Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

MONTAG, 18.11.2019


Landessynode setzt ihre Beratungen fort:

Kirchliche Zukunftsfragen und neue Grundlinien kirchlichen Handelns

 

(Lübeck-Travemünde/std) - Die 4. Tagung der II. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) wird heute (15. November) in Lübeck-Travemünde fortgesetzt.

Gestern hatten die Synodalen nach einer geistlichen Besinnung von Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, das „Erste Kirchengesetz zur Änderung des Pfarrdienstausbildungsgesetzes und zur Änderung des Kirchenbesoldungsgesetzes“ in erster Lesung beraten. Danach sollen Zugänge zur Ausbildung für den Pfarrdienst erweitert, Theologiestudierende stärker gefördert und die Bezüge der Vikarinnen und Vikare erhöht werden. Neben dem Filmbeitrag „KlimaSail“ der Jugendklimakonferenz befassten sich die Synodalen auch mit verschiedenen Berichten sowie Änderungen der synodalen Geschäftsordnung.

Die Synodalen brachten zudem ihre Unterstützung für einen vom Ausschuss „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ initiierten landeskirchenweiten Prozess zur Friedensfrage zum Ausdruck. Ab März 2020 soll es bis November in Kirchengemeinden, Diensten, Werken und Einrichtungen von Kirchenkreisen und Landeskirche um Veränderungen in der globalen Sicherheitsarchitektur, um aus der Weltwirtschaft resultierende Risiken und Verantwortung für den Frieden, um das Friedenspotenzial der Religionen sowie Friedensbildung als eine Voraussetzung für den Frieden gehen. Nach Vertiefungs- und Auswertungsphasen sollen daraufhin 2021 Impulse aus dem Prozess der Landessynode vorgelegt werden, um über Positionen und Konsequenzen für die Landeskirche zu beraten und zu beschließen. Der Prozess soll zugleich der Auseinandersetzung und dem gemeinsamen Lernen zum Thema Frieden dienen und mit einer öffentlichen Kampagne eine breite Außenwirkung entfalten.

Heute (15. November) stehen die Ergebnisse eines Gutachtens über die langfristige Projektion zur Mitgliederzahl- und Kirchensteuerentwicklung in der Nordkirche im Mittelpunkt der Beratungen der Landessynode. Das Gutachten ist Teil der im Mai von Evangelischer Kirche in Deutschland (EKD) und Deutscher Bischofskonferenz (DBK) vorgestellten Studie „Kirche im Umbruch – Projektion 2060“ des Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) der Albert-Ludwig-Universität Freiburg. Welche Visionen Kinder und Jugendliche von der Zukunft der Kirche haben, wird in einem Film des Jugendpfarramtes der Nordkirche vorgestellt werden.

 

„Fülle – nicht Knappheit. Warum wir theologisches Nachdenken brauchen“ ist der anschließende Vortrag von Prof. em. Dr. Hans-Martin Gutmann, dem früheren Professor für Praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Homiletik am Institut für Praktische Theologie an der Universität Hamburg, betitelt. Am Nachmittag werden die Synodalen die Ergebnisse des Gutachtens in Arbeitsgruppen auswerten und über Chancen und neue Wege für die Zukunft der Nordkirche beraten.

Ein weiterer Schwerpunkt der heutigen Beratungen wird die Erprobung neuer „Grundlinien kirchlichen Handelns bei Taufe und Abendmahl sowie bei Gottesdiensten anlässlich der Konfirmation, der Eheschließung (Trauung) und der Bestattung“ sein. Die dabei gesammelten Erfahrungen sollen mit den Grundlinien in die Überarbeitung der „Leitlinien kirchlichen Lebens“ der Vereinigten Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) einfließen. Im Gottesdienst am Abend (18 Uhr) in der Travemünder St.-Lorenz-Kirche wird Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt die neue Kirchenleitung in ihr Amt einführen. Die Predigt hält Bischof Tilman Jeremias (Sprengel Mecklenburg und Pommern). Ab 20.30 Uhr ist heute Abend die Verleihung des Gemeindebriefpreises der Nordkirche vorgesehen, dessen Schirmherrin Präses Ulrike Hillmann ist.

Am Samstagmorgen (16. November) wird einer der beiden Gottesdienstpreise 2019 der „Karl-Bernhard-Ritter-Stiftung zur Förderung des Gottesdienstes“ verliehen. Ausgezeichnet wurde das Team um Pastorin Katharina Gralla für die „Atempausen am Meer“ für Urlauber und Einheimische an der Lübecker Bucht. Anschließend berichtet Bischof Gothart Magaard über das kirchliche Leben im Sprengel Schleswig und Holstein. Darüber hinaus stehen am Nachmittag neben der zweiten Lesung des „Ersten Kirchengesetzes zur Änderung des Pfarrdienstausbildungsgesetzes und zur Änderung des Kirchenbesoldungsgesetzes“ mehrere Wahlen für synodale Ausschüsse auf der Tagesordnung.

Voraussichtlich gegen 15.30 Uhr soll die Tagung der Landessynode mit einem Reisesegen enden.


Online der Verstorbenen gedenken

Trauern im Netz – Chatandacht am Ewigkeitssonntag

 

(Karlsruhe/ekiba) - Der Tod geliebter Menschen wirkt oft lange nach. Was bleibt von ihnen, woran erinnert man sich? Traditionell gedenken evangelische Christinnen und Christen am Ewigkeitssonntag verstorbener Angehöriger und Freunde – in Gemeindegottesdiensten, aber auch online: Seit 2009 bietet das Portal www.trauernetz.de am Ewigkeitssonntag eine Chatandacht an, die in diesem Jahr am 24. November 2019 um 18 Uhr auf www.trauernetz.de stattfindet.

 

 

 

Die Online-Andacht ergänzt das gottesdienstliche Angebot der Kirchengemeinden vor Ort. Im Chat können Angehörige und Freunde auch an Menschen erinnern, die bereits vor längerer Zeit gestorben sind. Zudem bietet sie auch Trauernden, die nicht an einem Gemeindegottesdienst teilnehmen können, eine Möglichkeit des Gedenkens.

 

 

 

Ab sofort ist es möglich, auf dem Portal die Namen von Verstorbenen in ein digitales Trauerbuch einzutragen. Eine weitere Anmeldung ist nicht notwendig. Während der Online-Andacht am Ewigkeitssonntag werden diese im Chat eingeblendet und im Gebet vor Gott gebracht. Zusätzlich zur Chatandacht bietet trauernetz.de auch die Möglichkeit, Online-Gedenkseiten für Verstorbene anzulegen. „Immer mehr Lebensvollzüge verlagern sich ins Internet. Deshalb ist es nur folgerichtig, Totengedenken auch online zu ermöglichen: im Chat, als Gedenkseite, Blog oder auch in sozialen Netzwerken wie beispielsweise Instagram”, sagt Pfarrer Ralf Peter Reimann, der die Online-Andacht gemeinsam mit seiner Kollegin Pfarrerin Maike Roeber halten wird. „Seit mittlerweile zehn Jahren ist unsere Chat-Andacht für Trauernde ein fester Ort, um an verstorbene Angehörige und Freunde zu erinnern“, ergänzt Maike Roeber.

 

 

 

Links: www.trauernetz.de und www.instagram.com/trauernetz/

 

 

 

www.trauernetz.de ist eine Kooperation der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.

 

 

 


Vertrag über Zusammenarbeit im Hauptbereich Mission und Ökumene unterzeichnet

Landesbischöfin: „Auch künftig Kirche in weltweiter ökumenischer Gemeinschaft“

 

(Lübeck-Travemünde/Schwerin/std) - Ein neuer Vertrag über die Wahrnehmung gemeinsamer ökumenischen Aufgaben und die Zusammenarbeit im Hauptbereich Mission und Ökumene der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) ist heute (14. November) in Lübeck-Travemünde geschlossen worden. Am Rande der Tagung der Landessynode unterzeichneten Vertreter der Kirchenleitung der Nordkirche, des Zentrums für Mission und Ökumene in der Nordkirche und der Diakonischen Werke Schleswig-Holsteins, Hamburgs und Mecklenburg-Vorpommerns eine entsprechende Vereinbarung.

 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, die den Vertrag als Vorsitzende der Kirchenleitung unterschrieben hat, hob aus diesem Anlass hervor: „Dieser Vertrag trägt wesentlich dazu bei, dass wir auch in Zukunft Kirche in weltweiter ökumenischer Gemeinschaft und Kirche in weltweiter Sendung sein werden. Denn Kirche, Leib Christi, sind wir nie nur für uns allein, sondern immer nur gemeinsam mit allen, die im Glauben an Christus durch ihn miteinander verbunden sind. Kirche als Leib Christi – überall da, wo Menschen in Jesu Namen versammelt und zugleich Teil der weltumspannenden Kirche Jesu Christi sind, verbunden mit Geschwistern in anderen Teilen der Welt.“

 

Die Landesbischöfin weiter: „Als Nordkirche sind wir Teil dieser großen ökumenischen Lerngemeinschaft; wir bringen etwas ein und wir profitieren von ihr – im Blick auf unseren Prozess der interkulturellen Öffnung und ebenso im Blick auf den interreligiösen Dialog, Beide haben wachsende Bedeutung, denn jeder Akt des Fundamentalismus, jede Gewalttat gegen Angehörige einer Religion oder Weltanschauung macht uns auf traurige Weise klar, wie viel an Verständigung noch zu leisten ist und wie wichtig dabei die genannten Dialoge in den vielen Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Partnern sind.“

 

Mit dem Vertrag werde die Zusammenarbeit zwischen der verfassten Kirche und den selbständigen Trägern kirchlicher Arbeit auf eine neue Grundlage gestellt. Die Mission, das Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, der Wille, Teil der weltweiten Christenheit zu sein und auf die Stimmen von Christen und Christinnen aus anderen Ländern hören zu wollen, seien die Themen des Hauptbereichs und zugleich „zentrale Themen unserer ganzen Nordkirche“, so die Landesbischöfin. Dies sei bereits in der Verfassung der Nordkirche verankert.

 

Die Landesbischöfin wies in diesem Zusammenhang auch auf die bundesweite Eröffnung der 61. Aktion des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“ unter dem Motto „Hunger nach Gerechtigkeit“ am 1. Dezember in der Christkirche in Rendsburg hin: „Das ist ein guter erster gemeinsamer Schritt von verfasster Kirche und selbständigen Trägern. Dass wir weiterhin als starke Partner gemeinsam im Rahmen des kirchlichen Entwicklungsdienstes an der Überwindung von Hunger und Ungerechtigkeit mitarbeiten – indem wir unsere internationalen Partner unterstützen und eine reiche Landschaft der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit bei uns befördern – das freut mich ganz besonders!“

 

Mit dem neuen Vertrag über die gemeinsame Zusammenarbeit wird eine seit zehn Jahren bestehende Vereinbarung abgelöst. Zu den Unterzeichnenden gehören für die Kirchenleitung Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Vorsitzende) und Prof. Dr. Dr. Christoph Stumpf, für das Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche Pastor Dr. Christian Wollmann (Direktor) und Pastor Jan Christensen (Vorstand), für das Diakonische Werk Hamburg – Landesverband der Inneren Mission e. V. Landespastor Dirk Ahrens und das Mitglied des Vorstandes Gabi Brasch, für das Diakonische Werk Schleswig-Holstein – Landesverband der Inneren Mission e. V. Landespastor Heiko Naß und für das Diakonisches Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. Landespastor Paul Philipps und das Mitglied des Vorstandes Henrike Regenstein.

 


Reihe „Theo-Talk“ gedenkt christlicher Gewaltopfer der NS-Zeit

Vergessene Trierer Märtyrer

Foto: bt
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(Trier/Köln/bt) – Rund 20 Frauen und Männer sind zum Themenabend des von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Trier organisierten Theo-Talks zusammengekommen, um der christlichen Glaubensboten zu gedenken, die einen konkreten Bezug zu Trier hatten und in der Zeit des Nationalsozialismus einen gewaltsamen Tod erfuhren. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts sind sie nahezu völlig in Vergessenheit geraten.

 

Zu Gast war der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für das Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Prälat Prof. Dr. Helmut Moll. Er referierte zum Thema „Die mit der Stadt Trier verbundenen christlichen Gewaltopfer der NS-Zeit dem Vergessen entreißen“. Moll ist es zu verdanken, dass der Wunsch von Papst Johannes Paul II., für das Heilige Jahr 2000 eine alle Kontinente umfassende Märtyrergeschichte des 20. Jahrhunderts auf den Weg zu bringen, mit Blick auf Deutschland in Erfüllung gegangen ist. So stellte er in Deutschlands ältester (Bischofs-)Stadt das mittlerweile in der siebten Auflage erschienene Dokumentationswerk „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ vor, das er im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz herausgeben hat. Dabei ging er stellvertretend für all die vergessenen Glaubenszeugen, die in der Nazi-Diktatur den Märtyrertod erlitten haben, auf acht insbesondere mit Trier verbundene Männer und Frauen ein, indem er ihre teils aufwändig rekonstruierten Biografien vortrug. Mit Ausnahme von Edith Stein, der heute als Patronin einer eigenen Pfarrei in Trier gedacht wird, sind die folgenden Namen den meisten Trierern kein Begriff mehr: Leo Statz (in Trier angezeigt), Pfarrer Johannes Ries (in Trier zum Priester geweiht), Schwester Mirjam (Elisabeth) Michaelis (Ordensschwester in Trier bei der Kongregation der Schwestern vom hl. Josef), Pfarrer Jakob Ziegler sowie Pfarrer Josef Bechtel (beide Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums Trier), Abt Michael von Witowski (zwischenzeitlich Priester bei den Benediktinern in St. Matthias) und schließlich der in Albanien seliggesprochene Pfarrer Josef Antonius Marxen (in Trier oder Zemmer gefirmt). Denn ihrer wird bislang weder liturgisch noch stadtgeschichtlich gedacht.

 

Unmittelbar nach Ende der Veranstaltung sind erste Gespräche darüber geführt worden, wie die KEB in Kooperation mit anderen Institutionen und Verantwortlichen künftig die Trierer Märtyrer nicht nur dem Vergessen entreißen, sondern sie auch in Zeiten zunehmender demokratiefeindlicher Entwicklungen entsprechend ehren wird.

 

Die Reihe Theo-Talk findet immer am 3. Montag im Monat im Trierer Petrusbräu, Kalenfelsstraße 3, statt; Einlass ist ab 18.30 Uhr, Beginn jeweils um 19.00 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, Interessierte sind herzlich eingeladen. Die nächsten beiden Termine sind am 18. November (Dr. Bernhard Wabnitz, „Die Amazonas Synode – Ergebnisse und Ausblick“) und am 16. Dezember (Prof. Dr. Wilhelm Seggewiss, „Der Stern von Bethlehem in Astronomie, Theologie und Kunst“). Organisiert wird die Veranstaltung von Katharina Zey-Wortmann (Leiterin der KEB Fachstelle Trier) und Dr. Samuel Acloque (Religionspädagoge). Weitere Infos gibt es auf www.keb-trier.de.

 


missio ruft zwischen dem 23. und 29.11.2019 zur Handy-Spendenaktion für einen guten Zweck auf

Woche der Goldhandys

 

(Aachen/missio) - Unter dem Titel „Woche der Goldhandys“ ruft das katholische Hilfswerk missio zwischen dem 23. und 29. November zum Spenden von ausgemusterten Handys auf. „Wir wenden uns mit der Mitmach-Aktion an alle Menschen, die ein altes Handy besitzen“, erklärt Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio in Aachen. „Denn in deutschen Schubladen verstauben über 124 Millionen alte Geräte, die Gold wert sind“. Das Mitmachen bei der Aktion ist einfach: Aktuell gibt es über 400 öffentliche Stellen, an denen alte Handys gespendet werden können. Ebenso stellt missio kostenlose Aktionspakete für die Durchführung der Spendenaktion in Schulen, Gemeinden, Vereinen und Unternehmen zur Verfügung. Natürlich können ausgemusterte Handys auch direkt an missio geschickt werden.

Wie sinnvoll solche Recycling-Maßnahmen sind, zeigt die Tatsache, dass in 41 Smartphones so viel Gold enthalten ist wie in einer Tonne Golderz. Der Gesamtwert der Rohstoffe in allen Altgeräten in Deutschland beträgt mehr als 250 Millionen Euro. Inzwischen sind große Elektrofachmärkte ebenfalls auf die Idee des Recyclings aufmerksam geworden und testen sogenannte „Sell & Go-Automaten“, mit denen Altgeräte gekauft werden. Doch dieses kommerzielle Modell unterscheidet sich fundamental von missios Woche der Goldhandys. Anders als im Einzelhandel fließt bei missio ein Teilerlös des Recyclings als Spende in Hilfsprojekte im Kongo.

