Journal / PoLitik

21.06.2017


Bernie Sanders

Unsere Revolution

Foto: Ullstein
Foto: Ullstein

 

»Wir müssen den Kampf fortsetzen — für unsere Kinder und Enkelkinder!« Bernie Sanders

 

 

Bernie Sanders zeigt, dass eine wahre gesellschaftliche Erneuerung nur von links geschehen kann. Seine Ideen eines modernen demokratischen Sozialismus sind wichtiger als je zuvor – für die USA und für die ganze Welt.

In der führenden Nation des Westens spielen die Belange der Mittelschicht und der Geringverdiener, aber auch die des Umweltschutzes und der Minder heiten eine empörend geringe Rolle. Doch der Sozialist Bernie Sanders kämpft weiter für eine politische Revolution: für eine Ökonomie, die nicht nur Jobs schafft, sondern auch für gerechte Löhne sorgt; für ein Gesundheitswesen, das allen zugute kommt; für den nachhaltigen Schutz unserer Umwelt — und gegen jede Form von Rassismus. Nur so wird es gelingen, den USA und der ganzen Welt eine bessere Zukunft zu schaffen. Sanders’ Buch ist die linkspolitische Agenda für alle, die mit dem Primat der Profitgier und der Willkür des Establishments nicht einverstanden sind und nach neuen Wegen jenseits des Raubtierkapitalismus suchen.

 

Bernard „Bernie“ Sanders, geboren 1941 in New York, ist ein amerikanischer parteiloser Politiker und vertritt seit 2007 den Bundesstaat Vermont im Senat, wo er der Fraktion der Demokratischen Partei angehört. Von 1991 bis 2007 war er Mitglied des Repräsentantenhauses. Sanders trat in den Vorwahlen der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2016 an. Mit seiner Kampagne gewann er insbesondere viele junge und linke Wähler für seine Reformvorstellungen, bevor er schließlich Hillary Clinton unterlag. Sanders bezeichnet seine politische Orientierung als „Democratic Socialism“

 

 

 

Unsere Revolution

 

von Bernie Sanders

 

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Frank Born, K,.D. Schmidt, Karen Genschow

 

Hardcover

 

464 Seiten
ISBN: 9783550050077
Erschienen: 02.06.2017
Preis: €24.00

 

 

 

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Autor: Ullstein; zusammengestellt von Gert Holle – 21.06.2017

 


Wie unser Nachbar seinen Niedergang stoppen will

Der neue französische Traum

Foto: Frankfurter Allgemeine Buch
Foto: Frankfurter Allgemeine Buch

 

Ohne Reformen geht es nicht

 

Frankreich hat gewählt. Mit Emmanuel Macron als Präsident wirkt das Nachbarland plötzlich jung. Doch die Herausforderungen sind groß. Kann Frankreich Reformstau und Stillstand überwinden und so seinen industriellen Niedergang stoppen? Christian Schubert, langjähriger Korrespondent der F.A.Z.  in Paris, behandelt mit seinem neuesten Buch aktuelle sowie grundlegende wirtschaftliche, soziale und politische Themen. Warum tut sich das freiheitsliebende Frankreich so schwer mit dem Liberalismus? Weshalb blühen trotz der staatsverliebten Tradition der Franzosen Start-up-Unternehmen sowie große Konzerne? Arbeitsplätze schafft die Wirtschaft allerdings kaum. Viele Strukturen sind verkrustet. So ist eine schwierige Reformagenda entstanden, an der sich Emmanuel Macron messen lassen muss. Christian Schubert analysiert die Chancen und Blockaden eines Landes, das gerade in Zeiten von Donald Trump und Brexit Deutschlands wichtigster Verbündeter ist. Mehr denn je gilt: Ohne Frankreich und Deutschland geht in Europa nichts. Frankreich ist unser Schlüssel zu Europa und damit auch zur Zukunft Deutschlands. Wohin aber steuert unser ebenso eigenwilliger wie eindrucksvoller Nachbar?

 

 

Lesen Sie zum Wahljahr 2017 über die notwendige Reformagenda, an der sich der neue französische Präsident zukünftig messen lassen muss.

