Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

28.01.2022


Sabine Petters von der „Offenen Kapelle“ in Jager lädt zu vier Pilgerinnentagen ein

Bewegt durch den Jahreskreis

 

(Jager/sk) - In der Nähe von Greifswald, inmitten einer weiten, offenen Landschaft, liegt der kleine Ort Jager, in dem sich eine Kapelle befindet. Sie bildet den Startpunkt beziehungsweise den Zielpunkt von vier Pilgerinnentagen, die der zwölf Kilometer langen Strecke zwischen Greifswald und Jager folgen. Unter dem Thema „Türen öffnen – bewegt durch den Jahreskreis“ findet pro Jahreszeit ein Pilgerinnentag statt. Los geht es mit dem winterlichen Pilgerinnentag am Sonnabend, 5. Februar. Weitere Termine sind der 7. Mai (Frühling), der 6. August (Sommer) und der 5. November (Herbst). Die Route führt am 5. Februar und am 6. August von Jager nach Greifswald, an den beiden anderen Terminen in umgekehrter Richtung von Greifswald nach Jager. Jeder der vier Tage trägt eine andere Überschrift: Aufbruch, Glück, Reife und Danken. Veranstaltet werden die vier Pilgerinnentage im Rahmen des Jahresprogramms für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern und geleitet von Sabine Petters, die ehrenamtlich die „Offene Kapelle“ in Jager betreut.

 

Teil einer jahrhundertalten spirituellen Suche

 

„Die Jahreslosung ‚Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen‘ soll uns auf unserem Weg durch das Jahr 2022 begleiten“, sagt Sabine Petters. „Frauen kennen sich gut aus mit Rhythmen und Zyklen. Sind wir uns der Kraft, die in diesen Rhythmen steckt, bewusst? Die Natur zeigt uns die Qualitäten jeder Jahreszeit. Auch hier können wir Türen entdecken und gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse teilen.“ Ein Großteil des Weges verläuft auf der Via Baltica, dem Baltisch-Westfälischen Pilgerweg. Wer sich auf diesen Weg begebe, reihe sich ein, in einen Pilgerstrom von Menschen, die seit Jahrhunderten auf der Suche nach spirituellen Erfahrungen sind, so Sabine Petters. „In diesem Geist gehen wir gemeinsam ein Stück, Perspektivwechsel eingeschlossen, um uns mit dem jeweiligen Thema im Spiegel der Natur vertraut zu machen.“ Jeder der vier Pilgerinnentage beginnt um 10 Uhr und endet gegen 17 Uhr. Der Unkostenbeitrag beträgt fünf Euro. Anmeldungen werden telefonisch unter der Nummer 0160 6388947 oder per E-Mail unter sabinepetters@t-online.de erbeten. Die „Offene Kapelle“ Jager ist ein Standort der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer im Norden“.

 

Weitere Informationen

 

Sabine Petters, Telefon: 0160 6388947

E-Mail: sabinepetters@t-online.de

www.spiritueller-sommer-norden.de

 

 


Wir sind Kirche zur Stellungnahme des Münchner Ordinariats zum WSW-Gutachten

„Statt betroffener Worte jetzt mit dem Blick der Betroffenen konkret handeln!“

(München/wsk) - Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche fordert die Münchner Bistumsleitung auf, sich der direkten Konfrontation mit den Betroffenen zu stellen, das intensive Gespräch zu suchen, persönlich um Vergebung zu bitten, sich für angemessene Entschädigungen einzusetzen und ab sofort ihr Handeln aus dem Blick der Missbrauchsbetroffenen heraus zu gestalten. Denn bei der heutigen Pressekonferenz der Münchner Kirchenleitung ist ein überzeugender Perspektivenwechsel noch immer nicht konkret deutlich geworden.

 

Verantwortung und Schuldeingeständnis?

Irritierend ist, wie schwer es den damaligen wie heutigen Hauptverantwortlichen fällt, zu ihrer undelegierbaren persönlichen Verantwortung zu stehen und zu einem Schuldeingeständnis bereit zu sein. Dies gilt besonders für Prälat Dr. Lorenz Wolf, der das WSW-Gutachten grundsätzlich in Frage stellt und sich damit sogar gegen die Bistumsleitung gestellt hat. Es reicht nicht aus, dass er nur seine Ämter ruhen lässt.

Kardinal Reinhard Marx, der heute erklärt hat, im Moment nicht zurücktreten zu wollen, wird daran zu messen sein, wie schnell die im WSW-Gutachten genannten notwendigen Maßnahmen und die heute von der Münchner Kirchenleitung, mit Generalvikar Klingan und Amtschefin Dr. Hermann, angekündigten Reformvorschläge umgesetzt werden. Aber viele, zu viele Menschen, werden nicht die Geduld haben, darauf zu warten. Kardinal Marx wird sich bald auch noch seiner zurückliegenden Verantwortung als Bischof von Trier stellen müssen.  

 

Korrektur von Theologie und Kirchenstruktur!

Von Kardinal Reinhard Marx erwartet Wir sind Kirche, dass er sich nach der Ablehnung seines Rücktrittsgesuchs durch Papst Franziskus am 10. Juni 2021 jetzt viel entschiedener für Reformen beim Synodalen Weg einsetzt, seinen Worten Taten folgen lässt und im Münchner Erzbistum all das unverzüglich umsetzt, was kirchenrechtlich jetzt schon möglich ist! Zum Beispiel, dass pastorale Mitarbeitende die dauerhafte Erlaubnis zum Predigen, zum Taufen, zur Assistenz bei Eheschließungen und für Begräbnisfeiern erhalten.

Es ist richtig und notwendig, dass das höchst aufwändige WSW-Gutachten über die kirchenrechtliche Bewertung hinaus auch eine moralische Bewertung der Vorgänge vorgenommen hat. Das zutage getretene kirchliche Fehlverhalten ist nicht nur auf administrativem Wege z.B. durch konsequente Aktenführung und bessere Kontrollen zu beheben, sondern bedarf der Korrektur der zugrundeliegenden Theologie und Kirchenstruktur, wie sie derzeit auf dem Synodalen Weg in Deutschland intensiv erarbeitet wird. Dass der Synodale Weg 2019 gestartet wurde, ist das wesentliche Verdienst von Marx als damaligem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.

 

Ungelöste causa Ratzinger

Joseph Ratzinger, Münchner Erzbischof 1977 bis 1982, hat mit seinem damaligen Nichthandeln und jetzt mit seinen widersprüchlichen Stellungnahmen zu diesem Münchner Gutachten seinen eigenen Ruf als glaubwürdiger Mensch und als Theologe zerstört. Erschreckend ist, dass auch manch andere der damaligen und heutigen Verantwortlichen wohl bis jetzt nicht begriffen haben, wie sehr ihr Handeln, selbst wenn es kirchenrechtlich korrekt gewesen sein sollte, den moralischen Ansprüchen der Kirche damals wie heute widerspricht.

Schon das erste Münchner Missbrauchs-Gutachten im Jahr 2010, das nicht veröffentlicht wurde, hatte Strukturen von Missbrauch und institutioneller Vertuschung aufgezeigt, die jetzt das zweite WSW-Gutachten mit Namensnennung der Verantwortlichen präzisierte. Doch die Rolle, die Marx und sein damaliger Generalvikar Peter Beer beim ersten Gutachten gespielt haben, um den Ruf des damals noch im Amt befindlichen Papstes Benedikt XVI. zu schonen, bleibt noch unklar.

 

Wir sind Kirche seit 1995 am Thema

 

Wir sind Kirche setzt sich seit dem Wiener Missbrauchsskandal im Jahr 1995 für eine grundlegende Erneuerung der katholischen Kirche auf der Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils ein, wie sie jetzt auch Papst Franziskus wieder vorantreibt. Nach dem ersten Münchner WSW-Gutachten im Jahr 2010 hat Wir sind Kirche erklärt, es reiche nicht aus, die Prävention zu stärken und mit verbesserten Strukturen künftig eine Vertuschung zu verhindern, sondern hat eine umfassende Neuausrichtung der Amtskirche ist gefordert.


Diakonie Hessen: Klare Regelungen für einrichtungsbezogene Impfpflicht nötig

Impfpflicht für alle nun wichtiger denn je

(Frankfurt/dw) - Die Diakonie Hessen begrüßt prinzipiell die „einrichtungsbezogene“ Impfpflicht, die ab 16. März für Mitarbeitende in Krankenhäusern, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Alten- und Pflegeheimen und bei mobilen Pflegediensten gelten soll. Vorstandsvorsitzender Carsten Tag macht dazu deutlich: „Die einrichtungsbezogene Impfpflicht ist ein richtiger Schritt, um die in unseren Mitgliedseinrichtungen arbeitenden und lebenden Menschen zu schützen. Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach prognostizierte Omikron-Welle ab Mitte Februar wird die Situation der Beschäftigten der Einrichtungen noch stärker belasten als bisher schon. Deswegen begrüßen wir es, dass diese Maßnahmen ergriffen werden.“ Gleichzeitig ruft Carsten Tag dazu auf, die Einrichtungen jetzt nicht allein zu lassen. „Die Politik muss für eine realistische Umsetzung sorgen, die unsere Träger, Einrichtungen und Mitarbeitende entlastet und in dieser angespannten Zeit nicht zu einer zusätzlichen Belastung führt. Wir stehen als Gesellschaft in einer Gesamtverantwortung. Deshalb plädieren wir zusätzlich für eine allgemeine Impfpflicht“, so der Vorstandsvorsitzende.

 

Beteiligte brauchen Handlungssicherheit

Der neu gewählte Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Teilhabe in der Eingliederungshilfe“ der Diakonie Hessen, Christian Fuhrmann, betont: „Die Mitarbeitenden in unseren Einrichtungen haben in den letzten zwei Jahren bereits hervorragenden Einsatz geleistet. Oberstes Ziel ist die jederzeitige Sicherstellung der Unterstützung und Betreuung der Menschen, die sich uns anvertrauen.“ Die durchschnittliche Impfquote bei den diakonischen Trägern liege weit über dem Schnitt der Gesamtbevölkerung. Jedoch sei durch die Omikron-Welle die Situation bei vielen Einrichtungen aufgrund quarantänebedingter Personalausfällen aktuell sehr angespannt.

 

Christian Fuhrmann: „Die daraus entstehenden Risiken für eine jederzeit stabile Betreuungsleistung dürfen nicht durch unklare rechtliche Regelungen und Verfahren verstärkt werden. Insbesondere die fehlenden Ausführungsbestimmungen zur Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht schaffen in dieser angespannten Lage eine zusätzliche Verunsicherung sowohl bei den Beschäftigten als auch den diakonischen Arbeitgebern. Deshalb fordern wir den Gesetzgeber auf, möglichst kurzfristig klare und eindeutige Rahmenbedingungen zu definieren, damit für alle Beteiligten Handlungssicherheit besteht.“  

 

Weitere Informationen unter www.diakonie-hessen.de

 

 


„Umkehr und konkrete Reformen statt folgenlose Rücktritte! Auftreten statt Austreten!“

 

(München/wsk) - Wenn die Erzdiözese München und Freising morgen, eine Woche nach der Vorstellung durch die Kanzlei WSW, erstmals Stellung zum zweiten Münchner Missbrauchsgutachten nimmt, so erwarten Betroffene wie auch Wir sind Kirche, dass sich alle Verantwortungsträger jetzt zu ihrer rechtlichen wie moralischen Verantwortung bekennen und ein persönliches Schuldeingeständnis leisten.

So problematisch das Verhalten zum Beispiel von Kardinal Wetter und Prälat Wolf auch war und immer noch ist und Rücktritte auf den verschiedenen Leitungsebenen nötig sein werden: Wichtiger ist der grundlegende Perspektivenwechsel der Kirchenleitung, für den sich viele Glaubende in der Kirche seit Jahrzehnten einsetzen. Noch wichtiger sind endlich konkrete Reformen wie jetzt beim Synodalen Weg, damit die katholische Kirche in Deutschland nicht zu einer bedeutungslosen Sekte ohne Autorität in der Gesellschaft schrumpft.

Von Kardinal Reinhard Marx erwartet Wir sind Kirche, dass er sich nach der Ablehnung seines Rücktrittsgesuchs durch Papst Franziskus am 10. Juni 2021 jetzt noch viel entschiedener für Reformen beim Synodalen Weg einsetzt und im Münchner Erzbistum auch all das auch unverzüglich umsetzt, was kirchenrechtlich jetzt schon möglich ist! Zum Beispiel, dass pastorale Mitarbeitende die dauerhafte Erlaubnis zum Predigen, zum Taufen, zur Assistenz bei Eheschließungen und für Begräbnisfeiern erhalten.

 

„Auftreten statt Austreten“

 

Wer die langen Jahre unter Papst Johannes Paul II. und Joseph Ratzinger/Papst Benedikt VXI.  in der Kirche ausgehalten hat, sollte gerade jetzt nicht gehen, sondern die Reformgruppen wie Wir sind Kirche oder Maria 2.0 unterstützen. Für die von Missbrauch betroffenen und oftmals gespaltenen Kirchengemeinden muss das Erzbistum eine beratende Unterstützung anbieten, so wie nun für die Initiative Sauerteig in der Gemeinde Garching an der Alz geschehen, dem langjährigen Missbrauchsort des Pfarrers H.


Dr. Stefan Ihli neu an dem für ganz Deutschland zuständigen Kirchlichen Arbeitsgerichtshof / Erste Amtszeit endet im Februar 2026

Diözesanrichter erhält Ruf nach Bonn

(Rottenburg/Bonn/drs) - Dr. Stefan Ihli, langjähriger Leiter der Geschäftsstelle des kirchlichen Arbeitsgerichts der Diözese Rottenburg-Stuttgart, ist neues Mitglied des für ganz Deutschland zuständigen Kirchlichen Arbeitsgerichtshofs in Bonn. Die Berufung erfolgte durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, den Limburger Bischof Georg Bätzing. 

Ihli gehört dem fünfköpfigen Gremium fortan als Mitglied mit der Qualifikation zum kirchlichen Richteramt an. Neben dem Rottenburger Kirchenrechtler sind darin folgende Personen vertreten: Prof. Dr. Heinz-Jürgen Kalb, Vizepräsident des Landesarbeitsgerichts Köln a. D. als PräsidentDr. Ernst Fischermeier, Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht a. D., als Vizepräsident, Dr. Amrei Wisskirchen, Richterin am Arbeitsgericht Bonn, als Mitglied mit der Qualifikation zum staatlichen Richteramt (Stellvertretung: Dr. Hans Jörg Gäntgen, Vizepräsident des Landesarbeitsgerichts Bonn) sowie als Ihlis Stellvertreterin Prof. Dr. Judith Hahn, Professorin für Kirchenrecht an der Ruhr-Universität Bochum. Hinzu kommen sechs als Beisitzer von der kirchlichen Dienstgeberseite ernannte Personen und sechs Personen, die in dem Gremium die Dienstnehmerseite vertreten 

Die Amtszeit von Ihli endet im Februar 2026, eine Wiederberufung ist möglich. Der 50-Jährige sagt zu seiner Berufung: „Für den kirchenrechtlichen Bereich gibt es an dem für ganz Deutschland zuständigen Gericht nur eine Stelle und insofern freue ich mich sehr darüber, dass die Diözese Rottenburg-Stuttgart künftig über mich die Möglichkeit hat, die kirchliche Arbeitsrechtssprechung an wesentlicher Stelle mitzugestalten.“ 

Wie Ihli erläutert, ist der Bonner Arbeitsgerichtshof für die rechtliche Prüfung kirchlicher Gerichtsverfahren aus erster Instanz und deren Urteile zuständig und stellt so die zweite Instanz der kirchlichen Arbeitsgerichtsbarkeit dar. Inhaltlich gehe es dabei in einem ersten Block um Fragen der Arbeitnehmermitbestimmung und damit nicht um Rechtsstreitigkeiten über den individuellen Arbeitsvertrag, für welche die staatlichen Arbeitsgerichte zuständig seien. Der Kirchliche Arbeitsgerichtshof befasse sich beispielsweise mit Rechtsstreitigkeiten zwischen Mitarbeitervertretungen und kirchlichen Dienstgebern oder Fragen nach der Kirchlichkeit einer Einrichtung. „Mit dem zunehmenden Konkurrenzdruck im karitativen Bereich ist das ein wichtiger Punkt für die Dienstnehmerseite; beispielsweise dann, wenn die Dienstgeberseite versucht, sich über damit verbundene Vorgaben hinwegzusetzen und die Mitarbeitervertretung sich dann hilfesuchend an ein Arbeitsgericht wendet“, gibt Ihli ein Beispiel. Ein zweiter Themenblock, für den der Arbeitsgerichtshof zuständig ist, beziehe sich auf Rechtsfragen im Zusammenhang mit dem Arbeitsvertragsrecht der Bistümer und Diözesen. Beispielsweise seien bei Neueinstellungen immer wieder Fragen nach der tariflichen Eingruppierung strittig.

Neben seiner Tätigkeit in Bonn ist Ihli als Diözesanrichter am Bischöflichen Offizialat in Rottenburg tätig, wurde aber auch jüngst von Bischof Dr. Gebhard Fürst als Mitglied in die neu gebildete siebenköpfige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs durch kirchliche Beschäftigte in der Diözese Rottenburg-Stuttgart berufen und hält eine außerplanmäßige Professur für Kirchenrecht und kirchliche Rechtsgeschichte an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. 

 

Zum Hintergrund:

Im Unterschied zum dreistufigen Aufbau der staatlichen Arbeitsgerichtsbarkeit, in der es in der zweiten Berufungsinstanz um die inhaltliche Prüfung erstinstanzlicher Urteile und in der dritten Instanz um die Revision, also die Frage nach einer Aufhebung des ursprünglichen Urteils aus rechtlichen Gründen geht, besteht die kirchliche Arbeitsgerichtsbarkeit aus zwei Instanzen. Der Kirchliche Arbeitsgerichtshof in Bonn ist damit bereits die Revisionsinstanz und nimmt keine inhaltliche Prüfung der ihm aus den deutschen Diözesen vorgelegten Urteile vor.

 

 


Generalvikar von Plettenberg äußert sich zu #OutInChurch

„Queere Menschen sollen in unserer Kirche eine Heimat haben“

Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg. Foto: bt
Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg. Foto: bt

(Trier/bt) – Mit der Aktion #OutInChurch haben sich 125 aktive, ehemalige und künftige Mitarbeitende der katholischen Kirche als queer geoutet. Der Trierer Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg äußert sich am 25. Januar wie folgt zu der Initiative:

„Die Aktion zeigt die Wirklichkeit von sexueller Vielfalt in der Kirche und unter den kirchlichen Mitarbeitenden auf. Die im ‚Manifest‘ benannten Forderungen spielen, so ist mein Eindruck, auch beim Synodalen Weg eine wichtige Rolle. Im Bistum Trier ist in Folge der Bistumssynode der Arbeitskreis ‚Sexuelle und geschlechtliche Identität in der Pastoral‘ gegründet worden. Das ist in meinen Augen der richtige Weg: miteinander ins Gespräch gehen und nach dem bestmöglichen Weg schauen. Ja, das heißt auch gemeinsam zu überlegen, wo Veränderungen in Bezug auf Sexualmoral und kirchliches Arbeitsrecht notwendig sind. Menschen, die sich der LSBTIQ-Community zugehörig fühlen und ihr Leben und Arbeiten aus dem christlichen Glauben heraus gestalten wollen, sollen in unserer Kirche natürlich eine Heimat haben und keine Repressionen fürchten müssen.“

Das Manifest der Aktion ist auf www.outinchurch.de veröffentlicht. 

