Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

17.11.2018


Weltrekordversuch der Bowspirit Kids

"Die größte schwimmende Pinnwand der Welt"

 

(Lübeck/pm) - Mit einem Weltrekordversuch starten die Bowspirit Kids in die Crowdfundraisingphase für ihr schwimmendes Freizeit- und Erholungscamp für kranke und traumatisierte Kinder.

 

Die Bowspirit Kids Group will ein älteres Passagierfährschiff erwerben, um es ganzjährig als maritimes Erholungscamp für kranke und traumatisierte Kinder und deren Geschwisterkinder - den sog. "Schattenkindern" -, die auf der Reise Spaß und Abwechslung von der Krankheit erfahren sollen, zu betreiben.

 

"Wir empfanden es in der Planungsphase als relativ uninspiriert unsere Mitmenschen nur um Spenden für unser wichtiges Vorhaben zu bitten", sagt Michael Speckenbach, Mitinitiator und Gründer der Bowspirit Kids Group. "Wir wollten die Freude am Helfen mit einer erreichbaren Herausforderung verknüpfen. So entstand die Idee zur 'größten schwimmenden Pinnwand der Welt'."

 

Und das ist nicht etwa eine Korktafel mit Pins auf einem kleinen Boot. Oder eine Pinnwand, die einfach ins Wasser geworfen wird. Nein, es sind die Bordwände eines echten, großen Seeschiffes. Das gab es noch nie zuvor und es wird somit ein Weltrekord sein.

 

Zuvor gilt es aber die virtuellen Bordwände auf der Website der Bowspirit Kids Group (https://www.bowspirit-management.com/de/pinnwand-betrachten.html) mit kostenpflichtigen Einträgen zu füllen und so den Kauf des Schiffes mitzufinanzieren.

 

Jeder Eintrag auf der virtuellen Pinnwand wird bei Erfolg der Aktion mittels einer bedruckten Folie auf die Bordwände des echten Schiffes übertragen. In der Seeschifffahrt ist diese Technik als Korrosionsschutz und zur Anbringung großer Werbebotschaften schon lange etabliert.

 

Alle Pinnwandeinträge bleiben mindestens zwölf Monate an den Bordwänden des Schiffes und reisen so durch die Welt: Also z.B. von der Werft zum Basishafen. Oder vom Basishafen im Rahmen von Camp-Freizeiten durch die Ostsee, Nordsee oder rund um Europa. Oder im Rahmen von Sonderfahrten in die Arabische Welt oder an die amerikanische Ostküste.

 

"Bereits jetzt haben wir einen Rekord aufgestellt", freut sich Speckenbach. "Noch nie gab es eine so große virtuelle Pinnwand, in der sich die Besucher einer Website zoomend und scrollend bewegen und in den Einträgen ihrer Mitmenschen stöbern können. Die Webdesigner der Lübecker Agentur VICON haben hier Neuland betreten und mit einer Größe von 130 mal 6 Metern für jede Schiffsseite etwas bislang noch nie Dagewesenes geschaffen."

 

Mit Hilfe eines frei wählbaren Pseudonyms ist der eigene Eintrag auch für (Social Media-) Freunde und die Familie in Windeseile zu finden und wird in der höchsten Zoomstufe zentriert auf dem Bildschirm angezeigt - ganz egal, wo und auf welcher Schiffsseite er sich befindet (Pseudonymbeispiele zum Ausprobieren: oneshoop, papa, guehh).

 

Und das Tolle ist, dass jeder mitmachen kann mit einem individuellen Text, Gruß, einer Grafik oder einem Foto. Die Erstellung ist dank der integrierten Text- und Grafikeditoren ganz einfach. Ein Texteintrag kann formatiert werden (Schriftart, Schriftfarbe, Schriftgröße sowie Hintergrundfarbe). Oder man lädt eine fertige Grafikdatei hoch. Ein Rechner zeigt jeweils an, wie groß der Fundraisingbeitrag für den jeweiligen Eintrag ist. Die Preise sind nach Größe gestaffelt: Los geht es bei einem Euro pro Quadratzentimeter bei einer Mindestgröße für Texteinträge von 18 qcm bzw. bei Grafikeinträgen von 100 qcm.

 

Für die ersten 520.000 qcm gilt für Grafik- und Bilddateien ein Sonderpreis von 0,50 € pro qcm, für maximal 200 qcm pro Unterstützer.

 

Die "größte schwimmende Pinnwand der Welt" ist insbesondere auch für Unternehmer mit Herz geeignet, um ihre (Werbe-) Botschaft zu platzieren, denn der Pinnwandeintrag ist aufgrund der erbrachten Gegenleistung keine klassische Spende, so dass keine Obergrenze für die steuerliche Geltendmachung als Betriebsausgabe besteht.

 

"Unser Ziel ist es, bis zum Frühsommer 2019 unsere virtuellen Bordwände gefüllt zu haben, um dann in die konkrete Umsetzung einsteigen zu können", sagt Michael Speckenbach. "Es ist ein ambitioniertes Vorhaben, aber Weltrekorde liegen nicht auf der Straße. Jeder kleine und große Beitrag zählt. Und jeder hat die Chance mit ein paar Euro nicht nur Gutes zu tun, sondern auch Teil dieses Weltrekordes zu werden."

 

Warum man die Aktion der Bowpirit Kids unterstützen sollte, erklärt Kuratoriumsmitglied Elke Thompson: "Bowspirit Kids hat das Potential nicht nur das Leben kranker Kinder, sondern auch das deren Familie zu 'verschönern'. Ich bin selbst Mutter und Stiefmutter von insgesamt sieben Kindern - mein erster Mann starb plötzlich und unerwartet mit 34 in 2009 - und weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr eine lebensgefährliche oder eine seltene, lebenslange Krankheit den Alltag und das gesamte Leben einer Familie auf den Kopf stellen kann. 2012 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert; im gleichen Jahr kam die Diagnose 'Narkolepsie / Kataplexie' für meinen damals siebenjährigen Sohn. Untersuchungen. Krankenhaus. Ängste. Medikamente. Chemo. Ärzte … - das war unsere neue Normalität. So sehr wir auch versuchten 'normal' weiterzumachen - es war unmöglich. Unsere anderen Kinder verloren den Teil der Aufmerksamkeit, den jetzt die Angst, die Ungewissheit, die Krankenhaustermine und die Behandlung einnahmen. Die emotionale Belastung aller Beteiligten war enorm. Lachen fast eine Ausnahme. Bowspirit Kids wäre eine so tolle und willkommene Ablenkung gewesen, die uns neue Energie und Lebenskraft geschenkt hätte."

 

🐧 🐧 🐧

 

Die Bowspirit Kids Group wurde im Frühjahr 2018 in Lübeck (Deutschland) gegründet. Unser Aktivitätsschwerpunkt liegt in der Schaffung eines maritimen Freizeit- und Erholungscamps für kranke und traumatisierte Kinder und deren Geschwisterkinder - den sog. "Schattenkindern" -, die Spaß und Abwechslung von der Krankheit erfahren sollen. Hierzu wollen wir uns die Mobilität eines Passagierfährschiffes zunutze machen, um auch außerhalb des Basisortes operieren zu können und so die Bowspirit Kids Group und ihre Arbeit weltweit vorzustellen und weitere Projekte unter dem Leitgedanken "Erholung von der Krankheit" zu initiieren.

 

Die Gruppe besteht aus zwei Gesellschaften - der Bowspirit Kids gemeinnützige GmbH (www.bowspirit-kids.org) und der kommerziell geführten Bowspirit Management GmbH (www.bowspirit-management.com), welche gesellschaftsrechtlich so miteinander verflochten wurden, dass erwirtschaftete Gewinne nicht an Gesellschafter ausgekehrt werden können, sondern der übergeordneten gemeinnützigen Zielsetzung zugeführt werden.

 

Die Bowspirit Kids Group beabsichtigt, ihre Aktivitäten nicht allein auf klassische Spenden zu stützen, sondern finanzielle Ressourcen auch durch social events und Businesspatenschaften einzuwerben. Los ging es im vierten Quartal 2018 mit der Aktion "Die größte schwimmende Pinnwand der Welt".

 


Evangelische Kirche und Landwirte in M-V im Dialog

Erhalt der biologischen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten im Mittelpunkt

 

(Kavelstorf/bsp/cme) -  „Möglichkeiten der Entwicklung hin zu mehr Biodiversität in der konventionellen Landwirtschaft“. Zu diesem Thema tauschten sich am heutigen Donnerstag (15. November) Landwirte und Kirchenvertreter bei der inzwischen fünften Begegnung von Vertretern des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern und des Sprengels Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) im mecklenburgischen Kavelstorf bei Rostock aus.

 

Gut 60 Vertreter von Kirche und Bauernverband waren der Einladung von Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn und Bauernpräsident Detlef Kurreck gefolgt. Bei der Andacht in der Kirche von Kavelstorf sprach der Schweriner Bischof die Schönheit der Natur in ihrer ganzen Vielfalt an und sagte wörtlich: „Mit der Bewahrung der Arten-Vielfalt ist eine ökologische Verantwortung verbunden, der nicht gerecht zu werden über kurz oder lang auch ökonomisch folgenreich ist.“ Öffentlich bewusst sei dies jüngst im Blick auf das Sterben der Insekten geworden. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, die Zusammenhänge zu begreifen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Zugleich brauche es laut Bischof v. Maltzahn, eine emotionale Unterstützung, die Mannigfaltigkeit der Schöpfung so „wohlbehalten wie möglich an die kommenden Generationen weiterzugeben“.

 

Dass beiden, Landwirtschaft und Kirche, die biologische Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten am Herzen liegt – und, dass die konventionelle Landwirtschaft dafür ihren Beitrag leisten will und kann, verdeutlichte der Vortrag von Marco Gemballa aus Zinzow bei Anklam. Der Landwirt nimmt seit zwei Jahren am Artenschutzprojekt F.R.A.N.Z. teil. Und schon jetzt zeigt sich: Die Zahl der Feldvögel auf den eigens ausgewiesenen Naturschutzflächen zwischen den Schlägen seines Landwirtschaftsbetriebes stieg beispielsweise von 70 auf 80. Und selbst auf den Ackerflächen erhöhte sich deren Vielfalt von 8 im Jahr 2017 auf aktuell 14. Deutlich sagte Landwirt Gemballa, dass allerdings allein die Landwirte, die damit verbundenen Kosten nicht tragen können. „Zuallererst müssen wir Erträge erwirtschaften auf unseren Böden“. Daher sei der Staat gefordert, mehr Finanzen für die nach seiner Überzeugung notwendige Entwicklung hin zu mehr Biodiversität bereit zu stellen. Wenn es das Ziel sei, deutschlandweit zehn Prozent aller Ackerflächen als Naturschutzflächen auszuweisen, würde dies ca. 1,2 Milliarden Euro kosten, rechnete er vor.

 

Wie schwer es ist, eine erfolgreiche Kommunikation zwischen Bodeneigentümern, Landwirten und der Öffentlichkeit zu praktizieren, konnte Landwirtin Doreen Riske aus Groß Kiesow bei Greifswald berichten. Seit sechs Jahren engagiert sie sich in der Greifswalder Agarinitiative (GAI). Das von der Michael Succow Stiftung angeregte Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, institutionelle Landeigentümer der Region wie die Universität Greifswald, die Stadt Greifswald und die Nordkirche zusammenzuführen und zu prüfen, ob und wie sich die landwirtschaftliche Nutzung auf den eigenen Flächen  - rund 10 000 Hektar – nachhaltiger gestalten lässt. Erst sehr spät habe man die 54 Landwirte, die diese Flächen gepachtet haben, ins Boot geholt, blickt Doreen Riske zurück. Noch viel länger dauerte es, eine Gesprächskultur zu entwickeln, bei der alle Partner auf Augenhöhe agierten. Die Liste der konkreten Ergebnisse ist nicht sehr lang. „Unser größter Erfolg ist es, dass Naturschützer, Landwirte und Bodeneigentümer endlich miteinander reden – auch wenn wir verschiedene Positionen haben“, ist die Landwirtin überzeugt. Das sei früher nicht so gewesen.

 

Fazit der Kirchenvertreter und Landwirte: „Wir wollen den Austausch über konkrete Strategien und  landwirtschaftliche Themen fortsetzen, Probleme diskutieren und gemeinsam nach Lösungen für die ländlichen Raume in Mecklenburg-Vorpommern suchen“, so Bischof v. Maltzahn. Und für Bauernverbandspräsident Kurreck ist der Dialog auf Augenhöhe unverzichtbar, denn er „fördert das gegenseitige Verständnis und trägt ebenso dazu bei, die Situation und Nöte der Landwirte in der Öffentlichkeit differenziert zur Sprache zu bringen“.

 


KDFB: Verpackungsmüll vermeiden!

 

(Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) unterstützt die Europäische Woche der Abfallvermeidung und ruft dazu auf, sich an der Kampagnenwoche vom 17.- 25.11.2018 zu beteiligen. Sie steht unter dem Motto „Bewusst konsumieren – richtig entsorgen“ und stellt den zunehmenden Verpackungsmüll in den Mittelpunkt.

 

Mit rund 18 Millionen Tonnen Verpackungsmüll hat Deutschland den Rang des Europameisters erreicht. Die Ursachen liegen u.a. in der zunehmenden Verpackung durch Online-Shopping und Außer-Haus-Verpflegung. Hinzu kommt, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher mit Trennen und Entsorgen von Müll überfordert sind.

 

KDFB-Vizepräsidentin Rose Schmidt stellt dazu fest: „Politik, Wirtschaft und Bevölkerung müssen sich dringend damit auseinandersetzen, wie Herstellung und Verbrauch von Waren umweltgerechter gestaltet und die Entsorgung deutlich verbessert werden kann. Alle sind aufgefordert, sich bewusst und offensiv mit dieser Problematik zu befassen und zeitnah konkrete Lösungen zu finden, auch im persönlichen Lebensbereich.“ Laut Schmidt muss z.B. verbindlich festgelegt sein, ab wann ein Produkt als übermäßig verpackt gilt, denn überflüssige Verpackungen müssen verhindert werden.

 

Durch seine Mitarbeit in der Netzwerkgruppe „Nachhaltiger Konsum als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat sich der VerbraucherService im KDFB e.V. intensiv mit der Problematik des zunehmenden Kunststoff-Abfalls beschäftigt und an der Ausarbeitung von Informationen zur Müllvermeidung mitgewirkt.

 

„Die Plastik-Abfälle, die wir heute produzieren, werden Menschen und Umwelt auch in der fernen Zukunft noch belasten. Wir müssen heute sowohl im privaten als auch im politischen Umfeld darauf hinwirken, dass Plastikverpackungen auf ein Minimum reduziert werden und nicht unkontrolliert in die Umwelt geraten“, erklärt Angelika Wollgarten, Bundesvorsitzende des VerbraucherService im KDFB e.V.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 

 

 


Konstituierende Tagung in Lübeck-Travemünde:

Präsidium der II. Landessynode der Nordkirche komplett

Das neue Präsidium der Landessynode der Nordkirche: 2. Vizepräses Elke König (v.r.), Präses Ulrike Hillmann und 1. Vizepräses Pastor Andreas Hamann . Foto: Michael Ruff, Nordkirche
Das neue Präsidium der Landessynode der Nordkirche: 2. Vizepräses Elke König (v.r.), Präses Ulrike Hillmann und 1. Vizepräses Pastor Andreas Hamann . Foto: Michael Ruff, Nordkirche

 

(Lübeck-Travemünde/maw) - Das Präsidium der II. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) ist komplett: In Lübeck-Travemünde haben die Synodalen am Abend Pastor Andreas Hamann zum 1. Vizepräses und Elke König zur 2. Vizepräses gewählt. König hatte dieses Amt bereits während der I. Landessynode inne.

