Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

DIENStAG, 25. Februar 2020


Etwa 25.000 Muslime und Nichtmuslime engagierten sich deutschlandweit gemeinsam

Erfolgreiche Bilanz bei „Speisen für Waisen“:

Foto: Speisen für Waisen
Foto: Speisen für Waisen

 

 

 

„Speisen für Waisen": In ganz Deutschland kamen – bereits zum achten Mal – Muslime und Nichtmuslime zusammen, aßen gemeinsam und spendeten für Kinder in Not.

 

 

(Köln/sfw) –  Trotz oder gerade wegen des schwierigen gesellschaftlichen Klimas war die bundesweit einzigartige interkulturelle Hilfsaktion „Speisen für Waisen“ auch im achten Jahr erfolgreich. Rund 25.000 Menschen beteiligten sich zuletzt an der Hilfsaktion. So begegneten sich seit Herbst des letzten Jahres unter dem Motto „Gemeinsam essen, gemeinsam helfen“ wieder bundesweit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion am gedeckten Tisch, kamen miteinander ins Gespräch und sammelten für Waisenkinder in Not. Auch in den vergangenen Wochen gingen noch Spenden dazu ein.

 

Nuri Köseli, stellvertretender Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland, erklärt: „Indem Andersgläubige oder Nichtgläubige zusammenkommen, gemeinsam essen und helfen, entstehen fruchtbare Dialoge und auch neue Begegnungen, die dazu beitragen, gegenseitige Vorurteile abzubauen. Das ist gerade jetzt wichtiger denn je.“

 

Auch die Comedians Khalid & Benaissa von RebellComedy unterstützen die Aktion. Sie reisten mit Islamic Relief nach Nairobi und Garissa, um mehr über die Schicksale der Waisenkinder in Kenia zu erfahren. „Es war die einschneidenste, emotionalste und aufregendste Reise meines Lebens“, so Khalid Bounouar über seine Erfahrungen vor Ort. Auch Benaissa Lamroubal, gebürtiger Marokkaner, äußert beim Besuch eines Waisenhauses nachdenklich: „Ich kenne aus Marokko ähnliche Zustände. -Aber nicht so extrem! Das sind wirklich winzige Zimmer und dass da so viele Menschen drin leben, würde einem keiner glauben, wenn er es nicht sieht.“ Die Schicksale der kenianischen Mädchen und Jungen haben die beiden Comedians tief berührt. Weitere Prominente, wie die Hamburger Staatsrätin Petra Lotzkat, nahmen ebenfalls an der Aktion teil und waren zu Gast bei einem „Speisen für Waisen“ -Essen.

 

Die bundesweite Hilfsaktion „Speisen für Waisen“ fand bereits zum achten Mal statt: In den letzten Jahren nahmen mehr als 170.000 Menschen in Deutschland daran teil, um Waisenkinder in Not mit einer Spende zu unterstützen. Mit ihrem Waisenprogramm erreicht die Hilfsorganisation Islamic Relief als Teil eines weltweiten Netzwerks mehr als 60.000 Kinder in 27 Ländern. 

 


Ordination im Sprengel Schleswig und Holstein:

Bischof Magaard: „Auf die Liebe Gottes können Sie bauen“

 

(Schleswig/Rendsburg/aw) - Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), hat heute (22. Februar), in der Rendsburger Christkirche sieben Geistliche für den Dienst als Pastorinnen und Pastoren im Sprengel eingesegnet.

 

Bischof Magaard bezog sich in seiner Predigt auf das Hohelied der Liebe aus dem 1. Korintherbrief. Zu den Geistlichen gewandt sagte er: „Die Liebe Gottes den Menschen und in der Welt zu bezeugen, ist der Kern und Inhalt unseres Dienstes als Pastorinnen und Pastoren. Diese Worte sollen Sie ermutigen für Ihren Dienst, der eine besonders schöne und bereichernde Aufgabe ist.“ Weiter gab er den Eingesegneten mit auf den Weg: „Auf die Liebe Gottes können Sie bauen – ganz selbstbewusst und frei. Viel wird in der Kraft der Liebe Gottes gelingen. Liebe öffnet den Blick für die Not, Liebe macht frei und versöhnungsbereit.“

 

Auch auf die Gewalttat in Hanau bezog sich der Bischof in seiner Predigt. Er sagte: „In dieser Woche mussten wir voller Entsetzen sehen, wie sich der Hass in seiner schlimmsten Form zeigt. Es ist Aufgabe von uns als Christinnen und Christen,  menschenverachtende Gesinnung und Taten nicht unwidersprochen zu lassen und dem Hass entschieden entgegen zu treten.“

 

Im Rahmen des Festgottesdienstes wurden folgende Geistliche ordiniert:
Elli Brandt war während ihres Vikariats in der Gemeinde Krummesse im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und wird nun Pastorin in der Kirchengemeinde Eddelak im Kirchenkreis Dithmarschen.

 

Donata Cremonese war in der Schweriner Bernogemeinde im Sprengel Mecklenburg und Pommern Vikarin und wechselt in die Kirchengemeinde Segeberg im Kirchenkreis Plön-Segeberg im Sprengel Schleswig und Holstein.
Felix Cremonese war ebenfalls als Vikar in Schwerin in der dortigen Schlosskirchengemeinde und wechselt in den Kirchenkreis Plön-Segeberg in die Kirchengemeinde Trappenkamp.

 

Maria Dietz war Vikarin in der Lübecker Dom-Kirchengemeinde. Sie beginnt nun in der Kirchengemeinde Reinfeld im Kirchenkreis Plön-Segeberg ihren Dienst.

 

Friedemann Holmer war als Vikar sowohl in Groß Bisdorf in der Propstei Stralsund wie auch in Dersekow bei Greifswald eingesetzt. Nun geht er in die Kirchengemeinde Altenkrempe im Kirchenkreis Ostholstein.

 

Helge Jörgensen absolvierte sein Vikariat in der Gemeinde Kemnitz und Hanshagen im Sprengel Mecklenburg und Pommern. Er wird zukünftig im Kirchenkreis Dithmarschen in der Kirchengemeinde Albersdorf als Pastor tätig sein.

 

Alexandra Klatt war in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz Vikarin. Sie wird in der Kirchengemeinde Lebrade im Kirchenkreis Plön-Segeberg als Pastorin im Ehrenamt ihren Dienst beginnen. 

 

Gemeinsam mit Bischof Gothart Magaard haben Dr. Kay-Ulrich Bronk, Direktor und Studienleiter des Prediger- und Studienseminars der Nordkirche in Ratzeburg, Oberkirchenrätin Karen Reimer, Personaldezernat im Landeskirchenamt der Nordkirche, Propst Matthias Krüger, Kirchenkreis Rendsburg Eckernförde, Hans-Hinrich Blunck, Kirchengemeinderat der Christkirche Rendsburg-Neuwerk, und Pastorin Janina Boysen, Christkirche Rendsburg-Neuwerk, den Gottesdienst gestaltet.

 

Die musikalische Begleitung lag in den Händen von Kantor Volker Linhardt und Christos Meitanis, Trompete.

 


KDFB und MISEREOR führen Solibrot-Aktion fort

Frauensolidarität kennt keine Grenzen

 

(Köln/Aachen/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) führt erneut seine bundesweite Solibrot-Aktion durch. Wie in den vergangenen Jahren ist MISEREOR, das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit, Kooperationspartner. Während der Fastenzeit beteiligen sich zahlreiche KDFB-Gruppen und Bäckereien an der Solidaritäts-Aktion. Sie startet Aschermittwoch und endet Ostern.

 

KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth und MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel stellen zum Start der Solibrot-Aktion fest: „Das entwicklungspolitische Engagement unserer Organisationen für gerechtere Lebensbedingungen und bessere Zukunftsperspektiven in den Ländern des Südens basiert auf unserem Glauben und christlichen Werten, denen wir uns verpflichtet fühlen. Wir sind mitverantwortlich für eine friedliche und gerechte Welt. Nähe, Solidarität und Nächstenliebe sind in der Solibrot-Aktion mehr als schöne Worte. Sie werden Wirklichkeit im Brot und damit zum Überlebensmittel.“ Flachsbarth und Spiegel betonen, dass es ihnen darum geht, sowohl den Blick für grenzenlose Solidarität zu schärfen als auch konkrete Beiträge für weltweiten Frieden zu leisten.

 

Während der Fastenzeit (26.02.– 11.04.2020) bieten auf Initiative von KDFB-Gruppen zahlreiche Bäckereien ein so genanntes „Solibrot“ zum Kauf an. Dabei handelt es sich entweder um ein Brot nach neuem Rezept oder um ein Brot aus dem üblichen Sortiment, das mit einem Benefiz-Anteil von 50 Cent pro Brot verkauft wird. Kundinnen und Kunden unterstützen durch den Kauf Projekte zur Förderung von Frauen und Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika.

 

Die Solibrot-Aktion ist Bestandteil der jährlichen bundesweiten MISEREOR-Fastenaktion. Diese steht 2020 unter dem Motto „Gib Frieden“. Einzelheiten zur Solibrot-Aktion und zur MISEREOR-Fastenaktion: www.frauenbund.de und www.misereor.de

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Am kommenden Sonntag, 23. Februar, lädt die Kirchengemeinde Kartlow-Völschow zur Einweihung des neuen Altarbildes ein

Motive voller Liebe Kraft und Hoffnung

 

(Kartlow/sk) - Die Kirchengemeinde Kartlow-Völschow lädt am kommenden Sonntag, 23. Februar, zur Einweihung des neuen Altarbildes für den Gemeinderaum um 14 Uhr in die Kartlower Johanniskirche ein. Kartlow befindet sich ungefähr 30 Kilometer südlich von Greifswald. Im Anschluss an eine Andacht spricht der Künstler Thomas Voigtländer über sein Werk. Danach sind alle Gäste zu einem Stehempfang eingeladen. Zudem besteht die Möglichkeit, das als Triptychon gestaltete Altarbild aus der Nähe eingehend zu betrachten.

 

 

 

Verbindung von Renaissance und Moderne

 

Im Kartlower Pfarrhaus, das im Jahr 2016 umfangreich saniert wurde, befindet sich ein kleiner Gemeindesaal, der auch als Winterkirche genutzt wird. Der Raum sei zwar gemütlich, habe aber bislang noch leere Wände, so Pastorin Silke Kühn. „Und so kam ich auf die Idee, für die Wand hinter dem Altartisch ein Gemälde anfertigen zu lassen.“ Gestaltet wurde das Bild vom Künstler Thomas Voigtländer, der seit wenigen Jahren in einem Dorf arbeitet, das zu der Kirchengemeinde gehört. Während des Besuchs der Ateliereröffnung sei sie sofort von den Bildern des Künstlers begeistert gewesen, so die Pastorin. „Thomas Voigtländer versucht, im Stil der alten Renaissance-Maler zu arbeiten, stellt die Farben nach diesen Vorbildern selbst her, um die besondere Leuchtkraft und Tiefe zu erzeugen, bringt aber auch moderne Elemente mit hinein.“ Passend zur Kartlower Johanniskirche zeigt das Altarbild unter anderem Jesu Taufe durch Johannes den Täufer. Der Kirchengemeinderat habe beschlossen, durch dieses Motiv den Gemeindesaal mit der Kirche zu verbinden, sagt Silke Kühn.

 

 

 

Gemeinde in ihrer ganzen Vielfalt ansprechen

 

Im geschlossenen Zustand zeigt das Triptychon auf der linken Seite Johannes den Täufer und auf der rechten Seite Jesus, als wären sie in Stein gemeißelte Figuren in einer Wandnische. Wird das Altarbild aufgeklappt, ist links die Taufe Jesu, in der Mitte die Auferstehungsszene und rechts die Kindersegnung zu sehen. „Es sind Bilder, die direkt in die Geschichten hinein nehmen“, so Silke Kühn. „Weil in unserem Gemeindesaal Gottesdienste, Kaffeenachmittage, Gitarrenunterricht, Feste und viele weitere Veranstaltungen stattfinden, sollten die Bilder nicht so düster werden. Meistens sind in Kirchen Kreuzigungsszenen zu sehen, die für viele Menschen heutzutage nur noch schwer zugänglich sind. Darum haben wir uns für andere Motive entschieden, um die Gemeinde in ihrer ganzen Vielfalt anzusprechen und mitzunehmen. Mit dem zentralen Bild der Auferstehung wollen wir den Sieg Gottes über den Tod verkündigen und damit Freude und Dank zum Ausdruck bringen. Wir wollen das Leben in den Mittelpunkt stellen, das durch das Licht Gottes von Liebe, Kraft und Hoffnung geprägt wird.“

 

 

 


Reihe „Bibel im Gespräch“ mit Professor Martin Rösel in Schwerin

Ein Christentum ohne Altes Testament?

 

Schwerin (cme). Gewinnt das Christentum neue Kraft, wenn man seine Grundlagen allein auf diejenigen Schriften abstellt, die von Christen geschrieben worden sind,  d.h. sich ganz auf das Neue Testament konzentriert? Sollte sich das Christentum von den alttestamentlichen Überlieferungen mit ihrem von manchen als „Rächergott“ bezeichneten Gott trennen? Zugespitzt gefragt: Ist das das Alte Testament „das Buch der Gewalt“ und das Neue Testament „das Buch der Liebe“? Schon Marcion stellte im 2. Jahrhundert ähnliche Fragen. Durchgesetzt haben sich diese und spätere Vorstöße nicht, aber jüngst fragte der Berliner Theologe Notger Slenczka die Gleichrangigkeit des AT mit dem NT wieder an. Diese und weitere Fragen stehen im Mittepunkt bei „Bibel im Gespräch“ am kommenden Freitag (28. Februar) um 19.30 Uhr im Festsaal des Landeskirchenamtes, Münzstraße v8-10 in Schwerin.

 

 

 

Gesprächsgast ist Prof. Dr. Martin Rösel von der Rostocker Theologischen Fakultät. Der Alttestamentler ist an der Neuausgabe der Biblia Hebraica (führende wissenschaftliche Ausgabe der hebräischen Bibel) beteiligt und war im Lenkungsausschuss der EKD für die Revision der Lutherbibel.

 

Veranstalter der Reihe „Bibel im Gespräch“ sind die Mecklenburgische und Pommersche Bibelgesellschaft und die Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung n Kooperation mit dem Evangelischen Presseverband MV.

 


Lotte-Marie Pötter erhält am 1. März die Bugenhagenmedaille der Nordkirche

Bischof Tilman Jeremias: „Sie sorgt dafür, dass die Kirche im Dorf bleibt“

 

(Jesendorf/Greifswald/ak) - In einem festlichen Gottesdienst mit anschließendem Empfang wird Lotte-Marie Pötter am 1. März die höchste Auszeichnung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) für ehrenamtliches Engagement erhalten: Bischof Tilman Jeremias verleiht der 90-Jährigen in der Jesendorfer Dorfkirche die Bugenhagenmedaille. Der Gottesdienst mit Andreas Kunert, Pastor der Kirchengemeinde Warin-Bibow-Jesendorf (Propstei Wismar), beginnt um 14 Uhr. Die Nordkirche würdigt damit den unermüdlichen Einsatz von Lotte-Marie Pötter für den Erhalt der Jesendorfer Kirche.

 

 

Bereits 1992 hat Lotte-Marie Pötter den „Förderverein zur Rettung der Dorfkirche Jesendorf“, einen der ältesten Kirchbauvereine in Mecklenburg-Vorpommern, ins Leben gerufen. Als langjährige Vorsitzende und später auch in zweiter Reihe hat sie in unzähligen Stunden Spenden gesammelt und Menschen zur Mitarbeit motiviert. Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern sagt: „Lotte-Marie Pötter steht als ein herausragendes Beispiel für all diejenigen, die sich unter dem Einsatz von viel Zeit und Kraft in den zahlreichen Fördervereinen unseres Sprengels engagieren. Sie sorgt dafür, dass die Kirche im Dorf


Landessynode der Nordkirche tagt vom 27. bis 29. Februar in Lübeck-Travemünde:

Haushalt 2020, Kirchengesetze und Klimaschutzbericht auf der Tagesordnung

 

(Kiel/Lübeck-Travemünde/maw/std) - Mit dem Haushalt 2020, mehreren Kirchengesetzen und dem Klimaschutzbericht der Nordkirche wird sich die II. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) auf ihrer 5. Tagung befassen. Dazu werden sich die 156 Synodalen vom 27. bis zum 29. Februar in Lübeck-Travemünde versammeln.

