericht am heutigen Mittwoch in Paderborn.

 

„Die Corona-Pandemie hat eine Vielzahl an Herausforderungen mit sich gebracht. Es war ein schwieriger Spagat unseren Projektpartnern zuverlässig zur Seite zu stehen, gerade weil wir wegen des Ausfalls von Veranstaltungen und Projekten, den beschränkten Möglichkeiten in der Kontaktaufnahme und bisher nicht gekannten pastoralen Situationen in den Gemeinden teils nur „auf Sicht fahren konnten“, sagte Monsignore Austen. Aus diesem Grund habe das Bonfatiuswerk versucht, gerade die „wichtige pastorale Arbeit in den Gemeinden“ durch zusätzliche Gelder noch gezielter zu unterstützen und auch digitale Initiativen zu Ostern und zu Weihnachten ins Leben gerufen.

 

In den Diasporagebieten Deutschlands, Nordeuropas und in Estland und Lettland wurden 65 Bauprojekte mit 2,5 Millionen Euro, 570 Projekte der Kinder- und Jugendhilfe mit 1,7 Millionen Euro und 107 Projekte der Glaubenshilfe mit 830.000 Euro unterstützt. Durch die Verkehrshilfe konnten 29 BONI-Busse für die Gemeindearbeit mit 560.000 Euro gefördert werden. In missionarische Initiativen sowie in die religiöse Bildungsarbeit flossen 1,9 Millionen Euro, in die Projektbegleitung 405.000 Euro, in die Unterstützung der Seelsorge 147.000 Euro und in die zweckgebundene Förderung 960.000 Euro. Aus zweckgebundenen Mitteln des Diaspora-Kommissariats wurden rund 4,1 Millionen Euro an Projekte in Nordeuropa weitergeleitet.

 

„Das Bonifatiuswerk war und ist ein ausgesprochen wichtiger Partner für uns in der Diaspora. Ohne dessen kontinuierliche Förderung müssten wir uns noch mehr einschränken. So aber hilft uns das, tatsächlich auch eine „schöpferische Minderheit“ zu sein. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagte der Bischof von Magdeburg, Dr. Gerhard Feige, der sich im aktuellen Jahresbericht des Bonifatiuswerkes zur Bedeutung der Ökumene im Bistum Magdeburg äußert.

 

Die Förderung der Projekte finanziert das Bonifatiuswerk durch Einnahmen aus Kollekten (2,77 Millionen Euro), Spenden/Beiträgen/Vermächtnissen und Schenkungen (7,49 Millionen Euro) und aus Mitteln des Diaspora-Kommissariats. „Mit 14,35 Millionen Euro ist unser Mittelaufkommen um rund 930.000 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Diese Veränderung entfällt im Wesentlichen auf den Rückgang der Kollekten, die um 43,9 Prozent (-2,2 Millionen Euro) auf 2,775 Millionen Euro gesunken sind. Erfreulicherweise konnten wir einen Zuwachs bei den Spenden ohne Zweckbindung um 848.000 Euro auf 2,99 Millionen Euro verzeichnen. Die Erträge aus Erbschaften haben sich um rund 53,3 Prozent auf  2,6 Millionen Euro erhöht“, schilderte Geschäftsführer Ingo Imenkämper die veränderte Einnahmensituation. Die Erstkommunionkinder spendeten 709.000 Euro und die Firmbewerber 353.000 Euro für Kinder- und Jugendhilfe-Projekte. Die bundesweite Diaspora-Kollekte erbrachte 1,6 Millionen Euro.

 

„Wir alle erleben starke Umbrüche, im beruflichen sowie im privaten Bereich. Das hat zur Folge, dass sich auch das kirchliche Leben weiterhin verändern wird. Hinzu kommt der spürbare Vertrauensverlust der Gesellschaft in die Institution Kirche. Als Bonifatiuswerk müssen wir uns diesen gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen stellen und immer wieder neu ausloten, wie wir uns als Hilfswerk in der Gesellschaft und in der Kirche gestalterisch und solidarisch einbringen können, um weiterhin unseren Auftrag zu erfüllen, die Menschen und ein lebendiges Glaubensleben in der Diaspora zu unterstützen“, sagte der Präsident des Bonifatiuswerkes, Heinz Paus.

 

Vielversprechende Ansätze zeige das Förderprogramm „Räume des Glaubens eröffnen“. „Seit zwei Jahren können sich katholische Gemeinden, Einrichtungen und Initiativen mit ihren innovativen missionarischen Projekten bei uns bewerben. In dieser Zeit konnten wir 23 Projekte fördern. Sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Sie ermöglichen durch unterschiedliche kreative Herangehensweisen neue Formen des Kircheseins“, sagte Monsignore Austen. Eine weitere tolle Initiative sei das Praktikantenprogramm „Praktikum im Norden“. Jährlich gehen etwa 20 junge Menschen für einen längeren Zeitraum in eine katholische Gemeinde oder Einrichtung in Nordeuropa oder im Baltikum, um zu erleben, was es bedeutet in einer Minderheit seinen Glauben zu leben. „Im Mittelpunkt stehen die Begegnung und der Dialog der Menschen untereinander und die Förderung der Persönlichkeitsbildung der jungen Menschen“, sagte Austen.

 

Downloadlink: Den Jahresbericht 2020 finden Sie auf der Internetseite des Bonifatiuswerkes im Downloadbereich unter: https://www.bonifatiuswerk.de/de/download/

 

 

 


Hessen-Nassau trauert um großen Mahner für den Frieden

Früherer Propst für Rheinhessen Helmut Kern gestorben

Foto: ekhn
Foto: ekhn

(Darmstadt/ekhn) - Die evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) trauert um den früheren Propst für Rheinhessen, Helmut Kern. Der evangelische Pfarrer starb am Samstag (29. Mai)  im Alter von 93 Jahren in Mainz. Kern stand von 1973 bis 1991 an der Spitze der Propstei. Zuvor war er lange Jahre Pfarrer in Ingelheim am Rhein. Der Theologe gehörte von 1985 bis 1996 auch der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Kern galt als engagierter Gegner der Aufrüstung im Kalten Krieg. Politik mit Massenvernichtungswaffen zu betreiben bezeichnete er 1983 in einem Vortrag als „Gotteslästerung“.

 

Nach Worten von Stellvertretender Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf verliert die EKHN mit Helmut Kern einen „entschiedenen Mahner für den Frieden“. Kern bleibe vielen Menschen „mit seinem friedensethischen und bürgerschaftlichem Engagement“ in Erinnerung.  In seiner 18 Jahre dauernden Amtszeit als Propst habe er sich konsequent von den Versen aus Psalm 33 leiten lassen, die er an den Anfang seiner Amtszeit gestellt habe: „Gott liebt Gerechtigkeit und Recht“. Nach Worten des Präses der EKHN-Kirchensynode, Ulrich Oelschläger habe Kern als Propst für Rheinhessen die gesamte hessen-nassauische Kirche entscheidend mitgeprägt. Er sei stets für eine „profilierte Kirche in der Gesellschaft“ eingetreten. Mit seiner theologische Klarheit und seinem Gespür für Fragen der Zeit habe er der evangelischen Kirche „neue Aufbrüche“ ermöglicht.

 

Zur Person

Helmut Kern wurde 1928 in Dillenburg geboren und studierte in Marburg, Göttingen und Bonn  evangelische Theologie und Germanistik. Nach dem Abschluss seiner theologischen Examina 1957 war er  zunächst Seelsorger in Geisenheim und Oestrich-Winkel. Von 1959 bis zu seiner Wahl als Propst war er Pfarrer in der Versöhnungskirchengemeinde in Ingelheim. Die Synode der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau wählte ihn 1972 zum Propst für Rheinhessen. Seinen Dienst trat er ein Jahr später an und blieb im Propstamt bis zu seinem Ruhestand 1991. Kern war 1968 bis 1972 auch in der hessen-nassauischen Synode und dort unter anderem Mitglied im Kirchenordnungs- und Theologischen Ausschuss. Der Theologe gehörte von 1985 bis 1996 auch der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland an und arbeite dort in dem Ausschuss für Kirche, Staat und Gesellschaft mit.

 

Viele Jahre vertrat Kern die hessen-nassauische Kirche zudem in dem so genannten Moderamen, der Leitung des Reformierten Bundes. In diesem Gremium war er 1982 unter anderem an der Abfassung einer Friedensdenkschrift beteiligt, die nuklearer Abschreckung und Massenvernichtungswaffen ablehnte. Kern galt auch als ausgesprochen musikalisch und zählte zu den Gründungsmitgliedern des ersten übergemeindlichen Chores der EKHN, der Hessischen Kantorei. Sie existiert bis heute. Kern beschäftigte sich auch immer wieder mit grundsätzlichen Leitungsfragen der evangelischen Kirche. Bei allem nötigen Veränderungsdruck darf nach Kern der Blick auf Christus als „Herr der Kirche“ nicht aus den Augen verloren werden.  Bis ins hohe Alter äußerte er sich dazu auch in öffentlichen Stellungnamen.


Katholisches Hilfswerk missio Aachen bietet neue digitale Begegnungsplattform an

#strongbymissio: Junge Menschen aus Nigeria und Deutschland starten gemeinsames Projekt

(Aachen/missio) - Das katholische Hilfswerk missio Aachen bringt Jugendliche und junge Erwachsene aus afrikanischen oder asiatischen Ländern und Deutschland auf der neuen digitalen Begegnungsplattform #strongbymissio zusammen. „Sie können dort über ihren Alltag reden, Freundschaften schließen, Einblicke in andere Lebenswelten bekommen und gemeinsame Aktionen starten“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, zum Auftakt des Projektes.

 

#strongbymissio startet mit jungen Friedensaktivistinnen und Aktivisten aus dem Nordosten Nigerias. Angela Fom, Haruna Sylvester Joel, Onyekachi Ezinne Chidi und Yussuf Fidelis studieren oder sind in der Ausbildung. In ihrer Freizeit engagieren sie sich in einer katholischen Friedensinitiative. Sie gehen in Dörfer und Stadtviertel, um Gewalt unter jungen Menschen zu verhindern. Blutige Konflikte sorgen in ihrer Heimat immer wieder für Spannungen zwischen Angehörigen verschiedener Religionen und Volksgruppen. Beim Start von #strongbymissio begegnen sie beispielsweise Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus internationalen Freiwilligendiensten oder der katholischen Jugendarbeit in Deutschland. „Wir laden alle jungen Menschen ein, die Friedensaktivisten aus Nigeria auf Facebook und Instagram kennenzulernen und mit ihnen eine Community aufzubauen, die auch eigene Aktionen entwickelt“, so Pfarrer Bingener. Geplant sind schon ein gemeinsames Gebet, ein Kochevent und eine Jugendaktion am 2. und 3. Oktober im Bistum Essen.

 

Pfarrer Robert Psinon ist missio-Partner und leitet die nigerianische Friedensinitiative. „Ich glaube, dass #strongbymissio für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Christinnen und Christen in unserem Projekt hier enorm wichtig ist. Mich überzeugt, dass missio das Leben junger Menschen in Nigeria nicht auf Krieg und Katastrophen reduzieren, sondern ihre ganze Lebenswirklichkeit ernst nimmt. Ich freue mich auf die Begegnungen und gemeinsame Aktionen“, so Pfarrer Psinon.

 

An dem Projekt kann sich jeder und jede unter www.strongbymissio.de, https://www.facebook.com/strongbymissio und https://www.instagram.com/strongbymissio/ beteiligen. Wenn Sie an Videos interessiert sind, melden Sie sich. Bilder von der Eröffnung sind auf www.missio-hilft.de/presse herunterzuladen.

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.


Gewinnspar-Erlös fließt in Schleswiger Dom

Evangelische Bank spendet für Fenstererhalt

(Schleswig/Kiel/nk) - Mit einer Summe in Höhe von 24.000 Euro unterstützt die Evangelische Bank den St. Petri-Dom zu Schleswig bei der Restaurierung der insgesamt 33 Domfenster.

