Wirtschaft

25.04.2017


Liebe und Kreativität zum Muttertag – kein Tag wie jeder andere

 


(Nürnberg/folia) - Am Sonntag, den 14. Mai 2017, ist es wieder soweit und der Muttertag steht vor der Tür. Millionen Söhne, Ehemänner und Töchter überlegen dann wieder, was sie ihrer Mutter schenken können und wie der Tag etwas Besonderes werden kann.

Jedes Jahr freuen sich viele Mütter auf Frühstück am Bett, einen Kuchen, Blumen, einen Tag mit der Familie oder einfach eine kleine Aufmerksamkeit. "Im Kreativbereich kennen wir uns bei folia® ja recht gut aus und heute möchten wir ein paar Tipps und Ideen zum Muttertag vorstellen", erklärt Sebastian Meyer, Pressesprecher bei folia®.



Gestickte Karten zum Muttertag

Eine besonders kreative Art, sich von der Masse an Gruß- und Glückwunschkarten hervorzuheben, ist es natürlich, diese Karte selber zu machen. Selbst gestickte Elemente in einer Karte verleihen ihr eine ganz individuelle Note. Als Material eignen sich ein Stick-Karton-Set, Bastelkleber und Doppelkarten.

Die komplette Anleitung lesen Sie hier – bitte klicken!




Geschenkverpackungen selber machen

Das Auge schenkt bekanntlich mit bzw. packt mit aus. Aus diesem Grund kann, ja muss man bei der Verpackung der Überraschung ebenfalls kreativ werden. folia® bietet hier verschiedene Verpackungssets an, die nach Belieben und Gefallen weiter verziert werden können. In jedem Set gibt es genügend Material für mehrere Verpackungen und Kombinationen.

Hier zeigen wir ein paar Anregungen – bitte klicken!




Süßer Blumengruß mit Tafelfolie

Blumen sind wohl das gängigste Geschenk zum Muttertag – um aber nicht mit einer 08/15-Lösung aufzukreuzen, gibt es eine schöne Alternative mit Tafelfolie.

Ein schönes Beispiel dazu finden Sie hier – bitte klicken!




Selbstgebackenes edel verpackt

Ein Geschenk, das auch immer geht, ist Selbstgebackenes. Damit es aber auch gut in Szene gesetzt werden kann, bietet folia® viele verschiedene Verpackungsmöglichkeiten an. Vor allem die neuen Gebäck-Geschenkboxen bieten hier viele Möglichkeiten und sind in unterschiedlichen Größen erhältlich.

Mehr Informationen erhalten Sie hier – bitte klicken!
 

Mehr Ideen und Anregungen zum Muttertag auch auf PINTEREST – bitte klicken!

 


Industrielles Saatgut und Pestizide schaffen neue Abhängigkeiten

Mega-Fusion: Bayer-Monsanto bringt bäuerliche Landwirtschaft unter Druck

 

Bayer * Monsanto * Hauptversammlung * Kleinbauern * Saatgut * Pestizide * Agrarchemikalien * Nutzpflanzenvielfalt

(Berlin/Aachen/bfw) - Vor der Bayer-Hauptversammlung am Freitag (28.04.2017) in Bonn warnen entwicklungspolitische Organisationen vor den Folgen der Übernahme des US-Konzerns Monsanto durch Bayer. Vor allem Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in Entwicklungsländern würden unter Preissteigerungen, begrenzter Auswahl bei Saatgut und Pestiziden sowie Gesundheitsschäden durch den Einsatz von Agrarchemikalien leiden. Kleinbäuerliche Landwirtschaft müsse deshalb endlich als Erfolgsmodell für die Welternährung anerkannt und stärker gefördert werden. Kleinbauern erzeugen heute 80 Prozent der Lebensmittel weltweit.

Mit den Fusionen von Dow-DuPont und ChemChina-Syngenta sowie der geplanten Übernahme des US-Konzerns Monsanto durch Bayer könnten in Zukunft drei Megakonzerne fast zwei Drittel des weltweiten Marktes für Saatgut und Agrarchemikalien kontrollieren. Damit haben sie einen großen Einfluss auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die Ernährung von Milliarden Menschen.

Bäuerliche Familienbetriebe aus dem Globalen Süden vermehren ihr Saatgut meist selbst, tauschen es untereinander und treiben damit die Weiterentwicklung von Saatgut eigenständig voran. Ihr Saatgut ist lokal angepasst, erschwinglich und erhält die Artenvielfalt. „Kommt es zur Fusion, schrumpft der Raum für nichtkommerzielle Alternativen, weil die Marktmacht zu überwältigend ist. Saatgutzüchtungen werden dann nur noch an den Interessen weniger Konzerne orientiert. Das bedeutet, dass vor allem Pflanzen gezüchtet werden, die hohe Gewinne bringen. Folge der Marktkonzentration werden vermutlich der weitere Verlust der Nutzpflanzenvielfalt, steigende Saatgutpreise und die verstärkte Abhängigkeit der Bauern von Düngemitteln und Pestiziden sein“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt.

Wo großflächig industriell vertriebenes Saatgut genutzt wird, würden bereits heute große Mengen an Agrarchemikalien eingesetzt. „Der massive Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden hat vor allem im Globalen Süden verheerende Folgen. Partnerorganisationen berichten von gesundheitlichen Schäden durch den intensiven und ungeschützten Einsatz von Pestiziden, von verseuchten Böden und Wasserquellen“, so Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. Gerade dort fehle es oftmals an Regulierungen zum Pestizideinsatz durch Regierungen und an Aufklärung über Schutzmaßnahmen sowie die Gefahren durch den Einsatz von Pestiziden für Gesundheit und Umwelt seitens der Hersteller. „Mit der Übernahme von Monsanto wird die Verantwortung des Konzerns Bayer umso größer, den Schutz von Bauernfamilien und Landarbeitern zu garantieren“, so Pirmin Spiegel.

Der geplante Zusammenschluss müsse zudem ein Weckruf sein, die deutsche und europäische Agrarwende entschlossener voranzutreiben, um Kleinbäuerinnen und
-bauern in Asien, Afrika und Lateinamerika zu schützen. Arndt von Massenbach, Geschäftsführer von INKOTA, betont: „Die kleinbäuerliche Landwirtschaft ernährt mehr Menschen als alle Lebensmittelkonzerne zusammen. Es müssen dringend politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Beitrag von Kleinbauern zur Welternährung anerkennen und deren Zugang zu Land und natürlichen Ressourcen sicherstellen. Deshalb brauchen wir in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit eine stärkere Förderung agrarökologischer Anbaumethoden, die eine Produktivitätssteigerung ermöglichen, ohne die Bauern in neue Abhängigkeiten zu bringen."


Weitere Informationen:
Rund um die Hauptversammlung des Bayer-Konzerns am 28. April im World Conference Center (WCCB) in Bonn finden ab 7 Uhr Kundgebungen, Vorträge und Protestaktionen von zahlreichen Organisationen statt.
Das Dossier „Bayer & Monsanto – Bleibt uns vom Acker“ von FIAN Deutschland, INKOTA, dem Forum Umwelt und Entwicklung, Brot für die Welt sowie Misereor finden Sie hier zum Download:
http://news.brot-fuer-die-welt.de/r.html?uid=A.B.BggX.ECt.BXBkh.7FNmAukxdGnsIM4v6f0ECQ
Es kann kostenlos bei den jeweiligen Organisationen bestellt werden.

 


„Dritter Weg“ der Kirchen künftig mit Gewerkschaften Diözese ruft auf zu Beteiligung an Gestaltung kirchlichen Arbeitsvertragsrechts

(Rottenburg/drs) - Die Diözese Rottenburg-Stuttgart bietet den Gewerkschaften erstmals die Mitarbeit in der Kommission zur Ordnung des Diözesanen Arbeitsvertragsrechts (Bistums-KODA) an. Damit haben die örtlich und sachlich zuständigen tariffähigen Arbeitnehmerkoalitionen die Möglichkeit, eine Vertreterin oder einen Vertreter in die Bistums-KODA zu entsenden und sich organisatorisch am Zustandekommen des kirchlichen Arbeitsvertragsrechts auf der Mitarbeiterseite zu beteiligen. Ein Sitz in der Kommission ist den Gewerkschaften vorbehalten. Eine entsprechende Bekanntmachung wurde jetzt im aktuellen Amtsblatt der Diözese veröffentlicht.

 

 

 

Der Aufruf an mitwirkungswillige Gewerkschaften basiert auf einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 20. November 2012. Vor diesem Hintergrund hat der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) eine Rahmen-Koda-Ordnung und eine Entsendeordnung beschlossen, die anschließend für die Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgearbeitet und von Bischof Fürst in Kraft gesetzt wurde.

 

 

 

Artikel 140 des Grundgesetzes gestattet den Kirchen ihre arbeitsvertraglichen Bestimmungen auf dem sogenannten „Dritten Weg“ in eigens hierfür kirchenrechtlich eingeführten paritätisch besetzten arbeitsrechtlichen Kommissionen selbst auszuhandeln. Die Bistums-KODA ist für die Gestaltung und Weiterentwicklung des Arbeitsvertragsrechts in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und damit für rund 21.000 Beschäftigte zuständig.

 

 

 


Saale-Unstrut:  Auf den Spuren von Salz und Kohle

 Saale-Unstrut ist bekannt für seine hochmittelalterliche Kulturlandschaft mit Burgen und Klöstern. Doch auch die Industrie hat die Region zwischen Leipzig und Weimar entscheidend mitgestaltet.

 

 

(Naumburg/tpr) – Salz und Kohle: Jahrhundertelang haben diese beiden Rohstoffe Menschen und Landschaft in Saale-Unstrut geprägt. Im Mittelalter begannen die Einwohner der heutigen Kurstädte Sole zu Speisesalz zu sieden. Bis heute schätzen Menschen auch die heilsame Wirkung der Sole für Haut und Atemwege. Das Geiseltal war eines der bedeutendsten Bergbaugebiete in Deutschland. Jetzt suchen Einheimische und Touristen am Geiseltalsee, einem ehemaligen Tagebaurestloch, Erholung.

 

 

Von der Salzgewinnung zur Heilkraft der Sole

 

In weiße Mäntel gehüllt gehen Kurgäste in diesen frühlingshaften Tagen wieder öfter durch Saale-Unstruts Gradierwerke. Sole, eine wässrige Lösung von Salzen, rinnt hier über große, mit Schwarzdornbündeln gefüllte Holzgerüste. Die salzhaltige Luft, die sie einatmen, erinnert an einen Spaziergang an der Nordsee. Schon im 19. Jahrhundert sorgte die Heilwirkung der Sole in den Kurstädten Bad Sulza, Bad Kösen und Bad Dürrenberg für Aufschwung. Ursprünglich waren die Gradierwerke Teil des Salzgewinnungsprozesses, indem Sole aus den Quellen über die Schwarzdornbündel rieselte und verdunstete. Das konzentrierte Salzwasser wurde in großen Pfannen erhitzt bis das Salz auskristallisierte.

 

 

 

Die erste Salzsiedeeinrichtung gab es in Bad Sulza schon im 11.

 

Jahrhundert. Aber erst Mitte des 16. Jahrhunderts schlossen sich mehrere Gewerke zusammen, um das erste große Salzwerk zu gründen. Das Gradierwerk Louise mit der Zerstäuberhalle und das Saline- und Heimatmuseum erinnern an die Geschichte der Salzproduktion. Die lange Kurtradition zeigt sich im historischen Kurpark mit restaurierter Trinkhalle und Musikmuschel.

 

 

 

Vielfältige Anwendungen für Sole

 

 

 

Im 18. Jahrhundert leitete der Dresdener Ingenieur Johann Gottfried Borlach, beauftragt von August dem Starken, den Aufbau eines Salzwerkes in Bad Kösen. Die Salzgewinnung lieferte wichtige Arbeitsplätze für die Region. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Sole nur noch für Bäder gefördert. Bis heute spielt sie im modernen Therapiezentrum im Ort eine wichtige Rolle für das Thermalsolebad, das Soledampfbad und die Salzgrotte.

 

 

 

Auch in Bad Dürrenberg bohrte Johann Gottfried Borlach nach Solequellen.

 

Mitte des 18. Jahrhunderts stieß er in über 200 Metern Tiefe auf eine Quelle. Die Entdeckung machte aus dem unbedeutenden Ort einen wichtigen Standort kursächsischer Salzproduktion. Die Qualität des Salzes war so hoch, dass es die Dürrenberger bis Westafrika exportierten. Das und weitere Anekdoten erfahren Besucher bei einer Führung der Touristinformation und im Borlach-Museum. Mit rund 700 Meter Länge steht in Bad Dürrenberg das größte zusammenhängende Gradierwerk in Europa. Es ist Teil der europäischen Route der Industriekultur.

 

 

 

 

 

Von der Kohlegewinnung zum Freizeitparadies

 

 

 

Fast 300 Jahre lang bestimmte der Bergbau im Geiseltal das Leben der Menschen. Noch bis 1993 lärmten hier Schaufelradbagger und fuhren Kohlezüge Tag und Nacht. Rund 12.500 Einwohner mussten für den Braunkohleabbau ihr Zuhause verlassen, mehr als ein Dutzend Orte verschwand. Die Region zählte zu den bedeutendsten Bergbaugebieten in Deutschland und bot tausende Arbeitsplätze. Das große Braunkohlevorkommen zog auch Chemiefirmen an. Es entstand das Ammoniakwerk Merseburg in Leuna. Die Buna-Werke in Schkopau stellten synthetischen Kautschuk her, die Wintershall AG in Lützkendorf synthetisches Benzin.

 

 

 

Doch zur Wende war das Braunkohlevorkommen erschöpft. Nach der Sanierung flutete die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft das Tagebaurestloch im Jahr 2003 mit Wasser aus der Saale. Es entstand der größte künstliche See Deutschlands und mit ihm ein Natur- und

 

Freizeitparadies: der Geiseltalsee. Bei Radfahrern, Wanderern, Wassersportlern und Badegästen ist er sehr beliebt. Geschichtsinteressierte erhalten in der Zentralwerkstatt Pfännerhall, in der einst Brikettmaschinen und Lokomotiven repariert wurden, einen Einblick in die Sanierung und Rekultivierung der ehemaligen Bergbaulandschaft.

 

 

 

Aktiven Tagebau erleben

 

 

 

Empfehlenswert ist auch der Besuch im 40 Kilometer entfernten noch aktiven Tagebau Profen. Vom Aussichtspunkt am Tagebaurand können Besucher Schaufelrad-, Löffel- und Eimerkettenbagger beobachten und erhalten auf Schautafeln Informationen zum Abbau und zum Umweltschutz.

 

 

 

In Zeitz steht der letzte Zeuge der einstigen Braunkohlenveredelung in

 

Mitteldeutschland: der Herrmannschacht, die älteste erhaltene Brikettfabrik der Welt. Sie war von 1889 bis 1959 in Betrieb und steht schon seit 1961 unter Denkmalschutz. In einer Führung können Gäste den noch erhaltenen Original-Maschinenbestand besichtigen, sich im echten Braunkohlenwald über die Pflanzenarten informieren und in der Ofenausstellung das ein oder andere „Schätzchen“ wiederentdecken.

 

 

 

Reiseinformationen

 

 

 

Wichtigstes Tourismusportal für die Region Saale-Unstrut ist www.saale- unstrut-tourismus.de. Hier informiert der ansässige Tourismusverein über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der gewachsenen Kulturlandschaft und bietet Buchungsmöglichkeiten für Unterkünfte.

 


Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit: Das italienische Konsortium Prosecco DOC verbietet Pflanzenschutzmittel im gesamten Anbaugebiet

Die Mitgliederversammlung des Konsortiums der kontrollierten Ursprungsbezeichnung Prosecco DOC bestätigt das Engagement des Präsidenten Stefano Zanette, ab der Lese 2018 Glyphosat, Folpet und Mancozeb zu verbieten. Die Pflanzenschutzmittel werden bereits ab diesem Jahr aus den offiziellen Anbau-Statuten ‚Vademecum viticolo 2017’ gestrichen.

(Hamburg/Treviso/pm) -
Als erstes Weinanbaugebiet der Welt geht Prosecco DOC neue Wege in Sachen Nachhaltigkeit. Konsortiumspräsident Stefano Zanette hatte bereits im Februar erste konkrete Schritte in Richtung der Systemzertifizierung angekündigt, die viele Diskussionen auslösten. Am fünften April wurden nun in der Mitgliederversammlung des Konsortiums offiziell die Weichen für einen nachhaltigen Anbau von Prosecco DOC gestellt.  „Wir haben den Stein ins Rollen gebracht, von hier aus gibt es kein Zurück. Aber das Ziel ist ambitioniert und der Weg zur allumfassenden Nachhaltigkeit ist lang – wir müssen Schritt für Schritt vorgehen“, so Zanette direkt nach der Hauptversammlung, in der die komplette Beseitigung von Glyphosat, Mancozeb und Folpet ab dem Weinjahr 2018 beschlossen wurde. Diese in der Weinwelt bahnbrechende Maßnahme wird für alle Produzenten obligatorisch, die die kontrollierte Ursprungsbezeichnung Prosecco DOC führen wollen. 