 

Zuvor ist Ulrike Hillmann mit 96 von 147 abgegebenen Stimmen zur neuen Präses der Landessynode gewählt worden. Es gab eine Enthaltung sowie eine ungültige Stimme. Der Kandidat Dr. Andreas Tietze erhielt 49 Stimmen. Tietze hatte die I. Landessynode der Nordkirche als Präses geleitet.

 

Die Amtsperiode des neuen Präsidiums dauert sechs Jahre, entsprechend der Amtszeit der Landessynode.

 

Zu den Personen:

 

Ulrike Hillmann

Die gebürtige Bad Segebergerin Ulrike Hillmann (65) ist Präsidentin des
Landgerichts Kiel und Richterin am Schleswig-Holsteinischen Landesverfassungsgericht. Sie studierte Jura in Kiel und Lausanne und trat 1979 in den Richterdienst ein. 1994 wurde sie zur ständigen Vertreterin des Direktors am Amtsgericht Bad Segeberg gewählt, 1997 zur Vizepräsidentin des Amtsgerichts Lübeck. Seit 2004 war sie zunächst Vizepräsidentin des Landgerichts Kiel, seit 2010 ist sie dessen Präsidentin. 2008 erfolgte die Wahl zur Richterin am Schleswig-Holsteinischen Landesverfassungsgericht. Sie gehörte der Landessynode der Nordelbischen Kirche an, deren Vizepräsidentin sie 2009 wurde. Seit 2012 ist sie Mitglied der Landessynode der Nordkirche sowie stellvertretendes Mitglied der Kirchenleitung. Als Vorstandsmitglied ist sie im Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein tätig. Ulrike Hillmann ist verwitwet und hat zwei Kinder.

 

Pastor Andreas Hamann

 

Andreas Hamann (57) ist Pastor und seit 2016 Projektkoordinator für die Schleswiger Domsanierung im Sprengel Schleswig und Holstein der Nordkirche. Der gebürtige Flensburger studierte in Göttingen, Bonn und Hamburg Evangelische Theologie. Vor seiner Tätigkeit als Gemeindepastor in der Kirchengemeinde Ockholm (Nordfriesland) absolvierte Andreas Hamann eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Von 2002 bis 2006 war er Organisationsentwickler und Beauftragter für Qualitätsmanagement im Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg, bevor er im Anschluss vier Jahre lang das Evangelische Regionalzentrum Westküste in Breklum leitete. Zwischen 2010 und 2016 war er Geschäftsführer des Instituts für Berufliche Aus- und Fortbildung (IBAF) gGmbH in Rendsburg. Er ist Mitglied der Synode des Kirchenkreises Nordfriesland sowie der Landessynode der Nordkirche. Andreas Hamann ist verheiratet.

 


Elke König

 

Elke König (62) wurde in Krien bei Anklam geboren und ist Lehrerin für Mathematik und Physik. Als Regionalleiterin im Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern begleitet sie junge Lehrerinnen und Lehrer bei ihren Berufsanfängen. Von 1998 bis 2006 war sie Präses der Synode der Pommerschen Evangelischen Kirche (PEK) und bis zur Gründung der Nordkirche 2012 deren Vizepräses. Elke König gehörte bereits dem Präsidium der Verfassunggebenden Synode an. Seit Gründung der Nordkirche Pfingsten 2012 ist sie Präses der Kirchenkreissynode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises und außerdem 2. Vizepräses der Landessynode der Nordkirche. Elke König gehört dem Synodenpräsidium der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an, deren Vizepräses sie derzeit ist. Elke König ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

 

 

 


Beim 1. Politischen Buß- und Bettag im Berliner Dom predigt Prälat Dr. Martin Dutzmann gegen die Verrohung der Sprache

Schreiende „Wutbürger“ im Dom

 

(Berlin/sp) - „Lügenpresse“, „Sozialverträgliches Ableben“, „Verschwulung der Gesellschaft“, „Minusmenschen“ – tönt es lautstark durch den Berliner Dom. Schülerinnen und Schüler der Ernst Busch Schauspielschule schreien ihre Worte in den Raum, unterbrechen die Lesung aus der Bibel. Sie zeigen mit ihrem Geschrei eindrücklich, worum es beim 1. Politischen Buß- und Bettag am 21. November 2018 im Berliner Dom geht.

 

 

 

Die Verrohung der Sprache in Gesellschaft und Politik – so lautet das Thema, über das Prälat Dr. Martin Dutzmann beim diesjährigen ersten Politischen Buß- und Bettag predigt. Martin Dutzmann ist Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union.

 

 

 

In einer Zeit, in der der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland bedroht ist und der demokratische Rechtsstaat in Frage gestellt wird, führen wir im Berliner Dom ganz bewusst dieses neue Gottesdienstformat ein. Den Gottesdienst veranstalten wir gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

 

 

 

Bereits morgens feiern wir am Buß- und Bettag einen Gottesdienst für Schülerinnen und Schüler. Das Thema dieses Gottesdienstes lautet: Erdverbunden und weltoffen leben.

 

Mit dabei: KonfirmandInnen des Domes, eine Musik-Band und eine 30 Meter lange Himmelsleiter.

 

 

 

Buß- und Bettag

 

Mittwoch, 21. November 2018

 

9.00 Uhr Gottesdienst für Schülerinnern und Schüler

 

Thema: Erdverbunden und weltoffen leben. Du machst neu das Antlitz der Erde. (Psalm 104,30)

 

Liturgie: Domprediger Michael Kösling

 

Musik: Michael Schütz und Band

 

 

 

19.00 Uhr Abendgottesdienst –

 

Politischer Buß- und Bettag, gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland

 

Thema: "Die Zunge ist ein Feuer" Jakobus 3,6

 

Predigt: Prälat Dr. Martin Dutzmann

 

Liturgie: Domprediger Thomas C. Müller, Dompredigerin Dr. Petra Zimmermann

 

Musik: Domorganist Andreas Sieling Claudia Tesorino, Saxophon,

 

Mitwirkende: SchülerInnen der Ernst-Busch-Schauspielschule

 

 

 


Neuwieder informieren sich bei „Lunch Lecture“

Achtsamkeit am Arbeitsplatz

Ralf Braun bei der "Lunch Lecture" in Neuwied. Foto: bt
Ralf Braun bei der "Lunch Lecture" in Neuwied. Foto: bt

 

(Neuwied/bt) – Innere Ruhe, Konzentration und Stress-Reduktion – wer wünscht sich das nicht? Das Einüben von Achtsamkeit kann ein Weg dahin sein, sagt Ralf Braun. Der Diplomtheologe und freiberufliche Achtsamkeitstrainer hat bei der „Lunch Lecture“ in Neuwied einen Eindruck davon vermittelt, wie Achtsamkeit am Arbeitsplatz Berufstätigen und Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern gleichermaßen helfen kann.

 

„Spüren Sie den Stuhl, Ihre Füße auf dem Boden“, mit einer Kurzübung verdeutlicht Braun, worum es bei der Achtsamkeit geht. „Es ermöglicht, bewusst dem zu begegnen, was jetzt ist.“

 

„Achtsamkeit wird oftmals als Superkraft oder Wellnesstechnik missverstanden. Es dient nicht der Selbstoptimierung“, betont Braun, der einige Jahre das Exerzitienhaus St. Thomas in der Eifel leitete. Es sei vielmehr ein Weg zu mehr Zufriedenheit im privaten, aber auch beruflichem Umfeld. Der Umgang mit den eigenen Stressfallen wird geschult. „Wer weniger Stress hat, ist gesünder und weniger krank. Das hat Vorteile für beide Seiten im Geschäftsleben“, stellt Braun fest. Das Betriebsklima verbessert sich.

 

Um dies zu erreichen, sei das Einüben wichtig. „Die Gefühle gehen auf Wanderschaft; in die Zukunft oder in die Vergangenheit. Doch im Körper sind wir im ‚Jetzt‘“, erklärt Braun, warum sich viele Übungen mit der Körperwahrnehmung beschäftigen. Dadurch ließe sich das Gedankenkarussell anhalten.

 

„Ich nehme viel Gutes mit nach Hause und in meinen beruflichen Alltag“, sagt die Teilnehmerin Brigitte Ursula Scherrer und ergänzt: „Die Zeit war gut angelegt. Es hatte etwas von Besinnung“. Das Fazit von Marion Blettenberg fällt ebenfalls positiv aus: „Die Achtsamkeitsübungen könnten mir helfen“.

 

Auch die Organisatorin Ruth Solbach ist zufrieden. „Ich habe mitgenommen, mehr im ‚Hier‘ zu sein“. Zudem freut sie sich, dass die erste „Lunch Lecture“ in Neuwied fast 20 Teilnehmende anzog. Neben Ruth Solbach ist Michael Scheidgen, beide im Vorstand der Diözesangruppe Koblenz des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), im Vorbereitungsteam. Von Seiten des Bistums Trier ist der Themenschwerpunkt Arbeit für die Veranstaltung verantwortlich. Die Leiterin dieses Bereichs, Veronika Ziegelmayer, war ebenfalls vor Ort.

 

Die „Lunch Lecture“ richtet sich besonders an Unternehmerinnen und Unternehmer, an Selbstständige und Führungspersonen sowie an Akteure aus der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik. Diese Veranstaltungsform in der Mittagspause soll die Gelegenheit bieten, bei gemeinsamem Essen und Kurzvortrag ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen.

 

Informationen zur „Lunch Lecture“ gibt es per E-Mail an themenschwerpunkt-arbeit(at)bistum-tier.de, auf www.keb-arbeit.de oder bei Petra Gentgen unter Tel.: 0651-993727-10.

 


Bistum Trier legt Präventions-Ordner für Schulen vor

„Achtsam miteinander!“

Übergabe des Präventionsordners an Bischof Dr. Stephan Ackermann und Direktorin Mechthild Schabo, Zentralbereich Pastoral und Gesellschaft, durch Albrecht Adam, Leiter der Schulabteilung des Bistums. Foto: bt
Übergabe des Präventionsordners an Bischof Dr. Stephan Ackermann und Direktorin Mechthild Schabo, Zentralbereich Pastoral und Gesellschaft, durch Albrecht Adam, Leiter der Schulabteilung des Bistums. Foto: bt

 

(Trier/bt) – Der Schutz von Kindern und Jugendlichen an Schulen in Trägerschaft des Bistums Trier ist oberstes Anliegen für die Abteilung Schule und Hochschule im Bistum Trier. Deshalb hat sie am 12. November einen Präventionsordner vorgelegt. Partizipativ mitgewirkt haben auch Eltern- und Schülervertretungen, Schulleitungen und Kollegien.

 

Die einheitliche Grundlage für den Ordner bilden die „Rahmenordnung zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ vom Oktober 2013 und das 2014 in Kraft gesetzte Rahmenleitbild „Den ganzen Menschen bilden“. Diese Basis gelte es zu konkretisieren und stetig weiterzuentwickeln, so Albrecht Adam, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule im Bistum Trier.

 

Der Präventionsordner „Achtsam miteinander! Grenzen achten – vor Missbrauch schützen – sichere Orte schaffen“ soll am 23. November auf einer Fachtagung in Köln, an der auch Bischof Dr. Stephan Ackermann teilnimmt, vorgestellt werden. Für bischöfliche Schulen stelle er eine verbindliche Orientierung dar, die helfen soll, eine gelebte Kultur der Achtsamkeit und einen respektvollen Umgang miteinander zu gestalten. Wichtig sei vor allem, die Thematik „Prävention von sexuellem Missbrauch“ offen anzusprechen, bestehende Verunsicherungen wahrzunehmen und die Sensibilität für Grenzverletzungen sowie Formen sexualisierter Gewalt zu erhöhen, erklären Adam und Dr. Hans Georg Wirtz, Pädagogischer Referent im Arbeitsbereich Kirchliche Schulen, im Vorwort der Publikation.

 

 

 


Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats: Bericht über die Arbeit im „Haus der Stille“ in Weitenhagen / Hilfe für polnische Partnergemeinde in Słupsk

Erneuerung aus der Begegnung mit Gott

Das „Haus der Stille“ (Friedrich-Wilhelm-Krummacher-Haus) in Weitenhagen südlich von Greifswald erzeugt mit seinen vielfältigen Angeboten zur inneren Einkehr eine Anziehungskraft, die weit über die Region hinausstrahlt. Foto: PEK / Sebastian Kühl
Das „Haus der Stille“ (Friedrich-Wilhelm-Krummacher-Haus) in Weitenhagen südlich von Greifswald erzeugt mit seinen vielfältigen Angeboten zur inneren Einkehr eine Anziehungskraft, die weit über die Region hinausstrahlt. Foto: PEK / Sebastian Kühl

 

(Weitenhagen/sk) - Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) empfiehlt der Synode des PEK, dem Vertrag über die Übertragung der Trägerschaft des „Hauses der Stille“ (Friedrich-Wilhelm-Krummacher-Haus) in Weitenhagen zwischen der Nordkirche und dem Kirchenkreis zuzustimmen. Diesen Beschluss fasste das Gremium in seiner Sitzung am zurückliegenden Dienstag, 13. November, direkt vor Ort, da die Sitzung wie üblich im „Haus der Stille“ in Weitenhagen stattfand. Das „Haus der Stille“ in Weitenhagen „ist ein Angebot für Menschen, die Erneuerung und Vertiefung in ihrem Leben suchen – aus der Begegnung mit Gott“, heißt es auf der Internetseite des Hauses. Der Kirchenkreisrat hatte im Januar dieses Jahres einen bereits 2014 gefassten Beschluss sowie die Beschlüsse der Synode und der Kirchengemeinde Weitenhagen, in denen die Überführung des „Hauses der Stille“ in die Trägerschaft des Kirchenkreises entschieden worden war, bestätigt. Eine Bestätigung der Beschlüsse war auch durch das Kuratorium des Hauses erfolgt. Das „Haus der Stille“ befand sich zwar von Beginn an in Trägerschaft der Pommerschen Kirche – den Beschluss zu seiner Errichtung fasste die damalige pommersche Landessynode im Jahr 1966 – während des Fusionsprozesses im Zuge der Gründung der Nordkirche war die Trägerschaft jedoch aus formalen Gründen auf die Landeskirche übergegangen.