Der St. Petri-Dom genießt als eines der bedeutendsten Baudenkmäler des nördlichsten Bundeslandes einen internationalen Ruf. Zugleich ist der Dom die Predigtkirche von Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

 

Kulturell von besonderem Wert sind die 33 Fenster des Doms. Die farbintensiven Kunstwerke wurden im 19. Jahrhundert eingebaut und geben sowohl biblische Inhalte als auch die Geschichte des christlichen Glaubens wieder. Die drei Fenster im Chorraum stammen aus einer persönlichen Schenkung von Kaiserin Auguste Viktoria. Die Restaurierung eines dieser Fenster mit der Darstellung der Taufe Christi wird jetzt gezielt durch die Evangelische Band unterstützt. Zwar haben Kriege oder Umbauten die größtenteils noch im Original erhaltenen Fenster verschont, jedoch hatten Feuchtigkeit und Witterung den Bleiverglasungen, Rahmen und Mauerumrandungen stark zugesetzt.

 

Bischof Magaard bedankte sich für die Spende und erläuterte: „Über 2500 Fensterpatinnen und –paten haben uns schon dabei geholfen, diese große Aufgabe zu finanzieren und damit gezeigt, wie viel Anteil sie am Dom und seinen Schätzen nehmen. Es freut mich, dass sich auch die  Evangelische Band dieser Aktion anschließt und sich dafür das schöne Tauffenster ausgesucht hat. Die kunsthistorisch überregionale Bedeutung des Doms und seiner Fenster wird dadurch noch einmal besonders deutlich.“ 

 

Die Restaurationsarbeiten hat die Glaswerkstatt Schneemelcher aus Quedlinburg übernommen. Pro Fenster fallen 24.000 Euro Kosten an. Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf 750.000 Euro. Die Restaurierung der Domfenster ist Teil des großen Domsanierungsprojektes, das mithilfe von Zuschüssen durch den Bund, das Land Schleswig-Holstein, die Stadt Schleswig, der Nordkirche sowie durch großzügige Spenderinnen und Spender wie der Evangelische Bank finanziert wird.

 

„Den Dank geben wir von Herzen gern an unsere Kunden weiter, die mit dem Erwerb von Gewinnspar-Losen Spenden dieser Art und Größenordnung realisieren. Denn ein fester Teilbetrag des Erlöses ist gemeinnützigen, diakonischen Projekten wie diesem vorbehalten“, erklärt Janett Köcher von der Evangelischen Bank. Sie hat bei einer Besichtigung des Doms das Tauffenster im östlichen Chor entdeckt. Unter Berücksichtigung der pandemiebedingten Sicherheitsrichtlinien überreichte die Direktorin der EB-Vertriebsregion Nord am 2. Juni 2021 dem Bischof sowie Pastor Joerg Jackisch, Fundraising-Beauftragter in der Bischofskanzlei, im kleinen Kreis den symbolischen Spendencheck. Der Betrag stammt aus dem Gewinnsparen der EB – eine Kombination von Sparanlage, Gewinnchance und Gemeinnützigkeit.

 

Das Tauffenster

Dieses Fenster befindet sich am Ostende des Chores und nimmt daher eine besondere Position ein. Da es vom Bordesholmer Altar weitgehend verdeckt ist, wird es von vielen Dombesuchern kaum wahrgenommen. Mit seiner großfigurigen Komposition ist es wie die beiden benachbarten Apostelfenster auf Fernsicht hin konzipiert. Dargestellt sind nur zwei Gestalten: Mit Hilfe einer Muschelhälfte gießt Johannes der Täufer soeben Wasser aus dem Jordan über das nach vorn gebeugte Haupt Christi.

 

Dieses biblische Motiv geht auf ein Werk eines bedeutenden Künstlers der Renaissance zurück, Raffael. Es gehört zu einem umfangreichen Programm von Wandgemälden, mit denen Raffael die sogenannten Loggien im Vatikan im Auftrag des Papstes ausschmückte. Wie die Vorbilder von Albrecht Dürer, nach denen mehrerer der Glasfenster im Dom gestaltet sind, wurden auch die Werke Raffaels im 19. Jahrhundert hoch geschätzt. 


Weltkindertag: Anstiften zum Stiften zugunsten traumatisierter Kinder und Jugendlicher

Foto: Ankerland
Foto: Ankerland

(Hamburg/pm) - 1+1=3 - das ist die Formel, mit der die Kroschke Kinderstiftung (https://www.kinderstiftung.de/) und die Metzler-Stiftung (https://www.metzler-stiftung.de/de/stiftung) gemeinsam eine große Spendenaktion starten. Ihre Spende an den Hamburger Verein Ankerland e.V. (https://ankerland.de/) , der sich mit seinem einzigartigen Therapiekonzept für traumatisierte Kinder und Jugendliche einsetzt, stocken sie nochmals auf, wenn sich weitere UnterstützerInnen der Aktion anschließen.

 

Ankerland ermöglicht mit einem innovativen Therapiekonzept schwer traumatisierten Kindern und Jugendlichen eine intensiv-therapeutische Trauma-Therapiebehandlung. So innovativ die Therapien (https://ankerland.de/therapiephilosophie/) sind, so innovativ ist auch das Spendenkonzept: Das Matching-Fund-Plus-Modell 1+1=3 ist sowohl ein Versprechen als auch ein Appell an andere, mitzumachen.

 

Die Hamburger Kroschke Kinderstiftung und die Frankfurter Metzler-Stiftung überweisen jeweils 15.000 Euro. Danach soll der Ankerland e.V. selbst mindestens 30.000 Euro Spendengelder einsammeln - bei Privatleuten, Unternehmen, Stiftungen oder anderen gemeinnützigen Organisationen. Jede Spende zählt. Erreicht der Ankerland e.V. dieses Ziel, gibt es als Bonus noch einmal eine gemeinsame Spende der beiden anstiftenden Stiftungen von weiteren 30.000 Euro on top. Die Aktion startet zum Weltkindertag am 1.Juni 2021.

 

Unterstützung der Therapie traumatisierter junger Menschen-Hilfe für verletzte Kinderseelen

Eine schwere Traumatisierung kann jedes Kind treffen, unabhängig von Alter oder Herkunft. Tagtäglich wird die Seele vieler junger Menschen verletzt - ob durch Missbrauch, häusliche Gewalt, einen Unfall, Terror, Krieg oder eine Naturkatastrophe. Und noch immer gibt es zu wenig therapeutische Hilfe.

 

Eine aktuelle Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung (https://www.bert elsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/das-leben-von-ju

ngen-menschen-in-der-corona-pandemie-1 ) bestätigt die These von Dr. med. Andreas Krüger, medizinischer Leiter und Initiator von Ankerland e.V.: "Wir müssen aufpassen, dass wir traumatisierte Kinder und deren Familien nicht im toten Winkel der Gesellschaft vergessen."

 

Der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie setzt sich mit dem Verein Ankerland e.V (https://ankerland.de/seit 2008 dafür ein, die unzureichende therapeutische Versorgung zu verbessern. Ziel vom Ankerland e.V. ist es, ein multi-professionelles Therapie-Konzept in der Regelversorgung zu verankern. Denn trotz der steigenden Zahlen von betroffenen jungen Menschen in Deutschland - auch von geflüchteten Kindern, die schrecklichen Krieg und Terror erlebt haben - ist eine gesetzliche Regelversorgung nicht gegeben. Ankerland e.V. arbeitet komplett spendenfinanziert.

 

Einen Appell für mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung richtet der Ankerland e.V. nun mit zwei renommierten Stiftungen an die Öffentlichkeit. Dazu werden in den kommenden beiden Jahren unterschiedliche Aktionen unter dem Motto "Anstiften zum Stiften" gestartet. Es geht darum, auf die Arbeit von Ankerland aufmerksam zu machen, weitere UnterstützerInnen zu finden und sich zu vernetzen.

 

Mehr ist mehr: 1+1=3 - eine Rechnung, die aufgeht

"Auch gemeinnützige Organisationen müssen unternehmerisch denken und sich vernetzen", kommentiert Sylvia von Metzler, Vorstandsvorsitzende der Metzler-Stiftung das Engagement zum Weltkindertag. "Deshalb engagieren wir uns zusammen mit der Kroschke Kinderstiftung für Ankerland. Mit unserer Spendenaktion 1+1=3 laden wir andere zum Mithelfen ein." Und Felix Kroschke, Vorstand der Kroschke Kinderstiftung, ergänzt: "Es macht einfach Spaß und verspricht mehr Erfolg, sich für eine gute Sache mit einer anderen Stiftung zusammenzutun. Zeitgemäße Philanthropie lebt auch von Kooperationen, um dann im nächsten Schritt gemeinsam noch mehr Spender für die gute Sache zu gewinnen."

 

Beide Stiftungen begleiten Ankerland e.V., der mit seinem Therapiezentrum in einer freistehenden Villa, einer Art "Villa Kunterbunt", einen Gegenentwurf zum sterilen Klinikalltag geschaffen hat, schon über Jahre. Das Ankerland Therapiekonzept

(https://ankerland.de/therapiephilosophie/) , das die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie für Kinder und Jugendliche (PITT-KID) inkludiert, ist eine einzigartige Behandlungsmethode, die für akut-,

früh- und chronisch-komplex traumatisierte Kinder und Jugendliche von Dr. med. Andreas Krüger entwickelt wurde. Das Verfahren enthält entwicklungs-, bindungs- und ressourcenorientierte Elemente, die auf die Besonderheiten in der Therapie von Kindern ab zwei Jahren bis hin zum jungen Erwachsenenalter zugeschnitten wurden und im Rahmen des Behandlungskonzepts auch die Musik-, Kunst- und Körpertherapie beinhaltet. PITT-KID gilt als erstes psychodynamisch fundiertes Traumatherapie-Verfahren für Kinder und Jugendliche mit frühen und komplexen Störungen.

 

Unter dem Dach des Trauma-Therapiezentrums

(https://ankerland.de/ueber-ankerland-e-v/) befindet sich darüber hinaus eine Fachberatungsstelle, die sich mit ihrem Angebot an Angehörige traumatisierter Kinder und Jugendlicher und institutionelle Mitarbeiter, z. B. aus der Kinder- und Jugendhilfe richtet. Über das Ankerland Trauma-Info-Telefon können Anrufer und Anruferinnen bundesweit unkompliziert, kostenfrei und zielgerichtet Kontaktdaten von Behandlungsmöglichkeiten und weiterführenden Hilfen erhalten.

 

Appell soll ermuntern, auch kleine Summen zu spenden

 Die globale Pandemie hat eindrucksvoll bewiesen, welcher Zusammenhalt in Deutschland möglich sein kann. So haben die Menschen trotz eigener finanzieller Einbußen im vergangenen Jahr deutlich mehr gespendet als früher. Nach der Bilanz des Deutschen Spendenrats wurden 2020

(https://www.spendenrat.de/) rund 5,4 Milliarden Euro gespendet - etwa 260 Millionen Euro bzw. fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Damit dieser Trend anhält, wollen der Ankerland e.V. und die beiden Stiftungen mit gutem Beispiel vorangehen und zum Stiften anstiften.

 

 

Auf einer eigens eingerichteten Website sowie mit Flyern, Informationsmaterial und einem Film wird das Konzept 1+1=3 und die daraus resultierenden Chancen erklärt. Weitere Details zu Fördermöglichkeiten für Ankerland e.V. finden sich unter https://ankerland.de/spenden-foerdern/ .


Tagung der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises

Foto: Sebastian Kühl
Foto: Sebastian Kühl

 

Haushalt für 2021 beschlossen / Wahl der pröpstlichen Personen / Beschlüsse zum Bericht der AG Finanzplanung / Projektstelle Arbeit mit Frauen / Ruhendstellung von Pfarrstellen

 

(Greifswald/sk) - Am Freitag, 28. Mai, und am Sonnabend, 29. Mai, fand die 7. Tagung der II. Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) statt. Die Tagung begann am Freitagabend als digitale Tagung und wurde am Sonnabend im KulturBahnhof, Osnabrücker Straße 3, in Greifswald als Präsenztagung fortgesetzt. Von den 66 Synodalen des Kirchenkreises nahmen 58 an der Tagung teil. Das Gremium war damit beschlussfähig. Unter anderem standen die Wahl der pröpstlichen Personen, der Haushalt 2021 mit dem Stellen- und dem Pfarrstellenplan sowie die Beschlussvorlagen der Arbeitsgruppe zur mittelfristigen Finanzplanung auf der Tagesordnung. Ebenfalls beschlossen wurde eine Neufassung der Finanzsatzung. Geleitet wurde die Synode von Präses Elke König und den beiden Vizepräses Klemens Grube und Pastor Matthias Gienke.

