Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

24.8.2017


Stephan Ackermann und Felix Genn besuchen Wehr

Zwei Bischöfe, ein Pfarrgartenfest

Bischof Dr. Stephan Ackermann (links) und Bischof Felix Genn (Zweiter v. links) statteten dem Pfarrfest in Wehr im Beisein von Küster und Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Wolfgang Doll (rechts) und Ortsbürgermeister Berthold Doll (Zweiter v. rechts) einen kurzen Besuch ab. Foto: bt

 

(Wehr/bt) – Bischof Dr. Stephan Ackermann und der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn haben sich am 20. August rund zweieinhalb Stunden Zeit genommen, um in Wehr mit Kooperator Pater Timotheus Probst OSB, Vertretern des Pfarrgemeinderates und des Verwaltungsrates sowie mit Ortsbürgermeister Berthold Doll zu sprechen. Während der Besuch für den gebürtig aus Wassenach stammenden Bischof Genn fast so etwas wie ein Heimspiel war, freute sich sein Trierer Kollege darauf, die Pfarrkirche St. Potentinus, die Kellnerei und auch den Pfarrgarten kennenzulernen.

Vor knapp zwei Jahren hatte Friedel Durben, Leiter der Hochschule der Polizei, den Bischof bei seinem Besuch an der Hochschule am Campus Hahn nach Wehr eingeladen; nun bot sich die passende Gelegenheit. Wie sich seinerzeit im persönlichen Gespräch herausstellte, war der unweit von Wehr in der Pellenzgemeinde Nickenich aufgewachsene Trierer Bischof noch nie in der Wehrer Pfarrkirche zu Gast gewesen.

„Es ist wohl eher selten, dass gleich zwei Diözesan-Bischöfe eine kleine Dorfkirche besuchen“, betonte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Doll in seiner Begrüßung. „Deshalb sind wir doppelt froh, dass Sie lieber Bischof Stephan Ackermann und Sie lieber Bischof Felix Genn unserer Einladung gefolgt sind.“ Die Pfarrgemeinde hatte den vergangenen Sonntag für den Besuch ausgesucht, denn neben der Kirche im barocken Pfarrgarten feierte der Brauchtums- und Verschönerungsverein sein Pfarrgartenfest. Zunächst stand jedoch ein informativer Rundgang durch die Pfarrkirche und die Krypta sowie durch das Kellnereigebäude an. (Durch eine Lautverschiebung entwickelte sich aus der Bezeichnung „Kellnerei“ für das alte Klostergut in den vergangenen 200 Jahren der Begriff „Kellerei“.)

„Wehr gehörte von 920 bis 1802 zum Kloster Steinfeld. Die Mönche haben der Pfarrgemeinde ein großes Erbe hinterlassen“, erklärte Wolfgang Doll. Vieles wurde in den vergangenen Jahren sehr kostenintensiv saniert und renoviert. „Wir haben das Pfarrhaus, eine Hälfte des Kellereigebäude vor einigen Jahren an die Ortsgemeinde verkauft und waren sozusagen Vorreiter im Immobilienkonzept des Bistums“, berichtete der Pfarrgemeinderatsvorsitzende.

Gerne entsprach Bischof Stephan Ackermann dem Wunsch der Kirchen- und der Ortsgemeinde, das renovierte Kellereigebäude zu segnen. Zuvor hatten die Geistlichen den großen Jugendtreff im Keller des Hauses, den kleinen Pfarrsaal und das sogenannte „Bischofszimmer“ in Augenschein genommen. Letztgenannte Räumlichkeit wird vom Verwaltungsrat als Büro genutzt. Auch die Grundschule in der anderen Hälfte des Kellereigebäudes konnten die Bischöfe Ackermann und Genn sehen. „Unsere Kinder besuchen den Kindergarten in Glees und die Kinder aus Glees kommen in unsere Schule“, erläuterte Ortsbürgermeister Berthold Doll. Der Ortschef lobte die gute Zusammenarbeit der Ortsgemeinde Wehr mit der Kindertagesstätte in Glees und dem Träger der Kindertagesstätte, der katholischen KiTa gGmbH. Er sei froh, dass die KiTa gGmbHs so gute Arbeit leisten und die Kirchengemeinden entlasten, erklärte Ackermann.

Wenn in zwei Jahren die Ortsgemeinde ihre 1100 Jahr-Feier begeht, so hoffen die Wehrer Bürger, dass die beiden Bischöfe den Ort wieder mit ihrem Besuch beehren.

 


Hannah Wiegand aus Saarbrücken über ihren Freiwilligendienst im Ausland

Ein Jahr in Jordanien

Hannah Wiegand (3. von links). Foto: bt
Hannah Wiegand (3. von links). Foto: bt

(Saarbrücken/Anjara/bt) – „Wenn ich zurück in Deutschland bin, werde ich sicher viel erzählen können!“, sagt Hannah Wiegand. Sie ist 19, kommt aus Saarbrücken und hat vor einem Jahr ihr Abi am Willi-Graf-Gymnasium gemacht. Dann ist sie nach Jordanien gegangen.

Hannah hatte sich bei SoFiA e.V. beworben, einem Verein im Bistum Trier, der jedes Jahr etwa 30 Jugendliche zu einem Freiwilligendienst ins Ausland entsendet. „Die Idee kam, als ich gemerkt habe, dass ich gerne etwas anderes sehen würde als nur Europa und Deutschland“, erklärt Hannah, warum sie sich bei SoFiA beworben hat. „Ich wollte dadurch auch mehr verstehen lernen: Politik und wie Dinge zusammenhängen.“

Vor einem Jahr hat sie sich nach intensiver Vorbereitung auf den Weg nach Jordanien gemacht. Noch bis Ende August hat sie Dienst in der jordanischen Kleinstadt Anjara im Nordosten des Landes. Sie lebt dort auf dem Gelände eines christlichen Gemeindezentrums zusammen mit Priestern und Ordensschwestern, die ein Heim für Kinder und eine Schule unterhalten. Der Ort ist auch Pilgerstätte für Christen, die das Heilige Land besuchen. Hier steht eine Marienstatue, die vor ein paar Jahren Blut geweint haben soll. „Manchmal führe ich Touristengruppen herum, und ich verkaufe in einem kleinen Basar Rosenkränze, Weihrauch oder Kinderbücher.“

Hannahs Hauptaufgabe sind aber die Kinder, die in der kleinen christlichen Gemeinschaft leben. Sie stammen aus schwierigen Verhältnissen und kommen hierhin, weil sie nicht bei ihren Familien leben können. „Es gibt drei Häuser für die Kinder. Die Jungs wohnen im gleichen Haus wie die Priester. Die Kleinen und die Mädchen werden von den Schwestern betreut. Manche sind hier schon seit fünf, manche seit einem halben Jahr, manche bleiben ein paar Monate, andere Jahre. Aber alle kommen mit dem Ziel, wieder in ihre Familien zurückkehren zu können.“ Hannah ist für die Kinder wie eine große Schwester. Sie hilft den Kindern und Jugendlichen bei den Hausaufgaben, deckt mit ihnen den Tisch, räumt ab, wäscht Geschirr und spielt mit ihnen. „Das tägliche Leben eben.“

Weil Hannah die erste Freiwillige in dem Projekt ist, gab es anfangs noch keine klare Aufgabenzuteilung. Das hat ihr aber die Freiheit gegeben, überall reinschnuppern zu können. „In der Schule war ich in der ersten Woche nur im Kindergarten, in der zweiten nur im Sportunterricht und danach habe ich mir selbst eingeteilt, was ich mache.“ Sie selbst hat auch viel gelernt: vor allem Arabisch. Das will sie auch weiter lernen, sobald sie wieder in Deutschland ist. Eine Reise nach Jordanien kann sie jedem nur empfehlen: „Es ist landschaftlich unglaublich schön und interessant, es gibt zum Beispiel viele christliche Pilgerorte. In dem Jahr durfte ich das ganze Land kennenlernen. Man muss sich aber drauf einlassen, dass man hier zum Beispiel nicht mit kurzen Klamotten rumlaufen darf. Es ist halt ein muslimisches Land mit seinen eigenen Regeln.“ All die unterschiedlichen Erfahrungen, die Hannah in ihrem Jahr gemacht hat, will sie gerne weitergeben; auch das war von Anfang an eine ihrer Motivationen gewesen. In ihren Rundbriefen, die auf der Homepage von SoFiA zu lesen sind, hat sie schon vieles berichtet, aber so ein Jahr im Ausland braucht mehr als vier Briefe, um alles erzählen zu können.

 

Weitere Informationen: www.sofia-trier.de

 


Einführung am 10. September 2017 in Hessen-Nassau und Kuhessen-Waldeck

„EGplus“ vor dem Start: Das Gesangbuch erhält Zuwachs

 

(Darmstadt/ekhn) - Am 10. September 2017 – pünktlich zum 500. Reformationsjubiläum – führen die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ein neues, gemeinsames Beiheft zum Evangelischen Gesangbuch ein, das „EGplus“. Anfang August waren bereits 25.000 Exemplare aus dem Kirchengebiet der EKHN vorbestellt.

 

Das gemeinsame Beiheft ergänzt das Liedangebot des Evangelischen Gesangbuchs mit Liedern, die sich nach 1995 in den Kirchengemeinden und Dekanaten verbreitet haben. Dabei ist die Liedauswahl stilistisch vielfältig und bildet die unterschiedlichen Frömmigkeitstraditionen mit ihren liturgischen und musikalischen Ausprägungen ab. Zu den neu aufgenommenen Liedern gehören Lobpreislieder und Gospels, geistliche Volkslieder oder auch Lieder aus der Weltgebetstagstradition. Der Ergänzungsband „EGplus“ enthält insgesamt 164 Lieder und ebenso eine popularmusikalische Liturgie sowie Psalmen mit sogenannten „Antiphonen“ und Andachten. Bekanntere Titel sind zum Beispiel „May the Lord send Angels“, „Jesus in my House“, „Amazing Grace“ oder auch „You never walk alone“.

 

Zur Einführung von „EGplus“ lädt die EKHN am Sonntag, dem 10. September 2017, zeitgleich um 16 Uhr zu sechs „Offenen Singveranstaltungen“ in den sechs Propsteien ihres Kirchengebiets ein. Dabei musizieren und singen jeweils Chöre und Instrumentalgruppen der jeweiligen Propstei unter Leitung des Propsteikantors oder der Propsteikantorin. Leitende Geistliche aus der EKHN und der Propsteien übernehmen liturgische Teile der Andacht. Dabei ist unter anderem der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung, der am 10. September um 16 Uhr das neue Gesangbuch in der Frankfurter Katharinenkirche (Hauptwache) vorstellen wird.

 

Nähere Informationen zu den Einführungsveranstaltungen und zum EGplus finden sich auf der Internetseite des Zentrums Verkündigung Stichwort: „Evangelisches Gesangbuch“: https://www.zentrum-verkuendigung.de/unsere-themenbereiche/kirchenmusik/evangelisches-gesangbuch/egplus.html

  

 

Hintergrund 

Seit 1994 nutzen die Gemeinden der EKHN die gegenwärtige Standardauflage des Evangelischen Gesangbuchs (EG) für ihre Gottesdienste. Mit der EKKW besteht eine Gesangbuchgemeinschaft. Im Laufe der Zeit wurde den Verantwortlichen beider Landeskirchen deutlich, dass die damalige Liedauswahl aus heutiger Sicht zu ergänzen ist. Zum Beispiel fehlen neuere Lieder zu Taufen, Trauungen, Beerdigungen, zur Einschulung oder zu Passion und Ostern. Außerdem ist der Wunsch nach neuen, einfachen Singformen gewachsen. Das neue Beiheft „EGplus“ soll nun das Liedangebot des EG mit Liedern ergänzen, die sich nach 1994 verbreitet haben. Dabei ist die Liedauswahl stilistisch vielfältig und bildet auch die unterschiedlichen Frömmigkeitstraditionen in der evangelischen Kirche mit ihren liturgischen und musikalischen Ausprägungen ab. Ebenso sind prämierte Lieder aus Liederwettbewerben aufgenommen worden.

 

Ziel des Beihefts ist es zudem „generationenübergreifendes Singen“ zu fördern. Deshalb enthält das Liederbuch besonders auch Lieder, die für das gemeinsame Singen mit Kindern geeignet sind. Einfache Singformen wie liturgische Sprüche, Call-and-Response-Songs oder Refrainlieder sollen den Gesang in Gottesdiensten unterstützen und zur musikalischen Vielfalt im Gemeindeleben beitragen.

 

Eine 21-köpfige Arbeitsgruppe aus der EKHN und der EKKW hat die Lieder im neuen „EGplus“ zusammengestellt. Das Gremium arbeitete wiederum mit verschiedenen Gruppen von Fachleuten zusammen, deren Voten die letztendliche Liederliste nachhaltig beeinflussten.

 


Pontifikalamt mit Weihbischof Peters macht Mut

Abschied und Neubeginn im „Hunsrückdom“

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Roswitha Schmidt bei der Begrüßung von Weihbischof Jörg Michael Peters. Foto: bt
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Roswitha Schmidt bei der Begrüßung von Weihbischof Jörg Michael Peters. Foto: bt

(Ravengiersburg/bt) – Die Zukunft des Klosters in Ravengiersburg ist ungewiss. Kein Anlass zur Trauer und Verzagtheit, wie das Pontifikalamt mit Weihbischof Jörg Michael Peters und ein Festakt im Refektorium am 20. August zeigten.

 

Dennoch war es für die Gemeinde ein schwerer Schritt. Schon bei ihrer Begrüßung vermittelte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Roswitha Schmidt die Bedeutung des Klosters. Unter dem Thema „Tragt den Glauben durch die Zeit“ hatte die Pfarrei eingeladen. So konnten alle „zeigen, wir sind mit dem Hunsrückdom, seiner Geschichte und seiner Zukunft verbunden“, erklärte Roswitha Schmidt. Jörg Michael Peters war es ein besonderes Anliegen nicht nur Pfarrer Lutz Schultz und Dechant Ludwig Krag zu begrüßen, sondern auch Pater Josef. Er wohnte zuletzt wie Pater George im Kloster. Er steht für das letzte Projekt, in Ravengiersburg ein geistliches Zentrum errichten zu wollen. 2012 bis 2016 stellten sich die Vinzentiner aus Kerala (Indien) diesem „nicht ganz einfachen Unterfangen“, erklärte Peters.

 

Einen besonderen Dank überbrachte er auch Pater Knappe von den Missionaren der Heiligen Familie, der mehr als 25 Jahre das Leben im Kloster Ravengiersburg prägte. „Er kennt wie kaum ein anderer jeden Winkel des Gebäudes“, war sich Peters sicher.

 

Doch bei allem Rückblick und Dank sollte der Blick in die Zukunft gerichtet werden. Gerne wollte Peters der Einladung nach „Worten der Ermutigung“ nachkommen. Wie passend sei da das Zitat „Tragt den Glauben durch die Zeit“ aus seiner Sicht gewählt.

 

Weiter zu denken, zu lernen, wie die fast 1000-jährige Geschichte neue Impuls geben kann, war der Wunsch des Weihbischofs. Leerstand und Verwaisung seien auch Teil der Geschichte. Leider zähle auch die Schließung des Berufsbildungswerks der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) dazu.

 

Auch die Kommunionkinder erinnerten an die Jahre des Klosters, das Leben der Jugendlichen in der KAB, das Wirken der Mitarbeitenden, damit junge Menschen einen Beruf erlernen konnten, wo gearbeitet und gebaut wurde und sich Menschen begegneten. Den Stellenwert der Orgel für das kirchliche Leben rückten Organist Bernd Loch und der Kirchenchor in den Blick.

 

Pfarrer Lutz Schultz erklärte zum Auftakt des Festaktes, dass der Zeitpunkt gekommen sei, sich mit der Vergangenheit zu befassen und Antworten auf Fragen, die sich mit dem Auszug und den leerstehenden Gebäude stellen, miteinander finden zu wollen. Es gebe Handlungsbedarfe, die riesige Summen fordern, die ratlos machen könnten. Nicht aufzugeben, sei das Ziel. Er dankte dem Verwaltungsrat und auch der Ortsgemeinde, die sich damit befassen. Auch den Dombauverein mit seinem Engagement für Konzerte und Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule, würdigte er.

 

Nach dem Auszug der beiden Patres fanden für einige Zeit junge Flüchtlinge Obdach im Kloster. Auch der gebürtige Hunsrücker Künstler Andreas Armin d´Orfey nutzt das Kloster als Atelier und Werkstatt im Kloster.

 

„Nicht einfach den Auszug der Patres in aller Stille vollziehen. Sich vergegenwärtigen, dass es das Vergangene zu würdigen gilt, daraus zu lernen und zu motivieren für einen Neubeginn“, war das Anliegen mehrerer Besucher.

 

Vorschläge für einen Neubeginn können auch an Ortsgemeinde, Verbandsgemeinde oder Pfarrei übermittelt werden und auch per E-Mail an info(at)pgm-simmern.de.

 


Weihbischof Peters firmt 48 Jugendliche auf der Pfaffendorfer Höhe

„Öffne dein Herz und geh‘ deinen Weg“

Fast 50 Jugendliche hat Weihbischof Peters auf der Pfaffendorfer Höhe in Koblenz gefirmt. Foto: bt
Fast 50 Jugendliche hat Weihbischof Peters auf der Pfaffendorfer Höhe in Koblenz gefirmt. Foto: bt

(Koblenz/bt) – „Öffne dein Herz und geh‘ deinen Weg!“, diesen Spruch haben sich die 48 Firmbewerberinnen und -bewerber aus der Pfarreiengemeinschaft Koblenz Rechte-Rheinseite ausgesucht. Weihbischof Jörg Michael Peters, der die Jugendlichen am 18. August in der Kirche St. Martin auf der Pfaffendorfer Höhe firmte, hat dieses Leitmotto begrüßt. „Das Herz muss geöffnet sein, damit Gott hineinkommen kann“, erklärte er.

„Gott will, dass wir unseren eigenen Weg gehen“, betonte Weihbischof Peters in seiner Predigt. Auf die Suche nach dem eigenen Lebensweg hatten sich die Jugendlichen bei der Firmvorbereitung begeben. Sie verbrachten gemeinsame Wochenenden, organisierten einen Spendenlauf, besuchten ein Kinderheim und ein Hospiz. Dabei gab es stets genügend Zeit, um über den eigenen Weg durch das Leben nachzudenken und über den persönlichen Glauben in einem geschützten Raum zu sprechen.

