Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

SONNTAG, 22.09.2019


Bischöfin Kirsten Fehrs stellte Sprengelbericht für Hamburg und Lübeck vor:

„Kirche in der Mitte der Gesellschaft – Seelsorge ist unverzichtbar“

 

(Lübeck-Travemünde/sg) - Bischöfin Kirsten Fehrs hat heute (21. September) auf der Tagung der Landessynode in Lübeck-Travemünde ihren Bericht aus dem Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) vorgestellt. Der Sprengel umfasst 229 Kirchengemeinden in den Kirchenkreisen Hamburg-Ost, Hamburg-West/Südholstein und Lübeck-Lauenburg.

 

Bischöfin Fehrs hob zu Beginn das Elbtauffest „Moin Welt“ im Juni in Hamburg-Rissen mit über 5.000 Menschen, darunter 500 Täuflingen hervor, das von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden aus den beiden Kirchenkreisen Hamburg-Ost und Hamburg-West/ Südholstein organisiert worden war. „Vor allem Lebensfreude war dabei, Segen und Friede pur“, sagte die Bischöfin. „Ich habe selten in so viele glückliche Gesichter geschaut, so viele Segensworte zur gleichen Zeit gehört und Gottes Geist so lebendig werden sehen.“

 

Laut Bischöfin Fehrs sind solche Tauffeste in der Natur, wie auch Tischgemeinschaften auf städtischen oder dörflichen Festen die besten Beispiele, wie Kirche in der Mitte der Gesellschaft lebendig wird. Als Beispiele nannte sie die Aktion „Auf die Plätze“ zur Belebung des Vorplatzes der Hamburger Hauptkirche St. Petri oder die Beteiligung der Evangelischen Akademie der Nordkirche und einiger Hamburger Kirchengemeinden an Konzepten zur Verkehrsberuhigung und Steigerung der Lebensqualität von Innenstadt und Quartieren. Die Bischöfin beschrieb, wie dort Begegnung gefördert wird und so göttliche mit menschlichen Geschichten sich nahe kämen. Fehrs: „Ich würde das gerne messen und zählen können, weil ich das Gefühl habe: Es wird immer mehr. Sicher, die vertrauten statistischen Zahlen gehen zurück und machen Sorgen, die Freiburger Studie zur Mitgliedschaftsentwicklung bis 2060 hat das noch einmal eindrucksvoll vor Augen geführt und muss uns intensiv beschäftigen. Aber die lebendige Begegnung zwischen Gott und Mensch und zwischen Mensch und Mensch sucht sich neue Wege und Formen.“

 

Laut Bischöfin Kirsten Fehrs ist Beziehungsarbeit und Kommunikation mit ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen die Stärke der Kirche. „Zum Beispiel wenn 400 Schülerinnen und Schüler von zwölf Hamburger Schulen in der Hauptkirche St. Katharinen mucksmäuschenstill dem wegen seiner jüdischen Abstammung verfolgten Zeitzeugen Ivar Buterfas lauschen und sich erkennbar interessiert und sichtlich bewegt zeigen“, so die Bischöfin. „Oder im Lübecker Dom, wo Jugendliche in der altehrwürdigen Kirche übernachten und auf ihre ganz eigene Art, auf der Orgelempore, beim Berühren des Engels, im Dunkel das Geheimnis Gottes entdecken.“ Als weiteres Beispiel nannte Fehrs das Kümmerer-Netzwerk in Schwarzenbek, in dem Ehrenamtliche für Seniorinnen und Senioren da sind und ihnen in ihrem Alltag zur Hand gehen.

 

In ihrem Sprengelbericht unterstrich Bischöfin Kirsten Fehrs die Bedeutung der Seelsorge, die im Alltag oft unbemerkt und an säkularen Orten stattfinde: „Seelsorge bekommt eine immer größere Bedeutung als ‚Kirche am anderen Ort‘. Was in Krankenhäusern und Gefängnissen sowie bei der Bundeswehr an hochprofessioneller, seelsorglicher Begleitung von Menschen in Krisen- und Notsituationen gelingt, ist beeindruckend – und wird oft nicht gesehen. Seelsorge, ist nicht allein das Gespräch im geschützten Raum. Sie ist eine gesellschaftlich anerkannte – und von Feuerwehr, Krankenhäusern, ja, Gerichten zunehmend öffentlich geforderte Fachkompetenz unserer Pastorinnen und Pastoren, Diakone und Diakoninnen. Seelsorge ist unverzichtbar.“                       

 

Ebenfalls wichtig für das Leben in der heutigen Gesellschaft sei der interreligiöse Dialog. Das gute Zusammenspiel der Religionen in Hamburg sei unter anderem auf das gewachsene Projekt des „Religionsunterrichts für alle“ zurückzuführen, bei der Kinder gemeinsam im Klassenverband unterrichtet würden. Fehrs: „Bei der Kampagne der Nordkirche zum Religionsunterricht habe ich selbst wieder erlebt, wie sehr die Schülerinnen und Schüler es schätzen, aus der Schatzkiste des Glaubens zu schöpfen, danach zu leben und Verantwortung zu übernehmen. Das stimmt mich hoffnungsfroh.“

 

Livestream:

 

Auf www.nordkirche.de wird die Synodentagung in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein im Livestream übertragen.

 

 www.nordkirche.de/portal-der-landessynode

 


Kirchlicher Umbruch besonders in der Diaspora

 

Unter dem Titel „Abschied von der Diaspora oder: Welche Mission haben wir?“ hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken bei der Fachmesse und Ideenbörse „Pastorale! 2019“ in Magdeburg am 20. September 2019 eine Diskussion organisiert. Bild( v.l.): Monsignore Georg  Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Eberhard Tiefensee, 1997 bis 2018 Professor für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt und Anne Rademacher, Leiterin des Seelsorgeamtes des Bistums Erfurt. Fotos: Bonifatiuswerk

 

Überwältigende Teilnahme an der Podiumsdiskussion „Abschied von der Diaspora oder: Welche Mission haben wir?“ über die Zukunft der Diaspora während der Fachmesse und Ideenbörse „die pastorale!“ in Magdeburg

 

(Magdeburg/bfw/pk) - Der Begriff der Diaspora beschreibt eine Mangelsituation, wenn etwa wenige Katholiken unter vielen Anders- oder Nichtgläubigen leben. Das Bonifatiuswerk unterstützt katholisches Leben in der Diaspora Deutschlands und Nordeuropas seit 170 Jahren auf vielfältige Weise. Denn die Minderheitensituation von Christen wird oft als außergewöhnlich und bedrohlich gesehen. Aber sie entspricht weit eher dem biblischen-apostolischen Normalfall als eine in der Fläche verwurzelte Volkskirche. Diese und weitere Thesen wurden beim Podium „Abschied von der Diaspora oder: Welche Mission haben wir?“ während der Fachmesse und Ideenbörse „die pastorale!“ in Magdeburg diskutiert.

 

Vor über 60 Besuchern begrüßte Moderator Guido Erbrich den Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, mit einem Schmunzeln, in dem er sich auf den Titel der Diskussion bezog: „Wenn wir uns von der Diaspora verabschieden, dann bricht Ihnen beim Bonifatiuswerk das Geschäftsfeld weg.“ Monsignore Austen ging darauf ein und sprach von einem doppelten Ende der Diaspora. „Vielleicht gibt es ein Ende des Diaspora an Orten, wo es kaum noch Christen gibt“, gab er zu bedenken. Das zweite Ende der Diaspora allerdings sehe er da, wo die Diasporakirche wieder aufblühe, wie etwa in nordischen Ländern, wo die Gemeinden stark wachsen. Dabei ging Austen auf die Glaubenshilfe des Diaspora-Hilfswerkes ein. „Glaubens- und Gemeinschaftsbildung sind wichtig. Denn wenn sich Menschen für den Glauben entscheiden, brauchen sie eine Grundlage, auf der sie weiterleben.“ Gerade in den oft materiell armen Gemeinden seien die Glaubensbrüder und-schwestern auf solidarische Unterstützung angewiesen.

 

Für jene Glaubensbildung zeichnen sich etwa katholische Kindergärten in Ostdeutschland mitverantwortlich, die alle vom Bonifatiuswerk unterstützt werden. Austen hob auch die Religiösen Kinderwochen (RKW) als „großen Schatz“ hervor, denn auch nichtreligiöse Kinder kommen so mit dem Glauben in Berührung. Um die RKW und weitere Impulse ging es den zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum. Eindrücklich schilderte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, wie in seiner Gemeinde zwei Drittel der Kinder bei den RKW aus nichtreligiösen Familien kommen.

 

„Wir als Kirche stehen vor einem Umbruch, der mit der Reformation vergleichbar ist“, sagte Eingangs Eberhard Tiefensee, 1997 bis 2018 Professor für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt. Seine These von der „Ökumene der dritten Art“, also der Zusammenarbeit, Kooperation und einem ehrlichen Dialog mit nichtreligiösen Menschen im Osten Deutschlands, steht im Zentrum der pastorale! Tiefensee warb für ein Umdenken, bisher habe man versucht, die Menschen in die Kirche zu bringen. „Aber wir müssen uns auf die Menschen zu bewegen. Denn Mission bedeutet Sendung, es ist eine Zentrifugalkraft nach außen.“ Die Kirche müsse  sich vom Modell „Stadt auf dem Berg“ verabschieden.

 

Anne Rademacher, Leiterin des Seelsorgeamtes des Bistums Erfurt, erinnerte daran, dass Diaspora für die Nachfolger Jesu der Normalfall war. „Jesus redet immer nur über Diaspora.“ Sie sieht Chancen in der Diaspora im „Potenzial der Christen, die im Alltag stehen und Zeugnis geben. Denn sie sind dran an den Leiden und Problemen der anderen.“

 

Im Fokus der Fachmesse und Ideenbörse „die pastorale!“ steht die Rolle der Christen in einem säkularen Umfeld. Die Veranstalter rechnen mit insgesamt 1.300 Teilnehmern. Nach zehn Jahren ist es die erste kirchliche Fachmesse und Ideenbörse für die deutschen Bistümer, 2006 und 2009 gab bereits solche kirchliche Ideenbörsen im sächsischen Schmochtitz.


Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt predigte im Gottesdienst der Landessynode:

„Zusammenleben orientiert an Gottes Liebe verantwortungsvoll gestalten“

(Lübeck-Travemünde/ce/std) - Mit einem Open-Air-Gottesdienst klang heute (20. September) der Thementag „Familienformen, Beziehungsweisen: Vielfalt sehen und fördern – Menschen stärken“ der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) aus. Mitglieder und Gäste der Synode hatten sich dazu im Travemünder Brügmanngarten versammelt.

 

In den Mittelpunkt ihrer Predigt stellte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt ein Wort Jesu: „Wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“ (Markus 3,35). Kühnbaum-Schmidt: „Nicht Herkunft, Geburt und Zeugung entscheiden, wer zu Jesus gehört. Für ihn ist allein entscheidend, dass sich jemand am Willen Gottes orientiert. Mit seiner Antwort überschreitet Jesus die üblichen Kategorien und Grenzziehungen: Herkunft, Alter, Geschlecht, körperliche Verfassung, Geburtsort, sozialer Status.“

 

Grundlage für die Beziehung zwischen Gott und Mensch sowie zwischen Menschen sei „Gottes Liebe zu uns“, so Kühnbaum-Schmidt: „Die Treue, Verlässlichkeit, Hingabe, Gerechtigkeit, Vergebung, Verantwortung und Sorge, die Gottes Beziehung zu uns bestimmen, sind wegweisend für unsere Beziehungsgestaltung untereinander. Darum wird immer wieder zu fragen sein, ob und in welcher Weise die Ausrichtung an Gottes Liebe zu uns die Grundlage für unsere Formen menschlichen Zusammenlebens ist. Es wird immer wieder zu fragen sein, wie wir als Kirche Menschen dabei unterstützen und stärken können, ihr Zusammenleben in der Orientierung an Gottes Liebe verantwortungsvoll zu gestalten. In Ehe, Familie, Partnerschaft, in verantwortungsvollen Beziehungen, als Alleinlebende.“

 

Einen Tag lang hatten die Mitglieder der Landessynode zum Thema „Familienformen, Beziehungsweisen: Vielfalt sehen und fördern – Menschen stärken“ intensiv über Situationen vielfältiger Familien- und Lebensformen beraten, Fachleute und Lebensexpertinnen und -experten angehört sowie Beschlüsse im Blick auf kirchliches Leben und Handeln gefasst.

 

„Mögen wir neue Wege finden, einander mit Liebe und Respekt zu begegnen“

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt sagte im Rückblick auf die Beratungen in der Landessynode: „Ich bin noch ganz bewegt von unserem Austausch dazu heute auf unserer Landessynode. Von den offenen und respektvollen Gesprächen. Von der achtsamen Atmosphäre. Von dem, was es zu lernen, zu entdecken und zu verstehen gab. Ich bin dankbar für die Offenheit und Freundlichkeit, die unsere Gespräche geprägt haben.“

 

Diese Dankbarkeit sei umso größer, als gerade von Christenmenschen über Jahrhunderte hinweg sehr klare Vorstellungen vertreten worden seien, welche Formen von Beziehungen und Familienleben angeblich ausschließlich möglich seien und welche nicht: „Vorstellungen, die allein die Ehe zwischen Frau und Mann gelten lassen wollten. Und damit viele andere Formen verantwortlichen und liebevollen Zusammenlebens, die es über die Jahrhunderte hindurch immer auch gegeben hat, diskriminiert haben.“ Kühnbaum-Schmidt: „Möge Gott vergeben, was dabei an Leid und Unrecht geschehen ist – und mögen wir heute andere und neue Wege finden, einander mit Liebe und Respekt zu begegnen.“

 

Die Kollekte im Gottesdienst wurde erbeten für „Quarteera e.V.“, eine Organisation russischsprachiger Lesben, Schwuler, Bisexueller, Trans*personen und ihrer Freundinnen und Freunde in Deutschland. In Russland ist das Engagement für die Gleichstellung aller geschlechtlichen und sexuellen Identitäten derzeit strafbewehrt und daher unmöglich. Die Synodalen machten damit zugleich aufmerksam auf die international sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen von Menschen in rechtlich und öffentlich nicht anerkannten Lebens- und Familienformen.

 

Am Gottesdienst wirkten zahlreiche Beteiligte mit, darunter auch Synodale, Lebensexpertinnen und -experten des Thementages. Musikalisch gestalteten den Gottesdienst Joy Bogat (Bass / Gesang), Mogens Busch (Saxophon), Sarina Lal (Gesang), Daniel Schierhorn (Drums) und Jan Simowitsch (E-Piano / Gesang / Leitung).

 

Am Samstag (21. September) wird die Synode über eine Resolution zum Thementag beraten und beschließen. Darüber hinaus wir unter anderem der Bericht von Bischöfin Kirsten Fehrs aus dem Sprengel Hamburg und Lübeck erwartet. Außerdem wählen die Synodalen die Mitglieder des Ausschusses „Junge Menschen im Blick“.

 

Livestream:

 Auf www.nordkirche.de wird die Synodentagung in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein im Livestream übertragen.

 

 

 


Rat der Christlichen Kirchen Mailands zu Besuch in Freiburg

Umweltschutz über Grenzen hinweg

 

(Freiburg/Karlsruhe/Mailand/ekiba) -  Die gute ökumenische Zusammenarbeit der christlichen Kirchen in Baden gerade beim Umweltschutz erzeugt Aufmerksamkeit. Das wird etwa deutlich am Besuch einer Delegation des Rates der Christlichen Kirchen Mailands in der nächsten Woche (23.-25.9.) in Freiburg. Die hochkarätig besetzte Delegation sucht den operativen Austausch mit dem Büro für Umwelt und Energie im evangelischen Oberkirchenrat und der Diözesanstelle für Umwelt, Energie und Arbeitsschutz im Erzbischöflichen Ordinariat.