 

Insgesamt rechnet die Nordkirche 2020 mit Einnahmen in Höhe von rund 583,2 Millionen Euro (identisch zu 2019: 583,2 Millionen), davon 536 Millionen Euro (533 Millionen Euro) aus Kirchensteuern. Drei Prozent des Kirchensteuernettoaufkommens, also 16,3 Millionen Euro, werden für den Kirchlichen Entwicklungsdienst eingeplant, der unter anderem Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika fördert. Mit 336,5 Millionen Euro ist der weitaus größte Teil der Haushaltsmittel und zugleich der größte Anteil an den Einnahmen auch 2020 für die kirchliche Arbeit vor Ort – in Kirchenkreisen und Kirchengemeinden – vorgesehen. Die sieben Hauptbereiche der Nordkirche, in denen die gesamtkirchlichen Dienste und Werke geordnet sind, sollen in diesem Jahr 41,8 Millionen Euro erhalten. Der Bereich Leitung und Verwaltung (Landessynode, Landeskirchenamt, Kirchenleitung) plant mit 34,1 Millionen Euro.

 

Die Kirchenleitung der Nordkirche wird der Landessynode auch den Jahresabschluss 2017 zur Beschlussfassung vorlegen (Freitag, ca. ab 11 Uhr). Dieser ist gemäß einem Synodenbeschluss von 2014 der erste, der als konsolidierter Gesamtabschluss dargestellt wird. Dabei werden alle innerkirchlichen Leistungsbeziehungen berücksichtigt, auch die Versorgungsverpflichtungen der nächsten Jahrzehnte. Diese Verpflichtungen müssen erstmals auch im ebenfalls der Landessynode vorgelegten aktuellen Haushaltsentwurf fortgeschrieben werden. Die erst seit September 2019 amtierende neue Kirchenleitung musste die umfangreichen Unterlagen dazu eingehend erörtern. Daher konnten Jahresabschluss 2017 und Haushaltsplan 2020 nicht wie sonst üblich im November der Landessynode zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

 

 

 

Die Landessynode wird auch mehrere Kirchengesetze beraten und darüber beschließen. Dazu zählt unter anderem das Kirchengesetz über das Bauen sowie das Kirchengesetz zur Änderung von Genehmigungspflichten im Bereich des Bauens (Donnerstag, ca. 14.45 Uhr).

 

 

 

Die Präses der Landessynode, Ulrike Hillmann, sagte heute (20. Februar): „Die Synode kann nun endlich über ein einheitliches und umfassendes Baurecht für das gesamte Nordkirchengebiet entscheiden. Die Vorlage dafür ist in einem über Jahre andauernden Prozess in intensiven Diskussionen mit allen Beteiligten entstanden und berücksichtigt auch die in den Bundesländern Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein  und Brandenburg unterschiedliche Vertrags- und Rechtslage. Der Jahresabschluss 2017 ist insofern besonders, als mit ihm erstmalig ein konsolidierter Jahresabschluss vorgelegt wird und in ihm auch die Pensionsrückstellungen für die öffentlich-rechtlich Bediensteten unserer Kirche berücksichtigt werden. Die Ausweisungen dieser Beträge in bedeutender Höhe zeugt von einem großen Verantwortungsbewusstsein gegenüber zukünftigen Generationen.“

 

Veränderungen in den Hauptbereichen, in denen gesamtkirchliche Dienste und Werke der Nordkirche geordnet sind, stehen am Donnerstagabend auf der Tagesordnung. So entscheiden die Synodalen unter anderem über die Gründung eines landeskirchlichen Werkes „Ehrenamtsförderung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland“ (Ehrenamtsförderungswerk) sowie über die Zusammenführung der Posaunenmission Hamburg/Schleswig-Holstein und des Posaunenwerkes Mecklenburg-Vorpommern zu einem gemeinsamen „Posaunenwerk der Nordkirche“. Zudem beschließen die Synodalen über die Gründung von Werken für ökologische Freiwilligendienste und für das seit 1974 in Büsum bestehende „Kurzentrum und Sanatorium für Frauen und Kinder Gode Tied“. Beratungen und Abstimmungen über daraus folgende kirchengesetzliche Anpassungen stehen mit dem Kirchengesetz zur Änderung des Hauptbereichsgesetzes am Freitag (ab 9.30 Uhr) an.

Der Freitagabend (28. Februar, 20 Uhr) steht im Zeichen des Preisverleihungsfestes unter dem Motto „ausgezeichnet!“: Mit dem 2017 erstmals verliehenen „Nordstern“ würdigt die Landessynode Initiativen für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, in diesem Jahr im Bereich „Gelebte Vielfalt“. Unter dem Motto „Darf es ein bisschen mehr sein“ zeichnet die Nordkirche seit 2012 Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen für gelungene Fundraising-Konzepte aus,  an diesem Abend die Preisträgerinnen und Preisträger der „Fundraising-Preise 2019“. Zuvor hatten die Landessynodalen am Synoden-Gottesdienst (17 Uhr) mit Bischöfin Kirsten Fehrs in der Kirche St. Lorenz in Travemünde teilgenommen.

Außerdem werden die Synodalen Berichte entgegennehmen, darunter den Bericht des Präsidenten des Landeskirchenamtes in Kiel (Donnerstag, 14.30 Uhr) und den Klimaschutzbericht 2018 der Nordkirche (Sonnabend, 29. Februar, ca. 13.30 Uhr). Neben den zweiten Lesungen der Kirchengesetze stehen am Sonnabend unter anderem Nachwahlen auf der Tagesordnung.

 


Alexander Klaws, Laith al Deen, Mark Keller, Jürgen Tarrach u.v.a.: Diese Stars verkörpern Jesus und seine Jünger bei „Die Passion“

Oben (v.l.): Alexander Klaws, Ella Endlich, Laith al Deen, Mark Keller, Martin Semmelrogge, Jürgen Tarrach, Mitte (v.l.): Gil Ofarim, Sila Sahin, Samuel Koch, Sarah Elena Timpe, Stefan Mross, Unten (v.l.): Anna-Carina Woitschack, Prince Damien, Mareile Höppner, Thomas Enns, Nicolas Puschmann. Foto: RTL

 

 

(Köln/rtl) - Mit einem Staraufgebot an bekannten Sänger*innen und Schauspieler*innen inszeniert RTL am Mittwoch, 8. April 2020 live (20.15 Uhr), auf dem Burgplatz in Essen die größte Geschichte aller Zeiten als großes Musik-Live-Event. „Die Passion“ ist eine moderne und ungewöhnliche Darstellung der letzten Tage im Leben von Jesus Christus – zum Leben erweckt und in die heutige Zeit transportiert mit Hilfe bekannter Popsongs. Thomas Gottschalk führt als Erzähler durch die Passionsgeschichte.

 


Alexander Klaws übernimmt die Rolle des Jesus. Der erste Sieger von „Deutschland sucht den Superstar“ (2003) ist ein gefeierter Musicalstar und Schauspieler und hat bereits im Andrew Lloyd Webber Musical „Jesus Christ Superstar“ den Jesus verkörpert. An seiner Seite übernimmt Schauspieler (u.a. „Der Bergdoktor“) und Sänger Mark Keller die Rolle des Judas. Jesus‘ Mutter Maria wird von Sängerin und Show-Allround-Talent Ella Endlich („Küss mich, halt mich, lieb mich“) gespielt. Als Petrus konnte der deutsche Sänger und Musikproduzent Laith Al-Deen („Bilder von dir“) gewonnen werden. Die Rollen des „Richters“ Pilatus und des Mörders Barabbas übernehmen die Schauspiel-Ikonen Jürgen Tarrach und Martin Semmelrogge.

 


Die weiteren Jünger werden gespielt von Schauspieler und Autor Samuel Koch und seiner Frau, Schauspielerin und Sängerin Sarah Elena Timpe, Sänger Gil Ofarim, Moderator und Sänger Stefan Mross und seiner Verlobten Sängerin Anna-Carina Woitschak, Schauspielerin Sila Sahin, Sänger Thomas Enns, Sänger und Dschungelkönig 2020 Prince Damien sowie Moderatorin Mareile Höppner und „Prince Charming 2019“ Nicolas Puschmann.

 


Darüber hinaus haben bekannte Persönlichkeiten, Schauspieler und Sänger verschiedene Gast- und Cameoauftritte im großen Musik-Live-Event. Mit dabei sind Reiner Calmund, Nelson Müller, Katy Karrenbauer, Wolfgang Bahro, Ingolf Lück, Rebecca Siemoneit-Barum u.v.a.

 


Zusätzlich zur Erzählung der Passionsgeschichte wird es eine große Live-Prozession geben, bei der ein leuchtendes Kreuz durch die Straßen Essens zur Hauptbühne getragen wird. Die Menschen, die an der Live-Prozession teilnehmen, spiegeln unsere vielfältige Gesellschaft wider. Eingeladen sind Menschen aus Essen und ganz Deutschland – egal welcher Konfession sie angehören oder ob sie konfessionslos sind. Eine Registrierung zur Teilnahme ist möglich über www.RTL.de/DiePassion RTL-Moderatorin Nazan Eckes wird die Prozession als Reporterin begleiten, in Live-Schalten über die Stimmung berichten und mit Prozessionsteilnehmern über ihre Beweggründe sprechen.

 


RTL-Unterhaltungschef Kai Sturm: „Die Passion wird ein einzigartiges TV Event, denn sie erzählt eine einzigartige, emotionale Geschichte, die weit über die religiöse Bedeutung hinaus geht! Zeitlose Themen und Botschaften wie Freundschaft und Verrat, Gemeinschaft und Hoffnung, Liebe und Solidarität betreffen unsere Gesellschaft und jeden einzelnen von uns. Unabhängig von Kultur und gesellschaftlicher Schicht.
Besonders stolz bin ich auf die Vielfalt und Diversität unserer Mitwirkenden. So schaffen wir ein Abbild unserer Gesellschaft und erleichtern die Identifikation mit der Passionsgeschichte.“

 


Mit „Die Passion“ holt RTL eines der erfolgreichsten und emotionalsten TV-Events des niederländischen Fernsehens erstmals nach Deutschland. Seit mittlerweile 10 Jahren erzielt das Live-Musik-Event herausragende Quoten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen unserer Nachbarn.

 


Produziert wird „Die Passion“ im Auftrag von RTL Television von Mediawater und Kimmig Entertainment. Musikalischer Direktor ist Michael Herberger (u.a. „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“).

 

Hashtag zum Event: #DiePassion

 


Neuer Kurs für Kirchenführungen startet im September

Landesweit schon 75 Zertifikate vergeben

Der Besuch in Kirchen vor Ort, wie hier in Reinshagen, gehört zum Ausbildungsprogramm. Foto: ELKM-Archiv/Hartwig Bork
Der Besuch in Kirchen vor Ort, wie hier in Reinshagen, gehört zum Ausbildungsprogramm. Foto: ELKM-Archiv/Hartwig Bork

 

(Rostock/cme) - Ob als stolze Backsteinbasilika in einer Hansestadt oder kleine, feine Dorfkirche auf dem Lande – Kirchen prägen die Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Zahlreiche Menschen suchen diese auch außerhalb von Gottesdiensten auf und genießen die besondere Atmosphäre. Kirchenführungen können das Erlebnis des Kirchenraumes und seiner Kunstschätze vertiefen – vor allem, wenn diese ansprechend und mitreißend gestaltet sind. Dazu werden ausgebildete Frauen und Männer gebraucht. Ein neuer Ausbildungskurs startet Anfang September.

 

„Kirchen verstehen und zugänglich machen“ – unter diesem Titel steht die zweijährige Ausbildung der Erwachsenenbildung im Zentrum Kirchlicher Dienste Mecklenburg (ZKD) in Kooperation mit dem Pädagogisch-Theologischen Institut der Nordkirche. Die Teilnehmenden werden sich „mit den Glaubensaussagen und der Symbolsprache der Kirchenräume und ihrer Kunstwerke auseinandersetzen und eigene, lebendige Kirchenführungen für unterschiedliche Besuchergruppen entwickeln und dazu hilfreiche Strukturen und Methoden nutzen“, blickt Dr. Maria Pulkenat voraus.

 

Wer war die Heilige Katharina? Woran erkenne ich eine Basilika? Warum werden Kinder getauft? – „Um solche und andere Fragen geht es in den neun Studientagen und drei Wochenendseminaren. Dabei gibt es Gelegenheit, das erworbene Wissen gleich in Mini-Führungen umzusetzen“, so die Kursleiterin. Vorerfahrungen mit Kirchenführungen seien willkommen, aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung. „Der Kurs behandelt Themen wie Architekturgeschichte und Ikonografie, Bibelkunde und Kirchenpädagogik“, blickt Maria Pulkenat voraus und ermutigt alle Neugierigen, sich anzumelden. 90 Frauen und Männer haben einen der bisherigen Kurse absolviert. Wer am Ende des Kurses eine eigene Kirchenführung vor der Gruppe präsentiert kann beim Abschluss auch das Zertifikat des Bundesverbandes für Kirchenpädagogik stolz in seinen Händen halten. Bisher konnten bereits 75 solcher Urkunden in MV ausgehändigt werden.

 

Info-Abend am 25. März in Rostock

 

Interessenten sind am 25. März zu einer Informationsveranstaltung von 17.30 bis 19.00 Uhr im Zentrum Kirchlicher Dienste in Rostock, Alter Markt 19 und Rostock eingeladen. Der Kursflyer kann bei Dorothea Eggers, Tel. 0381-37798752, verwaltung-zentrum@elkm.de
angefordert werden, dort ist ebenso eine Anmeldung zum Kurs möglich.

 

Mehr im Internet unter: www.kirche-mv.de/Kirchenpaedagogik-Kirchenfuehrung.4372.0.html


Neue Pastorinnen und Pastoren im Sprengel Schleswig und Holstein:

Bischof Magaard ordiniert zukünftige Geistliche

(Schleswig/aw). - Am Sonnabend (22. Februar) wird Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), vier Pastorinnen und drei Pastoren in ihren Dienst berufen. Der festliche Gottesdienst in der Christkirche in Rendsburg-Neuwerk beginnt um 11 Uhr.

 

Bischof Gothart Magaard hebt aus diesem Anlass hervor: „Jede Ordination ist für mich ein besonders freudiger Anlass. Mit den Menschen in den Kirchenkreisen freue auch ich mich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Pastorinnen und Pastoren: auf den Blick von außen, auf die Ideen und die Impulse, auf die Erfahrungen und das Engagement – all das, was jede und jeder der neuen Geistlichen als Person auf ganz individuelle Art in die Gemeinde mit- und einbringen wird. “

 

Im Rahmen des Festgottesdienstes werden folgende Theologinnen und Theologen ordiniert:
Elli Brandt war während ihres Vikariats in der Gemeinde Krummesse im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und wird nun Pastorin in der Kirchengemeinde Eddelak im Kirchenkreis Dithmarschen.

 

Donata Cremonese war in der Schweriner Bernogemeinde im Sprengel Mecklenburg und Pommern Vikarin und wechselt in die Kirchengemeinde Segeberg im Kirchenkreis Plön-Segeberg im Sprengel Schleswig und Holstein.
Felix Cremonese war ebenfalls als Vikar in Schwerin, in der dortigen Schlosskirchengemeinde, und wechselt in den Kirchenkreis Plön-Segeberg in die Kirchengemeinde Trappenkamp.

 

Maria Dietz war Vikarin in der Lübecker Dom-Kirchengemeinde. Sie beginnt nun in der Kirchengemeinde Reinfeld im Kirchenkreis Plön-Segeberg ihren Dienst.

 

Friedemann Holmer war als Vikar sowohl in Groß Bisdorf in der Propstei Stralsund wie auch in Dersekow bei Greifswald tätig. Nun geht er in die Kirchengemeinde Altenkrempe im Kirchenkreis Ostholstein.

 

Helge Jörgensen absolvierte sein Vikariat in der Gemeinde Kemnitz und Hanshagen im Sprengel Mecklenburg und Pommern. Er wird zukünftig im Kirchenkreis Dithmarschen in der Kirchengemeinde Albersdorf als Pastor tätig sein.

 

Alexandra Klatt war in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz Vikarin. Sie wird in der Kirchengemeinde Lebrade im Kirchenkreis Plön-Segeberg als Pastorin im Ehrenamt ihren Dienst beginnen.

