Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

FREITAG, 26.09.2020


BDKJ ruft Jugendverbände zum Klimastreik am 25. September auf

“Wir brauchen ambitioniertere Ziele, um dem Pariser Klimaabkommen gerecht zu werden!“

Gregor Podschun, BDKJ-Bundesvorsitzender Quelle: BDKJ-Bundesstelle/Christian Schnaubelt
Gregor Podschun, BDKJ-Bundesvorsitzender Quelle: BDKJ-Bundesstelle/Christian Schnaubelt

 

(Düsseldorf/bdkj) - Erneut gehen am Freitag, 25. September in vielen deutschen Städten junge Menschen auf die Straße, um ihren Forderungen nach Klimaschutz Ausdruck zu verleihen. Mit dabei sind zahlreiche Engagierte katholischer Jugendverbände.

 

„Als junge Generation sind wir in Deutschland die Ersten, die die Folgen der Klimakatastrophe zu spüren bekommen werden. Gleichzeitig sind wir die letzte Generation, die die Schäden begrenzen kann“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzender Gregor Podschun und fügt mit Blick auf den Globalen Süden hinzu: „Uns muss klar sein, dass die Katastrophe weltweit längst begonnen hat. Schon heute blicken junge Menschen weltweit, besonders in ärmeren Ländern, aufgrund der gravierenden negativen Auswirkungen der Klimakatastrophe in eine ungewisse Zukunft.“ Der Unterstützer*innenkreis des Klimastreiks, zu dem der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gehört, fordert, dass die Treibhausgasemission auf europäischer Ebene um 65 % bis 2030 reduziert werden muss.

 

Der BDKJ hat am Wochenende einen Beschluss gefasst, in dem sich der Dachverband der katholischen Jugendverbände für ein ambitionierteres Klimaziel 2030 und eine Treibhausgasneutralität weit vor 2050 ausspricht. Nur so könne dem Pariser Klimaabkommen und dem 1,5-Grad-Ziel Rechnung getragen werden. Bei der Verabschiedung von Konjunkturpaketen auf nationaler und europäischer Ebene müssen, laut BDKJ, Entscheidungsträger*innen zukünftige Generationen in den Blick nehmen und eine sozial-ökologische Transformation zum Ziel haben. Der European Green Deal solle als klares Rahmenwerk bei allen Entscheidungen als Masterplan herangezogen werden.

 

Der Beschluss "Klimaschutz ist Generationengerechtigkeit!" steht zum Download zur Verfügung.

 

 

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

 


Dietmar Heeg Medienpreis verliehen

Dietmar Hopp mit Karl Kübel Preis ausgezeichnet

Preisträger Dietmar Hopp (l.) und Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung. © Karl Kübel Stiftung / Thomas Neu
Preisträger Dietmar Hopp (l.) und Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung. © Karl Kübel Stiftung / Thomas Neu

 

(Bensheim/kks) - Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie zeichnete heute Dietmar Hopp mit dem Karl Kübel Preis aus. Sie würdigt damit das außergewöhnliche Engagement des Unternehmers für Kinder und Familien. Außerdem verlieh die Stiftung bei der Veranstaltung im Musiktheater Rex in Bensheim den Dietmar Heeg Medienpreis an fünf Journalist*innen, deren Beiträge sich in besonderer Weise mit dem Thema „Familien mischen sich ein“ auseinandersetzen. 

 

Für die 21. Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Karl Kübel Preises hatte sich die Stiftung angesichts von Corona ein etwas anderes Event einfallen lassen: ein Mix aus Präsenz, virtuellem Chor und Live-Zuschaltungen. Preisträger Dietmar Hopp (80) nahm bei dem Festakt im kleinen Kreis den renommierten Award persönlich entgegen.  

 

In seiner Laudatio würdigte Matthias Wilkes, Vorsitzender des Stiftungsrats der Karl Kübel Stiftung, das große Engagement und die Verbundenheit des Preisträgers mit der Region. „Dietmar Hopp hat als einer der erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands trotz der globalen Bedeutung der SAP immer zu seinen Wurzeln gestanden. Die Metropolregion Rhein-Neckar ist deshalb auch die Plattform seines vielfältigen gemeinnützigen Wirkens. Die Hilfe für sozial Benachteiligte, Kinder mit schweren Erkrankungen, eine mannigfaltige Vereins- und Sportförderung und die Unterstützung des sozialen Zusammenlebens, wie durch seine alla hopp!-Anlagen, prägen sein Engagement für Familien“, so Wilkes.

 

„Die Auszeichnung mit dem Karl Kübel Preis bestätigt uns in unserem Engagement für Kinder und Familien und freut mich deshalb sehr“, sagte Dietmar Hopp. Seine nach ihm benannte Stiftung fördert seit 1995 Projekte in den Bereichen Soziales, Bildung, Sport und Medizin. Auch das Preisgeld kommt sozialen Projekten zugute. Er versuche, auf unterschiedliche Art und Weise, Kinder und Familien zu stärken, so Hopp. „Schwerpunkte liegen sicher auf der Förderung des Jugendsports und der ganzheitlichen Bildung, aber auch unser Beitrag in der medizinischen Forschung kann Familien helfen, etwa wenn eine geeignete Therapie für ein erkranktes Kind Familien großes Leid erspart. Ein wichtiges Anliegen ist uns auch die Unterstützung generationenübergreifender Projekte, von denen ältere Menschen genauso profitieren wie Kinder und Jugendliche.“ 

 

Mit ihren Projekten schaffen seine und die Karl Kübel Stiftung viele Begegnungsorte, an denen sich Menschen gegenseitig unterstützen, Selbstvertrauen gewinnen und Verantwortung übernehmen können. Wie wichtig das ist, wurde in der Talk-Runde mit Vertreter*innen beider Stiftungen deutlich. „Uns geht es vor allem um Hilfe zur Selbsthilfe, d.h. wir wollen den Familien eine Stimme geben und sie ermächtigen, sich für sich selber und in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld oder auch darüber hinaus einzusetzen“, sagte Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung. 

 

Um Teilhabe und Einmischung ging es auch beim Dietmar Heeg Medienpreis, der bei der Veranstaltung verliehen wurde. Der nach dem verstorbenen Stiftungsratsmitglied Dietmar Heeg benannte Medienpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und hat in diesem Jahr das Thema „Familien mischen sich ein“. Aus rund 80 Bewerbungen wählte die Jury einen Print-Beitrag, ein Radio-Feature und eine TV-Dokumentation aus. 

 

Barbara Bachmann wurde für ihre Reportage „Auffallend schön“, die im Magazin der Süddeutschen Zeitung erschien, ausgezeichnet. Die Journalistin schildert darin ihre Begegnungen und Gespräche mit dem australischen Model mit Down-Syndrom Madeline Stuart und deren Mutter Rosanne. Eine Woche hat sie die beiden während der New Yorker Fashion Week begleitet. Dabei tauchten viele Fragen auf, z.B. Wie kann eine junge Frau „Aktivistin für Inklusion“ sein, die gar nicht um ihren Aktionismus weiß? Welche Interessen hat die Mutter bei der Vermarktung ihrer Tochter? „Eine packende Reportage über die Liebe zwischen Mutter und Tochter, über menschliche Potentiale und Ambitionen“, so die Jury.  

 

In ihrem Radio-Feature „Warum, warum Gymnasium“ geht Marcela Drumm der Frage nach, warum für viele Eltern diese Schulform die einzige Option zu sein scheint. Woher kommt der Druck, sein Kind aufs Gymnasium schicken zu müssen bzw. zu wollen. Ein Thema, das viele Familien belastet. Der Journalistin gelingt es, durch ihre unterhaltsame Erzählweise der Problematik gleichsam eine wohltuende Lockerheit zu verleihen. Dabei wird auch deutlich: Es muss keineswegs das Gymnasium sein.  

 

Die TV-Dokumentation des NDR „Leonora – Wie ein Vater seine Tochter an den IS verlor“ von Volkmar Kabisch, Amir Maswy und Britta von der Heide zeigt, wie sich für Leonoras Vater mit einem Schlag alles verändert. Nachdem sich 2015 seine damals 15-jährige Tochter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anschließt, erlebt der Vater vier Jahre ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffen und Hoffnungslosigkeit. Er trifft sich mit syrischen Schleusern, verhandelt mit Terroristen und versucht gleichzeitig, in Deutschland ein normales Leben zu führen. Das TV-Team hat den Vater in dieser Zeit begleitet und zeigt mit großer emotionaler Tiefe in der Dokumentation, was Familienmitglieder bereit sind, füreinander zu tun. Oder wie Leonoras Vater es an einer Stelle formuliert, ist es „das Wichtigste zu spüren: Du bist nicht alleine“.

 

Das Preisgeld wurde unter den Preisträger*innen, die bei der Veranstaltung live zugeschaltet waren, aufgeteilt. Je 2.500 Euro gingen an Barbara Bachmann und Marcela Drumm sowie 5.000 Euro an das TV-Team des NDR. 

 

Für besondere Momente sorgte bei der Preisverleihung auch der Virtual Choir des Bensheimer Goethe Gymnasiums unter Leitung von Dieter Kordes, der den Festakt online musikalisch begleitete.

 

Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Sparkasse Bensheim.

 


Interkulturelle Woche trotzt Corona Kirchen bieten vielseitiges Programm in ganz Baden

(Karlsruhe/ekiba) -  „Zusammen leben, zusammen wachsen“ – unter diesem Motto bietet die bundesweite 45. Interkulturelle Woche (IKW) von Sonntag, 27. September bis 4. Oktober 2020 rund 5000 Veranstaltungen in 500 Städten. Kirchengemeinden in Baden tragen mit Ausstellungen, Vorträgen und Aktionen dazu bei, dass Menschen sich begegnen, austauschen und informieren können – trotz Corona.
Die Ausstellung in der Heidelberger Christuskirche zum Beispiel zeigt vom 25. September bis 8. November Fotografien aus Flüchtlingslagern. Zu weiteren Aspekten eines Flüchtlingsdaseins gibt es Ausstellungen in Pforzheim, Wiesloch und Villingen. Im Schwarzwaldort stellen Einzelhändler für großformatige  Porträts ihre Schaufenster zur Verfügung. Die Künstlerin gab geflüchteten Frauen die Gelegenheit, ihre eigene Identität wieder zu entdecken. Auch bereits am 25. September führt ein Bestatter über den Pforzheimer Hauptfriedhof und erklärt die unterschiedlichen Grabfelder. Ebenfalls in Pforzheim kann man am 28. September lernen gegen Rechtspopulismus zu argumentieren und am 29. September ein interkulturelles Training absolvieren.
In der Kehler Friedenskirche spricht am 29. September der international gefragte Experte für transkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie, Professor Jan Ilhan Kizilhan, über „Krieg und Flucht als Trauma für Mensch und Gesellschaft“. In Bad Säckingen und Waldshut wird am 26. September international gefrühstückt und arabisch gekocht, am 30. September zum interkulturellen Buffet eingeladen. In Tiengen sind Frauen am 28. September zum Kaffee in der Moschee willkommen.

 

Das Kopftuch steht im Mittelpunkt einer Diskussion in Mannheim am 6. Oktober. Dazu wird eine Ausstellung gezeigt, die auf übliche Kopfbedeckungen eingeht, wie Ordenstracht und Perücken. Ebenfalls für Frauen gedacht ist der Austausch über neue und alte Heimat in Rheinstetten am 29. September. In Mosbach informiert ein Online-Vortrag am 20. Oktober darüber, „Wie die Deutschen ticken“. Tipps dafür, Begegnungsräume in Gemeinden zu schaffen, erhalten Interessierte in Eberbach am 1. Oktober.

 

Zum Auftakt der Interkulturellen Woche (IKW) laden die Kirchengemeinden landesweit zu Gottesdiensten am Sonntag, 27. September ein. Die jährlich stattfindende IKW ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Seit 1975 findet die IKW Ende September statt. Sie wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen.

Das Programm der Interkulturellen Woche (IKW) in Baden finden Sie unter https://www.ekiba.de/html/content/interkulturelle_woche.html,  Veranstaltungen bundesweit unter www.interkulturellewoche.de

 


Tagung der Landessynode der Nordkirche eröffnet

Folgen der Corona-Pandemie, Neuordnung der Kirchengemeinderäte und Sprengelbericht

 

(Lübeck-Travemünde/mw) -  Mit einer geistlichen Besinnung von Propst Matthias Krüger (Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde) hat heute (24. September) in Lübeck-Travemünde die 7. Tagung der II. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) begonnen.

 

Auftakt der heutigen Beratungen der 156 Synodalen aus den Sprengeln Schleswig und Holstein, Hamburg und Lübeck sowie Mecklenburg und Pommern wird das „Kirchengesetz über die Neuordnung der Kirchengemeinderäte in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland“ sein. Hinter diesem sperrigen Namen verbergen sich zahlreiche Änderungen, die sich nach der Kirchenwahl 2016 aus den Rückmeldungen und Wünschen der Kirchengemeinden der Nordkirche für die kommenden Kirchenwahlen (1. Advent 2022) ergeben hatten.

 

Im weiteren Verlauf des Nachmittags werden die Synodalen von Bischof Tilman Jeremias (Greifswald) den Bericht des Sprengels Mecklenburg und Pommern entgegennehmen. Außerdem stehen die Beratungen über die Änderung des Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsgesetzes auf der Tagesordnung.
Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, setzt mit seiner Andacht im großen Tagungssaal den Schlusspunkt des ersten Synodentages.

 

Schwerpunkt des zweiten Synodentages bilden die Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Nordkirche. Kristina Kühnbaum-Schmidt nimmt als Landesbischöfin und als Vorsitzende der Kirchenleitung in zwei aufeinander folgenden Berichten (ab 9.30 Uhr) die Veränderungen und Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft auf. Die finanziellen Folgen durch die Corona-Pandemie für die Landeskirche stellt Malte Schlünz, Mitglied der Kirchenleitung, dem Plenum vor.

 

Außerdem liegt der Landessynode ein Antrag des Synodalen Pastor Friedemann Magaard aus Husum zur dramatischen Situation der Geflüchteten auf der griechischen Insel Lesbos vor.

 

Am Nachmittag (ab 15 Uhr) beraten die Synodalen in erster Lesung über das „Erste Kirchengesetz zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften“. Es schließen sich Nachwahlen in die Ausschüsse Digitalisierung, Teilhabe sowie in den Ausschuss der Kirchenleitung zur Vorbereitung des Synodenbeschlusses zur Fortschreibung des Klimaschutzplans der Nordkirche an. Mit dem Bericht des Digitalisierungsausschusses (20 Uhr) und dem Abendsegen endet der zweite Synodentag.

 

Neben den zweiten Lesungen der Kirchengesetze stehen am Sonnabend (26. September) Anträge der Kirchenkreissynoden Schleswig-Flensburg sowie Lübeck-Lauenburg auf der Tagesordnung.
Außerdem wird den Synodalen ein Tool vorgestellt, mit dem die  Landessynode zukünftig auch eine digitale Variante zu ihren Präsenz-Tagungen anbieten könnte. Einen Überblick über die aktuelle Arbeit der evangelischen Kindertagesstätten der Nordkirche wird der Bericht „Orte für uns“ geben. 

 

Gegen 13 Uhr soll die 7. Tagung der Landessynode mit einem Reisesegen enden.

 


Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats

Handlungsspielraum wird ausgelotet

Gesprächsprozess über Zukunft der Außenstelle des Landeskirchlichen Archivs in Greifswald startet / Zuschuss für Martin-Luther-King-Musical / Arbeit mit Frauen stärken / Mittel für diakonische Arbeit

 

(Greifswald/sk) - Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) hat sich in seiner jüngsten Sitzung, die aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit dem gebotenen Mindestabstand und unter Einhaltung besonderer Hygieneregeln im großen Saal des Lutherhofs in Greifswald stattfand, erneut mit der Thematik der Greifswalder Außenstelle des Landeskirchlichen Archivs der Nordkirche beschäftigt. Anlass dafür war, dass Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt als Reaktion auf das sachliche und zielorientierte Anschreiben des pommerschen KKR an die Kirchenleitung umgehend Gesprächsbereitschaft signalisiert hatte. Demnach ist nun zeitnah eine Expertenrunde geplant, an der neben der Landesbischöfin und weiteren Mitgliedern der Kirchenleitung unter anderem auch der Vorsitzende des pommerschen Kirchenkreisrats, Propst Gerd Panknin, und der Leiter des Greifswalder Regionalzentrums, Pastor Matthias Bartels, als Vertretende des PEK teilnehmen werden.

 

Chance für ein Pilotprojekt

 

Der Kirchenkreisrat formulierte mehrere Fragestellungen für die Gesprächsrunde. Dazu zählten die Frage nach der Konkretisierung des Begriffs „Außenstelle“ sowie die Frage nach der Gestaltung der dauerhaften personellen Begleitung dieser Außenstelle. Zudem schlug der Kirchenkreisrat vor, die Möglichkeiten einer umfassenden Digitalisierung zu prüfen, ein Vorhaben, in dem das Gremium die Chance zu einem beispielhaften Pilotprojekt sieht. „Die Thematik der Zukunft des landeskirchlichen Archivguts in Greifswald wird mit Sicherheit auch in die an diesem Wochenende stattfindende Landessynode getragen“, sagte Propst Gerd Panknin. „Dabei wird ganz deutlich werden, wie stark dieses Thema viele Menschen in Vorpommern und im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis bewegt. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt hat sich schon viel getan, eine breite Kommunikation wurde angestoßen und wir haben die berechtigte Hoffnung, dass es Gestaltungsspielraum gibt, der in dem anstehenden Gespräch ausgelotet wird.“ Der Kirchenkreisrat begrüßte den angelaufenen Gesprächsprozess mit der Kirchenleitung und der Landesbischöfin und fasste den Beschluss, ein Arbeitspapier in die Beratung einzubringen, in dem die Anliegen, Vorschläge und offenen Fragen seitens des Kirchenkreises formuliert sind.