Mehr aus dem Bistum Trier zum Thema: https://t1p.de/Bistum-TR-queer 

 

Update 13:11 Uhr: Der Vorstand des Katholikenrates des Bistums Trier schließt sich der Stellungnahme von Generalvikar von Plettenberg an und unterstützt diese ausdrücklich. 

 

 


Wort der Landesbischöfe zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

(Karlsruhe/Stuttgart/ekiba) .  Zum Holocaust-Gedenktag am Donnerstag (27.1.) haben die beiden evangelischen Landesbischöfe in Baden-Württemberg, Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) und Dr. h. c.  Frank Otfried July (Stuttgart) davor gewarnt, den Holocaust durch Vergleiche mit Corona-Maßnahmen zu relativieren. Zugleich dankten sie den Überlebenden, „die bis ins hohe Alter bereit waren und sind, als Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über die Gräuel zu berichten“.

 

Hier die Erklärung im Wortlaut:

 

Am 27. Januar jährt sich zum 77. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz. Das Ereignis hat sich tief eingeprägt auch in das gemeinsame Gedächtnis unserer Kirchen. Vor kurzem haben wir der Wannsee-Konferenz gedacht, in der vor 80 Jahren in Berlin die bürokratischen Bedingungen für die folgende beispiellose Ausrottung der Jüdinnen und Juden in Deutschland und Europa geschaffen worden sind. Wir gedenken der Opfer. Die Kirchen hätten ein deutliches „Nein!“ rufen müssen gegen die Brutalität und Menschenfeindlichkeit des Nationalsozialismus!

 

Wir sind dankbar für die Überlebenden, die bis ins hohe Alter bereit waren und sind, als Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über die Gräuel zu berichten. Sie haben uns Wege der Umkehr eröffnet. Sie haben vor allem vielen jungen Menschen den Blick geschärft für die Macht des Bösen, aber auch für ein neues Miteinander und die persönliche und die politische Verantwortung für Gerechtigkeit.

 

Wir sehen es als ihr Vermächtnis, dieses Gedenken weiterzuführen. Wir widersprechen allen Versuchen, den Holocaust etwa durch Vergleiche mit Corona-Maßnahmen zu relativieren und treten jeder Form des Antisemitismus entgegen. Die Verabschiedung der UN-Resolution gegen alle Formen der Holocaustleugnung just am 20. Januar 2022, dem 80sten Jahrestag der Tag der Wannsee-Konferenz, begrüßen wir als deutliches Zeichen der Weltgemeinschaft gegen alle Judenfeindschaft.

 

Wir sind und bleiben eng verbunden mit den Gemeinden der israelitischen Religionsgemeinschaften in Baden-Württemberg und sehen uns in besonderer Verantwortung, jüdisches Leben in Baden-Württemberg heute zu stärken.


KDFB: „Kirche – wohin gehst Du?“

(Köln/kdfb) – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) ist entsetzt über Vorgänge, Verhaltensweisen und Aussagen von Kirchenvertretern im Rahmen von Gutachten zur Aufklärung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. „Wir sind fassungslos über das zunehmende Ausmaß an Vergessen, Vertuschen und Kleinreden von Vorkommnissen des Machtmissbrauchs durch Verantwortungsträger auf allen Ebenen der Kirche“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth.

 

Mit Blick auf die aktuelle Situation stellt der KDFB fest: „Wir schämen uns für die Kirche und sind sprachlos angesichts des Umgangs mit Studien und Gutachten. Es geht um zerstörte Leben der von sexuellem und geistlichem Missbrauch Betroffenen, um fehlendes Mit-Gefühl und Mit-Leid. Es geht um Selbstachtung und Würde von zahllosen Katholik*innen, die aus ihrem Glauben heraus für ihre Mitmenschen in sozialen Einrichtungen und darüber hinaus arbeiten. Und es geht um die zahllosen Menschen, die die Kirche zutiefst enttäuscht verlassen oder erst gar nicht zum Glauben finden.“

 

Der Frauenbund vermisst Antworten auf Fragen wie: Warum wird in Köln viel mehr Geld für die Rechtsberatung des Kardinals gegen kritische Presserecherchen ausgegeben als für die Unterstützung der Missbrauchsüberlebenden? Warum nimmt in München der die Studie in Auftrag gebende Kardinal nicht an deren Veröffentlichung teil? Warum sieht der emeritierte Papst nicht seine Verantwortung für die Weiterbeschäftigung eines Kinderschänders als Gemeindepfarrer? Warum wird in Rom kein Grund für den Rücktritt von Bischöfen gesehen?

 

Unverständlich ist für den KDFB auch, dass beim Synodalen Weg immer noch um jede strukturelle Änderung mit großer Anstrengung gerungen werden muss: um eine geschlechtergerechte Kirche, die die Berufungen von Frauen fördert und nicht abwehrt; um eine ordentliche Verwaltungsgerichtbarkeit, die kirchliche Entscheidungen neutral überprüft; um die Änderung der kirchlichen Grundordnung zur Vermeidung der Diskriminierung von LGBTQ-Menschen.

 

„Wir werden uns weiterhin für eine positive Zukunft der Kirche engagieren und dabei unbequeme Fragen stellen. Wir bleiben“, so lautet das Fazit der KDFB-Präsidentin.

 


Entsetzen über Attentat in Heidelberg – Universitätskirche bis in die Nacht geöffnet

(Heidelberg/Karlsruhe/ekiba) -  Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) hat sich erschüttert über das Attentat in einem Hörsaal der Heidelberger Universität gezeigt. „Ich bin entsetzt über dieses Attentat. Wie kommt ein Mensch dazu, solch eine Tat zu begehen?“, erklärte der Landesbischof. Die Peterskirche (Plöck 70) als Universitätskirche in Heidelberg ist am heutigen Montag (24.1.) bis 22 Uhr geöffnet, Seelsorgerinnen und Seelsorger sind vor Ort.

 

„Ich trauere um die junge Frau, die getötet wurde, und ihre verzweifelten Angehörigen. Ich bete für die Verletzten und die Angehörigen, die sich um sie sorgen. Ich denke an die Studierenden, die erleiden müssen, wie verletzlich das Leben ist“, sagte Cornelius-Bundschuh. Die geöffnete Peterskirche lade Menschen dazu ein, „Ruhe zu finden und neue Kraft zu schöpfen“. Pfarrerinnen und Pfarrer seien ansprechbar, „um Menschen in ihrer Angst, Trauer und Wut beizustehen.“


Weihbischof Brahm firmte 58 Jugendliche der Pfarrei Heilig Kreuz im Warndt

„Gott geht alle Wege mit Dir!“

Weihbischof Robert Brahm spendet in der Kirche Maria Himmelfahrt in Geislautern das Sakrament der Firmung. Foto: Ute Kirch/Bistum Trier
Weihbischof Robert Brahm spendet in der Kirche Maria Himmelfahrt in Geislautern das Sakrament der Firmung. Foto: Ute Kirch/Bistum Trier

(Völklingen-Geislautern/bt/uk) – Weihbischof Robert Brahm hat am Samstag, 22. Januar, in zwei Gottesdiensten 58 Jugendlichen der Pfarrei Heilig Kreuz im Warndt das Sakrament der Firmung gespendet. Die Gottesdienste, die in der Kirche Maria Himmelfahrt in Völklingen-Geislautern gefeiert wurden, waren die ersten Firmungen des Weihbischofs im neu errichteten Pastoralen Raum Völklingen.

Seit Anfang September hatten sich die Jugendlichen auf die Firmung vorbereitet. Mit Mittelpunkt standen dabei zwei sogenannte Erlebniskirchen. Dabei waren in der Kirche neun Stationen aufgebaut, an denen sich die Firmbewerber vor allem mit den Fragen „Woran glauben wir?“ und „Was ist unsere Verantwortung als Christen für die Welt?“ auseinandergesetzt haben. Aufgrund der Pandemie konnten nicht alle sozialen Aktionen wie üblich stattfinden. Die Jugendlichen halfen unter anderem bei der Bolivenkleidersammlung, der Sternsingeraktion und packten Weihnachtsgeschenke für Flutopfer im Ahrtal. „Wir wollten mehr, mussten jedoch Abstriche machen“, fasste Gemeindereferentin Martina Scholer es zusammen. Sie bedauerte, dass die gemeinschaftliche Begegnung pandemiebedingt zu kurz gekommen sei.

In seiner Predigt ging Weihbischof Brahm auf das zuvor gehörte Tagesevangelium (Markus 6,7-13) ein, in dem Jesus seine Jünger auf Wanderschaft schickt – nur ausgestattet mit einem Stab und gutem Schuhwerk. „Er vertraut darauf, dass wir unterwegs alles bekommen, was wir brauchen“, erklärte Brahm. Mit der Firmung erhielten die Jugendlichen durch die Salbung mit dem Chrisam-Öl den Heiligen Geist als Gefährten mit auf ihren Lebensweg. „Das Chrisam wiegt so gut wie nichts, es wird Dich nicht belasten, aber es ist dennoch gewichtig: Es rüstet Dich aus und stärkt Dich von innen her. Der Geist Gottes soll Dir helfen auf allen Achterbahnen Deines Lebens“, sagte er. So erlebe jeder Phasen, in denen manches nicht so gelinge, wie vorgestellt. „Ich wünsche Dir anlässlich Deiner Firmung, dass Du die Kraft finden wirst, wieder aufzustehen, Dich hinstellst und weitergehst. Genau das will der Geist, den Jesus seinen Freunden versprochen hat: Der unsichtbare Proviant, der immer dabei ist und besagt: Gott geht alle Deine Wege mit Dir.“

 

 

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Roman Wendel an der Orgel und vom Jungen Chor Tonlage, der im Dezember mit dem Kulturpreis des Regionalverbands Saarbrücken ausgezeichnet worden war, unter der Leitung von Susanne Schuh.


KAB Trier gedenkt seligem Nikolaus Groß und warnt vor Polarisierung

Schicksal ermordeter Juden und Widerstandskämpfer wird diskreditiert

Beate Schwittay, Bundesvorsitzende der KAB Deutschlands (Foto:privat)
Beate Schwittay, Bundesvorsitzende der KAB Deutschlands (Foto:privat)

(Trier/Köln/bt) – Vor einem Vergleich der Corona-Regeln mit der Verfolgung von Juden und Minderheiten im Nationalsozialismus warnt die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB). Aus Anlass des 77. Todestages des KAB-Widerstandskämpfers Nikolaus Groß am 23. Januar erinnert der katholische Sozialverband an das Schicksal der KAB-Widerstandskämpfer unter der Herrschaft des Nationalsozialismus.

„Die aktuelle Kritik an den Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie darf nicht als Deckmantel für Verschwörungstheoretiker und rechtsradikale Gruppierungen benutzt werden“, mahnt Beate Schwittay, Bundesvorsitzende der KAB Deutschlands. Unmut und Enttäuschung über Regelungen seitens der Politik in der Krise sollten nicht zur Polarisierung der Gesellschaft führen. Wenn Menschen, die unter den Corona-Maßnahmen Einschränkungen erfahren, sich öffentlich mit den Opfern des Nationalsozialismus verglichen, werde auch das Schicksal ermordeter Juden und Widerstandskämpfer diskreditiert. Der Anlass sei angesichts der Spannungen rund um die Corona-Maßnahmen und die Proteste sehr aktuell, unterstützt Ruth Mareien de Bueno, Diözesansekretärin der KAB Trier, das Anliegen des Bundesverbands.

Die KAB Deutschlands erinnert am Todestag des selig gesprochenen Bergmanns und Journalisten Nikolaus Groß mit unterschiedlichen Veranstaltungen an die Widerstandskämpfer der KAB während des Nationalsozialismus. Neben Groß, der 2001 von Papst Johannes Paul II selig gesprochen wurde, verloren auch Bernhard Letterhaus, Prälat Otto Müller und der Augsburger KAB-Sekretär Hans Adlhoch durch die Nazis ihr Leben. So wird in Berlin Bundespräses Stefan Eirich an der Hinrichtungsstelle Plötzensee an ihr Schicksal erinnern.

 

Mehr Informationen zur Arbeit der KAB gibt es auf: www.kab-trier.de.


Für eine Kirche ohne Angst!

 

(Köln/kw) - Das Kolpingwerk Deutschland unterstützt das Grundanliegen der Kampagne #outinchurch - Für eine Kirche ohne Angst auf eine wirksame Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von LGBTIQ+-Personen in der katholischen Kirche hinzuwirken. Lesbische, schwule, bisexuelle, transidente, intersexuelle und queere Personen sollen einen diskriminierungsfreien Zugang zu allen Handlungs- und Berufsfeldern in der Kirche erhalten. Diese Auffassung vertritt das Bundespräsidium des Kolpingwerkes Deutschland in einer Erklärung zur Kampagne #outinchurch.

Die Initiative weist nach Ansicht des Bundespräsidiums auf bedenkliche Missstände in der Kirche im Umgang mit LGBTIQ+-Personen hin, die weitreichende persönliche Folgen haben. Der generationsübergreifende katholische Verband – mit bundesweit mehr als 215.000 Mitgliedern in knapp 2.300 Kolpingsfamilien vor Ort – hält Forderungen nach Veränderungen im kirchlichen Arbeitsrecht und nach einer Verantwortungsübernahme für die bisherige Diskriminierung in Verkündigung und Glaubensvollzug durch Amtsträger der katholischen Kirche für berechtigt. Eine Situation der Diskriminierung, in der Menschen in Angst leben müssen, bedeutet eine vollkommene Abkehr von dem seelsorglichen Kernanliegen der katholischen Kirche. Eine diesbezügliche Umkehr im Denken und Handeln ist zwingend geboten.

Teils bestürzende Lebensgeschichten machen deutlich, dass Menschen seelisches Leid zugefügt wird, was die ohnehin durch die Missbrauchsfälle tief in ihrer Glaubwürdigkeit erschütterte katholische Kirche zusätzlich in Verruf bringt. Damit die katholische Kirche aber ihren Kernauftrag – die Verkündigung der frohen Botschaft – dauerhaft erfüllen kann, muss sie Glaubwürdigkeit zurückgewinnen und um Vertrauen werben. Der Umgang mit LGBTIQ+-Personen ist dabei weit mehr als ein Randthema. Der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland hatte bereits kürzlich in einem Orientierungsbeschluss zur Geschlechtergerechtigkeit auf die Hintergründe dauerhafter, strukturbedingter Benachteiligungen hingewiesen, um einen Bewusstseinswandel herbeizuführen.

Der Wandel des Bewusstseins muss in der katholischen Kirche endlich konkrete Konsequenzen nach sich ziehen. Aus diesem Grunde beteiligen sich Mitglieder des Kolpingwerkes intensiv an den aktuellen Beratungen des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland und bringen sich mit ihren Erfahrungen und Kompetenzen in die Diskussionen u. a. über Macht und Machtmissbrauch sowie über ein Leben in gelingenden Beziehungen ein. Das Bundespräsidium erwartet, dass die Synodalberatungen zu einer grundlegenden Veränderung im Umgang der katholischen Kirche mit Menschen in vielfältigen Lebensformen, ihrer Berufung in kirchliche Ämter und damit auch im kirchlichen Arbeitsrecht führen. Ein Erfolg der Beratungen wird einen wichtigen Beitrag für eine zukunftsfähige Kirche in Deutschland leisten – eine Kirche, die nahe bei den Menschen ist!

Einer Kooperation als Unterstützer und aktiver Kampagnenpartner der Initiative schließt sich das Bundespräsidium gleichwohl zum jetzigen Zeitpunkt nicht an. Denn der Verband befindet sich aktuell in einer innerverbandlichen Programmdiskussion, die teilweise auch Forderungen der Kampagne #outinchurch berührt und der nicht vorgegriffen werden soll. Transparenz und offene Diskurse mit den Mitgliedern, die auf der Basis sehr unterschiedlicher Kirchenerfahrungen auf die Gegenwart und ihre Herausforderungen schauen, sind der gewählte Modus. Auch daran bemisst sich das Ziel, als Kolpingwerk Deutschland zu einer glaubwürdigen, kommunikationsstarken und den Menschen eng verbundenen katholischen Kirche in Deutschland beizutragen.

 

Das Kolpingwerk Deutschland ist ein generationsübergreifender katholischer Sozialverband mit bundesweit mehr als 215.000 Mitgliedern in 2.286 Kolpingsfamilien vor Ort, davon etwa 37.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die der Kolpingjugend angehören. Es ist Teil von Kolping International und von Kolping Europa.


Malteser impften in Sehnde rund 200 Kinder

Helden lieben Einhörner

(Sehnde/mhd) - Das Einhorn muss verdient werden, die Prinzessin erkämpft! Rund 200 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren verließen am Sonntag, 23. Januar, das Impfzentrum am Marktplatz in Sehnde mit einem bunten Märchen-Kinderpflaster am Arm. Eingeladen zu dieser speziellen Corona-Impfaktion für Kinder hatte die Region Hannover. Ein Mobiles Impfteam der Malteser Hannover stand bereit.

 

Kinder können Helden sein oder kleine Angsthasen und manchmal ändert sich das innerhalb eines Augenblicks. Gerade noch hat der Impfling dem Arzt stolz seinen Namen genannt, da kann der Mut angesichts der spitzen Nadel auch ganz schnell in die Zehenspitzen rutschen. Dr. Volker Windelboth weiß das und verlässt sich daher nicht auf die bunten Kinderpflaster, mit denen er seine kleinen Patienten lockt. Die Angst der Jungen und Mädchen bekämpft er auch mit freundlichem Auftreten und kindgerechter Ansprache. „Ich habe leider nur noch eine ganz kleine Babynadel“, verspricht der niedergelassene Mediziner aus Hannover und bezieht seine junge Impfkundschaft ganz aktiv in das Geschehen mit ein. „Weißt du, was jetzt als erstes kommt?“, fragt der Vater zweier Töchter in ruhigem Ton? Die meisten Kinder wissen Bescheid: „Ein kaltes Spray?“ Richtig! Und wer nach dem Desinfizieren des Oberarms auch noch die Impfnadel erduldet, der darf sich zum Schluss ein buntes Märchenpflaster wünschen. Ganz beliebt an diesem Sonntag - das Einhorn!

 

Die Erstimpfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren fanden im ehemaligen Eiscafé am Marktplatz in Sehnde statt. Zwei Ärzte standen für die Impfung bereit, unterstützt von einem Mobilen Impfteam der Malteser aus Hannover mit acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter der Leitung von Koordinatorin Stefanie Hacke. Gemeinsam organisierten sie den gesamten Ablauf vom Fiebermessen am Eingang über die Registrierung bis zur medizinischen Überwachung nach dem Impfen – und das Verteilen von Süßigkeiten. Denn natürlich haben kleine Helden nach dem Impfen auch ein Anrecht auf eine süße Belohnung.

 

„Wir haben in unseren Mobilen Impfteams für Kinder besonders kinderliebe Mitarbeiter zusammengefasst, die ein Händchen für junge Impflinge haben“, versichert Koordinatorin Hacke und bekennt nicht ohne Stolz: „Es ist ein schönes Gefühl, schutzbedürftigen Kindern helfen und ihnen dadurch auch ein kleines Stück Freiheit schenken zu können. Das motiviert unsere Mitarbeiter enorm.“

 

Insgesamt beschäftigen die Malteser in der Region Hannover 14 Mobile Impfteams mit rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von denen im vergangenen Jahr bereits viele im Impfzentrum an der Messe Hannover mitgearbeitet haben. Sechs dieser 14 Teams impfen auch Kinder. Geführt werden sie von der 33-jährigen studierten Betriebswirtin Stefanie Hacke und einem fünfköpfigen Team.