 

Nach einem ökumenischen Gottesdienst am Montag (23.9.) in der Kirche Maria Magdalena im Rieselfeld informieren sich die Gäste aus Italien am Dienstag und Mittwoch über die verschiedenen Klima- und Umweltschutzprojekte, die das Erzbistum Freiburg und die Evangelische Landeskirche in Baden entwickelt haben. Dazu zählen etwa die "Energie-Offensive" der Erzdiözese Freiburg, der "Grüne Gockel" der Landeskirche, das ökumenische Bündnis für Klimagerechtigkeit und die gemeinsame Initiative zur nachhaltigen Beschaffung „wir-kaufen-anders“. Die Delegation aus Mailand wird den Gastgebern im Gegenzug ihre Arbeit vorstellen.

 

Neben den Gesprächen und Diskussionen sollen Exkursionen zu Beispielprojekten die praktische Umsetzung der Initiativen im Umweltbereich anschaulich machen. Auf dem Besuchsprogramm stehen zum Beispiel die Heizungssysteme im Kloster St. Ulrich und im Georgsheim in Ehrenstetten, der Grüne Gockel in Ehrenkirchen-Bollschweil, ein Pilotprojekt zur Photovoltaik in Merzhausen und das Mobilitätskonzept der Sozialstation in Freiburg.

 

Für Medienvertreter besteht die Möglichkeit, nach vorheriger Anmeldung an einzelnen Stationen der Exkursionen teilzunehmen. Anmeldungen sind zu richten an christin.kleinelanghorst@ordinariat-freiburg.de.

 

Weblinks:

www.ekiba.de/bue

www.ebfr.de/umwelt

 


Reli-Dome der Nordkirche in Güstrow auf dem Marktplatz

Raum für Schülerfragen

Foto: Nordkirche
Foto: Nordkirche

 

(Güstrow/afoe/cme) - Unter dem Motto „Raum für Fragen. Mein Religionsunterricht.“ veranstaltet die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) ihre erste Kampagne zum Religionsunterricht. „Bin ich mehr wert, wenn ich Geld habe?“, „Ist Gott egal, wen ich liebe?“, „Was bringt es mir, wenn ich glaube?“ – zwölf Schülerfragen stehen im Mittelpunkt der Kampagne. Neben Plakaten, Radiospots, Bannern an Kirchtürmen und Postkarten reist auch ein echter Raum für Fragen durch die Nordkirche, der „Reli-Dome“. 

 

Am 23. September ist der Reli-Dome von 14 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz in Güstrow (Landkreis Rostock) zu Gast. In dem großen Kuppelzelt dreht sich alles um die Frage, was heute guter Religionsunterricht ist. Mit Aktionen und Videos möchte ein Team aus Schüler*innen und Lehrer*innen der Freien Schule sowie des John-Brinkman-Gymnasiums mit Eltern, Schülern und Interessierten darüber ins Gespräch kommen. Live-Musik der Band „Follow“ sowie „Liebe“, „Paradies“ und „Erleuchtung“ als alkoholfreie Cocktails erwarten die Gäste.

 

Im September wird der Reli-Dome in insgesamt zwölf Städten der Nordkirche zu Gast sein. Nächste Stationen in MV sind Stralsund am 25. September (Alter Markt, ab 14 Uhr), am 27. September die Landeshauptstadt Schwerin – am Südufer des Pfaffenteichs sind ab 14 Uhr Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Nordkirche) und Erzbischof Dr. Stefan Heße (Erzbistum Hamburg) mit dabei. Zudem wird am 29. September in Boizenburg (Marktplatz, ab 11 Uhr) ins Reli-Dome-Kuppelzelt eingeladen.

 

Organisiert wird die Kampagne der Nordkirche durch das Pädagogisch-Theologische Institut der Nordkirche (PTI) und den Arbeitsbereich Schulkooperative Arbeit/TEO in Kooperation mit dem Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordkirche.

 

Weitere Infos zur Kampagne und der Tour des Reli-Domes unter http://www.mein-reli.de

 

 

 

Hintergrund:

 

Ziele des Religionsunterrichts sind u.a., junge Leute in die Lage zu versetzen, mit der heutigen Vielfalt der Kulturen und Religionen selbstbewusst und souverän umzugehen, in dem sie sich der Wurzeln ihrer eigenen Prägungen bewusst werden und über Fragen des Lebens in verschiedener Weise nachzudenken. Denn junge Menschen suchen für ihr Leben einen Sinn, sie brauchen Hilfen, um sich in der pluralistischen Gesellschaft zurechtzufinden und einen Standort zu gewinnen.

 

Rund 55.900 Schüler*innen, das sind 41 Prozent, der Klassen 1-10 haben im Schuljahr 2017/2018 Religionsunterricht an öffentlichen und privaten allgemein bildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Rund 530 Lehrkräfte waren für den Religionsunterricht im Schuljahr 2017/2018 an öffentlichen und privaten allgemein bildenden und beruflichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern tätig.


Wüstenrot Stiftung würdigt Umwidmung des Gebäudes

Evangelische Jugendkapelle in Nordrach preisgekrönt

 

(Nordrach/pm) - Eine Auszeichnung mit einem Preisgeld von 5.000 Euro erhält die evangelische Jugendkapelle in Nordrach (Ortenaukreis) von der Wüstenrot Stiftung. Sie gewann den Preis bei einem bundesweiten Wettbewerb der Stiftung, der Beispiele für die Zukunft von Dorfkirchen öffentlich machen und auf die vielfältigen Chancen hinweisen will, die daraus für kleine Gemeinden entstehen.


Die Preisverleihung findet am 21. September 2019 im Rahmen des 29. Evan­gelischen Kirchbautages in Erfurt statt. Dabei werden prämierte Wettbewerbsbeiträge und andere ausgewählte Beispiele in einer Wan­derausstellung mit Begleitbroschüre vorgestellt.

 

Die Jugendkapelle in der kleinen Gemeinde Nordrach (1.900 Einwohner) dient als Erfahrungsraum für Jugendliche und Treffpunkt mit kostengünstigem Übernachtungsangebot. Häufig genutzt wird sie von Konfirmanden/innen, die zu Fuß von Zell am Harmersbach zur Kapelle pilgern. Unterwegs laden Stationen ein zum Loben, Klagen, Danken und Bitten. Ab und an finden im kleinen Gotteshaus auch Hochzeiten und andere Gottesdienste statt. Schuldekan Herbert Kumpf freut sich über die großartige Auszeichnung des jahrelangen Engagements vieler Ehrenamtlicher für die dauerhafte Nutzung der Kapelle. Ursprünglich sollte sie verkauft werden. Der Schuldekan lobt solche Preisvergaben, weil sie die mühsame, kontinuierliche Pflege und den Unterhalt von Gebäuden anerkennen. Mit dem Preisgeld ist es nun möglich, die Küche zu sanieren, die Kunstwerke zu reparieren und das Dach zu säubern.

 

Im Zentrum der Pilgerkapelle steht ein großer Rundaltar mit Bänken, Tischen und Hockern, der die spirituelle Dimension des Lebens fokussiert. Sie ist auch eine gute Basisstation des Baumhauscamps im Wald der Evangelischen Stiftung der Pflege Schönau in der Nähe, das ebenfalls als Veranstaltungsort für Jugendliche genutzt wird.
Bei der Wüstenrot Stiftung gingen 202 Wettbewerbsbeiträge ein. Die Dokumentation der Ergebnisse soll andere Kommunen ermutigen, eigene Ideen umzusetzen.

 

 

 

Weitere Informationen unter:

 

http://www.himmelblick.com
https://wuestenrot-stiftung.de/diekircheinunseremdorf


Tagung der Landessynode der Nordkirche in Lübeck-Travemünde:

Neue Kirchenleitung der Nordkirche gewählt

 

(Lübeck-Travemünde/std). Die II. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat heute (19. September) eine neue Kirchenleitung gewählt. Der Kirchenleitung gehören insgesamt 17 Mitglieder an, von denen 13 aus der Mitte der Landessynode zu wählen waren, davon mindestens neun ehrenamtliche Mitglieder. Mindestens zwei der Mitglieder waren aus dem Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und mindestens ein Mitglied war aus dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis zu wählen. Der Kirchenleitung gehören aufgrund ihres Amtes die Bischöfinnen und Bischöfe der Nordkirche an. Vorsitzende der Kirchenleitung ist die Landesbischöfin.

 

Zu Mitgliedern der Kirchenleitung der Nordkirche wurden gewählt:

 

aus der Gruppe der Ehrenamtlichen:

 

Prof. Dr. Tilo Böhmann, Sprengel Hamburg und Lübeck

 

Katharina von Fintel, Sprengel Hamburg und Lübeck

 

Arne Gattermann, Sprengel Schleswig und Holstein

 

Sylvia Giesecke, Sprengel Mecklenburg und Pommern (Pommern)

 

Matthias Harneit, Sprengel Hamburg und Lübeck

 

Malte Schlünz, Sprengel Hamburg und Lübeck

 

Prof. Dr. Dr. Christoph Stumpf, Sprengel Hamburg und Lübeck

 

Telse Vogt, Sprengel Schleswig und Holstein

 

Dr. Henning von Wedel, Sprengel Hamburg und Lübeck

 

 

 

aus der Gruppe der Pröpstinnen und Pröpste:

 

Marcus Antonioli, Sprengel Mecklenburg und Pommern (Mecklenburg)

 

Dr. Karl-Heinrich Melzer, Sprengel Hamburg und Lübeck

 

 

 

aus der Gruppe der Pastorinnen und Pastoren:

 

Bettina Hansen, Sprengel Schleswig und Holstein

 

 

 

aus der Gruppe der Mitarbeitenden:

 

Henrike Regenstein, Sprengel Mecklenburg und Pommern (Mecklenburg)

 

 

 

Bischöfliche Mitglieder der Kirchenleitung:

 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Vorsitzende der Kirchenleitung

 

Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein

 

Bischöfin Kirsten Fehrs, Sprengel Hamburg und Lübeck

 

Bischof Tilman Jeremias, Sprengel Mecklenburg und Pommern

 

 

 

Nach der Wahl wird sich die Kirchenleitung zu ihrer konstituierenden Sitzung versammeln. Damit endet zugleich die Amtszeit der Ersten Kirchenleitung der Nordkirche, deren Mitglieder 2013 von der I. Landessynode gewählt worden waren. Im Rahmen einer Andacht wird die Erste Kirchenleitung am Abend in der St.-Lorenz-Kirche in Travemünde verabschiedet.

 

 

 

Die Kirchenleitung leitet die Nordkirche im Rahmen des geltenden Rechts. Sie bereitet Entscheidungen der Landessynode vor und führt deren Beschlüsse aus. Sie berät über die grundlegende kirchliche Gesamtplanung, beruft Personen auf leitende Stellen im landeskirchlichen Dienst und wirkt bei der Wahl von Bischöfinnen, Bischöfen, Pröpstinnen und Pröpsten mit. Die Kirchenleitung führt außerdem die Aufsicht über das Landeskirchenamt.

 

 

 

Livestream:

 

Auf www.nordkirche.de wird die Synodentagung in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein im Livestream übertragen.

 


Badische Landeskirche verstärkt Maßnahmen zur Mitgliederbindung – Kirchenwahl am 1. Advent

 

(Karlsruhe/ekiba) - . Die knapp eine Million, über vierzehnjährigen Mitglieder der badischen Landeskirche erhalten in den kommenden Monaten regelmäßig Post aus dem Oberkirchenrat. In einer Pressekonferenz stellten Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und Synodalpräsident Axel Wermke diese „Kirchenpost“ und weitere Initiativen zur Stärkung der Mitgliederbindung vor.

 

Bis zur Kirchenwahl am 1. Advent versendet die Evangelische Landeskirche in Baden Post in drei Schritten: Zunächst am 1.10. eine Postkarte, danach einen Brief und im November dann die Briefwahlunterlagen. Die Texte und Bilder sind auf vier Altersgruppen abgestimmt: Von den Konfirmierten bis zu den 25-Jährigen, sodann die 26- bis 45-Jährigen, die 46- bis 65-Jährigen und schließlich alle evangelischen Seniorinnen und Senioren. Postkarte und Briefe greifen für die Zielgruppen jeweils Themen auf, die in den unterschiedlichen Lebensphasen Bedeutung haben.

 

Vor den Medienvertretern ermutigte Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh zu einem „Perspektivwechsel von dem Erschrecken über die Kirchenaustritte und die Sorge angesichts der großen Trends zum Aufbruch in die kleinen Schritte, die den Glauben ins Leben ziehen und in das Vertrauen in die Zukunft Gottes“. Einerseits gelte es, „das Ausmaß der Ferne zu vielen Menschen, sorgfältig, nüchtern und realistisch wahrzunehmen“. Zugleich rief der Landesbischof dazu auf, „sich nicht von Prognosen gefangen zu nehmen, sondern Ausschau zu halten nach den oft überraschenden Möglichkeiten vom Glauben zu reden und Menschen auf ihren Lebenswegen zu stärken.“ Der Perspektivwechsel brauche einerseits ein intensives Miteinander in den Gemeinden und darüber hinaus: „Wir müssen eine Kultur fördern, die Menschen dazu einlädt, offen, kritisch und konstruktiv auf Gottesdienste und kirchliches Leben zu reagieren“. „Wichtig ist, dass die Kirche sich nicht zurückzieht, sondern deutlich macht, wie hilfreich und befreiend der christliche Glaube für unsere Gesellschaft ist.“

 

Die Kirchenwahl am 1.12. sei eine gute Gelegenheit für die Kirche, die Bindung ihrer Mitglieder zu stärken, erklärte Synodalpräsident Axel Wermke. „Kirchenwahl macht deutlich, dass unsere Kirche nicht nur aus den hauptamtlich tätigen Pfarrerinnen und Pfarrer besteht, sondern vom Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die sich und ihre Talente einbringen. Bei dieser Wahl können erstmals auch 16-Jährige in die Gremien gewählt werden, sodass eine gute Mischung aus Alt und Jung erreicht werden kann“ erklärte der Synodalpräsident.

 

 

 

Neben der flächendeckenden Post an alle konfirmierten Mitglieder gibt es auf regionaler und lokaler Ebene eine Reihe von Pilotprojekten zur Mitgliederbindung. So werden zum Beispiel in der Südlichen Kurpfalz alle Zugezogene mit einem Brotbeutel, Gutscheinen für Brot und Salz und den Kontaktdaten der kirchlichen Einrichtungen vor Ort begrüßt. In Karlsruhe bot das „Davidprojekt“ Seminare, Schulaktionen, Foren und neue Gottesdienstformen. Im Herbolzheimer Projekt „Cu6“ („Christlich unter-6-Jährige“) in Mittelbaden wird die Familienarbeit der Kirchengemeinde gemeinsam mit und für die Familien ausgestaltet. In der Bodenseeregion fördert zum Beispiel die Kirchengemeinde Böhringen durch gezielte Begleitung und Förderung Jugendlicher eine neue Haltung. So wird christliche Liebe und Wertschätzung für neue Zielgruppen spürbar. 


Wahl der Kirchenleitung, Thementag zu Familienformen, Klimaschutzbericht:

Tagung der Landessynode der Nordkirche eröffnet

 

(Lübeck-Travemünde/std) - Mit einer geistlichen Besinnung von Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, und Katharina von Fintel (Erste Kirchenleitung) hat heute (19. September) in Lübeck-Travemünde die 3. Tagung der II. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) begonnen.

 

Auftakt der heutigen Beratungen der 156 Synodalen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wird die Einbringung der Vorschläge des Nominierungsausschusses für die Wahl in die Kirchenleitung der Nordkirche sein. Die Wahl steht im weiteren Verlauf des Vormittags auf der Tagesordnung; am Nachmittag ist die Konstituierung der neuen Kirchenleitung geplant. Damit endet zugleich die Amtszeit der Ersten Kirchenleitung der Nordkirche, deren Mitglieder 2013 von der I. Landessynode gewählt worden waren. Im Rahmen einer Andacht wird die Erste Kirchenleitung am Abend in der St.-Lorenz-Kirche in Travemünde verabschiedet.

