Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

DIENSTAG, 7.04.2020


Mitmach-Aktion des Frauenbundes für Freundlichkeit und Miteinander

Schenk Dein Lächeln … allen, die den Laden am Laufen halten

 

(München/kdfb)  Schenk dein Lächeln! …. allen, die den Laden am Laufen halten. Unter diesem Motto startet der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern (KDFB) eine Aktion in Zeiten von Corona und Social Distancing. „Wir haben das Gefühl, dass die Belastungen von den Menschen als immer schwerer empfunden werden und wollen gemeinsam ein Zeichen für Freundlichkeit und Miteinander setzen“, so Emilia Müller, die KDFB-Landesvorsitzende.

 

Dafür hat der Frauenbund Schenk dein Lächeln- Sticker gestaltet und an seine Mitglieder verteilt. Zudem kann sich jeder den Sticker aus Papier von der Homepage www.frauenbund-bayern.de herunterladen und dort anbringen, wo ein Lächeln Nähe spenden soll, beim Dorfladen, im Supermarkt, beim Metzger oder im Notfall-Kindergarten.

 

„Die Schenk dein Lächeln!-Sticker sollen an vielen Orten der Begegnung ein Lächeln auf Lippen zaubern, ein wenig die Hektik des anstrengenden Alltags bremsen und Wärme schenken in diesen angespannten Zeiten.“ Emilia Müller ist überzeugt, dass solche kleinen, aber umso wirksameren Zeichen wichtig sind, um trotz der Krise nicht zu vergessen, was für einen Unterschied ein bisschen Freundlichkeit ausmacht. „Es ist wichtig, dass wir uns jetzt alle an die Schutzmaßnahmen halten. Als KDFB befürworten wir auch das Tragen von Schutzmasken“, betont die Landesvorsitzende. Umso wichtiger sei es dann das Lächeln nicht zu vergessen, auch mit Maske und gebührendem Sicherheitsabstand.

 

„Der Sticker funktioniert auch im ganz privaten Rahmen“, berichtet Patricia Leitner aus dem KDFB-Zweigverein Hauzenberg: „Meine eigene Stimmung hat sich gleich gebessert als ich den Sticker erhalten habe. Und weil ich finde, dass jeder ein Lächeln brauchen kann, habe ich auch meiner Mutter einen in die Küche gelegt. Denn sie hält unseren privaten Laden am Laufen.“

 

Denn: derzeit ist jede*r gefordert. Es muss der Alltag für Familien am Laufen gehalten werden, pflegebedürftige Angehörige betreut, die Kinder daheim unterrichtet und der Berufsalltag bewältigt werden. Die Vorsitzende des größten bayerischen Frauenverbandes betont: „Umso mehr trifft das diejenigen, die in systemrelevanten Berufen die Stabilität der ganzen Gesellschaft erhalten. Ihnen will der Frauenbund mit der Aktion Dank, Anerkennung und Hochachtung erweisen und zukommen lassen.“ Wenn jetzt Forderungen nach Anerkennung dieser Berufe laut und deutlich vernehmbar werden, dann bestätigt das die Arbeit des Frauenbundes. Er setzt sich seit vielen Jahren für die Aufwertung von sogenannten typischen Frauenberufen ein.

 

Unter dem Hashtag #frauenbundhilft zeigen die Mitglieder des Frauenbundes, dass sie auch in Krisenzeiten dort sind, wo Hilfe benötigt wird, sei es im Rahmen von Lieferdiensten oder beim Nähen von Gesichtsmasken.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund Bayern ist mit 165.000 Mitgliedern der größte Frauenverband des Freistaats. Gegründet 1911 von Ellen Ammann, setzt er sich aufbauend auf dem Fundament des christlichen Glaubens in vielfältigen Aktivitäten für Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ein. Zum Landesverband Bayern gehören außerdem das Bildungswerk, der Verbraucherservice, das Familienpflegewerk und die Landfrauenvereinigung.

 


Katholischer Militärpfarrer und Pallottiner kümmert um Patienten und Mitarbeitende in Koblenz

Selbstverständlich 24/7

Foto: Pressestelle Militärseelsorge
Foto: Pressestelle Militärseelsorge

 

(Koblenz/bt) – Am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus in Koblenz bereiten sich Ärzte und Pfleger darauf vor, in den nächsten Wochen viele Menschen zu behandeln, die am Corona-Virus erkrankt sind. Der Katholische Militärpfarrer und Pallottiner Roman Fries kümmert sich seelsorgerlich um Patienten und Mitarbeitende. Dafür hat er ein neues Seelsorge-Konzept entwickelt.

 

Pater Fries, wie erleben Sie zurzeit die Lage am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus in Koblenz?

 

Roman Fries: Der größte sichtbare Einschnitt ist im Moment, dass ohne triftigen Grund niemand ins Bundeswehrkrankenhaus kommt. Dazu gehört auch, dass die Patienten keinen Besuch empfangen dürfen und alles nicht notwendige Personal draußen bleibt. Selbst die vor wenigen Tagen noch geltende eingeschränkte Besuchszeit gibt es in der Weise nicht mehr. Für öffentliche Besucher ist das Krankenhaus jetzt komplett gesperrt. Und das sind natürlich schon gravierende Einschnitte für die Patienten, die auf den Stationen liegen, auch wenn es ja letztendlich der eigenen Sicherheit dient.

 

Wie geht es den Patienten und den Mitarbeitenden damit?

 

Roman Fries: Im Moment ist die Situation im Haus zweigeteilt. Es werden auf der einen Seite noch Patienten behandelt, die aufgrund Ihres Gesundheitszustandes nicht entlassen werden konnten. Und auf der anderen Seite gibt es ganz viele Vorbereitungen, die darauf abzielen, eben eine möglicherweise stark aufkommende Anzahl von Infizierten mit dem Corona-Virus zu behandeln.

 

Und da spüre ich natürlich schon eine starke Verunsicherung bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und bei Soldatinnen und Soldaten, weil es das ja in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht gegeben hat. Es ist für alle neu. Man weiß natürlich um die Situation in Italien oder Spanien und kennt die dramatischen Bilder aus dem Fernsehen, aber es ist immer noch etwas anderes, selber und unmittelbar damit konfrontiert zu werden. Die Anspannung ist da, denn es wird ja immer auch davon geredet, dass die Lage in Deutschland zeitversetzt ist. Wenn dem tatsächlich so ist, dann müssten in ein bis zwei Wochen die schweren Verläufe der Infektionen zunehmen.

 

Wie gestalten Sie denn die Seelsorge in Zeiten von Corona?

 

Roman Fries: Das ist eine große Herausforderung für uns. Wir hatten ja in der Vergangenheit oft solche Angebote, die darauf abzielten, Gemeinschaftserfahrungen im Glauben untereinander zu machen, das geht in der Weise jetzt nicht mehr, weil die Ansteckungsgefahr einfach zu groß ist. Viele Veranstaltungen, z. B. Standortgottesdienste und Andachten, können jetzt nur noch per Videoübertragung auf die Patientenzimmer und in die Aufenthaltsbereiche gesendet werden.

 

In der Vergangenheit haben wir zudem eine in weiten Bereichen aufsuchende Seelsorge praktiziert, das geht jetzt auch nicht mehr. Wir sind gerade dabei, andere Formen von seelsorgerlicher Begleitung zu entwickeln. Wenn Begegnung untereinander nicht stattfinden darf, dann müssen andere Wege gesucht werden. Das ist wiederum ganz spannend. Denn es zeigt mir selber, was noch alles möglich ist und wo wir vermutlich ohne die Corona-Pandemie nie dran gedacht hätten. Man wird sehen, wie unsere Seelsorgeangebote angenommen werden. Es ist für uns auch eine Herausforderung, denn man feiert ja normalerweise Gottesdienste mit Menschen, die sich im Gottesdienstraum versammeln.

 

Wie machen Sie das jetzt, wenn jemand einfach mal ein seelsorgerliches Gespräch braucht?

 

Roman Fries: Bei Patienten, die am Corona-Virus erkrankt sind, gibt es eine ganz klare Anweisung, dass wir zu diesen Patienten gegenwärtig keinen Zutritt haben. Ein Hintergrund dieser Entscheidung ist der, dass die Schutzausstattung verständlicherweise dem medizinischen Personal vorbehalten ist und da gibt es derzeit Engpässe. Seelsorgerliche Begleitung muss dann gegebenenfalls übers Telefon geschehen. In dieser Hinsicht müssen sich neben den Seelsorgenden auch Angehörige und Patienten umstellen. Auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen brauchen Seelsorge. Seit heute gibt es einen eigens dafür entwickelten Flyer, der genau darauf abzielt. Neben der Telefon-Hotline der Militärseelsorge beteiligt sich das Zentrum für Seelische Gesundheit und Palliative-Care an dem Angebot. Unter der Überschrift: „Egal was kommt, wir sind für Euch da!“ richtet sich dieses vom klinischen Ethik-Komitee erarbeitete Konzept an alle Hilfesuchenden am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus Koblenz.

 

Wie ist das bei anderen Patienten, die nicht mit dem Corona-Virus infiziert sind?

 

Roman Fries: Wir sind wie vorher auch zu den Präsenzzeiten erreichbar und können selbstverständlich 24/7 angerufen werden, wenn seelsorgerische Begleitung gewünscht wird. Ob dann auch ein Besuch im Patientenzimmer möglich ist, liegt in der Zuständigkeit des behandelnden Arztes.

 

Aus Italien wird berichtet, dass Ärzte über Leben und Tod entscheiden müssen, weil es nicht für alle Patienten Beatmungsgeräte gibt. Was würden Sie als Seelsorger Ärzten in solch einer Situation raten?

 

Roman Fries: Ratschläge zu erteilen ist immer ganz schlecht, dafür bin ich kein Mediziner. Meine Privatmeinung wäre in so einer Situation nicht hilfreich. Ich würde eher auf das klinische Ethik-Komitee verweisen, das es ja auch hier am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus gibt und in dem die Militärseelsorge Mitglied ist.

 

Die Angst ist da, dass man vielleicht nicht genügend Beatmungsplätze vorhalten kann für die Anzahl der Patienten, die kommen könnte. Und dann sind natürlich ethische Entscheidungen zu treffen, wer, um es ganz einfach zu sagen, den Beatmungsplatz bekommt und wer nicht. Deshalb versuchen wir hier gemeinsam im klinischen Ethik-Komitee mit anderen Fachdisziplinen, Empfehlungen zu entwickeln, die unabhängig voneinander aufgestellte Ärzteteams bei diesen Entscheidungen zu Rate ziehen können. Die Empfehlung will eine Hilfe sein, die Verantwortlichen mit Ihrer Entscheidung nicht alleine zu lassen. Im Einzelfall ist es immer möglich, das klinische Ethik-Komitee in eine Entscheidung einzubeziehen.

 

Wie gehen Sie persönlich mit der Angst um, dass Sie sich als Seelsorger entweder infizieren oder dass Sie andere infizieren könnten?

 

Roman Fries: Eine schwierige Frage. Also Angst habe ich in dem Sinne im Moment noch nicht. Ich weiß, wie wir alle, um die Schutzvorkehrungen, die ich treffen kann, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Das machen wir hier am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus ja schon die ganze Zeit. Ich versuche, mich so weit zu schützen, wie es möglich ist. Doch letztendlich muss ich natürlich meinen Dienst für die Menschen tun, die als Patienten kommen oder eben als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier arbeiten. Ganz ausschließen kann ich das Risiko für mich natürlich nicht.

 

Was würden Sie Ihren Mitmenschen raten, wie man den Pflegern, den Ärzten und den Patienten jetzt helfen kann?

 

Roman Fries: Mir haben die Ansprachen der Bundeskanzlerin gefallen, sie hat es im Grunde auf den Punkt gebracht: Sie hat konkret die Dinge benannt, die man selber schon tun kann, um das Infektionsrisiko zu minimieren und die Infektion in der Bevölkerung zu verlangsamen. Abstand zu halten, scheint mir dabei das wichtigste zu sein. Im Krankenhaus selber ist es gut, sich über die Verhaltensweisen zu informieren, um sich und die anderen nicht unnötig zu gefährden. In begründeten Fällen nach Zustimmung des behandelnden Arztes sind Besuche in Ausnahmefällen ja noch möglich. Ganz wichtig ist es, sich neben dem begründeten Eigenschutz der Verantwortung für seine Mitmenschen bewusst zu sein. Das medizinische, pflegerische und unterstützende Fachpersonal im Sanitätsdienst der Bundeswehr und in Kooperation mit anderen tut alles, um Menschenleben zu erhalten. In dieser einzigartigen, herausforderungsvollen Situation brauchen wir alle Mut und Zusammenhalt, um mit dem Beistand Gottes diese Krise zu bewältigen.

 

Die Fragen stellte Barbara Dreiling. Das Interview wurde uns freundlicherweise vom Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des katholischen Militärbischofsamt zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen gibt es hier: https://www.katholische-militaerseelsorge.de/

 

 

 


Der Fahrzeugeinrichter Bösenberg aus Hannover hat einen Malteser-Anhänger ausgebaut

Noch beweglicher

Bösenberg-Geschäftsführer Michael Steiner (links) und Malteser Christian Berger vor dem ausgebauten Anhänger; Bildquelle: Lukas/Malteser
Bösenberg-Geschäftsführer Michael Steiner (links) und Malteser Christian Berger vor dem ausgebauten Anhänger; Bildquelle: Lukas/Malteser

 

(Hannover/mhd) - Die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) der Malteser in Hannover ist nun noch beweglicher – dank einer Spende der Walter Bösenberg GmbH. Innerhalb von drei Tagen hat der Spezialist für Fahrzeugausrüstungen einen Anhänger der Malteser ausgebaut. Sollte die Corona-Krise den Einsatz des Hilfsdienstes erfordern, können die Ehrenamtlichen nun noch mehr Material transportieren. Am Samstag, 4. April, nahmen die Malteser ihr neues Fahrzeug in Empfang.

 

Sitzbänke, Kabelmaterial, Beleuchtungskörper, Netzwerktechnik – so manches muss ein Hilfsdienst im Falle eines Einsatzes schnell von A nach B transportieren können. Dafür hatten sich die Malteser in Hannover vor einigen Wochen einen Anhänger gekauft, der ein altes Modell aus den 80er Jahren ersetzen sollte. In aller Ruhe wollten die Ehrenamtlichen den Anhänger ausbauen und mit Schränken und Staufächern versehen. Rund 250 Stunden ehrenamtlicher Arbeit habe man schon investiert, erzählt Christian Berger, Verbandsführer der SEG Führung und Kommunikation der Malteser-Stadtgliederung Hannover – dann kam Corona und der Anhänger sollte binnen kurzer Zeit einsatzbereit sein.

 

Ehrenamtlich war das nicht mehr zu leisten, also sprang der Fahrzeugeinrichter Bösenberg ein. Vermittelt durch Christian Berger – der früher bei Bösenberg arbeitete – erledigte Michael Steiner, Gesellschafter und Geschäftsführer bei Bösenberg, den Ausbau mit seinen Mitarbeitern innerhalb von drei Tagen. Das Einrichten des Anhängers kostete rund 2.500 Euro. Zudem hat Bösenberg für ein anderes Fahrzeug der Malteser einen Klapptisch für Schreibarbeiten gestiftet, so dass sich der Gesamtwert der Bösenberg-Spende auf rund 3.000 Euro erhöht.

 

Der neue Anhänger ist damit voll einsatzfähig, soll aber in den kommenden Monaten von den Ehrenamtlichen elektrisch noch weiter ausgebaut werden.

 


Neues Banner am Schleswiger Domturm

Bischof Magaard: „Wir setzen ein Zeichen gegen Einsamkeit und Ängste"

(Schleswig/aw). Am Schleswiger Domturm ist seit Sonnabend (4. April) ein großformatiges Banner sichtbar. Mit der Aussage „getrost und unverzagt" und dem Hashtag #hoffnungsläuten soll es an die Aktion „Hoffnungsläuten – Innehalten und Beten am Mittag" der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) erinnern. Auch an vielen anderen Kirchengebäuden im Norden verweisen mittlerweile Banner auf die landeskirchliche Aktion, zu der die Leitenden Geistlichen der Nordkirche am 25. März aufgerufen hatten.

 

„Seit Beginn der Corona-Krise erklingen vielerorts die Kirchenglocken, um den Menschen Trost und Kraft zuzusprechen. Mit dem ‚Hoffnungsläuten' hat sich das nordkirchenweit einheitliche Läuten der Gebetsglocke um 12 Uhr in dieses vielstimmige Konzert eingereiht", erläutert Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein. „Mit dem Banner am Domturm wollen wir ein weiteres, sichtbares Zeichen der Ermutigung  setzen. Wenn Menschen  Einsamkeit und Ängste, Krankheit und Verzweiflung empfinden, wollen  wir Mitmenschlichkeit, Verbundenheit und Zuversicht stärken."

 

Informationen der Nordkirche in der Corona-Krise:

 

Allen Kirchengemeinden, die sich an der Aktion „Hoffnungsläuten" beteiligen, stellt die Nordkirche auf ihrer Sonderseite zu kirchlichen Angeboten in der Corona-Krise (www.aktuell.nordkirche.de) online Materialien zur Verfügung, darunter Vorschläge für Gebete, Texte und Gestaltungselemente für Internetseiten sowie Plakat- und Bannermotive zum Selbstausdrucken für Schaukästen und Kirchentüren. Auf der Sonderseite finden Interessierte ebenfalls unter anderem einen Nachrichtenüberblick sowie Hinweise auf Gottesdienste und weitere geistliche und seelsorgerliche Angebote über Internet und Social Media, Fernsehen und Radio.

 


Bischof Ackermann wendet sich zu Beginn der Karwoche an die Gläubigen

Die Osterbotschaft hält dem Ernst des Lebens stand

Bischof Stephan Ackermann . Foto: bt
Bischof Stephan Ackermann . Foto: bt

 

(Trier/bt) – Die Feier der Kar- und Ostertage zeigt, dass Ostern nicht bloß „ein Frühlingsfest für gute Tage“ ist. Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann in einem Wort an die Gläubigen im Bistum Trier zu Beginn der Karwoche betont. Die Osterbotschaft halte dem ganzen Ernst des Lebens stand; sie feiere das Leben, ohne seinen dunklen Seiten – Ängste, Schmerzen und Tod – zu verschweigen. „Eine solche Botschaft haben wir in diesen Tagen wahrhaft nötig“, sagt Ackermann mit Blick auf die Corona-Pandemie.