 

 


Münchner Missbrauchsgutachten

„Grundlegender Perspektivenwechsel erforderlich!"

(München/wsk) - Die Betroffenen und auch Wir sind Kirche erwarten von den im zweiten Münchner Missbrauchsgutachten genannten Verantwortungsträgern, dass sie sich jetzt zu ihrer rechtlichen wie moralischen Verantwortung bekennen.

Das umfangreiche zweite Münchner Missbrauchsgutachten legt das jahrzehntelang – auch wegen des Priestermangels – praktizierte Muster von Vertuschung offen: Verdrängen, Verklausulieren, Versetzen und mangelnde Kontrolle. Dabei ist davon auszugehen, dass die detailliert beschriebenen Einzelfälle nur die Spitze des Eisbergs sind, denn es fehlt noch eine Dunkelfeldstudie.

Das Gutachten macht die Verwobenheit der verschiedenen Mitwirkenden zum Erhalt eines geschlossenen kirchlichen Machtsystems deutlich: eine höchst schädliche Aufgabenteilung zwischen den (Erz-)Bischöfen, die auch jetzt noch die Verantwortung für Einzelentscheidungen ablehnen, und den Personalverantwortlichen, die meinen, auftragsgemäß und auch mit Rückendeckung Roms kirchenrechtlich korrekt gehandelt zu haben. Statt Empathie für die einzelnen Missbrauchsbetroffenen zu zeigen, ging es immer zuerst um den Schutz des klerikalen Systems.

Der Schock, wie sehr Joseph Ratzinger mit seiner Stellungnahme zu diesem Münchner Gutachten, seinen eigenen Ruf als Theologe zerstört hat, sitzt tief. Erschreckend ist, dass auch manch andere der damaligen und heutigen Verantwortlichen wohl bis jetzt nicht begriffen erhaben, wie sehr ihr Handeln, selbst wenn es kirchenrechtlich korrekt gewesen sein sollte, den moralischen Ansprüchen der Kirche damals wie heute widerspricht.

Rücktritte auf den verschiedenen Leitungsebenen mögen nötig sein. Wichtiger aber ist der grundlegende Perspektivenwechsel, für den sich viele Reformkräfte in der Kirche seit Jahrzehnten einsetzen. Wichtiger sind konkrete Zeichen der Umkehr und Erneuerung wie jetzt beim Synodalen Weg, damit die katholische Kirche in Deutschland nicht zu einer bedeutungslosen Sekte ohne Bedeutung in der Gesellschaft schrumpfen will.

 

 

 

Ergänzung zur Wir sind Kirche- Pressemeldung „Grundlegender Perspektivenwechsel erforderlich!“: www.wir-sind-kirche.de/?id=128&id_entry=9144

 

Wir sind Kirche: „Ratzinger muss sich der Gesamtverantwortung stellen!“

München, 24. Januar 2022

 

Es ist höchst peinlich, dass Joseph Ratzinger seine erste Stellungnahme zum Münchner Gutachten in einem so entscheidenden und leicht nachprüfbaren Punkt korrigieren musste (www.katholisch.de/artikel/32846-benedikt-xvi-korrigiert-aussage-fuer-muenchner-missbrauchsgutachten). Aber das reicht nicht, auch nicht sein Bekunden von Scham und Schmerz über das Leid der Betroffenen. Was immer noch fehlt, ist sein persönliches Schuldeingeständnis. Durch die von ihm selber oder aber in seinem Namen vom Generalvikar getroffene Entscheidung im Fall des Pfarrers H. ist vielen Betroffenen großes Leid zugestoßen, das hätte durch ihn verhindert werden können. Dieser Gesamtverantwortung muss er sich stellen.


In dringenden Fällen sofort erreichbar:

Gemeinnützige Initiative bietet schnelle Hilfe für seelische Belastungssituationen

(Hamburg/pm) – Lebenskrisen, Einsamkeit, Angst und Verzweiflung zehren gerade wieder stärker an den Nerven der Menschen. Die Unruhezustände und Stimmungsschwankungen nehmen zu. Die seelischen Belastungen können dauerhaft zu deutlichen, anhaltenden und behandlungsbedürftigen psychischen Störungen führen. Die gemeinnützige Initiative aus Hamburg, REDEZEIT FÜR DICH #virtualsupporttalks, hat seit März 2020 ein Netzwerk aus mittlerweile über 350 im Zuhören geschulte Menschen aufgebaut, die anderen Menschen ehrenamtlich ihr Ohr schenken und zuhören. Zusätzlich ist eine große Gruppe an Zuhörer*innen jetzt noch schneller erreichbar für Hilfe.

Lebenskrisen wie Trennung, Trauer, Burn-out und Arbeitsplatzkonflikte können zu wesentlichen seelischen Belastungen führen. Unter den aktuellen und gegebenen Lebensumständen einer Pandemie wirkt jede Krise wie eine Lupe auf die Psyche. Besonders, wenn diese Krisen länger andauern, drohen psychische Probleme, die zu schweren Beschwerden mit Krankheitswert führen können. Damit wird die Handlungsfähigkeit der Betroffenen oft eingeschränkt und der Leidensdruck zudem erhöht. Bei einigen Menschen reicht die psychische Widerstandskraft dann nicht mehr aus, um die einfachsten Belastung zu bewältigen.

Dafür hat REDEZEIT FÜR DICH eine große Gruppe Zuhörer*innen zusammengestellt, die direkt erreichbar sind für diese Menschen. Ob per Email oder Telefon - alle finden hier ihre Zuhörer*innen bei akuten Krisen, die nicht warten sollen. Es funktioniert ganz einfach: Wen akute Belastungen oder Krisen plagen, findet unter www.redezeitfuerdich.de
die/den Zuhörer*in mit passendem Schwerpunkt und schneller Erreichbarkeit. Noch am selben Tag gibt es Rückmeldung oder sogar direkt das Gespräch per Telefon oder Online-Meeting-Anbieter. Das Gespräch ist streng vertraulich und es werden keine Verpflichtungen eingegangen. Redezeitsuchende können so mit einer Person über ihre Probleme, Ängste sprechen oder Dampf ablassen.

REDEZEIT FÜR DICH #virtualsupporttalks ist eine Plattform aus über 350 im Zuhören geschulten Coaches, Therapeut*innen und Psycholog*innen, die anderen Menschen ehrenamtlich ihr Ohr schenken und zuhören. Und das kostenlos und ohne Verpflichtung. Sie wollen in schwierigen Zeiten ein Signal der Hoffnung und Unterstützung senden.

 

Die Initiative ist gemeinnützig, gesellschaftsorientiert und für jede*n kostenlos. Sie wurde im März 2020 von vier praktizierenden Coaches aus Hamburg gegründet und verfolgt weder wirtschaftliche noch politische oder religiöse Ziele. Alle Zuhörer*innen bei REDEZEIT hören unabhängig von vorgebrachtem Thema, Herkunft, Hintergrund, Identität, Sexualität, Religion oder politischen Ansichten zu.

 

Unser Purpose: Wir glauben daran, dass Reden hilft, um eigene psychische Belastungen und Grenzen besser wahrzunehmen, und dass es wichtig ist, auch mit anderen im Umfeld offener darüber sprechen zu können. Außerdem sind uns gesellschaftliche Werte wie Zuhören und Engagement überaus wichtig. Und das Gute: Reden verbindet und führt zu einer offenen, reflektierten, zugewandten, emphatischen Gesellschaft.

 

 


64. Aktion Dreikönigssingen läuft noch bis zum 2. Februar

(Aachen/Düsseldorf/kmw) -  Die Sternsinger sind weiterhin im Einsatz für benachteiligte Kinder weltweit und bringen auf unterschiedlichen Wegen den Segen zu den Menschen. Die 64. Aktion Dreikönigssingen unter dem Motto „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“ läuft noch bis zum 2. Februar. Unter normalen Umständen wäre das Dreikönigssingen am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen.

 

Bereits im Dezember hatten die bundesweiten Träger der Aktion, das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), aufgrund der Corona-Pandemie die Verlängerung mit der Deutschen Bischofskonferenz abgestimmt. So haben die Pfarrgemeinden und die vielen engagierten Mädchen und Jungen mehr Zeit, um unter den erschwerten Bedingungen Spenden zu sammeln und den Segen zu überbringen. Es ist nach 2021 das zweite Mal in der Geschichte der Aktion Dreikönigssingen, dass diese verlängert wurde. 

 

Hilfe der Sternsinger dringender denn je 

„Lasst uns die Welt verändern – Gemeinsam geht’s!“, lautet der Leitgedanke der Sternsinger in Corona-Zeiten, die auf verschiedenen Wegen den Segen bringen: Sicher an der Haustüre mit dem passenden Hygienekonzept, beim Drive-In für Autofahrer und an der Sternsinger-Haltestelle auf dem Marktplatz. Oder es werden Segenspakete gepackt und in die Briefkästen geworfen. Wer trotz des beeindruckenden Engagements der Sternsinger keinen Segen bekommen hat, kann auf www.sternsinger.de/segen einen Segensaufkleber bestellen. Ein digitaler Sternsingerbesuch ist auf der Sternsinger-Website ebenfalls erlebbar. Dieser kann mit einem persönlichen Gruß versehen und als Video weitergeschickt werden. 

 

Die Hilfe der Sternsinger für benachteiligte Kinder weltweit ist in der Corona-Krise dringender denn je. Spenden für die Aktion Dreikönigssingen sind online möglich unter: www.sternsinger.de/spendendose. Überweisungen sind möglich über die folgende Bankverbindung: Pax-Bank eG, IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31, BIC: GENODED1PAX

 

Rund 1,23 Milliarden Euro, mehr als 76.500 Projekte

 

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion Dreikönigssingen zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 1,23 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 76.500 Projekte für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration. Träger der Aktion sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).


Protestanten und Katholiken in Saarlouis feiern Gottesdienst für die Einheit der Christen

„Wir dürfen auf dem Weg der Ökumene nicht müde werden“

Pfarrer Hartmut Richter, Pastoralreferent Rolf Friedsam, Pastoralreferent Reinhold Hedrich, Kirchenmusiker Joachim Fontaine, Waltraud Andruet und Pfarrer Jörg Beckers (vlnr) gestalteten den ökumenischen Gottesdienst. Foto: Ute Kirch/Bistum Trier
Pfarrer Hartmut Richter, Pastoralreferent Rolf Friedsam, Pastoralreferent Reinhold Hedrich, Kirchenmusiker Joachim Fontaine, Waltraud Andruet und Pfarrer Jörg Beckers (vlnr) gestalteten den ökumenischen Gottesdienst. Foto: Ute Kirch/Bistum Trier

(Saarlouis/bt) – Unter dem Motto „Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten“ haben evangelische und katholische Christen am Mittwoch, 19. Januar, in Saarlouis einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert und für die Einheit der Christen weltweit gebetet. Der Gottesdienst, der vom Ökumenischen Arbeitskreis Saarlouis vorbereitet wurde, fand im Rahmen der weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen statt.

Jedes Jahr werden die Texte für die Gebetswoche für die Einheit der Christen von einer anderen Region der Welt vorbereitet – in diesem Jahr von Christen im Nahen Osten. Ihre Situation nahmen die Gläubigen besonders ins Gebet: Viele Christen im Nahen Osten haben aufgrund von Unterdrückung und Gewalterfahrungen in den vergangenen Jahren ihre Heimatländer verlassen.

Im Zentrum der Predigt des evangelischen Pfarrers Hartmut Richter stand das zuvor gehörte Matthäus-Evangelium, das die Suche der Weisen aus dem Morgenland nach dem neugeborenen König schildert (Mt 2, 1-12). Das Evangelium sage nicht, wie viele Sterndeuter es gab und nicht, ob sie sich gemeinsam auf den Weg gemacht haben oder erst unterwegs getroffen haben, weil sie das gleiche Ziel hatten. Sinnbildlich für die Sterndeuter, die unserer Tradition nach von drei verschiedenen Kontinenten kamen, seien die christlichen Konfessionen und ihr Streben nach Einheit zu deuten. „Wir haben uns von unterschiedlichen Positionen auf den Weg zum einen Gott gemacht und uns dabei gefunden, aller Unterschiede in unseren Kulturen und Traditionen zum Trotz“, sagte Richter. So sei das Leben ein Weg der Suche, ein Weg, der nicht vom Menschen ausgehe, sondern von der Gnade Gottes gelenkt werde. „Wir dürfen auf dem Weg der Ökumene nicht müde werden“, rief Richter, „diese Gebetstage sind in jedem Jahr neu wichtig, damit wir miteinander auf dem Weg bleiben und immer wieder aufs Neue herausfinden, wohin unser gemeinsamer Weg geht.“

Anschließend waren die Gottesdienstteilnehmer aufgerufen, ein Licht zu entzünden und auf dem Taufbecken abzustellen. „Die Kerzen symbolisieren unsere Bereitschaft, uns für die Einheit der Christen einzusetzen“, erklärte Pastoralreferent Rolf Friedsam. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Kirchenmusiker Joachim Fontaine mit Gesängen aus Taizé und der Ostkirche. Die Kollekte des ökumenischen Gottesdienstes geht an Menschen in der Ninive-Ebene im Irak, die sich nach Jahren auf der Flucht und Vertreibung in ihrer alten Heimat ein neues Leben aufbauen wollen.

Die Gebetswoche wird seit 1908 gefeiert. Seit 1968 wird sie gemeinsam von dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) verantwortet. Der ÖRK und die katholische Kirche arbeiten bei der Vorbereitung der Gebetswoche zusammen. Ziel der Gebetswoche ist es, Kirchen, Konfessionen und Kulturen über alle Grenzen hinweg zu verbinden. Die Woche findet weltweit vom 18. bis 25. Januar statt. Seit fast zwei Jahrzehnten organisiert der Ökumenische Arbeitskreis Saarlouis einen gemeinsamen Gottesdienst. Den Gottesdienst am Mittwochabend gestalteten die evangelischen Pfarrer Jörg Beckers und Hartmut Richter, die katholischen Pastoralreferenten Reinhold Hedrich und Rolf Friedsam sowie Waltraud Andruet.

 

www.gebetswoche.de


Plaidter Einrichtung unter den Top 10 des deutschen Kita-Preises

Wo Kinder demokratisch mitentscheiden

Miriam Grothe (li.) und Simone Mecklenbeck mit Kindern der Katholischen Kita St. Willibrord. Fotos: Julia Fröder / Bistum Trier
Miriam Grothe (li.) und Simone Mecklenbeck mit Kindern der Katholischen Kita St. Willibrord. Fotos: Julia Fröder / Bistum Trier

(Plaidt/bt) – „Wir wurden von Eltern motiviert, uns zu bewerben“, sagt Miriam Grothe. Dass die erste Teilnahme am Deutschen Kita-Preis bereits jetzt ein voller Erfolg für die katholische Kindertagesstätte (Kita) St. Willibrord in Plaidt werden würde, damit hätten die Verantwortlichen nicht gerechnet. Die Einrichtung in Trägerschaft der Katholischen KiTa gGmbH Koblenz hat sich gegen 1.200 Mitbewerber aus ganz Deutschland durchgesetzt und steht nun in den Top 10. Ob sie es auch unter die fünf Erstplatzierten schaffen wird, entscheidet sich im Frühsommer.

Der Schwerpunkt in Plaidt liegt auf der Demokratie-Pädagogik. In der Praxis bedeutet das viele Freiheiten für die Kinder in abgestecktem Rahmen und das Leben mit einer eigenen Verfassung. „Das ganze Haus ist ihr Haus“, bringt es Miriam Grothe auf den Punkt. „Wir machen uns dafür stark, dass aus ihnen selbstbestimmte Kinder werden, die wissen, welche Rechte sie haben.“

Im Vordergrund der Arbeit steht die Persönlichkeitsentwicklung jedes einzelnen Kindes. So können die etwa 130 Kinder frei zwischen mehr als zehn Schwerpunkträumen wählen. Zur Verfügung stehen unter anderem ein Bau- und ein Rollenspielraum, das Atelier oder die Turnhalle. „Sie können dann selbst entscheiden, wo, mit wem und wie lange sie dort sind“, erklärt Miriam Grothe die Idee. Ein weiteres Beispiel ist das Mittagessen. Die Mädchen und Jungen können bis 11 Uhr selbst entscheiden, an welchem Tisch sie sitzen wollen und „sie entscheiden selbstständig, wie viel und was sie essen möchten“, erklärt die stellvertretende Leiterin Simone Mecklenbeck.

 

Hauseigene Kita-Verfassung

Demokratie und Partizipation werden also hier konkret gelebt. Ein Beweis dafür ist die hauseigene Verfassung, die die Rechte der Kinder schützt und ihnen eine Stimme gibt, mit der sie sich einbringen können. So haben sie das Recht, Veränderungswünsche und Beschwerden vorzubringen und zwar in Form einer wöchentlichen Sprechstunde. „Uns ist keine weitere Einrichtung bekannt, die solch eine Verfassung hat“, hebt die Standortleiterin die Einzigartigkeit hervor.

Zum Konzept zählt auch der rücksichtsvolle Umgang mit der Umwelt. Das fängt beim Einüben der korrekten Mülltrennung an und geht über eine ökologische Alternative zu herkömmlichem Kleber bis hin zu Wasserspendern, damit auf Plastikflaschen verzichtet werden kann. „Hinzu kommt, dass wir unter anderem ein Hochbeet bepflanzen oder unseren Joghurt selber machen“, berichtet Miriam Grothe und fügt ein Beispiel an, durch das der ganzheitliche Ansatz gut zu erkennen ist: „Wenn wir in den Park gehen, sammeln wir selbstverständlich auch Müll ein – ohne dass das jetzt die eigentliche Aktion wäre.“

Beim Deutschen Kita-Preis darf sich die erstplatzierte Kita über ein Preisgeld von 25.000 Euro freuen, die zweit- bis fünftplatzierten jeweils über 10.000 Euro. Die Plaidter Kids haben für den Fall der Fälle gleich eine Idee, bei der sich auch die vermittelte Grundhaltung wiederspiegelt. „Die größeren Kinder haben nicht nur an sich gedacht, sondern sie möchten viele Spielgeräte für draußen, wo alle Kinder etwas davon haben. Nicht nur ein großes Klettergerüst für die Älteren“, berichtet Miriam Grothe von ihrem Gespräch mit den Mädchen und Jungen. „Da merken wir, es funktioniert.“

Neben der Kita in Plaidt sind zwei weitere katholische Kitas aus dem Bistum Trier unter den zehn Finalisten: Die Familien-Kita Emmaus in Gillenfeld in der Eifel (Trägerschaft Katholische KiTa gGmbH Trier) und die Kita Pastor-Hein in Sulzbach-Altenwald im Saarland (Trägerschaft Katholische KiTa gGmbH Saar).

Weitere Informationen zur Kita St. Willibrord gibt es per E-Mail an kita-plaidt(at)kita-ggmbh-koblenz.de.

Hintergrund: Der Deutsche Kita-Preis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Marke ELTERN, der Soziallotterie freiheit+ und dem Didacta-Verband.

