Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

29.09.2021


Theologische Fakultät Trier feiert 70-jähriges Bestehen und gedenkt Hieronymus

„Markt der Möglichkeiten” und Nuntius-Besuch zum Jubiläum

v.l.n.r. Prof. Ingo Proft, Prof. Bernhard Schneider, Rektor Prof. Johannes Brantl, Pauline Adams, Patrick Baum (beide AStA), Dr. Dennis Halft (Foto: Inge Hülpes/Bistum Trier)
v.l.n.r. Prof. Ingo Proft, Prof. Bernhard Schneider, Rektor Prof. Johannes Brantl, Pauline Adams, Patrick Baum (beide AStA), Dr. Dennis Halft (Foto: Inge Hülpes/Bistum Trier)

(Trier/bt) – Gleich zwei Jubiläen aus dem vergangenen Jahr hat die Theologische Fakultät Trier am 25. September gefeiert: ihr 70-jähriges Bestehen und das Gedenken an den Fakultätspatron Hieronymus, dessen Todestag sich zum 1600. Mal gejährt hatte. Beide Anlässe würdigten Bischof Dr. Stephan Ackermann, Magnus Cancellarius der Theologischen Fakultät, Rektor Prof. Johannes Brantl und Ehrengast Nikola Eterović, Erzbischof und Apostolischer Nuntius, gemeinsam mit der Fakultätsgemeinschaft bei einem Akademischen Forum im Bischöflichen Priesterseminar und einer Vesper in der Jesuitenkirche. Mit den Worten: „Es ist unser Verlangen, dass der Geschichte Eurer Fakultät eine von Gott gesegnete Zukunft folgen möge”, überbrachte der Gesandte des Papstes dessen Glückwünsche zum Fakultätsjubiläum.

Etablierte Forschung und Lehre

Die Schwerpunkte des Akademischen Forums lagen neben dem Vortrag zur Aktualität der Gestalt des Kirchenlehrers Hieroymus des Dekans Prof. Walter Euler auf der Präsentation des neuen Imagefilms der Theologischen Fakultät und dem “Markt der Möglichkeiten”: An sieben Ständen auf zwei Etagen gab es Einblicke in das aktuelle Studienangebot sowie in die Arbeit der angeschlossenen Forschungseinrichtungen Emil-Frank-Institut, Ethik-Institut Vallendar-Trier und Cusanus-Institut an der Universität Trier und der Theologischen Fakultät. Am Stand des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Theologischen Fakultät gab es für die Studierenden Gelegenheit, mit Bischof und Nuntius ins Gespräch zu kommen. Auch der im Jahr 2000 gegründete Förderverein der Theologischen Fakultät, dessen Mitglieder Justizrat Willi Decku und Prof. em. Wolfgang Lentzen-Deis von Bischof Ackermann und dem 1. Vorsitzenden, Dr. Hermann Josef Groß, für ihr langjähriges Engagement geehrt wurden, stellte seine Arbeit vor.

Neue zukunftsweisende Studiengänge

Rektor Brantl verwies auf den Anspruch der Theologischen Fakultät, in Forschungsfragen sowie beim Studienangebot auf dem neusten Stand zu sein und auch gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung zu tragen. So wurde jüngst neben dem bereits etablierten Theologischen Vollstudium und dem Lehramt der neue Bachelor-Studiengang Katholische Theologie im Haupt- und Nebenfach in Kooperation mit der Universität Trier ins Leben gerufen. Gut aufgestellt für die Zukunft ist die Theologische Fakultät auch mit ihren neuen Master-Studiengängen: „Theologie und Ethik im Sozial- und Gesundheitswesen“ bietet eine solide akademische Ausbildung für das künftige Führungspersonal im Gesundheits- und Sozialsektor; die Schwerpunkte liegen auf christlicher Anthropologie, nachhaltigem Handeln in Gesellschaft und Kultur, aber auch auf der Vermittlung von Management- und Leadership-Kompetenzen.

Neu eingerichtet ist der Masterstudiengang „Interreligiöse Studien – Judentum, Christentum, Islam“ am deutschlandweit einzigen Lehrstuhl für Abrahamitische Religionen mit Schwerpunkt Islam und interreligiöser Dialog“. Dieser soll Studierende vor allem zum wissenschaftlich informierten Dialog und zur transkulturellen Begegnung befähigen und dabei helfen, Ressentiments zwischen den Religionen abzubauen.

Weitere Informationen gibt es auf www.theologie-trier.de, den Link zum Imagefilm finden Sie hier.

 

 


Malteser feierten ein Abschlussfest mit ihren Mitarbeitern des Impfzentrums Hannover

Eine Erfolgsgeschichte

Ehrenamtliche informierten beim Abschlussfest über die Dienste der Malteser; Bildquelle: Lukas/Malteser
Ehrenamtliche informierten beim Abschlussfest über die Dienste der Malteser; Bildquelle: Lukas/Malteser

 

 

(Hannover/mhd) - Neun Monate lang haben die Malteser in Hannover geholfen, die Bevölkerung der Landeshauptstadt gegen das Coronavirus zu impfen. Mit einem großen Abschlussfest in der Diözesangeschäftsstelle in Hannover-Misburg am Sonntag, 26. September, bedankte sich der Hilfsdienst nun bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Impfzentrum und stellte ihnen zugleich die ganze Bandbreite der Malteser-Einsatzgebiete vor. Vielleicht bleibt der eine oder die andere dem Malteser-Ehrenamt erhalten.

 

Etwas mehr als 200 Mitarbeiter hatten die Malteser für das Impfzentrum Hannover neu eingestellt. Rund drei Viertel von ihnen waren der Einladung zum Abschlussfest gefolgt, um einmal abseits des Impfdienstes miteinander zu reden und sich über die zahlreichen Einsatzgebiete der Malteser zu informieren. Fast 30 Ehrenamtliche präsentierten ihnen den Herzenswunsch-Krankenwagen, den Katastrophenschutz, die Demenzarbeit der Malteser und vieles mehr.

 

Zunächst aber hieß es Rückschau zu halten und Dank zu sagen. In einem Grußwort bezeichnete Dr. Manfred Schneider, der stellvertretende Diözesanleiter der Malteser in der Diözese Hildesheim, den Dienst der Malteser im Impfzentrum Hannover als „Erfolgsgeschichte, die unserem Einsatz 2015/2016 bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise in nichts nachsteht. Sie haben seit Ende des vergangenen Jahres eine wirklich tolle Arbeit geleistet und dazu beigetragen, die Pandemie zu bekämpfen“, lobte der stellvertretende Diözesanleiter in seiner Rede, die schriftlich an die Gäste verteilt wurde, da er zeitlich verhindert war.

 

Welcher enorme Kraftaufwand hinter dieser Leistung steckt, ließen die sehr persönlichen Worte von Hans Höing erahnen, der als Koordinator des Malteser-Impfteams zehn Monate lang die Hauptlast zu tragen hatte. „Die Zeit im Impfzentrum hat mein Leben von heute auf morgen komplett verändert“, bekannte Höing und sagte auch das: „Ich habe sämtliche Emotionen durchlaufen. Ich habe geschrien, meistens nachts und allein. Ich habe geheult. Ich habe mich gewundert. Ich habe Tränen gelacht. Ich habe geschmunzelt. Ich habe mich gefreut und ich war stolz wie Bolle.“ Am Ende überwiege aber die Dankbarkeit „für solch ein grandioses Team.“ Immer wieder habe er von Mitarbeitern im Impfzentrum gehört, dass man gerne zur Arbeit komme, dass im Impfzentrum neue Freundschaften entstanden seien und dass man einen Unterschied zu anderen Organisationen spüre.

 

So blieb am Ende, den Hauptbeteiligten ausdrücklich Dank zu sagen und diesen Dank auch mit einem kleinen Geschenk auszudrücken. Neben Hans Höing waren dies die Teamleiterinnen und Teamleiter im Impfzentrum Katrin Rütt, Anna Kemme, Markus Platzek, Mira Kiegeland, Stefanie Hacke, Timo Wussow, Merlin Schuhmacher, Werner Hapke, Eva-Maria Conrads und Sebastian Breuste. Zum Erfolg beigetragen haben auch hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Malteser-Diözesangeschäftsstelle, die die Verwaltungsarbeit im Hintergrund leisteten – und nicht zuletzt zahlreiche ehrenamtliche Malteser, auf deren Unterstützung Hans Höing gerade in den schwierigen ersten Wochen des Impfens jederzeit bauen konnte.

 

Vorbereitet worden war das Abschlussfest maßgeblich von Malteser-Trainee Marie-Christine Reuß, unterstützt von Haupt- und Ehrenamtlichen und dem Verpflegungszug der Malteser.

 

 


BadenGames der Evangelischen Jugend unterstützt „Hühner für Afrika“ mit großer Spendenaktion

(Karlsruhe/ekiba). Für die Spendenaktion „Hühner für Afrika“ sind bei den diesjährigen BadenGames der Evangelischen Jugend in Baden 1879,44 Euro gesammelt worden. Das Spendenportal bleibt noch einige Tage geöffnet, um die Marke von 2000 Euro zu erreichen.

Jugendliche in ganz Baden nahmen am zurückliegenden Wochenende vor Ort und digital bei unterschiedliche Aktionen teil, um auf die Spendenaktion aufmerksam zu machen. Die BadenGames fanden beispielsweise im Schlossgarten Karlsruhe, im Freiburger Seepark und in Lörrach statt.

„Mit ihrem Einsatz wollten die Badengamer*innen auch dieses Jahr die Welt ein bisschen gerechter und besser machen“, erklärte Landesjugendreferentin Stefanie Kern. Das Geld gehe direkt an afrikanische Familien, die dafür Hühner erhalten, die ihnen das Überleben erleichtern. Bislang spendeten 43 Supporter*innen.

Die vielfältigen Challenges reichten von einer Müllsammelaktion, dem Einstudieren eines „Crazy-Chicken-Tanzes“ und seiner öffentlichen Aufführung bis zum Basteln kreativer Hühner mit Versteigerung im Gottesdienst.

Einen Eindruck von den Aktionen kann man auf der Instagram-Seite der EGJ Baden gewinnen: https://www.instagram.com/egjbaden/.

 

Alle Infos zum Spendenprojekt unter https://egj-baden.de. Das Spendenportal bleibt noch bis zum 3.10. geöffnet. Unterstützen können Sie die Aktion bis dahin auch direkt über www.misereor.de/spenden/spendenaktionen/eigene-spendenaktion-starten?cfd=80pif


Herbstvollversammlung DBK Fulda Ende

„Blockiert durch Mitbrüder, Nuntius und Rom“

Wir sind Kirche zum Abschluss der Herbstvollversammlung der DBK in Fulda

 

  • Schwierige Ausgangsbedingungen für die 2. Synodalversammlung
  • Lähmende Situation in den Erzbistümern Hamburg und Köln
  • Abberufung von Erzbischof Dr. Nikola Eterović als Apostolischer Nuntius in Deutschland

(München, Fulda/wsk) - Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche bedauert es sehr, dass das bremsende Verhalten einzelner Bischöfe, das drohende Grußwort des Nuntius zu Beginn sowie die irritierenden Personalentscheidungen des Vatikans die dringend notwendigen und von der großen Mehrheit der Bischöfe und ihrem Vorsitzenden Bischof Dr. Georg Bätzing angestrebten grundlegenden Reformen erneut blockiert haben.

Das Bemühen einzelner Bischöfe und des Vorsitzenden der DBK um eine Umkehr im Selbstverständnis ihres Dienstamtes wird damit in unverantwortlicher Weise torpediert. Dies wird die gegenwärtige Kirchenleitungskrise noch verschärfen, die keineswegs nur durch Corona verursachte Auflösung kirchlichen Lebens weiter beschleunigen und die Austrittszahlen weiter in die Höhe schnellen lassen. Und es wird den gesellschaftlichen Relevanzverlust der katholischen Kirche weiter forcieren.

 

Schwierige Ausgangsbedingungen für die 2. Synodalversammlung

Die aktuelle kirchliche Gemengelage stellt auch eine große Vorbelastung für die genau in einer Woche beginnende zweite Vollversammlung des Synodalen Weges dar. Mit seinem spalterischen Alleingang einer eigenen Webseite „synodale-beitraege.de“ zum Synodalen Weg in Deutschland hat sich der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer selbst disqualifiziert und ist zu Recht nicht mehr zum Vorsitzenden der Glaubenskongregation der DBK gewählt worden.

Auch nach dieser Herbstvollversammlung appelliert Wir sind Kirche zusammen mit anderen Verbänden und Reformgruppen noch einmal an alle deutschen Bischöfe, den mühsam begonnenen Reformprozess des Synodalen Weges auch geschlossen und mit voller Kraft weiterzugehen. Unabhängig von den Ergebnissen des Synodalen Weges, der trotz aller Blockaden auf jeden Fall stringent weitergeführt werden muss, steht jeder einzelne Bischöfe in der Pflicht, dort diskutierte Teilreformen umgehend und auch schon jetzt in seinem eigenen Bistum in Kraft zu setzen.

Beim Synodalen Weg braucht es eine theologisch fundierte Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre sowie Vorschläge für zeitgemäße Dienste und Strukturen, die von der großen Mehrheit aller Teilnehmenden, auch der Bischöfe, mitgetragen werden. Das wird dann auch Rom nicht ignorieren können. So wichtig die auch von Papst Franziskus vorgegebene Grundlinie der Evangelisierung sein mag: Die Evangelisierung muss zunächst innerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft erfolgen. Denn bevor nicht eine wirkliche Aufarbeitung der Themen des Synodalen Weges „Macht“, „Sexuallehre“ „Priesterliche Existenz“ sowie „Dienste und Ämter von Frauen“ begonnen hat, werden alle noch so gut gemeinten Bemühungen der Evangelisierung nach außen ins Leere laufen.

Wir sind Kirche hält die Warnungen des Nuntius und einzelner Bischöfe vor einer deutschen Nationalkirche, einer Kirchenspaltung oder einer theologisch niveaulosen Debatte für nicht gerechtfertigt. Wird damit doch jede theologisch begründete Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre blockiert.

Lähmende Situation in den Erzbistümern Hamburg und Köln

Dass der Vatikan erst wenige Tage vor die Herbstvollversammlung mitteilte, dass der Hamburger Erzbischof Dr. Stefan Heße trotz der im Kölner Missbrauchsgutachten festgestellten mehrfachen Pflichtverletzungen ohne weiteres sein Amt wieder aufnehmen konnte und das immer noch ausstehende Ergebnis der päpstlichen Visitation bezüglich Kardinal Rainer Maria Woelki irritieren nicht nur große Teile des Kirchenvolks, sondern auch immer mehr Bischöfe.

Nach einer aktuellen INSA-Umfrage wollen 61 Prozent der 22,2 Mio. Katholiken in Deutschland, dass Papst Franziskus den Kölner Kardinal sofort abberuft. 70 Prozent der Katholiken sprachen sich außerdem dafür aus, dass alle 27 deutschen Ortsbischöfe dem Papst ihren Rücktritt anbieten, weil die Kirche insgesamt in der Missbrauchsaffäre versagt habe.

Abberufung von Erzbischof Dr. Nikola Eterović als Apostolischer Nuntius in Deutschland

Wir sind Kirche hält es für ein unentschuldbares Versagen des Nuntius in Deutschland, dass er nicht bereit ist oder in der Lage ist, dem Vatikan zu vermitteln, dass der Synodale Weg in Deutschland kein spalterischer Sonderweg ist, sondern der Versuch, auf hohem theologischen Niveau einen Beitrag dazu zu leisten, die Risikofaktoren von klerikalem Machtmissbrauch einzudämmen. Deshalb fordert Wir sind Kirche die Abberufung des Nuntius durch den Vatikan. Auch wenn Erzbischof Dr. Nikola Eterović als Apostolischer Nuntius in Deutschland im September 2013 bestellt wurde, als Papst Franziskus schon im Amt war, vertritt er schon lange nicht die Linie des Papstes, der sich für eine Synodale Kirche auf allen Ebenen ausspricht.

Die Grußbotschaft des Nuntius an die diesjährige Herbstvollversammlung der DBK in Fulda war eine eindeutige Drohbotschaft und zeigt, wie wenig der Nuntius über die tatsächliche Situation der Kirche in Deutschland informiert ist. Der Nuntius erwähnt mit keiner Silbe, was der Anlass des Synodalen Weges in Deutschland war, für den sich die Bischöfe bei Ihrer Frühjahrsversammlung von zweieinhalb Jahren im März 2019 in Lingen einstimmig (bei nur vier Enthaltungen) ausgesprochen haben.

Der Appell, die Einheit mit der Weltkirche nicht zu gefährden, ist fadenscheinig, werden ähnliche Prozesse derzeit u.a. für Irland und Australien vorbereitet. Unter dem Scheinargument der Einheit mt der Weltkirche hat diese Grußbotschaft dazu beigetragen, die schon jetzt nicht bestehende Einheit in der deutschen Bischofskonferenz weiter zu erschweren und zu verunmöglichen. Auch die Kinderschutzkonferenz gerade in Warschau stellt fest, wie pandemisch der kirchliche Glaubwürdigkeitsverlust auf Grund der sexualisierten Gewalt und ihrer Vertuschung ist und wie notwendig das Handeln der Bischöfe ist,

Auch bei der Entstehung des Briefes des Papstes an das „pilgernde Volk Gottes“ im Juni 2019 und des kirchenrechtlichen Schreibens von Kardinal Ouellet an die deutsche Kirche von Anfang September 2019 hatte der Nuntius eine höchst ungute Rolle gespielt (Herder Korrespondenz 18.9.2019). Die turnusgemäßen Lageberichte des Apostolischen Nuntius in Berlin haben die Atmosphäre des Misstrauens in Rom noch verstärkt. Die ZdK-Vertreter im Präsidium des Synodalen Weges sind bis heute nicht im Vatikan empfangen geschweige gehört worden. Dies ist ein Versagen, das auch dem jetzigen Nuntius anzulasten ist.

 

 


Protestanten und Katholiken in Niederlinxweiler präsentieren gemeinsamen Kita-Neubau

Startschuss für bundesweit erste Kita in ökumenischer Trägerschaft

So soll die Ökumenische Kita Niederlinxweiler nach den Plänen der Architektin Miriam Niedenzu aussehen. Foto: bt
So soll die Ökumenische Kita Niederlinxweiler nach den Plänen der Architektin Miriam Niedenzu aussehen. Foto: bt

(Niederlinxweiler/bt)Die ersten Maschinen sind bereits angerückt und roden Büsche und Bäume, denn Anfang Oktober soll der offizielle Spatenstich für den Neubau der ersten Ökumenischen Kindertagesstätte in St.Wendel-Niederlinxweiler folgen. Am Dienstagabend, 21. September, haben Vertreter der beiden Projektpartner, der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde St. Wendel sowie der Katholischen Kirchengemeinde St Martin Niederlinxweiler, gemeinsam mit Architektin Miriam Niedenzu und Projektsteuerer Thomas Ludewig in der Breitwieshalle erstmals das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Geht alles nach Plan öffnet die sechsgruppige Einrichtung für 122 Kinder im Oktober 2022.

Erstmals bundesweit soll eine Einrichtung in gemeinsamer Trägerschaft der beiden großen Kirchen entstehen. Bisherige ökumenische Kitas in Deutschland sind entweder in rechtlicher Trägerschaft einer Kirche unter Mitarbeit der anderen Konfession oder die Trägerschaft ist geteilt. Dies ist auch beim Start in Niederlinxweiler geplant: Zunächst werden der Verband Evangelischer Kindertageseinrichtungen im Saarland (VEKIS) und die Katholische KiTa gGmbH Saarland jeweils für drei Gruppen und die Hälfte des Personals die Betriebsträgerschaft übernehmen. Daher sind zu Beginn noch Doppelstrukturen notwendig, also zwei Leitungen und zwei Personalräume. Ziel sei aber klar das Zusammenwachsen zu einer gemeinsamen Struktur, betonten die Projektpartner. Doch hierfür müssten noch einige Hürden genommen werden. So gilt es etwa, die zwei verschiedenen kirchlichen Arbeitsrechte oder die unterschiedlichen Qualitätsmanagement-Konzepte auf einen Nenner zu bringen. „Hierfür gibt es bundesweit noch kein vergleichbares Projekt, das als Vorlage dienen könnte“, sagte der Vorsitzende des Bereichspresbyteriums Niederlinxweiler, Pfarrer Wolfgang Meyer. Doch sowohl die evangelische Landeskirche als auch das Bistum Trier hätten grünes Licht gegeben, hier etwas Neues zu entwickeln.

 

Die Idee zu einer ökumenischen Kita sei Ende 2018 entstanden, zu einem Zeitpunkt, als beide Kirchengemeinden mit den Planungen zur Sanierung ihrer jeweiligen Kita in Niederlinxweiler bereits weit fortgeschritten waren, so Meyer. Doch die Pläne für einen Neubau der evangelischen Kita wurden 2018 vom saarländischen Kultusministerium abgelehnt, da die Kosten für eine Einrichtung mit drei Gruppen als zu hoch angesehen wurden. Ähnlich sah es auf katholischer Seite aus: „Wir hatten uns schon die Alte Schule in Niederlinxweiler angeschaut, in die wir die Gruppen während des Umbaus unserer Kita auslagern wollten“, blickt Klaus Leist, Pastor der katholischen Pfarreiengemeinschaft St. Wendel, zurück. Beim Neujahrsempfang kamen die beiden Pfarrer erstmals ins Gespräch. „Wir haben es in nur drei Monaten geschafft, in allen kirchlichen Gremien die notwendigen Beschlüsse für einen gemeinsamen Neubau zu holen“, sagt Meyer. Im Bistum Trier sei die Angelegenheit rasch von der zuständigen Abteilung direkt an den Bischof geleitet worden, weil es noch kein vergleichbares Projekt gegeben habe, erinnert sich Leist. Doch Bischof und Generalvikar hätten sich offen gezeigt: „Es hieß: Macht mal!“ – und die Niederlinxweiler legten los.

