Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

FREITAG, 10.05.2019


Kirchenpräsident gratuliert neuer Bischöfin

Beate Hofmann ist neue Bischöfin von Evangelischer Kirche von Kurhessen-Waldeck

 

(Darmstadt/ekhn) - Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Volker Jung, hat der künftigen Bischöfin der benachbarten Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck, Beate Hofmann, herzliche Glück- und Segenswünsche übermittelt. Hofmann war am Donnerstagnachmittag zur neuen Bischöfin der kurhessen-waldeckschen Kirche mit Sitz in Kassel gewählt worden.

 

 

 

Die neue Bischöfin bringe viel Erfahrung aus ihrer bisherigen kirchlichen und wissenschaftlichen Arbeit große Kompetenz mit. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit“, sagte Jung.

 

 

 

Nach Worten Jungs hat sich in den vergangenen 10 Jahren die Verbindung zwischen beiden Kirchen sehr vertieft. Mit dem Religionspädagogischen Institut in Marburg und dem Zentrum Oekumene in Frankfurt gebe es gemeinsame Einrichtungen in wichtigen Arbeitsfeldern. Jung verweis auch auf das gemeinsames Diakonisches Werk, die Diakonie Hessen.

 

 

 

Für die Zukunft sieht Jung es als eine der größten Aufgaben an, die kirchlichen Herausforderungen durch den gesellschaftlichen Wandel „gemeinsam zu gestalten“. Die „Arbeit über Kirchengrenzen hinweg“ werde dabei weiter an Bedeutung gewinnen.

 

 

 


Kirchenpräsident Volker Jung über die Zukunft der Kirche, mehr Mitglieder und das Engagement für die Demokratie

Mit viel Hoffnung, vereinter Kommunikation und ausstrahlungsstarker Gemeinschaft

 

(Frankfurt/ekhn) Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat sich dafür ausgesprochen, noch stärker als bisher auf Kirchenmitglieder zuzugehen. Vor dem Hintergrund aktueller Prognosen zur Mitgliedschaftsentwicklung solle vor allem der Kontakt zu jungen Erwachsenen zwischen 20 und 35 Jahren intensiver gesucht werden, sagte er am Donnerstag vor der in Frankfurt am Main tagenden Synode. Eine Anfang Mai erschienene Studie hatte den Kirchen bundesweit einen Mitgliederrückgang um die Hälfte bis zum Jahr 2060 vorausgesagt und zugleich erste Gegenmaßnahmen angedeutet. Für Jung ist „der Rückzug in eine fromme Innerlichkeit oder ein gemeindliches Vereinsleben keine Option“. Es gehe in der Kirche darum, „die Hoffnung, die durch den christlichen Glauben in uns ist, in dieser Welt und für diese Welt zu leben.“ Jung: „Das muss gelebt werden und darüber muss geredet werden.“ Dazu sei es wichtig, die Gemeinschaft und die Kommunikation zu stärken.

 

Menschen und ihre Bedürfnisse

 

Nach Ansicht Jungs ist es zunächst eine Grundvoraussetzung „besser zu verstehen, was Menschen in den unterschiedlichen Lebensphasen von ihrer Kirche erwarten und brauchen“. So sei offenbar insbesondere bei der Altersgruppe der 20 bis 35-Jährigen erkennbar, dass gefragt werde: „Was bringt mir die Zugehörigkeit zur Kirche und was kostet sie mich?“. Dies sei vor allem in Ballungsräumen mit hohen finanziellen Belastungen etwa durch die Miete der Fall. Jung schlug deshalb vor, auch über besondere Leistungen für evangelische Kirchenmitglieder „in aller Offenheit“ nachzudenken. Dazu gehöre zum Beispiel auch die Möglichkeit, als Kirchenmitglied verlässlich einen Platz für sein Kind in einer evangelischen Kindertagesstätte bekommen zu können, wenn es eine evangelische Kindertagesstätte vor Ort gibt. Dies bedeute auf keinen Fall, die Offenheit für alle unabhängig von ihrer Religion und Weltanschauung einzuschränken, machte Jung deutlich.

 

Persönliche und digitale Kommunikation

 

Bei manchen Kirchenmitgliedern reiße der Kontakt zur Kirche offenbar beim Wechsel des Wohnortes ab, stellte Jung fest. „Es gelingt uns nicht, allen zu sagen und zu zeigen: ‚Wir leben eine Hoffnung, die Kraft und Orientierung im Leben gibt – für euch persönlich und für diese Gesellschaft. Wenn ihr uns braucht, sind wir für euch da‘“, sagte Jung. Hier könne ein Weg sein, „die unersetzbare Kommunikation von Mensch zu Mensch mit der medialen und digitalen Kommunikation zu verbinden“. Dazu gehörten etwa der Hausbesuch und die Begrüßung nach einem Umzug genauso wie gut aufbereitete Informationen im Internet oder Angebote für Jüngere in den Sozialen Medien.

 

Glaubensinhalte und Gemeinschaftserfahrungen

 

Als positives Beispiel nannte Jung zudem die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden. Eine groß angelegte Studie habe gezeigt, dass die Konfirmation und die Vorbereitungszeit eine hohe Wertschätzung bei Jugendlichen genieße. Der Erfolg liegt nach Ansicht Jungs darin, dass „Glaubensinhalte eng mit Gemeinschaftserfahrung verknüpft sind“. Die Bindung an die Kirche und auch die Bereitschaft für ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft steige dort erkennbar, wo junge Menschen die Möglichkeit gegeben wird, in den Gemeinden mitzuarbeiten. Jung: „Die entscheidenden Frage für mich ist die, wie wir so in Kontakt bleiben können, dass Menschen spüren: Meine Kirche ist für mich und die Menschen an meiner Seite da. Wie Menschen dann ihre Kirchenmitgliedschaft leben, schreiben wir nicht vor. Wir sollten aber besser als bisher in Beziehung bleiben mit Sanftmut und Ehrfurcht“.

 

Reformprozesse und die Zukunft

 

Angesichts des zu erwartenden Rückgangs der Finanzmittel in den kommenden Jahrzehnten schlug Jung auch vor, die bisherigen Reformprozesse in der Geschichte der hessen-nassauischen Kirche zu sichten und unter aktuellen Gesichtspunkten theologisch zu bewerten. Dabei sollten die bisherigen Gestaltungsprinzipen überprüft und bereits bis zum Herbst möglicherweise neu justiert werden. Dies sei unerlässlich, auch um künftige weitreichende Entscheidungen wie etwa Investitionen für einen stärkeren Klimaschutz oder die digitale Transformation in der Kirche vorzubereiten. Jung: „Um Entscheidungen treffen zu können, ist es unbedingt erforderlich, dass wir uns über die Rahmenbedingungen unserer Planungen verständigen.“

 

Glauben und Demokratie

 

Jung ging in seinem Bericht auch auf das gesellschaftspolitische Engagement der Kirche und ihrem Einsatz gegen europaweit zunehmende populistische Kräfte ein. Er machte deutlich, dass „Glauben als eine uns von Gott geschenkte Hoffnung nicht ohne soziale Praxis sein kann“. Es sei wichtig aus dem „Glauben an Jesus Christus heraus und belehrt auch durch die bitteren Erfahrungen von Nationalsozialismus und Shoa für eine demokratische, offene Gesellschaft einzutreten“. Die evangelische Kirche müsse sich zudem aus ihrer Geschichte heraus für die Meinungs- und Religionsfreiheit aller Menschen und die Würde jeder Person einsetzen und so „klare Position beziehen gegen jede Form gruppenbezogenener Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung Andersdenkender“, so Jung.

 

Umwelt und Schülerproteste

 

Als Beispiel für einen aktuell wichtigen gesellschaftspolitischen Impuls führte der Kirchenpräsident die Schülerproteste für mehr Klimaschutz an. „Ich begrüße es sehr, dass durch Greta Thunberg viele junge Menschen weltweit motiviert wurden, für ihre Ansprüche an eine gute Zukunft auf die Straßen zu gehen“. Angesichts des Klimawandels machten „sie sehr eindrücklich und völlig zu Recht deutlich: die Sorge um eine gute und lebenswerte Welt für die nächsten Generationen muss eine vordringliche Aufgabe sein“. Viel mehr für den Klimaschutz zu tun, sei auch schon lange ein Thema für die Kirche. Im Blick auf die Proteste der Schülerinnen und Schüler rate er, das Thema im Unterricht aufzugreifen – auch im Religionsunterricht. Dabei müsse es auch darum gehen, das politische Interesse und Engagement zu fördern. Jung: „Gerade weil uns das Thema auch so beschäftigt und wir zugleich fragen müssen, ob wir genug tun, deshalb rufe ich den Schülerinnen und Schülern, die sich aufgemacht haben, zu: Danke für Euer Engagement!“

 

Kirche und Europa

 

Der Kirchenpräsident Jung hob schließlich die Bedeutung der bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament hervor. Mit Verweis auf einen jüngst erschienen gemeinsamen Appell der EKHN mit ihren europäischen Partnerkirchen sagte Jung: „Als in der Gesellschaft mitgestaltende Kräfte setzen wir uns als evangelische Partnerkirchen in Europa für Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde ein und engagieren uns auch weiterhin in der Friedens- und Versöhnungsarbeit, damit es keinen gewaltsamen Konflikt in Europa mehr gibt.“ Es sei deshalb auch seiner Sicht wichtig, bei den bevorstehenden Europawahlen am 26. Mai die Kräfte zu stärken, „die ein solidarisches und friedvolles Europa fördern und gestalten wollen“.


Hintergrund: Bericht zur Lage in Kirche und Gesellschaft

 

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hatte seinen Bericht zur Lage in Kirche und Gesellschaft 2019 unter die Überschrift „Hoffnung in bedrängter Zeit“ gestellt. Basis der Überlegungen war der biblische Vers „Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.“ (1. Petrus 3,15). Daraus entwickelte er Perspektiven für eine stärkere Gemeinschaft und Kommunikation in der Kirche sowie das evangelische Engagement für die Demokratie.

 

 

Hinweis: Dokumentation Bericht des Kirchenpräsidenten

 

Hier direkter Download des Berichts: https://www.ekhn.de/fileadmin/content/ekhn.de/download/ekhn_jahresbericht/kp_berichte/kp_bericht_19.pdf

 

 


Bundesweites Engagement bei der Sozialaktion des BDKJ / Einsatz für und mit Anderen

Wie junge Menschen in 72 Stunden die Welt verbessern

 

(Düsseldorf/bdkj) - Rund 80.000 junge Menschen in ganz Deutschland machen die Welt ein bisschen besser. Vom 23. bis 26. Mai setzen rund 3.300 Aktionsgruppen soziale Projekte im Rahmen der 72-Stunden-Aktion um und beweisen wieder einmal, dass Jugendliche die Zukunft der Gesellschaft aktiv mitgestalten.

 

 

 

Die Vorbereitungen in 27 Diözesen laufen derzeit auf Hochtouren. Von Harrisslee direkt an der dänischen Grenze bis Garmisch-Partenkirchen setzen sich junge Engagierte aus katholischen Jugendverbänden und vielen weiteren Gruppen für Mitmenschen, für die Umwelt, für Solidarität und Gerechtigkeit, für Bildung sowie für ihr unmittelbares Zuhause ein. „Wir stellen fest, dass junge Menschen selbst aktiv und kreativ die Zukunft in unserer Gesellschaft in die Hand nehmen. Mit der 72-Stunden-Aktion machen wir das Engagement in Deutschland und weltweit sichtbar und zeigen, mit wieviel Herzblut Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sich für Andere einsetzen“, sagt Bundesvorsitzender Thomas Andonie im Rahmen einer Pressekonferenz vor der Aktion. Und auch über die Grenzen der Bundesrepublik hinweg, nehmen junge Menschen an der Aktion teil:  31 Gruppen in Argentinien, Bolivien, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Chile, Kolumbien, Nordirland, Österreich, Pakistan, Peru, Rumänien, Südafrika und Ukraine haben sich angemeldet.

 

 

 

Die Projekte sind breit gefächert und reichen von Tauchgängen im Tegernsee mit dem Ziel den Grund von Müll zu befreien, über die Organisation von Kinderfesten mit Themenschwerpunkten bis hin zum Bau von Insektenhotels. Marius Horn (16) aus der KjG Lindlar ist hochmotiviert: „Wir merken, wie in unserer Region immer mehr Bäume abgeholzt werden und es immer weniger Grünflächen gibt. Mit unserer Aktion wollen wir ein Zeichen setzen, sich wieder mehr um die Umwelt zu kümmern.“

 

Auch Max Pilger (29) von der HöVi-Jugend in Köln freut sich auf die 72 Stunden Engagement: „Wir machen mit Jugendlichen etwas für Jugendliche: gemeinsam bauen wir aus Paletten Möbel, die in Jugendeinrichtungen in unseren Vierteln Orte schaffen, an denen sich junge Menschen gerne treffen. Und wenn wir schon dabei sind, bauen wir noch ein paar Möbel für die Kinderstadt HöVi-Land unserer Gemeinden.“

 

 

 

„Mit der Aktion geben junge Menschen aus katholischen Jugendverbänden und -gruppen ihrem Glauben Hand und Fuß und bringen die frohe Botschaft des Evangeliums in unsere Städte und Regionen“, sagt Thomas Andonie. Außerdem sind Gruppen ohne direkten Bezug zur katholischen Kirche mit dabei. „Das zeigt, dass unsere Sozialaktion auch über die Strukturen der katholischen Kirche hinauswirkt und das Zusammenleben in unserem Land nachhaltig positiv beeinflusst: sozial, ökologisch und politisch“.

 

 

 

Hintergrund

 

„Uns schickt der Himmel – die 72-Stunden-Aktion des BDKJ“ findet 2019 zum zweiten Mal bundesweit statt. Der bundesweite Auftakt findet am 23. Mai in Würzburg statt, der Abschluss am 26. Mai in Hamm. Während der Aktion des BDKJ und seiner Diözesan- und Jugendverbände engagieren sich junge Menschen in ganz Deutschland drei Tage lang für ein soziales Projekt in ihrer Nähe. Der Einsatz für Andere und mit Anderen steht dabei im Mittelpunkt. Mitmachen können nicht nur Gruppen aus den katholischen Jugendverbänden. Auch Schulklassen, Jugendeinrichtungen und andere Gruppen können sich auf der Webseite der Aktion (www.72stunden.de) anmelden. Das BDKJ-Webteam berichtet live auf Twitter, Facebook, Instagram und www.bdkj.de. Außerdem wird das Internetportal katholisch.de während der Aktion an allen vier Abenden um 19 Uhr live aus dem Jugendhaus in Düsseldorf senden.

 

 

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

 


Landesarchiv präsentiert Zeitzeugenberichte, Bilder und Dokumente

Ausstellung thematisiert Gewalt in Kinderheimen

 

(Rottenburg/drs) - Mit der Heimerziehung in Baden-Württemberg zwischen 1949 und 1975 befasst sich eine Ausstellung des Landesarchivs mit dem Titel „Verwahrlost und gefährdet?“ in den Räumen des Priesterseminars in Rottenburg. Anlässlich der Vernissage am Dienstag, 14. Mai, um 17 Uhr spricht Dr. Volker Trugenberger vom Staatsarchiv Sigmaringen ein Grußwort. Professorin Dr. Ulrike Zöller von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes hält einen Vortrag, bei dem es um „Grenzverletzungen und Entgrenzungen in der ehemaligen Heimerziehung“ geht.

 

 

 

Die Ausstellung mit dem Titel „Verwahrlost und gefährdet?“ präsentiert Bilder und  Dokumente wie Speisepläne, Aktenauszüge oder Briefe. Zeitzeugenberichte und der Film „Weichenstellung - Lebensprägung Heim“ ergänzen die Schau. Die psychische und körperliche Gewalt, die in den Heimen oft auf der Tagesordnung stand, wird in der Ausstellung genauso thematisiert wie die oft nur kurzen Momente des Glücks.

 

 

 

In Baden-Württemberg existierten zwischen 1949 und 1975 über 600 Säuglings-, Kinder- und Jugendheime unterschiedlicher Träger. Schätzungen zufolge sind in dieser Zeitspanne etwa 800.000 Menschen bundesweit in Heimen aufgewachsen. 

