Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

24.05.2018


Mehr als 10.000 Menschen bei Nacht der Kirchen im Saarland

„Es war wieder begeisternd“

Mal laut, mal leise, aber immer stimmungsvoll: Die Nacht der Kirchen im Saarland am Pfingstsonntag. Foto: bt
Mal laut, mal leise, aber immer stimmungsvoll: Die Nacht der Kirchen im Saarland am Pfingstsonntag. Foto: bt

 

 

 

(Saarland/bt) – Weit über 10.000 Menschen haben nach ersten Schätzungen auch in diesem Jahr wieder die „Nacht der Kirchen“ am Pfingstsonntag besucht. 46 Gotteshäuser im ganzen Saarland haben sich an dieser großen Aktion der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen beteiligt, die bereits zum zehnten Mal stattfand. Dabei haben viele Kirchengemeinden ihr Programm ganz ökumenisch ausgerichtet und gemeinsam das Pfingstfest begangen.

 

Zum Auftakt der Nacht der Kirchen fand in der Ludwigskirche in Saarbrücken ein Eröffnungsgottesdienst satt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher feierten unter dem Motto „Lass das Feuer wieder brennen“. Der Gottesdienst war von jungen Menschen aus der Evangelischen Studierendengemeinde und der Katholischen Hochschulgemeinde vorbereitet worden. Ehrengast Ministerpräsident Tobias Hans wirkte auch aktiv mit: Er las die Lesung. Ein weiterer Höhepunkt des Gottesdiensts war ein kurzer Text der muslimischen Poetry-Slamerin Äya Zitouni. Im Anschluss an den Gottesdienst verteilten die Mitwirkenden das Pfingstlicht an Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Gemeinden und Pfarreien.

 

„Es beindruckt mich, wie viele verschiedene Engagements es gibt, so viele Arten, wie die Menschen ihren Glauben ausdrücken. Das fasziniert mich“, sagte Diakon Franz-Josef Dobelmann von der Katholischen Studierendengemeinde. Da sehe man, wie bunt der Glaube sei. „Das wollten wir heute auch im Eröffnungsgottesdienst ausdrücken. Er war vielfältig und trotzdem stimmig. Man hat gemerkt, der eine Geist wirkt in allem!“ „Ich habe erlebt, dass der Pfingstsonntag genau der richtige Termin für eine Nacht der Kirchen ist, genau der richtige Moment, um zu spüren, dass der Heilige Geist sein Feuer tatsächlich noch immer brennen lässt“, so Markus Karsch, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Saar-Ost. „Begeisternde Chormusik „Zwischen Himmel und Erde“ in Fischbach eine rockig-moderne Lichterfeier in Marpingen oder eine tolle Gemeinschaft in Dirmingen - es war viel, es war wieder begeisternd.“

 

Karsch und Dobelmann dankten besonders den vielen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden in den Gemeinden, die die „Nacht der Kirchen“ mit ihrem großen Engagement  erst möglich machten. Der Gottesdienst wird am Sonntag, 27. Mai, um 10.04 Uhr in einer „Radiokirche Spezial“ auf SR2 Kulturradio ausgestrahlt.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst startete die Nacht der Kirchen in den einzelnen Gemeinden und Pfarreien im ganzen Saarland. Die Programme waren so vielfältig wie unterschiedlich. In St. Michael in Saarbrücken lud die Caritas nach einem Evensong zum Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Thema Migration und Integration ein. Auch Flüchtlinge selbst standen Interessierten Rede und Antwort. Dazu wurden die Gäste mit orientalischem Fingerfood bewirtet. In der Pfarrei St. Marien, Neunkirchen präsentierten Pfarrer Michael Wilhelm, Kaplan Tim Sturm und das Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen die Ausstellung „Bei deinem Namen genannt“, bei der es rund um den Namen „Maria“ geht. Kaplan Sturm lud dazu zu einer besonderen Kirchenführung ein, indem er versteckte Marienbildnisse in der Kirche zeigte und erklärte. In Schiffweiler begann die Nacht der Kirchen traditionell in der Katholischen Kirche Herz Jesu. Nach dem ersten Programmpunkt zog die Nacht der Kirche dann in die Evangelische Kirche Landsweiler-Reden um. Zum Teil bis nach Mitternacht hatten die Kirchen ihre Pforten geöffnet und dazu eingeladen, Kirche und Gotteshäuser einmal von einer ganz neuen Seite kennen zu lernen.

 

Die Nacht der Kirchen wird unterstützt von der Vereinigten Volksbank e. G, der Pax-Bank, der Regierung des Saarlandes und der Landeshauptstadt Saarbrücken. Medienpartner sind der WOCHENSPIEGEL und SR2 Kulturradio.

 


Einweihung des neuen Bruder-Konrad-Hauses in Saarbrücken

„Da ist jemand, der an mich glaubt“

 

(Saarbrücken/bt) – Nach eineinhalb Jahren Bauzeit ist am Freitag, 18. Mai, das neue Bruder-Konrad-Haus in Saarbrücken feierlich eingeweiht worden. Das Bruder-Konrad-Haus ist eine Einrichtung der Wohnungslosenhilfe, die sich an Männer richtet. Neben 60 Plätzen zum Schlafen und Wohnen, bietet das Bruder-Konrad-Haus vor allem Beratung und Betreuung an. Ziel sei es, gemeinsam mit den Bewohnern eine Perspektive für ein Leben außerhalb der Einrichtung zu suchen. Dazu gehören beispielsweiße Maßnahmen zur beruflichen Integration, Schuldnerberatung, aber auch die Vermittlung notwendiger ärztlicher Behandlung, oder die Unterstützung bei der Überwindung von Suchtkrankheiten.

 

Neben Saarlands Ministerin für Soziales, Monika Bachmann, waren auch Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz sowie der Direktor des Regionalverbands Saarbrücken, Peter Gillo zur Einweihung gekommen; die Direktorin des Caritasverbands für die Diözese Trier e.V., Dr. Birgit Kugel war ebenfalls anwesend sowie Michael Groß, Caritas-Direktor des Caritasverbands Saarbrücken e.V., Pfarrer Eugen Vogt und Dechant Benedikt Welter, der die neuen Räume segnete.

 

„Unsere Aufgabe ist es, armen und hilfsbedürftigen Menschen die Türen aufzumachen und ihnen zu helfen“, sagte Caritas-Direktor Groß bei der Veranstaltung in den neuen Räumen des Bruder-Konrad-Hauses. Groß wies darauf hin, dass bezahlbarer Wohnraum immer knapper werde. Nicht nur deshalb versuche der Caritasverband Saarbrücken Türen zu öffnen und „Menschen einen Schritt hin zu einem eigenen zu Hause zu bieten.“ „Menschen kommen zu Ihnen, die plötzlich kein Dach mehr über dem Kopf haben und Probleme haben am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, sagte Ministerin Bachmann. „Sie geben ihnen Hoffnung für ein besseres Leben und sind eine starke Schulter. Dafür möchte ich Ihnen danken!“ Die Ministerin bezeichnete das Bruder-Konrad-Haus als einen „unverzichtbaren Teil sozialer Arbeit im Saarland“.

 

Das betonte auch Saarbrückens Oberbürgermeisterin, Charlotte Britz. Sie lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Caritasverband, in dessen Trägerschaft sich das Bruder-Konrad-Haus befindet. Sie sei froh über den regelmäßigen Austausch, „um mit Ihnen zu gucken, was wir tun können, wie wir Menschen helfen und ihnen vor allem Würde geben können“, sagte die Oberbürgermeisterin. Caritas-Direktorin Dr. Kugel bedankte sich ebenfalls für den Einsatz der Hauptamtlichen um den Leiter des Bruder-Konrad-Hauses, Wolfgang Höfner und überreichte ihm im Anschluss an ihre Rede ein Kreuz aus Glas, das sie eigens hatte anfertigen lassen.

 

Wie groß die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Bruder-Konrad-Haus sind, machte einer der ehemaligen Bewohner deutlich: „Ich kam 2010 hierher und war über die Zimmer erschrocken. Ich hab mit vier Personen auf 20m² gewohnt“, erzählte er. Jetzt habe jeder ein eigenes Zimmer „Trotzdem hat es damals keine Konflikte gegeben. Man hat sich gegenseitig geholfen, gegenseitig gestützt, zusammen gelacht und geweint.“ Besonders die Gespräche mit einer Sozialberaterin haben ihm geholfen: „Da ist jemand, der an mich glaubt!“

 


Dr. Andreas v. Maltzahn: „Glaube bewährt sich im Alltag“

Bischof der Nordkirche predigt beim Bayerischen Evangelischen Kirchentag

Foto: Nordkirche
Foto: Nordkirche

 

(Hesselberg/Schwerin/cme) - „Orte des Glaubens“ – dieses Thema stand über dem 67. Bayerischen Evangelischen Kirchentag am Pfingstmontag (21. Mai). Die Festpredigt auf dem mittelfränkischen Hesselberg hielt der mecklenburgische Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn.

 

Der Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) erinnerte im 70. Jahr der Partnerschaft zwischen evangelischen Christen in Bayern und in Mecklenburg an das Glück, die Mauer zum Einsturz gebracht zu haben: „Wir alle sind heute Bürger eines Landes! Bürgerinnen und Bürger einer freiheitlichen Gesellschaft, die sich den Menschenrechten verpflichtet weiß – und kein Schuss musste dazu abgefeuert werden!“ Ein Volk, das geübt und niedergehalten war in Anpassung – dieses Volk habe sich 1989 aufgerichtet und den Traum der Befreiung gelebt. „Auf alles war der Staatsapparat mit Lagern und Repressalien vorbereitet gewesen, aber nicht auf Kerzen und Gebete. ,Vom Herrn ist’s geschehen und ein Wunder vor unseren Augen“, zitierte der Bischof Psalm 118. Die friedliche Revolution habe deutlich gemacht, „welche Kraft in unserem Glauben liegt: Mit Gott an unserer Seite müssen die Verhältnisse nicht bleiben, wie sie sind!“.

 

Im Alltag sind „Orte des Glaubens“ zu finden

 

Im Blick auf seine eigene Lebensgeschichte hat der Bischof verschiedene „Orte des Glaubens“ erlebt – beispielsweise im bergenden Abendritual, wenn die Eltern mit den Kindern gesungen und gebetet hätten; Gemeinschaftserfahrungen als Jugendliche bei Chorwanderungen oder beim Wildwasserfahren gemeinsam mit jungen bayerischen Christen in Tschechien vor 1989. Er sei dankbar für die „vielfältige Stärkung, die seine Kirche bis in die Gegenwart durch die bayerische Landeskirche“ erfahre. Aus solchen Erlebnissen, in denen auch die Nähe Gottes spürbar sei, könne man „Zuversicht schöpfen“, so Bischof v. Maltzahn.

 

In seiner Predigt auf dem Hesselberg erinnerte er an die Verklärungserfahrung Jesu und seiner Freunde. Dieses Erlebnis auf dem Berg der Verklärung sei kein Gipfelerlebnis gewesen, das sich selbst genug gewesen sei. Es wollte vielmehr bewegen und für den kommenden Weg stärken. Auch Christenmenschen heute seien gehalten, nicht in den einzigartigen Erlebnissen zu verharren: „Dahin werden wir gesandt, wo wir unsere Aufgaben haben, mitten im Leben. Dahin, wo es Jesus nachzufolgen gilt, werden wir geführt – und erfahren dabei: Orte des Glaubens sind auch jene Situationen, in denen wir unseren Glauben zu bewähren haben“, unterstrich der Bischof.

 

 

 

Gegen Fake News und Schüren von Ängsten eintreten

 

 

 

Im Alltag gebe es immer wieder Situationen, „wo es gut ist, nicht zu verschweigen, woran du glaubst, wo es vielleicht auch ein wenig Mut braucht, von dem zu reden, was deinem Leben Kraft gibt“. Der christliche Glaube habe sich auch zu bewähren, wenn Gerüchte und Fake News nach Aufmerksamkeit gierten. Oder, wenn Wahlkämpfer – welcher Partei auch immer – Ängste schürten und Ressentiments verstärkten gegen Menschen, die anders sind. „Dann gehört es zu unserer Verantwortung, deutlich zu machen: ‚Nicht in meinem Namen!‘ – ob am Stammtisch oder in der Wahlkabine“, sagte v. Maltzahn und ergänzte: „Denn auf Jesus sollen wir hören, der uns gelehrt hat, im Fremden die Schwester, den Bruder zu entdecken.“

 

 

 

Das eigene Gottvertrauen sei ebenso gefragt, „wenn das Leben in ländlichen Räumen immer schwieriger wird – als Mecklenburger können wir ein Lied davon singen: In strukturschwachen Regionen zusammenzuhalten; einander beizustehen, wenn es heftig kommt; Bilder einer lebenswerten Zukunft zu entwickeln, die von sorgenden Gemeinschaften getragen werden – das kann gelingen! Gott stärkt uns den Rücken dabei“.

 

Der Glaube hat sich nach den Worten des Schweriner Bischofs aber auch zu bewähren, wenn „das Interesse an Gott abnimmt. Im Leben einer Kirchengemeinde kann etwas erkennbar werden von der Zuneigung Gottes! Menschen nehmen an einer Gemeinde sehr wohl wahr, wenn auch nach außen hin transparent wird: Hier lebt eine Gemeinschaft. Da ist ein guter Geist am Werk.“

 

 

Für Bischof Dr. v. Maltzahn sind Gipfelerlebnisse deshalb wichtig. „Wir leben von diesen göttlichen Momenten. Sie bewegen, nehmen uns mit auf den Weg – dahin, wo Gott uns heute braucht, auf den Weg zu ihm selbst.“ Dabei haben Christen „guten Grund, seiner Führung zu vertrauen – auch dann, wenn seine Wege uns ungewohnt sind, nämlich neu“.

 


Bischof Dr. v. Maltzahn stimmt mit Andacht auf MV-Tag in Rostock ein:

„Vielfalt im ,Land zum Leben‘ als Reichtum verstehen“

 

(Rostock/cme) - „Ein Land zum Leben, wo Himmel der Erde nah ist – nicht nur in der Schönheit unterschiedlicher Landschaften, sondern auch in der großen Vielfalt seiner Prägungen.“ Mit diesen Worten begrüßte Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn am heutigen Sonnabend (19. Mai) die Besucher des Mecklenburg-Vorpommern-Tages auf dem Neuen Markt der Hansestadt Rostock. Gemeinsam mit der Rostocker Pastorin Elisabeth Lange nahm er in der Andacht direkten Bezug zum Motto des Landesfestes: „800 Jahre Rostock - Vielfalt entdecken im Land zum Leben!“.

 

 

 

Beispielhaft für die unterschiedlichen Prägungen sind laut Bischof v. Maltzahn die vielen Ortsnamen mit slawischen Wurzeln. Genauso präge das Platt Jochen Slüters, des Reformators Rostocks bis heute das Empfinden und Denken von Menschen im Norden. Das Hochdeutsche norddeutscher Zunge gehöre ebenso dazu – „alles andere als hastig, verlässlich, kein Wort zu viel“, so der Bischof und spannte den Bogen bis zum Englischen etc., das an der Alma Mater und der Hochschule für Musik und Theater der Hansestadt zu hören sei.

 

 

 

Ebenso vielfältig sind auch die geschichtlichen Prägungen am Beispiel Rostocks auszumachen. So erinnerte der Schweriner Bischof an die 600 Jahre universitären Lebens, mit ihrem Ringen um die Freiheit des Geistes, an die Erweiterung des Horizontes in der Zeit der Hanse oder die Aufbrüche durch Aufklärung und Reformation. Genauso gehören die Werte der jüdisch-christlichen Tradition dazu, „die vor die Hunde gingen in der Nazizeit und sich heute neu zu bewähren haben – in einer Zeit, in der Ökonomie und Markt zum Maß aller Dinge zu werden drohen und nicht der Mensch in seiner gottgeschenkten Würde“.

 

 

 

Verständlich, dass sich Menschen nach Identität sehnen, so der Theologe und erinnerte daran, dass jedoch „schon unsere geschichtlichen Wurzeln alles andere als reinrassig, sondern vielfältig und bunt“ sind. Verständlich auch, dass sich Menschen nach Vergewisserung sehnen. „Doch Verunsicherung überwindet man nicht durch Abgrenzung, sondern im Miteinander!“, ergänzte der evangelische Bischof. Verständlich sei ebenso, dass sich Menschen nach Zugehörigkeit sehnen. „Doch um sich heimisch zu fühlen, braucht es mehr an Verbundenheit als nur die mit einer Scholle“, so Andreas v. Maltzahn.