 

Große Selbstkocherküche zeichnet Entwurf aus

Entstehen soll ein barrierefreies zweigeschossiges Gebäude auf dem Grundstück der evangelischen Gemeinde am Krämersberg. Vier altersgemischte Gruppen und zwei Krippen-Gruppen sollen in das rund 1400 Quadratmeter große Gebäude mit weitläufigem Spielgelände einziehen. „Das Gebäude ist eine Winkelform mit zwei identischen Gebäudetrakten“, erklärte Architektin Miriam Niedenzu. Alle Gruppenräume befänden sich im Untergeschoss und hätten direkten Zugang nach draußen. Im Erdgeschoss seien die Leitungsräume untergebracht. Eine Besonderheit sei die große Küche zum Selbstkochen. Hier könnten alle Speisen vor Ort zubereitet werden, ohne die Zulieferung durch einen Caterer. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach versorge die Kita mit Strom. Hinzu kommt eine Regenwasserzisterne.

 

Neubau günstiger als geplante Sanierungen

„Die Zusammenarbeit rechnet sich auch finanziell: Die Endbausumme für die Sanierungen beider Kitas wäre höher gewesen als für den gemeinsamen Neubau“, sagt Projektsteuerer Thomas Ludewig. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf circa 5,6 Millionen Euro. Von den förderfähigen Kosten – dazu zählen nicht die Kosten für die vorbereitenden Maßnahmen wie etwa die Geländerodung – zahlt das Land 40 Prozent, der Landkreis St. Wendel 30 Prozent, die Stadt St. Wendel 20 Prozent sowie die beiden kirchlichen Partner 10 Prozent.

Nach dem Umzug in das neue Gebäude wird der bisherige evangelische Kindergarten abgerissen und im Anschluss die Außenanlage gebaut. Bauschluss soll voraussichtlich im Juni 2023 sein. Der Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde St. Martin hat beschlossen, die bisherige katholische Kita, in deren Untergeschoss Pfarrsaal, Küche und ein Gruppenraum sind, zu verkaufen. „Der Verkaufserlös soll der Finanzierung des ökumenischen Kindergartens dienen“, sagt Pastor Klaus Leist. Dieser Erlös diene zusammen mit dem Bistumszuschuss als Anteil der katholischen Kirchengemeinde zum ökumenischen Neubau.

 

„Die erste ökumenische Kita zu bauen ist nur möglich, weil wir in Niederlinxweiler und in St. Wendel eine geschwisterliche Zusammenarbeit und eine fruchtbare Ökumene pflegen. Ohne diese vertrauensvolle Basis wäre ein solches Projekt nicht denkbar. Das ist deutschlandweit ein erstmaliges Projekt Hier dürfen wir als Christen auch stolz sein. In Zukunft werden wir vieles nur noch ökumenisch schaffen“, ist Leist überzeugt.


Aktion 5000 Brote startet wieder zum Erntedankfest

Auf die Plätze, fertig - MEHL!

(Berlin/Hannover/bfw) - Von Erntedank bis zum 1. Advent läuft die heiße Phase der „Aktion 5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“. Gemeinsam rufen die evangelischen Landeskirchen und die Landesinnungsverbände des Bäckerhandwerks zum Mitmachen auf. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden aller Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sind eingeladen, Brote zu backen, deren Verkauf zugunsten von Kinder- und Jugendbildungsprojekten an Brot für die Welt gespendet wird.

 

Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt, erklärt: „Es ist für uns ganz besonders schön, dass dieses Jahr wieder mehr Jugendliche in die Backstuben kommen dürfen. Wir danken allen Mitwirkenden, die dieses Wunder des Teilens möglich machen.“ Für den Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Michael Wippler, ist die Aktion auch eine Gelegenheit, für das Bäckerhandwerk zu werben. „Wir freuen uns gemeinsam mit vielen jungen Menschen in unseren Backstuben gutes Brot zu backen – damit steigt die Achtung vor dem Bäckerberuf und die Wertschätzung des Brotes. Darüber hinaus ist mir die besondere Verknüpfung von Brot und sozialem Engagement im Rahmen des Erntedankfestes wichtig.“

 

Seit 2014 haben bereits 51.700 Konfirmandinnen und Konfirmanden an der Aktion teilgenommen und 940.000 Euro Spenden zugunsten verschiedener Jugendbildungsprojekte eingenommen. Die heftigen Corona-Wellen haben die Lage in vielen Ländern dramatisch verschärft. Mit den Spenden werden weiterhin Projekte in Indien, Brasilien und Äthiopien unterstützt.

 

Schirmherr der Aktion „5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ ist Heinrich Bedford-Strohm, der Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Aktion ist eine Kooperation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks und des Evangelischen Verbandes Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt e.V. (KWA) zugunsten von Brot für die Welt.

 

Weitere Informationen zu der Aktion: www.5000-Brote.de

 

 

Imagefilm der Aktion: https://www.youtube.com/watch?v=WyUBW5BhB-8


Von den Nazis abgehängte Glocken werden zum Symbol des Friedens zwischen Ost und West

„Unrechte Geschichte zum Guten wenden“

(Aichtal-Grötzingen/drs) - Bischof Dr. Gebhard Fürst hat zusammen mit den Bischöfen Jacek Jezierski aus Polen und Martin David aus Tschechien das Projekt „Friedensglocken für Europa“ gestartet. Die beiden osteuropäischen Bischöfe kommen wegen Glocken aus Kirchen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die einst in Gotteshäusern in den ehemaligen „deutschen Ostgebieten“ hingen und dort von den Nationalsozialisten entwendet wurden. Sie sollten der Kriegsmaschinerie dienen. Nur ein Fünftel dieser Glocken entging der Zerstörung und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in westdeutschen Kirchen aufgehängt. 67 Glocken kamen nach Württemberg. In der Kirche „Maria Hilfe der Christen“ in Aichtal-Grötzingen hing bislang eine Glocke aus dem polnischen Frombork und eine aus Píštʼ in Tschechien. Dass sich Glocken aus beiden Ländern in einer Kirche befinden, ist ein Unikum in der Diözese und daher wurde der Ort als Startpunkt für das Friedensprojekt gewählt, zu dem neben den Bischöfen auch weitere Vertreterinnen und Vertreter aus den beiden Ländern angereist waren. In einem feierlichen Gottesdienst wurden die historischen Glocken und ihre neu gegossenen Schwestern zu Friedensglocken geweiht.  

Eine unrechte Geschichte soll sich zum Guten wenden 

Ausgangspunkt für das Projekt war die Erneuerung des Geläuts des Rottenburger Doms St. Martin vor rund zehn Jahren. Damals wurde festgestellt, dass eine der Glocken aus dem heutigen Polen stammt. „Die Rottenburger Domglocke aus Gorzów Śląski ist der Vernichtung entgangen. Aber statt nach dem Krieg in ihre Heimatkirche zurückzukehren kam sie zu uns“, berichtete Bischof Fürst. „Schon 2011 wollte ich diese unrechte Geschichte unbedingt zum Guten wenden, zumal schnell klar, war, dass wir noch einige weitere Kirchenglocken aus dem heutigen Polen und Tschechien im Bistum haben.“ Der Bischof bot der Heimatgemeinde an, die Glocke zurückzubringen und bei einem feierlichen Gottesdienst zu übergeben. Damit stieß er auf eine sehr positive Resonanz: „Vor Ort habe ich erfahren, was für eine große, emotional tiefgehende Bedeutung dieser festliche Akt für die Menschen hat. Wir Fremden aus Rottenburg wurden als deutsche Glaubensgeschwister und Freunde empfangen. Ich konnte erfahren, dass die leidvolle und ungerechte Geschichte dieser Glocke sie letztlich zu einem Symbol für Hoffnung, Völkerverständigung und Frieden gemacht hat.“ Aus dieser Erfahrung entstand das Projekt „Friedensglocken für Europa“.  

Auch der polnische Bischof Jezierski unterstrich die symbolische Dimension der Rückgabe und würdigt die Geste: „Ich begrüße die Bemühungen und den Plan von Bischof Fürst mit Respekt. Die Rückgabe der Glocken an ihre Herkunftsgemeinde wird von der örtlichen Gemeinschaft positiv aufgenommen werden.“ Ebenso groß ist die Freude in Tschechien, wie Bischof Martin berichtete: „Glocken werden nie für nur eine Generation beschaffen. Die Friedensglocken, die tausende Kilometer bewältigt haben und für mehr als 70 Jahre die Kirchen verlassen haben, für die sie hergestellt wurden, werden mit ihrer Stimme weitere Generationen auf die Notwendigkeit der immerwährenden Bemühung um Frieden in den Beziehungen zwischen den Menschen und Völkern erinnern.“ 

 

Ein bislang einzigartiges katholisches Friedensprojekt  

Die tragische, aber auch hoffnungsvolle Geschichte der Glocken aus dem Osten ist 76 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs häufig in Vergessenheit geraten. Dabei haben die Nationalsozialisten insgesamt mehr als 100.000 Glocken beschlagnahmt, wie Projektleiter Dr. Hans Schnieders von der Diözese Rottenburg-Stuttgart erläutert: „Das Ausmaß der Glockenvernichtung ist kaum vorstellbar. Allein aus unserer Diözese sind in den Kriegsjahren 2.799 Kirchenglocken zerstört worden.“ Bei Kriegsende blieben bundesweit auf Sammellagern gerade noch etwa 16.000 Glocken erhalten, teils mit erheblichen Schäden. Die meisten wurden in den Folgejahren an ihre Heimatgemeinden zurückgegeben. Nur für rund 1.300 Glocken aus den ehemals deutschen Ostgebieten, die auf dem so genannten „Glockenfriedhof“ im Hamburger Hafen lagerten, lehnte die britische Militär-Regierung eine Freigabe ab. Sie wurden ab 1950 Kirchengemeinden im damaligen Westdeutschland zugewiesen. Schnieders hat sich auf Spurensuche dieser Glocken in der Diözese begeben und Hinweise zu deren Entstehung beispielsweise auf Inschriften entdeckt: „Sie enthalten oft Ortsnamen, Patrozinien, Stifter- oder Gießernamen, Gussorte und Gussjahre und lassen so meist sehr enge Bezüge zu den Gemeinden erkennen, für die sie ursprünglich gegossen worden sind.“

 

Friedensglocken stehen für Versöhnung und Begegnung

„Wenn eine Glocke in ihre ‚alte Heimat‘ zurückkehrt wird bei uns an ihrer Stelle eine neue gegossen“, erläuterte Bischof Fürst. „Die alte und die neue Glocke erhalten einen Segen, der um Frieden bittet: Wir bezeichnen sie dann als Friedensglocken, weil sie Symbole für die christliche Überzeugung der Geschwisterlichkeit aller Menschen sind und für den christlichen Glauben stehen, für den Frieden immer zuerst ein Geschenk Gottes ist.“ Die Glocken seien nun der Anlass für Begegnung und Versöhnung. „Das Projekt ‚Friedensglocken für Europa‘ ist ganz und gar kirchlich, aber mit einer großen Offenheit, einem weiten Horizont und mit dem Ziel, einen Beitrag für das menschliche Miteinander zu leisten“, so der Bischof weiter. Bei den Katholikinnen und Katholiken in der Diözese Rottenburg-Stuttgart sei das Projekt auf eine breite Zustimmung und Unterstützung gestoßen. Schließlich würden die Glocken selbst die Lokalgeschichte einer Gemeinde mit den großen historischen Vorgängen verbinden und somit würden die Kirchenglocken als Kultur- und Glaubensgut erfahrbar.  

 

Broschüre fasst Hintergründe und Ziele zusammen

Insgesamt ist für das Projekt ein Zeitraum von sechs Jahren vorgesehen. Rund 400.000 Euro an Kosten plant die Diözese Rottenburg-Stuttgart jährlich für dessen Umsetzung ein. Eine Broschüre informiert in drei Sprachen (Deutsch, Polnisch, Tschechisch) umfassend über Hintergründe und Ziele der „Friedensglocken für Europa“. Die Publikation kann per E-Mail an afkm-glocken@bo.drs.de beim Projektteam des Amts für Kirchenmusik bestellt werden.

 

Livestream Gottesdienst am 24. September um 16 Uhr

 

Der Gottesdienst mit den drei Bischöfen, bei dem die Friedensglocken geweiht werden, wird am 24. September 2021 um 16 Uhr live auf www.drs.de und im YouTube-Kanal der Diözese unter www.youtube.com/c/dioezesers übertragen.


Verleihung des Evangelischen Stiftungspreises 2021

Auszeichnung für gutes Wirken

(Karlsruhe/Mannheim/ekiba) - Drei Stiftungen aus Baden haben im Rahmen des „Forums für Engagierte und Stifter*innen“ am Donnerstag, 23. September, einen Evangelischen Stiftungspreis erhalten. Die Dr. Heinz Knauer Stiftung, die Stiftung Zukunft Lutherkirche und die Stiftung Lebenspfade erhielten ein Preisgeld von insgesamt 3.500 Euro für ihr vielseitiges Engagement.

„Mit der Auszeichnung der Preisträger möchten wir die Leistung der Engagierten in den drei Stiftungen in besonderer Weise anerkennen und würdigen“, erklärt Torsten Sternberg, Vorstandsvorsitzender Stiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden. „Wir als Kirche und Diakonie haben ein großes Interesse daran, sinnvolles Stiften in den Gemeinden zu unterstützen. Ganz nach dem Motto des Forums: Werte wirken weiter.“

Den ersten Preis erhielt die Dr. Heinz Knauer Stiftung. Durch den Aufbau einer Klinik und einer Gesundheitsstation sowie den Einsatz eines mobilen Gesundheitsdienstes bringt die Dr. Heinz Knauer Stiftung auf Bali medizinische Versorgung zu den Menschen in die Dörfer und auch zur Urbevölkerung im Inneren der Insel. Ausgezeichnet werde die Stiftung vor allem für die Art und Weise ihrer Förderkultur, so die Jury-Begründung. „Da bündeln sich die Fachexpertise der Evangelischen Mission in Solidarität und die Kenntnis der Bedürfnisse vor Ort durch die heimische Partnerkirche mit der finanzfachlichen und juristischen Unterstützung aus dem Evangelischen Oberkirchenrat. Das ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Förderung und Anpassung an neue Herausforderungen.“ So seien beispielsweise neue Angebote für HIV-Infizierte und ein Schutzraum für Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, dazugekommen.

Der zweite Preis ging an die Stiftung Zukunft Lutherkirche in Neckarhausen, die seit 2008 den Fortbestand der evangelischen Kirchengemeinde sichert. Ziel der Stiftung sei es, die „Kirche im Dorf zu halten“ durch die Mitfinanzierung von Stellen aber auch durch die Unterstützung von zahlreichen Aktivitäten, so die Stiftungspreis-Jury. „Auszeichnen möchten wir die Stiftung, weil sie wirklich ein Gemeinschaftswerk ist: keine großen Einzelbeträge, sondern viele Menschen, die einen kleinen Beitrag gegeben haben. Und zahlreiche kreative Einzelaktivitäten, um Einnahmen zu erzielen wie zum Beispiel eine Kunstauktion. So ist es gelungen das Stiftungsvermögen von anfänglich 25.000 Euro in 12 Jahren auf 270.000 Euro zu vermehren.“ Durch die Einbindung so vieler Menschen gelänge auch eine Bindung an die Kirchengemeinde, deren Mehrwert weit über das Monetäre hinausgehe, so die Jury.

Der dritte Preis wurde der „Stiftung Lebenspfade“ verliehen. Die Stiftung fördert junge Menschen mit besonderen Problemen und möchte sie dabei unterstützen, die eigenen Talente und Begabungen zu entdecken. „Die Stiftung ist ein ermutigendes Beispiel dafür, dass es sich lohnt ein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, auch wenn sich die Rahmenbedingungen anders entwickeln als erwartet“, so die Begründung der Jury. Nachdem der Stiftungsgründer früh verstorben sei und der geplante Zuwachs an Stiftungskapital sich deshalb nicht realisieren ließ, habe die Witwe trotzdem – unterstützt von Verwandten, Freunden und der Kirchengemeinde - weitergemacht und eine neue Ausrichtung entwickelt. „Hohes persönliches Engagement wurde in die Spendenwerbung und in die Gewinnung von Fördermitteln gesteckt. Und durch gute Vernetzung wird unbürokratisch und schnell Hilfe geleistet, wo sie benötigt wird. Man spürt: es ist den Beteiligten ein Herzensanliegen zu helfen.“

Im Rahmen des „Forums für Engagierte und Stifter*innen“ wurde auch nachträglich das Ehepaar Angelika und Dr. h.c. Manfred Lautenschläger gewürdigt. Das Paar erhielt 2020 den Evangelischen Stifter*innenpreis für ihr langjähriges soziales, kulturelles und gesellschaftliches Engagement und die Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit von Theologie und Naturwissenschaft. „Eure Stiftung ist und bleibt ein ganzes diakonisches Werk, und sie ist ein Segen für die Menschen unserer Stadt und weit darüber hinaus“, so Prof. Dr. Michael Welker, Seniorprofessor für Systematische Theologie und Direktor des Forschungszentrums Internationale und Interdisziplinäre Theologie (FIIT) in Heidelberg in seiner Laudatio.

Stiftungen setzen ihre jeweiligen Stiftungszwecke durch die Erträge ihres Vermögens, Zustiftungen und Spenden um. Sie wirken uneigennützig und gemeinwohlorientiert. Stiftungen helfen so jedes Jahr unzähligen Menschen - ohne Ansehen von Alter, Geschlecht, sozialer Stellung und persönlichem Glauben. Die Stiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden betreut derzeit 96 Stiftungen, 15 davon wurden in den letzten acht Jahren gegründet. Die Zwecke sind sehr unterschiedlich, da es sich um private sowie kirchengemeindliche Stiftungen handelt.

Die „Stiftung Diakonie Baden“ bewirtschaftet treuhänderisch 2,3 Millionen Euro und steht ihren unselbständigen Stiftungen beratend zur Seite, damit sie weitere Zustifter finden können. Die Stiftung Diakonie Baden hat selbst mittlerweile ein Vermögen von 2,4 Millionen Euro. Mit dessen Erträgen wurden in den vergangenen 15 Jahren über 150 diakonische Projekte mit insgesamt über 400.000 Euro gefördert.

Mit dem Stiftungspreis unterstützen die Stiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden und die Stiftung der Diakonie in Baden vorbildliches stifterisches Handeln. Prämiert werden entweder die besonderen Wirkungen, die eine Stiftung in ihrem Umfeld entfaltet, kreative Werbeaktionen oder erfolgreiche Konzepte der Vermögensverwaltung.

Der Evangelische Stiftungspreis wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Evangelischen Stifter/-innen-Preis während des „Forums für Engagierte und Stifter*innen“ verliehen.

Der Stiftungspreis der Stiftungen von Landeskirche und Diakonie wurde zum vierten Mal vergeben. Langjährige Förderer sind die Evangelische Bank und die Stiftung Schönau.

 

 


„Räume des Glaubens eröffnen“ - bundesweites Förderprogramm bis März 2023 verlängert

Das Förderprogramm "Räume des Glaubens eröffnen" wurde bis März 2023 verlängert. (Fotomotiv: © Artsiom P / stock.adobe.com)
Das Förderprogramm "Räume des Glaubens eröffnen" wurde bis März 2023 verlängert. (Fotomotiv: © Artsiom P / stock.adobe.com)

(Paderborn/bfw) - Kirche braucht frischen Wind. Damit dies gelingt, hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken im Jahr 2019 das bundesweite Förderprogramm „Räume des Glaubens eröffnen“ in Kooperation mit der global tätigen Wohltätigkeitsorganisation Porticus und dem Zentrum für angewandte Pastoralforschung (zap) gestartet. Seitdem wurden über 20 Projekte gefördert, die auf innovative und kreative Weise Zugänge zu den Inhalten des Glaubens gestalten und Wege der Glaubensweitergabe angehen. Das auf drei Jahre angelegte Programm wird jetzt bis März 2023 verlängert.

 

„Wir freuen uns sehr, dass noch weiterhin kreative Wege in der Pastoral mit der nötigen Unterstützung gesucht und gefunden werden können. Gerade in der heutigen Zeit ist es von großer Bedeutung, Kirche mit ihren vielfältigen und hoffnungsvollen Gesichtern zu zeigen. Die aktuellen Krisen werfen tiefe Schatten, die nicht so einfach wegzuwischen sind. Doch dürfen die vielen zukunftsweisenden Aufbrüche und Initiativen nicht darunter verschwinden. Sie sind es, die das Potential haben, unsere Kirche einladend zu gestalten und auch den christlichen Glauben neu und anders zu erfahren“, erklärt der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

 

Die ökumenische Initative „Work – Life – Spirit“ im Bistum Hildesheim ist so ein gefördertes Projekt, das zeigt, wie Christsein heutzutage im Beruf aussehen kann. Die Pfarrei St. Paulus in Göttingen hat gemeinsam mit ökumenischen Partnern aus verschiedenen Göttinger Gemeinden neue Angebote für junge Menschen erarbeitet. Unterschiedliche Abendveranstaltungen und monatliche After-Work-Meetings mit Impulsen schaffen attraktive Zugänge zu einer geistlichen Heimat und erfrischenden Glaubenserfahrungen. "Wir müssen unsere Angebote der Gemeindearbeit immer wieder neu überdenken, gerade um junge Menschen anzusprechen und sie zeitgerecht mit der Frohen Botschaft Jesu zu berühren“, betont Monsignore Georg Austen die Wichtigkeit dieser Initiative, die vom Bonifatiuswerk mit 5.500 Euro gefördert wird.