 

Zuschuss für verschobenes Martin-Luther-King-Musical

 

In einem weiteren Beschluss hielt der Kirchenkreisrat trotz der angespannten Finanzlage an seiner Unterstützung für die Aufführung des Martin-Luther-King-Musicals in Rostock in Höhe von 10.000 Euro fest und entschied, die schon für das Haushaltsjahr 2021 beschlossene Summe neu im Kirchenkreishaushalt für das Jahr 2022 zu planen. Das Musical unter dem Titel „Martin Luther King – Ein Traum veränderte die Welt“ wird in der Rostocker Stadthalle aufgeführt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Aufführung, die ursprünglich für März 2021 geplant war, auf den 2. April 2022 verschoben. Es handelt sich um ein Projekt der „Creativen Kirche“ aus Westfalen, dessen Ziel es unter anderem ist, neben Christinnen und Christen auch kirchlich nicht gebundene Menschen als Chorsängerinnen und Chorsänger sowie als Publikum zu begeistern. Chöre, Solistinnen und Solisten aus beiden Kirchenkreisen und ganz Mecklenburg-Vorpommern studieren die Songs selbstständig ein und nehmen an einem Probenwochenende teil. Eine gemeinsame Generalprobe mit den professionellen Musicaldarstellenden und der Big Band schließt die Vorbereitung ab. Der mecklenburgische Kirchenkreis unterstützt das Musicalprojekt ebenfalls. Das Musical sei eine hervorragende Möglichkeit, die Kirchenmusik der beiden Kirchenkreise in MV zu präsentieren und eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, darum werde daran festgehalten, hieß es zu dem Beschluss aus dem pommerschen Kirchenkreisrat. „Das Musical hat schon jetzt eine große Strahlkraft entwickelt“, sagte Propst Gerd Panknin. „Die Vorbereitungen sind bereits in großer Breite beispielsweise an Schulen angelaufen, es fanden Proben statt, die zwar durch die Pandemie ausgebremst wurden, aber unter Einhaltung der jeweiligen Vorgaben kontinuierlich weiterlaufen werden.“

 

Arbeit mit Frauen stärken

 

Der KKR fasste den einstimmigen Beschluss, der Kirchenkreissynode zu empfehlen, darüber zu entscheiden, die Projektstelle für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern befristet auf sechs Jahre vom 1. August 2021 bis zum 31. Juli 2027 zu verlängern und von einer halben Stelle auf insgesamt 100 Prozent zu erweitern. Die Finanzierung soll dabei jeweils hälftig von den beiden Kirchenkreisen im Sprengel getragen werden. Die bisherige Projektstelle in Höhe von 50 Prozent, die 2015 eingerichtet wurde, endet am 31. Juli 2021. Im zurückliegenden Projektzeitraum sei deutlich geworden, dass die Arbeit als Referentin für die Arbeit mit Frauen im gesamten Sprengel Mecklenburg und Pommern mit einer halben Stelle nicht ausreichend geleistet werden könne, so die Beschlussvorlage.

 

 

Mittelvergabe für diakonische Arbeit empfohlen

 

Der Kirchenkreisrat beschloss, den Empfehlungen des Diakonieausschusses folgend sowie vorbehaltlich der Zustimmung der Kirchenkreissynode, die Verteilung der kirchenkreislichen Mittel für die diakonische Arbeit im Jahr 2021. Zudem empfahl der Kirchenkreisrat der Synode, ebenso wie für 2020 auch für das kommende Jahr 150.000 Euro im Haushalt dafür vorzusehen. Die Schwerpunkte sollen dabei auf der Arbeit der Beratungsstellen für Ehe und Familie, auf der Arbeit mit behinderten Menschen sowie auf der Arbeit mit Geflüchteten liegen. Die Unterstützung durch den Kirchenkreis sei durch die Corona-Pandemie noch dringlicher geworden, heißt es in der Empfehlung des Diakonieausschusses. Zu den Aufgabenbereichen, die von den Mitteln gestützt werden können, gehören zudem unter anderem die Tafelarbeit, die Jugendsozialarbeit und die Stadtteilarbeit in sozialen Brennpunkten.

 

Weitere Themen und nächster Sitzungstermin

 

Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit geplanten Bau- und Sanierungsvorhaben sowie mit zahlreichen Personalfragen.

 

Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 13. Oktober 2020 statt.

 

Stichwort Kirchenkreisrat

 

Der Kirchenkreisrat vertritt den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis in allen Angelegenheiten. Er führt die Aufsicht über die 151 Kirchengemeinden und ihre Verbände sowie über die Dienste und Werke und erteilt die erforderlichen Genehmigungen. Das Gremium besteht aus 13 Mitgliedern. Ihm gehören die Pröpstin und Pröpste der drei Propsteien des Kirchenkreises, Pröpstin Helga Ruch (Stralsund), Propst Gerd Panknin (Demmin) und Propst Andreas Haerter (Pasewalk), als geborene Mitglieder an. Die weiteren zehn Mitglieder wurden von der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gewählt: Sylvia Giesecke, Raik Harder, Dr. Gerd Albrecht, Wolfgang Banditt, Reinhard Kurowski, Beate von Randow, Dr. Gerrit Marx, Angelika Beyer, Pastor Dr. Ulf Harder und Johanna Hertzsch. Vorsitzender des Kirchenkreisrates ist Propst Gerd Panknin. Der Kirchenkreisrat bereitet die Entscheidungen der Kirchenkreissynode vor, bringt Vorlagen ein und führt die Beschlüsse aus. Er bringt den Haushalt ein und ist für die Durchführung verantwortlich. Er berät Pröpstin und Pröpste, beruft die Pastorinnen und Pastoren in die Pfarrstellen des Kirchenkreises und führt die Aufsicht über die Kirchenkreisverwaltung. Der Kirchenkreisrat im Internet: http://www.kirche-mv.de/Kirchenkreisrat.565.0.html

 


Bischof Ackermann schreibt an die Gremien in Pfarreien und Dekanaten

Vereint in der Sorge um die Frohe Botschaft

 

(Trier/bt) – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat sich Mitte September mit einem Brief an die Gremien in den Pfarreien und Dekanaten im Bistum Trier gewandt und sie über den aktuellen Stand der Synodenumsetzung informiert. Innerkirchlich gehe es derzeit „turbulent“ zu, schreibt der Bischof. Alle Bistümer in Deutschland stünden in Veränderungsprozessen. „Das Ziel dabei ist immer, die Kirche als Ort gelebten Glaubens und als verlässliche Institution für die Menschen in ihren Lebenssituationen weiterzuentwickeln – eine Kirche, die für die Menschen da ist.“

 

Ackermann bekräftigt, dass auch nach der römischen Intervention die inhaltliche Grundausrichtung der Synode bleibe und es nun darum gehe, den weiteren Weg zu entwickeln. „Nach fast vier Jahren der Planung der künftigen Gestalt der Pfarreien höre ich von vielen Menschen den Wunsch nach Klarheit. Die Schwebesituation, in der wir uns aktuell befinden, lähmt so manches ehrenamtliche Engagement, gerade auch wenn es um den Mut zu Neuem geht“, schreibt der Bischof und betont: „Wir werden den Weg in die Zukunft aber nicht gehen können ohne Sie, das heißt ohne die Bereitschaft und die Vor-Ort-Kenntnis der gewählten Ratsmitglieder.“ Diese seien ihm „wichtig und kostbar“. Ackermann sichert den Gremienmitgliedern zu, dass er die ausgesprochenen „Übergangsmandate“, die längstens bis 31. Dezember 2021 gelten, auf keinen Fall verlängern würde. Er bitte die Ratsmitglieder aber herzlich, das Übergangsmandat wie beschrieben bis Ende 2021 wahrzunehmen. „Denn mit der Einrichtung dieses Mandates war beabsichtigt, die Arbeitsfähigkeit der Gremien ohne Neuwahlen bis zur Klärung der pfarrlichen Strukturen sicherzustellen.“ Auch sei die Gültigkeit der Verwaltungsratswahlen (Ende 2019/Anfang 2020) nicht infrage gestellt. Diese beiden Klarstellungen seien ihm wichtig: „Denn nach der Veröffentlichung der römischen Instruktion ‚Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche‘ war vielerorts eine deutliche Verunsicherung darüber zu spüren, ob die Gremien ‚noch gebraucht werden‘ und ihre Mitverantwortung noch erwünscht ist.“

 

Ackermann dankt den Frauen und Männern ausdrücklich, „dass Sie in diesen krisenhaften Zeiten Mitverantwortung übernommen haben. Die Corona-Krise mit ihrem zeitweiligen Versammlungsverbot hat das Handeln der Räte zusätzlich erschwert.“ Er versichert, dass „wir die Formen der Mitverantwortung und die Legitimation der Mandatsträger und Mandatsträgerinnen für die Zukunft deutlich im Blick haben“. Er danke für das Engagement, für die Ausdauer und Geduld, und dafür, „dass Sie die Unsicherheit aushalten, die mit der aktuellen Situation verbunden ist“. Er wisse sich mit den Gremienmitgliedern in einer gemeinsamen Verantwortung aufgehoben. „Uns eint die tiefe Sorge um unsere Glaubensgemeinschaft und die Relevanz der frohen Botschaft. Die Sorgen jener, die um die Umsetzung der Synode fürchten (und vielfach sehr enttäuscht, zum Teil sogar verletzt oder auch einfach ermüdet sind), und die Sorgen jener, die befürchten, dass Kirche vor Ort in den vertrauten Formen verlorengeht – beide „Richtungen“ verbinden sich in der einen Sorge um die Zukunft und die Lebendigkeit der Kirche vor Ort.“ Der Brief ist im Wortlaut unter https://t1p.de/Brief-Raete-September2020 zu finden.

 


Bistumsleitungen von Luxemburg und Trier treffen sich zu jährlichem Gespräch

Traditioneller Austausch wird fortgeführt

 Treffen der Delegationen aus Luxemburg und Trier um Erzbischof Hollerich (2.v.links) und Bischof Ackermann (links). Foto: ©SCP
Treffen der Delegationen aus Luxemburg und Trier um Erzbischof Hollerich (2.v.links) und Bischof Ackermann (links). Foto: ©SCP

 

 

(Luxemburg/Trier/bt) – Das jährliche Treffen der Leitungen der Nachbarbistümer Luxemburg und Trier hat in diesem Jahr corona-bedingt am 21. September in einem Hotel im Umkreis von Luxemburg stattgefunden. Gastgeber Jean-Claude Kardinal Hollerich begrüßte zusammen mit dem Bischof von Trier, Dr. Stephan Ackermann, die Weihbischöfe Jörg Michael Peters, Robert Brahm und Franz Josef Gebert sowie Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, Dompropst Werner Rössel, Domvikar Dr. Hans Günther Ullrich, Direktorin Mechthild Schabo (Leiterin des Bereichs Pastoral und Gesellschaft im Bischöflichen Generalvikariat Trier), Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel und Ordinariatsdirektorin Katja Göbel (Katholisches Büro Saarland).

 

Von luxemburgischer Seite nahmen außer dem Erzbischof an dem Treffen teil: Weihbischof Leo Wagener, Generalvikar Patrick Muller, Dompropst Georges Hellinghausen, die Bischofsvikare Jean Ehret und Tom Kerger, Offizial Patrick Hubert, die Bischöflichen Beauftragten Marie-Christine Ries und Renée Schmit sowie Generalökonom Marc Wagener.

 

Generalvikar Muller gab den Gästen eine chronologische Übersicht über die wichtigsten kirchlichen Ereignisse in Luxemburg seit Sommer 2019. Die Trierer Delegation ging ihrerseits auf die geplante Pfarreienreform im Anschluss an die Trierer Diözesansynode ein. Weitere Themen des Treffens waren der „Kierchefong“, Kirche in Corona-Zeiten, die „Luxembourg School of Religion & Society“ und die römische Instruktion zur pastoralen Umkehr der Pfarreien.

 

Anlässlich des 150. Bistumsjubiläums hielt Prof. Georges Hellinghausen ein Kurzreferat, in dem er unter anderem auf die Genese der Diözese einging und die geschichtlichen Beziehungen der beiden Ortskirchen in den Fokus rückte. Die neue Direktorin des „Centre de formation diocésain Jean XXIII“ Renée Schmit stellte den Gästen den Comic „Heilige Sprünge“ vor, der aus einer katechetischen Warte Pilgerorte in Luxemburg mit ihrer Geschichte erschließt. Der rege Austausch ging bei einem gemeinsamen Mittagessen in freundschaftlicher Atmosphäre weiter.

 

 

 


Seelsorge für Menschen mit Behinderung trotzt Corona mit Kreativität

Gegen Einsamkeit und Isolation

Bei den Heilig-Rock-Tagen finden regelmäßig Gottesdienste für Menschen mit Behinderung statt. Foto:Bistum Trier . Foto: bt
Bei den Heilig-Rock-Tagen finden regelmäßig Gottesdienste für Menschen mit Behinderung statt. Foto:Bistum Trier . Foto: bt

 

(Trier/bt) - Not kann erfinderisch machen, auch eine Not, die man eher auf den zweiten Blick wahrnimmt. Am Rande der großen gesellschaftlichen Corona-Diskussionen um Homeschooling, Homeoffice und verschärfte Kontaktbeschränkungen, suchen Menschen mit Beeinträchtigungen ihren Weg im Umgang mit der Pandemie. Unterstützt werden sie von den Seelsorgerinnen und Seelsorgern des Bistums, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in den Gemeinden arbeiten, sowie von den Gehörlosenseelsorgerinnen und -seelsorgern und der Arbeitsstelle ‚Medien für blinde und sehbehinderte Menschen‘. Sie treffen sich heute und morgen zur Diözesankonferenz Behindertenpastoral, um Erfahrungen auszutauschen und mögliche Lösungen zu besprechen.

 

„Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf Menschen mit Behinderungen und damit auch auf unsere Arbeit“, berichtet Brigitte Scherer. Sie ist im Bischöflichen Generalvikariat zuständig für die Behinderten- und Notfallseelsorge sowie für die Seelsorge in Altenhilfeeinrichtungen. „Wir waren zwar in den Einrichtungen präsent, durften aber nicht in die Gruppen oder zu den Menschen.“ Genau das wäre aber notwendig gewesen: In den ersten Corona-Monaten mussten Werkstätten und Tagesförderstätten geschlossen bleiben, es gab keine Arbeitsmöglichkeit für Menschen mit Behinderungen. Heike Bulle, Pastoralreferentin im Arbeitsfeld ‚Inklusion‘, ergänzt: „Wegen der fehlenden Tagesstruktur war es für einige Bewohner wichtig, darüber zu sprechen, warum sie nicht in die Werkstatt gehen konnten.“ Erklärende Gespräche seien meist sehr hilfreich gewesen. „Das gute Wetter hat dann auch sehr zum Gelingen der Gestaltung dieser Zeit beigetragen, denn so konnte man vieles draußen machen.“

 

Weniger soziale Kontakte wegen geschlossener Werkstätten

 

Manche Menschen, die im betreuten Wohnen oder Außenwohngruppen leben, waren zeitweise isoliert. „Der fehlende persönliche Kontakt erschwerte erheblich die seelsorgliche Begleitung“, sagt Heike Bulle. „Die Menschen gingen ganz unterschiedlich mit dieser Situation um. Einige sagten, sie fühlen sich gut beschützt, anderen fiel die Decke auf den Kopf, viele vermissten den Austausch bei den regelmäßigen Treffen.“ Auch die persönlichen Kontakte mit Freunden und Verwandten wurden von vielen vermisst. Familien, deren Sohn oder Tochter in einem Wohnheim leben, konnten nur übers Telefon Kontakt halten oder Karten schreiben. „Viele Bewohner brauchen aber den direkten Kontakt. Bei Telefonaten aber fehlt das visuelle Feedback; bei Gesprächen mit Maske ist das ähnlich“, sagt Heike Bulle.

 

„Es war auch nicht möglich, einfach mal nach Hause zu fahren, es sei denn, der Betreffende blieb dann auch zu Hause“, erklärt Scherer. Manche Familien hätten so ihre schwer mehrfachbehinderten Angehörigen nach Hause geholt und dort rund um die Uhr betreut, was manche Eltern an ihre Grenzen gebracht habe. „Und wenn die Menschen dann in ihren Familien sind, fehlen dennoch die gewohnten Kontakte und die Abwechslung durch die Arbeit.“ In besonderem Maße betroffen sind Menschen mit psychischen Einschränkungen.

 

Kreative Seelsorge mit Phantasie und Abstand

 

„Wir mussten kreative Möglichkeiten für eine seelsorgliche Begleitung entwickeln“, erzählt Scherer. „Materialien wie Texte, Bilder und Gruppenangebote wurden über die Gruppen verteilt und es gab einen guten Austausch der Seelsorger untereinander.“ Auch gab es Gesprächsangebote für Mitarbeiter – per Telefon. „Wenn das Wetter es zuließ, gab es auch Kontakte über Balkone und Gartenanlagen, etwa ein offenes Singen.“ Bulle ergänzt: „Zusammen mit den Mitarbeitern in den Einrichtungen entstanden verschiedene Angebot wie ein Ostergruß für jeden Wohnbereich in Form einer Ostertüte mit Brief, ein Gottesdienst im Innenhof der Einrichtung, an dem die Bewohner von Balkonen und Fenstern aus teilnehmen konnten oder auch das Malen und Basteln von Herzen, die zeigen, was die Menschen denken und fühlen – mit hausinterner Ausstellung.“ Brigitte Scherer betont daher: „Bei all den Einschränkungen wurden mit viel Kreativität andere Formen der Begleitung und Begegnung entwickelt.“

 

Die Diözesankonferenz Behindertenpastoral wurde 2007 ins Leben gerufen. Sie versteht sich als Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung und ihre Familien in Kirche, Verbänden und Gesellschaft. Ihr Auftrag ist es, ein Bewusstsein zu bilden für den seelsorglich-diakonischen Auftrag im Bistum und die Entwicklung einer inklusiven Pastoral.

 

Weitere Informationen unter: https://www.bistum-trier.de/inklusion/wir-ueber-uns/

 


FC Bayern München und SOS-Kinderdörfer weltweit schließen Kooperationsvertrag

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/FC Bayern München
Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/FC Bayern München

 

(München/ots)- Die FC Bayern München AG und die SOS-Kinderdörfer weltweit haben einen mehrjährigen Kooperationsvertrag geschlossen. Die anerkannte, in 137 Ländern tätige Hilfsorganisation wird den FC Bayern darin unterstützen, seine soziale Nachhaltigkeit in Deutschland und der Welt strategisch weiter zu entwickeln und noch besser sichtbar zu machen. Der FC Bayern wird die wichtige und wertvolle Arbeit der SOS-Kinderdörfer weltweit mit seiner nationalen wie internationalen Markenstärke unterstützen.

 

Zum Start der Zusammenarbeit werden die SOS-Kinderdörfer weltweit in einer 24-monatigen Pilotphase ein spezielles Betreuungsprogramm für Schülerinnen und Schüler im Alter von acht bis 14 Jahren aufbauen. Das Projekt wird als "Arena of Change" auf dem Campus des FC Bayern seine Heimat finden. Kinder und Jugendliche können dort lernen, mit den wachsenden Anforderungen unserer Zeit umzugehen und sollen motiviert werden, positiv in die Gesellschaft hineinzuwirken.

 

Mit der "Arena of Change" werden der FC Bayern und die SOS-Kinderdörfer weltweit einen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen leisten, weil das Partnerschaftsprojekt besonders drei der siebzehn Ziele - Gesundheit, Bildung und weniger Ungleichheiten - umsetzen wird. Das Programm richtet sich an Münchner Kinder aller sozialen Gruppen, damit auch an vulnerable Kinder, und wird von eigens geschulten und ausgewählten Mitarbeitern der SOS-Kinderdörfer weltweit organisiert und geleitet.

 

Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG: "Die Zusammenarbeit mit den SOS-Kinderdörfern weltweit ist für den FC Bayern ein wichtiger, ein notwendiger Schritt. Durch Konzentration auf wenige Projekte wollen wir noch nachhaltiger wirken. Die ersten Gespräche haben wir mit SOS vor mehr als zwei Jahren geführt. Mit jedem Treffen wurde klarer, wie gut wir zueinander passen. Zusätzlich können wir speziell mit dem Partner SOS-Kinderdörfer weltweit gesellschaftliche Verantwortung zielgerichtet in unsere Internationalisierungsüberlegungen einfließen lassen. Ich möchte mich bei unserem Präsidenten Herbert Hainer für seine Unterstützung bedanken, der quasi Hausrecht auf dem Campus hat und unseren Wunsch erfüllte, die "Arena of Change" am NLZ anzusiedeln. Bedanken möchte ich mich besonders bei Petra Horn aus dem Vorstand von SOS-Kinderdörfer weltweit. Frau Horn hat unsere Vision, soziale Nachhaltigkeit effektiver und sichtbarer auszurichten, ideal begleitet. SOS ist eine Top-Marke in der internationalen Liga der Hilfsorganisationen und passt optimal zum FC Bayern."

