Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

DONNERSTAG, 17.01.2019

 


Muslime und Nichtmuslime engagieren sich deutschlandweit gemeinsam in der Weihnachtszeit und im Neuen Jahr

Endspurt bei bundesweiter Hilfsaktion "Speisen für Waisen"

 

(Köln/sfw) Die bundesweit einzigartige interkulturelle Hilfsaktion „Speisen für Waisen“ geht in den Endspurt. Bis Ende Januar 2019 kann noch gespendet werden. Der Zuspruch ist so groß, dass viele Menschen sogar nach dem Aktionszeitraum (19.11.2018 bis 31.12.2018) noch ein Spenden-Essen veranstalten. Auch um die Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel gab es zahlreiche Veranstaltungen zugunsten von Waisenkindern.

 

Kurz vor Weihnachten wurde in Berlin mit der Veranstaltung „Art Explosion meets Speisen für Waisen“ ein ganz besonderes Programm aus Musik und Comedy geboten. In einer Arztpraxis haben über 70 junge Menschen ein außergewöhnliches Kulturprogramm genossen, gemeinsam gegessen, sich ausgetauscht und für Waisenkinder gespendet.

 

Der Comedian Ususmango, der selbst mit im Sudan war und die Waisenkinder vor Ort persönlich kennengelernt hat, kellnerte vor Weihnachten in seinem Kölner Lieblings-Imbiss. Der gesamte Tageserlös kam „Speisen für Waisen“ zugute.

 

Islamic Relief Deutschland lud um die Weihnachtszeit ebenso zu einem Spenden-Essen ein und konnte eine erfolgreiche Bilanz ziehen.

 

Das Wichtigste für die meisten Gastgeber und Gäste ist es, sich mit so vielen unterschiedlichen Menschen auszutauschen und dabei gleichzeitig Gutes zu tun. Mit den Aktionen seit dem 19. November konnten bis zum Jahresende bereits Spenden für über 100 Waisenpatenschaften gesammelt werden – ein toller Erfolg.

 

Noch bis Ende Januar kann gespendet werden – etliche Gastgeber laden noch zu einem Spenden-Essen ein: Vereine, aber auch einige private Gastgeber möchten noch nach Ablauf des Aktionszeitraums ihren Beitrag für eine bessere Zukunft von Waisenkindern leisten.

 

 „Indem Andersgläubige oder Nichtgläubige zusammenkommen, bei ‚Speisen für Waisen‘ gemeinsam essen und helfen, entstehen fruchtbare Dialoge und auch neue Begegnungen, die dazu beitragen, gegenseitige Vorurteile abzubauen. Das ist gerade jetzt wichtiger denn je“, sagt Nuri Köseli, Sprecher der Kampagne.

 

 

Was ist „Speisen für Waisen“?

 

Unter dem Motto „Gemeinsam essen, gemeinsam helfen“ laden überall im Land Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion zu sich zum Essen ein, kommen miteinander ins Gespräch, sammeln Spenden und helfen so zusammen den Waisenkindern in ihrer Not.

 

Die Spendenerlöse kommen in diesem Jahr Waisenkindern im Sudan zu Gute, denen es am Nötigsten fehlt. Dieses Jahr unterstützt der Comedian Ususmango von RebellComedy die Aktion.

Das Video von Ususmango zur Aktion im Kölner Imbiss Kuschari König findet sich unter folgendem Link:

 

Über die Aktion

 

Die bundesweite Hilfsaktion „Speisen für Waisen“ findet bereits zum siebten Mal statt: In den letzten Jahren nahmen bereits mehr als 100.000 Menschen teil. Mit ihrem Waisenprogramm erreicht Islamic Relief als Teil eines weltweiten Netzwerks mehr als 62.000 Kinder in 27 Ländern.

 

 


Benefizkonzert zugunsten der Malteser-Hospizarbeit war großer Erfolg

Lachen aus Liebe

Sopranistin Charlotte Jarosch-von Schweder hat die Noten von Pianist Robert Roche im Blick; Foto:: Lukas/Malteser
Sopranistin Charlotte Jarosch-von Schweder hat die Noten von Pianist Robert Roche im Blick; Foto:: Lukas/Malteser

 

(Hannover/mhd)  - Darf man Lachen, zwischen Urnen und Asche? Man darf, man soll es sogar. „Lachen aus Liebe, aus Liebe zum Leben“, so nennt es Matthias Brodowy. Der bekannte Unterhalter aus Hannover gestaltete am Montagabend, 14. Januar, gemeinsam mit Sopranistin Charlotte Jarosch-von Schweder und Pianist Robert Roche unter dem Titel „Klangkunst und Kabarett“ eine Benefizveranstaltung zugunsten der Malteser-Hospizarbeit im ausverkauften Kolumbarium Hl. Herz-Jesu in Misburg.

 

Drei Meister ihres Faches nahmen die begeisterten Zuhörer an diesem Abend mit auf eine vergnüglich-nachdenklichen Reise zu den Skurrilitäten und Absurditäten unseres Lebens, gemäß dem Motto: „Nimm Dir das Leben – und lass es nicht mehr los“, wie Brodowy in Anlehnung an den großen Philosophen Udo Lindenberg formulierte. Sei es der Hinweis auf die Freuden des Telefonierens in den 70er Jahren, die Beschreibung einer S-Bahn-Fahrt in das „schwarze Loch“ Paderborn oder die Geschichte von „Ernas Eck“ – einer Eckkneipe mit Herz – Brodowys liebevoll vorgetragenen Geschichten mochten auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Als unsichtbares Band hatte der selbst ernannte „Vertreter für gehobenen Blödsinn“ aber Lebensfreude und ein großes Augenzwinkern um alle seine Geschichten geschlungen. Dabei zeigte sich Brodowy am Klavier als ebenso sicherer Unterhalten wie am Mikrofon. Seine große Musikalität, sein Witz, gute Beobachtungsgabe und ein Gespür für das Abstruse verfehlten auch in der feierlichen Atmosphäre der Hl.-Herz-Jesu-Kirche nicht ihre Wirkung.

 

Nicht minder beeindruckend der Gesang von Charlotte Jarosch-von Schweder mit ihrem raumfüllenden Sopran. Ihre Beiträge hatte sie unter verschiedene Schlagwörter gestellt. Bette Midlers zu Herzen gehendes Stück „The Rose“ eröffnete den Abend unter dem Schlagwort „Ewiges Leben“, während Johannes Brahms‘ „Vergebliches Ständchen“ unter „Liebe“ fungierte. Auch in anderen Stücken bewies die Sopranistin trotz einer starken Erkältung ihre Stimmkraft und blätterte Pianist Roche bei dessen Solostücken dann auch die Noten. Matthias Brodowy blieb es schließlich vorbehalten, die rund 200 Zuschauer beim letzten Stück am Klavier zu begleiten: „Der Mond ist aufgegangen“, sangen zum Abschied alle gemeinsam in das Gotteshaus hinein, das Propst Martin Tenge geschmackvoll illuminiert hatte.

 

Der Abend „Klangkunst und Kabarett“ war Teil des Festprogramms zu „300 Jahre Basilika St. Clemens in Hannover“ und diente der Hospizarbeit der Malteser in Hannover, die seit 2002 hunderte von schwer kranken Menschen auf dem Weg zum Tod begleitet haben.


Appell an Jahrestagung der Ständigen Diakone Deutschlands in München

Münchner Reformgruppen setzen Zeichen für „Diakonat der Frau“

 

 

(München/wsk) - Mit einer Mahnwache „Wir setzen ein Zeichen für den Diakonat der Frau“ vor dem Exerzitienhaus Schloss Fürstenried in München anlässlich der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Ständigen Diakone Deutschlands haben innerkirchliche Reformgruppen am Mittwoch (16. Januar 2019) an die männlichen Diakone appelliert, sich für die Öffnung dieses sakramentalen Dienstes in der römisch-katholischen Kirche auch für Frauen einzusetzen.

 

In persönlichen Gesprächen forderten die mehr als 20 Mitglieder der Reformgruppen Münchner Kreis, Gemeindeinitiative.org und Wir sind Kirche die Diakone auf, das Thema sowohl in ihren Heimatdiözesen wie auch auf ihrer nächsten bundesweiten Jahrestagung im Jahr 2020 auf die Tagesordnung zu setzen. Dies könne nach dem Vorbild der Vollversammlung der Ständigen Diakone in der Erzdiözese München und Freising geschehen, die im März 2017 per Beschluss Kardinal Marx gebeten hatte, sich bei Papst Franziskus für den Diakonat der Frau einzusetzen. Dieser hatte im Jahr 2016 dazu eine Kommission eingerichtet, deren Bericht seit Juni 2018 dem Papst unveröffentlicht vorliegt.

 

Es ist längst kirchenhistorisch belegt, dass es Diakonninen in der frühen Kirche gab. Auch die Gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland ("Würzburger Synode" 1971-75) hatte sich schon für die Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen eingesetzt. Dem schlossen sich vor allem die großen Frauenverbände in Deutschland an, die seit 1998 alljährlich am 29. April den „Tag der Diakonin“ begehen. Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken steht hinter dieser Forderung. Eine aktuelle und gute Zusammenstellung der Argumente für den Diakonat der Frau findet sich im Positionspapier des St. Galler Diakonenkreises vom 15. Mai 2018.

 

Die Gleichberechtigung der Frauen ist ein Menschenrecht, das - auch im Grundgesetz der BRD verankert - bisher in der römisch-katholischen Kirche nicht umgesetzt ist. Das ist mit ein Grund, weshalb die Reformkräfte die Öffnung aller kirchlichen Ämter auch für Frauen fordern.

 

 


Kirchenkreis lädt in die Rostocker St. Nikolaikirche ein / Landesbischof Ulrich hält Tischrede

Dankveranstaltung für mecklenburgische Küsterinnen und Küster

 

(Rostock/cme) - „Wir sagen Danke und laden ein zum Feiern“: Unter diesem Motto sind haupt- und ehrenamtliche Küsterinnen und Küster aus dem Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg am kommenden Mittwoch (23. Januar) ab 15 Uhr in die Rostocker St. Nikolaikirche eingeladen.

 

„Wir setzen damit die Reihe der jährlichen Dankveranstaltungen fort“, sagt Propst Dirk Sauermann, der auch Vorsitzender des Kirchenkreisrates ist. Rückblende: Vor zwei Jahren waren Kirchengemeinderatsmitglieder und im Vorjahr Engagierte aus der Ökumene-, Partner und Flüchtlingsarbeit eingeladen. 

 

„Die etwa 400 Küstererinnen und Küster stellen haupt- bzw. ehrenamtlich ihre Zeit, Begabung und Kraft in den Dienst der 247 mecklenburgischen Kirchengemeinden“, so der Parchimer Propst Sauermann und erinnert daran, dass wohl keine Gemeinde ohne Menschen auskomme, die „in der Kirche den Gottesdienst vor- und nachbereiten, den Altar mit Blumen schmücken, die Abendmahlsgeräte bereiten und säubern, die Paramente pflegen, die Spinnweben aus den Ecken entfernen“. Sauermann: „Vieles andere wäre hier noch zu nennen. Die Küsterinnen und Küster sorgen besonders dafür, dass sich Menschen in unsere Kirchen eingeladen fühlen. Vor diesem Hintergrund haben die Neustrelitzer Pröpstin Britta Carstensen, der Rostocker Propst Wulf Schünemann, der Wismarer Propst Marcus Antonioli und ich diesen Personenkreis eingeladen und wollen dabei ausdrücklich für den Dienst im Namen des Kirchenkreises danken.“

 

Nach einer Andacht und einem Konzert mit Musikern um Karl Scharnweber wird es bei einer Kaffeetafel eine Tischrede von Küsterin Christine Schade (Crivitz) und eine von Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin) geben. „Dabei soll der Küsterdienst aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und gewürdigt werden“, blickt Propst Sauermann voraus. Ein Imbiss und ein Reisesegen soll gegen 18 Uhr den Danknachmittag beschließen,  zudem 80 bis 100 Küsterinnen und Küster aus dem gesamten Kirchenkreis Mecklenburg erwartet werden. Vorbereitet wurde die Veranstaltung vom Kirchenkreis mit der Arbeitsgemeinschaft der Küsterinnen und Küster in Mecklenburg (www.kuester-mecklenburg.de).

 


EKHN: Gemeinde-Leitfaden erschienen - Internet-Seminare vor Start in EKHN

Evangelische Kirche veröffentlicht Orientierungshilfe gegen Populismus

Foto: ekhn
Foto: ekhn

 

(Darmstadt/ekhn) -  Angesichts europaweit zunehmender populistischer Tendenzen und aufgrund zahlreicher Nachfragen aus Gemeinden hat die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) am Dienstag (15. Januar) eine Orientierungshilfe zum Umgang mit Rechtspopulismus veröffentlicht. Zielgruppe des Leitfadens sind vor allem Kirchenvorstände, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen oder sich aufgrund konkreter Vorkommnisse vor Ort damit auseinandersetzen müssen. Die kompakte Handreichung beschreibt zunächst Merkmale des Populismus, zeigt theologische Perspektiven zur Auseinandersetzung auf und gibt kirchenrechtliche Hinweise für mögliche Konfliktsituationen.

 

Respekt entgegenbringen

 

In dem Papier tritt die hessen-nassauische Kirche aufgrund biblischer Grundüberzeugungen und der Erfahrung aus dem Nationalsozialismus klar für eine offene Gesellschaft ein, die sich an „Vielfalt, Verschiedenheit und Toleranz orientiert“. Dazu gehöre auch, „die Meinungsfreiheit aller Menschen und die Würde jeder Person“ zu achten. Deshalb sei es nötig, „Position gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und die Ausgrenzung Andersdenkender“ zu beziehen. Gleichzeitig sieht die Orientierungshilfe die evangelische Kirche aber auch in der Pflicht, eine „doppelte Grundhaltung“ einzunehmen. So müssten einerseits populistische Aussagen problematisiert und die eigene Position deutlich benannt werden. Gleichzeitig sei aber „jeder Person Respekt und Achtung entgegenzubringen“, selbst wenn sie anderslautete extreme Meinungen vertritt.

 

Online weiterlernen

 

Der sieben Seiten umfassende kompakte Leitfaden mit dem Titel „Orientierungshilfe für Kirchenvorstände zum Umgang mit Rechtspopulismus“ entstand in einem sechsmonatigen Prozess und in enger Vernetzung mit vielen Mitwirkenden. Gleichzeitig wurden Formate für Schulungen im Internet entwickelt. Das Papier geht nun allen hessen-nassauischen Gemeinden und Einrichtungen in digitaler Form zu. Die Orientierungshilfe ist ab sofort auch online abrufbar unter https://unsere.ekhn.de/demokratie. Unter diesem Link wurde auch der neue Bereich „Demokratie stärken“ im Internetangebot der EKHN eröffnet. Daneben bietet die Ehrenamtsakademie der EKHN zum Thema bereits am 24. Januar ein sogenanntes „webinar“ - eine Schulung per Internet - an. Dabei können sich Interessierte per Computer oder Mobiltelefon zuschalten. Information und Anmeldung:  https://ehrenamtsakademie.ekhn.de/veranstaltungen.html.

 

Download Orientierungshilfe und weitere Angebote zum Thema:
https://unsere.ekhn.de/demokratie

 

Download
Orientierungshilfe Rechtspopulismus für
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Panel & Filmvorführung

SUIZID

 

(Berlin/pm) - Im Rahmen der Ausstellung Das letzte Bild . Fotografie und Tod findet am Donnerstag, den 24. Januar 2019, um  19:30 Uhr  das Panel mit Monika  Basqué, Diana Doko, Thomas Macho, Andres Veiel und Marcus Jauer zum  Thema  Suizid sowie im Anschluss die Vorführung des Films Die Überlebenden von  Andres Veiel bei C/O Berlin im Amerika Hausin der Hardenbergstraße 22–24, 10623 Berlin, statt.