Die Firmbewerber nutzten bei einem Vorgespräch die Chance Weihbischof Peters zu fragen, was für ihn Glaube bedeute. „Wenn ich Glaube wegdenken würde, wäre da eine Leere in meinem Leben. Wo würde ich mit Trauer und der Frage, warum ich am Leben bin, hingehen? Für mich ist Glaube, aber auch Lust und Freude am Leben“, antwortete er. Glaube rühre ihm am Herzen und im Bauch, doch auch sein Verstand wäre mit dabei. „Als denkende Menschen, die ihrem Verstand folgen, müssen wir den Glauben nicht wegdrängen.“ Er gab die Frage auch zurück an die Gemeinde und insbesondere an die Firmpatinnen und -paten: „Was ist Ihr Beitrag zum Glaube?“

Den Firmspruch hatte Anna Biermann in einem selbstgestalteten Logo umgesetzt, welches sich am Altar und auf den Liedheften wiederfand. Es zeigt ein Herz, in das durch eine offene Tür ein Weg hineinführt. Weihbischof Peters dankte ihr für das Bild, aus dem er einen Impuls für sich zog. „Wir müssen ein Türchen für Gott offenhalten.“ Wer sich Jesus anschließe, dürfe Teil der Hoffnung sein. „Ich werde nicht hängengelassen. Gott wird mich am Ende aufrichten und herausziehen“, betonte Peters. „Die Firmung bedeutet für euch, euch ermutigen zu lassen. Eine Pforte offen zu lassen, für den guten Gott, der ein Lebensbegleiter wie ein guter Freund sein kann“, ermutigte Peters die jungen Menschen.

Gemeindereferent Bernd Schmitz übernahm die die Vorbereitung in enger Zusammenarbeit mit seinem Team. Musikalisch begleitet wurde der Firmgottesdienst vom Chor 97/Singkreis Asterstein unter der Leitung von Jan Szymanski und dem Organisten Oliver Frensch.

Weitere Firmgottesdienste im Dekanat Koblenz: Freitag, 25. August, 18 Uhr in Koblenz-Metternich St. Johannes; Sonntag, 27. August, 10 Uhr in Koblenz-Güls St. Servatius; Samstag, 2. September, 18 Uhr in Koblenz-Karthause St. Hedwig; Sonntag, 3. September, 10 Uhr in Koblenz-Rauental St. Elisabeth;  Samstag, 9. September, 18 Uhr in Bendorf-Sayn Maria Himmelfahrt; Sonntag, 10. September, 10 Uhr in Koblenz-Neuendorf St. Peter; Freitag, 15. September, 18 Uhr in Bendorf St. Medard; Samstag, 16. September, 18 Uhr in Rhens St. Theresia; Sonntag, 17. September, 10.30 Uhr in Vallendar St. Marzellinus und St. Petrus.

 


Kirche kooperiert mit Ortsgemeinde Muhl und Nationalpark Hunsrück-Hochwald

„Ein Schatz vor unserer Haustür“

Partner unterzeichnen die Kooperation: Der Neuhüttener Ortsbürgermeister Peter Kretz, Bernd Schmitt, Vorsitzender des Vereins Dorf und Kirche im Na- tionalpark, Umweltministerin Ulrike Höfken, Harald Egidi, Leiter des National- parkamts, Dechant Clemens Kiefer aus Birkenfeld und Dechant Clemens Grüne- wald aus Hermeskeil (von links). Foto: bt

 

 

(Hermeskeil/bt) – Sie wollen sich gemeinsam stark machen für die Natur und die nachhaltige Entwicklung der Region des Nationalparks Hunsrück-Hochwald: Die Pfarrei St. Franziskus Hermeskeil, das Dekanat Birkenfeld, die Ortsgemeinde Neuhütten/Muhl, das Nationalparkamt und der Verein „Dorf und Kirche im Nationalpark“ haben dazu am 18. August eine Kooperationsvereinbarung in Muhl unterzeichnet. Die Konzeptidee dazu heißt „Mittendrin – Natur- und Ich-Zeit im Nationparkcamp Muhl“. Geplant ist, eine Service-Station und ein Nationalparkcamp zu errichten, das Projekt „Kirche im Nationalpark“ fortzuführen und die Naturerlebnis-Angebote zu erweitern. Muhl liegt im Herzen des Nationalparks und ist mit seinem Gemeindehaus und der Nationalparkkirche Ausgangspunkt für Ranger- und Erlebnistouren, sowie für Pilgerwanderungen. Im Rahmen der Kooperation soll das Muhler Gemeindehaus erweitert und modernisiert werden. Außerdem soll es eine Nationalpark-Service-Station geben und auf dem angrenzenden Wiesengrundstück ein Nationalparkcamp geschaffen werden.

 

Ulrike Höfken, Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, sagte in ihrer Ansprache, für sie sei der Kooperationsvertrag ein Grund zur Freude. Die Angebote ermöglichten es den Menschen, außerhalb gewohnter Strukturen zu entschleunigen, die eigene Mitte zu finden und mit allen Sinnen die Natur zu entdecken und dabei der Schöpfung auf der Spur sein. Es sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg der nachhaltigen Entwicklung der gesamten Region. Auch Prälat Franz Josef Gebert, ernannter Weihbischof von Trier, gehörte zu den Gästen. In seinem Grußwort ging er auf die Vorstellung des Projekts „Kirche im Nationalpark“ ein: Wir waren uns in der Leitungskonferenz des Bistums selten so schnell einig über ein Projekt und unsere Unterstützung dafür. Es ist einfach rundum überzeugend.“ Er freue sich, dass mit den Veranstaltungen in diesem Jahr das Projekt bereits gut angelaufen sei und mit Leben erfüllt werde. Die Botschaft sei klar: „Den Menschen die Schönheit der Natur, aber auch ihre Gefährdung aufzuzeigen und ihnen bewusst machen, dass sie hier einen Schatz vor ihrer Haustüre haben.“

 

Das ökumenisch ausgelegte Projekt will im Nationalpark einen Ort schaffen, an dem sich Touristen und Einheimische kreativ mit ethischen, ökologischen und im weiten Sinne religiösen Fragen beschäftigen können. „Wir wollen uns als Kirche stark machen für einen verantwortlichen und nachhaltigen Umgang mit der heimischen Natur“, sagte Pfarrer Clemens Grünebach, der den Kooperationsvertrag mit unterzeichnet hat. Angebote seien etwa eine Bergandacht am Tirolerstein, Pilgerwanderungen unter dem Titel „St. Jakobus trifft Nationalpark“, ökumenische Gottesdienste oder auch ein Adventsgrillen und ein geistlich gestalteter Jahreswechsel im Nationalpark. Ergänzt wird das Programm durch Konzerte, Ausstellungen oder Workshops. In Zukunft soll ein Schöpfungspfad entstehen und es sollen Führer für die Pilgerwanderungen geschult werden. Ein solches Projekt sei nur mit mehreren Partnern zu stemmen, deshalb sei der Kooperationsvertrag so wichtig, so Grünebach: „Er macht die Zusammenarbeit nun offiziell und verbindlich.“

 

Mehr Informationen gibt es beim Nationalparkamt unter Tel.: 06131-884152-213 oder bei der Pfarrei St. Franziskus Hermeskeil, Tel.: 06503-981750.

 


Göttinger Malteser beteiligten sich an Katastrophenschutzübung des Landkreises

Teamplayer werden Teamretter

Der gemeinsame Einsatz verschiedener Rettungskräfte muss immer wieder geübt werden; Bildquelle: Malteser
Der gemeinsame Einsatz verschiedener Rettungskräfte muss immer wieder geübt werden; Bildquelle: Malteser

 

(Göttingen/mhd) -Mit 14 Helferinnen und Helfern beteiligte sich die Göttinger Stadtgliederung der Malteser am Samstag, 19. August, an einer großen Katastrophenschutzübung des Landkreises Göttingen. Insgesamt rund 650 Einsatzkräfte aus zwölf Organisationen trainierten dabei die Zusammenarbeit bei verschiedenen Szenarien. Im Anschluss übergab der Landkreis offiziell 19 Fahrzeuge und fünf Anhänger an die Helfer. 

 

Einer schwer verletzten, schwangeren Autofahrerin ist es wohl egal, zu welchem Hilfsdienst ihre Retter gehören. Die einen schneiden den Wagen auf, andere versorgen sie medizinisch und bringen sie ins Krankenhaus. Was im Notfall hoffentlich gut funktioniert, muss immer wieder trainiert werden. Das tut jede einzelne Hilfsorganisation für sich, gelegentlich aber auch im großen Verbund. Volker Keilholz, Kreisbandmeister des Landkreises Göttingen, drückte es bei der Einsatzbesprechung zur Katastrophenschutzübung folgendermaßen aus: „Vor allem die Führungskräfte der Hilfsorganisationen müssen sich gegenseitig kennenlernen, verstehen, wie die anderen ticken und sich aufeinander einspielen.“ 

 

Das wurde denn auch geprobt in verschiedenen Szenarien: Der von einem umgestürzten Baum getroffene Wagen der Schwangeren war nur eines davon. Außerdem musste ein angenommener Waldbrand bekämpft und nach einer verloren gegangenen Wandergruppe gesucht werden. Da – so Keilholz wörtlich – „ohne Mampf kein Kampf“ zu gewinnen ist, sollte in Bovenden zudem ein Logistikstützpunkt zur Versorgung der Helfer aufgebaut werden. 

 

Seit 5.15 Uhr waren Abschnittsleiter Carsten Letsch und seine Göttinger Malteser vor Ort. Während zwei von ihnen Verbindung zur Einsatzleitung hielten, engagierten sich zwei andere bei der Rettung der „verletzten“ Autofahrer. Die anderen halfen beim Aufbau des Verpflegungsstützpunktes und der Essensausgabe. Mit zwei Verpflegungswagen brachten sie das Essen direkt an den Einsatzort. Vier weitere Malteser-Helfer, die derzeit beim Landkreis eine Ausbildung zum Verpflegungshelfer absolvieren, hatten an diesem Tag ihren Abschlusseinsatz und zählten daher offiziell nicht zur Malteser-Mannschaft. 

 

Neben den Führern der Einsatzkräfte war auch Landrat Bernhard Reuter bei der Übung dabei und zeigte sich danach sichtlich beeindruckt vom Einsatz der Helfer, denen er ausdrücklich dankte. „Wir können uns offensichtlich auf unsere Einsatzkräfte verlassen“, so der Landrat. Diesem Eindruck wollte sich auch Malteser Carsten Letsch anschließen: „Es lief alles wunderbar und das Essen kam pünktlich auf den Tisch.“ 

 

Der Landkreis Göttingen hat seit 2015 für 2,4 Millionen Euro 19 Einsatzfahrzeuge und fünf Anhänger beschafft, die nach der Übung von Kreisrätin Marlies Dornieden, Dezernentin Ordnungswesen, an die Helfer übergeben wurden. Die Göttinger Malteser durften sich über einen Mercedes Sprinter 316 als Krankentransportwagen freuen. Außerdem erhielten sie einen Gerätewagen-Betreuung der Marke Iveco Eurocargo, mit dem das nötige Material zur Versorgung von 100 Personen transportiert werden kann.


Ausstellungsankündigung

REFORMATION! - Der Südwesten und Europa

 

29.10.2017 – 02.04.2018
Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Museum Zeughaus C5

(Mannheim/rem) - Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums zeigen die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen, welche herausragende Bedeutung der Südwesten für die Reformation hatte. Hier fanden reformatorische Ideen bereits früh Anklang, unterschiedliche Tendenzen trafen aufeinander und zeugen von der Vielfalt der reformatorischen Wege. Die Sonderausstellung "REFORMATION! Der Südwesten und Europa" beleuchtet die wechselvolle Geschichte der Reichsstädte im Südwesten sowie der Territorien Württemberg, Baden und Kurpfalz. Die Schau präsentiert die Reformation als junge Bewegung, die gegen die bestehenden Verhältnisse aufbegehrt. Diese Dynamik spiegelt auch die Gestaltung der Ausstellungsräume wider. Mehr als 90 kostbare Originale treffen auf Street Art-Elemente und kurze Beschriftungen im Twitter-Stil. Die frische Optik unterstreicht, wie modern das Thema Reformation auch heute noch ist. Der Ablasshandel wird zum einladenden Supermarktregal und der Buchdruck läutet eine Medienrevolution ein. Steckbriefartig werden die wichtigsten Akteure vorgestellt – darunter Gelehrte wie Martin Luther, Philipp Melanchthon, Johannes Calvin oder Martin Bucer, aber auch Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Herrscherdynastien. In sechs Themenräumen erwartet die Besucher ein Blick in eine Zeit, in der Glaube oft weniger eine Frage individueller Entscheidung als das Ergebnis politischer und gesellschaftlicher Prozesse war. Die Ausstellung ist vom 29. Oktober 2017 bis 2. April 2018 im Museum Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen und wird durch die Baden-Württemberg Stiftung unterstützt.

 

Als Martin Luther am 26. April 1518 in der Universitätsstadt Heidelberg erstmals seine Glaubensgrundsätze öffentlich erläuterte, hörten ihm Studenten und Magister begeistert zu, unter ihnen die späteren Reformatoren Martin Bucer, Johannes Brenz und Erhard Schnepf. Die "Heidelberger Disputation" war ein früher Meilenstein der Reformationsgeschichte. 1563 entstand in der Kurpfalz mit dem Heidelberger Katechismus das wohl am weitesten verbreitete Bekenntnis des reformierten Protestantismus. Zu seiner europaweit wichtigsten Ausbildungsstätte entwickelte sich Ende des 16. Jahrhunderts die Universität Heidelberg.

 

Der Südwesten lag im Spannungsfeld verschiedener reformatorischer Strömungen. Während sich in der Kurpfalz der Calvinismus durchzusetzen begann, kamen aus dem Süden zürich-zwinglianische und aus dem Norden wittenbergisch-lutherische Ideen. Dies förderte die aktive Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Sichtweisen und verlieh dem Diskurs eine besondere Dynamik. Eine entscheidende Rolle spielte der Straßburger Gelehrte Martin Bucer, der mit seiner versöhnlichen Theologie eine überragende Wirkung auf die südwestdeutsche Reformationsgeschichte ausgeübt hat.

 

Die Ausstellung "REFORMATION! Der Südwesten und Europa" wird gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung, Traudl Engelhorn, die Evangelische Landeskirche in Baden, die Stiftung Christuskirche – Kirche Christi, den Fördererkreis für die Reiss-Engelhorn-Museen sowie die Evangelische Landeskirche in Württemberg.

 

www.rem-mannheim.de

 


Haus der Akademie in Frankfurt am Main am Sonntag feierlich eröffnet

Evangelische Akademie erstrahlt in neuem Glanz am Römerberg

Foto: ekhn/Rahn
Foto: ekhn/Rahn

 

(Frankfurt a.M./ekhn) - Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit ist die Evangelische Akademie Frankfurt am Sonntag (20. August) offiziell wiederöffnet worden. Unmittelbar am Römer im Herzen der Stadt ist ein dreistöckiges Veranstaltungshaus mit einer spektakulären Glasfassade entstanden. Der architektonisch besondere Brücken-Bau bietet neben dem Großen Saal für bis zu 300 Personen sowie einem Panoramasaal mit faszinierenden Ausblicken über die gesamte Stadt mehrere Seminarräume sowie Büros für die Mitarbeitenden der Evangelischen Akademie. Er ist auch ein bewusst markanter Beitrag der evangelischen Kirche zur Neubebauung des historischen Zentrums von Frankfurt. Die Feierlichkeiten hatten am Sonntagmorgen mit einem Festgottesdienst in der Dreikönigskirche am Sachsenhäuser Mainufer begonnen. Danach zogen die Gäste mit einem Klangteppich aus Saxophontönen über den Eisernen Steg bis zum Haus der Akademie auf dem Römerberg.

  

 

Akademiedirektor Latzel: Protestantisches Forum sein

 

Die Akademie will in Zukunft nach Worten ihres Direktors Thorsten Latzel als „protestantisches Forum für Gegenwartsfragen die politischen, kulturellen und religiösen Debatten aus evangelischem Glauben mitgestalten und Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen einladen“. Gerade in „politisch unruhigen Zeiten“ könne die Akademie auch dazu beitragen „unsere demokratische, offene Gesellschaft zu stärken“, so Latzel.

  

Kirchenpräsident Jung: Diskussionskultur im Licht des Evangeliums fördern

 

Im Festgottesdienst zur Eröffnung hob der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung die bleibende Bedeutung der evangelischen Akademiearbeit hervor, die „Orte der überparteilichen Meinungsbildung“ eröffnen müsse. Gerade angesichts einer Gesellschaft, die zunehmend konsenssuchende Diskussionen scheue und Meinungen unvermittelt aufeinanderprallten lasse, sei es wichtig „Räume für den Diskurs“ zu schaffen. Heute würden zudem oft „Positionen mit einem Wahrheitsanspruch aufgeladen, der sich die eigene Wahrheit selbst konstruiert, wenn es sein muss - wie es mittlerweile heißt - auch gerne ‚gefakt“, so Jung. Dagegen stehe ein christlich begründetes Wahrheitsverständnis, das die Botschaft und die Kraft in den Mittelpunkt stelle, „das Leben in Licht der Liebe Gottes zu verstehen und zu leben“. Daraus folge, dass Wahrheit keine abstrakte Größe sei, sondern sich immer auf Menschen und das konkrete Leben beziehe. Eine Evangelische Akademie stehe für „eine „Diskurskultur im Licht des Evangeliums“. Dies sei „eine Gesprächskultur, „in der sich niemand über den anderen stellt“, so der Kirchenpräsident. Ein Gespräch sei nur möglich, wenn Menschen gemeinsam ihre Grenzen erkennen. Jung: „Eine evangelische Akademie steht für dieses Verständnis der Wahrheit. Sie wird sich darum mühen, in die kirchlichen und gesellschaftlichen Debatten diese Perspektive immer wieder einzutragen.“

  

Kultusminister Lorz: Vergangenheit und Zukunft verbinden

 

Bei der Eröffnungsfeier am Sonntag bezeichnete der Hessische Kultusminister Alexander Lorz in seinem Grußwort das neue Tagungshaus in Frankfurt mit seinem Standort am Römerberg als fest eingebunden in die Tradition der Stadt und des Landes. Er begrüßte zugleich, dass die Akademie sich „mit Themen und Fragestellungen von heute, mit den aktuellen Debatten, mit dem, was es heute anzupacken gilt“, beschäftigen wolle. Sie verstehe sich dabei als „Engagement der Kirche in die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft“. Für diese inhaltliche Ausrichtung dürften das Gemeinwesen und der säkulare Staat dankbar sein, erklärte der Minister.

  

Oberbürgermeister Feldmann: Akademie soll Brücken bauen

 

Nach Ansicht des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann hat die evangelische Kirche mit ihrer Akademie ein klares Zeichen „für ihr Engagement für eine offene, demokratische Gesellschaft“ gesetzt. Die Einrichtung sei zudem ein „Brückenbauer“, da sie Begegnung von Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, Religion oder Weltanschauung ermögliche. Feldmann erhoffe sich zudem, dass sie „eine demokratische Erinnerungskultur“ pflege und mit ihren Veranstaltungen beispielsweise an das humanistische Erbe oder die soziale Gerechtigkeit erinnere. Zudem solle sie „neue Beziehungen stiften“, und beispielsweise den Dialog von Christentum und Judentum fortsetze. Feldmann: „Wir brauchen diese Orte, an denen immer wieder neu Beziehungen geschmiedet werden. Damit unsere Gesellschaft so offen, menschenfreundlich und zivil bleibt.“ 

 

Weihbischof Löhr: Gespür für Menschen und Stadt behalten

 

Der Limburger Weihbischof Thomas Löhr würdigte die ökumenische Ausrichtung der Evangelischen Akademie und hoffte auf die Fortsetzung der Kooperation zwischen der evangelischen und katholischen Kirche. Zudem solle sie weiter ein gutes Gespür für die Belange der Stadt und der Menschen haben. Zugleich wünschte der der Einrichtung, dass sie „nie der Blick dafür verliert, wie verwundet unsere Welt ist und wie arm viele Menschen in ihr“.