Der Termin der Aktionswoche wurde bewusst gewählt, da der 25. November der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“ ist. Dieser Tag soll darauf aufmerksam machen, dass sexuelle Gewalt im Kongo als Kriegswaffe von Rebellen eingesetzt wird, während sie gezielt die Regionen mit den wertvollen Mineralien erobern, die für die Produktion von Smartphones benötigt werden.

missio ruft seit 2017 zum dritten Mal die Woche der Goldhandys aus. Bislang wurden über 125.000 alte Smartphones gespendet. Rund 16.000 der Altgeräte konnten wiederaufbereitet werden, die übrigen Handys wurden recycelt. Daraus wurden 2,5 Kilogramm Gold, 17 kg Silber und 835 kg Kupfer zurückgewonnen

Das Recycling erfolgt ausschließlich in Europa, wo die wiederaufbereiteten Geräte der missio-Kooperationspartner Mobile-Box auf den Markt bringt.

Unter allen Teilnehmern der Handyspenden-Aktion verlost missio als Hauptpreis ein fair hergestelltes „Shiftphone“, als zweiten Preis ein wiederaufbereitetes Smartphone von „Futurephones“. Weitere Informationen zur „Woche der Goldhandys“ und eine Deutschlandkarte mit den Orten, wo Handys abgegeben werden können, sind zu finden unter www.missio-hilft.de/goldhandys

 

 

Wer ist missio?

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2018 stellt missio Aachen rund 46,5 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.192 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.


Gegen Mobbing am Arbeitsplatz – 20 Jahre Beratungstelefon

 

(Freiburg/Südbaden/ekiba) - Seit 20 Jahren hat das Mobbing-Beratungstelefon in Freiburg ein offenes Ohr für die Nöte von Menschen, die sich an ihrem Arbeitsplatz schikaniert fühlen. Mehr als 2.500 Anruferinnen und Anrufer haben sich seither auf der Suche nach Hilfe an das Beratungstelefon gewandt, das am 13. November sein 20-jähriges Bestehen feiert.

 

 

 

„Die Mobbing-Beratung ist ein wichtiger Beitrag zum Betriebsfrieden. Sie unterstützt und stärkt die Betroffenen von Diskriminierung und Ausgrenzung und hilft ihnen, wieder handlungsfähig zu werden“, erklärt Pfarrer Dr. Dieter Heidtmann, Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) Baden. „Hinter jedem Beratungsgespräch steht ein Mensch in einer Notlage. Dass wir diese Menschen nicht alleine lassen, halte ich für sehr, sehr wichtig.“

 

 

 

Die Telefonberatung ist kostenlos, anonym und steht überkonfessionell allen Hilfesuchenden offen. Die dafür geschulten ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater bringen Fachwissen und ein Expertennetzwerk aus unterschiedlichen Disziplinen – Recht, Psychologie, Sozialarbeit und Seelsorge – in die Beratung ein.  Ziel des südbadischen Mobbing-Beratungstelefons ist es, dass Menschen in Gesellschaft und Arbeitswelt respektvoll und konstruktiv miteinander umgehen. Das Angebot wird getragen vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und unterstützt von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), der Arbeitnehmerseelsorge im Erzbistum Freiburg sowie vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und seinen Mitgliedgewerkschaften.

 

 

 

Das Angebot geht aber weit über die Beratung am Telefon hinaus. So werden auch Firmen, Institutionen und Interessierte in Vorträgen und Workshops informiert und beraten. In den zurückliegenden 20 Jahren wurde damit mehr Bewusstsein und Offenheit für das Thema Mobbing geschaffen. Denn Konflikte frühzeitig zu erkennen, sie anzunehmen und kompetent zu lösen, entzieht Mobbing den Nährboden.

 

 

 

„Ich möchte mich anlässlich des Jubiläums ganz herzlich bei den Mitarbeitenden bedanken, die diese wichtige Arbeit tragen. Mobbing kann dank ihnen verhindert und entschärft werden“, so Dieter Heidtmann.

 


Volkstrauertag in KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund:

Bischof Magaard und Honorarkonsul Boerstra erinnern an Opfer

 

(Schleswig/Ladelund/aw) - Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), und Hylke Boerstra, Honorarkonsul der Niederlande, werden die Gedenkreden zum diesjährigen Volkstrauertag (17. November) in Ladelund halten. Anlass sind die Veranstaltungen der Gemeinde und der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte, mit denen an die Opfer des KZ und die Zerstörung des niederländischen Ortes Putten durch deutsche Besatzer vor 75 Jahren erinnert wird. Die Bürgermeister der Gemeinden Putten und Ladelund werden einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnen.

 

Bischof Gothart Magaard: „Wie über Gräber hinweg internationale Zusammenarbeit, Versöhnung und Freundschaft möglich ist, wird am Beispiel von Ladelund deutlich. Den Anfang machte Pastor Johannes Meyer, der es sich 1946 zur Aufgabe machte, die Hinterbliebenen über das Schicksal der 110 Männer aus dem niederländischen Putten, die hier im KZ Ladelund umkamen, aufzuklären und zu besuchen. Ein grausames Kriegsverbrechen hatte 1944, vor 75 Jahren, in dem niederländischen Ort Putten stattgefunden, begangen von der deutschen Wehrmacht. Dass die Kontakte zwischen der evangelischen Kirchengemeinde Ladelund und der Gemeinde Putten heute in einem Partnerschaftsvertrag münden, ist ein Zeichen der Hoffnung und des Friedens. Wir können Gott dankbar sein, der Menschen in Putten und Ladelund bereit gemacht hat, sich die Hände zu reichen, sich gemeinsam zu erinnern und sich zu stärken für unser Leben in der Gegenwart.“

 

Hylke Boerstra, Honorarkonsul der Niederlande,: „Zum 75-jährigen Gedenken an die Razzia von Putten am 2. Oktober sprach der niederländische Staatssekretär Blokhuis in Anwesenheit von Prinzessin Beatrix in der dortigen Kirche. Er ist wie ich ein Kind der Freiheit. Die Generationen, die nach uns kommen, sind Kinder der Freiheit. Um zu verstehen, was diese Freiheit bedeutet und was es zu beschützen gilt, müssen, so Blokhuis, zukünftige Generation wissen, was passiert ist. Unser Privileg der Freiheit ist ein Erbe des Krieges, ein Erbe des Nie-mehr. Dieses Erbe verpflichtet. Lassen Sie uns in diesem Sinn die Errungenschaften unserer pro-europäischen Länder, sowie die starke Position unserer bilateralen Freundschaft und die eroberte Fähigkeit zum gemeinsamen Gedenken, als Teil unserer Freiheit begreifen. Als Freiheit, die uns Kraft gibt, unseren Frieden zu verteidigen und ihn mit anderen zu teilen.“

 

Bereits um 10 Uhr beginnt in der St. Petri Kirche in Ladelund ein Gottesdienst zum Volkstrauertag mit Pröpstin Annegret Wegner-Braun, Kirchenkreis Nordfriesland, und Pastor Hans-Joachim Stuck, Kirchengemeinde St. Petri, Ladelund. Die Predigt hält Werner Gugler, Pastor in der Kirchengemeinde Putten (Niederlande). Im Anschluss werden Kränze auf dem Friedhof von Ladelund und an den Ehrenmalen in Ladelund und Westre niedergelegt.

 

In der Gedenkstunde ab 12.30 Uhr werden Bischof Gothart Magaard und Honorarkonsul Hylke Boerstra die Hauptreden halten. Siegfried Puschmann, 1. Stellvertretender Kreispräsident des Landkreises Nordfriesland, Jan van den Hoorn, Stiftung Oktober 44, Putten, und Matthias Weiss, Landesvorsitzender der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein, werden Grußworte sprechen. Die Gedenkstunde findet im Saal des Kirchspielkruges in Ladelund statt. Anschließend unterzeichnen dort die Bürgermeister Lutz Martensen (Ladelund) und Hank Lambooij (Putten) einen Partnerschaftsvertrag beider Gemeinden.

 

Um 14 Uhr wird in Ladelund das Straßenschild „Weg des Gedenkens“ enthüllt. Zum Abschluss gibt der Chor „De Loofstem“ aus Putten ein Konzert in der St.-Petri-Kirche.

 

Hintergrund:

 

Im Rahmen einer Strafaktion wurden 1944 auf Befehl der deutschen Wehrmacht 660 Puttener Männer gefangengenommen und in das KZ Neuengamme gebracht. Von dort aus wurden die Puttener Häftlinge in weitere Konzentrationslager verschickt, auch in Außenlager Neuengammes. Die zurückgebliebenen Einwohner Puttens wurden vertrieben; das Dorf wurde zerstört. Bis Kriegsende kamen die meisten der deportierten Männer aus Putten in deutschen Konzentrationslagern um, 110 von ihnen im KZ Ladelund. Nur 48 Deportierte kehrten nach der Befreiung zurück.

 

Vom 1. November bis 16. Dezember 1944 bestand in der Gemeinde Ladelund ein Konzentrationslager. Die SS ließ hier 2.000 Häftlinge aus zwölf Nationen Panzerabwehrgräben ausheben. Innerhalb von sechs Wochen starben 300 Häftlinge. Sie wurden auf dem Dorffriedhof bestattet.

 

Bald nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab es erste Kontakte zwischen der evangelischen Kirchengemeinde Ladelund und dem niederländischen Ort Putten. Pastor Johannes Meyer, Ladelund, bemühte sich um die Registrierung und Bestattung der Opfer des KZ Ladelund sowie um eine würdige Gestaltung und Pflege der Gräber. Diese sind Ursprung und Zentrum der heutigen KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte. Als deren Gründungstag gilt der 24. Oktober 1950, an dem erstmals 130 Angehörige getöteter Häftlinge aus dem niederländischen Putten die Gräber besuchten. In den Folgejahren wurde der Kontakt ausgebaut, unter anderem durch gegenseitige Besuche.

 

Internet: https://kz-gedenkstaette-ladelund.de/

 


Wir sind Kirche zum Versuch, Entschädigungsleistungen auf die Kirchenmitglieder abzuwälzen

„Solidarität ja – Kostenabwälzung nein“

 

(München / Bonn / Trier/wsk) - Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche fordert die Deutsche Bischofskonferenz auf, die von ihrem Missbrauchsbeauftragen Bischof Dr. Stephan Ackermann geplante Prüfung, ob Missbrauchsentschädigungen künftig auch aus allgemeinen Kirchensteuermitteln gezahlt werden müssen, sofort einzustellen. Es reicht nicht aus, dass Bischof Ackermann sich jetzt nur für seinen Vergleich mit der gescheiterten PKW Maut entschuldigt.

 

Wenn klerikale Täter selbst nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden können, so kann es nicht Aufgabe der Kirchenmitglieder sein, über die allgemeinen Kirchensteuergelder für das Versagen der Kirchenleitungen einzustehen. Denn deren jahrzehntelange Vertuschung hat wesentlich dazu beigetragen, dass die sexualisierte Gewalt innerhalb der römisch-katholischen Kirche dieses Ausmaß angenommen hat.

 

Die Regelung im Bistum Trier, dem Ackermann als Bischof dient, dass Entschädigungsleistungen ausschließlich aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls zu leisten sind, muss in allen deutschen Bistümern Anwendung finden. Wenn einzelne Bistümer, z.B. in Ostdeutschland dazu nicht in der Lage sein sollten, so ist ein Finanzausgleich zwischen den einzelnen Bistümern zu organisieren.

 

Grundsätzliche Fragen

 

Der Vorschlag von Bischof Ackermann wirft auch die grundsätzliche Frage nach der Transparenz und Verfügungsgewalt aller kirchlichen Vermögen auf. Die nach dem Limburger Finanzskandal von den Bischöfen zugesagte Transparenz lässt auch jetzt nach mehr als fünf Jahren noch sehr zu wünschen übrig. Der aktuelle Vorschlag Ackermanns ist auch insofern unbedacht, weil er die Kirchenaustrittszahlen noch weiter und zu Recht in die Höhe treiben würde. Bei seinem Vergleich mit der PKW Maut übersieht er auch, dass Politiker*innen über eine Partei gewählt werden, aber auch wieder abgewählt werden können. Das ist in der römisch-katholischen Kirche schlechterdings unmöglich. Eigentlich hätten scharenweise Bischöfe zurücktreten müssen, dies ist aber bislang nicht geschehen.

 

Vertrauensschaden für den Synodalen Weg

 

Der Versuch von Bischof Ackermann, mit dem Appell an die Solidargemeinschaft finanzielle Belastungen auf die Kirchenmitglieder zu übertragen, ist gerade kurz vor dem für den für den 1. Dezember geplanten Beginn des Synodalen Weges ein immenser Vertrauensschaden für die Zusammenarbeit zwischen Bischöfen und Kirchenmitgliedern.

 

Dabei ist immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass die vier Foren des Synodalen Weges genau die Themen betreffen, die nach dem Missbrauchsskandal des Wiener Kardinals Gröer Inhalt des KirchenVolksBegehrens im Jahre 1995 in Österreich und Deutschland waren. Wenn diese Themen schon damals von den Kirchenleitungen ernstgenommen und angegangen worden wären, wäre zumindest in den vergangenen 24 Jahren vielen Betroffenen großes Leid und der Kirche immenser Schaden erspart worden. – Heute vor genau 24 Jahren, am 12. November 1995, ging das KirchenVolksBegehren in Deutschland zu Ende, dessen fünf Forderungen allein hier mehr als 1,8 Millionen Frauen und Männer unterschrieben haben.

 

> Wir sind Kirche zum Thema Sexualisierte Gewalt in der Kirche    
> Wir sind Kirche zu Kirchensteuer und Kirchenfinanzierung

 


Hospizbewegung Andernach-Pellenz besteht seit 20 Jahren

Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten

Einige Mitglieder des Vorstands. Foto: bt
Einige Mitglieder des Vorstands. Foto: bt

 

(Andernach/bt) – „Alles, was du auf Erden verschenkst, wird dich in den Himmel begleiten“, sagt Bernhard Ickenroth gerne, wenn er auf sein Engagement und das vieler Ehrenamtlicher beim Förderverein Hospizbewegung Andernach-Pellenz angesprochen wird. Seit 20 Jahren kümmern sich Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter um Schwerstkranke und informieren über das Thema „Sterben“.

 

Der Verein wurde von dem katholischen Pastor Günter Schmidt und dem evangelischen Pfarrer Helmut Cordes initiiert mit dem Ziel, körperliche und seelische Leiden am Lebensende zu lindern – unabhängig von Herkunft oder Religion. Dazu trägt ein Netz von ehrenamtlichen Hospizbegleitern, zwei hauptamtlichen Palliative-Care Schwestern, Ärzten, Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie die Stiftung Kirchliche Sozialstation bei. Für die Betroffenen entstehen

 

keinerlei Kosten, das ist den Mitgliedern des Fördervereins und den Andernachern und Pellenzern zu verdanken, „die sind sehr spendenfreudig“,  berichtet der Vorsitzende Bernhard Ickenroth. Jährlich fallen 20.000 bis 25.000 Euro Kosten an, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

 

Als Hospizbegleiter engagieren sich rund 50 Frauen und „leider zu wenige Männer“, sagt Ickenroth. Sie gehen auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Patienten ein. Dazu zählt beispielsweise, wieder Kontakte zu den Kindern herzustellen und so eine Aussöhnung zu ermöglichen.

 

Ein Gewinn für beide Seiten

 

„Ich weiß es sehr zu schätzen, dass unsere Begleiter 1000ende Stunden ihrer Lebenszeit verschenken“, betont der 77-Jährige. „Es ist aber nicht nur ein Geben, sondern man kann auch viel lernen“, weiß Ickenroth. So berichtet er von einer Gegebenheit, bei der sich ein Schwerstkranker mit einem Hospizbegleiter zwei Stunden über das gemeinsame Hobby „Motorradfahren“ ausgetauscht hat. „Der Patient hat für diese Zeit seine Krankheit vergessen.“ Im Hinblick auf die unterschiedlichen, oftmals lebensbejahenden Gespräche sagt er: „Es lohnt sich, Zeit für Schwerstkranke und sterbende Menschen zu investieren“. Er spricht aus eigener Erfahrung, denn er und seine Frau sind seit 26 Jahren in der Hospizarbeit aktiv.

 

Der Verein sieht eine weitere Aufgabe darin, über die Hospizbewegung zu informieren. So gibt es Projektwochen für Grundschulklassen. „Dort gibt es dann schon mal Vorbehalte der Eltern, die sich fragen: ‚Kann ich meinen Kindern das zumuten?‘“ Doch am Ende seien Eltern und Kinder von der Woche sehr berührt. „Auf diese Weise lernen uns auch junge Familien kennen“, weist Ickenroth auf einen weiteren positiven Aspekt hin. Diese Zielgruppe würden sie ansonsten selten erreichen. Bei den jährlichen Friedhofsbegehungen wären beispielsweise doch eher ältere Menschen anwesend; davon dann aber gleich 40 bis 50 Personen. Hier informiert der Verein oftmals zusammen mit einem Vertreter der Stadt über die fast 20 unterschiedlichen Bestattungsformen. „Hierbei kann man sich zwanglos und in Ruhe überlegen, wie man beerdigt werden will.“

 

Für die Zukunft wünscht sich der Vorsitzende, dass noch mehr Männer Hospizbegleiter werden. Und dass es von staatlicher Seite eine höhere Unterstützung der Ehrenamtlichen gibt.

 

Zum 20-jährigen Bestehen feiert Weihbischof Jörg Michael Peters und Superintendent Rolf Stahl mit der Gemeinde am Dienstag, 12. November, um 18 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in der Andernacher Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (Kirchstraße 11).