 

 

 

Zimmer 317, die leere Badewanne eines Genfer Hotels, in der noch Wasser steht. Die Junior Suite des Beverly Hilton Hotel, ein zurückgelassener, abgegessener Tisch, Reste der letzten Mahlzeit. Beide Abbildungen zeigen Orte des Todes: den von CDU-Politiker Uwe Barschel (1987) und von US-amerikanischen Popstar Whitney Houston (2012). Beide Bilder wurden von Thomas Demand auf der Basis von Aufnahmen aus den Medien künstlerisch interpretiert und weiterentwickelt. Sie zeigen jedoch keine Leiche. Die Verstorbenen sind nicht bebildert. Das Badezimmer (1997) und die Junior Suite (2012) sind Teil der aktuellen Ausstellung Das letzte Bild. Fotografie und Tod bei C/O Berlin und stehen exemplarisch für ikonografisch bedeutsame Schauplätze ungeklärter Ereignisse des Suizids. Aus unterschiedlichen Gründen wird das Thema Suizid bis heute gesellschaftlich stark tabuisiert. Unter der Moderation von Marcus Jauer wird das Thema mit Monika Basqué, Diana Doko, Thomas Macho und Andres Veiel aus kulturhistorischer, psychologischer und künstlerischer Perspektive erörtert und diskutiert.

 

 

 

Monika Basqué

 

(*1958) ist Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin und seit 1990 Leiterin des Ausbildungszentrums der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie und Ambulanz in Berlin. Sie war in verschiedenen leitenden therapeutischen Funktionen in der Forensischen Psychiatrie (LWL-Klinik Lippstadt-Eickelborn) und im Jugendstrafvollzug (JSA Berlin) sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Gutachterin an der FU Berlin (Forensische Psychiatrie), Schwerpunkt Jugendgewalt und Rechtsextremismus tätig. Seit 1990 arbeitet Monika Basqué als Dozentin, Supervisorin und Selbsterfahrungsanleiterin für verschiedene DGVT-Ausbildungszentren.

 

 

 

Diana Doko

 

(*1972) ist Lehrbeauftragte für Unternehmenskommunikation an der SRH Hochschule der populären Künste (hdpk) sowie als freie PR-Beraterin und Dozentin in Berlin tätig. 2001 gründete sie gemeinsam mit Gerald Schömbs den Verein Freunde fürs Leben e.V., der sich für die Aufklärung von Jugendlichen und jungen Erwachsene über die Themen Suizid, Depression und seelische Gesundheit einsetzt. Für ihr Engagement hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 25 Frauen, die unsere Welt besser machen – EDITION F (2018), Goldene Bild der Frau (2018) und das Bundesverdienstkreuz (2018).

 

 

 

Marcus Jauer

 

(*1974) arbeitete als Reporter für die Süddeutsche Zeitung und als Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Heute ist er als freier Journalist und Autor tätig. Seine Texte wurden mehrfach ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Berlin. Thomas Macho (*1952) ist Kulturwissenschaftler, Philosoph und Autor zahlreicher  Publikationen. Von 1993 bis 2016 war er Professor für Kulturgeschichte am Institut  für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin und ist seit 2016 Direktor des IFK (Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften) in Wien. Seine jüngste Veröffentlichung Das Leben nehmen: Suizid in der Moderne ist 2017 im Suhrkamp Verlag Berlin erschienen.

 

 

 

Andres Veiel

 

(*1959) ist Film- und Theaterregisseur, Autor und gilt als einer der profiliertesten Vertreter des politisch engagierten deutschen Films. Für Winternachtstraum (1991), Balagan (1993), Die Überlebenden (1996),  Black Box BRD (20 01), Die Spielwütigen(2004), Der Kick (2006), Wer wenn nicht wir (2011) und Beuys

 

(2017) hat er mehr fünfzig Auszeichnungen erhalten, darunter den Europäischen Filmpreis und mehrfach den Deutschen Filmpreis. Seine Theaterstücke Der Kick (2006), Das Himbeerreich (2013) und Let them eat money (2018) wurden unter seiner Regie am Maxim Gorki Theater und dem Deutschen Theater Berlin uraufgeführt und zu zahlreichen Gastspielen eingeladen

 

 

 

Weiterführende Links:
Website: http://www.frnd.de
YouTube: https://www.youtube.com/c/freundefurslebenev
Facebook: https://www.facebook.com/freundefuersleben/
Instagram: https://www.instagram.com/freundefuerslebenev/

Wer sind Freunde fürs Leben
Freunde fürs Leben e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der Jugendliche und junge Erwachsene über die Themen Depression und Suizid aufklärt. Freunde fürs Leben holen junge Menschen dort ab, wo sie sich ohnehin aufhalten: Im Internet und in sozialen
Netzwerken. So bieten sie einen niederschwelligen und sympathisch-modernen Zugang zu einem sehr schweren Thema. Der Effekt wird durch die Arbeit mit Prominenten wie Klaas Heufer-Umlauf, Julia Engelmann oder Markus Kavka verstärkt. Sie zeigen auf
der Website ihr Gesicht und sprechen als Testimonials auf dem Web-TV-Kanal frnd.tv in verschiedenen TV-Formaten offen über eigene Erfahrungen mit den Themen Depression sowie Suizid.



Delegationen aus Bayern und Mecklenburg treffen sich am Wochenende in Regensburg

Partnerkirchen befassen sich mit Kirche und Hochschule

 

(Schwerin/Regensburg/jmi/cme) - „Kirche und Hochschule“ ist eines der Gesprächsthemen bei der Begegnung von Vertretern der Kirchenleitungen aus Mecklenburg, der Nordkirche und Bayern vom 18. bis 20. Januar in Regensburg.

 

Am Sonnabend sprechen die Kirchenvertreter mit Prof. Udo Hebel, dem Präsidenten der Universität Regensburg, über das Thema „Wieviel Religion verträgt die säkularisierte Universität?“ Auf dem Programm am Nachmittag steht ein Austausch über studentisches ehrenamtliches Engagement mit Vertretern von CampusAsyl e.V. Ein Gottesdienst am Sonntag in der Regensburger St. Matthäuskirche bildet den Schlusspunkt der Begegnung. Dort predigt der Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn. Dazu wird herzlich eingeladen.

 

Die jährlichen Begegnungen sind Teil der über 70jährigen Kirchenpartnerschaft zwischen der bayerischen Landeskirche und dem Kirchenkreis Mecklenburg innerhalb der Nordkirche. Die Delegation des Kirchenkreises Mecklenburg wird geleitet durch den Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, den Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Andreas v. Maltzahn und Stefanie Wolf, der Präses der Kirchenkreissynode. Aus Bayern kommen Mitglieder des Landeskirchenrats und des Landessynodalausschusses unter Leitung von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel nach Regensburg.

 

Seit 1948 besteht die Partnerschaft zwischen Bayern und Mecklenburg, erste Anfänge reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. Die Partnerschaft wurde auch fortgesetzt, als im Jahr 2012 die Mecklenburgische Kirche Teil der Nordkirche wurde. Die Tradition hat die Zeit der zwei deutschen Staaten überdauert und den Weg für die Wende im Jahr 1989 bereitet. Sie hat Freundschaften zwischen Kirchengemeinden und Familien entstehen lassen, die bis heute lebendig sind.

 

Derzeit halten mehr als 40 Kirchengemeinden in Bayern und Mecklenburg Kontakt und gestalten Partnerschaften. Die Zahl lag vor dem Mauerfall deutlich höher. Nach 1961 hatte fast jede mecklenburgische Kirchengemeinde eine Partnergemeinde im Freistaat Bayern. Es gab sogar damals verbotene Drittlandbegegnungen. So trafen sich junge Christen aus Bayern und Mecklenburg beispielsweise in der damaligen Tschechoslowakei zu gemeinsamen Rüstzeiten. Bis heute gibt es zwischen Gemeinden vielfältige Besuche, Kanzeltausch-Aktionen, gemeinsame Jugend-Freizeiten, Familien und Gemeindeglieder besuchen sich wechselseitig.

 

Die wechselseitigen Besuche der Kirchenleitungen in den vergangen Jahren haben die Beziehungen vertieft. Der Austausch und die Besuche vor Ort machen deutlich, was sich von der Situation her gleicht und wo es Unterschiede in der kirchlichen Arbeit zwischen Bayern und Mecklenburg gibt, wo man voneinander lernen oder auch helfen kann.

 


Artikel in "OrganisationsEntwicklung"

Wie Papst Franziskus die katholische Kirche reformiert

 

Einschätzungen eines Organisationsberaters in der Fachzeitschrift „OrganisationsEntwicklung“ 1/2019

 

 

(München/wsk) - Während manche Medien im sechsten Jahr der Amtszeit von Papst Franziskus schon ein Scheitern dieses Pontifikats befürchten, sieht der Theologe und Organisationsberater Dr. Edgar Büttner im Führungsstil des Jesuiten-Papstes moderne Führungsprinzipien verwirklicht, die auch dem lauten Widerstand seiner Gegner im hohen Klerus gewachsen seien. Unter dem Titel „Wandel (beginnt) an der Spitze“ (Fachzeitschrift „OrganisationsEntwicklung“ Heft 1/2019 > PDF) werden die in Gang gekommene Veränderungsdynamik sowie der Führungsstil des Papstes ausführlich reflektiert.

 

Die Kirche habe in 2000 Jahren ihrer Geschichte alle Fehler begangen, die sie machen konnte. Wäre sie keine lernende Organisation, gäbe es sie nicht mehr. Trotz enormer Probleme, die der Reformstau in der römisch-katholischen Kirche unter den beiden Vorgängerpäpsten angehäuft habe, sei es Papst Franziskus in kurzer Zeit gelungen, einen Stimmungsumschwung herbeizuführen, der eine klare Richtung vorgebe: eine Kirchenführung im Dienst an den Armen. Wenn dies dazu führe, die spirituellen Ressourcen der Kirchen und der Religionen mit ihrer weltweiten Präsenz in den Dienst des Friedens und der ökologischen Entwicklung zu stellen, könnten Menschen neue Hoffnung schöpfen, so Edgar Büttner, der ehrenamtlich auch Sprecher der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche im Erzbistum München und Freising ist.

 

 

Change Management im Umgang mit dem Erbe der Vorgänger

 

Mit einem schnellen Kurswechsel z.B. in der Frauenfrage würde Franziskus eine Kirchenspaltung größeren Ausmaßes riskieren. Durch Symbolhandlungen – als Beispiele nennt der Autor die Aufnahme von Maria von Magdala als „Apostelin der Apostel“ in den liturgischen Festkalender und die Berufung von mehr Frauen in die „Internationale Theologenkommission“ – halte Franziskus formal an den Entscheidungen seiner Vorgänger fest. Aber das Thema Frau und Weihepriestertum muss „ganz oben auf der Tagesordnung“ bleiben, so Büttner.

 

Franziskus ändere die Realitäten gemäß der in seiner Antrittsenzyklika Evangelii Gaudium formulierten Maxime „Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee“ (EG 231-233). Mit der Maxime „Die Zeit ist wichtiger als der Raum“ (EG 222-225) setze Franziskus auf einen Prozess (Zeit) des Umdenkens, anstatt die Doktrin (Raum) zu ändern. Die Kreativität der Mitarbeitenden fordere er mit der Erwartung von „mutigen und weitreichenden“ Vorschlägen z.B. gegen den Priestermangel ein. Indem er den schweren Fehler in der Einschätzung sexuellen Missbrauchs in Chile eingeräumt hat, was ihm chilenische Opfer hoch angerechnet haben, gebe er ein Beispiel dafür, Normen zu setzen und sich selbst daran messen zu lassen.

 

Im Rückgriff auf die Anfänge der Jesusbewegung, das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) und das Kirchenvolk öffne Franziskus das geschlossene System Kirche für eine neue Zeit. Franziskus‘ Vision sei die einer dienenden Kirche, die sich im Kampf für eine Welt ohne Hunger und Elend „verbeult“. Dazu müsse die Kirche bei sich selbst beginnen und ihre Mentalität und Struktur armenkonform gestalten.

 

 

Change Management durch Internationalisierung und Dezentralisierung

 

Franziskus setze darauf, dass man Kirche nicht den Klerikern überlassen darf. 99 Prozent der Kirchenmitglieder seien keine Amtsträger. Führende sollten dem Spürsinn des Volkes Gottes Vertrauen schenken, statt sie patriarchalisch zu bevormunden. Sein Change Management verlange „Rationalität, Funktionsfähigkeit, Modernität“ und habe zum Ziel, mit „erneuerten“ und nicht bloß mit „neuen“ Menschen zu arbeiten. Papst Benedikt habe mit seinem Rücktritt eine Entmythologisierung des Amtes ermöglicht. Franziskus gehe weiter und mache Schluss mit der Aura der Unantastbarkeit, die das römische Lehramt seit dem 19. Jahrhundert umgibt. Nicht alles müsse „oben“ entschieden werden. Kirche und Synode seien Synonyme.

 

Den Kardinals-Rat sieht Büttner als institutionalisierte „Kollegialität im Embryonalstadium“. Nie zuvor seien so viele Länder im Kreis der Kardinäle vertreten gewesen. Da sie auch von den „Rändern“ der Welt kämen, könnten sie einen theologischen Pluralismus in die Kurie einbringen und die Reformen für die Zukunft sichern.

 

Umgang mit Widerstand

 

 Ausführlich befasst sich Büttner auch mit Franziskus‘ Umgang mit Widerstand, der vom Papst primär positiv konnotiert werde. „Offener Widerstand ist heilsam“ und verdiene, gehört zu werden. In guter jesuitischer Manier solle man das Körnchen Wahrheit in den gegnerischen Argumenten finden. Gegner seien für ihn keine Feinde. Franziskus belasse ausgewiesene Reformgegner in Ämtern, was man auch als Einbindungsstrategie betrachten kann.

 

In Ausnahmefällen entferne Franziskus aber auch Gegner aus dem System. Er entließ z. B. Kardinal Gerhard Müller, den Benedikt noch kurz vor seinem Rücktritt berufen hatte, nach Ablauf von dessen erster Amtszeit – eine Absage an das System Benedikt. Das allseits verbreitete Wegloben bezeichnet Franziskus als „Krebs“. Franziskus benenne auch „bösartigen Widerstand“, der sich in Traditionen, Schein, Formalität in das Bekannte flüchtet oder alles auf eine persönliche Ebene bringe.

 

Angesichts zentrifugaler Kräfte mit aggressiven Nationalismen und National-Christentümern hält der Autor eine übernationale moralische Autorität, wie sie dieses Pontifikat verkörpere, für eine einigende Gegenmacht. Franziskus verdiene kritische Sympathie. Der konsultativ-autoritative (nicht: autoritäre) Führungsstil finde sich bereits bei Ignatius von Loyola (+1556), dem Begründer der Jesuiten. Der Führende lege seine Entscheidungs- und Beweggründe dar.
 

 

Edgar Büttner: Wandel (beginnt) an der Spitze.
Wie Papst Franziskus die katholische Kirche reformiert.