 

 

Generalsekretärin Helmke: Denk- und Streiträume schaffen

 

Die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Julia Helmke, bezeichnete das neue Gebäude der Akademie als „fulminantes neues Zuhause“. Sie hob die Verbundenheit des Kirchentags mit der Akademiearbeit hervor, gerade im Blick auf den 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt. Aufgabe sei es für beide beispielsweise, „Denk- und Streit-Räume zu schaffen für aktuelle und dauerhafte brennende Fragen und Themen“. Kirchentag und Akademie verstünden sich beide als „Teil der Gesellschaft, orientiert und verantwortet im evangelischen Glauben“. Dabei sei es notwendig, entsprechend zu arbeiten: „wach, lebendig, in Bewegung bleibend; um die eigenen Begrenzungen wissend und sie überschreitend“, so Helmke.

  

 

Früherer Uni-Vizepräsident Lutz-Bachmann: Frage nach Religion stellen

 

Für die Frankfurter Goethe-Universität übermittelte der frühere Uni-Vizepräsident Matthias Lutz-Bachmann Grüße und freute sich über die „rundherum erneuerte Akademie“. Sie sei ein „Gesprächsforum im Zentrum unserer Stadt und damit der gesamten Region“. Es sei für die Gesellschaft „von höchster Bedeutung, dass es Orte wie die kirchlichen Akademien gibt, die gleichsam im vor-politischen Raum das gleichwohl öffentliche Gespräch über die zentralen Fragen des Lebens der Menschen in dieser unserer Gesellschaft führen“. Zu diesen Fragen gehörten seiner Ansicht nach „auch und gerade die Fragen der Religion“.

 

  

F.A.Z.-Mitherausgeber D’Inka: Überraschend, offen, heiter bleiben

 

Der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Werner D’Inka, ermutigte die Evangelische Akademie, weiter überraschend, offen und heiter zu bleiben. „Seien Sie deswegen das Salz in der Suppe, die Hefe im Teig, der Äppler im Gespritzten.“ Dazu brauche die Gesellschaft die Fähigkeit zum Zweifeln an vermeintlich ewigen Gewissheiten. Dies solle die Akademie weiter in überraschender Weise beitragen, wie sie es in ihrem Programm bereits tue.

  

 

Hintergrund Akademiegebäude

 

Baukosten

 

Die Kosten für den Neu- und Umbau belaufen sich auf 8.042.400 Euro. Davon trägt der Evangelische Regionalverband Frankfurt 3.929.400 Euro, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau 3.376.000 Euro, die Evangelische Kirchenstiftung 172.000 Euro und die Evangelische Akademie 565.000 Euro.

 

Zur Geschichte

 

Bis zum Jahr 2001 war im Gebäude Römerberg 9 die Theologische Zentralbibliothek des Evangelischen Regionalverbandes im Obergeschoss untergebracht. Die beiden unteren Geschosse wurden bis 2015 von der Evangelischen Sankt Paulsgemeinde genutzt. Nach Schließung der Bibliothek wurden die Räume im Jahr 2006 für eine Nutzung durch die Evangelische Stadtakademie des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt umgebaut. Der Umbau erfolgte durch Meixner Schlüter Wendt Architekten und kostete 710.000 Euro. Parallel entstanden erste Planungsüberlegungen zur Nutzung und zum Umbau des ganzen Gebäudes für die Akademie. 2009 wurde das Raumprogramm von einer Projektsteuerungsgruppe mit Vertretern des Evangelischen Regionalverbandes, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Stadtakademie entwickelt. 2010 einigten sich der Evangelische Regionalverband Frankfurt und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau auf den Standort Römerberg 9. Die Evangelische Stadtakademie Frankfurt und der Evangelischen Akademie Arnoldshain fusionierten. Baubeginn für die Evangelische Akademie war im Juli 2015.

 


Sterbende begleiten

Malteser in Hannover starten Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Hospizmitarbeiter

(Hannover/mhd) - Im Oktober starten die Malteser in Hannover einen neuen Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Hospizmitarbeiter und Hospizmitarbeiterinnen. Wer sich für diese anspruchsvolle, aber auch beglückende Aufgabe interessiert, kann sich vorab informieren am Mittwoch, 30. August, um 18.30 Uhr im Pfarrheim von St. Raphael, Antareshof 5, 30823 Garbsen.

 

Sterbende Menschen zu begleiten ist ein Ausdruck der Nächstenliebe. Seit mehr als 900 Jahren widmen sich die Malteser dieser Aufgabe und sehen darin auch eine ihrer Kernkompetenzen. Nun suchen die Malteser in Hannover neue Mitstreiter, die mithelfen möchten, dass sterbende Menschen ihr Leben bis zuletzt selbst gestalten können. Dafür bietet der Hilfsdienst einen Qualifizierungskurs an, der an das sogenannte Celler Kursmodell angelehnt ist, das von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und dem Malteser Hilfsdienst e.V. entwickelt wurde. 

 

Der Hospizhelferkurs gliedert sich in drei Teile: Grundkurs, Praktikum und Vertiefungskurs. Beginn des Grundkurses ist am Wochenende vom 27. und 28. Oktober. Fortgesetzt wird der Kurs am 24./25. November sowie 8./9. Dezember, jeweils am Freitag von 16 bis 19 Uhr und am Samstag von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Das Praktikum wird nach Absprache in einer Alteneinrichtung durchgeführt und ab Januar starten dann die Vertiefungskurse. 

 

Kursort ist in der Regel das Pfarrheim von St. Raphael, Antareshof 5, in Garbsen. Es referieren Birthe Möller, Heike Adler und Antje Doß, alle drei erfahrene Fachkräfte für Palliative Care. Die Leitung hat Diplom-Pädagogin und Theologin Elfriede Kollarz.

  

Die Kursgebühr von 200 Euro kann nach einjährigem ehrenamtlichem Einsatz im Auftrag der Malteser teilweise zurück erstattet werden. Wer die Gebühren nicht aufbringen kann, möge die Verantwortlichen ansprechen. Ohnehin wird ein persönliches Vorgespräch erbeten.

 

  

Information und Anmeldung:

 

Malteser Hilfsdienst e.V.

 

Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst

 

Malteser Sozialzentrum St. Augustinus

 

Göttinger Chaussee 147

 

30459 Hannover

 

T (0511) 21374851

 

F (0511) 21374865

 

E-Mail: hospizdienst-hannover@malteser.org

 


Feier für evangelische Spitzenrepräsentantin in Rhein-Main am 1. September

Pröpstin Gabriele Scherle wird verabschiedet

 

 

 

(Frankfurt / Darmstadt/ekhn) - Die langjährige Pröpstin für die Propstei Rhein-Main, Gabriele Scherle, wird am 1. September mit einem Festgottesdienst offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Die Feier unter der Leitung der Stellvertretenden hessen-nassauischen Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf beginnt um 17 Uhr in der Frankfurter Heiliggeistkirche (Kurt-Schumacher-Straße 23). Der Gottesdienst ist öffentlich und Gäste willkommen.

 

 

 

In Gesellschaft Glauben zur Sprache bringen

 

Die im badischen Pforzheim geborene evangelische Theologin, ausgebildete Finanzbeamtin und Sozialarbeiterin trat ihr Amt als protestantische Spitzenrepräsentantin für rund 300.000 Evangelische in der Region 2006 an. Vor sechs Jahren wurde Scherle von der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit großer Mehrheit in ihrer Position bestätigt. Sie war unter anderem auch Delegierte der hessen-nassauischen Kirche in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Zudem hatte sie den Vorsitz im Kleinen Konvent, dem Leitungsgremium der Evangelischen Akademie Frankfurt, inne. Zuletzt trat die 65 Jahre alte Pfarrerin dafür ein, die zunehmende Entkirchlichung in der Gesellschaft ernst zu nehmen, protestantische Grundorientierungen neu zur Sprache zu bringen und die aus dem christlichen Glauben erwachsene Freiheit deutlich zu markieren sowie in politischen Fragen klar Stellung zu beziehen.

 

 

 

Mit Neuordnung der Propsteien wächst Rhein-Main

 

Mit dem Ruhestand von Pröpstin Scherle tritt auch eine Neuordnung der Propsteigebiete in Kraft. Dabei wird die bisherige Propstei Süd-Nassau mit der Propstei-Rhein-Main in weiten Teilen zusammengeführt. Einige Dekanate gehören dabei künftig zur Propstei Starkenburg beziehungsweise Rheinhessen-Nassauer Land. Propst der neuen Propstei mit dem Namen Rhein-Main ist ab 1. Oktober der Propst der bisherigen Propstei Süd-Nassau, Oliver Albrecht. Insgesamt werden dann über 400.000 Evangelische in 228 Gemeinden zur Propstei gehören. Neuer Dienstsitz wird Wiesbaden sein. Die künftig fünf Propsteien im Kirchengebiet sind in etwa mit den Regierungsbezirken im politischen Bereich vergleichbar. Pröpste und Pröpstinnen sind unter anderem zuständig für die Begleitung der Gemeinden. Sie sind auch Vorgesetzte der Dekaninnen und Dekane. In Ihrer Rolle, die mit einem regionalen Bischofsamt vergleichbar ist, haben sie zudem Sitz und Stimme in der Kirchenleitung der Gesamtkirche.

 

 

 

Zur Person Gabriele Scherle

 

Gabriele Scherle wurde im März 1952 in Pforzheim in eine bäuerliche Waldenser-Familie hinein geboren. Sie absolvierte nach ihrer Schulzeit eine Ausbildung für den mittleren Beamtendienst in der Finanzverwaltung ihrer Geburtsstadt. Anschließend arbeitete sie dort zwei Jahre lang als Steuerassistentin und qualifizierte sich für die Fachhochschulreife. Dann studierte sie zunächst an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen in Freiburg, anschließend an der Gesamthochschule in Siegen. Dort schloss sie als Diplomsozialarbeiterin ab. Von 1975 an arbeitete sie als Sozialarbeiterin zunächst im Psychiatrischen Krankenhaus Marburg, dann als pädagogische Mitarbeiterin bei der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden in Bonn. 1979 begann sie als Stipendiatin des Evangelischen Studienwerks Villigst ihr Theologiestudium in Bonn, später wechselte sie nach Berlin, Jerusalem, Bochum und Wuppertal, wo sie 1987 das I. Theologische Examen ablegte. Ihr Lehrvikariat absolvierte sie in der Wiesbadener Bergkirchengemeinde. Für das anschließende Spezialvikariat ging sie an die Irish School of Ecumenics nach Dublin. 1990 wurde sie in Neu Isenburg als Pfarrerin ordiniert, wo sie bis 1999 in der Johannesgemeinde arbeitete. Dann wurde sie Friedenspfarrerin der EKHN. Von 2004 an war sie Dozentin für Führung und Leitung im Weiterbildungszentrum Burkhardthaus der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Gelnhausen. Scherle war von 1980 bis 1984 stellvertretende Vorsitzende der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste in Berlin, absolvierte von 1998 bis 2001 eine berufsbegleitende Ausbildung in Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung. Sie war Gründungsmitglied im Rat der Religionen in Frankfurt, ist im Nachhaltigkeitsbeirat der Bethmann Bank sowie im Arbeitskreis Kirche und Israel und der AG Christen und Juden beim Evangelischen Kirchentag. Außerdem gehört sie dem Vorstand der Martin-Niemöller-Stiftung an. Scherle vertritt die EKHN in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und ist Mitglied in deren Ausschuss für Diakonie, Mission und Ökumene. Sie steht außerdem dem Kleinen Konvent und Großen Konvent der Evangelischen Akademie Frankfurt vor. Gabriele Scherle ist verheiratet mit Dr. Peter Scherle, Professor am Theologischen Seminar in Herborn.

 


Seelsorge in Einrichtungen der Altenhilfe katholischer Träger

Zeit haben für die Seele der Menschen

Sandra Kuhn in der Kapelle des Seniorenhauses in Hasborn, wo sie ihren ersten Bibelkreis veranstaltet hat. Foto: bt
Sandra Kuhn in der Kapelle des Seniorenhauses in Hasborn, wo sie ihren ersten Bibelkreis veranstaltet hat. Foto: bt

(Hasborn/bt) – Wenn Sandra Kuhn morgens um sechs ihre Arbeit beginnt und zu den Bewohnern des Caritas Seniorenhauses in Hasborn geht, ist alles Routine: „Man begrüßt sich, manchmal auch mit einem Küsschen auf die Wange. Dann unterstütze ich die Bewohner bei der Pflege, kleide sie an, bringe sie zum Frühstück, richte ihr Zimmer und dann geht’s zum nächsten.“ An diesem Morgen waren es zwölf Bewohnerinnen und Bewohner, um die sie sich kümmern musste. „Bei manchen geht es schneller, da bin ich in zehn Minuten fertig. Andere sind pflegebedürftiger, da brauche ich schon mal eine halbe Stunde.“

Sandra Kuhn ist Pflegeassistentin. Bei ihrer Arbeit stellt sie aber immer wieder fest, dass etwas zu kurz kommt: die Seelsorge. „Oft habe ich in der Pflege das Gefühl, die brauchen uns jetzt, die Seele des Menschen bräuchte uns jetzt noch ein bisschen mehr, aber die Zeit ist einfach nicht da.“ Dabei geht es ihr ganz einfach um das miteinander Sprechen, um alltägliche Gespräche, aber auch, wenn etwas im Privaten vorgefallen ist, erzählt sie. „Man nimmt sich zwar dann die Zeit. Aber ich habe dann oft das Gefühl, die Bewohner merken, dass wir mit einem Fuß schon wieder vor der Tür stehen.“ In Zukunft soll das anders werden. „Ich stelle mir das so vor, dass ich dann die Tür zu mache und mit beiden Füßen im Zimmer der Bewohner bin und solange bleibe, bis wir beide denken, das ist jetzt gut!“ In Zukunft, das heißt, nach dem Kurs „Seelsorge in Einrichtungen der Altenhilfe katholischer Träger“, den Sandra Kuhn zusammen mit 16 anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Altenpflege belegt. Ziel des Kurses ist es, sie zu Mitarbeitern in der Seelsorge zu qualifizieren. „Wir haben schon einen Kurs gehabt über Sterbebegleitung, über Kommunikation, seelsorgerische Kurzgespräche. Uns werden Bibeltexte näher gebracht, Demenzgottesdienste, Wortgottesdienste, die man mit Bewohnern durchführen kann.“ Sandra Kuhn gehört zu den ersten, die am Projekt des Bistums Trier, des Diözesan-Caritasverband Trier, der Barmherzige Brüder Trier (BBT)-Gruppe, der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts), der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz und der Marienhaus Stiftung teilnehmen.

Teil des Kurses sind auch eine Hausarbeit und ein Projekt, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst gestalten dürfen. Sandra Kuhn hat einen Bibelkreis mit vier Demenzkranken Bewohnerinnen und Bewohnern in der kleinen Kapelle ihrer Einrichtung veranstaltet. „Weil es mein erster Bibelkreis war, habe ich das Thema ‚Schöpfung’ genommen.“ Auf weiße Steine hat sie die Dinge geschrieben, die Gott geschaffen hat. Außerdem bekam jeder Bewohner eine Gebetskette mit verschieden großen Perlen und einem Kreuz daran. „Ich habe außerdem Meditationsmusik laufen lassen und jede hat erzählt, was sie besonders schön an der Welt findet, was ihre Lieblingsblume ist. Hab dann noch ein Dankesgebet von der Schöpfung gesprochen und ein Vater unser am Schluss.“ Die Reaktion war durchweg begeistert, berichtet Sandra Kuhn. „Eine Bewohnerin, die durch die Demenz sehr verändert ist, hatte strahlende Augen und gesagt, sie werde mir immer helfen und nicht mehr so viel schimpfen. Obwohl sie nicht mehr so gut sprechen kann. Aber in dem Moment war sie ganz klar.“ Solche Bibelkreise könnte sich Sandra Kuhn auch als regelmäßiges Angebot im Seniorenhaus Hasborn vorstellen.

 


Kirchenpräsident wirbt bei hochrangiger Ökumene-Tagung für Akzeptanz konfessioneller Unterschiede

Jung: Unterschiedliche Positionen sind Stärke des Protestantismus

Kirchenpräsident Volker Jung (Mitte) im Gespräch mit internationalen Gästen auf der Ökumene-Konsultation 2017 in Arnoldshain. Foto: Volker Rahn / ekhn
Kirchenpräsident Volker Jung (Mitte) im Gespräch mit internationalen Gästen auf der Ökumene-Konsultation 2017 in Arnoldshain. Foto: Volker Rahn / ekhn

 

(Darmstadt / Arnoldshain/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat im 500. Jahr der Reformation dazu aufgerufen, Unterschiede zwischen Konfessionen und Kirchen zu akzeptieren. Der gemeinsame Glaube an die Verbundenheit in Christus „zu einem Leib“ gebe dazu die Möglichkeit, sagte er am Freitag (18. August) in Arnoldshain (Hochtaunuskreis) vor mehr als 40 zum Teil hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus der internationalen Ökumene. Es sei eine Stärke des Protestantismus, verschiedene Positionen zu vertreten und nebeneinander stehen zu lassen, erklärte er. Jung: „Wir haben als evangelische Kirche - mit vielen Schmerzen - gelernt, dass wir mit Unterschieden leben können.“ Es sei wichtig, sensibel für Differenzen zu bleiben und zugleich den Respekt für andere Ansichten zu bewahren, so der Kirchenpräsident weiter. 

 

 

Glauben als Augenöffner in globalisierter Welt

 

Die Konzentration auf den Glauben an Christus kann nach Ansicht Jungs dazu beitragen, den Wert unterschiedlicher konfessioneller Traditionen zu erkennen. Zugleich könnten die evangelischen Kirchen in ihrer Vielfalt gemeinsam ihren Glauben in der Welt bezeugen und für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit eintreten. Zudem sollten sie „Augenöffner“ füreinander sein, um aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Situationen heraus ein besseres Gespür für die Herausforderungen des globalen Zusammenlebens zu entwickeln. Dazu gehöre aus deutscher Sicht etwa, die Erfahrung weiterzugeben, dass die Idee „unsere Nation zuerst“ verhängnisvoll sein kann.

