Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

MITTWOCH, 17. JULI  2019


Trierer Fotoprojekt „Repicturing Homeless“ will Wahrnehmung verändern

Obdachlose mit anderen Augen sehen

Juliane Krahling. Foto: Edouard Olszewski
Juliane Krahling. Foto: Edouard Olszewski

 

(Trier/bt) – Obdachlose Menschen leben meist am Rande unserer Gesellschaft. Sie erfahren abfällige Blicke, werden verurteilt und angefeindet oder gar als minderwertig angesehen. Eine Kampagne, die vom Caritasverband Trier e.V. umgesetzt wurde, hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Wahrnehmung zu hinterfragen und Obdachlose mehr in die Mitte der Gesellschaft zu rücken.

 

Für das Projekt „Repicturing Homeless“ hat der Caritasverband Trier wohnungslose Menschen eingeladen, sich als Models für sogenannte „Stockbilder“ ablichten zu lassen. „Stockbilder“ werden von Unternehmen und Agenturen beispielsweise für Kommunikations- und Werbemaßnahmen genutzt. Während der Aktion wurden Trierer Obdachlose für Motive aus den gefragtesten Stock-Image-Kategorien abgelichtet, so etwa als Manager oder als Modeladenbesitzerin. Für die hierbei entstandenen Bilder können nun bei der internationalen Bildagentur „Getty Images“ Nutzungsrechte erworben und die Bilder verwendet werden. Der Erlös aus dem Bildervertrieb kommt der Wohnungslosenhilfe des Caritasverband Trier e.V. zu Gute.

 

„Wir wollen den Blick auf wohnungslose Menschen korrigieren. Sie werden oft vorurteilsbehaftet und damit negativ wahrgenommen. Dabei sind sie Menschen wie du und ich, und Wohnungslosigkeit kann jeden von uns treffen. Durch den Perspektivwechsel will der Caritasverband Trier dazu beitragen, dass wohnungslose Menschen nicht mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden“, erklärt Dr. Bernd Kettern, Direktor des Caritasverband Trier. Die Idee zu dem Shooting hatte Nina Petry, Marketingleiterin des Caritasverband Trier e.V. Im Internet war sie auf die gleiche Aktion im Raum Düsseldorf gestoßen. Gleichzeitig fand sie in Fotograf Edouard Olszewski jemanden, der auf der Suche nach einem sozialen Projekt war. Um die Obdachlosen zu „verwandeln“ gewannen die beiden Unterstützer wie das Modehaus Marx, Michelle Weyand vom „Glowreich“ Make-Up & Hair Studio; Jeannette Schirmer mit ihrem Friseursalon „Kopfsalat“ und den Optiker „Glasklar“.

 

Am Tag des Fotoshootings wurden die Obdachlosen mit anderen Augen gesehen – für viele ging damit bereits ein Wunsch in Erfüllung. Schon lange hatten die Teilnehmer sich nicht mehr so wertgeschätzt gefühlt, wie sie berichteten. Durch das Shooting hätten sie neues Selbstbewusstsein und Mut geschöpft, an diese Erfahrung anzuknüpfen.

 

Auf youtube gibt es jetzt auch den Film der Kampagne zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=q0kGBssOSB4&t=5s. Weitere Informationen zur Arbeit der Caritas finden sich unter: www.caritas-region-trier.de

 


BDKJ verzeichnet nur leichte Rückgänge bei Sammelergebnissen

Boliviensammlung im Bistum wieder erfolgreich

Foto: bt
Foto: bt

 

(Trier/bt) – 6.000 Helferinnen und Helfer haben die Frühjahrssammlung des Bundes der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Trier wieder zu einem Erfolg werden lassen: Bei den drei Kleidersammlungen im rheinland-pfälzischen Teil des Bistums kamen insgesamt 830 Tonnen Kleidung und Schuhe zusammen. Damit verzeichnet der BDKJ nur einen leichten Rückgang von 43 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Mit den Erlösen aus dem Verkauf der gebrauchten Kleidung unterstützt der BDKJ seit vielen Jahren kontinuierlich die bolivianischen Partner vor Ort.

 

„Der solidarische Einsatz der vielen Engagierten an den Sammeltagen ist immer wieder beeindruckend. Er ermöglicht konkrete Zukunftsperspektiven durch Bildung für Kinder und Jugendliche in Bolivien“, unterstreicht Matthias Pohlmann vom BDKJ-Bolivienreferat. Ein aktuelles Thema ist für den BDKJ die Krise auf dem Altkleidermarkt, die den Absatz der Sammelware erschwert und die Erlöse mindert. Hintergrund sind die durch „Fast-Fashion“ verursachten immer schneller werdenden Modetrends, die eine Schwemme von Altkleidern in minderer Qualität produzieren. Inzwischen werden in Deutschland eine Million Tonnen im Jahr in Sammlungen gegeben. Der Dachverband FairWertung analysiert und bewertet diese Marktentwicklungen sehr kritisch (www.fairwertung.de). Der BDKJ ruft deshalb zu einem bewussten Umgang mit Kleidung auf, sowohl beim Kauf und bei der Abgabe in die Sammlung.

 

Die Erlöse aus den Boliviensammlungen fließen an die Partnerorganisationen in Bolivien und gewährleisten die wichtige und unerlässliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: Die Nationale und Jugend- und Berufungspastoral (PJV) koordiniert die Jugendpastoral in ganz Bolivien. Ein besonderer Erfolg der PJV war die 72-Stunden-Aktion 2019 mit rund 3.000 engagierten Jugendlichen. Die Stiftung „Solidarität und Freundschaft Chuquisaca – Trier“ unterhält 25 Ausbildungseinrichtungen in den ländlichen Regionen des Erzbistums Sucre für ca. 2.000 Kinder und Jugendliche. Wichtige Schwerpunkte der Arbeit sind die Ermöglichung von Schulbildung, die Förderung von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen und die Entwicklung von Maßnahmen angesichts des deutlich spürbaren Klimawandels.

 

Ein Beispiel der konkreten Bildungsarbeit ist ein Projekt zur Prävention von häuslicher Gewalt gegen Kinder und der Gewalt an Schulen. 175 Kinder der Zentren zur sozialen Unterstützung haben in Workshops gelernt, wie Gewalt gegen Kinder und Gewalt in schulischem Kontext verhindert werden kann. Außerdem gab es Fortbildungsveranstaltungen für Eltern und Lehrer. Die Kinder und Schüler gründeten Streitschlichtungs-Teams, die für die anderen Schüler an ihren gelben Westen erkennbar sind. Das Projekt fördert sichtbar eine Kultur des guten Miteinanders und des Friedens bei Kindern, Eltern und in den Gemeinden insgesamt.

 

Weitere Informationen gibt es unter: www.boliviensammung.de

 


Hauskreise als Orte von Kirche

"Es gibt einem etwas"

Kirche im Wohnzimmer: Werner Birkenheier (Vierter v. rechts) und seine Frau Petra (Dritte v. rechts) leiten den Kreis in Zilshausen. Foto: bt
Kirche im Wohnzimmer: Werner Birkenheier (Vierter v. rechts) und seine Frau Petra (Dritte v. rechts) leiten den Kreis in Zilshausen. Foto: bt

 

(Zilshausen/bt) – Als Werner Birkenheier die Beispiele von „Orte von Kirche“ im Bistumsheft „Einblicke“ las, fiel ihm auf, dass eine Form fehlte: Hauskreise. Dabei wäre diese Art von Zusammenkünften sicherlich eine Möglichkeit, den Glauben in kleinen Gruppen in der Fläche der neuen „Pfarreien der Zukunft“ zu leben.

 

Hauskreise, Hauskirchen oder Gebetskreise waren vor vielen Jahrzehnten weit verbreitet. „Die Oma meiner Frau und meine Oma haben sich regelmäßig mit anderen zum Beten getroffen“, weiß Birkenheier.

 

Sein überkonfessioneller Hauskreis ist unter dem Dach des Marburger Kreises, ein Netzwerk von Christen in Deutschland, organisiert. Die Treffen finden wöchentlich im Wohnzimmer der Familie Birkenheier in Zilshausen statt. Die zwei Stunden sind geprägt von singen, beten, persönlichem Austausch zu Glaubens- und Lebensfragen und von biblischen Impulsen.

 

Birkenheier lernt dadurch Jesus und die Bibel immer besser kennen. Seit mehr als 20 Jahren ist er schon dabei und seit rund zehn Jahren leiten er und seine Frau die Gruppe von derzeit acht Leuten.

 

Ziel der Gruppe im Hunsrück ist es, den christlichen Glauben in den Alltag zu integrieren. „Wir gehen der Frage nach: Was bringen uns christliche Werte im Miteinander? Dabei orientieren wir uns an der Bibel“.

 

Besonders bereichernd findet Birkenheier, dass für persönliche Anliegen gemeinsam– auch über eine längere Zeit hinweg – gebetet wird. „Das und die Treffen haben mir schon oft konkrete Hilfe im Beruflichen wie im Privaten gebracht“. Es sei eine praktische Lebenshilfe, sagt der Banker. „Ich kann daran teilhaben, was andere Menschen bewegt, und was ich dort sage bleibt auch diskret in der Gruppe“, berichtet er. „Es gibt einem etwas.“

 

Die „Mannschaften“, so heißen die Gruppen des Marburger Kreises, sind feste Teams; Gäste sind willkommen. Ein Grundthema erstreckt sich über ein paar Wochen. Momentan beschäftigt sich die Gruppe mit der Apostelgeschichte. Doch der Gruppenleiter, der wöchentlich wechselt, kann auch andere Themen vorschlagen.

 

Birkenheier stellt diese Art und Weise des Hauskreises als eine Möglichkeit vor, doch es gebe ganz unterschiedliche Formen. „Wir machen es eben so“, sagt er lächelnd. „Die Treffen könnten ja beispielsweise in Räumlichkeiten der Pfarrei stattfinden“, schlägt der 62-Jährige vor. „Ich möchte das Thema generell publik machen. Ich denke, insbesondere für Gläubige in kleinen Dörfern könnte das interessant sein“, sagt er im Hinblick auf die weiten pastoralen Räume in den „Pfarreien der Zukunft“.

 

Ein Schlüsselbegriff für die Umsetzung der Synodenergebnisse sind „Orte von Kirche“. Dabei kann es sich um Chöre, Kindergärten, Messdienergruppen oder um ein Eine-Welt-Café handeln. In der Synodalversammlung erhalten diese Orte eine eigene Gewichtung. Allen Orten ist gemein, dass sie sich von der Botschaft Jesu Christi leiten lassen.

 

Kontakt zu Werner Birkenheier per E-Mail webi56(at)gmx.de. Weitere Informationen von „Orten von Kirche“ gibt es hier https://www.bistum-trier.de/heraus-gerufen.

 


Gerhard Schneider ist dritter Weihbischof der Diözese - erste Bischofsweihe seit über 40 Jahren in Stuttgart

Neuer Bischof in Zeiten zunehmender Spannungen

 

(Rottenburg/Stuttgart/drs) -. Durch Handauflegung und Gebet hat Domkapitular Gerhard Schneider am Samstagmittag (13. Juli) die Bischofsweihe in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard empfangen. Im Auftrag von Papst Franziskus vollzogen Diözesanbischof Gebhard Fürst, der Freiburger Erzbischof Stephan Burger und der Mainzer Weihbischof Udo Bentz die Weihe. Zur Feier des Festgottesdienstes in der Konkathedrale der Diözese waren rund 450 geladene Gäste sowie etwa 300 Gläubige aus der ganzen Diözese gekommen. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst von muttersprachlichen Gemeinden aus Stuttgart; darunter war auch die Subdiakonin der chaldäisch-katholischen Gemeinde, Younia Hilbert.

 

Gerhard Schneider ist einer von drei Weihbischöfen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Zum vierten Mal in der Geschichte der Diözese wurde in der Domkirche St. Eberhard ein Bischof geweiht; die letzte Weihe in Stuttgart empfing 1976 Franz-Josef Kuhnle.

 

In der traditionellen Einführung vor Beginn des eigentlichen Weihegottesdiensts gab es erstmals, neben der Vorstellung des Weihekandidaten, Raum für ein aktuelles Wort zur Situation der katholischen Kirche. Die Seelsorgerin für alle hauptberuflich in der Seelsorge der Diözese Tätigen, Annette Gawaz, brachte „die Sehnsucht so vieler gläubiger Frauen und auch Männer“ zum Ausdruck: „Sie träumen von einer partnerschaftlichen Teilhabe aller am Leben und Dienst der Kirche und können es nur schwer ertragen, dass in diesen Fragen keine Bewegung geschieht“, sagte die Pastoralreferentin. Es schmerze zu wissen, wie viele engagierte Menschen nicht mehr wollen, nicht mehr können und manche innerlich und viele äußerlich abdankten. Angesichts von Not und Leid durch sexuellen und geistlichen Missbrauch sei die feierlichen Weihe eines neuen Amtsträgers schwer vermittelbar. Auch die prognostizierten Austrittszahlen der Kirchenmitglieder werfe die Frage auf, ob es einen weiteren Weihbischof brauche. „Wir müssen uns nicht im Sinne eines Entweder-Oder entscheiden“, so die Antwort von Annette Gawaz. „Es geht beides zusammen: Spannungsschmerz spüren und dennoch feiern. Mitfühlen mit all denen, die in und an der Kirche leiden und dennoch nicht in Lähmung erstarren. Schuld zugeben und dennoch von Hoffnung sprechen“, resümierte sie. Man dürfe all das Ungelöste und Unerlöste in der Kirche nicht einfach „wegweihräuchern“. Man müsse es mit hineinnehmen, die Hoffnung dazulegen und Gott zutrauen, dass er daraus etwas machen könne.

 

Nach dem Weihegottesdienst suchten Diözesanbischof Gebhard Fürst ebenso wie der neue Weihbischof Gerhard Schneider das Gespräch mit Frauen der Aktionsgruppe „Maria 2.0“. Diese machten vor der Domkirche St. Eberhard mit Transparenten und einer Installation auf das Thema „Gleichberechtigung für Frauen in der Katholischen Kirche“ aufmerksam. Weihbischof Gerhard Schneider bestätigte im Gespräch mit Teilnehmerinnen, dass er die Anliegen der Frauen sehe. Er versprach, diese mit in sein Amt hinein zu nehmen und das ihm Mögliche zu tun.

 

Im Mittelpunkt der Predigt von Bischof Gebhard Fürst stand das Wirken im Geiste Gottes. „Wir erleben unsichere und verwirrende Zeiten“, sagte der Rottenburger Bischof. Bischöfliches Wirken könne dabei nicht allein aus eigener Kraft gelingen. Er wies auf den nur bei einer Bischofsweihe vollzogenen Ritus hin, bei dem das Evangeliar geöffnet über das Haupt des neuen Bischofs gehalten wird. „Die Schrift gewordene Botschaft Gottes an uns Menschen sei für Dich Quelle der Kraft und heilige Energie von oben für Dein tägliches Tun, richtete der Bischof seine Worte an den neuen Weihbischof. In der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Begabungen der Getauften und Gefirmten offenbare sich der eine Geist Gottes. Dabei gelte, so der Bischof, das Wort aus dem Korintherbrief: „Die Offenbarung des Geistes wird geschenkt, damit sie anderen nützt“. Dem neuen Weihbischof wünschte Bischof Fürst mit Gottes Hilfe ein guter Hirte zu sein, der den Menschen diene und darin dem Gottesgeist dienstbar sei.

 

Persönlich und im Namen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gratulierte Landesbischof Frank Otfried July und wünschte dem Neugeweihten reichen Segen und Gottes Geleit. „Wir müssen gemeinsam unterwegs sein“, appellierte July mit Bezug auf Papst Franziskus. „Gerade in den Veränderungen und Transformationen unserer Gesellschaft in Deutschland dürfen wir uns nicht zurückziehen und die Fragen an die Kirchen und in den Kirchen in einer beschönigenden Weise in einer inneren Wagenburgmentalität beantworten“, sagte er. Christus führe in die Weite, auf einen Pilgerweg des Vertrauens. Aus der Gelassenheit des Glaubens heraus sei es möglich und notwendig, sich der brennenden und drängenden Fragen anzunehmen: Fragen der Gesellschaft, aber auch Fragen in der Ökumene - in Respekt, Freundschaft und Gebet.