 

Gemeinsam mit Bischof Gothart Magaard werden Dr. Kay-Ulrich Bronk, Direktor und Studienleiter des Prediger- und Studienseminars der Nordkirche in Ratzeburg, Oberkirchenrätin Karen Reimer, Personaldezernat im Landeskirchenamt der Nordkirche, Propst Matthias Krüger, Kirchenkreis Rendsburg Eckernförde, Hans-Hinrich Blunck, Kirchengemeinderat der Christkirche Rendsburg-Neuwerk, und Pastorin Janina Boysen, Christkirche Rendsburg-Neuwerk, den Gottesdienst gestalten. Die musikalische Begleitung liegt in den Händen von Kantor Volker Linhardt und Christos Meitanis (Trompete).

 

Mit der Ordination werden den bisherigen Vikarinnen und Vikaren die Rechte und Pflichten einer Pastorin und eines Pastors feierlich zugesprochen. Dazu gehören die öffentliche Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung (Taufe und Abendmahl), die seelsorgerliche Verschwiegenheit und die Einhaltung des Beichtgeheimnisses. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie und der zweieinhalbjährigen praktischen Ausbildung in Kirchengemeinden und Predigerseminar (Vikariat) beginnen die neuen Pastorinnen und Pastoren nun ihren Dienst in der Nordkirche.

 


Jörg Niesner aus Hessen-Nassau macht beim bundesweiten evangelischen Netzwerk mit

yeet: Wie ein Pfarrer zum „Sinnfluencer“ wird

 

(Frankfurt/ekhn) - Die evangelische Kirche hat am Dienstag (18. Februar) in fast allen gängigen Sozialen Netzwerken die Aktion yeet gestartet. Unter Federführung des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt bringt  yeet evangelische Menschen zusammen, die mit ihren Videos, Podcasts, Posts und Stories bei YouTube, Instagram, Spotify und anderen Anbietern begeistern sollen. Das Netzwerk will vor allem Menschen zwischen 14 und 35 Jahren ansprechen. Der Begriff yeet gilt unter Jüngeren als englischsprachiger Ausdruck für Begeisterung, Freude und Glück. An den Start gehen zunächst deutschlandweit acht jüngere Theologinnen und Theologen sowie am Glauben interessierte Online-Expertinnen und Experten.

 

 

 

@WasistderMensch und die Gänsehaut unter dem Talar

 

Mit dabei ist auch der hessen-nassauische Pfarrer Jörg Niesner. Einem breiten Instagram-Publikum ist der Seelsorger aus dem oberhessischen Laubach (Landkreis Gießen) unter dem Namen @wasistdermensch bekannt. Dort zeichnet er sich als ebenso tiefsinniger wie inspirierender Impulsgeber in Glaubensfragen aus. Mit lebendigen Fotos und frischen Texten bringt er die Menschen online zum Nachdenken über Begegnungen im Alltag, Fragen der Zeit oder persönliche Erlebnisse. Und er ermöglicht seiner inzwischen auf über 4000 Mitgliedern angewachsenen Instagram-Gemeinde auch ungewöhnliche Einsichten in das Leben eines Pfarrers, wenn er fragt „Wieviel Gänsehaut passt eigentlich unter einen Talar?“. Der evangelische Seelsorger Jahrgang 1985 ist überzeugt: Pfarrerinnen und Pfarrer sind immer „Influencer“. Im neuen evangelischen Netzwerk sollen sie jetzt auch zu „Sinnfluencerinnen“ und „Sinnfluencern“ werden. 

 

 

 

Gesellschaftliche Fragen online thematisieren

 

Jörg Bollmann, Direktor des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik (GEP), erklärt: „Mit dem evangelischen Contentnetzwerk wollen wir jüngere Menschen dort mit der guten Nachricht, dem Evangelium, erreichen, wo sie täglich unterwegs sind: in den sozialen Medien. Yeet verbindet Sinnfluencer, die ihren Glauben, Sinnfragen und wichtige gesellschaftliche Fragen thematisieren.“ Das Netzwerk, dessen Aufbau der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angeregt hat, soll weiter wachsen und steht Landeskirchen, christlichen Initiativen und allen Interessierten offen: Sie können sich mit eigenen Ideen und Formaten bewerben. Das yeet-Team im GEP unterstützt die Sinnfluencer und Sinnfluencerinnen je nach Bedarf und Möglichkeiten durch Vernetzung, Formatentwicklung, redaktionelle Begleitung und Beratung, Technik, Produktionshilfe, Community-Management, Analyse, Marketing und Werbung. Die Projektleitung für yeet liegt bei Lilith Becker und  Thomas Dörken-Kucharz.

 

 

 

 

 

Zum Start sind bereits folgende Sinnfluencerinnen und Sinnfluencer dabei:

 


•           Jörg Niesner ist Pfarrer in Laubach und unterwegs auf Instagram und tellonym.me, wo er sich als @wasistdermensch Zeit nimmt für die Lebens- und Sinnfragen seiner Followerinnen und Follower.

 

 

 

•           Theresa Brückner ist Pfarrerin für Kirche im digitalen Raum im Berliner Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg und erfolgreich auf Instagram, Facebook, Twitter und YouTube als @theresaliebt unterwegs. Sie berichtet mit der Kamera aus ihrem Alltag als Pfarrerin.

 

 

 

•           Christian Engels und Kira Brück gestalten die Filmshow. In verschiedenen Formaten geht es einerseits um Film und Religion, andererseits um Serien, Kino und Familie. Kira ist Mutter und Filmjournalistin, Christian ist Vater und der „evangelische Filmpfarrer“. Zusammen und einzeln diskutieren sie Serien und Filme von Hollywood bis Netflix, zwischen Streaming Nights und Festivalevents. Die Filmshowformate gibt es auf YouTube und Facebook oder als Podcast.

 

 

 

•           Die Medizinstudentin Jana Highholder spricht auf ihrem Kanal „Jana glaubt“ auf YouTube, Instagram und Facebook mit Menschen über deren Glauben und Leben, lotet medizinethische Themen aus und erzählt aus ihrem Alltag als Studentin, Poetryslammerin und Autorin.

 

 

 

•           Nils Husmann besucht für seinen Podcast Klimaschutzexperten, mit denen er über Fakten, Strategien und Alltagstipps zum Thema Umweltschutz spricht. Damit begleitet er die chrismon-Serie „Die Bessermacher“ mit Willi Weitzel.

 

 

 

•           Ellen und Steffi Radtke sind miteinander verheiratet und leben im Pfarrhaus im niedersächsischen Eime. Im YouTube-Format „Anders. Amen“ zeigen sie, wie gut die Verbindung „queer und Kirche und Dorf“ funktioniert.

 

 

 

•           Josephine Teske ist Pfarrerin in Schleswig-Holstein. Unter @seligkeitsdinge_ erzählt sie auf Instagram von ihrem Leben als alleinerziehende Mutter und Pfarrerin, denkt nach über feministische Theologie und lotet die Chancen einer digitalen Kirche aus.

 

•           Roman und Chris treffen sich vorm Mikrofon als Theologe und Technikexperte. Sie diskutieren in ihrem Podcast „Netztheologen“ den digitalen Wandel aus der Perspektive des christlichen Glaubens. 

 

 

 

Internettipp

 

www.yeet.de

 

 

 


In der Fastenzeit Gewohnheiten hinterfragen

(Karlsruhe/ekiba) - Ab Aschermittwoch, 26. Februar, bis Ostern lädt die Evangelische Landeskirche in Baden wieder zur Beteiligung an einer von zwei Fastenaktionen ein. Die Fastenaktion „7 Wochen ohne“ steht dieses Jahr unter dem Motto „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“. Die Aktion „Klimafasten“ ruft zu einem bewussteren Umgang mit der Umwelt auf.

 

In den knapp sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern üben viele Christen bewusst den Verzicht, um frei zu werden für neue Gedanken und andere Verhaltensweisen. Die Fastenzeit lädt dazu ein, Gewohnheiten zu hinterfragen, achtsam mit sich und dem Umfeld umzugehen und alltägliche Dinge anders zu machen. Klimafasten geht dieser Tradition nach und ruft dazu auf, mit kleinen Schritten einen Anfang für mehr Klimagerechtigkeit zu wagen.

 

Vom ökologischen Fußabdruck bis zum Thema „Lebensmittel retten“, von fairen Kommunikationstechnologien bis hin zum Mobilitätsverhalten in Freizeit und Urlaub reicht die Palette, welcher sich die Aktion Klimafasten dieses Jahr widmet. Jede Woche nimmt sie sich in einer Fastenbroschüre einem anderen Aspekt des Themas Umweltschutz an und gibt Impulse für einen klimafreundlicheren Lebensstil. Auch viele badische Kirchengemeinden beteiligen sich mit Vorträgen, Ausstellungen und Gottesdiensten zum Thema an der ökumenischen Aktion, Religionslehrer greifen das Thema im Unterricht auf.

 

Um das Klimafasten noch lebendiger zu gestalten, gibt es dieses Jahr online beispielsweise ein Klimaquiz und erweiterte Tipps wie beispielsweise Rezepte für plastikfreie Kosmetik. Ein Veranstaltungsmodul zeigt, welche Veranstaltungen zum Thema angeboten werden. Über Facebook und Instagram können sich Menschen über ihre Erfahrungen mit dem Klimafasten austauschen.

 

Die evangelische Fastenaktion „7 Wochen ohne“ widmet sich mit ihrem Motto dieses Jahr der ständigen Angst und Sorge, vor allem vor der Zukunft. „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“ soll dazu ermutigen, Zukunftsängste und Misstrauen zu bezwingen und dabei helfen zu erkennen, wieviel Kraft, Mut und Glaube trotz aller Widrigkeiten in uns stecken.

 

Informationen zu den beiden Fastenaktionen finden Sie unter: 7wochenohne.evangelisch.de und www.ekiba.de/klimafasten2020 bzw. www.klimafasten.de

 


BDKJ bringt neue Bibelausgabe raus / Überraschende Parallelen zur heutigen Zeit

Über Freiheit, Würde und Liebe: So aktuell ist die Bibel

 

(Düsseldorf/bdkj) - Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) unterstreicht mit einer neuen Bibelausgabe, dass biblische Geschichten auch in der heutigen Welt den Nerv der Zeit treffen. Die neue Ausgabe mit dem Titel „WIR erzählen die Bibel“ wurde vom Herder-Verlag verlegt und ist ab dem 17. Februar erhältlich.

 

Eine Gruppe Erzähler*innen aus der Zeit der Antike stellt jeden Text in einer Einleitung mit einem Motto vor. Dabei zieht diese Gruppe immer wieder Parallelen zwischen der Lebenswelt der Antike und dem Alltag im Jahr 2020.  BDKJ-Bundesvorsitzende Katharina Norpoth sagt: „Immer wieder geht es um die großen Themen wie Freiheit, Kultur, Würde, Gewalt oder Liebe. Das sind Themen, die junge Menschen beschäftigen. Damit bleibt die Bibel auch heute aktuell.“ Diese Bibelausgabe erzählt die Ursprünge des christlichen Glaubens und die Geschichte des Volkes Israels. Peter Otten, ein Autor der Bibel, ergänzt: „Wer diese Bibel liest, bekommt Orientierung, indem er einem roten Faden durch die gesamte Bibel bis in unsere heutige Zeit folgen kann. Leser*innen können daher auch schwierige Textabschnitte der Bibel besser verstehen und einordnen.“

 

Die Autoren Peter Otten und Christian Linker erklären mit verständlichen Beispielen die Hintergründe und Zusammenhänge in der Entstehungszeit der Bibel und provozieren die Leserschaft, heutige verbreitete Lebensarten kritisch zu hinterfragen. Wissenschaftliche Unterstützung haben die Autoren dabei von Professorin Sandra Huebenthal und Dr. Bernhard Klinger vom Lehrstuhl für Exegese und Biblische Theologie der Universität Passau bekommen. Illustriert wurde die Bibelausgabe von Mika Springwald.

 

WIR erzählen die Bibel ist ab dem Alter von 12 Jahren geeignet und im Herder-Verlag erschienen. Das Buch ist im Buchhandel und auf der Internetseite des Verlags zum Preis von 19,50 € erhältlich. Außerdem kann die Bibel direkt beim BDKJ bestellt werden unter www.bdkj.de/jugendbibel.

 

Der BDKJ ist der Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.


Ehrenamt nachhaltig stärken!

 

(Köln/kdfb) -– Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) begrüßt nach Beschluss des Bundestages nun auch die Zustimmung des Bundesrates zur Errichtung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. „Die generelle Stärkung und der Ausbau ehrenamtlicher Strukturen sind unverzichtbar für eine starke und solidarische Gesellschaft. Bürgerschaftliches Engagement ist ein Markenzeichen und Ausdruck gelebter Demokratie und braucht konsequente Unterstützung“, stellt KDFB-Vizepräsidentin Monika Arzberger fest.

 

Der KDFB hat von Beginn an die politische Diskussion rund um die Errichtung der Stiftung kritisch verfolgt und sich im Laufe des Prozesses mit seinen Standpunkten und Forderungen in die öffentliche Debatte eingebracht. „Gerade die vielfältigen Formen machen ehrenamtliches Engagement wertvoll,“ so Arzberger. „Wir haben betont, dass Ehrenamt als gelebte Partizipation zum einen staatliches Handeln ergänzt und verstärkt. Damit wird mehr soziale Gerechtigkeit zwischen Generationen oder sozialen Gruppen möglich. Zum anderen schaffen Ehrenamtliche Strukturen, die das Gemeinwesen lebendig und tragfähig erhalten. Hier spielen Verbände eine wichtige Rolle.“

 

Die zentrale Anlaufstelle auf Bundesebene, die Serviceangebote und Informationen bei der Organisationsentwicklung für bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement bereitstellt, hält der KDFB für eine große Chance. „Uns ist wichtig, dass es auch tatsächlich zu Unterstützungen der Ehrenamtlichen kommt und Herausforderungen, zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung, besser bewältigt werden können. Hier sehen wir Handlungsbedarf, besonders im Feld der Weiterbildungsmöglichkeiten für ehrenamtlich Tätige“, erklärt die KDFB-Vizepräsidentin. Sie weist darauf hin, dass gerade in den Regionen das Ehrenamt gestärkt, gefördert und unterstützt werden muss, wo notwendige Strukturen und Erfahrungen fehlen.


Aufruf der Diakonie Katastrophenhilfe an Kirchengemeinden

 

Passion * Ostern * Jemen * Gemeinden

 

(Berlin/dw) - Zum Beginn der diesjährigen Passionszeit erinnert die Diakonie Katastrophenhilfe an das millionenfache Leid im Jemen. Das humanitäre Hilfswerk der evangelischen Kirchen bittet Gemeinden in Deutschland, Menschen mit Gebeten, Fürbitten und Spenden zu unterstützen, die unter den Folgen des Krieges leiden. „Wir begegnen Hunger, Verzweiflung und Flucht während unser Arbeit überall auf der Welt und im gesamten Jahr“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Die Passionszeit ist für uns jedoch etwas Besonderes: In diesen Wochen möchten wir genauer hinschauen auf die Situation von Menschen, die heute außerordentlich großes Leid ertragen müssen.“

 

So liegt in diesem Jahr der Fokus auf der Situation im Jemen. Der Krieg hat in den vergangenen fünf Jahren laut UN-Schätzungen etwa 100.000 Menschen das Leben gekostet. 80 Prozent der Bevölkerung benötigen humanitäre Hilfe. Die Diakonie Katastrophenhilfe begegnet den größten Herausforderungen mit ihren Hilfsprojekten vor allem in zwei Bereichen: der Nahrungsmittelhilfe und dem Schutz der Menschen vor Cholera, die seit Kriegsbeginn schon mehr als 3.500 Menschen das Leben gekostet hat. Zum Schutz vor der gefährlichen Krankheit erhält die Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen. „Durch unsere Hilfe sollen die Menschen den gefährlichen Kreislauf aus Hunger und Krankheit durchbrechen“, fasst Keßler die Hilfe zusammen.