 

Herbert Hainer, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München: "Die Partnerschaft mit den SOS-Kinderdörfern weltweit passt genau in die Neuausrichtung der Nachhaltigkeitsstrategie beim FC Bayern, die der Vorstand 2019 mit Blick auf die künftigen Herausforderungen im Sport, speziell im Fußball sowie ganz allgemein in unserer Gesellschaft beschlossen hat. Gesellschaftliche Verantwortung ist dem FC Bayern immer sehr wichtig gewesen. Uli Hoeneß hat als Manager und Präsident immer nach dem Grundsatz gehandelt, dass derjenige, der Erfolg hat, einen Blick für die Schwächeren in unserem System haben und ihnen helfen muss. Daran wird sich nichts ändern. Was die Fußball AG, der Verein und der FC Bayern Hilfe eV in den zurückliegenden Jahren an Unterstützung finanziell und ideell geleistet haben, ist gewaltig. Deshalb haben wir entschieden, unsere soziale Nachhaltigkeit so auszurichten, dass wir mit besonderen, auf den FC Bayern zugeschnittenen Projekten in der digitalen Kommunikationsgesellschaft noch besser erkennbar sind. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit SOS, auf die neue Erfahrung mit der "Arena of Change" und den gemeinsamen Austausch."

 

Petra Horn, Vorstandsmitglied bei SOS-Kinderdörfer weltweit, erklärt: "Einen so starken Partner wie den FC- Bayern München an unserer Seite zu haben, freut mich sehr. Gemeinsam haben wir ein ganz neues, innovatives Projekt entwickelt. In der "Arena of Change" sollen Mädchen und Jungen die Chance erhalten, am "Miteinander" zu wachsen und von Profis zu lernen. Hier profitieren sie von dem motivierenden und inspirierenden Umfeld des FC Bayern. Darüber hinaus hat der Sport, insbesondere der Fußball, eine große Bedeutung in den SOS Programmen. Er lehrt Teamgeist, Respekt, Fairplay und noch vieles mehr. Das ist eine perfekte Basis für eine nachhaltige Kooperation und für wirklichen gesellschaftlichen Mehrwert. Ich freue mich auf eine langfristige Zusammenarbeit und bin schon sehr gespannt, die Wirkung bei den teilnehmenden Kindern selbst zu erleben."

 

Die SOS-Kinderdörfer weltweit haben ihren Sitz in München und setzen auf die Schwerpunkte Familienstärkung, Bildung, Gesundheit und Kinderrechte. In 137 Ländern unterstützt der internationale Arm der SOS-Kinderdörfer etwa 1,5 Millionen Kinder und deren Angehörige. Das Leitbild der von dem Österreicher Hermann Gmeiner 1949 gegründeten Hilfsorganisation lautet: "Wir geben in Not geratenen Kindern eine Familie und helfen ihnen, ihre Zukunft selbst zu gestalten."

 

Die "Arena of Change" auf dem Campus des FC Bayern München hat dabei als deutsches Projekt ein Alleinstellungsmerkmal.


Projektkatalog 2021 beschlossen, Generalsekretär Enno Haaks wiedergewählt

Hofgeismar: Vertreterversammlung des GAW

 

 

(Hofgeismar/gaw) - Die Vertreterversammlung des Gustav-Adolf-Werks e.V. Diasporawerk der EKD (GAW) fand am 20./21. September 2020 als eine Präsenzveranstaltung in der Evangelischen Tagungsstätte Hofgeismar statt. Wegen der Anti-Corona-Maßnahmen wurde die Versammlung verkürzt und ohne Gäste aus Partnerkirchen durchgeführt.

 

Die Landesbischöfin der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, begrüßte die bundesweit 50 Teilnehmenden in einer Eröffnungsandacht im Synodensaal der Tagungsstätte in Hofgeismar. Sie betonte die Bedeutung von realen Kontakten und Beziehungen, die im GAW gepflegt werden:

 

„Die Projekte des GAW sind plötzlich in Hotspots dieser Welt. Libanon, das ökonomisch, politisch und sozial am Boden liegt, Kirgisien, wo Corona ethnische und religiöse Konflikte anheizt, Ukraine, wo ein Krieg tobt, Argentinien, wo die Kinder bald ein Jahr keine Schule mehr besucht haben, Rumänien, Brasilien und, und, und.  Die Arbeit des GAW ist ein wichtiger Knoten im weltweiten Netz von Menschen, die sich aus ihrem christlichen Glauben heraus für andere einsetzen, sich umeinander kümmern und ein Netz bilden, das auffängt in einer Situation, in der alles andere zusammenbricht.“ (Zitat Landesbischöfin der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann)

 

Der Projektkatalog 2021 wurde mit einer Gesamtsumme von zwei Millionen Euro beschlossen. Diese Summe beinhaltet neben 1,6 Millionen Euro für Projekte der 50 Partnerkirchen die Partnerschaftsarbeit von Regionalgruppen sowie die Kooperationen z.B. mit der Gemeinschaft Evangelischen Kirchen in Europa (GEKE). Mit ihrem Beschluss drückten die Vertreterinnen und Vertreter der Regionalgruppen des GAW die Hoffnung und die Absicht aus, trotz aktueller Versammlungs- und Gottesdienstbeschränkungen das bisherige Spendenniveau zu halten. Sie dankten allen Partnern, die das GAW dabei unterstützen.

 

Die Vertreterversammlung entlastete den Vorstand. Pfarrer Enno Haaks wurde mit großer Mehrheit für eine dritte Amtszeit für sechs Jahre als Generalsekretär des GAW wiedergewählt. Haaks sieht im GAW besonders in Krisensituationen einen wichtigen Halt für die Partnerkirchen:

 

„In Krisenfällen zählen unsere gewachsenen Kontakte. Durch sie besteht eine Vertrauensbasis und diese macht eine schnelle Hilfe möglich.“ (Zitat Enno Haaks)

 

Als neue Beisitzerin im Vorstand für die Amtszeit vom 2021 bis 2024 wurde Pfarrerin Birgit Hamrich, Referentin für Entwicklung und Partnerschaften in Europa und USA bei Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW (GAW Hessen-Nassau) gewählt.


Solibrot-Aktion 2020 – Trotz Corona gute Beteiligung

(Köln/kdfb) – Die diesjährige Solibrot-Aktion des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB) fand aufgrund der Corona-Pandemie unter erschwerten Bedingungen statt. Geplante Veranstaltungen waren nicht oder nur sehr begrenzt möglich. Dennoch kam ein Betrag von 67.356 Euro zusammen. KDFB-Vizepräsidentin Sabine Slawik überreichte dazu virtuell einen Spenden-Scheck an Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR.

 

 

 

„Wir danken allen Frauenbundfrauen, Bäckereien, Kundinnen und Kunden, die trotz der widrigen Umstände während des Lockdowns ihre Solidarität mit Frauen und Mädchen weltweit bewiesen haben. Obwohl Aktionen wie der Brotverkauf nach Gottesdiensten, besonders am MISEREOR-Sonntag, nicht umgesetzt werden konnten, wurde für ausgewählte Projekte gespendet. Das ist gelebte Solidarität“, erklärt KDFB-Vizepräsidentin Sabine Slawik. Beteiligt hatten sich 273 Zweigvereine aus 15 KDFB-Diözesanverbänden und traditionelle Bäckereien, die während der Fastenzeit Solibrote verkauften.

 

 

 

Der Erlös der KDFB-Solidaritätsaktion fließt in Projekte, die Frauen und Mädchen in Afrika, Asien und Südamerika ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Eines davon unterstützt Straßenmädchen in Kenia. Mädchen, die in Nairobi auf der Straße leben, erhalten Unterkunft und Schulbildung, damit sie bessere Zukunftsperspektiven entwickeln können. „Aber die Corona-Pandemie trifft auch die ehemaligen Straßenmädchen und die Betreuer im Rescue Dada Center. Ihre Lebensgrundlagen sind gefährdet und die Mädchen drohen wieder in ihr altes Leben abzurutschen. Hier ist die Unterstützung aus der Solibrot-Aktion genau am richtigen Ort, um die Mädchen und ihre Familien gut durch die Covid-Pandemie zu bringen“, so Slawik. 

 

 

 

Die Solibrot-Aktion fand zum 8. Mal in Kooperation mit MISEREOR statt. Seit 2013 hat der KDFB über 600.000 Euro an das katholische Werk der Entwicklungszusammenarbeit zur Unterstützung von Frauen- und Mädchenprojekten übergeben. Die Kooperation wird im Rahmen der Fastenaktion 2021 fortgesetzt.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

 

 


Neues evangelisches Internet-Angebot für junge Erwachsene gestartet

indeon.de will vor allem Menschen zu Wort kommen lassen

Foto: indeon.de
Foto: indeon.de

 

(Frankfurt/ekhn) - Das Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Montag (21. September) ein neues Internetangebot für Jüngere gestartet. indeon.de ist der Name eines evangelischen Portals für Hessen und Rheinland-Pfalz, das sich vor allem an junge und jung gebliebene Erwachsene richtet. Es will eine spezielle protestantische Perspektive auf die Welt mit Portraits, Videos und Diskussion eröffnen. Das neue digitale Angebot wird die Website der traditionsreichen Evangelischen Sonntagszeitung ersetzen und entwickelt Themen aus Kirche und Gesellschaft konsequent für eine jüngere Zielgruppe weiter. Ergänzt wird die Internetseite durch entsprechende Angebote in den sozialen Netzwerken Instagram, Facebook und Twitter sowie Podcasts zum Hören. Die Redaktion sitzt im Evangelischen Medienhaus in Frankfurt.

 

„Wir greifen auch Geschichten auf, die in den großen Massenmedien nur schwer einen Platz finden“, sagt Esther Stosch. Die Chefin vom Dienst hat die redaktionelle Ausrichtung des neuen Online-Portals im Blick. indeon.de stellt die Menschen in den Mittelpunkt: Welche Themen bewegen? Wo sind Menschen engagiert und setzen sich für andere ein? Welche Probleme haben sie und werden sie mit ihren Anliegen gehört?

 

Die ersten Wochen will das Team von indeon.de alles rund um das Thema Neustart unter die Lupe nehmen. „Für den Hashtag #allesaufstart haben wir spannende Menschen interviewt“, so Stosch. Zum Beispiel gibt es eine Geschichte von einer Frau, deren Leben durch die Liebe zerstört wurde. Oder die eines „Transmannes“, der als katholisches Mädchen aufwuchs. Manche Geschichten sind auch sehr persönlich, wie etwa die Kolumne einer Redakteurin, die während der Coronakrise schwanger geworden ist. Zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit blickt eine junge Journalistin in einer Video-Reportage auf die Vergangenheit ihrer Eltern und Großeltern zurück und kommt mit Zeitzeugen ins Gespräch.

 

Untersuchungen zufolge blickt mehr als ein Drittel der jungen Menschen kritisch auf das, was die Kirche sagt. Auch deshalb will indeon.de mit den Nutzerinnen und Nutzern ins Gespräch kommen und die Diskussion über gesellschaftliche und gerade auch kirchliche Themen in den Blick nehmen. „Wir wollen eben nicht in ein schwarz-weiß-Denken verfallen“ – beschreibt Chefredakteur Andreas Fauth eine der wichtigen Herausforderungen für die neue Website: „indeon.de soll die Zwischentöne aufzeigen, Vielfalt innerhalb und außerhalb von Kirche abbilden und zur Debatte einladen. Damit ist die verjüngte Website der Evangelischen Sonntags-Zeitung zugleich loyaler und kritischer Begleiter der Kirche.

 

Besonders wichtig für indeon.de sind deshalb die sozialen Netzwerke. Über Instagram werden sich junge Menschen mit ihren Fragen und Anliegen wiederfinden, Facebook und Twitter bilden die Vielfalt der Website indeon.de ab und fordern zur Debatte auf. Ein wöchentlicher Newsletter „indeon weekup“ richtet schon montags den Blick auf die Themen der Woche. Dazu kommen noch mehrere spannende Podcast-Formate. Damit will indeon.de zugleich wichtiger Innovator für die Digitalisierung in der Evangelischen Kirche sein.

 

indeon.de will auch Verantwortung für die Evangelischen Publizistik übernehmen, ist das Team überzeugt. In einer Welt, in der vieles als alternativlos gelte, verlören Menschen das Vertrauen in Politik und Journalismus, sie stellten demokratische Strukturen in Frage – Kirche müsse sich deshalb gerade jetzt Gehör verschaffen und zur Meinungsbildung in der Gesellschaft beitragen, Demokratie stärken. indeon.de soll hier einen wesentlichen Beitrag leisten.

 

„Damit leistet indeon.de einen wichtigen Beitrag dazu, die Evangelische Kirche auf dem Weg in die Zukunft zu begleiten,“ sagt Birgit Arndt, Geschäftsführerin des Medienhauses der EKHN und ergänzt: „Dank Synergien bei den Redaktionen im Medien-haus, aber auch durch Kooperation mit Redaktionen anderer Landeskirchen können wir das neue Projekt indeon.de kostenneutral realisieren.“

 

Internet: www.indeon.de


Matthias Platzeck, ehemaliger SPD-Ministerpräsident, spricht am 23. September 2020 im Berliner Dom über ein ungewöhnliches Verhältnis

Vortrag: Was hat Politik mit Demut zu tun?

 

(Berlin/mtg) – Demut ist nicht das Allererste, was einem zu Politik und Politikern spontan in den Sinn kommt. Umso gespannter dürfen die Zuhörerinnen und Zuhörer auf einen Vortrag von Matthias Platzeck sein. Der SPD-Politiker und ehemalige Ministerpräsident wird am 23. September 2020 im Berliner Dom über seine Erfahrungen als Politiker sprechen und darüber, welche Rolle Demut in der Politik spielen kann. Der Vortrag findet im Rahmen des Jahresthemas „DEMUT – Was zügelt uns?“  statt, das im Berliner Dom bereits zum Jahresbeginn mit Veranstaltungen begonnen hatte.

Matthias Platzeck kann auf mehr als drei Jahrzehnte als aktiver Politiker zurückschauen: In der Endphase der DDR setzte er sich als Umwelthygieniker zunächst mit der Grünen Liga für den Umweltschutz ein und wurde in die freie und letzte Volkskammer gewählt, wo er der Fraktion Bündnis 90 / Grüne angehörte. 1995 wechselte er zur SPD, die ihn 2005 zu ihrem Vorsitzenden in Brandenburg wählte. Von 1998 bis 2002 war er Oberbürgermeister von Potsdam. Von 2002 an amtierte Platzeck elf Jahre lang als Ministerpräsident von Brandenburg. Nach zwei Wiederwahlen 2004 und 2009 trat Platzeck aus gesund-heitlichen Gründen am 26. August 2013 als SPD-Landesvorsitzender und am 28. August 2013 als Ministerpräsident zurück. Seit 2014 leitet er die Kommission »30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit« der Bundesregierung.

 

 

 

Der Vortrag von Matthias Platzeck bildet den Auftakt zu einer weiteren Reihe von Veranstaltungen
im Rahmen des Jahresthemas „DEMUT – Was zügelt uns?“. Tagesaktuelle Informationen finden Sie unter https://www.berlinerdom.de

 

 

 

Termin:
23. September 2020, 20 Uhr, Berliner Dom, Am Lustgarten, Berlin Mitte

 

Vortrag von Matthias Platzeck: „Politik und Demut“

 


Flüchtlingsresolution, Nachtragshaushalt, Wahl und Zukunftsprozess auf EKHN-Tagung in Offenbach

Evangelische Kirche zwischen Moria und Corona

(Offenbach/ekhn) - Am Samstagabend (19. September)  ist die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit zahlreichen Beschlüssen zu Ende gegangen. Neben der Forderung an die hessische und rheinland-pfälzische Landesregierung, Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen wurde ein Nachtragshaushalt beschlossen und Sabine Bertram-Schäfer zur neuen Pröpstin für den Bereich Nord-Nassau gewählt. In seinem Bericht zur Lage in Kirche und Gesellschaft verteidigte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung das Handeln der evangelischen Kirche in der Coronakrise gegen Kritik.

 

Nächste Synode in Alsfeld

Die 140 Delegierten des in etwa mit einem Parlament vergleichbaren Gremiums unter dem Vorsitz von Präses Ulrich Oelschläger mussten die Tagung wegen besonderer Hygienevorschriften durch die Corona-Pandemie aus dem angestammten Frankfurter Dominikanerkloster in die Stadthalle von Offenbach verlegen. Oelschläger kündigte an, dass die kommende Synode voraussichtlich vom 25.bis 28. November 2020 im oberhessischen Alsfeld tagen wird.

 

Alle Synodenentscheidungen sind hier auch ausführlich abrufbar:

 

https://www.ekhn.de/ueber-uns/aufbau-der-landeskirche/kirchensynode/berichte.html

 

 

Zusammenfassung der Entscheidungen

Moria-Resolution: Flüchtlinge aufnehmen

Auf ihrer Zusammenkunft in Offenbach hat die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau die Landesregierungen in Hessen und Rheinland-Pfalz gebeten, sich bei der Bundesregierung für die unverzügliche Aufnahme von 12.500 Flüchtlingen aus Griechenland einzusetzen.  Gleichzeitig solle Hessen zusagen, 1000 Geflüchtete aufzunehmen. Rheinland-Pfalz solle 650 Flüchtlingen helfen. Auch die EKHN und die Diakonie in Hessen und Rheinland-Pfalz seien im Rahmen ihrer Möglichkeiten bereit, Flüchtlinge mit Hilfe, Beratung und Unterbringung zu unterstützen.

 

Nachtragshaushalt: Lücke aus Mix ausgleichen

Die Synode verabschiedete am Samstag auch einen Nachtragshaushalt mit Aufwendungen von 690 Millionen Euro im laufenden Jahr. Durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie rechnet die EKHN noch in diesem Jahr mit Mindererträgen von 60 Millionen Euro. Darunter sind alleine 50 Millionen Euro weniger Kirchensteuern als ursprünglich geplant. Die Deckungslücke soll aus einem Mix aus Sparmaßnahmen, Plankorrekturen mit Anpassungen an laufende Bedarfe und Rücklagenentnahmen ausgeglichen werden. Die Zuweisungen aus Gemeinden und  Dekanaten sind von den aktuellen Sparauflagen weitgehend ausgenommen.

 

Wahl: Sabine Bertram-Schäfer wird neue Pröpstin

Sabine Bertram-Schäfer ist die neue Pröpstin für den Bereich Nord-Nassau. Die hessen-nassauische Kirchensynode wählte die 53 Jahre alte Dekanin des Dekanats Büdinger Land in das evangelische Leitungsamt. Ab dem kommenden Jahr ist sie die geistliche Leitungsperson in der mittelhessischen Region um Herborn für rund 200.000 Kirchenmitglieder in 169 Gemeinden. Ihre Aufgabe ist mit der einer „Regionalbischöfin“ in anderen evangelischen Kirchen vergleichbar. Bertram-Schäfer tritt die Nachfolge von Annegret Puttkammer an, die zum Jahresende Direktorin des Neukirchener Erziehungsverein in Neukirchen-Vluyn bei Duisburg wird. In ihrer Bewerbungsrede sprach sich Bertram-Schäfer  unter anderem für eine „resonanzfähige Kirche“ aus. Es sei vor allem in den anstehenden Reformprozessen wichtig, „genau wahrzunehmen, zu schauen und zu hören“.