 

Die Lazarus-Dienste in Stralsund stehen Menschen bei, die Hilfe benötigen. Das ehrenamtliche Hilfsangebot der katholische Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin wird in Kooperation mit dem Caritas-Hospizdienst und dem Erzbistum Berlin durchgeführt und vom Bonifatiuswerk für zwei Jahre mit 17.900 Euro finanziell unterstützt. Rund 80 Ehrenamtliche begleiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen, wie schwerer Krankheit, dem Tod von Angehörigen oder physische und psychische Belastungssituationen, unabhängig von Religion oder Weltanschauung.

„Wir haben damals in der Gemeinde gesagt, die Kirche ist nur authentisch nach außen, wenn man sie spürt“, erinnert sich Martina Steinfurth, Leiterin der Lazarus-Dienste, an die Gründung des Besuchsdienstes. Im Gottesdienst zur Berufung der Lazarus-Dienste wurde ein Krug symbolhaft benutzt, der in Scherben zerspringt. „Wir versuchen diese Scherben aufzusammeln und soweit es geht zu heilen“, sagt Steinfurth.

 

Mit dem Förderprogramm "Räume des Glaubens eröffnen" sucht und fördert das Bonifatiuswerk innovative missionarische Projekte in ganz Deutschland und stellt sich so den aktuellen gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen und Herausforderungen. Als Unterstützung bietet das Hilfswerk seinen Partnern finanzielle Förderung zur Verwirklichung der eigenen Projekte, Vernetzung mit anderen missionarischen Initiativen und eine begleitende Evaluation durch das Zentrum für angewandte Pastoralforschung (zap) in Bochum.

 

Weitere Informationen zur Antragstellung finden sich auf der Seite www.räume-des-glaubens.de. Der Projektverantwortliche Daniel Born ist unter 05251 29 96-26 oder per Mail daniel.born@bonifatiuswerk.de zu erreichen. 


Ausstellungseröffnung „110 Jahre Bugenhagenkirche in Stettin“ am 25. September in Ducherow

Lobt Gott in seinem Heiligtum

 

(Ducherow/sk) -. Im Jahr 1909 wurde die Bugenhagenkirche, die heutige St. Adalbert-Kirche, in Stettin eingeweiht. Am kommenden Sonnabend, 25. September, wird um 14 Uhr die Wanderausstellung „110 Jahre Bugenhagenkirche in Stettin“ im Café der Bugenhagen-Stiftung in Ducherow eröffnet. Konzipiert von Mitarbeitenden der Pommerschen Bibliothek in Stettin (Szczecin) unter dem Titel „Lobt Gott in seinem Heiligtum“, dokumentiert die Ausstellung die umfangreiche Planung, den zügigen Bau, die festliche Einweihung und die heutige Nutzung der Kirche. Die Ausstellung wurde von der Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte finanziert und übernommen. Nachdem die Ausstellung bereits in Stettin/Szczecin und in der Bugenhagenkirche in Greifswald Wieck/Eldena gezeigt wurde, ist sie nun im Evangelischen Diakoniewerk Ducherow zu sehen. Das Diakoniewerk ist in doppelter Weise mit Stettin/Szczecin verbunden, erläutert Vorsteher Kai Becker: „Zum einen trägt das historische Stiftsgebäude den Namen des pommerschen Reformators Bugenhagen, zum anderen liegt eine der Wurzeln des Diakoniewerks in Neu-Torney, heute ein Stadtteil von Stettin/Szczecin.“

 

Dank gilt NDR-Benefizaktion und Kirchengemeinden

 

 

Anlässlich der Ausstellungseröffnung stellt Pastor Dr. Irmfried Garbe am Sonnabend im Kirchsaal des Altenpflegeheims den Namensgeber von Kirche und Bugenhagenstift vor. Pastor i. R. Roland Springborn referiert über die ehemalige Bugenhagenkirche in Stettin. Im Anschluss nimmt mit der Eröffnung der Ausstellung im Speisesaal auch das neue Café für Bewohnerinnen, Bewohner und Angehörige seinen Betrieb auf. „Der Besuch des Cafés steht auch anderen Besuchern offen. Wir bieten zu moderaten Preisen neben Kaffee und Kuchen auch weitere Produkte an, die vor Ort in gemütlicher Atmosphäre verzehrt werden können“, so Kai Becker. „Wir danken der NDR-Benefizaktion ‚Hand in Hand für Norddeutschland‘ und allen Kirchengemeinden der Nordkirche, durch deren Kollekten die Grundausstattung für unser Café mitfinanziert wurde. Für die weitere Ausstattung ist Unterstützung herzlich willkommen.“ Für die Teilnahme an den genannten Vorträgen sowie für den Besuch der Ausstellung und des Cafés gilt zum Schutz der Bewohner die 3G-Regelung. Das bedeutet, Teilnehmende und Gäste müssen genesen, geimpft oder getestet sein und die entsprechenden Nachweise vorlegen. Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Cafés, mittwochs, samstags und sonntags, jeweils von 14 bis 16 Uhr besucht werden.


Denkmalschutz praxisnah erleben

 

Eine FSJ-Seminargruppe der Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz besuchte das Pasewalker Elendenhaus, das derzeit umfassend saniert wird. Nach der Fertigstellung wird das Backsteingebäude die Büros des Kantors und der Sekretärin der Kirchengemeinde beherbergen. Foto: PEK / Sebastian Kühl

 

Im Rahmen der Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz besuchte eine Gruppe junger Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr verschiedene Projekte in Pasewalk, darunter das historische Elendenhaus, das derzeit umfassend saniert wird.

 

(Pasewalk/sk) - „Es geht hier heute vor allem darum, Einblicke in die Arbeit der Denkmalpflege zu bekommen.“ Mit diesen Worten lud Anett Burckhardt, Baubeauftragte des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises in der Propstei Pasewalk, in der vergangenen Woche eine Gruppe Jugendlicher zu einer Bauberatung in das sogenannte Elendenhaus in Pasewalk ein. Die 16 jungen Menschen aus zahlreichen Bundesländern nahmen eine Woche lang im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) an einem Seminar der Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz teil. Das Elendenhaus, das derzeit umfangreich instandgesetzt wird, war eine von mehreren Stationen der Jugendlichen in der Region. Das Elendenhaus steht auf dem Kirchplatz der Pasewalker Marienkirche und wurde um das Jahr 1350 als zweigeschossiges Backsteintraufenhaus erbaut. Es zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Architektur- und Sozialgeschichte in Norddeutschland. „Die unterschiedlichen Handwerker zeigen den Jugendlichen vor Ort ihre Gewerke. So erleben die FSJ-ler und FSJ-lerinnen hautnah, wie beispielsweise hier am Elendenhaus möglichst schonend saniert wird, um die Originalsubstanz weitgehend zu erhalten“, beschrieb Anett Burckhardt das praxisnahe  Seminarprogramm.

 

Einblicke in vielfältige Arbeitsbereiche

 

„Wir bieten auch in der Außenstelle der Bauabteilung des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises eine FSJ-Stelle im Bereich Denkmalschutz an“, ergänzte Anett Burckhardt. Das Freiwillige Soziale Jahr gibt jungen Menschen im Alter von 15 bis 27 Jahren die Möglichkeit, sich gemeinnützig zu engagieren und sich gleichzeitig weiterzubilden und berufsvorbereitend zu orientieren. „Wir freuen uns auf Bewerbungen“, so die Baubeauftragte. Gern gebe sie Auskunft und stehe für alle Nachfragen rund um das Thema FSJ in der Bauabteilung in Pasewalk als Ansprechpartnerin zur Verfügung. „Um diesen Platz anbieten zu können, haben wir uns bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beworben, die im Rahmen ihrer Jugendbauhütten FSJ-Plätze anbietet und passende Partner zertifiziert. Unser FSJ bietet Einblicke in vielfältige Arbeitsbereiche wie Archäologie, Naturschutz, Architektur, Geschichte, Kunstgeschichte, Religion, Denkmalpflege und Bodendenkmalpflege“, zählte die Baubeauftragte auf. „Zudem vermitteln wir den FSJ-lern förderstrategisches Denken.“

 

FSJ ist Entscheidungshilfe für Berufswahl

 

 

Der künftige FSJ-ler oder die FSJ-lerin in Pasewalk erhält Einblicke in alle Bereiche der Bauverwaltung. Darüber hinaus ist die Bauabteilung des Pommerschen Kirchenkreises eng mit vielen lokalen Partnern vernetzt. Die bisherigen Projekte waren Gemeinschaftsaktionen von Kirche, Stadt und Behörden. „Die Zusammenarbeit ist konstruktiv und vertrauensvoll, davon profitieren die Akteure, die Allgemeinheit und die Teilnehmenden des FSJ“, ist die Baubeauftragte überzeugt. Die Theorie-Stunden finden in der „Jugendbauhütte Stralsund/Szczecin“ statt. Ebenso wie die praktischen Seminare werden die theoretischen Inhalte in größeren FSJ-Gruppen vermittelt. „Nach der Absolvierung dieses praktischen Jahrs sehen die jungen Menschen die Architektur und die Kulturgeschichte mit ganz anderen Augen“, so Anett Burckhardt. „Sie werden viele Fertigkeiten für ihr weiteres Leben hinzugewinnen und auch ihre eigenen Talente und Begabungen besser kennen, um so eine wichtige Entscheidungshilfe für ihre Berufswahl zu haben.“ Die FSJ-Ausschreibung ist auf der Internetseite www.kirche-mv.de unter dem Link https://www.kirche-mv.de/mehr/stellenausschreibungen/pasewalkfreiwilliges-jahr-in-der-denkmalpflege zu finden.


„Auszeichnung ist großartige Ermutigung für mehr als 12.000 christliche und muslimische Frauen in Nigeria“

missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener würdigt Wahl des Aachener Friedenspreises 2021: die interreligiöse Fraueninitiative „Women’s Interfaith Council“ aus Nigeria. – missio-Projektpartnerinnen

(Aachen/missio) - Die interreligiöse Fraueninitiative „Women’s Interfaith Council“ aus Nigeria, auch „Mütter für den Frieden“ genannt, erhält den Aachener Friedenspreis 2021. Im nigerianischen Bundesstaat Kaduna setzen sich die mehr als 12.000 Christinnen und Musliminnen, die sich in der Initiative zusammengeschlossen haben, für ein friedliches Zusammenleben in ihren Dörfern und Stadtvierteln ein. Das „Women’s Interfaith Council“ ist eine vom Internationalen Katholischen Missionswerk missio e.V. unterstützte Initiative.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Projektpartnerinnen und ihre Arbeit mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet werden. Die Auszeichnung ist eine großartige Ermutigung für mehr als 12.000 christliche und muslimische Frauen. Wir gratulieren sehr herzlich“, erklärte missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener nach der Bekanntgabe der Preisträgerinnen am 21. September in Aachen. „Einige der Frauen konnte ich selbst in Nigeria treffen. Viele von ihnen haben durch die gewaltsamen Konflikte enge Familienangehörige verloren. Sie hätten Grund gehabt aufzugeben, aber sie haben sich anders entschieden. Sie setzen sich für Versöhnung ein, sie haben eine Passion für den Frieden. Die Frauen sind Vorbilder für uns und ihre Arbeit ist ein wichtiger Baustein für eine friedliche Zukunft Nigerias.“

Die „Mütter für den Frieden“ setzen sich seit 2010 in ihrem Bundesstaat für ein gewaltfreies Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen ein. Der Bundesstaat Kaduna gehört zu den Krisenregionen des Landes. Oft geht es bei den Konflikten um Land, Weiderechte oder den Zugang zu Wasser. Der Streit zwischen Bauern und Viehhirten ist in den letzten Jahren eskaliert. Gehören die Streitparteien unterschiedlichen Religionen an, nehmen die Konflikte schnell eine religiöse Färbung an. Immer öfter begegnen sich die Menschen mit Misstrauen. Genau diesem Misstrauen möchten die Frauen mit ihrer Arbeit für den Frieden entgegenwirken.

Gezielt wenden sich die Christinnen und Musliminnen der Friedensinitiative auch gegen den Missbrauch ihrer Religion für politische Zwecke. Und sie fordern mehr Mitsprache für Frauen, denn Frauen sind in der patriarchalen Gesellschaft Nigerias an Entscheidungen meist nicht beteiligt, aber oft die Leidtragenden.

Das „Women’s Interfaith Council“, besteht aus 23 christlichen und muslimischen Frauenverbänden. Es ist eine von Laiinnen getragene Initiative. Nach Anschlägen auf Dorfgemeinschaften oder Einzelpersonen suchen christliche und muslimische Frauen der Initiative gemeinsam Betroffene auf und kümmern sich um die Opfer. Sie leisten emotionalen Beistand und organisieren Hilfe – soweit ihnen das ihre begrenzten Mittel ermöglichen.

Neben diesen Einsätzen vor Ort organisiert das „Women’s Interfaith Council“ jedes Jahr ein umfangreiches Programm mit zahlreichen Workshops für Frauen, Jugendliche und Religionsführer, um präventiv Gewalt zu verhindern. Themen sind Friedensbildung, Konfliktanalyse und -transformation sowie interreligiöse Verständigung.

Der Bundesstaat Kaduna mit der gleichnamigen Landeshauptstadt liegt im mittleren Norden Nigerias. Im Norden des Bundesstaates leben überwiegend Muslime, im Süden Christen. Seit mehr als vierzig Jahren kommt es immer wieder zu ethnisch-religiösen Konflikten mit Tausenden Toten. So führte die Einführung der Scharia für Gebiete mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung im Jahr 2000 zu einer Serie langanhaltender Auseinandersetzungen. Aktuell ist der Bundesstaat neben dem Konflikt zwischen muslimischen Viehhirten und überwiegend christlichen Bauern stark von Entführungen krimineller Banden betroffen. Immer wieder werden Schulkinder und Studierende entführt, mit dem Ziel hohe Lösegeldforderungen zu stellen. Die Entführungswelle betrifft auch Seminaristen und Priester der katholischen Kirche.

Die Verleihung des Aachener Friedenspreises 2021 erfolgt am 13. November in Aachen.

 

Wer ist missio?

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 missio-Werken weltweit. missio Aachen verfügte 2019 über ein Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro, mit dem 946 Projekte in 68 Ländern gefördert wurden. missio Aachen unterstützt die katholische Ortskirche in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 

 


Christians For Future übergeben Forderungen an Bistum Trier

Die Zeit zu handeln ist jetzt

Zwölf Forderung für eine klimagerechte Kirche überreicht von Louisa Kappes, Katholische Junge Gemeinde (KJG) Trier, Matthias Becker, BDKJ-Diözesanvorsitzende, Charlotte Kleinwächter, Klimaschützmanagerin des Bistums und Brigitte Karpsteiner an Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg (von links). Foto: bt

 

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) - – Klimaschutz, Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung – dafür engagiert sich die Initiative Christians For Future. Ihre Forderungen haben sie an 39 katholische und evangelische Bistumsleitungen deutschlandweit überreicht – so auch an den Trierer Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg. Der betonte bei der Übergabe: „Es kann nicht angehen, der nächsten Generation das Ringen um eine bessere Klimapolitik zu überlassen. Auch wir, die wir schon älter sind, müssen vor der Zukunft bestehen.“ Insgesamt zwölf Forderungen sind es, die in Trier stellvertretend Brigitte Karpstein und der Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) an Plettenberg übereichten.

Christians For Future sind Teil der Fridays For Future-Bewegung. Sie sehen ihre Aufgabe darin, die Glaubensgemeinschaften innerhalb der Gesellschaft zu erreichen. So fordern sie, dass sich Kirchenleitungen solidarisch mit den Forderungen von Fridays For Future zeigen – durch Worte und Taten – und dass sie ihren Einfluss nutzen, um einen deutlicheren Wandel hin zu klimagerechter Politik zu fordern. Konkret sollen die Diözesen unter anderem bis 2030 ihre Klimaneutralität erreichen. Haushaltsplanungen und Investitionen seien an diesem Ziel auszurichten. Auch sollte pro 100.000 Kirchenmitgliedern eine Vollzeitstelle für den Umwelt- und Klimaschutz geschaffen werden. Die Kirchenleitungen sollten auch sicherstellen, dass das dringende Handeln zur Bewahrung der Schöpfung in der pastoralen Arbeit und Ausbildung grundgelegt ist.

„Der Klimaschutz hat bei uns schon einen hohen Rang“, betonte von Plettenberg und dankte für das Engagement von Christians For Future. Über viele der Forderungen, die Brigitte Karpstein konkret für das Bistum Trier formulierte, werde in den entsprechenden Gremien der Diözese gesprochen, etwa über Photovoltaikanlagen für kirchliche Gebäude oder die Frage, wie Klimagerechtigkeit zu einer Querschnittsaufgabe in den neuen Pastoralen Räumen werden könne. Von Plettenberg lud daher auch die Vertreter der Christians For Future und des BDKJ in die Diözesankommission für Umweltfragen des Bistums (DKU) ein, um dort gemeinsam mit ihm nach Lösungen und Wegen zu suchen.

Ein nachhaltiger Umgang mit der Schöpfung ist ein wichtiges Anliegen des Bistums. Schon 2009 traf die Bistumsleitung die Entscheidung, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Zuletzt wurden 2017 die ökologischen Leitlinien überarbeitet und Handlungsanweisungen für alle kirchlichen Angestellten erlassen. Zuletzt hat das Bistum mehrere kirchliche Schulen mit Photovoltaikanlagen und das Diözesanmuseum in Trier mit einer klimafreundlichen Pellet-Heizung ausgerüstet. Seit dem 1. September beschäftigt es eine festangestellte Klimaschutzmanagerin. Vorangetrieben wird das Thema im Bistum Trier unter anderem von der Diözesanen Kommission für Umweltfragen (DKU). Die DKU unterstützt ausdrücklich den Aufruf „Churches For Future“ des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit als Solidaritätsbezeugung mit der weltweiten „Fridays For Future“-Bewegung.

Das weltweite Netzwerk ruft für den 24. September 2021 zu seinem nächsten globalen Klimastreik auf. Auch Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg und der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Trier Dr. Jörg Weber schließen sich dem Aufruf an. Zudem gibt es einen gemeinsamen Aufruf der Bischöfe in Trier, Hildesheim und der Bolivianischen Bischöfe im Rahmen der Bolivienpartnerschaft.

Mehr zum Klimaengagement der Bistums auf: https://www.umwelt.bistum-trier.de. Auch Christians For Future haben eine eigene Internetseite mit ihren Forderungen: https://christians4future.org

 

 


Landesbischöfin wirbt für entschlossenes Handeln angesichts der globalen Herausforderungen

Landessynode der Nordkirche tagt in Travemünde

(Schwerin/ah) -. Die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) Kristina Kühnbaum-Schmidt hat auf der 11. Tagung der II. Landessynode in Lübeck-Travemünde ihren Bericht vorgestellt.

 

Dabei machte sie deutlich, dass die Erfahrungen der Pandemie und die katastrophalen Folgen des Klimawandels zeigen, „wie sehr das, was in einem Teil der Welt geschieht, auch gravierende Auswirkungen auf alle anderen hat. Die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind globale Herausforderungen. Und: Sie sind zugleich auch Herausforderungen für unsere Nordkirche, für alle Sprengel, für alle Kirchenkreise, für jede Gemeinde. Sie erfordern, dass wir schnell und entschlossen handeln.“

 

Um diesen und auch den kommenden Herausforderungen entgegentreten zu können, braucht es eine kooperierende Nordkirche. In Bezug auf die Jahreslosung bedeutet das für die Landesbischöfin: „Barmherzigkeit erinnert uns daran, dass wir in Relation leben, mit anderen Menschen, mit der ganzen Schöpfung, mit Gott. Barmherzigkeit erinnert uns daran, dass wir gemeinsam und füreinander Verantwortung übernehmen und fürsorglich füreinander da sein können - auch über Grenzen hinweg. Als weltweit miteinander verbundene Kirchen können wir dazu mit unseren Netzwerken, unserer Kompetenz vor Ort und unserer geschwisterlichen Solidarität wichtige Beiträge leisten und Erfahrungen beisteuern.“ In diesem Zusammenhang wirbt Kristina Kühnbaum-Schmidt auch für eine intensive Aufarbeitung des Zusammenhangs zwischen Missions- und Kolonialgeschichte.

 

Eine weitere Forderung in dem Vortrag: Kirche muss der gesellschaftlichen Verantwortung wieder intensiver nachkommen. Doch gerade grundlegende kirchliche Elemente, wie Gemeinschaft, waren in Zeiten der Pandemie schwer möglich. Durch Gottesdienste im Internet, Podcasts und Online-Aktionen, wurden Begegnungen neu und anders möglich. „Als Kirche eröffnen wir Möglichkeiten, damit Gemeinschaft sich ereignen kann. Durch Kommunikation und Interaktion, in analogen Begegnungen und Veranstaltungen ebenso wie mit Hilfe digitaler Medien. Dialogisch. Partizipativ. Gemeinschaft, die immer wieder neu antwortet auf die menschliche Sehnsucht danach, gesehen und anerkannt zu werden: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“, so die Landesbischöfin.

