Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

25.09.2018


Missbrauch in der Kirche: kfd fordert Durchbrechen der männlichen Präsenz

Es ist fünf vor zwölf: Tiefgreifende Reformen unvermeidlich

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil: "Tiefgreifende Reformen sind unvermeidlich. Es muss endlich deutlich werden, dass die katholische Kirche veränderungswillig ist."  Foto: Kay Herschelmann
kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil: "Tiefgreifende Reformen sind unvermeidlich. Es muss endlich deutlich werden, dass die katholische Kirche veränderungswillig ist." Foto: Kay Herschelmann

 

(Düsseldorf/kfd) – Zur heute in Fulda beginnenden Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz richtet die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. den dringenden Appell an die Bischöfe, den Missbrauchs­skandal in der katholischen Kirche glaubwürdig und umfassend aufzuklären. Sie müssen jetzt konkrete Maßnahmen einleiten, um das erschütterte Vertrauen in die Kirche wiederherzustellen.

 

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil: „Tiefgreifende Reformen sind unvermeidlich. Es muss endlich deutlich werden, dass die katholische Kirche veränderungswillig ist. Zentrale Schritte sind für uns eine strukturelle Erneuerung, die deutlich mehr Frauen den Zugang zu Leitungsfunktionen ermöglicht und die Frage nach Diensten und Ämtern von Frauen in der Kirche neu stellt. Es ist längst fünf vor zwölf!“

 

Es gehe dabei vor allem um einen glaubwürdigen Umgang mit der begangenen Schuld, da noch immer die vornehmlich männlichen Strukturen in der katholischen Kirche die Vertuschung von Übergriffen und Gewalt ermöglichen – auch gegen Frauen.

 

Nachdem im Jahr 2010 erstmals in großem Umfang Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche bekannt und einige Maßnahmen zur Aufklärung ergriffen wurden, geht es der kfd heute nicht mehr nur darum, Enttäuschung oder Betroffenheit zu demonstrieren. Heil weiter:

 

„Wir sorgen uns um den Fortbestand unserer Kirche und stehen trotz allem an ihrer Seite“, betont Heil. „Aber es ist Zeit, die männliche Präsenz zu durchbrechen, die die Kirche nach außen immer noch hat.“

 

Nicht zuletzt muss die Bischofskonferenz vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle endlich Selbstkritik entwickeln und den konstruktiven Austausch zu Themen wie Aus- und Weiterbildung von Priestern, Ämter von Frauen in der Kirche und zeitgemäße Sexualethik verstärken.


Kirchenpräsident schreibt Buch über Umgang mit moderner Technik

Jung veröffentlicht „Digital Mensch bleiben“

Foto: Claudius Verlag
Foto: Claudius Verlag

 

 

(Darmstadt/ekhn) - Die Digitalisierung der Welt ist in vollem Gange. Es ist ein Megatrend, der sich nicht mehr umkehren lässt. Müssen wir aber hilflos erdulden, was er mit uns anrichtet? Nein, sagt der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung. Er fordert einen emanzipierten Umgang mit neuen Technologien und ist überzeugt, dass Menschlichkeit auch im digitalen Zeitalter zählt. In einem engagierten Debattenbeitrag erklärt der evangelische Theologe jetzt, wie wir „Digital Mensch bleiben“. Sein Buch mit genau diesem Titel erscheint am 9. Oktober im Claudius Verlag. Der Kirchenpräsident präsentiert es am 10. Oktober um 16.45 Uhr auch auf der Frankfurter Buchmesse in der Messehalle 3 am Stand 3.1 / B107.

 

 

 

Grundsätzliche Lebensfragen berührt

 

Jung nimmt in „Digital Mensch bleiben“ bewusst nicht als Technikfachmann, sondern als Theologe und Seelsorger Stellung zu dem aktuellen Thema. Weil die digitale Transformation grundsätzliche Lebensfragen berührt, wird gerade diese Perspektive fruchtbar für das Thema. Menschlichkeit setze „Lebensführungskompetenz“ voraus, schreibt Jung. Diese wiederum finde im souveränen Umgang mit Technologien ihren Ausdruck, nicht in einer Abhängigkeit von ihnen. Technologie, so der Autor, könne weder kritisches Denken lehren, menschliche Beziehungen ersetzen, noch die großen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen - ob Klimawandel, Kriege oder Kapitalismus.

 

 

 

Angemessene Rahmenbedingungen schaffen

 

Zwei kürzere Kapitel widmet der Autor der Veränderungskraft der Digitalisierung und der mit ihr verbundenen Erwartungen, die mitunter in wahren Erlösungsfantasien gipfeln. Vom vernetzten Arbeitsleben bis zur künstlichen Intelligenz nimmt Jung sodann vielfältige Entwicklungen unter die Lupe, um ausgehend von der Bestandsaufnahme schließlich Herausforderungen an den Einzelnen und die Gesellschaft zu skizzieren. Auf der individuellen Ebene plädiert er für eine Emanzipation von der Technologie. Von der Politik fordert er, angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen.

 

 

 

Über den Autor

 

Volker Jung, Jg. 1960, ist promovierter evangelischer Theologe und seit 2009 Kirchenpräsident der Evangelischen  Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit Sitz in Darmstadt. Jung ist außerdem Aufsichtsratsvorsitzender des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik und gilt als Medienbischof der EKD.

 

 


Bibliografie

 

Volker Jung

 

Digital Mensch bleiben

 

1. Auflage, 2018

 

136 Seiten, Hardcover

 

Claudius Verlag

 

ISBN 978-3-532-62826-3

 

14,00 Euro

 

Erscheint am 9. Oktober 2018.

 


Großveranstaltung in Frankfurt/M. vom 28.- 30. September

„Sternenklar – Du baust die Zukunft!“

 

 

 

„Sternenklar – Du baust die Zukunft!“ Unter diesem Motto findet vom 28. bis 30. September das bundesweite Event der Kolpingjugend in Frankfurt am Main statt. Unter der Schirmherrschaft des Limburger Bischofs Dr. Georg Bätzing und des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann, werden mehr als 1000 Teilnehmer erwartet.

 

 

(Frankfurt/pm) - Das Event setzt sich aus einem vielfältigen Programm zusammen, das sich über insgesamt drei Tage an verschiedenen Standorten in Frankfurt verteilt. Die Eröffnungsveranstaltung findet am Freitagabend ab 20 Uhr im Casino-Gebäude der Goethe-Universität statt.

 

Ab Samstagmorgen sind die Teilnehmer sowie eine interessierte Öffentlichkeit zu Interaktion, Information und Austausch auf dem Frankfurter Roßmarkt eingeladen. Dort wird eine Bühne aufgebaut sein, die von vielfältigen Dauerangeboten umrahmt ist. Neben den mehr als 1000 angemeldeten Teilnehmern werden am Samstag zahlreiche Tagesbesucher aus der Großregion erwartet.

 

Im Rahmen von drei Podiumsdiskussionen werden inhaltliche Schwerpunkte aufgegriffen, die für Politik, Kirche und Verband aktuell von großer Bedeutung sind. Unter dem Motto „Europa – Mehr als nur Sternchen“ werden von 10 Uhr an Ursula Groden-Kranich, MdB, und Thomas Mann, MdEP, mit Katharina Norpoth (BDKJ) und Alexander Suchomsky (Kolpingjugend) über die soziale Dimension Europas diskutieren. Um 14 Uhr folgt ein Podium mit dem Thema „Laudato Si. Klarheit schaffen.“ Hierzu werden u.a. Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück) und Martina Fornet Ponse von Adveniat Fragen von Nachhaltigkeit erörtern.

 

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen wird es um 12 Uhr mittags eine Stellungnahme der Bundesleitung der Kolpingjugend geben. „In Zeiten von zunehmendem Fremdenhass, Gewalt und sprachlichen Entgleisungen wollen wir als Kolpingjugend unbedingt ein Zeichen gegen diese erschreckenden Entwicklungen setzen. Dazu wollen wir alle Teilnehmenden und eine interessierte Öffentlichkeit einladen“, erläutert Julia Mayerhöfer von der Bundesleitung der Kolpingjugend.

 

Zeitgleich zu den Angeboten auf dem Roßmarkt finden im Mainhaus Stadthotel Frankfurt verschiedene Workshops statt, u.a. in Zusammenarbeit mit Missio und dem BDKJ. Abgerundet wird der Veranstaltungstag mit einer Party in den Räumlichkeiten der Goethe-Universität.

 

Am Sonntag wird das Event ab 10:30 Uhr mit einem Abschlussgottesdienst auf dem Roßmarkt beschlossen. Zelebriert wird die Messe unter freiem Himmel von Bischof Georg Bätzing.

 

„Mit Sternenklar möchten wir das Verbandsgefühl stärken. Wir organisieren ein Event, das nachhaltig in Erinnerung bleiben soll und jungen Menschen innerhalb und außerhalb des Kolpingwerkes zeigt: Engagement und Gemeinschaft machen Spaß“, erklärt Manuel Hörmeyer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Kolpingwerkes.

 

 

 

Die Kolpingjugend ist ein katholischer Jugendverband, in dem 42.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine bunte Gemeinschaft erleben. Aus dem christlichen Glauben heraus und in der Nachfolge Adolph Kolpings engagieren wir uns ehrenamtlich für soziale Gerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft. Die Kolpingjugend ist eigenständiger Teil des Kolpingwerkes.

 


Wanderausstellung im Greifswalder Dom thematisiert die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in der Evangelischen Kirche im Bereich der heutigen Nordkirche

„Neue Anfänge nach 1945?“

 

(Greifswald/sk) - Seit Sonnabend ist die Wanderausstellung „Neue Anfänge nach 1945?“ im Dom St. Nikolai in Greifswald zu sehen. Am morgigen Dienstag, 25. September, findet um 17 Uhr die offizielle Eröffnung durch Propst Gerd Panknin und Pastor Dr. Tilman Beyrich statt. Dr. Stephan Linck von der Evangelischen Akademie der Nordkirche führt in die Ausstellung ein. Die Ausstellung ist erstmals außerhalb von Hamburg und Schleswig-Holstein zu sehen. Sie thematisierte bislang die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in den alten Bundesländern im Bereich der heutigen Nordkirche. Dabei standen ehemalige nordelbische Kirchengemeinden, aber auch das Verhalten einzelner Menschen im Blickfeld. Dokumentiert wurden tatsächliche Neuanfänge ebenso wie das Ausblenden von Schuld. Erweitert ist die Ausstellung nun um die Entwicklung nach dem Krieg in der DDR im Bereich der heutigen Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern. Ein Begleitprogramm, das unter anderem einen Gemeindeabend mit dem Thema „Neubeginn in der Pommerschen Landeskirche“ umfasst, ergänzt die Ausstellung, die bis zum 10. Oktober zu sehen ist.

 

 

 

Begleitprogramm:

 

 

 

Freitag, 28. September, 19.30 Uhr

 

Filmvorführung „Das schweigende Klassenzimmer“, Moderation Pastor Dr. Tilman Beyrich

 

(1956: der Volksaufstand in Budapest wird niedergeschlagen. Zwei ostdeutsche Abiturienten wollen während des Unterrichts eine Schweigeminute für die Opfer einlegen und geraten dadurch in Konflikt mit der Staatsmacht. Der Film thematisiert den Neuanfang nach 1945 in der DDR. Wie verhielt sich die vom Staat verordnete Entnazifizierung zum Hineingleiten in eine neue Diktatur durch die SED?)

 

 

 

Donnerstag, 4. Oktober, 12 Uhr

 

Mittagsandacht zur Ausstellung „Neue Anfänge nach 1945?“ mit Taizé-Gesängen, Stille und Gedenken, gestaltet von Cordula Ruwe (Touristenseelsorge), LKMD Prof. Frank Dittmer (Organist) und Kirchenmusikschülern

 

 

 

Dienstag, 9. Oktober, 19.30 Uhr

 

Gemeindeabend mit Pastor Dr. Irmfried Garbe (Kirchenhistoriker) unter der Fragestellung: „Verlust und Neubeginn, oder: wo anfangen in Vorpommern?“

 

(Der Neubeginn der pommerschen Landeskirche hatte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schwierigste Ausgangsbedingungen. An diesem Abend soll geklärt werden, welche Probleme und Fragen sich stellten, wer sie aufnahm, welche Entscheidungen fielen und wie diese die Gegenwart mitprägen.)

 

 

 

Weitere Informationen

 

 

 

Evangelische Kirchengemeinde St. Nikolai Greifswald, Tel.: 03834 2627, E-Mail: hgw-dom@pek.de

 


Mobile Info rund um das Sternsingen und ein Transporter zum Ausklappen

Premiere: Sternsingermobil auf Deutschlandtour

 

 

 

(Aachen/Düsseldorf/kmw) - Es ist der Auftakt zu einer Deutschlandpremiere, denn das neue Sternsingermobil hat gestern das erste Mal Station gemacht. Auf dem Heumarkt in Köln im Rahmen des Weltkindertags-Festes hat das gelb-weiße Mobil mit jeder Menge Spiel- und Mitmachangeboten auf sich aufmerksam gemacht. Mehrere hundert Mädchen und Jungen haben das Mobil erkundet, Fragen gestellt, Schubladen aufgezogen, Spiele gespielt, Kronen gebastelt, und am Sternsinger-Quiz teilgenommen. Darüber hinaus konnten die Mädchen und Jungen sehen, wo die Sternsinger überall auf der Welt helfen. An einer großen magnetischen Weltkarte hängen die Porträts von Kindern, unter anderem aus dem Südsudan, Haiti, Tansania, Rumänien und Peru. Kurzinfos auf den Rückseiten der Fotos erzählen ihre Geschichten, die so für die Kinder in Deutschland begreifbar und erlebbar werden. Neben Infos zu Themen der Einen Welt, gibt es im Sternsingermobil auch Infos rund um die Aktion Dreikönigssingen und über die Arbeit des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘.

 

 

 

Eine tolle Überraschung für alle Mädchen und Jungen in Köln war der Besuch des TV-Reporters Willi Weitzel. „Ich freue mich sehr über meinen Kollegen auf vier Rädern. Falls ihr jetzt denkt ‚der Willi spinnt komplett’: Während ich für die Sternsinger Jahr für Jahr durch die Welt reise und Kinder besuche, denen es nicht so gut geht, kommt das Sternsingermobil zu euch in die Gemeinden und Schulen und bringt euch das Sternsingen und das Engagement des Hilfswerks dahinter quasi vor die Haustür. Meine Filme sind natürlich auch immer dabei und ich freue mich sehr über das erste Sternsingermobil in der Geschichte der Aktion Dreikönigssingen.“

 

 

 

Das Sternsingermobil tourt die nächsten Jahre durch Deutschland Das Mobil kann, in den nächsten Jahren, für einen Einsatz in ganz Deutschland gebucht werden. Es eignet sich zum Besuch von Sternsingergruppen, Pfarreien, Verbänden, Schulen oder Kindergärten. Bis zu 30 Kinder pro Klasse oder Gruppe können das Sternsingermobil gleichzeitig erleben. Geschultes Personal begleitet die Tour und ist Ansprechpartner vor Ort, allerdings ist mindestens eine weitere Begleitperson pro Gruppe erforderlich. Buchung und Nutzung des Sternsingermobils sind kostenfrei. „Das Sternsingermobil soll durch ganz Deutschland touren, um die Sternsingeraktion noch bekannter zu machen, um auf die nächste Aktion vorzubereiten und zu zeigen, welch gute Arbeit durch die Spenden der Sternsinger ermöglicht wird“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger’.

 

 

 

Bereits 2010 und 2012 waren ein Bus aus dem Senegal und ein Geländekrankenwagen im Namen der Sternsinger unterwegs. In allen 27 deutschen Diözesen wurde dabei Station gemacht. Der Senegalbus parkte im Jahr 2010 vor dem Schloss Bellevue, und der Krankenwagen durfte sogar 2013 ins Bundeskanzleramt fahren. Wohin der Weg des neuen Sternsingermobils führt, hängt vor allem davon ab, wer das Mobil anfragt. „Das ist ja das Prinzip der Aktion Dreikönigssingen, die Kinder gehen zu den Menschen, und so macht es auch das Mobil, es fährt in die Gemeinden und zu Verbänden und wirbt dann vor Ort für die Aktion und macht deutlich, wie großartig der Einsatz der Sternsinger ist. Es ist gut, dass wir uns bewegen und auf die Menschen zugehen“, sagt Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

 

 

 

Unter dem Motto: „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ werden sich die Sternsinger bei der 61. Aktion Dreikönigssingen an die Seite von Kindern mit Behinderungen stellen. Am 28. Dezember 2018 wird die Aktion in Altötting bundesweit eröffnet. Rund um den Jahreswechsel werden dann wieder in ganz Deutschland über 300.000 Sternsinger unterwegs sein. In allen 27 deutschen Bistümern gehen Mädchen und Jungen in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür, singen, segnen und sammeln Geld für Kinder in Not. Die Aktion wird getragen vom dem Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

 

 

 

Alle weiteren Infos, Termine, Buchungen, Anfragen:

 

 

 

www.sternsinger.de /sternsingermobil

 


BDKJ im Austausch mit Synodenteilnehmer Bischof Dr. Felix Genn

„Berufungspastoral für alle – neu denken!“

 

(Münster/bdkj) - Im Vorfeld der Jugendsynode diskutierten am 22. September 30 Jugendvertreter*innen in Münster mit Bischof Dr. Felix Genn, der als einer von vier deutschen Bischöfen an der Jugendsynode im Oktober teilnehmen wird. Die Veranstaltung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) legte den Fokus auf aktuelle Fragen in der Berufungspastoral.

 

 

 

Der Bischof von Münster und Vorsitzende der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Felix Genn, freute sich über die Initiative des BDKJ, die Fragen der Berufungspastoral in den Mittelpunkt des Tages zu stellen. Genn zeigte sich offen für das, was die Teilnehmenden ihm mit auf den Weg nach Rom gaben. Dabei betonte er, dass er nicht mit einer vorgefertigten Meinung zur Synode fahre, sondern Wert auf die gemeinsamen Beratungen und Prozesse lege.