 

Die Corona-Krise mit all ihren Auswirkungen werfe Fragen auf, die auch Fragen der Fastenzeit seien: Worauf kann ich verzichten? Wie steht es mit meiner Achtung vor den Mitmenschen? Wie solidarisch bin ich mit denen in der Nähe und denen in der Ferne? Der Bischof erinnert an seinen Hirtenbrief zu Beginn der Fastenzeit, in dem er aufgerufen hatte, mehr als bisher eine dienende, den Menschen zugewandte Kirche zu sein. Durch die Pandemie habe dies eine ganz eigene Aktualität und Eindringlichkeit bekommen. Ackermann nannte die Kreativität und das hohe Engagement füreinander in den Gemeinden und Gemeinschaften, lenkte den Blick aber auch auf die Menschen in den medizinischen und pflegenden Berufen: „Sie zeigen uns ganz konkret, was dienenden Hingabe an den Menschen bedeutet.“

 

Ackermann lud dazu ein, die Situation als Chance zu nehmen, den persönlichen Glauben zu vertiefen und „diese wichtigen Tage unseres Glaubens für uns selbst zu gestalten“: Das könne etwa durch das bewusste Schmücken der Kreuze im Haus, dem Hören einer Passionsmusik oder einem „Emmausgang“ an Ostern geschehen. Der Bischof betonte, es schmerze ihn sehr, dass auch die Kar- und Ostertage von den notwendigen Einschränkungen und dem Kontaktverbot gekennzeichnet seien und etwa keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden könnten. Gerade auch ältere Menschen, die durch das Virus besonders gefährdet sind, treffe der Verzicht auf direkte menschliche Kontakte und die Mitfeier der Gottesdienste schwer; ihnen versprach er sein ausdrückliches Gebet. „Wo räumliche Nähe nicht möglich ist, setzen wir auf innere Verbundenheit“, sagte Ackermann weiter und lud ein, Gottesdienste mitzufeiern, die im Fernsehen oder im Internet übertragen werden. „Wer das tut, für den wird das weite Netz der Glaubensgemeinschaft spürbar, das auch sonst – oft unsichtbar, aber doch real – da ist.“

 

Das Wort des Bischofs ist im Volltext sowie als Video hier abrufbar.

 

Bereits Mitte der Woche hatte Bischof Ackermann sich in einem Interview mit der Bistumszeitung „Paulinus“ zur aktuellen Situation geäußert; das Interview ist hier nachzulesen.

 

 

 


Bistum Trier überträgt Gottesdienste mit Bischof Ackermann aus dem Dom

Kar- und Ostertage medial mitfeiern

 

 

 

(Trier/bt) – Weiterhin gibt es aufgrund der Corona-Epidemie keine öffentlich gefeierten Gottesdienste. Dennoch können die Gläubigen im Bistum Trier die Gottesdienste der Kar- und Ostertage über die Medien mitfeiern. Das Bistum Trier überträgt in Zusammenarbeit mit dem OK54 Bürgerrundfunk die Gottesdienste an Palmsonntag, 5. April, um 10 Uhr, an Gründonnerstag, 9. April, um 19 Uhr, an Karfreitag, 10. April um 15 Uhr, die Feier der Osternacht am Karsamstag (11. April) um 21.30 Uhr und an Ostersonntag um 10 Uhr live aus dem Trierer Dom. Allen Gottesdiensten steht der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann vor. Mit Ausnahme des Palmsonntags werden die Gottesdienste mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache übertragen.

 

Die Gottesdienste können über die Homepage des Bistums Trier unter t1p.de/bistum-tr-domstream mitgefeiert werden oder im Internet-TV des OK54 Bürgerrundfunk (https://ok54.de/iptv); außerdem ist der OK54 in den Kabelnetzen im Raum Trier-Eifel-Mosel-Saar-Ruwer zu sehen (Empfangsmöglichkeiten unter https://ok54.de/technik-produktion-empfang, untere Seitenhälfte).

 

Zumindest der Gottesdienst am Palmsonntag wird außerdem auch von naheTV übernommen (Kabelnetze in Bad Kreuznach und Idar-Oberstein; Internet-TV unter https://ok-nahetv.de/index.php/programmvorschau/livestream). Weitere Übernahmen durch OK-TV-Sender standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

 

Anhören kann man die Gottesdienste auch bei Studio Nahe, dem Lokalradio der Pfarrei Maria Geburt, Bretzenheim (Empfangsmöglichkeiten unter www.studio-nahe.de).

 

Bei den Gottesdienstübertragungen wird das Bistum Trier unterstützt von der Trierer Firma Pro Musik. Finanziell gefördert werden die Übertragungen durch die Bischof-Stein-Stiftung. Weitere Möglichkeiten, medial Gottesdienste mitzufeiern, sind unter https://t1p.de/medial-mitbeten zu finden. Auf den Seiten des Bistums Trier wie auf den Homepages vieler Pfarreiengemeinschaften finden sich auch Vorschläge für Gottesdienste in der Hausgemeinschaft.      

 


Bischof Ackermann ruft zu Spenden auf

Hilfe für Christen im Heiligen Land

Foto: bt
Foto: bt

 

 

 

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – Bischof Dr. Stephan Ackermann ruft gemeinsam mit den deutschen Bischöfen zu Spenden für die Christen im Heiligen Land auf. Wegen der Aussetzung öffentlicher Gottesdienste im Zuge der Corona-Pandemie kann die traditionelle Heilige-Land-Kollekte an Palmsonntag in diesem Jahr nicht stattfinden.

 

„Die Situation vieler Christen im Heiligen Land ist bedrückend“, sagt Bischof Ackermann. „Palästinensische Christen erleben sich in doppelter Weise als ausgegrenzt: als Palästinenser, die immer noch keinen eigenen Staat haben, und als christliche Minderheit unter der großenteils muslimischen Bevölkerung. Viele sind schon ausgewandert; die Zahl der Ausreisewilligen ist nach wie vor hoch.“ Gleichwohl gebe es auch Zeichen der Hoffnung, betont der Trierer Bischof: „Dazu gehören die christlichen Schulen und Bildungseinrichtungen im Westjordanland. Sie legen einen Schwerpunkt auf die interreligiöse Friedenserziehung von Juden, Christen und Muslimen und fördern damit eine offene und tolerante Atmosphäre. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Gemeinsamkeiten wie Unterschiede miteinander zu diskutieren und Stereotype zu überwinden.“

 

Mit den Spenden für die Christen im Heiligen Land werden der Deutsche Verein vom Heiligen Lande (DVHL) und die Franziskaner vor Ort unterstützt, die kirchliches Leben und christliche Bildung fördern. Spenden sind über das Konto des DVHL möglich: IBAN: DE81 3706 0193 0021 9900 19.

 

Weitere Informationen finden Sie auf www.palmsonntagskollekte.de.

 


Weiterhin Verzicht auf Abendmahl – stattdessen geistliche Tischfeier zu Hause

Corona-Pandemie: Schutzempfehlungen auch für bevorstehende Feiertage

 

(Schwerin/Schleswig/Hamburg/Greifswald/std) -Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) empfiehlt ihren Gemeinden auch weiterhin, auf die Feier des Abendmahls zu verzichten. Hintergrund sind die bestehenden Vorsichtsmaßnahmen, um die Gefahr der Ansteckung mit dem Virus COVID-19 zu vermindern. Dies hat gestern (2. April) Oberkirchenrat Mathias Lenz, Leiter des Dezernates Theologie, Archiv und Publizistik im Landeskirchenamt der Nordkirche, in einem Schreiben an Kirchenkreise und Kirchengemeinden mitgeteilt.

 

„Der Bischofsrat und ich selbst sind uns bewusst, dass dies ein sehr schmerzlicher Einschnitt für das geistliche Leben unserer Kirche und vieler einzelner Menschen ist. Aber wir sehen uns in der Verantwortung, alles zu tun, um Menschenleben zu schützen“, schreibt Oberkirchenrat Lenz in dem Brief, der an alle Pröpstinnen und Pröpste, Pastorinnen und Pastoren der Nordkirche ging.

 

Alternativ empfiehlt die Nordkirche ihren Gemeindegliedern, zu Hause eine geistliche Tischfeier mit anschließender Mahlzeit (Agapefeier) zu halten – mit denen, die im Haushalt wohnen, oder allein. Dazu gehören die biblische Lesung über das letzte Mahl Jesu im Kreis seiner Jünger sowie Gebete, Lieder und ein anschließendes Essen. Eine leicht umsetzbare Anleitung dazu bietet das Gottesdienstinstitut der Nordkirche im Internet an.

 

Die Agapefeier ist eine bekannte Form, „um dem verständlichen Bedürfnis nach sinnenhafter Erinnerung an Gottes Nähe entgegenzukommen“, erläutert Lenz. Für eine Agapefeier sei keine Pastorin, kein Pastor erforderlich: „So lässt sie sich gut im eigenen Familienkreis umsetzen – oder auch allein in geistlicher Verbindung mit anderen und Gott.“

 

Viele Christinnen und Christen empfänden es als schmerzlichen Verzicht, „am Gründonnerstag, am Karfreitag oder am Ostersonntag nicht zum Abendmahl gehen zu können“, heißt es in dem Schreiben. Brot und Kelch zu teilen, die Gemeinschaft in der Gemeinde zu erleben und die Gegenwart Gottes in Christus zu erfahren, sei für viele „eine sehr wichtige und innige geistliche Wirklichkeit“. Doch Mathias Lenz betont: „Gott ist gegenwärtig – auch wenn ich allein oder im Kreis der Familie die Geschichten vom letzten Mahl Jesu mit seinen Jüngern lese.“

 

Die Möglichkeit einer medial vermittelten Abendmahlsfeier, etwa eines „digitalen Abendmahls“, bestehe nach der Ordnung der Kirche nicht, heißt es in dem Schreiben. Zur Feier des Abendmahls gehört die „physische Anwesenheit einer feiernden Gemeinde an einem Ort“.

 

Hintergrund: Agapefeier

 

„Agape“  ist eines der vielen griechischen Worte für „Liebe“. Es meint die Liebe zu den Mitmenschen, zu der oder dem Nächsten. Mit Gebeten und biblischen Texten werden Brot und Wein oder Traubensaft miteinander geteilt. Agapefeiern werden oft in ökumenischen Gottesdiensten, wenn Christinnen und Christen unterschiedlicher Kirchen zusammen sind, gefeiert.

 

In der jüdischen Tradition wird der Schabbat zu Hause, in der Familie, mit einem Ritual begrüßt. Daran knüpft auch die Agapefeier an. So kann sie am  Samstagabend durchgeführt werden oder auch am Sonntagmorgen, verknüpft etwa mit einem Brunch. In Erinnerung an das letzte gemeinsame Mahl Jesu mit seinen Jüngern ist sie auch ein Vorschlag für Gründonnerstag.

 

(Quelle: Gottesdienstinstitut der Nordkirche)

 

Internet:

 

www.gottesdienstinstitut-nordkirche.de

 

Link zur Anleitung für die Agapefeier zu Hause

 

 

 


SoFiA holt 27 Freiwillige aus elf Ländern zurück nach Deutschland

„Der Freiwilligendienst ist vorbei, ihr müsst sofort nach Hause“

  Stephan Mertes, Bildungsreferent bei SoFiA, Niklas Graf (Saarwellingen), Lisa Arenz, Daphne Antoniadis (Koblenz) Foto: bt
Stephan Mertes, Bildungsreferent bei SoFiA, Niklas Graf (Saarwellingen), Lisa Arenz, Daphne Antoniadis (Koblenz) Foto: bt

 

(Trier/Chennai/bt) – Als Stephan Mertes am 9. März in Indien eintrifft, ahnt er noch nicht, dass dies keine normale Dienstreise werden soll. Der Endzwanziger ist Mitarbeiter des Vereins Soziale Friedensdienste im Ausland, kurz SoFiA, der vom Bistum Trier getragen wird und seit 1992 jungen Leuten Freiwilligendienste in der ganzen Welt vermittelt. Auch 2019 sind 27 junge Männer und Frauen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu ihrem Auslandsdienst nach Afrika, Südamerika, Europa oder Indien aufgebrochen. In den Partnerprojekten engagieren sie sich etwa für alte oder behinderte Menschen, benachteiligte Kinder und Jugendliche oder im Bildungsbereich. Zu den Standards des Vereins gehört auch, dass sich die Bildungsreferenten regelmäßig vor Ort von der Arbeit der Partner und Einsatzstellen überzeugen. In diesem Jahr steht für Mertes ein Besuch in Indien an, genauer im südöstlichen Bundesstaat Tamil Nadu.

 

Zunächst läuft alles wie geplant: Mertes beginnt seine Reise im Norden des 70 Millionen Einwohner zählenden Bundesstaates und nutzt dabei die guten Fernbus-Verbindungen. „In Indien ist das Reisen mit Bus und Bahn wirklich bequem und dazu auch noch sehr günstig; die meisten Menschen nutzen hier öffentliche Verkehrsmittel“, erzählt er. Mertes besucht eine junge Frau in ihrem Projekt und bleibt zwei Tage dort. Zu diesem Zeitpunkt sind die deutschen Grenzen noch offen, es gibt bis auf wenige Ausnahmen keine Reisewarnungen des Auswärtigen Amts. Jedoch häufen sich auch hierzulande die Meldungen über mit Covid-19 infizierte Personen – 1.300 Fälle sollen es nach offiziellen Angaben sein. In Italien hingegen wird an diesem Tag, bedingt durch die exponentiell steigenden Fallzahlen, bereits eine Ausgangssperre verhängt. Noch ahnt in Deutschland niemand, dass nur acht Tage später eine weltweite Reisewarnung gelten wird.

 

 „Ein mulmiges Gefühl“

 

Bei einem Abstecher in die drittgrößte indische Stadt Bangalore hat Mertes dann zum ersten Mal ein mulmiges Gefühl: Als er in ein Taxi steigt und erzählt, dass er Europäer ist, hält sich der Fahrer ein Taschentuch vor den Mund und desinfiziert sich die Arme. Der Mann habe schlichtweg Angst gehabt, sagt der Bildungsreferent. Die nächste Einsatzstelle auf Mertes Liste ist die von einer Schönstattschwester aus Vallendar gegründete Nähstube in Viralimalai. Dort arbeitet die 19-jährige Daphne Antoniadis aus Koblenz. Zwölf Frauen gibt die Nähstube Arbeit; hier werden Taschen, Kulturbeutel, Tischdecken und andere Textilien gefertigt. Daphne hilft beispielsweise beim Einkauf der Stoffe oder nachmittags bei der Betreuung und Nachhilfe der Kinder der Arbeiterinnen. „Wir haben das alles nicht so wahrgenommen, Corona war noch weit weg, als Stephan mich besuchen kam“, berichtet Daphne später im Telefoninterview. Einzig von ihren Verwandten aus Deutschland habe sie etwas über die sich ausbreitende Pandemie mitbekommen. Indessen sieht die Lage in Deutschland am 16. Märzschon ganz anders aus: Seit einigen Tagen überschlagen sich die Ereignisse rund um die Ausbreitung des Corona-Virus. Weitere europäische Länder haben Ausgangssperren verhängt, deutsche Staatsbürger sind aufgerufen, zurück in ihre Heimat zu reisen, viele Arbeitgeber schicken ihre Mitarbeiter ins Homeoffice, Selbstständige fürchten um ihre Lebensgrundlage.

 

Der Freiwilligendienst ist vorbei – es geht nach Hause

 

Mertes Kollegen von SoFiA haben inzwischen die Order des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erhalten, alle Freiwilligen nach Hause zurückzuholen. Fieberhaft arbeitet das Team teilweise bis in die Nacht daran, Flüge zu organisieren, Partnerstellen und deutsche Botschaften zu kontaktieren.

 

Der folgenschwere Anruf von SoFiA-Geschäftsführer Peter Nilles erreicht Mertes und Antoniadis abends, als die beiden nach Feierabend gerade auf der Straße vor der Nähstube sitzen: Es geht nach Hause – der Freiwilligendienst wird abgebrochen. Die drei verbliebenen Freiwilligen soll Mertes „einsammeln“ und mit ihnen nach Chennai fahren. In der sechs Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt des Bundesstaates soll der Rückflug für die Deutschen organisiert werden. Also geht es für Mertes weiter zu Niklas Graf aus Saarwellingen, der in den letzten Monaten in einem Kinderdorf mit angegliederter Schule gearbeitet hat. „Ende April beginnt normalerweise die Ferienzeit für indische Schulkinder. Am Montagmorgen war noch alles normal – ich habe im Schulunterricht für die Fünft- bis Achtklässler geholfen“, berichtet Niklas. Abends dann der Anruf, dass sein Auslandseinsatz vorzeitig beendet werden muss. „Das war schon ein Schock für mich, ich habe keinen Hunger mehr gehabt, hab‘ mich auf mein Zimmer verzogen und ein wenig mit meinen Eltern telefoniert“, so der Zwanzigjährige. Als er am nächsten Morgen wie gewohnt in die Schule kommt, ist diese bereits geschlossen, die Schüler nach Hause in Sonderferien entlassen. „Ich konnte es gar nicht fassen. Nach acht Monaten ist man so richtig angekommen, man hat sich eingelebt, Freundschaften geschlossen und wird dann so herausgerissen und alles ist mit einem Schlag vorbei“, sagt Niklas.

 

 

 

Atemschutzmasken und Handschuhe - so wollen es die Auflagen in Indien

 

Mit Atemschutzmaske und Handschuhen über leer gefegte Autobahnen

 

Die Ordensbrüder der Schule erklären sich bereit, Niklas und Mertes zurück zu Daphne zu fahren. Ein schwieriges Unterfangen, denn mehr und mehr indische Bundesstaaten verordnen Ausgangsbeschränkungen für ihre Bevölkerung. Auch Mertes und Niklas sind wegen der vermehrten Polizeikontrollen fast zwei Tage zu Daphne unterwegs. Am 24. März verhängt Indien dann die „größte Ausgangssperre der Welt“: Das Land stellt 1,3 Milliarden Menschen bis Ende April unter Hausarrest, Busse und Bahn fahren nicht mehr, das komplette öffentliche Leben wird stillgelegt und Verstöße werden von der Polizei teils drastisch geahndet. Mertes steht nun vor einem Problem: Eigentlich wollte die Gruppe auch noch Lisa Arenz (19) abholen, die ihre Projektstelle an der St. Mary School in Annur hat. Doch die Schwestern können einen Besuch der drei Deutschen wegen der lokalen behördlichen Auflagen nicht mehr erlauben. „Zuerst haben die Schwestern mir angeboten, doch bei ihnen zu bleiben, bis der Shutdown vorüber ist“, erzählt Lisa. „Sie meinten, ich sei doch hier viel sicherer als in Deutschland, wo es inzwischen schon sehr viele Corona-Fälle gab.“ Lisa sitzt zunächst einmal fest, die örtliche Polizei befolgt strikt die Anweisungen. Mertes und die beiden anderen Freiwilligen steigen derweil in ein Taxi, das sie nach Chennai bringen soll. Mit Atemschutzmasken und Handschuhen – so wollen es die Auflagen – sind sie nachts auf leer gefegten Autobahnen unterwegs. Am Morgen des 26. März dann nach intensiven Bemühungen der Botschaft und der deutschen SoFiA Kollegen auch für Lisa die erlösende Nachricht: Sie darf mit einem Sonderpapier ebenfalls per Taxi die Reise ins 500 Kilometer entfernte Chennai antreten. Mertes und die drei Freiwilligen kommen dort in einem von der deutschen Botschaft organisierten Hotel unter, wo sie ausharren sollen, bis ein Sonderflug organisiert ist.

