Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

19.10.2017


Rabbiner Kadnykov und Bischof v. Maltzahn laden zur Friedensandacht ein

525. Jahrestag des Pogroms an den Sternberger Juden

Blick in den Altarraum der Kirche Sternberg, Foto: ELKM/C. Meyer
Blick in den Altarraum der Kirche Sternberg, Foto: ELKM/C. Meyer

 

(Sternberg/cme) - Mit einer Interreligiösen Friedensandacht wird am Sonntag, dem 29. Oktober, des 525.Jahrestages des Pogroms an den Sternberger Juden und der Vertreibung der Mecklenburger Juden gedacht. Dazu laden Rabbiner Yuriy Kadnykov und Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn – gemeinsam mit der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde sowie der Stadt Sternberg – um 14 Uhr in den Rathaussaal ein. Weitere Programmpunkte finden zudem in der Reformationsgedächtniskirche in Sternberg statt. 

Hintergrund: Am 24. Oktober 1492 wurden im Zuge eines Justizmords 27 jüdische Männer und Frauen aus Sternberg auf dem Scheiterhaufen verbrannt. In der Folge sind alle übrigen Juden aus Mecklenburg vertrieben worden, nachdem man sie enteignet hatte. „An diese Verbrechen wollen wir erinnern, uns unserer Verantwortung heute vergewissern und gemeinsam in die Zukunft blicken“, sagen Rabbiner Kadnykov und Bischof Dr. v. Maltzahn. 

 

Das weitere Programm am Gedenktag lädt Besucher nach der Andacht in die Reformationsgedächtniskirche ein. Dort gibt es von 15 Uhr an Informationen zum Gedenkort der „Heilig-Blut-Kapelle“ und zu einem geplanten Ausstellungsprojekt. Um 15.30 Uhr gibt der Chor „Masl-Tow“ der Jüdischen Gemeinde Schwerin ein Konzert in der Winterkirche. Der Gedenktag klingt ab 16.30 Uhr mit einem Empfang und Kaffeetrinken aus. 

 

Interessierte können sich gern in der Bischofskanzlei Schwerin per eMail: manuela.buller@bksn.nordkirche.de oder telefonisch unter: 0385-20223-119 anmelden.

 


Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ruft mit Miniatur-Aktion in Hamburg zum Hinsehen auf

„Hinsehen statt Wegschauen – Zeig Größe gegen Gewalt!“

 

(Hamburg/pm) - In Hamburg startet heute die Miniatur-Aktion „Hinsehen statt Wegschauen – Zeig Größe gegen Gewalt!“ des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“. Mit der Aktion macht das bundesweite Hilfetelefon auf ein gesamtgesellschaftliches Problem aufmerksam: Gewalt gegen Frauen findet jeden Tag mitten unter uns statt – vielfach bleibt sie jedoch unbemerkt, wird ignoriert oder einfach hingenommen.

Insgesamt zehn Miniatur-Installationen mahnen an touristisch belebten Orten in Hamburg zum genauen Hinsehen. Jede Szene stellt eine andere Facette von Gewalt gegen Frauen dar. Ob Häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, Stalking oder Menschenhandel: Die Szenen zeigen eindringlich, dass Gewalt gegen Frauen überall passiert – auch an vertrauten Orten.

Die Aktion ist vom 18. bis zum 22. Oktober in der Hamburger Rathausdiele, dem Gleisbereich des Hamburger Hauptbahnhofs und dem City-Park Planten un Blomen zu sehen. Hinweisschilder informieren die Passantinnen und Passanten über die Installation. Der Hashtag #hinsehen lädt zum Fotografieren und Teilen der Szenen in den sozialen Netzwerken ein.

„Nicht allen Menschen ist bewusst, wie verbreitet Gewalt gegen Frauen noch immer ist. Mit der Aktion wollen wir die Gesellschaft sensibilisieren und zum Hinsehen und Handeln ermutigen“, sagt Helga Roesgen, Präsidentin des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, auch zuständig für das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Einige der Szenen zeigen explizite Gewalt im häuslichen Umfeld, in anderen wiederum ist die Gewalt weniger deutlich zu erkennen. „Gerade einige Ausprägungen von Stalking oder sexueller Belästigung werden von vielen nicht ernst genommen. Dies macht es für die Betroffenen noch schwieriger, mit dem Erlebten umzugehen und sich Hilfe zu suchen“, erklärt Petra Söchting, Leiterin des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“.

An die Aktion ist ein klarer Aufruf geknüpft: Sehen Sie hin, wenn Gewalt in Ihrem Umfeld geschieht! Brechen Sie das Schweigen und machen Sie Betroffenen Mut, sich an das Hilfetelefon und andere Beratungseinrichtungen zu wenden!

Die nur wenige Zentimeter großen Figuren und Requisiten wurden in Zusammenarbeit mit dem Miniatur Wunderland Hamburg in Szene gesetzt. „Wir wollen, dass die Menschen nicht nur unsere Miniaturen ganz genau betrachten, sondern auch im echten Leben auf Gewaltsituationen achten und Betroffene damit nicht alleine lassen“, erklärt Gerrit Braun, Geschäftsführer des Miniatur Wunderland Hamburg.

Immer noch findet in Deutschland tagtäglich Gewalt gegen Frauen statt, jede dritte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben betroffen. Dabei spielen Herkunft oder Alter der Frauen keine Rolle.


Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr unter der Telefonnummer 08000 116 016 und online unter www.hilfetelefon.de über den Termin- und Sofort-Chat sowie per E-Mail erreichbar. Mehr als 60 qualifizierte Beraterinnen informieren und beraten gewaltbetroffene Frauen, Personen aus deren sozialen Umfeld und Fachkräfte – kostenlos, anonym und vertraulich, in 17 Fremdsprachen sowie in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache. Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt. Weitere Informationen unter www.hilfetelefon.de

Das Miniatur Wunderland

Das Miniatur Wunderland ist die größte Modelleisenbahnanlage der Welt und Hamburgs Touristenattraktion Nr. 1. Schon mehr als 16 Millionen Besucher aus allen Teilen der Welt haben sich in der Hamburger Speicherstadt eine Miniaturwelt der Superlative angeschaut. Auf 1.490 qm ist in rund 760.000 Arbeitsstunden ein einmaliges Miniatur-Meisterwerk entstanden und es wächst immer weiter. Es besticht neben ausgefeilter Technik vor allem durch Detailreichtum. Über 250.000 Figuren wurden liebevoll in Szene gesetzt, Autos und Schiffe bewegen sich durch die Landschaften, und sogar Flugzeuge starten am Knuffingen Airport im Minutentakt. Seit Herbst 2016 gibt es den neusten Abschnitt „Italien“ zu besichtigen. Das Wunderland ist ein atemberaubender Miniatur-Kosmos, den es so nirgendwo anders auf der Welt zu sehen gibt.

 


Magazin Family feiert 25jähriges Jubiläum mit eigener Themen-Reihe

Wie wollen wir Familie leben?

 

(Witten/scm) - Nachdem im Herbst 1992 die erste Ausgabe des Magazins Family erschien, veröffentlicht das Familienmagazin nun zum 25-jährigen Jubiläum eine eigene Serie unter dem Motto „Wie wollen wir leben?“. Die Serie fragt über drei Hefte hinweg nach Zielen, Werten und Visionen von Familien. Themen einzelner Ausgaben sind die familiäre Vergangenheit, gegenwärtige Schwerpunkte im Alltag sowie die gewünschte zukünftige Entwicklung. Eigens dafür ermöglicht der SCM Bundes-Verlag einen Bezug der drei Hefte zu einem vergünstigten Sonderpreis.

Was steht im Mittelpunkt des Familienlebens?
„Das Leben steckt voller Entscheidungen - aber wie treffe ich gute? Das ist eine Frage, die viele Familien bewegt“, so Martin Gundlach, seit 2001 Chefredakteur von Family. „Wir sehen die Family als Partner guter Entscheidungen. Auch, weil wir uns an einem starken Wertecodex orientieren und Familienmenschen aus der Realität zu Wort kommen lassen. Jede Entscheidung drückt Prioritäten und Schwerpunkte aus. Und genau darum geht es uns in jeder einzelnen Ausgabe Family: Was steht bei uns als Familie im Mittelpunkt? Deswegen rücken wir dies nun zum Jubiläum über drei Ausgaben in das Zentrum und fragen nach dem großen Ganzen im Alltag, in Familienwerten sowie in Träumen als auch konkreten Zielen von Paaren und Familien.“

Ehe und Familie stärken
Seit nunmehr 25 Jahren bietet Family Familien eine christliche Begleitung und Beratung. Auf hundert Seiten finden sich sechsmal im Jahr lösungsorientierte Ratgeber-Artikel, Interviews mit Fachleuten, Erfahrungsberichte von Paaren und Eltern, hilfreiche Buch- und Produkt-Besprechungen sowie unterschiedliche Kolumnen. Und dies nicht nur in Magazin-Form: Seit einigen Jahren gibt es auch einen Family-Ehekurs mitsamt DVD. Und seit letztem Jahr gibt es mit FamilyNEXT einen Ableger für Familien mit (fast) erwachsenen Kindern. Beide Magazine eint der gemeinsame Schwerpunkt: „Wir wollen Paare und Familien stärken“, so Gundlach.

Jubiläum eines Flaggschiffs

 

Das Magazin nimmt für den Verlag einen besonderen Stellenwert ein: Es ist nicht nur dessen auflagenstärkstes Magazin, sondern stellte 1992 gewissermaßen mit seinem erfolgreichen Anlaufen den gelungenen Durchbruch des zuvor umstrukturierten Verlags dar. Ihm folgten seitdem 16 weitere Fach- und Publikumszeitschriften. Zum Jubiläum bietet der Verlag exklusiv die Möglichkeit, die drei Hefte der Serie „Wie wollen wir leben?“ zum Sonderpreis von 10 Euro inklusive Versand zu beziehen.

 

Das Jubiläums-Abonnement zum vergünstigten Preis von 10€ sowie viele weitere Informationen rund um die Zeitschrift finden Sie unter www.family.de

 

 

 


BADISCHE LANDESSYNODE TAGT: AUFTAKT ZUR HAUSHALTSPLANUNG 2018/2019 UND THEMENVIELFALT

 

(Karlsruhe/Bad Herrenalb/ekiba) - In der kommenden Woche trifft sich die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden zu ihrer Herbsttagung in Bad Herrenalb. Von Sonntag, 22. Oktober, bis zum Donnerstag, 26. Oktober 2017, steht eine Vielzahl von Themen und Entscheidungen auf der Tagesordnung. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung des Doppelhaushalts 2018/19, eine neue Gottesdienstgesamtkonzeption sowie das Thema Mitgliederorientierung.

„Erfreulicherweise brauchen wir keine Einschränkungen im Haushalt vorzunehmen, sondern können Gestaltungsspielräume zukunftsweisend nutzen“, erklärte Synodalpräsident Axel Wermke am heutigen Mittwoch (18.10.) vor Pressevertretern in Karlsruhe. Die geschäftsleitende und für Finanzen zuständige Oberkirchenrätin Barbara Bauer hob hervor, dass sich das kirchliche Wirtschaften seit vielen Jahren an auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Grundsätzen orientiere. „Deshalb ist unsere Finanzlage stabil und zukunftsoffen“, sagte Bauer. Im Haushaltsjahr 2018 würden rund 310 Millionen Euro Kirchensteuer erwartet. „Für diese Mittel, die uns die Mitglieder anvertrauen, sind wir hoch dankbar“, erklärte die Oberkirchenrätin. „Wir sind uns bewusst, dass es sich hierbei um anvertraute Gelder handelt, deren Einsatz wir sorgfältig planen, und worüber wir Rechenschaft abzulegen haben“, sagte Bauer.

Die Landessynode debattiert auf ihrer Tagung auch eine neue Gottesdienstgesamtkonzeption für die badische Landeskirche, um das gottesdienstliche Leben einladender und vielfältiger zu gestalten. Auch die Beratung des Pfarrers bzw. der Pfarrerin und des Ältestenkreises soll intensiviert werden. Ein besonderes Gewicht legt das zu Grunde liegende Perspektivpapier „Leben aus der Quelle“ auf die Gottesdienste im Rahmen von Taufen, Trauungen und Bestattungen, den so genannten „Kasualien“, um die Menschen und ihre Angehörigen dabei gut begleiten zu können.

Neben der Weiterführung der Flüchtlingsarbeit, der Weiterentwicklung evangelischer Kindertagesstätten zu Familienzentren und einem zeitlich befristeten Anwachsen von Kita-Gruppen diskutieren die Synodalen an einem Studiennachmittag auch das Thema „Mitgliederorientierung“ im kirchlichen Handeln. „Wir stellen fest, dass mehr Menschen der Kirche angehören, als sich aktiv am kirchlichen Leben vor Ort beteiligen. Was heißt das für uns als Kirche? Wir müssen den Dialog mit unseren Mitgliedern intensivieren, um zu erfahren, warum sich Menschen von der Kirche abwenden“, erklärte Fabian Peters (Rheinstetten) vom Präsidium der Landessynode. „Nur wenn wir wissen, was Menschen von ihrer Kirche wollen, können wir entsprechend handeln“, sagte Peters.

Die Tagung der Landessynode beginnt am Sonntag, 22. Oktober, mit dem Eröffnungsgottesdienst. An den beiden Folgetagen beraten die Landessynodalen Themen und Gesetze im Detail in vier Ausschüssen, dem Bildungs- und Diakonieausschuss, dem Rechtsausschuss, dem Finanzausschuss und dem Hauptausschuss. Ab Mittwochnachmittag und Donnerstagsvormittag tagt die Synode dann wieder als Ganzes - im Plenum und öffentlich.

 


5. Ökumenischer Frauenpredigtpreis verliehen

 

 

 

(Hannover/Köln/kdfb) -– Der Deutsche Evangelische Frauenbund (DEF) und der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) haben zum fünften Mal gemeinsam den Ökumenischen Frauenpredigtpreis verliehen. Preisträgerin ist die katholische Religionspädagogin Regina Groot Bramel aus Eschenburg im Bistum Limburg. Schirmfrau der Aktion war Annette Schavan, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl.

 

Im Jubiläumsjahr der Reformation stellten beide Frauenverbände den Predigtwettbewerb unter das Motto „Eins sein in Christus… - Gemeinsam Wege der Gerechtigkeit gehen“. Zu der Bibelstelle aus dem Paulusbrief an die Galater (3, 26-28) reichten katholische und evangelische Frauen Beiträge ein. Pastorin Hella Mahler, zweite Vorsitzende des DEF und Mitglied der Jury, erklärte: „Die Predigt sollte kreativ, lebendig, frauenspezifisch und ökumenisch ausgerichtet sein. Frauen waren aufgerufen, selbst Zeugnis von ihrem Glauben geben, um andere anzustecken und zu begeistern.“

 

In ihrer Laudatio hob Jury-Mitglied Prof. Dr. Hildegard König hervor, dass die Preisträgerin Regina Groot Bramel auf beeindruckende Weise Paulus beim Wort nehme, ihn in ihre eigene Lebenserfahrung und –geschichte hineinstelle und die paulinische Zusage zum Leuchten bringe, bis hinein in gegenwärtige Herausforderungen und Zumutungen. „Die Ansprache ist eine Herz und Sinn berührende Gute Nachricht, Ermutigung und Anschub für ein eigen-sinniges, selbstbewusstes Christin-Sein“, sagte die ehemalige KDFB-Vizepräsidentin und derzeit stellvertretende Vorsitzende der Theologischen Kommission des KDFB bei der Preisverleihung in Hofgeismar.

 

Regina Groot Bramel (57) arbeitet als Religionslehrerin, Sozialpädagogin, Reittherapeutin und ist Autorin spiritueller Bücher. Mit ihrer großen Familie sowie mit vielen Tieren lebt sie im ländlichen Raum des hessischen Mittelgebirges. Ihren Beitrag „Eins-sein mit Eigensinn“ hielt sie beim Kirchweihfest in Eschenburg-Hirzenhain. Zum mit 1.000.- Euro dotierten Predigtpreis, gestiftet vom Deutschen Evangelischen Frauenbund, bekam sie auch den siebenarmigen Silberleuchter, den „Wanderpreis“ zum Predigtwettbewerb, den die Siegerin des ersten Wettbewerbs 2002 gestiftet hatte.

 

Der KDFB wird am 20./21.10.2017 im Rahmen seiner Studientagung „Ökumene und Politik“ in Bonn an die Thematik des Frauenpredigtwettbewerbs anknüpfen und Fragen von solidarischem Handeln in ökumenischer Gemeinsamkeit ansprechen.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Bischof Ackermann eröffnet Jubiläums-Wendelinuswallfahrt in St. Wendel

„Eine starke Zeit, die den Alltag unterbricht“

Bischof Dr. Stephan Ackermann predigt im Eröffnungs-Gottesdienst zur Jubiläums-Wendelinuswallfahrt in St. Wendel. Foto: bt
Bischof Dr. Stephan Ackermann predigt im Eröffnungs-Gottesdienst zur Jubiläums-Wendelinuswallfahrt in St. Wendel. Foto: bt

(St. Wendel/bt) – Mit einem festlichen Gottesdienst in der St. Wendeler Basilika hat Bischof Dr. Stephan Ackermann am 15. Oktober die diesjährige Wendelinus-Wallfahrt eröffnet. Über zwei Wochen - bis Allerheiligen - dauert die Jubiläumswallfahrt - 1400 Jahre nach dem Tod des Heiligen im Jahr 617. Die Pfarrgemeinde St. Wendelin erwartet gemeinsam mit der Pfarreiengemeinschaft St. Wendel zahlreiche Pilgerinnen und Pilger aus dem ganzen Bistum und darüber hinaus. Über 60 Angebote, vor allem Gottesdienste, aber auch Führungen, Vortrag, Musical, Konzerte, Diskussion und eine Ausstellung, erwarten die Wallfahrer. Die sterblichen Überreste des Heiligen sind während der Zeiten dieser Jubiläumswallfahrt in der Basilika in einer Lade sichtbar aufgebahrt. Geöffnet wurde die Lade von Bischof Ackermann nach dem Festgottesdienst und einer anschließenden Prozession mit dem Schrein des Heiligen durch seine Stadt. 1960 gab es eine solche Prozession zu letzten Mal. Eine große Menge von Pilgerinnen und Pilgern folgten der mit vier Pferden bespannten Kutsche mit der Lade des Stadtheiligen. Sofort nach der Öffnung der Lade und deren Aufstellung auf der reich geschmückten Tomba vor dem Hochaltar bildete sich eine Lange Schlange von Wallfahren, die dort über eine kleine Treppe dem Heiligen ganz nahe kommen können.

 

Hingabe: Qualität durch Intensität

Wie nahe Wendelinus - „ein Mensch des sechsten, siebten Jahrhunderts“ – den Gläubigen von heute sein kann, das war auch das Thema der Predigt von Bischof Ackermann. Er stellte den Heiligen vor als Einsiedler, Missionar und Mönch, dessen Leben auch heute Inspiration sein könne, auch „Provokation für unsere Zeit“. Als Einsiedler sei Wendelinus ein Aussteiger gewesen, der mit den normalen Konventionen gebrochen habe. Aber Wendelinus habe sich nicht nur distanziert, sondern seinen Lebensraum selbst reduziert und konzentriert, um sich ganz Gott zuzuwenden. Das sei schon eine Provokation für unser Leben heute in seiner Dauervernetzung: „immer online“. Lebensqualität messe sich heute am „viel haben wollen“ und „ja nichts verpassen“. Der Einsiedler zeige jedoch, dass nicht die Menge der Erfahrungen die Lebensqualität bestimmt sondern deren Intensität. „Qualität durch Intensität - sich trauen - sich einer Sache ganz hingeben - Mut haben auszuwählen, auch auf die Gefahr hin etwas zu verpassen, aber in der Gewissheit, dass das Leben reicher wird“, so könne Wendelinus auch uns heutige Menschen inspirieren, sagte Bischof Ackermann. Wendelinus habe auch als Missionar gewirkt, weil die Menschen seine Nähe und seinen Rat gesucht hätten. Sie hätten die Lebensweisheit des Einsiedlers geschätzt, der sich mit sich selbst auseinandersetzt hat und bereit war sich den Fragen seines Lebens zu stellen.

 

Viele tragen die Wallfahrt mit

Missionare seien ein „lebendiges Geheimnis“, die für Menschen interessant sind, nicht weil sie andere bekehren sondern so leben, „dass es einen Unterschied macht“, sagte Ackermann. Auch hier könne Wendelinus inspirieren: Es gehe für die Christen darum, aus einer Hoffnung und einem Glauben zu leben, der gelassen macht und zu spüren ist. „Menschen wollen den Unterschied sehen und nicht belehrt werden, sie wollen die Alternative spüren“, ermunterte Bischof Ackermann die Gläubigen in der voll besetzten Basilika. Wendelinus als Mönch ergänze das Bild des Einsiedlers. „Ein Christ ist kein Christ“, sagte Ackermann: „Wir brauchen die Gemeinschaft“. Als Mönch habe Wendelinus in einer gläubigen Gemeinschaft gelebt. Vielleicht sei gerade dazu das gemeinsame Wallfahren gut. Hier könne man eine neue Intensität christlicher Gemeinschaft erleben und „eine starke Zeit, die den Alltag unterbricht“. Auf Pilgerschaft könne man nachdenken über die Alternativen. „Tage wie diese“ seien gut „um Gemeinschaft zu erleben und das Evangelium zu hören“.

Eine ganze Reihe Geistlicher feierten zusammen mit Bischof Ackermann und den zahlreichen Wallfahrerinnen und Wallfahren den Eröffnungsgottesdienst, unter anderen der Tholeyer Abt Mauritius Choriol, der St. Wendeler Pfarrer Klaus Leist und Don Carmello, Pfarrer von Lampedusa. Die Pfarreiengemeinschaft unterstützt die Flüchtlingsarbeit der Pfarrei auf der italienischen Mittelmeerinsel. Jüngste Unterstützung zur Wallfahrt ist eine Förderung mit 15.000 Euro.