 

Die Landessynode der Nordkirche tagt noch bis morgen (18. September) in Travemünde. Weitere Informationen dazu und den Bericht der Landesbischöfin in gesamter Länge finden Sie auf der Website der Nordkirche: https://www.nordkirche.de/portal-der-landessynode/bericht-der-landesbischoefin zu finden.

 

 




Zum „Weltherztag“ (29.09.2021):

„Werde Liebesbote!“ ist in diesem Jahr das Leitwort der Diaspora-Aktion des Bonifatiuswerkes

„Werde Liebesbote!“ - Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen (l.) und Präsident Heinz Paus (r.) präsentieren das Leitmotiv zur bundesweiten Diaspora-Aktion 2021. (Foto: Theresa Meier)
„Werde Liebesbote!“ - Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen (l.) und Präsident Heinz Paus (r.) präsentieren das Leitmotiv zur bundesweiten Diaspora-Aktion 2021. (Foto: Theresa Meier)

(Paderborn/bfw) - „Werde Liebesbote!“ – unter diesem Leitwort steht in diesem Jahr die bundesweite Diaspora-Aktion des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken. In guter Tradition informiert das Hilfswerk für den Glauben über die aktuelle Situation in den Fördergebieten und als Zeichen der Solidarität sammelt die katholische Kirche am dritten Sonntag im November, am „Diaspora-Sonntag“, in den Gottesdiensten in ganz Deutschland für Katholiken in Diasporaregionen.

 

„Wir wünschen uns eine Kirche, in der alle Menschen erleben, dass sie von Gott angenommen und geliebt sind. Mit dem Motto „Werde Liebesbote“ möchten wir zum Ausdruck bringen, dass die Liebe zum Kern des christlichen Glaubens gehört und alle Christen dazu eingeladen sind, Liebesboten zu sein oder zu werden, insbesondere durch tätige Nächstenliebe im Einsatz für ihre Mitmenschen. Denn Kirche lebt von Menschen, die sich einbringen und Herz zeigen“, sagt der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

 

Die Eröffnung der Diaspora-Aktion findet am ersten Novemberwochenende im Bistum Hildesheim statt. Gemeinsam mit Bischöfen, Partnern und internationalen Gästen aus den Diasporagebieten in Ostdeutschland, Nordeuropa und dem Baltikum feiert das Bonifatiuswerk am Sonntag, 7. November, um 10 Uhr im Hildesheimer Dom ein Pontifikalamt. Hauptzelebrant ist der Bischof von Hildesheim, Dr. Heiner Wilmer SCJ. Der Gottesdienst wird unter anderem von domradio.de übertragen.

 

Am bundesweiten Diaspora-Sonntag, dem 21. November, sind die Gemeinden eingeladen, die Gottesdienste zum Leitwort zu gestalten. Es findet in allen katholischen Gottesdiensten (auch am Vorabend) eine Kollekte für die Arbeit des Bonifatiuswerkes statt. Durch die Spenden kann das Hilfswerk zahlreiche Projekte unterstützen. Die Verwendung der Kollekte ist ausschließlich für die Hilfe in der Diaspora bestimmt. Beispielsweise wird das Martinshaus im lettischen Liepaja unterstützt. Die Einrichtung der katholischen Kirche vor Ort ist seit vielen Jahren eine verlässliche Adresse für Frauen in Krisen- und Notsituationen. Dort finden sie nicht nur materielle, sondern auch psychologische Unterstützung, um für ihr Leben wieder neuen Mut zu fassen.

 

„Liebe zeigt sich auch in der Solidarität mit Menschen, die Hilfe benötigen. So bitten wir alle Katholikinnen und Katholiken in Deutschland, am Diaspora-Sonntag unsere Arbeit für die Glaubensgeschwister in einer extremen Minderheitensituation zu unterstützen. Werden auch Sie zu Liebesboten. All denjenigen, die uns helfen, sei es im Gebet, durch ehrenamtliches Engagement oder durch ihre Spende, danken wir von Herzen“, sagt Heinz Paus, Präsident des Bonifatiuswerkes.

 

Vielfältige Aktionsmaterialien zum Diaspora-Sonntag hat das Bonifatiuswerk zusammengestellt und an alle katholischen Gemeinden in Deutschland versendet. Ab sofort kann weiteres Begleitmaterial angefordert werden. Neben Plakaten, Spendentüten und Pfarrbriefvorlagen gibt es beispielsweise kostenfrei kleine Brief-Lose mit kurzen Liebesbotschaften. Hier gewinnt jedes Los! Außerdem bieten wir ein Heft mit Gottesdienst-Impulsen sowie ein Themenheft an, das über den Diaspora-Sonntag hinaus Ideen und Impulse für Gemeinden, vor allem für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen enthält.

 

 

 

 

Weitere Materialien zur Aktion finden Sie hier: https://www.bonifatiuswerk.de/de/aktionen/diaspora-aktion/


Im Rahmen einer Festwoche finden in Pasewalk vom 19. bis zum 26. September zahlreiche Veranstaltungen statt

Jüdische Kultur entdecken

Die Menora in der Pasewalker Nikolaikirche. Der siebenarmige Leuchter zählt zu den bedeutendsten religiösen Symbolen des Judentums. Foto: Veranstalter
Die Menora in der Pasewalker Nikolaikirche. Der siebenarmige Leuchter zählt zu den bedeutendsten religiösen Symbolen des Judentums. Foto: Veranstalter

 

 

(Pasewalk/sk). Am kommenden Sonntag, 19. September, startet die Pasewalker Festwoche „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ mit einem Eröffnungskonzert um 19 Uhr in der Marienkirche. Bis zum darauffolgenden Sonntag, 26. September, findet unter dem Motto des Jahres 2021 „Entdecke! Jüdische Kultur in Deutschland.“ in der KulturKirche Sankt Nikolai, Kleine Kirchenstraße, eine Reihe von Veranstaltungen mit verschiedenen Schwerpunkten für alle Altersgruppen rund um das jüdische Leben in Deutschland und in der Region statt. Dazu zählen Konzerte, Ausstellungen, Workshops und Filmvorführungen. Das Eröffnungskonzert erklingt in der Marienkirche, Große Kirchenstraße 8, die ausreichend Platz für das Orchester für Alte Musik Vorpommern, für die Sängerinnen und Sänger der Kantorei Pasewalk, für Solisten und Gastsängerinnen und ein interessiertes Publikum bietet. Festliche Musik der Romantik von Max Bruch und Felix Mendelssohn-Bartholdy eröffnet den Reigen der Veranstaltungen, die von zahlreichen regionalen und überregionalen Partnern und Sponsoren unterstützt werden.

 

Malen wie Marc Chagall

 

Workshops in den Bereichen Kunst und Musik in Kooperation mit dem Oskar-Picht-Gymnasium Pasewalk eröffnen jungen Menschen während der Festwoche Erlebnisräume, die ihnen die Malerei des jüdischen Künstlers Marc Chagall und jüdische Musik nahebringen. Beim Malworkshop „Malen wie Chagall“ werden Fenster der Nikolaikirche farbig gestaltet und tauchen sie in völlig neues Licht. Auch die Entstehung eines Glaskunstwerks ist geplant. Die Kinder des evangelischen Kindergartens „Am Pulverturm“ tragen mit kreativ gestalteten Fensterbildern zur Kunstausstellung bei. Einen Musikworkshop führt die Klezmerband „Vagabund“ aus Lübeck mit Schülern des Oskar-Picht-Gymnasiums durch und präsentiert sich am Mittwochabend, 22. September, mit einem Konzert. Für einen Vortrag wurde der Spezialist für zeithistorische Forschung und Kirchenhistoriker Dr. Irmfried Garbe gewonnen. Interessierte sind eingeladen, Wissenswertes zur langen Geschichte der jüdischen Bevölkerung auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, über jüdische Kultur, ihre Rolle in der Gesellschaft aber auch über die Judenverfolgungen in allen Jahrhunderten zu erfahren.

 

Interreligiöse Andacht zum Sabbatbeginn

 

Die Stadtführung zu Orten jüdischen Lebens in Pasewalk mit Dr. Egon Krüger vervollständigt das Wissen über die Geschichte der jüdischen Mitmenschen in Pasewalk. Hintergründe zu den Mitbürgern, die auf den Stolpersteinen verzeichnet sind, werden dabei ebenfalls vermittelt. Die Filmkomödie „Alles auf Zucker!“ spiegelt das Leben von Juden im modernen Deutschland wider und schlägt den Bogen in die Gegenwart. Der Film handelt von zwei gegensätzlichen Brüdern, die sich im heutigen Berlin den Herausforderungen ihrer Familiengeschichte stellen müssen. Eine interreligiöse Andacht zum jüdischen Sabbatbeginn wird gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Szczecin gefeiert. Ein Kooperationskonzert deutscher und polnischer Chöre rundet die Festwoche ab. Aufgrund der Pandemie sind die Plätze zu den Veranstaltungen begrenzt. Interessierte werden daher gebeten, sich über die Internetseite www.nikolai-pasewalk.de oder in der Marienkirche Pasewalk während der Öffnungszeiten der „Offenen Kirche“, Sonnabend und Sonntag von 14 bis 17 Uhr und Montag bis Freitag von 14 bis 16 Uhr, anzumelden.

 

Weitere Informationen

 

Programm der Festwoche: https://www.evangelisch-pasewalk.de/festwoche-in-sankt-nikolai/

 

 

KulturKirche in Sankt Nikolai Pasewalk: www.nikolai-pasewalk.de


Bericht zum Stand der Präventionsarbeit vor der Landessynode

Bischöfin Kirsten Fehrs: „Schutz von Leib und Seele ist allerhöchste Aufgabe“

(Lübeck-Travemünde/mw) - „Der Schutz von Leib und Seele der uns anvertrauten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ist allerhöchste Aufgabe“, mahnte Bischöfin Kirsten Fehrs (Sprengel Hamburg und Lübeck) heute (16. September) in Travemünde. Gemeinsam mit Dr. Alke Arns, Leiterin der Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt, und Mitgliedern der landeskirchlichen Unterstützungsleistungskommission berichtete Bischöfin Fehrs den 156 Landessynodalen der Nordkirche über den Stand der Präventionsarbeit.

 

Im Zeitraffer schilderte die Kriminologin Dr. Alke Arns den Landessynodalen, wie sich die nordkirchliche Präventionsarbeit seit 2014 entwickelt hat. Aus den ersten Schritten der Sensibilisierung ist im Jahr 2018 das Präventionsgesetz entstanden, das den Weg für weitreichende und verbindliche Veränderungen ebnete. Fortan war jeder kirchliche Träger dem Schutz vor sexualisierter Gewalt verpflichtet, soll Gefährdungen und Risiken vor Ort genau prüfen und ein Schutzkonzept entwickeln und umsetzen. „Aus meiner Sicht ein Meilenstein – auch über die Grenzen der Nordkirche hinaus“, so Arns.


Mittlerweile gibt es in der Nordkirche feste Verfahrensstandards für die Krisenintervention bei Fällen sexualisierter Gewalt. Außerdem wurde die Arbeit des Teams um Alke Arns mithilfe der Struktur einer Stabsstelle Prävention dauerhaft gefestigt. Inzwischen verfügen auch alle 13 Kirchenkreise der Nordkirche, die Hauptbereiche und die diakonischen Landesverbände über Präventionsbeauftragte und Ansprechpersonen für dieses Thema.

 

Die dezentralen Strukturen der Nordkirche unterstreichen die Eigenverantwortung vor Ort, so Arns. „Hier sind viele hoch engagierte und kompetente Menschen unterwegs, um zu sensibilisieren, immer wieder an- und abzuklopfen. Mein Appell ist daher an dieser Stelle: Lassen Sie sie rein, laden Sie sie ein, hören Sie zu, machen Sie mit! Denn es ist nicht die Verantwortung der Präventionsbeauftragten, dass Kirche zu einem Schutzraum vor sexualisierter Gewalt wird, sondern es ist die Verantwortung von uns allen.“


In ihrem anschließenden Bericht zum Stand der Prävention innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) weitete Bischöfin Kirsten Fehrs die Perspektive: „Wir müssen als Kirche alles dafür tun, einen Haltungs- und Kulturwandel zu befördern, indem wir für das Thema flächendeckend sensibilisieren und es aus der Tabuzone herausholen.“ Übergriffige Sprache, körperliche Distanzlosigkeiten, brachiale psychische und physische Gewalt – „das Bewusstsein für grenzverletzendes Verhalten zu schärfen ist ein fortlaufender Prozess“, so Bischöfin Fehrs weiter. „Es waren unsere Strukturen, unsere kirchlichen Räume, unsere Chöre und Freizeiten, unsere Heime, die von Täter*innen für Gewalttaten ausgenutzt wurden. Dieser institutionellen Schuld müssen wir uns als evangelische Kirche stellen. Auch um den Verwundungen, Ängsten, den Forderungen und auch dem Zorn Betroffener mit Achtung zu begegnen.“

 

Der 11-Punkte-Handlungsplan gegen sexualisierte Gewalt, den die EKD 2018 beschlossen hat, war ein erster Schritt, der institutionellen Verantwortung nachzukommen und die vorhandene und sehr unterschiedliche Präventions- und Interventionsarbeit in den Landeskirchen zu systematisieren, intensivieren und priorisieren. Zugleich müsse aber auch vergangenes Unrecht konsequent aufgearbeitet werden, so Fehrs: „Welche Risikofaktoren gibt es speziell in der evangelischen Kirche? Wie gelingt es Tätern, ein ganzes System – eine evangelische Gemeinde, Chor, Jugendarbeit – so zu manipulieren, dass eine Kultur der Grenzverachtung entsteht  – und keiner tut etwas dagegen?“

Antworten auf diese und weitere Fragen will der Forschungsverbund ForuM „Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“ finden, der im Herbst 2020 seine Arbeit aufgenommen hat. Fehrs selbst gehört als Vertreterin des Beauftragtenrates der EKD dem begleitenden Beirat an. Die unabhängige Studie zu sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und der Diakonie wird von Landeskirchen und EKD mit 3,6 Millionen Euro unterstützt.

 

Für jede Aufarbeitung sei es dabei unabdingbar, die Erfahrungen von Betroffenen als Expertise auf- und ernst zu nehmen. „Es geht um konkrete Taten konkreter Täter, um gemeindliche Strukturen und um fehlende Traumasensibilität. Es geht aber auch um den frühen Verrat von tiefen Gefühlen, die zu kompletten Vertrauensverlust ins Leben führen können. Ist der Vertrauensverlust vom Täter gar noch theologisch zementiert, ist zerstört, was eine Beziehung trägt und auch, was den Glauben prägt. Dieser zutiefst empfundene Glaubensverlust von einer Heimat, einer spirituellen Kraft, die einem Halt gibt und Widerstandskraft stärkt.“

 

Neben Aufarbeitung und Betroffenenpartizipation soll es bundesweit in Zukunft noch stärker um die Transparenz für Betroffene gehen. Ein wichtiges Instrument wird dabei die „Musterordnung für Verfahren zur Anerkennung erlittenen Unrechts“ der EKD spielen, die aktuell in Arbeit sei und neue Standards setzen werde. Bei der Vergabe von Anerkennungsleistungen agieren die Landeskirchen bislang sehr unterschiedlich, erläuterte Bischöfin Fehrs.

 

Eine Folge dieses Prozesses werde sein, dass sich auch die Arbeit der 2012 ins Leben gerufenen nordkirchlichen „Unterstützungsleistungskommission für Betroffene von sexualisierter Gewalt“ (ULK) verändern werde. Das nehme die ULK zum Anlass, diese Aufgabe nach zehn Jahren im Sommer 2022 in andere Hände zu übergeben, kündigte Fehrs an.

 

Gemeinsam mit den Landessynodalen Michael Rapp und Dr. Kai Greve sowie der kirchen-externen systemischen Therapeutin Ulla Wolter-Cornell konnte Kirsten Fehrs seit 2012 in der unbürokratisch agierenden ULK in vertraulichen Gesprächen 70 individuelle Einigungen erzielen, immer gemeinsam mit Betroffenen beziehungsweise deren Lots*innen (Vertrauenspersonen).

 

Bischöfin Fehrs ermutigte die Zuhörenden: „Die besten Standards zu entwickeln heißt immer wieder: Lernen. Neu nachdenken. Reflektieren. Auch Schuld erkennen und öffentlich zu ihr stehen. Das mitunter lebenslange Leid von Betroffenen wirklich wahrnehmen und nicht in Floskeln verdünnen. Und es heißt: sich wirklich auf die Leidgeschichten von Betroffenen einzulassen und Anerkennungsleistungen zu suchen, mit denen wenigstens eine reelle Chance besteht, Leid zu lindern.“

 

Diese Erfahrungen mit Gewalt werde sich innerkirchlich auch auf das theologische Reden und Arbeiten auswirken müssen, so Fehrs. Sie fragte: „Wie kann eine schuldig gewordene Institution angesichts der in ihr ausgeübten Gewalt glaubwürdig von Vergebung und Versöhnung reden? Was mag andersherum sich eröffnen, wenn die Kirche sich selbst als vergebungsbedürftig versteht und erlebt, ohne auch nur ansatzweise das Recht zu haben, Vergebung zu erbitten?“ Aktuell wird ein Aufsatzband erarbeitet, der diese theologische Reflexion versucht. 

 

 

Weitere Informationen zur Fachstelle der Nordkirche gegen sexualisierte Gewalt: https://www.kirche-gegen-sexualisierte-gewalt.de/stabsstelle-praevention.html


Neue Straße rückt Gründerin des Kindermissionswerks ins Bewusstsein

Auguste-von-Sartorius-Weg in Aachen eingeweiht

(Aachen/kmw) - In Aachen ist am heutigen Donnerstag der Auguste-von-Sartorius-Weg eingeweiht worden. Der Straßenname erinnert an die Gründerin des heutigen Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, das in diesem Jahr sein 175-jähriges Bestehen feiert. Am 2. Februar 1846 wurde das Hilfswerk in Aachen gegründet. Den Anstoß gab Auguste von Sartorius, ein 15-jähriges Mädchen, das von der Not der Kinder in China und Afrika erfahren hatte. Unter dem damaligen Namen „Verein der heiligen Kindheit“ nahm die Hilfe für Mädchen und Jungen in aller Welt ihren Anfang in Aachen. Der Leitgedanke damals wie heute: „Kinder helfen Kindern!“ 1922 erhob Papst Pius IX. den Verein zum Päpstlichen Werk mit dem Namen „Päpstliches Missionswerk der Kinder in Deutschland“, heute heißt es „Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘“. Markenzeichen des Hilfswerks sind die Sternsinger, die jedes Jahr rund um den Jahreswechsel den Segen Gottes zu den Menschen bringen und Spenden für Gleichaltrige in aller Welt sammeln.

 

„Auguste von Sartorius wollte damals Mädchen und Jungen in Ländern des globalen Südens helfen. Dort, wo der Wohlstand nicht so groß ist wie bei uns. Dafür hat sie schon im Alter von 15 Jahren ihre ganze Energie eingesetzt“, sagte die Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen, Sibylle Keupen, bei der offiziellen Straßeneinweihung. „Die Idee von ‚Kinder helfen Kindern‘ ist so aktuell wie nie. Ich treffe immer häufiger auf Kinder, die sich engagieren und mitbestimmen wollen. Dieser Einsatz junger Menschen ist mir persönlich ganz wichtig. Wir brauchen Kinder, die unsere Stadt mit Engagement und Leben füllen. Ein großes Dankeschön geht daher an Auguste und die vielen Sternsingerinnen und Sternsinger, die sich für andere Kinder stark machen!“, so die Oberbürgermeisterin.   

 

Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks, betonte in seiner Ansprache: „Auguste gehört zweifelsohne zu den großen Persönlichkeiten der Kaiserstadt. Wir freuen uns sehr, dass unsere Gründerin durch den Auguste-von-Sartorius-Weg nun noch einmal mehr ins Bewusstsein der Aachener rückt und dauerhaft im Stadtbild präsent wird.“ Bingener hob vor allem die besondere Geschichte des Hilfswerks hervor: „Kinder haben die Kraft, die Welt zum Guten zu verändern. Auguste hat damals ihre Vision von einer gerechteren Welt hartnäckig verfolgt. Und Hunderttausende Kinder tragen als Sternsinger die Idee von Auguste bis heute weiter. Die Aktion Dreikönigssingen ist zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder geworden und Mädchen und Jungen in aller Welt kann durch den Einsatz der Sternsinger geholfen werden.“

 

Der Auguste-von-Sartorius-Weg befindet sich im Aachener Stadtteil Forst und führt zu Wohnungsneubauten der gewoge AG. „Wir sind sehr glücklich, dass unser neues Wohnquartier jetzt in Verbindung mit dieser bedeutenden Aachener Persönlichkeit, Auguste von Sartorius, steht“, sagte Thomas Hübner, Vorstand der gewoge AG, im Rahmen der Einweihung. „Ihre kraftvolle Vision einer gerechteren Welt, die von Kindern ausgeht, ist heute mehr denn je inspirierend. Auch für unser Handeln bei der gewoge AG. Denn wenn wir kommen, bringen wir immer bezahlbaren Wohnraum mit. Und kommen damit einer gerechteren Welt ein Stück näher. Wir sind sehr froh, mit diesem sehr lebensfreundlichen Umfeld voller Spielangebote und Aufenthaltsqualitäten, Kindern mit ihren Familien ein Zuhause geben zu können. Die unmittelbare Nachbarschaft zur tollen Montessorischule Mataréstraße ist sozusagen dann noch die Sahne auf dem Kakao und ein echter Glücksfall“, so Hübner. Feierlich enthüllt wurde das Straßenschild schließlich von den Sternsingerkindern Mira, Emilia und Elisa (alle 9 Jahre) von der benachbarten Montessori-Grundschule.

