Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

DONNERSTAG, 3.12.2020


Bischof Ackermann zu der Amokfahrt in der Trierer Innenstadt

Im Gebet verbunden

Foto: bt
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(Trier/bt) – Am Dienstagnachmittag sind bei einer Amokfahrt in der Trierer Innenstadt Menschen getötet und verletzt worden. Bischof Stephan Ackermann: "Ich bin zutiefst schockiert über die Amokfahrt, die quasi vor unserer Haustür passiert ist. Wir wissen noch wenig über die Umstände oder die Hintergründe, aber der Vorfall erschüttert die Menschen weit über die Stadt Trier hinaus. Schon jetzt ist der Dom zum Gebet geöffnet; unsere Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger sind im Einsatz. Heute Abend um 20 Uhr laden wir in ökumenischer Verbundenheit zum Gebet für die Opfer, die Toten und Verletzten, ihre Angehörigen, für die Einsatz- und Rettungskräfte und alle, die von diesem schrecklichen Vorfall betroffen sind, in den Dom ein."

 

 Menschen, die Gesprächsbedarf haben, können sich an die Telefonseelsorgestellen unter 0800-1110111 wenden. Zum Gebet im Dom kann man ohne Anmeldung kommen, die Kontaktdaten werden vor Ort erfasst.

 

Der Dom ist geöffnet für Gebet und Gedenken, vor dem Altar steht die Osterkerze; es besteht die Möglichkeit, dort auch Kerzen oder Blumen zum Gedenken aufzustellen oder abzulegen. Für das Dekanat Trier haben die Seelsorgerinnen und Seelsorger beschlossen, dass heute Abend um 20 Uhr die Totenglocken in allen Trierer Kirchen läuten. Die Kirchen sind zum persönlichen Gebet geöffnet. Momentan ist der Dom über den Domkreuzgang und die Windstraße erreichbar.

 


Für eine Kirche zum Wohlfühlen – 569 Kinder richten Wünsche an den Bischof und den Präsidenten

(Karlsruhe/ekiba) - Über ein Jahr lang haben sich Kinder aus ganz Baden mit der Frage beschäftigt, wie sie ihre Kirche derzeit erleben, was ihnen gefällt und wo sie sich Änderungen wünschen. Jetzt wurden die 569 Ansagen an Landesbischof Jochen Cornelius Bundschuh und Synodalpräsident Axel Wermke übergeben.

 

Die Kinderstimmen wurden im Rahmen des Projektes „KiKidz“ zusammengetragen: Beim „Gebäudecheck“ in der Kirchengemeinde vor Ort, bei kreativen Ideenwerkstätten auf Bezirkskindertagen oder auf Kinderfreizeiten. „Quer durch Baden haben die Kinder im Alter von fünf bis 12 Jahren diskutiert und fantasievolle Ideen entwickelt, wie die Kirche der Zukunft sein könnte, damit Kinder sich dort wohlfühlen und in ihren Bedürfnissen ernst genommen fühlen“, erklärte der badische Landesjugendpfarrer Jens Adam.

 

Viele Kinder bewege die Frage, wie es gelingen kann, dass die Erwachsenen auch ihre Perspektive hören, ernst nehmen und ihr Raum geben. So heißt es in einem Votum: „Von den Erwachsenen in der Kirche wünschen wir uns, dass sie uns Freiheit lassen und unsere Meinung respektieren.“ Oder aus einem anderen Mund: „Ich will das, was geredet wird, verstehen.“ Ein Besuch des Bischofs im Kindergottesdienst, mehr Bewegung in der Kirche und flottere Lieder oder Limonade beim traditionellen Kirchenkaffee– „viele konkrete Ideen sind entstanden, um sichtbar zu machen, dass Kinder ein ebenso wichtiger Teil von Kirche sind wie Erwachsene und sich das stärker im kirchlichen Miteinander abbilden sollte“, sagte der Landesjugendpfarrer. Wenn Kirche sich der Perspektive von Kindern annehme, verwirkliche sie das, was Jesus seinen Jüngern sagte: „Wer Kinder in seinem Namen aufnimmt, nimmt Jesus selbst auf.“

 

„Mit der Taufe wird man Teil der großen Gemeinschaft in der Kirche, das sollten Kinder auch spüren. Ihre Fragen und Ideen sind darum wichtig und können für die Erwachsenen in der Kirche neue Perspektiven eröffnen“, erläuterte Stefanie Kern, Landesjugendreferentin der evangelischen Gemeindejugend Baden.

 

Mit den Ansagen der Kinder wird nun ein „Kirchencheck“ entwickelt, der vor Ort die Erwachsenen und Kinder miteinander ins Gespräch bringen soll.

 

Nähere Infos unter: https://kikigi.ejuba.de

 


Erstmalig JugendGottesdienstAward im Bistum Trier vergeben

Jugendgottesdienste ausgezeichnet

Die Preisverleihung und der Gottesdienst mit Bischof Ackermann und Domvikar Tim Sturm wurden live aus Trier gestreamt. Foto: Bistum Trier/Stefan Weinert
Die Preisverleihung und der Gottesdienst mit Bischof Ackermann und Domvikar Tim Sturm wurden live aus Trier gestreamt. Foto: Bistum Trier/Stefan Weinert

 

 

(Trier/Saarbrücken/Koblenz/bt) – „Einzigartig!“ unter dieser Überschrift hat der JugendGottesdienstAward im Bistum Trier gestanden, der nun im Rahmen einer digitalen Preisverleihung und eines Gottesdienstes vergeben wurde. Gesucht war der beste Jugendgottesdienst, der von Kindern und Jugendlichen im Alter bis 27 Jahren konzipiert wurde. Den ersten Preis hat eine Gruppe der Schönstatt-Bewegung aus Vallendar erhalten. Sie haben einen Online-Gottesdienst zur Nacht des Heiligtums eingereicht. Die Gruppe „Young Spirit“ aus Sinzig hat mit einer Open-Air-Eucharistiefeier den zweiten Platz belegt. Eine Gottesdienstreihe vom Team der Jugendkirche MIA aus Rappweiler, die sich mit Hollywood-Filmen befasst, landete auf dem dritten Platz. Das Preisgeld belief sich insgesamt auf 2300 Euro.

 

16 Gottesdienste wurden eingereicht; insgesamt beteiligten sich so mehr als 180 junge Christinnen und Christen an dem ungewöhnlichen Wettbewerb. Eingereicht wurden Jugendgottesdienste aus dem gesamten Bistum Trier; vom nördlichen Betzdorf, Rhens, Sohren und Ochtendung bis Merchweiler, Rehlingen und Saarbrücken und auch Trier war vertreten. Zum ersten Mal wurde solch ein Wettbewerb in der katholischen Kirche in Deutschland ausgeschrieben.

 

Für Initiator Domvikar Tim Sturm hatte der Preis gleich mehrere Ziele. „Die Jugendlichen wurden darin geübt, über ihren Glauben zu sprechen. Zudem wurden die jungen Menschen dadurch angeregt, selbst Gottesdienste zu planen. Und vielleicht konnten wir sogar das Interesse an Theologie, Liturgie und kirchlichen Berufen wecken“. Einen Preis für Gottesdienste auszuloben sei zwar ungewöhnlich, „aber aus der Realität wissen wir: Jeder, der zum Gottesdienst geht, trifft eine innere Bewertung: Was fand er oder sie gut am Gottesdienst? Was hat ihn oder sie gestört?“, erklärt Pfarrer Sturm. Abgestimmt haben sich die die Verantwortlichen mit dem Liturgie-Referat des Bistums und dem Deutschen Liturgischen Institut. Dabei wurden unterschiedliche Bewertungskriterien herausgearbeitet, nach denen eine acht-köpfige Jury ihre Punktevergabe vornahm. „Und auf dieser Grundlage konnten wir das gut verantworten und machen“, betont Sturm:

 

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Preisverleihung und der Gottesdienst aus der Trierer Kirche St. Paulus in einer Videokonferenz gestreamt. „Auch wenn wir räumlich getrennt sind, sind wir verbunden“, sagte der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann, der auch Schirmherr der Aktion war. „Als Bischof bin ich besonders berührt, mit wie viel Engagement und Herzblut ihr euren Glauben teilt und lebt“, dankte Ackermann. Das Bistum Trier sei der eigentliche Gewinner des Awards, „denn wir wurden beschenkt durch den Reichtum an Gottesdienstkonzepten und persönlichen Glaubenszeugnissen, die ihr eingereicht habt“.

 

 

 

Schönstatt-Bewegung belegt ersten Platz

 

Magdalena Lindner sprach für das Sieger-Team aus Vallendar und war überwältigt: „Unser Hauptanliegen war es, junge Leute zusammenzubringen und durch Corona war uns das besonders wichtig“. Die Liebesbündnisfeier wurde von fünf jungen Menschen im Alter von 21 bis 27 Jahren konzipiert. Eigentlich findet das Jugendfestival „Nacht des Heiligtums“ seit zwölf Jahren in Schönstatt statt, an dem mehr als 500 junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren teilnehmen. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro soll in das jährliche Jugendfest „Nacht des Heiligtums“ fließen. „Gott ist erleb- und spürbar und feiert den Gottesdienst mit, ebenso wie die Menschen, die mit großer Partizipationsmöglichkeit ein Teil der Gottesdienstwirklichkeit werden können“, formulierte Anne Andries in ihrer Laudatio die positive Entscheidung der Jury für den Sieger-Gottesdienst. „Alle Kriterien wurden hervorragend umgesetzt und eingebaut, so dass ein Gottesdienst entstanden ist, der sowohl fachlich, inhaltlich, aber auch vor allem emotional ein wahrer Sieger ist“.

 

Die Zweitplatzierten „Young Spirit“

 

Sieben Jugendliche aus Sinzig im Alter von 14 bis 22 Jahren haben den zweitplatzierten Gottesdienst unter dem Titel „Lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens“ konzipiert. Die Eucharistiefeier fand im Rahmen der Reihe „Young Spirit“ in Sinzig statt. Gefeiert wurde er unter freiem Himmel an der Pfarrkirche St. Peter.

 

„Der Gottesdienst hat uns in einer ganzen Reihe von Aspekten überzeugt“, berichtete Jury-Mitglied Manuel Uder. Er lobte in seiner Laudatio das sehr engagierte Vorbereitungsteam, dass sich geistlich-intensiv mit den Schriftenlesungen auseinandersetzte „und sich vom Wort Gottes emotional und existentiell ansprechen“ lies. Pfiffige Symbole wie das Einbinden eines bekannten Kartenspiels, selbst verfasste und sehr persönliche Predigtimpulse und die Balance zwischen Gebet und Stille sowie die wohlüberlegte Auswahl alter und neuer Lieder aus dem kirchlichen Gesangbuch und aus der Pop-Musik, überzeugte die Jury.

 

Beliebte Film-Gottesdienste belegten dritten Platz

 

Besonders gut hatte der Jury der starke Lebensbezug der Gottesdienstreihe aus der Jugendkirche MIA in Rappweiler gefallen, die Inhalte von bekannten Hollywood-Filmen wie Harry Potter oder Star Wars mit existentiellen Lebensfragen verbindet und dazu anregt, das eigene Leben und den eigenen Glauben zu reflektieren. Gefeiert werden die Gottesdienste in regelmäßigen Abständen in der Jugendkirche, denn sie sind fester Teil des Jahresprogramms. Johannes Baltes vom MIA-Team zeigte sich in seiner ersten Reaktion kurz nach der Bekanntgabe überrascht und dankbar: „Vielen Dank an alle Haupt- und Ehrenamtlichen, die viel Arbeit in die Jugendkirche stecken.“

 

Das Preisgeld in einer Gesamthöhe von 2300 Euro und der gesamte Award wurden durch Sponsoren unterstützt. Dazu zählt der Verein „Andere Zeiten“, die Bischof-Stein- und Jugendstiftung im Bistum Trier sowie die Monsignore Gammel-Stiftung, die Pax-Bank Trier, die Privatpersonen Prinz Michael zu Salm-Salm und die Familie Meiser, der Jugendbischof Dr. Stefan Oster, die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann.

 

Der Gewinner-Gottesdienst ist weiterhin über YouTube unter „Nacht des Heiligtums“ abrufbar. Weitere Informationen gibt es auf www.nachtdesheiligtums.de.

 


Orthodoxieausschuss ruft zu Solidarität mit Christen in  Berg-Karabach auf

Verbot von Waffenlieferungen und Verurteilung von Kriegsverbrechen gefordert

 

 

(Hamburg/ce) - Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) plädieren dafür, dass sich Kirchen und Regierungen stärker für den Schutz und die Rechte der von Krieg und Vertreibung bedrohten Zivilisten in der Region Berg-Karabach einsetzen. Religion dürfe nicht für politische und kriegerische Zwecke instrumentalisiert werden, betonte die Ökumenebeauftragte der Nordkirche, Annette Reimers-Avenarius, nach einer Sitzung des Orthodoxieausschusses der Nordkirche, deren Geschäftsführerin sie ist. Daher müssten Verantwortliche in Kirche und Regierungen alles dafür tun, dass auch religiöse Minderheiten und ihre Kulturgüter in der umkämpften Region geschützt werden. Kriegsverbrechen, wie der Einsatz von Streubomben oder der Beschuss von Gotteshäusern sollen klar verurteilt und geahndet werden. Waffen dürften nicht mehr an potentielle Akteure der Auseinandersetzungen in Berg-Karabach geliefert werden.

 

Der Ausschuss ruft die Nordkirche und ihre Mitglieder dazu auf, Kontakte zu armenischen Christen in Deutschland zu suchen und ihnen in ihrer Furcht und Bedrängnis solidarisch und im Gebet zur Seite zu stehen. Ausdrücklich wird auch die jüngste Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen unterstützt, in der ein dauerhafter Frieden auf der Basis von Gerechtigkeit und Menschenrechten für alle Menschen in Berg-Karabach und der weiteren Region gefordert wird.

 

Weltweit gibt es rund neun Millionen Gläubige, die zur Apostolischen Orthodoxen Heiligen Kirche Armeniens gehören. Die Kirche hat 42 Diözesen, 15 davon in Europa. In Deutschland leben rund 60.000 Armenier, der Sitz ihrer Kirche ist in Köln. Auf dem Gebiet der Nordkirche leben etwa 5.000 armenische Christen. Die orthodoxen Kirchen hier sind in den vergangenen Jahren meist stark durch Zuwanderung aus Ost- und Südosteuropa sowie Geflüchtete aus dem Nahen und Mittleren Osten gewachsen. Sie stellen mittlerweile die drittgrößte Kirchenfamilie in Norddeutschland.

 

Der Orthodoxieausschuss gestaltet und koordiniert die Zusammenarbeit mit den orthodoxen Kirchen auf dem Gebiet der Nordkirche.

 

 

 


Heiligabend-Aktion in Saarbrücken: Geschenketüten statt Weihnachtsfeier

Superintendent Christian Weyer, Diakon Horst-Peter Rauguth und Dechant Benedikt Welter (vlnr) vor dem E-Werk in Saarbrücken. Foto: Ute Kirch
Superintendent Christian Weyer, Diakon Horst-Peter Rauguth und Dechant Benedikt Welter (vlnr) vor dem E-Werk in Saarbrücken. Foto: Ute Kirch

 

 

 

Wegen Covid19 findet die Weihnachtsaktion der evangelischen und katholischen Kirchen in Saarbrücken in veränderter Form statt

 

 

 

(Saarbrücken/bt) – An Heiligabend soll niemand allein sein – das gilt seit nunmehr 51 Jahren in Saarbrücken bei der Heiligabend-Aktion der katholischen und evangelischen Kirche. Doch weil in diesem Jahr die große Weihnachtsfeier mit gemeinsamem Essen, Weihnachtsliedersingen, Bühnenprogramm und Bescherung wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden kann, haben sich die Veranstalter eine Alternative überlegt, wie sie einsamen, bedürftigen und wohnungslosen Menschen trotz allem eine Freude bereiten können. „Die Heiligabend-Aktion findet auch in diesem Jahr statt. Wir haben bereits 1000 Geschenketaschen mit Lebensmitteln im Wert von rund 25 Euro bestellt, die wir am 24. Dezember im E-Werk verteilen werden“, sagt Diakon Hans-Peter Rauguth vom Organisationsteam.

 

Mit dem Ordnungsamt der Landeshauptstadt, der Unteren Bauaufsicht der Stadt Saarbrücken sowie der GIU als Verwalterin des E-Werks haben die Verantwortlichen ein Hygienekonzept entwickelt, wie die Ausgabe der Geschenketaschen coronakonform ablaufen kann. „Unser Entwurf sieht vor, dass wir die Menschen – selbstverständlich mit Mund-Nasen-Schutz und entsprechendem Abstand – durch die Halle des E-Werks zu den Geschenketischen lotsen. Die Übergabe der Taschen erfolgt kontaktlos“, betont Rauguth. Für Kinder gibt es spezielle Geschenketaschen. Tierhalter können auf Wunsch Tierfutter erhalten. „Seit Sommer überlegen wir Alternativen zur Weihnachtsfeier, denn wir wollen trotz Corona ein Zeichen der Solidarität senden mit Blick auf die Personengruppe, die besonders unter der Pandemie leidet“, sagt Pastoralreferent Heiner Buchen, der im Dekanat Saarbrücken an der Organisation beteiligt ist.

 

Freiwillige Helfer werden am Vortag die Taschen packen und das E-Werk festlich dekorieren – im Zentrum der Halle soll dabei die Weihnachtskrippe stehen. Damit die Übergabe der Taschen keinen Charakter einer Veranstaltung erhält, darf jedoch keine Musik abgespielt werden. „Es dürfen auch nicht alle Gäste gleichzeitig kommen“, betont Diakon Rauguth. Um die Lage zu entzerren, soll die Aktion bereits um 12 Uhr statt wie üblich um 14 Uhr beginnen. Darüber hinaus sollen die Gäste beim Abholen der Geschenketaschen nach Alter gestaffelt werden: Von 12 bis 13.30 Uhr sind die über 60-Jährigen eingeladen, sich ihr Geschenk abzuholen, von 13.30 bis 15 Uhr die Gruppe der 40 bis 60-Jährigen und von 15 bis 16 Uhr die Jüngeren und die Familien. Ein professioneller Ordnungsdienst wird die rund 40 freiwilligen Helfer beim „Schlangen-Management“ unterstützen und ebenfalls auf die Einhaltung der Corona-Beschränkungen achten.

 

„Wir sind äußerst dankbar, dass die Heiligabend-Aktion stattfindet. Wenn wir den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, diese Aktion verweigern, wäre das ein schlechtes Zeichen“, betont der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Saar-West, Christian Weyer. „Wir sprechen in der Corona-Krise von den sogenannten ,vulnerablen‘, also verwundbaren Menschen. Es sind vulnerable Menschen, denen die Heiligabend-Aktion zugedacht ist. Gott macht sich an Weihnachten verwundbar, das dokumentieren wir, in dem wir an der Aktion festhalten“, erklärt der Saarbrücker Dechant Benedikt Welter.