 

 

 

Öffnungszeiten:

 

 

 

Die Ausstellung ist bis Montag, 22. Juli, im Priesterseminar Rottenburg zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags, 9 bis 17 Uhr. In den Pfingstferien, 8. bis 23. Juni, kann die Ausstellung nur nach vorheriger Absprache besucht werden. Ansprechpartnerin ist Angelika Bieger, Telefon 07472/922107.

 


Kirchenkreis Dithmarschen eröffnet Historischen Lernort Neulandhalle:

Propst Dr. Crystall: „Gesellschaftlich verantwortliche und zukunftweisende neue Zweckbestimmung des historisch belasteten Ortes“

Foto: Kirchenkreis Dithmarschen
Foto: Kirchenkreis Dithmarschen

(Dieksanderkoog/zab) - Der Kirchenkreis Dithmarschen hat heute (8. Mai) im Dieksanderkoog mit 230 Gästen aus Politik, Kirche, Gesellschaft und Wissenschaft den Historischen Lernort Neulandhalle eröffnet. Rund um die ehemalige Versammlungs- und NS-Schulungsstätte im einstigen „Adolf-Hitler-Koog“ ist in den vergangenen Monaten eine dauerhafte und selbsterklärende Außenausstellung zur fatalen Propaganda und Volksgemeinschafts-Ideologie der Nationalsozialisten entstanden. Das Gebäude selbst wurde in den ursprünglichen Zustand zurückgebaut und kann künftig nach Anmeldung besichtigt werden. Dithmarschens Propst Dr. Andreas Crystall: „Der Kirchenkreis Dithmarschen als Eigentümer der Neulandhalle hat in den vergangenen acht Jahren intensiv um eine gesellschaftlich verantwortliche und zugleich zukunftweisende neue Zweckbestimmung dieses historisch belasteten Ortes gerungen. Es war unsere Anstrengung und Motivation, aus der Neulandhalle einen neuartigen Historischen Lernort zu machen in Ergänzung zu den vorhandenen Gedenkstätten und Opferorten. Wir sind froh, dass dieses gemeinsam in glücklicher Kooperation mit anderen Partnern aus Land und Forschung gelungen ist.“

 

Landtagspräsident Klaus Schlie sagte in seiner Eröffnungsrede: „Gerade mit Blick auf die für uns heute leider wieder aktuelle Frage, wie totalitäre, menschenverachtende Regime an die Macht kommen und ihre Macht festigen, hält die Neulandhalle eine Fülle von Informationen bereit.“ Das Ineinandergreifen von vermeintlich unpolitischen Maßnahmen wie der Landgewinnung mit dem völkisch-rassistischen Gedankengut der Nazis werde hier in der Neulandhalle anschaulich gemacht „und damit in einer wichtigen Facette deutlich gemacht, wie der Nationalsozialismus funktionierte, wie er Menschen letztendlich dazu brachte, bei diesem beispiellosen Menschheitsverbrechen mitzumachen“. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seiner Verbrechen sei immer auch eine Auseinandersetzung mit der Gegenwart und der Frage, „was jeder von uns tun kann und tun muss, um eine Wiederholung dieser menschenverachtenden Epoche unserer Geschichte zu verhindern“.

 

Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, lobte das Projekt: „Die Neulandhalle zählt zu den wenigen Orten, an denen sich die Ideologie der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und des Lebensraumkonzeptes belegen und zugleich die menschenverachtenden Aspekte darstellen lassen.“ Dieser neu konzipierte Lernort habe seine Bedeutung im Netzwerk der wichtigen Gedenkstätten im Land Schleswig-Holstein und werde zur Auseinandersetzung mit den Verstrickungen der eigenen „Heimat“ in die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte einen wichtigen Beitrag leisten. Dr. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sieht in dem Lernort ein „Hoffnungszeichen“: „Die Neulandhalle ist ein einzigartiger Lernort auf der deutschen Erinnerungslandkarte. In Zeiten, in denen die deutsche Gedenkkultur angegriffen wird und vor neuen Herausforderungen steht, ist die Eröffnung ein Hoffnungszeichen. Was evangelische Kirche, staatliche Kulturpolitik und Wissenschaft hier gemeinsam mit vielen Engagierten geschaffen haben, verdient höchsten Respekt.“

 

 

 

Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, dankte den Initiatoren der Ausstellung: „Wir brauchen die kritische Reflexion der Vergangenheit, der Mechanismen, mit denen Hitler und die Nationalsozialisten gearbeitet haben, und mit denen Diktatoren und Ideologen in aller Welt noch heute arbeiten und noch heute Erfolg haben.“ Politik könne Rahmenbedingungen schaffen, „aber die Erinnerungsarbeit geschieht vor Ort, auch an diesem Ort. Er erinnert uns an das unendliche Leid der Opfer des Nationalsozialismus‘. Wir tragen sie in unseren Herzen und gedenken ihrer. Die Erinnerungsarbeit, die nachhaltige Schärfung des Bewusstseins, sie geschieht an Schulen, an Hochschulen, in den Kirchen – und hier“, sagte die Ministerin.

 

 

 

Die Neulandhalle war im Jahr 1935 gebaut worden – als zentraler Versammlungsort im gerade eingedeichten Dieksanderkoog (damals „Adolf-Hitler-Koog“). Mit viel Propaganda feierten sich hier Nationalsozialisten für eine „friedliche Erweiterung deutschen Lebensraums“ und die Errichtung einer „Volksgemeinschaft im Kleinen“. Das zentrale Gebäude, von den Nationalsozialisten als „Anti-Kirche“ konzipiert, wurde 1971 von der evangelischen Kirche als Stätte für ihre Jugendarbeit erworben. 2011 hat der Kirchenkreis Dithmarschen die Jugendfreizeitstätte Neulandhalle angesichts stark rückläufiger Übernachtungszahlen eingestellt. Seinerzeit entwickelte Professor Dr. Uwe Danker von der Europa-Universität Flensburg die Idee eines Historischen Lernortes. 2017 haben die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), der Kirchenkreis Dithmarschen und das Land Schleswig-Holstein eine Vereinbarung getroffen: Die Neulandhalle soll zum Historischen Lernort werden. Mit den von der Nordkirche (eine Million Euro) und vom Land (500.000 Euro) zur Verfügung gestellten Mitteln wurde der Lernort ermöglicht. Die historische Ausstellung steht vollständig im Freien. Mannshohe Buchstaben der Worte „Volksgemeinschaft und Lebensraum“ dienen als Ausstellungsflächen und beleuchten verschiedene Aspekte der Neulandhalle und ihrer Geschichte im historischen Kontext. Vorder- und Rückseiten bilden einzelne Kapitel.

 

Den Lernort entwickelt und umgesetzt hat eine Projektgruppe der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History der Europa-Universität Flensburg. Unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Danker haben Doktoranden und Studierende ein geschichtsdidaktisch abgesichertes Konzept entworfen und anschließend gemeinsam mit dem Gestalter Uwe Franzen (Lüneburg) umgesetzt. Prof. Danker: „Die Neulandhalle bildet einen authentischen Ort der Manifestation der NS-Volksgemeinschaft und des NS-Lebensraumkonzeptes. Es ist kein weiterer Ort bekannt, der beide ideologischen Kernkonzepte des Nationalsozialismus so nachvollziehbar in einer baulichen Hinterlassenschaft und der sozialen Einbettung im Koog verkörpert. Hier können Fragen nach der gesellschaftlichen Verankerung der ‚NS-Zustimmungsdiktatur‘ exemplarisch bearbeitet werden.“ Damit solle eine wichtige Vermittlungsaufgabe zum historischen Verständnis des Nationalsozialismus‘ geleistet werden. „Leitgedanke ist die Janusköpfigkeit der Konzepte: Die als traditionsverbunden vermarktete Landgewinnung fand folgerichtige Fortsetzung als Lebensraumkrieg – übrigens mit identischem Personal, und das harmonische Inklusionsversprechen der NS-Volksgemeinschaft basierte auf vielfältiger, steter und gewaltsamer Exklusion.“ Die Ausstellung konfrontiere die Besucherinnen und Besucher am Ende mit zwei Fragen: „Was hat das mit mir zu tun?“ und „Wer sind heute die Anderen?“

 

Propst Dr. Andreas Crystall: „Wir glauben, aus der so problematischen Neulandhalle das Beste gemacht zu haben für kommende Generationen, um historisches Lernen zu ermöglichen, Verführungskräfte aufzudecken und die eigene fatale NS-Geschichte unseres Landes nicht zu verschweigen, sondern präventiv in das kollektive Bewusstsein zu integrieren.“

 

 

 

 

 

·       Der Verein Volkshochschulen in Dithmarschen bietet Führungen für Gruppen und Schulklassen an, die auch in der Halle stattfinden – Anmeldungen bei der VHS unter Tel. 04832-4243. Kostenfreie Führungen werden bis Ende Oktober auch jeden Sonntag um 11 Uhr angeboten. Eine Anmeldung hierfür ist nicht erforderlich.

 

 

 

Weitere Infos unter https://lernort-neulandhalle.de/.

 


Pfarrsekretärinnen befassen sich bei Heilig-Rock-Tagen mit Synodenumsetzung

Raum für Fragen

Foto bt
Foto bt

 

 

 

(Trier/bt) – Fast 200 Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre sind am 7. Mai zu den Heilig-Rock-Tagen gekommen. Thematisch stand im Mittelpunkt des Treffens die Synodenumsetzung. Im Wortgottesdienst in der Liebfrauenkirche sprach Monika Bauer-Stutz, geistliche Begleitung im Berufsverband der Pfarrsekretärinnen und -sekretäre (BVPS) Trier, das Thema der weiten Räume aus dem Leitwort des Bistumsfestes „HERAUSGERUFEN – Du schaffst unseren Schritten weiten Raum“ an. Eigentlich seien weite Räume etwas, was man erkunden wolle und wo man sich frei fühle. Für viel Pfarrsekretärinnen und -sekretäre schwinge aber seit der Synode auch eine gewisse Angst mit, wenn es um die neuen weiten Räume der Pfarreien der Zukunft (PdZ) gehe.

 

Aktuell sei die Stimmung unter den Pfarrsekretärinnen und -sekretären von Verunsicherung geprägt. „Es fehlen manchmal konkrete Informationen, um eine Sicherheit zu entwickeln im Zugehen auf die Pfarreien der Zukunft“, erklärte Alexandra Schmitt, Vorsitzende des BVPS Trier und in der Pfarreiengemeinschaft Bous-Ensdorf tätig. Man habe zwar die Zusage, dass niemand entlassen werde, aber: „Wo man dann eingesetzt wird, das obliegt den Leitungsteams vor Ort. Sie entscheiden, wo Kirchenbüros sind, wer ins zentrale Pfarrbüro kommt.“ In der Kirche St. Antonius kamen die Pfarrsekretärinnen und -sekretäre deshalb mit Andrea Gerards, Direktorin des Bereichs Personalplanung und -entwicklung im Generalvikariat, und Christian Heckmann von der Stabsstelle Synodenumsetzung ins Gespräch. Heckmann informierte über den Stand der Synodenumsetzung, gab einen Ausblick auf den Verlauf der Anhörungsphase und fasste die zentralen Strukturen und Organe der zukünftigen Pfarreien sowie deren Funktion zusammen. Er erklärte: „Die Pfarrei der Zukunft tritt die Gesamtrechtsnachfolge der ehemaligen Pfarreien an. Das heißt die Kirchengemeinde der Zukunft tritt in allen Rechten und Pflichten der ehemaligen Pfarreien ein. Ihr Vertrag mit der Kirchengemeinde, den Sie jetzt haben, geht also nicht verloren, sondern die Pfarrei der Zukunft übernimmt ihn.“ Gerards bestätigte das: Es werde weiter Pfarrsekretärinnen geben, sowohl im Pfarramt als auch in kleineren Kirchenbüros vor Ort. „Die können verschiedene Formen haben. Das kann eine Pfarrsekretärin sein, die nach dem Gottesdienst für besondere Anliegen zur Verfügung steht; das kann aber auch ein Ort sein, so wie er heute als Ort fungiert.“

 

In den Rückfragen der Teilnehmenden ging es um verschiedenste Aspekte der Synodenumsetzung, wie zum Beispiel zu neuen Stellen oder den Steuerungsgruppen; aber auch um konkrete Anliegen in der alltäglichen Arbeit, wie die Vereinheitlichung von Arbeitsabläufen oder eine Verbesserung der Computer-Anwendung Ingenius, mit der viele Pfarrbüros arbeiten. Es gab auch kritische Rückmeldungen zur Veranstaltung. So kritisierte eine Teilnehmerin: „Ich habe nichts Neues erfahren zu dem, was ich auf allen anderen Veranstaltungen bisher gehört habe.“ Ein gemischtes Fazit zog auch Schmitt. „Die Kolleginnen hätten sich vielleicht mehr Konkretes gewünscht, aber es gibt wohl auch nach aktuellem Stand nicht mehr zu sagen. Positiv war in jedem Fall, dass viel Raum da war, in dem wir unsere Fragen stellen konnten und dass diese vielfältig von verschiedenen Seiten beantwortet wurden.“ Zum Tag gehörte auch ein buntes Programm, unter anderem mit dem Steyler Missionar und „Zauberpater“ Hermann Bickel, der dem Publikum eine unterhaltsame Stunde voller Witze und Zaubertricks bot. „Der Tag soll ein Angebot zum Austausch, zur Begegnung und zur Information sein. Und ein bisschen was Kulturelles ist auch dabei. Dass die Gemeinschaft mal Leben kann, außerhalb des Pfarrbüros“, betonte BVPS-Vorsitzende Schmitt.  

 

Die Heilig-Rock-Tage dauern noch bis zum 12. Mai. Das gesamte Programm und unsere Bildergalerien sind unter www.heilig-rock-tage.de zu finden.

 

 

 


Papst Franziskus zum Frauen-Diakonat

„Aus den falschen Fesseln der Tradition lösen!“

 

Wir sind Kirche zur Aussage von Papst Franziskus zum Frauen-Diakonat

 

  • Veröffentlichung des Kommissionsberichts – Heutige diakonische Arbeit im Blick haben
  • Aufruf zur KirchenVolksPredigt 2019 - „Kirchenstreik“ Maria 2.0

 

(München/wsk) - Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche findet es sehr enttäuschend, dass Papst Franziskus erklärt, dass es in absehbarer Zeit keine Entscheidung zu einem möglichen Diakonat der Frau geben wird. Wie es heißt, seien sich die Mitglieder der von ihm 2016 eingesetzten Kommission nicht einig, ob das damalige Amt sakramental verstanden worden sei oder nicht, und sollten ihre jeweiligen Thesen und Befunde noch weiter untersuchen und ausbauen.

 

Gerade im Marienmonat und wenige Tage nach dem Festtag der Kirchenlehrerin Katharina von Siena, der seit mehr als 20 Jahren von vielen als „Tag der Diakonin“ begangen wird, ruft diese Entscheidung des Papstes vor allem bei den Frauen große Empörung hervor. Zu befürchten ist, dass dies den ohnehin stattfindenden Auszug aus der römisch-katholischen Kirche noch beschleunigen und diese Kirche spirituell ärmer machen wird.

 

Unklar bleibt, ob die Aussage des Papstes beim Rückflug von Skopje nach Rom dem wohl immer stärker werdenden Einfluss der Bremser jeglicher Reform geschuldet ist oder von ihm getroffen wurde, um die Öffnung des Diakonats für Frauen weiter offen zu halten.

 

Veröffentlichung des Kommissionsberichts – Heutige diakonische Arbeit im Blick haben

 

Wir sind Kirche fordert deshalb die Veröffentlichung des Kommissionsberichts, der seit Juni 2018 dem Papst vorliegt. Außerdem sollte, statt auf weitere Untersuchungsergebnisse zu warten, jetzt sofort und sehr konkret überlegt werden, welche Veränderungen es in der Struktur des Weiheamtes vor allem unter diakonischem Aspekt grundsätzlich geben muss. Es gilt, sich aus möglicherweise falschen Fesseln der Tradition zu lösen.

 

Unabhängig von der aktuellen Aussage des Papstes sollten sich die deutschen, besser sogar die europäischen Bischöfe weiterhin für das sakramentale Diakonat der Frauen einsetzen, so wie das die „Würzburger Synode“ (1971-75) mit den Stimmen der Bischöfe getan hat. Die europäischen Bischöfe sollen endlich in Rom ein Indult (kirchenrechtliche Sondererlaubnis) erwirken, wie es der Internationale Theologische Fachkongress „Diakonat – ein Amt für Frauen in der Kirche...“ bereits 1997 in Stuttgart gefordert hat.