 

Als Stellvertreter für die Landesregierung gratulierte der Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Volker Schebesta MdL. „Wir freuen uns mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart, dass das Episkopat verstärkt und Bischof Gebhard Fürst durch einen dritten Weihbischof unterstützt wird“. Dem neuen Weihbischof wünschte er für dessen „wichtige Aufgabe in der Berufungspastoral“ viel Erfolg. „Wir sind den Kirchen für den Halt, den sie den Gläubigen geben, für die Betonung der christlichen Werte in unserer Gesellschaft und für das soziale Engagement aus dem Glauben heraus dankbar“, betonte Schebesta. In einer Zeit der gesellschaftlichen Veränderung kämen große Herausforderungen auch auf die Kirche zu, sagte er. Der Staatssekretär wünschte sich vom neuen Weihbischof und der Kirche, dass diese immer wieder neu gute Antworten auf die Sehnsucht der Menschen nach Spiritualität fänden.

 

Als Vertreter der Stadt Stuttgart freute sich Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann über die Bischofsweihe in der Landeshauptstadt: „St. Eberhard ist ein wunderbarer Ausgangspunkt, um im Alltag der Gemeinden und im täglichen Leben der Stuttgarterinnen und Stuttgarter präsent zu sein“. Er erinnerte an König Friedrich I., der das Baugrundstück in der zentralen Innenstadtlage im Jahr 1807 der katholischen Gemeinde schenkte. Im Namen von Oberbürgermeister Fritz Kuhn gratulierte er Gerhard Schneider zur Bischofsweihe und bezeichnete es als große gemeinsame Herausforderung von Stadt, Land und Kirchen, Menschen unterschiedlichster Herkunft und Biografien und mit vielfältigsten Lebensentwürfen, Zielen und Hoffnungen zu integrieren.

 

Im Namen der Mitglieder des Diözesan- und Priesterrats der Diözese überbrachte der Sprecher des Priesterrates, Dekan Paul Magino, Glück- und Segenswünsche und sicherte dem neuen Weihbischof Unterstützung und Wegbegleitung zu. Er bescheinigte dem Neugeweihten, dass dessen Aufgabengebiete, die Liturgie mit der Kunst und der Kirchenmusik und gleichermaßen die Berufungspastoral,  für die Zukunft der Ortskirche eine herausragende Bedeutung hätten. „Es muss uns in dieser für unsere Kirche und unsere Gesellschaft schwierigen Zeit besonders herausfordern, in gewinnender und auch überzeugender Weise von unserem Glauben Zeugnis abzulegen“, sagte Magino. Menschen müssten dort erreicht werden, wo sie ein Gefühl für Gottes Gegenwart und für die Freude am Glauben gewinnen könnten, so der Dekan des Dekanats Esslingen-Nürtingen. „Die Kunst und die Musik helfen uns dabei in ihrer vielfältigen Gestalt; hörbar, sichtbar, spürbar, erlebbar“. Mit Blick auf das Thema Berufungen bat Magino Weihbischof Schneider darum, weiterhin ganz besonders achtsam, wertschätzend und einfühlsam wahrzunehmen, was Menschen bewegt, wenn sie ihre je eigene Berufung im gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen in der Kirche leben wollten. „Bleib in Kontakt mit den Menschen im echten Dialog, im Geben und Nehmen“, forderte Magino Schneider auf.

 

Mit Blick auf sein Verständnis des Bischofsamts und seinen Wahlspruch „Die Freude am Herrn ist unsere Stärke“, sagte Gerhard Schneider als neugeweihte Bischof abschließend: „Ich kann mir meinen Dienst nur ganz dicht verwoben mit allen anderen Ämtern, Diensten und Berufungen in der Kirche vorstellen. Nur wenn diese sich schätzen, ergänzen und bereichern, können sie sich voll entfalten. Nur so kann unsere Stärke im Glauben entstehen. Nur so kann ich meinen Dienst verstehen.“

 

Gerhard Schneider wurde am 16. April von Papst Franziskus zum neuen Weihbischof für die Diözese-Rottenburg-Stuttgart ernannt. Er ist damit neben Thomas Maria Renz und Matthäus Karrer der dritte Weihbischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

 

Der Wahlspruch von Gerhard Schneider lautet: „Gaudium domini fortitudo nostra - Die Freude am Herrn ist unsere Stärke“ (nach Nehemia 8, 10).

 

Gerhard Schneider (50) stammt aus Ulm und studierte nach dem Abitur zunächst Betriebswirtschaftslehre. Bis 1995 arbeitete er bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt. Sein anschließendes Studium der Theologie absolvierte er in Tübingen und Rom, zum Priester geweiht wurde er 2002 in Weingarten. Nach der Vikarszeit in der Seelsorgeeinheit Unteres Brenztal im Dekanat Heidenheim bestellte Bischof Fürst ihn 2004 zum Repetenten am Wilhelmsstift in Tübingen. Dort wirkte er bis 2009 in der Priesterausbildung mit und wurde in dieser Zeit zum Doktor der Theologie promoviert. Ein Jahr später übernahm Schneider die Leitung des Propädeutischen Seminars Ambrosianum, ab 2010 die der diözesanen Berufungspastoral und 2012 die des Päpstlichen Werks für geistliche Berufe in der Diözese. Am 1. August 2017 wurde Gerhard Schneider Ordinariatsrat im Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg und übernahm dort die Leitung der Bereiche Liturgie, Kunst und Kirchenmusik. Seither pendelte er zwischen Tübingen und Rottenburg, denn er blieb weiter Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche in Tübingen. Auch als Weihbischof behält er seine bisherigen Aufgaben bei.

 

 

Hintergrund Domkirche und Konkathedrale St. Eberhard

Zum 150 jährigen Bestehens der Diözese Rottenburg im Jahr 1978 beantragte der damalige Bischof Georg Moser in Rom, den Namen der Diözese um den Namen der baden-württembergischen Landeshauptstadt zu ergänzen und die älteste Stuttgarter Pfarrkirche zur Bischofskirche zu erheben. Dieser Bitte wurde entsprochen und die Pfarrkirche St. Eberhard wurde in den Rang einer Konkathedrale erhoben. Dem Bistum wurde das Recht eingeräumt, den Namen Diözese Rottenburg-Stuttgart zu führen; der jeweilige Bischof hat das Recht, sich als Bischof von Rottenburg-Stuttgart zu bezeichnen und nach Belieben in der Stadt Stuttgart zu residieren.

 

Die Bischofsweihe von Gerhard Schneider ist die vierte in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart. Vor ihm wurden am 14. November 1970 Anton Herre (Weihbischof von 1970 bis 1985) und Georg Moser (Weihbischof von 1970 bis 1975 später Bischof von 1975 bis 1988) durch Bischof Leiprecht geweiht. Am 27. November 1976 empfing Franz-Josef Kuhnle (Weihbischof von 1976 bis 1990) die Bischofsweihe durch Bischof Georg Moser.


Bischof Ackermann beauftragt Projekt zur Aufarbeitung am Albertinum Gerolstein

Aufarbeitung mit und für Betroffene

Foto: bt
Foto: bt

 

(Trier/Gerolstein/bt) – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat ein Projekt „Gewalt am bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein – Aufarbeitung mit und für Betroffene“ in Auftrag gegeben. Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Claudia Bundschuh (Mönchengladbach) und die Rechtsanwältin und Mediatorin Dr. Bettina Janssen (Köln) werden die unabhängige Untersuchung durchführen.

 

Das Projekt startet mit einer Auftaktveranstaltung im Herbst und ist bis Sommer 2021 angelegt. In der Projektskizze heißt es, „sowohl sexuelle als auch psychische und physische Gewalt sollen Gegenstand des Projektes zur Aufarbeitung sein“. Anlass sind Rückmeldungen von ehemaligen Schülern des seit Anfang der 1980er Jahre geschlossenen Internats zu Gewalterfahrungen durch Mitarbeitende des Albertinums.

 

Zu den Bedingungen des jetzt geschlossenen Vertrags gehört, dass die beiden beauftragten Personen diesen Auftrag ohne Vorgaben durch das Bistum angehen und in eigener Verantwortung ein Konzept zur Aufarbeitung erstellen. Das Projekt folgt einem beteiligungsorientierten Ansatz und ist dementsprechend als Projekt gemeinsam mit Betroffenen angelegt. Die Interessen von Betroffenen und die Möglichkeiten und Grenzen des Projektträgers sollen gleichermaßen in die Feinkonzeption der einzelnen Projektbausteine einfließen. An der Auftaktveranstaltung teilnehmen können alle an der Aufarbeitung interessierten ehemaligen Schüler des Albertinums unabhängig von Opfererfahrungen, teilen Bundschuh und Janssen mit. Sie wollen transparent über die Ziele, Methoden, Beteiligungsmöglichkeiten und Maßnahmen informieren, um das Vertrauen von ehemaligen Schülern des Internats zu gewinnen und sie zu ermutigen, sich aktiv am Projekt zu beteiligen. Unter www.albertinum-gerolstein.de informieren die Beauftragten fortlaufend über das Projekt. Auf dieser Seite kann die Projektskizze eingesehen werden, und dort wird am Ende auch der Abschlussbericht veröffentlicht.

 

Im September soll der Lenkungsausschuss mit Vertretungen von Betroffenen und des Auftraggebers sowie Fachleuten aus der Wissenschaft gebildet und die Auftaktveranstaltung terminiert werden. Die Einladung zu der Veranstaltung erfolgt unter anderem über die Presse.

 


Prälat Dr. Klaus Krämer als Präsident verabschiedet – Amtszeit endet am 31. Juli

Foto: Ralf Simon / missio
Foto: Ralf Simon / missio

 

(Aachen/missio) -  Mit einem Gottesdienst und einer anschließenden Feier hat sich Prälat Dr. Klaus Krämer (55), Präsident von missio Aachen und des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘ am Freitag in Aachen von den Mitarbeitenden beider Häuser verabschiedet. Prälat Krämers Amtszeit endet satzungsgemäß am Monatsende. Krämer leitet das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen seit September 2008. Seit Februar 2010 ist er zudem in Personalunion Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘.

 

„Bei den vielen Begegnungen mit Menschen in Afrika, Lateinamerika oder Asien haben mich Gastfreundschaft, Lebensfreude, solidarisches Handeln und ein fester Glaube an Gott immer wieder tief beeindruckt“, machte Krämer zu seinem Abschied deutlich. „Wir in Deutschland können viel von diesen Frauen und Männern, Mädchen und Jungen lernen und es zeigt, dass unsere Arbeit als Hilfswerke keine Einbahnstraße ist. Umso wichtiger ist aber auch in Zukunft unsere Hilfe, denn Armut, Kriege, Gewalt und Konflikte werden die Werke auch in den kommenden Jahren fordern. Gemeinsam müssen wir uns dafür einsetzen, dass Menschen überall auf der Welt in Frieden und Würde leben können“. Der Einsatz für verfolgte Christen und der weltweite Schutz von Kindern vor Gewalt und Missbrauch gehörten wie das Engagement für Flüchtlinge zu den Schwerpunkten in Krämers Amtszeit. Unter anderem in Nicaragua, Kolumbien, Peru, Sri Lanka, Indien, Pakistan, Nepal, Äthiopien, Kenia, Tansania, Ghana, Burkina Faso, in den Philippinen und im Nahen Osten besuchte er Projekte der beiden Hilfswerke und machte sich ein Bild von der Lebenssituation der Menschen vor Ort.

 

An der Seite der Sternsinger – Hinwendung zu den Menschen an den Rändern

 

Dr. Gotthard Kleine, Geschäftsführer und Vorstand des Kindermissionswerks, und Dr. Gregor Freiherr von Fürstenberg, Vizepräsident von missio Aachen, verabschiedeten sich im Namen der Mitarbeitenden von Prälat Krämer. „An der Seite der Sternsinger haben Sie sich als Präsident nicht nur für benachteiligte Kinder in der ganzen Welt eingesetzt, sondern ihnen auch in Deutschland eine Stimme gegeben, wobei Ihnen das Thema Kindesschutz ganz besonders am Herzen lag“, bedankte sich Dr. Kleine. „Sie sind an die Ränder der Gesellschaft gegangen, wie Papst Franziskus es gefordert hat. Das hat Ihren Einsatz für benachteiligte Menschen weltweit geprägt“, machte Dr. von Fürstenberg deutlich.

 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘

 

Mehr als 1.800 Projekte für benachteiligte Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 78,4 Millionen Euro standen dem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland 2018 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 111 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.

 

missio Aachen

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2018 stellte missio Aachen rund 46,5 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.192 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen.

 


WNL-Spendenstaffel: 36.000 Euro für Kinderprojekte

WNL-Vorstandsvorsitzende Christine Wernze mit begeisterten WNL-Mitstreiterinnen. Foto: WNL
WNL-Vorstandsvorsitzende Christine Wernze mit begeisterten WNL-Mitstreiterinnen. Foto: WNL

(Berlin/wnl) - In Zusammenarbeit mit der ETL-Stiftung Kinderträume hat die Women´s Networking Lounge e.V. (WNL) deutschlandweit 36 Kinderprojekte mit jeweils 1.000 Euro unterstützt. Die Women’s Networking Lounge ist ein Business-Netzwerk, das für Frauen spezifischer Berufsgruppen fachlich und gestalterisch hochwertige Veranstaltungen organisiert.

 

Die Women’s Networking Lounge (WNL) hat soziale Verantwortung übernommen. Zusammen mit der ETL-Stiftung Kinderträume haben WNL-Partnerinnen Kinderprojekte in ganz Deutschland mit jeweils 1.000 Euro unterstützt. Der Startschuss für die Spendenstaffel fiel im Mai 2018 in Köln, das Finale fand ebenfalls dort statt.

 

Die 36 Schecks gingen an folgende Vereine bzw. Einrichtungen: Rhapsody in School e. V. (22 Projekte bundesweit) , Förderverein Katharina von Bora, DKMS, Kinder-Hospiz Sternenbrücke, Christliches Bildungswerk Gera, Elterninitiative krebskranker Kinder, Just-Hansen-Stiftung, Projekt „Kids Pott“, Stiftung Liebenau, Förderverein der Grundschule Käthe Kollwitz, Aktion Sonnenstrahl, Kinder- und Jugendzirkus Ostsee O Lini, Förderverein Evangelische Grundschule Holzdorf, Hartmannbundstiftung „Ärzte helfen Ärzten“ und Kinderhospiz Mitteldeutschland.

 

Dazu erklärt die WNL-Vorstandsvorsitzende Christine Wernze: „Für mich waren es immer wieder wunderbare Momente, wenn eine Spende der Stiftung bei den Kindern angekommen ist. Ich bin dankbar dafür, dass wir im Rahmen unserer deutschlandweiten Staffel 36 Projekte unterstützen konnten. Jedes Mal berührten diese Begegnungen anders, aber immer im Herzen.“

 

https://www.womensnetworkinglounge.de/portfolio-item/wnl-spendenstaffel/

 

WNL –Women’s Networking Lounge

 

Die Women’s Networking Lounge ist ein Business-Netzwerk, das für Frauen spezifischer Berufsgruppen fachlich und gestalterisch hochwertige Veranstaltungen organisiert. Die Idee der WNL ist es, die Vernetzung von Frauen zu unterstützen und auf eine erfolgreiche, spürbare Ebene zu heben. Seit der Gründung haben WNL-Gastgeberinnen an 50 Standorten bundesweit fast 500 Veranstaltungen der besonderen Art mit Unternehmerinnen der jeweiligen Region erlebt. Sie geben den Frauen die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen, Impulse für die Unternehmensführung zu sammeln oder Kraft für das eigene Ich zu tanken.

 

 

 

ETL-Stiftung "Kinderträume"

 

ETL Kinderträume ist eine privatrechtliche Stiftung der ETL-Gruppe. Die im Jahr 2008 gegründete Organisation beteiligt sich an ausgewählten, gemeinnützigen Kinderhilfsprojekten in Deutschland und fördert regionale Vorhaben über die bundesweit vertretenen Mitgliedskanzleien und Gesellschaften der ETL-Gruppe. Ziel der Stiftungsarbeit ist die Unterstützung benachteiligter und bedürftiger Kinder und Jugendlicher. Durch Spenden werden Kinderträume erfüllt und die Weichen für eine bessere Zukunft gestellt. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung über 1 Million Euro an Spendengeldern gesammelt und über 200 Hilfsprojekte unterstützt.

 

 

 

www.womensnetworkinglounge.de

 


Annette Handzik ist neue Ortsseelsorgerin der Malteser in Hildesheim

Verkünderin des Evangeliums

Annette Handzik; Bildquelle: Lukas/Malteser
Annette Handzik; Bildquelle: Lukas/Malteser

 

(Hildesheim/mhd) - Die Malteser in Hildesheim haben eine neue Seelsorgerin: Annette Handzik (47), katholische Gemeindereferentin in Hildesheim, übernimmt die Betreuung der Malteser-Ortsgliederung, nachdem sich Pfarrer Ewald Gnatzy aus Altersgründen zurückgezogen hat.