Pfarrer Klaus Leist wünschte sich, dass in den kommenden Tagen viele Pilgerinnen und Pilger den Weg nach St. Wendel suchen um bei der Wallfahrt Gott zu finden. „Das Herz der Wallfahrt sind die Gottesdienste“ sagte er; und ist dabei überwältigt von der großen Zahl von rund 300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich in den Dienst der Wallfahrt stellen: alleine 80 Frauen und Männer, die vor dem Schrein die Ehrenwache übernehmen. Mitwirkende bei der Eröffnung waren auch der Wendelinuschor, die Kirchenchöre von St. Wendel St. Anna, Bliesen St. Remigius und Winterbach Hl. Familie, der Musikverein Lyra aus Bliesen und die Freiwillige Feuerwehr St. Wendel.

 

Das Programm der Wallfahrt im Netz unter: www.pg-wnd.de

 


Gemeinderat von Weingarten beschließt von Diözese mitgetragenes Integrationszentrum

„Ein Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft“

 

(Rottenburg/Weingarten/tb) - 17. Oktober 2017. Bischof Gebhard Fürst hat den Beschluss des Gemeinderats der Stadt Weingarten zur Einrichtung eines Integrationszentrums begrüßt. Die gestern Abend (Montag) getroffene Entscheidung sieht den Start des gemeinsam von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Stadt Weingarten, der Caritasregion Bodensee-Oberschwaben, der katholischen Gesamtkirchengemeinde und der evangelischen Kirchengemeinde Weingarten getragenen Projekts zum 1. Januar 2018 vor. Die Projektdauer ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

„Ich bin sehr froh, dass wir mit dem Weingartener Integrationszentrum ein Modell entwickelt haben, wie man auf ganz konkrete und praktische Weise einen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft leisten kann“, betonte Bischof Gebhard Fürst. Der Rottenburger Bischof hatte im Oktober 2013 mit der Aufnahme von Geflüchteten im ehemaligen Benediktinerkloster Weingarten ein weit über die Welfenstadt hinaus wirkendes Zeichen gesetzt. Von Anfang an hatten die Diözese, die Stadt Weingarten und die Caritas darauf hin gewirkt, dass die Sorge für geflüchtete Menschen nicht am Rande des gesellschaftlichen Geschehens stattfindet, sondern als Bestandteil einer integrativen Entwicklung der gesamten Stadtgesellschaft mit ihren unterschiedlichen Akteuren verstanden und gestaltet wird. „Das Ziel unserer Bemühungen muss es immer sein, dass in unserem Zusammenleben an erster Stelle nicht die Frage steht ‚Woher kommst Du?', sondern ‚Wer bist Du?'“, betonte Bischof Fürst.

Das Konzept des Weingartener Integrationszentrums, das im Wesentlichen von der Caritasregion Bodensee-Oberschwaben initiiert wurde, sieht eine Bündelung bereits bestehender sowie neu zu schaffender Dienste und Angebote unter einem gemeinsamen Dach vor. Dazu gehören seitens der Caritas die Flüchtlingssozialarbeit, die Migrationsberatung, die von der Landesregierung finanzierten Integrationsmanager, die Koordinierung der Freiwilligenarbeit und eine Stelle für interkulturelle Begegnung. Die Stadt Weingarten bringt in die Zusammenarbeit ihre Fachstellen für Integration und kommunale Flüchtlingsarbeit sowie die Geschäftsstelle für das Bundesprogramm „Demokratie leben“ ein.
Zu den angebotenen Diensten zählt auch die kirchliche Wohnrauminitiative, die seitens der Stadt unterstützt wird.

Künftige Aufgabe ist die gemeinsame Gestaltung von Integrationsprojekten und Begegnungsangeboten sowie die Vernetzung und die Kooperation mit in der Stadt tätigen Partnern, beispielsweise nichtchristliche Religionsgemeinschaften, Migrantenorganisationen, Kultur- und Sportvereine, soziale Einrichtungen sowie Bildungsträger.

Die Stadt Weingarten stellt in der Innenstadt kostenfrei ein Haus zur Verfügung; neben den gesetzlichen Leistungen von staatlicher Seite, Eigenmitteln der Caritas sowie der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden trägt die Diözese Rottenburg-Stuttgart einen beträchtlichen Teil der Kosten des Gesamtprojekts. Über eine Laufzeit von drei Jahren stehen jährlich rund 157.000 Euro aus diözesanen Mitteln zur Verfügung. Das „Modell Weingarten“ habe als Beispiel für innovative Integrationskonzepte auch an anderen Orten der Diözese eine wichtige und modellhafte Bedeutung, betonte Bischof Fürst.

Besonders freue es ihn, so Bischof Fürst, dass der Orden der Franziskanerinnen von Reute zusätzlich zu einer bereits seit Anfang 2014 in der Weingartener Flüchtlingsarbeit tätigen Schwester jetzt eine junge Schwester zur Mitarbeit im Integrationszentrum entsende. Über ihre unmittelbaren Aufgaben hinaus sei die Präsenz der Ordensfrauen im städtischen Leben ein Zeichen von großer Wirkung, sagte er.

 


Kirchliche Leitungsgremien konstituieren sich im kommenden Frühjahr

Neue Synodale in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern gewählt

Die Wahlausschüsse, wie hier im Kirchenkreis Mecklenburg unter Leitung von Jörg-Peter Vick (stehend), hatten alle Hände voll zu tun. Fast 400 Stimmzettelumschläge waren samt Inhalt zu prüfen und auszuwerten.  Foto: ELKM/C.Meyer
Die Wahlausschüsse, wie hier im Kirchenkreis Mecklenburg unter Leitung von Jörg-Peter Vick (stehend), hatten alle Hände voll zu tun. Fast 400 Stimmzettelumschläge waren samt Inhalt zu prüfen und auszuwerten. Foto: ELKM/C.Meyer

 

 

 

 

 

(Schwerin/Stralsund/cme/skü) - Korrekt gewählt und alle Stimmen ausgezählt: Die Wahlausschüsse in den evangelischen Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern hatten in den vergangenen Tagen alle Hände voll zu tun. Die Kirchengemeinderäte in den insgesamt 404 Gemeinden waren im September zur Stimmangabe aufgerufen. Jetzt steht fest, wer als neuer Kirchenkreissynodaler das Vertrauen von der Basis bekam. Die gewählten Frauen und Männer werden nunmehr schriftlich informiert. Sie haben anschließend eine Woche Zeit, ggf. zu erklären, dass sie die Wahl nicht annehmen. Erst dann stehen die endgültigen Wahlergebnisse für die beiden Synoden namentlich fest, welche anschließend im Portal www.kirche-mv.de veröffentlicht werden.

 

Großes Gewicht liegt auf Ehrenamt

 

Wie viele verschlossene Stimmzettelumschläge sind fristgerecht eingegangen? Ist das Wahlprotokoll korrekt ausgefüllt? Sind die Stimmzettel gültig oder nicht? Die Wahlausschüsse der beiden Kirchenkreise samt Helfer aus den Verwaltungen hatten eine Menge zu beachten und zu prüfen. Aber am Ende stand fest: „Von den 250 mecklenburgischen Kirchengemeinderäten nahmen 228 am Urnengang teil. Es gab verhältnismäßig wenige ungültige Stimmzettel“, so der mecklenburgische Wahlbeauftragte, Jörg-Peter Vick. Sein pommerscher Kollege, Hartmut Dobbe, kann Ähnliches vermelden: „Von den 154 pommerschen Kirchengemeinderäten haben 145 gewählt. 140 Stimmzettelumschläge sind innerhalb der kirchengesetzlich vorgeschriebenen Ausschlussfrist von einer Woche zwischen Wahl und Posteingang beim Wahlausschuss eingegangen. Ein Stimmzettelumschlag enthielt ungültige Unterlagen, so dass letztlich die Stimmen von 139 Kirchengemeinderäten gezählt werden konnten.“

 

 

 

Vier getrennte Wahlgänge fanden statt

 

Die Wahl der Kirchenkreissynoden fand in getrennten Wahlgängen für die vier Gruppen der Gemeinde-, Pastoren-, Mitarbeiter- und Werke-Synodalen statt. Danach werden beide Kirchenkreissynoden zu etwa zwei Dritteln aus ehrenamtlichen und zu einem Drittel aus hauptamtlichen Mitgliedern bestehen. Hintergrund: „Ein wichtiges Merkmal der Kirchenverfassung ist es, dass den in den Kirchenkreisen ehrenamtlich Tätigen in kirchlichen Gremien immer die Mehrheit gegenüber den beruflich Tätigen zusteht“, sagt Hartmut Dobbe.

 

 

 

Einige Synodale werden noch berufen

 

Im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg zählt die Synode insgesamt 55 Mitglieder, im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis sind es 66 Synodale. Allerdings gibt das Wahlgesetz der Nordkirche vor: Von den 55 Mitgliedern der mecklenburgischen Kirchenkreissynode wurden 50 gewählt und fünf werden noch vom Kirchenkreisrat berufen. Von den 66 Mitgliedern der pommerschen Kirchenkreissynode sind 60 gewählt worden, sechs werden noch vom Kirchenkreisrat berufen.

 

 

 

Konkret gewählt wurden in Mecklenburg 30 Gemeindesynodale, zehn Pastorensynodale und fünf Mitarbeitersynodale und fünf Werkesynodale. In Pommern sind 36 ehrenamtliche Gemeindeglieder, zwölf Pastorinnen beziehungsweise Pastoren, sechs Mitarbeitende sowie sechs Funktionstragende der kirchenkreislichen Dienste und Werke in die Synode gewählt worden.

 

 

 

„Die Wahl und Berufung der Mitglieder erfolgt für sechs Jahre. Jedes volljährige Gemeindeglied konnte für die Kirchenkreissynode seines Kirchenkreises kandidieren“, erläutert Jörg-Peter Vick. Gemeinsam mit seinem pommerschen Kollege, Hartmut Dobbe, ist er dankbar, dass sich „genügend Kandidatinnen und Kandidaten für die Synodenwahl fanden“. Denn neben der Wahl der Kirchenkreissynodalen war auch die Notwendigkeit, genügend Stellvertreterinnen und Stellvertreter zu wählen, zu beachten.

 

 

 

Synoden sind Bestandteil demokratischer Kultur

 

Die Kirchenkreissynode ist die Vertretung der Gesamtheit der Kirchengemeinden sowie der Dienste und Werke innerhalb des Kirchenkreises, quasi eine Art Kirchenparlament. Mindestens zweimal jährlich kommen die Synodalen zusammen, um auf Basis des Kirchenrechts über die Angelegenheiten des Kirchenkreises zu beraten und zu beschließen, zum Beispiel Satzungen, den Haushalt und den Stellenplan des Kirchenkreises.

 

 

 

Weitere Aufgaben der Kirchenkreissynode bestehen unter anderem aus der Wahl der Pröpste, der Mitglieder des Kirchenkreisrates und der Errichtung, Änderung und Aufhebung von Pfarrstellen. Die Mitglieder der Kirchenkreissynode werden alle sechs Jahre von den Kirchengemeinderäten gewählt. Die Kirchenkreissynoden und ihre Wahlen sind elementarer Bestandteil des demokratischen Aufbaus und Zeichen der demokratischen Kultur der Evangelischen Kirchen.

 


Diakonie Mecklenburg-Vorpommern

Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit

 

 

 

Jugendliche brauchen Perspektiven!
Fachleute aus der Jugendsozialarbeit benennen Handlungsbedarf

 

(Schwerin/ch) - Jugendliche im Übergang von der Schule in die Ausbildung oder den Beruf brauchen mehr Unterstützung. Das stellt der 15. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung fest. „Dies wird besonders in den ländlichen Regionen deutlich“, sagt Henrike Regen­stein, Vorstand des Diakonischen Werkes in Mecklenburg-Vorpommern. „Jugendspezifische Freizeitangebote, außerschulische Bildungsangebote und Ausbildungsmöglichkeiten brechen weg. Mecklenburg-Vorpommern ist wie ein Brennglas für die gesamte Republik. Probleme, die sich hier bereits sehr deutlich abzeichnen oder sogar schon unter den Nägeln brennen, müs­sen demnächst auch bundesweit von allen anderen gesellschaftlichen Akteuren gelöst wer­den.“

 

Am Mittwoch, 18.10.2017, beraten MultiplikatorInnen, Leitungskräfte und Fachkräfte der Ju­gendhilfe und Jugendsozialarbeit aus dem ganzen Bundesgebiet bei einer Tagung in Schwerin unter der Überschrift: „Gesellschaft im Wandel: Wohin bricht die Jugendsozialarbeit auf?“ die aktuellen Entwicklungen und den Handlungsbedarf. Veranstalter sind die Bundesarbeitsge­meinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) und das Diakonischen Werk Meck­lenburg-Vorpommern.

 

Unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel. „In den Veränderungen, die der Wandel mit sich bringt, liegen zwar große Chancen, es besteht aber auch die Gefahr, dass eine zunehmende Anzahl von Menschen sich abgehängt fühlt und Ängste um ihre eigene Zukunft entwickelt“, sagt Doris Beneke, Sprecherin des Vorstandes der BAG EJSA. „Misstrauen gegenüber der Politik, Ressentiments und Abwehr gegenüber eingewanderten oder neu hinzukommenden Menschen sowie ein Erstarken von Demokratiefeindlichkeit und Rassismus sind Phänomene, die wir vor diesem Hintergrund deutlich wahrnehmen und die große Herausforderungen für un­sere Gesellschaft mit sich bringen.“

 

Die Jugendsozialarbeit ist mit ihrer Erfahrung und ihrem fachlichen Knowhow ein kompetenter Partner, diesen Wandel mitzugestalten. „Die Expertise der Mitarbeitenden in der Jugendsozial­arbeit ist für die Politik wichtig“, betont Doris Beneke. Jugendliche, die sich in schwierigen Le­benssituationen alleine gelassen fühlen, die keine Perspektive für sich sehen, müssen an den richtigen Stellen und zum richtigen Zeitpunkt Unterstützung erhalten, damit sie sowohl sozial als auch beruflich ihren Platz in der Gesellschaft finden können.

 

Einen besonderen Handlungsbedarf sehen die ExpertInnen bei Jugendlichen, die volljährig werden, aber häufig noch nicht fähig sind, ihr Leben selbstständig in die Hand zu nehmen. Dazu gehören auch die Jugendlichen, die in den letzten Jahren nach Deutschland eingewan­dert sind. Zwar sieht die Jugendhilfe Hilfen für junge Volljährige vor. Diese werden jedoch häu­fig nicht gewährt. Es müssen alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, damit die Hilfen nicht mit Vollendung des 18. Lebensjahres enden. Auch muss mehr investiert werden, um passende Angebote entwickeln und vorhalten zu können.

 

 

 

Weitere Informationen

 

Was brauchen Jugendliche,
damit ihr soziale und gesellschaftliche Inte­gration gelingt?

 

1. Jugendliche im ländlichen Raum brauchen Angebote und Perspektiven!

 

Im ländlichen Raum sind Jugendliche durch den demografischen Wandel und Strukturverände­rungen besonders davon betroffen, dass jugendspezifische Freizeitangebote, außerschulische Bildungsangebote und Ausbildungsmöglichkeiten wegbrechen. Ganz bewusst und gezielt muss hier in die Infrastruktur investiert werden. Die Jugendsozialarbeit muss dahin kommen können, wo die Jugendlichen leben.

 

2. Jugendliche in der Schule brauchen mehr als Unterricht!

 

Neben einem durchstrukturierten Ganztag in der Schule verlangt die Lebenswelt von Jugendlichen auch andere Erfahrungsräume, die nicht im Kontext von Schule organisiert sind. Sozial­räumliche eigenständige Angebote der Jugendsozialarbeit müssen ausgebaut und auf solide fi­nanzielle Füße gestellt werden.

 

3. Jugendliche brauchen auch andere Formen des beruflichen Lernens!

 

Nicht jeder Jugendliche schafft problemlos den Einstieg in eine Ausbildung. Neben der Möglichkeit einer sozialpädagogischen Begleitung während der Ausbildung muss es daher verstärkt auch niedrigschwellige Angebote geben, in denen durch produktives Lernen eine Heranführung an eine berufliche Qualifizierung möglich ist.

 

4. Jugendliche brauchen Wertschätzung und Beteiligung!

 

Du bist wertvoll vor jeder Leistung! Diese Gewissheit brauchen Jugendliche, um sich entfalten zu können. Aber auch, um ihre Fähigkeiten zu entwickeln, damit sie sich eigenverantwortlich in ihrem Lebensumfeld und in der Gesellschaft beteiligen können. Neue Wege und Formen, Be­teiligung zu ermöglichen, müssen entwickelt und erprobt werden.

 

5. Jugendliche über 18 brauchen Hilfe bevor sie zum „Fall“ werden!

 

Auch junge Volljährige, die sozialpädagogischen Unterstützungsbedarf haben, brauchen eine angemessene Begleitung und eine ihrem Bedarf entsprechende Förderung. Die Möglichkeiten der Jugendhilfe enden aber meist bei Vollendung des 18. Lebensjahres. Hier müssen mehr passende Angebote entwickelt und vorgehalten werden.

 


Erstes Zentrum der Chaldäer in Europa - Eröffnung am Sonntag

Keine Zukunftsperspektive für Christen im Irak

 

(Rottenburg/Stuttgart/drs) - Mit einem Gemeindefest am kommenden Sonntag (22. Oktober) feiert die Chaldäische Katholische Gemeinde Mar Shimon Bar Sabbai die Eröffnung des ersten chaldäischen Zentrums in Europa. Mit finanzieller Unterstützung durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart und durch handwerkliche Eigenleistung sanierte die Gemeinde die Räumlichkeiten rund um die St. Pauluskirche in Stuttgart-Rohracker. Weihbischof Matthäus Karrer und Pfarrer Sizar Happe gestalten den Festgottesdienst am Sonntag um 11.00 Uhr.

Mit rund 1,5 Millionen Euro unterstützte die Diözese Rottenburg-Stuttgart die Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen des aus den 60er Jahren stammenden dreigeschossigen Gebäudekomplexes. Dazu zählten die energetische Ertüchtigung durch Dämmung, neue Fenster, neue Elektro- und Wasserleitungen sowie Brandschutzeinrichtungen.

An jedem Wochenende kommen in Stuttgart-Rohracker rund 400 bis 500 chaldäische Christen zusammen. Zur Gemeinde zählen insgesamt 6.000 Gläubige: 2.000 kommen aus dem Großraum Stuttgart, weitere 1.500 aus der ganzen Diözese und 2.500 von außerhalb der Diözese.

Laut Pfarrer Sizar Happe stammen etwa 80 Prozent der Gläubigen aus dem Irak, weitere 10 Prozent aus Syrien und nochmals 10 Prozent aus der Türkei. Die Situation für Christen im Irak sei nach 2003 zunehmend schlechter geworden, insbesondere nach 2014 mit dem Erstarken des IS, so Pfarrer Happe. Derzeit gäbe es für Christen im Irak keine klare Zukunftsperspektive. „Die Christen haben Angst, sie haben das Vertrauen verloren und keine Hoffnung mehr, in der Heimat bleiben zu können oder gar zurückzukehren“.


Auf Initiative von Bischof Gebhard Fürst wurde den chaldäischen Christen in der Diözese Ende 2014 die Pauluskirche in Stuttgart-Rohracker von der Katholischen Seelsorgeeinheit St. Urban überlassen. In einem ersten Bauabschnitt erfolgte die Sanierung des dazugehörigen Gemeindezentrum zwischen Oktober 2016 und Sommer 2017. Mit einem zweiten Bauabschnitt soll im Januar begonnen werden.

Die chaldäische Gemeinde hat nicht den Status einer muttersprachlichen Gemeinde wie andere Gemeinden für Katholiken anderer Nationalität. Sie untersteht dem orientalischen Kirchenrecht. Ist kein chaldäischer Bischof im Land, sind die chaldäischen Katholiken als Personalgemeinde unmittelbar dem örtlichen Bischof zugeordnet.

Die chaldäische Kirche ist seit dem 16. Jahrhundert mit der römisch-katholischen uniert und gehört zu den ältesten überhaupt. Während christliches Leben in Ländern des Vorderen Orients von Auslöschung bedroht ist, entstanden in Europa neue auf Dauer angelegte Gemeinden.

 


BADISCHER PFARRVEREIN FEIERT 125-JÄHRIGES BESTEHEN IN KARLSRUHE

„WEISHEITLICHE LEBENSBEGLEITUNG DURCH DIE PFARRERIN ODER DEN PFARRER“

(Karlsruhe/ekiba) - Zu seinem 125-jährigen Bestehen haben Vertreter der badischen Kirchenleitung dem Badischen Pfarrverein bei einem Festakt am heutigen Montag (16.10.) in Karlsruhe gratuliert. Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh dankte dem Pfarrverein für seine langwährende Unterstützung von Pfarrerinnen, Pfarrern und ihren Familien und würdigte „die Förderung von Miteinander und Kollegialität im Beruf“ durch den Verein.

Die Fähigkeit, in komplexen Situationen mit anderen „zu gemeinsam verantworteten Entscheidungen zu kommen und auch in Konflikten handlungsfähig zu bleiben“, bezeichnete der Landesbischof als eine zentrale Voraussetzung, „um gut und gerne im Pfarramt zu arbeiten“. Synodalpräsident Axel Wermke lobte in seinem Grußwort den „starken persönlichen Einsatz unserer Pfarrerinnen und Pfarrer, gleich an welchem Ort und für welchen Arbeitszweig sie tätig sind“. Er verwies zugleich auf die „großen Herausforderungen in den unterschiedlichen Zeiten“, auf den sich der Berufsverband und die darin vertretenen Pfarrpersonen stets einstellen mussten. Pfarrvereinvorsitzender Matthias Schärr hob hervor, dass der Pfarrertag stets überlege, „wie sich unser Beruf in der aktuellen Situation gestaltet, da unsere Gesellschaft einerseits säkularer wird, Religion aber gleichwohl zunehmend Thema geworden ist, auch durch die Präsenz anderer Religionen“.