 

  

Konkrete Hilfe und keine Konzeptpapiere gefragt 

 

Der nordindische evangelische Bischof Pradeep Kumar Samantaroy (Amritsar) betonte bei dem Treffen anlässlich des Reformationsjubiläums die spirituelle Dimension internationaler Kirchenpartnerschaften. Für Christinnen und Christen in Minderheitssituationen sei es eine große Hilfe, sich einer weltweiten Beziehung verbunden zu fühlen. Dies unterstütze dabei, den Glauben vor Ort auch öffentlich leben zu können. Der Kirchenpräsident der protestantischen Herrnhuter Brüdergemeine in Südafrika, Godfrey Cunningham (Kapstadt) bezeichnete die „konkrete wechselseitige Hilfe und nicht „Konzepte auf Papier“ als vordringliches Ziel weltweiter ökumenischer Partnerschaften. Gerade für die Kirchen in vielfach durch korrupte politische Systeme geprägten afrikanischen Staaten sei dies wichtig.

 

 

Herausforderung zwischen Neonazis und Hasstiraden 

 

Nach Ansicht des leitenden Theologen der US-amerikanischen United Church of Christ (UCC) für den Bereich des Staates New York, David Gaewski, sei es zentral, in einer zerbrechlichen Welt mit Hilfe Gottes die Balance zu halten. Als Beispiel nannte er die aktuelle Situation in den USA. Aufstrebende neonazistische Bewegungen, Hasstiraden und ein Präsident, der sich davon nicht in deutlicher Form distanziere , seien eine neue gesellschaftliche Situation und eine große Herausforderung für die Kirche. Gerade in dieser Situation seien internationale ökumenische Beziehungen zum Austausch und zur Stärkung wichtig. 

 

 

Wichtigste Ökumene-Tagung seit 2009 in Hessen-Nassau 

 

Noch bis Sonntag debattieren die Vertreterinnen und Vertreter aus der internationalen Ökumene im Arnoldshainer Martin Niemöller-Haus über die Herausforderungen der Kirchenparterschaften. Die Konsultation unter der Leitung des Frankfurter Zentrums Oekumene trägt das Martin Luther zugeschriebenen Motto „Here I stand, I cannot do otherwise“ (Hier stehe ich und kann nicht anders). Das Treffen gilt als die größte internationale ökumenische Zusammenkunft in der hessen-nassauischen Kirche seit 2009. Daran nehmen unter anderem die protestantischen Bischöfe Benson Bagonza und Abednego Keshomshahara aus Tansania sowie Pradeep Kumar Samantaroy, Daniel Kayyalakkakathu und Govada Dyvasirvadam aus Indien gemeinsam mit Gästen aus Indonesien, Ghana, Südafrika, Polen, Tschechien, Italien und den USA teil. 

 

 

Gäste aus aller Welt pilgern ab 20. August zu Lutherstätten 

 

Nach einem Festgottesdienst in der Bad Homburger Erlöserkirche am kommenden Sonntag um 10 Uhr begeben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung gemeinsam auf die Spuren des Reformators. So brechen sie am Nachmittag des 20. August zu einer Studienreise auf und übernachten dabei unter anderem im Augustinerkloster in Erfurt, in dem Martin Luther einst Mönch war. Daneben besuchen sie kommende Woche die Wartburg, auf der der Reformator die Bibel übersetzte. Die Reise endet dann in Wittenberg, wo die Teilnehmenden am Mittwoch und Donnerstag unter anderem Gäste in der dort zur Weltausstellung der Reformation aufgebauten „LichtKirche“ aus Hessen-Nassau sind.

 


Sommertour des Präses zum Thema „Jugend“ beendet:

Dr. Andreas Tietze: „Kirche bietet Alternativ-Modell zum Leistungsdruck“

 

(Breklum/Usedom/maw) - Am Ende seiner fünftägigen Sommertour zum Thema „Jugend“ zieht der Präses der Landessynode der Nordkirche, Dr. Andreas Tietze, eine positive Bilanz. „Jugendarbeit in der Nordkirche lebt davon, dass sie positive Erfahrungen mit Kirche ermöglicht. Dabei finden die zentralen Fragen, die Jugendliche umtreiben, wie der zunehmende Leistungsdruck in unserer Gesellschaft und ihre Zukunftssorgen, Raum und Resonanz.“

 

 

Die zweite Sommertour durch die drei Sprengel der Nordkirche hatte Tietze von Breklum über Hamburg bis Peenemünde aufs vorpommersche Usedom geführt. Auf dem Programm standen internationale Begegnungen mit Jugendlichen im Rahmen des „weltwärts“-Freiwilligendienstes, die Jugendpartnerschaft von Nordkirche und  der indischen Jeypore-Kirche. Auf Kinder- und Jugendfreizeiten des Evangelischen Kirchenkreises Mecklenburg und der Evangelischen Jugend Hamburg konnte sich Dr. Andreas Tietze ein Bild über aktuelle und bewährte Formen von kirchlicher Erlebnispädagogik machen. Zudem  wurde das Verständnis themenbezogener Bildungsarbeit bei Gesprächen über schulkooperative Arbeit und im Bereich „Klima“ vertieft.

 

Beim Besuch des Jugendhauses St. Pauli gewann der Präses einen Einblick in das Konzept Offener Jugendarbeit in der Stadt. „Die Jugendlichen erfahren von Kirche ein Alternativmodell zum Alltagsleben: Entlastung vom Leistungs- und Normierungsdruck und zugleich die Vereinbarung klarer Regeln. Und diese Erfahrung wirkt wieder in das Leben der Jugendlichen zurück“, sagte Tietze.

 

Er erinnerte daran, dass auch die Bibel beim Blick in die Zukunft der Kirche Jugendliche als selbstverständliche Glieder der Gemeinschaft betrachtet. „Getragen wird Jugendarbeit von dem Engagement von Jugendlichen, die in vielen Fällen von Kindheit an in die Jugendarbeit hineingewachsen sind. Dieses Potential muss Kirche unbedingt im Blick behalten, wenn es um die Formulierung von Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit geht“, so Tietze weiter. Notwendig sei daher ein entschiedenes und profiliertes Eintreten der Kirche und kirchlichen Entscheidungsträger für die Belange der Jugendlichen und ihre Jugendarbeit. „Dazu gehören auch die hinreichende Bereitstellung finanzieller und personeller Mittel - und eine konzeptionelle Klarheit“, forderte der Präses weiter.

 

Auf seinem Weg nach Mecklenburg-Vorpommern gab es zudem zahlreiche Begegnungen mit den zuständigen Akteuren für die Organisation von Jugendarbeit auf der Ebene der Ortsgemeinde und des Kirchenkreises. „Beim Blick auf die Jugendarbeit im ländlichen Raum wird deutlich, dass Kirche durchaus den Mut haben darf, aus der Not eine Tugend zu machen, Jugendarbeit neu zu erfinden und Kompetenzen neu und anders als bisher zu verteilen“, bilanzierte Tietze.

 

Letzte Station der diesjährigen Sommertour zum Thema „Jugend“ bildet heute (18. August) die Fachtagung „Effekte der Klimabildung in der Jugendarbeit“ in Kiel. Veranstalter sind das Jugendpfarramt der Nordkirche und Brot für die Welt. „Die Erprobung eines nachhaltigen Lebensstils in Gemeinschaft, zum Beispiel auf Freizeiten wie der Klima-Sail des Jugendpfarramts motiviert Jugendliche enorm, diesen auch in ihren Alltag zu übernehmen. Hier nimmt Kirche Vorbildfunktion wahr.“

 

Das Fazit von Präses Tietze: „Ich bin begeistert von den Erfahrungen dieser Sommertour, und ich danke allen, die dazu beitragen, dass Jugendliche gute und nachwirkende Erfahrungen mit Kirche machen, denn ihnen gehört die Zukunft. Wie wir heute den Jugendlichen begegnen, wird Auswirkungen auf ihr späteres kirchliches Engagement haben.“

 


Regenbogenflagge weht wieder, Informationsstand ist Samstag besetzt

Hessen-nassauische Kirche ist startklar für den CSD in Darmstadt

Foto: M. Reinel /ekhn
Foto: M. Reinel /ekhn

 

(Darmstadt/ekhn) - Die Kirchenverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist startklar für den „Christopher-Street-Day“ (CSD) in Darmstadt am Samstag (19. August). Vor dem Verwaltungsgebäude am Paulusplatz weht auch dieses Jahr wieder die Regenbogenfahne anlässlich des CSD. Sie ist das Zeichen der Solidarität mit Menschen ganz unterschiedlicher sexueller Orientierung und Identität. Zum dritten Mal wurde die Flagge auf Initiative des Stabsbereichs Chancengleichheit am EKHN-Verwaltungssitz gehisst.

 

 

 

Evangelische Vertreterinnen und Vertreter sind zudem am 19. August ab 15 Uhr auf dem Darmstädter Riegerplatz am Stand der Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) vertreten. Die hessen-nassauische Kirche setzt sich seit Langem für die Gleichstellung homosexueller Menschen ein. Sie wendet sich gegen jede Form der Diskriminierung aufgrund von geschlechtlicher oder sexueller Identität und Orientierung und begrüßt die im Juni vom Bundestag beschlossene „Ehe für alle“. Sie spiegele – so EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung – „eine konsequente Weiterentwicklung der Neubewertung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften“ wider.

 

 

 

Der CSD in Darmstadt gilt deutschlandweit als eine der politischsten Veranstaltungen zum Thema. Der „Christopher-Street-Day“ erinnert an den ersten bekanntgewordenen Aufstand von Homosexuellen und Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969. Daraus ist eine weltweite Bewegung geworden, im Sommer eine Demonstration für die Rechte von Homosexuellen und Transgender zu veranstalten.

 

 

 


Hildesheimer Malteser widmeten sich herausforderndem Verhalten bei Autisten

Käse statt Kant!

Ein Detail aus der Matchbox-Autos-Installation von Matthias Brien; Bildquelle: Malteser
Ein Detail aus der Matchbox-Autos-Installation von Matthias Brien; Bildquelle: Malteser

(Hildesheim/mhd) - Autisten sind in vielen Dingen entweder überempfindlich oder unterempfindlich und provozieren damit ihre Mitmenschen – zwei Vorurteile, die sich hartnäckig halten und mit denen der Vortrag „Herausforderndes Verhalten am Beispiel Autismus“ aufräumte. Mehr als 60 Fachleute und Interessierte waren dafür am Dienstag, 15. August, zu den Hildesheimer Maltesern gekommen, um Referent Matthias Brien, Designer und Heilpraktiker für Psychotherapie, zu hören und seine Spielzeugautos zu bewundern. Brien ist selbst von dieser Erkrankung betroffen. 

 

Hunderte von Matchbox-Autos hatte der Referent mitten im Vortragssaal aufgebaut, fein säuberlich in Reih und Glied, begrenzt von Miniatur-Verkehrsschildern und einer lebensechten Kleinkind-Puppe: Sinnbild für den Versuch eines autistischen Kindes, wenigstens einen kleinen Teil seiner kleinen Welt zu ordnen und dadurch unter Kontrolle zu bringen. Was den Mitmenschen skurril, im schlimmsten Falle provokativ erscheinen mag, ist in Wahrheit eine Wahrnehmungsstörung, die den Autisten zu Handlungen veranlasst, die niemand versteht. „Autistisches Verhalten ist die richtige Antwort auf eine Wahrnehmungsstörung“, so benannte Brien die wichtigste Erkenntnis des Abends und untermalte sie mit einem Beispiel aus seiner Jungend: Als er selbst in die Pubertät kam, da flirtete ein gleichaltriges Mädchen mit ihm und zwinkerte ihm zu. Er selbst interpretierte dies als Augenstörung und sagte ihr das auch. Ergebnis: Aus dem Flirt wurde nichts, das Mädchen war beleidigt und böse. 

 

Noch heute habe er Schwierigkeiten, Situationen richtig zu verstehen und zu bewerten, bekannte Brien in seinem kurzweiligen und sehr persönlichen Vortrag. So komme es vor, dass er mit seiner Frau beim Frühstück über Kant reden wolle, die aber eher Hunger auf Käse zeige. Daher kann man Autismus nach Briens Worten auch als „Kontextblindheit“ verstehen: Der Betroffene nimmt die Umstände einer bestimmten Situation nicht wahr oder versteht sie falsch. 

 

Was tun? Wenn ein autistisches Kind eine bestimmte Situation nicht versteht, gerät es in Stress. Wichtig ist nach Briens Überzeugung daher, solche Situationen zu analysieren und dem Kind zu helfen, das Stressniveau zu senken. Damit sinkt zugleich die Gefahr, dass das betroffene Kind seine Überforderung durch Verhalten ausdrückt, dass von dem Mitmenschen als frech und provokativ empfunden wird, aber im Grunde nichts anderes ist als der Ausdruck der Hilflosigkeit.

  

Matthias Brien sprach im Rahmen einer neunteiligen Vortragsreihe des Fachdienstes für Inklusion, Kinder, Jugend und Familie der Hildesheimer Malteser, die in diesem Jahr zum fünften Mal stattfindet und unter dem Titel „Inklusion konkret“ mit verschiedenen Kooperationspartnern geplant wurde. Die Vortragsreihe begann im März und zieht sich durch das ganze Jahr.

 


Studie bestätigt positive Wirkung von Erziehungsberatung

Lebensberatung Merzig gibt Jahresbericht 2016. Foto: bt
Lebensberatung Merzig gibt Jahresbericht 2016. Foto: bt

(Merzig/bt) – 1233 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im letzten Jahr die Lebensberatung des Bistums Trier in Merzig aufgesucht. Das waren rund 150 mehr als noch im Jahr 2015. Zusätzlich nahmen 106 Erwachsene, Kinder und Jugendliche an weiteren Angeboten der Lebensberatung wie Elternkursen, offenen Sprechstunden oder Weiterbildungen teil. Das geht aus der aktuellen Statistik der Lebensberatung Merzig für das Jahr 2016 hervor.

 

Im Blickpunkt des Jahresberichts steht eine Studie, an der alle 20 Dienststellen der Lebensberatung im Bistum Trier teilgenommen haben. Die Wir.EB-Studie des IJK Mainz bestätigte die Wirksamkeit von Erziehungsberatung wie sie in der Lebensberatung Merzig angeboten wird. „Erziehungsberatung bewirkt erhebliche Verbesserungen im familiären Zusammenleben der ratsuchenden Menschen und trägt neben einer Förderung der Erziehungskompetenz insbesondere dazu bei, dass sowohl junge Eltern als auch junge Menschen mit belastenden Situationen umgehen können.“ So zitiert Dr. Andreas Zimmer, Abteilungsleiter Beratung und Prävention der Lebensberatung Merzig, aus den Forschungsergebnissen der Studie. Die genauen Ergebnisse sollen in den kommenden Monaten vorgestellt werden. Ziel sei es, so Zimmer, die Untersuchungsmethoden der Wir.EB-Studie „nachhaltig in der Regelarbeit von Beratungsstellen zu nutzen“. Damit erhoffe er sich eine Qualitätssicherung der Arbeit der Lebensberatungsstellen. Die Studie war auf zweieinhalb Jahre angelegt.

Die Menschen, die die Lebensberatung in Merzig im vergangenen Jahr aufgesucht hatten, kamen aus unterschiedlichen Gründen; bei Kindern und Jugendlichen waren die wichtigsten Themen Umgangs- oder Sorgerechtsstreitigkeiten, Eltern-Kind-Konflikte oder Trennung oder Scheidung der Eltern. Etwa 57 Prozent der Kinder und Jugendlichen leben nicht in ihrer Ursprungsfamilie. Erwachsene, die in die Lebensberatung kamen, hatten am häufigsten Probleme mit einer dysfunktionalen Interaktion oder Kommunikation, mit Umgangs- oder Sorgerechtsstreitigkeiten oder mit kritischen Lebensereignissen sowie Verlusterlebnissen. Die Beratungsdauer betrug bei 42 Prozent der Fälle bis zu drei Stunden, 39 Prozent zwischen vier und zehn, und 19 Prozent benötigten mehr als 10 Stunden.

 

Ergänzend zu denen, die in die Beratungsstelle kamen, haben 5 Kinder und Jugendliche sowie 7 Erwachsene das Angebot der Online-Beratung im Bistum Trier genutzt.

Die Arbeit der Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums Trier kostete im vergangenen Jahr rund 315.000 Euro, finanziert zu 45,7 Prozent durch den Landkreis Merzig-Wadern und zu 54,3 Prozent durch das Bistum Trier. Für Ratsuchende ist das Angebot kostenfrei.

 

Die Lebensberatung Merzig befindet sich in der Trierer Straße 20, Telefon 06861-2549 oder 74847.

 


Kolumbarium in Bopparder Karmeliterkirche eingeweiht

100 Anmeldungen liegen schon vor

Eine Pietà, eine kunstvolle Marienstatue mit dem leidenden Christus, befindet sich im Kolumbarium in der Karmeliterkirche. Foto: bt
Eine Pietà, eine kunstvolle Marienstatue mit dem leidenden Christus, befindet sich im Kolumbarium in der Karmeliterkirche. Foto: bt

(Boppard/bt) – Mehr als 100 Anmeldungen liegen schon vor. Sogar Menschen aus Bonn, Westfalen und Köln rufen Willi Nickenig an und erkundigen sich nach einem Urnenplatz im Bopparder Kolumbarium. Dieses ist einmalig im Bistum Trier, da sich die Urnenstätte innerhalb des offenen Kirchenraums befindet und die Karmeliterkirche auch weiterhin für Gottesdienste genutzt wird. Dechant Hermann-Josef Ludwig hat den Raum am 15. August eingeweiht.

 

„Das Kolumbarium führt uns vor Augen, was der Kern unseres Glaubens ist, nämlich Tod und Auferstehung. Es erinnert uns daran, dass wir eine Zukunft haben. Der Tod hat nicht das letzte Wort“, betonte Dechant Ludwig während der Eucharistiefeier zu Maria Himmelfahrt. „Wir feiern heute die Einweihung eines besonderen Ortes und sind dankbar und stolz auf dieses Projekt.“ Er danke allen Frauen und Männern in den Räten, die nicht locker gelassen hätten und sich nicht beirren ließen. „Ich bin froh und glücklich, als Pastor dieses Projekt getragen zu haben.“

 

Vor mehr als sechs Jahren hat der Kirchengemeinderat der Pfarreiengemeinschaft Boppard über die Möglichkeit eines Kolumbariums diskutiert.

 

Die Idee haben wir aus Erfurt mitgebracht“, erklärt Dechant Ludwig. Anschließend habe man sich in ganz Deutschland Kolumbarien angesehen.

 

Die ersten Überlegungen sahen vor, die Nischen im linken Seitenschiff für Urnenplätze zu nutzen. Letztendlich hat ein Architektenteam mit einer anderen Idee gewonnen: Das Bistum Trier hatte den Architektenwettbewerb ausgelobt, und die Entscheidung fiel unter anderem zusammen mit Vertretern der kirchlichen und staatlichen Denkmalpflege zugunsten des jetzigen Modells unterhalb der Orgelempore – welches sich im Nachhinein auch als kostengünstigstes herausstellte.

