Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

25.06.2022


Badisches Chorfest von 1. bis 3. Juli in der Karlsruher Innenstadt

Musik für alle Generationen

(Karlsruhe/ekiba) - Unter dem Motto „Unisono – vielstimmig eins“ findet von 1. bis 3. Juli mitten in der Karlsruher Innenstadt das große Chorfest der Evangelischen Landeskirche in Baden statt. Mehrere tausend Sängerinnen und Sänger, Besucherinnen und Besucher werden bei den unterschiedlichen Konzerten und Mitmachangeboten erwartet.

 

Konzerte in unterschiedlichen Stilrichtungen, Workshops, Gottesdienste, Offene Singen und ein Programm für Kinderchöre gehören zum vielfältigen Programm des großen Chorfestes. Auch die Drogeriemarktkette „dm“ wird sich mit dem Familien-Programmangebot „dm-Kinderland“ am 2. und 3. Juli beteiligen. „Es ist eine Freude, so viele Chöre und Sänger*innen willkommen zu heißen!“, stellt Achim Plagge, Kirchenmusikdirektor und Landeskantor, fest. „Nach der langen Zeit der Einschränkungen beim Singen durch Corona sind wir alle froh, dass wir uns in diesem Sommer umso fröhlicher und befreiter zum gemeinsamen Singen zusammenfinden können.“

 

Die Besucherinnen und Besucher des Chorfests erwarten mehrere Höhepunkte. „Es gibt für alle Generationen und verschiedene musikalische Geschmacksrichtungen etwas zu hören, mitzusingen und zu s(wingen)“, erläutert Pfarrerin Susanne Labsch, Vorsitzende des badischen Kirchenchorverbandes. So wird beispielsweise am Freitag, 1. Juli, um 18.30 Uhr auf dem Marktplatz das Oratorium „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ aufgeführt. „Ein Oratorium mit berühmten Chören und Arien, bestehend aus regelrechten Ohrwürmern und Musik, die zu Herzen geht, von Johann Sebastian Bach, von Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn“, sagt Labsch. Das Oratorium wurde zusammengestellt von Johannes Blomenkamp und wird musiziert von Chören der Christuskirche und Stadtkirche Durlach sowie bekannten Solistinnen und Solisten unter Leitung von Johannes Blomenkamp und Peter Gortner.

 

Am Samstag wird das Oratorium auch noch einmal zum Mitsingen für Besucherinnen und Besucher angeboten. Außerdem gibt es samstags neben Workshop-Angeboten für aktive Sängerinnen und Sänger unter anderem ab 19.30 Uhr eine Chornacht in der Christuskirche, der Erlöserkirche und der Kirche St. Bernhard sowie Gospelmusik auf der Marktplatzbühne. Ein Mitschnitt von der Chornacht in der Karlsruher Christuskirche wird am Montagabend, 4. Juli, auch als Abendkonzert (20-22 Uhr) auf SWR2 ausgestrahlt. Den Abschluss des Chorfestes bildet am Sonntag, 3. Juli, 10.30 Uhr, der Festgottesdienst auf dem Marktplatz mit Landesbischöfin Heike Springhart.

 

„Das Chorfest ‚Unisono‘ ist das Geburtstagsgeschenk der Chöre an ihre Landeskirche, die vor 201 Jahren entstanden ist, als Lutheraner und Reformierte sich entschieden, ihre konfessionellen Streitpunkte beizulegen“, erläutert Landeskirchenmusikdirektor Kord Michaelis. „Beim Chorfest wird mit vielen Stimmen fröhlich vom Glauben gesungen, so wie auch die badische Landeskirche seit über 200 Jahren stolz darauf ist, vielstimmig eins zu sein.“

 

Weiterer Bestandteil des Chorfestes ist am Samstag und Sonntag das dm-Kinderland auf dem Karlsruher Friedrichsplatz. Hier werden Kinder mit ihren Eltern jeweils von 10 bis 18 Uhr zum Singen, Musizieren, Lernen und zu weiteren kreativen Aktionen eingeladen. Für Kinder gibt es außerdem samstags in der Lutherkirche einen eigenen Kinderchortag, in dessen Verlauf ein Kindermusical einstudiert und aufgeführt wird.

 

Mit Ausnahme des Kinderchortags (hierfür war eine frühzeitige Anmeldung erforderlich) können beim Chorfest Besucherinnen und Besucher auch ganz spontan vorbeikommen, zuhören oder auch selbst mitsingen.

Infos zum Programm gibt es unter www.chorfest-baden.de, das Programmheft ist auf dem Infostand am Marktplatz erhältlich.

 

 


Vernissage einer Fotoausstellung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „todesmutig“ am 3. Juli in der Wolgaster St.-Petri-Kirche

Totentanz und Lebensmut

(Wolgast/sk) - Am Sonntag, 3. Juli, wird um 14 Uhr in der Wolgaster St.-Petri-Kirche im Anschluss an einen Gottesdienst während einer Vernissage das Fotoprojekt der Kieler Künstlerin Heidi Krautwald präsentiert. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde und Interessierten hat die Fotografin aus 14 großformatigen Bildern einen fotografischen „Lebenstanz“ erschaffen, der an den Totentanz in der Wolgaster Stadtkirche erinnert. Dafür wurden die Bilder und Szenen des Totentanzes ins Hier und Jetzt übertragen und szenisch nachempfunden. Aufgerufen, an dem Projekt mitzuwirken, waren Menschen jedes Alters aus Wolgast und der Region sowie alle, die „Lust auf eine Begegnung mit dem Leben haben“, so die Projekt-Einladung. Die Vernissage am 3. Juli steht unter dem Motto „Totentanz und Lebensmut“. Für die musikalische Begleitung sorgt das Barockmusik-Duo „Capella Jenensis“ unter dem Titel „Den Teufel an die Wand gemalt“. Die Ausstellung ist ab dem 3. Juli bis zum 20. November in der St.-Petri-Kirche zu sehen. Die Finissage und ein Gottesdienst finden am Totensonntag, 20. November, ab 10 Uhr mit Bischof Tilman Jeremias statt. Unter dem Motto „todesmutig“ initiiert die Nordkirche in Kooperation mit den Landeskirchen Hannover und Oldenburg eine Konzeptreihe zu den großen und kleinen Abschieden des Lebens. Das komplette Programm der Reihe ist im Internet unter https://kulturhimmel.de/todesmutig/ zu finden.

 

 


Glockentag findet am 3. Juli mit Konzert, Geschichten und Kaffeeklatsch rund um die „Offene Kapelle“ in Jager statt

Einladung zum Mitläuten

Die größere der beiden Glocken der Kapelle in Jager hängt in einem freistehenden Glockenstuhl. Foto: Sabine Petters
Die größere der beiden Glocken der Kapelle in Jager hängt in einem freistehenden Glockenstuhl. Foto: Sabine Petters

 

(Jager/sk) -  Es geht um die Zukunft der beiden Glocken der Kapelle in Jager, wenn am Sonntag, 3. Juli, zum Glockentag eingeladen wird. Der kleine Ort Jager liegt knapp 20 Kilometer nordwestlich von Greifswald. Um 15 Uhr geht es los mit Kaffeeklatsch und Glockengeschichten: „Alle Gäste sind aufgerufen, dazu Geschichten beizusteuern, egal ob selbst erlebte, egal aus welcher Region“, lädt Sabine Petters ein, die sich ehrenamtlich um die „Offene Kapelle“ in Jager kümmert. Um 16 Uhr beginnt dann ein Konzert mit der Sängerin und Akkordeonistin Joanna Gemma Auguri. Ein Teil des Konzerts wird von der Musikerin als Mitmachkonzert mit allen Gästen gemeinsam gestaltet, bei dem alle mitläuten können. „Bringt gerne Glocken von zu Hause mit, vielleicht schaffen wir es, ein kleines Glockenorchester zusammenzustellen. Und natürlich sind auch alle unsere Stimmen gefragt“, so Sabine Petters. Anschließend gibt es einen gemeinsamen Imbiss und einen gemütlichen „Aus-KLANG“. Sämtliche Spenden am Glockentag kommen der Sanierung der beiden Glocken zugute.

 

Glocken droht längerfristig Schaden

 

Auch wenn die Kirche in Jager nur klein ist, hat sie zwei Glocken. Die größere Glocke aus dem Jahr 1789 befindet sich im freistehenden Glockenstuhl, die kleinere aus dem Jahr 1725 hängt im Turm der Kapelle. Die Sanierung der Glocken ist dringend notwendig. Nachdem die große Glocke auf dem Kapellenfriedhof während der nordkirchenweiten Aktion „Hoffnungsläuten“ im Jahr 2020 fast täglich geläutet wurde, kamen zahlreiche Schäden ans Licht. Unter anderem löste sich der Klöppel der Glocke. „Bei beiden Glocken ist die Aufhängung fehlerhaft. Zudem sind die Klöppel aus zu hartem Stahl, so dass die wertvollen Glockenkörper bei regemäßiger Nutzung längerfristig Schaden nehmen würden“, erläutert Sabine Petters den Instandsetzungsbedarf. Die Sanierung soll durch die Grimmer Firma Udo Griwahn durchgeführt werden, die auf Turmuhren- und Läuteanlagenbau spezialisiert ist. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf 5.000 Euro für beide Glocken. Der Kirchengemeinde Horst stehen aus eigenen Rücklagen dafür Mittel in Höhe von 1.000 Euro zur Verfügung. Die fehlenden 4.000 Euro sollen nun durch Spenden, beispielsweise während des Glockentags am 3. Juli, gesammelt werden. Zudem gibt es folgendes Spendenkonto bei der Pommerschen Volksbank:

 

Evangelische Kirchengemeinde Horst, IBAN: DE 31 1309 1054 0002 0561 35, BIC: GENODEF1HST, Verwendungszweck: Kapelle Jager, Name (evtl. Anschrift für Spendenbescheinigung)

 

Ort der Stille und Einkehr

 

Die Kapelle in Jager stammt aus dem Jahr 1830. Die beiden Glocken sind älter, da der heutigen Kapelle ein Vorgängerbau vorausging. Dabei handelte es sich um eine Fachwerkkirche, die im 15. Jahrhundert erbaut wurde. Sie verfügte über einen Dachreiter, in dem wahrscheinlich die kleinere Glocke hing. Die große Glocke gehörte einst zum Geläut der Horster Kirche, das ursprünglich aus drei Glocken bestand. Die anderen beiden wurden im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen. Der früher hölzerne Glockenstuhl in Jager wurde 1989 durch einen Glockenstuhl aus Stahl ersetzt. Die „Offene Kapelle“ Jager ist ein verlässlich geöffneter Ort der Kontemplation, der Stille und Einkehr. Von Ostern bis zum Erntedankfest ist die Kapelle täglich für alle Besuchenden, für Ruhesuchende, für Menschen, die in der Stille beten möchten, in der Zeit von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Der Ostseeküsten-Wanderweg E9, der sich von Portugal bis nach Estland erstreckt, führt unmittelbar an der Kapelle vorbei. Die „Offene Kapelle“ Jager ist ein Standort der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer im Norden“.

 

Weitere Informationen

 

Sabine Petters

„Offene Kapelle“ Jager und Pilgerbegleitung

Tel.: 0160 6388947, E-Mail: sabinepetters@t-online.de

 

 

www.spiritueller-sommer-norden.de


Diakonie Hessen rückt Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt

 

Zehn Thesen für sozial-ökologischen Wandel / Diakonie Hessen erhält Referat für Nachhaltigkeit

 

(Frankfurt/dwh) - Gemeinsam mit der Diakonie Deutschland und rund 40 weiteren Verbänden und Organisationen aus dem Umwelt- und Sozialbereich positioniert sich die Diakonie Hessen mit „Zehn Thesen für einen sozialen und ökologischen Neustart“ deutlich und schlägt konkrete Maßnahmen vor, um die Bewältigung der Klimakrise sozialgerecht zu gestalten. 

 

„Die Ausgrenzung und Benachteiligung von Menschen, die Ausbeutung von Mensch und Natur, die Missachtung von Menschen- und Tierrechten wie auch die Zerstörung von Lebensräumen sind für uns nicht hinnehmbar“, sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. „Wir treten daher für rasche und entschlossene Maßnahmen zum  Erhalt unserer Lebensgrundlage ein!“ 

Daher fordert die Initiative einen schnellen und fairen Umbau unseres Wirtschaftssystems, eine deutliche Verringerung des Verbrauchs von Ressourcen und deren gerechte Aufteilung sowie eine Veränderung von Konsumgewohnheiten. 

 

Soziale Gerechtigkeit muss berücksichtigt werden

Eine zentrale Rolle will die Diakonie bei der sozialgerechten Gestaltung einnehmen.

„Wir erreichen eine ökologische Wende nur dann, wenn sie auch in allen Schichten unserer Gesellschaft akzeptiert wird und der Umbau Menschen nicht in existenzielle Nöte führt. Zurzeit haben Menschen z.B. Angst vor steigenden Mietpreisen durch die geforderten Sanierungen und damit vor dem möglichen Verlust der eigenen Wohnung“, so der Vorstandsvorsitzende.
Damit eine solche Wende gelingen kann, fordert die Diakonie gemeinsam mit mehr als 40 Organisationen, dass es für alle Menschen möglich und attraktiv sein muss, sich für eine ökologische Lebensweise zu entscheiden. Vor allem die Grundsicherungssysteme sehen zurzeit nur das Allernötigste vor und ignorieren Nachhaltigkeitsziele. Ein Energie- bzw. Mobilitätsgeld oder auch ein Ökobonus könnten Instrumente dafür sein.

Alle Forderungen und Vorschläge finden Sie hier.

 

Referentin für Nachhaltigkeit

Um selbst aktiv den Klima- und Umweltschutz voranzutreiben sowie die nachhaltige Transformation im Verband zu begleiten, hat die Diakonie Hessen das Referat Nachhaltigkeit neu installiert, das seit dem 1. Juni 2022 Stephanie Silber besetzt. Sie ist Change-Managerin und war zehn Jahre Chefredakteurin eines großen Magazins. Das neue Referat hat das Ziel, insbesondere die Mitglieder der Diakonie Hessen bei ihren Standortbestimmungen und ihren Vorhaben zu begleiten, zu beraten und zu unterstützen.

 

HINTERGRUND

Diakonie Hessen – Werk der Kirche, Mitgliederverband und Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege

Die Diakonie Hessen ist als Werk der Kirche Mitglieder- und Spitzenverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). In den Geschäftsstellen in Frankfurt am Main und Kassel, dem Evangelischen Fröbelseminar, sowie den Evangelischen Freiwilligendiensten arbeiten über 300 Mitarbeitende. Dazu kommen circa 700 Freiwillige, die sich in den verschiedenen Programmen des freiwilligen Engagements einbringen.

Dem Vorstand des Landesverbandes gehören Pfarrer Carsten Tag (Vorstandsvorsitzender) und Dr. Harald Clausen an

 

 


Filmstart "VATER UNSER" mit Diskussionen über die Problematik des Zölibats

(München/wsk) - Maria 2.0Wir sind Kirche, Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen sowie Pfarrerinititave Deutschland machen sehr gerne auf den ungarischen Dokumentarfilm "VATER UNSER" zur Zölibatsproblematik aufmerksam. Eine Problematik, der derzeit auch auf dem Synodalen Weg, dem Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland, intensiv behandelt diskutiert wird. Der bildgewaltige, nachdenkliche und bestechend ehrliche Film läuft in der Woche vom 23. bis 29. Juni 2022 in den unten angegebenen Kinos. Einzelne Aufführungen werden durch Diskussionen nach der Filmvorführung begleitet: 

 

Folgende Diskussionen finden in Kooperation mit den Reformgruppen statt:
Samstag, 25. Juni 2022 um 17:30 Uhr, Essen Kino Astra mit Besuch der Regisseure in Kooperation mit der Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen
Dienstag, 28. Juni 2022 um 18:30 Uhr, München Kino Monopol Schleißheimer Straße 127 mit Christian Weisner (Wir sind Kirche)
Dienstag, 28. Juni 2022 um 19:30 Uhr, Kino Gauting mit Anselm Bilgri (Ex-Prior Kloster Andechs)

 

Katrin Richthofer, Dokumentarfilmerin über den Film:
"Ganz unprätentiös wird das Leben eines jungen, überaus beliebten Pfarrers porträtiert, der merkt, dass die 12 Stunden die Woche, die er heimlich bei seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern ist, ihm und seiner Familie nicht mehr gerecht werden. Weshalb er die Konsequenz zieht, als Priester zu kündigen. Grandiose Szenen mit seiner Gemeinde „Warum mussten es auch gleich drei Kinder sein - eines haben ja viele Priester!“, und über allem der dringende Wunsch vieler, er möge doch bitte einfach bleiben, da die Gemeinde ihn braucht."

https://www.cineglobal.de/kinotermine


Digitaler BARhockerabend der ökumenischen Initiative AnsprechBar am 30. Juni

"Kirche, geht da noch was?"