 

Wenn zum kommenden Sonntag (12. Mai 2019) die deutschen Bischöfe unter dem Leitwort „Werft die Netze aus!“ wieder zum Weltgebetstag um geistliche Berufungen aufrufen, so muss das im Sinne eines erweiterten Berufungsbegriffs erfolgen, der die Frauen und die Verheirateten nicht durchs Netz fallen lassen darf.

 

Aufruf zur KirchenVolksPredigt 2019 – „Kirchenstreik“ Maria 2.0

 

Zum Weltgebetstag um geistliche Berufungen ruft Wir sind Kirche deshalb wieder dazu auf, in allen Gottesdiensten „Laiinnen und Laien“ die Möglichkeit zur Predigt zu geben. Die Ausübung dieser von Gott verliehenen geistlichen Begabung sollte gerade angesichts des dramatischen Priestermangels nicht durch einengende kirchenrechtliche Vorschriften be- oder gar verhindert werden. Jesus wollte keine Zwei-Stände-Kirche. Der Auftrag Jesu „Du aber geh und verkünde das Reich Gottes!“ (Lk 9,60) gilt auch uns. Gerade auch Frauen waren schon damals zur Verkündigung der Auferstehung Jesu auserwählt (Mt 28,7 par). www.wir-sind-kirche.de/?id=196

 

Wir sind Kirche unterstützt den Aufruf der Gemeinde Heilig Kreuz in Münster für einen bundesweiten „Kirchenstreik“ im Marienmonat Mai, dem sich immer mehr anschließen.
www.mariazweipunktnull.de    

 


EKHN: Evangelische Frühjahrssynode beginnt

Von der Zukunft der Kirche in Deutschland bis zur Verantwortung in der Welt

Foto: ekhn
Foto: ekhn

Hessen-Nassaus Kirchensynode tagt ab Donnerstag in Frankfurt

 

 

 

(Darmstadt/ekhn) - Von Donnerstag (9. Mai) bis Samstag tritt in Frankfurt am Main die Zwölfte Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zu ihrer diesjährigen Frühjahrstagung zusammen. Unter der Leitung von Präses Ulrich Oelschläger berät das mit einem Parlament vergleichbare Gremium im Dominikanerkloster unter anderem über den Bericht von Kirchenpräsident Volker Jung zur Lage in Kirche und Gesellschaft. Jung wird sich vor den 141 Delegierten am Donnerstag (11 Uhr) vor allem mit den Zukunftsperspektiven der Kirchen in Deutschland beschäftigen. Er will in Frankfurt dabei erste Ideen zur Debatte stellen, wie die Kirche noch stärker auf ihre Mitglieder zugehen kann. In den Blick wird er dabei vor allem das Thema Taufe und ein intensiveres Zugehen auf die Generation der 20- bis 30-Jährigen nehmen.

 

 

 

Mitglieder und Zukunft der Kirche stärker im Blick

 

Jungs Äußerungen auf der Synode sind auch als Reaktion auf die zuletzt veröffentlichte Langfrist-Studie von Freiburger Forschern zu verstehen. Die in der vergangenen Woche erschienene Arbeit im Auftrag der evangelischen und katholischen Kirche prognostiziert einen Mitgliederrückgang um die Hälfte bis zum Jahre 2060. Das Papier unter dem Titel „Kirche im Umbruch“ skizziert zugleich positive Ansatzmöglichkeiten zur Veränderung des Trends. Die Studie selbst wird am Freitagnachmittag (15 Uhr) Gegenstand der Debatte sein. Die Synode wird auf ihrer aktuellen Tagung zudem immer wieder die künftige Gestaltung der kirchlichen Arbeit zur Sprache bringen. Dies sind Vorzeichen eines neuen Zukunftsprozesses, über dessen grundsätzliche Ausgestaltung sich die Delegierten in Frankfurt verständigen wollen.

 

 

 

Frieden, Antisemitismus und Religionsfreiheit in der Diskussion

 

Am Donnerstagnachmittag (15 Uhr) will die Kirchensynode aber zunächst gesellschaftspolitische Signale senden. Auf der Tagesordnung steht eine friedensethische Stellungnahme. Unter anderem fordert das Papier eine deutlichere Unterstützung von gewaltfreier Konfliktbewältigung und ziviler Friedenssicherung durch Versöhnungsprojekte, Friedensdienste und Partnerschaften. Es kritisiert zudem die Ausbildung minderjähriger Soldatinnen und Soldaten. Zielgruppe der Stellungnahme sind vor allem Gemeinden, die sich künftig intensiver mit dem Thema beschäftigen sollen. Mit großer Sorge nimmt die evangelische Kirche darüber hinaus einen wachsenden Antisemitismus wahr. In einer Resolution will die Synode ihre Ablehnung jeder Form von Judenfeindschaft bekräftigen und ihre Solidarität mit Jüdinnen und Juden zum Ausdruck bringen. Einen besonderen inhaltlichen Schwerpunkt will die Synode schließlich mit dem Thema „Menschenrechte und Glaubensfreiheit“ setzen. Gäste wie der syrische Rechtswissenschaftler und Augenzeuge Tarek Bashour sowie der Experte für interreligiösen Dialog, Andreas Goetze, werden dazu am Freitagmorgen (9 Uhr) erwartet.

 

 

 

 

 

Hintergrund zur Synode

 

Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der hessen-nassauischen Kirche. Sie erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl die wichtigsten Leitungsämter und beschließt den Haushalt. Aktuell hat sie 141 Synodale. Als das maßgebende Organ geistlicher und rechtlicher Leitung trifft sie auch wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten die Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit einem oder einer Präses. Gemäß Kirchenordnung sollen möglichst zwei Drittel der gewählten Synodalen nichtordinierte Gemeindemitglieder sein, ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat knapp über 1,5 Millionen Mitglieder in 1135 Gemeinden. Ihr Kirchengebiet reicht in etwa von Biedenkopf im Norden bis Neckarsteinach im Süden. Rund ein Viertel des Kirchengebiets gehört zwischen Bad-Marienberg und Worms auch zu Rheinland-Pfalz.

 

 

 

Mehr Informationen und aktuelle Berichterstattung im Internet unter

 

www.ekhn.de

 


Anton Schrobenhauser-Stiftung kids to life - Mehr Zukunft für Kinder

Großes Maifest mit Maibaumaufstellen bei kids to life

 

(Unterhaching/kfl) - Jetzt steht er! Der neue Maibaum von kids to life wurde am Samstag, 4. Mai 2019 von den Birker Burschen aufgestellt und in einer feierlichen Zeremonie von Pfarrer Axel Windecker vom Pfarrverband Unterhaching gesegnet. Obwohl Petrus reichlich Weihwasser in Form von Regen vergoss, hatten die anwesenden Gäste viel Spaß bei dem anschließenden Maifest.

 

Die Unterhachinger Blaskapelle spielte zünftig auf und die Bühnenshows des Clemens-Maria-Kinderheims aus Putzbrunn unter dem Motto "Afrika", der Gruppe „Bären“ der Heilpädagogischen Tagesstätte Unterhaching und der Jugendgruppe des Trachtenvereins Unterhaching wurden mit tosendem Applaus gefeiert. Anschließend konnten die etwa 150 Kinder aus verschiedenen sozialen Einrichtungen in der Werkstatt Haarreifen mit Blumen, Namensschilder aus Wäscheklammern sowie Minions in Lederhosen basteln, sich schminken lassen oder an einer der zahlreichen bayerischen Spielstationen ihr Glück versuchen. Geboten waren z.B. Wettnageln, Traktorrennen (Kettcars), Wettmelken an der Kuh Elsa und Hufeisenwerfen.

 

Für das leibliche Wohl sorgte u.a. Anton Schrobenhauser Junior, der persönlich am Steinofen Pizza zubereitete. Parallel dazu gab es Putenleberkäs und -würstel mit Kartoffelsalat und danach Kuchen, Muffins und jede Menge Zuckerwatte. Am Ende konnte jedes Kind ein Lebkuchenherz als Andenken mit nach Hause nehmen.

 

kids to life unterstützt seit vielen Jahren die Münchner Kinderheime, in denen auch immer mehr alleinreisende minderjährige Flüchtlinge Schutz finden. Um die Integration und das Miteinander von einheimischen Familien und Flüchtlingen zu verbessern und das Brauchtum zu pflegen, steht dieses Fest ganz im Zeichen der bayerischen Kultur und Traditionen. „Mir war es schon immer wichtig, dass wir unsere Traditionen und Bräuche nutzen, um Brücken zu bauen und unsere Kultur anderen näher zu bringen. Dabei hilft so ein fröhliches Fest“, so Anton Schrobenhauser, Stiftungsgründer von kids to life.

 

 

Mehr zu kids to life:

 

Das 16.000m2 große Stiftungsgelände wird von mehr als 30 sozialen Einrichtungen jährlich genutzt. Das weitläufige Areal verfügt über eine Kinderwerkstatt, einen Streichelzoo mit einer Vielzahl an Tieren, Sportplätze, einen Klettergarten und zwei Übernachtungshäuser. Im S-Bahn Bereich gelegen bietet kids to life damit für viele der Einrichtungen in und um München ein wertvolles therapeutisches Angebot.

 

Neben den Münchner Waisenhäusern, Kinderheimen und sozialpädagogischen Tagesstätten, die seit vielen Jahren zu den Gästen der Stiftung gehören, nehmen auch Organisationen wie die TU München, das Ambulante Kinderhospiz München (AKM) und viele mehr das Angebot wahr. "2018 hatten wir ca. 3.500 sozial benachteiligte Kinder auf dem Gelände. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, alle bedürftigen Kinder zu fördern“, so Stiftungsgründer Anton Schrobenhauser.

 

 

Informationen

 

Weitere Informationen erhalten Sie von Frau Sabine Emmerich

 

Stiftungsleitung

 

Sternstraße 10

 

82008 Unterhaching

 

Tel. 0175-406 11 62

 

Emmerich@kids-to-life.de

 

 

 

Detaillierte Informationen zu den Hilfsprojekten von kids to life erhalten Sie auf der

 

Stiftungshomepage unter http://www.kids-to-life.de oder auf der Facebook-

 

Seite von kids to life unter https://www.facebook.com/KIDSTOLIFE

 

 

 

Spendenkonto

 

Anton Schrobenhauser-Stiftung

 

kids to life

 

Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg

 

Kto. 9 97 88 00

 

BLZ 702 501 50

 

IBAN DE50 702 501 50 000 997 88

BIC BYLADEM1KMS


KDFB auf der Messe Die 66: Ein lebendiger und zukunftsorientierter Verband

Frauenbund wird als bewegtes Netzwerk erlebbar

Die Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion: Sybille Giel, Emilia Müller, Regina Hellwig-Schmid, Jutta Speidel und (v.l.n.r.). Bild: KDFB, Müller-Münch
Die Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion: Sybille Giel, Emilia Müller, Regina Hellwig-Schmid, Jutta Speidel und (v.l.n.r.). Bild: KDFB, Müller-Münch

 

(München/kdfb)  – Bei Begegnungen zwischen Menschen sprühen die Funken der Emotionen so richtig, da kommt Bewegung in Beziehungen, in Pläne, in Vorhaben, in Aktionen. „Ohne Ehrenamt geht’s gar nicht und insbesondere nicht ohne den großen Pragmatismus von Frauen und ihre zupackende Art – da kommt die Bewegung in unserer Gesellschaft her“, so Emilia Müller, die Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern (KDFB). Landesverband und Diözesanverband München Freising des Frauenbundes zeigten einen regelrechten Funkenregen bei der Messe Die 66 am Wochenende in München – das KDFB-Motto „bewegen!“ wurde in allen Facetten aufbereitet.

 

Nur wer bewegt ist, kann andere bewegen – dass Frauen das ausgeprägt und intensiv leben, darüber waren sich die KDFB-Landesvorsitzende Emilia Müller, Schauspielerin Jutta Speidel und Künstlerin Regina Hellwig-Schmid einig. Sie tauschten sich vor großem Publikum und unter Moderation von Sybille Giel, Leiterin der Sendung „Notizbuch“ des Bayerischen Rundfunks zum Thema „bewegen!“ aus. Zusammenhalt und Solidarität pflegen, dann sind Frauen absolut unschlagbar. Das zeigten die Beispiele der Diskussionsteilnehmerinnen aus den sehr unterschiedlichen Bereichen ihres Engagements. Dabei ist es egal, ob es darum geht, Frauenhäuser für obdachlose Frauen mit Kindern zu gründen, eine internationale Flaschenpostaktion auf der Donau auf den Weg zu bringen oder den größten Frauenverband Bayerns als aktiven und lebendigen Verband in die Zukunft wachsen zu lassen. Mit gegenseitigem Respekt und Gemeinschaft werden die Frauen Verbesserungen in ihrem Umfeld und in der Kirche erreichen, so Müller.

 

Bei den kreativen Angeboten des Frauenbundes – von der Waldlaterne bis zum Upcycling-Schmuck aus Kaffeekapseln – bildeten sich überall Schlangen von Frauen, die mitmachen wollten. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Ausstellung „Frau und Wald“ der Landfrauenvereinigung des KDFB. Lern- und Unterhaltungswert boten Riechgläser und Fühlbecher. Der VerbraucherServiceBayern im KDFB war erstmals eine Station beim Gesundheitsparcour der Messe. Feinmotorische Fähigkeiten trainierten die Besucherinnen beim Origami. Sie falteten Kreisel, die dann über die Tische wirbelten. Für das Frauenbund-Spendenkonto „Frauen in Not“ erzielte die Kreativ-Insel des KDFB ein Gesamtergebnis von mehr als 1.500 Euro.

 

Wer wie der Frauenbund in Richtung Zukunft bewegt ist, ist besonders offen für neue Technologien. So konnten Besucherinnen des KDFB-Standes eintauchen in virtuelle Welten. Die Reaktionen auf die ersten Erfahrungen mit Virtual-Realitiy-Brillen reichten von „Das ist ja wie Urlaub!“ über „Wahnsinn!“ bis „Da hast Du wirklich das Gefühl … – oh, da ist ein Känguruh!“. Ungeahnte Chancen und Einsatzmöglichkeiten wurden da für die Zukunft ersonnen und entdeckt.

 

Das traditionelle Quiz am Frauenbund-Stand fokussierte die Konzentration der Teilnehmerinnen auf das KDFB-Thema „bewegen!“ und warb für die Beteiligung an der Europawahl am 26. Mai. Die Gewinnerin des Wellness-Wochenendes kommt aus Hirschau.

 

 

 


Erste Monatssiegerinnen des evangelischen Videowettbewerbs

Wow: Offenbacher Mädchenteam gewinnt „YoungClip Award“

Foto: YoungClip/Hans Genthe
Foto: YoungClip/Hans Genthe

 

(Darmstadt/ekhn) - Fünf Mädchen aus der Offenbacher Marienschule sind die ersten Siegerinnen des evangelischen Jugend-Videowettbewerbs „YoungClip-Award“. Ihr Film „Liebes Tagebuch“ überzeugte die YouTube Community und die Expertenjury. Das Video um einen bescheidenen Start in den Tag, bei dem am Ende doch ein kleines Happy End wartet, ist hier zu sehen: https://youtu.be/mb5efrmTSN0.

 

 

 

Noch bis Sommer 2020 werden bei der Aktion der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) jeden Monat Videos zu bestimmten Themen prämiert. Am Ende winkt im Juni kommenden Jahres der inoffizielle protestantische Youtube-Oskar, der mit der Teilnahme an einem großen Summercamps und insgesamt 6000 Euro an Preisgeldern dotiert ist. Die Offenbacherinnen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren haben sich mit ihrem Sieg nun die ersten Tickets für das Summercamps gesichert. Dort warten Videoworkshops mit bekannten YouTube-Stars und eine große Abschluss-Gala.

 

 

 

„Wow, wir haben gewonnen! Wir dachten, es wäre cool, aber mit einem mit einem Preis haben wir nicht gerechnet“, sagt Mara aus dem Siegerinnen-Team. Angesprochen hat die Mädchen das Monatsthema „Ihr könnt mich mal“, weil es unter Freundinnen eigentlich so sein soll, dass sie sich helfen“, findet Lea. Am meiste Spaß gemacht hat Tamina das Gesamtprojekt, „die Entwicklung von der Idee bis zum Video zu erleben.“ Am Anfang sei es schwer gewesen, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Als sie dann aber beim Drehen waren, war Greta ganz begeistert davon, in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen.