 

Die Kosten für die Heiligabend-Aktion beliefen sich in den letzten Jahren pro Jahr auf rund 35.000 Euro, die rein über Spenden finanziert wurden. Auch in diesem Jahr werden die Kosten wohl nur geringfügig niedriger ausfallen, da lediglich die Kosten für das warme Essen entfallen. Der Hauptanteil für die Geschenketaschen und den Transport sind bereits fest einkalkuliert.

 

Info: Die Heiligabend-Aktion finanziert sich rein über Spenden und wird fast ausschließlich durch ehrenamtliche Mitarbeiter organisiert. Wer mit einer Spende helfen will, ist herzlich dazu eingeladen: Kath. Kirchengemeinde St. Josef, Verwendungszweck: Heilig Abend Aktion, Sparkasse Saarbrücken, BLZ 590 501 01, Konto 90175, IBAN: DE57 5905 0101 0000 0901 75. Weitere Infos beim Team der Heiligabend- Aktion: Tel. (0681) 90 68 161.

 

 

 


RadioKinderKirche:

Schleswiger Bischof wird Bischof Nikolaus

 

 

(Kiel/pm) -. Der evangelische Schleswiger Bischof Gothart Magaard (65) schlüpft in die Rolle des heiligen Nikolaus: Er wird am Nikolaustag (6. Dezember) in der „RadioKinderKirche“ des Offenen Kanals zu hören sein, kündigte Pastor Martin Gregor von der Kieler Luther-Kirchengemeinde an. Der Bischof habe auf Anfrage die entsprechende Sprecherrolle in der halbstündigen Hörfunksendung für Kinder übernommen.

 

Der heilige Nikolaus ist seit Jahrhunderten einer der beliebtesten christlichen Volksheiligen. Sein Gedenktag, der Nikolaustag, ist vor allem ein Tag der Kinder. Die Figur des Nikolaus geht zurück auf den für seine Mildtätigkeit bekannt gewordenen Bischof von Myra, dem heutigen Demre in der Türkei. Der als Freund der Kinder geltende Heilige soll um das Jahr 350 gestorben sein, vermutlich eben an einem 6. Dezember.

 

Gothart Magaard ist seit 1. Mai 2014 Bischof im Sprengel (= Bischofsbezirk) Schleswig und Holstein. Die Sprecherrolle ist in der Schleswiger Bischofskanzlei aufgenommen worden und wird imOffenen Kanal Kiel FM verarbeitet zu einem spannenden Hörspiel. Die Ende März gestartete „RadioKinderKirche“ (RaKiKi) ist ein ökumenisches Projekt der evangelischen Kieler Luthergemeinde und der katholischen Pfarrei Franz von Assisi. 

 

Denn wegen der Corona-Beschränkungen im Frühjahr mussten die Kinderkirche und andere kirchliche Angebote für Kinder ausfallen. Um den Betrieb von Kitas und Schulen nicht zu gefährden, haben sich die meisten Gemeinden entschlossen, auch momentan keinen Kindergottesdienst anzubieten. Die RaKiKi ist hier eine große Hilfe, betont Gregor. 

 

Sprecherrollen haben ausschließlich Laien übernommen, darunter auch die Kinder von Pastor Gregor und von Karin Guill und Laura Gaburro von der Pfarrei Franz von Assisi mit weiteren Familien. Inzwischen reicht das Netz der Mitarbeiter sogar über Dithmarschen und Hamburg hinaus.

 

 Die „RadioKinderKirche kann gehört werden um 9 Uhr im Offenen Kanal Lübeck (Radio-Frequenz 98,8 MHz), um 11 Uhr im Offenen Kanal Westküste (Radio-Frequenz 105,2 MHz Heide, 98,8 MHz Husum, 97,6 MHz Eiderstedt, 96,7 MHZ Inseln und Halligen) Um 13 Uhr gibt es dann die Sendung im Offenen Kanal Kiel (101,2 MHz).  Gregor und Radio-Mitstreiter sind froh, dass die Sendung per livestream sogar bundesweit zu hören ist. „Sendung verpasst? Da gibt es die Sendungen zum Nachhören auf den websites: lutherjakobi.de und katholisch-in-kiel.de (hs)

 


Angebote und Ideen aus dem gesamten Bistum Trier zeigen Alternativen

Weihnachten und Advent finden statt – nur anders

Rohfassung der Heiligen Familie zur Aktion in Sinzig im Atelier der Künstlerin Stefanie Manhillen. Foto: S. Manhillen
Rohfassung der Heiligen Familie zur Aktion in Sinzig im Atelier der Künstlerin Stefanie Manhillen. Foto: S. Manhillen

(Trier/Saarbrücken/Koblenz/bt) – Bis zum größten Familienfest des Jahres dauert es nicht mehr allzu lange. Doch in diesem besonderen Jahr muss auch die Advents- und Weihnachtszeit aufgrund der Corona-Pandemie anders gestaltet werden. Wie gut, dass viele Pfarreien, Institutionen und Gruppen im Bistum Trier Ideen und Angebote für diese Situation bieten.

 

Gottesdienste sind unter Einhaltung des Schutzkonzeptes möglich. Jedoch zählen Krippenspiel oder Christmette am Heiligabend wohl zu den meistbesuchten Gottesdiensten im ganzen Jahr. Das stellt Pfarreien und Gemeinden vor besondere Herausforderungen, da die Anzahl der Christinnen und Christen in den Kirchenräumen begrenzt ist.

 

Daher gilt es, zusätzliche oder alternative Formen von Feiern zu gestalten, empfiehlt das Deutsche Liturgische Institut (DLI) mit Sitz in Trier. Das derzeitige Grundprinzip „Abstand halten“ sollte zeitlich wie auch räumlich auf die Feiern angewandt werden.

 

Diese Tipps haben die Verantwortlichen in der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler umgesetzt. Der 24. Dezember beginnt an der Ahr um 6.45 Uhr mit einer Rorate-Messe in der Kirche St. Laurentius und endet um 23 Uhr mit einer Christmette in der evangelischen Martin-Luther-Kirche. Insgesamt werden an diesem Tag sechs Christmetten gefeiert, hinzu kommen einige Kinderkrippenfeiern sowie Weihnachtsgottesdienste, zum Beispiel für Familien oder Trauernde. Die Pfarreiengemeinschaft bietet somit mehr als 20 Angebote an einem Tag. Neben Kirchen werden Kapellen oder Kirchenvorplätze genutzt aber auch das Ahr-Ufer oder der Schulhof der Erich-Kästner-Schule. Dort findet in diesem Jahr um 18.30 Uhr auch der ökumenische Gottesdienst „Weihnachten anders“ statt. In den Vorjahren boten Fußballstadion, Feuerwehrhaus oder ein Parkplatz die Kulisse für diesen besonderen Gottesdienst. Weitere Infos und Anmeldung per E-Mail an laurentius(at)pg-badneuenahr-ahrweiler.de oder unter Tel.: 02641-34737.

 

Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz haben sich zu einer gemeinsamen Weihnachtsaktion unter dem Titel „Gott bei euch“ zusammengeschlossen. Und auf dieser Ebene finden ökumenische Angebote statt wie im Dekanat Simmern-Kastellaun. Dort gibt es eine ökumenische Kinderkrippenfeier auf dem Schlossplatz in Simmern am 24. Dezember um 14 Uhr und weitere in der Pfarrkirche in Biebern. Informationen hierzu gibt es im Dekanatsbüro unter Tel.: 06761-915230. Ökumenisch unterwegs sind auch die Kirchengemeinden in Neuwied. Unter dem Motto „Da machte sich auf – Weihnachtsgeschichte in Neuwied erleben“ finden an Heiligabend in sieben Kirchen in der Innenstadt in der Zeit von 14 bis 16.30 Uhr Zehn-Minuten-Gottesdienste statt. Beteiligt sind daran die katholische Pfarrei St. Matthias, die mennonitische Brüdergemeinde, die Herrnhuter Brüdergemeine, die evangelische Friedenskirchengemeinde sowie die Marktkirchengemeinde. Weitere Infos gibt es auf www.damachtesichauf.de.

 

 

 

Angebote in der Vorweihnachtszeit:

 

In der Pfarreiengemeinschaft Ochtendung wird an jedem Adventssonntag ein Abendlob im Park der Generationen am Gemeindezentrum stattfinden. Jeweils um 17 Uhr wird die adventliche Feier von einer anderen Gruppe gestaltet. Weitere Infos zu diesem Angebot gibt es im Pfarrbüro unter Tel.: 02625-9526090.

 

Hinweise auf Weihnachten und stille Zeugen der Adventszeit sind ab dem 28. November in Sinzig unterwegs. Maria und Josef wandern als lebensgroße Figuren an vier verschiedene Orte innerhalb der Innenstadt. Verbunden ist damit jeweils eine kurze Aktion. „Am Heiligen Abend wird die Heilige Familie auf dem Kirchplatz ankommen, wo eine ökumenische Einstimmung stattfindet“, erklärt Kaplan Thomas Hufschmidt von der Pfarreiengemeinschaft Sinzig. Die Aktion findet in Kooperation mit dem Haus der offenen Tür (HoT) Sinzig statt.

 

Adventskalender digital

 

Einen digitalen Adventskalender mit Fotos und Videos, die Augenblicke der Farbe und Lebensfreude versinnbildlichen, will die Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Neunkirchen auf die Beine stellen. „…weil die ‘graue Zeit‘ in diesem Jahr besonders belastend wirkt. Daher möchten wir im Advent Tag für Tag ein bisschen Farbe ins Leben der Menschen bringen“, lautet die Motivation der Veranstalter. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, schickt sein Foto oder Video mit ein paar Gedanken dazu an hl3faltigkeit(at)gmail.com. Eine Art digitaler Adventskalender ist auch das Newsletter-Angebot von Natalie Bauer, Pastoralreferentin im Dekanat Trier, und Carsten Kling, Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Vorderhunsrück. Das Angebot trägt die Überschrift „Stückwerk leben – Denkanstöße für den Advent“. „Jeden Tag erhalten Interessierte einen kurzen Impulstext mit ein bis zwei Fragen“, erklärt Natalie Bauer. Anmeldung unter natalie.bauer(at)bistum-trier.de.

 

Einen etwas anderen, aber analogen Adventskalender gibt es auch in Völklingen: In einem Workshop sind Bilder  entstanden, die die Fassade der Pfarrpassage (Rathausstraße 22) ab 1. Dezember zu einem großen, strahlenden Adventskalender verwandeln werden. Im Rahmen eines Abendlobs würdigt Künstler Uwe Appold, der auch das Misereor-Hungertuch 2019/2020 gestaltet hat, die unterschiedlichsten und teilweise überraschenden Ideen und Motive, die dabei entstanden sind. „In ungewohnten Zeiten gehen sie neue Wege“, schreibt auch Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von Misereor, in einem Grußwort an Uwe Appold und die Teilnehmer.

 

Verbunden über Video und Radio

 

Digital ist auch das ökumenische Team von „AnsprechBar“ unterwegs. Das junge Team aus dem Raum Koblenz wird in der Adventszeit gute Nachrichten per Video-Botschaften auf ihren Social-Media-Kanälen verbreiten, „die den Corona-Blues vertreiben“, so die Veranstalter. „Die Videos wollen den Blick weiten und anregen, über das ‚Geht nicht‘ hinaus zu schauen auf das, was geht, motiviert und guttut“. Einen Adventsgottesdienst am 20. Dezember um 18.30 Uhr feiern die jungen Organisatoren gemeinsam mit Interessierten über eine Videokonferenz via Zoom. Weitere Infos auch zu den digitalen „BarHocker-Abenden“ gibt es per E-Mail an info(at)ansprech-bar.de oder auf www.ansprechbar-bar.de

 

Virtuell wird es auch beim Team des Pilgerheiligtums der Schönstätter Marienschwestern. Jeweils vor den Adventssonntagen bieten sie samstags um 17.30 Uhr eine Online-Besinnungszeit unter der Überschrift „Advent mit der Pilgernden Gottesmutter“. Die Veranstaltung ist mit adventlichen Bräuchen und Impulsen gestaltet. „Veränderte äußere Bedingungen durch die Pandemie können nerven, aber auch kreative Kräfte wecken“, sieht Schwester M. Doriett Möllenkamp durchaus Chancen. Für die Online-Besinnungszeit ist keine Anmeldung erforderlich. Die Zugangsdaten lauten https://us02web.zoom.us/j/85270459132 (Meeting-ID: 852 7045 9132)

 

Die Gruppe von „Verbunden an der Ahr“ im Dekanat Ahr-Eifel versucht ebenfalls, positive Aspekte aus der momentanen Lage herauszuziehen. „Spiritualität, Glaube und Gemeinschaft suchen sich neue Formen und Wege. Wir erleben derzeit ganz schöne Aufbrüche und neue Formen der Verkündigung“, so das Team. Bei einer Online-Live-Adventsaktion unter dem Namen „Zu.Taten.reich“ erwartet Zuschauerinnen und Zuschauer am 11. Dezember um 18 eine Gesprächsrunde mit Pfarrer Arno-Lutz Henkel und geladenen Gästen, die zum Thema Weihnachten sprechen werden. Zudem gibt eine Bäckermeisterin der Pastoralreferentin Elisabeth Hauröder Einblicke in ihr Handwerk. Weitere Infos gibt es auf www.verbundenanderahr.de.

 

Ein anderes Medium nutzt ein ökumenisches Team unter der Federführung der evangelischen Kirchengemeinde in Schiffweiler: Am 28. November startet ein Adventsradio; empfangbar über die Frequenz 95,2 oder über das Internet. Anne Ziegler, Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft, war von Anfang an begeistert: „Das Radio bietet eine wunderbare Möglichkeit, die Menschen anzusprechen. Es ist toll, dass bei dem Adventsradio Haupt- und Ehrenamtliche, evangelische wie katholische Christen, gemeinsam etwas völlig Neues entwickeln“. Das vielseitige Programm besteht unter anderem aus geistlichen Worten, Live-Sendungen mit Gästen, Taizé-Gebeten aus katholischen und musikalischen Abendandachten aus der evangelischen Kirche sowie Radio-Gottesdiensten und allerhand Adventlichem. Weitere Infos auf www.evangelisch-in-schiffweiler.de.

 

Anregungen und Impulse per Brief

 

Impulse erhalten Interessierte der „Adventsgedanken“ des Dekanats St. Goar. Diese sollen dazu anregen, sich kreativ und aktiv mit der christlichen Botschaft des Advents auseinanderzusetzen, so die Initiatoren. Anmeldungen gehen per Mail an  Pastoralassistent Tobias Wolff, tobias.wolff(at)bistum-trier.de, oder per Post an das Dekanat St. Goar, Marienberger Straße 1, 56154 Boppard. Ebenfalls analoge Post, aber speziell für Kinder im Grundschulalter, ist die Adventspost der Gemeindereferentinnen Corinna Achtermann und Julia Krechan. Darin erwarten die Kinder Lieder, Geschichten, Rätsel und kreative Ideen rund um den Advent wie zum Beispiel die Anleitung für ein Glücksglas. In einem Umschlag für Heiligabend gibt es für die Familien Anregungen zur Gestaltung dieses Tages und für einen kleinen Gottesdienst zuhause. Weitere Infos zur Aktion der Pfarreiengemeinschaften Saarlouis links der Saar und Bous-Ensdorf finden sich bei Corinna Achtermann per Mail an achtermann(at)kirche-saarlouis.de.

 

Weitere Beispiele aus dem Bistum und Anregungen zum Feiern von Advent und Weihnachten während der Corona-Pandemie gibt es im Internet unter t1p.de/Bistum-TR-Adven

 


Diözesanrat beschließt Doppelhaushalt erstmals digital

 

 

Zum ersten Mal in der Geschichte des Württembergischen Diözesanrats tagte der Rat am Wochenende digital. Das Gremium stimmte über wichtige Finanzbeschlüsse ab und verabschiedete den Doppelhaushalt 2021/2022.

 

 

 

(Rottenburg/Stuttgart/drs) - Am vergangenen Wochenende fand die Haushaltssitzung des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart in Form einer Videokonferenz statt. Dabei kam das oberste gewählte Gremium der Diözese seiner Funktion als Kirchensteuervertretung nach und verabschiedete einstimmig den Haushalt 2021/2022. „Wir sind finanziell gut aufgestellt, um die Zukunft verlässlich zu gestalten und uns im Sinne des christlichen Auftrags und der Bedürfnisse der Menschen weiterzuentwickeln“, sagt Werner Krahl, Vorsitzender des Finanzausschusses.

 

 

 

Haushaltsplan 2021/2022

 

Ein Nettokirchensteuereinkommen von 507 Millionen Euro für das Jahr

 

2021 und von rund 523 Millionen Euro im Jahr 2022 legte der Diözesanrat seinen Finanzplanungen zugrunde. Nach Abzug der Vorwegausgaben für überdiözesane und gesamtdiözesane Aufgaben verbleibt ein verteilbares Aufkommen von 474,8 in 2021 bzw. 489,6 Millionen Euro in 2022, das sich Diözesanhaushalt und Kirchengemeinden jeweils hälftig teilen. „Unser Haushaltsplan soll in der besonderen Situation, aus der Corona-Krise heraus, stabilisierend wirken“, betont Dietmar Krauß, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Vermögen des Bischöflichen Ordinariats. Der verabschiedete Plan trage unter anderem dazu bei, dass die schon vorhandenen Einschränkungen nicht weiter negativ verstärkt werden. „Der Haushaltsbeschluss berücksichtigt zusätzlich nicht nur die Möglichkeit, dass der tatsächliche Kirchensteuereingang unseren Planansatz überschreiten könnte, er beinhaltet auch einen Ausgleichsmechanismus bei Planunterschreitungen“, erklärt Krahl. „Durch diese symmetrische Ausgestaltung haben wir einen dynamischen Handlungsspielraum.“

 

 

 

Jahresüberschussverwendung 2019

 

Das Gremium stellte darüber hinaus die Jahresrechnung 2019 mit einem Überschuss von 36,7 Millionen Euro fest. Dabei beschlossen die Rätinnen und Räte bereits im Juli dieses Jahres eine Zuführung von 16 Millionen Euro in die Allgemeine Rücklage sowie von sechs Millionen Euro zu der Altersversorgungsrücklage für Priester. „Mit diesen erheblichen Zuführungen zu den Rücklagen gelingt es uns, die Vorsorge im aktuell besonders schwierigen Jahr 2020 zu unterstützen“, hebt Krauß hervor.