 

 

 

Es stelle sich auch die Frage, in welchem Geist wir miteinander leben und arbeiten“, so der Bischof und rief die biblische Pfingstgeschichte in Erinnerung. Damals sei Gottes Geist über die Freundinnen und Freude des zuvor gekreuzigten Jesu gekommen. Wortkarge Fischer hätten glühende Reden gehalten – und das in fremden Sprachen, die sie nie erlernt hatten. Menschen aller Herrn Länder konnten sie verstehen. „Das Wunder des Verstehens – über Barrieren von Sprache und Nationalität hinweg – dieses Wunder feiern Christinnen und Christen zu Pfingsten. Um das Wunder des Verstehens – hinweg über Grenzen von Weltbildern, sozialer Herkunft, politischer Überzeug – muss es uns in unserem Land gehen!“, so Bischof v. Maltzahn wörtlich. Gottes Geist ermutige dazu und schenke „Träume – Visionen, wie das Miteinander Verschiedener gelingen kann“.

 

 

 

Als ein Beispiel dafür nannte der Bischof die Michaelsschule Rostock, in der Inklusion einmal andersherum geschehe: Eine Schule für Menschen mit Förderbedarfen öffnet sich für die anderen – und Heranwachsende lernten gemeinsam, ihre Gaben zu entwickeln. Ein anderes Beispiel seien Dorfgemeinschaften, die aufeinander achten. „Nicht der Mangel lässt sie zusammenhalten, sondern die Kraft der Hoffnung, die Zukunft ihres Ortes schöpferisch zu gestalten. Und niemand bleibt außen vor“, berichtete der Bischof

 

 

 

Vor diesem Hintergrund plädierte der Schweriner Bischof für „ein Land zum Leben, das seine Vielfalt nicht argwöhnisch beäugt, sondern als Reichtum versteht. Ein Land, das seine Schätze freimütig teilt, weil es weiß: Das Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“. Zugleich träume er „von einem Land, in dem seine Bewohnerinnen und Bewohner bewegt sind von den wichtigen Fragen: nach Gott und letzten Wahrheiten; was sie tun können, damit Mitmenschlichkeit gelingt und wie Gerechtigkeit Wirklichkeit wird – für alle“.

 

 

 

In solch einem Land, so Bischof v. Maltzahn, „berühren sich Himmel und Erde.“ Die Menschen, die in Mecklenburg-Vorpommern leben, hätten „Grund zum Vertrauen – in ihre Fähigkeiten, ihre Kraft, vor allem aber auch in Gott. Er stärkt uns den Rücken, wo wir in seinem Sinne leben. Sein Geist wird uns dabei inspirieren“.

 

Das Trio Thomas Braun (Violine), Karl Scharnweber (Klavier) und Enrique Gonzalez Marcano (Kontrabass) begleiteten die Einstimmung musikalisch und gaben anschließend noch ein kleines Konzert auf der Landesbühne.

 

 

 

Mehr Infos: www.mvtag2018.de/startseite/

 


„Die Zeit der Vertuschung muss jetzt endgültig vorbei sein“

 

(München/wsk) - Nach Ansicht der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche ist die beispiellose Entscheidung aller 34 chilenischen Bischöfe, dem Papst ihren sofortigen Rücktritt anzubieten, die einzige Möglichkeit für die katholische Kirche in Chile, die Wunden der Überlebenden zu heilen und nach einem langen Prozess des Lernens und Heilens wieder eine vertrauensvolle Kirche zu werden.

 

Papst Franziskus ist es hoch anzurechnen, dass er, nachdem er Anfang des Jahres noch den chilenischen Bischof Juan Barros gegenüber Vertuschungsvorwürden heftig verteidigt hatte, jetzt zunächst einige der chilenischen Überlebenden sexualisierter Gewalt und dann alle Bischöfe Chiles nach Rom eingeladen hat. Es liegt jetzt aber auch in der Verantwortung der gesamten chilenischen Kirchenleitung, ob es mit Hilfe kircheninterner wie auch unabhängiger Aufarbeitung gelingen kann, weiteren Schaden von der Kirche in Chile abzuwenden und neues Vertrauen aufzubauen.

 

Einige europäische Länder wie Irland, Belgien und Deutschland sind durch die Aufdeckung der systematischen Vertuschung sexualisierter Gewalt in ihren Kirchen bereits in große Vertrauenskrisen geraten. In vielen anderen Ländern Europas wie auch in Afrika und Asien wird die Existenz sexualisierter Gewalt jedoch immer noch von den Kirchenleitungen ignoriert und geleugnet. Die Entwicklung in Chile und die Reaktion von Papst Franziskus wird den Bischöfen auch in diesen Ländern hoffentlich eine starke Lektion sein, jetzt unnachgiebig gegen sexualisierte Gewalt und jede Art von Vertuschung vorzugehen.

 

Die Vertuschung sexualisierter Gewalt hat die Glaubwürdigkeit der römisch-katholischen Kirche weltweit weit mehr zerstört als z.B. Finanzskandale. Das Vertrauen wieder aufzubauen, wird ein langwieriger Prozess sein und viel Energie erfordern. Wie die aktuelle Me-too-Debatte zeigt, leiden allerdings auch andere große Institutionen im Kultur-, Bildungs- und Sportbereich unter Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt gegen Untergebene und Abhängige. Der Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen wird und muss eine dauerhafte Aufgabe für die Zukunft sein. Es wäre gut, wenn die katholische Kirche nach ihrer tiefen Krise am Ende zu den Vorreitern für Schutz und Prävention gehören würde.

 

Die in vielen Ländern bestehende Bewegung Wir sind Kirche wurde 1995 in Österreich gegründet, nachdem dem Wiener Kardinal Wien Hans-Hermann Groer sexualisierte Gewalt an Seminaristen vorgeworfen worden ist. Zu diesen Vorwürfen hat er sich aber bis zu seinem Tode im Jahr 2003 nicht bekannt.

 

Auf dem 101. Deutschen Katholikentag in Münster hat die deutsche KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche die Veranstaltung „Aufdecken – aufarbeiten – verhindern! Sexualisierte Gewalt und die Verantwortung der Kirche heute“ durchgeführt mit Bischof Dr. Stephan Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Katsch von der Betroffenenorganisation „Eckiger Tisch und Prof. Dr. Martin Wazlawik, Experte für pädagogische Professionalität gegen sexuelle Gewalt an der Universität Münster. Ein Ergebnis des sehr konstruktiven Gesprächs war, dass die Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt eine Daueraufgabe ist und bleiben muss.

 


„Pfingsten die Diskriminierung der Frauen in der katholischen Kirche beenden!“

Gemeindeinitiative - Treffpunkt für mündige und kritische Christen
Münchner Kreis - Eine Initiative von in der Pastoral Tätigen in der Erzdiözese München
Wir sind Kirche im Erzbistum München und Freising

 

  • Keine biblischen Argumente gegen die Frauenordination
  • Die bestehenden Gemeinden in der Christusnachfolge stärken
  • Pfingstmontag als Fest der Einheit der Christen feiern

 

Die Münchner Reformgruppen gratulieren den drei Priesteramtskandidaten, die am 19. Mai 2018 im Münchner Liebfrauendom zu Diakonen geweiht werden und wünschen ihnen Gottes Segen für ihren künftigen Dienst. Zugleich mahnen die drei Reformgruppen Gemeindeinitiative, Münchner Kreis und Wir sind Kirche aber an, dass endlich die Diskriminierung der Frauen in der römisch-katholischen Kirche beendet und alle kirchlichen Dienste auch für Frauen geöffnet werden müssen.

 

Keine biblischen Argumente gegen die Frauenordination

 

Immer mehr Theologinnen und Theologen sprechen sich für eine neue Debatte über den diakonischen und priesterlichen Dienst für Frauen aus, wie dies auch der Ökumenische Kongress „Frauen in kirchlichen Ämtern“ im Dezember 2017 an der Universität Osnabrück (www.uni-muenster.de/FB2/aktuelles/Oekumenischer_Kongress_OS.html) und verschiedene Veranstaltungen auf dem Katholikentag Mitte Mai 2018 in Münster getan haben.

 

Der immer dringender werdende Handlungsbedarf ergibt sich aber nicht nur aus dem derzeit so dramatischen Priestermangel, sondern aus der Notwendigkeit heraus, die gleiche Würde von Frau und Mann endlich auch in den gleichen Zugangsbedingungen zu kirchlichen Diensten zum Ausdruck zu bringen. Schon seit Jahrzehnten sind es die Frauen, die das kirchliche Leben vor Ort gestalten. Es gibt keine biblischen Argumente dagegen, Frauen mit den gleichen kirchlichen Diensten wie Männer zu beauftragen.

 

 

Die bestehenden Gemeinden in der Christusnachfolge stärken

 

Die Weihe von „personae probatae“ (erfahrenen Personen), wie sie kürzlich das Landeskomitee der Katholiken in Bayern vorgeschlagen hat (www.landeskomitee.de/stellungnahmen/der-kirche-ein-gesicht-geben-neue-pastorale-ideen-fuer-bayern), kann ein guter Weg sein, die bestehenden Gemeinden zu stärken. Denn die bisherigen an der immer geringer werdenden Zahl der Priester orientierten und von oben verordneten Pastoralkonzepte mit ihren Großstrukturen haben in eine Sackgasse geführt.

 

Mit der jetzt weltweiten Einführung des Marienfestes „Maria, Mutter der Kirche“, das Papst Franziskus in den liturgischen Kalender der Weltkirche eingefügt hat und das am Pfingstmontag erstmals begangen wird, wird Männern und Frauen in der Christusnachfolge die gleiche Würde zugesprochen. Dies muss dann aber auch Auswirkungen auf die Verkündigung des Evangeliums und die so drängende Frauenfrage in der römisch-katholischen Kirche haben, fordern die drei Reform­gruppen. (siehe auch: www.vaticannews.va/de/kirche/news/2018-05/marienfest-mutter-kirche-gleiche-wuerde-maenner-frauen-eckholt.html)

 

 

Pfingstmontag als Fest der Einheit der Christen feiern

 

Pfingstmontag sollte noch bewusster als bisher aber auch als Fest der Einheit der Christenheit gefeiert werden. Wenn Pfingsten als das Geburtsfest der Kirche gilt, so muss dies auch im intensiven Bemühen um ein verstärktes ökumenisches Miteinander zum Ausdruck kommen. Die deutschen Bischöfe sollten alles daran setzen, jetzt sehr schnell eine tragfähige Lösung für den Kommunionempfang gemischt­konfessioneller Ehepaare zu finden, so wie Papst Franziskus es ihnen aufgetragen hat. Alles andere würde der Ökumene und dem Ansehen der katholischen Kirche sehr schaden. Am 23. April hatten die drei Reformgruppen Gemeindeinitiative, Münchner Kreis und Wir sind Kirche einen offenen Mahnbrief an die deutschen Bischöfe zur Ökumene gerichtet (www.wir-sind-kirche.de/?id=128&id_entry=7005).

 


Kirchenpräsident Jung am Sonntag auch in Gottesdienst zu Afrika-Partnerschaft

Pfingsten: „So leben, dass es Menschen verbindet“

 

(Darmstadt/ekhn) - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat zum bevorstehenden Pfingstfest daran erinnert, dass der Glaube Grenzen überwinden und dabei helfen kann, Unterschiede in der Gesellschaft zu akzeptieren. „Das ist gerade jetzt so wichtig, wo Menschen die Kreise um sich herum immer enger ziehen. Wo die Gefahr groß ist, die Sorge um die eigene Identität, die eigene Nation und auch den eigenen Wohlstand wieder größer werden“, erklärte er am Freitag (18. Mai) in Darmstadt. Er rief dazu auf, die ökumenische Dimension des Glaubens in den Kirchen stärker hervorzuheben. So könne das friedliche Miteinander unterschiedlicher christlicher Ausprägungen als „Einheit in Vielfalt“ auch als Vorbild für das Zusammenleben in der gesamten Gesellschaft dienen.

 

Menschen miteinander verbinden

 

 

 

Die biblische Pfingstgeschichte mit der Vorstellung vom Geist Gottes, der Menschen miteinander verbinde, kann nach Ansicht des Kirchenpräsidenten ein „Bild dafür sein, das in den Köpfen wirkt und uns neu Orientierung gibt“. Jung: „Menschen brauchen Bilder, die helfen, das zu leben, was sie verbindet. Auch das christliche Bild vom Leib Christi, der Menschen über Konfessionsgrenzen hinweg vereine, könne Vorbildcharakter haben. Es zeige, dass „wir als Menschen miteinander verbunden sind, was auch immer wir denken und glauben, weil alle Menschen Gottes geliebte Kinder sind“.

 

Kirche groß denken und leben

 

Nach Jung erinnert die biblische Pfingstgeschichte auch daran, dass die Kirche „in Christus zusammengefügt ist zu einem Leib“. Dies bedeute „Kirche ganz groß zu denken, zu glauben und zu leben“. Diese Vorstellung zeige, dass christlicher Glaube nicht nur an die Kirchengemeinde vor Ort gebunden sei, sondern weit darüber hinausweise. Jung: „Kirche Jesu Christi ist mehr als die evangelische Kirche und die katholische Kirche. Es ist der eine Leib, zu dem wir durch einen Geist getauft sind. Das ist Christus in dieser Welt. Wir sind gerufen, das zu leben und dem Ausdruck zu geben – auch in unserer organisatorischen und konfessionellen Vielfalt. Es geht darum, diese Einheit in Vielfalt zu leben – als glaubwürdiges Zeugnis in dieser Welt.“

 

Fest zu Partnerschaft mit Ghana

 

Kirchenpräsident Volker Jung wird am kommenden Pfingstsonntag, 20. Mai, um 10 Uhr in der Frankfurter Wartburggemeinde (Hartmann-Ibach-Straße 108) zum Festgottesdienst anlässlich von 30 Jahren Partnerschaft zwischen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der presbyterianischen Kirche in Ghana predigen. Dabei wird Jung Verse aus dem 12. Kapitel des neutestamentlichen 1. Briefs an die Korinther zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen machen. Zur Feier werden auch Gäste aus Ghana erwartet. Mitwirken werden unter anderem die ghanaische Gemeinde Frankfurt und die koreanische Hangilgemeinde. Zugleich ist der Turm der Wartburgkirche mit markanten Symbolen aus Ghana, sogenannten Adinkra-Zeichen, geschmückt. Die seit 30 Jahren bestehende Ghanapartnerschaft zwischen der Presbyterianischen Kirche Ghanas und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau lebt von gegenseitigen Besuchen, dem Austausch über Gemeinsames im Glauben, aber auch der Diskussion über Differenzen. Die Partnerschaft bietet dabei ein exemplarisches Feld des interkulturellen Lernens. Regelmäßig besuchen Kirchenvertreter einander. Zuletzt waren auch Jugendliche aus Frankfurter in dem westafrikanischen Land, im kommenden Jahr wird der Gegenbesuch junger Erwachsener aus Ghana erwartet.

 

Hintergrund Pfingsten

 

An Pfingsten erinnern Christinnen und Christen an die besondere Bedeutung des Heiligen Geistes. Der Begriff Pfingsten geht dabei auf die griechische Bezeichnung „der Fünfzigste“ (pentekoste) zurück, was auf die Zeit des Festes nach Ostern anspielt. Der biblischen Überlieferung nach sandte Gott 50 Tage nach Ostern seinen Geist zu den Menschen und so dass sie sich sogar über Sprachgrenzen hinweg verstehen konnten. In Erinnerung an die in der Bibel (Apostelgeschichte, Kapitel 2) geschilderte Ausgießung des Heiligen Geistes gilt Pfingsten auch als Ursprung der Kirche.

 


Ökumenischer Gottesdienst mit Dekan Leo Sunderdiek und Bischof Gothart Magaard:

„Flüchtlinge suchen einen Ort, an dem sie in Frieden leben können“

 

(Schleswig/Kiel/aw) - Am Donnerstag (24. Mai) findet um 18.30 Uhr ein ökumenischer Friedensgottesdienst mit Leo Sunderdiek, Dekan für Schleswig-Holstein im Erzbistum Hamburg, und Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), statt. Der Friedensgottesdienst, der jedes Jahr in Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges stattfindet, ist in diesem Jahr dem Thema gewidmet: „Migranten und Flüchtlinge: Menschen auf der Suche nach Frieden“. Im Rahmen des Gottesdienstes in der Propsteikirche St. Nikolaus, Rathausstraße 5, Kiel, werden zwei Betroffene in einem kurzen Statement von ihren Fluchterfahrungen berichten.  

