Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

13.11.2018


Bischof Ackermann ruft zu Spenden am Diaspora-Sonntag auf

Glaubensleben ermöglichen

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(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – „Als Christen sind wir herausgefordert, eine Antwort auf die Frage zu geben, wer wir sind, woran wir glauben und wem wir vertrauen“: Mit dieser Botschaft hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann zum Gebet und zu einer „großzügigen Spenden“ am Diaspora-Sonntag am 18. November aufgerufen. Die Kollekten der Gottesdienste an diesem Tag sind für das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken bestimmt. Das Hilfswerk unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation ihren Glauben leben. In diesem Jahr steht der Diaspora-Sonntag unter dem Motto „Keiner soll alleine glauben. Unsere Identität: Christus bezeugen.“

 

Es sei eine besondere Herausforderung für die kleinen katholischen Minderheiten in den Diasporagebieten in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum, ihren Glauben zu leben. „Einer großen Mehrheit anders- oder nichtgläubiger Menschen gegenüber sind sie dazu aufgerufen, Zeugnis zu geben“, schreibt Ackermann in dem Aufruf, der in den Gottesdiensten am 10. und 11. November im Bistum Trier verlesen wurde. „Die Kirche, die als Minderheit lebt, ist auf unsere Solidarität angewiesen – finanziell und ideell“, so der Trierer Bischof. Dem Bonifatiuswerk geht es dabei aber nicht nur um katholische Minderheiten, die in mehrheitlich protestantischen oder andersgläubigen Gebieten leben, wie Stephan Wolff erklärt. Der Koblenzer Pfarrer ist Vorsitzender des Bonifatiuswerks im Bistum Trier. Bei dem Thema gehe es inzwischen oft um eine Glaubensdiaspora: Auch in traditionell katholischen Gebieten seien heute praktizierende Katholiken häufig in der Minderheit – ein 14-jähriger Messdiener mancherorts schon ein Exot. Der Fokus liege also nicht mehr nur auf dem Verhältnis zwischen Katholiken und Protestanten, sondern auch auf der Frage, wie es um die eigene Religion in einer säkularisierten Gesellschaft stehe. Der Auftrag des Bonifatiuswerks: Den Glauben weitersagen, davon zu berichten, was es heißt, Christ zu sein und Orte der Begegnung mit Jesus Christus und seiner Botschaft zu ermöglichen: Ob das die Kirchengemeinde, die Kita, die Schule oder eine lokale ehrenamtlich tätige Gruppe sei. Das Bonifatiuswerk setzt die Spenden beispielsweise für den Bau von Kirchen und Gemeindezentren, für die Kinder- und Jugendseelsorge und für sozial-karitative Jugendprojekte ein.

 

Bei der traditionellen Kollekte zum Diaspora-Sonntag 2017 wurden im Bistum Trier etwas mehr als 95.000 Euro gesammelt. Weitere Informationen gibt es unter www.bonifatiuswerk.de und www.diaspora.bistum-trier.de. Spenden sind auch möglich auf das Spendenkonto IBAN: DE46472603070010000100 der Bank für Kirche und Caritas Paderborn eG.

 


Reihe „Bibel im Gespräch“ mit Dr. Bull:

Wie politisch sind die Evangelien der Bibel?

(Schwerin/cme) - „Jesus und die Legionsschweine – Wie politisch sind die Evangelien?“ Unter diesem provokanten Titel ist der Rostocker Theologe Dr. Klaus-Michael Bull zu Gast in der Reihe „Bibel im Gespräch“. Dazu laden Mecklenburgische und Pommersche Bibelgesellschaft, die Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung und der Presseverband MV alle Interessierten am Freitag, 16. November 2018, um 19.30 Uhr in den Festsaal des Schweriner Landeskirchenamtes, Münzstraße 8-10, ein.

 

Warum verkünden die Engel in der Weihnachtsgeschichte „Friede auf Erden“? Warum heißt der unreine Geist in Markusevangelium Kapitel 5 eigentlich ausgerechnet „Legion“? Wenn die Evangelien vor dem Hintergrund der zeitgenössischen politischen Konstellationen gelesen werden, ergeben sich überraschende Perspektiven.

Der Vortrag des Referenten zeigt am Beispiel des Markusevangeliums, wie sehr sich die neutestamentlichen Autoren mit ihren theologischen Aussagen auch politisch positioniert haben. Können neutestamentliche Texte heute im politischen Diskurs noch eine Rolle spielen? Der offene Gesprächsabend sucht Antworten und möchte zugleich informieren.

 

 

Zur Person:

 

Der Referent ist an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neues Testament tätig. In seiner Promotion bei Prof. Dr. Hans-Friedrich Weiß beschäftigte er sich mit der Theologiegeschichte der johanneischen Gemeinde.

 


BADISCHE BISCHÖFE GEDENKEN DER POGROMNACHT

 

(Lörrach / Stuttgart/bt) - Die katholische und evangelische Kirche in Baden haben am Wochenende in mehreren Veranstaltungen an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren erinnert. Die beiden Bischöfe Stephan Burger (Freiburg) und Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) beteiligten sich heute (11.11.) an der Einweihung der neuen Torahrolle in der Synagoge Lörrach. Gestern Abend (10.11.) fand ein zentraler ökumenischer Gottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Baden-Württemberg in der Stadtkirche Stuttgart-Bad Canstatt statt.

 

 

 

Erzbischof Burger äußerte seine „Bestürzung darüber, wie es 80 Jahre nach der sogenannten Reichspogromnacht erneut zu Antisemitismus in Deutschland kommen könne“. Die Erinnerung sei ein „integraler Bestandteil des Judentums, aber auch des Christentums“ und habe angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage eine „neue Dynamik“ erhalten. Als „Schicksalsgemeinschaft“ ständen Juden und Christen in der gemeinsamen Verantwortung, an einer Gesellschaft zu arbeiten, die jeden Menschen vorbehaltlos und in Freude annehme. „Wir brauchen Euch, unsere jüdischen Schwestern und Brüder, als Menschen, die mit uns an einer Welt arbeiten, die von Heil und Frieden geprägt ist“, sagte Burger in seinem Grußwort. Mit der Einweihung der neuen Torahrolle feiere man zugleich die „Freude über die Torah“.

 

 

 

Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh erinnerte in Lörrach daran, „dass die nationalsozialistischen Schergen und die, die mitmachten und brüllten, 1938 bewusst den Lebensnerv des Judentums angegriffen haben, die heilige Rolle der Worte Gottes durch den Mund seines Propheten Mose. Dennoch hätten der Antisemitismus und die Menschenfeindlichkeit langfristig nicht gesiegt: „Anfangs waren es wenige: Überlebende, die trotz der Schrecken, die sie und ihre Familien erlebt und erlitten hatten, wieder in unserer Mitte leben wollten“, sagte der Landesbischof. Die neue Torahrolle gebe heute ein „Zeugnis von der Treue und Gottes Gerechtigkeit“. Sie öffne den Weg in „ein Leben in Freiheit, und Würde und Verantwortung“. Dabei gebe es eine „klare Verpflichtung, es nie mehr hinzunehmen, wenn Jüdinnen und Juden ausgegrenzt, angefeindet, verunglimpft oder bedroht werden.“

 

 

 

Beim ACK-Gottesdienst in Stuttgart-Bad Canstatt hatte Cornelius-Bundschuh gestern Abend dazu aufgerufen, „aus dem Geist der Versöhnung nach Antworten auf Unrecht und Unfrieden und nach gewaltfreien Lösungen“ zu suchen. Dies gelte auch für das Zusammenleben zwischen Israelis und Palästinensern, „grade auch bei jungen Menschen“.

 

 

 


Deutsch-französische Vision „einer anderen Welt“ zum 11. November 2018:

Religionen setzen sich gemeinsam für Frieden und Gewaltfreiheit ein

 

 

(Kehl/Straßburg/ekiba) - In einer Region, die besonders unter den deutsch-französischen Konflikten gelitten hat, haben sich heute (Sonntag, 11. November) evangelische, katholische und orthodoxe Christen, Juden, Muslime und Buddhisten aus Deutschland und Frankreich gemeinsam zu Frieden, einer Begrenzung von Rüstung und Waffenhandel und zu einem „Europa in Solidarität, das seine Verantwortung für Frieden und Gewaltfreiheit in der Welt wahrnimmt“, bekannt. Ein Friedensweg führte von der französischen und der deutschen Seite auf die Passerelle, die Brücke zwischen Kehl und Straßburg. Dort verlasen 16 Vertreterinnen und Vertreter von religiösen Gemeinschaften aus Baden-Württemberg und dem Elsass eine gemeinsame Deutsch-Französische Erklärung. Beim anschließenden Empfang sprachen die Oberbürgermeister von Kehl, Toni Ventrano, und Straßburg, Roland Ries.

 

 

 

Unterzeichnet ist die Deutsch-Französische Erklärung der Religionen von 15 geistlichen Leitungen religiöser Gemeinschaften. Auf deutscher Seite sind dies Erzbischof Stephan Burger für die Erzdiözese Freiburg, Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh für die Evangelische Landeskirche in Baden, Landesrabbiner Moshe Flomenmann für die Israelitische Kultusgemeinde Baden, Muhittin Soylu als Vorsitzender der Islamischen Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg, Fatih Şahan als Landeskoordinator der DITIB Landesreligionsgemeinschaft Baden und Pfarrer Diradur Sardaryan für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Baden-Württemberg. Auf französischer Seite haben ebenfalls Repräsentanten katholischer, evangelischer, rumänisch-orthodoxer und griechisch-orthodoxer Kirchen, der Muslime, der Juden und der Buddhisten unterzeichnet.

 

 

 

Die Initiative ging aus von den katholischen und evangelischen Kirchen. Die Erklärung der Religionen erläutert dazu, dass „die Schrecken des 1. Weltkriegs“ und die „Gräuel des 2. Weltkriegs“ im 20. Jahrhundert zu einem „starken Bewusstseinswandel in den christlichen Kirchen geführt“ hätten. Auch der Ökumenische Rat der Kirchen habe bei seiner Gründung 1948 „Krieg und militärischer Gewalt eine klare Absage erteilt“ und festgestellt: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“, zitiert die Erklärung. Am Ende betonen alle Unterzeichner: „Wir wollen als Religionsgemeinschaften und als Gläubige der unterschiedlichsten Bekenntnisse durch den interreligiösen Dialog und die wachsende Zusammenarbeit dazu unseren Beitrag leisten“.

 

 

 

 

 


Bischof v. Maltzahn: Erfahrung zeigt, Griff zu den Waffen, bringt Unheil mit sich

Gottesdienst zum Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren im Schweriner Dom

 

(Schwerin/cme) - „Gib Frieden, Herr, gib Frieden“: Mit diesem Lied begann heute (11. November) ein besonderer Gedenkgottesdienst im Schweriner Dom zum Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. In seiner Predigt mahnte der Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn, „misstrauisch zu bleiben, wenn Probleme militärisch gelöst werden sollen“. Schüler aus Wittenburg und Konfirmanden aus Schwerin gestalteten den Gottesdienst mit, lasen beispielsweise aus Feldpostbriefen vor.

 

Um besonders den jungen Menschen die Kriegssituation zwischen 1914 und 1918 noch näher zu bringen, zitierte der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) eingangs seiner Predigt aus dem Tagebuch von Jo. Das zwölfjährige Mädchen hatte ein Lazarett besucht und gesehen, was der Krieg an Verstümmelungen, Elend und Tod anrichtet.

 

Kritisch setzte sich Bischof v. Maltzahn mit dem Verhalten seiner Kirche in der damaligen Zeit auseinander: „Das Friedenszeugnis der Bibel spielte in den allerwenigsten Predigten eine Rolle! Es ging unter im Taumel nationaler Begeisterung, bald in blindem Siegeswillen, Siegenswahn. Es ertrank elendig in verführter Bereitschaft, sich an etwas Großes, Wesentliches hinzugeben.“ So zeugten auch die Nägel am Westportal des Schweriner Domes vom kirchlich unterstützen Spendenprogramm im Ersten Weltkrieg für neue Kanonen.

 

„Wie aber konnte es geschehen, dass Kirche und Volk sich der Kriegslust ergaben“, fragte der Bischof nicht aus rein geschichtlichem Interesse, sondern weil „auch wir heute verführbar sind. Was macht Menschen anfällig für Gewalt und Krieg?“ Der Theologe erinnerte daran, dass oft gesagt werde, dass „viele damals einen Ausweg aus der Armut und Enge ihres Lebens suchten. Bei anderen jedoch wurde gerade das zum Einfallstor, was zur Schönheit von uns Menschen gehört“.