 

„Dankbar und glücklich über die Heimkehr“

 

Beim Telefoninterview im Hotel ist die Gruppe erleichtert, es bis hierher geschafft zu haben. „Klar, zwischendurch lagen die Nerven auch mal blank“, gesteht Mertes. Aber im direkten Vergleich zu anderen hätten sie Glück gehabt, denn die Lage für Europäer in Indien sei zusehends schwieriger geworden. Ein deutscher Reisender habe berichtet, dass ihm zunächst seine Wohnung gekündigt wurde und er dann eines Hotels verwiesen wurde. In Deutschland haben Geschäftsführer Nilles und Referentin Judith Weyand es nach einer turbulenten Woche geschafft: Auch die acht verbliebenen Freiwilligen aus Bolivien sind am 28. März alle wieder wohl behalten in Deutschland angekommen – es fehlen nur noch Mertes, Niklas, Daphne und Lisa. Dann endlich die ersehnte Nachricht: Auch die Indien-Freiwilligen können ausreisen, der Flieger wird sie am 31. März nach Hause bringen. Weyand ist froh darüber, dass nun alle 27 Freiwilligen wohlbehalten in der Heimat sind, weiß jedoch auch um die Folgen, die der vorzeitige Abbruch mit sich bringt. „Viele Freiwillige sind natürlich traurig und hängen jetzt ein wenig in der Luft. Aus unserem pädagogischen Team, in dem sich ehemalige Freiwillige engagieren, stehen Gesprächspartner zur Verfügung. Es gibt viel Redebedarf bei den Rückkehrern. Auch wissen wir nicht, was das für den nächsten Jahrgang bedeutet, es muss sich zeigen, wie sich die Krise weltweit entwickeln wird.“ Für Mertes, der erst ein Jahr als Referent bei SoFiA arbeitet, geht an diesem Abend bei der Ankunft in Frankfurt eine Dienstreise zu Ende, die überraschender und dramatischer nicht hätte verlaufen können. „Wir sind einfach nur dankbar, wieder Zuhause zu sein“, sagt er. 


Kirchenpräsident gibt Orientierung für Osterzeit: Vom Glockengeläut bis Jubel vom Balkon

Jung: „Menschenleben retten und nicht fragen, welche Form der Zusammenkunft noch geht“

 

(Darmstadt/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat an die evangelischen Gemeinden appelliert, auch in der bevorstehenden Karwoche und bei den Osterfeierlichkeiten den Regelungen im Kampf gegen die Corona-Epidemie unvermindert nachzukommen. Er wandte sich am Freitag (2. April) in einem Schreiben an alle 1.100 evangelischen Kirchengemeinden auch gegen Kritiker, die der Kirche zuletzt vorgeworfen hatten, sich nicht deutlich genug gegen die Verbote öffentlicher Gottesdienste in der Coronakrise zur Wehr gesetzt zu haben. Jung halte es „gerade im Namen der Gottes- und der Nächstenliebe geboten“ jetzt voneinander Abstand halten, um sich gegenseitig zu schützen. Jung: „Ich will deutlich sagen: Zurzeit geht es darum, die Ausbreitung einer hochgefährlichen Krankheit zu verlangsamen, um dadurch Menschenleben zu retten“. Es solle deshalb nicht gefragt werden, „welche Form der Zusammenkunft vielleicht doch irgendwie geht“. Zentral sei es, „gerade das Evangelium, die Botschaft vom Leben, zu verkündigen, indem wir alles uns Mögliche dazu beitragen, um weitere Infektionen zu verhindern.“

 

Dank für Engagement in Kirche und Diakonie

Jung dankte zugleich allen, „die derzeit mit viel Fantasie und großer Energie in den Gemeinden und Einrichtungen in Kirche und Diakonie arbeiten“. Es sei „wunderbar, wie kreativ zurzeit in vielen Formen das Evangelium verkündigt wird, ohne sich dabei in Gottesdiensten und Andachten zu versammeln“. Es sei eine Herausforderung auch in der Kar- und Osterwoche „die Gemeinschaft, die uns im Glauben miteinander geschenkt ist, zu gestalten und dabei körperlich voneinander Abstand zu halten“, sagte Jung. Es könne trösten, dass Menschen „als Christinnen und Christen in Christus miteinander verbunden seien und Gemeinschaft im Gebet suchen könnten“, so der Kirchenpräsident.

 

Brief zu Ostern an alle Haushalte

In einem Begleitschreiben kündigte Jung zugleich an, dass er sich in der bevorstehenden Karwoche in einem Brief an knapp eine Million evangelische Haushalte im Kirchengebiet wenden wird. Das Schreiben ist Teil der sogenannten Impulspost, mit der sich die hessen-nassauische Kirche zweimal im Jahr an ihre Mitglieder wendet. Die aktuelle Aktion wurde aufgrund der Coronakrise völlig neu gestaltet und vorgezogen. Sie trögt in Zeiten der Kontaktsperren bewusst den Titel „Gottkontakt“. Im Zentrum steht das Thema Beten in seiner Vielgestaltigkeit www.gottkontakt.de.

 

Jubel vom Balkon an Ostern 

In dem Schreiben an die Gemeinden wird auch angeregt, sich an einem „Osterjubel“ aus Fenstern und Balkonen zu beteiligen. Am Ende des ZDF-Fernsehgottesdienstes am Ostersonntag sollen um 10.15 Uhr alle in den feierlichen Osterchoral „Christ ist erstanden“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 99) einstimmen. Mitglieder von Posaunenchören wollen die Aktion an vielen Orten von ihren Wohnhäusern aus einzeln unterstützen.

 

Glockenläuten an den Feiertagen

Zudem schlägt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) den Gemeinden in der bevorstehenden Festwoche ohne öffentliche Gottesdienste bestimme Läute-Aktionen vor. Im Mittelpunkt steht ein ökumenisches Geläut am Ostersonntag um 12 Uhr, das in regionale Absprache stattfinden soll. Im Einzelnen soll am Palmsonntag um 19.30 Uhr zum Beginn der Karwoche geläutet werden. Am Gründonnerstag können die Glocken um 19.30 Uhr zur Erinnerung an das letzte Abendmahl erschallen. An Karfreitag ist vorgesehen, um 15 Uhr mit Glockenklang an die Todesstunde Jesu Christi zu erinnern. Am Ostersonntag soll zur örtlichen Gottesdienstzeit mit Festgeläut zur Auferstehung geläutet werden. Schließlich steht das ökumenische Geläut am Ostersonntag um 12 Uhr auf der Vorschlagsliste der EKHN. In der hessen-nassauischen Kirche sind die einzelnen Gemeinden selbst für ihre jeweilige Läuterordnung verantwortlich.

 

Die Internetseite der EKHN bietet zahlreiche aktuelle Informationen aus Hessen-Nassau zum Umgang mit der Coronakrise: www.ekhn.de/corona

 
Brief des Kirchenpräsidenten zum Osterfest 2020 zum Download:
https://unsere.ekhn.de/fileadmin/content/ekhn.de/download/intern/corona/Brief_KP_an_Gemeinden_Ostern_2020.pdf

 


Gespräche und Gedanken online in der Karwoche:

Schweriner Volkszeitung bietet täglichen Podcast mit der Landesbischöfin

 

(Schwerin/cs) - Mit einem täglichen Podcast wird die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Kristina Kühnbaum-Schmidt, während der bevorstehenden Karwoche auf der Homepage der Schweriner Volkszeitung (SVZ) zu hören sein. Auf www.svz.de/podcast lädt sie vom 6. bis 10. April (Karfreitag) Leserinnen und Leser dazu ein, sie auf einem persönlichen Weg durch die Woche vor Ostern zu begleiten.

 

„Ich möchte in den kommenden Tagen Gedanken teilen und auf Fragen eingehen, die viele Menschen und auch mich angesichts der Nachrichten in dieser besonderen Zeit vor Ostern bewegen“, so die Landesbischöfin.

 

„In der Karwoche geht es um Vieles, was unser Menschsein ausmacht“, erzählt Kristina Kühnbaum-Schmidt „Dazu gehören Ängste und Leid, aber auch die Sehnsucht nach Geborgenheit, Gemeinschaft und Hoffnung. Insbesondere in diesem Jahr steht dabei die Frage im Mittelpunkt, wie wir einander stärken und unterstützen, auch, wenn unsere persönlichen Kontakte notwendigerweise eingeschränkt sind.“

 

Zum Auftakt der Podcast-Woche am Montag (6. April) wird auch ein Gastbeitrag von Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt in der Schweriner Volkszeitung erscheinen.

 

Hintergrund: Palmsonntag und Karwoche

 

Palmsonntag (Palmarum) ist der letzte Sonntag der Passionszeit beziehungsweise Fastenzeit. Zugleich ist er Auftakt der Karwoche. Am Palmsonntag erinnern Christen an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihn die Menschen mit Palmzweigen begrüßt haben, wie in der Bibel berichtet wird. Die auf den Palmsonntag folgende Woche bis zum Karfreitag steht im Zeichen der Leidensgeschichte Jesu vom letzten Abendmahl bis zu seinem Tod am Kreuz. Am Ostersonntag feiern die christlichen Kirchen die Auferstehung Jesu.

 

SVZ-Podcast mit der Landesbischöfin in der Karwoche:

 

www.svz.de/podcast

 


Bistumszeitung Paulinus: Bischof Ackermann äußert sich zur aktuellen Situation

Auf die positiven Kräfte schauen

 Bischof Dr. Stephan Ackermann. Foto: bt
Bischof Dr. Stephan Ackermann. Foto: bt

(Trier/bt) – Als eine „ganz und gar außergewöhnliche Fastenzeit“ hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann die diesjährige Fastenzeit bezeichnet. Mit Blick auf die Corona-Pandemie sagte Ackermann der Bistumszeitung „Paulinus“ am 1. April, jede Krise enthalte auch ihre Chancen, etwa zur Selbstbesinnung. „Ob Fastenzeit oder Krisenzeit: Beide laden dazu ein, aufmerksam zu sein auf das, was vorgeht in der Welt und in mir selbst.“

 

Ackermann nannte die derzeitigen Einschränkungen der Seelsorge durch die notwendigen Auflagen der staatlichen Behörden „schmerzlich“, etwa wenn er daran denke, dass man möglicherweise im Familienkreis auswählen müsse, wer an einer Beisetzung teilnehmen kann. „Wir verstehen alle den Sinn der Maßnahmen und tragen sie mit, aber das nimmt nicht den Schmerz.“ Gleichzeitig würdigte er den Einsatz in den Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften, der entwickelt werde, „um trotz allem einander nahe zu sein“. Der Bischof lenkte den Blick auch auf die vielen Menschen, die in pflegerischen und sozialen Berufen tätig sind und in dieser Zeit ganz besonders gefordert werden. „Auf einmal merken wir, dass nicht nur Banken für unsere Gesellschaft ‚systemrelevant‘ sind. Es ist das Miteinander von politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Kräften, die unser gesellschaftliches System ausmachen. Ich will mich mit dafür einsetzen, dass die, die gerade jetzt oft bis zu Erschöpfung das System am Laufen halten, nach der Krisenzeit nicht wieder aus dem Blick geraten.“

 

Nach Ackermanns Einschätzung kommen in einer solchen Krise sowohl die positiven wie auch die negativen Kräfte in einer Gesellschaft zum Vorschein. Er betonte, es sei entscheidend, „dass wir auf die positiven Kräfte schauen und diese stärken. Dann besteht sogar die Chance, dass wir überrascht werden von dem Erfindungsreichtum und der positiven Widerstandskraft, die wir gegen die Corona-Pandemie entwickeln. Aber es ist klar: Das geht nur gemeinsam.“ Auch wenn die Krise überwunden sei, dürften Themen wie Verantwortung und Solidarität füreinander nicht aus dem Blick geraten, damit es nicht zu sozialen Verwerfungen im Land kommt. „Verantwortung und Solidarität wird es auch international verstärkt brauchen. Wir spüren ja ganz unmittelbar, wie sehr alles mit allem zusammenhängt und wie wir als Menschheit miteinander verflochten sind. Kein Mensch und kein Land ist eine Insel für sich. Deshalb bleibt auch die Frage nach einem Lebensstil, der nicht zulasten der Schwachen und der kommenden Generationen geht, auf der Agenda.“

 

An Ostern werde er sicher die Festlichkeit der Gottesdienste vermissen, sagte der Bischof. „Aber das Großartige an diesem Fest und der christlichen Botschaft insgesamt ist ja, dass sie nicht nur eine Botschaft für gute Zeiten ist.“ Die Gottesdienste im kleinsten Kreis – ob in der Hausgemeinschaft gefeiert und durch die Livestreams - könnten etwas von den Hausgemeinschaften der Urkirche an sich haben. „Das Osterhalleluja wird in unseren Kirchen in diesem Jahr verhaltener klingen, wird aber hoffentlich mehr als sonst zu Hause gesungen. Das wäre wunderbar!“

 

Das gesamte Interview ist auf www.paulinus.de zu finden und wird in der Osterausgabe der Bistumszeitung „Paulinus“ zu lesen sein.


Fernsehgottesdienst auf TIDE.tv am Palmsonntag mit Bischöfin Kirsten Fehrs:

„Von guten Mächten“ – 160 Jahre St. Anschar-Kirche zu Hamburg

(Hamburg/sg) - Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), wird am Palmsonntag (5. April, 10 Uhr) einen Gottesdienst in der Kirchengemeinde St. Anschar in Hamburg-Eppendorf feiern. Der Gottesdienst wird per Fernseh- und Livestream-Übertragung durch den Hamburger Sender TIDE.tv ausgestrahlt (http://www.tidenet.de/).

 

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Anschar feiert am Palmsonntag ihren 160. Geburtstag. Der ursprünglich geplante Festgottesdienst findet nun als Fernsehgottesdienst statt. Bischöfin Fehrs: „Die Kirchengemeinde steht mit ihrer diakonischen Stiftung auf beeindruckende Weise für Pflege und Teilhabe im christlichen Sinne. Das verdient gerade auch wegen der durch das Corona-Virus veränderten Lage eine besondere Würdigung.“ Es seien die Schwächsten der Gesellschaft, unter anderem Pflegebedürftige, die unter der Situation besonders leiden, so die Bischöfin. Sie erinnerte an das jüngst in Hamburg erlassene Besuchs- und Betretungsverbot für Pflegeheime, das auch Pflegepersonal und Angehörige belaste und herausfordere.

 

Lange Zeit sei der Palmsonntag traditionell der Konfirmationssonntag gewesen, so Fehrs. „Gerade jetzt schauen die Menschen mit Sehnsucht auf solche Segensmomente, weil sie uns bewusst machen, wie zerbrechlich und verwundbar das Leben sein kann und wie sehr wir es schützen wollen.“ Bischöfin Kirsten Fehrs weiter: „Und so scheint hochaktuell auf, wie wichtig der Segen gerade in dieser Zeit ist: Dieses eine klare Wort, dass wir nicht allein durch diese Zeit gehen.“

 

Dank der Fernsehübertragung erreicht der Gottesdienst auch die Seniorinnen und Senioren und Pflegebedürftigen, die durch Kontaktbeschränkungen und Besuchsverbote besonders leiden. Bischöfin Fehrs ist das besonders wichtig: „Wir sind dem Fernsehsender TIDE sehr dankbar für sein kurzfristiges Angebot. Es ermöglicht uns, in einer schweren Zeit auch auf diesem Wege für diese Menschen da zu sein und zugleich Pflegekräften und ärztlichem Personal Dank und Respekt auszusprechen.“

 

Bischöfin Fehrs gestaltet den Gottesdienst gemeinsam mit Pastor Dr. Olaf Krämer aus St. Anschar unter der musikalischen Leitung von Kirchenmusikerin Gisela Thobaben.
Bei der Vorbereitung haben sie sich besonders an einem Text von Dietrich Bonhoeffer aus dem Jahr 1944 orientiert: „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.“

 

Für Rückfragen am Telefon nach der Gottesdienstübertragung steht Bischöfin Kirsten Fehrs unter der Telefonnummer 040 369002-13 zur Verfügung. Pastor Dr. Olaf Krämer aus St. Anschar ist unter der Telefonnummer 0151 640 289 47 erreichbar.

 

Im Anschluss an die Gottesdienstübertragung sendet TIDE.TV Hoffnungslieder von Jan Simowitsch, Leiter des Fachbereichs Popularmusik der Nordkirche.

 

 

 


Memorandum warnt vor Diskriminierung alter Menschen

 

(Karlsruhe/Heidelberg/ekiba) - Vor einer möglichen Diskriminierung alter und besonders schutzbedürftiger Menschen warnen der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und Prof. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, in einem gemeinsamen Memorandum. Angesichts der öffentlichen Diskussion um einen Ausstieg aus den bisherigen Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie sprechen sie sich dagegen aus, ältere Menschen verallgemeinernd zur Risikogruppe zu erklären, die isoliert werden müsse.

 

 

 

„Wir betrachten mit großer Sorge, wie in diesem Zusammenhang über die Gruppe der alten Menschen‘ gesprochen wird“, so Kruse und Cornelius-Bundschuh. „Es darf nicht sein, dass die ‚Gruppe alter Menschen‘ verallgemeinernd zur Risikogruppe erklärt wird.“ Vielmehr müsse in jedem einzelnen Falle ein potenzielles Risikoprofil bestimmt werden.

 

Um die Lebensqualität von Menschen, die in Quarantäne müssen, zu erhalten, sei es wichtig, eine ausreichende Anzahl an Betreuerinnen und Betreuern zu gewährleisten, die regelmäßig zu Besuch kämen. Maßnahmen der Aktivierung und der sozialen Teilhabe von Menschen im hohen Alter könnten nicht allein von Pflegekräften erbracht werden. „Vielmehr sind diese auf umfassende personelle Unterstützung angewiesen. Diese muss finanziert werden.“

 

Auch die hohen körperlichen und psychischen Leistungen der Pflegekräfte müssten sich „in angemessener Bezahlung widerspiegeln“, so das Memorandum.

 

Der badische Landesbischof und der Professor für Gerontologie warnen davor, dass sich eine Diskriminierung „der alten Menschen“ und anderer besonders schutzbedürftiger Menschen in das Denken und Entscheiden einschleiche.

 

„Gerade in Krisenzeiten muss sich unser Bild vom Menschen und seiner Würde im Umgang mit denen bewähren, die in besonderer Weise auf Schutz und Unterstützung angewiesen sind; nur dadurch bleiben wir eine humane und solidarische Gesellschaft.“

 

 

Wortlaut des Memorandums:


Der Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Dr. Andreas Kruse, und der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Baden, Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, beobachten die derzeitige Debatte um ein Ende der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie mit Sorge. Sie wehren sich in einem gemeinsamen Memorandum dagegen, dass ältere Menschen verallgemeinernd zur Risikogruppe erklärt werden, die isoliert werden muss.