 

Die gemeinnützige Trägergesellschaft Katholische Kindertageseinrichtungen im Raum Koblenz mbH (kurz: Katholische KiTa gGmbH Koblenz) mit Verwaltungssitz in Mayen ist einer der größten Betriebsträger von Kindertageseinrichtungen im nördlichen Rheinland-Pfalz. Mit seinen rund 3.300 Mitarbeitenden unterhält der kirchliche Träger derzeit 160 Kindertageseinrichtungen mit mehr als 13.500 Betreuungsplätzen.


Erste Stellungnahme zur Veröffentlichung des 2. Münchner Missbrauchsgutachtens

Wir sind Kirche: "Verantwortung übernehmen! Aufarbeitung intensivieren! Reformen voranbringen!"

 

(München/wsk) -  Das heute veröffentlichte zweite Münchner Missbrauchsgutachten zeigt erschreckende Einblicke in das mangelnde Verantwortungsbewusstsein klerikaler Amtsinhaber und das diese die Betroffenen sexualisierter und anderer Gewalt kaum im Blick hatten. Der Schutz der Institution hatte absoluten Vorrang.

Dieses zweite Münchner Gutachten verdient zu Recht große Aufmerksamkeit, weil es mit der sehr ausführlichen Darstellung des Falles „Pfarrer H.“ das toxische Muster von Vertuschung durch Leugnen, Versetzen (in diesem Fall sogar in ein anderes Bistum) und Wegschauen aufzeigt und gleichzeitig die immer zwielichtiger werdende Rolle des damaligen Münchner Erzbischofs Joseph Ratzinger offenbar werden lässt, was zu Recht weltweite Aufmerksamkeit erfährt.

Wir sind Kirche fordert Joseph Ratzinger, von 1977 bis 1982 Münchner Erzbischof, auf, statt immer neuer wenig glaubwürdiger Dementi sich seiner kirchenstrukturellen wie moralischen Verantwortung zu stellen. Sein persönliches Schuldeingeständnis für sein damaliges Handeln bzw. Nicht-Handeln wäre ein dringend notwendiger Akt und gleichzeitig ein große Vorbild für andere Bischöfe und Verantwortungsträger weltweit.

Wir sind Kirche erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass Kardinal Ratzinger während seiner langen Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation (1982-2005) noch im Jahr 2001 alle Missbrauchsfälle weltweit unter das „päpstliche Geheimnis“ gestellt hat. Eine fatale Entscheidung, die erst durch Papst Franziskus aufgehoben wurde. Wenn es diesen „Geheimerlass“ nicht gegeben hätte, wäre vielen Tausend Betroffenen schwerstes Leid erspart geblieben und es hätte die fundamentale Glaubwürdigkeitskrise der römisch-katholischen Kirche vermieden werden können.

Wir sind Kirche warnt davor, das zweite Münchner Missbrauchsgutachten nur auf den Fall H. und die Rolle von Ratzinger zu fokussieren. Ebenso ist jetzt vor gutachterlichen Methodenstreits zu warnen wie bei den Kölner Gutachten geschehen. Erstmals gab es eine ausführliche Zeitzeugenbefragung und nicht nur die Sichtung von Akten. Die katholische Kirche hat einen hohen moralischen Anspruch, dem auch die Leitungskräfte gerecht werden müssen.

Dieses zweite Münchner Gutachten zeigt, dass die römisch-katholische Kirche in Deutschland 27 Jahre nach dem Wiener Missbrauchsfall Kardinal Groër, 21 Jahre nach der Aufdeckung in den USA, 12 Jahr nach der Aufdeckung am Berliner Canisius-Kolleg durch P. Klaus Mertes SJ und knapp vier Jahre nach der MHG-Studie immer noch am Anfang der Aufarbeitung steht, die dringend intensiviert werden muss. Deshalb muss jetzt auch der Staat tätig werden und Aufdeckung und Aufarbeitung mit übernehmen.

Wir sind Kirche fordert, dass alle deutschen Bistümer unverzüglich und möglichst nach gleichem Standard Missbrauchsgutachten vorlegen, die Täter und Vertuschungsstrukturen offenlegen. Über diese Gutachten hinaus braucht es aber auch Dunkelfeldstudien, wie sie z.B. in Frankreich erstellt wurden.

 

Wir sind Kirche appelliert an die Bischöfe und alle Mitwirkende des Synodalen Weges in Deutschland, die Ursachen sexualisierter und geistlicher Gewalt weiter konsequent anzugehen. Vor allem muss der Abbau fehlgeleiteter klerikaler Machtstrukturen erfolgen. Rücktritte auf den verschiedenen Leitungsebenen mögen nötig sein. Wichtiger aber ist ein grundlegendes Umsteuern, damit der Kirchenleitung wieder Glaubwürdigkeit entgegengebracht werden und die ursprüngliche Hoffnungskraft des Christentums wieder zur Geltung kommen kann


KDFB fordert: Jetzt konsequentes Handeln nach „Bilanz des Schreckens“

Emilia Müller.  Foto: KDFB / Angelika Bardehle
Emilia Müller. Foto: KDFB / Angelika Bardehle

 

Stellungnahme des Katholischen Deutschen Frauenbund Landesverband Bayern (KDFB)
zur Vorstellung des Missbrauchsgutachten im Auftrag der Erzdiözese München und Freising

 

20.01.2022

 

 

Das Bekanntwerden zahlloser Fälle sexuellen Missbrauchs erschüttert seit Jahren weltweit die Grundfesten der katholischen Kirche. Der KDFB Landesverband ist entsetzt über das Ausmaß des Missbrauchs. Das neue Gutachten aus der Erzdiözese München und Freising bringt erneut die institutionalisierte Vertuschung durch die Kirche ans Tageslicht. Die fehlende Bereitschaft, sich mit der Verantwortung für Missbrauch auseinanderzusetzen, kann nicht mehr mit systemischen Ursachen oder dem damaligen Zeitgeist gerechtfertigt werden. Das Gutachten belegt die persönliche Betroffenheit von Inhabern kirchlicher Ämter, auch von denen mit großer Machtfülle.

Daraus folgt für den KDFB, dass Konsequenzen gezogen werden müssen, und zwar ohne Tabus. Umfangreiche Anstrengungen im Bereich der Prävention in der Erzdiözese München und Freising sind dafür erste Schritte.

 

Der KDFB fordert von den Verantwortlichen ausdrücklich

  • alle Delikte sexualisierter und spiritueller Gewalt schonungslos aufzuklären,
  • einen transparenten Aufklärungsprozess zu gewährleisten,
  • persönlich Verantwortung für Vertuschungsvorgänge zu übernehmen,
  • das neue Kirchenrecht konsequent anzuwenden, Verdachtsfälle der Kongregation für die Glaubenslehre zu melden,
  • überführte Priester ihres Amtes zu entheben,
  • Täter nachdrücklich zur Selbstanzeige aufzufordern und damit den Betroffenen die Aussage zu ersparen.

 

Für den KDFB ist diese ‚Bilanz des Schreckens‘ keinesfalls ein Schlusspunkt, sondern die Basis für Diskussion und Aufarbeitung.

Zur Aufklärung von seelischem und sexuellem Missbrauch von Frauen in der Kirche leistet der KDFB bundesweit einen umfangreichen Beitrag, zum Beispiel mit dem Buchprojekt „Erzählen als Widerstand“.

 

Emilia Müller, Staatsministerin a.D.

Vorsitzende

Katholischer Deutscher Frauenbund

 

Landesverband Bayern e.V.


ZDF-Intendant Bellut referiert in der Reihe DomWort zur Macht der Medien

Der hohe Wert der freien und unabhängigen Presse

Foto: Simone Bastreri/Bistum Trier
Foto: Simone Bastreri/Bistum Trier

 

(Trier/bt) – ZDF-Intendant Thomas Bellut hat in einem Beitrag zur Reihe „DomWort“ des Bistums Trier die „Macht der Medien“ beleuchtet. Den Vortrag, der auch als Video auf dem Youtube-Kanal des Bistums abrufbar ist, verfolgten am 14. Januar unter Corona-Auflagen rund 80 Interessierte im Dom.

Medien besäßen große Macht und weitreichenden Einfluss, betonte der Journalist und Publizist. „Medien kontrollieren die Mächtigen und leuchten idealerweise die dunklen Flecken innerhalb einer Gesellschaft aus. Sie beeinflussen das Weltbild und die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger. Damit sind sie selbst, wenn Sie so wollen, mächtige demokratische Akteure. Diese Macht verlangt aber auch immer nach einer Fähigkeit zur Selbstkritik – bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten besonders, denn sie gehören allen Bürgerinnen und Bürgern.“ 

Neben der Fähigkeit zur Selbstkritik gehöre in einer Demokratie auch die Kontrolle der öffentlich-rechtlichen Medien ganz selbstverständlich dazu. „Gerade in den letzten Jahren wird oft der Vorwurf laut, wir seien Marionetten gewisser Regierungsparteien. Aber ich kann Ihnen versichern, dass es noch nie passiert ist, dass wir unsere Berichterstattung an Dritten ausgelegt haben. Im Gegenteil: Unser Auftrag unterliegt genau geregelten Gesetzen und Kontrollmechanismen.“ So seien etwa die Rundfunkräte als oberste Aufsichtsgremien des Programms der Öffentlich-Rechtlichen mit einem Querschnitt der Bevölkerung besetzt. Außerdem seien auch die Redaktionen heterogen besetzt mit Blick auf politische Sympathien der Mitglieder. Nicht zuletzt seien aber auch die Zuschauer keine wehrlose Gruppe. „Die meisten achten sehr genau auf das präsentierte Bild der Wirklichkeit und kritisieren uns mal mehr, mal weniger deutlich. Zu Recht.“

„Ich glaube fest an den Wert einer freien und unabhängigen Presse“, unterstrich Bellut, der seit zehn Jahren Intendant des ZDF ist. „Dort, wo Demokratien ausgehebelt und geschwächt werden sollen, gehen die Akteure meist so vor, dass sie zuerst die Pressefreiheit beschneiden und dann die obersten Gerichte mit Sympathisanten besetzen. Diese Tendenzen sehen wir leider zunehmend in Europa, etwa in Polen, Ungarn, Russland. Doch die Menschen merken, wenn sie manipuliert werden. Sie wenden sich ab und suchen ihre Informationen woanders.“

 

Zwei Drittel der Deutschen setzen auf öffentlich-rechtliche Berichterstattung

 Natürlich seien die Öffentlich-Rechtlichen nicht gefeit vor Fehlern. So definiere oft der Mainstream, also die Hauptströmung der Meinungen, die Breite der medialen Berichterstattung. „Dem muss ich, müssen meine leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder entgegenwirken. Nachfragen und Prüfen bei allen Themen – das kann nur das Motto für guten Journalismus sein.“ Grenzen gebe es ganz klar bei antisemitischen, rassistischen und diskriminierenden Äußerungen. Erfreulich sei, dass immerhin zwei Drittel der Deutschen angäben, sich bei den öffentlich-rechtlichen Medien zu informieren. In Corona-Zeiten stieg der Anteil sogar auf rund 80 Prozent. „Aber andererseits erreichen wir 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung überhaupt nicht. Dazu gehören zum Beispiel viele AfD-Wähler, aber auch Reichsbürger und Querdenker, manchmal auch friedliche skeptische Zweifler. Dort ist unser Einfluss begrenzt und daran müssen wir kontinuierlich arbeiten, auch wenn es schwierig ist.“

 

Die Reihe DomWort präsentiert Impulse zu Fragen der Zeit aus Wissenschaft, Gesellschaft und Religion. Ihre zweite Auflage steht unter dem Thema „Macht“. Am Freitag, 18. Februar, wird der Olympiasieger im Deutschlandachter, Richard Schmidt, zur Macht des Sports referieren. Mehr Informationen gibt es unter: www.domwort.de.


Nordkirche trauert um früheren langjährigen Präsidenten des Nordelbischen Kirchenamts in Kiel

Landesbischöfin: „Präsident i. R. Professor Dr. Klaus Blaschke gab wichtige Impulse für unsere Kirche“

 

(Schleswig/Kiel/Schwerin/aw) - Mit Trauer und Betroffenheit hat die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) die Nachricht vom Tode Prof. Dr. Klaus Blaschkes aufgenommen. Der frühere Präsident des Nordelbischen Kirchenamts in Kiel verstarb am 14. Januar im Alter von 84 Jahren in Kiel.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt würdigte den Verstorbenen und sagte: „Prof. Dr. Klaus Blaschke hat 18 Jahre lang bis zu seinem Ruhestand 2002 als Präsident des Kirchenamts die Entwicklung der Nordelbischen Kirche entscheidend mitgeprägt. Auf Grund seines reflektierten evangelischen Bekenntnisses, seiner hohen juristischen Kompetenz und politischen Weitblicks gab er in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche wichtige Impulse für unsere Kirche. Ein besonderes Anliegen war ihm, Theologie und Jurisprudenz, biblischen Glauben und Gerechtigkeit zusammenzudenken. Ganz konkret drückte sich dies in seinem Engagement auch weit über seinen Ruhestand hinaus für die CAU in Kiel aus. Als Lehrbeauftragter der Theologischen Fakultät und Vorsitzender ihres Fördervereins S.T.O.A, als Honorarprofessor der Rechtswissenschaftlichen Fakultät sowie durch seine Unterstützung der Studierenden im „Kieler Kloster“ förderte er die wissenschaftliche Forschung in Kiel und prägte auf vielfältige Weise viele Jahrgänge von Theologinnen und Theologen. Seine kirchen- und staatskirchenrechtlichen Veröffentlichungen sind Standardwerke auf diesen Gebieten. Die Nordkirche blickt mit Dankbarkeit auf das Wirken von Klaus Blaschke. Mein herzliches Beileid und Mitgefühl gilt seiner Familie.“

Der 1937 geborene Blaschke studierte in den Jahren 1957 bis 1963 Jura. 1969 schrieb er seine Dissertation an der Christian-Albrecht-Universität (CAU) in Kiel, in der er sich bereits thematisch mit der Kirchenverfassung seiner damaligen Landeskirche auseinandersetzte. 1968 wechselte Blaschke nach einer kurzen beruflichen Phase in Hamburg in den kirchlichen Dienst als juristischer Mitarbeiter. 1970 erfolgte die Ernennung zum Kirchenbeamten auf Lebenszeit in der späteren Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Es folgte die Arbeit als Haushaltsdezernent im Kieler Landeskirchenamt. Ab 1984 war er bis zum Eintritt in den Ruhestand 2002 Präsident des Nordelbischen Kirchenamtes in Kiel sowie zeitweilig Kirchenamtspräsident der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs in Schwerin. Auch als Präsident des Nordelbischen Kirchenamts verblieb der Haushalt weiter im Ressort Blaschkes.

Klaus Blaschke war neben seiner Arbeit im Landeskirchenamt als Honorarprofessor für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der CAU zu Kiel sowie im Ruhestand als Lehrbeauftragter für die „Einführung in das evangelische und katholische Kirchenrecht“ an der Bucerius Law School in Hamburg und tätig. Ehrenamtlich engagierte Blaschke sich als Kirchengemeinderatsvorsitzender in der Kirchengemeinde St. Nikolai in Kiel, war Mitglied in der Ethikkommission der CAU und setzte sich in mehreren Fördervereinen ein. Er veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen und Kommentierungen zum Kirchenrecht und war außerdem ständiger Mitarbeiter für die Zeitschrift für evangelisches Kirchenrecht

Seinen ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bleibt der Verstorbene als zugewandter und empathischer Vorgesetzter in Erinnerung, dessen Türen auch im wörtlichen Sinne stets offenstanden. Neuen Ideen aus der Mitarbeiterschaft stand er wertschätzend gegenüber und unterstützte ihr Engagement ausdrücklich.




Jahresprogramm 2022 für die Arbeit mit Frauen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern ist erschienen

Vielfältige Veranstaltungen im Sprengel

Cover des Jahresprogramms 2022 für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern
Cover des Jahresprogramms 2022 für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern

(Greifswald/Rostock/sk) - Der Ausschuss für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern hat das Jahresprogramm 2022 veröffentlicht. Auf 30 Seiten informiert ein Programmheft im praktischen Hochformat über die vielfältigen Veranstaltungen auf der Ebene der beiden Kirchenkreise im Sprengel Mecklenburg und Pommern sowie auf Landeskirchenebene. Es enthält die Angebote der ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden der beiden Kirchenkreise und der Referentinnen des Frauenwerks der Nordkirche. Das Programm lädt zu Seminaren mit frauenspezifischen Inhalten ein, darüber hinaus zu gesellschafts-, ernährungs- und klimapolitischen Themen. Die Veranstaltungen finden in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern statt, wenige darüber hinaus in Schleswig-Holstein. Das Spektrum reicht von Pilgerinnentagen über Begegnungen, Dialoge und Gespräche bis hin zu Werkstätten, Seminaren und Fahrten. Zudem enthält das Programm sämtliche wichtigen Kontaktdaten, wie beispielsweise die der Mitarbeiterinnen in der Arbeit mit Frauen sowie die der Gleichstellungsbeauftragten. Gestaltet wurde die Programmbroschüre wie in jedem Jahr mit den Arbeiten einer Künstlerin aus Mecklenburg-Vorpommern, diesmal mit Bildern der Malerin Antje Heinrich-Sellering.

 

Programm auch online abrufbar

 

„Wir sind froh, die Broschüre mit ihrem vielfältigen Programm präsentieren zu können“, sagt Sylvia Giesecke, Vorsitzende des Ausschusses für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern. „Es wurde vollständig durch ein ehrenamtliches Redaktionsteam erarbeitet. Wir versuchen damit, die Zeit der Vakanz zu überbrücken. Die Stelle einer Referentin für die Arbeit mit Frauen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern ist derzeit noch nicht wieder besetzt.“ Einzelne Seminare würden in dieser Zeit daher eng durch die ehrenamtlich tätigen Frauen aus dem Ausschuss für die Arbeit mit Frauen im Sprengel begleitet, so Sylvia Giesecke weiter. „Wir sind zudem dankbar für das Engagement der ehrenamtlichen Referentinnen und Referenten, die mit ihren vielfältigen Themenangeboten gern in die Gemeindegruppen kommen“, so die Vorsitzende im Namen des Ausschusses. „Wir freuen uns auch sehr, Antje Heinrich-Sellering  aus Greifswald in der Broschüre als Künstlerin vorzustellen.“ Das Programmheft ist in einer Auflage von 3.000 Stück erschienen, es ist aber auch im Internet als Download unter folgendem Link zu finden: https://www.kirche-mv.de/index.php?id=8137&type=0

 

Themenschwerpunkt Weltgebetstag 2022

 

Das Jahresprogramm 2022 beinhaltet im ersten Teil die Angebote, die von der Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern beziehungsweise vom Ausschuss für die Arbeit mit Frauen in den beiden Kirchenkreisen initiiert und verantwortet werden. Der zweite Teil umfasst Seminare und Veranstaltungen, die von den Referentinnen des Frauenwerks der Nordkirche geleitet werden. Der Anmeldebogen zu den Veranstaltungen der Arbeit mit Frauen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern befindet sich in der Mitte des Programmhefts. Für Frauen mit geringerem Einkommen oder in angespannter finanzieller Lage gibt es Möglichkeiten zur Minderung des jeweiligen Teilnehmerinnenbeitrags. Auch darüber informiert das Programmheft. Ein Schwerpunkt des Jahresprogramms sind die Vorbereitungstage für den Weltgebetstag 2022, der unter dem Thema „Zukunftsplan: Hoffnung“ steht, von Frauen aus England, Wales und Nordirland vorbereitet wird und am 4. März 2022 stattfindet.