 

Wachsende Auslastung und überraschende Seminarangebote

 

Den Beschluss zum „Haus der Stille“ nahm der KKR zum Anlass, um den Leiter des Hauses, Pastor Michael Wacker, über die aktuelle Arbeit berichten und einen Überblick über das Jahresprogramm 2019 geben zu lassen. Michael Wacker leitet das Haus seit rund zweieinhalb Jahren. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang in der Phase des Leitungswechsels habe die Auslastung bereits im vergangenen Jahr mit insgesamt 2.696 Übernachtungen wieder zugenommen, so Michael Wacker. Im laufenden Jahr sei bereits in den ersten drei Quartalen die Gesamtzahl des Vorjahrs übertroffen worden. Zum vielfältigen Programm im kommenden Jahr zählen beispielsweise ein theologisches Kurswochenende zum Thema „Abendmahl“, Besinnungs- und Einkehrtage für verschiedene Zielgruppen, ein Seminar für biblische Seelsorge, eine Singe-Woche oder eine Seelsorge-Woche für Frauen. „Wir haben auch viele Angebote, die überraschen und mancher vielleicht nicht bei uns vermutet, wie zum Beispiel das Bierbrauseminar ‚Maß halten – der Weg des Bieres – der Weg des Mannes‘, das sich auch gut als Geschenk eignet“, erläuterte Michael Wacker die Vielfalt der Angebotspalette.

 

„Haus der Stille“ entwickelt überregionale Anziehung

 

„Fastenwoche und Einkehrtage sind zwar zentrale Themen, aber die Bandbreite unseres Programms, das es als gedruckten Flyer und im Internet unter www.weitenhagen.de gibt, ist riesig“, sagte der Pastor. Die Herkunft der Teilnehmenden zeige, dass das „Haus der Stille“ eine Anziehungskraft weit über die Region hinaus entwickle, die nach Mecklenburg, nach Berlin und bis Hamburg hinausstrahle, so der Leiter des Hauses. „Dieses Haus ist etwas Besonderes, das höre ich von Gästen immer wieder“, sagte Michael Wacker. Das habe seiner Meinung nach auch mit der fühlbaren jahrzehntelangen Tradition des Einkehrhauses zu tun. Zudem habe er schon vielfach in Seminaren, Kursen und Zusammenkünften die Wirksamkeit Gottes gespürt. Der Kirchenkreis lobte im Anschluss an den Bericht die Arbeit im „Haus der Stille“. Es sei in den zurückliegenden Jahren hervorragend gelungen, das Profil des Einkehrhauses weiter zu schärfen und gleichzeitig mit dem angebotenen Programm den Spagat zu schaffen zwischen Urlaub und Einkehr, zwischen Freizeitorientierung und Kraftquelle, zwischen Sinnsuche und Auszeit. Dabei blieben die Angebote in ihrer Vielseitigkeit dem zugrunde liegenden, ganz besonderen Geist und dem Anspruch des Hauses treu. Der Kirchenkreisrat war sich einig darin, das „Haus der Stille“ weiterhin zu stärken und nach den Möglichkeiten des PEK zu unterstützen. „Dieses Haus steht für ein segensreiches Miteinander in unserer Kirche, das spiegelt nicht zuletzt auch die Vielfalt der Besuchenden wider“, hieß es aus dem Kirchenkreisrat. Das „Haus der Stille“ zählt zu den Standorten der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“, die Angebote zur inneren Einkehr in der Region bündelt.

 

Hilfe für polnische Partnergemeinde

 

In einem weiteren Tagesordnungspunkt beschäftigte sich der Kirchenkreisrat mit einer Bitte der Evangelischen Kirchengemeinde im polnischen Słupsk (Stolp), die dem Gremium vom Pommerschen Diakonieverein übermittelt wurde. Die dortige Gemeinde möchte ein „Zentrum für Diakonie und Dialog“ einrichten. Für die Umsetzung des Vorhabens in einem der Gemeinde bereits größtenteils gehörenden Gebäude sind der Zukauf eines Gebäudeteils sowie eine umfangreiche Sanierung des gesamten Gebäudes notwendig. Die Maßnahme wird von der polnischen Gemeinde mit insgesamt rund 300.000 Euro angegeben. Der Kirchenkreisrat beschloss, der evangelischen Kirchengemeinde Słupsk für die Umsetzung des Projekts „Zentrum für Diakonie und Dialog“ 10.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Jeweils 5.000 Euro sollen dafür aus dem Ökumenehaushalt des Regionalzentrums und aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ bereitgestellt werden. Das entstehende Zentrum werde auch die Intensivierung von deutsch-polnischen Jugendbegegnungen ermöglichen, hieß es in der Begründung des Beschlusses. Die finanzielle Unterstützung sei nicht nur eine ganz praktische Hilfe für die Brüder und Schwestern in der polnischen Diaspora-Gemeinde, sondern auch ein klares Bekenntnis zur internationalen Partnerarbeit, so der KKR. Der Pommersche Evangelische Kirchenkreis pflegt Partnerbeziehungen zum Stift Växjö der Kirche von Schweden, zu den Diözesen Wroclawska und Pomorsko Wielkopolska der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, zur Zentraldiözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT) sowie zur Kap Oranje Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (ELCSA).

 

Weitere Themen und nächster Sitzungstermin

 

Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit einem Antrag auf Beteiligung an Mehrerträgen aus Pfarrvermögen, mit der Entwicklung eines IT-Sicherheitskonzepts, mit geplanten Baumaßnahmen, mit zahlreichen Personalfragen sowie mit der Planung und Vorbereitung des gemeinsamen Treffens der beiden Kirchenkreisräte der Kirchenkreise Pommern und Mecklenburg am 24. November in Güstrow.

Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 11. Dezember 2018 statt.

 

Stichwort Kirchenkreisrat

 

Der Kirchenkreisrat vertritt den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis in allen Angelegenheiten. Er führt die Aufsicht über die 153 Kirchengemeinden und ihre Verbände sowie über die Dienste und Werke und erteilt die erforderlichen Genehmigungen. Das Gremium besteht aus 13 Mitgliedern. Ihm gehören die Pröpstin und Pröpste der drei Propsteien des Kirchenkreises, Pröpstin Helga Ruch (Stralsund), Propst Gerd Panknin (Demmin) und Propst Andreas Haerter (Pasewalk), als geborene Mitglieder an. Die weiteren zehn Mitglieder wurden von der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gewählt: Sylvia Giesecke, Raik Harder, Dr. Gerd Albrecht, Wolfgang Banditt, Reinhard Kurowski, Beate von Randow, Dr. Gerrit Marx, Angelika Beyer, Pastor Dr. Ulf Harder und Johanna Hertzsch. Vorsitzender des Kirchenkreisrates ist Propst Gerd Panknin. Der Kirchenkreisrat bereitet die Entscheidungen der Kirchenkreissynode vor, bringt Vorlagen ein und führt die Beschlüsse aus. Er bringt den Haushalt ein und ist für die Durchführung verantwortlich. Er berät Pröpstin und Pröpste, beruft die Pastorinnen und Pastoren in die Pfarrstellen des Kirchenkreises und führt die Aufsicht über die Kirchenkreisverwaltung. Der Kirchenkreisrat im Internet: http://www.kirche-mv.de/Kirchenkreisrat.565.0.html

 

 


Wir sind Kirche fordert konkrete Zuwendung, rechtliche Aufklärung und nachhaltige Aufarbeitung statt der Ankündigung eines kirchlichen Gedenktages für Missbrauchs-Opfer

„Nicht FÜR sondern MIT den Betroffenen sexualisierter Gewalt in der Kirche“

 

(München/wsk) -Anstelle des jetzt von den deutschen Bischöfen kurzfristig angekündigten Gedenktages für die Opfer sexuellen Missbrauchs fordert die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche konkrete Zuwendung zu den Betroffenen, rechtliche Aufklärung und nachhaltige Aufarbeitung. Statt Gottesdienstfeiern FÜR die Betroffenen sollten diese gemeinsam MIT den Betroffenen und deren Selbsthilfe-Organisationen gestaltet werden. Dabei sind dann die besonderen Bedingungen sexualisierter Gewalt und ihrer jahrzehntelangen Vertuschung innerhalb der römisch-katholischen Kirche zu thematisieren. 

 

Schweigen, Verharmlosen, Relativieren, Vernebeln und Aussitzen von Taten stehen als Reaktionsmuster spätestens seit dem kirchlichen „Nine-Eleven“ Anfang des Jahres 2010 in Deutschland (Stichwort: P. Klaus Mertes SJ vom Canisius-Kolleg Berlin) nicht mehr zur Verfügung.  Wer innerkirchlich davon wissen wollte, habe es auch viele Jahre zuvor wissen können, spätestens seit der großen Aufdeckungswelle 2002 in den USA.

 

Nach der Bestätigung der innerkirchlichen Systemdefizite durch die MHG-Studie im September 2018 (sehr ähnliche Ergebnisse hatte bereits 2010 die Westpfahl-Studie für das Erzbistum München und Freising erbracht) ist es nun für die Kirchenleitungen höchste Zeit, sich endlich den konkreten Verantwortungen zu stellen. Glaubhafte Reue manifestiert sich nicht durch einen Gedenktag, der die Geschehnisse bereits zu einem Ereignis der Vergangenheit macht.

 

Wir sind Kirche fordert die Verfolgung sexualisierter Gewalt gegenüber Minderjährigen als vom Staat zu ahndende Straftat und nicht nur als kirchenrechtlich minderschweren Verstoß gegen die Zölibatspflicht. Neben der strukturellen Aufarbeitung braucht es eine Veränderung von Priesterbild und Priestererziehung, neue Konzepte zur Klerikerausbildung und einen Verantwortungsbewussten Umgang mit Nähe und Distanz in der Seelsorge. Dies alles wird nur möglich sein, wenn die römisch-katholische Kirche Sexualität enttabuisiert und mit Hilfe der Humanwissenschaften eine von Verantwortung geprägte Sexuallehre entwickelt.

 

Hintergrund:
Die weltweit vernetzte internationale Reformbewegung Wir sind Kirche ist 1995 in Österreich als Reaktion auf die Vorwürfe sexualisierter Gewalt entstanden, die gegenüber dem damaligen Wiener Kardinal Hans-Hermann Groer erhoben wurden. In Deutschland hat Wir sind Kirche seit 2002 und damit lange vor den deutschen Bischöfen zehn Jahre lang ein niederschwelliges Not-Telefon für Betroffene betrieben.
Im Jahr 2010 hatte Wir sind Kirche das Buch „Macht, Sexualität und die katholische Kirche. Eine notwendige Konfrontation“ des australischen Weihbischofs Geoffrey Robinson herausgegeben, der selber Opfer und später Vorsitzender des nationalen Komitees zur Klärung der Missbrauchsvorwürfe war. Das Buch (ISBN 978-3-88095-196-9) kann auch über Wir sind Kirche bezogen werden.

 


Schleswiger Schülerinnen und Schüler feiern Buß- und Bettags-Gottesdienst

„Lernen, mit eigenen Augen zu sehen“

Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Schleswig, Lehrer Burkhard Kleist (Lornsenschule) und Pastor Dr. Wilko Teifke (Bischofskanzlei Schleswig)/Nordkirche)
Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Schleswig, Lehrer Burkhard Kleist (Lornsenschule) und Pastor Dr. Wilko Teifke (Bischofskanzlei Schleswig)/Nordkirche)

 

(Schleswig/aw) - Am Mittwoch (21. November) findet um 11 Uhr ein Buß- und Bettags-Gottesdienst im Schleswiger Dom statt. Wie bereits in den zurückliegenden  Jahren wird der Gottesdienst von Schleswiger Schülerinnen und Schülern gestaltet. Die Predigt hält Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

 

 

 

Bischof Magaard zeigte sich vom Engagement des Vorbereitungsteams beeindruckt und sagte: „Ich freue mich, dass wir die Tradition der Schülergottesdienste am Buß- und Bettag auch in diesem Jahr fortsetzen können. In den Vorbereitungsstunden wurde deutlich, wie bewusst und kritisch hinterfragend die Schülerinnen und Schüler mit dem umgehen, was ihr tägliches Leben ausmacht. Die Augen zu öffnen statt zu verschließen, Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten zu erkennen und damit bewusst umzugehen, ist für mich eine christliche Haltung.“

 

 

 

Zur Vorbereitung des Buß- und Bettags-Gottesdienstes im Schleswiger Dom hat sich die Gruppe von Oberstufenschülerinnen und -schülern der Lornsen- und Domschule in Schleswig regelmäßig im Rahmen eines Schulprojektes in der Schleswiger Bischofskanzlei getroffen. In gemeinsamen Gesprächen, in Kleingruppen und mit Beiträgen, die sie zuhause vorbereiteten, haben sich die Teilnehmenden auf die Suche nach Werten, die in ihrem Leben eine Rolle spielen, gemacht. Unter dem Motto „Augen auf“ stellen sie dar, wie schwierig es sein kann, für sich den „richtigen“ Weg in einer komplizierten und komplexen Welt voller Widersprüche und Gegensätzlichkeiten zu finden. Mit eigenen Texten und musikalischen Beiträgen geben sie Denkimpulse zum Thema. Unter anderem gestaltete das Vorbereitungsteam eine Fotostory und nimmt darin Bezug auf Situationen aus dem eigenen Lebensumfeld.

 

 

 

Der Buß- und Bettags-Gottesdienst wird von Domorganist Rainer Selle musikalisch begleitet. Zur Vorbereitungsgruppe gehören neben den Jugendlichen Lehrerin Susanne Tempel (Domschule), Lehrer Burkhard Kleist (Lornsenschule) sowie Pastor Wilko Teifke aus der Bischofskanzlei.

 

 

 


Ökumenischer Gottesdienst im Dom am Buß- und Bettag

Grenzen überwinden

Gemeinsamer Gottesdienst 2016. Foto: bt
Gemeinsamer Gottesdienst 2016. Foto: bt

 

(Trier/bt) – „Unsere engen Grenzen – wandle sie in Weite“: Unter diesem Motto steht der ökumenische Gottesdienst zum Buß- und Bettag am Mittwoch, 21. November um 19 Uhr im Trierer Dom. Bischof Dr. Stephan Ackermann und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, werden dem Gottesdienst vorstehen, Rekowski wird die Predigt halten.

 

Das diesjährige Motto soll den Blick lenken auf Ausgrenzungen gegenüber anderen Menschen und auf die neuen Grenzen, die auch am Rande Europas in Form von Mauern und Grenzzäunen entstehen. Es erinnert dabei laut Dekanatsreferent Thomas Kupcik daran, dass es lohne, gerade in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation für Menschlichkeit und die Erhaltung der Demokratie in Deutschland zu kämpfen. Mit dem in Trier in langer Tradition ökumenisch gefeierten Gottesdienst wolle man die gute Botschaft von Barmherzigkeit und Frieden vermitteln, die Gott den Menschen schenkt und die alle Christen gemeinsam herausfordert; so sollen Perspektiven und christliche Hoffnung neu sichtbar werden.

 


Bundesversammlung tagt vom 17. bis 18. November im Gürzenich

Kolping-Spitzentreffen in Köln

 

(Köln/pm) - 370 Delegierte und Gäste der Bundesversammlung des Kolpingwerkes Deutschland aus dem gesamten Bundesgebiet werden am Wochenende in Köln erwartet. Dabei stehen Neuwahlen an der Verbandsspitze an, es werden die Weichen für den verbandlichen Zukunftsprozess gestellt, Anträge und Rechenschaftsberichte stehen zur Diskussion und es wird über ein neues Corporate Design für das Kolpingwerk Deutschland und seine Einrichtungen entschieden.