 

Kirchenpräsident: Kirche half eine Corona-Katastrophe zu vermeiden

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hatte bereits am Samstagmorgen an die Regierungen in Hessen und Rheinland-Pfalz appelliert, Flüchtlinge aus dem durch einen Brand zerstörten griechischen Lager Moria auszunehmen. In den Mittelpunkt seines Berichts zur Lage in Kirche und Gesellschaft stellte er aber die Situation in der Corona-Krise. Dabei ging er unter anderem auf die Arbeit der Kirchen in der Pandemie ein und widersprach mahnenden Stimmen. „Immer wieder wird kritisiert, die Kirchen hätten in der Corona-Krise keine tragende Rolle gespielt“, sagte Jung. Wer aber auf das schaue, was in Gemeinden und Einrichtungen beispielsweise in der Seelsorge wirklich geleistet wurde, müsse zu einem anderen Schluss kommen. Sie hätten im „Spannungsfeld von Zuwendung, Gefährdungspotential und Schutz“ gestanden und mit ihrem verantwortungsvollen Handeln dazu beigetragen „eine wirkliche Katastrophe zu verhindern“.

 

Zukunftsprozess: Projekt „ekhn2030 geht in nächste Runde

Die EKHN-Synode hat bei ihrem Treffen auch den Weg für die nächste Phase des  Zukunftsprojektes „ekhn2030“ frei gemacht. Sie billigte auf ihrer Tagung in Offenbach nach einer intensiven Debatte ein Impulspapier, das Grundsätze und Verfahren beschreibt, wie sich die hessen-nassauische Kirche künftig ausrichten will. Zentral soll dabei die Frage sein, welche Maßnahmen und Veränderungen dazu beitragen, die EKHN als „offene und öffentliche Kirche in vielfältiger Gestalt nahe bei den Menschen“ weiterzuentwickeln. Dabei sollen auch Einsparoptionen angesichts zukünftig deutlich geringerer Kirchensteuereinnahmen benannt werden.

 

Leitungssitzungen: Künftig auch digital möglich

Die Synode beschloss auch, dass  Kirchenvorstände in Gemeinden, Dekanatssynoden in der Region und auch die die Kirchensynode digital tagen und Beschlüsse fassen können. Dies war in der Coronakrise in vielen Fällen nötig geworden aber in den Kirchengesetzen bisher nicht regulär vorgesehen.

 

 

Hintergrund: Was ist eine Synode?

Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der hessen-nassauischen Kirche. Sie erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl die wichtigsten Leitungsämter und beschließt den Haushalt. Aktuell hat sie 140 Sitze. Als das maßgebende Organ geistlicher und rechtlicher Leitung trifft sie auch wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten die Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit einem oder einer Präses. Gemäß Kirchenordnung sollen möglichst zwei Drittel der gewählten Synodalen nichtordinierte Gemeindemitglieder sein, ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer.

 

Mehr Informationen im Internet unter www.ekhn.de

 


Bonifatiuswerk startet Initiative „Sternstunden der Menschlichkeit" und gibt damit Anregungen, wie das Fest der Hoffnung auch in Zeiten der Corona-Pandemie gefeiert werden kann

Plötzlich Weihnachten? – Nicht mit uns!

Die Initiative des Bonifatiuswerkes steht unter dem Gedanken „Sternstunden der Menschlichkeit". Foto: Wagner/Mertens
Die Initiative des Bonifatiuswerkes steht unter dem Gedanken „Sternstunden der Menschlichkeit". Foto: Wagner/Mertens

(Paderborn/bfw) - Weihnachten kommt für einige meist ganz plötzlich. Nicht so für das Bonifatiuswerk. Das hat schon jetzt konkrete Impulse, wie das Fest der Hoffnung auch in Zeiten der Corona-Pandemie gefeiert werden kann. Dazu hat das Bonifatiuswerk zusammen mit der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral der Deutschen Bischofskonferenz (KAMP) eine bestehende Onlineplattform um eine Ideenbörse erweitert, auf der in den kommenden Monaten regelmäßig neue Ideen, Projekte und Anregungen zur Gestaltung der Advents- und Weihnachtszeit vorgestellt und vernetzt werden sollen. Mit dieser Initiative und mit weiteren Projekten und Materialien wolle das Bonifatiuswerk Weihnachten 2020 als „Sternstunden der Menschlichkeit" erlebbar machen.

 

„Die Botschaft von der Geburt Jesu Christi gibt uns auch in schwierigen Zeiten Hoffnung. Gerade in diesem Jahr, während der anhaltenden Corona-Pandemie, dürfen wir das feiern und weitersagen. Dazu vernetzen wir uns mit evangelischen und katholischen Initiativen, Gemeinden, Vereinen und Institutionen und laden diese dazu ein, ihre Ideen online zu teilen und sich gleichermaßen von anderen guten Ideen inspirieren zu lassen. Wir hoffen, dass viele Ideen eingestellt werden, denn davon lebt die Plattform. So möchten wir das diesjährige Weihnachtsfest als „Sternstunden der Menschlichkeit" erlebbar machen", beschreibt der Generalsekretär des Bonifaiuswerkes, Monsignore Georg Austen, die Idee hinter der Initiative. Die Ideenbörse solle zugleich eine Inspiration für Kirchengemeinden sein, die sich wegen Corona unter ganz anderen Bedingungen auf die Advents- und Weihnachtszeit vorbereiten müssen.

 

Zudem plant das Bonifatiuswerk neben einer Vielzahl an digitalen Angeboten in den Sozialen Medien, auch eine kostenfreie Sonderpublikation zum Weihnachtsfest. Diese wird in der Heftreihe „Kirche im Kleinen" erscheinen, die bereits eine Auflage von 6,5 Million Exemplaren erreicht hat. Das Heft gibt Anregungen zur Feier des Weihnachtsfestes und kann gezielt in der Kirche, an der Krippe, in Gemeindezentren oder an anderen Orten ausgelegt und genutzt werden. Mit der Aktion „Tat.Ort.Nikolaus" möchte das Hilfswerk zusätzlich in ganz Deutschland Orte guter Taten fördern und so zum Nikolaustag die Werte Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Respekt mehr in den Fokus der Gesellschaft rücken.

 

Zwar kann niemand derzeit vorhersagen, wie sich die Corona-Pandemie bis Weihnachten entwickeln wird, wahrscheinlich ist jedoch, dass die Menschen auch dann noch dazu angehalten sind möglichst viel soziale Distanz wahren. Gerade die Hoffnung ist in dieser Zeit wichtiger denn je. Vor diesem Hintergrund ruft das Bonifatiuswerk zudem die „Aktion Hoffnungspost" ins Leben. Mit der Hoffnungspost könne man einem geliebten Familienmitglied, einem Angehörigen, Freunden, kranken, alleinstehenden oder älteren Menschen eine kleine Freude machen.

 

„Gott wurde einer von uns. Die Geburt Jesu hat die Welt verändert und sagt uns auch heute, wie wichtig es ist, einander Zuversicht zu geben und solidarisch zusammenzustehen. Unter Menschlichkeit verstehe ich gelebte Menschenfreundlichkeit, den liebevollen und helfenden Umgang untereinander, aber auch die Nähe zu unseren Mitmenschen. Diese kann unterschiedlich gestaltet werden, sei es durch gemeinsam verbrachte Zeit, ein Gebet aus dem Herzen oder durch eine kleine persönliche Geste wie dem Versenden einer liebgemeinten Hoffnungspost", sagt Austen.

 

Mehr zu den „Sternstunden der Menschlichkeit" unter: www.pastorale-innovationen.de/weihnachten-2020 und unter www.bonifatiuswerk.de/weihnachten2020/

 


Balance zwischen analogen und elektronischen Feiern ist Herausforderung

Studie: „Digitaler Kirchgang“ auch nach Corona stark gefragt

(Darmstadt/ekhn) - Teilnehmende von Online-Gottesdiensten wünschen sich eine Fortführung der digitalen Angebote über die Coronakrise hinaus. Auch nach Ende des Lockdowns wollen vor allem mittlere Altersgruppen weiterhin den „digitalen Kirchgang“ praktizieren. Dies hat eine Studie im Auftrag von fünf evangelischen Landeskirchen ergeben, die am Freitag (18. September) veröffentlicht wurde. An ihr hat sich auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) beteiligt. Befragt wurden knapp 5.000 Menschen.

 

Digitale Feiern sollen bleiben

Die große Mehrheit der Online-Gottesdienstbesuchenden möchte auf die neue Form des Gottesdienstes nicht mehr verzichten. So hatten 65,4 Prozent aller Befragten auch nach Ende des Lockdowns weiterhin an digitalen Feiern teilgenommen. Eine besonders hohe Zustimmung findet diese Gottesdienstform in der Altersgruppe der 41- bis 60-Jährigen. Viele Teilnehmende an Online-Gottesdiensten nutzten dieses Angebot intensiv und regelmäßig: Mehr als 80 Prozent der Befragten hatten mindestens vier Online-Gottesdienste besucht, 32,7 Prozent waren mindestens zehn Mal dabei. Dabei hatten 66,7 Prozent der Befragten vor Corona keine Erfahrung mit digitalen Gottesdiensten. Nur 2,8 Prozent nahmen schon vorher regelmäßig an Online-Gottesdiensten teil.

 

Online in Kirche nicht mehr wegzudenken

„Die Studie zeigt deutlich, dass die Online-Kommunikation auch im gottesdienstlichen Kernbereich der Kirchen nach Corona nicht mehr wegzudenken ist“, sagt Digitalisierungs-Experte Prof. Dr. Holger Sievert von der Hochschule Macromedia (Köln), wissenschaftlicher Begleiter der Studie. Besonders erfreulich im Sinne digitaler Teilhabe sei, dass diese Entwicklung auch für höhere Altersgruppen gelte. „Daraus ergibt sich die Frage, was diese Momentaufnahme für das Verhältnis von Online- und Präsenzangeboten bedeutet und wie dieses Miteinander in Zukunft weiterentwickelt werden soll“, erklärte Sievert.

 

Kirchenpräsident: Überraschend hohe Akzeptanz

Nach Worten des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung zeige die Studie eine „überraschend hohe Akzeptanz“ von digitalen Formaten in der Verkündigung. „Das macht Mut, auch über die Corona-Krise hinaus daran weiterzuarbeiten. Oft werden dabei auch neue kreative Wege gegangen. Um in den digitalen Medien Resonanz zu finden, ist es besonders wichtig in Form und Sprache viel stärker auf Menschen zuzugehen. Das ist eine große Chance für die Kirche.“ Nach Ansicht Jungs werde es in Zukunft vor allem darum gehen, in der Kirche „eine neue Balance zwischen persönlicher Begegnung und elektronischer Kommunikation zu finden“.

 

Aktive Teilnahme

Die meisten Befragten (60,5 Prozent) schauen die digitalen Gottesdienste allein, zeigt die Studie weiter. Während sich knapp ein Viertel der Teilnehmenden im Gottesdienst aktiv einbringen konnte (etwa durch Fürbitten, über einen YouTube-Chat oder per E-Mail), erlebten etwas mehr als drei Fünftel während des Gottesdienstes keine Interaktion. Insgesamt fühlten sich die meisten wohl im Online-Gottesdienst: viele beschreiben die Atmosphäre vor allem als freundlich (68,2 Prozent), ermutigend (53,0 Prozent), einladend (49,5 Prozent), herzlich (38,3 Prozent) und lebensnah (34,6 Prozent). Nur sehr wenige erlebten eine distanzierte oder gar kühle Atmosphäre. Als Hauptinformationsquelle über das Online-Gottesdienstangebot gaben 59,9 Prozent der Befragten das Pfarramt der eigenen Gemeinde an, gefolgt von Social Media (31,8 Prozent).

 

Zukunftsaussichten

Für die Zukunft wünschen sich die Befragten zu 82,8 Prozent regelmäßige Online-Gottesdienste auch dann, wenn Präsenz-Veranstaltungen wieder in vollem Umfang möglich sind. Die Gottesdienste sollten unter 45 Minuten lang sein und eine Mischung aus moderner und klassischer Musik enthalten. Zwar präferieren 40 Prozent der Teilnehmenden eine Live-Ausstrahlung gegenüber einer Aufzeichnung, aber die große Mehrheit von knapp 80 Prozent ist auch mit einem aufgezeichneten Online-Gottesdienst zufrieden. Bei der Frage nach dem passenden Raum bevorzugt mehr als die Hälfte (61,5%) der Befragten einen „sakralen Kirchraum“. 38,5 Prozent der Befragten wünschen sich, interaktiv am Gottesdienst beteiligt zu werden, während knapp die Hälfte der Befragten mit dem reinen Zuschauen zufrieden ist.

 

Hintergrund

An der von den Landeskirchen Baden und Württemberg initiierten Online-Befragung, der sich die Landeskirchen Hannover, Hessen und Nassau sowie die Evangelische Kirche im Rheinland anschlossen, beteiligten sich von Mai bis Juli 2020 insgesamt 4.767 Menschen online. Die Studie unter dem Titel „Rezipiententypologie evangelischer Online-Gottesdienstbesucher*innen während und nach der Corona-Krise“ wurde gefördert durch den Digitalinnovationsfond der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); weitere Auswertungen werden folgen. Teilnehmende aus städtischen Regionen (50,5 Prozent) und aus ländlichen Regionen (46,9 Prozent) waren ausgewogen vertreten. Mit 61,9 Prozent nahmen mehr Frauen an der Befragung teil als Männer (37,7 Prozent). Rund 60 Prozent sind zwischen 31 und 60 Jahre alt, wobei die 51-60jährigen mit 31,0 Prozent die stärkste Gruppe darstellen, gefolgt von den 41-50jährigen (18,4 Prozent).

 

Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse findet sich unter:

http://www.ekir.de/url/Nkw

 


Das Kolpingwerk Deutschland begrüßt die von der Bundesregierung zugesagte Aufnahme weiterer Geflüchteter von den griechischen Inseln

Ein starkes Zeichen gesetzt

 

(Köln/pm) – Das Kolpingwerk Deutschland begrüßt, dass die Bundesregierung zusätzlich zu den bereits zugesagten 150 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten die Aufnahme von weiteren 1.553 anerkannten Geflüchteten von den griechischen Inseln angekündigt hat. Für jeden dieser knapp 1.700 Menschen ist das eine positive Nachricht. Gleichwohl wird so erneut aufgezeigt, dass ein europäischer Ansatz in der Migrationspolitik dringend geboten ist. Für die vielen Menschen, die weiterhin auf Lesbos unter menschenunwürdigen Bedingungen ausharren, muss eine humanitäre Lösung gefunden werden. Mit der hohen Bereitschaft vieler Städte und Gemeinden, Geflüchtete aus Lesbos aufzunehmen, setzt Deutschland ein starkes Zeichen und geht mutig als Vorbild für andere EU-Staaten voran.

 

Darüber hinaus muss die Europäische Union endlich eine den europäischen und christlichen Grundwerten entsprechende Antwort in der Flüchtlingspolitik finden. Das Kolpingwerk Deutschland erwartet, dass Deutschland während seiner EU-Ratspräsidentschaft noch mehr Verantwortung übernimmt als ohnehin schon und die Reform des "Gemeinsamen Europäischen Asylsystems" maßgeblich vorantreibt. Der für den 23.09.2020 angekündigte Vorschlag der Europäischen Kommission sollte langfristige Lösungen für eine gemeinsame solidarische und menschenwürdige Flüchtlingspolitik beinhalten.

 


Statement zum Weltkindertag am 20. September

„Millionen junge Menschen sind aus dem Blick geraten“

(Aachen/pm) - Zum Weltkindertag am kommenden Sonntag, 20. September, äußert sich Petra Schürmann, Fachreferentin für Kinderrechte im Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘:

 

„Letztes Jahr wurden 30 Jahre Kinderrechte weltweit groß gefeiert. Gerade die Erfolge im Bereich der Bildung standen vielerorts im Mittelpunkt. Es gingen noch nie so viele Kinder weltweit in die Schule wie in den vergangenen Jahren. Doch seit der Covid-19-Pandemie ist alles anders, ein globaler Bildungsnotstand könnte die Folge sein. Viele Schulen weltweit sind seit Monaten geschlossen, mancherorts sind die Schulen sogar bis Ende dieses Jahres zu. Millionen junge Menschen sind aus dem Blick geraten, haben kaum Kontakt zu ihren Lehrerinnen und Lehrern, erhalten keine warme Mahlzeit in der Schule und können sich bei Problemen zu Hause nicht an vertraute Personen in der Schule wenden.

 

Partner des Kindermissionswerks berichten davon, dass sie große Sorge haben, dass viele Kinder nicht mehr in die Schule zurückkehren werden, weil sie in Kinderarbeit oder Frühehen gezwungen werden. Mädchen werden davon besonders stark betroffen sein. Kinder aus armen und benachteiligten Familien erleiden die größten Rückschläge, denn sie haben keinen Zugang zum Internet und zu digitalen Lernangeboten. Je länger Kinder und Jugendliche der Schule fernbleiben, umso höher werden die Risiken von Teenager-Schwangerschaften, Kinderarbeit und familiärer Gewalt. In vielen Entwicklungsländern muss dringend in Bildung investiert werden, Bildungsetats dürfen gerade jetzt nicht gekürzt werden. Kinder und ihr Recht auf Bildung müssen Priorität haben. Helfen kann auch eine global finanzierte Bildungsoffensive mit dem Ziel, möglichst viele Kinder in die Schulen zurückzubringen und die entstandenen Bildungslücken zu schließen. Wenn weiterhin Millionen Kinder von der Schule ausgeschlossen werden, gehen uns bis heute erreichte, globale Entwicklungsschritte auf Dauer verloren.“

 

761 Bildungsprojekte mit rund 26 Millionen Euro gefördert Weltweit hat das Kindermissionswerk im vergangenen Jahr 761 Projekte mit insgesamt mehr als 26 Millionen Euro (exakt: 26.132.312,36 Euro) im Bereich Bildung gefördert. Darunter 258 Projekte in Afrika, 249 in Asien, 232 in Lateinamerika, 19 in Osteuropa und drei internationale Projekte. Von der Hilfe der Sternsinger in Deutschland profitierten die Kinder auf der ganzen Welt, beispielsweise durch ein Programm zur schulischen Eingliederung für syrische Flüchtlinge im Libanon, durch Schul- und Berufsausbildung für indigene Kinder in Ecuador, durch den Bau einer Sekundarschule für gehörlose und hörende Kinder in Sierra Leone, durch schulische und psycho-soziale Unterstützung für binnenvertriebene Kinder im Irak oder die Ausstattung von Werkstätten zur Berufsausbildung von Schulabbrechern in Vietnam.

 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger Mehr als 1.800 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 78,4 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2018 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 111 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben. 