 

 

 

Ernannt wurde die neue Malteser-Seelsorgerin von Domkapitular Wolfgang Voges, Dechant in Hildesheim und damit Vorgesetzter der Gemeindereferentin, im Einvernehmen mit Malteser-Diözesanleiter Maximilian Freiherr von Boeselager. Mit den Hildesheimer Maltesern unterhält die Gemeindereferentin schon seit längerem freundschaftliche Beziehungen und hat auch schon Weihnachtsfeiern mitgestaltet.

 

 

 

Als Ortsseelsorgerin wird Handzik in Zukunft gelegentlich Andachten mit den Maltesern halten, spirituelle Angebote leiten und ein offenes Ohr für die geistlichen Anliegen des katholischen Hilfsdienstes haben.

 

 

 

Annette Handzik wurde 1972 in Leipzig geboren und ist in Bad Salzungen in Thüringen aufgewachsen. Nach dem Abschluss der polytechnischen Oberschule studierte sie in Weimar für das Lehramt an Grundschulen und absolvierte nach der Grenzöffnung eine Ausbildung zur Gärtnerin in Kassel. Erst als junge Frau fand Annette Handzik zum Glauben und wurde 1992 getauft. In einem zweiten Studium ließ sie sich danach an der Fachschule für kirchlichen Gemeindedienst am Hildesheimer Moritzberg zur Gemeindereferentin ausbilden und hat in diesem Beruf an verschiedenen Orten gearbeitet: Ihr Anerkennungsjahr verbrachte sie in Lüneburg, wechselte als Assistentin nach Seevetal und arbeitete von 2001 bis 2008 und noch einmal von 2011 bis 2013 als Gemeindereferentin in Wolfsburg. Dazwischen, von 2008 bis 2011, wirkte sie als Jugendreferentin der KSJ und Referentin im Jugendpastoralen Zentrum Tabor in Hannover.

 

 

 

Seit 2013 arbeitet Annette Handzik als Gemeindereferentin in der Pfarrgemeinde Mariä Lichtmess in Hildesheim-Drispenstedt und Nordstadt und betreut als Schulseelsorgerin die Marienschule und Augustinusschule. Verheiratet ist sie mit Andreas Handzik, Diakon beim Sozialen Mittagtisch am Guten Hirten. Beide haben einen dreijährigen Sohn.

 

 

 

In ihrer Freizeit ist die gelernte Gärtnerin gerne im Garten, wandert oder treibt Sport. Ihr Lebensmotto „Gott hat für mich einen Plan“, setzt sie bei ihrer Arbeit konkret in die Praxis um nach den Worten von Papst Franziskus: „Verkünde das Evangelium, wenn es sein muss auch mit Worten.“

 

 

 

 

 


Tauffeste an Seen und Gärten immer beliebter

 

(Karlsruhe/ekiba) - . Die Taufe wird in den Sommermonaten in Baden zunehmend auch im Freien gefeiert, zum Beispiel in Gärten oder an Seen. „Viele Menschen schätzen diese offene Form des Gottesdienstes, die ganz auf den Anlass zugeschnitten ist“, berichtet Oberkirchenrat Matthias Kreplin (Karlsruhe). Auch würden es Familien genießen, mit Freunden und Familie ein Tauffest feiern zu können, ohne selbst ein Fest ausrichten zu müssen.

 

So lädt die Evangelische Gemeinde Rheinstetten für den morgigen Samstag (13.7.) auf 14 Uhr zum Tauffest an den Fermasee ein. In Schwetzingen feiert die Evangelische Gemeinde am 21.7. um 15 Uhr im berühmten Schlossgarten die Taufe. Am gleichen Sonntag empfangen die Evangelischen Gemeinden Staffort-Büchenau und Weingarten 14 Täuflinge und ihre Familien um 10 Uhr am Baggersee in Staffort. Auch am Bodensee und an anderen Orten finden regelmäßig Tauffeste statt.

 

 

 

Die badische Landeskirche unterstützt Gemeinden und Kirchenbezirke, solche Tauffeste anzubieten, zu denen sich auch Menschen von weither anmelden, erklärt Kreplin. „Gerade dort, wo viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene getauft werden, gibt es oft eine gemeinsame Taufvorbereitung, die ein tieferes Erleben der Taufe ermöglicht“, sagt der Oberkirchenrat.

 

Bereits seit dem Jahr 2002 tauft Pfarrer Holger Müller (Staffort-Büchenau) an verschiedenen Gewässern. „Das ist kein oberflächliches Event, sondern für viele Familien eine ganz tiefe Glaubenserfahrung, weil sie an die Taufe Jesu im Jordan erinnert werden“, erklärt Müller. Die Tauffeste hätten sich herumgesprochen und würden im besten Sinne Schule machen. Bei schlechtem Wetter weichen die Familien in die Kirche aus.

 


Wir sind Kirche-Sommer-Info

„Bewegung 'von unten'! Und 'von oben'?“

 

(München/wsk) - „Bewegung 'von unten'! Und 'von oben'?“ ist der Titel des Sommer-Infos, das die deutsche KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche in diesen Tagen per Briefpost und Email verschickt. Themen des 4-seitigen Sommer-Infos sind u.a. der von den Bischöfen eingeleitete „verbindliche synodale Weg“, die weiterhin noch schleppende Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, die neue Aktion „Maria 2.0“ sowie viele andere aktuelle Aktivitäten. Dem Sommer-Info liegt auch die Einladung zur nächsten KirchenVolksVersammlung „In Bewegung bleiben!!“ und 44. Bundesversammlung vom 18. bis 20. Oktober 2019 in Neustadt an der Weinstraße bei.  

 

> Wir sind Kirche-Sommer-Info mit Einladung zur nächsten KirchenVolksVersammlung und 44. Bundesversammlung

 

Im Anschreiben zum Wir sind Kirche-Sommer-Info heißt es u.a.: 

Wir sind Kirche, wir sind hier, gleichberechtigt. Amen!“ skandierten die mehr als 1.000 Frauen und Männer am 6. Juli in Münster. Die in diesem Frühjahr in Münster entstandene neue Initiative „Maria 2.0“ hat sehr schnell großen Zuspruch in ganz Deutschland und darüber hinaus erfahren. Aufbauend auf der langen Vorarbeit der KirchenVolksBewegung mit Argumenten, Bittbriefen und Mahnwachen hat „Maria 2.0“ mit ihrem Aufruf zum Kirchenstreik der Frauengerechtigkeit, dem zweiten Punkt des KirchenVolksBegehrens, eine erfreulich hohe Aufmerksamkeit verschafft. Wenn der Auszug vor allem der Frauen aus unserer Kirche nicht weiter zunehmen soll, braucht es ein massives Gegensteuern auf allen Ebenen!

 

Dies könnte einen Anfang genommen haben, als die „Gemeinsame Konferenz“ von Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken das Thema „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ als viertes Forum in den „Synodalen Weg“ aufgenommen hat, was auch Wir sind Kirche in einem Eilbrief an die Bischöfe gefordert hatte. Denn die Frage nach dem Umgang mit Macht in der Kirche kann nicht ohne die Frage nach der Rolle der Frauen angegangen werden – und zwar nicht nur in der Leitung, sondern auch bezüglich der Weihe. Wir sind Kirche warnt allerdings davor, zu viele Hoffnungen auf diesen „synodalen Weg“ zu setzen, solange nicht eindeutig geklärt ist, wer in welcher Weise am Zustandekommen der Beschlüsse beteiligt wird und welche Verbindlichkeit sie haben. Auf jeden Fall werden wir diesen neuen „Weg“ aufmerksam und kritisch begleiten.

 

Im 4-seitigen Wir sind Kirche-Sommer-Info heißt es u.a.:   

 

Der von den deutschen Bischöfen kurz vor Ende ihrer Frühjahrsvollversammlung in Lingen beschlossene „verbindliche synodale Weg“ ist wohl die einzige und vielleicht letzte Möglichkeit, die existenzielle Kirchenkrise in Deutschland zu überwinden. Dazu wird es aber erforderlich sein, dass sich die Bischöfe auf einen transparenten Dialog ohne Vorbedingungen und auf Augenhöhe mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, weiteren Mitgliedern des Kirchenvolks sowie Theologinnen und Theologen einlassen. Auch wenn nach derzeitigem Kirchenrecht zwar kein Bischof an die Ergebnisse eines solchen Prozesses gebunden ist: Der von den Bischöfen in Lingen einstimmig, aber mit vier Enthaltungen beschlossene „strukturierte Dialog“ darf nicht zu einer ähnlichen Farce werden wie der „Gesprächs­prozess“ der Jahre 2011 bis 2015.

 

Auch der unerwartete Brief von Papst Franziskus „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ kann und darf diesen „synodalen Weg“ nicht bremsen und eingrenzen. Denn auch Franziskus spricht von „Zeitenwende“ und von einer „Synodalität von unten nach oben“; erst danach komme die „Synodalität von oben nach unten“. Der „synodale Weg“ muss sehr bald zu konkreten und verbindlichen Beschlüssen führen, die auch Relevanz für die Weltkirche haben können. Denn die ganze römisch-katholische Weltkirche befindet sich in einer existenziellen Krise, die vom Missbrauchsskandal nicht ausgelöst ist, darin aber ihren Brennpunkt findet.
 

 

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Bischof Gebhard Fürst  sehr beeindruckt vom Betriebsbesuch im Klinikum Ludwigsburg /  „Tolle Arbeit“ trotz vieler offener Stellen

Pflegenotstand als großes Problem

 

 

(Ludwigsburg/drs) - In die Jahre gekommene Gebäudeteile aus den Siebzigern, eine aus den Nähten platzende Psychiatrie, zu wenig Personal auf vielen Stationen, Burnout bei Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern – auf der anderen Seite trotz aller Probleme eine hochwertige medizinische Versorgung, die allerdings immer schwieriger aufrechtzuerhalten ist. Beim Betriebsbesuch im Klinikum Ludwigsburg am heutigen Donnerstag gemeinsam mit Dr. Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese, hat sich Bischof Gebhard Fürst ein Bild von der Lage und vom Pflegenotstand verschafft, der nicht nur die 1.000-Betten-Klinik der Maximalversorgung in der Barockstadt betrifft. Trotz vieler offener Stellen, für die sich derzeit keine Bewerberinnen und Bewerber finden, leiste das Klinikum eine „tolle Arbeit“. Vor allem die Pflegekräfte seien in einem Beruf tätig, „der vielleicht mehr als andere der Menschlichkeit in unserer Gesellschaft dient“.

 

Das Ludwigsburger Krankenhaus gehört gemeinsam mit acht weiteren in Bietigheim-Bissingen,  Marbach, Markgröningen, Vaihingen/Enz, Mühlacker, Neuenbürg sowie Bretten und Bruchsal zum Verbund der RKH Kliniken mit insgesamt 7.700 Mitarbeitenden und 2.522 Planbetten. Allein in Ludwigsburg, dem größten Standort, werden pro Jahr rund 60.000 Patienten als Notfälle versorgt, das Klinikum verfügt über ein überregionales Traumazentrum und eine Schlaganfalleinheit sowie ein Zentrum für interdisziplinäre Notfallmedizin. Die interdisziplinäre Onkologie behandelt jährlich etwa 2.500 stationäre Tumorpatienten, in der Geburtshilfe kommen 2.300 Babies zur Welt, die Psychiatrie kümmert sich um etwa 1.800 Patienten.

 

Als derzeit größte Herausforderung bezeichnete Regionaldirektor Matthias Ziegler        im Gespräch mit dem Bischof „qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten und mit ihm unseren Versorgungsauftrag mit hohen medizinischen Standards zu erfüllen“. Pflegedirektorin Silvia Hooks berichtete von derzeit 17 im Pflegebereich nicht besetzten Personalstellen und 25 weiteren, die nur über Zeitarbeitsfirmen abgedeckt werden könnten. Betriebsrätin Nadja Schmidt weiß von „sehr, sehr vielen Überstunden auf den Normalstationen“ und stark zunehmenden Überlastungsanzeigen von Mitarbeitenden. Ab Herbst soll deshalb eine Gruppe von Krankenschwestern von den Philippinen die Personalnot wenigstens etwas lindern. Ähnlich sieht es in der Pflegeschule aus, wo es 40 offene Ausbildungsplätze gibt.

 

Ein vielversprechender Weg in die Zukunft könnte die in Ludwigsburg relativ neue Ausbildung in Teilzeit sein – die vor allem für Mütter mit nicht mehr ganz so kleinen Kindern eine gute Perspektive für den Wiedereinstieg ins Berufsleben bietet, oftmals nach einer ganz anderen Vorgeschichte. Tatiana Dukhno zum Beispiel war in ihrer Heimat Russland als Juristin tätig und hat sich nach der Familienphase in Deutschland völlig neu orientiert: „Ich wollte etwas Sinnvolles machen, mit Nähe zu den Menschen – das macht mir große Freude, auch wenn es oft anstrengend ist.“  Kurskollegin Natalia Rydz hat schon beim ersten Einsatz auf der Palliativ-Station gemerkt: „Das ist mein Ding!“ Und Sonja Susteric, gleichfalls stresserprobte Mama und Familienmanagerin, möchte auf keinen Fall in ihren früheren kaufmännischen Beruf zurück. Als Vorteil empfinden sie und die anderen Frauen aus dem zweiten Ausbildungsjahr, dass sie schon vom Alter her an einer anderen Stelle ihres Lebens stehen, als eine 17-Jährige nach der mittleren Reife.

 

Die katholische Klinikseelsorge mit Pfarrer Matthias Burr und den beiden Pastoralreferenten Regina Horch-Bögershausen und Edmund Zwaygardt kümmert sich gemeinsam mit zwei evangelischen Pfarrerinnen um das Heil der Patienten auf allen Stationen. Im „Raum der Stille“ im Foyer des Klinikums haben die beiden christlichen Kirchen gemeinsam mit der muslimischen Gemeinde eine Rückzugsinsel geschaffen, in der Patienten und Besucher zu Gott beten können, zu Allah oder einfach nur meditieren.

 

Besonders fordernd, so Pfarrer Burr, ist die Begleitung von  schwer krebskranken Patienten im Bereich der Palliativmedizin: „Wenn jemand gestorben ist, beschriften wir stets einen kleinen Stein mit seinem Namen und dem Sterbedatum und sprechen regelmäßig über ihn oder sie und halten so die Erinnerung wach – das ist ein gutes Ritual.“ Die Palliativstation 11A verfügt nur über neun Betten, der Personalschlüssel ist naturgemäß ein anderer als auf Normalstation. Dennoch bleibt auch für Oberarzt Dr. Matthias Ulmer stets zu wenig Zeit zum so wichtigen Gespräch mit den Patienten: „Ich habe drei Minuten für jeden bei der Visite – und zehn, um jemanden zu erklären, wie der weitere Weg aussieht, wenn die Chemotherapie nicht angeschlagen hat…“ Letztlich, so der Mediziner, müsse die Gesellschaft sich fragen lassen, was ihr eine gute Pflege wert ist. Das gehe nur mit stark veränderten Rahmenbedingungen, für welche die Politik endlich sorgen müsse.

 


Bistum Trier informiert über die Arbeit im Leitungsteam und im Rat der Pfarrei

Ehrenamtlich mitentscheiden und Verantwortung tragen

Foto: bt
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(Trier/Vallendar/Illingen/bt) – Die Pfarreien der Zukunft im Bistum Trier sollen künftig von Teams geleitet werden, die sich aus jeweils drei Hauptamtlichen und bis zu zwei ehrenamtlich Engagierten zusammensetzen. Gemeinsam mit dem Rat der Pfarrei, dem bis zu 22 Ehrenamtliche angehören können, tragen sie die Verantwortung für die pastorale Entwicklung in der Pfarrei, für das Personal und die Ressourcen. Unterstützt werden die Leitungsteams dabei von den Fachabteilungen des Bischöflichen Generalvikariates Trier.

 

Um einen Einblick in die Aufgaben und das Anforderungsprofil sowie in die generelle Arbeit der Leitungsteams und die Arbeit im Rat der Pfarrei zu bekommen, bietet das Bistum Trier in drei Informationsveranstaltungen an. Eingeladen sind alle interessierten Ehrenamtliche, die an der Umsetzung der Synode mitarbeiten möchten, das Rahmenleitbild der Pfarrei anerkennen, „mit Zuversicht und Offenheit Veränderungsprozesse gestalten und begleiten wollen“ und „aus einem emanzipierten Christsein heraus ihren Glauben bezeugen können“, schreibt Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg in seiner Einladung zu den Veranstaltungen.

