Nachrichten / Glaube, Liebe, Hoffnung

25.03.2017


Zur Geburt ein Apfelbäumchen von der evangelischen Kirche

Kirchengemeinden Marlow und Blankenhagen starten Aktion zum Reformationsjubiläum

 

(Marlow/cme). „Wir begrüßen alle neuen Erdenbürger mit einem Apfelbäumchen“ steht in großen Lettern im Schaukasten an der Marlower Kirche. „Das Geschenk zur Geburt soll als Symbol der Hoffnung auf ein von Gott behütetes und gelingendes Leben stehen“, sagen Pastor Dr. Tobias Sarx und Diakon Peter Michalik und verweisen auf den Luther zugeschriebenen Spruch: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

 

 

 

Bewusst im Jubiläumsjahr der Reformation starten die Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Marlow und Blankenhagen ihre Begrüßungsaktion. „Jedes neugeborene Kind und dessen Eltern aus den beiden Orten samt aller Ortsteile bekommt in diesem Jahr von uns ein Apfelbäumchen geschenkt, egal ob sie zur Kirchengemeinde gehören oder nicht“, so Diakon Peter Michalik (52). Denn es gibt immer mehr junge Eltern hier und „wir möchten diesen signalisieren, dass wir uns mit ihnen über ihr neugeborenes Baby freuen“.

 

 

 

Gemeinsam soll der Baum im Garten der Familie gepflanzt werden. „Wo dies möglich ist, bieten wir unseren Pfarrgarten an. Dort stehen bereits einige knorrige Apfel- und Birnenbäume“, so Pastor Sarx. Zudem werde das Areal nach Ostern mit Hilfe der Stiftung „Kirche mit Anderen“ und der Bingo-Lotterie zum Begegnungsort „Historischer Pfarrgarten“ mit Bäumen, Kräutern, Beeten und Rasen umgestaltet. Begleitend zur Baumpflanzaktion bekommen die Eltern eine Erinnerungsurkunde überreicht. In einem Jahrbuch wird die Aktion dokumentiert und auf Fotos festhalten. „Zugleich laden wir auch ein, unsere Gemeinde mit ihren Angeboten kennen zu lernen. Am Ende des Projektjahres wird es ein Familienfest mit allen beteiligten Familien geben“, blickt Diakon Michalik voraus.

 

 

 

Einwohner sollen Familien vorschlagen

 

Um einen Baby-Überblick zu bekommen, brauchen die beiden Kirchengemeinden die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger. „Wir bitten ganz einfach darum, dass uns Familien genannt werden, bei denen ein Kind zur Welt gekommen ist“, so der 41-jährige Pastor. Parallel konnte mit dem Marlower Bürgermeister vereinbart werden, dass die Stadt mit ihrem Begrüßungspaket für Neugeborene (ein Jahresticket für den Vogelpark), zugleich die Grußkarte der Kirchengemeinde mit den Infos zur Apfelbäumchen-Aktion überreicht. „Die Eltern können sich dann bei uns melden und sagen, ob sie einen Baum pflanzen wollen“, so der 52-jährige Diakon und ergänzt: „Zu Familien aus unseren eigenen Kirchengemeinde nehmen wir natürlich selbst Kontakt auf.“ Insgesamt würden schätzungsweise 100 Kinder in diesem Jahr das Licht der Welt in der Region erblicken.

 

 

 

Bereits neue Idee für die Region

 

Finanziell unterstützt wird die Apfelbaum-Aktion mit 1550 Euro aus dem Reformationsfonds des Kirchenkreises Mecklenburg, den Rest tragen die beiden Kirchengemeinden und Spender. Obgleich das neue Projekt samt der Pfarrgarten-Umgestaltung gerade erst anläuft, planen die Marlower gemeinsam mit Nachbar-Kirchengemeinden schon eine neue Idee: eine Art „Pilger“-Fahrrad- und Wanderweg für die Recknitz-Region. „Aber da“, so Pastor Sarx. „sind wir noch ganz am Anfang und wollen uns zunächst jeweils in den Orten, wie Tessin, Ribnitz, Tribsees, Marlow etc., dem Thema mit Hilfe des mecklenburgischen Kirche+Tourismus-Referenten Kersten Koepcke nähern.“

 

 

 

Mehr Infos: www.kirche-mv.de/Marlow.937.0.html

 


Stephan Ackermann besucht Bistumsschule St. Maximin in Trier

Von Klassensprecher zu Bischof

Der Bischof beantwortet geduldig die Fragen. Foto: bt 
Der Bischof beantwortet geduldig die Fragen. Foto: bt 

(Trier/bt) -  Heute steht kein Lehrer vor der Klasse, stattdessen der Trierer Bischof. Er nimmt sich den Stuhl vom Pult und setzt sich gleich vor die Schülerschar. Die Fragerunde ist damit eröffnet. „Sind Sie als Kind gerne in die Kirche gegangen?", fragt Nico (10) aus der 5a. Dr. Stephan Ackermann lacht, überlegt einen Moment und murmelt vor sich hin „wie war das“. Es sei in seiner Kindheit „normal“ gewesen in die Kirche zu gehen, aber „nicht immer spannend“. Als Jugendlicher sei das anders gewesen, spannender, weil er engagiert und als Messdiener miteinbezogen war. „Ich bin nicht ungern in die Kirche gegangen – sonst wäre ich vielleicht kein Bischof geworden.“ Frage beantwortet. Auch der Bischof ist neugierig. „Ich will auch etwas von euch erfahren“, sagt er. Denn dazu ist er am 23. März in die Bistumsschule St. Maximin in Trier gekommen. Er stellt sich den Fragen der Klassensprecherinnen und Klassensprecher, nimmt am Unterricht teil, tauscht sich mit Schulleiter Franz-Josef Becker aus und lernt die schulischen Projekte kennen.

 

„Es ist mir wichtig im Gespräch zu hören: Was findet an der Schule statt, was macht ihr? Ich möchte euch besser kennenzulernen“, sagt Ackermann. Schließlich sei St. Maximin eine von 22 Bistumsschulen und da schaue er gerne mal vorbei, wenn er die Zeit dafür hat. Was war denn bisher die schwierigste Aufgabe als Klassensprecher, will der Bischof von Richard wissen. „Für Ruhe in der Klasse zu sorgen“, sagt der Achtklässler. Und ob es geklappt habe? „Ja, nachdem ich mich vor die Klasse gestellt habe.“ Neugierde auf beiden Seiten. Über 30 Fragen haben die einzelnen Klassenstufen gesammelt. „Haben Sie auch Freizeit?“, „Sind Sie Fußballfan?“, „Wie finden Sie es, dass Sie nicht heiraten dürfen?“, aber auch politisch brisante Fragen wie „Was halten Sie von Erdogan?“ oder „Wie stehen Sie zur Burka?“ werden gestellt. Jeder kommt zu Wort, jede Frage wird beantwortet.

Lehrerin Heike Panschar zeigt sich sehr zufrieden mit der Runde. „Es ist wichtig, dass  die Kinder auf diese Art und Weise mal in Kontakt treten können mit dem Bischof“, sagt sie. Manchen Schülerinnen und Schülern sei nicht so recht bewusst, dass sie auf einer Schule in kirchlicher Trägerschaft seien. „Schön, dass der Bischof so authentisch und ehrlich ist.“ Denn auch er gibt zu, dass er irgendwann keine Lust mehr auf Schule hatte. Das kommt auch bei den Schülern gut an. „Wir waren vorher schon etwas aufgeregt, aber er war locker und

sympathisch“, sagt Celina (15), die stellvertretende Schülersprecherin. Nach der Fragerunde nutzt Nico noch die Gelegenheit, dem Bischof die Hand zu schütteln. „Er ist echt cool", sagt der Zehnjährige. „Das hat total Spaß gemacht ihm Fragen zu stellen, und man hat mehr von ihm erfahren.“

 

Die Privatschule St. Maximin ist eine von 22 Schulen in Trägerschaft des Bistums Trier. 445 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die Realschule in kooperativer Form. Dort können sie die Berufsreife und die mittlere Reife erreichen. Weitere Informationen gibt es

unter www.st-maximin.de.

 


Arbeitskreis Kirche und Judentum des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises lädt zu Filmvorführung am 6. April ein

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

 

(Greifswald/sk) - Der Arbeitskreis Kirche und Judentum im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis lädt in Zusammenarbeit mit dem Greifswalder CineStar-Kino, Lange Straße 40, zu einer Filmvorführung am Donnerstag, 6. April, ein. Gezeigt wird um 20 Uhr der Film „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“. Der israelische Film aus dem Jahr 2015 entstand nach dem autobiographischen Roman von Amos Oz, in dem der Autor von seiner Familiengeschichte, von seiner Kindheit und Jugend in Jerusalem vor und nach der Gründung des Staates Israel erzählt. Im Mittelpunkt des Films steht die Beziehung von Amos Oz zu seiner Mutter, gespielt von Natalie Portman. Die Schauspielerin ist Tochter eines Israelis und einer jüdisch-amerikanischen Mutter. „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ ist der erste Film, in dem die Oscar-Preisträgerin Regie geführt und für den sie auch das Drehbuch geschrieben hat. Im Film ist Natalie Portman zudem als Interpretin des Volks- und Schlafliedes „Cossack Lullaby“ zu hören. Die Musik zum Film komponierte Nicholas Britell. Karten für die Filmvorführung sind als Online-Ticket, im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich.

 


Diözesanrat tagt im Kloster Reute

Populismus und Eine Welt

 

(Stuttgart/drs) - Diesen Freitag und Samstag (24./25. März) tagt der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart unter Vorsitz von Bischof Gebhard Fürst im Kloster Reute. Angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen und der bevorstehenden Bundestagswahl setzt sich der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart mit dem Phänomen des Populismus auseinander und fragt, wie Kirche und Gläubige sich dazu verhalten können. Michael Krämer, bis vor kurzem Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung der Diözese, und Joachim Drumm, Leiter der diözesanen Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ werden in das Thema einführen. Auch der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes wird von seinen Erfahrungen in der Landeshauptstadt berichten, bevor die 120 Diözesanratsmitglieder in Gruppen und im Plenum diskutieren.