 

 

 

Dekan Sunderdiek: „Auch heute verzeichnen wir in der Welt Flüchtlinge in sehr großer Zahl. Sie suchen einen Ort, an dem sie in Frieden leben können. Wir alle sind aufgefordert, unsere besondere Aufmerksamkeit und Anstrengung dafür einzusetzen, dass Menschen nicht ausgeschlossen werden. Wir sind versammelt zu einem Gottesdienst im Namen Gottes, der sich um jedes seiner Geschöpfe wie ein Vater und eine Mutter sorgt.“

 

 

 

Bischof Magaard: „Der biblische Gedanke der Nachfolge setzt eine elementare Friedenskompetenz voraus, um die wir uns gemeinsam mühen können. Gastfreundschaft, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sind ihre Grundelemente. An vielen Orten nehme ich ermutigende Zeichen war, die darauf hindeuten, dass unsere Gesellschaft sehr viel Gastfreundschaft zu bieten hat. Unser gemeinsamer ökumenischer Gottesdienst ist für mich daher ein wichtiger Ort, denn hier bringen wir unsere Hoffnungen, Ängste und Wünsche gemeinsam vor Gott.“

 

 

 

Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es die Möglichkeit zu Begegnung und Gesprächen im Gemeindezentrum St. Nikolaus.

 


BISCHÖFE FEIERTEN ÖKUMENISCHEN GOTTESDIENST IM NATIONALPARK SCHWARZWALD

„GOTTES GEIST IN DER NATUR“

(Oppenau/ekiba) - Anlässlich der „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ haben die beiden badischen Bischöfe am heutigen Donnerstag (17.5.) einen ökumenischen Gottesdienst im Nationalpark Schwarzwald gefeiert. Der katholische Erzbischof Stephan Burger (Freiburg) und der evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) trafen sich im Vorfeld von Pfingsten in der Klosterruine Allerheiligen bei Oppenau. Sie erinnerten daran, dass der Geist Gottes die Schöpfung erblühen lasse und das Miteinander der Menschen und ihr Zusammenleben mit der Natur verändere.

In seiner Predigt sagte Cornelius-Bundschuh, dass der Mensch „Teil eines größeren Ganzen“ sei; „die Natur und ich, wir gehören zusammen“. Wenn der Geist Gottes sich in der Welt ausbreite, „dann verändern sich nicht nur unser persönliches Leben und unser Miteinander, sondern auch die Natur, die ganze Schöpfung erstrahlt und blüht auf“, sagte der Landesbischof. Aufgrund des klimatisch gemäßigten Lebensraums würden die Badener noch wenig vom Klimawandel merken; „aber in Gottes Geist gehören wir zusammen: wir und die Menschen im Pazifik auf den schwindenden Inseln, wir und die schmelzenden Gletscher.“ Für die Bewahrung der Schöpfung im Geiste Gottes gebe es keine Patentrezepte, vielmehr herrsche „die Freiheit des Glaubens: Jeder Mensch entscheidet an seinem Ort. Jeder übernimmt da Verantwortung, wo er hingestellt ist.“ Wichtig sei, dass „wir unsere Ohren und unsere Herzen nicht verschließen, sondern hellhörig sind und aufrecht unsere Schritte gehen.“

Erzbischof Stephan Burger sagte, die Verantwortung, die Schöpfung zu bewahren und zu schützen, sei keine Frage der Nationalität, Religion oder Kultur: „Und es ist auch keine Verantwortung, die wir stellvertretend abgeben könnten. Wir tragen sie alle. Der Auftrag ist universal. So, wie wir die Schöpfung alle auf der ganzen Welt bestaunen, genießen und für unser Dasein auf der Erde nutzen dürfen, tragen wir auch die gemeinsame Verantwortung. Wir alle sind gleichermaßen auf diese Erde angewiesen.“

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird weltweit jedes Jahr zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten (oder vom 18. bis 25. Januar) gefeiert. Sie wurde in diesem Jahr von Christinnen und Christen aus der Karibik erarbeitet. Insbesondere die verheerenden Naturkatastrophen, die diese Region in den vergangenen Jahren immer wieder erschüttert haben, waren für die Bischöfe Anlass, den diesjährigen ökumenischen Gottesdienst unter den Aspekt der Schöpfungsbewahrung zu stellen und deshalb im Nationalpark Schwarzwald zu feiern.

Weite Informationen zum Engagement der Kirchen im Nationalpark unter:
www.kirche-nationalpark-schwarzwald.de

 


Gottesdienste zum 100. Todestag der Seligen Sr. Blandine

  Im Dom befindet sich eine Statue der Seligen Schwester Blandine Merten. Foto: bt
Im Dom befindet sich eine Statue der Seligen Schwester Blandine Merten. Foto: bt

 

(Düppenweiler/Trier/bt) – Zum 100. Todestag der Seligen Schwester Blandine Merten am Freitag, 18. Mai, finden im Bistum Trier zwei Gedenkgottesdienste statt. Um 11.00 Uhr feiert Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bischöflichen Generalvikariats (BGV) in Trier eine Eucharistiefeier im Freien auf dem Parkplatz des BGV. In Düppenweiler, dem Geburtsort der Ordensfrau, lädt die Pfarrei Düppenweiler um 18.00 Uhr zu einem Gottesdienst in Gedenken an die Selige Sr. Blandine Merten ein. Im Laufe der Messe wird das Leben der Schwester nacherzählt. Im Anschluss findet ein Umtrunk statt.

 

Ab Freitag, 18. Mai gibt es im Domkreuzgang eine Bilderausstellung, die das Leben der Seligen Sr. Blandine Merten in Trier und das ehemalige Bantuskloster hinter dem Dom beleuchtet, in dem sie lebte und gestorben ist. Die Ausstellung wird bis zu den Sommerferien Ende Juni zu sehen sein

 

Die Selige Schwester Blandine Merten wurde 1883 in Düppenweiler als Maria Magdalena Merten geboren. Im Alter von 25 Jahren trat sie in den Orden der Ursulinen ein. Sie starb bereits 1918 in Trier. 1987 sprach Papst Johannes Paul II. sie selig. Nach ihr sind unter anderem eine Kindertagesstätte in Bad Neuenahr sowie die Blandine Merten-Realschule in Trier benannt. Die Schule befindet sich in Trägerschaft des Ursulinen-Ordens.

 


Kirchliche Fachtagung ehren- und hauptamtlich Engagierter:

„Gemeinsam engagiert“ – Theologie der Akteure in der Kirche neu schreiben

 

(Berlin/Hamburg/rb/kj/mb) -  „Gemeinsam engagiert“: auf dem Weg zu einer Theologie der Zusammenarbeit von beruflich und ehrenamtlich Engagierten. 80 Engagierte, Ehrenamtliche, Pastorinnen und Pastoren und Mitarbeitende treffen sich aus ganz Deutschland vom 16. bis 18. Mai in Berlin auf Schwanenwerder, der Tagungsstätte der Evangelischen Akademie zu Berlin. Ihr Ziel ist es, eine Lücke zu schließen: die Theologie der Akteure in der Kirche neu zu schreiben.

 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Arbeitsstelle Ehrenamt und des Landeskirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), der Ehrenamtsakademie der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau, des Gemeindedienstes der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayern, der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Evangelischen Kirche in Deutschland.

 

„Die Zusammenarbeit von beruflich und ehrenamtlich Engagierten berührt bei weitem mehr als nur die ideale Beschreibung, dass Ehrenamtliche ihre Aufgaben darin sehen, ihre Gaben auszuüben. Denn das tun sie genauso wie Pastorinnen und Pastoren und Mitarbeitende anderer kirchlicher Berufe“, heißt es in einer Information der Veranstalter. Dennoch klaffe zwischen der theologischen Beschreibung des Priestertums aller Getauften und der Organisationsstruktur, den Mitbestimmungsstrukturen und der gelebten Wirklichkeit eine Lücke.

 

„Das Ehrenamt kommt in den Reformdiskursen unserer Kirche nicht vor“, konstatierte Cornelia Coenen-Marx in ihrem Eingangsimpuls am gestrigen Mittwoch. „Entscheidungsgremien erreichen nicht die Menschen, sondern bilden nur einen Teil der Vielfalt der Lebenskulturen ab.“ Und dabei komme es darauf an, so Coenen-Marx weiter, organisatorische Reformprozesse in Glaubensprozesse zu übersetzen.

 

Über ihre Leitungserfahrung berichtete Dr. Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): „Informationen erreichen Ehrenamtliche in Kirche häufig über Hauptamtliche, also später und oft zu spät, um mit ihnen zu planen. Dieser Wissensvorsprung der Hauptamtlichen macht gemeinsame geistliche Leitung zu einer Herausforderung, die ständige Rollendisziplin und eine gute gemeinsame Kultur braucht.“ – „Wir haben heute eine neue Atmosphäre der gemeinsamen Verantwortung, aber auch viel mehr Kommunikationsbedarf“, bestätigte Bischof Dr. Markus Dröge.

 

„Wir hatten alle keine Kenntnis, wir haben alle einfach gemacht. Wir hatten keine Zeit zum Nachdenken. Wir sind auf die Nase gefallen und wieder aufgestanden. Wir sind zu einer Familie geworden“, erzählte Carolin Adner, ehrenamtliche Flüchtlingspatin im Kirchenkreis Minden der Evangelischen Kirche von Westfalen.

 

In Interviews über Verkündigung, Leitung, Jugend, Seelsorge und Fluchtprojektarbeit wurden Knackpunkte der Zusammenarbeit Beruflicher und Ehrenamtlicher identifiziert. Sie werden durch Perspektiven der Gemeindeentwicklung, Organisationsberatung, und dem externen Blick der Zivilgesellschaft ergänzt und dann in Arbeitsgruppen weitergedacht. „Am Ende stehen Lösungen und Selbstverpflichtungen“, so Dr. Steffen Bauer, Leiter der Ehrenamtsakademie in Hessen und Nassau und Mitveranstalter.

 

„Gerade in theologischer Hinsicht steht die Kirche vor großen Herausforderungen. Es ist großartig, dass die Kirche diesen Wandel aktiv gestalten will und diese Tagung so möglich ist“, sagt Dr. Christiane Metzner, Studienleiterin für Ehrenamt der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

 


EVANGELISCHER BUCHPREIS 2018 GEHT AN SUSANN PÁSZTOR

„FENSTER IN DIE HOSPIZBEWEGUNG HINEIN“


(Karlsruhe/ekiba) - Die Autorin Susann Pásztor (Berlin) ist am heutigen Mittwoch (16.5.) in Karlsruhe mit dem Evangelischen Buchpreis für ihren Roman „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ ausgezeichnet worden. „Susann Pásztor ist ein wahres Kunststück gelungen. Sie hat einen Roman über Sterbebegleitung geschrieben, der nicht traurig macht, sondern mit viel Humor Lust aufs Leben weckt“, so heißt es in der Begründung der Jury. Der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, überreichte die Auszeichnung. Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh würdigte bei der Preisverleihung das große ehrenamtliche Engagement der evangelischen Büchereien.

Sabine Horn, stellvertretende Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverbandes Baden-Württemberg erklärte in ihrer Laudatio, die Preisträgerin habe „ein Fenster geöffnet, um den Lesern und Leserinnen, um der Gesellschaft einen Einblick in das Sterben von Menschen, in die verschiedensten und ganz individuellen Auseinandersetzungen mit dem Leben und Sterben zu geben.“ Auch habe Pásztor ein „Fenster geöffnet in die Hospizbewegung hinein“.

Jochen Cornelius-Bundschuh sagte, er schaue nach der Lektüre des Buches „anders auf Leben und Tod“. Er dankte besonders denen, die sich in den evangelischen Büchereien engagieren und „der Freude am Lesen ein begeistertes Gesicht geben“. Die evangelischen Büchereien seien „Orte der Begegnung“ und prägten eine „lebendige Kultur des Austauschs“.

In „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ trifft der Hospizbegleiter Fred, frisch ausgebildet und mit besten Absichten, auf die schwerkranke Karla, die ganz andere Vorstellungen von ihren letzten Lebenswochen hat als er. Pásztor, die selbst eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin abgeschlossen hat und seit mehreren Jahren ehrenamtlich tätig ist, gibt dabei einen intensiven Einblick in die Hospizarbeit und die unterschiedlichen Wege, mit dem bevorstehenden Tod umzugehen.

Susann Pásztor ist 1957 in Soltau geboren. Sie studierte Kunst und Pädagogik und lebt heute als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr Debütroman „Ein fabelhafter Lügner“ erschien 2010, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und 2012 mit dem Berthold-Auerbach-Literaturpreis ausgezeichnet.

Der Evangelische Buchpreis  wird seit 1979 vom Dachverband evangelischer öffentlicher Büchereien, dem Evangelischen Literaturportal, verliehen. Gesucht werden Bücher, die anregen über uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken. Die Jury wählte neben dem Preisbuch zwölf weitere Titel für die Empfehlungsliste aus: Romane, Sachbücher, Kinder-und Jugendbücher. Der Jury gehören vier Mitarbeitende evangelischer Bibliotheken, zwei Jugendliche, zwei Theologen und die Geschäftsführung des Ev. Literaturportals an. Der Evangelische Buchpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.


Dekanate mit Kirchenzelt am Nürburgring vertreten

Gott bei Rock am Ring?

Abhängen und durchatmen kann man im Kirchenzelt während "Rock am Ring". Ein offenes Ohr finden Besucherinnen und Besucher ebenfalls. Foto: bt
Abhängen und durchatmen kann man im Kirchenzelt während "Rock am Ring". Ein offenes Ohr finden Besucherinnen und Besucher ebenfalls. Foto: bt

 

(Nürburg/bt) – „Kirche soll da sein, wo Menschen sind und bei ‚Rock am Ring‘ sind Menschen“, lautet die Antwort des Gemeindereferenten Philipp Hein auf die Frage, warum er, fünf weitere Hauptamtliche und rund 20 Ehrenamtliche als Vertreter der katholischen Dekanate Vulkaneifel und Ahr-Eifel beim Rockfestival (1. bis 3. Juni) am Nürburgring dabei sind.

 

Bereits am Montag (28. Mai) vor dem offiziellen Festivalstart ist das Zelt des Teams auf dem Parkplatz A2 rund um die Uhr geöffnet. „Wir bieten den Festivalbesuchern einen Gesprächsort an“, erklärt Hein. Es sei ein Platz relativer Ruhe auf dem Festivalgelände. „Eine Wand gibt mit dem Satzanfang ‚Bevor ich sterbe, …‘ den Anstoß, über das eigene Leben nachzudenken und mit den Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen“, beschreibt er ein Angebot. „Außerdem gibt es die Möglichkeit, Fürbitten oder persönliche Wünsche zu formulieren oder mit der Fotobox Selfies zu schießen und so das Kirchenzelt mitzugestalten.“

 

Wird das Angebot „Gott am Ring“ denn von den Musikfans überhaupt angenommen? „Die Erfahrung aus dem letzten Jahr hat gezeigt, dass es gut war, da zu sein: Für Menschen aus dem kirchlichen Milieu, die uns bewusst suchen, für Menschen, die im Kirchenzelt ihre ersten oder eine ganz andere Erfahrungen mit Kirche gemacht haben und für Menschen in mehr oder weniger großen Notlagen, die einfach mal reden oder auch nur in Ruhe durchatmen wollten.“

 

Weitere Infos zur Aktion gibt es auf der Facebookseite www.facebook.com/gottamring/ oder bei Philipp Hein unter Tel.: 02696-9319919

 


Spendenübergabe der Willi-Graf-Schulen für Partnerschule in Lateinamerika

Saarbrücker Schüler sammeln 13.000 € für Schule in Bolivien

Mehr als 13.000 Euro haben die Schülerinnen und Schüler der Willi-Graf-Schulen gesammelt, um ihren Mitschülern in Bolivien zu helfen. Foto: bt
Mehr als 13.000 Euro haben die Schülerinnen und Schüler der Willi-Graf-Schulen gesammelt, um ihren Mitschülern in Bolivien zu helfen. Foto: bt

 

(Saarbrücken/Sucre/bt) – Mehr als 13.000 Euro haben die Schülerinnen und Schüler der Willi-Graf-Schulen (WGS) in Saarbrücken seit Weihnachten für die Partnerschule der WGS, das Colegio San Juanillo im Bolivianischen Sucre gesammelt. Am Dienstag, 15. Mai, übergaben Sie die Spenden stellvertretend an Ludwig Kuhn, den Leiter der Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Trier, der für die Bolivienpartnerschaft im Bistum mitverantwortlich ist. Die Übergabe fand im Eingang der WGS unter dem Missionskreuz statt, einem Geschenk aus Bolivien, das im ganzen Bistum unterwegs ist und zurzeit Station in Saarbrücken macht.