 

Die Informationsveranstaltungen finden an folgenden Terminen statt:

 

am Freitag, 6. September, 15 bis 21 Uhr, im Forum Vinzenz Pallotti (Aula), Pallottistr. 3 in 56179 Vallendar;

 

am Freitag, 20. September, 15 bis 21 Uhr, im Kulturforum Illipse, Burgweg 4 in 66557 Illingen;

 

am Samstag, 21. September, 10 bis 16 Uhr in der ehemaligen Abteikirche Sankt Maximin, Maximinstr. 18 in 54292 Trier.

 

Um eine Anmeldung bis zum 23. August für Vallendar und bis zum 6. September für Illingen und Trier wird gebeten beim Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat, Mustorstr. 2, 54290 Trier, Tel.: 0651-7105-566 oder E-Mail: ehrenamt(at)bistum-trier.de.

 

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es unter www.ehrenamt.bistum-trier.de. Allgemeine Informationen zum Leitungsteam, dem Rat der Pfarrei und dem aktuellen Stand der Umsetzung der Synode sind unter www.bistum-trier.de/heraus-gerufen zu finden.

 


Aktion Dreikönigssingen 2020 wird in der Friedensstadt eröffnet

Osnabrück erwartet 3.000 Sternsinger

 

(Aachen/Düsseldorf/Osnabrück/kmw) - Rund 3.000 Sternsinger und ihre Begleiter werden am Samstag, 28. Dezember, in der Friedensstadt Osnabrück zur bundesweiten Eröffnung der 62. Aktion Dreikönigssingen erwartet. Ort und Thema der kommenden Aktion passen gut zusammen, denn rund um den Jahreswechsel wollen sich die Sternsinger besonders für den Frieden in aller Welt stark machen. „Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“, heißt dann das Leitwort der Sternsingeraktion.

 

 

 

Die Mädchen und Jungen werden zur Eröffnung vornehmlich aus allen Teilen des Bistums Osnabrück anreisen, doch auch zahlreiche Gäste aus den Nachbarbistümern und aus weiteren deutschen Diözesen werden beim Sternsingerauftakt 2020 erwartet. Die Diözese Osnabrück ist nach 2001 zum zweiten Mal Gastgeber einer bundesweiten Aktionseröffnung der Sternsinger, die jährlich wechselnd ein anderes Bistum ausrichtet.

 

 

 

Die Eröffnung beginnt um 10 Uhr mit Musik und einem Bühnenprogramm auf dem Domvorplatz. Anschließend gibt es für die Sternsinger ab 11.15 Uhr ein Mitmachprogramm im Theater, in der Domschule, der Ursulaschule, der Franz-von-Assisi-Schule und an weiteren Orten. Die Kinder und Jugendlichen werden dort unter anderem an Workshops zum Aktionsthema Frieden und zum Beispielland Libanon teilnehmen. Nach einem Mittagessen starten die Mädchen und Jungen um 14 Uhr auf dem Domvorplatz zu einem Sternsingerzug durch die Innenstadt. Um 15 Uhr beginnen im Dom, in der Herz-Jesu-Kirche, in der Kleinen Kirche und in der Marienkirche parallel vier Wortgottesdienste zur Aktionseröffnung. Im Dom feiert Bischof Franz-Josef Bode mit den Sternsingern den Eröffnungsgottesdienst zum Dreikönigssingen 2020.

 

 

 

Vorbereitet wird die Eröffnung in Osnabrück vom örtlichen Diözesanverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und vom Bistum Osnabrück. Ab Ende August können sich Sternsingergruppen unter der Webadresse www.bdkj-osnabrueck.de/sternsinger zur Veranstaltung anmelden.

 

 

 

Mehr als eine Milliarde Euro, mehr als 73.100 Projekte Bundesweite Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 73.100 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Weltweit fördert die Aktion Dreikönigssingen Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

 

 

 


Bischof Ackermann predigt bei Wallfahrt der Diözese St.-Dié zum Grab des Heiligen

Pierre Fourier als „Patron der Reform“

Nach dem Gottesdienst: Bischof Didier Berthet (Mitte links) und Bischof Dr. Stephan Ackermann (rechts daneben) . Foto: bt
Nach dem Gottesdienst: Bischof Didier Berthet (Mitte links) und Bischof Dr. Stephan Ackermann (rechts daneben) . Foto: bt

 

(Mattaincourt/Trier/jr/bt) – „In all den Veränderungen unserer Zeit in Politik, Gesellschaft und vor allem auch in unserer Kirche kann uns der heilige Pierre Fourier ein guter ‚Patron der Reform‘ sein.“ Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann am 7. Juli, dem 430. Jahrestag der Priesterweihe des Heiligen, im Gottesdienst im französischen Mattaincourt betont. Ackermann nahm zusammen mit mehreren Domgeistlichen auf Einladung von Bischof Didier Berthet bei der jährlich am ersten Sonntag im Juli stattfindenden Wallfahrt der Diözese St. Dié (Vogesen) zum Grab des heiligen Pierre Fourier teil. Die Delegation hatte auch Épinal besucht, wo sich der Bischofssitz von Bischof Berthet befindet. Berthet hatte Trier zu den Heilig-Rock-Tagen besucht.

 

Fourier war 1589 in Trier geweiht worden. Heute lebe das Gedächtnis von Fourier vor allem in der Kirche weiter, die bis heute den volkstümlichen Namen der Kongregation von Pierre Fourier und Alix Le Clerc trägt, der „Welschnonnen“-Kirche, erläuterte Ackermann in seiner Predigt. In der Gestalt des „bon père de Mattaincourt“, wie Pierre Fourier schon zu Lebzeiten genannt worden sei, und im Besuch der Trierer Delegation an seinem Grab „leuchtet so die starke Beziehung auf, die uns seit Jahrhunderten miteinander verbindet“, betonte der Trierer Bischof. Mehr als 1.400 Jahre waren das Bistum Trier und die Diözesen Lothringens eng verbunden. „Und Dank der europäischen Einigung finden diese Räume heute wieder näher zueinander. So soll dieser Wallfahrtstag heute hier in Mattaincourt auch ein Zeichen dafür sein, dass diese gemeinsamen Lebensräume, die die heutigen nationalen Grenzen überschreiten, auch eine Frucht des christlichen Glaubens und des kirchlichen Lebens waren und wieder stärker werden sollen.“

 

Mit Blick auf das Wallfahrtsmotto, den Glauben an Jesus Christus öffentlich zu bezeugen und ihn weiterzugeben an andere („Aujourd`hui transmets ta foi!“) nannte Ackermann drängende Fragen der Zeit: Wie geht es weiter mit unserem Europa? Wie geht es weiter mit unserer Erde? Wie geht es weiter mit unserer Kirche? Christen seien dazu berufen, diese anstehenden Veränderungen, „auch wenn sie uns zuerst einmal Angst machen, mitzugestalten, damit aus ihnen etwas Fruchtbares für die Menschen erwachsen kann, damit so ein Stück mehr des Reiches Gottes im Heute erfahrbar wird“. Der Bischof ermutigte dazu, sich vom Beispiel des Heiligen Pierre Fourier anziehen zu lassen, der ein „glaubhafter Zeuge und missionarischer Bote“ gewesen sei.  Er sei zeitlebens bereit gewesen, sich selbst vom Evangelium her verwandeln zu lassen: „Er war offen für Gottes verwandelndes Wort und konnte sich so immer wieder auf Neues einlassen, auch abenteuerliche Wege beschreiten, um die Botschaft vom Reich Gottes zu den Menschen zu bringen.“ Als Seelsorger habe er ganz konkret gesehen, „was nottut, was die Anforderungen des Reiches Gottes im Hier und Jetzt waren: Bildung für die Kinder und spirituelle und wirtschaftliche Hilfen für die Familien und die Armen“. Fourier habe um die „Dynamik des Reiches Gottes“ gewusst: „Er hatte das Vertrauen, dass die zarten Pflänzchen, die er säen konnte, in der Lage sind, wirklich etwas zu bewirken. Sie können diese Welt verwandeln.“ 

 

Die Predigt zum Nachlesen in deutsch / französisch.

 


80. Geburtstag Bischof Kräutler

„Bischof Erwin Kräutler: Ein wahrer Hirte seines Volkes“

 

Wir sind Kirche Österreich und Deutschland zum 80. Geburtstag des emeritierten Bischofs der Amazonas-Diözese Xingu (12. Juli 2019)

 

 

(München / Innsbruck/wsk) - Die österreichische Plattform Wir sind Kirche und die deutsche KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche würdigen den ehemaligen Bischof der Amazonas-Diözese Xingu anlässlich seines 80. Geburtstags als einen wahren Hirten seines Volkes, der ein Beispiel für viele andere Bischöfe sein könnte.

 

Erwin Kräutler wurde am 12. Juli 1939 in eine katholische Familie im Vorarlberger Rheintal im Westen Österreichs geboren, in der ein bodenständig gläubiges und den Bedürftigen zugewandtes Christentum gelebt wurde. Nach dem Theologiestudium folgte er als Missionar vom Kostbaren Blut seinem Onkel Erich Kräutler, Bischof am Xingu, in die Mission am Amazonas.

 

Als Bischof von Altamira leitete er von 1981 bis 2015 die riesige Amazonas-Diözese Xingu und war 17 Jahre lang Präsident des Indianermissionsrates CIMI. Unerschrocken und unter Lebensgefahr stellte sich Erwin Kräutler an die Seite der indigenen Bevölkerung im Kampf um ihr Recht und für die Erhaltung ihres Lebensraumes. 2010 erhielt er dafür den Alternativen Nobelpreis.

 

Auf oft monatelangen Bootsreisen zu den verstreuten Gemeinden seiner Riesendiözese erlebte Bischof Kräutler die Sorgen und Nöte der Menschen und ihr Bedürfnis nach geistlicher Begleitung hautnah. Seine Erfahrung, dass hauptsächlich Frauen diese Gemeinden leiten, die aber die ersehnte Eucharistie nach geltendem Kirchenrecht nicht feiern dürfen, brachte ihn dazu, Papst Franziskus „mutige Vorschläge“ für die kommende Pan-Amazonas-Synode zu unterbreiten.

 

Erwin Kräutler ist Mitglied des vorsynodalen Rates, der zusammen mit dem vatikanischen Synodensekretariat die Pan-Amazonas-Synode „Neue Wege für die Kirche und eine umfassende Ökologie“ vorbereitet. Das Gebiet erstreckt sich neben Brasilien auch auf Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela und die drei Guineas. Ökologisch ist es für das Weltklima von großer Bedeutung. Zuvor wirkte Kräutler als Mitautor an der Umweltenzyklika „Laudato si‘“ (2015) von Papst Franziskus mit.

 

Heimatverbunden, wie Bischof Kräutler zeitlebens blieb – mit den Menschen in Vorarlberg spricht er nach wie vor den heimatlichen Dialekt – ist er auch bei uns ein leuchtendes Beispiel eines mutigen, einfachen, gottverbundenen Bischofs geworden, der die Zeichen der Zeit erkennend zusammen mit den Menschen neue Wege in der Seelsorge beschreitet.

 

In einem ORF-Interview im Juni 2019 machte Erwin Kräutler klar, was er als katholischer Seelsorger unter der Überschrift „neue Wege“ versteht: Wenn die Eucharistie das Zentrum des christlichen Glaubens sei und in vielen Gemeinden die Eucharistie, wegen fehlender Priester sehr selten oder nicht mehr gefeiert werde, dann sei es an der Zeit, dieses Gesetz, dass nur zölibatäre Männer der Eucharistie vorstehen können, zu überdenken. „Es geht nicht um Zölibat, ja oder nein“, sondern um die Entkoppelung des Zölibats von der Eucharistiefeier. (vorarlberg.orf.at/radio/stories/3000452)

 


Malteser unterstützten „Hildesheimer Wallungen“ mit dem „KulTour“-Bus und im Sanitätsdienst

Vielfalt auf vier Rädern

Malteserin Nina Querfeld und ihr „KulTour“-Bus sorgen für Mobilität; Bildquelle: Schulze/Malteser
Malteserin Nina Querfeld und ihr „KulTour“-Bus sorgen für Mobilität; Bildquelle: Schulze/Malteser

(Hildesheim/mhd) - Diese Leckereien hätte es bei den „Hildesheimer Wallungen“ ohne die Malteser nicht gegeben: „Geschichten aus dem Picknickkorb“ servierte eine Gruppe von Behinderten im Rahmen eines inklusiven Theaterprojektes des TfN am Sonntagnachmittag, 7. Juli, im Hildesheimer Ehrlicherpark. Gefahren wurden sie vom „KulTour“-Bus der Malteser, der auch andere Behinderte zu den „Wallungen“ brachte.

 

Kultur ist für alle da, aber nicht für alle gleich gut zu erreichen. Mit einer körperlichen oder auch geistigen Beeinträchtigung kommt man nicht so leicht dorthin, wo die Musik – oder auch Theater und Ausstellungen – spielen. Seit 2017 bietet der „KulTour“-Bus der Malteser Abhilfe und fährt Menschen verschiedenster Beeinträchtigungen zu Kulturveranstaltungen in Stadt und Landkreis Hildesheim.

 

Das nutzten am Wochenende auch Shirley, Raffaela, Anja und andere aus verschiedenen Wohngruppen im Raum Hildesheim. Mit Theaterpädagogin Clara-Maria Scheim ließen sie die Besucher beim „Picknick im Park“ aus ihren Körben naschen und darüber nachdenken, was ihnen wichtig ist im Leben. Sind es Geld und Macht? Oder nicht doch eher das Lächeln eines Fremden, Freunde, Verwandte und eine schöne Blumenwiese?

 

Seit Mai hatte Clara-Maria Scheim mit ihren jungen Performancekünstlerinnen und -künstlern für den Auftritt im Ehrlicherpark geprobt, jeweils freitags von 17 bis 18.30 Uhr im Theater für Niedersachsen. Die acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer – zwei wohnen in Gruppen der „Lebenshilfe“, fünf bei der „Diakonie Himmelsthür“ und eine junge Dame kam privat mit Betreuung – haben dabei kein festes Stück eingeübt, sondern sich selbst und ihre Erfahrungen eingebracht. Damit bereicherten sie dann am Sonntag die „Hildesheimer Wallungen“ und trotzten mit ihrer Lebensfreude Wind und kühlen Temperaturen. „Das Projekt KulTour der Malteser hat unser inklusives Theaterprojekt überhaupt erst ermöglicht und war wahnsinnig hilfreich für uns“, freute sich Clara-Maria Scheim, die mit ihren 21 Jahren noch studiert, aber bereits über große Erfahrung im Bereich Theaterpädagogik verfügt.

 

Auch die Gruppe „Wilderers“ aus verschiedenen Wohngruppen der „Diakonie Himmelsthür“ wusste den Service der Malteser zu schätzen und ließ einige ihrer Künstlerinnen und Künstler mit dem KulTour-Bus zu den Wallungen bringen. Darüber hinaus verbrachten dank der Malteser auch einige Privatpersonen mit verschiedenen Einschränkungen schöne Stunden bei den Wallungen.

 

Kaum zu übersehen war schließlich der Sanitätsbus der Hildesheimer Malteser, der im Hintergrund für Notfälle oder Verletzungen aller Art bereitstand. Glücklicherweise wurde er weit seltener gebraucht als der KulTour-Bus des katholischen Hilfsdienstes.


Drei Frauen und zwei Männer treten ihren pastoralen Dienst an

Weihbischof beauftragt neue Gemeindereferenten

 

(v. links nach rechts) Julia Willers, Angelika Klug, Sonja Hergert, Johannes Haller und Alois Borho. Fotos: Gregor Moser

 

 

(Rottenburg/Kernen-Rommelshausen/drs) - Fünf Frauen und Männer werden am Samstag, 13. Juli, um 14.30 Uhr in einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche Herz-Jesu in Kernen-Rommelshausen im Remstal zu ihrem Dienst als Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten beauftragt. Den Gottesdienst hält Weihbischof Matthäus Karrer.

 

 

 

Voraussetzung für den Dienst als Gemeindereferentin und -referent ist ein Studium der Religionspädagogik oder der Praktischen Theologie an einer Hochschule (Mainz oder Eichstätt) oder an der Fachakademie für Pastoral und Religionspädagogik in Freiburg. Gemeindereferentinnen und -referenten werden vor allem eingesetzt im Religionsunterricht, in der Katechese, in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Familienseelsorge oder in der Seniorenarbeit. Sie begleiten Menschen in ihrer konkreten Lebens- und Glaubenssituation und engagieren sich in Verkündigung, Diakonie und Liturgie. Sie vernetzen Initiativen, gestalten Kirche und Gesellschaft vor Ort und begleiten ehrenamtliche Mitarbeiter. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind aktuell 327 Gemeindereferentinnen und -referenten beschäftigt, die meisten von ihnen in den Seelsorgeeinheiten. 55 von ihnen sind dabei jedoch auch ausschließlich im Schuldienst tätig.