 

Nach 14 Jahren im Amt des Bundesvorsitzenden scheidet Thomas Dörflinger aus. Als Nachfolgerin hat der Bundesvorstand die Mainzer Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich vorgeschlagen. Außerdem stehen drei weitere Bundesvorstandsämter zur Wahl. 

 

Der verbandliche Zukunftsprozess sieht viele Beteiligungsmöglichkeiten vor. Nach den bundesweit 20 Regionalforen im April steht bald das bundesweite Zukunftsforum am 30. März in Fulda bevor. Alle Kolpingmitglieder sind dazu eingeladen. In den kommenden zwei Jahren möchte der Bundesvorstand die bisherigen Ergebnisse und Erkenntnisse des Zukunftsprozesses soweit verdichten, damit die Bundesversammlung 2020 programmatische und organisatorische Richtungsentscheidungen beschließen kann. Weiterhin wird eine breite Beteiligung der Mitglieder sowie der Einrichtungen und Unternehmen im Kolpingwerk Deutschland angestrebt. Über den „Fahrplan“ des Bundesvorstandes entscheidet die Bundesversammlung.

 

Im Mittelpunkt eines neuen Corporate Designs steht eine neue Wort-Bild-Marke. Sie wird durch modulare Gestaltungselemente mit guter Wiedererkennbarkeit ergänzt. Nachdem bereits vor einem Jahr eine erste Präsentation stattgefunden hatte, steht nun eine Entscheidung an, die hinsichtlich des Logos eine hohe Verbindlichkeit für den Verband und seine zahlreichen Einrichtungen und Unternehmen besitzt.

 

Einen Höhepunkt der Bundesversammlung bildet die Verabschiedung des Bundesvorsitzenden Thomas Dörflinger aus seinem Amt. Neben diversen Ehrungen wird es anlässlich seines Ausscheidens auch einen Festakt in der Minoritenkirche am Kolpingplatz geben. Dabei wird außerdem der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZdH) mit der Adolph-Kolping-Plakette geehrt. ZdH-Präsident Hans-Peter Wollseifer nimmt die Auszeichnung entgegen.

 

 

 


Angebot der Kirchlichen Klimaschutzstiftung für CO2-neutrale Mobilität überzeugte:

Mecklenburgische Kirchenkreisverwaltung künftig mit E-Auto unterwegs

Waren von der ersten Fahrt im E-Auto der Kirchenkreisverwaltung Mecklenburg begeistert: Ilka Kramer, Elke Stoepker und Cornelia Meissner (v.l.),  Foto: ELK/C. Meyer
Waren von der ersten Fahrt im E-Auto der Kirchenkreisverwaltung Mecklenburg begeistert: Ilka Kramer, Elke Stoepker und Cornelia Meissner (v.l.), Foto: ELK/C. Meyer

 

 

(Schwerin/cme) - Vorfahrt für die Kirchenkreisverwaltung Mecklenburg: „Ein großes E am Ende des Nummernschildes erlaubt mit diesem Auto auch die Busspur zu nehmen“, so Cornelia Meissner vom Kirchlichen EnergieWerk (KEW). Die Geschäftsführerin übergab dieser Tage gemeinsam mit Mario Langer vom Autohaus Piahowiak (Trollenhagen) einen Renault Zoe an die Kirchenkreisverwaltung Mecklenburg. Es ist bereits das zweite mecklenburgische E-Auto, weitere folgen demnächst in Kirchengemeinden. Erst seit kurzem nutzt beispielsweise die Pastorin von Gresse-Granzin ein solches für die Gemeindearbeit. So leistet der Kirchenkreis Mecklenburg einen Beitrag zu seinen eigenen Klimaschutzzielen.

 

 

 

„Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung in Schwerin können das neue E-Auto sofort nutzen“, blickt Elke Stoepker als Leiterin voraus. Bei realistisch gut 300 Kilometern Reichweite könnten sowohl „nötige Stadtfahrten wie auch Fahrten zu Sitzungen und Terminen nach Ludwigslust, Güstrow oder Rostock unternommen werden“. Unterm Strich möchte die Verwaltung Fahrtkosten einsparen. Denn bisher rechnen die Verwaltungsmitarbeitenden die Dienstfahrten mit ihren Privat-Pkws natürlich per Kilometergeld ab.

 

 

 

Aufladen mit 100 Prozent Ökostrom

 

„Das Angebot der Kirchlichen Stiftung für Klimaschutz in Mecklenburg, das wir als Kirchliches EnergieWerk umsetzen, ist so konzipiert, dass grundsätzlich der Betrieb eines E-Autos finanziell günstiger ist als der Betrieb eines fossilen Kraftfahrzeugs“, erläutert Geschäftsführerin Meissner. Zudem förderte die Stiftung die Doppel-Ladestation am Schweriner Parkplatz des neuen E-Autos in der Wismarschen Straße 300. „Natürlich ,tanken‘ wir zu 100 Prozent Ökostrom“, ergänzt Ilka Kramer, die Fachbereichsleiterin Innere Verwaltung und Organisationsentwicklung der Kirchenkreisverwaltung. Der Kleinwagen mit der modernen Batterie-Technik sei geleast und das innovative Projekt zugleich mit der staatlichen Umweltprämie in Höhe von 2000 Euro umgesetzt worden.

 

 

 

Bequeme Auto-Buchung am PC

 

Nach der ersten Testfahrt bescheinigten Elke Stoepker und Ilka Kramer dem schneeweißen Auto einen bequemen Fahrtkomfort samt gutem Platzangebot und Ladevolumen. Bequem ist ebenso, das neue Dienstauto zu buchen: „Über Outlook kann jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter an seinem PC-Arbeitsplatz den Pkw buchen oder gegebenenfalls auch wieder stornieren“, so Ilka Kramer. An Bord des Kleinwagens seien stets zwei Ladekabel, „eines für die gängige Ladestation und eines mit Schukostecker für die normale Steckdose“.

 

 

 

Das Netz an Ladestationen wächst zudem stetig. Dazu trägt der Kirchenkreis Mecklenburg ebenfalls bei. So gibt es bereits Wallboxen in den Kirchengemeinden Hagenow und Gresse-Granzin, auf dem Rostocker Michaelshof, am Haus der Kirche in Güstrow und neu in Schwerin. „Jeweils eine weitere Ladesäule wird derzeit in den Kirchengemeinden Brunow und Kröpelin errichtet“, so KEW-Geschäftsführerin Meissner. Denn die Kirchliche Stiftung für Klimaschutz fördert vor allem für Gemeinden in Mecklenburg den Umstieg auf CO2-neutrale Mobilität. Meissner: „Für die notwendigen Ladestationen werden bis zu 100 Prozent der Kosten übernommen. Zudem werden drei Jahre lang mit bis zu 200 Euro die monatlichen Leasingraten für die Autos gefördert.“ Ein attraktives und überzeugendes Angebot, wie die wachsende Nachfrage zeige.

 

Mehr: www.kirchliches-energiewerk.de

 


Konstituierende Tagung in Lübeck-Travemünde:

II. Landessynode der Nordkirche mit feierlichem Gottesdienst eröffnet

(Lübeck-Travemünde/maw) - Mit einem Gottesdienst in der St. Lorenz-Kirche in Lübeck-Travemünde ist heute (15. November) die erste Tagung der II. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) eröffnet worden. 156 Synodale wurden feierlich auf ihr Amt verpflichtet. Am Nachmittag wird Landesbischof Gerhard Ulrich als Vorsitzender der Ersten Kirchenleitung die Tagung der II. Landessynode eröffnen. Das Kirchenparlament wird in seiner konstituierenden Sitzung aus seiner Mitte das Präsidium wählen, bestehend aus einem oder einer Präses und zwei Vizepräsides. Im weiteren Verlauf der Beratungen stehen bis Sonnabend neben der Wahl verschiedener synodaler Ausschüsse auch der Haushalt 2019 der Nordkirche, mehrere Kirchengesetze sowie Berichte auf der Tagesordnung.

 

Landesbischof Gerhard Ulrich erinnerte in seiner Predigt an die Verheißungen des Reiches Gottes. „Die Zukunft beginnt heute. Ohnmächtige werden erhöht, Mächtige erniedrigt. Nichts wird bleiben wie es ist. Wer hinsieht und das Reich entdeckt im Hier und Jetzt, unter uns, der sieht: wir können auch anders. Frei werden von den destruktiven Kräften, die uns beherrschen. Sehen, was wir angerichtet haben. Aber auch woher die Rettung naht. Wir müssen Gott nicht außen vor halten, wenn diese Welt und Erde taumelt und irrt. Gott ist auch da, wo wir als Sünderinnen und Sünder unterwegs sind. Mitten unter uns. Mitten im Verzagen und Versagen.“

 

Ulrich dankte den Synodalen für ihr Engagement. „Sie teilen, was sie mit sich tragen – Glauben, Erfahrungen aus unterschiedlichen Teilen der Geschichte; Lasten, Erkenntnisse, Geschichten, Mut und Sorge. Und vermehren gemeinsam, was alle einzeln haben. Hinsehen, wahrnehmen, verstehen, was Gott uns sagt, wohin er uns führen will: das ist unser gemeinsames Amt der Leitung unserer Kirche, Dienst am Leib Christi. Die Entscheidungen der Synode, ihre Resolutionen und Entschließungen, Ausschüsse und Arbeitsgemeinschaften – sie sind noch nicht das Reich Gottes. Aber sie bilden ab die Hoffnung, in die uns der Glaube führt, dass die Liebe, der Geist des Friedens mitten unter uns sind. Sie sind Verweise auf den, der ist und war und kommen wird.“

 

Hintergrund:

 

Gemäß Verfassung der Nordkirche bilden die Ehrenamtlichen in der Landessynode die Mehrheit. Der II. Landessynode gehören 95 ehrenamtliche und 61 hauptamtliche Mitglieder, also Pastorinnen und Pastoren bzw. kirchliche Mitarbeitende, an. Unter ihnen befinden sich 76 Gemeindesynodale, 32 Synodale aus der Gruppe der Pastorinnen und Pastoren, 14 Mitarbeitendensynodale, sowie 18 Synodale aus den Diensten und Werken. Jeweils ein Synodenmitglied haben die Theologischen Fakultäten der Universitäten Kiel, Rostock und Greifswald sowie der Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg entsandt. Die Nordschleswigsche Gemeinde wird durch zwei Synodale mit Rede- und Antragsrecht vertreten. Ebenfalls mit Rede- und Antragsrecht vertreten sind jeweils zwei Jugenddelegierte aus jedem Sprengel. Darüber hinaus hat die Erste Kirchenleitung zwölf Synodale berufen.

 

Die 156 Mitglieder der II. Landessynode wurden für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Die Nordkirche war Pfingsten 2012 aus den ehemaligen Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern entstanden. Die Nordkirche wird gemeinsam durch die Landessynode, die Kirchenleitung und den Landesbischof geleitet.


Gebet zum Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs - Interview mit der Präventionsbeauftragten der Diözese

Versagen und Hoffnung vor Gott tragen

Foto: DRS/Wolfgang Schmidt
Foto: DRS/Wolfgang Schmidt

 

 

(Rottenburg/drs) - Papst Franziskus hat einen jährlichen Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs angeregt. Für Deutschland haben die Bischöfe festgelegt, dass dieser von den Kirchengemeinden rund um den 18. November begangen werden soll, dem "Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch". Sabine Hesse, Präventionsbeauftragte der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hat für die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) zu diesem Gedenktag ein Gebet formuliert. Im Interview erläutert sie Hintergründe zur Entstehung des Gebets und drückt aus, welche Hoffnung sie damit verbindet.

 

 

 

 

 

Frau Hesse, Sie haben ein Gebet geschrieben, das die DBK nun zum Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs am 18. November bundesweit zur Verwendung in den Gottesdiensten empfiehlt. Was hat Sie bei der Formulierung dieses Textes bewegt?

 

 

 

Sabine Hesse: Als Theologin ist es mir wichtig, die Erfahrungen und Gefühle, die mit sexuellem Missbrauch - nicht nur in der Kirche - verbunden sind, auch in religiöse Sprache zu bringen. Präventionsarbeit und auch Aufarbeitung spielen sich oft nur im pädagogischen oder juristischen Bereich ab. Das ist gut und wichtig, aber in der Kirche doch nicht alles. Wir haben bisher in unserem kirchlichen "Kerngeschäft" noch keine eigene Sprache für den Umgang mit sexuellem Missbrauch gefunden. Meinen ersten Entwurf für die DBK habe ich mit verschiedenen Fachleuten und auch mit Betroffenen diskutiert. So ist schließlich dieser Text entstanden.

 

 

 

Weshalb haben Sie für Ihren Text die Form des Gebets gewählt?

 

 

 

Hesse: Das Gebet ist für mich eine Möglichkeit, mit der eigenen Ohnmacht und den eigenen Grenzen umzugehen und sie dann, mit Gott an der Seite, zu überschreiten und zu einer besseren Zukunft zu kommen. Das offene und konkrete Eingestehen von Fehlern und Grenzen, um dann vorwärts zu gehen, wünsche ich mir auch von den Verantwortlichen in der Kirche in der aktuellen Situation. Diese Haltung kann im Übrigen auch für Täter wichtig sein, die ihre Schuld bereuen und Verantwortung dafür übernehmen wollen.

 

 

 

In den letzten Wochen waren von Kirchenvertretern Schuldeingeständnisse und Betroffenheitsbekundungen zu hören. Was kann das Gebet bei den Gottesdienstbesuchern bewirken?

 

 

 

Hesse: Wir müssen damit rechnen, dass in jeder Versammlung von mehr als vier Christinnen und Christen ein Opfer von sexueller Gewalt anwesend ist. Aber deren Erfahrung kommt in unserer Liturgie bisher nicht vor, obwohl wir doch eigentlich alles vor Gott hintragen können. Betroffene fühlen sich oft durch den Täter von der Welt isoliert, so dass die Thematisierung ihres Schicksals auch im Gottesdienst ihnen neue Zugehörigkeit vermitteln könnte. Ein wichtiger Satz für die Prävention ist: Wer das Schweigen bricht, bricht die Macht der Täter. Den anderen vermittelt das Gebet, dass sexueller Missbrauch Menschen oft für ihr ganzes Leben negativ prägt oder dass viele etwas ahnen, aber keine Verantwortung übernehmen. Ebenso wird auch deutlich, dass Hoffnung besteht, wo man sich von den Geschichten der Opfer berühren lässt - auch von ihrer Stärke - und wo man für den Kinderschutz arbeitet.

 

 

 

"Wir klagen, wir bekennen, wir wollen hören, sprechen, hoffen", heißt es im Gebet. Darf es die Kirche dabei belassen?