In: OrganisationsEntwicklung Heft 1/2019 Seite 57-61 > PDF

 


Zum 1. Januar 2020 starten 13 Pfarreien der Zukunft

Mit neuem Schwung das Evangelium leben

  Bischof Dr. Stephan Ackermann, Generalvikar Dr. Ullrich Graf von Plettenberg und Pressesprecherin Judith Rupp stellten die 13 Pfarrein vor, die zum 1.1.2020 bereits errichtet werden.  Foto: bt
Bischof Dr. Stephan Ackermann, Generalvikar Dr. Ullrich Graf von Plettenberg und Pressesprecherin Judith Rupp stellten die 13 Pfarrein vor, die zum 1.1.2020 bereits errichtet werden. Foto: bt

 

 

(Trier/bt) – Zum 1. Januar 2020 werden im Bistum Trier 13 Pfarreien der Zukunft errichtet, und mit ihnen zusammen die entsprechenden Kirchengemeinden der Zukunft. Das haben Bischof Dr. Stephan Ackermann und Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg am 10. Januar in Trier bekannt gegeben. Die weiteren 22 Pfarreien der Zukunft werden spätestens zum 1. Januar 2022 errichtet.

 

Mit dieser Entscheidung wolle er sein Versprechen einlösen, nicht „über Jahre hinweg über die Strukturen zu diskutieren“, sagte Ackermann: „Wir wollen mit neuem Schwung das Evangelium leben! Dazu ist die Synode angetreten. Das ist unsere Herausforderung.“ Die Pfarreien mit ihren Strukturen seien dazu eine wichtige Stütze, bildeten aber eben nur den Rahmen. „Wie wir diesen Rahmen mit Leben füllen, wie wir darin mit den Menschen unterwegs sind – das wird das Entscheidende sein. Mehr als bisher sollen in den neuen Pfarreien die verschiedenen Orte und Formen von Kirche miteinander vernetzt werden und soll sich der Blick über den kirchlichen Binnenraum hinaus auf das soziale Miteinander der Menschen richten.“

 

Der Bischof zeigte sich überzeugt davon, dass nicht alles im Vorhinein beschrieben und bestimmt werden könne. „Erst im konkreten Tun werden wir mehr Klarheit gewinnen, was geht, wie es geht und wo es weitere Präzisierungen und möglicherweise auch Nachjustierungen braucht. Die Perspektivwechsel der Synode brauchen eine Unterbrechung vieler traditioneller Strukturen und Muster unserer bisherigen territorialen Seelsorge; das ist in den Beratungen mit den Synodalen und in der Folge mit den diözesanen Räten deutlich geworden. Nun müssen wir damit Erfahrungen machen und eine neue Praxis beginnen.“

 

Kein Stillstand für die anderen 22 Pfarreien der Zukunft

 

Bischof wie Generalvikar betonten, für die Pfarreien der Zukunft, die in der zweiten Phase starten, bedeute das keinesfalls einen Stillstand. „Denn für das pastorale Handeln in allen Pfarreien gilt: Das, was jetzt schon klar und entschieden ist – Rahmenleitbild, eine stärker diakonische Ausrichtung, die Weiterentwicklung des ehrenamtlichen Engagements – ist schon jetzt soweit als möglich aufzunehmen“, sagte Ackermann. Er sei sicher, dass die Errichtung der ersten 13 Pfarreien eine Bewegung auslösen werde, „die auch den anderen hilft, intensiv auf die neue Form des pfarrlichen Lebens zuzugehen“. Auch von Plettenberg betonte, niemand müsse mit der inhaltlichen Synodenumsetzung warten. „Auf die Begleitung und Unterstützung der Pfarreien oder Pfarreiengemeinschaften im Übergang werden wir ein besonderes Augenmerk legen.“

 

Mit der gestuften Umsetzung trage das Bistum den administrativen und auch kommunikativen Herausforderungen der Umsetzung Rechnung. „Wir haben sehr ernsthaft geprüft und uns gefragt: Ist das der Weg für unser Bistum? Was ist realistisch zum 1.1.2020 machbar? Wann überfordern wir die Menschen vor Ort, aber auch die Verwaltung?“ erklärte der Bischof. Er erhoffe sich von diesem Verfahren erste konkrete Erfahrungen mit der Umsetzung der pfarrlichen Struktur. Außerdem gehe er davon aus, dass diese Erfahrungen dazu beitragen, vorhandene Ängste abzubauen und weitere Menschen für die Reform zu gewinnen. „Wir machen hier nicht einfach eine Strukturreform. Wir wollen eine Erneuerung des kirchlichen Lebens im Bistum Trier.“

 

Anhörung wird ab März 2019 starten

 

Generalvikar von Plettenberg erläuterte, die 13 Pfarreien in die erste Phase der Umsetzung der neuen Raumgliederung seien die, die von ihrem Territorium her deckungsgleich mit bisherigen Dekanaten sind (à Liste unten). Das habe den Vorteil, dass die Pfarreiengemeinschaften, die vorerst noch bestehen bleiben, in ihren Grenzen nicht davon berührt sind. „Zudem gibt es durch die Dekanate bereits vielfältige Vernetzungen, über die Grenzen von Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften hinaus gibt es pastorale Praxis und gemeinsame Erfahrungen.“ Für die Verwaltung, die dann eine Zeitlang „zweigleisig“ fahren müsse, sei das realisierbar. Jetzt gelte es, etwa eine Gremienstruktur für den Übergang zu erarbeiten oder was das für die Mitarbeitenden sowohl in der Pastoral wie in der Verwaltung bedeute. Der Generalvikar kündigte Informationsveranstaltungen sowohl in den drei Visitationsbezirken mit dem Bischof als auch in der Fläche des Bistums an.

 

„Die kirchenrechtlich vorgesehene Anhörung wird ab März 2019 starten“, erklärte der Generalvikar, und zwar für alle Pfarreien der Zukunft durchgeführt, nicht nur für die der ersten Umsetzungsphase. „Denn etwa die Raumgliederung berührt ja das gesamte Gebiet des Bistums.“ Gegenstand der Anhörung werde neben den zukünftigen Pfarrgrenzen auch der künftige organisatorische Aufbau der Pfarrei sein, die Gremienstruktur, die Rechtsnachfolge und die Pfarrorte. Eine Liste der Pfarrorte mit dem Sitz von Leitungsteam und Verwaltung legte von Plettenberg ebenfalls vor. Zudem erläuterte er, die Pfarreien würden grundsätzlich nach den Pfarrorten benannt. „Lediglich die Pfarreien Adenau-Gerolstein und Cochem-Zell tragen zwei Orte im Namen. Bei der Pfarrei der Zukunft Tholey nennen wir diese nach dem Namen der Gemeinde, in der der Ortsteil Theley liegt, den wir als Pfarrort vorsehen.“ Mit dieser Entscheidung sei das Bistum der Umsetzung der Synode und der Perspektivwechsel „ein gutes Stück näher“ gekommen. „Ich will nicht verhehlen, dass uns immer wieder neu bewusst wird, was für ein Mammut-Projekt wir hier begonnen haben. Aber es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bischof und Gläubigen, von Bistumsleitung und Mitarbeitenden, von Haupt- und Ehrenamtlichen“, betonte von Plettenberg.

 


Weltkirchlicher Friedensdienst in der Diözese im Kreuzfeuer politischer Interessen - Verantwortliche zeigen sich enttäuscht

Kein Visum für Freiwillige aus Indien und Uganda

Fotos: Diözese Rottenburg-Stuttgart


(Rottenburg/Wernau/drs) - 10. Januar 2019. Insgesamt zwölf junge Leute aus sieben Ländern waren von der Diözese Rottenburg-Stuttgart im vergangenen Jahr eingeladen worden, ein Jahr im Rahmen des Weltkirchlichen Friedensdienstes (WFD) in der Diözese zu verbringen. Zehn von ihnen begannen ihren Dienst im September, zwei weiteren Freiwilligen aus Indien und Uganda wurde das Einreisevisum, trotz Einspruchs der Diözese, bis zuletzt verweigert.

 

Im Interview berichten die verantwortlichen Organisatoren, der geschäftsführende Referent der Hauptabteilung Weltkirche, Dr. Wolf-Gero Reichert, und die Leiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Alexandra Guserle, über die Hintergründe.

 

Seit mehr als 35 Jahren gibt es den Weltkirchlichen Friedensdienst (WFD) in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Gemeinsam ermöglichen die Hauptabteilung Weltkirche und der BDKJ jungen Erwachsenen ein Lern- und Begegnungsjahr in den Rottenburger Partnerdiözesen zu verbringen; in Lateinamerika, Afrika oder Asien. Seit einigen Jahren sind auch junge Menschen aus diesen Partnerländern im Rahmen des Reverse-WFD zu Gast in der Diözese.

 

Frau Guserle, was steckt hinter der Bezeichnung „Reverse-WFD“?

Alexandra Guserle: Reverse-WFD gibt jungen Menschen aus unseren Partnerdiözesen seit nun sechs Jahren die Möglichkeit zu einem Weltkirchlichen Friedensdienst in unserer Diözese. Zur Zeit kommen Freiwillige aus Mexiko, Argentinien, Peru und Brasilien, Bolivien, Uganda und Indien zu uns. Sie machen hier bei uns einen Freiwilligendienst, beispielsweise in einem Kindergarten oder einer kirchlichen Einrichtung, und leben in dieser Zeit hier in Gastfamilien.

 

Herr Reichert, die Erteilung von Visa für zwei junge Erwachsene aus Indien und Uganda wurde seitens der Deutschen Botschaften verweigert. Wie ist der Sachstand in dieser Angelegenheit?

Dr. Wolf-Gero Reichert: Bisher kam es zu keinen Einreiseschwierigkeiten. Erst seit 2018, als ugandische und indische Jugendliche für einen Reverse-Dienst eingeladen wurden, haben die deutschen Botschaften Visa verweigert. Besonders bedauerlich ist, dass die beiden weiblichen Bewerberinnen aus Indien und aus Uganda kein Visum erhalten haben, während die jungen Männer aus diesen Ländern problemlos einreisen durften. Die Begründung: Ihre Absichten seien unklar, die Motivation für einen Freiwilligendienst nicht glaubhaft.

 

Ist diese Begründung der Deutschen Botschaft für Sie nachvollziehbar?

Reichert: Die Aussage, dass gerade bei jungen Frauen die "Gefahr" bestehe, dass sie nach ihrem Freiwilligendienst nicht zurückkehren könnten, ist beschämend und bezeichnend zu gleich. Vor allem für junge Frauen ist dies oft eine einmalige Chance. Im Hintergrund steht vermutlich das politische Projekt der Bundesregierung, unter dem Label „Fluchtursachenbekämpfung“ Migration nach Deutschland unterhalb einer bestimmten "Obergrenze" zu halten. Aber anstatt Menschen aus Migrationsregionen Entwicklungs- und Lebensperspektiven zu eröffnen, werden diese offenbar gezielt enttäuscht. So werden keine Fluchtursachen bekämpft, sondern Menschen.

 

Frau Guserle, wie haben die aufnehmenden Gemeinden und die Gastfamilien auf die Einreise-Verweigerung reagiert?

Guserle: Die aufnehmenden Kirchengemeinden, Einsatzstellen sowie Gastfamilien sind sehr enttäuscht, dass nun keine Freiwillige zu ihnen kommt. Eine der Freiwilligen hätte ihren Einsatzort in einem Kindergarten gehabt. Auch die Kinder dort, die sich sehr auf diese internationale Begegnung gefreut haben, sind darüber sehr traurig. Durch den Rerverse-WFD ermöglichen wir internationale Begegnungen sowie einen interkulturellen Austausch und wenn dieser deshalb nicht stattfinden kann, da ein Visa aus oben genannten Gründen verweigert wird, sind alle nicht nur enttäuscht, sondern auch wütend.

 

Zur Person:

Dr. Wolf-Gero Reichert (37) ist Theologe und geschäftsführender Referent der Hauptabteilung Weltkirche in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

 

Alexandra Guserle (37) ist Sozialpädagogin und Mitglied der Diözesanleitung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und des Bischöflichen Jugendamtes (BJA) mit Sitz in Wernau.

 

Hinweise:

 

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema finden Sie auf dem Weltkirche-Blog von katholisch.de unter: http://weltkirche-blog.katholisch.de/klartext/2018/12/20/wenn-weltkirche-am-visum-scheitert/

 

Nähere Informationen zum Weltkirchlichen Friedendienst der Diözese unter: http://wfd.bdkj.info/ 


Aufarbeitung der Geschichte geht weiter

Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats: Einrichtung einer Projektpfarrstelle zur Erforschung der Vergangenheit wird Synode empfohlen / Mittelvergabe aus dem Baufonds 2019 / Förderzusagen für Fassadensanierung der Propstei Pasewalk im ehemaligen Jagdschloss der Pommernherzöge / Unterstützung für Greifswalder „Bläsermusik im Kerzenschein“

 

(Weitenhagen/sk) - Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) empfiehlt der Kirchenkreissynode, 50 Prozent der landeskirchlichen Projektpfarrstelle zur Erforschung der jüngeren Regionalgeschichte im Rahmen des Nordkirchen-Projekts „Die DDR-Vergangenheit der Nordkirche“ in der Zeit vom Herbst 2019 bis zum Herbst 2022 zu finanzieren. Diesen Beschluss fasste das Gremium in seiner Sitzung am zurückliegenden Dienstag, 8. Januar, die im „Haus der Stille“ (Friedrich-Wilhelm-Krummacher-Haus) in Weitenhagen stattfand. Mit dieser Empfehlung ist ein weiterer Schritt in Richtung der Umsetzung des folgenden Synodenbeschlusses vom März 2017 getan: „Mit Blick auf die Bruchstückhaftigkeit der eigenen Geschichtsdurchdringung erbitten wir von der Kirchenleitung der Nordkirche im Einvernehmen mit dem KKR und dem Präsidium der Synode des PEK, einer gemeinsamen Sachverständigengruppe den Auftrag zu erteilen, die Geschichte der Evangelischen Landeskirche Greifswald für den Zeitraum von ca. 1970 bis ca. 1990 in gebotener Ausführlichkeit zu erforschen und darzustellen. Der Kirchenkreis stellt Ressourcen dafür zur Verfügung und bittet die Landeskirche um finanzielle Unterstützung“. Der Schaffung der Projektpfarrstelle waren entsprechende Gespräche zwischen der Pröpstin und den Pröpsten des PEK, Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sowie dem Dezernat Theologie, Archiv und Publizistik der Nordkirche, vertreten durch Oberkirchenrat Mathias Lenz, Leiter des Dezernats, und Pastor Dr. Thomas Schaack, Referent des Dezernats, vorausgegangen.

 

Enge Zusammenarbeit mit Universitäten

 

Mathias Lenz und Thomas Schaack waren bereits im Februar 2018 in einer Sitzung des KKR zu Gast. Am vergangenen Dienstag war Thomas Schaack erneut nach Weitenhagen gekommen, um die Kirchenkreisratsmitglieder über den aktuellen Stand des Projekts zu informieren. Gemäß dem Beschluss der Kirchenleitung wurde das Konzept in den zurückliegenden Monaten weiterentwickelt. Thomas Schaack hat dazu verschiedene Ideen gesammelt und Kontakte zu Projektpartnern geknüpft. Eine dieser Projektideen ist die jeweils hälftige Finanzierung einer Projektpfarrstelle durch Landeskirche und pommerschen Kirchenkreis. Der PEK würde im Falle eines entsprechenden Synodenbeschlusses seinen Anteil aus der Pfarrkasse finanzieren. „Wir sind schon in einem fortgeschrittenen Stadium der Planungen“, so Thomas Schaack vor den Kirchenkreisratsmitgliedern. „Die Forschung soll an universitäre Zusammenhänge angedockt werden und keine rein kircheninterne Forschung sein.“ Dazu gebe es bereits deutlich positive Resonanz seitens verschiedener Universitäten. Geplant seien zudem vor dem Start der Projektpfarrstelle ein oder zwei Fachkongresse, um Themenformulierung und Forschungsauftrag zu konkretisieren. Auch dies werde in enger Zusammenarbeit mit theologischen Fakultäten und den Instituten der Geschichtswissenschaften geschehen, so Thomas Schaack.