 

 

 

Pfarrer Dirk Bingener (BDKJ-Bundespräses), machte deutlich, dass man in den Jugendverbänden Wert darauf lege, in der Berufungspastoral alle jungen Menschen mitzudenken, denn sie alle seien auf vielfältige Weise - Berufene. „Insofern sind Jugendverbände Orte der Berufungspastoral. Denn hier erleben junge Menschen eine für sie tragfähige Gemeinschaft und authentische Begleiter*innen, die ihnen helfen, herauszufinden, wie sie ein Leben führen können, das sie erfüllt“, so Bingener.

 

 

 

Zur Sprache kam auch der fehlende Nachwuchs in den pastoralen Berufen der Kirche, ein klassisches Feld der Berufungspastoral. Dazu hatte die BDKJ-Hauptversammlung im Mai dieses Jahres den Beschluss „Kirche bewirbt sich!“ verabschiedet, indem der BDKJ ein klares Bekenntnis zur Zukunft aller pastoralen Berufe, freie Bewerbungsverfahren über Bistumsgrenzen hinweg, passende Studieninhalte, attraktive Arbeitsbedingungen und Aufstiegsmöglichkeiten sowie vielfältige Einsatzfelder für junge Menschen in der Kirche fordert.

 

 

 

Zu diesem Beschluss nahmen die Referent*innen des Tages: Daniela Engelhard (Leiterin des Seelsorgeamtes Osnabrück), Michael Maas (Direktor des Zentrums für Berufungs-pastoral) und Andreas Strüder (Mentor im Bistum Essen) Stellung. Katharina Karl (Pastoraltheologin in Münster/Benediktbeuern), hatte zuvor aus wissenschaftlicher Sicht in das Thema Berufung eingeführt.

 

 

 

Thomas Andonie (BDKJ-Bundesvorsitzender), der als „Auditor“ an der Jugendsynode teilnehmen wird, fasste für sich als Fazit des Tages zusammen: „Junge Menschen brauchen Räume in Kirche, in denen sie ihre Berufung entdecken können und ein geeignetes personales Angebot vorfinden. Dafür wird es notwendig sein, die Jugend- und Berufungspastoral zukünftig stärker als bisher zusammenzudenken.“ 

 

 

 

Die Veranstaltung in Münster zum Thema „Berufung“ bildete den Abschluss der vier Hearings des BDKJ im Jahr der Jugendsynode. Im Februar hatte der Bundesverband in Bonn mit Jugendbischof Stefan Oster diskutiert. Im August hatte der Dachverband der kath. Jugend nach Hannover zu einem Gespräch mit Weihbischof Johannes Wübbe zum Thema Jugendsozialarbeit eingeladen. Vor zwei Wochen hatte zudem im Rahmen eines Vernetzungstreffens in München ein Hearing mit Teilnehmenden der Vorsynode stattgefunden.

 

 

 


Interreligiöse Andacht in Rostock setzt Zeichen gegen Ausgrenzung, Gewalt und Hass

Bischof Dr. v. Maltzahn: Menschen der Hoffnung braucht unser Land

Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn, Foto: Nordkirche
Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn, Foto: Nordkirche

 

(Rostock/cme) - „Du, lass dich nicht verhärten“ – unter diesem Motto stand heute (22. September) eine Interreligiöse Andacht in der Rostocker Marienkirche. Für den  Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn liegt befreiende Kraft in Wahrhaftigkeit und Friedfertigkeit. Er rief die dazu auf, sich nicht verhärten noch verbittern zu lassen. Wichtig sei, in den Bezügen des Alltags „Flagge zu zeigen und üblem Gerede zu widersprechen“.

 

 

 

Nach den Worten des Bischof leben wir in unruhigen Zeiten: Menschen ängstigten sich auf der einen Seite vor dem Fremden; vor der Gewalt, die angeblich oder tatsächlich von Geflüchteten ausgeht; davor, vielleicht wieder einmal zu verlieren, was man sich aufgebaut hat. Auf der auf der anderen Seite gebe es Ängste vor der Enthemmung und Radikalisierung gesellschaftlicher Gruppen; vor dem Hass, der Menschen entgegenschlägt, nur weil sie anders glauben, anders aussehen, anders leben.

 

 

 

Vor diesem Hintergrund fragte der Bischof, was helfen könne, dass Angst und Ohnmachtsgefühle die Menschen nicht lähmen. Er erinnerte an Jesu Auftrag an seine Jünger, der in unserer Zeit bedeute: „vom Himmel zu reden um der Erde willen; zu heilen, was im Argen liegt; aufzuwecken und wachzurütteln, denn es ist Zeit, zu erkennen, was auf dem Spiel steht; Menschen, die ausgegrenzt sind, in die Mitte zu holen; Ungeist zu widerstehen – egal in welcher Gestalt er sein Unwesen treibt: als Antijudaismus, Islamfeindschaft, Fremdenhass oder dumpfer Wut.“ In diesem Auftrag, so Bischof v. Maltzahn, liege Energie, die helfen können Lähmung und Verzagtheit zu überwinden. Dabei dürften wir uns getragen wissen von dem Bewusstsein, dass Gott uns gewollt habe und bejahe – „in aller Verschiedenheit und doch verbunden als Kinder desselben Vaters.“

 

 

 

Der Bischof plädierte dafür, sich im Sinne Gottes für eine Gesellschaft einzusetzen, „in der den Schwachen besondere Aufmerksamkeit gilt; in der nicht schrille Lautsprecher das Sagen haben, sondern Argumente zählen; eine Gesellschaft, in der Recht und Gerechtigkeit herrschen und nicht die Macht, sich durchzusetzen – ökonomisch oder  demagogisch“.

 

 

 

Zugleich rief er dazu auf, das Recht hochzuhalten und nichts auf den Rechtsstaat kommen zu lassen. Zugleich sei es wichtig, „wach zu sein, wenn jemand vorgibt, die Demokratie stärken zu wollen, in Wahrheit aber Hand an ihre Grundpfeiler legt – indem er beispielsweise unabhängigen Journalismus verleumdet“. Wir tun gut daran, so Andreas v. Maltzahn weiter, „kritisch zu prüfen, was Fakt ist; Hysterien nicht auf den Leim zu gehen; bei der Wahrheit zu bleiben und für sie einzustehen unter den Menschen, mit denen wir leben. Es ist wichtiger denn je, in den Bezügen unseres Alltags Flagge zu zeigen und üblem Gerede zu widersprechen!“.

 

 

 

Um die Kräfte des Todes zu entmachten, gelte es, das Leben zu feiern: „Anderen Menschen mit Herzenswärme zu begegnen, Kindern Lebenschancen zu eröffnen, Musik, Literatur und gute Filme zu genießen, die Schönheiten der Natur mit allen Sinnen zu erleben, die Liebe zu wagen – all das stärkt uns, eine Gesellschaft zu gestalten, in der alle ihren Platz haben. Sogar jene, die uns heute noch dämonisieren und zu Feinden erklären!“

 

 

 

„Gerade jetzt braucht es in unserem Land Menschen der Hoffnung“, fasste der Bischof sein Plädoyer zusammen: „Menschen die zuhören, wo man einander schon abgeschrieben hat; die versachlichen und ermutigen, wo Verunsicherung geschürt wird; die Unrecht beim Namen nennen, wo es verschleiert wird. Denn wir wissen: In Wahrhaftigkeit und Friedfertigkeit liegt befreiende Kraft“.

 


Julia Klöckner gibt Startschuss für bundesweites Projekt in Kita Sankt Simeon

„Gut essen macht stark!“

  Bundesministerin Julia Klöckner und Kita gGmbH Trier-Geschäftsführerin Cordula Scheich bereiten in der Kita St. Simeon gesunde Snacks mit den Kindern zu. Foto: bt
Bundesministerin Julia Klöckner und Kita gGmbH Trier-Geschäftsführerin Cordula Scheich bereiten in der Kita St. Simeon gesunde Snacks mit den Kindern zu. Foto: bt

 

(Trier/bt) – Startschuss für das Projekt „Gut essen macht stark“ in Kitas: Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat gemeinsam mit den Kindern der katholischen Kita St. Simeon in Trier-West den Startschuss für das bundesweite Projekt gegeben. Mit dabei waren die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die das Projekt federführend begleitet, sowie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

 

„Mir ist wichtig, dass alle Kinder, unabhängig von ihrem Elternhaus, ihrer Muttersprache oder ihrer Herkunft früh erfahren, was gesundes Essen ist und wie man sich gesund und lecker ernährt. Es ist leider Realität, dass in Deutschland 15 Prozent der drei- bis siebzehnjährigen Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder sogar adipös sind“, sagte Klöckner. „Gutes Essen will gelernt sein, nicht alles, was gut schmeckt, ist auch gesund. Deshalb wollen wir mit der Förderung des Projekts neue Impulse geben, das spielerisch mit den Kindern umzusetzen.“ Mit 550.000 Euro fördert Klöckners Ministerium das Projekt „Gut essen macht stark“, das sich an sozial benachteiligte Stadtteile richtet. Die Bundesministerin stellte in Aussicht, dass die Bundesregierung plane, in die Ernährungsbildung noch mehr zu investieren. 

 

„Kinder müssen erleben, dass gesundes gut Essen schmeckt. In unseren Kindertageseinrichtungen machen sie die Erfahrung, dass es Spaß macht, etwas Gesundes und Leckeres zuzubereiten“, unterstrich Cordula Scheich, Geschäftsführerin der katholischen KiTa gGmbH Trier. In der letzten Stunde seien in den 151 Kitas in Trägerschaft der Kita gGmbH Trier rund 8.500 Mittagessen ausgegeben worden – die nach den Qualitäts-Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) zubereitet werden. Bei den Kindern in Sankt Simeon gab es heute Gemüsesuppe. Kita-Leiterin Brigitte Wagner erklärte, dass ihre Einrichtung darauf achte, saisonal zu kochen: „Im Sommer gibt es Salatbüffets, im Winter auch mal mehr Eintöpfe und bei Früchten achten wir ebenso darauf. Und wir ernten mit den Kindern Äpfel, Nüsse und Johannisbeeren auf dem Außengelände.“ Auch wenn die Standards in den katholischen Kitas im Bistum schon hoch sind, findet Geschäftsführerin Scheich es wichtig, Kooperationen einzugehen und durch Projekte wie „Gut essen macht stark“ neue Impulse zu erhalten. Neben der Kita St. Simeon nimmt in Trier auch die katholische Kita Maria Königin aus Pallien am Projekt teil.

 

Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, erklärte, dass es neben guter Verpflegung in den Kitas auch darum gehe, das Thema Essen und Trinken in den Bildungs- und Erziehungsprozess zu integrieren. Dazu gebe es individuelle Beratungsangebote der Verbraucherzentralen für die Kitas. Neben dem Elternhaus seien es vor allem Kitas und Schulen, die gesundes und bewusstes Essverhalten prägten. Das Projekt „Gut essen macht stark“ wird bundesweit von den Verbraucherzentralen durchgeführt und läuft bis Ende September 2019. Im Rahmen des Projekts erwirbt das pädagogische und hauswirtschaftliche Personal Fachkompetenzen zu bewusster Ernährung, die dann in der täglichen Arbeit und im Umgang mit den Eltern angewendet werden können.

 

Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter: www.verbraucherzentrale.de/gut-essen-macht-stark

 


ZEHN JAHRE KIRCHLICHER UMWELTSCHUTZ:

FÜNF EVANGELISCHE EINRICHTUNGEN AUSGEZEICHNET

 

(Karlsruhe/ekiba) - Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat fünf evangelische Einrichtungen für ihren herausragenden Einsatz im kirchlichen Umweltmanagement ausgezeichnet. Sie erhielten eine Zertifikatsurkunde, weil sie sich bereits seit zehn Jahren an der kirchlichen Umwelt-Initiative „Grüner Gockel“ beteiligen. Der Landesbischof würdigte den „Grünen Gockel“ als zukunftsweisendes Projekt von großer Strahlkraft. „Viele Menschen erleben: Wir können etwas tun, damit die Ehrfurcht vor dem Leben – wie Albert Schweitzer sagt – sich in unserem Alltag ausbreitet.“

 

 

 

Ausgezeichnet wurden

 

• die Evangelische Jugendbildungsstätte Bodman-Ludwigshafen

 

• die Evangelische Jugendbildungsstätte Neckarzimmern

 

• das „Haus der Kirche – Evangelische Akademie“ in Bad Herrenalb

 

• das Evangelische Studienseminar Morata-Haus in Heidelberg

 

• das Evangelische Verwaltungs- und Serviceamt in Meckesheim

 

 

 

In den vergangenen zehn Jahren haben diese kirchlichen Häuser ihren Heizenergiebedarf, Stromverbrauch, Wasserverbrauch und CO2-Ausstoß deutlich reduziert. So hat die Evangelische Jugendbildungsstätte Bodman-Ludwigshafen ihren Stromverbrauch im Vergleich von 2012 bis 2017 um 9,1 Prozent gesenkt. Dazu haben auch eine Photovoltaikanlage und ein neues Blockheizkraftwerk beigetragen. In Neckarzimmern wurde der Müll im Verlauf der vergangenen Jahre halbiert. Eine neue Heizungsanlage soll künftig die CO2-Emissionen der Jugendbildungsstätte um 90 Prozent reduzieren. Das Haus der Kirche in Bad Herrenalb hat das landeskirchliche CO2-Einsparziel von 40 Prozent bis 2020 bereits jetzt erfüllt. Seit 2017 steht außerdem eine Elektroladesäule für E-Mobile und Fahrräder zur Verfügung. Das Studienseminar der Evangelischen Landeskirche, das Morata-Haus in Heidelberg hat den CO2-Ausstoß des Gebäudes in den vergangenen zehn Jahren halbiert. Außerdem verpflegt die Küche die Studierenden und Gäste zunehmend mit ökologisch angebautem Obst und Gemüse, teilweise aus dem eigenen Garten. Die Hauswirtschaft des Hauses setzt umweltschonende Produkte ein. Das Evangelische Verwaltungs- und Serviceamt Meckesheim hat seinen Stromverbrauch um mehr als ein Drittel gesenkt und verwendet öko-fair-sozial gehandelte Produkte. Ein neues Vorhaben ist, Dienstfahrten künftig per E-Mobil zu unternehmen.

 

 

 

Der „Grüne Gockel“ ist ein System zur Reduzierung von Umweltauswirkungen einer Kirchengemeinde oder kirchlichen Einrichtung. Es dient dem Klimaschutz und hilft auf diese Weise die Schöpfung zu bewahren. Gleichzeitig werden die Betriebskosten gesenkt. Der Grüne Gockel erfüllt europäische Öko-Standards (EMAS). Ein externer Umweltgutachter überprüft regelmäßig die Umsetzung.

 

 

 

Informationen zu den einzelnen Einrichtungen finden Sie unter:

 

Evangelische Jugendbildungsstätte Bodman_Ludwigshafen: https://www.jugendbildungsstaette-ludwigshafen.de/

 

Evangelische Jugendbildungsstätte Neckarzimmern: https://www.jugendbildungsstaette-neckarzimmern.de/

 

Haus der Kirche – Evangelische Akademie Baden: https://www.hdk.ev-akademie-baden.de/

 

Evangelisches Studienseminar Morata-Haus: https://morata-haus.de/

 

Evangelisches Verwaltungs- und Serviceamt: https://ev-vsa-rhein-neckar.de/

 


Tesfaye Petros ist missio-Gast im Bistum Trier zum Monat der Weltmission

Berichte vom Schicksal der Menschen in Äthiopien

Foto: mission / bt
Foto: mission / bt

 

 

(Trier/Saarbrücken/Koblenz/bt) – Die Wiege der Menschheit, Ursprungsland des Kaffees, Heimat der biblischen Königin von Saba, aber auch eines der ärmsten Länder der Erde: Äthiopien ist in diesem Jahr Schwerpunktland im „Monat der Weltmission“ unter dem Motto „Den Menschen Heimat geben“. Jedes Jahr nimmt das internationale katholische Hilfswerk missio ein anderes Land in den Fokus und lädt die Gläubigen ein, sich mit der Lebenssituation der Menschen vor Ort zu beschäftigen. Zudem unterstützt missio mit der Kollekte am Sonntag der Weltmission (28. Oktober) Ausbildung, Seelsorge und Infrastruktur in den rund 1.100 ärmsten Diözesen der Weltkirche in Afrika, Asien und Ozeanien. Es ist die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit.

 

Äthiopien ist mit rund 100 Millionen Menschen nach Nigeria der bevölkerungsreichste Staat des afrikanischen Kontinents und zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Von der in den letzten Jahren wachsenden wirtschaftlichen Entwicklung ist ein Großteil der Bevölkerung abgeschnitten, die meisten Menschen sind bitterarm. Äthiopien kann dabei aber auf eine reiche Kulturgeschichte und auf ein 1.600 Jahre altes christliches Erbe zurückschauen. Wie das Leben der Menschen in dem Vielvölkerstaat aussieht, wird missio-Gast Pfarrer Tesfaye Petros bei verschiedenen Veranstaltungen im Bistum Trier berichten. Petros arbeitet als Generalvikar eines Apostolischen Vikariats in der Region Gambella, im Südwesten des Landes. Das Tiefland dort gehört zu einem der gefährlichsten Malariagebiete, zudem ist die Grenzregion Zufluchtsort für Tausende Flüchtlinge. Mädchen werden früh verheiratet, Frauen sind oft Gewalt ausgesetzt und viele Menschen haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung, sauberem Trinkwasser oder Schulbildung. Trotzdem sieht Pfarrer Petros Veränderungen, wenn man sich der Menschen annimmt. Von seinem Land und seiner Arbeit wird er bei verschiedenen Terminen berichten: 

 

Am Sonntag, 23. September um 10 Uhr wird Petros gemeinsam mit missio-Diözesandirektor Ludwig Kuhn den feierlichen diözesanen Gottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Peter in Bitburg feiern. Am Montag, 24. September berichtet er ab 17.30 Uhr im Haus Fetzenreich in Trier von seiner Arbeit, am Dienstag, 25. September um 19 Uhr im Weltladen Prüm. Im Saarland führt Petros in Klarenthal am Samstag, 22. September nach dem Gottesdienst um 18.30 Uhr auch eine typisch äthiopische Kaffeezeremonie durch, genau wie am Donnerstag, 27. September um 16 Uhr mit anschließendem Gottesdienst in Sankt Wendel.