In seinem Festvortrag zum Jubiläumstag plädierte der Praktische Theologe Thomas Schlag (Zürich) für „neue Perspektiven auf den Pfarrer und die Pfarrerin als öffentliche Person“. Schlag hob insbesondere die „Chancen einer öffentlich-weisheitlichen Lebensbegleitung“ des Pfarrers bzw. der Pfarrerin hervor, der „zuhören, neurahmen und ermöglichen“ solle. Die „weisheitliche pastorale Existenz“ sei aber nicht zu verwechseln mit dem „Bild des autoritativen Weisheitslehrers in seiner Studierstube“. Die pastorale Weisheit des Pfarrers solle vielmehr „den Einzelnen wie die Gemeinschaft zu gelingendem Leben“ befähigen und müsse „mehrperspektivisch und dialogisch“ sein.

Der Praktische Theologe widersprach einem verbreiteten Bild vom Pfarrer als Vermittler vermeintlich eindeutiger Werte. Vielmehr gehe es oftmals „um eine persönliche und glaubwürdige, aber eben auch theologisch fundierte Praxis der Aushandlung von Wertekonflikten“, erklärte Schlag und verwies beispielhaft auf der Komplexität der Flüchtlingspolitik als Herausforderung für kirchliche Stellungnahmen. Auch könne es für die Kirche in manchen Fällen „notwendig sein, sich schlichtweg nicht zu äußern, wenn man den Eindruck hat, dass man sich mit einer bestimmten Thema nicht seriös auseinandergesetzt oder schlichtweg die Komplexität überfordernd ist“, resümierte der Praktische Theologe.

Am 19. Oktober 1892 hatte die erste „Hauptversammlung“ des im Juni davor in Karlsruhe gegründeten Vereins stattgefunden. Neben der theologischen Weiterbildung waren der Zusammenhalt in der Pfarrerschaft und die materielle Versorgung, besonders im Krankheitsfall, ein Anliegen der Gründer. Hatte der Verein Anfang des 20. Jahrhunderts etwa 500 Mitglieder, so sind es heute mehr als 1.800 Pfarrerinnen und Pfarrer im Berufsdienst und im Ruhestand.

 


Bugenhagenmedaille für ehrenamtliches Engagement:

Nordkirche zeichnet Ina Koppelin und Annemarie Gieselbusch aus

(Schleswig/emw). Im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) wird die Erste Kirchenleitung in diesem Jahr Annemarie Gieselbusch aus Rendsburg und Ina Koppelin aus Bad Bramstedt mit der Bugenhagenmedaille für herausragendes ehrenamtliches Engagement auszeichnen. Die Verleihungen finden am 2. Adventssonntag (10. Dezember) statt: um 10 Uhr in der Christkirche in Rendsburg-Neuwerk an Annemarie Gieselbusch und um 15 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche in Bad Bramstedt an Ina Koppelin.

 

Bischof Gothart Magaard freut sich sehr, „dass gerade im Jahr des besonderen Reformationsjubiläums zwei außergewöhnliche Frauen durch die Erste Kirchenleitung ausgezeichnet werden. Beide haben sich in herausragender Weise um das kirchliche Leben verdient gemacht.“

Annemarie Gieselbusch (77) wurde 1966 erstmals von der Breklumer Mission nach Indien entsandt. Dort baute sie bei den Adivasi, der indigenen Bevölkerung innerhalb der Jeypore-Kirche, einen Basisgesundheitsdienst auf. Nach dem Ende ihrer langjährigen hauptamtlichen Tätigkeit im Bereich der Diakonie setzte Annemarie Gieselbusch ihr ehrenamtliches Engagement in der indischen Kirche in besonderer Weise fort. Von 2002 bis 2010 verbrachte sie jeweils sechs Monate im Jahr bei den Adivasi in Haldibad. Sie gewährleistete als ausgebildete Krankenschwester dort die gesundheitliche Versorgung und setzte sich zudem nachdrücklich für die Erneuerung der ökumenischen Kontakte zur damaligen Nordelbischen Kirche ein. In der Christkirchengemeinde Rendsburg-Neuwerk engagierte sie sich im Kirchenvorstand und gab den Impuls zu einem „Arbeitskreis Abschiebehaft“. Bis heute setzt sie sich zudem mit einem hohen Maß an interkultureller Kompetenz und Authentizität in der Flüchtlingshilfe der Christkirchengemeinde ein.

Ina Koppelin (65) arbeitete nach ihrem Pädagogikstudium 17 Jahre als Lehrerin an der Hauptschule in Bad Bramstedt. Parallel dazu engagierte sie sich auf kommunaler Ebene in der parteipolitischen Arbeit, als Stadtverordnete und Mitbegründerin des Seniorenbeirates. Nach Heirat und der Geburt der Töchter begann ihre kirchliche Mitarbeit. Ihr besonderes Interesse galt der Öffentlichkeitsarbeit, sie brachte sich auch in zahlreichen Ausschüssen und Gremien ein. Außerdem wirkte sie auf eine enge Vernetzung der Arbeit der Kirchengemeinde mit anderen Vereinen und Verbänden in Bad Bramstedt hin. Auch im Kirchenkreis engagierte sie sich in unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Im Mai 2009 wurde Ina Koppelin zur Präsidentin (später Präses) der ersten Synode des Kirchenkreises Altholstein gewählt. Durch ihren Leitungsstil, der die Beteiligung aller in den Blick nahm, hat sie die Arbeiten der Synodalen nachhaltig gefördert und wesentlich zum Zusammenwachsen des neuen Kirchenkreises beigetragen.

Bischof Magaard: „Beide Frauen haben unsere Kirche mit ihrem großen Engagement vor Ort und weltweit geprägt und Menschen auf diese Weise die Botschaft von der Menschenfreundlichkeit Gottes nahe gebracht. Mit Herz und Verstand und getragen von christlicher Nächstenliebe haben sie sich, jede an ihrem Ort, auf besondere Weise verdient gemacht. Das möchte die Erste Kirchenleitung mit der Verleihung der Bugenhagenmedaille würdigen.“

 


GEDENKFEIER ANLÄSSLICH DES 77. JAHRESTAGES DER DEPORTATION BADISCHER JUDEN

 



(Neckarzimmern/Waldshut/Karlsruhe/Freiburg/ekiba) - Ein neuer Gedenkstein von Jugendlichen aus Waldshut wird am Sonntag, 22. Oktober, um 15 Uhr am Mahnmal zur Erinnerung an die deportierten badischen Jüdinnen und Juden auf dem Gelände der evangelischen Jugendbildungsstätte Neckarzimmern eingeweiht. Jugendliche aus Mosbach präsentieren zudem einen Dokumentarfilm. Anlass ist die Gedenkfeier zum 77. Jahrestag der Deportation badischer Juden nach Gurs ins dortige Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Die Evangelische Landeskirche in Baden und die Erzdiözese Freiburg laden gemeinsam zur Gedenkfeier ein.


Das Mahnmal entstand im Rahmen eines ökumenischen Jugendprojektes der evangelischen und katholischen Kirche in Baden. Die etwa 20 Meter auf 20 Meter große Bodenskulptur in Form eines Davidsterns bietet Platz für Gedenksteine, die von Jugendgruppen und Schulklassen aus den insgesamt 138 Deportationsorten geschaffen werden. Mit dem neuen Gedenkstein aus Waldshut werden dann 121 Gemeinden mit einem Stein auf dem Mahnmal vertreten sein.

„Koffer packen und zum Abtransport bereit halten“ – mit diesem Befehl erschienen am Morgen des 22. Oktobers 1940 SA- und SS-Männer, Grenzschutzbeamte und Polizisten an den Türen der jüdischen Familien Badens. Initiiert wurde die Deportation vom nationalsozialistischen Gauleiter Robert Wagner. Sein Ziel war es, seinen „Gau“ rasch „judenfrei“ zu machen. Mehr als 6.500 Menschen wurden per Zug in das in Südwestfrankreich gelegene Lager Gurs gebracht, davon 5.600 aus Baden und 900 aus der Pfalz. Ein Drittel der Deportierten starb im Lager, andere wurden ab März 1942 nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

Ehrengast auf der Gedenkfeier ist der aus Washington DC angereiste Kurt Salomon Maier. Er wurde als Zehnjähriger mit seiner Familie aus Kippenheim bei Lahr nach Gurs verschleppt. Seit vielen Jahren besucht er auf Einladung der beiden Kirchen seine alte Heimat, um in Schulen und Kirchengemeinden über seine Kindheit, die Deportation und das Leben im Lager zu berichten.

Nach der Vorstellung des Waldshuter Steins durch ihre jugendlichen Schöpfer und einem Rundgang über das Mahnmal präsentieren Laura Scheck, Marie Bechtold und Lisa-Sophie den zehnminütigen Dokumentarfilm „Vergesst es nicht“ über die Mosbacher Juden im Dritten Reich. Die Jugendlichen haben ihren Film im Rahmen eines Schülerwettbewerbes des Bundespräsidenten gedreht.

 


Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis lädt ehrenamtliche Lektorinnen und Lektoren am 28. Oktober zum Lektoren-Tag nach Pasewalk ein

Einstieg ins Bibellesen

 

 

(Pasewalk/sk) - Der Pommersche Evangelische Kirchenkreis lädt am Sonnabend, 28. Oktober, von 10 bis 14.30 Uhr zu einem Lektoren-Tag in die Pasewalker St. Marienkirche in der Großen Kirchenstraße ein. An den geistlichen Beginn des Lektoren-Tags und die Begrüßungsrunde schließt sich ein Kurzreferat zum Thema „Einstieg ins Bibellesen“ an. „In dem Referat geht es um eine kleine Einführung in biblische Bücher und auch um das ganz persönliche Bibellesen“, so Luise Müller-Busse, Pastorin für die Qualifikation und Begleitung der Ehrenamtlichen des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises. Das Motto könne dabei lauten: Was mir selbst wichtig ist, kann ich auch an andere gut weitergeben. Unter einem weiteren Programmpunkt geht es um den Austausch über Materialien zum Lektorendienst. Nach einem Imbiss beginnt die Gruppenarbeit zu verschiedenen Themen und mit praktischen Übungen. Der Lektoren-Tag ist ein Angebot für alle Lektorinnen und Lektoren in der Propstei Pasewalk. Als Lektoren werden in der evangelischen Kirche theologisch grundausgebildete Laien bezeichnet, die den Gottesdienst als Vorlesende mitgestalten beziehungsweise gestalten. Anmeldungen zum Lektoren-Tag in Pasewalk werden bis zum 25. Oktober unter Telefon 038352 / 666188 oder E-Mail ehrenamt@pek.de erbeten.

 

 

 

Weitere Informationen

 

 

 

Luise Müller-Busse, Pastorin für die Qualifikation und Begleitung der Ehrenamtlichen des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises, Telefon: 038352 / 666188, E-Mail: ehrenamt@pek.de

 

 

 

Pastorin Luise Müller-Busse ist im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis für die Begleitung und Qualifikation von Ehrenamtlichen zuständig. Sie ist die Ansprechpartnerin des Kirchenkreises für Ehrenamtliche und auch für diejenigen, die mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten. Sie gestaltet Veranstaltungen für Ehrenamtliche und mit Ehrenamtlichen. Zu ihren Aufgaben gehört zudem unter anderem die Aus- und Weiterbildung der Lektorinnen und Lektoren sowie die Begleitung und Weiterbildung der Prädikantinnen und Prädikanten im Kirchenkreis.

 


DIE FREIBURGER SCHRIFTSTELLERIN ANNETTE PEHNT IM GESPRÄCH ÜBER DIE REFORMATION UND DIE EVANGELISCHE KIRCHE HEUTE

„GELINGENDES LEBEN, DAS ICH NICHT VORWEGNEHMEN KANN“

(Freiburg/ekiba) - Die Freiburger Schriftstellerin Annette Pehnt hat zum Reformationsjubiläum auf die Grenzen menschlicher Machbarkeit hingewiesen. „Ja, es gibt Momente gelingenden Lebens, die ich nicht vorwegnehmen kann und die plötzlich vor mir auftauchen. Wenn ich wach genug bin, dann kann ich sie begreifen. Ein wichtiger Gedanke in einer Zeit, in der wir uns ständig über unsere Leistung beweisen müssen“, erklärte die Autorin in einem Gespräch mit dem Freiburger Stadtdekan Markus Engelhardt. Sie bezog sich dabei auf die zentrale Botschaft der Reformation, dass sich der Mensch nicht durch seine eigenen Taten vor Gott rechtfertigen könne.

Als einen „Ort der Gemeinschaft und der Suche“ beschrieb Pehnt die evangelische Kirche. Sie wünsche sich die Kirche als Gemeinschaft, wo sie das gelebt sehe, was ihr am Glauben wichtig sei. „Da habe ich manchmal radikale Vorstellungen, sehe die Kirche als Konsequenz biblischer Texte und werde, was die Umsetzung angeht, bei der Suche manchmal nicht so recht fündig“, räumte die Schriftstellerin ein. Nicht zuletzt sei die Kirche ein Ort, an dem sie die Fragen nach Gott stellen kann. „Da bin ich leidenschaftlich auf der Suche. Ich könnte nicht sagen, dass ich angekommen oder aufgehoben im Glauben wäre. Aber die Frage nach Gott lässt mich nicht los“, bekannte die Freiburger Autorin.

Die gebürtige Rheinländerin (Jg. 1967) stammt eigenen Angaben zufolge aus einer atheistischen Familie. In der Pubertät habe sie sich „unbedingt mit Kirche auseinandersetzen wollen“ und sei Weihnachten allein in die Kirche gegangen. Im katholischen Köln habe sie dann eine evangelische Gemeinde gefunden, die sich stark in der Friedensbewegung und in der Taizé-Bewegung engagierte. Seit 1992 lebt Annette Pehnt als Schriftstellerin in Freiburg. 2001 erschien ihr erster Romans „Ich muss los“, weitere Bücher folgten, unter anderem „Chronik der Nähe“ (2011). Die Autorin auch von Kinderbüchern, erhielt mehrere Preise, u.a. den Kulturpreis Baden-Württemberg in diesem Jahr. Am Reformationstag (31.10.) wird sie gemeinsam mit Dekan Markus Engelhardt und einer weiteren Pfarrerin beim Fest- und Gedenkgottesdienst im Freiburger Stadttheater predigen.

Der Theologe Markus Engelhardt (55) ist seit 2007 Dekan des evangelischen Stadtkirchenbezirks Freiburg.

 

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Hier das Interview im Wortlaut:

Was ist für Sie die Kirche und was wünschen Sie sich von ihr?

Pehnt: Gerade die evangelische Kirche ist für mich ein Ort des Wortes. Da habe ich die Muße, über einen zentralen Text nachzudenken und mit dem Text in ein Gespräch zu kommen. Es ist aber auch ein Ort der Andacht. Diese beiden Dinge, Wort und Andacht, die sind für mich ganz zentral. Dann wünsche ich mir Kirche als eine Gemeinschaft, wo ich das gelebt sehe, was ich an unserem Glauben wichtig finde. Da habe ich manchmal radikale Vorstellungen, sehe die Kirche als Konsequenz biblischer Texte und werde, was die Umsetzung angeht, bei der Suche manchmal nicht so recht fündig. Und nicht zuletzt ist die Kirche ein Ort, an dem ich Fragen nach Gott stellen kann, da bin ich leidenschaftlich auf der Suche. Ich könnte nicht sagen, dass ich angekommen oder aufgehoben im Glauben wäre. Aber die Frage nach Gott lässt mich nicht los.

Braucht es denn die Kirche für den Glauben?

Engelhardt: Ich denke, manche Dinge kann ich mir nicht selbst sagen. Da brauche ich jemand, der es mir zuspricht, zum Beispiel im Gottesdienst. Es ist hilfreich, gemeinsam über das Geheimnis Gottes nachzudenken, das immer viel größer ist, als dass wir es irgendwie fassen könnten. Aber auch den Zweifel und die Klage zu teilen bei all den entsetzlichen Dingen, die manchmal geschehen. Dann ist es gut, einen Raum und eine Gemeinschaft zu haben, um die Gefühle und Gedanken zu sortieren. Da ist die Kirche für mich unverzichtbar.

Die Schriftstellerin schreibt, der Pfarrer auch, vor allem die Predigt. Wo entdecken Sie da Gemeinsamkeiten?

Pehnt: Ich denke da eher an das Gebet. Beides, das Schreiben und das Gebet hängen ja mit einer inneren Einkehr zusammen. Wenn ich schreibe, erforsche ich mich selbst und zugleich die Sprache: also etwas, das größer als ich ist. Das tue ich mit bestimmten Formen, die überliefert sind, die ich aber auch immer wieder neu befragen muss. Da entsteht dann eine Art Dialog, wie beim Gebet mit Gott.

Engelhardt: Pfarrer und Schriftsteller haben ja beide ihren Text zunächst nicht wörtlich vor sich, sondern lassen sie in einem längeren Prozess reifen. Auch wenn ich in der Predigt den Bibeltext und ein gewisses gedankliches Gerüst habe, bevor ich anfange zu schreiben, mache ich immer wieder die Erfahrung, dass sich das Gerüst beim Schreiben verändert und sich die Gedanken erst beim Schreiben verfertigen.

Pehnt: Ja, das kenne ich, dass der Text einen quasi schreibt. Da kommt die Sprache auf mich zu und legt mir etwas nahe, was ich vorher gar nicht geplant hatte.

An wen denken Sie eigentlich, wenn Sie einen Roman oder eine Predigt schreiben?

Pehnt: Wenn ich literarisch arbeite, versuche ich ja erstmal, auf die Welt um mich herum mit einer Form zu reagieren, die ich entwickle. Da denke ich nicht an ein bestimmtes Publikum oder daran, ob das Buch später wahrgenommen wird. Erst im zweiten Schritt geht es um die Zuhörer, aber ich schreibe nicht mit dem Gedanken, bestimmte Wünsche oder Bedürfnisse erfüllen zu müssen.

Meier: Das hängt natürlich davon ab, wo ich sonntags predige. In der Regel stelle ich mir keine konkrete Person vor, sondern versuche mich, auf die Gemeinde einzustellen, in dem ich mich vorher über sie informiere, etwa über die sozialen Strukturen oder mir Gedanken darüber mache, was die Menschen bewegt. Manchmal weiß ich aber, dass ein Predigthörer einen schweren Schicksalsschlag hatte, und damit ringt. Da überlege ich mir dann schon beim Predigen, was meine Worte jetzt vielleicht mit dieser Person machen.

Die Kirche wird ja bisweilen als Instanz der Vermittlung von Sinn und Werten eingeschätzt. Macht das die Literatur nicht auch?

Pehnt: Da wird es schon schwieriger mit der Ähnlichkeit. Ich denke, Kunst ist nicht dazu da, fertig abgepackten Sinn zu formulieren. Wenn Literatur versucht, fertige Sinnangebote zu vermitteln, scheitert sie meist. Viel mehr treiben mich Fragen, Unsicherheiten und Zweifel um.

Engelhardt: Luther hat einmal gesagt, der Zweifel und die Anfechtung machen den Theologen erst aus. Das verbindet mit mich mit anderen Christen. Aber ich mache die Erfahrung, dass Menschen, die auf irgendeine Weise vom Glauben berührt sind, eine Vertiefung ihrer Existenz und auch ein Stück Lebensqualität erfahren, vielleicht kann man es auch Lebenssinn nennen. Mit der Wertevermittlung bin ich eher zurückhaltend. Es geht ja beim kirchlichen Auftrag nicht darum, den Menschen in erster Linie zu sagen, dass sie sich an diesem oder jenem Wert orientieren müssen, damit das Leben gelingt. Vor allem müssen Werte stets in ihrem Kontext gesehen werden, und nicht absolut gesetzt werden. Vor fünfzig Jahren hätte man vielleicht gesagt, es sei ein christlicher Wert, dass Frauen nicht berufstätig sein sollen. Wir gehen in der Tat davon aus, dass Wertvorstellungen sich wandeln können.

Wie sind Sie eigentlich Protestantin geworden?

Pehnt: Ich brauchte erst eine Zeit, mich überhaupt als Protestantin zu fühlen, weil ich aus einer atheistischen Familie komme. In der Pubertät habe ich mich dann unbedingt mit Kirche auseinandersetzen wollen. Da bin ich dann Weihnachten allein in die Kirche gegangen und auch die Konfirmation habe ich schließlich durchgesetzt. Im katholischen Köln habe ich eine evangelische Gemeinde gefunden, die sich stark in der Friedensbewegung und in der Taizé-Bewegung engagierte.

Und wie lebt es sich in einer katholischen Stadt?

Engelhardt: Die Frage ist heute weniger die nach dem Unterschied von Katholiken und Protestanten.  Interessanter ist, wie ich das Christsein, evangelisch und katholisch, in einer liberalen, manchmal esoterisch geprägten und eher kirchenabständigen Stadt wie Freiburg erlebe. Das ist für mich wichtiger als die Suche nach einem irgendwie protestantischen Profil im Schatten des katholischen Münsters. Diesen Schatten des Münsters habe ich nie empfunden. Zentrale Aufgabe ist es doch, den Menschen plausibel zu machen, was Kirche und Christentum heute für eine Relevanz haben. Es gibt hier eben viele Menschen, die keine religiös Suchende sind und die Kirche mit unseren Gottesbildern und Traditionen nicht für ihr Leben brauchen. Denen möchte ich nicht einreden, dass sie den Glauben brauchen, aber ich möchte gerne ein Gespräch führen und über den Glauben auskunftsfähig sein.