 

 

Aufarbeitung der Geschichte ist ein langer Weg

 

Den Beschluss der Kirchenkreissynode vom März 2017 bezeichnete Thomas Schaack als eine beeindruckende Erklärung: „Die Synode hat damit deutlich gemacht, dass sie sich dieser Thematik stellen, in diesem Bereich weiter kommen und neue Blickwinkel eröffnen will.“ Zum anvisierten Forschungszeitraum zwischen 1970 und 1990 sagte Thomas Schaack: „Das ist die Zeit mit den meisten weißen Flecken, auf die sich viele Fragestellungen beziehen.“ Außerdem seien noch viele Zeitzeugen verfügbar. Sollte die Synode die Einrichtung der Projektpfarrstelle beschließen, wird sie voraussichtlich an den Archivbereich der Landeskirche angedockt. Den Beschluss des Kirchenkreisrats bezeichnete dessen Vorsitzender, Propst Gerd Panknin, angesichts der personellen Herausforderungen der Zukunft als nicht ganz leichte Entscheidung. Der Beschluss unterstreiche jedoch die Bedeutung und die Wichtigkeit dieses Themas. Bezüglich der Aufarbeitung der jüngeren pommerschen Kirchengeschichte sei bislang schon viel geschehen, aber noch nicht in dieser umfassenden und auf den Punkt bringenden Art und Weise, wie es die Projektpfarrstelle ermöglichen würde, so Gerd Panknin. „Wir befinden uns auf einem Weg, der noch lange nicht endet und den wir weiter gehen werden.“ Ergänzend fügte der Propst hinzu, dass der überschaubare Projektzeitraum von drei Jahren keine Auswirkungen auf die Pfarrstellensituation im PEK haben werde.

 

 

Mittelvergabe aus dem Baufonds 2019

 

Der Kirchenkreisrat beschäftigte sich in seiner Sitzung mit der Vergabe von Mitteln aus dem PEK-Baufonds 2019 für Patronatskirchen, für Sonstige Kirchen sowie für Pfarr- und Gemeindehäuser. Die Vergabeliste umfasst insgesamt 114 Sanierungsprojekte im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, davon entfallen 29 auf Patronatskirchen, 57 auf Sonstige Kirchen und 28 auf Pfarr- und Gemeindehäuser. Der Kirchenkreisrat beschloss für diese Projekte die Vergabe von 660.800 Euro aus dem PEK-Baufonds 2019 für Patronatskirchen, 654.600 Euro aus dem PEK-Baufonds 2019 für Sonstige Kirchen und 343.439,91 Euro aus dem PEK-Baufonds 2019 für Pfarr- und Gemeindehäuser. Der Fonds für Pfarr- und Gemeindehäuser 2019 ist damit noch nicht ausgeschöpft. Für die verbleibende Summe in Höhe von 61.460,09 Euro werden daher ausnahmsweise weitere Anträge für 2019 zugelassen, über die dann im Frühjahr 2019 entschieden wird, so der Beschluss des Kirchenkreisrats. Der Erstellung der Vergabeliste liege ein fester Bewertungskatalog zugrunde, informierte Propst Gerd Panknin vor der Beschlussfassung die Kirchenkreisratsmitglieder. Dabei ginge es um Kriterien wie beispielsweise bauliche Notsituationen, die Nutzung der Gebäude oder die Fördermitteleinwerbung. Die Entscheidung, welche Sanierungsprojekte auf die Liste kommen, war ein schmerzlicher Prozess, da die gesamte Antragshöhe bezüglich der Kirchensanierungen dreimal höher als das zur Verfügung stehende Finanzvolumen gewesen sei, so der Propst.

 

 

Umfangreiche Förderung für Jagdschloss Pasewalk in Aussicht

 

Die abschließende Fassaden- und Außenbereichssanierung des kirchen- und kulturgeschichtlich bedeutsamen Propsteisitzes in der Baustraße 5 in Pasewalk im ehemaligen Jagdschloss der Pommernherzöge kann voraussichtlich zeitnah realisiert werden. Grund dafür sind umfangreiche Fördermittelzusagen. Zu verdanken sind diese Zusagen vor allem dem außergewöhnlich großen Engagement der zuständigen Baubeauftragten des Kirchenkreises in der Propstei Pasewalk, Anett Burckhardt, der es gelang, eine Reihe nicht ausgeschöpfter Fördermöglichkeiten zu recherchieren und mit großem fachlichen Sachverstand und persönlichen Einsatz bei den Fördermittelgebern Gehör zu finden. Aufgrund unvorhergesehener Kostensteigerungen bei der Sanierung der Propstei Pasewalk hatte die Synode im Herbst die Sanierung der Fassade vorbehaltlich weiterer Prüfungen zurückgestellt. Die Kosten für diesen letzten Bauabschnitt betragen rund 200.000 Euro. Durch die eingeworbenen Fördermittel werden nun voraussichtlich Drittmittel in Höhe von 180.000 Euro verfügbar sein. Der Kirchenkreisrat beschloss angesichts dieser erfreulichen Entwicklung vorbehaltlich der Einwilligung des Bauausschusses die Umsetzung der geplanten Maßnahmen an Fassade und Außenanlagen des Gebäudes unter dem Vorbehalt, dass für die in Aussicht gestellten Förderungen die betreffenden Bewilligungsbescheide vorliegen. Die zugesagten Förderungen decken 90 Prozent der Baukosten ab. Sollten nicht sämtliche Förderungszusagen eingehalten werden, so soll das Vorhaben nach dem Beschluss des KKR auch bei einer Abdeckung von 70 Prozent umgesetzt werden.

 

 

Unterstützung für „Bläsermusik im Kerzenschein“

 

Der Kirchenkreisrat beschloss, der Evangelischen Kirchengemeinde St. Marien Greifswald für die „Bläsermusik im Kerzenschein 2018“ eine Zuwendung in Höhe von 1.000 Euro aus der Haushaltsstelle für „Projekte und Initiativen“ zu bewilligen. Die „Bläsermusik im Kerzenschein“ fand im vergangenen Jahr zum 43. Mal statt. Unter der Leitung von Landesposaunenwart Martin Huss ließen am 15. Dezember in drei aufeinanderfolgenden Konzerten mehr als 200 Bläser aus evangelischen Posaunenchören Advents- und Weihnachtslieder in der mit unzähligen Kerzen erleuchteten Greifswalder Marienkirche erklingen. Der Eintritt zur „Bläsermusik im Kerzenschein“ ist frei, es wird für die Eintrittskarten lediglich eine Schutzgebühr in Höhe von einem Euro erhoben. Für zahlreiche Greifswalder und für viele Menschen der Region sei die jährliche „Bläsermusik im Kerzenschein“ mit ihren geistlichen Klängen fester und unverzichtbarer Bestandteil der Vorweihnachtszeit sowie eine untrennbar mit der Adventszeit in der Hansestadt verbundene Tradition, hieß es zu der Entscheidung aus dem KKR. Die „Bläsermusik im Kerzenschein“ erfreue sich enormer Beliebtheit. Zudem handele es sich um ein Treffen von Posaunenchören aus dem gesamten Kirchenkreis. Der Kirchenkreisrat sprach allen Beteiligten seinen Dank aus und betonte das riesige ehrenamtliche Engagement. Zahlreiche Mitglieder des KKR sind selbst regelmäßig Besuchende dieser Konzerte.

         

 

Weitere Themen und nächster Sitzungstermin

 

Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit Überlegungen zu Pfarrstellenplanänderungen, mit der Vorbereitung der Frühjahrssynode, die am 29. und 30. März in Züssow stattfindet, mit dem Bewerbungsverfahren für die Projektstelle Orgelunterricht, mit Finanzfragen, mit dem Verfahren für Beschlüsse über Verpflichtungsermächtigungen, mit Personalfragen, mit Anträgen an den Denkmalfonds der Nordkirche 2019 sowie mit der Vergabe von Restmitteln aus dem Jahr 2017.

 

Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 19. Februar 2019 statt.

 

 

Stichwort Kirchenkreisrat

 

Der Kirchenkreisrat vertritt den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis in allen Angelegenheiten. Er führt die Aufsicht über die 153 Kirchengemeinden und ihre Verbände sowie über die Dienste und Werke und erteilt die erforderlichen Genehmigungen. Das Gremium besteht aus 13 Mitgliedern. Ihm gehören die Pröpstin und Pröpste der drei Propsteien des Kirchenkreises, Pröpstin Helga Ruch (Stralsund), Propst Gerd Panknin (Demmin) und Propst Andreas Haerter (Pasewalk), als geborene Mitglieder an. Die weiteren zehn Mitglieder wurden von der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gewählt: Sylvia Giesecke, Raik Harder, Dr. Gerd Albrecht, Wolfgang Banditt, Reinhard Kurowski, Beate von Randow, Dr. Gerrit Marx, Angelika Beyer, Pastor Dr. Ulf Harder und Johanna Hertzsch. Vorsitzender des Kirchenkreisrates ist Propst Gerd Panknin. Der Kirchenkreisrat bereitet die Entscheidungen der Kirchenkreissynode vor, bringt Vorlagen ein und führt die Beschlüsse aus. Er bringt den Haushalt ein und ist für die Durchführung verantwortlich. Er berät Pröpstin und Pröpste, beruft die Pastorinnen und Pastoren in die Pfarrstellen des Kirchenkreises und führt die Aufsicht über die Kirchenkreisverwaltung. Der Kirchenkreisrat im Internet: http://www.kirche-mv.de/Kirchenkreisrat.565.0.html

 


„Der vergessene Holocaust“ - Zoni Weisz stellt Autobiographie in Heidelberg vor

Foto: BonnitaPostma
Foto: BonnitaPostma

 

 

(Heidelberg/pm) - Am 16. Januar 2019, ab 18.15 Uhr liest Zoni Weisz in der Alten Aula der Universität Heidelberg aus seiner Autobiographie „Der vergessene Holocaust – Mein Leben als Sinto, Unternehmer und Überlebender“. In der anschließenden Gesprächsrunde widmen sich Zoni Weisz, der Zentralratsvorsitzende Romani Rose, der Anitsemitismusbeauftrage Baden-Württembergs Michael Blume und Frank Reuter, der Geschäftsführer der Forschungsstelle Antiziganismus den aktuellen Formen von Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus.

 

Der niederländische Sinto Zoni Weisz war sieben Jahre alt, als seine Familie von den Nationalsozialisten deportiert und später in den Konzentrationslagern ermordet wurde. Er selbst konnte durch die Hilfe eines niederländischen Polizisten entkommen und überlebte. Später machte Zoni Weisz Karriere als international erfolgreicher Florist. Am 27. Januar 2011 hielt er als erster Vertreter der Sinti und Roma zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eine Rede vor dem Deutschen Bundestag.

 

Bei der Veranstaltung liest Zoni Weisz aus seiner 2018 in Deutschland erschienenen Autobiographie „Der vergessene Holocaust“. Die anschließende Gesprächsrunde widmet sich aktuellen Formen von Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus  und  der drohenden Erosion demokratischer Werte in Deutschland und Europa. Trotz der mittlerweile zahlreichen Erfolge unter anderem der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma prägen noch heute traditionelle Feindbilder die gesellschaftliche Wahrnehmung von Minderheiten. Mit Blick auf das Erstarken von Populismus und Nationalismus sollen die Mechanismen und Funktionen solcher Feindbilder hinterfragt werden. 

 

Neben Zoni Weisz diskutieren Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), Frank Reuter (Forschungsstelle Antiziganismus) und Michael Blume (Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg). Die Diskussion wird moderiert von Dörthe Domzig (Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg).

 

 

16. Januar 2019
um 18:15 Uhr
Alte Aula der Universität 
Grabengasse 1, 69117 Heidelberg

 

 

Programm:

 

Begrüßung durch Bernhard Eitel 
Rektor der Universität Heidelberg

 

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Lesung Zoni Weisz

 

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Podiumsdiskussion
Mit Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), 
Frank Reuter (Forschungsstelle Antiziganismus), 
Michael Blume (Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg).


Moderation: 
Dörthe Domzig (Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg).

 


Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken fördert im Jahr 2019 Projekte in der Diaspora mit 14 Millionen Euro

 

Das Bonifatiuswerk fördert im Jahr 2019 Projekte in der deutschen, nordischen und baltischen Diaspora mit 14 Millionen Euro. Von Links: Präsident Heinz Paus, Vizepräsident Hermann Fränkert-Fechter, Generalsekretär Monsignore Georg Austen und Geschäftsführer Martin Guntermann. Foto: Patrick Kleibold

 

(Paderborn/bfw) - Mit 14 Millionen Euro unterstützt das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken im Jahr 2019 Projekte in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora. Einen Schwerpunkt der Projektförderung bildet die Kinder- und Jugendhilfe. Mit über zwei Millionen Euro werden u. a. Tageseinrichtungen für Kinder in Ostdeutschland, Religiöse Kinderwochen und bundesweite Projekte der Kinder- und Jugendpastoral gefördert.

 

„Als ‚Hilfswerk für den Glauben‘ ist es für uns Auftrag und Ziel, auf innovativen und bewährten Wegen den Menschen das Evangelium nahezubringen. Insbesondere Kindern- und Jugendlichen möchten wir die Möglichkeit geben, den christlichen Glauben als Orientierung für das eigene Leben zu erfahren und die Kirche als verbindende Gemeinschaft zu erleben“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Gerade in den bewegten und belasteten Zeiten der Kirche sei es von großer Bedeutung, sich aufmerksam zuhörend, ehrlich und seelsorgerisch den Menschen zuzuwenden.

 

Über zwei Millionen Euro fließen in den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Projekte in Deutschland werden mit 1,61 Millionen Euro, Projekte in Nordeuropa mit 200.000 Euro und Projekte in Estland und Lettland mit 70.000 Euro unterstützt.

 

Durch die Bauhilfe werden 65 Projekte mit 3,23 Millionen Euro unterstützt, darunter 36 Projekte in Deutschland mit 1,51 Millionen Euro, 25 Projekte in Nordeuropa mit 889.500 Euro und vier Projekte in Estland und Lettland mit 311.000 Euro. Für eilbedürftige Baumaßnahmen wurden 350.000 Euro zurückgestellt.

 

Die Glaubenshilfe fördert mit 810.000 Euro das missionarische Engagement und Projekte der Neuevangelisierung in Deutschland, aber auch Personal- und Praktikantenstellen mit missionarischem Charakter.

 

Mit 800.000 Euro unterstützt die Verkehrshilfe die Anschaffung von neuen BONI-Bussen. Jährlich können so bis zu 45 Fahrzeuge für Gemeinden, Institutionen und soziale Einrichtungen finanziert werden.

 

Initiativen zur Neuevangelisierung und Projekte der religiösen Bildungsarbeit werden mit 2,1 Millionen Euro unterstützt. Dazu zählen auch die Erstkommunionaktion, die Firminitiative und die Förderung christlichen Brauchtums. Zudem leitet das Bonifatiuswerk zweckgebundene Fördergelder des Diaspora-Kommissariates in Höhe von 4,7 Millionen Euro zur Unterstützung der pastoralen Arbeit nach Nordeuropa weiter.

 

„Für uns im Bonifatiuswerk ist der christliche Glaube sinnstiftend zukunftsweisend für ein gelingendes und erfülltes Leben. Seine ‚Frohe Botschaft‘ ist unser Mittelpunkt und zugleich unser Ansporn, eine zunehmend säkularisierte Gesellschaft aus christlichem Geist mitzugestalten. Dafür setzen wir uns aktiv ein. Doch dieser Einsatz wäre ohne die Großzügigkeit unserer Förderer und Spender nicht denkbar, denen ich von Herzen danke“, sagte der Präsident des Bonifatiuswerkes, Heinz Paus.