 


„Speisen für Waisen“: Hilfsaktion geht in eine neue Runde – mit kreativen Lösungen in Zeiten von Corona

Foto: Speisen für Waisen
Foto: Speisen für Waisen

Ab dem 18. September heißt es wieder: „Gemeinsam essen, gemeinsam helfen.“ – zumindest im Kleinen. Normalerweise kommen bei „Speisen für Waisen“, Deutschlands größter ehrenamtlichen Aktion von Muslimen und Nichtmuslimen, jedes Jahr tausende Menschen zusammen und tun gemeinsam Gutes. Aufgrund der aktuellen Lage kann die Aktion nun nicht wie gewohnt stattfinden, doch kreative Lösungen sind bereits gefunden.

 

(Köln/ Berlin/sfw)   – Heute startet die bundesweite Aktion „Speisen für Waisen“. Damit ruft die Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland jährlich zum gemeinsamen sozialen Engagement von Muslimen und Nichtmuslimen auf. Allein im letzten Jahr haben über 30.000 Menschen mitgemacht, gemeinsam gespeist und für Waisenkinder in Not gespendet. Ein Höhepunkt der Aktion waren dabei stets auch die sozialen Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Religion und Herkunft. 

 

Durch die anhaltende Corona-Pandemie lässt sich die Mitmach-Aktion nun nicht wie gewohnt umsetzen. In diesen Zeiten gilt es, die physischen Kontakte zu beschränken, Abstand zu wahren und größere Veranstaltungen zu meiden. Warum „Speisen für Waisen“ dennoch stattfinden soll, erklärt Nuri Köseli, der die Aktion bei  Islamic Relief Deutschland verantwortet: „Durch Covid-19 hat sich die Lage für viele Waisenkinder noch verschlimmert. Mit unserem Waisenprogramm erreichen wir, als Teil eines weltweiten Netzwerks, mehr als 60.000 Kinder in 27 Ländern weltweit. Vielen fehlt es an grundlegenden Dingen wie Essen, Trinkwasser oder Medikamente. Hilfe ist gerade jetzt dringend notwendig. Daher möchten wir die Aktion auch in diesem Jahr, so gut es unter den gegebenen Umständen und Auflagen eben geht, umsetzen. Wir bitten aber eindringlich darum, in diesem Jahr nur im engsten Kreis ein Spendenessen auszurichten. – So kann zum Beispiel auch das allabendliche Familienessen oder ein Frühstück mit den Mitbewohnern ganz einfach zum ‚Speisen für Waisen‘ werden.“ 

 

Die Hilfsorganisation ist zuversichtlich, dass auch in diesem Jahr wieder viele Menschen „Speisen für Waisen“ unterstützen werden und sich unter den gegebenen Umständen neue und kreative Teilnahmen und Spendenaktionen auftun werden –  zum Beispiel ein virtuelles Spendenessen mit Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen. 

 

Die Aktion läuft insgesamt sechs Wochen und endet am 29. Oktober, dem Geburtstag des Propheten Muhammad, der als Vorbild dient, da er selbst eine Waise war und zugleich zeitlebens für Waisenkinder sorgte. Seit Beginn der Aktion im Jahr 2013 haben in ganz Deutschland über 180.000 Menschen an einem Essen teilgenommen. Wer in diesem Jahr bei „Speisen für Waisen“ mitmachen möchte, kann sich unter 0221 200 499 2213 anmelden und kostenloses Aktionsmaterial bestellen. Gleiches geht auch online unter www.speisen-fuer-waisen.de

 


Nordkirche gratuliert Altbischof Hermann Beste zum 80. Geburtstag:

„Weltoffener Lutheraner mit mecklenburgisch-kirchlicher Heimat im Herzen“

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt gratuliert Altbischof Hermann Beste, Bild 2: Hermann Beste an seinem Geburtstag im Schweriner Dom  Foto: Annette Klinkhardt/Nordkirche
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt gratuliert Altbischof Hermann Beste, Bild 2: Hermann Beste an seinem Geburtstag im Schweriner Dom Foto: Annette Klinkhardt/Nordkirche

(Schwerin/Greifswald/akl) -  Mit einer Andacht im Schweriner Dom und anschließendem Empfang feierte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland heute den 80. Geburtstag von Hermann Beste. Von 1996 bis 2007 war er Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und von 2001 bis zu seinem Ruhestand zudem Stellvertreter des Leitenden Bischofs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland VELKD.

 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt gratulierte Hermann Beste und dankte ihm und seiner Frau Ingeborg im Namen der Nordkirche: „Bodenständigkeit, dem Dienst verpflichtet sein und Nüchternheit sind in allen Phasen der pfarramtlichen Tätigkeit persönliche Leitmotive des Handelns von Hermann Beste gewesen. Genauso wurden Sie stets als humorvoller, zugewandter, kluger, besonnener, engagierter Pastor, Bischof und Bruder erlebt, den theologische Klarheit und geistliche Verbindlichkeit ausgezeichnet. Und der durchaus auch mecklenburgisch wortkarg und hartnäckig sein konnte – für seine Kirche, im Interesse unseres Auftrags, der Welt und ihren Menschen das Evangelium nicht schuldig zu bleiben, sondern von der Barmherzigkeit Gottes, der Liebe Christi, der Kraft des Heiligen Geistes zu künden.“

 

Bestes langjähriges Engagement für die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche in Deutschland in den Blick nehmend sagte Kristina Kühnbaum-Schmidt: „Auch als Stellvertretende leitende Bischöfin der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands spreche ich Ihnen meine Glückwünsche zu diesem hohen Ehrentag aus.“ Die Landesbischöfin führte aus: „Ihr kirchenleitendes Handeln ‚zuhause in Mecklenburg‘ genauso wie in Hannover war stets von der Maxime geprägt, dass eine lutherische Landeskirche ebenso wie die Vereinigte Kirche in all ihren Tätigkeitsfeldern wirksam von der Grundlage des lutherischen Bekenntnisses ausgeht. Sind doch die am Evangelium orientierten Entdeckungen und Erkenntnisse Martin Luthers keineswegs überholt. Ihr kirchenleitendes Handeln wurzelte hier wie dort stets im theologischen Denken aus lutherischer Verantwortung.“ Die Landesbischöfin brachte es auf den Punkt: „Mit Ihrer kirchlichen Heimat im Herzen sind Sie ein weltoffener Lutheraner.“

 

Die Andacht im Schweriner Dom hielt Tilman Jeremias. Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern sagt über Hermann Beste: „Er war für mich mecklenburgischer Landesbischof im ganz wörtlichen Sinne: Er kannte das Land, dem er sich verpflichtet wusste, seine Kirchtürme, Pfarrhöfe und Mitarbeitenden wie kein Zweiter, war wandelndes Geschichtsbuch und Lexikon zugleich. Er war und ist mit Leib und Seele Mecklenburger, beschlagen in mecklenburgischer Landes- und Kirchengeschichte und familiär hier tief verwurzelt. Ein Landesbischof, der überzeugt war von der Integrität, aber auch von der Zukunft seiner Landeskirche.“

 

Bischof Jeremias hob Bestes Engagement über Mecklenburg hinaus in der Ökumene und als Förderer der mecklenburgisch-bayerischen Kirchenpartnerschaft hervor. So kam Tilman Jeremias selbst 1993 im Rahmen dieser Partnerschaft als Vikar aus Bayern nach Thürkow bei Teterow: „Als Landesbischof hielt Hermann Beste diese Verbindung zwischen Nord und Süd lebendig. Er setze sich dafür ein, dass Bayern in Mecklenburg als Pastorinnen und Pastoren arbeiten konnten. Es war ihm wichtig, dass sie hier die Gemeinschaft der Dienste kennenlernten und Heimat fanden. Das taten einige, so auch ich, und ich habe es nie bereut.“

 

Propst Dirk Sauermann, Vorsitzender des Kirchenkreisrates des Evangelisch- Lutherischen Kirchenkreises Mecklenburg, sagte in der Andacht an Hermann Beste gerichtet: „Wir sind Gott dankbar, dass Sie den Weg unserer Kirche in Ihrer Weise, mit Ihren Kräften und Kenntnissen mitgestaltet und geprägt haben. Wir hoffen auch, dass Sie dieses noch eine Weile tun können. Ihr Rat ist uns wertvoll und Ihre Kenntnisse mecklenburgischer Kirche und Kirchengeschichte sind ein Schatz, der uns bereichert.“

 

Vor seinem Bischofsamt war Hermann Beste von 1986 bis 1991 Chefredakteur der Mecklenburgischen Kirchenzeitung. Tilman Baier, der das Amt 1993 übernommen hat, erinnert sich: „Hermann Beste ist damals als ‚Pressepastor‘ in seinem Wartburg von einer Veranstaltung zur nächsten gerast.“ Überhaupt sei er auch als Bischof dafür bekannt gewesen, „das Steuer nie aus der Hand zu geben“. So sei er einmal nachts in seinem Auto nach einer abendlichen Synodensitzung zum Treffen mit den bayerischen Partnern nach München durchgefahren.

 

Als Chefredakteur einer Kirchenzeitung zu DDR-Zeiten habe Hermann Beste häufig mit den Behörden zu tun gehabt. „Beste hat immer Rückgrat bewiesen und ließ es drauf ankommen. Deshalb wurde er regelmäßig nach Berlin zum Presseamt zitiert. Da ist dann auch mal eine Ausgabe nicht erschienen“, erinnert sich Baier, heute Chefredakteur der Evangelischen Zeitung. Die Freiheit der christlichen Publizistik als „begleitendes Korrektiv“ der Landeskirche sei ihm auch während seiner Amtszeit als Bischof ein großes Anliegen gewesen.

 

Tilman Baier zitiert einen für den Altbischof charakteristischen Satz. Im Hinblick auf sinkende Mitgliederzahlen habe er einmal gesagt: „Man muss den Menschen die Sache lieb machen.“

 


Hintergrund:

 

Hermann Beste stammt aus einer Bischofsfamilie: Sein Vater Niklot war mecklenburgischer Landesbischof von 1946 bis 1971. Hermann Beste wirkte als Pastor ab 1966 zwanzig Jahre lang in der Kirchengemeinde Kirch Grambow (heute Propstei Wismar). 1986 wechselte er als Chefredakteur zur Mecklenburgischen Kirchenzeitung. In der Nachwendezeit stellte er als Geschäftsführer des evangelischen Presseverbands für Mecklenburg die Weichen für die Zukunft, indem er unter anderem Verträge mit den neuen privaten Sendern aushandelte. 1991 kehrte er als Pastor in die Kirchengemeinde Kirch Grambow zurück, wurde aber schon zwei Jahre später zum Landessuperintendenten für den Kirchenkreis Rostock-Land der Mecklenburgischen Landeskirche ernannt. Diese Aufgabe nahm bis zu seiner Wahl zum Landesbischof 1996 wahr.

 

 

 


Ehemalige Patientin Verena Büscher erzählt von ihrem stationären Klinikaufenthalt

Letzte Hoffnung Psychiatrie – Wenn ambulant nicht mehr reicht

(Berlin/frnd) - Während Moderatorin Sonja Koppitz in einer Psychiatrie recherchierte, lernte sie Patientin Verena Büscher kennen. Seit 20 Jahren leidet sie an Depressionen und einer Angststörung. Immer wieder war sie in ambulanter Therapie, bis eine schwere depressive Episode vor zwei Monaten ihr das Gefühl gab, "ich überlebe den Tag nicht mehr". Was es brauchte, sich stationär behandeln zu lassen und wie ihr Alltag in der Psychiatrie aussah, erzählt sie in der neuesten Folge von Kopfsalat. Sie erläutert, welche Therapieangebote sie wahrgenommen hat, was es mit farbigen Stundenplänen auf sich hat und wie die auffangende und willkommene Atmosphäre ihr geholfen hat: "Die nettesten Menschen auf der Welt habe ich während meiner Klinikaufenthalte kennengelernt", resümiert Sonjas Freundin. Mittlerweile besucht Verena eine Tagesklinik, hat wieder Lust aufs Leben und erzählt, wie ihr die Struktur hilft, ihren Alltag zu bewältigen. Dem Vorurteil "Einmal Klinik, immer Klinik" kann Verena nicht zustimmen und legt jedem ans Herz, den Mut zu haben, sich stationär behandeln zu lassen. Bevor sie wieder lebensmüde werde, würde ihr die Entscheidung für einen Klinikaufenthalt nicht mehr schwer fallen, sagt Verena. Zum Abschluss gibt es die Aussicht auf die zweite Staffel des Freunde fürs Leben Podcasts, die nach einer kreativen Schaffenspause im Dezember 2020 fortgesetzt wird.

Kopfsalat – Der Freunde fürs Leben-Podcast über Depressionen, Gefühle und den ganzen anderen Salat im Kopf erscheint monatlich und ist auf frnd.de sowie auf iTunes, Spotify und Deezer abrufbar. Der FRND-Podcast wird durch die Deutschen DepressionsLiga e.V. und die BARMER Krankenkasse im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach §20 h Sozialgesetzbuch V gefördert.

Seit 2001 klärt der gemeinnützige Verein Freunde fürs Leben e.V. Jugendliche und junge Erwachsene über seelische Gesundheit, Depression und Suizid auf. Denn durch gezielte Informationsvermittlung über Warnsignale, Hilfsadressen und Therapiemöglichkeiten ist Suizidprävention möglich. Mit kreativen und jugendlichen Projekten und Kampagnen wollen Freunde fürs Leben mehr Akzeptanz für die Tabuthemen Depression und Suizid erzeugen.

 

Weiterführende Links:
Website: http://www.frnd.de
YouTube: https://www.youtube.com/c/freundefurslebenev
Facebook: https://www.facebook.com/freundefuersleben/
Instagram: https://www.instagram.com/freundefuerslebenev/
Podcast: https://ampl.ink/WjaPm

Wer sind Freunde fürs Leben
Freunde fürs Leben e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der Jugendliche und junge Erwachsene über die Themen Depression und Suizid aufklärt. Freunde fürs Leben holen junge Menschen dort ab, wo sie sich ohnehin aufhalten: Im Internet und in sozialen Netzwerken. So bieten sie einen niederschwelligen und sympathisch-modernen Zugang zu einem sehr schweren Thema. Der Effekt wird durch die Arbeit mit Prominenten wie Klaas Heufer-Umlauf, Samy Deluxe oder Nova Meierhenrich verstärkt. Sie zeigen auf der Website ihr Gesicht und sprechen als Testimonials auf dem YouTube-Kanal frnd.tv in verschiedenen Formaten offen über eigene Erfahrungen mit den Themen Depression und Suizid.

 


Kirchliche Einrichtungen unterstützen „Fridays for Future“ beim globalen Klimastreiktag

Evangelische Zentren rufen zu weltweitem Klimaprotest am 25. September auf

(Darmstadt/ekhn) - Die evangelischen Zentren „Gesellschaftliche Verantwortung“ und „Oekumene“ in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) haben dazu aufgerufen, den weltweiten Klimaprotest am 25. September zu unterstützen. Unter dem Motto „Die Klimakrise macht keine Pause“ will die Bewegung „Fridays for Future“ vor allem gegen die unzureichenden politischen Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel protestierten. An der zurückliegenden globalen Aktion vor einem Jahr hatten sich bereits viele kirchliche Gruppen beteiligt.

 

Andachten und Aktionen angeregt

Im Rahmen der Solidaritätsinitiative „Churches for Future“ laden die beiden Zentren ein, sich kommende Woche an Aktionen vor Ort zu engagieren, zum Beispiel durch Andachten unter dem Motto „Bewahrung der Schöpfung“ oder durch andere kreative Aktionen. Sie weisen zugleich darauf hin, dass die Demonstrationen in der Coronakrise unter Einhaltung der Abstandsregeln und der Maskenpflicht stattfinden müssen.

 

Klimaschutz fordert jeden heraus
Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung unterstützt den Aufruf und sieht Klimaschutz als Aufgabe, die mit dem christlichen Verständnis der Welt als Schöpfung Gottes verbunden ist. Jung: „Der Schutz des Klimas fordert das Engagement von  allen. Jede und jeder  ist hier verantwortlich. Als Christinnen und Christen engagieren wir uns auch deshalb, weil wir glauben, dass uns diese Welt von Gott, dem Schöpfer, auch mit dem Auftrag anvertraut ist, sie für die Menschen, die nach uns kommen, zu bewahren.“

 

Bisherige Klima-Maßnahmen unzureichend

Kathrin Saudhof, Referentin für Klimaschutz im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (Mainz) und Helmut Törner-Roos, Referent für den Kirchlichen Entwicklungsdienst im Zentrum Oekumene (Frankfurt) erklären: „Nach wie vor gibt es wichtige Gründe, sich für den Klimaschutz stark zu machen. Denn die bisher ergriffenen Maßnahmen reichen nicht aus, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens, den Temperaturanstieg auf möglichst 1,5 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen, zu erreichen.“ Nach Ansicht der beiden Referenten bewiesen die Erfahrungen  aus der Corona-Krise, dass mit gesellschaftlichem und politischem Willen zielgerichtet und effektiv gehandelt werden könne und deshalb solle der gesellschaftliche Wille, etwas zum Klimaschutz beitragen zu wollen, am 25. September sichtbar werden.

 

Klimaschutz in der EKHN

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) arbeitet seit 2012 an der Umsetzung ihres Klimaschutzkonzepts. Sie unterstützt kirchliche Einrichtungen beispielsweise mit Angeboten zum Umwelt- und Energiemanagement,  der nachhaltigen Beschaffung durch das Einkaufsportal „Wir kaufen anders“ oder mit Bildungsmaßnahmen. Außerdem  stellt sie im Rahmen des Energiebeschaffungsgesetzes ihren Energiebezug auf erneuerbare Energieträger um.


Eröffnung der Interkulturellen Woche in Stralsund findet mit Gottesdienst und Fußballspiel am kommenden Sonntag, 20. September, statt

Zusammen leben – zusammen gewinnen

Foto: Sebastian Kühl
Foto: Sebastian Kühl

 

(Stralsund/sk) - Mit einem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel auf der Wiese vor dem Hansagymnasium wird am kommenden Sonntag, 20. September, um 11 Uhr in Stralsund die Interkulturelle Woche eröffnet. Am Nachmittag ertönt um 15 Uhr der Anpfiff für ein Freundschaftsspiel unter dem Motto „Zusammen gewinnen“ in der Primus Immobilien Arena (Stadion der Freundschaft) am Frankendamm. Dabei trifft Kreisoberligist ESV Lok Stralsund auf den FC Al Karama Greifswald. Der Kreisligist Al Karama, dessen Mannschaft aus syrischen Migranten besteht, hat sich aus dem Spielbetrieb abgemeldet. Grund waren die wiederholten rassistischen Anfeindungen, denen sich die Spieler des FC AL Karama ausgesetzt sahen. Das könne so nicht hingenommen werden, meinen die Mitorganisatoren der Eröffnung, Frank Brückner, Streetworker des Kreisdiakonischen Werks, und Benjamin Kohlstedt, Jugendmitarbeiter der Luther-Auferstehungsgemeinde. Im Rahmen der Interkulturellen Woche in Stralsund finden vom 18. September bis zum 6. Oktober viele weitere Veranstaltungen statt. Das Programm ist im Internet unter www.stralsund.de/ikw2020 zu finden. Das Motto lautet in diesem Jahr „Zusammen leben – zusammen wachsen“. Die Interkulturelle Woche findet seit 1975 jährlich statt. Sie geht auf eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie zurück.