 

 

 

Christian Schubert beobachtet seit zwölf Jahren unser ebenso eindrucksvolles wie eigenwilliges Nachbarland als Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit Sitz in Paris. Täglich geht er der Frage nach, ob Frankreich wirtschaftlich und gesellschaftlich vorankommt oder auf der Stelle tritt. Internationale Vergleiche kann er reichlich ziehen. Acht Jahre lang war er F.A.Z.-Korrespondent in London, davor arbeitete er als Wirtschaftsredakteur der F.A.Z. in Frankfurt. Für dieses Buch befragte Schubert Dutzende von Managern, Politikern, Gewerkschaftern, Wissenschaftlern, Arbeitern und Jugendlichen. Er war in den Fabrikhallen genauso unterwegs wie auf den Chefetagen, er recherchierte in den unsicheren Vororten von Paris wie auf den Fluren der Ministerien. 2003 erschien sein Buch: „Großbritannien – der ewige Außenseiter Europas“.

 

 

Christian Schubert

Der neue französische Traum

Wie unser Nachbar seinen Niedergang stoppen will

 

Veröffentlichungsdatum: Juni 2017

 

Auflage: 1. Auflage

 

Sprache: Deutsch

 

 

 

 

 

 Preis: 19,90 €

 

Format: Hardcover, 320 Seiten

 

ISBN: 978-3-95601-202-0

 

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Autor: FAZ Buch; zusammengestellt von Gert Holle - 8.06.2017

 

 

 


Andreas Malessa: Als Christ die AfD unterstützen?

Foto: Brendow Verlag
Foto: Brendow Verlag

 

Ist das Menschen- und Weltbild der AfD mit dem Evangelium vereinbar? Der Journalist, Theologe und Bestseller-Autor Andreas Malessa plädiert in seinem soeben erschienenen Buch „Als Christ die AfD unterstützen?“ für biblische Prinzipien, christozentrische Ethik und mutigen Widerstand gegen die Verachtung von Menschlichkeit, Demokratie und Rechtsstaat. 

 

Nach den NPD-Wählern, den „Pegida“-Demonstranten und Antisemiten will die AfD nun auch die brave bürgerliche Mitte für sich gewinnen – und präsentiert sich hierfür als „wertkonservativ“ und „familienfreundlich“.

 

Das klingt auch für viele Christen verführerisch. Ihr Abtreibungs- und Gender-Protest, ihr Unbehagen vor Muslimen und die Unzufriedenheit mit den Medien bieten der AfD willkommene Gelegenheiten, sich als bloß „konservative“ Alternative anzubiedern – ohne ihr rassistisch-nationalistisches Gesicht zu zeigen. Manche frommen Blätter fördern das, kirchlich Engagierte fürchten das.

 

Ist das Menschen- und Weltbild der AfD mit dem Evangelium vereinbar?

 

Der Journalist, Theologe und Bestseller-Autor Andreas Malessa plädiert in diesem Buch für biblische Prinzipen, christozentrische Ethik und mutigen Widerstand gegen die Verachtung von Menschlichkeit, Demokratie und Rechtsstaat.

 

Andreas Malessa:

 

Als Christ die AfD unterstützen?

 

ISBN 978-3-86506-980-1
Paperback
12 x 18,8 cm, 112 Seiten
9,00 €

 

Brendow Verlag

 

 

 

 

 

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Autor: Brendow Verlag; zusammengestellt von Gert Holle – 10.05.2017

 


Europäisches Netzwerk Kirche im Aufbruch

Welches Europa, 60 Jahre nach dem Vertrag von Rom? Ein Aufruf des „Europäischen Netzwerks Kirche im Aufbruch“

 

„IN DEM FESTEN WILLEN, die Grundlagen für einen immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker zu schaffen,  ENTSCHLOSSEN, durch gemeinsames Handeln den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt ihrer Länder zu sichern, indem sie die Europa trennenden Schranken beseitigen,  IN DEM VORSATZ, die stetige Besserung der Lebens- und Beschäftigungsbedingungen ihrer Völker als wesentliches Ziel anzustreben“  unterzeichneten vor 60 Jahren, am 25. März 1957, die sechs Gründungsländer Europas den Vertrag von Rom, den Auftakt zur Europäischen Union. 

 

 Doch wie steht es um Europa heute? Können wir den sechzigsten Jahrestag mit Festen und Gedenkfeiern wie zum fünfzigsten Jahrestag begehen? Nein, als Bürger_innen Europas und als Christ_innen müssen wir eine ernsthafte Analyse der Situation und der Krisen Europas vornehmen.