 

So habe selbst der überzeugte Pazifist Stefan Zweig sich im Sommer 1914 –

 

wie viele andere – nach dem Krieg gesehnt, den er kaum erwarten konnte, wie Zweig im Rückblick in einem seiner Bücher bekannte. Wörtlich zitierte der Bischof den  Schriftsteller: „Jeder einzelne erlebte eine Steigerung seines Ichs, er war nicht mehr der isolierte Mensch von früher, er war eingetan in eine Masse, er war Volk, und seine Person, seine sonst unbeachtete Person hatte einen Sinn bekommen.“

 

Für Bischof v. Maltzahn ist dies das Perverse: „Unsere besten Regungen können missbraucht werden. Unsere Sehnsucht ist korrumpierbar. Wer wollte nicht für etwas Gutes, Großes, Wesentliches leben!? Die Trumps, Orbans und Höckes dieser Welt missbrauchen das, indem sie Nationalismus schüren.“

 

 

Nicht andere zu Außenseitern machen

 

Vor diesem aktuellen Hintergrund appellierte der Bischof an junge Menschen, die naturgemäß dazu gehören und nicht Außenseiter sein wollen, dies nicht um den Preis zu tun, „andere zu Außenseitern zu machen! Nicht um den Preis, andere im Netz an den Pranger zu stellen!“ Es liege kein Segen darauf, dazuzugehören, indem man andere mobbe. „Wo Menschlichkeit auf der Strecke bleibt, können wir uns nicht zu Hause fühlen – hat Jesus von Nazareth doch gesagt: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“(Mt 5,7)“, so Andreas v. Maltzahn.

 

Zugleich schlug der Theologe den Bogen in das Politische, wo heute häufig davon geredet werde, Deutschland habe international ein größeres politisches Gewicht und  müsse daher seine gewachsene Verantwortung auch in Kriegseinsätzen wahrnehmen. Deutlich mahnte Bischof v. Maltzahn: „Ich kann nur sagen: Es ist die bleibend aktuelle Erfahrung unseres Volkes, dass der Griff zu den Waffen Unheil mit sich bringt! Zwei Weltkriege haben uns das gelehrt. Darum wünsche ich mir auch für die Zukunft, dass wir misstrauisch bleiben, wenn Probleme militärisch gelöst werden sollen. Gewiss, in einer unerlösten Welt können Einsätze der Bundeswehr ethisch vertretbar, vielleicht sogar geboten sein – etwa um drohenden Völkermord zu verhindern. Doch sie können nur das allerletzte Mittel sein – und die eigentliche Lösung muss auf politischem Wege erreicht werden. Das sind wir auch den Angehörigen der Bundeswehr schuldig.“

 

 

Vorreiter in Sachen Ökologie, Gerechtigkeit und Frieden sein

 

Wahr sei, dass Deutschlands Verantwortung gewachsen sei. „Lasst sie uns wahrnehmen als Vorreiter in Sachen Ökologie, Gerechtigkeit und Frieden“, rief der Bischof auf. Zugleich zollte er den Schülern aus Wittenburg seinen Respekt, die sich in Projekten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge engagieren. „Sich hier oder in der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste starkzumachen, hilft die Erinnerung wachzuhalten – an menschliche Verblendung, die nicht wieder über uns kommen soll, an unsagbares Leid, das wenigstens darin Sinn finden soll, dass wir heute andere Wege suchen“, sagte der Theologe und stellte klar, dass dies alles andere als hoffnungslos sei.

 

So rief er in Erinnerung, dass die Erzfeinde Frankreich und Deutschland wenige Jahrzehnte nach zwei Weltkriegen so freundschaftlich verbunden sind. „Geduldige Versöhnungsarbeit“ habe dies bewirken können, so Andreas v. Maltzahn und „dafür lohnt es sich, zu leben und zu arbeiten“.

 

 

Exposition zu Jugendprojekt des Kriegsgräber-Volksbundes

 

Die Liturgie im Gottesdienst gestalteten neben Dompredigerin Ariane Baier ebenso Schweriner Konfirmanden mit. Gemeinsam mit der Gottesdienstgemeinde wurde ein Bekenntnis zu Frieden und Gerechtigkeit gesprochen. Zudem stellen Schüler des gymnasialen Schulzentrums Wittenburg den Jugendarbeitskreis des Volksbundes vor. Nach dem Gedenkgottesdienst gaben sie zudem mittels einer kleinen Ausstellung Einblick in das „Monte-Cassino-Projekt“. Seit zwölf Jahren treffen sich dort junge Leute aus Italien, Großbritannien, Polen und dem deutschen Wittenburg, um den Gefallenen der größten Völkerschlacht des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. 

 


Präventionsprojekt für suizidgefährdete Jugendliche

 

(Heilbronn/drs) - Prävention für suizidgefährdete Jugendliche Bischof-Moser-Stiftung fördert Arbeit des ökumenischen Arbeitskreises Leben in Heilbronn Rottenburg / Heilbronn. Suizid ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen die zweithäu?gste Todesursache. Der Arbeitskreis Leben e.V. in Heilbronn wirkt seit 1984 in der Präventionsarbeit für Jugendliche in Krisen und bei Selbsttötungsgefahr - und bekommt jetzt Unterstützung von der Rottenburger Bischof-Moser-Stiftung. Sie fördert in den nächsten drei Jahren das neu konzipierte Projekt „Umgang mit Krisen und Suizidalität bei Jugendlichen“ mit einem Gesamtzuschuss von 49.500 Euro. Dadurch wurde die Teilzeit-Anstellung der Sozialpädagogin Andrea Herkle möglich; sie ist nun mit der Projektleiterin und Religionspädagogin Birgit Bronner dafür verantwortlich, dass die Konzeption für die Präventionsarbeit und die Zusammenarbeit mit der Schulseelsorge der evangelischen und der katholischen Kirche in Heilbronn ausgebaut wird. Dazu gehören unter anderem Beratung und Informationsveranstaltungen an Schulen. Die mit einem Kapital von derzeit 7,2 Millionen Euro ausgestattete Bischof-Moser-Stiftung hat sich zur Aufgabe gestellt, pastorale Projekte zur Erprobung neuer Wege in der Seelsorge zu fördern. Deshalb fördert sie vorrangig Projekte für Menschen, die von den kirchlichen Grunddiensten nicht ausreichend begleitet werden können.  - Weitere Informationen: www.bischof-moser-stiftung.de

 


Dechanten beraten mit Bistumsleitung über den Stand der Synodenumsetzung

Mit Mut und Augenmaß

Zweimal im Jahr kommen die Dechanten mit der Bistumsleitung zusammen. Foto: bt
Zweimal im Jahr kommen die Dechanten mit der Bistumsleitung zusammen. Foto: bt

 

 

 

(Trier/bt) – Mit Mut, nicht Verzagtheit, mit Wagnisbereitschaft und Augenmaß gelte es, an der Umsetzung der Synode zu arbeiten. Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann beim Treffen mit den Dechanten des Bistums Trier am 7. und 8. November betont. Zweimal im Jahr kommen die Leiter der Dekanate mit Bischof und Bistumsleitung zu Austausch und Beratung zusammen.

 

„Wir sind jetzt beim Kleingedruckten angekommen“, sagte der Bischof in Anspielung auf die vielen Klärungen und Aufgaben, die derzeit anstehen. Zum 1. Januar 2020 errichtet das Bistum Trier aus den bisher 172 Pfarreiengemeinschaften 35 Pfarreien der Zukunft. Das erzeuge einen gewissen Zeitdruck, der aber auch gewollt sei, sagte Ackermann. Schließlich wolle man sich nicht ewig mit Strukturfragen befassen, sondern so bald wie möglich zu den wichtigen inhaltlichen Fragen kommen, die den Weg für die Zukunft der Kirche von Trier bereiten. Gleichwohl müsse solide gearbeitet werden.

 

In der von Mechthild Schabo (Direktorin „Pastoral und Gesellschaft“ im Bischöflichen Generalvikariat Trier) und Christian Heckmann (Leiter des Synodenbüros) moderierten Zusammenkunft berieten die Dechanten die Bistumsleitung vor allem hinsichtlich der Konkretisierungen der am 19. Oktober getroffenen Entscheidungen zu den Rahmenbedingungen für die Pfarreien der Zukunft. So sehen sie etwa geschärfte Kriterien für die „Orte von Kirche“, eine Definition, wie im Bistum „Sozialraumorientierung“ verstanden werde, oder klare Regelungen für die Beteiligung von Ehrenamtlichen in der Leitung der Pfarreien als notwendig an. Das Rahmenleitbild stieß auf Zustimmung. Es stehe für eine „Pastoral der Ermöglichung“ und könne auch schon in der Übergangszeit als Orientierung auf dem Weg zu den Pfarreien der Zukunft helfen. Neben Verwaltungsteams solle es auch Gruppen geben, die für pastorale Themen Verantwortung übernehmen können, forderten die Seelsorger. Intensive Diskussionen gab es über Aufgaben und Rolle der künftigen Gremien. Auch zur Ausstattung der Verwaltungssitze und den künftigen Finanzierungsschlüssel der Pfarreien gaben die Dechanten Hinweise aus ihrer Erfahrung in Pfarrei und Dekanat. Zur Erkundungsphase spielten die Dechanten ihre Wahrnehmungen an die Bistumsleitung zurück. Bischof Ackermann sagte zu, die kritischen Rückmeldungen auszuwerten.  

 

Nachdem die Teilprozessgruppen zu den Rahmenbedingungen der Pfarrei der Zukunft ihre Arbeit beendet haben, stehen jetzt vor allem inhaltliche Themen an, die etwa von den Teilprozessgruppen Liturgie, Katechese oder „Missionarische Teams/freiwilliges missionarisches Jahr“ bearbeitet werden. Andere Fragen sind in Experten- oder verwaltungsinterne Arbeitsgruppen verwiesen. So informierte Mechthild Schabo, dass ein Klärungsprozess der künftigen Rollen und Aufgaben der Kirchenmusiker in der Pfarrei der Zukunft ab Januar 2019 unter Beteiligung der Berufsgruppe starten werde.

 

Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg kündigte weitere Veranstaltungen ab Januar 2019 im gesamten Bistum an: Es sei wichtig, erneut in die direkte Kommunikation sowohl mit haupt- wie auch mit ehrenamtlich Mitarbeiten zu gehen und über den Stand der Synodenumsetzung zu informieren.

 


Schriftstellerinnen Helga Schubert und Jutta Schlott lesen bei der Diakonie M-V | Landespastor Paul Philipps liest Paul Auster

„Eine Straße liest“ am 10. November 2018 - Diakonie Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich

 

 

(Schwerin/pm) - Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. beteiligt sich erstmals an der jährlichen Veranstaltung "Eine Straße liest", bei der an verschiedenen Orten in der Münzstraße (Schwerin-Schelfstadt) sowie den umliegenden Straßen bekannte Personen aus einem eigens ausgewählten Buch lesen, um Spenden für einen wohltätigen Zweck zu sammeln. In diesem Jahr wird für den Pädagogischen Mittagstisch des Kinderschutzbundes Schwerin gesammelt.

 

Alle Literaturinteressierten sind am 10. November 2018 herzlich ins Foyer des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Körnerstraße 7) zu den Lesungen der Schriftstellerinnen Jutta Schlott und Helga Schubert sowie zur Lesung von Landespastor Paul Philipps in den Brautsalon am Dom eingeladen.

 

Um 16 Uhr liest Jutta Schlott aus ihrem Buch "Ich sah etwas, was du nicht siehst - Erinnerungen aus Ostdeutschland". In dem Buch finden sich die Biografien verschiedenartigster Menschen aus der DDR: Eine Adlige, ein Lehrer, ein Auszubildender, eine Russin, ein Literaturwissenschaftler, eine finnische Regisseurin, ein Maschinenschlosser, ein Kulturminister, eine Heimerzieherin, ein Heimkind, eine Säuglingsschwester, ein Kantor. Jutta Schlott wurde 1944 in Kolberg (heute Polen) geboren, studierte Germanistik und Slawistik an der Pädagogischen Hochschule in Güstrow und arbeitete zunächst als Lehrerin, später als Dramaturgin am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin sowie als Journalistin. Seit 1979 ist Jutta Schlott freiberufliche Autorin. Sie schreibt Erzählungen, Biografien, Kinderbücher, Hörspiele, Reportagen und Gedichte.