 

Haushalt 2021

 

Die Synodalen beschlossen während der Tagung den Haushaltsplan 2021 in Höhe von rund 15,1 Millionen Euro sowie den darin enthaltenden Stellen- und den Pfarrstellenplan. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie stehen dem Kirchenkreis im Vergleich zu früheren Prognosen rund 2,5 Millionen Euro weniger zur Verfügung. Eine Entwicklung, die sich voraussichtlich so in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Bereits im Mai des vergangenen Jahres hatte der Kirchenkreisrat diesen Rückgang vorausgesehen und damit begonnen, entsprechende Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um trotz des kleiner werdenden finanziellen Spielraums die vielfältigen Arbeitsbereiche im Kirchenkreis erhalten sowie Personalstellen sichern zu können. Die Synode hatte zudem im Januar eine Arbeitsgruppe zur mittelfristigen Finanzplanung (AG Finanzplanung) eingerichtet, deren Arbeitsergebnisse in die Synode eingebracht wurden.

 

Wahl der pröpstlichen Personen

 

Die Synode wählte Gerd Panknin erneut als Propst der Propstei Demmin bis zu dessen Eintritt in den Ruhestand zum 1. Juni 2026 und bestätigte die Verlängerung der Amtszeit für Andreas Haerter als Propst der Propstei Pasewalk bis zu dessen Eintritt in den Ruhestand zum 1. Dezember 2023. Außerdem bildete die Synode einen Wahlausschuss für die Wahl der Pröpstin oder des Propstes der Propstei Stralsund. Die Wahl findet auf der Herbstsynode statt.

 

Diskussionspapier „Wohin gehst Du?“

 

Am Freitag hatten einige Synodale unter dem Titel „Wohin gehst Du?“ überraschend ein umfangreiches Diskussionspapier in die Synode eingebracht, in dem es ebenfalls um die schwierige derzeitige Situation im Kirchenkreis geht. Die Synode diskutierte diese Einbringung am Sonnabend zu Beginn in einer nichtöffentlichen Fragestunde. Während der Aussprache leitet die Synode aus dem Diskussionspapier als einem wichtigen Beitrag zum Dialog um die Zukunft des Kirchenkreises eine Aufforderung zur intensiven Weiterarbeit ab. Das Diskussionspapier wurde an die Vielzahl der Ausschüsse verwiesen, um einen breiten Diskussionsprozess im PEK anzuschieben, der gebündelt wird durch das Präsidium sowie verbunden ist mit dem Auftrag an den Kirchenkreisrat, einen umfangreichen Beteiligungsprozess mit entsprechenden Formaten zu entwickeln und zu koordinieren sowie die bereits bestehenden vielfältigen Partizipationsmethoden weiter zu stärken.

 

Pfarrkasse wird „Personalkasse Verkündigung“

 

Den Bericht der AG Finanzplanung und die daraus erarbeiteten Beschlussvorlagen brachten Propst Gerd Panknin und Pastor Michael Mahlburg als Mitglieder der AG vor. Einem Vorschlag der AG folgend, beschloss die Synode die Umwandlung der Pfarrkasse in eine „Personalkasse Verkündigung“. Bislang wurden aus der Pfarrkasse ausschließlich Pastorinnen und Pastoren bezahlt. Durch die Umwandlung werden aus der "Personalkasse Verkündigung" nun auch Mitarbeitende im Verkündigungsdienst auf Kirchenkreisebene bezahlt und es wird die Finanzierung von Stellen im pfarramtlichen Dienst der Kirchengemeinden möglich. Möglich ist auch ein flexiblerer Umgang mit Pfarr- und Mitarbeitendenstellen innerhalb der Kasse. Die Umwandlung bedeutet für die anderen kirchenkreislichen Bereiche, die weniger Stellen finanzieren müssen, ein jährliches Einsparpotential von bis zu 630.000 Euro. Das entspricht bis zu 45 Prozent des jährlichen Fehlbetrags in den kirchenkreislichen Bereichen. Geistlich gesehen sei die Umwandlung ein Schritt in Richtung der Gemeinschaft der Dienste. Zudem zeige sich in der Struktur des Kirchenkreises, dass die Verkündigung in allen Bereichen Priorität behalte, so der AG-Bericht. „Wir können uns auf das hin orientieren, was uns wichtig ist. Wir können dadurch Prioritäten frei setzen“, sagte Michael Mahlburg. Der Beschluss ermögliche es, die Mittel, die noch vorhanden sind, ein Stück weit gerechter zu verteilen, so der Pastor. Bereits im Jahr 2016 hatte die Synode vorausschauend die Möglichkeit auf den Weg gebracht, dass nicht ordinierte Mitarbeitende Aufgaben und Teilaufgaben des pfarramtlichen Dienstes übernehmen. Hintergrund ist auch die stetig zurückgehende Zahl an Pastorinnen und Pastoren.

 

Mehrere Einsparungen beschlossen

 

Weiterhin beschloss die Synode, den Vorschlägen der AG Finanzen folgend, die Pfarrstelle der Leitung des Greifswalder Regionalzentrums zum Ende des Berufungszeitraums zu streichen und die Aufgaben der Leitung auf die drei pröpstlichen Personen zu verteilen. Damit einher geht eine Neuaufteilung der pröpstlichen Aufgabenverteilung. Ein weiterer Beschluss betraf den Baufonds, hier werden beispielsweise ab 2022 für Nichtpatronatskirchen statt 220.000 Euro nur noch 96.000 Euro vorgesehen. Auch im Bereich von Bauvorhaben gelte es künftig, noch stärker Prioritäten zu setzen, hieß es zu dem Beschluss. Dem Fonds „Initiativen und Projekte“ stehen ab 2022 nur noch 15.000 Euro statt 28.000 Euro zur Verfügung. Zudem sollen Einzelbewilligungen möglichst die Summe von 500 Euro nicht überschreiten. Die Unterstützung der AG Pommersche Kirchengeschichte wurde von der Synode auf 500 Euro halbiert. Der Zuschuss für das Greifswalder Gottesdienst-Projekt GreifBar wurde von 2.500 Euro auf 1.250 Euro reduziert. Weiteres Einsparungspotential könnten unter anderem die Verkleinerung der Synode auf weniger Mitglieder, der schrittweise Abbau der Unterstützung für die Stralsunder Jugendkirche, die Überprüfung von dienstlich genutzten Räumlichkeiten, der bereits begonnene Digitalisierungsprozess, eine Überprüfung des Gebäudenutzungsplans und die Zentralisierung des Meldewesens bieten. Die Synode beschloss dazu entsprechende Evaluierungen beziehungsweise die Aufnahme von Gesprächen.

 

Projekt Pfarramtsassistenz möglichst erhalten

 

Ein wichtiger Punkt war der Synode im Rahmen der Einsparungsüberlegungen die Pfarramtsassistenz, die möglichst erhalten bleiben soll. Die Synode hatte die Einrichtung der Pfarramtsassistenz im Jahr 2017 in Höhe von 20 Prozent pro 100-Prozent-Pfarrstelle befristet auf einen Zeitraum von sechs Jahren beschlossen. Die Pfarramtsassistenz nimmt der Pastorin oder dem Pastor Teile der pfarramtlichen Verwaltung ab und schafft so Freiräume für die eigentliche pfarramtliche Tätigkeit. Die Synode beauftragte daher den Kirchenkreisrat mit der Berufung einer AG „Pfarramtsassistenz“, deren Aufgabe es ist, unter Beteiligung des Finanzausschusses zu prüfen, in welcher Weise das Projekt Pfarramtsassistenz über den 31. Dezember 2023 hinaus fortgeführt werden kann, oder Alternativen zu entwickeln, mit denen eine ähnliche Entlastung von Verwaltungsaufgaben für die Pastorinnen und Pastoren verbunden ist.  

 

Weniger Geld für Diakonische Träger

 

In der Reihe der notwendigen Einsparungsmaßnahmen empfand die Synode den Beschluss zur Reduzierung der Unterstützung der Kreisdiakonischen Werke als besonders schmerzlich. Mehrere Synodale erinnerten während der Diskussion an die enorme Wichtigkeit dieser Arbeit und deren Wirkung in die Gesellschaft. Vor allem bedürftige Menschen seien auf die Hilfe durch die Diakonischen Träger angewiesen, hieß es aus dem Plenum. Beispiele seien die Demminer Tafel und die Begegnungsstätte „Die Halle“ in Stralsund. Dennoch beschloss die Synode, die derzeitige jährliche Unterstützung von 150.000 Euro auf den noch vor einigen Jahren so gehandhabten Betrag von 100.000 Euro zurückzuführen. Dies soll jedoch in langsamen Schritten über vier Jahre ab 2022 mit einer jährlichen Verringerung um 12.500 Euro erfolgen, um die entsprechende Umstrukturierung der Arbeit und einen Gestaltungsspielraum zu ermöglichen. Zudem wurde der Diakonieausschuss damit beauftragt, mit dem Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern ins Gespräch zu kommen, um über eine zukünftige Finanzierung der Kreisdiakonischen Werke mit weniger kirchlichen Zuschussmitteln zu beraten. Darüber hinaus wurde der Beschluss verbunden mit der ausdrücklichen Absicht, nach möglichen Wegen zu suchen, um die Unterstützung in der Zukunft wieder zu erhöhen. Propst Gerd Panknin und Pastor Michael Mahlburg machten jedoch auch deutlich, dass die Erhöhung der Unterstützung der Diakonischen Träger von 100.000 Euro auf 150.000 Euro vor fünf Jahren in einer besseren finanziellen Situation beschlossen worden war. Die Erhöhung sei damals finanziell möglich gewesen, nun würden jedoch bei der Beibehaltung des erhöhten Betrags Schulden entstehen, erklärten die beiden Vertreter der AG Finanzplanung.

 

Arbeitsstelle für die Arbeit mit Frauen

 

Die Synode beschloss, die gemeinsame Arbeitsstelle für die Arbeit mit Frauen des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises und des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Mecklenburg unter den gleichen Rahmenbedingungen wie bisher in Höhe von einem Drittel einer 50-Prozent-Stelle als neue Projektstelle, finanziert durch Rücklagen, für sechs Jahre einzurichten. Dabei soll unter anderem ein Schwerpunkt darauf liegen, eine Schnittstelle zwischen der Arbeit mit Frauen und der Ehrenamtlichenbegleitung in Mecklenburg und Pommern zu entwickeln. Sylvia Giesecke vom Ausschuss für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern betonte die Wichtigkeit dieses Beschlusses und die Signalwirkung, die von diesem Beschluss ausgeht. Nicht zuletzt die Weltgebetstagsarbeit sei ohne diese Projektstelle nicht denkbar. Zudem nannte Sylvia Giesecke den Beschluss ein Zeichen der Wertschätzung und hob hervor, dass die gemeinsame Projektstelle die unerlässliche Zusammenarbeit der Kirchenkreise im Sprengel Mecklenburg und Pommern weiter festige und die gemeinsame Stimme der beiden östlichen Kirchenkreise der Nordkirche stärke.

 

Ruhendstellung von Pfarrstellen

 

Das Personalplanförderungsgesetz sieht eine bestimmte Zahl an Pfarrstellen für jeden Kirchenkreis der Nordkirche vor. Bis 2025 bestimmt diese Regelung eine Reduzierung auf 95 besetzte Pfarrstellen im PEK. Aufgrund der anstehenden Ruhestände und des Fachkräfte- und Nachwuchsmangels ergibt sich ohnehin ein Rückgang an Pastorinnen und Pastoren. Die Ruhendstellungen und Umwandlungen von Pfarrstellen in Mitarbeitendenstellen dienen somit im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis nicht der Verhinderung einer Besetzungssperre bei einer etwaigen Überschreitung der vorgeschriebenen Anzahl, sondern vielmehr der Sicherstellung der Handlungsfähigkeit und der sinnvollen Verteilung der weniger werdenden Pastorinnen und Pastoren. Von den derzeit 118 Pfarrstellen werden nach dem aktuellen Pfarrstellenplan künftig 13,25 ruhendgestellt. Besetzt sind derzeit rund 104,5 Pfarrstellen.