 

 

 

Zu diesem ersten Monats-Thema des Videowettbewerbs „Ihr könnt mich mal“ haben Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren einzeln oder in Gruppen insgesamt zwölf kreative Beiträge eingereicht. Die Videos, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Umgang mit stressigen Eltern, Lehrern und Geschwistern beschäftigen, wurden von einem breiten Online-Publikum und von einer siebenköpfigen Fachjury bewertet. Ihr gehören unter anderem die Poetry Slammerin und YouTuberin der Evangelischen Kirche in Deutschland, Jana Highholder, der Welt-Reisende Christopher Schacht und der „Breiteste Pastor Deutschlands“, Marcus Schneider und weitere Medienexperten sowie Achim Plagentz vom Religionspädagogischen Institut in Marburg an.

 

 

 

Schon jetzt können bis zum 15. Mai wieder Videos für eines der nächsten Monatsthemen eingereicht werden. Unter dem Titel „Ist da jemand? Wer hilft bei Krisen“ beschäftigt sich das Monatsthema im Juni. Aber auch aktuelle Themen wie der Umwelt-und Klimaschutz oder der Umgang mit Tod und Trauer stehen als weitere Monatsthemen in 2019 noch zur Auswahl.

 

 

 

Hintergrund des Projekts:

 

Der Video-Wettbewerb der EKHN will Jugendliche dazu motivieren, sich mit Lebens- und Glaubensthemen zu beschäftigen und sie jugendgerecht und zeitgemäß in eigenen Videos zu gestalten. Sie können das alleine oder auch in Gruppen wie dem Konfirmandenunterricht oder in der Religionsklasse tun. Jeden Monat gibt es dafür neue Themenvorschläge, die ebenfalls von Jugendlichen ausgesucht werden. Vorbereitende Workshops vermitteln das notwendige Handwerkszeug für die Umsetzung mit dem eigenen Smartphone. Das Projekt läuft bis Juni 2020.

 

 

 

Mit diesem Projekt lädt die EKHN zugleich alle Pfarrerinnen und Pfarrer, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Jugendleiterinnen und Jugendleiter ein, jugendrelevante Themen im Religionsunterricht oder in der Jugend- und Konfirmandenarbeit über das Medium Video umzusetzen. In enger Zusammenarbeit mit dem Religionspädagogischen Institut der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Kurhessen Waldeck werden für die nachhaltige Nutzung im Religions- und Konfirmanden-Unterricht thematisch begleitende Unterrichtsmaterialien erstellt.

 

 

 

Das Projekt wird unterstützt von der Evangelische Bank, dem kirchlichen IT-Unternehmen ECK-KIGST, dem Verein Andere Zeiten sowie dem Versicherer im Raum der Kirchen Bruderhilfe Pax Familienfürsorge.

 

 

 

Infos

 

Die kompletten Teilnahmebedingungen, Informationen zu den Monatsthemen und den YouTubern, Workshop-Termine und alle Materialien sind auf der Aktionswebseite www.youngclip.de verfügbar. Organisatorisch und technisch betreut wird das Medienprojekt YoungClip Award vom Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit Sitz in Frankfurt am Main.

 

Online:

 

Internet           www.youngclip.de

 

YouTube         www.youtube.com/youngclipaward

 

                        Playlist aller zwölf eingereichten Videos:

 

                       www.youtube.com/playlist?list=PLvNEzslFlfCIL0oq3pmmD2o6U54iXbfEh

 

                       Vorstellung der Gewinner:      https://youtu.be/EHsHf8JKP0g

 

           Gewinnervideo:                      https://youtu.be/mb5efrmTSN0

 

Facebook       www.facebook.com/youngclipaward

 

Instagram       www.instagram.com/youngclipaward

 

Hashtag          #youngclip

 

 

 


Neuer Referent für Religionsunterricht an Gymnasien Peter Brause folgt auf Dr. Wolfram Winger

Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart
Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart

 

(Rottenburg/drs) - Als neuer Referent für Gymnasien in der „Hauptabteilung Schulen“ des Bischöflichen Ordinariats ist Schuldirektor i.K. (im Kirchendienst) Peter Brause (49) heute (6. Mai) offiziell in sein Amt eingesetzt worden. In dieser Funktion ist Brause zuständig für die Fachaufsicht über den katholischen Religionsunterricht an allen rund 250 öffentlichen Gymnasien im Bereich der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit rund 500 staatlichen und etwa 70 kirchlichen Religionslehrkräften sowie den eingesetzten Pastoralreferentinnen und -referenten. Er ist Nachfolger für den im vergangenen Jahr verstorbenen Dr. Wolfram Winger.

 

Brause ist verheiratet und Vater eines Kindes. Er stammt aus Berlin und begann seine berufliche Laufbahn als Lehrer an der katholischen Theresienschule in Berlin, wo er von 1999 bis 2004 die Fächer Politik und Katholische Religionslehre unterrichtete. 2004 wechselte er als Abteilungsleiter Religionspädagogik und Lehrerfortbildung ins Bistum Magdeburg. Dort war er bis zuletzt verantwortlich für die Fach- und Rechtsaufsicht über den Religionsunterricht aller Schularten in Sachsen-Anhalt und den Bistumsteilen in Sachsen und Brandenburg. Einen wesentlichen Teil seiner Tätigkeit nahm die Zusammenarbeit mit Bildungsministerien, Landesverwaltungen, Schulen, den evangelischen Landeskirchen sowie mit staatlichen und kirchlichen Aus- und Fortbildungseinrichtungen ein. Darüber hinaus war Brause Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht“ der Deutschen Bischofskonferenz.

 

Zur Fachaufsicht eines Referenten für den Religionsunterricht an Gymnasien in der Diözese zählt unter anderem: die Verantwortung für die Unterrichtsversorgung an öffentlichen Gymnasien, die Fortbildung der Religionslehrkräfte sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung des Religionsunterrichts. Dies erfolgt in enger Kooperation mit den Gymnasialreferentinnen und -referenten sowie mit den Religionspädagogischen Instituten des Erzbistums Freiburg und den evangelischen Landeskirchen in Württemberg und Baden. Die Bildungspläne für den katholischen Religionsunterricht werden in Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg erstellt.


ERMITTLUNG GEGEN FRÜHEREN MITARBEITER

 

(Karlsruhe / Staufen/ekiba) - Gegen einen früheren Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Staufen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) wird ermittelt. Es bestehen Verdachtsmomente für sexuellen Missbrauch von Kindern. Die betroffene Person steht seit mehreren Jahren nicht mehr in einem kirchlichen Arbeitsverhältnis.

 

 

 

Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten über die Verhaftung aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht berichtet. Am morgigen Dienstag (7.5.) informieren die Staatsanwaltschaft Freiburg und das Polizeipräsidium Freiburg auf einer gemeinsamen Pressekonferenz über den Fall.

 

 

 

Eltern können sich an die Beratungsstelle "Wendepunkt" in Freiburg (https://www.wendepunkt-freiburg.de) oder an das Vertrauenstelefon der badischen Landeskirche wenden. Dort steht der erfahrene Psychotherapeut Peter Linzer unter 08005891629 (peter.linzer@ekiba.de) zum Gespräch zu Verfügung. Er untersteht der strikten Schweigepflicht und klärt mit den Betroffenen, welche weiteren Schritte eingeleitet werden können. Weitere Infos unter https://www.ekiba.de/html/content/sexueller_missbrauch_vertrauenstelefon.html

 


Weltgebetstag für geistliche Berufe lädt zum Mitmachen und Entdecken ein

 

Aktion richtet sich auch an Einzelpersonen/ Weiterführende Infos gibt es unter: www.werft-die-netze-aus.de

 

 

 

(Rottenburg/drs) .  Anlässlich des Weltgebetstags hat das Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz erstmals ein 24-Stunden-Gebet mit dem Thema “Werft die Netze aus” am Sonntag und Montag, 12. und 13. Mai, initiiert. Auch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart nehmen viele Gemeinschaften an der Aktion teil.

 

 

 

Anliegen der Aktion ist es, das Thema „Berufung“ im eigenen wie im Leben anderer zu entdecken und zu fördern. „Berufung meint zunächst, vom Evangelium fasziniert und in der Folge bereit zu sein, das vom Evangelium im eigenen Leben umzusetzen, was man verstanden hat“, sagt Jörg Kohr, stellvertretender Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche. Daraus könne auch der Weg hin zu einem geistlichen Beruf erwachsen.

 

 

 

Mitmachen können bei dem Gebet Kirchengemeinden, geistliche Gemeinschaften, Verbände, aber auch Einzelpersonen  - wo und wann es ihnen möglich ist.

 

 

 

Papst Franziskus ermuntert in seiner Botschaft zum Weltgebetstag zum Einsatz für dieses Anliegen, indem er schreibt: „Es ist nicht immer einfach, die eigene Berufung zu erkennen und sein Leben entsprechend auszurichten. Aus diesem Grund bedarf es eines immer neuen Engagements der ganzen Kirche.“

 

 

 

Einige Kirchengemeinden, Gemeinschaften und geistliche Zentren in der Diözese Rottenburg-Stuttgart haben sich bereits im Vorfeld bereit erklärt, die Aktion zu unterstützen. So werden etwa in Bad Wurzach, Ergenzingen, Heiligkreuztal, Rechberg und Wißgoldingen, Mühlacker und Sindelfingen Gebete stattfinden.

 

 

 

Weiterführende Informationen gibt es unter: www.werft-die-netze-aus.de und für das Gebiet der Diözese Rottenburg-Stuttgart unter www.berufe-der-kirche-drs.de/weltgebetstag  . Der Weltgebetstag um geistliche Berufungen wird seitens der katholischen Kirche jedes Jahr am vierten Sonntag der Osterzeit begangen.

 

 

 


Bischof Berthet aus den Vogesen feiert Gottesdienst bei den Heilig-Rock-Tagen

Ausdruck der französisch-deutschen Freundschaft

Bischof Didier Berthet predigte im Trierer Dom . Foto: bt
Bischof Didier Berthet predigte im Trierer Dom . Foto: bt

(Trier/bt) – Als „Ausdruck der französisch-deutschen Freundschaft und gutes Zeichen im Zugehen auf die Europawahl“ hat Bischof Dr. Stephan Ackermann den Besuch von Bischof Didier Berthet am 5. Mai bei den Heilig-Rock-Tagen bezeichnet. Der Bischof der französischen Diözese St. Dié in den Vogesen feierte gemeinsam mit dem Trierer Bischof den Gottesdienst zu Beginn des Pilgertages, der ganz im Zeichen des ehrenamtlichen Engagements stand. Ackermann erinnerte an den Brief, den er gemeinsam mit Bischöfen aus Luxemburg, Frankreich und Belgien am 29. April veröffentlicht hatte, in dem sie zur Teilnahme an den Wahlen werben. „Wir wissen, was es heißt, grenzüberschreitend unterwegs zu sein“, betonte er und rief dazu auf, sich für ein gutes Miteinander in Europa einzusetzen.

 

In seiner auf Deutsch gehaltenen Predigt erinnerte Bischof Berthet daran, dass Jesus Christus „Quelle, Leiter und Erfüllung der Mission“ ist, die er nach der Auferstehung seinen Aposteln aufgetragen habe: allen die Frohe Botschaft zu bringen, ob in Freude oder Leid, Erfolg oder Misserfolg. Die Begegnung des Auferstandenen mit den Jüngern zeige, dass seine Gegenwart die Kirche „immer wieder und wieder neu belebt“. Das zu vergessen, bedeute, in fruchtlosen Aktionismus zu verfallen. „Lassen wir uns von ihm versammeln, damit wir wirklich seine Gemeinde werden“, betonte Berthet. Er wünschte den Gläubigen, dass auch sie wie Petrus am See „mit Jesus ins Gespräch kommen und seinen barmherzigen Blick spüren“. Der Bischof betonte, jede oder jeder habe eine Berufung, „in Verantwortung und Treue da zu leben und wirken, wo der Herr uns hingestellt hat, ob in Ehe und Familie, in einer Gemeinschaft oder einem Unternehmen“, und von Gottes Liebe zu sprechen und sie zu leben. „Echte Liebe ist eine Verpflichtung, die sich in Hingabe und Verantwortung dem anderen gegenüber misst“, erklärte Berthet. Der Heilige Rock sei „ein konkretes Zeichen der hingegebenen Liebe Jesu“. Menschen erhielten nicht nur Jesu Ruf, sondern zugleich auch Kraft, betonte der Bischof: „Möge das Gefühl der Schwäche uns nie entmutigen - denn der auferstandene Herr ist mit uns!“

 

An dem Gottesdienst nahmen auch (Fuß-)Pilgergruppen aus verschiedenen Pfarreiengemeinschaften des Bistums und aus dem Bistum Fulda teil sowie die Eltern der jungen Leute, die im Felixianum im Priesterseminar leben, und die Eltern der Seminaristen. Musikalisch gestaltet wurde die Eucharistiefeier vom Trierer Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Kiefer, begleitet von Ulrich Krupp an der Chororgel und Josef Still an der Hauptorgel.

 

 

 


Heilig-Rock-Tage: Begegnungstag für Menschen mit und ohne Behinderung

„Jesus geht immer mit"

  "Du schaffst unseren Schritten weiten Raum": Das Leitwort der Heilig-Rock-Tage prägte den Begegnungstag . Foto: bt
"Du schaffst unseren Schritten weiten Raum": Das Leitwort der Heilig-Rock-Tage prägte den Begegnungstag . Foto: bt

 

(Trier/bt)  – Sie sind kleine und große Schritte gegangen, oft miteinander, und haben ihre Fußspuren auf einem großen weißen Banner hinterlassen: Menschen mit Behinderung und ihre Begleitungen haben sich vom Leitwort der Heilig-Rock-Tage „Herausgerufen – Du schaffst unseren Schritten weiten Raum!“  mitreißen lassen. Zum Begegnungstag am 4. Mai sind rund 350 Menschen aus caritativen Einrichtungen der Behindertenhilfe nach Trier gekommen. Sie fanden in St. Maximin eine Fülle von Angeboten vor, eingerichtet von den Veranstaltern, der Diakonischen Pastoral im Bischöflichen Generalvikariat und dem Referat Behindertenhilfe des Diözesan-Caritasverbandes Trier.

 

An verschiedenen Stationen erkundeten die Gäste den buchstäblich „weiten Raum“ der großen ehemaligen Reichsabtei. Einige balancierten konzentriert in einem aufgemalten Labyrinth; andere zeigten, wie man kreativ und ideenreich Schuhe zu kleinen Kunstwerken umgestaltet. Besondere Erfahrungen machten diejenigen, die sich auf die einzelnen Stationen des Barfußpfades begaben, den eine Gruppe des Caritas-Förderzentrums Paul Josef-Nardini eigens aus Zweibrücken nach Trier gebracht hatte: Ohne Strümpfe und Schuhe konnten die Menschen direkt erspüren, was es heißt, auf Steinen, Holzstückchen oder im Schaum zu gehen.

 

Das Programm in St. Maximin war in einen bunt gestalteten Rahmen eingebettet: Ein offenes Singen, Tanz- und Musikangebote lockerten den Vormittag immer wieder auf.  Ein Höhepunkt war gegen Mittag der gemeinsame Weg der Gäste mit ihren Begleitern durch die Trierer Innenstadt zum Dom. Dabei präsentierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr gemeinsam gestaltetes Banner mit ihren Fußabdrücken, das auch seinen Weg in den Dom fand.

 

Die Freude am Ausprobieren von etwas Neuem im Alltag stand im Mittelpunkt des Tages. Eine kleine Gruppe des Caritas-Wohnheimes Eulenhorst Koblenz fand vor allem das Singen, den Barfußpfad und das kreative Gestalten der Schuhe schön. Überhaupt war den Teilnehmern anzumerken, dass sie sich sehr wohl fühlten. Dies kam ganz besonders während des stimmungsvollen Abschlussgottesdienstes im Trierer Dom mit dem Vorsitzenden des Diözesan-Caritasverbandes, Weihbischof Franz Josef Gebert, zum Ausdruck. Momente der Andacht und der Stille wechselten ab mit fröhlichen Gesängen und dem Schwenken bunter Tücher. Weihbischof Gebert gab den Menschen mit Behinderungen eine hoffnungsvolle Botschaft mit auf den Weg: „Jesus geht immer mit Euch, damit wir alle gemeinsam unser Ziel finden. Wir gehören zu ihm, und wir sind Teil der großen Familie Gottes“, so der Weihbischof. Der Chor und die Band der Caritas Werkstätten Trier „Caritakt“ umrahmten den Gottesdient musikalisch. Bilder vom Tag sind hier zu finden.