 

 

 

Hesse: Nein, natürlich ist das Gebet kein Ersatz für Handeln, sondern soll dem Handeln Kraft geben. Die Kirche muss ihre Bemühungen um Prävention fortsetzen und verstärken. Sie muss intensiver und öffentlicher als bisher aufarbeiten und auch hierüber viel mehr sprechen. Vor allem mit den Betroffenen und mit Kirchengemeinden, in denen sexueller Missbrauch begangen wurde. Und sie muss ihre Strukturen so verändern, dass sexueller Missbrauch und Machtmissbrauch in ihrem Verantwortungsbereich möglichst erschwert wird. Das Positive dabei ist für mich, dass in der Kirche so zunehmend "Landeplätze" für Missbrauchsopfer aus allen gesellschaftlichen Bereichen entstehen könnten, die dringend Ansprechpersonen und Hilfe brauchen. Dadurch käme die Kirche ihrer Berufung näher, nämlich die Zuwendung Gottes zu den Schwächsten der Gesellschaft zu verwirklichen.

 

 

 

 

 

Die Fragen stellte Markus Waggershauser

 

 

 

 

Zur Person

 

 

 

Sabine Hesse (55) ist Diplomtheologin und Diplompädagogin. Als Präventionsbeauftragte der Diözese Rottenburg-Stuttgart leitet sie seit 1. Dezember 2012 die Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz. Sie hat außerdem Berufserfahrung in der Jugendhilfe und im Management sozialer Organisationen.

 

 

 


Philosophischer Salon zur Lebenskunst

 

(Magdeburg/pm) - Am Freitag, dem 23. November, lädt die Evangelische Erwachsenenbildung zum vorerst letzten Mal in diesem Jahr zum Philosophischen Salon ein. Unter dem Titel „Lebensklugheit im Garten“ wird es um die Konzepte von Freundschaft und Lebensgenuss bei dem Philosophen Epikur gehen. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Bürgelstraße 1 in Magdeburg und endet gegen 20.30 Uhr. Carsten Passin, Philosophischer Praktiker, aus Kemberg bei Wittenberg leitet den Philosophischen Salon. Der Eintritt kostet 5 Euro, für Getränke ist gesorgt. Die Evangelische Erwachsenenbildung bittet um Anmeldung unter der Telefonnummer 0391 598 022 68 oder eeb-lsa@ekmd.de.

 

Das gemeinsame Philosophieren zu Fragen der Lebenskunst und Lebenskönnerschaft steht im Mittelpunkt des Philosophischen Salons. Nach einer Einführung werden im gemeinsamen Gespräch Themen entwickelt, die den Kreis der Teilnehmenden beschäftigen. Die Reihe „Philosophischer Salon“ soll 2019 fortgesetzt werden, die aktuellen Termine finden sich unter www.eeblsa.de.

 

Der Philosoph Epikur lehrte in einem Garten in Athen, wo er eine Schule gründete und ohne persönlichen Besitz mit seinen Schülern lebte. Sie kamen zum Teil von weit her und aus allen sozialen Schichten der damaligen Gesellschaft. Unter den Epikuräern wurden freundschaftliche Beziehungen besonders gepflegt. Außergewöhnlich für die damalige Zeit war, dass Epikur auch Ehepaare, Frauen und Sklaven als Schüler aufnahm.

 

Carsten Passin ist Philosophischer Praktiker und lebt in Kemberg bei Wittenberg. Seit 1992 führt er philosophische Gespräche mit Jugendlichen und Erwachsenen beim philoSOPHIA e.V.

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem philoSOPHIA e.V.

 


Renoviertes Erasmushaus für Katholische Hochschulgemeinde Tübingen

Eine Atmosphäre für Begegnung schaffen

Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart
Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart

 

(Tübingen/drs) - Bernd Hillebrand (47) leitet seit sieben Jahren als Pfarrer die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) in Tübingen. Im Interview spricht er über die Herausforderungen, die das Leben an Studierende heute stellt - und wie das Erasmushaus, Studierendenwohnheim der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Sitz der katholischen Hochschulseelsorge Tübingen, darauf reagiert. Nach Abschluss von umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wird das Erasmushaus am Freitag (16. November) eingeweiht, Weihbischof Matthäus Karrer feiert um 18.00 Uhr einen Gottesdienst in der Kapelle des Hauses.

 

 

 

 

 

Herr Hillebrand, in welchen Anliegen wenden sich denn Studierende an einen Seelsorger?

 

 

 

Dr. Bernd Hillebrand: Studierende befinden sich in einer sehr zentralen Phase ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Daher werden Fragen vor allem in Bezug auf das eigene Ich und die Zukunft gestellt. Es geht um persönliche Beziehungen, um die richtige oder neue Studienwahl, um den eigenen Glauben oder am Ende des Studiums um die richtige Berufswahl.

 

 

 

Wie finden Sie Kontakt zu den jungen Menschen an der Universität?

 

 

 

Hillebrand: Es ist nie ein Selbstläufer, dass junge Studierende zur KHG kommen. Es braucht Kreativität und starke Beziehungsarbeit - über Netzwerke zu Fachschaften oder über den Kontakt, den Studierende wieder zu anderen Studierenden aufbauen. Darüber hinaus garantiert eine starke Mitwirkung von Studierenden in der KHG eine junge Kultur, die sich in Poetry Slams, Wohnzimmerkonzerten oder Podiumsdiskussionen widerspiegelt. Je vielfältiger die Kultur und die Ausrichtung der KHG ist, desto pluraler sind die Kontakte.

 

 

 

Sie haben als Beispiel die Kultur genannt. Was macht das Leben einer Hochschulgemeinde aus?

 

 

 

Hillebrand: Die KHG erfindet sich jedes Semester ein Stück neu und lebt von individuellen und gemeinschaftlichen Initiativen, die aufgrund einer hohen Fluktuation schnell umgesetzt werden. Auf der anderen Seite ist diese Schnelllebigkeit in der KHG auch anstrengend, da ständig neue Konstellationen und Beziehungsnetze entstehen. Die größte Kontinuität ist ein Gemeinderat von zehn Personen, der jährlich gewählt wird.

 

 

 

Die KHG zieht am 16. November nach der Renovierung wieder ins Erasmushaus in der Belthlestraße zurück. Wo lagen die Schwerpunkte der Modernisierung?

 

 

 

Hillebrand: Im Bereich des Wohnheims hat sich die Zahl der Zimmer von 27 auf 32 erhöht. Diese Zimmer wurden generalsaniert und komplett neu ausgestattet. Die Büroräume sind aus dem Wohnheim in den Langbau des Erasmushauses umgezogen. Der Mittelbau hat im Erdgeschoss ein neues Foyer erhalten, um eine Atmosphäre der Begegnung und des Willkommenseins zu schaffen. Darüber befindet sich eine neu gebaute Kapelle, die im Kontrast zum sonst sehr lichtdurchlässigen Gesamtcharakter des Hauses steht. Schließlich wurden die Veranstaltungsräume saniert und mit Technik für Podiumsdiskussionen, Kultur- oder Musikveranstaltungen ausgestattet. Auch ein Raum für die beiden KHG-Bands wurde neu geschaffen.

 

 

 

Seit das Erasmushaus 1959 gebaut wurde, sind die Zeiten, was die Ausstattung betrifft, gänzlich andere geworden. Gilt dies auch für die jungen Menschen, die es mit Leben füllen?

 

 

 

Hillebrand: Das Bindungsverhalten von jungen Menschen hat sich verändert. Sie müssen in der Vielfalt einer pluralen Gesellschaft Erfahrungen machen und sich ausprobieren. Sie sind bereit, sich für ein bestimmtes Projekt oder ein zeitlich begrenztes Engagement einzubringen, vor allem, wenn das persönliche Interesse oder die eigene Kultur zur Sprache kommt. Junge Menschen haben außerdem viel besser als die älteren gelernt, auf sich selbst zu achten. Sie können leicht auch mal nein sagen, den persönlichen Sport einem Engagement vorziehen oder mit Nicht-Vollendetem zufrieden sein. Insgesamt ist das Leben junger Menschen individueller und vielfältiger geworden.

 

 

 

Haben es die Studierenden heute dadurch leichter als frühere Generationen?

 

 

 

Hillebrand: Nicht unbedingt. Die Ablösung vom eigenen Elternhaus ist schwerer geworden, da Eltern ihre Kinder weit in das Studium hinein eng behüten und begleiten. Auch durch die sogenannte Modularisierung an den Universitäten ist das eigene Erwachsenwerden und die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit eher schwerer geworden, da eigenständige Entscheidungen und eigenständige Denkprozesse nicht mehr unmittelbar gefordert sind und gefördert werden.

 

 

 

Was müsste die Kirche aus Ihrer Sicht tun, damit sich solche jungen Leute auch in Zukunft in ihr engagieren?

 

 

 

Hillebrand: An diesen veränderten Realitäten junger Menschen muss Kirche ansetzen. Eine offene Partizipation, die nicht versucht in ein bestehendes System zu integrieren, sondern die einen situationsbezogenen Raum zur Begegnung schafft, macht Platz für junge Menschen und funktionalisiert sie nicht für das eigene System. Immer wenn es um das eigene Leben als Ganzes geht, werden Menschen und vor allem junge Menschen an Kirche interessiert sein und sich für eine bestimmte Zeit einbringen.

 

 

 

Die Fragen stellte Markus Waggershauser.

 

 

 

 

 

Zur Person

 

 

 

Bernd Hillebrand ist Priester der Diözese Rottenburg-Stuttgart und leitet seit Juni 2011 die Katholische Hochschulgemeinde in Tübingen. In dieser Zeit promovierte der heute 47-Jährige im Fach Theologie zum Thema "Ästhetische Zeichen in der Pastoral. Ästhetische Passung als eine Pastoral der Zeichen der Zeit". Seit dem Wintersemester 2018/19 lehrt er bereits an der Katholischen Hochschule in Freiburg, wohin er im nächstem Jahr umziehen wird.

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

 

 

 

Zum Stichwort Hochschulseelsorge:

 

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart betreibt fünf Wohnheim für Studierende an den Studienorten Tübingen, Stuttgart-Hohenheim, Ulm und Weingarten. An insgesamt 12 Hochschulen in Württemberg sind drei Priester sowie 13 Pastoral- und Gemeindereferenten und -referentinnen in der katholischen Hochschulseelsorge tätig.

 

 

 

·         Internetauftritt der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in Tübingen http://www.khg-tuebingen.de

 

·         Ökumenischer Internetauftritt der Hochschulseelsorge in Baden-Württemberg https://www.hochschulseelsorgeinbw.de

 

 

 

 

 


Historische  Turmuhr der Versöhnungsgemeinde am ehemaligen Todesstreifen findet neuen Ort im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung

Zeitzeugin und Symbol der Versöhnung

 

 

 

Turmuhr * Versöhnungsgemeinde * Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung * Spendenaktion

 

 

 

(Berlin/bfw) -  Am Sitz von Diakonie Deutschland und Brot für die Welt in Berlin-Mitte werden Besucherinnen und Besucher ab nächstem Sommer ein besonderes Symbol für Versöhnung und Hoffnung betrachten können. Die Uhr der alten Versöhnungskirche am Mauerstreifen in Berlin-Wedding wird in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen innerdeutschen Grenze ihren neuen Platz finden. Damit die historische Uhr restauriert und mit einem historischen Ziffernblatt der benachbarten Ost-Berliner Zionskirche ausgestattet werden kann, hat die Versöhnungsgemeinde eine besondere Spendenaktion ins Leben gerufen: „Verschenke eine Minute“.

 

 

 

Thomas Jeutner hatte die Idee, jede Minute, die auf einem Ziffernblatt angezeigt werden kann, symbolisch zum Kauf anzubieten. Der Pfarrer der Versöhnungsgemeinde sagt:  „Es geht darum, die Erinnerung an einen unvergesslichen Moment festzuhalten. Diese Minute kann man mit einer Spende symbolisch erwerben, und jeden Tag wird künftig diese Minute auf dem Ziffernblatt der Uhr der Versöhnung angezeigt.“  Insgesamt stehen von 0 bis 12 Uhr 720 Minuten zur Verfügung.

 

 

 

Klaus Seitz, Leiter der Abteilung Politik bei Brot für die Welt, sagt: „Mit der Uhr der alten Versöhnungskirche reiht sich unser Haus in die Erinnerungsstätten an die deutsche Teilung in Berlin-Mitte ein. Für viele Besucherinnen und Besucher aus aller Welt ist die Überwindung dieser Teilung zu einem hoffnungsvollen Symbol für Frieden und Versöhnung geworden.“

 

 

 

Das Uhrwerk der alten Versöhnungskirche in Berlin-Wedding stand seit dem Mauerbau still. Turm und Kirche waren mit der Grenzschließung am 13. August 1961 eingemauert worden. Jörg Hildebrandt, damals Uhrenwart, stellte kurz danach die Zeiger der Uhr auf „Fünf vor Zwölf“. Der heute 79-Jährige  erinnert sich: „Steht die Zeit still, wenn meiner Uhr Stillstand verordnet ist für Jahrzehnte? Gott sei Dank, nein! Die Zeit, sie geht unaufhaltsam weiter, schafft Raum den Zuversichtlichen – bis alle Hindernisse überwunden sind und das Uhrwerk der Versöhnung wieder laufen darf.“

 

 

 

Zum 125. Gründungsjubiläum der alten Versöhnungskirche, dem 28. August 2019, soll die Uhr feierlich im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung in Betrieb genommen werden. Für die Restaurierung und die Einrahmung in einem Plexiglasgehäuse werden insgesamt 30.000 Euro benötigt. Die Gemeinde bittet um Spenden von 45 Euro für eine Minute. Für jede Spende gibt es eine Urkunde.

 

 

 

Spendenkonto: Ev. Versöhnungsgemeinde Berlin, DE36 5206 0410 7803 9955 50.

 

 

 


Am 18. November ist Diaspora-Sonntag

Bundesweite Kollekte für Christen in der Diaspora

Bruder Andreas Brands gibt mit Maximilian die Suppe aus. Der 29-Jährige ist als Industriekletterer viel unterwegs und versucht, sich wenigstens einmal in der Woche für andere einzusetzen Foto: Alfred Herrmann
Bruder Andreas Brands gibt mit Maximilian die Suppe aus. Der 29-Jährige ist als Industriekletterer viel unterwegs und versucht, sich wenigstens einmal in der Woche für andere einzusetzen Foto: Alfred Herrmann

 

(Paderborn/pm) - Am 18. November ist der bundesweite Diaspora-Sonntag in der katholischen Kirche. Dann sammeln die Gläubigen deutschlandweit in allen katholischen Gottesdiensten für Katholiken, die in der Minderheit ihren Glauben leben. Mit den Kollekten und Spenden von diesem Tag werden mehr als 700 verschiedene Projekte unterstützt. Beispielhaft dafür steht dieses Jahr die Suppenküche in Berlin-Pankow. Mehr als 80.000 Essensportionen gibt die Suppenküche der Franziskaner pro Jahr an Bedürftige aus.