 

 Unser Europa ist mit großen Veränderungen in der globalen geopolitischen Struktur der Welt konfrontiert, mit der Ökonomisierung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen den Ländern der Welt. Ein radikaler Paradigmenwechsel hat stattgefunden: Anstatt das Finanzsystem in den Dienst der Menschen in Europa zu stellen, werden die Menschen in den Dienst des Finanzsystems gestellt und schaffen es nicht, sich effizient zu organisieren, um sich dieser Herrschaft zu widersetzen.

 

 Europa ist auch konfrontiert mit einem "Dritten Weltkrieg", der in verschiedenen Regionen der Welt stattfindet, insbesondere im Nahen Osten, wo die Lage am schwierigsten und zum Teil auch das Ergebnis der Entscheidungen und Verhaltensweisen Westeuropas ist. Europa ist konfrontiert mit einem neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, der die Ängste und Sorgen in Europa und in der Welt größer werden lässt. Europa ist konfrontiert mit großen Migrationsbewegungen. Europa ist konfrontiert mit blindem Terrorismus, der versucht, mithilfe der Religion überkommene Weltanschauungen aufzuzwingen. Europa ist konfrontiert mit einer Wirtschaftskrise, die zu einer sozialen Krise geworden ist, weil sie Massenarbeitslosigkeit produziert, die vor allem junge Menschen betrifft und alte Solidaritäten zerstört. Europa ist konfrontiert mit einem Finanzsystem, das zunehmend auf Kosten der Schwächsten geschützt wird und somit immer mehr die Ungleichheiten in der Welt und sogar innerhalb einzelner Länder erhöht.

 

Europa sieht sich auch anderen Krisen ausgesetzt, die gerade entstehen (in Lateinamerika) oder bereits bestehen (Afrika südlich der Sahara); kriminellen Organisationen, die die Globalisierung nutzen um sich zu globalisieren und zu wachsen. Im Osten besteht keine Aussicht auf Entspannung, es werden vielmehr neue Grenzen aufgerüstet, sodass einige Länder das bestehende Atomarsenal nicht nur erhalten und modernisieren, sondern auch die konventionellen Waffen weiterentwickeln: der Waffenhandel prosperiert und das Militär behält seine Präsenz in vielen Orten und bürdet sie ihnen auf. Dazu kommt die weitere Verschlechterung der Umweltsituation des Planeten, den positiven Ergebnissen der COP21 (UN-Klimakonferenz in Paris 2015) zum Trotz.

 

 Angesichts dieser Veränderungen und Krisen „gibt“ Europa immer mehr die Werte „auf“, die seine Entstehung und seine Dynamik bestimmten. Was wurde aus dem Schutz der Menschenrechte ohne Diskriminierung, aus dem inneren Frieden als Prämisse einer neuen und gerechteren Beziehung zwischen den Völkern sowie zwischen Norden und Süden? Was ist mit der wirtschaftlichen und sozialen Gerechtigkeit, der Solidarität und dem Schutz der Schwächsten? Was ist mit der Beteiligung der europäischen Bürger_innen bei der Vorbereitung von Entscheidungen, die sie betreffen, was mit den Strukturen für Dialog und Verständigung? Die Bürger_innen fühlen sich immer weiter entfernt von den Entscheidungszentren und immer weniger gefragt. Sie unterliegen in immer größerer Zahl einer sich immer mehr verschärfenden Wirtschaftskrise, die ihr Leben erschwert. Sie haben das Gefühl von Migrant_innen fremder Kulturen und Religionen überströmt zu werden und so die soziokulturelle Orientierung zu verlieren. Der daraus resultierende Sinnverlust und das Gefühl der Unsicherheit führen überall viele Menschen dazu, sich in einen fälschlich beruhigend Fundamentalismus zu flüchten und dem schlimmsten Populismus zu verfallen.

 

Die demokratischen und pro-europäischen Kräfte befinden sich in einer schwierigen Lage und wissen nicht oder wollen nicht diese Probleme auf eine gerechte Weise miteinander lösen, insbesondere die Welle von Migrant_innen.