 

 

 

Beauftragt als neue Gemeindereferenten werden:

 

Sonja Hergert für die Seelsorgeeinheit Remstaltor im Rems-Murr-Kreis. Die zweifache Mutter ist ausgebildete Krankenschwester und studierte an der Fachakademie für Pastoral- und Religionspädagogik, dem Freiburger Margarete Ruckmich Haus. Das Wohl der ihr anvertrauten Patienten habe ihr immer sehr am Herzen gelegen, sagt sie zu ihrer früheren Tätigkeit als Krankenschwester. Nach einer Krankheit, die sie selbst durchgemacht hat, sei sie heute froh darüber, wieder die Möglichkeit zu haben, für Menschen da zu sein. Ihr berufspraktisches Jahr leistete die 49-Jährige in der Seelsorgeeinheit Winnenden.

 

 

 

Julia Willers wird ihre Tätigkeit in der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Nordstern (Stadtdekanat Stuttgart) aufnehmen. Als Gemeindeassistentin war sie in der Seelsorgeeinheit Schwäbisch Gmünd (Dekanat Ostalb) tätig. Die 29-Jährige ist verheiratet und stammt aus Friedrichshafen. Ihr Studium der Religionspädagogik absolvierte sie an der Fachakademie für Pastoral- und Religionspädagogik in Freiburg, ihr berufspraktisches Jahr hatte sie in der Seelsorgeeinheit Friedrichshafen West (Dekanat Friedrichshafen) geleistet.

 

 

 

Angelika Klug wird ihre Tätigkeit als Gemeindereferentin künftig in den Stuttgarter Südgemeinden St. Antonius, St. Maria und St. Josef (alle Stadtdekanat Stuttgart) ausüben. Die 25-Jährige ist verheiratet und absolvierte eine Ausbildung als Verwaltungswirtin, bevor sie an der Fachakademie für Pastoral- und Religionspädagogik in Freiburg studierte. Ihr berufspraktisches Jahr leistete sie in der Seelsorgeeinheit Unterm Bernhardus (Dekanat Ostalb). Ihre Heimatgemeinde ist Seelsorgeeinheit 10: Guter Hirte - Kolumban in Wendlingen.

 

 

Alois Borho wird in der Seelsorgeeinheit Ravensburg Süd (Dekanat Allgäu Oberschwaben) seine Tätigkeit als Gemeindereferent antreten. Der gelernte Industriemechaniker stammt aus Salem im Bodenseekreis und studierte an der Katholischen Fachhochschule in Freiburg. Beruflich folgten Stationen als Jugendreferent sowie eine Tätigkeit im Verwaltungszentrum der Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen. Sein berufspraktisches Jahr absolvierte er in der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee (Dekanat Allgäu Oberschwaben).

 

 

 

Johannes Haller wird fortan als Gemeindereferent in der Seelsorgeeinheit Metzingen (Dekanat Reutlingen-Zwiefalten) tätig sein. Auf die Frage, was ihm im Rückblick auf seinen Werdegang besonders wichtig ist, sagt der 48-Jährige: „In meinem bisherigen Leben habe ich die Liebe und Barmherzigkeit Gottes immer wieder erfahren dürfen. Es lohnt sich, darauf zu vertrauen.“ Haller stammt aus Stockerau in der Erzdiözese Wien und vor seinem Studium an der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wiens absolvierte er eine Ausbildung zum Diplom-Ingenieur für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft. Sein berufspraktisches Jahr leistete er in der Seelsorgeeinheit Eichenberg (Dekanat Rottenburg).

 

 

 


Festgottesdienst und großes Choralblasen zum Abschluss des Landesposaunentages in Bruchsal

Mehr als 4000 Teilnehmende und Gäste

 

(Bruchsal/ekiba) - Mit einem Festgottesdienst im Schlossgarten und einem großen Choralblasen im Ehrenhof des Bruchsaler Schlosses ist am heutigen Sonntag (7.7.) der 29. Badische Landesposaunentag zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Lasst uns miteinander“ nahmen mehr als 4000 Bläserinnen und Bläser mit ihren Angehörigen aus ganz Baden und vielen Gästen an dem musikalischen Großereignis statt. Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hob im Gottesdienst die gemeinschaftsstiftende Kraft der Musik hervor, vor allem in einer Zeit gesellschaftlicher Abgrenzungen.

 

 

 

In seiner Predigt über das Lied „Damit aus Fremden Freunde werden“ des verstorbenen badischen Kirchenmusikers Rolf Schweizer erklärte der Landesbischof: „Menschen, die sich als Fremde begegnen, kommen miteinander in Bewegung und spüren: Wir gehören in der Einen Welt zusammen. So werden aus Fremden Freundinnen und Freunde, weil Gottes Liebe uns umfängt und bewegt, wie der Klang und der Rhythmus unserer Lieder.“ Solche Gemeinschaft sei nicht selbstverständlich; vielmehr werde gegenwärtig das, „was der andere denkt und tut, schnell als falsch oder Unsinn bezeichnet; nicht nur im Internet und in den sozialen Medien kommen Unverschämtheiten und Hass leichter über die Lippen, als Nachdenkliches, Versöhnliches und Verbindendes“, erklärte Cornelius-Bundschuh. Die Musik und der Glaube könnten dagegen helfen, sich mutig auf den Weg zu machen, um die Menschlichkeit zu stärken.

 

Fünf neue Posaunenchöre aus Baden wurden im Gottesdienst feierlich in die Badische Posaunenarbeit aufgenommen. Unter den Gästen war auch eine Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), u.a. aus Nordamerika, Nigeria und Tansania. Sie bereiten derzeit die Vollversammlung des ÖRK vor, die 2021 in Karlsruhe stattfinden wird.

 

Axel Wermke, Präsident der Landessynode (Ubstadt-Weiher) zeigte sich besonders erfreut über die gelungene Kooperation mit dem Bruchsaler Schlossfest beim großen Choralblasen: „Es ist schön, dass wir so ein starkes Stück Kirche in ein ganz weltliches Fest hineinbringen konnten.“ Wermke zeigte sich zuversichtlich, „dass sich dadurch auch jene Menschen von der Posaunenarbeit haben begeistern lassen, denen diese Musik und die damit verbundene kirchliche Kultur vielleicht fremd ist“. 

 

Die gesamte Bruchsaler Innenstadt mir ihren Plätzen, der Fußgängerzone und das fürstbischöfliche Barockschloss mit Park und Ehrenhof bildeten die Kulisse des Landesposaunentages. Auf dem Programm standen unter anderem die Bläsermusik zur Marktzeit, ein Familienfest am Samstagnachmittag, ein Markt der Möglichkeiten, eine Vielzahl von Konzerten sowie mehrere Workshops, zum Beispiel ein Schnupperkurs Alphorn.

 

 

 

Weitere Infos unter www.lpt.posaunenarbeit.de

 

 

 


Trauer um Andreas Schorlemmer

Andreas Schorlemmer kurz vor seinem 70. Geburtstag im Pfarrgarten in Groß Kiesow. Foto: PEK / Sebastian Kühl
Andreas Schorlemmer kurz vor seinem 70. Geburtstag im Pfarrgarten in Groß Kiesow. Foto: PEK / Sebastian Kühl

 

Andreas Schorlemmer hat die Notfallseelsorge in Mecklenburg-Vorpommern mit aufgebaut und war über Jahrzehnte Gemeindepastor in Groß Kiesow. Im Alter von 70 Jahren ist er am Donnerstag, 4. Juli, gestorben.

 

 

 

(Groß Kiesow/sk) - Andreas Schorlemmer hat die Notfallseelsorge in Mecklenburg-Vorpommern mit aufgebaut und war über Jahrzehnte Gemeindepastor in Groß Kiesow. Am Donnerstag, 4. Juli, ist er im Alter von 70 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Mit Trauer und großer Anteilnahme reagierten die Pröpstin und Pröpste des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises, Helga Ruch, Gerd Panknin und Andreas Haerter, auf die Nachricht vom Tod Andreas Schorlemmers. „Über viele Jahre hat Andreas Schorlemmer Menschen in ihren schwersten Augenblicken begleitet, ihnen Trost und Halt vermittelt, den Segen Gottes und seine Verheißungen zugesprochen“, so die Pröpstin und Pröpste. „Mit ganzer Kraft, Hingabe und Leidenschaft hatte sich Andreas Schorlemmer der Notfallseelsorge verschrieben. Sein Einsatz, seine Stimme, seine Ideen werden uns fehlen. Sein Tod ist ein großer Verlust für die christliche Gemeinschaft und die Gesellschaft. Wir schließen seine Familie in unsere Gebete ein.“

 


Wir sind Kirche-Eilbrief an Bischöfe zum Synodalen Weg

(München/wsk) - Anlässlich der heute (5. Juli 2019) in Bonn tagenden Gemeinsamen Konferenz von Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hat die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche den folgenden Eilbrief an die deutschen Bischöfe übermittelt und den ZdK-Mitgliedern zur Kenntnis gegeben:

 

 

Liebe Brüder im bischöflichen Dienst,
als kirchliche Reformgruppe verstehen wir uns als Sprachrohr all der Christen und Christinnen, denen die Kirche weiterhin sehr am Herzen liegt. Die Zeiten für unsere Kirche sind rau geworden, die existenzielle Kirchenkrise spüren wir alle. Einige Bischöfe wollen das freilich nicht wahrhaben und stemmen sich immer noch gegen jede Veränderung in der Kirche, als wäre ein „Weiter so“ die Lösung, die tiefgreifende Krise zu meistern – sie irren sich.

 

Nach den schockierenden Ergebnissen der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) hat sich die Bischofskonferenz in Lingen in letzter Minute einstimmig für einen verbindlichen synodalen Weg ausgesprochen. Diesen Kurs sollten Sie – gegen die vier Enthaltungen und gegen alle Widerstände in den eigenen Reihen – unbedingt weitergehen. Denn sonst verspielen Sie die wohl letzte Möglichkeit, der Kirche in Deutschland eine relevante Zukunft zu geben.

 

Der gemeinsame Weg mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, externen Expert*innen und anderen Reformkräften muss am Ende zu konkreten und verbindlichen Beschlüssen führen, die auch Relevanz für die Weltkirche haben könnten. Denn die ganze römisch-katholische Weltkirche befindet sich in einer existenziellen Krise, die vom Missbrauchsskandal nicht ausgelöst ist, darin aber ihren Brennpunkt findet.

 

Nach den lange verweigerten Reformen und erst recht nach der jahrzehntelang vertuschten sexualisierten Gewalt innerhalb der eigenen Kirche sind grundlegende Reformen unabdingbar. Die auch von Ihnen formulierte Frage nach dem Umgang mit Macht in der Kirche kann u.E. nicht ohne die Frage nach der Rolle der Frauen in der Kirche angegangen werden, und zwar nicht nur in der Leitung, sondern auch bezüglich der Weihe.

 

Seien Sie mutig! Der Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland ermuntert in dieser Zeitenwende uns alle zur Suche nach einer freimütigen Antwort auf die gegenwärtige Situation. Beherzigen Sie das Pauluswort: „Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude; denn im Glauben seid ihr fest verwurzelt“ (2 Kor 1,24)!

 


Zum Dienst des Priesters in der Pfarrei der Zukunft

„Plattform P“ überreicht Bischof Ackermann Positionspapier

  Die "Plattform P" bei einem ihrer Treffen (Archivfoto)
Die "Plattform P" bei einem ihrer Treffen (Archivfoto)

 

(Trier/bt) - Die „Plattform P“, ein Zusammenschluss von Priestern in Bistum Trier, hat bei einem Treffen Ende Juni ein Papier zum „Dienst des Priesters in der Pfarrei der Zukunft“ verabschiedet und es Bischof Dr. Stephan Ackermann übergeben. Das Positionspapier „will den zukünftigen Dienst der Priester in der Seelsorge umreißen und Orientierung bieten“, erläutert Pfarrer Dr. Michael Bollig (Trier), der zur Redaktionsgruppe gehört. Das Papier sei das erste Ergebnis eines längeren Diskussionsprozesses und mache deutlich, was viele Priester in der aktuellen Phase der Synodenumsetzung bewege und was ihnen wichtig sei. Es gehe darum, „Eckpunkte der priesterlichen Existenz in der Seelsorge der Pfarrei der Zukunft“ zu definieren, diese aber weit zu fassen.

 

In der Einleitung des Papiers heißt es, die Umsetzung der Synode im Bistum Trier bringe „große Veränderungen für alle pastoralen Dienste“. Da die überwiegende Zahl der Priester nicht in den Leitungsteams arbeite, beziehe sich der Dienst dieser Priester zukünftig verstärkt auf den Bereich der Verkündigung und der Heiligung. Leitungsvollmacht bedeute dann „geistliche Führung und gewinnt von dort her eine neue Dimension, die es tiefer zu entdecken und breiter zu entwickeln gilt“. Die Plattform P sieht daher Konsequenzen für den priesterlichen Dienst und die priesterliche Lebensform.

 

So wirbt das Papier dafür, den Dienst durch geregelte Zuständigkeiten für Orte, Einsatzfelder und Verantwortungsbereiche in Kooperation mit den Haupt- und Ehrenamtlichen vor Ort festzulegen, damit eine geistliche und menschliche Beheimatung möglich sei. Besondere Aufmerksamkeit solle dabei auf der missionarischen und diakonischen Kirchenentwicklung und der Perspektive der Vernetzung des Arbeitens vor Ort und mit der ganzen Pfarrei der Zukunft liegen. Als weiteren Punkt nennen die Priester ihren kompetenzorientierten Einsatz. Der Schwerpunkt des priesterlichen Dienstes liege in der Verdeutlichung des Wirkens Gottes im Leben von Menschen, sowohl in der Kirche als auch in der Welt. So soll einerseits der Priester bereit sein, durch Exerzitien oder Fortbildungen seine Kompetenzen und Begabungen zu vertiefen; andererseits soll die Bistumsleitung die Persönlichkeit der Einzelnen respektieren und fördern. Der Blick auf die priesterliche Lebensform ist das dritte Anliegen, das in dem Papier zur Sprache kommt. Es brauche „eine starke Vernetzung und gegenseitige Unterstützung der Priester“. In der Pfarrei der Zukunft sollen sich Formen der geistlichen Gemeinschaft (via communis) und des Zusammenlebens (vita communis) entwickeln können. Es brauche regionale und überregionale Austauschforen sowie eine regelmäßige Kommunikation auf Bistumsebene, besonders zwischen dem Bischof und den Priestern.

 

Alle Priester im Bistum haben das Papier erhalten; es soll weiter als Diskussionsgrundlage dienen. „Ich denke, dass das Papier für alle Gruppen im Klerus einen ‚gemeinsamen Nenner‘ anbietet“, sagt Bollig. Das Wort von der „Einheit in Vielfalt“ gelte gerade auch für das Presbyterium (Gemeinschaft der Priester in einem Bistum). Sie sei „ein Schatz“ betont der Trierer Pfarrer, und es gehe keineswegs darum, „Gleichheit oder Gleichförmigkeit“ herzustellen. „Wir wollen nicht den einen nach-synodalen Priestertypus“, sagt er. Das Anliegen der Plattform P sei es vielmehr, dass die Priester wieder näher zusammenkommen und als Beitrag zu einer gelingenden Synodenumsetzung miteinander um ihre verschiedenen Positionen ringen. Bischof Ackermann, der an dem Treffen teilgenommen hatte, hat das Papier entgegengenommen und will es in die weiteren Beratungen zur Synodenumsetzung einbringen. Das Positionspapier gebe wichtige Hinweise und sei „hilfreich, weil es Perspektiven und Anregungen für die Ausgestaltung des priesterlichen Dienstes“ anbiete.

 

Das Papier ist hier im Volltext verfügbar.

 


Hans Georg Schmolke wechselt von Stuttgart ins Kloster Ave Maria

Neuer Seelsorger für beliebte Marienwallfahrt

Hans Georg Schmolke übernimmt die Wallfahrtsseelsorge in der zwischen 1716 und 1718 erbauten Kirche Ave Maria mit ihrem beeindruckenden Hochaltar. Bild: G. Moser
Hans Georg Schmolke übernimmt die Wallfahrtsseelsorge in der zwischen 1716 und 1718 erbauten Kirche Ave Maria mit ihrem beeindruckenden Hochaltar. Bild: G. Moser

 

(Deggingen/gm) - Für den Marienwallfahrtsort „Ave Maria“ oberhalb von Deggingen im Kreis Göppingen, einem der beliebtesten Wallfahrtsorte der Diözese Rottenburg-Stuttgart, gibt es nach dem Weggang der Kapuziner-Patres im vergangenen Oktober einen neuen Seelsorger. Hans Georg Schmolke, der zuletzt zehn Jahre als Pfarrer in der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Ost wirkte, tritt dort seinen Dienst an.  Am Samstag führt ihn Weihbischof Thomas Maria Renz mit einem Gottesdienst in sein Amt ein.