 

Am Samstag befasst sich der Diözesanrat mit Fragen der weltweiten Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, konkret mit der UN-Agenda 2030 und der päpstlichen Enzyklika „Laudato si“. Referentin ist Gertrud Casel, Geschäftsführerin der Deutschen Kommission von "Justitia et Pax". Im September 2015 haben sich alle Staaten der Vereinten Nationen mit der Agenda 2030 auf 17 Ziele verpflichtet, darunter Bekämpfung von Hunger und Armut, Klimaschutz und Reduzierung von Ungleichheiten. Die Anliegen der Vernetzung und Nachhaltigkeit finden sich in der Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus wieder, die das Verständnis von der Welt als "gemeinsames Haus" theologisch untermauert. Die Diözesanausschüsse „Eine Welt“ und „Nachhaltige Entwicklung“ tragen dem Diözesanrat ihre Einschätzung zum jetzigen und zukünftigen Engagement der Diözese Rottenburg-Stuttgart für weltweite Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit vor.

 


ERF Medien unterstützt Sendungen für Frauen weltweit

Aus Projekt Hannah wird „Women of Hope“

 

(Wetzlar/ERF) - Die weltweite Initiative „Projekt Hannah“ bekommt einen neuen Namen. Ab sofort heißt das Projekt „Women of Hope“. Das gab Pressesprecher Markus Müller von ERF Medien (Wetzlar), bekannt. 1998 startete das Projekt von TWR (Cary/USA) mit ermutigenden Radiosendungen für Frauen. Heute werden die Programme in über 60 Sprachen verbreitet. Mehr als 50.000 Frauen und Männer aus über 100 Ländern engagieren sich in der globalen Gebetsbewegung.

 

 

 

„Women of Hope“ versteht sich als eine weltweite Initiative von Frauen für Frauen, die Hoffnung verbreitet. Der neue Name basiert auf dem Titel der gleichnamigen TWR Radiosendereihe „Women of Hope“. Mit der einheitlichen Benennung soll die Kommunikation erleichtert und die weltweite Verbreitung der Bewegung gefördert werden.

 

 

 

Die internationale Leiterin, Dr. Peggy Banks, sagt dazu: „Wir träumen davon und beten, dass ‚Women of Hope‘ sich weiter ausbreitet und dass immer mehr Frauen aus allen Generationen und Kulturen sich miteinander verbinden und gegenseitig unterstützen“.

 

„Women of Hope“ will Frauen ermutigen und stärken, indem sie füreinander beten, gemeinsam auf Gott hören, voneinander lernen, im Glauben und in ihrer Persönlichkeit wachsen und schließlich weitergeben, was sie selber erlebt, gelernt und erfahren haben.

 

Von Anfang an fördert ERF Medien „Women of Hope“. Derzeit werden von Wetzlar aus Sendungen in zehn Sprachen in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika unterstützt. ERF Medien gibt monatlich Informationen und Gebetsanliegen heraus.  Weitere Information gibt es im Internet unter www.erf.de/women-of-hope. Kontakt: info@women-of-hope.de

 


Jutta Wächter-Ginap macht eine Ausbildung zur Kantorin in Vallendar

Die singende Hausärztin

Die angehende Kantorin bei einer Stimmübung. Foto: (jf)
Die angehende Kantorin bei einer Stimmübung. Foto: (jf)

(Vallendar/jf) – „Haahaa haa hah“ schallt es durch die Pfarrkirche St. Marzellinus und St. Petrus in Vallendar. Jutta Wächter-Ginap aus Niederwerth bereitet ihre Stimme vor. Seit November macht die Ärztin eine einjährige Ausbildung zur Kantorin.

 

Vor der Ausbildung zum Kantor steht der Abschluss des Moduls I zum Vorsänger. Jutta Wächter-Ginap hat sich direkt zum nächsten Schritt entschieden und die Kantoren- gleich an die Vorsängerausbildung drangehängt. Ihr Mann hat es ihr gleichgetan. Bei dem Modul II zum Kantor werden die Themen aus der Vorsängerausbildung vertieft. Ein Schwerpunkt bildet die musikalische und inhaltliche Einführung von Gesängen in der Gemeinde.

 

„Ich finde es wichtig, dass es Musik im Gottesdienst gibt. Daher ist es das Richtige für mich“, erklärt Jutta Wächter-Ginap ihre Motivation. Zudem sei für sie Kirchenmusik die reichhaltigste Musikart.

 

Singen ist für die 54-jährige Mutter von drei Söhnen nichts Neues. Seit 15 Jahren ist sie im Vallendarer Kirchenchor aktiv. „Alle in unserer Familie sind musikalisch, spielen ein Instrument und singen“, freut sich die angehende Kantorin. Musik gehöre einfach zur Familie. „Im Chor der Katholischen Hochschulgemeinde Mainz habe ich sogar meinen Mann kennengelernt.“ Privat höre sie aber wenig Musik. „Ich singe viel mehr“, gibt die leidenschaftliche Sängerin zu. Reinhard Mey oder Wise Guys höre sie ab und zu aber schon ganz gerne, räumt sie ein.

 

Etwa zwei Stunden investiert Jutta Wächter-Ginap pro Woche in ihre Ausbildung. Geübt wird dann schon mal an außergewöhnlichen Orten: „Ich singe zwar nicht unter der Dusche, aber im Badezimmer. Wenn man gegen die Fliesen singt, kann man mehr Obertöne hören.“ Nach der Ausbildung werde sie natürlich weiter Kirchenmusik machen und nach wie vor zur Stimmbildung gehen, die mache ihr nämlich besonders viel Freude.

 

„Die Ausbildung macht großen Spaß“, fasst Jutta Wächter-Ginap zusammen. Obwohl sie auch als erfahrene Sängerin jedes Mal, wenn sie alleine vor der Kirchengemeinde singt, Lampenfieber hat. „Tief durchatmen davor hilft“, rät die Ärztin.

 

Grundsätzlich kann jedes Mitglied einer katholischen Kirchengemeinde im Bistum Trier eine Vorsänger- bzw. Kantorenausbildung beginnen. Interessierte sollten stimmlich, liturgisch und musiktheoretisch bereits einige Erfahrungen gesammelt haben. Die Auszubildenden müssen über eine geeignete und bildbare Stimme verfügen. Bei einem Vorsingen stellt dies der zuständige Regional- und Dekanatskantor fest. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Vorsänger und Kantoren sind ehrenamtlich tätig. 

 

Die Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Bischöflichen Kirchenmusikschule, den Fachstellen für Kirchenmusik und dem Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung im Bistum Trier. Im November beginnen wieder Ausbildungen. Der Anmeldeschluss ist am 7. Oktober. Weitere Informationen gibt es bei Andrea Mons unter Tel.: 0651-7105508, per E-Mail an andrea.mons(at)bgv-trier.de und auf www.kirchenmusik.bistum-trier.de

 


KEB Westeifel bildet seit zehn Jahren Wegbegleiter für Trauernde aus

Nicht trösten, sondern da sein

Petra Schweisthal, Martina Thomé und Christiane Stahl (vlnr.). Foto: bt 
Petra Schweisthal, Martina Thomé und Christiane Stahl (vlnr.). Foto: bt 

(Prüm/Bitburg/Daun/bt) – „Es war der Horror“, sagt Martina Thomé. Vor sieben Jahren starb ihr Mann – im Alter von nur 45 Jahren. „Man selbst hat das Gefühl, die Welt dreht sich nicht mehr weiter. Man will, dass sie stehenbleibt.“ Rund ein Jahr später ist die junge Witwe auf die Wegbegleiter für Trauernde aufmerksam geworden. Dort erfuhr sie nicht nur, was es bedeutet, einen geschulten Ansprechpartner zu haben. Sie ließ sich auch selbst zur Wegbegleiterin ausbilden. „Ich kann viel zurückgeben“, sagt Thomé. „Es ist eine schöne Aufgabe.“ Seit nunmehr zehn Jahren gibt es Wegbegleiter für Trauernde der Katholischen Erwachsenbildung (KEB) Westeifel. Rund 100 Männer und Frauen wurden ausgebildet, um für Trauernde in den Dekanaten Bitburg, Vulkaneifel und St. Willibrord Westeifel da zu sein – ganz individuell, ganz nach der Situation der Trauernden und Wegbegleiter.

 

 

„Wir sind viel spazieren gegangen“, sagt Thomé über sich und ihre Trauerbegleiterin. „Ich durfte meine Sorgen loslassen. Sie hat sie mit mir getragen“ Ihre Begleiterin habe ihr zugehört, war da – ohne, dass von Thomé etwas erwartet wurde. „Das hat einfach gut getan.“ Bekannte und Freunde, erklärt Thomé, könnten dies oft schwer ertragen. Für einen Außenstehenden sei dies einfacher. 

 

„Wir können nicht trösten, aber da sein – auch ohne Worte“, sagt Trauerbegleiterin Christiane Stahl, die mit Petra Schweisthal vom Dekanat St. Willibrord Westeifel die Qualifizierung der Wegbeleiter ins Leben gerufen hat. Über das Jahr verteilt erstreckt sich der Kurs über fünf Bausteine – vom Blick auf die eigene Trauer, über inhaltliche Elemente bis zur Gesprächsführung. Wichtig für die Wegbegleiter sei es, offen zu sein für die anderen Menschen und ihre individuelle Situation. Angesprochen sind Menschen mit Verlusterfahrung, aber auch anderen Impulsen rund um das Thema Abschied, Trennung und Trauer durch Tod.

 

 

Die Idee von Stahl und Schweisthal, für Trauernde ein Angebot zu entwickeln, ist schon 20 Jahre alt. „Es war damals Neuland, dass mehr Trauerbegleitung nötig ist als etwa der Besuch des Pfarrers oder von Nachbarn“, berichtet Schweisthal. 1997 entwickelten die beiden Frauen, auch aufgrund persönlicher Erfahrungen, eine Trauerbegleitung. Betroffene konnten an bestimmten Terminen zusammenkommen und sich austauschen. Daraus ging das Lebens-Café für Trauernde hervor, das auch heute noch im Haus der Kirchlichen Dienste, Kalvarienbergstraße 1 in Prüm angeboten wird. (Die nächsten Termine sind: 11. April/9. Mai/13. Juni/11. Juli, jeweils 15 bis 17 Uhr).