 

„Seit über zehn Jahren pflegen wir schon eine Partnerschaft mit der Schule San Juanillo in Sucre“, sagte Dr. Helene Neis, Leiterin der Willi-Graf-Realschule bei der Übergabe. Im Februar besuchte sie zusammen mit Stefan Kilz, dem Leiter des Willi-Graf-Gymnasiums zum ersten Mal die Partnerschule in Bolivien. „Wir haben einen ganzen Tag in der Schule verbracht und konnten uns davon überzeugen, dass das Geld, das wir im Laufe der Jahre gespendet haben, gut angekommen ist“, sagte Neis. So konnte beispielsweise eine Überdachung für den Sportplatz der Schule gebaut werden, um die Kinder vor dem Wetter zu schützen. Außerdem konnten Fachräume für Nähkurse oder eine Tischlerwerkstatt ausgestattet werden. „Damit die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, sich mit handwerklichen Aufgaben Geld dazu zu verdienen“, erklärte die Leiterin.

 

Ludwig Kuhn bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern für ihren Einsatz im Namen des ganzen Bistums und der Bolivienpartnerschaft. „Ihr setzt damit ein Zeichen des besonderen globalen Miteinanders“, sagte er. „Ein Miteinander, das mit sozialer Verantwortung einhergeht und das von großem Respekt geprägt ist.“ Mit den Spenden dieses Jahres würden in der bolivianischen Partnerschule drei neu gebaute Klassenräume mit Tischen und Stühlen ausgestattet werden können, sagte Kuhn.

 

Das Geld hatten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen zweier Aktionen der Willi-Graf-Schulen gesammelt: Zum einen bei der Weihnachtskartenaktion der Klassenstufen fünf und sechs, die während der Adventszeit sattfindet. Durch den Verkauf der Karten aus der Abtei Maria Laach kamen über 4.800 Euro zusammen. Die zweite Aktion ist der Solidaritätslauf während der Fastenzeit, bei der mehr als 8.200 Euro gesammelt wurden. „Im Sportunterricht sind wir Runden in der Halle gelaufen und haben dann ausgerechnet, wie viele Meter das waren“, erklärte Sinah aus der siebten Klasse die Aktion. „Zu Hause konnten wir noch weiterrennen und Kilometer sammeln. Unsere Eltern, Tanten, Onkel und Verwandte konnten dann für jeden Kilometer etwas spenden.“ Die Einzelergebnisse wurden klassenweise zusammengetragen. „Unsere Klasse hat knapp 800 Euro gesammelt“, sagte Sinah.

 

Im Juni wird die Partnerschaft zwischen den WGS und dem Colegio San Juanillo in Sucre noch einmal vertieft, wenn Schülerinnen und Schüler aus Bolivien zum Austausch nach Saarbrücken kommen. Der Großteil der Gäste wird in Familien der Schülerinnen und Schüler aus dem Saarland unterkommen.

 


Ökumenischer Gottesdienst zum DFB-Pokalfinale am 19. Mai 2018 in Berlin

„Und eine Sprache haben sie alle …“ (Gen 11,6)

Weihbischof Jörg Michael Peters. Foto: bt
Weihbischof Jörg Michael Peters. Foto: bt

 

(Trier/Berlin/bt) - Wie in den vergangenen Jahren laden die evangelische und katholische Kirche in Deutschland am Tag des DFB-Pokalfinales zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin ein. Der Gottesdienst steht unter dem Leitthema „Und eine Sprache haben sie alle …“ (Gen 11,6) – ein Motto, das sich auf die Sprachbarrieren überwindende Kraft des Fußballs bezieht.

 

Der ökumenische Gottesdienst findet statt am Samstag, 19. Mai 2018, um 12.00 Uhrin der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (Breitscheidplatz) in Berlin.

 

Die Predigt wird Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, halten. Dr. Dr. h. c. Volker Jung, Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, führt in den Gottesdienst ein, an dem auch der Pfarrer der Gedächtniskirche, Martin Germer (Berlin), mitwirkt.

 

Am Gottesdienst beteiligen sich außerdem: DFB-Präsident Reinhard Grindel, DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius, Fan-Vertreter, Schiedsrichter sowie Vertreter der freiwilligen Helfer.

 


Bischof Gothart Magaard predigt im Pfingstgottesdienst auf Nordstrand:

„Über die Grenzen von Sprachen und Kulturen im Glauben verbunden“

 

(Schleswig/aw) - Anlässlich des 100. Todestages des Missionars Ingwer Ludwig Nommensen wird Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), am Pfingstsonntag (20. Mai) in der Odenbüller St.-Vinzenz-Kirche auf Nordstrand predigen. Die Gemeinde erwartet zu diesem Anlass wieder zahlreiche Gäste aus Indonesien, die sich Nordstrand als Heimat von Ingwer Ludwig Nommensen besonders verbunden fühlen, darunter auch Pastor Favor Bancin von der Insel Sumatra. Der Gottesdienst, den Pastor Thorsten Wiese und Bischof Gothart Magaard gemeinsam mit Gästen aus Indonesien gestalten werden, beginnt um 15 Uhr.

 

Bischof Gothart Magaard: „Wir feiern das Pfingstfest, weil wir uns über die Grenzen von Sprachen und Kulturen, über weite Entfernungen, über Ozeane und Gebirgszüge hinweg im Glauben verbunden wissen. Wir sind eine Gemeinschaft der vielstimmigen Weggefährten, die aus unterschiedlichen Richtungen und Traditionen kommen und die ganz gewiss eigene Wege gehen – doch wir haben einen gemeinsamen Grund und Ankerplatz und ein gemeinsames Ziel: einander in Christus zu begegnen und von seiner Liebe zu uns Menschen in Wort und Tat, in Gesang und Gebet zu erzählen.“

 

Der spätere Missionar Ingwer Ludwig Nommensen wurde 1834 auf Nordstrand geboren und ging 1862 im Dienste der rheinischen Mission nach Sumatra/Indonesien. In der Folge entstand dort die heute größte südostasiatische Kirche mit über fünf Millionen Mitgliedern. Nommensen gilt als Begründer der „Huria Kristen Batak Protestant (HKBP)“ auf Sumatra. Zwischen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde auf Nordstrand und den Angehörigen der indonesischen protestantischen Batak-Kirche besteht eine intensive Partnerschaft, die unter anderem durch regelmäßige, gegenseitige Besuche gepflegt wird.

 

Vor Beginn des Festgottesdienstes wird um 14 Uhr der Nommensen-Gedenkstein auf dem „Klimadeich“, an der Stelle seines Geburtshauses auf Nordstrand, eingeweiht. Im Anschluss an den Gottesdienst ab 17 Uhr sind alle Besucher zu Begegnung, Gesprächen bei Kaffee und Kuchen sowie zu Musik und Tanz eingeladen.

 


Kirchenpräsident und Bischof schreiben islamischen Vertretern

Evangelischer Gruß zum Ramadan: „Das Fest verweist auf Solidarität“

 

(Darmstadt / Kassel/ekhn) - Herzliche Segenswünsche zum am Mittwoch beginnenden Ramadan haben der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, sowie der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, Vertretern islamischer Verbände und Gemeinden übermittelt. In einem Brief unter anderem an die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen (IRH), den Verband der Islamischen Kulturzentren Hessen und den hessischen Landesverband der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), würdigen sie, dass der „Ramadan inzwischen auch zu Deutschland gehört“. Das Fest weise auf das Thema Solidarität hin, die sich auf den Glauben ebenso wie auf die Schwachen und Armen beziehe.

 

 

 

Religiöses Miteinander herausgefordert

 

Mit Besorgnis nehmen Jung und Hein in dem Schreiben eine „befremdliche Diskussion“ darüber wahr, ob Muslime zu Deutschland gehörten oder nicht. Dies bringe die Integration in einer pluralistischen Gesellschaft nicht voran. „Wir stehen vor problematischen Entwicklungen, die wir nicht ignorieren können“, heißt es in dem Brief weiter. Dazu zählten zunehmende Anschläge auf Moscheen ebenso wie antisemitische Äußerungen und Haltungen. Zugleich verfolgten die beiden evangelischen Geistlichen mit Sorge „Entwicklungen in islamischen Ländern, aus denen frühere Generationen in die Bundesrepublik gekommen sind und in denen seit Jahrhunderten auch Christinnen und Christen leben“. Vor dieser aktuellen Situation stünde der Ramadan im Jahr 2018 ganz besonders im Zeichen des Themas Solidarität. Durch die zahlreichen öffentlichen Empfänge im Ramadan zeigten Muslime selbst deutlich, „dass die Wirkung der Fastenzeit über die eigene Religionsgemeinschaft hinausreicht“.

 

 

 

Hintergrund Fastenmonat Ramadan

 

Der Fastenmonat Ramadan ist tief im Islam verwurzelt. Er gilt als Gebot Gottes und ist eine der fünf Glaubenssäulen des Islam. Mit dem Ramadan verbinden sich im religiösen Jahreskreis des Islam die wichtigsten Feste, wie das große Fastenbrechen zum Ende der etwa vierwöchigen Zeit. Gläubige sind im Monat Ramadan aufgerufen, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Nach Eintritt der Dunkelheit wird in oft großen Feiern das Fastenbrechen zelebriert. Kinder und alte oder kranke Menschen sowie Schwangere sind vom Fasten ausgenommen. In diesem Jahr beginnt der Ramadan am 16. Mai und endet am 14. Juni. Da er nach dem Mondkalender berechnet wird, der nur 354 Tage umfasst, verschiebt er sich jedes Jahr um etwa zehn Tage gegenüber dem üblicherweise heute genutzten Sonnenkalender. Weltweit bekennt sich etwa eine Milliarde Menschen zum Islam. In Deutschland leben nach einer Studie des Bundesinnenministeriums etwa vier Millionen Muslime.

 


Pastor Karl-Uwe Reichenbächer neuer Gefängnisseelsorger in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg

Am richtigen Ort

 

(Hamburg/nk) - In einem festlichen Gottesdienst wird Pastor Karl-Uwe Reichenbächer (54) am Dienstag, 22. Mai 2018, um 15.30 Uhr in sein Amt als Gefängnisseelsorger in der Hamburger Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis eingeführt.

 

Pastor Reichenbächer hat sein neues Amt Mitte Januar 2018 angetreten. Zuvor engagierte er sich 25 Jahre als Gemeindepastor in Schleswig-Holstein und war im Angelus Trauerhaus in Lübeck tätig. Reichenbächer folgt auf Pastorin Gunhild Warning, die nun als Gemeindepastorin an der Hamburger Hauptkirche St. Petri arbeitet.

 

„In der Extremsituation des Gefangenseins stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens, dem Woher, Warum und Wohin in ganz intensiver Weise. Unabhängig von religiöser Bindung geht es dann wie von selbst auch um Gott. Missionieren im engeren Sinn will ich nicht, meiner christlichen Auffassung nach ist jeder Mensch unendlich kostbar und verdient deshalb Wertschätzung. Die Würde des Menschen – als Gottes Ebenbild – ist unabhängig von seinem Tun und Lassen unantastbar“, sagt Karl-Uwe-Reichenbächer.

 

„Ich freue mich, dass wir für die Untersuchungshaftanstalt einen Seelsorger gewinnen konnten, dem außer der Seelsorge für die Gefangenen auch die Zusammenarbeit und Unterstützung der Mitarbeitenden sehr am Herzen liegt“, sagt Pastor Sebastian Borck, Leiter des zuständigen Hauptbereichs für Seelsorge und gesellschaftlichen Dialog der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Der Gottesdienst wird unter anderem gestaltet durch den Gefangenenchor der Haftanstalt und den Chor der Christuskirche Pinneberg, Reichenbächers bisheriger Gemeinde.

 


Katholikentag: kfd ist DER Frauenort in der Kirche

 

1.800 Unterschriften für dritten Rentenpunkt auch für vor 1992 geborene Kinder

 

2.000 Menschen bei interreligiösen #FriedensFinderinnen: Hauptimpuls Gesine Schwan

 

Prominente neue Mitglieder Jens Spahn, Jacqueline Straub, Yvonne Willicks

 

 

 

(Düsseldorf/kfd)  – Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. zieht eine positive Bilanz des 101. Katholikentages in Münster. In einem 120qm-Zelt auf der Kirchenmeile haben sich der kfd-Bundesverband und kfd-Diözesanverband Münster e.V. drei Tage lang unter dem Motto „kfd – DER Frauenort in der Kirche“ präsentiert. Neben Thementalks mit Vorstandsmitgliedern und externen Expertinnen sowie Auftritten von lokalen Kleinkünstlerinnen standen kirchen- und gesellschaftspolitische Forderungen im Mittelpunkt.

 

 

 

1.800 Unterschriften für dritten Rentenpunkt

 

 

 

Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende: „Wir haben den Besuch tausender Frauen im kfd-Zelt dazu genutzt, um für eines unserer Hauptanliegen zu werben: mehr Rentengerechtigkeit. Noch immer sind Frauen von Altersarmut und geringerer Rente aufgrund von Erziehungs- und Pflegezeiten sowie der Einkommensschere viel stärker betroffen als Männer.“ Daher hatte der kfd-Bundes­verband gemeinsam mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) Unterschriftenlisten ausgelegt, um für den dritten Rentenpunkt zu werben:

 

 

 

„Über 1.800 Frauen haben allein im kfd-Zelt mit ihrer Unterschrift unsere Forderung nach dem dritten Rentenpunkt unterstützt. Wir wollen, dass alle Eltern profitieren, die vor 1992 Kinder geboren haben“, so Heil weiter. Bis 15. Juni stehen die Listen zum Download bereit und werden anschließend Bundes­arbeitsminister Hubertus Heil übergeben. Das hatte ihm Mechthild Heil (Anm.: nicht verwandt) bei seinem Zeltbesuch und auch gegenüber BMAS-Staatssekretärin Kerstin Griese angekündigt.

 

 

 

Starkes Bekenntnis der „#FriedensFinderinnen“ mit Hauptimpuls von Gesine Schwan

 

 

 

Gemeinsam mit christlichen, jüdischen und muslimischen Frauenorganisationen sowie dem ZdK lud die kfd am Freitag, 11. Mai zur interreligiösen Performance  „#FriedensFinderinnen“ auf den Domplatz. Impulsgeberin Prof. Dr. Gesine Schwan sprach über die Rolle von Gleichstellung: „Es ist eine wichti­ge Maßnahme für den Frieden, dass auch Männer einen Großteil der Care-Arbeit übernehmen.“ Neben Rezitationen aus den drei Heiligen Schriften, persönlichen Glaubensbotschaften und der Vorstellung von Friedensinitiativen begeisterten das Bodypercussion-Quartett „Rhythm4“ aus Österreich und die jüdische Kantorin und Sängerin Avitall Gerstetter die 2.000 Teilnehmenden auf dem Domplatz. Schwan: „Friedensinitiativen muss man herausposaunen und darf sie nicht unter den Scheffel stellen!“

 

 

 

Podium im Hauptprogramm: Kirche muss ihre Schuld gegenüber Frauen anerkennen

 

 

 

Erstmals hat der kfd-Bundesverband ein großes Podium im Hauptprogramm alleinig verantwortet: Im Gespräch mit den Professorinnen Dr. Gunda Werner (Graz) und Dr. Julia Knop (Erfurt) sowie Generalvikar Dr. Norbert Köster (Münster) und Prof. Dr. Magnus Striet (Freiburg) zu „Schuld – Vergebung – Versöhnung. Impulse für eine glaubwürdige Kirche“  wurde deutlich, dass die Kirche als Institution gegenüber unzähligen Frauen Schuld auf sich geladen hat. Auch wenn sich vieles verändert hat, bleibt die Herausforderung, diese Schuld anzuerkennen und Wege der Versöhnung zu finden. Für eine glaubwürdige Kirche ist es notwendig, dass die Lebenswirklichkeiten von Frauen in ihrer Vielfalt anerkannt werden und ein neuer Umgang mit Macht in einer „lernenden Kirche" eingeübt wird.

 

 

 

Gespräche mit Nahles, Hendricks und Klöckner

 

 

 

Zu den prominenten Zelt-BesucherInnen zählten die kfd-Mitglieder Andrea Nahles und Dr. Barbara Hendricks, die sich als bekennende Katholikinnen für mehr Mitsprache von Frauen in der Kirche aussprachen. So betonte etwa die SPD-Parteivorsitzende Nahles, dass es Verbände wie die kfd brauche, um auch über lange Zeiträume Veränderungen zu erwirken. 