 

Ausführliche Informationen zum Monat der Weltmission und zum Beispielland Äthiopien sind unter www.missio-hilft.de/de/aktion/monat-der-weltmission zu finden. Die Termine im Bistum Trier gibt es zum Nachlesen auf den Seiten der Diözesanstelle Weltkirche: www.weltkirche.bistum-trier.de/sonntag-der-weltmission/termine-mit-dem-missio-gast.

 

 

 


Gerald Asamoah mit Karl Kübel Preis geehrt und Dietmar Heeg Medienpreis an Journalistinnen vergeben

Karl Kübel Preisträger 2018: Gerald Asamoah. © Karl Kübel Stiftung / Thomas Neu
Karl Kübel Preisträger 2018: Gerald Asamoah. © Karl Kübel Stiftung / Thomas Neu

 

(Bensheim/kks) - Viele berührende und bewegende Momente gab es heute bei der Verleihung des Karl Kübel Preises 2018 an Gerald Asamoah im vollbesetzten Musiktheater REX in Bensheim. Mit dem Preis würdigt die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie (KKS) das außergewöhnliche Engagement des früheren Fußballprofis für Kinder. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird bereits zum 19. Mal verliehen. Im Anschluss wurden die Preisträgerinnen des Dietmar Heeg Medienpreises, der unter dem Motto „Familien bewegen – sich und andere“ steht, bekanntgegeben: Vivian Pasquet und Tabea Hosche.

 

Gerald Asamoah engagiert sich seit Jahren in vielfältiger Weise für Kinder und ihre Familien. Er setzt sich für faire Bildungschancen ein und tritt entschieden gegen Rassismus auf, beispielsweise als Schulpate beim deutschlandweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Selbst herzkrank ermöglicht er mit seiner 2007 gegründeten „Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder“ Kindern unabhängig von ihrer Herkunft und Hautfarbe lebensnotwendige Herzoperationen.

 

„Wir freuen uns sehr, mit Gerald Asamoah einen besonderen Menschen und Mutmacher mit dem Karl Kübel Preis auszuzeichnen. Ob Fair-Play und Verantwortung für Kinder und ihre Familien, Kampf gegen Rassismus und für Integration – Gerald Asamoah ist auch jenseits des Spielfelds ein Vorbild!”, betonte der Vorsitzende des KKS-Stiftungsrats Matthias Wilkes in seiner Ansprache. „Vor allem sein persönlicher Einsatz für benachteiligte Kinder hat uns imponiert. Das passt zu den Zielen der Karl Kübel Stiftung.“

 

Die Auszeichnung mit dem Preis, für den Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schirmherrschaft übernommen hat, bedeute ihm viel, betonte der Ex-Fußballnationalspieler. „Ich fühle mich sehr geehrt, nach Persönlichkeiten wie Peter Maffay und Maria Furtwängler mit dem Karl Kübel Preis ausgezeichnet zu werden. Das motiviert mich, mich weiterhin für herzkranke Kinder und ihre Familien aus aller Welt einzusetzen. Für mich gibt es nichts Schöneres, als herzkranken Kindern ihr Lachen zurückzugeben.“ Das Preisgeld wird den Hilfsprojekten seiner Stiftung zugutekommen.

 

„Wir bewegen – uns und andere“ – unter diesem Motto stand der anschließende Kurztalk zwischen Asamoah und den Vorstandsmitgliedern der KKS-Stiftung, Ralf Tepel und Daniela Kobelt Neuhaus. Dabei wurde deutlich, dass auch die Karl Kübel Stiftung mit ihren Projekten, wie beispielsweise den offenen Eltern-Kind-Treffs Drop In(klusive) und dem Freiwilligendienst weltwärts Menschen bewegt. Künftig will sich die Stiftung auch stärker Richtung Afrika bewegen und dort Projekte unterstützen.

 

Bewegung in den Saal brachte danach die Tanzfabrik Bensheim mit Auftritten ihrer Kindergruppen und einer sportlichen Einlage, bei der auch die Besucher mitmachen konnten. Im Anschluss verliehen Matthias Wilkes und Mitglieder der Jury den nach dem verstorbenen Fernseh-Pfarrer und ehemaligen Stiftungsratsmitglied benannten Dietmar Heeg Medienpreis. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.

 

Aus insgesamt 93 Bewerbungen hatte die Jury aus renommierten Journalist*innen einen TV-Beitrag und eine Print-Reportage ausgewählt. Die GEO-Geschichte „Frau Held, Mutter“ von Vivian Pasquet erzählt das Leben einer ungewöhnlichen Patchworkfamilie. Seit 17 Jahren nimmt Kerstin Held behinderte Pflegekinder bei sich auf: Autisten, Alkoholgeschädigte, Sterbenskranke. Der Beitrag geht der Frage nach: Warum lebt Held dieses Leben? Die Mischung aus Reportage und Interview berührt, die Pflegemutter erzählt darin von ihrem Alltag und ihrer Motivation. Dabei wird schnell deutlich, dass Kinder mit Behinderung, deren Eltern sich nicht um sie kümmern können, viel geringere Chancen haben, in eine Pflegefamilie zu kommen. Kerstin Held tut alles, um ihnen diese Chance zu geben.

 

Ausgezeichnet wurde ebenfalls Tabea Hosche für ihren WDR-Fernsehbeitrag „Uma und wir“. In der sehr persönlichen Dokumentation hat die Filmemacherin ihre geistig behinderte Tochter Uma über mehrere Jahre hinweg mit der Kamera begleitet. Hosche gewährt den Zuschauer*innen dabei einen schonungslosen und sehr direkten Blick in das Zusammenleben mit einem behinderten Kind. Ein Film, der bewegt und zum Nachdenken anregt.

 

„Beide Beiträge bringen eindrucksvoll die Höhen und Tiefen im Familienalltag zum Ausdruck“, erklärte Jurymitglied Marc Wilhelm. „Tabea Hosche und Vivian Pasquet gelingt es, die Menschen mit ihren Geschichten wirklich zu berühren.“

 

Medienmacher*innen dürfen gespannt sein: Ab Januar 2019 wird die neue Ausschreibung für den Dietmar Heeg Medienpreis 2019 erfolgen, kündigte Wilkes zum Abschluss der feierlichen Preisverleihung an.

 


Diskussionsabend über Glaube, Gemeinschaft und Kritik an der Kirche

Gehen oder Bleiben?

Foto: bt
Foto: bt

 

(Neunkirchen/bt) – „Gehen oder Bleiben – Was mir an der Kirche nicht passt“, unter diesem Motto hat das Dekanat Neunkirchen zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen einen Diskussionsabend im Momentum – Kirche am Center veranstaltet. Ziel der Diskussionsrunde war es, Hintergründe für Kirchenaustritte und Argumente zum Bleiben zu erörtern. Gesprächspartner waren die evangelische Pfarrerin Britt Goedeking, der katholische Pfarrer Michael Wilhelm sowie Charlotte Ebert, Mitarbeiterin im Momentum.

 

„Ich könnte zwar aus der Kirche austreten, aber nicht aus meinem Glauben!“, erklärt eine der Teilnehmerinnen an diesem Abend. Anfang der 90er Jahre war sie kurz davor, wirklich auszutreten: „Ich habe darüber nachgedacht, als die Ehe von Caroline von Monaco annulliert wurde“, erzählt sie. „Ich fand das absolut ungerecht, dass das überhaupt möglich ist in der Katholischen Kirche! Aber ich habe mich dagegen entschieden, weil man ja den eigenen Glauben nicht einfach aufgeben kann.“ Ein anderer Teilnehmer sieht vor allem die Kirchensteuer als die größte Ursache für Kirchenaustritte: „Viele sagen: ‚Den Laden finanziere ich nicht mit!‘ Mein Bruder zum Beispiel verdient sehr gut und wollte der Kirche nicht so viel von seinem Geld abgeben, deshalb ist er ausgetreten.“ „Ich zahle Geld, da erwarte ich auch Leistung von der Kirche“, so fasst Pfarrer Wilhelm die Haltung vieler Menschen in Bezug auf Kirche und Kirchensteuer heute zusammen. So erlebt er es oft, sagt er. „Dabei geht der Gedanke der Solidargesellschaft völlig verloren.“ Er hat festgestellt, dass Kirchenaustritte zwar oft durch konkrete Anlässe ausgelöst werden. „Aber davor steht meistens eine Kette der Entfremdung.“ Wenn jemand überlegt, ob er seine Kinder überhaupt noch Taufen lassen soll, weil er zwar getauft ist, aber mit der Kirche nichts mehr am Hut habe, dann sei die Frage, ob der- oder diejenige die Glaubensgemeinschaft noch spüre, so der Pfarrer. Es gehe vor allem um die Erfahrungen, die ein Mensch mit Kirche und Glauben gemacht hat. Wer von vorneherein keine Verknüpfung zu Religion mitbekommen habe, kann auch später keinen Bezug haben, stellt die evangelische Pfarrerin Goedeking fest. Ihr Opa habe ihr als Kind immer aus der Bibel vorgelesen, das sei für sie bis heute eine wichtige Verknüpfung, sagt sie. „Wichtig ist aber vor allem die Gemeinschaft – deswegen gibt es Kirche.“ Das sei wie in einer Firma, auch dort gehe es einem gut, wenn es ein Betriebsklima gibt, das einen trägt.

 

Wie schwierig es aber auch sein kann, in einer solchen Gemeinschaft anzukommen, berichtet ein anderer Teilnehmer. Er habe nach einem Umzug große Schwierigkeiten gehabt, in der neuen Gemeinde Anschluss zu finden, obwohl er sich aktiv einbringen wollte. Trotzdem hat er sich davon nicht abhalten lassen. „Die Gemeinschaft war mir immer wichtig.“ Das kann eine der Teilnehmerinnen bestätigen. „Ich bin über die Kommunionvorbereitung meines Sohnes erst richtig in die Gemeinde gekommen. Da kamen die ersten Kontakte, die sich bis heute gehalten haben.“ „Bei mir war es über die Pfadfinder“, ergänzt eine andere. „Ich hab mich am Anfang auch schwer getan, Anschluss zu finden, aber dann wurde es immer besser.“ „Die Gemeinschaft, das sich aufgehoben Wissen, das ist es, was mir an der Kirche so gut gefällt“, fasst Pfarrer Wilhelm seine eigene Motivation zu bleiben zusammen.

 


KEIN DEUTSCHER EVANGELISCHER KIRCHENTAG 2027 IN DER METROPOLREGION RHEIN-NECKAR

 

 

(Mannheim/Ludwigshafen/Fulda/ekiba) - Der für das Jahr 2027 in Mannheim und Ludwigshafen geplante Deutsche Evangelische Kirchentag kann nicht stattfinden. Grund ist die Sanierung der innerstädtischen Hochstraßen in Ludwigshafen, die sich bis Anfang der 2030-er Jahre hinziehen und damit erheblich länger dauern wird, als ursprünglich angenommen. Erst nach Abschluss der Arbeiten an diesen wichtigen Verkehrsadern könne ein Kirchentag in Mannheim und Ludwigshafen stattfinden, teilte die Stadtverwaltung Ludwigshafen den beiden Landeskirchen in Baden und der Pfalz sowie der Geschäftsstelle des Deutschen Evangelischen Kirchentag in Fulda mit.

 

 

 

Während der Bauarbeiten würden die Verkehrsbehinderungen für ein derartiges Großereignis zu umfangreich sein, um den zusätzlichen Verkehr in der Stadt zu bewältigen, heißt es seitens der Stadtverwaltung. So hatten die letzten Kirchentage mehr als 100.000 Dauerteilnehmer und noch einmal deutlich mehr Tagesbesucher.

 

Der Mannheimer Dekan Ralph Hartmann bedauerte die Absage außerordentlich: „Die Baustelle in Ludwigshafen macht uns einen Strich durch die Rechnung. Das ist jammerschade, auch weil wir bereits so viel Unterstützung hier in Mannheim hatten. Aber wir werden am Ball bleiben.“ Er sei überzeugt, dass Mannheim den Kirchentagsbesucher/innen viel zu bieten habe.

 

Ob es zu einer Einladung des Deutschen Evangelischen Kirchentages nach Mannheim und Ludwigshafen in den 2030-er Jahren kommen wird, ließe sich gegenwärtig noch nicht sagen. Der Planungshorizont sei dafür zu langfristig. Die Landessynoden der Evangelischen Kirche der Pfalz und der Evangelischen Landeskirche in Baden hatten bereits erste Rückstellungen gebildet, um den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2027 gemeinsam nach Mannheim und Ludwigshafen einladen zu können.

 

 

 


Wir sind Kirche begrüßt Vorabveröffentlichung der Ergebnisse der MHG-Studie

„Heilsame Unruhe vor der Veröffentlichung der Studie“

 

  • Strukturen sexualisierter Gewalt und ihrer Vertuschung seit Langem bekannt
  • Notwendige grundlegende Debatten endlich konstruktiv führen
  • MHG-Studie Katalysator für schmerzhaften, aber notwendigen Läuterungsprozess

 

(München/wsk) - Die nach der Vorabveröffentlichung erster Ergebnisse der sogenannten MHG-Studie auch von den Kirchenleitungen aufgenommene Debatte über notwendige Korrekturen kirchlicher Lehre und Strukturen dürfen kein Strohfeuer bleiben. Die gesamte Bischofskonferenz muss diese so dringend notwendige Debatte auf ihrer Herbstvollversammlung in der kommenden Woche in Fulda aufgreifen und fortführen. Dies betrifft vor allem konkrete Punkte der Sexualmoral (ganz besonders die Homosexualität), den Zölibat, die Verkoppelung von Priesteramt und Macht sowie den Ausschluss von Frauen aus dem priesterlichen Amt – Themen, die von Reformkräften schon lange in die Debatte gebracht worden sind.

 

 

 

Solange sich die deutschen Bischöfe zu keinem einheitlichen Weg in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und in der Prävention bereitfinden, wird es ihnen nicht gelingen, gegenüber dem Kirchenvolk wie der Öffentlichkeit wieder glaubwürdig zu werden. Der im Titel der MHG-Studie verwendete Begriff „Missbrauch“ ist ein Euphemismus. Nach all den bisher aufgedeckten Skandalen in Österreich 1995 (Anstoß für das KirchenVolksBegehren Wir sind Kirche), den USA 2002, im Bistum Regensburg 2007, in Irland 2009, in Deutschland 2010 (Canisius-Kolleg und viel mehr), in Belgien 2016, in Australien 2017 sowie 2018 in Chile, Pennsylvania und wieder in Deutschland (MHG-Studie) stellt sich doch die Frage: Was muss denn noch alles passieren, bis eine wirklich konsequente Aufarbeitung möglich wird? Wann werden endlich die grundlegenden Debatten konstruktiv geführt? Schließlich kann auch die von manchen kritisierte Vorveröffentlichung der Studie als Versagen der Kommunikation der Bischofskonferenz gedeutet werden.

 

 

 

Strukturen sexualisierter Gewalt und ihrer Vertuschung seit Langem bekannt

 

 

 

Kühn erklärte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stephan Ackermann, in seiner ersten Reaktion auf die MHG-Studie: „Wir wissen um das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs, das durch die Ergebnisse der Studie belegt wird.“ Wenn dies stimmt, müssen sich er und jeder einzelne Bischof fragen lassen, ob sie in den achteinhalb Jahren seit Anfang 2010 wirklich schon nachhaltig gehandelt haben und dies zur Chefsache gemacht haben, nachdem damals der Jesuit Klaus Mertes am Berliner Canisius-Kolleg die ersten Skandale in Deutschland aufgedeckt hatte.

 

 

 

Derzeit überbieten sich die einzelnen Bischöfe mit Bekundungen ihrer Betroffenheit, manche stilisieren sich sogar als Opfer. Dabei sind ihnen spätestens seit Ende 2010 die erschütternden Kernaussagen der Westpfahl-Studie für das Erzbistum München 1945-2009 bekannt, die die grundlegenden Strukturen klerikaler sexualisierter Gewalt und ihrer systematischen Vertuschung offenlegten. Im selben Jahr erschien auch das Buch „Macht, Sexualität und die katholische Kirche. Eine notwendige Konfrontation“ des australischen Weihbischofs Geoffrey Robinson, der selber Opfer und später Vorsitzender des nationalen Komitees zur Klärung der Missbrauchsvorwürfe war. (Auszüge des Buches von Bischof Robinson)

 

 

 

Robinson distanziert sich von der überkommenen Sexuallehre der katholischen Kirche sowie von deren inneren Machtstrukturen. „Es ist eines der hässlichsten Kapitel in der katholischen Kirche, dass eine erhebliche Anzahl von Priestern und Ordensleuten Minderjährige sexuell missbrauchte und dann viele Kirchenbehörden auch noch versuchten, den Missbrauch zu vertuschen. Ein krasserer Widerspruch zu allem, was Jesus Christus lehrte, ist schwer vorstellbar, und der tief greifende und dauerhafte Schaden für die Kirche ist kaum zu überschätzen.“

 

 

 

Jeder sexuelle Missbrauch ist zunächst ein Machtmissbrauch, so seine These, und im Falle der Kirche ist es ein Missbrauch von geistlicher und spiritueller Macht. Robinson durchleuchtet den weitgehend unkontrollierten Umgang mit Macht in der katholischen Kirche gründlich, und zwar von oben bis unten, und legt konkrete Änderungsvorschläge vor. Dass ihm dies damals nicht viel Zustimmung am Zentrum der kirchlichen Macht, dem Vatikan eintrug, nimmt nicht wunder. Robinson wurde der Ketzerei verdächtigt und trat 2004 als Weihbischof von Sidney zurück.