 

 

 

Der Wallfahrtsort „Ave Maria“ schmiegt sich, malerisch gelegen, in das Waldgebiet oberhalb von Deggingen im Filstal. Nur wenige Tage nach seinem Umzug dorthin sagt Pfarrer Schmolke: „Es ist erstaunlich, wie viele Menschen von diesem Ort angezogen werden.“ An seinem ersten Samstag sei so schon frühmorgens die erste Pilgergruppe eingetroffen, die, begleitet von einer Blasmusikkapelle, zur Wallfahrtskirche kam. „Nachmittags folgten zwei Hochzeiten und die Feier einer silbernen Hochzeit.“ Dabei erfuhr Pfarrer Schmolke schon in Stuttgart, wie beliebt der Ort gerade bei Brautpaaren ist. Nachdem bekannt geworden war, dass er die Landeshauptstadt in Richtung Ave Maria verlassen würde, hätten ihm so viele Stuttgarter berichtet, dass sie einst in Ave Maria das Jawort gaben, erinnert sich der Pfarrer.

 

 

 

Dabei ist es nicht allein die Wallfahrtskirche mit ihrem eindrucksvollen Hochaltar, der die Menschen seit langer Zeit zum Albaufstieg bei Deggingen zieht; es ist die Spiritualität, die von dem ganzen Ort ausgeht. Entlang eines Waldwegs, der den Hang hinter dem Kloster hinaufführt, stoßen die Besucher so auf einen Stationenweg, der zur Besinnung einlädt;  es gibt eine Lourdesgrotte und vorbei an einem Bachlauf gelangen die Besucher zu den Fundamenten einer romanischen Kapelle, die um das Jahr 1000 bei einer Wasserquelle errichtet wurde. Noch heute findet sich dort eine Kapelle und die Quelle, die schon in vorchristlicher Zeit von den Alemannen verehrt wurde, sagt Pfarrer Schmolke. Sie versorge das Kloster noch immer mit Wasser. Bekannt ist Ave Maria dabei auch für seine Motorradfahrer-Wallfahrt, die jährlich stattfindet. Berthold Bosch aus Mengen im Kreis Sigmaringen, der vor wenigen Tagen zusammen mit Familienangehörigen den Wallfahrtsort besuchte, beschreibt es so: „Die Schönheit der Kirche, die Aussicht und die Schönheit der Natur. Hier passt einfach alles zusammen.“

 

 

 

Weihbischof Renz, der im Vorjahr die Kapuziner aus Ave Maria verabschiedete, ist glücklich über die Neubesetzung. Mit dem 65-jährigen Schmolke sei eine „sehr gute Übergangslösung“ gefunden worden. So sei der Dienst des Pfarrers in Ave Maria bis zu dessen Ruhestand auf fünf Jahre angedacht und dies erlaube es, in aller Ruhe nach einer dauerhaften Lösung für den Wallfahrtsort zu suchen, an dem das pastorale und liturgische Angebot auch in Zukunft erhalten bleiben soll. Schmolke sei durch seine frühere Tätigkeit als Krankenhausseelsorger zudem sehr versiert in der Seelsorge, was ihm in der Begegnung mit Wallfahrern, die das Gespräch mit einem Geistlichen suchten, sehr zugute kommen wird, freut sich der Weihbischof.  

 

 

 

Hinweis:

 

Der Einführungsgottesdienst für Pfarrer Hans Georg Schmolke mit Weihbischof Thomas Maria Renz beginnt am Samstag, 6. Juni, um 18 Uhr in Ave Maria.




20. Süddeutsche Hospiztage in Bad Herrenalb

Hospizarbeit als Vorbild für eine sorgende Gesellschaft

 

(Bad Herrenalb/ekiba) - Repräsentanten aus Politik und Kirche haben die Hospizarbeit als Vorbild einer Gesellschaft gewürdigt, bei der die Sorge für andere Menschen im Mittelpunkt steht. Dies erklärten Staatssekretärin Barbara Mielich sowie die beiden Bischöfe Jochen Cornelius-Bundschuh und Stephan Burger im Rahmen der 20. Süddeutschen Hospiztage am gestrigen Mittwoch (3.7.) in Bad Herrenalb (Landkreis Calw). Sie zeigten sich erfreut über die bundesweit 650. 000 Ehrenamtlichen, die Schwerstkranke und Sterbende im Hospiz, in der Klinik, zu Hause oder in der Nachbarschaft begleiten.

 

„Diesen Menschen trauen wir viel zu“, erklärte Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe). Zugleich stehe die Begleitung von Sterbenden jedem Nützlichkeitsdenken entgegen. „Die Ehrenamtlichen engagieren sich nicht um eines bestimmten Zweckes willen, sondern helfen anderen Menschen, weil sie selbst Menschen sind“, sagte der evangelische Landesbischof. Zugleich äußerte er Zweifel an einer ausgefeilten Planbarkeit des Sterbens; dieses sei vielmehr ein „vielschichtiger Prozess, auch zwischen Mensch und Gott“. Für Erzbischof Stephan Burger (Freiburg) zeige sich der christliche Glaube auch in der Hoffnung, „dass es jemanden gibt, der aus dem Bruchstückhaften, was wir hinterlassen, etwas Ganzes macht“. Zentral für den Umgang mit Schwerstkranken und Sterbenden sei es, die Menschen so zu begleiten, „dass sie auch in der Extremsituation das Leben als wertvoll erleben“, erklärte der katholische Erzbischof.

 

Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration (Stuttgart) plädierte für eine Stärkung der „sorgenden Gemeinschaft“ in den Städten und Gemeinden. Hierbei könnte die Politik mit Quartierskonzepten helfen und dadurch einen „lebendigen Sozialraum“ schaffen, in denen Menschen in Eigeninitiative gezielt Verantwortung füreinander übernehmen.

 

Die ehemalige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands, Birgit Weihrauch (Köln), bezeichnete die Geschichte der Hospizarbeit als innovative „Bürgerbewegung“, die den gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod deutlich verändert und zu einer „Enttabuisierung des Sterbens“ beigetragen habe. Für die Ärztin und frühere Gesundheitspolitikerin hat die Hospizbewegung deutlich gemacht, dass für ein würdevolles Sterben neben der medizinischen Versorgung; das „Dasein und Zuhören“ im Sinne der „schieren Gegenwart“ von zentraler Bedeutung sei. Zugleich hänge das würdevolle Sterben immer auch von den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ab. „Dann darf sich zum Beispiel die Lokalpolitik nicht nur um schöne Freizeitangebote kümmern, sondern sie muss auch Bedingungen vor Ort schaffen, dass Menschen in Würde sterben können“.

 

Veranstalter der jährlich stattfindenden Hospiztage sind in diesem Jahr die Evangelische Akademie Baden, das Diakonische Werk Baden e. V., der Hospiz- und Palliativverband Baden-Württemberg e. V., der Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg e. V. und die Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg.


Sarkophag-Deckel im Alten Dom St. Johannis ist wieder geschlossen

Der Tote darf wieder ruhen

 

(Mainz/jd) -. Der Tote im Sarkophag im Alten Dom St. Johannis darf wieder ruhen. Anfang der Woche wurde der Deckel des Steinsargs geschlossen. Im Juni öffnete ein Forscherteam den 1000 Jahre alten Sarkophag. Vermutet wurde, dass es sich um das Grab des Mainzer Erzbischof Erkanbald (Amtszeit 911 bis 921) handelt. Zwar wurden in dem Grab menschliche Überreste gefunden, doch diese Annahme ist nach wie vor offen. Bisher wurde bekannt, dass der Tote ein Kleriker und mindestens 175 cm groß war. „Wir haben alle notwendigen Proben aus dem Sarkophag entnommen, daher kann der Deckel nun wieder geschlossen werden.“, erklärt Guido Faccani, wissenschaftlicher Forschungsleiter in St. Johannis, „Weitere Untersuchungen würden kaum Erkenntnisgewinn bedeuten und zu viel zerstören.“

 

Faccani betont noch einmal die gute Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen. Neben dem hauseigenen Team aus Archäologen und einer Anthropologin des Freies Institut für Bauforschung und Dokumentation e.V. aus Marburg (IBD) waren Mitarbeiter der Uni Zürich und der Abegg-Stiftung aus Riggisberg wie auch Steinmetze der Mainzer Dombauhütte und Mitarbeiter des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz (RGZM) an der Öffnung und Untersuchung des Sarkophags beteiligt. Die Dombauhütte brauchte ihr Know-How bei der Hebung und Schließung des 700 Kilo schweren Sarkophag-Deckels ein. Das Team des RGZM bestimmte Metall-, Stoff und Lederstücke. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) unterstützte die Forschung durch das Ausleihen von Metalldetektoren.

 

Rückblickend zeigt sich Faccani äußerst zufrieden mit dem Ablauf der Sarkophag-Öffnung. „Wir standen an diesem Tag alle unter Hochspannung. Doch es war ein perfektes Zusammenspiel der verschiedenen Institutionen und Fachexperten“, resümiert der Archäologe, „Vom Gerüstbauer, über die Medienübertragung bis hin zu den Archäologen, Restauratoren und Röntgenexperten – alle haben Hand in Hand gearbeitet und einen hervorragenden Job gemacht.“ Es habe eine breite Unterstützung von allen Institutionen gegeben. Das RGZM zum Beispiel habe dafür einige Mitarbeiter unentgeltlich bereitgestellt. Untersuchungen, wie die C14 Probe, würden kostenfrei durchgeführt.

 

Von der Forschungsspende des katholischen Bistums in Höhe von 100.000 Euro ist dadurch Geld übrig geblieben. Dieses wird nun verwendet, um Befunde zu veröffentlichen und nächstes Jahr ein internationales Fachkolloquium in Mainz zu organisieren. „Es ist unsere Pflicht, die Öffnung und Inhalte eines solch alten Sarkophags nach besten Standards zu dokumentieren und zu veröffentlichen. Die Fachwelt dürfte auf die Ergebnisse gespannt sein.“, erklärt Faccani.

 

Die Analysen zu Sterbezeitpunkt, DNA, Stoffen, organischen Materialien sowie Metallen sind in Arbeit und werden noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Mit dem Dom- und Diözesanmuseum ist eine Zusammenarbeit in Bezug auf das Grab von Erzbischof Aribo, dem Nachfolger von Erkanbald, anvisiert. Diese Nachforschungen sind weitere Puzzlestücke bei der Identifizierung des Toten. Mit den vorläufigen Schlussergebnissen ist Anfang August zu rechnen.

 

In der vergangenen Woche kehrte wieder etwas Normalität im Alten Dom St. Johannis ein. Die Baumaßnahmen mit der baubegleitenden Archäologie gehen ihren gewohnten Gang. Die für die Sarkophag-Öffnung erstelle Plattform im Mittelschiff wird zurück gebaut, die statische Sicherung zum Abschluss gebracht sowie eine neue Beleuchtung und eine Tonanlage im Westchor eingebaut.

 


Lebensberatung Merzig gibt Jahresbericht 2018

Hilfe beim Verlust eines geliebten Menschen

Foto: bt
Foto: bt

 

 

 

(Merzig/bt) – 1164 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im letzten Jahr die Lebensberatung des Bistums Trier in Merzig aufgesucht. Das waren über 100 Personen mehr als noch im Jahr 2017. Zusätzlich nahmen 111 Erwachsene, Kinder und Jugendliche an weiteren Angeboten der Lebensberatung wie Elternkursen, offenen Sprechstunden oder Weiterbildungen teil. Das geht aus der aktuellen Statistik der Lebensberatung Merzig für das Jahr 2018 hervor.

 

Im Blickpunkt des Jahresberichts steht die Trauerbewältigung. „Trauernde pendeln nach unserer Erfahrung zwischen der Realisierung des Unfassbaren und dem Versuch, eine innere Beziehung zu dem Verstorbenen aufzubauen“, sagte Renato Barachino, Diplom-Psychologe in der Lebensberatung Merzig. „Wir begleiten diesen Pendelprozess mit unterschiedlichen therapeutischen Methoden.“ Die Trauernden werden zum Beispiel dazu ermuntert, sich einen Ort zu suchen, an dem sie sich sicher fühlen und sich zurückziehen können, um den Verlustschmerz zuzulassen. Zudem werden die Betroffenen ermutigt, Abschiedsrituale zu finden oder Rituale, um die eigenen Trauergefühle zuzulassen, die als stabilisierendes Element dienen können.

 

Neben Trauer kamen die Menschen, die die Lebensberatung in Merzig 2018 aufgesucht hatten, aus unterschiedlichen Gründen; bei Kindern und Jugendlichen waren die wichtigsten Themen Trennung oder Scheidung der Eltern, Partnerschaftskonflikte, Eltern-Kind-Konflikte oder Überlastung und Erschöpfung. Etwas weniger als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen leben nicht in ihrer Ursprungsfamilie. Erwachsene, die in die Lebensberatung kamen, hatten am häufigsten Probleme mit einer dysfunktionalen Interaktion oder Kommunikation, mit Umgangs- oder Sorgerechtsstreitigkeiten oder mit kritischen Lebensereignissen sowie Verlusterlebnissen. Die Beratungsdauer betrug bei rund 43 Prozent der Fälle bis zu drei Stunden, etwa 38 Prozent zwischen vier und zehn, und nur etwa ein Fünftel benötigte mehr als 10 Stunden.

 

Ergänzend zu denen, die in die Beratungsstelle kamen, haben 11 Kinder und Jugendliche sowie 4 Erwachsene das Angebot der Online-Beratung im Bistum Trier genutzt.

 

Die Arbeit der Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums Trier kostete im vergangenen Jahr rund 340.000 Euro, finanziert zu 44 Prozent durch den Landkreis Merzig-Wadern und zu 56 Prozent durch das Bistum Trier. Für Ratsuchende ist das Angebot kostenfrei.

 

Die Lebensberatung Merzig befindet sich in der Trierer Straße 20, Telefon 06861-2549 oder 74847

 


Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats: Zuschuss für Filmreihe „Starke Stücke“ / Förderantrag für Tourismusprojekt am Greifswalder Dom wird unterstützt / Anträge an Kirchlichen Entwicklungsdienst befürwortet

Großes Kino in der Kirche

 

(Demmin/sk) - Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) unterstützt wie in den vergangenen Jahren die Veranstaltungsreihe „Starke Stücke. Berührt und diskutiert“ mit 2.000 Euro aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“. Diesen Beschluss fasste das Gremium in seiner jüngsten Sitzung, die auf Einladung des KKR-Vorsitzenden Propst Gerd Panknin in dessen Zuhause in Demmin stattfand. Die Pressestelle des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Mecklenburg ist in Kooperation mit mehreren Partnern – darunter der Pommersche Evangelische Kirchenkreis – Veranstalter dieser Filmabende, die vor allem im ländlichen Raum in alten Dorfkirchen stattfinden. Die erfolgreiche Reihe läuft bereits im achten Jahr. „Starke Stücke. Berührt und diskutiert“, sei ein begeisterndes Projekt, das in dünnbesiedelten Gegenden die Kirchen fülle und die Menschen miteinander ins Gespräch bringe, so der KKR. Ohne Eintritt, lediglich auf freiwilliger Spendenbasis hole diese Filmreihe anspruchsvolles Kino aufs Land. Viele Kirchengemeinden des PEK, wie Franzburg und Richtenberg, Gnevkow, Groß Bisdorf, Alt Pansow, Semlow oder Züssow, haben mit diesem Projekt bereits hervorragende Erfahrungen gesammelt, an die weiterhin angeknüpft werde. Weitere Informationen sind im Internet unter http://www.kirche-mv.de/Filmreihe-Starke-Stuecke.starkestuecke.0.html zu finden.

 

Tourismus-Projekt als wichtiger Bestandteil der Gemeindearbeit 

Die Kirchengemeinde St. Nikolai Greifswald möchte ein Projekt im Bereich „Kirche und Tourismus“, das unter dem Titel „Stadtklösterliches Angebot im Dom St. Nikolai Greifswald“ bereits seit fünf Jahren erfolgreich ist, fortsetzen. Die vielfältigen Angebote im Rahmen des Projekts richten sich an Touristen und Einheimische und umfassen verlässliche Beratungsangebote verbunden mit regelmäßigen Spiritualitätsübungen. Für die Finanzierung der Fortsetzung möchte die Kirchengemeinde erneut einen Antrag an den Fonds „Kirche und Tourismus“ der Nordkirche stellen. Der Kirchenkreisrat beschloss, diesen Antrag der Kirchengemeinde zu unterstützen. Das Projekt sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Arbeit in der Kirchengemeinde geworden, so das Gremium. Außerdem sei es wichtiger Partner und eine Säule der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“.  