 

 

 

„Wir leben zu 100 Prozent von Spenden, von Geld-, Lebensmittel- und Kleiderspenden und vor allem von Zeitspenden.“ Der Leiter Bernd Backhaus unterstreicht die notwendige Unterstützung der Suppenküche.  Rund 400.000 Euro müssen jährlich an Spenden gesammelt werden, damit der Betrieb gesichert ist. Konkret heißt das: ohne das Engagement der fast 90 Ehrenamtlichen und ohne das Geld vieler hilfsbereiter Menschen gibt es nichts zu Essen – ein Zeugnis gelebten Glaubens und der Nächstenliebe, das Christen wie Nicht-Christen durch ihren unermüdlichen Einsatz mitten in Berlin Tag für Tag geben.

 

"Indem wir Christus in Gebet, Wort und Tat bezeugen, können wir als Christen aktiv in die Gesellschaft hineinwirken und unsere christlichen Werte als wichtiges Fundament für ein friedvolles Miteinander in unserer Gesellschaft einbringen", betont der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, mit Blick auf die karitative Einrichtung. Dieses Anliegen spiegelt sich auch in dem Leitwort "Unsere Identität: Christus bezeugen“ der diesjährigen Diaspora-Aktion wider.

 

Das Bonifatiuswerk setzt sich dafür ein, Katholiken in der Diaspora in ihrem Glauben zu stärken und das Erleben von Glaubensgemeinschaft zu ermöglichen. Im Jahr 2017 wurden 776 Projekte mit mehr als acht  Millionen Euro unterstützt. Am Diaspora-Sonntag 2017 wurden bundesweit 2,14 Millionen Euro gesammelt. Als Hilfe zur Selbsthilfe gibt das Bonifatiuswerk die Spenden u.a. für Projekte der Kinder- und Jugendseelsorge, für karitative und soziale Arbeit, für die Anschaffung von Fahrzeugen, sogenannten BONI-Bussen, sowie für den Bau und die Renovierung von Kirchen, Gemeindezentren, Kindergärten und Schulen weiter.

 


Erste Veranstaltungsreihe zum antijüdischen Relief endet zugleich

Buß- und Bettagsgottesdienst in Bützower Stiftskirche mit Bischof v. Maltzahn

Foto: Nordkirche
Foto: Nordkirche

 

(Bützow/cme) - Zu einem besonderen ökumenischen Gottesdienst wird kommenden Mittwoch (21. November) um 19.30 Uhr in die Stiftskirche Bützow eingeladen. Die Predigt am Buß- und Bettag hält der Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn, Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

 

„Der Gottesdienst schließt die ökumenische Friedensdekade und zugleich unsere erste Veranstaltungsreihe zum antijüdischen Relief in unserer Kirche ab“, blickt Pastorin Johanna Levetzow voraus. Mitwirkende im Gottesdienst seien mit Pastorin Christine Oberlin und Pfarrer Tobias Sellenschlo ebenfalls Vertreter der Reformierten bzw. der Katholischen Kirche. „Wir freuen uns, dass Bischof v. Maltzahn den Umgang mit dem Erbe christlichen Antijudaismus‘ in der Geschichte sowie die Herausforderungen aktuellen Antisemitismus in unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt seiner Predigt stellen wird“, so Pastorin Levetzow.

 

Hintergrund: Renovierungsarbeiten an der Stiftskirche haben ein für jüdische Gläubige blasphemisches Relief aus dem Mittelalter wieder sichtbar gemacht. Seit Jahren setzen sich die evangelische und katholische Kirche in Deutschland mit der Geschichte des Antijudaismus im Christentum auseinander. Der Umgang mit den historischen Darstellungen aus der Vorreformation ist durchaus umstritten. „Spott, Kulturgut, Auftrag?“ – so heißt daher eine Veranstaltungsreihe der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Bützow, die seit August zum Diskurs über den Umgang mit dem in der Stiftskirche wiederentdeckten Relief einlud.

 

Im Gottesdienst am kommenden Mittwoch wird eine „spezielle Bußliturgie – gestaltet auch von Ehrenamtlichen und den anwesenden kirchlichen Vertretern – das Thema aufnehmen“, so Pastorin Levetzow. „Bereits in der Relief-Arbeitsgruppe, die die Veranstaltungsreihe vorbereitete, arbeiten mit Maria Göldenitz und Gottfried Hägele zwei Gemeindeglieder ehrenamtlich neben mir als Pastorin mit.“ In der Arbeitsgruppe hatten darüber hinaus auch Fachleute aus der gesamten Nordkirche mitgewirkt und die Kirchengemeinde beraten. So hatte beispielsweise Pastor Klaus-Dieter Kaiser von der Akademie der Nordkirche im September zu einem Informationsabend im Pfarrhaus eingeladen.

 

Ziel der Reihe ist es, mit Expertinnen und Experten in den Dialog zu treten, die Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und mittels eines öffentlichen Dialogs zu einer gemeinsamen Lösung für den Umgang mit dem Relief zu kommen.

 


Verleihung des Bundesverdienstordens für ehrenamtliches Engagement in der Entwicklungshilfe


 

 

 

(Weimar/pm) – Zahnarzt Dr. Hans-Joachim Schinkel aus Sömmerda, Thüringen, wird gemeinsam mit Doris Elfert, Annette Projahn und Christoph Schuchert mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Der Orden wird von Ministerpräsident Bodo Ramelow im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen.  Dr. Schinkel erhält den Orden für sein ehrenamtliches Engagement in der Entwicklungshilfe, das er seit 1999 mit seinem Verein Dentists for Africa (DfA), ausgebaut hat.

 

 

 

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem, oder ehrenamtlichen Gebiet verliehen. Dr. Hans-Joachim Schinkel ist seit fast zwanzig Jahren in bemerkenswerter Weise ehrenamtlich in der Entwicklungshilfe engagiert. 1999 gründete er den Verein Arzt- und Zahnarzthilfe Kenia e.V.- heute Dentists for Africa (www.dentists-for-africa.de). Seitdem leitet er die Hilfsorganisation in der Position des ersten Vorsitzenden. Bezüglich seines Engagements betont Dr. Schinkel besonders die gemeinschaftliche Arbeit innerhalb des Vereins und besonders des Vorstandes, sowohl in Kenia, als auch in Deutschland.  

 

 

 

Auszeichnung für ein besonderes Engagement

 

 

 

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow: „Es muss Dr. Schinkel mit Glück erfüllen, zu sehen, wie erfolgreich seine ehrenamtliche Arbeit ist: Patenschaften für Collegeabschlüsse, Soziale Hilfe für Witwen, Zahnarztpraxen und Zahnarztstationen über ganz Kenia verteilt sowie der Aufbau eines zentralen Lagers für die Zahnarztpraxen. Als Ministerpräsident danke ich für dieses großartige und nachhaltige Wirken im Ehrenamt. Ich danke Dr. Schinkel für seine Lebensleistung.“ 

 

 

 

Seit der Gründung hat Dr. Schinkel 25 Hilfseinsätze in Kenia durchgeführt. Zunächst wurde das zahnärztliche Projekt mit dem Ziel initiiert, zahnärztliche Versorgung für mittellose Menschen besonders in entlegenen, ländlichen Gebieten zur Verfügung zu stellen. Bis heute wurden in Zusammenarbeit mit verlässlichen, lokalen Partnern in Kenia 13 Zahnstationen eingerichtet, die von kenianischem Personal geführt werden. Unterstützung erhalten sie dabei von deutschen Einsatzleistenden. Von einem Zentrallager aus werden die Stationen mit zahnärztlichem Material versorgt.  Ein Schwerpunkt liegt auf Aus- und Weiterbildung. Beispielsweise werden jährlich Seminare organisiert, bei denen sowohl theoretisches, als auch praktisches Wissen an junge Kenianer vermittelt wird. So sollen die Probleme vor Ort nachhaltig angegangen werden. 

 

 

 

„Ich sehe die Auszeichnung als Wertschätzung unseres Landes an und nehme sie stellvertretend für die vielen bei Dentists for Africa Engagierten entgegen, die alle dazu beitragen, dass es gerechter in unserer gemeinsamen Welt zugeht.“, so Dr. H.-J. Schinkel.

 

 

 

Weitere Projekte

 

 

 

DfA ist vor allem im Westen Kenias aktiv – dort liegt die HIV-Rate teilweise bei über 20 Prozent. Daher leben in der Region besonders viele Witwen und Waisen. Aus diesem Grund unterstützt DfA zusätzlich soziale Projekte in Kenia. 2002 wurde das Patenschaftsprojekt gegründet und  seither über 850 Patenschaften vermittelt. Das Projekt begleitet die Kinder durch Schul- und Berufsausbildung. Bis heute haben mehr als 250 von ihnen ihre Ausbildung abgeschlossen.   

 

 

 

Außerdem unterstützt DfA die Witwenkooperative St. Monica Village, eine Selbsthilfegruppe von zum Großteil HIV-positiver Witwen, die sich zusammengeschlossen haben, um die Lebensumstände ihrer Familien zu verbessern. Etwa 250 Witwen sind Mitglieder der Kooperative. Durch gemeinsame Projekte verdienen sie genug Geld, um sich und ihre Familien zu versorgen.  

 

Dentists for Africa legt Wert darauf, lokale Herangehensweisen zu unterstützen und arbeitet daher eng mit den kenianischen Partnern zusammen. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, kommuniziert wird dabei über Skype und WhatsApp. Langfristig ist es das Ziel, die Projekte in kenianische Hände zu übergeben. 

 

 

 

 

 

Über Dentists for Africa

 

Dentists for Africa (DfA) ist eine humanitäre Hilfsorganisation aus Deutschland, die die lokale Bevölkerung in Kenia mit sozialen und zahnärztlichen Projekten stärkt und fördert. Bis heute hat Dentists for Africa 13 Zahnstationen in Kenia aufgebaut und über 850 Patenschaften vermittelt. Mehr als 250 Patenkinder haben bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen. Etwa 250 HIV-positive Witwen werden im Rahmen der Witwenkooperative St. Monica Village durch Dentists for Africa unterstützt.  

 

 

 

Spenden an: 

 

Dentists for Africa e.V. 

 

IBAN: DE86 8205 1000 0140 046798 

 

Sparkasse Mittelthüringen 

 

BIC: HELADEF1WEM

 

 

 

Kontakt:

 

Dentists for Africa 

 

Belvederer Allee 25 

 

99425 Weimar  

 

Tel. +49 (0) 3634 6048592 

 

www.dentists-for-africa.org 

 

www.facebook.com/dentists.africa 

 


Andrew Morley übernimmt Leitung der Kinderhilfsorganisation

World Vision International mit neuer Führungsspitze

 

(Friedrichsdorf/wv) - Die weltweit arbeitende Kinderhilfsorganisation World Vision International hat einen neuen Präsidenten. Der Brite Andrew Morley wird als CEO künftig die überkonfessionelle christliche Organisation führen. Morley übernimmt das Amt im Februar kommenden Jahres.

 

Morley kam im Januar 2016 zu World Vision. Zu seinen aktuellen Aufgaben gehören die Bereiche Strategie, Marketing, Kommunikation, Menschen und Kultur, Recht und Finanzen.  Er übernimmt die Nachfolge von Kevin Jenkins, der seit 2009 Präsident ist und der in diesem Jahr seine Absicht bekundet hat, die Position nach Ablauf seiner zweiten fünfjährigen Amtszeit zu verlassen. Jenkins wird den Übergang bis Juni 2019 unterstützen.

 

Morley übernimmt die Führung in einem wichtigen Moment in der Geschichte von World Vision.  Die mehr als 40.000 Mitarbeiter setzen eine globale Strategie um, die eine Fokussierung ihrer Arbeit für die ärmsten und von Krisen betroffenen Kinder fördert, sowie Kapazitäten und Strukturen neuen Entwicklungen anpasst. World Vision hat sich beispielsweise verpflichtet, die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.

 

Andrew Morley: „Ich fühle mich geehrt und freue mich, dass ich ausgewählt wurde, um World Vision zu leiten. Zusammen mit unseren Gebern und Partnern freue ich mich auf noch mehr Fortschritte bei der Verbesserung der Lebenschancen gefährdeter Kinder und bedrohter Gemeinschaften.“

 

Bevor er zu World Vision kam, leitete und entwickelte Andrew Morley erfolgreiche digitale Unternehmen in den Bereichen Internet, Einzelhandel, Technologie, Telekommunikation, Finanzdienstleistungen und Medien.  Er war Chief Executive Officer von Clear Channel UK und hatte Führungspositionen bei Unternehmen wie Google, Motorola und Sky TV. Er lebte und arbeitete im Rahmen internationaler Einsätze in Afrika, Australien, Frankreich, Deutschland, Singapur und den USA. Er hat zudem Theologie studiert und ist seit 2016 ordinierter Vikar der anglikanischen Kirche.

 

Donna Shepherd, Vorsitzende des Aufsichtsrats von World Vision International, gab die Ernennung nach einer Vorstandssitzung in Kampala, Uganda, bekannt: „Andrew wurde aus einem sehr starken Feld von internen und externen Kandidaten als Nachfolger von Kevin Jenkins ausgewählt. Wir danken Kevin für seinen vorbildlichen Einsatz für World Vision. Er hat mit Entschlossenheit ein solides Fundament für die Zukunft von World Vision geschaffen.“

 

Auch Christoph Waffenschmidt, CEO von World Vision Deutschland begrüßt die Ernennung von Andrew Morley: “Ich kenne Andrew gut und schätze ihn sehr. Mit ihm hat World Vision International eine äußerst engagierte und mit seinem theologischen und wirtschaftlichen Hintergrund umfassend qualifizierte Führungspersönlichkeit gefunden. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.”

 

Das weltweite Netzwerk von World Vision ist in fast 100 Ländern aktiv. Schwerpunkt der Arbeit sind Katastrophenhilfe, langfristige Entwicklungszusammenarbeit und der Einsatz für Kinderrechte, auch durch politische Arbeit. Im vergangenen Jahr wurden rund 41 Millionen Kinder durch die Programme unterstützt. World Vision ist eine überkonfessionelle, christliche Organisation und leistet Hilfe unabhängig von Herkunft, Religions- und Geschlechtszugehörigkeit.

 


Frauenbund wirbt für gleichberechtigte Vertretung von Frauen und Männern am Kirchenleben

KDFB: Frauen in die Kirchenverwaltungen wählen

 

(München/kdfb)  – „Gehen Sie zur Kirchenverwaltungswahl. Wählen sie ausgewogen, geben Sie auch den weiblichen Kandidatinnen ihre Stimme. Ich bin sicher: Wenn Frauen und Männer den gleichen Anteil diesen Gremien haben, das würde schon tiefgreifende Veränderungen in der Kirche nach sich ziehen,“ so der Appell von Emilia Müller, der Vorsitzenden des Katholischen Deutschen Frauenbundes Landesverband Bayern (KDFB). Die Vorsitzende des größten bayerischen Frauenverbandes ruft die katholischen Christinnen und Christen auf, der Wahl am kommenden Sonntag durch ihre Stimmabgabe Gewicht zu verleihen.

 

Die ungleiche Vertretung von Frauen und Männern in den Kirchengremien erfüllt den Frauenbund mit Sorge in Bezug auf eine gleichberechtigte und ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern und deren Beteiligung am Kirchenleben. Denn Frauen und Männer sollen in den kirchlichen Gremien auf allen Ebenen gleich stark vertreten sein.