 

Über all die Jahre sei der Kontakt zum Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann und zum Generalvikariat intensiv gewesen. „Die Diskussionen waren stets zielorientiert und nun haben wir eine einvernehmliche Lösung gefunden“, blickt Nickenig zurück.

 

Das Kolumbarium ist mit weißen Holzelementen optisch vom Kirchenraum abgetrennt. Im Raum selbst befindet sich eine Pietà, eine kunstvolle Marienstatue mit dem leidenden Christus. Die Verkleidung der Urnenfächer besteht aus hellem Stein, in der Mitte des Raumes befindet sich ein liegendes Kreuz. Vor dem Eingang können Blumen abgelegt und Kerzen angezündet werden.

 

Die Stätte ist überregional und für Menschen aller Konfessionen geöffnet, „soweit sie den Kirchenraum in seiner Gestaltung und Nutzung als katholischen Gottesdienstraum akzeptieren“, ergänzt Nickenig. Insgesamt gibt es 1100 Urnenplätze, wovon einige als Doppel-Urnengrabstätten gestaltet sind. Die vielen Anfragen seien auch damit zu erklären, dass in Boppard 80 Prozent der Bestattungen Urnenbestattungen seien. „Vielleicht sind wir mit diesem Projekt zukunftsweisend“, resümiert Nickenig, der sich seit 50 Jahren ehrenamtlich in der Kirchenarbeit engagiert. „Im Hinblick auf die zunehmende Zahl an Feuerbestattungen haben wir hier eine würdige Bestattungsform gefunden. Zudem sind wir der Meinung, dass man Denkmäler wie unsere Karmeliterkirche, nur erhalten kann, wenn man sie auch nutzt.“ Ralf Hofmann, ebenfalls einer der Initiatoren im Kirchengemeinderat, erklärt dies so: „Die Gelder, die für die Bestattungen anfallen, werden für die Karmeliterkirche und die St. Severus-Kirche verwendet.“

 

Weitere Informationen gibt es auf www.sankt-severus.de und im Pfarrbüro unter Tel.: 06742-2315.

 


70 JAHRE JUGENDBILDUNGSSTÄTTE NECKARZIMMERN

„EIN ORT, DER STÄRKT UND MUT MACHT“

 

(Neckarzimmern/Karlsruhe/ekiba) - 70 Jahre und immer noch jugendlich lebendig: Die evangelische Jugendbildungsstätte Neckarzimmern feiert Geburtstag. Nach dem Festgottesdienst im März ist die Öffentlichkeit nun am Samstag, 26. August 2017, zu einem Tag der Offenen Tür mit vielen Mitmachangeboten für Kinder und Jugendliche sowie einem Open-Air-Konzert am Abend eingeladen.

Die weitläufige Anlage mit ihren Tagungsräumen, Finnenhäusern und der Waldkapelle bezeichnet der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh als einen „Ort, der stärkt und Mut macht“. Das zeigt auch ein Blick zurück in die Geschichte der Jugendbildungsstätte. Dazu ist eine Broschüre entstanden, die am Samstag, 26. August, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird.

An der Jugendbildungsstätte befindet sich auch das von Jugendlichen aus ganz Baden mitgestaltete Mahnmal für die nach Gurs deportierten badischen Jüdinnen und Juden. Die Besucherinnen und Besucher haben am Samstag, 26. August, die Gelegenheit, nicht nur dieses besondere friedenspädagogische Projekt zu bestaunen, sondern auch einen Blick in die Räumlichkeiten der Jugendbildungsstätte und die Waldkapelle zu werfen. Auf Kinder und Jugendliche warten Bull-Riding , Kinderschminken, Hüpfburg, Snake-Tree-Klettern, Waldmobil, eine große Rutsche und Quadfahren.

Ein kostenloser Busshuttle von Neckarzimmern Bahnhof und Parkplatz Luttenbach bringt die Gäste von 9:30 Uhr bis Mitternacht hin und zurück. Die Parkmöglichkeiten an der Jugendbildungsstätte sind stark begrenzt  Tickets für das Open-Air-Konzert mit Fools Garden und die Vorband gibt es unter www.ticketmaster.de, in Geschäften am Ort und an der Abendkasse.

Mehr Informationen sowie ein Lageplan mit allen Angeboten sind unter www.jugendbildungsstaette-neckarzimmern.de zu finden.

 


Einsatz der Hildesheimer Malteser bei Evakuierung verlief ruhig und geordnet

Positive Bilanz

Eine Evakuierung muss gut vorbereitet sein; Bildquelle: Malteser
Eine Evakuierung muss gut vorbereitet sein; Bildquelle: Malteser

 

 

 

(Hildesheim/mhd) - Die Hildesheimer Malteser haben eine positive Bilanz ihres Einsatzes bei der Betreuung von Evakuierten aus Anlass der Bombenentschärfung vom 16. August gezogen. Am frühen Abend hatten sie die Turnhalle der Robert-Bosch-Gesamtschule im Hildesheimer Norden hergerichtet und versorgten dort die Evakuierten bis zum frühen Morgen. Hintergrund war der Fund einer Fliegerbombe zwischen Marienschule und Friedrich-List-Schule am frühen Nachmittag des 16. August.

 

 

 

Gegen 17.30 Uhr wurde Felix Meinhart, Leiter des Einsatzzuges der Hildesheimer Malteser, in den Stab „Außergewöhnliche Ereignisse“ bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Hildesheim gerufen, um 19 Uhr machten sich dann rund 30 Malteser-Helfer auf den Weg zur Turnhalle der Robert-Bosch-Gesamtschule, um sie für die erwarteten 500 Evakuierten herzurichten. Tische und Bänke kamen aus Hildesheim, 500 Feldbetten wurden aus Hannover zugeliefert, wo die Malteser über das Material für einen „Betreuungsplatz 500“ verfügen, der im Notfall die Versorgung von 500 Personen sicherstellen soll. Mit jeweils einem Krankentransport- und Rettungswagen samt Besatzung halfen die Malteser zudem dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) aus, der für den Transport der Evakuierten sorgte.

 

 

 

Acht Helfer bauten Betten auf, vier Techniker sorgten für Beleuchtung und Strom und zwei Sanitäter standen für medizinische Notfälle bereit, als gegen 22 Uhr die Menschen in die Turnhalle strömten. Dort wurden sie von den Malteser-Betreuern zunächst registriert und dann versorgt, darunter etwa 50 bettlägerige Patienten, die teilweise aus Alten- und Pflegeheimen verlegt worden waren. Auch ein Neugeborenes und ein achtmonatiges Baby waren unter den Gästen. Gegen Mitternacht bot der Hilfsdienst den Evakuierten eine warme Hühner-Nudelsuppe beziehungsweise Erbsensuppe an. Kalte und warme Getränke wurden durchgängig gereicht. Gegen 1 Uhr erhielten die Malteser zudem Verstärkung durch Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus Hildesheim, Harsum und Sarstedt.

 

 

 

Insgesamt verlief die Betreuung in der Sporthallte ruhig und geordnet. „Keine besonderen Vorkommnisse“, meldete Sebastian Brandes, der als Abschnittsleiter der Malteser die Evakuierung vor Ort leitete. Dennoch hatten sich viele den Abend anders gewünscht und anders geplant, so auch das evakuierte Ehepaar Klaus und Hannah Rübensamen, das ausgerechnet an diesem Tag seinen 60. Hochzeitstag feierte. Klaus Rübensamen nahm es gelassen: „Wir haben ohnehin zuhause nur etwas Kaffee getrunken“, erzählte der 86-Jährige, der mit seiner Frau an der Hildesheimer Steingrube wohnt, wo er sie einst auch kennenlernte. An den Hochzeitstag vor 60 Jahren kann er sich noch genau erinnern: „Wir haben in der Jakobikirche geheiratet, weil die Andreaskirche noch in Trümmern lag“. Heute, sechs Jahrzehnte später, hat der Krieg das alt gewordene Paar wieder eingeholt.

 

 

 

Sebastian Brandes zog nach der Entschärfung der Bombe am frühen Morgen ein sehr positives Fazit dieses Einsatzes: „Das größte Lob gilt unseren Helfern, die wieder einmal gezeigt haben, was sie können. Dank sage ich zudem den Helfern der anderen Hilfsdienste, die uns gut unterstütz haben“. Überhaupt habe die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen sehr gut geklappt, freut sich der Abschnittsleiter.

 


Katholische Erwachsenen- und Familienbildung legt Statistik für 2016 vor

Orte kirchlichen Lebens

(Trier/bt) – Den Menschen in seiner Gesamtheit fördern, Begegnung und Orientierung ermöglichen, Kompetenzen vermitteln: Das sind die zentralen Anliegen der Einrichtungen der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) und der Familienbildungsstätten (FBS) im Bistum Trier. Die über 14.100 Veranstaltungen (knapp 245.000 Unterrichtsstunden) der Einrichtungen haben 2016 rund 177.100 Menschen wahrgenommen. Das weist die jetzt veröffentlichte Jahresstatistik aus.

 

Das Themenspektrum reicht von Geburtsvorbereitungskursen und Angeboten im Eltern-Kind-Bereich über Angebote der (inter)religiösen und politischen Bildung oder der Qualifizierung in Ehrenamt und Beruf bis hin zu Alphabetisierungskursen. „Wir stellen fest, dass die Angebote der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung auf große Resonanz stoßen - auch bei denjenigen, die der Kirche mitunter fernstehen“, berichtet Thomas Berenz, Leiter des Arbeitsbereichs Erwachsenen- und Familienbildung im Bischöflichen Generalvikariat. „Die Einrichtungen der KEB und der FBS sind Orte kirchlichen Lebens und werden als solche bewusst von den Menschen gewählt.“ Ein besonderer Schwerpunkt lag auch im vergangenen Jahr bei den Sprach- und Integrationskursen für Geflüchtete. Rund 300 Kurse wurden in diesem Bereich durchgeführt. Dass es bei allen Angeboten um weit mehr geht als um pure Wissensvermittlung, verstehe sich aus dem Selbstverständnis der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung heraus. „Bildung heißt für uns immer auch Persönlichkeitsbildung, Erwerb von umfassenden persönlichen Kompetenzen, die gerade in einer Zeit, die vielfältige Herausforderungen und Chancen mit sich bringt, benötigt werden. Und die Angebote unserer Einrichtungen bieten Raum, die eigenen Kompetenzen zu entdecken und zu entwickeln“, erläutert Monika Seidel, Referentin für die Familienbildungsstätten im Arbeitsbereich Erwachsenen- und Familienbildung. „Bildung ist eine unverzichtbare Dimension, wenn es um die Entfaltung der Würde des Menschen geht.“

 

Daher steht in der Erwachsenen- und Familienbildung immer der Mensch mit seinen zentralen Themen im Mittelpunkt. Für die Arbeit der KEB und der FBS bedeute dies ein hohes Maß an Offenheit sowie Sensibilität und ein Gespür für die Entwicklung von bedarfsgerechten Angebote. Die Einrichtungen setzen auf eine gut ausgebaute Vernetzungs- und Kooperationsstruktur. Im pastoralen Bereich, für kirchliche Beratungsstellen und Einrichtungen, für diverse Träger und Institutionen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene, sind KEB und FBS gefragte Ansprechpartner. „Ich bin nicht nur den hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung sehr dankbar für die wertvolle Arbeit, die hier täglich geleistet wird. Ein großer Dank gilt auch den vielen Ehrenamtlichen in der Bildungsarbeit, besonders in den Vorständen der Familienbildungsstätten. Die Arbeit und die Angebote der KEB und der FBS leben von diesem Engagement“, betont Berenz. Im Bistum Trier gibt es 15 Familienbildungsstätten (elf in Rheinland-Pfalz und vier im Saarland), jeweils als eigenständige eingetragene Vereine, und sieben örtliche Einrichtungen der KEB (fünf in Rheinland-Pfalz und zwei im Saarland) sowie die Themenschwerpunkte „Arbeit“ und „Schöpfung“. Weitere Informationen sind unter www.bildung-leben.de und www.katholische-familienbildungsstaetten.de zu finden.  


missio-Präsident Prälat Krämer: „Wir wollen etwas gegen die Politikverdrossenheit tun“

Aachen startet Kampagne #waehltreligionsfreiheit zur Bundestagswahl

 

(Aachen/missio) - Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen startet heute zur Bundestagswahl 2017 am 24. September die Internet-Kampagne #waehltreligionsfreiheit. Das Hilfswerk gibt den Nutzern seiner Internetseite die Möglichkeit, Fragen an CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke zu den Themen Religionsfreiheit, bedrängte und verfolgte Christen, interreligiöser Dialog oder dem Verhältnis von Christen und Muslimen zu stellen. Am 15. September erhalten dann alle Teilnehmenden die entsprechenden Antworten der Parteien per E-Mail zugesandt. missio hat die Generalsekretärinnen und Sekretäre der Parteien um Antworten gebeten. "Wir hoffen, dass die Wählerinnen und Wähler die Positionen der Parteien zum Thema Religionsfreiheit dann auch in ihre Wahlentscheidung mit einbeziehen. Mit unserer Online-Kampagne wollen wir zudem das Schicksal der bedrängten Christen weltweit stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und gleichzeitig etwas gegen die immer wieder beklagte Politikverdrossenheit tun", sagte missio-Präsident Prälat Krämer zum Start der Kampagne, die in Kooperation mit der missio-Zeitschrift „kontinente“ stattfindet.

 

Die Mitmach-Aktion ist unter www.missio-hilft.de/waehltreligionsfreiheit zu erreichen. 

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Ein Segen in der Diaspora: Im Kieler St. Antoniushaus leben Kinder und Jugendliche mit schwersten Behinderungen wie in einer Familie

„Ein Stück Zuhause“

 

Text: Alfred Herrmann

  

(Paderborn/bw) - Gelb und rot, lila und grün – im gleichmäßigen Rhythmus ändert sich die Farbe des Lichts, das die Wassersäule durchdringt. In unendlicher Zahl steigen in ihr Luftblasen auf und entfalten in dem dunklen Raum ein faszinierendes Farbenspiel. Starr richtet Lisa ihren Blick der Säule entlang nach oben. Ihre Augen und ihr Mund sind weit aufgerissen. Mit ihren beiden Händen umschlingt Simone Schetsche den zerbrechlichen Körper der kleinen Vierjährigen und drückt ihn liebevoll an sich. Lisa kann nicht alleine sitzen. Das Wunderwerk direkt vor ihren Augen erkennt sie nur schemenhaft.

  

Schetsche hat sich mit Lisa für eine halbe Stunde in die Stille des Snoezelenraums zurückgezogen. Die Kinderkrankenschwester ist die Bezugsbetreuerin des kleinen Mädchens. „Lisa fühlt, dass da etwas ist. Und sie genießt den direkten Kontakt auf meinem Arm.“ Von alleine kann Lisa nur wenig. Sie wird mittels Magensonde ernährt, kann nicht sprechen, sitzt im Rollstuhl.

 

„Wir leben hier Alltag“

  

Lisa lebt im Wohnbereich für Menschen mit Schwerst-Mehrfach Behinderungen des St. Antoniushauses in Kiel. Die Einrichtung mit verschiedensten Hilfsbereichen wird vom Sozialdienst katholischer Frauen Kiel e. V. Kiel (SkF) betrieben und durch das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken finanziell unterstützt. 33 Kinder und Jugendliche zwischen null und 18 Jahren sowie 20 junge Erwachsene wohnen hier in sechs Gruppen. „Unsere Bewohner leben mit starken geistigen wie auch körperlichen Einschränkungen, von schweren Formen des Down-Syndroms über Probleme durch Sauerstoffmangel bei der Geburt bis hin zu schweren Verletzungen durch Unfälle und körperliche Misshandlung“, erklärt Myriam Hahnkamm, die Leiterin des Wohnbereichs.

  

Fast alle Bewohner werden über eine Magensonde ernährt, leiden unter Inkontinenz und können sich nur sehr eingeschränkt bewegen. Nur wenige sind in der Lage, ihre Wünsche und Bedürfnisse über die Sprache zu äußern. Die meisten kommunizieren auf non-verbalen Wegen. „Unsere Bewohner haben eine eingeschränkte Lebenserwartung. Unser Auftrag ist es, diese Zeit für sie gut zu gestalten“, betont Hahnkamm. „Wir versuchen uns, in jeden einzelnen einzufühlen und dementsprechend den Tagesablauf und das Umfeld zu gestalten, um auf diesem Weg seine Lebensqualität zu fördern.“

  

Stolz zeigt Andreas sein Zimmer. Ein Bett, ein Schrank, an der Decke ein buntes Mobile, über dem Schreibtisch eine Pinnwand: sieben Felder, für jeden Tag eines: ein Wochenplan aus kleinen Bildern. In den Regalen des Zwölfjährigen liegen Gesellschaftsspiele, CDs, Bilderbücher, ein Bagger, ein LKW. Vormittags geht Andreas in das nahegelegene Förderzentrum für geistige Entwicklung zur Schule. Am Nachmittag erledigt er Hausaufgaben, spielt, oder es geht gemeinsam zum Einkaufen oder auf den Spielplatz. Mal machen die Kinder einen Ausflug, mal muss ein Arztbesuch absolviert werden. Im Sommer steht eine gemeinsame Ferienfreizeit an. Andreas wohnt mit sieben weiteren, jüngeren wie älteren Kindern und Jugendlichen, in einer Wohngruppe zusammen. Sämtliche Wohngruppen sind altersdurchmischt. „Wir leben hier Alltag, ähnlich wie in einer Familie. Die Kinder streiten sich wie Geschwister, kuscheln zusammen, fragen nach, wenn jemand fehlt“, erklärt Myriam Hahnkamm.

 

  

Auf Spenden angewiesen

  

„Wir bieten unseren Bewohnern ein Stück Zuhause“, betont Jochen Weber das Motto des St. Antoniushauses. Er leitet den Kinder- und Jugendhausbereich, der sich ebenfalls unter dem Dach der katholischen Einrichtung in der Kieler Rüsterstraße befindet. In drei Kinder- und einer Jugendhausgruppe sowie einem Verselbständigungshaus leben 43 Mädchen und Jungs, für die es schwierig geworden ist, bei ihren Eltern aufzuwachsen. Daneben bietet die Einrichtung zehn Plätze für junge Mütter, die im Umgang mit ihren Babys überfordert sind und Begleitung brauchen. Außerdem befindet sich im St. Antoniushaus eine Kita für 57 Kinder.

  

Mitten in der Diaspora – in Schleswig-Holstein liegt der Anteil katholischer Einwohner bei nicht mal sechs Prozent – ist das St. Antoniushaus ein Segen für Kinder und Jugendliche, die auf Hilfe im Leben angewiesen sind. „Unser Leitwort: ,Da sein – Leben helfen‘ versuchen wir mit dem St. Antoniushaus in der Diaspora zu verwirklichen“, unterstreicht Renate Linders vom Vorstand des SkF-Kiel. Zwar finanzieren die örtlichen Kostenträger, wie gesetzlich zugesichert, den laufenden Betrieb, dennoch unterstreicht Linders: „Nicht alles, was unseren Schutzbefohlenen gut tut, wird heute von den Kostenträgern bezahlt!“ Sie ist daher dankbar für die Unterstützung durch das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken. Die Hilfe aus Spendenmitteln ermögliche in vielen Fällen das Mehr, das eine intensivere individuelle Förderung jedes einzelnen Bewohners zulässt – nicht zuletzt im Snoezelenraum.