 

Weitere Informationen zum Förderverein gibt es unter Tel.: 02632-42499 oder per E-Mail an info(at)foerderverein-hospizbewegung-andernach-pellenz.de.

 


Jahreskonferenz Jugendseelsorge diskutiert die Digitalisierung in der Jugendpastoral

Bischof Oster fordert Beteiligung bei Klimaschutz und Digitalisierung von jungen Menschen

 

(Düsseldorf/afj) – Am Rande der Jahreskonferenz Jugendseelsorge der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj) bestärkte der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stefan Oster SDB, junge Menschen, sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen. „Mit Laudato si‘ haben wir eine starke Botschaft, die mehr als nur anschlussfähig an die Fridays for Future-Bewegung ist. Und mit Papst Franziskus haben wir eine weltweit gehörte Autorität dafür“, so der Jugendbischof. Die Bewegung Fridays for Future habe das Thema in der politischen Agenda weit nach vorne gebracht. Der Jugendbischof sehe insbesondere auch junge Katholikinnen und Katholiken in der Verantwortung, für die Bewahrung der Schöpfung einzutreten.

 

Die Teilnehmenden der Jahreskonferenz setzten sich inhaltlich mit der Frage auseinander, wie Digitalisierung in Jugendpastoral gelingen kann. Dazu waren einige Referentinnen und Referenten zu Gast. Ingo Leven, Co-Autor der Shell Studie 2019, stellte die im Oktober erschienene Studie vor und gab so Einblicke in die digitale Lebenswelt junger Menschen. Die Studie verdeutliche, so Leven, dass junge Menschen digitale Inhalte und Plattformen sehr unterschiedlich nutzten. So stelle für die meisten Jugendlichen das Internet ein Unterhaltungsmedium dar, während ein kleinerer Teil das Internet auch als Informationsmedium verstehe. „Wichtig ist zu verstehen, dass Digitales für Jugendliche kein Selbstzweck ist, sondern ein Spiegelbild dessen, wie sie sich auch sonst verhalten“, sagte Leven.

 

Michael Brendel, Autor des Buches „Künftige Intelligenz“, referierte zum Thema „Menschsein im KI-Zeitalter – Künstliche-Intelligenz, Transhumanismus und die Krone der Schöpfung“. Zunehmend würden Aufgaben und Entscheidungen von künstlichen Intelligenzen übernommen bzw. getroffen, so Brendel. Diese Entwicklung sei auch immer mit Fragen der Ethik und Werte verbunden. So geht es beispielsweise im Kern um die Frage, was uns als Menschen – und auch als Krone der Schöpfung – ausmache. „Hier haben wir als Kirche einen klaren Auftrag, uns in die Debatte einzumischen. Wir müssen eine klare Haltung entwickeln, sprachfähig werden und in den Diskurs einsteigen“, so Brendel. „Denn Identität lässt sich nicht im Binärcode ausdrücken“.

 

Professor Dr. Wolfgang Beck sprach zum Thema „Das Virtuelle ist real! Theologische Sondierungen in der Kultur des Digitalen“. Kirche sei von ihrem Kern aus auf die Hinwendung zum Menschen ausgerichtet. Daher dürfe auch die Kommunikation über die sozialen Medien nicht beim Transport vom Wissen stehen bleiben. „Social Media muss als Beziehungspflege verstanden werden“, so Beck. „Bleiben Sie dabei konsequent. Wenn Sie einmal Beziehung anbieten, müssen Sie auch im Folgenden erreichbar sein“.

 

“Wir leben in einer themenzentrierten Welt und daher muss auch unsere Kommunikation immer an Themen oder Personen orientiert sein, nicht an Orten“, betonte Stefan Lesting, Berater für Digitalität in kirchlichen Organisationen. Erfolgreiche digitale Kommunikation passe darüber hinaus immer zur Resonanz-Gruppe, so Lesting weiter. Sie erfordere viel Einsatz sowie entsprechende zeitliche, finanzielle und personelle Ressourcen. „Es braucht mehrere kreative Personen, die sich gegenseitig bei der Entwicklung von Ideen bereichern, damit interessante Geschichten entstehen“, sagte Lesting.

 

„Jugendpastoral ist in weiten Feldern bereits erfolgreich digital unterwegs“, fasste Bianka Mohr, Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge, die Ergebnisse der Konferenz zusammen. Trotzdem stießen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder an Grenzen bei der Umsetzung, da es häufig zu wenig Know-how, personelle, finanzielle und zeitliche Ressourcen gebe. „Neben dem Handlungsbedarf im Hinblick auf die Ausstattung muss Digitalität als Querschnittsthema in allen jugendpastoralen Handlungsfeldern umgesetzt werden“, so Mohr.

 

Auch Bischof Dr. Stefan Oster SDB beteiligte sich an den Diskussionen um Digitalisierung. „Wir haben an unterschiedlichen Orten in der Jugendpastoral bereits eine große Medienwirkung“, stellte Oster fest. Diese gelte es zu konzentrieren und auszubauen. „Dafür brauchen wir Personen, die gut und authentisch sind und Inhalte mit Relevanz produzieren. Im besten Falle sind es die Jugendlichen selber“, so Oster.

 

 

 

Die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) ist als Fachstelle für Jugendfragen in die Arbeit der Jugendkommission und des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz eingebunden.

 

Die Jahreskonferenz Jugendseelsorge dient der Förderung, Koordination und Entwicklung der Jugendpastoral in Deutschland.

 

Mitglieder sind die Verantwortlichen für die Jugendpastoral in den bischöflichen Jugendämtern, den BDKJ Diözesan- und Landesverbänden, dem BDKJ Bundesverband, der BDKJ Mitgliedsverbände auf Bundesebene und der Arbeitsgemeinschaft der Jugendpastoral der Orden, sowie die Leitung der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz.

 


Die Bolivianische Jugendpastoral war zu Gast beim BDKJ Trier

Konkrete Pläne zum Ausbau der Bolivienpartnerschaft auf Jugendebene

Irene Jötten, Susanne Kiefer, José Luis Cosme, Patricia Espinoza Blanco, Matthias Pohlmann und Evelyn Zimmer zu Gast im Bischofshof bei Dr. Stephan Ackermann (v.l.n.r.). Foto: bt
Irene Jötten, Susanne Kiefer, José Luis Cosme, Patricia Espinoza Blanco, Matthias Pohlmann und Evelyn Zimmer zu Gast im Bischofshof bei Dr. Stephan Ackermann (v.l.n.r.). Foto: bt

 

(Bistumsweit/Trier/bt) – Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Trier hat sich mit einer dreiköpfigen Delegation der Nationalen Jugend- und Berufungspastoral Boliviens (PJV) getroffen. Das Programm des knapp zweiwöchigen Austauschs war prall gefüllt: Sie begleiteten die Boliviensammlung im Saarland und nahmen an Leitungsgesprächen teil. Auch Besuche bei Bischof Dr. Stephan Ackermann sowie bei den Sozialen Lerndiensten im Bistum Trier und in der Diözesanstelle Weltkirche standen auf dem Plan.

 

„Ein übergreifender Schwerpunkt bei den Treffen war die Situation von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche in Deutschland und Bolivien – insbesondere vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen. Ein anderer Schwerpunkt war die Frage, wie wir partnerschaftliche Aktivitäten künftig weiter ausbauen und konkret umsetzen können“, berichtet die BDKJ-Diözesanvorsitzende Susanne Kiefer. Jährlich unterstütze die Bolivienpartnerschaft die Jugendpastoral in Bolivien mit 30.000 bis 40.000 Euro, sagt Matthias Pohlmann vom BDKJ-Bolivienreferat. Damit werden vor Ort pastorale Projekte finanziert, die der Bildung der jungen Frauen und Männer vor Ort dienen und den Austausch zwischen den deutschen und bolivianischen Jugendlichen fördern. Allein bei den diesjährigen Boliviensammlungen im Saarland kamen rund 322 Tonnen Altkleider zusammen, deren Erlös anteilig der Jugendpastoral in Bolivien zugutekommt.

 

José Luis Cosme, der selbst ein Jahr als Freiwilliger im Bistum Trier gelebt hat, erklärt, dass der BDKJ große Hoffnung in die kirchliche Jugendarbeit in Bolivien setze. Patricia Espinoza Blanco, Verantwortliche der PJV, ergänzt: „Wir haben in den vergangenen Tagen neue Ideen entwickelt für die künftige Zusammenarbeit“. In konkreten Projekten solle der Direktkontakt zwischen bolivianischen und deutschen Jugendgruppen herstellt werden, etwa im Rahmen einer 48-Stunden-Aktion (angelehnt an die 72-Stunden-Aktion des BDKJ), die jährlich stattfinden soll. „Allein der Gedanke, dass es Jugendliche in Deutschland gibt, die sich für sie stark machen und der Wille, etwas gemeinsam für den Planeten zu tun, treibt die jungen Menschen in Bolivien an. Es ist unsere Aufgabe, der Jugend Räume zu bieten, damit sie ihren Beitrag leisten können. Sicher wird schon viel für die Jugend getan. Aber wenn wir ernstnehmen, was Papst Franziskus in der Jugendsynode im vergangenen Jahr gesagt hat, müssen wir uns fragen: Was können wir noch tun, um Jugendlichen eine Stimme zu geben?“, so Espinoza Blanco.

 

Für das kommende Jahr ist eine Begegnungsreise geplant, an der 10 junge Bolivianerinnen und Bolivianer teilnehmen werden. Auch kleinere Projekte, die die aktuellen Themen der Amazonas-Synode, die im vergangenen Oktober unter dem Thema „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ stattfand, stehen auf der Agenda. Zur Delegation aus Bolivien gehörte auch Padre Veymar Choque. Aus dem Bistum Trier nahmen außerdem Irene Jötten und Evelyn Zimmer vom BDKJ-Bolivienreferat teil. Der Austausch wurde finanziell gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Weitere Informationen gibt es auf www.bdkj-trier.de/bolivienpartnerschaft

 


Bischof Ackermann ruft zu Spenden für Diaspora-Sonntag auf

„So leben, dass der Glaube überspringt“

Foto: bt / Bonifatiuswerk
Foto: bt / Bonifatiuswerk

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann hat am 10. November in allen Gottesdiensten zur Unterstützung durch Spenden und Gebete für den Diaspora-Sonntag am 17. November aufgerufen. Der diesjährige Diaspora- Sonntag steht unter dem Leitwort „Werde Glaubensstifter“. In der Diaspora leben heißt, dass die große Mehrheit anders- oder nichtgläubig ist. Gerade Gläubige in Ostdeutschland, Nordeuropa und im Baltikum können immer wieder spüren, wie es ist, den Glauben in einer Diaspora zu leben. Hier mangelt es oft an kirchlichen Begegnungsräumen und Kindergärten, an Material zur Glaubensweitergabe und an Fahrzeugen für die weiten Wege. Bischof Ackermann bittet in seinem Aufruf um die Unterstützung dieser Katholiken, damit sie „so leben können, dass der Funke überspringt, der in ihnen brennt.“ Dabei unterstützt sie das Bonifatiuswerk mit jährlich etwa 800 Projekten. Die Kollekten am Diaspora-Sonntag, dem 17. November, sind ausschließlich für das Bonifatiuswerk bestimmt.


Eröffnung der Ökumenischen FriedensDekade 2019

Bischof Magaard: „Für ein Klima des Friedens eintreten“

 (Hamburg/Flensburg/ce/aw) - Unter dem Motto „Friedensklima“ wurde am 10. November mit einem Gottesdienst in der St.-Nikolai-Kirche in Flensburg die diesjährige Ökumenische FriedensDekade in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) eröffnet. Gothart Magaard, Schleswig, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, hielt die Predigt. Für die Liturgie waren Pastor Dr. Marcus Friedrich und Inga Fischer von der St.-Nikolai-Kirche in Flensburg sowie Julika Koch vom Referat Friedensbildung der Nordkirche (Hauptbereich Mission und Ökumene der Nordkirche) verantwortlich.

 

„Die Friedensdekaden stehen in einem engen Zusammenhang mit dem gemeinsamen Weg christlicher Kirchen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Alle drei Aspekte können wir nur zusammendenken, sonst wird es keinen Frieden und auch keine Gerechtigkeit auf Erden geben“, sagte Bischof Magaard in seiner Predigt. „Als Christinnen und Christen lassen wir uns nicht von einem Gefühl der Ohnmacht lähmen, sondern ,jagen dem Frieden nach‘ und versuchen ein Friedensklima zu fördern“, erläuterte er weiter. „Wir brauchen ein gesellschaftliches Klima, in dem Minderheiten zu ihrem Recht kommen, ein Klima, in dem Menschen erkennen, dass jegliche Form von Rassismus und Antisemitismus uns weit weg vom Frieden und vom Wohlstand führt. Ein Klima, in dem Unzufriedenheit und Kritik besprochen werden können und das nicht zu tieferer Spaltung von vermeintlich gegensätzlichen Gruppen führt.“

 

„Wenn wir das Friedensklima in den Mittelpunkt stellen, dann ist der ökologische Gedanke der Bewahrung der Schöpfung immer mitgedacht“, führte Bischof Magaard weiter aus. „Wir sehen, dass es ohne Umweltschutz und Klimaschutz nicht gehen wird, das Zusammenleben von inzwischen fast 8 Milliarden Menschen auf der Erde gerecht zu gestalten. Ohne den beherzten Einsatz für den Klimaschutz werden die Spaltungen und Verwerfungen auf lange Sicht noch viel größer, in unserem Land und auf der ganzen Welt. Für dieses Klima des Friedens können wir beten, um dann selbst dafür einzutreten und entsprechend zu leben.“

 

Veranstaltungen

Während der zehntägigen Ökumenischen FriedensDekade werden Aspekte des Klimawandels und seine Auswirkungen auf den Frieden in unserer Gesellschaft thematisiert. Unter anderem geht es um Flucht- und Migrationsbewegungen als Folge von Klimaveränderungen. Auch in Hamburg, Rostock, Neumünster, Kiel und vielen weiteren Orten in der Nordkirche sind die Menschen in den Tagen vom 10. bis 20. November zu Gottesdiensten, Andachten und Veranstaltung eingeladen.

 

Der Abschlussgottesdienst der diesjährigen FriedensDekade wird in der Nordkirche am Mittwoch (20. November) um 19 Uhr in der Marienkirche in Rostock gefeiert.

 

Zum Hintergrund:

Die Ökumenische FriedensDekade findet in jedem Jahr an den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag statt. Die Idee dazu kam aus den Niederlanden und wurde 1980 in West- und Ostdeutschland gleichzeitig innerhalb und außerhalb von Kirchen aufgenommen. Die Ökumenischen FriedensDekaden haben wesentlich zur Vertiefung des christlichen Friedenszeugnisses in Gemeinden und Kirchen beigetragen.

 

Trägerorganisationen der Ökumenischen FriedensDekade sind heute die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), pax christi, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej), PRO ASYL, Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste und der Internationale Versöhnungsbund/Dt. Zweig. Im Planungsteam sind außerdem Vertreterinnen und Vertreter der EKD und evangelischer Landeskirchen sowie der Katholischen Kirche vertreten.

 

Weitere Termine und Informationen:

www.friedensdekade.de


Malteser in Hannover suchen weitere Ehrenamtliche für ihren Besuchsdienst mit Hund

Freude auf vier Beinen

Die Besuchshunde der Malteser sind gern gesehene Gäste; Bildquelle: Lukas/Malteser
Die Besuchshunde der Malteser sind gern gesehene Gäste; Bildquelle: Lukas/Malteser

 

(Hannover/mhd) - Die Malteser in der Stadt Hannover bauen ihren Hundebesuchsdienst aus und suchen weitere Menschen mit einem lieben Vierbeiner, die einsamen, alten oder kranken Menschen ein wenig Lebensfreude bringen möchten. Dafür laden die Malteser zu einer Informationsveranstaltung am Montag, 2. Dezember um 19 Uhr in das Malteser-Sozialzentrum, Göttinger Chaussee 147, in Hannover-Ricklingen ein.

 

 

 

Ein Blick in treue Hundeaugen lässt Herzen schmelzen, bringt großen und auch kleinen Menschen Abwechslung und kann Kranke trösten. Mit ihrem Besuchshundedienst sind die Malteser in Hannover daher in Heimen sehr willkommen und können die Anfragen kaum bedienen.

 

 

 

Die angehenden Besuchshunde werden in einem speziellen Test auf ihre Eignung geprüft und danach intensiv geschult. Auch die Hundehalter und Hundehalterinnen selbst bereiten sich in Kursen auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vor, was einen hohen Qualitätsstandard dieses Dienstes sichert. Interessierte sollten zuverlässig sein und regelmäßig Zeit für dieses erfüllende Ehrenamt aufbringen können.

 

 

 

Weitere Auskünfte:

 

Malteser Hilfsdienst e.V.