 

 

 

Papst Franziskus bei der Aufarbeitung unterstützen!

 

 

 

Wir sind Kirche begrüßte den Brief von Papst Franziskus vom 20. August 2018 an das ganze Kirchenvolk, in dem er sich wie kein Papst zuvor zum Missbrauch und zu den Fehlern der Kirchenleitung in dieser Sache bekennt. Zu Recht prangert er den mit sexualisierter Gewalt verbundenen Macht- und Gewissensmissbrauch an und benennt falsche kirchliche Autorität und Klerikalismus als strukturelle Hauptursachen.

 

Am 1. September 2018 appellierte Wir sind Kirche an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, sich angesichts der fadenscheinigen Rücktrittsforderungen öffentlich an die Seite von Papst Franziskus zu stellen und ihn mit aller Kraft bei der weiteren Aufklärung sexualisierter klerikaler Gewalt zu unterstützen. Doch bisher haben erst sehr wenige Bischofskonferenzen – auch die deutsche nicht – ihre uneingeschränkte Solidarität mit dem Papst erklärt.

 

 

 

Verantwortung von Kardinal Gerhard Ludwig Müller in Rom 

 

 

 

Eine große Mitschuld an möglichen Fehlern des Vatikans bei der Aufklärung sexualisierter Gewalt durch Kleriker in der römisch-katholischen Kirche hat auch der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Zwischen Juli 2012 und Juli 2017 war er als Präfekt der Glaubenskongregation von Amts wegen für die weltweite Aufklärung und Prävention dieser Verbrechen verantwortlich. Doch bis zuletzt hat Kardinal Müller immer von Einzelfällen und Medienkampagnen gesprochen und die in der Struktur der zölibatären Männerkirche liegenden Zusammenhänge geleugnet. Auch in seiner Zeit als Bischof von Regensburg (2002–2012) wurde ihm die Verschleppung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. In einer Predigt am 15. September 2018 in Rom hat er gar die schon vom Papst Benedikt angeordnete Zusammenarbeit der Kirche mit staatlichen Strafverfolgungsbehörden wieder in Frage gestellt.

 

 

 

Bischofssynode zur Jugend kann Thema nicht ignorieren

 

 

 

Wenige Tage nach der offiziellen Vorstellung der MHG-Studie am 25. September 2018 in Fulda wird am 3. Oktober 2018 in Rom die weltweite „Jugendsynode“ der Bischöfe eröffnet. Es mag richtig sein, dass diese Synode trotz der aktuellen weltweiten Enthüllungen nicht abgesagt wird. Aber auf dieser Synode wird jetzt auch über diese brennende Thematik gesprochen werden müssen. Vor allem sollten dort auch junge Menschen direkt zu Wort kommen.

 

 

 

Schmerzhafter, aber notwendiger Läuterungsprozess

 

 

 

Für Ende Februar 2019 hat Papst Franziskus die Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenzen nach Rom geladen, die aber bis dahin keineswegs untätig bleiben dürfen. Franziskus ist bereit, sich dem schmerzhaften, aber notwendigen Läuterungsprozess zu stellen, den die römisch-katholische Weltkirche jetzt vor sich hat. Dabei ist er aber auf eine breite Unterstützung auf allen Ebenen angewiesen. Für die Zukunft wird auch eine grundlegende theologische Aufarbeitung erforderlich sein. Denn nicht nur die rigide Sexualmoral, sondern auch die theologische Selbstüberschätzung eines männerbündischen zölibatären Priesterstandes haben diese Verbrechen und deren Vertuschung begünstigt und tun dies immer noch.

 

 

 

Hintergrund:

 

Die weltweit vernetzte internationale Reformbewegung Wir sind Kirche ist 1995 in Österreich als Reaktion auf die Vorwürfe sexualisierter Gewalt entstanden, die gegenüber dem damaligen Wiener Kardinal Hans-Hermann Groer erhoben wurden. In Deutschland hat Wir sind Kirche seit 2002 und damit lange vor den deutschen Bischöfen zehn Jahre lang ein niederschwelliges Not-Telefon für Betroffene betrieben.

 

> mehr zu sexualisierter Gewalt bei Wir sind Kirche

 

 

 


Evangelische Kirche setzt Zeichen für Schutz des Feiertags

Aktion „So ist Sonntag!“ startet

Foto: ekhn
Foto: ekhn

 

(Darmstadt / Frankfurt/ekhn) - Der Wandel in der Arbeitswelt und veränderte Einkaufsgewohnheiten haben auch Folgen für den Sonntag. Immer mehr Menschen müssen an dem eigentlich arbeitsfreien Tag ins Büro, Geschäft oder in die Fabrikhalle. So gerät der Sonntag unter Druck. Mit einer Aktion in ihrem gesamten Einzugsgebiet von Biedenkopf im Norden bis Neckarsteinach im Süden und von Schlitz im Osten bis Bingen im Westen macht die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau jetzt auf die grundlegende Bedeutung des Sonntags aufmerksam. Sie will damit auch ein gesellschaftliches Zeichen setzen. Am Donnerstag (20. September) hat die evangelische Kirche dazu eine neue Impulspost-Aktion mit Briefen an über 1,5 Millionen Kirchenmitglieder gestartet. Sie wird zudem von über 500 Gemeinden mit Aktionen vor Ort flankiert. Ziel ist es zu zeigen, wie wertvoll gemeinsame Zeiten für alle sind - in einer Gesellschaft, die immer mehr von einer Rund-um-die-Uhr-Mentalität geprägt ist. Das leuchtend-himmelblaue Hauptmotiv der Initiative mit der Aufschrift „So ist Sonntag!“ will darauf aufmerksam machen, welch „göttliche Idee“ hinter einem gemeinsamen arbeitsfreien Tag für alle steckt.

 

 

 

Gott nimmt sich eine kreative Pause

 

Nach Worten des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung erinnert der Sonntag jede Woche neu daran, „dass das Leben mehr ist als Arbeit und das, was wir leisten“. Das Leben sei ein „Geschenk Gottes", so der leitende Geistliche bei der Vorstellung der Aktion im Frankfurter Bethanien-Krankenhaus. Gott mache es der biblischen Überlieferung nach zudem den Menschen vor: „Nach sechs Werktagen kommt ein Ruhetag. Modern gesagt nimmt sich Gott eine kreative Pause.“ Gleichzeitig ist es nach Jung keine Selbstverständlichkeit, dass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sonntags frei hätten. In der Pflege oder bei der Polizei zum Beispiel müsse die Arbeit weitergehen. In anderen Branchen wie der Gastronomie arbeiteten Menschen gerade am Sonntag, damit es sich andere gut gehen lassen könnten. „Allen, die für einen guten Sonntag arbeiten, und allen, die auch am Sonntag nötige Arbeit tun, bin ich sehr dankbar“, sagte Jung. „Aber ich denke auch: Der Sonntag soll nicht so werden wie alle anderen Tage. Er soll für möglichst viele frei bleiben als besondere Zeit für uns Menschen - frei für die Familie, Freunde, Hobbies, Nachdenken, Gottesdienst und vieles andere“, so Jung. Die evangelische Kirche sei der Überzeugung: „Der Sonntag schenkt Freiheit.“

 

 

 

Biblische Grundeinsichten in Zeiten der Globalisierung

 

Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf wies bei der Präsentation der Initiative darauf hin, wie Globalisierung und Digitalisierung die Lebens- und Arbeitswelt immer stärker veränderten. Gerade in dieser Situation könnten biblische Grundeinsichten zur Orientierung im Leben beitragen. „Der Sonntag als gemeinsamer Ruhetag fördert nicht nur soziale Beziehungen, er macht sie erst möglich“, so Scherf. „Vieles könnten wir mit individuellen Ruhetagen nämlich gar nicht gemeinsam erleben“, erklärte sie. Der gemeinsame freie Tag fördere Familien, Vereine, Freundschaften und Gemeinschaften. Scherf erinnerte auch an ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes. In einer wegweisenden Entscheidung aus dem Jahre 2009 seien viele Fragen aufgenommen und zu einem wichtigen Argument für den Sonntagsschutz gemacht worden. Demnach könne der Sonn- und Feiertagsgarantie „ein besonderer Bezug zur Menschenwürde beigemessen werden, weil sie dem ökonomischen Nutzendenken eine Grenze zieht und dem Menschen um seiner selbst willen dient“.

 

 

 

Kleine Glaubensgeschichte des Sonntags

 

Die Geschichte der siebentägigen Woche mit einem besonders herausgehobenen Tag beginnt im Judentum. Das Ziel der Woche bildet der siebte Tag, der Sabbat, als Ruhetag. Alle anderen Wochentage haben keine besonderen Namen – man zählt sie einfach durch. Für die ersten Christinnen und Christen war weiterhin der Sabbat der wöchentliche Ruhetag. Der Sonntag war noch ein regulärer Arbeitstag. Aber weil die Evangelien die Auferstehung Christi am Sonntag beschreiben, wird er zum „Tag des Herrn“. Mit dem römischen Kaiser Konstantin beginnt die politisch-rechtliche Garantie eines regelmäßigen arbeitsfreien Tages für die ganze Gesellschaft. Am 3. März 321 befiehlt er, dass „am Tag der Sonne alle Richter, ebenso das Volk in den Städten sowie die Ausübung der Künste und Handwerke ruhen“ sollen. Seitdem fallen für Christinnen und Christen der Ruhetag und der Tag der gottesdienstlichen Feier zusammen.

 

 

 

Breite Begleitung der himmelblauen Aktion

 

Bei der neuen Impulspost-Aktion „So ist Sonntag!“ steht erneut ein Brief an die knapp 1,5 Millionen Kirchenmitglieder in rund einer Million Haushalten im Mittelpunkt. Das in Form einer bunten Broschüre gestaltete Schreiben gibt Auskunft über Probleme der Sonntagsarbeit, beleuchtet kirchliche Hintergründe des Feiertags und gibt Tipps für die Gestaltung. Die Aktion wird auch von den Gemeinden vor Ort begleitet. So wehen an über 500 Orten im Kirchengebiet wieder Großbanner und Flaggen mit dem hellblauen Aktionsmotiv. Hinzu kommen Plakate, Postkarten oder kleine Party-Pikser für Buffets, die für den arbeitsfreien Sonntag werben. Und natürlich wird die Aktion auch im Internet auf der eigenen Seite www.so-ist-sonntag.de und in den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #SoistSonntag begleitet.

 

 

 

Hintergrund Impulspost

 

Mit Impulspost-Aktionen spricht die hessen-nassauische Kirche ihre Mitglieder zwei Mal im Jahr mit besonderen Themen an. Seit 2012 will sie damit einen Glaubens-Anstoß geben. Sie greift dazu Themen auf, die für die Menschen und ihr Zusammenleben wichtig sind und bringt sie mit einer besonderen christlichen Perspektive zu ihren Mitgliedern. Die ersten Vorbereitungen zur aktuellen Ausgabe der Impulspost hatten bereits 2017 begonnen. Beteiligt an der Entstehung waren die Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie eine Projektgruppe mit Engagierten aus Gemeinden im Propsteibereich Starkenburg, insbesondere dem Dekanat Bergstraße. Die professionelle Umsetzung übernahmen wieder die Agentur „gobasil“ (Hamburg / Hannover) und das Evangelische Medienhaus (Frankfurt). Die nächste Aktion im Frühjahr 2019 wird sich mit dem Thema Musik beschäftigten.

 

 

 

 

 

Internetseite zur Aktion:

 

www.so-ist-sonntag.de

 

#SoistSonntag

 


Landessynode tagt vom 27. bis 29. September in Lübeck-Travemünde:

Wahl ins landesbischöfliche Amt und „Ehrenamt und Engagementförderung“

(Lübeck-Travemünde/std) -  Vom 27. bis 29. September wird die I. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) in Lübeck-Travemünde tagen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Wahl einer neuen Landesbischöfin bzw. eines neuen Landesbischofs, zu der sich die 156 Synodalen am Donnerstag (27. September) im Lübecker Dom versammeln werden, sowie der Thementag „Ehrenamt und Engagementförderung“ am Freitag (28. September).

 

Zur Wahl ins landesbischöfliche Amt kandidieren Regionalbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Propstsprengel Meiningen-Suhl der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), und Propst Dr. Karl-Heinrich Melzer, Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein. Zu Beginn der Wahl im Lübecker Dom versammeln sich die Mitglieder der Landessynode dort um 16 Uhr zum Gottesdienst. Die Predigt hält Bischöfin em. Jāna Jēruma-Grīnberga, Pastorin der Anglikanischen St Saviour’s Kirche im lettischen Riga und frühere Bischöfin der Lutherischen Kirche in England und damit die erste Bischöfin in England.

 

Auf den Gottesdienst folgen die Begründung des Wahlvorschlags, eine Vorstellung der Kandidatin und des Kandidaten und die Wahl. Präses Dr. Andreas Tietze, Vorsitzender des Wahlvorbereitungsausschusses: „Mit der Wahl einer neuen Landesbischöfin oder eines neuen Landesbischofs wird die Synode eine für die Nordkirche weitreichende personelle Entscheidung fällen. Ich freue mich über die Kandidatur von Kristina Kühnbaum-Schmidt und Dr. Karl-Heinrich Melzer. Insbesondere freue ich mich auf den Gottesdienst, in dem Bischöfin em. Chaplain Jana Jeruma-Grinberga aus Riga in ökumenischer Perspektive predigen wird.“

 

Amtszeit des ersten Landesbischofs der Nordkirche endet am 31. März 2019

 

Die Amtszeit von Landesbischof Gerhard Ulrich endet am 31. März. Die Landessynode hatte ihn 2013 zum Landesbischof und Vorsitzenden der Ersten Kirchenleitung gewählt. Im Fusionsprozess der Nordelbischen Kirche sowie der Landeskirchen Mecklenburgs und Pommerns, die Pfingsten 2012 die Nordkirche gründeten, war er Vorsitzender der gemeinsamen Kirchenleitung. Er ist Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

 

Informationen und Material zur Wahl: https://landesbischofswahl.nordkirche.de

 

Gezielte und profilierte Förderung ehrenamtlichen Engagements im Blick

 

Dass die Landessynode sich an einem Thementag dem ehrenamtlichen Engagement in der Nordkirche widmet, begrüßt Präses Tietze: „Unser kirchliches Leben wird immer stärkerem Maße von den vielen Menschen getragen, die sich freiwillig in den Kirchengemeinden und Diensten und Werken der Nordkirche engagieren. Da braucht es eine gemeinsame Standortbestimmung und eine profilierte und gezielte Förderung dieses Engagements.“

 

Gesetzesvorlagen und Berichte auf der Tagesordnung

 

Auf der Tagesordnung der Synodalen stehen darüber hinaus Gesetzesvorlagen über die Zustimmung zum Arbeitsrechtsregelungsgrundsätzegesetz der EKD, über die Zustimmung zum Partnerschaftsvertrag mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien (beides am Donnerstag, zwischen 10 und 14 Uhr) und eine Rechtsverordnung zur Anpassung des Datenschutzrechtes (Sonnabendvormittag). Die Synodalen werden auch über die Einführung der revidierten Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte abstimmen (Sonnabendnachmittag).

 

Ebenfalls am Sonnabend werden Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn und Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit den Synodalen aus dem Sprengel Mecklenburg und Pommern berichten. Darüber hinaus erwarten die Synodenmitglieder an diesem Tag unter anderem Berichte aus den in Hauptbereichen organisierten kirchlichen Diensten und Werken, ein Zwischenbericht über „Impulse zur Gestaltung von Personalentwicklung und Personalplanung in der Nordkirche“ sowie ein Sachstandsbericht zur Personalentwicklung der Pastorinnen und Pastoren und Pfarrstellenplanung 2020-2030.

 

Die 20. ist zugleich die letzte Tagung dieser Landessynode. Am 15. November konstituiert sich die II. Landessynode der Nordkirche am Beginn ihrer 1. Tagung. Deren Mitglieder wurden in den vergangenen Wochen in Kirchenkreisen und Diensten und Werken gewählt bzw. jeweils von den Theologischen Fakultäten im Bereich der Nordkirche, der Nordschleswigschen Gemeinde und der Jugendvertretung der Nordkirche entsandt sowie von der Ersten Kirchenleitung berufen.

 


Sternsinger sammeln rund 48,8 Millionen Euro

Höchstes Sammelergebnis in der Geschichte der Aktion Dreikönigssingen

 

(Aachen/Düsseldorf/kmw) - Gegen den Trend, dass die Bereitschaft der Menschen sinkt, Geld an gemeinnützige oder kirchliche Organisationen zu spenden, haben die Sternsinger mit ihrem Einsatz das höchste Sammelergebnis in ihrer Geschichte zusammengetragen. „Das ist wirklich ein historisches Ergebnis für alle, die an der Aktion Dreikönigssingen mitwirken, an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Beteiligten“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger’ über das Rekordergebnis der Sternsinger in Deutschland. „Es ist vor allem eine hoffnungsvolle Nachricht für Mädchen und Jungen in Not, die wir gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen. Es zeigt uns auch, dass die Menschen, die an den vielen Türen den Sternsingern ihre Spenden geben, wissen, wie dringend Kinder in der Einen Welt Hilfe benötigen, und sich von dem Einsatz der Sternsinger immer wieder berühren lassen“, so Krämer weiter.

 

 

 

Großartiges Engagement vieler Mädchen und Jungen Bei der vergangenen 60. Aktion Dreikönigssingen zum Jahresbeginn 2018 haben die Sternsinger in Deutschland mit 48.757.762,23 Euro das höchste Sammelergebnis ihrer Geschichte erreicht. Es liegt damit fast zwei Millionen Euro über dem Vorjahresergebnis. Bei dem bisher höchsten Sammelergebnis aus dem Jahr 2004/05, in dem der Tsunami Teile Südostasiens verwüstete, spendeten die Menschen an den Haustüren in Deutschland 47,6 Mio. Euro.