Trauer um Seelsorge-Experten und großen Kirchenmusik-Kenner

Paul-Gerhard Nohl starb im Alter von 85 Jahren

Foto: Privat
Foto: Privat

 

(Darmstadt / Friedberg/ekhn) - Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) trauert um Paul-Gerhard Nohl. Der frühere Professor für Seelsorge am Theologischen Seminar in Friedberg starb am Samstag (5. Januar)  kurz nach Vollendung seines 85. Lebensjahres. Nohl lehrte von 1991 bis 1998 an der Ausbildungsstätte für angehende Pfarrerinnen und Pfarrer, die inzwischen in Herborn konzentriert ist. Er prägte damit viele Theologinnen und Theologen auf ihrem Weg ins Pfarramt. Der Seelsorgeexperte galt auch als passionierter Kenner der Kirchenmusik. Er publizierte dazu zahlreiche Texte und organisierte musikalische Veranstaltungen in der Wetterau. Nohl  engagierte sich zudem in der Friedberger Nachbarschaftshilfe und gründete den Verein „Aktion Punkt“, der notleidende Bürgerinnen und Bürger unterstützt.

 

Zur Person

Paul-Gerhard Nohl wurde am 20. Dezember 1933 in Duisburg geboren. Nach dem Krieg legte er sein Abitur 1954 in Gießen ab. Danach studierte er in Marburg, Göttingen, Tübingen und Belfast evangelische Theologie. Zwischen 1960 und 1962 absolvierte er sein Vikariat, die praktische Ausbildung zum Pfarrer, in Bad Nauheim. Schließlich wurde er in Dillenburg ordiniert. Dort trat er 1962 auch seine erste Pfarrstelle an. Danach arbeitete er unter anderem als Pfarrer in Gießen und Herborn. Ab 1972 wandte er sich verstärkt der Seelsorge zu und arbeitete nebenamtlich im Seminar für Seelsorge in Frankfurt,  an der Uniklinik in Frankfurt sowie der Erziehungsberatung in Herborn. 1991 wurde er zum Professor für Seelsorge am Theologischen Seminar in Friedberg berufen. Dort arbeitete er bis zu seinem Ruhestand 1998. Von 1992 bis 1993 war Nohl zugleich Direktor des Seminars. Der Witwer hinterlässt zwei erwachsene Kinder.

 

Information

Die Trauerfeier für Paul-Gerhard Nohl findet am Dienstag, 15. Januar, um 13 Uhr in der Friedberger Stadtkirche (Stadtkirchenplatz) statt.


Regionale Angebote der Diakonischen Werke Mainz-Bingen und Worms-Alzey ab sofort aus einer Hand

Neues Diakonisches Werk Rheinhessen nimmt Arbeit auf

Klaus Engelberty. Foto:: privat
Klaus Engelberty. Foto:: privat

 

(Mainz/dw) - Die beiden Diakonischen Werke Mainz-Bingen und Worms-Alzey wurden zum 01. Januar 2019 zum Diakonischen Werk Rheinhessen zusammengeführt. In dem neuen Diakonischen Werk Rheinhessen, das zur Diakonie Hessen (Diakonie Hessen - Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e. V.) gehört, werden alle Angebote und Leistungen der beiden bisher unabhängigen Werke unter einem Dach weitergeführt. Dazu gehören Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, der Gemeinwesenarbeit, Flüchtlingshilfe, ebenso wie verschiedene ambulante Angebote der Schwangeren-, Schuldner- oder Suchtberatung.

 

„Mit dem neuen Diakonischen Werk Rheinhessen werden wir uns für die Menschen in der Region – mit all ihren individuellen Bedürfnissen, Sorgen und Problemen – einsetzen und sie noch besser unterstützen können. Alle bisherigen Angebote und Arbeitsplätze bleiben erhalten und werden sukzessive um neue, innovative diakonische Beratungs- und Betreuungskonzepte für Rheinhessen ergänzt,“ so Wilfried Knapp, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Hessen.

 

Klaus Engelberty, bisheriger Leiter des Regionalen Diakonischen Werkes Worms-Alzey, wurde die Gesamtleitung des neuen Werkes übertragen. „Mit dem neuen Diakonischen Werk Rheinhessen wollen wir noch effizienter und zielgerichteter unsere Arbeit auf die Menschen vor Ort ausrichten,“ so Engelberty. „Als vereintes, großes Werk in Rheinhessen werden wir auch sozialpolitisch zusammen mit der evangelischen Kirche in der Region noch stärker für die Menschen vor Ort eintreten.“   

 

Die beiden Diakonischen Werke Mainz-Bingen und Worms-Alzey haben in der Vergangenheit bereits mehrere Kooperationen gepflegt. So etwa in der Suchtarbeit oder in der Schwangerenberatung. Diese gemeinsamen Aktionen und Projekte, sowie kooperative Konzepte für die Region werden von nun an auch organisatorisch aus einer Hand entwickelt und umgesetzt.

 

 

 

Weitere Informationen über das Diakonische Werk Rheinhessen gibt es ab Ende Januar unter: www.diakonie-rheinhessen.de.

 


Ein Jahr Freiwilligendienst mit SoFia bei der Trierer Lebenshilfe

365 Möglichkeiten

Foto: bt
Foto: bt

 

 

 

(Trier/bt) – Zwischen knallbunten Kunstwerken an den Wänden und unzähligen Grünpflanzen sitzen 44 Frauen und Männer verschiedenen Alters und arbeiten konzentriert an ihren Werkbänken. Über ihren Köpfen ranken sich Schling- und Kletterpflanzen aus farbenfrohen Töpfen an langen Rohren entlang. Die Atmosphäre ist ruhig und entspannt, hin und wieder schallt fröhliches Gelächter durch den tageslichtdurchfluteten Raum. Der Anblick, der sich bietet, ist weit entfernt von dem Bild, das man im Kopf hat, wenn man sich eine Montagehalle für Autozubehör vorstellt.

 

Die Halle gehört zum Stammwerk der Trierer Lebenshilfe und ist seit knapp einem Jahr der Arbeitsplatz von Viktoriia Shulha. Die 24-jährige Ukrainerin absolviert hier einen Freiwilligendienst, der über den Verein Soziale Friedensdienste (SoFia) e.V. des Bistums Trier organisiert wird. Der Verein ermöglicht jungen Menschen, ein Jahr lang im Ausland einen persönlichen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. Shulhas Aufgaben sind ebenso vielfältig wie die Menschen, mit denen sie zusammenarbeitet – ein Großteil ihrer Kolleginnen und Kollegen hat eine Behinderung. Sie selbst packt nicht nur bei der Montagearbeit mit an, sondern hilft auch bei der Pflege der vorwiegend geistig behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder treibt mit ihnen Sport in der firmeneigenen Sporthalle. „Wenn es die Auftragslage zulässt“, schmunzelt sie, „basteln oder spielen wir auch einfach mal zusammen.“

 

Durch ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit bei den Maltesern in ihrer Heimatstadt Iwano-Frankiwsk war ihr die Arbeit mit Menschen, die eine Beeinträchtigung haben, bereits vertraut. In der westukrainischen Stadt, die etwa doppelt so viele Einwohner hat wie Trier, studierte sie Soziologie und Psychologie. Mit den Maltesern hatte sie Trier bereits einige Male besucht, daher war es für sie klar, dass sie ihren Freiwilligendienst in der Moselmetropole leisten wollte. Auch ihre Ziele hatte sie bereits klar definiert: Die fremde Sprache verstehen lernen und selbstständiger werden.

 

Mit zwei Wochen Verspätung aufgrund ihrer Uni-Abschlussprüfung kam die junge Frau in Trier an – und das mitten in der Karnevalssaison. Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter hatten zu dem Zeitpunkt schon 14 Tage Lernvorsprung im Deutschkurs. Anfangs gab es einige Dinge, die ihr seltsam vorkamen: „Nach einer gemeinsamen Stadtrallye mit den anderen Freiwilligen fragte mich eine Bekannte, ob ich ein ‚Fußpils‘ [Bier zum Mitnehmen, Anm. d. Red.] möchte für den Weg zur Party. Damit konnte ich gar nichts anfangen. Das hat sich aber schnell aufgeklärt“, erklärt sie augenzwinkernd. Noch wertvoller als der Deutschunterricht und Veranstaltungen sei für sie aber die tagtägliche Arbeit mit Menschen: „So lernt man viel schneller und es wird nie langweilig!“.

 

Nach der Eingewöhnungsphase bei einer Gastfamilie in Trier-Irsch übernahm Shulha das Wohnheimzimmer ihrer Vorgängerin im Trierer Norden. Ostern und Weihnachten feierte sie aber im Hause ihrer Gasteltern, auf deren Rat und Hilfe sie sich stets verlassen könne. Gemeinsam mit ihnen feierte sie Weihnachten im Dezember – für Shulha, die der orthodoxen Gemeinde in der Ukraine angehört, ein paar Tage zu früh. In ihrer Heimat fällt der Heiligabend auf den 6. Januar, da sich russisch-orthodoxe Feiertage nach dem julianischen Kalender ausrichten, wohingegen katholische, evangelische und griechisch-orthodoxe Christen nach dem gregorianischen Kalender leben. Nach dem deutschen Weihnachtsfest, das ihr „wie im Film“ vorkam, feierte sie Weihnachten wie sie es kannte, ganz traditionell mit zwölf verschiedenen Speisen und neuen Freunden, aber ohne Geschenke. Die gibt es bei russisch-orthodox Gläubigen schon am Nikolaustag.

 

Vieles sei anders hier in Deutschland, sei es der fehlende Schnee im Winter, den Shulha so schmerzlich vermisst, oder deutsche Hang zu Ordnung und Organisation: „Einer meiner Lieblingsplätze auf der Arbeit ist der Lagerraum. Es ist alles so ordentlich und übersichtlich. Auch der deutsche Busverkehr funktioniert wie ein Uhrwerk, wenn nicht gerade gestreikt wird“, sagt sie und fügt hinzu: „aber wenn man nette Kollegen hat, die einem ein Fahrrad leihen, ist das nicht weiter problematisch.“ Auch sei in Deutschland alles auf Termine ausgerichtet, was oftmals hilfreich sei. Drei Monate auf einen Arzttermin zu warten sei dagegen unangenehm: „Was soll man in den drei Monaten machen? Nicht sterben!“, erklärt sie scherzhaft.

 

In wenigen Wochen endet ihr Einsatz mit SoFia und Viktoriia Shulha wird in ihre Heimatstadt zurückkehren. Im vergangenen Jahr hat sie einiges erlebt: „Ich habe so viel gesehen und konnte viele Ausflüge machen, z.B. nach Metz, Luxemburg, Mailand, Amsterdam und Brüssel. Das Europäische Parlament wollte ich mir unbedingt ansehen!“ Die Arbeit für die Lebenshilfe habe sie stärker und ausgeglichener gemacht – auch fühle sie sich nach einem Jahr Friedensdienst im Ausland erwachsener. Sie habe ihr „inneres Licht“ gefunden. Ob sie in Deutschland bleiben möchte? Nein, sagt sie, aber: „In diesem einen Jahr im Freiwilligendienst kann man so viele großartige Erfahrungen sammeln – mehr als andere Menschen vielleicht in ihrem ganzen Leben.“ Der Freiwilligendienst gebe einem die Möglichkeit, eine fremde Gesellschaft kennenzulernen – mit anderen Leuten und einer anderen Kultur. Gute Aspekte daran könne man mit nach Hause nehmen, in die Arbeit vor Ort integrieren und diese verbessern. Zuhause möchte sie weiter im sozialen Bereich tätig sein, vielleicht als Sozialarbeiterin.

 

Es stimme sie traurig, sich bald von den Menschen, die ihr in Trier und insbesondere in der Lebenshilfe ans Herz gewachsen sind, verabschieden zu müssen. „Es ist so schön, jetzt endlich die Geschichten verstehen zu können, die mir die Leute hier erzählen!“, versichert sie und fügt mit Blick auf ihr Team hinzu: „Das Jahr Freiwilligendienst bietet nicht nur eine, sondern 365 Möglichkeiten“.

 

Wer sich für einen Friedensdienst im Ausland mit SoFia e.V. interessiert, findet unter www.sofia-trier.de weitere Informationen.

 


Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt 108 Sternsinger in Berlin

„Ihr seid Segensbringer und Botschafter“

Foto: © Ralf Adloff / Kindermissionswerk
Foto: © Ralf Adloff / Kindermissionswerk

 

(Berlin/kmw) - Bereits zum 14. Mal hat Bundeskanzlerin Angela Merkel 108 Sternsinger im Kanzleramt empfangen. Aus allen 27 deutschen Diözesen waren am Montagvormittag jeweils vier Sternsinger nach Berlin gereist und vertraten dort die rund 300.000 engagierten Mädchen und Jungen, die sich um den Jahreswechsel bundesweit in mehr als 10.000 katholischen Pfarrgemeinden und Einrichtungen an der 61. Aktion Dreikönigssingen beteiligen.

 

„Ihr seid Segensbringer und Botschafter. Eure Botschaft ist: Wir gehören zusammen. Dass Ihr in diesem Jahr besonders auf die Situation von Kindern mit Behinderung aufmerksam macht, ist sehr wichtig. Manchmal werden Menschen, die ein bisschen anders sind, gehänselt und haben es nicht so einfach. Deshalb ist es auch ganz wichtig, dass wir mit Menschen mit Behinderung so umgehen, dass wir ihre Würde auch immer respektieren und uns in sie hineinversetzen“, sagte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in Richtung der kleinen und großen Könige. „Dass es so viele von Euch gibt und dass es die Betreuer gibt, das ist genau die Botschaft an uns alle und an die Menschen, die Ihr besucht: Macht doch auch was! Wer nur ein kleines bisschen hilft, kann schon einen Beitrag dazu leisten, dass woanders sich das Leben eines Menschen verändert“, so die Bundeskanzlerin.

 

„Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ heißt das Motto der 61. Aktion Dreikönigssingen, bei der Kinder mit Behinderung im Mittelpunkt stehen. Mit einzelnen Statements machten die Sternsinger auf die Situation von Kindern mit Behinderung weltweit aufmerksam, so wie auf das Schicksal eines kleinen Mädchens im Beispielland der aktuellen Aktion: „Ich stehe hier für Ángeles aus Peru. Sie kann wegen ihrer Krankheit nicht laufen oder tanzen. Ihre Mutter muss sie steile Wege hinauf- und hinuntertragen und sie in einem Kinderbuggy schieben. In der Schule hat Ángeles einen Rollstuhl. Weil es uns, die Sternsinger, gibt, bekommt sie im Zentrum Yancana Huasy spezielle Förderungen und Therapie.“

 

Seit 1984 bringen die Sternsinger jedes Jahr ihren Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ ins Bundeskanzleramt. In diesem Jahr waren es die Sternsinger Alma (11), Aaron (13), Lutz (12) und Till (10) aus der Gemeinde St. Jakobus in Darmstadt-Kranichstein (Bistum Mainz), die den Segen im Bundeskanzleramt anschreiben durften.

 

Die Sternsinger aus dem Bistum Mainz nahmen auch die Spende der Bundeskanzlerin entgegen. Sie unterstützt damit ein Projekt in der peruanischen Amazonasregion, in dem Ordensfrauen die Gesundheit, Entwicklung und gesellschaftliche Integration von Kindern mit Behinderung fördern. Die Ordensfrauen des Apostolischen Vikariats San José del Amazonas unterhalten dort zwei Rehabilitationszentren für rund 50 Babys und Kinder mit Behinderung bis 15 Jahren.