 

Durch viele Rückmeldungen von Trauernden, für die der Weg nach Prüm und zu bestimmten Terminen nicht immer einfach war, entwickelten sie das Angebot der Wegbegleiter. „Wir haben uns überlegt, wie es machbar ist, eine Trauerbegleitung vor Ort möglich zu machen“, berichtet Schweisthal. Seither bieten sie die Qualifizierung an, vermitteln Wegbegleiter, stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. „Unser Angebot ist vielfältig“, sagt Schweisthal.

 

 

„Ich weiß, wie das ist“, sagt Wegbegleiterin Thomé. „Manchmal hat man das Gefühl, der Schmerz ist so schlimm, da kommt man gar nicht darüber hinweg.“ Da tue es gut zu wissen: „Da ist jemand, der mit einem das durchsteht.“

 

Die Wegbegleiter sind ein Angebot der KEB Westeifel in Kooperation mit den Dekanaten Bitburg, Vulkaneifel und St. Willibrord Westeifel, des Katholischen Deutschen Frauenbundes Zweigverein Daun, Hillesheim, Prüm, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland im Dekanat St. Willibrord Westeifel. Weitere Informationen gibt es bei Christiane Stahl: Tel.: 06594-18174, E-Mail: christiane-stahl(at)gmx.net und Petra Schweisthal, Tel.: 06556-693, E-Mail: PSchweisthal(at)gmx.de.

 


SYNODENPRÄSIDIUM: KIRCHEN WICHTIG FÜR DAS ZUSAMMENWACHSEN EUROPAS

 

(Karlsruhe/Bern/ekiba) - Zum Jubiläum der Europäischen Union hat das Präsidium der badischen Landessynode an den Beitrag der Kirchen für das Zusammenwachsen Europas erinnert. „Europa ist ein Haus mit vielen Wohnungen, in denen die Kirchen für die gegenseitige Verständigung bedeutsam sind“, erklärten Synodalpräsident Axel Wermke und Vizepräsidentin Thea Groß nach der Synodaltagung der „Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa“ (GEKE), die in Bern stattfand.

Wermke und Groß betonten zugleich die Notwendigkeit der Begegnung zwischen Konfessionen und Religionen in Europa; sie stärkten die Wahrnehmung und das Verständnis füreinander. „Jede Begegnung erfordert einen wachen Geist und ein offenes Herz, aber auch eine Verwurzelung in der eigenen Konfession“, erklärten beide. Dies gelte gerade im Zeitalter einer zunehmenden Säkularisation der Gesellschaft.
Höhepunkt der Synodaltagung sei ein Besuch im Berner „Haus der Religionen“ gewesen, in dem Hindus, Buddhisten, Muslime, Aleviten und christliche Kirchen je einen eigenen Raum zur Feier der Gottesdienste ausgestattet haben, die Möglichkeit aber auch gegeben ist, sich in das Haus hinein und zu den anderen Religionen hin zu öffnen. An den interreligiösen Begegnungen, kulturellen Veranstaltungen und Vorträgen beteiligen sich auch die jüdische Gemeinde in Bern, die Sikhs und Vertreter der Bahai.
Die „Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa“ hat 48 Mitgliedskirchen aus 17 europäischen Staaten und wurde 1973 als „Leuenberger Kirchengemeinschaft“ in der Schweiz gegründet.
Am 25.3.1957 hatten die „Römischen Verträge“ den Grundstein zur heutigen EU gelegt.

Informationen zur GEKE:
www.leuenberg.net

Informationen zum „Haus der Religionen“:
www.haus-der-religionen.ch

 


Ergebnisvorstellung der Frauenumfrage Münchner Reformgruppen mit Prof. Dr. Sabine Bieberstein am 30. März 2017 in München

(München/wsk) - „Frauenfrage ?? Frauen fragen !!“: unter diesem Thema stellen die Münchner Reformgruppen die Ergebnisse der von ihnen im November 2016 durchgeführten Umfrage zur Frauen-Gerechtigkeit in der katholischen Kirche vor. Sabine Bieberstein, Professorin für Biblische Exegese des Neuen Testaments und biblische Didaktik an der katholischen Universität Eichstätt, wird dazu in ihrem Impuls-Referat die Situation von Frauen in der frühen Kirche beleuchten. Zu dieser Veranstaltung am Donnerstag, 30. März 2017um 19:30 Uhr laden die Münchner Gemeindeinitiative.org, der Münchner Kreis von pastoralen Mitarbeiter/innen der Erzdiözese sowie die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche alle Interessierten herzlich ein. Veranstaltungsort ist das Hansa-Haus in München, Brienner Str. 39 (Saal im Rückgebäude), Station „Königsplatz“, ganz in der Nähe des Hbf.

 

Im November 2016 wurden in einer Umfrage römisch-katholische Frauen nach ihren positiven und negativen Erfahrungen mit ihrer Kirche befragt. Angefragt waren aber auch Frauen, die sich von ihrer Kirche verabschiedet haben. Die Umfrage wurde durchgeführt von der Gemeindeinitiative.org München in Zusammenarbeit mit dem Münchner Kreis und der Diözesangruppe der Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche. Die Fragen konnten online im Internet oder per Post beantwortet werden.

 

Die Umfrage erbrachte beeindruckende Zeugnisse aus konkreten Lebenserfahrungen, wobei mengenmäßig die negativen Erfahrungen überwiegen. Und doch wird ebenso deutlich, dass diese große Kirchengemeinschaft mit vielen positiven Erlebnissen die Befragten in ihrem Leben sehr geprägt hat.

 

Professorin Sabine Bieberstein von der katholischen Universität Eichstätt wird zu Beginn die Situation von Frauen in der frühen Kirche beleuchten. Spannend wird dabei sein, welche Anregungen und Perspektiven auf dieser biblischen Basis sich für die heutige schwierige Kirchensituation entdecken lassen. Es wird auch die Gelegenheit zum Gespräch geben.

 

Die Münchner Reformgruppen bringen damit die Stimmen der Frauen in den innerkirchlichen Diskurs ein, um endlich die notwendige Gleichberechtigung von Frauen in der römisch-katholischen Kirche zu erreichen, ein Kernpunkt kirchlicher Glaubwürdigkeit heute.

 


Gottesdienste zu Gerechtigkeit und Frieden am 2. April

(Rostock/Stralsund/cme/skü) - „Auf dem Weg – Gerechtigkeit und Frieden“ – unter diesem Motto wird am 2. April (Sonntag Judika) auch in Mecklenburg-Vorpommern zu insgesamt 32 Themen-Gottesdiensten eingeladen – siehe Übersicht auf www.kirche-mv.de. Für Landesbischof Gerhard Ulrich ist Frieden da, „wo einer anfängt aufzuhören, aufhört an der Spirale der Gewalt mitzudrehen, wo einer wie Jesus lebt, den Fremden mit Respekt begegnet: da beginnt Friede sich auszubreiten“.

 

Recht und Gerechtigkeit - das ist seit je das Thema des Sonntag Judika. Vor dem Hintergrund der aktuellen Konflikte, militärischer Gewalt und Kriegen hat das Zentrum für Mission und Ökumene - Nordkirche weltweit (ZMÖ) die diesjährigen Themengottesdienste in der gesamten Nordkirche angeregt und eigens ein Materialheft erstellt. „Dieses soll ermutigen, die biblischen Texte über Gerechtigkeit und Frieden als geistliche Quelle neu zu entdecken und zugleich praktische Impulse für die Gemeindearbeit geben“, sagt Pastorin Anne Freudenberg aus dem ZMÖ. Die nordkirchenweit mehr als 100 Gottesdienste sollen zudem Raum für Klage und Dank geben sowie zu weiterem Friedensengagement ermutigen.

 

Im Themenheft, das auch unter Mitarbeit von Christen aus Mecklenburg und Pommern entstand, geht es beispielsweise um den Paradigmenwechsel beim Leitbild vom gerechten Frieden, die Rolle von Religionen für den Frieden am Beispiel der Kirche von Papua-Neuguinea oder der United Church of Christ in den USA bis hin zur kirchlichen Haltung zu Rüstungsexporten. Das Materialheft findet sich zum Herunterladen im Internet unter: https://www.sonntag-judika.de/. Dort finden sich auch weitere Informationen.

 


Haus auf dem Wehrborn beteiligt sich an Josefstag-Aktion

Alte Muster durchbrechen und Stärke zeigen

Einige Teilnehmer des Josefstages im Haus auf dem Wehrborn betrachteten die aus den bunten Puzzleteilen gestaltete Weltkarte mit all den individuellen Motiven, die Stärken und Talente repräsentieren. Foto: Rosa Roeben
Einige Teilnehmer des Josefstages im Haus auf dem Wehrborn betrachteten die aus den bunten Puzzleteilen gestaltete Weltkarte mit all den individuellen Motiven, die Stärken und Talente repräsentieren. Foto: Rosa Roeben

(Aach/bt) – „Eine/r von uns – Gemeinsam für ein buntes Land“: Das Motto der bundesweit rund um den Josefstag (19. März) stattfindenden Aktion in Jugendhilfeeinrichtungen hat am 20. März auch das Haus auf dem Wehrborn in Aach geprägt. In diesem Jahr machten sich die Jugendlichen vom Wehrborn für die Integration aller jungen Menschen stark.

 

Organisator Thomas Herrig, Religionspädagoge im Haus auf dem Wehrborn, hatte zusammen mit Jugendlichen einen kurzen Film gedreht, in dem sie unterschiedliche Menschen nach ihren Stärken und Talenten befragt haben. Denn, so betonte Herrig, „die Welt kann nur durch viele verschiedene Personen und deren Stärken bunt gestaltet werden“. Um die Welt am Josefstag auch ganz konkret bunter zu gestalten, gestalteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Aktionstages eines von 100 Puzzleteilen mit Symbolen und Motiven, die ihre Stärken und Talente zeigen. Das hölzerne Puzzle war von den Schreinern und Malern der Ausbildungsbetriebe im Haus auf dem Wehrborn gefertigt worden.