 

Eilbeschlüsse wurden bestätigt

 

Der Kirchenkreisrat hatte bereits per Eilbeschluss die Pfarrstellen Jarmen-Tutow II, Sophienhof, Wotenick, Katzow, Beggerow, Zingst, Steinhagen, Brandshagen/Reinberg sowie Vorland ruhend gestellt beziehungsweise bei Pfarrstellenwechsel ruhendgestellt. Ebenso per Eilbeschluss hatte der Kirchenkreisrat die Aufhebung der Ökumenepfarrstelle zum 1. September 2020 und deren Umwandlung in eine Mitarbeitenden-Stelle (100 Prozent) zum 1. September 2020, die Aufhebung der Pfarrstelle für Gemeindeberatung und Umwandlung dieser Pfarrstelle in eine 50-Prozent-Mitarbeitenden-Stelle, die Aufhebung der Schulpfarrstelle Demmin, die Aufhebung der Pfarramtlichen Tätigkeit für die Schulstiftung (0,25 VbE), die Aufhebung der Pfarrstelle für Krankenhausseelsorge Uniklinikum Greifswald/Karlsburg, die Aufhebung der Pfarrstelle für Krankenhausseelsorge Bartmannshagen sowie die Aufstockung der Pfarrstelle für Krankenhausseelsorge Stralsund von 50 auf 100 Prozent Stellenumfang beschlossen. Die Synode stimmte diesen insgesamt 16 durch die Begleitumstände der Pandemie bedingten Eilbeschlüssen des Kirchenkreisrats zu, die bereits durch das Landeskirchenamt kirchenaufsichtlich bestätigt worden waren.

 

Pfarrstellenentscheidungen beruhen auf Regionenprozess

 

Des Weiteren beschloss die Synode vorbehaltlich der Zustimmung des Landeskirchenamts, in der Propstei Demmin die Pfarrstelle Züssow-Zarnekow-Ranzin (0,5 VbE), in der Propstei Stralsund die Pfarrstellen Pütte-Niepars, Glewitz und Rakow sowie Bodstedt-Flemendorf-Kenz und in der Propstei Pasewalk die Pfarrstellen Ahlbeck-Zirchow (0,5), Krummin-Karlshagen-Zinnowitz (0,5 VbE) sowie Leopoldshagen und Mönkebude und Altwigshagen bei einem Pfarrstellenwechsel ruhend zu stellen sowie die Pfarrstelle Hohenselchow auf 0,5 VbE zu verändern. Außerdem wurde die Pfarrstelle des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises für Konfirmandenarbeit (1 VbE) mit Wirkung vom 1. September 2024 aufgehoben und in eine Mitarbeitenden-Stelle umgewandelt. Die Pfarrstelle des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises für Propsteikinder- und -jugendarbeit in der Propstei wird zum 1. Juli 2025 aufgehoben und zu einer Mitarbeitenden-Stelle. Außerdem beschloss die Synode, bei einem Pfarrstellenwechsel in den Regionen Greifswald Altstadt (0,5 VbE), Greifswald Neustadt (0,25 VbE), Klatzow (0,25), Stralsund Stadt (1,0 VbE) sowie Putbus und Kasnevitz und Vilmnitz (1,0 VbE) die als künftig ruhend zu erklärenden Pfarrstellenanteile im Pfarrstellenplan festzuhalten und bei möglichen Neubesetzungen die entsprechenden Beschlüsse zu fassen. Sämtliche Ruhendstellungen gehen auf die Ergebnisse der Arbeit der Regionalgruppen zurück, die mit großem ehrenamtlichen Engagement und mit Unterstützung moderierender Gemeindeberater diesen weiter andauernden Prozess, der mit übergemeindlicher Vernetzung in den verschiedensten Bereichen der Gemeindearbeit einhergeht, begleiten. Im Zuge der Ruhendstellungen entstehen neue Verbindungen und Ausprägungen der übergemeindlichen Zusammenarbeit.

 

Propst Gerd Panknin: Aktuelle Notwendigkeiten und Zukunft im Blick

 

 

„Bei allen Überlegungen und Maßnahmen richten wir den Blick auf die aktuellen Notwendigkeiten genauso wie auch auf die Chancen und Herausforderungen der Zukunft, in der neben dem Fachkräftemangel auch der demografische Wandel zunehmend eine Rolle spielt“, sagte Propst Gerd Panknin. Beispielhaft nannte er die Umwandlung der Pfarrkasse in die „Personalkasse Verkündigung“ als Teil dieser Zukunftsstrategie. Der von der Synode beschlossene Pfarrstellenplan sei aus der intensiven Arbeit und den Beteiligungsprozessen in den Regionen erwachsen, an denen alle Kirchengemeinden beteiligt waren, so der Propst. Der Pfarrstellenplan sei aber „nicht in Stein gemeißelt“, er könne durch die Synode nachjustiert werden. Gerd Panknin dankte der AG Finanzplanung für ihre Arbeit, ebenso dem Finanzausschuss, dem Kirchenkreisrat, der Synode und dem Präsidium sowie allen, die zur Vorbereitung und zum Gelingen der Tagung beigetragen haben. „Mit den gefassten Beschlüssen können wir konstruktiv in die für den 23. Oktober geplante Herbstsynode gehen und nach weiteren Wegen für die Zukunft unseres Kirchenkreises suchen“, bilanzierte der Propst.


Statt der geplanten Feier gibt es pandemiebedingt einen digitalen Rückblick

„100 Jahre Mitten im Leben“ – Caritasverband Saarbrücken wird 100

Ehemalige Caritasdirektoren vor dem damaligen Sitz der Caritas in der Ursulinenstraße. Foto: Caritasverband Saarbrücken
Ehemalige Caritasdirektoren vor dem damaligen Sitz der Caritas in der Ursulinenstraße. Foto: Caritasverband Saarbrücken

(Saarbrücken/bt) – Unter dem Motto „100 Jahre Mitten im Leben“ feiert der Caritasverband Saarbrücken in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Die für den 8. Mai geplante Feier und der Festgottesdienst mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann mussten pandemiebedingt abgesagt werden. Stattdessen wurden einzelne Szenen des geplanten Gottesdienstes, darunter Ansprachen, Fürbitten und musikalische Akzente gefilmt. Diese sollen auf der Facebook-Seite und YouTube gezeigt werden, kündigt Caritasdirektor Michael Groß an. Ebenfalls auf Facebook ist im Jubiläumsjahr eine Zeitreise durch die Jahrzehnte von den Anfängen der Caritas bis heute zu sehen: www.facebook.com/CaritasSaarbruecken Eine rund 40 Seiten starke zum Jubiläum erstellte Chronik mit vielen Bildern zeigt die wesentlichen Meilensteine des Verbandes.

Mit dem Jubiläum möchte der Caritasverband Saarbrücken auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen Unterstützern Danke sagen. „Der Caritasverband bekommt viel Unterstützung durch Verwaltung und Politik und kann dank wertvoller Kooperationen mit Unternehmen spezielle Projekte anbieten“, sagt Caritasdirektor Michael Groß. Auch viele Privatpersonen leisteten einen unverzichtbaren Beitrag – entweder durch ehrenamtliches Engagement oder durch Spenden. „Ohne diesen gemeinschaftlichen Zusammenhalt aller Mitwirkenden in der Gemeinschaft hätte der Caritasverband Saarbrücken nicht so viele Menschen erreichen können.“

Diesem Dank schloss sich in seinem Grußwort auch Bischof Ackermann an. „Gerade in unserer Zeit steht die Caritas in ganz besonderer Weise für die Glaubwürdigkeit der Kirche und die Authentizität, dass sich Christinnen und Christen im Sinne des Evangeliums einsetzen“, sagte er. Dafür sei er als Bischof zutiefst dankbar. Ackermann lobte die „hohe Achtsamkeit“ der Caritasverbände für die aktuelle Entwicklungen. Diese sähen schnell neue Problemlagen und Bedarfe, in denen Menschen durch den Sozialstaat noch nicht abgesichert seien. Das Zusammenwirken von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen von Beginn an könne in unserer Zeit noch beispielgebend sein. Politisch Stellung zu beziehen für diejenigen, die durch das Raster von Gesellschaft, Politik und Gesetzgebung fielen, werde ein zunehmend wichtigeres Betätigungsfeld für die Caritas. „Bitte lassen Sie in diesem Engagement nicht nach“, bat Ackermann.

Auch Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel dankte: „Mitten im Leben der Menschen war und ist der Caritasverband immer tätig gewesen. (…) Dies über die Zeitspanne von einem Jahrhundert eindrucksvoll zu leisten, zeugt von dem großen Engagement der hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich Tag für Tag mit ganzer Kraft und hoher Kompetenz eingesetzt haben. Dafür danke ich allen sehr herzlich.“ Auch in Zukunft werde die Caritas für die Gestaltung einer solidarischen Gesellschaft gebraucht.

Die Geschichte des Caritasverbands Saarbrücken beginnt im Jahr 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Die Gründungsinitiative geht vom damaligen Stadtdechanten, Prälat Alois Echelmeyer und den Josef-Schwestern in Trier aus. Aus einer Initiative von Gläubigen entsteht ein Hilfesystem, das sich nicht nur auf materielle Hilfe beschränkt, sondern gezielt die Beratung und Begleitung von Menschen in den Mittelpunkt stellt. Am 1. Mai 1921 wird der Verband offiziell in das Vereinsregister eingetragen.

Wird in der Zeit nach den beiden Weltkriegen vorrangig Not- und Soforthilfe geleistet, ändern sich die Notlagen und Bedarfe. Die Caritas baut unterschiedliche Beratungsangebote und sozialen Dienste auf, um soziale Teilhabe für alle Menschen möglich zu machen. So gibt es in Saarbrücken ab 1956 Hilfsangebote für die ersten Gastarbeiter aus Italien sowie Aussiedler aus Osteuropa. In den 1960ern beginnt der Caritasverband mit der Beratung von Suchtkranken und weitet die Sozialberatung aus. In die 1970er-Jahre fallen viele Neugründungen, wie etwa der Migrationsdienst oder die Sozialstation Püttlingen-Riegelsberg. Auch die Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Suchtkranke und deren Angehörige Saarbrücken (PSB) startet. Die Gemeinwesenarbeit wird ausgebaut mit neuen Angeboten auf der Folsterhöhe und in Völklingen-Wehrden. Anfang der 1980er-Jahre finden Obdachlose ein neues Heim im Bruder-Konrad-Haus in Saarbrücken. Mit der Gründung der Arbeitsstelle für Integrationshilfe wird Kindern mit erhöhtem Förderbedarf der Besuch des Regelkindergartens ermöglicht. Neuerungen und Neustrukturierungen dominieren die 1990er-Jahre: Die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH (cts) wird 1992 als gemeinnützige Gesellschaft durch den Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e.V. gegründet. Im Jahr 1993 werden erste Einrichtungen des Caritasverbandes an die cts übertragen. Die Schuldner- und Insolvenzberatung wird ausgebaut.

2001 wird die Trägergesellschaft Kirchliche Sozialstationen im Stadtverband Saarbrücken (TKS) gegründet. Sie ist eine gemeinnützige Gesellschaft des Caritasverbandes Saarbrücken und des Diakonischen Werkes. Familienangebote rücken nun stärker in den Fokus: So startet 2009 der Familienpflegedienst, die Mobile Alltagshilfe und das Haushaltsorganisationstraining. Die Landesfachstelle Glücksspielsucht Saarland wird gegründet. Mit Beginn des Zuzugs von Geflüchteten wird zwischen 2013 und 2016 der Migrationsdienst und Hilfsformate verstärkt. Aktuell beschäftigt die Corona-Krise den Caritasverband. Die noch nicht in Gänze absehbaren Auswirkungen insbesondere mit Blick auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen werden in Zukunft die Arbeit vor Herausforderungen stellen.