 

 

 

„Dieses großartige Ergebnis macht Mut, spornt an und spiegelt die große Wertschätzung für die Arbeit der Sternsinger wider“, sagt Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Schön, dass diese Kinder und Jugendlichen uns allen die Möglichkeit geben zu zeigen, was gerade jetzt wichtig ist: die Solidarität mit all denen, die unserer Hilfe bedürfen“, so Bingener.

 

 

 

Das Geld, das durch die Sternsinger gesammelt wird, kommt Kindern in Not in über 100 Ländern zu Gute. Vor allem in Bildungs- und Ausbildungsprojekten werden Mädchen und Jungen gefördert und betreut, aber auch Projekte im Gesundheits- und Ernährungsbereich und im Kindesschutz können von den Sternsingergeldern verwirklicht werden.

 

Die kommende Aktion Dreikönigssingen steht unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“ und stellt Kinder mit Behinderungen in den Mittelpunkt. Die bundesweite Aussendung wird am 28. Dezember in Altötting im Bistum Passau gefeiert.

 

 

 

Sternsinger haben starke Partner

 

Hinter den 300.000 engagierten Mädchen und Jungen, die bundesweit von Tür zu Tür gehen, stehen zwei starke Partner: Das Hilfswerk der Sternsinger und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Gemeinsam blicken beide Akteure auf eine erfolgreiche Geschichte zurück, denn seit ihrem Start im Jahr 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Insgesamt haben die Sternsinger bisher über eine Milliarde Euro gesammelt. Weltweit konnten dadurch mehr als 73.000 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert werden.

 


Sternsinger sammeln in Mecklenburg-Vorpommern rund  152.000 Euro

 

(Schwerin/mi) - Die Sternsinger haben am Anfang des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern 151.874,13 Euro für Kinder in den armen Ländern der Erde gesammelt. Das sind rund 20.000 Euro mehr als im Jahr 2017 (131.838,14 Euro). Dieses Ergebnis teilte das Hilfswerk „Die Sternsinger“ heute (20. September 2018) in Aachen mit.

 

 

 

In den ersten Januartagen sind fast 1.000 Kinder als „Heilige Drei Könige“ verkleidet durch die katholischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern gezogen. Im Rahmen der Sternsingeraktion haben sie den Segenswunsch „20+C+M+B+18“ (Christus Mansionem Benedicat = Christus segne dieses Haus) in die Häuser gebracht und um eine Spende für Kinderprojekte gebeten.

 

 

 

Die Sternsingeraktion fand zum 60. Mal statt. Thematisch stand das Thema Kinderarbeit im Mittelpunkt. Jedes Jahr unterstützen die Sternsinger etwa 1.600 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in mehr als 100 Ländern. Insgesamt sammelten sie dafür Anfang 2018 fast 49 Millionen Euro.

 

 

 

Träger der Aktion sind der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“.

 


150 Menschen befassen sich bei Forum in Bitburg mit Seelsorge im ländlichen Raum

Die Kirche soll aktiv im Dorf bleiben

Foto: bt
Foto: bt

(Bitburg/bt) – - „Zuversicht, Interesse, aber auch Fragen und Skepsis“: So hat Direktorin Mechthild Schabo, Leiterin des Bereichs „Pastoral und Gesellschaft“ im Bistum Trier, am Ende des zweiten Forums „Die Kirche bleibt im Dorf“ beschrieben, was sie bei den rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wahrgenommen hat. Das Bistum Trier hatte am 15. September 2018 nach Bitburg Ehren- und Hauptamtliche sowie Vertreter von Kommunen und Interessierte eingeladen, sich in Vorträgen und Workshops mit der Zukunft der Kirche im ländlichen Raum zu beschäftigen. Die Herausforderungen, die sich dabei ergeben, hatte Bischof Dr. Stephan Ackermann in seinem Eingangsvortrag formuliert: „Wir stehen in der Kirche an der Schwelle zu einer neuen Epoche einer neuen Wahrhaftigkeit – und wir sind es, die diese Epoche mitgestalten können.“ Die Kirche auf dem Dorf gehöre für ihn bleibend zu dieser Epoche dazu.

 

Dreizehn Workshops standen auf dem Programm; zum Beispiel zu der künftigen Rolle des Ehrenamtes im ländlichen Raum, bei dem verschiedene Akteure über die sozial-karitativen Initiativen in der Pfarreiengemeinschaft Blankenrath berichteten. Weitere Themen waren die Bedeutung der Kommunen, der katholischen Verbände oder auch der Kindertagesstätten für die Kirchengemeinden. Es ging um die Details der Umsetzung der Pfarreien der Zukunft, etwa in Bezug auf ein Modell der zukünftigen kirchlichen Anlaufstellen, die lokale Vermögensverwaltung oder die Frage der Gebete und gottesdienstliche Feiern im ländlichen Raum. Immer bei den Workshops dabei, als Leitende, Teilnehmende und Zuhörende, waren Bischof Ackermann, Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg und Direktorin Schabo.

 

Eine Frage, die sich durch viele der Gesprächsrunden zog, war die nach den Ressourcen für die zukünftigen pastoralen Aufgaben, sowohl für die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum, als auch für die Ehrenamtlichen. So berichtet eine Teilnehmerin im Workshop „Kirche für Familien: KiTa-Projekte im Netzwerk“, davon, dass die KiTa immer stärker zu kirchlichen Orten auch für die Eltern würden. „In der KiTa treten Menschen oft zum ersten Mal als Familien in die Öffentlichkeit.“ Die sich aus diesem Impuls ergebenden Gespräche seine wichtig, gleichzeitig aber auch sehr intensiv und herausfordernd für ein KiTa. „Da kommen alle Fragen des Lebens vor, denn wir sind der Spiegel des Sozialraums.“ Die Gespräche erforderten Ruhe und Zeit, was im Alltag einer KiTa manchmal schwer zu finden sei.

 

Die Frage der Ressourcen führte oft zu der Frage nach Kooperationen. „Wir haben in uns in der Vergangenheit oft den Luxus der Konkurrenz geleistet“, betonte Direktorin Schabo. Das es auch anders geht, zeigten Beispiele, die im Workshop „Kirche im Sozialraum: Dorfentwicklung mitgestalten“, besprochen wurden. Der Dauner Verbandsbürgermeister Werner Klöckner stellte das Konzept der „sorgende Gemeinschaften“ vor. Er berichtete, wie ein Entwicklungsprozess begonnen wurde, der die Solidargemeinschaften im ländlichen Raum gestärkt hat. Ein Akteur dabei war auch die katholische Kirchengemeinde. Bei einem solchen Entwicklungsprozess zeige sich auch, so ein Teilnehmer des Workshops, wo die Zukunft des kirchlichen Ehrenamtes liegen könnte, „nämlich weniger in Räten, aber vielleicht mehr in einer freieren Form von Bürgerbeteiligung“.

 

Viele Teilnehmende formulierten den Wunsch formuliert, dass man über die Arbeit an den Strukturen nicht die pastoralen Inhalte der Kirche vergessen solle. Konkret wurde dies etwa in der Frage eines Teilnehmers, die Generalvikar von Plettenberg ins Plenum mitbrachte: „Warum ist für die Pfarreien der Zukunft eine Verwaltungsteam geplant, aber noch nicht explizit ein Geistliches Team?“ Deutlich wurde diese Forderung auch in Workshops wie „Gebet und gottesdienstliche Feiern im ländlichen Raum“. Dort ging es auch darum, wie die Eucharistiefeier am Sonntag einerseits gestärkt werden könne, ohne dass andere Gottesdienst-Formen dadurch abgewertet würden. Hier, wie auch in anderen Runden, wünschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einerseits mehr Freiheit in der Arbeit vor Ort, aber auch Unterstützung und Rückendeckung durch das Bistum.

 

Wie der Bund sich bei der Stärkung des ländlichen Raums engagiert, erläuterte Ministerialdirektor Thomas Windmöller vom Bundesministerium Landwirtschaft und Ernährung. Er betonte, dass die Kirche sicher im Dorf bleibe, „wenn sie denn aktiv im Dorf bleibt“. Dann könnten alle Beteiligten, die Kommune und die Kirchengemeinden, die Synergien zwischen privatem, kirchlichem und öffentlichem Engagement nutzen. Johannes Mahne-Bieder von der Ludwig-Maximilians-Universität in München referierte zur Entwicklung der ländlichen Räume. „Wir sprechen in der Forschung für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg von dem zunehmenden Stadt-Land-Kontinuum, also der Abschwächung der Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen.“ Diese Entwicklung sei aber nicht einheitlich, und dürfe auch nicht rein als Urbanisierung der ländlichen Regionen verstanden werden. Denn auch der ländliche Raum habe unbestritten seine Stärken: „Es gibt sie noch, die starken Gemeinschaften. Auch die räumliche Nähe für bestimmte Anliegen, wenn etwa der Bürgermeister in der Nachbarschaft wohnt, kann ein Vorteil sein.“ Wichtig sei das oft hohe ehrenamtliche Engagement in den Dörfern. Gerade daran könne Kirche anknüpfen. „Das Dorf muss ein eigenständiger Lebensbereich bleiben können.“

 

In Ergänzung dazu präsentierte Dr. Ludwig Böckmann vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz die zu erwartende demografische Entwicklung im rheinland-pfälzischen Teil des Bistums Trier. „Zukunfts-Aussagen sind für Statistiker immer schwierig.“ Aber bis 2035 werde das Bistum Trier im rheinland-pfälzischen Teil voraussichtlich nur noch 1,5 Millionen und damit gut 120.000 Einwohner weniger haben als heute. „Im ländlichen Raum wird die Bevölkerungszahl dabei stärker sinken, als in den Städten und den Ballungszentren.“ Auch eine verstärkte Zuwanderung könne den Bevölkerungsrückgang in den Dörfern nicht ausgleichen, da diese zu gering sei und vornehmlich die Ballungsräume betreffe.

 

Generalvikar von Plettenberg dankte in seinem Schlusswort allen Beteiligten. „Wichtig waren für mich die Erkenntnis und auch der Appell, dass wir wieder mehr an unseren Glauben denken sollten. Und das ist vielleicht in der größeren Nähe im Dorf leichter als in der Anonymität der Stadt.“ Daher sei er sich sicher, dass auch in Zukunft die Kirche im Dorf bleiben werde.

 


Kirchengemeinden in Mecklenburg und Pommern beteiligen sich

Europaweit läuten Glocken zum Gebet für den Frieden

Kirchenglocke, Foto: Sebastian Kühl/PEK
Kirchenglocke, Foto: Sebastian Kühl/PEK

 

(Schwerin/Greifswald/cme/skü) -  „Die Glocken unserer acht Kirchen im Gemeindegebiet werden am 21. September zum Gebet für den Frieden läuten“. So wie Pastorin Veronika Hansberg aus der Gemeinde Brunow und Muchow beteiligen sich zahlreiche Kirchengemeinden im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) am europaweiten Glockenläuten zum „Internationalen Tag des Friedens“ in der Zeit von 18 bis 18.15 Uhr.

 

 

 

Für den Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn macht „auch die aktuelle Entwicklung in unserem Land deutlich, dass Frieden und die Achtung der Menschenwürde nicht selbstverständlich sind, sondern immer wieder neu errungen werden müssen“. Der Greifswalder Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sagt: „Das Läuten der Glocken berührt viele Menschen emotional. Wenn nun erstmalig so viele Glocken auf einmal läuten, von evangelischen und katholischen Kirchen wie von weltlichen Gebäuden, so ist das ein wunderschönes Zeichen, das wir die gesammelten Kräfte unserer Tradition in den gemeinsamen Dienst des Friedens stellen.“

 

 

 

Dem Aufruf der Bischöfe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) wird beispielsweise ebenso die St. Georgen-Gemeinde Parchim im mecklenburgischen Kirchenkreis folgen. „Wir laden im Anschluss an das Glockenläuten zu einer kurzen Andacht in unsere Kirche ein“, blickt Pastor Peter Stockmann voraus. Und in Plau am See wird anlässlich des Weltfriedenstages um 19 Uhr zum Konzert in die St. Marien-Kirche eingeladen. Auch im pommerschen Kirchenkreis läuten in zahlreichen Kirchengemeinden die Glocken. Von der Kirche in Binz auf der Insel Rügen wird ebenso Geläut zu hören sein, wie von der Kirche St. Thomas in Tribsees oder der Seemannskirche in Prerow. Vielfach begleiten Veranstaltungen das gemeinsame Läuten, so beteiligt sich zum Beispiel die Kirchengemeinde Altentreptow mit einem Friedensgebet um 18 Uhr und dem Läuten der Glocken der Kirche St. Petri.

 

 

 

Dem Appell des gemeinsamen Glockenläutens zum „Internationalen Tag des Friedens“ kommen auch europäische Partnerkirchen der Nordkirche nach:  „Gemeinsam mit unseren Partnern in Europa senden wie so ein hörbares Signal für den Frieden. Ich habe viele ermutigende und motivierende Beiträge zu diesem Datum aus England, Estland, Lettland und den Niederlanden erhalten. Allein in der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Partnerkirche machen über die Hälfte der insgesamt 167 Kirchengemeinden im ganzen Land mit. Und in der anglikanischen Diözese Lichfield beteiligen sich viele „Bell Ringing Societies“, so dass ganze Melodien zum Frieden erklingen“, sagt Christa Hunzinger, Europareferentin im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche, die die Beziehungen zu den europäischen Partnerkirchen der Nordkirche koordiniert. Insgesamt hat die Nordkirche Kontakte zu 14 Partnerkirchen in zehn Ländern. Darüber hinaus werden auch Kirchen in Irland, Tschechien und Finnland am 21. September Glocken läuten.

 

 

 

Hintergrund: Im diesjährigen Europäischen Kulturerbejahr „Sharing Heritage“ (Erbe teilen) sollen am Friedenstag erstmals in der Geschichte europaweit kirchliche und weltliche Glocken von 18 bis 18.15 Uhr gemeinsam läuten und so ein Zeichen des Friedens aussenden. Erinnert wird unter anderem an das Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und den Beginn des 30-jährigen Krieges 1618, heißt es in dem Brief der Nordkirchen-Bischöfe. Aktuell seien schon seit längerem in Europa wieder militärische Konflikte entbrannt. „Gerade in diesem Jahr steht es uns gut an, wieder für diesen europäischen Friedensgedanken zu werben."

 

Internet-Links:

 

Aufruf an alle Glockeneigentümer

 

Homepage Europaweites Glockenläuten (mit Möglichkeit, beteiligte Kirchen einzutragen)

 

Europäisches Kulturerbejahr 2018 // SHARING HERITAGE

 


Europaweites Glockenläuten am 21. September:

Bischof Magaard: „Glockenläuten ist Hoffnungszeichen in unserer Zeit“

 

 

(Schleswig/aw) - Am Internationalen Tag des Friedens (21. September) werden sich zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) am europaweiten Glockenläuten beteiligen und damit ein Zeichen für den Frieden setzen.

 

 

 

Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Nordkirche: „Das Läuten der Glocken ist eine Tradition, die seit vielen Jahrhunderten den Alltag unterbricht. Es ist eine Einladung zum Innehalten und zum Gebet. Wenn am Abend des 21. Septembers die Glocken läuten, wissen wir, dass europaweit Menschen in der Bitte um Frieden verbunden sind. Für mich ist das ein wichtiges Hoffnungszeichen in unserer Zeit.“

 

 

 

Hintergrund ist das 2018 erstmals begangene Europäische Kulturerbejahr „Sharing Heritage“. In dessen Rahmen sollen am diesjährigen Internationalen Tag des Friedens erstmals in der Geschichte europaweit kirchliche und säkulare Glocken gleichzeitig von 18.00 bis 18.15 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit unter dem Motto „Friede sei ihr erst Geläute“ gemeinsam läuten und so ein Zeichen des Friedens aussenden.

 

 

 

Dem Appell des gemeinsamen Glockenläutens zum „Internationalen Tag des Friedens“ kommen auch europäische Partnerkirchen der Nordkirche nach:  „Gemeinsam mit unseren Partnern in Europa senden wie so ein hörbares Signal für den Frieden. Ich habe viele ermutigende und motivierende Beiträge zu diesem Datum aus England, Estland, Lettland und den Niederlanden erhalten. Allein in der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Partnerkirche machen über die Hälfte der insgesamt 167 Kirchengemeinden im ganzen Land mit. Und in der anglikanischen Diözese Lichfield beteiligen sich viele „Bell Ringing Societies“, so dass ganze Melodien zum Frieden erklingen“, sagt Christa Hunzinger, Europareferentin im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche, die die Beziehungen zu den europäischen Partnerkirchen der Nordkirche koordiniert. Insgesamt hat die Nordkirche Kontakte zu 14 Partnerkirchen in zehn Ländern. Darüber hinaus werden auch Kirchen in Irland, Tschechien und Finnland am 21. September Glocken läuten.

 


Schöpfung, Jesus, Wissenschaft – die beliebten Gespräche bei Brot und Wein starten wieder im Berliner Dom

 

(Berlin/sp) - Wir leben in Zeiten, in denen der Glaube an Gott oft als irrational eingestuft wird. Dabei haben Rationalität und Gottesglaube eine lange abendländische Tradition. Die beliebten Gespräche bei Brot und Wein im Sophie-Charlotte-Saal des Berliner Domes widmen sich in diesem Herbst deshalb dem „Nachdenken über Gott“.

 

 

 

Den Anfang macht am Mittwoch, den 19. September, der Evangelische Theologe Dr. Matthias Schleiff. Er hat sich in seiner Dissertation „Schöpfung, Zufall oder viele Universen?“ mit dem Thema Schöpfungsglaube und Naturwissenschaft beschäftigt und ist davon überzeugt, dass sich Glaube und Naturwissenschaften gegenseitig bereichern und befruchten können.