 

Weitere Informationen

 

Sylvia Giesecke, Vorsitzende des Ausschusses für die Arbeit mit Frauen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern, E-Mail: Sylvia.Giesecke@pek.de

 

Petra Zulauf, Ausschussmitglied, E-Mail: SchwesternschaftderEvangelischenFrauenhilfe@tele2.de


Zeltlagergemeinschaft Ahrbrück schaut trotz Flut hoffnungsvoll in die Zukunft

„Wir haben einen Totalverlust“

Der ehemalige Lagerraum an der Ahr. Foto: privat
Der ehemalige Lagerraum an der Ahr. Foto: privat

(Ahrbrück/bt) – Eigentlich wäre der LKW mit den großen Zelten, der mobilen Küche, den Sitzbänken und Tischen am 14. Juli raus aus Ahrbrück in Richtung Eifel gewesen. Doch das traditionsreiche katholische Zeltlager wurde vom Leitungsteam abgesagt – Corona. So befand sich das ganze Hab und Gut in der Flutnacht vom 14. auf den 15. Juli an seinem angestammten Platz, dem Keller des Pfarrhauses in Ahrbrück. Keine 50 Meter von der Ahr entfernt. Die Wassermassen haben ganze Teile des Aufbewahrungsraums weggespült, alle darin befindlichen Materialien wurden unbrauchbar. Jetzt fangen die Ehrenamtlichen wieder bei null an. Doch aufgrund vieler Sach- und Geldspenden schauen sie optimistisch in die Zukunft und haben ein klares Ziel: Das Zeltlager, das seit 1972 besteht, soll in diesem Jahr am 22. Juli starten.

„Bereits 2016 waren wir schon mal von einem Hochwasser betroffen. Da lag der Schaden bei etwa 5.000 Euro“, blickt Lagerleiter Stefan Reuter zurück. „Doch als ich die Ausmaße bei mir Zuhause in Hönningen gesehen habe, war mir klar, dass wir dieses Mal vermutlich nichts mehr retten können“, berichtet er von seinen Eindrücken. „Wir haben einen Totalverlust“, stellt er unumwunden klar. Der Schaden beläuft sich nach Schätzungen auf 75.000 bis 100.000 Euro. „Wir konnten immer noch nicht in den Keller, der auch teilweise weggespült wurde.“ Doch die Feuerwehr teilte ihnen mit, dass die Sachen, die nicht weggeschwommen sind, nicht mehr zu nutzen sind. „Das Material ist über Jahrzehnte gewachsen und gekauft worden.“ Darunter auch viele Spezialanfertigungen wie bei den Küchenelementen. „Die kann man nicht einfach so nachkaufen. Die gibt es nicht von der Stange.“ Jeder der selbst mal an einem Zeltlager teilgenommen hat, kennt selbstgebaute Utensilien, die den Camp-Alltag vereinfachen wie zum Beispiel übergroße Pfannen.

Finanzielle Unterstützung erfahren sie von ihrem eigenen Förderverein. Zusätzlich können sie auf die Hilfe einer befreundeten Zeltlagergemeinschaft zählen wie auf viele institutionelle und private Spenderinnen und Spender. Auch die Jugendabteilung des Bistums Trier hat sich mit ihrer Fachkenntnis eingebracht. „Wir haben das Team beraten und unterstützt, etwa in den Fragen nach Förderanträgen und Spendenaufrufen“, berichtet Nadine Göttel, Arbeitsbereich Diözesane Maßnahmen und Ministrantenpastoral. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen stehen auch weiterhin in engem Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort. Eine Übergangslösung zum Unterstellen des neuen Equipments haben die Verantwortlichen von einer örtlichen Firma angeboten bekommen, einen Seecontainer von den Maltesern. „Es ist nicht klar, ob wir unseren Keller noch einmal benutzen können.“ Es ist immer noch viel zu tun. 

 

Eigentlich wären sie jetzt schon mitten in der inhaltlichen Planung des Camps. „Doch momentan steht das einfach noch nicht an“, sagt der 36-Jährige. Viele Ehrenamtliche seien selbst von der Flut betroffen. Allerdings können sich alle Kinder und deren Eltern darauf verlassen, dass das bewährte Team wieder ein gutes Programm auf die Beine stellen wird.

Hintergrund:

In den vergangenen fünf Jahrzehnten haben sicherlich 1500 Einzelpersonen an den Freizeiten teilgenommen, ist sich Reuter sicher. Im Schnitt können 125 Kinder am zehntägigen Zeltlager in den Sommerferien teilnehmen, das sich meist in einem Umkreis von 50 Kilometern rund um Ahrbrück einen geeigneten Platz sucht. Die acht- bis 15-Jährigen werden von etwa 40 Ehrenamtlichen betreut, vom Küchen-, Versorgungs- über Leitungsteam bis zu den Betreuerinnen und Betreuern, die immer eine Gruppe von etwa zehn Kindern beaufsichtigen. Die Zeltlagergemeinschaft wurde Anfang der 70er Jahre von Pfarrer Horst Comes als Messdienerfreizeit ins Leben gerufen und ist heute noch an die Pfarreiengemeinschaft Altenahr angeschlossen. Geblieben sind eine Andacht und ein Abschlussgottesdienst als feste Elemente, die jeweils unterschiedlich gestaltet werden. Das letzte Zeltlager fand aufgrund der Corona-Pandemie 2019 statt.

Weitere Informationen, auch zu Unterstützungsmöglichkeiten, gibt es auf www.zeltlager-ahrbrueck.de oder per E-Mail an info(at)zeltlager-ahrbrueck.de. Spendenkonto: Förderverein Zeltlager Ahrbrück, Kreissparkasse Ahrweiler, IBAN DE73 5775 1310 0002 5054 10.

 

 


Gemeinsam Für Greifswald

Foto: PEK
Foto: PEK

 

Unter dem #ZusammenGegenCorona findet am Sonnabend, 22. Januar, ab 14.30 Uhr eine Informationsversammlung auf dem Greifswalder Markt statt, die gleichzeitig Auftakt für eine Plakataktion ist, die für das Impfen wirbt.

 

 

(Greifswald/sk) - Die Universität Greifswald lädt am kommenden Sonnabend, 22. Januar, ab 14.30 Uhr zusammen mit den Wissenschaftseinrichtungen in der Stadt, der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, dem Bündnis Greifswald für alle, dem Theater Greifswald, dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und der Sparkasse Vorpommern zu einer Informationsversammlung unter dem Motto „Gemeinsam Für Greifswald“ und unter dem #ZusammenGegenCorona ein. Damit will die Universität wissenschaftlich basiert über COVID 19 informieren und ein Zeichen der Solidarität mit allen von Corona Betroffenen setzen. Zugleich ist die Veranstaltung der Auftakt zu einer Plakataktion im Stadtgebiet, die für das Impfen wirbt. Es sind Fachvorträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Greifswald, der Universitätsmedizin Greifswald, des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) sowie vom neuen Helmholtz Institute for One Health (HIOH) in Greifswald geplant. Außerdem werden Klinikerinnen und Kliniker sowie von Corona Betroffene berichten. Ergänzend gibt es ein Impfangebot ohne Termine im Rathaus sowie Beratungsangebote durch das Zentrum für psychologische Psychotherapie, durch Expertinnen und Experten für Virologie, Immunologie und Long Covid sowie durch Vertretende von Stadt und Kirche. Der Familienservice der Universität Greifswald bietet ein Programm für Kinder an. Die Veranstaltenden bitten darum, dass sich alle Teilnehmenden strikt an die geltenden Coronaregeln sowie an ausreichend Abstand zu anderen Teilnehmenden halten. Zudem gilt die Maskenpflicht. Seitens der Veranstaltenden werden FFP2-Masken empfohlen. Auf der Internetseite der Universität ist das Programm für die Veranstaltung unter dem Link https://www.uni-greifswald.de/universitaet/information/veranstaltungskalender/detail/n/gemeinsam-fuer-greifswald-zusammengegencorona/ zu finden.


betrifft: Gott ohne Haus - Wenn die Kirchen verschwinden

 

Dokumentation am Mi., 26.1.2022, 20:15 Uhr im SWR Fernsehen / Ab 21 Uhr "Liebe ohne Segen? - Wie zwei Menschen ihr Glück finden" / Online first in der ARD Mediathek

 

(Stuttgart/  swr) - Stilllegung, Umwidmung, Verkauf - oder gleich Abriss? Den großen Kirchen in Deutschland kommen immer öfter ihre Gotteshäuser abhanden. Und den Gemeinden damit die Heimat. Die "betrifft"-Dokumentation "Gott ohne Haus - Wenn die Kirchen verschwinden" am Mittwoch, 26.1.2022, ab 20:15 Uhr, beleuchtet das Problem. Ab 21 Uhr ist die Dokumentation "Liebe ohne Segen? - Wie zwei Menschen ihr Glück finden" zu sehen.

 

Kirche in Kaiserslautern muss abgerissen werden

Es war ein bitterer Tag für die Gemeindemitglieder von St. Norbert in Kaiserslautern. Die Abrissbagger rückten an und machten die kleine Kirche dem Erdboden gleich. Jahrzehntelang wurde hier die Messe gefeiert, wurden Kinder getauft, Ehen geschlossen und um Tote getrauert. Doch am Ende kamen zum Gottesdienst nur noch eine Handvoll Gläubige. Die Kirchenverwaltung hat nachgerechnet: Die fällige Sanierung lohnt sich nicht mehr. Ein Abriss sei die beste Lösung.

 

Gläubige fehlen, Kirchen stehen leer

Überall in Deutschland geht das so. Weil den Kirchen nicht nur die Gläubigen, sondern auch die Priester fehlen, werden vielerorts kleine Gemeinden zu größeren Seelsorgeeinheiten fusioniert. Doch in den anonymen XXL-Gemeinden geht ein Stück Zusammenhalt und örtliche Identität verloren. Was macht man dann mit den überflüssig gewordenen Kirchen? In der Erzdiözese Freiburg kümmert sich Linus Becherer um dieses Problem. Erzbischof Stephan Burger hat der Diözese angesichts massenhafter Kirchenaustritte und sinkender Kirchensteuereinnahmen eine radikale Schrumpfkur verordnet. Immobilienverwalter Becherer soll nun herausfinden, wie viele der 5.400 Kirchenimmobilien verkauft werden können und den Prozess begleiten. Wie etwa in Mannheim, wo er eine Gemeinde auf den Abriss ihrer Kirche samt historischem Kirchturm vorbereitet. Becherer sieht in den Kirchenstilllegungen auch eine Chance: In leerstehenden Kirchen könnte Wohnraum entstehen, auf den Flächen abgerissener Bauten wäre Platz für Altenhe ime oder Kitas. Aber was bedeutet es für ein Dorf oder einen Stadtteil, wenn die Kirche verschwindet? Der Theologe und Psychotherapeut Manfred Lütz mahnt: "Kirchtürme sind die Zeigefinger Gottes. Wenn die verschwinden, verschwindet unsere Identität."

 

Große Unzufriedenheit bei Gläubigen

"betrifft"-Autor Wolfgang Luck hat die Gemeinden, die von der Schließung ihres Gotteshauses betroffen sind, über mehrere Monate begleitet und mit Gemeindemitgliedern gesprochen, die von ihrer Kirche tief enttäuscht sind. Nicht nur weil Gott sein Haus verliert, sitzt der Frust bei vielen tief: Missbrauchsskandale, fehlende Gleichberechtigung von Frauen und das Gefühl als Kirchenbasis nichts zu melden zu haben, machen vielen Gläubigen zu schaffen.

 

Liebe ohne Segen? - Wie zwei Menschen ihr Glück finden

Für die beiden Priesteranwärter Heiko und Marius steht ihre Zukunft auf dem Spiel. Vier Jahre versuchen sie geheim zu halten, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch sie wollen sich nicht länger verstecken und outen sich. Ihr Lebenstraum, Priester zu werden, platzt. Der Film von Ulrike Stegmann erzählt mit Graphic Novels und in einer temporeichen O-Ton-Collage von der Liebe zweier Menschen, ihrem Glauben und dem Bruch mit der Kirche. Wie gehen Heiko und Marius heute mit ihrer Entscheidung um?

Programmtipp:

"betrifft: Gott ohne Haus - Wenn die Kirchen verschwinden" am Mittwoch, 26. Januar 2022, ab 20:15 Uhr im SWR Fernsehen. Ab 21 Uhr: "Liebe ohne Segen? - Wie zwei Menschen ihr Glück finden" von Ulrike Stegmann.

"Gott ohne Haus" ist am Vortag der Ausstrahlung und "Liebe ohne Segen?" ab dem Sendetag, 18 Uhr, in der ardmediathek.de abrufbar.

Informationen, kostenloses Bildmaterial und weiterführende Links unter http://swr.li/gott-ohne-haus

Newsletter "SWR vernetzt": http://x.swr.de/s/swrvernetztnewsletter


Ideen und Tipps für Aktionen im Juni 2022 veröffentlicht

„Sehbehindertensonntag" – Kirche mit anderen Augen sehen

(Berlin/pm) - Die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes mit anderen Augen sehen – dazu lädt der „Sehbehindertensonntag" ein. Der bundesweite Aktionsmonat findet vom 1. bis zum 30. Juni 2022 statt. Ein Bündnis aus Kirchen und Selbsthilfe hat dafür heute eine ganze Reihe von Aktionsideen rund um das Thema „Kirche und Sehbehinderung" veröffentlicht.

Ein Beispiel ist die Begehung von Kirchen mit speziellen Brillen, die den Seheindruck eines sehbehinderten Menschen simulieren. Aber auch im übertragenen Sinn wird angeregt, die Perspektive sehbehinderter Menschen einzunehmen, etwa bei einer Informationsveranstaltung mit Filmvorführung.

Das sind zwei Ideen aus einer umfangreichen Aktionsbroschüre, die auf gemeinsame Aktivitäten sehbehinderter und sehender Menschen in allen Altersgruppen setzt. Ein wichtiger Bestandteil sind dabei Bausteine für einen Gottesdienst rund um das Thema Sehbehinderung. Die vorgeschlagenen Aktionen werden ergänzt durch Hintergrundinformationen und Tipps für mehr Barrierefreiheit und Inklusion in den Kirchengemeinden – auch über den Aktionsmonat hinaus.

Die Broschüre steht gedruckt im DIN-A4-Format, als Audiodatei und als barrierefreies PDF-Dokument zur Verfügung. Die Aktionen werden mit kostenlosen Materialien wie Lesezeichenlupen und Brillen zur Simulation einer Sehbehinderung unterstützt. Die Bestellung der Aktionsmaterialien ist ab sofort möglich.

Initiatoren des Aktionsmonats sind der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), die Deutsche Bischofskonferenz, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), der Dachverband der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge (DeBeSS) und das Deutsche Katholische Blindenwerk (DKBW). Der „Sehbehindertensonntag" wird gefördert durch die Aktion Mensch.

Aktionsideen, Informationen und Bestellung der kostenlosen Aktionsmaterialien unter:

www.sehbehindertensonntag.de.

Bundesweiter Sehbehindertentag

Der „Sehbehindertensonntag" findet aus Anlass des Sehbehindertentages 2022 statt. Nach Hochrechnungen aus Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es mehr als eine Million sehbehinderte Menschen in Deutschland. Um auf die Bedürfnisse dieser Menschen aufmerksam zu machen, hat der DBSV im Jahr 1998 einen eigenen Aktionstag eingeführt: den Sehbehindertentag (www.sehbehindertentag.de). Er findet jedes Jahr um den 6. Juni herum zu einem bestimmten Thema statt.

Der 6. Juni 2022 fällt auf den Pfingstmontag. Für den „Sehbehindertensonntag" wird der gesamte Juni 2022 als Aktionszeitraum genutzt.

 

 


Verleihung Hermann-Maas-Medaille auf 2023 verschoben

(Karlsruhe/Gengenbach/bt) - Die für den 27. Januar 2022 geplante Verleihung der Gengenbacher Hermann-Maas-Medaille an „Meet-a-Jew“ wird aufgrund der Pandemie um ein Jahr verschoben. Mit der Medaille werden alle vier Jahre Einzelpersonen oder Organisationen geehrt, die sich im Sinne des gebürtigen Gengenbachers und späteren Pfarrers der evangelischen Landeskirche Hermann Maas für ein gelingendes Zusammenleben von Juden und Christen einsetzen.

„Schade, dass wir das Projekt ‚Meet-a-Jew‘ wegen der Pandemie in diesem Jahr nicht auszeichnen können“, bedauert Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. „Die Initiative fördert Begegnungen mit jüdischen Menschen. Sie ermutigt uns dazu, einander in unserem Alltag, mit unserem Glauben, unseren Wertvorstellungen und Hoffnungen besser kennenzulernen. Das war auch das Anliegen von Hermann Maas, denn ein solches Miteinander verhindert Menschenfeindlichkeit und baut über alle Unterschiede Brücken zwischen Menschen.“

Das Projekt „Meet-a-Jew“ des Zentralrates der Juden in Deutschland organisiert persönliche Begegnungen mit Schulklassen, Konfirmationsgruppen und vielen anderen. Es soll den heutigen jüdischen Alltag vorstellen und dazu ermutigen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Diese Begegnungen finden deutschlandweit unter Beteiligung vieler Ehrenamtlicher statt, deren Engagement mit der Medaille geehrt werden soll. Aufgrund der aktuellen Pandemielage hätte die Verleihung allerdings in so kleinem Kreis stattfinden müssen, dass kaum Ehrenamtliche hätten teilnehmen können. „Aber gerade sie sollen ja geehrt werden, und deshalb wollen wir auch gemeinsam mit ihnen feiern und einander begegnen“, begründet Pfarrer Moritz Martiny von der evangelischen Kirchengemeinde in Gengenbach die Verschiebung.

Die feierliche Verleihung der Medaille findet nun am 26. Januar 2023 in Gengenbach statt. Weitere Informationen zum Preisträger-Projekt finden Sie unter www.meetajew.de.


Initiative aus Vallendar bietet Unterstützung für Haupt- und Ehrenamtliche

„Helfen ist erfüllend, ermüdet aber auch“

 (Vallendar/bt) – Für andere Menschen da zu sein und sie zu unterstützen, wird im Christentum unter dem Begriff „diakonisch“ zusammengefasst. Vorbild und Ursprung ist die Liebe und Zuwendung Gottes zu den Menschen. Eine Initiative aus Vallendar legt einen Schwerpunkt ihrer Arbeit in die Unterstützung von Frauen und Männern, die haupt- oder ehrenamtlich ihr Leben der Hilfe für andere verschrieben haben.

Insbesondere in Krisenzeiten wird die Bedeutung solidarischen Miteinanders sichtbar – die Corona-Pandemie und die Flutkatastrophe im Sommer zeigen dies eindrucksvoll. Doch wer hilft den Helferinnen und Helfern, das Erlebte und die existentiellen Grenzerfahrungen zu verarbeiten? Viele helfen bis zur eigenen Erschöpfung nicht nur bei Katastrophen, sondern auch im Alltäglichen, bei der Pflege von Angehörigen, in der Flüchtlingshilfe oder als Mitarbeitende auf Palliativstationen.

Vera Kessler ist Teil der Initiative „Wege erwachsenen Glaubens“ (WeG) in Vallendar und hat zusammen mit dem Pallottinerpater Prof. Dr. Hubert Lenz Veranstaltungen rund um die Thematik konzipiert.