 

Referat Soziales Ehrenamt

 

Ann-Cathrin Brenner, Tel.: (0170) 9550044

 

Dr. Maria-Theresia Bernhold, Tel.: (0151) 16893772

 

E-Mail: besuchshunde-hannover@malteser.org

 

 

 


Badischer Landesbischof fordert Europa zu mehr Friedensverantwortung auf

 

(Karlsruhe/Dresden/ekiba) - „Zur Leitlinie eines neuen Europas sollte die politische Verantwortung für eine gerechte und friedliche Weltordnung werden. Hier kann und muss Europa mehr internationale Verantwortung übernehmen.“ So forderte der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh am Montagmorgen in einem Impulsvortrag vor dem Plenum der EKD-Synode in Dresden.

 

 

 

Das gesellschaftliche Klima werde rauer, militärische Gewalt gelte wieder als legitimes Mittel der Politik zwischen Staaten, aber auch in innerstaatlichen Konflikten, kritisierte Cornelius-Bundschuh. „Wir wissen, dass eine gerechtere, ressourcenschonendere und die Menschenrechte achtende Weltordnung der wichtigste Beitrag für mehr globale Sicherheit und weniger Konflikte ist. Die wichtigen globalen Herausforderungen lassen sich nicht militärisch lösen; dennoch drängt sich die Logik der Macht und die Gewalt, auf die sie sich stützt, nach vorne.“

 

 

 

Er betonte die Bedeutung von Ökumene als Gegenkraft gegen eine erneute Konstruktion von Identität durch Abgrenzung, die Menschen und Völker gegeneinander aufbringe. „Nur ökumenisch und multilateral werden wir die globalen Herausforderungen im Geist Christi gestalten können; nur wenn wir erkennen, dass unsere Sicherheit und die der anderen unauflöslich miteinander verbunden sind. Unsere ökumenische Existenz ist heute die wichtigste Kraftquelle für unser Friedenshandeln in der einen, globalen Welt.“

 

 

 

Die Kirchen seien bereits auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Sozialgestalten auf dem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens unterwegs: durch Initiativen gegen Atomwaffen, durch Nagelkreuzgruppen oder Friedensgebete; durch die Friedensdekade; durch Kammern und synodale Kundgebungen; durch Friedensdienste und ökumenische Beziehungen. „Eine große Stärke unserer Kirche ist es, ein wichtiger Akteur im Gemeinwesen zu sein.“ Kirche könne dazu beitragen, dass Menschen sich nicht in segmentierte Welten zurückzögen, sondern sich gemeinsam verantwortlich fühlten für den Frieden vor Ort und weltweit.

 

„In Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten, in der Konfirmandenarbeit und der Erwachsenenbildung, aber auch, indem wir Menschen helfen, in der Arbeitswelt oder in Vereinen Erfahrungen mit Formen ziviler Konfliktbearbeitung zu machen, üben wir eine Kultur des Friedens ein. Friedensbildung ist ein Qualitätsmerkmal evangelischer Bildungsarbeit.“

 

 

 

Für eine Neuorientierung der Friedens- und Sicherheitspolitik brauche es jedoch mehr Formate für respektvolle und „anstößige“ Begegnungen: „Gespräche mit Vertretern der Rüstungsindustrie, mit Angehörigen der Bundeswehr und ihren Familien, mit Menschen, die als Friedensfachkräfte Erfahrungen mit zivilen Formen der Konfliktbearbeitung mitbringen, mit Kirchen aus der Ökumene. Wir brauchen Konzepte, die in Konfliktsituationen ein Innehalten und einen Blickwechsel ermöglichen, die Zeit-Räume für gesellschaftliche Urteilsbildung zur Verfügung stellen, die Kooperationen mit anderen Akteuren fördern.“

 

 

 

Landesbischof Cornelius-Bundschuh forderte vor der EKD-Synode, dass Kirche ihre Schwerpunkte des Friedenshandelns auf die Verbindung zu Partnerkirchen und Friedensdiensten in Konfliktregionen, auf die Unterstützung der Opfer militärischer Gewalt, auf die öffentliche Debatte über eine Stärkung des humanitären Völkerrechts und auf die strafrechtliche Verfolgung derjenigen lege, die für die unrechtmäßige Ausübung von Gewalt verantwortlich seien.

 

„Als Kirchen setzen wir uns für einen Vorrang des Zivilen und das Konzept der gemeinsamen Sicherheit als Grundlinien europäischer Politik ein“, so der Landesbischof.

 

 

 


Traditionsreiches Konzert in der Greifswalder St. Marienkirche findet zum 44. Mal statt – Karten ab 25. November erhältlich

„Bläsermusik im Kerzenschein“

 

(Greifswald/sk) - Die diesjährige 44. „Bläsermusik im Kerzenschein“ findet am Sonnabend, 14. Dezember, jeweils um 15 Uhr, 17 Uhr und 19 Uhr in der St. Marienkirche Greifswald statt. Unter der Leitung von Landesposaunenwart Martin Huss spielen zahlreiche Bläser aus Posaunenchören der evangelischen Kirche Advents- und Weihnachtslieder in der mit hunderten von Kerzen stimmungsvoll erleuchteten Marienkirche. Für die Konzertbesuchenden gibt es auch die Gelegenheit zum Mitsingen. Der Eintritt ist frei. Ab dem 25. November sind Einlasskarten gegen eine Schutzgebühr in Höhe von einem Euro in der Greifswald-Information am Markt (10 bis 17 Uhr) und im Gemeindehaus der Mariengemeinde in der Brüggstraße 35 (9 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr) erhältlich. Für einen großen Teil der Greifswalder und für viele Menschen der Region ist die jährliche „Bläsermusik im Kerzenschein“ mit ihren geistlichen Klängen fester und unverzichtbarer Bestandteil der Vorweihnachtszeit sowie eine untrennbar mit der Adventszeit in der Hansestadt verbundene Tradition, die sich über Jahrzehnte fortwährender Beliebtheit erfreut. Aufgrund der großen Nachfrage sind die Eintrittskarten jedes Jahr stets sehr schnell vergriffen. Die „Bläsermusik im Kerzenschein“ stützt sich vor allem auf das beträchtliche ehrenamtliche Engagement seitens der Kirchengemeinde und der beteiligten Bläser.

 


Bonifatiuswerk und das Bistum Mainz eröffnen bundesweite Solidaritätsaktion der katholischen Kirche in Mainz

 

(Mainz/bfw) - Das Bonifatiuswerk und das Bistum Mainz haben am Sonntag die bundesweite Diaspora-Aktion der katholischen Kirche eröffnet. Mit Blick auf die zunehmende Entchristlichung der Gesellschaft sagte der Generalsekretär des Hilfswerkes, Monsignore Georg Austen, beim Eröffnungsgottesdienst in Mainz: „Hinaus aus dem Schneckenhaus ist das Gebot der Stunde für uns als Christen. Durch Taufe und Firmung sind wir befähigt und beauftragt, mit unseren Fertigkeiten und Gaben die Frohe Botschaft in die Gesellschaft zu tragen und am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken. Auch wenn wir als Christen zahlenmäßig weniger werden, so leisten viele Gläubige wertvolle Arbeit für das gesamte Gemeinwesen.“ Während des anschließenden Festaktes – moderiert von der Journalistin und Moderatorin Gundula Gause – wurde der „Bonifatiuspreis für missionarisches Handeln in Deutschland“ verliehen.

 

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf – der mit zehn Bischöfen aus Nordeuropa und dem Baltikum den Festgottesdienst zelebrierte – rief in seiner Predigt dazu auf, dem Vorbild des Heiligen Bonifatius zu folgen. Jeder Christ müsse sich mutig zu seinem Glauben bekennen und ihn anderen vorschlagen. Mit Bezug auf das Leitwort der Diaspora-Aktion „Werde Glaubensstifter“ sagte Bischof Kohlgraf: „Der heilige Bonifatius sei uns Motivation und Leitfigur: eine pilgernde Kirche zu bleiben, eine weltweite Gemeinschaft mit einer glaubwürdigen Lebensgestalt.“

 

Die Diaspora-Aktion ist eine bundesweite Solidaritätsaktion der katholischen Kirche. Dabei sammelt das Bonifatiuswerk für Katholiken die in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum in der Minderheit leben. Die Aktion endet am Sonntag, 17. November mit dem Diaspora-Sonntag. Im vergangenen Jahr wurden 2,2 Millionen Euro gespendet. Im Namen des Heiligen Stuhls dankte der Apostolische Nuntius in Nordeuropa, Erzbischof James Patrick Green, für die Unterstützung durch das Bonifatiuswerk. „Ohne diese Hilfe wäre die wirksame Verkündigung der Frohen Botschaft in den nordischen Ländern fast unmöglich.“

 

Glückwünsche zum 170. Jubiläum des Bonifatiuswerkes und Dankesworte für die seitdem geleistete Arbeit übermittelten der schwedische Kardinal Anders Arborelius und der rheinlandpfälzische Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Prof. Dr. Konrad Wolf. Das Laienhilfswerk wurde am 4. Oktober 1849 als „Missionsverein für Deutschland“ während des dritten Katholikentages in Regensburg gegründet.

 

Bonifatiuspreis für missionarisches Handeln in Deutschland

In Mainz wurde auch der Bonifatiuspreis verliehen. Damit würdigt das Bonifatiuswerk alle drei Jahre den Einsatz von Menschen, die in ihren Gemeinden, Schulen, Verbänden, Orden und Institutionen den Glauben in engagierter Weise weitergeben. Eingegangen waren 220 Bewerbungen aus allen 27 deutschen Diözesen. „Mit dem Bonifatiuspreis ehren wir Glaubensimpulse, die dazu anregen, selbst aktiv und kreativ zu werden. Die eingereichten Projekte zeigen, dass in Deutschland trotz aller gesellschaftlicher Skepsis vielfältige missionarische Aufbrüche möglich sind und auch geschehen“, sagte Bonifatiuswerk-Präsident Heinz Paus.

 

 

1. Platz Bonifatiuspreis

Mit dem ersten Platz wurde das Projekt „One Minute Homilies“ der Deutschen Provinz der Jesuiten in Berlin im Erzbistum Berlin ausgezeichnet. Die Jesuiten veröffentlichen jede Woche eine Mini-Predigt in den Sozialen Medien, in der sie das Evangelium des Tages in nur einer Minute erklären. Mit ihren Videos erreichen sie bis zu 2.500 Nutzer. Ihr Ziel ist es, auch Menschen zu erreichen, die nur selten in eine Kirche gehen, aber grundsätzlich auf der Suche nach spirituellen Impulsen sind.

 

 

2. Platz Bonifatiuspreis

Auf dem zweiten Platz landete die Liebfrauengemeinde in Kiel mit dem Projekt „Café unterm Kirchturm und Postshop“. Neben Besinnungstagen, Gottesdiensten und Meditationsgebeten lädt die Gemeinde mit einem Café und einer Poststelle dazu ein, sich über den Glauben auszutauschen. Auf diese Weise möchte die Gemeinde der Kirche ein konkretes und einladendes Gesicht geben und auch Nichtchristen ansprechen.

 

 

3. Platz Bonifatiuspreis

Das Kinderzeltlager der Pfarrgruppe Alzeyer Hügelland im Bistum Mainz erhielt für seinen „Escape Room“ den dritten Preis. Während der letzten 72-Stunden-Aktion wurden Kirche und Pfarrhaus der Gemeinde in einen Escape-Room verwandelt. Aufgabe war es, ein an die „Hochzeit zu Kana“ angelehntes Rätsel zu lösen. Menschen, die nur wenig Bezug zu Bibel haben, wurden so mit Glaubensinhalten in Berührung gebracht.

 

 

Sonderpreis

Den Sonderpreis erhielt das St. Benno-Gymnasium Dresden im Bistum Dresden-Meißen. Seit 25 Jahren werden dort Jugendliche durch den „Komm-und-sieh-Kurs“ in ihrer Identitätssuche und ihrer religiösen Identitätsbildung unterstützt. Der Kurs umfasst Exerzitien im Alltag, regelmäßige Gruppentreffen und eine neuntägige Fahrt nach Assisi.

 

 

Preisgeld und Jury

Der im Jahr 2006 von Prälat Erich Läufer gestiftete Bonifatiuspreis stand in diesem Jahr unter dem Motto „Abenteuer Glaube. Entdecker gesucht“. Der erste Preis ist mit 3.000, der zweite mit 2.000, der dritte mit 1.000 Euro und der Sonderpreis mit 800 Euro dotiert. Jurymitglied und ZDF-Moderatorin Gundula Gause zeigte sich von der Kreativität der eingereichten Projekte beeindruckt. Für sie selbst sei der Glaube fester Bestandteil ihres Alltags und gehöre zu ihrem Koordinatensystem, sagte sie zu ihrer Motivation in der Jury mitzuwirken. Der Jury gehörten auch die Bundesministerin Julia Klöckner, der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, die BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier, die Franziskanerin Schwester Maria Magdalena Jardin, Prälat Erich Läufer und der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes Georg Austen an.

 


Ökumenischer Gottesdienst: 20 Jahre deutsch-polnische Kirchenpartnerschaft:

Dank für Gottes Weg der Versöhnung und Verbundenheit in Freundschaft

Am "peace pole" an der Grenze bei Neu-Rosow: Bischof Prof. Dr. Marcin Hintz (v.r.), Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischof Bischof Prof. Dr. Marcin Hintz und Bischof Waldemar Pytel und Bischof Tilman Jeremias. Foto: Stefan Döbler, Nordkirche
Am "peace pole" an der Grenze bei Neu-Rosow: Bischof Prof. Dr. Marcin Hintz (v.r.), Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischof Bischof Prof. Dr. Marcin Hintz und Bischof Waldemar Pytel und Bischof Tilman Jeremias. Foto: Stefan Döbler, Nordkirche

 

(Stettin/Szczecin/maw) - Mit einem Ökumenischen Gottesdienst haben am  2. November die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und die Diözesen Pomorsko-Wielkopolska und Wrocławska der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen in der St.-Trinitatis-Kirche in Stettin/Szczecin den 20. Jahrestag ihres Partnerschaftsvertrages gewürdigt. Am 14. November 1999 wurde dieser hier von den polnischen Diözesen und der damaligen Pommerschen Evangelischen Kirche geschlossen. Die 2012 aus der Nordelbischen Kirche sowie den Landeskirchen Mecklenburgs und Pommerns gegründete Nordkirche führt die Partnerschaft weiter.

 

Die Geschichte dieser Partnerschaft sei geprägt von Schuld, die benannt und bekannt wurde, so Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt: „Es ist die Geschichte von Polinnen und Polen, die den Weg aus Lähmung und Erstarrung neu geöffnet haben. Sie sind einen Weg auf Menschen in Deutschland zu gegangen. Einen Weg, der Raum eröffnet hat für das Aussprechen von unermesslich großer, von deutscher Schuld, die ihren Ausgang nahm, als vor 80 Jahren das nationalsozialistische Deutschland Polen überfiel.“

 

Dieser Weg habe zur Bitte um Versöhnung geführt, so die Landesbischöfin: „Dafür bin ich Ihnen und allen, die diesen Weg miteinander gegangen sind und weiterhin miteinander gehen, von ganzem Herzen dankbar. Ich danke Gott dafür – und allen Menschen, die sich von Gott diesen Weg haben zeigen lassen und ihn beschritten haben. Ich bin dankbar, dass wir mitten in Europa so miteinander unterwegs sind!“ Die Landesbischöfin weiter: „Es ist uns in dieser Partnerschaft wichtig, dass wir uns begegnen, uns austauschen, einander wahrnehmen. Das ist viel. Gerade angesichts der furchtbaren von uns Deutschen heraufgeführten Vergangenheit zwischen unseren Ländern. Und auch angesichts der gegenwärtigen Zerrissenheit in Europa. Wenn wir gemeinsam Abgrenzung und Egoismus eine Absage erteilen, dann wird Europa auch weiterhin ein Friedensprojekt bleiben.“ Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt: „Wo wir als Christen das Evangelium des Friedens und der Versöhnung bezeugen, entstehen Räume, in denen sich Gottes Kraft und Gottes Liebe entfalten können.“

 

Heute seien die Grenzen zwischen Deutschland und Polen offen, erinnerte Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt: „Im 30. Jahr der Friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR und im 29. Jahr der Deutschen Einheit denken wir dankbar daran, dass vor allem und in besonderer Weise hier in Polen Menschen mutig und beherzt für Reformen, für Veränderungen, für das Ende von Diktatur und Unfreiheit aufgestanden sind. Mit ihrem frühen und eindrücklichem Engagement haben sie andere ermutigt und gestärkt, es ihnen gleich zu tun!“

 

Bischof Waldemar Pytel, Diözese Wroclawska (Breslau) der Evangelisch-Augsburgischen Kirche, sagte in seiner Predigt: „Früher trennten unsere Völker und unsere Kirchen der Widerwillen und das Unrecht wie eine unüberwindbare Mauer aus zerbröselnden Ziegeln. Daraus haben wir gemeinsam einen Tempel errichtet, der aus gegenseitiger Herzlichkeit, Zusammenarbeit und Achtung entstanden ist. Wir haben aus den Steinen, die uns trennten, in den vergangenen 20 Jahren unserer Partnerbeziehungen einen Weg gebaut, der den Frieden fördert und Grenzen überschreitet. Dieser Weg lässt uns immer wieder aufs Neue unsere Freundschaft festigen.“

 

Am Sonnabendmittag hatten die Nordkirche und die Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen an der deutsch-polnischen Grenze einen „Peace Pole“ (Friedenspfahl) aufgestellt. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und Bischof Tilman Jeremias (Sprengel Mecklenburg und Pommern) errichteten gemeinsam mit Bischof Prof. Dr. Marcin Hintz und Bischof Waldemar Pytel für die Diözesen Pomorsko-Wielkopolska und Wrocławska bei Neu-Rosow (Pfarramt Gartz/Oder, Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis) das Friedenszeichen.