 

Die öffentliche Diskussion über eine mögliche „Exit-Strategie“ aus den bisherigen Kontaktbeschränkungen nimmt immer mehr an Fahrt auf. Dabei werden Personengruppen definiert, für die die Einschränkungen fortbestehen sollen, und von Personengruppen abgegrenzt, für die diese Regelungen nicht mehr gelten sollen. Wir betrachten mit großer Sorge, wie in diesem Zusammenhang über „die Gruppe der alten Menschen“ gesprochen wird. Für diese „Gruppe“ und weitere besonders schutzbedürftige Menschen sollen weiterhin restriktive Schutzbestimmungen gelten, während sich jüngere und gesunde Menschen dann wieder wie gewohnt im öffentlichen Raum bewegen können.

 

Hier sei festgestellt:

 

Es darf nicht sein, dass die „Gruppe alter Menschen“ verallgemeinernd zur Risikogruppe erklärt wird. Die Risiken einer Infektion sind im Alter zwar deutlich höher, sie sind aber bei allen Menschen erheblich. Es muss vielmehr in jedem einzelnen Falle ein potenzielles Risikoprofil bestimmt werden.

 

  1. In jenen Fällen, in denen ein Risikoprofil vorliegt, muss die betreffende Person ausführlich und sensibel über die Notwendigkeit einer stärkeren Isolierung aufgeklärt werden.
  2. Wenn eine stärkere Isolierung in Betracht gezogen wird, besteht eine erhebliche Gefahr, dass sich mittelfristig psychische Störungen einstellen, die ihrerseits Einfluss auf die Gesundheit und auf das emotionale und seelische Wohlbefinden des Menschen nehmen. Dies heißt: Wenn eine Quarantäne unausweichlich ist, dann muss diese so beschaffen sein, dass die Lebensqualität der betreffenden Person möglichst weit erhalten bleibt, auch wenn dies mit Kosten für die Allgemeinheit verbunden ist: Denn es bedarf einer ausreichenden Anzahl von Betreuerinnen und Betreuern, die entsprechend geschützt wind und die betreffenden Menschen in ihrer Alltagsgestaltung unterstützen. Zudem müssen die nächsten Angehörigen die Möglichkeit erhalten, regelmäßig zu Besuch zu kommen – und zwar nach erfolgter Testung. Wir werden auch aus dieser Sicht nicht an einer deutlichen Erhöhung der Testangebote vorbeikommen.
  3. Keinesfalls darf so getan werden, als könnte man bei alten Menschen „einfach“ eine Isolierung fortsetzen, weil sich angeblich keine andere Lösung anbietet. Natürlich ist es richtig, dass der Gesundheitsschutz Priorität besitzt, der eigene wie auch jener der Mitmenschen. Aber es ist von großer Bedeutung, dass die Lebensqualität des einzelnen Menschen berücksichtigt und alles dafür getan wird, dass diese Lebensqualität möglichst weit erhalten bleibt. Dazu gehören im hohen Alter vor allem Maßnahmen der Aktivierung sowie der sozialen Teilhabe, aber auch der Sorge für die Seele. Diese Maßnahmen können nicht allein von den Pflegekräften erbracht werden. Vielmehr sind diese auf umfassende personelle Unterstützung angewiesen. Diese muss finanziert werden – zum Beispiel aus Mitteln der Pflegeversicherung, die einen Rettungsschirm aufspannen sollte, um die ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen wirksam unterstützen zu können.
  4. In dieser Krise erleben wir den Stellenwert des Gesundheits- und Pflegesystems neu. Allein der tägliche Applaus genügt für Pflegekräfte in Kliniken und Heimen nicht: spätestens jetzt wird klar, mit welchen körperlichen, vor allem psychischen und kommunikativen Leistungen Pflege verbunden ist. Es ist dringend notwendig, dass sich diese Leistungen auch in angemessener Bezahlung widerspiegeln.
  5. Schließlich warnen wir davor, dass sich eine Diskriminierung „der alten Menschen“ und anderer besonders schutzbedürftiger Menschen in unser Denken und Entscheiden einschleicht. Dann stehen auf einmal auf der einen Seite „die Alten“ und auf der anderen Seite „die Jungen“. Mit den einen würde „Produktivität“, mit den anderen das Stichwort „Kosten“ verbunden.

 

Jedes Leben ist ein einzigartiges, unvergleichbares, von Gott geschenktes Leben, das unser gemeinsames Leben bereichert. Jeder Mensch, gleich welchen Alters, ist in seinen Stärken und Schwächen, in seinem Verständnis von Lebensqualität zu verstehen und anzusprechen. Wir wehren uns gegen Verallgemeinerungen, durch die dieses grundlegende Verständnis der Person verloren geht. Gerade in Krisenzeiten muss sich unser Bild vom Menschen und seiner Würde im Umgang mit denen bewähren, die in besonderer Weise auf Schutz und Unterstützung angewiesen sind; nur dadurch bleiben wir eine humane und solidarische Gesellschaft.

 


100.000 Euro Nothilfe für Caritas Ambrosiana Mailand

Ein Zeichen der Solidarität: Spenden sollen akut zur Ersthilfe beitragen

 

(Stuttgart/car) – Corona in Norditalien: Um angesichts der erschütternden Situation ein Zeichen der Solidarität zu setzen, hat der Caritasverband Rottenburg-Stuttgart eine Spenden-Aktion ins Leben gerufen: Gemeinsam mit der CaritasStiftung Lebenswerk Zukunft spendet der katholische Wohlfahrtsverband rund 100.000 Euro als Soforthilfe an den befreundeten Caritasverband in Mailand. Auch die Mitarbeiterschaft der Caritas ist zur Spende aufgerufen. „Seit Jahrzehnten verbindet uns mit der Caritas Ambrosiana Mailand eine enge Freundschaft. Aufgrund der schockierenden Schilderungen aus Italien ist es uns ein grundlegendes Bedürfnis zu helfen. Den Briefen des dortigen Caritasdirektors entnehme ich, die Menschen in Norditalien sind völlig verzweifelt“, erklärt Oliver Merkelbach, Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Wir hoffen, dass diese Spende als Startsignal verstanden wird für weitergehende, dringend notwendige Hilfen von staatlicher und kirchlicher Seite.“

 

Mit den Spenden sollen Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden. Anders als in Deutschland steht der italienische Staat für weniger Sozialleistungen ein. So leisten Kirchengemeinden einen Großteil der sozialen Arbeit mit nur wenigen Hauptamtlichen und sehr vielen Ehrenamtlichen. 

 

Konkret steht die Caritas Ambrosiana vor folgender Situation:

 

  • Die personelle Situation ist stark angespannt. Mitarbeitende und Ehrenamtliche sind aufgrund ihres Alters oder wegen Erkrankung ausgefallen. In kürzester Zeit mussten neue hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende gefunden und geschult werden.
  • Die Hygiene-Anforderungen sind mit hohen Kosten verbunden (Masken, Handschuhe, Desinfektion von Räumen).
  • Derzeit beliefert die Caritas Ambrosiana hilfebedürftige Menschen mit Essen und Medikamenten, sie gibt Lunch-Pakete aus und bietet Obdachlosen Übernachtungsmöglichkeiten.
  • Außerdem kümmert sie sich um Räumlichkeiten, so dass die strengen Quarantäneregeln umgesetzt werden können. Beispielsweise bietet sie Krankenpflegerinnen und -pflegern, medizinischem Personal oder Ärzten Übernachtungsmöglichkeiten. Aufgrund der Ansteckungsgefahr können viele nicht mehr zu Hause bei ihrer Familie wohnen.
  • Auch Behörden haben angefragt, ob Räume für Häftlinge zur Verfügung gestellt werden können. Vor allem das Gefängnis in Mailand ist überfüllt und kann die Anforderungen der  Quarantäneregeln nicht erfüllen.

 

Das Erzbistum Mailand erstreckt sich vom Comersee über die Metropole Mailand bis nach Melegnano kurz vor Florenz und umfasst somit rund die Hälfte der Bewohner der Lombardei. Mit über 5 Millionen Katholikinnen und Katholiken handelt es sich um die größte Diözese der Welt.

 

Weitere Spenden sind willkommen auf folgendes Konto:

 

DE63 6012 0500 0001 7088 01, Bank für Sozialwirtschaft, Verwendungszweck: Caritas Ambrosiana

 

Online-Spendenformular: https://www.caritas-spende.de/jetztspenden/jetzt-spenden/spende

 

Freundschaftliche Beziehungen und vertrauensvoller Austausch prägen die Partnerschaft zwischen der Caritas Rottenburg-Stuttgart und der Mailänder Caritas Ambrosiana seit den späten 90er-Jahren. Ein Gewinn des gegenseitigen Austausches war die Übertragung der Mailänder „centri d’ascolti“, die im Jahr 2005 als „Orte des Zuhörens“ in den Caritasverband Rottenburg-Stuttgart eingeführt wurden. Bei den Orten des Zuhörens handelt es sich um ein Unterstützungsangebot für Menschen, die einen konkreten Rat oder einfach nur ein offenes Ohr suchen. Eigens dafür geschulte Ehrenamtliche stehen als Gesprächspartner zur Verfügung und können bei Bedarf in professionelle Hilfenetzwerke weiterleiten. Daneben vermitteln die Freiwilligendienste der Diözese Rottenburg-Stuttgart seit 2016 im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps junge Menschen nach Mailand, die sich dort in sozialen Einrichtungen engagieren.

 

 

 


4. Ökumenischer Kirchentag Vorpommern in Pasewalk findet nicht wie geplant statt

Türen öffnen sich zu einem späteren Zeitpunkt

 

 

(Pasewalk/sk) - . Der seit langem vorbereitete 4. Ökumenische Kirchentag Vorpommern (ÖKT) in Pasewalk findet nicht wie geplant am 6. Juni 2020 statt. Diesen einstimmigen Beschluss fasste die Steuerungsgruppe des ÖKT während einer Videokonferenz. „Die Corona-Pandemie lässt eine weitere Vorbereitung und Durchführung nicht zu", teilten Propst Andreas Haerter, Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis, Propst Frank Hoffmann, Katholische Kirche in Vorpommern, Erzbistum Berlin, und Ökumenepastor Matthias Tuve im Namen der Steuerungsgruppe in einer Verlautbarung mit.

 

 

 

Dank für Engagement und Zusagen

 

„Vor allem die Verantwortung für die Gesundheit aller Beteiligten führte zu dieser Entscheidung. Zugleich haben wir beschlossen, uns als Steuerungsgruppe noch nicht aufzulösen. Zu gegebener Zeit wollen wir darüber beraten, in welcher Form und wann ein Ökumenischer Kirchentag in Pasewalk in den kommenden Jahren gefeiert werden könnte. Wir danken allen sehr herzlich, die diesen Kirchentag mitgestalten wollten. Wir danken für jede Zusage, für alles Engagement, für viele tolle Ideen und für das gute Miteinander in der Vorbereitung." Das Motto des Kirchentags lautete „Vor dir eine Tür" und nahm Bezug auf das biblische Wort „Jesus Christus spricht: Siehe, ich habe vor Dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie schließen (Offb. 3,8)."

 

 

 

Jetzt und in der Zukunft auf Gott vertrauen

 

Diese Verheißung habe die Vorbereitungen geleitet, so die Steuerungsgruppe weiter. Nun aber schließen sich erst einmal viele Türen. Das sei nötig, auch wenn es bitter ist. „In Jesaja 26,20 heißt es: ‚Geh hin, mein Volk, in deine Kammer und schließ die Tür hinter dir zu! Verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis das Unheil vorübergehe.' Wie lange der kleine Augenblick dauern wird, wissen wir noch nicht. In was für einer Welt wir leben werden, wenn dieses Unheil vorübergegangen ist, wissen wir auch noch nicht. Aber dass es Gottes Welt ist, die er in seinen Händen hält, darauf vertrauen wir auch für die Zukunft", so die Steuerungsgruppe des ÖKT.

 

 

 

Weitere Informationen

 

Ökumenische Arbeitsstelle Pastor Matthias Tuve, Tel.: 03834 8963120 oder 0171 4900296, E-Mail: oekumene@pek.de

 

 

 


Jugend im Bistum lädt zum „Home-Klappern“ ein

#WirKlappernZuHause

Foto: bt
Foto: bt

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – Die Corona-Krise führt zu vielen Einschränkungen im kirchlichen wie dem gesellschaftlichen Leben. So können auch die Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften das traditionelle Klappern, Kleppern, Rappeln oder Ratschen, das in vielen Orten während der Kartage das Glockengeläut ersetzt, in seiner gewohnten Form nicht durchführen. 

 

Das gewohnte Miteinander muss sich also neu organisieren. Viele Pfarreien suchen derzeit nach Möglichkeiten, wie das Klappern auch in Zeiten von Corona stattfinden kann. „Die Lösungen, die die Verantwortlichen in der Jugendarbeit gefunden haben, orientieren sich an den Solidaritätsaktionen, die zurzeit in vielen Sozialen Netzwerken geteilt werden“, erklärt Benedikt Welter von der Jugendabteilung des Bistums Trier. Die Kinder und Jugendlichen sind dazu eingeladen, zu den gewohnten Klapperzeiten morgens, mittags und abends am Karfreitag und Karsamstag von ihrem Fenster, Balkon oder Garten aus zu klappern. Jung und Alt können sich beteiligen und so ein Zeichen der Verbundenheit setzen, lädt Benedikt Welter zu der Aktion ein: "Klappern von zuhause aus unter dem Motto '#WirKlappernZuHause'" Er hofft, dass sich viele Gemeinden der Aktion anschließen und die Kartage hörbar werden lassen. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass das mancherorts übliche Einsammeln von Dankesgaben durch die Klapperkinder an den Haustüren in der jetzigen Situation natürlich nicht stattfinden kann. „Aber auch das lässt sich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, eventuell verbunden mit einer anderen Aktion, nachholen.“

 

Die ungewollte „Dienstpause“ durch die Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie nutzen die Ministrantinnen und Ministranten nicht nur für die Klapper-Aktion. Viele Gruppen engagieren sich in ihren Gemeinden in Nachbarschaftsprojekten, gehen für ältere Menschen einkaufen, bieten einen „Gassi-Service“ oder basteln Papierblumen für Altenheime.

 

Weitere Informationen zu dieser Aktion finden sich auf der Homepage der Abteilung Jugend www.jugend-bistum-trier.de. Hier finden sich auch andere Ideen und Unterstützungsangebote in Zeiten der Corona-Krise.

 


Kar-und Ostergottesdienste live aus dem Kölner Dom auf DOMRADIO.DE

 

(Köln/dr) - DOMRADIO.DE wird alle Gottesdienste der Kar- und Ostertage live aus dem Kölner Dom im Web-TV übertragen. Somit haben alle Gläubigen weltweit die Möglichkeit über das Internet die Heilige Woche mitzufeiern.

 

 

 

Das sind die geplanten Live-Übertragungen mit den entsprechenden Ausspielwegen in der Kar- und Osterzeit auf:

 

 

 

Palmsonntag, 05.04.2020
10.00 Uhr            Pontifikalamt mit Palmweihe  

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio

 

18.00 Uhr           Rosenkranzgebet

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, EWTN.TV

 

18.30 Uhr           Hl. Messe        
Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, EWTN.TV, Radio

 

 

 

Karmontag, 06.04.2020
08.00 Uhr           Hl. Messe

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, EWTN.TV, Bibel.TV           
17.15 Uhr           Vortag Professor Elmar Nass, anschl. Eucharistische Anbetung

 

18.00 Uhr           Rosenkranzgebet

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, EWTN.TV

 

18.30 Uhr           Chrisammesse mit Weihe der Heiligen Öle

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, EWTN.TV, Radio

Kardienstag und Karmittwoch, 07.+08.04.2020
08.00 Uhr           Hl. Messe  

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, EWTN.TV, Bibel.TV          
18.00 Uhr           Rosenkranzgebet

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook,

 

18.30 Uhr           Hl. Messe     

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio   

 

 
Gründonnerstag, 09.04.2020
08.00 Uhr           Laudes    

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, EWTN.TV, Bibel.TV            
18.00 Uhr           Rosenkranzgebet

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook

 

18.30 Uhr           Feier vom letzten Abendmahl  

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio             

Karfreitag, 10.04.2020
10.00 Uhr           Kreuzweg            
15.00 Uhr           Feier vom Leiden und Sterben Jesu 

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio, EWTN.TV               

 

Karsamstag, 11.04.2020
08.00 Uhr           Trauermette

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Bibel.TV            
21.00 Uhr           Osternacht    

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio        

 

Ostersonntag, 12.04.2020
10.00 Uhr           Pontifikalamt   

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio, Bibel.TV          
18.00 Uhr           Rosenkranzgebet

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, EWTN.TV 

 

18.30 Uhr           Hl. Messe  

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio, EWTN.TV              

Ostermontag, 13.04.2020
10.00 Uhr           Pontifikalamt

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio, EWTN.TV            
18.00 Uhr           Rosenkranzgebet

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook

 

18.30 Uhr           Hl. Messe  

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio     

 

 

 

ab Dienstag, 14.04.2020 bis zum Ende der Osteroktav
08.00 Uhr           Hl. Messe 

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, EWTN.TV        
18.00 Uhr           Rosenkranzgebet

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, EWTN.TV

 

18.30 Uhr           Hl. Messe     

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio, EWTN.TV            

 

 
an Sonntagen
10.00 Uhr           Hl. Messe     

 

Ausstrahlung:         Web-TV, YouTube, Facebook, Radio                

 

 

 

DOMRADIO.DE bietet zudem an, den Stream der Gottesdienstübertragungen auf jeder beliebigen Internet- und Facebookseite einzubetten.

 

 

 

DOMRADIO.DE ist der multimediale, katholische Sender in Trägerschaft des Bildungswerkes e.V. der Erzdiözese Köln. DOMRADIO.DE berichtet multimedial über christliche, ethische und soziale Themen. Das Radioprogramm von DOMRADIO.DE, setzt auf Information, Inspiration und Unterhaltung: Wir bieten ein Tagesbegleitprogramm mit Infos aus Kirche und Welt, Politik und Gesellschaft. Zu hören ist DOMRADIO im Internet über DOMRADIO.DE, mit der kostenlosen App „Radioplayer“, über DAB+ in NRW sowie in Berlin und Brandenburg, in Köln über UKW 101,7.

 


Aufruf zur Mitmach-Aktion „OsterHoffnungs-Chor 2020“:

Ostersonntag erster Online-Auftritt für digitales Chorprojekt „Sing To Hope Choir“

 

(Hamburg/Schwerin/Kiel/Greifswald/mw) - Über 30 Chöre mit rund 900 Sängerinnen und Sängern beteiligen sich mittlerweile am digitalen Chorprojekt „Sing To Hope Choir“, das der Fachbereich Popularmusik in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) vor zwei Wochen ins Leben gerufen hatte. Ziel ist es, allen Chorfans zwischen Flensburg und Greifswald eine Alternative zu den wegen des Coronavirus‘ abgesagten Chorproben zu bieten. Am Ostersonntag (12. April, 11.30 Uhr) wird es bereits eine erste gemeinsame Veröffentlichung im Internet geben: der digitale OsterHoffnungs-Chor 2020.