 

Weitere sechs Millionen des Überschusses fließen in den Zweckerfüllungsfond Weltweite Flüchtlingshilfe. Aufgrund coronabedingter Ertragsausfälle erhalten auch das Familienerholungswerk Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Eigenbetrieb Tagungshäuser sowie der Eigenbetrieb der Akademie Mittel aus dem Jahresüberschuss 2019.

 

 

 

Aktueller Haushalt 2020

 

Nach derzeitigem Stand der Entwicklungen geht die Diözese Rottenburg-Stuttgart im laufenden Jahr 2020, aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie, von 530 Millionen Euro und damit einem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen gegenüber 2019 von neun bis zehn Prozentpunkten aus. „Da wir in den vergangenen Jahren bereits mit einer eher vorsichtigen Prognose bezüglich der Kirchensteuereinnahmen kalkuliert haben und wir seit Jahren konsequent die Linie einer vorsichtigen Haushaltsplanung und -umsetzung verfolgen, ist unsere Handlungsfähigkeit trotz Corona-Folgen gewährleistet“, versichert Generalvikar Dr. Clemens Stroppel.

 

 

 

Dank an Kirchensteuerzahler

 

„Wir sind insgesamt also gut aufgestellt“, meint Krahl. „Unser Dank gilt an dieser Stelle vor allem den Kirchensteuerzahlerinnen und Kirchensteuerzahlern. Wir versichern Ihnen, dass wir mit unserer Finanzpolitik Ihrem Vertrauen gerecht werden.“ Durch Kirchensteuermittel kann die Diözese die Arbeit und Unterstützung in vielen wichtigen Bereichen ermöglichen. „Über 46.600 Kinder werden derzeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart von knapp 8.700 Mitarbeitenden in Katholischen Kindergärten betreut“, zeigt Krauß beispielhaft auf. „Und rund 233.000 Schülerinnen und Schüler nehmen in der Diözese am Religionsunterricht teil.“

 

 

 

Corona digitalisiert Sitzung

 

Bedingt durch COVID-19 konnte der Rat in diesen Tagen keine Präsenzveranstaltung durchführen. Somit fand die Haushaltssitzung des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart in diesem Jahr, als erste Sitzung in der 50-jährigen Geschichte des Gremiums, digital statt. „Wir sind froh und dankbar, dass sich die Räte und Rätinnen ihrer Aufgabe als Kirchensteuervertretung bewusst sind und engagiert und verantwortungsvoll bei der Sache waren“, betont Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn. „Die erste digitale Konferenz hat gut geklappt – dank hervorragender Technik und vor allem eines super vorbereiteten Gremiums.“

 


Festgottesdienst zum Start der neuen Spendenaktion aus Speyer

Kindern Zukunft schenken

 

Spendenaktion * Online-Kollekte * Kinderarbeit * Fernsehgottesdienst

(Berlin/Speyer/bfw) - Mit einem Festgottesdienst hat Brot für die Welt seine neue bundesweite Spendenaktion eröffnet. Das evangelische Hilfswerk stellt in diesem Jahr Projekte gegen Kinderarbeit in den Mittelpunkt. Der Gottesdienst aus der Gedächtniskirche der Protestation in Speyer ist live in der ARD übertragen worden.

 

 „Ja, es braucht Brot für die Welt, und das meint auch: Bildung, Gerechtigkeit, Hoffnung“, sagte Kirchenpräsident Christian Schad in seiner Predigt über das Markus-Evangelium, Kapitel 9. „Wir haben weiterhin – wie Jesus - allen Grund, Kinder in die Mitte zu stellen. ‚Kindern Zukunft schenken‘: Das ist heute das Motto. Bis 2025 wollen die Vereinten Nationen Kinderarbeit abschaffen. Geschehen ist einiges, doch dann kam: Corona. Die Krise traf und trifft sie am härtesten: die Kleinsten in den armen Ländern der Erde.“

 

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, hob in ihrem Grußwort im Gottesdienst hervor: „Ich bin von Herzen dankbar, dass Brot für die Welt seit mehr als 60 Jahren denjenigen Gehör verschafft, die bei uns kaum wahrgenommen werden.“ Sie fuhr fort: „Ich sehe – gerade auch in dieser Pandemie – wie viele Menschen hilfsbereit und solidarisch handeln und über alle eigenen Sorgen unsere Mitmenschen des Globalen Südens nicht vergessen. Sie sind es, die unsere Gesellschaft zu einer menschlichen machen.“

 

Die Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, lenkte den Blick im Fürbittengebet auf alle, die jetzt besonderen Schutz brauchen. Sie sagte: „Anderen Zukunft schenken, das heißt: weitergeben, was wir selbst empfangen haben.“

 

Schülerinnen des Evangelischen Trifelsgymnasiums Annweiler wirkten mit ihren Kunstaktionen ebenfalls beim Gottesdienst mit. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Projektensemble „Fünf stimmig“ unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald, einem Bläserquartett unter der Leitung von Landesposaunenwart Christian Syperek und von Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger an Orgel und Piano.

 

Seit 1959 startet Brot für die Welt jedes Jahr am 1. Advent die bundesweite Spendenaktion mit einem Festgottesdienst in einer Landeskirche. Aktuell fördert das evangelische Hilfswerk mehr als 1.300 Partnerorganisationen weltweit und mehr als 1.600 Projekte in 97 Ländern. Schwerpunkte der Arbeit sind die Überwindung von Hunger und Armut, die Stärkung von Bildung und Gesundheit sowie der Einsatz für Menschenrechte und Klimagerechtigkeit.

 

Die Kollekten an Heiligabend in den evangelischen Kirchengemeinden sind traditionell für Brot für die Welt bestimmt. Da der Gottesdienstbesuch wegen der Corona-Auflagen nur sehr eingeschränkt möglich ist, bietet das evangelische Hilfswerk verschiedene Möglichkeiten an, die Kollekte auf anderen Wegen zu geben, etwa über QR-Code  oder direkt als Online-Spende:

 

http://www.brot-fuer-die-welt.de/spende

 

 

 

Spendenkonto Brot für die Welt:

 

IBAN: DE10100610060500500500

 

BIC: GENODED1KDB

 

 

 

Weitere Tipps für die Kollektensammlung zum Beispiel für Open-Air-Gottesdienste finden sie unter:

https://www.brot-fuer-die-welt.de/gemeinden/material/angebote-gottesdienst-kollekte/


Die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg machen sich stark für den Schutz des individuellen Asylrechts in Europa

„Moria darf sich nicht wiederholen“

 

(Karlsruhe/Stuttgart/Freiburg/Rottenburg/pm) - Die leitenden Vertreter der Flüchtlingsarbeit in den vier großen Kirchen in Baden-Württemberg haben an die Bundes- und Europaabgeordneten im Land appelliert, der Schaffung von Flüchtlingslagern an den Außengrenzen der Europäischen Union (EU) unter Haftbedingungen und Asylschnellverfahren nicht zuzustimmen. Dies erklärten sie im Vorfeld des geplanten Treffens der Innen- und Justizminister der EU Anfang Dezember.

 

„Die mit dem neuen Pakt für Flucht und Migration durch die EU-Kommission im September vorgelegten Gesetzesvorschläge sehen weitere massive und menschenrechtlich äußerst bedenkliche Verschärfungen des EU-Asylrechts vor“, erklärte Diakoniechef Urs Keller von der Evangelischen Landeskirche in Baden (Karlsruhe). „Asylsuchende in großen Lagern hinter Stacheldraht festzuhalten, widerspricht dem christlichen Menschenbild. Ein faires Asylverfahren ist unter diesen Bedingungen praktisch unmöglich“, so Keller. Das geplante Asylschnellverfahren würde sogar Asylsuchende aus Ländern betreffen, die eine gute Chance auf Schutzgewährung hätten. Auch die Pläne, unsichere Staaten außerhalb der EU – wie die Türkei – zu „sicheren Drittstaaten“ zu erklären, seien mit den elementaren Grundprinzipien des internationalen Flüchtlingsrechts unvereinbar.

 

„Wer aus seinem Heimatland fliehen muss, hat ein Recht auf eine individuelle Prüfung seines Schutzgesuchs durch die EU-Asylbehörden und seines Flüchtlingsstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention“, erklärte Manuel Rogers, Referent für Flüchtlingspastoral in der Erzdiözese Freiburg. „Statt neuen Vorschlägen für einen weiteren Ausbau von Grenzlagern benötigen wir dringend einen gerechten und verpflichtenden Verteilmechanismus der Asylsuchenden auf die EU-Staaten, um die Staaten an den Außengrenzen deutlich zu entlasten.“ Bedauerlicherweise halte die neue Verordnung am Grundsatz der bisherigen Dublin-Verordnung fest, dass für die Durchführung des Asylverfahrens der Staat der ersten Einreise zuständig ist. Um diesen Knackpunkt zu überwinden, müssten die Asylsuchenden zeitnah nach Antragsstellung bereits zur Durchführung ihres Asylverfahrens von anderen EU-Staaten übernommen werden, forderte Rogers.

 

„Es geht nicht nur um die Würde der Menschen auf der Flucht, sondern auch um unsere Würde“, betonte der Flüchtlingsbeauftragte des Bischofs der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Ludwig Rudloff. „Die Lage in den Flüchtlingslagern auf Lesbos, wie auch in den anderen überfüllten Lagern der Ägäis, steht für die Entwürdigung und jahrelange Hoffnungslosigkeit tausender Menschen mitten in Europa.“ Die Lebensbedingungen im Nachfolgelager von Moria auf der Insel Lesbos seien „noch entwürdigender“ als im ehemaligen Lager. Die dort unter schwierigsten Bedingungen lebenden Geflüchteten seien Opfer fehlender politischer Verantwortung und der mangelnden Solidarität in Europa. Ähnlich sei die Situation auf den Kanarischen Inseln, auf denen sich die Situation extrem zuspitzt.  

 

„Wir sind erschüttert von dem Leid der Menschen vor Ort und entsetzt, dass die Europäische Union diese Zustände nicht längst beendet hat“, erklärte Diakoniechef und Oberkirchenrat Dieter Kaufmann für die Evangelische Landeskirche in Württemberg (Stuttgart). Die Bevölkerung in Baden-Württemberg habe in den letzten Jahren gezeigt, wie Flüchtlingsaufnahme erfolgreich gelingen könne. Er sehe Baden-Württemberg in der Lage, sich durchaus an einem zusätzlichen, großzügigen Kontingent zur Aufnahme von geflüchteten Menschen aus Griechenland zu beteiligen, um eine Katastrophe in den Wintermonaten abzuwenden. 

 


Nordkirche gibt Popsong zur Advents- und Weihnachtszeit heraus

Bischof Magaard: „Ermutigung, aufzubrechen und andere Wege zu suchen“

(Hamburg/Schleswig/aw) - Zuversicht und Hoffnung verbreiten in weihnachtlichen Zeiten, die durch Corona ganz anders sind als sonst? Wie kaum ein anderes Medium vermag die Musik die Gefühle der Menschen anzusprechen. Jan Simowitsch, Referent für Popularmusik der Evangelisch-Lutherischen Kirche Norddeutschland (Nordkirche), und sein Kollege im Fachbereich Popularmusik, Pastor Ulf Werner, haben einen Song unter dem Titel „Zündkerzen“ erdacht und wollen damit Zuversicht und Freude trotz Corona zu den Menschen in der Nordkirche bringen.

 

Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. Er sagt: „Die fröhliche Melodie, der Text und die etwas nostalgischen Bilder, mit denen das Video zum Song daherkommt, wecken schöne Erinnerungen und ermutigen, auch in diesen Zeiten aufzubrechen und den Weg zu anderen Menschen zu suchen. Wenn wir Weihnachten nicht so feiern können, wie wir es gewohnt sind, so ist es uns doch möglich, nach anderen Wegen zu suchen und etwas Eigenes, vielleicht Neues zu gestalten. 'Weihnachten – mehr als du glaubst' heißt es in dem Text. Er ermuntert mich dazu auf, die schönen Dinge und Möglichkeiten zu sehen und zu nutzen. Ich freue mich, wenn dieser Song viele Menschen erreicht und wir so die Botschaft unserer Nordkirchenkampagne #hoffnungsleuchten verbreiten können.“ 

 

Pastor Ulf Petersen hat den Song getextet und gesungen. Er erzählt zu der Entstehung des Stücks: „Die Idee war es, für die Aktion #hoffnungsleuchten der Nordkirche einen Song zu komponieren, der uns auf unserem Weg Richtung Weihnachten begleitet. Ein musikalischer Roadtrip für ein Weihnachten, das anders sein wird, aber dennoch die Liebe und die Geburt des Lichtes feiert und ein bisschen Hoffnungsleuchten transportiert.“ Dafür habe er bis spät in die Nacht gemeinsam mit Musiker Kay Petersen und Musikproduzent Jurik Maretzki das Stück komponiert und im Studio in Hamburg produziert.

 

Der Song und das Video „Zündkerzen“ sind unter https://youtu.be/0Y96OLicRr0 und unter https://open.spotify.com/track/4aBIYFLrlu0zEXEz00oy78?si=6u60Q2YCTtyLQiILdVj1XA zu sehen bzw. zu hören und werden ab Sonntag (29. November, 14 Uhr) über die Medienkanäle der Nordkirche verbreitet werden.

 

#hoffnungsleuchten

Die Nordkirche hat zur Advents- und Weihnachtszeit 2020 die Kampagne #hoffnungsleuchten ins Leben gerufen. Mit kreativen Angeboten zu Andachten, Gottesdiensten und Krippenspielen mit Lichtern, Musik und Aktionen, in Kirchen oder im Freien, in digitalem oder realem Format sind Gemeinden und Menschen in der Nordkirche und darüber hinaus eingeladen, sich zu beteiligen und #hoffnungsleuchten zu verbreiten.

 

Weitere Informationen dazu unter www.hoffungsleuchten.de.

 


Regelung soll ausbeuterische Praktiken beenden helfen

Hessen-Nassau schließt sich Initiative für „Lieferkettengesetz“ an

(Darmstadt/ekhn) -Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wird sich der Initiative der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die Beachtung menschenrechtlicher Standards in den Lieferketten von Unternehmen anschließen. Das beschloss die Synode auf ihrer Online-Tagung am Freitag. Demnach soll die Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode ein „Lieferkettengesetz“ verabschieden. Ziel ist es, Unternehmen für ausbeuterische Praktiken im Ausland stärker zur Rechenschaft zu ziehen. 

 

Mit dem Gesetz sollen größere deutsche Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden verpflichtet werden, ihren menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Wertschöpfungskette gerecht zu werden. Nach Ansicht der Kirchen solle ein solches Lieferkettengesetz auch Haftungsregeln beinhalten, damit Betroffene von Menschenrechtsverletzungen bei einem Verstoß gegen die Sorgfaltspflichten Entschädigungen von einem deutschen Gericht zugesprochen bekommen können. 

 

Die EKHN wird sich auch der europaweiten „Initiative Lieferkettengesetz“ anschließen. Zudem will sie noch stärker als bisher auf eine öko-faire Beschaffung von Materialien achten.

 


Bischöfe und Kirchenpräsident rufen zur ökumenischen Aktion „Gebet und Licht“ auf

Gemeinsame Aktion im Advent: „Miteinander und füreinander beten!“

(Darmstadt/ekhn) - „Weihnachten werden wir dieses Jahr anders als je zuvor feiern.“ Aber: „Schwierige Umstände gehören von Anfang an zu Weihnachten dazu. Gott ist bei uns, anders, als wir denken.“ So heißt es in einem Aufruf vom Freitag, mit dem sich die Leitenden Geistlichen der Bistümer Limburg und Mainz sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) an die Gemeinden und Mitglieder ihrer Kirchen wenden.

 

EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung, Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz, und Georg Bätzing, Bischof von Limburg, rufen in ihrem Brief dazu auf, in der Adventszeit jeden Abend um 19.30 Uhr ein Licht ins Fenster zu stellen und „miteinander und füreinander zu beten“.

 

Für die Aktion „Gebet und Licht“ stellen die Kirchen eine „Gebetsbroschüre“ im Internet zur Verfügung. Gebet und Licht“ seien „ein Hoffnungszeichen für die vielen Menschen, in deren Mitte wir leben.“ Die Broschüre in Form eines gestalteten Faltblatts enthält neben dem Brief der leitenden Geistlichen Anregungen für ein Gebet. Verschiedene Formate der Aktion eignen sich für die Verbreitung über das Internet und Social Media Kanäle.  Manche Pfarreien und Kirchengemeinden werden die geistlichen Anregungen in gedruckter Form zum Mitnehmen auslegen, andere bringen sie selbst zu den Menschen nach Hause.

 

Zusätzlich zur Gebetsbroschüre können Interessierte eine transparente Postkarte mit dem Motiv einer Krippe und dem Aufdruck „Fürchtet euch nicht. Gott bei euch!“ erwerben. Vertrieben wird das Aktionsmaterial für die Kirchen von der Verlagsbuchhandlung Neues Buch im Internet:   https://www.neuesbuch.de/de/talora-lichttuete-fuerchtet-euch-nicht.html

 

Das Angebot der drei evangelischen und katholischen Kirchen in Hessen und Rheinland-Pfalz gelegenen EKHN und der beiden Bistümer steht im Kontext der bundesweiten Kampagne „Fürchtet euch nicht. Gott bei euch!“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Für das Weihnachtsfest haben die EKD und die DBK auch eine „Ökumenische Hausandacht“ entwickelt, mit der zuhause allein oder im kleinen Kreis Weihnachten gefeiert werden kann.

 

 

Mehr dazu im Internet unter:

 

EKHN: www.ekhn.de/gebetundlicht

 

Bistum Limburg: www.stillenacht.bistumlimburg.de

 

Bistum Mainz: www.bistummainz.de/weihnachten-soll-leuchten

 

www.gottbeieuch.de

 


Bachs beliebte Kantaten werden alternativ aufgeführt

Weihnachtsoratorium von der Orgel, als CD oder Tanz

 

 

(Erfurt/ekm) - Für viele Kirchgänger und Musikliebhaber ist die Advents- und Weihnachtszeit ohne das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach undenkbar, und in anderen Jahren ist es in zahlreichen Orten in Mitteldeutschland als Angebot evangelischer Kirchengemeinden mit Chören, Gesangssolisten und Orchestern zu hören. Dieses Jahr gibt es nur alternative Aufführungen entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen, beispielsweise in Orgel-Arrangements, getanzt und mit ausschließlichem Gesang von Solisten.