 

Um 17 Uhr liest die Schriftstellerin Helga Schubert aus ihren neusten Erzählungen zum Thema "Mutter-Tochter-Geschichten". Helga Schubert wurde 1940 in Berlin geboren und studierte Psychologie an der Humboldt-Universität in Berlin. Seit 1977 arbeitet sie als freiberufliche Schriftstellerin. Helga Schubert lebt mit ihrem Mann, dem Psychologie-Professor, Schriftsteller und Maler Johannes Helm in Neu Meteln. Seit 1992 ist sie Mitglied des Autorenkreises der Bundesrepublik Deutschland.

 

Landespastor Paul Philipps der Diakonie M-V wird um 16 Uhr im Brautsalon am Dom (Puschkinstr. 48) aus dem Buch "Winterjournal" von Paul Auster lesen.

 


SPENDE FÜR BROT FÜR DIE WELT

BADISCHE BÄCKEREI MIT UNGEWÖHNLICHER AKTION

 

(Karlsruhe/ekiba) - Die pfiffige Idee einer Bäckerei aus dem badischen Bühl hat dem Evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ eine unerwartete Spende beschert. Zum 9. Internationalen Gospeltag in Karlsruhe hatte „Peters gute Backstube“ sogenannte Gospelmännchen gebacken und in ihren Filialen verkauft. Pro Laugengebäck wurden 10 Cent gespendet.

 

Heute erhielt Brot für die Welt 1.344,70 Euro von 13.447 verkauften "Gospelmännchen". Oberkirchenrat Matthias Kreplin von der Evangelischen Landeskirche in Baden und Pfarrer Volker Erbacher, Referent von Brot für die Welt beim Diakonischen Werk Baden, nahmen die Spende entgegen.

 

„Diese Spende hilft ganz konkret, denn es wird damit ein Wasserprojekt in Kenia gefördert, das den Menschen frisches sauberes Wasser sichern wird“, betonte Oberkirchenrat Kreplin. „Eine tolle Aktion, die zeigt, wie lokales Engagement globale Wirkung entfalten kann“, bedankte sich Volker Erbacher bei Bruno Ketterer und Ralph Christ den Vertretern von Peters Backstube.

 

Die "Gospelmännchen" waren dem früheren Logo des Gospelkirchentags nachempfunden. Ende September hatte das größte Gospelfestival Europas zehntausende Menschen nach Karlsruhe gelockt.


Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg – Kirchen gedenken der Versöhnung

Bischof Magaard: „Frieden in Europa ist nicht selbstverständlich“

 

(Schleswig/ce/aw) - Anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren am kommenden Sonntag (11. November) betont Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), dass „Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit ist“. In einem Grußwort an die Partnerdiözesen der Kirche von England, Ely, Durham und Lichfield, hebt der Bischof hervor: „Es war und es ist nicht selbstverständlich, dass einer Geschichte der Feindschaft nicht noch Macht über die Zukunft gegeben wird. Der Wille zur Versöhnung, zur Begegnung, zum Teilen der leidvollen Erfahrung und der Wille, die Zukunft anders und gemeinsam anders zu gestalten, stehen am Anfang. So bin ich in diesen Tagen zutiefst dankbar über den Weg, den unsere Völker, unsere Kirchen miteinander gegangen sind und weiter gehen werden.“

 

Schwerpunkt der Partnerschaft zwischen der Nordkirche und den anglikanischen Diözesen ist das Engagement für Frieden und Versöhnung. „Unsere englischen Partner haben die Hände zur Versöhnung ausgestreckt. Dadurch werden heute deutsche Pastorinnen und Pastoren zum Remembrance Sunday, dem Gedenktag der Kriegstoten, nach England eingeladen. Wir gestalten Gottesdienste und zivile Gedenkfeiern mit. Das war vor zehn Jahren in manchen Gemeinden noch kaum vorstellbar“, erläutert Christa Hunzinger, Europareferentin im Zentrum für Mission und Ökumene, die die Beziehungen zu europäischen Partnerkirchen koordiniert und pflegt. Sie wird am kommenden Sonntag gemeinsam mit drei weiteren Pastoren aus der Nordkirche in der Diözese Durham zu Gast sein. In der Nordkirche werden anlässlich des Gedenkens Bischof Magaard in der Kieler Nikolai-Kirche und Bischof Andreas v. Maltzahn im Schweriner Dom am 11. November um 10 Uhr Gottesdienste feiern.

 

Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Aus diesen Anlass wird in England jedes Jahr am Sonntag nahe dem 11. November der „Remembrance Sunday“ begangen, um der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. In diesem Jahr entwickelten Pastorin Antje William aus der Nordkirche und Revd Andrew Dowsett, anglikanischer Pfarrer in Sunderland Minster, dafür einen deutsch-englischer Gottesdienstentwurf. Er enthält Texte und Geschichten aus beiden Regionen und steht zum Download zur Verfügung (www.nordkirche-weltweit.de/internationale-beziehungen/europa/england.html).

 

Hintergrund:

 

Die Beziehung zwischen England und Deutschland ist geprägt durch die Erfahrung von zwei Weltkriegen, in denen sich die Länder als Feinde gegenüberstanden. Doch bereits früh knüpfte die Kathedrale von Coventry Kontakte zu Gemeinden in Deutschland und gründete im Rahmen ihrer Versöhnungsarbeit die „Nagelkreuzgemeinschaft“. 1947 wurde die Nikolaikirche in Kiel das erste deutsche Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft, 1960 folgte die Hamburger Hauptkirche St. Katharinen, 1971 die Lübecker St. Marienkirche, 1993 das Mahnmal St. Nikolai in Hamburg, 1999 die Evangelische Kirchengemeinde Hiddensee, 2005 die Stralsunder St. Marienkirche, 2009 die Evangelische Kirchengemeinde Krummin-Karlshagen-Zinnowitz auf der Insel Usedom und im September 2018 die Rostocker Innenstadtgemeinde.

 

Ab 1983 gab es Gespräche zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dem Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR und der Kirche von England, die zur „Meißener Erklärung: Auf dem Weg zu sichtbarer Einheit“ von 1988 führten. Hierin erkennen sich die beteiligten Kirchen gegenseitig als Kirchen an, in denen das Wort Gottes authentisch gepredigt und die Sakramente von Taufe und Abendmahl recht verwaltet werden. Die sogenannte „Meißen-Kommission“, zu der Delegierte der Kirche von England und der EKD gehören, arbeitet theologisch an der Weiterentwicklung der Beziehung. Die Meißener Erklärung ist auch die Grundlage für die Beziehungen der Nordkirche zu den anglikanischen Partnerdiözesen. Bischof Magaard ist Vorsitzender des England-Ausschusses des Vorstands des Zentrums für Mission und Ökumene.

 


Mit „nachhaltig predigen“ in das neue Kirchenjahr

 

 

(Mainz/mb) -  Ab 26. November 2018 startet die Internetplattform www.nachhaltig-predigen.de ins neue Kirchenjahr  - mit den Texten der neuen Perikopenordnung.

 

„nachhaltig predigen“ macht deutlich, dass sich in der Bibel auch außerhalb der Schöpfungserzählungen viele Hinweise zu Gerechtigkeit, Frieden und  Bewahrung der Schöpfung finden und viele Bibelstellen Impulse für einen nachhaltigen Lebensstil enthalten.  Diese werden von Pfarrerinnen und Pfarrern aufbereitet und können als Anregungen für Gottesdienste, aber auch für den  Religionsunterricht  oder die Arbeit in der Erwachsenenbildung  dienen. Für die persönliche Beschäftigung mit der Bibel bieten die Texte ebenfalls eine Fülle von Erkenntnissen und Hinweisen. Besondere Impulse werden sich daneben zum Thema „Teilhabe“ finden.

 

Darüber erschien im Oktober 2018 das Buch „Reden wir über Nachhaltigkeit. Predigtanregungen zu Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“. Es enthält 26 ausgesuchte Predigtimpulse, ein ausführliches Vorwort von Michael Rentz, dem Herausgeber und Projektleiter von  „nachhaltig predigen“, und ein Bibelstellenregister zum schnellen Nachschlagen (ISBN 978-3-460-26779-4; € 14,90).

 

An der ökumenisch-nachhaltigen Internetplattform beteiligen sich  neben der Ev. Kirche in Hessen und Nassau 24 weitere Bistümer und Landeskirchen in Deutschland, aber auch die beiden Zürcher Kantonalkirchen und zwei Diözesen der Anglikanischen Kirche.

 

Das Projekt „nachhaltig predigen“ wird von „Brot für die Welt“ gefördert.

 


Haushalt 2019, Kirchengesetze und Berichte auf der Tagesordnung

II. Landessynode der Nordkirche tritt vom 15. bis 17. November erstmals zusammen

(Lübeck-Travemünde/std) - Die II. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) tritt vom 15. bis 17. November in Travemünde zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Zuvor versammeln sich die 156 Synodalen zu einem Gottesdienst in der Travemünder St.-Lorenz-Kirche, in dem Landesbischof Gerhard Ulrich predigen wird.

 

Im Anschluss wird der Landesbischof als Vorsitzender der Ersten Kirchenleitung die Synodaltagung eröffnen und leiten, bis die Synodalen die oder den Präses der Landessynode gewählt haben. Nach der Wahl der Vizepräsides und dem Beschluss über die Geschäftsordnung setzt die Synode ihre Beratungen fort. In deren Verlauf stehen neben der Wahl verschiedener synodaler Ausschüsse auch der Haushalt 2019 der Nordkirche, mehrere Kirchengesetze sowie Berichte auf der Tagesordnung.

 

Darüber hinaus werden sich die drei Sprengel Schleswig und Holstein, Mecklenburg und Pommern, Hamburg und Lübeck, sowie die sieben Hauptbereiche, in denen die landeskirchlichen Dienste und Werke geordnet sind, den Synodalen vorstellen.

 

Insgesamt rechnet die Nordkirche im kommenden Jahr mit Einnahmen in Höhe von rund 583,2 Millionen Euro (Haushaltsplan für 2018: 537,9 Millionen Euro), davon 533 Millionen Euro aus Kirchensteuern (Haushaltsplan für 2018: 494 Millionen Euro). Rund 15 Millionen Euro werden für den Kirchlichen Entwicklungsdienst eingeplant, der unter anderem Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika fördert. Die Kirchenkreise und damit auch die Kirchengemeinden erhalten mit 340,9 Millionen Euro den größten Anteil der Einnahmen. 111,8 Millionen Euro sind für Versorgungsleistungen vorgesehen. Die Hauptbereiche (landeskirchliche Dienste und Werke) sollen im kommenden Jahr 41,5 Millionen Euro erhalten. Der Bereich Leitung und Verwaltung (Landessynode, Landeskirchenamt, Kirchenleitung) plant mit 34 Millionen Euro.

 

Neben Beratungen und Beschlüssen zu Kirchengesetzen wie dem zur Änderung des Kirchenbesoldungsgesetzes (Donnerstag, ca. 21 Uhr) wird die Synode ihre Ausschüsse wählen. Außerdem werden die Synodalen Berichte entgegennehmen, darunter den Zwischenbericht aus dem Vorbereitungsausschuss der Themensynode „Familienformen, Beziehungsweisen: Vielfalt sehen und fördern – Menschen stärken“ (Freitagvormittag), den Bericht aus der Stiftung Altersversorgung und einen Bericht über die Mitfahrer-App „twogo“, über deren Einführung die Synodalen anschließend beschließen wollen (Freitagnachmittag). Am Samstag stehen neben den zweiten Lesungen der Kirchengesetze unter anderem ein Bericht aus der Arbeitsstelle Geschlechtergerechtigkeit sowie ein Beschluss über zusätzliche Regelungen zur Reisekostenverordnung auf der Tagesordnung.

 

Hintergrund: Landessynode

 

Im August und September hatten die Synoden der 13 Kirchenkreise der Nordkirche sowie eine Wahlversammlung der Dienste und Werke die 156 Mitglieder der II. Landessynode für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt, unter ihnen 76 Gemeindesynodale, 32 Synodale aus der Gruppe der Pastorinnen und Pastoren, 14 Mitarbeitendensynodale, sowie 18 Synodale aus den Diensten und Werken.

 

Darüber hinaus haben die Theologischen Fakultäten der Universitäten Kiel, Rostock und Greifswald sowie der Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg jeweils ein Synodenmitglied entsandt. Die Nordschleswigsche Gemeinde wird durch zwei Synodale mit Rede- und Antragsrecht vertreten. Ebenfalls mit Rede- und Antragsrecht vertreten sind jeweils zwei Jugenddelegierte aus jedem Sprengel. Darüber hinaus hat die Erste Kirchenleitung zwölf Synodale berufen.