„Helfen ist erfüllend, ermüdet aber auch“, weiß Lenz, „wenn zum Beispiel die Erwartungen des Hilfesuchenden zu groß sind.“ „Oder die eigenen Erwartungen an sich selbst“, ergänzt Vera Kessler und benennt direkt einen „Einschlag“, wie sie es nennt, bei dem das eigene Erleben von Helfen mitunter ins Wanken gerät. „Für andere da sein macht Freude, es bringt aber auch an Grenzen und ist anspruchsvoll“, sagen die Initiatoren. Um die eigene Motivation zu reflektieren, vielleicht persönliche Antworten auf existentielle Fragen zu finden und neue Kraft zu schöpfen, bieten sie  Workshop-Modelle an.

„Wer andere hält, braucht selbst Halt und Orientierung“, lautet die Kernaussage von Lenz und Kessler. In unterschiedlichen Veranstaltungen möchten sie mögliche Ressourcen aufzeigen. „Der christliche Glaube kann eine Möglichkeit sein“, sagt Vera Kessler, betont aber, dass dies nur ein Angebot sei und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht in diese Richtung gedrängt würden. „Doch beim Hilfeempfänger und beim Helfer kommt der Kern des christlichen Glaubens zusammen – das ist den Menschen nicht immer bewusst.“ Die Teilnehmenden seien oft überrascht, wie viel sie von ihrem eigenen Leben in biblischen Erzählungen wiederfinden. Darüber hinaus geht es bei den Treffen um den Austausch mit anderen in ähnlichen Situationen und darum, neue Perspektiven kennenzulernen. „Helferinnen und Helfer brauchen Angebote, um durchzuatmen“, erklärt Lenz. Interessierte Institutionen wie Krankenhäuser, aber auch Privatpersonen oder Gemeinden können sich an die Ansprechpersonen von WeG wenden. Eine erste Kooperation mit einem großen Krankenhaus ist bereits entstanden. Ein „Tag für Ehrenamtliche“ gemeinsam mit der katholischen Familienbildungsstätte Koblenz ist für den 4. Februar geplant - ob und in welcher Form er stattfinden kann, ist aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht ganz sicher. Der Nachmittag soll zum Innehalten und zum Finden von Halt und Orientierung einladen, um gestärkt und neu inspiriert weiterzugehen.

Weitere Infos gibt es auf der Homepage www.glaube-hat-zukunft.de/diak, per E-Mail an diakonisch(at)weg-vallendar.de oder telefonisch unter Tel.: 0261-6402-248.

 

 


Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum ein toller Erfolg für EKHN und Stadt Worms

Die großen Schuhe Luthers - Foto Eichfelder
Die großen Schuhe Luthers - Foto Eichfelder

 

(Worms/ekhn) - Für viele wird das Jahr 2021 maßgeblich als Pandemiejahr in Erinnerung bleiben. Doch 2021 jährte sich auch zum 500. Mal die Widerrufsverweigerung Martin Luthers vor dem Wormser Reichstag – ein Meilenstein der Reformations- und Weltgeschichte. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Stadt Worms begingen gemeinsam mit einer großen Anzahl an haupt- und ehrenamtlichen Akteuren dieses Jubiläum mit einem umfangreichen Jahresprogramm. Zu den Highlights im Jubiläumsjahr gehörten neben der großen Multimedia-Show „Der Luther-Moment“ die Landesausstellung im Museum der Stadt Worms im Andreasstift, die Nibelungen-Festspiele mit dem Stück „Luther“ sowie die Verleihung des Luther-Preises „Das unerschrockene Wort“. Und obwohl die Corona-Pandemie die Planungen mehr als einmal kräftig durcheinander würfelte, ziehen die Akteure zum Abschluss ein positives Fazit.

 

Ulrich Oelschläger, Präses der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und „Luther“-Beauftragter der Stadt Worms: „Für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau war das Luther-Jubiläum in Worms neben dem Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt das Ereignis des Jahres. Ich bin noch immer überwältigt von dem Engagement so vieler in der Stadt, dem Dekanat und der Gesamtkirche. Trotz Pandemie und Kontakteinschränkungen ist es uns gelungen, viele Menschen mit den Ideen der Reformation in Kontakt zu bringen. Mehr als eine halbe Million Menschen haben den ZDF-Fernsehgottesdienst aus Worms am Jubiläumswochenende verfolgt. Etwa 100.000 Menschen haben unsere spektakuläre Licht-Inszenierung „Der Luther-Moment“ live im SWR gesehen. Die Landesausstellung, die Vorstellungen der Nibelungen-Festspiele und die Veranstaltungen unseres Wormser evangelischen Dekanats zum Thema Luther waren kulturelle Höhepunkte. Sie haben weit über die Region hinausgestrahlt. Wir haben nachgezählt: Insgesamt sind zu dem Luther-Jubiläum 2021 nicht weniger als 1.500 Berichte in Zeitungen und im Internet erschienen – von der „Welt“ über die „Süddeutsche“ bis zum „Focus“. Rechnet man die Reichweiten der einzelnen Verlage und Medienkonzerne zusammen, hätten theoretisch fast fünf Milliarden Menschen – und das ist kein Druckfehler – die Gelegenheit gehabt, etwas von unserem Jubiläum zu erfahren. Das ist gewaltig. Das zeigt mir auch die bleibende Erfahrung jener Ereignisse von 1521 auf. Luthers Berufung auf sein Gewissen und auf die Vernunft, verbunden mit Mut, Courage und vor allem Gottvertrauen, bleibt für mich ein Meilenstein der europäischen Geistesgeschichte. Uns ist es trotz aller Herausforderungen durch die Corona-Krise damit gelungen, 500 Jahre nach Luthers epochalem Auftritt in Worms Impulse für die Gegenwart und die Zukunft zu setzen.“

 

Oberbürgermeister Adolf Kessel: „Alle Beteiligten haben lange und intensiv dafür gearbeitet, das Jubiläumsjahr für Besucher der Stadt sowie die Wormser Bürger attraktiv zu gestalten. Haupt- und ehrenamtliche Akteure dürfen stolz auf das Geleistete sein, gerade und ganz besonders aufgrund der erschwerten Rahmenbedingungen. Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass jedes einzelne der sorgfältig geplanten Highlights weitaus mehr Besucher in die Stadt zieht, als es durch die Entwicklung der Pandemie möglich war. Dass trotz aller Einschränkungen trotzdem so viel umgesetzt und von den Besuchern nicht nur digital, sondern auch live vor Ort verfolgt werden konnte, ist der engen Zusammenarbeit aller zu verdanken und der kontinuierlichen Prüfung, was unter welchen Bedingungen für welche Anzahl Menschen zulässig ist. Zahlreiche Städte haben sehr viel abgesagt; wir haben unsere Highlights durch umfangreiche, kontinuierlich angepasste Hygiene- sowie hybride und digitale Alternativkonzepte umsetzen können. Für dieses außergewöhnliche Engagement danke ich allen Beteiligten von ganzem Herzen. Wir konnten so dieses besondere Jubiläum mit Menschen in ganz Deutschland feiern. Die Berichterstattung darüber in Deutschland und dem angrenzen Ausland hat uns ergänzend geholfen, das touristische Luther-Profil der Stadt nachhaltig zu schärfen.“

 

Ein zentraler Höhepunkt im Wormser Luther-Jubiläumsjahr waren die Nibelungen-Festspiele, die sich ausnahmsweise dem großen Reformator widmeten: Mit einer hervorragenden künstlerischen wie auch organisatorischen Bilanz wurde vom 16. bis 31. Juli 2021 das Stück „Luther“ von Autor Lukas Bärfuss unter der Regie von Ildikó Gáspár aufgeführt. Die kurzfristig vor der Premiere mögliche Aufstockung der Gästeanzahl von 500 auf 700 pro Abend wurde konzentriert umgesetzt und vom Publikum erfreut aufgenommen. An 16 Abenden besuchten insgesamt über 10.500 Besucher die Aufführung vor der Nordseite des Wormser Kaiserdoms. Das wortgewaltige und von Ildikó Gáspár poetisch mit Gesang und Tanz umgesetzte Stück war erstmals international besetzt. Zum hochkarätigen Ensemble zählten Sunnyi Melles, Jürgen Tarrach, Barbara Colceriu und viele mehr. Auch unter den strengen Corona-Auflagen führten Intendant Nico Hofmann, der Geschäftsführer Sascha Kaiser, der Künstlerische Leiter Thomas Laue sowie die Künstlerische und Technische Betriebsdirektorin Petra Simon die Nibelungen-Festspiele zu einem großen Erfolg. Dafür sprechen die positiven Pressestimmen und Reaktionen der Gäste sowie die beinahe ausverkauften Vorstellungen.

 

Die Landesausstellung „Hier stehe ich. Gewissen und Protest – 1521 bis 2021“ im Museum der Stadt Worms im Andreasstift sahen vom 3. Juli bis 30. Dezember 2021 insgesamt 15.614 Besucher. Diese zeigten sich begeistert von der vielschichtigen Ausstellung mit sechzehn Themeninseln. Über 320 Gruppen wurden durch die Ausstellung geführt. „Wir sind sehr froh, dass das ungewöhnliche Konzept gegriffen hat. Dank toller Leihgeber aus dem In- und Ausland und der Gestaltung durch neo.studio Berlin konnten wir einen Beitrag zum Reformationsjubiläum leisten, der sich nochmal gegenüber all den bisherigen Ansätzen in der Lutherdekade abhob und den Faden der Gewissensfreiheit und des Protests bis in die Gegenwart sponn. Das kam sowohl bei Besuchern als auch in Fachkreisen sehr gut an“, resümiert Kurator Olaf Mückain, Wissenschaftlicher Leiter des Museums. Im Mittelpunkt der Landesausstellung standen zunächst der Auftritt Martin Luthers in Worms und dessen Bedeutung sowie der Mythos, der zeitnah mit dem historischen Ereignis entstand und bis heute eine ungeheure Dynamik entwickelt. In einem zweiten Teil fokussierte die Schau dann das Thema „Gewissensfreiheit und Protest“ selbst, und zwar sowohl mit als auch ohne Bezug zu Luthers Wirken in historischen Kontexten der letzten 500 Jahre.

 

Die Kulturkoordination der Stadt Worms lud das Jahr über zu weiteren spannenden Veranstaltungen ein. Dazu gehörten unter anderem Konzerte und Vorträge, die ganz im Zeichen des großen Reformators standen. Besonders erwähnenswert ist der mit 10.000 Euro dotierte Luther-Preis „Das unerschrockene Wort“ 2021, der an die drei belarussischen Bürgerrechtlerinnen Weronika Zepkalo, Swetlana Tichanowskaja und Maria Kolesnikowa vergeben wurde. Anlässlich des Reichstagsjubiläums fand die Preisverleihung in der Wormser Dreifaltigkeitskirche statt, in Anwesenheit der stellvertretenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Anne Spiegel und dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert.  Die drei Frauen aus Belarus stehen stellvertretend für tausende von friedlich demonstrierenden Menschen, die derzeit für politische Veränderungen in Weißrussland kämpfen. Sie stehen für eine friedliche Revolution, für Neuwahlen und für eine demokratische Zukunft ihres Landes. Mit dem Preis „Das unerschrockene Wort“ honoriert der Bund der 16 Lutherstädte in Deutschland alle zwei Jahre die Entschlossenheit, das mutige Auftreten und den friedlichen Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung.

 

 

Auch der Tourismus profitierte vom Luther-Jubiläum: das ganze Jahr über nutzten Gäste und Einheimische die Outdoor-Angebote in der Innenstadt wie den Bildungs- und Erlebnisparcours und den Lutherrundgang. Gut nachgefragt waren Aktivitäten wie Wandern auf dem rheinhessischen Teil des Lutherwegs 1521, der in drei gemütlichen Tagesetappen von Oppenheim bis zur Wormser Magnuskirche führt. Zahlreiche Themenführungen vermittelten den Besuchern anschaulich, wie sich Luthers Aufenthalt in Worms zutrug. Familien und Kleingruppen entdeckten Luther interaktiv und individuell mit der Tour-App „Luther in Worms“, die in Form einer Graphic Novel den Aufenthalt Luthers im April 1521 mit augmented reality („erweiterte Realität“) Elementen in historischen Szenen umsetzt. Äußerst positiv entwickelte sich die Marketing-Kampagne zum Wormser Lutherjahr, deren on- und offline Maßnahmen einen Teil der Kommunikationsstrategie der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH sowie der Rheinhessen Touristik als ganzjähriges Schaufensterthema darstellten. 


Kirchenleitung verabschiedet Dezernatsleiter Ulrich Tetzlaff in den Ruhestand

Landesbischöfin: „Wichtiger Impulsgeber, Gesprächspartner und Begleiter“

(Schwerin/Kiel/mw) - Die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat Oberkirchenrat Ulrich Tetzlaff (61), Leiter des Dezernats Dienst der Pastorinnen und Pastoren und theologischer Vizepräsident im Landeskirchenamt in Kiel, in den Ruhestand verabschiedet. Die zu diesem Anlass geplante würdigende Veranstaltung musste vor dem Hintergrund der Pandemie verschoben werden. 

 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Vorsitzende der Kirchenleitung, sagte: „Herzlich danke ich Ulrich Tetzlaff für seinen langjährigen Dienst in verschiedenen Verantwortungsbereichen zunächst in der Pommerschen Evangelischen Kirche und dann in unserer Nordkirche. Insbesondere in der Leitung des Dezernates für den Dienst der Pastorinnen und Pastoren hat er wichtige Impulse für den pastoralen Dienst in unserer Kirche gegeben und die strukturellen Bedingungen dafür klug bedacht. Vielen Pastorinnen und Pastoren war er auch persönlich ein wichtiger Gesprächspartner und Begleiter in ihrer beruflichen Entwicklung.

Für den nun beginnenden neuen Lebensabschnitt wünsche ich ihm von Herzen gute Erfahrungen und mit den Worten eines irischen Wunsches Gottes reichen Segen: Mögen sich die Wege vor seinen Füßen ebnen, möge er den Wind im Rücken haben, und bis wir uns wieder sehen, möge Gott seine schützende Hand über ihn halten.”

 

Zur Person:

Ulrich Tetzlaff wurde 1959 in  Wolgast (Vorpommern) geboren. Der gelernte Maschinenbauer studierte Evangelische Theologie in Greifswald und absolvierte sein Vikariat in Zerrenthin und am Predigerseminar in Wittenberg, bevor er 1987 Pfarrer im uckermärkischen Brüssow wurde. 1995 wechselte er als Pfarrer ins Seebad Heringsdorf. Im Anschluss war er von 2003 bis 2009 als Superintendent im Kirchenkreis Greifswald tätig. Von 2010 an wirkte Tetzlaff als Leiter des Dezernats P im damaligen Nordelbischen Kirchenamt. Nach der Fusion zur Nordkirche an Pfingsten 2012 wurde daraus das Dezernat Dienst der Pastorinnen und Pastoren. 2018 übernahm Ulrich Tetzlaff außerdem die Position des theologischen Vizepräsidenten des Landeskirchenamts. 


Tiefenschärfe – Neue digitale Veranstaltungsreihe der Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt beginnt am 31.01.2022:

„Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben - unterwegs zur Klimaneutralität der Nordkirche“

(Hamburg/nk) - „Der Klimawandel und unser Umgang damit ist eine der zentralen globalen Herausforderungen, die unser Denken, Entscheiden und Handeln erfordern – jetzt!“, so Landesbischöfin der Nordkirche Kristina Kühnbaum-Schmidt. Ende Dezember 2021 gab Wirtschaftsminister Robert Habeck seine Einschätzung bekannt, nach der Deutschland vermutlich im Jahr 2022 und wohl auch im Jahr 2023 seine selbst gesteckten Klimaziele nicht erreichen wird. Einen Tag darauf teilte der Deutsche Wetterdienst mit, dass das Jahr 2021 als elftes Jahr in Folge zu warm gewesen ist. Der Klimawandel wird immer greif- und erlebbarer. Daher wird sich die Landessynode im Februar auch schwerpunktmäßig mit neuen Klimaschutzzielen für die Nordkirche und entsprechenden Regelungen und Vereinbarungen dazu beschäftigen.

 

Die sich verschärfende Situation ist Anlass genug für die Landesbischöfin: „In diesem Jahr lade ich deshalb zu meiner digitalen Veranstaltungsreihe „Tiefenschärfe“ unter dem Schwerpunkt „Klimaethik und Klimaneutralität“ ein. Dabei sollen ethische und theologische Aspekte, sowie Fragen der politischen Ökologie und Klima-Governance im Mittelpunkt stehen. Ich freue mich sehr, dass renommierte Wissenschaftler:innen aus Kiel, Heidelberg und Halle dazu mit uns an drei Abenden arbeiten werden.“

Beginnen wird am 31.01. Prof. Dr. Konrad Ott, Umweltethiker an der CA-Universität Kiel zum Thema „Klimaethik, Klimaziele und Maßnahmen an ausgewählten Beispielen“. Ihm folgt am 02.02. Dr. Sarah Köhler (Ökumenische Arbeitsstelle Anthropozän im Rahmen des Ökumenischen Prozesses „Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten“ Werkstatt Ökonomie e.V.) aus Heidelberg. Sie wird das „concept paradising“ vorstellen: „Theologie in der ökologischen Krise neu denken“. Am 03.02. beschließt Prof. Dr. Petra Dobner, Systemanalytikerin und vergleichende Politikwissenschaftlerin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Veranstaltungsreihe. Sie referiert zum Thema „Gemeinsame Ziele – unterschiedliche Verantwortung: Zur möglichen Rolle der Kirche in der Bekämpfung globaler Umweltherausforderungen am Beispiel der Wasserpolitik“.

Alle Veranstaltungen finden jeweils von 18.00 bis 19.30 Uhr statt; nach einem Vortrag der Referent:innen besteht an jedem der Abende auch die Möglichkeit für Fragen, Austausch und Diskussion. Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf jeweils 50 begrenzt. Gebucht werden kann die kostenlose Teilnahme ab dem 13.01.2022 hier:

 

31.01. Prof. Dr. Konrad Ott: https://kommunikationswerk.krz.tools/publicgroup/17

 

 

 02.02. Dr. Sarah Köhler: https://kommunikationswerk.krz.tools/publicgroup/23

 

 

 

03.02. Prof. Dr. Petra Dobner: https://kommunikationswerk.krz.tools/publicgroup/26


Das 50-jährige Bestehen wird unter dem Motto „Familie zählt!“ gefeiert

Karl Kübel Stiftung startet ins Jubiläumsjahr

                       

(Bensheim/kks) - Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Mit dem Hissen der Fahne am Stiftungssitz in Bensheim und der heutigen Vorstellung der Jubiläumsaktivitäten wurde das Festjahr offiziell eröffnet. Es steht unter dem Motto „Familie zählt!“

 

Den Grundstein für die Stiftung legte ihr Stifter Karl Kübel (1909-2006), als er 1972 seine „3K“-Möbelwerke verkaufte und den Erlös sowie den größten Teil seines Privatvermögens in die Stiftung einbrachte. Seitdem setzt sie sich auf vielfältige Art für das Wohl und die Stärkung von Kindern und Familien im In- und Ausland ein. Diese Zielsetzung war Karl Kübel wichtig, denn er hatte bereits früh erkannt, dass die Zukunftschan­cen von Kindern entscheidend vom familiären Kontext bestimmt werden.  