Manche Menschen kritisieren, dass die Kirche zu reich sei. Sehen Sie das auch so?

Pehnt: Ich nehme wahr, in wie vielen Arbeitsfeldern sich die Kirche überaus sinnvoll einsetzt. Zum Beispiel in der Flüchtlingsarbeit, in der Kinder- und Jugendarbeit oder an sozialen Brennpunkten. Ich denke, dafür kann man nicht Geld genug haben. Und ich finde es gut, dass das von meinen Kirchensteuergeldern getragen wird. Besonders wichtig ist für mich die Bildungsarbeit, zum Beispiel im frühkindlichen Bereich, um die Sprachkompetenz zu stärken.

Engelhardt: Ich denke, heute ist es ganz wichtig, dass wir als Kirche immer wieder konkret zeigen, was mit dem Geld der Kirchensteuer Sinnvolles gemacht wird, zum Beispiel auf dem Feld der Diakonie mit ihrer professioneller Arbeit. Und dass es gut ist, dass die Kirche aufgrund staatskirchenrechtlicher Regelungen in der Öffentlichkeit präsent ist. Man sieht ja in Frankreich, was der Rückzug der Kirche aus der Öffentlichkeit für die Gesellschaft bedeutet.  

Im Jahr des Reformationsjubiläums erinnert die Kirche auch an die zentrale Botschaft der Rechtfertigung des Menschen vor Gott. Auch heute erleben viele Menschen einen starken Druck, ihren Wert aus der eigenen Leistung zu begründen. Ist das nicht ein aktueller Gedanke, dass man manches nicht leisten muss, sondern es einem zugesprochen oder geschenkt wird?

Pehnt: Ja, es gibt Momente gelingenden Lebens, die ich nicht vorwegnehmen kann und die plötzlich vor mir auftauchen. Wenn ich wach genug bin, dann kann ich sie begreifen. Ein wichtiger Gedanke in einer Zeit, in der wir uns ständig über unsere Leistung beweisen müssen. Das gilt auch für Schriftsteller: möglichst aktuell, berührend, relevant, klug sein zu müssen.

Engelhardt: Ich erlebe immer wieder Menschen, die nach einem sicheren Grund fragen, auf dem sie stehen können und auf dem sie sich angenommen wissen. Das kann auf der zwischenmenschlichen Ebene, aber auch in der Religion liegen. Im Neuen Testament heißt es ja, dass Gott und die Liebe am Ende identisch sind…

Pehnt: … Das ist mein Konfirmationsspruch: Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

Engelhardt: Wenn wir die Erfahrung von Liebe machen, dann machen wir die Erfahrung, beschenkt zu werden, auch von Gott. Das Entscheidende können wir im Leben eben nicht selbst machen, der Mensch ist ja im Tiefsten und Letzten kein Machender, sondern ein Empfangender, nicht nur am Anfang und Ende des Lebens. Überhaupt ist der Mensch als Ebenbild Gottes ein unerschöpfliches Geheimnis und es ist ein Grundwunder, dass es uns überhaupt gibt.

Interview: Daniel Meier


„Auf das richtige Gefühl verlassen“

  Weihbischof Franz Josef Gebert. Foto: bt
Weihbischof Franz Josef Gebert. Foto: bt

 

(Trier/Rom/bt) – Weihbischof Franz Josef Gebert kann sich in wichtigen Fragen auf sein „Bauchgefühl“ verlassen: Heute genau wie vor über vier Jahrzehnten, als er sich entschied, Priester zu werden. Am 10. Oktober hat er jetzt das 40-jährige Jubiläum seiner Priesterweihe an dem Ort gefeiert, an dem ihn 1977 Kardinal Joseph Höffner zum Priester weihte – in Rom.

 

„Es war kein langer Entscheidungsprozess, sondern eigentlich eine Sache weniger Minuten“, erinnert sich Gebert an jenen Tag, an dem er sich mit 17 Jahren dazu entschloss, Priester zu werden. Als Sohn einer Winzerfamilie aus Schweich hatte er gerade die Ausbildung zum Weinhandelsküfer abgeschlossen und interessierte sich eigentlich für eine weiterführende weintechnische Ausbildung. „Als ich dann eines Samstags in der Kirche stand und auf die Beichte wartete, wusste ich plötzlich ganz klar: Ich möchte Priester werden. Also habe ich das dem Kaplan dann nach der Beichte gesagt.“ Gebert verließ sich auf jenes untrügliche Bauchgefühl, holte sein Abitur an der Abendschule nach und studierte in Trier und in Rom Theologie. Heute sagt er: „Ich bin froh, diese Entscheidung getroffen zu haben – bereut habe ich sie an keinem Tag, auch wenn es wie in jeder Aufgabe mal schwierige Situationen gab.“

 

Nach 40 Jahren ist Gebert nun als Weihbischof an den Ort seiner Priesterweihe, die große Jesuitenkirche St. Ignatius in Rom, zurückgekehrt. Dort werden traditionell am 10. Oktober die Priesterkandidaten des Collegium Germanicum, an dem auch Gebert studierte, geweiht. Es sei „ein schönes Gefühl“ gewesen, an seinem persönlichen Jahrestag die Weihe der jungen Mitbrüder im Gottesdienst zu erleben, schildert Gebert. In Rom habe er viele alte Bekannte getroffen und sich sehr gut an den Tag seiner Weihe erinnern können, an dem damals auch 150 Gemeindemitglieder aus Schweich gekommen waren, darunter auch Freunde und Familie. Anspannung habe er damals gespürt, „aber richtige Aufregung eigentlich nicht. Man bereitet sich ja doch lange auf diesen Tag vor“.

 

 

 

Ähnlich sei es ihm auch am 3. September gegangen, als Bischof Stephan Ackermann ihn zum Bischof weihte. Die Entscheidung von Papst Franziskus habe ihn zwar auf Grund seines Alters überrascht, aber er freue sich darüber, dass das Amt des Weihbischofs ihm noch einmal neue und interessante Aufgaben biete. „Eine Hauptanliegen in den nächsten Jahren wird definitiv die Umsetzung unserer Bistumssynode sein. Ich war und bin ein großer Befürworter der Synode und ihrer vier Perspektivwechsel. Es gibt da einen unendlich großen Kommunikationsbedarf und als Weihbischof möchte ich dazu beitragen, dass bei allen Spannungen gute Kommunikation gelingt und wir nicht auf der Hälfte des Wegs stecken bleiben.“ Er halte nichts von einer „Salamitaktik“, die nach und nach Veränderungen nur dann anstoße, wenn man vor vollendeten Tatsachen stehe. „Die Synode biete die Chance, einen großen Sprung zu machen.“ Vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst wolle er intensiv einbinden. Auch seine Arbeit als Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes seit dem Jahr 2000 hat den neuen Weihbischof geprägt. Er sehe sich als „Anwalt für die diakonische Dimension der Synode“. So sei ihm beispielsweise wichtig, dass es eine gut definierte strukturelle Zusammenarbeit zwischen Pfarreien und Caritasverbänden vor Ort gebe.

 

Egal ob als Bischofskaplan, als Subregens am Priesterseminar in Trier, als Leiter der Abteilung „Pastorale Dienste“ im Bischöflichen Generalvikariat oder als Vorsitzender des Caritasverbands – immer habe er seine Arbeit zusammen mit anderen Menschen gemacht und dadurch immer Rückhalt gespürt und die Priesterlaufbahn nicht bereut. Eine Konstante in seinem beruflichen wie privaten Leben sei für ihn immer die Bindung an den Trierer Dom gewesen, sagt Gebert rückblickend. Seit seiner Zeit als Domvikar ab 1981 war er mit verantwortlich für die Liturgie, (also das gesamte gottesdienstliche Geschehen) im Trierer Dom. „Es war mir manchmal vielleicht gar nicht so bewusst, aber der Dom ist mir immer eine geistliche und emotionale Heimat gewesen, wie eine Grundmelodie in meinem Leben.“ So sei auch seine Frömmigkeit stark kirchlich geprägt, die Liturgie trage und gebe Halt, erläutert Gebert. Auf die ersten paar Wochen im Amt des Weihbischofs zurückschauend, kann sich Gebert auch dieses Mal auf sein Bauchgefühl oder anders ausgedrückt – sein Herz – verlassen: Ich bin froh und dankbar für dieses neue Amt. Es bringt mich nochmal aus anderer seelsorgerischer Perspektive mit den Menschen im Bistum zusammen.

 


105 Pilger reisen zu Hundertjahrfeier von Marienerscheinung

Wallfahrt führt nach Fatima in Portugal

 

Großes Pilgertreffen in Nazare. Die Gruppe aus dem Bistum Trier traf auf die Wallfahrer aus den Bistümern Limburg und Fulda. Gemeinsam wurde in der Pfarrkirche Nossa Senhora da Nazaré die Heilige Messe gefeiert. (Foto: Stephan Schnelle)

 

 

(Trier/Fatima/bt) – Hier soll vor hundert Jahren drei Hirtenkindern mehrfach Maria, die Mutter Gottes, erschienen sein: Fatima in Portugal ist das Ziel von 105 Pilgerinnen und Pilger aus dem Bistum Trier. Sie besuchen vom 10. bis 17. Oktober 2017 den Ort dieser Begegnungen. Weihbischof Jörg Michael Peters und Pfarrer Joachim Waldorf begleiten die Wallfahrt nach Portugal als geistliche Leiter.

 

In den Tagen um die Hundertjahr-Feierlichkeiten lernen die Pilger aus dem Bistum Trier die Botschaft von Fatima näher kennen. Sie besuchen die heiligen Orte der Erscheinungen und begehen einen Kreuzweg zum Geburtsort der drei Hirtenkinder Lúcia dos Santos und Jacinta und Francisco Marto. Am 13. Oktober finden die großen Jubiläumsfeierlichkeiten in Fatima statt. Mit einer internationalen Messe auf dem Platz der Basilika wird die letzte der Marienerscheinung, die am 13. Oktober 1917 stattfand, gefeiert. Außerdem besuchen die Pilger die Stadt Coimbra und das dortige Kloster, in dem Lúcia dos Santos den Großteil ihres Lebens als Nonne verbrachte.

 

Neben Fatima stehen weitere Wallfahrtsziele für die Pilgergruppe auf dem Programm. Das Kloster in Alcobaça, mit der größten Kirche Portugals, und das Kloster in Batalha gehören zum Weltkulturerbe. Die Pilger besichtigen auch die Hauptstadt Lissabon sowie das Geburtshaus des heiligen Antonius von Padua.

 

Mehrere Male sollen den drei portugiesischen Hirtenkindern 1916 Engelgestalten und 1917 die Gottesmutter Maria in Fatima erschienen sein. Diese sollen die Kinder aufgefordert haben, für die Menschen zu beten, die von Gott abgekommen waren. Am 13. Mai, dem Tag ihrer ersten Marienerscheinung, hat Papst Franziskus 2017 die als Kinder verstorbenen Geschwister Jacinta und Francisco Marto heiliggesprochen. 

 


Die Greifswalder Domgemeinde ruft zur Teilnahme an der Aktion „Postkarten-Welle“ zugunsten in der Türkei inhaftierter Menschenrechtler auf.

Freiheit für Peter und Ali

Neben dem Eingang des Greifswalder Doms weist ein Banner auf die Aktionen für die in Istanbul Inhaftierten hin. Foto: Michael Berger / Evangelische Kirchengemeinde St. Nikolai
Neben dem Eingang des Greifswalder Doms weist ein Banner auf die Aktionen für die in Istanbul Inhaftierten hin. Foto: Michael Berger / Evangelische Kirchengemeinde St. Nikolai

 

(Greifswald/sk) - Die Greifswalder Domgemeinde ruft zur Teilnahme an der Aktion „Postkarten-Welle“ des Vereins Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion KURVE Wustrow auf. Mit dem Versenden von Postkarten an zehn in der Türkei inhaftierte Menschenrechtler und Friedensaktivisten – bekannt geworden als „Istanbul 10“ – sollen diese in ihrer ungewissen Situation gestärkt und soll gleichzeitig ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden. Bei den zehn Inhaftierten, die bereits seit Juli in Gefangenschaft sind, handelt es sich um den Berliner Peter Steudtner, den Schweden Ali Gharavi, die Direktorin von Amnesty International Türkei, Idil Eser, sowie sieben türkische Menschenrechtler. „Wir bitten um Beteiligung an der Postkartenaktion“, sagt Pastor Matthias Gürtler. „Es dauert nicht lange, eine Postkarte zu schreiben - für die Inhaftierten kann aber jede Karte einen Schritt in Richtung Freiheit bedeuten!“

  

 

Wöchentliches Gebet für inhaftierten Berliner 

 

Peter Steudtner widmet sich seit Jahrzehnten beruflich und privat der Friedensarbeit. Dazu gehört die Beratung und Fortbildung von Fachkräften und Organisationen im Bereich ziviler gewaltfreier Konflikttransformation, beispielsweise im Rahmen des Programms „Ziviler Friedensdienst“ in Ländern wie Nepal, Kenia, Mosambik und Israel. Er leitete die Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e. V. KURVE Wustrow. „Ich habe mit Peter Steudtner eine Zeitlang in der Mediengruppe des Lutherischen Weltbundes und bei der Vorbereitung von Weltdiensttagen zusammengearbeitet“, erzählt Matthias Gürtler. „Peter und seine Familie gehören zur Gethsemane-Gemeinde in Berlin, die seit Juli immer montags um 18 Uhr zum Friedensgebet für die ‚Istanbul 10‘ einlädt.“

 

  

Solidaritätsbekundungen per Post 

 

Und so funktioniert die „Postkarten-Welle“: Unterstützende schreiben eine Postkarte mit persönlichen Botschaften und Wünschen an Ali, Günal, Idil, Ilknur, Nalan, Nejat, Özlem, Peter, Şeyhmus oder Veli. Dabei wird eine Postkarte immer nur an eine Person der „Istanbul 10“ gerichtet. Wer sich entscheidet, an mehr als eine Person zu schreiben, verfasst weitere, separate Karten. „Vielleicht schreibst Du an nur eine Person, die Du persönlich kennst, doch wenn Du magst, kannst du auch an die schreiben, die Du noch nicht persönlich kennengelernt hast“, so die Initiatoren der Aktion vom Verein KURVE Wustrow. Da die Postkarten vom Gefängnispersonal gelesen werden, sollen sie keine „vertraulichen“ Informationen enthalten und Kommentare über die politische und allgemeine Situation in der Türkei vermeiden. Solidaritätsbekundungen seien in Ordnung, jedoch sollten die Karten respektvoll und ohne herabwürdigende Sprache verfasst werden, so der Verein.

 

  

Friedensaktivisten drohen bis zu zehn Jahre Haft 

 

Da noch nicht geklärt ist, wie und wann die zehn Inhaftierten die Post erhalten können, sammelt der Verein zunächst alle Sendungen. Die Postkarten gehen daher in einem Umschlag an folgende Adresse: KURVE Wustrow, Kirchstraße 14, 29462 Wustrow. Die Initiatoren werden die Postkarten übermitteln, sobald es möglich ist. Damit die Absender darüber informiert werden können, wann dies geschehen ist, bittet der Verein die Absender, ihre Kontaktdaten inklusive Email-Adresse der Postkarte separat beizulegen. Mit dem Aufruf zur Teilnahme an der „Postkarten-Welle“ verbindet Pastor Matthias Gürtler die Hoffnung, dass doch noch eine Lösung gefunden wird. „Die Bundesregierung setzt sich für die Freilassung Peter Steudtners ein, das versicherte Bundeskanzlerin Merkel bei ihrem Besuch am 31. August im Dom. Bisher führten aber alle diplomatischen Initiativen nicht zur Freilassung“, so der Pastor. Am 8. Oktober wurde gestützt auf anonyme Zeugen gegen Peter Steudtner Anklage wegen Vorbereitung eines Umsturzes erhoben. Ihm drohen fünf bis zehn Jahre Haft.

 


Online-Information zu Sonntagskollekten in der Nordkirche gestartet

Landesbischof Ulrich: „Kollekte ist Ausdruck von Dankbarkeit und Solidarität“

 

(Schwerin/Kiel/mb/std) - Wer spendet, möchte wissen, dass sein Geld gut angelegt ist. Diesem Informationsbedürfnis kommt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) mit einem neugestalteten Kollektenportal im Internet entgegen. Unter www.kollekten.de informiert sie darüber, wofür die Sonntagskollekten in den Gottesdiensten der rund 1.000 Kirchengemeinden bestimmt sind. Seit einigen Tagen ist das neugestaltete Internetportal www.kollekten.de online. Dort werden unter anderem über 100 Projekte vorgestellt, die Kirchengemeinden für Kollekten in ihren Gottesdiensten auswählen können.

 

Darüber hinaus bietet das Portal eine weitere Möglichkeit, so Mathias Benckert, der als Referent im Landeskirchenamt das Portal www.kollekten.de konzipiert hat: „Häufig denken Jubilare oder Hochzeitspaare anlässlich ihres freudigen Festes auch an Menschen, denen es nicht so gut geht, die in Not geraten sind oder aus anderen Gründen Unterstützung brauchen. Sie bitten dann ihre Gäste um Spenden für einen entsprechenden Zweck. Dafür finden sie auf www.kollekten.de hilfreiche Anregungen und Beispiele.“

 

Informationen zum Umgang mit Kollekten und Spenden in der Nordkirche

 

Landesbischof Gerhard Ulrich begrüßt das neue Kollektenportal der Nordkirche und erinnert an die Bedeutung der Kollekte im Gottesdienst: „Eine Kollekte ist Ausdruck von Dankbarkeit und Solidarität. Sie ist aber noch mehr: Als Dankopfer vereint sie Gebende und Nehmende im Lobpreis Gottes, der will, dass alle Menschen Anteil haben an der Fülle des Lebens. Es ist so Bindeglied zwischen dem Gottesdienst in der Kirche und dem Alltag in der Welt.“ Zugleich dankt der Landesbischof den Kirchengemeinderäten in der Nordkirche und allen Spendern für die Unterstützung von Hilfsprojekten: „Damit sorgen Sie dafür, dass jedes Jahr vielen Menschen direkt geholfen werden kann. Dafür danke ich Ihnen und allen Geberinnen und Gebern herzlich, auch im Namen der vielen Menschen, denen die Kollekten zugutekommen.“

 

Die auf www.kollekten.de vorgeschlagenen Projekte bilden die Vielfalt kirchlichen Engagements in der Gesellschaft ab. Neben Kindernothilfe, Suchtkrankenhilfe, Bildungsangeboten für Menschen in Haft finden sich darin auch die Kirchliche Gedenkstättenarbeit an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Flüchtlingshilfe in Uganda, Begleitung von Menschen in Trauer, Projekte von „Brot für die Welt“ oder die Bahnhofsmission.

 

Zudem erhalten Internetnutzer auf www.kollekten.de wichtige Informationen zur Kollekte im Gottesdienst, zum Kollektensystem der Nordkirche und zum Umgang mit anvertrauten Spendengeldern. Darüber hinaus bieten auf www.kollekten.de Einrichtungen und Projekte, deren Arbeit mit den Kollekten unterstützt werden kann, zusätzliche Informationen, Fotos und Videos zum Kollektenzweck sowie inhaltliche Vorschläge für die gottesdienstlichen Abkündigungen und Fürbitten dazu an.

 

„Wir sind dankbar für seit Jahren konstant hohe Kollekten in der Nordkirche“, betont Mathias Benckert. Abgesehen vom Heiligabend hätten Gottesdienstbesucher an den einzelnen Sonn- und Feiertagen des Jahres 2016 hochgerechnet im Durchschnitt jeweils rund 93.000 Euro gespendet, so Mathias Benckert. Hinzu kämen die am Heiligabend traditionell für „Brot für die Welt“ bestimmten Kollekten in Höhe von insgesamt 1,86 Millionen Euro. Benckert: „Das bedeutet eine geschätzte Gesamtsumme von rund 7,81 Millionen Euro für das Jahr 2016.“

 

In dem neuen Kollektenportal finden zudem alle Kirchengemeinderäte die Online-Version des Kollektenkatalogs 2018 der Nordkirche, der Projekte enthält, die von der Ersten Kirchenleitung für die Unterstützung durch Spenden empfohlen werden. Der Katalog hilft Kirchengemeinden bei der Auswahl von Kollektenzwecken, über die sie an mehr als der Hälfte der Sonntage selbst bestimmen dürfen. Für die Gottesdienste der übrigen rund 30 Sonn- und Festtagen sind die Kollektenzwecke von der Landeskirche oder vom jeweiligen Kirchenkreis festgelegt. Die Druckversion des Kollektenkatalogs 2018 erscheint im Laufe dieses Monats.

 

 

 

 

 

Gerhard Ulrich ist Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

 

www.nordkirche.de
www.velkd.de

 


Sozialdienst katholischer Frauen verleiht Susi-Hermans-Preis in Koblenz

Nichts Besonderes?

Monika und Frank Dirschus-Gaumert. Foto: bt
Monika und Frank Dirschus-Gaumert. Foto: bt

(Koblenz/bt) – „Das ist nichts Besonders“, hat Frank Dirschus-Gaumert aus Dieblich sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement in einem Gespräch mit der Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen Koblenz e.V. (SkF) Stefanie Coppmeiners kommentiert. „Ich finde, es ist etwas Besonderes, Zeit für ehrenamtliche Arbeit neben dem Beruf und der Familie zu erbringen“ und daher ist Dirschus-Gaumert am 10. Oktober in Koblenz mit dem Susi-Hermans-Preis ausgezeichnet worden.