Das überarbeitete Anbauregularium Vademecum Viticolo 2017, das bei der gerade zu Ende gegangenen Vinitaly präsentiert wurde, empfiehlt einen Verzicht auf Pflanzenschutzmittel bereits im laufenden Jahr. Die Richtlinie können Produzenten zurzeit noch freiwillig befolgen, um sich mit den neuen Statuten vertraut zu machen. 

Die Entschlossenheit, mit der das Konsortium sich dem Thema Nachhaltigkeit widmet, beschränkt sich jedoch nicht nur auf landwirtschaftliche Praktiken, die Wasser, Luft und Boden schützen. Auch ökonomische und soziale Aspekte werden Schritt für Schritt in die Strategie des Anbaugebiets einfließen: „Das vor uns liegende Jahr bis zur verpflichtenden Eliminierung der Pflanzenschutzmittel gibt uns die Zeit, die wir benötigen, um ein noch ehrgeizigeres Ziel zu erreichen: unter Einbezug der gesamten Lieferkette passende Lösungen zu schaffen und ein Nachhaltigkeitszertifikat für die gesamte Ursprungsbezeichnung einzuführen“ erklärt Zanette.  

„Wie ich unseren Mitgliedern erklären konnte, handelt es sich um eine soziale Verantwortung, die über wissenschaftliche Bewertungen hinausgeht. Die Wissenschaft hat uns bestätigt: Auch ohne Pflanzenschutzmittel ist ein qualitativ hochwertiger Weinbau möglich. Ich bin überzeugt davon, dass wir trotz der Bedenken einiger Mitglieder, einmal mehr die Fortschrittlichkeit und Dynamik unserer Ursprungsbezeichnung unter Beweis stellen. Wir möchten so zeigen, dass Profit nicht das einzige Ziel ist, sondern auch verantwortungsvoll mit den Erwartungen der Verbraucher und Bewohner unseres Anbaugebiets umgegangen wird.“ 

Das Konsortium bietet seinen Produzenten jegliche notwendige Unterstützung, um diesen schwierigen, irreversiblen Übergang zu erleichtern. „Jetzt appelliere ich an das Verantwortungsbewusstsein von jedem, um den kulturellen Sprung erfolgreich zu meistern“, beschließt Zanette.

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid. Prosecco DOC ist der erste italienische Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung, der sich durch ein Gift-Verbot in seinen Statuten auszeichnet. Mit dem Verbot der Pflanzenschutzmittel wird die Nachhaltigkeit für das gesamte Prosecco-Anbaugebiet dauerhaft sicherstellt.

 


Neues Ausbildungsprogramm für benachteiligte Jugendliche

Ausweg aus dem Kreislauf von Armut, fehlender Bildung und schlecht bezahlten Jobs

Vorstandsvorsitzender Alexander Knauss und Mansoof Ismail, Auszubildender im ersten Jahrgang, freuen sich über die offizielle Eröffnung des neuen Ausbildungszentrums.
Vorstandsvorsitzender Alexander Knauss und Mansoof Ismail, Auszubildender im ersten Jahrgang, freuen sich über die offizielle Eröffnung des neuen Ausbildungszentrums.

 

 

(Bonn/db) – Im Dezember 2016 offiziell beschlossen – im März 2017 eröffnet: Im neuen gemeinsamen Training Center in Kapstadt werden ab Juli die ersten 8 Schülerinnen und 17 Schüler ihre Ausbildung zum Kfz-Service-Mechatroniker beginnen. Das neue Ausbildungszentrum auf dem Gelände der Salesianer Don Boscos in Kapstadt ist eine gemeinsame Initiative der Porsche AG, des Don Bosco Salesian Institute Youth Project (SIYP), des Porsche-Importeurs in Südafrika (LSM Distributors) sowie der Bonner Nichtregierungsorganisation Don Bosco Mondo e.V.

 

 

 

Partnerschaft in Südafrika: Mit Bildung gegen Armut

 

Jährlich werden nun bis zu 25 Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen in einer dreijährigen Ausbildungszeit zu Kfz-Service-Mechatronikern qualifiziert. Im von hoher Jugendarbeitslosigkeit geprägten Südafrika eine außergewöhnliche Chance für die jungen Frauen und Männer. „Wir wissen, dass Bildung und Ausbildung die Schlüssel sind. Schlüssel für den Weg raus aus Armut, Kriminalität, Drogen und Hoffnungslosigkeit. Schlüssel für ein Leben mit materieller und sozialer Sicherheit. Dafür brauchen wir starke Partner an unserer Seite. Wir sind sehr froh, dass wir ein gemeinsames Ausbildungsprojekt mit den Salesianern Don Boscos und Porsche hier in Kapstadt initiieren konnten“, erklärte Alexander Knauss, Vorstandsvorsitzender von Don Bosco Mondo bei der Eröffnung des Ausbildungszentrums.

 

 

 

Salesianer Don Boscos in Kapstadt: Mehr als nur Ausbildung

Gerade in den Townships von Kapstadt herrschen schwierige Bedingungen für die Heranwachsenden, wenig Bildungsmöglichkeiten, hohe Kriminalität. Da ist das SIYP im sicheren District 1 ein Ort der Möglichkeiten für die hilfsbedürftigen jungen Menschen. Hier werden sie aufgefangen und entsprechend ihren Möglichkeiten umfassend gefördert und qualifiziert. Ganz im Sinne der ganzheitlichen Pädagogik Don Boscos bedeutet das mehr als eine Berufsausbildung: Neben Mathematik, Lesen und Schreiben stehen Kommunikations- und Konfliktbewältigungstrainings, Persönlichkeitsentwicklung aber auch Sport auf dem Stundenplan.

 

 

 

 


Neues VDI-Projekt überprüft Nachwuchsangebote auf Chancengleichheit

Vielfalt in der Nachwuchsförderung

M. Kumar/ VDI
M. Kumar/ VDI

 

(Düsseldorf/vdi) - Spaß und Interesse an Technik wächst durch Eigenantrieb, Vorbilder oder Angebote. Doch werden alle Kinder und Jugendlichen gleich gut darin gefördert? Das neue Projekt „VDI-EnablING“ überprüft die Nachwuchsaktivitäten des VDI auf Chancengleichheit. Ziel ist es, Zugangshürden für den Nachwuchs mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Schichten abzubauen. Das Projekt wird von der Stiftung Mercator unterstützt und läuft drei Jahre.

 

Aktuell haben in Deutschland ein Drittel der Kinder und Jugendlichen einen Migrationshintergrund – Tendenz steigend. Schätzungen zur Folge werden im Jahr 2020 bereits 50 Prozent der unter Fünfjährigen einen Migrationshintergrund haben. Grund genug sich anzuschauen, ob der VDI adäquat alle Zielgruppen bei der Talentförderung anspricht. Aktuell fördert der VDI mit einer durchgehenden Strategie den Nachwuchs vom Kindergarten bis zum Berufseinstieg.

 

Eine Onlinebefragung tausender Eltern der VDIni-Club-Kinder, jugendlicher Mitglieder der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN sowie VDI-Mitglieder, die studieren oder Berufseinsteiger sind, zeigt: Ein Viertel der Teilnehmer hat einen Migrationshintergrund. Die Eltern stammen vor allem aus Osteuropa, der Türkei sowie Mitteleuropa. „Der Großteil weist eine hohe Bildungsmotivation auf und stammt aus Familien mit einer hohen Bildungsaspiration“, sagt Tina Schaafs, Projektleiterin von VDI EnablING. „Mehrheitlich verfügen die Eltern über eine gute Schulbildung, Abitur und Studium.“

 

Die Befragung zeigt auch: Es sind meist die Eltern, die zur Teilnahme an den VDI-Nachwuchsformaten anregen. Bei Eltern mit Migrationshintergrund, aus bildungsferneren Schichten oder ohne Studienabschluss sind jedoch die Höhe der Kostenbeiträge und eine fehlende Auseinandersetzung mit dem Thema Förderangebote die größten Bremsen für eine Teilnahme ihrer Kinder. Grundsätzlich wird die Informationssuche zu den VDI-Angeboten als auch der Anmeldeprozess von den Teilnehmern und den Eltern aber als problemlos eingestuft.

 

Wenn der Nachwuchs einmal in eines der Projekte gefunden hat, zahlt sich das aus: „Besonders erfreulich ist, dass das Interesse an Technik und Naturwissenschaften der Kinder und Jugendlichen durch die Teilnahme an den VDI-Angeboten mehrheitlich gleich geblieben oder gestiegen ist. Unter den Teilnehmern mit Zuwanderungsgeschichte ist dieses sogar noch stärker gestiegen. Rund 90 Prozent der jugendlichen Zukunftspiloten planen, zukünftig ein Studium oder einen Beruf mit technischem bzw. naturwissenschaftlichem Bezug aufzunehmen“, so Schaafs.

 

Die Nachwuchsprojekte zu sichten und die Teilnehmer und Eltern zu befragen, waren die ersten Schritte im Projektplan. Nun arbeitet das Projektteam um Tina Schaafs gemeinsam daran, die Zugangshürden anzubauen, um noch vielfältigere Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Studierenden anzusprechen. „Wir möchten unsere Projekte stetig weiterentwickeln“, so Schaafs. „Es ist uns wichtig über die Möglichkeiten und die Bedeutung von Förderangeboten für den an Technik interessierten Nachwuchs zu informieren. Wir denken auch schon konkret über Kooperationen mit Kitas, Schulen und weiteren Bildungspartnern nach.“

 

Der VDI – Sprecher, Gestalter, Netzwerker
Die Faszination für Technik treibt uns voran: Seit 160 Jahren gibt der VDI Verein Deutscher Ingenieure wichtige Impulse für neue Technologien und technische Lösungen für mehr Lebensqualität, eine bessere Umwelt und mehr Wohlstand. Mit rund 155.000 persönlichen Mitgliedern ist der VDI der größte technisch-wissenschaftliche Verein Deutschlands. Als Sprecher der Ingenieure und der Technik gestalten wir die Zukunft aktiv mit. Mehr als 12.000 ehrenamtliche Experten bearbeiten jedes Jahr neueste Erkenntnisse zur Förderung unseres Technikstandorts. Als drittgrößter technischer Regelsetzer ist der VDI Partner für die deutsche Wirtschaft und Wissenschaft.

 


Auszeichnung beim Portfolio Institutionell Award in Berlin

Steyler Ethik Bank ist „Bester nachhaltiger Investor“

(Berlin/Sankt Augustin/sb)  – Die Steyler Ethik Bank ist am Mittwochabend [5. April 2017] beim Portfolio Institutionell Award als bester nachhaltiger Investor ausgezeichnet worden. Bankgeschäftsführer Norbert Wolf und die Managerin für Ethik und Nachhaltigkeit, Jutta Hinrichs, nahmen den Preis entgegen.

 

 

 

Der Portfolio Institutionell Award ist die bedeutendste Auszeichnung für institutionelle Investoren in Deutschland. Bei der feierlichen Preisvergabe in Berlin begründete Jury-Mitglied Axel Wilhelm von der nachhaltigen Ratingagentur Imug die Wahl als „Bester nachhaltiger Investor“. Demnach habe die Steyler Ethik Bank „im Hinblick auf Integration und Management von Kapitalanlagen nach sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien die besten Argumente“ gehabt.

 

Bankgeschäftsführer Norbert Wolf nahm den Award gemeinsam mit Jutta Hinrichs (Stabsstelle Ethik und Nachhaltigkeit) aus den Händen von Thorsten Hemme (HSBC) entgegen.

 

Zu den früheren Preisträgern in der Kategorie zählen die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Evangelische Kreditgenossenschaft (heute Evangelische Bank eG) und die Versicherung oeco capital.

 

 

 

Die Steyler Ethik Bank

 

Die Steyler Ethik Bank wurde 1964 vom Steyler Missionsorden in Sankt Augustin bei Bonn gegründet. Sie bietet das gesamte Spektrum eines modernen Finanzdienstleisters an: vom Girokonto bis zur Vermögensverwaltung. Ethisches Bankgeschäft lebt das Geldinstitut durch eine faire und bedarfsgerechte Kundenberatung sowie nachhaltige Anlagestrategien. So investiert die Bank nur in Wertpapiere, die strenge soziale und ökologische Kriterien erfüllen. Der Gewinn der Bank fließt in die sozialen Hilfsprojekte der weltweit rund 10.000 Steyler Missionare und Schwestern – gemeinsam mit freiwilligen Spenden von Kunden.

 


Konsumkritischer Stadtrundgang in der Fastenzeit

Fair kaufen

Foto: bt
Foto: bt

(Trier/bt) – Zu einem konsumkritischen Stadtrundgang laden am Freitag, 7. April, um 17 Uhr die Aktion Autofasten, der BUND Trier-Saarburg und der Themenschwerpunkt Schöpfung der Katholischen Erwachsenenbildung ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen unterwegs den eigenen Konsum bedenken. An zwei Stationen in der Trierer Innenstadt werden soziale, ökologische und ökonomische Aspekte der Globalisierung beim Reisen und bei der Herstellung von Schuhen besprochen. Insbesondere geht es darum, wie jede und jeder Einzelne durch seine Einkaufsentscheidungen dazu beitragen kann, Klimaschutz und globale Gerechtigkeit zu verbessern.

 

Anmeldungen werden bis zum 5. April an den Themenschwerpunkt Schöpfung, Tel. 0651-99372720, E-Mail: schoepfung(at)bistum-trier.de erbeten.

 


Industriekultur und Regionalgeschichte im Lausitzer Seenland erkunden

Elf neue Entdecker-Touren

Die Entdecker-Tour Nr. 1 führt unter anderem zu einem Weinberg am  Großräschener See. Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V., Nada  Quenzel
Die Entdecker-Tour Nr. 1 führt unter anderem zu einem Weinberg am Großräschener See. Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V., Nada Quenzel

 

(Senftenberg/tpr) – Die ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur feiert in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag. Seit 2007 tauchen Besucher an teils noch aktiven Originalschauplätzen in die Geschichte der Bergbau- und Energieindustrie der Region zwischen Cottbus und Bautzen ein. Zum Jubiläum präsentiert der Tourismusverband Lausitzer Seenland elf neue Entdecker-Touren. Es sind Reisetipps für Tagesausflüge in die Region.

150 Jahre lang prägten der Bergbau und die Kohleproduktion das berufliche und gesellschaftliche Leben der Lausitz. In der Landschaft haben sie
deutliche Spuren hinterlassen. Bergleute holten über zwei Milliarden Tonnen Braunkohle aus bis zu 60 Metern Tiefe. Seit den 1970er Jahren erlebt die Region einen Strukturwandel. Aus stillgelegten Tagebaugruben, die geflutet wurden und noch werden, entsteht die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas: das Lausitzer Seenland.

Die ENERGIE-Route verbindet die Industriegeschichte mit dem Lausitzer Seenland. „Diesen Landschaftswandel kann man nur verstehen und sinnlich erfassen, wenn man die Stationen der ENERGIE-Route besichtigt hat“, sagt Projektkoordinatorin Antje Boshold. „Die Industriekultur ist das kulturelle Rückgrat des neuen Lausitzer Seenlandes.“ An elf Stationen erleben Besucher, wie Kohle in Energie verwandelt wird und wie Bergleute lebten und arbeiteten. Sie entdecken Orte, die bis vor einiger Zeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich waren oder noch sind, wie den noch aktiven Tagebau Welzow-Süd.

- Entdecker-Touren für elf abwechslungsreiche Tagesausflüge -

Zum zehnten Geburtstag hat der Tourismusverband Lausitzer Seenland für jede Station eine Entdecker-Tour entwickelt. „Für Neugierige, die auf eigene Faust auf Entdeckung gehen wollten, war es bislang mühsam, alle Informationen für einen gelungenen Tagesausflug rund um die Stationen der ENERGIE-Route selbst zusammen zu suchen“, erklärt Antje Boshold. „Deshalb haben wir elf Taschenführer mit Tourenvorschlägen zu großen und kleinen Sehenswürdigkeiten ausgearbeitet.“ Sie sind als PDF-Download auf der Webseite der ENERGIE-Route abrufbar.

Die Taschenführer beschreiben die Wegstrecke der Entdecker-Touren detailliert, geben Einblicke in spannende Regionalgeschichte und erklären
sehenswerte Stopps und Aussichtspunkte. Geografische Karten verschaffen einen Überblick über jede der elf Touren. Wichtige Informationen wie
Gesamtlänge, Schwierigkeitsgrad, Dauer, Anreise und Tipps für Restaurants und Unterkünfte ergänzen die Entdecker-Tour.

- Entdecker-Tour Nr. 1: Rund um das Besucherzentrum IBA-Terrassen -

Die Entdecker-Tour Nr. 1 führt rund um die IBA-Terrassen mit dem Besucherzentrum Lausitzer Seenland. Wo bis 1999 ein riesiges Tagebauloch
klaffte, entsteht heute der Großräschener See mit Hafen und Seebrücke. Die Tour startet an der Allee der Steine und geht weiter zu einem Weinberg, einem noch trockenen Hafenbecken über eine historische Mühle zu einem Fälschermuseum mit täuschend echten Meisterwerken wie der Mona Lisa.

Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg sowie die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen haben die Entdecker-Touren finanziell gefördert.