 

Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der die Gruppen gemeinsam mit Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, ins Kanzleramt begleitet hatte, bedankte sich bei Bundeskanzlerin Merkel für die Einladung und ging auf das Schwerpunktthema der Aktion ein. „Jedes Kind hat ein Recht zu Leben. Jedes Kind ist eine Bereicherung für unsere Welt, für unser Land, und für alle, die diesen Kindern helfen. Besonders deren Eltern haben ein Recht auf Unterstützung und auf Akzeptanz. Dies ist die Aufgabe des Staates, aber auch aller Bürgerinnen und Bürger. Es ist die Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Auch die Sternsinger haben in diesem Jahr großen Wert darauf gelegt, die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung stärker zu sehen. Wir haben dadurch dazu gelernt und hoffen, so selbst unser diesjähriges Motto einzulösen: Wir gehören zusammen“, so Bingener.

 

Sternsinger haben starke Partner

 

Hinter den 300.000 engagierten Mädchen und Jungen, die bundesweit von Tür zu Tür gehen, stehen zwei starke Partner: Das Hilfswerk der Sternsinger und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Gemeinsam blicken beide Akteure auf eine erfolgreiche Geschichte zurück, denn seit ihrem Start im Jahr 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Insgesamt haben die Sternsinger bisher über eine Milliarde Euro gesammelt. Weltweit konnten dadurch mehr als 73.000 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert werden.

 

 


Gruppenleiterseminar in den Osterferien

Ein Kurs voller Einblicke

 

 

(Rostock/cme) - Die Evangelische Jugend Mecklenburgs (EJM) in der Propstei Rostock bietet in den Osterferien (12. bis 18. April 2019) für Jugendliche ab 15 Jahren ein Gruppenleiterseminar an. Der Kurs in Neu Sammit bereitet auf den Erwerb der bundesweit anerkannten Jugendleiter-Card („Juleica“) vor. Die Teilnehmenden bekommen dabei das nötige Rüstzeug für das Leiten von Kinder- und Jugendgruppen. Alle Interessierten und Engagierten sind – unabhängig von Kirchenmitgliedschaft – herzlich eingeladen.

 

 

 

In den Tagen der Ausbildung gibt es vielfältig Gelegenheit, eigene Begabungen und Stärken zu entwickeln und in die Teamarbeit einzubringen. „Wer also Lust hat auf das ebenso begeisternde wie herausfordernde Engagement als Gruppenleiterin oder Gruppenleiter, ist hier genau richtig“, sagt Regionalreferent Renè Borowski. Darüber hinaus sei die Juleica als Nachweis von Engagement und sozialer Kompetenz allgemein anerkannt und deshalb eine gern gesehene „Beilage“ bei Bewerbungen aller Art.

 

 

 

Borowski: „In der Kurswoche lernen die Teilnehmer neue Menschen kennen und in den unterschiedlichen Kurseinheiten, den Andachten, dem gemeinsamen Essen und beim Abendprogramm können sie ein abwechslungsreiches Programm und jede Menge Spaß erleben.“ Neben dem Programm der Juleica-Kurse werde das Thema des ökologischen Fußabdruckes in der Evangelischen Kin der- und Jugendarbeit eine Rolle spielen, konkret soll die ökologische Verantwortung geweckt und geschärft werden.

 

 

 

Der Grundkurs beinhaltet u.a. die Themen Spielepädagogik und Methodik, Entwicklungspsychologie oder die rechtlichen Grundlagen. Der Aufbaukurs gibt Tipps, wenn es einmal knifflig wird und beispielsweise die Stimmung in der Gruppe einmal im Keller ist. „Im Austausch mit anderen Gruppenleitern findet sich eine gute Idee für eine Andacht und vieles mehr“, so Renè Borowski. 

 

 

 

Der Teilnehmerbeitrag beträgt 100 Euro. Weitere Informationen und Anmeldung (bis 25. 01. 2019): Renè Borowski. 0175-614 88 33 bzw. rene.borowski@elkm.de

 

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chrismon fördert Gemeinden mit 25.000 Euro Vergabe durch Online-Publikumswahl und Juryentscheid

Förderwettbewerb "chrismon Gemeinde 2019" gestartet

Foto: Chrismon
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(Frankfurt am Main/ts) – Ob Kirchenrenovierung, Gemeinde- und Sozialarbeit für Jung und Alt, Unterstützung von Flüchtlingen oder regionale Kulturprojekte – die Begeisterung und Vielfalt der Projekte von unzähligen ehrenamtlich engagierten Christen ist beeindruckend. Gemeinden bringen großartige Dinge auf den Weg, auf die man stolz sein kann – und über die man reden darf. Mit dem Förderwettbewerb chrismon Gemeinde will die evangelische Monatszeitschrift dieses Engagement würdigen. Über 600 Gemeinden haben sich in den vergangenen Jahren bereits daran beteiligt. Hunderttausende Menschen stimmten für die Projekte ab und fieberten mit. 

 

2019 sucht chrismon bereits zum fünften Mal spannende und kreative Projekte von Kirchengemeinden – in einem Jurywettbewerb mit Publikumsbeteiligung. Mitmachen können alle evangelischen, katholischen und freikirchlichen Gemeinden, die der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) angehören. Die Bewerbung ist ab sofort unter www.chrismongemeinde.de möglich. Die Publikumswahl beginnt am 12. März und endet am 4. April 2019.

 

Die Preisgelder in Höhe von insgesamt 25.000 € stellen die „Bank für Kirche und Diakonie – KD-Bank“, das „Gustav-Adolf-Werk“,  „Gemeindebrief – Magazin für Öffentlichkeitsarbeit“ und „Brot für die Welt“ bereit.

 

Unter den 30 vom Publikum nominierten Gemeinden wählt eine fachkundige Jury fünf Projekte aus und fördert diese mit Preisen zwischen 3.000 und 1.000 Euro. Die drei Kirchengemeinden mit den meisten Publikumsstimmen erhalten Preise von 2.000 Euro, 1.000 Euro und 500 Euro. Ferner vergibt die Jury sieben zusätzliche Preise in Höhe von 1.000 Euro in den Kategorien „Besonderer Gottesdienst“, „Diakonie“, „Flüchtlingsarbeit“, „Jugend“, „Kirchenrenovierung“, „Musik“ sowie „Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising“. Erstmals wird zusätzlich ein mit 5.000 Euro dotierter Sonderpreis von Brot für die Welt an eine Gemeinde vergeben, die sich in besonderer Weise um die Lebensverhältnisse von Menschen in armen Regionen weltweit kümmert.

 

Alle Informationen zur Bewerbung unter: www.chrismongemeinde.de

 

chrismon wird mit einer Auflage von 1,6 Millionen Exemplaren den großen deutschen Tages- und Wochenzeitungen beigelegt, u.a. der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, der „Süddeutsche Zeitung“, der „Welt“, der „Welt am Sonntag“ und der „Zeit“. Verlegt wird chrismon vom Hansischen Druck- und Verlagshaus (HDV), einer 100-prozentigen Tochter des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP). Die zentrale Medieneinrichtung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) trägt unter anderem die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd), die Rundfunkarbeit der EKD und das Onlineportal evangelisch.de.

 


Sexueller Missbrauch: Präventionsprogramm wird ausgebaut

Fürst fordert mehr Einsatz für den Klimaschutz: „Wir haben keinen Planeten B"

(Stuttgart/drs) -. „Der Mensch ist nicht Shareholder der Schöpfung, sondern ihr Treuhänder. Wenn wir jetzt nicht endlich eingreifen beim Klimaschutz, dann bedeutet das für die Kinder, dass sie im Laufe ihres Lebens die dramatischen Auswirkungen unseres derzeitigen Verhaltens am eigenen Leib und Leben erleiden müssen!“ – Mit einem dramatischen Appell an Politik und Gesellschaft hat Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, zu einem viel größeren und konsequenteren  Einsatz für den Erhalt unseres Planeten aufgerufen: „Die Erde ist unser einziges gemeinsames Haus, das wir bewohnen können. Wir haben keinen Planeten B.“

 

Tief enttäuscht zeigte sich Fürst von den „unzureichenden Ergebnissen“ der Klimakonferenz von Kattowitz mit ihren „mutlosen Zusagen, die Kohlendioxid-Emissionen mit konkreten Maßnahmen zu senken“. Bewältigt werden könne diese beispiellose Zivilisationskrise nur durch die Verbindung von Glaube und Vernunft. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart habe im Rahmen ihres Selbstverständnisses als schöpfungsfreundliche Kirche bereits 2007 eine eigene Klimainitiative ergriffen, ihr im Jahr 2008 eingerichtete, mit zwölf Milionen Euro ausgestatteter Nachhaltigkeitsfonds fördert die Verwendung regenerativer Energien und die energetische Optimierung des Gebäudebestandes der Kirche. 2017 haben die beiden katholischen Diözesen und die Landeskirchen Baden-Württembergs ein „Bündnis für Klimagerechtigkeit“ geschlossen.

 

In seiner Neujahrsrede vor über 300 geladenen Gästen im Neuen Schloss in Stuttgart ging Bischof Fürst auch auf das Thema sexueller Missbrauch ein. Wachsamkeit und entschiedenes richtiges Handeln seien auch künftig das Gebot der Stunde, die Diözese werde deshalb ihr Präventionsprogramm ausbauen. An die staatliche Seite richtete Fürst die Bitte, die Zertifizierung von Einrichtungen zu ermöglichen, die sich in der Prävention sexuellen Missbrauchs angemessen und kompetent verhielten – ähnlich wie beim audit „berufundfamilie“ der gemeinnützigen Hertie Stiftung oder beim EU-Öko-Audit EMAS.

Dr. Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrates, stellte im Blick auf das laufende „Jahr der Jugend in der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Frage, wie es der Kirche gelingen könne, den häufig verlorenen Kontakt zur jungen Generation wieder herzustellen: „Viele junge Menschen sind nicht weit weg – aber sie warten möglicherweise auf Zeichen, dass wir ihnen nahe sind und sie nicht abgeschrieben haben.“ Jugendliche wieder stärker für die Botschaft des Evangeliums zu gewinnen, könne nur gelingen, wenn man ihnen authentisch und  glaubwürdig auf Augenhöhe begegne, „frei von Missbrauch von Macht“.


Früherer Präses der Kirchensynode Otto Rudolf Kissel begeht 90. Geburtstag

„Keine Angst vor Auseinandersetzungen“

 

(Darmstadt/ekhn) - Der frühere langjährige Präses der hessen-nassauischen Kirchensynode und Präsident des Bundesarbeitsgerichts, Otto Rudolf Kissel, begeht am 8. Januar seinen 90. Geburtstag. Kissel stand zwischen 1969 und 1986 an der Spitze der Synode, dem mit einem Parlament vergleichbaren Gremium in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

 

Der amtierende Präses der Kirchensynode, Ulrich Oelschläger, bezeichnete den promovierten Juristen als Christen, der „sich über viele Jahrzehnte stark für die evangelische Kirche engagiert hat“. Zu Beginn seiner Amtszeit als Präses habe sich Kissel der wichtigen Aufgabe einer weiteren „Demokratisierung der Kirche“ verschrieben und maßgebliche Gesetzesänderungen vorangetrieben. So sei es unter anderem seiner Initiative zu verdanken, dass das Amt der Kirchenpräsidenten von der Aufgabe des Leiters der Kirchenverwaltung getrennt worden sei. Kissel habe sich dabei „immer für rechtsstaatliche Grundsätze und Verfahrensweisen eingesetzt“. Dabei habe er auch „Diskussionen und Auseinandersetzungen nicht gescheut“, so Oelschläger.

 

Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung bezeichnete Kissel als „Jurist mit klarer Linie und tiefem Glauben“. Er erinnerte daran, dass Kissel die Synode in einer Zeit „sehr kontroverser Diskussionen“ sicher geleitet habe. Dass bei allen Meinungsunterschieden dennoch „Geschwisterlichkeit und der Respekt vor abweichenden Auffassungen“ ein wichtiger Stellenwert in der evangelischen Kirche bleiben muss – darauf  habe Kissel immer wieder bestanden, so Jung.

 

Zur Person

 

Otto Rudolf Kissel wurde am 8. Januar 1929 in Frankfurt geboren. Dort bestand er 1948 das Abitur und studierte Jura. 1952 legte er das Erste Staatsexamen ab, 1954 promovierte er, 1956 folgte das Zweite Staatsexamen. Dann wurde Kissel Richter am Amtsgericht Frankfurt, 1959 wechselte er als Justiziar und Pressereferent in das Justizministerium. 1963 übernahm er die Leitung der Hessischen Landesvertretung in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Bereits 1964 wurde Kissel Abteilungsleiter im Ministerium. 1970 kehrte er als Präsident an das Oberlandesgericht nach Frankfurt zurück. 1981 wurde Kissel Präsident des Bundesarbeitsgerichts, dessen Sitz 1989 von Frankfurt nach Erfurt verlegt wurde. Kissel verfasste zahlreiche juristische Fachpublikationen, war Honorarprofessor in Gießen und hatte etliche Ehrenämter zum Beispiel im Verwaltungsrat des Hessischen Rundfunks und in der Gesellschafterversammlung der FAZ inne. Dafür wurde ihm das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen. 2012 erhielt er auch die Niemöller-Medaille; die höchste Auszeichnung der EKHN.

 

Besonders umfangreich war Kissels kirchliches Engagement. Er gehörte drei Jahrzehnte lang dem Kirchenvorstand der Christophorus-Gemeinde in Frankfurt und der Dekanatssynode Frankfurt-Höchst an. 1962 berief ihn die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in ihre Disziplinarkammer. 1968 wurde er Mitglied der Kirchensynode der EKHN und arbeitete dort im Rechtsausschuss und im Verwaltungsausschuss mit. 1969 wählte ihn die EKHN-Synode als ihren Präses. Kissel übernahm das Amt von Dr. Hans Wilhelmi und hatte es bis Januar 1986 inne. Zwei Mal wurde er im Amt wieder gewählt. Von 1969 bis 1976 gehörte er zudem der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland an.