 

Zuvor berichtet Dr. Christiane Zakrzewski von dem bewegten Leben der Sozialpolitikerin Susanne Hermans, die von 1919 bis 2013 in Koblenz lebte. Nach ihrer Zeit als Politikerin, sie war Landtagsabgeordnete, hat sie sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen engagiert und war 20 Jahre lang Vorsitzende des SkF-Koblenz. „Man konnte immer mit ihr reden“, erklärt Christiane Zakrzewski, Mitglied des Vorstands und ehemalige Geschäftsführerin des SkF. „Sie sah hinter den Akten immer den Menschen“, verdeutlicht Zakrzewski, die Susi Hermans noch persönlich kennenlernte. Nach ihrem Tod ist die gemeinnützige Susi-Hermans-Stiftung gegründet worden.

 

Im vierten Jahr hat der Stiftungsvorstand ganz im Sinne von Susi Hermans wieder einen Preisträger ausgewählt. Geehrt werden Personen, die im Stillen wirken und sich in besonderer Weise für die Belange von Menschen einsetzen. „Dieser Preis hält die Erinnerung an eine Frau lebendig, die zu den herausragenden Persönlichkeiten unserer Stadt zählt und die sich mit ihrem Engagement für die Rechte der Frauen und gegen soziale Benachteiligung als Sozialpolitikerin einen großen Namen gemacht hat“, führt der Beigeordneter der Stadt Koblenz Bert Flöck in seinem Grußwort aus.

 

„Stille Helden des Alltags darf man laut würdigen“, versichert der Beigeordnete des Kreises Mayen-Koblenz Rolf Schäfer. „Die vielen Ehrenamtlichen sind in ihrem Tun Vorbild und unverzichtbar. Der Preis bietet die Gelegenheit, ‚Danke‘ zu sagen.“

 

Im Frühjahr hat der SkF wieder dazu aufgerufen, Personen zu nennen, die sich ehrenamtlichen engagieren. „Zahlreiche Vorschläge sowohl aus Koblenz, als auch aus dem Kreis wurden eingereicht“, freut sich Stefanie Coppmeiners. Auch Claudia Schönershoven, pädagogische Leiterin der Kührer Fürsorge gGmbH, hat ihren Vorschlag eingereicht. Aus diesem Grund heißt der diesjährige Preisträger Frank Elmer Dirschus-Gaumert. Er ist unter anderem langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter im Zentrum für Menschen mit geistiger Behinderung, dem Herz-Jesu-Haus Kühr in Niederfell.

 

Dirschus-Gaumert wohnt zwar in Dieblich, aber „unser Preisträger ist ein echtes ‚Kowelenzer Schängelche‘“, versichert Coppmeiners. Denn erst 1980/81 sei er an die Mosel gezogen. Im Kindes- und Jugendalter bewunderte der begeisterte Fußballspieler die ehrenamtliche Arbeit seines Trainers. Daraus wächst eine 35-jährige Tätigkeit in unterschiedlichen Ehrenämtern.

 

Bei einem Unfall verliert er 1971 seine linke Hand. Noch in der Klinik, aus einem eigenen Schicksalsschlag heraus, kommt ihm die Idee sich zu engagieren. So habe er in seiner Reha-Zeit Ausflüge begleitet, Rollstuhlfahrer unterstützt und Gespräche geführt.

 

Dirschus-Gaumert ist Landestrainer für Rheinland-Pfalz im Behindertensportverband BSV und aktives Mitglied im Organisationsteam. Im Herz-Jesu-Haus Kühr hat er die Fußballabteilung gegründet. Seine Leidenschaft gilt aber auch dem Tischtennis. Er trainiert die Tischtennismannschaft des Hauses und nimmt mit der Abteilung an den Special Olympics teil. Sein Einsatz ist bereits mit einer Silber- und einer Goldmedaille ausgezeichnet worden. Er ist 2. Vorsitzender des Sportvereins. Seit 20 Jahren ist der gelernte Kaufmann zusätzlich im Sozialverband VDK Rheinland-Pfalz e.V. aktiv und dort 1. Vorsitzender. Daneben setzt er sich für die Flüchtlingshilfe ein.

 

„Unser Preisträger sagt selbst: ‚Ohne meine Frau hätte ich das nicht geschafft. Sie hat mich immer unterstützt“, zitiert Coppmeiners den engagierten Mann in ihrer Laudatio. „‘Die Zeit, die man schenkt, ist nicht geopfert. Man kriegt von den Menschen so viel zurück‘“, wiederholt Coppmeiners die Worte von Dirschus-Gaumert.

 

Weitere Informationen gibt es auf www.skf-koblenz.org

 


Bischof Abromeit verabschiedete Ekkehard Langbein als Studienleiter in Ratzeburg

„Er macht Gottes Wort erfahrbar“

Foto: Privat Ekkehard Langbein
Foto: Privat Ekkehard Langbein

(Ratzeburg/ak) - Als „Wanderer zwischen den Welten der Theologie und des Theaters“ bezeichnete Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit den scheidenden Studienleiter des Ratzeburger Pastoralkollegs Pastor Ekkehard Langbein. Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) verabschiedete den 65-Jährigen gestern Abend (11. Oktober) in einem Festgottesdienst im Ratzeburger Dom. „Bei seinen zahlreichen Publikationen und Bildungsangeboten stechen immer wieder diejenigen heraus, die Theologie und Theater einander näher bringen wollen. Ein Bibeltheater ohne Ekkehard Langbein ist schlechterdings nicht vorstellbar“, sagte Bischof Abromeit. Er sprach ihm im Namen der Nordkirche seinen Dank aus: „Die erfahrungsbezogene Dimension Ihres Zugangs zum Wort Gottes war und ist für viele Pastorinnen und Pastoren eine große Bereicherung für ihren Dienst. Auch Ihre Art der Leitung der Pastoralkollegs hat viele Amtsschwestern und -brüder für ihren Dienst gestärkt und motiviert.“

 

Das Pastoralkolleg Ratzeburg ist die Fort- und Weiterbildungsstätte für Pastorinnen und Pastoren der Nordkirche. Einzelne Veranstaltungen richten sich auch an Mitarbeitende anderer kirchlicher Berufsgruppen sowie an Ehrenamtliche. Das Pastoralkolleg bietet Kurse, theologische Workshops und Studientage zu den verschiedenen Handlungsfeldern des Pfarrberufs an, zum Beispiel zu Themen wie Leitung, Öffentlichkeitsarbeit, Gottesdienst, Predigt, Amtshandlungen, Religionspädagogik, Diakonie, Seelsorge und Ökumene. 

Die theologische Arbeit von Ekkehard Langbein war von zwei Schwerpunkten bestimmt: Die Arbeit mit Jugendlichen, insbesondere Konfirmanden, und die Theaterpädagogik. Nach zwölf Jahren als Gemeindepfarrer in Uetersen, lag sein Schwerpunkt in der Konfirmandenarbeit, zunächst für fünf Jahre im Evangelischen Zentrum Rissen im Westen Hamburgs, danach für zehn Jahre am Pädagogisch-Theologischen Institut (PTI) in Hamburg. Als Theaterpädagoge setzte er im Pastoralkolleg ganz eigene Akzente: Sowohl theologische Fragen als auch Alltagssituationen der Pastoren ließ er die Kursteilnehmer spielerisch behandeln. „Mir war es wichtig, Themen nicht nur intellektuell anzugehen, sondern meinen Kursteilnehmern einen gestalterischen Ausdruck zu ermöglichen. Gerade bei biblischen Texten und ihren Symbolen ermöglicht das tiefe Erfahrungen“, erzählt Langbein. So ließ er Pastorinnen und Pastoren den Glauben Abrahams darstellen oder Szenen aus ihrem Berufsleben nachspielen.

90 Kurse hat Ekkehard Langbein in Ratzeburg zur Gemeindepädagogik und zur Identität als Pastor bzw. Pastorin geleitet. „Es gibt immer eine Spannung zwischen dem privaten Menschen und dem Wirken und Auftreten als Pastor. In den Kursen haben wir überlegt, wie man als Pastor so auftreten und handeln kann, dass die Person und ihre Ausstrahlung durchscheinen, man aber gleichzeitig professionell agiert.“

Pastor Langbein wird auch im Ruhestand in Ratzeburg bleiben und schätzt seine Wirkstätte sehr: „Auch wenn wir Protestanten die Tradition heiliger Orte nicht so kennen, ist für mich die Dominsel ein ganz besonderer Ort – mit dem See, dem Kloster und dem Dom. Er trägt unsere geistige und geistliche Arbeit. Deshalb finde ich es sehr gut, die Dominsel zum geistlichen Zentrum der Nordkirche aufzubauen.“

 

                                                                                                                           

 

Im Ruhestand wird der vierfache Familienvater weiterhin Bibeltheater spielen und Kurse anbieten. 

 


REISE ZU DEN LUTHERSTÄTTEN ALS PRÄMIE

REFORMATIONS-WETTBEWERB „ICH BIN SO FREI“ GEHT IN DIE LETZTE PHASE -

 

(Karlsruhe/ekiba) - Unter dem Motto „Ich bin so frei“ läuft seit mehreren Monaten ein Wettbewerb der badischen Landeskirche zum Reformationsjubiläum. Zu den Höhepunkten des Gedenkjahres in der letzten Oktoberwoche hat die Landeskirche jetzt noch einmal zur Teilnahme aufgerufen. Als Gewinn winkt ein Gutschein für eine hochwertige Studienreise „Auf den Spuren Martin Luthers“.

„Der Freiheitsgedanke hat für den Reformator Martin Luther eine wichtige Rolle gespielt und die Reformation hat in den zurückliegenden 500 Jahren viel zum heutigen Freiheitsverständnis beigetragen“, erklärt Wolfgang Brjanzew, der Reformationsbeauftragte der badischen Landeskirche. Vor diesem Hintergrund solle der Wettbewerb Menschen heute dazu anregen, auf kreative Art und Weise zu sagen, wovon und wozu sie der christliche Glaube befreie.

Der Preis wird von „Biblische Reisen“ gestiftet. „Wir sind so frei und spenden gern den Preis einer Reise auf den Spuren Martin Luthers durch Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Denn an den Originalschauplätzen lassen sich die dramatischen Anfänge der Reformation in den Jahren 1517 bis 1525 am besten nachspüren“, begründet Marlene Breiner seitens des Reiseunternehmens die Unterstützung.

Der Wettbewerb läuft noch bis zum 30. November 2017. Der Preis wird im Rahmen einer Abschlussveranstaltung zum Reformationsjubiläum in Baden am 19. Januar 2018 in Karlsruhe verliehen.

Nähere Informationen zum Wettbewerb unter www.ichbinsofrei.de, zum Stifter des Preises unter www.biblische-reisen.de

 


Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats

Bericht aus dem Jugendpfarramt

Jugendpastorin Tabea Bartels informierte über ihre Arbeit / Neuer Propsteijugendmitarbeiter angestellt / Darlehen für Pfarrhausmodernisierung in Altenhagen / Blaues Kreuz erhält Zuschuss für Besinnungswoche

 

 

 

(Weitenhagen/sk) - Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) hat beschlossen, bei der Wiederbesetzung des Jugendpfarramts im PEK auf eine Ausschreibung zu verzichten. In der zehnten Sitzung des Jahres 2017, und der damit insgesamt 69. Sitzung, die am Dienstag, 10. Oktober, im „Haus der Stille“ (Friedrich-Wilhelm-Krummacher-Haus) in Weitenhagen stattfand, traf das Gremium diese Entscheidung, nachdem die derzeitige Pastorin im Jugendpfarramt, Tabea Bartels, dem KKR ausführlich über ihre Arbeit berichtet und sich den Fragen der Ratsmitglieder gestellt hatte. Tabea Bartels, deren Berufungszeitraum für das Jugendpfarramt zum 28. Februar 2018 endet, hat sich erneut für die Stelle beworben. In ihrem Bericht stellte die Pastorin wichtige Schwerpunkte ihrer Tätigkeit vor und gab einen Ausblick auf zukünftige Handlungsfelder.

 

 

 

Orientierung in einer unüberschaubaren Welt

 

 

 

Die unmittelbare Arbeit mit den Jugendlichen bezeichnete Tabea Bartels als Kern ihrer Aufgabe. Seelsorge und Verkündigung und dabei mit den Jugendlichen unterwegs sein, so ihre Beschreibung des Jugendpfarramts. Es sei erstaunlich, wie rasant sich der Lebensalltag junger Menschen in unserer Zeit ändere, so die Pastorin. Grundlegende Lebensfragen würden immer wieder thematisiert. „Wir können den Jugendlichen Orientierung in einer immer unüberschaubarer werdenden Welt geben“, so Tabea Bartels. Das bringe eine hohe Verantwortung als Gesprächspartner mit sich. Daneben sei es wichtig, immer in Kontakt zu den sich wandelnden Themen der Jugendlichen zu bleiben. Daher würden die Profile der Angebote des Jugendpfarramts laufend angepasst. Als einen von vielen wichtigen Arbeitsbereichen nannte die Pastorin die Jugendvertretung des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises, in der demokratische Kultur eingeübt werde. Auch die Schwierigkeiten mit der Mobilität im ländlichen Raum als Herausforderung für die Jugendarbeit benannte Tabea Bartels in ihrem Bericht.

 

 

 

Jugendpfarramt hat integrierende Wirkung im Kirchenkreis

 

 

 

Als ein wachsendes Arbeitsfeld beschrieb Tabea Bartels die deutsch-polnischen Jugendbegegnungen im Süden des Kirchenkreises. Nicht zuletzt stärke die Arbeit des Jugendpfarramts im PEK neben den christlichen auch die heimatlichen Wurzeln junger Menschen. Diese Wurzeln tragen dazu bei, dass Jugendliche sich entscheiden, in Pommern zu bleiben oder nach ihrer Ausbildung wieder zurückzukehren. Das Projekt „angstfrei glauben“, die Ausbildung von Teamerinnen und Teamern – Jugendlichen, die im Evangelischen Schullandheim Sassen eine Qualifizierung zur Jugendarbeit absolvierten – und die Begleitung und Vernetzung von Jungen Gemeinden sind weitere Beispiele für die Arbeit im Jugendpfarramt des PEK. Der Kirchenkreisrat sprach im Anschluss an den Bericht von der stärkenden Wirkung des Jugendpfarramts, die großen Einfluss auf die Kirchengemeinden und die positive Entwicklung ehrenamtlichen Engagements habe. „Hier wird die Saat gelegt, Verantwortung zu übernehmen und sich zu engagieren. Das Jugendpfarramt hat eine integrierende Wirkung im ganzen Kirchenkreis und befähigt die Jugendlichen für den Alltag und für die Arbeit in den Gemeinden“, hieß es aus den Reihen des KKR.

 

 

 

Neuer Propsteijugendmitarbeiter für die Region Franzburg/Grimmen

 

 

 

Der KKR hat beschlossen, Lars Engelbrecht zum 1. November 2017 befristet bis zum 31. Dezember 2019 für die Propsteijugendarbeit in der Propstei Stralsund anzustellen. Es handelt sich um eine halbe Stelle, deren Personalkosten durch die Bugenhagenstiftung mit jährlich 7.500 Euro bezuschusst werden. Lars Engelbrecht ist ausgebildeter Gemeindepädagoge und eingesegneter Diakon. Er hat Erfahrung in der Jugendarbeit in den Propsteien Rostock und Wismar im mecklenburgischen Kirchenkreis gesammelt, wohnt aber jetzt in Pommern. Lars Engelbrecht ist freier Autor und Musiker. Er schreibt und illustriert Kinderbücher und tritt mit seiner Puppe „Gretzo“ bei Stadt- und Hafenfesten auf. Mit seiner Kreativität und Vielseitigkeit wird er projektbezogen in der Jugendarbeit in der Region Franzburg/Grimmen in der Propstei Stralsund arbeiten.

 

 

 

Blaues Kreuz ermutigt und gibt neuen Halt

 

 

 

Der Kirchenkreisrat unterstützt die Begegnungsgruppe Greifswald des Blaues Kreuz in Deutschland e.V. aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ mit einem Zuschuss in Höhe von 400 Euro. Die christliche Organisation Blaues Kreuz ist im Bereich der Selbsthilfe bei Suchtkrankheiten tätig. Der Leiter der Begegnungsgruppe, Rudi Knüppel, hatte in einem Antrag an den KKR um finanzielle Hilfe für die Durchführung einer sogenannten Besinnungswoche in Johanngeorgenstadt gebeten. Zu den Besinnungswochen lädt das Greifswalder Blaue Kreuz seit vielen Jahren Suchtgefährdete zusätzlich zu den wöchentlichen Treffen ein. Viele der Teilnehmenden kommen aus einem finanziell benachteiligten Umfeld. „In Bibelarbeiten und Fachvorträgen gibt es viele ermutigende Informationen. Seelsorgerliche Einzelgespräche und der Austausch in der Gruppe vertiefen das Gehörte. Spaziergänge und kleine Ausflüge ergänzen das gemeinsame Programm“, so die Beschreibung der Besinnungswoche in einem früheren Antrag an den Kirchenkreisrat. Bereits zu Beginn des Jahres hatte der KKR die Arbeit der Blaues Kreuz-Suchtkrankenhilfe mit 650 Euro unterstützt. Die Arbeit des Blaues Kreuz e.V. habe in Pommern eine lange Tradition und bis heute vielen Menschen neuen Halt und Lebensperspektive geschenkt, so der Kirchenkreisrat. Die Arbeit der Begegnungsgruppe sei äußerst wichtig und auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

 

 

 

Modernisierung eines Meisterbauwerks

 

 

 

In weiteren Beschlüssen entschied der KKR – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Finanzausschuss – der Kirchengemeinde Altenhagen-Gültz für die Sanierung des Pfarrhauses in Altenhagen ein zinsloses Darlehen in Höhe von 50.000 Euro aus dem Unterstützungsfonds des PEK zu gewähren sowie bezüglich der Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 30.000 Euro die kirchenaufsichtliche Genehmigung zu erteilen. Das Pfarrhaus in Altenhagen muss für dessen Erhaltung sowie zur Gewährleistung der pfarramtlichen Nutzbarkeit dringend saniert und modernisiert werden. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 240.000 Euro. Davon werden 120.000 Euro aus dem Pfarrhausfonds 2017 bezuschusst, weitere 40.000 Euro kann die Kirchengemeinde aus gebildeten Rücklagen aufbringen. Zur Finanzierung der restlichen 80.000 Euro hat der Kirchengemeinderat beschlossen, ein Darlehen von 30.000 Euro aufzunehmen sowie ein zinsloses Darlehen in Höhe von 50.000 Euro aus dem Unterstützungsfonds des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises zu beantragen. Bei dem denkmalgeschützten Pfarrhaus in Altenhagen handelt es sich um die einstige Dorfschule. Der zuständige Baubeauftragte des pommerschen Kirchenkreises bezeichnete das Pfarrhaus, das auch als Winterkirche genutzt wird und über Räume für die Gemeindearbeit verfügt, als geschichtsträchtiges Meisterbauwerk.

 

 

 

Weitere Themen und nächster Sitzungstermin

 

 

 

Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit den Planungen für die Herbstsynode, mit weiteren Personalfragen, mit der Themenfindung für das Treffen der Kirchenkreisräte der Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern am 18. November, mit der Vorbereitung des Einweihungsfestes für den Lutherhof in Greifswald sowie mit der Berufung der Mitglieder des Arbeitsschutzausschusses des PEK. Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 14. November 2017 statt.

 

 

 

Stichwort Kirchenkreisrat

 

 

 

Der Kirchenkreisrat vertritt den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis in allen Angelegenheiten. Er führt die Aufsicht über die 154 Kirchengemeinden und ihre Verbände sowie über die Dienste und Werke und erteilt die erforderlichen Genehmigungen. Das Gremium besteht aus 13 Mitgliedern. Ihm gehören die Pröpstin und Pröpste der drei Propsteien des Kirchenkreises, Pröpstin Helga Ruch (Stralsund), Propst Gerd Panknin (Demmin) und Propst Andreas Haerter (Pasewalk), als geborene Mitglieder an. Die weiteren zehn Mitglieder wurden von der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gewählt. Vorsitzender des Kirchenkreisrates ist Propst Gerd Panknin. Der Kirchenkreisrat bereitet die Entscheidungen der Kirchenkreissynode vor, bringt Vorlagen ein und führt die Beschlüsse aus. Er bringt den Haushalt ein und ist für die Durchführung verantwortlich. Er berät Pröpstin und Pröpste, beruft die Pastorinnen und Pastoren in die Pfarrstellen des Kirchenkreises und führt die Aufsicht über die Kirchenkreisverwaltung.

 


Reformations-Lesefestival im dritten Jahr - Martinstage 2017 in Hamburg

Bischöfin Fehrs: „Innere Erneuerung hört nicht mit Reformationsjubiläum auf“

 

(Hamburg/sg) - Bereits zum dritten Mal findet vom 4. bis zum 11. November 2017 in Hamburg das Lese- und Gesprächsfestival „Martinstage“ statt. Im Jahr 2015 von der Nordkirche unter der Schirmherrschaft von Bischöfin Kirsten Fehrs ins Leben gerufen, setzen sich die „Martinstage“ seit ihrer Gründung mit aktuellen Gesellschaftsthemen und ihrer historischen wie religiösen Verortung auseinander. 

 

Mit dabei sind in diesem Jahr neben dem Thomas-Mann-Enkel Frido Mann und seiner Frau Christine die Grimme-Preisträgerin Karoline Eichhorn, die Autoren Carel van Schaik, Kai Michel, Tina Uebel, Guillermo Abril und Carlos Spottorno, die Permakultur-Expertin Judith Henning, der Abenteurer Achill Moser, der Konsumforscher Frank Trentmann und die Theologen Günter Wasserberg und Fulbert Steffensky. 