 

Das Weihnachtsoratorium in Thüringen (Auswahl):

 

In Weimar ist in der Herderkirche am 12. Dezember um 17 und 19.30 Uhr die Kantate I ausschließlich von Solisten und dem Ensemble Hofmusik unter Leitung von Johannes Kleinjung zu hören. Am 1. und 2. Feiertag sowie am 27. Dezember werden in der Herderkirche Kantatengottesdienste mit Elementen des Weihnachtsoratoriums gefeiert.

 

Das Weihnachtsoratorium ist in Rudolstadt am 3. Advent (13. Dezember) um 18 Uhr als Musikalische Andacht in der Stadtkirche geplant. „Der große Chorraum ist genau ausgemessen für zwanzig Chorsängerinnen und Chorsänger des Oratorienchors Rudolstadt und elf Instrumentalisten und Instrumentalistinnen“, informiert KMD Katja Bettenhausen als Musikalische Leiterin. Die Solisten Reglint Bühler, Thomas Riede und Matthias Dill werden im frisch restaurierten Fürstenstand platziert, der Evangelist Kristian Sørensen singt von der Kanzel. Die großen Chöre werden durch andere Advents- und Weihnachtsmusik ersetzt. Aktuelle Infos: www.lasegastorgel-rudolstadt.de.

 

In Eisenach werden laut Planung die drei ersten Kantaten des Weihnachtsoratoriums am 3. Advent um 16, 17 und 18 Uhr in Kantaten-Gottesdiensten aufgeführt. Die Gottesdienste sollen bei freiem Eintritt stattfinden und jeweils etwa 45 Minuten dauern. Die Besucher müssen sich vorher Einlasskarten besorgen.

 

Am 2. Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) soll in Meiningen um 9.30 und 11 Uhr in Kantatengottesdiensten Kantate I erklingen. Es musiziert die Meininger Kantorei mit Vokalsolisten und dem Meininger Residenzorchester, die Leitung hat Kantor Sebastian Fuhrmann. Voranmeldung unter info@ev-kirche-meiningen.de oder Tel. 03693-840920.

 

In Erfurt laufen noch die Planungen, „wir versuchen, im Freien die Choräle zu singen, und das Andreas-Kammerorchester wird vermutlich in der Thomaskirche ein oder zwei kurze Vespern anbieten“, teilt Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth mit.

 

Kantor Friedemann Fischer aus Ziegenrück bietet Orgelvespern mit Melodien aus dem Weihnachtsoratorium sowie mit Liedern zum Mitlesen oder Mitsingen an: Am 28. November um 14 Uhr in der Kirche Gräfenwarth und am 29. November um 16 Uhr in der Kirche Eßbach.

 

In Hildburghausen hat sich Kirchenmusikdirektor Torsten Sterzik wegen der aktuellen Lage entschieden, auch keine Minimalvariante anzubieten, sondern von den Aufnahmen des Weihnachtsoratoriums der letzten Jahre eine CD zusammen zu stellen. Diese soll an alle Mitglieder der Stadtkantorei sowie so viele Haushalte wie möglich verteilt werden.

 

 

 

Das Weihnachtsoratorium in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg (Auswahl)

 

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach getanzt – nach jetzigem Stand soll dieses Treffen am 6. Dezember (14 Uhr) in Halle im Felicitas-von-Selmenitz-Haus stattfinden, teilen die Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland als Veranstalter mit. „Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ist für viele Menschen fester Bestandteil des Kirchenjahres. Sie singen in einem der zahlreichen Chöre mit oder besuchen eines der vielen Konzerte. Dass man diese Musik, die reich an Symbolkraft ist, auch wunderbar in Tanzsprache umsetzen kann, hat die Tänzerin und Choreographin Wilma Vesseur gemeinsam mit dem Kirchenmusikdirektor a. D. Gerd Kötter bereits in den 80er Jahren entdeckt. Zu den Chorälen, Arien und Eingangschören wurden wunderbare Choreographien entwickelt, die wir gemeinsam in festlicher Atmosphäre erleben und nachvollziehen wollen“, so die Ankündigung.

 

Der Magdeburger Kantatenchor wird in kleinen Chorgruppen Choräle aus dem Werk in musikalischen Andachten sowie Open Air bei kurzen Adventsmusiken vor Pflegeheimen und dem Hospiz singen. Als Beispiele nennt Tobias Börngen, Dirigent des Magdeburger Kantatenchores sowie Propsteikantor des Propstsprengels Stendal-Magdeburg, musikalische Andachten im Kerzenschein in der Pauluskirche in Magdeburg am 12. und 29. Dezember, jeweils um 17 Uhr, bei hoher Nachfrage auch 18.30 Uhr.

 

Hintergrund „Weihnachtsoratorium“:

 

Johann Sebastian Bach hat das Werk in den Jahren 1734/35 aus mehreren seiner weltlichen Kom-positionen zusammengestellt sowie in Teilen neu komponiert. Die sechs selbstständigen Kantaten waren ursprünglich für die drei Weihnachtsfesttage nach dem Heiligabend sowie für den Neu-jahrstag, den Sonntag nach Neujahr und das Epiphaniasfest am 6. Januar vorgesehen. Darin wird die Geschichte der Geburt Jesu von Chören und Gesangssolisten erzählt, ein Orchester begleitet. Das Oratorium ist die am häufigsten aufgeführte Weihnachtsmusik und ist in vielen Gemeinden der Höhepunkt des musikalischen Kirchenjahres. Monatelang wird zuvor dafür geprobt.

 


Intensive Debatte um Fortbestand des Erlebnismuseums am Mainufer

Frankfurter Bibelhaus soll Neuausrichtung vorantreiben

 

(Darmstadt/ekhn) - Die hessen-nassauische Kirche wird die Zuschüsse an das Bibelhaus-Erlebnismuseum in der bisherigen Höhe von über 600.000 Euro im Jahr bis Ende 2024 beibehalten. Sie stellte zugleich eine weitere Hilfe von maximal 300.000 Euro ab 2025 in Aussicht. Voraussetzung aber ist, dass sich das Haus auf die bibelpädagogische Arbeit konzentriert und ein finanziell tragfähiges Konzept sucht. Das entschied die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) am Freitag nach intensiver Debatte und einem über dreijährigen Diskussionsprozess mit großer Mehrheit.

 

Begrenzter Zuschuss über 2025 hinaus denkbar

 

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hatte für die Kirchenleitung den Vorschlag eingebracht, den Zeitraum bis 2024 zu einer finanziellen und konzeptionellen Neuausrichtung zu nutzen. Sollte dies hin gelingen, „könnte dann über eine neue Form der Bezuschussung verhandelt werden“  Jung: „Über einen jährlichen Zuschuss der EKHN ab 2025 kann erneut dann entschieden werden, wenn ein Konzept mit bibelpädagogischer Ausrichtung und ein belastbares Finanzierungskonzept einschließlich erforderlicher Investitionen vorliegt. Dieser Zuschuss wird jedoch maximal 300.000 Euro sein können.“

 

Hohe Qualität der Arbeit gewürdigt

 

In ihrer Einbringungsrede betonte die theologische Dezernentin der EKHN, Melanie Beiner, die hohe Qualität des Bibelhauses. Es habe sich zu einem wichtigen „Kultur-Ort biblisch-theologischer Bildung der EKHN im besten Sinne“ entwickelt. Zur Diskussion stehe das Bibelhaus auch nicht wegen seiner Arbeit. Beiner: „Zur Diskussion und Entscheidung steht das Bibelhaus Erlebnismuseum deshalb, weil schon lange infrage steht, ob und wie ein Haus finanziert werden kann, das Museumsstandards erfüllt und dabei auch Entwicklungspotential haben soll.“ Die intensive Prüfung habe gezeigt, dass ein solcher Anspruch nicht mit dem bisherigen Ressourceneinsatz erfüllbar ist.

 

Verschiedene Szenarien in der Debatte 

 

Verschiedene Szenarien waren zuletzt abgelehnt worden. Sie reichten bereits von einem reduzierten Zuschuss, der eine eingeschränkte Öffnung mit religionspädagogischer Ausrichtung zu Folge hat über einen Ausbau auf aktuelle Museumsstandards für rund 5,5 Millionen Euro bis hin zu einem kompletten Neubau des Museums in Frankfurts Altstadt für über 22 Millionen Euro. Auch Kooperationen wie etwa mit dem Alten Dom in Mainz oder dem Religionspädagogischen Institut in Marburg hatten sich als nicht durchführbar erwiesen.

 

Breites Bündnis gesucht

 

Veit Dinkelaker, der kommissarische Museumsleiter, und Silvia Meier, Kaufmännischer Vorstand des Bibelhauses, begrüßten zunächst die bis Ende 2024 zugesicherte Unterstützung des Bibelhaus Erlebnismuseums durch die EKHN. Sie erklärten: „Um die herausragende Arbeit am Bibelhaus darüber hinaus sicher zu stellen und zu entwickeln, wird die Frankfurter Bibelgesellschaft als Trägerin diesen Zeitraum nutzen, nach weiteren Partnerinnen und Partner in Stadt, Land, Öffentlichkeit, Stiftungen und Privatwirtschaft zu suchen. Es wird einige Anstrengung benötigen und wir laden alle Interessierten ein, uns dabei zu unterstützen. Nur mit einem Bündnis von Unterstützerinnen und Unterstützern wird es gelingen, die Bibel als Kulturgut und Glaubenszeugnis einer breiten Öffentlichkeit im Bibelhaus zu erschließen Mit der ab 2025 in Aussicht gestellten Folgeunterstützung durch die EKHN bliebe ein wichtiger Partner an unserer Seite. Dies ist sicher förderlich bei der Suche nach weiteren Unterstützerinnen und Unterstützer.“

 

Hintergrund Bibelhaus

 

Das Bibelhaus wurde 2003 in einer ehemaligen Kirche am Frankfurter Museumsufer eröffnet. Träger ist die Frankfurter Bibelgesellschaft. Es hat einen Jahresetat von rund einer Million Euro. Die EKHN bezuschusst es mit über 600.000 Euro. Die Stadt Frankfurt fördert das Haus mit 50.000 Euro. Hinzu kommen Spenden und Gelder von Sponsoren. Zuletzt  besuchten jährlich über 25.000 Menschen das 500 Quadratmeter große Erlebnismuseum. Es gilt damit in Deutschland als das am besten besuchte vergleichbare Haus.

 

 

 

Mehr Informationen zum Bibelhaus

 

www.bibelhaus-frankfurt.de

 

 

 

Mehr Informationen zur Synode

 

Internet: www.ekhn.de

 

 

 

Synode in den sozialen Medien: #EKHNsyn

 

Twitterwall: https://twitter.com/hashtag/ekhnsyn

 


Andachten im Trierer Dom an den Adventsamstagen

Der Mädchenchor am Trierer Dom. Foto: privat
Der Mädchenchor am Trierer Dom. Foto: privat

(Trier/bt) – Den Advent besinnlich begehen: Auch in diesem Jahr veranstaltet die Dommusik im Trierer Dom an allen vier Adventssamstagen die Andachten „Musik und Wort“. Wegen der auf 200 Personen begrenzten Teilnehmerzahl für Gottesdienste im Dom finden die Veranstaltungen am 28. November, 5., 12. und 19. Dezember jeweils zweimal statt: um 16 und 18 Uhr. Unter Einhaltung des bistumsweiten Schutzkonzepts gestalten fünfköpfige Vokalensembles aus den Chören der Dommusik die Andachten adventlich. Die Leitung haben Domkapellmeister Thomas Kiefer und Assistent Timo Uhrig; Domorganist Josef Still spielt an der Orgel. In ihren Wortbeiträgen stellen die Domvikare Tim Sturm, Matthias Struth, Marco Weber und Michael Keller die adventlichen Themen Trost, Hoffnung, Wachsamkeit und Freude in den Kontext der aktuellen Krisensituation.

 

Der Eintritt ist frei. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung erforderlich unter www.dommusik-trier.de.

 


Badische Landeskirche feiert ihren 200. Geburtstag

Aras würdigt „Zusammenhalt, Toleranz und Vielfalt“

(Karlsruhe/ekiba) - Die Evangelische Landeskirche in Baden feiert im kommenden Jahr ihren 200. Geburtstag. Aus zwei bis dahin getrennten evangelischen Kirchen, den Reformierten und den Lutheranern, wurde im Jahr 1821 eine „Unionskirche“ gebildet. Am heutigen Donnerstag (26.11.) ist das Jubiläumsjahr vor Medienvertretern in Karlsruhe offiziell eröffnet worden. Prominente Vertreter aus Politik und Kirche würdigten die Bedeutung des „Unionsjubiläums“.

Landtagspräsident Muhterem Aras (Stuttgart) erinnerte in ihrer Grußbotschaft per Video an den „historischen Moment, in dem aus zwei eins wurde”, dessen Wirkung bis heute anhalte. Die badische Kirchenunion sei „ein Symbol für die Kraft von Zusammenschlüssen”. Die damit verbundene Botschaft laute: „Zusammenhalt ist, was uns stärkt ,Toleranz, was uns verbindet, Vielfalt, was uns befreit.”

Für Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuf (Karlsruhe) ist die Kirchenunion ein „deutliches Zeichen, dass die Kirche mitten im Leben steht, dass sie wichtig ist für das Gemeinwesen und den Zusammenhalt“. Bis heute stehe die badische Landeskirche für einen „Protestantismus, der sich den Herausforderungen der Zeit stellt und öffentlich präsent ist.“ Die unierte Landeskirche sei vielfältig, zum Beispiel bei der Frömmigkeit, der Gestaltung der Gottesdienste oder der politischen Positionen, aber stets geeint in Christus, als „Wahrheit, die uns vorausliegt“. Die freiheitliche und Konsens suchende Haltung habe dazu geführt, dass Baden ein großes Interesse am Zusammenwachsen der Evangelischen Kirche in Deutschland und ein großes Engagement in der weltweiten Ökumene habe.

Glückwünsche kamen als Videobotschaft auch von den Vertretern der Partnerkirchen „Church of South India“ und der „United Church of Christ“ (USA). Für das Generallandesarchiv Karlsruhe präsentierte dessen Leiter Wolfgang Zimmermann das Original der „Unionsurkunde“ aus dem Jahr 1821.

 

Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist das badische Chorfest, dass ursprünglich komplett am ersten Juliwochenende 2021 in Karlsruhe stattfinden sollte. Aufgrund Corona wird es auf zwei Jahre ausgedehnt. Zum Geburtstag der Landeskirche wird am 2.7. 2021 eine Chornacht mit Karlsruher Chören gefeiert, am 3.7. findet ein offenes Singen auf dem Marktplatz statt und am 4.7. findet der Jubiläumsgottesdienst mit einem Auswahlensemble der Badischen Posaunenarbeit und der Landesjugendkantorei statt. Zum Festakt am 2.7. wird auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann erwartet. Das eigentliche, große Chorfest Baden mit mehreren Tausend Sängerinnen und Sängern findet dann im Juli 2022 statt.

 


EKHN-Budget über 703 Millionen Euro in der Debatte

Haushalt mit Augenmaß im Fahrwasser der Coronakrise

 

 

(Darmstadt/ekhn) - Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Mittwoch (25. November) auf ihrer Online-Tagung die Debatte über den Haushalt für das Jahr 2021 eröffnet. Am Freitag soll der Etat verabschiedet werden. Der Entwurf sieht für das kommende Jahr Gesamtaufwendungen in Höhe von rund 703 Millionen Euro (Nachtragshaushalt 2020: 690  Millionen Euro) vor. Für die Arbeit auf Gemeinde- und Dekanatsebene sind im neuen Etat über 337 Millionen Euro eingeplant. Rund 48 Millionen Euro an Eigenmitteln sind unter anderem für die Arbeit in Kindertagesstätten vorgesehen. Für das Handlungsfeld Bildung sind über 34 Millionen Euro veranschlagt. Für den Erhalt der Gebäude sind über 39 Millionen Euro Zuweisungen eingeplant. Den größten Einzelposten bilden die Personalkosten mit über 320 Millionen Euro.

 

Kirchensteuer-Ansatz musste korrigiert werden

 

Der Haushaltsplan 2021 ist ein Etat im Fahrwasser der Coronakrise. Für 2021 werden in dem neuen Haushalt rund 505 Millionen Euro an Kirchensteuern prognostiziert. „Noch nie haben wir mit dem Finanzausschuss der Synode so intensiv über die Steuerschätzung für das kommende Jahr diskutiert, und noch nie war eine solche Prognose so schwierig“, erklärte der Leiter der Kirchenverwaltung und Finanzdezernent der EKHN, Heinz Thomas Striegler bei der Einbringung. Nach intensiver Diskussion hätten sich Kirchenleitung und Finanzausschuss darauf verständigt, für das Jahr 2021 die ursprüngliche Prognose um 25 Millionen Euro abzusenken und somit als Planzahl 505 Millionen Euro Kirchensteuern für die Planungen zugrunde zu legen.

 

Weitere Sparmaßnahmen und Rücklagenentnahme nötig

 

Dafür musste noch einmal an den ursprünglichen Ansätzen gearbeitet werden. Nach Worten Strieglers konnten 25 Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Planung aus dem Frühjahr im Umfang von etwa 10 Millionen. Euro durch Einsparungen und noch einmal 15 Millionen Euro durch Rücklagenentnahmen ausgeglichen werden. Bei den Kirchengemeinden wurde auf eine Absenkung der Zuweisungsfaktoren verzichtet. Hier wurden lediglich die Zuweisungen für die große Bauunterhaltung um eine Million Euro auf rund 35  Millionen Euro gesenkt.

 

Zukunftsprozess ekhn2030 hat herausragende Bedeutung 

 

Heinz Thomas Striegler bezeichnet den Etat 2021 als „Haushalt mit Augenmaß, der vor einer Entscheidung über die künftigen Prioritäten in unserer Kirche keine Vorentscheidungen abverlangt“. So sei der vorliegende Haushaltsentwurf „noch ein gutes Stück entfernt von einer soliden Haushaltsstruktur beschreibt aber das in diesen besonderen Zeiten Machbare. Mit Blick auf die mittelfristige Ergebnisplanung bis 2024, blieben weiter deutliche „Einsparnotwendigkeiten“. Ziel müsse es sein, „für das Jahr 2030 ein unbereinigtes Bilanzergebnis von gleich oder größer Null zu erreichen“. Striegler: „Um zu einer soliden Haushaltspolitik zurück zu kehren, sind daher massive Aufwandsreduktionen notwendig“. Deshalb komme dem angelaufenen Zukunftsprozess „ekhn2030“ im Sinne einer Neuausrichtung der EKHN „herausragende Bedeutung“ zu. 