Die ENERGIE-Route wird international als eine von 19 Regionalen Routen der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) beworben. Weitere
Informationen zur ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur sowie die Entdecker-Touren können unter
www.energie-route-lausitz.de abgerufen werden.

 

 

Über die ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur:

Die ENERGIE-Route verbindet traditionsreiche und teils aktive
Originalschauplätze der Energiegewinnung zu einem kulturellen Erlebnisangebot. Die verschiedenen Stationen erzählen den prägenden Teil der Lausitzer Kulturgeschichte der letzten 150 Jahre: die Geschichte der Bergbau-und Energieindustrie.

Die Stationen der ENERGIE-Route sind nach touristischen Servicekriterien klassifiziert und nach Highlight, Sehenswert und Geheimtipp unterteilt.
Highlights sind Sehenswürdigkeiten mit vollem Komfort. Sehenswerte Stationen bieten etwas weniger Service beziehungsweise sind keine primär
touristischen Orte. Geheimtipps sprechen eine eigene Zielgruppe an, die besondere Kleinode entdecken will und dafür auch bereit ist, auf bestimmte Annehmlichkeiten zu verzichten.

Die elf Stationen: Highlights sind IBA-Terrassen, Besucherbergwerk F60, Energiefabrik Knappenrode, Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus. Sehenswert sind Brikettfabrik LOUISE, Erlebnis-Kraftwerk Plessa, Kraftwerk Schwarze Pumpe, Tagebau Welzow-Süd / excursio-Besucherzentrum. Geheimtipps sind Biotürme Lauchhammer, Gartenstadt Marga, Elektroporzellanmuseum Margarethenhütte.

International wird die Route als eine von 19 Regionalen Routen der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) beworben. Die ENERGIE-Route wurde im Jahr 2007 als ein Projekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) IBA SEE 2000-2010 eröffnet. Seit dem Jahr 2015 ist sie beim
Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V. eingebunden.

 


Geburtstagspräsent zum 247.

 

(Freyburg-Unstrut/pm) - Vier Gold, 13 Silber und einmal Bronze – das ist die stattliche Medaillen-Ausbeute, die die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut von der jüngsten Gebietsweinprämierung Saale-Unstrut mitbrachte. Die Gold-Weine kommen dabei aus allen drei Bereichen des Anbaugebietes.  So stammt die Traminer Spätlese vom Höhnstedter Steineck (Bereich Mansfelder Seen), vom Weimarer Poetenweg schaffte es ein Silvaner aus dem Bereich Thüringen aufs höchste Treppchen, und gleich zwei Gold-Tropfen kommen vom Bereich Schloss Neuenburg. Neben einem Grauburgunder hat der Hölder die Juroren überzeugt. 

 

 

 

Den Dichter Friedrich Hölderlin hätte es sicherlich gefreut, dass eine Woche nach seinem 247. Geburtstag sein Wein mit Gold geehrt wurde. Der weiße Hölder ist eine echte Rarität in Deutschland. Der Rebforscher August Herold kreuzte dafür Mitte des letzten Jahrhunderts Ruhländer und Riesling und kreierte so die Basis für fruchtige und spritzige Tropfen. Und da Hölderlins Geburtsort Lauffen am Neckar nur einen Vers lang von der  Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg entfernt liegt, benannte der Züchter die neue Sorte nach dem romantischen Dichter. Von den nur noch knapp sechs Hektar Rebfläche Hölder in Deutschland, steht ein Hektar „An der Rebschule“, die zur Freyburger Lage  Edelacker gehört. Die Anlage wird gegenwärtig neu bestockt, so dass auch künftig das Vermächtnis des Dichters an Saale und Unstrut hochgehalten wird.

 

 

 

Medaillen-Übersicht:

 

 

 

GOLD

 

16er Werkstück Weimar Silvaner DQW  

 

16er Traminer Spätlese Höhnstedter Steineck       

 

16er Hölder Bereich Schloss Neuenburg DQW       

 

16er Grauburgunder Bereich Schloss Neuenburg DQW   

 

 

 

SILBER

 

16er Werkstück Weimar Riesling DQW                

 

16er Werkstück Weimar Dornfelder Rosé DQW                              

 

16er Müller-Thurgau DQW                                                                 

 

16er Gutedel DQW                                                                                      

 

16er Weißburgunder Bereich Schloss Neuenburg DQW              

 

16er Bacchus DQW halbtrocken                                                             

 

16er Bacchus DQW lieblich                                                                        

 

16er Kerner DQW                                                                                         

 

15er Grauburgunder Spätlese Seeburger Himmelshöhe             

 

16er Riesling Spätlese Steigraer Hahnenberg                                   

 

15er Pinot Grigio Sonderedition Berghotel zum Edelacker                                                                 

 

16er Portugieser Weißherbst DQW                                                      

 

15er Blauer Zweigelt Barrique DQW                                                     

 

 

 

BRONZE

 

16er Weißburgunder Spätlese Seeburger Himmelshöhe            

 


Drei Initiativen mit dem ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit ausgezeichnet

 

(Hamburg/ZEIT) -  Die Gewinner des ZEIT WISSEN-Preises Mut zur Nachhaltigkeit 2017 stehen fest:

 

 

 

Der Preis in der Kategorie WISSEN geht an die vom Österreicher Christian Felber entwickelte Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung. Das alternative Wirtschaftsmodell wird von mehr als 2.200 Unternehmen unterstützt. Ziel ist es, den unternehmerischen Erfolg nicht am monetären Gewinn, sondern am Beitrag eines Unternehmens zum Gemeinwohl zu messen.

 

 

 

Das Bündnis Forum Nachhaltiger Kakao erhält den Preis in der Kategorie HANDELN. Die Multi-Stakeholder-Initiative, die sich aus Akteuren der Kakao- und Schokoladenindustrie, dem Lebensmittelhandel, der Zivilgesellschaft und der Bundesregierung zusammensetzt, will die Situation der Kakaobauern in den Anbauländern verbessern und einen nachhaltigen Anbau der Kakaobohnen fördern.

 

 

 

Das Start-up Kiron Open Higher Education wird in der neu eingeführten Kategorie DURCHSTARTEN ausgezeichnet. Die Initiative ermöglicht mehr als 2.000 Geflüchteten über digitale Lehr- und Lernformate unbürokratisch ein Studium aufzunehmen. Die per Crowdfunding gegründete Bildungsplattform ermöglicht damit einen unkomplizierten Hochschulzugang.

 

 

 

Andreas Sentker, Jurymitglied und Herausgeber von ZEIT WISSEN: „Die Preisträger zeigen eindrücklich, wie Nachhaltigkeit in jeder Dimension gefördert werden kann: ökonomisch, ökologisch und sozial. Besonders ermutigend sind dabei die vielen jungen Initiativen und Start-ups, die wir als Jurymitglieder kennenlernen konnten.“

 

 

 

Der Preis wird im Rahmen des Nachhaltigkeitskongresses in den Kategorien WISSEN, HANDELN und DURCHSTARTEN verliehen. In den Kategorien WISSEN und DURCHSTARTEN ist er jeweils mit 10.000 Euro dotiert. Weitere Informationen zum Preis, zur Jury und zu allen Nominierten finden Sie unter www.zeit.de/nhp.

 


Treis-Karden und Zell erhält Unterstützung von „Aktion Arbeit“

15.000 Euro für die „Mode-Oase“

Die Geschäftsführerin der „Aktion Arbeit“ Andrea Steyven (Dritte v. links) überreicht der Caritasdirektorin Katy Schug (Dritte v. rechts) und dem Verkaufsteam der „Mode-Oase“ mit der sozialpädagogischen Leiterin Ira Gerhartz (links) einen Scheck über 15.0
Die Geschäftsführerin der „Aktion Arbeit“ Andrea Steyven (Dritte v. links) überreicht der Caritasdirektorin Katy Schug (Dritte v. rechts) und dem Verkaufsteam der „Mode-Oase“ mit der sozialpädagogischen Leiterin Ira Gerhartz (links) einen Scheck über 15.0

(Treis-Karden/bt) – Katharina Ex (24) aus Cochem-Brauheck hat eine überbetriebliche Ausbildung zur Baumetallmalerin absolviert. Sie hat einen Facharbeiterbrief. – Eine richtige Arbeit hat sie danach aber nicht gefunden. Nach einem Teilzeit-Job im Garten- und Landschaftsbau war sie arbeitslos. Die vielen Bewerbungen brachten keinen Erfolg. Auch die Teilnahme an einer „Fit für den Job“-Maßnahme bewirkte nichts. Es folgte der Beginn einer weiteren Ausbildung zur Metallbauerin, die  Katharina abbrechen musste. Doch seit etwa fünf Monaten hat Katharina einen Job: Sie ist in der „Mode-Oase“ in Treis-Karden beschäftigt.

 

Die „Mode-Oase“ ist einer von zwei Second Hand-Läden, die der Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück seit nunmehr 13 Jahren als Arbeitsmarktprojekt betreibt. In Treis-Karden sind derzeit zehn vom Jobcenter Cochem-Zell zugewiesene Personen beschäftigt. „Obwohl die Arbeitslosenzahlen im Kreis Cochem-Zell sehr niedrig sind, braucht es ein Angebot für Menschen, die ohne zusätzliche Unterstützung keine Chance haben“, erklärt Andrea Steyven, Geschäftsführerin der „Aktion Arbeit“. Die Aktion fördert das Projekt in Treis-Karden und Zell für zwei Jahre mit 15.000 Euro. Hierdurch können entstandene Kosten finanziert werden, die über die öffentliche Projektförderung hinausgehen.

 

In der „Mode-Oase“ gehe es nicht nur um Vermittlung. „Das ist Sozialarbeit pur“, sagt die sozialpädagogische Leiterin Ira Gerhartz; „Wir arbeiten hier mit Menschen, die am Rande stehen.“ Wie wichtig diese Beschäftigung ist, zeigt die Aussage einer Teilnehmerin: „Wahrscheinlich komme ich selbst im Urlaub in der Mode-Oase vorbei, denn es geht nicht mehr ohne sie.“

 

Dass gerade in einer Region mit einer so geringen Arbeitslosenquote ein solches Projekt durchgeführt wird, ist nicht selbstverständlich, denn das  Jobcenter hat hierfür wenige Mittel zur Verfügung. „Das geht nur, weil der Caritasverband hier viele Eigenmittel einbringt“, erläutert Andrea Steyven. Aus diesem Grund unterstützt auch die „Aktion Arbeit“ dieses Projekt. Die Caritasdirektorin Katy Schug richtet ihre Dankesworte an die Geschäftsführerin der „Aktion Arbeit“: „Sie machen deutlich, wie sehr Sie unsere Arbeit an den beiden Standorten schätzen. Wir tun alles, damit das Projekt für die Teilnehmer gut wird.“ Und das wissen auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu schätzen. Frank Scholtes (31), Vater von zwei Kindern, ist seit Dezember dabei. Er freut sich, dass er hier selbständig arbeiten und seine Ideen mit einbringen kann.

 

Neben dem direkten Umgang mit den Kunden im Verkauf gibt es verschiedene Schulungseinheiten im Bereich EDV und Gesundheit. Zudem werden Bewerbungstrainings angeboten. Durch integrierte Praktika lernen potenzielle Arbeitgeber die Teilnehmenden kennen, was nicht selten zu einer Einstellung führt. „Und genau das ist ja das Ziel, dass die Aktion Arbeit verfolgt: Die Unterstützung von Projekten, die Menschen eine Chance eröffnen, wieder am Arbeitsmarkt und damit an der Gesellschaft teilzuhaben“, fasst Andrea Steyven zusammen.

 

Weitere Informationen gibt es unter www.aktionarbeit.bistum-trier.de.

 


kfd diskutiert Gutachten zum Zweiten Gleichstellungsbericht mit Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok, Mitglied der Sachverständigenkommission

Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten

Stephane Schimmel, Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok sowie Anni Rennock (v.l.n.r.). Foto: kfd
Stephane Schimmel, Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok sowie Anni Rennock (v.l.n.r.). Foto: kfd

 

(Düsseldorf/kfd)  – Auf ihrem Symposium „Herausforderung Geschlechtergerechtigkeit“ hat die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. am 24. und 25. März in Mainz das Gutachten zum Zweiten Gleichstellungsbericht diskutiert, das Anfang März unter dem Titel „Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten“ veröffentlicht worden ist.

 

 

 

Frau Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok von der Hochschule München und Mitglied der Kommission zur Erstellung des Gutachtens, war als Referentin geladen: „Wir haben das Gutachten der Bundesregierung vorgelegt, nun kommt es darauf an, was die Politik daraus macht.“

 

 

 

In den letzten Jahren sei einiges erreicht worden, so Expertin Yollu-Tok, jedoch seien noch immer gravierende Ungleichheiten im Lebensverlauf von Frauen und Männern zu verzeichnen. So verdienen Frauen 21 Prozent weniger als Männer. Zweidrittel der erwerbstätigen Frauen verdienen nicht genug, um ihre Existenz langfristig zu sichern.

 

Nachholbedarf besteht auch bei der Sorgearbeit. Im Gutachten wird dafür erstmals der Gender Care Gap eingeführt. Dieser zeigt, dass Frauen nach wie vor deutlich mehr Zeit in Sorgearbeit investieren als Männer, rund 52 Prozent mehr. Personen, die Sorgearbeit leisten, stehen dabei immer im Spannungsfeld unterschiedlicher Lebensbereiche wie Erwerbsarbeit, Elternschaft und Pflege.

 

 

 

Anni Rennock, Mitglied des kfd-Bundesvorstandes und Sprecherin des Ständigen Ausschusses „Hauswirtschaft und Verbraucherthemen“ betonte: „Besonders wichtig sind uns flexible Arbeitszeiten, die den jeweiligen Bedingungen der Menschen in verschiedenen Lebensbereichen entsprechen – vor allem das Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit. Die Aufwertung und die Legalisierung haushaltsbezogener Dienstleistungen und eine Rente, die eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen im Alter ermöglicht, sind weitere Anliegen.“

 

 

 

„Erwerbsarbeit und informelle Sorgearbeit müssen zusammen gelebt werden können. Daher fordern wir eine gleichberechtigte und partnerschaftliche Teilhabe an Erwerbsarbeit. Hier gibt es besonders für Frauen Nachholbedarf“, unterstrich Stephane Schimmel, stellvertretende Sprecherin des Ständigen Ausschusses „Frauen und Erwerbsarbeit“ im kfd-Bundesverband.

 

 

 

Bereits den Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung von 2011 hat die kfd im Rahmen des Projektes „Neuer Blick auf alte Fragen“ intensiv diskutiert.  Dabei wurden insbesondere die gleichstellungspolitischen Vorstellungen des Verbandes aus der Lebenslaufperspektive neu behandelt.

 

Im Nachgang dazu hat die kfd das Positionspapier „Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf“ verabschiedet.

 

 

 

Weitere Informationen 

 

 

Projektseite mit Infos und Downloads „Neuer Blick auf alte Fragen“

 

https://www.kfd-bundesverband.de/projekte/archiv/neuer-blick-auf-alte-fragen.html

 

 

 

Positionspapier „Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf“

 

https://www.kfd-bundesverband.de/artikel/positionspapier-gleichstellung-von-frauen-und-maennern-im-lebensverlauf.html

 

 

 

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit einer halben Million Mitgliedern der größte katholische Verband und eine der größten Frauenorganisationen in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein.

 


Berliner Wirtschaftskonferenz CREATING URBAN TECH 2017 präsentiert „The Berlin Summit: connected.urban.smart“ am 25. Oktober 2017 im KOSMOS Berlin

 

(Berlin/pm) - Unter dem Motto „The Berlin Summit: connected.urban.smart“ kommen am 25. Oktober 2017 rund 350 national und international renommierte Technologie-Experten in die deutsche Hauptstadt. Im Rahmen der Berliner Wirtschaftskonferenz CREATING URBAN TECH soll über technologische Visionen und Lösungen für die Metropole der Zukunft debattiert werden. Initiiert von Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin, vernetzt die Konferenz zum dritten Mal die globale Zukunftsbranche mit Berliner Ideengebern und der vibrierenden Startup-Szene der Hauptstadt.

 

 

 

Berlin ist bereits eine der führenden Smart Cities und stellt den Anspruch an sich selber diese Position noch zu stärken. Durch die anstehende Konferenz sollen weitere smarte und innovative Gestaltungen der Metropole vorgestellt und gefördert werden. Fassaden, die die Luft reinigen, Apps, die das Transport Sharing noch einfacher machen, Häuser, die immer smarter werden – viele Innovationen sind bereits in Deutschland, insbesondere in Berlin, verwirklicht oder in Arbeit. Welche smarten Ansätze verstecken sich noch in Berlin, wer bringt mit seiner Idee Urban Tech weiter voran, welche Vision fehlt in der Hauptstadt noch – zusammengefasst: Was kann Berlin noch alles?

 

 

 

Die Berliner Wirtschaftskonferenz CREATING URBAN TECH ist eine Veranstaltung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, unterstützt von der Investitionsbank Berlin (IBB) und konzipiert vom Zukunftsforschungsinstitut 2b AHEAD ThinkTank.