 

Kirsten Fehrs ist dieses Festival ein besonderes Anliegen: „Die innere Erneuerung hört nicht mit dem Reformationsjubiläum auf. Denn fairer Austausch und Auseinandersetzung sind gerade heute wichtiger denn je – wir haben das bei den Martinstagen bisher auf hohem Niveau erleben können und freuen uns auf die Fortsetzung in diesem Jahr.“

  

Im Jahr 2017 lautet das Motto des Festivals „Wo ist das Paradies?“. Die Veranstaltungen dazu beschäftigen sich mit vielen Facetten dieser jahrtausendealten Wunschvorstellung der Menschheit. Kuratorin Barbara Heine, die die Martinstage gemeinsam mit dem Theologen Günter Wasserberg betreut, meint: „Die gängigen Vorstellungen des Paradieses bebildern offenbar die menschlichen Sehnsüchte nach der Vollkommenheit ihres Daseins – dem wollen wir auf den Grund gehen und begeben uns gedanklich auf Expedition.“ 

 

Diesmal finden die Hamburger Martinstage in einer besonderen Form statt: Neben dem schon beliebten Format für junge Leute, „Käthchens Kantine“ (4. November), und der Auftaktveranstaltung mit Frido und Christine Mann (8. November) treffen am 11. November eine Fülle interessanter Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner im Jenisch Haus zum „Paradies-Salon“ zusammen. 

 

Lesungen, Impulsvorträge und Gesprächsrunden mit Ausblick auf den „Paradiesgarten“ Jenischpark, verteilt über den ganzen Nachmittag eines Herbsttages, versprechen spannende Einsichten und aufklärerische Momente – ganz im Sinne jener hanseatischen Bürger und Denker, die sich schon vor 200 Jahren an diesem Ort zum geistigen Austausch zusammenfanden. Der Salon wird moderiert von Shelly Kupferberg (Deutschlandfunk Kultur) und Kai Schächtele.

 

 

Vorbild Martinstage Hamburg für Reformationsstadt Augsburg 

 

Die erstmals in Hamburg im Jahr 2015 veranstalteten Martinstage finden jetzt auch bundesweit Beachtung: in der Reformationsstadt Augsburg feiern vom 11. bis zum 15. Oktober 2017 die ersten süddeutschen Martinstage Premiere. „Ein Brückenschlag vom Norden in den Süden“, so Veranstalterin Barbara Heine. 

 

Die Karten für die Hamburger Martinstage gibt es an folgenden Stellen:

 

KÄTHCHENS KANTINE – 4.11.2017, 17-20 Uhr. Format für Menschen bis 28 Jahren. Hauptkirche St. Katharinen Hamburg. Eintritt frei. Anmeldung bei martinstage@heinekomm.de

 

FRIDO MANN + CHRISTINE MANN, Donnerstag, 8.11., 19 Uhr. Thalia Nachtasyl. Tickets 10 Euro + VVK beim Thalia Theater

 

  

PARADIES-SALON, 11.11., 14-17 und 17.30- 21Uhr, Tickets für Nachmittags- oder Abendsalon 8 Euro + VVK, Komplett-Ticket 12 Euro + VVK.

 

Im Elbphilharmonie-Kulturcafé am Mönckebergbrunnen, bei zahlreichen anderen Vorverkaufsstellen sowie bei www.reservix.de.

 

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Weltweite und nationale Perspektiven des Themas Flucht und Migration vernetzen

Kolping, missio Aachen und München kooperieren bei Arbeit für Geflüchtete

Foto: Missio/js
Foto: Missio/js

 

(Aachen/Köln/München/km) - Das Kolpingwerk Deutschland, der Verband der Kolpinghäuser, die Kolping-Bildungsunternehmen sowie das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen und München setzen ihre Kooperation auch im kommenden Jahr fort. Dies teilten Vertreter der beteiligten Organisationen am 11. Oktober mit.

 

Die bestehende Zusammenarbeit zum Thema Flucht und Migration soll ausgebaut werden. missio Aachen und missio München informieren in zwei Flucht-Trucks bundesweit am Beispiel des Kongos über weltweite Fluchtursachen. Kolping setzt in seinem „Netzwerk für Geflüchtete“ ein Kolping-Infomobil ein, das über die Situation Geflüchteter in Deutschland aufklärt und Möglichkeiten der Integration aufzeigt. Dabei verweisen Kolping und missio wechselseitig auf ihre Kampagnen, um die weltweiten und nationalen Perspektiven des Themas Flucht und Migration zu vernetzen.

 

Neue gemeinsame Projekte zur weltkirchlichen Bildungsarbeit, der Arbeit mit Jugendlichen in freiwilligen Diensten und beim Fairen Handel aus schöpfungstheologischer Perspektive sind für 2018 in Planung. 

 

Infos unter www.kolping.de/geflüchtete, www.missio-truck.de (missio Aachen) und www.fluchttruck.bayern (missio München)

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellt missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.257 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

 


Evangelische Kirche lädt ab Donnerstag zu Ausstellung „Max ist Marie“ und Feier am 22. Oktober nach Mainz ein

„Queer“-Gottesdienst zu 500 Jahren Reformation

Foto: ekhn
Foto: ekhn

(Mainz / Darmstadt/ekhn) - Im 500. Jubiläumsjahr der Reformation lädt die evangelische Kirche gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) e.V. zur Fotoausstellung „Max ist Marie oder mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind” und zum Gottesdienst „Reformation für Alle*“ in die Mainzer Christuskirche (Kaiserstraße 56) ein. Die Ausstellung zeigt noch bis zum 27. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr, freitags 12 bis 18 Uhr, ein Foto- und Textprojekt über und für transidente Menschen. Bewegende Bilder und Texte stellen Menschen auf dem Weg ihrer Geschlechtsanpassung vor. Die Hamburger Künstlerin Kathrin Stahl begann das Projekt mit einem Fotoshooting ihrer Tochter Marie, die einmal ihr Sohn Max war.

 

Gottesdienst 22. Oktober in Mainz

Am Sonntag, dem 22. Oktober laden dann die evangelische Christuskirchengemeinde und die dgti um 10 Uhr zum Gottesdienst „Reformation für Alle*“ ein, der Menschen unterschiedlichster geschlechtlicher Ausprägung zusammenbringt. Gastpredigerin ist die transsexuelle Pfarrerin Elke Spörkel. In der Feier singt der überregionale queere Chor Queerubim unter der Leitung von Tim Brügmann. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es einen Empfang mit einem Grußwort der hessen-nassauischen Oberkirchenrätin für kirchliche Dienste, Christine Noschka. Das musikalische Rahmenprogramm hierfür gestaltet das Mainzer Vokalensemble no:promise unter der Leitung von Markus Brückner.

 

Vielfalt der Schöpfung annehmen

Die Schirmherrschaft für das Projekt in Mainz hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung übernommen. Nach seinen Worten ist es eine der Lehren der Reformation, eingefahrene Denkmuster immer wieder neu zu überprüfen. Das gelte auch für den Blick auf Menschen mit unterschiedlichster sexueller Orientierung. Basis müsse das Vertrauen in die Liebe Gottes bleiben, der das Leben in seiner Vielfältigkeit geschenkt habe. Aufgabe bleibe es, sich selbst und andere „anzunehmen“.

 

Broschüre zum Thema erhältlich

Zum Thema ist bei der dgti auch eine Broschüre erschienen, die auch die Perspektive der evangelischen Kirche unter dem Titel „Reformation für Alle*“ zeigt. Sie ist hier online abrufbar: http://www.dgti.org/23-uncategorised/280-reformation-fuer-alle-transidentitaet-transsexualitaet-und-kirche.html

 


19. Oktober: Thementag im Deutschlandfunk Kultur

Behinderung? Enthinderung! – Zwischen Inklusion und Avantgarde

 

 

 

(Berlin/dr) - Von der Be- zur Enthinderung: Deutschlandfunk Kultur hinterfragt mit einem Thementag am 19. Oktober das Denken und Sprechen der Nichtbehinderten und die gesellschaftlichen Konventionen beim Thema Behinderung. Unter dem Titel „Enthinderung“ sprechen im Programm Menschen, die anders sind als die Mehrheitsgesellschaft, über ihre Sicht auf die Welt.

 

 

 

Menschen sind nicht behindert, sie werden dazu gemacht – durch praktische Hindernisse und durch den gesellschaftlichen Umgang mit einem vermeintlichen Nischenthema. Inklusion, Barrierefreiheit, Bundesteilhabegesetz: Behinderung wird technisch administriert, das persönliche Gespräch und der Austausch über wichtige kulturelle und gesellschaftliche Fragen ist noch immer schwierig.

 

 

 

Am Thementag im Deutschlandfunk Kultur kommen Menschen mit Behinderung zu Wort – nicht als Behinderte, sondern als Menschen, Fachleute, Kulturschaffende und vieles mehr. In Fachsendungen berichten sie, wie es um „Enthinderung“ in Musik, Theater, Kunst, Games oder Kino bestellt ist. So ist in der Sendung „Im Gespräch“ um 9.05 Uhr die Tänzerin Tanja Erhart („Moving Behind Inclusion“) zu Gast. In der Mittagssendung Studio 9 „Der Tag mit…“ spricht der Psychologe Bertolt Meyer, der eine ultramoderne bionische Handprothese trägt und über das gewandelte Bild nachdenkt, das Behinderung durch den technologischen Fortschritt erhalten hat. Das Popkultur-Magazin „Kompressor“ hat ab 14.05 Uhr den Schauspieler Sebastian Urbanski zu Gast, der als erster Mensch mit geistiger Behinderung im Bundestag gesprochen hat. In der „Tonart“ um 15.30 Uhr ist der Rapper und Inklusionsaktivist Graf Fidi zu hören. Den Anfang des Thementages macht die Sozialpädagogin, Autorin und Aktivistin Laura Gehlhaar, die zuletzt „Kann man da noch was machen? Geschichten aus dem Alltag einer Rollstuhlfahrerin“ veröffentlichte und in „Studio 9 am Morgen“ ab 7.00 Uhr die Co-Moderation übernimmt.

 

 

 

Die Beiträge zum Thementag werden ab dem 19. Oktober in einem Themenportal gebündelt:

 

deutschlandfunkkultur.de/enthinderung

 


amtsKULTUR: Theaterpredigt von Landesbischof Gerhard Ulrich zu „Luther“

„Nur ehrliches Erinnern befreit dazu, die Größe Luthers klar zu sehen“

 

(Kiel/sst) - Vor einer „geistigen Verbrennung durch menschenverachtende Aussagen, Hass, Bloßstellung, Rassismus und andere Tabubrüche“ hat Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), in seiner Theaterpredigt heute (10. Oktober) im Schauspiel Kiel gewarnt. „Die gute alte Ordnung der Humanität, der Toleranz und des Respekts, droht, aufgekündigt zu werden an der Außengrenze der Europäischen Union und im eigenen Land“, sagte der Landesbischof während einer Vorstellung des Theaterstücks „Luther“ von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel. Zugleich mahnte er, Luther nicht als Helden auf einen Denkmalsockel zu stellen. Vielmehr sei der Reformator „ein Kind seiner Zeit, die geprägt war von der Angst vor dem Bösen.“ Das Stück, das als Kooperation des Schauspiels Kiel und amtsKULTUR, der Kulturreihe des Landeskirchenamtes der Nordkirche, zum 500-jährigen Reformationsjubiläum entstanden war, hatte am 7. und 8. Oktober erfolgreich Premiere.

 

Zu Luthers Zeit habe der Teufel für die Menschen in der Pest und anderen unbesiegbaren Krankheiten, in Hunger und Armut konkret Gestalt gehabt, so Ulrich. Dem sei aus Sicht des Reformators keine weltliche Macht gewachsen gewesen, sondern nur Gott allein: „Deshalb ist der Aufstand gegen das Böse bei Luther ein geistiger Aufstand durch das Gebet und Gottes Wort ohne Waffengewalt.“ Dennoch habe Luther zu Waffengewalt gegen Papst, Türken und Teufel aufgerufen: „Uns schwer verständlich, ist diese Trias für ihn Inbegriff des Diabolischen.“ Angesichts der totalen Vernichtung, mit der gegenwärtig erneut Mächtige einander drohen, bezeichnete der Landesbischof es als ein wichtiges Zeichen der Gewaltunterbrechung, dass der diesjährige Friedensnobelpreis der Initiative zur Abschaffung der Atomwaffen verliehen wurde.

 

Mit „Luther“ hat der Essayist und Dramatiker Feridun Zaimoglu gemeinsam mit seinem Co-Autor Günter Senkel – nach Teil 1 des Stücks „Die Zehn Gebote“ (2016) – erneut ein großes historisch-religiöses Thema für die Bühne erarbeitet. Dabei knüpfen die Autoren thematisch an den aktuell erschienenen Luther-Roman „Evangelio“ von Zaimoglu an und schreiben diesen sozusagen für die Bühne fort. Während im Roman Luthers Arbeit an der Bibelübersetzung auf der Wartburg 1522 im Zentrum steht, spielt das Stück 18 Jahre später in Wittenberg. Luther ist ein verheirateter Familienvater, die Zeiten sind unruhig und aufgeheizt. Als ein sehr heißer Sommer zu Ernteverlust und Wasserknappheit führt, braucht man einen Schuldigen – es kommt zu einem Hexenprozess gegen Prista Frühbottin. Die Schilderung des Prozesses beruht auf historischen Tatsachen. Die Anwesenheit der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon während des Malefizprozesses in Wittenberg ist fiktiv. Tatsächlich weilte Luther  zu der Zeit bei dem erkrankten Melanchthon in Eisenach.

 

Auch für Luther sei jedoch der Kampf gegen die der Hexerei Beschuldigten zugleich Kampf gegen den Teufel gewesen, stellte Landesbischof Ulrich in seiner Theaterpredigt fest. In dieser Phase habe Luther sein „solus christus“ sowie das Kreuz, das jener auf sich nahm, vergessen, so Ulrich: „Luther hat in seiner Gleichgültigkeit gegenüber den Hexenprozessen seiner Zeit die eigene Botschaft von Gottes radikaler Vergebungsbereitschaft und seinem Versöhnungsgebot verstellt. Als Christenmenschen, die an Luther erinnern in ehrendem Gedenken, tragen wir mit daran. Wir haben das unendliche Leid, das den Frauen und Männern damals zugefügt wurde, anzuerkennen. Das Unrecht können wir weder tilgen noch ungeschehen machen, aber wir können dazu stehen.“ Ulrich weiter: „Wenn heute Flüchtlingsunterkünfte brennen – dann ist das wie das Feuer in Wittenberg 1540 und um die Zeit herum auch hier in Kiel und Schleswig.“

 

In seiner Theaterpredigt nahm Landesbischof Ulrich während der 5. Szene direkt Bezug auf das Bühnengeschehen. Die Szene zeigt Luther im Jahr 1540 als einen Mann, der 23 Jahre nach dem Thesenanschlag und 19 Jahre nach den Bauerkriegen depressiv und voller Selbstzweifel ist. „Menschen werden verbrannt, verjagt und niedergemacht, verteufelt und exorziert. Die Ordnung des Mittelalters ist hier endgültig, wie am Ende des Bauernkrieges 1525 in Frankenhausen, zerschellt, eine Ordnung, die bis dahin jedem Menschen Platz und Stand in Gottes Hierarchie gegeben hatte“, so Ulrich. „In dieser Zeit wird Luther vom Rebellen zum Teil des politischen Systems.“ Der Reformator habe erkannt, dass seiner Reformation ohne die Obrigkeit, ohne die Politik kein Erfolg beschieden sei.

 

Ulrich weiter: „Was sagt mir Martin Luther, so wie er hier auf der Bühne erzählt wird, heute, 500 Jahre später? – Ich sehe und höre ganz viel von einem Grübler und Zweifler, sehe zusammenbrechende Strukturen, eine Zeitenwende wird augenfällig, ohne zu wissen, wohin die Zeit sich wendet.“ Das habe erschreckende Aktualität zur Gegenwart. Angesichts dessen befreie nur ehrliches Erinnern die Protestanten dazu, die Größe Martin Luthers wieder klar zu sehen und zu bekennen: „Wir gehen mit ihm weiter, weil er uns zum Evangelium zurückgeführt hat. Martin Luther hat die Tür zur Freiheit aufgestoßen und zur Wiederentdeckung der Würde jedes und jeder Einzelnen.“

 

 

 

Weitere Informationen zu Luther:
http://www.theater-kiel.de/monatsplan/produktion/titel/luther-urauffuehrung/   

 

 

 

Die Veranstaltungsreihe amtsKULTUR wird unterstützt von der Evangelischen Bank eG, vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein und der Evangelischen Zeitung.

 

Gerhard Ulrich ist Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

 

www.nordkirche.de
www.velkd.de

 


Historiker aus Princeton/USA spricht zum Thema "Luther und der Papst. Worum ging es in der Reformation?"

Reformationsfestvortrag am 26. Oktober

 

(Münster/pm) - Auf Einladung der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster hält der Reformationshistoriker und Theologe Prof. Dr. Kenneth G. Appold (Theologisches Seminar Princeton, New Jersey/USA) am Donnerstag, 26. Oktober, den Festvortrag zum Reformationsjubiläum. Um 18.15 beginnt im Hörsaal S 8 im Schloss, Schlossplatz 2, sein deutschsprachiger Vortrag zum Thema "Luther und der Papst. Worum ging es in der Reformation?". Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.


Kenneth G. Appold ist Professor für Reformationsgeschichte am "Princeton Theological Seminary". Er war bisher tätig unter anderem an der Yale University (USA) und an den Universitäten Halle-Wittenberg sowie Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Reformation sowie die Geschichte der Christianisierung und der christlichen Ökumene.

 

Links:

 

 


Bischof Fürst profaniert Vinzenz-Pallotti-Kirche in Stuttgart-Birkach

Abschied in Trauer und Aufbruch ins Pallotti-Quartier

 

Quartier-Neubau mit Raum für Familien, Geflüchtete und Studierende

(Stuttgart/drs) - In einem Pontifikalamt am kommenden Sonntag (15. Oktober) um 10.00 Uhr nimmt Bischof Gebhard Fürst die Profanierung der Vinzenz-Pallotti-Kirche in Stuttgart-Birkach vor. Nach Verlesen eines Dekrets und anschließender Entfernung der Reliquien aus dem Altar sowie des Allerheiligsten (Brot und Wein) aus dem Tabernakel wird das Ewige Licht gelöscht und damit die Entwidmung der Kirche wirksam. Die 1966 erbaute Pallotti-Kirche soll im Januar abgerissen werden. Der Baubeginn für das geplante Pallotti-Quartier ist für das dritte Quartal 2018 vorgesehen, die Fertigstellung im Sommer 2020.

Im Oktober 2014 hatte der Kirchengemeinderat der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius in Stuttgart-Hohenheim einen entsprechenden Beschluss zur Zukunft der Kirche St. Vinzenz Pallotti in Stuttgart-Birkach getroffen: gemeinsam mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau, Stuttgart, wird nach Abriss der Kirche auf dem Areal ein Wohnungsbauprojekt realisiert, das sowohl Eigentums- und Mietwohnungen, besonders für Familien, als auch Wohnmöglichkeiten für Asylbewerber und für Flüchtlinge mit dauerhaftem Bleiberecht umfasst. Zum acht Baukörper umfassenden Quartier gehören des weiteren Wohnmöglichkeiten für Studierende sowie der Neubau einer viergruppigen Kindertageseinrichtung.

Bereits 2006 hatte der Stuttgarter Gesamtkirchengemeinderat angesichts des stark rückläufigen Gottesdienstbesuchs und erheblicher Sanierungskosten erstmals für eine Umnutzung der Kirche votiert.

Umwidmung oder gar Abriss einer Kirche seien schmerzliche Entscheidungen, die er nur in begründeten Ausnahmefällen träfe, betont Bischof Gebhard Fürst. Er wisse um die Trauer der Menschen, die von einem Ort Abschied nehmen müssten, der ihnen über Jahrzehnte Heimat war: „Wenn eine Kirche, in der Kinder getauft und Ehen geschlossen wurden, in der die Gemeinde Gottesdienste feierte und Verstorbener gedachte, nicht mehr ist, dann schmerzt das“, so Bischof Fürst mit Blick auf die Pallotti-Kirche. Ihrer Profanierung habe er deshalb erst zustimmen können als klar war, dass es an diesem Ort eine neue Nutzung mit Wohnraum für Benachteiligte und Flüchtlinge sowie eine seelsorgerische Anlaufstelle samt Kapelle geben werde. Auf Entwicklung und Bau des Pallotti-Quartiers blickt Bischof Fürst daher mit Zuversicht. Das integrative Projekt habe alle Chancen, zu einem Modell für gelingendes Miteinander in einer vielgestaltigen Gesellschaft zu werden.

„Auch wenn wir die Vinzenz-Pallotti-Kirche in Birkach aufgeben, bleiben wir als Kirche in dem Stadtteil präsent“, erklärt der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes und verweist auf die Trägerschaft für die Kindertagesstätte. Er sei der Kirchengemeinde, dem Bischof und dem Siedlungswerk sehr dankbar, dass hier ein Musterbeispiel für eine soziale und integrative Entwicklung des kirchlichen Standortes entstehe. Das Pallotti-Areal sei eine von mehreren wichtigen Standortentwicklungen in Stuttgart. „Die Bedürfnisse der Gemeinden haben sich verändert, darauf reagieren wir. Aber immer ist es unser Ziel sicherzustellen, dass die Kirche am Ort präsent bleibt“, so Stadtdekan Hermes.