 

Informationen zu Auguste von Sartorius:

Auguste von Sartorius wurde 1830 in Aachen geboren und lebte bis 1855 in Aachen. Als 15-jährige gründete sie 1846 den „Verein der heiligen Kindheit“, das spätere Kindermissionswerk, und war zehn Jahre lang seine erste Leiterin. 1855 trat Auguste von Sartorius in das Kloster Bloemendal der Sacre-Coeur-Schwestern in Vaals ein, wo sie ab 1864 für viele Jahre auch Oberin war. Von 1894 bis 1895 leitete sie als Generaloberin die gesamte Genossenschaft der Sacre-Coeur­Schwestern. Im Jahr 1895 starb Auguste von Sartorius in Paris.

 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger

 

Mehr als 1.600 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 79 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2019 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 108 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.  


Appell des KDFB an die Deutsche Bischofskonferenz

Für eine glaubwürdige Kirche!

(Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) appelliert an die deutschen Bischöfe, bei ihrer Herbst-Vollversammlung konkrete Maßnahmen zur Aufarbeitung und Verhinderung von sexualisierter Gewalt in kirchlichen Kontexten zu ergreifen. Mit Blick auf den Synodalen Weg bestärkt der Verband die Bischöfe, die begonnenen ernsthaften Reformen weiterzuführen und Ergebnisse in die römische Synode einzubringen.

Um dem Glaubwürdigkeitsverlust der katholischen Kirche entgegenzuwirken, spricht sich KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth für dringend erforderliche und konkrete Maßnahmen zur Aufarbeitung des Missbrauchs von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Raum der Kirche aus. Sie erklärt: „In der Ausbildung von pastoralen Mitarbeiter*innen ist verstärkt zu thematisieren, dass spiritueller bzw. sexueller Missbrauch immer Machtmissbrauch ist. Kirchenrechtliche Normen und Rahmenordnungen müssen in allen Diözesen einheitlich ausgelegt und angewendet werden, auch wenn es um Fälle des Missbrauchs an Erwachsenen geht.“

Notwendig sei ebenfalls, das im Kirchenrecht festgelegte Mindestheiratsalter von 14 Jahren bei Mädchen und von 16 Jahren bei Jungen auf 18 Jahre zu erhöhen. Dies müsse weltkirchlich umgesetzt werden, so Flachsbarth.

 

Mit Blick auf den Reformprozess „Synodaler Weg“ dankt der KDFB den Bischöfen für ihre Bemühungen um Dialog und Schritte der Veränderung. Er begrüßt ausdrücklich, dass Erfahrungen und Ergebnisse des Synodalen Wegs in Deutschland in die römische Synode eingebracht werden. „Wir fordern jedoch, dass Frauen explizit in alle Beratungen und Entscheidungen einzubeziehen sind. Sie müssen gleichberechtigt beteiligt werden, mitdiskutieren und mitbestimmen, weil alle Getauften die gleiche Würde haben“, bekräftigt die Präsidentin. Der KDFB ruft die Bischöfe auf, hierfür Wege zu eröffnen.

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats: Verteilung der Finanzen für diakonische Arbeit beschlossen / Darlehen für Kirchensanierung in Lindenberg / Terminplanung 2022

Unterstützung für Beratungsstellen

(Greifswald/sk) - Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) stimmte in seiner jüngsten Sitzung dem Verteilungsplan der kirchenkreislichen Mittel 2022 für die diakonische Arbeit zu. Die Zusammenkunft fand aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit dem gebotenen Mindestabstand und unter Einhaltung besonderer Hygieneregeln im großen Saal des Lutherhofs in Greifswald statt. Mit seiner Entscheidung, die das Gremium vorbehaltlich der abschließenden Beschlussfassung der Kirchenkreissynode traf, folgte der KKR der Empfehlung des Diakonieausschusses. Die diakonische Arbeit wird demnach im kommenden Jahr durch den PEK mit 137.500 Euro unterstützt. Schwerpunkte bilden dabei die Arbeit mit Geflüchteten und die Beratungsdienste der Kreisdiakonischen Werke, wie die Ehe-, Familien- und Lebensberatung sowie die Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung. Des Weiteren tragen die kirchenkreislichen Mittel dazu bei, die unerlässliche Arbeit der Tafeln, die ambulante Behindertenarbeit, die Jugendsozialarbeit und die Stadtteilarbeit in sozialen Brennpunkten fortzuführen.

 

Angebote mit weniger Mitteln aufrechterhalten

 

Die Unterstützung des PEK für die diakonische Arbeit fällt geringer aus als in den Vorjahren. Hintergrund ist der Beschluss der Synode, im Zuge notwendiger Einsparungsmaßnahmen die jährliche Unterstützung von 150.000 Euro wieder auf den noch vor einigen Jahren so gehandhabten Betrag von 100.000 Euro zurückzuführen. Dies erfolgt in langsamen Schritten über vier Jahre ab dem kommenden Jahr mit einer jährlichen Verringerung um 12.500 Euro. „Im Gespräch mit den Geschäftsführern der Kreisdiakonischen Werke ist deutlich geworden, dass vor allem der Beratungsbedarf der Menschen immer größer wird und hierbei kaum Einsparungspotential besteht“, sagte Propst Andreas Haerter, der im Kirchenkreis besondere Verantwortung für die diakonische Arbeit trägt. Im Bereich der Arbeit mit Geflüchteten sei es jedoch angesichts der aktuellen Lage möglich, mit weniger finanzieller Unterstützung die diakonischen Angebote aufrechtzuerhalten, so der Propst. Der Vorsitzende des Kirchenkreisrats, Propst Gerd Panknin, versicherte, dass der KKR die Situation der diakonischen Arbeit ganz besonders im Blick behalten werde. „Sollten sich für den Kirchenkreis in der Zukunft wieder mehr finanzielle Spielräume ergeben, werden wir umgehend Möglichkeiten der Nachsteuerung prüfen.“

 

Darlehen für Kirchensanierung in Lindenberg

 

Der Kirchenkreisrat gewährt, vorbehaltlich der Zustimmung des Finanzausschusses, der Kirchengemeinde Hohenbollentin-Lindenberg für die Sanierung der Kirche in Lindenberg ein zinsloses Darlehen in Höhe von 50.000 Euro aus dem Unterstützungsfonds des PEK. Die Rückzahlung soll ab 2022 in jährlichen Raten von mindestens 5.000 Euro erfolgen. Lindenberg liegt knapp 20 Kilometer südlich von Demmin. „Erst während der Sanierungsarbeiten hat sich herausgestellt, wie groß der Schadensumfang tatsächlich ist“, berichtete Propst Gerd Panknin dem Kirchenkreisrat. Durch die Notwendigkeit, einen Großteil der Deckenbalken und weiterer Holzbauteile auszutauschen, sei mit Mehrkosten in Höhe von rund 120.000 Euro zu rechnen. Unter anderem habe sich das wahre Ausmaß des Schadens unter zuvor unzugänglichen Stellen der Deckenverkleidung verborgen. Die Gesamtkosten belaufen sich nun auf etwa 384.000 Euro. Mit den bisherigen Mitteln aus den Baufonds, den Eigenmitteln der Kirchengemeinde sowie dem nun gewährten Darlehen ist die Finanzierung der Sanierung in Dach und Fach abgesichert. Gerd Panknin hob das große ehrenamtliche Engagement in der Kirchengemeinde hervor und lobte die Arbeit des Bauausschusses und des Fördervereins. Die Lindenberger Kirche wurde 1584 errichtet. Zu ihren Besonderheiten gehören mehr als 400 Jahre alte Malereien mit biblischen Szenen.

 

Terminplanung für das Jahr 2022

 

Der Kirchenkreisrat legte die Terminplanung für das kommende Jahr fest. Die Sitzungen finden demnach wieder wie üblich in der Regel am zweiten Dienstag des Monats statt. Zudem trifft sich der KKR vom 3. bis zum 6. März zu einer Klausur zum Thema Gebäudenutzungsplan. Das Präsidium der Kirchenkreissynode informierte den Kirchenkreisrat darüber, dass die Frühjahrssynode für den 30. April und die Herbstsynode für den 12. November geplant ist. Beide Synodentermine sind mit dem mecklenburgischen Kirchenkreis sowie mit der Landeskirche abgestimmt, so dass es nicht zu Terminüberschneidungen kommt.

 

Weitere Themen und nächster Sitzungstermin

 

Außerdem befasste sich der KKR in der Sitzung unter anderem mit zahlreichen Personalfragen, mit weiteren Bauvorhaben, mit Vermögens- und Immobilienfragen, mit der Planung der KKR-Klausur am 24. September sowie mit der überarbeiteten Fassung der Geschäftsordnung des KKR.

Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 12. Oktober 2021 statt.

 

Stichwort Kirchenkreisrat

 

 

Der Kirchenkreisrat vertritt den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis in allen Angelegenheiten. Er führt die Aufsicht über die 151 Kirchengemeinden und ihre Verbände sowie über die Dienste und Werke und erteilt die erforderlichen Genehmigungen. Das Gremium besteht aus 13 Mitgliedern. Ihm gehören die Pröpstin und Pröpste der drei Propsteien des Kirchenkreises, Pröpstin Helga Ruch (Stralsund), Propst Gerd Panknin (Demmin) und Propst Andreas Haerter (Pasewalk), als geborene Mitglieder an. Die weiteren zehn Mitglieder wurden von der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gewählt: Sylvia Giesecke, Raik Harder, Dr. Gerd Albrecht, Wolfgang Banditt, Reinhard Kurowski, Beate von Randow, Dr. Sibylle Scheler, Angelika Beyer, Pastor Dr. Ulf Harder und Johanna Hertzsch. Vorsitzender des Kirchenkreisrates ist Propst Gerd Panknin. Der Kirchenkreisrat bereitet die Entscheidungen der Kirchenkreissynode vor, bringt Vorlagen ein und führt die Beschlüsse aus. Er bringt den Haushalt ein und ist für die Durchführung verantwortlich. Er berät Pröpstin und Pröpste, beruft die Pastorinnen und Pastoren in die Pfarrstellen des Kirchenkreises und führt die Aufsicht über die Kirchenkreisverwaltung. Der Kirchenkreisrat im Internet: http://www.kirche-mv.de/Kirchenkreisrat.565.0.html    


Stadt der königlichen Instrumente

 

Stralsund bietet mit drei großen Orgeln nicht nur perfekte Bedingungen für Konzertreihen und die Orgelnacht am 24. September, sondern auch für regelmäßige internationale Orgelakademien

 

(Stralsund/sk) - Vom 30. August bis zum 3. September fand in Stralsund die Orgelakademie 2021 statt. „14 junge Leute aus den USA, aus Schweden, Polen und Deutschland hatten sich innerhalb weniger Stunden nach der Ausschreibung zu diesem Meisterkurs angemeldet“, berichtet Martin Rost, Initiator und Organist an der Stellwagenorgel in Sankt Marien. Zusammen mit dem polnischen Orgellehrer Prof. Krzysztof Urbaniak von der Music Academy Łódź und dem Stralsunder Kirchenmusikdirektor (KMD) Matthias Pech unterrichtete er die Orgelstudierenden. Auch für die Kooperation im Baltischen Orgelcentrum war dieser Meisterkurs ein weiterer Meilenstein. Matthias Pech: „In der Regel haben wir am Vormittag an der neuen Wegscheider-Orgel mit ihren 51 Registern in der Kulturkirche gearbeitet. Am Nachmittag folgte das Seminar an der Stellwagenorgel von 1659 mit ihren ebenfalls 51 klingenden Stimmen. Hier bietet es sich besonders an, Alte Musik, zum Beispiel des Norddeutschen Barock, zu erarbeiten.“

 

Arbeit an Feinheiten und Artikulation

 

Martin Rost ergänzt: „Die jungen Leute haben die Stücke drauf und können die vorgesehenen Werke perfekt spielen. Wir arbeiten an der Artikulation, zu Fragen der Tempi, der Registerwahl, zu Feinheiten, zur Perfektion, die darüber entscheidet, ob ein Stück im Konzert nur gespielt oder interpretiert und gestaltet wird.“ Prof. Krzysztof Urbaniak, der am 1. September ein Konzert in der Nikolaikirche gab, berichtet: „Abends haben wir mit den Jugendlichen an der Buchholzorgel von 1841 mit ihren 56 Registern Werke der romantischen Orgelliteratur studiert, passend zu diesem Instrument.“ Akademieteilnehmer Michael, der in Washington, D.C.  geboren wurde und nun in New York Orgel studiert, war besonders von der Stellwagenorgel begeistert. „Derart historische Instrumente haben wir auf dem gesamten amerikanischen Kontinent nicht.“

 

Instrumente verkörpern drei Epochen

 

Die Orgel gilt als die Königin der Instrumente. Mit der Fertigstellung des Werks der Firma Wegscheider in der Kulturkirche St. Jakobi im vergangenen Jahr verfügen die Stralsunder Hauptkirchen über drei hervorragende, große und klangvolle Instrumente, nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Dazu verkörpern sie profiliert drei unterschiedliche Epochen: Die Stellwagenorgel in der Marienkirche am Neuen Markt steht für die Renaissance, die Wegscheider-Orgel in der Kulturkirche für den Barock. Die Buchholzorgel von 1841 in der Nikolaikirche am Alten Markt gilt als souveräne Vertreterin der Romantik. Erstmalig in diesem Jahr findet der Konzertsommer reihum in den drei Hauptkirchen immer mittwochs um 19 Uhr statt.

 

Orgelnacht am 24. September

 

Eine Orgelnacht, die St. Marien, St. Jakobi und St. Nikolai und ihre drei monumentalen Instrumente zu einem Konzert verbindet, gibt es in diesem Jahr zum zweiten Mal. Sie beginnt am Freitag, 24. September, um 19 Uhr an der Wegscheider-Orgel in der Kulturkirche, setzt sich ab 20.15 Uhr in St. Marien fort und endet in der Nikolaikirche ab 21.30 Uhr. Indem die Zuhörenden von einem Konzert zum nächsten „pilgern“, verschmilzt die Musik verschiedener Stilistik, unterschiedlicher Klangräume und Interpreten zu einem großen Konzert. In der Kulturkirche spielt Johannes Lang (Potsdam), in St. Marien Xaver Schult aus Berlin und in St. Nikolai das Ensemble „Bach & Blues“ (Dresden) mit KMD Matthias Pech an der Orgel. Eintrittskarten (24 Euro, ermäßigt 20 Euro) gibt es im Vorverkauf im Nordeingang von St. Nikolai zu den Öffnungszeiten, per Bestellung in Sankt Marien sowie an der Abendkasse in der Kulturkirche ab 18.30 Uhr.


Zwei Kandidierende für das Bischofsamt der badischen Landeskirche – Wahl am 17. Dezember 2021

(Karlsruhe/ekiba) -  Die badische Theologin Heike Springhardt (Pforzheim) und der Wiesbadener Dekan Martin Mencke kandidieren für das Amt der Bischöfin bzw. des Bischofs der badischen Landeskirche. Sie bewerben sich um die Nachfolge von Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, der im April kommenden Jahres in den Ruhestand verabschiedet wird. Dies gab Synodalpräsident Axel Wermke (Ubstadt) am heutigen Mittwoch (14.9.) auf einer digitalen Pressekonferenz bekannt.

Heike Springhardt (Jg. 1975) ist habilitierte Theologin und derzeit Pfarrerin der Evangelischen Johannesgemeinde in Pforzheim. Von 2010 bis 2019 war sie Studienleiterin am Theologischen Studienhauses Heidelberg. Sie lehrte an den Universitäten Bochum, Heidelberg und Zürich. 2013 und 2014 war sie Gastwissenschaftlerin an der University of Chicago (USA). Springhardt promovierte über den „Beitrag von Religion und Kirche für Demokratisierung und Reeducation im Westen Deutschlands nach 1945“.

Martin Mencke (Jg. 1966) ist promovierter Theologe und seit 2011 Dekan des Evangelischen Dekanats Wiesbaden. Zuvor war er sieben Jahre Pfarrer der Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde Washington DC (USA) und dort zugleich Fachbereichsleiter für Religion/Ethik an der Deutschen Schule. Zwischen Studium und Vikariat promovierte Mencke über das Thema „Erfahrung und Gewissheit des Glaubens“ an der Universität Tübingen.

„Es war nicht leicht, unter den für das Bischofsamt vorgeschlagenen und durchweg geeigneten Personen mit ihren weitreichenden Kompetenzen eine endgültige Auswahl zu treffen, berichtete Synodalpräsident Axel Wermke (Ubstadt) vor zahlreichen Medienvertretern. Daher sei die Kommission „sehr erleichtert, zu einem guten Ergebnis gekommen zu sein.“

 

Insgesamt 60 Vorschläge wurden von Mitgliedern der badischen Landeskirche der Bischofswahlkommission eingereicht. Auf ihrer Klausurtagung Ende vergangener Woche führte die Bischofswahlkommission mit mehreren möglichen Kandidaten intensive Gespräche. Zwei Personen erhielten die notwendige Mehrheit, um zur Wahl vorgeschlagen zu werden.

 

Gewählt wird die neue Bischöfin bzw. der neue Bischof am 17.12.2021 auf einer Sondertagung der badischen Landessynode. 


Landessynode der Nordkirche tagt vom 16. bis 18. September in Travemünde:

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an kirchlichen Entscheidungen und Zukunft der Nordkirche stehen im Mittelpunkt

(Lübeck-Travemünde/akl) - Die Zukunft im Blick hat die Tagung der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland vom 16. bis 18. September im Maritim-Strandhotel in Travemünde: Die 156 Synodalen der Nordkirche werden ein Gesetz auf den Weg bringen, das regelt, wie sich Kinder und Jugendliche künftig stärker in den Gremien der Kirche beteiligen können. „Das ‚Kirchengesetz zur Regelung der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen‘ ist ein Meilenstein für die breite Beteiligung der jungen Generation an der Arbeit der Nordkirche in der Zukunft“, freut sich die Präses (Vorsitzende) der Landessynode (kirchliches Parlament) Ulrike Hillmann.

 

Die Herausforderungen der Zukunft geht der „Zukunftsprozess der Nordkirche“ an: Unter dem Namen Horizonte hoch5 bringt er unterschiedliche Ebenen und haupt- und ehrenamtliche Akteure darüber ins Gespräch, wie die Nordkirche angesichts sich verändernder Rahmenbedingungen weiterhin eine lebendige verkündigende Kirche sein kann, die nahe bei den Menschen ist. Diese programmatische Ausrichtung verfolgt auch der Bericht von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Sie wirft einen Blick zurück auf die letzten von Corona bestimmten Monate und entwickelt Perspektiven für die Zukunft der Nordkirche.

 

Die nordkirchliche Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt stellt die Kriminologin Dr. Alke Arns, Präventionsbeauftragte der Nordkirche, vor. Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, berichtet über den Stand der Aufarbeitung innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und über nordkirchliche Maßnahmen zur Unterstützung für Betroffene von sexualisierter Gewalt oder sexueller Grenzverletzungen.

 

Breiten Raum wird das Thema „Reden über Frieden“ einnehmen. „Das Thema hat bedauerlicherweise in den letzten Wochen weitere Aktualität durch die Entwicklung in Afghanistan erfahren“, so Ulrike Hillmann. Ein Jahr lang wurde in verschiedenen Formaten und Veranstaltungen der Nordkirche über „Wege zum Frieden“ gesprochen, nun beraten die Synodalen über Beschlüsse, die sie in die gesellschaftliche Diskussion einbringen wollen.

 

 

Erstmals ist unter den aktuellen Hygienevorschriften eine gemeinsame Tagung der Synodalen wieder möglich. Ulrike Hillmann: „Gemeinsam mit allen Synodalen freue ich mich sehr, dass sich die Nordkirchensynode nach einem Jahr wieder zu einer Präsenztagung versammeln kann. Die persönliche Begegnung und der Austausch sind für eine intensive und erfolgreiche synodale Arbeit auf Dauer unerlässlich.“


Schulbeginn: Sicher-Stark-Team leistet zielgerichtete Präventionsarbeit

(Euskirchen/pm) - Überall sieht man sie wieder in diesen Wochen deutschlandweit: Die bunten Schilder und Transparente, die auf den Schuljahresbeginn und damit auch auf die Einschulung der Erstklässler hinweisen. Mit „Vorsicht – Schulbeginn!“ und „Achtung – Erstklässler!“ werden die Verkehrsteilnehmer darauf hingewiesen, noch mehr Vorsicht und Achtsamkeit als üblich beim Straßenverkehr walten zu lassen.

In den meisten deutschen Städten hat sich auch die Einrichtung der Lotsendienste für die Schulanfänger etabliert. Diese haben sich mittlerweile nicht nur für den Bereich der Fußgängerüberwege bewährt, sondern auch für den Hin- und Rückweg zwischen Bushaltestelle und Schule. Oft wird schon vor dem „großen Tag“ der Erstklässler beispielsweise mit den Programmen des ADAC, der Deutschen Verkehrswacht und dem Sicher-Stark-Team den Kindern vermittelt, auf die Gefahrenzonen im Straßenverkehr besser achtzugeben.