 

 

 

Jan Simowitsch, Leiter des Fachbereichs Popularmusik der Nordkirche: „Ostern heißt: Alles wird neu. Alles wird hell. Die Sonne geht auf. Das wollen wir mit den Sängerinnen und Sängern gemeinsam feiern! Am Ostersonntag lassen wir den derzeit größten Chor erklingen. Und dafür brauchen wir natürlich viele weitere Stimmen.“

 

 

 

„Morgenlicht“ heißt das Stück, das am Ostersonntag im Internet zu hören sein wird - als Chorvideo mit einem Zusammenschnitt möglichst vieler Aufnahmen von Teilnehmenden. Zu den prominenten Unterstützern des digitalen Chorprojektes gehört auch Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein: „Singen macht froh – das wissen wir alle. Und in Gemeinschaft macht es noch einmal mehr Freude“, sagt er. Deshalb vermissten derzeit sehr viele Menschen in der Nordkirche ihre Chöre und Chorproben. Magaard weiter: „Ich freue mich, dass mit diesem Osterprojekt die Freude am gemeinsamen Singen und die Osterfreude erlebbar werden und möchte alle motivieren, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Mitmachen ist ganz einfach!“

 

Neben Noten und Hörbeispielen der einzelnen Chorstimmen zum Osterstück „Morgenlicht“ gibt es ab sofort unter www.sing-to-hope-choir.de auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Interessierte ihren Gesang ohne Aufwand selber aufnehmen können.

 

 

 

Bis Dienstag, 7. April 2020, können diese Aufnahme und ein Foto, das den Sänger oder die Sängerin bei der Aktion zeigt, an folgende E-Mail-Adresse geschickt werden:

 

Jan.Simowitsch@popularmusik.nordkirche.de .

 

 

 

Sobald die Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus‘ aufgehoben sein werden, wollen sich alle beteiligten Sängerinnen und Sänger zu einem gemeinsamen – und dann analogem öffentlichen – Konzert treffen. 

 

 

 

Informationen, Noten und Hörbeispiele zum Chorprojekt „Sing To Hope Choir“ finden sich unter https://www.popularmusik-nordkirche.de/sing-to-hope-choir/

 

 

 


Diakonie Hessen-Vorstand Carsten Tag zum Internationalen Tag der älteren Generation: Alte Menschen brauchen unsere Solidarität

Covid 19-Maßnahmen lassen negative Altersbilder aufleben

 

(Frankfurt/dh) - Durch unsere weitgehend in die Wohnungen verbannte Gesellschaft geht augenblicklich eine beispiellose Solidarität. Menschen bieten sich an, für besonders von Covid 19 gefährdete Personen einkaufen zu gehen. Hilfsplattformen entstehen, Ideen und Tipps werden gegeben, wie das Familienleben in Zeiten von Corona gestaltet werden kann. Doch diese von vielen Menschen neu entdeckte Solidarität zeigt auch erste Risse - gerade zwischen alten und jungen Menschen. Eine Ursache hierfür ist das immer wieder beschriebene hohe Ansteckungsrisiko für Covid 19 und der bedrohliche Krankheitsverlauf vor allem bei älteren Menschen. Zum Internationalen Tag der älteren Generation sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen:

 

„Die Maßnahmen zum Schutz vor Covid 19 haben paradoxe Konsequenzen. Sie führen dazu, dass alte Menschen die Wohnung nur noch zum Einkaufen oder Arztbesuch verlassen. Mehr als ein Drittel der über 70-Jährigen lebt ohnehin alleine im Haushalt. In Covid 19-Zeiten bedeutet dies Selbstisolation mit bisher unabsehbaren psychosozialen Folgen.

 

Viele ältere Menschen äußern, dass sie sich schämen, weil sie sich verantwortlich fühlen für die gegenwärtigen strengen Maßnahmen des Infektionsschutzes. Gleichzeitig gibt es Fälle, dass sie beschämt werden durch aggressive Mitmenschen, die sie in der Öffentlichkeit anhusten und beschimpfen. Hinzu kommen Stimmen aus Politik und Wirtschaft, die fragen, wie lange die Wirtschaft wegen dieser Risikogruppe stillstehen solle. Sie stellen den Tod vieler alten Menschen als notwendigen „Kollateralschaden“ dar, den es in Kauf zu nehmen gilt.

 

Wir dürfen alte Menschen nicht alleine lassen und als Risikogruppe diskriminieren. Wir haben lange daran gearbeitet, dass das frühere Bild alter Menschen als gesellschaftliche Belastung korrigiert wird. Es darf nicht sein, dass dieses Bild nun wieder auflebt. Von Anfang bis Ende füreinander einstehen, das gilt auch in Corona-Zeiten. Lassen Sie uns Ja sagen zu uneingeschränkter Solidarität – mit und ohne Covid 19 – in einer Gesellschaft, die füreinander da ist und aufeinander achtet.“

 

 

 

Informationen über die Diakonie Hessen unter www.diakonie-hessen.de

 


Offener Brief an Kirchengemeinden in M-V

Bischof Tilman Jeremias und Landespastor Paul Philipps besorgt um Menschen in den Flüchtlingslagern

 

(Schwerin/dmv) - In dieser Zeit der extremen Veränderungen des Lebens, der Sorgen und Ängste und zugleich der großen Solidarität und Hilfsbereitschaft untereinander richten sich der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern Tilman Jeremias und Landespastor für Diakonie Paul Philipps in einem offenen Brief an die Kirchengemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, um für das Leid der Menschen im globalen Süden zu sensibilisieren.

 

„Seit Beginn der Corona-Krise sind wir stark fixiert auf die großen Herausforderungen in unserem eigenen Umfeld in der völlig ungeübten Situation. Wie leicht vergessen wir dabei diejenigen, die sich dieser weltweiten Bedrohung unter ungleich dramatischeren Bedingungen stellen müssen! Daher ist es unsere Aufgabe als Christinnen und Christen der reichen Nordhalbkugel, gerade auch jetzt bedrängte Menschen wie Geflüchtete nicht aus den Augen zu verlieren“, sagt Bischof Tilman Jeremias.

 

Zwar hat die Corona-Pandemie ihren Schwerpunkt aktuell in Amerika und Europa. Doch ändert sich dies von Tag zu Tag. Martin Kessler, Direktor der Diakonie Katastrophenhilfe, sagt dazu: „Gerade jetzt müssen wir an die Menschen in anderen Teilen der Welt denken, die schon vor dem Ausbruch von Corona in großer Not waren.“ Im Fokus der Diakonie Katastrophenhilfe stehen aktuell die Bedingungen in den Flüchtlingslagern. „Die Situation von vielen Millionen Flüchtlingen wird sich durch die Pandemie weiter zuspitzen. Die Camps, etwa in Idlib oder auf Lesbos, sind völlig überfüllt, es gibt dort weder ausreichend sauberes Wasser noch eine nennenswerte Gesundheitsversorgung. Die Menschen können aufgrund der Enge schlicht keine zwei Meter Abstand halten und sich regelmäßig die Hände waschen“, so Kessler.

 

Diakonie und Kirche in Mecklenburg-Vorpommern beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge und so rufen Bischof Jeremias und Landespastor Philipps die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern in ihrem Schreiben auf: „Begleiten Sie das Engagement der Hilfskräfte vor Ort mit Ihren Gebeten und unterstützen Sie die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe mit einer Spende.“

 

Spendenkonto:Diakonie Katastrophenhilfe: Evangelische Bank

 

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02 | BIC: GENODEF1EK1

 

Stichwort: Corona-Hilfe weltweit

 

https://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/projekte/corona-virus

 


Caritas ruft zur Mithilfe auf

Masken nähen zum Schutz anderer

Foto: bt
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(Saarbrücken/Trier/Koblenz/bt) – Immer mehr Krankenhäuser beklagen derzeit einen akuten Mangel an Atemschutzmasken. Aber auch andere Einrichtungen leiden unter der Knappheit. 

 

„Selbst die einfachen Einmal-Schutzmasken sind kaum noch zu bekommen“, beklagt beispielsweise Michael Groß Direktor des Caritasverbands für Saarbrücken und Umgebung. „Sehr zum Leidwesen der Mitarbeitenden unserer Caritas Sozialstationen und der Trägergesellschaft Kirchliche Sozialstationen gGmbH (TKS). Um unsere Mitarbeiter und auch unsere Patienten vor einer Ansteckung zu schützen, benötigen wir dringend Schutzmasken“, erklärt Groß. Da die Masken derzeit nicht zu bekommen sind, hofft die Caritas auf Hilfe der Bevölkerung: „Wir würden uns freuen, wenn fleißige Näherinnen und Näher Schutzmasken anfertigen könnten, die wir dann an die Mitarbeitenden verteilen“, so Caritas-Direktor Groß.

 

Im Internet finden sich derzeit zahlreiche Anleitungen zum Nähen einfacher Mund-Nase-Schutz-Masken (MNS-Masken). So beispielsweise vom Nähcafé Lotte aus Bautzen, die schon seit einiger Zeit Atemmasken für krebskranke Kinder nähen. Der Vorteil dieser Masken ist, dass ein Draht eingenäht werden kann, der für einen besseren Halt im Nasenbereich sorgt. Eine weitere beliebte Anleitung ist die der Feuerwehr Essen, die diese ebenfalls kostenlos ins Netz gestellt hat.

 

Die Masken bieten der Trägerin oder dem Träger zwar keinen vollständigen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus wie beispielsweise professionelle Masken der Klasse FFP 2 und FFP 3. Dennoch können die Trägerinnen und Träger mit selbstgenähten MNS-Masken die Wahrscheinlichkeit andere Menschen zu infizieren deutlich senken. „Die Masken dienen also dem Schutz von anderen“, erklärt Esther Braun-Kinnen Referentin für Krankenhausseelsorge im Bistum Trier. „Die Initiative Atemmasken nach Anleitungen selbst zu nähen ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit Menschen, die zu den Risikogruppen gehören und die vor Ansteckung mit COVID-19 geschützt werden müssen. Aus christlicher Sicht ist das eine zentrale Haltung und Einstellung in der Krise.“ Gleichzeitig gelte auch mit selbstgenähter Maske, alle Abstandregelungen und alle Hygienevorschriften einzuhalten, betonte Braun-Kinnen und fügte hinzu: „Ein Zeichen der Solidarität ist es auch, jetzt nicht zu versuchen, die professionellen Masken zu kaufen. Damit gefährden Sie die Arbeit der Pflegenden und Ärzte in den Kliniken.“

 

Weitere Informationen zu Atemmasken finden Sie auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de
Die Nähanleitung für die Atemmasken finden Sie unter www.naehcafe-lotte.de oder unter https://media.essen.de/media/wwwessende/aemter/0115_1/pressereferat/Mund-Nasen-Schutz__Naehanleitung_2020_Feuerwehr_Essen.pdf

 


Staatspreis Baukultur würdigt innovatives Gemeindezentrum der Evangelischen Petrusgemeinde in Wiesloch

(Karlsruhe/ekiba) -. Mit dem Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2020 in der Sparte Bauen für kirchliche Nutzungen wurde das Gemeindezentrum der Evangelischen Petrusgemeinde in Wiesloch ausgezeichnet. Die Jury lobte die „Architektur, die nicht nur gebrauchstüchtig, ökonomisch und energietechnisch auf der Höhe ist, sondern Herz und Sinnen wohltut.“

Das Gemeindehaus wurde 2016 fertig gestellt. Glas, Holz und Ziegel, bewusst gewählte, umweltschonende Materialien, prägen den lichtdurchfluteten Bau. Der Innenhof mit mächtigem Kastanienbaum, der schlichte Kreuzgang und der Gemeindesaal mit spezieller Akustik, die auf kirchenmusikalische genauso ausgerichtet ist wie auf andere Veranstaltungen, sind nur einige der Besonderheiten, zu denen auch eine energiesparende Ausstattung zählt.

 

Der Leiter Kirchenbau der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jürgen Schlechtendahl, bewertet die Auszeichnung als „eine der renommiertesten, die ein Bauvorhaben in unserer Landeskirche in den letzten 20 Jahren erhalten hat“.

Ihn freut besonders die Würdigung für ein Gebäude, das am Ende eines auch innerhalb der Landeskirche oft und viel gelobten Gemeinde- und Gebäudeoptimierungsprozesses einer Mittelstadtgemeinde stand.

Gemeindepfarrer Dr. Andreas Blaschke wandte sich nach der Preisvergabe an alle Projektbeteiligten: „Gratulation und ein ganz großes Danke! Ich freue mich von Herzen mit.“

 

Mit dem Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg will das Land besonders innovative, beispielhafte und übertragbare Lösungen für die planerischen und baulichen Herausforderungen in den Städten und Gemeinden des Landes würdigen und bekannt machen. „Ein besonderes Augenmerk liegt auf der kreativen Verknüpfung von zeitgemäßer Funktionalität, innovativer Technik, überzeugender Ästhetik und Nachhaltigkeit im umfassenden Sinn.“

 

Der Preis wird nur alle fünf Jahre ausgelobt, mit jeweils acht Preisträgern. Zur Jury gehören Fachleute wie die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer und Vertreter/-innen aller Fraktionen.

 

Aufgrund der Corona-Krise musste die feierliche Preisverleihung mit Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut am 30. März 2020 abgesagt werden. Deshalb gratulierte sie digital mit einem eigens produzierten Video.

 

Mehr Informationen

https://www.baukultur-bw.de/initiativ/staatspreis-baukultur-2020/

https://www.ekiwiesloch.de/content/e7823/

 

 

 


Diakonie Hessen, EKHN und EKKW starten Corona-Spendenaktion

 

(Darmstadt/ekhn) - Unter dem Titel „Corona-Nothilfe gegen Armut“ startet die Diakonie Hessen gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) eine neue Spendenaktion. In Ergänzung zu vielfältigen lokalen Aktivitäten werden Mittel gesammelt, um die etwa 27.000 Personen, die von Kirche und Diakonie regelmäßig in Form von Lebensmitteln, warmen Mahlzeiten oder Gutscheinen Unterstützung erhalten, bei den aktuellen Kontakteinschränkungen nicht alleine zu lassen. „Wir bleiben nicht gleichgültig, wenn Mitmenschen an den Rand gedrängt werden. Alle, die von Armut betroffen sind, brauchen jetzt dringend unsere Unterstützung“, so der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Carsten Tag. „Ich bitte sie daher: Helfen Sie mit, schnell und direkt. Und da, wo derzeit Hilfe nötig ist.“

 

Die Spenden werden aus einem Matching Fund verdoppelt. Aktuell stehen hierfür bereits 30.000 Euro zu Verfügung „Wir werden die eingehenden Mittel möglichst schnell und unbürokratisch an Einrichtungen der regionalen Diakonie wie Tafeln, Tagesstätten für wohnungslose Menschen und die Bahnhofsmissionen weiterleiten, damit vor Ort dem konkreten Bedarf entsprechend agiert werden kann“, so der Abteilungsleiter für Existenzsicherung bei der Diakonie Hessen, Stefan Gillich. Mit den Spenden und weiteren Fördermitteln sollen nun ausfallende Lebensmittelspenden ersetzt werden. Damit werden Lebensmittel zugekauft bzw. den Hilfebedürftigen ermöglicht, Lebensmittel einzukaufen. Der monatliche Gesamtbedarf für diese Nothilfen wird in der Diakonie Hessen auf über 500.000 Euro beziffert.

 

Die Diakonie Hessen bittet daher gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirchen von Kurhessen-Waldeck alle, die es trotz der derzeitigen Einschränkungen ermöglichen können, sich an dieser Spendenaktion zu beteiligen. Spenden können per Banküberweisung, PayPal oder Sofortüberweisung veranlasst werden:

 

Diakonie Hessen

DE12 5206 0410 0004 0506 06 (Evangelische Bank)

Kennwort: Corona-Nothilfe

Online-Spende (www.nothilfe.diakonie-hessen.de)


Umzug ins Digitale – Senioren reagieren souverän

 Auf die coronabedingten Kontaktverbote reagieren viele Seniorinnen und Senioren fortschrittlich und kreativ: Derzeit verzeichnen alle digitalen Schulungsformate des Digital-Kompass starke Zuwächse. Deutschland sicher im Netz plant zusätzliche Online-Formate.

 

(Berlin/pm) – Der Digital-Kompass befähigt bereits seit 2015 ältere Menschen zur sicheren Teilhabe an der Digitalisierung. An über 50 Standorten deutschlandweit werden Wissensvermittler im direkten Dialog für digitale Alltagsfragen in der Seniorenarbeit fit gemacht.

 

In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten müssten diese Wissensvermittler in Senioreninternetcafés, Seniorenbüros oder Mehrgenerationenhäusern eigentlich vor einem Problem stehen. Die Realität überrascht jedoch mit einer hohen Akzeptanz von digitalen Lösungen.

 

Bits und Bytes statt Kaffee und Kuchen

Das Leben in den Internetstandorten des Digital-Kompass war vor der Corona-Pandemie von Kaffeeduft, Nähe und viel persönlicher Interaktion geprägt – gemeinsam am Bildschirm oder dem Smartphone. Nun, in Zeiten von sozialer Distanz, verlagert sich vieles in die digitalen Kanäle.

 

„Ältere Menschen wünschen sich, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben – dies gilt besonders in Zeiten der Isolation“, so Joachim Schulte, Projektleiter des Digital-Kompass beim Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN). „Derzeit beobachten wir, dass unsere Online-Veranstaltungen einen starken Zuwachs erhalten: Mittlerweile hängen wir mit bis zu 50 Teilnehmern jenseits des Renteneintritts gleichzeitig in unseren Online Vorträgen, Digitalen Stammtischen und Online Sprechstunden, deshalb werden wir das jetzt noch weiter ausbauen.“

 

Auch erfahrene Wissensvermittler an den Digital-Kompass Standorten reagieren mit Gelassenheit und Zuversicht auf die aktuelle Lage. „Wir nutzen jetzt alle digitalen Möglichkeiten, die wir in entspannten Zeiten geübt haben. Unser Mittwochstreff erfolgt über Skype und wir nutzen die vielfältigen Angebote des Digital-Kompass. Unsere Teilnehmer haben keine Langeweile und fühlen sich nicht einsam. Das schönste für mich ist, dass wir Ältere den Großteil der Ideen, die der Digital-Kompass heute anbietet, selbst entwickelt haben.“ erläutert Klaus Heidrich, Standort-Koordinator aus Neu Schloen in Mecklenburg-Vorpommern.