 

 Diese Krise im unvollendeten Aufbau eines politischen Europa ist so tief und schwierig, dass sie trotz seiner beachtlichen Erfolge, die der Europäischen Union unter anderem den Friedensnobelpreis einbrachten, Europa weniger attraktiv erscheinen lässt, was zu einer wachsenden Unzufriedenheit der Bürger_innen Europas führt, zum Risiko nach und nach zu zerfallen.  Manche Leute sprechen schon von seiner Auflösung. Der Brexit ist ein erstes negatives Signal, das die separatistischen Kräfte der verschiedenen Länder bestärkt. Europa hat es versäumt, die einmalige Gelegenheit des Falls der Berliner Mauer zu ergreifen, um zwischen Staaten und Kontinenten ausgewogenere und gerechtere Beziehungen zu etablieren, die eine Politik der Abrüstung ermöglicht hätten. Wird es die Gelegenheit dieser internen und externen Krisen  zu ergreifen wissen, um den Geist der Gründerväter wiederzufinden, um sich zu organisieren, um effizienter auf die Bedürfnisse und Appelle seiner Völker zu antworten und so die Herausforderungen zu meistern, denen es sich stellen muss?

 

 Diese Frage fordert uns als Christ_innen und Bürger_innen Europas heraus. Auf der Grundlage des Evangeliums und der Intuitionen des Zweiten Vatikanischen Konzils, bezugnehmend auf das Lehramt von Papst Franziskus, durch unseren Glauben an Jesus angetrieben, politisch zu handeln und inspiriert durch seinen Geist, im Glauben an das Heil der Schöpfung wie vom Hl. Franziskus im Lobgesang der Geschöpfe gesungen, starten wir diesen Aufruf:

 

 - für ein vereintes Europa, bereichert durch die Vielfalt seiner Traditionen, seiner Sprachen, seiner Geschichte, seinen Strömungen des Denkens und der Religionen, die es geprägt haben, und für den Dialog und Austausch zwischen allen Bürger_innen, damit sich alle gegenseitig anerkennen;  

 

- für ein Europa, dessen zentrales Anliegen das materielle und spirituelle Wohlbefinden jedes Bürgers und jeder Bürgerin ist ohne jegliche Diskriminierung, die Achtung der Menschenrechte, die Solidarität, die soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit, die Aufnahme der Fremden, das Schwert, das zu einem Pflug wird, der Wunsch nach Frieden, nach gemeinsamen Handeln und Geschwisterlichkeit zwischen allen Menschen, ganz gleich welcher Religion oder Philosophie.

 

 - für einen „New Deal“ für Europa, damit sich neue EU-Institutionen der Macht des Geldes widersetzen und den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Sorge stellen, wie es Papst Franziskus unterstrich; damit in einer koordinierten Art und Weise die politischen und wirtschaftlichen Reformen durchgeführt werden, die zu wirtschaftlicher Erholung führen in Solidarität zwischen den europäischen Ländern, sodass sie auf faire Weise belebt werden, damit die Arbeitslosigkeit in allen abnimmt, vor allem unter der Jugend, die in der Welt der Erwachsenen willkommen geheißen werden muss.  

 

- um überall, wie in den christlichen Gemeinden und Kirchen, der zerstörerischen, fundamentalistischen und identitären Welle entgegenzutreten, die durch Europa rollt. Diese Welle, die sich unter anderem auf eine alte und den Evangelium zuwiderlaufenden Idee der „christlichen Zivilisation“ beruft, steht im Widerspruch zum Geist Jesu, weil sie in ihrem Schoß die Samen von Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt trägt. Wir müssen dringend und mit Bestimmtheit überall Nein sagen zu dieser Rückkehr in die Vergangenheit, ob einer nahen oder fernen, einer Vergangenheit, die mit Demut und Reue neu gedacht werden muss.

 

 Lasst uns zusammenarbeiten, um ohne Zögern und mit großer Energie, „ein anderes Europa“ zu erbauen und somit dazu beizutragen, die Welt in eine Welt des Friedens zu verwandeln, einer Welt sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit, einer Welt der Geschwisterlichkeit und Solidarität, wo jede Person gedeihen kann, unabhängig von ihrem Glauben, ihrer Religion oder Philosophie, im Respekt derer der anderen.

 

 Europäisches Netzwerk Kirche im Aufbruch  European Network Church in the Move / Réseau Européen Eglises et libertés Rom, 25. März 2017

 

 

 

Erstunterzeichnende Organisationen  PAVES (Belgique)  Col·lectiu de Dones en l'Església per la Paritat.(Catalogne) Redes Cristianas (Espagne) Fédération des Réseaux du Parvis (France) FHEDLES (France)  Partenia 2000 (France) Marienburg (Pays-Bas) Noi Siamo Chiesa (Italia) Wir sind Kirche (Deutschland)

 

 

 

Die Unterzeichnung dieses Aufrufs dauert an.