 

 

 

Hochkarätiger Besuch aus Politik und Kirche sowie prominente Neumitglieder

 

 

 

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Gesundheitsminister Jens Spahn, der direkt kfd-Fördermitglied wurde, schauten ebenso vorbei wie die Bischöfe Heße, Koch und Bätzing, die die Frauen in ihrem Engagement für eine Kirche der Öffnung und Gleichstellung bestärkten. Der stv. CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzende Hermann Gröhe, Misereor-Geschäftsführer Mons. Pirmin Spiegel und ZdK-Präsident Prof. Dr. Thomas Sternberg richteten ebenfalls Grußwörter an die Anwesenden.

 

 

 

Als weiteres Neumitglied konnte der Bundesverband Theologin Jacqueline Straub begrüßen; der Diözesanverband Münster freut sich über den Beitritt von Moderatorin Yvonne Willicks.

 

 

 

Thementalks behandelten unter anderem die sakramentale Weihe von Frauen zu Diakoninnen, nachhaltige Landwirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit und Rentengerechtigkeit.

 

 

 


Veranstaltungsreihe mit Angeboten zur inneren Einkehr wurde am Sonnabend eröffnet

„Spiritueller Sommer in Pommern“

Unterstützende und Beteiligte der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“ präsentieren das Logo auf einem Banner vor der Johanniskirche in Lassan. Foto: PEK / Sebastian Kühl
Unterstützende und Beteiligte der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“ präsentieren das Logo auf einem Banner vor der Johanniskirche in Lassan. Foto: PEK / Sebastian Kühl

 

(Lassan/sk) - Mit der Vernissage einer Ausstellung mit Werken von Monika Bertermann und Franz-Albert Tröster sowie einem Konzert des Axis-Duos wurde am Sonnabend, 12. Mai, in der Johanniskirche in Lassan die Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“ eröffnet. Unter der Dachmarke „Spiritueller Sommer in Pommern“ werden Angebote zur inneren Einkehr in der Region gebündelt, die sich an Urlauber und Einheimische gleichermaßen richten. Mittelfristig soll sich der „Spirituelle Sommer in Pommern“ zu einer verlässlichen Marke mit überregionaler Bekanntheit entwickeln.

 

Eigene Internetseite mit Flyer-Download

 

Die Veranstaltungsreihe hat unter www.spiritueller-sommer-pommern.de einen eigenen Internetauftritt, der in die etablierte gemeinsame Internetseite des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises und des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Mecklenburg www.kirche-mv.de eingebettet ist. Dort sind neben Informationen zum „Spirituellen Sommer“ sowie zu den Partnerinnen und Partnern auch ein Veranstaltungskalender und der Flyer zu finden: http://pix.kirche-mv.de/fileadmin/Service/urlaubskirche/Spiritueller_Sommer_in_Pommern/Flyer_Spiritueller_Sommer_in_Pommern_2018_Veranstaltungen.pdf

 

 Getragen wird der „Spirituelle Sommer“ vom Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und der Nordkirche und unterstützt von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

 

 

Weites Spektrum an Veranstaltungsformaten

 

Die in der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“ gebündelten Angebote können beispielsweise folgende Themen umfassen: Gebet, Gespräch, Innehalten, Kreatives Gestalten, Achtsamkeit, Andacht, Bewegung, Lesungen, Meditation, Führungen, Musik, Vorträge, Pilgern, spirituelle Wanderungen… Neben den Angeboten an verschiedenen, besonderen Orten werden auch die Orte selbst hervorgehoben wie beispielsweise Gärten, Plätze der Kraft/Stille, Kapellen, Kirchen, Pilgerwege…

 

Vom Lagerfeuergottesdienst bis zur Auszeit für Frauen

 

In diesem Jahr startet der „Spirituelle Sommer“ mit rund 20 Anbietern und mehr als 140 einzelnen Veranstaltungen bzw. Veranstaltungsreihen sowie kontinuierlich stattfindenden Angeboten. Partnerinnen und Partner sind unter anderem das Bibelzentrum in Barth, das „Haus der Stille“ in Weitenhagen, die Greifswalder Kirchengemeinde St. Nikolai, die Bischofskanzlei in Greifswald, das Klanghaus am See in Klein Jasedow, der Pilgerweg der Vaterunsersteine in Groß Kiesow, die „Offene Kapelle“ in Jager und der Konzertsommer auf der Insel Usedom. Die Angebote reichen vom Lagerfeuergottesdienst über Männerseminar, Wahrnehmungsübung und Klangmeditation bis hin zur Auszeit für Frauen.

 

 

Wunsch nach spiritueller Erfahrung gewinnt Bedeutung

 

Der Wunsch nach Stille, nach dem Zu-sich-kommen und nach spiritueller Erfahrung innerhalb und außerhalb religiöser Gemeinschaften gewinnt für viele Menschen immer mehr an Bedeutung. Das Projekt „Spiritueller Sommer in Pommern“ richtet sich an diesen Bedürfnissen aus. Umfragen der Tourismusbranche zeigen: Jeder Fünfte fragt im Urlaub nach spirituellen Angeboten. Urlauber bereichern das Gemeindeleben, sie regen neue Veranstaltungsformate an und ermöglichen sie oft überhaupt erst. Hand in Hand mit dieser Nachfrage geht das Thema Pilgern.

 

  

Sinnsuche in der Urlaubszeit

 

In der heutigen schnelllebigen Zeit bietet vor allem das Zeitfenster des Urlaubs Möglichkeiten für die Sinnsuche. Im Alltag bleibt dafür immer weniger Platz. Die Verbindung kirchlicher Angebote mit dem Tourismus bietet daher großes Potential. Bis zu 66 Prozent aller deutschen Urlauber geben an, dass Abstand zum Alltag, Entspannung und Kraft sammeln ihre Hauptmotive sind. Hier bestehen Anknüpfungspunkte zu den Kernkompetenzen der Kirche und hier liegt auch der Ausgangspunkt für das Projekt „Spiritueller Sommer in Pommern“.

 

 

Aussagekräftiges Logo verbindet

 

Den Anspruch der Veranstaltungsreihe transportiert das Logo. Das Kreuz zeigt die Verbindung zur christlichen Kirche. Die Sonne mit Lichtreflexionen strahlt über der Weite der pommerschen Landschaft mit ihrer Küste, mit Feldern und Wiesen. Das Motto „Zeit für Dich“ kann für innere Einkehr und die Zuwendung Gottes gleichermaßen stehen und ist zudem eine Einladung. Darüber hinaus verbindet dieses Motto die Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“ mit weiteren Projekten im Bereich Kirche und Tourismus innerhalb der Landeskirche.

 

 

Vorpommern als Vorreiter

 

„Ich freue mich, dass wir mit dem ‚Spirituellen Sommer in Pommern‘ ein ähnliches Projekt aus Südwestfalen nun im Norden adaptiert haben“, sagte Ulrich Schmidt, Kirche und Tourismus der Nordkirche. „Die Kooperation mit dem Tourismus in Vorpommern wird in den kommenden Monaten und Jahren stetig ausgebaut und weitere Anbieter im Sinne des Projektes werden hinzukommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir nach den ersten Erfahrungen in Vorpommern das Angebot auch in anderen Regionen der Nordkirche in die Wege leiten werden.“

 


Alle 1000 Gemeinden erhalten zu Pfingsten Arbeitsbuch zum Thema „Mission“

„Das muss ich dir erzählen“ – Nordkirche bringt den Glauben neu ins Gespräch:

(Schwerin/Kiel/ml/std) - Pünktlich zum Pfingstfest will die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) in ihren rund 1000 Gemeinden den Glauben neu ins Gespräch bringen. Das soeben unter dem Titel „Das muss ich Dir erzählen“ erschienene „Arbeitsbuch Mission“ soll neue Anstöße geben, um vor Ort gemeinsam über die missionarische Orientierung kirchlicher Angebote und Aktivitäten nachzudenken und sich darüber auszutauschen. Neben Selbstzeugnissen unterschiedlicher Menschen aus der Nordkirche enthält das Arbeitsbuch auch historische und theologische Hintergrundinformationen zum Thema „Mission“, biblische Texte, Gebete, methodische Anregungen und Impulse zur Weiterarbeit.

 

Die Erste Kirchenleitung sendet in diesen Tagen allen Gemeinden je zehn Exemplare zu. Auch die 13 Kirchenkreise und die kirchlichen Dienste und Werke der Nordkirche erhalten das Buch. Hintergrund ist ein Beschluss der Landessynode auf ihrer Tagung zur „Zukunft der Ortsgemeinde“ im September 2015. Danach solle das Thema „Mission“ verstärkt in Kirchengemeinden und Kirchenkreisen diskutiert werden. In einem längeren Prozess ist daraus das Arbeitsbuch „Das muss ich Dir erzählen“ entstanden, dessen Veröffentlichung die Kirchenleitung Ende 2017 beschlossen hat. Die Kosten von 8,70 Euro pro Exemplar, in denen auch Druck und Versand enthalten sind, trägt die Nordkirche.

 

Landesbischof Ulrich: „Menschen erzählen, was sie mit Gott erleben“

 

Für Landesbischof Gerhard Ulrich, den Vorsitzenden der Ersten Kirchenleitung, bringt der Titel des Buches auf den Punkt, worum es geht: „Das muss ich dir erzählen! – Auf den ersten Blick ein ganz alltäglicher Satz. Auf den zweiten Blick: eine Mission im Kleinformat. Ich erzähle von etwas, das mir wichtig ist. Ich teile eine gute Erfahrung mit anderen. Solches Erzählen ist da besonders wichtig, wo Menschen von dem berichten, was sie mit Gott erlebt haben. Darin besteht und davon lebt Kirche: dass Menschen erzählen, was sie mit Gott erleben. Mission gehört also zur Kirche, im Kleinformat, bei alltäglichen Gesprächen und Begegnungen, oder als organisiertes Vorhaben, mit ausgearbeiteten Konzepten und Zielen.“

 

Mit dem Charakter als Arbeitsbuch wolle die Kirchenleitung seinen Impulscharakter betonen, so Ulrich im Vorwort: „Was Mission in der Kirche und für die Kirche bedeutet, bedeuten kann und bedeuten soll, dazu gibt es ein schillerndes Panorama von Ansichten, Antworten, Antithesen und Auffassungen. Sie alle ‚unter einen Hut‘ zu bringen, wird nicht gelingen und muss auch nicht gelingen. Aber es ist notwendig und sinnvoll und vor allem an der Zeit, sich darüber zu verständigen, worum es hier und jetzt bei einer missionarischen Grundorientierung in den Gemeinden, den Diensten und Werken und den Einrichtungen der Nordkirche insgesamt gehen soll.“

 

Allen, die sich mit dem Buch beschäftigen, wünscht der Landesbischof, dass es bei ihnen eigene Impulse freisetzen möge: „Reservieren Sie einen Tagesordnungspunkt bei einer Kirchengemeinderatssitzung für das Thema ‚Mission‘ und nehmen Sie sich ausreichend Zeit dafür. Planen Sie eine Mitarbeitendenrunde zu diesem Schwerpunkt. Lassen Sie sich anregen von der Sache, um die es geht, und von den Möglichkeiten, die das Buch bietet. Teilen Sie Ihre Gedanken zu den Inhalten mit uns im Internet.“

 

Internet:

 

Das „Arbeitsbuch Mission“ zum Herunterladen als PDF, weitere Informationen sowie die Möglichkeit für Rückmeldungen und Reaktionen unter:

 

www.nordkirche.de/glaube/mission

 

Nachbestellung:

 

bei der Lutherischen Verlagsgesellschaft mbH, Gartenstraße 20, 24103 Kiel, oder im Internet unter: www.glaubenssachen.de

 

Hintergrund: Pfingsten

 

Pfingsten ist in der Kirche das Fest der Ausschüttung des Heiligen Geistes, das fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird. Das Wort leitet sich von „pentekoste“ ab – griechisch für „fünfzig“. Im ursprünglich auf Griechisch verfassten Neuen Testament der Bibel wird berichtet, wie zu Pfingsten die Freunde Jesu nach dessen Tod, Auferstehung und Himmelfahrt den Heiligen Geist Gottes empfingen und begannen, die Taten Jesu und seine Auferstehung zu verkündigen. Pfingsten gilt darum auch als „Geburtstag" der Kirche.

 


Kongress für baltische Theologinnen und Theologen in Lübeck:

Landesbischof Ulrich: Glaubensvielfalt für theologischen Diskurs notwendig

 

(Lübeck/maw) - Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), fordert die umfassende Teilhabe am und die volle Gleichstellung im kirchlichen Leben für Männer und Frauen. Dies sei für Lutheraner Ausdruck einer vertieften Einsicht in das reformatorische Bekenntnis, so Ulrich. „Frauen haben einen ganz eigenen Blick, ein ganz eigenes Verständnis aufgrund ihrer spezifischen Lebenserfahrung und ihrer Gottesbeziehung. Das setzt neue Gedanken und Einsichten frei, die dringend in unserem theologischen Diskurs benötigt werden.“ Ulrich eröffnete heute (14. Mai) in der Lübecker Marienkirche den Kongress „Wir haben selber gehört und erkannt…“ für Theologinnen und Theologen aus den Anrainerstaaten der Ostsee. Noch bis morgen werden sich die 80 Teilnehmenden mit Wegen der Schriftauslegung beschäftigen.

 

 

 

Hintergrund des Kongresses ist sowohl die Einführung von Elisabeth Haseloff als erste Pastorin vor 60 Jahren in einer Gemeinde in Lübeck als auch der Beschluss der lettischen Synode 2016, Frauen per Verfassungsänderung von der Ordination auszuschließen.

 

 

 

Herausforderungen der Moderne begegnen

 

 

 

Ulrich weiter: „Nicht nur wir in der Nordkirche sehen mit Sorge, dass es Menschen, Gruppen, Parteien und auch einzelne Kirchen gibt, denen diese Vielfalt Angst macht und die versuchen, zurückzukehren in eine vergangene Welt scheinbarer Klarheit und Eindeutigkeit.“ Sich abzugrenzen gegenüber Theologien und religiösen Lebensstilen schaffe jedoch keine Antworten auf die Herausforderungen der Moderne. „Das ist weder ein Gewinn persönlicher Freiheit noch Ausdruck einer freiheitlichen Kirche, sondern deren drohendes Ende.“

 

 

 

Landesbischof Ulrich warb für eine Vielfalt des Glaubens: „Wir neigen immer noch dazu, einander mit ‚dem‘ Wort Gottes sozusagen zu bekämpfen, zum Schweigen zu bringen. Dabei wissen wir oft nicht genau, ob wir Gottes Geist vertreten oder unsere eigenen Ängste zu bearbeiten versuchen. Darum brauchen wir dringend eine Verständigung über die biblische Hermeneutik, die uns leiten kann in Vielfalt.“

 

 

 

Er dankte den Organisatorinnen des Kongresses für ihr Engagement, die Auseinandersetzung um die sachgerechte Auslegung der Bibel voranzutreiben. Mit den pluralen Wegen der biblischen Deutung hatte sich bereits Paulus beschäftigt. Seine Weisung an die Gemeinde, sich am Wort Christi zu orientieren, wurde in der Reformation von Luther als die Weisung zur „Mitte der Schrift“ wiederentdeckt und gehört seither zum Grundverständnis lutherischer Bibelhermeneutik.

 

 

 

„Das Wort Gottes scheidet die Geister. Aber eine Waffe ist es nicht. Es ist Power, aber keine Aufrüstung menschlicher Gewalt und Macht. Das Wort der Schrift teilt mir nicht ‚etwas‘ mit, sondern sagt etwas über mich aus; es leuchtet in die Welt und leuchtet sie aus“, erinnerte Ulrich.

 

 

 

Initiiert haben den Kongress das Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche, die Beauftragte für Geschlechtergerechtigkeit und das Frauenwerk der Nordkirche sowie die Konvente evangelischer Theologinnen in der Bundesrepublik Deutschland und in der Nordkirche.

 

 

 


Austausch, Information und lebendige Aktionen in Münster

Das Kindermissionswerk sagt herzlichen Dank!

 

(Aachen/kmw) - Das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ blickt auf einen erfolgreichen Katholikentag zurück und bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmern, Gästen, Zuschauern, Medienschaffenden und Verantwortlichen. Mit insgesamt 14 Veranstaltungen und Aktionen hat das Kindermissonswerk tausende Menschen erreichen können.

 

 

 

Beim Gottesdienst für Kinder und Familien unter freiem Himmel feierten an Christi Himmelfahrt rund 10.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine heilige Messe auf dem Domplatz.

 

In Werkstätten konnten sich Kinder und Jugendliche kreativ mit dem Thema Frieden auseinandersetzten und beim Mitsingkonzert am Aasee machten viele Sternsinger ihrem Namen alle Ehre.