 

Außerdem befassen sich die Mitglieder der Landessynode heute mit einem Bericht der Ersten Kirchenleitung zur Baugesetzgebung, mit Berichten des Datenschutzbeauftragten und der Arbeitsstelle Geschlechtergerechtigkeit sowie mit dem Klimaschutzbericht 2017 der Nordkirche. Darüber hinaus stehen unter anderem Gesetzesänderungen sowie weitere Wahlen auf der Tagesordnung: Die Synodalen wählen die Mitglieder der Theologischen Kammer der Nordkirche und den Wahlvorbereitungsausschuss der Landessynode, dem die Vorbereitung von Wahlen in bischöfliche Ämter obliegt.

 

Im Mittelpunkt der Beratungen der Landessynode am Freitag (20. September) wird das Thema „Familienformen, Beziehungsweisen: Vielfalt sehen und fördern – Menschen stärken“ stehen. Einen synodalen Thementag dazu hatte bereits die
I. Landessynode mit der von ihr 2016 verabschiedeten Neuordnung der Segnung von Menschen in eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften beschlossen. Dazu werden die Mitglieder der II. Landessynode ausführlich beraten. Unter anderem sind Beiträge von Lebensexpertinnen und -experten und eine inhaltliche Arbeitsphase der Synodalen in Gruppen geplant. Zudem liegen den Synodalen mehrere Beschlussvorlagen zum Thema vor. Zum Abschluss des Thementages werden sich am Abend Synodale und Gäste zum Open-Air-Gottesdienst im Brügmanngarten versammeln. Die Predigt hält Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.

 

Am Samstag (21. September) wird unter anderem der Bericht von Bischöfin Kirsten Fehrs aus dem Sprengel Hamburg und Lübeck erwartet. Außerdem wählen die Synodalen die Mitglieder des Ausschusses „Junge Menschen im Blick“.

 

 

 

Livestream:

 

Auf www.nordkirche.de wird die Synodentagung in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein im Livestream übertragen.

 


Adveniat versendet Materialien zur Weihnachtsaktion der katholischen Kirche

Klimaneutral und Plastikfrei

„Friede! Mit Dir!“ lautet das Motto der diesjährigen Weihnachtsaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Foto: Adveniat
„Friede! Mit Dir!“ lautet das Motto der diesjährigen Weihnachtsaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Foto: Adveniat

 

(Essen/adv) - Klimaneutral und plastikfrei hat das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die Materialien der bundesweiten Weihnachtsaktion der katholischen Kirche produziert und verschickt. „Der Blaue Engel oder 100 Prozent Recyclingpapier, das ist bei vielen unserer Druckerzeugnisse schon seit Jahren Standard“, erklärt Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz. „In diesem Jahr haben wir alle CO2-Emissionen, die bei Produktion und Versand der Aktionsmaterialien anfallen, durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Und selbst die Sichtfenster in den Umschlägen und das Klebeband für die Versandkisten sind aus Papier oder kompostierbar. Die Materialien unsere Weihnachtsaktion sind damit klimaneutral und plastikfrei“, betont Adveniat-Chef Pater Heinz.

 

„Friede! Mit Dir!“ lautet das Motto der diesjährigen Adveniat Weihnachtsaktion, die am 1. Advent im Erzbistum Freiburg eröffnet wird. Im November und Dezember kommen Adveniat-Aktionspartner aus Peru, Venezuela, Kolumbien und Bolivien nach Deutschland, um von ihrer Friedensarbeit zu berichten. Denn viele Menschen in Lateinamerika und der Karibik träumen vom Frieden. Doch Mensch und Natur werden nach wie vor rücksichtslos ausgebeutet. Gründe für den Unfrieden sind die Schere zwischen Arm und Reich und die Diskriminierung von Minderheiten wie indigenen Völkern, Afroamerikanern, Frauen und Jugendlichen. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt zahlreiche Initiativen, die der Bevölkerung ein Leben in Frieden untereinander und mit der Umwelt ermöglichen.

 

Weltweite Solidarität und verantwortliches Handeln im Alltag sind Grundvoraussetzung dafür, dass alle Menschen in Frieden untereinander und mit der Umwelt leben können. Für die globalen Entwicklungen tragen auch wir hierzulande Mitverantwortung. Der Klimawandel oder der Futtermittelimport aus Lateinamerika für die hiesige Fleischindustrie sind dafür nur zwei Beispiele. Deshalb beteiligt sich Adveniat auch an der Initiative „Churches for Future“. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Adveniat sind auch am Aktionstag der Bewegung „Fridays for Future“, am Freitag 20.9.2019, dabei. Unter dem Motto „Stoppt die Brände am Amazonas“ macht das Lateinamerika-Hilfswerk deutlich: Deutschland und Europa machen sich mitschuldig, wenn sie Handelsverträge abschließen, die den Import von Fleisch und Soja steuerlich begünstigen.

 

 

 

 

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von Hunderttausenden Spenderinnen und Spendern. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 2.000 Projekte gefördert werden, die mit mehr als 36 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen. Die Eröffnung der bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion findet am 1. Advent, dem 1. Dezember 2019, im Erzbistum Freiburg statt. Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Spendenkonto bei der Bank im Bistum Essen, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45.

 

 

 


UBSKM und Bischof setzen Gespräche über Aufarbeitung sexualisierter Gewalt fort

Eckpunkte bis Ende 2019

Foto: bt
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(Berlin/Trier/bt) – Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, hat am 16. September die Gespräche mit dem Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), fortgesetzt. Im Anschluss an die Veröffentlichung der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) im September 2018 wurde eine enge Zusammenarbeit zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs vereinbart, wozu im Mai 2019 bereits ein erstes Treffen zwischen Vertretern der katholischen Kirche in Deutschland und der beim UBSKM eingerichteten Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ stattfand.

 

Rörig und Ackermann zeigten sich nach dem fortgesetzten Austausch erfreut, dass man seit Mai Fortschritte und bereits weitgehende Übereinstimmung etwa bei den Fragen der Betroffenenbeteiligung und den strukturellen Rahmenbedingungen einer unabhängigen Aufarbeitung im Bereich der katholischen Kirche erzielen konnte. Im Anschluss an die Gespräche äußerte sich Bischof Ackermann zufrieden: „Wir haben seit Mai gemeinsam mit dem UBSKM einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine gute Verabredung erreichen können, die zu einer unabhängigen und umfassenden Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche beitragen wird.“

 

„Gemeinsam wollen wir erreichen, dass die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bereich der katholischen Kirche so transparent wie möglich und nach einheitlichen Kriterien und Standards erfolgt“, sagte Johannes-Wilhelm Rörig. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass Kommissionen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs auf der Ebene der Diözesen und mit vergleichbarer Struktur eingerichtet werden. Die Mitgliedschaft von Betroffenen, unabhängigen Experten aus Wissenschaft und Fachpraxis sowie Verwaltung und Justiz soll uneingeschränkt sichergestellt werden.“ Die angestrebte Übereinkunft sei so bisher ohne Vorbild in Deutschland, so Bischof Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig. Ein weiteres Treffen sei noch für dieses Jahr vereinbart und man sei zuversichtlich, dass eine Einigung über Eckpunkte bis Ende 2019 erreicht werden könne.

 

Anfang Dezember 2018 hatte der Unabhängige Beauftragte Rörig gemeinsam mit Mitgliedern der Aufarbeitungskommission und des Betroffenenrates die Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ eingesetzt. Die Arbeitsgruppe hat Eckpunkte für eine umfassende Aufklärung und unabhängige Aufarbeitung entwickelt, die mit Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche weiterentwickelt werden. Zur AG gehören außerdem die drei Mitglieder der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann, Prof. Dr. Heiner Keupp und Matthias Katsch, Renate Bühn und Kerstin Claus, die Mitglieder im Betroffenenrat beim UBSKM sind, Manuela Stötzel, Leiterin des Arbeitsstabes des UBSKM sowie Kathrin Power, Leiterin des Büros der Kommission (i. V.).

 


Steyler Mission, Arnold-Janssen-Stiftung und Steyler Missionare beteiligen sich am weltweiten Klimastreik am 20. September in Bonn

„Wir tragen alle eine gemeinsame Verantwortung!“

 

(Sankt Augustin/sm) - Für den kommenden Freitag ruft die Protestbewegung „Fridays For Future“ zu einem weltweiten Klimastreik auf. Auch die Steyler Missionare, die Arnold-Janssen-Stiftung und die Steyler Mission schließen sich diesem Protest an.

 

 

 

„Die Steyler Missionare sind in über 80 Ländern der Welt aktiv“, sagt Pater Christian Tauchner, Steyler Missionar und Leiter des „Missionswissenschaftlichen Instituts SVD“ in Sankt Augustin. „Wir sehen, wie sich gerade in den ärmsten Ländern der Welt der Klimawandel am dramatischsten auswirkt. Während wir hier meist nur etwas besorgt auf die hohen Temperaturen reagieren, haben die Wetterkapriolen in anderen Teilen der Erde längst existenzbedrohende Ausmaße angenommen.“

 

 

 

Eine Gruppe von Steyler Fratres und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Steyler Mission und der Arnold-Janssen-Stiftung wird sich deshalb am Freitag an den Klima-Protesten beteiligen. „Wir sind sicher keine Vorbilder, weil auch wir noch zu verschwenderisch mit unseren Ressourcen umgehen“, erklärt Pater Tauchner. „Es ist aber ein Zeichen der Nächstenliebe, bei diesen Protesten die Stimme zu erheben - für die Ärmsten der Armen und für die nachfolgenden Generationen. Wir tragen schließlich alle eine gemeinsame Verantwortung.“

 

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Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt: „Religiöse Bildung gefragt und notwendig“

20 Jahre Evangelische Schule „Paulo Freire“ in Parchim

(Schwerin/Parchim/ka) - Das Recht von Kindern auf religiöse Bildung hat Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt heute (17. September) in Parchim, Kirchenkreis Mecklenburg, bekräftigt. „Religiöse Bildung, die Identitätsbildung und Pluralismusfähigkeit fördert, ist in einer demokratischen, multiregiliösen und pluralen Gesellschaft wie der unseren gefragt und notwendig“, sagte die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) im Festgottesdienst anlässlich des 20. Jubiläums der Evangelischen Schule „Paulo Freire“ in der Parchimer St.-Marien-Kirche.

 

„Herzensbildung ist ebenso wichtig wie alle andere Bildung“, so die Landesbischöfin weiter. „Orientiert an dieser Einsicht kann Ihre Schule, können alle evangelischen Schulen in unserer Nordkirche ‚Werkstätten der Menschlichkeit‘ sein, wie es der Pädagoge Johann Comenius einmal gesagt hat.“

 

In der vor 20 Jahren gegründeten Evangelischen Grundschule mit Orientierungsstufe „Paulo Freire“ würden „alle angenommen, gefordert und gefördert“, betonte Kühnbaum-Schmidt: „Kinder mit Beeinträchtigungen gemeinsam mit Kindern ohne eine Beeinträchtigung. Kinder und Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Begabungen, mit unterschiedlichen Hintergründen. Dieses im Alltag zu leben, ist für alle in der Schulgemeinschaft zuweilen eine große Herausforderung – und zugleich eine große Bereicherung. Wunderbar, dass Sie hier beides erfahren und leben!“

 

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt dankte allen an der Gründung der Schule Beteiligten sowie allen, die sie bis heute mit pädagogischem und geistlichem Leben erfüllt haben und weiterhin erfüllen. Gemeinsam mit ihrem Träger, der Schulstiftung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, würden sie für langfristiges und nachhaltiges Arbeiten und Lernen sorgen: „Mit unserer Schulstiftung übernehmen wir als Nordkirche Verantwortung: Auch durch sie beteiligen wir uns an der Erziehung und Bildung der heranwachsenden Generationen und kommen unserem Auftrag nach, uns allen Menschen zuzuwenden, um ihnen das Evangelium von Jesus Christus zu erschließen.“

 

Schulleiterin Brade: „Wir arbeiten reformpädagogisch, evangelisch und inklusiv“

 

160 Schülerinnen und Schüler besuchen die Evangelische Grundschule „Paulo Freire“ mit schulartenunabhängiger Orientierungsstufe in Parchim. Sie lernen in sieben jahrgangsübergreifenden Gruppen mit jeweils 20 bis 24 Kindern. Schulleiterin Svea Brade: „Wir arbeiten reformpädagogisch, evangelisch und inklusiv, und orientieren uns vor allem an Gedanken der italienischen Ärztin und Reformpädagogin Maria Montessori, des französischen Reformpädagogen Célestin Freinet und des Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen.“ Auf dem dialogischen Prinzip der Pädagogik des Brasilianers Paulo Freire (1921 bis 1997), nach dem die Schule benannt ist, beruhe der Umgang, der tagtäglich in der Schule gepflegt werde, so Brade.

 

 

 

Die Evangelische Schulstiftung

 

Die Evangelische Schule „Paulo Freire“ befindet sich in Trägerschaft der Schulstiftung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland – zusammen mit aktuell 18 weiteren Schulen, von der Grundschule bis zum Gymnasium, und 14 Horten – für insgesamt knapp 3.000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 1.200 Hortkinder.

 

Pastor Kai Gusek, pädagogisch-theologischer Vorstand der Schulstiftung: „In unseren Einrichtungen leben wir gemeinsam Bildung und Erziehung in evangelischer Verantwortung: Als Gottes Ebenbild wohnt jeder Schülerin und jedem Schüler göttliche Würde inne. In diesem Bewusstsein versuchen wir, Kindern nicht nur den Unterrichtsstoff zu vermitteln, sondern ihnen zu ermöglichen, eigenverantwortlich zu lernen. Mindestens genauso wichtig ist uns, dass sie sich mit Freude zu sozial verantwortlichen Menschen entwickeln.“

 

 

 

Empfang nach dem Festgottesdienst

 

Im Anschluss an den Festgottesdienst hatten Schulleitung und Träger zu einem Empfang in die Evangelische Schule „Paulo Freire“ eingeladen. Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft sowie Kooperationspartner nutzten die Gelegenheit für Grußworte, um die Schulräume zu besichtigen und mit Schülern, Eltern, Vertretern des Beirats, des Fördervereins und des Elternrats der Schule ins Gespräch zu kommen.

 

 

 

Weitere Informationen:

 

Evangelische Grundschule mit Orientierungsstufe „Paulo Freire“:
www.ev-schule-parchim.de

 

 

 

Schulstiftung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland:
www.esdn.de

 


Mitarbeiter der Commerzbank halfen beim 16. Malteser Social Day im Malteserladen Hildesheim

Der Winter kann kommen

Zufriedene Gesichter über Kleiderständern: der Winter kann kommen; Bildquelle: Lukas/Malteser
Zufriedene Gesichter über Kleiderständern: der Winter kann kommen; Bildquelle: Lukas/Malteser

(Hildesheim/mhd) - Einen Kundendienst der ganz besonderen Art erledigten neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Commerzbank am Dienstag, 17. September, im Malteserladen Hildesheim. Im Rahmen des Malteser Social Day halfen sie dabei, das Sortiment zu ordnen.

 

 

 

Wenn die Temperaturen sinken, steigt der Bedarf an warmer Kleidung. Zwei Mal im Jahr heißt das: Kleiderwechsel im Malteserladen Hildesheim. Dann sind flinke Hänge gefragt: gespendete Kleidung muss auf Schäden untersucht, auf Sauberkeit geprüft und schließlich aufgehängt werden.