 

Zuvor hatten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Nordkirche, der polnischen Diözesen sowie zahlreiche ökumenische Gäste der Partnerkirchen der Nordkirche am Vormittag in der Gedächtniskirche Rosow zur Veranstaltung „Deutsch-polnische Erinnerungen“ getroffen. Ryszard Bogusz, Bischof i.R. aus Breslau/Wrocław, und die Greifswalderin Elke König, Vizepräses der Landessynode der Nordkirche und Präses der pommerschen Kirchenkreissynode, gehörten 1999 zu den Unterzeichnern des Partnerschaftsvertrages und berichteten in einer Rückschau davon.

 

Hintergrund:

 

Die beiden Diözesen Wrocławska (Breslau) und Pomorsko-Wielkopolska (Pommern-Großpolen) haben jeweils etwa 3.000 Gemeindeglieder. Insgesamt gehören der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen etwa 70.000 Mitglieder in sechs Diözesen und 130 Gemeinden an. 


Kirchengemeinden in Mecklenburg und Pommern laden zu Laternenumzügen und Festen ein

St. Martin als Botschafter christlicher Nächstenliebe

Oft lodern Lagerfeuer und Martinshörnchen werden am St. Martinstag verteilt. Foto: epd
Oft lodern Lagerfeuer und Martinshörnchen werden am St. Martinstag verteilt. Foto: epd

 

(Rostock/Stralsund/cme/skü) - Am kommenden Montag, 11. November, wird der Martinstag gefeiert. Martin von Tours (316/317 – 397) gehört zu den beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche und ist auch für die evangelische Tradition von großer Bedeutung. Überall im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis laden Kirchengemeinden anlässlich des Martinstags zu Martinsfesten ein.  

 

 

 

Martin teilt seinen Mantel

 

Martin von Tours war römischer Offizier und nach seiner militärischen Dienstzeit Bischof von Tours. Aufgrund seiner zahlreichen guten Taten wurde er heiliggesprochen. Berühmt ist der Heilige Martin vor allem für die Teilung seines Mantels mit einem Bettler. Es wird erzählt, dass Martin, als er in Amiens als Soldat stationiert war, im Winter des Jahres 334 vor den Toren der Stadt einem frierenden, nur spärlich bekleideten Mann begegnete. Martin zerteilte seinen Offiziersmantel mit dem Schwert, gab die Hälfte dem Frierenden und erwies ihm so sein Mitgefühl. In der darauffolgenden Nacht träumte Martin von einer Begegnung mit Jesus, der wie der Bettler den halben Mantel trug.

 

 

 

Laternen und Hörnchen

 

Das Traumerlebnis symbolisiert ein biblisches Wort Jesu aus dem Matthäus-Evangelium: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Vor allem aufgrund der Geschichte von der Teilung des Mantels gilt Sankt Martin bis heute als Botschafter christlicher Nächstenliebe. Der 11. November ist Martins Gedenktag, da der Heilige an diesem Tag im Jahr 397 beigesetzt wurde. Im Zusammenhang mit Martins Barmherzigkeit mit dem Bettler am Stadttor steht auch das vielseitige Brauchtum, das von heutigen Christen am Martinstag gepflegt wird. Dazu zählen neben dem Laternenumzug vor allem das Teilen der Martinshörnchen und das Martinsspiel, in dem die Geschichte vom Heiligen Martin nachempfunden wird. Des Weiteren reichen die Programmpunkte beispielsweise von Konzerten über kleine Märkte, Andachten und Gottesdienste bis hin zum regionalen St. Martinsritt und zur Martinsgans-Verlosung.

 

 

 


Arbeitsfreier Sonntag soll Kulturerbe werden

 

Der arbeitsfreie Sonntag soll in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. Ein entsprechender Antrag ist von der Bundesallianz für den freien Sonntag an die deutsche UNESCO-Kommission geschickt worden.

 

(Mainz/bb) - Bis Ende Oktober 2019 lief die aktuelle Antragsfrist für Bewerbungen um Aufnahme in die UNESCO-Liste für Deutschland, in der unter anderem bereits die Genossenschaftsidee, die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft, das Märchenerzählen, die deutsche Brotkultur, der rheinische Karneval oder die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht aufgenommen wurden.

 

Der arbeitsfreie Sonntag prägt seit Jahrhunderten die Alltagskultur in Deutschland und vielen weiteren Ländern. Die gleichmäßige Taktung von Werktagen und Sonntagen rhythmisiert den gesellschaftlichen Alltag in unserer modernen Gesellschaft. Der arbeitsfreie Sonntag für alle ermöglicht individuelle oder gemeinschaftliche Aktivitäten jenseits beruflicher Zwänge. Er stiftet einen gesellschaftlichen Raum der Erholung, der in seinem Wert nicht durch individuell gewährte oder gewählte arbeitsfreie Tage ersetzt werden kann. Seit 1949 ist der arbeitsfreie Sonntag in Deutschland daher sogar im Rahmen des Grundgesetzes rechtlich abgesichert.

 

Seine Bedeutung für das Gemeinwohl beweist er aus Sicht der Sonntagsallianz gerade auch im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung. „Digitalisierung und Globalisierung erweisen den arbeitsfreien Sonntag nicht als ein Relikt vergangener Tage, sondern schaffen ihrerseits neue Möglichkeiten für die Gestaltung des Sonntags, die es ohne sie nicht geben würde“, so Pfarrer Dr. Ralf Stroh vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Ev. Kirche in Hessen und Nassau und Mitglied der antragstellenden Bundesallianz. Soziale Medien erleichtern es, sich kurzfristig am Sonntag zu verabreden und gemeinsam etwas zu unternehmen – entweder zu einem Spaziergang in der analogen Welt oder eben, indem man sich auf ein Spieleportal oder in einen Chat einloggt. Gerade der Sonntag könnte dazu dienen, die sich hier bietenden Freiheitsräume zu erkunden und die neuen Techniken nicht nur auf ihre ökonomische Nutzbarkeit zu reduzieren.

 

Für der Sonntagsallianz verdient der arbeitsfreie Sonntag nicht zuletzt deshalb eine Aufnahme in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes, weil er einen Freiraum bereitstellt, in dem andere Kulturgüter sich entfalten können. So hat die Kultur des arbeitsfreien Sonntags Bezüge zu zahlreichen bereits in das Verzeichnis des Kulturerbes aufgenommenen Kulturgütern wie das Choralsingen, den Orgelbau und die Orgelmusik, die Posaunenchöre oder die zahlreichen Feste, für die gerade am Sonntag gemeinsame freie Zeit zur Verfügung steht.

 

In ihrem Antrag weist die Sonntagsallianz darauf hin, dass Träger der Kultur des arbeitsfreien Sonntags alle Menschen sind, die durch ihr Engagement in Vereinen oder informellen Neigungsgruppen dazu beitragen, dass der arbeitsfreie Sonntag einen vielfältigen und inspirierenden Erlebniswert erhält.

 

Letztlich – so Stroh - sind aber faktisch alle Personen Träger der Sonntagskultur, die sich an einem Sonntag in Deutschland aufhalten - also sowohl die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes als auch alle Touristen und Geschäftsreisenden. Denn durch den ganz individuellen Gebrauch, den sie von dem arbeitsfreien Sonntag machen, prägen sie die Sonntagskultur und entwickeln diese weiter.

 


Baden und Württemberg feiern „Himmlisches Blind Date“

 

(Karlsruhe/Stuttgart/ekiba) - Zu einem landeskirchenübergreifenden Preacher Slam laden die Evangelischen Frauen in Baden und die Evangelische Kirche in Stuttgart am Freitag, 15. November, um 19 Uhr in die Steigkirche in Stuttgart-Bad Cannstadt ein. Unter dem Motto „Himmlisches Blind Date“ werden zwölf Männer und Frauen aus Baden und Württemberg jeweils paarweise im Wettbewerb um die besten geistlichen Texte antreten.

 

 

 

„Ein Preacher-Slam ist ein hinreißender Predigtwettstreit mit überraschenden Bibelbezügen“, erläutert Anke Ruth-Klumbies, Leiterin der Evangelischen Frauen in Baden und Co-Moderatorin des „Blind Dates“ in der Steigkirche. „Beim Slam kommt es auf die Wirkung der Worte an. Das ist für mich zutiefst evangelisch: Allein auf das Wort bauen, dem Wort vertrauen!“

 

Mit ihr zusammen führt Til Bauer von der Steiggemeinde durch den Abend: „Ich finde es große Klasse, dass wir zusammen slammen!

 

Wenn wir schon eine württembergische und eine badische Landeskirche haben,

 

dann müssen wir die Vereinigung von unten vorantreiben!“

 

 

 

Es ist der erste landeskirchenübergreifende Preacher Slam in Baden-Württemberg. Kirchenrätin Anke Ruth-Klumbies ist Initiatorin des Badischen Frauen-Preacher-Slams und Pfarrer Til Bauer organisiert in Stuttgart die Preacher Slams. Die insgesamt zwölf Männer und Frauen, Pfarrer und Laienprediger aus Baden und aus Württemberg wurden zur Teilnahme eingeladen. Beim Wettbewerb werden sie per Los zu Paaren zusammengebracht und treten gemeinsam an, ohne sich vorher zu kennen. Dabei tragen beide ihren jeweils eigenen Beitrag vor, werden aber als Paar bewertet.

 

 

 

Für die Mannheimer Slam-Teilnehmerin Elke Niebergall-Roth ist ein Preacher-Slam wie ein Fest. Denn man erlebe sich nicht umgeben von Konkurrenten, sondern „als Gemeinschaft“, sagt sie. „Uns verbindet die Lust am Glauben und die Freude, diese Lust mit dem Publikum zu teilen.“

 

 

 

In der Kirche muss ordentlich gejubelt und Lärm gemacht werden, so dass am Ende ein baden-württembergisches Pärchen gekürt werden kann – so die Slam-Regeln. Den „Einheizer“ des Abends – in „Slam-Sprache“ auch das „Opferlamm“ genannt - spielt Lars Lukschanderl aus Rottenburg. Der Schüler war Anfang des Jahres mit seinem 82 Seiten starken Werk über religiösen Poetry Slam beim Schülerwettbewerb „Christentum und Kultur“ (Evangelische Landeskirchen in Württemberg und Baden, Erzdiözese Freiburg, Diözese Rottenburg-Stuttgart) geehrt worden.

 

 

 

 

 

Württembergische SlammerINNEN:

 

1.         Pfarrer Friedrich July, Stuttgart

 

2.         Pfarrerin Sabine Löw, Stuttgart

 

3.         Pfarrerin Maike Weiß, Stuttgart

 

4.         Pfarrer Matome Sadiki, Stuttgart

 

5.         Pfarrer Dietmar Winter, Stuttgart

 

6.         Prädikant Manfred Stauß

 

 

 

Badische Slammerinnen:

 

1.         Pfarrerin im Ehrenamt Elisabeth Förter-Barth, Karlsruhe

 

2.         Prädikantin Elke Niebergall-Roth, Mannheim

 

3.         Pfarrerin Martina Reister-Ulrichs, Heidelberg

 

4.         Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal, Konstanz

 

5.         Pfarrerin Prof. Dr. Heike Springhart, Pforzheim

 

6.         Pfarrerin Sigrid Zweygart-Pérez, Karlsruhe

 

 

 


Reformationstag: In Zeiten von Klimakrise und Antisemitismus die Welt im Licht der Liebe Gottes sehen

Kirchenpräsident Volker Jung verteidigt gesellschaftspolitisches Engagement

Foto: ekhn
Foto: ekhn

 

(Wiesbaden / Darmstadt/ekhn) -. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, hat sich am Donnerstagabend (31. Oktober) in Wiesbaden für ein starkes gesellschaftliches Engagement der Kirche beispielsweise in Fragen des Klimaschutzes ausgesprochen. Jung erteilte dabei allen Stimmen eine Absage, die der Kirche nahelegten, sich aus politischen Fragen herauszuhalten. „Wer sich von Gottes Wahrheit und seiner Liebe leiten lässt, sieht nicht nur den Nächsten mit anderen Augen, sondern auch diese Welt“, sagte Jung im diesjährigen Reformationsgottesdienst. So sei die Welt den Menschen nach christlichem Verständnis „von einem liebenden Gott anvertraut worden, dass wir sie bebauen und bewahren“. Jung: „Deshalb kann und darf es uns nicht egal sein, ob wir mit der Art, wie wir leben, den nächsten Generationen die Lebensgrundlagen entziehen.“

 

Antisemitismus ist Gotteslästerung 

Nach Worten Jungs ist es gegenwärtig auch nötig, ein deutliches Zeichen gegen jeglichen Antisemitismus zu setzten. Gerade angesichts der „schlimmen antijüdischen Äußerungen des  Reformators Martin Luther“ in seinen späten Schriften sei dies auch am Reformationstag wichtig. „Ich bin froh, dass wir uns deutlich vom Antijudaismus Martin Luthers distanziert haben. Und dass damit auch eine klare Absage an jede Form von Judenmission verbunden war. Damit sagen wir auch: Wir sind mit unseren jüdischen Geschwistern in unserem Glauben verbunden. Antisemitismus ist Gotteslästerung.“ 

 

Gottesliebe fordert Nächstenliebe 

Nach Ansicht Jungs gehöre zur Gottesliebe unauflöslich die  Nächstenliebe. Die biblische Anweisung Gott lieben – von ganzem Herzen und ganzer Seele und mit aller Kraft bedeute im jüdischen und im christlichen Glauben, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Der Mensch ist nach Jung ein „Geschöpf des einen und einzigen Gottes“. Jung: „Wer sich von Gottes Wahrheit und seiner Liebe leiten lässt, kann nicht anders als denen entgegenzutreten, die menschenverachtend reden und handeln. Wer sich von Gottes Wahrheit und seiner Liebe leiten lässt, kann nicht anders als Hassreden zu widersprechen, die sich gegen Juden, Muslime, Christen oder wen auch immer richten.“

 

Grundlage der Predigt von Kirchenpräsident Volker Jung war der Text aus dem 5. Buch Mose, Kapitel 6, Verse 4 bis 9. Der Abschnitt enthält das „Höre Israel“, das für Jüdinnen und Juden zu den zentralen Texten ihres Glaubens gehört.


Bischof Ackermann trifft Priester in den 2020 startenden Pfarreien

Positive Bilder für den künftigen Dienst entwickeln

Bischof Ackermann mit den saarländischen Priestern . Foto: bt
Bischof Ackermann mit den saarländischen Priestern . Foto: bt

 

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – Die Rolle und das Selbstverständnis der Priester, der Auftrag und die Zusammenarbeit in den neuen Pfarreien: Diese Themen haben im Mittelpunkt von Gesprächen zwischen Bischof Dr. Stephan Ackermann und rund 140 Priestern des Bistums Trier gestanden. Der Bischof hatte die bisherigen leitenden Pfarrer und in eigenen Runden auch die Kooperatoren, die Pfarrer im kategorialen Dienst wie Schul- oder Gefängnisseelsorge und Priester aus der Weltkirche in den 15 am 1. Januar 2020 startenden Pfarreien zum Austausch eingeladen.

 

„Es ist mir wichtig, viele unterschiedliche Stimmen, Stimmungen und Einschätzungen von den Priestern zu hören, die in der Seelsorge unmittelbar vor Ort tätig sind und die Veränderungen in unserem Bistum wesentlich mittragen“, betonte Bischof Ackermann nach den Treffen. Er habe großes Interesse an den Themen wahrgenommen und die Gespräche in guter und offener Atmosphäre erlebt. „Wir wollen miteinander positive Bilder für den künftigen Dienst entwickeln, der sich am Anfang vielleicht gar nicht so sehr vom bisherigen unterscheidet; der aber durch die Entlastung von Verwaltungsaufgaben neuen Freiraum schafft“, erläuterte Ackermann sein Anliegen.

 

Der Bischof erinnerte daran, dass es jetzt auch darum gehen muss, neue Wege in gemeinsamer Verantwortung und geteilter Machtausübung zu gehen. „Und das gilt ja nicht nur für die Leitungsteams. Gerade auch an den vielen Orten von Kirche in der Fläche, wo Seelsorgerinnen und Seelsorger präsent sind, gilt es diese Frage zu bedenken.“ Neben konkreten Fragen der Priester etwa nach definierten Verantwortlichkeiten oder der Beheimatung habe er auch den Willen gespürt, andere priesterliche Tätigkeitsfelder als das des „klassischen Pastors“ wieder stärker zu entdecken. Für Ackermann haben die sechs Gespräche viele verschiedene Aspekte gebündelt: „Ich kann Befürchtungen im Blick auf die Zukunft nun noch besser nachvollziehen. Bei nicht wenigen Mitbrüdern ist aber auch eine wachsende Neugier und Bereitschaft für das Neue zu spüren. Gleichzeitig ist klar, dass wir an der Frage, wie der priesterliche Dienst zukünftig gelebt und ausgeübt werden kann, weiter dranbleiben müssen.“

 

Nicht nur die Priester sind im Austausch mit der Bistumsleitung: In den kommenden Monaten finden auch Treffen mit den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Angestellten der Kirchengemeindeverbände in den Pfarreien, die zum 1. Januar 2020 starten, statt.