Der Pfarrer der Seelsorgeeinheit „Stuttgart Johannes XXIII“, Stefan Karbach, weist auf die Planungen der Franziskanerinnen von Sießen hin, im neuen Pallotti-Quartier einen kleinen Konvent zu eröffnen. „Hier soll ein ganz neuer, pastoraler Ort entstehen“, so Karbach. Durch die Art der Gestaltung des Pallotti-Quartiers übernehme die katholische Kirche gesellschaftliche Verantwortung: „Die unterschiedlichsten Menschen, die sich auf dem Stuttgarter Wohnungsmarkt schwer tun, haben eine Chance, in dem neuen Quartier eine Wohnung zu finden.“

Die Vinzenz-Pallotti-Kirche in Stuttgart-Birkach ist eine Filial-Kirche der Gemeinde St. Antonius von Padua in Stuttgart-Hohenheim. Die letzte Eucharistiefeier vor der Profanierung wurde in der Pallotti-Kirche im Januar 2014 gefeiert. Das Gemeindeleben konzentriert sich mittlerweile auf den Standort Stuttgart-Hohenheim. Damit die Erinnerungen an die Pallotti-Kirche lebendig bleiben, wird ein Teil der Kirchenfenster in den neuen Quartiersraum im zukünftigen Pallotti-Areal eingebaut. Altar, Vinzenz-Pallotti-Statue, Kirchenbänke und anderes Kircheninventar übernehmen zwei katholische Gemeinden in Polen, deren Vertreter am Profanierungsgottesdienst teilnehmen. Die Orgel aus der Pallotti-Kirche soll in der neuen Kirche St. Peter in Stuttgart-Bad Cannstatt weiter Verwendung finden.


Hintergrund zum Thema Profanierungen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart:
Profanierungen von Kirchen sind in der Diözese Rottenburg-Stuttgart selten. Es bedarf eines durch die Deutsche Bischofskonferenz festgelegten Vorgehens. Wird der Antrag auf Profanierung einer Kirche an den Bischof gerichtet, überweist er ihn an das Diözesane Beratergremium zur Umnutzung sakraler Räume und heiliger Orte zur Beratung. Dessen Votum wird im Priesterrat beraten. Lehnt der Priesterrat eine Profanierung ab, ist das Verfahren beendet. Findet sie dort Zustimmung, nimmt die Sitzung des Bischöflichen Ordinariats eine Einschätzung vor. Auf der Basis der Beschlüsse der drei Gremien trifft der Bischof eine Entscheidung.

Insgesamt gibt es in der Diözese rund 2.400 Kirchen und Kapellen. Seit der Einsetzung einer diözesanen Kommission zur Umnutzung sakraler Räume 2005 wurde über die Profanierung von 15 Kirchen beraten - fast alles Filialkirchen innerhalb einer größeren Einheit. In acht Fällen sprachen sich alle zuständigen Gremien (Beratungsgremium, Priesterrat und Diözesanleitung) für eine Profanierung aus. Bisher wurden aber nur drei Kirchen abgerissen (Berglen-Oppelsbohm im Dekanat Rems-Murr, St. Agatha in Lonsee-Urspring und St. Peter in Stuttgart-Bad Cannstatt, wo an gleicher Stelle ein geistlich-diakonisches Zentrum samt Kirchenbau entstehen wird). Eine weitere Kirche wird in Bad Friedrichshall aufgegeben. Die Kapelle im Gemeindezentrum St. Michael in Nagold-Kernen ist profaniert, anstelle des Gemeindezentrums in Nagold entsteht ein Hospiz in der Trägerschaft der Stiftung St. Elisabeth, das über eine Kapelle verfügen wird. Ein Termin für die Profanierung und das bischöfliche Dekret fehlt aktuell noch für die Kirche in Stuttgart-Mönchfeld. In Stuttgart-Birkach (Profanierung am 15. Oktober), Nagold und Oppelsbohm bleibt eine kirchlich caritative Nutzung.

 


Chrysostomos-Empfang der Nordkirche für Orthodoxe Geistliche

Bischof Magaard: „Ökumenischer Geist für verhärtete Strukturen“

 

(Hamburg/ce/emw) - Mehr als 40 Geistliche orthodoxer Kirchen sind heute (10. Oktober) von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) zum traditionellen Chrysostomos-Empfang eingeladen. Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein und Gastgeber des diesjährigen Empfanges in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, betonte in seiner Begrüßung: „In einer Zeit, in der in dieser Welt Vieles in Bewegung ist und in der es Anlass zur Sorge um die Zukunft dieser Welt gibt, ist es für mich besonders wichtig, im Gebet und im Gespräch beieinander zu sein. Ich hoffe darauf, dass ein ökumenischer Geist den verhärteten Strukturen dieser Welt Bewegung ermöglicht.“

 

 

 

Die orthodoxen Kirchen sind in den vergangenen Jahren meist durch Zuwanderung aus Ost- und Südosteuropa sowie Flüchtlinge aus dem Nahen und Mittleren Osten stark gewachsen. Sie stellen mittlerweile die drittgrößte Kirchenfamilie in Norddeutschland.

 

 

 

Die Nordkirche lädt einmal jährlich die orthodoxen Geistlichen, die in ihrem Gebiet tätig sind, gemeinsam mit Verantwortungsträgerinnen und -trägern aus den Gemeinden zu dem Empfang ein. Der Termin ist traditionell im Herbst, denn er erinnert an den für Ost- und Westkirchen bedeutenden Kirchenvater Johannes Chrysostomos. „Ich freue mich und bin dankbar, dass wir in diesem für uns evangelische Christinnen und Christen so wichtigen Jahr des Reformationsjubiläums wieder in ökumenischer Verbundenheit mit unseren orthodoxen Geschwistern hier im Norden zusammenkommen“, sagte Bischof Magaard weiter. Zum Thema „Reformation und Orthodoxes Christentum. Stationen einer langen Geschichte von Begegnung" hielt Prof. Konstantin Delikostantis aus Athen zu Beginn des Empfangs einen Vortrag.

 

 

 

In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern feern unter anderem Griechisch-, Russisch- und Serbisch-Orthodoxe Gemeinden regelmäßig ihren Gottesdienst. Es gibt sie unter anderem in Hamburg, Lübeck, Kiel und Schwerin. Gerade die Rumänisch- und die Bulgarisch-Orthodoxen Gemeinden erleben zurzeit ein großes Wachstum. Daneben sind im Bereich der Nordkirche auch orientalisch-orthodoxe Kirchen präsent. Zu ihnen gehören die Äthiopisch-Orthodoxen, Kopten, Armenier und Syrisch-Orthodoxen. Diese Kirchen haben ihren Ursprung im Mittleren Osten und sind daher stark von der momentanen politischen Situation in diesem Gebiet betroffen.

 

 

 

Bischof Magaard: „Ich wünsche mir, dass wir zum streitbaren Dialog bereit sind, auch dort, wo Schweigen scheinbar bequemer wäre. Dass wir bereit dazu sind, die Worte ‚Frieden‘, ‘Gerechtigkeit‘ und ‚Bewahrung der Schöpfung‘  gemeinsam mit Leben zu füllen, in der Hoffnung auf Gottes inspirierendes, befreiendes Wirken!“

 


Das preisgekrönte Projekt „angstfrei glauben“ des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises stärkt junge Christinnen und Christen in einem atheistischen Umfeld.

Mut machen für ein offenes Bekenntnis

Foto: Jugendpfarramt PEK
Foto: Jugendpfarramt PEK

 

 

 

 (Greifswald/sk) - Mehr als 8.300 Gemeindeglieder unter 20 Jahren und rund 30 Junge Gemeinden (JG) gibt es im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Jugendpastorin Tabea Bartels hat die JG auf einer ausgedehnten Rundreise besucht, um die Situation der jungen Menschen vor Ort besser kennenzulernen. Dabei machte sie Erfahrungen, die zur Entstehung des Projekts „angstfrei glauben, christliches Zeugnis im atheistischen Umfeld“ führten. Ziel des Projekts ist es, christliche Jugendliche in ihrer Glaubensausübung zu ermutigen. Offensichtlich ist solcher Mut nötig: „Junge Christinnen und Christen in Pommern nehmen sich oftmals als isoliert wahr, wenn sie von ihrem Glauben und ihrem Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit berichten. Und das, obwohl wir seit mehr als 25 Jahren in Freiheit leben“, hat Tabea Bartels im Austausch mit den Jugendlichen erlebt. Die ablehnende Haltung, wie sie in der DDR üblich war, werde vielfach noch heute weitergetragen. In ihrem alltäglichen Umfeld, zum Beispiel auch in der Schule, erlebten die Jugendlichen wenig Rückhalt. Oftmals werde dort christlicher Glaube öffentlich als Synonym für Schwäche und Zurückgebliebensein betrachtet, so Tabea Bartels. „Gerade für Jugendliche, die sich in ihrer Entwicklungs- und Selbstfindungsphase befinden, ist es schwierig, mit einer solchen, ihnen zugeschriebenen Außenseiterrolle umzugehen.“ 

 

 

 

Jugendliche halten ihre Religionszugehörigkeit geheim

 

 In den Städten gibt es mehr Möglichkeiten, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, und die Angebote sind vielseitiger. In den ländlichen Gebieten dagegen ist die Schule meist der einzige Treffpunkt für Jugendliche. „Aus Gesprächen weiß ich, dass viele Jugendliche in der Schule lieber nicht darüber reden, dass sie getauft sind, weil sie wissen, dass sie sonst ins Abseits geraten können“, sagt die Pastorin. Manche Teamerinnen und Teamer tragen daher auch ihre beschrifteten Teamer-Shirts nicht öffentlich, sondern nur im Zusammenhang mit kirchlichen Veranstaltungen. Teamerinnen und Teamer - das sind Jugendliche, die im Evangelischen Schullandheim Sassen eine Qualifizierung zur Jugendarbeit absolvierten. Rund 80 werden jährlich in Sassen ausgebildet. „Einige Jugendliche berichten aus ihren Schulen von einer Atmosphäre, die mich manchmal an meine eigene Jugend als Christin in der DDR erinnert“, bedauert die Jugendpastorin. 

 

 

 

Gemeinschaftserlebnisse befreien aus Isolation

 

 Einen Zusammenhang sieht die Pastorin mit der Jugendkultur, die aktuell vor allem daraus bestehe, einer Mehrheit angehören zu wollen. „Der Mainstream ist der Richtwert für die Kids, nicht das Anderssein, wie es in vielen früheren Jugendkulturen der Fall war. Und der Atheismus ist in Ostdeutschland so stark, dass er der Mainstream ist, da fällt es dann christlichen Jugendlichen, die sich zu ihrem Glauben bekennen, unheimlich schwer dazuzugehören. Die alltägliche Erfahrung vieler christlicher Jugendlicher ist, dass es unwidersprochen bleibt, sie auszugrenzen.“ Genau in dieser Situation setzt das Projekt „angstfrei glauben“ des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises an. „Um junge Christinnen und Christen zu ermutigen, sind Gemeinschaftserlebnisse und Bestärkung die wichtigsten Mittel“, nennt Tabea Bartels die zentralen Ergebnisse ihrer Rundreise durch den Kirchenkreis und das Fundament des Projekts. 

 

 

 

Landschulheim Sassen ist Zentrum der Jugendarbeit

 

 Im Mittelpunkt von „angstfrei glauben“ stehen daher die Begegnungen und Wochenendveranstaltungen im Landschulheim in Sassen bei Greifswald, dem Zentrum der kirchenkreislichen Arbeit mit Konfirmandinnen, Konfirmanden und Jugendlichen. „In Sassen finden die Jugendlichen Gesprächspartner, können sich über ihre Erfahrungen austauschen und auch über mögliche Zweifel sprechen. Denn Zweifel gehören zum Glauben dazu. Auch bei Christen ist nicht alles felsenfest“, weiß Tabea Bartels. In den regelmäßigen Begegnungen, in den Camps und bei den Teamer-Ausbildungen in Sassen geht es um Fragen wie: Wo will ich dazugehören? Wo kann ich sein, wie ich bin? „Eine Heimat für das eigene Ich zu finden, das macht Sassen aus“, bringt es Tabea Bartels auf den Punkt.

 

 

 

Projekt „angstfrei glauben“ wurde mit Stiftungspreis ausgezeichnet

 

 Von der Wichtigkeit des Projekts ist die Jury des Stiftungspreises der KD-Bank-Stiftung überzeugt. Der pommersche Kirchenkreis wurde für „angstfrei glauben“ mit dem diesjährigen Stiftungspreis ausgezeichnet. Zusätzlich erhält das Projekt neben den 2.500 Euro Preisgeld auch 3.000 Euro aus der regulären Stiftungsausschüttung. „Das ist eine Riesenunterstützung“, freut sich Tabea Bartels. „Die Jury war begeistert von unserem Konzept und ist auch an einer Dokumentation unserer Arbeit interessiert. Wir sind immer auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten. Das wird auch künftig so bleiben, denn das Projekt ‚angstfrei glauben‘ ist nicht auf einen begrenzten Zeitraum festgelegt, sondern begleitet uns weiter.“ 

 

 

 

Teilnahme hängt nicht vom Geldbeutel ab

 

 Verwendet wird ein Großteil des Geldes, um die vielfältigen Begegnungen in Sassen zu finanzieren. „Die Beiträge, die wir von den Teilnehmenden einsammeln, sind nur symbolisch. Wir wollen nicht, dass die Kosten ein Hinderungsgrund für die Teilnahme sind. So soll es auch weiterhin bleiben“, sagt Tabea Bartels. Und das betrifft sämtliche Begegnungen in Sassen, vom „Großen Konficamp“ der Konfirmandinnen und Konfirmanden über Themenfreizeiten, Workshops und Weiterbildungen bis hin zur „LANDPARTY“, dem Sommertreff der Evangelischen Jugend Pommern. Als nächste Treffen finden die „Teamer plus“-Veranstaltungen im November statt. Das plus steht dabei für ältere Teamer, die an den Treffen teilnehmen, um den jüngeren ihre positiven Erfahrungen mitzugeben.

 

 

 

Weitere Informationen

 

 Jugendpastorin Tabea Bartels, Tel.: 03834 8963113, Mobil: 0170 5320314, E-Mail: jugendpfarramt@pek.de

 

 

 


BDKJ startet Postkarten-Aktion zur Jugendsynode

Triff den Papst in der Kneipe

 

(Düsseldorf/bdkj) - Noch bis Ende November läuft die Online-Umfrage zur Vorbereitung der Bischofssynode mit dem Thema „Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“. Zur Bewerbung der Online-Umfrage startet der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) nun eine großangelegte Postkarten-Aktion. 

 

„Wir begrüßen sehr, dass der Vatikan im Vorfeld der Jugendsynode die Meinung junger Menschen einholt“, erklärt der BDKJ-Bundesvorsitzende Thomas Andonie. „Nun wollen wir möglichst viele junge Menschen zur Teilnahme an der Online-Umfrage motivieren, damit deren Erwartungen an die Kirche im Vatikan ankommen.“ Deshalb lässt der BDKJ nun zwei Wochen lang insgesamt 50.000 Gratispostkarten über die Postkartenständer in Bars, Kneipen und Cafés in vielen Städten Deutschlands verteilen. 

 

Das Motiv zeigt Papst Franziskus auf einer auffälligen orangenen Karte mit dem Satz „Ich hab da mal ne Frage“. „Der Papst interessiert sich für die Anliegen junger Menschen. Daher hat er sie dazu aufgerufen, bei der Online-Umfrage mitzumachen – die mit und die ohne Kontakt zur Kirche, die katholischen und die anderen Glaubens“, erklärt BDKJ-Bundespräses Pfarrer Dirk Bingener. „Deshalb verteilen wir die Postkarten dort, wo junge Menschen in ihrer Freizeit unterwegs sind – eben in Bars, Kneipen und Cafés.“ 

 

Insgesamt verteilt der Dachverband 100.000 Postkarten: 50.000 über die Postkartenständer und weitere 50.000 Stück innerhalb seiner Verbände sowie über weitere Kanäle. Etliche Postkarten wurden auch bereits von Gemeinden und Schulen angefordert. Begleitet wird die Aktion durch die Bewerbung der Online-Umfrage in den sozialen Medien. Mit der Postkarten-Aktion startet der BDKJ seine Kampagne zur Jugendsynode im Herbst 2018, nachdem vor einigen Monaten mit dem Papier „Mitbestimmung möglich machen“ bereits eine offizielle Stellungnahme des BDKJ zur Jugendsynode veröffentlicht wurde. Der Dachverband der katholischen Jugendverbände fordert darin, dass an der Jugendsynode gleich viele Jugendvertreterinnen und Jugendvertreter wie Bischöfe teilnehmen. Im kommenden Jahr folgen weitere Aktionen des BDKJ zur Jugendsynode, die auch über die Fragen und Themen der Online-Umfrage hinausgehen.

 


500 Jahre Reformation werden „eingeleuchtet“

Finale des Festjahres in Hessen-Nassau

  

Feiern in Marburg, Wiesbaden und vielen Orten zum Thesenanschlag 

 

(Darmstadt/ekhn) -Der Endspurt im 500. Jahr der Reformation hat in der evangelischen Kirche begonnen. Mit fast 10.000 Sonderveranstaltungen in Gemeinden und Einrichtungen vor Ort würdigt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) das historische Ereignis in diesem Jahr. Nun steht das Finale an. Dabei wird der 31. Oktober einmalig auch in Hessen und Rheinland-Pfalz zu einem arbeitsfreien Feiertag. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther in Wittenberg seine 95 kirchenkritischen Thesen veröffentlicht und damit die Reformation und das Entstehen der evangelischen Kirche ausgelöst.

  

Liveübertragung für Hessen am 29. Oktober aus Marburgs Elisabethkirche

 

Der offizielle Festakt für das Land Hessen zu 500 Jahren Reformation ist bereits am 29. Oktober in Marburg vorgesehen. Er beginnt mit einem Gottesdienst in der Elisabethkirche mit dem hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung und dem kurhessen-waldeckschen Bischof Martin Hein. Die Feier unter dem Motto „Reformation. Macht stark.“ wird im Fernsehen des Hessischen Rundfunks ab 15 Uhr live zu sehen sein. Wegen der begrenzten Platzkapazität ist der Zugang in die Elisabethkirche nur mit speziellen Einlasskarten möglich. Der Fernsehgottesdienst wird deshalb auch in die nur wenige Schritte entfernte Michaeliskapelle (Friedrich-Siebert-Weg) übertragen. Anschließend ist ein Empfang in der Marburger Alten Universität geplant, zu dem unter anderem der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier erwartet wird.

  

Wiesbadens Lutherkirche strahlt am 30. Oktober um Mitternacht

 

Zu einer „Reformationsnacht“ lädt am 30. Oktober die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau nach Wiesbaden ein. Der besondere Abend beginnt um 19 Uhr mit einem musikalischen Festgottesdienst in der Lutherkirche (Satoriusstraße) unter anderem mit Kindern und Jugendlichen der Evangelischen Singakademie Wiesbaden sowie dem Bachchor Wiesbaden. Es schließt sich ab 20.30 Uhr ein Empfang rund um die Lutherkirche mit Musik von „Tango Transit“ und einem Reformationskabarett der „Bergkirchenpfarrer“ an. Der 500. Jahrestag der Reformation wird schließlich um Mitternacht „eingeleuchtet“. Ab 24 Uhr strahlt die Lutherkirche durch den Lichtkünstler Jürgen Scheible in allen Farben des Regenbogens. Für Gäste stehen im Freien dann auch festlicher Sekt und wärmende Suppe bereit.

  

Liveübertragung am 31. Oktober für Rheinland-Pfalz aus Dreifaltigkeitskirche Speyer

 

Am 31. Oktober feiert das Land Rheinland-Pfalz in Speyer 500 Jahre Reformation. Ab 10 Uhr überträgt der SWR im Fernsehen den Festgottesdienst aus der Dreifaltigkeitskirche (Große Himmelsgasse), bei dem unter anderem die hessen-nassauische Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf mitwirkt. Am Nachmittag um 15 Uhr zeigt dann die ARD den offiziellen bundesweiten Festgottesdienst zu 500 Jahren Reformation direkt aus der Wittenberger Schlosskirche. Es predigt dort der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. Es musiziert der weltberühmte Leipziger Thomanerchor. 

 

Ganz Hessen-Nassau feiert am 31. Oktober 500 Jahre Reformation

 

Am eigentlichen Reformationstag, dem 31. Oktober 2017, hat die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau bewusst keine zentrale Reformationsveranstaltung geplant, sondern den Gemeinden die Verantwortung für die Gestaltung des besonderen Tages überlassen. Neben Hunderten von Gottesdiensten sind dabei auch herausragende Veranstaltungen beispielsweise in Darmstadt, Mainz und Frankfurt vorgesehen. Und: Bundesweit sind um 15.17 Uhr die Posaunenchöre aufgerufen, sich lautstark Gehör zu verschaffen. Bevor es soweit ist, können Interessierte im Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks am Morgen um 10.30 Uhr noch den hessen-nassauische Kirchenpräsidenten Volker Jung und den kurhessen-waldeckschen Bischof Martin Hein in einer Aufzeichnung erleben. Beide sprechen mit Moderator Philipp Engel über das Reformationsjubiläum und seine Auswirkungen. 

 

Darmstadt: Reformation ganz im Zeichen der Ökumene

 

Ganz im Zeichen der Ökumene steht das Reformationsfest am 31. Oktober in Darmstadt, das evangelische und katholische Gemeinden gemeinsam organisiert haben. Im vollständig ausverkauften Kongresszentrum „Darmstadtium“ (Schlossgraben) beginnt um 18 Uhr das Abendprogramm, bei dem unter anderem der Theologe und Autor Fulbert Steffensky zu dem Motto „Freiheit leben – Glauben teilen – Zukunft gestalten“ spricht. Es singen der ökumenischer Projektchor mit Orchester sowie die A-cappella-Gruppe Maybebop. Das „Babenhäuser Pfarrer-Kabarett“ knöpft sich dann das Thema Reformation auf humoristische Art vor. Am Nachmittag beginnt darüber hinaus schon ab 15 Uhr ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm. Die Veranstaltung wird auch live in die evangelische Stadtkirche (An der Stadtkirche) übertragen.