 

Gemäß Verfassung der Nordkirche bilden die Ehrenamtlichen in der Landessynode die Mehrheit. Der II. Landessynode gehören 95 ehrenamtliche und 61 hauptamtliche Mitglieder, also Pastorinnen und Pastoren bzw. kirchliche Mitarbeitende, an.

 

66 der Synodalen sind Frauen, 90 Männer. 92 Synodale gehören erstmals der Landessynode an. Das Durchschnittsalter der Mitglieder der II. Landessynode liegt bei rund 50 Jahren (I. Landessynode: 59 Jahre).

 


Hildesheimer Malteser laden zu einem Vortrag ein

Datenschutz im Elementarbereich

 

(Hildesheim/mhd) - Datenschutz wird immer wichtiger, gerade auch im Umgang mit Kindern. Darüber spricht Rechtsanwältin Laura Elaine Hoffmann von Hammer Rechtsanwälte am Dienstag, 20. November, um 18.30 Uhr in der Dienststelle der Malteser, Waterloostraße 25. „Datenschutz im Elementarbereich“, so der Titel ihres Vortrages.

 

Die zunehmende Digitalisierung macht es immer leichter, Daten zu versenden. Dadurch werden aber nicht selten, bewusst oder nicht, die Rechte von Menschen verletzt. Welche Daten darf man also übermitteln? Wann braucht man eine Schweigepflichtsentbindung und welche Informationsrechte haben Eltern? Anhand von praktischen Beispielen will Rechtsanwältin Hoffmann diesen Fragen nachgehen und die Besucher für das Thema Datenschutz sensibilisieren.

 

Dieser Vortrag findet im Rahmen der achtteiligen Vortragsreihe „Inklusion konkret“ des Fachdienstes für Inklusion, Kinder, Jugend und Familie der Hildesheimer Malteser statt. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist kostenfrei, Anmeldungen werden telefonisch oder per E-Mail erbeten.

 

Information und Anmeldung zu den Veranstaltungen:

 

Malteser Hilfsdienst, Fachdienst für Inklusion, Kinder, Jugendliche und Familien

 

Waterloostraße 25, 31135 Hildesheim

 

T (05121) 60698-78, F (05121) 60698-71

 

E-Mail: integrationshilfe-hildesheim@malteser.org

 

www.malteser-hildesheim.de

 


Materialien zum Weltmissionstag der Kinder bestellbar

Brücken bauen zu Kindern in aller Welt

Foto: Kindermissionswerk
Foto: Kindermissionswerk

(Aachen/kmw) -. Wenn Meerschweinchen und Alpakas in der Weihnachtskrippe stehen und das Kind in der Krippe in ein buntes Schultertuch gewickelt ist, dann ist klar, die Weihnachtskrippe kommt aus Lateinamerika. Genau eine solche Krippe zum Selberbasteln finden Mädchen und Jungen in den neuen Materialien zum Weltmissionstag der Kinder.

Mit diesem Tag, der weltweit begangen wird, lädt das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ Kinder in Deutschland ein, die Lebenssituation von Kindern in anderen Kontinenten zu verbessern. Das können sie tun, indem sie von ihrem Taschengeld kleine Beträge abgeben. Die Bastelkrippe dient dabei als kreatives Spendenkästchen. Neben der Krippe finden sich auch eine Vorlesegeschichte, ein Rezept, eine Spielidee aus Peru und ein Basteltipp für Christbaumschmuck in den Materialen – ideale Anleitungen für eine stimmungsvolle Adventszeit für die ganze Familie. Im Rahmen der Krippenfeier oder der Kinder-Christmette sind die Kinder dann eingeladen, ihre Spendenkästchen mitzubringen und abzugeben. 

Kinder helfen Kindern
„Kinder helfen Kindern“ – unter diesem Motto sind Mädchen und Jungen eingeladen, mit Kindern in Not zu teilen. Bereits seit 1950 lädt der Papst in der Weihnachtszeit die Kinder weltweit zu dieser Kollekte ein. In den katholischen Pfarrgemeinden wird der Weltmissionstag der Kinder zwischen Weihnachten und dem 6. Januar gefeiert. In mehr als 100 Ländern der Erde beteiligen sich Kinder an dieser traditionsreichen Gebets- und Solidaritätsaktion. Mit dem in Deutschland gesammelten Geld werden Kinderhilfsprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa unterstützt.

Materialien auch digital abrufbar
Die Materialien zum Weltmissionstag der Kinder können beim Kindermissionswerk bestellt werden: per Telefon 0241/4461-44 oder per Fax 0241/4461-88. Bastelbogen, Bausteine für den Gottesdienst und weitere Materialien gibt es auch zum Download unter: 
www.sternsinger.de/wmt

 

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2018_Weltmissionstag_begleitheft.pdf
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4 Jugendchöre aus 4 Nationen, Geistliche aus der europäischen Ökumene & eine „Europäische Rede“ von Günther Verheugen zum Gedenken an das Ende des 1. Weltkrieges

Frieden in Europa!

 

(Berlin/sp) - Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts – 100 Jahre nach dem Ende des 1. Weltkrieges gewinnt dieser Satz von Friedensnobelpreisträger Willy Brandt zunehmend an Bedeutung. In vielen europäischen Ländern erstarkt der Nationalismus, „America first“ lautet das Motto der USA, alte Partnerschaften sind gekündigt oder stehen auf dem Prüfstand. Im Berliner Dom setzen wir deshalb zum Jahrestag des Waffenstillstandes ein kraftvolles Zeichen für Frieden, Gemeinschaft und Völkerverständigung.

 

 

 

Konzert Frieden auf Erden! - Vier Knaben- und Jugendchöre aus vier Nationen

 

Samstag, 10. November, 18 Uhr

 

Staats- und Domchor Berlin, Deutschland, Knabenchor der Popov Chorkunstakademie, Russland, Les Petits Chanteurs de Lyon, Frankreich, Tiffin Boys‘ Choir, Großbritannien

 

 

 

Ökumenischer Gottesdienst - mit Leitenden Geistlichen und Gästen aus der europäischen Ökumene

 

Sonntag, 11.November, 10 Uhr

 

Bischof Dr. Markus Dröge, Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

 

Dr. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin

 

Metropolit Augoustinos, Exarch von Zentraleuropa, u.a.

 

Vier Knaben- und Jugendchöre aus vier Nationen

 

 

 

»Eine Europäische Rede«

 

Sonntag, 11. November, im Anschluss an den Gottesdienst

 

Rede von Günter Verheugen, Vizepräsident a.D. der Europäischen Kommission: "Das ganze Europa soll es sein".

 


Traditioneller St. Martinsempfang des Katholischen Büros in Mainz

„Den Wert des Projektes Europa wieder bewusstmachen“

Bischof Peter Kohlgraf und Bischof Stephan Ackermann im Gespräch mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer. (v.l.n.r.) © Bistum Mainz / Blum. Foto: bt
Bischof Peter Kohlgraf und Bischof Stephan Ackermann im Gespräch mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer. (v.l.n.r.) © Bistum Mainz / Blum. Foto: bt

 

(Mainz/Trier/bt) - Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat dafür geworben, „den Wert des europäischen Projekts wieder bewusst zu machen, vor allem bei den jungen Menschen“. Das sagte Kohlgraf in seiner Ansprache beim traditionellen St. Martinsempfang am Dienstagabend, 6. November, in Mainz. Gerade junge Menschen müssten die Erfahrung machen können, „dass Europa ihnen Chancen eröffnet. Das muss auch auf lokaler und regionaler Ebene, auch auf Landesebene sichtbar werden“, sagte Kohlgraf.

 

Aktuell sei Europa „durch einen Prozess der Renationalisierung und eine Erosion von Solidarität bedroht“, sagte Kohlgraf. „Das ist ernüchternd und stellt die Anhänger der Europäischen Einigung vor argumentative Herausforderungen: Man muss zeigen können, warum die Idee der europäischen Einigung weiterhin attraktiv und sinnvoll ist.“

 

Er wies darauf hin, dass Europa von seinen Gründern als Friedensprojekt verstanden worden sei. Wörtlich sagte er: „Die friedliche Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union ist ohne Frage ein Fortschritt in der europäischen Geschichte. Auch wenn es in Europa weiterhin unterschiedliche Interessen gibt, so ist doch das berühmte Zitat des Kommissions-präsidenten Jean-Claude Juncker richtig, der sagte: ‚Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen!“

 

Der Bischof erinnerte an „die unbestreitbaren Erfolge der Europäischen Union“, die 2012 auch durch die Verleihung des Friedensnobelpreises gewürdigt worden seien.  Die Europäische Union habe wesentlich Anteil daran, dass aus einem „Kontinent der Kriege“ ein „Kontinent des Friedens“ wurde. Dies scheint jedoch inzwischen in Vergessenheit geraten zu sein, sagte Kohlgraf.

 

Deutschland habe als größte Wirtschaftsmacht eine besondere Verantwortung in Europa: „Wir dürfen unsere starke Stellung in Wirtschaft und Politik nicht als Hegemon nutzen und den anderen unsere Vorstellungen aufoktroyieren. Europäische Solidarität ist auch von uns gefordert, auch dann, wenn wir nicht direkt davon profitieren, sondern sie von uns Opfer verlangt.“ Natürlich sei es legitim, auch Kritik an Europa zu üben, betonte Kohlgraf: „Wenn aber Politiker bei allem, was nicht gut läuft, die Schuld Brüssel anlasten, wie es leider oft geschieht, dann schadet das dem europäischen Projekt. Dieser Versuchung dürfen Landes- oder Bundespolitiker nicht erliegen.“

 

Dreyer: Gute Kooperation mit dem Katholischen Büro

 

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, würdigte die „gute Kooperation mit dem Katholischen Büro in den vergangenen Jahren“. Sie dankte dem Katholischen Büro und allen früheren Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit. Besonders dankte sie der Kirche dafür, dass sie das Thema Europa aufgreife und offensiv angehe. Dreyer machte deutlich, dass sie von den Ergebnissen der MHG-Studie erschüttert worden sei. „Es verdient Respekt, dass die Kirche die Studie in Auftrag gegeben habe“, sagte die Ministerpräsidentin. Sie dankte den rheinland-pfälzischen Bischöfen für den jüngst erfolgten Austausch zu Fragen des sexuellen Missbrauchs. „Ich habe den Eindruck, dass Sie die Konsequenzen aus der Studie zur Chefsache gemacht haben. Außerdem habe ich Ihre entschiedene Bereitschaft zur Kenntnis genommen, die Opfer an die erste Stelle zu setzen.“ Auch die Bereitschaft, Missbrauchsfälle konsequent an die Staatsanwaltschaften zu melden, werde der Glaubwürdigkeit der Kirche nutzen, sagte Dreyer.

 

Ackermann: Wir gehen den Weg der Aufarbeitung entschieden weiter

 

Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann dankte in seinem Schlusswort für „das partnerschaftliche Verhältnis“ mit der Landesregierung. Ackermann machte deutlich, dass Fragen des sexuellen Missbrauchs „ein Lernweg für die Bischöfe“ bleiben würden. „Wir werden den Weg der Aufarbeitung entschieden weitergehen.“ Die MHG-Studie habe den Bischöfen die Augen für die systemischen Faktoren des Missbrauchs geöffnet. Ackermann nannte die Selbstverpflichtung der Deutschen Bischofskonferenz „ein ambitioniertes Programm“. Bei der anstehenden Sitzung des Ständigen Rates werde er Strukturen für eine Umsetzung vorlegen.

 

Rund 160 Gäste im Erbacher Hof

 

Die Begrüßung im Ketteler-Saal des Erbacher Hofes hatte der Leiter des Katholischen Büros Mainz, Ordinariatsdirektor Dieter Skala, übernommen. Er begrüßte rund 160 Gäste aus Politik, Kirche und Verwaltung. Skala erinnerte in seiner Ansprache, dass das Katholische Büro Mainz in diesem Jahr seit 50 Jahren als Kontaktstelle der rheinland-pfälzischen Bischöfe mit der Landespolitik besteht. Erster Büroleiter war Prälat Roland Ries (1930-2016) aus dem Bistum Trier.