 


Grußworte für Bischof Tilman Jeremias beim Reformationsempfang der Nordkirche:

„Der neue Bischof ist ein Brückenbauer“

Bischof Tilman Jeremias erhält das Amtskreuz von Dr. Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe. Foto: Daniel Vogel, kirche-mv.de
Bischof Tilman Jeremias erhält das Amtskreuz von Dr. Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe. Foto: Daniel Vogel, kirche-mv.de

 

(Greifswald/ak/maw) - Mit einer Überraschung begann heute (31.Oktober) der Reformationsempfang der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) im Anschluss an die Amtseinführung von Bischof Tilman Jeremias: Der neue Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern sorgte gleich selbst für die Musik als Violinist in dem Stralsunder Streichquartett „Vier gewinnt“. Zuvor hatte ihm in einem feierlichen Gottesdienst im Greifswalder Dom St. Nikolai Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe) als Vertreter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) das bischöfliche Amtskreuz übergeben.

Im Anschluss hatte die Kirchenleitung der Nordkirche zu ihrem traditionellen Reformationsempfang eingeladen. Den Auftakt bildete ein Impuls von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt zum Thema „Gleichermaßen Distanz und Kooperation“ (siehe die Sperrfrist-Pressemitteilung zum Vortrag der Landesbischöfin zum Reformationsempfang von heute, 17 Uhr).

 

Dabei wandte sie sich zunächst an den heute in sein Amt eingeführten neuen Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, dessen Dienstsitz Greifswald ist und der seit seinem Amtsantritt als alleiniger Bischof für die beiden Kirchenkreise wie auch für das Bundesland einen Übergang gestalte. „Dieser Übergang hat für alle Beteiligten viele Facetten und enthält zugleich kostbare Möglichkeiten, zum Beispiel für eine neue Sicht aufeinander, für ein neues Miteinander. Und damit auch neue Möglichkeiten für Gestaltung. Ihnen, lieber Bruder Jeremias, ist das sehr bewusst und Sie gehen darauf mit der Ihnen eigenen Zuversicht, Freundlichkeit und Lust an Gespräch und Austausch zu.“

 

Die Landesbischöfin weiter: „Alle Mitglieder der Kirchenleitung stellen sich der Herausforderung, vor dem Erfahrungshintergrund ihres jeweiligen eigenen Kontextes auf das Ganze der Nordkirche zu sehen und dabei die Interessen und Gegebenheiten der eigenen Region im Blick, in Kopf und Herz zu haben, aber ebenso auch die Interessen und Gegebenheiten der anderen Regionen. Und sie treffen vor diesem doppelten Hintergrund gute Entscheidungen für unsere ganze Kirche beziehungsweise bereiten diese vor. Dabei muss man immer wieder Wechselschritte vollziehen. Möge es Ihnen, lieber Bruder Jeremias, gelingen, in solchen Wechselschritten taktvoll das je Eigene und Besondere aus Mecklenburg und Pommern mit dem Ganzen unserer Nordkirche in einen guten und beschwingten, einen anregenden Kontakt zu bringen. Vor allem anderen wünsche ich Ihnen das, was eine bischöfliche Person wie jeder Christenmensch braucht: Das Vertrauen darauf, in Christus gegründet, von Gottes Liebe und Gnade gehalten, vom Heiligen Geist geleitet zu sein!“

 

Justizministerin Katy Hoffmeister überbrachte die Grüße der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns: „Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit und lade Sie herzlich zum Gespräch ein. Die Kirchenarbeit ist in Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Anker des gemeinschaftlichen Lebens. Viele ehrenamtlich engagierte Menschen setzen diesen Anker Tag für Tag. Der neue Bischof ist ihre Stimme und wird ihre Arbeit zu würdigen wissen.“

 

Der Berliner Weihbischof Dr. Matthias Heinrich sagte: „In der römisch-katholischen Tradition nannte man den Bischof auch ‚pontifex‘ – Brückenbauer. Er solle Brücken bauen zwischen Gott und den Menschen, aber auch zwischen den Glaubenden untereinander. Sie, Bischof Jeremias, sind schon seit langem ein solcher ‚Brückenbauer‘ gewesen. Als Ökumene-Pastor haben Sie versucht, Brücken zu bauen zwischen den christlichen Konfessionen. Und die heutige Anwesenheit der Ökumene – bis hin zur Russischen Orthodoxen Kirche – zeigen, dass Ihnen dieses auch weithin gelungen ist.“ Jeremias mache gerade im Dialog mit den jüdischen Geschwistern vor, „wie man seine Identität im Glauben bewahren kann, ohne andere abzuwerten, und wie man Differenzen aushält, ohne Missachtung des Anderen“.

 

Bischof Chedial Sendoro aus Tansania sagte (Original auf Englisch): „Mein Bruder Bischof Tilman Jeremias! Ich bin stolz, Dich ‚Bruder’ nennen zu dürfen. ,Bruder‘ nicht deshalb, weil Du nun auch Bischof bist. Auch nicht, weil ich Dich schon einige Jahre aus Deiner Arbeit als Ökumene-Pastor im Kirchenkreis Mecklenburg kenne, und nicht einmal, weil Du bereits ein paar Mal in Mwanga warst, sondern: Weil Du gelebt und agiert hast wie ein wahrer Bruder in Christus. Du warst immer offen und direkt, freundlich, höflich und uneitel, konntest Dich schnell auf verschiedene Umstände und Menschen einstellen.“ Er bete dafür, dass Jeremias all dies auch im Bischofsamt bleibe. Gerade als Bischof müsse er ein gläubiger Diener der Kirche sein, die zu Jesus selbst gehört.

 

Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode der Nordkirche, sicherte dem neuen Bischof ihre Unterstützung zu: „Die Synode, die Sie gewählt hat, steht mit den Kirchenmitgliedern, die sie vertritt, hinter Ihnen, eine engagierte Mitarbeiterschaft unterstützt Sie und Sie werden sich im Bischofsrat austauschen können.“ Im Hinblick darauf, dass Jeremias nach einer Übergangszeit mit zwei Bischöfen nun alleiniger Bischof im Sprengel ist, fuhr sie fort: „Mit Ihrer Amtseinführung hat die Nordkirche ihre nach Verfassung und Einführungsgesetz vorgesehene endgültige äußere Form. Das Zusammenwachsen der Nordkirche, als erste und einzige Kirche fusioniert aus West- und Ostkirchen, ihr Zusammenwachsen im Glauben und im gegenseitigen Verständnis bleibt ein andauernder Prozess.“ Dabei komme Bischof Jeremias „im Rahmen der Sorge für die Einheit unserer Kirche eine besondere Bedeutung zu“, so Präses Hillmann.


Impuls der Landesbischöfin beim Reformationsempfang der Nordkirche:

25 Jahre Güstrower Vertrag – „Gleichermaßen Distanz und Kooperation“

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt begrüßt die Gäste zum Einführungsgottesdienst im Greifswalder Dom.  Foto: Daniel Vogel, kirche-mv.de
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt begrüßt die Gäste zum Einführungsgottesdienst im Greifswalder Dom. Foto: Daniel Vogel, kirche-mv.de

 

(Greifswald/Schwerin/std) - In einem Impuls zum Reformationstag hat Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt heute (31. Oktober) in Greifswald den vor 25 Jahren geschlossenen Güstrower Vertrag gewürdigt. In dem Vertrag sind die Beziehungen zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der evangelischen Kirche geregelt. In ihrem Impuls beim Reformationsempfang der Nordkirche im Anschluss an die Amtseinführung von Bischof Tilman Jeremias betonte die Landesbischöfin: „Die lebendig gelebten Bestimmungen des Güstrower Vertrages tragen in kongenialer Weise zum gegenseitigen Verstehen, zum gemeinsamen Wahrnehmen von Verantwortung und auch zu gesellschaftlichem Zusammenhalt bei. In eben jenem Wechselschritt von ‚gleichermaßen Distanz und Kooperation‘, wie er im Güstrower Vertrag so treffend formuliert ist.“

 

Am 20. Januar 1994 hatten Mecklenburg-Vorpommern und die damalige Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs sowie die Pommersche Evangelische Kirche einen Vertrag geschlossen. Bis heute sind darin die Beziehungen zwischen dem Land und – seit ihrer Gründung – auch der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) rechtlich geordnet. 2012 hatten sich die Landeskirchen Mecklenburgs und Pommerns mit der Nordelbischen Kirche zur Nordkirche vereinigt. Kühnbaum-Schmidt erinnerte an das „Modell der freundschaftlichen Trennung von Staat und Religion“ und betonte sowohl die weltanschauliche Neutralität des freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates als auch die Religionsfreiheit seiner Bürgerinnen und Bürger. Diese gebe Religionsgemeinschaften, auch den Kirchen, Raum zur Entfaltung, „auch dazu, sich aus religiöser Motivation heraus in öffentliche und politische Angelegenheiten einzumischen“.

 

Aktuelle Beispiele dafür seien das Eintreten der Kirche für Nächstenliebe und gegen Rassismus und Antisemitismus ebenso wie derzeit im Land diskutierte Fragen der Bestattungskultur. Diese müsse Bedürfnissen von Trauernden gerecht werden, „aber ebenso dem Umstand, dass lebenden wie gestorbenen Menschen eine Würde zukommt, die es zu achten und zu respektieren gilt“, so die Landesbischöfin. „Menschliche Würde aber bedeutet, sowohl der absoluten Verfügungsgewalt anderer entzogen zu sein als auch – eben um der Menschlichkeit willen – nicht zu einem Gegenstand gemacht werden zu können oder wie ein solcher behandelt zu werden. Die Verwandlung der sterblichen Überreste eines Menschen in einen Gegenstand – etwa ein Schmuckstück – würde diesen beiden Kennzeichen von menschlicher Würde, die Lebenden wie Gestorbenen zukommt, entgegenstehen und findet deshalb unseren Widerspruch.“ Zur Ruhe der Toten gehöre es auch, dass der Tod eine Grenze setzt, die menschlichen Ansprüchen aneinander ein Ende bereitet: „Die Toten gehören nicht mehr uns und unseren Wünschen, sondern sie gehören allein in den Bereich der alles umfangenden Liebe Gottes.“

 

Die Landesbischöfin erinnerte auch an die im deutschen Religionsverfassungsrecht bestehenden „res mixtae“, Staat und Kirche gemeinsam betreffende und von beiden gemeinsam zu regelnde Angelegenheiten. Dazu zählen unter anderem auch die theologischen Fakultäten an den Universitäten. Der Staat habe ein Interesse daran, die wissenschaftliche Theologie in die Hochschulen einzugliedern, „um ihre Erkenntnisse so in den allgemeinen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs einzubinden“, so die Landesbischöfin. „Daraus ergeben sich (Mit-)Bestimmungsrechte der Religionsgemeinschaften an den theologischen Fakultäten.“ Die Theologie sei eine konfessionsgebundene Wissenschaft; das erfordere Einflussmöglichkeiten der Kirchen nicht nur auf inhaltliche Aspekte, sondern „auch bereits bei der Auswahl des wissenschaftlichen Personals“.

 

Angesichts der Sehnsucht vieler Menschen nach Zusammenhalt und Zusammengehörigkeit in einer pluralen, ausdifferenzierten Gesellschaft erinnerte die Landesbischöfin an die Friedliche Revolution vor 30 Jahren und das bevorstehende 30. Jahr der Deutschen Einheit. Es sei bemerkenswert, dass aus diesem Anlass an verschiedenen Orten eine Diskussion zu Artikel 146 des Grundgesetzes angestoßen werde: „Weil wir am diesjährigen Reformationstag auch vor Augen haben, ja, vor Augen haben müssen, was uns heute über die Grenzen von Konfessionen, Religionen, Weltanschauungen, sozialen und kulturellen Unterschieden hinweg eint, weil die Frage nach gesellschaftlichem Zusammenhalt, nach einem respektvollen Miteinander, nach dem, was uns miteinander verbindet, immer drängender wird, deshalb halte ich es für nachdenkenswert, ob und wie ein öffentlicher Diskussionsprozess zu einer Verfassung, ‚die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung‘ zu beschließen wäre, auch zu einer neuen und vertieften Form von gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen könnte.“ Ein solcher Diskussionsprozess könnte „im besten Falle auch das Gefühl vieler Menschen stärken, gesehen, wahrgenommen und wertgeschätzt und damit: anerkannt zu werden“.

 

Die Landesbischöfin verwies dabei auch auf die intensiv und auf Augenhöhe geführten Diskussionen und Verständigungsprozesse vor der Gründung der Nordkirche zur gemeinsam neu erarbeiteten Kirchenverfassung. Diese hätten „zu Verständigung, neu gewonnener Gemeinsamkeit und zu Zusammenhalt über sehr unterschiedliche Verhältnisse hinweg“ beigetragen.


Festgottesdienst am 10. November / Zeitzeugen sind herzlich eingeladen

Jubiläum: 45 Jahre Petrusgemeinde Schwerin

Petruskirche im Schweriner Stadtteil Mueßer Holz, Foto: ELKM-Archiv
Petruskirche im Schweriner Stadtteil Mueßer Holz, Foto: ELKM-Archiv

 

(Schwerin/(cme) - Mit einem Festgottesdienst begeht die Evangelisch-Lutherische Petrusgemeinde in Schwerin ihr 45. Jubiläum. „Dazu laden wir am Sonntag, 10. November, um 10 Uhr herzlich in die Ziolkowskistraße 7 ein“, sagt Pastor Jens-Peter Drewes. „Wir freuen uns, dass Matthias Burkhardt die Predigt hält. Er war der erste Pastor der Kirchengemeinde in dem Neubaustadtteil.“ Im Anschluss sei Gelegenheit zum Austausch bei Kaffee und Kuchen.

 

 

 

Vor allen Gründungsmitglieder könnten dabei Interessantes erzählen, so Pastor Drewes, der hofft, dass viele, die damals dabei waren, auch am 10. November kommen. Drewes: „Diese Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können authentisch von einer der ganz wenigen Kirchen-Neugründungen in der DDR-Zeit berichten.“ Der spätere Neubau des Gemeindezentrums war im Zuge eines von der DDR-Regierung genehmigten Valuta-Sonderbauprogrammes* möglich.

 

 

 

Rückblende: Die Petrusgemeinde, deren Gebiet die Stadtteile Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz umfasst und heute rund 1700 Gemeindeglieder zählt, war nach ihrer Gründung auf Anhieb die größte Gemeinde in Mecklenburg. Die ersten zehn Jahre wurden die Gottesdienste - im Wechsel mit der dortigen Gemeinde – in der Schlosskirche gefeiert. Erst Mitte der 1980er-Jahre konnte die jetzige Kirche gebaut werden. Mit der Bevölkerungsstruktur des Großen Dreesch haben sich in der Folgezeit auch die Aufgaben der Gemeinde gewandelt. Drewes: „Auch von dieser – teilweise dramatischen – Entwicklung können Zeitzeugen berichten.“

 

 

 

Mehr: www.kirche-mv.de/Schwerin-Petrusgemeinde.1004.0.html

 

 

 

Stichwort: Sonderbauprogramm

 

Finanziert von der Evangelischen Kirche in Deutschland (West) konnte der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR ein Sonderbauprogramm „Kirchen für neue Städte“ auflegen. Die Bilanz von 1973 bis 1988: mehr als 100 rekonstruierte Kirchen, zwanzig neue Gemeindezentren, darunter in Schwerin, dreißig Tagungs- und Rüstzeitenheime, über 400 Wohneinheiten für Mitarbeiter von Kirche und Diakonie und fünfzig diakonische Einrichtungen.

 


Partnerschaftsvertrag zwischen Nordkirche und rumänischer Kirche unterzeichnet

Landesbischöfin: „Gemeinsame Herausforderung zum ökumenischen Lernen“

(Greifswald/ce/maw) - Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), und Dezsö Zoltán Adorjáni, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien, haben heute (1. November) in der Kapelle im Lutherhof in Greifswald eine Partnerschaftsvereinbarung in Anwesenheit zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter weiterer ökumenischer Partnerkirchen der Nordkirche unterzeichnet. Sie hatten am gestrigen Reformationstag als Gäste bei der Einführung von Tilman Jeremias als Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche teilgenommen.

 

 

 

Im September 2018 hatte die I. Landessynode der Nordkirche beschlossen, die Partnerschaft zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien zu vertiefen. Im Vertrag bekräftigen beide Kirchen, sich im Gebet, durch Austausch und Begegnungen gegenseitig zu stärken und zu unterstützen. Gemeinsam wollen sie sich in ihrer kirchlichen und diakonischen Arbeit für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen sowie ökumenische Verbindungen in internationalen Netzwerken vertiefen.