 

Gut zuhören hieß es dann bei den zwei Podien zu den Themen Fairer Handel und Kindesschutz. Hier informierten die Projektpartnerinnen aus Sierra Leone, Hannah Bockarie, und Indonesien, Yuliati Umrah, die rund 100 Teilnehmer über ihre Arbeit vor Ort. Eigens angereist war auch Dr. Pater Hans Zollner SJ, Leiter des Kinderschutzzentrums der Universität Gregoriana in Rom, der mit dem Kindermissionswerk seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger’, berichtete eindrucksvoll von seinen jüngsten Besuchen von Kindesschutz-Projekten im Libanon und in Peru. „Für die Kirche gilt: Das Thema ist gesetzt und lässt sich nicht wegdrücken – die Kirchenverantwortlichen müssen sich dem stellen“, betonte Pater Hans Zollner. Darüber hinaus mahnte Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: „Wenn wir hinter die gemachten Schritte, den aktuellen Stand zurückfallen, sehe ich große Probleme auf uns zukommen“.

 

 

 

Dialog ist alles!, hieß es in dem Workshop in der Gesamtschule Münster Mitte. Im Mittelpunkt stand dabei ein jüdisch-arabisches Schulprojekt der Initiative „Hand in Hand“ aus Israel. Die beiden Leiterinnen der Initiative, Dr. Inas Deeb und Ayelet Roth, stellten ihre interkulturelle und interreligiöse Arbeit mit jüdischen und arabischen Kindern vor und luden zum Austausch ein.

 

 

 

Bunte Friedenstore aus Holzplanken

 

Neben den Info-Ständen der Sternsinger, der ökumenischen Mitmachaktion "Weihnachten Weltweit" und dem gemeinsamen Bühnenprogramm der katholischen Hilfswerke stand vor allem die Aktion „Leben retten!“ noch einmal im Mittelpunkt. Bei der Aktion hatten 20.000 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland teilgenommen und insgesamt über 4.000 Holzplanken gestaltet. Begriffe wie „Frieden“, „Respekt“, „Willkommen“ und „Freundschaft“ standen dabei im Mittelpunkt. Aus den Botschaften, die die Mädchen und Jungen auf die Holzplanken gemalt und geschrieben haben, war ein großes symbolisches Boot entstanden, das auch auf dem 101. Deutschen Katholikentag mit einer Länge von 37 Metern und einer Breite von 15 Metern vor der Halle Münsterland präsentiert wurde. Darüber hinaus konnten Kinder und Jugendliche in einer Upcycling-Werkstatt Möbel aus den vielen Holzplanken gestalten. Insgesamt neun Friedensstore, jeweils 2,80 Meter hoch und 2,40 Meter breit, waren ebenfalls aus den Holzplanken entstanden. In ganz Münster verteilt unterstrichen sie nochmals das diesjährige Motto des Katholikentags „Suche Frieden“.

 

 

 

Mit dem Leitgedanken „Friede dem Fernen und dem Nahen" feierten Besucher mit Partnern und Gästen aus aller Welt, gemeinsam mit Hauptzelebrant Erzbischof Dr. Ludwig Schick, den Weltkirchlichen Gottesdienst am Aegidiinmarkt. Damit setzten sie ein Zeichen, dass die Suche nach Frieden und der Austausch darüber nicht mit dem Katholikentag in Münster endet.

 

 

 

Einen erfolgreichen Austausch mit vielen Besuchern hatten auch die Sternsinger-Reporter Nia (10), Alma (9) und Till (8). Besonderes Highlight für die drei Nachwuchsjournalisten: Ein Interview mit Sängerin und TV-Star Leslie Clio.

 

 

 

Danke sagen wir allen Besuchern & Gästen:

 

 

 

Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller,

 

NRW-Minister Karl-Josef Laumann,

 

Familienministerin Franziska Giffey,

 

Religionspolitischer Sprecher CDU/CSU Herrmann Gröhe, Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Bamberg, Bischof Dr. Helmut Dieser, Aachen, Bischof Stefan Oster, Passau.

 

 

 

Unser ganz besonderer Dank gilt aber jemandem, dessen Engagement uns besonders berührt hat: Bennit (8) aus Norderney hat sein gesamtes Kommunionsgeld an das Kindermissionswerk gespendet. Wir sagen ganz herzlichen Dank!

 

 

 


Gemeindearbeit wirkt ins Wohngebiet


 

Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats: Zuwendung für Erlebniswoche „Glück im Topf“ in Greifswald / Hilfe für die Fachwerkkapelle Klempenow / Anträge an Kirchlichen Entwicklungsdienst befürwortet

 

 

 

(Weitenhagen/sk) - Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) bewilligt der Johanneskirchengemeinde Greifswald für die Kreativ- und Erlebniswoche „Glück im Topf“ eine Zuwendung in Höhe von 4.000 Euro aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“. Diesen Beschluss fasste das Gremium in seiner Sitzung am zurückliegenden Dienstag, 8. Mai, die im „Haus der Stille“ (Friedrich-Wilhelm-Krummacher-Haus) in Weitenhagen stattfand. Unter dem Titel „Glück im Topf“ startet die Kirchengemeinde bereits zum dritten Mal ein Projekt gemeindeoffener Arbeit im Neubaugebiet Schönwalde. Im Zeitraum einer ganzen Woche werden Familien mit ihren Kindern sowie alle Interessierten zu einer Kreativ- und Erlebniswoche eingeladen. Die Kirchengemeinde organisiert die Woche, an der bis zu 500 Kinder teilnehmen, durch enormes ehrenamtliches Engagement mit bis zu 100 Helfenden. „Die Johanneskirchengemeinde leistet mit ‚Glück im Topf‘ eine großartige Arbeit, die weit in das Wohngebiet hinein wirkt“, so der KKR zu dem Beschluss. Die Unterstützung dieses Projekts sei eine gute Investition.

 

 

 

Hilfe für Kirchen in Klempenow und Mewegen

 

 

 

Die unter Denkmalschutz stehende Fachwerkkirche in Klempenow bei Altentreptow droht abzusacken. Der Kirchenkreisrat beschloss, die Notsicherungsmaßnahmen an der wertvollen Kirche aus dem 17. Jahrhundert mit 20.000 Euro aus dem Fonds Sonstige Kirchen zu unterstützen. „Diese Kirche ist ein Fenster der Dorfgemeinde hinein in das vielfältige kulturelle Geschehen auf der Burg Klempenow. Sie ist zudem ein bedeutender Teil des gesamten Burgensembles“, begründete der Kirchenkreisrat die Entscheidung. Für die Kirche in Mewegen, 20 Kilometer östlich von Pasewalk, stellte der KKR in einem weiteren Beschluss, vorbehaltlich der Zustimmung des Bauausschusses, ebenfalls Geld zur Verfügung. Die rund 6.400 Euro stammen aus Lotterie-Zweckerträgen, die gemeinnützigen Organisationen zugutekommen, und fließen in die Sanierung des Kirchendachs.

 

 

 

Anträge an den Kirchlichen Entwicklungsdienst

 

 

 

Dem Kirchenkreisrat lag die Bitte des Synodalausschusses Ökumene vor, drei Förderanträge an den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche (KED) zu befürworten. Die Anträge beziehen sich auf das Krankenhaus lambi in Tansania, das Projekt „Building bridges“ in Südafrika und den Kindergarten in einer Kirche in Dysseldorp, ebenfalls in Südafrika. Das Krankenhaus lambi benötigt dringend Verbesserungen, insbesondere bei der Entbindungsstation und der Kinderstation besteht Handlungsbedarf. Die beiden Stationen sollen saniert und die Wasser- und Abwasserversorgung verbessert werden. Der Synodalausschuss Ökumene möchte für das Projekt Iambi beim KED 5.900 Euro beantragen. Das Projekt „Building bridges“ arbeitet in einem Problemviertel in Kapstadt. Vor allem junge Menschen sollen davor bewahrt werden, „auf die schiefe Bahn“ zu geraten. Ein nachhaltiges Jugendprogramm soll geschaffen werden. Der Synodalausschuss Ökumene möchte für das Projekt „Building bridges“ beim KED 3.500 Euro beantragen. Im dritten Förderantrag geht es um einen Kindergarten für 60 Kinder, der in der lutherischen Kirche in Dysselsdorp sein Domizil hat. Die Einrichtung ist für die Kommune, die ein sozialer Brennpunkt ist, sehr wichtig. Damit eine Küche und der Kindergartenraum eingerichtet werden können, möchte der Synodalausschuss Ökumene für den Kindergarten Dysseldorp beim KED 1.300 Euro beantragen. Der KKR beschloss, die Antragsstellung für alle drei Projekte zu befürworten.

 

 

 

Kirchenkreis unterstützt Seniorenrüstzeit

 

 

 

In einem weiteren Beschluss unterstützt der Kirchenkreisrat den Antrag der Kirchengemeinde Beggerow auf Beihilfe für eine Seniorenfreizeit aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ mit 500 Euro. Bereits seit Gründung der Nordkirche organisiert die Kirchengemeinde Beggerow einmal jährlich als Träger eine Seniorenfreizeit des Altkirchenkreises Demmin in Sellin. Die teilnehmenden Senioren kommen aus vielen Kirchengemeinden. Viele von ihnen sind im Ehrenamt tätig. „Für die Seniorinnen und Senioren der Region haben die gemeinsamen Tage in Sellin einen hohen Stellenwert“, so der KKR zu dem Beschluss.

 

 

 

Weitere Themen und nächster Sitzungstermin

 

 

 

Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit der Pfarrstellenstruktur in Kirchengemeinden, mit Personalfragen, mit den Kandidatenvorschlägen für die Wahl der Landessynode, mit weiteren Bau- und Sanierungsvorhaben, mit den Vergaberichtlinien für die Baufonds des PEK und mit der Kirchenleitungsbegegnung in Danzig/Gdansk im November.

 

Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 12. Juni 2018 statt.

 

 

 

Stichwort Kirchenkreisrat

 

 

 

Der Kirchenkreisrat vertritt den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis in allen Angelegenheiten. Er führt die Aufsicht über die 154 Kirchengemeinden und ihre Verbände sowie über die Dienste und Werke und erteilt die erforderlichen Genehmigungen. Das Gremium besteht aus 13 Mitgliedern. Ihm gehören die Pröpstin und Pröpste der drei Propsteien des Kirchenkreises, Pröpstin Helga Ruch (Stralsund), Propst Gerd Panknin (Demmin) und Propst Andreas Haerter (Pasewalk), als geborene Mitglieder an. Die weiteren zehn Mitglieder wurden von der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gewählt. Vorsitzender des Kirchenkreisrates ist Propst Gerd Panknin. Der Kirchenkreisrat bereitet die Entscheidungen der Kirchenkreissynode vor, bringt Vorlagen ein und führt die Beschlüsse aus. Er bringt den Haushalt ein und ist für die Durchführung verantwortlich. Er berät Pröpstin und Pröpste, beruft die Pastorinnen und Pastoren in die Pfarrstellen des Kirchenkreises und führt die Aufsicht über die Kirchenkreisverwaltung.

 

 

 


Bistum Trier beim Katholikentag in Münster

Gute Gespräche über lebenwerte Arbeit

Ruth Mareien de Bueno von der KAB begrüßt Besucherinnen und Besucher am Bistumsstand. Foto: bt
Ruth Mareien de Bueno von der KAB begrüßt Besucherinnen und Besucher am Bistumsstand. Foto: bt

 

(Münster/Trier/bt) – Beim Katholikentag in Münster vom 9. bis 13. Mai ist das Bistum Trier mit einem Stand auf der Kirchenmeile dabei gewesen und hat das Thema „LebensWertArbeit“ ins Gespräch gebracht. Am traditionell papierlosen Stand, den Bistum und Katholikenrat gemeinsam verantworten, hatten die Aktion Arbeit mit einer Ausstellung, die kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands), die KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) und die Jugendkirchen im Bistum mit Aktionen zur Auseinandersetzung mit dem Thema eingeladen.

 

Andrea Steyven, Geschäftsführerin der Aktion Arbeit, sagte, viele Besucherinnen und Besucher seien angesichts der Standgestaltung etwa mit den Fotokacheln, die ehemals langzeitsarbeitlose Menschen in Beschäftigungsbetrieben und Aussagen über Arbeit zeigen, überrascht gewesen: „Sie haben dann nachgefragt, worum es geht und was die Aktion Arbeit macht – und daraus haben sich gute Gespräche entwicklt.“ So informierte sie über den Kampf gegen die Langzeitsarbeitslosigkeit, die Zusammenarbeit mit Beschäftigungsbetrieben, aber auch über das 2017 vorgestellte Konzept eines integrierten Arbeitsmarktes – mit positiven Reaktionen: „Die Leute finden es klasse, dass das Bistum sich für diesen Themen einsetzt“ - mit der Aktion Arbeit immerhin schon seit 35 Jahren.

 

Neben Wein und Brot war der Tisch mit den Gläsern mit buntem Sand ein Anziehungspunkt. „Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wie würden Sie Ihr Leben gestalten?“ fragte Petra Löwenbrück (kfd) die Besucherinnen und Besucher. Die mussten dann entscheiden, wieviel Zeit sie etwa der Erwerbsarbeit, dem Hobby, der Familienarbeit oder dem Ehrenamt einräumen würden. Während Menschen mittleren Alters meist eine recht klare Vorstellung gehabt hätten, seien gerade junge Menschen oft sehr ins Grübeln gekommen, sagte Löwenbrück. Auch die Fotobox der Jugendkirche war im Dauereinsatz. Hier konnte Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene mit Hilfe von Requisiten darstellen, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. „Es geht weniger um die Berufswahl, sondern mehr um Lebensbilder“, erklärte Isabelle Augustat, pädagogische Referentin in der FachstellePlus für Kinder- und Jugendpastoral in Saarbrücken. „Wir wollen jungen Leute dazu anregen, sich über ihre Zukunft insgesamt Gedanken zu machen, nicht nur über die Arbeit.“ Sie lobte die Kooperation im Bistumsstand: „Die Zusammenarbeit war super.“

 

Das konnte Wolfgang Meyer, im Bistum Trier für Veranstaltungen zuständig, bestätigen: „Wir sind der glücklichste Stand auf der Kirchenmeile mit einer guten Truppe“, lachte er. „Milljuhnen Menschen“ hätten den Stand besucht, darunter auch viele aus dem Bistum Trier. „Wir hatten ein zugespitztes Thema, das war ja durchaus harte Kost“, resümierte er - „aber wir hatten das Interesse der Menschen.“ Auch Katholikenratsvorsitzender Manfred Thesing ist zufrieden. Er fand die Kooperationen mit Aktion Arbeit, den Verbänden und besonders den Jugendkirchen gelungen. Dass das Bistum im Jahr des 200. Geburtstags von Karl Marx die Frage nach guter und lebenswerter Arbeit und das immer noch aktuelle Problem der Langzeitsarbeitslosligkeit in den Fokus rückt, hält er für sehr wichtig: "Das Thema zieht, wir hatten viele gute Gespräche über die Aktion Arbeit und ihre Anliegen.“

 

Die Schwerpunktsetzung des Trierer Standes lobte auch Bischof Dr. Stephan Ackermann: „Ich bin froh über das Interesse an diesem so wichtigen Thema.“ Er besuchte ebenso wie die Weihbischöfe Robert Brahm und Jörg Michael Peters, die aus dem Bistum stammenden Bischöfe Bätzing (Limburg), Dieser (Aachen) und Genn (Münster), der frühere Trierer Bischof Reinhard Kardinal Marx (München-Freising), der apostolische Nuntius Erzbischof Nikola Eterović, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Bundeslandwirtschaftministerin Julia Klöckner und viele Menschen aus dem Bistum Trier und ganz Deutschland den Stand auf der Kirchenmeile vor dem Schloss. Nach Angaben der Veranstalter waren 838 Menschen aus dem Bistum Trier als Dauerteilnehmende beim Katholikentag in Münster.

 

 

 


Bischof Fürst weiht am Samstag im Kloster Reute vier Männer

Neue Ständige Diakone für die Diözese

 

 

 

(Rottenburg/Bad Waldsee/drs) - Unter dem Leitwort „Ihr alle habt Anteil an der Gnade“ (Phil 1,7) wird Bischof Gebhard Fürst am Samstagvormittag (19. Mai, 10:00 Uhr) in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bad Waldsee-Reute vier Männer durch Handauflegung und Gebet zu Diakonen weihen. Nach ihrer Weihe werden die vier Männer als Diakone im Zivilberuf in ihren Heimatgemeinden arbeiten. Geweiht werden:

 

 

 

Thomas Bieg (50) wurde in Abtsgmünd im Ostalbkreis geboren, ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Abtsgmünd. Er erlernte den Mechanikerberuf, bildete sich weiter zum Industriemeister (Metall) und arbeitet heute in der Drehteilefertigung eines Industriebetriebes. Er war lange im Kirchengemeinderat sowie in liturgischen Diensten als Lektor, Kommunionhelfer, Leiter von Wort-Gottes-Feiern und  als Aushilfsmesner tätig. Prägend für ihn war sein Zivildienst in den sozialen Diensten des DRK, in der Altenpflege und im Behindertenfahrdienst. In der Kirchengemeinde St. Bonifatius in Aalen-Hofherrnweiler wird Bieg schwerpunktmäßig in der Caritas-Arbeit und in der Seniorenpastoral arbeiten.