Daniela Ordowski. Foto: KLJB Deutschland
Daniela Ordowski. Foto: KLJB Deutschland

(Koblenz/bt)– „Kirche, geht da noch was?” Das fragen sich angesichts von Reformstau und Skandalen viele junge Menschen, die sich Veränderung für ihre Kirche wünschen, egal, ob sie noch dabei oder schon ausgetreten sind. AnsprechBar, die ökumenische Initiative im Großraum Koblenz für Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, bietet am Donnerstag, 30. Juni um 20 Uhr als Videokonferenz Austausch und Diskussion mit folgenden spannenden Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern: Michael Berentzen, der nach dem Abitur für ein Jahr nach Mexiko ging, um drogenabhängigen Menschen wieder zurück ins Leben zu helfen. Nach seinem Theologiestudium wurde er unter anderem Studierendenpfarrer in Münster und ist jetzt wieder unter die Studierenden gegangen, und zwar zur Promotion nach Rom. Zu Gast ist auch die Politologin Daniela Ordowski, die wie Michael Berentzen beim Synodalen Weg für Reformen in der katholischen Kirche kämpft. Sie ist weiblich, Feministin und trotzdem noch katholisch. Schließlich wird auch Josef John an dem Abend zu Wort kommen, der zu den jüngsten evangelischen Diakonen Deutschlands gehört. Er hat auf Instagram eine digitale Gemeinde gegründet. Zwischen seinen Seelsorgeeinsätzen erfüllte er sich seinen Lebenstraum als Mitarbeiter in einem großen Musikladen. Mit eigenen Songs gibt der Musiker am  BARhockerabend eine Kostprobe seines Könnens. 

Die Veranstaltung für 20- bis 40-Jährige ist eine Kooperation von „AnsprechBar“ und der katholischen Erwachsenenbildung Koblenz. Die Teilnahme ist kostenfrei nach Anmeldung per E-Mal an info(at)ansprech-bar.de möglich. Weitere Infos gibt es auf www.ansprech-bar.de  und www.keb-koblenz.de.

 

Seit Beginn der Coronapandemie finden jeden Donnerstag um 20 Uhr digitale  BARhockerabende statt. Bisher nahmen über 200 verschiedene junge Erwachsene an über 100 digitalen Angeboten der AnsprechBar teil.


10 Jahre Nordkirche – erste gemeinsame Kirchengeschichtstagung:

Sich gegenseitig die unterschiedlichen Traditionen und Geschichten erzählen

(Schwerin/akl) - Die Nordkirche feiert dieses Jahr ihren zehnten Geburtstag. Damit ist sie nicht nur in Kirchenjahren sehr jung. Die drei Landeskirchen, die sich 2012 in Ratzeburg zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland – so der offizielle Name  – vereinigten, bringen allerdings sämtlich eine reiche Kirchengeschichte und eigene Traditionen mit.

 

Erste gemeinsame Tagung der drei nordkirchlichen Kirchengeschichtsvereine

 

Unter dem Motto „Historische Prägungen in der Nordkirche“ findet am kommenden Samstag, 25. Juni, im Schweriner Wichernsaal (Apothekerstraße 48) erstmals eine gemeinsame Tagung der drei Kirchengeschichtsvereine der Nordkirche statt: Die beiden Arbeitsgemeinschaften für Mecklenburgische und für pommersche Kirchengeschichte, der Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte sowie das Forum Geschichte in der Nordkirche laden zu zahlreichen Vorträgen von „Einflüsse der internationalen Erweckungsbewegung auf die lutherische Kirche Hamburgs“ (Prof. Dr. Ruth Albrecht aus Hamburg) bis zu „Selbstbehauptung und Selbstverlust. Prägungen der pommerschen Kirche in den DDR-Jahren“ (Irmfried Garbe). „Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich nicht nur an ein Fachpublikum, sondern alle historisch Interessierten“, sagt Johann Peter Wurm, Vorsitzender der Mecklenburgischen Arbeitsgemeinschaft und Organisator der Tagung.

 

Jede Kirchengemeinde hat ihre eigene Geschichte

 

Allein die Historie der drei Geschichtsvereine sei bezeichnend für die unterschiedlichen Traditionen, die in der Nordkirche zusammen kommen: Während der Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte gerade sein 125-jähriges Jubiläum feierte, entstanden die beiden östlichen vor rund 60 Jahren. „Um das restriktive DDR-Vereinsrecht zu umgehen, wurden sie als ‚Werke‘ der Kirche gegründet. Damit haben die Kirchen einen historischen Freiraum geschaffen, in dem sie weitgehend ideologiefrei Geschichtsforschung betreiben konnten“, erläutert Johann Peter Wurm. Dass die Nordkirche mehr als nur drei Kirchengeschichten der ehemaligen Landeskirchen vereint, macht der Vortrag von Robert Harlaß aus Kiel deutlich. Titel: „Das Klosterbuch für Pommern. Ein interdisziplinäres Projekt von europäischer Tragweite.“ Arbeiten hier doch deutsche und polnische Forschende eng zusammen. Johann Peter Wurm: „Kirchengeschichte bricht sich runter bis in die einzelnen Gemeinden. Das kann man gut in der Reformationszeit oder dem Kirchenkampf im Nationalsozialismus sehen, wo jede Gemeinde ihren eigenen Weg gegangen ist.“

 

Kirche hat Denken und Kultur geprägt

 

Der Archivar sieht es als Aufgabe der Kirchengeschichte, „auf die gesellschaftliche Relevanz von Kirche aufmerksam zu machen, den Leuten zu zeigen, wie sehr die Kirche unser Denken und unsere Kultur geprägt haben. Auch die Kirchengebäude selbst, die für unsere Dörfer und Städte prägend sind. Das können wir nicht negieren, indem wir von allgemein menschlichen oder Werten der Aufklärung sprechen.“ 

 

Bischof Jeremias: Nordkirche bringt ost- und westdeutsche Traditionen zusammen

 

Den Vortrag zum Auftakt wird Bischof Tilman Jeremias halten. Thema: „10 Jahre Nordkirche – gemeinsam unterwegs als unterschiedlich Geprägte.“ Die Nordkirche mit ihrem zarten Alter habe durchaus schon eine Geschichte, so der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern. „Es gibt die zehn Jahre und die Phase der Verhandlungen davor, in denen wir gemeinsam unterwegs sind als Kirche und damit sehr bewusst ostdeutsche und westdeutsche Traditionen zusammengebracht haben. Bis jetzt haben wir eine Zusammenschau wie auf dieser Tagung noch etwas vernachlässigt. Unsere Kirche sollte möglichst viele Gelegenheiten bieten, dass Menschen aus Ost und West, aus der Stadt und der ländlichen Region einander ihre Geschichten erzählen und auch ihre Kirchengebäude und Kirchenschätze zeigen. Ein Vorteil der Nordkirche liegt darin, dass man durch den Blick des anderen sich selbst besser erkennen kann.“

 

 

Die Kirchengeschichtstagung beginnt am Samstag, 25. Juni, um 10 Uhr und dauert mit sieben Impulsvorträgen bis etwa 17:30 Uhr.


Einkehrhaus des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises feiert Jubiläum am 25. und 26. Juni

50 Jahre „Haus der Stille“

Am Sonnabend, 25. Juni, und am Sonntag, 26. Juni, wird das 50. Jubiläum des „Hauses der Stille“ in Weitenhagen gefeiert. Foto: PEK / Sebastian Kühl
Am Sonnabend, 25. Juni, und am Sonntag, 26. Juni, wird das 50. Jubiläum des „Hauses der Stille“ in Weitenhagen gefeiert. Foto: PEK / Sebastian Kühl

(Weitenhagen/sk) -  Am kommenden Wochenende, am Sonnabend, 25. Juni, und am Sonntag, 26. Juni, feiert das „Haus der Stille“ in Weitenhagen das 50. Jubiläum. Das Seminar- und Tagungshaus ist das Einkehrhaus des pommerschen Kirchenkreises und ein Begegnungsort für Menschen, die auf der Suche nach Gott in ihrem Leben sind. Diese Suche kann verschiedene Formen annehmen und mit der Erkundung der Heiligen Schrift einhergehen und dem Erleben christlichen Miteinanders. Schwerpunkte sind Angebote der geistlichen Begleitung sowie Formen evangelischer Spiritualität. Der Pommersche Evangelische Kirchenkreis unterstützt die Feierlichkeiten rund um das Jubiläum im „Haus der Stille“ mit einer Zuwendung in Höhe von 500 Euro aus dem Fonds für „Initiativen und Projekte“. Hausleiter Michael Wacker blickt anlässlich des Festwochenendes auf die Geschichte des Einkehrhauses zurück: „50 Jahre werden es in diesem Jahr, dass 1972 die erste Retraite in Weitenhagen stattfinden konnte. Dieses Werk wurde in schwierigsten Zeiten mit viel Mut und Geschick aufgebaut“, sagt der Pastor. Ein Tag, der alles zutiefst infrage gestellt habe, sei der Brand des Hauses am 5. April 1989 gewesen, so Michael Wacker. Umso größer sei das Staunen darüber, was dann wieder neu entstehen und nunmehr 30 Jahre bestehen konnte. „Wir haben die Feierlichkeiten zum Jubiläum für das Wochenende am 25. und 26. Juni geplant. Der Sonnabend soll in Dankbarkeit den Blick zurück öffnen und Menschen, die hier geprägt haben und geprägt wurden, zusammenführen. Der Sonntag soll ein Fest für die Gemeinde Weitenhagen werden“, kündigt Pastor Michael Wacker an.

 

Zweitägiges Festprogramm erwartet die Jubiläumsgäste

 

Das zweitägige Festprogramm beginnt am Sonnabend, 25. Juni, um 10.30 Uhr mit einem Impuls-Vortrag und einem Gespräch mit Prof. Dr. Peter Zimmerling aus Leipzig zum Thema „Warum spirituelle Zentren für die Zukunft der Kirche unverzichtbar sind!“. Nach Einblicken in die Geschichte des Hauses mit Bildern aus 50 Jahren „Haus der Stille“ erwartet Besucherinnen und Besucher um 13.30 Uhr ein Rück- und Ausblick mit verschiedenen Gästen. Um 15 Uhr beginnt der Fest-Gottesdienst mit Bischof Tilman Jeremias und Propst Gerd Panknin. Für Bewirtung wird am Sonnabend um 12.30 Uhr mit einem Mittagessen und ab 14.30 Uhr mit Kaffee, Kuchen und Snacks gesorgt. Der Sonntag, 26. Juni, wird dann zum Fest- und Familientag mit der Kirchengemeinde und der Gemeinde Weitenhagen auf dem weitläufigen und naturnahen Gelände des Einkehrhauses. Um 10 Uhr beginnt ein Familien-Gottesdienst mit einem kleinen Musical und mit Pröpstin i.R. Helga Ruch und Pastor Michael Wacker. Um 11.30 Uhr öffnen die Spielstraße für Kinder und ein Flohmarkt zugunsten von Familien aus der Ukraine. Interessierte können an Führungen durch das Haus teilnehmen und die Geschichte des Hauses in Bildern nachvollziehen. Stärken können sich Festgäste um 12.30 Uhr mit einem Imbiss und ab 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Weitere Programmpunkte sind der Besuch der Feuerwehr um 13 Uhr auf der Spielstraße und um 14 Uhr die Volleyballbegegnung „Bürgerliche Gemeinde – Team Haus der Stille“. Das musikalische Jubiläumsfinale mit Harfe, Fagott und Flöte bildet um 16 Uhr ein Konzert im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dorf.Kirche.Klingt“ in der Weitenhagener Kirche.

 

Weitere Informationen

 

Pastor Michael Wacker, Tel.: 03834 803314, E-Mail: weitenhagen@pek.de

 

Das „Haus der Stille“ im Internet: www.weitenhagen.de

 

 


Stiftung Stralsunder Schwesternheimathaus feiert Jubiläum am 1. Juli mit Sommerfest

25 Jahre Evangelisches Altenzentrum

Am Freitag, 1. Juli, feiert das Evangelische Altenzentrum der Stiftung Stralsunder Schwesternheimathaus das 25-jährige Bestehen. Foto: Schwesternheimathaus
Am Freitag, 1. Juli, feiert das Evangelische Altenzentrum der Stiftung Stralsunder Schwesternheimathaus das 25-jährige Bestehen. Foto: Schwesternheimathaus

(Stralsund/sk) - Am Freitag, 1. Juli, feiert das Evangelische Altenzentrum der Stiftung Stralsunder Schwesternheimathaus das 25-jährige Bestehen. Landespastor Paul Philipps, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Mecklenburg-Vorpommern, eröffnet das Jubiläum mit einem festlichen Gottesdienst um 14.30 Uhr. Musikalischer Höhepunkt ist ein Konzert der Stralsunder Singakademie mit ihrem Programm „Cantas - Lieder der Sonne" um 16.30 Uhr. Dazwischen gibt es Kaffee, Kuchen und Begegnungsangebote. Eine Tombola, deren Preise vor allem durch Stralsunder Unternehmen gesponsert werden, soll einen festen Sonnenschutz für die Terrasse des großen Bauerngartens finanzieren.

 

Altenzentrum bietet bedürfnisorientierte Pflege

Ausgangspunkt für das jetzige Schwesternheimathaus war der historische Teil des Gebäudes, der seit jeher in christlicher Hand ist. Im Jahr 1847 als Knabenrettungsanstalt erbaut, diente es als Waisenhaus, später als Altenheim sowie als christliche Begegnungsstätte. Seit 1933 ist es Heimathaus der Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe. Die Grundsteinlegung für den Neubau eines Altenzentrums erfolgte 1996. Ein Jahr später, im Juli 1997, wurde er bezogen. Der in die Jahre gekommene Altbau konnte nach Sanierungsarbeiten im Oktober 2011 mit dem Neubau verknüpft werden. Heute werden im Evangelischen Altenzentrum rund 90 ältere und pflegebedürftige Menschen von insgesamt 70 Mitarbeitenden aus Pflege, Betreuung, Hauswirtschaft und Verwaltung betreut. Die Arbeit ist geprägt von dem Gedanken, den Bewohnerinnen und Bewohnern eine bedürfnisorientierte Pflege zu bieten, damit sie ihr Leben friedlich, erfüllt und schmerzfrei beschließen können.

 

Kronenkreuz für langjährige Mitarbeitende

 

„Im Mittelpunkt des Sommerfests stehen die Menschen, die bei uns leben, deren Angehörige sowie das engagierte Team des Hauses. Wir wollen gern Danke sagen, für alle Begleitung und Unterstützung in den letzten fünfundzwanzig Jahren", sagt Schwester Christine Wawrsich, die das Haus seit 22 Jahren leitet. Langjährigen Mitarbeitenden wird an diesem Tag das silberne beziehungsweise goldene Kronenkreuz der Diakonie verliehen.


Der Evangelische Jugendkirchentag 2022 in Gernsheim endet mit Lobpreis und „Biedenkopf“-Rufen auf den Festzeltbänken

Evangelischer Jugendkirchentag beendet: „Praise the Lord!“

Foto: Peter Bongard / Jugendkirchentag der EKHN
Foto: Peter Bongard / Jugendkirchentag der EKHN

(Gernsheim/ekhn) - Der Jugendkirchentag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist am Sonntag in Gernsheim (Kreis Groß-Gerau) zu Ende gegangen. Seit Donnerstag waren in der südhessischen Stadt am Rhein Jugendliche zu über 300 Veranstaltungen bei dem deutschlandweit einzigartigen Treffen zusammengekommen. Die Organisator*innen des Jugendkirchentages bezeichneten ihn zum Abschluss als „vollen Erfolg“. Trotz der Hitzewelle feierten rund 3.500 Gäste das Glaubensfestival am Rhein. Mit Fischerhüten und jeder Menge Wasserspaß verwandelte sich Gernsheim vier Tage lang in einen Ort voller Glaubens-Impulse. Der schattige Treffpunkt im Ehrenamtsbereich „Helpers Island“ und ein Swimmingpool im Themenbereich  „Identitown“ waren gut besuchte Orte am Wochenende.