 

 

 

Dabei hatte Monika Borowsky, Leiterin des Malteserladens Hildesheim, am Dienstag Helferinnen und Helfer der besonderen Art: Neun Führungskräfte aus verschiedenen Filialen der Commerzbank, Marktregion Nord, packten kräftig mit an, sortierten Kleidung und ordneten Geschirr und Bücher des Ladens. Dafür hatten sie teilweise lange Wege auf sich genommen, was dem Arbeitseifer keinen Abbruch tat – ganz im Gegenteil. „Alle waren nicht nur hoch motiviert, sondern auch fix und schnell“, lobte Monika Borowsky, nachdem Kleider aus 80 Kartons sortiert und viele von ihnen auf 13 Kleiderständer aufgehängt worden waren. „Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt“, gab André Lorenzen, Niederlassungsleiter aus Bremen, zurück und bedankte sich beim Malteser-Team für die freundliche Aufnahme.

 

 

 

Am Malteser Social Day engagieren sich Mitarbeiter großer Unternehmen bundesweit für ein soziales Projekt des katholischen Hilfsdienstes. Frank Haberzettel, Bereichsvorstand Commerzbank Marktregion Nord, unterstützt diese Aktion: „Für die Commerzbank ist die soziale Verantwortung ein wichtiger Wert, welcher in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewinnt. Durch die Teilnahme am Malteser Social Day engagieren wir uns für die gute Sache und fördern den Teamgedanken.“ Auch die Malteser haben bisher gute Erfahrungen mit diesem Projekt gemacht. „Wir freuen uns, dass dieses Angebot so viel Resonanz bei den Unternehmen findet“, lobt Raphael Ebenhoch, Geschäftsführer der Malteser in der Diözese Hildesheim. „Wichtig ist uns, dass sich die Arbeitswelt und die soziale Welt begegnen. Rückmeldungen aus den vergangenen Jahren belegen, dass alle vom Miteinander während des Social Day zehren“, so Ebenhoch.

 

 

 

Der Malteserladen Hildesheim wurde 2010 gegründet. Er bietet gebrauchte Kleidung, Geschirr, Hausrat und Bücher zu günstigen Preisen. Derzeit engagieren sich acht Frauen und zwei Männer ehrenamtlich in diesem Laden der besonderen Art. Hier kaufen nicht nur sozial schwache Kunden ein, sondern auch immer mehr Studenten und Menschen, die aus Gründen des Umweltschutzes bewusst auf Produkte aus zweiter Hand setzen. „Nachhaltigkeit ist für viele Kunden ein wichtiges Thema“ hat Monika Borowsky beobachtet. Durchschnittlich 30 Kunden zählt Borowsky pro Öffnungstag. Die Einnahmen fließen in soziale Projekte der Hildesheimer Malteser.

 

 

 

Weitere Informationen:

 

www.malteser-socialday.de

 


Bundesweiter Aktionstag zum Erhalt der Migrationsfachdienste am 18. September

Migrationsberatung wichtig für Integration

Paul Philipps, Landespastor für Diakonie Foto: Diakonie MV
Paul Philipps, Landespastor für Diakonie Foto: Diakonie MV

 

(Schwerin/dmv) - Am 18. September wird von verschiedenen Wohlfahrtsverbänden bundesweit der Aktionstag zum Erhalt der Migrationsfachdienste begangen. Anlässlich dieses Tages weist Landespastor Paul Philipps auf die große Bedeutung der Migrationsberatung für Erwachsene und junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern hin: „Unter dem Dach der Diakonie M-V beraten Mitarbeitende an neun Standorten von Anklam bis Gadebusch Migrantinnen und Migranten, die sich langfristig eine Perspektive in Deutschland aufbauen wollen. Im ersten Halbjahr 2019 erreichten sie dabei mit den verschiedenen Beratungsangeboten mehr als 400 Menschen.“

 

Im Rahmen der Angebote erhalten Migrantinnen und Migranten grundlegende Informationen zu ihren Rechten und Pflichten in Deutschland und werden in weiterführende Beratungsstellen, wie beispielsweise Familienberatung, vermittelt. Diese Erstorientierung schafft möglichst früh ein tieferes Verständnis für die Strukturen und Abläufe in Deutschland.

 

„Die Migrationsberatung legt den Grundstein für eine gute Integration von Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Deshalb ist es wichtig, dass diese Basisarbeit auch weiterhin vom Bund finanziell gefördert sowie ausgebaut wird“, fordert Philipps.

 

Das Beratungsangebot wird in die Migrationsberatungsangebote für Erwachsene (MBE) und die Jugendmigrationsdienste (JMD) untergliedert. Diese werden durch das Bundesinnenministerium bzw. das Bundesfamilienministerium gefördert. Die Diakonie und andere Verbände machen sich jährlich am 18. September stark für die Weiterförderung dieser Beratungsleistungen und veranstalten u. a. einen Tag der offenen Tür. In M-V bilden sich Beraterinnen der Migrationsberatungsangebote für Erwachsene und der Jugendmigrationsdienste anlässlich des Aktionstages gemeinsam weiter zu den Rechten von EU-Migrantinnen und Migranten.

 

Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Landesverband) ist mit über 15.100 hauptamtlichen und über 2.200 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in rund 1.000 gemeinnützigen Einrichtungen und Diensten einer der größten Wohlfahrtsverbände in Mecklenburg-Vorpommern. Das Betätigungsfeld reicht u. a. von der Kinder- und Jugendhilfe, der Familien- und Altenhilfe über vielfältige Beratungs- und Behandlungsangebote, der Gefährdetenhilfe und Behindertenhilfe bis hin zu den Freiwilligendiensten und der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. ist ein rechtlich selbstständiges Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).


Veranstalter und gastgebende Stadt ziehen sehr positive Bilanz

10. Hessischer Familientag setzte ein starkes Zeichen für Familienfreundlichkeit

 

Rund 60.000 Besucherinnen und Besucher kamen zum Hessischen Familientag nach Fulda. © Karl Kübel Stiftung/Thorsten Gutschalk

 

 

(Bensheim / Fulda /kks)Der 10. Hessische Familientag am 14. September 2019 lockte rund 60.000 Besucherinnen und Besucher in die Fuldaer Innenstadt. Das Großevent mit buntem Programm und vielen Informationen war wieder ein starkes Signal für Familien und eine familienfreundliche Politik auf allen Ebenen.  

 

„Ich freue mich sehr darüber, dass sich unsere Initiative und Idee des Hessischen Familientags zu einem bundesweit einzigartigen Erfolgsmodell entwickelt hat. Ganz im Sinne unseres Stiftungsziels gelingt es uns, gemeinsam mit den teilnehmenden Organisationen Familien in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und für die Stärkung der Familie zu werben“, sagte Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie. Es sei wichtig, Familien durch bedarfsgerechte Angebote und tragende Netzwerke in ihrem Umfeld zu stärken. „In Fulda gelingt dies zum Beispiel auch durch die Drop In(klusive)-Treffpunkte, die im Rahmen des gemeinsamen Projekts mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und dem Fuldaer Amt für Jugend, Familie und Senioren eingerichtet wurden“, so Wilkes.

 

Die Karl Kübel Stiftung und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration richteten als Veranstalter den Hessischen Familientag in Zusammenarbeit mit der gastgebenden Stadt Fulda aus. Hessens Sozial- und Integrationsminister Kai Klose hatte sich vor Ort persönlich ein Bild vom Familientag gemacht. „Unser Leitsatz lautet: 'Starke Kinder, starke Familien.' Der Hessische Familientag zeigt das beeindruckende Engagement für die Stärkung und Unterstützung von Familien auf allen Ebenen. Er hat auch gezeigt, wie vielfältig Familie im Jahr 2019 ist. Wo Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit miteinander leben, sich gegenseitig akzeptieren, füreinander und für Kinder Verantwortung übernehmen, findet Familie statt – dieser Vielfalt widmen wir uns in diesem Jahr gezielt. Der Tag zeigt darüber hinaus, wie sehr sich Einrichtungen, Vereine und Organisationen täglich mit hohem Engagement für unsere Familien einsetzen. Dies zu würdigen ist mir ein großes Anliegen“, so Klose. Er dankte der Stadt Fulda und allen Mitwirkenden: „Sie alle haben dazu beigetragen zu zeigen, wie Familienpolitik in Hessen aussieht: lebendig, bunt, fröhlich, vielfältig und mit vielen Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten für alle Generationen.“ Die Veranstaltung war zugleich Auftakt der Interkulturellen Woche in Fulda. 

 

Unter dem Motto „Familie in Vielfalt leben“ waren rund 200 Einrichtungen und Organisationen aus ganz Hessen und der Region – darunter Schulen, Kindergärten, Kirchen, Vereine, Verbände und Initiativen – dem Aufruf der Veranstalter gefolgt und beteiligten sich auf dem „Markt der Möglichkeiten“ mit Informationsständen, Mitmachaktionen und Bühnenprogrammpunkten an dem Event. 

 

Auf dem Familientagsgelände, das sich vom Universitätsplatz über das Barockviertel und die Friedrichstraße bis hin zur Pauluspromenade und den Schlossgarten erstreckte, konnten die Besucher*innen sich mit Experten austauschen und beraten lassen oder einfach nur den Ideenreichtum und die Kreativität der beteiligten Gruppen und Organisationen bestaunen. 

 

Gemeinsam mit dem Gastgeber, dem Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Bürgermeister Dag Wehner und Stadtbaurat Daniel Schreiner machten Minister Klose und Stiftungsratsvorsitzender Wilkes einen Rundgang über das Familientagsgelände. Sie besuchten zahlreiche Mitwirkende an ihren Ständen und führten Gespräche mit kleinen und großen Besuchern.  

 

Während es im Schlossgarten bei der „Rhön-Familiade“ z.B. sehr sportlich zuging, drehte es sich im Kinderrechte-Bus um ein ernstes Thema: mehr Mitsprache für Kinder. Am Nachmittag präsentierten Kinder und Jugendliche, die sich am Großflächenplakatwettbewerb der lokalen „Partnerschaft für Demokratie“ beteiligt hatten, ihre Entwürfe auf der Bühne. Die besten Plakate werden ab dem 20. September 2019 als Großflächenplakate an zentralen Orten in Fulda stehen.

 

Ein besonderer Blickfang auf dem Festgelände waren: die Maus und Shaun das Schaf aus dem Kinderfernsehen, Seifenblasen-Künstler, Stelzenläufer sowie historische Figuren aus Fulda. Zu den weiteren Höhepunkten des Bühnenprogramms für Jung und Alt zählten die „Lach- und Sachgeschichten live“ mit der Maus und dem „Grüffelo“, der zum 20. Jubiläum des beliebten Kinderbuchs vom Beltz-Verlag als Theaterstück auf der Bühne gezeigt wurde. 

 

Die Veranstaltenden zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt des Programms. Oberbürgermeister Wingenfeld sagte: „Die Entscheidung, sich im Jahr unseres großen Stadtjubiläums ein zweites Mal um die Ausrichtung des Hessischen Familientages zu bewerben, war goldrichtig. Mit den Erfahrungen der Veranstaltung in 2003 waren wir überzeugt, dass es wieder ein großartiges Fest für Familien werden würde. Ich freue mich, dass es uns heute erneut gelungen ist zu zeigen, wie viel unsere Stadt für Familien zu bieten hat.“ Die Stadt feiert in diesem Jahr das Jubiläum „1275 Jahre Fulda“. 

 

Der 10. Hessische Familientag war ein Event, bei dem alles passte: schönster Sonnenschein, tolles Programm, sehr viele Mitwirkende und Besucher. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und Karl Kübel Stiftung waren überaus zufrieden mit der Jubiläums-Veranstaltung und sehen das Konzept des Tages bestätigt. „Erneut hat sich gezeigt, dass der Familientag in idealer Weise dazu geeignet ist, Familien, Interessierte und Engagierte auf allen Ebenen zu erreichen und zusammenzubringen. Die große Anzahl der beteiligten Organi-sationen macht deutlich, dass sich viele Menschen in Hessen für Familie enga-gieren. Dies stimmt uns sehr zuversichtlich“, erklärte Stiftungsratsvorsitzender Wilkes und dankte der gastgebenden Stadt für die hervorragende Kooperation im Zuge der intensiven Vorbereitungen. 

 

Dokumentiert wurde der Tag u.a. von Kinder- und Jugendlichen, die im Rahmen eines Video-Projektes des „Medienprojektzentrums Offener Kanal Fulda“ aus ihrer Sicht über den Hessischen Familientag berichtet haben. Das Ergebnis, ein Video mit Szenen vom Familientag und kurzen Interviews, ist in Kürze auf der Website www.hessischer-familientag.de zu sehen.

 

 

 


Frauke Weber hat sich ein Jahr lang sozial in der Ukraine engagiert

„Osteuropa ist bunt und herzlich“

  Frauke Weber aus Trier hat sich in ihrem Jahr in der Ukraine selbst besser kennengelernt, sagt sie. Foto: bt
Frauke Weber aus Trier hat sich in ihrem Jahr in der Ukraine selbst besser kennengelernt, sagt sie. Foto: bt

(Trier/Ivano-Frankiwsk/bt) – Vor einem Jahr hat sie den Sprung ins kalte Wasser gewagt: Frauke Weber aus Trier machte sich nach dem Abitur auf den Weg in die Ukraine, in ein ihr völlig unbekanntes Land, dessen Sprache sie nicht beherrschte. Bei den Maltesern und der Caritas in Ivano-Frankiwsk hat sie sich ein Jahr lang freiwillig engagiert und ist mit vielen kleinen und großen Abenteuern, neuen Freunden und bereichernden Erfahrungen im Gepäck als „eine andere“ zurückgekommen. Begleitet wurde Frauke dabei von SoFiA, den Sozialen Friedensdiensten im Ausland des Bistums Trier, die seit Jahrzehnten junge Freiwillige als Vermittlungsstelle bei ihrem Auslandsabenteuer begleiten. Seit rund drei Wochen ist die junge Frau wieder in Deutschland, zu Hause. Obwohl „Zuhause“ nun nicht mehr das gleiche für sie bedeutet wie zuvor.

 

Vor allem eines stellt die 19-Jährige gleich klar: „Osteuropa stellen sich viele irgendwie grau und trist vor. Aber es ist bunt und vielfältig, die Menschen sind total herzlich.“ Sie habe sich oft vor lauter Umarmungen nicht retten können und ihr Chef habe sie jeden Tag fürsorglich gefragt, ob sie etwas brauche, ob es in ihrer Wohnung warm sei, ob sie genug Essen eingekauft habe. In Ivano-Frankiwsk, einer Universitätsstadt in der Westukraine, war Frauke bei den Maltesern in diversen Projekten eingesetzt und arbeitete in der Armenküche und einer Tagesbetreuung für behinderte Menschen der Caritas mit. „Die Leute dort nehmen dich einfach als Mensch wahr, so wie du bist, und sind dankbar, dass du vor Ort bist. Sie werten dich nicht danach, was du schon alles geleistet hast oder was du alles für Fähigkeiten hast“, schwärmt Frauke.

 

Schon ein Jahr vor ihrem Abitur erfuhr sie auf einer Job- und Ausbildungsmesse von der Möglichkeit, bei den Sozialen Friedensdiensten im Ausland mitzumachen. „Mich haben das Konzept und die gute Begleitung im Vorfeld überzeugt“. Nach zwei Orientierungswochenenden und zahlreichen Vorbereitungsseminaren zu Themen wie der eigenen Persönlichkeitsentwicklung, zu Partnerschaft, Gesundheit oder Sicherheit, stieg sie im Sommer 2018 in einen Bus in Richtung Ukraine. Über 30 Stunden Fahrt lagen vor ihr. „Erst dann habe ich mich gefragt, was ich da eigentlich mache. Für ein Jahr in ein Land aufzubrechen, wo ich erstmal kein Wort verstehen würde, und über das ich bis dato nur im Internet recherchiert hatte.“ Doch in ihrem neuen Zuhause angekommen, traf Frauke neben ihren neuen Kollegen auch auf ihre beiden Vorgänger, die sie mit wichtigen Tipps versorgten, und sie vor möglichen Fettnäpfchen warnten. „Ich hatte genug Zeit, mich erst einmal einzuleben, mir meine Aufgaben selbst mit auszusuchen, da die Malteser projektorientiert arbeiten“, erzählt sie. So stand für Frauke zunächst die Mithilfe im Büro und bei der jährlichen großen gemeinsamen Rettungsübung der Malteser-Hilfskräfte aus der Region an. Im Herbst war sie sehr eingespannt in der großen Nikolausaktion. „In der Ukraine bekommen die Kinder nicht an Weihnachten, sondern am Nikolaus-Tag Geschenke, der am 19. Dezember gefeiert wird. Jedes Jahr sammeln die Malteser Wunschzettel von ärmeren Kindern aus Internaten und Waisenheimen, die dann abgeholt werden können. Die Aktion ist besonders schön, weil jedes Kind von seinem persönlichen „Nikolaus“ sein ganz individuelles Geschenk bekommt“, berichtet Frauke. Teilweise arbeitete sie in dieser Zeit bis zu acht Stunden, kam müde nach Hause und fiel nach dem Kochen einfach ins Bett.