Volker Jung wünscht jüdischen Gemeinden zum Neujahrsfest am Freitag Gottes Segen

Kirchenpräsident: „Jüdisches Leben soll eine gute Heimat haben“

(Darmstadt/ekhn) - Zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana, das in diesem Jahr am Freitagabend (18. September) beginnt, hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung den jüdischen Gemeinden im Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in einem Schreiben herzlich Glück- und Segenswünsche übermittelt.

 

Judenfeindschaft entgegentreten

Jung versicherte den jüdischen Gemeinden, „entschieden allen unerträglichen antisemitischen und judenfeindlichen Einstellungen und Angriffen entgegenzutreten“. Er erneuerte das Versprechen, dass die evangelische Kirche in „Verbundenheit an Ihrer Seite steht“.  Jung: „Jüdisches Leben soll in unserer Region eine gute Heimat haben.“ Es sei zugleich wichtig, gemeinsam die Beziehungen zu anderen Religionsgemeinschaften zu stärken.

 

Corona-Virus unter Kontrolle halten

Jung ging in seinem Brief zugleich auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie ein, die auch das Leben der jüdischen Gemeinden hart eingeschränkt habe. Es sei „nach wie vor nötig, dass wir das uns Mögliche tun, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu behalten“, so Jung.  Er hoffe, dass trotz der Widrigkeiten „etwas von der Schönheit des Neujahrsfestes“  erlebbar sei. Jung: „Möge es uns allen bald gelingen, das Corona-Virus so unter Kontrolle zu bringen, dass wir wieder unbeschwerter Gottesdienste feiern und in unseren Gemeinden zusammenkommen können, so dass viele gute Begegnungen möglich werden.“

 

Hintergrund: Jüdisches Neujahrsfest

Das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana (auch Rosh ha-Schana geschrieben) wird in diesem Jahr mit Beginn des Sonnenuntergangs am 18. September und am darauffolgenden Tag gefeiert. Es eröffnet nach jüdischer Zeitrechnung das Jahr 5781. Rosch Haschana findet immer 162 Tage nach dem ersten Tag des Passahfestes statt. Es ist wie in der christlichen Tradition auch eine Zeit des Bilanzziehens und der Gebete für eine gute Zukunft. Der jüdische Jahresablauf orientiert sich am Mond und ist damit kürzer als der im Westen übliche gregorianische Kalender, der sich am Lauf der Sonne orientiert. Um trotzdem ungefähr einen gemeinsamen Jahresrhythmus sicher zu stellen, wird im jüdischen Kalender etwa alle drei Jahre ein Schaltmonat eingeschoben. Deshalb fällt das jüdische Neujahrsfest immer auf einen Tag zwischen dem 5. September und Mitte Oktober.


Bischöfe und Kulturverantwortliche betonen gesellschaftliche Bedeutung der Friedhofskultur

 

(Berlin/pm) - Auf Empfehlung der Deutschen UNESCO Kommission ist die Friedhofskultur zum Immateriellen Kulturerbe ernannt worden. Bei einer Auftaktveranstaltung in Berlin am Donnerstag, 17. September 2020 strichen Bischof Christian Stäblein, Erzbischof Heiner Koch, Staatssekretär Gerry Woop und Museumschef Dirk Pörschmann die gesellschaftliche Bedeutung der Friedhofskultur hervor. Weitere Informationen zum Aktionstag: www.kulturerbe-friedhof.de

 

 

 

Bischof Christian Stäblein, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz:

 

„In der lebendigen Kultur auf Friedhöfen werden nicht nur individuelle Beziehungen sichtbar; die Friedhofskultur ist insgesamt ein wichtiger Teil unseres gemeinsamen Gedächtnisses. Denn sie zeigt, wie wir, wie die Gesellschaft mit Tod und Sterben umgeht, wen wir und wie wir erinnern. Seit alters her stellt die Friedhofskultur eine Beziehung zwischen Diesseits und Ewigkeit her, stellt die kulturellen Gesten der Erinnerung oft in einen religiösen Horizont. Ich bin dem Kuratorium Immaterielles Kulturerbe für seinen Einsatz für die Friedhofskultur sehr dankbar. Mit der Auszeichnung verknüpft sich die Hoffnung, dass noch mehr Menschen für die Bedeutung der Friedhofskultur sensibilisiert werden.“

 

 

 

Erzbischof Heiner Koch, Erzbistum Berlin:

 

„Immaterielles Kulturerbe“ - das ist kein Abkoppeln vom sozialen Leben, kein musealer Stillstand, sondern es will im Gegenteil zeigen, dass dieses Kulturerbe mitten im Leben steht und zutiefst sozial ist. Friedhofskultur bedeutet: Du bist nicht alleine, Du bist nicht vergessen, Du bist von Solidarität und Liebe umfangen, Dein Leben gewinnt trotz des Verlustes wieder eine Perspektive.“

 

 

 

Gerry Woop, Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Kultur:

 

„Die historischen Friedhöfe Berlins sind ein unvergleichliches Archiv der Stadtgeschichte und wichtige Zeugnisse der kunst- und kulturgeschichtlichen Entwicklung. Dieses einzigartige materielle Kulturerbe in seiner Authentizität, Vielschichtigkeit und Mannigfaltigkeit zu sichern, zu restaurieren und damit langfristig zu erhalten, ist eine große Herausforderung, die schon viele Jahre auch durch die Berliner Gartendenkmalpflege unterstützt wird.“

 

 

 

Dirk Pörschmann, Direktor des Museums für Sepulkralkultur, Kassel:

 

„Was es bedeutet, Mensch zu sein, wird in besonderer Weise auf Friedhöfen deutlich. Wir brauchen Rituale, um Verluste zu überwinden. Alles, was Menschen auf Friedhöfen in Deutschland gestalten, kommt ihrer persönlichen Trauer wie auch der kollektiven Erinnerungskultur zugute. Das macht den Ort der Toten zu einem lebendigen Ort.“

 

 

 

Tobias Pehle, Geschäftsführer Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur:

 

„Die Friedhofskultur prägt unser Leben und unser Selbstbild mit. Ihre identitätsstiftende Kraft reflektiert die Leistungen unserer Vorfahren sowie die Geschichte und Strukturen unserer Gesellschaft. Sie ist unverzichtbarer Teil unserer kulturellen Identität.“

 


Am Samstag Wahl in evangelisches Leitungsamt für Nord-Nassau

Zwei Pfarrerinnen wollen Pröpstin werden

Fotos: privat

 

(Darmstadt/ekhn) - Zwei Pfarrerinnen wollen evangelische Pröpstin für den Bereich Nord-Nassau werden. Sabine Bertram-Schäfer (53), Dekanin des Dekanats Büdinger Land, und Claudia Anna-Marie Gierke-Heinrich (59), stellvertretende Dekanin des Dekanats Runkel, bewerben sich um das regionale kirchliche Leitungsamt. Die Entscheidung fällt am Samstag bei der in Offenbach tagenden Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau  (EKHN). Die Theologinnen wollen die Nachfolge von Annegret Puttkammer (57) antreten. Die amtierende Pröpstin mit Dienstsitz in Herborn wird zum Jahresende Direktorin des Neukirchener Erziehungsverein in Neukirchen-Vluyn bei Duisburg. Der Kirchensynodalvorstand der EKHN hatte beide Kandidatinnen nach einem aufwändigen Verfahren für das Amt vorgeschlagen, das in anderen Landeskirchen mit dem einer „Regionalbischöfin“ vergleichbar ist. So darf beispielsweise jedes evangelische Kirchenmitglied den Namen eines Pfarrers oder einer Pfarrerin zur Wahl einreichen.

 

Sabine Bertram-Schäfer

Sabine Bertram-Schäfer wurde 1966 in Seefeld in der Nähe von München geboren und wuchs im Westerwald auf. Sie studierte evangelische Theologie in Mainz, und Marburg. Ihr Vikariat, die Ausbildung zur Pfarrerin,  absolvierte sie  in Usingen. Ihre erste Pfarrstelle übernahm sie 1997 in Dauernheim bei Nidda. Drei Jahre später wurde sie zur stellvertretenden Dekanin des Dekanats Nidda gewählt und 2005 zur Dekanin des Dekanats Büdingen. Seit 2016 ist sie Dekanin des heutigen Dekanats Büdinger Land. Die Pfarrerin ist stellvertretende Vorsitzende im Vorstand der hessen-nassauischen Dekaninnen und Dekane. Bertram-Schäfer war von 1998 bis 2013 Synodalin der hessen-nassauischen Kirchensynode und Mitglied in zahlreichen Fachausschüssen. Sie engagierte sich darüber hinaus unter anderem in der Weiterentwicklung des Pfarrbildes und ist seit zehn Jahren an der Auswahl von Pfarramtskandidatinnen beteiligt. Daneben vertrat sie die EKHN auf Ebene der Evangelischen Kirche in Deutschland etwa bei Konsultationen zur Rolle der Landpastorinnen und Landpastoren.

 

Claudia Anna-Marie Gierke-Heinrich

Claudia Anna-Marie Gierke-Heinrich  wurde 1961 in Gelnhausen geboren und wuchs dort auf. Sie studierte evangelischen Theologie und Philosophie in Mainz, Basel und Bonn. Die Ausbildung zur Pfarrerin, das Vikariat, absolvierte sie in Ewersbach bei Dillenburg. Ihre erste Pfarrstelle übernahm sie 1998 in Heckholzhausen bei Runkel. Vier Jahre später wurde sie zur stellvertretenden Dekanin des Dekanats Runkel gewählt, die sie bis heute ist. Ab 2008 war sie Klinikseelsorgerin im Maßregelvollzug im Zentrum für Soziale Psychiatrie in Hadamar. 2009 bis 2011 war sie daneben Gefängnisseelsorgerin in der Justizvollzugsanstalt Limburg. Seit  2011 arbeitet sie als Klinikseelsorgerin am St. Vincenz Krankenhaus in Limburg. Gierke-Heinrich war unter anderem in der Vikariatsausbildung als Lehrpfarrerin tätig und engagierte sich daneben in medizinethischen Fragen. So ist sie Vorsitzende des Ethikkomitees am St. Vincenz Krankenhaus in Limburg. Die Theologin hat daneben ein abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaft und arbeitete von 1991 bis 1998 im In- und Auslandsvertrieb einer Firma für Bau- und Bergbau-Produkte.

 

Zur Propstei Nord-Nassau

Die Nachfolgerinnen von Annegret Puttkammer werden ihre Aufgabe Anfang 2021 antreten. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Die Pröpstin für Nord-Nassau ist als geistliche Leitungsperson in der mittelhessischen Region von Herborn aus für rund 200.000 Gemeindeglieder in 169 Gemeinden mit rund 180 Pfarrerinnen und Pfarrern zuständig. Die Propstei umfasst Gebiete um Biedenkopf, Herborn, Westerburg und Limburg. Damit gehören Regionen in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie ein kleiner Teil von Nordrhein-Westfalen zum Verantwortungsbereich. Die Pröpstin, deren Funktion mit der einer „Regionalbischöfin“ in anderen Kirchen vergleichbar ist, ist auch Mitglied in der Kirchenleitung der EKHN sowie Vorgesetzte der Dekaninnen und Dekane.

 

Hintergrund: Verfahren zur Propstwahl

Das Verfahren der Propstwahl ist in Artikel 56 der Kirchenordnung genau geregelt. Entsprechend den Vorgaben wurde die Stelle im Amtsblatt der EKHN zunächst ausgeschrieben und dazu aufgerufen, mögliche Kandidatinnen oder Kandidaten zu nennen. Dazu kann jedes Kirchenmitglied Vorschläge an den Kirchensynodalvorstand einreichen. Die Benannten konnten dann anhand einer schriftlichen Bewerbung ihr Interesse bekunden. Aus dem Bewerbendenkreis erstellt der Kirchensynodalvorstand einen Wahlvorschlag, der mindestens zwei Personen umfassen soll. Zu dem daraufhin zustande gekommenen Wahlvorschlag werden der Pfarrerausschuss und die zuständige Propsteiversammlung gehört, die sich aus den Dekanen und Dekaninnen sowie den Dekanatssynodalvorsitzenden der Propstei zusammensetzt. Auch auf der Wahl-Synode selbst können noch Vorschläge zu Wahl unterbreitet werden, wenn 20 Prozent der Delegierten eine zusätzliche Kandidatur befürworten. Dann muss die Wahl allerdings verschoben werden. Die Amtszeit für Pröpste und Pröpstinnen beträgt sechs Jahre, eine Wiederwahl ist möglich.

 


Marie Hagenbourger hätte ihren Freiwilligendienst in Bolivien gerne verlängert

Ankommen und abreisen im Ausnahmezustand

Die 19-jährige Marie Hagenbourger aus St. Wendel Foto: Inge Hülpes . Foto: bt
Die 19-jährige Marie Hagenbourger aus St. Wendel Foto: Inge Hülpes . Foto: bt

 

(Concepción/St. Wendel/bt) – Kurz vor Weihnachten macht es plötzlich „klick“ bei Marie Hagenbourger. Zwischen zwei Schulstunden steht die gebürtige Saarländerin im Lehrerzimmer der bolivianischen Schule „Guadalupe Fe Y Alegria“ und lacht über den Witz eines Kollegen. „Das war für mich das Zeichen, dass ich richtig angekommen bin und in die Sprache gefunden hab“, erzählt sie. Die Sprache, die Marie innerhalb weniger Monate gelernt hat, ist Spanisch – und zwar mit bolivianischem Akzent. Denn dort im Tiefland des Andenstaates, nicht weit entfernt von der Großstadt Santa Cruz, verbrachte die 19-Jährige ihren Auslandsfreiwilligendienst mit SoFiA Trier e.V. (Soziale Friedensdienste im Ausland).

 

Gerüstet mit ein paar Brocken Spanisch und ihrer Klarinette im Gepäck, kommt Marie im September vergangenen Jahres in der Kleinstadt Concepción an – und landet mitten im Ausnahmezustand: Bereits seit Wochen wüten in der Gegend verheerende Waldbrände. Die kirchliche Schule „Guadalupe Fe Y Alegria“, in der Marie assistieren soll, ist zum Feuerwehr-Stützpunkt umfunktioniert worden. Wo für gewöhnlich Kinder und Jugendliche Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, kampieren nun rund 200 Feuerwehrleute, die aus dem ganzen Land gekommen sind, um die Löscharbeiten vor Ort zu unterstützen. Und das ist auch bitter nötig, denn bereits Ende August sprachen Berichte von geschätzten 800.000 Hektar zerstörten Regenwaldes auf bolivianischem Staatsgebiet – eine Fläche, die mehr als dreimal so groß ist wie das Saarland. Also wird der Schulunterricht vorerst in die Turnhalle und auf den Pausenhof verlagert. Marie zögert nicht lange, krempelt die Ärmel hoch und packt überall dort mit an, wo eine helfende Hand gebraucht wird: in der Küche, der Apotheke und in der Kleidersortierstelle. „Das war anfangs schon eine beängstigende Situation, denn man weiß ja, um einen herum brennt es gerade. In der ersten Zeit habe ich keinen blauen Himmel sehen können, es war super heiß und dunkel, und man konnte den Rauch deutlich wahrnehmen.“ Wirkliche Angst, dass die Feuersbrunst Concepción erreichen könnte, hat sie jedoch nicht. „Nach einiger Zeit bin ich mit einem Bekannten weiter ins Land reingefahren und habe dort gesehen, was das Feuer angerichtet hat: verkohlte Baumstümpfe und überall abgebranntes Gras. Dieser Anblick hat mich schon traurig gemacht, denn die Natur braucht ewig, um sich zu regenerieren. Die ganze Vielfalt an Pflanzen und Tieren ist nun für lange Zeit zerstört.“

 

Die universelle Sprache der Musik neu erfahren

 

Nach einiger Zeit kehrt erst mal wieder Ruhe ein. Marie findet nach und nach in den bolivianischen Alltag, knüpft immer festere Bindungen zu den Menschen vor Ort und lehrt und musiziert in der Musikschule „Padre Martin Schmitt“, wenn sie ihre Aufgaben am Vormittag erledigt hat. „Anfangs habe ich mir schon Sorgen gemacht, wie die Kommunikation mit den Kindern funktionieren soll“, gesteht Marie. „Aber Musik verbindet, denn sie ist eine universelle Sprache.“ Schnell war klar, dass die junge Frau das Orchester der Musikschule unterstützen sollte – und zwar als einzige Holzbläserin unter Streichern. So ungewöhnlich die Kombination, so fruchtbar das Ergebnis: Marie wird ein fester Bestandteil des Ensembles, spielt regelmäßig sonntags im Gottesdienst und auch bei größeren Festlichkeiten wie dem Patronatsfest. „Das Musizieren mit den Bolivianern war sehr lustig, weil es immer spontan und voller Improvisationen war. Ein Lied wurde nie zweimal gleich gespielt, sondern immer ein wenig variiert.“ Dass es außerdem keine Noten gab, irritierte Marie zunächst. „Doch nach und nach habe ich gemerkt, dass ich immer freier werde beim Spielen. Zum Schluss hat das ziemlich gut funktioniert.“

 

Privatsphäre mit Familienanschluss

 

Zwar bewohnte Marie ein eigenes Zimmer im Vikariat, doch musste sie nicht auf Familienanschluss verzichten: „Martha, eine Lehrerin, hat mich wie ihre dritte Tochter adoptiert, sie war für mich 24 Stunden am Tag ansprechbar und schon fast wie eine Mutter.“ Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich eine stille Vereinbarung zwischen Marie und ihrer Mentorin, die die junge Deutsche gleich mit „hija“ (Tochter) ansprach. „Am Wochenende bin ich immer durch den Ort spaziert, habe Freunde getroffen und bin danach bei ihr zum Abendessen eingekehrt. Das hatten wir nie so vereinbart. Es war unausgesprochen klar und wurde schnell zum Ritual“, berichtet Marie. „Das ist wirklich eines der schönsten Erlebnisse im Freiwilligendienst, dass man in so kurzer Zeit so herzliche Begegnungen macht und im Herzen seiner Mitmenschen einen Platz finden kann. Auch wenn man nicht mehr vor Ort präsent ist, lebt die Freundschaft weiter.“

 

Heute, knapp ein halbes Jahr nach dem Corona-bedingt frühzeitigen Ende des Freiwilligendienstes, ist Marie schon wieder auf dem Sprung: Im Wintersemester studiert sie Physik an der Deutsch-Französischen Hochschule Saarbrücken; im ersten Semester allerdings im französischen Nancy. „Die beste Möglichkeit, Naturwissenschaft und Sprachen zu verbinden“, sagt sie, während sie sich einerseits auf den neuen Lebensabschnitt freut, dem alten in Bolivien aber doch noch wehmütig hinterhertrauert. Als sie im März 2020 die Nachricht bekam, dass sie schnellstmöglich wegen der Pandemie nach Deutschland zurückreisen müsse, hatte sie gerade ihren Verlängerungsvertrag unterschrieben. Sechs zusätzliche Monate, also insgesamt anderthalb Jahre, wollte Marie bei ihren neuen Freunden in Conceptión bleiben.