 

Vielfalt, Glauben, Gebet und Feiern

„Heute. Zusammen. Für Morgen!“ - Im Schatten des Krieges in der Ukraine hat das Festival-Motto nochmals an aktueller Bedeutung gewonnen. Jugendliche bekamen in Gernsheim die Möglichkeit, bei Veranstaltungen ihre Fragen und Ängste zur Zukunft zu äußern. Die jugendlichen Festival-Botschafter*innen hielten zentrale Schweigeminuten und Gebete zwischen den Programmpunkten.

Einer von ihnen war Faiaz Ahmadi. „Liebe soll zwischen allen Menschen sein.“, sagte er im Gebet. Ich bin im Krieg geboren und aufgewachsen, Frieden kannte ich erst nach der Flucht in Deutschland“, so der gebürtige Afghane.

Als „einzigartiges Mitmacherlebnis“ sah auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, das Jugendfestival. Es ging für ihn in Gernsheim darum, „miteinander nach Gott und der Welt zu fragen und Glauben gemeinsam zu erleben“.

EKHN-Landesjugendpfarrer Gernot Bach-Leucht brachte die Bedeutung des Jugendkirchentags auf den Punkt: „Vielfalt, Glauben, Gebet und Feiern.“

 

Kultusminister Lorz lobt Jugendliche für das Engagement

Unter die jungen Gäste der deutschlandweit einzigartigen Veranstaltung mischten sich neben der hessen-nassauischen Kirchenspitze auch die Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland und Anna-Nicole Heinrich und Hessens Kultusminister Alexander Lorz und. Er sah im Jugendkirchentag ein „großartiges Zeichen für das Engagement der Jugend“. Nach zwei Jahren Pandemie zeigte sich, wie stark das Bedürfnis nach Begegnung sei.

 

Bürgermeister Peter Burger: „Festival gab Kraft“

Überglücklich war auch Gernsheims Bürgermeister Peter Burger. „Wenn so viele junge Leute gekommen sind, um Impulse aufzunehmen und zu sehen, dass sie im Glauben nicht alleine sind, macht das auch den Bürgermeister froh.“ Denn der Glaube könne Kraft geben, die viele in den heraufziehenden neuen Krisen gut brauchen könnten. Und toll für ihn auch: Die Polizei hatte bis Sonntagvormittag noch nicht einen ernsthaften Einsatz zu leisten.

 

JKT 2024: Biedenkopf jubelt

Vor dem feierlichen Abschlussgottesdienst erhielt das Evangelische Dekanat Biedenkopf-Gladenbach das Staffelholz für den nächsten Jugendkirchentag, der von 30. Mai bis 2. Juni 2024 in der Stadt Biedenkopf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) ausgetragen werden soll. Symbolisch überreichte Gernsheims Bürgermeister Peter Burger eine Eule aus Stein. Das Symbol der Schöfferstadt wurde für die nächsten Gastgeber*innen eigens von einem lokalen Künstler gemetzt. Dekan Andreas Friedrich nahm das Staffelholz stolz entgegen. Es folgte ein Abschluss-Gottesdienst mit Tiefgang, der die Jugendlichen sprichwörtlich von den Bänken riss. Die Band aus der Evangelischen Jugend im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach sorgte so für eine einmalige Stimmung und Atmosphäre. Das Festzelt skandierte „Biedenkopf, Biedenkopf“-Rufe. Kein Wunder, denn Biedenkopf ist Austragungsort des nächsten Jugendkirchentags im Jahr 2024. Deshalb wurde der Abschlussgottesdienst auch von Jugendlichen aus dem Dekanat Biedenkopf-Gladenbach gestaltet.

 

Hintergrund Jugendkirchentag

Der Jugendkirchentag ist ein Festival der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und wird für Jugendliche im Alter zwischen 13 bis 27 Jahren veranstaltet. Seit 2002 fand er in unterschiedlichen Städten der EKHN statt. Rund 300 Ehrenamtliche  waren in Gernsheim an der Planung und Durchführung beteiligt.


Luther-Auferstehungsgemeinde Stralsund lädt am 25. und 26. Juni zu einem abwechslungsreichen Wochenende ein

„Himmlisch Brunchen“ für Leib und Seele

(Stralsund/sk) - Die Luther-Auferstehungsgemeinde Stralsund lädt am 25. und 26. Juni unter dem Motto „Himmlisch Brunchen“ in die Lutherkirche in der Alten Richtenberger Straße 87 ein. „Himmlisch Brunchen ist die Einladung, Leib, Seele und Geist etwas Gutes zu tun“, so Pastor Reinhart Haack. Das Wochenende bietet eine Mischung aus Leben und Glauben, Theologie und Humor, Musik und Essen. Bei Vorträgen, Konzerten und Gesprächen können Gäste am Sonntag ein leckeres Buffet genießen, zu dem alle gern etwas mitbringen können. Zu sämtlichen Veranstaltungen des „Himmlisch Brunchen“-Wochenendes sind alle Menschen sehr herzlich eingeladen. „Sie kosten keinen Eintritt, sondern im Gegenteil, jede und jeder wird reich beschenkt aus der Veranstaltung wieder gehen. Herzlich willkommen“, so die Einladung der Kirchengemeinde.

 

„Himmlisch Brunchen“ – Das Programm

 

Sonnabend, 25. Juni, 19 Uhr: Torsten Hebel, Kabarettist, Schauspieler und Pastor, bringt humorvoll und pointiert Wesentliches des christlichen Glaubens zur Sprache. Werner Buxot, Pianist und Musiklehrer aus Stralsund, versteht es, mit seinem Spiel die Zuhörer schwungvoll mitzunehmen in die Welt der Musik.

 

Sonntag, 26. Juni, ab 10 Uhr: Drei Vorträge, Musik, Genuss für den Gaumen und gute Gespräche bietet der Sonntagvormittag. Kirche und Gemeinde können und werden nicht bleiben wie sie sind. Veränderungen und Transformation stehen an. Wie können wir miteinander neu unseren Glauben leben? Diese Frage steht im Zentrum der Vortragsreihe. Pastor Torsten Hebel entfaltet mittels einer biblischen Geschichte, der „Geschichte des Kämmerers aus dem Morgenland“ (Apostelgeschichte 8, 26 - 40) Gedanken zum Gemeindeleben. Der Theologe Prof. Dr. Michael Herbst spricht aus der Sicht seiner Forschung und Lehre zum Thema Gemeindeaufbau und dessen Bedeutung für Stralsund. Pastor Eckard Krause sieht die Einladung zum Glauben vor allem in der persönlichen Begegnung, in einem missionarischen Lebensstil. Propst Dr. Tobias Sarx lädt im Anschluss an die Vorträge zum Gespräch ein. Musikalisch wird der Vormittag von Karola und Laszlo Sandor mit Querflöte, Klarinette und Saxophon begleitet. Für die gute Verpflegung sorgt das Brunch-Buffet.

 

Sonntag, 26. Juni, 19 Uhr: Unter dem Titel „alles muss raus“ spielen Klaus-André Eickhoff (Piano und Gesang), Willi Platzer (Percussions) und Torsten Harder (Cello) Lieder, die Herz und Seele berühren. „Es sind Lebenslieder, weil sie mitten aus dem Leben heraus für das Leben geschrieben worden sind“, so die Ankündigung.

 

 

 

 


Gernsheim erwartet vom 16. bis 19. Juni 4000 junge Gäste

Jugendkirchentag 2022 startet Donnerstag

(Darmstadt/ekhn) - Zum Jugendkirchentag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) werden ab Donnerstag in Gernsheim am Rhein bis zu 4000 Teilnehmende aus dem gesamten Kirchengebiet erwartet. Unter die Gäste der deutschlandweit einzigartigen Veranstaltung mischt sich bis Sonntag auch manche Prominenz. So werden unter anderem Hessens Kultusminister Alexander Lorz, die Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna Nicole Heinrich und Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung erwartet.

 Am Donnerstag werden ab 13 Uhr Anreisende des Jugendkirchentags, die teils umweltbewusst mit dem Fahrrad ins südhessische Gernsheim kommen, von „Welcome-Teams“ mit Tanzeinlagen, viel Begeisterung begrüßt. Richtig los geht es dann ab 17 Uhr bei der Eröffnungsfeier mit erwarteten 1500 Teilnehmenden. Danach beginnt ein umfassendes Liveprogramm vor allem im Hafengebiet von Gernsheim. Das thematische Programm startet dann am Freitag um 10 Uhr mit rund 300 Programmpunkten unter dem Motto „Heute. Zusammen. Für Morgen!“

 

Motto: „Heute. Zusammen. Für Morgen!“

Ab Freitagmorgen wird unter Zeltdächern und unter freiem Himmel beispielsweise in den Themenparks „Futuranien“, „Digitopia“ oder „Identitown“ recycelt, geslamt oder die Produktion von TikTok-Videos hochgefahren. Auf drei Bühnen können die Gäste auch Livemusik, Theater, Talks und Tanz erleben. Die Veranstaltungsflächen ziehen sich von der Hafenmole bis zum Schöfferplatz. Im Schatten des Krieges in der Ukraine hat zugleich das Festival-Motto besonders an aktueller Bedeutung gewonnen. Jugendliche sollen in Gernsheim auch die Möglichkeit bekommen, bei Veranstaltungen ihre Fragen und Ängste zum Thema zu machen.

 

Prominenz kommt nach Gernsheim zu Besuch

Am Freitagmittag um 12 Uhr werden dann unter anderem Hessens Kultusminister Alexander Lorz, die Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna Nicole Heinrich und Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung auf dem evangelischen Festival erwartet. Kirchenpräsident Volker Jung freut sich auf Gernsheim: „Es ist gerade jetzt so nötig, dass Jugendliche gemeinsame Erlebnisse haben, Kontakte knüpfen, unbeschwert feiern können und Raum haben zum Nachdenken, Reden und Glauben.  Der Jugendkirchentag ist und bleibt ein Glaubensfestival. Sein Herz ist die Gemeinschaft.“ 

 

Hintergrund Jugendkirchentag

Der Jugendkirchentag ist ein Festival der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und wird für Jugendliche im Alter zwischen 13 bis 27 Jahren veranstaltet. Seit 2002 fand er in unterschiedlichen Städten der EKHN statt. Rund 400 Ehrenamtliche sind diesmal an der Planung beteiligt und sorgen für einen geregelten Ablauf. 

 

Tickets

Gäste können Tickets zum Preis ab 7,50 Euro am gesamten Festwochenende in „Infotainern“ vor Ort kaufen. Sie stehen auf dem Schöfferplatz und am Fähranleger im Hafengelände.

 

Mehr Infos und Programm:

 

www.jugendkirchentag.de


Dienststelle Trier legt Jahresbericht 2021 vor

Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei der TelefonSeelsorge

Foto: Telefonseelsorge
Foto: Telefonseelsorge

 

(Trier/bt/ich) – Der jüngst veröffentlichte Jahresbericht 2021 „Die Menschen hören – Krisentelefon in Krisenzeiten“ der TelefonSeelsorge Trier zeigt, wie sehr die Corona-Pandemie viele Menschen zusätzlich belastet, beeinträchtigt und verunsichert hat. 1956 als eine der ersten Einrichtungen zur Suizidprävention gegründet, steht die TelefonSeelsorge an 365 Tagen rund um die Uhr für Ratsuchende zur Verfügung. In der Trierer Dienststelle führten im vergangenen Jahr 73 geschulte Ehrenamtliche und 2 hauptberuflich Tätige rund 12.000 Seelsorge- und Beratungsgespräche am Telefon – ein Anstieg von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, und um 14 Prozent im Vergleich zu 2019. Zugleich stieg die durchschnittliche Gesprächsdauer in den vergangenen drei Jahren um vier Minuten.

 

Seismographen gesellschaftlicher Entwicklungen

Rund 7.000 der Beratungs- und Seelsorgegespräche wurden zwischen 8 und 20 Uhr geführt, rund 5.000 in den Abend- und Nachtstunden zwischen 20 und 6 Uhr. Zwei von drei Personen wählen mehr als einmal die Nummer der TelefonSeelsorge, obwohl sie bereits professionell therapeutisch begleitet werden, spezifische Medikamente einnehmen oder Angehörige ins Vertrauen gezogen haben – ein deutliches Anzeichen dafür, dass diese Maßnahmen aus Sicht der Betroffenen nicht ausreichen, erklärt Dr. Bernd Steinmetz, Leiter der TelefonSeelsorge Trier. „Den Menschen zuhören be­deutet, sich in Ängste und Sorgen derjenigen einzufühlen, die trotz unseres weitverbreiteten Wohlstands ein Grundvertrauen in Gott und die Welt in Frage stellen. Als Seismographen ge­sellschaftlicher Entwicklungen erfahren wir in der TelefonSeelsorge, wie viele Menschen mit ihren Kräften schon lange am Ende sind oder sich erneut am Ende fühlen, keine Entwicklungs- und Lö­sungsmöglichkeiten mehr sehen und sich trotz eines gewachsenen Unterstützungsangebotes mit ihren Sorgen allein fühlen.“ Ein einzelnes Gespräch löst nicht alle Probleme, könne jedoch entlasten und neue Perspektiven aufzeigen.

Rund 12.000 Beratungs- und Seelsorgegespräche wurden geführt (Foto: privat)

Die häufigsten Gesprächsthemen der TelefonSeelsorge Trier, die vom Bistum Trier getragen wird, waren mit 24 Prozent Themen aus Partner­schaft, Familie und Trennung. Mit 23 Prozent ähnlich hoch ist der Anteil der Anrufenden, die unter De­pressionen oder depressiven Stimmungen leiden. Einsamkeit ist mit 19 Prozent auch nach wie vor eines der zentralen Themen, dicht gefolgt von Ängsten (17 Prozent).

 

Suizid nach wie vor häufig Gesprächsthema

Das Thema Suizid ist laut Jahresbericht nach wie vor häufig ein Anlass, die Telefonseelsorge anzurufen: In 8 Prozent der Gespräche wur­den Suizidgedanken und Suizidalität benannt. „Ob und wie viele der Menschen, die im Kontakt mit der TelefonSeelsorge dieses Thema ansprechen, sich tatsächlich das Leben nehmen, ist unbekannt. In vie­len Gesprächen erleben die Mitarbeitenden, dass sich verengte Lebenssituationen wieder weiten können, Licht am Ende eines Tunnels zu sehen ist und vielleicht eine Tür geöffnet werden kann, an die in Verzweiflung und Erschöpfung nicht gedacht wurde“, berichtet Diplom-Psychologin Gabriella Kokott. Deshalb sei es wichtig, dass die Telefonnummer der TelefonSeelsorge allzeit leicht zugänglich ist, damit Ratsuchende in existentiellen Krisen nicht erst auf die Suche nach Hilfe gehen müssen. Um das Hilfsangebot im öffentlichen Raum sichtbar zu machen, wurde in Kooperation mit dem Oberbürgermeister der Stadt Trier, Wolfram Leibe, der Sparkasse Trier und den Stadtwerken Trier ein Linienbus mit Kontaktdaten und ermutigenden Motiven gestaltet.

 

Verstärkung für das TelefonSeelsorge-Team gesucht

Ebenso wichtig wie die öffentliche Präsenz ist die Wahrung der Anonymität der Anrufenden:  Im Rahmen der ge­setzlichen Schweigepflicht für Beratungsberufe geht die TelefonSeelsorge mit erhaltenen Informationen vertraulich um. Um das Angebot unter den Leitlinien „anonym – kompetent – rund um die Uhr“ qualifiziert an sieben Tagen in der Woche anbieten zu können, bildet die TelefonSeelsorge Trier jährlich rund zehn neue Mitarbeitende aus. Aufgrund des wachsenden Bedarfs nach hilfreichen Gesprächen rund um die Uhr freut sich die TelefonSeelsorge Trier über Interessierte, die Teil des Teams werden möchten. Weitere Informationen dazu gibt es bei der TelefonSeelsorge Trier, Gerty-Spies-Straße 7, 54290 Trier, Tel: 0651/72273, E-Mail: mail(at)telefonseelsorge-trier.de und www.telefonseelsorge-trier.de.