 

 

 


Bischof Ackermann ermutigt zu Gelassenheit und Wahrhaftigkeit – Konkrete Schritte zu „Pfarreien der Zukunft“ werden im Januar vorgestellt

Alle Schritte ins Neue bleiben ein Wagnis

Foto: bt
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(Trier/bt) – „Alle Schritte ins Neue bleiben ein Wagnis.“ Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann an Silvester 2018 betont. Christinnen und Christen dürften und könnten diese neue Schritte in Gelassenheit und Klarheit gehen. Denn Gott selbst gebe seine Zusage, dass er sich durch die Menschwerdung in Jesu Christi endgültig und unwiderruflich an diese Welt gebunden hat. Davon Zeugnis zu geben, sei wesentlich Aufgabe der Christen. „Und wir können es mit dem Selbstbewusstsein tun, von dem der Hebräerbrief geprägt ist: einem Selbstbewusstsein, das sich von Gott gekannt, geliebt und gebraucht weiß und gerade deshalb andere nicht an die Wand spielen muss“, sagte Ackermann. (Die Predigt im Wortlaut)

 

Der Bischof entwickelte in der Silvesterpredigt im Trierer Dom seine Überlegungen zur „christlichen Endzeitstimmung“ aus der Weihnachtspredigt weiter und erinnerte an verschiedene Phänomene wie den zunehmenden Nationalismus und das nachlassende Bekenntnis zur europäischen Gemeinschaft oder an einen verstärkten Populismus und die zunehmende Polarisierung von Auseinandersetzungen. Er könne durchaus verstehen, dass bei manchen Menschen Endzeitstimmung aufkomme: „Ererbte Vorstellungen, unerschütterlich geglaubte Institutionen, gesellschaftliche Systeme, vertraute Bilder sind dabei, unterzugehen, oder zerbrechen regelrecht vor unseren Augen.“

 

 

Das Zergehen von Bestehendem kann auch froh machen

 

Weltliche Endzeitstimmung schaue vor allem zurück und bleibe damit hängen an dem, was vergeht. Und auch in der biblischen Vorstellung von der Endzeit zerbreche Bestehendes: „Aber das ist für den gläubigen Menschen auch nicht verwunderlich. Denn für ihn sind die Verhältnisse, in denen er lebt, ohnehin vorläufig. Sie bestehen nicht ewig. Diese Einsicht kann traurig stimmen, und man darf durchaus über den Verlust von Vertrautem und Liebgewonnenem trauern!“, sagte Ackermann. Aber das Zergehen von Bestehendem könne auch froh machen und freier; besonders dann, wenn Menschen unter den Verhältnissen zu leiden haben, in denen sie leben müssen. So sei es „gut und richtig, wenn auch die dunklen Seiten der Kirche ans Licht kommen, und wenn überkommene Kirchenbilder zerbrechen, die nicht mehr der Realität entsprechen – ihr vielleicht nie entsprachen“, betonte Ackermann: Das gelte gerade auch mit Blick auf die Aufarbeitung der Verbrechen durch sexuellen Missbrauch im Raum der Kirche. „Das ist einerseits schmerzlich und enttäuschend, aber es verhilft doch zu mehr Wahrhaftigkeit und Wahrheit. Vergessen wir nicht: Oft genug waren der verschwiegene Schmerz und die stille Enttäuschung der Opfer der Preis für das strahlende Bild von der Kirche: Ein hoher, ein zu hoher Preis.“

 

Auch beim kirchlichen Leben in den Pfarreien, Gemeinschaften, Gruppen und Einrichtungen im Bistum gehe es um eine größere Wahrhaftigkeit: „Wir müssen mehr noch als bisher zugeben, dass Schein und Sein, Festtag und Alltag allzu oft dramatisch auseinanderklaffen.“ Zwar sei die Volkskirche in manchen Bereichen langlebiger als gedacht. „Ohne Bestehendes mutwillig zu zerstören, heißt es aber auch hier, uns noch ehrlicher zu machen und die Wirklichkeit anzunehmen. Dazu brauchen wir die Vokabel von der Endzeit nicht zu scheuen“, erklärte der Bischof.

 

 

Ehrenamt stärken, unterstützen und attraktiver machen

 

Mehr als bisher sollen in den neuen Pfarreien die verschiedenen Orte und Formen von Kirche miteinander vernetzt werden. Der Blick soll sich über den kirchlichen Binnenraum hinaus auf das soziale Miteinander der Menschen richten. Ackermann erinnerte daran, dass in den vergangenen Monaten Gruppen aus Ehren- und Hauptamtlichen, Experten und Praktikern sich mit der konkreten Umsetzung der Synoden-Beschlüsse befasst haben. Sie hätten darüber beraten, welchem inneren Bild die haupt- und ehrenamtlich Tätigen in den Pfarreien der Zukunft folgen sollen; wie damit die von der Synode beschlossenen Perspektivwechsel umzusetzen sind; wie etwa eine diakonische Ausrichtung der Pfarrei und wie Leitungsverantwortung im Team gelingen können. Schließlich sei es darum gegangen, welches die angemessenen Formen von Organisation und Verwaltung in Pfarreien und Bistum sind. Ein wichtiges Ziel sei, das Ehrenamt in den zukünftigen Pfarreien „zu stärken, es wirksam zu unterstützen und dadurch möglichst attraktiver zu machen“.

 

Für ihn als Bischof sei das Zielbild für die Pfarreien dadurch klar geworden. „Wie wir im Laufe des kommenden Jahres und dann ab Beginn des Jahres 2020 die weiteren Schritte auf die Pfarreien der Zukunft hin konkret setzen, werden wir am 10. Januar 2019 dem Bistum und der Öffentlichkeit vorstellen.“ Ackermann betonte, man werde nicht alles im Vorhinein beschreiben und bestimmen können. „Erst im Gehen werden wir mehr Klarheit darüber gewinnen, was gangbar ist und was geht, wo es weitere Präzisierungen und möglicherweise auch Nachjustierungen oder gar Korrekturen braucht.“ Dass Neues ein Wagnis sei, habe schon die Überschrift des Synodendokuments angedeutet: „Schritte in die Zukunft wagen“, heißt es dort. „Was am Ende der Synode poetisch und vielleicht etwas euphorisch klang, zeigt sich nun in einem tiefergehenden Sinn.“

 

 

Christliche Endzeitstimmung als Kriterium zur Selbstüberprüfung

 

„Christliche Endzeitstimmung ist eine Stimmung voller Hoffnung, ausgestattet mit Selbstbewusstsein und Lebensstärke“, ermutigte Ackermann die Gläubigen. In diesem Bewusstsein zu leben, helfe, zu unterscheiden zwischen dem, was bleibt und wofür einzusetzen es sich lohnt, und dem, was vorläufig ist und vergeht. Damit wolle er die geschenkten Gaben und Mittel dieser Erde nicht abwerten, sagte der Bischof. „Aber es gibt ihnen den Platz, der ihnen zukommt: Die zeitlichen Güter und Möglichkeiten, die wir haben, sollen uns helfen zu leben. Sie sind Mittel, nicht Zweck. Damit gibt ein endzeitliches Bewusstsein uns zugleich ein Kriterium zur kritischen Selbstüberprüfung. Es hilft uns nämlich, zu erkennen, woraus wir leben: Ist es in der Tiefe unserer Existenz Gottes Zusage und Gottes Kraft, oder ist es letztlich doch nur das Vertrauen in unsere eigenen Kräfte, eigenen Ideen und Strategien?“ Diese Frage gelte im Blick auf das kirchliche Leben im Bistum ebenso wie im Blick auf das persönliches Leben.

 


Papst Franziskus segnet Sternsinger aus dem Bistum Osnabrück beim Neujahrsgottesdienst

Königinnen und Könige bringen Gaben zum Altar im Petersdom

 

(Aachen/Vatikanstadt/kmw) - „Es war sehr schön als der Papst uns die Hand gegeben und gesegnet hat, ein unvergesslicher Moment“, erzählte der elfjährige Maximilian sichtlich beeindruckt nach dem Neujahrsgottesdienst am Dienstag im Petersdom. Und auch die 13 Jahre alte Hannah war von der Begegnung mit dem Heiligen Vater vor dem Altar in St. Peter begeistert: „Es war ein sehr tolles Erlebnis, es wird immer seinen Platz in unserem Herzen behalten.“ Die drei Sternsinger Tina (12), Hannah und Maximilian aus der Pfarrei St. Johannes in Spelle (Bistum Osnabrück) hatten am ersten Tag des neuen Jahres eine würdevolle Aufgabe. In ihren Sternsingergewändern trugen sie die Gaben zum Altar im Petersdom. „Es war sehr aufregend“, sagte die zwölfjährige Tina strahlend zu ihrer Begegnung mit dem Heiligen Vater am Neujahrstag in Rom.

 

 

 

Hannah, Maximilian und Tina sowie Sternträger Tobias (13) aus dem Emsland gehörten zu den 20 Sternsingern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, aus Ungarn und der Slowakei, die den Jahreswechsel in Rom verbracht hatten und am Dienstag, 1. Januar, den Neujahrsgottesdienst mit dem Heiligen Vater feiern durften. Gemeinsam hatte man unter anderem die Päpstliche Schweizergarde besucht und am Silvestertag eine Messe in der römischen Gemeinde S. Maria dell´Anima gefeiert. Bereits zum 15. Mal seit 2001 durften an Neujahr Sternsinger bei der Gabenprozession im Petersdom dabei sein.

 

 

 

 

 

Segen auch für die deutschen Kardinäle

 

„Gute Politik steht im Dienste des Friedens“, lautet das Leitwort des Papstes zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2019, mit dem der Heilige Vater zum Jahresbeginn erneut ein deutliches und politisches Zeichen des Friedens setzte. „Dieser Friedensbotschaft schließen sich die Sternsinger mit ihrem Einsatz für benachteiligte Kinder in aller Welt gerne an“, so Prälat Dr. Klaus Krämer. „Überall in Deutschland bringen die Mädchen und Jungen in den kommenden Tagen mit ihrem Segen die Botschaft vom Frieden zu den Menschen. Es freut mich, dass der Heilige Vater diesen Einsatz erneut gewürdigt hat“, sagte der Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, der die fünf Gruppen in Rom und zum Gottesdienst begleitet hatte.

 

 

 

Im Anschluss an den Segen auf dem Petersplatz wurden die Königinnen und Könige aus dem Bistum Osnabrück selbst zu Segensbringern. „20*C+M+B+19“ schrieben sie an die Wohnungstüren der deutschen Kardinäle Gerhard Ludwig Müller und Walter Kasper. Empfangen wurden sie am Nachmittag auch von Dr. Michael Koch, dem deutschen Botschafter beim Heiligen Stuhl. Für die vier Sternsinger aus Spelle wurde der Neujahrstag zum Auftakt für ein sicherlich ereignisreiches Jahr. Am 28. Dezember ist ihre Heimatdiözese Osnabrück Gastgeber der bundesweiten Eröffnung der nächsten Aktion Dreikönigssingen. Zahlreiche Mädchen und Jungen werden dann im Norden der Republik erwartet.

 

 

 

Mehr als eine Milliarde Euro, mehr als 73.100 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 73.100 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 60. Aktion zum Jahresbeginn 2018 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.148 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 48,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

 

 

 


Mit einem großen Dankeschön: Weihbischof Matthäus Karrer sendet 280 Kinder und Jugendliche aus zur Sternsingeraktion 2019

„Freude und Hoffnung für Menschen in Peru“

Foto: drs
Foto: drs

 

(Stuttgart/drs). „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen - in Peru und weltweit!“ Unter diesem Motto hat Weihbischof Matthäus Karrer heute Nachmittag stellvertretend für alle anderen 280 Sternsingerinnen und Sternsinger aus der gesamten Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgesandt zu ihrer Aktion 2019. Ein schöneres Motto als das genannte, so Karrer bei einem Gottesdienst in der gut besetzten Konkathedrale St. Eberhard, könne es gar nicht geben: „Das ist die Botschaft, die Jesus Christus uns mit auf den Weg gegeben hat!“ Die Sternsinger brächten durch ihr Tun, für das sie sogar einen Teil ihrer Ferien opferten, „den Menschen in Peru Freude und Hoffnung“. 

 

Bis zum Dreikönigstag werden dieses Jahr wieder allein in Baden-Württemberg rund 50.000 Kaspars, Melchiors und Balthasars unterwegs sein, um die Häuser zu segnen und Geld zu sammeln für Kinder, denen es nicht so gut geht. Der Erlös der Sternsingeraktion 2019 ist behinderten Kindern in Peru zugedacht - weshalb heute gleich mehrere Alpakas die Prozession vom St. Agnes-Gymnasium durch die Stuttgarter Innenstadt zur Domkirche begleiteten. In seinen Dankesworten an die Sternsingerinnen und Sternsinger und ihre erwachsenen Begleiter machte Weihbischof Karrer deutlich, wie sehr das Leitmotiv der Zusammengehörigkeit gerade mit den Schwächeren und Benachteiligten dieser Welt das Christentum präge: „Das Gefühl der Zusammengehörigkeit endet nicht an den Grenzen von Ländern oder Kontinenten.“  

 

 

 

Kinder mit Behinderung stehen nicht ohne Grund im Mittelpunkt der Aktion Dreikönigssingen 2019. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen haben 165 Millionen Mädchen und Jungen weltweit eine Behinderung. In Entwicklungs- und Schwellenländern leben besonders viele Kinder mit Behinderung - die meisten in großer Armut. Neun von zehn gehen nicht zur Schule. In vielen Ländern werden diese Kinder als Last oder Schande empfunden; häufig leiden sie unter Gewalt oder werden von ihren oft überforderten Eltern versteckt und vernachlässigt. Die Sterblichkeitsrate von Kindern mit Behinderung unter fünf Jahren liegt 80 Prozent höher als die von Kindern ohne Behinderung.

 

Jedes dritte Kind, das auf der Straße leben muss, hat eine Behinderung. Daher steht der Einsatz für Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung und deren Inklusion im Fokus der Aktion Dreikönigssingen 2019. Ein langjähriger Projektpartner ist Yancana Huasy in Peru, dem Beispielland der Aktion Dreikönigssingen 2019. Das Zentrum der Pfarrgemeinde El Señor de la Esperanza in einem Armenviertel der Hauptstadt Lima unterstützt und begleitet Kinder mit Behinderung und ihre Familien.

 

Nach der Tour durch ihre Heimatgemeinden zu Beginn des neuen Jahres öffnet sich für acht Sternsinger-Gruppen aus den Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg am 7. Januar eine ganz besondere Tür: Auf Einladung der Landesregierung dürfen die Kaspars, Melchiors und Balthasars bei einem Empfang im Neuen Schloss in Stuttgart zeigen, mit wie viel Kreativität und Ideenreichtum sie die Aktion Dreikönigssingen in ihren Heimatgemeinden gestalten. Bereits einen Tag früher, am 6. Januar, sind die Sternsinger beim Neujahrsempfang von Bischof Gebhard Fürst in Stuttgart mit von der Partie. Am Empfang der Bundeskanzlerin am 7. Januar in Berlin nehmen Sternsinger aus der Gemeinde Herz Jesu in Kehl-Kork und St. Paulus in Neckartenzlingen teil. Für den 8. Januar hat EU-Vizepräsident Rainer Wieland (Stuttgart) 25 Sternsinger aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien und Belgien ins Europa-Parlament eingeladen; die deutsche Delegation kommt dabei aus dem Bistum Osnabrück.

 

2018 kam durch den Einsatz der Sternsinger bundesweit eine Summe von 48,8 Millionen Euro zusammen - ein Fünftel davon stammte aus den Sammelbüchsen zwischen Mannheim und Friedrichshafen am Bodensee. Dabei wurden knapp 5,3 Millionen Euro in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gesammelt und 4,6 Millionen in der Erzdiözese Freiburg. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) konnten dadurch rund 1.600 Kinderhilfsprojekte in 107 Ländern finanzieren.

 

 

 


Rund 2.600 Sternsinger feiern bundesweiten Auftakt der 61. Aktion Dreikönigssingen in Altötting

„Ihr bringt den Segen in unsere Herzen und unsere Familien“

(Altötting/tr)  Viele kleine Könige in prächtigen Gewändern und viel Sonnenschein sorgten für einen wahrhaft königlichen Auftritt im Wallfahrtsort Altötting: Rund 2.600 Sternsinger feierten in der voll besetzten Basilika St. Anna heute den Beginn der 61. Aktion Dreikönigssingen 2019. Das Bistum Passau war zum ersten Mal Ausrichter der bundesweiten Auftaktveranstaltung.