 

 

 

Bischof Dezsö Zoltán Adorjáni, Evangelisch-Lutherische Kirche in Rumänien, hob in seiner Ansprache hervor: „Heute wird unsere Beziehung auf ein neues Niveau gehoben. Gemeinsam haben wir jede Menge Möglichkeiten zur Entfaltung und zur Entwicklung, denn zu unseren schönsten Aufgaben gehören der Aufbau und die Bereicherung der Gemeinschaft. Wir werden den Partnerschaftsvertrag gerne einhalten, da wir christliche Kirchen sind und unser Maß Christi Gerechtigkeit ist.“

 

 

 

Die Nordkirche ist mit über 30 Kirchen in weltweiten Partnerschaften verbunden, erinnerte Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt. „Ich freue mich, dass wir diesen Vertrag heute im Kreis vieler weiterer ökumenischen Partnerinnen und Partner unterzeichnen können. Wir blicken mit einem besonderen ökumenischen Interesse zu unserer Partnerkirche in Rumänien und erleben diese Verbundenheit insbesondere als gemeinsame Herausforderung zum ökumenischen Lernen. Und das vor allem aufgrund der besonderen Situation in der sogenannten ‚doppelten Minderheit‘, in der unsere überwiegend ungarischsprachige Partnerkirche in Rumänien lebt und arbeitet.“

 

 

 

Die Landesbischöfin weiter: „Gemeinschaft aber untereinander kann nur wachsen durch kontinuierliche und verlässliche Begegnungen, durch kontinuierliches Gespräch, gemeinsame Glaubenspraxis, geteiltes Leben, gegenseitige Anteilnahme und Unterstützung in Herausforderungen und Chancen und im Gebet füreinander. All dem dient der Partnerschaftsvertrag, den wir heute unterzeichnen. Durch den Vertragstext wird dem gegenseitigen Besuch von Konfirmandengruppen ebenso der Weg bereitet wie einem gemeinsamen Nachdenken darüber, wie wir an die gute Tradition des Gastvikariats – nun in beide Richtungen – wieder anknüpfen können.

 

Gottes guter Geist möge unsere Partnerschaft auch weiterhin schützen und begleiten. Möge auch diese Partnerschaft dazu dienen, uns im gemeinsamen Christus-Zeugnis zu ermutigen und zu bestärken. Und möge sie die Freude daran fördern, das Evangelium zu verkünden – bis an die Enden der Erde!“

 

 

 

Hintergrund:

In Rumänien gibt es vier protestantische Kirchen, die in der Zeit der Reformation vor allem in Siebenbürgen entstanden sind: die Reformierte Kirche (ca. 460.000 Mitglieder), die Unitarische Kirche mit circa 70.000 Mitgliedern, die Evangelische Kirche A.B. (Augsburgischen Bekenntnisses) in Rumänien mit 12.840 Mitgliedern sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche in Rumänien. Dabei ist die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien vorwiegend deutschsprachig, die Reformierte, die Unitarische und die Evangelisch-Lutherische Kirche überwiegend ungarischsprachig. Der weitaus größte Teil der Protestantinnen und Protestanten lebt in Siebenbürgen. Die 1921 gegründete Evangelisch-Lutherische Kirche in Rumänien hat 30.700 Mitglieder in 37 Gemeinden und 116 Diasporagemeinden.

 

Einen Austausch zwischen den Kirchen gibt es seit vielen Jahren sowohl auf der landeskirchlichen als auch auf der gemeindlichen Ebene. Außerdem arbeiten die Diakonischen Werke Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit verschiedenen Organisationen in Rumänien zusammen. So fördert das Diakonische Werk Hamburg unter anderem ein Multiplikatoren-Projekt, das die Bildungserfolge junger Roma erhöhen und sie bei der Berufswahl und der Integration an den Universitäten unterstützen soll, und vernetzt Einrichtungen, die zum Thema Menschenhandel und Arbeitsausbeutung arbeiten. Im Rahmen eines Fachaustausches zwischen Beratungseinrichtungen in Hamburg und Rumänien haben Sozialarbeiterinnen und -arbeiter die Gelegenheit zur Hospitation bei der jeweils anderen Organisation.

 

 

 

Am morgigen Sonnabend (2. November) nehmen die ökumenischen Vertreterinnen und Vertreter der Partnerkirchen ebenfalls an den Feierlichkeiten anlässlich des vor 20 Jahren geschlossenen Partnerschaftsvertrages der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen mit der damaligen pommerschen Kirche teil. Die Partnerschaft wird von der 2012 gegründeten Nordkirche weitergeführt. Die Stationen der Feierlichkeiten liegen beiderseits der Grenze: in Rosow, Neu-Rosow (bei Gartz an der Oder, Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis) sowie in Stettin.

 


Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka zu Gast beim zweiten Kieler Reformationsabend

Bischof Gothart Magaard: „Die Hoffnung auf Veränderung nicht aufgeben“

 

(Schleswig/Kiel/aw) - Zum zweiten „Kieler Reformationsabend“ hat Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Kiel  heute (30. Oktober) in die Citykirche St. Ansgar in Kiel eingeladen. Anlass war der morgige Reformationstag, der in diesem Jahr zum zweiten Mal als gesetzlicher Feiertag in Schleswig-Holstein begangen wird. Das Motto des Abends lautete „Reformation 2019 ist Versöhnung?!“. Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka, Vorsitzender der Union progressiver Juden in Deutschland KdöR, Schleswig Holsteins Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Karin Prien, sowie der Kieler Oberbürgermeister, Dr. Ulf Kämpfer, ergriffen im Laufe der Veranstaltung das Wort.

 

Bischof Magaard sagte in seiner Begrüßung: „Als evangelisch-lutherische Kirche verstehen wir den neuen Feiertag als Chance und Auftrag, ihn für einen gesellschaftlichen Diskurs über die Bedeutung von Glauben und Religion für unser Miteinander zu nutzen. Unsere heutige Veranstaltung gilt dem Thema Versöhnung, dem wir uns gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Kiel und in ökumenischer Verbundenheit widmen wollen.“ Bischof Magaard erklärte: „Der Zustand unserer Gesellschaft bereitet mir Sorge. Der Beitrag, den wir für unsere Gesellschaft leisten können, ist das öffentliche Eintreten für freie Religionsausübung und die Achtung der menschlichen Würde, das Einstehen für gewaltlose Formen des Umgangs mit unterschiedlichen Traditionen. Dazu zählt in gleichem Maße der Wille, keinen Menschen aufzugeben, Versöhnung mit den Menschen zu suchen und die Hoffnung auf Veränderung nicht aufzugeben.“

 

Im Zentrum der Veranstaltung stand ein Impulsvortrag von Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka, Vorsitzender der Union progressiver Juden in Deutschland KdöR. Sein Vortrag war dem Thema „Versöhnung für diese Gesellschaft“ gewidmet. „Wir müssen heute Gesellschaft völlig neu denken. Unsere pluralisierte Gesellschaft birgt kein Versprechen einer gemeinsamen Gesellschaft mehr“, stellte er fest und fuhr fort: „Gesellschaft bedeutet die Verbindung der Unterschiede. Pluralismus ist keine Ansammlung von unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Es ist nicht einfach eine Addition, wo etwas Neues zu einem Bestehenden hinzukommt. Pluralisierung verändert alle – alte Einheimische und neue. Um gedeihlich zusammenzuwirken, bedarf es der Einbindung auch all der interreligiösen Initiativen, spirituellen Gemeinschaften und zivilgesellschaftlichen Gruppen, die das Aufbrechen der Religionsgemeinschaften mit sich gebracht hat. Sie alle sollen ihr konstruktives Potential einbringen können.“ Rabbiner Homolka ermutigte die Anwesenden: „Auf dem Feld des gesellschaftlichen Miteianders und der Verteidigung der Werte unserer offenen Gesellschaft gibt es ein gemeinsames Ziel. Das müssen wir miteinander verfolgen.“

 

„Eine der großen Leistungen der Reformation ist, dass sie den Weg für ein republikanisch-bürgerliches Staatsverständnis mitgeebnet hat“, äußerte Ministerin Karin Prien in ihrem Grußwort. „Heute leben in Schleswig-Holstein Katholiken, Protestanten, Juden und Muslime friedlich zusammen und arbeiten gemeinsam am Wohlergeben unserer Gemeinschaft“, fuhr sie fort. „Wir sollten ein Pflichtgefühl spüren und es sollte uns ein innerer Wille sein, dieses Zusammenleben zu stärken. Antisemitismus entgegen zu treten und diese Werte unserer Gemeinschaft zu verteidigen, ist dabei eine Aufgabe für jeden von uns.“

 

„Ich freue mich, dass der diesjährige ‚Kieler Reformationsabend‘ der Nordkirche dem Thema Versöhnung gewidmet wurde – und das lange, bevor dieser Begriff durch den brutalen Anschlag in Halle eine neue schmerzliche Aktualität bekommen hat“, sagte Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer in seinem Grußwort. „Versöhnung steht immer am Anfang eines Prozesses, der auf Heilung und Frieden abzielt“, so der Oberbürgermeister. „Echte Versöhnung geht nur auf Augenhöhe, wenn sich beide Parteien mit der Sichtweise und den Realitäten des jeweils anderen vertraut gemacht haben und sie anerkennen.“

 

 

 

Der Abend wurde musikalisch von der mittelholsteinschen WELT kapelle“ mit Musikerinnen und Musikern aus Syrien, dem Irak und Deutschland, die seit 2016 in Schleswig-Holstein gemeinsam musizieren, eingerahmt.

 

Bei einem Imbiss im Gemeindehaus und mit einem interreligiösen Friedensgebet endete der Abend. Das Friedensgebet wurde gemeinsam gestaltet von Fatih Mutlu (Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein e.V./SCHURA), Propst Dr. Thomas Benner (Erzbistum Hamburg), Pröpstin Almut Witt (Kirchenkreis Altholstein/Nordkirche), Pastor Helge Frey (Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Schleswig-Holstein) und Walter Joshua Pannbacker (Vorstand Jüdische Gemeinde Kiel e.V.). 

 

 

 

 

 


Katholikenrat im Bistum Trier befasst sich mit aktuellen Themen

Intensive Beratungen zur Synodenumsetzung

Der Katholikenrat im Bistum. Foto: bt
Der Katholikenrat im Bistum. Foto: bt

 

(Trier/bt) – Die Synodenumsetzung in verschiedenen Facetten hat im Mittelpunkt der Herbstvollversammlung des Katholikenrats im Oktober 2019 gestanden. Die Mitglieder hörten einen Impuls der stellvertretenden Ratsvorsitzende Dr. Herta Brinkmann zu „Orte von Kirche“. Mit der Bischöflichen Beauftragten für den Katholikenrat, Mechthild Schabo (Direktorin Pastoral und Gesellschaft im Generalvikariat Trier), sprachen sie verschiedene Aspekte der Synodenumsetzung an. Dabei nahmen vor allem die sogenannten Querschnittsthemen der Synode einen breiten Raum ein: „Uns ist wichtig, dass die Themenfelder Ökumene, Ökologie, Weltkirche mit der Option für die Armen oder der Blick auf den ländlichen Raum immer wieder präsent sind“, sagte Vorsitzender Manfred Thesing. Diese Themen seien nicht in eigenen Arbeitsgruppen verortet worden, sondern sollten „mitlaufen“ bei den unterschiedlichen Überlegungen und Arbeitsaufträgen. Die Anfang Oktober veröffentlichten Umfrageergebnisse der Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ wies Thesing als „in vielen Punkten nicht aussagekräftig“ zurück. Thesing bemängelte sowohl „handwerkliche“ wie inhaltliche Fehler, etwa die Aussage „Die bisherigen Rätestrukturen werden vollständig abgeschafft“. Er verwies auf die neue Gremienstruktur mit dem Rat der Pfarrei mit Pastoral- und Finanzkammer, die nicht zuletzt aufgrund der Eingabe des Katholikenrats verändert wurde, sowie die geplante Urwahl. Auch das Bild, das von ehrenamtlichen Engagement gezeichnet werde, entspreche nicht der Realität.

 

Der Rat weitete den Blick auch über das Bistum hinaus: Die ZdK-Mitglieder Herbert Caspar und Dagmar Heib berichteten über den synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland, den Bischöfe und Laien miteinander gehen. Der Sachausschuss Geschlechtergerechtigkeit informierte über die Aktion Maria 2.0 und die Planungen für den Tag der Diakonin 2020. In seinen aktuellen Einschätzungen hob Thesing das Thema Klimagerechtigkeit hervor. Er verwies auf die Haltungen und Maßnahmen des Bistums, wie sie der aktuelle Energiebericht aufzeigt, aber auch auf das Maßnahmenpaket der Bundesregierung und forderte „Mut zur Wahrheit“ von der Politik: „ Nachhaltige Maßnahmen zum Klimaschutz sind nicht zum Nulltarif zu haben.“ Mit Blick auf die türkische Invasion in Nordostsyrien bekräftigte der Vorsitzende die grundsätzliche Ablehnung von Waffenexporten. Er betonte die Notwendigkeit einer Genehmigungspraxis, die nicht nur auf dem Papier keinerlei Exporte in Krisen- und Kriegsregionen ermögliche sowie eine – auch finanzielle – Stärkung der zivilen Krisenprävention: „Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung sind das Gebot der Stunde und nicht eine Stärkung der ohnehin sehr starken Rüstungsindustrie.“

 

Die Amtszeit des Katholikenrats endet im Herbst 2020. Im kommenden Jahr will der Rat die 50-jährige Geschichte der Laiengremien im Bistum Trier feiern. Für die langjährige Geschäftsführerin des Katholikenrats, Monika Seidel, war es die letzte Vollversammlung des Gremium: Sie geht im Winter in den Ruhestand. Der Rat verabschiedete Seidel mit einem herzlichen Dank für ihr Engagement in der Begleitung des Katholikenrats. Alle Informationen sind auch unter www.katholikenrat.bistum-trier.de zu finden.


Diskussionsabend zur Religionsfreiheit

 

(Schwerin/cme) - „Religionsfreiheit – Auslegungssache?“ - unter diesem provokanten Titel wird am Freitag, 8. November, zu "Bibel im Gespräch" eingeladen. Von 19.30 Uhr an diskutieren im Festsaal der Außenstelle des Landeskirchenamtes in der Münzstraße 8-10: Dr. Sönke Lorberg-Fehring

 

(Beauftragter für Christlich-Islamischen Dialog der Nordkirche), Ulrich Kahle (Bibelzentrum Barth) und Ralf Schlenker (Männerpastor und Fachkoordinator Religion im Schulamtsbereich Schwerin) unter der Moderation von Tilman Baier (Chefredakteur der Mecklenburgischen und Pommerschen Kirchenzeitung).

 

"Unser Grundgesetz – in diesem Jahr 70 Jahre alt – garantiert Religionsfreiheit in Deutschland. Nicht erst seit der Debatte um den Neubau eines muslimischen Gebetsraumes in Schwerin zeigt sich, dass die Frage, wie diese Freiheit umgesetzt und in der Praxis gut gelebt werden kann, komplex und umstritten ist", sagt Dr. Stefanie Schabow von der Mecklenburgischen und Pommerschen Bibelgesellschaft. So ginge es u.a. um folgende Fragen: Was sagt die Bibel zum Umgang mit anderen Kulten und Religionen? Welche Bedeutung hat das überhaupt in einem weitgehend säkularen Umfeld? Dr. Schabow: "Gemeinsam mit den Gästen der Veranstaltung möchten wir im Podium über Religionsfreiheit in Deutschland, die Bibel und die praktischen Herausforderungen religiöser Freiheit und Toleranz ins Gespräch kommen."

 

"Bibel im Gespräch" ist eine Reihe der Mecklenburgischen und Pommerschen Bibelgesellschaft in Kooperation mit Mecklenburgischen und Pommerschen Kirchenzeitung und dem Presseverband MV.


Badische Landeskirche

Synodalpräsident Axel Wermke feiert 70. Geburtstag

(Karlsruhe/ekiba) - Für seinen aktiven Beitrag zur vertrauensvollen Zusammenarbeit der Leitungsorgane der badischen Landeskirche dankt Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh Synodalpräsident Axel Wermke anlässlich dessen runden Geburtstags. Der Präsident der 12. badischen Landessynode wird am Mittwoch, 30. Oktober, 70 Jahre alt.

 

„Ich gratuliere unserem Synodalpräsidenten Axel Wermke sehr herzlich zum 70. Geburtstag und wünsche ihm Gottes Segen“, so der Landesbischof. „Wir sind sehr dankbar für das Engagement und die große geistliche Kraft, mit der er die Landessynode leitet. Er trägt wesentlich dazu bei, dass die Leitungsorgane unserer Landeskirche vertrauensvoll zusammenarbeiten und ein gutes Miteinander zwischen Gemeinden, Einrichtungen, Kirchenbezirken und Landeskirche gelingt. In den manchmal auch schwierigen Debatten hilft uns seine ruhige, klare und konstruktive Art, geistlich und rechtlich angemessene Lösungen zu finden. Das ist gerade in diesen Zeiten des Wandels und der Neuausrichtung unserer Kirche ausgesprochen hilfreich.“

 

„Herzlich gratuliere ich Herrn Wermke zum runden Geburtstag und wünsche ihm für die Aufgaben und Herausforderungen im Amt des Synodalpräsidenten Mut, Kreativität, Energie und vor allem Gottes Geisteskraft“, übermittelt Martina Kastner, Vorsitzende des Diözesanrates der Erzdiözese Freiburg, ihre Geburtstagsgrüße. Besonders freue sie sich, „dass Herr Wermke ein verlässlicher und überzeugter Partner in unserer gelebten ‚badischen Ökumene‘ ist“.