 


BUCHTIPP

Marum: Das letzte Jahr in Briefen

Foto: von Loeper Literaturverlag
Foto: von Loeper Literaturverlag

 

Ludwig Marum: Das letzte Jahr in Briefen

Der Briefwechsel zwischen Ludwig Marum und Johanna Marum (7. März 1933 – 14. Mai 1933)
Ludwig Marums Briefe aus dem Konzentrationslager Kislau (16. Mai 1933 – 7. März 1934)

für die Neuausgabe ausgewählt und bearbeitet von Andrée Fischer-Marum
hg. von den Stadtarchiven Karlsruhe und Mannheim

 

Am 10. März 1933 wurde Ludwig Marum, Sozialdemokrat jüdischer Herkunft, von Hilfspolizisten der SA in seiner Wohnung in Karlsruhe verhaftet. Der Reichstagsabgeordnete und frühere badische Staatsrat gehörte zu den bedeutendsten SPD-Politikern der Weimarer Republik und war als erklärter Gegner der Nationalsozialisten schon frühzeitig in deren Visier geraten. Marum wurde mehrere Wochen im Karlsruher Gefängnis inhaftiert und am 16. Mai 1933 in einer demütigenden öffentlichen Schaufahrt zusammen mit anderen führenden Sozialdemokraten in das Konzentrationslager Kislau gebracht, wo er am 29. März 1934 ermordet wurde.

 

Ludwig Marum hat während seiner Gefangenschaft in der so genannten „Schutzhaft“ zahlreiche Briefe an seine Frau Johanna geschrieben. Diese wurden unter dem Titel „Briefe aus dem Konzentrationslager Kislau“ 1984 erstmals publiziert und zeugten von der ungebrochenen Haltung des Anwalts und Politikers, aber auch von seiner zärtlichen Liebe zu seiner Frau und seinen drei Kindern Elisabeth, Hans und Brigitte.

 

Nicht bekannt sind jedoch die Briefe, die Johanna Marum von März bis Mai 1933 an ihren Mann geschrieben hat. Die vorliegende erweiterte Neuausgabe will zum einen die Briefe Ludwig Marums wieder verfügbar machen (ergänzt um bisher unveröffentlichte Briefe und Briefpassagen), zum anderen den Fokus erweitern auf die Situation der Familie Marum, die nun auch aus der Perspektive von Johanna Marum sichtbar wird. Durch diese neue Edition, ausgewählt und bearbeitet von Ludwig Marums Enkelin Andrée Fischer-Marum, entsteht ein dichtes Bild: Es wird deutlich, unter welchem existenziellen Druck die ganze Familie stand, wie eng die Beziehung zwischen Johanna Marum und Ludwig Marum war, und wie sich beide immer wieder Mut zusprachen.

 

In dem Moment, in dem ihr bisheriges Leben zusammenbrach, bewährte sich die Liebe und die Partnerschaft von Johanna und Ludwig Marum.


262 Seiten, mit 31 Abbildungen, kartoniert, € 19,90
ISBN 978-3-86059-374-5
Bestell-Nr.: 000-374

262 Seiten, mit 31 Abbildungen, gebunden, € 29,90
ISBN 978-3-86059-375-2
Bestell-Nr.: 000-375

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Berichte / Rezensionen


Badische Neueste Nachrichten 05.11.2016
Martina Erhard: Einblicke ins Familienleben. Neues Buch über letzte Briefe Ludwig Marums (Bericht von der Buchvorstellung im Stadtarchiv Karlsruhe)

"Ernst Otto Bräunche, Leiter des Karlsruher Stadtarchivs, dankt Andrée Fischer-Marum, der Enkelin von Ludwig und Johanna Marum, für deren Unterstützung. 'Sie hat die Schriftstücke gefunden und sie für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.' Andrée Fischer-Marum, die in Berlin lebt, freut sich, dass das Buch in dieser Form realisiert werden konnte: 'Es war mir wichtig, dass auch meine Großmutter dargestellt wird', sagt sie. 'Sie war immer an der Seite meines Großvaters.'"