 

„Ich habe so viele schöne Erfahrungen gemacht, das kann man gar nicht in drei Sätzen zusammenfassen“, schwärmt sie. Diese Erfahrungen könne man zuhause weitergeben. Bewusst entschied sie sich dafür, nicht durch ganz Bolivien zu reisen, sondern in das echte bolivianische Alltagsleben einzutauchen. „Das ist völlig anders, als wenn man als Tourist dort ist. Jetzt weiß ich, dass Bolivien ganz anders ist, als die clichéhafte Vorstellung, die man als oft Europäer hat.“ Vor allem diese Erfahrung wirke später nach: „Nach dem Dienst ist ja nicht alles schlagartig vorbei, im Gegenteil. Die Zeit im Ausland gibt den Impuls, und der Freiwilligendienst arbeitet im Kopf nach.“ Und eins ist klar: „Ich kann gar nicht so viel zurückgeben, wie ich von meinen Mitmenschen dort bekommen habe.“

 

SoFiA e.V. Trier realisiert seit 1992 internationale Freiwilligendienste und bringt so junge Menschen aus vier Kontinenten miteinander in Kontakt – und das auf Augenhöhe. Die Bewerbung auf www.sofia-trier.de steht jeder und jedem Interessierten offen, unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit. Die Dienste von SoFiA e.V. sind kirchlich und staatlich gefördert; die Freiwilligen bemühen sich um den Aufbau eines Solidaritätskreises, sodass für die Freiwilligen selbst keine Kosten anfallen. Die nächsten Begegnungstreffen zum Reinschnuppern und Kennenlernen sind vom 13. bis 15. November 2020 in Vallendar und vom 29. bis 31. Januar 2021 auf der Marienburg in Bullay.

 


Bischöfin zu Gast in der Landesgeschäftsstelle Kassel

Dr. Beate Hofmann im Austausch mit der Diakonie Hessen

In der Kapelle der Landesgeschäftsstelle Kassel der Diakonie Hessen (v.l.n.r.): Dr. Harald Clausen (Vorstand Diakonie Hessen), Bischöfin Dr. Beate Hofmann, Pfarrer Carsten Tag (Vorstandsvorsitzender Diakonie Hessen)
In der Kapelle der Landesgeschäftsstelle Kassel der Diakonie Hessen (v.l.n.r.): Dr. Harald Clausen (Vorstand Diakonie Hessen), Bischöfin Dr. Beate Hofmann, Pfarrer Carsten Tag (Vorstandsvorsitzender Diakonie Hessen)

 

(Kassel/dwh) - Zu einem Austausch zwischen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Diakonie Hessen konnten die beiden Vorstände Carsten Tag und Dr. Harald Clausen die Bischöfin, Dr. Beate Hofmann, begrüßen.

 

Unter Wahrung der Corona-Abstandsregeln fand im Innenhof der Landesgeschäftsstelle Kassel der Diakonie Hessen in der Kölnischen Straße ein angeregter Austausch auch mit Leitungskräften und Mitarbeitenden der Diakonie Hessen statt. Hierbei ging es in erster Linie darum, wie Kirche und Diakonie in Zukunft noch enger zusammenarbeiten können.

 

Kirche und Diakonie
Dass die Bischöfin der Diakonie sehr verbunden ist, wurde auch in den vielen informellen Gesprächen und Diskussionen deutlich. Sie sieht dabei die Kirche auch als Vermittler zwischen unterschiedlichen Positionen. Eine Idee dabei ist es, sogenannte „Sorgenetze“ in die Regionen zu bringen und sie über Kommunen hinweg zu knüpfen. Es geht hier vor allem darum, Menschen insbesondere in Krisenzeiten nicht allein zu lassen. Dabei bleibt die Frage, wie Menschen beteiligt werden können und man die vielen guten Einzelinitiativen sinnvoll verknüpfen kann.

 

Zum Abschluss bedankte sich die Bischöfin bei den Mitarbeitenden sowohl der Diakonie Hessen als auch der diakonischen Mitgliedseinrichtungen für die geleistete Arbeit in den vergangenen Monaten. „Es war eine wilde und anstrengende Zeit, in der teilweise von einem Tag auf den anderen gravierende Veränderungen vorgenommen werden mussten. Deshalb vielen Dank für die großartige Arbeit“, sagte Dr. Beate Hofmann abschließend.

 

Weitere Informationen unter www.diakonie-hessen.de

 

Diakonie Hessen – Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege

Die Diakonie Hessen ist Mitglieder- und Trägerverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). 2013 aus der Fusion der beiden Diakonischen Werke von EKKW und EKHN hervorgegangen ist die Diakonie Hessen als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden tätig. Als Träger diakonischer Arbeit beschäftigt die Diakonie Hessen beschäftigt in den Landesgeschäftsstellen in Frankfurt und Kassel, im Evangelischen Fröbelseminar, in den Evangelischen Freiwilligendiensten sowie in 17 regionalen Diakonischen Werken in Hessen und Nassau 1.698* Mitarbeitende. Dazu kommen 664* Freiwillige, die sich in einem Sozialen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst einbringen.

 

Als Mitgliederverband gehören der Diakonie Hessen zurzeit 446 Rechtsträger an. Dabei handelt es sich um 366 Vereine, Stiftungen und gemeinnützige Gesellschaften sowie die 31 Dekanate der EKHN, 20 Kirchenkreise der EKKW und 29 kirchliche Zweckverbände. Insgesamt bietet die Diakonie Hessen so etwa 1.490 Angebote für die Pflege, Betreuung und Beratung sowie für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Bereichen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, in der Alten- und Krankenhilfe, Behinderten-, Eingliederungs- und Suchthilfe, Migrations- und Flüchtlingsberatung sowie in der Beratung von Menschen in besonderen sozialen Situationen an. Die Diakonie Hessen und ihre Mitglieder beschäftigen zusammen rund 42.000 Mitarbeitende und erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2018 einen Gesamtumsatz von knapp zwei Milliarden Euro. *Stand Oktober 2019

 


Bugenhagenmedaille für Peter Perner und Joachim Nolte

Bischöfin Fehrs: „Grenzgänger und Vermittler im Namen der Menschlichkeit“

(Hamburg/tpf/mw) - Die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) wird Joachim Nolte (Propstei Lübeck) aus dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg mit der Bugenhagenmedaille auszeichnen. Aus gesundheitlichen Gründen erhielt Peter Perner (Propstei Lauenburg) die Ehrung bereits am 4. September im Rahmen einer Hausandacht.

 

Die Bugenhagenmedaille wird verliehen für hervorragende Verdienste um das kirchliche Leben und ist die höchste Auszeichnung der Nordkirche für ehrenamtliches Engagement.

 

Peter Perner (71) ist bereits das Ansgarkreuz des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg verliehen worden, weil er sich über viele Jahre „und mit großer Menschenfreundlichkeit“ in unterschiedlichen Bereichen des kirchlichen Dienstes verdient gemacht habe, wie es in dem Schreiben der Pröpstinnen Petra Kallies (Propstei Lübeck) und Frauke Eiben (Propstei Lauenburg) an die Kirchenleitung der Nordkirche heißt. Dazu gehören sowohl sein Engagement in der Hospizarbeit als auch sein Mitwirken in der Ökumene-Stiftung. Peter Perner ist als Volkswirt und Banker inzwischen im Ruhestand, widmet sich aber weiterhin diversen Ehrenämtern.

 

Geehrt werden soll er für sein großes Engagement im Rahmen von „Kirche gegen Rechtsextremismus“: Als Ausstiegsberater verhilft Peter Perner jungen Menschen zu einer neuen Zukunft außerhalb des Nazi-Milieus. „Mit Umsicht führt er Aussteiger und eine interessierte Öffentlichkeit in einen Dialog. Als Mitglied im Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus versteht er es, über die Kirchenkreisgrenzen hinweg unterschiedliche Menschen aus Kirche, Kultur und Politik miteinander ins Gespräch zu bringen – gänzlich uneitel und bescheiden. In dieser Haltung tut er seinen ehrenamtlichen Dienst in der Kirche und für die Kirche – immer als Grenzgänger und Vermittler“, heißt es in der Begründung weiter.

 

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche: „Peter Perner beeindruckt mit seiner unaufgeregten und heilsamen Art, auf die Menschen zuzugehen. Mit seinem christlichen Menschenbild gibt er keinen verloren, sondern jedem immer neu eine Chance sich zum Guten zu ändern und an Versöhnung zu glauben. Solche Menschen braucht unsere Gesellschaft! Ich bin dankbar für seinen großen Einsatz im Namen der Menschlichkeit, aber auch für seinen weitsichtigen Blick über den eigenen Horizont hinaus; er will verstehen, was Menschen zu ihrer Haltung drängt und was sie prägt. Auch ist Peter Perner immer wieder ein guter Berater der Pröpstinnen und des Kirchenkreises in schwierigen Situationen gewesen. Seine hohe Fachkenntnis und Ansprechbarkeit für diesen Themenkomplex sind wirklich bemerkenswert!“

 

Joachim Nolte (57), Enkel eines KZ-Insassen aus Neuengamme, hat sich bereits früh mit Unrechtssystemen und ihren Ursprüngen auseinandergesetzt. In der pröpstlichen Begründung heißt es: „Als engagierter Bürger das Gemeinwohl mitgestalten, eingreifen und Widerstand leisten, wo es nötig ist, anderen eine Stimme geben, denen Unrecht widerfährt, ist ihm ein großes Herzensanliegen. Er wirkte und wirkt in Lübeck und der Nordkirche im Spannungsfeld von Kirche und Zivilgesellschaft vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit rechtsextremen Orientierungen und Aktivitäten.“

Zusammen mit drei Mitstreitern hat Joachim Nolte die Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus innerkirchlich vorangetrieben, zum Teil gegen enorme Widerstände. Sein Engagement vor Ort in Lübeck habe schnell auch Kreise in die Landeskirche hinein gezogen. So richtete der damalige Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Lübeck 2008 die Beauftragung „Kirche gegen Rechtsextremismus“ ein, auf die Joachim Nolte berufen wurde.

 

Bischöfin Fehrs: „Joachim Nolte baut auf beispielhafte Art Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen und Standpunkten. Als Bindeglied vermittelt er zwischen Autonomen, Polizei, Kirche, Gewerkschaften und anderen. Er spricht deren Sprache und hat stets alle im Blick. Joachim Nolte lebt auf beeindruckende Weise Kirche auf Augenhöhe. Position beziehen und dafür einstehen, als Einzelner in der Zivilgesellschaft, aber auch als Kirche, streitbar zu sein auch gegen Widerstände, das zeichnet Joachim Nolte aus. Darum habe ich vor ihm als engagiertem Netzwerker unserer Kirche große Hochachtung.“

 

Der Festgottesdienst am Sonntag, 15. November, wird in der Kirche St. Aegidien in Lübeck gefeiert und beginnt um 10 Uhr. Bischöfin Kirsten Fehrs wird predigen.


Bischof Ackermann segnet neu errichteten „Corona-Altar“ in Püttlingen

„Wunderbares und ausdruckstarkes Zeichen“

Bischof Dr. Stephan Ackermann bei der Einsegnung des neu errichteten Altars in Püttlingen. Foto: Hans Georg Schneider . Foto: bt
Bischof Dr. Stephan Ackermann bei der Einsegnung des neu errichteten Altars in Püttlingen. Foto: Hans Georg Schneider . Foto: bt

 

(Püttlingen/bt) – „Ein gelungenes, wunderbares und ausdrucksstarkes Zeichen“: Das ist für Bischof Dr. Stephan Ackermann der „Corona-Altar“, der am Püttlinger Kloster Heilig Kreuz direkt vor dem Griesenbrock-Kreuz neu errichtet worden ist. Am 13. September ist Bischof Ackermann nach Püttlingen gekommen, um zum Fest Kreuzerhöhung, dem Namenstag des Klosters, den Altar zu segnen und zusammen mit rund 120 Gottesdienstbesuchern die Eucharistie zu feiern.

 

Schwester Mercy, Oberin des Klosterkonvents der Nazarethschwestern, konnte zum Festtag auch die Dechanten Pfr. Franz-Josef Werle (Dekanat Völklingen) und Pfr. Hans-Georg Müller (Dekanat Saarlouis) und weitere Geistliche begrüßen. Der Gottesdienst zwischen Kloster und Kreuzkapelle war bei schönstem Spätsommerwetter der feierliche Abschluss umfangreicher Renovierungsarbeiten rund um die Klostergebäude im 60. Jahr nach deren Fertigstellung. Die von Mitgliedern des Kirchenchores St. Sebastian unter Leitung von Claus Bär musikalisch gestaltete Feier fand statt unter strenger Beachtung der Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und des Schutzkonzeptes des Bistums Trier.

 

Kreuz und Altar seien ein Ort, an dem „wir Menschen zugeben können, dass wir verwundbar sind“, sagte Bischof Ackermann; aber auch eine Gelegenheit zu danken, für den medizinischen Fortschritt, für kluge Politik und das Verständnis und Verhalten der allermeisten Menschen. Aber man dürfe auch klagen an diesem Ort. „Wir sind nicht Gott, wir bleiben verletzlich. Aber wir dürfen zu Gott kommen, der sich uns in Jesus Christus zuneigt. Alle, die hierher kommen, sollen sich daran erinnern und Trost empfangen“, sagte der Bischof in seiner Begrüßung zum Gottesdienst.

In seiner Predigt ging Bischof Ackermann auf die Geschichte der Errichtung von Altären ein. Immer schon hätten Menschen an Altären die Nähe zur Gottheit gesucht. Dort hätten sie für die Erhörung ihrer Gebete mit der Opferung von kostbaren Gaben gedankt. Wenn aber eine christliche Gemeinschaft einen Altar errichte, dann komme sie zu diesem Altar zwar auch mit ihren Bitten, aber mit leeren Händen. „Eigentlich legen wir nichts auf den Altar“, sagte Ackermann. Hier komme das Kreuz ins Spiel: „Gott kommt uns mit seiner Gabe zuvor. Gott selber kommt und gibt seine Nähe, ergibt sein Leben.“ Das Kreuz bedeute die völlige Umdeutung dessen, was Menschen sonst mit Altären verbinden. „Das Kreuz hilft uns zu verstehen, was wir hier tun. Nicht Gott bestechen mit Gaben: Nein, Gott gibt sich selber, der Altar wird zum Tisch der Freundschaft“, sagte Ackermann. Das Kreuz spende auch Kraft, die schwierigen Situationen anzuschauen, wo Menschen oft wegsehen. Es öffne die Augen für die Not von Menschen und ganzen Völkern.

 

Bischof Ackermann dankte allen, die mitgeholfen haben, das Griesenbrock-Kreuz zwischen Kloster und Kapelle zu renovieren und den Altar neu zu errichten. Der für den Abschlussgottesdienst des Katholikentags 2006 in Saarbrücken erbaute Altar passe in seiner Monumentalität gut zu dem Kreuz. Dass Kreuz und Altar im Freien stehen, mache deutlich: „Gott ist offen für alle“. Kreuz und Altar stünden aber auch mitten in der Natur; das sei verbunden mit der „wichtigen Botschaft“, die „Schöpfung als gute Gabe Gottes zu bewahren“.

 

Als Rector Ecclesiae (zuständiger „Leiter der Kirche“) der Klosterkirche dankte Dechant Müller allen, die in den letzten Wochen bei den umfangreichen Renovierungsarbeiten im und um das Kloster mitgeholfen haben; von der Püttlinger Bürgermeisterin Denise Klein und Mitarbeitenden der Stadt über die Erwerbslosenselbsthilfe (ESH) Püttlingen, der Aktion Arbeit des Bistums Trier, THW bis zum Freundeskreis des Klosters Heilig Kreuz. Müller kündigte an, dass demnächst eine Chronik zum 60-jährigen Bestehen des Klosters vorgestellt werde.

 

Das unterhalb der Klostergebäude 1964 errichtete Kreuz wurde vom deutsch-niederländischen Künstler Frans Griesenbrock (1916-2010) geschaffen. Ursprünglich hing dieses Kruzifix über dem Altar der 1960 fertig gestellten Klosterkirche. Wegen der zu großen Belastung für die Statik der Kirche wurde das rund 30 Zentner schwere Kreuz 1964 an seinem jetzigen Ort unterhalb des Klosters errichtet. Von Griesenbrock stammen zahllose Kirchenfenster in mehr als 120 Kirchen in aller Welt, unter anderem auch in der Synagoge von New York.

 

Der jetzt direkt vor dem Griesenbrock-Kreuz neu errichtete Altar wurde 2006 von Mitarbeitern der ESH Püttlingen für den 96. Deutschen Katholikentag in Saarbrücken erbaut. Der wuchtige, vierteilige Altar ist aus zehn Millimeter starken Stahlplatten konstruiert und wiegt rund 1,2 Tonnen. Aufgebaut wurde der Altar im Saarbrücker Ludwigsparkstadion zum Abschlussgottesdienst des Katholikentages am 28. Mai 2006. Der mittlerweile verstorbene Kardinal Karl Lehmann und der damalige Trierer Bischof und heutige Münchner Kardinal Reinhard Marx feierten zusammen mit vielen weiteren Bischöfen und Geistlichen und über 20.000 Katholikentagsbesucherinnen und -besuchern den Abschlussgottesdienst des Treffen mit dem Thema „Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht“.

 

Bereits vorher wurde der Altar einer großen Öffentlichkeit bekannt. Am 20. April waren die Bauarbeiten am Altar in den Werkstätten der ESH der Hintergrund für die Dreharbeiten zum Wort zum Sonntag von Monsignore Stephan Wahl, das am 22. April in der ARD zu sehen war.

 

Mehr zum Püttlinger Kloster Heilig Kreuz: www.kloster-heilig-kreuz.de

 


Nachtragshaushalt, Wahl und Zukunftsprozess auf besonderer Tagung am Samstag in Offenbach

EKHN-Synode im Zeichen der Coronakrise

(Darmstadt/ekhn) - Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) tritt am Samstag (19. September) in Offenbach zu einer Sitzung unter besonderen Corona-Bedingungen zusammen. Die traditionelle Frühjahrstagung musste wegen der Pandemie ausfallen und wird jetzt in einem kompakten Format nachgeholt. Themen der Extra-Synode sind unter anderem die Verabschiedung eines Nachtragshaushaltes mit einem Volumen von rund 690 Millionen Euro und die Wahl einer Pröpstin für den Bereich Nord-Nassau. Kirchenpräsident Volker Jung will zudem in seinem Bericht zur Lage in Kirche und Gesellschaft auf die Herausforderungen in der Coronakrise eingehen.

 

Synode: Liveübertragung im Internet

Die 140 Delegierten des in etwa mit einem Parlament vergleichbaren Gremiums unter dem Vorsitz von Präses Ulrich Oelschläger treffen sich in der Offenbacher Stadthalle. Wegen der besonderen Hygieneauflagen können Gäste die Tagung ausnahmsweise nicht vor Ort verfolgen, sich aber live im Internet auf der Kirchenseite www.ekhn.de zuschalten. Die hessen-nassauische Kirche hat rund 1,5 Millionen Mitglieder in aktuell 1132 Gemeinden. Sie reicht in etwa von Biedenkopf im Norden bis Neckarsteinach im Süden. Rund ein Viertel des Kirchengebiets gehört zwischen Bad-Marienberg und Worms auch zu Rheinland-Pfalz.