 

Die bunten Puzzleteile brachten die Jugendlichen am Ende des Tages mit zum Gottesdienst, den Jugendpfarrer Jan Lehmann mit ihnen feierte. Als alle Teilnehmer ihre Puzzleteile zu einem großen Bild zusammenfügt hatten, zeigte sich eine bunte Weltkarte, ganz nach dem Aktionsmotto „Eine/r von uns­ – Gemeinsam für ein buntes Land“. Lehmann ermutigte die Jugendlichen dazu, „einmal alte Muster zu durchbrechen, Stärke zu zeigen und so ein buntes offenes Land zu gestalten“.

 

Das Jugendhilfezentrum Haus auf dem Wehrborn ist eine Einrichtung der cusanus trägergesellschaft trier mbH und bietet eine enge pädagogische Verzahnung von Wohnbereich, Schule, Ausbildung sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zusätzlich zu den Wohngruppen befinden sich im direkten Umfeld eine Hauptschule und eine Kindertagesstätte für die umliegenden Gemeinden. Insgesamt beschäftigt das Haus auf dem Wehrborn ca. 150 fachlich qualifizierte Mitarbeiter. Eine Besonderheit der Einrichtung sind die Ausbildungsbetriebe, die Jugendliche in handwerklichen Berufen ausbilden (Maler, Schreiner, Tischler, Landschaftsgärtner, Koch, Hauswirtschafter und Friseur). Ansprechpartner ist Religionspädagoge Thomas Herrig, Tel.: 0651-8244-408, E-Mail: t.herrig(at)wehrborn.de

 


Dekanat Rhein-Wied stellt Sozialatlas vor

Ein Wegweiser in allen Lebenslagen

Foto: bt
Foto: bt

(Neuwied/bt) – „Wo bekomme ich Unterstützung?“ – diese Frage beantwortet der neue Sozialatlas des Dekanats Rhein-Wied. „Die handliche Broschüre soll eine Hilfe für Jung und Alt sein“, erklärt Dekanatsreferentin Margit Ebbecke bei der Präsentation im Friedrich-Spee-Haus in Neuwied. Aufgelistet nach Stichworten werden kirchliche Ansprechpartner aus dem Dekanat unter anderem bei Suchtproblemen, Pflegebedürftigkeit, Schulden, aber auch für Ferienfreizeiten genannt.

 

Bereits 2010 hat der Dekanatsrat einen Sozialatlas aufgelegt. „Aufgrund der großen Resonanz haben wir uns dafür entschieden“, erläutert Margit Ebbecke. Federführend sind für die diesjährige Ausgabe Annegret Hennig, Karin Boehme und Claudia Schneider zuständig. Sie bilden den Arbeitskreis „Sozialatlas“. „Wir haben zum Beispiel E-Mail- und Homepage-Adressen ergänzt und Daten aktualisiert“, berichtet Annegret Hennig. „Wir wollen den Menschen auf dem Weg helfen, den Gott für sie vorbereitet hat“, formuliert Karin Boehme die Motivation des Rates. „Uns ist es wichtig, das Auge für die Bedürfnisse der Menschen zu öffnen“, erklärt sie weiter. Margit Ebbecke fasst zusammen: „Wir wollen eine diakonische und missionarische Kirche sein. Es ist uns ein Herzensanliegen, für die Menschen da zu sein.“

 

Weitere Infos gibt es auf www.dekanat-rhein-wied.de oder unter Tel.: 02631-3427710

 


Bischof Fürst verabschiedet Weihbischof Kreidler - seit 26 Jahren im Amt

Im Dienst an der Versöhnung

Foto: drs
Foto: drs

 

(Rottenburg/Stuttgart/drs) - In einem Gottesdienst in der Domkirche St. Eberhard hat Bischof Gebhard Fürst seinen Weihbischof Johannes Kreidler (70) verabschiedet. Beide Bischöfe zelebrierten am Dienstag gemeinsam am Altar. Viele Jahre habe Kreidler in dieser Kirche die christlichen Hochfeste mit den Gläubigen gefeiert und für sie gepredigt. Bischof Fürst stellte in den Mittelpunkt seiner Predigt den Gedanken der Versöhnung, in Anlehnung an Kreidlers Bischofswahlspruch „Im Dienst der Versöhnung“. Versöhnung zu stiften und den Dienst der Versöhnung aneinander zu tun, „daran hat uns Weihbischof Kreidler sein ganzes Priesterleben erinnert", sagte der Bischof und dankte ihm für dieses Zeugnis. Domkapitular Matthäus Karrer löst Kreidler in der Funktion des Weihbischofs ab. Er wird am 28. Mai zum Bischof geweiht.

Bischof Fürst würdigte seinen langjährigen Weihbischof als Priester und Seelsorger, der Menschen nahe sei und sein wolle. Kreidler habe ein waches Gespür für Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen. „Seine Gabe zu hören und zu verstehen zeichne ihn in besonderer Weise aus“, betonte Bischof Fürst. Kreidler lasse sich Gott und den Menschen zuliebe leidenschaftlich in den Dienst nehmen. Sein beharrliches Mühen um Verständigung und Ausgleich drücke sich in seinem Bischofswahlspruch „Der Versöhnung dienen“ treffend aus. Weihbischof Kreidler sei als Theologe tief geprägt vom Geist nachkonziliarer Theologie und von einer daraus geformten Spiritualität, so Bischof Fürst.
Weihbischof Kreidler dankte beim anschließenden Empfang im Haus der Katholischen Kirche den Stuttgarter Katholiken für die wohlwollende Aufnahme, die er dort über die Jahre erlebt habe. Seine ersten Predigten in St. Eberhard habe er mit zitternden Knien gehalten, unsicher, ob ein "Bub vom Land in der Stadt Aufnahme fände", erinnerte sich Kreidler. Er habe die Stuttgarter stets als offen und veränderungsbereit erlebt,  nicht zuletzt, als es um den Erneuerungsprozess "Aufbrechen" ginge. Dies sei gut so, denn "die Zeit erfordert immer wieder Wandel und Wandlung", sagte Kreidler.

Der in Grünmettstetten bei Horb geborene Geistliche wurde 1972 zum Priester geweiht und 1991 zum Weihbischof der Diözese ernannt. Zuvor war Kreidler Bischöflicher Sekretär der beiden Bischöfe Carl-Josef Leiprecht und Georg Moser, anschließend Repetent am Tübinger Wilhelmstift. Von 1980 bis 1985 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Dogmatik, im Anschluss daran wurde er bei Professor Walter Kasper in Tübingen zum Doktor der Theologie promoviert. Vor seiner Ernennung zum Weihbischof war Kreidler fünf Jahre Regens des Rottenburger Priesterseminars. Nach der Berufung von Bischof Kasper nach Rom leitete er die Diözese ein Jahr kommissarisch. Seit 2004 ist er in der Diözese verantwortlich für die Bereiche Liturgie, Kunst und Kirchenmusik. Für Kreidler ist eine festlich gestaltete Liturgie mit Sensibilität für Sprache, Symbolik und Musik zentral für eine Kirche, die missionarische Strahlkraft besitzen will. Der Dialog zwischen Kirche und Kunst rege ihn immer wieder neu zu Fragen und Antworten an, sagt er.


Der Herzenswunsch-Krankenwagen der Wolfsburger Malteser fuhr seinen ersten Einsatz

Den Wellen entgegenrollen

 Bildquelle: Malteser
Bildquelle: Malteser

 

(Wolfsburg/Damp/mhd) - Vor wenigen Wochen erst haben die Wolfsburger Malteser ihren „Herzenswunsch-Krankenwagen“ vorgestellt, mit dem sie Todkranke an einen Ort ihrer Wahl fahren. Der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. Am vergangenen Wochenende schenkten die Malteser einer Patientin des Wolfsburger Hospizhauses unvergessliche Stunden an der Ostsee in Damp. 

 

Manchmal müssen Augen sprechen, wenn die Stimme versagt. Vom „Geschrei der Möwen“ schwärmt Sandra Eckwenger (alle Namen außer den Namen der Malteser sind geändert) und vom „Duft des Meeres“, bevor die Sprechmuskeln versagen und die Sprache verwaschen wird. Der Blick aber verrät alles: Es ist schön, wieder hier zu sein an der Ostsee, der „zweiten Heimat“ der Eckwengers, wie Sabine Müller sagt. Gemeinsam mit Sandras Mann Andreas und deren halbwüchsigen Töchtern Hannah und Helena ist auch Sabine Müller an diesem kalten, aber sonnigen Samstag Ende März mit nach Damp gefahren, um der Todkranken noch einmal den Blick aufs Meer zu ermöglichen. Sandra Eckwenger und die fast gleichaltrige Sabine Müller waren Kolleginnen in einem ambulanten Pflegedienst. Gemeinsam haben sie jahrelang Patienten gepflegt, ehe Sandra Eckwenger selbst zum Pflegefall wurde: Im Januar 2016 diagnostizierten Ärzte bei der gelernten Altenpflegerin eine Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Als diese unheilbare Muskelerkrankung die Bewegungsmöglichkeiten der 50-Jährigen immer weiter einschränkte, kam sie am 10. Februar ins Hospizhaus Wolfsburg. 

 

Der zweitägige Ausflug in das Helios-Klinikum Damp ist dem „Herzenswunsch-Krankenwagen“ der Malteser zu verdanken. Henrick Langner und Antonio Serrano Galban haben sich am vergangenen Wochenende Zeit genommen für die Familie Eckwenger.  Für den Herzenswunsch-Krankenwagen fahren sie ehrenamtlich. Und das mit ganzem Herzen. 

 

Die beiden ausgebildeten Sanitäter gehören zwar zur Malteser-Gliederung in Hannover, waren aber sofort zur Stelle, als das „Hospizhaus Wolfsburg“ bei den Wolfsburger Maltesern eine Herzenswunsch-Fahrt für Familie Eckwenger anmeldete und die Wolfsburger Kollegen durch andere Verpflichtungen gebunden waren. Koordiniert werden die Ehrenamtlichen vor Ort von den erfahrenen Malteser-Rettungsassistenten Andreas Meissner und Ralf Warner.