 

Gemeinsam mit ihren Kollegen und anderen Helfern, die als Nikolaus und Engel verkleidet waren, juckelte sie dann im tiefsten Winter über die verschneiten ländlichen Pisten und lieferte die Päckchen aus. „Die Freude dieser Kinder zu sehen, war den ganzen Stress und die viele Arbeit im Vorfeld wert. Sowieso legen die Menschen dort, obwohl sie nicht so einen hohen Lebensstandard haben, viel mehr Dankbarkeit und Herzlichkeit an den Tag, als wir es hier oft tun“, sagt Frauke.

 

Natürlich gab es auch kleine Hürden in ihrem neuen Alltag: „Vor allem die Sprachbarriere war anfangs da, und ich kann bis heute nicht gut Ukrainisch. Die banalsten Dinge waren ein Abenteuer, Einkaufen zum Beispiel. Ich konnte die Schrift ja nicht entziffern und habe die Produkte nach den Bildern gekauft und gehofft, dass mir an der Kasse niemand eine Nachfrage stellt“, lacht Frauke. Aber schon in ihren ersten Wochen, als sie nach einem zweiwöchigen Sprachkurs in Lviv mit dem Bus zurück nach Ivano-Frankiwsk reisen sollte, passierte ihr das, was sie an der Ukraine und ihren Menschen so schätzen lernte: Sie sprach einen jungen Mann an, ob er ihr eine Lautsprecherdurchsage übersetzen könne. „Er hat nicht nur übersetzt, sondern für mich nachgefragt, eine Stunde mit mir auf den Bus gewartet und sich beim Fahrer abgesichert, dass ich auch gut ankomme.“

 

Ihre Arbeit in der Caritas-Einrichtung für behinderte Menschen habe sie besonders erfüllt, sagt Frauke. „Die Menschen dort sprachen auch eher einfaches Ukrainisch – das kam mir entgegen. Oft haben wir uns nur mit Gesten verständigt, ich habe einfach ihre Hände gehalten oder sie umarmt.“ Frauke bastelte, spielte oder sang mit den dort betreuten Frauen und Männern, ging mit ihnen spazieren. Im Oktober half sie, einen großen Ball für körperlich und geistig behinderte Menschen zu organisieren – ebenfalls ein wichtiges Projekt der Malteser. „Die Ukraine ist für mich wirklich zu einem Zuhause geworden. An den Tagen vor meiner Abreise, beim Packen, habe ich oft weinen müssen, weil mir das alles wirklich ans Herz gewachsen ist. Ich war trauriger, als ich zurück nach Deutschland reisen musste, als umgekehrt.“ Nach ihrer Rückkehr wurde ihr bewusst: Für mich hat sich in diesem Jahr vieles verändert. Mir hat das Jahr die Chance geboten, auf dem Weg zu mir selbst meinem wahren Ich ein gutes Stück näher zu kommen. Man kehrt mit einer ganz neuen Perspektive zurück und muss sich auch erst mal wieder einleben.“ Eines ist sicher: Frauke will ihre Freunde und Kollegen bald besuchen. In Ivano-Frankiwsk, ihrem zweiten Zuhause. 

 

Wer sich für einen Freiwilligendienst interessiert, erfährt mehr bei den Sozialen Lerndiensten im Bistum Trier und auf den Orientierungswochenenden in Wallerfangen vom 13. bis 15. September und in Vallendar vom 20. bis 22. September. Bewerbungen für die Ausreise im August 2020 sind noch möglich: www.sofia-trier.de

 


Großes Jugendtreffen in Lahr

 

(Karlsruhe/Lahr/ekiba) - Etwa 2.000 junge Menschen werden von 27. bis 29. September in Lahr beim YouVent, dem großen Treffen der Evangelischen Jugend in Baden, erwartet. Unter dem Motto „a place 2 be“ werden Jugendliche auf dem Gelände der früheren Landesgartenschau drei Tage lang zusammen feiern, beten und sich darüber austauschen, wie die Welt aussehen sollte, damit sie zum „place 2 be“ wird.

 

Passend dazu wird auch dem Thema Nachhaltigkeit beim YouVent ganz praktisch Rechnung getragen. Durch Verpflegung der Teilnehmer mit Bio-Produkten und dem weitgehenden Verzicht auf Plastik soll hier ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Bei aller Ernsthaftigkeit der Inhalte kommt jedoch auch der Spaß in Lahr nicht zu kurz: Viele Workshops und erlebnispädagogische Angebote von Escape-Rooms über Hip-Hop-Workshops bis zu Akrobatik, Moonlight Volleyball und Kopfhörerparty etc. sorgen für viel Action während des Wochenendes.

 

Auch eine Kletterkirche – eine Art Hochseilgarten im Kirchenraum - wird in Lahr in der Christuskirche angeboten. ­­Die Kletterkirche der Evangelischen Gemeindejugend startet mit dem YouVent und steht darüber hinaus vier Wochen lang für interessierte Jugendgruppen offen.

 

Zur Vorbereitung auf das Großereignis der Evangelischen Jugend in Baden wurde von Christoph Georgii, Landeskirchlicher Beauftragter für Popularmusik, der Song „Place to be“ komponiert und mit Schülerinnen und Schülern der Elisabeth-von-Thadden-Schule in Heidelberg als Musikvideo aufgenommen. Der passende Tanz zu diesem Song kann während des YouVents beim „Place2Dance“ gelernt werden und ist mit einer besonderen Wette verbunden: Wenn am Sonntag vor dem Abschlussgottesdienst 800 junge Leute zum Mottosong gemeinsam tanzen, dann wird ein von mehreren Firmen gespendeter Betrag an das Dinglinger Haus, ein Evangelisches Kinder- und Jugendhilfezentrum in Lahr, übergeben.

 

Offiziell eröffnet wird das YouVent am Freitag, 27.9., um 19.45 Uhr u.a. von Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh in der Veranstaltungshalle im Bürgerpark. „Wir freuen uns, dass so viele Jugendliche bei uns auf Entdeckungsreise gehen, um einen Platz zu finden, an dem Gemeinschaft erfahrbar ist; an dem man sein kann, wie man eben ist; an dem der Glaube plötzlich spannend wird“, stellt der Lahrer Dekan Rainer Becker fest.

 

Das YouVent findet seit 2006 alle zwei Jahre an verschiedenen Orten in Baden statt, zuletzt 2017 in Bretten. Im Rahmen des YouVents wird dieses Jahr außerdem der baden-württembergische Jugenddiakoniepreis 2019 verliehen (Samstag, 28. September, 13 Uhr, Veranstaltungshalle im Bürgerpark).

 

Weitere Infos: www.youvent.de; dort befindet sich auch das Musikvideo zum Mottosong

 

Kontakt: stefanie.kern@ekiba.de, Telefon 0721 9175-442

 

 

 


Empfang und Würdigungen für scheidenden Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit:

Justizministerin Hoffmeister: „Er sorgte dafür, dass die Kirche im Dorf bleibt“

 

(Greifswald/ak) - In einem Gottesdienst im Greifswalder Dom St. Nikolai wurde heute (14. September) Dr. Hans-Jürgen Abromeit als Greifswalder Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entpflichtet. Dabei gab Abromeit sein Amtskreuz zurück (siehe Sperrfrist-PM von heute, 10 Uhr).

 

Beim anschließenden Empfang der Ersten Kirchenleitung sprachen die Justizministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Katy Hoffmeister, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, der Berliner Weihbischof Dr. Matthias Heinrich, die Vizepräses der Landessynode, Elke König, und der polnische Bischof Waldemar Pytel Grußworte. Musikalisch gestaltet wurde der Empfang mit rund 500 Gästen von der Band Seeside des Pommerschen Diakonievereins und dem Gospelkombinat Nordost.

 

Justizministerin Katy Hoffmeister überbrachte die Grüße der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns. Sie würdigte Abromeit mit folgenden Worten: „In seinen 18 Amtsjahren zeichnete er sich durch Weitblick und Entschlusskraft aus. So ist es ihm im Jahr 2004 gelungen, gemeinsam mit der Theologischen Fakultät, das Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung an der Universität Greifswald ins Leben zu rufen. Auch setzte sich Bischof Dr. Abromeit unermüdlich dafür ein, dass die Kirche im Dorf bleibt und sich für alle öffnet.“

 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt dankte Bischof Dr. Abromeit im Namen der Nordkirche für seinen vielfältigen und leidenschaftlichen Dienst und erinnerte unter anderem an seinen Impuls für die Verhandlungen zur Gründung der Nordkirche sowie seine Verantwortung für den landeskirchlichen Bereich Aus- und Fortbildung. Die Landesbischöfin betonte zudem, „Pommern“ sei für Bischof Abromeit „zugleich Aufgabe und Berufung“ gewesen: „Es bedeutet für Sie Verbundenheit mit denen, die aus dem ehemaligen Hinterpommern stammen und heute hier leben, und ebenso zu den Menschen, die im heutigen Polen leben.“ Beispielhaft dafür seien seine Mitarbeit in der ökumenischen Konsultation der leitenden Bischöfe an Oder und Neiße, seine Reisen und Kontakte nach Stettin und Finkenwalde und sein Besuch beim polnischen Reformationsfest 2017 in Warschau gewesen, „mit dem Sie Ihre Verbundenheit zur Partnerkirche, der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, zeigten“. Zudem sei Pommern für Abromeit der Wirkungskreis Dietrich Bonhoeffers, dessen theologische Spuren er immer wieder gesucht habe. Mit Blick auf den biblischen Lehrtext des Tages „Christus spricht: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich“ erinnerte die Landesbischöfin auch an die gemeinsame Orientierung auf Christus hin, die den Bischof und seine Familie auch künftig begleiten möge.

 

Elke König, Vizepräses der Landessynode und langjährige Präses der Pommerschen Evangelischen Kirche sowie im Kirchenkreis, stellte in ihrer Ansprache das Zusammenwachsen in der Nordkirche – 30 Jahre nach der friedlichen Revolution –  in den Mittelpunkt. Sie würdigte den entscheidenden Part Abromeits an der Entstehung der Nordkirche: „Als Sie 2001 in Pommern anfingen, fanden Sie schon ein loses Gerüst zur Zusammenarbeit der drei Kirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern vor. Viele in Pommern plädierten damals für eine Anbindung an die Kirche von Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, nachdem die Gespräche mit der Kirche von Mecklenburg scheiterten. Sie ergriffen in dieser Situation die Initiative und schrieben einen Brief an die Kirchenleitung der Nordelbischen Kirche. Dieser Brief war mitentscheidend für die Gründung der Nordkirche. Im Rückblick können wir sagen, die Fusion der drei Kirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern zur Nordkirche ist gelungen.“

 

Der Berliner Weihbischof Dr. Matthias Heinrich sagte: „Gott, der sich in Christus in diese Welt einmischt, dieser theologische Grundsatz ist auch für Sie richtungsweisend für Ihr Leben und Arbeiten gewesen. Sie haben sich eingemischt und Diskussionen nicht gescheut. Ihre Haltung war und ist stets erkennbar. Als Kuratoriumsmitglied des evangelikalen Vereins ‚Pro Christ‘ haben Sie sich klar positioniert. Sie haben sich nicht gescheut, auch auf dem schmalen Grat zu gehen, von dem man ja leichter herunterfallen kann als von den breiten und ausgetretenen Wegen. Als ich zum Bischof geweiht wurde, hat man mir gesagt: der Bischofsstab ist kein Schlagholz, aber auch kein Spazierstock. Das haben auch Sie wohl erleben müssen. Aber Ihr Gottvertrauen ging dabei nicht verloren.“

 

Der Bischof der Diözese Breslau, Waldemar Pytel, überbrachte die Grußworte des Leitenden Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Jerzy Samiec, der kurzfristig absagen musste. Darin erzählt Samiec, wie er den scheidenden Bischof bei einer Tagung leitender Geistlicher von Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbunds kennenlernte: „Bischof Abromeit, mit einem violetten Kollar, kam an den Tagungsort – mit dem Fahrrad.“ Das sei für ihn „ein Kulturschock“ gewesen. Samiec betont in seinem Grußwort, wie wichtig angesichts von „Schmerz, Zerstörung und bleibender Wunden“, die der Zweite Weltkrieg über Polen gebracht hat, kirchliche Bindungen und Freundschaften seien. Er schreibt über Abromeit, der von 2009 bis 2015 Mitglied der gemeinsamen Kommission der EKD und des Polnischen Ökumenischen Rates war: „Sein Verständnis für die Situation der Kirchen des ehemaligen sozialistischen Blocks folgte aus seiner Arbeit an Aussöhnung und Vergebung. Begegnungen und Gespräche bildeten das gegenseitige Verständnis. Ich kann mit aller Überzeugung sagen, dass er die Aufgabe, Freundschaft aufzubauen, perfekt erfüllt hat.“

 

Mit einem Reisesegen der Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und einem gemeinsam gesungenen irischen Segenslied endete der Tag des Abschieds und des Dankens.

 


kfd und KDFB zum Synodalen Weg

Kirche funktioniert nur mit Frauen

(Köln/Düsseldorf/kdfb) – „Frauen sind mittendrin, nicht nur irgendwie dabei. Sie bilden die Hälfte der Glaubenden in der Kirche und sind eine tragende Säule. Das, was wir wollen, ist heraus-fordernd: eine partnerschaftliche und wertschätzende Kirche mit Zukunft“, erklärten Mechthild Heil, Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), und Maria Flachsbarth, Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB), bei ihrem gestrigen Spitzengespräch in Berlin. Dabei sprachen sie auch über die am 13./14.09.2019 in Fulda stattfindende Gemeinsame Konferenz von Vertretern der DBK und des ZdK zum Synodalen Weg.

 

Beide Frauenverbände begrüßen die beschlossene Reformdebatte der Bischöfe und die Vereinbarung, diesen Weg gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken zu gehen. „Wir sehen darin die Chance auf Erneuerung, die die Kirche dringend braucht. Der eingeschlagene Weg muss von gegenseitiger Wertschätzung und Offenheit geprägt sein. Denk- und Sprechverbote haben in einem Prozess, bei dem es um eine positive Zukunft für die Kirche geht, keinen Platz“, so Heil und Flachsbarth.

 

Mit Blick auf die Gestaltung des Synodalen Weges haben kfd und KDFB konkrete Erwartungen an die Bischöfe. „Wir wollen deutlich über notwendige Veränderungen in der Kirche sprechen und darüber, wie Geschlechtergerechtigkeit konkret umgesetzt werden kann. Nur zu sagen, was nicht geht, weil es vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten festgelegt wurde, ist unangebracht und wird den Menschen der Gegenwart nicht gerecht. Das betrifft besonders die Frage nach der Weihe“, lautet der Standpunkt beider Verbände.

 

Heil und Flachsbarth begrüßen das nachträglich eingerichtete Forum „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ ausdrücklich. Sie hoffen auf einen konstruktiven zielgerichteten Dialog im Sinne einer spürbaren Weiterentwicklung. „Eine lebendige Kirche funktioniert nur mit Frauen. Sie auszuschließen und nicht mit ihren Fähigkeiten ernst zu nehmen bedeutet, sie nicht als Abbild Gottes zu betrachten“, so ihr Fazit.