Stadtzeitung (Karlsruhe) 11.11.2016
(Bericht von der Buchvorstellung im Stadtarchiv Karlsruhe)

"Als bedeutendster Politiker der Weimarer Zeit, überzeugter Demokrat und entschiedener Gegner der Nationalsozialisten nehme der am 16. Mai bei der Schaufahrt gedemütigte und am 29. Mai in Kislau ermordete Rechtsanwalt, SPD-Abgeordnete, Justizminister und Staatsrat einen ganz besonderen Platz in der städtischen Erinnerungskultur ein, sagte Kulturamtschefin Dr. Susanne Asche. Aus den Briefen Johannas, ‚der Mutter, Frau, Geliebten und Freundin, die ihn stets so unterstützt hat‘ (Andrée Fischer-Marum) wird neben der politischen nun ‚die gesamte Perspektive der Familie‘ deutlich, so Mannheims Archivleiter Dr. Ulrich Nieß."

 

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Weiterführende Links zu "Marum: Das letzte Jahr in Briefen"

Weitere Artikel von Ariadne

 

Verfügbare Downloads:

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DER UMWELTBEAUFTRAGTE DER LANDESKIRCHE IN BADEN ZU MARRAKESCH

„KLIMASCHUTZ HEISST KOHLEAUSSTIEG“

23.11.2016

 

(Karlsruhe/ekiba). Der Umweltgipfel 2015 in Paris galt als Erfolg, weil sich erstmals 190 Länder - Industriestaaten, Schwellen- und Entwicklungsländer - auf ein Abkommen zum Klimaschutz geeinigt hatten. In Marrakesch ging es nun um einheitliche Messmethoden und erste konkrete Schritte zum Klimaschutz. Im Interview bewertet der Umweltbeauftragte der badischen Landeskirche, André Witthöft-Mühlmann, auch dieses Treffen durchaus als Erfolg. In Deutschland stehe der Ausstieg aus der Kohle an, die badische Landeskirche sieht er vor einem neuen Klimaschutzfahrplan 2050. Das 2009 verabschiedete Klimaschutzkonzept läuft noch bis 2020.

Herr Witthöft-Mühlmann, wird der Klimawandel gestoppt mit dem, was in Marrakesch vereinbart wurde?
Nein, das war aber ein Jahr nach Paris auch nicht zu erwarten. Schließlich beginnen die Nationen erst jetzt, ihre Schritte zum Klimaschutz konkret zu planen. Auch der von der Bundesregierung in letzter Minute beschlossene Plan wird nicht reichen. Aber: Nicht umsonst ist eine Stärke des Paris-Vertrags ein „Nachschärfungsmechanismus“ im Fünf-Jahres-Intervall. In Marrakesch wurden vor allem sehr wichtige technische Details geklärt, damit zukünftig die Messmethoden einheitlich und somit die Treibhauseffekte einzelner nationaler Pläne vergleichbar sind. Und auch hier sind die Verhandlungen sehr schwierig. Die Konferenz hat aber deutlich das echte Bemühen der Staaten gezeigt, den Vertrag zu erfüllen. Das war wichtig, gerade vor dem Hintergrund, dass die USA  zukünftig vermutlich eher bremsen in der Klimapolitik. Damit wird die aktuell sehr konstruktive Haltung Chinas noch essentieller und Europa muss seine frühere Vorreiterrolle wieder finden.

Die EKD-Synode hat mit Blick auf Marrakesch eine Erklärung zum Klimaschutz verabschiedet. Was ist Aufgabe der Kirche?

Der Beschluss der Synode der EKD fasst gut zusammen, worauf es nun ankommen wird. Sie sieht sich als wichtige Stimme, die bei der Bundesregierung ihre Sorge äußert und die konkrete Schritte einfordert. Stichwort rechtzeitiger Kohleausstieg!

Das setzt voraus, das man als Evangelische Kirche selbst glaubwürdige Maßnahmen ergreift, um bis 2050 quasi eine post-fossile Kirche sein zu können. Das ist der letzte Teil des Beschlusses. Jede Gliedkirche sollte spätestens jetzt einen Prozess beginnen analog zum "Paris-Verfahren" und selbst Klimaschutzfahrpläne auflegen, die den Pfad bis 2050 beschreiben. Dieser Fahrplan wird viele Facetten brauchen, von der energetischen Gebäudesanierung über eine nachhaltige Beschaffung bis hin zu anderen Anlagestrategien. Stichwort Divestment!
Die Kirche hat also zwei Aufgaben: hörbar politisch Position zu beziehen und selbst sichtbar glaubwürdig zu handeln.