 


Der komplette Haushalt Online als pdf: https://www.kirchenrecht-ekhn.de/synodalds/46915.pdf

 

 

 


Kfd ruft am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen Politik zum Handeln auf und weist auf Hilfsangebote hin

„Kein Platz für Gewalt an Frauen in unserer Gesellschaft!“

Jede dritte Frau erlebt in ihrem Leben Gewalt: Das muss sich dringend ändern. Foto: bt
Jede dritte Frau erlebt in ihrem Leben Gewalt: Das muss sich dringend ändern. Foto: bt

 

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – Es sind erschreckende Zahlen: Etwa jede dritte Frau wird im Laufe ihres Lebens Opfer physischer oder sexueller Gewalt. Am 25. November soll der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen auf dieses gesellschaftliche Problem aufmerksam machen. Auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und ihr Diözesanverband im Bistum Trier weist auf die Dringlichkeit des Themas hin.

 

„Gewalt gegen Frauen darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Sie ist aber leider viel zu präsent“, sagt Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende. Gerade während der derzeitigen Pandemie seien Frauen zunehmend Gewalt in ihrem häuslichen Umfeld ausgesetzt – oftmals unbemerkt von Verwandten, Freunden oder Kollegen. Gewalt gegen Frauen tritt in allen Gesellschaftsschichten, Altersklassen und Lebensbereichen auf. Neben der Gewalt in Ehe und Partnerschaft seien es die sexuellen und verbalen Belästigungen, Vergewaltigungen, Gewalt im Rahmen von Prostitution und Genitalverstümmelung, der spirituelle und sexualisierte Missbrauch in der Kirche und Gewalt in der digitalen Welt, die genauso bekämpft werden müssen, so die kfd in ihrem Aufruf.

 

 

Politik zum Handeln aufgefordert - Hilfetelefon für Betroffene und Menschen im Umfeld

 

Im Bistum Trier fordert der diözesane Arbeitskreis „Frauen stärken – Gewalt überwinden“ der kfd deshalb die Politik im Bund und in den Ländern auf, zu handeln. Die Frauenhäuser in Deutschland benötigten dringend Unterstützung: „Es kann nicht sein, dass von Gewalt bedrohte Frauen, die verzweifelt Schutz und Hilfe für sich und ihre Kinder suchen, in einer solchen Notsituation abgewiesen werden müssen, weil Raumkapazitäten fehlen und die finanziellen Mittel der Frauenhäuser nicht ausreichen“, sagt Rita Monz, Sprecherin des Arbeitskreises und Mitglied im Diözesanvorstand.

 

Unter dem Titel „Häusliche Gewalt ist kein Schicksal! Suchen Sie Hilfe!“ hat die kfd bereits im Jahr 2007 eine Aktion gegen häusliche Gewalt initiiert. Damals wie heute sei ihr Ziel, das Ausmaß und die dramatischen Folgen häuslicher Gewalt bewusst zu machen und vor allem Betroffene zu motivieren, sich rechtzeitig Hilfe und Unterstützung zu suchen. Denn noch immer scheuten sich Opfer viel zu häufig, die bestehenden Hilfesysteme in Anspruch zu nehmen. Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen beteiligt sich die kfd an der Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“ des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“. Unter dem Hashtag #schweigenbrechen sind online auf der Homepage des Hilfetelefons und in den sozialen Medien Bilder zu finden, die auf das Hilfetelefon aufmerksam machen.

 

Das Hilfetelefon steht betroffenen Frauen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zur Seite. Unter der Rufnummer 08000-116-016 und über die Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de können sich Betroffene, aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen sowie Fachkräfte beraten lassen – anonym, kostenlos, barrierefrei und in 17 Fremdsprachen.

 

Die kfd ist mit rund 25.000 Mitgliedern die größte Frauenorganisation im Bistum Trier. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter www.kfd-trier.de

 


Das Weihnachtsfenster im Schleswiger Domfenster sucht Paten

Bischof Magaard: „Fenster-Patenschaften sind ein schönes Weihnachtsgeschenk“

Das Windlicht mit dem Weihnachtsmotiv, Foto: Wendt/Nordkirche
Das Windlicht mit dem Weihnachtsmotiv, Foto: Wendt/Nordkirche

 

 

(Schleswig/aw) - Im Rahmen der Schleswiger Domsanierung haben bereits zahlreiche Spenderinnen und Spender eine Patenschaft für eines der wertvollen neugotischen Fenster übernommen. Über 280.000 € Euro konnten so für die dringend notwendige Fensterrestaurierung zusammengetragen werden. Passend zum Weihnachtsfest wird jetzt um die Übernahme von Patenschaften für das Weihnachtsfenster geworben.

 

„Die Geburt Christi gehört zu einem der schönsten Motive im Fensterprogramm des Schleswiger Doms. Das Fenster ist das Gegenstück zum Pfingstfenster auf der Südseite, für das wir ja schon viele Paten gefunden haben“, erklärt Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche). „Wir hoffen, dass auch dieses ansprechende Motiv die Menschen dazu bewegt, eine Patenschaft einzugehen oder zu Weihnachten zu verschenken. Dieses Fenster bietet sich dazu natürlich besonders an.“

 

Er fährt fort: „Wir haben unserem Aufruf ein kleines Windlicht aus Papier beigelegt. Wer das Licht entzündet, bekommt bereits eine Ahnung davon, wie das Fenster nach seiner Restaurierung strahlen und leuchten wird. Ich freue mich, wenn viele Menschen das Windlicht als Zeichen der Verbundenheit zum Dom sichtbar in ihren Häusern an die Fenster stellen würden“.

 

Der Brief mit dem Aufruf zur Übernahme einer Patenschaft für das Weihnachtsfenster wurde an mehrere Tausend Empfänger gesandt. Allen Briefen beigelegt ist ein Windlicht aus Transparentpapier, das das Motiv des Weihnachtsfensters zeigt. Wer keine Post erhalten hat und sich für die Übernahme einer Patenschaft bzw. einer Geschenkpatenschaft interessiert, darf sich gerne an die Bischofskanzlei (Tel.:04621 30700-20, Mail: spenden@bksl.nordkirche.de) wenden. Alle Patinnen und Paten erhalten eine Patenschaftsurkunde bzw. eine Geschenkurkunde. Das Windlicht ist im Büro der Kirchengemeinde Schleswig, Norderdomstraße 4, und in der Bischofskanzlei Schleswig, Plessenstraße 5 a, Montag bis Freitag, 10 bis 12 Uhr, erhältlich. Eine kleine Spende wird gerne entgegengenommen.

 

 

 

Das Weihnachtsfenster im St. Petri-Dom

 

Die Darstellung geht auf ein Werk Albrecht Dürers aus dem Jahr 1504 zurück. Dürer hatte einen Zyklus von Szenen aus dem Marienleben als Holzschnitte angefertigt, der auch im 19. Jahrhundert noch hoch geschätzt wurde. Für das Glasfenster wurde das Motiv Dürers auf die wesentlichen Aspekte reduziert: Das karge Gemäuer aus Dürers Vorbild ist in den Hintergrund gerückt, stattdessen bekrönen reich geschmückte gotische Bögen die drei Fensterbahnen. Links und rechts stehen die anbetenden Personen, Maria kniet vorne rechts und im Zentrum auf einem strohgefüllten Korb liegt das nackte Kind. Hinter dem Kind und im Himmel darüber haben sich Engel eingefunden. Der Stern von Bethlehem, der über allen in der Mitte erscheint, beleuchtet die Szenerie von oben. Die intensive Farbigkeit der Kleidung steht im Kontrast zur hellen Erscheinung des Jesuskindes, das wie von einem überirdischen Licht von innen her erleuchtet scheint.

 

Der Stifter des vor über 125 Jahren im Königlichen Institut für Glasmalerei gefertigten Fensters war der Herzog von Glücksburg. Wie alle Domfenster wurde es zur Restaurierung in die Glaswerkstatt Schneemelcher nach Quedlinburg gebracht und wird voraussichtlich bis Sommer 2021 wieder eingebaut werden.

 

 

 

Weitere Informationen unter:

 

https://www.mein-schleswiger-dom.de/fensterpatenschaft

 


Landesbischof Kramer verleiht den Amtstitel und predigt

Diakoninnen und Diakone werden im Kloster Volkenroda eingesegnet

Foto: privat
Foto: privat

 

(Volkenroda/pm) - Am kommenden Samstag (28. November, 11 Uhr) werden im Christus-Pavillon im Kloster Volkenroda sechs Frauen und acht Männer als „Diakonin“ beziehungsweise „Diakon“ eingesegnet. Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), verleiht ihnen die seit rund 2000 Jahren gebräuchliche Amtsbezeichnung und hält die Predigt. Die Einsegnung übernehmen Landesbischof Kramer, Thomas A. Seidel, Leiter des Diakonischen Bildungsinstituts „Johannes Falk“ (dbi) in Eisenach, sowie die Ältesten der Diakonischen Gemeinschaften. Für Musik sorgen Noah, Simon und Hanna Jalowski mit Klavier, Violine und Cajon.

 

Landesbischof Kramer zu den künftigen Diakoninnen und Diakonen: „Ihr seid Teil der diakonischen Gemeinschaften, die im Auftrag der Kirche pflegen und trösten, raten und lehren, beten und verkündigen, helfen und heilen, das Geheimnis des Glaubens feiern und Frieden stiften“.

 

Die Frauen und Männer im Alter von 29 bis 56 Jahren haben eine zweijährige, berufsbegleitende Ausbildung am Diakonischen Bildungsinstitut Johannes Falk (DBI) Eisenach erfolgreich abgeschlossen. Die meisten der „Blockwochen“ fanden im Erfurter Augustinerkloster statt. Daneben gab es mehrtägige Unterrichtseinheiten in Eisenach, Neinstedt, Volkenroda und Bethel. Die künftigen Diakone arbeiten unter anderen als gemeindepädagogische Mitarbeiterinnen, als Mitarbeiter von Behinderten-Werkstätten, als Beraterinnen oder Psychologinnen in diversen diakonischen Einrichtungen, als Facility Manager (Hausmeister) großer diakonischer Unternehmen oder in der gemeindediakonischen Netzwerkbildung. Zudem sind sie ehrenamtlich engagiert in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Senioren sowie in der Verkündigung und Seelsorge in den Gemeinden.

 

Insgesamt gibt es derzeit etwa 450 Diakoninnen und Diakone, die in der EKM eingesegnet wurden. Sie gehören der Brüder- und Schwesternschaft Johannes Falk und der Diakonischen Gemeinschaft der Diakonissenhaus-Stiftung in Eisenach beziehungsweise der Evangelischen Stif-tung Neinstedt an.

 

 

 

Hintergrund:

 

Das Berufsbild „Diakon“ geht bis in die ersten Jahrzehnte der Christenheit zurück und ist damit etwa 2000 Jahre alt. Aufgabe der Diakone war es seinerzeit, rechtlosen Randgruppen wie Witwen und Armen zu helfen, aber auch Bischöfe in Gottesdiensten zu unterstützen. Heute arbeiten Dia-koninnen und Diakone meist in Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen. Sie führen den diakonischen Auftrag in Sozial- und Bildungsarbeit, pflegerischen und erzieherischen Tätig-keiten sowie Verkündigung, Seelsorge und Beratung aus. Mit der Einsegnung können Diakone Verkündigungsdienste wahrnehmen und Gottesdienste leiten. Das kann auch die Feier der Sak-ramente einschließen, also Taufe und Abendmahl.

 

 

 

Im Internet: www.gemeinschaft-falk.de | www.dbi-falk.de

 

 

 


Weingartener Blutritt setzt Zeichen für mehr Gleichberechtigung in der Kirche

Künftig Frauen und Männer hoch zu Ross möglich

 

 

(Weingarten/pm) - Nach einem jahrelangen Diskussionsprozess ist im Kirchengemeinderat St. Martin nun die Entscheidung gefallen. Ab dem Blutfreitag 2021 kann jede Blutreitergruppe selbst bestimmen, ob Frauen gemeinsam mit den Männern am Tag nach Christi Himmelfahrt durch die Stadt und die umliegenden Fluren reiten.

 

 Im Zentrum stehen weiterhin das persönliche Glaubenszeugnis und die Einheit von Mensch und Tier als Geschöpfe Gottes im gewohnt feierlichen Erscheinungsbild. Damit werde die Tradition der Reiterprozession gewahrt, betont die Kirchengemeinde als Trägerin der Wallfahrt.

 

 Die Zeichen der Zeit zu erkennen und Konsequenzen für die Zukunft des Blutritts zu ziehen, das war die letzten Jahre immer wieder Thema im Kirchengemeinderat. Vor Veröffentlichung einer Entscheidung zur Öffnung für Frauen wollten die Kirchengemeinde, die Vertreter von Blutfreitagsgemeinschaft und Blutreitergruppe Weingarten sowie der Festordner in Regionalversammlungen die neue Regelung im Gespräch den einzelnen Blutreitergruppen vorstellen.

 

 Diese Treffen sind nun coronabedingt aufs Frühjahr verschoben. Da das persönliche Zusammenkommen vor Weihnachten nicht mehr möglich ist, erhielten nun die einzelnen Blutreitergruppen die Informationen in einem ausführlichen Brief.

 

 Darin halten die Verantwortlichen in Weingarten nach dem sehr abgespeckten "Blutrittle" in diesem Jahr den Einschnitt durch die Pandemie für den richtigen Zeitpunkt, diese grundsätzliche Öffnung anzugehen. Nun sollen die einzelnen Blutreitergruppen Zeit haben, die eigene Entscheidung reifen zu lassen. Es kann künftig also zu einem Nebeneinander von rein männlichen und gemischtgeschlechtlichen Gruppen kommen - möglicherweise auch ein Modell für andere Reformen in der katholischen Kirche.

 

 Die Verantwortlichen in Weingarten hoffen, dass gerade die Verehrung des Heiligen Blutes und die Botschaft Christi am Kreuz, die den Kern der Reiterprozession bilden, unterschiedliche Positionen verbinden  und zu geistlicher Weite beitragen. Dies soll die Beibehaltung des optischen Eindrucks erleichtern. Wie etwa bei den liturgischen Gewändern von Ministrantinnen und Ministranten üblich, ist die Kleiderordnung mit Frack und Zylinder, weißem Hemd oder Bluse, schwarzen Lackschuhen und weißen Handschuhen für Blutreiterinnen und Blutreiter einheitlich.

 

 Nun hoffen Dekan Ekkehard Schmid sowie Felix Habisreutinger als Sprecher der Festordner, die den Brief stellvertretend unterzeichneten, dass der Bluttritt im nächsten Jahr von der Entwicklung der Pandemie her am 14. Mai wie gewohnt und doch anders als bisher stattfinden kann.

 


Deutsche Bischöfe setzen neue Verfahrensordnung zur Anerkennung des Leids ein

Weiterentwicklung des Anerkennungs-Verfahrens abgeschlossen

Foto: dbk
Foto: dbk

 

 

(Bonn/Trier/dbk) – Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat am 24. November 2020 die Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids abgeschlossen. Ausgangspunkt ist die im Herbst 2018 veröffentlichte Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie). Die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 2020 hatte neun Grundsätze für die Weiterentwicklung des Verfahrens beschlossen. Die Herbst-Vollversammlung 2020 klärte weitere Detailfragen zur Anerkennung des Leids. Heute ist die Verfahrensordnung verabschiedet worden. Sie tritt zum 1. Januar 2021 in den (Erz-)Diözesen in Kraft und löst das bisherige, seit 2011 praktizierte Verfahren zur materiellen Anerkennung erlittenen Leids ab. In dessen Rahmen wurden rund 2.400 Anträge bearbeitet.

 

Neue Verfahrensordnung zur Anerkennung des Leids

 

In der Präambel zur Verfahrensordnung heißt es: „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen sowie an schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen – gerade wenn Kleriker, Ordensleute oder Beschäftigte im kirchlichen Dienst solche Taten begehen –, erschüttert nicht selten bei den Betroffenen und ihren Angehörigen sowie Nahestehenden und Hinterbliebenen das Grundvertrauen in die Menschen und in Gott. In jedem Fall besteht die Gefahr schwerer physischer und psychischer Schädigungen. Erlittenes Leid kann nicht ungeschehen gemacht werden.“ Durch die materiellen Leistungen soll gegenüber den Betroffenen zum Ausdruck gebracht werden, dass die Bistümer Verantwortung für erlittenes Unrecht und Leid übernehmen. Dabei liegt die erste Verantwortung zur Erbringung von finanziellen Leistungen beim Täter. Überdies werden die Leistungen in Anerkennung des Leids durch die (Erz-)Diözesen als Zeichen der institutionellen Mitverantwortung erbracht. Zugleich wird so sichergestellt, dass Betroffene auch dann Leistungen erhalten, wenn nach staatlichem Recht vorgesehene Ansprüche gegenüber dem Beschuldigten wegen Verjährung oder Tod nicht mehr geltend gemacht werden können.

 

Das Verfahren zur Anerkennung des Leids gliedert sich in fünf Schritte:

 

  1. Personen, die als minderjährige oder erwachsene Schutzbefohlene sexuellen Missbrauch erlebt haben, wenden sich an die unabhängigen Ansprechpersonen einer (Erz-)Diözese.
  2. Die unabhängigen Ansprechpersonen führen ein Gespräch und können beim Ausfüllen des Antragsformulars unterstützen.
  3. Der Antrag wird von der Ansprechperson oder der Diözese an die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) weitergeleitet.
  4. Die Unabhängige Kommission legt eine Leistungshöhe fest und weist die Auszahlung an Betroffene an.
  5. Die Geschäftsstelle der Unabhängigen Kommission informiert die betroffene Person sowie die zuständige Diözese und zahlt die festgelegte Summe direkt aus.

 

Zur Transparenz und Unabhängigkeit des neuen Verfahrens trägt insbesondere die UKA bei. Ihr gehören sieben Frauen und Männer an. Sie ist interdisziplinär mit Fachleuten aus Medizin, Recht, Psychologie und Kriminologie besetzt. Die Mitglieder stehen in keinem Anstellungsverhältnis zu einer (Erz-)Diözese oder einer anderen kirchlichen Einrichtung und arbeiten weisungsunabhängig. Die Mitglieder der UKA werden für ihre Aufgabe vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz ernannt. Ihre Namen werden nach der konstituierenden Sitzung auf der Internetseite www.dbk.de veröffentlicht. Ausgewählt wurden die Mitglieder der UKA von einem mehrheitlich nichtkirchlichen Personenkreis. Neben Bischof Dr. Stephan Ackermann gehörten diesem Kreis Dr. Manuela Stötzel (Leiterin des Arbeitsstabes des UBSKM), Staatsministerin a. D. Roswitha Müller-Piepenkötter (Bundesvorsitzende des Weißen Rings a. D.) und Robert Köhler (Verein Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer) an.