 

Hintergrund

 

Seit 1975 ist Trier eine von 105 Dienststellen der TelefonSeelsorge Deutschland e.V. Die TelefonSeelsorge berät Menschen jeder Nationalität, jedes Geschlechts, jeder Konfession und jedes Alters. Die Beratung ist fachlichen Qualitätsstandards (grundlegende Aus- und Fortbildung, Supervision, Verschwiegenheit, Anonymität) und weltanschaulicher Neutralität ver­pflichtet. Alle Beratungsangebote sind anonym und kostenfrei. Dank der Unterstützung der Deut­schen Telekom sind die Telefonnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 seit 1997 gebührenfrei. Mit der kostenlosen App „KrisenKompass“ bietet die TelefonSeelsorge seit 2020 zusätzliche Hilfe bei depressiven Gefühlen und Suizidgedanken für Betroffene und Angehörige.


Feier zum 75. Jubiläum des Deutschen Liturgischen Instituts

Liturgie bleibt stets im Wandel

Bischof Dr. Stephan Ackermann und Pfarrer Dr. Marius Linnenborn, Leiter des DLI (Foto: Inge Hülpes/Bistum Trier)
Bischof Dr. Stephan Ackermann und Pfarrer Dr. Marius Linnenborn, Leiter des DLI (Foto: Inge Hülpes/Bistum Trier)

(Trier/bt) - Das Deutsche Liturgische Institut (DLI) hat am 12. Juni 2022 sein 75-jähriges Jubiläum in Trier gefeiert. 1947 gegründet, prägte das DLI mit Sitz in Trier unter anderem die liturgischen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils mit und nimmt bis heute wichtige Aufgaben zur Förderung der Liturgie im deutschen Sprachgebiet wahr.

„Besonders in der Zeit vor und nach dem Konzil gingen von Trier weitreichende Impulse für die Erneuerung des Gottesdienstes aus, die das Liturgische Institut zu einer ‚Marke‘ werden ließen, die bis heute in der Fachwelt einen klangvollen Namen hat“, betonte Pfarrer Dr. Marius Linnenborn, Leiter des DLI, bei der Vorstellung der Festschrift Für die Förderung und Erneuerung der Liturgie. 75 Jahre Deutsches Liturgisches Institut 1947–2022. Die Aufgaben des Instituts gingen nicht aus: „So wie die Kirche sich immer erneuert, ist auch die Liturgie nie ein für alle Mal fertig“, so Pfarrer Linnenborn.

Mit Bezug auf den Gründungsauftrag des Instituts und auf die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils identifizierte Bischof Dr. Stephan Ackermann, Vorsitzender der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz, die Förderung der pastoralliturgischen Bewegung als „vornehmste Existenzbegründung“ des Instituts. „Inmitten tiefgreifender kirchlicher und gesamtgesellschaftlicher Veränderungen galt und gilt der Einsatz des Instituts dem Anliegen, die Liturgie der Kirche und die jeweilige Zeit so aufeinander hin zu vermitteln, dass die ‚Liturgiefähigkeit des Menschen‘ ebenso wie die ‚Menschenfähigkeit der Liturgie‘ gefördert und entwickelt werden.“ Man dürfe mit Dankbarkeit feststellen, dass das DLI, zusammen mit seinen Schwesterinstituten in Österreich und der Schweiz sowie in enger Verbindung mit der Deutschen Bischofskonferenz und ihrer Liturgiekommission, in vielfältiger fachlicher Vernetzung auf nationaler, internationaler und ökumenischer Ebene, in seinen Bildungs- und Publikationsangeboten und nicht zuletzt durch seine wissenschaftliche Abteilung und seine einzigartige Spezialbibliothek diesem Auftrag gerecht werde.

Künftige Herausforderungen seien laut Bischof Ackermann die Ausdünnung des kirchlichen und vor allem des gottesdienstlichen Lebens, der Rückgang der pastoralen Berufe und die daraus resultierende Anpassung pfarrlicher und diözesaner Strukturen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Liturgie seien noch nicht in Gänze absehbar. Es sei daher nun auch am DLI, die Entwicklungen im digitalen Bereich zu beobachten, Orientierung zu geben und mitzugestalten. Dabei sei insbesondere eine liturgische Qualitätssicherung unentbehrlich. Des Weiteren habe die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche auch für den Bereich der Liturgie die Sensibilität für die Frage nach Machtverhältnissen erhöht. Alle übertragene Macht in der Liturgie sei immer so einzusetzen, „dass die verschiedenen liturgischen Dienste zum Tragen kommen und die tätige Teilnahme des ganzen Gottesvolkes in der Vielfalt seiner Glieder gefördert wird“. Ohne einen regen Austausch zwischen Theologie und Humanwissenschaften, zwischen Lehre und Praxis, werde dies nicht gelingen können.

In ihrer Festansprache „Liturgie – Zeitzeichen und Quelle des Aufbruchs“ betonte die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Beate Gilles, den bleibenden Wert und Auftrag der Liturgie gerade auch in Krisenzeiten der Kirche. „Liturgie ist ehrlich und hält uns die Spiegel vor; aber wir schauen da nur ungern hinein; das ist ein Fehler; Gottesdienst sollte als Spiegel der Situation unserer Kirche viel stärker im Blick sein. Unsere Liturgie ist ein Zeitzeichen, und wenn wir heute auf den Gottesdienst schauen, dann wird die Krise, dann wird die Entfremdung zwischen Kirche und Gläubigen sichtbar“, so Dr. Gilles. Sie fügte hinzu: „Wenn heute viele Gläubige ganz aus der Kirche austreten, dann sind sie oft sehr viel früher schon aus dem Gottesdienst ausgezogen. Hier hätten bei uns bereits viel früher die Alarmglocken schrillen müssen. Aber weil alles erst einmal so weiterlaufen kann, ist es einfacher, solche Anzeichen zu ignorieren.“

Die Generalsekretärin rief dazu auf, in besonderer Weise auch künftig auf die Qualität von Liturgie zu achten: „In einer Zeit, in der Gottesdienst vielfach nicht mehr als Verpflichtung angesehen wird, spielt die Qualität eine deutlich größere Rolle.

Menschen entscheiden sich bewusst, einen Gottesdienst mitzufeiern. Theologisch ist vollkommen unhinterfragt, dass Liturgie nicht eine Option unseres Glaubens ist, sondern ganz wesentlich unsere Kirche konstituiert. Wenn ich daher nach der Qualität frage, wechsle ich die Perspektive und akzeptiere, dass nicht nur der Mensch ‚liturgiefähig‘, sondern auch die Liturgie ‚menschenfähig‘ werden muss.“ Als Performance, so Dr. Gilles, sei Liturgie gleichzeitig diagnostisch, „weil wir den Istzustand unserer Kirche an ihr ablesen können, und sie ist prognostisch, weil sie das Potential hat, Zukunft aufscheinen zu lassen.“ So stecke in der Liturgie immer ein immenses und vielfältiges Potential, das insbesondere die Gemeinschaft der Gläubigen erfahrbar mache, die oft an anderen Stellen schmerzhaft vermisst werde. Dr. Beate Gilles fügte hinzu: „Aber es braucht Menschen, die dieses Potential suchen und nutzen, und es braucht die liturgischen Fachleute, die dieses Potential für weite Kreise heben und gestalten können. Das DLI wird diese Potentiale – dessen bin ich gewiss – auch in den kommenden Jahren heben. Es wird die Spannungen, die daraus resultieren, aushalten und helfen, sie auszuhalten. Es wird so die Kirche entwickeln. Dazu wünsche ich allen, die daran mitwirken, weiterhin das Gespür, die entscheidenden Themen zu entdecken und kraftvolle Impulse zu setzen.“

 

Hintergrund

Das Deutsche Liturgische Institut (DLI) ist eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz. Zu seinen Aufgaben gehören die Redaktion der liturgischen Bücher im deutschsprachigen Raum sowie wissenschaftliche Grundlagen- und Bildungsarbeit zu Entwicklungen im Bereich des Gottesdienstes. Zudem beherbergt das DLI mit 85.000 Bänden und 250 laufenden Zeitschriften eine der weltweit bedeutendsten Spezialbibliotheken zur Liturgiewissenschaft und Liturgiepastoral. Regelmäßige Veröffentlichungen sind die Zeitschrift Gottesdienst und das Liturgische Jahrbuch. Seit 20 Jahren richtet das DLI die wissenschaftliche Tagung „Trierer Sommerakademie“ aus; seit 1985 vermittelt der Lehrgang „Liturgie im Fernkurs“ interessierten Ehrenamtlichen Grundlagen und Praxishilfen liturgischer Bildung für ihren Dienst in den Gemeinden. Das Jubiläum wird flankiert von einer siebenwöchigen Summer School, in der amerikanische und deutsche Studierende miteinander in Austausch kommen. Neben der Festschrift erscheinen eine Sonderausgabe der Zeitschrift Gottesdienst zum Thema „Einladend Gottesdienst feiern“ und die Notenhefte zum Liedwettbewerb „Du bringst meine Seele zum Leuchten. Neue ökumenische Sonntagslieder“. Weitere Informationen gibt es auf www.liturgie.de.

 

 


76. Greifswalder Bachwoche startet heute unter dem Motto „Bach illuminiert“

Lässt sich Licht in Töne fassen?

(Greifswald/sk) - Mit einem Clavichord-Konzert um 16 Uhr in der Aula der Universität Greifswald und der Aufführung von Bachs Johannespassion um 20 Uhr im Greifswalder Dom startet am heutigen Montag, 13. Juni, die 76. Greifswalder Bachwoche. Die Konzertreihe stellt in diesem Jahr die Frage, ob sich Licht in Töne fassen lässt. Bis zum Abschluss am 19. Juni wird der musikalische Versuch unternommen, diese Frage zu beantworten. „Das Festival geistlicher Musik steht in diesem Jahr unter dem Motto ‚Bach illuminiert‘. Dabei wird es um ganz verschiedene Arten von ‚Erleuchtung‘ gehen“, blickt Dompastor Dr. Tilman Beyrich voraus. „Die Bachwoche nimmt ihren Ausgangspunkt im Dunkel des Karfreitags und führt von dort aus hin zu Bachs lichtvollem Oster-Oratorium im Festgottesdienst am abschließenden Sonntag, 19. Juni, um 10 Uhr im Dom.“ Den chorsinfonischen Höhepunkt der Bachwoche bildet am Sonnabend, 18. Juni, im Dom das Oratorium „The Light of Life“ von Edward Elgar. Der englische Spätromantiker komponierte das Werk 1896. Die Handlung basiert auf einer Geschichte aus dem Johannesevangelium, in der von einer Blindenheilung durch Jesus erzählt wird: Dem zuvor Blinden erstrahlt plötzlich das Licht des Lebens.

 

Jazz, Bläser, Orgelmusik und Chorkonzerte

 

In den täglichen Morgenmusiken der Bachwoche stehen jeweils Kantaten im Mittelpunkt, die vom Licht erzählen und Titel tragen wie „Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen“, „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ oder „Erwünschtes Freudenlicht“. Das Thema wird auch aufgegriffen bei zwei Morgengebetsfeiern in der lichtdurchstrahlten Annenkapelle in der Kirche St. Marien und in einer „Nacht der Lichter“ mit Taizé-Gesängen oder während eines Kammermusikkonzerts mit dem Ensemble „Ombra e luce“. Eine besondere Attraktion bietet das Ensemble „CHOREOS“ mit einer Tanz-Performance am 17. Juni um 20 Uhr, bei der die Sängerinnen und Sänger tänzerisch die Welt der Träume szenisch und musikalisch ausleuchten. Für Geselligkeit wird gesorgt am gleichen Tag um 22 Uhr während eines Open Air-Konzerts von „Bach & Friends“ auf der Domwiese mit Blick auf den illuminierten Dom. „Schließlich freuen wir uns auf jazzige Klänge auf der Hammondorgel mit Barbara Dennerlein am 18. Juni um 22 Uhr in St. Jacobi, auf Bläsermusik mit Brasscussion, auf Orgelmusiken und Chorkonzerte verschiedenster Couleur, auf ein Kinderkonzert zur biblischen Geschichte von der Heilung des Blinden und nicht zuletzt auf die ‚Große Kammermusik‘ in der wahrscheinlich bis auf den letzten Platz besetzten Jacobikirche, wo Musik von Bach, Mozart und Haydn zu erleben ist“, gibt Tilman Beyrich weitere Einblicke in das Bachwochen-Programm.

 

Weitere Hinweise und Informationen zu den einzelnen Konzerten und zum Kartenverkauf sowie das Programm sind im Internet unter www.greifswalder-bachwoche.de zu finden. Erstmals ist dort auch eine Online-Buchung möglich.

 

 


Münsteraner Studie ist wegweisend für Aufarbeitung

(Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) hält die heute vorgestellte Studie zu Macht und Missbrauch im Bistum Münster seit 1945 für wegweisend. „Erstmals hat ein Bistum eine historische Untersuchung beauftragt, in die neben dem Studium der Akten zahlreiche Interviews mit Betroffenen eingeflossen sind. Damit kann die Studie mehr als andere Gutachten das erschütternde Ausmaß und die Folgen des Missbrauchs für die Betroffenen aufzeigen und deren Engagement in der Aufarbeitung, Aufklärung und Vernetzung darstellen“, so KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth.

 

Die Studie stellt gegen verbreitete Narrative eindeutig fest, dass weder die sogenannte Sexuelle Revolution noch die Pädophilenbewegung Missbrauch im Raum der Kirche begünstigt haben. Vielmehr hat die unangefochtene, sakral aufgeladene Autorität von Priestern den Widerstand von Betroffenen und die Glaubwürdigkeit von Zeugen – insbesondere von weiblichen – geschwächt. Deutlich sichtbar sind auch die erschreckende Untätigkeit und Komplizenschaft der Eliten aus Kirche und Gesellschaft. Sie trugen dazu bei, dass sich Täter den Strafverfolgungsbehörden entziehen konnten oder Eltern zum Schweigen gebracht wurden. Noch in den 1990er Jahren wurden Betroffene, die sich öffentlich zu Wort meldeten, diffamiert und Journalist*innen beschimpft.

 

Das Forscherteam betont die Bedeutung der Frauenbewegung im Engagement gegen Missbrauch: Aktivistinnen wie Barbara Kavemann, Ingrid Lohstöter und Ursula Enders publizierten dazu bereits in den 1980er Jahren und gründeten Beratungsstellen. Leider fand dieser „Zeitgeist“ in der Kirche keinen Widerhall.

 

„Wir sehen in der Studie eine Aufgabe für uns als Frauenverband: Wir müssen uns fragen, wie wir verstärkt dazu beitragen können, dass diese Taten in Kirche, Institutionen und Familien unmöglich werden. Wir sind überzeugt, dass ohne die Stimmen von Betroffenen weder Aufarbeitung noch Veränderung gelingen können“, so die KDFB-Präsidentin. Sie fordert auf Grundlage der Münsteraner Studie weitere Forschungen zu Betroffenen im Erwachsenenalter, bei denen oft spirituelle oder arbeitsrechtliche Abhängigkeitsverhältnisse bestehen. Der KDFB veröffentlichte 2020 den Band „Erzählen als Widerstand“ mit insgesamt 23 Berichten von Frauen, die als Erwachsene im kirchlichen Raum geschädigt wurden. 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit

160.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.


Eröffnung am 20. Juni – Ökumenischer Gottesdienst in Freiburg

Ausstellung zeigt Zusammenhang zwischen globalem Klimawandel und Fluchtbewegungen

(Karlsruhe/Freiburg/Stuttgart/Rottenburg/ekiba) - Die Zahl klimabedingter Katastrophen durch Wetterextreme steigt weltweit an. Wirbelstürme, Dürren, Überflutungen – ihre Abfolge beschleunigt sich, ihre Intensität nimmt zu. Die Menschen im Globalen Süden sind davon am heftigsten betroffen. Oft geht es um ihr nacktes Überleben. Migration ist dabei oft der letzte Ausweg. Gleichzeitig werden die Ressourcen der Erde immer heftiger ausgebeutet. Für Deutschland wurde berechnet, dass bereits Anfang Mai die theoretisch für ein Jahr zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen aufgebraucht waren.