 

 

 


Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt zum Ramadan:

„Gemeinsame Verantwortung für friedliches Zusammenleben der Religionen“

 

(Schwerin/ce/maw) - Zum am Montag (6. Mai) beginnenden Fastenmonat Ramadan sendet Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), die Grüße der Nordkirche an die Verantwortlichen in den muslimischen Gemeinschaften und an alle muslimischen Gläubigen.

 

 

 

In ihrem Schreiben betonte sie: „Wir stehen in diesen Tagen und Wochen in besonderer Weise mit großem Schmerz vor den terroristischen Taten einiger Weniger, die den guten Namen unserer Religionen missbrauchen, um Tod und Angst zu verbreiten. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns immer wieder an das Friedenspotential der Religionen erinnern. Sehr deutlich und zum Teil berechtigt werden wir gefragt, ob wir als gläubige Menschen aller Religionen und Konfessionen genug tun, um Krieg und Ungerechtigkeit zu überwinden und Frieden und ein angemessenes Auskommen für alle zu schaffen. Gerade in dieser Zeit sind unsere Begegnungen wichtige und hilfreiche Zeichen der gemeinsamen Verantwortung für das friedliche Zusammenleben der Religionen in Norddeutschland und weltweit.“

 

 

 

Als einen „Grundstein unserer gemeinsamen Friedensverantwortung“ bezeichnete Kühnbaum-Schmidt das Motto „Begegnungen wählen. Frieden erleben“ des diesjährigen Ramadan-Pavillons in Hamburg. Das Eintreten für Frieden sei leider keine Selbstverständlichkeit, sondern benötige stets  eine bewusste Wahl. Gegenseitige Begegnungen seien dabei eine hilfreiche Voraussetzung, um sich besser kennen und schätzen zu lernen.

 

 

 

Auch nach Ende des Ramadan sollten gemeinsame Begegnungen fortgeführt werden. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt: „Es gibt noch so viel zu tun auf dem Weg des Friedens! Lassen Sie uns deshalb nicht aufhören, einander zu besuchen, die Schönheiten unserer Kirchen und Moscheen zu entdecken und uns die Schätze unserer verschiedenen Glaubenswege gegenseitig vorzustellen.“

 

 

 

Hintergrund:

 

In guter Tradition sendet die Nordkirche den muslimischen Gläubigen alljährlich ein Grußwort zum Beginn des Fastenmonats Ramadan. In diesem Jahr überbringt Kristina Kühnbaum-Schmidt, seit 1. April Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland  (Nordkirche), die Wünsche der Landeskirche. Als Landesbischöfin ist Kühnbaum-Schmidt zugleich Vorsitzende der Kirchenleitung.
Begegnungen zwischen Christen und Muslimen in der Nordkirche fördert Sönke Lorberg-Fehring, Beauftragter für Christlich-Islamischen Dialog, mit Sitz im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche: www.nordkirche-weltweit.de

 


Heilig-Rock-Tage: Christliche Kirchen feiern ökumenischen Gottesdienst

„Die Einheit unserer Kirchen im Herzen ist unübersehbar“

Ökumenischer Gottesdienst bei den Heilig-Rock-Tagen . Foto: bt
Ökumenischer Gottesdienst bei den Heilig-Rock-Tagen . Foto: bt

 

(Trier/bt) – Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest haben am 4. Mai mit vielen gläubigen Christen unterschiedlicher Konfessionen einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Die gemeinsame Feier im Trierer Dom stand unter dem Motto der Heilig-Rock-Tage „HERAUSGERUFEN – Du schaffst unseren Schritten freien Raum.“ Das Bistumsfest feiert in diesem Jahr sein 20. Jubiläum.   

 

Er freue sich, dass der Heilige Rock, die im Trierer Dom aufbewahrte Tunika Christi, die Christen zusammenführe, sagte Bischof Dr. Stephan Ackermann. Die Reliquie sei als „Zeichen der Einheit Zuspruch und Mahnung zugleich“. Es sei wichtig, nicht innerhalb der Konfessionsgrenzen zu bleiben. Ackermann verwies auf das Leitwort der Heilig-Rock-Tage: Es sei Verheißung und gleichzeitig Anspruch, die Grenzen der Konfessionen zu überschreiten und im Schulterschluss miteinander noch überzeugter Zeugnis für Jesus Christus abzulegen. Stellvertretend für die Mitglieder der ACK begrüßte er deren Vorsitzenden in der Region Südwest, Dr. Jochen Wagner, und den koptischen Bischof Anba Damian, Bischof der Diözese der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Norddeutschland. Die Koptisch-Orthodoxe Kirche ist die ursprüngliche Kirche Ägyptens, die bereits im ersten christlichen Jahrhundert von dem heiligen Evangelisten und Apostel Markus gegründet wurde. Den Gottesdienst feierten auch Kolpingsfamilie aus dem Bistum mit, deutlich erkennbar durch die Bannerträger.

 

Damian dankte dem Trierer Bischof „aus tiefstem Herzen“ für die Einladung und überreichte ihm ein koptisches Kreuz aus Leder. „In diesem wunderbaren Gotteshaus bekomme ich immer eine Gänsehaut; insbesondere wenn ich an die Anwesenheit des heiligen Rockes Jesu Christi denke. Der Segen dieser kostbaren Reliquie überragt jede Vorstellung und erfüllt uns mit einer unbeschreiblichen, spirituellen Freude“, sagte Damian. In seiner Predigt bekräftigte er die Hoffnung, dass sich die christlichen Schwesterkirchen wieder miteinander vereinten: „Möge Gott mit der Kraft seines Heiligen Geistes die Wunde der Teilung und Trennung zur Heilung bringen. Denn die Einheit im Herzen unserer Kirchen ist unübersehbar.“ Der koptische Bischof dankte den Schwesterkirchen in der ACK für ihre Treue und Solidarität in Zeiten der Verfolgung koptischer Christen.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst zog die Gottesdienstgemeinde in einer Prozession zur Heilig-Rock-Kapelle. Die Kapelle ist während der Heilig-Rock-Tage als Ort des Gebets geöffnet.

 

Ebenfalls beteiligt an der liturgischen Gestaltung des Gottesdienstes waren Christoph Pistorius, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, die Geschäftsführerin der ACK Südwest, Pfarrerin Stefanie Schlenczek (Ev. Kirche der Pfalz), Ruth Raab-Zerger von der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden und Jutta Walber, Superintendentin der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen der Jugendchor FriFra Voce und der Kammerchor des Kirchenkreises Obere Nahe sowie die Kantoreien Obere Nahe und Idar-Oberstein unter der Leitung von Kreiskantor Roland Lißmann.

 


Außergewöhnliche Angebote für Paare in Sinzig und Bad Neuenahr-Ahrweiler

„…weil ich dich liebe!“

Foto: bt
Foto: bt

 

 

 

(Sinzig/Bad Neuenahr-Ahrweiler/bt) – „Liebe à la Carte“ oder „Liebe im Quadrat“ lauten Angebote für Paare in Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Wo die Liebe tanzt“ oder „Sicher auf unbekanntem Terrain“ heißen sie in Sinzig. Dabei ist es in vielen Fällen egal, ob die Paare mitten in ihren Hochzeitsvorbereitungen stecken, bereits verheiratet sind oder gemeinsam als Paar etwas Neues erleben möchten.

 

„Liebe à la Carte“ ist ein Paartag voller Köstlichkeiten und edler Tropfen, heißt es in der Beschreibung. „Wir nähern uns den Themen Partnerschaft, Ehe, Hochzeit im stilvollen Rahmen eines Dreigangmenüs“, erklärt Markus Hartmann, Pastoralreferent im Dekanat Ahr-Eifel. Im Fokus steht dann nicht das Essen, sondern das Paar und das ist dann auch der Unterschied zwischen einem normalen Restaurantbesuch.

 

Bei „Liebe im Quadrat“ heißt es im Untertitel „Unserer Beziehung ‚auf die Schliche‘ kommen“. Dahinter versteckt sich eine Wanderung verbunden mit einem Picknick. Dazwischen gibt es Impulse rund um die christliche Ehe, Gottes Pläne, irdische Lust und bereichernde Gespräche, erklärt Markus Hartmann.

 

Doch wie kommt man auf solche Ideen? „Es ist ein einfacherer Ansatz als theologisch über die Partnerschaft zu reden“, findet der Diplom-Theologe. „In erster Linie geht es erst einmal darum, sich als Paar einen tollen Tag mit einem leckeren Essen oder einer schönen Wanderung zu gönnen“. Gleichzeitig entstehe ein Raum, um über die Beziehung ins Gespräch zu kommen, fern der (Alltags-)Sorgen und Routinen. Impulse nutzt Hartmann um neue Zugänge, Ideen und Sichtweisen ins Gespräch zu bringen.

 

Den Brautwalzer für den Eröffnungstanz lernen

 

Bei „Wo die Liebe tanzt“ erfahren Interessierte, was Tanz und Partnerschaft verbindet. „Ich habe mir überlegt, was ist der Bedarf der Paare?“, erklärt die Organisatorin Nicole Stockschlaeder, Pastoralreferentin im Dekanat Remagen-Brohltal. Wer möchte, kann bei diesem Angebot mit einem Tanzlehrer einen Brautwalzer für den Eröffnungstanz lernen. „Es ist ein anderer Zugang zu Paaren als bei einem ‚klassischen‘ Ehevorbereitungskurs“, sagt sie. „Hier haben die Paare direkt etwas an der Hand, was sie für sich nutzen können“. Daneben geht es eher unterschwellig um Themen wie Nähe und Distanz, Führung, Fehlerkultur und Gleichgewicht in einer Beziehung. Durch Impulse auf kleinen Karten in den Tanzpausen werden sie angeregt. „Die Paare gehen damit ganz unterschiedlich um. Doch jede Form ist in Ordnung“, betont Stockschlaeder. Im Fokus steht das Paar und nicht das Erlernen von Tanzschritten, und das ist dann auch der Unterschied zu einem Kurs in einer Tanzschule.

 

Zudem bietet die Pastoralreferentin Kochabende an, bei denen jedes Paar für einen Menü-Gang verantwortlich ist. „Die Frauen und Männer lernen erfahren unsere Botschaft in anderen Räumlichkeiten“. Der Abend findet in Kooperation mit der Familienbildungsstätte in Bad Neuenahr-Ahrweiler statt. „Das macht doch auch die Volkshochschule“, hört die Veranstalterin oft. Sie verdeutlicht den Unterschied so: „Die Kochabende sind ein Format mystagogischer Seelsorge, das heißt, die Spur Gottes im Leben aufzunehmen und zu entdecken“. Spüren, was gut ist und heil macht, ohne es explizit theologisch zu deuten. „Der Begriff Gott fällt selten und doch ist die frohe Botschaft erfahrbar“, erklärt die Theologin. Neben dem Kochen gibt es Impulse zum Bereich Partnerschaft und Essen, die als Gesprächseinstieg zwischen den Paaren, aber auch innerhalb der Gruppe dienen können. „Ich eröffne Räume und begleite die Teilnehmenden fragend“, erklärt sie den Unterschied zu einem Kochkurs von anderen Anbietern.

 

„Bei den Angeboten geht es unter anderem um die Frage, was macht jeden von uns und was macht uns als Paar aus? Was, wenn wir uns verändern oder was heißt überhaupt ‚christliche Ehe‘ und wo steckt Gott in diesem Bund?“ Die Tage geben Informationen, aber auch Raum zum Nachdenken.

 

 

 

Zudem gebe es im Glauben einen enormen Zuspruch: „Was ihr erlebt, ist schon himmlisch“, erklärt Hartmann den Paaren. „Viele erleben diese Aussage als eine Entlastung, denn sie kann den Stress nehmen, sich ständig zu fragen, wie Partnerschaft gelingen kann“. Solche Paarangebote seien auch einfach eine gute Möglichkeit, mit dem Partner neue Erfahrungen zu machen und sich Zeit für einander zu nehmen. Je nach Angebot geschieht das durch gemeinsames Kochen, Wandern und durch Impulse aus der Bibel und aus dem Leben.

 

Solche Paarangebote seien eine gute Möglichkeit, mit dem Partner neue Erfahrungen zu machen, sich Zeit für einander zu nehmen und gemeinsam unterwegs zu sein – fern der (Alltags-)Sorgen und Routinen. Je nach Angebot geschieht das durch gemeinsames Kochen, das Erlernen neuer Tanzschritte und durch Impulse zu Themen des Evangeliums im Leben gedeutet. „Die Teilnehmenden erfahren, dass es Dinge gibt, die ihnen als Paar sehr gut gelingen, und das gibt Kraft“, erklärt sie.

 

Weitere kirchliche Angebote für Paare gibt es in den Bereichen Ochtendung, Andernach und Betzdorf. Zusammengefasst sind diese unter dem Titel „…weil ich dich liebe!“ Interessierte sind eingeladen, unabhängig von ihrem Wohnort, aus den vielfältigen Angeboten zu wählen.

 

Themen und Termine

 

Wer sich gerade auf die eigene Hochzeitsfeier vorbereitet, ist bei „Sicher auf unbekanntem Terrain – Fragen rund um die kirchliche Trauung“ am 24. Oktober in Sinzig richtig. Dort werden Gestaltungsmöglichkeiten der kirchlichen Trauung vorgestellt und Fragen geklärt. Nähere Informationen erteilt Nicole Stockschlaeder unter Tel.: 02642-9061938 oder per E-Mail an nicole.stockschlaeder(at)bistum-trier.de.

 

Die nächsten Veranstaltungen sind „Liebe à la Carte“ am 23. November sowie „Liebe im Quadrat“ am 26. Oktober in Bad Neuenahr. Weitere Informationen zu diesen beiden und weiteren Angeboten gibt es bei Markus Hartmann unter Tel.: 02641-9117072 oder per E-Mail an markus.hartmann(at)bistum-trier.de.

 

 

 


Bischof Ackermann eröffnet Heilig-Rock-Tage 2019

Österliche Kirche sein

Bischof Ackermann bei der Eröffnung der Heilig-Rock-Tage im Trierer Dom. Foto: bt
Bischof Ackermann bei der Eröffnung der Heilig-Rock-Tage im Trierer Dom. Foto: bt

 

(Trier/bt) – Zum 20. Mal feiert das Bistum in diesem Jahr die Heilig-Rock-Tage. Bischof Dr. Stephan Ackermann hat am 3. Mai das Bistumsfest mit einem feierlichen Gottesdienst eröffnet. Er freue sich, dass es sich schon in die Geschichte des Bistums eingeschrieben habe, seit mehr als zwei Jahrzehnten auf diese Weise Ostern zu feiern, dem Auferstandenen zu begegnen, einander zu bestärken und den Glauben zu feiern.

 

Ackermann dankte allen, die in den vergangenen Jahren die Heilig-Rock-Tage „mitgetragen, mitgestaltet und mitgefeiert“ haben. Stellvertretend nannte er die aus dem Bistum Trier stammenden Bischöfe Dr. Felix Genn (Münster) und Dr. Georg Bätzing (Limburg), die die Heilig-Rock-Wallfahrten 1996 bzw 2012 geleitet hatten. Die beiden frühen Wallfahrtsleiter seien ebenso wie der auch aus dem Bistum Trierer stammenden Bischof Dr. Helmut Dieser (Aachen) und die Trierer Weihbischöfe „geprägt in ihrem Dienst und ihrer Spiritualität“ von den Wallfahrten und Heilig-Rock-Tagen.