Dank für das Vertrauen

Präses Elke König gratulierte Propst Gerd Panknin und Propst Andreas Haerter (rechts) zur Wiederwahl und zur Verlängerung der pröpstlichen Amtszeit. Foto: PEK / Sebastian Kühl

 

Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises tagt in Greifswald: Wahl der pröpstlichen Personen / Propst Andreas Haerter bestätigt / Propst Gerd Panknin wiedergewählt / Wahlausschuss gebildet

 

(Greifswald/sk) - Am heutigen Sonnabend, 29. Mai, findet die Fortsetzung der 7. Tagung der II. Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) im KulturBahnhof, Osnabrücker Straße 3, in Greifswald als Präsenztagung statt. Die Synode hatte am gestrigen Freitagabend als digitale Tagung begonnen. Von den 66 Synodalen des Kirchenkreises nehmen 58 an der Tagung teil. Das Gremium ist damit beschlussfähig. Unter anderem stehen der Haushalt 2021 und die Wahl der pröpstlichen Personen auf der Tagesordnung. Die Synode wählte am Nachmittag Gerd Panknin erneut als Propst der Propstei Demmin bis zu dessen Eintritt in den Ruhestand zum 1. Juni 2026 und bestätigte die Verlängerung der pröpstlichen Amtszeit für Andreas Haerter als Propst der Propstei Pasewalk bis zu dessen Eintritt in den Ruhestand zum 1. Dezember 2023. „Herzlichen Dank für das Vertrauen", sagten Gerd Panknin und Andreas Haerter, nachdem Präses Elke König ihnen gratuliert und Blumen überreicht hatte.

 

Wahlausschuss gebildet

 

Außerdem bildete die Synode einen Wahlausschuss für die Wahl der Pröpstin oder des Propstes der Propstei Stralsund bestehend aus dem Bischof im Sprengel, einem Mitglied der Kirchenleitung sowie aus vier Ehrenamtlichen, zwei Pastorinnen oder Pastoren, einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter sowie aus vier Stellvertretenden. Dem Wahlausschuss gehören neben Bischof Tilman Jeremias und Sylvia Giesecke für die Kirchenleitung nach erfolgter Wahl folgende Personen an: Pastor Christian Bauer, Pastor Olav Metz, Jens Nielinger, Dorothea ter Veen, Klemens Grube, Gerd Albrecht und Raik Harder. Als Stellvertretende gehören dem Wahlausschuss folgende Personen an: Pastor Matthias Gienke, Pastorin Mechthild Karopka, Christine Deutscher, Fritz Dikhoff, Angelika Beyer, Ekkehart von Holtzendorf und Sybille Scheler.

 

Bischof erläuterte Wahlverfahren

 

Hintergrund der Wahlen ist das Ende des zehnjährigen Berufungszeitraums der Pröpstin und der Pröpste Helga Ruch (Propstei Stralsund), Gerd Panknin (Propstei Demmin) und Andreas Haerter (Propstei Pasewalk) zum 31. Mai 2022. Pröpstin Helga Ruch geht im kommenden Jahr in den Ruhestand. Für Propst Gerd Panknin und Propst Andreas Haerter bestand die Möglichkeit der Wiederwahl beziehungsweise einer Dienstverlängerung bis zum Ruhestand. Beide Pröpste hatten dafür ihre Bereitschaft erklärt. Bischof Tilman Jeremias erläuterte den Synodalen bereits gestern das Wahlverfahren. Da Pröpstin Helga Ruch mit dem Ende des Berufungszeitraums in den Ruhestand eintrete, werde ein Wahlverfahren in Gang gesetzt, für das ein Wahlausschuss aus sieben Synodalen zu bilden sei, so der Bischof. Dem Ausschuss gehören zudem ein Mitglied der Kirchenleitung und der Bischof als Vorsitzender an. „Der Ausschuss hat die Aufgabe, sich bis zum Bewerbungsschluss am 31. August Gedanken zu machen, wer geeignet sein könnte. Der Ausschuss kann auf Menschen zugehen, sie motivieren", sagte der Bischof. Zudem seien Pastorinnen und Pastoren aufgerufen, sich zu bewerben. Der Ausschuss sichtet dann die Bewerbungen, führt Gespräche und formuliert einen Wahlvorschlag aus in der Regel zwei Personen, die auf der Herbstsynode vorgestellt und gewählt werden.

 

Drei Verfahren in Anwendung

 

Mit Neuwahl, Wiederwahl und Verlängerung bietet das pröpstliche Wahlverfahren drei mögliche Varianten, die auf dieser beziehungsweise auf der nächsten Synode sämtlich zur Anwendung kommen. Wenn zum Ende der pröpstlichen Berufungszeit für die berufene Person weniger als 36 Monate bis zum Ruhestand verbleiben und die betreffende Person sich bereit erklärt, ist eine Verlängerung möglich, wenn der Kirchenkreisrat entsprechend beschließt und die Synode den Beschluss bestätigt. Propst Andreas Haerter hatte seine Bereitschaft erklärt und der Kirchenkreisrat den entsprechenden Beschluss im April gefasst. Für Propst Gerd Panknin verbleiben für die zweite Amtszeit noch vier Jahre bis zum Ruhestand. Da Gerd Panknin seine Bereitschaft zur Wiederwahl erklärt und der Kirchenkreisrat ebenfalls im April beschlossen hatte, im Einvernehmen mit dem Bischof im Sprengel und mit dem Landeskirchenamt auf ein Besetzungsverfahren zu verzichten, konnte die Synode Gerd Panknin erneut zum Propst der Propstei Demmin wählen.


Kirchenmusiker und Kulturschaffende aus Württemberg und Baden unterstützen Offenen Brief an den SWR

Appell für Beibehaltung der Sendung „SWR2 Geistliche Musik“

(Karl(sruhe/Stuttgart/ekiba) -. In einem Offenen Brief an SWR-Intendant Kai Gniffke wenden sich über 50 Kirchenmusiker und Kulturschaffende aus mehreren Bundesländern gegen die Abschaffung der Sendung „SWR2 Geistliche Musik“ am Samstagabend zugunsten von Krimihörspielen. Auch etliche Baden-Württemberger haben den Appell unterzeichnet, darunter die evangelischen Landeskirchenmusikdirektoren Kord Michaelis (Baden) und Matthias Hanke (Württemberg), außerdem Diözesankirchenmusikdirektor Godehard Weithoff (Erzdiözese Freiburg) und Diözesanmusikdirektor Walter Hirt (Diözese Rottenburg-Stuttgart) sowie Prof. Hans-Christoph Rademann, Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart, Prof. Dr. h. c. Wolfgang Rihm, Komponist und Musikwissenschaftler aus Karlsruhe, KMD Prof. D. Dr. h. c. mult. Helmuth Rilling, Dirigent und Gründer der Internationalen Bachakademie Stuttgart, sowie viele weitere.

 

Geistliche Musik sei Fundament und lebendiger Bestandteil des kulturellen Lebens und Welterbes in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, machen die Absender deutlich. Die Pläne, das Sendeformat ab Herbst abzuschaffen, stünden in einem deutlichen Missverhältnis zur hohen kulturellen Bedeutung der geistlichen Musik und zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

 

Unterstützung bekommen die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner aus den Oberkirchenräten der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg. „Geistliche Musik hat gerade darin eine besondere Stärke, dass sie über Kirchen, Kulturen und Religionen hinweg eine Kommunikationsplattform eröffnet, Interesse weckt und zum Verständnis auch für jüdische, armenische und andere geistliche Traditionen beiträgt“, macht der württembergische Theologiedezernent Oberkirchenrat Prof. Dr. Ulrich Heckel deutlich. Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin, Leiter des badischen Verkündigungsreferats, sagt: „Die Geistliche Musik ist für sehr viele Hörerinnen und Hörer eine prägende Stunde am Übergang von einer hektischen Arbeitswoche hin zum Sonntag, gleich, welche kirchliche Bindung sie haben.“ Die Musik sei spartenübergreifend und umfasse nicht nur die klassische Musik. „Sie hat einen hohen kulturprägenden Wert für den Einzelnen und die Gesellschaft.“


Dr. Beate Sträter wurde zur Vorsitzenden gewählt – Das Gremium bereitet die bundesweite Interkulturelle Woche inhaltlich vor

Ökumenischer Vorbereitungsausschuss mit neuer Spitze

Foto: Interkulturelle Woche
Foto: Interkulturelle Woche

(Frankfurt/Main/pm) -  Dr. Beate Sträter ist neue Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses (ÖVA) zur Interkulturellen Woche. Die Theologin und Politikwissenschaftlerin wurde bei der jüngsten Sitzung des Gremiums gewählt, nachdem die langjährige Vorsitzende Gabriele Erpenbeck auf eigenen Wunsch ausgeschieden war. Den Vorstand komplettieren Monika Schwenke und Erzpriester Dr. Georgious Basioudis als Stellvertreter*innen. Der ÖVA bereitet die jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW), in deren Rahmen immer im September rund 5000 Veranstaltungen in über 500 Städten und Gemeinden organisiert werden, bundesweit vor.

Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. Der ÖVA empfiehlt eine inhaltliche Schwerpunktsetzung, veranstaltet jährlich die bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche, stellt Materialien für die Vorbereitungsgruppen vor Ort zur Verfügung und organisiert eine zentrale bundesweite Auftakt-Veranstaltung.

„Der ÖVA ist ein starkes Netzwerk mit christlichen Werten und hat in seiner Geschichte viel bewegt.“

Dr. Beate Sträter ist Schulreferentin in Bonn und engagiert sich im christlich-muslimischen Dialog, etwa als Vorsitzende der Fachgruppe Christen und Muslime in der Evangelischen Kirche im Rheinland: „Ich bin im Vorstand des ÖVA, weil die Interkulturelle Woche große Chancen bietet, Menschen dafür zu gewinnen, das Zusammenleben in Vielfalt gemeinsam zu gestalten. Ich sehe im interreligiösen und interkulturellen Lernen sowie im Einsatz für eine offene und gerechte Gesellschaft ohne Diskriminierung und Rassismus die entscheidenden Zukunftsaufgaben.“

Monika Schwenke leitet beim Caritasverband für das Bistum Magdeburg die Abteilung Migration/Integration. Sie ist außerdem Mitglied im Arbeitsstab des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz und Vorsitzende der Härtefallkommission Sachsen-Anhalt: „Für mich ist es wichtig, in unserem gesellschaftlichen ,Verschiedeneinander‘ immer wieder um ein respektvolles und würdiges Miteinander zu ringen. Mit Geduld und auch gegen Widerstände!“

Erzpriester Dr. Georgious Basioudis ist Pfarrer einer griechisch-orthodoxen Gemeinde in Mannheim. Er begleitet und unterstützt die Arbeit des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses schon seit vielen Jahren: „Der ÖVA ist ein starkes Netzwerk mit christlichen Werten und hat in seiner Geschichte viel bewegt.“

Die Kirchen berufen 15 Mitglieder in den ÖVA. Bis zu sechs weitere werden aus wichtigen gesellschaftlichen Institutionen und Organisationen kooptiert. Nach Ablauf der vergangenen fünfjährigen Legislaturperiode zum 31. Dezember 2020 hat sich der Ausschuss nun neu aufgestellt. Die aktuelle Zusammensetzung ist hier zu finden.

Das Motto der Interkulturellen Woche 2021: #offengeht

Das Motto der diesjährigen IKW lautet #offengeht, der vorgeschlagene Zeitraum ist 26. September bis 3. Oktober 2021. Der bundesweite Auftakt findet am 26. September in Rostock statt. Nach der Veröffentlichung des Gemeinsamen Wortes der Kirchen zur Interkulturellen Woche am 17. Mai gehen die Vorbereitungen der vielen Interkulturellen Wochen nun bundesweit in die heiße Phase. In dem Text laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD), Metropolit Augoustinos, zur Teilnahme an der 46. Interkulturellen Woche ein.