 

 

 

Michael Görg (48) wurde in Siegen geboren, ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Grafenau bei Böblingen. Nach einem Ingenieursstudium arbeitete er als IT-Ingenieur in Siegen und in Böblingen. In den vergangenen Jahren arbeitete er als Prozess-Ingenieur und engagierte sich im Betriebsrat. In seiner Heimatgemeinde St. Leonhard in Dätzingen war er als Lektor, Kommunionhelfer, im Kirchengemeinderat und als Leiter von Wort-Gottes-Feiern tätig. In der Kirchengemeinde St. Bonifatius in Böblingen wird sich Görg schwerpunktmäßig in der Caritas-Arbeit und in der Begleitung von Menschen in der Arbeitswelt einsetzen.

 

 

 

George Elliott Robertson (50) wurde in Mobile/Alabama (USA) geboren, ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Herrenberg. Vor 27 Jahren wurde er als Offizier der US-Armee in Deutschland stationiert. Seit 2007 arbeitet er als Einkaufsleiter bei der Firma Robert Bosch. Seit mehreren Jahren ist er als Lektor, Kommunionhelfer und im Liturgieausschuss tätig. Robertson ist außerdem bei einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung ehrenamtlich aktiv. In der Kirchengemeinde St. Stephanus in Ammerbuch-Poltringen wird er sich schwerpunktmäßig in der Caritas-Arbeit und für behinderte Menschen engagieren. Auch in seinem beruflichen Umfeld will Robertson diakonisch wirken.

 

 

 

Ralf Weitzenberg (47) wurde in Reutlingen geboren, ist verheiratet und lebt zusammen mit seiner Frau und drei Kindern in Tübingen-Hirschau. Nach dem Studium der Elektrotechnik und der Betriebswirtschaftslehre begann er seine berufliche Laufbahn bei den Stadtwerken in Tübingen als Vertriebsmitarbeiter. Heute arbeitet er für die Firma Bizerba als Vertriebstrainer, Moderator und Coach. Zusätzlich leitet er seit vielen Jahren Meditationskurse bei seinem Arbeitgeber. Nebenberuflich ist er Leiter von Wort-Gottes-Feiern und bietet Exerzitien an. In der Kirchengemeinde St. Ägidius in Hirschau wird sich Weitzenberg schwerpunktmäßig in der Seelsorge für Kranke und benachteiligte Menschen sowie mit kontemplativen Angeboten für Männer in schwierigen Lebensphasen engagieren.

 

 

 

Der Leiter der Ausbildung von Ständigen Diakonen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Erik Thouet, weist im Vorfeld der Diakonenweihe auf die Einführung des Ständigen Diakonats vor 50 Jahren in der württembergischen Diözese hin.

 

 

 

Thouet schreibt: „Über Jahrhunderte galt der Diakonat nur als Durchgangsstufe zum Priesteramt. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) erneuerte die katholische Kirche dieses Amt. Der Diakonat wird als „eigene und beständige Stufe der Hierarchie wiederhergestellt werden können“, neben dem Bischof und den Priestern, so heißt es im entsprechenden Konzilsdokument von 1964, „Lumen gentium“. Heute sind es verheiratete und unverheiratete Männer, die dieses eigenständige Amt ausüben. Diakone gehen mit den Menschen durch den Staub der Bedrängnis, sie sind Repräsentanten einer „dienenden Kirche“. Diakon bleibt man immer. Das Bekenntnis zu Gott in dieser radikalen Form kann selbst kirchenferne Menschen zum Staunen bringen“, so Diakon Thouet.

 

 

 

Der Ständige Diakonat kann haupt- oder nebenberuflich ausgeübt werden.

 

In Köln wurden im April 1968 weltweit die ersten Ständigen Diakone geweiht, schon am 3. November des Jahres folgte Rottenburg-Stuttgart mit der Weihe von neun verheirateten Männern im Kloster Reute. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland rund 3.300 Ständige Diakone, im Jahr 2000 waren es rund 2.400. Weltweit arbeiten derzeit rund 47.000 Ständige Diakone in 130 Ländern; in der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind es rund 300.

 

 

 

 

 

Hinweise:

 

Ein Dokumentarfilm „Die durch den Staub gehen“ (45 min.) wird im SWR-Fernsehen am 21. Mai um 10:35 Uhr ausgestrahlt. In dem Film geht es unter anderem um die Frage, wann, wie und mit welcher Intention der Diakonat entstanden ist und wo er heute steht. Der Film stellt Männer vor, die als Diakone arbeiten oder die sich auf die Weihe vorbereiten.

 

 

 

Ein filmisches Kurzporträt über George Elliott Robertson ist ab Freitag (18. Mai) auf www.drs.de zu sehen.

 


Kirchen laden von Münster aus zum 3. Ökumenischen Kirchentag nach Frankfurt am Main ein

Weltoffen, Gastfreundlich, Ökumenisch

 

(MÜNSTER/eekhn) - Danke Münster. Willkommen in Frankfurt: Mit der herzlichen Einladung zum 3. Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt ist der 101. Deutsche Katholikentag am Sonntag (13. Mai) beendet worden.

 

 

„Frankfurt ist weltoffen mitten in Deutschland. Menschen aus 177 Nationen leben dort. Sie verstehen sich erstaunlich gut miteinander. Christinnen und Christen tragen dazu bei. Interkulturell, sozial, sensibel und ökumenisch“, sagte der Bischof von Limburg, Dr. Georg Bätzing, im Abschlussgottesdienstes des Katholikentages. Gemeinsam luden Ulrike Scherf, die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Bischof in die Rhein-Main-Metropole ein. Frankfurt gehört zum Bistum Limburg und zur hessen-nassauischen Kirche. „Wir werden gute Gastgeberinnen und Gastgeber sein zwischen Banktürmen und Apfelweinbank, zwischen internationaler Metropole und Mainufer“, sagte Scherf. Eine lebendige Stadt und ein spannendes Programm erwarte die Besucher des 3. Ökumenischen Kirchentages (ÖKT) auf den man sich schon sehr freue.

 

 

Mut machende Zeichen setzen

 

„Was uns Christinnen und Christen verbindet ist stärker als das Trennende. Aus dieser Kraft werden wir mit dem 3. Ökumenischen Kirchentag in gestärkter Verbundenheit weitere mutige und Mut machende Zeichen für die Ökumene setzen“, so Bettina Limperg, die evangelische Kirchentagspräsidentin für den 3. Ökumenischen Kirchentag. Der ÖKT in Frankfurt 2021 lebe, so Professor Dr. Thomas Sternberg, aus der praktizierten Ökumene der vielen Gemeinden und Gemeinschaften in Deutschland. „Die weite Ökumene mit allen Christinnen und Christen ist ein Ausrufezeichen für die Botschaft Jesu, dass wir hoffen dürfen in Gott aufgehoben zu sein“, sagte der Präsident des ZdK.

 

 

Nach Dortmund kommt Frankfurt

 

Nach dem 101. Katholikentag und vor dem 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 wird es im kommenden Jahr den Evangelischen Kirchentag geben. Hans Leyendecker, Kirchentagspräsident für den 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag, sagte: „,Ja, nach Münster wird es weitergehen. Kommen Sie zum 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 nach Dortmund, in eine Stadt der Veränderung und des Wandels, charmant, weltoffen und quicklebendig. Und Münster ist ganz in der Nähe von Dortmund. Schon jetzt ist die Vorfreude in Dortmund groß auf ein Fest des Glaubens, der klaren Worte und der Zuversicht“.

 

Gemeinsame Vorbereitungen laufen

 

In Hessen-Nassau und im Bistum Limburg haben die gemeinsamen Vorbereitungen auf den Ökumenischen Kirchentag in drei Jahren bereits begonnen. Auch hier werden schon ökumenische Akzente gesetzt. So präsentieren die beiden gastgebenden Kirchen zum Katholikentag beispielsweise schon ihre gemeinsame Webseite zum ÖKT. Unter www.oekt-frankfurt.de finden sich Hintergrundinformationen zur Vorbereitung, Meldungen, Ansprechpartner und vieles mehr. Ab sofort laden EKHN und Bistum auch mit einem gemeinsamen Trailer nach Frankfurt ein. Das Video, das im Rahmenprogramm des Abschlussgottesdienstes am Katholikentag präsentiert wurde, spiegelt das Lebensgefühl Frankfurts wider. Es zeigt eine vielfältige, bunte, interkulturelle, interreligiöse, weltoffene und dialogfreudige Stadt, in der die Kirchen einen festen Platz haben und das Zusammenleben mitgestalten. Der Film ist ebenfalls auf der gemeinsamen Internetseite zu sehen.

 

Mehr: www.oekt-frankfurt.de

 


Gefragte Gebote und Frieden findende Persönlichkeiten – das Bonifatiuswerk beim Katholikentag in Münster

Die Ausstellung "Udos 10 Gebote" in der Liebfrauen-Überwasserkirche in Münster. Foto: Theresa Meier
Die Ausstellung "Udos 10 Gebote" in der Liebfrauen-Überwasserkirche in Münster. Foto: Theresa Meier


 

(Münster/bfw) - Schulter an Schulter, dichtes Gedränge und lange Schlangen: Ein Bild, das sich in den letzten Tagen vor der Münsteraner Liebfrauen-Überwasserkirche abzeichnete. Anlässlich des 101. Deutschen Katholikentages zog die Ausstellung „Udos 10 Gebote“ in nur sechs Tagen 41.600 Menschen an. Das Bonifatiuswerk präsentierte eine moderne und zeitgenössische Interpretation der 10 Gebote des bekannten Rockmusikers Udo Lindenberg. 

 

Die Werke, die als eine Charta der Menschenrechte verstanden werden können, so wie es der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, beschreibt, sind über den Katholikentag hinaus noch bis zum 21. Mai in der Liebfrauen-Überwasserkirche zu besichtigen. Dort sind auch weiterhin Sondermarken mit Motiven der Ausstellung erhältlich. 

 

Doch nicht nur im Rahmen der Ausstellung, mit den zum Teil polarisierenden Bildern, kam es zum regen Austausch, sondern auch am Informationsstand des Bonifatiuswerkes auf der Kirchenmeile herrschte bei den vielen Besuchern großes Interesse an der Arbeit des Hilfswerkes. „Es ist sehr erfreulich, dass wir im Rahmen des Katholikentages den Kontakt zu Spendern, zu Menschen aus der Pastoral und unseren Partnern, sowohl in Deutschland als auch in Nordeuropa, intensivieren konnten. Neue Projekte für die Zukunft wurden geplant“, so fasste es Monsignore Georg Austen zusammen. 

 

Persönlichkeiten aus Kirche und Politik suchten gerne den Weg zum Stand des Hilfswerkes für den Glauben. So kam es zum Beispiel kurzerhand zu einem runden Tisch mit Julia Klöckner, CDU-Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Andrea Nahles, Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD und dem Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch. Sie informierten sich über die Situation der Kirche in Nordeuropa und über konkrete Projekte in Deutschland.  

 

Neben Gästen aus dem Baltikum, wie Erzbischof Dr. Zbigņevs Stankevičs aus Riga, war mit Anders Arborelius der erste Kardinal Nordeuropas vor Ort. Neben der Vorstellung seines neuen Buches „Mit heiliger Ungeduld“, ermutigte er als Hauptzelebrant einer vom Bonifatiuswerk gestalteten Eucharistiefeier in der Lambertikirche die Besucher, ihre persönliche Liebesgeschichte mit Gott zu erzählen, denn „dann werden die Anderen immer lauschen und etwas lernen."  

 

Einen konkreten Vorschlag, wie das zu praktizieren sei, lieferte der Bischof von Dresden-Meißen: „Christen müssten Taxifahrer sein, die die Menschen mitnehmen und zu Christus führen“, so könne sich die Evangelisierung vollziehen, sagte Heinrich Timmerevers bei einer Werkstatt zu missionarischen Aufbrüchen in der Diaspora unter dem Leitwort „Dem Neuen trauen“. 

 

Sich trauen und seine eigene Schicksalsgeschichte öffentlich erzählen, das haben der emeritierte Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der ehemalige Manager Thomas Middelhoff und Gisela Mayer vom Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, auf eindrückliche und bewegende Weise getan. Auf dem Podium „Meinen Frieden finden – Glauben und Zweifeln nach persönlichen Krisen“ wurde deutlich, dass jeder seinen persönlichen Weg gefunden hat, mit dem Erlebten umzugehen. Aber allen habe die Kraft des Glaubens dabei geholfen. 

 

Unterstrichen wurde das Podium mit einem Impuls von Pater Dr. Anselm Grün. Er betonte, dass Krisen auch immer als eine Chance betrachtet werden können, um eine neue Qualität des Lebens zu leben. "Man muss die Freiheit behalten, um auf Krisen zu antworten und nicht in der Opferrolle zu verharren", sagte der klösterliche Beststellerautor. Dabei würden die Worte der Bibel als Hoffnungsbilder helfen. 

 

Wie Bibel lebhaft erfahrbar ist, haben zwei Zooführungen gezeigt. In Anlehnung an den Aktionstag des Bonifatiuswerkes „Tiere der Bibel“ lernten Kinder und Erwachsene im Allwetterzoo Münster viel über ihre symbolische Bedeutung in den biblischen Texten und wurden für Werte wie Schöpfungsbewahrung sensibilisiert.  

 

„Aus diesem Katholikentag, so habe ich es durch die Begegnungen mit vielen Menschen erlebt, nehmen wir Hoffnung und Zuversicht mit, uns gemeinsam und gestärkt im Glauben füreinander solidarisch einzusetzen, vor allem dort, wo Christen in einer Minderheit leben“, fasste Monsignore Georg Austen das fünftägige Treffen der Katholiken in Münster zusammen.

 


Bischof ruft zur Beteiligung an der Pfingstaktion von Renovabis auf

Versöhnt miteinander leben in Ost- und Westeuropa

Foto: renovabis
Foto: renovabis

 

(Koblenz/Saarbrücken/Trier/bt) – Renovabis, die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken, engagiert sich seit 25 Jahren in Mittel- und Osteuropa. Knapp 23.000 Projekte konnten in dieser Zeit gefördert werden. Bischof Dr. Stephan Ackermann ruft dazu auf, das Hilfswerk am Pfingstsonntag, dem 20. Mai, wieder mit Spenden zu unterstützen. Die Kollekte geht an diesem Tag ausschließlich an Renovabis. 2017 spendeten die Gläubigen im Bistum Trier bei den Pfingst-Gottesdiensten insgesamt rund 260.000 Euro.

 

Die Pfingstaktion in diesem Jahr steht unter dem Leitwort: „miteinander. versöhnt. leben. – Gemeinsam für ein solidarisches Europa!“, schreibt Bischof Ackermann in dem Aufruf, der am 13. Mai in allen Gottesdiensten verlesen wurde.

 

Das Hilfswerk schafft Orte der Begegnung, fördert Jugendarbeit, Freiwilligeneinsätze, ökumenische Initiativen oder die Partnerschaft zwischen Gemeinden und Schulen. Renovabis bemüht sich um die Verständigung und Versöhnung zwischen den Ländern und Völkern im Osten und Westen Europas. Denn „trotz großer Fortschritte im Zusammenwachsen Europas belasten viele Schatten der Vergangenheit bis heute das Miteinander“, schreibt Bischof Ackermann. Solche Auswirkungen zeigte etwa der Bosnienkrieg auf Bevölkerungs- und Religionsgruppen. Deshalb unterstützt Renovabis zum Beispiel katholische Schulzentren, in denen jugendliche Serben, Bosniaken, Orthodoxe oder Muslime gemeinsam lernen und spielen. Auch im noch bestehenden Kriegsgebiet der Ukraine beteiligt sich das Hilfswerk an pastoralen und sozialen Projekten der Ortskirchen: psychologische Kinderbetreuung, Suppenküchen und Lebensmittelverteilung oder Kurse zur Existenzgründung für Flüchtlinge aus der Ostukraine. An der deutsch-polnischen Aussöhnung arbeitet Renovabis ebenfalls mit. So hat das Hilfswerk Begegnungshäuser oder ein Kinderdorf mitaufgebaut in der polnischen Stadt Oświęcim, dem Standort des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz.