  

Nachdem Lisa noch einige Zeit in der Klangwiege verbracht hat, verlässt Simone Schetsche mit ihr den Snoezelenraum und Svea von Drathen schiebt Jan herein. Der Teenager liebt es auf dem Wasserbett zu liegen und darauf leicht hin und her zu schaukeln. Die Betreuerin hebt den Jungen aus dem Rollstuhl auf die schwabbelige Matte und schaltet die Diskokugel ein. Der sich gleichmäßig drehende Spiegelball zeichnet leuchtende Muster in wechselnden Farben auf Wände und Decke. Ruhe kehrt ein. Zufrieden schaut Jan den kreisenden Lichtpunkten hinterher.

 


Bischof Ackermann im Gespräch mit Sprachschülern in Trier

„Vielleicht wäre ich Musiklehrer geworden“

Bischof Ackermann mit den Sprachkursteilnehmern. Foto: bt
Bischof Ackermann mit den Sprachkursteilnehmern. Foto: bt

(Trier/bt) – „Was denken Sie über Migranten?“ - „Woran glauben Menschen in 100 Jahren?“ und „Was ist überhaupt ein Bistum?“: Über diese und viele weitere Fragen hat Bischof Stephan Ackermann mit Sprachschülern der Trierer Akademie für Sprachvermittlung und Integrationsförderung (TASI) gesprochen. Auf Einladung der Akademie besuchte der Trierer Bischof die jungen Männer und Frauen aus den unterschiedlichen Nationen am 15. August in den Räumen der Sprachschule. Für die Sprachkursteilnehmer stehen nicht nur Grammatik und Sprachstruktur auf dem Programm, sondern auch Einblicke in die Landeskunde und Kultur Deutschlands und der Region. Deshalb lade die Akademie immer wieder Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft ein, erklärt Marc Borkam, Leiter der Akademie.

 

„Ich kann gut nachfühlen, wie es ist, in ein fremdes Land zu kommen, dessen Sprache man nicht spricht, um dort zu leben und zu arbeiten. Ich habe Theologie in Rom studiert und konnte die Sprache anfangs auch nicht“, sagte Ackermann bei der Begrüßung. Es gehöre auch Mut dazu, sich in der fremden Sprache auszudrücken, um ins Gespräch zu kommen und gehört zu werden. Genau dazu hatten die Sprachschüler aus China, Syrien, Ägypten, Russland oder den USA und vielen weiteren Ländern dann in ihrer Fragerunde an den Bischof Gelegenheit. Was er über Migranten denke, wollte etwa ein junger Syrer wissen. „Ich hoffe, dass wir uns als gastfreundliches und weltoffenes Land präsentieren – daran müssen wir als gesamte Gesellschaft auch weiterhin arbeiten“, antwortete Ackermann. Auf die Frage, was die Kirche für Migranten tue und wie sie mit der Angst einiger Menschen vor Flüchtlingen umgehe, nannte Ackermann das große ehrenamtliche Engagement in den Pfarreien, die durch Patenschaften und Netzwerke Flüchtlingen und Migranten aktiv helfen, sowie die Beratungsangebote der Caritas. „Wir sind als Kirche stark bemüht, gegen Rassismus und die Angst vor dem Fremden zu arbeiten“, betonte Ackermann. Wie die Kirche in Deutschland überhaupt strukturiert sei und was genau ein Bistum sei, wollte eine chinesische Sprachschülerin wissen, während andere interessierte, ob ein Bischof auch manchmal am Glauben zweifle. „An Gott zweifle ich nicht, nur frage ich mich natürlich auch manchmal, wie er schlimme Dinge zulassen kann“, erklärte Ackermann. Er habe sich damals für die Priesterlaufbahn entschieden, weil ihn die Botschaft Jesu gereizt habe und der Glaube schon in seiner Familie eine wichtige Rolle einnahm. Auf die Frage, was ein Alternativberuf für ihn sei, sagte Ackermann: „Vielleicht wäre ich Musiklehrer geworden.“ Am Bischofsamt gefalle ihm besonders, dass die Aufgabe so vielfältig sei und er mit so vielen Menschen in Kontakt komme. Wie der Bischof sich bei der rückläufigen Zahl der Gläubigen die Zukunft in hundert Jahren vorstelle, fragte ein muslimischer Sprachschüler. „Ich denke nicht, dass der Glaube ‚aussterben‘ wird, aber es wird wohl andere Strukturen geben müssen. Da sind wir als Kirche in der säkularen Gesellschaft herausgefordert.“

 

TASi-Leiter Borkam dankte dem Trierer Bischof am Ende der Veranstaltung für die persönlichen Einblicke und die Informationen zum katholischen Glaubensleben in der Region. Für die Teilnehmer seien die Veranstaltungen auch eine Bestätigung, „dass sie etwas zu sagen haben, dass ihnen jemand zuhört und sie im Land angekommen sind.“

 


Bischof Andreas v. Maltzahn predigt am Sonntag in der Johanniterkirche

Evangelische Kirchengemeinde Mirow lädt zum Sommerfest ein

Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn, Foto: Nordkirche/M.Hernandez
Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn, Foto: Nordkirche/M.Hernandez

 - Zum Festgottesdienst und Sommerfest wird an diesem Sonntag (20. August) herzlich in und um die Johanniterkirche Mirow eingeladen. Die Predigt im Gottesdienst, der um 11 Uhr beginnt, hält der Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn.

 

Musikalisch gestalten den Auftakt die Mitglieder des Posaunenchores, blickt Pastor Christian Brodowski voraus und lädt gemeinsam mit dem Kirchturmverein ebenso zum anschließenden Sommerfest ein. „Rund um die Kirche wird es ein buntes Treiben für Groß und Klein geben: Chormusik, barocke Spiele, Feuerwehrmusikzug, Kirchen- und Orgelführung, Turmbesichtigung, Livemusik mit ,Miropoly‘, Tombola, Dampferfahrt mit Posaunen, Verköstigung vom Grill und frische Waffeln und Eis.“ Dazu kommen verschiedene Angebote für Kinder, wie beispielsweise Ponyreiten auf der Festwiese, Schminken und Bastelstraße.

 

 

 

Kirchturm wird derzeit neu verputzt

Die Kirche, die gemäß der Johannitertradition Johannes dem Täufer geweiht wurde, stammt aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Seit längerer Zeit wird dem Denkmal gebaut, u.a. an der Fürstengruft, wofür 420.000 Euro aufgewendet werden. „Die Särge werden derzeit in Hamburg restauriert. Zum Jahresende soll die Gruft dann komplett fertig sein“, blickt Baubeauftragter Holger John voraus. Seit Mai sei zudem der 41 Meter hohe Kirchturm eingerüstet, um den Außenputz sowie die alte Mauer und den Vorplatz zu erneuern.

 

Aus dem Leader-Programm, vom Kirchenkreis Mecklenburg und der Vereinigung Kirchturm e.V. kamen Zuschüsse. Die Kirchengemeinde mit ihren 670 Mitgliedern und der Kirchturmverein brachten Eigenmittel auf und sammelten Spenden. „Insgesamt stehen für dieses Projekt rund 390.000 Euro zur Verfügung“, so Baubeauftragter John. „Die Bauarbeiten am Turm werden ebenfalls in diesem Jahr abgeschlossen, die an den Außenanlagen im kommenden Jahr.“ 

  

Der Turm der Mirower Kirche war 1945 von den sich zurückziehenden deutschen Truppen in Brand schossen worden, um der nahenden Sowjetarmee diesen bedeutenden Aussichtspunkt zu nehmen. Mit Hilfe der Kirchgemeinde und vieler Bürger konnte er bereits 1950 wieder aufgebaut werden, dennoch nagte jetzt der Zahn der Zeit an der Außenhülle des Bauwerkes, welches innen intakt ist und Besucher auch am Sonntag zum Turmaufstieg einlädt. 


Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen

 

 

 

 „Wenn’s mir gut geht, sollte ich auch anderen davon abgeben“, finden Schüler der Ahnatalschule in Vellmar. Deswegen sammeln sie Geld für die Fazenda da Esperança in Nauen – einen Ort, an dem Menschen, die sich verloren haben, sich wiederfinden können.

 

 

Text Niklas Wagner 

 

(Paderborn/bw) - „Wir müssten das nochmal machen, so richtig groß!“ Jeremy plant schon über den Tag hinaus weiter. Gemeinsam mit seinen Mitschülern von der Ahnatalschule steht der Zehntklässler im Herkules E-Center Vellmar hinter dem Tisch mit selbstgebackenen Kuchen: Muffins, Gugelhupf, Brownies, Amerikaner und Zitronenkuchen, dazu noch Schokoküsse. Gerade haben die Schüler einen Coup gelandet: Ein benachbartes Geschäft kauft ihnen gleich 15 Stück Kuchen ab. Mit den Einnahmen aus ihrer Spendenaktion unterstützt die Klasse 10e die Fazenda da Esperança in Nauen, einen Ort, an dem Jugendliche und junge Erwachsene Unterstützung und Begleitung auf ihrem Weg aus Süchten heraus erfahren. Das Projekt wird vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken gefördert.

 

Ausgangspunkt für die Spendenaktion der Klasse ist eigentlich die RUAH-Tour von Michael Patrick Kelly im vergangenen Herbst: Über das Bonifatiuswerk wurde ein Teil der Einnahmen der Tour an die Fazenda weitergeleitet. Eine Station von Kellys Tour war die St.-Elisabeth-Kirche in Kassel. Das dortige Konzert hat Nina Grede, die Lehrerin der 10e, mitbetreut. Dabei kam sie ins Gespräch mit zwei Eheleuten, die als Freiwillige auf der Fazenda mitarbeiten und die auch die RUAH-Tour begleitet haben. Die Berichte haben bei Grede Spuren hinterlassen: „Was das Ehepaar erzählt hat, das hat mich berührt, weil ich als Lehrerin diese Problematik kenne. Doch ich bin oft machtlos.“

 

In der 10e stieß Grede damit auf reges Interesse. „Das sind Leute in unserem Alter, die da auf der Fazenda leben“, erklärt Fabienne ihren Bezug zu diesem Projekt. Grede bestätigt das: „Die Drogen-Thematik ist den Schülern bekannt – durch Freunde oder Verwandte. Deswegen ist dieses Thema für sie angesagt. Und es ist wie bei jedem Thema: Je mehr eigene Erfahrungen man hat, desto mehr klemmt man sich dahinter.“ Das beeinflusste auch den Unterricht, berichtet Grede: „In der Runde war auf einmal eine Offenheit da, sehr persönlich über eigene Erfahrungen mit dem Thema zu sprechen, ob aus dem Familien- oder Freundeskreis.“

 

Auch das Konzept der Fazenda spricht die Schüler an, wie Fabienne sagt: „Oft werden Drogenabhängige ja ausgegrenzt, in die Psychiatrie quasi abgeschoben und dort mit Medikamenten vollgepumpt. Auf der Fazenda aber bringen die Helfer den Leuten dort Liebe entgegen. Und da wird auch der Glaube erfahrbar als etwas, woran sich Menschen festhalten können, und etwas, das ihnen nicht genommen werden kann.“ Begeistert von dem Projekt in Nauen ist auch Brunhilde Ulbrich: „Ein Entwicklungshelfer hat mir mal gesagt: Hilfe muss immer Hilfe zur Selbsthilfe sein. Das hat mein Denken ganz stark geprägt, und dafür bin ich heute noch dankbar. Und die Fazenda macht genau das: Sie bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Deswegen finde ich das ein richtig gutes Projekt.“ Ulbrich setzt das gleich in die Tat um und kauft einige auf der Fazenda gefertigte Schlüsselanhänger. Ein Stück Kuchen nimmt sie ebenfalls gern mit.

 

Andere Kunden bringen sich ebenfalls ein: „Ihr müsst die Leute noch mehr ansprechen“, rät eine Frau den Schülern am Stand, während sie ein Stück Kuchen entgegennimmt. Nick muss sie das nicht mehr sagen: Er hat schon mehrere Rundgänge durch das Einkaufszentrum absolviert, Flyer verteilt und die Besucher auf die Spendenaktion aufmerksam gemacht. „Dabei ist nur einer einfach vorbeigegangen, ansonsten ist das ganz gut gelaufen“, berichtet er. Wie fühlt sich der Schüler dabei, die Besucher des Einkaufszentrums anzusprechen? „Wenn sie einen abweisen, ist das natürlich schon enttäuschend“, gibt Nick zu. „Aber ich habe ja auch Erfolg gehabt, viele haben sich ansprechen lassen. Und es macht absolut Spaß, den Leuten die Fazenda zu erklären!“

 

Das sehen auch seine Mitschüler so: Viele von ihnen bleiben fast den ganzen Tag über am Stand, weit über ihre Dienstzeiten hinaus. Nina Grede ist von diesem Engagement nicht überrascht: „Bei der ersten Spendenaktion für die Fazenda, im November an der Ahnatalschule, haben wir knapp 300 € eingenommen“, berichtet sie. „Die Schüler haben gesagt: Da geht noch mehr! Also haben wir einen neuen Anlauf genommen. Den haben die Schüler komplett freiwillig und aus eigenem Antrieb auf die Beine gestellt.“ Deswegen freut Grede sich auch, dass Schulleiter Gunter Freiling den Stand der 10e besucht und mit den Schülern ins Gespräch kommt: „Das ist ein Zeichen der Wertschätzung für die Klasse.“

 

Die plant inzwischen schon weiter: „Heute wollen wir auf jeden Fall mehr Geld sammeln als im November!“, hat Fabienne als Ziel für den Tag ausgegeben. Und auch die Planungen zu einer weiteren Spendenaktion laufen schon: Auf dem Wochenmarkt in Vellmar wollen die Schüler ebenfalls einmal Geld für die Fazenda sammeln.

 

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Autor: Niklas Wagner / Bonifatiuswerk - 17.08.2017

 


Gemeinsames „Christusfest“ am 25. August im Frankfurter Dom mit Leitenden Geistlichen

Ökumenische Vesper im Reformationsjahr

(Frankfurt/Darmstadt/Limburg/Mainz/ekhn) - Mit einem besonderen Gottesdienst im Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus feiern die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Bistümer Limburg und Mainz sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hessen und Rheinhessen gemeinsam das 500. Reformationsjahr.

  

Weitere Schritte aufeinander zugehen

 

Die ökumenische Vesper am 25. August um 18 Uhr soll als „Christusfest“ mit dem hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung, dem Limburger Bischof Georg Bätzing und dem Mainzer Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann sowie weiteren Gästen aus der Ökumene dazu beitragen, neue Schritte aufeinander zuzugehen.

  

Ökumene mit Blick auf 2021 stärken

 

Die Veranstaltung im Kaiserdom gilt für die beteiligten Kirchen als einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr der Reformation. Die abendliche Feier will auch ein erstes Zeichen für die weitere Zusammenarbeit der Glaubensgemeinschaften auf dem Weg zum Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main sein.

  

Besucher im Kaiserdom willkommen

 

Musikalisch begleiten die Frankfurter Bläserschule und die Frankfurter Domsingschule die Vesper. Sie ist öffentlich zugänglich. Wegen des parallel stattfindenden Museumsuferfestes in Frankfurt wird eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen.

 


Bischof Ackermann schreibt nach Anschlag an Erzbischof von Ouagadougou

Kardinal Ouédraogo und Bischof Ackermann bei Mogho Naba. Das traditionelle Oberhaupt der Mossi, der größten Volksgruppe in Burkina Faso, gilt als Vermittler, Streitschlichter und Friedensstifter. Foto: bt
Kardinal Ouédraogo und Bischof Ackermann bei Mogho Naba. Das traditionelle Oberhaupt der Mossi, der größten Volksgruppe in Burkina Faso, gilt als Vermittler, Streitschlichter und Friedensstifter. Foto: bt

 

(Trier/Ouagadougou/bt) – Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann hat angesichts des jüngsten Anschlags in Burkina Faso dem Erzbischof von Ouagadougou, Philippe Kardinal Nakellentuba Ouédraogo, seine besondere Verbundenheit ausgedrückt. Ackermann hatte im Rahmen der Misereor-Fastenaktion im Februar 2017 das westafrikanische Land besucht; der Kardinal war Gast der bundesweiten Aktionseröffnung im März 2017 in Trier.

 

„Ich möchte Ihnen das Mitgefühl unseres Bistums zum Ausdruck bringen und den Angehörigen der Opfer sowie den vielen Verletzten unsere Anteilnahme und Verbundenheit übermitteln“, schreibt der Bischof an seinen Mitbruder. Bei einem mutmaßlich von islamistischen Terroristen verübten Anschlag am 13. August auf ein Lokal in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou waren mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Ackermann erinnert in dem Schreiben daran, dass er bei seinem Besuch Initiativen zu einem geschwisterlichen Dialog und zu gemeinsamen Anstrengungen aller Religionen und gesellschaftlichen Gruppen um eine gerechte soziale Entwicklung und Solidarität in Burkina Faso habe kennenlernen dürfen. Er sicherte dem Kardinal zu, dass das Bistum Trier diese Anstrengungen der katholischen Kirche gerne weiter unterstütze - etwa durch die Förderung von Misereor-Projekten oder am Sonntag der Weltmission im Oktober, der das westafrikanische Land in den Fokus stellt.

 


Ökumenische Telefonseelsorge Mittelrhein sucht Ehrenamtliche

Liebevolle Neugierde und wohlwollendes Interesse gefragt

Die Pfarrerin Carmen Tomaszewski, Dr. Doris Caspers und Ulrich Heinen bilden das Leitungsteam der Telefonseelsorger Mittelrhein. Foto: bt
Die Pfarrerin Carmen Tomaszewski, Dr. Doris Caspers und Ulrich Heinen bilden das Leitungsteam der Telefonseelsorger Mittelrhein. Foto: bt

(Koblenz/bt) – Elf Ziffern, drei Freizeichen und eine angenehme Stimme die fragt: „Telefonseelsorge Mittelrhein, hallo! Was kann ich für Sie tun?“ Seit mehr als 50 Jahren gibt es die ökumenische Telefonseelsorge Mittelrhein mit Sitz in Koblenz. Zumeist arbeiten die ehrenamtlichen Zuhörerinnen und Zuhörer im Verborgenen. Doch bei dem Informationsabend am 10. August im Café Atempause an der Christuskirche in Koblenz zeigten sich der Vorstand des Vereins mit der Vorsitzenden Dr. Doris Caspers und die Hauptamtlichen: Diplom-Sozialpädagoge (FH) Ulrich Heinen und Pfarrerin Carmen Tomaszewski. Für den öffentlichen Auftritt gab es einen guten Grund: Die Telefonseelsorge benötigt Verstärkung in ihrem Team aus 70 Ehrenamtlichen.