 

Das evangelische Hilfswerk bietet Kirchengemeinden eine Fürbitte, Kollekten-Aufrufe und ein Plakat für die Gemeindearbeit während der siebenwöchigen Passionszeit an. Martin Keßler richtet sich mit seinem Appell direkt an die Gemeinden in Deutschland: „Wir werden gemeinsam mit unseren Partnern nach Kräften helfen, das unerträgliche Leid im Jemen zu lindern - und wir bitten Sie herzlich darum, uns dabei zur Seite zu stehen.“

 

Das Material für Gemeinden finden Sie hier:

 

http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/passionszeit2020


VATIKAN -Querida Amazonia: Die “missionarische Verkündigung”

Vatikanstadt (Fides) - «Die Kirche ist gerufen, mit den Völkern Amazoniens unterwegs zu sein» und ihr ein „amazonischen Gesicht“ zu geben. Doch „Damit aber diese Inkarnation der Kirche und des Evangeliums möglich wird, muss die große missionarische Verkündigung immer wieder neu erklingen“, so Papst Franziskus im Paragraph 61 des nachsynodalen Apostolischen Schreibens “Querida Amazonia” (Geliebtes Amazonien), dem Lehrschreiben, dass sich an den Arbeiten der Sondersynode inspiriert, die vom 6. bis 27. Oktober in Rom tagte und mit einem Schlussdokument mit dem Titel „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ zu Ende ging .
Das am 12. Februar veröffentlichte päpstliche Schreiben ist auf den 2. Februar 2020 datiert. In dem Lehrschreiben finden sich viele Ideen und Passagen voller Anregungen zur missionarischen Berufung der Kirche und ihren Besonderheiten, die sie von allen Formen der Propaganda und der ideologischen Indoktrination unterscheiden.
«Auf die vielen Nöte und Ängste, die aus dem Herzen Amazoniens auf uns eindringen», so Papst Franziskus im Paragraph 62 « können wir mit sozialen Initiativen, technischen Ressourcen, Gesprächsforen oder politischen Programmen antworten, und all dies kann zu einer Lösung beitragen. Aber als Christen verzichten wir nicht auf die Option des Glaubens, die wir aus dem Evangelium empfangen haben. Obwohl wir uns gemeinsam mit allen engagieren wollen, schämen wir uns nicht für Jesus Christus. Für diejenigen, die ihm begegnet sind, die in seiner Freundschaft leben und sich mit seiner Botschaft identifizieren, ist es unumgänglich, von ihm zu sprechen und andere auf seine Einladung zu einem neuen Leben aufmerksam zu machen: »Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde! (1 Kor 9,1)». Auch diie echte Option für die Ärmsten und Vergessenen, bewegt uns dazu, «sie von ihrem materiellen Elend zu befreien und ihre Rechte zu verteidigen“, so der Papst weiter, und „bewegt uns dazu sie zur Freundschaft mit dem Herrn einzuladen, der ihnen weiterhilft und Würde verleiht“. Es wäre traurig, so der Bischof von Rom weiter, “wenn sie von uns nur eine Sammlung von Lehrsätzen oder Moralvorschriften erhielten, aber nicht die große Heilsbotschaft, jenen missionarischen Ruf, der zu Herzen geht und allem einen Sinn verleiht. Wir können uns auch nicht mit einer sozialen Botschaft zufriedengeben. Wenn wir uns mit unserem Leben für sie einsetzen, für die Gerechtigkeit und die Würde, die sie verdienen, können wir nicht vor ihnen verbergen, dass wir dies tun, weil wir in ihnen Christus erkennen und weil uns bewusstgeworden ist, welch große Würde Gott, der Vater, der sie unendlich liebt».
Im Paragraph 64 betont Papst Franziskus mit Bezug auf das Schreiben „Christus vivit“, dass auch die Menschen der Amazonasregion ein Eicht auf die kostbare Verkündigung des Evangeliums haben, vor allem „auf jene grundlegende Verkündigung, die als Kerygma bezeichnet wird“ und die »die hauptsächliche Verkündigung [ist], die man immer wieder auf verschiedene Weisen neu hören muss und die man in der einen oder anderen Form [...] immer wieder verkünden muss«. Ohne eine solche leidenschaftliche Verkündigung, so der Papst weiter, „würde jede kirchliche Struktur nur zu einer weiteren NGO werden, und wir würden damit auch nicht der Weisung Jesu Christi entsprechen, die da lautet: »Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!« (Mk 16,15)“.
Die überraschendste Auswirkung der Verkündigung sei, so Papst Franziskus, “sofern es zu einer persönlichen Begegnung mit dem Herrn kam – ist die brüderliche Liebe”. Und «so bilden das Kerygma und die brüderliche Liebe die große Synthese aller Inhalte des Evangeliums, die man Amazonien nicht vorenthalten kann. Die großen Glaubenszeugen Lateinamerikas wie der heilige Turibio von Mongrovejo oder der heilige Josef von Anchieta haben dies vorgelebt».
In verschiedenen Passagen des Apostolischen Schreibens “Querida Amazonia” behandeln Kriterien und Dynamiken, die Prozesse der Inkulturation des Evangeliums sin Amazonien unverzichtbar und kostbar machen. Die Inkulturation, so Papst Franziskus im Paragraph 66 mit Bezug auf seinen kürzlich veröffentlichen “Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland”, lasse nichts von dem Guten außer Acht, „das in den Kulturen Amazoniens bereits existiert, …, sondern es aufnimmt und im Lichte des Evangeliums zur Vollendung führt. Sie verachtet auch nicht den Reichtum der über die Jahrhunderte überlieferten christlichen Weisheit, so als ob sie sich einbildete, die Geschichte, in der Gott auf vielfältige Weise gewirkt hat, ignorieren zu können, denn die Kirche hat ein vielgestaltiges Gesicht »nicht nur aus einer räumlichen Perspektive [...], sondern auch aus ihrer zeitlichen Wirklichkeit heraus«[85]. Dies ist die authentische Tradition der Kirche, die keine statische Ablagerung oder ein Museumsstück ist, sondern die Wurzel eines wachsenden Baumes[86]. Die Jahrtausende alte Tradition bezeugt das Wirken Gottes in seinem Volk und hat die Aufgabe, »das Feuer am Leben zu erhalten, statt lediglich die Asche zu bewahren«
Eine authentischen Inkulturation des Evangeliums in unterschiedlichen historischen und kulturellen Kontexten, so der der Papst mit erneutem Bezug auf das Apostolische Schreiben Evangelii gaudium, impliziert eine „doppelte Bewegung“ , „einerseits eine befruchtende Dynamik, die es erlaubt, das Evangelium an einem bestimmten Ort zum Ausdruck zu bringen, denn »wenn eine Gemeinschaft die Verkündigung des Heils aufnimmt, befruchtet der Heilige Geist ihre Kultur mit der verwandelnden Kraft des Evangeliums«. „Auf der anderen Seite erlebt die Kirche dabei selbst einen Prozess des Empfangens, der sie mit dem bereichert, was der Geist bereits auf geheimnisvolle Weise in diese Kultur gesät hat. Auf solche Weise »verschönert der Heilige Geist die Kirche, indem er ihr neue Aspekte der Offenbarung zeigt und ihr ein neues Gesicht schenkt“.
Des weiteren unterstreicht Papst Franziskus, mit einem Zitat aus dem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium, verfüge das Christentum nicht über ein einziges kulturelles Modell«[95], und »es würde der Logik der Inkarnation nicht gerecht, an ein monokulturelles und eintöniges Christentum zu denken«. Mit Blick auf Amazonien, aber nicht nur auf diese Region der Welt, erinnert Papst Franziskus daran, dass „die Gefahr für die Verkündiger des Evangeliums, die neu an einen Ort kommen“ darin bestseht, „zu glauben, dass sie nicht nur das Evangelium, sondern auch die Kultur, in der sie selbst aufgewachsen sind, vermitteln müssen, wobei sie vergessen, dass es nicht darum geht, »eine bestimmte Kulturform durchsetzen zu wollen, so schön und alt sie auch sein mag“. „Es ist notwendig, die Neuheit des Geistes mutig anzunehmen, der fähig ist, mit dem unerschöpflichen Schatz Jesu Christi immer etwas Neues zu schaffen“. Im Amazonasgebiet müsse man daher zu den Reichtümen zurückkehren „die aus den präkolumbianischen Kulturen stammen“, „wie die Öffnung für das Handeln Gottes, das Gefühl der Dankbarkeit für die Früchte der Erde“ und , die von Gott verliehene Würde des menschlichen Lebens, die Wertschätzung der Familie, der Sinn für Solidarität und Pflichtbewusstsein bei der gemeinsamen Arbeit, die Bedeutung der Kultur, der Glaube an ein Leben nach dem Tode und viele andere Werte“. “Es geht aber auch darum“, so der Papst weiter, „dass diese Beziehung zu dem im Kosmos gegenwärtigen Gott immer mehr zu einer persönlichen Beziehung mit jenem Du wird, das die eigene Wirklichkeit erhält und ihr einen Sinn verleihen will, zu einem Du, das uns kennt und liebt“. Angesichts der Situation der Armut und Verlassenheit so vieler Einwohner Amazoniens, müsse die Inkulturation aber „notwendigerweise einen ausgesprochen sozialen Charakter haben“ (vgl. Paragraph 75). Gleichzeitig muss die Inkulturation des Evangeliums in Amazonien das Soziale besser mit dem Geistlichen verbinden, damit die Ärmsten nicht außerhalb der Kirche nach einer Spiritualität suchen müssen, die ihrer Sehnsucht nach dem Transzendenten entspricht. Anerkannt werden sollten auch »bestimmte Züge einer katholischen Volksfrömmigkeit tragen, die, auch wenn sie vielleicht ursprünglich von pastoralen Mitarbeitern angestoßen wurden, heute etwas sind, das sich das Volk zu eigen gemacht, ja sogar in seinen Akzenten verändert und von Generation zu Generation weitergegeben hat« Wir sollten nicht vorschnell einige religiöse Ausdrucksformen, die sich spontan aus dem Leben der Völker ergeben, als Aberglaube oder Heidentum bezeichnen. Vielmehr gilt es den Weizen zu erkennen, der inmitten des Unkrautes wächst, denn »in der Volksfrömmigkeit kann man die Art und Weise wahrnehmen, wie der empfangene Glaube in einer Kultur Gestalt angenommen hat und ständig weitergegeben wird« (Paragraph 78).
Es ist möglich, sich in irgendeiner Weise auf ein indigenes Symbol zu beziehen, ohne dass man es notwendigerweise als Götzendienst betrachten müsste. Ein Mythos von spirituellem Sinngehalt kann aufgegriffen und muss nicht immer als heidnischer Irrtum angesehen werden“. Deshalb, so der Papst befasse sich ein echter Missionar damit, „die berechtigten Anliegen hinter diesen religiösen Ausdrucksweisen zu entdecken, die manchmal unvollkommen und bruchstückhaft sind oder Irrtümer enthalten, und versucht, aus einer inkulturierten Spiritualität heraus darauf eine Antwort zu finden“. Angesichts des Priestermangels schreibt Papst Franziskus im Pragraph 90, „alle Bischöfe, besonders die Lateinamerikas, zu ermutigen, nicht nur das Gebet um Priesterberufungen zu fördern, sondern auch großzügiger zu sein und diejenigen, die eine missionarische Berufung zeigen, dazu zu bewegen, sich für das Amazonasgebiet zu entscheiden“.
In einigen Paragraphen zu Beginn seines Apostolischen Schreibens fordert Papst Franziskus auch dazu auf, sich daran zu erinnern, „dass inmitten der schlimmen Exzesse der Kolonialisierung Amazoniens voll von »Widersprüchen und Irrungen« viele Missionare mit dem Evangelium dorthin gekommen sind; sie verließen dafür ihre Länder und nahmen ein entbehrungsreiches und anstrengendes Leben an der Seite der ganz Schutzlosen in Kauf.“ Wir wissen, so der Papst weiter „dass nicht alle vorbildlich waren“, wobei er an das Arbeitspapier (Instrumentum laboris) der Sondersynode erinnert, „doch die Arbeit derer, die dem Evangelium treu blieben, »inspirierte […] auch die Gesetzgebung, zum Beispiel die „Leyes de Indias“. Diese haben die Würde der Indigenen vor der Verwüstung ihrer Dörfer und Territorien geschützt.« Da es oft die Priester waren, welche die Indigenen vor den Angreifern und Ausbeutern schützten, erzählen die Missionare: »Sie baten uns inständig, sie nicht zu verlassen, und sie rangen uns das Versprechen ab, wieder zurückzukommen.«(Paragraph 18)
Wie immer, so der Papst mit Bedauern, sei „der Weizen mit dem Unkraut vermischt wurde und die Missionare nicht immer den Unterdrückten zur Seite standen“. „So »bitte« ich einmal mehr“, so der Papst mit Bezug auf die Ansprache an die Volksbewegungen vom 9. Juli 2015 bei seinem Besuch in Bolivien »demütig um Vergebung, nicht nur für die Verletzungen der Kirche selbst, sondern für die Verbrechen gegen die Urbevölkerungen während der sogenannten Eroberung Amerikas« und für die schrecklichen Verbrechen, die im Laufe der ganzen Geschichte Amazoniens folgten» (Paragraph 19).


KDFB zum Nachsynodalen Schreiben „Querida Amazonia“

 

(Köln/kdfb) - Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) bezeichnet das Schreiben „Querida Amazonia“ (geliebtes Amazonien) von Papst Franziskus in weiten Teilen als ein starkes Dokument. Gleichzeitig äußert der Verband Enttäuschung und Unverständnis zu Aussagen über Frauen in der Kirche.

 

„Papst Franziskus weist einmal mehr auf den unauflöslichen Zusammenhang von Ökonomie, Ökologie und sozialer Gerechtigkeit hin. Er prangert Umweltzerstörung und Migration an, die durch die Zerstörung dieses Lebensraums erzwungen werden“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. „Wir sind dankbar, dass er ein vehementer Verteidiger der Menschenrechte ist. Er stellt unmissverständlich fest, dass es eine Frage der Gerechtigkeit ist, die Stimme der indigenen Völker zu hören, damit sie das „buen vivir“ – das ‚Gute Leben‘ – verwirklichen können“, so Flachsbarth. Das Schreiben ist ihrer Meinung nach auch eine eindringliche Anfrage an den westlichen Lebensstil und die internationalen ökonomischen Beziehungen.

 

 Kritisch äußert sich der KDFB zu den Aussagen über die Rolle von Frauen in der Kirche. „Die diesbezüglichen Aussagen des Papstes sind ausgesprochen paternalistisch und enttäuschend. Einmal mehr gilt für seine Ausführungen über ihre Rolle in der Kirche des Amazonasgebiets ein „Loben statt Weihen“, stellt Maria Flachsbarth fest. Papst Franziskus erkennt an, dass Frauen manchmal „jahrhundertelang die Kirche an diesen Orten mit bewundernswerter Hingabe und leidenschaftlichem Glauben aufrechterhielten“. Dennoch prognostiziert er, dass die Zulassung von Frauen zur Weihe „auf eine Klerikalisierung der Frauen hinlenken und den großen Wert dessen, was sie schon gegeben haben, schmälern“ würde.

 

Für den KDFB unverständlich ist, dass diese Furcht nicht auch die Männer betrifft. Die geteilte geistliche und sakramentale Verantwortung von Männern und Frauen wäre ein starkes Zeichen für die Erneuerungskraft der Kirche gewesen. Einmal mehr wurde jetzt eine Chance verpasst.

 

Dazu Maria Flachsbarth: „Schade – die Zeichen der Zeit werden immer noch nicht ausreichend beachtet. Warum ist das Aufrechterhalten des Zölibats wichtiger als die Sehnsucht der Gläubigen, regelmäßig die Eucharistie zu empfangen? Warum können berufene Frauen nicht mit der gleichen Sendung und Autorität das Evangelium verkünden und die Sakramente spenden wie berufene Männer? Als gläubige Christinnen werden wir nicht aufhören, dafür zu beten und zu arbeiten – für eine zukunftsfähige Kirche, in der Frauen unwiderruflich und gleichberechtigt mitwirken.“

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Nachsynodales Schreiben Amazonien

„Worum es der Kirche in der heutigen Weltlage wirklich gehen muss“

 

(München/Rom/wsk)

 

Erste Stellungnahme von Wir sind Kirche zum nachsynodalen Schreiben von Papst Franziskus zur Pan-Amazonien-Synode

 

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche sieht das heute veröffentlichte nachsynodale Schreiben als ein Schreiben, das zunächst einmal für die im Amazonas lebenden Menschen und Völker von großer Bedeutung ist, aber auch an die Weltgemeinschaft appelliert, angesichts der Situation in den neun Ländern des für die ganze Welt bedeutsamen Amazonas-Gebietes endlich wirksam Verantwortung zu übernehmen.