 


Tagung zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt

Die Teilnehmer der FAiR-Tagung in Koblenz. Foto: bt 
Die Teilnehmer der FAiR-Tagung in Koblenz. Foto: bt 

(Koblenz/bt) – Wie können Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Tagung des Projektverbundes Flüchtlinge und Asylsuchende integriert in die Region (FAiR) in Koblenz. Aus diesem Anlass sprach auch die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles über Herausforderungen und Chancen für Arbeitnehmer sowie für Arbeitgeber.

 

Das Projekt FAiR unterstützt Flüchtlinge durch Einzelfallberatung bei der beruflichen Orientierung und Qualifizierung sowie bei der Vermittlung in Schule, Ausbildung und Arbeit. Finanziell unterstützt wird FAiR unter anderem vom Bischöflichen Generalvikariat, dem Diözesan Caritasverband Trier e. V. und vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz.

 

„Das Projekt kommt zur rechten Zeit“, stellte die Vorsitzende des Caritasverbandes Koblenz e. V. Anette Moesta fest. FAiR gebe Infos zur beruflichen Orientierung, biete berufliche Sprachkurse und vermittle Praktika. Regionale Betriebe seien dabei ein bedeutender Partner. „Es ist unabdingbar in die berufliche Praxis zu gehen, denn es gibt viele Unterschiede zwischen Deutschland und dem jeweiligen Heimatland“, berichtete Anette Moesta. Durch das Projekt, das auf vier Jahre angelegt ist, konnte bislang 270 Personen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt geholfen werden. „Doch auch auf der Seite der Arbeitgeber gibt es viele Fragen“, erklärte Anette Moesta weiter. Dr. Birgit Kugel, Diözesan-Caritasdirektorin, lobte FAiR auch aus diesem Grund ausdrücklich: „Das Projekt leistet einen Beitrag für eine partnerschaftliche und vertraute Zusammenarbeit, um Geflüchtete und potenzielle Arbeitgeber zusammenzubringen.“

 

Nach der Erstaufnahme und -versorgung sei es nun an der Zeit, die geflüchteten Menschen zu integrieren. Dazu zähle die Eingliederung in den Arbeitsmarkt, erklärte Dr. Birgit Kugel, Diözesan-Caritasdirektorin. „Bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage sind die Voraussetzungen sehr günstig“, stellte Birgit Kugel fest. Andrea Nahles war ebenfalls der Meinung, dass die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt erfreulich sei. „Eigentlich hätten wir ja genug Platz für die Menschen, die zu uns kommen – bei 1,1 Millionen offenen Stellen. Doch so einfach ist es leider nicht“, warf sie auf. Die sprachlichen und kulturellen Barrieren seien sehr hoch. „Wir haben viele qualifizierte Arbeitsangebote, die allerdings in vielen Fällen eine Ausbildung voraussetzen.“ Hier sei es schwierig den Flüchtlingen die Wertigkeit einer Ausbildung zu vermitteln.

 

Dass Sprache unabdingbar für eine Integration, nicht nur in den Arbeitsmarkt sei, machten alle Redner deutlich. Die Bundesministerin schlug vor, Sprachkurse und Berufsorientierung zukünftig miteinander zu verbinden. „Man lernt durch Kollegen schneller eine Sprache“, war sie der Meinung. Den Zustrom an Flüchtlingen könnten die Politiker allerdings nicht alleine schaffen, es wäre nur mit vielen Partnern und Ehrenamtlichen zu schaffen, sagte Nahles. Zudem fehlten Erfahrungen. „Es ist eine Operation am offenen Herzen“, verdeutlichte sie.

 

FAiR wurde 2015 vom Caritasverband Koblenz e. V., von CarMen gem. GmbH, vom Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz, der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen und der Bénédict-Akademie Koblenz gegründet. Weitere Infos gibt es beim Projektleiter Gregor Hülpüsch unter Tel.: 0261-13906-520 oder per E-Mail an fair(at)caritas-koblenz.de

 


Bilanz 2016: Vermögensverwaltung und Kreditvergabe gewinnen an Bedeutung

Steyler Ethik Bank überweist 1,53 Mio. Euro an Hilfsprojekte

 

(Bonn/Sankt Augustin/sm) – Bei ihrer Jahrespresse­kon­ferenz in Bonn hat die Steyler Ethik Bank ein karitatives Ergebnis von 1,53 Millionen Euro verkündet. Mit dieser Summe, die sich aus freiwilligen Zins- und Kapitalspenden der Kunden sowie Stiftungserträgen zusammensetzt, wurden weltweit Hilfsprojekte unterstützt. In den kommenden Jahren will die Bank vor allem in den Bereichen Vermögensverwaltung und Kreditvergabe zulegen.

 

 

 

Rund 1,53 Millionen Euro hat die Steyler Ethik Bank 2016 an internationale Hilfsprojekte überwiesen. „Als älteste ethische Bank treibt uns vor allem der Wunsch an, mit Geld Gutes zu schaffen. Dieses Versprechen lösen wir gemeinsam mit unseren Kunden ein, indem wir weltweit arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen unterstützen“, sagte Jürgen Knieps, Geschäftsführer der Steyler Ethik Bank im Rahmen der Jahrespressekonferenz in Bonn. Der Hilfsbeitrag setzt sich zusammen aus freiwilligen Zins- und Kapitalspenden von Kunden sowie den Erträgen der Steyler Bank-Stiftung mit ihren 221 Treuhandstiftungen.

 

Das verwaltete Kundenvermögen wuchs gegenüber dem Vorjahr um 6,9 Prozent auf nun 480,7 Millionen Euro an. Die Bilanzsumme stieg um 2,9 Prozent auf 298,3 Millionen. Die Gesamterträge der Bank gingen von 8,1 Millionen im Vorjahr auf nun 7,7 Millionen Euro zurück. Hier machte sich in der Niedrigzinsphase ein Rückgang des Zinsüberschusses auf 3,197 Millionen Euro bemerkbar (2015: 4,045 Mio. Euro). Dieser Rückgang konnte teilweise kompensiert werden durch höhere Provisionsüberschüsse (plus 156.000 Euro gegenüber 2015) und höhere Erträge aus realisierten Kursgewinnen (plus 290.000 Euro). Unter dem Strich beendete die Bank das Jahr mit einem Bilanzgewinn von rund 83.000 Euro (2015: 501.000 Euro).

 

 

 

Kunden schichten in nachhaltige Wertpapiere um

 

Wie Knieps berichtete, sind klassische Sparprodukte trotz niedriger Zinsen immer noch gefragt. Doch es finde ein Umdenken statt. „Immer mehr Kunden schichten ihr Vermögen in nachhaltige Wertpapiere um. So stieg das verwaltete Depotvermögen um 11,5 Prozent auf nun 199 Millionen Euro“, so Knieps.

 

Sein Kollege, Bankgeschäftsführer Norbert Wolf, führte aus, in welchen Bereichen sein Institut die größten Potenziale sehe. Dabei ging er auch auf die positive Entwicklung der eigenen Fonds aus der Steyler Fair und Nachhaltig-Fondsfamilie ein. „Die Steyler Ethik Bank wird ihr Profil als Spezialist für nachhaltige Geldanlage weiter schärfen.“ Zudem arbeite die Bank daran, in den Bereichen der Vermögensverwaltung und Kreditvergabe weiter zu wachsen und so höhere Erträge zu generieren. „Denn wir wollen auch in Zukunft eine Bank sein, die sich in den Dienst armer Menschen stellt.“

 

 

 

Besuch eines Schulprojektes in Indien

 

In diesem Zusammenhang berichtete Wolf von seinem Besuch eines Projektes in Indien, der im Februar stattfand. In Muvalia im Bundesstaat Gujarat unterstützte die Steyler Bank-Stiftung in den vergangenen Jahren mit rund 120.000 Euro den Ausbau einer Schule der Steyler Missionare. Mehr als 500 Kinder aus Adivasi-Familien, so die Bezeichnung für die indischen Ureinwohner, erhalten dort eine Schulbildung. „Auf solchen Reisen erfährt man unmittelbar, unter welch einfachen und oft ärmlichen Bedingungen viele Menschen leben“, sagte Wolf. „Eine gute Schulbildung kann diesen Kindern helfen, ihr Leben zum Besseren zu wenden.“

 

 

 

Die Steyler Ethik Bank

 

Die Steyler Ethik Bank wurde 1964 vom Steyler Missionsorden in Sankt Augustin bei Bonn gegründet. Sie bietet das gesamte Spektrum eines modernen Finanzdienstleisters an: vom Girokonto bis zur Vermögensverwaltung. Ethisches Bankgeschäft lebt das Geldinstitut durch eine faire und bedarfsgerechte Kundenberatung sowie nachhaltige Anlagestrategien. So investiert die Bank nur in Wertpapiere, die strenge soziale und ökologische Kriterien erfüllen. Der Gewinn der Bank fließt in die sozialen Hilfsprojekte der weltweit rund 10.000 Steyler Missionare und Schwestern – gemeinsam mit freiwilligen Spenden von Kunden.

 

 

 


Katholikenrat: Studientag zur Misereor-Fastenaktion beleuchtet Milchwirtschaft

„Wirkliche Partnerschaft und faire Abkommen“ gefordert

Auch die Mini-Molkereien waren Thema des Studientages. Foto: bt 
Auch die Mini-Molkereien waren Thema des Studientages. Foto: bt 

(Trier/bt) – In Deutschland wird die Landwirtschaft zunehmend auf Export getrimmt; bäuerliche Milchhöfe geben auf und weichen wachsenden Betrieben; Ökologie und Tierschutz stehen auf dem Spiel. Und in armen Ländern wie Burkina Faso bedrohen billige Milch-Produkte aus Europa und Deutschland die Existenz der dortigen Viehhalter. Beim Studientag zur Misereor-Fastenaktion am 17. März in Trier prallten unter der Überschrift „EU-Agrarhandel mit Westafrika“ und der Frage „Wie können Kleinbauern überleben?“ diese beiden „Welten“ aufeinander.

 

Die Auswirkungen des „Handels in einer durchökonomisierten Welt“ und die Befürchtung, „dass ein Teil der Menschheit dabei hinten runterfällt“ seien Themen, die den Katholikenrat des Bistums Trier nicht kalt lassen, sagte dessen Vorsitzender Manfred Thesing. Bei dem Studientag, den der Katholikenrat gemeinsam mit dem Hilfswerk Misereor veranstaltete, werde nicht übereinander, sondern miteinander geredet. Gesprächspartner der von „Paulinus“-Chefredakteur Bruno Sonnen moderierten Podiumsdiskussion war zum Beispiel Kasper Thormod Nielsen, Direktor im Bereich „Globaler Handel“ der Arla Foods Amba. Die schwedisch-dänische Genossenschaft zählt zu den fünf größten Molkerei-Unternehmen der Welt und verkauft ihre Produkte in hundert Ländern. Nielsen ließ keinen Zweifel aufkommen: „Wir möchten erfolgreich sein und als Unternehmen weiter wachsen. Es ist ein Geschäft. Es soll natürlich Gewinn machen.“ Dazu gehöre auch, neue Märkte zu erschließen, auch in Afrika. Bisher ist Arla hauptsächlich in Nigeria aktiv mit dem Ziel, „bezahlbare, gesunde Milchprodukte“ zu verkaufen. Dabei wolle Arla auch „Sorge tragen, wie wir wachsen“. Man sei im Austausch mit Menschen vor Ort und verschiedenen Organisationen, um besser zu verstehen, was die Menschen dort bewegt. Was er schon gelernt hat: Afrika will „nicht Hilfe, sondern Entwicklung“. Noch in der Ausgestaltungsphase sei der Plan, mit nigerianischen Milchbauern zusammenzuarbeiten: Die liefern ihre Milch, Arla verarbeitet sie, verkauft und vermarktet die Produkte. Zu welchem Preis? Zu welchen Konditionen? Laut Nielsen ist dies noch „Zukunftsmusik“.

 

Für René Millogo ist aber genau das entscheidend. Millogo stammt aus Burkina Faso, dem diesjährigen Partnerland der Misereor-Fastenaktion und ist nationaler Koordinator von PASMEP, einer Initiative zur Unterstützung halbnomadischer Viehhalterfamilien.

Er warb dafür, Afrika nicht bloß als Konsument zu sehen, sondern als Produzent. „80 Prozent unserer Menschen leben von der Viehhaltung. In Burkina Faso garantiert die Milch unserer Kühe das Überleben von Millionen Menschen. Wir haben da ein großartiges Potenzial. Viele Frauen gründen Mini-Molkereien, haben dadurch eine Perspektive und die Chance, aus eigener Kraft ihre Familien zu

ernähren“, sagte Millogo. Da sei Hoffnung spürbar, „manche Verarmungsabkommen aber beunruhigen unsere Zivilgesellschaft sehr“. Ein Zuviel an importierten Produkten bedrohe den heimischen Markt, „wir werden überschwemmt von Milchpulver“, das sehr billig sei. „Das ist eine unfaire Konkurrenz. Mit den Preisen können wir nicht mithalten. Können wir aber unsere eigene Milch nicht verkaufen, können wir unsere Kinder nicht in die Schule schicken.“ Millogo warb für „wirkliche Partnerschaft und faire Abkommen, die auch die afrikanischen

Interessen berücksichtigt“.

 

Norbert Neuser, MdEP und Mitglied im Entwicklungsausschuss des Europäischen Parlaments, findet Partnerschaftsabkommen mit Afrika gut, und für ihn ist auch die Arla-Strategie in Nigeria „in Ordnung“, „wenn sie die Bedürfnisse der Menschen achtet“. Es sei wünschenswert, wenn Molkerei-Know-how in armen Ländern aktiviert werde. Neuser: „Wir müssen gegen Unterernährung agieren, aber auch soziale Verantwortung wahrnehmen und die Würde der Menschen beachten.“ Klementine Bonifas vom Bund der Deutschen Milchviehhalter sagte: „Wir haben vor drei Jahren unseren Vertrag bei Arla gekündigt. Das Leitmotiv von Genossenschaften ‚Einer für alle, alle für einen‘ haben wir nicht mehr erkennen können.“ Sie prangerte die ruinöse Politik der EU an; Prämien kämen nicht mehr bei den Betrieben an. „Wir sind motiviert, arbeiten 365 Tage im Jahr – und es bleibt nichts übrig.“ Der niedrige Milchpreis erlaube es kaum oder gar nicht, die Kosten abzudecken. Bonifas besuchte erst kürzlich Burkina Faso und erkannte: „Die Probleme dort sind ähnlich. Fakt ist: Die politischen Rahmenbedingungen haben genauso Auswirkungen auf unsere Milchbauern wie auf die in Afrika.“

 

Tobias Reichert von Germanwatch, einer Organisation, die sich für globale Gerechtigkeit und den Erhalt der Lebensgrundlagen einsetzt, sprach sich vehement gegen Mengenwachstum aus. „Wenn Sie mit Qualität wachsen würden, dann würde ich Ja sagen.“ Reichert hatte zuvor in einem Impuls bereits die „Entwicklung der europäischen Milchpolitik und Milchwirtschaft in den letzten Jahrzehnten“ skizziert, über Butterberge und Milchseen gesprochen und auch Zahlen sprechen lassen: „Allein 2017 haben fünf Prozent aller Milchbetriebe in Deutschland aufgegeben.“ Vor allem kleine Betriebe hätten kaum noch eine Chance im Konzert der Großen. In der

Podiumsdiskussion sprach er schließlich vielen Verbrauchern aus dem Herzen: „Warum lassen wir unsere Kühe nicht einfach wieder Gras fressen? So, wie sie es brauchen, um gesunde Milch zu geben.“ Stattdessen füttere man Soja und Mais und züchtete Hochleistungskühe. Er plädierte für weniger Milch, die aber qualitativ hochwertig sei. Dem Verbraucher sollte man dies verdeutlichen, wie etwa bei den

Eiern: Er solle erkennen, ob das Produkt vom Qualitätsstandard her besonders hochwertig ist oder eben nicht. Zurück zu den Graswurzeln, ein Modell, das vielen helfen würde: in Burkina Faso und in Deutschland.

Informationen rund um die Misereor-Fastenaktion gibt es unter

www.misereor2017.bistum-trier.de


kfd unterstützt Equal Pay Day und fordert mehr Lohn-Gerechtigkeit

Faire Löhne

Foto: bt
Foto: bt

 

Trier/Koblenz/Saarbrücken – Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier fordert anlässlich des Equal Pay Days am 18. März eine gerechtere Bezahlung für Frauen. Der Gesetzentwurf für mehr Entgelttransparenz Anfang Januar des Bundeskabinetts sei zwar ein „Großer Meilenstein in Richtung Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben“.  Doch sei dies nicht ausreichend.

Mit dem Gesetz werde erstmals anerkannt, dass es Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Betrieben gebe. Die kfd fordert doch weiter: Eine gesetzlich vorgeschriebene Lohntransparenz zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern. Dazu gehört die grundsätzliche Neubewertung der sogenannten Frauenberufe. Zudem will sie auf angelegte und sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, die Existenzsicherung und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Es soll gesetzlich garantiert werden, dass niemand bei Vollzeitbeschäftigung auf staatliche Zusatzleistungen angewiesen ist. Weiter fordert die kfd die Umwandlung aller Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse. Und: Haushaltsbezogene Dienstleistungen sollen aus der Illegalität herausgeführt und in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse überführt werden.