 

 

 

Am 17. Oktober freuen wir uns, den ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD, Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, als Referenten begrüßen zu dürfen. Unter der Überschrift: „Jesus Christus – Gottessohn, Prophet, Vorbild?“ wird er sich mit der brisanten und gerade auch im interreligiösen Gespräch kontroversen Frage beschäftigen, welche Bedeutung dem Glauben an Jesus von Nazareth als dem Sohn Gottes heute noch zukommen sollte.

 

 

 

Der dritte Abend der Gespräche bei Brot und Wein, am 7. November 2018,  findet seinen Ausgangspunkt wieder in der Frage nach der Rationalität des Glaubens an Gott, der in einer tieferen Krise steckt. Unter der Fragestellung „Lässt sich Gott vernünftig denken?“ wird ein Philosoph eine Antwort versuchen. Prof. Dr. Holm Tetens war bis 2015 Professor an der Freien Universität Berlin. Schwerpunkte seiner Arbeit sind neben der Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte die Philosophie des Geistes sowie Logik und Argumentationstheorie. Sein Buch „Gott denken. Ein Versuch über rationale Theologie“ hat ein breites Echo erfahren.

 

 

 

Beginn jeweils um 19:30 Uhr, Zugang über Portal 2 (in den Domarkaden ganz links). Der Eintritt ist frei.

 


Kirchliche IT-Expertin startet aus Darmstadt neun Monate zu Hilfsprojekt

Vom Paulusplatz aus direkt nach Malawi

Foto: ekhn
Foto: ekhn

(Darmstadt/ekhn) - Wenn Amanda Badicke Ende September ihren Schreibtisch in der Computerabteilung der evangelischen Kirchenverwaltung in Darmstadt räumt, ist das der Anfang eines Abenteuers. Seit 2014 arbeitet sie in dem Haus der Evangelischen Kirche am Paulusplatz. Die 28-Jährige IT-Expertin hilft nicht nur, wenn ein Bildschirm zuckt oder eine Maus ihren Dienst versagt. Sie begleitet als Organisationsberaterin vor allem Projekte, wenn es darum geht, auf dem neusten Stand der Technik zu bleiben.

 

Wissen weitergeben

 

Nun will sie ihr gesammeltes Wissen weitergeben: nicht in der Kirche, nicht in der Verwaltung und nicht in Darmstadt. Sie geht neun Monate nach Malawi. In dem südostafrikanischen Land will sie am Blantyre Teachers Training College angehenden Lehrerinnen und Lehrern zeigen, wie man mit Computern umgeht, Bewerbungen schreibt und dafür sorgen, dass die elektronischen Geräte funktionsfähig bleiben. Die evangelische Kirche gab ihr für das Hilfsprojekt eigens frei.

 

Traum erfüllen

 

Seit zehn Jahren träumt Badicke davon, für längere Zeit nach Afrika zu gehen  Sie fasziniere das gesellschaftliche Leben dort, bei dem die afrikanische Großfamilie ganz im Mittelpunkt steht. Sie sei überwältigt von der Kultur mit ihren traditionellen Tänzen und der bunten Kleidung, von dem weichen Mbata-Zimtgebäck und würzigen Mahlzeiten, erzählt sie begeistert. Nach ihrem Abitur habe sie aber die Gelegenheit verpasst, länger nach Afrika zu gehen. Dann kamen Bachelor- und Masterstudium im Managementbereich. Jetzt sei es die „allerletzte Gelegenheit“ über das „weltwärts“-Austausch-Programm nach Malawi zu starten, einem Land das in etwa so groß wie Baden Württemberg und Bayern zusammen ist.

 

200 Schüler, eine Lehrkraft

 

Amanda Badicke weiß, dass ab dem 29. September vieles anders sein wird. Nach einem 15-stündigen Flug von Frankfurt aus landet sie in Blantyre, der zweitgrößten Stadt Malawis. In ihrer kleinen Wohnung auf dem Campus des Colleges wird sie nur sehr unregelmäßig fließendes Wasser und Strom haben. Eine Waschmaschine wird sie ebenso vergeblich suchen wie Mülltonnen. Der Unrat wird mangels Müllabfuhr gesammelt und einfach im Hinterhof verbrannt. Sie wird sich auch damit zurechtfinden müssen, dass die meisten Menschen in Malawi täglich umgerechnet etwa 1,70 Euro verdienen aber sich damit noch nicht einmal eine Tafel Schokolade leisten könnten, die deutlich über zwei Euro kostet. Und sie wird sehen, wie es ist, wenn eine Schulklasse von bis zu 200 Schülerinnen und Schülern von einem einzigen Lehrer oder einer Lehrerein unterrichtet werden. Denn Lehrkräfte sind Mangelware in Afrika.

 

Überwältigende Menschlichkeit

 

Dafür wird sie mit vielen Erfahrungen entschädigt werden, wie sie hofft. Auch mit Einblicken in die überwältigende Natur des Landes, mit dichten Regenwäldern, trockenen Savannen und hohen Bergen von bis zu 3000 Metern Höhe. Und vor allem mit Menschen, die als besonders offen, interessiert und  gastfreundlich gelten. Deshalb wird Malawi auch als das „warme Herz Afrikas“ bezeichnet, schwärmt sie. Die Daheimgebliebenen können Badickes Erfahrungen im Internet in ihrem Reiseblog nachlesen (https://ninemonthsinmalawi.wordpress.com/). Oder sie werden es erfahren, wenn die IT-Spezialistin  im kommenden Sommer ins nüchterne Europa zurückkehrt. Der Schreibtisch in der evangelischen Kirchenverwaltung wartet auf sie. Nicht nur der Schreibtisch, sondern auch viele neugierige Kolleginnen und Kollegen.  

 


FRAUENPILGERWEG IN BADEN FÜHRT VON LAUDA NACH WERTHEIM

 

(Lauda/Wertheim/Karlsruhe/ekiba) - Zur Eröffnung des zweiten Teiles des badischen Frauenpilgerwegs laden die Evangelischen Frauen in Baden für das Wochenende vom 28. bis 30. September 2018 nach Nordbaden ein.
40 Frauen werden durch die Tauberregion von Lauda bis nach Wertheim pilgern; ein Pilgerinnenhandbuch zum Nachpilgern, wie es bereits für die erste, 2017 eröffnete Strecke Mosbach-Heidelberg verfügbar ist, entsteht derzeit.

 

 

 

Die Route führt unter anderem über Tauberbischofsheim, die Gamburg und Kloster Bronnbach nach Wertheim. Geistliche Impulse in Kapellen und Kirchen wechseln mit dem Gespräch über persönliche Themen und einzelnen Etappen, die im Schweigen zurückgelegt werden. „Mit Frauen pilgern, heißt spirituell unterwegs zu sein und aufmerksam zu sein für weiblich geprägte Orte, sensibel zu sein für Frauenthemen, die Frauen in ihren verschiedenen Rollen als Witwe, Single, Trauernde, Mutter erfahren", erklärt Anke Ruth-Klumbies, Leiterin der Geschäftsstelle der Evangelischen Frauen in Baden (Karlsruhe) im Vorfeld.

 

Im vergangenen Herbst war der erste Teil des Frauenpilgerwegs von Mosbach nach Heidelberg eröffnet worden. Nach und nach soll ein Frauenpilgerweg durch ganz Baden entstehen. Das Pilgerinnenhandbuch zum ersten Teil des Frauenpilgerwegs kann unter www.shop/ekiba.de bestellt werden. Weitere Informationen unter https://www.frauengeschichte-baden.de/frauen-pilgerweg

 

 

 


Über 500 Kinder und Jugendlichen kommen zu Chortag in Trier zusammen

Jesus Christ, you are my life

"Jesus Christ you are my life" ist das Motto des Tages . Foto: bt
"Jesus Christ you are my life" ist das Motto des Tages . Foto: bt

 

(Trier/bt) – Ein Tag voller Musik und Freude, Gemeinschaft untereinander und mit Jesus: So lässt sich der Kinderchortag des Chorverbandes „Pueri Cantores“ im Bistum Trier zusammenfassen. Zu dem Fest sind am 15. September rund 520 Kinder und Jugendliche aus 29 Chören mit ihren Chorleitungen und Betreuern in die Bischofsstadt gekommen.

 

Sie heißen „Kirchenengel“ oder „Kreuz und quer Kids“, „Das Chörchen“ oder „Con Spirito“. Sie tragen leuchtend bunte T-Shirts oder orange Schals, um als Gruppe erkennbar zu sein und im Getümmel nicht verloren zu gehen. Und obwohl es für einen Samstagmorgen noch recht früh ist, sind sie schon erstaunlich munter und fröhlich. Erst recht, wenn es ums Singen geht. Denn das ist die große Leidenschaft, die an diesem sonnigen Tag alle verbindet. „Ich freue mich, viel Zeit mit Freunden zu verbringen“, antwortet der zehnjährige Julian aus Bekond auf die Frage, warum er nach St. Maximin gekommen ist. Zusammen mit den anderen Sängerinnen und Sängern macht er mit beim fetzigen „Aufwach-Song“, mit dem Peter Uhl, Vorsitzender der Pueri Cantores im Bistum Trier, und die Musiker Volker Krebs am Keyboard, Cordula Hamacher mit dem Saxophon, Tanja Silcher mit dem Bass und Klaus Berlingen am Schlagzeug den musikalischen Tag eröffnen.

 

Der Kinderchortag will die Chormitglieder untereinander in Kontakt bringen, die Gewissheit vertiefen, dass Singen glücklich macht und zum Ausdruck bringen kann, was mit Worten nicht zu sagen ist. „Mit unserem Singen machen wir auch deutlich, dass wir Gottes Melodie in dieser Welt sind“, stellt Weihbischof Franz Josef Gebert im Wortgottesdienst zur Eröffnung dar und stimmt ein in das Motto-Lied des Tages „Jesus Christ, you are my life – Jesus, du bist mein Leben“.

 

Untereinander in Kontakt bringen

 

Bunt wie die T-Shirts der Sängerinnen und Sänger ist das Programm, das der Pueri Cantores-Vorstand organisiert hat: „Schlüsselanhänger in Fischform und ein Fang-Spiel habe ich gebastelt“, erzählt Lena aus Föhren. Ihre Chor-Freundin Melina hatte besonders viel Spaß beim Obstsalat-Spielen und beim Menschen-Memory. Julian ist noch immer ganz begeistert vom Fußball-Turnier: „Meine Mannschaft hat zwar verloren. Aber ich habe viele richtig, richtig nette Jungs kennengelernt, und es hat super viel Spaß gemacht.“ Jetzt sitzt das Trio aus dem Bekonder Kinderchor in der großen Aula und verfolgt gebannt, ob und wie die „Sing-Sang-Maschine“ funktioniert. Christopher Ullrich und Matthias Horn nehmen die Kinder in ihrem Musik- und Mitmachtheater „Laterna Musica“ mit auf eine spannende, witzige und natürlich musikalische Zeitreise. Bis die neue Maschine nämlich den gewünschten Papageno „ausspuckt“, produziert sie Vertreter verschiedener Epochen, die Kostproben ihrer Musik vorstellen: Bruder Matheo singt ein gregorianisches Kyrie, der „Musensohn“ stimmt Schuberts Wanderlied an, und beim Hör-Comic sorgt das Publikum für die akustische Kulisse. „Das hat sehr viel Spaß gemacht. Man konnte lachen, schöne Musik hören, mitmachen und noch ein bisschen was lernen“, lobt Paul aus dem Kinder- und Jugendchor Kenn die Theatermacher.

 

Für Aufsehen und vielfache Freude sorgen die 520 Pueri Cantores dann auf ihrem Weg durch die Stadt zum Abschlussgottesdienst im Dom. Klar, dass diese starke Gruppe singend mit vielstimmigem „Gaudeamus“ und „Halleluja“ durch die Trierer Simeonstraße zieht und unterwegs viele Passanten zum Staunen, vor allem aber zum Lächeln bringt. „Mit eurem Gesang habt ihr Zeugnis abgelegt für Jesus Christus, der uns zusammenführt und Gemeinschaft stiftet“, erklärt Pfarrer Jonas Weller, Vorstandsmitglied der Pueri Cantores im Bistum Trier, und ruft noch einmal in Erinnerung, wie wichtig Jesus für das Leben der Menschen ist. „Wir brauchen ihn nicht nur zum Leben - er ist unser Leben.“ Der Glaube daran führe und bewege Menschen in aller Welt, und die Musik mache diese Verbindung auf besonders intensive Weise erlebbar.

 

Das spürt auch Bischof Stephan Ackermann, der, „vorwitzig, wie es euch nach diesem langen Tag geht“, zum Schlusssegen in den Dom kommt. „Dass gute Erlebnisse und Melodien in euren Herzen bleiben, und dass ihr die Freude an Jesus Christus mit nach Hause nehmt“, wünscht er Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zum Abschluss des Chorfestes und stimmt begeistert ein in das fröhliche und mit vollem Körpereinsatz gesungene Bekenntnis „Jesus Christ, you are my life“.

 


Adrian Wirtz aus Ralingen verbringt ein Jahr als freiwilliger in Ruanda

Wo die Lebensfreude der Menschen ansteckend ist

Adrian Wirtz aus Ralingen hat in Kigali im Don Bosco Zentrum gewohnt und gearbeitet. eine Erfahrung, die er nicht missen möchte. Foto: bt
Adrian Wirtz aus Ralingen hat in Kigali im Don Bosco Zentrum gewohnt und gearbeitet. eine Erfahrung, die er nicht missen möchte. Foto: bt

 

(Ralingen/bt) – Nach dem Abitur erst einmal hinaus in die weite Welt, fremde Kulturen und Menschen kennenlernen, Freundschaften schließen und als anderer Mensch zurückkommen: Adrian Wirtz aus Ralingen hat sich diesen Wunsch mit einem Freiwilligendienst in Ruanda erfüllt. Begleitet wurde er dabei von den Sozialen Friedensdiensten im Ausland (SoFiA) des Bistums Trier, die ihn in der Vorbereitung und auch während seines Einsatzes unterstützt haben.

 

Seit Mitte August ist der 20-Jährige nun wieder in der Heimat und obwohl ihm die hiesigen Temperaturen kalt erscheinen, freut er sich auch wieder auf „Jahreszeiten“, wie er erzählt. In Kigali, der Hauptstadt Ruandas arbeitete er 13 Monate lang in einem Don Bosco Schul- und Freizeitzentrum mit, unterstützte die Lehrer im Englisch-Unterricht, gab selbst Fußballtraining und organisierte andere sportliche und spielerische Aktivitäten für die Kinder und Jugendlichen. Die technische Sekundarschule besuchen 241 junge Menschen von 16 bis 28, die Berufe wie Elektriker, Schreiner, Maurer oder Installateur erlernen, außerdem gibt es ein Internat für junge Männer und nachmittags das Freizeitprogramm auch für jüngere Kinder, berichtet Adrian. „Man muss sich das vorstellen wie eine grüne Oase mitten in Kigali, dort wird Ackerbau betrieben, es gibt riesige Bananenplantagen.“ Adrians Ansprechpartner vor Ort waren die Priester des Salesianerordens, die das Zentrum leiten und zum anderen ein Mentor von außerhalb. „Wir waren am Esstisch immer eine Multikultitruppe, da die Priester nicht nur aus Ruanda, sondern auch aus Belgien, Uganda, Slowenien, Burundi und anderen Ländern kamen. Am weitesten kommt man mit Französisch, auch wenn man zunächst mal wegen der Dialekte trotz acht Jahre Schulfranzösisch wenig versteht.“ Die erste Begegnung mit den Schülern habe gleich für Belustigung gesorgt, als sie erfuhren, dass ihr neuer „Hilfslehrer“ selbst erst 19 Jahre alt war, erinnert sich Adrian.

 

Ein typischer Tag begann für ihn um 6.30 Uhr, nach einem Morgenimpuls für die ganze Schulgemeinschaft um 7.15 Uhr half er im Unterricht mit und nachmittags ging es dann im Jugendzentrum los: „unter der Woche kommen hier so zwischen 700 und 800, am Wochenende auch mal bis zu 1.500 Kinder aus den umliegenden Vierteln. Wir haben mit ihnen Tischtennisplatten gebaut, Fußball, Basketball, Volleyball gespielt, es wurden Kampfsportarten und Akrobatik angeboten. Anfangs habe ich auch mitgeturnt, bis ich Rückenprobleme bekam und aufhören musste“, erzählt Adrian. Beeindruckt habe ihn vor allem die Mentalität der Menschen: „Die Kinder haben teilweise umgerechnet nicht mal 50 Cent am Tag in der Tasche, aber verbringen ihren Tag mit einer unglaublichen Lebensfreude. Da kann man sich einiges abschauen, das ist wirklich beneidenswert. Die Ruander sind sehr freundlich, gehen offen auf einen zu, man klatscht sich mit den Kindern ab, unterhält sich, wenn man jemanden auf der Straße trifft.“ Aus diesen Begegnungen habe er sehr viel für sein eigenes Leben ziehen können: „Man gibt den Menschen sehr viel, aber man bekommt unheimlich viel zurück.“ Ein solches Beispiel: Adrian leistete bei einem Schüler Erste Hilfe, als dieser sich beim Fußball verletzte. „Ich habe seine Wunde versorgt und ihn in die Krankenstation gebracht. Zwei Wochen später kam er mit einer Einladung zur Hochzeit seiner Schwester in der Hand zu mir.“

 

Natürlich gab es auch prägende Erlebnisse, die ihm die Armut der Menschen vor Augen führten. Kigali täusche als Stadt über vieles hinweg, weil es sehr modern sei und eine Agenda verfolge, das „Singapur Afrikas“ zu werden, erzählt Adrian. Aber als die Akrobatiktruppe einen Auftritt hatte und er das Catering begleitete, stürzten sich die Kinder aus dem Viertel auf die schon leeren Töpfe und Schüsseln und versuchten, die Reste mit den Nägeln herauszukratzen. „Solche Dinge haben mein Bewusstsein geschärft, für das, was ich wirklich im Leben brauche.“ Jedes zweite Wochenende reiste er deshalb auch über das ländliche Ruanda, besuchte andere Freiwillige in deren Dörfern. „Dort gibt es in der Trockenzeit teilweise nicht mal fließendes Wasser.“

 

Als sich Adrian im Januar 2017 bei SoFiA bewarb, kannte er das Zentrum bereits, obwohl er nicht wusste, dass er auch dort eingesetzt werden würde. „Mein Vater engagiert sich in einer Partnerorganisation SoFiAs, bei „Handwerk hilft“, einer Schreinervereinigung aus dem Raum Trier, die sich für die handwerkliche Ausbildung im Don Bosco Zentrum engagiert. Dass es dann wirklich diese Einsatzstelle für mich wird, war natürlich super.“ Die Vorbereitung durch SoFiA erlebte Adrian als wichtigen Teil des gesamten Freiwilligendienstes: Neben Orientierungswochenenden gibt es Seminare zu gesundheits- und Sicherheitsaspekten, interkultureller Kompetenz, dem Umgang mit Armut, und anderen Themen. „Wir haben sehr viel über uns selbst reflektiert, über eigene Ziele im Leben gesprochen. Es habe gut getan und eine tolle Gemeinschaft unter den Freiwilligen gegeben – dort im „Nirwana der Eifel ohne Handyempfang“, wie Adrian lacht. Der sei in Afrika übrigens viel besser gewesen.