 

Wörtlich sagte Skala: „Auch nach 50 Jahren ist das Katholische Büro Mainz mit all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten und neuen Partnerinnen und Partnern, um Kommunikation zu betreiben. Und auch weiterhin werden wir mit Ihnen gemeinsam auf die Sorgen und Nöte der Menschen hören, auf die Herausforderungen unserer Zeit achten, um unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen gerecht zu werden. Dabei wollen wir uns auch zukünftig an dem orientieren, was uns der erste Petrusbrief mit auf den Weg gibt: "Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“

 

Neben Ministerpräsidentin Dreyer waren unter anderen die Staatsministerinnen Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Dr. Stefanie Hubig gekommen, sowie die Staatsminister Professor Dr. Konrad Wolf, Dr. Volker Wissing und Herbert Mertin. Auch Landtagspräsident Hendrik Hering und der Präsident des Verfassungsgerichtshofes Rheinland-Pfalz, Dr. Lars Brocker, waren der Einladung des Katholischen Büros gefolgt. Außerdem waren Vorsitzende der im Landtag vertretenen Fraktionen in den Erbacher Hof gekommen: Christian Baldauf (CDU), Dr. Bernhard Braun (Bündnis 90/Die Grünen), Alexander Schweitzer (SPD) und Dr. Tilo Böhme, stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion.

 

Aus den rheinland-pfälzischen Bistümern waren neben Bischof Kohlgraf und Bischof Ackermann der Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing, und der Bischof von Speyer, Dr. Karl-Heinz Wiesemann, gekommen. Musikalisch gestaltet wurde der Abend vom Chor des Gymnasiums Theresianum in Mainz unter der Leitung von Studienrätin Ursula Kleffner und Studienrätin Eva Weskamp.

 


Bischof Fürst ruft zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht zum Einsatz für Demokratie und den Schutz Verfolgter auf

Gegen das Wegschauen

 

 

(Rottenburg/drs) - „Wir dürfen niemals vergessen, was in der Nacht vom 9. auf den 10. November mitten in Deutschland geschehen ist. Antisemitismus, Intoleranz und Ausgrenzung gibt es leider noch immer bei uns - nicht nur in Sachsen, sondern auch im Südwesten. Dagegen müssen wir mit aller Kraft ankämpfen und dürfen nicht wegschauen!“  Zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht ruft der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst zum Einsatz für die Demokratie, für Menschenrechte und den Schutz von Schwachen und Verfolgten auf: „Wer aus der Geschichte nichts lernt, läuft Gefahr, dieselben Verbrechen zu wiederholen.“ Es sei alarmierend, wenn ausländerfeindliche Positionen in Deutschland inzwischen wieder auf dem Vormarsch seien, sagte Fürst. Laut einer aktuellen Studie der Universität Leipzig sind heute 36 Prozent der Deutschen der Meinung, die Bundesrepublik sei gefährlich überfremdet. 

 

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland, aber auch in Österreich und der Tschechoslowakei die Synagogen. Organisierte Schlägertrupps der SA setzten jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand und demolierten Wohnhäuser.  Innerhalb einer Woche wurden etwa 400 Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben. 30.000 Juden wurden in Konzentrationslager verschleppt . Die Reichspogromnacht war das Signal zum größten Völkermord in Europa.

 

Bischof Fürst bittet deshalb gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), die Gemeinden in seiner Diözese, in Gedenkstunden oder Buß- und Bittgottesdiensten an die November-Pogrome 1938 zu erinnern.  Ein zentraler ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die Novemberpogrome findet am Samstag,  10. November, um 18 Uhr in der Stadtkirche in Stuttgart-Bad Cannstatt. - Zum 80. Jahrestag der November-Pogrome hat die ACK eine neue Handreichung mit dem Titel „Erinnerung und Verantwortung“ aufgelegt. Sie kann unter ackbw@t-online.de bestellt werden.

 


Katholische Kirche lädt ein zu kritischer Debatte - 13. - 15.11. in Stuttgart

Kontroverse Prostitution

Foto: drs
Foto: drs

(Stuttgart/drs) - Mit einer Veranstaltungsreihe zum Thema Prostitution ermöglicht die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit sieben weiteren Mitveranstaltern aus dem Bereich der katholischen Kirche einen differenzierten Blick auf ein facettenreiches Thema. Unter dem Titel „Kontroverse Prostitution“ beleuchten drei unterschiedliche Veranstaltungsformate vom 13. bis 15. November im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart Prostitution in Deutschland aus verschiedenen Perspektiven. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18.30 Uhr, die Teilnahme steht allen Interessierten offen.

 

Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, das Thema Prostitution im gesellschaftlichen Diskurs präsenter zu machen und Vorurteile zu hinterfragen.

 

Zum Auftakt am Dienstag,13. November, geht es zunächst um die Frage, welche Männer- und Frauenbilder Prostitution ermöglicht. Welche anderen Bilder notwendig wären und welchen Beitrag Kirche dazu leisten kann wird ebenfalls thematisiert. Auf dem Podium diskutieren dazu die Freiburger Soziologin Prof. Dr. Cornelia Helfferich, der Vorsitzende des Bundesforums Männer, Martin Rosowski, die Leiterin der Hauptabteilung Caritas in der Diözese und Genderbeauftragte des Deutschen Caritasverbandes, Dr. Irme Stetter-Karp sowie die Ludwigsburger Performance- Künstlerin Justyna Koeke - sie erregt mit verschiedenen Aktionen, auch zum Thema Prostitution, immer wieder öffentlich Aufmerksamkeit. Die Veranstaltung „Prostitution in Deutschland - von sittenwidrig bis legal“ am Mittwoch, 14. November, nimmt Sexarbeit in Deutschland aus rechtlicher und soziologischer Perspektive in den Blick. Die Themen Menschenhandel und Zwangsprostitution stehen im Mittelpunkt eines Literaturabends am Donnerstag, 15. November.

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Traditionsreiches Konzert in der Greifswalder St. Marienkirche findet zum 43. Mal statt – Karten ab 26. November erhältlich

„Bläsermusik im Kerzenschein“

 

 

 

(Greifswald/sk) - Die diesjährige 43. „Bläsermusik im Kerzenschein“ findet am Sonnabend, 15. Dezember, jeweils um 15 Uhr, 17 Uhr und 19 Uhr in der St. Marienkirche in Greifswald statt. Unter der Leitung von Landesposaunenwart Martin Huss spielen rund 200 Bläser aus Posaunenchören der evangelischen Kirche Advents- und Weihnachtslieder in der mit hunderten von Kerzen stimmungsvoll erleuchteten Marienkirche. Für die Konzertbesuchenden gibt es auch die Gelegenheit zum Mitsingen. Der Eintritt ist frei. Ab dem 26. November sind Einlasskarten gegen eine Schutzgebühr in Höhe von einem Euro in der Greifswald-Information am Markt (10 bis 17 Uhr) und in der Annenkapelle in der Marienkirche (9 bis 19 Uhr) erhältlich. Für zahlreiche Greifswalder und für viele Menschen der Region ist die jährliche „Bläsermusik im Kerzenschein“ mit ihren geistlichen Klängen fester und unverzichtbarer Bestandteil der Vorweihnachtszeit sowie eine untrennbar mit der Adventszeit in der Hansestadt verbundene Tradition, die sich enormer Beliebtheit erfreut. Aufgrund der großen Nachfrage sind die Eintrittskarten jedes Jahr stets sehr schnell vergriffen. Die „Bläsermusik im Kerzenschein“ stützt sich vor allem auf das beträchtliche ehrenamtliche Engagement seitens der Kirchengemeinde und der beteiligten Bläser.

 


Malteser lassen in Wolfenbüttel den „Mobilen Einkaufswagen“ rollen

Volle Taschen – volle Herzen

 

Sie freuen sich auf die erste Fahrt des „Mobilen Einkaufswagens“ (von links): Ronny Thamm, Marktleiter von „real-kauf“, Frank Stautmeister, Malteser-Stadtbeauftragter Braunschweig-Wolfenbüttel, Horst Luthien, Vorsitzender des Seniorenbeirats in der Stadt Wolfenbüttel sowie Marianne Offenmüller und Doris Grüne vom Seniorenbeirat, außerdem Nicolai Hollander, Dienststellenleiter der Malteser in Braunschweig; Bildquelle: Lukas/Malteser

 

 

 

(Wolfenbüttel/mhd). - Nach guten Erfahrungen in anderen Städten planen die Malteser Braunschweig-Wolfenbüttel in Kooperation mit dem Seniorenbeirat in der Stadt Wolfenbüttel nun auch in Wolfenbüttel einen „Mobilen Einkaufswagen“. Ab dem 22. November soll er ältere Herrschaften gemeinsam zum Einkaufen fahren – und dabei nicht nur für volle Taschen, sondern auch für eine nette Gemeinschaft sorgen.

 

 

 

Die Menschen werden immer älter und leben immer länger zuhause. Zugleich sterben die einfachen „Tante-Emma-Läden“ um die Ecke aus. Dafür wachsen die Supermärkte auf der grünen Wiese. Für ältere Menschen kann das zum Problem werden, vor allem wenn sie gehbehindert sind oder kein Auto haben.

 

 

 

In Wolfenbüttel schaffen die Malteser nun Abhilfe. Die Idee hinter dem Projekt „Mobiler Einkaufswagen“ ist denkbar einfach: Ehrenamtliche Mitarbeiter holen die älteren Menschen an Donnerstagnachmittagen ab 15 Uhr zuhause ab und fahren sie gemeinsam zu „real-kauf“, Am Wasserwerk 3 in Wolfenbüttel. Dort können sie in Ruhe und mit tatkräftiger Hilfe der Ehrenamtlichen auf eigene Kosten einkaufen und werden anschließend wieder nach Hause gebracht. Bei Bedarf tragen die Malteser-Mitarbeiter die vollen Taschen bis in die Wohnung.

 

 

 

„Diese Fahrten sind mehr als bloße Einkaufstouren“, sagt Frank Stautmeister, Stadtbeauftragter der Malteser Braunschweig-Wolfenbüttel, „sie sind willkommene Abwechslung und mitunter ein Mittel gegen die Einsamkeit.“ Der „Mobile Einkaufswagen“ versteht sich daher als ergänzendes Angebot zu bestehenden Pflege- und Betreuungsdiensten.

 

 

 

Mitfahren können bis zu sechs Gäste, die sich über den Seniorenbeirat Wolfenbüttel bis dienstags, 12 Uhr, anmelden müssen.

 

 

 

Dieser Dienst ist für die Teilnehmer kostenlos. Die Malteser stellen die Ehrenamtlichen, das Fahrzeug und übernehmen die laufenden Benzin- und Betriebskosten. Zur Finanzierung dieses neuen Angebotes sind die Malteser daher auf Spenden angewiesen. Die Malteser suchen für diesen Dienst auch noch Ehrenamtliche zum Fahren und Begleiten. Informationen bei Frank Stautmeister, E-Mail: frank.stautmeister@malteser.org

 

 

 

Anmeldung:

 

Bis dienstags 12 Uhr für den darauffolgenden Donnerstag beim Seniorenbeirat Wolfenbüttel, Marianne Offenmüller,

 

Tel.: (05331) 9028989

 


Katholische Hilfswerke fordern zum „Welttag der Armen“ Einsatz für Bildung und Gerechtigkeit

„Den Schrei der Armen hören“ – Partner vor Ort stärken

 

(München/missio) - „Die weltweite Armut bleibt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Auch wenn die Zahl der Armen auf der Welt insgesamt sinkt, steigt doch seit einigen Jahren die Zahl derer wieder an, die an Mangelernährung und Hunger leiden“, betont Monsignore Wolfgang Huber, Präsident von missio München und aktueller Sprecher der katholischen Hilfswerke Misereor, Adveniat, Renovabis, Missio Aachen und München, Caritas international und Kindermissionswerk („MARMICK“).

 

Nach den jüngsten Zahlen der Weltbank hat sich die absolute Zahl der im Jahr 2015 in extremer Armut lebenden Menschen mit 731 Millionen im Vergleich zur Situation vor 25 Jahren, wo 1990 noch 1,89 Milliarden Menschen als extrem arm galten, zwar mehr als halbiert. Nach Auffassung der katholischen Hilfswerke dürfe die Tatsache, dass immer noch zehn Prozent der Weltbevölkerung in derartigen Verhältnissen leben, nicht ruhen lassen: „Wenn wir wirklich an die Wurzeln der Armut gehen wollen, dann müssen wir gegen fehlende Bildungschancen und ungerechte Verteilung von Landbesitz und Lebensmitteln noch mehr unternehmen. Wir müssen uns laut und deutlich gegen Korruption in der Regierungsführung in den Heimatländern unserer Partner wenden und auch unsere eigene Wirtschafts- und Handelspolitik kritisch in den Blick nehmen“ so ihr Sprecher.