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen liegt in Deutschland aktuell um 21 Prozent niedriger als der von Männern, erklärt die kfd. Das heißt, Frauen müssen statistisch gesehen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten, um das gleiche Jahresgehalt wie Männer „in der Tasche" zu haben. Dies sind 2017 genau 78 Kalendertage mehr. Daher wird der 18. März als Equal Pay Day begangen, ein internationaler Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier unterstützt dessen Ziele und macht jedes Jahr zu diesem Termin auf die erheblichen Verdienstunterschiede von Männern und Frauen aufmerksam.

Die Lohnlücke habe sich in den letzten zehn Jahren nur um wenige Prozentpunkte verringert, berichtet die kfd. Überall in Europa verdienten Frauen weniger als Männer. Dabei stehe fest, dass „Gleichberechtigung und faire Löhne nicht nur für Frauen Vorteile bringen, sondern auch Männer und die Wirtschaft profitieren.“ Chancengleichheit stärke die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Vor diesem Hintergrund unterstützt die kfd im Bistum Trier den zehnten bundesweiten Equal Pay Day mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen, etwa in Trier, Saarbrücken, Saarlouis, Ottweiler, Ahrweiler und Koblenz.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 30.000 Mitgliedern die größte Frauenorganisation im Bistum Trier. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter www.kfd-trier.de und www.kfd-bundesverband.de.


DsiN auf der CeBIT 2017: Brücken bauen für mehr IT-Sicherheit

  

  • DsiN-Leitthema: Brücken bauen – Menschen für IT-Sicherheit begeistern
  • DsiN präsentiert Digitale Nachbarschaft und SiBa-App auf der CeBIT
  • Google und Experte für Internetkriminalität im DsiN Experten-Talk
  • Bildungsangebot für Berufschülerinnen und Berufsschüler am Stand des BMWi

 (Berlin/pm) – Unter dem Leitthema Brücken bauen: Menschen für IT-Sicherheit begeistern zeigt die Aufklärungsinitiative Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) vom 20. bis 24. März auf der CeBIT in Hannover praxiserprobte Wege, Menschen und mittelständische Unternehmen für die Wichtigkeit von IT-Sicherheit zu sensibilisieren. Als Beispiele wird DsiN das Schulungsangebot Digitale Nachbarschaft für Vereine und Ehrenämter sowie das DsiN-Sicherheitsbarometer (SiBa) für den digitalen Selbstschutz präsentieren (Gemeinschaftsstand des Bundesministeriums des Innern und des Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik, Halle 7, Stand A58).

  

„Deutschland sicher im Netz befähigt und motiviert seit über zehn Jahren Verbraucher und Unternehmen zum sicheren Umgang mit digitalen Medien und Geräten“, erklärt Dr. Thomas Kremer, Vorstandsvorsitzender von Deutschland sicher im Netz.“ Dabei setzen wir auf Informations- und Aufklärungsangebote, die sich an den tatsächlichen Bedarfen der Verbraucher orientieren. Mit diesem Ansatz wurde DsiN 2016 auch Bestandteil der Cyber-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung.“

  

In der Digitalen Nachbarschaft bildet DsiN in ehrenamtlichen Strukturen aktive Menschen kostenlos und praxisnah in Webinaren und Online-Selbstlernkursen zu Multiplikatoren („DiNa-Scouts“) für mehr Netzsicherheit aus. Von Mai bis Juli 2017 geht die Digitale Nachbarschaft zudem mit dem #DiNaMobil auf Tour, um Vereine direkt vor Ort zu IT-Sicherheit zu schulen. 

  

Mit dem DsiN Sicherheitsbarometer (SiBa) bietet DsiN Privatanwendern eine einfache Möglichkeit, sich über aktuelle IT-Sicherheitsvorfälle auf dem Laufenden zu halten. Mit einem Ampelsystem gibt das Sicherheitsbarometer, das es seit 2015 auch als mobile App gibt, zusätzlich Orientierung. Auch erhalten Nutzer Ratschläge und Tipps für die „erste Hilfe“.

  

DsiN-Expertentalk mit Polizei und Google zu Aufgaben digitaler Aufklärung

 

Unter dem Titel "Brücken bauen: Menschen für IT-Sicherheit begeistern" lädt DsiN am ersten Messetag auch zum Experten-Talk (Montag, 20. März, 15.00 Uhr bis 15.30 Uhr, Arena des IT-Planungsrats, Halle 7, Stand B42). 

  

Zum Gespräch empfängt DsiN-Geschäftsführer Dr. Michael Littger Hans-Joachim Henschel, Experte zur Verfolgung von Internetkriminalität im Landeskriminalamt Niedersachsen, sowie Jens Redmer, Principal Product Policy bei DsiN-Mitglied Google Deutschland. 

 

Die Runde wird sich der Frage widmen, welche Erfolgsfaktoren darüber entscheiden, dass Aufklärungsarbeit bei Verbrauchern ankommt. Diese Frage wird am Beispiel der Digitalen Nachbarschaft (DiNa) und das DsiN-Sicherheitsbarometer (SiBa-App) besprochen.

  

Berufsschüler für IT-Sicherheit: DsiN-Bildungsangebot präsentiert sich beim BMWi

 

Das DsiN-Bildungsangebot Bottom-Up: Berufsschüler für IT-Sicherheit wurde im vergangenen Jahr  in der Praxis erfolgreich getestet. 

 

In den kommenden zwei Jahren wird das Angebot in dem Projekt IT-Sicherheit im Ausbildungsbetrieb: Berufsschüler als Multiplikatoren (ITSAB) nun allen Berufsschulen bundesweit verfügbar gemacht. 

 

 

 

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft gefördert. Die Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft stellt auf der CeBIT in Anwesenheit von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries aktuelle Förderprojekte am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vor. 

 

Sascha Wilms, Leiter Mittelstand bei Deutschland sicher im Netz wird in einem Kurzvortrag aufzeigen, wie DsiN mit Bottom-Up Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen dazu befähigt, Auszubildende Botschaftern für IT-Sicherheit in Betrieben zu machen. (Dienstag, 21. März, 15.45 bis 17.00 Uhr, Vortrag zu Bottom-Up voraussichtlich 16.45 Uhr, Halle 6, Stand C40) 

 

DsiN bietet als Plattform für IT-Sicherheit Unternehmen und Organisationen die Chance, sich als Partner, Mitglied oder Förderer für mehr IT-Sicherheit zu engagieren.

  

 

Über die Digitale Nachbarschaft
Das Projekt Digitale Nachbarschaft des Vereins Deutschland sicher im Netz e.V. vermittelt IT-Sicherheitswissen für und innerhalb von ehrenamtlichen Strukturen durch ehrenamtliche Multiplikatoren. Das Projekt Digitale Nachbarschaft startete 2015 und läuft über mehrere Jahre. Es wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern und von den DsiN-Mitgliedern Google und Deutsche Telekom AG unterstützt. 2016 wurde das Projekt als „Ausgezeichneter Ort“ im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ geehrt. Das Motto des Wettbewerbs lautete „NachbarschafftInnovation – Gemeinschaft als Erfolgsmodell“. https://www.digitale-nachbarschaft.de 

 

Über den DsiN-Sicherheitsbarometer (SiBa)

 

Das Sicherheitsbarometer – kurz „SiBa“ genannt – informiert Verbraucher über aktuelle Bedrohungen und Sicherheitsrisiken im Internet. Seit 2015 gibt es das DsiN-Sicherheitsbarometer auch als kostenlose App für Android, iOS sowie Windows (Phone und auf PCs mit 8.1 oder 10. Mit leicht verständlichen Texten, Handlungsempfehlungen und weiterführenden Links dient sie Verbrauchern und KMU als wichtige Informationsquelle im Sinne des digitalen Selbstschutzes. www.sicher-im-netz.de/siba

 

 

 

Über Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)

 

DsiN wurde im Rahmen des 1. Nationalen IT-Gipfels ins Leben gerufen mit dem Ziel, als Ansprechpartner für Verbraucher und Unternehmen konkrete Hilfestellungen für mehr Sicherheitsbewusstsein im Netz zu leisten. In Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern und Partnern entwickelt der Verein Strategien und Maßnahmen zum sicheren Umgang in der digitalen Welt. In der Digitalen Agenda der Bundesregierung wurde beschlossen, die Unterstützung und Zusammenarbeit mit DsiN zu verstärken. 2007 übernahm das Bundesministerium des Innern die Schirmherrschaft für DsiN. www.sicher-im-netz.de

 


Aktion Arbeit im Bistum Trier unterstützt KEB Dillingen e.V. mit 7.500 €

Aus der Langzeitarbeitslosigkeit in die Arbeit

(vlnr.) Horst Ziegler, Andrea Steyven, Karl-Heinz Thieser, Rudi Görg, Jörg Schönberger
(vlnr.) Horst Ziegler, Andrea Steyven, Karl-Heinz Thieser, Rudi Görg, Jörg Schönberger

(Dillingen/bt) – Jörg Schönberger ist 1999 in die Arbeitslosigkeit gerutscht. Jahrelang fand er keine Stelle. Er gehörte zu der grauen Masse der sogenannten Langzeitarbeitslosen. „Ich habe alle Maßnahmen mitgemacht“, erzählt er. Einen Job hat er trotzdem nie bekommen. Bis er in eine Maßnahme der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) gGmbH. gekommen ist. 2014 begann er zusammen mit neun anderen Langzeitarbeitslosen hier zu arbeiten.

 

„Wir hatten hier zwei Projekte für je fünf Arbeitslose“, erklärt Karl-Heinz Thieser, Geschäftsführer der KEB. „Fünf haben in der Küche gearbeitet und fünf in dem Projekt „Arbeit in den Kirchengemeinden“, wo sie handwerkliche Arbeiten verrichtet haben.“ Die Projekte wurden durch Mittel des Jobcenters und aus dem Landesprogramm ASaar gefördert; „Arbeit in den Kirchengemeinden“ zusätzlich durch den Bischöflichen Stuhl. Nach zwei Jahren sollten dann zehn neue Langzeitarbeitslose von den Maßnahmen profitieren. Das war für Karl-Heinz Thieser der Grund, die Maßnahmen aufzugeben: „Diejenigen, die nach dieser Zeit nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten, durften danach drei Jahre lang von keiner Förderungsmaßnahme mehr profitieren. So steht es im Gesetz.“ Diese Befristung wollten die Gesetzgeber aufheben. Passiert ist bislang nichts. „Deshalb macht es für uns keinen Sinn, diese Maßnahmen weiter anzubieten“, so Thieser.

 

Für Jörg Schönberger bedeutete das Ende der Maßnahme aber nicht, dass er wieder von Hartz IV leben musste. Er und Rudi Görg wurden von der KEB fest angestellt. Rudi Görg arbeitet seitdem 30 Stunden pro Woche in der Küche; Jörg Schönberger geht hausmeisterlichen Tätigkeiten nach. Sie sind glücklich, dass sie endlich aus der Langzeitarbeitslosigkeit raus sind, denn sie zählen zu „Personen mit multiplen Vermittlungshemmnissen“, wie Karl-Heinz Thieser erläutert. „Diese Personen sind in der Regel nicht in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Wir beschäftigen zwei Leute, von denen wir wissen, dass sie nicht hundertprozentig leistungsfähig sind.“ Rudi Görg hatte beispielsweise bereits einen Herzinfarkt erlitten.

 

Die beiden neugeschaffenen Stellen für Herrn Görg und Herrn Schönberger kann die KEB aber nicht allein stemmen. Die Aktion Arbeit im Bistum Trier bezuschusst die Lohnkosten der Stellen. Andrea Steyven überreichte in Anwesenheit der beiden Neuangestellten einen Scheck über 7.500 €. „Die KEB ist ein Vorzeigeträger im Bistum Trier“, sagte Steyven bei der Übergabe. Sie lobte besonders den Einsatz für Langzeitarbeitslose. „Es gibt immer wieder Personen, die einer dauerhaften Förderung bedürfen“, betonte sie. „Deshalb haben wir zusammen mit Bischof Ackermann und den beiden Ministerpräsidentinnen des Saarlands und Rheinland-Pfalz in Berlin ein neues Konzept vorgestellt.“ Das Konzept „Integrierter Arbeitsmarkt“ will Langzeitarbeitslose durch eine dauerhafte öffentliche Förderung besser in den Arbeitsmarkt integrieren – rund viereinhalb Milliarden Euro sollen dadurch jährlich eingespart werden.

 

Weitere Informationen zum Konzept: www.aktionarbeit.bistum-trier.de

 


KDFB zum Equal Pay Day

„Lohnlücken schließen - Entgeltgleichheit herstellen!“

 

(Köln/kdfb) – Der diesjährige Equal Pay Day (EPD) wird am 18. März zum zehnten Mal in Deutschland begangen. Als „Tag für gleiche Bezahlung“ weist er auf die Lohnlücke hin, die zwischen dem durchschnittlichen Einkommen von Frauen und Männern für gleiche Tätigkeiten besteht. Laut Statistischem Bundesamt beträgt sie aktuell 21%. „Geschlechterbezogene Lohnlücken sind diskriminierend und müssen geschlossen werden“, erklärt Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB).

 

Nach Meinung des KDFB ist eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen auf Basis einer gerecht entlohnten Berufstätigkeit fundamental wichtig für Lebensgestaltung und Alterssicherung. „Die Arbeit von Frauen ist genauso wertvoll wie die Arbeit von Männern. Deshalb muss gleichwertige Arbeit auch gleich entlohnt werden, und zwar unabhängig vom Geschlecht“, fordert KDFB-Präsidentin Flachsbarth.

 

Neben gerechter Bezahlung und transparenten Gehältern hält der KDFB einen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit für ein zentrales Instrument zur Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit sowie der partnerschaftlichen Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit zwischen Frauen und Männern. „Teilzeitarbeit darf nicht länger zu herben Karriereenden in den Berufsbiographien von Frauen und Männern führen. Es sind Arbeitsmodelle nötig, die es erlauben, berufliche Tätigkeit mit Phasen stärkerer familienbedingter Sorgearbeit oder ehrenamtlichem Engagement zu vereinbaren. Ändert sich die Lebensphase, muss es möglich sein, wieder zum früheren Beschäftigungsvolumen zurückzukehren“, stellt Maria Flachsbarth fest. Politik, Wirtschaft und Tarifpartner seien aufgerufen, sich für eine zukunftsfähige Arbeits- und Lebensgestaltung einzusetzen, so die KDFB-Präsidentin.

 

Am 18. März beteiligt sich der Frauenbund in Berlin an dem Equal Pay Day- Kongress „Endlich partnerschaftlich durchstarten“. Dort werden in Vorträgen und Arbeitsgruppen umsetzbare Schritte zur Schließung der Lohnlücke thematisiert. Veranstalter ist das Frauennetzwerk Business and Professional Women (BPW), das 2008 erstmals den Equal Pay Day in Deutschland initiierte. Weitere Informationen unter www.equalpayday.de.

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

 


Fachgruppe Frauen des Deutschen Fundraising Verbands erhält Preis der Sage Foundation

Ausgezeichnete Frauenförderung

 

(Berlin/pm) - Die Fachgruppe Frauen des Deutschen Fundraising Verbands ist eine der drei diesjährigen Preisträgerinnen der Sage-Foundation. Auf dem Sage Summit, der im Gasometer Berlin Station machte, nahm Elisabeth Lenz, Leiterin der Fachgruppe Frauen, am 8. März, dem internationalen Frauentag, den Preis entgegen.

Sage ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit 13.000 Mitarbeitern, das aktiv Frauenförderung betreibt. Stephen Kelly, CEO von Sage und Gründer der Sage Foundation mit Sitz in Newcastle/England hat die Frauenförderung in der Satzung verankert und war selbst in Berlin vor Ort, um den Preis zu überreichen. 

Die Fachgruppe Frauen vertritt die Interessen von Fundraiserinnen im Verband, sie trägt bundesweit dazu bei, die berufliche Situation von Fundraiserinnen zu verbessern und fördert sie durch Fortbildungsangebote und Netzwerkveranstaltungen. „Wir sind sehr stolz auf die Arbeit der Fachgruppe Frauen und danken der Sage Foundation auch auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich für die Auszeichnung“, so Miriam Wagner-Long, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Fundraising Verbands.

 

Deutscher Fundraising Verband e.V.
Der Deutsche Fundraising Verband e.V. vertritt die Interessen der einzelnen Fundraiser, der im Dritten Sektor tätigen gemeinnützigen Organisationen und der sie unterstützenden Dienstleister in Deutschland. Er fördert die Professionalisierung des Berufszweigs sowie die Umsetzung ethischer Prinzipien in der Branche. Ihm gehören 1.300 Mitglieder an.