 

Nach der heute beschlossenen Verfahrensordnung können Betroffene verschiedene Leistungen erhalten. Die UKA kann, orientiert an Schmerzensgeldzahlungen, Leistungen von bis zu 50.000 Euro festlegen. Bei besonders schweren Härtefällen sind höhere Leistungen oder anderweitige Unterstützungen mit Zustimmung des zuständigen (Erz-)Bistums möglich. Zusätzlich können – wie bisher – Kosten für Therapie- und/oder Paarberatung übernommen werden. Personen, die bereits in der Vergangenheit einen Antrag gestellt und Leistungen erhalten haben, können einen erneuten Antrag stellen. Für diese Personen gibt es ein verkürztes Antragsverfahren.

 

Unterstützungsfonds für Betroffene von Orden

 

Von großer Bedeutung ist die Gleichbehandlung von Betroffenen, die neben den Bistümern auch die rechtlich unabhängigen Ordensgemeinschaften umfasst. Die Bischöfe haben deshalb bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung 2020 beschlossen, dass zur Sicherstellung von Leistungen an Betroffene eine Solidarkomponente vorgesehen ist, damit Orden nötigenfalls bei der Finanzierung von Anerkennungsleistungen unterstützt werden können. Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) und Vertreter einzelner Orden haben verschiedentlich das gemeinsame Ziel bekräftigt, ein einheitliches Verfahren zur Anerkennung des Leids umsetzen zu wollen. Der Ständige Rat hat dementsprechend die Einrichtung eines subsidiären und nachrangigen Unterstützungsfonds beschlossen. Die Orden, die am weiterentwickelten Verfahren teilnehmen, finanzieren die durch die UKA festgesetzten Anerkennungsleistungen grundsätzlich selbst und haben nur subsidiär, unter bestimmten Kriterien, Zugang zum Unterstützungsfonds.

 

Betroffenenbeirat

 

Bischof Dr. Stephan Ackermann hat den Ständigen Rat darüber informiert, dass der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz seine Arbeit aufnehmen konnte und die konstituierende Sitzung Anfang November 2020 stattgefunden hat.

 

Die Verfahrensordnung zur Anerkennung des Leids ist als pdf-Datei unter dieser Pressemitteilung auf www.dbk.de sowie auf der Themenseite Sexueller Missbrauch verfügbar. Dort sind auch aktuelle FAQ zu finden.

 


Weihbischof Gebert ruft zu Solidarität und Hilfe gerade in Corona-Krise auf

Caritas sammelt Spenden für Menschen vor Ort

 

 

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – In vielen Gemeinden des Bistums steht traditionell im Herbst die große Caritas-Haussammlung an, bei der Ehrenamtliche an den Haustüren um Spenden für notleidende und bedürftige Menschen vor Ort bitten. In diesem Jahr ist durch die Corona-Krise alles anders, Haussammlungen sind nicht möglich. Doch gerade in dieser für viele Menschen belastenden Situation ruft die Caritas und mit ihr Weihbischof Franz Josef Gebert zu einer Sammlung unter veränderten Vorzeichen auf. In Rheinland-Pfalz läuft die Sammlung vom 26. November bis 5. Dezember und im Saarland vom 23. November bis 5. Dezember.  

 

„Hilfe zu finden in ausweglos scheinenden Situationen ist wichtig, denn es kann jeden plötzlich treffen. Gerade in der Coronakrise zeigt sich, wie unvorhergesehene Ereignisse, Krankheit oder Arbeitslosigkeit Einzelne aber auch ganze Familien in Notlagen bringen können. Dann ist die Unterstützung, Begleitung und Hilfe von Mitmenschen dringend nötig“, appelliert Weihbischof Gebert als Vorsitzender des Diözesancaritasverbands an die Menschen. Die Spenden jedes Einzelnen an die Sammlung unter dem Motto „MenschenMitMenschen“ können helfen, Betroffene auf kurzem Wege zu unterstützen, sodass sie ihre Schwierigkeiten selbst überwinden können.

 

Doch natürlich gelte bei der Sammlung vor allem, die Ehrenamtlichen zu schützen, erklärt Jutta Kirchen, Referentin für Fundraising und Auslandhilfe beim Diözesancaritasverband. „Die überwiegende Zahl der Sammlerinnen und Sammler gehört zur Risikogruppe der älteren Menschen, und diese wollen wir natürlich keiner unnötigen Gefahr aussetzen.“ Die Empfehlungen des Dachverbands an die Ehrenamtlichen der Caritas-Ortsverbände und Pfarreien laute daher, die Sammlungs-Flyer in Briefkästen einzuwerfen, sie Pfarrbriefen beizulegen oder in letzteren den Aufruf von Weihbischof Gebert abzudrucken. „Gerade jetzt werden Spenden dringend benötigt, denn die Corona-Krise stellt zusätzlich viele bedürftige Menschen vor existenzielle Notlagen“, erklärt Kirchen weiter.

 

Die Caritas bietet vielfältige Hilfsangebote im gesamten Bistum Trier: Familien, die sich in problematischen Situationen befinden, erfahren Hilfe im Alltag, pflegende Angehörige erhalten Unterstützung. Die „Allgemeine Soziale Beratung“ zeigt Menschen mit sozialen Problemen Lösungen auf. Hier werden auch Fragen zur Sozialhilfe, Pflegeversicherung, Arbeitslosenhilfe, Grundsicherung im Alter und Wohngeld beantwortet. Zudem bietet die Migrationsberatung Geflüchteten Orientierung und Hilfe. „Dafür sind die Gemeinden und der Caritasverband auf Spenden angewiesen. Gerade in der jetzigen Situation gilt es, füreinander da zu sein“, betont Gebert in seinem Aufruf. Die Erlöse der Caritas-Haussammlung verbleiben zu 50 Prozent für caritative Aufgaben in den einzelnen Pfarrgemeinden, die anderen 50 Prozent finden Verwendung in den Caritasverbänden. Wer spenden möchte, findet die entsprechenden Informationen auf den Flyern, in seinem Pfarrbrief oder auf den Internetseiten der Ortscaritasverbände und auf www.caritas-trier.de.  

 

 

 


Ethikrat-Mitglied Wolfram Henn spricht im „DomWort“ über Leben in der Pandemie

„Das Virus kennt keine Moral“

Professor Henn ist Humangenetiker und Ethikratsmitglied. Im DomWort appelliert er an die Eigenverantwortung der Menschen in der Pandemie. Foto: bt
Professor Henn ist Humangenetiker und Ethikratsmitglied. Im DomWort appelliert er an die Eigenverantwortung der Menschen in der Pandemie. Foto: bt

 

 

(Trier/bt) – Wie können wir mit dem Corona-Virus leben und welche Schranken sind unserem Handeln gesetzt? Wo endet die persönliche Freiheit und wo fängt die Verantwortung für den Nächsten an? Wie sieht es mit dem Zugang und den Empfehlungen für Covid-19-Impfstoffe aus? Beim zweiten DomWort – einem neuen Format des Bistums Trier – standen diese Fragen im Fokus des Vortrags von Professor Dr. Wolfram Henn am 19. November im Trierer Dom. Der Mediziner und Humangenetiker ist Mitglied im Deutschen Ethikrat, einem Gremium aus 24 Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen, das die Politik zu wichtigen ethischen Themen berät.

 

Menschen erleben die Pandemie als Grenzerfahrung

 

Ihn erinnere die aktuelle Lage der Menschheit an das Raumschiff Apollo 13, das einen technischen Defekt aufwies und von der Crew während der Mission repariert werden musste. „Wir sitzen in jenem Raumschiff; es gibt keine Bremse, es gibt keinen Rückwärtsgang und keinen Reset-Knopf, um nach einem Fehler neu anfangen zu können. Kleine Steuerimpulse können große Wirkung entfalten und wir werden erst nachträglich einschätzen können, was richtig oder falsch gewesen ist, denn wir haben kein Erfahrungswissen, auf das wir aufbauen können“, so Henn. Dabei sei es unvermeidlich, dass einige Entscheidungen sich auch als Irrwege erweisen könnten. Hier sei Platz für eine urchristliche Tugend: Die Demut. Auf die Pandemie sei man nicht  richtig vorbereitet gewesen, da man zu lange verdrängt habe, dass es zu einer solchen jederzeit kommen könne. Deshalb erlebten die Menschen derzeit eine Grenzsituation. „Unsere Psyche ist darauf eingerichtet, Belastungen zu ertragen, die ein absehbares Ende haben. Doch nun weiß niemand so recht, wo die Reise hingeht und wie lange sie dauern wird. Dieses Gefühl der Ungewissheit erzeugt Ängste, aber zugleich öffnet es Räume für Hoffnung in das Gelingen dessen, was wir tun. Und es fordert uns Entscheidungen und Verantwortung auf allen Ebenen unseres Zusammenlebens ab, die wir nur zum Teil nach oben in die Politik delegieren können“, so Henn. „Wir dürfen es uns nicht bequem machen. Wir müssen selber unser Verhalten im Kleinen aufsummieren zu einem Ergebnis im Großen“, forderte er die Hörerinnen und Hörer auf.

 

Wer sich selbst einem Risiko aussetzt, gefährdet auch seine Mitmenschen

 

Pandemien habe es schon immer gegeben. Doch während unsere Vorfahren dem „Schwarzen Tod“ im Mittelalter (der Pest) oder der Spanischen Grippe von 1918 hilflos ausgeliefert gewesen seien, verfüge die Menschheit heute über Wissen und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit ihnen. Die jetzige Krise mit ihrem Kampf gegen einen unsichtbaren Gegner sei vor allem die Stunde der Wissenschaft. „Und diese findet sich nun in einer Rolle wieder, auf die sie weder in ihren Strukturen noch in ihrem Selbstverständnis vorbereitet war.“ Denn wissenschaftliche Empfehlungen und Erkenntnisse würden von der Politik mitunter eins zu eins in Entscheidungen über unser aller Leben überführt: durch Lockdowns, Schulschließungen oder die Reaktion der Aktienmärkte auf Pressemeldungen über Impfstoffe. „Dass Virologen oder Ethikerinnen gesellschaftlicher Einfluss zuerkannt wird, mag ihnen schmeicheln. Aber dass sie neuerdings sogar als mächtig wahrgenommen werden, ohne dafür demokratisch legitimiert zu sein, das ist ihnen selber unheimlich, das können Sie mir glauben“, beteuerte Henn. „Dies umso mehr, als dass das Urprinzip der Wissenschaft der Selbstzweifel ist. Endgültige Wahrheiten mag man im Glauben suchen, aber nicht in der Wissenschaft“.

 

Eine gesunde Skepsis gegenüber wissenschaftlicher und politischer Autorität sei sicher angebracht und führe in eine Verantwortung für das eigene Tun im täglichen Leben, so der Medizinethiker weiter. „Aber sie führt eben nicht in ein Recht oder eine Pflicht zur Verweigerung, um es „denen da oben mal zu zeigen.“ Pragmatisch-kluges Handeln sei in diesem Fall auch ethisch richtig, denn es gelte der Grundsatz: ‚Hilf dir selbst, dann hilfst du auch anderen‘. Bezogen auf die Corona-Leugner und Querdenker wurde Henn sehr deutlich: „Genau diese Parallelität von Selbstschutz und Fremdschutz ist der Grund dafür, dass sich unvernünftiges Handeln selbsternannter Querdenker eben nicht als freie Persönlichkeitsentfaltung rechtfertigen lässt.“ Denn wer leichtfertig sich selbst in Gefahr bringe, gefährde zugleich auch seine Kinder, seine Arbeitskollegen und den ahnungslosen Mitmenschen in der Warteschlange vor der Ladenkasse. „Das Virus kennt keine Moral. Es trifft uns alle, aber eben nicht alle in gleicher Weise, sondern die Schwächsten in unserer Gesellschaft am härtesten: Nämlich Alte und chronisch Kranke“. Eine gerechtfertigte Ungleichbehandlung in vielen Lebensbereichen sei daher notwendig, wenn auch diskussionswürdig. So könne man trefflich darüber diskutieren, warum Fitnessstudios oder Restaurants schließen müssten, Friseure aber geöffnet bleiben dürften. „Es gibt kein objektivierbares Richtig oder Falsch. Das Ändern von Regeln ist nicht mit Willkür gleichzusetzen, sondern mit der Anpassung an Notwendigkeiten.“

 

Klar sei auch: Gleichartige Maßnahmen könnten sich in manchen Bereichen individuell höchst unterschiedlich auswirken. 14 Tage Quarantäne seien für einen jungen gesunden Menschen mit geräumiger Wohnung und Zugang zu sozialen Medien vielleicht nervig. Für einen hochbetagten, vielleicht demenzkranken Menschen im Pflegeheim seien sie eine existenzielle Katastrophe. „Monatelange Besuchsverbote in Altersheimen, wie sie für notwendig erklärt wurden, waren für viele Betroffene nichts anderes als Einzelhaft. Dass Menschen alleine sterben mussten, ohne Angehörige und ohne seelsorgerischen Beistand war schlicht unmenschlich. Wir sollten es nicht beschönigen: Hier hat sich unsere Gesellschaft an den Schwächsten versündigt und das darf sich nicht wiederholen. Deshalb stehen wir jetzt und für die nächsten Monate ganz besonders in der Schuld dieser Menschen“, mahnte Henn. Deshalb fordere er auch, dass die knappen Antigen-Schnell-Tests nicht an die Tore von Fußballstadien und Konzerthallen gehörten, sondern an die von Pflegeheimen und Schulen. „Denn unsere Kinder leiden am zweitmeisten unter der Pandemie. Nicht unbedingt an körperlichen Komplikationen; aber umso nachhaltiger leidet die soziale und geistige Entwicklung.“

 

Gibt es eine moralische Verpflichtung zur Impfung?

 

Bald seien nun die Impfstoffe verfügbar, die ein Licht am Ende des Tunnels bedeuteten. Die Empfehlung des Ethikrates sei klar: Zunächst sollten hoch betagte Menschen, besonders infektionsgefährdetes Personal aus Medizin und Pflege, von Ordnungsbehörden, der Feuerwehr und dem Bildungswesen geimpft werden. Um eine Herdenimmunität zu erreichen sei dann im Weiteren wichtig, dass sich zwei Drittel der Bevölkerung impfen lassen. Henn warnte, dass viel ideologisch vorgefärbtes gerade in den sozialen Medien gepostet werde, was denkbare Impfrisiken angehe. „Und das gerade von Leuten, die nicht auf profunde Sachkenntnis verweisen können. Meinung statt Ahnung zu kommunizieren, ist eine besonders gefährliche Form von Verantwortungslosigkeit.“ Dass die Covid-19-Impfstoffe so schnell bis zur Einsatzreife gekommen seien, liege nicht an qualitativen Kompromissen bei den Zulassungsverfahren, sondern schlicht daran, dass die für klinische Studien vorgeschriebenen Probandenzahlen unter dem Druck der Pandemie mit beispiellosen finanziellem und personellem Aufwand innerhalb weniger Monate (anstatt wie sonst üblich innerhalb weniger Jahre) erreicht worden seien, erklärte Henn. Die Nutzen-Schaden-Abwägung weise in jeder denkbaren Dimension in die Richtung, dass es gut sei, sich impfen zu lassen. „Alle Erfahrungen und Studien lassen nur einen Schluss zu: Es ist viel wahrscheinlicher, durch die Krankheit Schaden zu nehmen, als durch die Impfung. Es ist sicher, dass Tausende von Leben verloren gehen und Existenzen vernichtet werden, wenn wir es mangels gemeinsamer Impfanstrengung versäumen sollten, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft aus der Agonie zu führen“, unterstrich der Professor. Es werde keine rechtliche Impfpflicht geben, aber er sehe eine moralische. Henn schloss seinen Vortrag mit einem hoffnungsvollen Ausblick: „Nichts schweißt eine Gemeinschaft fester zusammen als eine gemeinsam bestandene Prüfung. Und viel Gutes, etwa ein achtsamer Umgang miteinander, können wir in die Post-Corona-Zeit mitnehmen.“

 

Weitere Informationen zu der Veranstaltungsreihe „DomWort“ gibt es auf www.domwort.de.

 


Hoffnungsleuchten – Advent und Weihnachten in Mecklenburg-Vorpommern

Licht in dunklen Tagen. Auch, wenn es in diesem Jahr anders wird, die Kirchengemeinden in MV laden unter dem Motto „Hoffnungsleuchten“ zu einer besinnlichen und verheißungsvollen Advents- und Weihnachtszeit ein. Foto: PEK / Sebastian Kühl
Licht in dunklen Tagen. Auch, wenn es in diesem Jahr anders wird, die Kirchengemeinden in MV laden unter dem Motto „Hoffnungsleuchten“ zu einer besinnlichen und verheißungsvollen Advents- und Weihnachtszeit ein. Foto: PEK / Sebastian Kühl

 

 

 

Die 380 evangelischen Kirchengemeinden im Land laden mit kreativen Ideen und neuartigen Formaten zu „Lebendigen Adventskalendern“ und zu Weihnachtsgottesdiensten und Christvespern ein.

 

 

 

(Rostock/Stralsund/cme/skü) - „Fürchtet euch nicht!“ Diese Weihnachtsbotschaft bekommt in diesem Jahr eine besondere Bedeutung. Die Menschen spüren, wie verletzlich menschliches Dasein ist. Abstand ist seit Monaten ein Gebot der Nächstenliebe. Dies wird auch die kirchlichen Angebote im Advent und zu Weihnachten in Mecklenburg-Vorpommern beeinflussen. Ebenso wie die weiteren Regelungen zur Eindämmung der Pandemie. Die Nordkirche hat alle rund 1.000 Gemeinden gebeten, die diesjährige Advents- und Weihnachtszeit unter das Motto „#hoffnungsleuchten – Mehr als… Alle Jahre wieder“ zu stellen. Alle Menschen sind zudem aufgerufen, überall im Freien, zuhause oder am Arbeitsplatz Sterne leuchten zu lassen, um damit auf die besondere Zeit des Advents und auf Weihnachten aufmerksam zu machen. Damit wird ein Zeichen der Hoffnung gesetzt, das dazu beitragen kann, die Kluft zwischen der Einhaltung der gebotenen Corona-Vorgaben und der Sehnsucht nach Gemeinschaft und nach einem feierlichen Weihnachten zu überbrücken.

 

 

 

Planungen laufen seit Wochen

 

In den circa 380 Kirchengemeinden im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis wird seit Wochen geplant, vorbereitet und überlegt, was im Advent und zu den Weihnachtsfeiertagen möglich und verantwortbar ist. Dabei ist allen Beteiligten bewusst, dass sich die Lage auch kurzfristig und regional ändern kann, so dass teilweise mehrgleisig Ideen verfolgt werden. Das ist für die Kirchengemeinden keine einfache Situation, die aber auch viel Kreativität freisetzt und neue Formen der Zusammenarbeit entstehen lässt. Eine Strategie besteht darin, an den Festtagen deutlich mehr und kürzere Gottesdienste und Andachten anzubieten – über den Tag verteilt und an verschiedenen Orten. Andere Gemeinden versuchen, über längerfristige Anmeldungen und/oder mittels der Vergabe von Tickets die Ströme der Besuchenden zu regulieren.