 

Wer sich für einen Freiwilligendienst mit SoFiA interessiert, kann sich noch bis zum 26. September bewerben, das Orientierungswochenende findet im Herbst statt. Einsatzorte sind von Lateinamerika über Afrika und Asien bis Osteuropa. Anmeldung und weitere Informationen bei: SoFiA, Dietrichstr. 30 a, 54290 Trier, Tel: 0651-993796-301, E-Mail: sofia@soziale-lerndienste.de und unter: www.sofia-trier.de.

 


Bischof Gebhard Fürst informiert über Missbrauch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Akribische Aufarbeitung und Stärkung der Prävention

 

(Rottenburg/Stuttgart/drs) - In einem Pressegespräch hat Bischof Gebhard Fürst heute (17. September) im Stuttgarter Haus der Katholischen Kirche über den Umgang mit Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in seiner Diözese informiert. Dem Bistum sind insgesamt 72 inkardinierte Kleriker (Priester und Diakone in Personalverantwortung der Diözese) bekannt, die des Missbrauchs an Minderjährigen beschuldigt werden. Die im Jahr 2002 von Bischof Fürst eingerichtete „Kommission sexueller Missbrauch“ (KsM) in der Diözese untersucht seit 16 Jahren nach festgelegten Verfahrensregeln jeden Vorwurf. Trotz einer akribischen Aufarbeitung dürfe man mit der Bilanz keinesfalls zufrieden sein. Der Missbrauch an Schutzbefohlenen sei immer auch eine Anfrage an die Strukturen der Kirche, sagte Bischof Fürst. Der Rottenburger Oberhirte entschuldigte sich erneut „mit Scham“ bei den Opfern.

 

 

 

Er sei noch immer bestürzt über die große Anzahl der Taten und Täter, aber auch über die „Last der Schuld in unserer Kirche“, so Bischof Fürst. Er verwies darauf, dass die Diözese bereits 2002, lange vor Bekanntwerden des Missbrauchsskandals im Jahr 2010, „Regularien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger in der Diözese Rottenburg-Stuttgart“ in Kraft gesetzt habe. Ein Jahr später habe er eine unabhängig arbeitende „Kommission sexueller Missbrauch“ (KsM) eingesetzt, die von einer Person des öffentlichen Lebens geleitet werde. Die vorrangige Aufgabe der KsM, so Bischof Gebhard Fürst sei es seither, Hinweise zu sexuellem Missbrauch an Minderjährigen durch Kleriker, Ordensangehörige oder andere Mitarbeiter im kirchlichen Bereich entgegenzunehmen und jeden Hinweis genau zu überprüfen. Am Ende jeder Untersuchung stünden Empfehlungen für den Umgang mit den gemeldeten Fälle. Hierbei gehe es einerseits um Hilfen für die Opfer und zugleich um Maßnahmen den Täter betreffend, erläuterte der Bischof. „Wichtig ist mir zu erwähnen, dass ich der Kommission gegenüber nicht weisungsbefugt bin“, ergänzte Bischof Fürst. Er kenne die Untersuchungs-Akten und sei jeder Bitte eines Opfers um ein Gespräch nachgekommen, sagte er. „Stets aufs Neue ist mir ans Herz gegangen, was den Opfern an unvorstellbarem Leid zugefügt wurde“.

 

 

 

Seit Einrichtung der KsM im Jahr 2002 beschäftigte diese sich mit insgesamt 146 Vorwürfen Betroffener. 90 der Vorwürfe richten sich gegen 72 Kleriker (Priester und Diakone) in Personalverantwortung der Diözese. Weitere 56 Vorwürfe gegen Ordensgeistliche, Priester anderer oder ausländischer Diözesen sowie gegen Laien. Von den 72 beschuldigten Klerikern sind bereits 45 verstorben. Eine tatsächliche Täterschaft konnte nicht in allen Fällen nachgewiesen werden. In elf Fällen wurde das Ergebnis der Untersuchung an die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom gemeldet, in sieben Fällen war die Staatsanwaltschaft involviert, zwei der Fälle wurden durch die Diözese angezeigt. In zwei Fällen wurden die Kleriker ihres Amtes enthoben. In allen anderen neun Fällen sprach der Bischof Verweise aus, die zum Teil mit einem deutlichen Gehaltsabzug für bis zu fünf Jahre verbunden waren. Für alle Täter und einzelne Beschuldigten wurde mindestens ein psychiatrisches Gutachten angefordert, um die Frage geeigneter Therapiemaßnahmen und die Frage der Weiterbeschäftigung zu klären.

 

 

 

Bischof Gebhard Fürst versicherte, dass in der Zeit seiner Verantwortung keine Versetzung eines beschuldigten Klerikers in eine andere Diözese erfolgte. „Wenn ein Täter oder Beschuldigter, auch bei verjährter Tat, in eine andere Gemeinde versetzt wurde, wurde der leitende Pfarrer, der Zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats wie auch der Dekan informiert“. In keinem der Fälle habe es sich hierbei um schweren sexuellen Missbrauch im Sinne von Vergewaltigungen oder „Hands-on-Taten“ gehandelt, bestätigte Bischof Fürst. Zum aktuellen Zeitpunkt liegt der KsM ein Fall zur Bearbeitung vor.

 

 

 

Nach Erfahrung der KsM sei das Gehört-Werden, das Wahrnehmen der Schwere der Belastung und des Leids, für die Betroffenen das Wichtigste, sagte die Vorsitzende der KsM, Dr. Monika Stolz. „Für die Meisten ist es eine große Belastung, über das Geschehene zu reden“. Die Forderung nach einer finanziellen Leistungen sei für die Betroffenen oft zweitrangig, erläuterte Stolz. Bei strafbaren Handlungen strebe die KsM grundsätzlich an, den Vorgang der Staatsanwaltschaft zu melden. Dies könne jedoch nur mit dem Einverständnis der Betroffenen geschehen, so Stolz. Es komme allerdings vor, dass die Betroffenen dies nicht wünschten, weil sie keine erneute - und möglicherweise langwierige Auseinandersetzung - mit dem Geschehenen ertragen wollten oder könnten, sagte die ehemalige Landesministerin und widersprach damit den regelmäßig gegenüber der Kirche formulierten Vorwürfen, Straftaten der Staatsanwalt bewusst vorzuenthalten.

 

 

 

Selbst die beste Prävention könne sexuellen Missbrauch nicht verhindern, sagte die Leiterin der im Jahr 2012 eingerichteten Stabstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz in der Diözese, Sabine Hesse. Das Sprechen über sexuellen Missbrauch und Prävention sorge aber dafür, dass das von Tätern oder Täterinnen auferlegte Schweigen gebrochen und die Tabuisierung aufgehoben werde. Daher könne auch die Zunahme von Anzeigen ein gutes Zeichen sein, erläuterte die diözesane Präventionsbeauftragte.

 

 

 

Zwischen 2014 und 2016 wurden bei 40 dezentralen Veranstaltungen in allen 25 Dekanaten insgesamt ca. 1600 pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortgebildet, darunter alle Priester einschließlich der aktiven Ruhestandsgeistlichen. Verpflichtende Präventionsfortbildungen werden in Kürze im „Bischöflichen Gesetz über Fortbildungen zur Prävention von sexuellem Missbrauch“ festgeschrieben. In den kommenden fünf Jahren sollen demnach ca. 15.000 Beschäftigte und zusätzlich viele tausend Ehrenamtliche nach einheitlichen Standards sensibilisiert werden. Bis zum Jahr 2023 wird die Diözese Rottenburg-Stuttgart für dieses Programm rund 1,2 Mio Euro aufwenden. Die Stabstelle Prävention in der Diözese koordiniert darüber hinaus die Präventionsaktivitäten der selbständigen Träger in der Diözese, eine enge Zusammenarbeit gibt es mit dem Bund Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ), dem Diözesancaritasverband sowie mit der Stiftung Katholische Freie Schule. Diese drei Träger sowie die Frauenorden in der Diözese und der Sportverband DJK waren bereits vor der Einrichtung der Stabstelle in der Präventionsarbeit aktiv.

 

 

 

 

 

In einer ersten Reaktion auf die vergangene Woche in den Medien veröffentlichten Teilergebnisse der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) hatte sich Bischof Fürst erschüttert über das Ausmaß des Missbrauchs in der katholischen Kirche gezeigt. Er habe geahnt, welche Dimension die Studie aufdecken würde, dennoch seien die bereits jetzt bekannten Ergebnisse für ihn erschreckend, so der Rottenburger Bischof. Die MHG-Studie soll während der Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe am 25. September in Fulda offiziell vorgestellt werden.

 

 

 


Bischof Ackermann ruft zu Spenden am Caritas-Sonntag auf

„Jeder Mensch braucht ein Zuhause“

Foto: bt
Foto: bt

 

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ lautet das Motto des diesjährigen Caritas-Sonntags, der im Bistum am 23. September begangen wird. Die gleichlautende Jahreskampagne macht den gravierenden Wohnraummangel in vielen Städten und Regionen zum Thema. Bischof Stephan ruft gemeinsam mit den deutschen Bischöfen zur Unterstützung der Kampagne und der Sonntags-Kollekte am Caritas-Sonntag auf.

 

„Viele Menschen erleben, dass sie trotz eines Einkommens als Polizisten, Verwaltungsfachkräfte, Erzieherinnen oder Krankenschwestern keinen bezahlbaren Wohnraum mehr für sich und ihre Familien finden“, schreibt der Trierer Bischof in seinem Aufruf. So machten in immer mehr Städten und Regionen Menschen die frustrierende Erfahrung, an den Rand gedrängt zu werden oder in zu kleinen Wohnungen leben zu müssen. Die diesjährige Caritas-Kampagne wolle verdeutlichen, wie wichtig es für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sei, dass sich Menschen mit unterschiedlichen Einkommen, unterschiedlicher Bildung und Berufen, aus unterschiedlichen Nationen ganz selbstverständlich im Alltag begegnen.

 

„Wenn jedoch zunehmend der Geldbeutel darüber bestimmt, wer in welchem Viertel wohnen kann, führt dies zu Ausgrenzung und gefährdet den Zusammenhalt. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum geht uns alle an“, so Ackermann. Es gehe auch um Orte der Begegnung, die neue Bewohner in Stadtteilen miteinander ins Gespräch bringen. „Vielfach geschieht dies in unseren Pfarrgemeinden. Und auch die Kampagne kann Anregungen liefern und für die eigene Arbeit vor Ort genutzt werden. Deshalb unterstützen Sie bitte mit ihrer Gabe die Arbeit der Caritas“, motiviert der Bischof. 

 

Bei den Caritaskollekten 2017 wurden insgesamt 171.463 Euro gespendet. Von dieser Summe blieb rund die Hälfte in den Pfarreien. Die andere Hälfte des Sammlungserlöses verwendet das Bistum zur Unterstützung der sozial-caritativen Arbeit in der ganzen Diözese. Die Spenden sind eine wichtige Unterstützung für alle Hilfen, die durch staatliche Stellen nicht oder nur zum Teil finanziert werden. Mehr Informationen zur Jahreskampagne sind unter: www.zuhause-fuer-jeden.de zu finden. Dort kann man beispielsweise testen, wie hoch die Mietbelastungen für Familien, Alleinerziehende und Singles in verschiedenen Städten sind. Wissenswertes zur Caritas im Bistum Trier gibt es unter www.caritas-trier.de .

 


Diözesanratssprecher fordert neben achtsamem Umgang mit den Missbrauchsopfern und Prävention veränderte Machtstrukturen in der Kirche

Strukturelle Missbrauchsursachen brauchen Antwort

(Stuttgart/drs) - Aus Anlass der Pressekonferenz der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz hat Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart, neue Machtstrukturen in der Kirche gefordert.

 

Bereits im März 2010, so Warmbrunn, also unmittelbar nach Bekanntwerden des Missbrauchs in der katholischen Kirche, hatte der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart öffentlich gefordert, sich den Opfern einfühlsam zuzuwenden, sie in der Aufklärung der Missbrauchsfälle tatkräftig zu unterstützen und ihnen zu helfen, ihr Leid zu ertragen. Auch jetzt, nach den ersten Mitteilungen aus der Studie bleibe diese Forderung aktuell und es seien weitere Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen. „Ein besonderes Augenmerk gilt der Prävention. Wir müssen weiter alles Menschenmögliche tun, damit kirchliche Einrichtungen zum missbrauchsfreien Raum werden und das auch bleiben“, erklärte Warmbrunn. Die Einrichtung der Kommission sexueller Missbrauch und der Stabstelle Prävention Kinder- und Jugendschutz durch Bischof Gebhard Fürst sei hervorragend. „Wir müssen aber auch über Kirchenstrukturen sprechen, wenn es um den Missbrauch im kirchlichen Umfeld geht“, betont der Sprecher des diözesanen Katholikenrats, und weiter: Partizipation ist für die Kirche von größter Bedeutung.“

 

Papst Franziskus habe nicht umsonst unlängst die aktive Teilhabe aller eingefordert, anstatt auf kleine Eliten zu setzen. Klerikalismus habe der Papst zu Recht als „anomale Verständnisweise von Autorität in der Kirche“ bezeichnet.


Warmbrunn erklärte: „Ein geistliches Amt darf keinesfalls zu überhöhten Machtpositionen führen, aus der heraus Schwächere missbraucht, Abhängigkeiten geschaffen, Transparenz verhindert und Schweigekartelle entstehen können. Spirituelle Machtgefälle sind so keinen Deut besser oder edler als andere. Und um es klar zu sagen: Allein die – an sich wünschenswerte – Weihe verheirateter Männer würde uns nicht weiterhelfen, wenn Weihe und Macht nicht klarer voneinander getrennt werden.“

 

 

 

Warmbrunn weiter: „Die Konzentration von immer mehr Leitungsaufgaben und Verantwortung auf immer weniger Priester sollte gestoppt und die Rollen der Laien und ehrenamtlich Engagierten auch mit Blick auf Leitungsaufgaben stärker profiliert werden. Wir wollen geteilte Verantwortung auf Augenhöhe und gemeinschaftliche Leitung. Wir haben uns dafür im Diözesanrat in vielfältiger Weise eingesetzt und sind mit Bischof Gebhard Fürst in weitgehendem Einvernehmen. In der Diözesanratssitzung Ende des Monats steht das Thema nochmals auf der Agenda. Auch das gehört zu den Konsequenzen, die wir aus den bedrückenden Erkenntnissen um den Missbrauch in unserer Kirche ziehen müssen.“

 


Katholisches Hilfswerk missio, Bistum Erfurt und Kirche aus Äthiopien eröffnen bundesweit Monat der Weltmission – Größte katholische Solidaritätsaktion weltweit

„Kein Platz für Nationalismus und Rassismus“

 

(Erfurt/Aachen/missio) - Christen und die Kirche müssen den Menschen angesichts weltweiter Migration Heimat geben: Mit diesem Aufruf haben das Bistum Erfurt, das katholische Hilfswerk missio und Gäste der Kirche aus Äthiopien heute im Rahmen der Bistumswallfahrt die missio-Aktion zum Monat der Weltmission eröffnet. „Die Kirche ist eine weltumspannende Organisation, in der für Nationalismus und Rassismus kein Platz ist“, sagte Bischof Ulrich Neymeyr im gemeinsamen Gottesdienst auf dem Erfurter Domplatz.

 

Die Kirche in Äthiopien zeige beispielhaft, wie Christen in Afrika, Asien und Ozeanien durch nachhaltige Bildungsarbeit, Einsatz für Flüchtlinge und soziales Engagement „an der Seite der Armen und Benachteiligten“ stehe, so Prälat Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen. „Sie bleiben auch dann bei den Menschen, wenn Krieg, Katastrophen und soziale Ungerechtigkeit herrschen und geben so den Hoffnungslosen und Entwurzelten Heimat“, sagte Krämer.

 

Bischof Neymeyr sieht die Kirche in Deutschland durch das Beispiel der Christen aus Äthiopien „neu ermutigt, den Glauben anderen anzubieten“.

 

„Wir sind zuversichtlich, dass die missio-Kampagne die bestehenden engen Beziehungen zwischen der katholischen Kirche in Deutschland und Äthiopien stärken wird“, sagte Berhaneyesus Kardinal Souraphiel, Erzbischof von Addis Abeba und Vorsitzender der äthiopischen Bischofskonferenz. Er hoffe, dass das wechselseitige Verständnis für Menschen auf der Flucht wachse.