 

In gewohnt klarer Sprache benennt Papst Franziskus die sozialen, kulturellen und ökologischen Probleme, zeigt aber gleichzeitig auch jeweils aus dem Glauben und der christlichen Verantwortung sich ergebende Hoffnungsvisionen auf.

 

Neben grundsätzlicher Wertschätzung des Schreibens, dass sich der Ausbeutung in Amazonien widmet, muss aber auch klar werden, dass das, was "Fleisch und Blut" annehmen, was wachsen soll, "ohne die Identität zu schwächen, was glaubwürdig sein soll und den Gemeinden zu neuem Leben verhelfen soll", in Deutschland, in Europa und überall nach dem Missbrauchsskandal nicht mehr möglich ist, ohne sich der Zölibatsfrage und der Frage nach Weiheämtern für Frauen zu stellen. Die Kirche, ihre Lehre und ihre Strukutr braucht ebenso in Europa eine Inkulturation, die von den Gläubigen angenommen und mitgetragen werden kann. Das ist derzeit nicht der Fall.

 

So ist es vor dem Hintergrund des in Deutschland gerade begonnenen und mit berechtigten Erwartungen auch auf strukturelle kirchliche Reformen verbundenen Synodalen Weges sehr enttäuschend, dass Franziskus in diesem nachsynodalen Schreiben keinerlei Öffnung für verheiratete Priester und keine Weihe von Frauen in Aussicht stellt. Fehlt ihm der Mut oder sind es die sich jeder Reform verweigernden Kardinäle wie z.B. Burke, Sarah, Müller und Brandmüller und auch der Altpapst Benedikt, die Franziskus daran hindern, mutige Schritte für die Zukunft der Kirche zuzulassen? Erweist sich die römisch-katholische Kirche damit als völlig reformunfähig?

 

 

Einzelne ausgewählte Aspekte:

 

Sein Aufruf für eine missionarische und inkulturierte Kirche mit einem amazonischen Gesicht:
► Dieses Kirchenbild einer inkulturierten Kirche muss in Zukunft in gleicher Weise auch für andere Weltregionen möglich sein und möglich werden.

 

Seine Aussage, dass das Priesteramt in der Weltkirche nicht monolithisch ist und an verschiedenen Orten der Erde unterschiedliche Ausformungen annimmt. Franziskus vermeidet eine konkrete Aussage für oder gegen die zölibatäre Lebensform:
► Dies ist möglicherweise auch eine Folge des kürzlich erschienenen sehr irritierenden Artikels des Alt-Papstes Benedikt zur Zölibatsfrage und zeigt das Dilemma, in dem sich Franziskus befindet.

 

Die Betonung der gemeinsamen Verantwortung von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Laien, d.h. Menschen aus dem Kirchenvolk, für das Wachstum der Gemeinschaften. Ausdrücklich nennt der Papst hier auch die „mit entsprechenden Vollmachten ausgestatteten Laien-Gemeindeleiter“, was Frauen wie Männer einschließt:
► Dies muss beispielgebend auch für die deutsche Situation werden.

 

Seine Warnung vor einer Diskussion über eine Weihe von Frauen. Diese verbindet er mit seiner seit Anfang seines Pontifikats immer wieder sehr deutlichen Kritik an der „Klerikalisierung“, auf die die Diskussion hinlenke. Vielmehr regt er „das Entstehen anderer spezifisch weiblicher Dienste und Charismen“ an, ohne dass er dabei aber konkret wird:
► Dies ist besonders für Frauen und noch mehr für Ordensfrauen sehr enttäuschend und zumindest im europäischen Kulturraum nicht mehr vermittelbar.

 


Reaktion auf päpstliches Schreiben „Querida Amazonia" / Diözese plant Unterzeichnung des neuen Katakombenpakts

Bischof Fürst: Erhalt der Schöpfung im Fokus

(Rottenburg/drs) - Bischof Gebhard Fürst begrüßt den im Nachsynodalen Schreiben „Querida Amazonia" von Papst Franziskus festgehaltenen Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung. „Im Amazonasbecken liegt die grüne Lunge unserer Erde und das Schreiben von Papst Franziskus wird eine große Wirkung auf den Erhalt der Natur und die Rechte der indigenen Völker in Amazonien haben", sagt Fürst. 

 

Er stimme mit dem päpstlichen Schreiben weiter dahingehend überein, dass das Gleichgewicht unseres Planeten auch von der Gesundheit Amazoniens abhängt und es ein Regelwerk braucht, das den Schutz dieses Ökosystems sichert. Richtig sei, dass die Aufmerksamkeit der Kirche für die Probleme dieser Region auch andere bei ihren eigenen Herausforderungen inspirieren müsse. In dem apostolische Schreiben sieht Fürst zudem eine Bestätigung der seit rund eineinhalb Jahrzehnten laufenden Aktivitäten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Klima- und Artenschutz, mit denen die vollständige Klimaneutralität im Zuständigkeitsbereich der württembergischen Diözese bis ins Jahr 2050 erreicht sein soll. Es gehe darum, den dramatischen Konsequenzen des Klimawandels zu begegnen. Hierin liege die zentrale Herausforderung unserer Zeit, betont der Bischof. 

 

Laut Bischof Fürst wird mit dem päpstlichen Schreiben der Raum für neue Diskussionen eröffnet; auch wenn in dem Dokument das in der deutschen Öffentlichkeit stark diskutierte Thema der Viri probati, der Weihe verheirateter Männer zu Priestern, fehlt. Den Diakonat der Frau sieht Bischof Fürst indes weiter als erstrebenswerte Möglichkeit, für die er sich auch in Zukunft einsetzen werde. „In der Ortskirche Rottenburg-Stuttgart fördern wir stark die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Wir schätzen die Dienste von Frauen sehr und wollen die Besetzung von Leitungspositionen auch mit Laien weiter vorantreiben", betont der Bischof. Fürst verweist zudem darauf, dass in der Diözese Rottenburg-Stuttgart bereits mehrere Laien mit der Leitung von Kirchengemeinden beauftragt sind; eine Möglichkeit nach can. 517,2 im Kirchenrecht, die so auch in dem päpstlichen Dokument Erwähnung findet. 

 

Weiter plane die Diözese Rottenburg-Stuttgart dem bei der Amazonien-Synode beschlossenen neuen Katakombenpakt beizutreten, kündigt Bischof Fürst an. Die Unterzeichner des 2019 geschlossenen Pakts verpflichten sich zum Schutz Amazoniens und seiner Bewohner, zur respektvollen Verkündigung des Evangeliums, zu einer synodalen Kirche unter Beteiligung und Mitverantwortung von Laien, vor allem der Frauen, sowie zu einem nachhaltigen Lebensstil.  

 

 

 


Podiumsdiskussion in der Kirche der Jugend eli.ja

Die Zukunft der christlichen Kirchen?

  Die Podiumsdiskussion in der Kirche der Jugend eli.ja in Saarbrücken.Foto: bt
Die Podiumsdiskussion in der Kirche der Jugend eli.ja in Saarbrücken.Foto: bt

 

(Saarbrücken/bt) – Am Freitag, dem 7. Februar hat die Frauenunion Saarbrücken zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Die Zukunft der christlichen Kirchen“ in die Kirche der Jugend eli.ja geladen. Dechant Benedikt Welter, Superintendent Christian Weyer, Jugendpfarrer Christian Heinz und Prädikantin Veronika Kabis diskutierten über die Herausforderungen, denen sich die Kirche in der heutigen Zeit stellen muss und mögliche Lösungsansätze.

 

Zu Beginn der Diskussion versuchten die vier Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche die Probleme für die Entfremdung vieler Menschen von der Kirche zu erörtern: „Wir haben als Kirche keine gesellschaftliche Relevanz mehr“, stellte Dechant Welter fest. Früher habe die Kirche durch Feiertage und Feste den Rhythmus des Jahres, oder bestimmte Gewohnheiten bestimmt. Höchstens an Weihnachten sei das „Konventionelle“ noch gegeben, so der Dechant. Die Kirche müsse ihre Bedeutung erst wieder zurückgewinnen. Auch die Sprache der Kirche stand in der Kritik. Man müsse eine „Sprache sprechen, die etwas mit der Sprache der Menschen zu tun hat“, sagte Prädikantin Kabis. Sie lege beispielsweise bei Beerdigungen großen Wert darauf, „eine Sprache zu finden, die nicht in Formeln festhängt.“

 

„Wir waren in den letzten Jahren zu selbstzufrieden und haben vieles als selbstverständlich erachtet“, fügte Superintendent Weyer vom Kirchenkreis Saar-West hinzu. „Wir können nicht mehr warten, bis die Menschen zu uns kommen. Wir müssen zu den Leuten rausgehen und an ihrem Leben teilhaben!“ Was die Synode im Bistum Trier zwischen 2013 und 2016 erarbeitet hat, will genau das, sagte Dechant Benedikt Welter: „Anders auf die Realität schauen! Wir wollen versuchen, die Menschen zu verstehen, wie sie denken, wie sie fühlen, woran sie glauben.“ Die Idee sei eine ganz andere Herangehensweise. Man wolle nicht mehr mit „vorgefertigten Schablonen“ auf die Menschen zugehen, sondern „aus der Kleinkariertheit und den alten Strukturen“ raus.

 

Prädikantin Kabis nannte Beispiele aus ihrer Gemeinde in Schafbrücke, wo verschiedene neue Gottesdienstformen angeboten werden, wie zum Beispiel ein Literatur-Gottesdienst, in dem Glaubensfragen anhand von Romanen und Geschichten ergründet wird. Auch die Digitalisierung stehe im Fokus ihrer Arbeit. So werden jetzt auch „Virtuelle Gottesdienste“ angeboten. Christian Heinz, Pfarrer in der Kirche der Jugend eli.ja sagte, dass es ihnen gelungen sei, die Schwelle zur Kirche niedrig zu halten: „Es gibt viele Menschen, die hier einen Ort für ihre Anliegen finden und mit uns unterwegs sein wollen.“ Das seien nicht nur Menschen, die in die Gottesdienste kommen. Dazu zählen für den Pfarrer auch Angebote rund um die Kirche, wie der Brotschrank, in dem jeden Tag Brote zum Mitnehmen liegen. Die Initiatoren der Idee seien auf ihn zugekommen und haben gefragt, ob sie den Schrank aufstellen dürfen. Das zeige, betonte er, dass es viele Menschen gebe, die dieselben Anliegen wie Kirche haben und das Evangelium leben wollen. Von Seiten der Kirche brauche es für die Zukunft vor allem „eine Klarheit in den Dingen, die wir tun, aber ohne Engstirnigkeit.“


Neuauflage einer Broschüre zu den Themen Sterben, Tod und Trauer mit Extra-Ratgeber für MV erschieneN

„Am Ende bin ich noch immer bei dir“

 

(Schwerin/Stralsund/cme/skü) -Vor sechs Jahren hat das Amt für Öffentlichkeitsdienst (AfÖ) die Trauerbroschüre „Am Ende bin ich noch immer bei dir“ für die Nordkirche herausgebracht. Weil sie vergriffen war, ist jetzt eine überarbeitete Fassung erschienen. Die Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern sind in der Heftmitte wieder mit einem ebenfalls aktualisierten achtseitigen Extra-Ratgeber für MV dabei. Das Heft ist hilfreich, wenn ein Mensch im Sterben liegt, in der Zeit der Trauer, für die Trauerbegleitung sowie für alle, die sich mit den Themen Sterben und Beerdigung auseinandersetzen möchten. Dabei bezieht sich die Broschüre auf Angebote innerhalb der Nordkirche. Im Mittelteil ist der Extra-Ratgeber für Mecklenburg-Vorpommern mit Adressen und Kontakten in den Kirchenkreisen aus den Bereichen Krankenhausseelsorge, Hospizdienste, stationäre Hospize, Trauernetzwerke, der Evangelischen Alten- und Behindertenseelsorge u. a. zu finden. Die insgesamt 48-seitige Broschüre im Format A5 wird im Februar allein 5.000mal kostenfrei im Kirchenkreis Mecklenburg und 2.000mal im pommerschen Kirchenkreis an die genannten Stellen sowie an die Kirchengemeinden verteilt. Redaktion und Finanzierung des Extra-Ratgebers für MV erfolgten über die Pressestellen der beiden Kirchenkreise. Der Extra-Ratgeber kann online auf der gemeinsamen Internetplattform der Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern www.kirche-mv.de unter dem Link http://pix.kirche-mv.de/fileadmin/Service/Hilfe_und_Begleitung/Ratgeber_MV_Trauer_2020.pdf aufgerufen werden.

 


Mecklenburgischer Kirchenkreisrat:

Regelung soll Besetzungssperren für Pfarrstellen verhindern

 

(Güstrow/cme) -  Das von der Landessynode im März 2019 beschlossene Personalplanungsförderungsgesetz sieht vor, dass Kirchenkreisen, Hauptbereichen und Landeskirche für Pfarrstellen eine bestimmte Anzahl an Pastorinnen und Pastoren, berechnet in Vollbeschäftigungseinheiten, zugeteilt werden. Für den Kirchenkreis Mecklenburg liegt die Grenze bei 192 Vollbeschäftigteneinheiten. Derzeit sind 185 –  davon 160 in den Kirchengemeinden – von planerisch 202 Pfarrstellen besetzt. Der Kirchenkreisrat beschloss vor diesem Hintergrund auf seiner jüngsten Sitzung in Güstrow, die Planung anzupassen: Ziel: Mögliche Besetzungssperren zu verhindern. Denn diese drohen, wenn die festgelegte Obergrenze überschritten wird.

 

 

 

Pfarrstellen dürfen laut Vorgabe der Landeskirche nur dann ausgeschrieben und besetzt werden, wenn z. B. ein Kirchenkreis besonders viele Pastorinnen und Pastoren durch Eintritt in den Ruhestand verliert. Ziel ist es, auch künftig die flächendeckende pfarramtliche Versorgung in der Nordkirche zu garantieren und weiterhin die Verkündigung des Evangeliums zu ermöglichen. Um in Mecklenburg mögliche Besetzungssperren von Pfarrstellen zu verhindern, beschloss der Kirchenkreisrat die Pfarrstellenplanung gemäß Pfarrstellen- und Vertretungsgesetz anzupassen.

 

Konkret heißt dies, dass vakante Pfarrstellen nur ausgeschrieben werden können, wenn durch die Gesamtzahl der ausgeschriebenen Pfarrstellen die oben erwähnten zugeteilten Vollbeschäftigungseinheiten (192) einschließlich des Toleranzrahmens von 5 Prozent nicht überschritten werden.

 

 

 

Die Entscheidung, welche Pfarrstellen nicht ausgeschrieben werden können, wird dem Ausschuss des Kirchenkreisrates für Geistliche Angelegenheiten übertragen. Sollte er zu keiner einstimmigen Entscheidung kommen, entscheidet der Kirchenkreisrat. Der Kirchenkreisrat beauftragte die Pröpstin und die Pröpste, die Umsetzung dieser Planung mit den betroffenen Kirchengemeinderäten einvernehmlich mit dem Ziel zu verabreden, dass die Kirchengemeinderäte für einen bestimmten Zeitraum auf eine Ausschreibung verzichten. Ist eine einvernehmliche Lösung nicht erreichbar, kann der Kirchenkreisrat Pfarrstellen- und Vertretungsgesetz auf dem Wege der Eilentscheidung die entsprechende Pfarrstelle zur ruhenden Pfarrstelle erklären.

 

Wann ruhende Pfarrstellen wieder zur Ausschreibung und Besetzung freigegen werden können, entscheidet der Ausschuss für Geistliche Angelegenheiten über die Reihenfolge der Freigabe gemäß Pfarrstellenbesetzungsgesetz. Sollte dieser zu keiner einstimmigen Entscheidung kommen, entscheidet der Kirchenkreisrat.