 

 Herzenswunsch-Krankenwagen stehen zurzeit bei den Maltesern in Wolfsburg, Braunschweig, Celle, Göttingen und Hannover. In der Regel arbeiten sie mit stationären Hospizen zusammen. Das Projekt finanziert sich ausschließlich über Spenden.

 

 

 

Kontakt und Information:

 

Dr. Christoph Mock, Projektleiter Herzenswunsch-Krankenwagen

 

Mobil: (0151) 46144254

 

 

 

Spendenkonto des Herzenswunsch-Krankenwagen in der Diözese Hildesheim:

 

Malteser Hilfsdienst e. V., Diözese Hildesheim

 

Pax Bank IBAN: DE49 3706 0120 1201 2090 10, Stichwort: D09HWK oder „Herzenswunsch“

 


Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Südwest trifft sich in Trier

Christus geht uns voraus

(Trier/bt) – Das Gedenken an 500 Jahre Reformation hat im Mittelpunkt des Frühjahrstreffens der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest gestanden. Mitte März trafen sich die Vertreterinnen und Vertreter aller Mitgliedskirchen der ACK Südwest in Trier. Die Delegiertenversammlung findet zweimal im Jahr an wechselnden Orten statt.Einen Ausblick auf das ökumenische Christusfest am Pfingstmontag (5. Juni) auf der Burg Ehrenbreitstein in Koblenz gab der stellvertretende Vorsitzende Superintendent Horst Hörpel. An diesem Tag werden Vertreter der ACK beim Eröffnungs- und Schlussgottesdienst, bei einem der großen Podien über die Zukunft der Kirchen und bei der Kirchenmeile beteiligt sein. Außerdem verabschiedeten die 25 Delegierten ein Wort auf dem gemeinsamen Weg mit dem Titel „Jesus Christus geht uns voraus“, das beim Koblenzer Christusfest vorgestellt wird und dazu aufruft, „Christus als den zu verkünden, der allen konfessionellen Unterschieden vorausgeht“.

 

Im Rückblick auf den ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Otterberg, zu dem die Evangelische Kirche der Pfalz und das Bistum Speyer eingeladen hatten, stellte der ACK-Vorsitzende Pastor Dr. Jochen Wagner fest: „Wir sind dankbar, dass es gelungen ist, diesen Versöhnungsakt der katholischen und der evangelischen Kirche in die Weite aller ACK-Kirchen einzubinden“. Vor allem das Schuldbekenntnis gegenüber den täuferischen Kirchen und der Dank an die Freikirchen und an die östlichen Kirchen habe gezeigt: Ökumene ist mehr als das Miteinander der beiden großen Kirchen in Deutschland. Wagner informierte, dass alle Mitgliedskirchen dem Antrag der Koptischen Orthodoxen Kirche auf Mitgliedschaft in der ACK-Südwest zugestimmt haben. Als Vertreter der Kopten dankte Diakon Dr. Bishoy Soliman für das Vertrauen und zeigte sich erfreut über die künftige Zusammenarbeit.

 

Offiziell vollzogen werde die Aufnahme bei der nächsten Delegiertenversammlung im Herbst 2017, kündigte Wagner an. Neue kirchliche und gesellschaftliche Herausforderungen sowie Änderungen in der Arbeitsweise des Vorstands machten es notwendig, dass die Delegierten nach über 15 Jahren die Ordnung der ACK-Südwest einer Überarbeitung unterzogen. Stärker als bislang will sich die ACK dem

interreligiösen Dialog, dem Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden und der Bewahrung der Schöpfung wie auch dem Thema Öffentlichkeitsarbeit widmen. Die überarbeitete Ordnung wird in den folgenden Monaten allen Mitgliedskirchen zur Zustimmung vorgelegt. Außerdem präsentierte Geschäftsführer Pfarrer Thomas Borchers die erneuerte Homepage www.ack-suedwest.de.

Diese biete mehr aktuelle Informationen und sei enger mit der Bundes-ACK und anderen ACKs verknüpft

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11. - 17. Juni 2017

ARD-Themenwoche 2017 - Woran glaubst DU?

Foto: ARD
Foto: ARD

Misereor-Partner aus Burkina Faso zu Gast in Prümer Grundschule

Bei der Verwirklichung guter Ideen helfen

Djeni Lekoun inmitten der Kinder. Foto: bt
Djeni Lekoun inmitten der Kinder. Foto: bt

(Prüm/bt) – Das hat dem Agrarwissenschaftler, Misereor-Partner und Familienvater Djeni Lekoun gefallen: Die Schülerinnen und Schüler der Bertrada-Grundschule Prüm hat ihn und Dolmetscherin Serena L’hoest am 20. März mit vielen guten Wünschen willkommen geheißen und mit Fragen geradezu gelöchert. Dazu hatte Lekoun sie ausdrücklich ermuntert: „Seid neugierig auf mein Land!“, hatte er den Kindern zu Beginn der zwei Lehrstunden zugerufen, die er mit Fotos, Film und Berichten über das Leben in Burkina Faso gestaltete.

 

Noch bis zu den Osterferien läuft an der Bertrada-Grundschule das Projekt „Burkina Faso“ mit Unterstützung von Misereor. Burkina Faso ist Partnerland der diesjährigen Fastenaktion des katholischen Hilfswerkes für Entwicklungszusammenarbeit. Die Fastenaktion war am 5. März im Trierer Dom eröffnet worden. Dass ausgerechnet die Prümer Grundschule sich intensiv mit dem Thema und dem Land auseinandersetzt, ist kein Zufall: Lehrerin Dorothea Merkes war vor einigen Jahren als Freiwillige für ein Jahr in dem westafrikanischen Land. Seit Aschermittwoch beschäftigen sich alle Klassen der Bertrada-Grundschule ein bis zwei Mal in der Woche mit Burkina Faso. Am letzten Schultag vor den Osterferien werden die Ergebnisse präsentiert.   

 

Die Kinder bestürmten Lekoun mit Fragen zu seiner Kleidung „Warum trägst du nicht ein afrikanisches Gewand, sondern bist angezogen wie wir?“ und erfuhren, dass die traditionelle Kleidung nur zu bestimmten Anlässen getragen wird oder wollten wissen, ob es Kindergärten in Burkina Faso gibt und Spielsachen, Stifte und Schaukeln. „Ja, klar!“, sagte Lekoun lachend – „aber leider nicht für alle Kinder, und deshalb machen sie sich ihre Spielsachen auch manchmal selbst“, räumte er ein.

Aber auch der Gast aus Burkina Faso stellte Fragen: „Was glaubt ihr, was mit diesen Eiern geschieht?“, fragte er zu einem mitgebrachten Foto. Verkaufen, verschenken, verstecken, Spiegelei draus machen? „Nein, der Bauer hält sie zwischen Getreidebündeln warm, um auf diese Weise Küken schlüpfen zu lassen“, erklärte Lekoun. Diese einfache Methode sei ein Beispiel aus einem Projekt des Misereor-Partners DIOBASS, für den Lekoun arbeitet und bei dem er Forschungsgruppen von Bauern betreut. Als weitere positive Beispiele nannte er die Herstellung von Salben gegen Hautkrankheiten


Diözesantag der katholischen Büchereiarbeit im Bistum Trier

Mehr als Bildung und Leseförderung

Blick ins neueste Bücherangebot: Ute Reifrath (hinten von links), Christine Böhme und Sabine Otterbach vom Team der KÖB Niederfischbach sowie Özden Baran von der EKZ (2. von rechts) und Dorothee Steuer (rechts) von der Büchereiarbeit Bistum Trier. Foto: b
Blick ins neueste Bücherangebot: Ute Reifrath (hinten von links), Christine Böhme und Sabine Otterbach vom Team der KÖB Niederfischbach sowie Özden Baran von der EKZ (2. von rechts) und Dorothee Steuer (rechts) von der Büchereiarbeit Bistum Trier. Foto: b

 

 

 

 

(Trier/bt) – Beim Tag der katholischen Büchereiarbeit im Bistum Trier am 18. März hat Weihbischof Robert Brahm die Bedeutung der Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) für die Zukunft der Pfarrgemeinden betont. Die dort alljährlich eingebrachten 135.000 Stunden ehrenamtlichen Engagements dienten nicht nur der Bildung und Leseförderung. Sie spielten auch eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der in der Diözesansynode formulierten Ziele. So zeichneten sich etwa bei der Entdeckung neuer Orte von Kirche die Büchereien durch ihre örtliche Nähe aus, gerade auch im ländlichen Raum.

 

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den ehrenamtlichen Teams der KÖB bot der Diözesantag nicht nur aktuelle Informationen an, sondern auch Workshops. So arbeitete etwa Guido Schröer, Geschäftsführer des Borromäusvereins, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über das Selbstverständnis von katholischen Büchereien. Der Borromäusverein mit Sitz in Bonn fördert bundesweit mit Fortbildungen, Buchempfehlungen und weiteren Angeboten die Arbeit der Büchereien. „Bücher vermitteln die Welt und Werte“, lautete eines der Argumente. Und Bildung ist laut Weihbischof Brahm die Grundlage für jede menschliche Entwicklung. Somit leisteten die KÖB einen wesentlichen Beitrag zur Verkündigung. Gleichzeitig könnten sie durch ihr niedrigschwelliges Angebot als Türöffner für eine erste Begegnung mit Kirche fungieren, befand die Workshop-Runde. Das „Katholisch“ im Namen möchten die Büchereiteams jedoch nicht als Ausschlusskriterium für Menschen ohne katholisches Glaubensbekenntnis verstehen. Katholisch solle ganz im ursprünglichen Wortsinn als allumfassend begriffen werden. Die KÖB wollen für alle Menschen offen stehen und den Besuchern auf Augenhöhe begegnet.

 

Nachschub beim Lesestoff können die KÖB künftig beim „EKZ-Bibliotheksservice“ (früher Einkaufzentrale für Öffentliche Büchereien) bestellen. Der Borromäusverein hat in Abstimmung mit den Bistumsstellen für Büchereiarbeit den Lieferpartner gewechselt. Özden Baran stellte gemeinsam mit ihrer Kollegin Katrin Grünenwald einige Angebote der EKZ vor. Für die Büchereien soll sich bei der Bestellprozedur möglichst wenig ändern.