 

 

Online und doch persönlich: Webinare sind unter Senioren gefragt

„Der Bedarf älterer Menschen an digitaler Teilhabe steigt enorm”, stellt Joachim Schulte fest. “Das spüren wir täglich in unserer Arbeit. Noch vor kurzem war ein Livestreaming, ein Webinar oder eine Videokonferenz für viele Ältere eine technische Spielerei: Heute ist es eine zwingende Voraussetzung, um sich weiterhin fortzubilden und auszutauschen.“

 

Doch auch offline geht es weiter: Insgesamt plant DsiN zusammen mit den Co-Initiatoren des Digital-Kompass, der BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen und der Verbraucher Initiative mit Förderung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz deutschlandweit 75 Digital-Kompass-Standorte auszubauen, an denen schon bald wieder der persönliche Austausch bei Schulungen vor Ort stattfinden wird.

 

Parallel wird im Hause Deutschland sicher im Netz ein digitales Marktplatzformat des Projekts Digitaler Engel getestet. Der Digitale Engel unterstützt normalerweise ältere Menschen alltagsnah und persönlich in ihren Wohnorten. Schon kommende Woche soll das neue Online-Format mit dem Titel „Marktplatz digital“ an den Start gehen.

 

 

2. April: Die nächste digitale Chance für Senioren

Als nächsten größeren Termin hat der Digital-Kompass die Konferenz „Alles rund ums Geld“ ins Internet verlegt. Zu den Vortragenden gehören unter anderem Pierre du Bois von ebay Kleinanzeigen, Martin Stein vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband und Dr. David Stachon von Generali Deutschland.

 

 

Termin: Donnerstag, 2. April ab 10:00 Uhr

 

Die Teilnahme ist auch hier sowohl telefonisch als auch über das Internet möglich:

 

https://dsin.clickmeeting.com/rund-ums-geld

 

(optional: über Telefon: +49 (157) 3598-9002 | Teilnehmer-PIN 822918553#)

 

Agenda:

https://www.digital-kompass.de/termine/themenquartal-rund-ums-geld

 

Über den Digital-Kompass

Der Digital-Kompass stellt kostenfreie Angebote für Seniorinnen und Senioren rund um Internet und Co. bereit. Derzeit entstehen 75 Standorte, an denen Internetlotsen älteren Menschen ermöglichen, digitale Angebote auszuprobieren. Der Digital-Kompass ist ein Projekt der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) und Deutschland sicher im Netz e.V. in Partnerschaft mit der Verbraucher Initiative und wird gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. www.digital-kompass.de

 

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Über Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)

DsiN bietet konkrete Hilfestellungen für einen sicheren und selbstbestimmten Umgang mit dem Internet. In Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern und Partnern erreicht DsiN monatlich über 100000 Menschen im Dialog und ermuntert sie zum Mitmachen. Schirmherrn von DsiN ist der Bundesinnenminister. www.sicher-im-netz.de

 

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Über die BAGSO

 

Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen vertritt über ihre 120 Mitgliedsorganisationen viele Millionen ältere Menschen in Deutschland. Mit ihren Publikationen und Veranstaltungen – dazu gehören auch die alle drei Jahre stattfindenden Deutschen Seniorentage – wirbt die BAGSO für ein möglichst gesundes, aktives und engagiertes Älterwerden. www.bagso.de

 


Große Mehrzahl der amtierenden Ratsmitglieder nimmt Übergangsmandat an

Gremien übernehmen auch in „Zwischenzeit“ Verantwortung

Foto: bt
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(Trier/bt) – Der überwiegende Teil der bisherigen Gremienmitglieder bleibt für eine Übergangszeit im Amt. Das hat die Abfrage aller Pfarreien-, Pfarrgemeinde- und Kirchengemeinderäte sowie der Verbandsvertretungen im Bistum Trier ergeben. Verwaltungsräte waren von dieser notwendigen Klärung nicht betroffen. Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg hatte die Frauen und Männer Ende 2019 in einem Brief gebeten, auch über die reguläre Amtszeit hinaus mit einem sogenannten Übergangsmandat weiter in der Verantwortung zu bleiben. Diese Bitte war infolge der Aussetzung des Umsetzungsgesetzes durch die römische Kleruskongregation notwendig geworden (siehe www.bistum-trier.de/heraus-gerufen/einblicke/zeitung-einblicke-3-oktober-2019/einblicke-iii-6-pfarreiengemeinschaft-im-uebergang/). Im Bistum Trier sind rund 10.000 Menschen ehrenamtlich in den verschiedenen Gremien engagiert.

 

Dr. Carola Fleck, im Bischöflichen Generalvikariat zuständig für die Räte, teilte im März mit, lediglich 10 Prozent aller amtierenden angeschriebenen Ratsmitglieder hätten ihr Mandat schriftlich zurückgegeben. „Dazu gehören sicher auch viele, die ohnehin geplant hatten, ihre Tätigkeit im Rat zu beenden“, schätzt die Referentin für die Räte. Gut 60 Prozent derer, die sich zurückgemeldet haben, hätten das Übergangsmandat durch die ausdrückliche schriftliche Annahme bekräftigt: „Das zeigt uns, dass auch in dieser Übergangszeit viele Frauen und Männer bereit sind, Verantwortung für das kirchliche Leben im Bistum zu übernehmen – das ist ein gutes Zeichen.“ Etwa ein Viertel der angeschriebenen amtieren Ratsmitglieder habe sich nicht zurückgemeldet; damit gilt das Übergangsmandat als angenommen. Auf dieses vereinfachte Verfahren zur Annahme der Mandate hatte der Generalvikar in seinem Schreiben ausdrücklich hingewiesen.

 

Lediglich sieben Pfarrgemeinde-, ein Kirchengemeinde- und ein Pfarreienrat in acht unterschiedlichen Dekanaten hätten ihre Ämter komplett niedergelegt. Hier greifen die gültigen Regelungen im Bistum, nach denen der Generalvikar anstelle des zurückgetretenden Kirchengemeinderates einen Verwalter beauftragt hat. Die zurückgetretenen Pfarrgemeinde- und Pfarreienräte werden derzeit nicht nachgewählt.

 

Fleck dankte allen Frauen und Männern, die sich auch weiterhin engagieren wollen, sowie den zuständigen Personen in den Dekanaten, die die Abfragen vor Ort übernommen hatten: „Gerade die Frauen und Männern in den Gremien sind wichtige ‚Gesichter der Kirche vor Ort‘. Dass sie durch die Annahme der Übergangsmandate zeigen, dass sie weitermachen, ist ein starkes Signal.“

 

Zwar können die Gremien aktuell wegen der Einschränkungen durch die Corona-Krise nicht tagen. Der Generalvikar des Bistums Trier, Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, bittet die gewählten Mandatsträgerinnen und –träger jedoch, gemeinsam mit den Seelsorgeteams auf andere Weise auch im diakonischen Bereich zu überlegen, wo gerade jetzt tatkräftige Hilfe nötig und möglich ist; etwa durch Nachbarschaftshilfe, Telefonkontakt zu Alleinstehenden oder Personen in Quarantäne.

 


Beratungen und Dienste der Diakonie M-V sind weiterhin telefonisch und elektronisch erreichbar

Ansprechbar bleiben trotz Abstandsgebot

(Schwerin/dmv) - Die Beratungsstellen der Diakonie Mecklenburg-Vorpommern sind für alle Menschen weiterhin telefonisch und elektronisch erreichbar, auch wenn die Beratungsstellen aktuell für den Publikumsverkehr geschlossen sind. „Die Sorgen der Menschen verschwinden schließlich nicht mit der Corona-Krise,“ betont Landespastor für Diakonie Paul Philipps. Derzeit stellen sich die Menschen vielmehr zusätzliche Fragen: Wie mit existentiellen Nöten umgehen, wenn der Betrieb geschlossen oder jemand beruflich besonders gefordert ist (z. B. in der Pflege)? Was tun, wenn die Unzufriedenheit mit der Situation steigt oder Streit zu eskalieren droht? Wie mit den eigenen Ängsten oder zunehmender Einsamkeit umgehen? Und wie bloß als Familie die zusätzliche Belastung von Kinderbetreuung und Schulaufgaben stemmen?

 

Um es vor allem Menschen leichter zu machen, die bislang zu keiner diakonischen Beratungsstelle Kontakt hatten, hat die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern zentrale Anlaufstellen geschaffen. „Hier nehmen wir uns der Fragen der Menschen an und helfen ihnen, bei Bedarf spezialisierte Dienste in Anspruch zu nehmen,“ erläutert Philipps.

 

Die Angebote der Beratungsdienste sind für alle Menschen im Land kostenfrei. Sie können telefonische Beratungsgespräche vereinbaren, teilweise auch per gesicherter E-Mail oder Video.

 

Übersicht Beratungszentren

 

 

 

Unsere professionellen Beraterinnen und Berater stehen allen Menschen zur Seite, die Hilfe brauchen. Diese können dazu unabhängig vom Wohnort in sämtlichen der folgenden Beratungszentren anrufen:

 

 

 

Röbel                           (03 99 31) 5 53 41

 

Neustrelitz                   (03 981) 2 39 91 40

 

Rostock                       (03 81) 2 77 57

 

Rostock                       (03 81) 71 30 08

 

Bad Doberan                (0 3 82 03) 6 31 24

 

Bützow                        (0 3 84 61) 59 93 37 (neue Telefonnummer)

 

Schwerin                      (0 3 85) 5 50 75 00

 

Parchim                       (0 38 71) 42 07 17

 

Wismar                        (0 38 41) 39 42 38 20

 

Greifswald                   (0 38 34) 89 76 22

 

Stralsund                     (0 38 31) 38 49 01

 

Ludwigslust                  (0 38 74) 2 10 65

 

as Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Landesverband) ist mit über 15.500 hauptamtlichen und über 2.200 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in rund 1.000 gemeinnützigen Einrichtungen und Diensten einer der größten Wohlfahrtsverbände in Mecklenburg-Vorpommern. Das Betätigungsfeld reicht u. a. von der Kinder- und Jugendhilfe, der Familien- und Altenhilfe über vielfältige Beratungs- und Behandlungsangebote, der Gefährdetenhilfe und Behindertenhilfe bis hin zu den Freiwilligendiensten und der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. ist ein rechtlich selbstständiges Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

 

 

 


Kirchenpräsident Jung gratuliert EKD-Ratsvorsitzendem Bedford-Strohm zum 60. Geburtstag

„Theologe mit Energie, Klarheit und Freundlichkeit“

 (Darmstadt/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), in einem persönlichen Schreiben zum 60. Geburtstag (30. März) gratuliert.

 

Jung bezeichnete den Ratsvorsitzenden in dem Glückwunschschreiben als Theologen „mit Energie, Klarheit und Freundlichkeit“. Als Ratsvorsitzender sei er eine starke Stimme der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der Öffentlichkeit. Er trete immer wieder dafür ein, sich aus dem Glauben an Jesus Christus besonders an die Seite schwacher und verwundbarer Menschen zu stellen. Er wünsche Bedford-Strohm auch in Zukunft „viel Gestaltungskraft, Lebensfreude und Glaubenszuversicht“.

 

Kirchenpräsident Volker Jung gehört seit 2015 dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.

 

Heinrich Bedford-Strohm ist seit sechs Jahren Ratsvorsitzender der EKD. 2011 wurde er Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Zuvor war er von 2004 an Professor für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen an der Universität Bamberg. Bedford-Strohm wurde am 30. März 1960 im bayerischen Memmingen geboren. Er ist verheiratet und hat drei Söhne.

 


ZDF-Fernsehgottesdienst im Zeichen von Corona:

Kirchenpräsident spricht über die Hoffnung in der Krise

TV-Feier aus Ingelheim am Rhein – Gebete von Zuschauern live eingesprochen

 

(Darmstadt/ekhn) - Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, hat am Sonntag (28. März) im ZDF-Fernsehgottesdienst zu gesellschaftlicher Solidarität aufgerufen und dazu ermutigt, angesichts der Corona-Epidemie die Hoffnung nicht zu verlieren. Vielen Menschen sei gegenwärtig besonders bewusst geworden, „wie zerbrechlich und bedroht das Leben sein kann", sagte Jung in der Übertragung aus der Ingelheimer Saalkirche unter dem Titel „Nur Mut!". So seien Menschen von den Folgen der Krankheit und dem Tod bedroht. Berufliche Existenzen stünden auf dem Spiel. Jetzt sei es besonders wichtig, solidarisch zu handeln. Besonders das Gebet könne Hoffnung geben und die Kraft zur Geduld.

 

In der Coronakrise sind Nächstenliebe und Geduld gefragt

 

Jung ging in seiner Predigt auch auf die wirtschaftlichen Befürchtungen, die Belastungen in Medizin und Pflege sowie die politischen Herausforderungen ein. Jung: „Da wissen manche nicht, wie es danach, wenn alles überstanden ist, weitergehen soll, weil die Betriebe geschlossen sind: Gastronomen, Handwerker, Landwirte, Unternehmerinnen und Unternehmer und viele andere. Da ist jetzt schon viel Geduld, sehr viel Geduld. Und es ist auch für alle nicht einfach, die gerade jetzt unendlich gefordert sind – in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, in den Geschäften, die offen bleiben, in den Rettungsdiensten, in Beratung und Seelsorge, in der Forschung, in der Politik. Und bei denen, die ganz ungewohnte Situationen bewältigen müssen – in Kindertagesstätten und Schulen. Sie alle brauchen viel Geduld, viel Kraft und sie brauchen Solidarität – jetzt und in der Zeit danach. Ich bin dankbar in einer Gesellschaft zu leben, die darum ringt, gerade die Schwachen und besonders Verwundbaren zu schützen. Diesen Weg müssen wir weitergehen. Es ist der Weg der Nächstenliebe und das ist ein Weg der Geduld."

 

Kraft zum Aus- und Durchhalten

 

Mit Hoffnung und Geduld, so Jung, könne die Gesellschaft jetzt viel erreichen. Es sei aber nötig, dass Hoffnung und Geduld immer wieder neu gestärkt werden. Dies geschehe, indem Menschen sich betend für Kraft öffnen, die von Gott kommt. Jung: „Durch das Gebet und im Gebet sind wir in einer weltweiten Gemeinschaft miteinander verbunden. Lassen Sie uns miteinander und füreinander beten!"

 

Der Predigt legte Kirchenpräsident Jung die Worte des Apostels Paulus aus dem Brief an die Gemeinde in Rom zugrunde: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet." (Römer 12,12)

 

Hintergrund ZDF-Fernsehgottesdienst

 

Neben Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung gestaltete die Ingelheimer Pfarrerin Anne Waßmann-Böhm werden die Feier. Noch während der laufenden Sendung konnten Zuschauerinnen und Zuschauer ihre Gebetsanliegen über die Mailadresse Gebetsanliegen@ekhn.de in den Gottesdienst senden. Sie wurden dann live in die Fürbitten aufgenommen. In den kommenden Wochen soll die Saalkirche im rheinhessischen Ingelheim zum festen Drehort aller evangelischen Fernsehgottesdienste werden. Das ZDF-Gottesdienst-Team stellt seine Reisen quer durch Deutschland angesichts der Coronakrise bis auf Weiteres ein.

 

Mehr Informationen:

 

www.zdf.fernsehgottesdienst.de

 

 

Wortlaut

 

Predigt ZDF-Gottesdienst Ingelheim / 29. März 2020 / Kirchenpräsident Volker Jung

 

Die Gnade unserer Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes, die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen! Amen

 

„Andrá tutto bene" – alles wird gut! Mit diesen Worten, liebe Fernsehgemeinde, machen sich zurzeit die Menschen in Italien Mut. Abends singen sie auf den Balkonen. Sie bleiben zuhause, halten Abstand und verbinden sich mit Liedern, um die Hoffnung stark zu machen. Das ist sehr beeindruckend.

 

Auch hier in Deutschland gibt es seit Tagen ähnliche Aktionen. Musikerinnen und Musiker haben sich im Internet verabredet und spielen gemeinsam die Ode an die Freude.

 

Menschen singen abends zu einer verabredeten Zeit „Der Mond ist aufgegangen" – mit den zurzeit besonders berührenden Zeilen „Verschon uns Gott mit Strafen und lass uns ruhig schlafen. Und unsern kranken Nachbarn auch."

 

Mittlerweile läuten an vielen Orten auch die Glocken zu fest verabredeten Zeiten. In dieser Zeit rufen sie Menschen nicht zusammen – hinein in die Kirchen. Aber sie laden ein zum Gebet. Und so sind dann die Gebete der vielen einzelnen Menschen in ihren Wohnungen ein gemeinsames Gebet.

 

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet." (Römer 12,12) Das hat der Apostel Paulus vor fast zweitausend Jahren an die junge Christengemeinde in Rom geschrieben. Da wurde keine Pandemie bekämpft. Aber das Gefühl, wie zerbrechlich und bedroht das Leben sein kann, war den Menschen damals nicht fremd.

 

Gegen Krankheiten gab es ohnehin viel weniger Möglichkeiten als heute. Fast jede Krankheit konnte schnell lebensbedrohlich werden.

 

Bedroht waren die Christinnen und Christen aber auch, weil sie damit rechnen mussten, wegen ihres Glaubens verfolgt zu werden. Es war ihnen bewusst, dass ihnen manchmal gar nichts anderes blieb, als sich in ihre Häuser zu verkriechen.

 

Leben kann so vielfältig bedroht sein. Das schienen wir fast vergessen zu haben. Der Gemeinde in Rom stand das jeden Tag vor Augen.

 

I.

 

Mitten hinein in das bedrohte Leben dann diese Worte: „Seid fröhlich in Hoffnung!" Das ist sogar noch mehr als „Alles wird gut!". Denn manchmal wird eben nicht alles gut. Wir sehen und erleben das auch jetzt.

 

Für manche Menschen bedeutet es, dass Covid-19 den Tod bringt. Aus Italien erreichen uns eben nicht nur die Bilder der singenden Menschen auf den Balkonen, sondern auch die Bilder überfüllter Krankenhäuser und verzweifelter Menschen.

 

„Seid fröhlich in Hoffnung." Als Paulus das schrieb, wusste er auch, dass es für manche nicht einfach gut ausgehen würde. Er wusste es auch nicht für sich selbst, weil er immer wieder in Gefahr und Not war. Und trotzdem schreibt er: Seid fröhlich in Hoffnung!

 

Warum? Weil Gott ein Gott des Lebens ist und nicht des Todes. Davon war Paulus überzeugt, das hat er geglaubt: Gott hat dem Leben den Tod nicht erspart. Aber er hat dem Tod die Macht genommen. Denn Gott hat Jesus Christus nicht im Tod gelassen. Jesus ist nicht in dieses Leben zurückgekehrt. Aber er ist uns nah, an unserer Seite – in allem, was wir erleben.

 

Diesen Glauben, den Grund seiner Hoffnung, hat er in die wunderbaren Worte gefasst, die auch im Brief an die Gemeinde in Rom stehen: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, unserem Herrn." (Römer 8,37-39)

 

Wer so glaubt, sagt sich und anderen: Du bist unauflöslich mit der Liebe Gottes verbunden. Was auch immer geschieht, du wirst aufgefangen von der Hand eines liebenden Gottes. Gott, der das Leben geschenkt hat, gibt dich nicht der Macht des Todes preis.