 


ZDF-Fernsehgottesdienst aus der Saalkirche in Ingelheim

Kirchenpräsident wirbt um mehr Wahrhaftigkeit in Politik und privatem Leben

 

(Ingelheim/ekhn) - Angesichts zunehmender Falschmeldungen in den Medien und der steigenden Infragestellung von Gewissheiten hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung am Sonntag im ZDF-Fernsehgottesdienst darum geworben, Aussagen genauer zu hinterfragen und selbst wahrhaftiger zu leben. Wenn Menschen unsicher seien, ob etwas wahr sei, sollten sie sich versuchen klar zu machen, wem eine Aussage vor allem nütze oder schade, riet Jung in der Ingelheimer Saalkirche.

 

Gute Journalistinnen und Journalisten gefragt

 

Im politischen Bereich vertraue der evangelische Theologe darauf, dass „gute Journalistinnen und Journalisten dabei helfen, genau diese Frage zu stellen. Jung: „Und ich bin mir eigentlich ziemlich sicher: Wo Dinge so dargestellt werden, dass sie darauf zielen, Menschen zu zerstören, da kann es nicht die Wahrheit sein“. Auch im eigenen Leben sollten Menschen sich besser prüfen, ob sie anderen auch die Wahrheit sagen, so der Kirchenpräsident. Hier käme es aber besonders auf die Art und Weise der Vermittlung an. Jung: „Schlage ich die Wahrheit jemanden wie einen nassen Lappen um die Ohren oder halte ich sie hin wie einen Mantel, in den jemand schlüpfen kann?“

 

Oft gibt es weder schwarz noch weiß

 

Für Jung sei zudem der alttestamentliche König Salomo ein Vorbild in der Wahrheitsfindung. Er habe „Gott um ein Herz gebeten, das hinhört“. Jung: „Ein hörendes Herz weiß auch, dass es nicht immer nur wahr oder falsch, gut oder böse, schwarz oder weiß gibt. Es nimmt auch Grautöne oder andere Farben wahr.“ Dies sei wichtig für das Zusammenleben der Menschen.

 

Gottesdienst zu „Nichts als die Wahrheit“

 

Der ZDF-Fernsehgottesdienst unter dem Titel „Nichts als die Wahrheit“ am 13. Mai wollte ausloten, was zu wahrhaftigen Umgang beiträgt und nutze dabei die Weisheit von König Salomo aus der hebräischen Bibel fündig. Dessen Sichtweise, die  stellte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung in den Mittelpunkt seiner Predigt aus der Saalkirche in Ingelheim am Rhein. Gemeinsam mit einem Juristen, einer Journalistin, einer Prädikantin und einer Erzieherin sprach er auch darüber, welche Rolle die Wahrheit in deren Berufsleben spielt. Die Liturgie in dem Gottesdienst gestaltete Ortspfarrerin Anne Waßmann-Böhm.

 

Grandiose Musik in der Feier

 

Auch die Musik im ZDF-Gottesdienst überraschte: Orgel und Flügel wurden von Dekanatskirchenmusiker Carsten Lenz und Iris Lenz, ebenfalls Organistin, gleichzeitig gespielt. Unter ihrer Leitung sangen über 30 Kinder und Jugendliche der Ingelheimer Singakademie und des Jugendchor Canto Vocale und verzauberten die Zuschauer im Fernsehen ebenso wie die Gottesdienstbesucher vor Ort. Nach der Sendung standen Gemeindeglieder der Saalkirche noch bis 19 Uhr am Hörertelefon Rede und Antwort.

 

Mehr Informationen auch im Internet unter: www.zdf.fernsehgottesdienst.de

 


Experten-Podium in Münster zum Thema „Goldräuber und Kriegstreiber“ mit unter anderem Stella Matutina:

Katholikentags-Rednerin fürchtet um ihr Leben

 

(Münster/missio) - Die missio-Projektpartnerin Stella Matutina wird nach ihrem Auftritt auf dem Katholikentag vorerst nicht in die Philippinen zurückkehren können, weil sie dort nach eigenen Angaben um ihr Leben fürchtet. Die 50-Jährige Katholikin berichtete auf dem Podium „Goldräuber und Kriegstreiber über die Menschenrechtsverletzungen in ihrer Heimat im Zusammenhang mit der Ausbeutung von Bodenschätzen. „Vor einigen Tagen ist in den Philippinen ein katholischer Priester nach der Messe umgebracht worden, und ich fürchte mich, wieder nach Hause zu reisen“, erklärte Stella Matutina über den Geistlichen, der sich wie sie für die Menschenrechte engagiert hatte. Stella Matutina hatte erfahren, dass Steckbriefe mit Fotos von ihr mit dem Überschrift „Wanted“ in der Stadt Davao und an verschiedenen Checkpoints angebracht seien. Die Gefahr sei groß, erschossen zu werden oder verhaftet zu werden, wie bereits zahlreiche weitere kirchliche Mitarbeiter zuvor. Stella Matutina war im Jahre 2015 mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnet worden.

 

Über dramatische Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit wertvollen Bodenschätzen berichtete ebenso der Leiter des Katholischen Büros für Gerechtigkeit und Frieden in der Erzdiözese Bukavu im Kongo. Dort würde sexuelle Gewalt als Kriegswaffe eingesetzt, so der katholische Priester Justin Nkunzi. Mit Unterstützung von missio hat seine Organisation Trauma-Zentren über die Opfer aufgebaut. Für mich sind das mit die eindrucksvollsten Projekte überhaupt, die missio unterstützt, weil dort wirklich Seelsorge im ganz ursprünglichen Sinn des Wortes geleistet wird. Da werden verwundete Seelen geheilt“, sagte Prälat Klaus Krämer, Präsident von missio in Aachen.

 

Mit Vertretern der Schmuckindustrie wurde auf Katholikentag der Frage nachgegangen, woher das Gold stammt, welches sich in Eheringen, Zahngold und Fußballpokalen befindet. Denn schließlich besitzen deutsche Privathaushalte Gold in einer Gesamtmenge von 8.872 Tonnen. Sandro Erl von dem Schmuckunternehmen Niessing betonte, dass sein Unternehmen einzig Recycling-Gold verwenden würde. Dagegen ist es dem  Hamburger Goldschmiedemeister Thomas Becker ein Anliegen, mit fairem und umweltfreundlich gewonnem Gold eine Einkommensmöglichkeit für die einheimischen Schürfer zu schaffen. Er war vor einer Woche aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt und präsentierte ein Kreuz mit Silber aus Lateinamerika und Gold aus einer Kooperative im Kongo. Vertrieben wird das Schmuckstück unter anderen von missio.

 

Zum Schluss der Podiumsdiskussion „Goldgräber und Kriegstreiber“ wies Prälat Krämer auf die Verbindung von westlichem Konsumverhalten und der Notsituation in Ländern wie den Philippinen und Kongo hin. „Am Gold in den Handys kann man das sehr anschaulich machen, dass jeder Teil des Problems ist, aber auch etwas tun kann“, sagte der Präsident von missio in Aachen. Rund 140 Millionen ausgemusterte Handys verstauben in deutschen Schubladen, darin befinden sich mehr als 2,4 Tonnen Gold. In Kooperation mit dem Katholikentag wurden mehrere Tausend alte Handys in Münster gesammelt, die nun für einen guten Zweck recycelt werden. Weitere Informationen unter  www.missio-hilft.de/handysammeln

 


Gemeinsam für eine tolerante, friedvolle Welt

 

 

Der BDKJ hat sich auf dem Katholikentag deutlich gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtspopulismus und für ein friedvolles Miteinander ausgesprochen. Erste offizielle Anmeldung zur 72-Stunden-Aktion. #PostandenPapst ein fulminanter Erfolg.

 

 

 

(Münster/bdkj) - Auf dem 101. Deutschen Katholikentag in Münster hat sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) für eine vielfältige, bunte und tolerante Gesellschaft ausgesprochen und der Jugend bei zahlreichen Aktionen und Podiumsdiskussionen eine starke Stimme gegeben. Zudem bezog der BDKJ klar Position gegen Menschenfeindlichkeit, Hetze und Rechtspopulismus. 

 

 

 

„Ich fand es fantastisch zu sehen, wie viele junge Menschen Glauben aktiv leben und friedlich miteinander diskutiert und gefeiert haben“, sagte BDKJ-Bundesvorsitzender Thomas Andonie zum Abschluss des Katholikentages, der unter dem Motto „Suche Frieden“ stand. „Als BDKJ haben wir für mehr Toleranz geworben, uns stark gemacht für die Interessen und Anliegen junger Menschen und klare Kante gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus gezeigt“, so Andonie.

 

 

 

Prominenter Besuch im BDKJ-Zelt

 

 

 

Fünf Tage lang (9.-13. Mai) präsentierte sich der BDKJ mit seinen Mitgliedsverbänden im großen BDKJ-Zelt auf der Kirchenmeile Süd und mit einem Infostand am Zentrum für Junge Menschen. Zahlreiche Prominente aus Politik, Kirche und Gesellschaft haben das BDKJ-Zelt auf der Kirchenmeile besucht, darunter Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles, der CDU-Fraktionsbeauftragte für Religionsfragen Hermann Gröhe sowie Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), Weihbischof Florian Wörner, Jugendbischof Stefan Oster, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und viele mehr.

 

 

 

Auch bei vielen Diskussionsveranstaltungen, die reges Interesse fanden, war der BDKJ vertreten. So zum Beispiel auf den Podien „Rechtspopulismus in Europa - Kann Kirche Teil der Lösung sein?" und „Heute #YOLO morgen arm? -Verteilungsgerechtigkeit zwischen den Generationen“ mit der BDKJ-Bundesvorsitzenden Lisi Maier oder das Podium „Unsere Synode, unser Themen!“ mit dem Bundesvorsitzenden Thomas Andonie zur anstehenden Jugendsynode in Rom.

 

 

 

BDKJ-Bundesvorsitzende fragt die Kanzlerin

 

 

 

Bei der Podiumsdiskussion mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag (11. Mai) zum Thema „Deutschland in einer veränderten Weltlage - Wie umgehen mit Konfliktherden und aggressiven Regimes?“ hat die BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier als „Anwältin des Publikums“ der CDU-Chefin kritische Fragen gestellt. In der Debatte mit dem Friedensforscher Tilman Brück und dem Kurienkardinal Peter Turkson in der Halle Münsterland, an der rund 2.000 Besucher teilnahmen, ging es unter anderem um die Frage: Wie reagiert Deutschland auf die Abspaltungspolitik des amerikanischen Präsidenten?

 

 

 

Anmeldestart zur 72-Stunden-Aktion

 

 

 

Auf dem Katholikentag fiel zudem der offizielle Startschuss für die Anmeldephase zur 72-Stunden-Aktion. Pfadfinder*innen aus Münster-Gievenbeck meldeten sich offiziell als erste Gruppe zur Sozialaktion des BDKJ und seiner Jugendverbände auf der Bühne Süd an. Unter dem Motto „Uns schickt der Himmel – die 72-Stunden-Aktion des BDKJ“, werden vom 23.-26. Mai 2019 in ganz Deutschland junge Menschen dem Glauben Hand und Fuß geben und mit verschiedenen Aktionen die Welt ein Stück besser machen.

 

 

 

Postkarten-Aktion ein fulminanter Erfolg

 

 

 

Viele Besucher des BDKJ-Standes auf der Kirchenmeile Süd nutzten die Gelegenheit, um an der Postkarten-Aktion des BDKJ „#PostandenPapst“ teilzunehmen und ein persönliches Anliegen an Papst Franziskus und die Jugendsynode im Herbst zu schreiben. „Es haben schon jetzt unfassbar viele junge Menschen an unserer Postkarten-Aktion teilgenommen. Das hat uns positiv überrascht. Es zeigt, dass junge Menschen ihre Anliegen formulieren wollen und sich intensiv mit Kirche auseinandersetzen“, so Andonie.

 

 

 

Talkreihe „Auf einen Tee mit…“

 

 

 

Großer Beliebtheit erfreute sich auch die BDKJ-Talkreihe „Auf einen Tee mit…“, bei der Mitglieder des BDKJ-Bundesvorstands mit Politikern, Jugendverbandler*innen und anderen Gästen über aktuelle gesellschaftliche Themen diskutierten.

 

 

 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft.

 


„Im Reich der Pilze“

Malu Dreyer bei der Preisübergabe. Sie ermutigte besonders die Mädchen, auch weiterhin ihrem Forschergeist nachzugehen. Foto: bt
Malu Dreyer bei der Preisübergabe. Sie ermutigte besonders die Mädchen, auch weiterhin ihrem Forschergeist nachzugehen. Foto: bt

 

(Trier-Ehrang/bt) – „Wohin fliegt der Fliegenpilz? Welcher ist der größte Pilz der Welt?“ – Diese und viele andere Fragen stellten sich die Kinder der katholischen Kita Christi Himmelfahrt, als sie nach der Sommerpause 2017 in ihre Kita zurückkehrten und dort auf der Spielwiese Hunderte von Pilzen aus dem Boden schossen. Gemeinsam mit ihren engagierten Erzieherinnen begaben sie sich auf Spurensuche und entwickelten das Projekt „im Reich der Pilze“, das zum Landessieger des „Forschergeist“-Wettbewerbs gekürt wurde. Am 7. Mai zeichneten die Initiatoren des Preises, die Deutsche Telekom Stiftung und die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Projekt in der Kita auf der Bausch im Trierer Stadtteil Ehrang aus.

 

„Ich finde es ganz toll, dass ihr forscht und Fragen stellt und jetzt diesen tollen Preis gewonnen habt“, beglückwünschte Malu Dreyer die Jungen und Mädchen der Kita Christi Himmelfahrt. „Wir wollen in Rheinland-Pfalz schon die Kinder für Naturwissenschaften begeistern“, erklärte sie vor den Erzieherinnen, Eltern und Gästen. Deshalb fördere das Land gezielt die so genannten MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik schon bei jungen Kindern über die Schule bis zur Berufswahl. Vor allem die Mädchen ermunterte sie: „Es ist ganz wichtig, dass ihr weiter forscht. Euch stehen alle Türen offen, genau wie den Jungs.“ Es sei nicht selbstverständlich, dass die Erzieherinnen sich neben dem Alltagsgeschäft auf ein so umfassendes Projekt eingelassen hätten, erklärte Dr. Gerd Hanekamp von der Telekom-Stiftung. Er sei beeindruckt von ihrem großen Engagement. Auch Claudia Striffler vom „Haus der kleinen Forscher“ pflichtete ihm bei: „Es ist unglaublich, wozu Pilze anregen können – Man kann sie suchen, finden, betrachten, messen, wiegen, zeichnen, kartieren und natürlich kochen“. In der Kita sei ein ganzheitliches Projekt zu einem originellen Thema entstanden.

 

Wie es zu dem Projekt kam, schilderte Projektleiterin Yvonne Bohrer: „Genauso explosionsartig wie die Pilze um unsere Kita herum gewachsen sind, ist auch die Neugier der Kinder gewachsen und wir haben ihre Fragen aufgegriffen.“ Sie selbst habe kaum Ahnung von Pilzen gehabt und „höchstens einen Fliegenpilz erkannt“, lacht sie. Gemeinsam mit den Kindern hätten auch die Erzieher viel gelernt. So erforschten die Kinder im benachbarten Wald und auf der Wiese rund 50 Pilzsorten, fotografierten sie, zeichneten und bastelten sie nach, kochten Pilzgerichte und lernten beispielsweise, dass der größte Pilz der Welt „Hallimasch“ heißt und in den USA wächst. Dem fünfjährigen Josef hat es besonders der Fliegenpilz angetan: „Ich fand das ganz spannend, dass die Leute den Fliegenpilz als Fliegenfalle benutzt haben“, erzählt er. Und sein kleiner Bruder Jakob spielte bei den Walderkundungen eine besondere Rolle: „Wir haben gemessen, wer größer ist – der kleine Bruder oder der Riesenschirmling“, erzählt Yvonne Bohrer.

 

Der „Forschergeist“ ist ein bundesweiter Kita-Wettbewerb, der Mädchen und Jungen für die Welt der MINT-Fächer begeistern möchte. Zu der Auszeichnung gehört auch ein Preisgeld von 2.000 Euro, das Einrichtungsleiterin Birgit Simon überreicht wurde. Jetzt heißt es für die Kita Christi Himmelfahrt mit ihrem Projekt „Daumen drücken“, denn sie hat am 6. Juni die Chance, einer der 5 Bundesseiger zu werden.