 

„In den Pfarrgemeinderäten sind vorwiegend Frauen vertreten, wir vermissen sie aber in den Kirchenverwaltungen. Frauen müssen aber dort ebenso stark vertreten sein wie in den Pfarrgemeinderäten. Das könnten die Katholischen Christinnen und Christen am kommenden Sonntag erreichen.“ Von mehr Parität in den kirchlichen Gremien erwartet sich Müller eine Korrektur hin zu den Bedürfnissen der Gläubigen und der Familien in Städten und in Dörfern. In der Kirchenverwaltung wird über die Finanzen und das Budget der Gemeindearbeit vor Ort entschieden. Da würden Frauen auch neue Akzente setzen, meint Müller. Auf lange Sicht könnte Kirche so an Attraktivität gewinnen.

 

Einer der wichtigsten Lebensräume der Gläubigen ist die Kirchengemeinde vor Ort. Durch demographische Veränderungen, Kirchenaustritte und immer größere Pfarrverbände wird es immer schwieriger, den Glauben gemeinsam zu leben. Die Gemeindeleitungen stehen deshalb vor großen Herausforderungen. Deshalb, so Müller, sei die Verantwortung für das Leben in Gemeinden geschwisterlich zu tragen.

 

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) habe sich schon 2013 zum Ziel gesetzt, Frauen noch stärker bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung zu fördern, die allen Christen für das kirchliche Leben aufgetragen ist. „Wer seine Stimme am Sonntag also einer Frau gibt, kommt dem Wunsch der Bischöfe nach,“ so Müller.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern (KDFB) ist Bayerns größter und unabhängiger Frauenverband mit 165.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1911 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein. Frauen prägen das kirchliche Leben vor Ort seit jeher, im Besonderen die Aktiven des Frauenbundes in 1.600 Zweigvereinen.

 

 

 


Berufung zum Studienleiter für Gottesdienst und Homiletik:

Bischof v. Maltzahn wechselt zum 1. Mai 2019 ins Prediger- und Studienseminar

(Schwerin/Ratzeburg/std) - Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn wechselt zum 1. Mai 2019 ans Prediger- und Studienseminar der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) in Ratzeburg. Das Kollegium des Landeskirchenamtes hat ihn gestern (13. November) zum künftigen Studienleiter für Gottesdienst und Homiletik (Predigtlehre) berufen. Die Berufung erfolgte für den kirchengesetzlich vorgesehen Zeitraum von acht Jahren. Der derzeitige Schweriner Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern wird damit Nachfolger von Pastor Hubertus Hotze, der in den Ruhestand eintritt.

 

Zum Arbeitsschwerpunkt Homiletik- und Gottesdienstausbildung komme die Mitverantwortung für die Konzipierung und Durchführung weiterer Kurse hinzu, hieß es in der öffentlichen Ausschreibung. Deren Inhalte und Arbeitsformen werden sich „aus den je aktuellen Bedarfen für das Pfarramt im Wandel der Zeiten ergeben“. Mit der unmittelbaren Wiederbesetzung stellt die Nordkirche einen nahtlosen Übergang in der Studienleitung sicher: Derzeit wird am Prediger- und Studienseminar ein neues Curriculum erarbeitet.

 

Gemäß Einführungsgesetz zur Verfassung der Nordkirche würde die Amtszeit von Bischof v. Maltzahn ebenso wie die des Greifswalder Bischofs im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Dr. Hans-Jürgen Abromeit, im September 2019 mit der Amtsperiode der Ersten Kirchenleitung enden. Im Einführungsgesetz ist vorgesehen, dass die Aufgaben des Bischofs nach seinem Ausscheiden von den Pröpstinnen und Pröpsten des Kirchenkreises Mecklenburg wahrgenommen werden. Die Verabschiedung von Bischof v. Maltzahn aus dem bischöflichen Amt ist für Samstag, 11. Mai 2019, 14 Uhr, im Dom zu Schwerin geplant.

 

Hintergrund:

 

Künftig wird es nur noch eine Bischöfin oder einen Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche geben, wie es im Einführungsgesetz zur Verfassung der Nordkirche vorgesehen ist. Die Bischofswahl durch die Landessynode ist für den 1. März 2019 in Greifswald geplant. Bischöflicher Dienstsitz wird Greifswald sein.

 

Der im mecklenburgischen Hagenow geborene und in Rostock aufgewachsene Andreas v. Maltzahn (57) war Pastor in Vipperow und Wismar und dabei jeweils Propst in den mecklenburgischen Propsteien Röbel und Wismar. 2007 wählte ihn die Landessynode der damaligen Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs zum Landesbischof. Seit Gründung der Nordkirche 2012 ist er Bischof im Sprengel und Pommern mit Sitz in Schwerin. (Ausführliche Biographie im Internet).

 

Das Prediger- und Studienseminar in Ratzeburg ist die Ausbildungsstätte für künftige Pastorinnen und Pastoren der Nordkirche, die sich nach dem Abschluss des Theologiestudiums im Rahmen des Vikariats sowohl in der kirchengemeindlichen Praxis als auch am Prediger- und Studienseminar auf den Dienst im Pfarramt vorbereiten.

 

Internet: Prediger- und Studienseminar der Nordkirche (www.vikariat-nordkirche.de)

 


Neues Medien-Projekt geht in Hessen‑Nassau geht an den Start

„YoungClip Award“: Mit Smartphones für Glaubensthemen begeistern

Foto: ekhn
Foto: ekhn

 

(Darmstadt/ekhn) - Mit dem „YoungClip Award“, dem neuen Medienprojekt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), werden Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren jetzt zur aktiven Nutzung ihrer Smartphones aufgefordert. Der Wettbewerb will Jugendliche dazu motivieren, sich mit Lebens- und Glaubensthemen zu beschäftigen und sie jugendgerecht und zeitgemäß in eigenen Videos zu gestalten. Sie können das alleine oder auch in Gruppen wie dem Konfirmandenunterricht oder in der Religionsklasse tun. Jeden Monat gibt es dafür neue Themenvorschläge, die ebenfalls von Jugendlichen ausgesucht werden. Vorbereitende Workshops vermitteln das notwendige Handwerkszeug für die Umsetzung mit dem eigenen Smartphone. Es winken am Ende Preise im Gesamtwert von 6000 Euro. Der Hauptpreis ist mit 2000 Euro dotiert. Das Projekt läuft bis 2020.

 

 

Abgefahrene News im Gepäck

 

Begleitet wird der Video-Wettbewerb von bekannten YouTubern, die das Projekt als Mentoren und Teil einer Fachjury über den gesamten Wettbewerbszeitraum bis zur Abschlussgala im Sommer 2020 begleiten. Mit dabei sind Mirko Drotschmann alias MrWissen2Go, Marcus Schneider alias Der Breiteste Pastor, Jana Highholder, die mit ihrem Kanal „Jana glaubt“ als YouTuberin die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt sowie Christopher Schacht, der seinen Glauben auf seiner vierjährigen Weltreise mit 50 Euro in der Tasche neu entdeckt hat. Schacht findet: „Die Kirche hat die besten und abgefahrensten News aller Zeiten im Gepäck. Wer diese Message dem Hirn und Herz zugänglich machen will, hat meine vollste Unterstützung“.

 

 

Video-Aktion bringt Spaß

 

Fünf Jugendliche aus den Gemeinden Hungen und Lich beraten das Projekt als Jugendbeirat, teilen die Social Media Posts und bringen ihre Sicht auf die Videos in die Jury ein. Kristin (16) aus Lich sagt: „Ich habe mich sofort gemeldet, beim Jugendbeirat mitzumachen. Der YoungClip Award bringt einfach alles zusammen: Spaß, Arbeit mit Freunden oder alleine, Hobby, Elan und als Gewinner bekommt man eine tolle Belohnung .Und das alles im Rahmen der Kirche, unfassbar cool, da muss man einfach mitmachen. Ich bin gespannt auf die Clips der Jugendlichen“.

 

 

Gemeinsames Sommercamp mit Profis

 

Alle eingereichten Videos werden sowohl von der Fachjury als auch durch ein Publikumsvoting bewertet. Jeden Monat wird eine Gewinnerin oder ein Gewinner beziehungsweise eine Gewinnergruppe ermittelt. Sie fahren dann zum YoungClip Summercamp 2020. Dort können die Jugendlichen ein ganzes Wochenende an professionellen Workshops rund um das Thema Video und Social Media teilnehmen und von den Mentorinnen und Mentoren lernen. Als krönender Abschluss winken den Gesamtsiegerinnen und Gesamtsiegern Preise im Wert von 6000 Euro, die bei einer Gala in der Frankfurter Jugendkirche St. Peter als Höhepunkt des Summercamps feierlich überreicht werden. Als einer der Laudatoren wird auch Hessen-Nassaus Kirchenpräsident und EKD-„Medienbischof“ Volker Jung einen der Hauptpreise verleihen. Er sagt dazu: „Für mich ist der YoungClip-Award ein spannendes Digitalprojekt in der Kirche. Wir beziehen Jugendliche aktiv ein und geben ihnen einen eigenen Raum zum Experimentieren und zur kreativen Auseinandersetzung mit dem Medium. Ich bin sicher, dass das, was dabei erarbeitet wird, nicht nur für Jugendliche interessant sein wird.“

 

Mit diesem Projekt lädt die EKHN zugleich alle Pfarrerinnen und Pfarrer, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Jugendleiterinnen und Jugendleiter ein, jugendrelevante Themen im Religionsunterricht oder in der Jugend- und Konfirmandenarbeit über das Medium Video umzusetzen. In enger Zusammenarbeit mit dem Religionspädagogischen Institut der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Kurhessen Waldeck werden für die nachhaltige Nutzung im Religions- und Konfirmanden-Unterricht thematisch begleitende Unterrichtsmaterialien erstellt.

 

Die kompletten Teilnahmebedingungen, Informationen zu den Monatsthemen und den YouTubern, Workshoptermine und alle Materialien sind auf der Aktionswebseite www.youngclip.de verfügbar. Organisatorisch und technisch betreut wird das Medienprojekt YoungClip Award vom Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit Sitz in Frankfurt am Main.

 

Online:
Internet www.youngclip.de
Youtube           www.youtube.com/channel/UC45-d5IuBQkMue4pySXoNHA

 

Facebook         www.facebook.com/youngclipaward

 

Instagram         www.instagram.com/youngclip_award

 

Hashtag           #youngclip

 


„Speisen für Waisen“- Hilfsaktion von Muslimen und Nichtmuslimen startet zum siebten Mal

Foto: Speisen für Waisen
Foto: Speisen für Waisen

 

(Bonn/sfw) - Am 19. November beginnt in diesem Jahr Deutschlands größte ehrenamtliche Aktion von Muslimen und Nichtmuslimen zugunsten von Waisenkindern: „Speisen für Waisen“. Die zum siebten Mal stattfindende bundesweite Aktion der Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland läuft bis zum 31. Dezember 2018. Dieses Jahr unterstützt der Comedian Ususmango von RebellComedy die Aktion. Er besuchte die Waisenkinder im Sudan, für die Spenden gesammelt werden.

 

Köln/Berlin, den 13.11.2018 „Gemeinsam essen, gemeinsam helfen“ heißt es ab dem 19. November nun wieder in Deutschland. Mit „Speisen für Waisen“ ruft Islamic Relief Deutschland schon zum siebten Mal zum gemeinsamen sozialen Engagement von Muslimen und Nichtmuslimen auf. Vorurteile abbauen und das Miteinander der Menschen fördern – überall im Land begegnen sich tausende Muslime und Nichtmuslime am gedeckten Tisch, kommen miteinander ins Gespräch und helfen so gemeinsam notleidenden Waisenkindern. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf der Hilfe für sudanesische Waisenkinder.

 

Die Idee ist einfach: Ob geselliges Frühstück mit Kollegen, Tee mit den Nachbarn oder üppiges Abendessen mit Freunden – Muslime laden Familie, Freunde und Bekannte gleich welcher Religion und Herkunft zu sich zum Essen ein und sammeln dabei gemeinsam Spenden. Über 100.000 Menschen kamen so in den letzten Jahren zusammen.

 

Die Spendenerlöse kommen in diesem Jahr Waisenkindern im Sudan zugute, die dringend Hilfe benötigen. Ihnen fehlt es an Grundlegendem. Sie leben in Baracken ohne Strom und fließendes Wasser, leiden Hunger und sterben an Krankheiten, deren Behandlung oft einfach, jedoch für sie unbezahlbar ist.

 

Insgesamt erreicht Islamic Relief mit seinem Waisenprogramm, als Teil eines weltweiten Netzwerks mehr als 58.000 Kinder in 27 Ländern.

 

Das Wohlergehen von Waisen ist Muslimen eine besondere Verpflichtung. Denn der Prophet Muhammad war selbst eine Waise. An seinem Geburtstag, der in diesem Jahr auf den 19. November fällt, startet die diesjährige Aktion.

 

Wer bei „Speisen für Waisen“ zwischen dem 19. November 2018 und dem 31. Dezember 2018 mitmachen möchte, kann sich jetzt anmelden und kostenloses Aktionsmaterial bestellen: Telefon: 0221 200 499-2213, E-Mail info@speisen-fuer-waisen.de. Mehr Informationen unter www.speisen-fuer-waisen.de

 


Die Aktion auf einen Blick:

 

 

 

„Speisen für Waisen“ – Machen Sie mit! Gemeinsam essen, gemeinsam helfen. Aktionszeitraum vom 19.11.2018 bis 31.12.2018

 

Islamic Relief Deutschland ruft Muslime und Nichtmuslime in ganz Deutschland auf, gemeinsam ein Essen mit Familie, Freunden oder Bekannten zu veranstalten und dabei Spenden zugunsten von Waisenkindern im Sudan zu sammeln. Teilnehmen kann jeder, egal welcher Religion und Herkunft. Auch für die Gestaltung des Essens gibt es keine Vorgaben. Ob schlicht oder vielfältig, jeder ist herzlich eingeladen, sich für den guten Zweck einzusetzen.

 

Jetzt anmelden und kostenloses Aktionsmaterial bestellen!

 

Telefon:            0221 200 499-2213

 

Internet: www.speisen-fuer-waisen.de

 

 

 


Gedenkveranstaltung in Pachten anlässlich der Reichspogromnacht

„Mit der Vergangenheit wahrhaftig umgehen“

  Landtagspräsident Stephan Toscani sprach über „Erinnerung – warum und wozu?“ (Foto: Gerhard Alt)
Landtagspräsident Stephan Toscani sprach über „Erinnerung – warum und wozu?“ (Foto: Gerhard Alt)

 

(Dillingen-Pachtenbt) – „Die Grenze zwischen Gut und Böse ist schmal“, hat Stephan Toscani, der Präsident des saarländischen Landtags, zu bedenken gegeben. Weil die Menschen auch zum Bösen fähig seien, hat er den Zweck des Erinnerns darin gesehen, für Menschlichkeit auf einem zivilisatorisch hohen Niveau einzutreten. Toscani war Hauptredner der Gedenkveranstaltung anlässlich „80 Jahre Reichspogromnacht“ im Pfarrheim St. Maximin, Dillingen-Pachten, zu der 130 Zuhörerinnen und Zuhörer kamen.