 

Am Welttag des Flüchtlings wollen die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg gemeinsam auf diesen Zusammenhang aufmerksam machen, Alarm schlagen und die Menschen zu globaler Solidarität aufrufen. Die Erzdiözese Freiburg, die Evangelische Landeskirche Baden, die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Evangelische Landeskirche in Württemberg laden daher in Zusammenarbeit mit dem katholischen Hilfswerk Caritas international ab dem 20. Juni zu einer Ausstellung im Kreuzgang der Kirche St. Martin in Freiburg ein. „Anpassen, fliehen, festsitzen,“ ist der Titel der Ausstellung, die auf eine Zusammenarbeit von lokalen Partnern mit Caritas international in Bangladesch und Mosambik zurückgeht und 2021 von der Erzdiözese Freiburg und der Diözese Rottenburg unterstützt wurde. Die Ausstellung entstand auch im Zusammenhang ökumenischer Beratungen über das Thema im „Ökumenischen Bündnis für Klimagerechtigkeit“ der vier großen Kirchen. Sie ist für zunächst eine Woche in St. Martin zu besichtigen.

 

Die Eröffnung der Veranstaltung findet am Montag, 20.06., um 15.00 Uhr im Kreuzgang von St. Martin, Rathausgasse 3, 79098 Freiburg, ein. Dazu laden wir Sie als Vertreterinnen und Vertreter der Medien sehr herzlich ein.

 

Eröffnet wird die Ausstellung durch den württembergischen Landesbischof Dr. Frank Otfried July und den Freiburger Weihbischof Dr. Peter Birkhofer. Zudem wird aus Rom Pater Fabio Baggio, Untersekretär im Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, dabei sein. Er ist in der Abteilung für Migranten und Flüchtlinge tätig und hat an den „Pastoralen Orientierungen für Klimavertriebene“ mitgearbeitet.

 

Anschließend findet um 16.00 Uhr in der Aula der Universität Freiburg in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Caritaswissenschaft an der Theologischen Fakultät eine Podiumsdiskussion statt. Um 18.00 Uhr wird der traditionelle ökumenische Gottesdienst in St. Martin gemeinsam von Landesbischof Dr. Frank Otfried July und Weihbischof Dr. Peter Birkhofer gefeiert.

 

Hintergrund

Der Welttag des Flüchtlings thematisiert damit eine kommende Herausforderung für die Migrationspolitik. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR haben 2020 rund 30,7 Millionen Menschen ihre Heimat aufgrund von Naturereignissen verlassen müssen. 2016 waren es nach Angaben der Entwicklungsorganisation Oxfam noch 24 Millionen Menschen.

 

 


Neues Projekt von Caritas und Pastoralem Raum Völklingen ergänzt Beratungsangebot

Ämterlotsen helfen im Behördendschungel

Gerd Kockler (Lotse), Sarah Engels (Leitungsteam Pastoraler Raum), Andreas Neumüller (stv Leiter Soziale Dienste der Caritas), Zaher Abdullah (Sprachmittler), Rachida Mathieu (Integrationsbeauftragte der Stadt Völklingen), Steffi Dincher-Puhl (Teamleiterin Caritas Beratungszentrum Völklingen), Dorothee Schmitt (Lotsin), Jihan Bakir (Sprachmittlerin) (von links.) Foto: Oliver Hilt

 

(Völklingen/bt) – Vom Wohngeldantrag, Kindergeldzugschlag über Schreiben vom Jobcenter – ohne Unterstützung sind viele Menschen im Behördendschungel überfordert. Hilfe, unbürokratisch und persönlich, gibt es ab sofort im Pfarrhaus St. Eligius in Völklingen. Das Projekt „Ämterlotsen“ ergänzt das Beratungsangebot der Caritas und hilft, erste Hürden bei oft komplizierten Verwaltungsvorgängen zu überwinden.

Die Tür steht weit offen und ein großer Pfeil auf einem Plakat weist den Weg zu dem neuen Beratungsangebot im Pfarrhaus St. Eligius in der Völklinger Innenstadt. Leicht zu finden und ohne große Terminabsprache erreichbar sollen die „Ämterlotsen“ sein und damit die erste Hürde nehmen, die sonst oft schon die erste Schwelle für Menschen darstellen, die Anliegen an Behörden und Fragen zu klären haben und mit der komplizierten Materie nicht klar kommen.

„Es geht nicht darum, die Menschen tiefgehender zu beraten, sondern zu zeigen, welche Behörden gibt es, und sprachliche Unterstützung zu leisten. Das betrifft auch Menschen, die Deutsch als Muttersprache haben, die oft Schwierigkeiten haben, die Behördensprache zu verstehen“, erläutert Steffi Dincher-Puhl, Teamleiterin im Caritas Beratungszentrum (CBZ) Völklingen. Dass ein solches zusätzliches und ergänzendes Angebot notwendig ist, haben Erfahrung und Praxis in den Beratungsstellen deutlich gemacht. „Die Klienten kommen in unsere Beratungen und sind mit sehr vielen Problemen konfrontiert, sei es, dass sie die Amtssprache nicht verstehen, oder dass der Behördendschungel sehr kompliziert ist, dass sie Formulare nicht verstehen können. Deshalb ist uns klar geworden, dass eine Stelle eingerichtet werden müsste mit einem Lotsencharakter.“

Konkret wurde die Idee dann in einem gemeinsamen Arbeitskreis der Caritas und dem Pastoralen Raum Völklingen. „Dort wurde die Idee geboren, weil auch die Caritas immer wieder angemahnt hat, wie schwierig die Beratung ist, und dass ein vorgeschaltetes Angebot sehr, sehr hilfreich sein kann.  Wir sind durch unseren Partner Caritas schon gut im Beratungswesen aufgestellt. Uns ist es jetzt wichtig, mit Ehrenamtlichen weiter zu unterstützen“, erläutert Sarah Engels vom Leitungsteam des Pastoralen Raums.

 

Ämterlotsen entlasten Beratungsstellen

Die „Ämterlotsen“ arbeiten jeweils als Tandem, ein Ehrenamtlicher und ein Sprachmittler, in Anbindung an die Beratungsstellen. „Wir haben hier in Völklingen professionelle Angebote, das Caritas Beratungszentrum und die Gemeinwesenprojekte. Hier kann man Menschen fachlich anbinden, die sich engagieren möchten, die bereits im Ruhestand sind, vorher aber viel Hintergrundwissen erworben haben. aber auch Menschen aus dem Bereich Geflüchteter, die die Sprache können“, beschreibt Andreas Neumüller, stellvertretender Leiter Soziale Dienste der Caritas, die Zusammensetzung der Teams. So kann eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre entstehen und Unterstützung angeboten werden, die sonst kaum zu leisten ist. „Unsere Beratungsstellen sind sehr stark belastet und stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Durch diese Kooperation wird es für Beratungsstellen, aber auch die Menschen sehr viel einfacher, weil sie leichter an Termine kommen und vieles, was vor einer fachlichen Beratung liegt, geklärt werden kann: Das kann man mit Ehrenamtlichen, die fachlich angebunden sind, sehr gut leisten.“

Zum Start haben sich zwei „Ämterlotsen“-Teams gebildet. Als Sprachmittler engagieren sich Jihan Bakir, Hiba Husein und Zaher Abdullah. Sie dolmetschen für die Sprachen Arabisch, Englisch, Kurdisch und Türkisch. Maschinenbauingenieurin Bakir und Mechatronikerin Hussein kamen selbst vor wenigen Jahren als Geflüchtete nach Deutschland, kennen also die Schwierigkeiten aus erster Hand. Als Spezialisten für die Amtswege konnten Dorothee Schmitt und Gerd Kockler gewonnen werden.

„Reizen tut mich auf der einen Seite, Menschen bei Problemen und Fragestellungen weiter zu helfen“, sagt Kockler, „meine Motivation: Ich selbst wohne nicht in Deutschland, sondern in Frankreich, und habe dort eigentlich eine ähnliche Problematik, mit Unterlagen umzugehen. Auch wenn man eine Sprache spricht für den Alltag: Die  Amtssprache ist eigentlich die Schwierigkeit. Und an der Stelle setzen wir an.“ Was ihm auch wichtig ist: „Manchmal ist es nicht das Geld, das den Leuten weiterhilft, sondern dass sie einen Menschen brauchen, der ihnen Zeit zur Verfügung stellt. Das können Beratungsstellen oft nicht leisten. Ich habe ein bisschen Zeit, ich bin Rentner, kann mir ein Zeitfenster frei machen, und das stelle ich dann zur Verfügung, damit jemand weiterkommt.“ Im Pfarrheim von St. Eligius stehen den Tandems ein Laptop mit Internetverbindung sowie ein Drucker zur Verfügung, um so Antragsformulare gemeinsam ausfüllen zu können. Sollten die Ehrenamtlichen in einer Frage einmal nicht weiter wissen, stehen die Mitarbeitenden der Caritas telefonisch bereit.

Die Projektträger Pastoraler Raum und Caritas Völklingen, aber auch die Ehrenamtlichen sind sich zum Auftakt des neuen Angebots sicher, dass es für alle eine Win-Win-Situation sein wird. „Ämterlotsen“ können Hilfesuchenden unbürokratisch und persönlich bei den ersten Hürden helfen, Beratungsstellen werden entlastet und können sich so verstärkt auf ihre eigentlichen Beratungsaufgaben konzentrieren. Am Ende dürfte es auch die Arbeit von Behörden erleichtern, wenn Menschen gut vorbereitet mit ihren Anliegen vorstellig werden.

Das Projekt wird jeweils zur Hälfte aus dem Fonds für soziale Teilhabe des Bistums Trier sowie dem Fördertopf für soziale Projekte von Saarland-Sporttoto finanziert.

Offene Sprechstunden gibt es jeweils montags und dienstags von 9 bis 12 Uhr im Pfarrhaus St. Eligius in der Völklinger Innenstadt (Rathausstr. 22). In Überlegung steht, das Angebot auch für Geflüchtete aus der Ukraine auszuweiten, wenn Sprachmittler zur Verfügung stehen.

 

https://www.pr-voelklingen.de/aemterlotse/


Sternsinger rücken bei ihrer 65. Aktion den Schutz von Kindern vor Gewalt in den Mittelpunkt

Aktion Dreikönigssingen 2023: „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“

(Aachen/Düsseldorf/kmw) -.  Die Sternsinger werden bei ihrer 65. Aktion Dreikönigssingen den Schutz von Kindern vor Gewalt in den Mittelpunkt rücken. „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“ lautet das Motto der kommenden Aktion. Dabei machen die Sternsinger auf Mädchen und Jungen aufmerksam, die unter physischer, sexualisierter oder psychischer Gewalt leiden. Bundesweite Träger der größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder sind das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Eröffnet wird die kommende Aktion Ende Dezember in Frankfurt am Main.

 

„Eine Milliarde Kinder und Jugendliche weltweit sind jedes Jahr Gewalt ausgesetzt. Das ist jedes zweite Kind“, sagt Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks. „Vor allem Kinder in armen Regionen und in Notsituationen werden Opfer von Ausbeutung, organisierter Kriminalität und Gewalt. Wir müssen Mädchen und Jungen von klein auf schützen und diesen schweren Verletzungen des Kinderschutzes entschieden entgegentreten. Mit dem aktuellen Motto setzen die Sternsinger ein starkes Zeichen gegen jedwede Form von Gewalt an Kindern“, so Bingener. 

 

Nicht nur in Indonesien, dem Beispielland der Sternsingeraktion 2023, sondern weltweit setzen sich die Projektpartner der Sternsinger dafür ein, dass Kinder in einem sicheren Umfeld aufwachsen und ihre Rechte gestärkt werden. Kinder und Jugendliche, die körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt erfahren mussten, werden in Projekten der Sternsinger zudem psycho-sozial betreut und begleitet. 

 

„Ein erster Schritt Richtung Kinderschutz ist es, Kinderrechte auf sichere Beine zu stellen – in  Deutschland und in Indonesien“, sagt BDKJ-Bundespräses Stefan Ottersbach. „Weltweit  müssen Erwachsene für Kinderschutz Sorge tragen und gleichzeitig möglich machen, dass Kinder und Jugendliche ihre Rechte kennen und diese für sich einfordern können.“ 

 

Die bundesweite Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen findet im Bistum Limburg statt. Am Freitag, 30. Dezember 2022, feiern die Sternsinger in Frankfurt am Main den Auftakt ihrer 65. Aktion. Rund 1.000 Sternsinger und Begleitende werden dazu auf dem Frankfurter Römerberg erwartet.

 

Rund 1,23 Milliarden Euro, mehr als 76.500 Projekte

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion Dreikönigssingen zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 1,23 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 76.500 Projekte für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration. 

 

 

 


Bonifatiuswerk: „Mit DIR zum WIR.“ lautet das Motto der Diaspora-Aktion 2022

Gemeinsam statt einsam

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bonifatiuswerkes präsentieren das diesjährige Leitwort „Mit DIR zum WIR.“ der Diaspora-Aktion. Foto: Bonifatiuswerk/Simon Helmers
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bonifatiuswerkes präsentieren das diesjährige Leitwort „Mit DIR zum WIR.“ der Diaspora-Aktion. Foto: Bonifatiuswerk/Simon Helmers

(Paderborn/bfw) - Anlässlich der Feierlichkeiten zum Bonifatiustag hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken am Mittwoch das Motto der diesjährigen bundesweiten Diaspora-Aktion vorgestellt. Es lautet: „Mit DIR zum WIR.“

Das Hilfswerk unterstützt katholische Christen dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation ihren Glauben leben, und informiert über die aktuelle Situation in den Fördergebieten. Als Zeichen der Solidarität sammelt die katholische Kirche am dritten Sonntag im November, am „Diaspora-Sonntag“, in den Gottesdiensten in ganz Deutschland für die Katholiken in den Diaspora-Regionen. Die Eröffnung der Diaspora-Aktion findet am 6. November im Dom zu Speyer statt.

„Der Bonifatius-Tag ruft uns in Erinnerung, wie wichtig das WIR ist und dass dieses WIR ein DU benötigt. Erst durch das Gegenüber wird man zu einer Gemeinschaft. In der Diaspora kommt es auf jeden Einzelnen an. Unser Glaube lebt von Menschen, die sich gegenseitig bestärken, den Glauben feiern und in den Dialog treten. Das WIR ist der Markenkern unseres Glaubens, die Beziehung zueinander und zu Christus. Wir sind keine Nationalkirche, sondern Weltkirche, die sich Jesus Christus als Vorbild nimmt und die in die Welt von heute hineinwirkt“, sagt der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

 

Das Hilfswerk für den Glauben hat vielfältige Aktionsmaterialien zum Diaspora-Sonntag zusammengestellt und verschickt diese an alle katholischen Gemeinden in Deutschland. Ab sofort kann weiteres Begleitmaterial angefordert werden. Außer Plakaten, Spendentüten und Pfarrbriefvorlagen gibt es beispielsweise kostenfrei die WIR-Kerze: Hierbei handelt es sich um ein Opferlicht in einer liebevoll gestalteten Papierschachtel, das ideal zum Verteilen im Gottesdienst, zum Mitnehmen für sich und Weitergeben an andere geeignet ist. Außerdem bietet das Bonifatiuswerk ein Heft mit Gottesdienst-Impulsen sowie ein Themenheft an, das über den Diaspora-Sonntag hinaus Ideen und Impulse für Gemeinden enthält – vor allem für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.


Bistum unterstützt mit Domradeln Forstprojekte in Bolivien

Runde für Runde ein Baum

Die Radler des "Domradelns" setzen ein Zeichen für den Klimaschutz. Foto: Stefan Schneider
Die Radler des "Domradelns" setzen ein Zeichen für den Klimaschutz. Foto: Stefan Schneider

(Trier/bt) – Radeln für Bäume. Für insgesamt 72 Baumsetzlinge in einem Aufforstungsprojekt in Bolivien haben 24 Teilnehmende des Bistums Trier beim diesjährigen „Domradeln“ am 7. Juni Spenden gesammelt. Das Domradeln ist eine Aktion des Bistums im Rahmen des „Stadtradelns“, einer Initiative verschiedener Kommunen, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Beim Domradeln legen die Teilnehmenden zuvor einen Spendenbetrag für eine gewisse Strecke fest. Mit den Radrunden um den Dom werden Baumpflanzprojekte in Bolivien unterstützt. Mit 5 Euro kann die Pflege eines Setzlings ermöglicht werden.

„Wir haben über 361 Kilometer zusammenbekommen – ein tolles Ergebnis“, sagt Katharina Nilles, Bolivien-Referentin bei der Diözesanstelle Weltkirche. Im vergangenen Jahr kamen trotz Corona-Einschränkungen sogar rund 600 Spendenkilometer zusammen. Damit konnten 120 Baumsetzlinge finanziert werden, mit denen Flächen im Amazonas-Regenwald wieder aufgeforstet wurden, die den Waldbränden der Jahre 2019 und 2020 zum Opfer gefallen waren.