 

 

 

Anträge an den Kirchlichen Entwicklungsdienst 

Dem Kirchenkreisrat lag die Bitte des Synodalausschusses Ökumene vor, zwei Förderanträge an den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche (KED) zu befürworten. Die Anträge beziehen sich auf die Projekte „Dysselsdorp“ (Südafrika) und „Kiomboi“ (Tansania). Im ersten Förderantrag geht es um einen Kindergarten für 60 Kinder, der in der lutherischen Kirche in Dysselsdorp sein Domizil hat. Die Einrichtung ist für die Kommune, die ein sozialer Brennpunkt ist, sehr wichtig. Der Kindergarten Dysselsdorp wurde bereits unterstützt und konnte so einen Großteil der Einrichtung anschaffen.  Nun sollen noch angemessene Sanitäranlagen eingebaut werden. Der zweite Antrag bezieht sich auf die Ausbildungseinrichtung der Zentraldiözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania, Partnerkirche des PEK, die seit Jahren vom Kirchenkreis unterstützt wird. Die technische Ausstattung der Einrichtung ist stark veraltet. Es werden dringend Computer und Kopierer benötigt. Für die genannten Vorhaben sollen für „Dysselsdorp“ 2.100 Euro und für „Kiomboi“ 2.472 Euro beim KED beantragt werden. Der KKR beschloss, die Antragsstellung für beide Projekte zu befürworten.

 

 

Sitzung beim Demminer Propst

Üblicherweise ist der Sitzungsort des KKR das „Haus der Stille“ in Weitenhagen. In der letzten Sitzung vor der Sommerpause war der Kirchenkreisrat jedoch Gast im Zuhause von Gerd Panknin, Propst der Propstei Demmin im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und Vorsitzender des Kirchenkreisrats. Gerd Panknin hatte das Gremium zu der Sitzung mit einem anschließenden gemeinsamen Essen eingeladen. Der Propst dankte den Mitgliedern des Kirchenkreisrats für ihr großes Engagement im zurückliegenden Halbjahr. „Der Kirchenkreisrat ist die Vertretung des gesamten Kirchenkreises, von der Nordspitze Rügens bis an die Oder und hat einen ganzheitlichen Blick auf das Geschehen. Und das ist in den zurückliegenden Sitzungen auch immer wieder deutlich geworden“, so Gerd Panknin.

 

 

Weitere Themen und nächster Sitzungstermin

Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit Grundstücks- und Finanzfragen, mit Sanierungs- und Bauvorhaben, mit Personalfragen, mit der Dienstvereinbarung Gesundheitsfürsorge und -förderung der Mitarbeitenden sowie mit Fragen des Arbeits- und Kirchenrechts.

 

Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 3. September 2019 statt.

 

 

Stichwort Kirchenkreisrat

Der Kirchenkreisrat vertritt den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis in allen Angelegenheiten. Er führt die Aufsicht über die 153 Kirchengemeinden und ihre Verbände sowie über die Dienste und Werke und erteilt die erforderlichen Genehmigungen. Das Gremium besteht aus 13 Mitgliedern. Ihm gehören die Pröpstin und Pröpste der drei Propsteien des Kirchenkreises, Pröpstin Helga Ruch (Stralsund), Propst Gerd Panknin (Demmin) und Propst Andreas Haerter (Pasewalk), als geborene Mitglieder an. Die weiteren zehn Mitglieder wurden von der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gewählt: Sylvia Giesecke, Raik Harder, Dr. Gerd Albrecht, Wolfgang Banditt, Reinhard Kurowski, Beate von Randow, Dr. Gerrit Marx, Angelika Beyer, Pastor Dr. Ulf Harder und Johanna Hertzsch. Vorsitzender des Kirchenkreisrates ist Propst Gerd Panknin. Der Kirchenkreisrat bereitet die Entscheidungen der Kirchenkreissynode vor, bringt Vorlagen ein und führt die Beschlüsse aus. Er bringt den Haushalt ein und ist für die Durchführung verantwortlich. Er berät Pröpstin und Pröpste, beruft die Pastorinnen und Pastoren in die Pfarrstellen des Kirchenkreises und führt die Aufsicht über die Kirchenkreisverwaltung. Der Kirchenkreisrat im Internet: http://www.kirche-mv.de/Kirchenkreisrat.565.0.html

 

 

 


„Wenn wir für eine Sache brennen, können wir andere begeistern“

Fühlt sich in seiner Gemeinde längst zuhause: Pastor Andy Hoth vor der St. Bartholomäus Kirche in Damgarten. Foto: PEK / Sebastian Kühl
Fühlt sich in seiner Gemeinde längst zuhause: Pastor Andy Hoth vor der St. Bartholomäus Kirche in Damgarten. Foto: PEK / Sebastian Kühl

 

Andy Hoth ist seit dem Frühjahr Pastor in Damgarten. Aus einer nichtchristlichen Familie stammend, entdeckte er im Religionsunterricht, im Kirchenchor und in der Jungen Gemeinde die Kraft des Glaubens für sich. Am vergangenen Sonntag wurde er im Greifswalder Dom ordiniert.

 

(Damgarten/sk) - „Besuche sind mein Ding!“, sagt Andy Hoth strahlend. Bei einer Tasse Kaffee sitzt der Pastor in seinem Amtszimmer in Damgarten und erzählt von seiner Begeisterung für den Beruf, der für ihn im Wortsinne eine Berufung ist. Seit dem Frühjahr ist Andy Hoth Pastor in Damgarten, am vergangenen Sonntag wurde er im Greifswalder Dom während eines Ordinations-Gottesdienstes feierlich in sein Amt eingesetzt. Mit Damgarten und Saal gibt es zwei Predigtstellen in der Kirchengemeinde, die rund 750 Mitglieder zählt. Alle getroffen habe er natürlich noch nicht, sagt der Pastor, aber das werde nach und nach sicherlich geschehen. Es sei einfach ein schöne Sache, Menschen in ihrer Lebenssituation, da wo sie im Augenblick sind, beizustehen, sie zu begleiten. „Das ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt er lächelnd. Andy Hoth lächelt viel und gern. Es ist ein offenes, ansteckendes Lächeln, mit dem es ihm schnell gelingt, Kontakte zu knüpfen und Vertrauen aufzubauen.

 

„Die JG-Abende sind legendär“

 

Geboren wurde Andy Hoth 1986 in Güstrow, aufgewachsen ist er ebenfalls im Mecklenburgischen, in Laage bei Rostock. Anders als viele seiner Kolleginnen und Kollegen entstammt er keiner Pastorenfamilie, sondern einer nichtchristlichen Familie. Der Vater war Hochseefischer, die Mutter Wäschereifachkraft. Seine Kindheit beschreibt Andy Hoth als eine glückliche Zeit im kleinstädtischen Milieu. Es habe alles im Ort gegeben, was nötig sei. Auch ein Gymnasium, das er ebenso wie sein ein Jahr jüngerer Bruder besuchte. Der christliche Glaube war damals fern seiner Lebenswelt. „Ich hatte mit Kirche überhaupt nichts am Hut“, erinnert sich Andy Hoth. Zwar habe ihm seine Großmutter hin und wieder ein wenig vom Evangelium erzählt, doch sei das zunächst eine fremde Welt für ihn geblieben. Das änderte sich in der achten Klasse. „Der Religionsunterricht in der Schule war eigentlich mein erster richtiger Kontakt mit dem Thema“, erzählt Andy Hoth. „Meine Religionslehrerin hat meine Beziehung zum Glauben und zu Gott stark mitgeprägt. Sie war auch Mitglied der Kirchengemeinde und nahm mir viele Berührungsängste. Ich war ziemlich offen und aufgeschlossen und hatte auch Freunde, die zur Kirchengemeinde in Laage gehörten, so dass ich einfach mitgegangen mit.“ Die fantastische Jugendarbeit in der Gemeinde habe ihn fasziniert. Der dortige Pastor, Thomas Kretschmann, habe den Jugendlichen viele Möglichkeiten gegeben und maßgeblich dazu  beigetragen, ein starkes Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen. „Die aus dieser Jugendarbeit gewachsene Junge Gemeinde war eine großartige Truppe. Die JG-Abende sind legendär“, schwärmt der Pastor noch heute. Ein Großteil seines heutigen Freundeskreises besteht aus Mitgliedern der Laager JG.

 

Berufswunsch ist langsam gewachsen

 

Neben dem Miteinander in der christlichen Jugend war es auch die Musik, die eine große Anziehung auf Andy Hoth ausübte. Er wurde Mitglied im ökumenischen Kirchenchor. „Das Singen an sich ist doch etwas, was außerhalb von Kirche in unserer Gesellschaft kaum stattfindet. Das machte mir einen Riesenspaß, dabei zu sein.“ In der Osternacht 2006 ließ sich Andy Hoth taufen, im gleichen Jahr legt er sein Abitur ab. An eine Laufbahn als Pastor dachte er zu dem Zeitpunkt noch nicht. „Ich wollte eigentlich erst Geschichte und Religion auf Lehramt studieren, wechselte dann zu Diplom-Theologie.“ Die Lust aufs Lehren hatte wohl auch mit dem Einfluss seiner früheren Religionslehrerin zu tun und den guten Erinnerungen an den Unterricht. Doch nach sechs Semestern und längeren Aufenthalten bei der geistlichen Gemeinschaft in Taizé mit ihrer ganz eigenen Art des Gemeindelebens, stellte sich Andy Hoth die Frage nach seinem Platz, seiner Aufgabe in der Gemeinde und der christlichen Gemeinschaft noch einmal ganz neu. So sei ganz langsam der Gedanke, Gemeindepastor zu werden, nach und nach gewachsen, es habe kein bestimmtes Erlebnis gegeben, meint Andy Hoth nachdenklich. Irgendwann habe ihm dann aber dieser Wunsch ganz klar vor Augen gestanden.

 

„Ich fand Gottesdienste schon immer toll“

 

„Der Beruf des Pastors hat eine große Bandbreite, er bietet viele Freiheiten und kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Außerdem habe ich als Pastor Kontakt mit allen Generationen, von Kindern bis zu Senioren, denn die Nähe zu den Menschen, die vielen Begegnungen und Kontakte sind es vor allem, die den Beruf so erfüllend machen“, ist Andy Hoth überzeugt. Zudem bringe der Beruf große Verantwortung mit sich, eine besondere Herausforderung, die er gern annehme. „Außerdem fand ich Gottesdienste schon immer toll“, erinnert er sich an seine ersten Begegnungen mit der christlichen Religion. Die besondere Atmosphäre, die Amtshandlungen, die Rituale übten eine ganz eigene Faszination auf den jungen Andy Hoth aus. „Da war ich seit früher Jugend immer gern dabei.“ Umso aufregender sei es jetzt für ihn, selbst diese Formen der Religionsausübung zelebrieren zu dürfen. „Meine Eltern waren ziemlich überrascht von meiner Entscheidung, Pastor zu werden“, sagt Andy Hoth mit einem Schmunzeln. „Sie tragen es aber mit und freuen sich, dass ich etwas gefunden habe, das mich wirklich glücklich macht.“

 

„Schätze“ in der Gemeinde heben

 

Durch seine Herkunft aus einem nichtchristlichen Umfeld habe er sich in Beziehung mit dem kirchlichen Leben oft als Grenzgänger erlebt. So nehme er eine Perspektive ein, die es ihm ermögliche, noch einmal ganz anders auf die in der Kirche gepflegten Tradition zu schauen. „Ich stelle mir viele Fragen, die sich möglicherweise christlich sozialisierte Menschen nicht so oft stellen. Was ist es wert, bewahrt zu werden? Wo sollten oder können wir neue Wege gehen, um bislang noch außen Stehende zu erreichen?“ Andy Hoth ist experimentierfreudig, hat gleichzeitig großen Respekt vor gewachsenen Strukturen und den damit verbundenen Befindlichkeiten. Ihm ist es ein Anliegen, „über den Tellerrand zu schauen“. So zähle es zu einer seiner Prioritäten, die Kooperation der Kirchengemeinde mit Kitas und Schulen auszubauen. Als Beispiel nennt er die Evangelische Kita „Sonnenblume“ in Damgarten. „Es ist mir bei aller Offenheit nach außen wichtig, immer dicht an der Basis der Kirchengemeinde zu sein.“ Er möchte dabei schauen, welche „Schätze“ es bereits gibt, die es zu heben gilt, und dann darüber hinausgehen. Gern möchte Andy Hoth dabei alle zusammen bringen, traditionelle Kirchenmitglieder, junge Familien, dabei neue Verbindungen schaffen, modernisieren ohne die Älteren zu verlieren. „Ich glaube, meine Sicht als ‚Quereinsteiger‘ hilft mir dabei, das umzusetzen. Wenn wir für eine Sache brennen, können wir auch andere begeistern“, bringt es Andy Hoth auf eine konkrete Formel.

 

„Die innere Sehnsucht der Menschen ist überall ähnlich“

 

Aber auch den Blick über den Kirchenkreis hinaus und auf die gesamtkirchlichen Entwicklungen will sich Andy Hoth dauerhaft erhalten. Wichtige Erfahrungen in dieser Hinsicht sammelte er bereits während eines Gemeindepraktikums in Hamburg und in der Zeit seines Vikariats in Nordhackstedt in der Nähe von Flensburg. „Da habe ich eine echte Volkskirche erlebt, mit vielen Taufen und allem, was dazu gehört in einer Region, in der, anders als hier, die Mehrheit Mitglied der Kirche ist. Da gibt es schon Unterschiede innerhalb der Nordkirche, doch die innere Sehnsucht der Menschen ist überall ähnlich.“ Zwar sei die Landeskirche schon sehr weit zusammengewachsen, so empfindet es der junge Pastor, doch wisse man noch immer viel zu wenig übereinander. „Die Aufgeschlossenheit ist da, doch müsste es noch viel mehr Austausch zwischen den Kirchenkreisen geben“, glaubt Andy Hoth. „Wir sollten die große Chance, die uns die Nordkirche bietet, um die Herausforderungen der Zukunft zu bestehen, unbedingt annehmen. Dass ich jetzt im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis gelandet bin, komplettiert mein Bild von der Vielfalt der Landeskirche.“

 

Die Region als Radfahrer erkundet

 

Mit seiner Frau und seinem zweijährigen Sohn hat Andy Hoth kürzlich die sanierte Pfarrwohnung bezogen. Trotz der erst wenigen Monate in Damgarten fühlt sich der Pastor mit seiner Familie schon richtig angekommen und zuhause. Sogar einen Lieblingsplatz hat er schon. „Mir gefällt der Friedhof in Saal und das ganze Ensemble mit Pfarrhaus und Kirche, da bin ich sehr gern.“ Die Gegend um Damgarten hat er als begeisterter Radfahrer inzwischen auch schon ausgiebig erkundet. „Das war alles weitgehend neu für mich. Bisher war ich mehr mit der Region zwischen Rostock und Wismar vertraut. Doch schon nach der kurzen Zeit, möchte ich die gute Luft und das Klima hier nicht mehr missen. Meine Frau und ich genießen es, hier zu leben.“ Zu der herrlichen Gegend passe, dass er „bekennender Pilgerfan“ sei. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir hier auch Angebote für Eintagespilgern aufbauen“, erzählt der Pastor von seinen Plänen.

 

„Es gibt etwas, das uns zusammenhält“

 

Bei all seinen Ideen unterstütze ihn die Gemeinde mit ganzer Kraft. „Alle Mitarbeitenden ziehen an einem Strang, tragen einander, die Chemie stimmt einfach. Das Ehrenamt ist in der Kirchengemeinde gut entwickelt, das möchte ich weiter befördern“, freut sich Andy Hoth über das intakte Umfeld und das vertrauensvolle Miteinander. „Für mich ist ganz klar, dass die Gemeinde mitgestalten und beteiligt werden möchte. Wir müssen bei dem, was wir tun, die Menschen mitnehmen“, das ist nicht nur sein Anspruch an die eigene Arbeit, sondern sein Appell an Kirche insgesamt. „Und wir sollten dabei nicht vergessen, wo wir herkommen, den eigenen Kirchturm wahrnehmen und auch das Engagement der Menschen, die nicht Mitglied sind, wertschätzen. Es gibt etwas, das uns zusammenhält. Das gilt für eng verbundene und distanzierte Mitglieder ebenso wie für Nichtchristen.“ Diesen Zusammenhalt zu vermitteln und zu stärken, dafür möchte sich Andy Hoth einsetzen. Und was tut der Pastor,  wenn er keine Pläne für die Kirchengemeinde schmiedet oder Besuche macht, wenn er mal Abschalten möchte? „Ich gehe spazieren oder ich zünde mir einfach mal eine Kerze an und hänge meinen Gedanken nach, lasse mir Zeit zum Durchatmen“, beschreibt Andy Hoth seine Methoden der Entspannung. Und wenn es in den Urlaub geht, dann am liebsten in den Süden, beispielsweise nach Frankreich.