 


Bischofsexperiment und Lutherwein: Reformationsgeschichten in Saale-Unstrut

Naumburger Dom. Foto: Michael Rang
Naumburger Dom. Foto: Michael Rang

(Naumburg/tpr) - Unweit der Lutherstädte Wittenberg und Eisleben, in Saale-Unstrut, hat die Reformation deutliche Spuren hinterlassen. Im Hochmittelalter noch blühte in der Kulturlandschaft zwischen Leipzig und Weimar der Katholizismus. Anfang des 13. Jahrhunderts wohnte zeitweise die Heilige Elisabeth von Thüringen hier. Nur drei Jahrhunderte später wurde die Region zum bedeutenden Schauplatz der protestantischen Revolution. In Sonderführungen und Ausstellungen spüren Besucher dem folgenschweren Wandel nach – und degustieren ein Glas vom edlen Lutherwein.

- Naumburg: Luther weiht den ersten evangelischen Bischof -

Der Naumburger Dom, eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler aus dem Hochmittelalter, wurde am 20. Januar 1542 Zeuge eines brisanten Vorfalls: Martin Luther weihte seinen gleichaltrigen Freund Nikolaus von Amsdorf zum ersten evangelischen Bischof in Deutschland. Ein Affront. Das Domkapitel hatte erst kurz zuvor den katholischen Bischof Julius von Pflug gewählt. Der Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen widersetzte sich diesem Beschluss der hohen Geistlichen, da er sich einen reformatorischen Nachfolger wünschte.

Von Amsdorfs Weihe erregte großes Aufsehen. Mehr als Eintausend Menschen sollen bei der feierlichen Zeremonie dabei gewesen sein. Luther hielt die Predigt und segnete den neuen Bischof persönlich. Doch die Katholiken erkannten ihn nicht an. Das „Naumburger Bischofsexperiment“ scheiterte.

Erst 1568 setzte sich die Reformation in Naumburg durch. Nikolaus Medler, Superintendent an der Stadtkirche Sankt Wenzel, trieb die Bewegung entscheidend voran. Er verfasste eine Kirchen- und Schulordnung, die von Luther geprüft und bestätigt wurde.

Im Naumburger Dom St. Peter und St. Paul erinnert heute eine Figur des Reformators an der mittelalterlichen Kanzel an das Bischofsexperiment. Bekannter sind die Stifterfiguren Uta und Eckhart von Naumburg im Westchor. Uta gilt als schönste Frau des deutschen Mittelalters. Umberto Eco schreibt in seiner „Geschichte der Schönheit“: „Wenn Sie mich fragten, mit welcher Frau in der Geschichte der Kunst ich gerne essen gehen und einen Abend verbringen würde, wäre da zuerst Uta von Naumburg.“ Im Reformationsjahr bietet die Stadt Naumburg Sonderführungen durch den Dom und die Stadt an. 

- Merseburg: Luther wettert gegen das Zölibat -

Noch 1521 wurden in Merseburg Schriften Luthers vor dem Dom verbrannt. Doch die Reformation hielt wenige Jahre später auch hier Einzug. Luther führte 1545 Fürst Georg III. im Merseburger Dom zum „Beistand in geistlichen Angelegenheiten“ ein.  Der Fürst hatte Luthers Lehre eingehend studiert und bekannte sich 1530 dazu. Zwei Tage später predigte Luther bei der Trauung eines Domherren mit dessen ehemaliger Haushälterin und kritisierte das Zölibat scharf: „Das Binden aber und Geloben, Keuschheit zu halten und unehelich zu bleiben, ist neu vom Teufel und den leidigen Mönchen, den Schändern Gottes Ordnung und des heiligen Ehestandes, erfunden und erdacht.“

Insgesamt sechs Tage hielt sich der Reformator in Merseburg auf. Eine Bronzeplatte im Dom erinnert daran. Der Dom St. Johannes und St. Laurentius ist das herausragende Baudenkmal in der einstigen Pfalz- und Bischofsstadt. Die einstündige Sonderführung „Vom Bischofsstuhl zur Hofkirche – Der Merseburger Dom im Wandel der Reformation“ gewährt einen Einblick in diese Zeit.

Während seines Besuchs soll Luther einen lilafarbenen Mantel aus Seide getragen haben. Der Reformator wurde so sehr verehrt, dass der Mantel in viele kleine Stoffteile zerschnitten und verkauft wurde. Übrig blieben nur ein Stück über der rechten Schulter und das aufwendig gestickte Jesuskreuz der Rückseite.

- Zeitz: Luthers Nachkommen haben die Stadt geprägt -

Zwei Tage nach der Amtseinführung Nikolaus von Amsdorfs in Naumburg hielt dieser am 22. Januar 1542 seine Antrittspredigt im heutigen Dom St. Peter und Paul in Zeitz. Am Nachmittag predigte Luther über „die große Macht und Kraft der Worte Gottes“ im Franziskanerkloster zu Zeitz. In den Folgejahren reiste Luther weitere Male nach Zeitz und besuchte seinen Freund Nikolaus von Amsdorf in dessen Bischofsresidenz, dem heutigen Schloss Moritzburg.

Die Stadt Zeitz wurde zudem durch Luthers Nachkommen geprägt. Johann Ernst Luther, ein Enkel des Reformators, wurde in der Michaeliskirche getraut. Mit seinen acht Kindern begründete er die Zeitzer Lutherlinie. Sein Grabstein ist in die Wand des Kreuzgangs am Dom St. Peter und Paul in Zeitz eingelassen.

Im Torhaus der Moritzburg in Zeitz befindet sich die Lutheridenbibliothek, eine umfangreiche Sammlung wertvoller Bücher und Dokumente, zusammengetragen von Luthernachfahren. 1882 entdeckte man in der Bibliothek der Michaeliskirche einen Originaldruck der 95 Thesen aus dem Jahr 1517. Es gibt nur sechs dieser Plakatdrucke auf der Welt. Besucher können eine Nachbildung der Rarität im Gemeindezentrum besichtigen.

Zeitz würdigt im Reformationsjahr den Theologen Julius Pflug mit einer Sonderausstellung. Der Katholik gilt als wichtigster Vordenker der Ökumene, da er sich für die Einheit der Kirche engagierte. Die Ausstellung „Dialog der Konfessionen. Bischof Julius Pflug und die Reformation“ im Schloss Moritzburg, im katholischen Dom St. Peter und St. Paul, in der Stiftsbibliothek und in der evangelischen Kirche St. Michael zeigt die Reformationsbestrebungen der katholischen Kirche.

- Lutherwein: Edle Tropfen erinnern an Luthers Liebe zum Wein -

Das Leben Luthers lässt sich nicht ohne seine Liebe zum Wein erzählen. Bekannt sind seine Sprüche: „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Thor sein Leben lang“ und „Der Wein ist unter allen Früchten die alleredelste in der ganzen Welt, der das Herz des Menschen erquickt und erfreut“. Seine Familie soll selbst Wein angebaut haben. Deshalb widmen sich gleich drei Weingüter in Saale-Unstrut dem Lutherwein.

Das Weingut Hoffmann in Höhnstedt liegt am Lutherweg, der die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben miteinander verbindet. Seit 2009 vermarktet das Weingut seinen Traminer als Lutherwegwein. Mit jeder verkauften Flasche gehen fünf Prozent des Erlöses an den Lutherweg. Das Weingut Herzer in Naumburg bietet seit vorigem Jahr zwei Lutherweine an, einen Blauen Zweigelt und einen Weißen Burgunder. Die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut hat zum Reformationsjahr einen trockenen Weißburgunder aus dem Jahr 2015 als „Luthertraube“ ausgewählt.

- Reiseinformationen -

Wichtigstes Tourismusportal für die Region Saale-Unstrut ist
www.saale-unstrut-tourismus.de. Hier informiert der ansässige Tourismusverein über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der gewachsenen Kulturlandschaft und bietet Buchungsmöglichkeiten für Unterkünfte. ■

Lutherjahr 2017 in Saale-Unstrut

Naumburg
• Erlebnisstadtführung der Stadt Naumburg: „Das Bischofsexperiment“, 8. April und 31. Oktober und ganzjährig für Gruppen bis 25 Personen buchbar

• „Beim Schwein sag ich nicht nein“ –Erlebnisführung mit Luther-Menü, 31. März und 30. Oktober

• Erlebnisführung der Stadt Naumburg: „Mit Feder und Tinte“, Rundgang mit „Stadtschreiber Nikolaus Krottenschmidt“ (ganzjährig für Gruppen buchbar)

Merseburg
• Sonderführung im Dom: „Vom Bischofsstuhl zur Hofkirche – Der Merseburger Dom im Wandel der Reformation“, 30. Juni, 28. Juli, 25. August und 27. Oktober jeweils 17 Uhr, Anmeldung beim Besucherservice 03461/210045

• 47. Merseburger Orgeltage „Die Macht der Musik – Musica sacra über den Konfessionen“, 16. bis 24. September 2017

• Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg: Sonderausstellung „Das Merseburger Experiment. Fürst Georg III. von Anhalt als Reformator und evangelischer Bischof (1544-1548)“, 20. Mai bis 30. August 2017

Zeitz
• Sonderausstellung „Dialog der Konfessionen. Bischof Julius Pflug und die Reformation“ vom 5. Juni bis 1. November 2017, Orte: Museum Schloss Moritzburg, Dom St. Peter und Paul, Stiftsbibliothek, evangelische Kirche St. Michael

Lutherwein
• Weingut Hoffmann in Höhnstedt (
www.weingut-hoffmann-alte-schrotmuehle.de): Lutherwegwein

• Weingut Herzer in Naumburg (
www.weingut-herzer.de): Lutherwein

• Winzervereinigung Freyburg-Unstrut (
www.winzervereinigung-freyburg.de): Luthertraube

 


Ein Meer von Krokusblüten - Husum trägt im Frühling lila

(Husum/pm) - Ein Hauch Italien liegt in der Luft, wenn mehr als vier Millionen Krokusse alljährlich den Husumer Schlosspark in ein wogendes Meer von lila Blüten verwandeln. Es ist ein untrügliches Anzeichen für den Frühling, wenn die Pflänzchen rund um das einzige Schloss an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins den winterlichen Schlossgarten mit lila Farbtupfern sprenkeln, die sich mehr und mehr ausdehnen. Wie diese eigentlich in der Toskana beheimateten violetten Frühlingsblüher ihren Weg nach Nordfriesland fanden, ist bis heute nicht sicher geklärt. Erwähnt wird das Phänomen der Krokusblüte aber schon Mitte des 19. Jahrhunderts in einem Gedicht und in einer Novelle von Husums Dichter-Sohn Theodor Storm, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt.

Das außergewöhnliche Blumenspektakel bildet den Rahmen für ein buntes Frühlingsfest im historisch-maritimen Ambiente Husums. Höhepunkt des Krokusblütenfestes – dieses Jahr am 18. und 19. März – ist die Proklamation der Husumer Krokusblütenkönigin am Samstag. Am verkaufsoffenen Sonntag lädt die Innenstadt dann zum Einkaufsvergnügen zwischen Krokusmeer und Nordseebrise. Ein buntes Rahmenprogramm mit kostenfreien Stadtführungen, einem Kunsthandwerker- und einem Pflanzenmarkt sowie einer kulinarischen Meile sorgt für zusätzliche Unterhaltung.

„Krokuszauber an der Nordsee“ heißt die Urlaubs-Pauschale speziell zur Krokusblüte, buchbar im März und April. Während des dreitägigen Aufenthaltes in Husum erwartet den Gast ein 3-Gänge-Menü in typisch nordfriesischer Atmosphäre, ein Husumer Einkaufsgutschein, ein Stück Kuchen mit Kaffee oder Tee, ein kleiner Blumentopf mit Krokussen und eine Autogrammkarte der Husumer Krokusblütenkönigin. Das Pauschalangebot mit zwei Hotel-Übernachtungen kann bei der Tourist Information in Husum ab 149 Euro pro Person gebucht werden. Außerdem ist ein Gruppenangebot „Frühlingswunder Krokusblüte“ buchbar.

Detaillierte Informationen über die Husumer Krokusblüte, das Programm zum Krokusblütenfest sowie das Pauschal- und das Gruppenangebot erhalten Sie bei der Tourist Information unter der Telefonnummer 04841/8987-0 oder im Internet unter
www.husum-tourismus.de.

 


2 Mio. Euro Förderung:

Kick-off für deutsch-äthiopisches Graduiertenkolleg

 

 

 

(Hohenheim/pm) - Klimawandel und Ernährungssicherung in Äthiopien: Universität Hohenheim und Universität Hawassa in Äthiopien starten gemeinsame Doktorandenausbildung | Kick-off-Veranstaltung: Mi, 8. März 2017, 9:30-12:15 Uhr, Balkonsaal, Schloss Hohenheim

 

Pionierprojekt für nachhaltige Entwicklung im Sinn der UN-Agenda 2030: Die Universität Hohenheim und die Universität Hawassa in Äthiopien gehören zu den ersten Hochschulen, die von einem neuen Förderprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) profitieren. Die Ausschreibung unterstützt bilaterale Hochschulkooperationen zur Ausbildung von Doktoranden und Postdocs in Entwicklungs- und Schwellenländern, die einen Beitrag dazu leisten, die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN („Sustainable Development Goals“ – SDG) zu erreichen. Die öffentliche Kick-off-Veranstaltung des deutsch-äthiopischen SDG Graduiertenkollegs mit dem Titel „Climate Change Effects on Food Security (CLIFOOD)” findet am 8. März 2017 im Balkonsaal der Universität Hohenheim statt. Unter anderem beinhaltet das Projekt Voll-Stipendien für bis zu 14 afrikanische Nachwuchswissenschaftler.

 

Mit 100 Mio. Einwohnern ist Äthiopien der zweitbevölkerungsreichste Staat in Subsahara Afrika. Rekord-Wachstumsraten der Wirtschaft von bis zu 10,2 % brachten dem Land bis 2015 den Ruf eines Vorzeigelandes auf dem aufstrebenden afrikanischen Kontinent ein. Doch Aufschwung und politische Stabilität sind fragil.

 


Seit zwei Jahren leidet das Land unter einer extremen Dürre, ausgelöst durch das Klimaphänomen „El Niño“. Da die Landwirtschaft das alles bestimmende Rückgrat der äthiopischen Wirtschaft ist, können Extrem-Wettereignisse wie dieses die gesamte Volkswirtschaft in eine Krise stürzen. In Folge der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten sind nach Schätzung der Welthungerhilfe über 10 Mio. Menschen von Hunger bedroht.

Klimawandel und damit einhergehende Wetter-Extreme werden vor diesem Hintergrund zu einer zentralen Herausforderung für das Land. Die wirtschaftliche Entwicklung und die politische Stabilität Äthiopiens werden nach Einschätzung von Experten in Zukunft nicht zuletzt davon abhängen, ob es gelingt die richtigen Antworten auf diese Herausforderung zu finden.


Anpassungsstrategien für den Klimawandel in Äthiopien


Um genau solche Anpassungsstrategie geht es in dem neuen deutsch-äthiopischen Graduiertenkolleg mit dem Titel „Climate Change Effects on Food Security (CLIFOOD)”, das die Universität Hohenheim und die Universität Hawassa in den kommenden 4 Jahren gemeinsam durchführen.

Gefördert wird die Kooperation im Rahmen der Ausschreibung „Bilaterale SDG Graduiertenkollegs“ des DAAD. Mit den Fördergeldern in Höhe von 2 Mio. € soll an beiden Standorten ein strukturiertes Qualifizierungsprogramm für Doktoranden und Postdocs realisiert werden.

Das Forschungsprogramm ist unterteilt in 14 Teilprojekte aus unterschiedlichen Disziplinen. Die Themen von Hohenheimer Seite reichen dabei von Klimamodellierung und der Identifizierung von anpassungsfähigen Getreidesorten und Hackfrüchten, über alternative Anbauprodukte und Bewirtschaftungsstrategien für Landwirte bis hin zu exakteren saisonalen Wettervorhersagen.

Beteiligt sind sechs Fachgebiete der Universität Hohenheim aus den Fakultäten Agrar- und Naturwissenschaften. Die Koordination liegt beim Food Security Center der Universität Hohenheim.

Die ersten 6 Vollzeit-Stipendien für äthiopische Doktoranden sind aktuell an der Universität Hohenheim ausgeschrieben. Bis zu 8 weitere Stipendien für Promovierende und Postdocs aus Äthiopien und anderen afrikanischen Ländern an der Universität Hawassa sollen in Kürze folgen.

Die öffentliche Auftakt-Veranstaltung des neuen Graduiertenkollegs mit einer Delegation der Universität Hawassa findet am 8. März 2017 an der Universität Hohenheim statt. Zu den Gästen zählt neben 14 äthiopischen Wissenschaftlern auch der Präsident der Universität Hawassa, Ayano Beraso Hula.


Hintergrund: SDG-Graduiertenkollegs

Die Vereinten Nationen haben im vergangenen Jahr konkrete Ziele für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 beschlossen. Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Agenda 2030 befassen sich u.a. mit Themen wie Armuts- und Hungerbekämpfung, Umweltschutz oder Bildung.
 
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt Entwicklungs- und Schwellenländer dabei, die Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen. Dabei setzt das BMZ unter anderem auf ein neues Format: bilaterale Hochschulkooperationen zur Ausbildung von Doktoranden und Postdocs.