 

 

 

Erklärt: Pfarrstelle Kalkhorst ruht

 

Auf Anregung der Kirchengemeinderäte Damshagen und Kalkhorst erklärte der Kirchenkreisrat die Pfarrstelle Kalkhorst zur ruhenden Pfarrstelle. Eine Aufhebung der ruhenden Pfarrstelle kann zukünftig nur erfolgen, wenn die Finanzierung über den kirchengemeindlichen Stellenplan des Kirchenkreises abgesichert ist und den betroffenen Kirchengemeinden nach den jeweils gültigen Stellenplankriterien entsprechende Pfarrstellenanteile zugeordnet sind. Für die Dauer des Ruhens der Pfarrstelle erfolgt die Finanzierung einer Gemeindepädagogikstelle im gleichen Stellenumfang über den kirchengemeindlichen Stellenplan des Kirchenkreises.

 

 

 

Verlängert: Ökofaire Beschaffung künftig mit Pommern gemeinsam

 

Das in Mecklenburg seit drei Jahren erprobte und jetzt erweitert gestrickte Konzept „Projektstelle für ökofaire Beschaffung“ möchte künftig auch der Pommersche Kirchenkreis unterstützen. Mit neuen und alten Mitfinanzierungspartnern wie „Brot für die Welt“, Diakonie MV und Nordkirche soll nach deren Zusage das Projekt ab November 2020 in eine 100-Prozent-Stelle für beide Kirchenkreise übergehen. Dies beschloss der mecklenburgische Kirchenkreisrat. Die Stelle ist dem Zentrum Kirchlicher Dienste Mecklenburg zugeordnet.

 

 

 

Die Projektstelle soll dazu beitragen, die Klimaziele der Nordkirche in den beiden Kirchenkreisen in MV zu erreichen. Ein Schwerpunkt ist dabei die direkte Beratung und Unterstützung der Kirchengemeinden in Mecklenburg und Pommern vor Ort. Der pommersche Kirchenkreisrat bezeichnete das Vorhaben als ein „solidarisches Projekt der beiden Kirchenkreise, das eine weitere Stärkung der Zusammenarbeit bedeutet“.

 

 

 

Berufen: Kreiskantorin für Propstei Parchim

 

Kantorin Annegret Böhm berief der Kirchenkreisrat zum 1. Februar 2020 zur Kreiskantorin für die Propstei Parchim, konkret für die Kirchenregion Ludwigslust-Dömitz. Die Aufgabe nimmt die Kirchenmusikerin zu 10 Prozent neben ihrer Tätigkeit in Ludwigslust wahr.

 

 

 

Hintergrund: Jeder der vier Propsteien des Kirchenkreises stehen 30 Prozent Stellenanteile für die Tätigkeit einer Kreiskantorin bzw. einen Kreiskantors zu Verfügung, die auf eine bzw. auf mehrere Personen übertragen werden können. Voraussetzung für die Übernahme des Amtes ist die bestandene Prüfung als A- bzw. B-Kantor.

 

Die Berufenen sollen vor allem das gesamte Spektrum der Kirchenmusik fördern. Dazu gehören vor allem das gottesdienstliche Orgelspiel, Chorarbeit, Konzerte, Kinderchor-, Band- und Gospelchorarbeit. Sie achten darauf, dass der Kirchenmusik in den Kirchengemeinden ihres Zuständigkeitsbereiches die ihr gebührende Wertschätzung als Teil der Gemeinschaft der Dienste zukommt. Und sie sollen das Bewusstsein für die Bedeutung der Kirchenmusik in Kirche und Öffentlichkeit stärken.

 

 

 

Beschlossen: Richtlinie für Kinder-und Jugend-Förderfonds

 

Eine aktualisierte Richtlinie „Förderfonds der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ab 2021“. beschlossen die Mitglieder des Kirchenkreisrates. Anlass ist, dass die Förderbereiche, wie zum Beispiel Kinder- und Jugendfreizeiten, Aus- und Fortbildung oder die Unterstützung finanziell schwächerer Familien, in den vergangenen Jahren unterschiedlich stark abgerufen wurden. Zudem gab es Formate, die nicht richtig gefördert werden konnten, weil diese in der Richtlinie bisher nicht vorkamen. Aus diesem Grund wurde der Förderfonds jetzt entsprechend den praktischen Erfahrungen angepasst.

 

 

 

Aktualisiert: Konzept für regionale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

 

Die Synode der Evangelische-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs hat mit dem Beschluss vom 19. November 2011 festgelegt, dass die Konzeption für die regionale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen durch den Kirchenkreisrat zu überprüfen ist. Jetzt liegt das Ergebnis vor. Die überarbeitete Konzeption ist rückwirkend von 1. Januar 2020 in Kraft. Dies beschloss der Kirchenkreisrat. Zugleich wurde u.a. die Ordnung für das Evangelische Kinder und Jugendwerk angepasst.

 

Die neue Konzeption basiert auf den Ergebnisse einer Arbeitsgruppe zur Evaluation der bisherigen Konzeption. Der Kinder- und Jugendausschuss des Kirchenkreises Mecklenburg war anschließend beauftragt, sich mit dem Abschlussbericht zu befassen und konkrete Vorschläge für die Umsetzung zu erarbeiten.

 


Gemeinden stellen am 29. März „Gerechtigkeit und Welthandel“ in den Mittelpunkt:

Landesbischöfin: „Diese Welt ist uns zu verantwortlicher Gestaltung anvertraut“

 

(Hamburg/Schwerin/ce) - Zahlreiche Kirchengemeinden in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) laden am 29. März, am Sonntag Judika, zu Gottesdiensten zum Thema „Gerechtigkeit und Welthandel“ ein. Bereits zum sechsten Mal hat das Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche gemeinsam mit Engagierten aus Kirchenkreisen sowie Expertinnen und Experten einen derartigen Themengottesdienst zu einem besonderen Aspekt von Recht und Gerechtigkeit initiiert. Mit dem diesjährigen Thema soll nordkirchenweit dazu ermutigt werden, sich für die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards bei der Herstellung und Verarbeitung von Produkten im In- und Ausland einzusetzen.

 

„Unsere Wirtschaft ist kein ethikfreier Raum. Ökonomisches Handeln hat seinen Preis – aber jeder Mensch besitzt einen unveräußerlichen Wert und hat als Geschöpf Gottes eben keinen Preis“, betonte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt in ihrem Vorwort im Themenheft zum Sonntag Judika. Kühnbaum-Schmidt weiter: „Diese Welt ist uns zu verantwortlicher Gestaltung anvertraut und unendlich wertvoll – aber als Gottes Schöpfung ist sie eben nicht für Geld zu haben. Auch das können wir in den Gottesdiensten am Sonntag Judika bedenken und feiern.“

Im September 2019 startete ein zivilgesellschaftliches Bündnis aus Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen die „Initiative Lieferkettengesetz“ in Deutschland. Die Forderung: Unternehmen sollen per Gesetz verpflichtet werden, Menschenrechte und Umweltstandards entlang ihrer gesamten Lieferkette einzuhalten. Mittlerweile sind mehr als 80 Akteure beteiligt. Eine Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel haben mehr als 115.000 Menschen unterzeichnet.

 

Die Initiative orientiert sich in ihren Forderungen an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen. In anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Frankreich oder Großbritannien gibt es bereits Gesetze gegen Kinderarbeit, moderne Sklaverei und für die Achtung der Menschenrechte im Auslandsgeschäft. Die Entscheidung über ein Lieferkettengesetz  steht laut Koalitionsvertrag für das Jahr 2020 auf der politischen Tagesordnung.

 

 

 

Anlässlich der „Initiative Lieferkettengesetz“ und ergänzend zum Materialheft werden drei Studientage angeboten, um das Thema theologisch zu vertiefen:

 

·       Dienstag, 18. Februar 2020 in Hamburg, im Zentrum für Mission und Ökumene, Agathe-Lasch-Weg 16, 17 bis 20.30 Uhr mit Apl. Prof. Dr. Klara Butting und Tobi Rosswog

 

·       Donnerstag, 27. Februar 2020 in Kiel, im Propstei-Saal, Falckstraße 9, 17 bis 20.30 Uhr mit Prof. Dr. Rainer Kessler und Tanja Kotik

 

·       Freitag, 28. Februar 2020 in Rostock, im Zentrum Kirchlicher Dienste, Alter Markt 19, 17 bis 20.30 Uhr mit Prof. Dr. Rainer Kessler und Tanja Kotik

 

 

 

Hintergrund: Sonntag Judika

 

 

 

Der Name „Judika“ entstammt der lateinischen Übersetzung des Eingangspsalms im Gottesdienst für den 5. Sonntag der Passionszeit, der mit den Worten „Gott, schaffe mir Recht!“ beginnt. Traditionell geht es in Gottesdiensten an diesem Sonntag darum, wie Christen ihr Leben an Gottes Handeln und Gebot ausrichten, sowie um Recht und Gerechtigkeit.

 


MV-Stiftertag mit Gastredner Joachim Gauck im Schweriner Schloss

Kirchliche Stiftungen gut vertreten im Land

Oberkirchenrat Sebastian Kriedel führt die Aufsicht über die kirchlichen Stiftungen in MV, Foto: Privat
Oberkirchenrat Sebastian Kriedel führt die Aufsicht über die kirchlichen Stiftungen in MV, Foto: Privat

 

(Schwerin/cme) - Laut einer repräsentativen Umfrage finden es 91 Prozent der Bevölkerung gut, wenn jemand stiftet. Fast 20.000 rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts werden bundesweit gezählt. Mecklenburg-Vorpommern ist mit 163 Stiftungen das Schlusslicht im deutschen Stiftungswesen. Dennoch sind die hiesigen Stiftungen, darunter 46 kirchliche Stiftungen, sehr aktiv. Zum 6. Landesstiftungstag laden das Landesnetz der Stiftungen und die Mecklenburger AnStiftung am 13. März in das Schweriner Schloss ein. Im Mittelpunkt steht das Thema „Stiftungen und Land – Hand in Hand“. Ehrengast und Hauptredner ist Altbundespräsident Joachim Gauck.

 

 

 

„Unser Landessausschuss Stiftungen möchte mit den alle zwei Jahre stattfindenden Treffen die Bedeutung des Stiftungswesens in MV fördern“, sagt Sebastian Kriedel. Der Oberkirchenrat ist in der Nordkirche als Jurist für das Stiftungswesen in MV zuständig. „Wir zählen aktuell 61 rechtsfähige evangelische Stiftungen in diesem Land. Diese Zahl verwundert nicht, weil es der Kirche in den Zeiten der Diktaturen gelungen ist, den Bestand der Stiftungsvielfalt zu erhalten.“

 

Neu errichtete kirchliche Stiftungen nach 1990, die sich dem Bildungsauftrag und der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen verpflichtet haben, wie die Evangelische Schulstiftung, die Stiftung Theologisches Studienhaus Greifswald oder die Stiftung Sozial-Diakonische Arbeit im Kirchenkreis Mecklenburg seien laut OKR Kriedel „Beispiele für Leuchttürme des kirchlichen Stiftungswesens“.

 

 

 

Zwei Entwicklungsstränge des kirchlichen Stiftungswesens

Geschichtlich betrachtet gibt es die historischen Stiftungen: Diese erlangten ihre Rechtsfähigkeit bereits im Mittelalter über die Erweckungsbewegung im 19. Jahrhundert bis vor Beginn der Diktaturen im vergangenen Jahrhundert. Kriedel: „Als älteste Stiftung kann dazu die Geistliche Stiftung St. Georg und St. Spiritus in Pasewalk genannt werden, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen.“ Zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert seien in Mecklenburg ungefähr zehn Hospitalstiftungen von den Herzögen bzw. Großherzögen errichtet worden, die sich dem Kranken- und Siechenwesen widmeten und sich durch ein Stiftsgebäude und meist erheblichen ländlichen Grundbesitz bis heute ausweisen.

„Mit der Bewegung der Inneren Mission wurden dann im 19. Jahrhundert die großen Diakonischen Stiftungen, wie z.B. die Anna-Hospital-Stiftung Schwerin, das Stift Bethlehem Ludwigslust, die Johanna-Odebrecht-Stiftung Greifswald, das Stralsunder Schwesternheimathaus oder die Evangelische Stiftung Michaelshof gegründet“, berichtet Sebastian Kriedel. Seit den 1990er-Jahren kamen rund 20 kirchliche Stiftungen in MV neu dazu, beispielsweise die Stiftung Kunstgut St. Petri in Wolgast.

 

Ideen, Konzepte und Engagement im Vordergrund

„Stiftungen haben nicht nur etwas mit Geld zu tun“, stellt der kirchliche Experte fest, „sondern vorrangig mit Ideen, Konzepten und ehrenamtlichen Engagement“. Dies sei in MV für alle Stiftungen und potentielle Stifterinnen und Stifter wichtig, weil es hier  durch die beiden Diktaturen keine nachhaltige Stiftertradition gebe. Stiftungstage wie der jetzige in Schwerin sollen als öffentliche Veranstaltungen aktiv für den Stiftungsgedanken und das bürgerschaftliche Engagement werben.

 

 

Informative Podien und Workshops

„Der Hauptgedanke besteht darin, Kooperationsstrukturen zu bilden und die Kommunikation zwischen den einzelnen Stiftungen zu fördern“, sagt Sebastian Kriedel. Das Thema des Treffens unter dem Motto „Stiftungen und Land – Hand in Hand“, dessen öffentlicher Teil um 14.30 Uhr beginn, stellt die Frage, wieviel Realität und wieviel unausgeschöpftes Potenzial in diesem Motto stecken. „Und wer ist ,Land‘ – die Landesregierung, die Gesellschaft, wir alle“, fragt OKR Kriedel.

 

Das Programm im Schweriner Schloss bietet nach der Mitgliederversammlung des Netzwerkes Stiftungen (Beginn: 13 Uhr) Podien und Workshops, beispielsweise zum Verhältnis Staat, Stiftung und bürgerschaftliches Engagement. Hauptredner ist Altbundespräsident Joachim Gauck.

 

 

 

Mehr, auch zur Möglichkeit, am MV-Stiftertag teilzunehmen:
https://www.anstiftung-mv.de/stiftungstage/

 

 

 


Die Evangelische Kirchengemeinde Demmin lädt zu Gesprächen über den christlichen Glauben ein.

Taufkurs „Alles, was gut tut“

 

(Demmin/sk) Die Evangelische Kirchengemeinde und die Evangelische Gemeinschaft in Demmin bieten unter der Überschrift „Alles, was gut tut“ einen Kurs an, in dem Interessierte über die Inhalte des christlichen Glaubens ins Gespräch kommen, die Bedeutung der Taufe kennenlernen und sich auf die Taufe vorbereiten können. Vorab findet am Donnerstag, 27. Februar, um 19 Uhr in der Heinestraße 3 (Pfarrhaus und Propsteibüro der Kirchengemeinde Demmin) ein Infoabend statt, zu dem Kirchengemeinde und Evangelische Gemeinschaft herzlich einladen.

 

 

 

„Wer glaubt, lebt länger, so hat es eine Studie auf den Punkt gebracht“, sagt Pastor Martin Wiesenberg. „Kann also christlicher Glaube dazu beitragen, an der Lebensqualität etwas zu verändern? Das Leben ist sehr vielschichtig. Vieles tut uns gut. Bei anderen Dingen spüren wir förmlich, wie sie uns die Kraft rauben. Wir achten aber immer mehr darauf, dass uns das Leben ‚gut tut‘. Aber was bedeutet das alles? Was kann die Taufe für jeden einzelnen sein? Mit dem neuen Kurs wollen wir dazu einladen, über diese Fragen, aber vor allem über die Fragen der Teilnehmenden nachzudenken.“ Die Teilnahme an dem Kurs berechtige dazu, sich taufen zu lassen, so Martin Wiesenberg. „Die Taufe ist in Deutschland nach wie vor ein wichtiges Sakrament der Kirchen. Ein Sakrament ist eine kirchliche Handlung, in der Gott selbst wirkt. In der Evangelischen Kirche sind es die Sakramente der Taufe und des Abendmahls. Viele Eltern wünschen sich für ihr Kind, und zunehmend auch Erwachsene für sich selbst, die Taufe als ein Zeichen dafür, im Leben gehalten und getragen zu werden.“

 

 

 

Wer an dem Taufkurs „Alles, was gut tut“ teilnehmen möchte, kann sich unter der E-Mailadresse demmin-wiesenberg@pek.de oder telefonisch unter 0160 96935263 bei Pastor Martin Wiesenberg oder im Kirchenbüro unter 03998 433483 anmelden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

 


Zehn Gemeindediakone werden für den Dienst beauftragt

 

(Heidelberg/Karlsruhe/ekiba) - Die badische Landeskirche entsendet zehn neue Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone in ihren Dienst. Prälatin Dagmar Zobel wird sie am Sonntag, 16. Februar, um 14 Uhr in der evangelischen Kreuzkirche in Heidelberg in einem Beauftragungsgottesdienst segnen und mit der öffentlichen Wortverkündigung beauftragen. Ihre Einsatzorte liegen in ganz Baden von Adelsheim-Boxberg bis zum Hochrhein, von Bretten-Bruchsal bis Villingen.