 

Die Telefonseelsorge hat täglich 24 Stunden ein offenes Ohr für Menschen in unterschiedlichsten Krisensituationen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, bietet sie interessierten Frauen und Männern eine kostenfreie qualifizierte Ausbildung zum Telefonseelsorger bzw. zur -seelsorgerin. Nur durch eine hohe Zahl an Freiwilligen ist die Erreichbarkeit gewährleistet, ohne mit einer Überbelastung der Ehrenamtlichen einherzugehen.

 

Das Leitungsteam gibt den Interessierten gern Einblick in die Arbeit und die Ausbildung: Die Ausbildung erstreckt sich über eineinhalb Jahre und etwa 120 Ausbildungsstunden, die in  Tages- und Abendseminaren organisiert werden. Hinzu kommen mindestens 20 passive und weitere 20 Stunden aktive Hospitation im Telefondienst. Voraussetzungen sind

 

·         die Mitgliedschaft in einer Kirche, die der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) angehört,

 

·         eine gewisse Sprachfähigkeit,

 

·         eine liebevolle Neugierde und ein wohlwollendes Interesse an anderen Menschen,

 

erklären die Verantwortlichen. Ein spezielles Wissen oder eine Ausbildung müsse man nicht mitbringen. „Wir suchen Menschen mitten aus dem Leben“, erklärt das Leitungsteam. „Der Dienst am Telefon kann auch an eigenen Baustellen rühren, die man vielleicht bislang noch gar nicht kannte“, erwähnt die Pfarrerin eine Herausforderung der Ausbildung.

 

120 bis 130 Stunden im Jahr sollten nach dem Lehrgang am Telefon geleistet werden, inklusive fünf Nacht- und fünf Sonn- bzw. Feiertags-Dienste. Ein Dienst ist in der Regel vier Stunden lang, die Nachtschicht kann auch acht Stunden dauern.

 

„Wir setzen auf die Selbsteinschätzung der Teilnehmenden; nur sie selbst wissen, ob sie das Pensum leisten können. Viele merken selber, ob die Telefonseelsorge zu ihnen passt“, weiß Heinen, der den katholischen Part des ökumenischen Angebotes vertritt.

 

Vielseitige Ausbildungsinhalte

 

Ausbildungsinhalte sind auch Glaube und Religiosität. „Manche Anrufer fragen gezielt nach diesen Themen; und da ist es wichtig zu wissen, wo man selbst steht“, begründet Doris Caspers. „Seelsorge ist ein kirchlicher Begriff, der gefüllt werden muss. Er steht für Zuhören und Begleiten. Es muss kein Ziel erreicht werden“, definiert Heinen. Dies unterscheide eine Therapie von einem Seelsorgegespräch. „Es sind keine Patienten, die bei uns anrufen. Wir respektieren und akzeptieren die Anruferinnen und Anrufer so wie sie sind.“ Die Seelsorge sei eine Begegnung zweier Menschen mit einer Offenheit zu einer höheren Dimension, fügt die evangelische Pfarrerin hinzu.

 

Zudem lernen die Teilnehmenden auch zu differenzieren: Handelt es sich um ein Trauma? Ist es nötig die Person weiterzuvermitteln? Weitere Ausbildungsinhalte sind Selbsterfahrung, Methoden des beratenden Gesprächs und zentrale Beratungsthemen wie Sucht, Tod, Gewalt und Trennung.

 

Für Doris Caspers sei die Ausbildung, aber auch die ehrenamtliche Arbeit eine große Bereicherung und ein persönlicher Erfahrungsgewinn – auch wenn es nicht immer einfach wäre. „Es gibt auch Menschen, die keine Lösung finden, dass muss man aushalten können“, sagt die evangelische Pfarrerin und weist darauf hin, dass es bei der Telefonseelsorge nicht darum gehe, vermeintlich gute Ratschläge zu verteilen. „Es geht um das Zuhören.“ Der Anrufende sei der Experte, daher stehe die Frag: „Was könnte Ihnen denn guttun?“ im Mittelpunkt. Den Anrufern soll die Freiheit gelassen werden, selbst zu entscheiden, wie sie weiter vorgehen.

 

Die Telefonseelsorge wurde vor mehr als 60 Jahren in erster Linie gegründet, um Menschen von Suiziden abzuhalten. Heute sind die Anliegen der Anruferinnen und Anrufer breiter gestreut. Oftmals wären die Themen Vereinsamung und fehlende soziale Kontakte. „In der Regel geht es nicht um Hochdramatisches, aber Sie werden auch auf heikle Situationen am Telefon vorbereitet“, versichert Heinen.

 

Die Nummer ist kostenfrei zu erreichen und das absolut anonym – für die Nutzer wie für die Mitarbeitenden. Und niemand, der sein Ehrenamt bei der Telefonseelsorge ausübt, hänge dies „an die große Glocke“. Zur Gewährung der Anonymität und des Datenschutzes finden die Gespräche in einem Büro in Koblenz statt.

 

Die ökumenische Telefonseelsorge wird vom Bistum Trier, dem Evangelischen Kirchenkreis Koblenz und dem Verein „Telefonseelsorge Mittelrhein" getragen. Die Telefonseelsorge arbeitet im Verbund mit mehreren Telefonseelsorge-Stellen in Rheinland-Pfalz.

 

Als Bewerbung für den Lehrgang reicht zunächst ein kurzes Anschreiben mit tabellarischen Lebenslauf und Foto per E-Mail oder per Post. In einem Gespräch wird dann mit den Bewerberinnen und Bewerbern über ihre Motivation und die eigene Person und Lebensgeschichte gesprochen. Die Ausbildungsgruppe, die in der Regel aus acht bis 14 Personen besteht, wird von den beiden hauptamtlichen Mitarbeitern geleitet. „Momentan besteht die Gruppe zu 85 Prozent aus Frauen. Wir freuen uns daher sehr über Männerzuwachs“, erklärt Heinen.

 

Der nächste Ausbildungskurs startet am Samstag, 28. Oktober. Nähere Informationen zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren gibt es unter www.telefonseelsorge-mittelrhein.de. Zu erreichen ist die Telefonseelsorge unter Tel.: 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222.

 


Ehemalige Landtagsabgeordnete Gisela Rink übernimmt den Vorsitz

Saarbrücker Caritasverband wählt neuen Vorstand

vlnr: Michael Groß (Caritasdirektor), Roland Isberner, Gisela Rink, Leo Strempel, Dr. Kyrill Schaefer. Foto: bt 
vlnr: Michael Groß (Caritasdirektor), Roland Isberner, Gisela Rink, Leo Strempel, Dr. Kyrill Schaefer. Foto: bt 

(Saarbrücken/bt) – Gisela Rink ist neue Vorsitzende des Caritasverbandes für Saarbrücken und Umgebung e. V. Nachdem der Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e. V. im letzten Jahr die Satzung geändert hat, waren Neuwahlen zur Besetzung des Vorstandes und Caritasrates notwendig. Die Wahlen fanden im Juli statt. Zu ihrem Stellvertreter ist Herr Dr. Kyrill Schaefer gewählt worden.

 

Gleichzeitig bekam auch der Caritasrat einen neuen Vorsitzenden: Bischof Stephan Ackermann folgte dem Vorschlag des Caritasrates und ernannte Roland Isberner zum neuen Vorsitzenden. Als sein Stellvertreter wurde Herr Leo Strempel gewählt. In einer gemeinsamen Sitzung am vergangenen Dienstag haben sich die Gremien des Caritasverbandes mit dem Jahresabschluss 2016 beschäftigt und den bisherigen Vorstand entlastet.

 

Die ehemalige Landtagsabgeordnete Gisela Rink, die auch in anderen sozialen Bereichen vielseitig engagiert ist, betonte: „Die Caritasarbeit liegt mir sehr am Herzen und ich weiß um die gute Arbeit des Caritasverbandes. Ich hatte bereits Ende der 90er Jahre die Gelegenheit im Vorstand des Caritasverbandes mitzuarbeiten. Aufgrund meiner damaligen vielen anderen Verpflichtungen konnte ich mich dann aber nicht weiter in dem erforderlichen Maße engagieren. Jetzt freue ich mich darauf, die Caritasarbeit in Zukunft mitgestalten zu können.“

 

Im Oktober findet ein gemeinsamer Klausurtag der Gremien des Caritasverbandes statt, hier wollen sich die Teilnehmer mit den Schwerpunkten und Inhalten der Caritasarbeit der nächsten Jahre auseinandersetzen.

 


Hochrangige Ökumene-Tagung ab Mittwoch in Arnoldshain / Gemeinsame Reise zu Lutherstätten ab Sonntag

Internationaler Besuch ganz im Zeichen Luthers

 

(Darmstadt / Arnoldshain/ekhn) - Anlässlich der 500-Jahr-Feiern zur Reformation treffen ab Mittwochnachmittag (15. August) mehr als 40 zum Teil hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus der internationalen Ökumene in der hessen-nassauischen Kirche ein. Im Taunusort Arnoldshain begrüßt der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung im Martin-Niemöller-Haus noch bis Sonntag unter anderem die protestantischen Bischöfe Benson Bagonza und Abednego Keshomshahara aus Tansania sowie Pradeep Kumar Samantaroy, Daniel Kayyalakkakathu und Govada Dyvasirvadam aus Indien. Daneben werden Gäste aus Indonesien, Ghana, Südafrika, Polen, Tschechien, Italien und den USA erwartet.

 

 

 

Herausforderungen internationaler Partnerschaften benennen

 

Das Treffen steht unter dem Martin Luther zugeschriebenen Zitat „Here I stand, I cannot do otherwise“ (Hier stehe ich und kann nicht anders). Die Konsultation widmet sich im 5. Jahrhundert der Reformation den Herausforderungen der Kirchen in einer sich immer stärker verändernden Welt. Gleichzeitig steht eine kritische Bestandsaufnahme der weltweiten Partnerschaften der hessen-nassauischen Kirche auf dem Programm. Nach Angaben des für den Besuch verantwortlichen Frankfurter Zentrums Oekumene ist es wegen der theologischen vielfältigen Unterschiede, die die einzelnen Kirchen mitbringen, ein Anliegen, „dass der Diskurs kritisch geführt wird, Schwierigkeiten klar benannt und konkrete Schritte für die Zukunft vereinbart werden“.

 

 

 

Gäste aus aller Welt ab Sonntag auf den Spuren des Reformators

 

Nach einem Festgottesdienst in der Bad Homburger Erlöserkirche am 20. August um 10 Uhr begeben sich die Gäste gemeinsam auf die Spuren Luthers. So übernachten starten sie eine Studienreise und übernachten dabei unter anderem im Augustinerkloster in Erfurt, in dem Luther Mönch war oder besuchen die Wartburg, auf der Luther die Bibel übersetzte. Die Reise endet in der kommenden Woche in Wittenberg wo die Teilnehmenden am Mittwoch und Donnerstag unter anderem Gäste in der dortigen zur Weltausstellung der Reformation aufgebauten „LichtKirche“ aus Hessen-Nassau sind.

 


70. Jahrestag der Gründung der bevölkerungsreichsten Demokratie der Welt

Bundesregierung muss Indien an Achtung der Religionsfreiheit erinnern

 

(Aachen/missio) - Zum 70. Jahrestag der Gründung Indiens fordert das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen die Bundesregierung auf, sich stärker für die Achtung der Religionsfreiheit in der bevölkerungsreichsten Demokratie der Welt einzusetzen. "Die gegenwärtige indische Regierung schaut weg, wenn Hindu-Nationalisten Christen oder Muslime diskriminieren oder gar Gewalt gegen ethnische und religiöse Minderheiten schüren, das widerspricht eklatant der Gründungsidee des Landes", so Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen.

 

"Unsere Partner berichten von ernstzunehmenden hindu-nationalistischen Bemühungen, den säkularen Charakter der indischen Verfassung zu beseitigen und den Hinduismus zu einer Art Staatsreligion zu erheben, diese Entwicklung darf die Bundesregierung nicht ignorieren", so Prälat Krämer weiter. Deutschland strebe gegenwärtig eine stärkere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Indien an. "Deshalb sollte die Bundesregierung daran interessiert sein, dass Indien eine stabile Demokratie bleibt und nicht durch die politische Instrumentalisierung der Religionsfrage weiter erschüttert wird", so Prälat Krämer.

 

"Wir setzen uns zur Zeit mit der Petition #freeourhusbands für die Freilassung von sieben unschuldig zu lebenslänglicher Haft verurteilten Christen im Bundesstaat Odisha ein,“ bittet Prälat Krämer um Unterstützung der Petition. Die sieben verurteilten Christen sind von Hindu-Nationalisten mit gefälschten Anschuldigungen vor Gericht gebracht worden. „Für sie ist die mangelnde internationale politische Unterstützung sehr bedrückend“, so Krämer weiter. missio-Partner betreuen die Familien der Inhaftierten. Dieser Fall steht stellvertretend dafür, warum mehr politischer und diplomatischer Druck auf Indien in der Frage der Religionsfreiheit notwendig ist. 

 

Mehr Infos unter http://www.missio-hilft.de/freeourhusbands

 

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Studie macht Sorge vor antisemitischen Übergriffen sichtbar

Lebensgestaltung von Jüdinnen und Juden in Deutschland eingeschränkt

 

(Frankfurt am Main/pm) - Antisemitismus wirkt sich noch heute im Alltag auf das Wohlergehen und die Möglichkeiten der Lebensgestaltung von Jüdinnen und Juden in Deutschland aus. Er sei für Betroffene physisch, psychisch und sozial belastend und zeige sich in Form von Stereotypen, generellen Abwertungen gegenüber Jüdinnen, Juden und dem Judentum, offenen und subtilen Vorurteilen und medialen Bildern. Die Betroffenen verfügten deshalb über vielfältige Strategien im Umgang mit Antisemitismus. Viele sorgten sich über einen Anstieg des Antisemitismus in Deutschland. Dies sind einige Ergebnisse der Studie „Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland“, durchgeführt von der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Julia Bernstein vom Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) und Prof. Dr. Andreas Zick, Dr. Andreas Hövermann und Silke Jensen vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld. Die Studie entstand im Auftrag des „Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus“ des Deutschen Bundestages. Der Studienbericht dokumentiert systematische Befragungen von Jüdinnen und Juden zu ihren Wahrnehmungen, Interpretationen und Bewertungen des Antisemitismus. Er ist unter

 

https://www.frankfurt-university.de/fileadmin/de/FRA-UAS/Verwaltung/Abteilungen/KOM/Studie_juedische_Perspektiven_Bericht_April2017.pdf  einzusehen.

 

Die Studie setzt sich aus zwei Studienabschnitten zusammen. Das IKG hat im ersten Schritt eine quantitative Online-Befragung durchgeführt, die Jüdinnen und Juden dazu aufrief, ihre persönlichen Ängste, Wünsche und Wahrnehmungen zu dokumentieren; insgesamt nahmen 553 Personen teil. Die Arbeitsgruppe um die Soziologin Bernstein hat im zweiten Schritt eine Interviewstudie durchgeführt. Hier wurden biografische Einzelberichte von 31 Interviewpartnerinnen und -partnern neben Expertenberichten und einem Tagebuch fallspezifisch ausgewertet, um die Rolle von familiären Erzählungen und Narrativen, Traumata sowie Migrations- und Integrationserfahrungen in der jeweiligen Biografie erkennen zu können.

 

 

Ergebnisse der Online-Befragung

  

Die Online-Befragung ist in Teilen an die Studie der Fundamental Rights Agency (Agentur der Europäischen Union für Grundrechte) des Jahres 2013 angelehnt, allerdings erweitert und aktualisiert um die Analyse von Beurteilungen und Wirkungen von Antisemitismus. Drei Viertel der Befragten nehmen Antisemitismus als großes Problem in Deutschland wahr und schätzen die Entwicklung des Antisemitismus für die vergangenen und die folgenden fünf Jahre in Deutschland sehr pessimistisch ein. Von den Teilnehmenden haben in den letzten 12 Monaten 62 % Antisemitismus in Form von versteckten Andeutungen erlebt, 29 % verbale Beleidigungen/Belästigungen und 3 % körperliche Angriffe. Die Sorge vor Andeutungen und verbalen Angriffen sei bei rund der Hälfte der Befragten vorhanden, 37 % fürchteten sich zudem vor körperlichen Angriffen. Zum persönlichen Schutz werde die jüdische Identität, etwa durch erkennbare Symbole, selten im öffentlichen Leben oder im Internet gezeigt; Nichtbeachtung des Antisemitismus sei Teil der Bewältigungsstrategie. Täter/-innen werden in unterschiedlichen politischen Milieus und Kulturkreisen vermutet.

 

 

Ergebnisse der qualitativen Befragung

  

In der qualitativen Befragung, die Bernstein gemeinsam mit Nathalie Perl und Inna Ramm durchgeführt hat, zeigen sich ähnliche und überschneidende Ergebnisse wie in der Online-Umfrage. „Viele der befragten Jüdinnen und Juden fühlen sich in unserer Gesellschaft verunsichert, denn Diskriminierung findet in vielen Lebenslagen statt, sei es in der Schule, dem Job oder bei Behördengängen“, berichtet Bernstein. Im Schulsystem, so die Befragten, würde man mit den aggressivsten Formen von Antisemitismus konfrontiert. Dazu zählen Provokationsangriffe mit positiven Bezügen auf u.a. die NS-Zeit, eine starke antiisraelische Haltung, sowohl von Schülern als auch von einigen Lehrkräften zum Ausdruck gebracht, sowie vor allem die häufige Nutzung des Wortes Jude als Schimpfwort, oft auch an Nichtjuden gerichtet und angeknüpft an die klassischen Vorurteile gegenüber Juden. Auch werde Antisemitismus von den Befragten als kollektives Phänomen wahrgenommen, welches Freunde, Bekannte und Verwandte von Betroffenen einbezieht. „Das zeigt sich vor allem durch antisemitische Hate Speech und stereotype abwertende Darstellungen im Internet. Die meisten Angehörigen der jüdischen Bevölkerung in Deutschland trauen sich nicht, ihren Glauben in der Öffentlichkeit auszuleben – die Angst ist zu groß, Opfer von psychischer und physischer Gewalt zu werden. Die Sorgen und Ängste der Befragten sowie ihre Einschätzung der Entwicklungen des Antisemitismus in Deutschland können und sollten nicht als übertriebene Dramatisierung bagatellisiert werden: Sie spiegeln gesellschaftliche Konfliktlagen wider“, ergänzt Bernstein. In vielen Lebensbereichen seien das Wort „Jude“, jüdische Identität und jüdische Präsenz weder neutrale Begriffe noch Selbstverständlichkeiten, was die gesellschaftliche Zugehörigkeit und die Kommunikation zwischen Juden und Nichtjuden erschwere. Der erlebte Antisemitismus habe auch Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung der Betroffenen, die Ängste äußerten, antisemitische Vorurteile über Jüdinnen und Juden zu bestätigen (sog. „stereotype threat“).