 

 

Hintergrundinformationen 


KDFB und kfd engagieren sich seit vielen Jahren für eine geschwisterliche Kirche, in der Frauen und Männer, Priester und Laien, gleichberechtigt sind und als Gemeinschaft der Glaubenden kirchliches Leben gemeinsam verantwortungsvoll gestalten. Dazu gehören der Zugang aller Getauften und Gefirmten zu Sakramenten und Ämtern, der Abbau klerikaler Machtstrukturen und eine veränderte Sexualmoral, die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiert.

 

Weitere Informationen:

 

 


Badische Landeskirche unterstützt Aktionstag #AlleFürsKlima

 

(Karlsruhe/ekiba) - Am Freitag, 20. September, ruft die Bewegung „Fridays for Future“ und ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis alle Generationen zum globalen Klimastreik auf. Die Evangelische Landeskirche in Baden bittet ihre Gemeinden, Bezirke, Dienste und Werke, die Aktion aktiv zu unterstützen. „Es wird Zeit, dass wir handeln und persönlich vor Ort auch politisch Verantwortung übernehmen“, so Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh.

 

Unter dem Motto #AlleFürsKlima fordert die Bewegung, dass möglichst viele Menschen durch Demonstrationen an vielen Orten deutlich machen, dass dem Klimawandel jetzt durch entschlossenes Handeln begegnet werden muss.

 

Am 20. September tritt auch das Klimakabinett der Bundesregierung zu einer entscheidenden Sitzung zusammen, und am 23. September beginnt der UN-Klimagipfel in New York. „Wir sind dankbar für den Aufbruch Richtung Klimagerechtigkeit“, so der Landesbischof zum Klimastreik. „Wir müssen einfacher leben, damit alle Menschen auf dieser Erde leben können, die Gott uns anvertraut hat. Das lernen wir auch gerade von unseren Partnerkirchen, die schon jetzt unter Dürre und Flut leiden.“

 

Die Evangelische Landeskirche in Baden unterstützt ausdrücklich die Anliegen des Bündnisses und bittet alle Gemeinden, Bezirke, Dienste und Werke sich vor Ort an den Aktionen zu beteiligen. Ganz konkret schlägt sie vor, Demonstrationen bzw. Kundgebungen vor Ort durch eine Andacht und Glockenläuten kurz vor Beginn der Aktion zu unterstützen und das Thema bereits diesen Sonntag (15.9.) in den Abkündigungen und Fürbitten des Gottesdienstes aufzugreifen.

 

Außerdem lädt sie Kirchengemeinden dazu ein, sich an der Aktion „5 vor 12“ zu beteiligen. Dabei sollen um 11.55 Uhr die Kirchturmuhren angehalten und bis zum Abend der Stundenschlag der Glocken ausgesetzt werden.

 

Die Landeskirche setzt seit 2011 ein Klimaschutzkonzept um und will bis 2020 40% weniger CO2 emittieren als 2005. Bis Ende 2017 wurden bereits 34% Einsparungen erreicht. Die Fortschreibung des Konzepts ab dem Jahr 2021 wird aktuell angestoßen.

 

Unter www.ekiba.de/bue/allefuersklima sammelt die Landeskirche Ideen und Aktionen der Kirchengemeinden zum globalen Klimastreik.


Vertreter der Kirchengemeinde waren beim Guss im badischen Neunkirchen dabei

Geglückter Glockenguss für die St. Johanneskirche Neukalen

Foto: Nico Schaefer
Foto: Nico Schaefer

 

(Neukalen/Neunkirchen/cme) - Traditionell werden Glocken freitags um 15 Uhr gegossen, was an die Sterbestunde Jesu Christi erinnern soll. So war es auch beim neuen Geläut für die St. Johanneskirche Neukalen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). Inzwischen ist klar: Der Guss der drei neuen Glocken bei der Firma Bachert im badischen Neunkirchen ist geglückt. Das freut Kirchengemeinde, Fördermittelgeber und Spender gleichermaßen.

 

 

 

Rückblende: Bereits morgens in aller Frühe des 23. August war der Schmelzofen angefeuert worden, damit die Glockenspeise schmilzt, die aus 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn besteht. Sobald die Bronze eine Temperatur von zirka 1100 Grad Celsius erreicht hatte, konnte mit dem Guss begonnen werden. Vertreter der Kirchengemeinde waren bei diesem kunstvollen Handwerk dabei. Weltweit werden Glocken schon seit zirka 5000 Jahren gegossen. Das heute noch gebräuchliche Verfahren geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Nach dem Guss kühlten die gegossenen Glocken in der ausgehobenen Glockengrube zunächst noch einige Tage aus, bis sie aus ihrem Mantel befreit wurden. Dann wurde mit der Stimmgabel geprüft, ob der Guss gelungen ist und die Glocke wie gewünscht erklingt.

 

 

 

50.000 Euro-Zuschuss aus dem Strategiefonds des Landes

 

Das neue Geläut, das neben den drei neuen Glocken zudem aus einer vierten noch vorhandenen Eisenhartguß-Glocke besteht, sowie die Herrichtung des Glockenstuhls kosten rund 100.000 Euro. Dankenswerterweise wurden für das Projekt 50.000 Euro aus dem Strategiefonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern bewilligt“, so Baubeauftragter Karsten Hub vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg. Den Rest finanziere die Gemeinde aus Eigenmitteln, darunter seien auch viele Spenden.

 

Darüber hinaus sammelte und sammelt die Kirchengemeinde weitere Spenden, um auch andere notwendige Restaurierungen durchführen zu lassen.

 

Doch zuvor werden zunächst die neuen Glocken in Neukalen erwartet. Bis es Anfang Oktober soweit ist, haben die Glocken-Meister aber noch zu tun. Denn der Klang einer Glocke wird zwar beim Guss festgelegt, aber oft sind hinterher noch kleinere Korrekturen nötig. Drei Parameter geben den Ausschlag für den Ton einer Glocke: der Durchmesser, die Höhe und die Wandstärke. Je nach Größe dieser drei Parameter verändert sich der Glocken-Ton, der aus zirka 50 Klangfarben besteht, einen Grund-, Unter-, Prim-, Terz-, Quint-, Oberton…, die in ihrer Gesamtheit den hörbaren Ton der Glocke bestimmen.

 

Falls diese Teiltöne nicht harmonisch klingen, kann der Experte die Glocke tonlich korrigieren, indem er die Innenwand der Glocke ausschleift. Dies spielt sich in der Regel im Bereich von unter einem Millimeter an verschiedenen Stellen der Innenwand ab.

 

 

 


Bildung und Nachhaltigkeit

Lehrer für das katholische Fatima Center auf den Philippinen

 

(Stuttgart/tk) - 620 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und 21 Jahren leben im Fatima Center auf den Philippinen. Es gibt 17 Lehrer, die nach den Prinzipien des bekannten Anthroposophen Rudolf Steiner agieren. Wie lassen sich die dortigen Lebensbedingungen deutlich verbessern, und wie können wir von hier aus dazu beitragen? Dieser Frage ging der Rotary Club Stuttgart-Filder nach. Im Rahmen eines Benefizkonzerts im Parkhotel Stuttgart Messe-Airport konnten nun insgesamt 4180 Euro gespendet werden.

 

Gemüsegarten mit Gewächshaus, Schweine- und Ziegenstall, die Aufzucht von Gänsen und Hühnern, der Anbau von Kokos-, Pili-Nuss und Bananen-Palmen sowie die Arbeit auf den Reisfeldern – das alles gehört zur Schule, die eine „Integrated Farm School“ ist. Alle Center-Bewohner sind in die Tagesarbeiten der Haus- und Landwirtschaft entsprechend ihrem Alter mit eingebunden. „Der sich daraus ergebende Lerneffekt ist nicht zu unterschätzen“, erklärt Sister Felicitas, die das Center 1974 gegründet hat. Das Fatima Center soll konsequent als sich selbst versorgende Einrichtung weiter ausgebaut werden. Im nächsten Schritt wird ein Teich angelegt, um mit Hilfe der Fischzucht den bestehenden Eiweißmangel durch die Ernährung zu verbessern.

 

Lionel Berger (Rotary Club Pforzheim-Schwarzwald) und Elouan Pêcheur (Rotary Club Stuttgart-Filder) wollten das Projekt „Sponsor A Teacher“ großzügig unterstützen und gezielt in ein sinnvolles Entwicklungsprojekt ohne
Reibungsverluste investieren. Unter dem Motto „Traumgesichter“ konnten im Parkhotel Stuttgart Messe-Airport in Echterdingen 150 Gäste faszinierende Collagen aus Literatur und Musik der drei Künstlerinnen Katarzyna Myćka (Rotary Club Stuttgart-Filder), Ulrike Eickenbusch und Barbara Stoll lauschen. Von den 4180 Euro Einnahmen werden weitere Lehrer im Fatima Center eingestellt.

 

Über Rotary
Die Mitglieder von Rotary verbessern die Lebensbedingungen von Menschen und verändern Gemeinden auf der ganzen Welt positiv und nachhaltig, indem sie Frieden fördern, Krankheiten bekämpfen, sauberes Wasser bereitstellen, Bildung unterstützen, sich für den Schutz von Müttern und Kindern einsetzen und die lokale
Wirtschaft stärken. Rotarys oberste Priorität ist die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung

 


Trimbs: Bischof Ackermann feiert Gottesdienst zum 1000-Jahr-Jubiläum

Feier von Ursprung und Gegenwart

Bischof Ackermann in Trimbs . Foto: bt
Bischof Ackermann in Trimbs . Foto: bt

 

(Trimbs/bt) – „Der Glaube begleitet die Menschen hier seit 1000 Jahren.“ Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann am 7. September in der St. Petrus-Kirche in Trimbs betont. Im Jahr 1019 hatte Kaiser Heinrich II. den Ort auf dem Maifeld erstmals urkundlich erwähnt. Geschichte und Gegenwart verbänden sich bei solchen Anlässen, sagte Ackermann. „Wenn wir im Gottesdienst auf Jesus Christus schauen, mit ihm selbst in Berührung kommen, dann ist das nicht wie im Geschichtsalbum blättern: Der Gottesdienst ist Ursprung und Gegenwart zugleich.“

 

Der Bischof zeigte sich erfreut darüber, dass bei einem solchem Jubiläum Glaube und Gottesdienst eine Rolle spielten. Wenn sich die Menschen aus Trimbs als Gemeinschaft der Glaubenden versammelten, „dann bringen wir damit zum Ausdruck, dass wir kein Fest feiern können, wenn wir den Schöpfer ausklammern.“ Wenn das passiere, verliere ein Fest an Tiefe. Die Zeiten, in denen Kaiser und Könige einfach ganze Dörfer oder Landstriche verschenken könnten, seien gottseidank vorbei, sagte Ackermann mit Blick auf die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Heute ringe die Kirche um den rechten Gebrauch von Macht in der Kirche, um „ein erneuertes Miteinander“, sagte Ackermann. Dazu gehörten etwa die Frage nach der Beteiligung von Frauen an Leitungsverantwortung, aber auch die Umsetzung der Diözesansynode mit ihren Herausforderungen. Oftmals gewinne man in diesen Tagen den Eindruck, dass es mit der Kirche eher schwierig sei, formulierte Ackermann. Das sollten die festlichen Seiten nicht verdecken. Vielmehr gehe es darum zu sehen, dass der Glaube dem Leben einen größeren Horizont gibt, „ er bereichert das Leben und macht es leichter“. Wenn Jesus im Evangelium dazu aufrufe, Vater und Mutter zu verlassen und sein Kreuz auf sich zu nehmen, gehe es um das Setzen von Akzenten. An die erste Stelle Gott zu setzen „hilft und öffnet den Blick“, erläuterte der Bischof. „Gott gibt uns den letzten Halt und hilft, die richtigen Prioritäten zu setzen, um aus der Freiheit der Kinder Gottes zu leben“. Ackermann sagte, er hoffe, dass Trimbs ein Geschenk sei für die Menschen, die hier leben, und gratulierte herzlich zum Jubiläum.

 

Zuvor hatte Dechant Jörg Schuh als Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Ochtendung-Kobern, zu der Trimbs gehört, das gute Miteinander von Ortsgemeinde und Pfarrei betont. Der Gottesdienst in der Kirche, die in der Mitte des alten Dorfkerns steht, erinnere daran, dass die Kirche die Menschen in Trimbs von Anfang an begleitet habe. Er dankte dem Bischof für sein Kommen und „dass Du uns Gottes Wort heute in unser Leben hinein sagst“. Am Ende des Gottesdienstes, der von Männergesangsverein und Mandolinenorchester musikalisch gestaltet wurde, segnete Bischof Ackermann die Kerzen, die eigens für das Jubiläum angefertig wurden, bevor es zusammen mit den Festbesuchern an die „Lange Tafel“ zum gemeinsamen Abendessen ging.

 


Reli-Dome der Nordkirche in Güstrow auf dem Marktplatz

Raum für Schülerfragen

Foto: Nordkirche
Foto: Nordkirche

 

(Güstrow/afoe/cme) - Unter dem Motto „Raum für Fragen. Mein Religionsunterricht.“ veranstaltet die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) ihre erste Kampagne zum Religionsunterricht. „Bin ich mehr wert, wenn ich Geld habe?“, „Ist Gott egal, wen ich liebe?“, „Was bringt es mir, wenn ich glaube?“ – zwölf Schülerfragen stehen im Mittelpunkt der Kampagne. Neben Plakaten, Radiospots, Bannern an Kirchtürmen und Postkarten reist auch ein echter Raum für Fragen durch die Nordkirche, der „Reli-Dome“. 

 

 

 

Am 23. September ist der Reli-Dome von 14 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz in Güstrow (Landkreis Rostock) zu Gast. In dem großen Kuppelzelt dreht sich alles um die Frage, was heute guter Religionsunterricht ist. Mit Aktionen und Videos möchte ein Team aus Schüler*innen und Lehrer*innen der Freien Schule sowie des John-Brinkman-Gymnasiums mit Eltern, Schülern und Interessierten darüber ins Gespräch kommen. Live-Musik der Band „Follow“ sowie „Liebe“, „Paradies“ und „Erleuchtung“ als alkoholfreie Cocktails erwarten die Gäste.

 

Im September wird der Reli-Dome in insgesamt zwölf Städten der Nordkirche zu Gast sein. Nächste Stationen in MV sind Stralsund am 25. September (Alter Markt, ab 14 Uhr), am 27. September die Landeshauptstadt Schwerin – am Südufer des Pfaffenteichs sind ab 14 Uhr Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Nordkirche) und Erzbischof Dr. Stefan Heße (Erzbistum Hamburg) mit dabei. Zudem wird am 29. September in Boizenburg (Marktplatz, ab 11 Uhr) ins Reli-Dome-Kuppelzelt eingeladen.

 

Organisiert wird die Kampagne der Nordkirche durch das Pädagogisch-Theologische Institut der Nordkirche (PTI) und den Arbeitsbereich Schulkooperative Arbeit/TEO in Kooperation mit dem Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordkirche.

 

Weitere Infos zur Kampagne und der Tour des Reli-Domes unter http://www.mein-reli.de

 

 

 

Hintergrund:

 

Ziele des Religionsunterrichts sind u.a., junge Leute in die Lage zu versetzen, mit der heutigen Vielfalt der Kulturen und Religionen selbstbewusst und souverän umzugehen, in dem sie sich der Wurzeln ihrer eigenen Prägungen bewusst werden und über Fragen des Lebens in verschiedener Weise nachzudenken. Denn junge Menschen suchen für ihr Leben einen Sinn, sie brauchen Hilfen, um sich in der pluralistischen Gesellschaft zurechtzufinden und einen Standort zu gewinnen.