 

Informationen zur Büchereiarbeit im Bistum Trier sind unter www.bistum-trier.de/buechereiarbeit im Internet zu finden.

 


Pantomime JOMI mimt die Passion in der Jugendkirche MIA in Rappweiler.

Die Leidensgeschichte Jesu ohne Worte

Foto: bt
Foto: bt

(Rappweiler/bt) – Die Leidensgeschichte Jesu hat Johann Sebastian Bach zu großartigen Kompositionen inspiriert und Schauspieler und Regisseur Mel Gibson zu dem Film „Die Passion“. Am Sonntag, den 19. März, zeigte Pantomime „JOMI“ in der Jugendkirche MIA in Rappweiler seine ganz eigene Interpretation des Kreuzwegs.

 

JOMI, der mit bürgerlichem Namen Johann Michael Kreutzer heißt, stammt aus Bous. Durch eine Hirnhautentzündung in jungen Jahren verlor er sein Gehör. Er studierte bei dem großen französischen Pantomimen Marcel Marceau an der École de mimodrame in Paris und ist mittlerweile selbst ein weltweit berühmter Pantomime. Für seine Verdienste um die Pantomime und die interkulturellen Beziehungen in Europa verlieh ihm Bundespräsident Johannes Rau 1999 das Bundesverdienstkreuz.

 

Mit dem unverkennbaren weiß geschminkten Gesicht der Pantomimen und in einer weißen Hose und weißem Hemd steht JOMI auf der Bühne in der Jugendkirche in Rappweiler und mimt ganz ohne Worte die verschiedenen Figuren aus der Bibelgeschichte: Ob Pontius Pilatus, der Jesus mit dem nach unten gerichteten Daumen verurteilt, ob Jesus selbst oder einer seiner Peiniger, der ihn foltert – JOMI springt im wahrsten Sinne des Wortes von einer Rolle in die nächste, ohne es dabei wie Klamauk aussehen zu lassen. Seine Gesten sind klar und in seinem Ausdruck liegen die gewaltigen Emotionen der Passion: Die Schmerzen, die Wut und die Trauer. „Am Anfang war es ein bisschen schwierig zu folgen, aber nach einer Weile ging es sehr gut.“ Der neunzehnjährige Nils ist extra aus Schmelz nach Rappweiler gekommen, um diesen besonderen Kreuzweg zu sehen.

 

Unter den mehr als 150 Zuschauern herrscht Totenstille, als JOMI unter dem Gewicht des imaginären Kreuzes zusammenbricht und unter größten Anstrengungen versucht, sich und das schwere Kreuz wieder aufzurichten, um weiterzugehen. JOMI gelingt es, die Passion in aller Stille ergreifend darzustellen. Insgesamt sieben Stationen mimt er: Von der Verurteilung über die Begegnungen bis hin zum Leben, der letzten Station. Zwischen den einzelnen Szenen spielt Thomas Kirf Stücke auf der Orgel.

 

Ab der fünften Station der Aufführung – JOMI mimt wie Jesus seiner Kleider beraubt wird – ändert sich das Bühnenbild. Der Pantomime steht nicht mehr vor der Bühne, sondern hinter einem weißen Tuch, das von hinten beleuchtet wird. Der Künstler ist nur noch als Schatten zu sehen. Am Ende der Aufführung ist er ganz verschwunden und nur noch die Umrisse des leeren Kreuzes, das langsam verblasst, zeichnen sich ab. Dann fällt der Vorhang und das blanke Holzkreuz steht alleine auf der Bühne. „Ich hätte mir es nicht vorgestellt, dass es so bildlich dargestellt wird und dass so viel mit Licht gearbeitet wird“, fasst Nils am Ende der Vorstellung zusammen. „Es war immer ganz anders als man es sich vorgestellt hat.“ Unter großem Applaus verabschiedet sich JOMI von Rappweiler, doch der Pantomime kommt wieder: Ende des Jahres wird es einen Workshop für die Jugendlichen der Jugendkirche MIA mit JOMI geben. Weitere Informationen: www.jugendkirche-mia.de

 


Brot für die Welt lädt zur Radtour ein – Heinrich Bedford-Strohm fährt Schlussetappe mit

Klimaneutral zum Kirchentag

 

Kirchentag * Radtour * klimaneutral

(Berlin/bfw) - Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt ruft die Besucherinnen und Besucher des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages (24. bis 28. Mai 2017) dazu auf, klimaneutral mit dem Fahrrad nach Berlin anzureisen. Aus beinahe allen Regionen Deutschlands sind derzeit Radpilgertouren und Radfahrten zur Anreise geplant. Das Motto lautet „Zusammen macht es einfach mehr Spaß“. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, radelt bei der Schlussetappe mit. 

Um ein Zeichen für die umweltfreundliche Anreise zu setzen, sammeln sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 24. Mai um 10 Uhr zur Schlussetappe am Alten Markt in Potsdam. Um 10.30 Uhr startet dann die letzte Etappe. Gemeinsam fahren alle über den zweiten Treffpunkt am S-Bahnhof Grunewald, wo sich weitere Radfahrerinnen und Radfahrer anschließen, zum Breitscheidplatz an der Berliner Gedächtniskirche. Dort werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Radtour um 13.30 Uhr empfangen.

Wofür sich die umweltfreundliche Fahrradtechnik sonst noch eignet, stellt Brot für die Welt beim Kirchentag vor. Um den Menschen ihre Arbeit zu erleichtern und um trotzdem der ökologischen Nachhaltigkeit treu zu bleiben, hat ein Mitarbeiter des Brot für die Welt-Partners Acción Ecológica in Ecuador eine Maschine entwickelt, die durch Muskelkraft betrieben wird. Waschmaschinen, Kaffeemühlen und Mixer werden mit Hilfe einer Fahrradkonstruktion angetrieben, sobald man in die Pedale tritt. Im Zentrum Jugend auf dem Gelände des Tempodroms kommt ein Nachbau dieser Maschine zum Einsatz: Mit einem fahrradbetriebenen Mixer können sich die Besucherinnen und Besucher einen Smoothie aus fair gehandelten Bananen und Orangensaft „erstrampeln“.

Informationen und Anmeldung zur Radtour unter
http://www.brot-fuer-die-welt.de/brot-tour Wie sieben Päpste Kirche prägten
Ein persönlicher Rückblick

Zu seinem 85. Geburtstag blickt der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl auf sein Leben zurück und stellt fest, wie sehr sich die katholische Kirche allein zu seinen Lebzeiten verändert hat. Krätzl hat in dieser Zeit sieben Päpste erlebt und beobachtet, dass diese sieben Päpste die Kirche in den Jahren ihres Pontifikats deutlich geprägt haben.
Die Spannung reicht von Pius XII., der die Kirche noch absolutistisch regierte, bis zu Franziskus, der eine arme, dienende Kirche predigt und lebt. Johannes XXIII. hat eine Kirche, die sich noch als die allein selig machende vorkam, durch das Konzil zu anderen Kirchen und Religionen sowie zur Welt insgesamt weithin geöffnet. Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. haben dem Papstamt je in ihrer Art neue Dimensionen verliehen, die innere Erneuerung der Kirche im Geist des Konzils aber zum Teil versäumt.
Anhand von wichtigen Entscheidungen und Aussagen dieser Päpste, aber mehr noch vor dem Hintergrund persönlicher Wahrnehmungen und Begegnungen zeichnet Helmut Krätzl in seinem neuen Buch den Weg der Kirche seit dem Zweiten Weltkrieg nach. Dabei verknüpft er als einer der letzten Zeitzeugen des Zweiten Vatikanischen Konzils gekonnt weltkirchliche Entwicklungen mit der österreichischen Kirchengeschichte, die er in seinen bald 40 Jahren als Weihbischof hautnah miterlebt und mitgestaltet hat.

„Eine beeindruckende Analyse, die in hoher Loyalität einerseits, aber auch analytisch genau und kritisch zwischen Anspruch und Verwirklichung in unserer Kirche zu unterscheiden in der Lage ist. Das Buch liest sich wie ein Krimi.“ Albert

 


Coffee Stop in Trier bringt 1.000 Euro für MISEREOR

Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen

Bei der Scheckübergabe: Ludwig Kuhn, Andreas Matt und Sohn Dominik, Wilhelm Thees, Eva Schneider und René Millogo (vlnr.). Foto: bt 
Bei der Scheckübergabe: Ludwig Kuhn, Andreas Matt und Sohn Dominik, Wilhelm Thees, Eva Schneider und René Millogo (vlnr.). Foto: bt 

(Trier/bt) – Vor gut zwei Wochen standen sie auf dem Trierer Hauptmarkt, um mit dem Misereor Coffee Stop auf die Projekte und Anliegen des Hilfswerks für Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam zu machen – am 17. März haben Eva Schneider und Andreas Matt vom Netzwerk Weltkirche im Dekanat Trier einen Scheck über 1.061 Euro an MISEREOR überreicht. Das Geld kommt den Misereor-Partnerorganisationen DIOBASS und PASMEP in Burkina Faso zugute. Der Coffee Stop ist eine Aktion, bei der fair gehandelter Kaffee gegen eine kleine Spende ausgeschenkt wird und die Besucher des Coffee Stops über die Arbeit des Hilfswerks informiert werden.

 

Für PASMEP ist René Millogo bei der Scheckübergabe dabei. Er ist seit Anfang März in Deutschland und erklärt, er sei mit der Vorstellung hergekommen, dass die Europäer sehr individualistisch seien. „Aber die Menschen sind vor allem sehr solidarisch!“ Er habe von Misereor und den Gemeinden viel gelernt, etwa wie man seine Mitmenschen für Anliegen und Aktionen mobilisiere. „Und es kommt nicht nur aufs Geld an, man muss vor allem Überzeugungsarbeit leisten.“

 

Diese Überzeugungsarbeit lässt sich nach Ansicht von Wilhelm Thees von Misereor bei den Coffee Stops leisten: „Man kommt miteinander ins Gespräch über die fair gehandelten Produkte wie den Kaffee, den Tee oder die Schokolade. Und daran lassen sich dann andere Aspekte anknüpfen wie die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten in den Ländern, in denen Misereor tätig ist.“ Die Coffee Stops seien zudem ein Instrument des Hilfswerks, um jüngere Leute an die Themen der Entwicklungszusammenarbeit heranzuführen.