 

Nachtragshaushalt: Kircheneinnahmen unter Druck 

Auch der evangelischen Kirche setzt die Coronakrise bei den Finanzen zu. Sie muss am Samstag einen Nachtragshaushalt verabschieden. So rechnet die EKHN in diesem Jahr mit rund 50 Millionen Euro weniger Kirchensteuer als geplant. Angesetzt waren für dieses Jahr 530 Millionen Euro. Erwartet werden jetzt nur noch rund 480 Millionen Euro. Grund ist unter anderem die hohe Zahl von Kurzarbeit. Aus einem Mix von Sparmaßnahmen, Entnahmen aus den Rücklagen und Bereinigungen von laufenden Ausgaben soll dies aufgefangen werden. Gespart werden soll vor allem bei gesamtkirchlichen Einrichtungen, die im noch laufenden Haushaltsjahr bis zu zehn Prozent ihrer Ausgaben reduzieren müssen. Der überarbeitete Haushalt  der EKHN sieht für dieses Jahr Gesamtaufwendungen in Höhe von rund 690 Millionen Euro gegenüber ursprünglich geplanten 707 Millionen Euro vor.

 

Leitungsamt: Zwei Pfarrerinnen wollen Pröpstin werden

Zwei Pfarrerinnen wollen am Samstagnachmittag evangelische Pröpstin für den Bereich Nord-Nassau werden. Sabine Bertram-Schäfer, Dekanin des Dekanats Büdinger Land, und Claudia Anna-Marie Gierke-Heinrich, stellvertretende Dekanin des Dekanats Runkel, bewerben sich vor der Synode um das regionale kirchliche Leitungsamt. Die Theologinnen wollen die Nachfolge von Annegret Puttkammer  antreten, die als Direktorin zum Neukirchener Erziehungsverein nach Neukirchen-Vluyn wechselt. Die Pröpstin für Nord-Nassau ist als geistliche Leitungsperson in der mittelhessischen Region von Herborn aus für rund 200.000 Gemeindeglieder in 169 Gemeinden mit rund 180 Pfarrerinnen und Pfarrern zuständig. Die Propstei umfasst Gebiete um Herborn, Limburg, Biedenkopf und Westerburg.

 

Kirchenpräsident: Cornakrise im Blick

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat angekündigt, in seinem Bericht zur Lage in Kirche und Gesellschaft vor der Synode auch die geistlichen Folgen der Coronakrise in den Blick zu nehmen. Ausgehend vom Lockdown im März will er am Samstagmorgen die Situation der evangelischen Kirchen bis heute nachzeichnen. Zur Sprache bringen will er dabei unter anderem die herausfordernde Situation für die Seelsorge aber auch die großen Innovationen mit neuen, digitalen Gottesdienstformen. Er will in seinem Bericht dabei auch der Frage nach der Systemrelevanz der Kirche stellen.

 

Zukunftsprozess „ekhn2030“: Erster Zwischenbericht

Im vergangenen Herbst hatte die Synode den Weg für einen neuen Zukunftsprozess in der EKHN frei gemacht. Nun liegt ein erster Zwischenbericht des Verfahrens mit dem Namen „ekhn2030“ vor. Ausgehend von Prognosen zur Entwicklung der Kirche will das Projekt Prioritäten herausarbeiten. Im Fokus steht neben der Betrachtung von acht Einzelbereichen wie der Verkündigung, dem Gebäude-Management oder der Öffentlichkeitsarbeit eine theologische Grundsatzbeschreibung der Kirche. Das Papier spricht sich dafür aus, sich künftig verstärkt einzelnen Gläubigen zuzuwenden und zugleich auf die Öffentlichkeit und die Gesellschaft hin ausgerichtet zu bleiben. „Mitgliederorientierung“ und „Gemeinwesenorientierung“ seien dem Bericht nach keine Gegensätze, sondern in Zukunft  zusammen zu denken.

 

Hintergrund zur Synode

 

Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der hessen-nassauischen Kirche. Sie erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl die wichtigsten Leitungsämter und beschließt den Haushalt. Aktuell hat sie 140 Sitze. Als das maßgebende Organ geistlicher und rechtlicher Leitung trifft sie auch wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten die Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit einem oder einer Präses. Gemäß Kirchenordnung sollen möglichst zwei Drittel der gewählten Synodalen nichtordinierte Gemeindemitglieder sein, ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer.

 

Mehr Informationen im Internet unter www.ekhn.de

 

Den vorläufigen Zeitplan zur Synode finden sie hier:
https://www.ekhn.de/fileadmin/content/ekhn.de/download/synode/zeitplan/Zeitplan_Synode_September_2020.pdf

 


Nach Brand in Moria: Evangelische Bischöfinnen und Bischöfe appellieren gemeinsam

„Es muss endlich geholfen werden“

(Hannover/ekd) - Mit einem gemeinsamen Appell haben die Leitenden Geistlichen der Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) heute auf den Brand im griechischen Lager Moria reagiert. „Wir sind erschüttert über das Leid, das erneut über die schutzsuchenden Menschen gekommen ist und entsetzt, dass es der Europäischen Union trotz vielfacher Warnungen nicht gelungen ist, diese Eskalation der menschenunwürdigen Situation in dem Lager zu verhindern“, heißt es in der an die deutsche Ratspräsidentschaft und den Bundesinnenminister gerichteten Erklärung der Bischöfinnen und Bischöfe. Sie setzen sich darin für eine europäische Lösung für die Verteilung der Schutzsuchenden auf aufnahmebereite Länder ein und appellieren, die Angebote von Bundesländern und Kommunen, Geflüchtete aus den griechischen Lagern aufzunehmen, anzunehmen. „Mit diesem Appell wollen wir an die auf erschreckende Weise deutlich gewordene Dringlichkeit erinnern, den Geflüchteten, die in den Lagern unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. sofort und dauerhaft zu helfen“, so der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm. Eine gemeinsame Erklärung der Leitenden Geistlichen der Gliedkirchen der EKD hatte es zuletzt 2015 gegeben.

 

Hannover, 9. September 2020

 

Pressestelle der EKD

 

Carsten Splitt

 

 

 

 

 

Appell der Leitenden Geistlichen

 

Jesus Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40b – Wochenspruch für die Woche vom 6. bis 12. 9. 2020)

 

 

In der vergangenen Nacht hat es im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos gebrannt. Nach allem, was wir zurzeit wissen, haben die meisten der 13.000 dort lebenden Geflüchteten nun auch ihr letztes Dach über dem Kopf verloren. Hinzu kommt, dass, wie von vielen befürchtet, inzwischen auch mit dem SARS-CoV-2-Virus infizierte Menschen darunter sind.

 

Wir, die leitenden Geistlichen der Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland, sind erschüttert über das Leid, das erneut über die Pressemitteilung 117- 2020 schutzsuchenden Menschen gekommen ist, und entsetzt, dass es der Europäischen Union trotz vielfacher Warnungen nicht gelungen ist, diese Eskalation der menschenunwürdigen Situation in dem Lager zu verhindern.

 

Es muss endlich gehandelt werden. Wir bitten die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, umgehend eine europäische Lösung für die Verteilung der Schutzsuchenden auf aufnahmebereite Länder zu finden. Wir erwarten vom Bundesminister des Innern, sich den Angeboten von Bundesländern und Kommunen, Geflüchtete aus den griechischen Lagern aufzunehmen, nicht länger zu widersetzen. Unsere Unterstützung sagen wir zu.

 


Weihbischof spendet in Mendig Sakrament der Firmung

Ein Schritt Richtung Normalität

  Weihbischof Peters spendet das Sakrament der Firmung unter Corona-Bedingungen. Foto: bt
Weihbischof Peters spendet das Sakrament der Firmung unter Corona-Bedingungen. Foto: bt

 

(Mendig/bt) – In diesem Jahr ist vieles anders. Die erste Firmung seit dem Lockdown in der Corona-Krise feierte der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters gemeinsam mit Jugendlichen und ihren Gästen in der Pfarrkirche St. Cyriakus in Mendig. Damit die Zahl der Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher die erlaubte Höhe nicht überstieg, fanden am 5. September gleich drei Firmfeiern statt.

 

Nach den strengen Covid-19-bedingten Einschränkungen war die Freude groß, dass am Wochenende im Bistum Trier das kirchliche Leben wieder einen Schritt mehr in  Richtung Normalität machte. Erstmals durfte diese besondere Liturgiefeier unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften wieder stattfinden.

 

Es war ein ungewohntes Bild. Nur jede zweite Kirchenbank war besetzt, als Weihbischof Peters den Jungen und Mädchen aus Mendig, Bell, Thür, Volkesfeld, Rieden, Kottenheim, Ettringen und Mayen mit Mund-Nasen-Bedeckung in der Vulkanstadt das Sakrament der Firmung spendete. Der Weihbischof zeichnete jedem Firmling, der in den Mittelgang der Pfarrkirche getreten war, ein Kreuz mit Chrisamöl auf die Stirn. Nur die Firmbewerber, deren Angehörige, die mit ihnen im selben Haushalt leben, sowie zusätzlich der Firmpate bzw. die Firmpatin durften an dem jeweiligen Gottesdienst teilnehmen.

 

In seinen einführenden Worten war der Weihbischof auf die Firmbewerber eingegangen. „Eigene Entscheidungen zu treffen, spielt eine wichtige Rolle.“ Beim Sakrament der Firmung wird die Taufe besiegelt. Für diese entscheiden sich oft die Eltern, doch die Entscheidung zur Firmung treffen die Jugendlichen selbst.

 

Aber auch die letzten sechs Monate rückte der Weihbischof in den Fokus. Sie seien irritierend gewesen. „Wirtschaftlich können wir das irgendwie schaffen. Weltweit ist das aber eine Katastrophe.“ Ein solcher Lockdown werfe Fragen auf. Corona habe das Leben in seiner Leichtigkeit in Frage gestellt. Das Virus mache „unsere Verletzlichkeit bewusst. Ihr habt das gespürt, in eurem Schulalltag, in den Familien und in den Vereinen“, richtete er das Wort an die jungen Menschen.  Weil die Corona-Pandemie die Ärmsten der Welt am härtesten trifft, ist Solidarität gefragt. Daher empfahl Peters allen, sich im Gebet, aber auch mit einer Spende an der Corona-Kollekte zu beteiligen. 

 

Bei allem Nachdenklichen, wurde aber nicht vergessen, dass die Firmung ein Fest der Freude ist. Die Vorbereitungszeit auf das Sakrament hatte mit einer Informationsveranstaltung begonnen. Es folgten ein Eröffnungsgottesdienst der Firmvorbereitung, ein Abend im Advent und eine Tauf-Erinnerungsvigil. „Corona hat dann alles zum Stillstand gebracht“, so Gemeindereferentin Bärbel Gorges. „Die geplanten Projekte fielen aus. In der Kar- und Osterwoche gab es Betrachtungen zu den Gaben des Heiligen Geister per E-Mail und am 9. Mai, der vorgesehenen Firmung, eine Videobotschaft.“ Insgesamt hatten sich 50 Jugendliche zur Firmung angemeldet.

 

Die Firmgottesdienste hatten neben Bärbel Gorges, auch Kaplan Dominic Lück und David Morgenstern, Pastoralreferent im Dekanat Mayen-Mendig vorbereitet. Musikalisch umrahmt wurden die Firmfeiern durch die Organisten Thomas Schnor, Volker Kaufung und Claus Heuft.

 

Infos zum Schutzkonzept für Gottesdienste: www.bistum-trier.de/liturgie/schutzkonzept-corona/

 


Der 27-jährige Patric Schützeichel wird Ende September zum Priester geweiht

„Menschen dabei helfen, frei und stark zu werden“

Patric Schützeichel wird Ende September zum Priester geweiht. Foto: bt
Patric Schützeichel wird Ende September zum Priester geweiht. Foto: bt

 

(Trier/Waldbreitbach/bt) – „Priester werden“ lautet wohl immer seltener die Antwort auf die Frage nach dem Traumberuf junger Männer. Doch für Patric Schützeichel ist der Seelsorger-Beruf genau das: Ein lang verfolgter Wunsch und auch ein Lebensweg, für den er sich entschieden hat. Am 26. September endet mit seiner Priesterweihe im Dom die achtjährige Ausbildungszeit, und ein neuer Abschnitt beginnt: Als Kaplan wird er dann für drei Jahre in Bad Kreuznach arbeiten.

 

Trotz eines gewissen Idealismus, den es in der heutigen Zeit für eine bewusste Entscheidung zum Priesteramt zweifellos braucht, ist Schützeichel aber auch Realist. „Die Weihe ist zwar so etwas wie ein Ankommen, aber eigentlich ist sie auch erst der Anfang auf dem Weg, Priester zu werden. Es werden sich noch häufig Fragen nach dieser Lebensform stellen, die ich für mich selbst immer wieder neu beantworten muss.“ Sein Ziel hat der 27-Jährige dabei fest vor Augen: „Ich möchte vor allem ein Menschenfreund sein, möchte ein weites Herz haben und unkompliziert mit Leuten in Kontakt kommen. Mir ihre Sorgen und Nöte anhören, aber auch ihre Freude teilen. Genau diesen Dienst am Menschen leistet man ja auch als Diakon – dazu wurde ich letztes Jahr geweiht – und man bleibt es ja auch.“ Mit Menschen gemeinsam auf der Suche nach Gott unterwegs sein, sie unterstützen und begleiten – darin sieht er eine Hauptaufgabe des Priesterberufs.

 

Marksteine auf dem Weg zur Entscheidung

 

„Die Wurzeln für meine Entscheidung liegen sicher in meinen positiven Erfahrungen mit der katholischen Jugendarbeit in meiner Heimatgemeinde in Waldbreitbach.“ Als Messdiener und auch durch Jugendgruppen sei er auf Seelsorgerinnen und Seelsorger gestoßen, die ihm ein ganz anderes Bild von Kirche vermittelten als das heute oft vorherrschende: „Das waren super fitte Leute, die überhaupt nicht für eine langweilige, altbackene Kirche standen – im Gegenteil. Sie haben so eine innere Freiheit ausgestrahlt, eine Bodenhaftung, weil sie ihr Leben auf Jesus Christus ausgebaut haben. Das fand ich wirklich faszinierend. Diese Leute sind für mich zu Vorbildern geworden, denn sie haben mir gezeigt, dass Gott uns zu aufrechten, starken und freien Menschen machen möchte.“ Abgesehen von diesen Erfahrungen habe es aber noch weitere Marksteine auf seinem Weg gegeben – einer davon die Messdienerwallfahrt 2010 nach Rom. „Ich kann mich an Momente erinnern, wo es mir wie Tomaten von den Augen fiel. Gar nicht mal die großen lauten Jubelmomente auf dem Petersplatz. Eher die stillen Momente, als ich mir überlegt habe: Hier sind jetzt gerade 50.000 Messdiener um mich herum, was für eine tolle Gemeinschaft, in der ich einen Platz habe. Das hat ganz viel Bestätigung und Motivation bei dieser existenziellen Suche ausgelöst“.  

 

Nach dem Abitur am Neuwieder Heisenberg-Gymnasium wollte Schützeichel die Zeit bis zum Studium sinnvoll überbrücken und begann einen Freiwilligendienst in der psychiatrischen Abteilung bei der Marienhaus GmbH. Im Herbst 2012 begann seine Zeit am Priesterseminar Trier. Fünf Jahre Theologiestudium führten ihn an verschiedene Orte: Vier Semester studierte er in Trier, eines in Rom, weitere drei in München und zwei in Sankt Georgen in Frankfurt.

 

Es sei so vorgesehen, dass die angehenden Priester in einem „Frei-Jahr“ an einer anderen Fakultät studieren, oftmals im Ausland. Es gehe darum, auch einmal das Leben außerhalb des Seminars kennenzulernen – für Schützeichel eine sehr sinnvolle Regelung. „Man lebt ja im Seminar schon eher wie in einem klösterlichen Kontext. Das hat sicher positive Seiten, etwa den Aspekt Gemeinschaft. Es ergibt für mich Sinn, mich meinen Fragen und denen anderer zu stellen und zu merken, dass ich einen Lebens- und Glaubensweg gemeinsam mit anderen zurücklege. Aber die Abgeschiedenheit ist nicht ausschließlich geeignet, einen auf das spätere Leben zum Beispiel in ländlichen Pfarreien vorzubereiten.“ Andere Luft zu schnuppern – das habe ihm besonders während seiner Zeit in München gut getan, erzählt er. „Es war eine gute Zeit der Bestärkung, in der Großstadt-Umgebung zu leben und dort Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu finden. Da gibt es Kontakte, die halten bis heute. Das hat meinen Weg nochmal auf einen guten Boden gestellt.“

 

Nicht als Einzelkämpfer, sondern im Team Glauben verkünden

 

2018 ging es für den angehenden Priester im Pastoralkurs dann in die Gemeinde Waldrach; die Kurseinheiten besuchte er gemeinsam mit angehenden Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten. „Ich finde wichtig, dass man berufsgruppenübergreifend unterwegs ist. Man arbeitet später sowieso zusammen. Und angesichts der heutigen Situation der Kirche wird es Glaubenskommunikation und Glaubensweitergabe nur noch im Team gehen. Nicht durch Einzelkämpfermentalität.“ Dass auch Strukturfragen ihn künftig begleiten werden und die Kirche sich in einem Veränderungsprozess befindet, sieht Schützeichel weitgehend gelassen: „In die Synode und ihre Umsetzung ist in den letzten Jahren viel Herzblut und Arbeit reingeflossen und es ist schade, dass noch keine Lösung gefunden wurde, von der alle glauben, dass sie hält. Aber ich hoffe, dass künftig ein gutes Maß zwischen Strukturdebatte und Inhalten gefunden wird. Die viel beklagte Ungewissheit kann ich auch spüren, aber trotzdem habe ich die Sicherheit, dass der Glaube nicht verloren geht. Mir persönlich ist wichtig, dass ich mit der Ursprungsbegeisterung für diesen Beruf in Berührung bleibe.“ 

 


Deutsche Fernsehlotterie wichtige Förderpartnerin der Caritas:

Viertel der Fördersumme fließt in Diözese Rottenburg-Stuttgart

 

Fernsehlotterie unterstützt bundesweit 28 Caritas-Projekte mit vier Millionen Euro

 

(Stuttgart/drs) –  Insgesamt sechs Projekte der Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart haben im ersten Halbjahr in 2020 eine Förderzusage der Deutschen Fernsehlotterie erhalten. Mit fast 925.000 Euro fließt damit knapp ein Viertel der Fördersumme für die Caritas bundesweit (4 Millionen) nach Württemberg. Vor allem Projekte, die die Quartiersarbeit oder den Ausbau der Altenhilfe fördern, können neu entwickelt oder ausgebaut werden.

 

Mit der Förderung der Quartiersentwicklung wird der nachbarschaftliche Zusammenhalt vor Ort gestärkt. Diese Form der nachbarschaftlichen Hilfe erhielt in der Corona-Zeit einen besonderen Stellenwert, da viele Versorgungsangebote in den ersten Wochen der Pandemie weggebrochen waren. Gefördert werden mit den Geldern der Fernsehlotterie auch die Begleitung von Menschen im Alter, soziale Hilfen für junge Familien und die Hospizarbeit.

 

Die höchste Einzelförderung mit 300.000 Euro fließt in die bauliche Erweiterung des Altenpflegeheims in Herbertingen. Eine Fördersumme von knapp 230.000 Euro geht an die Sozialstation Abtsgmünd für Beratungs- und Begegnungsräume. Rund 108.000 Euro fließen in das Quartiersprojekt Treffuhlberg 25 in Filderstadt-Plattenhart.