 

Zur wirksamen Bekämpfung der Armut vor Ort sollten lokale Akteure noch stärker einbezogen werden, forderte Huber aufgrund der Erfahrungen der weltkirchlichen Hilfswerke. Ich denke hierbei besonders an religiöse Oberhäupter und kirchliche Strukturen. Sie kennen die Lage vor Ort genau, genießen das Vertrauen der Bevölkerung und wissen, welche Maßnahmen in der jeweiligen Situation wirklich zum Erfolg führen können.“

 

Zugleich müsse man im Blick behalten, dass auch in Europa vielfach materielle Not und überbordender Reichtum nebeneinander existierten. „Durch die Gesellschaften gehen harte Risse.“ Es bleibe Auftrag der Regierungen und der europäischen Institutionen, sich um gerechten Ausgleich zu bemühen, so Huber.

 

Der „Welttag der Armen“ wurde von Papst Franziskus 2016 am Ende des „Jahres der Barmherzigkeit“ ins Leben gerufen und wird in diesem Jahr am 18. November begangen. Die Botschaft des Papstes steht 2018 unter dem Leitgedanken: „Der Schrei der Armen dringt zu Gott – und er müsste auch uns in den Ohren gellen.“


Über 210 Interessierte diskutierten bei „Unerwünscht“-Lesungen über die Integration Geflüchteter in Deutschland

Erfolgreiche Lesungen „Unerwünscht“ in Wismar, Hagenow und Schwerin

 

(Schwerin/kl) - Über 210 Interessierte kamen zu den Lesungen der Brüder Mojtaba und Masoud Sadinam nach Wismar, Hagenow und Schwerin, zu denen die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern und der Flüchtlingsrat MV e. V. vom 1. bis zum 3. November 2018 eingeladen hatten. Diese erfolgreiche Lesereise fand im Rahmen der Weltwechseltage 2018 unter dem diesjährigen Motto „Postwachstum“ statt – einem Gemeinschaftsprojekt, koordiniert durch das Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V mit 80 Veranstaltungen zu globalen Themen in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

 

Die Brüder Sadinam lasen aus ihrem Buch „Unerwünscht“ und berichteten über ihre politisch bedingte Flucht aus dem Iran nach Deutschland im Jahr 1996 sowie ihren Begegnungen mit Deutschen, die sie nicht als unerwünschte Ausländer betrachteten, sondern sie unterstützten. Anderseits war da der lange und kräftezehrende Kampf mit den Behörden, die sie immer wieder abschieben wollten. Dennoch verlor die Familie nicht den Mut.

 

Vor rund 80 Gästen, die sich in gemütlichem Ambiente in der Buchhandlung littera et cetera teils sitzend, teils stehend eingefunden hatten, berichtete Masoud Sadinam, dass ihre Mutter seine Brüder und ihn stets motiviert hatte, in der Schule gute Leistungen zu erbringen, damit sie in Deutschland etwas werden würden. Dies sei hier für sie als Ausländer noch bedeutsamer gewesen als im Iran. „In der Schule haben wir etwas geleistet, also etwas reingesteckt und etwas herausbekommen. Beim Asylverfahren war es anders. Da haben wir Energie reingesteckt und am Ende kam nichts Positives heraus. Deshalb war die Schule für uns sehr wichtig, um auch Normalität zu haben.“ So absolvierten die Brüder ihr Einser-Abitur, studierten und gründeten eine IT-Firma.

 

Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um den Familiennachzug von Geflüchteten bekräftigten die Brüder Sadinam im Gespräch mit dem Schweriner Publikum, welche große Bedeutung die Anwesenheit der Familie in Deutschland für sie hatte. „Es war wichtig, immer einen Kern zu haben, wohin man sich zurückziehen kann, wo man sich versteht, wo man sich unterstützen kann, wo man sich motiviert. Und wenn es einem schlecht geht, dann sind da noch zwei andere, denen es nicht so schlecht geht“, betonte Mojtaba Sadinam. Die Debatte zum Familiennachzug bezeichnete er als „unmenschlich“. „Wir selbst haben erlebt, wie wichtig Familie ist.“ Masoud Sadinam ergänzte: „Leider schaut die Politik heute nur darauf, was politisch ankommt, ohne darauf zu achten, wie sich das langfristig auswirkt.“ Für die Stabilität und die Integration der Geflüchteten sei die Anwesenheit der Familie elementar. Die Folgen der heutigen Politik werde man in einigen Jahren zu spüren bekommen, prophezeiten die Autoren.

 

Die Lesung mit anschließendem Gespräch mit einem sehr interessierten Publikum in Schwerin endete nach über zwei Stunden. Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Flüchtlingsrates MV e. V., bedankte sich bei den Autoren für ihr Kommen und sprach sogleich auch im Namen der Diakonie Mecklenburg-Vorpommern die erneute Einladung nach Mecklenburg-Vorpommern aus.

 


Bonifatiuswerk und die katholische Journalistenschule ifp prämieren Preisträger des Medienwettbewerbs „Herkunft hat Zukunft“

Helden gesucht und Heilige gefunden

 

Die Gewinner des Medienwettbewerbs „Herkunft hat Zukunft“: Der Religionskurs des St. Wigbert-Gymnasiums (3. Platz), die katholische Jugend Strohgäu (1. Platz), Schülerinnen der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnenabtei Kloster Waldsassen (2. Platz) und die katholische Jugend St. Johannes Baptist aus Garrel (3. Platz) (v.l.)  mit Bernhard Remmers, journalistischer Direktor des ifp und Jurymitglied, Heinz Paus, Präsident des Bonifatiuswerkes und Msgr. Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes und Jurymitglied (Mitte) Foto: Theresa Meier

 

 

(Paderborn/bfw) - Wonach suchen Jugendliche heute? Die Zeiten von Pikachu und Co. sind vorbei. Die virtuellen Spielfiguren der bekannten „Pokémon Go“ App werden ausgetauscht und im Medienwettbewerb „Herkunft hat Zukunft“ mit heiligen Helden ersetzt. Im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres hat das Bonifatiuswerk in Kooperation mit dem Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e.V. (ifp) in einem Wettbewerb Jugendliche aus ganz Deutschland auf Spurensuche nach heiligen Vorbildern und christlichen Wurzeln geschickt. Ihre Entdeckungen haben sie in Videoclips festgehalten, die am Wochenende in Osnabrück prämiert wurden.

 

Zu den Gewinnern zählten die katholische Jugend Strohgäu aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart, die Klasse 8a der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnenabtei Kloster Waldsassen aus dem Bistum Regensburg, die katholische Jugend St. Johannes Baptist aus Garrel im Bistum Münster und der Religionskurs der Klasse 8b des St. Wigbert-Gymnasiums in Hünfeld im Bistum Fulda.

 

Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, sieht in dem Wettbewerb eine wichtige Bedeutung: „Gerade heute ist es für die Kirche wichtig, dass sie die Zeichen der Zeit wahr- und ernst nimmt und immer wieder neue Zugänge schafft, um Jugendliche anzuregen, sich mit den Inhalten und Werten des Glaubens und dadurch auch mit ihren Lebensfragen auseinanderzusetzen.“

 

Die prominent besetzte Jury, bestehend aus dem Comedian Ingo Oschmann, der Journalistin Dr. Claudia Nothelle, dem ifp-Direktor Bernhard Remmers und Monsignore Georg Austen, hat es sich nicht einfach gemacht und gleich zwei dritte Plätze vergeben. Den teilen sich die katholische Jugend St. Johannes Baptist und der Religionskurs der Klasse 8b des St. Wigbert-Gymnasiums.

 

Die Jugendlichen aus dem Bistum Münster haben mit lokalen Persönlichkeiten der Geschichte Menschen porträtiert, die sich zu Lebzeiten getraut haben, Ungerechtigkeiten entschieden entgegenzutreten. Mit dem Titel „Auch Du bist gefragt!“ macht der Film gleichzeitig auf die Notwendigkeit aufmerksam, solchen Vorbildern zu folgen.

 

Der Namensgeber der Wigbert-Schule wurde zum Protagonisten im gleichnamigen Film. Für die Schüler des Religionskurses des St. Wigbert Gymnasiums war es wichtig zu zeigen, „dass Wigbert als ‚Immigrant‘ gut aufgenommen wurde, aber auch selbst seine Mitmenschen gut behandelt und mit offenen Armen empfangen hat“, so fasst es die Schülerin Charlotte Gute zusammen.

 

Einen heiligen Wegweiser hat die Klasse 8a der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnenabtei Kloster Waldsassen im heiligen Benedikt gefunden und sich damit den zweiten Platz des Medienwettbewerbs gesichert. „Mit dem Kurzfilm ‚Orientierungslos‘ wird die Aktualität und Kraft der Regel des heiligen Benedikt wunderbar vor Augen geführt. Ein Erbe, dessen sich Europa wieder besinnen muss: Es braucht verbindliche, menschliche Regeln, die das Zusammenleben fördern“, betonte Monsignore Austen in seiner Laudatio.

 

Der erste Platz wurde durch den Präsidenten des Bonifatiuswerkes, Heinz Paus, an den Film „Unsichtbare Kräfte“ verliehen. Auf anschauliche Weise hat die katholische Jugend Strohgäu gezeigt, wie jeder ganz einfach zu einem Held des Alltags werden kann. „Bei der Umsetzung war es uns besonders wichtig, dass wir über den Tellerrand hinaus schauen, aber dennoch den Zuschauenden die Möglichkeit geben sich wiederzufinden. Klar, wenn man sich für Religion interessiert, dann hört man oft von Heiligen und was sie Gutes getan haben, aber erst wenn wir die Kirche verlassen und uns weiter umschauen, können wir Dinge, Situationen oder Personen finden, die für uns nah an Heilige oder Heiliges herankommen. Zuerst dachten wir, man müsste große Taten vollbringen, um ein Held des Alltags zu werden. Bis wir die Erkenntnis hatten, dass viele kleine Dinge manchmal viel wertvoller sind, als sie zu Beginn erschienen“, beschreibt Alexandra Herger von der Jugendgruppe die Intention des Films.

 

Nach einer beeindruckenden Zaubershow des Magie-Newcomers Marco Weissenberg und einem Impulsvortrag von Carla Böhnstedt von der Citypastoral des Erzbistums Berlin, die für innovative pastorale Aktionen bekannt ist, erhielten die Preisträger am Samstagabend im Osnabrücker Filmtheater Hasetor ihre Auszeichnungen.

 

„Die jungen Leute haben eine begeisternde Freude daran, Geschichten zu erzählen. Sie berichten uns mit den Medien dieser Zeit von Menschen, die ihren Glauben leben. Das hat Potential“, fasst Bernhard Remmers, journalistischer Direktor des ifp, die Wirkungskraft des Medienwettbewerbs zusammen. Dieser ist Teil vielfältiger Veranstaltungen im Europäischen Kulturerbejahr, das unter dem Titel „Sharing Heritage“ das Gemeinschaftliche und Verbindende europäischer Kultur in den Blick nimmt. Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken ist mit vielen Aktionen im Jahr 2018 Mitgestalter des Kulturerbejahres.

 


Gottesdienst mit Bischof Magaard in der St.-Nikolai-Kirche zu Kiel:

„Es geht darum, sich für die Demokratie einzusetzen und Versöhnung zu leben“

 

(Schleswig/Kiel/aw) -  Im November 2018 jähren sich zum 100. Mal das Ende des Ersten Weltkrieges wie auch der Kieler Matrosenaufstand von 1918. Im Gedenken an diese Ereignisse findet am Sonntag (11. November) um 10 Uhr ein Gottesdienst in der St.-Nikolai-Kirche zu Kiel statt. Die Predigt wird Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), halten.

 

 

 

Bischof Magaard hebt hervor: „Ich kann mir das christliche Leben nicht ohne eine Erinnerungskultur vorstellen, die das, was Unrecht, Leid und Schrecken über die Welt gebracht hat, nicht vergisst. Wir brauchen die Erinnerung an die Schrecken des Krieges, aber auch die Erinnerung an den Kampf für die Demokratie und an die Gefährdungen, denen sie ausgesetzt war. Versöhnung zwischen den Völkern beständig zu suchen und so die Gemeinschaft über Grenzen hinweg zu pflegen ist mir ein besonderes Anliegen. Wenn ich auf Deutschland und Europa schaue, dann deuten die Zeichen der Zeit darauf, dass es darum geht, sich für die Demokratie einzusetzen und Versöhnung zu leben.“

 

 

 

Der Kieler Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer wird mit einem Redebeitrag beteiligt sein. Im Vorfeld des Gottesdienstes betont er: „Der Matrosenaufstand ist ein Ereignis von nationalgeschichtlicher Bedeutung. Die Kieler Matrosen beschritten den Weg in eine freiheitliche, demokratische und entmilitarisierte Gesellschaft – auch wenn der Einsatz nicht in Gänze erfolgreich war. Ihr Aufstehen für Frieden und Freiheit dürfen wir nie vergessen. Heute, 100 Jahre später, sollten wir aber auch an die vielen Menschen auf der ganzen Welt denken, die sich gegen Unrecht und Unterdrückung und für Demokratie und Menschenrechte einsetzen.