  

Alle Interviewpartner/-innen und 85 % der Online-Teilnehmer/-innen äußerten eine starke Besorgnis über die potenzielle Zunahme von Antisemitismus, da Antisemitismus in den vergangenen Jahren von ganz unterschiedlichen Gruppen der Gesellschaft viel offener geäußert werde, insbesondere israelbezogener Antisemitismus. Damit zusammenhängend sorgten sie sich, vor gewalttätigen Übergriffen nicht beschützt werden zu können. Fremdfeindlichkeit und Antisemitismus stehen zudem in einem Zusammenhang: Fremdenfeindliche, antireligiöse Äußerungen gegen Muslime trügen dazu bei, dass auch antijüdische Äußerungen salonfähiger würden. Auch vor dem Hintergrund der islamistischen Radikalisierung und der Zuwanderung aus muslimischen Ländern werde eine Zunahme des Antisemitismus befürchtet.

  

 

Bedarf an politischen und pädagogischen Maßnahmen/Empfehlungen

 

Ein Großteil der Befragten fordert aufgrund ihrer Sorgen und Ängste Staat und Gesellschaft auf, mehr Aufklärungs- und Bildungsarbeit bezüglich Antisemitismus und Vorurteilen in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft und Öffentlichkeit anzubieten, auch, da eine mediale Verzerrung zu israelbezogenem Antisemitismus führte.  Die Lehrkräfte sollten für die klassischen sowie für die neueren Formen des Antisemitismus sensibilisiert werden sowie geschult werden, mit diesen im Klassenraum umgehen zu können, damit sich antisemitische Vorurteile oder Stereotype nicht verfestigen. Die Befragten wünschen sich mehr Angebote zur Unterstützung, Beratung und Begleitung für jüdische Menschen, die dem Antisemitismus zum Opfer gefallen sind. Auch müsse die Entstehung von Antisemitismus und seine Beständigkeit im heutigen Kontext genauer erforscht werden, da viele Straftaten gegenüber Jüdinnen und Juden falsch eingeordnet oder meistens gar nicht gemeldet würden.

 

 

Der Forschungsbericht mit allen Ergebnissen ist hier einzusehen:

 

Bernstein, Julia, Hövermann, Andreas, Jensen, Silke, Zick, Andreas: Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland. Ein Studienbericht für den Expertenrat Antisemitismus. Bielefeld 2017. 88 Seiten. https://www.frankfurt-university.de/fileadmin/de/FRA-UAS/Verwaltung/Abteilungen/KOM/Studie_juedische_Perspektiven_Bericht_April2017.pdf

 

 

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Weitere Informationen zum Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt UAS unter www.frankfurt-university.de/fb4.

  

Das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG):

  

Das IKG wurde 1996 an der Universität Bielefeld mit dem Ziel gegründet, eine Lücke in der interdisziplinären Konflikt- und Gewaltforschung zu schließen. Es bietet seitdem eine umfassende Struktur für interdisziplinäre Theorieentwicklung und empirische Forschung zu politischen und gesellschaftlichen Konflikt- und Gewaltphänomenen sowie ihren Implikationen für sozialen Zusammenhalt, Partizipation, Demokratie und Frieden.

 

 

Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS):

 

 

Angewandte Wissenschaft, hohe Internationalität und gelebte Vielfalt zeichnen die Frankfurt University of Applied Sciences aus. Fragestellungen aus der Praxis erhalten wissenschaftlich fundierte Antworten, und diese Forschungsergebnisse finden einen direkten Weg in die Gesellschaft. Durch Partnerschaften mit weltweit rund 200 Hochschulen ist die Frankfurt University of Applied Sciences in einer globalen Bildungswelt international gut vernetzt. Auf dem Campus Nibelungenplatz studieren, lehren und arbeiten die unterschiedlichsten Menschen. Dabei profitiert die Hochschule in hohem Maße von der ausgeprägten kulturellen Vielfalt ihres internationalen Standortes.

  

Die Frankfurt University of Applied Sciences ist die Hochschule der Chancen: als eine in jeder Hinsicht offene Institution ist sie ein kraftvoller Integrationsmotor der Region. Sie fördert die Entwicklung von Potenzialen und ebnet Bildungswege durch qualifizierte akademische Ausbildung. Damit trägt sie wesentlich zur Zukunftsfähigkeit von Stadt und Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main bei.

  

Vier Großfachbereiche bieten ein vielseitiges und anwendungsorientiertes Studienangebot in 62 innovativen Studiengängen mit technischer, wirtschaftlich-rechtlicher und sozialer Ausrichtung an, die mit den international anerkannten Abschlüssen Bachelor oder Master abschließen. Zudem wird anspruchsvolle, inter- und transdisziplinäre Forschung in außergewöhnlichen Fächerkombinationen betrieben. Im Dialog mit Partnern aus Wirtschaft, Verbänden und Institutionen ist die Frankfurt UAS innovative Entwicklungspartnerin, um gemeinsam neuartige Lösungen zu generieren. Die enge Verknüpfung von Forschung und Lehre mit der Praxis qualifiziert die Studierenden für einen erfolgreichen Einstieg in attraktive Berufsfelder und zeichnet sie durch eine schnelle Anschlussfähigkeit im Berufsalltag aus. Sie werden zu Persönlichkeiten ausgebildet, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Ein umfangreiches und vielfältiges Weiterbildungsprogramm ermöglicht intensives berufsbegleitendes und lebenslanges Lernen. Diese Stärken unterstreicht die Hochschule auch mit ihrem Claim „Wissen durch Praxis stärkt“.

  

Der Campus der 1971 als Fachhochschule Frankfurt am Main – University of Applied Sciences gegründeten Hochschule liegt zentrumsnah im Herzen Frankfurts.

 

 

Frankfurt University of Applied Sciences – interdisziplinär, international, integrierend und  innovativ.

 

  

Frankfurt University of Applied Sciences • Nibelungenplatz 1 • 60318 Frankfurt

 

www.frankfurt-university.de 


Neuer EKHN-Jahresbericht erschienen

Von 64 Tonnen Bronze bis zu adeligen Kümmerern

Foto: ekhn
Foto: ekhn

 

 

 

 

 

Zahlen und lebendige Folgen der Reformation im Zentrum des aktuellen Reports

 

 

 

(Darmstadt/ekhn) - Was leistet die Evangelische Kirche für die Gesellschaft? Was kann jeder und jede einzelne von ihr erwarten? Wie kann man sich dort selbst engagieren? Was geschieht mit den Kirchensteuern? Solche und viele weiter Fragen beantwortet die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit ihrem Jahresbericht, dessen aktuelle Ausgabe nun erschienen ist. Der 102 Seiten umfassende Report mit zahlreichen Grafiken und Fotos kann ab sofort kostenlos angefordert werden unter info@ekhn.de oder unter 06151/4095-286. Er steht online auch unter www.ekhn.de/jahresberichte

 

zur Verfügung.

 

 

 

Kennzahlen und lebendiger Einblick

 

Die aktuelle Ausgabe enthält neben den wichtigsten Kennzahlen und Fakten wie der Anzahl der Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Segnungen und Bestattungen auch Fotoreportagen, die einen lebendigen Einblick in die Vielfalt des kirchlichen Lebens geben. Hintergrund der Geschichten von „adeligen Kümmerern“ oder 64 Tonnen Bronze in Schwung ist die Reformation. Denn das aktuell laufende Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ geht auch am Jahresbericht nicht spurlos vorüber.

 

 

 

Reformation und ihre Folgen

 

Am Beispiel von zwölf Orten in der EKHN wird nicht nur evangelisches Engagement heute dargestellt, sondern auch wie die Ideen der Reformation dort damals bei den Menschen ankamen und ihr Leben veränderten. Dabei kommen etliche interessante Aspekte und Anekdoten über die Reformationszeit zu Tage, die ansonsten meist unterhalb der großen historischen Ereignisse im Dunkel bleiben. So wird sichtbar: Die Reformation war - und ist bis heute - ein spannendes, vielschichtiges Ereignis, das tief in das Leben einzelner, der Familien und der Gesellschaft hineinwirkt.

 

 

 

Ökumenisch und international

 

Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Dr. Volker Jung betont: „Sehr dankbar bin ich, dass die Erinnerung an die Reformation ökumenisch und international geschieht. Das unterscheidet dieses Reformationsjubiläum deutlich von den Gedenkfeiern vergangener Jahrhunderte. So sind evangelische und katholische Kirche heute auch geschwisterliche Gesprächspartnerinnen geworden, die zum Wohl der Gesellschaft und als Zeugnis ihres Glaubens vieles gemeinsam tun können.“

 

 

 

Der aktuelle Bericht ist hier direkt downloadbar (pdf):

 

http://www.ekhn.de/fileadmin/content/ekhn.de/download/ekhn_jahresbericht/2016_2017/ekhn_jahresbericht_2016_2017_web.pdf

 

 

 


Sendereihe „ERF Mensch Gott“ im Oktober 2017

Programmvorschau: TV-Sendungen von ERF Medien

 

 

 

 

 

ERF Mensch Gott – persönlich: Gott hält mich (ab 1. Oktober)

 

Moderatorin Sigrid Röseler berichtet von ihren ganz persönlichen Begegnungen zwischen Himmel und Erde. Sie erzählt, wie die Sinnlosigkeit sich früher wie ein Schatten über ihr Leben gelegt und sie vergeblich nach Halt gesucht hat. Wie Jesus sie nicht nur von Abhängigkeiten befreit, sondern auch ihr Herz geheilt hat. Und warum es für sie so wichtig war, Gott als Vater zu erfahren.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, 1. Oktober, bei Bibel TV (22.15 Uhr). Außerdem steht die Sendung in der ERF Mediathek (www.erf.de/tv) und auf YouTube (www.youtube.de/MenschGottTV) zur Verfügung.


 

ERF Mensch Gott – persönlich: Gott versorgt mich! (ab 8. Oktober)

 

Moderator Marcus Walter erzählt, wie er Gott begegnet ist. Warum er bei der Bundeswehr einen Bibelkreis gegründet hat, ohne damals Ahnung von der Bibel zu haben, und was seine schönste Gebetserhörung war. Aber er erzählt auch, warum ihn das Bekenntnis zu Gott sein Zuhause gekostet hat, wie Gott ihn in seiner tiefsten Einsamkeit aufgefangen und ihn versorgt hat.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, 8. Oktober, bei Bibel TV (22.15 Uhr). Außerdem steht die Sendung in der ERF Mediathek (www.erf.de/tv) und auf YouTube (www.youtube.de/MenschGottTV) zur Verfügung.


 

ERF Mensch Gott – persönlich: Vom Teufel betrogen (ab 15. Oktober)

 

„Wenn Gott mir nicht hilft, dann vielleicht der Teufel.” Angelo Nero entscheidet sich bewusst für die dunkle Seite. Früher war er Christ, doch für seinen Glauben wurde er nur verspottet. Als Satanist haben die Leute plötzlich Angst vor ihm. Er verflucht und manipuliert nun die, die ihm Schaden zufügen wollen - mit Erfolg. Doch das Böse in seinem Leben gerät außer Kontrolle und treibt ihn fast in den Selbstmord. Er steht bereits auf der Brücke und will springen, als ihm Gott wieder begegnet. Davon berichtet er in der Fernsehsendereihe „ERF Mensch Gott" von ERF Medien in Wetzlar.

 

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, 15. Oktober, bei Bibel TV (22.15 Uhr). Außerdem steht die Sendung in der ERF Mediathek (www.erf.de/tv) und auf YouTube (www.youtube.de/MenschGottTV) zur Verfügung.


 

ERF Mensch Gott – persönlich: Mordversuch nach Trennung (ab 22. Oktober)
„Ich soll Sie umbringen!“ Edith Beller kann kaum glauben, was ihr der fremde Mann am Telefon erzählt. Ihr eigener Ehemann hat den Mord in Auftrag gegeben. Doch statt die Tat auszuführen, stellt der potenzielle Killer sich der Polizei. Fotos der Familie hatten ihn dazu bewegt, von dem Plan abzulassen. Als wenig später ganz in der Nähe eine Frau von ihrem Mann getötet wird, gibt es für Edith Beller nur noch eine Frage: Warum durfte ich leben?
Davon erzählt sie in der Fernsehsendereihe „ERF Mensch Gott" von ERF Medien in Wetzlar.

 

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, 22. Oktober, bei Bibel TV (22.15 Uhr). Außerdem steht die Sendung in der ERF Mediathek (www.erf.de/tv) und auf YouTube (www.youtube.de/MenschGottTV) zur Verfügung.


ERF Mensch Gott – persönlich: Als Junge missbraucht
(ab 29. Oktober)

Als der sexuelle Missbrauch durch seinen Stiefvater beginnt, ist Benjamin Strube acht Jahre alt. Das Trauma prägt sein Leben. Er flüchtet in Drogen, wird kriminell und steht mit 14 das erste Mal wegen schwerer räuberischer Erpressung vor Gericht. Zwar heiratet er und gründet eine Familie, aber sein Leben bleibt chaotisch. Er kann nicht treu sein, verlegt seine kriminellen Aktivitäten ins Internet. Mit 33 ist er psychisch und körperlich am Ende. Er hat das Gefühl: Jetzt kann mir nur noch Gott helfen. Davon berichtet er in der Fernsehsendereihe „ERF Mensch Gott" von ERF Medien in Wetzlar.

 

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, 29. Oktober, bei Bibel TV (22.15 Uhr). Außerdem steht die Sendung in der ERF Mediathek (www.erf.de/tv) und auf YouTube (www.youtube.de/MenschGottTV) zur Verfügung.

 


Vortrag der Malteser widmet sich zwischenmenschlichen Konflikten bei Autismus

Herausforderndes Verhalten

 

 

 

„Herausforderndes Verhalten am Beispiel Autismus“ beleuchtet Designer und Heilpraktiker Matthias Brien bei einem Vortrag am Dienstag, 15. August, um 18.30 Uhr in der Dienststelle der Hildesheimer Malteser, Waterloostraße 25.

 

 

 

(Hildesheim/mhd) - Die Beziehung von Autisten zu ihrer Umwelt ist oft konfliktgeladen. Wie können solche Konflikte vermieden oder zumindest eingedämmt werden? Wie kann man es vermeiden, dass Autisten sich bei Konflikten ganz zurückziehen? Diese Fragen klärt Matthias Brien, selbst ein Betroffener, im Rahmen einer Vortragsreihe des Fachdienstes für Inklusion, Kinder, Jugend und Familie der Hildesheimer Malteser. Diese neunteilige Reihe unter dem Titel „Inklusion konkret“ wird von verschiedenen Kooperationspartnern der Malteser mitgetragen.

 

 

 

Der Eintritt ist frei. Anmeldungen werden telefonisch oder per E-Mail erbeten:

 

 

 

Malteser Hilfsdienst

 

Fachdienst für Inklusion, Kinder, Jugendliche und Familien

 

Waterloostraße 15, 31135 Hildesheim

 

T (05121) 6971791

 

F (05121) 2068459

 

E-Mail: integrationshilfe-hildesheim@malteser.org

 

www.malteser-hildesheim.de

 


Trierer Pastoraltheologe war als Freiwilliger am Jakobsweg im Einsatz

Pilgerherberge als Lernort

Professor Martin Lörsch (links) mit zwei Helfern. Foto: bt
Professor Martin Lörsch (links) mit zwei Helfern. Foto: bt

(Trier/Astorga/bt) – Für Professor Dr. Martin Lörsch ist die Sommerzeit auch Pilgerzeit – allerdings ist der Trierer Pastoraltheologe nicht unterwegs auf einem Pilgerweg, sondern hilft mit, dass andere gut pilgern können. Er hat acht Tage ehrenamtlich als „Hospitalero“ in einer Pilgerherberge im spanischen Astorga gearbeitet.

 

Die Pilgerherberge der „Asociación de Amigos del Camino Astorga“ hat 150 Betten, sie liegt am Rande der 11.000 Einwohner-Stadt in der Provinz León, 250 Fußkilometer vor Santiago am Camino Francés. 2014 war Lörsch dort zum ersten Mal im Einsatz. „2012 hat die St. Jakobusbruderschaft Trier e.V. mit der Asociación eine Partnerschaft vereinbart und darin zugesagt, aus den eigenen Reihen Hospitaleros zu entsenden“, erklärt Lörsch, wie die Verbindung zustande kommt. Als Spiritual (geistlicher Begleiter) der Jakobusbruderschaft wolle er von Zeit zu Zeit einen Beitrag dazu leisten. Für die Betreuung der Pilger seien zwei Haupt- und bis zu acht Ehrenamtliche als Hospitaleros im Einsatz, erzählt der Theologe. In der Regel verlassen die Pilger zwischen 6 und 8 Uhr das Haus. „Ab 7 Uhr muss das Haus mit der Selbstversorgerküche und den Aufenthaltsräumen gereinigt und aufgeräumt, müssen die Zimmer geputzt und die Bettlaken abgezogen werden, muss der Müll entsorgt werden.“ Weil das Haus praktisch immer voll belegt ist, sei das schon „eine anstrengende und für uns Ehrenamtliche auch ungewohnte“ Arbeit. Wenn die Herberge dann um 11 Uhr öffne, beginne die eigentliche Aufgabe für die Hospitaleros: Zu zweit in 3-Stunden-Schichten nehmen sie die ankommenden Pilger auf, registrieren sie und weisen ihnen ein Bett zu. Für Lörsch gab es eine weitere Aufgabe: als Seelsorger den Pilgern und Helfern zur Seite stehen. „Ich habe jeden Abend an einer kleinen Liturgiefeier mit Pilgersegen teilgenommen und mitgewirkt, die in unmittelbarer Nähe der Herberge in der Kirche der Redemptoristen stattgefunden hat.“

 

Lörsch hatte 2012 die Partnerschaftsvereinbarung mit unterzeichnet: „Der Einsatz ist für mich ein Stück Selbstverpflichtung und Zeichen unserer Verbundenheit.“ Die Pilgerherberge sei zudem für ihn als Seelsorger ein wichtiger Begegnungsort, und für den Pastoraltheologen und wissenschaftlich forschenden Theologen „ein eminent interessanter Lernort - denn das Zweite Vatikanische Konzil hat die Kirche deutlich als pilgernde Kirche profiliert“. So nimmt er auch einige Erkenntnisse mit aus seinem Einsatz: „Die Pilgerbewegung wird immer internationaler und interreligiöser; die Motive sind daher auch breiter gestreut als früher.“ Er sieht eine Chance, dass sich der „Camino“ immer mehr als Friedens- und Versöhnungsweg profiliert. „Viele Pilger tragen ihre Lebensthemen, Sorgen und Probleme wie Steine in ihrem Rucksack“, daher gewinne die Seelsorge am Weg zunehmend an Bedeutung. „Und nicht zuletzt ist der Weg nach Santiago selbst eine einzigartige Geschichte, in die Pilger eintauchen und die sie in Echtzeit über ihr Handy mit Freunden und Verwandten teilen und zugleich als ihre eigene Geschichte fortschreiben.“

 

Informationen zur St. Jakobusbruderschaft Trier sind unter www.sjb-trier.de zu finden.