 

Für Eva Schneider vom Netzwerk Weltkirche war es selbstverständlich, dass das Dekanat bei den Veranstaltungen rund um die bundesweite Misereor-Eröffnung am 5. März im Trierer Dom dabei ist: „Die Projekte von Misereor liegen uns am Herzen. Wir unterstützen die Hilfe zur Selbsthilfe in Burkina Faso und wollen unseren kleinen Beitrag dazu leisten.“

 

Am 31. März findet der bundesweite Misereor Coffee Stop-Tag statt. Informationen dazu gibt es unter www.misereor.de/spenden/spendenaktionen/coffee-stop. Die Termine und Orte der Coffee Stops im Bistum Trier sind ab 22. März unter www.misereor2017.bistum-trier.de zu finden.  

 


Zentrale Veranstaltung des Josefstags mit Jugendbischof Oster

Gemeinsam für ein buntes Land

 

(Duisburg/bdkj) -  Zuhören, erklären lassen und dann selbst loslegen: Beim Josefstag in der Duisburger Werkkiste haben der Jugendbischof Dr. Stefan Oster SDB, der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer, und der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, Sören Link, zusammen mit Jugendlichen der Einrichtung gearbeitet. Der Josefstag als Aktionstag der Einrichtungen der Jugendsozialarbeit bringt Verantwortliche aus Kirche und Politik mit benachteiligten Jugendlichen zusammen. 

 

„Eine/r von uns – Gemeinsam für ein buntes Land“ ist in diesem Jahr das Motto des Josefstags. Dabei stehen Jugendliche und ihr Engagement gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Mittelpunkt, aber auch die Situation von Jugendlichen, die selbst Rassismus ausgesetzt sind. „Wir nehmen hier jeden an, egal wo er herkommt. Jeder ist bei uns willkommen und gemeinsam suchen wir Wege in Ausbildung und Arbeit“, erläutert Norbert Geier von der Duisburger Werkkiste, einer Einrichtung der Jugendhilfe und Jugendberufshilfe im Duisburger Norden.

 

Beim gemeinsamen Fahrradreparieren oder in der Holzwerkstatt kamen die Gäste mit den Jugendlichen ins Gespräch. Jugendbischof Oster griff in seinen Worten das Motto des Josefstag auf: „Vielfalt bereichert, Buntheit ist schön, aber das ist nicht nur schnell gesagt, es ist auch eine Aufgabe: Bildung und Ausbildung helfen, dass junge Menschen verstehen lernen: ‚Ich kann was und ich kann auch was beitragen. Ich brauch mich nicht zu fürchten oder zu schämen‘. Er hob das Engagement der Jugendsozialarbeit für benachteiligte Jugendliche hervor. „Unsere Jugendhilfe, die Jugendberufshilfe, die Jugendsozialarbeit in der Kirche kümmern sich und wollen genau das: dass junge Menschen sich entfalten können, dass sie was lernen und dass sie die Erfahrung machen dürfen: ‚Es geht jemand mit. Es kümmert sich jemand. Ich bin nicht allein‘, so Oster.

  

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link kennt die Situation in dem Duisburger Stadtteil Bruckhausen genau. „Der Josefstag richtet den Scheinwerfer auf die Arbeit hier. Wir müssen um jeden Jugendlichen kämpfen und schaffen das nur gemeinsam mit Staat, Kirche und Gesellschaft“, so Link. 

  

Der Josefstag steht mit seinem Motto in diesem Jahr für gleiche Rechte auf Teilhabe und Partizipation von allen Menschen. Viele Jugendliche in den Einrichtungen der Jugendsozialarbeit sind mit ihren Fluchterfahrungen, aufgrund ihres Migrationshintergrunds oder aufgrund ihrer sozialen Herkunft Opfer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Zugleich werden Jugendliche von rechtspopulistischen Parteien und ihren Parolen adressiert. „Vorurteile aufzulösen und rechtspopulistischen Aussagen entgegenzutreten ist wichtige Aufgabe der Jugendsozialarbeit. Um dieses Bewusstsein müssen wir uns Tag für Tag in den Einrichtungen der katholischen Jugendsozialarbeit, aber auch außerhalb bemühen“, erläutert Lisi Maier, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit für die Träger des Josefstags.

  

Zusätzlich zur zentralen Veranstaltung in Duisburg gab es am Wochenende und heutigen Montag bundesweit dezentrale Veranstaltung zum Aktionstag am 17. / 20. März 2017, anlässlich des Hochfests des heiligen Josef. Einrichtungen der katholischen Jugendsozialarbeit in Deutschland laden kirchliche Amtsträger, Politikerinnen und Politiker sowie gesellschaftliche Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger ein. Dabei sind die Gäste gemeinsam mit den Jugendlichen aktiv. Einen Überblick über die bundesweiten Aktionen gibt es unter www.josefstag.de.

  

Hintergrund

 

Der heilige Josef ist Schutzpatron der Arbeiter und Jugendlichen. Der Josefstag ist eine Aktion des „arbeit für alle e.V.“, einer Initiative des Bundes der Deutschen    Katholischen Jugend (BDKJ), der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. Gemeinsam mit der Duisburger Werkkiste und weiteren Einrichtungen der Jugendsozialarbeit führte der Trägerkreis die zentrale Veranstaltung durch.

 


Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises tagt am kommenden Wochenende in Züssow

Wenn du Frieden willst – bereite den Frieden vor – und fange bei mir an!

(Züssow/sk) - Am kommenden Wochenende, Freitag, 24. März, bis Sonnabend, 15. März, findet die 13. Ordentliche Tagung der I. Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) statt. Tagungsort ist das Hotel Ostseeländer (vormals BIO Tagungshotel Wichernhaus), Gustav-Jahn-Straße 6, in Züssow. Die Tagung beginnt am Freitag um 16.30 Uhr mit einer Andacht im Sitzungssaal. Voraussichtlich enden wird die Tagung am Sonnabend gegen 16 Uhr mit einem Abendmahlsgottesdienst.

 

 

 

Das zentrale Thema der Tagung lautet: „Wenn du Frieden willst – bereite den Frieden vor – und fange bei mir an!“. Dazu wird es am Sonnabend mehrere einführende Kurz-Vorträge sowie Gruppenarbeit geben. Am Freitag beschäftigt sich die Synode unter anderem mit der Schulstiftung der Nordkirche, dem Bericht des Landesverbandes der Diakonie sowie mit der Aufarbeitung der Geschichte der Pommerschen Evangelischen Kirche. Zudem wird die Justizministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Katy Hoffmeister, ein Grußwort vor der Synode halten.

 

 

 

Weitere Informationen und Daten zur Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises können Sie dem Internetportal www.kirche-mv.de (Menüpunkt Pommern, Kirchenkreissynode) entnehmen. Dort sind auch der vorläufige Zeitplan und die Tagungsordnung unter folgendem Link zu finden:

 

 

 

http://www.kirche-mv.de/170324-25-13-Tagung-1-KKS.8316.0.html

 


Landschaftsverbände veranstalten Symposium zu Missionsmuseen bei Steyler Missionaren in Sankt Augustin

Die Kultur des Anderen bewahren

 

Text: Ruth Türnich, Landschaftsverband Rheinland, Dr. Ute Christina Koch, Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Wolfgang Finke, Steyler Missionare

 

 

 

(Sankt Augustin/pm) - Unter dem Titel „Missionsgeschichtliche Sammlungen heute. Herausforderungen, Chancen, Visionen“ kommen vom 23.-24. März Fachleute aus ganz Deutschland zusammen, um Erbe und Zukunft der Missionsmuseen in den Blick zu nehmen. Veranstalter sind der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Als Tagungsort dient das Kloster der Steyler Missionare in Sankt Augustin, die dort ein großes Missionsmuseum unterhalten. 

 

 

 

Das Museum „Haus Völker und Kulturen“ gilt als Kleinod: Objekte, die die Steyler Missionare während ihrer Tätigkeiten in den Missionsgebieten, im Rahmen von Feldforschungen oder mit Unterstützung von Stiftungen in Übersee sammelten, haben im Museum eine neue Heimat gefunden. Sie stammen aus Papua-Neuguinea, aus China und Indonesien, West- und Zentralafrika, Mittel- oder Südamerika. Die missionsgeschichtliche, ethnologische Sammlung legt Zeugnis ab über weltweite Missionsarbeit des Ordens und seiner Mitglieder – und mehr noch über die vielfältigen Kulturen der indigenen Völker. Der Kulturtransfer steht im Mittelpunkt der musealen Präsentation.

 

 

 

„Die Kultur des Anderen kennenzulernen und zu bewahren war das Motiv für die Sammlung der Gegenstände aus den Missionsgebieten“, erläutert Prof. Dr. Georg Skrabania SVD. Der Pater der Steyler Missionare ist Direktor des Museums „Haus Völker und Kulturen“ in Sankt Augustin. „An den realen Objekten sollten und sollen die angehenden Missionare in ihrer Ausbildung etwas über die Menschen in den Missionsgebieten, über ihr Leben und ihren Glauben lernen. Denn das Evangelium, die frohe Botschaft Jesu muss nach Überzeugung der Steyler Missionare in den jeweiligen kulturellen Kontexten der Völker verkündet werden“, so Skrabania. Die Missionshäuser eröffneten der benachbarten Bevölkerung und vielen Besuchern die Chance, mit authentischen kulturellen Produkten aus fernen Ländern in Berührung zu kommen.

 

 

 

Das Museum Haus Völker und Kulturen eröffnete 1973 und wurde bis heute nur minimal verändert, die Präsentation ist mittlerweile selbst museal. Ein vergleichbares Schicksal teilt die Sankt Augustiner Sammlung mit anderen missionsgeschichtlichen Sammlung und Museen. „Begegnung und Vermittlung der Kulturen ist das Programm vieler Steyler Missionshäuser. Was das Haus Völker und Kulturen auszeichnet, ist die enge Verbindung zu Disziplinen wie Ethnologie, Anthropologie, Missions- und Kulturwissenschaften, die hier in Sankt Augustin durch Philosophisch-Theologische Hochschule und die wissenschaftlichen Institute und Akademien vertreten sind“, sagt Skrabania.   