 

 

 

Den Gottesdienst mit Lesungen aus der Bibel sowie Texten bekannter Dichter wie Kurt Tucholsky und Erich Fried gestaltet Pastorin Susanne Hansen. Der SanktNikolaiChor unter der Leitung von Kirchenmusiker Volkmar Zehner sorgt mit Motetten von Heinrich Schütz, Edward Elgar und anderen für den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes.

 


Pastorin Luise Müller-Busse beendet ihre Arbeit als Studierendenpastorin in Greifswald sowie als Pastorin in der Ehrenamtlichenbegleitung und –qualifikation des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises

Besondere Frömmigkeit erlebt

Pastorin Luise Müller-Busse wird im November aus dem Kirchenkreis Pommern verabschiedet. Foto: PEK
Pastorin Luise Müller-Busse wird im November aus dem Kirchenkreis Pommern verabschiedet. Foto: PEK

 

(Greifswald/sk) - Pastorin Luise Müller-Busse verlässt den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Seit mehr als drei Jahren war sie im Rahmen einer halben Stelle in der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) in Greifswald tätig sowie mit zweiter halber Stelle im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis für die Ehrenamtlichenbegleitung und Ehrenamtlichen­qualifikation zuständig. Am Montag, 12. November, wird Luise Müller-Busse um 18 Uhr in der ESG Greifswald im Lutherhof während eines Gottesdienstes von Pastor Sebastian Borck, Leiter des Hauptbereichs Seelsorge und gesellschaftlicher Dialog in der Nordkirche, verabschiedet. Im Anschluss an den Gottesdienst ist Zeit für Abschiedsworte und ein Beisammensein. Am Sonnabend, 24. November, um 15 Uhr wird Luise Müller-Busse in der Kirche in Weitenhagen während eines Gottesdienstes mit Pröpstin Helga Ruch aus der Arbeit mit Ehrenamtlichen verabschiedet und entpflichtet. Nach dem Gottesdienst wird zu einem Kaffeetrinken in das „Haus der Stille“ eingeladen. Luise Müller-Busse wechselt in den Kirchenkreis Ostholstein und wird in Heiligenhafen in der Krankenhausseelsorge tätig sein. „Ich war sehr gern im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und habe die besondere Frömmigkeit hier sehr schätzen gelernt. Zudem erlebte ich eine hohe kirchliche Verbundenheit und ein großes Engagement unter den Ehrenamtlichen“, blickt Luise Müller-Busse auf die Zeit in Pommern zurück. „Die Begleitung der Studierenden und die Zusammenarbeit mit ihnen hat mir viel Freude bereitet. Ich habe sehr viel gelernt und bin auch selbst ein Stück reifer geworden durch diese Arbeit.“

 


„Da ist ein Armer, er rief und der Herr erhörte ihn“ unter diesem Leitwort steht der Welttag der Armen 2018 am Sonntag, 18. November.

Internationale Gebetsbrücke zum Welttag der Armen

(Sankt Augustin/pm) - Die SVD-Partner, die Laiengemeinschaft der Steyler Missionare, laden wieder zur Teilnahme an einer internationalen Gebetsbrücke ein. Sie verbindet Menschen aus aller Welt im Gebet miteinander. Anregungen für das Gebet gibt ein Impulstext, ein Gebet und Novenenfürbitten, die in mehreren Sprachen auf der Website zum Download bereitstehen (www.svd-partner.eu). Wer teilnehmen möchte, kann sich über das Kontaktformular auf der Website anmelden. Meldeschluss ist der 17. November 2018. 

 

Bereits im vergangenen Jahr beteiligten sich Menschen in über 30 Ländern auf vier Kontinenten an der Gebetsbrücke. Bischof Stanislav Shyrokoradiuk (Ukraine) schrieb bei seiner Anmeldung für 2018 über seine Erfahrung: „Voriges Mal war das ein schönes Ereignis und eine echte Verbundenheit für alle unsere Kirchen und Gemeinden, es war sehr schön!“ 

 

Jede/r kann sehen, wo auf der Welt Menschen mitbeten, denn auf der Website der SVD-Partner werden alle "Brückenpfeiler" in einer Weltkarte eingetragen. Neben Einzelpersonen sind dort bereits Pfarrgemeinden, Organisationen, Klöster und einige Bistümer zu finden. Außerdem gibt es noch „travellor“. „Manche meinen zuerst, dass sie nicht mitmachen können, weil sie nicht zu Hause sind, aber beten kann man auch auf Reisen und so sind sie sozusagen mobile Brückenpfeiler“, erläutert Maria Wego, SVD-Partner.

 


Jugendliche lesen aus Feldpostbriefen, Bischof Dr. v. Maltzahn predigt

Gottesdienst zum Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren im Schweriner Dom

 

(Schwerin/cme) -  Vor 100 Jahren, am 11. November 1918, endete der Erste Weltkrieg: Aus diesem Anlass wird am kommenden Sonntag (11. November) um 10 Uhr zu einem besonderen Gottesdienst in den Schweriner Dom eingeladen. Den Gedenkgottesdienst gestalten vor allem Jugendliche aus Wittenburg und Schwerin. Die Predigt hält Dr. Andreas v. Maltzahn, Schweriner Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

 

Jugendliche aus Wittenburg, die sich im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge engagieren, werden beispielsweise aus Feldpostbriefen vorlesen. Zudem stellen sie die Jugendarbeit des Volksbundes vor. Geplant ist darüber hinaus, dass die Schülerinnen und Schüler nach dem Gottesdienst mittels einer kleinen Ausstellung Einblick in das „Monte-Cassino-Projekt“ geben.

 

Hintergrund: Die Schlacht bei Monte Cassino war die größte Völkerschlacht des Zweiten Weltkriegs. Truppen aus 32 Nationen waren beteiligt. Die von Januar bis Mitte Mai 1944 dauernden Kämpfe bezahlten mehr als 100.000 Menschen mit ihrem Leben. Heute erinnert u.a. ein deutscher Soldatenfriedhof daran.

 

 

 

Schweriner Konfirmanden gestalten Liturgie mit

 

Die Liturgie im Gottesdienst zum Ende des Ersten Weltkrieges übernehmen neben Dompredigerin Ariane Baier ebenso Konfirmanden aus der Domgemeinde. Teil der Liturgie ist ein Bekenntnis zu Frieden und Gerechtigkeit. Zuvor wird  Bischof v. Maltzahn in seiner Predigt u.a. der Frage nachgehen, wie es geschehen konnte, dass Kirche und Volk sich damals der Kriegslust ergaben. Zugleich stellt er die aktuelle Frage: Was macht Menschen anfällig für Gewalt und Krieg? Musikalisch gestaltet Sebastian Junius an der Orgel den besonderen Gottesdienst.

 

Mehr zur Jugendarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.: www.volksbund.de/jugend-bildung/jugend-und-bildung.html

 


Themen für ökumenisches Großereignis in Frankfurt gesucht

Kirchentag 2021: „Denk mit! Die Welt hat’s nötig“

 

(Frankfurt / Darmstadt / Limburg/ekhn) - In knapp drei Jahren, vom 12. bis 16. Mai 2021, wird in Frankfurt am Main der 3. Ökumenische Kirchentag gefeiert. Doch schon jetzt haben die Vorbereitungen für das Großereignis mit einem Themenfindungs-Prozess in der Region begonnen. Ab sofort können Interessierte auf dem gemeinsamen Online-Portal der gastgebenden Kirchen unter www.meinthemafürdenökt.de ihre Vorschläge und Ideen einbringen.

 

Zu dem großen Fest des Glaubens mit Hunderten von Veranstaltungen wie Diskussionen, Konzerten, Gottesdiensten, Aufführungen und vielem mehr laden die die evangelische und die katholische Kirche gemeinsam ein. Bei dem Ökumenischen Kirchentag 2021 werden auch aktuelle gesellschaftspolitische Themen aus christlicher Perspektive beleuchtet.

 

Die gastgebenden Kirchen – federführend die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und das Bistum Limburg – haben deshalb bereits jetzt einen kreativen Themenfindungs-Prozess angestoßen, der Lust machen soll, sich an der inhaltlichen Ausrichtung dieses Kirchentags in Frankfurt zu beteiligen. Nach dem Motto: „Wir wollen wissen, was dich bewegt.“

 

Dazu können Neugierige und Interessierte ab jetzt über die Website www.meinthemafürdenökt.de eigene Vorschläge einreichen, welche Themen sie für so relevant und wegweisend halten, dass diese in drei Jahren den Kirchentag prägen sollten. Außerdem gibt es auf der Internetseite die Möglichkeit, sich mit anregenden Fragen und Bildern für diesen Prozess inspirieren zu lassen. Etwa: „Was lässt dich nachts nicht schlafen?“ oder „Ich wünsche mir für unsere Kinder eine Welt, in der …“

 

Bis zum 15. Januar 2019 können Ideen eingereicht werden. Diese werden von einem Fach-gremium gesichtet und die Ergebnisse den leitenden Gremien des Ökumenischen Kirchentags vorgelegt.

 

Pfarrerin Miriam Küllmer-Vogt, die Kirchentagsbeauftragte der EKHN, freut sich über diese Aktion, weil sie nach den Träumen und Ängsten, den Ideen und Hoffnungen der Menschen fragt: „Ich sag meinen Freunden immer: ‚Denk mit! Die Welt hat’s nötig …‘ Es gibt so einiges, über das gesprochen werden sollte. Damit sich etwas bewegt. Zum Guten hin. Und ich bin davon überzeugt, dass der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt das Potential hat, die Gesellschaft zu verändern.“

 

www.meinthemafürdenökt.de


Deutsch-französischer Friedensweg zum Gedenken an Kriegsende

Religionen treten gemeinsam ein für Frieden und Toleranz

(Kehl/Straßburg/ekiba) -  Anlässlich des Endes des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren treten am kommenden Sonntag, 11. November, Christen, Juden, Muslime und Buddhisten aus Deutschland und Frankreich gemeinsam für Frieden und Versöhnung ein. Höhepunkt ist das Zusammentreffen auf der Passerelle zwischen Straßburg und Kehl verbunden mit einer gemeinsamen Erklärung.

 

Die französische Delegation startet an der Tramstation „Port du Rhin“, die deutsche am Bahnhof Kehl, jeweils um 14.30 Uhr. Beide Gruppen machen sich auf zum gemeinsamen Friedensweg und treffen um ca. 15 Uhr auf der Passerelle über den Rhein zusammen. Dort verlesen die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Religionen eine gemeinsame Erklärung zur Verantwortung der Religionen und dem Aufruf zu Versöhnung, Verständigung und Toleranz.

 

Um 16 Uhr sprechen im katholischen Gemeindehaus St. Nepomuk die Oberbürgermeister von Straßburg und Kehl, Roland Ries und Toni Ventrano.

 

 

Unterzeichnet ist die gemeinsame Erklärung von

 

Erzbischof Luc Ravel, Erzdiözese Straßburg

 

Pfarrer Mark Barwick, Pfarrer der anglikanischen Gemeinde in Straßburg

 

Pfarrer Michel Schneider, Präsident der „Entente évangélique“

 

Pater Vasile Iorgulescu, Priester der rumänisch-orthodoxen Gemeinde Straßburg

 

Pater Christos Filiotis, Priester der griechisch-orthodoxen Gemeinde

 

Rabbiner Harold Avraham Weill, Großrabbiner von Straßburg und Bas-Rhin

 

Abdelhaq Nabaoui, Präsident des Regionalrates für den Islam

 

Olivier Wang-Genh, Präsident der Buddhisten im Elsass

 

Landesbischof Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, Evangelische Landeskirche in Baden

 

Erzbischof Stephan Burger, Erzdiözese Freiburg

 

Pfarrer Dr. Diradur Sardaryan, Vorstand Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Baden-Württemberg

 

Landesrabbiner Moshe Flomenmann, Israelitische Kultusgemeinde Baden

 

Muhittin Soylu, Vorsitzender Islamische Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg (IGBW)

 

Fatih Şahan, Landeskoordinator der DITIB Landesreligionsgemeinschaft Baden

 


Kirchengemeinden in Mecklenburg und Pommern laden zu Laternenumzügen und Festen ein

St. Martin als Botschafter christlicher Nächstenliebe

Oft lodern Lagerfeuer und Martinshörnchen werden am St. Martinstag verteilt. Foto: epd
Oft lodern Lagerfeuer und Martinshörnchen werden am St. Martinstag verteilt. Foto: epd

 

(Rostock/Stralsund/cme/skü) -  Am kommenden Sonntag, 11. November, wird der Martinstag gefeiert. Martin von Tours (316/317 – 397) gehört zu den beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche und ist auch für die evangelische Tradition von großer Bedeutung. Überall im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis laden Kirchengemeinden anlässlich des Martinstages in dieser Woche und am Sonntag zu Martinsfesten ein. 