 

Programm für christliches Leben

 

„Mehr als bisher österlich Kirche zu sein“: Diesen Satz aus den Fürbitten des Osterhochamtes gab der Bischof den Gläubigen in seiner Predigt (Predigt zum Nachlesen) mit auf den Weg. Wie das Leitwort der Heilig-Rock-Tage „HERAUSGERUFEN – Du schaffst unseren Schritten weiten Raum!“ klinge diese Bitte nach Neubeginn, nach Schwung; „da ist was Verlockendes drin!“ Wenn man jedoch auf die ersten Osterzeuge schaue, sei etwa in den Erzählungen von den Jüngern am Grab oder in der Emmaus-Geschichte „von Schwung keine Rede“: Die Jüngerinnen und Jünger seien traurig und enttäuscht, fühlten sich um ihre Hoffnung betrogen. „Mit leeren Händen und Enttäuschung“ beginne also die österliche Kirche, sagte Ackermann – und das sei auch gut und wichtig: ehrlich und nüchtern mit der Situation umzugehen, nichts zu schönen oder zu vertuschen, Zweifel zuzugeben. Das gelte auch für uns heute: „Dann wird ein ehrlicher Blick auf Ostern möglich.“ Der Bischof sagte, von den ersten Osterzeugen könne man lernen: Dadurch, dass sie trotz ihres Haderns und der Enttäuschung bei Jesus und beieinander blieben, eröffneten sie die Chance auf die Begegnung mit Jesus. Deshalb sei die Bitte darum „österlich Kirche zu sein“, kein „Muntermach-Wort für die Osterzeit“: „Das ist das Programm für ein christliches Leben“: ehrlich sein, bei Jesus und beieinander bleiben und aufmerksam sein für seinen Auftrag, herauszugehen und seine Botschaft weiterzusagen.

 

Was sollen wir ablegen?

 

Dass gerade eine Passionsreliquie wie der Heilige Rock, die an das Leiden Jesu erinnert, den Anlass zum Zusammenkommen biete, passe gut in die österliche Zeit. Der heilige Rock, Jesu Gewänder hätten ihre Funktion, ihn zu schützen und zu wärmen, verloren. „Die Wirklichkeit des österlichen Lebens ist aus einem ganz anderen Stoff gemacht“ – das sage uns der Heilige Rock als ein Gewand, „das Jesus hinter sich gelassen hat – für den Auferstandenen hat dieses Gewand keine Bedeutung mehr, er braucht es nicht mehr“. Daraus lasse sich die Frage ableiten: Was sollen wir ablegen? Gewohnheiten, Sicherheiten, die nicht mehr tragen? Persönlich, aber auch gemeinschaftlich, als Kirche – „ein Kleid, eine Gestalt, die nicht mehr passt?“ Um diese Fragen zu beantworten, ohne die Angst zu haben, „am Ende doch nackt dazustehen“, brauche den österlichen Mut und das Vertrauen, wie Jesus es zu seinem Vater habe. Für den Bischof gehört „dieses Vertrauen zu dem, was österliche Kirche ausmacht – und wir dürfen uns auf diesen Weg begeben und darauf vertrauen, dass der Herr uns ein Gewand gibt, einen Schutz und eine Würde, wenn wir unser Vertrauen auf ihn setzen so wie Christus selbst.“

 

Prozession zur Heilig-Rock-Kapelle

 

Den Gottesdienst hatten auch neue Mitarbeitende des Bistums und der drei katholischen KiTa gGmbHs mitgefeiert, die traditionell am Eröffnungstag des Bistumsfestes eingeladen werden. Im Anschluss an den Gottesdienst zog der Bischof mit der Gottesdienstgemeinde zur Heilig-Rock-Kapelle und betete am Schrein das große Trierer Pilgergebet. Die Kapelle ist während der Heilig-Rock-Tage als Ort des Gebets geöffnet. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes lag beim Jugendkammerchor der Singschule Koblenz und dem Vokalensemble der Liebfrauenkirche Koblenz, begleitet von Lukas Stollhof an der Chororgel unter der Leitung von Manfred Faig, sowie Domkantorin Christina Elting und Domorganist Josef Still. Die Koblenzer Ensembles gestalteten auch das Abendlob am Eröffnungstag des Bistumsfestes.

 

Die Heilig-Rock-Tage sind nach der Heilig-Rock-Wallfahrt 1996 als Bistumsfest entstanden. Jedes Jahr kommen ab dem Fest des Heiligen Rocks (Freitag der zweiten Osterwoche) für zehn Tage Gläubige und Besucher aus dem ganzen Bistum und darüber hinaus zu Gottesdienst und Gebet, Musik und Kunst, Diskussion und Austausch, Begegnung und Besinnung zusammen. Das gesamte Programm ist unter www.heilig-rock-tage.de zu finden.

 

 

 


Forschungsprojekt der Theologischen Fakultät Trier befasst sich mit Bistumsfest

Befragung zum Programm der Heilig-Rock-Tage

Foto: bt
Foto: bt

 

 

 

(Trier/bt) – Zum 20. Mal feiert das Bistum Trier 2019 die Heilig-Rock-Tage; in diesem Jahr vom 3. bis 12. Mai. Dieses Jubiläum ist ein guter Anlass, das Programm des Bistumsfestes zu untersuchen und aus unterschiedlichen Blickwinkel zu reflektieren, um daraus Hinweise für die Gestaltung der Tage in den nächsten Jahren zu gewinnen.

 

Welche Adressaten lassen sich von diesem Bistumsfest ansprechen und nehmen die Angebote wahr? Welche Zielgruppen werden bisher erreicht und welche sollten stärker in den Blick genommen werden? Welche Programmangebote schätzen die Teilnehmenden besonders? Zu diesen und ähnlichen Fragen werden Pilger und Besucher, Programmverantwortliche und Helfer befragt. Die Untersuchung erfolgt im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts der Theologischen Fakultät Trier. 24 Studierende der Theologie und Psychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Lörsch und Prof. Dr. Joachim Theis und ihren wissenschaftlichen Mitarbeitern werden die Befragung durchführen und die Daten einpflegen. Mitglieder des Besucherdienstes der Heilig-Rock-Tage unterstützen beim Verteilen und Einsammeln der Fragebögen.

 

Den Studierenden der katholischen Theologie wird mit diesem Projekt die Möglichkeit eröffnet, sich mit Methoden empirischer Forschung (Fragebogen, Interview und teilnehmende Beobachtung) vertraut zu machen. Von den Forschungsergebnissen erwarten die Bistumsleitung, die Steuerungsgruppe für die Heilig-Rock-Tage und das Forscherteam Hinweise zur Bewertung des bisherigen Konzepts sowie Empfehlungen für die Fortschreibung des Programms ab 2021.

 

 

 


Evangelischer Gruß zum Ramadan:

Gewalt im Namen der Religion kann niemals gerechtfertigt werden

 

Kirchenpräsident und Bischof schreiben islamischen Vertretern

 

(Darmstadt / Kassel/ekhn) - Herzliche Segenswünsche zum beginnenden Ramadan haben der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, sowie der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, Vertretern islamischer Verbände und Gemeinden übermittelt. In einem Brief zeigen sich die beiden Leitenden Geistlichen davon beeindruckt, wie in der Fastenzeit gelebter Glaube in den Alltag hineinwirke. Der Ramadan biete Muslimen die Chance, neu auf Gott, auf sich selbst und die Menschen im eigenen, alltäglichen, beruflichen und familiären Umfeld zu achten. Auch wenn die „Nacht der Bestimmung“ und die „Heilige Nacht“ nicht gleichzusetzen seien, böten der Islam und das Christentum viele Anhaltspunkte, um sich darüber auszutauschen. Der Bischof und der Kirchenpräsident machen deutlich, dass der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau daran gelegen sei, verstärkt in einen Dialog über theologische Fragen zu kommen. Ihrer Überzeugung nach wird sich ein solcher Dialog auch positiv auf andere Themenfelder auswirken. 

 

Gleichzeitig nehmen Hein und Jung das Schreiben zum Anlass, ihre Bestürzung über die Attentate auf Moscheen, Synagogen und Kirchen zum Ausdruck zu bringen. Auftrag aller Religionen sollte es sein, „gemeinsam überall die Botschaft zu verbreiten, dass Gewalt niemals im Namen unserer Religionen gerechtfertigt werden kann.“, so die beiden Leitenden Geistlichen.*

 

Das Schreiben im Wortlaut:

 

In diesen Tagen beginnt der Ramadan. Sie und Ihre Glaubensgeschwister zeigen mit der bevorstehenden Fastenzeit eindrücklich, wie gelebter Glaube in den Alltag hineinwirken kann. Wenn wir das richtig verstehen, geht es nicht nur um eine äußere Enthaltsamkeit und ein Einüben in das Verzichten, sondern auch um eine innere Klärung und Vergewisserung über die Grundlagen des eigenen Lebens. Der Ramadan bietet die Chance, neu auf Gott, auf sich selbst und die Menschen im eigenen, alltäglichen, beruflichen und familiären Umfeld zu achten. In Ihrer Tradition liegt die tiefe religiöse Bedeutung des Fastenmonats in der ersten Offenbarung an den Propheten Muhammad, die in der „Nacht  der Bestimmung“ durch den Engel Gabriel erfolgte. „Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate“ – so steht es im Koran (Sure 97,3).

 

Die „Nacht der Bestimmung“ lässt sich sicher nicht mit der von Christen und Christinnen gefeierten „Heiligen Nacht“ gleichzusetzen. Und doch ist ein Zusammenhang unverkennbar. Unsere Religionen bieten viele Anhaltspunkte, um sich darüber auszutauschen. Einige evangelische Landeskirchen haben es sich in jüngster Zeit zur Aufgabe gemacht, theologische Klärungen mit Blick auf den Islam herbeizuführen. Auch wir in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau wollen diesen Prozess voranbringen. Uns ist daran gelegen, dass wir verstärkt in einen Dialog über theologische Fragen kommen. Wir sind davon überzeugt, dass dies sich auch positiv auf andere Themenfelder auswirkt.

 

Mit Bestürzung haben wir die Nachrichten der vergangenen Monate verfolgt, dass Menschen beim Gebet in Moscheen, Synagogen und Kirchen von Attentätern ermordet wurden. In Trauer sind wir miteinander verbunden. Und wir sehen den Auftrag, gemeinsam überall die Botschaft zu verbreiten, dass Gewalt niemals im Namen unserer Religionen gerechtfertigt werden kann.

 


20 Jahre Kooperation zwischen Bundespolizei und Kirche

Seminare zur Förderung der Interkulturellen Kompetenz

 

(Frankfurt/ekhn) - Das Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck feiert gemeinsam mit der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main am 3. Mai eine 20 Jahre bestehende Kooperation zur Förderung der interkulturellen Kompetenz von Bundespolizisten am Frankfurter Flughafen.

 

 

 

„Unsere Polizistinnen und Polizisten am Flughafen Frankfurt werden durch die Reisenden aus aller Welt bei ihrer Ankunft in Deutschland oft als erstes wahrgenommen. Kommunikative und soziale Kompetenz in Bezug auf Menschen aus fremden Kulturen ist uns wichtig für eine professionelle Aufgabenwahrnehmung“, so Andreas Jung, Präsident der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main, in seinem Grußwort vor über 50 Gästen im Zentrum Oekumene.

 

 

 

Insgesamt haben schon über 2.500 Bundespolizistinnen und Bundespolizisten diese Seminare zur Förderung ihrer interkulturellen Kompetenz besucht und dabei nicht nur Verhaltensweisen von Menschen aus ihnen fremden Kulturen erfahren. Wesentlicher Bestandteil der 13 Seminare, die jedes Jahr in der interkulturellen Bildungsreinrichtung der evangelischen Kirchen in Hessen, dem Zentrum Oekumene, stattfinden, ist auch die Bewusstmachung der eigenen kulturellen Identität, die das eigene Handeln, Bewerten und die Kommunikation prägen. Bei den Seminaren werden zudem Themenschwerpunkte gesetzt, bei denen externe Referenten Sachvorträge zum Islam, zu afrikanischen und südamerikanischen Kulturkreisen sowie anderen relevanten Kulturthemen halten. Seit über zehn Jahren ist hierbei auch Simon Stadler, Filmemacher aus Frankfurt, als Referent tätig, der 2016 mit seinem Dokumentarfilm „Ghostland“ weltweit verschiedene Preise erhalten hat, darunter auch der Hessische Filmpreis.

 

 

 

Nach Worten des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, ist das Zentrum Oekumene „ein hervorragender Platz für die interkulturellen Fortbildungen“. Es zeichne sich dadurch aus, Menschen mit ganz unterschiedlichen kulturellen und religiösen Perspektiven zusammenzubringen. „Im Mittelpunkt stehe dabei immer der Anspruch, sich als Menschen wahrzunehmen und anzunehmen sowie Begegnungen zu fördern“. Jung bedankte sich für das Vertrauen der Bundespolizei in die Zusammenarbeit mit dem Zentrum Oekumene. Darin drücke sich auch der hohe ethische Anspruch an die eigene Arbeit aus. Dieser bestehe darin, die polizeilichen Aufgaben wahrzunehmen und zugleich den einzelnen Menschen in ihrer Würde gerecht zu werden. Die Seminare seien auch immer für die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtige Orte des gemeinsamen Lernens. Das Zentrum Oekumene werde so zum „exemplarischen Ort der Grenzüberschreitung, der zur beruflichen Orientierung beiträgt und den menschlichen Erfahrungshorizont weitet“, so Jung.

 

 

 

Auch die Intergrationsdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, Nargess Eskandari- Grünberg, betonte im Rahmen eines Besuchs der Seminarreihe vor einigen Jahren, dass diese Kooperation im hohen Interesse der Stadt sei, denn gerade in der multikulturellen Metropole sei die interkulturelle Öffnung wichtig. Die Bundespolizisten seien am Flughafen Türöffner für unser Land und unsere Stadt.

 

„Interkulturelle Kompetenz bedeutet auch, Beziehungen zwischen Menschen differenziert zu sehen und die Menschen als Individuum zu behandeln. Innerhalb der Vielfalt stellten demokratische Werte Gemeinsamkeiten her“, so Eskandari-Grünberg.

 

 

 

Beide Verantwortlichen von Kirche und Bundespolizei verbindet nicht nur der Nachname Jung, sondern auch den Willen diese Erfolgsgeschichte fortzusetzen. Es werden seitens der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main und dem Zentrum Oekumene alle Rahmenbedingen gefördert, die diese besondere und vertrauensvolle Zusammenarbeit weiterhin ermöglicht.

 


Bischöfe Fürst und July: offener Umgang mit Suizid und psychischen Erkrankungen

Kirchliches Begräbnis als Hilfe bei Abschied nach Suizid

(Rottenburg/Stuttgart/drs) - . Auf die Bedeutung einer seelsorglichen Begleitung von Angehörigen eines Suizidenten ebenso wie auf die längst gängige Bestattungspraxis der christlichen Kirchen nach einem Suizid haben der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, und der Evangelische Landesbischof in Württemberg, Frank Otfried July, hingewiesen. Zum Auftakt der ökumenischen „Woche für das Leben“ betonten sie am Freitag (3. Mai) im Gemeindepsychiatrischen Zentrum in Stuttgart-Bad Cannstatt das gemeinsame Anliegen der Enttabuisierung von Suizidalität und den damit verbundenen Ängsten.

 

Die bundesweite Woche für das Leben widmet sich in diesem Jahr der Suizidprävention und trägt den Titel „Leben schützen. Menschen begleiten. Suizide verhindern“. Sie findet zwischen dem 4. und 11. Mai statt.

 

„Gerade weil wir daran glauben, dass das Leben ein Geschenk Gottes ist, ist es umso schmerzlicher mitzuerleben, dass dieses Geschenk für eine Person zur Bürde geworden ist“, sagte der evangelische Landesbischof Frank Otfried July. Unsere Haltung als Christen sei eindeutig, ergänzte er: Kein Mensch, der Suizid als letzten Ausweg vermute oder Suizid begangen habe, dürfe in irgendeiner Weise verurteilt werden. Auch sind pauschale Schuldzuweisungen in Richtung seines oder ihres Umfeldes unangebracht.

 

Bischof Gebhard Fürst verwies darauf, dass die Verweigerung eines christlichen Begräbnisses nach einem Suizid schon lange der Vergangenheit angehöre. Neben der Anerkennung wissenschaftlicher Erkenntnisse habe sich gleichzeitig das Verständnis von Seelsorge gewandelt - weg von einer moralischen Verurteilung hin zu einer sensiblen pastoralen Praxis in der Begleitung von Betroffenen und Angehörigen. Im Rechtsbuch der katholischen Kirche von 1983 (CIC) und damit auch im Katholischer Erwachsenen-Katechismus von 1995 sei die Verweigerung einer kirchlichen Beisetzung von Suizidenten nicht mehr aufgenommen, sagte der Bischof.