Die ersten sieben bilateralen „SDG-Graduiertenkollegs“ wurden im vergangenen Jahr vom DAAD im Rahmen einer Ausschreibung ausgewählt. Jedes SDG-Graduiertenkolleg erhält vier Jahre lang Fördermittel des BMZ in Höhe von rund 2 Mio. Euro. Ein regionaler Schwerpunkt der Förderung liegt in Afrika.

Im Fokus der gemeinsamen Graduiertenschule der Universitäten Hohenheim und Hawassa stehen dabei die Sustainable Development Goals (SDG) im Hinblick auf Hunger- und Armutsbekämpfung, Ernährungssicherung, Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen, Umweltschutz insgesamt sowie Bildung.


Langjährige Kooperationen mit afrikanischen Universitäten

„Der gemeinsame Antrag der Universität Hohenheim und der Universität Hawassa konnte das internationale Gutachterteam unter 27 formal richtig eingereichten Bewerbungen überzeugen“, freuen sich Dr. Jenny Kopsch-Xhema und Dr. Nicole Schönleber, Geschäftsführerinnen des Food Security Centers an der Universität Hohenheim, die das neue Graduiertenkolleg eingeworben haben.

Neben den einschlägigen Forschungsthemen der Universität Hohenheim dürften auch die langjährigen Kooperationen mit afrikanischen Universitäten bei der positiven Begutachtung ins Gewicht gefallen sein, so die Einschätzung der Geschäftsführerinnen.

Das Food Security Center wurde vom DAAD bereits 2009 im Rahmen des „exceed Programms“ als eines von fünf deutschen Exzellenzzentren in der Entwicklungszusammenarbeit ausgezeichnet. Es verfügt deshalb über eine gut ausgebaute Infrastruktur zur Unterstützung der Forschung in Entwicklungs- und Schwellenländern, sowie für den akademischen Austausch.


Hintergrund: Food Security Center (FSC)

Das Food Security Center (FSC) ist ein Exzellenzzentrum der Universität Hohenheim und kooperiert mit Partnerinstitutionen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Das FSC leistet wissenschaftliche Beiträge, um den Hunger in der Welt zu vermindern und die Ernährungssicherung zu verbessern. Damit trägt es zum Erreichen der UN Sustainable Development Goals (SDGs) bei. Das FSC vereint Kompetenzen aus den Agrar-, Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Die vier Arbeitsschwerpunkte des FSC liegen in der Forschung, der Aus- und Weiterbildung von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, dem Wissenstransfer weltweit sowie in der Öffentlichkeitsarbeit und (Politik-)Beratung.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert das FSC, neben vier weiteren deutschen Exzellenzzentren, im DAAD-Rahmenprogramm „exceed – Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit“.

 


ZdK lädt zu Fachtagung ein

 

(Bonn/zdk) - Unter der Überschrift "Kirchliche Finanzen – Ein Ort der Mit-Verantwortung für Laien" veranstaltet das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) am 16. und 17. Juni 2017 im Katholisch-Sozialen Institut (KSI), dann am neuen Standort auf dem Michaelsberg in Siegburg, eine Fachtagung.

 

 

 

"Dem Ruf der Öffentlichkeit nach mehr Transparenz bei den kirchlichen Finanzen sind viele Bistümer in den vergangenen Jahren gefolgt. Mehr und mehr werden umfassende Finanzberichte veröffentlicht. Auf diesem Weg müssen wir weitergehen", so der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg, in seiner Einladung.

 

Bei dieser Fachtagung wird das ZdK die Frage nach der Beteiligung von Laien an den Entscheidungen über die Verwendung kirchlicher Finanzmittel in den Mittelpunkt stellen. Bereits jetzt sind zahlreiche ehrenamtlich engagierte Gläubige in unterschiedlicher Weise an Finanzentscheidungen beteiligt. Das Kirchenrecht und die Konkordate setzen in den Bistümern unterschiedliche rechtliche Bedingungen.

 

Im Rahmen der Fachtagung soll mit haupt- und ehrenamtlich in und an kirchlichen Finanzfragen Engagierten und Interessierten über die zentralen Herausforderungen und Gestaltungsspielräume der Mit-Verantwortung von Laien bei der Organisation und Verwendung kirchlicher Finanzen auf diözesaner Ebene diskutiert werden. Gleichzeitig soll die Tagung zu einem Ort des Erfahrungsaustausches und der Vernetzung werden.

 

Der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg, wird die Tagung mit einem Referat zur Bedeutung der Finanzgestaltung für Arbeit und Ansehen der Kirche in Deutschland eröffnen. Prof. Dr. Matthias Pulte, Professor für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht an der Universität in Mainz, wird dann auf die grundlegenden rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland eingehen. Dem schließt sich eine Diskussionsrunde mit Praktikern aus Kirchensteuerräten und dem Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Peter Beer, über die Grenzen und Perspektiven der Mit-Verantwortung von Laien an. Am Samstag wird die Stadtkämmerin der Bundesstadt Bonn, Margarete Heider, eine  Außenperspektive einbringen. Andrea Bleher, Mitglied im Haushaltsauschuss der Synode der EKD, erweitert den Blick mit Erfahrungen aus den synodalen Strukturen der Evangelischen Kirche bevor der Präsident mit den Tagungsteilnehmenden über Konsequenzen diskutiert.

 

Die Tagung findet statt in Kooperation mit der Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen.

 

(Die Anmeldung zu der Fachtagung finden Sie unter: http://www.zdk.de/kirchliche-finanzen/

 


Neue Produkte, neue Märkte

(Halle/pm) - Mit einer Absatzsteigerung von 8,1 Prozent und einem Umsatzwachstum von 7,7 Prozent hat die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut ihren Aufwärtskurs auch im zurückliegenden Geschäfts-jahr 2015/2016 fortgesetzt. Mit zwei starken Ernten hintereinander sowohl in Quantität als auch in Qualität kann der aktuelle Bedarf gut bedient werden. Immerhin konnte mit fast drei Millionen Litern an das Vorjahresergebnis (3,1 Mio Liter) angeknüpft werden. Zudem zeigt besonders der Jahrgang 2016 seine Stärken und hat bei internationalen Wettbewerben wie Mundus vini, Selec-tion oder der Berliner Weintrophy bereits Gold geholt.

 

Zu dieser Steigerung habe vor allem die neue Premiumlinie Werkstück Weimar beigetragen, betont Vorstandsvorsitzender Siegfried Boy vor der Generalversammlung. „In Thüringen haben wir dadurch deutlich Flagge gezeigt und Boden gewonnen, der auch andere Produkte der Win-zervereinigung beflügeln konnte.“ Das zeigt bereits Wirkung im Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Dort hat sich u .a. Tegut als ein neuer Kunde mit seinem Filialnetz für das Weinangebot der Genossenschaft entschieden. Dafür wurde eigens eine eigene Linie entwickelt, die neben rotem und weißem Cuvée auch einen Jahrgangssekt anbietet. Der wurde speziell für den LEH kreiert und setzt auf Tankgärung.

 

Doch die guten Absatzerfolge dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem in Ost-deutschland kaum noch Wachstum in den Handelsketten zu erwarten sei, betont Hans Albrecht Zieger. Im Norden und im Westen sieht der Geschäftsführer aber noch Spielraum. Und im Aus-land. Da versprechen die angebahnten Kontakte gute Erfolge. In der ersten ‚German Wine Bou-tique' im kanadischen Waterloo sind die Weine der Winzervereinigung schon ausgetrunken. Ge-rade ging nach anfänglichen Musterlieferungen ein erster Container nach Übersee. Im März wird auch ein Container vornehmlich mit Riesling und Müller-Thurgau nach China verschifft.

 

Im Wirtschaftsjahr 2015/16 wurde der Online-Shop neu eingerichtet und trug bereits Früchte. Immerhin verdoppelte sich seit dem der Absatz über Internet. Wohl auch, weil verstärkt auf in-telligentes Marketing im Netz gesetzt wurde.

 

Eine weitere Hoffnung nimmt im Hauptgebäude der Genossenschaft zunehmend Gestalt an. Der neue Event- und Verkostungsbereich soll bis zur Lese 2017 fertig sein und dann auch für mehr Besucher in der Winzervereinigung sorgen.

  

Die neue Ausstattung im Gastronomie- und Fachhandel war ein gewagter Sprung ins 21. Jahr-hundert, der für viel Aufmerksamkeit sorgte und besonders bei jüngeren Weinfreunden auf große Akzeptanz gestoßen ist.

  

Sorgen bereitet der Genossenschaft der Abwärtstrend bei der Mitgliederentwicklung. Der hat auch im letzten Jahr angehalten und ist jetzt unter die 400-Marke gesunken. Das ist oftmals auch mit der Aufgabe der Weinflächen verbunden, deren Bewirtschaftung den nächsten Generationen zu aufwändig erscheinen. Das birgt die Gefahr, dass tradierte Landschaften ihren Weincharakter verlieren könnten.

  

In diesem Jahr standen wieder Ergänzungswahlen an. Dabei wurde Siegfried Boy in seinem Amt als Vorstandsvorsitzender bestätigt. Melanie Braun hat erneut für den Aufsichtsrat kndidiert und wurde wiedergewählt. Aus Altersgründen ist Walter Wrede aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Mit Mathias Gödicke ist dieses Kontrollgremium wieder komplett.

 

  

Hintergrund:

 

1934 schlossen sich Weinbauern um Freyburg zur Winzervereinigung zusammen und gründeten so die erste Genossenschaft dieser Region. Heute gehört die Winzervereinigung Freyburg- Unstrut eG zu den Leistungsträgern in Mitteldeutschland. Die Weingärten der etwa 390 Mitglie-der prägen die Landschaften an Saale, Unstrut, Ilm und Süßen See. Gut ein Fünftel der etwa 390 Hektar finden sich in Steillagen.

 


Pommersche Kirche legt Rücklagen bei Oikocredit an

Investition im Sinne christlicher Maßstäbe

Hartmut Dobbe, Leiter des Pommerschen Kirchenkreisamts in Greifswald. Foto: Rainer Neumann
Hartmut Dobbe, Leiter des Pommerschen Kirchenkreisamts in Greifswald. Foto: Rainer Neumann

 

 

 

(Stralsund/sk) - In der Dezembersitzung des Jahres 2016 hat der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) eine Aufstockung der Beteiligung des Kirchenkreises bei der Genossenschaft Oikocredit beschlossen. Hartmut Dobbe, Leiter des Pommerschen Kirchenkreisamts, informiert über diese Investitionsform, berichtet über die Anlagestrategie des PEK und regt auch ein privates Engagement bei Oikocredit an.

 

 

 

Frage: Was ist die Genossenschaft Oikocredit?

 

 

 

Hartmut Dobbe: Bei Oikocredit handelt es sich um eine international tätige Genossenschaft, deren Ziel es ist, benachteiligte Menschen oder Genossenschaften in Entwicklungsländern zum Beispiel durch die Vergabe von Mikrokrediten zu fördern und Wege aus der Armut zu ebnen. Um ihre Ziele zu erreichen, aktiviert die Genossenschaft Oikocredit weltweit kirchliches und privates Kapital zur Investition in Projekte der Hilfe zur Selbsthilfe. Bei Oikocredit angelegtes Geld wird seit den 1970er-Jahren mit jährlich zwei Prozent verzinst. Oikocredit bietet die Möglichkeit, mit einer Geldanlage weltweit eine nachhaltige, sozial gerechte Entwicklung zu fördern. Die Genossenschaft Oikocredit vergibt seit fast 40 Jahren Darlehen und Kapitalbeteiligungen an Partnerorganisationen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das Kapital stellen die Mitglieder der Genossenschaft zur Verfügung, das sind in Förderkreisen organisierte Privatpersonen, Institutionen wie Kirchen, Partnerorganisationen und andere.

 

 

 

Frage: Warum investiert der Pommersche Evangelische Kirchenkreis in Oikocredit?

 

 

 

Hartmut Dobbe: Eine bessere Kapitalanlage im Sinne christlicher Maßstäbe gibt es kaum. Das Geld bleibt dauerhaft in den Entwicklungsländern, so dass die Menschen vor Ort profitieren und Werte entstehen. Gleichzeitig können wir mit der Anlage bei Oikocredit das kirchliche Kapitalvermögen gemäß der nordkirchlichen Vorgaben bewirtschaften. Dadurch, dass die Rücklagen aller 154 Kirchengemeinden und die Rücklagen des Kirchenkreises durch das Kirchenkreisamt zentral bewirtschaftet werden, ergibt sich insgesamt ein achtstelliger Betrag, der gemäß gesetzlicher Verpflichtung für schlechte Zeiten vorzuhalten sowie sicher und zugleich Ertrag bringend anzulegen ist. Diesbezüglich ist es wichtig, eine breite Streuung der aus Haushaltsmitteln stammenden Geldanlagen vorzunehmen. Andererseits beteiligen wir uns als Kirche nicht an jedem beliebigen Unternehmen oder an jeder beliebigen Organisation, sondern fühlen uns den Grundsätzen des nachhaltigen Investierens verpflichtet. Dies heißt, dass neben den klassischen Kriterien Rendite, Risiko und Liquidität auch darauf geachtet wird, was mit dem Geld geschieht. Grundsätzlich bedeutet nachhaltiges Investment, Gelder so anzulegen, dass die Investitionen die heutigen Bedürfnisse befriedigen, ohne die Ressourcen der kommenden Generationen zu gefährden. Eine Investition bei Oikocredit entspricht dem nicht nur, sondern setzt noch darüber hinaus einen weiteren Akzent: Statt eine Gefährdung der kommenden Generationen auszuschließen, wird aktiv daran gearbeitet, in Gegenwart wie in Zukunft dafür zu sorgen, dass Menschen in benachteiligten Ländern der Welt die Chance erhalten, von ihrer Hände Werk zu leben. Vor diesem Hintergrund ist durch den Kirchenkreisrat der Beschluss gefasst worden, den bisherigen Anteil an Oikocredit noch mal deutlich aufzustocken.

 

 

 

Frage: Was macht eine Investition bei Oikocredit für den Kirchenkreis besonders sinnvoll?

 

 

 

Hartmut Dobbe: Neben den schon zuvor genannten Aspekten ist es so, dass man einerseits mit einer kontinuierlichen jährlichen Rendite in Höhe von zwei Prozent rechnen kann, andererseits wäre das investierte Geld im Notfall kurzfristig und ohne Kursrisiko wieder verfügbar. Und während in der Vergangenheit die zwei Prozent Rendite dagegen sprachen, ein maßgebliches Engagement in Oikocredit vorzunehmen, ist es gegenwärtig so, dass man derzeit auf dem freien Markt keine vergleichbare Rendite bekommen kann für kurzfristig realisierbare Anlagen bei dem geringen Ausfallrisiko. Allerdings nutzen wir Oikocredit nicht dafür, während der Zinsniedrigphase dort die Gelder zu parken, um dann bei steigenden Zinsen wieder auszusteigen – würde das im großen Stil von vielen Organisationen betrieben, käme Oikocredit vermutlich in Schwierigkeiten, das an Kleinstkreditnehmer weitergegebene Geld zu realisieren.

 

 

 

Frage: Auch privat sind Sie Mitglied eines Förderkreises - warum?

 

 

 

Hartmut Dobbe: Das sind im Grunde dieselben Beweggründe, die ich anfangs beschrieben habe. Auch privat möchte ich mein Geld verantwortlich anlegen. Daher investiere ich überwiegend in nachhaltige Produkte. Ein Engagement in Oikocredit hilft hier doppelt: Zum einen ist es unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zum Beispiel einer Anlage in einem nachhaltig gemanagten Aktienfonds vorzuziehen, weil es effektiver ist, direkt einen Beitrag zur Verbesserung der Welternährung und zur globalen Gerechtigkeit zu leisten, als Unternehmen zu unterstützen, die zwar ethisch, ökologisch und sozial besser agieren als die Konkurrenz, aber dennoch den Gesetzen des Marktes unterworfen sind und daher eine Kompromisslinie fahren müssen. Und zum anderen ist die Anlage in Oikocredit deutlich sicherer als die Anlage in einem Aktienfonds. Daher würde ich diese Form der Geldanlage privaten Kleinanlegern zumindest als Beimischung weiterempfehlen. Zu welchem Anteil, das muss jede oder jeder für sich entscheiden, auch vor dem Hintergrund der Marktsituation sowie der persönlichen Renditeerwartung. Wobei auch für Privatanleger gilt: Momentan wird man kaum eine Anlage finden, die eine Rendite von zwei Prozent bietet bei gleichzeitig sehr geringem Risiko und einer kurzfristigen Verfügbarkeit.

 

 

 

Frage: Wie haben Sie diese Anlageform entdeckt und wie können sich Interessierte weitergehend informieren?

 

 

 

Hartmut Dobbe: Ein Greifswalder Mitglied des Förderkreises machte mich darauf aufmerksam. Die Förderkreise sind eingetragene Vereine. Wer investieren möchte, muss einen Mitgliedsbeitrag von 16 Euro im Jahr zahlen. Mir ist es ein persönliches Anliegen, dass diese unterstützenswerte Investitionsform weitergeht und diese wichtige Förderung weiterhin geschehen kann. Daher möchte ich Menschen hierüber informieren, weil viele noch nichts darüber wissen, und ein entsprechendes Investment auch über klassische Bankenprodukte hinausgeht. Kaum eine Bank wirbt dafür. Am besten ist es, sich an den örtlich zuständigen Förderkreis zu wenden oder an einem der regelmäßigen Treffen von Mitgliedern und Interessierten in Rostock teilzunehmen. Der nächste Termin ist Dienstag, 14. März, von 10 bis 12 Uhr in Rostock im Zentrum Kirchlicher Dienste an der Petrikirche. Es gibt jedes Mal einen allgemeinen Informationsaustausch. Außerdem wird über Neuigkeiten aus dem Förderkreis berichtet.