Doch diese Begleitungen und Schulungen lassen sich natürlich nicht während des gesamten laufenden Schuljahres durchführen. Irgendwann nach einigen Wochen treten die meisten der jüngsten Schüler ihren Weg alleine an, ob auf dem Lande oder in der Großstadt, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Und selbst wenn sie hinreichend und gründlich für das Verhalten im Straßenverkehr „geschult“ wurden: Immer noch lauert eine Gefahr, die man nicht auf den ersten Blick erkennen und einschätzen kann.

Denn immer wieder werden auf dem Schulweg Kinder „abgefangen“ und dann missbraucht - und die körperlichen und psychischen Folgen belasten sie oftmals ein Leben lang.

 

Sicher-Stark übt „Nein-Sagen“

Hier tritt seit vielen Jahren das Sicher-Stark-Team auf den Plan, welches nicht nur besagte Sicherheitstrainings für Schulweg und Straßenverkehr, sondern vor allem das richtige Verhalten in bedrohlichen Situationen mit den Kindern trainiert.

Denn gerade diese Situationen sind zumeist nicht auf den ersten Blick als bedrohlich erkennbar: Immer noch kursieren zahlreiche Berichte von Fällen in den Medien, in welchen das spätere Missbrauchsopfer mit Versprechungen oder Geschenken in die Falle gelockt wurde.

 

„Mut tut gut!“

„Mut tut gut!“ lautet die Devise in den Sicher-Stark-Kursen, in welchen mithilfe von realitätsbezogenen Rollenspielen nicht nur das „Nein-Sagen“, sondern auch das laute Schreien im richtigen Zeitpunkt eingeübt wird.

Ebenso lernen die Kinder, auf ihre eigenen Gefühle zu achten, denn wenn das Bauchgefühl „mulmig“ ist, dann könnte mit der fremden Person, die einen da gerade angesprochen und nach dem Weg gefragt hat, ja vielleicht etwas nicht stimmen!

 

Wie sich Kinder vor Übergriffen schützen können, vermitteln zahlreiche Tipps im Buch “Ratgeber zur Schulwegsicherheit" (ISBN: 978-3-9812954-5-0und auf den Sicher-Stark-Seiten, denn nur starke Kinder sind auch wirklich sicher. Das Buch gibt es auch in jeder Buchhandlung in Deutschland oder im Internet. Die Sicherheitstipps können Eltern helfen.

 

https://www.sicher-stark-team.de/shop-schulwegsicherheitsbuch.cfm


Foodsharing-Initiative, Kirchengemeinde und Ingos kleine Kältehilfe retten Lebensmittel

Verwenden statt verschwenden: Neue Foodsharing-Station an Saarbrücker Kirche

Pfarrer Benedikt Welter, Kirsten Brackertz von Foodsharing Saarbrücken sowie Petra Therre von Ingo’s kleiner Kältehilfe bestücken Kühlschrank und Brotschrank im Foyer der Kirche St. Jakob. Bildquelle: Ute Kirch/Bischöfliche Pressestelle

 

(Saarbrücken/bt)– Brötchen, Brote, Schoko-Croissants, ein Sack Kartoffeln, Tomaten, Joghurt und Milch – all diese Lebensmittel – und noch einige mehr – wären wohl in der Tonne gelandet. Denn im Geschäft wurden sie wegen ihrer etwas beschädigten Verpackung, nicht tadelloser Form oder einem überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr verkauft. Dass diese nach wie vor einwandfrei verzehrbaren Produkte nicht vernichtet werden, verdanken sie einer neuen Kooperation der Foodsharing-Initiative Saarbrücken, der katholischen Kirchengemeinde St. Jakob in Alt-Saarbrücken sowie dem Verein Ingo’s kleine Kältehilfe. Am Donnerstag, 9. September, haben sie im Foyer der Kirche (Keplerstraße 13) eine Foodsharing-Station eröffnet. Dort stehen nun ein Schrank sowie ein Kühlschrank, in die Lebensmittel gestellt und von jedermann mitgenommen werden können.

Bereits im Frühjahr 2020 hatte die Kirchengemeinde zwischen Kirche und Pfarrhaus einen Gabenzaun eröffnet. „Immer wieder klingelten Menschen während des ersten Lockdowns, als die Tafeln geschlossen hatten, bei uns und baten um Lebensmittelspenden“, blickt Pfarrer Benedikt Welter zurück. Die Idee für den Gabenzaun war geboren: In Tüten verpackte gespendete Lebensmittel wurden an den Zaun gehängt und Bedürftige konnten sich bedienen. „Niemand, der sich etwas holen wollte, musste buckeln. Jeder konnte sich dort ohne Scham etwas nehmen, ohne seine Bedürftigkeit nachweisen zu müssen.“ Der Gabenzaun sei sehr gut angenommen worden und viele Menschen auch von außerhalb der Stadt hätten gespendet. „Wir dachten, im Sommer sind wir fertig“, sagt Welter. Eine Erwartung, die sich nicht bewahrheitet habe. Nach wie vor werde das Angebot gebraucht.

Auf den Gabenzaun aufmerksam wurden auch die Aktiven von Foodsharing. „Lebensmittel sollten im Sommer nicht am Zaun hängen“, sagt Kirsten Brackertz von der Initiative. Die Lebensmittelretter kooperieren bereits mit der Jugendkirche eli.ja, vor der ein Brotschrank steht. Da habe die Idee für eine Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde St. Jakob nahegelegen. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern sammelt Kirsten Brackertz Lebensmittelspenden in Geschäften ein. Über eine Spende kam die Initiative an einen Kühlschrank, den Foodsharing-Kollege Sebastian Müller mit dem Lastenfahrrad von Riegelsberg nach Saarbrücken zur Kirche transportierte.

„Das Angebot des Fairteilers richtet sich an jeden. Wir sind eine Nachhaltigkeits-Initiative haben keine Vorgaben, wer kommen darf“, erklärt Kirsten Brackertz. Der Aspekt des Lebensmittelrettens stehe im Vordergrund. Ein Drittel aller produzierten Lebensmittel landen nach Auskunft der Initiative im Müll. Die Kooperation mit „Ingo’s kleiner Kältehilfe e.V.“, die seit fast fünf Jahren aus gespendeten Lebensmitteln Mahlzeiten für bedürftige Menschen kocht, besteht seit mehreren Jahren. „Von den Lebensmitteln, die wir gespendet bekommen, bleibt immer etwas übrig. Bisher hat Foodsharing unsere Reste abgeholt, jetzt bringen wir sie direkt in den neuen Fairtailer“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende Petra Therre.

 

Das Kirchenfoyer in der Keplerstraße 13, 66117 Alt-Saarbrücken, ist von Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Initiatoren suchen Unterstützer, die bereit sind, den Fairteiler zuverlässig und regelmäßig zu reinigen. Kontakt unter saarbruecken@foodsharing.network


Zum Tag des Friedhofs 2021:

„Heilsame Trauer braucht Rituale – am besten am Grab.“

 

Oft kollidieren zur Trauerbewältigung hilfreiche Rituale mit den Regelungen an anonymen oder halbanonymen Beisetzungsorten ohne Grabpflege durch die Angehörigen - zum Beispiel auch bei Urnenreihengräbern oder bei Baumbeisetzungen. Foto: Urnenreihengrab auf dem Neustädter Friedhof in Magdeburg. Foto: Raum für Trauer/Günter Czasny. 

 

(Kassel / Süßen/pm) - Der eigentlich wichtigste gesellschaftliche Nutzen des Friedhofes muss im Zusammenhang mit der Diskussion über Artenvielfalt und urbanes Mikroklima ebenso diskutiert und besonders hervorgehoben werden. Darauf weist die Initiative „Raum für Trauer anlässlich des Tages des Friedhofs (19.9.2021) hin. Wichtiger seien die grundlegenden psychologischen und wirkungsspezifischen Aspekte und Funktionen von Beisetzungsorten. Deren Wert erkenne man in der Regel erst in der Trauerphase – und damit oft viel zu spät. 

Trauer kann eine enorme psychische Belastung sein. „Für eine gelingende Bewältigung ist der aktive Umgang mit Trauer von zentraler Bedeutung. Die Möglichkeiten dazu am Beisetzungsort sind neu zu betrachten und zu bewerten: Trauerhandlungen müssen unseren Erkenntnissen zufolge auch direkt am Trauer- und Beisetzungsort möglich sein – und das ist nicht überall gegeben“, so Dr. Dirk Pörschmann, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. und ideeller Träger der Initiative „Raum für Trauer“. Viele wichtige Trauerhandlungen, wie das Anzünden von Lichtern oder Ablegen von Blumen und Erinnerungsstücken, seien gerade an Grabformen ohne Grabpflege untersagt. Beispiele seien unter anderem Baumbeisetzungen auch in Beisetzungswäldern und andere anonyme und halbanonyme Grabformen. 

„Viele Menschen erkennen nachweislich erst in der Trauer, wie wichtig ein Beisetzungsort mit Möglichkeiten der individuellen Gestaltung wäre. Die Friedhöfe bieten hierfür zweifellos die besten Voraussetzungen, auch wenn sie sich darin wieder stärker als Orte für die Hinterbliebenen verstehen sollten“ ergänzt Günter Czasny, Initiator der Initiative „Raum für Trauer“ und Sprecher des Redaktionsrates ihrer Onlineplattform www.trauer-now.de

„Der optimale Friedhof ist ein Raum für die Lebenden, der ihnen, ohne Verpflichtungen aufzuerlegen, die Möglichkeit gibt, ihrer Trauer so Ausdruck zu verleihen, wie es ihnen gut tut – ein achtsamer Raum, der auch in anderen Lebenskrisen heilsame Wirkung haben kann.“ 

Die Initiative stützt sich dabei auf neue wissenschaftliche Studien. Diese sind in der Publikation „Raum für Trauer“ zusammengefasst. Sie ist, ebenso wie die „Acht Thesen zur Trauerkultur im Zeitalter der Individualität“ von Matthias Horx, über www.trauer-now.de zu beziehen. „Auf Basis dieser und anderer wissenschaftlicher Erkenntnisse haben inzwischen erste Friedhöfe begonnen, dies erfolgreich umzusetzen“, hebt Günter Czasny hervor. 

www.raum-fuer-trauer.de 

Dr. Dirk Pörschmann ist Direktor des Zentralinstituts und Museum für Sepulkralkultur und als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. ideeller Träger von Raum für Trauer und der Onlineplattform „Trauer now“. 

 

Günter Czasny ist Initiator der Initiative Raum für Trauer und Sprecher des Redaktionsrates der Onlineplattform www.trauer-now.de sowie stellvertretender Geschäftsführer der Ernst Strassacker GmbH & Co. KG Kunstgiesserei, Süßen,


Bischof würdigt Rätearbeit und ruft zur Beteiligung an den Wahlen auf

„Mitreden! Der Zukunft eine Stimme geben“ – Rätewahl im Bistum Trier

Foto: bt
Foto: bt

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat die Katholikinnen und Katholiken im Bistum Trier aufgerufen, sich an den bevorstehenden Wahlen für die pastoralen Gremien zu beteiligen – als Kandidatin und Kandidat oder durch den Gebrauch ihres Wahlrechts. Rund 1,1 Million Menschen im Bistum Trier sind bei den Wahlen am 6. und 7. November wahlberechtigt. In Pfarreien, die sich zum 1. Januar 2022 zusammenschließen wollen, finden die ersten gemeinsamen Wahlen am 29. und 30. Januar 2022 statt.

Eine Kirche, die sich missionarisch und diakonisch versteht, benötige Personen, die in den demokratisch gewählten Gremien vor Ort die pastoralen und finanziellen Entscheidungen mitbestimmen, sagte der Bischof in einem am 12. September veröffentlichten Grußwort. Zugleich räumte er ein: „Diese Aufgabe fällt gewiss nicht immer leicht angesichts der notwendigen kirchlichen Veränderungsprozesse.“ Das Bistum Trier reagiere auf den Wandel mit Zusammenschlüssen von Pfarreien und der Bildung von Pastoralen Räumen, in denen die inhaltlichen Impulse der Synode vorangebracht werden sollen. Diese setze auf die Würde und Verantwortung aller Getauften – ein Leitgedanke, der sich auch im Motto der Wahl widerspiegle: „Mitreden! Der Zukunft eine Stimme geben“.

In vielen von der Flutkatastrophe betroffenen Pfarreien können zunächst keine Wahlen stattfinden. Er sei mit seinen Gedanken bei den betroffenen Menschen, sagte der Bischof: „Sie werden auch weiterhin unsere wache Anteilnahme und unsere wirksame Solidarität brauchen.“

Ackermann dankte den amtierenden Räten für ihre Arbeit in den unterschiedlichen Gremien in den vergangenen Jahren: „Angesichts der Herausforderungen, vor die unsere Kirche in dieser Zeit gestellt ist, ist dieses Engagement keineswegs selbstverständlich – im Gegenteil: Es stellt ein selbstbewusstes Glaubenszeugnis dar.“

 

Weitere Informationen zu den Wahlen gibt es unter www.bisum-trier.de/wahlen. Das Grußwort im Wortlaut finden Sie auch direkt hier.


Vielfältige Angebote der inneren Einkehr

 

„Zeit für Dich“ – Die zweite Vorsitzende, Cornelia von Uckro (2.v.li.), und weitere Mitglieder des Vereins „Backstein – Geist und Garten“ präsentieren das Banner des „Spirituellen Sommers in Pommern“ vor der Backsteinbasilika St. Jürgen in Starkow. Foto: PEK / Sebastian Kühl

 

 

Bannerübergabe in Starkow - Verein Backstein - Geist und Garten“ und Kirchengemeinde sind Partner der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“

 

(Starkow/sk) - Der Verein „Backstein – Geist und Garten“ ist langjähriger Partner und Standort der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“ im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Auch in diesem Jahr veranstaltet der Verein in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Starkow und Velgast bis in den Oktober hinein wieder vielfältige Angebote der inneren Einkehr. Unter anderem wird eine Ausstellung in der Starkower Kirche und in der Backsteinscheune unter dem Thema „MEHR WIR!“ gezeigt, die Impulse zur Meditation über Lebens- und Glaubensthemen gibt. Besonders großer Beliebtheit erfreuen sich die sonntäglichen Konzertkaffees, die mit einem Gottesdienst beginnen und mit thematischen Führungen durch den Pfarrgarten sowie mit Konzerten in der Kirche fortgesetzt werden. 

 

Banner hängt am Baugerüst

 

Seitens des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises werden die diesjährigen Veranstaltungen des Vereins und der Kirchengemeinde, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“ stattfinden, mit 1.500 Euro aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ unterstützt, seitens der Projektleitung des „Spirituellen Sommers“ erhielt die Kirchengemeinde weitere 1.500 Euro. Anlässlich dieser finanziellen Hilfe nahmen Mitglieder des Vereins ein Banner des „Spirituellen Sommers“ vor der Backsteinbasilika St. Jürgen in Starkow entgegen. Aufgehängt wurde es anschließend am Baugerüst, das für die derzeitigen Sanierungsarbeiten an der Kirche errichtet wurde. Das Banner zeigt das Logo des „Spirituellen Sommers“ mit dem Motto „Zeit Für Dich“ sowie einen QR-Code, der auf die Internetseite www.spiritueller-sommer-pommern.de führt.

 

Zentraler Ort regionaler Vernetzung

 

„Wir verstehen Starkow mit der Kirche und dem Pfarrgarten als einen zentralen Punkt der regionalen Vernetzung“, so die zweite Vorsitzende des Vereins „Backstein – Geist und Garten“, Cornelia von Uckro. „Wir möchten den Menschen vor Ort und den Touristen vielseitige Angebote mit kulturellen und spirituellen Impulsen machen.“ Ein besonderes Vorhaben sei in diesem Zusammenhang die Errichtung eines Touristischen Informationszentrums mit Ausstellungen und einer Aussichtsplattform auf der Kirche, von der aus sich künftig ein Ausblick über den Pfarrgarten und die Weite der umgebenden Landschaft bieten werde. Zu den verbleibenden Programmhöhepunkten der diesjährigen Saison in Starkow zählen am 18. und 19. September der „Tag der offenen Herbstgärten“ und der „Appeldag“ am 9. Oktober.

 

Dachmarke für Vielfalt der inneren Einkehr

 

Unter der Dachmarke „Spiritueller Sommer in Pommern“ werden im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis Angebote zur inneren Einkehr in der Region gebündelt, die sich an Urlauber und Einheimische gleichermaßen richten. Aus der Taufe gehoben wurde der „Spirituelle Sommer in Pommern“ im Jahr 2017. Waren es zu Beginn acht Veranstaltungsstandorte, gibt es mittlerweile 35 Standorte im gesamten pommerschen Kirchenkreis, die unter dem Motto „Zeit für Dich“ wechselnde spirituelle Formate und mehrere Hundert Einzelveranstaltungen anbieten.

 

 


Am 18./19. September zeigen drei Kirchengemeinden, wie energieeffizientes und nachhaltiges Bauen gelingt

Energiewendetage in Baden-Württemberg

(Karlsruhe/ekiba) - Unter dem Motto „Wir sind Energie!“ finden am 18. und 19. September die 15. Energiewendetage Baden-Württemberg statt. Auch drei Kirchengemeinden der Evangelischen Landeskirche in Baden zeigen dabei ihre Projekte zum Thema Energiewende.

Ziel der Energiewendetage ist es, die Energiethemen vor Ort lebendig zu machen, den Dialog zu fördern und so die Energiewende voranzutreiben. Engagierte Veranstalter machen mit Aktionen, Projekten und Tagen der Offenen Tür die Energiewende begreifbar.

So lädt die Evangelische Kirchengemeinde Heidelsheim (Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal) am 18. September von 14 bis 17 Uhr zu einem Baustellentag im Evangelischen Gemeindezentrum ein. Die Kirchengemeinde möchte über die besonders hohen Baustandards des Neubaus der Kita und des Gemeindezentrums informieren.  Schwerpunkt der Veranstaltung und Baustellenführung ist das neuartige Heizsystem mit Erdwärmekollektoren, das durch eine Photovoltaikanlage und Batteriespeicher nicht nur nahezu klimaneutral betrieben werden, sondern einen Energieüberschuss für die Allgemeinheit einspeisen kann.  Staatssekretär Dr. André Baumann hat seinen Besuch angekündigt und Dr. André Witthöft-Mühlmann, Umweltbeauftragter der Landeskirche, wird ebenfalls an der Veranstaltung teilnehmen. (www.ekg-heidelsheim.de/neues-gemeindehaus

Am 19. September von 11.30 Uhr bis 16 Uhr lädt das Evangelische Pfarramt St. Blasien (Kirchenbezirk Hochrhein) zu einem Tag der offenen Tür ein. Besucherinnen und Besucher – darunter auch Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Landes-Umweltministerium und Oberkirchenrat Martin Wollinsky – können unter anderem das neue klimafreundliche Pfarr- und Gemeindehaus besichtigen. Führungen zeigen die Nachhaltigkeit des Baus, die Wärmepumpenheizung und die E-Ladestation, aber auch die Photovoltaik-Anlage und die Wärmepumpenheizung der Christuskirche. Das Pfarrhaus ist – über einem Sockelgeschoss aus Beton – aus reinen Holzelementen ohne Metall- und Leimverbindungen errichtet, das Holz sowie die Holzfaserdämmung kommen vollständig aus dem Schwarzwald und können recycelt werden. Gegenüber dem Vorgängerbau werden 75% Energie, sowie 75% CO2 eingespart. (www.eki-st-blasien.de/unsere-gemeinde/neubau-pfarrhaus)

Als gelungenes Beispiel für die Vernetzung mit der Kommune und für überzeugende Öffentlichkeitsarbeit sowie Fundraising beteiligt sich auch die Evangelische Kirchengemeinde Seelbach (Kirchenbezirk Ortenau) an den Energiewendetagen mit einem Film-Beitrag. Kirche, Gemeindehaus und Pfarrhaus wurden an das kommunale regenerative Nahwärmenetz angeschlossen und werden damit voraussichtlich 82 % CO2 pro Jahr einsparen. Gefördert wird das Projekt über das CO2-Minderungsprogramm der Landeskirche. Im Zuge der Innenrenovierung der Kirche ersetzt außerdem eine Fußbodenheizung die Luftheizung und es gibt eine solarthermische Anlage für Warmwasser im Pfarrhaus und eine große PV-Anlage deckt den Strombedarf. Der Film „Licht und Wärme“ wird in einem Schöpfungsgottesdienst am 19. September, 9.30 Uhr, in der Evangelischen Kirche vorgeführt und kann anschließend im Internet (www.ekise.de) angeschaut werden.

Infos zu den Energiewendetagen des Landes: https://www.energiewendetage.baden-wuerttemberg.de

 

Die drei Projekte in St. Blasien, Heidelsheim und Seelbach sind nur drei Beispiele für den Weg in Richtung Klimaneutralität, den die Evangelische Landeskirche in Baden in den kommenden Jahren gehen möchte. Derzeit erarbeitet die Landeskirche ein entsprechendes Klimaschutzkonzept. Außerdem unterstützt sie die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung, indem sie ihre Gemeinden dazu aufgerufen hat, sich auch am nächsten Klimastreik am 24. September wieder mit Aktionen zu beteiligen. Info: www.ekiba.de/bue


Das Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte e. V. feiert Jubiläum – und gewinnt an überregionaler Bedeutung

Seit 25 Jahren in Berlins Mitte wichtiger Partner für Menschen in Notlagen

(Berlin/dw) – Ob Hilfe für Familien mit Migrationshintergrund, Beratung und Wohnmöglichkeiten für wohnungslose Frauen oder Integrationsprojekte für Geflüchtete: Die Arbeit des Diakonischen Werks Berlin Stadtmitte e. V. prägt den Sozialraum in den Berliner Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte seit nunmehr 25 Jahren. „Unsere demokratischen und sozialstaatlichen Grundlagen werden immer öfters in Frage gestellt. Deshalb ist es uns besonders wichtig, konkrete gesellschaftliche Arbeit zu leisten“, sagt Monika Lüke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Berlin Stadtmitte e. V.