 

Auch Inge Schneider, Präsidentin der württembergischen Landessynode, gratuliert Wermke zum 70. Geburtstag und wünschte ihm Gottes Segen, Gesundheit und viel Kraft und Weisheit für seine verantwortungsvolle Aufgaben. „Ich kenne ihn als bodenständige evangelische Persönlichkeit, die ihren Glauben lebt, fest im kirchlichen Leben steht, aber auch im Gemeinwesen und in der Gesellschaft verantwortlich tätig ist. Ich schätze seine wertkonservative Haltung, seine Offenheit für neue Ideen und insbesondere sein Engagement für eine stärkere Zusammenarbeit mit unserer württembergischen Landeskirche.“

Glückwünsche schickt auch der Präsident der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz, Hermann Lorenz: „Ich wünsche für das nächste Lebensjahrzehnt Glück und Gesundheit. Möge Gott Sie weiterhin auf Ihrem Lebensweg in seiner Hand halten.“

 

Axel Wermke wurde 1949 in Heidelberg geboren, aufgewachsen ist er in Mannheim. Nach seinem Lehramtsstudium war er zunächst an der Grund- und Hauptschule Weiher und schließlich ab 1977 bis zu seiner Pensionierung (2013) an der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule in Ubstadt tätig. Seit 2008 war er dort auch Schulleiter.

 

Seit vielen Jahren engagiert sich Wermke schon ehrenamtlich für die evangelische Kirche. So war er beispielsweise ab 1964 als Jugendgruppenleiter an der Friedenskirche in Mannheim aktiv, von 1970 bis 1974 Vorsitzender des Landesjugendkonvents Baden. Seit 1997 ist er auch Prädikant in der Landeskirche, seit 1999 Vorsitzender der Bezirkssynode Bretten und seit 2001 im Landeskirchenrat.

 

In der badischen Landessynode ist Wermke seit 1990 aktiv. Im Herbst 2014 übernahm er das Präsidentenamt. In seiner Zeit als Synodalpräsident hat die Synode beispielsweise diverse Hilfspakete für die Flüchtlingsarbeit auf den Weg gebracht, den Dritten Weg weiterentwickelt und die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare beschlossen.

 


Arbeitskreis Kirche und Judentum lädt am 8. und 9. November in Greifswald ein

Gedenken an Pogromopfer

 

(Greifswald/sk) - Der Arbeitskreis Kirche und Judentum im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis lädt in Kooperation mit der Universitäts- und Hansestadt Greifswald anlässlich des Gedenkens an die Opfer der Novemberpogrome des Jahres 1938 am Freitag, 8. November, um 17 Uhr in den Greifswalder Rathaussaal ein. Die Veranstaltung ist dem aus Pyritz in Hinterpommern, dem heute polnischen Pyrzyce, stammenden Arzt Salomon Neumann (1819-1908) gewidmet. Am Sonnabend, 9. November, findet um 12 Uhr eine Andacht an der Stelle des früheren Betsaals der Greifswalder jüdischen Gemeinde in der Mühlenstraße 10 statt. Anschließend eröffnet um 13 Uhr im Greifswalder Dom die Ausstellung „Lasst mich ich selbst sein - Anne Franks Lebensgeschichte“, die bis zum 30. November zu sehen ist.

 

 

 

Stimme gegen Rassismus und Intoleranz

 

„Salomon Neumann kann als einer der Begründer der modernen Sozialmedizin gelten. Als Sozialpolitiker in der Bismarck-Zeit trug er entscheidend zum Aufbau einer modernen Gesundheitsfürsorge bei“, so Christoph Ehricht vom Arbeitskreis Kirche und Judentum. „Engagiert äußerte er sich im Berliner Antisemitismus-Streit gegen den Ungeist von Judenfeindschaft, Rassismus und Intoleranz.“ Der Historiker Günter Regneri, Autor einer Biographie über Salomon Neumann, und der Sozialwissenschaftler Dr. Benjamin Kuntz vom Robert-Koch-Institut sprechen am 8. November im Rathaussaal über Salomon Neumanns Leben und Werk und seine bis heute bleibende Bedeutung. Im Anschluss findet ein Gespräch statt, an dem die stellvertretende Bürgermeisterin von Pyrzyce, Betyna Robert, und die Direktorin der Stadtbibliothek Pyrzyce, Magdalena Brzozowska, teilnehmen.

 


Auszeichnung der Nordkirche für engagierten Ehrenamtler:

Günter Szameitpreiks erhält die Bugenhagenmedaille

 

(Schleswig/Elmshorn/aw) - Günter Szameitpreiks wird am Sonnabend (2. November) die Bugenhagenmedaille der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) erhalten. Es ist die höchste Auszeichnung, die die Nordkirche für besonderes ehrenamtliches Engagement verleiht. Die Ehrung wird Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, im Rahmen eines Festgottesdienstes vornehmen. Der Gottesdienst in der Stiftskirche in Elmshorn beginnt um 19 Uhr.

 

 

 

Bischof Magaard: „Wir feiern miteinander, um Einen aus unserer Mitte zu ehren, der seine Gaben zum Wohl unserer Kirche eingesetzt und sie seit mehreren Jahrzehnten aktiv und aufmerksam gestaltet hat. Dafür gilt Günter Szameitpreiks unser Dank und unsere Anerkennung.“

 

 

 

1972 begann Günter Szameitpreiks sein Engagement im Kirchengemeinderat der damaligen Stiftskirchengemeinde in Elmshorn und übernahm dort nach wenigen Jahren den stellvertretenden Vorsitz.

 

Günter Szameitpreiks war 30 Jahre Mitglied der Kirchenkreissynode des Kirchenkreises Rantzau. Seit 1990 leitete er diese als stellvertretender Vorsitzender. Dabei legte er seinen Schwerpunkt vor allem auf die Durchführung und Umsetzung von Themensynoden und auf die Arbeit des Diakonieausschusses. In den Jahren 2007 und 2008 wirkte er an der Fusion der beiden Kirchenkreise Rantzau und Münsterdorf mit und war anschließend als Präses der Kirchenkreissynode Rantzau-Münsterdorf maßgeblich am Zusammenwachsen des neuen Kirchenkreises beteiligt. Das Amt des Präses hatte er bis Februar 2018 inne.

 

 

 

Auch als Mitglied der Nordelbischen Synode und anschließend als Mitglied der I. Landessynode der Nordkirche lag ihm das geschwisterliche Miteinander von Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen und leitenden Geistlichen am Herzen.

 

 

 

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland dankt Günter Szameitpreiks für seinen ehrenamtlichen Dienst und bringt mit der Verleihung der Bugenhagenmedaille Respekt vor seinem Engagement zum Ausdruck.

 


ZdK-Hauptausschuss beauftragt BDKJ mit der Beteiligung junger Menschen

15 Plätze im synodalen Weg werden mit Menschen unter 30 besetzt

 (Düsseldorf/bdkj) - Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) wurde vom Hauptausschuss des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) dazu beauftragt, 15 Plätze der Versammlung des synodalen Weges mit jungen Menschen unter 30 vorzuschlagen. Das entspricht derzeit 7 Prozent der gesamten Versammlung.

 

„Wir freuen uns, dass sich ZdK und die Deutsche Bischofskonferenz darauf verständigt haben, junge Menschen beim synodalen Weg zu berücksichtigen. Das Signal des ZdK-Hauptausschusses, eine echte Beteiligung junger Menschen am synodalen Weg zu ermöglichen, ist für uns ein Auftrag, den wir gerne annehmen“, sagte BDKJ-Bundesvorsitzender Thomas Andonie. „Das Vertrauen, dass der ZdK-Hauptausschuss in uns setzt, spornt uns an. Als demokratisch legitimierte Stimme von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wirken die katholischen Jugendverbände selbstverständlich auch außerhalb ihrer Strukturen und haben die Anliegen aller jungen Menschen im Blick.“

 

Der BDKJ wird die Plätze, wie von ZdK und DBK beschlossen, überwiegend mit weiblichen Vertreter*innen besetzen, um die Geschlechtergerechtigkeit in der Versammlung zu erhöhen. Um die Liste des BDKJ transparent zu besetzen, wird ein Verfahren entwickelt. Der ZdK-Hauptausschuss ist nach der ZdK-Vollversammlung das zweithöchste beschlussfassenden Gremium des Lai*innenkatholizismus in Deutschland. Die aktuellen Entscheidungen zum synodalen Weg finden unter Vorbehalt der Vollversammlung statt, die am 22. und 23. November tagen wird.

 

Die aktuelle Satzung und weitere Informationen zum synodalen Weg sind unter www.DBK.de oder www.ZdK.de zu finden. Der BDKJ informiert unter www.bdkj.de/synodalerWeg über den synodalen Weg.

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.


Weihbischof Brahm trifft Bürgermeister aus dem Saarland

Lob und Kritik für Synodenumsetzung

Vertieft in die Karte der neuen Pfarreien: Bürgermeister und Beigeordnete trafen sich mit Weihbischof Brahm zum Austausch über die Synodenumsetzung. Foto: bt
Vertieft in die Karte der neuen Pfarreien: Bürgermeister und Beigeordnete trafen sich mit Weihbischof Brahm zum Austausch über die Synodenumsetzung. Foto: bt

 

(Otzenhausen/bt) – Am Freitag, dem 25. Oktober, hat sich Weihbischof Robert Brahm mit Bürgermeistern und Beigeordneten aus dem Saarland in der Europäischen Akademie in Otzenhausen getroffen. Bei dem Treffen ging es um die Umsetzung der Synode im Bistum. Weihbischof Brahm und Christian Heckmann vom Synodenbüro informierten die Politiker über den Stand der Umsetzung und stellten sich den Fragen.

 

Zu Beginn des Austauschs erläuterte der Weihbischof noch einmal die Hintergründe der anstehenden Gründung von insgesamt 35 Pfarreien im Bistum Trier. „Die Welt ändert sich“, sagte er. Im Hinblick auf Bewegungen wie die Individualisierung der Gesellschaft, eine immer größer werdende Flexibilisierung, aber auch der Digitalisierung, müsse sich auch die Kirche „weiter- und neuentwickeln“. Die Kirche habe die Aufgabe, möglichst vielen Menschen ein gelingendes Leben im Glauben zu ermöglichen. „Wenn wir uns nicht verändern, hat unsere Botschaft keine Chance“.

 

„Eine Kirche, wie wir sie uns im Bistum Trier wünschen, muss sich in die Gesellschaft verwickeln und einmischen“, sagte Christian Heckmann. „Wir wollen auf die unterschiedlichen Lebenssituationen der Menschen schauen und sie ernst nehmen. Wir wollen uns auch immer wieder fragen, wozu wollen wir Kirche sein.“ In Bezug auf die Neustrukturierung der Räume sagte er, dass man sich von  der Idee verabschieden müsse, dass in 880 Pfarreien das gleiche Angebot aufrechterhalten werden kann. Es gehe nicht darum, einen „bestimmten Raum zu bespielen“. Der Fokus liege vielmehr darauf, „ehrenamtliches Engagement zu begleiten und zu stärken“. Dazu brauche es auch eine neue Haltung der hauptamtlichen Mitarbeiter und eine immerwährende Lernbereitschaft. „Die Pfarreien der Zukunft sollen der Motor für eine pastorale Neuentwicklung sein“, betonte Heckmann. Dinge, die vor Ort existieren, sollen bleiben, gleichzeitig soll es dort aber auch mehr Gestaltungsfreiheit geben.

 

Die Rückmeldungen der Bürgermeister und Beigeordneten waren zum Teil positiv, aber durchaus auch kritisch. Der Bürgermeister von Kleinblittersdorf, Stephan Strichertz, äußerte die Sorge über einen möglichen Verlust an Nähe der Gläubigen zur Kirche: „Mein Eindruck ist, dass unsere Religion verloren geht, wenn die Kirche sich aus der Fläche zurückzieht.“ Auch Quierschieds Bürgermeister Lutz Maurer kritisierte die Umsetzung der Synodenbeschlüsse, insbesondere die Neuordnung der pastoralen Räume. „Viele fühlen sich von den XXL-Pfarreien an den Rand gedrängt. Wir fühlen uns abgehängt.“ Weihbischof Brahm nahm die Befürchtungen der Bürgermeister und Gläubigen ernst: „Es ist zwar ein zentraler Pfarrort benannt, die Pastöre bleiben aber vor Ort.“ Ebenso werden Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten, aber auch andere Ansprechpartner dezentral in den Pfarreien der Zukunft bei den Menschen sein. Auch die Spendung der Sakramente vor Ort soll gewährleistet werden.

 

Zuspruch bekam die Bistumsleitung unter anderem von Bürgermeister Hermann Josef Schmidt aus Tholey: „Sie haben einen schweren Weg beschritten, aber ich halte ihn für richtig, weil er auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren will.“ Deshalb sei der Weg auf lange Sicht unausweichlich. Für ihn stelle sich deshalb vor allem die Frage, wie Kirche und Politik in Zukunft zusammenarbeiten können. So gebe es beispielsweise die Idee, Gebäude gemeinschaftlich zu nutzen. Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit wolle man mit den neuen Leitungsteams gemeinsam ausloten.

 


Studientag für pastorale Mitarbeiter widmet sich aktuellem Thema

Macht teilen – Missbrauch verhindern

  Prof. Dr. Hildegund Keul (vierte von links) im Gespräch mit den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Foto: bt
Prof. Dr. Hildegund Keul (vierte von links) im Gespräch mit den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Foto: bt

 

(Wittlich/Trier/bt) – Rund 130 Frauen und Männer aus verschiedenen pastoralen Berufsgruppen des Bistums Trier haben sich zum gemeinsamen Studientag in Wittlich getroffen. „Macht haben, ohne sie zu missbrauchen“ lautete das diesjährige Thema. Unter den Teilnehmern war auch Bischof Dr. Stephan Ackermann.

 

Zwei aktuelle Fragen haben die Priester, Diakone, Pastoral- sowie Gemeindereferentinnen und -referenten diskutiert: den Missbrauch von Macht, der zu sexuellen Übergriffen führen kann, und die Verteilung von Macht in der Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamtlichen in den Pfarreien der Zukunft. Impulse kamen dabei von Prof. Dr. Hildegund Keul, Leiterin des Forschungsprojekts „Vulnerabilität“ (Verwundbarkeit), Monika Oboth, Coach und Mediatorin, und Dr. Gundo Lames, Direktor des Bereichs „Ziele und Entwicklung“ im Bischöflichen Generalvikariat.

 

Macht zwischen vielen Autoritäten aufteilen

 

In ihrem Vortrag und der anschließenden Gesprächsrunde bezog sich Keul auf den Machtbegriff nach Hannah Arendt, die Macht und Gewalt voneinander trennt. Macht im eigentlichen Sinne sollen die Personen haben, die kompetent seien (Autoritäten). Die Aufgabe von Amtsträgern sei es, diese Menschen in Entscheidungsprozesse einzubinden. „Macht kann kreativ und gestalterisch sein, wenn man sie zwischen vielen Autoritäten teilt“, so Keul. Es sei wichtig, sich der eigenen Vulnerabilität (Verletzlichkeit) und der des Gegenübers im Klaren zu sein. Zugleich müsse man sich der eigenen Vulneranz (die Fähigkeit, andere zu verletzen) bewusst sein. Nur wenn eine Institution wie die Kirche genau dazu bereit sei, könne der Missbrauch von Macht eingedämmt werden. Als Beispiel nannte sie Gott, der sich in der Menschwerdung selbst verwundbar gemacht habe. „Nur so können Liebe und Frieden entstehen“, erklärte sie. Zugleich forderte sie, vulnerablen – also verletzlichen – Gruppen wie etwa Kindern oder Minderheiten besonderes Augenmerk zukommen zu lassen, um sie zu schützen.

 

Wie man die theoretischen Erkenntnisse auf die Praxis in den Pfarreien der Zukunft anwenden könne, fragte Jugendpfarrer Jan Lehmann. „Was heißt das zum Beispiel für den konkreten Umgang mit Gremien in der Übergangsphase oder mit den Menschen, die Verlustängste haben?“ Veränderung rufe immer Konflikte hervor, das liege auf der Hand, sagte die Professorin. Im Dialog brauche es daher Ausdauer, gegenseitigen Respekt vor der Situation des Anderen und Frustrationstoleranz. Die Strategien, die bewirken, dass beide Seiten ihren Schutzschild fallen lassen, um wirklichen konstruktiven Austausch herbeizuführen, müssen immer wieder aufs Neue eingeübt und gepflegt werden. Eine Teilnehmerin ergänzte präzise: „Die Bereitschaft zur Verletzlichkeit muss eine Haltung sein, darf aber nicht zum Instrument werden.“ Ansonsten werde das Konzept ad absurdum geführt.