„Die Bedeutung von Familie für die Entwicklung eines Kindes spiegelt sich auch in unserem Jubiläumsmotto „Familie zählt!“ wider. Familien in all ihren unterschiedlichen Ausprägungen sind die Basis unserer Gesellschaft. Wir unterstützen Kinder und Eltern, damit sie sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln können, die ein gutes, selbstbestimmtes Leben führen können“, sagt Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung.

Im Jubiläumsjahr gibt es verschiedene Aktionen und Veranstaltungen, die das Motto aufgreifen. Los geht es in der kommenden Woche. Ab dem 19. Januar stellt die Karl Kübel Stiftung jede Woche eine Person oder Organisation auf ihrer Website (www.kkstiftung.de) und ihren Social-Media-Kanälen vor, um zu zeigen wie ihre Arbeit wirkt. „Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern, Förderern sowie Spenderinnen und Spendern haben wir in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten viel bewirken können und mehr als zwei Millionen Menschen, zum Beispiel durch Existenzsicherungsprojekte oder Bildungsangebote, neue Chancen und eine bessere Zukunft ermöglicht“, so Wilkes.

Weiter geht es am 22. März mit der Verleihung des FAIRWANDLER-Preises an junge Initiativen, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen. Im September folgen die Verleihung des Karl Kübel Preises sowie des Dietmar Heeg Medienpreises und der Weltkindertag. Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist der Festakt am 4. Dezember im Bürgerhaus Bensheim mit Festredner Prof. Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident a.D. Genau an dem Tag vor 50 Jahren wurde die Stiftung gegründet.

Seitdem hat sie mehr als 2.000 Projekte in elf Ländern gefördert. Allein in der Entwicklungszusammenarbeit wurden in dieser Zeit mehr als 1,5 Millionen Menschen erreicht. Die Bildungsinstitute der Stiftung verzeichneten in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten hochgerechnet knapp eine Millionen Teilnehmer*innen. 

Ein Blick zurück zeigt, dass sich die Projektarbeit in dieser Zeit stetig weiterentwickelt hat, um den Bedürfnissen von Kindern und Familien gerecht zu werden und sie zu fördern.  

Anfang der 1970er Jahre konzentrierte sich die Stiftungsarbeit z.B. auf Arbeits- und Studienprogramme für junge Akademiker*innen zum Erlernen von Kenntnissen aus der Entwicklungszusammenarbeit. Ab 1977 förderte die Stiftung ländliche Projekte in Tansania, Kenia, Afghanistan, Bolivien und Indien. Die Schwerpunkte ihres Engagements waren von Beginn an Entwicklungszusammenarbeit, Familie und Bildung. 1978 wurde das erste Bildungsinstitut der Stiftung gegründet - das Odenwald-Institut in Südhessen; weitere Institute folgten. Neben dem Odenwald-Institut gehören heute das Felsenweg-Institut mit seinen Standorten in Bremen und Erfurt sowie das Institute for Development Education in Coimbatore/Indien zur Stiftung. 

Bedeutende Inlandsaktivitäten der Stiftung umfassen Gemeinschaftsprojekte mit dem Land Hessen – aktuell zum Beispiel die Eltern-Kind-Treffpunkte Drop (In)klusive, die Landesservicestelle für Familienzentren oder der Hessische Familientag.

In der Entwicklungszusammenarbeit engagiert sich die Stiftung heute in sieben Ländern, darunter Indien, die Philippinen und Äthiopien. Ihre Projekte zielen darauf ab, die Lebensverhältnisse von besonders bedürftigen Bevölkerungsgruppen zu verbessern, zu sozialer Gerechtigkeit beizutragen und damit auch Fluchtursachen zu vermeiden. Schwerpunkte der Projektarbeit liegen in den Bereichen Bildung, Ernährungssicherung sowie Kinder- und Frauenrechte.

Mit ihrer entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und dem weltwärts-Freiwilligendienst setzt sich die Karl Kübel Stiftung dafür ein, jungen Menschen ein ausgewogenes Weltbild zu vermitteln, Begegnung und Solidarität zu ermöglichen und das Bewusstsein für globale Zusammenhänge und benachteiligte Menschen aus Entwicklungsländern zu schärfen. 

Darüber hinaus lenkt die Stiftung mit ihren Preisen den Blick auf soziales Engagement. Der renommierte Karl Kübel Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für Kinder und Familien engagieren. Der Dietmar Heeg Medienpreis wird an Journalist*innen für besonders eindrückliche Medienberichte zum Thema Familie verliehen. Dritter im Bunde ist der FAIRWANDLER-Preis, mit dem seit 2016 an junge, entwicklungspolitische Initiativen ausgezeichnet werden.

 

 


Gläubige gedenken in Welschnonnenkirche der Ordensgründerin

400. Todestag von Alix Le Clerc gefeiert

Präses Ulrich Laux (rechts) überreicht die Grußbotschaft von Kardinal Hollerich an den Präfekten der Marianischen Bürgersodalität, Anton Wyrobisch (links). Foto: bt
Präses Ulrich Laux (rechts) überreicht die Grußbotschaft von Kardinal Hollerich an den Präfekten der Marianischen Bürgersodalität, Anton Wyrobisch (links). Foto: bt

(Trier/bt) – Eine geistliche Bewegung europäischer Ausmaße: So hat Kardinal Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg, den Welschnonnenorden (Congrégation Notre-Dame) charakterisiert. Am 9. Januar hat die Marianische Bürgersodalität Trier 1610 in der Trierer Welschnonnenkirche einen Festgottesdienst zum 400. Todestag der Gründerin des Ordens, Alix le Clerc, gefeiert.

Im 17. Jahrhundert waren Schwestern aus Luxemburg dem Vorbild der seligen Alix Le Clerc folgend nach Trier aufgebrochen, um hier das Bildungsmodell und das Charisma der Gründerin zu etablieren. Als Heimatbischof jener Schwestern wandte sich Kardinal Jean-Claude Hollerich in einer Grußbotschaft an die Sodalinnen und Sodalen. Alix Le Clerc habe eine Kongregation gegründet, „die in Luxemburg Fuß fasst und sich anschließend in Trier prägend ausbreitet. Heute würden wir sagen: Das hat europäische Ausmaße”, so der Erzbischof von Luxemburg. Nicht nur das Bildungsideal der Congrégation Notre-Dame sei für die damalige Zeit revolutionär gewesen, sondern auch auf dem Gebiet der Völkerverständigung hätten die Schwestern regelrechte Pionierarbeit geleistet: „Über Landesgrenzen hinweg und allen politischen und gesellschaftlichen Wirrungen zum Trotz wurde nicht nur armen und verwaisten Mädchen eine adäquate Erziehung und Bildung auf dem Stand der damaligen Zeit vermittelt sondern auch dadurch eine Lebensgrundlage geschaffen, die es ihnen ermöglichte, in den harten Rahmenbedingungen ihrer gesellschaftlichen Realität Fuß zu fassen und sich verwirklichen zu können”, resümierte Kardinal Hollerich das Wirken der Welschnonnen, deren Gründerin am 9. Januar 1622 in Nancy gestorben war.

Von der Idee der Welschnonnen ausgehend, Mädchen eine christlich geprägte Schulbildung zu ermöglichen, fragte der Präses der Marianischen Bürgersodalität Ulrich Laux, wie Schule in der heutigen Zeit eine christliche Haltung bewahren könne. Dabei bilde die Taufe die Grundlage für unseren Auftrag in der Welt von heute, den wir mit Hingabe erfüllen sollten. Der Zelebrant ermutigte die Gläubigen mit Hingabe einen Beitrag zu leisten, „dass wir europäisch denken und leben”.

Am Schluss des Gottesdienstes zeigten sich Präses Ulrich Laux sowie Präfekt Anton V. Wyrobisch optimistisch, in den kommenden Wochen die denkmalgerechte Innensanierung der 1717 geweihten Welschnonnenkirche erfolgreich abschliessen zu können.

 

 


Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats: Darlehen für zwei Sanierungen aus dem Unterstützungsfonds bewilligt

Erhalt der Kirchen bleibt Daueraufgabe

(Greifswald/sk) - Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) bewilligte in seiner jüngsten Sitzung, die im Lutherhof in Greifswald sowie per Videokonferenz stattfand, zwei Kirchengemeinden für anstehende Sanierungsvorhaben Darlehen aus dem PEK-Unterstützungsfonds. Die Kirchengemeinde Altenhagen-Gültz erhält ein Darlehen in Höhe von 35.000 Euro, die Kirchengemeinde Verchen-Kummerow ein Darlehen in Höhe von 50.000 Euro. Die Kirchengemeinde Altenhagen-Gültz plant die Sanierung des Turms der Kirche in Pripsleben und hatte zur Abdeckung der Eigenmittel einen entsprechenden Antrag an den Unterstützungsfonds gestellt. Bei der Kirche in Pripsleben in der Nähe von Altentreptow handelt es sich um einen spätmittelalterlichen Feldsteinbau mit Fachwerkturm. Die Kosten für die Turmsanierung betragen insgesamt 174.000 Euro. Die Instandsetzung wird mit 140.000 Euro aus dem Strategiefonds des Landes gefördert. Die Kirchengemeinde Verchen-Kummerow stellte den Darlehens-Antrag in Höhe von 50.000 Euro für die Sanierung der Kirche in Grammentin. Die Entstehung der Backsteinkirche unweit des Kummerower Sees reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Die Gesamtinvestition für die Sanierung beträgt 280.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt neben dem nun bewilligten Darlehen durch Mittel des Bundes, des Landes, des pommerschen Kirchenkreises, der Stiftung KiBa sowie durch Eigenmittel der Kirchengemeinde. Für beide Darlehen ist die Rückzahlung abgesichert, so die Auskunft des Finanzausschusses. Mit der Bewilligung der beiden Darlehen trägt der pommersche Kirchenkreis zur Erhaltung der Dorfkirchen im Land bei. Kapellen und Kirchen prägen die Landschaft in Vorpommern. Sie zu bewahren, ist eine dauerhafte Aufgabe von bleibender Bedeutung.

 

Weitere Themen und nächster Sitzungstermin

 

Außerdem befasste sich der KKR in der Sitzung unter anderem mit der Beteiligung an Mehrerträgnissen aus Pfarrland, mit zahlreichen Personalfragen, mit weiteren Anträgen aus Kirchengemeinden, mit der Finanzsatzung, mit der Zukunft des „Hauses der Stille“ in Weitenhagen, mit dem Beschluss der zurückliegenden Kirchenkreissynode bezüglich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie mit dem Digitalisierungsprojekt im PEK.

Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 1. Februar 2022 statt.

 

Stichwort Kirchenkreisrat

 

Der Kirchenkreisrat vertritt den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis in allen Angelegenheiten. Er führt die Aufsicht über die 151 Kirchengemeinden und ihre Verbände sowie über die Dienste und Werke und erteilt die erforderlichen Genehmigungen. Das Gremium besteht aus 13 Mitgliedern. Ihm gehören die Pröpstin und Pröpste der drei Propsteien des Kirchenkreises, Pröpstin Helga Ruch (Stralsund), Propst Gerd Panknin (Demmin) und Propst Andreas Haerter (Pasewalk), als geborene Mitglieder an. Die weiteren zehn Mitglieder wurden von der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gewählt: Sylvia Giesecke, Raik Harder, Dr. Gerd Albrecht, Wolfgang Banditt, Reinhard Kurowski, Beate von Randow, Dr. Sibylle Scheler, Angelika Beyer, Pastor Dr. Ulf Harder und Johanna Hertzsch. Vorsitzender des Kirchenkreisrates ist Propst Gerd Panknin. Der Kirchenkreisrat bereitet die Entscheidungen der Kirchenkreissynode vor, bringt Vorlagen ein und führt die Beschlüsse aus. Er bringt den Haushalt ein und ist für die Durchführung verantwortlich. Er berät Pröpstin und Pröpste, beruft die Pastorinnen und Pastoren in die Pfarrstellen des Kirchenkreises und führt die Aufsicht über die Kirchenkreisverwaltung. Der Kirchenkreisrat im Internet: http://www.kirche-mv.de/Kirchenkreisrat.565.0.html    



 

 


Wie die Dillinger Küsterin Ellen Huwig die Corona-Zeit in der Kirche erlebt

Als Küsterin braucht man viele Talente

In der Sakristei legt Küsterin Ellen Huwig die Messgewänder des Pastors bereit. Foto: Ute Kirch
In der Sakristei legt Küsterin Ellen Huwig die Messgewänder des Pastors bereit. Foto: Ute Kirch

(Dillingen/bt) – Bloß Glocken läuten und Kerzen anzünden? Von wegen! Die Aufgaben im Küsterdienst sind vielfältig und erfordern sogar eine Ausbildung. Doch während der Corona-Pandemie mussten Küsterin Ellen Huwig und ihre Kolleginnen und Kollegen sich auf eine noch nie dagewesene Situation einstellen. „Das erste halbe Jahr war wegen der pandemiebedingten Gottesdienstabsagen erst mal fast gar nichts zu tun“, erinnert sich die 62-Jährige, die seit 2009 Küsterin in St. Johann in Dillingen ist und vier Jahre später zudem den Küsterdienst in St. Maximin in Dillingen-Pachten übernommen hat. Arbeitslos sei sie dennoch nicht gewesen, da in den Kirchen Priester weiterhin Messen gehalten hätten – eben ohne Gottesdienstteilnehmer. „In der Zeit habe ich gemacht, was viele Leute auch zu Hause gemacht haben: Ich habe die Aufgaben erledigt, die sonst gerne liegen bleiben“, sagt Huwig. Sie räumte also die Schränke in der Sakristei auf, wusch und bügelte die Messdienerkittel.

Als wieder – entsprechend der Schutzkonzepte – Gottesdienste erlaubt waren, maß Ellen Huwig zusammen mit ihrer Schwester, die Pfarrsekretärin ist, die Kirchenbänke aus, klebte Abstandsmarkierungen und besorgte Desinfektionsmittel. „Während der Heizperiode haben wir auf das korrekte Lüften und Heizen geachtet“, sagt Huwig. Das bedeutete, dass während der Messe die Kirchen nicht beheizt werden durften. Gelüftet werden durfte erst nach den Gottesdiensten, da die spezielle Kirchenarchitektur verhindert, dass die virenbelaste Luft abtransportiert werden kann. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen half Ellen Huwig zudem beim Empfangsdienst, der den Gottesdienstteilnehmern die Plätze zuwies und auf die Einhaltung des Schutzkonzepts achtete. „Während Corona kamen sogar mehr Leute als sonst in unsere Kirche St. Johann, da es sich herumgesprochen hatte, dass es hier immer noch einen freien Platz gibt, während andernorts alle Plätze vergeben waren“, blickt Huwig zurück.

 

Im Sommer sei ein Stückweit wieder Normalität eingekehrt. Da die Vorschriften im Saarland gelockert wurden, fanden wieder jede Woche eine Hochzeiten oder Taufen statt. Normalität bedeutet für Ellen Huwig jeweils drei Gottesdienste pro Woche in Dillingen und in Pachten. Hinzu kommen Sterbeämter, Taufen und Trauungen in den beiden Kirchen. Eine Dreiviertelstunde vor Messbeginn ist Ellen Huwig vor Ort, zündet Kerzen an, legt in der Sakristei das Messgewand aus, stellt Kelch und Hostienschale bereit ebenso wie die liturgischen Messbücher. Um den Blumenschmuck in St. Johann kümmert sich Huwig ebenfalls. Während in St. Johann die Glocken automatisch läuten, übernimmt die Küsterin, die eigentlich gelernte Apothekenhelferin ist, diese Aufgabe in St. Maximin. Zum Küsterdienst sei sie durch ihre Vorgängerin gekommen, die gefragt habe, ob sie ab und an helfen könne. Aus dem Aushelfen sind inzwischen zwölf Jahre geworden, aber sie tue den Dienst gern, beteuert Huwig: „St. Johann ist meine Kirche, meine Taufe, Erstkommunion, Firmung und Trauung fanden hier statt. Auch meine Kinder wurden hier getauft.“

Glaubenslehre, Bibelkunde, Aufbau der Messfeier, die Feste im Kirchenjahr und die Pflege der Messgewänder sind Teile der Ausbildung zum Küster. Genauso dazu zählen Themenblöcke in Arbeitsrecht und Arbeitssicherheit. So gehört auch der Umgang mit Feuer und Feuerlöschern zur Ausbildung. Arbeitsschutz werde beim Aufstellen des großen Tannenbaums an Weihnachten großgeschrieben. „Das machen in St. Johann drei junge Männer, denen ich für ihre Hilfe sehr dankbar bin“, sagt Huwig. Als Küsterin schaue sie auch nach Schäden am Gebäude und melde diese dem Verwaltungsrat. Früher habe sie einmal pro Woche eine Messdiener-Gruppenstunde gehalten, sagt die Mutter von fünf Kindern. Doch inzwischen gebe es nur noch zwei Messdiener in St. Johann. In Pachten organisierten sich die Messdiener selbst.

 

Küsterin sei sie auch jenseits der Kirchenbauten, sagt Huwig und lacht: „Es ist mir schon passiert, dass ich im Supermarkt gefragt werde, ob man nicht gerade bei mir eine Messe bestellen könne und sich so den Weg ins Pfarrbüro sparen könne.“


Neubesetzung der Kirchengerichte – Ehrenamtliche Richter*innen geben Gelöbnis ab

Landesbischöfin: „Gott hört den Ruf nach Recht und Gerechtigkeit“

(Schwerin/Kiel/mw/anh) - Mit einer Andacht im digitalen Raum hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) heute (11. Januar 2022) die ausscheidenden Mitglieder der Kirchengerichte verabschiedet und ihren Nachfolgerinnen und Nachfolgern das Gelöbnis für ihren ehrenamtlichen Dienst in den kommenden sechs Jahren abgenommen. Die Amtszeit begann bereits am 1. Januar 2022.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt dankte als Vorsitzende der Kirchenleitung den neuen Mitgliedern der Kirchengerichte für ihre Bereitschaft, diesen verantwortungsvollen Dienst zu übernehmen und würdigte die Verdienste der ausscheidenden ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern. Sie unterstrich, dass die Mitglieder der Kirchengerichte ihr Amt „in Bindung an die Heilige Schrift und an das Bekenntnis der Kirche getreu dem in der Kirche geltenden Recht ausüben und nach bestem Wissen und Gewissen ohne Ansehen der Person urteilen“.

 

In ihrer Ansprache sagte sie: „Gott hört den Ruf nach Recht und Gerechtigkeit. Und er schenkt uns die Kraft, für sie einzutreten. Nicht nachzulassen damit. Ohne Ansehen der Person. Nach bestem Wissen und Gewissen. Orientiert am Bekenntnis zu einem Gott, der Recht und Gerechtigkeit zu seiner Sache macht und sie ins Verhältnis setzt zu den Maximen von Liebe und Barmherzigkeit. So geraten Recht und Gerechtigkeit nicht in Gefahr, zu abstrakten Größen zu werden, sondern rücken die jeweils konkrete Person, ihre Belange und ihre Situation in den Mittelpunkt. Und dabei kommen auch und gerade die in den Blick, die scheinbar keine Lobby haben.“

 

An die Bedeutung von Recht und Gerechtigkeit in der Geschichte Israels erinnerte Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode, in ihrem Grußwort: „Recht (Mischpath) und Gerechtigkeit (Zedaka) sind im Alten Testament ein Paar. Es galt für die Einhaltung des Rechts zu sorgen. Darüber hinaus ging es aber auch um die Gerechtigkeit, um den gerechten Ausgleich, um die gerechte Verteilung dessen, was Gott den Menschen anvertraut hat. Kein Recht ohne Gerechtigkeit – keine Gerechtigkeit ohne Recht! Liebe ehrenamtliche Richterinnen und Richter – Sie stehen in einer jahrtausendealten Tradition und großer Verantwortung: Mögen Sie sich dabei immer in der Liebe Gottes zu allen Menschen geborgen fühlen.“

 

Zu den insgesamt 27 neu und wiedergewählten ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern und ihren Stellvertretungen im Verfassungs- und Verwaltungsgericht zählen als Vorsitzende Richter Präsident Dr. Thomas Kuhl-Dominik (60, Hamburg, Kammer 1), und Martin Redeker (60, Greifswald, Kammer II). 