Projekte wie etwa die berlinweit tätigen Stadtteilmütter - Mütter mit Migrationshintergrund, die Familien beraten, wenn sie Fragen zur Erziehung, Entwicklung und Bildung ihrer Kinder haben - , das Projekt „echt unersetzlich“ für Kinder und Jugendliche, die Familienangehörige pflegen oder das gemeinsam mit der Koepjohann’schen Stiftung betriebene Wohn- und Beratungshaus für Frauen in Not in der Tieckstraße in Berlin Mitte gelten auch über die Stadtgrenzen hinaus als beispielhaft: So wurde das Diakonische Werk Berlin Stadtmitte e. V. im vergangenen Jahr vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragt, sein Projekt Interkulturelle Brückenbauer*innen im Hospiz- und Palliativbereich als Modellprojekt auf Bundesebene durchzuführen. Standorte sind Berlin und Köln, mit der Diakonie Köln als Partnerin.

Das Flüchtlingswohnheim Zeughofstraße in Kreuzberg – eines der ältesten Flüchtlingsunterkünfte in Berlin - und die Flüchtlingskirche zählen ebenfalls zu den Projekten des Diakonischen Werks. Im Bereich Hilfen für Familien nimmt das Familienzentrum tam mit eigenem Café, einer Kita und Beratungsräumen eine wichtige Rolle ein. Ebenfalls Modellcharakter hat der Arbeitsbereich „Pflege in Not“, eine Beratungs- und Beschwerdestelle bei Konflikt und Gewalt in der Pflege älterer Menschen.

Mittlerweile arbeiten knapp 360 Menschen in 35 Einrichtungen, Projekten und in der Geschäftsstelle des Diakonischen Werks Berlin Stadtmitte e. V. Geschäftsführerin Monika Lüke sagt: „Das ist ein Zeichen dafür, wie wirkungsvoll soziale Arbeit für unsere Gesellschaft ist  - gerade im Zentrum einer Stadt wie Berlin.“

 

Ein Film über die Arbeit des Diakonischen Werks Berlin Stadtmitte e. V. ist ab 15. 9. unter www.diakonie-stadtmitte.de/geschaeftsstelle/25-jahre zu finden.

 

 


Nordkirche verleiht zum ersten Mal Jugendandachtspreis:

Preise gehen nach Sassen/Greifswald, Rendsburg und Meldorf

Jugendliche der Jugendkirche Rendsburg und Umgebung bei der Preisverleihung; Foto: Jugendpfarramt/Nordkirche
Jugendliche der Jugendkirche Rendsburg und Umgebung bei der Preisverleihung; Foto: Jugendpfarramt/Nordkirche

(Lübeck/Greifswald/Rendsburg/Meldorf/akl) -  Rike Bauckhage aus Greifswald, die Jugendkirche Rendsburg und Umgebung und Amrei Härtel und Lucie Ackermann aus der Kirchengemeinde Meldorf sind die drei Preisträger des ersten Jugendandachtspreises der Nordkirche.

 

In einem Jugendgottesdienst in der Lübecker St.-Martin-Kirche hat Bischof Tilman Jeremias die Preise gestern Abend (11. September) verliehen und alle jungen Leute, die einen Beitrag eingereicht haben, gewürdigt. Der Wettbewerb hatte das biblische Thema „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein“ (1 Mose 12,2). Bischof Jeremias: „Ich bin begeistert von der Qualität der Beiträge, von der theologischen und geistlichen Tiefe der Gedanken über den Segen. Die jungen Leute haben eine ganz eigene Stimme und einen eigenen Sound. Das brauchen wir dringend in Kirche und Gesellschaft.“. Beteiligen konnten sich junge Leute zwischen 12 und 27 Jahren. Die per Video eingesandten Beiträge kamen aus allen Regionen der Nordkirche. Veranstalter waren das Jugendpfarramt der Nordkirche zusammen mit der Konfirmandenarbeit und der theologischen Nachwuchsförderung.

 

„Mit diesem Preis möchten wir Jugendliche ermutigen und motivieren und nordkirchenweit die Beteiligung Jugendlicher an Andachten und Gottesdiensten fördern“, sagt Landesjugendpastorin Annika Woydack. „Jugendliche mögen Gottesdienste total gerne, wenn sie mitgestalten und engagiert dabei sein können. Dann wird ein Gottesdienst zum Geschenk und Schatz, das erleben wir bei Jugendfreizeiten.“ 

 

Die Preisträger:

 

Der erste Preis geht an Rike Bauckhage nach Sassen/Greifswald. Er ist mit 1.000 Euro dotiert. Der Beitrag hat die Jury durch seine theologische Tiefe überzeugt. Die 21-Jährige hält eine interaktive Predigt in einem Segnungsgottesdienst für angehende Teamerinnen und Teamer. Das sind junge Leute ab 14 Jahren, die sich ehrenamtlich bei Freizeiten und Wochenenden engagieren. Rike Bauckhage sagt: „Unsere Jugendpastorin Tabea Bartels hatte mich auf den Wettbewerb angesprochen und mich ermutigt, die Predigt einzureichen. Ich bin völlig überwältigt von der schönen Preisverleihung und hätte nie mit einem Preis gerechnet“. Zur ihrer preisgekrönten Predigt meint sie: „Unser Konfirmandenpastor Matthias Thieme hatte uns erklärt, dass das Wort Segnen im Hebräisch mit Loben gleichgesetzt wird. Deshalb habe ich die Teamerinnen und Teamer in meiner Predigt einfach mit Lob überschüttet.“

 

Zu sehen auf dem Youtube-Kanal des Jugendpfarramts der Nordkirche: https://youtu.be/G0ZYhoPZQX8

 

Der 2. Preis, der mit 500 Euro dotiert ist, geht an Emma Wiese, Christian Schröder und Karlotta Overath von der Jugendkirche Rendsburg und Umgebung. Der Beitrag, der am See aufgenommen wurde, überzeugte die Jury durch seine hohe Kreativität, so gibt es ein Gebet in Gebärdensprache. Die Stimmung am See und die poetische, zum Teil in Versen formulierte Predigt erzeugen eine intensive Stimmung.

 

Beitrag auf Youtube: https://youtu.be/M-W8TzFx-r8

 

Die 17-jährige Amrei Härtel und Lucie Ackermann von der Kirchengemeinde Meldorf haben mit einer Andacht des Jugendgottesdienst-Teams „Einfach Anders – Gott und wir“ den mit 300 Euro dotierten 3. Preis gewonnen. Die beiden überzeugten die Jury mit einer dialogischen Predigt in der illuminierten Meldorfer Kirche.

 

Beitrag auf Youtube: https://youtu.be/wq-EH_Cnj_o

 

Jeder Preisträger konnte als Sachpreis noch einen Beamer mit nach Hause nehmen. Das Preisgeld ist bestimmt für ein Jugendprojekt in der jeweiligen Gemeinde oder ein soziales Projekt nach Wahl. Hauptsponsor war der Verein Andere Zeiten.

 

Aus dem Siegerbeitrag von Rike Bauckhage:

 

„WOW

 

Ihr seid wirklich genial ich bin immer wieder begeistert! 

Ihr übertrefft euch selbst so oft!

Ihr seid Tischtennis Helden,

und Wortakrobaten 

und Ironiespezialistinnen 

und kreative Künstler 

ihr seid so unterschiedlich, und doch eine Gruppe 

Ihr seid Polarstern-Experten 

und Kanu Rennfahrerinnen 

Ihr seid Führungsboot-Besatzung 

und Profi Badestellen Springerinnen

Ihr seid Katzenflüsterer,

Latten-schießen-Sieger 

und Sieger der Herzen 

Ihr seid sensibel für die Gefühle anderer, und eure eigenen Grenzen 

 

Ihr seid morgens nicht so müde, wie ihr aussieht und abends ganz schön munter

Er seid Profi-Andachts-Musiker 

und Dörte Diebe

 

 

WOW“


Stiftung Menschen in Not unterstützt Caritas-Anlaufstelle mit 5.000 Euro

Gesundheitsfürsorge für Menschen ohne Wohnung

Freudiger Anlass vor der Caritas-Wohnungslosenhilfe in der Koblenzer Neustadt 20: Michaela Marx, Geschäftsführerin der Stiftung Menschen in Not, übergab den Scheck an Markus Fröhlich, Leiter der Fachberatungsstelle. Des Weiteren freuten sich Daniel Krauss (Clearingstelle Krankenversicherung), Dr. Claudia Tamm (MediNetz Koblenz e. V.), Achim Meis (Leiter Soziale Dienste), Caritasdirektorin Martina Best-Liesenfeld (v. links). Foto: Caritasverband Koblenz/Marco Wagner

 

(Koblenz/bt) - Bereits seit vielen Jahren unterstützt die „Stiftung Menschen in Not – Caritas-Stiftung im Bistum Trier“ die Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes Koblenz. Die Anlaufstelle in der Koblenzer Neustadt 20 wird fast ausschließlich durch Eigenmittel und Spenden finanziert. Dank der regelmäßigen Förderung durch die Bistumsstiftung können den Menschen Jahr für Jahr wichtige gesundheitsfördernde Hilfen angeboten werden. So war die Freude groß, als Michaela Marx, Geschäftsführerin der Stiftung, sich persönlich über die Arbeit vor Ort informierte und einem symbolischen Spendenscheck über 5.000 Euro überreichte.

Trotz Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen war und ist die Fachberatungsstelle jederzeit für die Ratsuchenden erreichbar. Im Jahresschnitt finden 500 wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen Rat und Unterstützung. Neben der Fachberatung in Kombination mit der aufsuchenden Sozialarbeit gibt es einen Tagesaufenthalt, Sanitärbereiche für Frauen und Männer, eine Kleiderkammer, eine ärztliche Kontaktstelle in Kooperation mit MediNetz sowie eine Clearingstelle Krankenversicherung. Im Haus befinden sich darüber hinaus mehrere Wohneinheiten im Rahmen eines Wohnprojektes. Zurzeit sind in der Neustadt 20 insgesamt 120 Menschen postalisch gemeldet, die keinen vertraglich abgesicherten Wohnraum haben.

„Wir bedanken uns ganz herzlich für die erneut großzügige Unterstützung der Stiftung, ein Zeichen der Wertschätzung und Mitmenschlichkeit“, sagt Einrichtungsleiter Markus Fröhlich. „Täglich kommen ca. 40 Menschen, um Rat zu suchen, den Hygienebereich zu nutzen oder mit einer Mahlzeit zu stärken, was unter Einhaltung der Corona-Kontaktbeschränkungen eine große Herausforderung darstellt.“

 

Nachhaltige Hilfe für Menschen am Rande unserer Gesellschaft

Durch die intensive Zusammenarbeit mit MediNetz e. V. können ärztliche und pflegerische Angebote sichergestellt werden. Insbesondere die kalte Jahreszeit ist für Menschen, die auf der Straße oder in prekären Wohnverhältnissen leben, eine große Belastung mit schwerwiegenden gesundheitlichen, teils lebensbedrohlichen Risiken.

Die Übernahme von Rezeptgebühren oder der Kosten für nicht verschreibungspflichtige Medikamente, die kostenlose Ausgabe von Speisen und Getränken, Hygieneartikeln, winterfester Kleidung, Isomatten und Schlafsäcken sind wichtige Maßnahmen zur Gesundheitsfürsorge, die dank der Förderung durch die Bistumsstiftung direkt und unbürokratisch bei den Menschen ankommen.

„Wir möchten dort helfen, wo die Not am größten ist und wo andere Mittel nicht zur Verfügung stehen“, sagt Stiftungs-Geschäftsführerin Michaela Marx. „Die Mitarbeitenden der Caritas-Anlaufstelle leben christliche Nächstenliebe und unterstützen Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes am Rande unserer Gesellschaft leben.“

 

 Weitere Informationen telefonisch unter Tel.: 0261-9144078 oder per E-Mail an mow(at)caritas-koblenz.de.


Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt predigt zum Schweriner Domjubiläum:

„850 Jahre Liebesgeschichte mit Gott“

(Schwerin/akl/mb) - Eine Liebeserklärung an den Schweriner Dom stellte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum Schmidt heute Vormittag (12. September) in den Mittelpunkt ihrer Predigt. Im Festgottesdienst zu 850 Jahre Dom zu Schwerin zitierte die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland einen Psalmvers, der derzeit gut sichtbar an der Tür des Doms hängt: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.“ (Psalm 26,8)

 

Kristina Kühnbaum-Schmidt sagte: „Wie könnte man das Domweihjubiläum treffender und passender begehen als mit einer solchen Liebeserklärung! Drückt sie doch aus, wie sehr Menschen mit diesem Dom, mit diesem Kirchenraum in Liebe und Zuneigung verbunden sind. Denn über Jahrhunderte hinweg haben Menschen hier eine Zuflucht gesucht und gefunden. Alte und Junge. Arme, Reiche, Kranke und Gesunde. Dieser Dom war und ist Raum für Ängste und Sorgen, für Freude und Glück. Ein Raum für Gebete, laute und leise, für hörbare und unhörbare Worte - und sicher auch für manche Stoßseufzer. Seit 850 Jahren ist der Dom mitten in Schwerin, im Wandel der Zeiten ein Ort, an dem Menschen ihr Leid klagen, ihre Trauer zeigen, ihre Tränen weinen, und spüren, dass wieder Hoffnung und Trost wachsen.“ 

 

Die Landesbischöfin freute sich, im Festgottesdienst auch Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, und Dagmar Winter, Bischöfin der Church of England, begrüßen zu können. Mitglieder der Domgemeinde erzählten in ihren Worten, was der Dom für sie bedeutet. So freute sich der 10-jährige Felix Erichsen: „Die Musik! Das Licht! Und in den Fenstern der Himmel. Es gibt hier so viel Schönes zu entdecken! Das wollen wir heute feiern.“ Parallel wurde das Domweihejubiläum mit einer Übertragung der Predigt der Landesbischöfin in der Schweriner Petruskirche, der Schelfkirche, der Schlosskirche und der Paulskirche gefeiert.

 

Angesichts aktueller Krisen und Menschenrechtsverletzungen etwa in Afghanistan oder Belarus betonte die Landesbischöfin, dass Nächstenliebe nicht an der Kirchentür enden dürfe: „Als Kirche tragen wir die Nöte der Menschen und unserer Welt nicht nur vor Gott, sondern wir wollen sie miteinander tragen. Einander helfen, wo immer es geht. Denn wer in dieser Kirche für sich und seine Mitmenschen betet, soll auch vor den Kirchentüren an ihrer Seite sein - mit Wort und Tat. Wer in dieser Kirche Gottes Gastfreundlichkeit und Menschenliebe erfährt, soll sie auch selbst praktizieren - mit offenem Willkommen z.B. für alle, die in diesen Tagen aus Afghanistan vor Terror und Unterdrückung fliehen müssen. Wer in dieser Kirche um Frieden bittet, soll auch vor ihren Türen daran mitwirken, dass Frieden wird - hier bei uns und weltweit.“

 

Die Landesbischöfin dankte außerdem der Domgemeinde, die das Jubiläumsjahr mit verschiedensten Aktionen wie einer Kunstausstellung oder einer historischen Tagung „mit geradezu unerschütterlicher Gelassenheit und Zuversicht“ trotz Corona feierlich begeht: „Dafür hier und heute von ganzem Herzen Danke! Danke Ihnen, lieber Bruder Mischok und liebe Mitglieder des Dom-Kirchengemeinderates, danke Ihnen, liebe haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende, und allen, die einzelne Programmpunkte dieses Jubiläumsjahres mit vorbereitet und gestaltet haben! Ihnen allen, allen hier und heute, für die dieser Dom ein besonderer Ort ist, bringe ich heute zu diesem Jubiläum die Glück- und Segenswünsche unserer Landeskirche, die sich ganz bewusst diese Stadt als Sitz der Landesbischöfin und diesen Dom als eine ihrer beiden Predigtstätten ausgesucht hat.“

 

Hinweis:

Die Predigt der Landesbischöfin finden Sie auf Youtube: https://youtu.be/-2ZD3ST54WQ

 

 


Musikalische Mittagsandacht im Hamburger Michel:

Gratulationen zum 60. Geburtstag von Bischöfin Kirsten Fehrs

(Hamburg/Schwerin/mw) - Rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Kirche haben heute (12. September) Bischöfin Kirsten Fehrs zu ihrem 60. Geburtstag gratuliert. Mit einer Musikalischen Mittagsandacht in der Hauptkirche St. Michaelis würdigte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) ihre Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck. 

 

In ihrem Grußwort sagte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit: „Im Namen der Hamburgischen Bürgerschaft gratuliere ich Bischöfin Kirsten Fehrs sehr herzlich zum 60. Geburtstag. Mit Herz und Verstand füllt sie seit mehr als zehn Jahren ihr Amt in der Nordkirche aus. Dass ihre Stimme gehört wird und in unserer Heimatstadt ein großes Gewicht hat, dürfte keine Überraschung sein. „Ihr Wort in Hamburgs Ohr“ inspiriert viele Menschen, Gutes zu tun, über Themen, die uns allen am Herzen liegen, nachzudenken, und häufig bietet es in schweren Zeiten auch Trost. Damit gelingt es Bischöfin Fehrs, dass die Kirche nicht nur in ihrer religiösen, sondern auch weiterhin in ihrer gesellschaftlichen Funktion prägend ist – und dies für den ganzen Sprengel.“

 

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, sagte: „Bischöfin Kirsten Fehrs macht in ihrer Amtsführung deutlich, dass die christliche Botschaft weit über das Leben in den Gemeinden und der Kirche selbst hinausreicht. Sie steht im Dialog mit Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und wichtigen gesellschaftlichen Bewegungen wie aktuell der Fridays for Future-Bewegung. Ihre Reden und Predigten sind auch deshalb so stark und bewegend, weil hinter ihren klaren Worten klare Haltungen stehen. Sie sind überzeugend, weil Kirsten Fehrs selbst überzeugt ist. Sie vertritt die christlichen Werte mit klaren Worten, die besonders drängend werden, wenn Menschen in Not sind, als Opfer von Gewalt oder Diskriminierung, als Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, als Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in belastenden Situationen leben durch Krankheit, Behinderung, wirtschaftliche Not oder wie zuletzt als besonders Betroffene in der Corona-Pandemie. Ich bedanke mich persönlich und im Namen des Senats sehr herzlich für ihre Arbeit als Bischöfin und ihr starkes Engagement weit über das Amt hinaus.“

 

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), würdigte die Jubilarin mit sehr persönlichen Worten. „Fünf Dinge sind es, für die ich heute besonders dankbar bin. Erstens: Du bist ganz Mensch. Nicht eine Kirchenfürstin assoziiert man mit Kirsten Fehrs, sondern die Pastorin und Schwester. Das tut unserer Kirche gut. Zweitens: Du läufst vor schwierigen Aufgaben nicht davon, sondern stellst dich ihnen mit Empathie und großer Entschlossenheit. Drittens: Du freust dich des Lebens, das Gott dir geschenkt hat. Und strahlst diese Freude auch aus. Viertens: Du zeigst klare Kante für die Menschenwürde. Beten und Tun des Gerechten gehören für dich zusammen und das machst du öffentlich auch deutlich. Und schließlich fünftens, das alles andere umschließt: Du strahlst für viele Menschen Segen aus.“

 

Ulrike Hillmann, Präses der  Landessynode, sagte in ihrem Grußwort: „Wer Bischöfin Fehrs im August bei der Diakonie-Spendenaktion „Weggefährt*in“ hat laufen sehen, mag kaum glauben, dass wir heute ihren 60. Geburtstag feiern: 21 Kilometer hat sie locker geschafft, 25.864 Schritte für eine gute Sache! Ich freue mich sehr, dass Kirsten Fehrs ihren runden Geburtstag gesund und fröhlich im Kreise vieler lieber Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter im Michel feiern kann. Dankbar für das viele Gute in den hinter ihr liegenden sechs Jahrzehnten schaut Kirsten Fehrs voller Gottvertrauen und Freude in die Zukunft. Persönlich und im Namen der Synode der Nordkirche gratuliere ich unserer Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck ganz herzlich! Für ihren Dienst als Bischöfin in unserer Kirche und für ihr privates Leben wünschen wir für viele weitere Lebensjahre von ganzem Herzen Gottes reichen Segen.“

 

Als stellvertretender Vorsitzender der Kirchenleitung der Nordkirche gratulierte Bischof Gothart Magaard (Sprengel Schleswig und Holstein): „Wir sind dankbar für Kirsten Fehrs großes, unermüdliches Engagement und ihre fröhliche, gewinnende Art. Sie ist  eine begnadete Netzwerkerin, eine Menschenfischerin und ein Kommunikationsgenie. Sie ist klar in der Sache und gleichzeitig bereit, eigene Positionen zu hinterfragen. Sie ist selbstkritisch und blickt zugleich zuversichtlich und mutig nach vorne – und sie ist stets mit dem Herzen dabei, damit sich unsere Kirche und die Welt zum Besseren verändern. Dabei wird sie von einem festen Glauben getragen, zu dem auch der konstruktive Zweifel gehört. Persönlich bin ich dankbar, mit Kirsten Fehrs im leitenden geistlichen Amt dieser Kirche so eng verbunden meinen Dienst tun zu dürfen und wünsche ihr für die kommenden Jahre weiterhin viel von der menschenfreundlichen Lebensenergie, die sie ausstrahlt.“

Zu den weiteren Gratulant*innen gehörten: Bundestagsabgeordnete Aydan Özoğuz, Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, NDR-Intendant Joachim Knuth, EKD-Kirchenamtspräsident Dr. Hans Ulrich Anke sowie Vizepräses Dr. Horst Gorski, Christoph Ernst, Generalsekretär der Deutschen Seemannsmission, die Diakonie-Landespastoren Dirk Ahrens (Hamburg) und Dr. Heiko Naß (Schleswig-Holstein), Dr. Gerhard Ulrich, Landesbischof em. der Nordkirche, Generalvikar Ansgar Thim und Domkapitular Monsignore Peter Mies (Erzbistum Hamburg), Landesrabbiner Shlomo Bistritzky und Fatih Yildiz von der Schura - Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg.