 

Ich freue mich sehr, diese zehn Menschen für ihren Dienst in unsere Landeskirche beauftragen zu dürfen. Sie alle bringen ihren Glauben, ihre Geschichte und ihre umfassende berufliche Qualifikation in die Verkündigungsarbeit mit ein und tragen dazu bei, dass unsere Kirche vielfältig und bunt ist", so Prälatin Dagmar Zobel.

 

Die neuen kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zwischen Mitte 20 und Anfang 30. Sie absolvieren parallel zum Berufseinstieg ein zweijähriges Traineeprogramm und haben dafür bereits 2018 ihren Dienst angetreten. Die Beauftragung mit der öffentlichen Wortverkündigung berechtigt sie nun, in ihren Arbeitsbereichen selbstständig Gottesdienste zu leiten – etwa mit Konfirmandengruppen, im Altenheim oder im Kindergarten. Die sieben jungen Männer und drei jungen Frauen haben ihre Einsatzorte in Dürrn und Kieselbronn, Heidelsheim-Helmsheim, Eppelheim, Heidelberg, Niefern, Bad Säckingen, Rastatt, Donaueschingen, Buchen und Plankstadt.

 

Auch Synodalpräsident Axel Wermke beglückwünscht die Berufseinsteiger. Sie seien „eine Gruppe gut ausgebildeter und auf den beruflichen Einsatz bestens vorbereiteter junger Menschen“, die nun beauftragt werden, „in der Kirche mitzuarbeiten, Gottes Wort zu den Menschen zu bringen und zusammen mit Pfarrerinnen und Pfarrern in den Kirchengemeinden zu arbeiten.“

 

„Die Berufsperspektiven für Gemeindediakoninnen und -diakone sind hervorragend“, sagt Werner Volkert, landeskirchlicher Beauftragter für den gemeindepädagogischen und gemeindediakonischen Dienst. In der badischen Landeskirche sei das Berufsbild „besonders attraktiv“. In Dienstgruppen arbeiteten Gemeindediakoninnen und –diakone mit Pfarrerinnen und Pfarrern gleichberechtigt in einem Team und seien Teil der Gemeindeleitung.

 

Mehr Informationen zu den theologischen Berufsfeldern in der Evangelischen Landeskirche in Baden sind unter www.himmlische-berufe.de zu finden.


Workshop eröffnet neue Perspektiven

Liebesgeschichte zwischen Gott und Mensch

  Margret Vogt-Häuser segnet Rainer Vogt.Foto: bt
Margret Vogt-Häuser segnet Rainer Vogt.Foto: bt

 

(Beilstein/bt) – Im Gottesdienst geht es um die Liebesgeschichte zwischen Gott und Mensch. So hat das Ergebnis aus dem Workshop mit Dramaturg und Regisseur Dr. Bernward Konermann gelautet. 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Dekanat Cochem und aus Trier trafen sich zur „Gottesdienstwerkstatt“ in Beilstein.

 

Konermann öffnete neue Perspektiven für die Feier eines Gottesdienstes: Die leitende Person nehme die Rolle eines Vermittlers ein und leihe Gott eine Stimme, damit die Frohe Botschaft des Evangeliums zu den Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesuchern durchdringe.

 

Es gehe nicht so sehr darum, dass den Gläubigen etwas vorgebetet wird, sondern dass  die Gläubigen zum Beten kommen. Dafür empfahl der Referent, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu könnten Zeiten und Räume der Stille, eine gute Anleitung zum Gebet und die authentische Verkündigung der Frohen Botschaft eine große Hilfe sein.

 

„Auch die Art und Weise wie der Leiter oder die Leiterin selbst mit Gott in Verbindung steht, hat Einfluss auf die Gesamtatmosphäre“, erklärte der Konermann. So spielen Gebets- und Körperhaltung ebenfalls eine Rolle. Vor allem sollte jegliche Hetze vermieden werden. „Es ist gut zu wissen, wie man sich selbst vor einem Gottesdienst erdet, wo die Resonanzen im Körper sitzen, die für die Wiedergabe eines Textes oder für die Ansprache der Gläubigen wichtig sind“, sagte der Experte.

 

Konermann stellte verschiedene Gestaltungsformen für einzelne Teile eines Gottesdienstes wie Ideen für eine liturgische Eröffnung einer gottesdienstlichen Feier, verschiedene Formen der Verkündigung, Themen für Fürbitten und zum abschließenden Segen vor.

 

„Um sicherer zu werden, bot die Werkstatt genug Raum, um selbst ausprobieren zu können und dann ein professionelles Feedback mit konstruktiver Korrektur zu bekommen“, berichtete die Dekanatsreferentin Dietlinde Schmidt.

 

Am Ende der Veranstaltung waren alle Teilnehmenden begeistert und reich gefüllt mit Ideen, um in ihren Gemeinden lebendige und ansprechende Gottesdienste zu feiern, die Menschen berühren. Und mit Gott in Verbindung bringen, damit die Liebe zwischen Gott und Mensch im Gottesdienst erfahren werden kann.

 

Die Gottesdienstwerkstatt in Beilstein bildete den Auftakt von sieben Veranstaltungen dieser Art im gesamten Bistum Trier. Weitere Termine finden u.a. am 18. und 19. September in Maria Laach und am 13. und 14. November in Koblenz-Güls statt. Die Kosten für den Workshop werden von der Abteilung Ehrenamtsentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat getragen. Alle Infos gibt es in der Fortbildungsbroschüre für Ehrenamtliche auf www.ehrenamt.bistum-trier.de/ oder Tel.: 0651-7105 566.

 

 

 


Künstler stehen zusammen! - Benefizkonzert gegen Antisemitismus und Fremdenhass

„Wir möchten nicht warten, bis der nächste Anschlag passiert“

 

(Berlin/sp) - Nach dem Anschlag in Halle im Oktober 2019 haben die jüdische Kantorin Avital Gerstetter und Domkantor Tobias Brommann kurzentschlossen ein Benefizkonzert im Berliner Dom auf die Beine gestellt und Spenden gesammelt. Jetzt machen die beiden Musiker aus der spontanen Idee ein neues Format: KÜNSTLER STEHEN ZUSAMMEN! Das erste Konzert in der Reihe findet am 15. Februar um 20 Uhr im Berliner Dom statt.

 

 

 

„Wir möchten nicht warten, bis der nächste Anschlag passiert“, begründen Avitall Gerstetter und Tobias Brommann ihre Initiative. „Wir wollen ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und Fremdenhass setzen und gleichzeitig ein Vorbild geben, damit sich möglichst viele Menschen für den Erhalt unserer liberalen Gesellschaft engagieren“. Seit vielen Jahren arbeiten die jüdische Kantorin und der evangelische Domkantor bereits zusammen. Mit ihrer gemeinsamen Musik möchten sie erreichen, dass sich die Menschen beide Religionen besser kennenlernen, dass sie Gemeinsamkeiten herausfinden und Unterschiede respektieren.

 

 

 

In die Reihe KÜNSTLER STEHEN ZUSAMMEN! werden zukünftig - neben Brommanns Domkantorei und Avitalls Sologesang - verschieden Chöre und Künstler eingebunden. Das Lied „We shall overcome“, das Publikum und Musiker beim Konzert im Oktober am Ende gemeinsam anstimmten, ist künftig ein fester Bestandteil jedes Abends.

 

 

 

Für 2020 sind vier Konzerte geplant. Das erste findet am 15. Februar um 20 Uhr im Berliner Dom statt, zusammen mit dem A- cappella-Chor der Berliner Domkantorei. Auf dem Programm stehen u.a. Werke von Johann Sebastian Bach, Meir Finkelstein, Ausschnitte einer Messe von Steve Dobrogrosz, christliche und jüdische Gesänge. Beim Konzert am Samstag, den 13. Juni 2020, werden Kantorin Avitall Gerstetter und Domkantor Tobias Brommann mit dem Jugendchor der Hedwigskathedrale unter Leitung von Harald Schmitt auftreten. Weitere Termine folgen.

 

 

 

Der Eintritt für beide Konzerte ist frei, es wird um eine Spende gebeten.

 

Die Spenden kommen dem Erinnerungsprojekt von Avitall Gerstetter zugute. Sie errichtet mit Spendenmitteln auf dem Kurfürstendamm eine drei Meter hohe Lichtinstallation in Form eines Shabbat-Leuchters. Der Leuchter wird an Shabbat illuminiert - die Flamme erlischt jeweils zum Shabbat-Ende mit einem Lichtspiel.

 

 

 


Andacht und Filmvorführung

Arbeitskreis Kirche und Judentum des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises lädt am 12. und 13. Februar zum Gedenken an den Beginn der Deportation pommerscher Juden vor 80 Jahren ein

 

(Greifswald/sk) - Vor 80 Jahren, am 12. und 13. Februar 1940, begann in Pommern die Deportation von Juden in das damals sogenannte Generalgouvernement. Nach Jahren der Ausgrenzung und Diskriminierung jüdischer Bürgerinnen und Bürger zählen diese Ereignisse zu den frühesten Vertreibungen aus dem Gebiet des Deutschen Reichs, die schließlich zu systematischen Deportationen und zur Umsetzung der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten führten. Der Arbeitskreis Kirche und Judentum des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises lädt zusammen mit der Stadt Greifswald und dem Literaturzentrum Koeppenhaus Greifswald zum Gedenken an den Beginn der Deportation pommerscher Juden im Februar 1940 ein. Am kommenden Donnerstag, 13. Februar, findet um 17 Uhr eine Andacht in der Marienkirche statt, die von der Offenen Jugendarbeit der Greifswalder Altstadtgemeinden und Pastor Dr. Bernd Magedanz gestaltet wird. Im Anschluss beginnt um 17.40 Uhr, ausgehend vom Ort des früheren jüdischen Betsaals in der Mühlenstraße 10, ein Gedenkweg in drei Gruppen zu den Stolpersteinen, die zur Erinnerung an jüdische Greifswalderinnen und Greifswalder in der Stadt verlegt wurden.

 

 

 

Film „Frau Stern“ wird im Literaturzentrum gezeigt

 

Bereits einen Tag vorher, am kommenden Mittwoch, 12. Februar, ist im Literaturzentrum Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4/5, um 20 Uhr der Film „Frau Stern“ von Anatol Schuster zu sehen. Die Tragikomödie aus dem Jahr 2019 erzählt von Frau Stern, einer 90-jährigen Holocaust-Überlebenden aus Berlin-Neukölln, die selbstbestimmt sterben möchte. Als alle Versuche scheitern, bittet sie ihre Enkelin um Hilfe und erlebt Unerwartetes. Der Film ist vielfach für seine bewegende und anrührende Geschichte, aber auch für die außergewöhnlichen schauspielerischen Leistungen gewürdigt worden. Auf dem „Achtung Berlin Filmfest“ erhielt „Frau Stern“ die Auszeichnung als „Bester Spielfilm“.

 

 

Planmäßiger Mord begann in Pommern 1940

 

Am 20. Januar 1942 fand die als Wannseekonferenz in die Geschichte eingegangene Zusammenkunft statt, auf der sich Verantwortliche des NS-Staates trafen, um den begonnenen Holocaust an den Juden zu organisieren. Damit erreichte die planmäßige Ermordung des europäischen Judentums im Herrschaftsbereich der Nationalsozialisten ihre letzte Phase. Bereits zuvor waren Deportationen jüdischer Personen und Familien aus dem Deutschen Reich nach Osten durchgeführt worden, unter den Augen ihrer nichtjüdischen Nachbarn. Zu den Anfängen zählt eine Aktion am 12. und 13. Februar 1940 in Pommern. 1.200 Juden wurden aus allen Gegenden der Provinz in Stettin gesammelt und von dort in das „Generalgouvernement“ verbracht, zunächst in jüdische Ortschaften und Siedlungen im Gebiet Lublin. Bald darauf begann die industrielle Vernichtung.

 

 

 

Weitere Informationen

 

Arbeitskreis Kirche und Judentum im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis

 

Kontakt: Dr. Christoph Ehricht, Tel.: 03834 535765, E-Mail: christoph.ehricht@gmx.de

 


Rückenwind für „Rückenwind“

Während der Scheckübergabe - Rolf Richartz von der SKFM Wittlich, die Diözesanreferentin Stephanie Löwen, der Vorsitzende des SKM-Diözesanvereins Helmut Müller, Melanie Begon von „Rückenwind“, die Geschäftsführerin des Paulinus-Verlags Annette Peters, Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg und Katharina Bauer vom Paulinus-Verlag (vlnr).  Foto: bt

 

 

(Trier/Wittlich/bt) - Bei der jüngsten Weihnachtskartenaktion des Paulinus-Verlags sind 6.000 Euro zusammengekommen. Der Erlös geht an das Projekt „Rückenwind“ aus Wittlich, das Angehörigen von Inhaftierten hilft.

 

Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg und die Geschäftsführerin des Paulinus-Verlags Annette Peters überreichten „Rückenwind“ einen Scheck in Höhe von 6.000 Euro. Das Projekt des SKM-Diözesanvereins (früher Sozialdienst Katholischer Männer) unterstützt Angehörige von Inhaftierten der Justizvollzugsanstalten Wittlich. Für Familien und Verwandte bietet es eine Anlaufstelle, bei der sie sich informieren und beraten lassen können. Es gehe vor allem darum, Hemmungen abzubauen, meinte die Geschäftsstellenleiterin Melanie Begon. Viele schämten sich und würden nicht gerne darüber sprechen, fügte Rolf Richartz vom SKFM (Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer) Wittlich hinzu. Die Kontaktstelle nahe der Justizvollzugs- und Jugendstrafanstalt Wittlich besteht seit Dezember 2010 und wird von zwölf Ehrenamtlichen unterstützt, die am Projekt mitwirken.

 

„Es ist eine gute Initiative“, bekräftige Verlagsleiterin Annette Peters, Geschäftsführerin des Paulinus-Verlags. Das Geld gehe an Menschen, die es nötig hätten, unterstrich Generalvikar von Plettenberg, der die Weihnachtskarten-Aktion mit unterstützt.

 

Auch in Zukunft gebe es Bedarf – vor allem in den kommenden Jahren, wenn das Wittlicher Gefängnis erweitert werde, meinte der Vorsitzende des SKM-Diözesanvereins, Helmut Müller. Was genau mit dem Geld geplant sei, stünde derzeit noch nicht fest. Es gebe aber schon zahlreiche Ideen für Aktionen und Veranstaltungen, betonten die Verantwortlichen.

 

Seit fünf Jahren bietet der Paulinus-Verlag Weihnachtskarten zum Kauf an. Das Motiv der jüngsten Aktion zeigte das Glasgemälde „Geburt Christi“ in St. Nikolaus in Buch (Hunsrück). Die Spendenerlöse, die karikativen Zwecken zugute kommen, beliefen sich insgesamt auf über 30.000 Euro.

 


Bischöfin und Bischöfe aus Dänemark und Deutschland predigen gemeinsam:

Festgottesdienst in Apenrade anlässlich der Grenzabstimmung vor 100 Jahren

 

(Schleswig/Apenrade/aw) - Anlässlich des 100. Jahrestages der Abstimmung über die deutsch-dänische Grenze findet am Sonntag (9. Februar 2020) in der St. Nikolaikirche in Apenrade (Dänemark) ein Festgottesdienst statt. Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), wird gemeinsam mit Bischöfin Marianne Christiansen, Bistum Hadersleben, und Bischof Elof Westergaard, Bistum Ribe (beide dänische Folkekirke), predigen. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.