 

Dem Kirchengericht für mitarbeitervertretungsrechtliche Streitigkeiten mit insgesamt 33 ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern und Stellvertretungen gehören als Vorsitzende Richter*innen an: Präsidentin Dagmar Raasch (65, Neumünster, Kammer 1), Dr. Claus Asbeck (38, Hamburg, Kammer 2), Björn Eckhardt (62, Rostock, Kammer 3 und 4), Oliver Tiemens (39, Elmshorn, Kammer 5), Claudius Hübbe (38, Hamburg, Kammer 6), Dr. Gregor Steidle (56, Lübeck, Kammer 7), sowie Marc-Patrick Homuth (53, Elmshorn, Kammer 8).
Die Kammern 1 bis 3 sind zuständig für den Bereich der verfassten Kirche, die Kammern 4 bis 8 für den Bereich der Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein.

 

Hintergrund

 

Die kirchliche Gerichtsbarkeit ist von staatlichen Gerichten getrennt und beschäftigt sich mit Rechtsstreitigkeiten, die ausschließlich Personen oder Institutionen innerhalb der Landeskirche betreffen. Sie besteht aus zwei Kirchengerichten: dem Verfassungs- und Verwaltungsgericht und dem Kirchengericht für mitarbeitervertretungsrechtliche Streitigkeiten. Die Disziplinargerichtsbarkeit wurde zum 1. Januar 2022 auf die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) übertragen.
Alle rechtskundigen Mitglieder wie auch die Präsidentin und der Präsident haben die Befähigung zum Richteramt nach dem Deutschen Richtergesetz und üben die Tätigkeit in der kirchlichen Gerichtsbarkeit nebenamtlich aus. Sie werden durch den Richterwahlausschuss für sechs Jahre gewählt und dürfen weder der Landessynode, der Kirchenleitung noch dem Kollegium des Landeskirchenamtes angehören.


34-jährige Dattenbergerin stellt sich in neuer Pfarrei zur Wah

Als Frau Kirche mitgestalten

Deborah Schäfer. Foto: privat
Deborah Schäfer. Foto: privat

(Linz/Dattenberg/bt/jf)  – „Viele Frauen machen in der Kirche etwas im Hintergrund, leider sieht man das kaum. Deshalb ist es an der Zeit zu zeigen, dass Frauen auch in der Kirche mitbestimmen können“, sagt die 34-jährige Deborah Schäfer über ihre Motivation, sich für die Wahl des Pfarrgemeinderats am 29. und 30. Januar in der neuen Pfarrei St. Marien Linz an Rhein und Höhe aufzustellen. „Ich möchte gerne aktiv vor Ort etwas mitgestalten, um Traditionen aufrecht zu erhalten, aber auch Neues auszuprobieren.“

Nah bei den Menschen sein, lokale Initiativen unterstützen und dabei trotzdem auf die schwindenden Ressourcen auch in den ehrenamtlichen Gremien vor Ort achten – die Kirche im Bistum Trier benötigt zur Umsetzung ihrer Synodenergebnisse die passenden Strukturen: Zum 1. Januar sind 35 Pfarreien, die bisher in Pfarreiengemeinschaften zusammengearbeiteten haben, zu jeweils einer Pfarrei fusioniert. So auch die Pfarreiengemeinschaft Linz, die bislang aus den vier Pfarreien Linz, Dattenberg, Ohlenberg und St. Katharinen-Vettelschoß bestand und sich nun zur Pfarrei St. Marien Linz an Rhein und Höhe zusammengeschlossen hat. Diesem Prozess einhergehen Wahlen. Wo es vorher Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte sowie einen Pfarreienrat oder eine Verbandsvertretung gab, wird es in der neuen Pfarrei nur noch zwei Gremien geben: einen Pfarrgemeinderat und einen Verwaltungsrat.

Ehrenamtliches Engagement ist für Deborah Schäfer nichts Neues. „Ich habe mich erst mit 25 Jahren taufen lassen und wollte dann aktiv mitgestalten. Deshalb bin ich Kommunionhelferin geworden und in die kfd eingetreten.“ Bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands war sie lange Teil des Vorstands. Auch die Arbeit in kirchlichen Räten ist ihr vertraut. Sie war Mitglied des Pfarrgemeinderats Dattenberg und im Pfarreienrat Linz aktiv. Beide Gremien wurden aufgelöst und ein neuer Pfarrgemeinderat wird gewählt. „Ich möchte zeigen, dass Kirche auch für jüngere Menschen attraktiv sein kann. Wenn sich niemand mehr findet in den Gremien mitzuarbeiten, wird es irgendwann keine Angebote mehr geben“, ist die Dattenbergerin sich sicher. Daher stand es für sie außer Frage, sich für das Gremium zu bewerben. Die Verwaltungsfachangestellte sieht zudem die Fusion als Chance. „Es wäre schön, wenn man die neue Pfarrei als Einheit sieht und vielleicht auch mal in die Nachbargemeinde fährt, um einen Gottesdienst zu besuchen. Für alltägliche Dinge fahren wir ja auch, also warum nicht einmal für einen Gottesdienst?“

Die neue Pfarrei arbeitet nicht mehr nur pastoral zusammen, sondern auch im Bereich der Verwaltung und Finanzen. Bewegliches und unbewegliches Vermögen, Rechte, Pflichten, Verbindlichkeiten und Forderungen gehen vollständig auf die neue Pfarrei über. Zweckgebundenes Vermögen und Stifterwillen bleiben für ihre Bestimmung erhalten.

 

Neben den neuen Pfarreien sind zum Jahresbeginn die 15 Pastoralen Räume mitsamt ihren Leitungsteams gestartet. Aus dem Dekanat Rhein-Wied ist der Pastoraler Raum Neuwied geworden. Im nächsten Jahr sollen 20 weitere Pastorale Räume im Bistum Trier folgen. Informationen gibt es auf www.bistum-trier.de/heraus-gerufen/wahlen2021/wahlen-2022/


Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Caritas und Diakonie in Baden-Württemberg schreiben Mittelstandspreis für soziale Verantwortung aus

(Stuttgart/car) – Das gesellschaftliche Engagement von mittelständischen Unternehmen hat im Verlauf der Corona-Pandemie an Fahrt aufgenommen. So haben vor der Pandemie 46 Prozent der Unternehmen der Aussage zugestimmt, dass sie eine gesellschaftliche Verantwortung haben. Ende 2020 lag der Wert bereits bei 57 Prozent. Das belegt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Dabei hat sich die Art des Engagements verändert. So konnten viele Unternehmen ihr ursprüngliches Engagement – etwa im Sport – durch pandemiebedingte Hygieneauflagen nur begrenzt fortsetzen. Gewonnen hat das Engagement aber im Gesundheitsbereich. So sorgten die Firmen beispielsweise für Luftreinigungssysteme oder Masken an Schulen. Vor allem nahmen sie die eigenen Mitarbeitenden verstärkt in den Blick. Im Sinne einer Corporate Social Responsibility (CSR) leisteten sie aktiv einen Beitrag für die Gesundheit ihrer Beschäftigten, indem sie Sorgen-Hotlines für ihre Mitarbeitenden einrichteten oder digitale Entspannungskurse anboten.

 

Ein solches Engagement kleiner und mittlerer Unternehmen für gesellschaftliche Belange will der Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg auch in Krisenzeiten sichtbar machen und würdigen. Daher loben das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus sowie Diakonie und Caritas in Baden-Württemberg zum 16. Mal den Mittelstandspreis für soziale Verantwortung aus. Sie unterstreichen damit die Rolle der Unternehmen im Südwesten: Die Unternehmen gestalten Zivilgesellschaft mit und leisten einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Baden-Württemberg. Der Preis soll die Möglichkeiten des gesellschaftlichen Engagements aufzeigen.

 

Land, Caritas und Diakonie verleihen mit dem Preis als Auszeichnung auch die Lea-Trophäe. Sie steht für Leistung, Engagement und Anerkennung. Alle Unternehmen im Land mit maximal 500 Beschäftigten können sich ab sofort für den Mittelstandspreis für soziale Verantwortung bewerben. Voraussetzung ist, dass sie sich in Kooperation beispielsweise mit Wohlfahrtsverbänden, sozialen Organisationen und Einrichtungen, Umweltinitiativen oder (Sport-) Vereinen in einem Projekt gemeinsam gesellschaftlich engagieren. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. März 2022.

„Die Übernahme sozialer Verantwortung gehört zum Selbstverständnis unzähliger kleiner und mittlerer Unternehmen im Land und ist damit quasi Teil der DNA unseres baden-württembergischen Erfolgsmodells“, sagte die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Dieses wertvolle Engagement Jahr für Jahr zu würdigen und sichtbar zu machen, ist Sinn und Zweck des Lea-Mittelstandspreises, auch und gerade in Zeiten der Pandemie“, so die Ministerin weiter.

„Wir leben in Zeiten, in denen die Gesellschaft wie nie zuvor von Spaltung bedroht ist. Gerade jetzt ist jedes stärkende und die Zivilgesellschaft verbindende Signal mehr als nur wichtig“, erklären die beiden Vorstandsvorsitzenden der Diakonischen Werke in Baden-Württemberg, Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller (Württemberg) und Oberkirchenrat Urs Keller (Baden). „Der Lea-Mittelstandspreis spielt hier eine herausragende Rolle und zeigt beispielhaft, was in Gemeinschaft und Solidarität alles gemeinsam bewältigt werden kann.“

 

„Die Unternehmen im Land packen angesichts der Pandemie unkompliziert an und werden kreativ, um die gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen“, so die beiden Caritasdirektoren Pfarrer Oliver Merkelbach (Rottenburg-Stuttgart) und Ordinariatsrat Thomas Herkert (Freiburg). „Ihren Mut und Gestaltungswillen brauchen wir in diesen Zeiten mehr denn je. Sie übernehmen geradezu eine Vorbildfunktion, wenn es darum geht, diese Gesellschaft zusammenzuhalten und ein lebenswertes Klima zu schaffen.“

 

Caritas, Diakonie und Ministerium wollen sich mit dem Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg dafür bei den Unternehmen im Land bedanken. Mit der öffentlichen Anerkennung dieser Leistungen sollen zugleich andere Unternehmen motiviert werden, ihr bisheriges gesellschaftliches Engagement fortzusetzen. 

Zusammen mit den Bischöfen Dr. Gebhard Fürst (Diözese Rottenburg-Stuttgart) und Erzbischof Stephan Burger (Erzdiözese Freiburg) sowie den Landesbischöfen Dr. h. c. Frank Otfried July (Evangelische Landeskirche Württemberg) und Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh (Evangelische Landeskirche Baden) hat Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die Schirmherrschaft für den bundesweit teilnehmerstärksten Wettbewerb im Bereich Corporate Social Responsibility von kleinen und mittleren Unternehmen übernommen. Die Bischöfe sind sich einig, dass die anhaltende Bedrohung durch Corona die Notwendigkeit solidarischen Handelns verdeutlicht. „Dabei ist bemerkenswert, dass es trotz aller wirtschaftlichen Herausforderungen, die die Pandemie mit sich bringt, heute mehr mittelständische Unternehmen im Land als früher gibt, die ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft erkennen und sich engagieren. Das ist für uns ein Grund zur Freude. Und so soll der Lea-Mittelstandspreis auch in diesem Jahr wieder Schlaglichter auf ein Wirtschaften richten, das sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und zur Nachahmung einlädt."

 

Weitere Informationen unter www.lea-mittelstandspreis.de 

Geschäftsstelle Mittelstandspreis
c/o DiCV Rottenburg-Stuttgart e.V.
Brigitte Volz
Strombergstraße 11
70188 Stuttgart
Telefon: 0711/2633-1147
info@mittelstandspreis-bw.de

 

Eine Bewerbung ist online möglich unter www.lea-mittelstandspreis.de. Eine Jury mit anerkannten Vertretern aus der Fach-, Wirtschafts- und Medienwelt entscheidet über die Vergabe der Preise, die am 5. Juli 2022 im Rahmen einer feierlichen Festveranstaltung im Weißen Saal im Neuen Schloss in Stuttgart verliehen werden.


Schüler des Cusanus-Gymnasiums Koblenz sammeln 45.000 Euro für Hilfsbedürftige

„Wir können die Leute nicht im Stich lassen“

Die Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums waren fleißig unterwegs. Foto: Bischöfliches Cusanus-Gymnasium Koblenz
Die Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums waren fleißig unterwegs. Foto: Bischöfliches Cusanus-Gymnasium Koblenz

(Koblenz/bt) – „Das war schön! Den ganzen Weg sind wir über Gold gelaufen!“ Christina lächelt übers ganze Gesicht und denkt an das gelbe Herbstlaub, aber auch daran, dass sie das Schöne mit dem Guten verbindet: 80 Euro wird sie in die Spendenkasse des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums in Koblenz legen können, denn so hat sie es mit ihren Sponsoren vereinbart. Dafür ist sie im Rahmen der traditionellen Sponsorenwanderung zehn Kilometer gewandert. In diesem Jahr kann die Schule in Trägerschaft des Bistums Trier weltweit Hilfsbedürftige mit mehr als 45.000 Euro unterstützen.

„Man muss ja was tun“, sagt Lena. „Wir haben Verwandte an der Ahr, die brauchen die Unterstützung. Und der Basar an unsrer Schule fällt wieder wegen Corona aus. Aber wir können die Leute, die unsere Hilfe brauchen, nicht im Stich lassen.“ Auf ihrem Spendenausweis finden sich elf Sponsorinnen und Sponsoren. Darunter selbstverständlich nahe Verwandte, aber auch drei Nachbarn, ihre ehemalige Grundschullehrerin, eine Freundin aus dem Karnevalsverein und ihre Klavierlehrerin.

Das gesammelte Geld geht an die Arbeitsgemeinschaft der Obdachloseninitiative „Menschen ohne Wohnung” am Cusanus-Gymnasium, an ein Straßenkinder-Projekt in Bukarest, an eine Schul-Initiative im Südsudan sowie an die Familienbildungsstätte der „Schwestern der Heiligen Familie“ in Bolivien. Neben diesen schon langjährig betreuten Projekten stehen in diesem Jahr vor allem die Menschen im flutbetroffenen Ahrtal im Fokus. Ein Teil der Spendenerträge sollen dem durch die Flut an der Erft beschädigten St. Angela-Gymnasium im Bad Münstereifel und dem Hilfsfonds zur Unterstützung der Flutopfer im Ahrtal zugutekommen.

 

Weitere Informationen zur Schule gibt es auf www.cusanus-gymnasium.de und unter Tel.: 0261-915920.


Missio Aachen stiftet Pauline-Jaricot-Preis für visionäre Frauen der Kirche aus Afrika, Asien oder Ozeanien

Anlass: Seligsprechung der Gründerin der modernen katholischen Missionsbewegung Pauline Marie Jaricot am 22. Mai – Kirchengemeinden, Verbände und weltkirchliche Initiativen zur Nominierung aufgerufen

 

(Aachen/missio) - Das internationale katholische Missionswerk missio Aachen schreibt 2022 erstmals den mit 5.000 Euro dotierten Pauline-Jaricot-Preis für couragierte und visionäre Frauen der Kirche aus Afrika, Asien oder Ozeanien aus. Dazu können Kirchengemeinden, Verbände oder andere kirchliche Initiativen und Gruppierungen bis zum 31. Mai Kandidatinnen bei missio Aachen nominieren. Die Preisträgerin erhält im Beisein der nominierenden Gruppe bei einem Festakt im Oktober 2022 zum Monat der Weltmission den Pauline-Jaricot-Preis.

 

Frauen, die dem Beispiel Pauline-Marie Jaricots folgen, verändern die Welt 

„Uns begegnen in der täglichen Arbeit so viele Frauen aus Afrika, Asien oder Ozeanien, die in ihrer Heimat selbstbewusst zukunftsweisende Ansätze für eine befreiende Kirche leben. Sie fördern die Potenziale anderer Menschen, setzen sich für das Gemeinwohl und gerechte Teilhabe aller ein. Sie bringen Menschen zusammen, die aus Nächstenliebe die Welt verändern. Diese Frauen aus dem Globalen Süden und ihre Verbündeten an der Basis der Kirche hier in Deutschland sind noch zu wenig bekannt. Das wollen wir mit dem Preis ändern“, erklärte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, zum 160. Todestag (9. Januar) der Namensgeberin für den Preis.

 

Anlass für die Stiftung des Preises ist die Seligsprechung von Pauline-Marie Jaricot (1799 – 1862) durch Papst Franziskus am 22. Mai. Die Tochter eines Unternehmers in Lyon gründete Anfang des 19. Jahrhunderts eine missionarische Bewegung einfacher gläubiger Christinnen und Christen für die Kirche und Menschen in Afrika und Asien. Sie sammelten kleine Geldbeträge und riefen zur Solidarität im Gebet über alle Grenzen hinweg auf. Daraus entstand 1822 die Société de la propagation de la foi, die weltweit erste Missionsvereinigung. Aus dieser von Pauline-Marie Jaricot maßgeblich geprägten Bewegung sind die heutigen rund 100 katholischen Hilfswerke missio weltweit hervorgegangen. Pauline-Marie Jaricot führte zudem nach den Ansätzen der katholischen Soziallehre zwischen 1845 und 1852 ein Hüttenwerk und setzte sich für gerechte Arbeitsbedingungen ein.

 

„Wir suchen Paulines Schwestern heute“

„Wir möchten Frauen aus unseren Partnerländern vorstellen, die so visionär und innovativ handeln wie Pauline Marie Jaricot. Wir suchen gleichsam Paulines Schwestern heute“, so Pfarrer Bingener abschließend.

 

Mehr Informationen zur Teilnahme am Pauline-Jaricot-Preis und die Möglichkeit für den Vorschlag von Kandidatinnen im Internet unter www.missio-hilft.de/pjp oder unter Telefon 0241/7507-215 oder -333.

 

Wie arbeitet missio Aachen?

 

 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. missio Aachen verfügte 2020 über ein gesamtes Projekt- und Kampagnenvolumen von rund 45,42 Millionen Euro. missio Aachen förderte in 68 Ländern 981 Projekte der Kirche des globalen Südens in der Ausbildung, Seelsorge, kirchlichen Sozialarbeit, im interreligiösen Dialog, für den Unterhalt und für Akuthilfen. Gleichzeitig fördert missio Aachen durch Kampagnen, Lobbyarbeit und Gebetssolidarität das weltkirchliche Bewusstsein in Deutschland, um den Anliegen der Menschen und der Kirche im globalen Süden Gehör zu verschaffen. Insgesamt verfügte missio Aachen 2020 bei den Ein- und Ausgaben über einen Haushalt von rund 51,2 Millionen Euro.