Was macht die badische Landeskirche für den Klimaschutz?

Unsere Landeskirche hat bereits 2009 ein erstes Klimaschutzkonzept für den Zeitraum 2011 bis 2020 beschlossen mit dem Ziel bis 2020 40 Prozent an CO² einzusparen im Vergleich zum Jahr 2005. Die Maßnahmen hierfür betreffen Gebäude, Mobilität und Beschaffung. Das setzen wir aktuell um und sind auch im Plan. Im Jahr 2014 wurden bereits 23 Prozent CO2-Reduktion erreicht. Natürlich dürfen und werden wir als EKIBA 2020 nicht aufhören. In 2017 wollen wir als Büro für Umwelt und Energie die Diskussion anstoßen, wie ein Klimaschutzfahrplan 2050 der Landeskirche aussehen kann.


Und wie wird der badische Klimaschutzfahrplan aussehen?
So viel kann man schon jetzt sagen: das nächste Etappenziel wird das Jahr 2030 sein und uns als BUE wird es hoffentlich gelingen, die Gremien zu überzeugen, bis dahin rund 60 Prozent Reduktion festzusetzen. Die Herausforderung für uns alle wird der notwendige gesellschaftliche Wandel hin zu einer Erneuerbaren-Energien-Welt sein und die Einsicht, dass Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sich gegenseitig bedingen und nur als Ganzes erreicht werden können. Also Stichwort "Große Transformation"! Unsere Synodalen haben schon früh die existentielle Bedrohung durch den Klimawandel erkannt und die notwendigen Maßnahmen für uns als Kirche mitgetragen. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir als EKIBA unseren gesellschaftlichen Beitrag für den Wandel auch nach 2020 leisten werden.

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Der Buchtipp

Rechts um! - Wie Europa abgewählt wird

Ob die AfD in Deutschland, die „Front National“ in Frankreich oder „Recht und Gerechtigkeit“ in Polen, von der „Fidesz“ Viktor Orbáns bis zur „Dänischen Volkspartei“ und der britischen UKIP: Begünstigt durch Flüchtlingskrise und Terroranschläge erringen rechtspopulistische und nationalkonservative Parteien bei Wahlen Sieg um Sieg.

Geschickt instrumentalisieren die Rechten Wut und Angst. Fremdenfeindliche und nationalistische Töne werden immer lauter. Die etablierten Parteien wirken wie gelähmt und geraten zusehends in die Defensive. Europa, so zeigen die Analysen der ORF-Korrespondenten, steht am Scheideweg: Gelingt es nicht, den Aufstieg der Rechtspopulisten zu stoppen, drohen die Zerstörung der europäischen Demokratie und die Rückkehr zum Nationalstaat – mit unabsehbaren Folgen für Frieden und Wohlstand.


„Rechts um! Wie Europa abgewählt wird“ ist ein Buch von ORF-Auslandskorrespondenten. Es ist ein politisches Buch, geschrieben von professionellen Beobachtern und Analytikern des Weltgeschehens, die ständig
oder zumindest immer wieder für längere Zeit in jenen Ländern leben, über die sie hier schreiben. Sie tun dies so, wie sie Tag für Tag ihre Beiträge für Radio, Fernsehen und Internet in den Programmen des ORF verfassen:

kritisch, analytisch, einordnend, aber ohne Häme, Belehrung oder
Missionierung.

Mit Beiträgen von
Roland Adrowitzer · Skandinavien
Tim Cupal · Niederlande
Ernst Gelegs · Ungarn
Andreas Jölli · Deutschland
Karin Koller · Polen
Christian Lininger · Russland
Bettina Prendergast · Großbritannien
Raphaela Stefandl · Schweiz
Hans Woller · Frankreich

 

 

Autor: styria; zusammengestellt von Gert Holle - 25.11.2016

 

 

Foto: styria
Foto: styria
Dr. Roland Adrowitzer

Rechts um! Wie Europa abgewählt wird

 

Erscheinungsdatum: September 2016

ISBN: 978-3-222-13533-0

Seiten: 224

Einband: Hardcover mit SU

Format: 14,5 x 21,5 cm

 




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