 

Bischof Gothart Magaard: „Dieser Gottesdienst bildet den festlichen Auftakt für das deutsch-dänische Jubiläumsjahr 2020 in der Region Nordschleswig. Ich erlebe es voller Dankbarkeit, dass wir in einem grenzüberschreitenden Austausch als Minderheiten und Mehrheiten nördlich und südlich der Grenze stehen. Und ich bin dankbar, dass wir unsere Kulturen als große Bereicherung erleben. Über Grenzen hinweg haben wir als Kirchen einen gemeinsamen Bezugspunkt im christlichen Glauben.“

 

Hintergrund:

 

Die Grenzabstimmungen im Jahr 1920 in den Regionen Süd- und Nordschleswig führten zu der noch heute gültigen Grenzlinie zwischen Dänemark und Deutschland. Damals stimmten rund 180.000 Deutsche und Dänen darüber ab, wo die Grenze künftig verlaufen sollte. In der Folge kam es auch zur Bildung der Minderheitenkirchen in den Regionen Süd- und Nordschleswig, der Dänischen Kirche in Südschleswig (Dansk Kirke i Sydslesvig) und der Nordschleswigschen Gemeinde, die heute der Nordkirche angegliedert ist.

 

Im Gottesdienst am 9. Februar wird an den 10. Februar 1920 erinnert werden. An diesem Tag vor 100 Jahren fand die Abstimmung in der Region nördlich der heutigen Grenze statt. Die Mehrheit der Bevölkerung votierte damals für einen Wiederanschluss an Dänemark.

 

Im Rahmen der Festlichkeiten zur 100. Wiederkehr der Grenzabstimmungen zwischen Deutschland und Dänemark laden die Kirchen auf beiden Seiten der Grenze zu Festgottesdiensten ein.


Gedenken an einen mutigen Helfer der Verfolgten

(Heidelberg/pm) - Am Sonntag, 9. Februar, 11 Uhr, wird mit einem Gottesdienst in der Heidelberger Heiliggeistkirche das Hermann-Maas-Gedenkjahr offiziell eröffnet. Neben einer Dauerausstellung in der Heiliggeistkirche sind mehrere Gottesdienste und eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen im Rahmen des Gedenkjahres geplant.

 

„Als Landeskirche schauen wir dankbar auf das Leben und Wirken von Hermann Maas. Er suchte schon früh die Beziehung zum Judentum - persönlich wie auch theologisch“, so Oberkirchenrätin Cornelia Weber, welche die Predigt zum Eröffnungsgottesdienst halten wird. „Maas war einer der wenigen Pfarrer, der in der Zeit des Nationalsozialismus für verfolgte Juden eingetreten ist und konkret geholfen hat. Selbst in der Zeit des Dritten Reichs hat er die jüdischen Wurzeln unseres christlichen Glaubens nicht verleugnet.“

 

Der evangelische Pfarrer Hermann Maas (1877-1970) wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zum Helfer und Retter für zahllose Jüdinnen und Juden, 1944 wurde er dafür von der SA zur Zwangsarbeit ins Elsass deportiert. Am 27. September 2020 jährt sich der Todesstag des früheren Heiliggeistpfarrers zum 50. Mal.

 

„Ich bewundere an Hermann Maas den Mut, Verfolgten zu helfen und sich auch in schwierigsten Zeiten für ein gutes jüdisch-christliches Zusammenleben einzusetzen“, erklärt Vincenzo Petracca, derzeitiger Pfarrer an der Heidelberger Heiliggeistkirche. „Gerade angesichts des erschreckenden Antisemitismus in unserem Land fragen wir in diesem Jahr nach der Bedeutung von Hermann Maas für uns heute.“

 

Zwei weitere Gottesdienste im Rahmen des Hermann-Maas-Jahres könne man sich gleich vormerken, so Petracca: Am 1. März wird im Gottesdienst gleich an zwei „evangelische Grenzgänger“ erinnert: Zum 75. Todestag von Dietrich Bonhoeffer und zum 50. Todesjahr von Hermann Maas werden beide im Gottesdienst thematisiert. Und am 20. Oktober findet – ebenfalls in der Heiliggeistkirche – ein Gedenkgottesdienst zur Verleihung des Hermann-Maas-Preises sowie zum 80. Jahrestag der Deportation badischer Jüdinnen und Juden nach Gurs statt.

 

Zu Leben und Wirken von Hermann Maas wird es das ganze Gedenkjahr hindurch eine Dauerausstellung im Raum der Heiliggeistkirche zu sehen geben. Neben neun Rollups sollen auch Gegenstände aus dem Leben des evangelischen Theologen gezeigt werden.

 

Von 1. März bis 3. April gibt es außerdem eine Fotoausstellung „Die Entgrenzung der Heiliggeistkirche“. Die Installation erinnere fotografisch-künstlerisch daran, dass Hermann Maas sich dafür eingesetzt habe, die Mauer, die in der Heiliggeistkirche eine katholische und eine evangelische Seite voneinander getrennt hatte, wieder einzureißen, so Pfarrer Vincenzo Petracca. 

 

Eine kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht bietet schließlich am 15. Mai ein Tanztheater. Hier werden Flüchtlingsgeschichten aus dem Zweiten Weltkrieg aber auch eine aktuelle Flüchtlingsgeschichte aus Syrien getanzt, erzählt und musikalisch dargestellt.

 

Diese und weitere Veranstaltungen, Ausstellungen etc. im Hermann-Maas-Jahr finden Sie unter citykirche-heiliggeist.de.


Gesprächsabend zum Thema Organspende:

„Gebot der Nächstenliebe oder ethisches Dilemma?“

 

(Schleswig/aw) - Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), die Evangelische Akademie und der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt laden am Mittwoch, 12. Februar, um 17 Uhr zu einem Gesprächs- und Diskussionsabend zum Thema Organspende ein. Der Abend findet auf Schloss Gottorf in Schleswig (Museumsschule) statt.

 

Im Verlauf des Abends werden der Wiener Theologieprofessor Ulrich Körtner, der Kieler Transplantationsmediziner Prof. Felix Braun und der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht in Schleswig, Dr. Armin Teschner, über ethische, rechtliche und medizinische Aspekte des Themas informieren. Anschließend sind die Teilnehmenden eingeladen, in Diskussionsrunden mit Fachleuten und mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen.

 

 

 

Bischof Gothart Magaard: „Ich freue mich, dass wir mit Hilfe renommierter Fachleute dieses wichtige gesellschaftliche Thema aufgreifen und so die Möglichkeit schaffen, differenziert darüber zu diskutieren. Nach der jüngsten Entscheidung des Bundestages muss man sich auch zukünftig aktiv dafür entscheiden, Organspenderin oder Organspender zu werden. Organspenden retten Leben. Doch viele Menschen zögern bei der Entscheidung. Der Abend soll dazu dienen, sich zu informieren und eine fundierte eigene Position dazu zu entwickeln“.

 

 

 

Hintergrund:

 

Knapp 10.000 Menschen warteten Ende 2018 in Deutschland auf ein Spenderorgan, gut 3.000 wurden gespendet – so die Statistik der Deutschen Stiftung Organtransplantation für das Jahr 2018. Aktuell dürfen in Deutschland Organe nur dann nach dem Tod entnommen werden, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten zugestimmt hat oder ihre Angehörigen ihr Einverständnis erklären. In vielen anderen Ländern gilt die sogenannte Widerspruchslösung: Sie besagt, dass jede Person ein potentieller Organspender ist, sofern sie nicht zu Lebzeiten widerspricht. Mitte Januar 2020 hat der Bundestag die Widerspruchslösung abgelehnt und zugleich beschlossen, dass die Bereitschaft, Organe nach dem eigenen Tod zu spenden, in Zukunft regelmäßig bei Ausweisstellen erfragt werden soll. Außerdem sollen Hausärzte die Patienten ermuntern, eine Entscheidung zu dokumentieren. Das Gesetz wird voraussichtlich im ersten Quartal 2022 in Kraft treten.

 

 

 

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, um eine Anmeldung unter: breklum@akademie.nordkirche.de wird gebeten.

 

 

 


Vorsitzende des Familienbundes im Bistum Trier für langjähriges ehrenamtliches Engagement geehrt

Hildegard Weber mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet

Hildegard Weber (5. von links) erhält die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz. Der Geistliche Beirat des Familienbundes im Bistum Trier, Weihbischof Franz Josef Gebert (2. von rechts) und die Vizepräsidentin des Familienbund-Bundesverbandes, Gisela Rink (3. Von rechts), gratulierten ebenfalls zur Auszeichnung. ( Foto: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz)

 

(Trier/ Koblenz/bt) - Die Vorsitzende des Diözesanverbandes Trier des Familienbundes der Katholiken, Hildegard Weber, wurde für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. In einer Feierstunde der Staatskanzlei in Koblenz würdigte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Clemens Hoch, die Verdienste von Hildegard Weber. „Die Auszeichnung mit der Verdienstmedaille des Landes ist die zweithöchste Auszeichnung nach dem Landesverdienstorden“, unterstrich der Chef der Staatskanzlei. Sie sei ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung dieser besonderen Verdienste um die Gesellschaft und die Mitmenschen und werde von der Ministerpräsidentin verliehen.

 

In seiner Laudation betonte Staatsekretär Hoch, das besondere Wirken für die Interessen und Bedürfnisse von Familien. So sei Hildegard Weber seit 2002 als Vorsitzende des Diözesanverbandes Trier des Familienbundes der Katholiken und darüber hinaus seit 2003 als stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes im Einsatz. Als Vertreterin des Familienbundes der Katholiken wurde sie in den Landesbeirat für Familienpolitik des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz berufen. Seit 2008 ist Frau Weber Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung „Familie in Not – Rheinland-Pfalz“. Auf Ebene des Bundesverbandes ist ihre langjährige Mitarbeit in den beiden höchsten Beschlussgremien, dem Hauptausschuss und der Bundesdelegiertenversammlung des Familienbundes, zu erwähnen.

 

Im kirchlichen Bereich war Hildegard Weber zudem Vorsitzende des Pfarrgemeinderates in Lehmen, Delegierte im Dekanatsrat, im Katholikenrat und im Diözesanpastoralrat. Hervorzuheben ist auch ihr außerordentlicher Einsatz bei der engen Betreuung einer Flüchtlingsfamilie in ihrer Heimatregion.

 

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands.

Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- und 15 Mitgliedsverbände an.

 

 

 


Zum Abschluss der ersten Vollversammlung des Synodalen Weges 31.1.-1.2.2020 in Frankfurt

Wir sind Kirche: „Endlich die entscheidenden Fragen offen auf dem Tisch“

 

 

(München / Frankfurt/wsk) - Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche sieht die erste Vollversammlung des Synodalen Weges als hoffnungsvollen Beginn, der zugleich aber auch die Klippen dieses Reformkurses neuen Typs ahnen ließ. Endlich liegen in aller Klarheit die Reformthemen - Macht, Pflichtzölibat, Sexualmoral und vor allem die Frauenfrage - offen auf dem Tisch: Themen, die nicht nur die MHG-Studie als Risikofaktoren für sexualisierte Gewalt und deren Vertuschung benannt hat, sondern die seit Jahrzehnten den Reformstau in der römisch-katholischen Kirche ausmachen und im Jahr 1995 auch Inhalt des KirchenVolksBegehrens waren.

 

Die öffentlich übertragene Debatte aus dem ehemaligen Dominikanerkloster in Frankfurt zeigte in bemerkenswerter Breite die sehr unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen, aber auch kontroverse Kirchenbilder auf. Jetzt wird es darauf ankommen, auf dieser Grundlage in dem auf zwei Jahre angelegten Synodalen Weg eine theologische Auseinandersetzung auf der Höhe der Zeit zu führen. Wir müssen zu tragfähigen Lösungsvorschlägen kommen, die, wenn sie theologisch fundiert sind, auch vom Vatikan nicht mehr ignoriert werden können.

 

Ein Bischof versuchte gleich am Anfang, die Aussagen der MHG-Studie, die zu diesem Themenkanon führten, grundsätzlich in Frage zu stellen. Doch kann auf zahlreiche vergleichbare Studien verwiesen werden, z.B. auf das Buch „Macht, Sexualität und katholische Kirche“ des australischen Weihbischofs Geoffrey Robinson, der selber Missbrauchsopfer und später Mitglied der Aufarbeitungskommission war.

 

Und wenn am Ende ein Erzbischof den vagen Vorwurf erhob, nicht jede Meinung habe Gehör gefunden, so sollte er entweder dies konkret benennen oder aber seinen Vorwurf zurückziehen. Seine Aussage, die hierarchische Ordnung der Kirche würde infrage gestellt, verfängt nicht angesichts des Statuts des Synodalen Weges, das nach intensivem Austausch mit Rom von der Bischofskonferenz verabschiedet wurde.

 

Die Auftaktversammlung wurde von vielen Engagierten, vor allem den Frauenverbänden, der Jugend und Gruppen wie Maria 2.0 und Wir sind Kirche begleitet. Die Erwartungen sind hoch, dass der partizipative und transparente Ansatz des Synodalen Weges in dieser Weise fortgeführt wird, die nötige Aufmerksamkeit in den Gemeinden an der Kirchenbasis erhält und vor allem zu konkreten Ergebnissen führt. Es gilt nicht nur die „Zeichen der Zeit“ zu erkennen, sondern voll Vertrauen die Zukunft zu gestalten.

 

> Wir sind Kirche zum Synodalen Weg

 

 

 


Gemeinsames Positionspapier katholischer Frauenverbände zu Frauen in der Kirche

„bleiben und erneuern!“

 

Deutschsprachige katholische Frauenverbände aus Deutschland, Südtirol und der Schweiz verabschieden Forderungen für eine geschlechtergerechte Kirche

 

(Bozen/Düsseldorf/Köln/Luzern/kdfb) -| Am gestrigen Sonntag, 2. Februar 2020, haben die Präsidien von vier großen deutschsprachigen katholischen Frauenverbänden ein gemeinsames Positionspapier verabschiedet. Bei ihrem Treffen im deutschen Rastatt (Baden) verständigten sich die Vorstände des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), der Katholischen Frauenbewegung (kfb) Südtirol, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds (SKF) mit dem Papier „bleiben und erneuern!“ auf einen gemeinsamen Kurs zum Thema Frauen in der katholischen Kirche.

 

Das Positionspapier soll die länderübergreifende Zusammenarbeit für den Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche weiter voranbringen. Einig sind sich die Verbände darin, dass eine strukturelle und inhaltliche Erneuerung der Kirche unabdingbar ist und sie Teil dieses Prozesses sind.

 

Die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Monika von Palubicki: „Als katholische Frauenverbände wissen wir um unsere Stärke. Wir stehen bereit, Verantwortung für die Erneuerung der Kirche zu übernehmen. Dafür wollen wir uns mit unseren Berufungen einbringen. Und das geht nur, indem wir bleiben.“

 

Aus der Präambel:

Wir glauben, dass Menschen Gottes Ebenbild sind. Deshalb kommen Frauen und Männern die gleiche Würde und die gleichen Rechte zu. Wegen des Geschlechts darf es keine kirchliche oder gesellschaftliche Benachteiligung geben. Darum müssen Frauen und Männer gleichberechtigten Zugang zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche haben.

Für ein gleichberechtigtes Miteinander muss daher die Frage nach dem kirchlichen Amt offen und auf Augenhöhe diskutiert werden. Sie ist zu einem Prüfstein der Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche geworden. Dazu Sabine Slawik, Vizepräsidentin des KDFB:

„Gottesdienstliche Feiern sollen partizipatorisch und nicht-hierarchisch sein, damit Frauen sie aktiv ge­stalten und so ihren Glauben ausdrücken können. Es ist unerlässlich, dass Frauen zur Gestaltung von Gottesdiensten (Kirchen)-Räume und die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.“

 

Voraussetzung dafür sind die Überwindung des Klerikalismus, die Beseitigung ungerechter Geschlechterverhältnisse sowie eine gendersensible Sprache in der Verkündigung. Dass dies ein dringendes Anliegen ist, zeigt der jüngst in Deutschland begonnene Erneuerungsprozess „Synodaler Weg“ von Deutscher Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

Das Positionspapier „bleiben und erneuern!“ finden Sie unter www.frauenbund.de

 


Neue Vorsitzende in Bolivien-Stiftung der Josefsschwestern

Susanna Kersting-Kuhn, Schwester Gladys Gonzales, Schwester Remigia Ternes und Petra Hauprich-Wenner (vlnr.) . Foto: bt
Susanna Kersting-Kuhn, Schwester Gladys Gonzales, Schwester Remigia Ternes und Petra Hauprich-Wenner (vlnr.) . Foto: bt