 

Geleitet wurde die bundesweite Aussendungsfeier von Dr. Stefan Oster SDB, Bischof von Passau, der sich sichtlich über die Eröffnungspremiere in seinem Bistum freute und den Sternsingern für ihr tolles Engagement dankte: „Ich möchte euch von Herzen danken, dass ihr alle als Sternsingerinnen und Sternsinger geht. Das ist so ein wunderbares Zeugnis für unser Leben als Christinnen und Christen. Als Zeugen, die für Jesus gehen. Ihr bringt den Segen in die Häuser, und es gibt so viele Menschen, die sich darauf freuen. Ihr bringt den Segen in unsere Herzen und unsere Familien.“

 

Und dann richtete sich Bischof Oster noch mit einem ganz speziellen Appell an die vielen kleinen Könige. „Jeder von euch und jede kennt wahrscheinlich Menschen, die ein bisschen außerhalb stehen, in der Kirche, in der Schulklasse, in der Jugendgruppe. Die vielleicht von den anderen nicht so gerne gemocht werden. Ich möchte euch einladen, euch immer wieder ein Herz zu fassen, wenn ihr spürt, irgendjemand wird ausgegrenzt. Geht hin, interessiert euch für ihn oder sie und nehmt ihn in eure Mitte“, so Oster.

 

Insgesamt nahmen rund 2.600 Sternsinger und 500 jugendliche und erwachsene Begleitende aus 150 Pfarrgruppen an der bundesweiten Eröffnung teil. Die Mädchen und Jungen kamen aus elf Bistümern, hauptsächlich aus dem Bistum Passau, aber auch aus den (Erz)Bistümern Augsburg, Eichstätt, Fulda, Hildesheim, München und Freising, Osnabrück, Paderborn, Regensburg, Rottenburg-Stuttgart und Trier.

 

Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’, und Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), eröffneten im Rahmen des Gottesdienstes als Träger die Aktion. „Mit dem Segen, der ihr seid, bringt ihr Freude, Licht und Frieden in die Häuser, die ihr besucht. Und ihr seid Botschafterinnen und Botschafter der Geburt Jesu, die uns die Liebe Gottes für die Menschen erfahrbar macht. Wir wollen uns von eurer Botschaft anstecken lassen und gemeinsam von hier aus ein Zeichen für Zusammenhalt setzen. Dafür reichen wir uns alle die Hände – und unter dem Segen Gottes eröffnen wir jetzt alle gemeinsam – Hand in Hand – die Aktion Dreikönigssingen 2019“, so Pfarrer Bingener.

 

 

 

Prälat Dr. Krämer wandte sich ebenfalls an die vielen engagierten Kinder und Jugendlichen: „Im Mittelpunkt der diesjährigen Aktion stehen besonders Kinder mit Behinderung. In vielen Ländern der Welt machen diese Kinder die Erfahrung, ausgeschlossen zu werden, und bekommen das Gefühl, nicht richtig dazuzugehören. Mit eurem Einsatz macht ihr deutlich, dass ihr zusammengehört – trotz aller Verschiedenheit. Mit den Gaben, die ihr sammelt, setzt ihr euch für Kinder in der ganzen Welt ein und ermöglicht ihnen eine Zukunft, in der sie die Möglichkeit haben zu lernen, zu spielen und Zusammenhalt zu erfahren.“

 

 

 

Auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sowie Wolfgang de Jong, Jugendpfarrer der Diözese Passau und BDKJ-Präses Passau, feierten begeistert mit den Sternsingern den Gottesdienst.

 

 

 

Im Anschluss an die Aussendungsfeier zogen die Sternsinger von der Basilika zum Kapellplatz mit einem Empfang am Rathaus, wo sie von Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer begrüßt wurden. Dort schrieben sie den Segen 20*C+M+B+19 (Christus mansionem benedicat  - Christus segne dieses Haus) an das Rathausportal.

 

 

 

 

 

Sternsinger an der Seite von Kindern mit Behinderung „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ heißt das Motto der 61. Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder 300.000 Sternsinger von Tür zu Tür ziehen werden. Mit ihrem Motto machen sich die Sternsinger für Kinder mit Behinderung stark. Das Beispielland der aktuellen Aktion ist Peru.

 

 

 

Den Mittag über hatten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, an verschiedenen Workshops teilzunehmen, in denen sie sich mit dem diesjährigen Schwerpunktthema der Aktion auseinandersetzten. So konnten sie beispielsweise in einem Parcours die alltäglichen Hindernisse von Rollstuhlfahrern erfahren. Das neue Sternsingermobil, das mit abwechslungsreichen Spiel- und Mitmachangeboten und multimedialem Infotainment über die aktuelle Sternsingeraktion und Themen der Einen Welt informiert, war ebenfalls in Altötting. Auch hier konnten sich die Mädchen und Jungen spielerisch mit dem Thema Behinderung und dem Beispielland Peru auseinandersetzen.

 

 

 

Den Abschluss der bundesweiten Eröffnung bildete die Übergabe des Staffelsterns auf dem Kapellplatz in Altötting. Die Sternsinger Greta (10), Luca (10), Renato  (9) und Wiebke (14) aus der Pfarrei St. Nikolaus aus Langeoog nahmen stellvertretend für das Bistum Osnabrück den Staffelstern entgegen. Im Dezember 2019 findet dort die bundesweite Eröffnung der 62. Aktion Dreikönigssingen statt. Im Vorfeld der diesjährigen Eröffnung war der Stern im gesamten Bistum Passau wie ein Staffelstab zwischen den Sternsinger-Gruppen weitergegeben worden.

 

 

 

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Diözesanverband Passau hatte die bundesweite Eröffnung gemeinsam mit dem Bischöflichen Jugendamt Passau und dem Ministrantenreferat der Diözese Passau vorbereitet. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Confiserie Dengel, der Kilwing Weihrauch-Manufaktur, der Bäckerei Georg Beer, vom Wallfahrts- und Tourismusbüro der Stadt Altötting, vom Bauhof der Stadt Altötting, vom Kongress + Kultur Forum Altötting, vom Chor „Mirjam“, von der Bläsergruppe „Georgsbläser“, von Leopold Duffek, von den Maltesern und dem Bayerischen Roten Kreuz.

 

 

 

 

 

Mehr als eine Milliarde Euro, mehr als 73.100 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 73.100 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 60. Aktion zum Jahresbeginn 2018 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.148 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 48,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

 

 

 


EKHN: Neujahrsbotschaft von Stellvertretender Kirchenpräsidentin Scherf

Mehr für Frieden einsetzen

 

(Darmstadt/ekhn) - „Mehr Mut, sich für den Frieden einzusetzen“ - das ist nach Worten der Stellvertretenden Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Ulrike Scherf, eine der wichtigsten Herausforderungen für das kommende Jahr. Die Sehnsucht nach Frieden begleite Menschen seit jeher, schreibt Scherf in ihrer Neujahrsbotschaft für 2019. Friede sei dabei nicht einfach die Abwesenheit von Krieg, so Scherf. Der biblische Begriff für Frieden, „Schalom“, verbinde sich immer mit der Hoffnung auf eine gerechtere Welt.

 

Zugleich sei klar, dass Frieden nicht einfach „geschieht“, so Scherf. Frieden brauche „Menschen, die ihn weitertragen“ Dies könnten sie etwa als Vermittlerin in einer Beziehungskrise, als Streitschlichter auf dem Schulhof oder als zivile Friedenskraft in einer der Kriegsregionen der Welt. Um Frieden zu schaffen sei neben „Menschenkraft“ aber gleichzeitig auch das Vertrauen auf Gott wichtig, das stärke und ermutige.

 

Scherf: „Frieden hat immer etwas mit mir zu tun. Mit dem Vertrauen, dass ich nicht schon immer Verteidigungsstrategien bereit liegen haben muss. Sondern anderen Menschen offen begegnen kann. Mit der Hoffnung, dass Verständigung und Versöhnung gelingen. Mit dem Vertrauen, dass wir Menschen Frieden mit uns selbst und mit anderen suchen und finden können.“

 

 

 

Hintergrund

 

Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf ging bei ihrer Neujahrsbotschaft von der Jahreslosung aus, die in der evangelischen Kirche traditionell dem neuen Jahr jeweils als Motto vorangestellt wird. Für das Jahr 2019 stammt sie aus Psalm 34, Vers 15: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

 

Der Wortlaut der Neujahrsbotschaft ist ab 30. Dezember auch online abrufbar auf der Internetseite der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau unter www.ekhn.de

 

 

 


„Der Friede beginnt in uns“: das neue Jahresprogramm Evangelische Spiritualität 2019

(Karlsruhe/ekiba) - „Wo die Seele atmen kann“ – unter diesem Motto hat die Evangelische Landeskirche in Baden das neue Jahresprogramm „Evangelische Spiritualität – Angebote 2019“ veröffentlicht. Einzelangebote zur christlichen Tradition des Handauflegens finden sich darin genauso wie das Herzensgebet, Meditationskurse, Loipenpilgern im Nationalpark und regelmäßige Kontemplationsangebote in verschiedenen Orten Badens. 

 

„Die Angebote im Heft laden die Menschen ein, den Frieden zu suchen, in sich selbst, von Gott her und auf Menschen hin“, erläutert Pfarrerin Susanne Schneider-Riede, Leiterin der Fachstelle Geistliches Leben in Baden. In den aktuellen gesellschaftspolitisch spannungsvollen Zeiten sei es besonders wichtig zu erkennen: „Der Friede beginnt in uns“. Sie hoffe, dass viele „ihr Friedensuch-Angebot im Heft entdecken“. Die Jahreslosung der evangelischen Kirche für 2019 kommt dieses Jahr aus Psalm 34: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

 

Das Jahresprogramm Evangelische Spiritualität steht digital auf www.ekiba.de/geistliches-leben zum Herunterladen zur Verfügung oder kann bestellt werden bei geistliches-leben@ekiba.de


Offizieller Sternsinger-Song zur 61. Aktion Dreikönigssingen veröffentlicht

„Das singen die Sterne“

 

(Aachen/Düsseldorf/kmw) - Rap-Strophen, ein Kinderchor und eine Melodie mit Ohrwurmgarantie: Einen Tag vor der bundesweiten Eröffnung der 61. Aktion Dreikönigssingen in Altötting ist heute der offizielle Sternsinger-Song „Das singen die Sterne“ veröffentlicht worden. Gesungen wird das knapp dreiminütige Lied von einem Kinderchor zusammen mit dem Rapper Florian Schäfer und der Sängerin Kat Wulff. Neben der Audioversion gibt es zu dem Song ein eigens für die Aktion produziertes Musikvideo, das ebenfalls heute erschienen ist. In dem Musikvideo sind die Sternsinger Johannes (10), Elisabeth Anna (10), Pauline (11) und Stella (11) aus Worbis im Bistum Erfurt zu sehen, die mit ihren goldenen Kronen auf dem Kopf lautstark den Refrain mitsingen: „Kommt lass die Sterne für euch singen – oooh, kommt lasst die Sterne für euch singen – oooh, das sind wir, das sind wir“.

 

Zu sehen und zu hören ist der offizielle Sternsinger-Song „Das singen die Sterne“ ab sofort auf dem YouTube-Kanal des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger‘ unter www.youtube.com/user/SternsingerVideo und auf der Sternsinger-Website unter www.sternsinger.de/sternsingen/sternsinger-song-das-singen-die-sterne/. Dort wird er auch als Download angeboten und kann zum Beispiel während der Sternsingeraktion in den Gemeinden, bei Workshops oder Veranstaltungen eingesetzt werden. Der Songtext steht ebenfalls zum Download bereit.

 

 

 

Hier ein Auszug aus dem Songtext:

 

Mein Mut, ein Stern, mein Kopf, eine Tür, sie spenden Glück – das wissen wir.

 

Kindern helfen, unsere Botschaft,

 

eine Krone, die uns groß macht.

 

Eine Krone, die uns froh macht,

 

eine Krone, gibt den Ton an.

 

 

Und die Welt macht uns sauer und traurig, komm schnapp deinen Umhang und trau dich.

 

 

Es ist Zeit für mehr Mitgefühl,

 

zeig, dass du mitsingst, mit Gefühl.

 

Hilf uns, einer helfenden Hand,

 

und zieh mit uns durch´s Land.

 

Sternsinger an der Seite von Kindern mit Behinderung „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ heißt das Motto der 61. Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder 300.000 Sternsinger von Tür zu Tür ziehen werden. Mit ihrem Motto machen sich die Sternsinger für Kinder mit Behinderung stark. Das Beispielland der aktuellen Aktion ist Peru.

 

Mehr als eine Milliarde Euro, mehr als 73.100 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 73.100 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 60. Aktion zum Jahresbeginn 2018 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.148 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 48,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.


Menschen durch Bewegungsförderung vor Pflegebedürftigkeit bewahren

Projekt „AGIL“ für hochaltrige Menschen gestartet

 

(Frankfurt/dw) - Das Modellprojekt „AGIL“ (Aktiv geht’s immer leichter) von Diakonie Hessen und Bildungsakademie des Landessportbundes ist nun offiziell gestartet. „Wir dürfen die zunehmende Zahl pflegebedürftiger alter Menschen nicht einfach nur hinnehmen und den Pflegenotstand beklagen. Pflegebedürftigkeit im hohen Alter können wir durch Bewegungsförderung verhindern oder zumindest mindern“, so Vorstand Dr. Harald Clausen beim Start des Kooperationsprojekts „AGIL“.

 

Im Alter von 80 Jahren und mehr nehmen die gesundheitlichen Einschränkungen von Männern und Frauen meist deutlich zu. Gleichzeitig sind über 80-Jährige die Altersgruppe in der Bevölkerung mit der höchsten Zuwachsrate. Viele hochaltrige Menschen leben sozial zurückgezogen, meist unfreiwillig und sind in ihrer Mobilität eingeschränkt. Hier setzt AGIL an.

 

In Hessen ist das Projekt in zwei Landkreisen mit hohem Altersanteil - dem Odenwaldkreis und dem Vogelsbergkreis - gestartet. Zusätzlich sind Stadt und Landkreis Offenbach durch die regionale Diakonie mit einbezogen. Im Jahr 2019 starten in den drei Regionen Schulungen für Freiwillig Engagierte, aber auch Familienangehörige. Sie sollen im Anschluss interessierte hochaltrige Menschen regelmäßig besuchen und sukzessive an 52 Übungen – für jede Woche des Jahres eine – heranführen.

 

Das Projekt wird für drei Jahre vom Hessischen Sozialministerium und den Pflegekassen in Hessen gefördert. AGIL knüpft an das erfolgreiche Bewegungsprogramm „moment!“, (moment-hessen.de) an, eine Bewegungsförderung für Menschen mit und ohne Demenz. Das AGIL-Konzept basiert auf den positiven Erfahrungen des Age Instituts in Helsinki. Kunnon eväät, was so viel heißt wie „Gesundheit gehört zum guten Leben“, setzt auf gezielte individuelle Bewegungsförderung von hochaltrigen Menschen in deren Zuhause und macht in Finnland landesweit Schule.

 

 

 

Modellprojekt AGIL

 

Das Modellprojekt AGIL bietet ehrenamtlich Engagierten, Übungsleitern und Akteuren aus Sport und Bewegung, Aktiven aus Kirchen- und Moscheegemeinden, Betreuungskräften, Angehörigen und allen Interessierten eine kostenlose Fortbildung zur gezielten individuellen Bewegungsförderung von hochaltrigen Menschen in deren Zuhause. Hochaltrige Menschen, d. h. Menschen, die über 80 Jahre alt sind, gehören gegenwärtig zur am stärksten wachsenden Altersgruppe in Deutschland. Durch Maßnahmen der Kurzaktivierung für Körper und Geist soll Gesundheitsförderung im Alltagsleben verankert werden. Hierzu wurden Übungskarten und ein Handbuch mit Erläuterungen entwickelt. Die Übungen können von Betreuungskräften, freiwillig Engagierten oder Angehörigen einfach und schnell angeleitet und durchgeführt werden. Die kostenfreie eintägige bzw. 1,5-tägige Qualifizierungsmaßnahme wird in jeder Region zweimal pro Jahr angeboten. Das Land und die Pflegekassen in Hessen unterstützen das Modellprojekt mit insgesamt 430.000 Euro für drei Jahre.