 

„Gerade in dieser Situation, in der neben aller Trauer meist so viele Fragen offen sind, in der die Scham vor den Reaktionen der Öffentlichkeit eine große Belastung ist, da kann das kirchliche Begräbnis mit seinen Ritualen helfen, Wege für die Trauer und den Abschied zu finden“, betonte der Rottenburger Bischof.

 

Dennoch stelle ein Suizid Christen vor eine große Herausforderung: So sehr jeder Mensch in seiner Würde und seinem Handeln respektiert werden müsse, könne der Suizid selbst als Tat nicht gebilligt oder gar gutheißen werden, stellte Bischof Fürst klar. „Unser Leben ist uns geschenkt, wir haben es empfangen. Unser Leben ist nicht verfügbar und kann, aus christlicher Sicht, nicht durch uns selbst beendet werden“.

 

Mit Blick auf die Angst der Menschen über das Thema Suizid zu sprechen, erläuterte Landesbischof July: „Die Sorge, dass die konkrete Frage nach Suizidgedanken selbst einen Suizidimpuls auslöst, ist unbegründet. Wo immer möglich, gilt es, Hilfe anzubieten beziehungsweise auf professionelle Angebote zu verweisen, auch wenn Betroffene zunächst abwehrend reagieren. Dabei gilt es auch, sich der eigenen Grenzen bewusst zu sein“.

 

Kirche und Gemeinden müssten sich verstärkt bemühen Räume zu öffnen. „Räume, in denen es keine Bewertung des Einzelnen gibt, Räume in den Platz ist für Krankheit und Schwäche“. Ziel müsse es sein, über Belastungen und psychische Erkrankungen so offen zu sprechen, wie dies bei der Diagnose „Burnout“ auch möglich sei. Psychische Erkrankungen und Depressionen dürften kein Tabuthema mehr sein, so Bischof Fürst. Dass sich hier etwas ändert, daran könne Kirche mitarbeiten, ist er überzeugt.

 

Die "Woche für das Leben" wirbt seit 1994 für die Anerkennung der Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit des menschlichen Lebens in allen Phasen. Die Aktion beginnt jeweils zwei Wochen nach Karsamstag und dauert sieben Tage. In diesem Jahr wird die Aktion bundesweit am 4. Mai mit einem ökumenischen Gottesdienst in Hannover eröffnet.

 

Die Eröffnung in Württemberg gestalten Bischof Gebhard Fürst und Landesbischof Frank Otfried July am Sonntag, 5. Mai, um 17.00 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst im Ulmer Münster.

 

 

 

Information zum Gemeindepsychiatrischen Zentrum (GPZ):
Das GPZ in Stuttgart-Bad Cannstatt wird vom Caritasverband für Stuttgart e.V. getragen. Es ist eines von insgesamt acht Gemeindepsychiatrischen Zentren in Stuttgart, die sich in unterschiedlichen Trägerschaften befinden. Insgesamt kümmern sich zwischen 350 und 400 Mitarbeiter um rund 4.000 psychisch kranke Menschen.

 


Festlicher Weihegottesdienst für Dr. Gerhard Schneider am 13. Juli in Konkathedrale St. Eberhard / Pontifikalamt im Dom St. Martin

Weihetermin für neuen Weihbischof steht fest

 

(Rottenburg/drs) - Der Termin für die Weihe von Dr. Gerhard Schneider (50) zum Weihbischof steht fest. Sie erfolgt am Samstag, 13. Juli, in der Konkathedrale St. Eberhard in Stuttgart im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes, teilt Bischof Dr. Gebhard Fürst mit. Beginn ist um 15 Uhr. Im Anschluss folgt ein Empfang im „Haus der Katholischen Kirche“, neben der Konkathedrale.

 

Tags darauf, am Sonntag, 14. Juli, hält der neue Weihbischof sein erstes Pontifikalamt in der Domkirche St. Martin in Rottenburg. Beginn ist um 9.30 Uhr. Danach gibt es einen Empfang vor dem Bischofshaus. 

 

Papst Franziskus hatte Schneider - auf Wunsch von Bischof Fürst - zum Weihbischof ernannt. Diese Entscheidung war am Dienstag der vergangenen Karwoche bekannt gegeben worden. So wie andere große (Erz-)Diözesen in Deutschland wird Rottenburg-Stuttgart damit künftig drei Weihbischöfe haben, die den Ortsbischof unterstützen und entlasten. In Rottenburg-Stuttgart ist dies bereits die Aufgabe der Weihbischöfe Thomas Maria Renz (61) und Matthäus Karrer (50).

 


Langfristige Projektion für Kirchenmitgliedschaft und Kirchensteueraufkommen

Landesbischöfin: „Möglichkeiten nutzen – lebendige Hoffnung sein in dieser Welt“

 

(Schwerin/Kiel/std) - Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) wird künftigen gesellschaftlichen Entwicklungen und veränderten Rahmenbedingungen für kirchliches Handeln offen und aktiv begegnen. Das kündigen Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode, an.

 

„Als Gemeinde Jesu Christi haben wir einen Auftrag: Wir tragen die gute Botschaft von der Liebe Gottes in Wort und Tat zu Menschen in unterschiedlichsten Lebenszusammenhängen und Situationen. Dieser Auftrag besteht und bleibt  – unabhängig von Prognosen und Zahlen“, so Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt. „Wir Menschen, auch wir als Kirche, leben aus der Fülle von Gottes Möglichkeiten. Das gilt natürlich und gerade auch angesichts von Veränderungen. Deshalb sind wir dankbar für alle, die zu unserer Kirche gehören, die ihre Mitgliedschaft mit persönlichem und finanziellem Einsatz zum Ausdruck bringen, und auch für die, die nicht Kirchenmitglieder sind, aber mit uns zusammenarbeiten und uns in unserem Auftrag durch ihr Engagement oder durch Spenden unterstützen. Wir alle brauchen einander, um lebendige Hoffnung in dieser Welt zu sein.“

 

Zuvor hatten heute (2. Mai) die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) die Studie „Kirche im Umbruch – Projektion 2060“ veröffentlicht. Darin hat das Forschungszentrum Generationenverträge (FZG) der Albert-Ludwig-Universität Freiburg eine koordinierte Mitglieder- und Kirchensteuervorausberechnung für die evangelische und die katholische Kirche vorgelegt. Danach werden sich Mitgliederzahlen und finanzielle Möglichkeiten beider Kirchen bis 2060 etwa halbiert haben. Weniger als die Hälfte des Rückgangs geht auf den demografischen Wandel zurück. Stärker wird sich auswirken, wie viele Menschen getauft werden, aus der Kirche aus- oder in die Kirche eintreten.

 

Vielerorts werden schon jetzt neue Wege beschritten, um Kirche für andere zu sein

 

Präses Ulrike Hillmann erläutert: „Die Projektion schreibt bereits bekannte Ergebnisse bisheriger Untersuchungen fort. Neu sind vor allem Hinweise darauf, an welchen Stellen sich für uns Möglichkeiten ergeben, aktiv mit den vorausberechneten Entwicklungen umzugehen. Dafür können in den kommenden Jahren unter guten finanziellen Bedingungen Handlungsoptionen erarbeitet und  genutzt werden, die den jeweils sehr unterschiedlichen Situationen in der Nordkirche gerecht werden.“ – Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt fügt hinzu: „Gesamt-gesellschaftliche Entwicklungen wie die sinkende Bindung an Institutionen und Organisationen werden wir wohl nicht grundsätzlich umsteuern können. Aber schon jetzt verändern wir uns: Manches Gewohnte und lieb Gewordene bleibt nicht so, wie es war. Und zugleich entsteht und wächst Neues – auch da, wo es dafür zunächst keine Möglichkeiten zu geben schien.“ 

 

So würden mancherorts Ideen umgesetzt, um auf neue Weise Kirche mit anderen und für andere zu sein, sagt die Landesbischöfin: „In einem Plattenbaugebiet auf Rügen treffen sich Menschen gleich nebenan und gestalten miteinander unter christlichem Vorzeichen Gemeinschaft. An der Evangelischen Schule St. Marien in Neubrandenburg gibt es Segensfeiern für konfessionslose Jugendliche und deren Familien, die sich nicht für die Konfirmation entscheiden, aber auch nicht zur Jugendweihe gehen möchten. Kirchenkreise und Gemeinden der Nordkirche laden zu Tauffesten ein – am Meer, an Seen und Flüssen. Allein in Hamburg sind rund 500 Täuflinge für ein Tauffest zu Pfingsten am Elbstrand angemeldet. Angehende Pastorinnen und Pastoren gehen mit der ‚Popupchurch‘ in ungewöhnlicher Weise auf Menschen zu und machen auf Glauben und Kirche aufmerksam: in der Fußgängerzone, beim Volksfest oder auf dem Weihnachtsmarkt. An der Lübecker Bucht lassen sich immer mehr Gäste und Einheimische von Kirchengemeinden dort zu ‚Atempausen am Meer‘ einladen.“

 

In Stadt und Land werden neue Wege erprobt, um als Kirche und Diakonie in der Nähe erlebbar und ansprechbar zu sein, so die Landesbischöfin: „Dazu möchte ich ausdrücklich ermutigen – und ebenso dazu, bisher bewährte Formen kirchlicher Arbeit fortzusetzen. Entscheidend ist, dass das, was geschieht, zu den jeweiligen Situationen und  Menschen passt. Es soll und darf deshalb auch ganz unterschiedlich sein – eine einheitliche Strategie, die sich flächendeckend umsetzen ließe, gibt es aus meiner Sicht nicht.“

 

Präses Hillmann: Ergebnisse der Studie auswerten, Veränderungsprozesse fortsetzen

 

„Die Landessynode wird sich ebenso wie die anderen leitenden Gremien in der Nordkirche mit den Ergebnissen der Studie und möglichen Perspektiven für unsere Kirche beschäftigen“, sagt Präses Ulrike Hillmann. „Damit setzen wir bereits begonnene Prozesse fort, in denen wir beispielsweise über Schwerpunkte für das kirchliche Leben in Ortsgemeinden und Diensten und Werken beraten und Rahmenbedingungen der Personalplanung an künftige Entwicklungen angepasst haben. Zugleich laden wir dazu ein, die Studie überall in unserer Kirche zu diskutieren sowie Fragen und Impulse dazu in die jeweiligen Leitungsgremien einzubringen.“

 

In der Studie „Kirche im Umbruch – Projektion 2060“ wurden auch für die Nordkirche Kirchenmitgliederzahlen, Taufen, Sterbefälle, Wanderungsbewegungen, Aufnahmen und Austritte sowie Angaben zur alters- und geschlechtsspezifischen Kirchensteuerzahlung berücksichtigt. So gehörten 2017 (Stichtag: 31. Dezember) 2.027.751 Menschen zur Nordkirche. Für 2035 werden laut Studie in der „Basisvariante“ 1,42 Millionen Mitglieder angenommen; für 2060 rund 855.000. Unter der Annahme einer Erhöhung von Taufen und Aufnahmen um 10 Prozent und einer Verringerung der Austritte um 10 Prozent („Positive Variante“) rechnet man mit 1,49 Millionen Mitgliedern 2035 und 967.000 im Jahr 2060.

 

Bei der Zahl der Austritte erwarten die Wissenschaftler langfristig einen deutlichen Rückgang: Sie sollen von 25.688 (2017) auf rund 16.600 (2035) bzw. unter 9.140 (2060) sinken. Menschen, die aus der evangelischen Kirche austreten, sind vorwiegend zwischen 25 und 35 Jahre alt – eine Phase, in der viele von ihnen ins Erwerbsleben eintreten und erstmals Kirchensteuer zahlen, zugleich aber kirchliche Angebote nur selten in Anspruch nehmen. Bei den Taufen wird in der Studie für die Nordkirche ein Rückgang von 16.500 (2017) auf etwa 10.600 (2035) und 5.800 (2060) angenommen; bei den Aufnahmen (überwiegend Wiedereintritte) von 3.384 (2017) auf fast 2.300 (2035) bzw. 1.300 (2060).

 

Weitere Informationen zur Studie Projektion 2060:
www.projektion2060.nordkirche.de
www.ekd.de/projektion2060

 


"Projektion 2060"

„Alarmierende Kirchenprognose erfordert unverzügliches Umsteuern der Kirchenleitung“

 

 

Wir sind Kirche zur „Projektion 2060“ der Kirchen in Deutschland

 

  • Pfarreizusammenlegungen und -schließungen stoppen
  • Gottesdienste in überschaubaren Gemeinden feiern
  • Ökumene in einer zunehmend pluraleren Gesellschaft

 

(München / Freiburg/wsk) - Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche bewertet die heute erstmals vorgelegte Projektion der Kirchenmitglieder und des Kirchensteueraufkommens als äußerst alarmierend für die katholische und evangelische Kirche in Deutschland. Anstatt sich nur langfristig auf Veränderungen einzustellen, müssten die Kirchenleitungen alles in ihrer Macht stehende tun, dem schleichenden Rückgang der Mitgliederzahlen unverzüglich aktiv und positiv entgegenzutreten. Denn die Studie des Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) der Albert-Ludwig-Universität Freiburg zeigt, dass die Mitgliederentwicklung vor allem durch das Tauf-, Austritts- und Aufnahmeverhalten von Kirchenmitgliedern bestimmt wird und weniger durch nicht beeinflussbare rein demografische Faktoren, wie bisher immer angenommen.

 

Die aktuelle Studie macht nach Ansicht von Wir sind Kirche sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass vor allem die römisch-katholische Kirche ihre Strukturen verändert: von einer von oben dirigierten Kirche, die Personal- und Finanzressourcen zuteilt, zu einer Kirche der Teilhabe, die dem ganzen Kirchenvolk die ihr zustehenden Beteiligungsrechte nicht verweigert, wie dies Papst Franziskus unter Berufung auf das Kirchenbild des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) immer wieder zu Recht anmahnt. Den Berechnungen der Freiburger Wissenschaftler zufolge werden die Mitgliederzahlen beider Kirchen bis 2060 um ca. die Hälfte zurückgehen – in der römisch-katholischen Kirche etwas geringfügiger aufgrund stärkerer Zuwanderungsströme aus dem Ausland.

 

Pfarreizusammenlegungen und -schließungen stoppen

 

Bereits zur Kirchenstatistik 2016 hatte die Deutsche Bischofskonferenz erklärt, dass es notwendig sei, „den Menschen, die weggehen, aktiv nachzugehen, um deren Beweggründe zu verstehen und das kirchliche Handeln danach kritisch zu überprüfen und – wo notwendig – auch neu auszurichten“. Doch wo ist dies wirklich und in ausreichendem Maße geschehen? Eine Trendwende bezüglich Kirchenmitgliedschaft wird nach Ansicht der KirchenVolksBewegung nur dann möglich sein, wenn endlich die jahrzehntelang vorgenommenen unsäglichen, auf die Betroffenen kaum Rücksicht nehmenden Strukturreformen in Form von Pfarreizusammenlegungen und -schließungen gestoppt werden. Dies trägt zu einer immer größeren Entheimatung bei, die auch im politischen Bereich zu negativen Entwicklungen führt.

 

Gottesdienste in überschaubaren Gemeinden feiern

 

An die deutschen Bischöfe appelliert Wir sind Kirche zum wiederholten Male, endlich der Aufforderung von Papst Franziskus nachzukommen, „mutige Vorschläge“ zu entwickeln und neue Möglichkeiten zuzulassen, damit auch in Zukunft in überschaubaren Gemeinden Gottesdienste gefeiert werden können. Die Möglichkeit zur Feier der Eucharistie darf nicht durch die immer geringer werdende Zahl von Priestern, die noch bereit sind, dem Zölibatsgebot zu folgen, und durch den Ausschluss von Frauen verhindert werden. Grundlegende Reformvorschläge  im Hinblick auf eine Revision der tradierten Theologie, der hier verwendeten Begriffe und der Erkenntnisse der Dogmengeschichte sollten endlich vorgelegt und diskutiert werden. Darüber hinaus ist es allerhöchste Zeit, neue Zugänge zu Menschen zu finden, die sich zwar mit der christlichen Botschaft identifizieren können und sich dafür auch einsetzen, aber kein Interesse mehr an überlebten kirchlichen Strukturen und Hierarchiedenken haben.