 

Zum Monat der Weltmission berichten In den kommenden Wochen 15 Bischöfe, Priester, Ordensleute und kirchliche Laien aus Äthiopien in rund 250 Veranstaltungen bundesweit über ihre Arbeit. Der Monat der Weltmission endet am 28. Oktober mit dem Weltmissionssonntag. Dann sammelt die katholische Kirche in rund 100 Ländern Spenden für die Arbeit der Kirche in den 1.100 ärmsten Regionen der Welt. 2017 sammelte die Kirche weltweit dafür cirka 82,7 Millionen Euro, davon rund 3,9 Millionen Euro von missio Aachen.

 

Mehr Informationen unter www.missio-hilft.de/presse.

 


Was ist der Monat und Sonntag der Weltmission?

 

Gleichzeitige Spendenaktion in 100 Ländern für die Seelsorge und Sozialarbeit der Kirche in den ärmsten Regionen der Welt

 

Das katholische Hilfswerk missio heißt offiziell Internationales Katholisches Missionswerk missio. Es ist Teil eines Netzwerkes von mehr als 100 katholischen Hilfswerken weltweit, die im Auftrag von Papst Franziskus die Kirche in Afrika, Asien, dem Nahen Osten und Ozeanien unterstützen. Diese Päpstlichen Missionswerke richten jährlich am dritten oder vierten Sonntag im Oktober den Weltmissionssonntag aus. Sie sammeln dann in mehr als 100 Ländern am dritten oder vierten Sonntag im Oktober Geld für die Seelsorge und soziale Arbeit der Kirche in den ärmsten Regionen der Welt. 2017 erbrachte die Kollekte zum Weltmissionssonntag weltweit cirka 82,7 Millionen Euro.

 

Vor jedem Weltmissionssonntag lädt missio in Deutschland Gäste der Kirche aus Afrika, Asien oder Ozeanien ein. In diesem Jahr kommen sie aus Äthiopien. Sie stellen dann auf rund 250 Veranstaltungen in Deutschland vier bis fünf Wochen lang ihre Arbeit vor – deshalb heißt dieser Zeitraum vor dem Weltmissionssonntag Monat der Weltmission.

 

In Deutschland organisiert das Internationale Katholische Missionswerk missio mit den Standorten Aachen und München die Aktion zum Weltmissionssonntag.

 

 

 

Wer ist missio?

 

missio fördert die Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien 2017 mit rund 58,9 Millionen Euro

 

In Deutschland gibt es aus historischen Gründen zwei Päpstliche Missionswerke. missio München ist für acht Diözesen in Bayern und Teilen der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland zuständig. missio Aachen ist für 19 Diözesen in den 14 anderen Bundesländern und einem Teil des Bundeslandes Rheinland-Pfalz zuständig.

 

missio arbeitet mit der Ortskirche in Afrika, Asien und Ozeanien in den Bereichen Ausbildung, Pastoral, Unterhalt/Infrastruktur und Akuthilfe zusammen. 2017 förderte missio Aachen 1.161 Projekte seiner Partner in diesen Kontinenten mit 46,2 Millionen Euro, missio München 1.023 Projekte mit 12,7 Millionen Euro. Von dieser Arbeit profitieren nicht allein Christen, sondern alle Menschen ungeachtet ihrer Zugehörigkeit zu einer Ethnie oder Religion.

 

missio richtet in Deutschland die jährliche Kampagne zum Weltmissionssonntag aus. Präsident von missio Aachen ist Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident von missio München ist Monsignore Wolfgang Huber.

 

 

 


„UNENTBEHRLICHER BEITRAG ZUM ZUSAMMENHALT UNSERER GESELLSCHAFT“:

50 JAHRE EVANGELISCHE ERWACHSENENBILDUNG

 

(Karlsruhe/ekiba) - Als „unentbehrlichen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft“ hat der Staatssekretär im baden-württembergischen Kultusministerium, Volker Schebesta, die gesellschaftliche Bedeutung der Evangelischen Erwachsenenbildung in Baden gewürdigt. Diese wurde vor 50 Jahren gegründet und feierte am heutigen Freitag (14.9.) in Karlsruhe das zentrale Jubiläumsfest mit mehr als 250 Gästen. Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hatte den Abend mit einem geistlichen Impuls eröffnet. Der Historiker Rolf-Ulrich Kunze (Karlsruhe) und der Theologe Thomas Schlag (Zürich) widmeten sich den Herausforderungen evangelischer Bildungsangebote in der Zukunft. Auf einem Marktplatz präsentierten sich die Bildungsregionen Badens – auch mit kulinarischen Spezialitäten. Experimentelle Musik machte das Jubiläum zum interaktiven Kulturereignis.

 

 

 

„In Zeiten von zunehmendem Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Fake News sind innovative Weiterbildungsangebote für alle Bürgerinnen und Bürger gefragt, die den Erwerb kultureller und demokratischer Werte vermitteln“, betonte Staatssekretär Schebesta in seinem Grußwort. In der „großen Offenheit für die Anliegen der Menschen in unserer Gesellschaft“ sah denn auch Kirchenrätin Franziska Gnändinger, Leiterin der Landesstelle für Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung in Baden, deren große Stärke. „Wir reagieren schnell auf aktuelle Anforderungen wie die Integration von Flüchtlingen und den Umgang mit Rechtspopulismus, bringen Zukunftsfragen ins Gespräch wie den Umgang mit der Erde und ihren Ressourcen und ermutigen zu lösungsorientierten Antworten,“ erläuterte sie.

 

 

 

„Es gibt gute Gründe, in politischen Fragen von einer komplexen Realität auszugehen und nicht den vermeintlich einfachen Antworten zu vertrauen“, unterstrich auch Thomas Schlag, Theologieprofessor an der Universität Zürich. Ein solches erwachsenes, mündiges Verständnis von Bildung sei „erste Maxime für alle Bildungspraxis im Horizont evangelischer Verantwortung“. Der Historiker Rolf-Ulrich Kunze, Professor am Karlsruhe Institute of Technology, hob das „reformatorische Menschenbild“ hervor, das Evangelische Erwachsenenbildung in den zivilgesellschaftlichen Diskurs einbringe, auch „in den schärfsten Auseinandersetzungen“, so Kunze. Konkret nannte Kunze ein Forum für Kriegskinder und Kriegsenkel als Beispiel, das den Menschen helfe, die eigene Familiengeschichte als Teil der gesellschaftlichen Geschichte anzunehmen. Hier werde evangelische Erwachsenenbildung auch zur Ressource für zivilgesellschaftliche Resilienz.

 

 

 

Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh unterstrich die Bedeutung der Bildungsangebote anhand Psalm 31,9: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum!“ Die evangelische Erwachsenenbildung nehme diese Bewegung auf, „mit der Gott uns in die Welt sendet und uns zutraut, als freie, erwachsene, selbstbewusste und verantwortliche Menschen unsere Welt zu gestalten“. Populismus sei im Gegensatz dazu „hoch regressiv“: „Ihn interessiert nur das Heute. Alles andere muss sich dem fügen. In einem ausgedachten, konstruierten „Früher“ erscheint alles so, wie es heute sein soll. Und was im Rückblick stört, muss verschwinden.“

 

Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht, verantwortlich für Erziehung und Bildung in der badischen Landeskirche, sieht die Evangelische Erwachsenenbildung in einer Schlüsselstellung in Kirche und Gesellschaft: „Sie ist zugleich in der Kirche und in der zunehmend säkularer oder religiös und weltanschaulich pluraler werdenden Welt zu Hause“. Einerseits befähige sie Christen zum mündigen Christsein. Andererseits nehme sie den staatlichen Auftrag zu allgemeiner Bildung und Weiterbildung wahr.

 

 

 

Mehr als 335.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Einzelveranstaltungen und Kursen zählte die Evangelische Erwachsenenbildung in Baden allein im Jahr 2017. Sie ist mit 14 Regionalstellen in den Städten und ländlichen Gebieten Badens präsent und Teil der Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg. Diese ist neben dem Volkshochschulverband der zweite große Träger von Weiterbildung in Baden-Württemberg ist. In der Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung arbeiten die katholische, die evangelische und die evangelisch-methodistische Kirche in Baden-Württemberg zusammen.

 



 


Wirtschaft und Nordkirche luden zu den zweiten „Gottorfer Gesprächen“ ein:

Gesellschaftlicher Diskurs über „Zusammenhalt in Europa“ im Mittelpunkt

(Schleswig/aw) - Rund 80 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Justiz und Verwaltung in Schleswig-Holstein haben heute (14. September) den gesellschaftlichen Diskurs über wichtige Themen der Zeit im Rahmen der zweiten „Gottorfer Gespräche“ fortgesetzt. War beim ersten Zusammentreffen 2016 noch der Zusammenhalt der Gesellschaft das zentrale Thema, standen diesmal die jüngsten Entwicklungen in Europa im Mittelpunkt des Austausches.

Auf Einladung von Dr. Philipp Murmann, stellvertretender Vorsitzender der Studien- und Fördergesellschaft der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft e.V., und Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), diskutierten die Teilnehmenden über den Zusammenhalt in Europa. Gastredner war David McAllister, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments, Vizepräsident der Europäischen Volkspartei und Niedersächsischer Ministerpräsident a. D. Die Veranstaltung fand im Kreuzstall der „Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen“ auf Schloss Gottorf statt.

„Gerade heute brauchen wir ein stabiles, ein starkes, ein einiges Europa“

Philipp Murmann zeigte sich in seiner Begrüßungsrede erfreut, dass Kirche und Wirtschaft in Schleswig-Holstein mit den „Gottorfer Gesprächen“ ein gemeinsames Forum für den gesellschaftlichen Diskurs über wichtige Themen der Zeit etabliert hätten. Im Hinblick auf das Thema sagte er: „Gut fünfundzwanzig Jahre nach dem Wegfall der Binnengrenzen innerhalb der EU hat es den Anschein, als bröckele das vereinte Europa auseinander.“ Der Zusammenhalt Europas sei gefährdet, und die verbindenden Momente wie eine gemeinsame Kultur, die Freude über Frieden und Freiheit ohne Grenzen sowie die wirtschaftlichen Erfolge in und mit der Union würden zunehmend in den Hintergrund treten, so Murmann weiter. Der stellvertretende Vorsitzende der Studien- und Fördergesellschaft der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft benannte als Bruchstellen den „Brexit“, mangelnde Solidarität mit den Mittelmeerländern bei der Bewältigung der humanitären Katastrophe auf dem Mittelmeer sowie die zunehmend auf nationale Interessen ausgerichtete Politik der Visegrád-Gruppe und ihrer Sympathisanten. Er betonte, dass ein stabiles, starkes und einiges Europa zur Bewältigung der wirklich drängenden Themen dieser Zeit benötigt werde. An die aus seiner Sicht noch große Zahl überzeugter Europäerinnen und Europäer gerichtet, sagte Murmann: „Das ist wichtig für uns, für unsere Kinder und für unsere Unternehmen.“


„Für ein Europa in versöhnter Verschiedenheit“

Bischof Gothart Magaard hob hervor, dass die Europäische Union trotz mancher Ecken und Kanten „die größte Errungenschaft in der Geschichte dieses Kontinents“ sei. In seiner Rede skizzierte der Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein den schweren Weg der europäischen Einigung: Man habe nach 1945 eine jahrhundertelange Geschichte von Kriegen, Konflikten und tiefen gegenseitigen Verletzungen hinter sich gelassen. Magaard erinnerte daran, dass auch die europäischen Kirchen diesen Weg gehen mussten, denn Hass und gegenseitige Verdammung seien regelmäßig über Jahrhunderte hinweg zusammen mit den weltlichen Konflikten wieder aufgebrochen. Als ein Instrument der Verständigung führte er die seit 1964 bestehende „Konferenz der europäischen Kirchen“ an. Der Bischof verwies auf das Leitbild dieser kirchlichen Unionsbemühungen innerhalb Europas: die Einheit in versöhnter Verschiedenheit. Die gleichberechtigte Mitbestimmung auf Augenhöhe, gerade auch der vielen europäischen Regionen, könne ein Schlüssel zur politischen Einigung Europas sein, so Magaard.


Geeint als Europäische Union den Herausforderungen der Zeit begegnen

Der Europapolitiker David McAllister skizzierte in seinem Vortrag die aktuellen Herausforderungen, vor denen die Europäische Union stehe. So stellten der Austritt des Vereinigte Königreiches und die Themen „Flucht und Migration“ die europäische Partnerschaft und Solidarität weiterhin auf eine Probe. „Wachstum und Beschäftigung kommen zwar in Europa wieder besser in Schwung, die Folgen der Wirtschaftskrise sind aber noch nicht vollständig überwunden und die Jugendarbeitslosigkeit ist in Teilen Europas noch immer besorgniserregend hoch. Terrorismus, Klimawandel und Digitalisierung bedürfen langfristiger internationaler Strategien“, so McAllister. Dies gelte besonders auch für Europa: „Nur wenn wir als Europäische Union geeint sind, können wir unsere Interessen und Werte wahren und den Herausforderungen unserer Zeit begegnen."


Gemeindereferentinnen und –referenten treffen sich zur Jahrestagung

Neue Möglichkeiten für die tägliche Arbeit entdecken

Bischof Ackermann im Austausch mit den Gemeindereferentinnen und -referenten. Foto: bt
Bischof Ackermann im Austausch mit den Gemeindereferentinnen und -referenten. Foto: bt

 

 

(Vallendar/bt) – Den persönlichen Kraft- und Motivationsquellen auf die Spur kommen, die eigenen Ressourcen erschließen und neue Möglichkeiten für die tägliche Arbeit entdecken: Das stand für 140 Gemeindereferentinnen und -referenten im Bistum Trier bei ihrer Jahrestagung vom 10. bis 12. September im Forum Vinzenz Pallotti in Vallendar auf dem Programm. Neben dieser Stärkung für die beruflichen und persönlichen Aufgaben stand auch ein Gespräch mit Bischof Dr. Stephan Ackermann über aktuelle Themen der Berufsgruppe auf dem Programm.

 

Die Referentin Dr. Andrea Mohr, tätig unter anderem als Psychologin in der Lebensberatung des Bistums in Bitburg, stellte in Einzel- und Gruppenarbeit die Methode des sogenannten „Zürcher Ressourcen Modells“ in den Mittelpunkt ihrer Arbeit mit den Tagungsteilnehmern. Das Modell zur Stärkung der Eigenkompetenzen befähigt und ermutigt, die eigenen Ressourcen zu entdecken und sich bewusst zu machen, was bereits an positiver Energie in jedem Einzelnen schlummert und als „Antreiber“ und Stütze im Alltag zur Verfügung steht.

 

Was jede und jeden Einzelnen „trägt und beschwingt, was beseelt, beflügelt und Kraft geben kann“, war dann auch eines der Themen, über die sich sechs Gruppen mit dem Bischof als Gesprächsgast austauschen konnten. Vielfach wurden bestimmte Aspekte aus der täglichen Arbeit als „Kraftquellen“ benannt – aber auch ganz andere, wie zum Beispiel das Salsa-Tanzen in der Freizeit. Während in der zweiten Gesprächsrunde zur Synodenumsetzung Fragen nach dem Erkundungsprozess, zu den Leitungsteams der Pfarreien der Zukunft oder zu den geplanten Geistlichen Zentren im Vordergrund standen, beleuchtete der Gesprächskreis zur „Entwicklung der Pastoral“ Fragen nach Nähe, Beziehung und Begleitung in der Zukunft. „Es wird weniger, aber verbindlichere Möglichkeiten der Nähe geben“, prophezeite der Bischof. Mit Blick auf die weiten pastoralen Räume betonte er das notwendige Nebeneinander von territorialen Substrukturen („die wird es weiterhin geben“) und einer themen-, projekt- und interessenorientierten Pastoral.

 

In zwei Runden richteten die Gemeindereferentinnen und ‑referenten Fragen zur möglichen Entwicklung ihres Berufsprofils sowie zu Aspekten von „Kirche in der Welt“ an den Bischof – geprägt auch von kritischen Anfragen nach der Glaubwürdigkeit oder dem Frauenbild in der Kirche.

 


Interreligiöse Andacht am 22. September in der Rostocker Marienkirche

Ein Zeichen setzen gegen Ausgrenzung, Gewalt und Hass

 

 

Bischof Dr. v. Maltzahn und Rabbiner Kadnykow haben Kommen zugesagt

 

 

 

(Rostock/tje/cme) - Zur Interreligiösen Andacht laden am 22. September die Religionsgemeinschaften Rostocks um 16.30 Uhr in die Rostocker Marienkirche ein. Motto: „Du, lass dich nicht verhärten“.

 

 

 

„Angesichts der erschreckenden Bilder aus Chemnitz und des neuerlichen AfD- Aufmarsches in Rostock mit Redner Björn Höcke soll an diesem Tag mit der Andacht „ein deutliches Zeichen für interreligiöse Verständigung, Demokratie und eine offene und vielfältige Gesellschaft gesetzt werden. Wir freuen uns, dass neben Rabbiner Yuri Kadnykov von der jüdischen Gemeinde, dem Sprecher des Islamischen Bunds Dr. Maher Fakhouri und einem Vertreter der Baha’i-Religion auch der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Dr. Andreas v. Maltzahn sein Kommen zugesagt hat“, so Tilman Jeremias. Der Ökumenepastor im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg sagt zudem: „Je mehr wir sind, desto klarer können wir zeigen, dass es gerade aus dem Herzen unserer Religionen bessere Antworten auf die drängenden Probleme unserer Tage gibt als Ausgrenzung, Gewalt und Hass.“   Im Anschluss an die Andacht gibt es die Möglichkeit, sich an den Kundgebungen für ein „Rostock für alle“ zu beteiligen.

 

 

 


Elbe, Vogelzug und Klimawandel - Eine Fahrradexkursion mit Ernst Paul Dörfler

Foto: Hans-MArtin Kochanek
Foto: Hans-MArtin Kochanek