 


160 Jahre Kolpingverband - Aktionstag auf der Buga am 14. Juli

Sozialpolitik, Culture Kitchen und Nachhaltigkeitskalender

 

(Stuttgart/Heilbronn/pm) - Mit einem Aktionstag auf der Bundesgartenschau in Heilbronn feiert der Kolpingverband sein 160-jähriges Bestehen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Rund 2.000 Kolpingmitglieder aller Altersgruppen werden dazu am 14. Juli auf dem Gelände der Bundesgartenschau erwartet. Beginn ist um 9.30 Uhr auf der Sparkassenbühne, um 10.00 Uhr schließt sich ein Gottesdienst mit dem Generalpräses des Internationalen Kolpingwerks, Ottmar Dillenburg, an. Am Nachmittag stellt der Kolpingverband an unterschiedlichen Plätzen auf dem Buga-Gelände sein Engagement für Familie und Generationen, Jugend, Arbeitswelt und Eine-Welt vor. Es gibt Mit-Mach-Angebote für alle Altersgruppen.

 

 

 

Die Arbeit des Kolping Diözesanverbandes und die Gründung des internationalen Kolpingwerks geht zurück auf den katholischen Priester Adolph Kolping (1813 - 1865). Er verbreitete die Idee der katholischen Gesellenvereine, in denen junge Menschen Bildung, Gemeinschaft und religiösen Halt fanden. Dieser Idee Kolpings fühlen sich Kolpinghäuser noch immer verpflichtet. 1991 wurde Adolph Kolping von Papst Johannes Paul II selig gesprochen.

 

 

 

Auch heute verstehe sich die Arbeit des Kolpingverbandes als Aktions-, Bildungs- und Weggemeinschaft, sagt der Diözesanvorsitzende Eugen Abler. Konkret werde das durch die Aktivitäten der Kolpingsfamilien vor Ort ebenso wie im sozial-politischen Engagement des Verbandes. Beispielhaft nennt Abler die erfolgreiche Unterschriftenaktionen „Für Chancengleichheit und Gerechtigkeit von Auszubildenden“, bei der das Land Baden-Württemberg verpflichtet wurde, Unterbringungskosten für Auszubildende mit Blockunterricht zu übernehmen. Auch der diesjährige Kolping-Fastenkalender zu den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen oder das Projekt „Culture Kitchen“ der Kolping-Jugend, das beim gemeinsamen Kochen Menschen verschiedener Nationen zusammenbringt, belege dies.

 

 

 

140 Kolpingsfamilien mit rund 12.700 Mitgliedern feiern das 160. Jubiläum des Diözesanverbands. Auch wenn die Mitgliedszahlen beim Kolpingverband leicht rückläufig seien, sei dies kein Grund zu resignieren, so Eugen Abler. „Viele Kolpingsfamilien erfahren mit ihrem sozialen und gesellschaftlichen Engagement großen Zuspruch und prägen das Leben ihrer Kirchengemeinden und Kommunen maßgeblich mit.“ Basis ihrer Arbeit sei ein Zitat des Verbandsgründers und Sozialreformers Kolping: „Die Nöte der Zeit werden euch lehren, was zu tun ist“, erklärt der Vorsitzende. „Unser Ziel ist und bleibt die Mitarbeit an einer menschlicheren Gesellschaft“, betont der in Bodnegg bei Ravensburg lebende Abler. Die ganze Bandbreite des Kolping-Engagements vorzustellen sei daher das Ziel des Aktionstages auf der Bundesgartenschau am 14. Juli.

 

 

 

Hintergrund:

 

Der Kolping Diözesanverband wurde 1859 gegründet, er entstand durch den Zusammenschluss von vier Gesellenvereinen (Rottenburg, Ulm, Bad Mergentheim, Schwäbisch Gmünd). Im Kolpingwerk Diözesenverband Rottenburg-Stuttgart sind rund 12.700 Mitglieder in 140 Kolpingsfamilien organisiert. In ganz Baden-Württemberg sind es rund 26.000 Mitglieder in mehr als 310 Kolpingsfamilien. Die Einrichtungen der Kolping-Bildungswerke zur schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung sind an mehr als 40 Standorten im Land zu finden. In zwei Kolpinghäusern in Stuttgart wohnen junge Frauen und Männer zwischen 15 und 27 Jahren, die sich zum Zweck einer Bildungsmaßnahme in Stuttgart aufhalten.

 

 

 

 

 

Hinweise:

 

Anlässlich des Jubiläums hat der Kolpingverband eine Sozialaktion rund um das Thema Lesen initiiert: Kolpingsfamilien vor Ort haben Aktionen veranstaltet deren Erlöse als Buchgutscheine jenen Kindern zugutekommen, für die ein eigenes Buch keine Selbstverständlichkeit ist. Die Aktion erfolgt in Kooperation mit dem Caritas Regionalverband Heilbronn-Hohenlohe. Der Spendenscheck an den Caritas Regionalverband wird nach dem Festgottesdienst auf der Buga überreicht.

 

 

 

Programm zum Kolping-Aktionstag am 14. Juli auf der Bundesgartenschau in Heilbronn.

 

 

 

 

 

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Programm zum Kolping-Aktionstag am 14. Juli auf der Bundesgartenschau in Heilbronn
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Frauenbund Bayern würdigt vielseitiges Engagement für Frauenrechte

Jutta Speidel erhält Ellen-Ammann-Preis 2019

 

(München/kdfb) – Im Einsatz für die Rechte anderer Frauen mutig und kreativ Grenzen überschreiten – das zeichnet die fünf Gewinnerinnen des diesjährigen Ellen-Ammann-Preises aus. Er wurde gestern, Montag, vom Katholischen Deutschen Frauenbund Landesverband Bayern (KDFB) im Münchner Maximilianeum unter der Schirmherrschaft der Landtagspräsidentin Ilse Aigner verliehen. Den ersten Preis erhielt die Schauspielerin Jutta Speidel für ihr Projekt „HORIZONT“.

 

Obdachlose Mütter und Kinder – und das im reichen München? Als Jutta Speidel, selbst Mutter von zwei Töchtern, das 1997 hört, beschließt sie, sofort dagegen anzukämpfen. Sie mietet ein ehemaliges Hotel und bietet seitdem mit ihrem inzwischen 40-köpfigen Team Betroffenen einen Ort der Ruhe und Sicherheit. „Damals wie heute sind Gewalterfahrungen einer der Hauptgründe, warum Frauen mit ihren Kindern ihr Zuhause fluchtartig verlassen und auf der Straße stehen“, erklärt Speidel. Sie trägt nun mit Stolz die Ellen-Ammann-Kamee, ein für den Preis geschaffenes Schmuckstück und die besondere Auszeichnung für die Hauptpreisträgerin.

 

„Die fünf Preisträgerinnen und 17 weitere Frauen haben sich für den diesjährigen Preis beworben. Ihr Engagement beweist, wie groß die Bandbreite ist, wenn es darum geht, Frauenrechte umzusetzen und ihnen Geltung zu verschaffen“, so Emilia Müller, KDFB-Landesvorsitzende. Schirmherrin Ilse Aigner zu den Preisträgerinnen: „Sie alle haben die Zeichen der Zeit erkannt. Sie sind wahre Nachfolgerinnen von Ellen Ammann, indem sie ihre Idee der sozialen Arbeit in die Gegenwart übersetzen: Aus innerer Überzeugung, selbstbewusst und mit vorbildlicher Tatkraft.“

 

Die Trägerinnen des Ellen-Ammann-Preises 2019 zeichnet aus, dass sie an unterschiedlichsten Orten erkennen: Hier muss etwas getan werden! Wer hilft, wenn schichtarbeitende Mütter Kinderbetreuung außerhalb der üblichen Zeiten benötigen? Was tun, wenn geflüchtete Frauen in Gemeinschaftsunterkünften bedroht werden? Wie damit umgehen, wenn die Gedanken ständig ums Essen und Nichtessen kreisen und zu selbstzerstörerischem Essverhalten führen? Wie einen schweren Konflikt lösen, der durch eine Schwangerschaft entstehen kann? Pragmatische und wirksame Lösungen bieten die weiteren ausgezeichneten Frauen: Claudia Burmeister aus Regensburg mit dem Projekt „waagnis“, Ele Schöfthaler aus Landshut mit den „Kindernestern“, Jana Weidhaase aus München mit dem Projekt „We talk – Women fight violence“ und Sabine Demel aus Regensburg mit „Donum Vitae Bayern“.

 

Der vom KDFB ausgelobte Ellen-Ammann-Preis wird in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen. Er geht an Frauen, die wie Frauenbundgründerin Ellen Ammann Grenzen überschreiten und sich mit großem Mut, viel Kreativität und mit extrem hohem Einsatz für die Rechte von Frauen engagieren. Sie machen die Solidarität für und mit anderen Frauen zu ihrem Lebensinhalt. „Jede der Preisträgerinnen zeigt, dass es ihr um die Sache geht, auch wenn sie sich gegen Autoritäten und widrige Umstände durchsetzen muss“, so die KDFB-Landesvorsitzende Müller.

 

Redaktion: Ulrike Müller-Münch

 


 

Ellen Ammann (1. Juli 1870 – 23. November 1932), war Frauenrechtlerin und eine der ersten Frauen im bayerischen Landtag. Sie gründete im November 1911 den Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Heute ist er mit 165.000 Mitglieder der größte Frauenverband Bayerns.

 

Die Preisgelder des Ellen-Ammann-Preises werden vom KDFB-Landesverband und dem Säkularinstitut Ancillae Sanctae Ecclesiae – ebenfalls eine Gründung von Ellen Ammann - finanziert. Seit seiner Gründung 1903 setzt sich der KDFB e.V. für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik, Kirche und Gesellschaft ein.

 


Am kommenden Sonnabend, 6. Juli, führt eine eintägige Pilgertour vom Greifswalder Dom zur „Offenen Kapelle“ nach Jager.

Unterwegs auf der Via Baltica

Kapelle Jage. Foto: Sabine Petters
Kapelle Jage. Foto: Sabine Petters

 

(Greifswald/Jager/sk). Die Via Baltica, auch Baltisch-Westfälischer Weg genannt, ist die nördlichste Ost-West-Verbindung des deutschen Jakobswegnetzes. Die Via Baltica stellt die Brücke von den baltischen Ländern nach Santiago de Compostela in Spanien dar. Am kommenden Sonnabend, 6. Juli, besteht die Möglichkeit, einen kleinen Teil dieses Weges als Pilgerin oder Pilger zu erkunden. „Einen Tag lang verbinden wir uns in diesem Geiste und sind zum größten Teil unseres Weges auf der Via Baltica unterwegs“, kündigt die Leiterin der Pilgertour, Sabine Petters, an. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Dom St. Nikolai in Greifswald, Ziel ist die Kapelle in Jager. „Nach einer gemeinsamen Einstimmung begeben wir uns mit aller Achtsamkeit auf den Weg, so dass alle ohne Schwierigkeiten mitkommen, jede ihre, jeder seine Geschwindigkeit finden kann. Unterwegs gibt es genügend Pausen, begleitet von kleinen geistlichen Impulsen und Zeit für die leibliche Stärkung. Ohne Erfolgsdruck entstehen ganz von selbst Begegnungen. Am Zielort erwarten uns eine Andacht, Zeit, um Erfahrungen auszutauschen, und eine Pilgervesper.“ Die Wegstrecke beläuft sich auf 14 Kilometer. Die Rückreise nach Greifswald erfolge mit der Bahn, so Sabine Petters. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, die Nacht in einer Pilgerherberge in Jager zu verbringen. Interessierte, die an der Pilgertour teilnehmen möchten, werden gebeten, sich bei Sabine Petters anzumelden. Die Kosten betragen fünf Euro. Das Eintages-Pilgern am 6. Juli und die „Offene Kapelle“ in Jager sind Teil der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“.

 

Weitere Informationen und Anmeldung

Sabine Petters, Telefon: 0160 6388947, E-Mail: sabinepetters@t-online.de

 

www.spiritueller-sommer-pommern.de

 


Malteser aus Hannover halfen einer Malteser-Gruppe aus Österreich beim Umsteigen

Ein guter Zug

Malteser aus Österreich und Hannover beim Umsteigen am Hauptbahnhof Hannover; Bildquelle: Lukas/Malteser
Malteser aus Österreich und Hannover beim Umsteigen am Hauptbahnhof Hannover; Bildquelle: Lukas/Malteser

 

(Hannover/(mhd) -  „Malteser ist man nicht allein.“ Diese alte Weisheit bestätigte sich einmal mehr am Montagmorgen, 1. Juli, am Hauptbahnhof Hannover. Eine Malteser-Gruppe aus Österreich mit beeinträchtigten Menschen auf Urlaubsreise zur Nordsee benötigte Hilfe beim Umsteigen – und die Kollegen aus Hannover waren zur Stelle.

 

Er kam spät, aber er kam: Mit fast einstündiger Verspätung rollte EC NJ 490 aus Wien um 8 Uhr an Gleis 7 in der niedersächsischen Landeshauptstadt ein. Mit an Bord eine 16-köpfige Malteser-Reisegruppe aus Österreich auf dem Weg nach Norddeich, unter ihnen sechs beeinträchtigte Menschen, zwei im Rollstuhl. In Hannover musste die Gruppe umsteigen.

 

Das ist in der Urlaubszeit schon für Gesunde eine Herausforderung. Erst recht für Beeinträchtigte: Aussteigen mit Rollstuhl-Lift, Koffer im Auge behalten, Gruppe zusammenhalten, richtigen Bahnsteig finden …

 

Zum Glück gibt es auch in Hannover Malteser: kräftig und ortskundig. Gezielt steuerten sie unter Führung von Diözesanleiter Maximilian Freiherr von Boeselager und seiner Frau, Diözesanoberin Marie-Rose Freifrau von Boeselager, die Glaubensschwestern und -brüder aus Österreich samt Gepäck in eine Bahnhofsbäckerei, wo die Wartezeit bis zur Weiterfahrt bei einem guten Kaffee und netten Gesprächen ganz schnell verflog. Raphael Ebenhoch, Geschäftsführer der Malteser in der Diözese Hildesheim, hatte für jeden Gast zudem eine Dose Handcreme mit Malteser-Logo dabei.

 

Der Kaffee tat gut! Um 22.17 Uhr war die Gruppe in Linz eingestiegen und hatte eine kurze Nacht in Schlafabteilen verbracht. Gut geschlafen? Naja, meinte Gruppenleiterin Barbara Rammerstorfer. Die 38-Jährige ist seit 2016 Malteserin in Oberösterreich, hat einige Erfahrung mit Malteser-Reisen nach Lourdes, leitet eine Urlaubsreise mit Behinderten nun aber zum ersten Mal.

 

Ein klein wenig nervös sei sie schon und daher dankbar für die Hilfe der Kollegen aus Hannover, bekannte die ehrenamtliche Malteserin, die hauptberuflich in der Unternehmensleitung einer großen Klinik arbeitet. In der Jugendherberge in Norddeich, wo die Gruppe bis Freitag bleiben wird, stehe nach der Ankunft wohl ein gutes „Mittagsschlaferl“ auf dem Programm, sagte Rammerstorfer unter starkem Nicken ihres stellvertretenden Einsatzleiters Stefan Reisigl. Vollzählig, mit allen Koffern und versehen mit besten Urlaubswünschen waren die Österreicher gegen 9.20 Uhr dann wieder auf dem Weg nach Norden.

 

In Norddeich will die 16-köpfige Gruppe – einige kommen aus Linz, andere aus Oberösterreich und der Steiermark – nicht nur die gute Luft genießen, sondern auch ausgedehnte Spaziergänge machen. Außerdem stehen Ausflüge nach Juist und Greetsiel auf dem Programm.


Malteser-Projekt „KulTour“ bringt Gehbehinderte zu den „Hildesheimer Wallungen“

Mit Bus zum Wall

Mit der „KulTour“ der Malteser zu den Hildesheimer Wallungen; Bildquelle: Lukas/Malteser
Mit der „KulTour“ der Malteser zu den Hildesheimer Wallungen; Bildquelle: Lukas/Malteser