 

„Alles wird gut." Das können wir nicht immer so sagen. Manches ist nicht gut und wird nicht gut. Und manches ist und bleibt wirklich sinnlos. Aber die Hoffnung, die alles übersteigt, legt auch das Sinnlose in Gottes Hand und vertraut es Gott an: Gottes Gerechtigkeit und Gottes Liebe.

 

II.

 

Und diese Hoffnung vertröstet aber nicht einfach auf das, was danach kommt. Sie ist und bleibt Hoffnung auch hier und jetzt. Sie wendet sich nicht ab, wenn Menschen in Not sind und Hilfe brauchen. Deshalb: Seid fröhlich in Hoffnung! Und: Seid geduldig in Trübsal!

 

Was das bedeutet, müssen wir vielleicht gerade jetzt lernen. Wir merken, dass es Dinge gibt, die wir nicht mal einfach so in den Griff bekommen. Alle, die entscheiden müssen, haben nicht einfach und sofort ein Konzept in der Tasche. Die Entwicklung eines Impfstoffes oder eines wirksamen Medikamentes braucht Zeit.

 

Jetzt müssen wir alles tun, um möglichst viele Neuinfektionen zu vermeiden. Und dabei merken wir: Das ist auch nicht auf Abruf machbar. Das Corona-Virus hat unser Leben empfindlich unterbrochen.

 

Manche denken: Das ist auch gut, daraus können wir vielleicht vieles lernen. Es ist gut, dass wir uns gerade jetzt darauf besinnen, was wirklich wichtig ist. Ja, das ist sicher richtig.

 

Aber dabei dürfen wir die nicht übersehen, die es jetzt besonders schwer haben.

 

Da sitzt jemand ganz alleine in seiner Wohnung und fühlt sich abgeschnitten und isoliert von allen.

 

Da wird jemand beatmet und kein Angehöriger darf in die Nähe und fürchtet ein einsames Sterben.

 

Da wissen manche nicht, wie es danach, wenn alles überstanden ist, wirtschaftlich weitergehen soll, weil die Betriebe geschlossen sind oder alles nur eingeschränkt läuft: in der Gastronomie, im Handwerk, in der Landwirtschaft, in Unternehmen und Einrichtungen.

 

Da ist jetzt schon viel Geduld, sehr viel Geduld gefragt.

 

Und es ist für alle nicht einfach, die gerade jetzt unendlich gefordert sind – in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, in den Geschäften, die offen bleiben, in den Rettungsdiensten, in Beratung und Seelsorge, in der Forschung, in der Politik.

 

Und bei denen, die ganz ungewohnte Situationen bewältigen müssen – in Kindertagesstätten und Schulen, in unseren Familien. Sie alle brauchen viel Geduld, viel Kraft und sie brauchen Solidarität – jetzt und in der Zeit danach.

 

Ich bin dankbar, in einer Gesellschaft zu leben, die auch in einer so schwierigen Situation darum ringt, gerade Schwache und besonders Verwundbare zu schützen. Diesen Weg müssen wir weitergehen. Es ist Weg der Nächstenliebe und es ist so ein Weg der Geduld.

 

Dabei können, ja müssen wir einander helfen und unterstützen. Es gibt so viele großartige Initiativen, die Einkaufshilfe organisieren und zeigen, dass niemand allein sein muss. Und manchmal hilft in allem auch der kleine Humor zwischendurch. Denn gibt es auch jetzt. Nicht umsonst heißt es: Geduld und Humor sind Kamele, die durch die Wüste tragen.

 

III.

 

Wir können auch jetzt viel erreichen. Hoffnung, Geduld (und auch Humor) kommen aber nicht nur aus uns selbst. Damit sie in uns bleiben und uns immer neu erfüllen, ist es gut, auch das Dritte zu hören, das Paulus hinzufügt: Seid beharrlich im Gebet.

 

Vielleicht sind jetzt manche bei unserem Gottesdienst dabei, die denken: Ich habe schon lange nicht mehr gebetet. Oder andere, die sagen: Ja, in diesen Tagen, hatte ich manches Stoßgebet im Herzen.

 

Wie auch immer Sie beten: Beten tut gut, Beten hilft, Beten gibt Kraft. Das Gebet ist der Ort, wo ich das vor Gott ausbreite, was mich im Innersten bewegt: meine Sehnsucht, meine Wünsche, meine Sorge, meine Angst, meine Fragen. Wenn ich bete, dann sage ich Gott oft das, was ich nicht verstehe und begreife. Ich vertraue Gott Menschen an, um die ich mich besonders sorge. Und ich bitte Gott um seinen Schutz und seine Beistand für mich und für andere.

 

Ja, und durch das Gebet, im Gebet sind wir in einer weltweiten Gemeinschaft miteinander verbunden. Lassen Sie uns miteinander und füreinander beten – gerade jetzt und hier und heute.

 

Wir haben am Anfang des Gottesdienstes dazu eingeladen, dass Sie uns ihre Gebete zu schicken. Viele sind bei uns eingetroffen. Wir werden sie gleich in den Fürbitten aufnehmen.

 

Und sie können uns gern auch jetzt noch Ihr Gebet zusenden. Die Adresse ist gerade noch einmal eingeblendet.

 

Drei möchte ich jetzt schon vorlesen. Sie werden mir gerade gebracht:

 

[ ...]

 

Ja, es ist gut, wenn wir so aneinander denken und miteinander beten. Gott ist uns nah ist und hört unsere Gebete.

 

Lassen Sie uns beherzigen, was Paulus sagt – heute, in der kommenden Woche und der Zeit, die vor uns liegt: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet."

 

Und der Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen

 


Isolierte Familien unter Druck: SOS-Kinderdorf warnt davor, Familien in Zeiten von Corona allein zu lassen

Foto: sos
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(München/sos) Wie viele andere Länder befindet sich Deutschland derzeit im Ausnahmezustand. Die weltweite Corona-Pandemie hat drastische politische Maßnahmen erforderlich gemacht, die soziale Kontakte stark einschränken: Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen sind geschlossen, Eltern arbeiten im Homeoffice oder sind von Kürzungen der Arbeitszeit betroffen. Familien verbringen auf einmal viel Zeit miteinander in ihren vier Wänden, nahezu isoliert von der Außenwelt und oftmals begleitet von finanziellen Sorgen. Das kann zu erheblichen familiären Belastungen führen, gerade wenn Familien bereits vorher unter Druck standen. Diese Situation kann für zahlreiche Kinder und Jugendliche zudem auch Gefahren bergen: Sie sind physischen und psychischen Übergriffen teilweise schutzlos ausgeliefert. Um häusliche Gewalt gar nicht erst entstehen zu lassen, hilft SOS-Kinderdorf auch durch den Ausbau digitaler Angebote, Familien zu Hause weiterhin zu unterstützen.

 

Mit der Ausbreitung des Coronavirus und den daraus resultierenden Isolations- und Quarantänemaßnahmen wird das familiäre Umfeld wichtiger als je zuvor. Doch nicht alle Familien können mit Ausnahmesituationen angemessen umgehen und nicht für alle Kinder ist ein sicheres Zuhause selbstverständlich. Die aktuelle Lage kann die Situation gerade von bereits belasteten Familien verschärfen. Wenn Probleme in der Isolation zuhause eskalieren, leiden darunter vor allem Kinder. Es darf nicht sein, dass gerade jetzt mehr Kinder in Deutschland durch die Ämter in Obhut genommen werden müssen.

 

Ein wichtiger Pfeiler der Arbeit von SOS-Kinderdorf e.V. ist es, Familien zu unterstützen und zu stärken, damit sie für ihre Kinder Geborgenheit und ein sicheres Zuhause schaffen. Diese Arbeit hält der Verein auch in der Krisenzeit aufrecht und verstärkt jetzt sein Angebot im offenen Bereich, den ambulanten Hilfen wie der Beratung, digital und telefonisch. Je nach Standort und den dortigen Möglichkeiten helfen zum Beispiel Ansprechpartner*innen über lokale Telefon-Hotlines oder in virtuellen Beratungszentren.

 

„Aus Sicht von SOS-Kinderdorf ist es unerlässlich, dass alle Unterstützungsmaßnahmen für Familien vor Ort erreichbar bleiben. Dies gilt allem voran im Bereich des Kinderschutzes. Aber auch niederschwellige Beratungsangebote von Familienzentren sind im Moment notwendiger denn je. Familien durch diese Krisenzeit zu begleiten und damit Kinder in der unvorhergesehenen Lebenssituation zu stärken muss höchste Priorität haben“, mahnt die stellv. Vorstandsvorsitzende des SOS-Kinderdorf e.V., Dr. Birgit Lambertz. 

„Wir begrüßen deshalb die Bestrebungen der Bundesregierung und des BMFSFJ, die Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Sozialschutzpaket abzusichern und fordern, die Regelungen schnell, unbürokratisch und zum Wohl von jungen Menschen und ihren Familien umzusetzen“, so auch Dr. Kay Vorwerk, Vorstandsvorsitzender des deutschen Kinderdorfvereins.

 

Alle neuen Angebote der SOS-Einrichtungen, sowie hilfreiche Tipps und Informationen für Familien in Zeiten von Corona finden Sie hier: https://www.sos-kinderdorf.de/portal/ueber-uns/news/coronavirus-informationen--tipps-und-vieles-mehr

 

 Der SOS-Kinderdorf e.V.:

 

SOS-Kinderdorf bietet Kindern in Not ein Zuhause und hilft dabei, die soziale Situation benachteiligter junger Menschen und Familien zu verbessern. In SOS-Kinderdörfern wachsen Kinder, deren leibliche Eltern sich aus verschiedenen Gründen nicht um sie kümmern können, in einem familiären Umfeld auf. Sie erhalten Schutz und Geborgenheit und damit das Rüstzeug für ein gelingendes Leben. Der SOS-Kinderdorfverein begleitet Mütter, Väter oder Familien und ihre Kinder von Anfang an in Mütter- und Familienzentren. Er bietet Frühförderung in seinen Kinder- und Begegnungseinrichtungen. Jugendlichen steht er zur Seite mit offenen Angeboten, bietet ihnen aber auch ein Zuhause in Jugendwohngemeinschaften sowie Perspektiven in berufsbildenden Einrichtungen. Ebenso gehören zum SOS-Kinderdorf e.V. die Dorfgemeinschaften für Menschen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen. In Deutschland helfen in 39 Einrichtungen insgesamt über 4.248 Mitarbeiter. Der Verein erreicht und unterstützt mit seinen Angeboten rund 107.000 Kinder, Jugendliche und Familien in erschwerten Lebenslagen. Darüber hinaus finanziert der deutsche SOS-Kinderdorfverein 117 SOS-Einrichtungen in 36 Ländern weltweit.

 

Mehr Informationen unter www.sos-kinderdorf.de

 


Coronakrise im Blick – Zuschauer-Gebete werden live in Feier aus Ingelheim übernommen

„Nur Mut!“: ZDF-Gottesdienst mit Volker Jung

(Darmstadt/ekhn) - „Nur Mut!“ - so lautet der Titel des bevorstehenden ZDF-Fernsehgottesdienstes am kommenden Sonntag (29. März) um 9.30 Uhr aus der Evangelischen Saalkirche in Ingelheim. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung und die Ingelheimer Pfarrerin Anne Waßmann-Böhm werden die Feier gestalten.

 

Coronakrise begegnen

Im Zentrum des evangelischen Gottesdienstes stehen die aktuellen Herausforderungen der Coronakrise. Kirchenpräsident Jung wird in seiner Predigt die derzeit unsichere und angsterfüllte Situation vieler Menschen in den Blick nehmen. Dem will er das Wort des Apostels Paulus gegenüberstellen „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“

 

Gebete live einsenden

Noch während der laufenden Sendung sollen Zuschauerinnen und Zuschauer ihre Gebetsanliegen über die Mailadresse Gebetsanliegen@ekhn.de in den Gottesdienst senden. Sie werden dann live in die Fürbitten aufgenommen.

 

Zeichen der Verbundenheit setzen

Weil deutschlandweit derzeit alle öffentlichen Gottesdienste ausfallen müssen, wird das Angebot von Fernseh- und Rundfunkgottesdiensten umso wichtiger. So wird der ZDF-Gottesdienst aus der Saalkirche zwar ohne Gemeinde stattfinden, will aber dennoch ein Zeichen der Verbundenheit und der Ermutigung in der Krise setzen.

 

Ingelheim wird fester ZDF-Drehort

In den kommenden Wochen soll die Saalkirche im rheinhessischen Ingelheim übrigens zum festen Drehort aller evangelischen Fernsehgottesdienste werden. Das ZDF-Gottesdienst-Team stellt seine Reisen quer durch Deutschland angesichts der Coronakrise bis auf Weiteres ein.

 

Mehr Informationen:

www.zdf.fernsehgottesdienst.de

 


Gemeinsame Presseerklärung der Katholischen und der Evangelischen Kirchen im Saarland und des Ministerpräsidenten

Kirchenglocken läuten zum Gebet und als Zeichen der Verbundenheit

Foto: bt
Foto: bt

 

(Saarbrücken/Trier/Speyer/bt) – Die beiden katholischen Bistümer im Saarland und die beiden evangelischen Kirchen im Saarland setzen in Zeiten der Kontaktsperre wegen Corona ein Zeichen der Ermutigung und der Verbundenheit. Ab sofort werden jeden Abend um 19.30 Uhr die Kirchenglocken läuten – bei Kirchen, die das aus organisatorischen Gründen nicht schaffen, zumindest sonntags um 19.30 Uhr.

 

Die Bistümer Speyer und Trier sowie die Evangelische Kirche der Pfalz und die Evangelische Kirche im Rheinland rufen ihre Gemeinden zum gemeinsamen Geläut für etwa fünf Minuten auf. Ziel ist es, in der Kontaktsperre ein hörbares Zeichen der christlichen Gemeinschaft, des gegenseitigen Trosts und der Ermutigung in der Öffentlichkeit zu setzen.

 

Alle sind eingeladen, in dieser Zeit auch eine Kerze ins Fenster zu stellen. “Alle Saarländerinnen und Saarländer, die sich an der Aktion beteiligen möchten, können beispielsweise ein Vaterunser beten”, schlägt Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann vom Evangelischen Büro im Saarland vor. "Neben Gebeten zur Corona-Krise, können sie auch einfach für Menschen bitten, die ihnen lieb sind, die krank sind oder die mithelfen, in dieser schwierigen Zeit die sogenannte 'kritische' Infrastruktur am Leben zu erhalten.” Ordinariatsdirektorin Katja Göbel vom Katholischen Büro verwies auf die Webseiten der Kirchengemeinden: “Dort gibt es Texte mit guten Gedanken zum Umgang mit der Krise und zur persönlichen Ermutigung in dieser Krise.”

 

Der Präses der Evangelische Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski betont: "Ich finde es wichtig, dass in Zeiten, in denen das Zusammensein nicht möglich ist, Gemeinsames getan wird: Andacht halten und Beten. Dass dies mit einem gemeinsamen Läuten vieler Kirchenglocken im Saarland verbunden ist, ist ein sehr schönes ökumenisches Zeichen." Der Bischof des Bistums Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, fügte hinzu: “Mit dem Glockenläuten wollen wir ein sicht- und hörbares Zeichen der Gemeinschaft im Glauben und der Hoffnung und ein Zeichen der Solidarität mit allen von der Krise besonders Betroffenen setzen.”

 

Der saarländische Ministerpräsident, Tobias Hans, begrüßt und unterstützt diese Initiative der christlichen Kirchen: „Gerade in diesen schwierigen Zeiten brauchen wir Formen, die für alle erlebbar machen, dass wir im Saarland eine Gemeinschaft sind und solidarisch zusammenstehen. Weil das im direkten Kontakt derzeit nicht zum Ausdruck gebracht werden kann, erinnert uns das Geläut der Glocken daran, dass wir nicht alleinstehen, sondern mit allen Menschen im Saarland verbunden sind.“ Der Ministerpräsident dankt den Kirchen, dass sie diese Initiative ergriffen haben. Er kündigt an, dass er sich am kommenden Sonntag selbst mit einem Gebet an der Aktion beteiligen wird und eine Kerze in sein Fenster stellen werde.

 

Weitere Impulse finden Sie auf der Bistumshomepage unter t1p.de/medial-mitbeten.

 


KDFB zur Solibrot-Aktion

Solidarität ist grenzenlos - auch in schwierigen Zeiten

 

(Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) ruft dazu auf, auch in der Krisensituation durch das Corona-Virus die Solidarität mit Menschen in den Ländern des Südens aufrecht zu erhalten. „Das Engagement für gerechte Lebensbedingungen und bessere Zukunftsperspektiven ist ein Ja für eine gerechte und friedliche Welt. Die Solibrot-Aktion des KDFB, die in Kooperation mit MISEREOR stattfindet, steht für grenzenlose Solidarität und leistet Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth.

 

Normalerweise erreicht die gemeinsame Solibrot-Aktion von KDFB und MISEREOR am 5. Fastensonntag (29.03.2020) ihren Höhepunkt. Viele KDFB-Gruppen verkaufen nach dem Gottesdienst Solibrote und informieren über Hilfsprojekte. Aufgrund der aktuellen Krisensituation finden weder Gottesdienste mit MISEREOR-Kollekte noch der Solibrot-Verkauf an Gemeindemitglieder statt.

 

„Wir befürchten, dass die notwendigen Zeichen der Solidarität mit den Menschen in den Ländern des Südens zurückgehen und es zu erheblichen Spendeneinbrüchen auch im Rahmen der Solibrot-Aktion kommt“, erläutert Sabine Slawik, KDFB-Vizepräsidentin. Sie appelliert daher an KDFB-Mitglieder, sich trotz der angespannten Lage durch das Corona-Virus weiterhin an der Solibrot-Aktion zu beteiligen und bei teilnehmenden Bäckereien Solibrote zu kaufen. Damit erhält sowohl die lokale Bäckerei eine Unterstützung wie auch der Kooperationspartner MISEREOR, mit dem der KDFB seit sieben Jahren die Solibrot-Aktion durchführt. „Gemeinsam wollen wir jenen Menschen zur Seite stehen, die auf Unterstützung angewiesen sind, weil ihr Leben durch Krieg, Gewalt, Naturkatastrophen und Ungerechtigkeit bedroht ist“, so Slawik.