In diesem Jahr liegt das Hauptaugenmerk auf der Region Aiquile. Aiquile ist eine Kleinstadt in den Hochtälern Boliviens, etwa 200 Kilometer entfernt von Cochabamba. „Der größte Teil der Menschen lebt von der Landwirtschaft oder von der Viehzucht“, erklärt Ludwig Kuhn, Leiter der Diözesanstelle. Die Folgen des Klimawandels zeigten sich auch dort: „Immer häufiger kommt es zu Dürreperioden, die den Menschen die Arbeit erschweren. Außerdem werden Umweltprobleme geschaffen durch die zunehmende Anwendung von chemischen Düngern und Pestiziden.“ Abholzung und Brandrodung verschärften die Lage zusätzlich. Die Umweltproblematik ziehe verschiedene Probleme nach sich: „Durch die erschwerten Bedingungen zieht es viele Menschen in die größeren Städte. Dort suchen sie saisonweise nach Arbeit, um das Familieneinkommen aufzubessern.“

Die Kirche vor Ort betreibt einen Radiosender, der es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, die Bevölkerung auf dem Land über nachhaltige Anbaumethoden aufzuklären und ein Bewusstsein für den Umweltschutz zu schaffen. Außerdem forsten die Partner vor Ort abgeholzte Flächen in der Nähe ihrer Wasserquellen auf, um ein Zeichen für Schöpfungsbewahrung zu setzen und um ihre Wasserversorgung zu sichern. Mit den Spenden aus dem Domradeln werden diese Projekte unterstützt.

Das Trierer Stadtradeln geht noch bis zum 19 Juni. Es ist die inzwischen sechste Aktion, an der in diesem Jahr über 1200 Radelnde teilnehmen. Beim Stadtradeln geht es darum, möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Mehr Informationen zur Bolivienpartnerschaft des Bistums gibt es auf: www.bolivienpartnerschaft.bistum-trier.de. Alles zum Stadtradeln findet sich unter: www.stadtradeln.de

 

 


NETZWERK MÜNCHEN

„Nur Mut und Gottvertrauen, Herr Kardinal, das Kirchenvolk ist bereit!“

(München/nm) - Anlässlich des unerwarteten Rücktrittsangebots von Kardinal Marx vor einem Jahr am 4. Juni 2022 und der ebenso unerwarteten Ablehnung durch Papst Franziskus am 10. Juni 2022 erneuert das Münchner „Netzwerk für eine zukunftsfähige katholische Kirche“ seinen Weckruf an Kardinal Marx, endlich konkrete Reformschritte in seinem Verantwortungsbereich folgen zu lassen. 

Kardinal Marx gehört sicher zu den fortschrittlicheren Bischöfen – in Bayern, in Deutschland, vielleicht sogar weltweit. Als Berater des Papstes im Kardinalsrat trägt er eine große Verantwortung, im Vatikan wie auch in der Kirche in Deutschland. Sein Verdienst ist es, als Antwort auf die deutsche Missbrauchsstudie gemeinsam mit dem Zentralkomitee der Katholiken den Synodalen Weg der Bischöfe initiiert zu haben. Kardinal Marx ist zuzustimmen, wenn er sagt, dass sexueller Missbrauch im Raum der Kirche das "Gesamtsystem in Frage" stellt und die "Kirche als Ganze sich dem Thema stellen" muss. Aber die konkreten Reformschritte im Münchner Erzbistum hinken leider immer noch den Ankündigungen und Betroffenheitsbekundungen hinterher. 

So könnte und sollte allen pastoral Tätigen die dauerhafte Zulassung zur Taufe und Eheassistenz und zu Beerdigungen erteilt werden. Dies ist innerhalb des gegenwärtigen Kirchenrechts möglich und wird in anderen Diözesen schon praktiziert. Zusätzlich erwarten wir die explizite Erlaubnis zur Predigt in Eucharistiefeiern, denn bislang wird die sogenannte Laienpredigt von der Bistumsleitung nur stillschweigend geduldet und unterliegt damit der willkürlichen Entscheidung des jeweiligen Ortspfarrers.

Kardinal Marx gebührt Respekt, mit seinem Rücktrittsangebot eine konkrete Mitverantwortung für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten übernommen zu haben. Mit seinem bemerkenswerten Schritt hat er Maßstäbe gesetzt, an denen sich auch die übrigen deutschen Bischöfe und Kirchenverantwortlichen messen lassen müssen. Aber auch im Münchner Erzbistum verläuft die Zusammenarbeit mit dem Betroffenenbeirat nicht ohne Komplikationen. Die Erschütterung bei der Veröffentlichung des zweiten Münchner Missbrauchsgutachtens am 20. Januar 2022 ist fast schon wieder in Vergessenheit geraten. Bis auf das Ersetzen des Münchner Offizials Lorenz Wolf durch Peter Förster hat sich wenig verändert. 

Die schnelle Antwort des Papstes, das Rücktrittsgesuch nicht anzunehmen, sollte Kardinal Reinhard Marx als Rückenstärkung verstehen, sich auch weiterhin für den Reformkurs der katholischen Kirche mit seiner Kraft und Kompetenz einzusetzen – hier in seinem Bistum wie auch in ganz Deutschland . Es ist ein Zeichen des Papstes, dass es – dringlicher denn eines personellen Wechsels – vor allem eines mentalen, pastoral-theologischen und spirituellen Wechsels bedarf. Notwendig sind aber auch die seit langem auf der Agenda stehenden konkreten Reformen, um die große Austrittswelle aus der Kirchengemeinschaft zu stoppen und die katholische Kirche wieder glaubwürdiger zu machen. Nur Mut und Gottvertrauen, Herr Kardinal, das Kirchenvolk ist bereit!

 

Dem Münchner „Netzwerk für eine zukunftsfähige katholische Kirche“ gehören Reformgruppen wie Wir sind KircheMaria 2.0Gemeindeinitiative, Münchner Kreis, OrdensFrauen für MenschenWürde und „Priester im Dialog“, aber auch Mitglieder aus den katholischen Frauenverbänden, dem BDKJ und Betroffeneninitiativen an.
  


Immobilien Quartier GmbH spendete an den Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser

Geld für letzte Fahrten

Antje Doß, Koordinatorin des Herzenswunsch-Krankenwagens (2. von rechts) freut sich über den Scheck von Florian Heinrich (Mitte) und Lutz Langkopf (rechts). Links die beiden Herzenswunsch-Fahrer Sascha Baur und Antonio Serrano Galban; Bildquelle: Malteser
Antje Doß, Koordinatorin des Herzenswunsch-Krankenwagens (2. von rechts) freut sich über den Scheck von Florian Heinrich (Mitte) und Lutz Langkopf (rechts). Links die beiden Herzenswunsch-Fahrer Sascha Baur und Antonio Serrano Galban; Bildquelle: Malteser

(Hannover/mhd) - Der Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser freut sich über 1000 Euro der Immobilien Quartier GmbH. Geschäftsführer Florian Heinrich und Prokurist Lutz Langkopf überreichten am Donnerstag, 2. Juni, in Hannover einen Spendenscheck an Antje Doß, Koordinatorin des Malteser Herzenswunsch-Krankenwagens.

 

Noch einmal ans Meer reisen oder bei einer Familienfeier dabei sein, mit dem Ehepartner ein Konzert besuchen oder einmal noch den geliebten Garten sehen – die letzten Wünsche von unheilbar kranken Menschen sind sehr individuell.

 

Seit 2016 bieten die Malteser in Niedersachsen das Projekt „Herzenswunsch-Krankenwagen“ an, das schwer kranke Patienten noch einmal an einen Ort ihrer Wahl fährt. Allein in der Diözese Hildesheim gibt es Herzenswunsch-Krankenwagen inzwischen an sieben Standorten: Buxtehude, Hannover, Celle, Braunschweig, Wolfsburg, Hildesheim und Göttingen. Etwa 90 speziell ausgebildete ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Malteser stehen an diesen Standorten bereit, schwer kranke und sterbende Patienten mit einem voll ausgerüsteten Krankentransportwagen noch einmal an einen Ort ihrer Wahl zu fahren, der ihnen wichtig ist. Da Patienten und deren Begleiter für eine solche Fahrt nichts zahlen, ebenso wenig die Ehrenamtlichen für ihre Ausbildung, sind die Malteser auf Spenden für den „Herzenswunsch-Krankenwagen“ angewiesen.

 

Dr. Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments a.D. und ehemaliger Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, hat die Schirmherrschaft über den „Herzenswunsch-Krankenwagen“ in Niedersachsen übernommen.

 

Weitere Informationen:

www.herzenswunsch-krankenwagen-niedersachsen.de

 


Eröffnung durch Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt

Tag der Fördervereine 2022: „Der Kirchenraum und seine Botschaft“ im Fokus

(Tribsees/mw) - Unter dem Motto „Der Kirchenraum und seine Botschaft“ steht der 21. Tag der Fördervereine in Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend, den 25. Juni 2022 in der St. Thomas Kirche Tribsees (Kirchplatz 7).

Der Tag beginnt um 10.00 Uhr mit einer Andacht und einem Grußwort von Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche)

Anschließend werden Grußworte erwartet von Bettina Martin, Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten in Mecklenburg-Vorpommern, Frank Stallbaum, Fachdienstleiter Bau und Planung Landkreis Vorpommern-Rügen, Bernhard Zieris, Bürgermeister der Stadt Tribsees, sowie von Deike Möller, Baudezernentin im Landeskirchenamt der Nordkirche. Am Vormittag stellen außerdem der Förderverein zum Erhalt der St. Marienkirche Pasewalk sowie der Förderverein Lieper Winkel ihre Arbeit vor.

Das Nachmittagsprogramm wird eröffnet mit dem Hauptvortrag „Der Kirchenraum und seine Botschaft“, bevor die Teilnehmenden einen Einblick in die Baumaßnahmen an der St. Thomas Kirche Tribsees erhalten. Im Anschluss geht es mit dem Bus in die Kirche Kirch Baggendorf, wo sich der dortige Förderverein vorstellen wird. Gegen 17 Uhr ist die Rückkehr nach Tribsees sowie das Ende des diesjährigen Tages der Fördervereine vorgesehen.

Im Vorjahr musste das traditionelle Treffen mit Vorträgen, Informationen, Erfahrungsaustausch und gemeinsamer Exkursion coronabedingt ausfallen.

Anmeldungen sind noch bis Freitag, 10. Juni 2022, hier möglich.
Weitere Informationen zum Tag der Fördervereine finden Sie hier .

 

Hintergrund:
Mecklenburg-Vorpommern wird von rund 1.100 Dorf- und Stadtkirchen geprägt. Mittlerweile kümmern sich rund 200 Fördervereine um den Erhalt der Sakralbauten aus Feld- und Backstein. Zum Dank findet der in Mecklenburg begründete "Tag der Fördervereine" statt. 


Der Glaube kann Berge versetzen

 

Die Kirchengemeinde Putbus lädt am 17. Juni zu einem Vortrag mit Dr. Klaus-Dieter John ein, der sich seit Jahren für die medizinische Versorgung der Nachfahren der Inkas in Peru engagiert.

 

(Putbus/sk) - Am Freitag, 17. Juni, ist Dr. Klaus-Dieter John in der Schlosskirche Putbus, Alleestraße 34, um 19 Uhr mit einem Vortrag zu Gast. Der Arzt berichtet davon, wie es ihm gelang, mit dem „Diospi Suyana“ in den Bergen Perus ein modernes Krankenhaus für die medizinische Versorgung der indigenen Bevölkerung zu schaffen. Zu der Vortragsveranstaltung unter dem Titel „Glaube versetzt Berge - Wie ein Krankenhaus in den Anden entstand“ lädt die Kirchengemeinde Putbus ein. Die spannende Erfolgsgeschichte dieses einzigartigen Krankenhauses erinnere an einen Krimi und sei nicht nur faszinierend, sondern auch eine Geschichte der Hoffnung, heißt es aus der Kirchengemeinde. Der Eintritt zu der Vortragsveranstaltung ist frei.

 

Präsentation eines Traums

 

Gäste des Vortragabends erleben die Präsentation des Traums zweier Menschen mit einer besonderen Vision. Trotz unzähliger finanzieller und bürokratischer Hürden ist es dem deutschen Ärzteehepaar Dr. Martina John und Dr. Klaus-Dieter John mit der Schaffung des Hospitals „Diospi Suyana“ gelungen, nach dem Vorbild Albert Schweitzers und dessen Urwald-Krankenhaus in Lambaréné, für Tausende von indigenen Menschen in den Anden in Peru eine medizinische Versorgung nach europäischem Standard aufzubauen. Das moderne Hospital widmet sich den Angehörigen des Volks der Quechua, zu denen auch die Nachfahren der Inkas zählen. Viele von ihnen werden ausgebeutet und wie Menschen dritter Klasse behandelt. Sie leben größtenteils in der Region Apurímac, im „Armenhaus“ Perus, in der mehr als drei Viertel der Bevölkerung indigenen Ursprungs ist. 

 

Getragen vom Vertrauen auf Gott

 

Das Hospital „Diospi Suyana“ wurde am 22. Oktober 2007 eröffnet. Die Arbeit ist geprägt von moderner Medizin nach westlichem Standard und wird dabei getragen vom Vertrauen auf Gott. In Peru wird das Hospital daher auch als „Krankenhaus des Glaubens“ bezeichnet. Das „Diospi Suyana“ verfügt über alle gängigen Abteilungen eines modernen Krankenhauses, eine Zahn- und Augenklinik, ein Kinderclubhaus, eine internationale christliche Schule und ein Medienzentrum. In Anerkennung ihrer Arbeit erhielt das Ehepaar John im April 2018 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Ihre inspirierende Geschichte und ihr Lebenswerk können Interessierte am 17. Juni in der Schlosskirche Putbus kennenlernen.

 

 


Nacht der Kirchen Saar lockte 9000 Besucherinnen und Besucher

Hoffnungsvolle Wege in 47 Kirchen saarlandweit

Ein Windlicht in der Kirche St. Eligius in Saarbrücken-Burbach. Foto: Ute Kirch/Bistum Trier
Ein Windlicht in der Kirche St. Eligius in Saarbrücken-Burbach. Foto: Ute Kirch/Bistum Trier

 

(Saarbrücken/bt)– „Es ist wunderbar, dass dieses Jahr wieder die Nacht der Kirchen stattfinden kann – nach zwei Jahren Pause wegen Corona“, freute sich Christian Weyer, Superintendent der Evangelischen Kirche im Rheinland, und sprach damit vielen Engagierten in den Kirchengemeinden aus der Seele.

Nach ersten Schätzungen haben an Pfingstsonntag, 5. Juni, zirka 9000 Menschen die vielfältigen Angebote in den 47 Gotteshäusern verschiedener christlicher Konfessionen saarlandweit besucht. Die Nacht der Kirchen stand in diesem Jahr unter dem Motto „Hoffnungsvolle Wege“, das die Kirchen auf unterschiedliche Weisen mit Leben füllten – etwa mit Kunst, Tanz, Kino, Vorträgen oder Musik.

Rund 100 Menschen waren in die Saarbrücker Johanneskirche gekommen, um das Jugendtanzensemble iMove des Saarländischen Staatstheaters zu erleben. Die Choreographie war eigens für die aktuelle Ausstellung  „RUACH – Atem. Geist. Wind“ mit der Lichtinstallation „Erleuchtung“ von Dorothee Bielfeld kreiert worden. Wenige hundert Meter Luftlinie weiter in der St. Jakob-Kirche in Alt-Saarbrücken stand unter dem Motto „Hoffnungsvolle letzte Wege“ das Sterben im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem St. Jakobus-Hospiz und dem Kinderhospiz- und Palliativteam Saar hatte die Kirchengemeinde verschiedene Stationen in der Kirche gestaltet. „Wir wollen das Thema Sterben und Tod begreifbar machen, daher stehen hier auch Särge und Urnen zum Anfassen, wann hat man sonst dazu die Gelegenheit?“, sagt Stefanie Molter vom Jakobus-Hospiz. Besucher waren eingeladen, eine „Bucket List“ auszufüllen mit den Dingen, die sie vor ihrem Tod noch erleben möchten. In einer Schreib-Meditation konnten sie ihre Ängste und Wünsche zum eigenen Sterben in Worte fassen. 