 

 

 

Überall entstehen neue Möglichkeiten

 

Um genug Abstand halten zu können, ziehen einige Gemeinden mit kleinen Kirchen in größere Räumlichkeiten um. Andere Kirchengemeinden weichen gleich ganz ins Freie aus. Denn Formate, die draußen stattfinden, sind weniger riskant und bieten mehr Platz, um Abstände einhalten zu können. Zudem können im Freien kleinere Gruppen auch singen. Von Kirchtürmen können Bläser zudem weit hörbar spielen. Ob in oder vor der Kirche, im Pfarrgarten, in den Straßen und auf Marktplätzen – überall entstehen neue Möglichkeiten, damit Menschen mit Rücksicht, mit dem nötigen Abstand und unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen bei „Lebendigen Adventskalendern“, Adventsandachten, Krippenspielen und Christvespern zusammen kommen können. Alle sind gebeten, sich in ihrer Kirchengemeinde vorab über die konkreten Termine und das Prozedere (Einlasskarten etc.) zu informieren.

 

 

 

„Lebendige Adventskalender“ neu gedacht

 

Eine besondere Form des Brauchtums in der Vorweihnachtszeit ist der „Lebendige Adventskalender“. Dabei stehen das Miteinander, die Begegnung und das gemeinsame Vorbereiten auf Weihnachten, das Warten auf die Ankunft Gottes in der Welt, im Mittelpunkt. Normalerweise begegnen sich bei den „Lebendigen Adventskalendern“ Menschen vor den geschmückten Fenstern oder Türen verschiedener Gastgebender. Dort wird gemeinsam gesungen, Geschichten oder Gedichte sind zu hören. Oft werden die unterschiedlich gestalteten kleinen Feiern durch das Verteilen leckeren Backwerks und den Ausschank von Tee oder Glühwein ergänzt. In diesem Jahr haben sich zahlreiche Kirchengemeinden im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis Gedanken gemacht, wie die vorweihnachtliche Aktion der „Lebendigen Adventskalendern“ auch im Jahr 2020 unter Einhaltung der Vorgaben zur Eindämmung der Pandemie stattfinden kann.

 

 

 

Gottesdienste im Rundfunk oder im Internet

 

Wer insbesondere am Heiligen Abend und an den Festtagen lieber zu Hause bleiben möchte, kann im Radio und im Fernsehen viele Gottesdienste mitfeiern. Seit März setzen auch zahlreiche hiesige Kirchengemeinden zusätzlich auf eigene digitale Angebote: Gottesdienste und Andachten werden als Video ins Internet gestellt, Briefe per E-Mail verschickt oder auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht. Dies wird zu den Festtagen ähnlich sein. Alle Kirchengemeinden finden sich mit ihren Kontaktdaten im Internet auf dem Portal www.kirche-mv.de.

 

 

 

Es folgt eine kleine Auswahl an Beispielen, wie in MV im Jahr 2020 „Lebendige Adventskalender“, vorweihnachtliche Andachten, Heiligabend und Weihnachten gefeiert werden. (Alle Angaben stehen unter dem Vorbehalt der kurzfristigen Änderung der Situation sowie der Weiterentwicklung der Planungen!)

 

 

 

„Lebendige Adventskalender“ und Advents-Andachten im

 

Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg

 

 

 

Landkreis Nordwestmecklenburg

 

 

 

Andachten unter freiem Himmel zum „Lebendigen Adventskalender“ wird es wie vielerorts beispielsweise auch in Klütz, Boltenhagen und Bössow geben.

 

 

 

Landkreis Ludwigslust-Parchim

 

 

 

Zur musikalische Adventsandacht wird an jedem Mittwoch im Advent um 18.30 Uhr in die Crivitzer Kirche eingeladen. Am 4. Advent, 20. Dezember, findet um 17 Uhr ein Weihnachtsspiel rund um die Crivitzer Kirche statt. „Unsere Konfirmanden stellen Teile der Weihnachtsgeschichte dar, so dass alle teilnehmenden Kinder beim Ablaufen der Stationen die frohe Weihnachtsbotschaft erfahren können“, blickt Gemeindepädagoge Reiner Wolff voraus.

 

 

 

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ - An den vier Abenden der Adventssonntage öffnen wir unsere Kirchentüren, zünden nach und nach die Kerzen am Adventskranz an und laden jeweils um 17 Uhr zu einer adventlichen Atempause vor unseren Kirchen in Goldenstädt am 1. Advent, Kraak am 2. Advent, Uelitz am 3. Advent und Mirow am 4. Advent ein“, sagt die Uelitzer Pastorin Kristin Gatscha und ergänzt: „Jeder bringe bitte ein Licht mit, um die Dunkelheit zu erhellen und der Hoffnung Raum zu geben. Und damit wir uns auch in der Adventszeit miteinander verbunden fühlen können, freuen wir uns, wenn die Lichter im Anschluss auch die Häuser erhellen. Nehmen wir das Kerzenritual vom Frühjahr wieder auf und stellen um 18 Uhr ein Licht ins Fenster. Wer mag, kann dann noch ein Adventslied singen, einen adventlichen Text lesen und ein Vaterunser beten.“ Anregungen dazu finden sich übrigens in den „Briefkästen“, die die Kirchengemeinde in zwei Geschäften der Dörfer aufgestellt hat. Ebenso werden diese per WhatsApp oder per E-Mail versandt und natürlich auf der Homepage der Kirchengemeinde Uelitz eingestellt.

 

 

 

Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

 

 

 

Die Johanniskirchengemeinde in Neubrandenburg plant, den „Lebendigen Adventskalender“ von den privaten Haushalten, Vorgärten, Hinterhöfen und Garagen komplett in die Johanniskirche zu verlegen und dort täglich zur Andacht einzuladen.

 

 

 

„Lebendige Adventskalender“ und Advents-Andachten im

 

Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis

 

 

 

Landkreis Vorpommern-Greifswald

 

 

 

Für die Kirchengemeinden Ahlbeck und Zirchow, für die ganze Insel Usedom und darüber hinaus haben Kantorin Sylvia Leischnig und Claas Ulbrich einen „Lebendigen Adventskalender“ als Onlineangebot entwickelt und vorbereitet. Ab dem 29. November kann jeden Tag im Advent eine neue Datei angeklickt werden. Darunter zum Beispiel bekannte Weihnachtslieder zum Mitsingen daheim oder von Konfirmanden eingesprochene Texte. Kinder aus dem Kindergarten „Inselspatzen“ nennen ihre Weihnachtswünsche. Für jeden Tag im Advent ist eine Überraschung dabei. Die täglichen Dateien des digitalen „Lebendigen Adventskalenders“ werden auf den Internetseiten www.pfarramt-ahlbeck-zirchow.de und www.kirche-auf-usedom.de sowie auf der Facebook-Seite der Kirchengemeinden zu finden sein. Advents- und Weihnachtschoräle erklingen auch auf der Orgel im Mittagsgebet, mittwochs um 11.30 Uhr in der Kirche in Ahlbeck.

 

 

 

Die Kirchengemeinde Anklam hat ihren „Lebendigen Adventskalender“ zwar abgesagt, allerdings öffnet die Anklamer Marienkirche in der Adventszeit werktags täglich ihre Tür und lädt zur persönlichen Andacht und zum Innehalten ein. Die gotische Hallenkirche wird montags bis freitags, jeweils von 17.30 Uhr bis 18 Uhr, zur „Adventskirche“ mit Lichtinstallationen, Klängen, Kerzen und Musik.

 

 

 

Die Kirchengemeinden Lassan, Bauer und Pinnow-Murchin im Lassaner Winkel gestalten den „Lebendigen Adventskalender“, indem in den Kirchdörfern je ein Adventssonntagsgottesdienst und in jedem Dorf der Gemeinden ohne Kirche einmal während der Adventszeit abends eine kleine Adventsandacht im Freien stattfindet. Die Andachten dauern zwischen 15 und 20 Minuten und geben mit musikalischer Begleitung den Teilnehmenden Geschichten und Gebete mit in die besinnliche Zeit. In Lassan finden außerdem vom 4. Dezember bis 6. Januar kurze musikalisch untermalte Advents- beziehungsweise Weihnachtsandachten bei Kerzenlicht statt.

 

 

 

Die Kirchengemeinden Retzin und Krackow-Nadrensee laden zu einem Andachts-Reigen während der Adventszeit ein: Am 28. November um 18 Uhr in Retzin, am 29. November um 9 Uhr in Nadrensee und 10.15 Uhr in Krackow, am 5. Dezember um 18 Uhr in Retzin, am 6. Dezember um 9 Uhr in Ramin und um 10.15 in Glasow, am 12. Dezember um 18 Uhr in Retzin, am 13. Dezember um 9 Uhr in Lebehn und um 10.15 Uhr in Sonnenberg sowie am 20. Dezember um 9 Uhr in Schwennenz und um 10.15 Uhr in Hohenholz.

 

 

 

Die Kirchengemeinde Züssow-Zarnekow-Ranzin entschied sich in diesem Jahr für einen virtuellen „Lebendigen Adventskalender“. Die Gemeinde sei auf ein Angebot umgestiegen, das per WhatsApp durch den Advent führt, so Pastor Dr. Ulf Harder. Es gibt einen digitalen „Lebendigen Adventskalender“ für Kinder und Familien und einen weiteren für Erwachsene ebenfalls auf WhatsApp. Wer dabei sein möchte, bittet Ulf Harder per E-Mail um Aufnahme in den Kalender. Dafür ist die Angabe der Mobilfunknummer notwendig.

 

 

 

Heiligabend und Weihnachten

 

im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg

 

 

 

Landkreis Nordwestmecklenburg

 

 

 

Vor die Kirchentüren geht die Kirchengemeinde Klütz-Boltenhagen-Bössow am Heiligen Abend. So wird um 15 Uhr vor der Kirche in Boltenhagen eine Christandacht gefeiert. „Musiker Ilja Pril wird mit einem E-Piano die Feier begleiten“, sagt Pastorin Pirina Kittel. Abstand, Hygiene und Alltagsmasken  sind die wichtigsten Maßnahmen der Kirchengemeinde in diesem Jahr. Um 16 Uhr beginnt dann der Weihnachtsgottesdienst vor der Marienkirche in Klütz. In Bössow wird um 17 Uhr zur Andacht mit Bläsermusik vor die Dorfkirche eingeladen. Den Abschluss des 24. Dezembers bildet wie gewohnt um 23 Uhr die nächtliche Andacht in der Boltenhagener Kirche. Die Christvespern werden in diesem Jahr nicht so lange dauern wie gewohnt, nur „etwa 30 bis 40 Minuten mit viel Musik und einer kurzen Predigt“, so Pirina Kittel. Zudem stehen die Türen der weihnachtlich geschmückten Kirchen offen für Menschen, die gern für sich Besinnung suchen oder Kontakte vermeiden möchten.

 

 

 

Schwerin

 

 

 

Im Schweriner Dom steuert die Kirchengemeinde über Teilnahmekarten, die es vorab im Gemeindebüro, im Dom und an den Adventsgottesdiensten gibt, die Zahl der Teilnehmenden während der insgesamt sieben Christvespern am Heiligen Abend. Darüber hinaus werden in Schwerin am 24. Dezember im Innenhof des Schlosses insgesamt fünf Ökumenische Christvespern teils mit Krippenspiel gefeiert.

 

 

 

Landkreis Ludwigslust-Parchim

 

 

 

Die Kirchengemeinde Spornitz bei Parchim will am Heiligen Abend, 24. Dezember, zu einer Christvesper in einen Kuhstall einladen. „Hier haben wir genug Platz, sind quasi fast im Freien und zudem passt es zur Geschichte von der Jesusgeburt im Stall“, sagt Pastor Ulrich Kaufmann.

 

 

 

Auf Abstand und unter freiem Himmel – so wird Weihnachten in der Kirchengemeinde Uelitz bei Schwerin gefeiert. Pastorin Kristin Gatscha und ein Team aus der Gemeinde wollen am 24. Dezember in acht Dörfern kurze Weihnachtsandachten gestalten, jeweils etwa 15 Minuten lang. Ort der Zusammenkunft ist entweder direkt vor den Kirchen oder an zentralen Plätzen. Zuvor werden per Gemeindebrief Teilnahmezettel verteilt, damit die Daten der Besucher registriert werden können.

 

 

 

Rostock

 

 

 

In der Rostocker Innenstadtgemeinde favorisiert das Team derzeit folgende Angebote für den 24. Dezember: In der Marienkirche wird ein Weihnachts-Weg-Gottesdienst gefeiert, das heißt, in der Zeit zwischen 15 und 19 Uhr können Besuchende bei Kerzenlicht wie in einer großen Prozession über mehrere Stationen dem Weg zur Krippe folgen, dabei auch zur Ruhe kommen, Musik und Texten lauschen.
In der östlichen Altstadt wird ein ähnlicher Weihnachts-Weg gestaltet, hier aber über die Nikolai- und Petrikirche verteilt. Altbekanntes wie Turmblasen soll dabei integriert werden (Zeitfenster 15 bis 18 Uhr).

 

Besonders für Gemeindeglieder mit eingeschränkter Mobilität sind die drei Christvespern in der Universitätskirche (14.30 Uhr, 16 Uhr, 17.30 Uhr) mit Texten und Musik gedacht. Für diese Gottesdienste ist eine Anmeldung im Gemeindebüro vom 1. bis zum 22. Dezember telefonisch oder per E-Mail erforderlich, da die Sitzplätze begrenzt sind. Mit Kinder- und Jugendgruppen werden Krippenspiele als Videos vorbereitet, die zum Fest online abrufbar sein werden.

 

 

 

In der Kirchengemeinde Kröpelin wird Weihnachten Open Air mit einem großen Krippenspiel mit Schafen, einem Esel und einem Kamel gefeiert. Im Kirchhof geht es los, dann ziehen die Schauspieler zu einem Haus, in dem ein Kirchengemeinderatsmitglied wohnt, das Maria und Josef in bekannter Manier abweist. Zurück geht es dann zum Kirchhof. Das Kamel kommt vom Kamelhof Sternberger Burg.

 

 

 

Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

 

 

 

In Dargun soll am 24. Dezember ökumenisch in die Kloster- und Schlossanlage eingeladen werden. Konkrete Absprachen, auch mit der Stadt, laufen gerade. Dass evangelische und katholische Christen sowie die Baptisten gemeinsam Christi Geburt feiern wollen, ist für den evangelischen Pastor Alexander Uhlig „ein schönes Zeichen des Zusammenhalts in diesen schwierigen Zeiten“.

 

 

 

In Malchin wird darüber nachgedacht, die Christvesper vor der St. Johanniskirche zu feiern, damit möglichst viele Menschen die weihnachtliche Botschaft hören können und der notwendige Abstand gewahrt ist.

 

 

 

Heiligabend und Weihnachten

 

im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis

 

 

 

Landkreis Vorpommern-Greifswald

 

 

 

Ahlbeck setzt auf mehr Gottesdienste am Heiligabend: vier Gottesdienste inklusive Christvesper unter freiem Himmel und Nachtvesper um 22 Uhr.

 

 

 

In Greifswald wird es zwei halbstündige Weihnachtsgottesdienste (um 17 und 18 Uhr) auf dem Marktplatz mit einer beleuchteten Bühne geben. Es laden ein die Domgemeinde, St. Jacobi und die katholische Gemeinde. Alle Besucherinnen und Besucher bekommen Kerzen. Zum Hygienekonzept: Es soll vier Eingänge in einem eingezäunten Areal geben. Zuvor werden Flyer unter den Mitgliedern und in der Stadt verteilt, auf denen Name und Daten bereits eingetragen und dann am Einlass abgegeben werden können.

 

 

 

In Heringsdorf und Bansin finden die Krippenspiele nicht wie sonst am Heiligabend, sondern schon am 4. Advent, 20. Dezember, und zu geänderten Anfangszeiten um 14 Uhr in Bansin und um 16 Uhr in Heringsdorf statt. Heiligabend wird in der Waldkirche Bansin um 16.16 Uhr und um 17.17 Uhr gefeiert. In Heringsdorf gibt es vier Gottesdienste am Heiligabend, der erste ist eine Weihnachtsandacht für Kinder um 10.10 Uhr, um 15.15 Uhr folgt ein Weihnachtsgottesdienst, um 18.18 Uhr ein weiterer Weihnachtsgottesdienst, der per Lautsprecheranlage nach draußen übertragen wird, um 21.21 Uhr beginnt ein Spätgottesdienst für Erwachsene mit „WeihnachtsKrimiKrippenspiel“. Am 2. Weihnachtstag um 19.19 Uhr ist ein Gottesdienst auf der Eisbahn „Holy-Day on Ice“ auf der Heringsdorfer Promenade geplant.

 

 

 

Die Kirchengemeinde Ueckermünde-Liepgarten führt das Krippenspiel nicht am Heiligabend, sondern bereits am 4. Advent auf, da die Kreuzkirche, in der es sonst stattfindet, zu klein ist und so gleichzeitig die Sitzplatzsituation für Heiligabend entspannt wird. Am Heiligabend gibt es dann vier Gottesdienste in der Marienkirche in Ueckermünde (14 Uhr, 15.45 Uhr, 17.30 Uhr, 22 Uhr) und in der Liepgartener Kirche um 14.30 Uhr und um 16 Uhr. Die Kirchengemeinde weist darauf hin, dass für alle Zusammenkünfte eine telefonische Anmeldung notwendig ist. Zusätzlich zu den genannten Gottesdiensten wird die Kirchengemeinde einen Gottesdienst vorab aufnehmen und ins Internet stellen.

 

 

 

In Wolgast gibt es Überlegungen für ein Krippenspiel auf dem Marktplatz am Heiligabend.

 

 

 

Die Kirchengemeinde in Zinnowitz plant, den Gottesdienst auf die Vineta-Bühne zu verlegen mit zweimaliger Aufführung des Krippenspiels, der Zugang soll mit kostenlosen Karten geregelt werden. 

 

 

 

Landkreis Vorpommern-Rügen 

 

 

 

In Barth soll Weihnachten auf dem Markt gefeiert werden.  

 

 

 

In Binz auf der Insel Rügen wird Weihnachten im Kursaal geplant.

 

 

 

Die Kirchengemeinden Brandshagen und Reinberg planen Weihnachten unter freiem Himmel in Reinberg zwischen Pfarrhof und Kirche mit der Reinberger Kirche als Kulisse.