 

Rund 55.900 Schüler*innen, das sind 41 Prozent, der Klassen 1-10 haben im Schuljahr 2017/2018 Religionsunterricht an öffentlichen und privaten allgemein bildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Rund 530 Lehrkräfte waren für den Religionsunterricht im Schuljahr 2017/2018 an öffentlichen und privaten allgemein bildenden und beruflichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern tätig.

 


KDFB startet Postkartenaktion

„Dazu schweige ich nicht“

 

(Köln/kdfb) - Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) startet zum Fest Mariä Namen am 12.09.2019 eine bundesweite Postkartenaktion. Sie steht unter dem Motto „Dazu schweige ich nicht“. Im Mittelpunkt steht das

 

Engagement für eine glaubwürdige und zukunftsfähige Kirche. Die Postkartenaktion ist Teil der KDFB-Aktion „Maria, schweige nicht!“.

 

„Der KDFB setzt sich für eine partnerschaftliche Kirche ein, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind und kirchliches Leben gemeinsam verantwortungsvoll gestalten. Das, was Menschen angesichts der gegenwärtigen Krise der Kirche unter den Nägeln brennt, soll zur Sprache kommen, denn Veränderungen brauchen zunächst Gedanken und Worte, dann Taten“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. Und weiter: „Es geht um die Glaubwürdigkeit und somit um die Zukunftsfähigkeit unserer Kirche.“

 

An vielen Stellen zeige sich gerade auf sehr lebendige Weise, so Flachsbarth, dass sich ein großer Teil der Gemeinschaft der Glaubenden eine sinngebende und wertschätzende Kirche wünsche, die den Menschen auch heute etwas zu sagen habe. Die Beteiligung an der Initiative Maria 2.0 und der KDFB-Aktion „Maria, schweige nicht!“ verdeutliche Gesprächs- und Veränderungsbedarfe bei vielen Frauen (und Männern). „Wir wollen nicht mehr schweigen. Wir wollen nicht, dass die Kirche noch mehr Frauen und Männer verliert, die über spirituelle Begabungen verfügen und deren Reden und Handeln ein Gewinn für das `Volk Gottes auf dem Weg` ist“, unterstreicht Flachsbarth das Engagement des Frauenbundes.

 

Der KDFB wird Gedanken und Meinungen der Postkarten aufbereiten und in den Synodalen Weg der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken einbringen. Weitere Informationen: www.mariaschweigenicht.de

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Jugendverbandsvertreter*innen aus dem deutschsprachigen Raum formulieren gemeinsame Stellungnahme zu den Auswirkungen der Jugendsynode

Junge Gläubige wollen zur Veränderung der Kirche beitragen

 

(Innsbruck/bdkj) - Verantwortliche der katholischen Kinder- und Jugend(verbands)arbeit aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol richten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme an die Bischöfe in ihren Ländern. Sie äußern sich darin zu den Auswirkungen, welche die Jugendsynode und insbesondere das nachsynodale Schreiben von Papst Franziskus, Christus vivit, in den jeweiligen Ländern bereits hat. Darüber hinaus wird die anstehende Amazonassynode in den Blick genommen. Die Vertreter*innen rufen in dem Text zu mehr Gerechtigkeit in der Kirche und weltweit auf und fokussieren sich dabei auf die Stellung von Frauen in der Kirche und die Bewahrung der Schöpfung. Verfasst haben die Stellungnahme der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Katholische Jugend Österreich (KJÖ), die Katholische Jungschar Österreich (KJSÖ), Südtirols Katholische Jugend (SKJ) sowie Vertreter*innen der kirchlichen Jugendarbeit aus der Schweiz.

 

Die Stellungnahme ist das Ergebnis des zweiten Vernetzungstreffens von Vertreter*innen katholischer Jugendarbeit aus dem deutschsprachigen Raum, das vom 6. bis 8. September in Innsbruck stattfand. Organisiert und eingeladen hatte dieses Jahr die Katholische Jugend Österreich. Ziel des Treffens war es, die Ergebnisse und Fortschritte seit der Jugendsynode im Oktober 2018 zu analysieren. Es wurde gemeinsam an der Weiterverfolgung der Forderungen, die beim ersten Vernetzungstreffen im vorigen Jahr formuliert worden waren, gearbeitet.

 

Eva Wimmer, ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Jugend Österreich (KJÖ), fasst einige Gedanken zusammen: „Durch die Jugendsynode und das Abschlussdokument Christus vivit! sehen wir uns darin bestärkt, als junge Menschen, die sich in der Kirche engagieren, auf Problemfelder klar und deutlich hinzuweisen. Auch wenn die Bischofssynode erste Wirkung zeigt, sehen wir weiterhin große Herausforderungen, auf welche die kirchlichen Entscheidungsträger Antworten geben müssen. Wir junge Gläubige wollen zur Veränderung der Kirche beitragen!“

 

Thomas Andonie, der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, betont: „Wir sehen, dass in der Kirche das Bewusstsein für die Bekämpfung der Folgen des Klimawandels wächst. Das unterstützen und begrüßen wir! Zu bedauern ist andererseits, dass von den Entscheidungsträger die drängenden Fragen der Kirche nicht ähnlich engagiert angegangen werden. Es müssen endlich Schritte in Richtung einer partizipativen Kirche und der Gleichstellung von Frauen getan werden.“

 

In Bezug auf das zweite Vernetzungstreffen erklärt Thomas Boutellier, Verbandspräses Verband Katholischer Pfadi der Schweiz: „Auch wenn wir sehr unterschiedliche Voraussetzungen für die Jugendarbeit in unseren Ländern vorfinden, haben uns die Gespräche an diesem Wochenende erneut gezeigt: In den grundlegenden Fragen und Herausforderungen, die wir in unserer gemeinsamen Kirche sehen, sind wir uns einig. Wir rufen unsere Bischöfe auf, den Geist und die Kultur, die von Jugendsynode und Abschlussdokument ausgehen, gemeinsam mit uns zu leben!“

 

Bianca Wieser aus dem Bundesvorstand der Katholischen Jungschar Österreich streicht heraus: „Viele Punkte, die bei der Jugendsynode diskutiert wurden, betreffen Jungscharkinder und vor allem auch die bei uns aktiven Gruppenleiter*innen. Auch in Hinblick auf die Synode im Amazonasgebiet, wo wir mit einer Vielzahl an Projekten aktiv sind, sehen wir einen großen Mehrwert in der Vernetzung mit den deutschsprachigen Jugendvertreter*innen.“

 

Über die inhaltlichen Positionierungen hinaus wurde durch das Treffen die verstärkte länderübergreifende Zusammenarbeit der Vertreter*innen weiterverfolgt, welche für die katholische Kinder- und Jugendarbeit in den deutschsprachigen Ländern verantwortlich sind. Die verstärkte Kooperation, die mit den Vorbereitungen zur Jugendsynode im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde, soll auch in Zukunft weiterverfolgt werden.

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

 


Dietmar Heeg Medienpreis verliehen

Königin Silvia von Schweden mit dem Karl Kübel Preis ausgezeichnet

Königin Silvia von Schweden bei der Verleihung des Karl Kübel Preises 2019 durch Stiftungsratsvorsitzenden Matthias Wilkes (© Karl Kübel Stiftung / Thomas Neu).

 

(Bensheim/kks) - Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie zeichnete heute (6.09.2019)  Königin Silvia von Schweden in Bensheim mit dem Karl Kübel Preis 2019 aus. Die schwedische Monarchin erhielt den Award, der mit 25.000 Euro dotiert ist und in diesem Jahr zum 20. Mal verliehen wurde, für ihr herausragendes Engagement für Kinder weltweit.

 

Bereits am Vormittag hatten sich zahlreiche Fans der Königin vor dem Musiktheater Rex versammelt, um der beliebten Monarchin zuzujubeln. Die gebürtige Heidelbergerin nahm den Award von Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung, in Anwesenheit von rund 250 geladenen Gästen entgegen.

 

„Wir freuen uns sehr, Ihrer Majestät am heutigen 110. Geburtstag unseres Stifters den Preis übergeben zu dürfen“, sagte Wilkes. „Königin Silvia versteht es in beispielhafter Art und Weise, sich mit ihrer Kinderrechtsorganisation World Childhood Foundation gegen Ausbeutung und Missbrauch von Kindern einzusetzen.“ In über 100 Projekten weltweit hilft diese Kindern, die von sexueller Ausbeutung oder Missbrauch betroffen oder bedroht sind. Das Preisgeld kommt der World Childhood Foundation zugute.

 

Als langjähriger Wegbegleiter im Engagement für Kinder hielt Peter Maffay, Sänger und Karl Kübel Preisträger 2016, eine berührende Laudatio: „Ihre Majestät hat immer genau hingeschaut, wo andere weggesehen haben. Sie sind die beste Botschafterin für Kinder in Schweden und auf der ganzen Welt.“

 

„Ich bin stolz darauf, diesen renommierten Karl Kübel Preis entgegenzunehmen! Uns verbindet ein wichtiges Anliegen: dass Kinder ohne Vernachlässigung und Gewalt aufwachsen können“, sagte Königin Silvia bei der Überreichung des Awards. Die Weltgesundheitsorganisation geht für Deutschland von einer Million betroffener Mädchen und Jungen aus, die sexuelle Gewalt erlebt haben oder erleben. „An dieser erschreckenden Zahl wird sich so schnell auch nichts ändern, wenn wir Erwachsenen dieses Tabuthema nicht offen ansprechen, wenn wir nicht aufmerksam sind, Kinder ernst nehmen, ihnen zuhören und verantwortungsvoll handeln“, betonte die Monarchin.

 

In ihren Childhood-Häuser erhalten missbrauchte Kinder schnelle und kindgerechte Hilfe durch multiprofessionelle Teams aus Ärzt*innen, Psycholog*innen und Anwält*innen. Dies ergänzt sich hervorragend mit der Arbeit der Karl Kübel Stiftung, die darauf ausgerichtet ist, möglichst viele Professionen zu Kinder- und Familienthemen an einen Tisch zu holen. Dies wird zum Beispiel beim Kampf der Stiftung gegen Kinderhandel deutlich: In Ländern wie den Philippinen sensibilisiert sie Menschen vor Ort, schult Fachpersonal und vernetzt lokale Akteure mit Regierungsvertretern, Polizei etc. So schafft sie funktionierende Systeme, um den Kinderhandel zu stoppen und Verbrecher konsequent vor Gericht zu bringen.

 

Auch in Deutschland engagiert sich die Karl Kübel Stiftung dafür, Kinder vor Vernachlässigung und Gewalt zu schützen, etwa im Bereich der Frühen Hilfen. Um die Synergien zwischen beiden Stiftung noch stärker zu nutzen, wird derzeit ein gemeinsames Projekt in Deutschland geplant.

 

Im Rahmen der Veranstaltung wurde ebenfalls der nach dem verstorbenen Stiftungsratsmitglied benannte Dietmar Heeg Medienpreis verliehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Familie – Schutzraum für Kinder“. Aus rund 90 Bewerbungen wählte die Jury eine TV-Dokumentation und einen Zeitungsbeitrag aus.

 

Antje Lang-Lendorff wurde für ihren Artikel „Unser Glück wohnt immer noch bei uns“, der in der taz am Wochenende erschien, ausgezeichnet. Schnörkellos skizziert die Journalistin darin die Geschichte einer Familie, die versucht, trotz einer vernichtenden Krankheitsdiagnose ein glückliches Leben zu führen. Ihre beiden Kinder leiden an der unheilbaren, sehr seltenen Krankheit Friedreich-Ataxie und werden mit der Zeit alles verlernen: Laufen, Sprechen, Sehen, Schlucken. Wie geht man mit einer solchen Diagnose im Alltag um? Das Wechselbad der Gefühle, das damit verbunden ist, spiegelt sich in prägnanten Dialogen, wie dem folgenden der beiden Brüder wider: „Wir werden irgendwann im Rollstuhl sitzen.“ - „Na und? Hauptsache er ist schnell.“

Die TV-Dokumentation „Ich bin Sophia!“ von Norbert Lübbers begleitet ein zehnjähriges Mädchen, das als Junge geboren wurde, und dessen Familie. Mit viel Fingerspitzengefühl vermittelt Lübbers in seinem Film, wie Sophia ihre eigene Veränderung erlebt. Dabei berührt er grundsätzliche ethische Fragen der Geschlechtsumwandlung. „Ich bin Sophia!“ zeigt eindrucksvoll die Komplexität des Themas Transsexualität.

 

„Beide Beiträge lassen uns die Entwicklung der Familien, ihre hellen und dunklen Momente hautnah miterleben. Sie wecken unser Mitgefühl, aber auch unsere Bewunderung“, erklärte Jury-Mitglied Christopher Wittich.

 

Zum feierlichen Abschluss der Veranstaltung sang Sängerin Christina Stürmer gemeinsam mit Kindern der Bensheimer Singschule St. Georg das Lied „Seite an Seite“.

 

 


Volker Jung regt Beteiligung an weltweiten Protesten am 20. September an

Evangelische Kirche mit „5-vor-12-Andachten“ beim #Klimastreik

(Darmstadt/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat angeregt, sich an den bevorstehenden weltweiten Klimaschutzprotesten am 20. September zu beteiligen. So könnten sich die evangelischen Kirchengemeinden mit „5-vor-12-Andachten“ in die Aktionen anlässlich der Sitzung des Klimakabinetts der Bundesregierung und vor dem UN-Klimagipfel in New York einbringen, erklärte der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) am Freitag in Darmstadt. Zudem sei es eine Möglichkeit, das Thema in regulären Gottesdiensten etwa in einer „Klimafürbitte“ aufzunehmen oder dort auf die regionalen Veranstaltungen zum Klimaschutz hinzuweisen. „Es ist wichtig, dass die Stimme der Kirche für die Bewahrung der Schöpfung vor Ort hörbar wird“, so Jung.

 

Für eine gute Zukunft auf die Straße gehenNach Worten Jungs ist „die Sorge um eine gute und lebenswerte Welt für die nächsten Generationen eine vordringliche Aufgabe“. Die Bewahrung der Schöpfung sei schon seit Jahrzehnten ein zentrales Thema für die Kirche, so Jung. Aus Sicht des christlichen Glaubens werde die von Gott geschaffene Welt als Gabe verstanden, die den Menschen geschenkt und anvertraut sei. Damit sei der Auftrag verbunden, sorgsam mit ihr umzugehen und sie zu bewahren, erklärte der leitende Geistliche im Rang eines Bischofs. Deshalb begrüße er es sehr, dass etwa bei den „Fridays for Future“-Demonstrationen „viele junge Menschen weltweit motiviert werden, für eine gute Zukunft auf die Straße zu gehen“. Angesichts des Klimawandels machten „sie sehr eindrücklich und völlig zu Recht deutlich, wie wichtig Klimaschutz ist“. Für die evangelische Kirche gehöre zu dem Engagement für den Klimaschutz auch die Frage,  „ob wir selbst schon genug dafür tun, wo wir dies können“, sagte Jung.

 

Andachten unter dem Motto „Prayers for Future“

Zuvor hatte die „Klima-Allianz“, ein Bündnis von über 120 deutschlandweiten Verbänden und Organisationen, zu der auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gehört,  dazu aufgerufen, die weltweiten Klimaproteste zu unterstützen. So könnten beispielsweise Andachten unter dem Motto „Prayers for Future“ angeboten werden. In einem Schreiben an die rund 1.100 Kirchengemeinden der EKHN heißt es dazu: „Zur entscheidenden Sitzung des Klimakabinetts der Bundesregierung und vor dem UN-Klimagipfel in New York ruft „Fridays For Future“ auf, gemeinsam für echten Klimaschutz am 20. September auf die Straßen zu gehen. Der Aufruf ergeht diesmal nicht nur an die Schülerinnen und Schüler, sondern an alle Generationen. Auch viele zivilgesellschaftliche Organisationen, die in der Klima-Allianz  zusammengeschlossenen sind, rufen zu Streik und Demonstrationen auf. Auch das Bündnis ‚Churches for Future’, zu dem die EKHN gehört, unterstützt den Aufruf.“ Zu den bisherigen Unterstützern aus dem kirchlichen Bereich gehören unter anderem die Diakonie und die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“.