  

Frankfurt: Gemeinsam feiern, Illumination genießen, zu Luther abhotten

 

Ökumenisch wird der 500. Reformationstag auch in Frankfurt am Main gefeiert. In der Katharinenkirche an der Hauptwache beginnt am 31. Oktober um 10 Uhr die offizielle Feier des Jubiläums. Den Gottesdienst gestalten dort der evangelischer Stadtdekan Achim Knecht und der katholische Stadtdekan Johannes zu Eltz gemeinsam. Am gleichen Ort heißt es dann um 18 Uhr: „Barockmusik mit Illumination“. Unter der Leitung von Michael Graf Münster tragen die Kantorei Sankt Katharinen und das Bach-Collegium Frankfurt mit Solisten unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel vor. Zu Luther tanzen können Jüngere dagegen ab 17 Uhr in der jugend-kultur-kirche sankt peter (Stephanstraße). Bands und DJs machen es möglich, unter dem Motto „Lass ab“ am Reformationstag auch „abzuhotten“.

  

Mainz: Luther kulinarisch und Public Viewing protestantisch

 

Kulinarisch wird das Reformationsjubiläum am 31. Oktober in Mainz begangen. Auf dem Gutenbergplatz vor dem Staatstheater wartet ab 11.30 Uhr eine Luthertafel auf alle Mainzer. Neben deftigen Speisen wie Kürbissuppe, Fleischwurst aber auch Luther-Bier und Katharina von Bora-Wein werden die Tischreden Luthers von Schauspielern unter die Anwesenden gebracht. Daneben wird die Luthertafel von aufspielenden Posaunen, einer Thesentür, einem Themenwagen und einem Kinderprogramm begleitet. Im Anschluss daran steht protestantisches Public Viewing auf dem Programm: Ab 15 Uhr wird in der Evangelischen Altmünsterkirche (Walpodenstraße) per Leinwand der offizielle Festgottesdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland aus Witteberg übertragen.

  

Und sonst: Vom modernen Musical bis zum deftigen Essen

 

Zum 500. Reformationstag lädt die evangelischen Kirche des Niddataler Stadtteils Assenheim (Mühlenstraße) ab 17 Uhr zum Kammer-Musical „Wenn Engel lachen...Die Liebesgeschichte(n) der Katharina von Bora“ ein. Die Gäste werden dabei direkt in das Wittenberg zur Zeit Luthers entführt.

 

Unterdessen zeigen Kinder und Jugendliche das Musical „Mönsch Martin“ am 31. Oktober um 19 Uhr im südhessischen Sprendlingen. Im Bürgerhaus (Fichtestraße) kommen neben verschiedenen Musikrichtungen wie Jazz, Blues und Hip-Hop sogar Tänze rund um die Reformation auf die Bühne.

 

Im rheinland-pfälzischen Einrich wird das Jubiläum den ganzen Tag lang von Feierlichkeiten begleitet, die  die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden gemeinsam organisierten. Das Programm beginnt um 9 Uhr mit einem Morgensegen in der Kirche Kördorf (Dörsbachstraße) Im Anschluss startet um 10.30 Uhr am Mehrgenerationenplatz Herold eine Reformationsrallye für alle Altersstufen. Zur Stärkung findet im CVJM-Vereinsheim Lindenmühle ein deftiges Essen wie zu Luthers Zeiten statt. Nachmittags lädt die evangelische Kirche Dörsdorf ab 15 Uhr zum Luther-Jazz mit Kaffee und Kuchen. Um 18 Uhr beginnt schließlich der große Ökumenische Festgottesdienst in der evangelischen Kirche in Klingelbach.

  

Kirchenpräsident: Reformation landauf landab präsent

 

Zuletzt hatte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung das 500. Jahr der Reformation als ein „Beteiligungsjubiläum“ bezeichnet. „Die Reformation war 2017 landauf landab präsent“, so Jung. Dabei sei das Jubiläum für die evangelische Kirche im 500. Jahr des Thesenanschlags „geistlich motivierend und glaubensstärkend“ gewesen. Gleichzeitig habe die hohe Aufmerksamkeit für die Reformationsgeschichte beispielsweise in den Medien dazu beigetragen, den Einfluss der Reformation für die Entwicklung hin zur heutigen modernen Gesellschaft besser zu verstehen. Diese Impulse gelte es nun fortzuführen. Jung: „Das 500. Reformationsjahr neigt sich dem Ende entgegen. Die Glaubensgeschichte geht weiter.“ Er rief deshalb dazu auf „das Jubiläumsjahr mit einem Doppelpunkt zu beschließen“. Mit dem 31. Oktober 2017 sei zwar das Festjahr beendet, nicht aber die durch Martin Luther aufgeworfene Herausforderung, „immer wieder neu nach Gott und der Welt zu fragen und aus der Kraft des Evangeliums zu leben“.

  

Mehr Informationen und Termine zur Reformationsjubiläum auch im Internet auf der Seite

  

www.gott-neu-entdecken.de 

 


Straßenaktion in Kassel für eine gerechte Ernährung weltweit

Youthtopia: Erstes bundesweites Treffen der Brot für die Welt Jugend

 

Jugend * Termin  * Kassel * Aktion * Ernährung


(Berlin/bfw) - Vom 27. bis zum 29. Oktober lädt Brot für die Welt Jugend zum ersten bundesweiten Aktionstreffen ein. Junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren wollen sich gemeinsam für Gerechtigkeit in der Welt engagieren. Bei ihrem ersten Treffen geht es um Austausch, Vernetzung und Utopien einer besseren Welt. Youthtopia ist das Motto der Veranstaltung. Auf dem Programm stehen Workshops und kreative Aktionen.

Eine Gruppe von Jugendlichen hat das Aktionstreffen in Kassel geplant. Johannes Küstner, Jugendbildungsreferent von Brot für die Welt: „Unsere Utopie von einer gerechten und friedlichen Welt ist fröhlich. Deshalb gibt es bei Youthtopia auch reichlich Spaß, Musik, Spiel, Tanz und leckeres, faires Essen. Besonders freuen wir uns auf die interkulturelle Gemeinschaft. Neben deutschen Jugendlichen haben sich bereits in Deutschland lebende Studierende, Freiwillige und junge Flüchtlinge aus vielen nichteuropäischen Ländern angemeldet.“

Höhepunkt des Treffens ist eine Straßenaktion auf dem Kasseler Rathausplatz. Die Mitwirkenden werden in originellen Verkleidungen Szenen rund um das Thema Ernährung spielen und mit den Passanten über eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik ins Gespräch kommen.

Anmeldungen zum Aktionstreffen sind noch möglich:
www.brot-fuer-die-welt-jugend.de

Straßenaktion:
Kassel, Obere Königstraße, vor dem Rathaus,
Samstag, 28.Oktober, um 11:00 Uhr

 


Beratung über den Haushalt 2018

Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises tagt am kommenden Wochenende in Züssow

 

(Züssow/sk) - Am kommenden Wochenende, Freitag, 13. Oktober, bis Sonnabend, 14. Oktober, findet die 14. Ordentliche Tagung der I. Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) statt. Tagungsort ist das Hotel Ostseeländer, Gustav-Jahn-Straße 6, in Züssow. Die Tagung beginnt am Freitag um 17 Uhr mit einem Gottesdienst mit Abendmahl in der Züssower Kirche. Voraussichtlich enden wird die Tagung am Sonnabend gegen 15 Uhr. Ein zentrales Thema der Tagung ist der Haushalt für das Jahr 2018. Der vorläufige Zeitplan und die gesamte Tagungsordnung sind unter folgendem Link im Internet auf der Seite www.kirche-mv.de zu finden und stehen dort auch zum Download zur Verfügung: 

 

http://www.kirche-mv.de/171013-14-14-Tagung-1-KKS.9013.0.html

 


ora Kinderhilfe hat interkulturelles Begegnungszentrum "aufatmen" erfolgreich eröffnet

Gelungener Auftakt

 


(Berlin/ora) -
Das „aufatmen“ ist eröffnet. Nach vielen Monaten der Planung und Vorbereitung steht das interkulturelle Begegnungszentrum seit Samstag nun allen Besuchern offen. Von montags bis freitags von 14.00 bis 18.00 Uhr ist das Zentrum mit seinem Café, seinem Second-Hand-Shop und seinen anderen Angeboten geöffnet.  

Am Samstag, 7. Oktober, feierten über 80 Personen plus Kinder die Einweihung. Nach einer kurzen Ansprache durch Jochen Hackstein und Matthias Floreck, beide Vorstand der ora Kinderhilfe, wies Kay-Uwe Heymann, Leiter der OE Sozialraumorientierte Planungskoordination vom Bezirksamt Lichtenberg, darauf hin, wie wichtig eine solche Begegnungsstätte für den Stadtteil sei. Er betonte, dass es in Zeiten zunehmender Anonymisierung Räume brauche, in denen sich Menschen zwanglos und über alle kulturellen Grenzen hinweg begegnen und kennen lernen können. Als Vertreter eines familienfreundlichen Bezirks begrüße er daher das Engagement der ora Kinderhilfe außerordentlich, so Heymann.  

 

Bei Kaffee, Kuchen, Crêpes und Waffeln ließen es sich die Gäste anschließend kulinarisch gut gehen. Die Kleinkinder probierten emsig die Krabbelecke aus während die Eltern im Second-Hand-Laden stöberten oder sich bei den Mitarbeitern über die wöchentlichen Angebote informierten. Die größeren Kinder ließen sich mit großer Begeisterung schminken, bastelten Freundschaftsbänder oder bauten Gebäude aus Kichererbsen und Zahnstochern.  

„Wir hoffen, viele Menschen aus dem Bezirk zu uns einladen zu können“, erklärt Stephanie Hackstein, pädagogische Leitung des „aufatmen“. „Niemand muss allein zu Hause sitzen. Wir freuen uns über Senioren, Singles oder Paare genauso wie über Alleinerziehende, junge Eltern oder flüchtige Menschen.“ Der Träger ora Kinderhilfe will mit dem Begegnungszentrum die Zivilgesellschaft in Berlin-Lichtenberg bereichern. Es soll ein Ort sein, an dem man Kontakte knüpfen und einander kennen lernen kann. An dem jeder erleben kann, dass interkulturelle Vielfalt uns alle bereichert. „Wir wünschen uns, dass die Menschen gerne kommen, verweilen, die Angebote nutzen und sich einfach wohl fühlen“, so Hackstein.

Mehr Informationen unter: www.aufatmen-lichtenberg.de

 

 

ora Kinderhilfe ist seit 1981 weltweit für Menschen in Not im Einsatz. Derzeit betreuen die lokalen Mitarbeiter und Partner Kinder und Familien in zehn Ländern auf vier Kontinenten. Das Berliner Hilfswerk hat drei Arbeitsschwerpunkte: Patenschaften für Kinder, Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe. Um helfen zu können, ist ora auf Spenden angewiesen. 


Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis lädt ehrenamtliche Lektorinnen und Lektoren am 4. November zum Lektoren-Tag nach Demmin ein

Heilsame Wirkung des Gottesdienstes

 

(Demmin/sk) - Der Pommersche Evangelische Kirchenkreis lädt am Sonnabend, 4. November, von 10 bis 14.30 Uhr zu einem Lektoren-Tag ins Elsa-Brandströmhaus, Kirchplatz 7, in Demmin ein. An den geistlichen Beginn des Lektoren-Tags und die Begrüßungsrunde schließt sich ein Kurzreferat zum Thema „Heilsame Wirkung der Liturgie im Gottesdienst“ an. In dem Vortrag geht es um die therapeutische Funktion der einzelnen Teile des Gottesdienstes. Nach einem Imbiss beginnt die Gruppenarbeit zu verschiedenen Themen und mit praktischen Übungen. Der Lektoren-Tag ist ein Angebot für alle Lektorinnen und Lektoren in der Propstei Demmin. Als Lektoren werden in der evangelischen Kirche theologisch grundausgebildete Laien bezeichnet, die den Gottesdienst als Vorlesende mitgestalten beziehungsweise gestalten. Anmeldungen zum Lektoren-Tag in Demmin werden bis zum 28. Oktober unter Telefon 038352 / 666188 oder E-Mail ehrenamt@pek.de erbeten.

 

  

Weitere Informationen 

 

Luise Müller-Busse, Pastorin für die Qualifikation und Begleitung der Ehrenamtlichen des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises, Telefon: 038352 / 666188, E-Mail: ehrenamt@pek.de 

 

Pastorin Luise Müller-Busse ist im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis für die Begleitung und Qualifikation von Ehrenamtlichen zuständig. Sie ist die Ansprechpartnerin des Kirchenkreises für Ehrenamtliche und auch für diejenigen, die mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten. Sie gestaltet Veranstaltungen für Ehrenamtliche und mit Ehrenamtlichen. Zu ihren Aufgaben gehört zudem unter anderem die Aus- und Weiterbildung der Lektorinnen und Lektoren sowie die Begleitung und Weiterbildung der Prädikantinnen und Prädikanten im Kirchenkreis.

 

 

 

 

(Schwerin/ak) - Martin Luthers Thesen zum Handel und zum Finanzwesen sind 500 Jahre nach der Niederschrift aktueller denn je. Dies machte Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Greifswalder Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) heute (6. Oktober) bei der Auftaktveranstaltung zu „Unternehmer in der Verantwortung 2018“ der Industrie- und Handelskammer in Schwerin deutlich. Im Hinblick auf den Dieselskandal sagte der Bischof: „Wenn Luther über die Gier spricht, erscheint er mir sehr modern. In seiner Schrift sieht er die wirtschaftlichen Probleme seiner Zeit, die uns auch heute noch belasten. Luther kritisiert Monopole, Dumpings, illegale Absprachen, Spekulanten und das Problem, dass kleine Vergehen hart bestraft werden, während die ‚großen Fische‘ mit ihren Wirtschaftsverbrechen ungehindert davonkommen.“

 

 

 

Unter dem Motto „Wirtschaft, Arbeit und Kirche – Der ehrbare Kaufmann und das christliche Menschenbild“, sprachen in den Räumen der IHK in Schwerin auch der Hamburger Erzbischof Dr. Stefan Heße, Hans Thon, Präsident der IHK zu Schwerin, und die Vizepräsidentin des Landtags, Beate Schlupp (CDU). Erzbischof Heße sagte: „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein rein zahlenorientiertes Handeln auch in wirtschaftlicher Hinsicht zu kurz greift. Zur Sicherung des nachhaltigen Erfolgs der eigenen Geschäftstätigkeit braucht es nicht nur gutes ökonomisches Handeln. Moralische Werte und soziales Engagement sind nicht weniger wichtig. Das gilt sowohl für den Ruf der Betriebe und der Branche. Es gilt auch für ihre eigene Zufriedenheit als Mensch.“

 

 

 

Martin Luther habe dem erstarkenden Handelswesen des 16. Jahrhunderts grundsätzlich positiv gegenüber gestanden, sagte Bischof Abromeit . Ebenso deutlich habe er allerdings die menschliche Gier als Sünde kritisiert. Der Bischof zitierte aus Luthers Schrift „Über Kaufhandlung und Wucher“: „Denn dein Verkaufen soll nicht ein Werk sein, das frei in deiner Macht und Willen ohne alles Gesetz und Maß steht, als wärest du ein Gott, der daran an niemanden gebunden wäre. Sondern weil dein Verkaufen ein Werk ist, das du gegen deinen Nächsten ausübst, soll es durch Gesetz und Gewissen begrenzt sein, so dass du es ohne Schaden und Nachteile deines Nächsten ausübst.“ Abromeit folgerte: „Luther ist also getragen von einem positiven Menschenbild. Er traut dem Menschen zu, seine mächtige Gier durch Gesetz und Gewissen zu begrenzen.“ Allerdings bedürfe es dazu eines Staates, der sich deutlich positioniert: „Wir brauchen klare Gesetze und Richtlinien durch den Staat. Nur eine gerechte, konsequente und durchsetzungsstarke Politik kann für eine gute und menschenfreundliche Wirtschaft sorgen. Der Dieselskandal hat es in aller Deutlichkeit ans Tageslicht gebracht: Die Gier der Menschen in unserem Land ist größer und perfider, als ich es vermutet habe. Wir brauchen Gesetze und das sind heutzutage eben auch internationale Gesetze, die Wirtschaft und Kapitalmarkt regulieren.“

 

 

 

Durchweg negativ dagegen sei Luthers Urteil über den Zins gewesen, erläuterte Bischof Abromeit: „Denn ist der Zins einmal da, werden die Fragen im Kopf wach: Wo kriege ich mehr für mein Geld? Wo ist der beste Zins, die beste Rendite? Damit verliert der Mensch den Menschen und auch Gott aus dem Blick. Das ist die eine Seite. Darüber hinaus macht der Zins den Menschen träge. Dabei ist der Mensch für Luther ein homo faber, ein fröhlich schaffender, schöpferisch-kreativer Geist. Luther sagt: ‚Denn der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen‘.“ Diese Hochschätzung des menschlichen Tuns nannte Bischof Abromeit einen „ungeheuer motivierenden Zug bei Luther“, der „ein positives und lebensbejahendes Menschenbild“ zum Ausdruck bringe.

 

 

 

Bischof Abromeit resümierte: „Ich halte die soziale Marktwirtschaft für eine der größten Errungenschaften der deutschen Nachkriegspolitik und sehe darin ganz das Anliegen Luthers, dass gerade auch die Schwächsten in der Gemeinschaft zu ihrem Recht kommen – ohne die Freiheit und den Schaffensdrang des Menschen abzuschnüren. Der Protestantismus steht an der Wiege der sozialen Marktwirtschaft, weil er die Verantwortung des Individuums ebenso anerkennt wie seine Schutzbedürftigkeit vor dem Mutwillen Anderer.“

 

„Großer Tag der Freude“


Franz Müntefering auf Fachtag von Diakonie Hessen und Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen in Frankfurt

(Frankfurt/dw) - immer mehr Menschen werden 80 Jahre und älter. Mit dem hohen Alter steigt das Risiko pflegebedürftig zu werden. „Mehr als zuvor müssen wir auf Prävention setzen und die Menschen solange wie möglich fit halten“, sagte Wilfried Knapp, Vorstand der Diakonie Hessen, am Mittwoch auf dem Fachtag „Pflegebedürftigkeit vorbeugen – Mehr Bewegung bis ins hohe Alter“ in Frankfurt. Knapp: „Wir wollen den Sport noch enger mit unseren sozialen und pflegerischen Angeboten verzahnen. Nur so können wir den Pflegebedarf künftig nachhaltig verringern.“ Die Diakonie Hessen zeigte zusammen mit der Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen auf einem Fachtag Praxisbeispiele, wie alte Menschen durch gezieltes sportliches Training gefördert werden können. Der frühere SPD-Spitzenpolitiker Franz Müntefering hielt als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen in Deutschland den Impulsvortrag zum Thema „Sport als Lebensbegleiter, auch im Alter“. „Die Bewegung der Beine ernährt das Gehirn“, so Münteferings Credo. „Aber der Staat kann das Gesundheitsverhalten nicht verordnen. Er kann die Selbstbestimmung darüber nur ermöglichen. Es haben noch lange nicht alle Menschen begriffen, dass sie auch im Alter etwas für ihre Beweglichkeit tun müssen“, sagte Müntefering.

Gezielte Bewegung als Gesundheitsprävention ist nachgewiesen sogar dann wirksam, wenn sie erst sehr spät im Leben auch von überzeugten „Couch-Potatoes“ praktiziert wird. Diakonie Hessen-Vorstand Wilfried Knapp: „Für Menschen ab 80 Jahren gibt es in Hessen bisher nur vereinzelte Angebote zur Bewegungsförderung. In der örtlichen Altenhilfe ebenso wie bei Sportvereinen, Pflege- und Betreuungsdiensten spielen Präventionsangebote für sehr alte Menschen bisher kaum eine Rolle. Dies wollen wir ändern.“ Hierfür müsse nicht nur das Angebot attraktiver gestaltet werden, sondern auch das Bewusstsein bei den Fachleuten und den alten Menschen selbst geschaffen werden, so Knapp weiter.

Der Fachtag griff gesundheitsfördernde Ansätze des Sports für alte Menschen auf und bot Einblick in verschiedene vorhandene Konzepte. Die Stiftung Diakonie Hessen mit dem Stiftungsfonds DiaDem fördert die Veranstaltung gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration.

Seit 2010 arbeitet die Diakonie Hessen eng mit der Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen zusammen. Ein erstes gemeinsames Produkt ist die „moment!“-Qualifizierung zur Bewegungsförderung bei Menschen mit Demenz. „moment!“ steht für motorisches und mentales Training und richtet sich an Menschen mit Demenz sowie an ihre Angehörigen. Die Angebote konnten mittlerweile nachhaltig in Pflegeeinrichtungen und Vereinen etabliert werden und werden seither von den Pflegekassen finanziert. Mehr Informationen zu moment!
(http://www.diakonie-hessen.de/aktuell/alzheimer-und-demenz/moment-motorisches-und-mentales-training-fuer-menschen-mit-demenz.html)

Stiftungsfonds DiaDem der Stiftung Diakonie Hessen
Seit 2008 macht sich die Stiftung Diakonie Hessen mit dem Stiftungsfonds DiaDem für Menschen mit Demenz stark. Der Fonds steht unter dem Leitspruch „Würde bewahren trotz Demenz“ und zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz. Bisher wurden 86 Projekte mit einem Volumen von über 760.000 Euro unterstützt. Die Mittel für den Fonds wurden von der Diakonie Hessen, den Evangelischen Kirchen in Hessen und von zahlreichen Privatpersonen zur Verfügung gestellt. Der Stiftungsfonds DiaDem fördert innovative Ideen zu einem neuen Miteinander mit Menschen mit Demenz und ihren Familien. Mehr Informationen zu DiaDem auf www.sinn-stiften.de

Weitere Informationen finden Sie unter Diakonie Hessen.
(http://www.diakonie-hessen.de/)