 

 

 

Weitere Informationen:

 

 

 

Link zum Oikocredit-Förderkreis Norddeutschland e. V.: https://www.norddeutschland.oikocredit.de/investieren/investieren

 


ACA

Aufruf von DBK und EKD zur Beteiligung an der kommenden Sozialwahl wird begrüßt

Der gemeinsamen Aufruf der Deutschen Bischofskonferenz DBK und der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, sich an den kommenden Sozialwahlen zu beteiligen, wird vom Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Arbeitnehmerorganisationen (ACA), Hannes Kreller, begrüßt:

 

 

 „Die ACA begrüßt die Unterstützung von DBK und EKD, im Rahmen der Sozialwahlen 2017, christliche Werte in die Entscheidungen der Sozialversicherungsträger einzubringen. Gerade in einer Zeit sozialer Verwerfungen müssen die Werte wie Solidarität und gesellschaftlicher Zusammenhalt Priorität haben, so der ACA Bundesvorsitzende.“

 

Die Ankündigungen des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, Teile der Agenda 2010 zu korrigieren, kann dazu nur ein erster Schritt sein. Die auch von der SPD geförderte Ausweitung von prekären Beschäftigungsverhältnissen, wie die umstrittenen Mini-Jobs, müssen in reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt werden. Es kann nicht sein, dass zunehmend mehr Menschen in mangelnde soziale Absicherung und Altersarmut gedrängt werden. Gleichzeitig muss der Absenkung des Rentenniveaus und der schleichenden Aushöhlung der paritätischen Finanzierung der Sozialversicherungssysteme zu Lasten von Arbeitnehmern Einhalt geboten werden.

 

„Die allein auf ehrenamtlicher Basis tätigen Vertreter der ACA in der sozialen Selbstverwaltung  werden sich daher gerade jetzt dafür einsetzen, dass die Rechte aller Versicherten weiter gestärkt werden“, so Hannes Kreller.

 

 Weitere Informationen und das Wahlprogramm der ACA finden Sie unter www.aca-online.de

 

 

 

Hannes Kreller
ACA Bundesvorsitzender

 


Neue Vereinbarungen für 18.000 Beschäftigte im Bereich Hessen-Nassau

Mehr Gehalt in Diakonie ab April 2017

 

(Darmstadt / Frankfurt/ekhn) - Rund 18.000 Beschäftigte der Diakonie Hessen im Bereich der hessen-nassauischen Kirche erhalten ab 1. April 2017 mehr Lohn. Darauf hat sich die Arbeitsrechtliche Kommission verständigt, wie die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau am Mittwoch (22. Februar) mitteilte. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sieht die Vereinbarung eine Steigerung der Gehälter für Fachkräfte um vier Prozent vor. Um die Arbeitsplätze von Hilfskräften etwa im Reinigungsbereich zu sichern, ist hier eine Erhöhung um 2,5 Prozent und eine Einmalzahlung von bis zu 200 Euro vorgesehen. Dazu gehört auch die Verankerung einer Qualifizierungsinitiative, um aus Hilfskräften künftig Fachkräfte werden zu lassen.

 

 

 

Laufzeit bis März 2019

 

Bei den Beschäftigten in der Altenhilfe hatte sich bereits zu Beginn des Jahres der Lohn um 1,1 Prozent erhöht. Für sie beginnt die Laufzeit der neuen Entgelte deshalb erst ab Juli 2017. Ärzte und Ärztinnen im Dienst der Diakonie bekommen ebenfalls eine Erhöhung um vier Prozent. Gleiches gilt für Auszubildende und Praktikanten in allen Arbeitsbereichen der Diakonie. Die Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge bleiben bis auf weiteres unangetastet. Die neuen Abschlüsse haben eine Laufzeit bis 31. März 2019. Formal müssen die Regelungen noch beschlossen werden.

 

 

 

Dritter Weg funktioniert

 

„Der Dritte Weg funktioniert, nach dem in Kirche und Diakonie Löhne ausgehandelt werden“, erklärte Sabine Hübner, Vorstandsmitglied des Verbands Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VKM) und amtierende Vorsitzende der Arbeitsrechtlichen Kommission. „Wir müssen uns hinter den Abschlüssen im öffentlichen Bereich hier nicht verstecken“, sagte sie. Trotz des enormen Kostendrucks im Pflege- und Gesundheitswesen hätten sich alle Seiten „gut bewegt - auch wenn wir gerne einen höheren Abschluss für unsere Mitarbeitenden erzielt hätten“, so Hübner.

 

 

 

Refinanzierung weiter problematisch

 

Christoff Jung, Personalleiter in der Diakonie Hessen, bezeichnete den Abschluss wie zuletzt als Kompromiss, in dem die Diakonie „an die Grenze des finanziell Leistbaren gegangen ist“. Das Spannungsverhältnis zwischen der Attraktivität als Arbeitgeber und der schlechten Refinanzierung der sozialen Arbeit „ist nach wie vor nicht aufzulösen“. Gerade die Arbeitsbereiche der Altenhilfe hätten mit Nachwuchssorgen und privater Konkurrenz zu kämpfen. Die jetzt vereinbarten Abschlüsse schafften es zugleich, die Gehaltsdifferenz zwischen Kranken- und Pflegebereich nicht weiter auseinandergehen zu lassen. Jung: „Wir sind über ein Ergebnis froh, mit dem die Träger am Markt weiter agieren können.“

 

 

 

Hintergrund: Kirchliches Arbeitsrecht

 

Die Arbeitsrechtliche Kommission regelt selbstständig Fragen der Entgelte für die Angestellten in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und in der Diakonie im Kirchengebiet der EKHN. In ihr sind Dienstgeber der EKHN und der Diakonie sowie Dienstnehmer des Verbandes Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VKM) jeweils mit zehn Personen paritätisch vertreten. Aufgrund des vom Grundgesetz garantierten Selbstbestimmungsrechts der Kirchen ordnen diese ihre Angelegenheiten im Rahmen der für alle geltenden Gesetze selbst. Der Dritte Weg unterscheidet sich vom ersten Weg (einseitige Arbeitgeberbedingungen) und vom zweiten Weg (Tarifverträge nach staatlichem Recht) dadurch, dass Kirche und Diakonie nicht von einem Interessengegensatz zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ausgehen, sondern von dem christlich geprägten Gedanken einer Dienstgemeinschaft aller Beschäftigten.

 


Guido Zimmermann wird neuer Vice President & Managing Director für Klavier-Manufaktur Steinway & Sons Europe

Guido Zimmermann neuer Vice President & Managing Director der Klavier-Manufaktur Steinway & Sons Europe. Foto: Steinway & Sons
Guido Zimmermann neuer Vice President & Managing Director der Klavier-Manufaktur Steinway & Sons Europe. Foto: Steinway & Sons

(Hamburg/pp) - Steinway & Sons wird ab dem 1. März 2017 ein neues Führungsmitglied in der Hamburger Steinway-Familie begrüßen: Herrn Guido Zimmermann, Vice President & Managing Director Europe.

 

Der 44-jährige Guido Zimmermann wird die Nachfolge von Herrn Werner Husmann antreten, der sich nach 50 Jahren bei Steinway & Sons Hamburg in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschieden wird.

 

Zusammen mit Manfred Sitz, der die Geschicke des Unternehmens seit 2013 führt, wird Herr Zimmermann sich die Leitung zunächst teilen. Im kommenden Jahr wird dann auch Herr Sitz nach 37-jähriger Betriebszugehörigkeit in Rente gehen und Guido Zimmermann die alleinige Geschäftsführung überlassen.

 

Nach mehr als 14 erfolgreichen Jahren in verschiedenen Positionen bei Montblanc ist Herr Zimmermann perfekt aufgestellt für seine neue Rolle bei Steinway & Sons - nicht zuletzt wegen seiner Leidenschaft für Musik und Handwerkskunst. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Hamburg und freut sich auf seine neue Herausforderung bei dem Traditionsunternehmen.

 

 

 Über Steinway & Sons

 

Seit 1853 setzen die Flügel und Klaviere von Steinway& Sons höchste Standards in puncto Klang, Handwerkskunst, Design und Investition. Neun von zehn Konzertpianisten sowie zahlreiche professionelle und Hobbypianisten weltweit entscheiden sich für ein Instrument von Steinway & Sons. Steinway  betreibt nur  zwei Fabriken – in Hamburg und in New York. Weitere Informationen auf eu.steinway.com  


Kardinal Schulte Haus

Klösterlicher Spirit

Mit 18.000 Quadratmetern Fläche gehört das Kardinal Schulte Haus in Bensberg zu den größten kirchlichen Tagungszentren Deutschlands. Wie das denkmalgeschützte Gebäude neu gedacht und die Spiritualität erhalten wurde, zeigen die Architekten msm meyer schmitz-morkramer. In Bensberg rückt das Paradies seitdem ein Stückchen näher.

 

 

 

(Bensberg/pm) - Kastanien rauschen, Kies knirscht, einer Burg gleich erhebt sich das Kardinal Schulte Haus über die grünen Wiesen und Dächer Bensbergs. 1926 unter dem einstigen Erzbischof Kölns, Dr. Karl Joseph Schulte, und nach den Plänen des Architekten Bernhard Rotterdam errichtet, erlebte es eine wechselvolle Geschichte. Als Priesterseminar, Kriegs-Lazarett und Sitz der Thomas-Morus-Akademie, bedurfte das heutige Tagungszentrum des Erzbistums Köln schließlich eines grundlegenden Umbaus.

 

 

 

Den Spirit erhalten

 

 

 

Mit rund 160 Zimmern und rund 2000 Quadratmeter Konferenzfläche ist das Kardinal Schulte Haus eines der größten kirchlichen Tagungszentren Deutschlands, aber es war in die Jahre gekommen. Um den Bestand grundlegend zu sanieren, setzte das Erzbistum Köln rund 30 Millionen Euro ein. „Wir erhielten die Aufgabe, das denkmalgeschützte Gebäude komplett neu zu durchdenken,“ erzählt Architekt Caspar Schmitz-Morkramer von msm meyer schmitz-morkramer. „Wichtigstes Ziel dabei war, den besinnlichen Spiritus zu erhalten, der für die Anlage so prägend ist.“ Unter dem Arbeitstitel „Der Geist des Hauses“ entstand ein sensibles Gestaltungs- und Raumkonzept, das dem Ort und seiner Mischung aus Ruhe und Kontemplation Rechnung trägt.

 

 

 

Herzstück ist der Innenhof zwischen den mächtigen Mauern des dreistöckigen Gebäudes. Hier legten die Architekten msm meyer schmitz-morkramer gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten FSWLA einen formal reduzierten Platz an, der die Edith Stein Kapelle aus den 1980er Jahren umgibt. Unter den stattlichen Magnolienbäumen entstand ein ganzjährig stimmungsvoller Ort. „Das Haus sollte wieder eine Verknüpfung von Innen und Außen erfahren,“ erläutert Caspar Schmitz-Morkramer. „Insofern galt ein besonderes Augenmerk der Gestaltung dieses Innenhofes. Ein besonderer Ort, der eine hohe Aufenthaltsqualität bekommen hat und aus dem heraus das Gebäude spürbar wird.

 

 

 

Sakrale Lichtarchitektur schafft Mystik

 

 

 

Im äußeren Erscheinungsbild hat sich das Kardinal Schulte Haus kaum merklich verändert, doch im Inneren erwartet den Besucher ein gänzlich neues Haus. Die Lichtgestaltung, eine Königsdisziplin der sakralen Architektur, rückt wieder ins Zentrum. Der früher versteckte Empfangsbereich ist heute großzügig, heller Anlaufpunkt beim Weg durch die umlaufenden Kreuzgewölbe. Die Lichtarchitektur schafft hier gezielt unterschiedliche Effekte. Einerseits durch die großen Fenster und hellen Achsen, dann durch indirekte Beleuchtung, die eine Atmosphäre der Besinnlichkeit erzeugt. Selbst bei der Wahl der Oberflächen achtete man auf die unterschiedlichen Reflexionseigenschaften der Materialien, auf deren Wirkung für Licht und Atmosphäre.

 

 

 

„Wir haben uns für eine zeitlose Handschrift aus hellen Wandflächen und Böden und für Materialien aus Eiche, Naturstein, Parkett, Teppich und Stoff entschieden,“ erläutert Caspar Schmitz-Morkramer. „Die Haptik war für uns von besonderer Bedeutung. Die Materialien strahlen Ruhe und Beständigkeit aus, sind gut anzufassen. Farbe wird nur an wenigen Punkten akzentuiert eingesetzt.“ Auch die Gäste wissen die neuen Räume zu schätzen. „Das Feedback ist sehr positiv,“ berichtet Martin Geiger, Geschäftsführer des Kardinal Schulte Hauses. „Unsere Besucher schätzen sehr, dass die Farben aus den 80er Jahren verschwunden sind und die Materialien nun Wärme und Behaglichkeit vermitteln.“

 

 

 

Neue Raumstruktur

 

 

 

Auch das Thema Orientierung spielte innerhalb des Gebäudes eine tragende Rolle.

 

„Wir haben zunächst die Funktionen des Hauses analysiert und dann die Grundrissorganisation verändert. Ganz nach dem Motto „form follows function“, erklärt Schmitz-Morkramer. Das Haus erhielt eine neue Raumstruktur. Die Bereiche Hotel, Tagung und Konferenz wurden klar getrennt und so gestaltet, dass sich die Wegeführung heute leicht erschließt. „Die Bündelung der Bereiche war die richtige Entscheidung,“ unterstreicht Martin Geiger. „Beispielsweise stören die Wäschecontainer nicht mehr, die früher durch das Foyer geschoben werden mussten. Die Servicelinien sind klarer strukturiert und für den Gast unsichtbar.“

 

 

 

Ein weiterer zentraler Aspekt des Sanierungskonzeptes war die umfassende technische und energetische Modernisierung. Die Haustechnik wurde

 

erneuert, Schallschutz, Lüftung, Beleuchtung und Brandschutz sind auf dem neuesten Stand. Ein Blockheizkraftwerk und eine Wandheizung tragen zur besseren Energieeffizienz und Behaglichkeit bei.

 

 

 

 

 

Hotel mit Spirit und Stil

 

 

 

Nach gut 20 Jahren Gebrauch mussten auch die Hotelzimmer grundlegend angefasst werden. Die bescheidenen, kleinen Räume, die ebenfalls den Charme der 80er Jahre versprühten, wurden mit neuen Innenwänden, Innendämmung, Wandheizungen und individuell gestalteten Möbeln aus Naturholz versehen. Der kontemplative Charme ist erhalten, aber mit mehr Komfort und Wohnlichkeit ausgestattet. „Hier konnten wir unsere Vielseitigkeit als Architekten unter Beweis stellen. Vom Rohbau über die Möbel bis zum Vorhangstoff haben wir alles neu geplant und speziell für dieses Gebäude entwickelt. Die Stimmung ist hell und freundlich, die klösterliche Anmutung gewünscht,“ so Schmitz-Morkramer.

 

Das hat sich inzwischen auch positiv auf die Buchungszahlen ausgewirkt. „Ich bin sehr optimistisch, dass dieses Jahr das Beste wird, das wir jemals hatten,“ freut sich Martin Geiger vom Kardinal Schulte Haus. „Wir gewinnen jetzt viele Firmen, die auf uns zukommen und Individualgäste, die das Hotel sehr gut bewerten.“

 

 

 

Netzwerken mit Spirit

 

 

 

So wurde das Kardinal Schulte Haus, ein ehemals dunkles Juwel der Vorkriegsmoderne, Beispiel für den sensiblen Umbau eines großen, kirchlichen Tagungsortes. Besucher genießen jetzt die lichtdurchfluteten Aufenthaltsbereiche, Lounge-Ecken, die klaren Zimmer und die Bibliothek. Für sie wird Geist des Hauses greifbar, der von einem großen Maß an Offenheit, Moderne und Gastfreundlichkeit lebt.

 

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KURZ-INFO Kardinal-Schulte-Haus

 

Die Ziele:

 

 

 

Ein denkmalgeschütztes Gebäude neu „denken“. Zu den zentralen Ziele des Sanierungskonzeptes für das Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg gehörten:

 

der Erhalt des klösterlich-sinnlichen Geistes, ein ausgefeiltes Licht-Konzept, die reduziert-moderne Formen- und Materialsprache und ganz nebenbei eine umfassende technische wie energetische Modernisierung. Dazu brauchte es in dem 18.000 qm großen Komplex eine bessere Orientierung und Raumorganisation. Für ein Büro wie msm meyer schmitz-morkramer eine besondere Herausforderung - bei laufendem Betrieb, der in fünf Bauabschnitten über drei Jahre erfolgte.

 

 

www.msm-architecture.com.