 

Ökumene in einer zunehmend pluraleren Gesellschaft

 

Es ist gut, dass die Kirchen diese Studie gemeinsam in Auftrag gegeben haben. Die hierdurch zum Ausdruck gebrachte Ökumene kann und darf sich aber nicht nur auf organisatorische, soziale und pastorale Fragen beschränken, sondern muss gerade auch nach dem Jahr 2017 des Reformationsgedenkens inhaltlich weitergehen, wenn die christliche Stimme in einer zunehmend pluraleren, aufgeklärten Gesellschaft zur Wirkung kommen soll. Angesichts deutlich zurückgehender Mitgliederzahlen werden in naher Zukunft auch die Zuwendungen des Staates und der Sozialkassen an die Kirchen auf den Prüfstand zu stellen sein.

 

 

 


Genome Editing – der schnelle Weg zum Glück?

Organsiatorin Katharina Zey-Wortmann (zweite von rechts am Kopfende) und Referent Prof. Dr. Johannes Brantl (links daneben) diskutieren mit den TheoTalk-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern im Trierer Petrusbräu über Genome-Editing. Foto: bt

 

 

(Trier/bt) – Wird es in naher Zukunft den perfekten Menschen geben, das „Wünsch-Dir-was-Kind“? Diese und weitere Fragen zum Thema „Genome Editing“ haben rund 30 Frauen und Männer am 29. April beim Theo-Talk im Petrusbräu diskutiert.

 

Eine neue Methode (CRISPR/cas) erlaubt es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern derzeit, auf relativ einfache Art und Weise in den genetischen Code von Menschen einzugreifen. Defekte wie Erbkrankheiten können so ausgeschaltet werden. Doch neben den offensichtlichen Vorteilen berge die sogenannte „Gen-Schere“ einige Gefahren, erläuterte Professor Dr. Johannes Brantl, Leiter der Theologischen Fakultät Trier und Mitglied der Bioethik-Kommission Rheinland-Pfalz. So wirke beispielsweise die genetische Veränderung auf die Nachkommen weiter. Welche Auswirkungen das habe, sei noch lange nicht erforscht. Auch könne mit der Methode Einfluss auf Faktoren wie Intelligenz oder Gedächtnisfähigkeit genommen werden. Die potentielle „Optimierung“ des Menschen ist damit keine Zukunftsmusik mehr.

 

Das philosophische Experten-Lager sei zwiegespalten, sagte Brantl. „Es gibt Philosophen, die es als ethische Verpflichtung der Eltern ansehen, optimale Startbedingungen für ein gutes Leben ihres Kindes zu schaffen. Doch was ist ein ‚gutes‘ Leben? Und steht hier wirklich der Mensch an sich im Vordergrund oder der bessere – und damit besser funktionierende – Mensch?“ Allein diese Forderung sei eine „heillose Überforderung“ der Eltern; es sei problematisch, die Verantwortung für einen solchen Eingriff übernehmen zu müssen. Der „schnelle Weg zum Glück“, so Brantl, sei „blauäugig und kurzsichtig“. In all ihrer Unterschiedlichkeit seien die Menschen stets als gleichwertig anzuerkennen. Bedenklich sei zudem die Verquickung mit wirtschaftlichen Interessen. „Die Gefahr des Missbrauchs ist sehr hoch“, stimmte ein Diskutant zu.

 

Man müsse differenzieren zwischen der heilenden Einzelfallbehandlung und dem „Machbarkeitswahn“ der Medizin, der momentan zu wenig reguliert werde, meldete ein Teilnehmer in der Diskussion zurück. Pastoralreferentin Ursula Ludwig aus Hermeskeil verwies auf die persönliche Sicht von Menschen, die an schwerer Krankheit leiden: „Sobald man Einzelschicksale miterlebt, bekommt man eine andere Sicht auf die Dinge. Es gibt so viele dringliche Leiden, die mit der Methode vermieden werden könnten.“

 

Die Veranstaltungsreihe „Theo-Talk im Petrusbräu“ wird von Katharina Zey-Wortmann, Leiterin der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Fachstelle Trier, und Dr. Samuel Acloque, Bildungskoordinator der KEB Konz, organisiert. Die nächste Gelegenheit zum lockeren Austausch „über Gott und die Welt“ gibt es am Veranstaltung am Montag, 20. Mai, unter dem Thema „Europas Zukunft – Was eint uns?“ mit CDU-Europawahlkandidatin Simone Thiel.

 


Veranstaltungsreihe mit Angeboten zur inneren Einkehr findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt – Eröffnung am Sonntag, 12. Mai

„Spiritueller Sommer in Pommern“

Durch dieses Tor führt der Weg zur Sankt-Laurentius-Kirche in Groß Kiesow: Hier wird am Sonntag, 12. Mai, der diesjährige „Spirituelle Sommer in Pommern“ eröffnet. Foto: PEK / Sebastian Kühl
Durch dieses Tor führt der Weg zur Sankt-Laurentius-Kirche in Groß Kiesow: Hier wird am Sonntag, 12. Mai, der diesjährige „Spirituelle Sommer in Pommern“ eröffnet. Foto: PEK / Sebastian Kühl

 

 

(Groß Kiesow/sk) - Die Eröffnung der diesjährigen Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“ findet am Sonntag, 12. Mai, in Groß Kiesow – etwa zwölf Kilometer südlich von Greifswald – in der Zeit von 14 bis 17.30 Uhr rund um die Sankt-Laurentius-Kirche statt. Während der Eröffnung wird der Flyer mit dem Veranstaltungsprogramm des „Spirituellen Sommers“ vorgestellt. Zudem sind Partnerinnen und Partner des „Spirituellen Sommers in Pommern“ vor Ort, um ihre Angebote zu erläutern. Interessierte Besucherinnen und Besucher erwartet ein kleiner, feiner „Spiritueller Sommermarkt“ mit ausgesuchten geschmackvollen Dingen aus den Bereichen Design, Literatur, Kunst und Kunsthandwerk zum Anfassen, Fühlen und Entdecken. Des Weiteren feiert die Ausstellung der mobilen und begehbaren Groß Kiesower Altarwand ihre Vernissage. Der Nachmittag wird musikalisch vielfältig begleitet.

 

 

 

Das Eröffnungs-Programm für den „Spirituellen Sommer in Pommern“ 2019

 

 

 

14 bis 17 Uhr:         „Spiritueller Sommermarkt“

 

14.30 Uhr:    Vernissage der begehbaren Altarwand – namhafte Künstler haben sich mit biblischen Themen auseinandergesetzt

 

15 Uhr:         Eröffnung des „Spirituellen Sommers in Pommern“ 2019, musikalische Begleitung mit Klangimprovisationen von Martina Gläser-Böhme

 

Im Anschluss:         Kaffee und Kuchen

 

17 Uhr:         musikalischer Abschluss mit A-Kantor Steffan Müller

 

 

 

„Spiritueller Sommer in Pommern“

 

 

 

Unter der Dachmarke „Spiritueller Sommer in Pommern“ werden im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis im Zeitraum Mai bis Oktober Angebote zur inneren Einkehr in der Region gebündelt, die sich an Urlauber und Einheimische gleichermaßen richten. Nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr soll die Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“ weiter wachsen und sich zu einer verlässlichen Marke mit überregionaler Bekanntheit entwickeln. Die gebündelten Angebote können beispielsweise folgende Themen umfassen: Gebet, Gespräch, Innehalten, Andacht, Kreatives Gestalten, Achtsamkeit, Bewegung, Lesungen, Vorträge, Meditation, Führungen, Musik, Pilgern, spirituelle Wanderungen… Neben den Angeboten an verschiedenen, teils besonderen Orten werden auch die Orte selbst hervorgehoben wie beispielsweise Kirchen, Kapellen, Bibelgärten, Plätze der Kraft/Stille, Pilgerwege…

 

 

 

Weitere Informationen

 

 

 

www.spiritueller-sommer-pommern.de

 

 

 


Marchtaler Internate feiern am Samstag ihr Stiftungsfest in Rottweil

Konvikt bietet dringend benötigte Antworten

Ulrich Fiedler, Direktor des Bischöflichen Gymnasialkonvikts Rottweil, inmitten einiger der derzeit 40 Schüler, die im Internat leben. Bild: Gregor Moser
Ulrich Fiedler, Direktor des Bischöflichen Gymnasialkonvikts Rottweil, inmitten einiger der derzeit 40 Schüler, die im Internat leben. Bild: Gregor Moser

(Rottweil/drs) - Eigentlich hätte Ulrich Fiedler, Direktor des Bischöflichen Gymnasialkonvikts Rottweil, schon zum Ende des vergangenen Schuljahres in den Ruhestand gehen können. Fiedler aber hängte ein Jahr dran. Der Grund, sagt er, sei das Stiftungsfest der Marchtaler Internate an diesem Wochenende gewesen, zu dem das Konvikt am Samstag, 4. Mai, einlädt. Zehn Ehemalige  - unter ihnen beispielsweise der Rottenburger Oberbürgermeister Stephan Neher - werden dort über ihre Konviktszeit berichten und gemeinsam mit 46 Autoren ist es Fiedler gelungen, ein rund 450 Seiten starkes Buch mit Erinnerungen früherer Schüler herauszubringen, das an dem Tag vorgestellt werden soll. „Ich sehe das als mein Vermächtnis“, sagt der Pädagoge.

 

 

 

OB Neher erinnert sich, dass er wegen des Lateinaufbauzugs nach Rottweil kam. Bis zum vergangenen Sommer bot das Konvikt Schülern mit Mittlerer Reife diesen einzigartigen Weg zum altsprachlichen Abitur. Doch der Nachwuchs fehlt, das Interesse an Latein und Altgriechisch tendiert gegen Null und so wurde dieses Angebot eingestellt, sagt Fiedler. Der Bedarf an der Einrichtung selbst indes bleibt. Denn als familienunterstützendes Internat werde das Konvikt heute mehr denn ja gebraucht, ist Fiedler überzeugt. Dabei stehe der soziale Gedanke im Vordergrund. Mit im Schnitt 1400 Euro im Monat bezuschusse die Diözese jeden Schüler, um den Elternanteil, dort wo nötig, auf ein Minimum zu reduzieren. Das Konvikt biete heute immer mehr die dringend gebrauchten Antworten auf die Sorgen von Alleinerziehenden, Patchworkfamilien oder, im Fall eines Rosenkriegs, für miteinander im Streit liegende Ehrpartner, deren Kinder unter dieser Situation leiden. „Der Zusammenhalt in der Gesellschaft wird immer brüchiger“, stellt Fiedler fest. Sozialpädagogen, Erzieher, FSJ'ler und ein Spiritual kümmerten sich um die Konviktoren; vermittelten Struktur und sorgten für den Halt, den die Kinder zuhause oft missen. Aktuell gebe es 40 Internatsschüler.

 

 

 

OB Neher freut sich auf das Wiedersehen am Samstag. „Es war eine geniale und intensive Zeit“, erinnert er sich an seine drei Jahre im Konvikt. Im Teenager-Alter habe es für ihn dort Möglichkeiten gegeben, die es zuhause nicht gab. Er gibt sich überzeugt: „Noch heute ist das Konvikt eine wichtige und gute Einrichtung.“  Dem pflichten viele der heutigen  Konviktoren bei. „Zuhause ist dort, wo man Freunde hat und die findet man hier schnell“, sagt Lars Schmid, der die Abitursklasse des Albertus-Magnus-Gymnasiums besucht und einer der letzten Absolventen des Lateinaufbauzugs ist, für den er auch an das Konvikt kam. Den katholischen Werten, die im Konvikt mit Tischgebeten oder einer wöchentlichen Meditation über ein von den Schülern selbst bestimmtes Thema vermittelt werden, stehen die Schüler aufgeschlossen gegenüber.

 

 

 

Längst vergangen sind dabei die Tage, in denen der Zugang zum Konvikt, dessen Geschichte bis ins Jahr 1824 reicht, beschränkt war. Heute steht das Haus Angehörigen aller Konfessionen offen und selbst konfessionslose Schüler sind willkommen. Geschichte sind auch die Zeiten, in denen der Zugang zum Konvikt für Jungen reserviert war. Nach dem Umbau der ehemaligen Direktorenwohnung im Jahr 2009, gibt es Platz für 16 Mädchen, die das Konvikt im Herzen Rottweils besuchen können. Es gibt eine Schwimm-, eine Fußball-AG und einige der Mädchen bereiten sich im Cheerleader-Training auf einen sportlichen Wettkampf vor. Mit einem privaten Internat sei das Konvikt bei all dem jedoch nicht zu vergleichen, betont Fiedler und verweist auf die christliche Natur des Hauses und die soziale Durchmischung des Internats. Die Konviktoren bildeten die gesamte Bandbreite der Gesellschaft ab. Und so gehen ihre Zukunftspläne auch in die Breite: Ein Absolvent strebt eine Ausbildung bei der Autobahnmeisterei an, es gibt angehende Lehramtsstudenten, eine Gymnasiastin, die vor ihrem Studium zunächst durch Asien und Australien reisen möchte, und eine Schülerin, deren Berufswunsch „Polizistin“ lautet.

 

  

 

 

 

Das Programm:

 

 

 

Der Festakt beim Stiftungsfest der Stiftung Marchtaler Internate beginnt am Samstag, 4. Mai, um 12 Uhr im Festsaal des Rottweiler Albert-Magnus-Gymnasiums. Das Stiftungsfest selbst wird bereits um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Kapellenkirche eröffnet, zudem Bischof Dr. Gebhard Fürst und der emeritierte Weihbischof Dr. Johannes Kreidler erwartet werden. Ehemalige Konviktoren, die die Priesterlaufbahn eingeschlagen haben, werden bei dem Gottesdienst konzelebrieren. 

 

 

 

Die Internate:

 

 

 

Die vier Marchtaler Internate der Diözese Rottenburg-Stuttgart, zu denen das Konvikt Rottweil gehört, arbeiten nach dem speziell entwickelten „Marchtaler Internatsplan“, um eine ganzheitliche pädagogische Erziehung mit Kopf, Herz und Hand zu ermöglichen. Grundlage ihrer  bewusst wertorientierten Erziehung und Bildung ist das christliche Menschenbild:  Mehr Informationen zum Thema gibt es unter: www.marchtaler-internate.de/assets/marchtaler-internatsplan.pdf <http://www.marchtaler-internate.de/assets/marchtaler-internatsplan.pdf>

 

 

 


KDFB unterstützt Woche für das Leben

 

 

(Köln/kdfb) - Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) unterstützt die ökumenische Initiative Woche für das Leben, die vom 04.- 11.05.2019 unter dem Motto „Leben schützen. Menschen begleiten. Suizide verhindern“ stattfindet. Ziel ist, für Schutz und Würde des Menschen in allen Lebensphasen zu sensibilisieren sowie Beratungsangebote bekannter zu machen.

 

Fehlender Lebensmut, Zukunftsängste oder zunehmende Vereinsamung führen immer wieder dazu, dass Menschen gerade in Krankheits-, Grenz- und Krisensituationen die Selbsttötung als einzige Lösung für ihre schwere Lebenskrise sehen. „Für das persönliche Umfeld der Betroffenen ist es nicht immer leicht, Anzeichen von Suizidgedanken wahrzunehmen. Sie möchten helfen, fühlen sich aber oft überfordert oder wissen nicht, welche professionellen Beratungsangebote in dieser Situation zur Verfügung stehen“, stellt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth fest.

 

Der KDFB setzt sich deshalb dafür ein, auf breiter gesellschaftlicher Basis eine Kultur der Begleitung in Krankheits- und Krisensituationen zu schaffen, die zur Verhinderung von Suizid beitragen können. „Unsere Gesellschaft darf nicht zulassen, dass sich Kranke oder lebensmüde Menschen als Last empfinden und nur der frühzeitige Tod als Ausweg gesehen wird“, so Flachsbarth. Das therapeutische Angebot für psychisch kranke Menschen ist laut KDFB weiter auszubauen.

 

Der Verband begrüßt daher das Ziel der Woche für das Leben, die vielfältigen Hilfsangebote der Kirchen und ihrer Fachverbände bekannter zu machen und zur Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema der Suizidprävention anzuregen. „Krisen, Ängste, Tod und Sterben gehören zum Leben und zeigen sich auf vielfache Weise in unserer Gesellschaft. Wir dürfen davor nicht die Augen verschließen, sondern sind als Christinnen und Christen aufgerufen, achtsam gegenüber Mitmenschen zu sein und wenn möglich, Wege zum Leben aufzuzeigen“, erklärt die KDFB-Präsidentin.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

 

 


Abiturient befasst sich mit Trierer Bistumssynode

Ein Plädoyer für Veränderung

  Luca Schwarz . Foto: bt
Luca Schwarz . Foto: bt