 

 

 

Sowohl im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs als auch in der Öffentlichkeit wird die Zukunft von ethnologischen Museen auf vielfältige Weise besprochen. Daran knüpfen unter anderem Umbenennungen von ehemaligen „Völkerkundemuseen“ und ihre Neukonzeptionen an. Beispielhaft ist ebenso die lebhafte Debatte zum „shared heritage“ im Zusammenhang mit dem Humboldt Forum in Berlin zu nennen.

 

 

 

Die zahlreichen missionsgeschichtlichen evangelischen wie katholischen Sammlungen in Deutschland verfügen ebenfalls über einen sehr umfangreichen und wertvollen Besitz an ethnologischen Objekten. Dennoch führen diese bisweilen ein Schattendasein. Liegt dies an den zum Teil nur ungenügend wissenschaftlich erschlossenen Bestandsgruppen, geringen Öffnungszeiten, mangelndem Bekanntheitsgrad und/oder einer schwierigen Personal- und Finanzsituation?

 

 

 

Museumsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ordensmitglieder sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden an zwei Tagen aktuelle Diskurse, Herausforderungen sowie mögliche Herangehensweisen für die Weiterentwicklung von missionsgeschichtlichen Sammlungen und Präsentationen diskutieren.

 

 

 

Das Symposium wird veranstaltet vom Landschaftsverband Rheinland, LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit / Museumsberatung, Köln und dem Landschaftsverband Westfalen Lippe, LWL-Museumsamt für Westfalen, Münster.

 


Kinder brauchen ihre Familie - Familiennachzug ermöglichen, wenn Kinder betroffen sind

 

(Berlin/wv) - World Vision Deutschland fordert die Ermöglichung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutzstatus, insbesondere dann, wenn Minderjährige betroffen sind. Heute findet im Innenausschuss des Deutschen Bundestages zu dem Thema eine öffentliche Anhörung statt.

Im März 2016 wurde die Möglichkeit des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten für zwei Jahre ausgesetzt. Bei der damaligen Entscheidung wurde damit argumentiert, dass die Aussetzung des Familiennachzugs nur einen kleinen Teil der Flüchtlinge betreffen würde – im Januar 2016 erhielten bspw. nur etwa 1 % der syrischen Flüchtlinge den subsidiären Schutzstatus. Seitdem hat sich jedoch die Entscheidungspraxis des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) verändert und schon im August Jahr 2016 lag der Anteil der syrischen Geflüchteten, die subsidiären Schutzstatus erhalten haben bei 74 %. Sie können ihre Familie deshalb nicht nachholen und müssen jahrelang getrennt voneinander leben – mit allen damit verbundenen Sorgen um die im Kriegsgebiet verbliebenen Familienmitglieder.

Laut dem Deutschen Institut für Menschenrechte läuft dies der UN-Kinderrechtskonvention zuwider. Ihr zufolge sind Anträge auf Familiennachzug, die Kinder betreffen, jederzeit zu ermöglichen, beschleunigt zu bearbeiten und am Maßstab des Kindeswohls zu entscheiden. Das Recht, als Familie zusammenleben zu können, ist grund- und menschenrechtlich verbrieft.

Die Leidtragenden dieser Regelung sind die Kinder, sie trifft das Auseinanderreißen ihrer Familien besonders hart. Sie sind in ihrer besonderen Entwicklungsphase ganz besonders auf den Zusammenhalt, den Schutz und die Stabilität ihrer Familie angewiesen.
In der World Vision Studie „Angekommen in Deutschland. Wenn geflüchtete Kinder erzählen“ wird deutlich, dass gerade auch aus der Sicht der betroffenen Kinder der im deutschen Grundgesetz verankerte Schutz der Familie entscheidend ist.  Denn über verlässliche Beziehungen erfahren sie Sicherheit, Vertrauen und Schutz.

Gudrun Schattschneider, Leiterin der Abteilung Politik bei World Vision Deutschland e.V. dazu: „Wir müssen den Zusammenhalt von Familien gewährleisten. Familien und familiäre Bindungen im Alltag sind zentral für Wohlbefinden, psychische Gesundheit und Integration. Familienzusammenführungen sind demnach – gerade auch aus der Perspektive der Kinder – zu unterstützen und aktiv anzugehen.“

World Vision finden Sie auch auf Facebook, Twitter, Xing und Youtube,
http://www.worldvision.de

HINTERGRUND
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2015 wurden 300 Projekte in 50 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit weiteren World Vision-Werken in fast 100 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika.

 


22 Sprachen und über 50 Übersetzungen

BibleServer stellt neue Übersetzungen online

 

(Wetzlar/ERF) - Das Internetportal BibleServer hat sieben neue Übersetzungen und Aktualisierungen online gestellt. Die Seite bietet jetzt die Bibel in 22 Sprachen mit über 50 verschiedenen Übersetzungen an. Das gab der Betreiber ERF Medien (Wetzlar) bekannt. Auch die Lutherübersetzung 2017 ist dort neben neun weiteren deutschen Übersetzungen zu finden. Neu sind in deutscher Sprache die Züricher Bibel, die Menge Bibel sowie eine Aktualisierung der Version „Hoffnung für Alle“. Weitere neue Versionen stehen mit der Louis Segond 1910, der Farsi Contemporary Bible, der Contemporary Bulgarian Translation und der Chinese Contemporary Bible zur Verfügung.

 

 

 

Ergänzt wird das Portal durch professionelle Werkzeuge wie z. B. Textvergleich, Such- und Notizfunktion. Das Angebot ist für viele Theologen sowie ehrenamtliche Gemeindemitarbeiter zum unentbehrlichen Werkzeug geworden. Die Anmeldung bei Bibleserver.com ist kostenlos und bietet einige weitere Funktionen, beispielsweise das Anlegen von Tags und Notizen, für registrierte Nutzer eine weitere Auswahl von Wörterbüchern und Möglichkeiten, die Textformatierung einzustellen.

 

 

 

Auf Facebook (https://www.facebook.com/bibleserver) und Instagram (https://www.instagram.com/bibleserver/) veröffentlicht BibleServer eigens gestaltete Grafiken, in denen Bibelverse in Szene gesetzt werden. Täglich neu werden Grafiken veröffentlicht, Losungsverse, Ermutigungsverse, Verheißungen Gottes und Weisheiten der Bibel umfassen.

 

 

 

BibleServer besteht seit 15 Jahren. Das Portal ist im März 2002 gestartet mit dem Ziel die Bibel kostenlos im Internet zur Verfügung zu stellen. Zum Jubiläum hat ERF Medien 15 attraktive Preise ausgelobt. Die Gewinne sind im Text der deutschen Bibelübersetzungen versteckt. Die User können unter anderem ein iPad Air, ein DeLonghi Kaffeevollautomat, Tablets oder Bibelkommentare gewinnen.

 

Bibleserver.com ist ein Projekt von ERF Medien in Kooperation mit der Deutschen Bibelgesellschaft (Stuttgart), der Stiftung Christliche Medien (Witten) und weiteren deutschen und internationalen Partnern.

 


Es ist „amtlich“: Kinderlangstöcke für blinde Kinder sind erstmals im Hilfsmittelkatalog.

 

(Stahnsdorf/pm) - Wie zahlreiche Beobachtungen und erfolgreiche Mobilitätstrainings mit Kleinkindern zeigen, ist die Langstocknutzung schon sinnvoll, wenn das blinde Kind erstmals selbst stehen kann, aber auch vorher. „Gebt blinden Kindern einen Stock und sie sind plötzlich wie von Fesseln befreit“ sagt Steffen Zimmermann, Vorstand von Anderes Sehen e.V.. Bronwen Scott (australischer Mobilitätstrainer) schreibt über die Erfahrung mit Kindern ab 10 Monate:  „Wenn ich laufen kann, kann ich auch einen Langstock benutzen!“.

Der Einstieg im ersten Lebensjahr ist optimal: Besonders die Akzeptanz des Stocks als „natürliches“ Sehwerkzeug entwickelt sich wie selbstverständlich, wenn früh begonnen wird.

Aufgrund veralteter Auffassungen vieler restriktiver Krankenkassen wurden blinde Kinder in Deutschland in der Vergangenheit oft erst ab dem Schulalter mit einem Langstock versorgt. Doch mit der Aufnahme der speziellen Kinderlangstöcke in die Hilfsmittelliste sind die oft schwierigen Verhandlungen mit den Krankenkassen Vergangenheit. Den gemeinsam von Anderes Sehen und Comde-Derenda GmbH entwickelten Langstöcken, die speziell den Anforderungen von Kindern entsprechen, wurde eine Hilfsmittelnummer erteilt. Diese garantiert die mögliche Abrechnung über die Krankenkasse.

Wie sollte ein Kinderlangstock beschaffen sein?

Ein Langstock für Kinder bis zu sechs oder sieben Jahren sollte aus einem Stück bestehen und der Körpergröße des Kindes entsprechen. Er darf lieber etwas länger sein als zu kurz. Man sollte daher jährlich einen neuen passenden Langstock anschaffen. Kinder brauchen verhältnismäßig lange Stöcke, da sie damit mehr Sicherheit, also “Voraussicht” haben.

Der Stock sollte möglichst leicht sein, sonst leidet durch die Hebelwirkung das Handgelenk. Ein 90cm Stock darf etwa 90g wiegen. Auch die Spitze darf nicht schwer sein! Sie soll leicht über den Boden “tanzen” können.

Der Griff sollte dünn genug für eine Kinderhand sein und etwa 20% der Länge ausmachen, dadurch kann das Kind in engen Situationen und für die ideale Balance des Stockes auch weiter vorn greifen.

Wir empfehlen für alle blinden Kinder bis 140 cm den von uns entwickelten Kinderlangstock.

Der erste Blindenstock? Lassen Sie dem Kind Zeit zu experimentieren. Stellen Sie nur langsam Regeln auf.