Das Gemeinsame Wort ist Teil des Materialheftes zur Interkulturellen Woche, das wichtige Themen der Migrationspolitik aufgreift, etwa Flucht und Migration, Rassismus oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Zusammen mit Anregungen für Veranstaltungsformate und Gottesdienste – auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen – liefert das Materialheft einen wichtigen Input für die vielen Organisierenden der Interkulturellen Woche.

Dr. Beate Sträter: „Die Interkulturelle Woche bietet den Raum, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, deren Stimme sonst nicht zu hören ist und auch, diese Menschen in Kontakt mit politisch Verantwortlichen zu bringen, um wichtige Themen mit ihnen zu besprechen. Begegnung ermöglicht Empathie und gegenseitiges Verständnis.“

 

Das Materialheft zur Interkulturellen Woche 2021, Plakate, Postkarten und weitere Materialien können über die Homepage der Interkulturellen Woche bestellt werden.

Foto: Interkulturelle Woche
Foto: Interkulturelle Woche

Fachkräfte im Gespräch mit Landesbischof Cornelius-Bundschuh

Wunsch nach mehr Wertschätzung für die Arbeit in den Kitas

(Karlsruhe/ekiba) - Mitarbeitende evangelischer Kindertagesstätten haben eine höhere öffentliche Aufmerksamkeit für die Arbeit der Fachkräfte in den Kitas gefordert. In einem digitalen Gespräch mit Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh wünschten sie sich zugleich klarere Regeln, eine bessere Umsetzung von Tests und Impfungen sowie über Corona hinaus eine Stärkung der Teams durch eine bessere personelle Ausstattung. Der Landesbischof sicherte die kirchliche Unterstützung zu.

Starker Rückhalt sei neben einem guten Team die lange bewährte, enge Vernetzung mit der Elternschaft gewesen, die den Weg der Kita intensiv begleitet habe, berichteten die Mitarbeitenden. Wichtig sei die Kita nicht nur als Ort der Betreuung, sondern auch des sozialen Lebens für Kinder. Die positive Grundeinstellung sei aber durch die fehlende öffentliche Wertschätzung der Fachkräfte immer wieder gedämpft worden.

Cornelius-Bundschuh betonte: „Die badische Landeskirche engagiert sich bewusst im Bereich der Kitas und wird dies trotz der gegenwärtig notwendigen Sparmaßnahmen auch in Zukunft tun“. Dazu gehörten die Förderung des evangelischen Profils in den Einrichtungen, die Stärkung der Teams und Maßnahmen, die das Berufsbild der Erzieherinnen und Erzieher attraktiver machten.

Der Landesbischof hatte Vertreter und Vertreterinnen aus verschiedenen evangelischen Kitas in Baden zum Gespräch und zum Bericht über die Erfahrungen in 15 Monaten Pandemie eingeladen. Neben Dominik Krakutsch, Leiter der Kita Immergrün in Freiburg und Charlotte Beffert, pädagogische Fachkraft in der Kita Marienburger Straße in Pforzheim waren Anne Rausch, Abteilungsleiterin Kitas im Verwaltungs- und Serviceamt Rhein-Neckar und Isabell Arnstein, Elternbeirätin in der Kita Regenbogen in Buchen dabei. Über einen Chat beteiligten sich ca. 70 weitere Fachkräfte aus badischen Kitas am Gespräch und bekräftigten die Forderungen der Gesprächspartner.


Podcast „Ahr und Ohr“ aus dem Dekanat Ahr-Eifel - Nächste Folge am 24. Mai

Hören, was die Menschen bewegt

Pfarrer Heiko Marquardsen und Pastoralassistentin Johanna Becker produzieren den Podcast „Ahr und Ohr“. Foto: Martin Sauter
Pfarrer Heiko Marquardsen und Pastoralassistentin Johanna Becker produzieren den Podcast „Ahr und Ohr“. Foto: Martin Sauter

(Bad Neuenahr-Ahrweiler/bt) – Podcasts liegen im Trend. Immer mehr Menschen hören sich Audiodateien aus dem Internet an, um sich zu informieren oder unterhalten zu lassen. Unter dem Titel „Ahr und Ohr“ bietet auch die katholische Kirche im Ahrtal einen Podcast. „Im kirchlichen Raum macht das bislang kaum jemand, wir sind damit ein Stück weit Marktlückenfinder“, sagt Pfarrer Heiko Marquardsen, Kooperator in der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler. Gemeinsam mit Pastoralassistentin Johanna Becker hat er die Idee zu „Ahr und Ohr“ entwickelt. Sie ergänzt: „Wir haben uns gefragt, wie wir als Kirche nah an den Menschen und ihrem Leben dran sein können.“ Und da sei das Format Podcast gut geeignet.

 

Alle zwei Wochen erscheint eine neue Ausgabe von „Ahr und Ohr“; die nächste am 24. Mai. Thematisch sind Marquardsen und Becker offen für alles, was die Menschen im Ahrtal bewegt, kirchlich muss das nicht unbedingt sein. „Wir wollen Entdecker sein und genau hinhören“, so Marquardsen, „und natürlich stellen wir uns die Frage: Was könnte das vielleicht doch mit Kirche zu tun haben?“

 

Die erste Ausgabe erschien am Rosenmontag 2021 und drehte sich entsprechend um das Thema Karneval im Ahrtal. In einer weiteren Folge sprachen Abiturienten über ihre Wünsche, Träume und Ziele. Besonders spannend war für die beiden dann aber doch ein kirchliches Thema: Zu Gast in der Ausgabe waren drei junge Frauen aus dem Ahrtal, die sich mit der Bewegung Maria 2.0 beschäftigen. „Es war wirklich beeindruckend zu hören, wie engagiert sie sich trotz aller Schwierigkeiten für die Kirche einsetzen“, berichtet Marquardsen. „Das war inhaltlich wirklich eine tolle Folge“, sagt auch die Pastoralassistentin.

 

Sorge, dass ihnen die Themen ausgehen könnten, haben die beiden nicht. „Das Ahrtal gibt reichlich her“, ist Becker überzeugt. Einige Themen sind auch schon Angedacht. „Ich würde gerne etwas zu 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland machen“, berichtet Marquardsen. Im Herbst könnte sich eine Ausgabe mit Tod und Trauer beschäftigen, „und zur Bundestagswahl kann es durchaus politisch bei uns werden“, kündigt Becker an. Auch Themenvorschläge sind jederzeit willkommen.

 

„Ahr und Ohr“ kann über die gängigen Podcast-Plattformen kostenlos abgerufen werden. Es gibt auch eine eigene Instagram-Seite. Themenvorschläge nimmt Heiko Marquardsen entgegen, per E-Mail an H.Marquardsen(at)pg-badneuenahr-ahrweiler.de oder per Telefon unter 0176-32764651. Weitere Informationen gibt es auch im Internet auf www.verbundenanderahr.de.


Trierer Weihbischof segnet renovierte Maria-Hilf-Kapelle in Koblenz-Lützel

Ein gelungenes Projekt

Die gesamte Kapelle wurde aufwendig renoviert. Fotos: Bistum Trier/Julia Fröder
Die gesamte Kapelle wurde aufwendig renoviert. Fotos: Bistum Trier/Julia Fröder

 

 

(Koblenz/bt) – Nach Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten hat der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters den Neu- bzw. Anbau der Maria-Hilf-Kapelle in Koblenz-Lützel am Pfingstmontag (24. Mai) gesegnet und mit einer, den Corona-Schutzmaßnahmen geschuldeten, kleinen Gemeinde die Wiedereröffnung gefeiert. Der neue angrenzende Saal kann für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden, wie zum Beispiel für die traditionellen Karnevalsfeiern oder große Pilgergruppen.

Im Januar 2017 wurde die Pfarrkirche Maria-Hilf profaniert und anschließend abgerissen wie auch das Pfarrheim und das Pfarrhaus. Die angrenzende denkmalgeschützte Wallfahrtskapelle blieb bestehen. Neben dem Verlust des Kirchengebäudes schmerzte die Gläubigen zu diesem Zeitpunkt besonders der Wegfall von geeigneten Räumen für Feierlichkeiten. Nun ist ein neuer 55 Quadratmeter großer Saal entstanden, der mit Bestuhlung Platz für 38 bis 44 Besucher bietet. Zusätzlich kann das neue Foyer mit einer Fläche von 25 Quadratmetern mitgenutzt werden. Hinzu kommt ein Funktionsanbau mit Küche, Toiletten, Sakristei und Nebenräumen. „Ich finde, das Projekt ist sehr gelungen“, freut sich Pfarrer Eric Condé.

Nach der Generalsanierung können sich Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher nun unter anderem über eine Fußbodenheizung, einen Neuanstrich und eine flexible Bestuhlung freuen; diese ermöglicht das Feiern von Andachten und Taufen im kleinen Kreis. Eine neue Lautsprecheranlage sorgt für gute Akustik. Die Gnadenkapelle bietet im Normalfall rund 80 Sitzmöglichkeiten.

Für Weihbischof Peters habe der Ort eine besondere Bedeutung: Als er vor 34 Jahren Kaplan in Weitersburg war, pilgerte er selbst nach Koblenz-Lützel zur Maria-Hilf-Kapelle. „Denn Peter Friedhofen hat hier seine Berufung gefunden“. Diesen Ort wollte der heutige Weihbischof selbst erleben. Darauf beziehend fragte er in seiner Predigt: „Was lässt uns aufbrechen und führt Menschen an diesen Ort?“ Er stellte zwei Motive fest: Zum einen seien es sicher Frauen und Männer in schwierigen Lebenssituationen, die sich mit einem Stoßgebet, etwa vor einer schweren Operation, an die Gottesmutter wenden. Und zum anderen „lädt dieser Ort auch dazu ein, dem guten Gott ‚Danke‘ zu sagen“.

Er betonte im Hinblick auf die Gestaltung der Heiligen Messe zur Wiedereröffnung, aber auch in Bezug auf die Gemeindemitglieder und den Umbau: „Ich finde, dass hier eine wunderbare Harmonie herrscht.“ Abschließend wünschte Weihbischof Peters allen Pfarrangehörigen und Besucherinnen und Besuchern, dass auch in Zukunft ein Segen von diesem Raum ausgehen möge, und er bedankte sich bei allen, die durch ihre haupt- und ehrenamtliche Arbeit an dem Projekt beteiligt waren.

Die Arbeiten erfolgten über einen Zeitraum von rund einem Jahr und beinhalteten ein Investitionsvolumen von rund 1,25 Millionen Euro an reinen Baukosten. Das Bistum trägt davon rund 620.000 Euro. Der Eigenanteil der Kirchengemeinde wird aus dem Verkaufserlös des Grundstücks auf dem Kirche, Pfarrhaus und Pfarrheim standen, finanziert. An der Stelle des katholischen Gebäudekomplexes wurde nun eine Seniorenresidenz gebaut, deren Bewohnerinnen und Bewohner durch einen Verbindungsgang das kleine Gotteshaus besuchen können. Zur Einrichtung bestehe ein enger Kontakt, der nach der Pandemie wieder intensiviert werden soll, so Condé.

Die Profanierung und der anschließende Rückbau der ehemaligen Pfarrkirche waren notwendig geworden, da die hohen Instandhaltungs- und Betriebskosten einer inzwischen geringen Zahl an Gottesdienstbesuchern gegenüberstanden und somit die finanzielle Situation der Kirchengemeinde überforderte

Ab Sonntag, 6. Juni, werden wieder Gottesdienste in der Maria-Hilf-Kapelle gefeiert. Weitere Informationen gibt es im Pfarrbrief oder im Pfarrbüro unter Tel.: 0261-81384.

 


Aufführungen wegen Corona-Pandemie im Oktober 2022 in Wetzlar

Riesen-Chormusical „Martin Luther King“ muss erneut verlegt werden

Quelle: ekhn
Quelle: ekhn

(Darmstadt/ekhn) - Das Chormusical „Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“ über die berührende Geschichte des amerikanischen Bürgerrechtlers und Nobelpreisträgers ist ein großes Ereignis. Im Mittelpunkt steht ein riesiger Chor mit über 1.200 Teilnehmenden aus der Region, der zusammen mit professionellen Musicalsolisten und einer Big-Band auf der Bühne steht. Im Herbst 2021 sollte das Stück in Wetzlar mit Unterstützung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) aufgeführt werden.