 

Eingeladen hatten die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Kreis Saarlouis e.V. und die Lothar-Kahn-Schule Rehlingen-Siersburg. Schulleiter Friedrich Müller erklärte, die Schule habe sich nach einem jüdischen Mitbürger benannt, der mit seiner Familie nach Amerika floh. Die Schule habe sich die Selbstverpflichtung gegeben, gegen jegliche Form von Diskriminierung und Rassismus einzutreten. In einem Schulprojekt mit dem Adolf-Bender-Zentrum (St. Wendel) entstand der Film „Wir erinnern für die Zukunft“. Angela Ginsbach, Joline Fay, Steven Neustadt und Till Balle stellten den Dokumentarfilm vor. Die 15- und 16-Jährigen hatten in der Gemeinde und im französischen Waldwisse recherchiert und Interviews gemacht. Der Film machte deutlich, wie integriert die Menschen jüdischen Glaubens einst waren. Er zeigte, dass es auch grenzüberschreitende Verbindungen bis hin zu Eheschließungen gab.

 

Der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler wies darauf hin, dass die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938, in der über 1400 jüdische Gotteshäuser zerstört, tausende Juden misshandelt und rund 400 getötet wurden, das Signal für die Ermordung der Juden in Europa gewesen sei. Die KEB habe sich selbst verpflichtet, auch in Zukunft daran zu erinnern, was durch Hass, Gewalt und Krieg geschehen sei.

 

Toscani rief dazu auf, mit der eigenen Vergangenheit wahrhaftig umzugehen. Er skizzierte den Prozess, in dem Juden ausgegrenzt, ihrer Würde beraubt, verbal und körperlich angegriffen wurden bis hin zu ihrer Ermordung. In der Reichspogromnacht habe die Bevölkerung auf die Verrohung und Brutalität von Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS) mit Gleichgültigkeit oder unverhohlener Unterstützung reagiert. Die Reaktionen der Kirchen seien, von einzelnen Aufrechten abgesehen, insgesamt enttäuschend gewesen.

 

Toscani wies auf aktuelle Veränderungen in der Gesellschaft hin, erwähnte in diesem Zusammenhang, dass es in einigen Herkunftsländern von Migranten Antisemitismus gebe und der Staat Israel abgelehnt werde. „Zivilgesellschaftliche Achtsamkeit und Wachsamkeit“ seien nötig. „Nicht wegschauen! Das ist die Aufgabe der Zivilgesellschaft, des Staates und seiner Repräsentanten und Institutionen“, erklärte Toscani. Deshalb würden in den Bundesländern, auch im Saarland, Antisemitismusbeauftragte eingesetzt. Mit der Erinnerung an die Reichspogromnacht sei die Aufforderung verbunden, sich für den demokratischen Rechtsstaat einzusetzen, sagte Toscani, „weil wir nicht hinnehmen wollen, dass der Hitlergruß auf deutschen Straßen gezeigt wird und Juden in Deutschland Angst haben müssen“.    

 

Pastor Gerhard Jacob für die Katholische Pfarreiengemeinschaft und Pfarrer Martin Ufer für die Evangelische Kirchengemeinde beteten um Gottes Segen. Oberkantor Gerald Rosenfeld von der jüdischen Gemeinde Thionville las auf Deutsch den Psalm 130, „Aus der Tiefe rufe ich Dich, Herr…“, und sang ihn auf Hebräisch, wie er in den Synagogen gesungen wird und auch in der 1938 zerstörten Dillinger Synagoge gesungen wurde. Das Künstlerduo Oranna Kasper (Gesang) und Thomas Bernardy (Klavier) trug unter anderem Lieder des jüdischen Komponisten Friedrich Hollaender aus den 1930er Jahren vor.

 

Vor der Gedenkveranstaltung hatten in der Innenstadt am Denkmal auf dem Platz der ehemaligen Synagoge Stephan Toscani und Bürgermeister Franz-Josef Berg einen Kranz niedergelegt. Gertrud Schmidt verlas die Namen der 51 Bürgerinnen und Bürger aus Dillingen, die im Holocaust getötet wurden.

 


Jahreskonferenz Jugendseelsorge formuliert Selbstverpflichtung und appelliert an Bischöfe

„Für den konsequenten Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt“

 

(Düsseldorf/ejf) -  Am Freitag ist in Wiesbaden die Jahreskonferenz Jugendseelsorge zu Ende gegangen. Im Fokus des Konferenzteils standen diesmal die Ergebnisse der MHG-Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensleute im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“, die im vergangenen September veröffentlicht worden waren. 

 

 

 

„Wir appellieren an unsere Bischöfe, dem Schutz von Kindern und Jugendlichen unbedingten Vorrang vor jeglichem Schutz der Institution Kirche zu geben“, heißt es in einem gemeinsamen Beschluss der Mitglieder. Darüber hinaus sei es notwendig, den Stand der Umsetzung von Präventionsrichtlinien in den Diözesen transparent zu machen und durch Standards zur Qualitätssicherung und externer Expertise regelmäßig zu überprüfen. Über den Appell an die Bischöfe hinaus verpflichteten sich die Mitglieder selber, alles ihnen Mögliche dazu beizutragen, um sexualisierte Gewalt zu verhindern, Betroffene zu unterstützen und sich für die Weiterentwicklung kirchlicher Strukturen einzusetzen, um sexualisierte Gewalt nicht weiter zu begünstigen.

 

Daneben setzten sich die Verantwortlichen der Jugendpastoral in Deutschland im Studienteil mit Gottesbegegnungen außerhalb von kirchlichen Bezügen auseinander. Den Einstieg machte dabei Professor Dr. Johannes Först aus Würzburg mit einem Impulsvortrag unter dem Titel „Gottesbegegnung in der (säkularen) Welt“. Im nächsten Schritt konnten die Teilnehmenden sich über die Sinnsuche junger Menschen in unterschiedlichen nicht kirchlichen Engagementfeldern informieren und sich z.B. in Onlinegames, im Kletterwald und an der Druckplatte selbst ausprobieren.

 

 „Der externe Input und die Beratungen haben wiederholt gezeigt, dass Kirche in jugendpastoralen Angeboten zunächst absichtslos Da-Sein sollte, um jungen Menschen Raum zum Wachsen zu geben“, so Bianka Mohr, die Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge. Erst im zweiten Schritt gehe es darum, die Suche der jungen Menschen nach dem „Geheimnis des Lebens“ zu begleiten und religiös zu deuten. Auch mit Blick auf die Ergebnisse der MHG Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensleute im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ sei es wichtig, für Kinder und Jugendliche da zu sein.

 

Bischof Stefan Oster SDB, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, nahm ebenfalls an der Jahreskonferenz teil. Er berichtete von Eindrücken und Ergebnissen der Bischofssynode zum Thema Jugend und Berufung im Oktober in Rom und dankte allen, die im Vorfeld oder vor Ort einen Beitrag dazu geleistet hatten. Der Bischof zeigte sich beeindruckt von dem gemeinsamen, eben synodalen Weg der Synode - erinnerte aber mit Papst Franziskus daran, dass Synodalität nicht einfach Demokratie bedeute: „Es ist eher die Offenheit und das gemeinsame Vertrauen, dass der Heilige Geist uns führt“. 

 

Die Jahreskonferenz Jugendseelsorge dient der Förderung, Koordination und Entwicklung der Jugendpastoral in Deutschland.

 

Mitglieder sind die Verantwortlichen für die Jugendpastoral in den bischöflichen Jugendämtern, den BDKJ Diözesan- und Landesverbänden, dem BDKJ Bundesverband, der BDKJ Jugendverbände auf Bundesebene und der Arbeitsgemeinschaft der Jugendpastoral der Orden, sowie die Leitung der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz.               

 

Die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) ist als Fachstelle für Jugendfragen in die Arbeit der Jugendkommission und des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz eingebunden.

 

 

 


Neuer Band zur Domgrabung lockt 120 Interessierte ins Museum am Dom

„Es ist beinahe ein Lebenswerk“

Markus Groß-Morgen, Bischof Dr. Stephan Ackermann, Albert Hill, Rudolph Schneider, Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, Winfried Weber und Dompropst Werner Rössel (v.l.n.r.). Foto: bt
Markus Groß-Morgen, Bischof Dr. Stephan Ackermann, Albert Hill, Rudolph Schneider, Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, Winfried Weber und Dompropst Werner Rössel (v.l.n.r.). Foto: bt

 

(Trier/bt) – Rund 120 Interessierte haben am Freitag, 9. November, den Ausführungen von Prof. Dr. Winfried Weber gelauscht, der den dreiteiligen Band „Die Ausgrabungen in der Kurie von der Leyen und der Liebfrauenstraße“ im Foyer des Museums am Dom vorgestellt hat. Der Band aus der Schriftenreihe „Die Trierer Domgrabungen“ widmet sich der Befundauswertung im Südwest-Bereich der Grabungen und beleuchtet die Anfänge der Trierer Kirchenanlage.

 

Lebhaft schildert Weber nicht nur die Ergebnisse seiner Forschung, sondern kommt auch auf Schwierigkeiten zu sprechen, denen er sich in den letzten Jahren stellen musste: Oft wurden Funde nicht ordnungsgemäß dokumentiert oder waren bereits zerstört. Dennoch geben die Resultate der Untersuchungen auf dem Areal der Kurie von der Leyen und der Liebfrauenkirche detailliert Aufschluss über die Erweiterung der antiken Stadt im zweiten Jahrhundert sowie über den Bau einer kleinen, dreischiffigen Basilika aus dem zweiten Jahrzehnt des 4. Jahrhunderts. Diese ist zu den frühesten Kirchenbauten überhaupt zu zählen und war aller Wahrscheinlichkeit nach die Bischofskirche des vierten Trierer Bischofs Agritius.

 

Noch im 4. Jahrhundert – unter Bischof Maximin – wurde der bescheidene Bau mit rechteckigem Chorraum zu einer monumentalen Anlage erweitert. Nach verheerenden Zerstörungen im 5. Jahrhundert wurde der Kirchenkomplex im darauffolgenden Jahrhundert im Bereich des Domes und der Liebfrauenkirche erneuert. Der Teil der Südwestbasilika blieb zunächst als Trümmergrundstück liegen. Bald darauf entstanden auf dem Areal jedoch frühmittelalterliche Häuschen, später Gebäude der Domkurien bis hin zur heute noch erhaltenen Kurie von der Leyen, die im Barock erweitert wurde. Anhand mehrere Schaubilder erläutert Weber die Bauabfolge bis in die heutige Zeit anhand zehn ermittelter Bauphasen. Wer originale Zeugnisse frühen Christentums mit eigenen Augen betrachten will, dem empfiehlt Weber die Besichtigung der Basilika-Reste, die unter der Dominformation konserviert wurden.

 

Bischof Dr. Stephan Ackermann zeigte sich beeindruckt von dem „opulenten Werk“, das eine komprimierte Darstellung einer „bereits lang bestehenden, lebendigen Kirchengemeinde“ sei. Wie man sehe, habe sie zwar schon viele Umbruchphasen erlebt. Dennoch sei sie noch immer ein „atmendes System“. Mit den Worten „es ist – beinahe – ein Lebenswerk“ würdigte Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg die geleistete Forschungsarbeit, ohne zukünftige Projekte aus den Augen zu lassen: „Archäologie und Kunstgeschichte sind nicht nur Selbstzweck, sondern weisen in die Zukunft; es gibt noch viel zu tun.“

 

Ausruhen wird sich Weber also nicht, denn mit Blick auf die Teile der Domgrabungen, die noch nicht ausgewertet wurden, bilanziert er: „Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Als nächstes stehen die Befunde des Domfreihofes an.“

 

Der Band „Die Ausgrabungen in der Kurie von der Leyen und der Liebfrauenstraße (Südwest-Bereich), Teil 2 – Die Befunde“ kann per Mail unter museum(at)bistum-trier.de zum Preis von 140 Euro bestellt werden.   

 


Bischof Ackermann ruft zu Spenden am Diaspora-Sonntag auf

Glaubensleben ermöglichen

Foto:  bt
Foto: bt

 

 

 

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) – „Als Christen sind wir herausgefordert, eine Antwort auf die Frage zu geben, wer wir sind, woran wir glauben und wem wir vertrauen“: Mit dieser Botschaft hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann zum Gebet und zu einer „großzügigen Spenden“ am Diaspora-Sonntag am 18. November aufgerufen. Die Kollekten der Gottesdienste an diesem Tag sind für das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken bestimmt. Das Hilfswerk unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation ihren Glauben leben. In diesem Jahr steht der Diaspora-Sonntag unter dem Motto „Keiner soll alleine glauben. Unsere Identität: Christus bezeugen.“

 

Es sei eine besondere Herausforderung für die kleinen katholischen Minderheiten in den Diasporagebieten in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum, ihren Glauben zu leben. „Einer großen Mehrheit anders- oder nichtgläubiger Menschen gegenüber sind sie dazu aufgerufen, Zeugnis zu geben“, schreibt Ackermann in dem Aufruf, der in den Gottesdiensten am 10. und 11. November im Bistum Trier verlesen wurde. „Die Kirche, die als Minderheit lebt, ist auf unsere Solidarität angewiesen – finanziell und ideell“, so der Trierer Bischof. Dem Bonifatiuswerk geht es dabei aber nicht nur um katholische Minderheiten, die in mehrheitlich protestantischen oder andersgläubigen Gebieten leben, wie Stephan Wolff erklärt. Der Koblenzer Pfarrer ist Vorsitzender des Bonifatiuswerks im Bistum Trier. Bei dem Thema gehe es inzwischen oft um eine Glaubensdiaspora: Auch in traditionell katholischen Gebieten seien heute praktizierende Katholiken häufig in der Minderheit – ein 14-jähriger Messdiener mancherorts schon ein Exot. Der Fokus liege also nicht mehr nur auf dem Verhältnis zwischen Katholiken und Protestanten, sondern auch auf der Frage, wie es um die eigene Religion in einer säkularisierten Gesellschaft stehe. Der Auftrag des Bonifatiuswerks: Den Glauben weitersagen, davon zu berichten, was es heißt, Christ zu sein und Orte der Begegnung mit Jesus Christus und seiner Botschaft zu ermöglichen: Ob das die Kirchengemeinde, die Kita, die Schule oder eine lokale ehrenamtlich tätige Gruppe sei. Das Bonifatiuswerk setzt die Spenden beispielsweise für den Bau von Kirchen und Gemeindezentren, für die Kinder- und Jugendseelsorge und für sozial-karitative Jugendprojekte ein.

 

Bei der traditionellen Kollekte zum Diaspora-Sonntag 2017 wurden im Bistum Trier etwas mehr als 95.000 Euro gesammelt. Weitere Informationen gibt es unter www.bonifatiuswerk.de und www.diaspora.bistum-trier.de. Spenden sind auch möglich auf das Spendenkonto IBAN: DE46472603070010000100 der Bank für Kirche und Caritas Paderborn eG.