 

 

Gemeinsam mit dem Posaunenauswahlchor der Nordkirche unter Leitung von Daniel Rau sorgten Michelorganist Magne H. Draagen und Michelkantor Jörg Endebrock für die musikalische Gestaltung. Hauptpastor Alexander Röder moderierte.


Zusammenfassung: EKHN-„Kirchenparlament“ beendet Tagung in Worms

Evangelische Kirchensynode zwischen Afghanistan und Zukunftsprozess

 

(Worms/ekhn) - Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Samstagabend ihre Tagung in Worms mit einer intensiven Debatte über den Reformprozess „ekhn2030“ beendet. Die 80 Synodalen sowie weitere 60 per Video zugeschaltete Delegierte waren bewusst an dem historischen Ort zusammengekommen. 500 Jahre nach dem Auftritt Martin Luthers vor dem Reichstag in Worms beriet das mit einem Kirchenparlament vergleichbare Gremium in der Stadt am Rhein. Es appellierte auf seiner Tagung auch an die Politik, sich stärker für Afghanistan-Flüchtlinge einzusetzen.

 

Alle Meldungen zur Synode:
https://www.ekhn.de/ueber-uns/aufbau-der-ekhn/kirchensynode/berichte.html

Meldungs-Video auf Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=AhwnVL6TQ7s&t=215s

Synodenstream komplett aufgezeichnet auf Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=gI2Qy1vHcsQ

 

Reformprozess „ekhn2030“: Kooperation und Konzentration

 

Worms, das in der Geschichte der evangelischen Kirche ein zukunftsweisender Ort war, passte zum aktuellen Treffen. Im Zentrum der Synodentagung stand die Weiterarbeit an dem Zukunftsprozess „ekhn2030“. Das Papier, über das im November weiter beraten werden soll, sieht unter anderem vor, dass die gesamtkirchlichen Zuweisungen für Gebäude bis zum Ende des Jahrzehnts um bis zu 20 Millionen Euro gekürzt werden müssen. Die stärksten Einschnitte soll es bei den 900 Gemeindehäusern geben. Um zu nennenswerten Einsparungen zu kommen, müsste etwa jedes zweite aus der gesamtkirchlichen Finanz-Unterstützung genommen werden. „ekhn2030“ schlägt zugleich vor, dass die Kirchengemeinden stärker kooperieren sollen. Im Blick sind dabei regionale Vernetzungen der Gemeinden untereinander und mit ökumenischen, kommunalen und anderen zivilgesellschaftlichen Partnern. Sie werden „Nachbarschaftsräume“ genannt.

 

Resolution: Geflüchtete aus Afghanistan besser unterstützen

 

Die Synode hat auf ihrer Tagung auch an die Bundesregierung und die Landesregierungen appelliert, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus Afghanistan mehr zu unterstützen und für eine sichere Bleibeperspektive zu sorgen. In einer mit großer Mehrheit verabschiedeten Resolution heißt es unter anderem, dass humanitäre Aufnahmeprogramme aufgelegt werden sollen, die es mehr Familien erlauben, ihre Angehörigen zu sich zu holen. Zudem solle der Familiennachzug für Menschen aus Afghanistan erleichtert und beschleunigt werden. Die Synodalen ersuchten zudem die Landesregierungen in Rheinland-Pfalz und Hessen „bereits hier lebenden Afghaninnen und Afghanen eine sichere Aufenthaltsperspektive zu bieten und Familienangehörigen schnell den Nachzug zu genehmigen.“ (Wortlaut der Resolution https://www.kirchenrecht-ekhn.de/synodalds/48713.pdf)

 

Malu Dreyer: Lob für gesellschaftliches Engagement der Kirche

 

„Menschen, die sich aus ihrem christlichen Glauben heraus für Gerechtigkeit, gegen Antisemitismus und für weltweite Solidarität einsetzen, sind unverzichtbar für eine Gesellschaft, die menschlich und erfolgreich zugleich sein will“. Das erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrem Besuch auf der Synodentagung. Sie würdigte zugleich das Engagement der Kirche für die Flutopfer und lobte die Impfkampagne der EKHN #einpikserfüralle. Dreyer sagte mit Blick auf afghanische Geflüchtete zu, die Integration voranzutreiben und bessere rechtliche Voraussetzungen zu schaffen, um „nicht wieder eine „Never Ending Story“ für die Betroffenen zu schaffen. Sie sprach sich für dauerhafte Aufenthaltsgenehmigungen von Geflüchteten aus Afghanistan aus. „Wir brauchen eine Perspektive für die Menschen.“

 

Karin Wolff: Auszeichnung mit höchster Ehrung der EKHN

 

Die frühere hessische Kultusministerin Karin Wolff ist am Samstag vor der in Worms tagenden Synode mit der höchsten Auszeichnung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau geehrt worden. Für ihr großes ehrenamtliches Engagement in der evangelischen Kirche erhielt sie in Worms die Martin-Niemöller-Medaille. Die Christdemokratin war unter anderem von 1992 bis 2010 Mitglied in der Synode der EKHN, dem ehrenamtlichen Kirchenparlament. Von 2006 an gehörte sie zudem dem Kuratorium der Ehrenamtsakademie der EKHN an und war von 2010 bis 2020 auch dessen Vorsitzende. Darüber hinaus ist sie weiterhin Mitglied im Kuratorium der Evangelischen Hochschule Darmstadt. Die 62 Jahre alte Politikerin war von 1999 bis 2008 hessische Kultusministerin und von 2003 bis 2008 auch Stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Hessen.

 

 

 

Mehr Informationen, im Internet unter
www.ekhn.de/Synode


Nordkirche qualifiziert Jugendliche darin, Andachten zu halten und zu predigen:

Bischof Jeremias überreicht Preachercards und verleiht 1. Jugendandachtspreis der Nordkirche

Screenshot von der Preachercard-Ausbildung per Zoom; Foto: Nordkirche
Screenshot von der Preachercard-Ausbildung per Zoom; Foto: Nordkirche

 

(Lübeck/akl) -  Unter dem Hashtag #beblessed erhalten 30 junge Leute morgen, 11. September, um 16 Uhr in der St.-Martin-Kirche in Lübeck in einem Jugendgottesdienst ihre „Preachercard“: In einem Kurs haben sie sich dafür qualifiziert, selbstständig Andachten zu gestalten und Predigten zu halten. Im gleichen Gottesdienst überreicht Bischof Tilman Jeremias den ersten Jugendandachtspreis der Nordkirche. Drei Preisträger können sich über Geldpreise in Höhe von 1000 Euro, 500 Euro und 300 Euro freuen (PM zu Preisträgern folgt). Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern sagt: „Es ist großartig wenn junge Menschen ihren eigenen Glauben bezeugen können. Wenn sie das, was ihnen Halt gibt, so ausdrücken können, dass es andere berührt. Ein Beitrag dazu ist die Preachercard-Ausbildung, in der sie das Handwerkszeug dazu erhalten und Raum, sich auszuprobieren. Ich ermutige alle Kirchengemeinden, junge Leute Gottesdienste und Andachten gestalten zu lassen.“

 

Bischof Jeremias: Jugendliche bei Gottesdienstgestaltung beteiligen

 

Irmela Redhead ist Beauftragte der Nordkirche für die Konfirmandenarbeit und hat den Kurs gemeinsam mit dem Jugendpfarramt und der Nachwuchsförderung der Nordkirche auf den Weg gebracht. „Für die Jugendlichen ist es am schönsten, Gottesdienste zu feiern, wenn sie beteiligt sind, ihre Themen vorkommen und sie voneinander lernen“, erzählt sie.

30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Kiel bis Greifswald haben zwei Wochenenden und einen Tag lang gelernt, was man für eine gelungene Andacht wissen muss - von Ästhetik und Raumgestaltung über Fürbitten bis hin zur eigenen Predigt. Irmela Redhead. „Das wichtigste war, die Leute zu ermutigen, herauszufinden, wie sie gestrickt sind und sie darin zu bestärken. Jemand, der eher introvertiert ist, wird zu einer Andacht etwas anderes beitragen als eine, die gerne vor vielen Leuten auftritt.“

 

Beauftragte für Konfirmandenarbeit: Knallersätze für den Predigteinstieg suchen

 

Ein Aha-Erlebnis sei für viele gewesen, dass eine Predigt gar nicht steif und bedeutungsschwer daher kommen müsse: „Die jungen Leute konnten einen meditativen Text schreiben, einen Dialog oder auch interaktiv predigen. Sie haben gelernt, dass ihre Zweifel und ihre Begeisterung der Weg zum Text sind. Und wir haben gemeinsam Knallersätze für den Einstieg gesucht. Dabei haben wir viel gelacht – das geht sogar mit Zoom.“ Der nächste Preachercard-Kurs soll 2022 starten.

 

Rike (21): In Portugal Lust bekommen, zu predigen

 

Rike Bauckhage aus Greifswald ist 21 Jahre alt und macht gerade eine Ausbildung zur Erzieherin. Sie gehört zum Greifswalder Kinder- und Jugendrat und engagiert sich seit ihrer Konfirmation vor sieben Jahren als Teamerin bei Jugendfreizeiten. „Kirche war für mich immer ein Ort, wo ich so sein konnte, wie ich bin und dafür geschätzt wurde – ein sicherer Hafen“, sagt sie. 14 Monate hat sie in Portugal bei Google gearbeitet und bekam dort Lust, selbst zu predigen: „In Portugal habe ich Gottesdienste erlebt, die mich begeistert haben. Das war Wahnsinn! Das war eine junge Gemeinde, und die waren so lebensnah und enthusiastisch. Hier erlebe ich leider manchmal Pastoren, bei denen ich unmittelbar nach der Predigt nicht mehr weiß, was sie eigentlich gesagt haben. Deshalb habe ich mir gedacht, was brauche ich eigentlich für eine Andacht, wie schreibt man eigentlich eine Predigt?“ Seit 2014 macht Rike Bauckhage Poetry Slam und hat schon einmal die Landesmeisterschaft in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen.

 

Kurs vor dem Bildschirm: Jugendpfarramt schickt Pakete mit Suppe und Salböl 

 

Von dem Preachercard-Kurs schwärmt sie: „Das war soo gut! Manchmal habe ich das Gefühl, dass Christen so ein bisschen judgemental sind und nicht so offen gegenüber anderen Meinungen und Glaubensausprägungen. Hier waren alle so wertschätzend, das war gerade in der Coronazeit ein Segen.“ Dass der Kurs per Zoom stattfand und nicht in Hamburg, sei ihr als Greifswalderin entgegengekommen. „Das Jugendpfarramt hatte uns Pakete geschickt mit Suppe, veganen Snacks, Texten, Kerzen und einem Salböl. Wir haben dann nach dem Kurs noch gemeinsam vor dem Bildschirm Abendbrot gegessen, das hat so viel Spaß gemacht!“ Gelernt hat sie viel, erzählt sie: „Ich hatte einen supertollen Mentor, mit dem ich meine Predigt besprechen konnte. Die wichtigste Erkenntnis für mich war, dass eine Andacht nur angedacht ist und nicht fertig. Ich habe gelernt, dass ich nicht alleine bin, wenn ich so etwas mache, sondern dass es ein Team gibt und dass ich in einer Andacht den Heiligen Geist wirken lassen darf.“

 

Der Heilige Geist darf wirken

 

 

Nun brennt sie darauf, das Erlernte umzusetzen. Die 21-Jährige sagt: „Ich finde es gut, wenn Jugendliche nicht nur etwas vorlesen dürfen, hinter dem sie vielleicht gar nicht stehen, Wen spricht das nicht an, wenn ein Jugendlicher vorne steht und hat was Persönliches geschrieben und zittert vielleicht sogar ein bisschen beim Lesen?“ Rike Bauckhage weiß auf jeden Fall, was sie jetzt möchte: Theologie studieren.


Weihbischof spendet Firmung in kroatisch-katholischer Mission in Koblenz

Muttersprache als wichtiges Ausdrucksmittel

 Weihbischof Gebert und die gefirmten Jugendlichen. Foto: privat
Weihbischof Gebert und die gefirmten Jugendlichen. Foto: privat

 

 

(Koblenz/bt) – Der Trierer Weihbischof Franz Josef Gebert hat am 4. September 27 junge Menschen aus der kroatisch-katholischen Gemeinde in der St. Franziskus Kirche im Koblenzer Stadtteil Goldgrube das Sakrament der Firmung gespendet.

In seiner Predigt wies der Weihbischof auf die Bedeutung der Muttersprache hin. Der Heilige Geist kam auf die Jünger herab, die daraufhin in den unterschiedlichen Muttersprachen ihrer Zuhörer sprechen konnten. „Die Muttersprache ist wichtig, um Gefühle und die Gedanken des Herzens auszudrücken. Sprache ist sehr wichtig für den Dialog“, erklärte Gebert.

Die Lesungen des Gottesdienstes waren in deutscher und kroatischer Sprache; Lieder, Gebete und einige Fürbitten waren in der Muttersprach der Gemeinde genauso wie die Firmworte, die Gebert auf Kroatisch sprach. Der Spendung des Sakraments ging eine neunjährige Vorbereitungszeit für die Jugendlichen voraus.

Firmungen in der muttersprachlichen Gemeinde finden alle zwei Jahre statt. Im Wechsel spenden kroatische und Bischöfe aus dem Bistum Trier das Sakrament.

 

Weitere Informationen zur kroatisch-katholischen Mission gibt es bei Pfarrer Stjepan Zadravec unter Tel.: 0261-14506 oder per E-Mail an hkmisija.koblenz@gmail.com.


Diakonie Hessen zum Tag der Wohnungslosen am 11. September: Wohnraum für wohnungslose Menschen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Wohnungslosigkeit gemeinsam beheben

(Frankfurt/dh) - Etwa 3.000 Menschen übernachten Schätzungen zufolge dauerhaft im Freien. Sie gehören zu den großen Verlierern der Gesellschaft. Für sie gibt es kaum Chancen eine bezahlbare Wohnung zu finden – zu groß ist der Wohnungsmangel. Zum Tag der Wohnungslosen am 11. September sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen: „Jeder von uns hat Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben. Mit anwachsender Wohnungsnot und zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten etwa durch die Corona-Pandemie müssen wir davon ausgehen, dass noch mehr Menschen ihre Wohnung verlieren werden. Soweit darf es erst gar nicht kommen.“ Die Diakonie Hessen fordert schon seit Jahren zusammen mit anderen hessischen Wohlfahrtsverbänden ein Aktionsprogramm der Landesregierung zur Überwindung der Wohnungslosigkeit. „Geschehen ist bisher noch nichts“, sagt Carsten Tag weiter. „Doch nur gemeinsam können wir die unterstützungsbedürftigen Menschen in die Wohnungen bringen. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

 

„Benötigt werden etwa acht Millionen Euro für die kommenden vier Jahre“, erläutert Stefan Gillich, Abteilungsleiter und zuständig für die Wohnungsnotfallhilfe bei der Diakonie Hessen. „Eine Wohnung ist zwar nicht alles, aber ohne Wohnung ist alles nichts.“ Benötigt wird eine konkrete Erfassung der Lebenssituation wohnungsloser Menschen sowie verstärkt präventive Ansätze, um den Wohnungsverlust zu vermeiden. Stefan Gillich: „Dies muss koordiniert und Hand in Hand mit anderen Anlaufstellen gehen. Je länger jemand auf der Straße lebt, umso schwieriger wird es, die Person in die Gesellschaft zu integrieren. Sie gilt es auf der Straße anzusprechen, in Wohnraum zu vermitteln und auch danach noch zu begleiten.“

 

 

Weitere Informationen zu Aktionen, Zahlen und Fakten auf unserer Themenseite zum Tag der Wohnungslosen


Priester im Bistum Trier treffen sich zu Begegnung und Austausch

Mehr Mensch, mehr Dienst, mehr Nähe

 Über 100 Priester konnte Bischof Ackermann in St. Maximin begrüßen. Foto: bt
Über 100 Priester konnte Bischof Ackermann in St. Maximin begrüßen. Foto: bt

 

 

(Trier/bt) – Nach einer Pandemie-bedingten Pause im vergangenen Jahr haben sich Priester des Bistums Trier am 3. September zu Begegnung und Austausch getroffen. Über 100 Priester im aktiven Dienst, aber auch Ruhestandsgeistliche, kamen mit Bischof Dr. Stephan Ackermann in der ehemaligen Reichstabtei St. Maximin in Trier zusammen. Das „Update“ als Treffen unter den geltenden Corona-Regeln sei möglich und nötig, sagte der Bischof. Bei einem solchen „unverzweckten“ Treffen gehe es weniger um operative Dinge, sondern um Fragen der priesterlichen Existenz und darum, „den größeren Horizont in den Blick zu nehmen“.

Dieser „größere Horizont“ sind die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft, die Veränderungen durch die Pandemie und die Flutkatastrophe, und auch die Veränderung auf der Stelle des Leitenden Priesterreferenten (eigener Bericht folgt). Pfarrer Msgr. Dr. Michael Bollig, für die Fortbildung der Priester Zuständiger im Strategiebereich Personalplanung und –entwicklung, erinnerte daran, dass Veränderungen in Frage stellten und an die eigene Identität rührten. „Veränderungen gehören zu Wesen der Kirche dazu: Ohne Veränderung keine Entwicklung“, sagte er und ergänzte: „Veränderungen gelingen dann, wenn es motivierende Visionen gibt.“

Motivierend und notwendig sei vor allem die Vision einer entschieden diakonischen Kirche, wie Referent Professor Dr. Christoph Jacobs (Paderborn) aufzeigte. Nähe sei die große Chance der Kirche, und Nähe solle auch den Dienst der Priester bestimmen, zeigte sich Jacobs - Priester, klinischer Psychologe und Mitverfasser der sogenannten Seelsorgestudie der katholischen Kirche (2015) - überzeugt: „Nähe zum Menschen, Nähe zu Gott, Nähe zur Realität“. Fehle eines dieser Elemente, sei keine Zukunftsvision überzeugend. Den Weg zur diakonischen Seelsorge illustrierte Jacobs an einer Schlagzeile aus dem vom Hochwasser im Juli besonders schwer getroffenen Ahrtal: „Wenn es ganz schlimm wird, ist unser Pastor da.“ Dabei bezog er den Begriff „Pastor“ auf alle Seelsorgerinnen und Seelsorger. Zwar sei die Kirche nicht mehr Herrin der Lage, weil sie an vielen Stellen mit dem Kontrollverlust über die vielen Veränderungen konfrontiert sei, doch gerade deshalb dürfte das Prinzip der Nähe nicht aufgegeben werden. Denn auch wenn die Kirche sich in der Corona-Pandemie vielleicht nicht als systemrelevant gezeigt habe, so sei sie im besten Sinn doch lebensrelevant, betonte Jacobs. „Wer ich sein soll, auch als Priester, wird mir gezeigt durch diejenigen, die mich brauchen“, stellte er als These auf. Oder anders gesagt: Quelle zukunftsträchtiger Veränderung sind „die Menschen, die uns brauchen“. Und dann gehe es vor allem um drei notwendige Reformen: die Herzensreform mit „mehr Mensch“, die diakonische Reform mit „mehr Dienst“ und die Strukturreform mit „mehr Nähe“. Bezogen auf die diakonische Reform forderte der Referent eine Mischung aus Individualseelsorge und Sozialpastoral – Perspektivwechsel, die im Bistum Trier nach der Synode bereits eingeübt werden.

 

Den Weg zu Veränderung und die dafür notwendigen Strukturen griff Bischof Ackermann im Gottesdienst im Dom auf: Wenn der Apostel Paulus das Bild vom Schatz in zerbrechlichen Gefäßen zeichne, gebe er keine „Faustregel“ für den richtigen Umgang: „Geht es im übertragenen Sinne um Stärkung, um Resilienz? Oder eher darum, die Gefäße endgültig zerbrechen zu lassen?“ Beides könne richtig sein: Das brüchige Gefäß zerbrechen lassen und den Schatz – den Glauben - strahlen zu lassen, oder das Gefäß reparieren, um den Schatz zu schützen. „Immer wieder heißt es zu unterscheiden, was ‚dran‘ ist – das ist die Herausforderung“, betonte Ackermann. Dabei helfe, auf den Schatz selbst zu schauen: auf die Botschaft Jesu Christi, die bis heute nicht korrumpiert sei. „Dann werden wir die Gefäße finden, die es braucht.“