In St. Eligius in Saarbrücken-Burbach konnten die Besucherinnen und Besucher der Künstlerin Dorothe Kappel bei der Live-Gestaltung eines Gemäldes mit Erdfarben zu schauen. „Viele Menschen kommen aus verschiedenen Richtungen auf dem Weg zusammen und folgen ihm bis zum Ziel. Für mich ist dieses Ziel Gott“, erklärt Kappel das Gemälde.

Auf „Hoffnungsvolle Wege“ begaben sich auch die Teilnehmenden in Bexbach. Dort hatten katholische Pfarrei und protestantische Kirchengemeinde gemeinsam ein Programm vorbereitet. Etwa zur Halbzeit wurde die Kirche gewechselt – mit einem Band aus aneinander geknoteten Wunschkarten. Stetig ging es im Gänsemarsch die wenige 100 Meter lange Strecke hinab. Stetig, aber sehr langsam. „Wie die Ökumene“, lachte eine Teilnehmerin. Auf dem Kirchplatz vor der Pfarrkirche St. Martin brennt schon die Feuerschale, zur Stärkung, bevor es in der Kirche weitergeht.

Manche Gäste blieben den ganzen Abend an einem Veranstaltungsort, andere wechselten mehrmals – nicht nur in den Städten. „Im Grunde haben wir bei jedem Programmpunkt eine neue Besetzung“, erzählte Thomas Trapp im einladend beleuchteten „Bliestaldom“ St. Remigius in St. Wendel-Bliesen. Zwischen Gottesdienst, Podiumsdiskussion, Vortrag eines Historikers und Konzert habe es einen regen Wechsel gegeben, aber die Programmpunkte seien zumeist gut angenommen worden.

Bevor das Programm in den jeweiligen Kirchengemeinden begann, wurde die „Nacht der Kirchen“ um 18 Uhr mit einem Eröffnungsgottesdienst aus der Schinkelkirche in Saarbrücken-Bischmisheim eröffnet. Viele teilnehmende Gemeinden übertrugen den Gottesdienst, der vom evangelischen Pfarrer Karsten Siegel und dem katholischen Pfarrer Peter Serf geleitet wurde, in ihre Kirchen. Unter dem Motto „Auf heilsamen Wegen unterwegs“ stand das Pilgern im Mittelpunkt. „Pilgern ist Meditation, Wandern Abenteuer“, stellte Siegel den zentralen Unterschied heraus, „Pilger sind Suchende. Suchende nach Heilung, sich selbst und Gott.“ Als Schirmherrin der diesjährigen Nacht der Kirchen, übernahm Ministerpräsidentin Anke Rehlinger die Lesung. Musikalisch wurde der Eröffnungsgottesdienst vom Bischmisheimer Gospelchor unter der Leitung von Andreas Baldauf gestaltet. Aufgrund der Unwetter-Warnung musste die von der Jakobusgesellschaft Obere Blies-Saar geplante Pilgerwanderung vor und nach dem Gottesdienst abgesagt werden. Pfarrer Karsten Siegel, selbst begeisterter Pilger, kündigte an, die Pilgerwanderung bei geeigneter Gelegenheit nachzuholen. Im Anschluss an den Gottesdienst verteilten Siegel und Serf das Pfingstfeuer an die Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden, die sich an der „Nacht der Kirchen“ beteiligten.

 

Die Nacht der Kirchen wurde unterstützt von der Pax-Bank, Saartoto, Kerzen Pazen, der Regierung des Saarlandes und dem Sparkassenverband. Medienpartner ist der WOCHENSPIEGEL.


Malteser Jugend aus Nord- und Ostdeutschland traf sich zum Pfingstjugendlager in Almke

„Einfach mal…. treffen!“

 

(Almke/Wolfsburg/mhd) - Es war wie ein Aufatmen: Nach zwei Jahren Coronapause haben sich rund 170 junge Malteser zum ersten Mal wieder persönlich zum traditionellen Pfingstjugendlager der Malteser Jugend Nord- und Ostdeutschlands getroffen. Das dreitägige Treffen auf dem Jugendzeltplatz in Almke bei Wolfsburg vom 3. bis 6. Juni stand unter dem Motto „Einfach mal…“

 

Natürlich – die Coronapandemie ist noch nicht vorbei! Das Treffen der nord- und ostdeutschen Malteser Jugend erfüllte daher die aktuellen Coronavorschriften, Impfstatus und tägliche Coronatests inklusive. Doch das tat der guten und gelösten Stimmung keinen Abbruch. Mit Gruppenspielen und Workshops, Nachtwanderung und geistlichen Impulsen feierten die Kinder und Jugendlichen mit ihren erwachsenen Begleitpersonen das persönliche Wiedersehen, nachdem die vergangenen beiden Pfingstjugendlager nur digital stattgefunden hatten.

 

Dafür wurde auch wieder die imposante Bundesjurte der Malteser Jugend Deutschlands aufgeschlagen. Mit ihrem Durchmesser von 30 Metern bot sie genug Platz für den Pfingstgottesdienst am Samstagabend mit Matthias Rejnowski, dem Diözesanjugendseelsorger des Bistums Hildesheim. Im Rahmen dieser Messe wurde Dominik Hüther von der Malteser Jugend der Diözese Hildesheim für seine langjährige Arbeit mit dem Anerkennungszeichen der Malteser Jugend Deutschlands ausgezeichnet.

 

Zufriedene Gesichter bei den Verantwortlichen. Von einer „super Stimmung“ sprach Hans Höing von der Lagerleitung. Die Planungen hatten aufgrund der Coronabeschränkungen noch digital stattfinden müssen, doch davon war vor Ort nichts zu spüren. Gut und eingespielt lief die Zusammenarbeit aller beteiligten Malteser-Diözesangliederungen. Fünf Planungsteams – Programm, Küche, Sanitätsdienst, Jurtenburg und Platzdienst/Sicherheit/Technik – teilten sich die Arbeit.

 

Das traditionelle Pfingstjugendlager der Malteser Jugend wird getragen von den Malteser-Diözesangliederungen in Nord- und Ostdeutschland. In diesem Jahr waren die (Erz)Diözesen Hamburg und Erfurt mit jeweils 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und Berlin mit 28 Teilnehmern am stärksten vertreten. Hildesheim schickte 25 Jugendliche und Erwachsene, Magdeburg 21. Aus den Malteser-Gliederungen des Offizialatsbezirks Oldenburg sowie Dresden-Meißen und Görlitz kamen zwölf beziehungsweise fünf Teilnehmer. Außerdem besuchten einige Tagesgäste das Jugendlager.

 

Gegründet wurde die Malteser Jugend des Malteser Hilfsdienstes im Jahre 1979. Seinen 40. Geburtstag feierte der Verband 2019 ebenfalls auf dem Zeltplatz in Almke, damals unter dem Motto „Malteser Jugend – Established 1979“.

 

 




Nordkirche feiert zehnjähriges Bestehen in Ratzeburg

„Gemeinsam im Norden – weltweit vereint“

 

(Ratzeburg/Schwerin/ck/mw) - Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, kurz Nordkirche, – der vor zehn Jahren gegründete Zusammenschluss der  Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Kirche und der Pommerschen  Kirche – hat heute (Pfingstmontag, 06. Juni 2022) im Ratzeburger Dom ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst unter dem Motto „Zusammen Nordkirche“ und anschließendem Empfang gefeiert.

Vor 400 geladenen Gästen aus aller Welt führten Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und Ulrike Hillman, Präses der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, gemeinsam durch den Festakt.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt lobte die bisher erreichten Ziele der Nordkirche: „Zehn Jahre zusammen Nordkirche – wie wunderbar, dass wir heute feiern können! Wir begehen unseren Nordkirchengeburtstag in einer Welt, die sich nach Frieden sehnt. Dass unsere Erde für alle Geschöpfe bewohnbar bleibt und dass sie auf ihr in Frieden leben können, sind zentrale Aufgaben christlicher Verantwortung in unserer einen Welt.
Ich freue mich deshalb sehr, dass wir diesen Geburtstag zusammen mit vielen Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft sowie Geschwistern aus unseren weltweiten Partnerkirchen feiern. Das ist Ausdruck unserer guten Verbundenheit und der wichtigen, stabile Beziehungen, die in vielen Jahren gewachsen sind und sich in der Krise der Corona-Jahre und jetzt angesichts der vielen Flüchtlinge aus der Ukraine bewähren. Nun beginnen die nächsten ‚Zehn Jahre Nordkirche zusammen‘. Gottes heilige Geistkraft stärke und leite uns!“

Ulrike Hillman, Präses der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, hob den Wert des konstruktiven Dialogs hervor:
„Seit Pfingsten 2012 sind wir in der Nordkirche zusammen auf dem Weg – diskussionsfreudig und kreativ. Mit Respekt vor unseren unterschiedlichen kirchlichen Traditionen und verbunden im Glauben an den Heiligen Geist. Mal weht er uns norddeutsch-kräftig entgegen – und mal stärkt er uns den Rücken. Das friedliche Miteinander in der Nordkirche und darüber hinaus ist uns in der Landessynode wesentliches Anliegen. Gerade in so herausfordernden Zeiten, wie wir sie derzeit durchleben, erweist sich, wie kostbar dieses Gut ist.“

An dem Festgottesdienst unter dem Motto „Zusammen Nordkirche“ mit der Predigt von Anne Burghardt (Lutherischer Weltbund) nahmen unter anderem Bischof Johnes Kutuk Ole Meliyio (Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche), Bischof Andrew Gulle, (Ev.-Luth. Kirche in Tansania), Bischof Fredrik Modéus (Diözese Växjö, Kirche von Schweden), Bischof Tiit Salumäe (Estnische Ev.-Luth. Kirche), Revd Prebendary Terrence B Bloor (Church of England) und  Weihbischof Horst Eberlein (Erzbistum Hamburg) teil. Beim anschließenden Festakt überbrachten Ministerin Karin Prien, Staatssekretärin Susanne Bowen sowie Senator Ties Rabe Grußworte ihrer jeweiligen Landesregierungen.

Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien gratulierte mit den Worten: „Die Gründung der Nordkirche vor zehn Jahren hat erstmals Kirchen über die ehemalige innerdeutsche Grenze hinweg vereint. Das war die richtige Antwort, um auf die großen Herausforderungen mit vereinten Kräften reagieren zu können. Das Christentum ist und bleibt ein wichtiger ethischer Kompass in Gesellschaft und Politik, nicht nur bei den großen Fragen wie der Bewältigung des Klimawandels oder im medizinischen Fortschritt. Ich wünsche der Nordkirche Mut und Kraft, die vielen bereits bestehenden Ansätze, Kirche und gemeindliches Leben attraktiv und zeitgemäß zu gestalten, erfolgreich umzusetzen.“

Mecklenburg-Vorpommerns Kulturstaatssekretärin Susanne Bowen gratulierte in Vertretung von Ministerin Bettina Martin: „Die Nordkirche wirkt identitätsstiftend und ist in unserer Gesellschaft eine wichtige Stütze unseres Wertesystems. Wir erleben gerade, dass Einigkeit, Frieden, Freiheit, Demokratie und Solidarität nicht selbstverständlich sind.“ Seit zehn Jahren stehe die Nordkirche fest zusammen und lebe Frieden und Solidarität, so Bowen weiter. „Insbesondere aber gerade jetzt in der Zeit des Ukrainekrieges und in der Flüchtlingskrise 2015. Sie haben Türen geöffnet, Menschen an den Tisch geladen, ihnen Herberge gegeben – aus tiefer Überzeugung“, dankte Susanne Bowen. Mit Vorfreude blickte sie auf das 45. Europäische Jugendtreffen der Gemeinschaft von Taizé zum Jahreswechsel 2022/23 in Rostock, das erstmals in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden wird.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe ergänzte:
„Die Evangelisch-Lutherische Kirche und die Freie und Hansestadt Hamburg eint eine lange gemeinsame Geschichte. In den vergangenen zehn Jahren wurde die Zusammenarbeit produktiv fortgesetzt. Das gilt insbesondere für den Religionsunterricht. Ich begrüße ausdrücklich den Mut und die Tatkraft, mit der die Nordkirche den Blick nach vorne richtete. Gemeinsam mit den anderen beteiligten Religionsgemeinschaften hat sie den Religionsunterricht für alle zu einem bundesweit bestaunten Markenzeichen des Hamburger Schulwesens gemacht.“

Bischof Dr. Christian Stäblein überbrachte Glückwünsche der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz:
„Vor 10 Jahren waren es Worte und Verheißungen, jetzt ist es Realität: das europäische Projekt Nordkirche, wie damals schon erahnt wurde, das Miteinander, das wir so dringend brauchen. Und ja auch die Wahrheit, dass Gott ganz konkret mit unserem Leben verbunden, gerade weil nie an Strukturen – so schön und traditionsreich sie sein mögen – gebunden. Die Nordkirche ist für uns alle ein Muster von größtem Wert.“

Annette Kurschus, die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sagte im Vorfeld der Festlichkeiten:
„Mit dieser Fusion ist es gelungen, die missionarische und diakonische Präsenz der Evangelischen Kirche in Norddeutschland zu stärken. Sie zeigt, dass sich Strukturveränderungen und die Anpassung an den demographischen Wandel beherzt angehen, aktiv steuern und positiv gestalten lassen. „Wir setzen Segel“ lautete das Motto des Gründungsfestes vor zehn Jahren. Ich wünsche der Nordkirche, dass sie ihren eingeschlagenen Kurs fortsetzt: hart am Wind, nah bei den Menschen, vorwärtsgetragen vom Geist Gottes und des Evangeliums.“

Beim Festakt wurde außerdem eine neue Partnerschaftsvereinbarung mit dem schwedischen Bistum Växjö unterschrieben. Der genaue Text wurde zuvor bei der Landessynode im Februar 2022 verabschiedet. Die Partnerschaft der Pommerschen Evangelischen Kirche mit dem Bistum (Stift) Växjö der Kirche von Schweden besteht schon seit dem Jahr 1975, im Oktober 2011 wurde sie schließlich mit einem schriftlichen Partnerschaftsvertrag besiegelt. Seitdem trifft sich regelmäßig eine schwedisch-deutsche Arbeitsgruppe zum gegenseitigen Informationsaustausch. 

Pfingstrosen für alle

Vor zehn Jahren erhielten zur Gründung der Nordkirche alle 1.000 Kirchengemeinden einen Lindenbaum geschenkt. Zum zehnten Geburtstag gingen wieder Pflanzen auf die Reise in die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern: Nachhaltig gezogene Pfingstrosen-Setzlinge. Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt: „Möge viel Gutes weiter blühen und weiter wachsen, und das: nachhaltig! Es ist Gottes Segenskraft, die uns zusammen wachsen lässt, die uns heilt und tröstet.“

 

Das musikalische Rahmenprogramm dieses Tages gestalten Landeskirchenmusikdirektor Konja Voll (Orgel), die Compagnia Vocale Hamburg unter Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf, das Bläserensemble Blechbrise unter Leitung von Landesposaunenwart Daniel Rau, Kirchenmusiker Michael Buffo sowie Christoph Liedtke und Band aus dem Fachbereich Popularmusik der Nordkirche.


Das ökumenische Angebot hat Zelt beim Festival in der Eifel aufgeschlagen

Gott rockt wieder am Ring

Immer da für ein trockenes Plätzchen, eine warme Tasse Kaffee und ein offenes Ohr: das Team von Gott am Ring. Foto: bt
Immer da für ein trockenes Plätzchen, eine warme Tasse Kaffee und ein offenes Ohr: das Team von Gott am Ring. Foto: bt

 

(Nürburgring/Eifel/bt) – Wieder die dröhnenden Bässe in den Ohren, Matsch unter den Füßen und Tausende um einen herum, die das gleiche Feeling spüren: Frühsommer ist Festival-Zeit. In der Eifel steigt am Nürburgring traditionell wieder das vielleicht bekannteste Rock-Festival Deutschlands, Rock am Ring. Und mit dabei ist abermals ein ganz besonderes Angebot der evangelischen und katholischen Kirche. Die Kirche am Ring? Richtig gelesen: „Gott am Ring“ nennt sich das offene und niedrigschwellige Angebot in einer Zeltjurte auf Parkplatz A2. Ein Ort zum Innehalten im Festivaltrubel, zum Quatschen, wo es immer eine warme Tasse Kaffee und ein trockenes Plätzchen gibt.