 

Aufführungen jetzt Oktober 2022

 

Aufgrund der weiter andauernden Corona-Pandemie müssen die geplanten Aufführungen des Chormusicals nun erneut auf das kommende Jahr verschoben werden. Die Aufführungen finden nun am 28. und 29. Oktober 2022 in der Rittal Arena in Wetzlar mit jeweils über 1.200 Sängerinnen und Sängern, Musicalsolisten und Big-Band statt.

 

Sicherheit der Mitwirkenden gewährleisten

 

Für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die das Chormusical gemeinsam mit der Stiftung Creative Kirche durchführt, hat die Sicherheit aller Mitwirkenden und Zuschauenden höchste Priorität. Zugleich soll aber auch der Charakter des Chormusicals erhalten bleiben, was angesichts von Abstandsregeln und einer möglichen Maskenpflicht im großen Chor aktuell schwierig erscheint. Zudem sollen sich die vielen Mitwirkenden im Chor, die teils seit März 2020 nicht mehr gemeinsam geprobt haben, gut auf die Aufführungen vorbereiten können. All dies scheint trotz der sich aktuell entspannenden Lage für dieses Jahr zu ungewiss, weswegen nun eine größtmögliche Planungssicherheit für alle Beteiligten durch eine erneute Verlegung gegeben wird.

 

Eintrittskarten bleiben gültig

 

Alle bereits erworbenen Eintrittskarten bleiben für den jeweiligen Ausweich-Termin unverändert gültig. Für die öffentliche Generalprobe am Freitagabend gibt es Eintrittskarten ab 19,90 Euro im Vorverkauf. Für die Aufführungen am Samstag (14 Uhr und 19 Uhr) sind noch Restkarten erhältlich. Alle Informationen und Tickets unter www.king-musical.de.

 

Das Chormusical

 

Das Chormusical Martin Luther King von Andreas Malessa (Text) sowie Christoph Terbuyken und Hanjo Gäbler (Musik) wurde im Februar 2019 in der zweimal ausverkauften Grugahalle Essen uraufgeführt. Nach einer Aufführung in der Dortmunder Westfalenhalle 1 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages 2019 tourte das Chormusical dann Anfang 2020 mit 16 Aufführungen durch Deutschland. An jedem Ort bildete sich ein neuer großer Chor aus der Region. Bisher nahmen bereits mehr als 16.000 Sängerinnen und Sänger vor über 60.000 Zuschauenden teil. 2022 werden durch die Pandemie ausgefallene Aufführungen nachgeholt. Zudem sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz neue Aufführungen für 2023 geplant, zu denen sich wieder Sängerinnen und Sänger aus den jeweiligen Regionen anmelden können. Alle Termine und Informationen unter www.king-musical.de

 

Hintergrund

 

 

Die Stiftung Creative Kirche ist eine selbstständige kirchliche Stiftung inner-halb der Evangelischen Kirche von Westfalen. Aus einem Gospelprojekt entstanden, organisiert sie seit über 25 Jahren Gottesdienste, Workshops, Musicals, Konzerte und Festivals.


Deutscher Gemeinschafts-Diakonieverband e.V. (DGD e.V.)

Mitgliederversammlung beruft Frieder Trommer als neuen Vorstandsvorsitzenden

Frieder Trommer. Foto: Jan Thoms/SMM
Frieder Trommer. Foto: Jan Thoms/SMM

(Marburg/dgd) - . Der vakante Vorstandsvorsitz beim DGD e.V. wird neu besetzt. Die Mitgliederversammlung des DGD e.V. hat zum 01. Juli 2021 Frieder Trommer als Vorstandsvorsitzenden berufen. Frieder Trommer, aktuell Vorstand bei der Stiftung Marburger Medien, folgt auf den im Dezember 2020 ausgeschiedenen Rainer Reissner. Frieder Trommer wird den Vorstandsvorsitz beim DGD e.V. zunächst in Teilzeit und – nach seinem Ausscheiden bei der Stiftung Marburger Medien – zum 01.02.2022 in Vollzeit wahrnehmen. „Das Motto des DGD e.V. – Dankbar Gott Dienen – beschreibt meine Motivation, entgegen anderer Lebenspläne dieses wichtige Amt im Dienst am Nächsten anzunehmen. Mein Eindruck war dabei, dass es für die Zukunft darauf ankommt, mehr gemeinsam als einsam zu leben. Dafür sind die Diakonissen ein hervorragendes Beispiel,“ äußerte sich Trommer nach seiner Berufung.

„Wir freuen uns, dass wir mit Frieder Trommer einen Vorstandsvorsitzenden gewinnen konnten, der sich dem missionarisch-diakonischen Anliegen unseres Verbandes verpflichtet weiß und Erfahrung in der Geschäftsführung sowohl von Wirtschafts- als auch gemeinnützigen Unternehmen mitbringt“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Oberin Diakonisse Renate Lippe. Schwerpunkt der künftigen Aufgabe des neuen Vorstandsvorsitzenden wird die zukunftsfähige Neuausrichtung des DGD e.V. unter den sich ständig verändernden Rahmenbedingungen sein.

 

Der DGD e.V. mit Sitz in Marburg / Lahn verantwortet die Arbeit der fünf Diakonissen-Mutterhäuser in Elbingerode (Harz), Lemförde, Marburg, Neustadt-Lachen und Velbert sowie der Schwesternschaft der Stiftung Hensoltshöhe in Gunzenhausen und des Marburger Bildungs- und Studienzentrums. Zur Arbeit der Diakonissen-Mutterhäuser gehören u.a. Bildungseinrichtungen, Gästehäuser und Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Der DGD e.V. ist Mitglied im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE) und im Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband. Zum DGD e.V. gehören 560 Diakonissen und rund 500 Mitarbeitende.


Pfingsten 2021: In aller Verschiedenheit aufeinander hören

Botschaft von Kirchenpräsident Volker Jung zum Pfingstfest vom Sonntagmorgen in hr2-kultur – jetzt nachhörbar und nachlesbar auf www.kirche-im-hr.de

 

(Darmstadt/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat in seiner Pfingstbotschaft auf die besondere Kraft des Glaubens hingewiesen, inmitten einer immer vielfältiger werdenden Welt, Menschen zusammenzuführen. Als „Ur-Frage“ der Menschheit bezeichnete es Jung, wie es gelingen könne, bei allen Unterschieden friedlich zusammenzuleben. „Vielfalt ist schön und Vielfalt ist anstrengend“, sagte er in einem Radiobeitrag, der am Sonntagmorgen in hr2-kultur ausgestrahlt wurde und jetzt auf www.kirche-im-hr.de abrufbar ist. „Alles und alle vereinheitlichen zu wollen“, sei jedoch keine Lösung. Dies sei „lebensfeindlich“. Jung: „Auf gar keinen Fall geht ein einheitlicher Zugriff auf die Sprache, das Denken, die Religion.“ Die biblische Pfingstgeschichte (Apostelgeschichte, Kapitel 2) zeige einen anderen Weg. Hier sei es „die Kraft Gottes, die die Welt durchzieht.“ Jung: „Gottes Geist bringt Menschen zusammen, die ganz verschieden sind. Er vereinheitlicht Menschen nicht, sondern öffnet Ohren und Herzen, dass fremde Menschen einander verstehen.“

 

Blick in die Welt richten

Es sei zugleich wichtig, „den Blick in die Welt zu richten und zu widerstehen, wo Menschen über Menschen herrschen“. Dies sei oft damit verbunden, dass die Verschiedenheit von Menschen bekämpft wird und besonders augenfällig in Staaten, die autokratisch und totalitär regiert werden. Zudem sei die Vielfalt von Menschen heute eine noch größere Herausforderung als früher, da die eigene Individualität viel mehr herausgestellt würde. Auch die Migration bringt mehr Menschen zusammen. Jung: „Alle sind heute viel intensiver als Weltgemeinschaft miteinander verbunden. Es ist eine große Aufgabe und zugleich auch eine große Chance, diese Vielfalt miteinander zu leben.“ Das Pfingstfest erinnere „an den Segen dieser Vielfalt und daran, dass Gott seinen Geist schenkt, so dass Menschen in Vielfalt miteinander leben können“.

 

Gut miteinander leben

Jung: „Ich bin überzeugt: Gottes Geist wirkt auch heute in dieser Welt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob Menschen für sich selbst sagen: Ich glaube an Gott, an Jesus Christus, ich glaube an den Heiligen Geist. Aber Gottes Geist ist viel größer als das, was ich glaube. Gottes Geist wirkt überall in der Welt und führt Menschen zusammen – unabhängig davon, welche Sprache sie sprechen, welche Kultur sie geprägt hat, was sie denken und glauben, wie sie veranlagt sind und welche Fähigkeiten sie haben. Gottes Geist ist die Kraft, die Menschen hilft, in Vielfalt gut miteinander zu leben, aufeinander zu achten und zu respektieren.“

 

Hintergrund Pfingsten

An Pfingsten erinnern Christinnen und Christen an die besondere Bedeutung des Heiligen Geistes. Der Begriff Pfingsten geht dabei auf die griechische Bezeichnung „der Fünfzigste“ (pentekoste) zurück, was auf die Zeit des Festes nach Ostern anspielt. Der biblischen Überlieferung nach sandte Gott 50 Tage nach Ostern seinen Geist zu den Menschen. Sie konnten sich daraufhin sogar über Sprachgrenzen hinweg verständigen und spürten eine neue Gemeinschaft. In Erinnerung an die in der Bibel (Apostelgeschichte, Kapitel 2) geschilderte Ausgießung des Heiligen Geistes gilt Pfingsten auch als Ursprung der Kirche.

 

 

Kompletter Beitrag in hr2-kultur
Der komplette Beitrag des Kirchenpräsidenten zum Pfingstfest 2021 vom 25. Mai ist hier abrufbar und nachlesbar:
https://www.kirche-im-hr.de/sendungen/23-pfingsten-wie-menschen-in-ihrer-vielfalt-zusammenleben-koennen/


Stephan Schmidt aus Gonnesweiler wird zum Priester geweiht

„Jetzt erst recht!“

Stephan Schmidt stammt aus Gonnesweiler am Bostalsee und wird nun Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Saarburg, wo er auch zuletzt eingesetzt war. Foto: bt
Stephan Schmidt stammt aus Gonnesweiler am Bostalsee und wird nun Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Saarburg, wo er auch zuletzt eingesetzt war. Foto: bt

 

(Saarburg/Gonnesweiler/bt) – Als Stephan Schmidt im Jugendalter als einziger seiner Altersgruppe regelmäßig sonntags im Gottesdienst sitzt und dann auch noch von der Realschule auf das Gymnasium in Sankt Wendel wechselt, ist für die älteren Leute im Dorf schnell klar: „Der wird Pastor“. Von der Gerüchtelage unbeeindruckt, liegt dem damals 16-Jährigen aus Gonnesweiler am Bostalsee zu diesem Zeitpunkt der Gedanke komplett fern, einmal Priester zu werden. Doch in diesem Fall sollten die Stimmen Recht behalten: Am 22. Mai wird Schmidt im Trierer Dom von Bischof Stephan Ackermann zum Priester geweiht und wählt damit einen Lebensentwurf, der heute für junge Männer keine selbstverständliche Option mehr ist.