 

Martin teilt seinen Mantel

Martin von Tours war römischer Offizier und nach seiner militärischen Dienstzeit Bischof von Tours. Aufgrund seiner zahlreichen guten Taten wurde er heiliggesprochen. Berühmt ist der Heilige Martin vor allem für die Teilung seines Mantels mit einem Bettler. Es wird erzählt, dass Martin, als er in Amiens als Soldat stationiert war, im Winter des Jahres 334 vor den Toren der Stadt einem frierenden, nur spärlich bekleideten Mann begegnete. Martin zerteilte seinen Offiziersmantel mit dem Schwert, gab die Hälfte dem Frierenden und erwies ihm so sein Mitgefühl. In der darauffolgenden Nacht träumte Martin von einer Begegnung mit Jesus, der wie der Bettler den halben Mantel trug.

 

Laternen und Hörnchen

Das Traumerlebnis symbolisiert ein biblisches Wort Jesu aus dem Matthäus-Evangelium: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Vor allem aufgrund der Geschichte von der Teilung des Mantels gilt Sankt Martin bis heute als Botschafter christlicher Nächstenliebe. Der 11. November ist Martins Gedenktag, da der Heilige an diesem Tag im Jahr 397 beigesetzt wurde. Im Zusammenhang mit Martins Barmherzigkeit mit dem Bettler am Stadttor steht auch das Brauchtum, das von heutigen Christen am Martinstag gepflegt wird. Dazu zählt neben dem Laternenumzug vor allem das Teilen der Martinshörnchen.

 

Einige beispielhaft ausgewählte Martinstag-Laternenumzüge und Martinsfest-Veranstaltungen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern:

 

Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Mecklenburg

 

Alt Meteln
Zum Martinsfest lädt die Kirchengemeinde Alt Meteln bei Schwerin am Sonntag, 11. November, um 15 Uhr in die Pfarrscheune ein.

 

Brüel
Die Brüeler Kirchengemeinde lädt am Sonntag, 11. November, zum Martinsfest mit Laternenumzug ein. Beginn ist um 17 Uhr an der Stadtkirche. St. Martin wird zu Pferd in die Kirche kommen. Gemeinsam geht es dann für ein gemütliches Beisammensein in geselliger Runde zur Brüeler Feuerwehr, wo auf alle Festteilnehmer Würstchen vom Grill und ein Lagerfeuer warten.

 

Crivitz

 

Zur Andacht an St. Martin, zum Laternen-Umzug durch die Stadt und zum Feuer auf dem Gasberg laden Pastorin Friedericke Meyer und Gemeindepädagoge Reiner Wollf am Sonntag, 11. November, um 17 Uhr in die Stadtkirche nach Crivitz ein.

 

Döbbersen

 

Die Kirchgemeinde Döbbersen und die Freiwilligen Feuerwehren laden Groß und Klein zum Martinsfest ein. Die Laternen und die fröhlich gesungenen Lieder sollen die Straßen an diesem Sonntag, 11. November, ab 16 Uhr erleuchten. Gemeinsam werden Speisen und Getränke geteilt. „Vielleicht schaut auch St. Martin vorbei“, blickt Pastor Cornelius Wergin voraus.

 

 

 

Dorf Mecklenburg
Zum Martinsfest wird am 9. November in Dorf Mecklenburg eingeladen. Beginn ist um 17 Uhr in der Kirche Dorf Mecklenburg, wo die Kinder der Klasse 4a und 4b der Grundschule etwas zum Heiligen Martin erzählen, vorspielen und gemeinsam singen. Im Anschluss gibt es einen Laternenumzug und im Pfarrgarten können sich alle rund um das Lagerfeuer und bei leckeren Würstchen versammeln.

 

Fürstenberg
Ein Martinsfest mit anschließendem Umzug findet bereits am 7. November in Fürstenberg/Havel statt. Treffpunkt ist um 17 Uhr in der evangelischen Stadtkirche am Markt.

 

Gadebusch
Zum Martinsfest wird am 11. November um 17 Uhr in die Gadebuscher Kirche eingeladen

 

Kalkhorst
St. Martin mit Laternenumzug wird ebenso in Kalkhorst gefeiert. Dazu wird am Freitag, 9. November, um 17 Uhr in die St. Laurentius Kirche eingeladen.

 

Rostock-Südstadt
Ein Familiengottesdienst zum Martinstag wird am Sonntag, 11. November, um 10 Uhr in der Rostocker Südstadt (Beim Pulverturm 4) gefeiert.

 

Schwerin
Am 11. November sind alle Kinder mit ihren Familien zu kurzen Andachten in den Kirchen der Stadt und zum Martinsspiel auf dem Markt eingeladen. Um 16.45 Uhr beginnt eine Andacht in der katholischen Kirche St. Anna. Der anschließende Laternenumzug führt durch die Innenstadt zum Schelfkirchenplatz, wo um 17.30 Uhr das Martinsspiel aufgeführt wird. Im Anschluss gibt es wieder die beliebten Martinshörnchen.

 

 

 

Uelitz

 

In der Gemeinde Uelitz laden die evangelische Kirchengemeinde und der Kindergarten Rastow am Sonntag, 11. November,  um 17 Uhr zur Martinstag-Andacht in die Kirche und anschließend zum Fest auf dem Pfarrhof ein.

 

Waren
In Waren wird das ökumenische Martinsfest in diesem Jahr bereits am Freitag, 9. November, gefeiert. „Wir beginnen um 16 Uhr traditionellerweise auf dem Neuen Markt, anschließend setzt sich der Martinsumzug in Bewegung. Bringt bitte dazu eure Laternen mit“, heißt es seitens der evangelischen Kirchengemeinde.

 

 

 

Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis

 

 

 

Brüssow

 

Der Martinsumzug der evangelischen Kirchengemeinde Brüssow findet erst am Freitag, 16. November, um 17 Uhr statt. Der Umzug beginnt am Kindergarten und endet mit einem Martinsstück der Kinder in der Kirche. Anschließend wird zum Beisammensein eingeladen. In der Kirche gibt es ein vielfältiges Programm und vor der Kirche Abendessen aus der Gulaschkanone, Getränke und Stockbrot. Zudem wird eine Martinsgans versteigert.

 

 

 

Demmin

 

In Demmin beginnt das Martinsfest am 11. November um 17 Uhr in der Kirche St. Bartholomaei. Dort wird die Martinsgeschichte erzählt. Der anschließende Lampionumzug mit St. Martin auf dem Pferd führt dann durch die Straßen Demmins zur katholischen Kirche Maria Rosenkranzkönigin, wo Bläsermusik erklingt. Es werden Martinshörnchen miteinander geteilt und es gibt Würstchen und Heißgetränke am Feuer.

 

 

 

Greifswald

 

Die Greifswalder Kirchengemeinden feiern das ökumenische Martinsfest am Sonnabend, 10. November, um 16.30 Uhr auf dem Karl-Marx-Platz mit einem Martinsfeuer und einem Laternenumzug zur Jacobikirche.

 

 

 

Kröslin

 

Das Martinsfest der Kirchengemeinde Kröslin findet in diesem Jahr bereits am Freitag, 9. November, statt. Beginn ist um 17 Uhr mit einer Andacht mit Bläsermusik in der Christophorus-Kirche in Kröslin. Danach folgt ein Laternenumzug zum Pfarrhof. Dort warten bereits das Martinsfeuer, Martinshörnchen, Apfelpunsch und Glühwein auf die Teilnehmenden. Auch in diesem Jahr sind wieder die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kröslin helfend dabei.

 

 

 

Lubmin

 

Die evangelische Kirchengemeinde Lubmin-Wusterhusen lädt am Sonnabend, 10. November, um 16.30 Uhr zum Martinsfest mit anschließendem Laternenumzug in die Petrikirche Lubmin ein.

 

 

 

Lübs

 

In Lübs wird das Sankt Martins-Fest bereits am Vorabend des Martinstages, am Sonnabend, 9. November, ab 17 Uhr gefeiert. Start ist an der Dorfkirche. „Nach Absprache mit den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Lübs, ohne die unser alljährliches St. Martins-Fest nicht mehr vorstellbar ist, haben wir uns auf diesen vorgezogenen Termin verständigt. Wir hoffen, dass dennoch viele Kinder und Erwachsene

 

bei der St. Martins-Andacht in der Lübser Dorfkirche, beim St. Martins-Laternenzug durchs Dorf und beim St. Martins-Feuer auf dem Sportplatz mitfeiern werden“, sagt

 

Pastor Rainer Schild.

 

 

 

Pasewalk

 

Der Martinszug in Pasewalk wird in diesem Jahr von der Nikolai-Schule vorbereitet. Er startet am Sonntag, 11. November, um 17 Uhr mit einer Andacht in der katholischen Pfarrkirche St. Otto und endet mit Brotsegen und dem Teilen der Hörnchen an der St. Marien-Kirche.

 

 

 

Rambin und Poseritz

 

Die evangelischen Kirchengemeinden Altefähr, Poseritz und Rambin feiern den Martinstag in diesem Jahr zweimal. Eingeladen wird am Freitag, 9. November, um 16 Uhr in die Kirche St. Johannes in Rambin. Anschließend gibt es dort einen Martinsumzug von der Kirche zum Kindergarten, wo Kuchen und Glühwein am Lagerfeuer warten. Am Mittwoch, 14. November, beginnt die Feier um 17 Uhr in der Kirche St. Marien in Poseritz. Der anschließende Martinsumzug führt von der Kirche zur Feuerwehr.

 

 

 

Stralsund

 

In Stralsund wird das Martinsfest in der Marienkirche gefeiert, allerdings erst am Sonnabend, 17. November. Um 17 Uhr beginnt das Martinsspiel. Anschließend folgt der Laternen-Umzug  durch  die  Stadt  zur  katholischen  Kirche „Heilige  Dreifaltigkeit“.

 

 

 

Wolgast

 

Den St. Martinstag feiert die evangelische Kirchengemeinde St. Petri in Wolgast mit einem Laternenumzug am 11. November um 17 Uhr. Treffpunkt ist vor der St. Petri Kirche. Der Laternenumzug führt zur katholischen Kirche in der August-Dähn-Straße. Dort wird ein Martins-Spiel aufgeführt und es gibt Hörnchen und Äpfel zum Teilen.

 

 

 

Zarnekow

 

Einen Martinsmarkt organisiert die evangelische Kirchengemeinde Züssow-Zarnekow-Ranzin. Unter dem Motto „Vom kleinen Dachstübchen bis ins Küsterhaus“ bietet der Markt am Sonnabend, 10. November, ab 10 Uhr viele hübsche Dinge in gemütlicher Atmosphäre. Am Sonnabendnachmittag findet dann um 16.30 Uhr ein Gottesdienst mit Martinsspiel in der Zarnekower Kirche statt. Anschließend beginnt ein Lampionumzug, geführt von Martin auf dem Pferd, der bei Bläsermusik am Lagerfeuer mit Punsch und Martinshörnchen endet.

 

 

 

Züssow

 

In Züssow wird der Martinstag gemeinsam mit Kindergarten, Schule und Diakonie gefeiert. Los geht es am Freitag, 9. November, um 17 Uhr. Nach dem Martinsspiel der „Nicoläuse“ am Lagerfeuer auf dem Pfarrhof, ziehen die Teilnehmenden mit Laternen durch die Straßen. Zum Abschluss mit Apfelpunsch und Martinshörnchen geht es in die Zwölfapostelkirche. Am Sonntag, 11. November, wird dann um 10 Uhr das Martinsfest mit einem Gottesdienst in der Kirche gefeiert.

 

 

 

Die Teilnahme an den Martinstags-Veranstaltungen der Kirchengemeinden in beiden Kirchenkreisen ist kostenfrei. Nähere Auskünfte zu den hier beispielhaft aufgeführten und zu den zahlreichen weiteren Veranstaltungen rund um das Martinsfest im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg erteilen die Kirchengemeinden vor Ort (Suche auch über www.kirche-mv.de bzw. www.kirche-mv.de/veranstaltungen)