Seit Rock am Ring für einige Jahre in Mendig gastierte, gibt es auch „Gott am Ring“. Einer, der schon seit einigen Jahren im Seelsorge-Team mitarbeitet, ist Gemeindereferent Philipp Hein, inzwischen Mitglied des Leitungsteams des Pastoralen Raums Adenau-Gerolstein. Obwohl die Zusage vom Veranstalter recht spät gekommen sei, habe sich wieder ein bunt durchmischtes Team von über 20 Ehrenamtlichen und rund fünf Hauptamtlichen gefunden, darunter beispielsweise eine Erzieherin, eine Förderschullehrerin, eine Krankenschwester, eine Ergotherapeutin, ein Diakon und Pastoral- und Gemeindereferenten. Zwei Notfallseelsorger seien auch mit von der Partie. „Wir sind offen für alle, die so in unser Zelt stolpern, ob sie nun ein warmes Getränk benötigen und sich ein bisschen aufwärmen möchten, ob sie ihr Zelt nicht wiederfinden, oder ob sie Bedarf nach einem seelsorglichen Gespräch haben weil ihnen etwas auf der Seele liegt“, sagt Hein. Auch das komme durchaus vor. Etwa, als einmal ein junger Mann vom Tod eines engen Verwandten erfuhr und erstmal nicht wusste, wohin. Oder als eine junge Frau verzweifelt war, nachdem ihr Freund mit einer Verletzung ins Krankenhaus musste. „In solchen Situationen ist es einfach gut, dass es inmitten des Trubels auch einen Ort wie unsere Jurte gibt“, sagt Hein. Noch bis Pfingstmontag ist „Gott am Ring“ am Start, und zwar rund um die Uhr. Samstags und sonntags sammelt das Team auf den Parkplätzen auch noch Getränke und Lebensmittel ein, die nicht mehr benötigt werden: Die Spenden gehen dann an die Tafeln im Umkreis.

 

Weitere Infos zur Aktion gibt es auf der Facebookseite www.facebook.com/gottamring oder bei Philipp Hein unter Tel.: 02691-9357518.


internationales Friedensgebet mit Sänger

#PeaceBell-Ausstellung von Michael Patrick Kelly in Paderborn

Michael Patrick Kelly hat die Friedensglocke selbst gegossen. Mit dem Projekt möchte er darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich von Radikalismus und Gewalt abzuwenden. Foto: artstar-Verlag
Michael Patrick Kelly hat die Friedensglocke selbst gegossen. Mit dem Projekt möchte er darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich von Radikalismus und Gewalt abzuwenden. Foto: artstar-Verlag

Ausstellung vom 23. bis 31. Juli in der Gaukirche zeigt die Friedensglocke, Fotografien und gemalte Bilder – Sänger nimmt an internationalem Friedensgebet im Hohen Dom teil

 

(Paderborn/bfw) - Michael Patrick Kelly bringt seine Friedensglocke nach Paderborn. Vom 23. bis 31. Juli wird die #PeaceBell im Zuge des Libori-Festes unter dem Titel „#PeaceBell – Ausstellung von Michael Patrick Kelly – Musiker, Friedensaktivist, Maler“ in der Paderborner Gaukirche zu sehen sein. Die Ausstellung wird vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken gemeinsam mit dem Sänger und Künstler präsentiert und zeigt nicht nur die Friedensglocke, sondern auch Fotografien und gemalte Bilder von Michael Patrick Kelly sowie weitere Exponate.

 

 

Das Thema Frieden und Versöhnung ist aktueller denn je. Es wird nicht nur in der Ausstellung beleuchtet, sondern spiegelt sich auch im Rahmenprogramm wider. Zum Libori-Fest – eines der ältesten und größten Volksfeste Deutschlands – ist täglich jeweils um 12 Uhr ein Friedensgebet in der Paderborner Gaukirche geplant, das von verschiedenen Gruppen gestaltet wird. Der Sänger und Künstler Michael Patrick Kelly, den eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Bonifatiuswerk verbindet, wird am Mittwoch, 27. Juli, um 18.30 Uhr an einem internationalen Friedensgebet unter dem Leitwort „#PeaceOnEarth – Statements, Musik und Gebet für den Frieden“ in Kooperation mit dem Metropolitankapitel im Hohen Dom zu Paderborn teilnehmen. Dabei wird auch die 470 Kilogramm schwere Glocke zum Einsatz kommen. Das Friedensgebet wird von Domradio.de live im Web-TV übertragen. Es wird auch auf einer LED-Leinwand vor dem Dom zu sehen sein. Karten für die Veranstaltung im Hohen Dom, die vom Bonifatiuswerk gestaltet wird, sind vom 1. Juli an unter der E-Mail-Adresse peacebell@bonifatiuswerk.de bestellbar. Aufgrund des begrenzten Kartenkontingents kann nur ein Ticket pro Person kostenfrei bestellt werden. Die Eintrittskarten werden per Post verschickt. Nähere Informationen dazu wird es auf der Internetseite www.bonifatiuswerk.de/peacebell geben.

Vom 23. bis 31. Juli stellt Michael Patrick Kelly unter anderem seine #PeaceBell in der Paderborner Gaukirche aus. Der Sänger und Künstler nimmt im Paderborner Dom zudem an einem internationalen Friedensgebet teil. Foto: Andreas Nowak
Vom 23. bis 31. Juli stellt Michael Patrick Kelly unter anderem seine #PeaceBell in der Paderborner Gaukirche aus. Der Sänger und Künstler nimmt im Paderborner Dom zudem an einem internationalen Friedensgebet teil. Foto: Andreas Nowak

Angesichts des Krieges in der Ukraine und der Vielzahl kriegerischer Konflikte weltweit will das katholische Hilfswerk mit Sitz in Paderborn die Friedensthematik während des Libori-Festes in diesem Jahr in besonderer Weise aufgreifen. Ebenfalls mitwirken beim Friedensgebet #PeaceOnEarth werden die palästinensisch-israelische Friedensaktivistin Nabila Espanioly aus Nazaret, Trägerin des Aachener Friedenspreises, und der Apostolische Exarch für katholische Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien, Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh. Das Friedensgebet wird musikalisch von einer Schola der Paderborner Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning, Domorganist Tobias Aehlig und Saxophonist Uli Lettermann begleitet.

 

„Solidarität, Zuversicht, Gebet und konkreter Einsatz für den Frieden und Versöhnung sind notwendiger denn je. Wir freuen uns, dass wir die Ausstellung #PeaceBell mit der Friedensglocke und gemalten Bildern des Künstlers endlich in Paderborn präsentieren können. 2017 hatte Michael Patrick Kelly die Idee, eine Glocke aus Kriegsschrott zu gießen. Daraus entwickelte sich rund um das Symbol der Glocke ein Projekt, das Brücken der Versöhnung zwischen Menschen bauen soll, im Bewusstsein der weltweiten Verbundenheit über alle Grenzen hinweg“, sagt Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, mit Blick auf die Ausstellung und das Friedensgebet.

 

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden mehr als 150.000 Glocken beschlagnahmt und eingeschmolzen, um Waffen herzustellen. Michael Patrick Kelly hat diesen Prozess umgekehrt und aus Kriegsschrott die #PeaceBell gegossen. Der 44-Jährige will mit dem Projekt darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich von Radikalismus und Gewalt abzuwenden. „In einer Welt voller Aufruhr und Krieg warnt uns die Friedensglocke, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Ihr Klang erinnert uns, was es zu bewahren gilt: gegenseitigen Respekt und Zusammenhalt“, sagt Kelly, der die Glocke mit auf seine Konzerte nimmt, um damit Schweigeminuten für den Frieden einzuläuten.

In der Paderborner Gaukirche wird nicht nur die Friedensglocke zu sehen sein. Gezeigt werden auch eine Dokumentation über ihren Entstehungsprozess, die aus dem Projekt entstandenen Kunst-Editionen sowie von Michael Patrick Kelly gemalte Bilder und Grafiken, die vor allem in den 1990er Jahren entstanden sind. Die Ausstellung ist am Samstag, 23. Juli, von 12 bis 20 Uhr, sonntags von 11 bis 20 Uhr sowie an den übrigen Tagen von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Am Mittwoch, 27. Juli, bleibt die Ausstellung zwischen 14 und 16 Uhr geschlossen. Es besteht die Möglichkeit, die Ausstellung als Gruppe zu besuchen (E-Mail an katrin.sijbom@bonifatiuswerk.de). Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, um Spenden wird gebeten. Mit dem Erlös unterstützen Michael Patrick Kelly und das Bonifatiuswerk ein Projekt zugunsten geflüchteter Waisenkinder aus der Ukraine sowie die „PaderMahlZeit“, das „Gasthaus“ für Bedürftige in Paderborn.

 

 

Information:

 

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V. ist das Hilfswerk für den Glauben. Es unterstützt katholische Christen dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben. Mit seiner Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.


Aktionstage in der Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler

Endlich wieder „Daheim“ fühlen

Die Menschen im Ahrtal sind eingeladen, ein eigenes Kreuz für die Wohnung bzw. das Haus herzustellen. Foto: Nadine Kreuser
Die Menschen im Ahrtal sind eingeladen, ein eigenes Kreuz für die Wohnung bzw. das Haus herzustellen. Foto: Nadine Kreuser

(Bad Neuenahr-Ahrweiler/bt) – So langsam kehren viele Bewohner und Bewohnerinnen ins Ahrtal zurück und können Wohnungen und Häuser beziehen. Pfarrer Jörg Meyrer hatte schon im vergangenen Jahr die Vision, genau für diese Situation einen „Segen2Go“ zu entwickeln. Was brauchen die Menschen, um anzukommen? Was hilft ihnen im Alltag und wie kann die Pfarrei sie dabei unterstützen, dass sie sich wieder zu Hause fühlen? Die Antwort auf diese Frage können sich Interessierte unter anderem am Freitag, 3. Juni, während des Pfarrgartenfests von St. Laurentius in Bad Neuenahr-Ahrweiler abholen bzw. dann selbst kreativ werden.

Aufgrund der Vielzahl von Betroffenen stand fest, dass nicht alle Wohnungen und Häuser direkt durch einen Priester eingesegnet werden können. Daher kam die Idee, ein Do-it-yourself-Paket zu entwerfen: einen “Segen2go”. Meyrer möchte den Menschen auf diese Weise ein Stück Heimat geben und den Neuanfang erleichtern. „Die Idee ist, den ‘Segen2go’ nicht einfach in einer Box auszuteilen, sondern in einer Art Solidarität von Haus zu Haus zu überreichen, in einem Miteinander“, so Wilfried Schumacher, Pfarrer im Ruhestand.

Schumacher wurde von Meyrer gefragt, ob er sich vorstellen könnte, diese Idee für die Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler umzusetzen. „Im Ritus sollen die Leute den Segen für sich und ihr Haus bzw. ihre Wohnung erbitten. Dabei gibt es die Möglichkeit, dies selbst mithilfe einer kleinen Broschüre durchzuführen oder auch gemeinsam mit Menschen aus der Nachbarschaft. Natürlich besteht auch immer die Option, pastorale Mitarbeitende anzusprechen! “, so Schumacher. Herausgekommen ist nun ein Segenspaket mit unter anderem mit Blumensamen, Weihwasser, einer Kerze, einem Büchlein mit Texten und vielem mehr.

 

Kreuze selbst gestalten

Zunächst war geplant, noch ein Kreuz aus Olivenholz aus Bethlehem mit in das Paket zu geben. Doch durch eine Begegnung mit Benediktinerbruder Stephan aus Maria Laach und Reinhard Sentis ergab sich die Möglichkeit, Keramikkreuze mit Ton aus der Region in Maria Laach herzustellen. „Warum machen wir nicht eine Aktion daraus?“, so Bruder Stephan. Damit war die Idee für die Aktionstage entflammt. Dazu  sind alle Menschen im Ahrtal eingeladen, ein eigenes Kreuz für die Wohnung bzw. das Haus herzustellen; eine Anmeldung ist nicht nötig.

Die nächsten Aktionstage sind am Freitag, 3. Juni, beim Pfarrgartenfest von St. Laurentius sowie am 24. Juni in Bad Neuenahr-Ahrweiler und am 25. Juni in Heimersheim, jeweils von 15 bis 18 Uhr. Die genauen Orte können im Pfarrbüro erfragt wurden.

 

Ab dem 24. Juni können auch die Boxen für den “Segen2Go” abgeholt werden.


Weihbischof Gebert feiert Glockenweihe in St. Apollonia in Beuren im Saargau

„Sie bringt unser Menschsein zum Schwingen“

Weihbischof Franz Josef Gebert bei der Glockenweihe in Beuren im Saargau. Die Glocke ist der Heiligen Apollonia geweiht. Foto: bt
Weihbischof Franz Josef Gebert bei der Glockenweihe in Beuren im Saargau. Die Glocke ist der Heiligen Apollonia geweiht. Foto: bt

(Kirf-Beuren/bt)– Ihr weit hörbarer Klang ruft seit Jahrhunderten Menschen zusammen, er kann alarmieren oder von freudigen Ereignissen künden: Kirchenglocken haben ihren festen Platz in der christlichen Kultur. Die Weihe einer Kirchenglocke ist heute ein eher seltenes Ereignis, das die Gläubigen in Beuren/Saargau am 29. Mai gemeinsam mit Weihbischof Franz Josef Gebert gefeiert haben.

Applaus brandet in der kleinen Filialkirche St. Apollonia im Kirfer Ortsteil Beuren auf, als die Kommunionkinder der Pfarrei zum ersten Mal die neue Kirchenglocke „Apollonia“ anschlagen und ihr heller freundlicher Klang den Kirchenraum durchdringt. „Die Botschaft der Glocke ist einladend und sie ist seit Jahrhunderten gleich. Sie ruft uns zu: Kommt! Lasst Jesus und seine Botschaft in unseren Alltag, in all unsere Lebenssituationen, in die Dorfgemeinschaft“, sagte Weihbischof Gebert in seiner Predigt. Dabei klinge der Glockenton anlassbezogen ganz unterschiedlich in den Ohren der Menschen: „Freudig, bei Taufen oder einer Hochzeit, voller Trauer, wenn wir liebe Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten, hoffnungsvoll, mal gelassen, mal drängend. Vielleicht macht gerade die Vielzahl der mitschwingenden Töne ihren Charme aus. Deshalb behandeln wir sie auch ganz besonders“, so Gebert. „Ihr Klang ist eine Art Gebet. Sie möchte uns selbst, unser Menschsein zum Schwingen bringen.“

Kein anderes Instrument erfahre eine solche Vermenschlichung wie die Glocken: Sie bekämen einen Namen, würden getauft, mit Chrisam gesalbt – genau wie Menschen bei einer Taufe oder Firmung. Dazu passe auch die Legende, dass die Glocken nach Rom flögen, wenn sie in den Kartagen in den Gemeinden zum Schweigen verurteilt sind. Die Glocke sei ein uraltes Instrument, erste Funde stammen aus China und werden im zweiten Jahrtausend vor Christus verortet. Gerade im christlichen Kulturbereich habe sie stets eine besondere Rolle gespielt, und die deutschen Glockengießer hätten es im Laufe der Jahrhunderte zu großer Kunstfertigkeit und Präzision gebracht, führte Gebert weiter aus. Einer, der diese Tradition bewahrt, ist Christoph Schmitt aus Brockscheid, der mit seinem Vater in Saarburg eine Kunst- und Glockengießerei betreibt. Er stellte im Anschluss an den Gottesdienst die „Apollonia-Glocke“ vor und schlug mit der Stimmgabel Prim, Terz und Quint an.

Ortsvorsteher Norbert Zehren zeigte sich in seiner Ansprache sichtlich gerührt, dass die schon lange Zeit gegorene Idee, der Filialkirche mit einer neuen Glocke zu bestücken, endlich Realität wurde. Dechant Klaus Feid, der gemeinsam mit Dechant Hermann-Josef Ludwig und Gebert den Gottesdienst zelebrierte, sagte, die Glocke verbinde Leben und Glauben der Menschen aufs Engste. Er dankte dem Frauenchor Kirf-Beuren, den Ehrenamtlichen, die im Vorfeld der Filialkirche einen neuen Außenanstrich verpasst und sie von innen herausgeputzt hatten und die im Anschluss in einem kleinen Festzelt für die Bewirtung aller Gäste sorgten.