 

 

 

Die Kirchengemeinden in Stralsund feiern am Heiligen Abend, 24. Dezember, in den drei großen Stadtkirchen jeweils vier Gottesdienste oder Vespern zu unterschiedlichen Zeiten. In allen anderen kleineren Kirchen finden an dem Tag keine Gottesdienste statt. Für jeden Gottesdienst und für jede Vesper ist eine kostenlos erhältliche Eintrittskarte pro Person notwendig, auf der die Kirche, die Uhrzeit, Name und Adresse des Besuchers oder der Besucherin vermerkt sind. Jeder Gottesdienst und jede Vesper hat eine eigene Farbe für die Eintrittskarte, so wird geregelt, dass die maximale Anzahl der Teilnehmenden nicht überschritten wird. So ist beispielsweise die Karte für die Vesper um 14 Uhr in St. Nikolai gelb, die Karte für die gleichzeitig in St. Jakobi stattfindende Vesper hellgrün und die Karte für den Weihnachts-Familiengottesdienst mit Krippenspiel um 11 Uhr in St. Marien Türkis. Alle zwölf Gottesdienste oder Vespern dauern zwischen 35 und 40 Minuten und beinhalten Orgelmusik, Lesungen, Predigt, Gebet und Segen. Die Eintrittskarten können ab dem 1. Dezember in den drei großen Stadtkirchen gratis abgeholt werden. Der Einlass ohne gültige Karte ist nicht möglich. Zusätzlich wird ein Gottesdienst der Gemeinden am Heiligen Abend im Lokalsender Stralsund TV um 16 Uhr ausgestrahlt und ist auch auf den Internetseiten der Gemeinden und auf  YouTube zu sehen. In allen Stralsunder Kirchgemeinden finden auch am 25. und 26. Dezember Gottesdienste zum Christfest statt.

 

 

 

Auf der Halbinsel Mönchgut auf der Insel Rügen findet Weihnachten im Schafstall oder in einer Feuerwehrhalle statt.

 

 

 

 

 

Alle Interessierten sind herzlich zu den „Lebendigen Adventskalendern“, zu den Adventsandachten und zu den Weihnachts-Gottesdiensten und Christvespern der Kirchengemeinden im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg willkommen! Beachten Sie dabei die jeweils geltenden Regelungen zur Eindämmung der Pandemie!

 

 

 

Die Teilnahme ist kostenfrei. Nähere Auskünfte zu den hier beispielhaft aufgeführten „Lebendigen Adventskalendern“ sowie zu den einzelnen Andachten, Aktionen, Gottesdiensten und Christvespern erteilen gern die örtlichen Kirchengemeinden.

 


Hilfsaktion „Speisen für Waisen“: Erneut kreativ zum Erfolg

Radeln für den guten Zweck – nur eine von mehreren Mitmach- und Spendenaktionen, die zugunsten von „Speisen für Waisen" 2020 stattfanden. (© Islamic Relief Deutschland)
Radeln für den guten Zweck – nur eine von mehreren Mitmach- und Spendenaktionen, die zugunsten von „Speisen für Waisen" 2020 stattfanden. (© Islamic Relief Deutschland)

 Ob online, outdoor, sportlich oder gemütlich – in den letzten Wochen haben sich in ganz Deutschland wieder viele Menschen für Waisenkinder in Not engagiert. Die bundesweit einzigartige interkulturelle Hilfsaktion „Speisen für Waisen“ ist in diesem Jahr zudem für das Siegel „Ausgezeichnetes Engagement 2021“ nominiert. Nun geht die Aktion in den Endspurt. Bis zum 30. November kann noch gespendet werden.

 

(Köln/ Berlin/sfw)  – Gute Bilanz trotz großer Herausforderungen: Normalerweise kommen bei „Speisen für Waisen“ jedes Jahr zehntausende Menschen zusammen und tun gemeinsam Gutes. Damit ist es Deutschlands größte ehrenamtliche Aktion von Muslimen und Nichtmuslimen. Allein im letzten Jahr haben etwa 30.000 Menschen mitgemacht, gemeinsam gespeist und für Waisenkinder gespendet. 

 

In diesem Jahr war nun alles anders. Nuri Köseli, stellv. Geschäftsführer der Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland, die „Speisen für Waisen“ 2013 ins Leben gerufen hat, erklärt: „Durch die anhaltende Corona-Pandemie ließ sich die Mitmach-Aktion natürlich nicht wie gewohnt umsetzen. Es galt auch hier, die physischen Kontakte zu beschränken, Abstand zu wahren und größere Veranstaltungen zu meiden.“ Die Hilfsorganisation ging jedoch kreativ mit der Herausforderung um: Neben virtuellen Spendenessen initiierte das Team zum Beispiel einen Charity-Livestream mit Benaissa Lamroubal von RebellComedy, der die Aktion bereits 2019 unterstützte. Auch eine Fahrrad-Challenge in der Eifel fand zugunsten von Waisenkindern statt. Beide Aktionen brachten nicht nur Spenden ein – sondern auch Menschen zusammen. Einer der Teilnehmenden berichtete motiviert: „Das tolle an der Challenge ist, dass man sich selbst herausfordert, einen schönen Tag mit anderen Menschen verbringen kann und gleichzeitig etwas für bedürftige Kinder tut, die tausende Kilometer entfernt sind.“

 

Auch Nuri Köseli zieht positive Bilanz: „Viele, die in diesem Jahr kein Spendenessen veranstalten oder besuchen konnten, haben dennoch gespendet und die Aktion unterstützt. Dieses Engagement freut uns sehr – auch, weil sich in den meisten Entwicklungsländern die Lage für viele Waisenkinder durch Covid-19 noch verschlimmert hat und Hilfe gerade jetzt dringend notwendig ist.“

 

Seit Beginn der Aktion im Jahr 2013 haben in ganz Deutschland knapp 200.000 Menschen, verschiedener Herkunft und Religion, an einem „Speisen für Waisen“-Essen teilgenommen. In diesem Jahr ist das Projekt nun auch für das Siegel „Ausgezeichnetes Engagement“ nominiert. Der gemeinnützige Verein GoVolunteer würdigt mit der Auszeichnung soziale Projekte, die vorbildliche Arbeit mit freiwilligen Helfern und Helferinnen leisten und zugleich eine bereichernde Gestaltung des Engagements bieten.



Diakonie Hessen fordert mehr Rechte für Frauen, die Opfer von Gewalt wurden – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November

Opfer von Gewalt stehen vor dem Nichts

 

 

(Frankfurt/dw) - In vielen Familien und Partnerschaften haben mit der Corona-Pandemie die Konflikte und damit auch die Gewalt zugenommen, so eine erste Einschätzung des hessischen Justizministeriums im Juli. Von Gewalt betroffen sind vor allem Frauen und dies über alle Altersklassen, Herkunft und Schichten verteilt. Der mit der Pandemie erwartete massive Zulauf von Frauen zu Frauenhäuser und Beratungsstellen blieb zwar bisher weitgehend aus. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Probleme „hinter verschlossener Tür“ keinesfalls weniger geworden, sondern nur weniger sichtbar sind. Mit validen Zahlen ist jedoch erst im nächsten Jahr zu rechnen.

 

Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen am 25. November sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen:

 

 

 

„Dass Frauen Opfer von Gewalt in der Partnerschaft werden, ist nicht erst seit Corona so. Die Frauen in Not sollen wissen: Die Frauenhäuser in Hessen sind auch in Corona-Zeiten weiter offen. Aber die Häuser stoßen ohnehin schon an ihre Grenzen. Aktuell sind nur noch wenige Plätze in fünf von insgesamt 32 Frauenhäusern in Hessen frei. Nun ist es an der Landesregierung deutlich mehr Frauenhausplätze und die nötigen Fachkräfte zu fördern.“

 

 

 

Frauen und Kinder sollten ihr Zuhause nicht verlieren

 

„Viele Bewohnerinnen müssen länger bleiben als nötig, da die Suche nach bezahlbarem Wohnraum oft erfolglos bleibt“, sagt Carsten Tag weiter. „Zudem kommt: Frauen und ihre Kinder werden zu ihrem Schutz aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen und stehen vor dem Nichts, während die Männer in ihren Wohnungen bleiben können. Aus Angst vor Armut und Obdachlosigkeit zieht so manche Frau zurück zu ihrem gewalttätigen Partner. Wir appellieren deshalb an die Politik, den von Gewalt betroffenen Frauen und gegebenenfalls ihren Kindern das Recht zuzusichern, in ihren Wohnungen bleiben zu können. Frauen, die Gewalt erfahren haben, dürfen nicht auch noch ihr Zuhause verlieren. Dies wäre ein wichtiges Signal und würde den Frauen einen sicheren Rahmen und die nötige Zuversicht geben, die sie für diesen wichtigen Schritt brauchen.“

 

 

 

Lesen Sie auch das Gespräch mit der Leiterin des Frauenhauses „Haus für Frauen in Not“ des Diakonischen Werks Wiesbaden

 

 

 

HINTERGRUND

 

 

 

Gewalt gegen Frauen – Situation in Deutschland und Hessen 

 

Die europäische Grundrechteagentur stellte in einer Studie mit insgesamt 42.000 Frauen zwischen 18 und 74 Jahren fest, dass jede dritte Frau in Deutschland seit ihrem 16. Lebensjahr mindestens einmal in ihrem Leben Erfahrung mit physischer und/oder sexualisierter Gewalt gemacht hat. Besonders in Partnerschaften sind die Opfer mit 98,4 Prozent überwiegend weiblich. In Deutschland ist die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt in 2019 weiter gestiegen, so das Ergebnis der Kriminalstatistischen Auswertung zu Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamts. Bundesweit gab es 141.792 gemeldete Fälle; die Experten gehen von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. Allein in Hessen gab es 2018 fast 9.000 gemeldete Fälle von häuslicher Gewalt.

 

 

 

Für 2020 gibt es bisher nur stichprobenartige Befragungen von Frauen in Hessen. Das Justizministerium Hessen ging allerdings schon im Juli, durch die anhaltende und steigende Belastung der Pandemiebestimmungen von einer Verschärfung der häuslichen Konflikte aus. In den ersten drei Monaten waren in Hessen bereits 756 Anträge auf Grundlage des Gewaltschutzgesetzes eingegangen. Dieser kann gestellt werden, um ein Kontaktverbot zum Täter zu erwirken.

 

 

 

Neben dem Frauenhaus der Diakonie Hessen in Wiesbaden bieten 31 weitere Frauenhäuser in Hessen Frauen Schutz. Sie finden hier ein kurzfristiges Zuhause und spezielle Angebote, um die oftmals traumatisch erlebten Gewaltsituationen zu verarbeiten.

 

 

 

Beratungen für Frauen in Not

 

Sie haben Gewalt erfahren und suchen eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe?

 

 

 

·         Zu den Beratungsangeboten der Diakonie Hessen in den Regionalen Diakonischen Werken

 

·         Übersicht über die Frauenhäuser in Hessen

 

 

 

Über das Hilfetelefon unter 08000 116 016 werden Frauen bei jeglicher Form von Gewalt in 18 Sprachen beraten. Bei sexualisierter Gewalt/Missbrauch kann man sich an das Hilfetelefon „Sexueller Missbrauch“ wenden unter 0800 22 55 530.

 

 

 

Weitere Informationen zum Thema „Gewalt gegen Frauen“

 

 

 

·         zur Themenseite der Diakonie Hessen mit Infos zur Situation in Deutschland und Hessen, zum politischen Hintergrund u.v.m.

 

·         zum Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend

 

 

 

 

 


Nach Nizza, Paris und Wien: katholisch.de und missio veröffentlichen Erklärfilm „Religion und Gewalt“

 

 

Wie lässt sich Terror im Namen der Religion verhindern? – Angebot für Schulen, Hochschulen, Verbände oder Pfarrgemeinden

 

(Aachen/Bonn/pm) - Dresden, Paris, Nizza und Wien – die islamistisch motivierten Terrorakte in den jüngsten Wochen stellen drängend die Frage, die für alle Glaubensrichtungen gilt: Liegt es an der Religion, wenn in ihrem Namen Terror verübt wird? Dazu haben das Portal katholisch.de und das Internationale katholische Missionswerk missio Aachen gemeinsam einen Erklärfilm mit Titel „Religion und Gewalt“ produziert. Er startet am 24. November und kann in Schulen, Hochschulen, Verbänden, Pfarrgemeinden oder auch für die persönliche Information genutzt werden. Der Film will Impuls und Einstieg für eine breite gesellschaftliche Debatte bieten.

 

Der Film zeigt: Religion und Gewalt haben durchaus ein zwiespältiges Verhältnis zueinander. Obwohl Frieden und Gewaltlosigkeit die Kernbotschaften vieler Religionen sind, wird im Namen des Glaubens weltweit Gewalt verübt. Denn: Religionen stiften Identität. Das kann den sozialen Zusammenhalt fördern, aber auch zu Abgrenzung führen.

 

So lassen sich letztlich die Mehrzahl der Konflikte, für die Religion als Rechtfertigung dient, auf ethnische, ökonomische oder politische Interessenskonflikte zurückführen. Religion als identitätsstiftende Kraft wird dann missbraucht, um diese Konflikte zu befeuern. Für diese Zwiespältigkeit zeigt der Film Beispiele aus der Geschichte oder heute etwa aus Nigeria am Beispiel der Terrorgruppe Boko Haram.

 

In einem zweiten Teil gibt der Film Hinweise, wie die Angehörigen der Religionen die Ausbreitung von Gewalt im Namen der Religionen und damit ihre Instrumentalisierung verhindern können. Dazu zählen zum Bespiel Bildung, Aufklärung und religionsübergreifende Konfliktprävention in der Schule und im Alltag der Menschen. Aber auch gemeinsam von verschiedenen Religionen getragene Versöhnungsinitiativen, der gemeinsame Einsatz gegen soziale Ungerechtigkeit oder der gemeinsame Einsatz für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

 

Der Film läuft und kann genutzt werden über www.missio-hilft.de/religionundgewalt und https://www.katholisch.de/video/28038-kurz-erklaert-das-verhaeltnis-von-religion-und-gewalt

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 

 

 


Gewalt gegen Frauen ist Missbrauch und Verbrechen

 

 

(Köln/kdfb) – Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) präsentiert der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) das Buch „Erzählen als Widerstand“. Es stellt Missbrauch an erwachsenen Frauen als Form von geschlechtsspezifischer Gewalt in Räumen der Kirche dar. Zu Wort kommen darin Frauen, die sexuellen und spirituellen Missbrauch durch Priester und Ordensleute erfahren haben. 

 

„Frauen haben das Recht auf sexuelle und spirituelle Selbstbestimmung und es ist nicht rechtens, diese Selbstbestimmung zu verletzen, schon gar nicht mit religiösen Motiven oder vermeintlich theologischen Begründungen. Deshalb ist es erschütternd, dass Frauen aller Altersstufen von Missbrauch in der Kirche betroffen sind. Wenn Geistliche die Würde von Frauen verletzen, indem sie sie als Werkzeug zur Befriedigung eigener Bedürfnisse benutzen, werden sie zu Tätern und begehen ein Verbrechen“, stellt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth fest. Ein solches Vergehen ist Machtmissbrauch und Gewalt gegen Frauen. Der KDFB fordert Bischöfe und Ordensobere auf, Verantwortung für die Aufklärung und Aufarbeitung des Missbrauchs an Frauen zu übernehmen.

 

Sexueller und spiritueller Missbrauch ereignet sich oft im Kontext klassischer Seelsorge und muss beim Namen genannt werden. Die Autorinnen des Buches – Hauptamtliche wie Ehrenamtliche in der Kirche, Ordensfrauen, Novizinnen, Studentinnen, Alleinstehende und Familienfrauen, Frauen mit allen Bildungshintergründen, in jeder Lebensform und jedem Lebensalter – tun dies, indem sie nach oft jahrelangem Schweigen den Mut fassen, erstmals ihre Erlebnisse in Worte zu fassen.

 

„Erzählen ist Widerstand gegen Gewalt, Vertuschen, falsche Behauptungen, Weghören und gegen die Ungerechtigkeit, die allen Betroffenen widerfahren ist. Erzählen ist auch Widerstand gegen kirchliche Strukturen, die keine Zuständigkeiten für diese Fälle kennen und gegen Verantwortliche, die ihre Verantwortung nicht wahrnehmen“, erklärt Maria Flachsbarth. Es geht letztlich um das Einfordern von Gerechtigkeit. Mehr zum Buch und zur Präsentation unter www.erzaehlen-als-widerstand.de

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

(Karlsruhe/ekiba) - Die Evangelischen Frauen in Baden setzen auch in diesem Jahr zum 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“, ein sichtbares Zeichen. So weht eine orangene Fahne mit der Botschaft „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ im Kontext der UN-Kampagne „Orange your World“ vor dem Gebäude des Evangelischen Oberkirchenrats in Karlsruhe.

 

„Als Evangelische Frauen in Baden setzen wir uns für die Beseitigung struktureller Gewalt gegen Mädchen und Frauen ein und kämpfen für die sexuelle Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit aller Menschen. Für eine gewalt- und diskriminierungsfreie Gesellschaft brauchen wir eine Kultur des Hinschauens“, erklärt Kirchenrätin Anke Ruth-Klumbies.

 

Unter dem Einfluss der Corona-Pandemie sei ein Anstieg der häuslichen Gewalt zu verzeichnen. Zusätzliche Stressfaktoren wie Ängste, räumliche Enge z.B. in Quarantäne, durch Schulschließungen, Home-Office oder Arbeitslosigkeit, finanzielle Nöte sowie soziale Isolation könnten das Gewaltpotenzial in Haushalten begünstigen.

 

Laut Denkschrift zur Istanbul Konvention heißt es: „Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt gehören auch im Europa des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu den schwersten geschlechtsspezifischen Menschenrechtsverletzungen, über die nach wie vor häufig geschwiegen wird.“

 

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat im November 2019 die Initiative „Stärker als Gewalt“ gestartet. Diese setzt sich u.a. dafür ein, dass mehr betroffene Frauen Mut haben und sich wehren sowie mehr Menschen in ihrem Umfeld hinsehen und ihnen helfen. Infos unter https://staerker-als-gewalt.de

 


Evangelische Kirchen eröffnen kommenden Sonntag gemeinsam 62. Aktion von Brot für die Welt

Kindern Zukunft schenken

 

 

(Darmstadt/Kassel/pm) - Unter dem Motto „Kindern Zukunft schenken“ eröffnen die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) am Sonntag, 29. November in Gelnhausen die diesjährige Spendenaktion von Brot für die Welt. Mit dieser Aktion macht das evangelische Hilfswerk darauf aufmerksam, dass jedes Kind das Recht auf Schutz vor Ausbeutung hat, dass Armut als wesentliche Ursache für die Ausbeutung von Kindern bekämpft werden muss und dass wir alle Verantwortung für unsere Mitmenschen tragen.