 

Zukunft der von Gott geschaffenen Erde

 

Nach Angaben von Kathrin Saudhof,  Referentin für Klimaschutz im hessen-nassauischen Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung (Mainz) und Helmut Törner-Roos, Referent für den Kirchlichen Entwicklungsdienst im Zentrum Oekumene (Frankfurt) hätten sich bereits erste evangelische Dekanate mit ihren Gemeinden in Wiesbaden und Darmstadt sowie im Nassauer Land, dem Vorderen Odenwald und in Ingelheim-Oppenheim dazu entschieden, sich aktiv an den Aktionen zu beteiligen. Nach Worten von Saudhoff und Törner-Roos ist es wichtig „als Christinnen und Christen hörbar und sichtbar mit dabei zu sein, wenn es darum geht, für Klimagerechtigkeit und für die Zukunft der von Gott geschaffenen Erde einzutreten“.

 

Hintergrund

 

Hessen-Nassau und die Klimaproteste von Fridays for Future

 

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ist im Mai 2019 auch dem neuen Netzwerk „Churches for Future“ beigetreten und bekundet damit ihre Solidarität mit den Schülerprotesten „Fridays for Future“. Insgesamt sind aktuell mehr als 16 Landeskirchen, kirchliche Einrichtungen und Organisationen dem Aufruf des ökumenischen Netzwerks „Klimagerechtigkeit“ gefolgt, das die Aktion „Churches for Future“ initiiert hatte. In einem gemeinsam unterzeichneten Schreiben heißt es: „Wir als Kirchen und kirchliche Organisationen zollen den Protestierenden großen Respekt und unterstützen die Anliegen der jungen Generation. Wir bitten daher die Mitglieder unserer Kirchen und kirchlichen Organisationen ihr Engagement für Klimagerechtigkeit sowohl im persönlichen als auch im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben deutlich zu verstärken.“ Die Kirchen sehen sich selbst dabei auch ausgesprochen kritisch und wollen den eigenen Versäumnissen im Klimaschutz verstärkt nachgehen.

 

Internet-Tipp:

 

Mehr Materialien für Interessierte sind hier abrufbar:

 

https://www.ekhn.de/aktuell/detailmagazin/news/evangelische-kirche-ruft-zum-klimastreik-und-5-vor-12-andachten-auf-fridaysforfuture-allef.html

 

#Klimastreik
#AlleFürsKlima

 


Malteser besuchten die Moschee Jama’at-un Nur in Hannover-Linden

Ein helles Licht!

Nurdan Kudu (rechts) mit zwei Teilnehmern der Malteser-Gruppe in der Moschee Jama’at-un Nur; Bildquelle: Lukas/Malteser
Nurdan Kudu (rechts) mit zwei Teilnehmern der Malteser-Gruppe in der Moschee Jama’at-un Nur; Bildquelle: Lukas/Malteser

 

(Hannover/mhd) - Als „Gemeinschaft des Lichtes“ versteht sich die islamische Gemeinde Jama’at-un Nur, die es seit den 70er Jahren auch in Hannover-Linden gibt. Seit dem Jahre 2000 residiert sie in einem umgebauten kleinen Firmengebäude und präsentiert sich dort gerne der Öffentlichkeit. Auch die Malteser genossen im Rahmen ihres Programms „Malteser Pastoral“ am Donnerstagabend, 5. September, die Gastfreundschaft der Muslime.

 

 

 

Weiblich, gebildet, redegewandt und weltoffen – Nurdan Kudu ist das Gegenteil von dem, was manche Zeitgenossen sich unter einer jungen Muslimin vorstellen. Die 25-Jährige hat einen Studienabschluss in islamischer Theologie an der Universität Osnabrück und studiert jetzt in Hannover Biologie. Berufsziel: eine Stelle in der Biomedizin. Ihr Vater wolle nicht, dass sie schon heirate, „erst soll ich noch studieren“, erzählt die junge Kopftuchträgerin später lächelnd beim türkischen Tee und sagt auch das: „Wir Frauen haben hier in der Moschee fast mehr zu sagen als die Männer.“

 

 

 

Da hat die junge, selbstbewusste Frau die kleine Gruppe der sechs interessierten Malteser schon kenntnisreich durch die Moschee geführt, in den Unterrichtsräumen aus der Geschichte der Gemeinde mit ihren derzeit rund 300 meist türkischstämmigen Mitgliedern erzählt und deutlich gemacht, wie sehr die Gemeinschaft Wert legt auf gute Bildung und ebenso gute Beziehungen zur deutschen Gesellschaft. Integration sei wichtig, sagt die junge Studentin, ihren Islamunterricht in der Moschee hält sie auf Deutsch und wirft Islamisten vor, den Koran bewusst falsch zu übersetzen. Dabei macht sie aber auch deutlich: An den Gebetszeiten hält sie fest, so oft sie kann und auch von ihrem Kopftuch lässt sie nicht, selbst im Labor. Was sich Nurdan Kudu von der deutschen Mehrheitsgesellschaft wünscht, wie sich Gräben überwinden ließen? „Wir brauchen mehr Dialog“, sagt die junge Frau sofort, „wir brauchen mehr Miteinander-Reden und mehr Mitgefühl. Mitgefühl mit dem Nächsten ist ganz wichtig!“

 

 

 

Wer wollte da widersprechen? Beeindruckt und mit einem guten Gefühl verließen die Malteser das gastliche Haus. Ihr Informationsbesuch fand im Rahmen der Malteser-Pastoral statt, mit der die Malteser ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter immer wieder zu Auszeiten und Horizonterweiterungen einladen. Unter anderem bieten die Malteser regelmäßig Kurse in Kloster Marienrode an, haben auch schon das „Haus der Religionen“ in Hannover besucht und in einen Klettergarten eingeladen.

 

 

 


Verantwortung übernehmen – Schöpfung bewahren

 

(Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) unterstützt die „Ökumenische Schöpfungszeit“ der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland. Die diesjährige Aktion steht unter dem Leitwort „Salz der Erde“. Sie wird am 06.09.2019 bundesweit eröffnet und dauert bis zum 04.10.2019.

 

Im Mittelpunkt der ökumenischen Aktion steht das Engagement für die Bewahrung der Schöpfung und für eine nachhaltige Entwicklung. „Im Sinne nachfolgender Generationen und aufgrund unserer christlichen Werthaltung müssen wir Missstände und Gefährdungen wie z.B. Klimawandel, Umwelt- und Müllprobleme oder die zunehmende Wegwerfkultur deutlich benennen, Veränderungen einfordern und selbst Verantwortung übernehmen. Die Zukunftsfähigkeit der Welt hängt vom Handeln aller Menschen ab. Wir sind das sprichwörtliche Salz der Erde“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth.

 

Eine besondere Funktion als Klimaschützer hat laut Bärbel Kräutle, Bundesvorsitzende der Landfrauenvereinigung des KDFB, der Wald. „Der Wald ist Kohlendioxidspeicher, Sauerstoffproduzent, Wasserspeicher, Temperaturregulator. Ohne seine vielen positiven Eigenschaften wird der Klimawandel mit seinen negativen Auswirkungen noch schneller voranschreiten“, so Kräutle. Jede Waldfläche ist wichtig, sei es im Amazonasgebiet, wo permanent Regenwald abgeholzt wird, oder in Deutschland, wo immer mehr Bäume unter Umweltbedingungen leiden. „Der Wald ist nicht nur die grüne Lunge der Welt. Er ist auch Erholungsraum für Menschen und sichert zudem Millionen Arbeitsplätze in der Wald- und Holzwirtschaft“, stellt Kräutle fest.

 

KDFB und Landfrauenvereinigung appellieren eindringlich an Verantwortliche in Politik und Wirtschaft, sich für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes einzusetzen. Dazu gehören insbesondere der Erhalt alter Wälder und die Förderung von Biodiversität. Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Beitrag zum Erhalt des Waldes leisten, indem sie sparsam mit dem Rohstoff Holz umgehen, z.B. bei der Verwendung von Papier, Brennholz und Möbeln.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

 

 


Ökumenisches Projekt für Menschen

Begegnungsstätte :KERIT in Ahrweiler feierlich eröffnet

Das Orga-Team vor dem Gebäude in der Ahrweiler Schülzchenstraße 11 von links: Arl-Peter Gerigk, Josef Pratzner, Marion Eisler, Minna Bildhoff . Foto: bt
Das Orga-Team vor dem Gebäude in der Ahrweiler Schülzchenstraße 11 von links: Arl-Peter Gerigk, Josef Pratzner, Marion Eisler, Minna Bildhoff . Foto: bt

(Bad Neuenahr-Ahrweiler/bt) – Viel lokale Prominenz war gekommen zur offiziellen Eröffnung der Begegnungsstätte „:KERIT“ am Mittwoch, 4. September. Die feierliche Einsegnung übernahmen der katholische Pfarrer Peter Dörrenbächer und sein evangelischer Kollege Friedemann Bach. „Hier sollen Menschen Hilfe und Ermutigung finden. Das ist die Aufgabe der Kirchen und des Christseins“, sagte Dörrenbächer.

 

Hinter :KERIT steht die Idee, dass die Besucherinnen und Besucher den Alltag im Haus selbst organisieren und so ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten entdecken und entwickeln können. Unterstützt werden sie dabei von erfahrenen Sozialarbeitern und engagierten Ehrenamtlichen.

 

Als Festredner sprach Professor Dr. Stefan Sell, der sich als Sozialwissenschaftler vorrangig mit Armutsforschung beschäftigt. In seinen Ausführungen legte er den Finger in so manche Wunde: Das Bild vom Ahrkreis als Ort des unbekümmerten Daseins in Wohlstand und guter Versorgung bekam Risse. Es wurde klar, warum ein Zentrum für notleidende und einsame Menschen nötig wie :KERIT ist. Laut Sell ist besonders die steigende Altersarmut ein Problem, dem sich  Gesellschaft und Politik unbedingt stellen müssen. Oft gehe materielle Armut mit sozialer Armut einher.

 

Maßgebliche Initiatorin des Projektes ist die Diplom-Sozialpädagogin Marion Eisler. Im Rahmen ihrer Arbeit bei der Ahrweiler Tafel habe sie viele Menschen getroffen, deren Potential brach liegt. „Mir war klar, dass hier praktische Hilfe notwendig ist, keine Beratung“, so Eisler in ihrer Rede.

 

Als Vertreterin des Dekanates Ahr-Eifel unterstrich Dekanatsreferentin Andrea Kien-Groß noch einmal die erfolgreiche ökumenische Zusammenarbeit der beiden Konfessionen und appellierte an die zahlreichen Gäste, die Augen nicht zu verschließen, sondern sich zu kümmern. „Armut und Einsamkeit sind häufig versteckt. Schauen Sie hin!“, bat sie. Die Idee, dass alle Menschen Gottes Kinder sind und als sein Ebenbild wertvoll, sei hier in diesem Haus nicht nur Theorie. „Hier bekommt die Idee Hand und Fuß“, betont Andrea Kien-Groß.

 

Der Name :KERIT ist Programm. Der Doppelpunkt vor dem Namen ist die freie Stelle. Das heißt: jeder ist willkommen. Die Buchstabenfolge steht für eine ganze Reihe von Begriffen wie Kommunikation, Engagement, Rat, Innehalten, Tun. Das Angebot ist vielfältig, dazu zählen gastliche Räumlichkeiten, Mittagstisch, alkoholfreie Getränke, Waschmaschinennutzung, Beratungsangebote und mehr. Die Nutzerinnen und Nutzer selber pflegen den Garten und die Räumlichkeiten.

 

Träger des Projektes in der Schülzchenstraße 11 in Ahrweiler sind die evangelische Kirchengemeinde und die katholischen Pfarrgemeinden in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Unterstützt werden sie von den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden Diakonie und Caritas. Hinzu kommt die Förderung durch die Deutsche Fernsehlotterie.

 

Zum Organisationsteam gehören neben Marion Eisler, der Diplom-Politologe Karl-Peter Gerigk, Minna Bildhoff und Josef Pratzner. Regelmäßig im Einsatz sind zudem viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 12 bis 17.30 Uhr.

 

Weitere Infos gibt es bei :KERIT unter Tel: 02641-8939380 oder 0176-51160684.

 


Ausbildungskurs für Vorsänger und Kantorinnen startet im Herbst

Gottesdienste aktiv mitgestalten

Foto: bt
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(Bistumsweit/Trier/bt) – Die eigene Singstimme professionell schulen und sich zugleich ehrenamtlich in der Gottesdienstgestaltung einbringen? Dies ist ab dem 1. November wieder möglich, wenn der Startschuss für die Ausbildungskurse zum Kantoren- und Vorsängerdienst im Bistum Trier fällt. Die zweijährige Ausbildung, die in zwei Module unterteilt ist, beinhaltet neben regulären Seminartermine auch zwei Intensivwochenenden in Vallendar und zwei Stimmbildungstage in Trier. Außerdem wird Einzelunterricht im Fach Gesang angeboten. Die Ausbildung wird gemeinsam mit den Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat durchgeführt.

 

Die Intensivwochenenden finden vom 15. bis 17. November 2019 und vom 13. bis 15. November 2020 statt; der nächste Stimmbildungstag ist am 20. Juni 2020. Interessenten können sich über den zuständigen Regionalkantor bis zum 7. Oktober bei der Bischöflichen Kirchenmusikschule Trier, Tel.: 0651-7105-508 oder E-Mail: kirchenmusik@bistum-trier.de anmelden. Weitere Informationen gibt es auf www.bistum-trier.de/kirchenmusik.

 

 

 


Traditioneller Hungermarsch findet zum 43. Mal statt

Mit den Menschen für die Menschen wandern

Foto: bt
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(St. Wendel/bt) – Unter dem Motto „Wandern für die Andern – Solidarität mit Menschen in Not“ findet am Sonntag, 22. September, zum 43. ein Hungermarsch in St. Wendel statt. Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Missionshauskirche. Anschließend steht der traditionelle einstündige Marsch  rund um den Wendalinushof und zurück zum Missionshaus auf dem Programm. Organisatoren sind das Jochen-Rausch-Zentrum e.V. in St. Wendel und die Steyler Missionare.

 

Mit dem gespendeten Geld – das ohne jeden Abzug direkt weitergeleitet wird – werden in diesem Jahr Projekte in Südindien unterstützt, die nahrhafte Lebensmittel für HIV-infizierte Kinder bereitstellen und sich für eine qualifizierte Schulbildung für arme Dorfkinder einsetzen.

 

Organisiert wird die seit vielen Jahren erfolgreiche Solidaritätsaktion gegen Hunger, Krankheit, Unwissenheit und Ungerechtigkeit in der Welt vom Jochen-Rausch-Zentrum St. Wendel e.V. der Aktion Hungermarsch und von den Steyler Missionaren. Mit dem Erlös, der im vergangenen Jahr rund 13.000 Euro betrug, konnten bereits viele Kinder erfolgreich am Herzen operiert werden. Unter anderem wurden dank der Spenden in den vergangenen Jahren Häuser für Witwen und ihre Kinder gebaut, Klassenräume für Schulkinder finanziert und die Ausbildung von jungen Frauen gefördert.  

Weitere Informationen zur Aktion gibt es bei Peter Adams, Hungermarsch, Julius-Bettingen-Straße 12, 66606 St. Wendel, Tel.: 06851-7681 oder bei den Steyler Missionaren, Missionshaus St. Wendel, Tel. 06851-8050. Spenden können auf das Konto „Jochen-Rausch-Zentrum“ bei der Kreissparkasse St. Wendel, IBAN DE47 5925 1020 0000 0846 16, BIC SALADE51WND unter dem Kennwort „Hungermarsch“ eingezahlt werden; Spendenbescheinigungen werden bei Angabe der vollständigen Adresse auf Wunsch ausgestellt