 

Die Solibrot-Aktion findet noch bis Karsamstag (11.04.2020) statt. Auf Initiative von KDFB-Gruppen bieten zahlreiche Bäckereien ein so genanntes „Solibrot“ zum Kauf an. Mit einem Benefiz-Anteil von 50 Cent pro Brot werden Projekte von Frauen und Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika gefördert. Auch wenn Sie in Ihrer Umgebung kein Solibrot kaufen können, bitten wir in dieser besonderen Situation um Ihre Unterstützung für MISEREOR-Projekte. Spenden Sie für jedes Brot, das Sie essen, einen Solibeitrag und überweisen Sie den Betrag nach Ostern auf unser Spendenkonto: Katholischer Deutscher Frauenbund, Kennwort Solibrot 2020, IBAN DE94 3706 0193 8070 6050 40, Pax Bank Köln.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

 

 


Landesbischof ermutigt zu weltweiter Solidarität

(Karlsruhe/ekiba) - Darüber, was das Coronavirus für Deutschland bedeutet, wird derzeit viel berichtet. Doch die Pandemie sei inzwischen ein weltweites Phänomen und erfordere weltweite Solidarität, so Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh mit Blick auf die Partnerkirchen in allen Teilen der Welt. Er betont: „Auch in Zeiten von Corona liegen uns unsere weltweiten Verbindungen am Herzen!“

 

Um den Horizont offen zu halten und die Verletzlichsten und Verwundbarsten nicht aus dem Blick zu verlieren, hat die Evangelische Landeskirche in Baden auf ihrer Website (www.ekiba.de/corona-partnerkirchen) persönliche Lageberichte aus einigen ihrer Partnerkirchen zusammengestellt. „Wir fragen nach und hören, wie es unseren Geschwistern in Südafrika, in Indien, in Italien, in den USA geht; was sie in ihren Ländern tun, um den Menschen zu helfen. Da lässt sich viel voneinander lernen“, so Cornelius-Bundschuh. „In Ländern, in denen die Evangelischen nur eine kleine Minderheit sind, haben die Kirchen beispielsweise viele Erfahrungen damit, wie man auch über große Distanzen geistlich in Kontakt bleibt und Freude und Leid miteinander teilt und vor Gott bringt.“

 

Auch wenn die Grenzen derzeit schwer passierbar seien, würden die Brücken des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe die badische Landeskirche mit ihren Partnerkirchen weiter verbinden.

 

Die Erfahrungsberichte aus einigen Partnerkirchen zeigen die derzeit teils noch deutlich bedrohlichere Lage in anderen Ländern. Aus Mailand berichtet beispielsweise eine Pfarrerin der Methodistischen Kirche: „Bergamo ist die am schlimmsten betroffene Stadt. Fast 400 Tote in 7 Tagen. Selbst die Bestatter schaffen kaum mehr ihre Arbeit. Die Särge werden in Kirchen untergebracht, weil in den Leichenhäusern kein Platz mehr ist. Acht Priester sind dort inzwischen gestorben.“ Und ein ökumenischer Gastpfarrer aus der Church of South India erklärt, welche katastrophalen Folgen die Pandemie in Indien haben könnte: „Es wird geschätzt, dass mehr als neun Millionen Menschen in Mumbai in Gebieten leben, in denen die Häuser kaum zwei Meter voneinander entfernt sind. Das Konzept der Quarantäne funktioniert in einer solchen Situation nicht, da 9 bis 10 Personen in einem 10 mal 10 qm großen Raum leben.“

 

Die Landeskirche hat auf der Website außerdem kurze Gebete für ihre Partnerkirchen zusammengestellt und ermutigt dazu, auch diese Länder und ihre Anliegen in die Gebete mit aufzunehmen.

 

„Kirchen im globalen Süden stehen noch am Anfang der Corona-Pandemie. Wenn hier die Ansteckungszahlen ähnlich wachsen wie in Europa, werden die Folgen vielerorts verheerend sein und bestehende Krisen verschärfen. Darum gilt: Niemand glaubt für sich allein, denn wir gehören in Christus zusammen“, erklärt Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. „Wenn ein Glied leidet, leiden die anderen mit, wenn eines sich freut, macht das auch den anderen Mut. Wir brauchen einander, auch und gerade in dieser Krise!“

 

Weitere Aktionen und Angebote innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Baden in Zeiten der Corona-Krise finden Sie unter www.ekiba.de/kirchebegleitet.


Landesbischöfin trifft Engagierte der digitalen Nordkirche in Videokonferenz:

Netz der Mitmenschlichkeit – digitale Strategien in der Corona-Krise beraten

 (Schwerin/cs) - Die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Kristina Kühnbaum-Schmidt, hat sich heute (27. März) mit in digitalen Netzwerken engagierten Menschen aus der Nordkirche getroffen. An der Videokonferenz haben über 20 Aktive teilgenommen, die unter dem von der Landesbischöfin ins Leben gerufenen Hashtag #digitaleNordkirche in den Netzen kommunizieren, unter ihnen Mitarbeitende der kirchlichen Jugendarbeit, Theologiestudierende sowie Pastorinnen und Pastoren. Im Fokus des Treffens stand der Austausch über Herausforderungen und Erfordernisse für geistliche Begleitung und Seelsorge über das Internet, besonders in der Corona-Krise.

 

„Ich möchte die Arbeit aller unterstützen, die im Netz für die Menschen ansprechbar sind, die nach Sinn suchen und die Begleitung in den unterschiedlichsten Lebensumständen brauchen“, sagte Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt am Bildschirm in ihrem Schweriner Arbeitszimmer zu den Teilnehmenden an der Videokonferenz. „Besonders in der allgemeinen sozialen Isolation durch Corona ist es elementar, dass Menschen über das Internet Gottesdienste feiern und sich an Seelsorgerinnen und Seelsorger wenden können“, betonte sie. Neben der neu eingerichteten telefonischen Seelsorge-Hotline der Nordkirche und praktischen Initiativen von Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und Gruppen, zum Beispiel in der Nachbarschaftshilfe für Ältere und Hilfsbedürftige, sei es notwendig, auch online gegen Einsamkeit und Angst in der Krise „ein Netz der Mitmenschlichkeit zu bilden“.

 

Bereits seit längerer Zeit sind Pastorinnen, Pastoren und andere Aktive aus der Nordkirche mit geistlichen Impulsen und Inhalten im Netz unterwegs. Josephine Teske, Pastorin in Büdelsdorf, hat über 17.000 Follower auf Instagram; ihr Kollege in Wanderup, Pastor Gunnar Engel, verbucht knapp  8.500 Abonnenten auf YouTube.

 

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt hatte den Hashtag #digitaleNordkirche am 12. März angesichts des sich immer weiter ausbreitenden Corona-Virus‘ und der damit verbundenen Einschränkungen für Einzelne und die Gesellschaft ins Leben gerufen. Mittlerweile sind unter dem Hashtag über 50 Aktive aus der Nordkirche in digitalen Netzwerken geistlich und seelsorgerlich unterwegs.

 

„Mir ist es wichtig, als Pastorin und auch als Mensch im Netz sichtbar zu sein und Vertrauen aufzubauen. Zugleich können wir uns in der digitalen Nordkirche auch als Kolleginnen und Kollegen unterstützen“ sagte Pastorin Teske im Gespräch mit der Landesbischöfin und den Teilnehmenden.

 

Seit Anfang März weist das Internet- und Social-Media-Team des Amtes für Öffentlichkeitsdienst (AfÖ) der Nordkirche auf www.aktuell.nordkirche.de auf Angebote und Gottesdienste in der digitalen Nordkirche hin und aktualisiert die Informationen laufend. Kirchengemeinden, kirchliche Einrichtungen, Haupt- und Ehrenamtliche finden dort aber auch nützliche Hinweise zum Video-Livestreaming in den sozialen Netzwerken und dazu, was dabei beachtet werden muss. Auf www.aktuell.nordkirche.de weist die Nordkirche auch auf geistliche Sendungen in Hörfunk und Fernsehen sowie auf die Telefonnummer der Seelsorge-Hotline der Nordkirche, die Telefonseelsorge und weitere kirchliche Beratungs- und Hilfsangebote hin.

 

Die Konferenz der Landesbischöfin mit den in digitalen Netzen Aktiven der Nordkirche war ursprünglich als analoges Treffen in Schwerin geplant. Bereits Anfang März wurde der Termin mit Rücksicht auf den Schutz vor weiterer Verbreitung des Corona-Virus ins Netz verlegt. Angesichts des nun geltenden Kontaktverbotes müssen auch viele andere Treffen und Sitzungen in der Nordkirche online stattfinden. Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt bedankte sich bei den Teilnehmenden und ermutigte sie in ihrem Dienst, „auch digital für die Menschen in der Nordkirche da zu sein“. Die Landesbischöfin schloss die Videokonferenz mit den Worten: „Wir bleiben vernetzt!“

 

 

 

Weitere Informationen der Nordkirche in der Corona-Krise:

 

Unter www.aktuell.nordkirche.de veröffentlicht die Nordkirche auf einer Sonderseite eine ständig aktualisierte Übersicht zu kirchlichen Angeboten in der Corona-Krise – unter anderem mit Hinweisen auf die Seelsorgehotline der Nordkirche (0800 4540106), auf die Telefonseelsorge www.telefonseelsorge.de, auf Gottesdienste sowie weitere geistliche, seelsorgerliche und Beratungsangebote über Internet und Social Media, Fernsehen und Radio.

 


Neue Initiative: Gemeinsam Singen, freitags um 19 Uhr

HAGIOS Livestream mit Helge Burggrabe

 

 

(Tutzing/pm) - An diesem Freitag, 27. März 2020 um 19 Uhr, startet der Komponist Helge Burggrabe den „HAGIOS Livestream“, eine Sing-Initiative, die immer freitags um 19 Uhr zu einer halben Stunde gemeinsamem Gesang, Stille und Einkehr einlädt. Wenn Kirchen geschlossen sind und Menschen auf äußeren Abstand gehen sollen und vereinzeln, ist es umso wichtiger, im Gesang und in der Stille Verbundenheit mit Anderen zu erleben und Kraft und Zuversicht zu schöpfen. Gesungen werden schnell zu erlernende geistliche Kanons und Gesänge aus dem HAGIOS-Liederzyklus, der die alte, kraftvolle Gesangs-Tradition von Klöstern und Gemeinschaften wie Taizé auf eine neue Weise fortführt.

Die Links zum Livestream sind:

 

YouTube: www.youtube.com/musicainnova

 

Facebook: www.facebook.com/helge.burggrabe

 

Informationen zum HAGIOS Projekt www.burggrabe.de

Inspiriert durch das altgriechische Wort HAGIOS für das “Heilige”, das Nicht-Nennbare, auf das alle Religionen ausgerichtet sind, entwickelt der Komponist Helge Burggrabe seit 2015 einen Fundus an neuen geistlichen Gesängen. Entstanden sind inzwischen zwei Zyklen mit ein- bis vierstimmigen Liedern, die das Heilige umkreisen wie “gesungene Gebete”, lebendig und kraftvoll oder in die Meditation und Stille führend. Beide HAGIOS-Zyklen wurden von dem Label Berlin Classics als CD-Produktion veröffentlicht. Die Resonanz ist groß: Viele Chöre, Singgruppen und Kirchengemeinden greifen die HAGIOS Gesänge in Konzerten und Gottesdiensten auf und bei mehr als hundert HAGIOS Mitsing-Konzerten verwandelten die Menschen Kirchenräume wie den Bremer Dom, den Meißener Dom oder den Kölner Dom bereits in große Klangräume. Mit dem HAGIOS-Projekt verfolgt Helge Burggrabe die Idee, dass jeder Mensch singen kann: „Das Singen ist die eigentliche Muttersprache aller Menschen“ (Yehudi Menuhin). In diesem Sinne steht nicht die Perfektion, sondern die Freude am gemeinsamen Gesang im Mittelpunkt: Jede und jeder ist mit der eigenen Stimme willkommen, es gibt bei dieser Initiative keine falschen Töne!

 

Die Initiative wird unterstützt von dem Kulturverein musica innova e.V. und dem Label Berlin Classics.

 

 

 


Neues evangelisches Online-Angebot ab Freitagabend

Kirche startet spezielle Corona-Sendung „Living-Room!“

(Darmstadt/ekhn) - In der Corona-Krise übertragen inzwischen Dutzende Gemeinden in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ihre Gottesdienste ins Internet. Seit zwei Wochen sind öffentliche Feiern nicht mehr erlaubt. Der Erfolg der Online-Formate hat auch die Öffentlichkeitsarbeit der EKHN bewogen, ein neues Krisen-Format für Gottesdienste in Zeiten der Kontaktsperre auszuprobieren . Am Freitag startet eine wöchentliche Serie von Wohnzimmer-Andachten im Mini-Format. Die Sendung im Internet trägt in der Corona-Pandemie bewusst den vielsagenden Titel „Living-Room!“. Der Begriff aus dem Englischen kann dabei ganz einfach für Wohnzimmer aber auch für Lebensraum stehen. Persönlich und ermutigend erzählen Menschen in dem Projekt, warum der christliche Glaube gerade in herausfordernden Zeiten eine kostbare Kraft sein kann. Los geht es am Freitag um 19 Uhr mit der Stellvertretenden Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf. www.ekhn.de/Livingroom

 

Initiiert hat die neuen Online-Gottesdienste in Zeiten der Kontaktsperren das hessen-nassauische Pfarrer-Ehepaar Miriam Küllmer-Vogt und Fabian Vogt. „Living-Room!“ soll eine Ergänzung zu den bestehenden Angeboten aus den Gemeinden sein. Die Sendung kommt hier bewusst nicht aus einer Kirche, sondern nimmt die besondere Situation der Menschen zuhause in ihren Wohnzimmern vor dem Bildschirm auf. Außerdem wird freitags gesendet und nicht an einem christlichen Feiertag, um die Bildschirme für die regionale Angebote oder die großen Fernsehgottesdienste frei zu halten.

 

Nach Worten von Küllmer-Vogt und Vogt hätten Christinnen und Christen nicht immer Gottesdienst in Kirchen gefeiert. Die Anfänge des Glaubens steckten in den Wohnhäusern und Katakomben. Gottesdienst könne also überall stattfinden. Von der Wohnzimmeratmosphäre versprechen sie sich in Zeiten der erzwungenen körperlichen Distanz eine besondere geistliche Nähe. Geplant ist, neben modern gestalteten liturgischen Elementen auch viele Bilder, einen Talk mit dem jeweiligen Gast und poetische und berührende Texte einzubringen. Auch in der Coronakrise sei es möglich, „auf unterhaltsame Weise tiefsinnig zu sein“.

 

 

Gezeigt wird Living Room! ab Freitag unter anderem auf dem evangelischen YouTube-Kanal „evTV“.
Am einfachsten online: 
www.ekhn.de/Livingroom

 


Sonntag Judika – digitale Andacht zu „Gerechtigkeit und Welthandel“

Landesbischöfin: „Weltweite Gerechtigkeit nicht aus den Augen verlieren“

Hamburg/Schwerin/(ce/cs) – Am bevorstehenden Sonntag Judika (29. März) werden in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) Fragen der weltweiten Gerechtigkeit thematisiert. In den vergangenen Jahren haben Kirchengemeinden dazu in die Gottesdienste in ihren Kirchen eingeladen. Wegen der aktuellen Schutzvorkehrungen aufgrund der Corona-Pandemie werden derzeit vielfach Online-Gottesdienste und -Andachten angeboten, auch zum Sonntag Judika. So lädt die Nordkirche unter www.sonntag-judika.de und ihren weiteren digitalen Kanälen zu einer Online-Andacht zum Thema „Gerechtigkeit und Welthandel“ ein – unter anderem mit einer Bibelmeditation, weiteren inhaltlichen Impulsen und Fürbitten.

 

Gemeinsam mit Engagierten in Kirchenkreisen sowie Expertinnen und Experten in Diensten und Werken hat das Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche online bereitgestelltes Informationsmaterial sowie die digitale Andacht vorbereitet. Bereits zum sechsten Mal hat das Zentrum für Mission und Ökumene einen derartigen Themenschwerpunkt zu einem besonderen Aspekt von Recht und Gerechtigkeit initiiert. Mit dem diesjährigen Thema „Gerechtigkeit und Welthandel“ soll nordkirchenweit dazu ermutigt werden, sich für die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards bei der Herstellung und Verarbeitung von Produkten im In- und Ausland einzusetzen.

 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt hebt aus diesem Anlass hervor: „Gerade in diesen weltweit schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie wünsche ich mir, dass wir am Sonntag Judika den Einsatz für weltweite Gerechtigkeit nicht aus den Augen verlieren. Jetzt, wo Menschen in vielen Teilen der Erde um ihre Existenz bangen, sollten wir innehalten und sehen: Unsere weltweiten ökonomischen Beziehungen brauchen ethische und gerechte Regeln, damit alle Menschen in Frieden und Gerechtigkeit leben können. Diese Welt ist uns zu verantwortlicher Gestaltung anvertraut und unendlich wertvoll – aber als Gottes Schöpfung ist sie eben nicht für Geld zu haben. Auch das können wir am Sonntag Judika bedenken.“

 

Anlass für den diesjährigen Themenschwerpunkt am Sonntag Judika sind die ungerechten Verhältnisse im Welthandel, erläutert die zuständige Referentin im Zentrum für Mission und Ökumene, Anne Freudenberg: „Die Corona-Krise führt uns auf dramatische Weise vor Augen, in welchem Maße Transparenz und Sorgfalt in globalen Lieferketten in unser aller Interesse liegen. Die Krise wird Unternehmen weltweit dazu zwingen, bessere Systeme zum Risikomanagement aufzubauen, die auch in Krisenzeiten Lieferengpässe verhindern. Diese neuen Management-Systeme dürfen sich nicht nur auf Geschäftsrisiken beschränken, sondern müssen auch Menschenrechte und Umweltschutz in den Blick nehmen. Wenn Handel wirklich dem Menschen und nicht nur dem Profit dienen würde, könnte er Armut überwinden helfen. Lokale Märkte und Existenzen der Kleinbauern im globalen Süden dürfen nicht zerstört werden.“

 

Im September 2019 startete ein zivilgesellschaftliches Bündnis aus Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen die „Initiative Lieferkettengesetz“ in Deutschland, der das Zentrum für Mission und Ökumene im Februar beigetreten ist. Die Forderung: Unternehmen sollen per Gesetz verpflichtet werden, Menschenrechte und Umweltstandards entlang ihrer gesamten Lieferkette einzuhalten. Mittlerweile sind mehr als 80 Akteure beteiligt. Eine Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel haben mehr als 153.000 Menschen unterzeichnet.

 

Die Initiative orientiert sich in ihren Forderungen an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen. In anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Frankreich oder Großbritannien gibt es bereits Gesetze gegen Kinderarbeit, moderne Sklaverei und für die Achtung der Menschenrechte im Auslandsgeschäft. In Deutschland steht die Entscheidung über ein Lieferkettengesetz  laut Koalitionsvertrag für das Jahr 2020 auf der bundespolitischen Tagesordnung.

 

Hintergrund: Sonntag Judika

 

Der Name „Judika“ entstammt der lateinischen Übersetzung des Eingangspsalms im Gottesdienst für den 5. Sonntag der Passionszeit, der mit den Worten „Gott, schaffe mir Recht!“ beginnt. Traditionell geht es in Gottesdiensten an diesem Sonntag darum, wie Christen ihr Leben an Gottes Handeln und Gebot ausrichten, sowie um Recht und Gerechtigkeit.

 

Digitale Andacht, Informationen und Materialien:

 

www.sonntag-judika.de

 

www.aktuell.nordkirche.de

 

#DigitaleNordkirche

 


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