 

Ein Wunsch nimmt Gestalt an

Der heute 32-Jährige wuchs in einer konfessionsverbindenden Familie auf, der Vater katholisch, die Mutter evangelisch. Besonders fromm oder religiös sei es zuhause nicht zugegangen, erzählt er. Einen im Alltag fest verankerten Glauben lernte er jedoch bei der Großmutter zwei Häuser weiter kennen. Schon damals habe ihn das Themenfeld Glaube irgendwie angezogen; er sei immer gerne in Gottesdienste mitgegangen oder von der Krippe an Weihnachten fasziniert gewesen. Als ihm kürzlich eine alte Zeugnismappe aus Kindertagen in die Hände fiel, musste Schmidt schmunzeln: „Im zweiten Schuljahr stand da nicht viel Gutes über mich. So nach dem Motto ‚ständig abgelenkt, arbeitet nicht gut mit, Arbeitsmaterial nicht so ordentlich‘. Doch eine positive Bemerkung stand da: ‚Er meldet sich sehr oft im Religionsunterricht und gibt durchweg richtige Antworten‘. Das fand ich irgendwie amüsant.“ Dass diese Anziehung vielleicht tiefer gehen könnte, sei ihm erst in der Oberstufe bewusst geworden, als er sich zunehmend in der Heimatpfarrei engagierte und sein damaliger Religionslehrer ihm vorschlug, Theologie zu studieren. Genau das tat Schmidt: Er bewarb sich für die Gemeindereferentenlaufbahn in Trier und begann an der Katholischen Hochschule Mainz sein Theologiestudium.

 

„Ausprobieren, ob das Priesterdasein etwas für mich ist“

„Im Laufe des Studiums hat sich  das Interesse an der Pastoral, also dem Dienst in der Gemeinde an den Menschen, immer weiter verfestigt.“ Insgeheim sei da schon der Wunsch in ihm gereift, Priester zu werden. „Aber ich wollte erst ausprobieren, ob das wirklich etwas für mich ist – alleine zu leben und abends in eine leere Wohnung zu kommen. Aber auch die seelsorgerische Mitarbeit in einer Pfarrei hautnah zu erleben. In Gillenfeld habe ich während meines berufspraktischen Jahres dann sehr gute Erfahrungen gemacht, ob in der Jugendarbeit oder der Krankenseelsorge. Als es spruchreif war, habe ich es dann offiziell gemacht.“ Seine Mutter habe anfangs einige Bedenken gehabt, „aber als sie merkte, dass es mich glücklich macht, hat sie sich mit mir gefreut.“ Schmidts inzwischen verstorbener Vater sei richtig stolz gewesen, obwohl er mit der Kirche weniger zu tun hatte.. Er sei sich sicher, dass der Vater ihn auf seinem jetzigen Weg begleite und ihm dabei zusehe, sagt Schmidt.

 

Sich den drängenden Fragen der Kirche stellen

Für den jungen Saarländer folgte die Zeit am Priesterseminar in Trier, mit Studienzeiten in Trier und am Seminar in Sankt Georgen in Frankfurt. Nach der Diakonenweihe 2019 arbeitete er in der Pfarreiengemeinschaft Dillingen und anschließend in Saarburg, wo er auch nach der Priesterweihe als Kaplan eingesetzt wird. Dort wird er, wie er hofft, auch weiterhin seinem Hobby nachgehen können: alten italienischen Motorrollern, an denen er gemeinsam mit Freunden herumtüftelt oder Touren unternimmt. Natürlich werde er immer auch mit kritischen Fragen konfrontiert, etwa nach der zölibatären Lebensweise, die er nicht in Frage stelle. „Es schwingt dann oft mit, ich würde mich aktiv gegen eine Partnerschaft und Familie entscheiden, aber ich sehe es eher so, dass ich mich für etwas anderes entscheide. Es ist ein Leben für Gott und die Menschen der Gemeinde.“ Dazu gehört auch, dass er sich zum Notfallseelsorger hat fortbilden lassen. Einer seiner ersten Einsätze war die Amokfahrt Anfang Dezember 2020 in Trier. Eine Erfahrung, die er erst nach ein paar Tagen richtig realisieren und verarbeiten konnte, die aber symbolisch dafür steht, was Kirche ausmacht: Für die Menschen da sein, in allen Lebenssituationen.

 

Die Kritik an der katholischen Kirche und die drängenden Fragen der Zeit schiebt Schmidt nicht von sich, wie er betont. „Ich denke eher: jetzt erst recht! Die Ungereimtheiten in Welt und Kirche entmutigen mich nicht, sondern sind vielmehr ein Antrieb, an Verbesserungen mitzuarbeiten. Ich glaube zum Beispiel, dass es für meine Generation viel selbstverständlicher ist, Transparenz zu leben – auf allen Ebenen.“ Er hoffe auf eine Kirche, die die Welt verändern könne, nicht auf eine „die in bloßer Anpassung eine Arznei gegen chronischen Bedeutungsverlust zu finden meint.“ Kirche dürfe und solle auch anecken in den kontroversen Fragen unserer Zeit. So selbstverständlich es den älteren Leuten seines Heimatdorfes erscheinen mochte, dass Stephan Schmidt eines Tages Priester wird, so selten ist diese Berufswahl heute geworden. Für Schmidt mit ein Grund für seinen Primiz-Spruch ‚Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes‘, den er als Leitwort/Motto für den ersten Gottesdienst gewählt hat, den er nach seiner Weihe zum Priester feiern wird. „Es ist vielleicht das einfachste und erste Gebet, das wir lernen. Für mich bedeutet es, dass das ehemals Selbstverständliche am Glauben heute alles andere als selbstverständlich geworden ist. Aber genau auf diesen Kern unseres Glaubens – den dreifaltigen Gott – will ich ein Leben lang hinweisen und mein Priestersein unter seinen Namen stellen.“


Jugendpastoral bietet Online-Workshop mit Erlebnischarakter an

Verschwörungserzählungen spielerisch auf die Schliche kommen

Bild: privat
Bild: privat

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – Die Mondlandung, das Attentat auf das World Trade Center vom 11. September und die weltweite Corona-Pandemie: Über diese und noch viele weitere Ereignisse kursieren Verschwörungserzählungen. Um Jugendliche und junge Erwachsene für das Thema zu sensibilisieren, bietet die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) zusammen mit der Fachstelle Kinder- und Jugendpastoral Bad Kreuznach, dem Dekanat Sankt Goar und dem Adolf-Bender-Zentrum für Demokratie und Menschenrechte in St. Wendel einen zweiteiligen Workshop an.

Am Freitag, 4. Juni, ab 18 Uhr können Teilnehmende ab 16 Jahren bei einem erlebnisorientierten Online-Aktionsspiel Verschwörungserzählungen und Fake Facts auf die Spur kommen. Dafür erhalten sie vorab ein Paket per Post mit ihrer Rollenkarte, Spielmaterial und Kleinigkeiten, um es sich dann vor dem Computer gemütlich zu machen. Tobias Petry, Pastoralreferent des Dekanats Sankt Goar, hat bereits an dem Aktionsspiel teilgenommen und ist nachhaltig davon erschrocken, „wie schnell selbst die absurdesten Verschwörungserzählungen überzeugen konnten und wie einfach sie sich mit Beweisen aus dem Internet belegen ließen.“

Durch den Onlinevortrag im zweiten Teil sollen die praktischen Erfahrungen aus dem Aktionsspiel auch theoretisch unterfüttert werden. Dieser findet am Donnerstag, 17. Juni, um 18 Uhr statt und beleuchtet, wie Verschwörungserzählungen zum Beispiel von Rechtsextremisten eingesetzt werden und welche Ziele damit verfolgt werden. Ebenso will Referent Michael Groß vom Adolf-Bender-Zentrum darin aufzeigen, warum Menschen Verschwörungserzählungen glauben, aus welchen Mythen und Vorurteilen sie sich speisen, wer sie sich ideologisch zunutze macht und welche Rolle soziale Medien dabei spielen.

 

Die Anmeldung zu einem oder beiden Teilen des Workshops ist bis Montag, 24. Mai, möglich unter www.dpsg-trier.de/verschworungserzahlungen oder im Diözesanbüro der DPSG per E-Mail: info(at)dpsg-trier.de und Tel.: 0651-9771180. Dort gibt es auch weitere Informationen, genauso wie bei Pastoralreferent Tobias Petry unter Tel.: 01753-201263, E-Mail: tobias.petry(at)bistum-trier.de und auf www.dekanat-st-goar.de.


Botschaft von Kirchenpräsident Volker Jung zum Pfingstfest 2021

Pfingsten: In aller Verschiedenheit aufeinander hören

(Darmstadt/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat in seiner Pfingstbotschaft auf die besondere Kraft des Glaubens hingewiesen, inmitten einer immer vielfältiger werdenden Welt, Menschen zusammenzuführen. Als „Ur-Frage“ der Menschheit bezeichnete es Jung, wie es gelingen könne, bei allen Unterschieden friedlich zusammenzuleben. „Vielfalt ist schön und Vielfalt ist anstrengend“, sagte er in einem Radiobeitrag, der am kommenden Sonntag in hr2-kultur ausgestrahlt wird. „Alles und alle vereinheitlichen zu wollen“, sei jedoch keine Lösung. Dies sei „lebensfeindlich“. Jung: „Auf gar keinen Fall geht ein einheitlicher Zugriff auf die Sprache, das Denken, die Religion.“ Die biblische Pfingstgeschichte (Apostelgeschichte, Kapitel 2) zeige einen anderen Weg. Hier sei es „die Kraft Gottes, die die Welt durchzieht.“ Jung: „Gottes Geist bringt Menschen zusammen, die ganz verschieden sind. Er vereinheitlicht Menschen nicht, sondern öffnet Ohren und Herzen, dass fremde Menschen einander verstehen.“

 

Blick in die Welt richten

 

Es sei zugleich wichtig, „den Blick in die Welt zu richten und zu widerstehen, wo Menschen über Menschen herrschen“. Dies sei oft damit verbunden, dass die Verschiedenheit von Menschen bekämpft wird und besonders augenfällig in Staaten, die autokratisch und totalitär regiert werden. Zudem sei die Vielfalt von Menschen heute eine noch größere Herausforderung als früher, da die eigene Individualität viel mehr herausgestellt würde. Auch die Migration bringt mehr Menschen zusammen. Jung: „Alle sind heute viel intensiver als Weltgemeinschaft miteinander verbunden. Es ist eine große Aufgabe und zugleich auch eine große Chance, diese Vielfalt miteinander zu leben.“ Das Pfingstfest erinnere „an den Segen dieser Vielfalt und daran, dass Gott seinen Geist schenkt, so dass Menschen in Vielfalt miteinander leben können“.

 

Gut miteinander leben

 

Jung: „Ich bin überzeugt: Gottes Geist wirkt auch heute in dieser Welt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob Menschen für sich selbst sagen: Ich glaube an Gott, an Jesus Christus, ich glaube an den Heiligen Geist. Aber Gottes Geist ist viel größer als das, was ich glaube. Gottes Geist wirkt überall in der Welt und führt Menschen zusammen – unabhängig davon, welche Sprache sie sprechen, welche Kultur sie geprägt hat, was sie denken und glauben, wie sie veranlagt sind und welche Fähigkeiten sie haben. Gottes Geist ist die Kraft, die Menschen hilft, in Vielfalt gut miteinander zu leben, aufeinander zu achten und zu respektieren.“

 

Hintergrund Pfingsten

 

An Pfingsten erinnern Christinnen und Christen an die besondere Bedeutung des Heiligen Geistes. Der Begriff Pfingsten geht dabei auf die griechische Bezeichnung „der Fünfzigste“ (pentekoste) zurück, was auf die Zeit des Festes nach Ostern anspielt. Der biblischen Überlieferung nach sandte Gott 50 Tage nach Ostern seinen Geist zu den Menschen. Sie konnten sich daraufhin sogar über Sprachgrenzen hinweg verständigen und spürten eine neue Gemeinschaft. In Erinnerung an die in der Bibel (Apostelgeschichte, Kapitel 2) geschilderte Ausgießung des Heiligen Geistes gilt Pfingsten auch als Ursprung der Kirche.

 

Kirchenpräsident Volker Jung an Pfingsten

 

hr2-kultur, Evangelische Morgenfeier, Pfingstsonntag, 25. Mai, 7.30 – 8:00 Uhr

Der Beitrag des Kirchenpräsidenten ist ab Sonntag hier abrufbar: https://www.hr2.de/podcasts/morgenfeier/index.html

 

 

Stadtkirche Lauterbach, Pfingstgottesdienst, 25. Mai, 10 Uhr
(Anmeldung erforderlich: https://kirche-lauterbach-heblos.ekhn.de/startseite.html)